Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postseitungsgebühr, dierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Essen 10750. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe 4 Pf., im Cextteil 26 Pf.; Vereinskalender(im Cextteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf., Jisser= und Auskunftsgebübr 26 Pf. Fernsprechen Sammel=Nummer 52541# Telegramm-Adresse: Anzeiger Herne. Nr. 199(Erstes Blatt) Montag, den 26. August 1935 31. inr eitzig. Das Ziel der Aufbauarbeit Rede des Reichsfinanzministers Die Leipziger Messe als Wirtschaftsbrücke zum Ausland“ Deutschland als ehrlicher Schuldner 7 Waren für Schulden 7 Zwei unbegründete Vorwürfe 7 Produktive Sparsamkeit 7 Keine Abwertung Biologie und politik Zum Internationalen Kongreß für Bevölkerungswissenschaft Der Amtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der RSDAP, Dr. Walter Groß, stellt der NSK zur Eröffnung des Internationalen Kongresses für Bevölkerungspolitik das nachstehende Begrüßungswort zur Verfügung:“ Die Bevölkerungswissenschaft hat heute bei allen Kulturvölkern eine weit über den Rahmen eines rein fachlichen Gebietes gehende Bedeutung erlangt. Mit der Lösung ihrer Aufgaben ist heute das biologische und politische Schicksal fast aller großen Kulturstaaten eng verknüpft. Kein Wunder, wenn gerade auf diesem Gebiete ein lebhafter Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Nationen nicht nur interessant, sondern geradezu notwendig erscheint. Der diesjährige Internationale Kongreß für Bevölkerungswissenschaft vereint daher in Berlin die auf diesem Gebiet führenden Wissenschaftler aus England, USA, Frankreich, Italien, Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Schweden, Schweiz, Holland, Ungarn, Oesterreich, Norwegen, Spanien, Dänemark, ja sogar aus Indien und Japan mit den deutschen Forschern zu gemeinsamer Arbeit. Es werden Berichte über die Lebensbilanz, den Altersaufbau, die Geburtenhäufigkeit, die Sterblichkeit in den einzelnen Ländern erstattet. Die Fragen der Erbbiologie und Rassenhygiene sowie die in den verschiedenen Ländern getroffenen Maßnahmen werden Gegenstand einer ausführlichen Erörterung vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus sein. Gerade auf diesem Gebiet ist eine interessante Aussprache zu erwarten, da naturgemäß die Methoden zur Durchführung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis von der biologischen und weltanschaulichen Struktur der einzelnen Völker abhängig sein müssen. Wir Deutschen denken jedenfalls nicht daran, wie es im Ausland häufig verbreitet wurde, die für unser Volk als richtig und nützlich erkannten und angewandten Methoden den anderen Völkern einfach als Dogma vorzusetzen. Wir glauben aber, daß es den ausländischen Wissenschaftlern möglich sein wird, genau so wie wir uns bemühen, ihre Einstellung zu den Aufgaben der Bevölkerungswissenschaft kennenzulernen und zu achten, daß sie auch für unsere Maßnahmen nach Kenntnis der sachlichen Voraussetzungen Verständnis aufbringen werden. Zahlreiche Aeußerungen bestärken uns in diesem Glauben. Verständnis und gegenseitige Achtung sind aber die Grundlagen eines friedlichen Nebeneinanderlebens. Daran mitzuhelfen, dürfte eine vornehmliche Aufgabe dieses Kongresses sein. 400000 auf der Funkausstellung Berlin, 25. August. Die Besucherzahl der Rundsunkausstellungen von 1924 bis 1932 bewegte sich um 100 000, 1933 237 500, 1934 300 000. Am Sonntagabend hatten bereits über 400 000 Volksgenossen die Berliner Rundfunkausstellung besucht Das bedeutet gegenüber 1932 eine Steigerung um fast das Vierfache. Dabei ist zu bedenken, daß die Besucherzahl der drei Volkstage noch aussteht, die erfahrungsgemäß immer die höchste Ziffer aufweist. Ein einzigartiger Erfolg der großen deutschen Rundfunkausstellung 1935 wird sich in den nächsten Monaten vor allem auch in einer wesentlichen Steigerung der amtlichen Rundsunkteilnehmerziffer auswirken und damit zugleich eine weitere Belebung unserer gesamten Rundfunkwirtschaft im Gefolge haben. Die endgültige Besucherziffer ist noch nicht zu übersehen. Sie wird sich aber auf einer Höhe bewegen, die zeigt, daß der deutsche Rundfunk Volksfunk im besten Sinne des Wortes ist und in seiner Volkstümlichkeit nirgendwo in der Welt auch nur annähernd erreicht wird. Mussolinis Söhne auf dem Weg nach Ostafrika Rom, 25. Aug. Der Sekretär der Faschistischen Partei, Starace, veradschiedete am Samstag die beiden nach Ostafrika abreisenden Fliegerleutnants Vittorio und Bruno Mussolini, die Söhne des Duce, und übergab ihnen ihre Dienstrevolver. Als Motto erhielten sie das Wort: „Töte den Feind, ehe dich der Feind zu töten versucht“. Neapel hatte am Samstag die bisher größte Truppenausfahrt nach Ostafrita zu verzeichnen. Punkt 19 Uhr lichtete die„Saturnia“ mit den Söhnen Mussolinis, den Fliegerleutnants Bruno und Vittorio Mussolini, seinem Schwiegersohn. Propagandaminister Graf Ciano, und 5000 Schwarzhemden der toscanischen Legion„Ferdinando Ferruci“, die zur„Legion des 23. März“ gehören, an Bord, die Anker. Eine unübersehbare Menschenmenge säumte seit Stunden die Hafenanlagen. Erstmalig wurde dieser Abschied eines großen Truppentransports durch eine Rundfunk: revortage über alle italienischen Sender übertragen. Die Sühne für den Aufstandsversuch von Fieri Els Hinrichtungen Tirana, 25. Aug. 1935. Die Albanische Telegraphenagentur teilt mit: Der politische Gerichtshof in Fieri verurteilte elf Gendarmen. die an dem Aufstand von Fieri teilgenommen haben. zum Tode. Die Urteile wurden bereits vollstreckt. Der Prozeß gegen die übrigen Angeklagten gebt weiter. DRB. Leipzig, 25. August. Der herkömmliche Empfang der in= und ausländischen Pressevertreter auf der Leipziger Herbstmesse 1935 am Messesonntag erhielt sein besonderes Gepräge durch die Ankündigung der Rede des Finanzministers Graf Schwerin von Krosigk. Der Präsident der Leipziger Messe, Dr. Raimund Köhler, führte in seiner Begrüßungsansprache u. a. aus, die Herbstmesse stehe unter dem günstigen Stern der Mengenkonjunktur im Inland, die die industrielle Produktion seit dem Tiefstand um 76 v. H gesteigert und die Arbeitslosigkeit entscheidend gesenkt habe. Bestimmend für die Messe sei die Tatsache, daß die Ausfuhr trotz Anzeichen der Besserung im Welthandel noch notleidend ist. Wie in historischer Zeit die Messen Instrument für den Ausgleich und die Aufhebung von Währungsschwierigkeiten waren, habe auch in heutiger Zeit die internationale Leipziger Messe dieselbe Aufgabe: Schaffung des Ausgleichs von Handelsschwierigkeiten. Im weiteren Verlauf des Abends nahm dann Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosiak das Wort. Er führte aus: Es gibt auf der Welt erfreulicherweise noch immer einige Stellen, von denen seit jeher völkerverbindende Fäden ausgegangen sind. Unter diesen Stellen nimmt Leipzig einen bevorzugten Platz ein. Von hier hat Bachsche Musik als tiefer Ausdruck deutscher Frömmigkeit ihren Zug durch die Welt angetreten. Von Leipzig geht das deutsche Buch hinaus und legt immer wieder Zeugnis deutscher Kultur= und deutscher Geistesarbeit ab. Und hier in Leipzig findet zweimal im Jahre die Messe statt, die Vertreter vieler Völker hierherführt, ihnen eine Schau deutschen Leistungswillens gibt und durch den hier Saarbrücken, 25. August 1935. Auf der großen Kundgebung, die Samstagabend als Höhepunkt des Saarbefreiungs=Gaufestes des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen auf dem Befreiungsfeld stattfand, und an der über 100000 Volksgenossen teilnahmen, hielt Reichskommissar Gauleiter Bürckel eine Rede. Er ging zunächst auf die inneren Ursachen ein, die zum Diktat von Versailles führten. Die demokratische Republik, so erklärte der Redner u. a., habe vollkommen im Sinne unserer damaligen Gegner gelegen. Aus dieser nüchternen Erkenntnis habe sich der Führer seine geschichtliche Ausgabe gestellt, eine Gemeinschaft zu errichten, auf die in aller Zukunft niemand in der Welt mehr rechnen könne, als einzig und allein das deutsche Volk selbst. Das Geld, der Marxismus, der Separatismus in allen Formen, sie hätten alle im Bunde gegen den Appell zur Einigung gestanden. Inmitten der weltwirtschaftlichen Not sei es gelungen, die Arbeitslosenziffer weit unter den Durchschnitt anderer Länder zu senken und dazu das Volk von einer außenpolitischen Zwangsjacke zu befreien. Diese in der Geschichte einzig dastehende Leistung eines Mannes stellte das größte Verdienst am deutschen Volke dar. Gauleiter Bürckel wies dann darauf hin, wieviel schon geschehen sei, um die Stellung des Arbeiters zu festigen und zu verbessern. Das Vertrauen des Arbeiters sei für unsere Zukunft ein besseres Fundament als die Freundschaft des Profites und des Geizes. Bürckel rechnete dann in längeren Ausführungetätigten Warenaustausch eine völkerverbindende Wirkung ausübt. Ich glaube, daß jetzt mehr als je die Leipziger Messe zur Notwendigkeit geworden ist, daß von hier Fäden ausgehen, die das zerrissene Band zwischen den Völkern wieder anknüpfen, daß hier wertvolle Vorarbeit geleistet wird und Voraussetzungen geschaffen werden für die Wiederingangsetzung normaler Handelsbeziehungen zwischen den Völkern der Erde. Für eine solche Wiederanknüpfung müssen zwei Voraussetzungen geschaffen werden: Die eine ist die Beseitigung all der Hemmnisse, die den Wirtschaftsverkehr zwischen den Ländern erschweren oder unmöglich machen. Die andere besteht darin, daß erst eine geordnete Nationalwirtschaft zu einer geregelten Weltwirtschaft führen kann. Die tiesste Ursache der ganzen, nun schon seit Jahren andauernden Krisenentwicklung liegt in den politischen Auswirkungen des Weltkrieges. Man kann nicht oft genug den vollständigen Wirtschaftsumschwung betonen, der sich allein dadurch vollzogen hat, daß Deutschland vor dem Kriege 25 Milliarden Mark Forderungen, in der Nachkriegszeit in der gleichen Höhe Schulden an das Ausland hatte, daß Deutschland vor dem Kriege einen Passivsaldo seiner Handelsbilanz in Höhe von rd. 1 Milliarde Mark hatte, den es aus den Einnahmen seiner ausländischen Forderungen bestreiten konnte und daß es nach dem Kriege vor die unmögliche Aufgabe gestellt wurde, eine ihm auferlegte Auslandsschuld von groteskem Ausmaße durch Aktivierung seiner Handelsbilanz zu bezahlen. Dabei hatte Deutschland durch das Versailler Diktat in den abgetretenen Gebieten und Kolonien Rohstoffquellen verloren, die es jetzt durch Einfuhr dieser Rohstofse aus anderen Ländern ersetzen muß; und obendrein schufen die gen mit den Kommunisten ab und betonte, uns helfe auf dieser Welt nichts als unsere eigene Kraft, unser Glaube an uns selbst. Der Gauleiter wandte sich dann der Judenfrage zu und betonte, diese Frage müsse zu einer Charakterfrage werden. Zum Schluß betonte der Gauleiter: Das gemeinsame Schicksal verpflichtet uns alle. Wir halten verbissen den Kurs, den der Steuermann befiehlt. Unser Gebet wird immer und immer wieder lauten: Gott erhalte uns den Führer! Mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer und dem Gesang des Deutschland= und des Horst=WesselLiedes endete die Feier. Zugleich flammt auf dem gegenüberliegenden Winterberg, dem Erinnerungsdenkmal von 1870=71, bengalische Beleuchtung auf. An den Führer und Reichskanzler wurde anläßlich des Befreiungs=Gaufestes folgendes Telegramm gerichtet: „Das Befreiungs=Gaufest des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen in Saarbrücken, dem Bollwerk deutschen Volkstums im Westen des Reiches, bringt durch Teilnahme von über 1000 Turnern und Sportlern aus dem Saarland dem Gau Südwest, Abordnungen aus dem ganzen Reich sowie durch stärkste Beteiligung aller Gliederungen der Partei und der Deutschen Arbeitsfront den einheitlichen Willen des deutschen Volkes klar zum Ausdruck. Die zur politischen Abendkundgebung versammelten Hunderttausend grüßen den Führer mit dem erneuten Gelöbnis unwandelbarer Treue und stetem Einsatz für Volk und Reich. gez. Bürckel, Tschammer. Gläubigerländer Zollmauern und andere Handelshemmnisse, die uns die Kehle abschnürten. „Man kann den Kuchen nicht zweimal essen“ In dieser kurzen Aufzählung liegen schon all die Widersprüche enthalten, die eine Wiederanbahnung geordneter Wirtschaftsbeziehungen erschwert und gehindert haben. Wir haben den Versuch gemacht, die uns aufgenötigte Umstellung durchzuführen und unsere Schulden zu bezahlen. Wir sind auch heute noch der Ansicht, daß wir alle Bemühungen daran setzen müssen, soweit es irgend möglich ist, die Forderungen unserer Auslandsgläubiger nach Möglichkeit zu befriedigen. Wir können aber die selbstverständliche wirtschaftliche Wahrheit nicht aus der Welt schaffen, daß solche Zahlungen nur in Waren erfolgen können. Wir können die bittere Wahrheit nicht aus der Welt schafsen, daß ausländische Gläubiger auf die Dauer nicht gleichzeitig einen Ueberschuß in ihrer Handelsbilanz haben und Forderungen der Schuldenländer eintreiben können. Man kann nun einmal nicht den Ruchen zweimal essen! Wir können die Wahrheit nicht aus der Welt schaffen, daß das deutsche Schuldenproblem sich nur auf zweierlei Weise lösen läßt, entweder durch Herabsetzung von Zins und Amortisation unserer Anleihen im Zusammenhang mit einer zeitweiligen Stundung oder durch Erhöhung des deutschen Exportüberschusses. Hat zunächst zwangsweise der erste Weg beschritten werden müssen, so hoffe ich noch immer, daß allmählich die Einsicht in die nicht abzuändernden wirtschaftlichen Wahrheiten zu dem zweiten, für uns wie für unsere Gläubiger besseren Weg führen werden Hierzu ist allerdings entsprechend unserem Willen zu zahlen, auf seiten des Auslandes der Wille zur Annahme von Waren notwendig. Jede Lösung wird solange verhindert, als der Erfolg unserer Anstrengungen durch Handels= und Währungsmaßnahmen des Auslandes verhindert wird. Man hat uns in den letzten zwei Jahren vor allem zwei Vorwürse gemacht, die beide dahin gehen, daß wir selbst die Bezahlung unserer Schulden unmöglich gemacht hätten. Der eine Vorwurf geht dahin, daß wir durch Streben nach Autarkie eine Belebung und Erhöhung des Welthandels unmöglich machten. Ich kann diesen Vorwurf nicht schlagender zurückweisen, als mit den Worten, mit denen der Führer und Reichskanzler in seiner Rede am 21. Mai 1935 zu dieser Frage Stellung genommen hat: „Wir alle sind der Ueberzeugung, daß die restlose Durchführung des Gedankens der wirtschaftlichen Autarkie aller Staaten, wie sie sich heute anzubahnen droht, von einer höheren Warte aus gesehen unklug und in ihrem Ergebnis für alle Völker nur schädlich sein kann. Es ist wirtschaftlich gesehen wenig vernünftig, aus natürlich gegebenen Agrar= und Rohstoffgebieten künstlich Industrieländer zu machen und umgekehrt die menschenüberfüllten Industriestaaten zu einer primitiven Rohstoss= oder gar Rohstoff=Ersatz= erzeugung zu zwingen.“ Rohstossimport und Exportüberschuß Der zweite Vorwurf geht nach der genau entgegengesetzten Richtung, nämlich dahin, daß wir durch den erhöhten Import von Rohstoffen, der die notwendige Folge unserer inneren Wirtschaftsbelebung war, unseren S Leichtathletik=Länderkampf Finnland—Deutschland 103.5299.5 Helsingsors, 25. Aug. 1935. Der zweite Länderkampf in der Leichtathletik zwischen Deutschland und Finnland wurde vor 15000 Zuschauern im Tiergarten zu Helsingfors ausgetragen und diesmal von Finnland mit 103.5 zu 99.5 Punkten gewonnen. Finnland lag schon nach dem ersten Tage knapp in Führung. An beiden Tagen waren bei dem erbitterten Ringen um den Sieg vier neue deutsche Bestleistungen aufgestellt worden. Den ersten Kampf aus deutschem Boden hatte Deutschland im vorigen Jahr mit zehn Punkten Vorsprung gewonnen. Deutsche Frauen flegen im Leichtathletik=Länder= kampf Deutschland— Polen Dresden, 25. Aug. 1935. Die deutschen Frauen trugen am gleichen Tage wie die Männer einen Länderkampf in der Leichtathletik aus. Wurden diese gegen Finnland knapp um vier Punkte geschlagen, so siegten die Frauen gegen Polen überlegen mit 60.5 zu 38,5 Punkten. Gisela Mauermener(München) stellte dabei im Diekuewersen mit 47,12 Meter eine neue Weltbestleistung auf. Viersacher deutscher Autosieg Bern, 25. Aug. 1935. Am Sonntag wurde der„Große Preis der Schweiz“ ausgefahren, der den deutschen Firmen einen unvergleichlichen Erfolg brachte. Mercedes belegte mit Caracciola und Fagioli die ersten beiden Plätze, gesolgt von den beiden Auto=Union=Fahrern Rosemener und Barzi. Bemerkenswert ist, daß Caracciola mit 144,34 Stundenkilometer einen neuen Retord aufstellte. Deutsche Fußballsiege über Rumänien und Island Berlin, 25. Aug. 1935. Vor 35 000 Zuschauern schlug die erste deutsche Nationalmannschaft am Sonntag in Erfurt die Ländermannschaft Rumänien nach schönem Kampf verdient 4:2(1:1). Eine zweite Mannschaft trug in Oberhausen gegen Joland den dritten Kampf aus deutschem Boden aus und siegte überlegen 8:2(4:2). Französischer General besichtigte die Einsturz stelle in der Hermann=Göring=Straße in Berlin Als Abschluß des Internationalen Kongresses für Feuerschutz und Rettungswesen besuchten 70 Kongreßteilnehmer Berlin. Unter ihnen befand sich auch der Präsident des Kongresses, der französische General Pruderau. Am Samstagmittag besichtigte General Pruderau in Begleitung des Oberbefehlshabers der deutschen Polizei, General Daluege, die Einsturzstelle an dem Nordsüd=s=BahnTunnel am Brandenburger Tor. Unser Bild zeigt General Pruderau(in der Mitte) mit General Daluege auf dem Wege zur Unglücksstelle.#(Scherl=Bilderdienst=M Saarbefreiungsfest in Saarbrücken Rede des Gauleiters Bürckel7 100000 auf dem Befreiungsfeld Exportüberschuß vernichtet und dadurch die Bezahlung unserer Schulden unmoglich gemacht hatten. Dieser Vorwurt geht schon deshalb sehl, weil die verstärkte, einer Inlandsbelebung folgende Einfuhr zur Beledung des Handels der Ausfuhrländer und durch Startung ihrer Kauftraft wieder zu erhohten Absatzmöglichkeiten des Einin entsprechendem Ausmaße steigern konnte, so liegt das an den Hindernissen, die entgegen allen gaten Erkennt= nißen und Empfehlungen immer noch vor seiner Ausfuhr aufgeturmt werden. Die Schwierigkeiten, die dem Absan unserer Waren im Auslande gemacht wurden und die dadurch die Möglichkeit unserer Einfuhr begrenzten, führten vor einem Jahre zu dem sogenannten Neuen Plan in der Handelspolitik, dessen Inhalt darin besteht, daß nicht mehr gekauft werden kann als bezahlt werden kann, und daß in erster Linie das gekauft wird, was notwendig gebraucht wird. Auch dieser neue Plan ist von uns niemals als eine ideale Lösung angesehen worden. Man wird aber nicht abstreiten können, daß er eine absolut notwendige Folge von Maßnahmen und Verhältnissen gewesen ist, für die Deutschland nicht verantwortlich gemacht werden kann. Nun hat eine Reihe von Ländern den Versuch gemacht, die Krise durch eine Abwertung ihrer Wahrung zu überwinden, und sie empfehlen dieses Heilmittel auch denjenigen Landern, die diesen Weg bisher nicht gegangen sind. Ich mochte hier ganz klar zum Ausdruck bringen, das es nach meine: Ansicht ein für alle Länder passendes Allheilmittel nicht gibt, daß die Lösungen für jedes Land je nach seiner wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Struktur verschieden ausfallen können und ausfallen müssen Wir lehnen es av. anderen Ländern Ratschlage darüber zu geben, wie sie ihrer Krise perr werden sollen oder an Maßnahmen, die andere Länder zur Lösung ihrer Schwierigkeiten treifen. Kritik zu üben. Wir sind aber auch ablehnend, wenn uns in reichlichem Maße Ratschläge zuteil werden oder an unseren durch unsere besondere Lage und durch die Struktur unseres Landes gebotenen Masnahmen Kritik geubt wird. Wir lehnen daher auch den Rat zur Währungsabwertung ab. die in verschiedenen Ländern etwas ganz Verschiedenes bedeuten und zu ganz verschiedenen Wirkungen führen kann. Die zweite Voraussetzung für die Belebung der Weltwirtschaft, von der ich eingangs sprach, haden wir durch die innere Noulolidierung unseres Wirtschaftslebens erfüllt. Man hat eine Zeit lang im Auslande die tatsächlichen Ergebnisse unserer Maßnahmen nicht wahr haben wollen; die Richtigkeit der Ziffer über das Sinken der Arbeitslosigkeit ist in Frage gestellt. Allmäblich jetzt es sich durch daß die Ziisern unbestreitdar sind. Eo ist eine Tatsache, daß die Inderzifser der gewerblichen Gutererzeugung. wenn mon 1928— 109 setzt, 1932 bei 58 und im ersten Bierteljahr 1935 aus 90 lag. Und es ist eine für mich als Finanzminister besonders erfreuliche Tatsach, daß gegenüber dem Krisentiesstand die Reichssteuern in diesem Jahr eine Zunahme um rd. 2 Milliarden zeigen Diese Ergebnisse sind die Folge einer zielbewußten aktiven und kühnen Finanz= und Wirtschaftspolitik gewesen. Was in den vergangenen 2° Jahren die Reichsregierung an dem Gebiete der Zins= und Kapitalmarktpolitik, der Steuerpolitik, der Arbeitsbeschaffung in die Wege geleitet und geran hat, das gehört zusammen in den Rahmen einer einheitlichen großen Aktion. Wenn es durch ein vorsichtiges und schrittweises Vorgehen gelungen ist, den Zinssatz in Deutschland allmählich herabzusetzen und schließlich im Frühjahr dieses Jahres eine gewaltige Konversion mit einem dauernden Erfolg durchzuführen, so war dieses Vorgehen für die Arbeitsbeschaffungspolitik genau ebenso notwendig wie die Maßnahmen im Bereich der Steuerpolitik. Ich möchte hier nur zwei als symptomalisch für das Vorgehen und den Erfolg der Regierung hervorheben. Durch den Erlaß der Kraftsahrzeugsteuer für Personenkraftwagen ist sei 1932 ein Zuwachs um rd. 250000 Wagen eingetreten. Die Ehestandsdarlehen haben nicht nur in den Industrien der Möbelb=schaffung usw. zu einer Produktionserhöhung geführt. sondern diese Maßnahme weist über den augenblicklichen Erfolg hinaus in die Zukunft. Kein sterbendes Volk mehr! Man muß sich die Bedeutung dieses Vorgehens an den erschütternden Zahlen unserer Bevölkerungsbewegung klar machen. Währeno wir im Jahre 1901 noch 37 Geburten auf 1000 Einwohner hatten, hatten wir im Jahre 1933 nur noch 14,7, und waren damit weit unter unsere meisten Nachbarlander gesunken. Eine Vermehrung von 14.7 Geburten je 1000 Einwohner bedeutet nicht nur einen absoluten Bevölkerungsrückgang, sondern eine immer mehr zunehmende Vergreisung des Volkes. Wenn ich von den politischen Ideengängen, die mit dieser Bewegung verbunden sind, ganz absehe, sondern einmal rein wirtschaftlich dieses Problem anschaue, Gann bedeutet diese Vergreisung eine allmählich immer stärker werdende Belastung der noch arbeitsfähigen Teile des Volkes, und der Rückgang der Kinderzahl bedeutet den Aussall eines der stärksten Motoren wirtschaftlichen Aufschwungs und Fortschritts. Nun ist ganz sicher richtig, daß solche wirtschaftlichen Maßnahmen allein den Bevölkerungsrückgang nicht aufhalten oder in das Gegenteil verkehren können Hierzu ist eine Wandlung der inneren Einstellung und Gesinnung notweneig Aber für diese Wandlung mus wirtschaftlich die Voraussetzung und der Boden geschaifen werden. Daß eine solche Wandlung und ein Umchwung in der Bevolkerungsbewegung erfolgen kann, dafür hat uns ein Volk im vergangenen Jahrbundert den Beweis geliefert: Japan. Diese in die Zukunft weisende erste Maßnahme auf dem Gebiet der Bevölkerungspolitik ist deshalb von so schicksalhafter Bedeutung, weil sich in zwei Fragen entscheidet, ob ein Volk leben oder sterden wird, im Wehrwillen und in seiner Bevölkerungsbewegung Es is eines der ganz groven geschichtlichen Verdienste des Fuhrers, das er das deutsche Volk aus einem sterbenden wieder zu einem ledenden Volk gemacht hat, weil er khm die Wesrhebest wiederaenenn und in der Bevölkerungspolitik neue positive, in die Ferne weisende Ziele gesteckt hat. Und deshalb steht in diesen großen Scichalsfragen Deutschlands das deutsche Volk fes und gläudig und opferbereit hinter dem Füdrer Die mit der Wehrhoheit verbundenen Ausgaben sind ein Teil der grogen Arbeitsdeschalfung geworden der der wirtschaftliche Aufschwung zu verdanken is. Daß diese Ardeitsbeschaifung durch kurzfristige Kredite inanziert worden ist, wird von Kritikern unserer Finanz= und Wirtschaftspolitik besonders getadelt. Nun gebere ich noch zu den altmodischen Menschen,=die glauden dat Kredite ihrer Begrifsobestimmung nach eiwas sind. was zurückgezahlt werden muß. Mit altpreußischer Sparsamkeit Und in der Abwicklung der für die Arbeitsbeschafsung ausgenommenen Kredite liegt eine Aufgade, deren Grose und Schwierigkeit durchaus nicht verkleinert werden soll. Die gestiegenen Steuereinnahmen der öffentlichen Hand haben die Moglichleit gegeben, einmal im weitgehenden Umjange die Fehlbeträge zu beseitigen. die in der Krisenzeit für die Eratsgestaltung aller öisentlichen Haushalte kennzeichnend waren. Sie haden es weiter ermöglicht, gewisse Beiräge zur Abdeckung ausgenommener Kredite in den Erat einzusetzen, wie das im Reichsetat zur Abdeckung der Steuergutscheine des Papen= und Reinhardt=Programms laufend erfolgt. Und sie haben es endlich ermöglicht, Ausgaben, die im Janre 1933 auf Kredit genommen wurden, wieder in den normalen Haushalt als Ausgabe einzustellen. Um aber diese drei Aufgaben der jetzigen Etatspolitik durchzuführen, sind Opser an liebgewordenen Gewohnheiten und Aufgaben unumgänglich. Wie müssen uns konzentrieren aus die große volitische Aufgabe, die und der Führer gestellt hat. Es wird die altpreußische Sparsamkeit wieder zu Ehren kommen müssen, die uns der große Könia und sein streuger Bater vorgeledt haben. Daß der große König gleichzeitig der Fürk war, der zielbewußt Arbeitsbeschaffungspolitik in großem Stil getrieben hat, ist kein Gegensag, sondern Grund und Folge seiner Sparsamkeit. Derselde Mann, der aus seinen Inspektionsreisen sich bei seinen Beamten zu Tisch Ind, um die Reisekosten zu sparen und eine Unisorm trug, die nur durch ihn königlich war, gab dar Geld mit vollen Händen, wenn es sich um die Armee und neue Siedlungen oder die Urbarmachung eines Moores handelte. Eine solche produktive Sparamkeitspolitik wird auch heute im Blick auf das große Ziel und unter straffer Führung durchgeführt werden müssen. Und sollen die Ausgaben. die der Etatspolitik durch die wirtschaftliche und politische Entwicklung der letzten 2 Jahre gestellt worden sind. erfüllt werden, dann wird hierzu ein Steueraufkommen von mindestens in der Höhe gebraucht werden, wie es die Steigerung der Jahre 1934 und 1935 in einer weiteren Entwicklung oben erhofsen lassen. Von Steuersenkungen zu sprechen, wäre sehl am Platze. Umwandlung in Anleihen Die Wirkung der Finanz= und Wirtschaftspolitik der Reichsregierung äußert sich aber nicht bloß in den steigenden Steuereinnadmen, sondern sie findet auch ihren Niederschlag am Geld= und Kapitalmarkt. dierdurch wird die Möglichkeit geschaffen, immer wieder kurzfristige Kredite durch Umwandlung in Anleiben zu fundieren. Mit dieser Fundierung ist, wie bekannt, mit der 500Millionen=Sparkassen=Anleide im Frübjadr dieses Jahres begonnen. und sie wird, wie Sie aus den Ereignissen der letzten Tage geseden daben. weiter fortgesent. Daß der kursfristigen Verschuldung. über deren Höde das Ausland — vielleicht nicht immer ohne eine gewisse Tendenz— übertrieben hobe Zahlen bringt. Grenzen gesetzt sind, das wissen wir selbst, das draucht uns von außen nicht gesaat zu werden. Und wir würden wadrhaftig die geschichtliche Grobe der uns gestellten volitischen Aufgabe gewaltig unterschaten, wenn wir glaubten. sie ohne Opfer und Schwierigkeiten erreichen zu können. Wir wurden uns aber auch der Größe der uns gestellten Aufgabe unwur# beigen, wenn wir nicht gewillt waren, mit aller Anspannung unseres Willens und unseres in Deutschland nun einmal nicht geringen Könnens der Schwierigkeiten Her: zu werden. Wir glauben nun durch die Belebung und Ordnung unserer deutschen Wirtschaft auch einen Beitrag zum Wiederaufbau der Weltwirtschaft geleistet zu baden. Wi: glauben auch, daß die gewaltige Kraftanspannung des deutschen Volkes. jeden Deutschen wieder in Arbeit zu betzen und ihm ein menschenwürdiges, der Kulturdöbe unseres Volkes angemessenes Dasein zu schaffen, die denkdar stärkste Friedensgarantie bedeutet. Und wir glauben auch, daß der Führer und Kanzler dem Wiederaufbau der Weltwirtschaft den stärksten Dienst durch seine große Friedensrede geleistet bat. Denn wenn wirklich die Zeit des versteckten Krieges. in der nur ein Teil der Welt rüsten durste, der andere Teil aus dem Stand der Abrüstung und Hamit der Unselbständigkeit und Erniedrigung und Unfreibeit gehalten wurde. vorbei ist und die Zeit eines wirklichen Friedens anbricht, dann wird auch die weltwirtschaftliche Zusammenarbeit der Völker wieder zur Wirklichkeit werden. In dieser Entwicklung zum Frieden und zu gemeinsamer Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiet in die Leinziger Messe stets eine wichtige Etapve: bietet sie doch allen in= und ausländischen Besuchern eine Schau deutscher Wirtschaftskraft und deutscher Arbeitsleistung und den Beweis, daß diese nicht gesunken, sondern unter nationalsozialistischer Führung zu stärkster Wirksamkeit gelangt sind. Befriedigendes Inlandsgeschäft Leipzig. 25. Aug. 1935. Der erste Tag der Leipziger Herbstmesse brachte der Messestadt Leipzig einen Fremdenzustrom, wie er seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Man hatte demzufolge in einer großen Anzahl von Geschäftszweigen der Mustermesse. die Gegenstände des allgemeinen Bedarfes herstellen, schon am ersten Tag ein die Erwartungen zum Teil übertrefsendes, im ganzen befriedigendes Inlands, mit der 500=geschäft. Notizen Der Prasident des Internationalen Kongresses für Feuerschutz und Rettungswesen, General der Insanterte cuoeroux=Paris, legte am Samstag am Cor ma! Unter den Linden einen Kranz nieder. Aus Anlaß der Indetriednahme der ersten --acin Deutane vor 100 Shren veranstaltete der BD3 am Denkmal in Burgorner eine Gedenkicier. Die britische Admiralität dementiert amerikanische und franzosische Berichte über eine Verstartung der dritischen Mittelmeerslotte. * Die Regierung von Malia dat den Bau von Lus schurkellern für die Bevölkerung angeordnet. * Der englische Ministerpräsident Baldwin hat Einlodung der Stadtverwaltung von Lyon zu einem Frühnuc anläßlich eines franzo###ch=italtenischen Fteundschaftsfestes abgelehnt. * In seiner Schlußsigzung nahm der amerikanische Kongreß eine Vorlage an die die Auflosung u„ ger Holding=Gesellschaften bis 1942 vorsieht. * Nach einer Unterredung mit dem äußerte sich der Füdrer der Arbeiterpartei, Lansbury, das die offizielle Arbeiterpartei vorbehaltlos den in der letzten Kabinettssitzung zum Ausdruck außenpolitischen Standpunkt der Dr: tischen Regierung vertrete. Fortschritte bei den Bergungsarbeiten Der Führer an der Unglücksstätte Berlin, 25. August 1935. Am Sonntagnachmittag ließ die Unglücksstelle am Brandenburger Tor gegenüber dem Stande der Aufkäumungsarbeiten am Samstag weitere wesentliche Fortschritte erkennen. Unter Einsatz aller menschlichen und technischen Kräfte gehen die Arbeiten mit unverminderter Kraft vorwärts. Der in 30 Meter Länge fertiggestellte Längsstollen reicht bis auf die Sohle der ursprünglichen Tunnelgrube. Seiner Verlängerung nach Süden stehen zur Zeit noch die Trümmer des TunnelMundes im Wege. Von dem schweren Raupenbagger, der dort auf dem Hang lag und die Eisenteile tief in den Sand drückte, waren im Laufe der Nacht und des Vormittags sämtliche Einzelteile entfernt worden. Die Aushebung des letzten Stückes, des etwa 5 Tonnen schweren Fahrgestells, erfolgte in den ersten Nachmittagsstunden mit Hilfe des Berry=Krans. der die schwere Last ganz langsam in die Höhe hob und schließlich auf dem Fahrdamm absetzte. Damit war das größte Hindernis für die Beseitigung des Eisengewirts. das sich zwischen dem Schacht und dem unversehrt gebliebenen längsgesicherten südlichen Tunnelansat erhebt. beseitigt. Auf dem nach dem Tiergarten zu gelegenen Hang ist ein Förderband angesetzt, das den Sand zur nördlichen Tunnelmündung leitet und ihn dort zu einem Kegel aufhäuft, der Schutz vor einem Nachdringen der auch hier noch vorhandenen Trümmer bieten soll. Von den bisher geborgenen Vermißten konnte nun auch der zweite identifiziert werden. Es handelt sich um den in Berlin, Pappelallee 40. wohnenden Werner Pommeranke. Inzwischen ist man auf einen vierten Vermißten gestoßen, dessen Leiche aber noch nicht geborgen werden konnte. Im Interesse einer einwandfreten Aufklärung der Ursache des Einsturzunglückes hat die Deutsche Reichsbahn umsangreiche Maßnahmen zur beschleunigten Durchführung der Ermittlungsaktion getroffen. Um die Objektivität der Nachprüfungen und der Untersuchungen auf jeden Fall zu gewährleisten, hat der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn zwei Reichsbahnoberräte und einen Reichsbahnrat der Reichsbahndirektion Berlin von ihrem Dienst zurückgezogen und durch frische Kräfte ersetzt. Die Bergung der ersten Toten Nach Bergung des ersten Toten wurden mit vermehrter Anspannung aller Kräfte die Arbeiten an der Fundstelle fortgesetzt. Reichsminister Dr. Goebbels verweilte auf dem Wege zur Unglücksstätte einige Minuten im stillen Gedenken an der Bahre des im Garten der Ministerwohnung ausgebahrten ersten Opfers und ordnete impulsiv an, daß alle Blumen aus seiner Wohnung geholt und an der Bahre niedergelegt wurden. Dann erstattete Generalleutnant Daluege dem Minister eingehenden Bericht uber die Auffindung.. Wenig später traf auch Reichsinnenminister Dr. Frick an der BauWahrend der Anwesenheit der Minister wurde gegen 9.30 Uhr abends das zweite Opfer geborgen. Der Lautsprecher kündete wiederum Arbeitsntille an. Von allen Seiten eilten die Arbeitskameraden herbei, um den Toten durch den Deutschen Gruß zu ehren. Es war ein ergreisender Augenblick, als die bedeckte Bahre von den Bergknappen aus der Tiefe der Sohle den pionieren und Sanitätern übergeben und von Stufe zu Stufe in das grelle Licht der Scheinwerfer bis auf die Straßenhöhe gehoben wurde. Mit erhobener Rechten standen alle in tiesem und ergriffenem Wenige Minuten später dröhnten wieder die Bohrhämmer, kreischten die Winden, polterten dumpf die Schollen der von vielen hundert kräftigen Armen bewegten Erde. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Bergung der ersten Opfer traf Reichsminister Dr. Goebbels an der Unglücksstätte ein. Der erste Tote wurde inzwischen bereits identifiziert. Es handelt sich um den Einschaler Fritz Zippan Berlin=Wilmersdorf, Uhlandstraße 70. Der Führer läßt sich berichten Der Führer, der am Sonntagmittag mit seiner Begleitung in Berlin eingetroffen war, besichtigte im Verlaufe des Nachmittags die Unglücksstätte in der Hermann=Göring=Straße. Bereits am Flughafen empfingen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick und Generalleutnant der Landespolizei Daluege. der die Rettungsarbeiten in der Hermann=Göring=Straße leitet, den Führer und erstatteten ihm ausführlich Bericht über den Stand der Arbeiten. Der Führer begab sich dann selbst an die Unglücksstätte und ließ sich hier von dem Leiter der technischen Arbeiten Geheimrat Schaper eingehend über den Hergang des Unglücks und den Umfang der Rettungsarbeiten sowie die getroffenen Sicherungsmaßnahmen unterrichten. Der Führer besuchte auch die Arbeiter auf der Tunnelsohle und sprach sich außerordentlich anerkennend über die Einsatz= und Opferbereitschaft der an den Rettungsarbeiten eingesetzten Formationen aus. Der Fühter ließ sich ferner von Reichsminister Dr. Goebbels die Hilfsmaßnahmen schildern, die für die Hinterbliebenen der Katastrophe getroffen worden sind und informierte sich über das bisherige Ergebnis der Untersuchungen, die die Staatsanwaltschaft über die Ursachen der Katastrophe angestellt hat. Riesiger Präriebrand bei Buenos Aires Buenos Aires, 25. Aug. 1935. Bei Medanos in der Provinz Entrerios, etwa 230 Klm. nördlich von Buenos Aires, wütet in 25 Kilometer Breite ein Präriebrand, der Medanos und die umliegenden Siedlungen bedroht. Das Feuer zieht sich in Richtung auf die Stadt Gualeauan weiter und dürfte tagelang dauern Der Schaden ist sehr groß. Die Reilenspur Kriminalroman von Fritz Straub I# Copyright by A. H. Perse. Verlag. L e#####1 8 TII 36. Fortsetzung Da packte ein jäher Schrecken Robert Rab. Sollten sich Inspektor Brand und er am Ende doch getauscht haben? Waren sie auf der falschen Fährte? Hatten sie sich verrannt?— Auch den beiden Polizisten schienen, ihren Mienen nach zu schließen, plotzlich Zweifel aufgestiegen zu sein. Brands Gesicht war wir immer in solchen Lagen eisern, undurchdringlich. Und Oberregierungsrat Dr. Hellmann hatte als Erwiderung auf Grts Bitte nur zwei Worte: "„Ihre Schlüssel!“ Und sie klangen wie ein Befehl Grk griff in die Tasche und machte dabei einen Schritt seitwärts. Aber schon traten die beiden Schutzleute links und rechts neben ihn Gleichzeitig spürte er, wie die Finger einer schweren Hand seinen Oberarm umklammerten Eine Sekunde später befand sich Grks Schlüsselbund in der Hand des Inspektors. Das Innere des Gepäckraums füllte eine eisenbeschlagene Holzkiste aus. Der Deckel war offen. Odenauf lagen Waschestücke, Hemden, Taschentücher. Socken, eine Krawattentasche. Dann kam ein Anzug ... und dann schimmerte und funkelte und blitzte er nur so von lose aufgehäuften Perlen und Brillanten, Smaragden und Saphiren, Türkisen und Rubinen... so gewaltig war die Fülle der Beute, daß man den Schmuck aus seinen Behältern nehmen mußte, sonst hatte die Kiste nicht ausgereicht. Inspektor Brand wandte sich zu Wenzeslaus Grk: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht— nicht wahr, Stefan Gorowski?“ Stefan Gorowski alias Wenzeslaus Grk gab keine Antwort. Er starrte blicklos vor sich hin ins Leere. * Hutzelmann und Wieselblitz schickten sich eben an, die Argus zu verlassen, als Robert erschien. „Herr Rab— was machen Sie denn noch hier?" rief Hutzelmann baß erstaunt.„Sie wollten doch um zwölf Uhr abfahren.“ „Ist nicht mehr notwendig. Wir haben sie!“ „Wen?“ fragte Hutzelmann ahnungslos Robertl lachte: „Die Einbrecher.“ „Unverschämter Bursche!“ brummte Wieselblitz in seinen Bart. „Machen Sie keine faulen Witze!“ knurrte Hutzelmann ungnädig. „Ich mache keine Witze, Herr Hutzelmann. Wenn die Herren noch ein wenig Zeit haben, schlage ich vor, wir gehen ins Büro zurück, dann sollen Sie alles hören. Wieselblitz sperrte die Türe wieder auf und die drei gingen ins Chefzimmer. „Schießen Sie los, Herr Rab, ich brenne vor Neugierde“, drangte Hutzelmann und durchmaß mit lebhaften Schritten den Raum. „Bitte, setzen Sie sich erst nieder.“ „Warum?“ „Weil Sie sonst umfallen vor Schreck.— Herr Wieselblitz, wenn ich bitten darf, gleichfalls Platz zu nehmen...“ Die beiden setzten sich und schauten sich gegenseitig an, als wollten sie sagen: komischer Kauz, dieser Rab. „Also, meine Herren“, begann Robertl,„was ich um elf Uhr über Lenkal, Turner und Holicz mitteilte, stimmte. Nur meine Angabe, daß man sie freigelassen hat, war glatt erlogen. Eine unvermeidliche Notlüge. Sonst ware uns nämlich der Haupthalunke nicht auf den Leim gekrochen. Der Kerl ist von einer Gerissenheit, davon machen Sie sich überhaupt keinen Begriff. Aber jetzt haben wir ihn, Gott sei Dank. Sie kennen ihn auch, meine Herren. Sehr gut sogar. aber Sie haben natürlich keine Ahnung, wie...“ „Zum Kuckuck, Menschenskind, spannen Sie uns nicht mehr länger auf die Folter! Wie heißt er?“ „Er heißt— halten Sie sich an den Stuhllehnen fest!— er heißt Wenzeslaus Grk!" Benno Hutzelmann und Ottokar Wieselblitz saßen entgeistert, versteinert, wie ein Doppeldenkmal und Robertl mußte lange warten, bis sie wieder gebrauchsfähig wurden. „Robertl. Allerwelteker!!“, Hutzelmann verstel wieder in der Gepflogenheit von früher.„Nu sag' mir bloß um Himmelswillen, wie hast du das wieder ausgeschnüffelt und wie und wo und wann bist du dahinter gekommen? Erzähl', Junge!“ Und Robertl erzählte: „Das erste Gefühl des Mißtrauens gegen Grk stieg bereits nach dem Raubüberfall in der Bankfiliale in mir auf. Wahrend ich die Einbrecher auf ihren Umwegen verfolgte, fuhr Grk direkt nach Kufstein und behauptete, er ware dabei lediglich seiner inneren Eingebung gefolgt. In Wirklichkeit wollte er mir eben den wahren Grund verschweigen. Mir kam die ganze Kufsteiner Geschichte, Grks Katzenfreundlichkeit mir gegenüber, die rasche Bereitwilligkeit der Bank gegenüber, den Fall aufzugeben— mir kam das alles merkwürdig vor, und ich habe mich auch Herrn Wieselblitz gegenüber in diesem Sinne ausgesprochen. Ich hatte freilich keine bestimmten oder gar greifbaren Anhaltspunkte und selbstverständlich nicht im Schlafe daran gedacht, daß der Kerl den Bankeinbruch selber gedreht hat.“ „Allmächtiger Himmel!“ rief Hutzelmann entsetzt „Du glaubst also, daß Grk an diesem Bankeinbruch auch schon irgendwie mit beteiligt gewesen ist?" „Beteiligt?“ Robertl guckte baß erstannt Hutzelmann an.„Angestiftet hat er ihn von A bis 3. ganze Sache war so eine Art Generalprove für den Hauptschlag. Und außerdem hat der Grk natürlich auch Geld gebraucht.— Erinnern Sie sich noch an den Hoteldiebstahl, Herr Hutzelmann, bei dem einer polnischen Gräfin Schmuckstücke im Werte von zwei hunderttausend Mark gestohlen wurden?" „Und ob ich mich daran erinnere! Das war sa unser erster Fall, der den Ruf der Argus gewissermaßen über Nacht begründete.“ Roberti grinste.„Bei diesem Hoteldiebstahl ist nicht um fünf Pfennige gestohlen worden. Die ganze Sache war ein aufgelegter Schwindel. Hinter dem polnischen, gräflichen Ehepaar steckten ein paar Komplizen Grks. Grk hat den Dieben angeblich in Triest die Beute wieder abgesagt. Triest ist wen von: Schuß. und kein Mensch denkt daran, nachzuforschen, ob tatsächlich durch die Unachtsamkeit eines italienischen Polizisten, wie Grk behauptet, der verhaftete Gauner wieder entwischte. Das Manöver hatte den Zweck das Augenmerk auf die Argus zu lenken und auf diese Weise „Nu sag' mir bloß das eine“, unterbrach Hutzelmann,„woher weiß man das alles so genau?“ „Zunächst vermutet man das nur, aber es wird nicht mehr lange dauern, dann wird der Beweis erbracht und der Ring sämtlicher Schandtaten des Herrn Grk geschlossen sein.“ Wieselblitz hatte mit immer stärkerer Spannung zugehört. Allmahlich kamen ihm gewaltige Bedenken hinsichtlich der Persönlichkeit Robertls, mit dem er noch immer auf dem Kriegsfuße lebte. Da waren Dinge vorgegangen, von denen er und Hutzelmann keinen Schimmer hatten. Nur dieser Junge wußte darum. Ottokar Wieselblitz ahnte, daß sein Urteil über Robertl Rab grundfalsch war. Vom Bestreben geleitet, den verfahrenen Karren einigermaßen wieder auf den richtigen Weg zu bringen, richtete er zum ersten Male seit langer Zeit das Wort direkt an Robertl. „Ja, wie seid ihr denn überhaupt darauf gekommen, daß der Grk Dreck am Stecken hat?“ „Inspektor Brand hat schon längst Verdacht auf den Burschen gehabt, hinter dem er eine gesuchte Kanone auf dem Gebiet des Großeinbruchs vermutete.“ Robertl schilderte nun in knapper Kürze die Ereignisse der letzten Wochen und sein Zusammenarbeiten mit Brand. „Das mußte sich natürlich alles streng im geheimen vollziehen, führte er aus,„es durfte niemand eingeweiht werden, auch Sie nicht, Herr Hutzelmann, um Ihnen die Unbefangenheit Grk gegenüber nicht zu nehmen. Das kleinste Versehen in diesem Punkt und alles ware bei der Gerissenheit dieses Menschen verDarin liegt auch der Grund für“— Robertl lachte spitzbübisch—„für mein undankbares ins andere Lager hinüberhrk fur mich gewinnen, ohne dabei den Verdacht der Ubsichtlichkeit zu erwecken. Das dadurch, n ich wegen Ihrer geforderten Gel„lskurzung einen Krach schlug und klar zum AusWer mich ordentich 5a.“ich ums Gelod zu kun. Wer mich ordentlich bezahlt, hat mich.“ „Hutzelmann wiegre nachdenklich seinen runden meine Peg 30, auf die Idee wär' ich in meinem Leben nicht gekommen" Nr. 199(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 26. August 1935 Wie wird man Seidenbauer? Von der Seidenbauausstellung auf der Westfalenschau in Dortmund. In der Westfalenhalle in Dortmund findet vom 3. bis 8. September 1935 einschließlich im Rahmen der Ausstellung der Kleintierzucht eine Seidenbauausstellung statt, die etwaigen Interessenten den Weg weist, wie man Seidenbauer werden kann Der Bedarf an deutscher Seide ist groß und kann zur Zeit bei weitem nicht gedeckt werden, sodaß noch Tausende durch Seidenbau eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit finden können. Die große Anzahl der täglich bei der Reichsfachgruppe einlausenden Anfragen beweist das große Interesse, das dem Seidenbau entgegengebracht wird. Gerade im Industriegebiet liegt das Bedürfnis vor, durch zusätzliche Erwerbsmöglichkeit die Lebensbedingungen der einzelnen zu verbessern. Der Seidenbau als Familienbetrieb bietet hierzu die beste Gelegenheit. Die Frau und die heranwachsenden Kinder sollen dem sorgenden Familien= vater einen Teil seiner Last und Verantwortung von seinen Schultern nehmen, indem sie durch Seidenbau der Haushaltskasse eine jährliche zusätzliche Einnahme von 150 bis 200 R M. zuführen. Denn diese 200 RM., deutscher Volksgenosse, fehlen dir in deinem Wirtschaftsplan. Von diesem Gelde kaufst du dir und deiner Familie, was zur Verbesserung deiner Lebensbedingungen nötig ist. Die Reichsorganisation der deutschen Seidenbauer, die Reichsfachgruppe Seidenbauer in Celle. Im Französischen Garten, ist vom Reichsnährstand beauftragt, mit Hilfe der Behörden ein Seidenbau=Aufbauprogramm durchzuführen, insbesondere Mittel und Wege zu finden, um auch Seidenbauinteressenten ohne Eigenland die Möglichkeit einer zusätzlichen Erwerbsquelle zu erschließen. Dazu bedarf es der Mitarbeit der interessierten Kreise. Die einzige Nahrung der Seidenraupe ist das Laub der Maulbeere. Das Vorhandensein von Maulbeerhecken ist somit Vorbedingung für die Durchführbarkeit der Seidenraupenzucht. Es ist wünschenswert, daß jeder Volksgenosse, der den Seidenbau betreiben und fördern will, sein Augenmerk darauf richtet, wo überall die Möglichkeit vorhanden ist. Maulbeerhecken anzupflanzen. In Betracht kommen kulturbare Flächen, für die eine anderweitige Ausnutzung nicht möglich ist. Dabei achte man besonders auf Sportplätze. Friedhöfe. Parkanlagen, Versammlungswiesen, Krankenhäuser. Altersheime usw., wo überall die Maulbeere als Umsäumung oder Windschutz dienen kann. Gerade innerhalb eines Stadtgebietes gibt es so vielfache Anpflanzungsmöglichkeiten, die nur erforscht zu werden brauchen. Betrachtet bei euren Spaziergängen das Gelände von diesem Gesichtspunkt aus und macht euren Bürgermeister oder Landrat auf eure Feststellung aufmerksam. Die Reichsfachgruppe Seidenbauer prüft in Zusammen Heizung ist jedoch nur selten erforderlich, da diese Temperatur während der Zuchtzeit zumeist vorhanden ist. Eine Zucht von 20000 Raupen(zirka 20 Gramm Brutauslage), welche eine Person bei geeigneter Lage der Maulbeere zum Zuchtraum allein durchführen kann. benötigt im Endstadium einen Raum von 20 bis 25 Quadratmeter und eine Lagerfläche von 30 bis 40 Quadrat= meter. Bei Durchführung von Staffelzuchten muß entsprechender Raum für die zweite Staffel zur Verfügung sein. Seidenbau ist Nebenerwerb. Er wird im Familiendetrieb ausgeübt. Lohnarbeiter zu beschäftigen, ist wirtschaftlich nicht tragbar. Kleinsiedler, Kleintierzüchter, Pensionäre, Rentner und Invaliden können durch ihn ein Jahreszusatzeinkommen von 150 bis 200 RM. erzielen. Es hat keinen Zweck, Seidenbau mit einigen wenigen Maulbeersträuchern auszuüben. Er soll wirtschaftlich betrieben werden. Hierzu sind zirka 1000 Maulbeeren erforderlich. In dem der Anpflanzung folgenden Jahr wird keine Zucht betrieben. Es dient zur Pflege der Maulbeeren Im zweiten Jahre nach der Anpflanzung werden kleine Probezuchten von einigen Gramm Brutauslagen durchgeführt, die in den folgenden Jahren gesteigert werden. Vom 4. Jahre nach der Anpflanzung an wird mit vollem Ertrag der Maulbeeren gerechnet. Die Monate Juni bis September sind die monate. Vom Ausschlüpsen der Raupe aus dem zum Spinnen des Kokons benötigen die in Deutschland gezogenen Rassen 35 bis 40 Tage. Um sowohl die Maulbeeranlage wie den Raum, die Einrichtung sowie die Arbeitskräfte auszunutzen, werden Staffelzuchten durchgeführt. Vor Beendigung der ersten Zucht wird also, wenn genügend Laub vorhanden ist, die zweite Zucht anZuchtEi bis gesetzt und später wiederum so verfahren. Die Reichsfachgruppe empfiehlt jedem neuen Seidenbauer außer dem Studium geeigneter Lehrbücher die praktische Erlernung des Seidenbaues in einer Beispielsrauperei. Ueberall in Deutschland sind solche Betriebe als Beispielsraupereien eingerichtet, die von erfahrenen Züchtern geleitet werden. Die Kurse finden jeweils ab Juli statt, dauern wenigstens 6 Tage und werden bis Anfang September durchgeführt. Anmeldungen sind bei der Reichssachgruppe Seidenbauer, Celle, vorzunehmen, die auch jedem Interessenten kostenlos Aufklärung gibt. Auch Selbständige Mitglied der DAF (RSG) Immer wieder kommt es vor, daß selbständige Geschäftsleute und Gewerbetreibende ihre Angelegenheiten beim Arbeitsgericht selbst vertreten, weil sie der Meinung sind, sie könnten nicht Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sein. Es muß daher wieder einmal darauf hingewiesen werden, daß die DAF keine Arbeitnehmerorganisation ist, wie die Gewerkschaften des marxistisch=liberalistischen Zeitabschnittes, sondern die Zusammensassung aller schaffenden deut: schen Menschen zu einer einheitlichen Marschrichtung welche nur ein Ziel kennt: Deutschland! Eine einseitige Interessenvertretung ist daher ausgeschlossen. Es werden die Interessen des Betriebsführers so gut wahrgenommen wie diejenigen des Gefolgschaftsmitgliedes. Die DAF will nur das Recht nach nationalsozialistischen Grundsätzen— einerlei, um wen es sich handelt— und den Arbeitsfrieden, welcher der gesamten Betriebsgemeinschaft, also Betriebsführer und Gefolgschaft, zugute kommt. Wie segensreich die DAF in diesem Sinne wirkt, beweist die Tatsache, daß der weitaus größte Teil aller vorkommenden arbeitsrechtlichen Streitfälle bereits im Rahmen der DAF erledigt werden kann. während nur ein geringer Prozentsatz eine arbeitsgerichtliche Entscheidung erfordert Ein selbständiger Geschäftsmann oder Gewerbetreibender kann daher gleichfalls Mitglied der DAß sein. er soll es sogar sein im Interesse der Einheitsfront aller schaffenden Deutschen. nehr Aussteller— mehr Auslandsbesucher Der Auftakt zur Leipziger Messe.— 4935 Aussteller.— Großes Interesse und starke Beteiligung des Auslandes. Leipzig, 24. Aug. 1935. Bereits am Vorabend der Leipziger Herbstmesse 1935 läßt sich feststellen, daß ein reger Verkehr herrschen wird. Es sind vorläufig 4935 Aussteller gezählt, die einen Raum von 76 963 Rechnungsmeter belegt haben. Unter ihnen befinden sich 204 Aussteller aus 13 Staaten des Auslandes einschließlich der geschlossenen Ausstellung der Niederlande. Während der Herbstmesse 1934— zum Vergleich mit den diesjährigen Zahlen— hatten 4606 Aussteller 75 152 Rechnungsmeter belegt. Auch die Zahlen der Auslandsbesucher, die ja immer Deutschlands Motorisierung Eine Million Personenkraftwagen voraussichtlich 1937— 40 v. H. der Personenkraftwagen nach 1933 angeschafft.— Die Auswirkungen der umfassenden Maßnahmen der Reichsregierung. einer Sonderbeilage zum Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung vom 21. August ist eine eingehende Untersuchung über die Entwicklung des deutschen Kraftwagenverkehrs veröffentlicht, die im Auftrage des Reichsverkehrsministers ausgearbeitet wurde. Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Förderung des Kraftverkehrs haben nicht nur eine plötzliche Steigerung des Absatzes von Kraftfahrzeugen arbeit mit der Behörde die Vorschläge und wird kein gebracht, sondern vielmehr einen heute noch nicht zu übersehenden, aber dauerhaften Ausbau des deutschen Kraftverkehrs bewirkt. Das Maß und die Dauer dieses Ausbaues werden von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Der Absatz werkneuer Kraftwagen war im ersten Halbjahr 1935 etwa 4½mas so groß wie in den ersten sechs Monaten 1932. Mitte 1932 waren in Deutschland etwa 486000 Personenkraft= wagen im Verkehr. Während der letzten drei Jahre betrug der Zugang schätzungsweise 240 000 bis 250 000 Stück. Bleiben die Neueinstellungen auf der gegenwärtigen Höhe, so wird in etwa zwei Jahren der Bestand an Personenkraftwagen die erste Million erreichen. Die Zahl der Lastkraftwagen betrug Mitte 1932 144 000 Stück. Seit 1932 sind 41000 neue Wagen hinzugekommen, so daß hier die Steigerung etwa 30 Prozent beträgt. Der Lastkraftwagenpark der Reichsbahn und der Reichspost ist in den genannten Zahlen nicht enthalten. Die Reichspost vermehrte ihren Bestand von März 1932 bis März 1935 um etwa 1000 auf 14374 Kraftwagen, von denen nicht ganz ein Drittel auf Lastkraftwagen entfällt. Die Reichsbahn, die im Dezember 1932 noch kaum über eigene Lastkraftwagen verfügte, zählt Ende 1934 1300 Lastkraftwagen. Der Bestand an Kraftradern wird in diesem Jahre über die erste Million erheblich hinausgehen. Im Juli 1932 wurden 820000 Krafträder ermittelt, zu denen bis Mitte 1935 neu 243000 Krafträder hinzugekommen sind. Wie alt sind die Kraftfahrzeuge? Aufschlußreich ist auch die Untersuchung über den Altersaufbau der deutschen Kraftwagen. Fast ein Fünftel der vorhandenen Personenkraftwagen ist über sieben Jahre alt, während die drei letzten Jahresklassen rund 40 Prozent des Gesamtbestandes ausmachen. Am schwächsten ist die Klasse der drei= bis vierjährigen Wagen vertreten. Hier zeigen sich deutlich die Folgen des wirtschaftlichen Niederganges in den Jahren 1931 und 1932. Bei den Lastkraftwagen Mittel unversucht lassen, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen. Zur Durchführung des Seidenbaues werden benötigt: 1. Laub vom Maulbeerstrauch, 2. Seidenspinnerbrut. 3. ein Raum zur Durchführung der nebst Einrichtung. Die Maulbeere ist die alleinige Futterpflanze für die Seidenraupe. Die weiße Maulbeere(Morus alba) ist durchaus klimafest und gedeiht in fast allen Gegenden Deutschlands. Sie bevorzugt lehmigen Sand= bzw. sandigen Lehmboden, worauf sie größte Erträge bringt. Bei entsprechender Pflege(Düngung und Hacken) sind auch andere Bodenarten zur Anpflanzung geeignet. Tonige Böden sowie solche mit hohem Grundwasserstand scheiden für den Anbau aus. Das Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für neue Anlagen, wozu am vorteilhaftesten zweijährige Pflanzen verwandt werden. Seidenspinnerbrut ist durch die Geschäftsstelle der Reichsfachgruppe Seidenbauer zu beziehen. Ein Gramm enthält zirka 1300 Eier und kostet in diesem Jahr(1935) 0,25 RM. zuzüglich Porto. Die Seidenraupenzucht wird in einem geschlossenen, durchlüftbaren Raum durchgeführt. Gute Durchlüftbarkeit ist mit die Hauptbedingung, die bei der Auswahl des Raumes erfüllt sein muß. Der Bau besonderer Raupenzuchträume ist zu vermeiden, da die Aufwendungen ein zu großes Kapital beanspruchen. Ein für die Zucht leergemachtes Zimmer, ein hochgelegener, gut durchlüftbarer Kellerraum, ein Bodenraum oder ein Teil des Stalles oder der Scheune ist verwendbar. Jeder Raum muß nach außen abschließbar sein, um das Eindringen der Feinde der Seidenraupen, wie Vögel, Spinnen, Wespen, Mäuse und Ameisen, zu vermeiden. Die Einrichtung besteht aus Holzgestellen. Hürden, Spinnrahmen. Lochpapier und, wenn möglich, einem Ofen, um bei zu geringer Außentemperatur die für die Zucht zweckmäßigsten Grade(20 bis 22 Grad Celsius) oder bei zu großer Luftfeuchtigkeit die notwendige Trockenheit zu erzielen. kommen fast 40 Prozent des Bestandes auf Wagen über sieben Jahre. Man nimmt an, daß ein Personenkraftwagen im Durchschnitt etwa sieben bis acht Jahre, ein Lastkraftwagen neun Jahre gefahren werden kann. Die großen Bestände an verhältnismäßig alten Wagen können somit die Absatzentwicklung der nächsten Jahre günstig beeinflussen. Da jedoch die alten Wagen meist in zweiter oder dritter Hand sind, also von weniger kaufkräftigen Personen gefahren werden, fragt es sich, ob diese in der Lage sein werden, sich neue Wagen zu kaufen. Hier kann der Volkswagen eine wichtige Rolle spielen. Der Anteil der Kleinwagen am Gesamtbestand ist weiter im Wachsen begriffen. 1929 waren von hundert im Verkehr befindlichen Personenwagen etwa 55 Kleinwagen mit einem Hubraum von nicht mehr als zwei Liter. Mitte 1935 werden schätzungsweise schon mehr als drei Viertel des Bestandes Kleinwagen sein. Bei den Lastkraftwagen waren die Wagen zwischen ein und drei Tonnen mit 61 Prozent am Gesamtbestand beteiligt. In diesem Jahre sind die Neueinstellungen schwererer Lastkraftwagen auch anteilsmäßig wieder gestiegen. Hier spielen die steuerlichen Begünstigungen für schwere Wagen mit. Die Treibstoff-Frage Mit der Zunahme des Kraftwagenbestandes hat die Steigerung des Treibstoffverbrauches nicht Schritt gehalten. Während die Zahl der Personenkraftwagen seit 1932 um etwa die Hälfte gestiegen ist, hat der Verbrauch leichter Treibstoffe nur um 30 Prozent zugenommen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß die mit schweren Treibstoffen betriebenen Dieselfahrzeuge eine immer größere Rolle spielen. Im zweiten Halbjahr 1934 waren etwa 90 Prozent aller über drei Tonnen schweren neuen Lastkraftwagen mit Dieselmotoren ausgerüstet. Im Jahre 1934 wurden rund 150000 Personenund Lastkraftwagen zugelassen. Im laufenden Jahre wird der Absatz wahrscheinlich über 200 000 neue Wagen hinausgehen. Wenn auch in der Aufwärtsentwicklung des deutschen Kraftwagenverkehrs eine gewisse Verlangsamung eintreten kann, so wird dies jedoch nur für die städtischen Bezirke zutreffen. In den landwirtschaftlichen Gebieten ist das Bedürfnis nach Kraftwagen erheblich stärker. Die Steigerung der Kaufkraft wird sich auch hier günstig auswirken. einen Maßstab für die Bedeutung einer Messe bilden, sind wesentlich höher als die des Herbstes 1934. Es liegen aus allen Teilen der Erde rund 5000 Anmeldungen vor. Das ist insgesamt ein Viertel mehr als zur Herbstmesse des Vorjahres. Die Neuorientierung des deutschen Außenhandels nach überseeischen Rohstoffländern spielt im Aufbau, in der Zahl und in der Zusammensetzung der Auslandsbesucher der Leipziger Herbstmesse eine deutlich erkennbare Rolle. Das Reich hat neue Wege zur Regelung der gegenseitigen handelspolitischen Beziehungen gefunden: Hier wird die Leipziger Herbstmesse als prüsender und ausgleichender Faktor eingeschaltet werden. Das erste augenfällige Beispiel ist die Tschechoslowakei, deren Ausstellerzahlen ebenfalls wesentlich höher liegen. Aber auch die Ausstellung der Niederlande muß unter diesen Gesichtspunkten bewertet werden. Italien meldet einen Sonderzug der italienischen Juweliere zur Leipziger Herbstmesse. Die Reichs= und Werbemesse wird unter der besonderen Förderung des Werberats der deutschen Wirtschaft von der Reichsfachschaft Deutscher Werbe=Fachleute NSRDW. veranstaltet. Sie wird mit einer Lehrschau der Fortbildungseinrichtungen der Reichsfachschaft, mit dem Aufbau eines Werbeateliers, einer Sonderschau für Gebrauchswerber. der Ausstellung der Betriebswerber sowie unter Beteiligung zahlreicher Aussteller von Werbemitteln und einer Anzahl Zeitungsverlagen Ziele und Aufgaben der neuen Wirtschaftswerbung zeigen. Am Montag. Dienstag und Mittwoch der Meßwoche wird in einer Vortragsreihe Bedeutung und Wesen der Wirtschaftswerbung behandelt werden. Im Rahmen der Gruppe Kunsthandwerk und Kunstgewerbe wird unter Leitung des Messewartes der Reichskammer der bildenden Künste, Dipl.=Ing. Lucas, im Pfeilersaal des Neuen Grassimuseums eine Sonderschau„Siegespreise und Ehrengaben“ veranstaltet. Am Montag, Dienstag und Mittwoch der Meßwoche wird eine Modenschau der Deutschen Meisterschule für Mode in München und der Modezentrale des Reichsinnungsverbandes des Damenschneiderhandwerks stattfinden Auf der Messe für Bau=, Haus= und Betziebsbedarf befinden sich die Baumesse, die Gruppen Betriebs= und Hausbedarf und die Messe für gewerbliche Schutzrechte, die einzige deutsche Erfinder=Messe. Die Herbstmesse steht im Zeichen der Exportförderung. Die Ausfuhrvermittlungsstelle des hanseatischen Exporthandels erscheint in der bewährten Form. Sie wird durch eine am Montag, dem 26. August, im Zoo stattfindende Kundgebung des Ausfuhrhandels und der Industrie, einer Exporthandelsbörse, auf der Reichsstatthalter Kaufmann=Hamburg über Ausfuhrfragen spricht, ergänzt. Außerdem hat die Ausfuhrförderungsstelle des deutschen Handwerks in Leipzig die Beteiligung einer Reihe exportorientierter Handwerkszweige vermittelt. In 17 Sammelständen werden ausfuhrfähige handwerkliche Erzeugnisse gezeigt. Holland beteiligt sich erstmalig mit einer Kollektivausstellung seiner Industrieprodukte und den Erzeugnissen der niederländischen Kolonien. Wie üblich wird auch diesmal die Messe durch zahlreiche Tagungen und Vorträge belebt. Im Anschluß an eine Arbeitstagung, die die Kommission für Wirtschaftspolitik der Reichsleitung der NSDAP. während der Messe veranstaltet, findet am 27. August, 20 Uhr, in der die unschädlich IX-E- HANT- 1 ## Slas 1.25 und 2.30 RM., Sconk lam heipt gelund und schon fein Erhältlich in Apotheken, Drogerien u. Reformhäusern Politik um den Suezkanal Aus der Geschichte seiner Erbauung— Englands anfänglicher Widerstand und spätere Hauptbeseiligung Die britische Schlüsselstellung zum Roten Meer. Nach einer Londoner Meldung fordert der Erzbischof von York die englische Regierung auf. feste Entschlossenheit zu zeigen, um den Krieg zwischen Italien und Abessinien zu verhindern. Der Erzbischof spricht die Ansicht aus, daß es für Italien sehr schwierig sein würde, eine isolierte Aktion fortzusetzen, sobald eine vereinigte englische und französische Flotte den Suezkanal für italienische Schiffe sperren sollte. Allerdings müßten sich auch die anderen Staaten dem britischen Vorgehen anschließen; aber England gebühre die Führung schon wegen seiner besonderen Stellung am Suezkanal. Der Suezkanal, die wichtigste künstliche Wasserstraße der alten Welt, ist seit 1888 neutralisiert. Der von den Großmächten, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, garantierte Vertrag zu Konstantinopel bestimmt unter anderem, daß der Kanal niemals der Ausübung des Blockaberechts unterworfen sein darf; aber der sicher gut gemeinte Vorschlag des englischen Erzbischofs ruft auch die Erinnerung an Vorgänge wach, die sich zur Zeit des seligen Herrn von Lesseps, dessen Standbild noch heute die Einfahrt des Suezkanals schmückt, abspielten. Der Franzose Lesseos. der Schöpfer des Suezkanals, war allerdings kein Ingenieur, sondern Diplomat. Er hatte Jahrzehnte im Konsulardienst gestanden, als er sich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts plötzlich dem Studium des Orients zuwandte und die Idee eines Seekanals auf der Landenge von Suez ernstlich zu verfolgen begann. Schon in den dreißiger Jahren, wo er das Generalkonsulat in Alexanoria verwaltete, hatte sich Lesseps für einen solchen Plan lebhaft interessiert. Ein glücklicher Zufall wollte es, daß Lesseps, dessen Vater bei Mehmed Ali in großem Ansehen gestanden hatte, seit früher Jugeno mit Sahib Pascha innig befreundet war. Durch dessen Vermittlung erhielt Lesseps nach dem Regierungsantritt des Khediven am 30. November 1854 die Konzession für den Kanalbau. Lesseps hatte damals so ziemlich das Mißtrauen der ganzen Welt gegen sich, und es bedurfte ungewöhnlicher Tatkraft und Ausdauer, um der Schwierigkeiten Herr zu werden. Diese Schwierigkeiten aber waren nicht nur finanzieller und technischer, sondern vor allem politischer Natur. England Gegner des Suezkanalbaues. Der erbittertste Gegner in politischer Hinsicht war das englische Weltreich. England fühlte durch einen Kanal über die Landenge von Suez seine Kolonialmacht bedroht. Gegen einen kürzeren Weg nach Invien hatten wohl auch die Engländer nichts; aber daß dieser Weg nicht von England beherrscht wurde und seinen Schiffsverkehr von einer fremden Macht abhängig machte, das war den Briten ein unerträglicher Gedanke. Es wurde dann auch von seiten der Londoner Regierung alles Mögliche unternommen, um das Projekt zum Scheitern zu bringen Lord Palmerston, der als Minister bis zu seinem Tode das Kanalunternehmen aufs äußerste bekämpfte, hielt 1857 im Unterhaus eine Rede, die an dem Projekt kein gutes Haar ließ. Das waghalsige Abenteuer von Suez, so sagte er, sei ein Attentat auf die Leichtgläubigkeit der Kavitalisten und nichts als eine Schimäre. Der englische Ingenieur Stephanson, der Sohn des Erfinders der Lokomotive, behauptete die Unausführbarkeit; man werde nichts als einen schlammigen stagnierenden Graben erhalten, und der Versandung der Einmündung des Kanals in das Mittelmeer nicht vorbeugen können. Bei der türkischen Regierung wurden von England aus alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie zum Einschreiten gegen den Kanalbau zu veranlassen. Uno je nach der politischen Lage gab man in Konstantinopel auch mehr oder weniger nach. Im Herbst des Jahres 1859 erschien eine türkische Fregatte vor Alexandria, um die Einstellung der=begonnenen Arbeiten zu verlangen. Als das nichts hals, versuchte die englische Regierung, die Absetzung des Kbediven von Aegypten durchzudrücken. Lesseps blieb unerschütterlich. Er kannte ja selbst alle diplomatischen Schliche und war über die Mittel unterrichtet, ihnen aus dem Wege zu gehen. Immer wenn die Gegner bereits triumphieren zu können glaubtent, trat eine neue Wendung zu Gunsten des Kanals ein. Und nachdem der Bau bereits sieben Jahre gedauert hatte, fand man auch in Konstantinopel den Mut, die Konzession des Khediven höchst formell zu bestätigen. Fast ebenso groß wie die politischen waren natürlich auch die finanziellen Schwierigkeiten. 1859 wurde der erste Spatenstich getan. Zehn Jahre später, am 17. November 1869, erfolgte die Eröffnung des fertigen Kanals. England hatte sich gänzlich fern gehalten. Bei der Subskription von 200 Millionen Franken— soviel sollte der Kanal kosten— hatte man für England 40 Millionen reserviert; aber nicht ein Pfennig wurde von Engländern gezeichnet. Auch die Vereinigten Staaten, Rußland und Oesterreich beteiligten sich nicht. Die Franzosen übernahmen mehr als die Hälfte, die anderen Nationen knapp ein Vierzigstel, der Rest blieb für den Khediven. Selbstverständlich reichte das Aktienkapital bei weitem nicht aus. Bis zur Fertigstellung mußten neben anderen Mitteln weitere 100 Millionen Franken beschafft werden. 1863 stand die Suezaktie in Paris vorübergehend auf 40 Franken statt aus 500 Auch technische Schwierigkeiten stellten sich ein. Vor allem weil der Weg durch eine reine Sandwüste führte. Besonders schwierig war die Herbeischaffung des Trinkwassers, für dessen Transport täglich 1600 Kamele zur Verfügung standen. Das wurde erst besser, als der große Süßwasserkanal fertiggestellt war, der vom Nil abzweigte und noch heute besteht Mit großem Gepränge wurde die Eröffnung des Kanals vorgenommen. Der Khedive Jomael hatte viele Tausend Ehrengäste zu den prunkvollen Feierlichkeiten eingeladen. Ein Galadiner löste das andere ab. Verdi erhielt den Auftrag. seine Oper„Aida“ zu schreiben. Mehr als zehn Millionen Franken sollen die Veranstaltungen, an denen auch der Kaiser von Oesterreich, die Kaiserin von Frankreich und der preußische Kronprinz teilnahmen, verschlungen haben. Aber auf die Feste folgten sehr ernste Tage. Die Gesellschaft befand sich in argen Finanznöten und der verschwenderische Khedive, der gemeint hatte, mit Hilie des Suezkanals einen Gold strom in sein Land lenken zu können— er hatte die Mehrzahl der Kanalaktien in seinen Besitz gebracht— sah sich zunachst schwer getäuscht. Dies ist der Augenblick, wo die Engländer von neuem in Aktion traten. England wird Herr des Kanals. Wenn die augenblicklichen Geldschwierigkeiten auch nicht zu leugnen waren. so merkte doch jeder Einsichtige. daß sich der Kanal in kurzer Zeit zu einem Machtfaktor entwickeln würde, und auch die englische Regierung, die alles sehr scharf beobachtet hatte, konnte sich dieser Einsicht nicht mehr verschließen. Der Khedive war in große Schwierigkeiten geraten; um aus seiner Schuldenlast herauszukommen, beschloß er, die Aktien zu verkaufen und machte der französischen Regierung den Vorschlag, sie zum Preise von 4 Millionen Pfund zu erwerben. Den Franzosen war dieser Betrag aber zu hoch, und sie wollten sich aufs Handeln verlegen. Der Khedive war auch bereits geneigt, seine Forderungen zu ermäßigen, als plötzlich die Engländer auf dem Plan erschienen. Sie entschlossen sich kurzerhand, die 4 Millionen zu zahlen, wodurch England in den Besitz von jast der Hälfte der Suezaktien kam und damit Hauptaktionär und praktisch Beherrscher des Kanals wurde. 1882 legte dann England seine Hand auf Aegypten selbst. Es ist zwar seit 1922 sormell ein unabhängiger Staat in der Form einer konstitutionellen Monarchie, aber in Wirklichkeit hält England die Macht in Händen, da es sich ja vor allem den Schutz des Suezkanals reserviert hat. Die Briten hatten ziemlich mühelos geerntet, was andere gesäet. Der Kanal ist heute eins der besten Geschäfte, seine jährlichen Einnahmen schwanken zwischen 8 bis 10 Millionen Pfund Als britische Schlüsselstellung zum Roten Meer und damit zum Osten Afrikas aber ist der Suezkanal heute ein Machtsaktor ersten Ranges. Das beweist am besten der italienisch=abessinische Konflikt und die wich. tige Rolle, die England in Zukunft jedenfalls dabei pielen wird Im Jahre 1827 äußerte sich Goethe in einem Tischgespräch über die damals die Welt bewegenden großen Kanalprojekte. Er meinte zuversichtlich, es werde den Vereinigten Staaten gelingen, den Panamakanal zu bauen und fuhr fort:„Dieses möchte ich erleben, aber ich werde es nicht. Zweitens möchte ich erleben, eine Verbindung der Donau mit dem Rhein hergestellt zu sehen und endlich drittens möchte ich die Engländer im Besitze eines Kanals von Suez sehen... Er hat es nicht mehr erlebt, aber 43 Jahre nach seinem Tode war es so weit * Alderthalle eine große öffentliche Kundgebung„Neue Weltwirtschaft" statt. Die Organisation der deutschen Sportartikel=Industrie feiert im Rahmen der Sportartikel=Messe ihr 25jähriges Bestehen. Reichssportführer von Tschammer und Osten wird hier das Wort nehmen. Am 26. und 27. August findet unter Führung des Reichsheimstättenamtes eine Baumessetagung statt. Von großtem Interesse wird auch die erste verkehrswirtschaftliche Tagung am 28. August sein, die das Seminar für Verkehrswesen der Universttät Halle gemeinsam mit dem Leipziger Meßamt durchführt Aus und für Herne Kartesselhöchstvreise im Einzelhandel Eine Anordnung des Oberprasidenten von Westsalen. Auf Grund der mir übertragenen Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung durch§ 5 der Verordnung für Preisüberwachung vom 11. 12. 1934 (R. G. Bl. 1 S. 1245) ändere ich meine Anordnung vom 20. Juli d. Jo. betr. Festsetzung von Kartoffelhöchstpreisen dahin ab. daß der Höchstpreis für Speisekartoffeln bei der Abgabe im Kleinhandel an den Verbraucher 1.45 Mk. je Zentner über dem Mindestpreis für den Erzeuger liegt. Bei der pfundweisen Abgabe beträgt die Spanne 1.80 Mk. Diese Anordnung tritt am 25. August 1935 in Kraft. Der Kartofselhöchstpreis beträgt infolgedessen fortan für gelbe Sorten 4,15 Mark bei zentnerweiser Abgabe und 4.5 Pfg. bei der Abgabe pfundweise. Für blaue, rote und weiße Sorten betragen dieselden Preise 3.65 Mark und 4 Pfg. Münster, 22. August 1935. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen. * Straßensperrung Das Polizeiamt Herne teilt mit: Aus Anlaß der Vornahme von Kanalarbeiten ist ne Nordstraße in Herne vom 26. August bis zum 26. September 1935 für den durchgehenden Fahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung durch die Werder=, Viktoria=, Roon= und Strünkeder Straße und umgekehrt. „Rindfleisch im eigenen Saft“ auch im Einzelhandel Die im Auftrage der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse hergestellten Fleischkonserven„Rindfleisch im eigenen Saft“ werden nunmehr außer bei den Fleischern auch in den Einzelhandelsgeschäften zum Verauf kommen. Auch bei der Abgabe durch die Lebensmittelgeschäfte konnte ein Kleinverkaufspreis von 1.50 RM. für die Kilodose vorgesehen werden, weil sich die Lebensmittelgeschäfte ebenso wie die Fleischer mit einer geringen Unkostenspanne begnügten. * Verbilligter Bretaufstrich Vom Reichsnährstand ist bekanntlich eine besondere Verbilligungsaktion für Brotaufstrichmittel aus heimischem Obst angeordnet worden. In den verschiedenen Landesbauernschaften sind bereits die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Zunächst wird von sämtlichen Obsterzeugern erwartet, daß sie das Wirtschaftsobst und besonders auch alles Fallobst, soweit es brauchbar ist, den eingerichteten Sammelstellen zur Verjügung stellen. Von dort aus wird das Obst zusammengezogen und auf kürzestem Wege den Marmeladenfabriken zugeführt. Go wird billiger Brotaufstrich geschaffen, und die Erträge der deutschen Obstkulturen können dis zum letzten brauchbaren Apfel verwertet werden. * Reichsbahn=Cenderfahrt zum Teutoburger Wald 60 Prozent Jahrpreisermäßigung. Seither gab das Reichsverkehrsamt Bochum bei einen beliebten Sonderfahrten das Ziel nicht bekannt: man fuhr eben„Ins Blaue"! Zweisellos eine schöne Einrichtung, von der auch gerne Gebrauch gemacht wird, denn bisher war noch jeder Zug ausverkauft. Der nächste Zug fährt zum Teutoburger Wald(am 8. September), das Geheimnis ist also gelüftet. Wenn mancher nun glaubte, durch die Bekanntgabe des Zieles sei der eigentliche Reiz hin und die Nachfrage entsprechend gering, so ist das ein Irrtum. Tatsachlich haben die meisten nicht etwa— was man doch annehmen konnte— bis zum ersten(an dem es neues Geld gibt) gewartet, sondern sich gesagt: „Besser ist besser!“ und sich schon längst eine Karte besorgt. In Herne sind allerdings noch einige Karten zu haben. Wodurch mag dieses lebhafte Interesse zu erklären sein? Ganz einfach! Der Teutoburger Wald nimmt unter den schönen deutschen Landschaftsgebieten zweifellos eine bevorzugte Stellung ein. Am schönsten ist der Teil um Detmold, das Ziel der Fahrt. Die Gliederung des Berggeländes ist hier mannigfaltiger, die Gipfel sind höher, die Täler bedeutender, näher aneinander drängen sich die verschiedenen Landschaftsformationen. Detmold selbst mit seinem alten Residenzschloß, seinen geräumigen Plätzen, schattigen Alleen und Gärten ist bekannt als„wunderschöne Stadt“. Nicht nur die landschaftliche Schönheit und die reizvollen Bilder der Städte und Dörfer machen den Teutoburger Wald anziehend, sondern auch die historischen Begebenheiten, die Geschichte und Legende hierher verlegt haben und die durch historische Stätten— Grotenburg, Hermannsdenkmal, Externsteine— bekräftigt worden sind. Es würde zu weit führen, auf dies alles noch näher einzugehen. Wenn nun außerdem noch Abstecher nach Bad Oeynhausen, der Porta Westfalica, Bad Salzuflen usw. möglich sind, dürfte wirklich jeder das finden, was ihm zusagt. Und so hat bei dieser Fahrt jedermann schon im voraus die Gewißheit, daß er wieder einmal ein schönes Stück unseres Vaterlandes kennen lernt. * Aus dem westsälischen Gaststätten= und Beherbergungsgewerbe Wie die Westfälisch=Lippische Wirtezeitung mitteilt, findet in den Tagen des 2. und 3. September 1935 in Dortmund eine Bezirkstagung der Wirtschaftsgruppe Gaststätten= und Beyerbergungsgewerbe der Bezirkegruppe Westfalen=Lippe des Gaststätten= und Beherbergungswesens statt, auf welcher zeitgemäße Fragen des Gewerdes behandelt werden. Dieser schließt sich am Nachmittag des 3. September im Saale des Gewerbevereins eine öffentliche Kundgebung an, auf der der stellvertretende Gauleiter Stürtz, Vertreter der Regierung und der Wirtschaftsgruppe Gaststattenund Beherbergungsgewerde sprechen werden. Ferner werden teilnehmen der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststatten= und Beherbergungswesen, Pg. Dreesen von der Zentralverwaltung Berlin und der Leiter der Bezirksgruppe Rheinland, Pg. Schöpwinkel. * Tarürflicht auch für Gelegenheitsarbeiter Die Arbeitsgerichte haben sich immer wieder mit Streitfällen zu befassen, welche durch Nichteinhaltung gültiger Lohntarise bestehen. Der Sachverhalt ist meistens immer der gleiche: Irgendein Gewerbetreibender braucht Hilfskräfte fur gelegentliche Arbeiten, für die er angeblich nicht viel ausgeben kann. Hierfür finden sich auch immer wieder Leute, die— vielleich: aus Not— mit dem, was ihnen angeboten wird, einverstanden sind. Sofern diese nicht auch selbständige Gewerbetreibende sind. entsteht somit ein Arbeitsverhältnis, das sich meist in irregulären Bahnen bewegt und vielfach in Streitigkeiten über die Entlohnung endet. Dann wird das Arbeitsgericht zwecks Entscheidung angerufen. Es muß einmal mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß der nationalsozialistische Staat die Beschäftigung derartiger minderbezahlter Gelegenheitsarbeiter — wie es sie früher in Massen gab— im Interesse einer geordneten Wirtschafts= und Arbeitsmarktlage nicht duldet. Nicht selten handelt es sich dabei sogar um Schwarzarbeiter, deren Beschäftigung für den Arbeitgeber nicht allein strafrechtliche, sondern— wie vielleicht noch nicht zur Genüge bekannt ist— auch arbeitsrechtliche Folgen nach sich ziehen kann. Kommt es nämlich wegen Lohnstreitigkeiten zu einer Klage vor dem Arbeitsgericht, so muß dieses— wenn sich die Parteien nicht vergleichen— den Arbeitgeber gemäß § 32 des Arbeitsordnungsgesetzes vom 20. Januar 1934 zur Zahlung der sich gegenüber dem gültigen Tarif ergebenden Lohndifferenz verurteilen. * Vermißte Person. Seit dem 14. Juni wird der Melker Franz Dohle 5. 6. 18 zu Herne geboren, zuletzt in Papendorf, Kreis Grimmen i. Pommern, wohnhaft gewesen, vermißt. Beschreibung: Etwa 1.65—1,70 Meter groß, kräftig, dunkelblondes, linksgescheiteltes Haar, frisches ovales Gesicht, blaue Augen, etwas dicke Lippen, am rechten Daumen eine ca. 2 cm lange Narbe. Kleidung: Blaue Schirmmütze, schwarzer Anzug mit hellen Streifen, buntes Sporthemd, weißer Kragen, bunter Binder, schwarze Strümpfe und schwarze Halbschuhe.— Wer kann über den Aufenthalt des Vermißten Angaben machen? Stadt Wanne=Eickel. 8 Monate Gesängnis für einen Kraftwagen= führer Am 2. Juni ds. Is. wurden auf der Dorstener Straße im Stadtteil Holsterhausen ein 16jähriges Mädchen und ein ebenso alter junger Mann von einem Bochumer Kraftwagen von hinten angefahren. Das Mädchen wurde so schwer verletzt, daß es kurze Zeit darauf stard. Der junge Mann lag über einen Monat an den Verletzungen im Krankenhaus darnieder und ist heute noch nicht ganz hergestellt. Das Schöffengericht stellte fest, daß der Bochumer Kraftwagenführer sich im Unglücksmoment nicht mehr auf dem Straßenpflaster, sondern schon auf dem einer an der Unglücksstelle liegenden Wirtschaft befunden habe. Durch Genuß von Alkohol sei eine Ermüdung bei dem Fahrer eingetreten. Der Fahrer habe „gedöst“ und die beiden jungen Leute ern gesehen, als es schon zu spät war. Das Gericht ging über den Antrag des Staatsanwaltes, der sechs Monate Gefangnis beantragt hatte, hinaus und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten. * Schweinezählung. Am 4. September 1935 findet im Deutschen Reiche eine Schweinezählung statt. Mit dieser zählung ist eine Erhebung der Kälbergeburten in den Monaten von Juni bis einschließlich August 1935 verbunden. Die Zählung, die von ehrenamtlichen Zählern durchgeführt wird, dient lediglich volkswirtschaftlichstatistischen Zwecken. Die Einzelangaben unterliegen dem Amtsgeheimnis und dürfen nicht für Zwecke der Steuerla veranlagung verwandt werden. (s) Einbruch in eine Schulbaracke. Am 20. August, gegen 19 Uhr, wurden aus der Schulbaracke an der Melanchthonstraße durch Einsteigen drei Bilder(Steindruckkopien) mit ca. 5 Zentimeter Eichenholzrahmen gestohlen. Die Bilder sind etwa 30X40 und 25 30 Zentimeter groß. Außerdem wurden 5 elektrische Birnen(25 und 40 Watt) gestohlen. Wer kann hinsichtlich der Täter Angaben machen? (s) Generalversammlung der Gardekameradschaft Eickel. In einer von Kameradschaftsführer Merten geleiteten außerordentlichen Generalversammlung wurde über die Regelung der Sterbegeldversicherung gesprochen, über die Kamerad Röse eingehende Ausführungen machte. Weiter wurde beschlossen, am 25. August ein Familienkaffeetrinken in den Gartenanlagen der LönsMühle zu veranstalten, bei der eine Kapelle unter Leitung des Mitgliedes Röse mitwirkt. Den Damen soll Kaffee und Ruchen frei verabfolgt werden. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Polizeiliche Schließzung eines Hannoverschen Großschlächtereibetriebes Hannover, 24. Aug. 1935. Die Firma Fritz Ahrberg A.=G. in Hannover hat seit einigen Wochen die Preise für Fleisch und Fleischwaren eigenmächtig in die Höhe gesetzt und sich geweigert, diese nach der gutachtlichen Ansicht des Schlachtiebverwertungsverbandes auch wirtschaftlich ungerechtfertigte Maßnahme rückgängig zu machen. Der Regierungsvräsident bat daber die Schließung der Verkaufsstellen der Firma Ahrberg bis auf weiteres angeordnet. Diese Maßnahme war nötig, weil das Vorgeben eine schwere Gefährdung der Durchführung der Regierungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung eines der Kaufkraft der Bevölkerung angemessenen Preisstandes darstellt. Im übrigen lagen die Preise dieser Firma schon vor der eigenmächtig vorgenommenen Erhöhung nicht unwesentlich über den Preisen der sonstigen Metzgereien, sodaß aus München und Köln inzwischen Berufungen von Interessenten auf die höberen Preise der Firma Ahrberg hier behördlich zur Geltung gebracht worden sind. Auch hieraus ergibt sich deutlich die bedenkliche Auswirkung der Ahrberg'schen Preispolitik. * Küster nach 12 Jahren tot aufgefunden Hückeswagen, 24. Aug. 1935. 1922 war der Hilisküster Förster der evangelischen Pauluskirche plötzlich verschwunden. Wupver und Wälder wurden abgesucht. aber keine Spur von dem Vermißter war zu finden. Jetzt. nach 12 Jahren, wurde bei Arbeiter am Dach der Kirche. bei denen das Dach von außen öffnet werden mußte. eine Leiche unter einer Dachlucke gesunden und festgestellt, daß es die Leiche des Hilfsküsters war. Förster ist wahrscheinlich einem Unglücksfall zum Opfer gefallen, als er in der Dachlucke ein Fenster schließen wollte. Herner Vereinen Aufstiegsfeier des Spmp; Constantin 1930 Herne=Mark pfeifer, Gawron I, Benacki und Paul. Spielführer Gawron I gab für die Spieler das Versprechen ab, in sportlicher Weiterarbeit dem Verein auch in Zukunft zu weiteren Lorbeeren zu verhelfen. Die Spieler g.„ lstimmten dann nach einem dreimaligen„Heil Hitler" Jahre 1933 34/35 als Marksteine des Aufstiegs wur, auf den Verein das Vereinslied„Grün und weiß sind den dem Verein unvergeßlich bleiben, und man freue unsere Farben“ an. sich, in die 1. Kreisklasse aufgestiegen zu sein. Es sei! as begann dann der gemütliche Teil, bei dem der Ein Festzug des SC Constantin mit den Spielern nicht leicht gewesen, man habe hart um den Aufstieg Festball alle Constantiner vereinigte. Zwei Harmon ihrer Kluft leitete am Sonnabend ein Ereignis ein. kämpfen müssen. Er danke allen Constantiner Jun=nikaspieler wechselten sich mit der Gefolgschaftskapelle Die Kolonie Constantin hatte am Sonnabend ihren gen für ihre Treue, Kameradschaft und den Eifer, den von Constantin 4/5 in dem Aufspielen von Tanzwei festlichen*.„„er g.-f lia el. Withalts- mahrann har 5 Schm a- dan Taal.„. tin 1930 feierte in schaft in die 1 Straßen der Herner Mark und Transparente zeigten untereinander zu sein. jugend K. Velem= Se Constamm in fardigen Bildern die Hoffnung an, daß man auch Nach dem Traditionsliede des Vereins„O Deutsch“ tiner Kolonie in starkem Maße beteiligt waren und noch den Eingang in die Bezirksklasse finden werde. land hoch in Ehren“, das von allen begeistert mitge; den zweiten Teil des Volkafestes in Auf dem Sportplatz war ein stattliches Festzelt er= sungen wurde, nahm der Kreis=Fußballführer Melrichtet worden, um die vielen Sportanhanger des lis, Henrichshütte, das Wort, der seine Freude über Vereins, die Eltern und Angehörigen der Spieler und die Anwesenheit so vieler Untertagearbeiter zum Ausdie Constantiner Koloniebewohner zu einem Volks= druck brachte, die der Ehrung des SC Constantin beind. wohnen wollten. Man sei im Kreis über die Leistungen der Constantiner in den 5 Jahren ihres Bestehens erstaunt gewesen. Nicht jedem Verein sei es essierten. Die Kapelle der Gefolgschaft von Constan= möglich gewesen, aufzusteigen, aber zu den Wenigen, Tag, denn ihre Jugend, die im SC Constan= sie als Mithelfer während der 5 Jahre an den Tag sen ab. Ein Schießstand und manche andere Unterdem Sport mit Leib und Seele anhangt, gelegt hätten, um den Verein groß zu machen. Die haltung hielten die Festgäste in Stimmung. u froher Weise den Aufstieg ihrer 1. Mann=Vereinsangehörigen gelobten der obersten Sport=] Der Sonntag brachte dann im Feuzelt ein Gefolg“ K r e i s k l a s s e. G i r l a n d e n s c h m ü c k t e n d i e b e h ö r d e, i m m e r S p o r t s m a n n, K a m e r a d u n d D e u t s c h e r s c h a f t s f e s t v o n C o n s t a n t i n 4/ 5, a n d e m d i e S p o r t erner Mark und Transparente zeigten untereinander zu sein. jugend des Vereins SC Constantin und die Constanden zweiten Teil des Volksfestes in monie bei Musik und Tanz beschloß. schönster Harfeste zusammenrusen zu können. Nach dem Freund schaftslpiel gegen die Herner Germanen war das er leuchtete Festzelt das Ziel aller am Aufstieg Inter Die Kavelle der Gefolaschaft von Co 3. Kompagnie des Bürgerschützenvereins „St. Subertus" wahlte ihr Konigspaar „Börniger Büsche— in alter Frische“ heißt es auf tin 45 konzertierte in ihrer schmucken Bergmanns= die nach den Satzungen des DFB aufsteigen durften, dem Schild des Vereinslokals Rembold der 3. Komtracht. Nach vielen Märschen und Musikstücken be= gehöre auch der SC Constantin. Solch ein Verein, pagnie der Sodinger Schützen. Sonntag morgen vergann der offizielle Teil. Das Festzelt war mittlerweile der über so viel treue Anhänger verfüge, könne nicht anstaltete diese Kompagnie ein Königsvogelschießen. bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Mikrophon diente untergehen. Wenn er auch sonst in den 5 Jahren keine Im Garten des Lokals erfreute sich vor dem sicheren der Redenübertragung. Zuerst erfüllte der Ehrenvor= große Tradition habe, so habe er sich eine solche doch Kugelfang der Königsvogel nur kurze Zeit seines Dasitzende des SC Constantin, Herr Stöver, seine in spielerischer Hinsicht errungen. Der Mannschaft seins. Morgens um 10 Uhr trat die Kompagnie vollPflicht als Zeremonienmeister und hieß neben den bringe er die herzlichsten Glückwünsche dar. Die gleiche zählig bei Rembold an. Nachdem der Feldwebel dem Eingesessenen der Herner Mark und den Herner Ger= Gratulation richtete er an die Vereinsleitung, deren Schützenhauptmann das vollzählige Antreten der Kommanen eine Anzahl von Ehrengästen willkommen, die ehrenamtliche Arbeit anerkannt werden müsse. Sie pagniemitglieder gemeldet und jener diese Meldung im Sportsleben mit an der Spitze stehen. Stöver habe für den Sport und seine Ideale alles getan. Die dem Vereinsführer weitergegeben hatte, erfolgte das ging dann in kurzen Zügen auf die Geschichte seines Herstellung des Platzes, durch unentgeltliche und frei= Flaggenhissen mit anschließender Parade. Der VerVereins ein, der 1930 unter der Devise„Treu dem willige Arbeit möglich gemacht, und die Kameradschaft einsführer gab dann mit einem dreifachen Horrido auf Vaterlande, dem Westdeutschen Spielverband und dem untereinander seien leuchtende Beispiele. Er übermit= das deutsche Vaterland- und den Führer die ersten drei Deutschen Fußballbund“ gegründet worden sei. Die tele dem Verein im Auftrage des Sportbeauftragten Schüsse auf den Königsvogel ab. Ihm folgte der Suberg, der anwesend sei, die Gratulation dieser Schützenhauptmann mit dem Wunsche, daß die 3. KomS Sportbehörde. Anerkennenswert seien auch die guten pagnie wachsen und blühen möge. Nun kamen die Beziehungen, die der Verein zu der Gewerkschaft Schützen hintereinander zu Wort. Es verging nicht Constantin aufrecht erhalte, bei welcher der größte lange Zeit, als der Reichsapfel fiel, dann folgte das Teil der Vereinsangehörigen beschäftigt sei. Der Red= Zepter. Nun wurde die Krone heruntergeholt und ner ging dann auf die Bedeutung des deutschen Fuß= dann, langsam, aber sicher, durchsiebte man den rechballsports ein, die sich dieser geschaffen habe. Dann ten Flügel, und als auch der auf der Erde lag, nicht gedachte er der Toten des Weltkrieges, zu deren Ehren lange mehr, da folgte der andere Flügel. An den sich alle von den Platzen erhoben. Die Nachkriegszeit Rumpf ging es zuletzt nach Leichtkaliberschüssen mit mit ihren Parteikämpfen streifend, schilderte er, wie schwerer Ware dran. Es war schon 13,30 Uhr, dann diese das Ansehen des Sportes nicht haben schädigen knallte es aus der Büchse, und der Rumpf fiel in seikönnen, umsonst habe nicht unser Führer dem Sport ner Ganzheit, wenn auch an den Seiten zerrupft, zu besondere Förderung zukommen lassen. Im Sinne, Boden. Wirt Josef Rembold war der Gluckder nationalsozialistischen Idee weiterarbeiten, das sliche, den man nun begeistert hochleden ließ. 502 werde auch der SC Constantin, und dieses Fest sehe Schüsse waren auf den Königsvogel abgegeben wor(Zepter) von der 1. Kompagnie, Just(Krone) von der 3. Kompagnie. Brinker(rechter Flügel) von der 1. Kompagnie, König(linker Flügel) von der 3. Kompagnie und Rembold(Rumpf) von der 3. Kompagnie. Gegen 17 Uhr stieg in froher Laune der Schützenball. Heute wird zum Ausklang ein Kinderschützenfest arrangiert, auf dem die Kleinen sich ebenfalls ein Königspaar erwählen dürfen. Hübsche Kinderspiele und Geschenke werden der Jugend ebenfalls den Nachmittag verschönen. Eine ungefährliche Kanone! Dieses Monstrum imponiert jetzt keinem Menschen mehr. Die Zeit schreitet vorwarts, mit ihr unaufhaltsam die Entwicklung auf allen Gedieten. Heute muß auch dem Kaufmann das beste, das allerbeste Rustzeug zur Verfugung stehen— die Machl des gedruckten Wortes ist Wegbereiterin seiner Erfolge geworden. Wer konnte eindringlicher unter gleich geringem Kostenaufwand zu Tausenden von Interessenten sprechen als die Anzeige im Herner Anzeiger? Bei der Bürgerschützengilde Baukau Die Bürgerschützengilde Baukau veranstaltete Samstag abend beim Wirt Schneider einen Familien= abend, der mit einer Ehrung der besten Schützen verbunden war. Der Besuch war außerordentlich gut. Vereinsführer Kettler hielt die Begrüßungsansprache und ging dabei auch auf die Geschichte der Schützengilde näher ein. Er freue sich, daß das Ansehen der Gilde bei der Bürgerschaft durch die gezeigten Leistungen und erzielten Resultate stark gestiegen und in letzter Zeit ein schöner Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen sei. Sodann nahm er die Ehrung besonders verdienter Mitglieder vor. Die Schützenschnüre erhielten die Kameraden: Aug. Kleine Ad. Koppenberg, Schulte=Kulkmann, E. Metner und Franz Grossek. Sieger des Ordensschießens wurden die Kameraden: Korte, Wagner en., Grossek und Schulte=Kulkmann. Diesen wurde ein Schützenorden verliehen. Der Vereinsführer sprach allen Ausgezeichneten den Dank der Schützengilde für ihre Leistungen aus. Eine besondere Ueberraschung bereitete Schützenbruder Kleine dem Vereinsführer Kettler, dem für seine großen Verdienste ein prachtvoller Hirschfänger überreicht wurde. Der offizielle Teil schloß mit einem kräftigen„Horrido“ und einem dreifachen„Sieg=Heil“ auf den Führer. Im nachfolgenden gemütlichen Teil bestritten neben der Musikkapelle der Vortragskünstler Erternest und der Konzertsänger Westhoff das Programm, die beim Publikum begeisterten Beifall fanden. er als ein wahres Volks= und Familienfest an, das die Vervindung mit den Sportidealen und dem Vaterlande nicht verloren habe. Mit einem dreifachen SiegHeil auf den Volkskanzler, auf den deutschen Sport und das Vaterland und den beiden Nationalhymnen schloß diese zündende Ansprache. Es folgte später die Ehrung der Mitglieder der 1. Mannschaft, die am Aufstieg mitbeteiligt waren. Mellis hob die Verdienste eines jeden Spielers besonders hervor und überreichte ihnen je ein Bild der Mannschaft, sowie ein größeres Gruppenbild für das den, ehe er von seiner stolzen Höhe herunter kam In der Zwischenzeit hatten die Schützen, darunter auch die der anderen Kompagnien, soweit sie schon geschossen hatten, auf der Kegelbahn Gelegenheit gefunden, schöne Preise zu erringen. Die Mittagspause brachte allen Teilnehmern eine echt soldatische Erbsensuppe mit Wurst, die allen gut mundete. Wirt Josef Rembold erwählte sich zur Königin Frau Schmerfeld, die seierlichst abgeholt wurde. Hofmarschall wurde Schützenbruder Osterholt, seine Gemahlin Frau Scholl, Feldmarschall wurde Vereinslokaj dem verdienstvollen Vereinswirt Tün=[Kleinschnittker, seine Gemahlin Frau Ternessen und auch ein solches der 2. Mannschaft, die sjung, das Amt des Hofzahlmeisters wurde Hans ebenfalls die Gruppenmeisterschaft errungen hat. Der Scholl übertragen. Gegen 16 Uhr begann man mit Ehrenvorsitzende Stöver erhielt durch ihn im Na= der Krönungsfeier, auf der Josef I und Paula I men des Vereins für seine Verdienste die silberneigeehrt und geseiert wurden. Es wurden dann die Ehrennadel überreicht. Die Namen der Spieler glücklichen Schützenbrüder, die die wichtigsten Insigder 1. Mannschaft und ihrer zwei Ersatzleute sind: nien und Stücke des Königsvogels abgeknallt hatten, Kranich. Friese, Gaszak, Bubnic. Gerdink, Fiedler, mit Orden ausgezeichnet. Es waren dies: SchmerTrommer, Exner, Bücker, Gawlick, Gawron II, Kroll=sield(Reichsapfel) von der 3. Kompagnie, Simon Ehrenmal des Haeselerbundes Die Kameradschaft ehem. 131er Herne, ehem. Unteroffiziere Herne und die Westwacht des 16 A. K., die dem Haeselerbund, der eine Vereinigung der Kriegervereine der„Westwacht“ innerhalb des Kyffhauserbundes darstellt, angeschlossen sind, tragen zum Bau eines Ehrenmales des Haeselerbundes, das auf den Sonnenstein“ bei Herdecke zu stehen kommt, in starkem Maße bei. Die Stadt Hagen ist die Besitzerin des Grundstückes, auf dem sich das Denkmal erheben wird. Sie.. in. großzügiger und verständnisvoller Weise das Grundstück und dazu noch ein Aufmarschgebiet für mindestens 15000 Teilnehmer dem Bund kostenlos überlassen. Auch die Stadt Herdecke, zu der das Gebiet politisch gehört, hat durch die Planung wichtiger Verbindungsstraßen ihr großes Interesse gezeigt. Das Denkmal gliedert sich in zwei deutlich überschaubare Teile: in eine durch 14 Stufen erreichbare Terrasse, die an ihrer Westseite bastionartig aufgebaut ist, und eine Ehrenhalle, die dem Gedächtnis der Toten der orei Armeekorps gewidmet sein wird. Auf dem hohen Sockel wird sich die Gestalt Siegfrieds in einer Höhe 14 Metern und in einer Schulterbreite von 4,75 Meter erheben. Die Gesamthöhe wird 24 Meter betragen. Im Frühjahr 1936 soll mit dem Bau begonnen perden. Mit de. Einweihung des Denkmals wird im Herbst nachsten Jahres gerechnet. Ferienbrief aus Holland Häuser und Hausfrauen 7 Gastfreundschaft und Tagewerk HEIN UND WELT Beilage zum Herner Anzeiger Gleich nach der Ankunft in dem schönen Hause in einer der Gartenstädte Hollands wurde mir ein„copje tee“ gereicht, aber erst später, als ich schon viele Schalen dieses dunklen, sorgjältig zubereiteten Tees getrunken hatte, wurde ich mir darüber klat, welche Rolle solche kleinen Aufmerksamkeiten im Pflichtenbereich der Holländerin spielen, wie sehr sie darauf bedacht ist, nicht nur dem Gast, sondern ebenso den Mitgliedern der eigenen Familie durch einen Zwischenimbiß, durch eine Tasse Schokolade, ein Glas Buttermilch, einen der leichten, kreisrunden Zwiebacke eine Freude zu bereiten. Ueberhaupt muß man erst wenigstens einige Wochen in Holland und womöglich Gast in einer Familie sein, um zu erkennen; welche Bedeutung das häusliche Leben hier hat, welche Sorgfalt und Pflege die Holländerin ihm angedeihen läßt. * Von den Wohnbauten selbst will ich ein anderes Mal erzählen.„Beim Holländer prahlt nichts", las ich irgendwo, und dieser Satz gilt im allgemeinen auch für das Innere der Häuser. Die Wohnzimmer wollen nicht repräsentative Prunkräume sein wie in unseren Häusern aus der Vorkriegszeit, sondern Heim, in dem sich die Familie selbst wohlfühlt. Alles ist daher schlicht, einfach, aber außerordentlich gut und gediegen im Material, formschön, und da dieses kleine, glückliche Land vom Krieg und seinen surchtbaren Nachwirkungen verschont geblieben ist, so finden wir in den Familien auch vielfach noch alten, sorgfältig gehüteten Besitz: schöne Delfter Porzellane, Zinngeräte, Vasen und Schalen aus den indi schen Kolonien. Aber so wie hier jedes Gerät, jeder Teppich, jede blühende Pflanze durch unermüdliche Pflege heimbildende Kraft gewinnt, so wie die sprichwörtliche Sauberkeit der Häuser ihre Wohnlichkeit erhöht— die Dienstmädchen haben es hier nicht leicht!— so steht auch die gebräuchliche holländische Zeiteinteilung im Dienst der Familie. Da in Holland nach Möglichkeit jede Familie in ihrem eigenen Haus wohnt, so ist im allgemeinen der Weg von und zu der Berufsstätte trotz der fast von jedermann gebrauchten Fahrräder zu weit, um das Heimkommen zum Mittagessen zu gestatten. Auch will der im Geschäft, im Büro arbeitende Mann oder der studierende Sohn durch eine große Mahlzeit in der Mitte des Tages nicht müde und schläfrig werden. Es gibt darum hier nach dem sehr reichlichen Morgenfrühstück um einhalb ein oder um ein Uhr nur ein zweites Frühstück, das aus irgend einem warmen Gang, aus Brot, Butter, Eiern, Rauchfleisch, Aufschnitt oder Käse besteht, und das manchmal sogar von der Hausfrau, die gerade in der Stadt Besorgungen macht, ebenso in irgend einem einfachen Lunchroom eingenommen wird, wie von dem seinem Beruf nachgehenden Mann. Der Abend jedoch gehört völlig der Familie; die Abendmahlzeit, die unserem Mittagessen entspricht und zwischen sechs und sieben Uhr nachmittags eingenommen wird, versammelt alle Hausbewohner um den blumengeschmückten Tisch. Selbst der Schulunterricht, anders geegt als bei uns, ist so eingerichtet, daß von dieser Stunde an die Kinder frei sind. Nach dem Essen wird— nicht nur wenn ein Gast da ist, sondern auch wenn die Familie ganz unter sich ist— erst noch eine Tasse Tee serviert. lachher geht man im Sommer und bei gutem Wetter gemeinsam ein wenig„wandeln“ oder man sitzt auf Bänken und Liegestühlen vor dem Haus. Ueberall sah ich zur Abendstunde in den Gartenstädten bei schönem, warmem Wetter Ehepaare und erwachsene Kinder draußen vor den im scheidenden Tageslicht weich ausschimmernden Klinkerhäusern Zeitungen oder Briefe lesen oder zusammen plaudern. Denn jetzt, am Abend. hat auch endlich die sonst sehr beschäftigte Hausfrau Zeit. Nur das letzte„copje tee“ oder die Tasse Schokolade, die vor dem Schlafengehen getrunken wird, bereitet sie noch selbst, da das Dienstmädchen, das der hier üblichen Anordnung der Mahlzeiten wegen auch am Sonntag erst zu später Stunde frei ist, zum Ausgleich jeden Abend, wenn es die Küche fertig gemacht hat, noch für eine Stunde fortgehen kann. * Wenn ich in diesen wenigen Zeiten nur deutlich machen könnte, wie sehr dies alles zusammengehört: das gepflegte Haus, der ebenso gepflegte Garten— von dem ich an anderer Stelle erzählen will— das soziale Empfinden, das sich in dem geringeten äußeren Unterschied eines„Hertschaftshauses“ und eines Angestelltenoder Arbeiterhauses kundtut und auch darin, daß in den Gartenstädten die Gärten alle nicht nur voneinander, sondern auch von der Straße der nur durch einen ganz niedrigen, durchsichtigen Drahizann oder durch niedtige Hecken getrennt sind und die ganze blüdende Herrlichkeit somit auch für jeden Vorüdergehenden da ist— könnte ich es doch recht verdeutlichen, wie diese Art, sill für sich und dabei gleichsam vor den Augen der anderen zu leben, nichts zu versperren, alles Schöne zur Schau zu stellen, andere mit daran teilhaben zu lassen, wie das alles auch wieder die Gastfreundschaft bedingt, die den Holländern mit Recht nachgerühmt wird!„Wenn man einen Holländer zum Freund hat, kann man sich auf ihn in jeder Not verlassen,“ sagte im Zuge eine Dame zu mir.„Für Monate stellten mir Holländer ihr Haus zur Verfügung, als es mir während der Inslation schlecht ging.“ hörte ich kürzlich einen Herrn erzahlen und es bedeutete keine Ausnahme, daß ich in der Familie, in der ich selbst zu (bast war eine junge Wienerin traf, die in der Kriegszeit— gleich vielen deutschen und österreichischen Kindern— hier verpflegt worden war. in all den Jahren seither für ihren kriegsbeschädigten Vater ab und an ein Lebenemittelpatet dekommen hatte und nun, da sie in Oesterreich keine Stellung finden konnte, von ihren Gönnern ale Hausgehilfin beschäftigt wird. Die holländische Frau macht kein Aufheben von ihrer Gastfreundschaft und oa nichts eigens für den Gast, alles aber— für ihn wie für die anderen— mit unendlicher Sorgsalt zubekeitet wird, fühlt er sich bald„zu Hause“, so wie es die Hausfrau wünscht, obgleich er hier einer fast herben jedenfalls einer völlig anderen, ruhigeren Freundlichkeit begeguet, als etwa im Rheinland oder in Süddeutschland der Arbeit der NSB-Fürsorgerin (NSK) Auf der Arbeit der Ortsgruppen=Fürsorgerin baut sich zum großen Teil der Erfolg der Hilfsaktionen der NSV. auf. Aus ihrer Sorge um die Not in ihrem Bezirk, aus ihrer Weitsicht im Gebrauch ihr gegebener Mittel erwächst ein einziger großer Segen für die von ihr betreuten Familien. Aber schwer und mühevoll ist ihr Wirken, stets nimmt es mehr Zeit in Anspruch, aleigentlich dafur vorgesehen; aber das Ziel läßt alle Mühen vergessen. Gilt es doch„Nationalsozialismus der Tat“ zu beweisen und Gesundheit und Freude am Leben in die Kreise der Familien unserer armen Volksgenossen zu tragen. Nimmt man einmal Einblick in die Arbeit dieser nimmermüden Frauen— die nichts für sich, sondern alles nur für die Hilfsbedürftigen tun,— dann erst erkennt man, daß sie„Mädchen für alles“ sind. Und das ist gut so, kommt doch darin zum Ausdruck, daß die Volksgemeinschaft gelernt hat, daß es eine Stelle gibt, zu der sie mit allen ihren Nöten kommen kann und die ihr hilft, wenn überhaupt Hilfe von dritter Stelle möglich ist. Hilfsbedürftige Familien kommen mit allen ihren Sorgen in die Sprechstunden der NSV.=Fürsorgerin und diese hilft. soweit es in ihren Kräften steht, selbst oder verweist die Hilfesuchenden an die richtige Stelle. Seit Monaten steht nun im Vordergrund ihrer Arbeit die Erholungsverschiaung von Kindern und Müttern. Einem verantwortungsbewußten Menschen wird diese Arbeit unendlich schwer. Denn viele, fast alle, müßten verschickt werden. Dazu reicht aber, die immerhin schon große Zahl der zur Verfügung stehenden Freistellen bei weitem noch nicht aus. Da heißt es aus den nötigen Fällen, dieser Unzahl von Anträgen, die dringenden weise herauszuwählen. In erster Linie werden die Kinder aus kinderreichen Familien berücksichtigt, deren Eltern selbst nicht in der Lage sind, ihren Kindern einen Erholungsaufenthalt zu ermöglichen. Von ausschlaggebender Bedeutung ist die erbdiologische Veranlagung der Kinder. Mit Vorzug werden auch werdende Mütter berücksichtigt, denen man eine Stärkung, die sie allein sich niemals schaffen könnten, angedeihen lassen will. So ist der Andrang zu den Sprechstunden stets ein gewaltiger. Der eine will einen neuen Antrag stellen, der andere fragt nach dem Erfolg, der nächste hat eine Aufforderung bekommen, und muß vorher erst noch einmal nachfragen, was er da zu tun hat usw. usw. Bei der Kinderverschickung arbeitet die Fürsorgerin der NSV. mit ihrer Kollegin von der Schulfürsorge zusammen, der die gesundheitliche Betreuung der Schulkinder obliegt. Die enge Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Stellen erleichtert die ärztlichen Kontroll=Untersuchungen der Zuverschickenden sowie auch die wirtschaftlichen Prüfungen durch die RSV.=Ortsgruppe sehr und schließt die Möglichkeit einer ungerechtfertigten Berücksichtigung fast hundertprozentig aus. Je enger die Zusammenarbeit dieser beiden Instanzen sich gestaltet, desto schneller und wirkungsvoller wird auch ihre Arbeit sein. Schon seit Ansang Februar gingen bei der Fürsorgerin Anträge auf Verschickung ein. Jede Sprechstunde war überfüllt. Jedem einzelnen galt es, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten und die gleichen Sorgen zu verscheuchen. Im Vordergrund aller Fragen seitens der Eltern steht immer wieder der Kostenpunkt. Daß die Kinder in gute Hände kommen, davon sind alle Mütter überzeugt. Richt selten ist die Verschickung der Mutter Veranlassung zur gleichzeitigen Verschickung ihrer Kinder. denn keinesfalls soll die mütterliche Erholung durch die Sorge um ihre Kinder beeinträchtigt werden. Da kommt beispielsweise eine Mutter in die Sprechstunde und fragt, nachdem ihre Tochter ärztlich untersucht und für einen Transport vorgemerkt wurde:„Was kostet denn die Fahrt oder ist sie ganz umsonst?" Nachdem ihr die Schwester die verschiedenen Sätze mitgeteilt hat, sagt die Arbeiterfrau, indem sie der Schwester die Hand drückt „Da danke ich schön, Schwester. Ich hätte gewünscht, als wir jung waren, hätte es so etwas auch schon gegeben, dann wären wir alle kräftiger geworden.“. Und den Kindern selbst sieht man schon jetzt die Freude an, so bald sie davon sprechen hören, einmal aus der Großstadt herauszufahren aufs Land. Wenn sie auch oft nicht verstehen, was es heißt„aufs Land“, denn ein verschickter Junge schrieb an seine Mutter im ersten Brief, daß er sich gewundert hätte, über die kleinen Häuser, die alle viel, viel kleiner wären, als in Berlin. In einem anderen Falle war der Sohn eines Gärtners, der neun Kinder hatte, 1933 nach Mecklenburg zu Parteigenossen verschickt worden. Die Mutter erzählte der Fürsorgerin, als der kleine Mann wieder zurück war — wie schön er es hatte. Er hatte sich dort besonders der SA. angeschlossen und war von seinen Pflegeeltern daraufhin vollkommen als kleiner SA=Mann eingekleidet worden und durfte mitmarschieren. 1934 und auch in diesem Jahre wurde er von seinen Pflegeeltern wieder eingeladen, worüber natürlich seine Eltern und auch die Fürsorgerin herzlich erfreut sind.„Der Geist,“ so sagte kürzlich die Mutter in der Sprechstunde anläßlich der Erledigung von Formalitäten zur Fürsorgerin,„Der meinem Sohne bei seinem Landaufenthalt bei diesen ländlichen Parteigenossen vermittelt wird, ist ein viel reinerer und lauterer, als der der Großstadt. Ich wünschte von Herzen, daß jedes Kind einmal von diesem Geist etwas in die eigene Familie tragen könnte“ Ueberhaupt ist es schon häufig vorgekommen, daß der Fürsorgerin mit den gemischten Gefühlen gesagt wurde, daß das Kind— vom Erholungsaufenthalt zurückgekehrt, dies oder jenes dort Geschaute oder Gehörte in dem eigenen Zuhause zu verwirklichen sucht und somit oft zum Erzieher der eigenen Eltern wird Solche Mitteilungen sind die Freudenquellen, aus denen die ehrenamtlichen Helferinnen der NSV. immer wieder von neuem Kraft schöpfen, allen Anforderungen ihres schweren Berufes gerecht zu werden. Freud und Leid gehen täglich durch die Arbeit ungezählter Helferinnen. Immer von neuem nehmen sie den Kampf gegen Not und Elend auf, und still, ohne großen Dank, tun sie ihre Pflicht. Um Deutschlands und seiner Zukunft willen leisten sie ihre stille und aufopfernde Tätigkeit. Der Säugling schreit des nachts! Es ist eine naturgegebene Eigenschaft der Säuglinge, daß ihre Lebensäußerungen vornehmlich im Schreien bestehen. Wodurch sollen sie sich auch sonst bemerkbar machen? Aber des nachts wunscht denn doch das Elternpaat, daß die so nötige Ruhe bewahrt wird. Doch Baby richtet sich nicht danach. Wenn es aus irgend einer Ursache aufwacht, dann ist es das Erste, daß das kleine Mäulchen recht weit ausgerissen wird— Vater und Mutter fahren aus dem Schlaf, angenehm ist das gerade nicht. Nicht wenige Mütter meinen, Baby hätte Hunger, wenn es schreit. Schnell wird eine Flasche Milch warm gemacht, oder das Kind an die Brust angelegt, und festgestellt, daß tatsächlich Nahrung ausgenommen wird. Also ist der Hunger die Ursache des Schreiens gewesen— meinen viele Mütter! Doch das ist denn doch einigermaßen verkehrt. Ein richtig und, das muß besonders betont werden, mit peinlichster Regelmäßigkeit ernährtes Kind kann ganz einfach während der Nacht keinen Hunger bekommen. Es ist daher vollkommen falsch, beim nächtlichen Schreien sogleich mit der Milch bei der Hand zu sein. Der Erfolg ist lediglich der, daß der Säugling es sich merkt, auch des nachts beim Schreien gefüttert zu werden. Es ist egoistisch genug, die Mahlzeit nicht zu verweigern, aber die Mutter erzieht sich auf diese Weise auch einen kleinen Tyrannen, der zur Schlafenszeit das Haus in Aufregung bringen kann. Die Zwischenmahlzeit in der Nacht wird dem Säugling schließlich zum Bedürfnis, obschon nicht die geringste Notwendigkeit dafür vorliegt. Die Mutter wird sich beim Schreien des Säuglings in der Nacht vor allem davon überzeugen müssen, daß die Winoeln trocken sind, daß nicht Wundsein, Hitze oder Kälte dem Kinde Unbehagen bereiten, oder daß seine Körpertätigkeit nicht durch verschobene Windeln oder Unterlagen. Betten und dergleichen behindert ist. Wenn solche Mängel festgestellt sind, werden sie ohne viel Aufhebens zu machen beseitigt, und Baby muß ganz einfach wieder einschlafen. Ganz verkehrt ist, das Kind durch Aufnehmen, Umhertragen, Wiegen und Unterhaltung beruhigen zu wollen. Mit diesen Fürsorgemaßnahmen erreicht man nur das Gleiche wie mit der Fütterung in der Nacht. Wenn der Säugling also seine Nachtruhe unterbricht und die Eltern aus dem Schlaf reißt, dann versorge man ihn wieder ordnungsgemäß, lasse sich weiter aber nicht beirren, und schiebe den Schreihals in seiner Wiege notfalls, wenn er sich gar nicht beruhigen will, in eine andere Stube, wo er recht bald die Erfolglosigkeit seines Schreiens einsehen und weiterschlafen wird Der praktische Hausbalt Man versäume nicht, zum Aufbrühen warmer Getränke frisches Wasser zu nehmen. Wasser, das die Nacht über im Kessel verblieb oder stundenlang auf dem Herd brodelte, gibt niemals einen guten Aufguß von Kaffee oder Tee. Es hat allen Sauerstoff verloren, ist fade und schal geworden, gerade so, als wollte man Trinkwasser lange Zeit im Glas stehen lassen, ehe man es genießt. Die kleinen Knäuel Stopfgarne verwahre man in Beuteln aus durchsichtiger Gaze oder aus Tüll. Die Uebersicht wird außerordentlich erleichtert, weil die Farbe des Stopfgarnes durch den Beutel hindurch feststellbar ist. Die kleine Mühe der Anfertigung solcher Beutel wird reichlich belohnt durch das schnelle Auffinden, wenn gestopft werden soll. Besuch beim deutschen Zigaretten aus natürlich nikotinfreiem Tabak.— Orient alischer Tabak aus Baden.— Spaziergang zwischen allen Tabaksorten des Erdballs.— Erste Großernte aus nikotinfreiem Tabak. Soeben geht der Neubau des Tabakforschungsinstitutes für das Deutsche Reich in Forchheim bei Karlsruhe seiner Einweihung und Inbetriebnahme entgegen. Damit erhält dieses für den Tabakanbau ungeheuer bedeutungsvolle Forschungsinstitut sein endgültiges Heim. Gleichzeitig vermag das Institut mit einem ganz außerordentlichen Erfolg seiner Arbeiten auszuwarten: Die Ernte 1935 wird bei rund 500 deutschen Tabakbauern 2500 Zentner deutsch=orientalischen Zigarettentabak erbringen. Ein erheblicher Teil der diesjährigen Ernte besteht aus natürlichem nikotinfreiem Tabak! Ein Besuch auf den ausgedehnten Tabakpflanzungen von Forchheim kommt einem Spaziergang durch alle Erdteile gleich, soweit überall in der Welt edler Tabak angebaut wird, sind die betreffenden Sorten in mehreren Pflanzenreihen auch in Forchheim auf badischem Boden vertreten. Fast möchte man bisweilen glauben, wenn man durch die rot, weiß, rosa und gelb blühenden Tabakfelder geht, daß man sich irgendwo in den Tabakplantagen der Balkanländer oder in den großen orientalischen Pflanzungen befindet. Kleine Markierungsschilder sagen uns, daß wir soeben die Tabakfelder Asiens durchschreiten. Mehrere Meter hohe Pflanzen tragen das berühmte „Sumatra=Deckdlatt", ebenso ist der„Java=Tabak“ in unserem Klima bereits heimisch geworden. Ein paar Dutzend Schritte weiter, dichtbenachbart den asiatischen Tabaksorten, sehen die Pflanzen etwas mickrig und klein aus: Eine berühmte nordamerikanische Tabaksorte hat sich bei uns noch nicht eingewöhnt. Während die Pflanzen in der Heimat dieses Tabaks bis drei Meter hoch werden, sind sie bei uns kaum halb so hoch. Vereinzelt sieht man allerdings auch in diesem„Amerikanerfeld“ groß geratene schöne vielblättrige hellfarbige Pflanzen Diese werden für die Fortpflanzung bestimmt, weil sie sich schon an unseren Boden und an unser Klima gewöhnt haben. Was hat Forchheim mit Samoa zu tun? Der Mann, dessen ureigenste Schöpfung das Tabaksorichungsinstitut ist und der es der nationalsozialistischen kegierung dankt, daß sie seinen für die deutsche Volkswirtschaft so wichtigen Arbeiten weitestgehendes Verständnis entgegenbringt, berichtet von einer Reihe beachtenswerter Erfolge, die Deutschen in aller Welt zugute kommen: „Sie könnten mich fragen, was Samoa mit Forchheim zu tun hat, oder aus welchem Grunde ein Pflanzer aus Rhodesia Tabakpflanzer aus Neuseeland zu uns schickt! Hochgezüchteten Samen haben wir an deutsche Tabakpflanzer in Brasilien und Paraguay, in Argentinien und Südwestafrika, in Ostafrika und auf der Südsee=Insel Samoa abgegeben. Deutsche Tabakpflanzer haben sich mit Tabak. der in Forchheim in mühsamer Auswahl=Hochzucht zu einem ertragsfähigen Erzeugnis gemacht wurde, in den verschiedensten Teilen der Welt eine Existenz geschaffen.“ Das Geschenk der britischen Regierung. Vielen deutschen Kolonisten konnte durch die Forschungsarbeiten in dem kleinen badischen Dorf entscheidend geholsen werden. International genießt das Tabaksorschungsinstitut für das Deutsche Reich bedeutenden Ruf. Sachverständige aus allen Kulturländern der Erde sind nach Forchheim gekommen und haben sich hier Rat geholt und Ergebnisse von Arbeiten kennengelernt, die bis dahin für sie unbekannt und unerreichbar waren. In Salisbury in Südthodesien, wo bisher Mais in weiten Plantagen angebaut wurde und jetzt der Tabakanbau ausgenommen worden ist, haben englische Sachverständige ein Tabakforschungsinstitut nach dem Vorbild von Forchheim eingerichtet. Die britische Regierung machte daraufhin dem Forschungsinstitut von Forchheim zum Dank für die deutsche Unterstützung der Arbeiten in Salisburn ein wahrhaft„weltumspannendes“ Geschenk: Von sämtlichen Tabaksorten, die in den britischen Dominions und Kolonien angebaut werden, wurde dem Institut in Forchheim eine bedeutende Samenmenge zur Verfügung gestellt. Tabakblüten unter weißen Mützen. Seltsam erscheint das riesige Tabakfeld im Gesamteindruck. Das wogende Bunt der Farden wird immer wieder unterbrochen von dem Weiß kleiner Leinenbeutel, die auf bestimmte Pflanzen aufgesetzt worden sind. Die so sorgsam in weiße Mützen eingehüllten Blüten haben die Aufgabe, für die Fortpilanzung der Tabaksorten zu sorgen. Man will hier im Pflanzenreich ganz reine Tabakrassen erzielen, deshalb wird die Fortpflanzung der Samen für die künftigen Felder mit noch besserem, edlerem Tabak durch Inzucht und Selbstbestäubung durchgeführt. Alle die buntblühenden Tabakpflanzen, die ganze Armeen von Bienen und Hummeln anlocken. werden dagegen abgeerntet. Eins der Geheimnisse der großen Erfolge von Forchheim verkörpern in gewissem Sinne die abertausend kleiner weißer Beutel über den Blütendolden der Tabakselder: Aus 1000 manchmal aus 2000 Pflanzen wird eine einzige für würdig erachtet. Samen herzugeden für die nächstjährigen Kulturen. Nur das Allerbeste bleibt erhalten. Daneben sind natürlich noch andere Faktoren von Bedeutung zur Erzielung wertvoller Tabaksorten. Fragen der richtigen Bodenbehandlung, der vorsichtigsten Düngung mit ganz bestimmten Stofsen, Schutz vor den Schädlingen der jungen Pflanzen und richtige Satzweite spielen beispielsweise Rollen von Bedeutung „Wir haben so edlen Tabak nicht hier!“ Der Leiter des Tabakforschungsinstitutes. Dr. Paul K oenig. kann heute schon mit vollem Recht bebaupten was vor kurzer Zeit noch ganz märchenhaft geklungen haben würde, daß wir in Deutschland heute schon orientalische Tabaksorten züchten, die den besten mazedonischen und türkischen Tabaken in nichts mehr nachstehen. Natürlich sind die Felder noch derartig klein, daß sie auf dem Tabakmarkt nicht erheblich in Erscheinung treten. Ist auch die Ernte dieses Jahres mit voraussichtlich 2500 Zentner deutsch=orientalischen Zigarettentabak im Vergleich zu dem Ergebnis des Vorjahres und der weiter zurückliegenden Jahre ganz bedeutend— im Jahre 1933 wurden 50 Zentner geerntet!—. so treten solche Mengen gegenüber dem deutschen Tabakbedarf(39 Millionen Kilogramm allein für Zigaretten im Jahre 1928!) vorläufig noch nicht wesentlich in Erscheinung. Wesentlich ist im Augenblick nicht die mengenmäßig bedeutende Erzeugung von seinem Zigarettentabak. sondern die Hochzüchtung der Qualität. Daß diese Frage schon weitgehend gelöst ist, geht aus einem drastischen Beispiel hervor. Das Tabaksorschungsinstitut gab eine kleine Menge auf deutschem Boden gezüchteten und hier sermentierten Zigarettentabak aus der Hand. Der neue Besitzer dieses rauchfertigen Tabaks legte den Tabak mazedonischen Sachverständigen zur Begutachtung mit dem Ersuchen vor, ihm große Mengen der gleichen Sorte nachzuweisen und auf seine Anforderung eventuell zu beschaffen. Das Urteil der Sachverständigen, die ahnungslos waren, daß sie auf deutschem Boden gewachsenen Tadak vor sich hatten, ging dahin, daß es in den ihnen bekannten Tabakanbau=Gebieten des Balkan und des nahen Orient keinen derart hachwertigen Tabak gäbe mit einer einzigen Ausnahme. aber die dort herkommen den Mengen seien so geringfügig, daß sie auf Jahre im Vorhinein verkauft wären! Zigaretten mit 9.8 v. H. Nikotingehalt! Direktor Dr. Koenig gewährt in die neuen, vor der Einrichtung begriffenen Räume des Tabaksorschungsinstitutes Eindlick und dann wandern wir hinüber in die großen Vorbereitungs= und Trockenräume. Arbeiter des Institutes sind damit beschäftigt, ganze Bündel von Blättern teils in die natürlichen luftigen Trockenräume zu bringen, teils in die Heißluft=Trockenkammern zu befördern.„Dies alles sind Blätter von nikotinfreiem Zigarettentabak“, erklärt Direktor Koenig. „Wann darf man die ersten Zigaretten aus natürlichem nikotinfreien Tabak im Handel erwarten?" Direktor Roenig bittet, aus einem Karton eine Zigarette zu entnehmen und zu sagen, was dies für Tabak sei. Sieben Besucher, darunter zwei Sachverständige aus dem Reich veranstalten eine Viertelstunde lang ein„Proberauchen“ mit mehreren Zigarettensorten. Blumig wie eine hochwertige ägyptische Zigarette schmeckt die eine. kräftiger in der Art und bulgarischem Tabak ähnlicher ist die andere Sorte. Alle beide Tabaksorten sind bei pfälzischen und badischen Tabakbauern gepflanzt und geerntet worden. Jetzt kommt die dritte Zigarette an die Reihe. Auch sie trägt einstweilen nur die Aufschrift:„Tabaksorschung=institut für das Deutsche Reich“, sonst kein Wort mehr.„Könnte ariechischer Tadak sein“, sagt der eine der beiden Sachverständigen.... und ist deutscher nikotinfreier Tabak“, ergänzt Direktor Roenig das Ratselraten Die deutsche nikotinfreie Iigarette aus natürlichem nikotinfreien Tadak ist da. Aus Tadak der Ernte von Forchheimer Feldern. Aber die Zigarettenschachteln tragen noch den Vermerk:„Nur versuchsweise hergestellt.“ In den Handel kommen die natürlichen nikotinfreien Zigaretten vorerst noch nicht, erst müssen ausreichende Tabakmengen geerntet werden. Gewöhnliche Zigaretten= und Zigarrentabake enthalten 1.2 bis 2.5 v. H. Nikotin. Der nikotinreiche Tabak enthält 6 bis 8 v. H. Nikotin. Die sogenannten nikotinarmen Zigaretten, deren Nikotingehalt dem Tabak künstlich nach der Reise in erheblichem Grade entzogen worden ist, weisen noch etwa 0.5 v. H. Nikotinreichtum auf. Der natürliche nikotinfreie Tabak dagegen enthält 0,0 v. H. Nikotin. „Karteischrank“, einen Hektar groß. Der Mann, der seinem Lande in dem deutsch=orientalischen und in dem nikotinfreien Tabak neue Rohstoffe schenkte, weiß dem Besucher mir Selbstverständlichkeit der Wunder so viele zu zeigen, daß man sie nur lose aneinanderzureihen vermag. Da sind sonderbare Pflanzen, die Linn= noch nicht in seinen botanischen Büchern verzeichnen konnte: Oben Tomate. unten Tabak. Da sind die Urtomaten, klein wie Stachelbeeren, an Geschmack aber so reich, daß erst drei oder vier der uns bekannten großen Tomaten eine der kleinen„Tomatenbeeren“ ausmiegen dürften. Ein Hunderte von Meter langes Feld stellt das „Sortenregister“ aller deutschen Tabakpflanzungen dar, eine Kartei, die nicht in das größte Archiv hineinpassen würde. Dieses Sortenregister gehört dem Reichsnährstand, die Samen und Blätter werden später sorgfältig nach Namen und Art aufbewahrt, um Vergleiche anstellen zu könnnen und einen Ueberblick zu haben, welche Tabakarten in Deutschland mit Erfolg angebaut werden Zum Rüstzeug des Tabakforschungsinstitutes gehören mustergültig eingerichtete Laboratorien. Mikroskovische und Reagenzversuche gehören ebenso zur praktischen Arbeit der Tabakforscher wie die Niederlegung der Ergebnisse auch der kleinsten Veredelungsversuche und der Bodenforschungen. Hier steht ein Apparat, der selbsttätig Zigaretten raucht. Die Qualität des Rauches wird mit seiner Hilfe festgestellt, der Nikotingehalt kann ergänzend ermittelt werden. Die Bibliothek des Institutes umsaßt viele tausend Bände, die sich mit der Geschichte des Tabaks, seiner Behandlung, seiner Krankheiten und den bis heute gemachten Versuchen in aller Welt befassen. Das älteste Buch über Tabak ist hier zu finden, es wurde von einem Zeitgenossen des Christoph Columbus geschrieben. „Kennen Sie schon Speisedl aus Tabal?“ Im Arbeitszimmer des Direktors stehen ein paar Kanister mit gelbfarbiger Flüssigkeit. Wir wollen gerne wissen, was dies ist.„Kosten Sie ruhig und sagen Sie dann, wie es Ihnen schmeckt!“ Speiseöl enthalten die Kanister. Speiseöl. das aus Tabaksamen gepreßt worden ist. Dem Leinöl ähnlich ist sein Geschmack aber noch weitaus seiner. Dr. Roenig erinnert daran, daß Tabaksamen ungemein ölhaltig ist. Ob wir eines Tages„Speiseöl aus Tabaksamen“, im Krämerladen kausen und dieses allen anderen Lelen vorziehen werden— wer will es sagen? Sichere Siege der Westfalia und Germania Borussia Rheinhausen- Westsalia Herne 5.6(3.5) aber waren die Riemker etwas besser. Wieder war es dann Fortuna, welche ihren Vorsprung erhöhte. Der Linksaußen verwandelte eine Linksflanke. Unverdros konnten Dabei den guten Verteidiger antreten, so daß bei Spielbe= zusehends besser. Zu seyr machte sich das Samstags ginn folgende Herner Vertretung den Kampf auf= spiel bei den Fortunen bemerkvar. Der sonst so. gute nahm: Sabota, Niepel, Kroll, Hake, Riklas, Wisch Pittsläufer sackte ab. Mit ihm fast der ganze Sturm newfki, Klein 2, Bonner, Klein 1. Joswiak, Kanaker. Die Lage wurde immer bedrohlicher und die Riemker Es war daher verständlich, daß es bei den West= konnten dann. auch noch zwei„weitere Tore erzielen falen in dieser Besetzung zuerst nicht recht klappen und den verdienten Sieg sicherstellen. Der Fortzuen; wollte, daher kamen auch die Gastgeber bereits in der Torwart war reichlich unsicher und hätte das dritte vierten und achten Minute zu zwei sehr schönen und###, verhuten n,usten.„ unhaltbaren Treifern. Mit der Länge des Spiels faß= Viktoria Herne 1. Jad.— Fortunen Herne 1. Jgd. 2:2 Jgl Westfalia Herne 1. Jgd.— Germ. Herne 1. Jgd. 1:2. BfB Börnig— Schwarz-Weiß Herne ausgefallen. Auch hier machte der Regen einen Strich durch die Austragung. Sportverein Sodingen— Wanne 1911 0:1(0:1). Mit einer vollständig verjüngten Mannschaft trat der Sportverein Sodingen auf den Plan. Die Umstel unhaltbaren Treffern. Mit der Länge des Spiels faßten aber die Besucher immer besseren Tritt, so daß sie nach Verlauf einer Viertelstunde durch ihren Halblinken zum ersten Gegentreffer kamen. Aber noch einmal ließen sie sich von den Rheinhausern überraschen, so daß es schon bald 3:1 für die Gastgeber hieß. Die Herner kamen aber immer besser in Fahrt, so daß der Halblinke etwas später auf 3:2 vermindern konnte, während der Halbrechte eine günstige Gelegenheit zum 3:3 ausnützte, der gleiche Spieler fand schon bald oar; june und Neuaufstellung bewährten sich troß der Nieauf eine weitere Tormöglichkeit, so daß die Herner mit derlage. Es war eine Freude, dem eifrigen Spiel der 4·3 in Führung gehen konnten, die dann der Halb= jungen Mannschaft zuzusehen. Ein jeder Spieler gab kinke noch bis zum Pausenpfiff auf 5.3 erhöhte...., sich die erdenklichste Mühe, gegen diesen guten Gegner Auch nach Wiederanstoß zur zweiten Halpzeit, dik; wenigstens ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Der tierten die Herner klar das Spielgeschehen. Ihr Mit= aute Torwart von Sodingen hatte einma. Pech, beim telstürmer köpfte elegant eine Rechtsecke ein. Danach Tangen des Balles stürzte er und die Wanner kamen legten die Besucher mehr Wert auf schönes Spiel, wo- zum Siegestor. Niemand hätte gedacht, daß es bei bei sie den Druck aufs gegnerische Tor mehr und mehr diesem Ergebnis bleiben würde, aber die hervorravernachlässigten. Gegen Spielende witterten die Rhein= gende Abwehr der Wanner machte all: Hoffnungen hauser nochmals eine Chance, und tatsächlich gelang der Sooinger zunichte, so blieb ihnen selbst der veres ihnen auch, durch zwei Tore die Niederlage ertrag; diente Ausgleich erspart.— 17 geber dann durch ein Abseitstor in Front. Herne=Süd war dadurch etwas kopflos geworden und im Nu lagen die Welperaner mit 3:0 in Front. Der nun einsetzende Endspurt stand ganz im Zeichen der Herner. Welper wurde eingeschnürt, man erzielte das erste Tor, auch noch ein zweites, dann aber war Schluß. trotzdem man den Ausgleich verdient gehabt hätte Spy Welper 2.— B3 Herne=Süd 2. 3:1 B3 Heine=S. 1. Jod.— SpV Herne 16 1. Jgd. 2:1 BB Herne=S. 2. Jgd.— Spö Herne 16 2. Jgd. 3:0. Spy Herne 16 1.— Union Recklinghausen Jungliga 1:1. In diesem Spiel gab es auf beiden Seiten gute Leistungen. Der Gast aus der Nachbarschaft hatte einen besonders guten Tag, kam aber bei der guten Deckung der Herner nie recht durch. Die 16er haben ihre Avstiegsschmerzen so ziemlich überwunden und stehen augenblicklich in bester Verfassung da, so dürften sie in der 3. Kreisklasse ein wichtiges Wort mitreden, weil man unbedingt die 2. Kreisklasse wieder erreichen will. SpV Herne 16 2.— Union Recklinghausen Res. 1:0. Weitere Ergebnisse. Schwal z=Weiß Essen—.:V Karlsruhe 4:4 Arminia Bielefeld— Duisburg 08 1:1 Münster 08— VfL Benrath 4:3 Arminia Marten— Buer=Hassel 2:1 Brambauer 13— SuS 13 Recklinghausen 1:0 MBV Linden— SBg Herten 4:4 Preußen Münster— Hamborn 07 4:5 Westfalia Bochum— BfB Speldorf 1:4 Jortuna Düsseldorf— Dresdner SC 3:0. Der Dresdner SC, der nach längerer Pause wie der einmal bei Fortuna Düsseldorf zu Gast war, mußte am Samstagabend in seinem ersten Kampf der Westdeutschlandreise eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Dresden war bis auf den Rechtsaußen Schlösser in stärkster Aufstellung erschienen, während Fortuna den verletzten Halbrechten Wigold durch Czaika ersetzt hatte. Die 3000 Zuschauer, die sich trotz des unsicheren Wetters eingesunden hatten, waren von den Leistungen nicht begeistert, da man beide Mannschaften schon in besserer Form gesehen hat. Handball BfL-Jalkenhorst Herne— Turnklub Wanne 1:12. Einen bösen Hereinfall erlebten die Horsthauser Handballer, welche sie sich mit einer buntgemischten Mannschaft aus Fuß= und Handballern diesem guten Gegner stellten. So kam es denn auch, wie es kommen mußte, der Gast fand eine schwache Abwehr und mühelos kam er dann auch zu Toren. Da bei den Horsthausern kaum Leute der 1. Handballelf tätig waren, konnten sie dem Torhunger der Wanner keinen Einhalt gebieten und erlebten eine Niederlage wie seit Jahren nicht mehr. 5 Jahre SC.„Wasserfreunde Herne=Sodingen Vereinsmeilterichatten des SC„Wallertreunde“ und Klubkämpfe 66 es ihnen auch, durch zwei Tore die Niederlage ertrag; diente Ausgleich erspart. Das Erfreutichste aber ist, om Zweigkanal fanden gestern nachmittag die licher zu gestalten, weil die Herner nicht mehr mit daß der Sportverein Sodingen wieder dem notigen Ernst bei der Sache waren. II I E. 9i. Jich. 5n. tn.#i..f#fanal vor ihrem Klubhaus, verbunden mit anschlie dem nötigen Ernst bei der Sache waren Tags zuvor besuchten die Westfalen die Sportfreunde in Schwerin, wo sie mit sieben Spielern aus der 2. Mannschaft antraten, dort aber stark genug waren, um mit 6:4 Sieger zu bleiben, nachdem es bereits bis zur Pause 4:1 für die Herner gelautet hatte. Dabei spielte auf Schweriner Seite der in letzter Zeit überreichlich viel diskutierte Garske mit, aber auch er konnte die Schweriner Niederlage nicht aufhalten. SC Constantin— SC Germania 1:3(0:3). sche auf den Rlan erschien und für die Meisterschaft genden Klubkämpfen, statt, die zwischen den„Wassergerüstet sein wird, wie es auch die Wanner bereits freungen: Meptun“ Herne,„Hellas“ Rauxel und — m 5 Mane 11 2 2.2 ldem„Turnerbund“ Baukau ausgetragen wurden. Der Topngen; T.,Mo g#.# Jad#.# Wettergott war gnädig und verschonte die von zahlSp. Sodingen 1. Jgd.— Hansa Herne 1. Jgd. v.: reichen Wassersportanhängern besuchte Veranstaltung Schrar, Weit Prne.— Lurierk, Monn..,“ asprache, Den, Kampserfanf und posesch, Unerzaul. Sehr gut führten sich die Schwarz=Weißen auf tungsmusik. Für die Austragung der Kämpfe hatte ihrem neuen Gelände, dem früheren Elmarplatz, ein. der technische Leiter Willi Zautke alle Vorbereitungen getroffen, so daß die Programmfolge reibungslos abgewickelt werden konnte. Sein Bruder dagegen wartete mit einem humoristischen Raketenboot auf. Die Veranstaltung wurde durch den Vereinsvorsitzenden Johannes Müller eröffnet, der auf das fünfjährige Bestehen hinwies. Der Verein sei stolz, tüchDie herrliche Spielfläche lag den Hernern besonders. Das Ergebnis besagt genug, es kommt ziemlich überraschend, denn die Turner waren immer sehr gefürchIhr zweites Spiel, das die Germanen anlaßlich tet. aver aegen die Hochform der Herner hatten sie des Aufstiegs ihres Gastgebers in Herne=Mark aus= wenig zu bestellen. Schwarz=Weiß bewies erneut, daß trugen, konnten die Rotweißen siegreich gestalten. Ihr ihre jetzige Form die rechte ist, um ohne Sorgen in Sieg stand n. auger Frage. Der Gastgeber, der sich die Meisterschaft gehen zu können. Der Sturm schoß tige Schwimmer in seinen Reihen zu haben, unter aus allen Lagen, der Lauf baute sehr gut auf und eine solide Hintermannschaft gab den nötigen Rückhalt. Mit dieser Mannschaft wird jeder Meisterschiftspartner zu rechnen haben, wenn man diese solide, faire Spielart beibehält. Schwarz=Weiß 2.— Turnklub Wanne 2. 3:2 Schwarz=Weiß 2.— BfB Börnig 2. 3:2(Samstag). Spy Welper— BV Herne-Süd 3:2(0:0). Am gestrigen Tage erledigten die Süder ein zweites Spiel und weilten in Welper an der Ruhr. Wieder war man gezwungen, einige Ersatzleute einzustellen, dennoch hielt man sich in der ersten Halbzeit sehr gut, trotzdem man durch Verletzung einen Spieler verloren hatte. Mit 0:0 ging es in die Pause. Durch eine Fehlentscheidung des Leiters kamen die Gastallerdings große Mühe gab, kam an das Können der Herner nicht heran. Vor dem Spiel überreichte der Vorstand der Germania den Märkern einen Blumenstrauß und einen Wimpel, und der Vereinsführer Ueter beglückwünschte die Mannschaft zu ihrem Erfolge. Leider war diesem Spiel kein gutes Wetter beschieden, aber trotzdem hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden, die sich auch durch den einsetzenden Regen nicht verscheuchen ließen. Germania hatte Anstoß und kam gut durch, so daß die ersten Augenblicke schon recht böse für Constantin aussahen. Eine sichere Gelegenheit verpaßte Piontek im Uebereifer. Allmählich hatte sich der Sturm des Gastgebers gefunden und ging zum Angriff über. Aber nur wenige Minuten dauerte es, bis die 1:0Führung für Germania erreicht war. Rechtsaußen Neumann zeigte sich bei einer Linksflanke auf dem Posten und erzielte das erste Tor. In den weiteren Minuten arbeitete der rotweiße Sturm sehr produktiv. Die Märker mußten nun zahlreich verteidigen. Neumann erzielte ein weiteres Tor, welches aber nicht anerkannt wurde, da er in Abseitsstellung geraten war. Ueberhaupt waren jetzt die Flügelleute Nitsch und Neumann diejenigen, die mit Willenberg dem Constantiner Schlußdreieck schwer zu schaffen machten. Skiba und Schnake bauten gut auf und Neumann schoß noch ein Tor, das aber, obschon es diesmal kein Abseits war, ebenfalls keine Anerkennung fand. Im Gegenangriff unterband Jungfleisch ein### um Ar 1# 2 mut sicheres Tor durch sein gutes Stellungsspiel. Kaiser,] Nachdem nun der große Reichswettkampf der EA, der vorgestern den Angriff führte, sorgte für die 2:0=Füh der auch in Herne mir äußerstem Kräfteeinsatz durch rung. Und kurz vor der Pause ließ derselbe Spieler geführt wurde, seinen Sinn und Zweck vollends erfüllt nochmals einen seiner Bombenschüsse los und erzielte, hatte, wartete gestern nachmittag die Standarte 457 für den Schlußzmann unhaltbar, den dritten Treffer. mit einer großen Schwimmveranstaltung auf. Der Nach dem Wechsel drehte sich das Bild. Die Con= Wettergott, der tagszuvor und in den frühen Sonnstantiner fanden sich jetzt besser und erzielten mehrere tagsvormittagsstunden die fast unerträgliche Hitze Ecken. Aus einer solchen vermochten sie den Ehren= mächtig durch starke Regengüsse abgekühlt hatte, sorgtreffer zu erzielen, den Jungfleisch, da er auf seines te am Nachmittag dafür, daß der Veranstaltung ein verletzte Hand fiel, passieren lassen mußte. Die Mär= Massenbesuch im Sommerbad beschieden war. Es ker legten sich jetzt mächtig ins Zeug, aber eisern stand pilgerten etwa 5000 sportbegeisterte Schwimmfreunde die rotweiße Deckung. Willenberg und Nitsch kamen zu der herrlichen Stätte, um Zeuge der Leistungen nochmal chancenreich zum Schluß, aber Constantins der SA=Männer zu werden. Eingangs der Veran ihnen seien 50 Rettungsschwimmer, 18 Inhaber des Leistungsschwimmscheines, 32 des Grundscheines und 3 seien Lehrscheinanwärter. Man habe die Parole, keine Rekordhascherei zu betreiben, stets in die Tat umgesetzt und die Gunst der umliegenden Stadtteile sei daher heute dem Verein sicher. Die Polizei und Kanalverwaltung hätten dem Verein den ehrenvollen Auftrag der Einrichtung einer Rettungswache übertragen, den er verwirklicht habe. Er heiße nunmehr die befreundeten Vereine„Hellas" Rauxel,„Neptun“ Herne“, und den Baukauer„Turnerbund“ herzlich willkommen und hoffe, den Besuchern schöne Schwimmvorführungen bieten zu können. Es begannen dann die Schwimmwettkämpfe, zunächst die der Schwimmer der„Wasserfreunde" unter sich. Der Kampf um die Vereinsmeisterschaften in den SA=Schwimmveranstaltung im Sommerbad Eine zugkräftige Werbung für den Schwimmlport— Falt 5000 Menichen waren begeitert von den Leiltungen der SA-Männer Hüter hielt beide Bälle recht sicher. Vorher Constantin 1. Jgd.— Germania 1. Jgd. 3:1. Germania Hagen=Boelerheide SC Germania Herne 4:6(2:4). Bericht folgt morgen. BV Herne-Süd— Fortuna Herne 1:1(Sa) abgebr. An den Flottmannwerken gab es Samstag ein schönes Fußballspiel, denn die Fortunen entpuppten sich als ebenbürtiger Geguer und lieferten den Platzherren erbitterten Widerstand. Schier unüberwindbar war die Hintermannschaft der Fortunen, der gute Sturm von Herne=Süd biß sich die Zähne daran aus. Nicht schlecht war aber auch die Hintermannschaft der Süder, sie leistete ebenfalls ganze Arbeit. Das Spiel bot zu jederzeit gute Momente und hatte ein unheimliches Tempo. Man glaubte schon Zeuge eines Meisterschaftsspiels zu sein. Man kann getrost behaupten, daß beide Mannschaften nach den gebotenen Leistungen des Samstagsspiels für diese Spiele gerüstet sind. Unter guter Schiedsrichterleistung nahm das Spiel mit dem 1:1=Ergebnis ein verfrühtes Ende, denn es mußte wegen Dunkelheit 25 Minuten vor Schluß abgebrochen werden. BU Herne.Süd A. H.— Fortuna A. H. 2:1. Die Alten Herren der Süder waren glücklicher als ihre erste Mannschaft. Sie blieben nach einem schönen Spiel knapper Sieger über Fortunas alten Jahrgang, welcher alles versuchte, ein Unentschieden herauszuholen. Rasensport Wanne— Viktoria Herne ausgefallen. Das für Samstag abend vereinbarte Spiel fiel wegen Regens aus. Fortuna Herne 1.— Teutania Riemke 1. 2:1(2:2). Für die in letzter Stunde absagenden Souerländer sprang Teutonia Riemke ein und zeigte auf dem Fortunenplatz ein klassiges Spiel. Mit beiderseitigem ungeheurem Tempo begann das Spiel, und es dauerte nicht lange, da lag Fortuna in Führung. Der Halblinke verwandelte einen Freistoß. Beide Gegner waren sich immer noch vollständig ebenbürtig, technisch staltung begrüßte der Standartenführer Scheunemann die zahlreichen Vertreter der Partei, der Stadtverwaltung, der Industrie usw. Ganz besonders galt sein Gruß dem Oberbürgermeister Meister. Ebenso fand er anerkennende Worte für den überaus starken Besuch seitens der Bevölkerung. In kurzen und markanten Worten hob er die Bedeutung des Schwimmsports für den SA=Mann und dem nationalsozialistischen Deutschland hervor. Mit dem 100=Meter=Brustschwimmen nahm die Veranstaltung ihren Anfang. Die besten SA=Männer der Sturmbannen 1, 2. und 3 der Standarte 457 maßen ihre Kräfte in den verschiedensten Wettkampfarten. Die beste Zeit schwamm über 100 Meter Brust Lindemann vom Stab des Sturmbanns 1•457. Großen Heiterkeitserfolg erzielte das römische Wagenrennnen. Drei„Wagen“, jeder mit 6 Mann besetzt, versuchten schnell das naße Element zu durchschwimmen Im toten Rennen landeten die Sturmbanne I und II. während Sturmbann III den 2. Platz belegte. Ebenso wurde die 4mal 50 Meter Umziehkleiderstaffel vom Publikum mit großen Lachsalven aufgenommen. Sieger wurde der Sturmbann I. Das 100Meter=Rückenschwimmen sicherte sich nach hartem Kampf Mehrkühler vom Sturm 2•457 vor Vogt Sturm 6•457. Recht spannend wirkte auf die Aktiven und Zuschauenden die große 10mal 50=Meter=Staffel um den Pokal des Schwimmvereins Wiking, der durch diese Stiftung das Zusammengehörigkeitsgefühl von SA und Schwimmverein äußerlich bekundete. Sieger in diesem Kampf blieb der Sturmbann 1. in 7.17 Minuten, so daß die schöne Siegestrophäe in Herne blieb. Den zweiten Platz holte der Sturmbann 2 (Wanne) vor dem Sturmbann 3(Bochum=Gerthe). Die Plakette der Stadt Herne errang im Natrauillen=mmimmen der Sturmbann 1 unter Leitung des Führers Büttner. In voller Dienst kleidung entledigten sich Führer und 10 SA Männer dieser Uebung. Mit dem Kommando„Los“ entkle deten sich die Männer und der Dienstanzug wurde in eine Zeltbahn geschnürt und dann ging es durch das kühle Naß. Nach dem Durchqueren des Bassins ging es in lebhaftem Tempo wieder ans Ankleiden. Hie: bei spielten sich von den Zuschauern lebhaft aufgenommene heitere Szenen ab. Mancher SA=Mann hatte statt trockene, naße Kleider durchs Bassin getragen. Jedenfalts vermittelte diese Programmfolge ein überzeugendes Bild von echter Kameradschaft. Mut und Selbstüberwindung zeigten die Sprünge vom Drei= und Fünfmeterbrett, sowie die Sprünge vom 10=Meter=Turm in feldmarschmäßiger Ausrüstung. Das Streckentauchen gewann Vogt vom Sturm 6/457 mit 40 m in 36.1 Sekunden. Der schnellste SA-Mann über 100=Meter=Kraulschwimmen war Wohlgemuth vom Sturm 8/457 in 1:19,6 Sek. Während der Veranstaltung war der Musikzug der SA=Standarte 457 unter Leitung des Sturmführers Krogul mit flotten, schneidigen Märschen eine freudige Musikspenderin. Am Schluß der Veranstaltung überreichten der Standartenführer Scheunemann dem Sturmbann 1 den Pokal und das Stadtoberhaupt Meister der tapferen Patrouillenschwimmstaffel die Plakette der Stadt Herne als äußeres Zeiken der Anereknnung für die prächtigen Leistungen. Ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer und Deutsch= sand sowie das Singen der Nationalhymnen bildeten den Abschluß der gutverlaufenen Veranstaltung. Ergebnisse der Wettkämpfer 100-Meter-Brustschwimmen: 1. Lindemann, Sturmbann 1/457, 1:43,2 Sek. 2. Mehrkötter, Sturm 2/457, 1:43.3 Sek. 3. van Esser, Sturm 12/457, 1:45,3 Sek. 4mal 50 Meter Umziehkleiderstaffel: 1. Sturmbann 11457. 2. Sturbann 2/457. Römisches Wagenrennen: 1. Sturmbann 11457. 2. Sturmbann 2 457. 3. Sturmbann 3•457. 100 Meter-Rückenschwimmen: 1. Mehrkühler, Sturmbann 2·457, 1:41,2 Sek 2. Vogt, Sturmbann 6/457, 1:41,3 Sek 3. Winzer, Sturmbann 40/457, 1:52,5 Sek. 10mal 50 Meter(Um den Wiking-Pokal): 1. Sturmbann 11457 7:17 Minuten. 2. Sturmbann 2·457 7:47,4 Minuten. 3. Sturmbann 3·457 8:54 Minuten. Patrouillenschwimmen um die Platette der Stadt Herne: 1. Patrouille Büttner, Sturmbann 11457. Streckenlaufen: 1. Vogt, Sturmbann 6/457, 40 m. 36.1 Sek. 2. Darfeld, Sturmbann 45/457, 32 m, 29.1 Sek Schnöring, Sturmbann 1/457, 23 m. 25,0 Sek. Kraulschwimmen 100 Meter: Wohlgemuth. Sturmbann 8/457, 1:19.6 Sek 2. Mehrkühler, Sturmbann 2°457 1:25 Sek. Wasserballspiel: Sturmb. 1(Herne) gegen Sturmb. 2 Wanne) 2:1. einzelnen Schwimmarten wurde fair und mit Eifer durchgeführt. Man muß sagen, daß die„Wasserfreunde" in bezug auf eine hoffnungsvolle Nachwuchsjugend im Vordergrunde stehen. Diese Jugend zeigte sich durchtrainiert und holte gute Zeiten heraus. Willi Zautke kann als technischer Leiter stolz auf seine Schwimmerinnen und Schwimmer sein. Ebenso fair wurden dann auch die Klubkämpfe der obengenannten Vereine durchgeführt. Wir bringen für heute die Resultate der Vereinsmeisterschaften, die der Klubkämpfe folgen in der morgigen Ausgabe. Die Ergebnisse. Mädchen-Brustschwimmen, 50 Meter: 1. Gertrud Gollon 47,2; 2. Edith Jax 53,6; 3. Hilde Niesel 55 Sek. Knaben-Brustschwimmen, 50 Meter: 1. Ewald Teufert 47; 2. Rolf Brenck 47,4; 3. Heinrich Moldenhauer 49,1 Sek. Herren= Jugendbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Ewald Ost 1,33,1; 2. Ferdinand Kersting 1,39,4; 3. Paul Sigmund 1,40,3 Min. Herren- Jugendkraulschwimmen, 100 Meter: 1. Heinz Kopetz 1,13,3; 2. Heinz Kuhlebert 1,34,2 Min. Damen-Jugendbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Else Beckmann 1,50,4 Min.; 2. Elfriede Tjaden 1,54,3 Min. Herren= Kraulschwimmen, 100 Meter: 1. Erich Rupirtta 1,19,6; 2. Erich Eibner 1,20 Min. Herren- Jugendrückenschwimmen, 100 Meter: 1. Heinz Kopetz 1,42; 2. Ferdinand Kersting 1,58,6 Min. Herren-Brustschwimmen, 100 Meter: 1. Fritz Göbel 1,34; 2. Hans Müller 1,42,8; 3. Bernhard Poschlod 1,48,4 Min. Alle-Herren-Brustschwimmen, 50 Meter: 1. Arthur Jonas 52,5; 2. Josef Stegmann 54,8 Sek. Herren-Tauchen, 25 Meter: 1. Karl Schmidt 22,5; 2. Hans Müller 23 Sek. Klubkämpfe. Mädchen-Brustschwimmen: 1. Slomnik 49,8(Neptun); 2. Ziggert 56,2(Neptun). Knaben-Brustschwimmen: 1. Bickner 46,2(Neptun); 2. Rudolf Heß 47,1(Hellas); 3. Hans Maleska 47,2(Hellas). Die weiteren Staffelkämpfe bringen wir morgen. Aus amtlichen Bekanntmachungen In unser Handelsregister Abt. A ist am 19. August 1935 unter Nr. 723 die Firma Fritz Brune in Herne neu eingetragen worden. Alleiniger Inhaber ist der Kaufmann Fritz Brune in Herne, Steinweg 11. Der Ehefrau Fritz Brune, Hetti geb. Fischdick in Herne, ist Prokura erteilt. 12240 Amtsgericht Herne. Jäglich nehmen unsere Geschäftsstellen, sowie unsere Botinnen das Abonnement auf den Herner Anzeiger entgegen. Eine gute Tageszeitung ist für jeden unentbehrlich! Der Herner Anzeiger unterrichtet Sie über alle wichtigen lokalen und politischen Ereignisse schnell und zuverläsig. Geringer Bezugspreis; halbmonatlich nur M. 1.08. Einwöchige Probelieferung kostenfrei! Bestellschein Dem Boten übergeben oder der Geschäftsstelle Hermann-Göring=Straße 8 einsenden. 3 1. Herr 0 Beruf: Wohnung: bestellt hiermit den Herner Anzeiger.— Mitlieferung der Wochen-Allustrierten„Der Feuerreiter“ zum Sonderpreis von 7 P. je Nummer ist erwünscht— nicht erwünscht. Bitte an Bekannte weitergeben! * vort-Rundschau zum Hernee Anzeiger Montag, den 26. August 1933 Finnland schlägt Deutschland 105,5.99,5 Ein schwerer Kampf vor 15000 Zuschauern Vier neue deutsche Rekorde in Helsingfors 7 Deutschlands Pech in den technischen Konkurrenzen Nur vier Punkte Unterschied Der erste Tag des zweiten Leichtathletikländerkampfes zwischen Deutschland und Finnland wurde in der finnischen Hauptstadt bereits zu einem großen Ereignis. Nicht weniger als 15000 Zuschauer füllten das weite Rund des Tiergartensportplatzes, wobei man auf den Tribünen unter den zahlreichen Ehrengästen den Kultusminister Mantere, den Vertreter des Auswärtigen Amtes. Yöntil, den Präsidenten des Finnischen Olympiade= lomitees, Levalathi, sowie General Oestermann bemerken konnte. Die deutsche Kolonie war etwa 500 Mann stark vertreten, an der Spitze die gesamte deutsche Gesandtschaft mit dem Gesandten von Blücher. Von 30 Masten grüßten die Landesflaggen der beiden Nationen, wie auch sonst der Empfang überaus herzlich war Unter großem Jubel betraten bei etwas kühlem Wetter die beiden Mannschaften das Stadion; von der deutschen Kolonie mit lautem Beifall begrüßt wurde unsere Vertretung in ihren braunen Olympia=Trainingsanzügen mit dem silbernen Hoheitsabzeichen auf der Brust, die Finnen in blau mit großen Buchstaben Suomi. Das Musikkorps der„weißen Garde“ spielt die beiden Nationalhymnen, dann beginnen nach kurzer Begrüßung der beiden Mannschaftsführer Sievert und Pörhölä die Kämpfe, die den Finnen nach den neun Uebungen des ersten Tages eine klare Führung mit 52¼:43½ Punkten brachten. Wie groß in den Spezialkonkurrenzen der Finnen ihre Ueberegenheit war, beweist auch die Tatsache, daß wir bei neuen Rekorden im Hammerwurf und 10000=Meter=Lauf doch nicht über die beiden letzten Plätze hinauskamen. Etwas überraschend kam das hervorragende Abschneiden von Suomi in den technischen Uebungen, obwohl wir im fremden Land auf solche Leistungen gefaßt sein mußten. Der erste Tag Leichum vor Borchmeyer Der Auftakt war zwar für Deutschland vielversprechend, denn in der kurzen Sprintstrecke kamen wir zu dem erwarteten Doppelerfolg. Leichum nahm auch hier Revanche für seine Meisterschaftsniederlage und siegte in 10.9 Sekunden auf noch weicher Bahn vor Borchmeyer und den beiden Finnen. Leichum hatte den besten Start, sein Sieg war nie gefährdet, während Borchmeyer als Letzter abkam und sich zum Schluß immer noch des besten Finnen, Tammisto, erwehren mußte. Deutschland führte 8•3. haag trotz Rekord nur Dritter Die 10000 Meter zeugten erneut von der unerreichten Klasse der finnischen Langstreckler, die vom Start bis zum Ziel in schnellem Tempo ihre Runden liefen und in glänzenden Zeiten siegreich blieben. Nach halber Strecke war Kelm dem Tempo nicht mehr gewachsen Haag hielt sich lange ausgezeichnet, mußte aber zum Schluß doch die Finnen ziehen lassen. Salminen siegte in 30:38,2 Minuten(!) vor Askola, der dichtauf in 30:38,4 Minuten durchs Ziel ging. Haag lief mit 81:00,7 Minuten einen neuen deutschen Rekord heraus, kam aber nicht über den dritten Platz hinaus. Finnland vergrößerte seinen Vorsprung auf 25:19 Punkte. Scheele vor Wegener Einen schönen deutschen Doppelerfolg gab es dann aber über 400 Meter Hürden. Scheele siegte in 54,2 Sekunden, und auch Wegener konnte in 54,4 Sekunden noch den besten Finnen Nora auf den dritten Platz verweisen. Nuortio, der für den erkrankten A. Järvinen startete, kam hier nicht mit und wurde nur Letzter. Finnland führte mit 28:27 Punkten. Lindroth vor Müller Während unser Meister Müller im Stabhochsprung mit 3,90 Meter nicht ganz sein gewohntes Können erreichte, war der Finne Lindroth in Bestform. Mit genau 1 Meter sicherte er Finnland einen äußerst wichtigen Sieg, wie auch Reinikka den Breslauer Hartmann e 3.80 Meter zur Punkteteilun seinen Vorsprung wieder au zudehnen vermocht. mit ng zwang. Finnland hatte uf 34½:31½ Punkte ausBlask wirft als Dritter Hammerrekord Die zweite Konkurrenz, das Hammerwerfen, sah dann — und wiederum programmgemäß— die beiden Finnen in Front, die somit sogleich den deutschen Vorsprung aufgeholt hatten. Der finnische Mannschaftsführer erreichte ie vorzügliche Weite von 53,30 Meter und siegte ganz überlegen vor seinem Landsmann Hannula mit 51,93 Meter. Blask zeigte eine weitere beträchtliche Formverbesserung und kam zweimal über die 50=Meter=Marke: mit 50.44 Meter stellte er einen neuen deutschen Rekord auf. Becker kam mit 47,11 Meter nicht ganz mit. Teileri vor Lang und Fink Einen äußerst interessanten Verlauf nahmen die 800 Meter. Nach wechselvoller Führung in der ersten Runde hatte Teileri zu Beginn der Schlußrunde die Führung vor seinem Landsmann Larva und unseren beiden Mittelstrecklern Lang und Fink. Noch vor der letzten Kurve konnte aber Larva dem scharfen Tempo nicht mehr ganz folgen, sodaß sich unsere beiden Württemberger vor dem Olympiasieger auf den zweiten und dritten Platz vorschoben. Im Endspurt war aber Teileri nicht zu schlagen der in 1:52,8 Minuten sicher gewann. Fink und Lang folgten dicht beisammen, Lang in 1:53,8 als Zweiter, kann gesagt werden, daß unsere Mannschaft sich prächtig nur zweizehntel Sekunden zurück Lang. während Larva geschlagen hat. Sie war mehr als einmal daran, den erst nach 1:56,8 Minuten einkam. Finnland übernahm Sieg an sich zu reißen, doch diesmal entschied das nit 17:16 Punkten die Führung. Schlachtenglück gegen uns. Zu den bereits am ersten Kotkas vor Schröder Wie schon im Stabhochsprung, so gingen auch im Diskuswerfen die deutschen Hoffnungen nicht ganz in Erfüllung. Schröder bewies zwar mit 46,71 Meter, daß er wieder im Kommen ist, aber das reichte gegen Kotkas nicht zum Siege aus, der hier mit 48,43 Meter erfolgreich war. Da Sievert mit 45,35 Meter noch knapp hinter Kenttä(45,93 Meter) nur auf den letzten Platz kam, führten die Finnen mit 41¼:35½ Punkten Doppelsieg der Finnen im Dreisprung Klar trat die finnische Ueberlegenheit dann wieder im Dreisprung zutage, der vom Sonntag auf den Samstag vorverlegt worden war. Rajasaari blieb mit 15,28 Meter klar über dem deutschen Rekord, den Soumela mit 14,98 Meter auch noch beinahe erreichte. Joch(14,66 Meter) und Drechsel(14,36 Meter) mußten sich mit den letzten Plätzen begnügen, wodurch Finnlands Vorsprung auf 49½:38¼ Punkte-vergrößert wurde. Zum Abschluß deutscher Stafselsieg Die abschließende 4=mal=100=Meter=Staffel brachte Deutschland noch einen erwarteten Sieg. In der Besetzung Leichum, Hornberger, Borchmeyer, Neckermann waren wir vom Start weg in Führung und siegten mit über acht Meter Vorsprung in 41.3 Sekunden vor den Finnen P. Virtanen. Tammisto. Rintala, Sariola, die 12,1 Sekunden benötigten. Finnland blieb aber nach den neun Uebungen des ersten Tages mit 522:43¼ Punkten in sicherer Führung. Der zweite Tag Der große Leichtathletikländerkampf zwischen Deutschland und Finnland, der zwei Tage die Hauptstadt Finnlands beherrschte, ist aus. Deutschland hat das zweite Treffen mit 4 Punkten Unterschied ganz knapp verloren, und die Finnen haben Genugtuung erhalten. Dennoch Deutschland—Polen 60,5:38,5 Der Leichtathletik=Länderkampf in Dresden 7 Neuer Weltrekord von Gisela Mauermeyer Einen großartigen Erfolg konnten die deutschen Leicht= Die Polinnen konnten ebenfalls zwei neue Landesrekorde athletinnen in Dresden davontragen. Sie siegten im erzielen, und zwar über 80 Meter Hürden durch Frl. zweiten Länderkampf gegen die starken Polinnen über= Freiwald in 12,2 und durch Frl. Krasniewska im Speerlegen mit 601.:38, Punkten und setzten damit ihre wersen mit 41,38 Meter. Von den neun Wettbewerben ununterbrochene Siegesserie fort. Damit stellen sie sich ihren deutschen männlichen Sportkameraden würdig zur Seite, die bis Jahresfrist ebenfalls ungeschlagen waren Im Dresdener Ostragehege hatten sich bei etwas zu warmem Wetter knapp 12000 Zuschauer eingefunden. Unter Führung der polnischen Weltrekordlerin Stella betraten Wersen nir 21.o0 Vrter. Von ben neun Werlorwerden gewannen die deutschen Frauen allein sechs, viermal belegten sie die beiden ersten Plätze. Eine vorzügliche Leistung vollbrachte auch die Danzigerin Göppner im Weitsprung, wo sie mit 5,89 Meter nur zwei Zentimeter hinter der deutschen Bestleistung zurückblieb. Giesela Mauermeyer kam im Kugelstoßen zu ihrem zweiten ErWalsh betraten zuerst die Gäste den Platz, dann folgten folg, den sie mit 13.64 Meter ganz überlegen gewann unter lebhaftem Beifall die deutschen Mädel, geführt von Ein großes Rennen lieferten die beiden deutschen Hürdender Dresdenerin Käthe Kraus. Der Kreissportwart be=läuferinnen. Steuer=Duisburg kam in 11,9 dem deutgrüßte die beiden Mannschaften und sprach die Hoffnung schen Rekord sehr nahe. Deutschland hat durch diesen aus, daß der Kampf dazu beitragen moge, die Frauen= zweiten Sieg die größeren Aussichten, den von dem leichtathletik so zu fördern, daß in Zukunft niemand mehr polnischen Botschafter in Berlin gestifteten wertvollen daran denke. die Frauenwettbewerbe bei den Olympischen[Wanderpreis im nächsten Jahre endgültig zu gewinnen. Tage aufgestellten zwei neuen deutschen Rekorden kamen am Sonntag noch zwei weitere dazu. Imponierend vor allem der prächtige Speerwurf von Gerhard Stöck, der mit einer Weite von 73,96 Meter auf der Welt nur noch von dem sinnischen Rekordmann M. Järvinen übertroffen wird. Großartig auch die neue deutsche Höchstleistung von Woellke=Berlin im Kugelstoßen mit 16,15 Meter, die zugleich einen neuen Europarekord bedeutet. Doch nun zu den Kämpfen des Sonntags, die vor wiederum 15000 Zuschauern im Tiergarten=Sportplatz abgewickelt wurden. Das gleiche farbenfrohe Bild wie am Samstag, wenn auch das Wetter nicht so hervorragend war; kurz vor Schluß der Wettkämpfe begann es sogar zu regnen. Finnlands, führende Männer der Politik, Wehrmacht und des Sportes hatten auch am Sonntag ihre Plätze eingenommen, ebenso war wieder der deutsche Gesandte von Blücher erschienen. Der erste Teil des Länderwettstreites hatte am Samstag mit der Führung der Finnen von 52,5:43,5 Punkten geschlossen, doch der 200-Meter=Lauf mit dem am Sonntag der Kampf fortgesetzt wurde, brachte Deutschland den Gewinn von acht kostbaren Punkten. Neckermann und Borchmeyer gewannen das Rennen sicher vor den beiden Finnen, wobei der Deutsche Meister Neckermann als Sieger hervorging. Tammisto, als der Bessere der beiden Finnen, erwies sich auch über die längere Strecke nicht so schlecht als erwartet. Finnland führt nur noch mit 55,5:51,5 Punkten. Siöstedt Ueberraschungssieger über 110 Meter Hürden das kam selbst den Fachleuten unerwartet. Meister Erwin Wegener hatte bis 75 Meter noch klar vor Welscher und Sjöstedt geführt, als er strauchelte und dadurch kostbaren Boden verlor. Der alte finnische Meister siegte in 14,6 vor Welscher und Wegener. Bemerkenswert ist, daß der Lauf über die alten Hürden ausgetragen wurde. 61,5:56,5 Punkte für Finnland. Nach den 400 Meter war der Gleichstand erzielt Hamann und Metzner wurden von ihren finnischen Gegnern nie ernstlich gefährdet. Hamann siegte in 48,8, Metzner hielt die finnischen Gegner Räkkölainen und Mäkinen sicher nieder. Zum ersten Male hatte Deutschland mit 64,5:64,5 Punkten den Vorsprung Finnlands aufgeholt. Leichum siegt im Weitsprung Unsere Hoffnungen schnellten höher, als Unteroffizier Leichum im Weitsprung mit der samosen Weite von zi 7,59 Meter den deutschen Sieg in dieser Konkurrenz sicher. tellte. Long lag mit 7,30 Meter nahezu unerreichbar auf dem zweiten Platz, als Tolamo in seinem letzten Sprung den Deutschen um 2 Zentimeter übertraf. Deutschland lag mit 70,5:69,5 Punkten knapp in Front, aber die Finnen arbeiteten sich im Speerwersen wieder vor. obwohl Stöck einen glänzenden Rekord aufstellte. Sein zweiter Wurf landete bereits bei 73,96 Meter, nachdem M. Järvinen 74.30 Meter vorgelegt hatte. Der Deutsche kam auch mit seinen folgenden Würfen ständig über 70 Meter, während der Finne seine einzige gute Leistung später nicht mehr annähernd erreichte. Meister Weimann war schwächer als sonst und mußte sich von Sippala um gut zwei Meter geschlagen bekennen. Trotz Schaumburgs glänzenden Sieg über 1500 Meter in 3:54,5 vor dem Finnen Teilert in 3:54,7 behauptete der Gegner im Gesamtergebnis weiter die Spitze. Das Rennen war das schönste des Tages. Die 800 Meter wurden von den vier Läufern nach abwechselnder Führung in 2:07,5 zurückgelegt. Teileri stieß in der Zielkurve vor und gewann einen kleinen Vorsprung. Schaumburg kämpfte sich aber heran und rang auf den letzten 30 Meter in einem erbitterten Endkampf den Finnen nieder. Der gleiche Zweikampf spielte sich hinter diesen beiden ab. Böttcher und Iso=Hollo gingen in gleicher Höhe und in der gleichen Zeit durchs Ziel, aber die Richter setzten den Finnen auf den dritten Platz. Das Pech unserer Hochspringer besiegelte dann unsere Niederlage. Die an das kühlere Wetter gewöhnten Finnen störte der einsetzende Regen weniger als unsere Mannschaft. Kotkas kam als einziger über 1.95 Meter. Diese Höhe rissen Weinkötz und Martens ganz leicht. Da auch Peräsalo nur 1,93 Meter übersprungen hatte, wurden die Punkte vom zweiten bis vierten Platz geteilt. Woellkes Rekordwurf von 16.15 Meter im Kugelstoßen gab zwar wieder eine kleine Hoffnung, die Finnen brachten jedoch durch Bärlund mti 15.74 Meter und Kuntsi(15,40 Meter) vor Stöck(14,74 Meter) die wertvollen Punkte an sich, sodaß ein Punktvorsprung für sie übrig blieb. Die 5000 Meter beherrschten die Finnen Lehtinen und Virtanen, die in 14:51,9 geschlossen das Zielband durchliefen. Syring hielt sich tapfer, fiel aber nach 300 Meter, die in 8:51 bewältigt wurden, zurück, nachdem Schönrock schon früher den Anschluß verloren hatte. Der Deutsche Meister lief mit 15:07,9 immer noch eine sehr gute Zeit heraus. Auch die überlegen gewonnene 4-mal-400-Mtr.=Stassel konnte den Punktevorsprung der Finnen nicht mehr ausgleichen. Hamann ging hier mit 8 Meter Vorsprung in 3:17,4 vor Finnlands Schlußläufer Räkkölinen durchs Ziel. Damit stand das Gesamtergebnis der Finnen mit 103,5:99,5 Punkten vor Deutschland fest. Der Große Preis der Schweiz Vier deutsche Wagen an der Spitze 7 Glänzende Revanche Zum ersten Male nach dem sensationellen Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring trasen die Spitzenfahrer Europas am Sonntag beim zweiten Großen Preis der Schweiz wieder auseinander. Für unsere Mercedesund Auto=Union=Fahrer galt es. Revanche zu nehmen und die eigene Ueberlegung wieder zu beweisen. Das glückte voll und ganz. Vier deutsche Wagen, je zwei unserer beiden großen Werke, belegten die ersten Plätze. Nuvolari auf Alsa Romeo wurde mit einer Runde Abstand nur Fünster. Die Strecke führte über 7.28 Klm. durch den Bremgarten, hart an den Toren der Stadt Bern. Asphaltbelag und Kleinpflaster wechselten, mehrere leichte Kurven. zwei rechtswinklige und eine Spitzkehre lösten kurze Graden ab. Leichte Steigungen und natürlich auch Gefälle erhöhten die Schwierigkeiten. Wohl ist die Straße durchschnittlich sehn Meter breit. aber anscheinend doch nicht in idealer Versassung, das erfuhr Hanns Geyer schon beim Trainina. Nach den letzten Berichten befindet er sich wieder weit besser. Beim Rennen selbst stürzte Chiron in der neunten Runde und gab leicht verletzt aus. Der Ungar Hartmann wurde in der 26. Runde hinter den Tribünen hinausgetragen und schied in der gleichen Runde noch aus. Das Rennen führte über 70 Runden= 509 Kilometer. In der 11. Runde stellte Caracciola einen neuen Rundenrekord auf. nachdem zuerst von ihm selbst. dann von Rosemener und sväter von Nuvolari der alte Rekord schon unterboten worden war. Carac= ciolas Rekord betrug 2:44.4— 158,42 Std.=Klm. Caracciola gab während des ganzen Rennens die Führung nicht ab. In den ersten zehn Runden wechselten Stuck und Fagioli auf dem zweiten Platz, hinter inden solgte Varzi. In der 11. Runde rückte Fagioli aus den zweiten Platz vor Rosemever vor. nachdem Stuck und Varzi zurückgefallen war. Bis zur 24. Runde lag Rosemever vor Jagioli an zweiter Stelle. Als in der 34. Runde Rosemeyer die Reisen wechseln mußte, setzte sich Fagioli auf den zweiten Platz, den er auch bis zum Schluß des Rennens behielt. Wegen Schwierigkeiten an der Bremse mußte Stuck 2mal an der Box halten, er ließ sich später von Pietsch ablösen, der noch 4mal das Ersatzteillaget aufsuchen mußte und das Rennen mit fünf Runden Abstand beendete. Von Brauchitsch gab das Rennen in der 14. Runde wegen Aussichtslosigkeit auf. Auch Varzi hatte Bremsschwierigkeiten. In der 15. Runde lag er an fünfter Stelle hinter Nuvolart, den er jedoch in der 35. Runde überholen konnte. Von der 12. Runde ab wurde das Temvo wegen Regens etwas vermindert. Bei sehr schlechtem Wetter hatten sich zu diesem grandiosen Rennen 40 000 Zuschauer eingefunden, auch Konsführer Hühnlein war anwesend. Großer Preis von Europa der F3CM. Arthur Geiß wieder Klassensieger... In der Nähe von Belfast in Nordirland wurde am Samstag auf einer 32,8 Klm. langen Rundstrecke. der Große Preis von Eurova der F. I. C. M. für Motorräder entschieden, der zugleich den Höhepunkt des 14. Ullter Grand Prir bildete. Deutschland konnte auch hier wieder durch DKW. in der Klasse bis 250 ccm einen schönen Sieg herausfahren. Hier wie in allen drei Klassen gab er neue Streckenrekorde. Bester Fahrer war der Engländer Guthrie, der in der Halbliterklasse auf Norton mit einem Mittel von 146.418 Stundenkilometer die Tagesbestzeit und einen neuen absoluten Streckenrekord herausfuhr. Bei der großen Klasse der Teilnehmer konnte es auch nicht überraschen, daß es neben den Streckenrekorden auch jeweils neue Rundenrekorde gab. Spielen zu streichen. Nach Absingen der Nationalhumnen begannen sofort die Wettkämpfe mit dem 200=MeterLaufen. Stella Walsh legte erneut Zeugnis ab von ihrer immer noch großen Form. Auf halbem Wege zog sie mit mächtigen Sätzen davon und siegte sehr sicher in der sehr guten Zeit von 25,8 vor den beiden Deutschen. Auch über 100 Meter verwies die Polin ihre deutschen Gegnerinnen in der hervorragenden Zeit von 11,9 auf die nächsten Plätze. Den Höhepunkt des Tages bildete der neue Weltrekord. den Gisela Mauermeyer im Diekuswersen mit 47,12 Meter aufstellte. Sie übertraf damit ihre erst am 29. Juni in Jena aufgestellte eigene Weltbestleistung über einen Meter. Deutschland—Rumänien 4•2 Ein klarer Sieg der deutschen Ländermannschaft vor 35000 Zuschauern Radländerkampf Deutschland- Polen begann Die Deutschen gewinnen die erste Stappe. Der erste Fußballänderkampf zwischen Deutschland und Rumanien, der am Sonntag vor 35000 Zuschauern in der Mitteldeutschen Kampfbahn zu Erfurt ausgetragen wurde, endete mit einem Siege unserer Mannschaft von 4:2(1:1). Die Rumänen lieferten der deutschen MannDer zweite Radländerkampf Deutschland—Polen, der schaft einen schönen, größtenteile sogar offenen Kampf in diesem Jahre mit der Fernfahrt Warschau—Berlin Die waste zeigten sich ausgetragen wird, nahm am Sonntag seinen Auftakt. die sämtlich eine vortreffliche Ballbehandlung, besitzen Bei kühlem, aber gutem Rennwetter wurde die erste und irz Zuigmmexspiel glänzen, auseinander abgestimmt Ctappe von Warschau nach Lodz über 145.5 Kilometer sind.„Die Niederlage dürste mit zwei Toren Anterschied entschieden, in der die vier Deutschen Wirtz(3:48.12). Löber, Weiß und Hauswald auf den ersten Plätzen endeten. Diese vier Fahrer werden auch für die Länderwertung gewertet, in der Deutschland in 15:15:28,8 Std. vor Polen in 15:33:42.2 Std führt. gebracht. Beide Mannschaften traten in der gemeldeten Aufstellung an. der Kampf beginnt Wenige Minuten nach dem Anpfiff des umsichtigen holländischen Schiedsrichters van Morsel fiel durch Rasselnberg das deutsche Führungstor. Die Rumänen beweisen aber sofort ihre Gefährlichkeit bei einem von ihrem Mittelstürmer abgegebenen Strafstoß und einigen Ecken. Buchloh hatte hier Gelegenheit, sich auszuzeichnen. In der Folge gibt es einen Kampf zweier gleichwertiger Mannschaften. Es überraschte nicht sehr, daß die Rumänen in der 23. Minute durch einen harten halbZuschauer hatten für die Rumänen hohen Ball des Halblinken den Ausgleich erzielten. Buchder thuringischen Heimarbeit mit= loh warf sich diesmal vergebeus in die Schußbahn. Wohl vielleicht etwas zu hart ausgefallen sein. Die Blumenstadt Erfurt stand am Sonntag ganz im Zeichen des Fußballkampfes. Elf Sonderzüge waren eingetroffen, und die zeizende Geschenke kommen beide Tore noch wiederholt in Gefahr, aber es bleibt beim Pausenstand von 111. Nach dem Wechsel Nach Wiederbeginn spielte Deutschland leicht überlegen. Dann gibt es einen Zusammenstoß von Maletzki mit dem Numänen Albu. und diesen Augenblick nutzt Lenz zum zweiten Tore aus. Der linke rumänische Verteidiger scheidet für einige Minuten aus. Zum Schluß fallen in drei Minuten drei Tore. Zunächst erzielt Rumänien den Gleichstand durch den Halblinken Walcov, aber mit dem Wiederanstoß geht der deutsche Linksaußen durch und Siemetsreiter schießt den dritten Treffer. Kaum hat sich der Jubel über die wiedererlangte deutsche Führung gelegt, da riskiert Hohmann einen herzhaften Schuß. Der deutsche Angriffsführer nimmt den Flankenball von Maletzki aus der Luft und knallt wuchtig ein. Die Rumänen bleiben mit vereinzelten Vorstößen immer noch gefährlich. Etwas Kritik Die deutsche Mannschaft zeigte kaum mehr als solides Können, das aber ausreichte, um die Rumänen sicher zu halten. Buchloh war verläßlich wie immer. Münzenberg hat sich in die Rolle als Verteidiger noch nicht eingespielt, Gramlich arbeitete nützlich. Die Läuferreihe betonte stark die Verteidigungstaktik. Maletzki und Siemetsreiter hatten als Außen ihre große Schnelligkeit in die Waagschale zu wersen. Das Innentrio Lenz=Hohmann und Nasselnberg zeigte nicht allzuviel. Die Rumänen spielten zuweilen eleganter und gefälliger als die Deutschen, doch wurde die Mannschaft während des ganzen Kampfes eine gewisse Besangenheit nicht los. Sehr gut gefallen konnten der Verteidiger Albu, der rechte Läufer, der Mittelstürmer, dann noch der Rechtsaußen und der Torschütze Walcov. Die dritte Niederlage Island verliert in Oberhausen 2:8 In Oberhausen absolvierten die isländischen Fußballer am Sonntag bei prächtigem Wetter ihren britten Start in Deutschland. Trov der beiden hohen Niederlagen der Isländer in ihren ersten Svielen wohnten dem Kampf rund 6000 Menschen bei. Die Isländer traten mit der gleichen Mannschaft an, die in Dresden ihr Deutschlanddebut gegeben hatte. An die rheinische Auswahl wurden keine grotzen Anjorderungen gestellt. Torhüter und Verteidigung waren wenig beschäftigt. Sehr gut spielte die Läuferreibe dier war Rodzinski der Beste. Im Angriff waren die Flügel. besonders Heidkamp. recht schwach, am besten gesielen Graf und Gorzelancek. Dr. Bauwens als Schiedsrichter hatte kein schweres Amt, da die Partie äußerst fair verlief. 2. W. Ehrlenbruch, Elberfeld(Imperia), 32:26.4; 3. 3 Kammer, Köln(BMW), 33:56.2. Sportwagen: bis 1100 ccm: 1. Franz Tenhoff. Köln(Fiat), 32:07.4(101 Klm.=Std.): 2. H. Trippe, Darmstadt(Land=Wasser=Zepp). 84:33.2; bis 1500 ccm: 1. Ralph Röse. Düsseldorf(BMW), 33:06(97.6 Klm.=Std.); 2. Eugen Krings. Aachen(BMW), 33:17.4; bis 2000 ccm: 1. Helmut Stolze, Ennigerloh(Bugatti), 30:00.6(107.5- Klm.=Std.); 2. Heinz Müller. Düsseldorf(BMW), 33:25.8; 3. Graf von Westerholt, Westerholt(Ford), 35:15.8. Rennwagen: bis 1500 ccm: 1. Walter Bäumer, Bünde(Austin). 29:18.4(110 Klm.=Std.); 2. W. Seibel, Diez=Lahn(Bugatti), 31:16.4. Ehrenpreis des Führers für sportliche Wettbewerbe Für den Fünfländerkampf in der Leichtathletik, der am kommenden Sonntag in Berlin durchgeführt wird. und an dem Italien. Japan, Ungarn. Schweden und Deutsch= land teilnehmen, hat der Führer und Reichskanzler einen Ehrenpreis gestiftet, der der siegreichen Ländermannschaft zufällt. Dem Ehrenausschuß der Veranstaltung gehören die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels an. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat für den besten Fahrer in der Einzelwertung beim Radländerkampf Deutschland— Polen einen wertvollen Ehrenvreis gestiftet. Für die drei besten Fahrer der Siegermannschaft gab der deutsche Botschafter in Warschau wertvolle Erinnerungsgaben. Bf Stuttgart—Schalke 042:9 Mißglückte Revanche der Süddeutschen vor 35000 Zuschauern 7 Der Deutsche Meister eine Klasse besser Schalke 04—Tura Barmen 12:9 Kraftvoller Aufklang der neuen Spielzeit 7 Mennig der überragende Mann Der Deutsche Fußballmeister Schalke 04 stellte sich am Sonntag dem VfB. Stuttgart sozusagen zu einer privaten Neuauflage des Endspiels um die Deutsche Meisterschaft. Die Schalker taten es nicht unter einem 9:2(411). Hören wir den Bericht aus Stuttgart: 35000 Zuschauer hatten sich zu dieser zweiten Auflage des Kölner Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft eingefunden. Die Schalker bewiesen einmal mehr, welch überragendes Können in ihnen steckt, wenn auch die 2:9=Niederlage der Stuttgarter zu einem Teil darauf zurückzuführen sein dürfte, daß die schwäbische Deckungsreihe durchaus nicht in Form war. Im Gegensatz zu Köln konnten die Stuttgarter das Spiel größtenteils offen gestalten. Sie waren jedoch zu langsam, um die schnelle Schalker Deckung zu schlagen, wie andererseits ihre Hintermannschaft den schnellen und wendigen Sturm nicht halten konnte. Als die Schalker bereits klar in Front lagen, wurde ihre Sicherheit und Ruhe noch größer und dann zeigten sie in einem Lehrspiel, wie Fußball gespielt wird. In der Mannschaftskritik schneidet der Deutschmeister um eine Klasse besser ab als sein Gegner, der. abgesehen vom Sturm. einen schlechten Tag hatte. Bei den Schalkern schied in der 10. Minute Gellesch verletzt aus. Den besten Eindruck hinterließen Szepan und Kuzorra, von denen besonders ersterer die Spielfäden klar in der Hand hatte. Der erfolgreichste Stürmer war Pörtgen. Bei Stuttgart war die Deckung, wie schon gesagt, keineswegs auf der Höhe. Der Tormann Kapp hätte durch sein falsches Herauslaufen wohl einige Treffer vermeiden können. Sehr schwach waren auch die beiden Außenläufer. Den besten Eindruck machte noch die linke Sturmseite Lehmann=Rutz=Bökle, von denen letzterer nach der Pause durch Speidel ersetzt wurde. Nachdem der VfB. durch Bökle in Führung gegangen war, stellte Kalwitzki in der 12. Minute den Ausgleich her. Durch Urban. Pörtgen und wieder Kalwitzki holten sich die Knappen bis zur Pause eine 4:1=Führung. Nach dem Wechsel erhöhten Pörtgen. Szepan und Pörtgen auf 7:1. Speidel markierte den zweiten Treffer für Stuttgart. Pörtgen und Kalwitzki waren dann für Schalke noch zweimal erfolgreich Mit Schiedsrichter Best(Höchst), der wieder gut amtierte, waren damit alle Teilnehmer des Endspiels in Köln zur Stelle. Soweit Wort für Wort der Bericht aus Stuttgart Ihm ist wohl nichts hinzuzufügen. Er kommentiert sich selbst. Das Spiel erfüllte alle Versprechungen, es war ein Großkampf, ein Spiel zweier„Mannschaften mit der Reisterreife. Nicht als ob beide Mannschaften ganz in sich ausgeglichen waren. Schwächen gab es hüben und drüben. Aber der restlose Einsatz aller Kräfte auf beiden Seiten gab doch dem Spiel eine ganz besondere Note Schalke 04 eröffnete das Spiel, in fliegender Kombination werden die Angriffe eingeleitet. Etwas eng und kurzmaschig zwar, ader dafür mit einer fabelhaften Schnelligkeit angelegt. Schalle 04 wagt die beiden ersten Fehlwurfe. Dann spielt sich der Schalker Mennig durch, sein placierter Wurf findet keinen Arm mehr zur Gegenwehr. Wenige Minuten darauf schon ist es Storb. der Mennig freispielt, und das zweite Tor ist fällig. Die Barmer stoßen auch jegt schärfer durch. Mittelstürmer und die beiden Halbstürmer setzen sich kraftvoll ein. Hat der Schalker Tormann bislang einige gute Würfe unschädlich gemacht, so muß er aber einen kurzen Wurf fahren lassen. Es heißt 2:1. Aber der Schalker Angriff ist noch unter Volldampf gesetzt. Storb spielt Mennig frei, ein kurzer, entschlossener Wurf, oas dritte Tor für Schalke ist fertig. Zwei Strafwürse, vollstreckt von Mennig, finden sich zum vierten und fünften Tore ein. Ein exaktes Zusammenspiel des Schalker Innensturms führt durch Mennig zum 6. Tor. Zwischendurch greifen auch die Barmer heftig an. die Schalker jetzen sich rückwärts mit aller Kraft und Energie ein. Es kommt zum Strafwurf, der Ball wird gegen die Latte geknallt. im Anschluß daran erzwingt doch der Barmer Rechtsaußen den zweiten Torerfolg. Aber kaum ist der Beifall verklungen, als Storb Mennig den Ball abgibt, der wagefreudig den Ball zum 7. Tor e### wirft. Damit war Halbzeit. Nun folgte eine Zeit der Schwäche für Schalle. Aber sie ließen sich beileibe nicht hängen, sondern alle Mannen taten, was sie noch tun konnten. Barmen wird im Strafraum am Wurf regelwidrig gehindert, ein Straf=# wurf des Barmer Halblinken, der in der ersten Halbzeit Mittelstümer spielte, führt zum dritten Gegentreffer. Gleich im Anschluß daran, ist Storb in Verzweiflung, er wagt einen Torwurf, der auch hängt. Nummer 8 ist für Schalte fertig. Wieder wird den Barmern ein Strafwurf zugesprochen, der den fünften Gegentreffer einbringt. Aber ein unglaublich scharfer und gewwaltiger Wurf Mennigs bringt den Schalkern das neunte Tor ein. Durch zwei Strafwürfe und einen Alleingang erzielt Barmen durch den Halblinken drei Tore. Aber der unglaublich kraftvolle Schalker Mennig wirft sich in den Kampf und erzwingt durch seine kurzen Würfe den 10. Treffer. Während Barmen durch den Rechtsaußen zum neunten Gegentreffer kommt, erhöht Schalle durch Storb und Mennig auf 12 Tore. Damit sand das Spiel sein Ende. Union Gelsenkirchen— Röhlinghausen 5:2. Tus 1910— Delog Rotthausen 12:4. Viktoria Westerholt— Scherlebeck 8:15. Turngemeinde Heßler— Jahn Bergeborbeck 5:7. Schalke 96— Dortmund 95 11:4. 100000 beim Hohensyburgrennen Hohensyburgstrecke nach dem Umb au Beste Fahrerklasse vertreten Zwolle fährt mit 110.3 Klm.=Etd. die beste Zeit des Tages Albertys Maschine fängt Feuer Das sieht zwar etwas nach Kopie guter Vorbilder aus, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Wirklich: solch ein Hohensyburgrennen wie heuer wurde auf dem 5.580 Kilometer langen Dreieck noch nicht gefahren. Auch wenn 1931 ein Hans Stuck mitmachte, der genern fehlte. Viel wichtiger als die Besetzung— die konnte sich übrigens auch hier sehen lassen— ist die Feststellung: an den Füßen der Hohensyburg liegt heute ein Kurs. der mit zu den besten im Westen zählt. Der rührige DDAC.=Gau Westfalen kann in Wahrheit stolz auf sein Werk sein, das er hier in rastloser Tätigkeit schuf. Am Sonntag wurde ihm ein Lohn, wie er ihn sich besser nicht wunschen konnte: so runde 100000 Zuschauer rund um den Kurs und Rennen, die es bestimmt in sich hatten. Mitreißende Rennen der Motortäder ließen die Zuschauer einfach nicht aus der Sxannung heraus. Nach der feierlichen Flaggenhissung mit dem Horst=Wessel=Lied schritten die Herren Nieder Westermann und Dr. Meinhardt die am Start gebildete Ehrenfront der NSKK.=Männer ab und dann senkte sich etwas nach 9 Uhr die Startflagge zum ersten Rennen der Ausweisfahrer. Tüchtige Ausweisfahrer sah man auf dem Hohensyburg=Kurs. Das muß man festhalten. Wir können leider aus Raummangel nicht auf ihre Rennen näher eingehen, aber das ist auch nicht erforderlich. Ein Blick auf die Ergebnisse genügt schon, um herauszustellen, wie wacker gefahren wurde und wie schnell die Strecke auch für den Nachwuchs ist. Mit großer Liebe zu ihrem Sport hatten die Jungen ihre Motoren „hingetrimmt“ und man sah manch originellen„Selbstbau“, der technisch sehr geschickte Hände erkennen ließ. Jedenfalls läßt z. B. die Zeit des siegenden Kölners Karl Strunk(NSl) in der Halbliterklasse— um nur einen herauszugreifen— und das von ihm gefahrene Stundenmittel von 108 Kilometer erkennen, daß wir über einen vielversprechenden Nachwuchs verfügen. Die Lizenzjahrer waren ihnen natürlich etwas voraus. Das ist ja klar Sie fuhren auch die schnellste Zeit des Tages. Hier fuhr der Dattelner Theo Zwolle auf seiner Norton in der Halbliterklasse mit 110.5 Klm.=Std. das beste Stundenmittel aller Klassen und Rennen. Freilich war durch das Ausscheiden des tüchtigen Demandt aus Deuz bei Siegen und des Bochumers Burge für ihn schneller der Weg zum Siege frei. Demandt und Burge kamen schon aus der dritten Runde nicht mehr zurück. Demandt stürzte in der Sildkurve, dabei„erwischte“ es auch den Bochumer, aber glücklicherweise ging es ohne ernstere Verletzungen ab. Der Düsseldorfer Roese, mit dem allgemein stark gerechnet wurde, lag acht Runden lang hinter Zwolle und Wenzel auf dem dritten Platz. aber anscheinend behaate seiner schweren BMW der Kurs nicht recht und so steckte der Rheinländer noch kurz vor Toresschluß das Rennen auf Helle Aufregung setzte es für die Zuschauer im Lizenzfahrerrennen bis 350 ccm, mit dem gleichzeitig das Rennen der Viertelliterklasse gefahren wurde. Bis dahin hatte alles gutgegangen und auch hier schon drei von den zehn Runden, dann kam es aber„hageldicht". Es war in der klobigen Westkurve. nahe der Zieltribüne. Der Lippstadter Obertegger mit seiner Imperia machte den Anfang. Beim Sturz wurde der Oeltank leck. die tückische Oellache wurde dann einem runden halben Dutzend Fahrern zum Verhängnis. Aber das kräftige„Hals= und Beinbruch!“ mit dem die Sportfreunde die Fahrer in das Rennen schickten, tat auch hier seine magische Wirkung: böse sahen die Stürze aus. aber hinterher fehlte keinem etwas. Etliche Schrammen, sonst nichts. Besonders kaltblütig fuhr der Gelsenkirchener Alberty. Beim Sturz sing seine Maschine Feuer, schnell wurde die Flamme gelüscht, Albertn stieg wieder in den Sattel und fuhr weiter durch das Ziel. Bei den Seitenwagenmaschinen her 600 ccm führte viele Runden lang der Elderfelder lenbruch, bie er nach der achten von den zehn Runden tanken mußte, dabei von dem ihn ntets beuenden Aachener Werres„gepackt“ wurde und so schließlich noch um seinen Sieg kam. da Weyres ohne Tankaufenthalt durchfuhr. Die Wagenrennen standen in ihrer Bedeutung hinter denen der Motorräder zurück. Wir wollen es nicht verkennen: sie waren ogar erwas monoton. Hauptwettbewerb war das Lizenzfahrerrennen der Rennwagen bis 1500 ccm. Es starteten aber nur drei Wagen. Werner Bäume erwischte zusammen mit Seibel den besten Start, mußte aber schon nach der ersten Runde seinen Bruder Walter vorbeiziehen lassen und steckte in der sechsten Runde das Rennen auf. Nach der zweiten Runde lag der Sieger überlegen an der Spitze und fuhr mit 110 Klm.=Std. einen beachtlichen Durchschnitt. In allen Klassen der Motorräder und der Wagen fuhren die Ausweisfahrer 8 Runden— 43,04 Kilometer, die Lizenzfahrer 53,8 Kilometer. Die Ergebnisse Ausweisfahrer Motorräder bis 250 ccm: 1. Pius Hierl. Düsseldorf(DKW). 27:03 (95.3 Klm.=Std.); 2. Willy Vetter, Meggen(DKW), 27:19.6; 3. Karl Lottes. Marburg(DKW), ohne Zeit; bis 350 ccm: 1. H. Thorn=Brigger, Godesberg(Imperia), 24:09(107 Klm.=Std.); 2. Karl Strunk. Köln (NSU), 24:19.8; 3. August Werner. Dortmund(Imperia), 26:44.2; bis 500 ccm: 1. Karl Strunk. Köln (NSU). 23:56.3(108 Klm.=Std.); 2. Hans Reinartz. Köln (DKW), 24:50; 3. Walter Krumm. Elberfeld(NSIl). 25:45.6: über 500 ccm: 1. Johannes Brinkmann. Münster(BMW). 26:09.4(98.8 Klm.=Std.); 2. Walter Heß. Hörter(BMW). 26:34,4; 3. pans Rohlos. Dortmund(BMW), 29:224. Seitenwagenmaschinen: bis 600 ccm: 1. M. Eick Wetter(RSU), 28:12(91 Klm.=Std); 2. A. Fülling. Elberfeld(NSU), 29:08.4, 3. W. Hahn. Elberfeld(RSU), 30:03.6: über 600 ccm: 1. Johannes Brinkmann, Münster(BMW), 29:33.6(87.5 Klm.=Std.); 2. A. Butenuth, Dortmund(Imperia), 30:13; 3. W. Kattwinkel, Hagen(BMW), 34:29.4 Wagen: Sportwagen: bis 800 ccm: 1. Gottfried Vollmer. Essen(Austin), 30:49(84 Klm.=Std.); 2. Fritz Steinrück. Hamm(DKW), 33:09.8; bis 1100 ccm: 1. Emil Forster. Rheydt(Fiat), 29:36.6(87 Klm.=Std.). Nur ein Fahrer gewertet: bis 1500 ccm: 1. P. Heinemann. Geilenkirchen(BMW). 27:16.6(94.5 Klm.=Std.); 2. W. Fricke. Hamm(BMW), 30:52.2: bis 2000 ccm: 1. H. M. Kipper, Meererbruch(BMW). 26:39.6(96.5 Klm.= Std.); 2. O. Wieck. Dortmund(BMW), 26:56.4; 3. H. Quieck, Kassel(BMW), 27:14.2; über 2000 ccm: 1. K. Röttger. Hagen(Wanderer), 27:07.8(95 Klm.= Std.); 2. H. Ibing. Dortmund(Hanomag), 28:18; 3. W Hunkemüller, Lippstadt(Ford), 28:24. Motorräder: bis 250 ccm: 1. Gerd In der Elst. M.Gladbach (Rudge), 31:36.6(102,2 Klm.=Std.); 2. T. Schlotterbach. Düsseldorf(Imperia), 32:56; 3. W. Hauser, B.Gladbach (New=Imperial). eine Runde zurück; dis 350 cem: 1. F. Kammer. Köln(NSI). 29:28.8(109.5 Klm.=Std.); 2. R. Meier. Mannheim(Norton). 30:24.4; 3. H. Becüwe Iserlohn(Norton). 30:27.4; bis 500 ccm: 1. Theo Zwolle. Datteln(Norton). 28:11.6(110.5 Klm.=Std.); 2. J. Wenzel. Köln(Sarolea), 28:18.4; 3. W. Macanec. Düsseldorf(AJS). eine Runde zuruck: über 500 ccm 1. P. Wenres. Aachen(Harley=Davidson). 29:40.2(108 5 Klm.=Std.); 2. G. Römer, Vohwinkel(Norton). 29:45.2 Seitenwagenmaschinen: dis 600 ccm: 1. E. Schweppe. Dortmund(RS1), 32:54.6(98.7 Klm.=Std.); 2 A. Schneider. Düsseldorf(Pelocette). 33:38; 3. G. Römer, Vohwinkel(Norton). 34:54.4: über 600 ccm: 1. P. Weyreo. Aachen(Harley=Davidson), 32:20(100 Klm.=Std.): „Davispokal“ der Billardspieler Deutschland wieder Mitglied des Internationalen Verbandes Der Internationale Billard=Verband(UIFAB) hielt in Brussel seinen fälligen Jahreskongreß ab, an dem Delegierte aus Belgien, Holland, Frankreich, der Schweiz, Spanien, den Vereinigten Staaten und als Vertreter Deutschlands Dr. Forster teilnahmen. Der Deutsche Billardverband ist der UIFAB. wieder beigetreten. Neben zahlreichen technischen Fragen wurden in erster Linie die offiziellen Veranstaltungen besprochen. Dabei wurde beschlossen, in der nächsten Saison ein Turnier um die Weltmeisterschaft für Ländermannschaften durchzuführen, und zwar nach dem Muster der bekannten Davispokalspiele im Tennis. Fünf Länder haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, nämlich Deutschland. Holland, Frankreich. Belgien und Spanien. Der Wettbewerb wird als Fünfkampf ausgetragen, und zwar beliebig: 45:2, 71:2. Dreibandenspiel und klassische Phantasiestöße. Als Wanderpreis steht der„Coupe Glorieux“ zur Verfügung. den Belgien augenblicklich hält und in der Heraus forderungsrunde verteidigen muß. Die Vorrunde wird am 8., 9. und 10. November gespielt: Deutschland trifft in Düsseldorf auf Holland, Frankreich und Spanien treten sich in Oran gegenüber. Vom 27. bis 29. Dezember gelangt die Vorentscheidung und vom 1. bis 3. Februar in Antwerpen der Endkampf zur Durchführung. Schließlich saßte die Tagung noch den Beschluß, daß unter gewissen Bedingungen Berufsspieler wieder Amateute werden können. Der Terminkalender für die Saison 1935 36 hat im einzelnen folgendes Aussehen: 8. bis 10. November: Länderkämpfe um den Cup Glorieux, Deutschland Holland in Düsseldorf, Frankreich— Spanien in Oran; 6. bis 12. Dezember: Weltmeisterschaft im Bandenspiel in Nizza; 27. bis 29. Dezember: Vorschlußrunde zum Cup Glorieux; 16. Januar 1936: Weltmeisterschaft im Dreibandenspiel in Amsterdam; 1. bis 3. Februar: Endviel um den Cup Glorieux in Antwerpen; 17. Februar: Weltmeisterschaft 45:1 in Montpellier; 5. März: Europameisterschaft 45:2 in Den Haag; 26. März: Weltmeisterschaft 45:2 in Barcelona: 10. April: Weltmeisterschaft 71:2 in Berlin: 7. Mai: Weltmeisterschaft im beliebigen Spiel in Mühlhausen; 28. Mai: Weltmeisterschaft im Fünfkampf in Amsterdam. Nourney vor Dettmer Das Tennisturnier in Bad Neuenahr um den Wanderpreis klang am Sonntag mit dem Endiviel im Männereinzel aus. Der alte Stratege Nourney besiegte den jungen Gelsenkirchener Dettmer in drei hartumkämpften Sätzen mit 7:5. 7:5. 6:0. Im Männerdoppel siegten Dettmer Donahl über Sindern Kretzer nach Zweisatzkampf mit 6:3. 6:4. Das Fraueneinzel entschied Frl. Fabian gegen Reimann mit 6:1, 4:6, 6:4 für sich. Vom Ruhm läßt sich nicht leben Helen Madison wird Krankenschwester. Es ist noch nicht lange her, daß Helen Madison, mehrfache Olymviasiegerin. Inhaberin von rund einem Dutzend Schwimm=Weltrekorden und noch mehr amerikanischer Meistertitel. von der Sportbühne abtrat. Nach ihren großen Siegen auf den letzten Olympischen Spielen in Los Angeles. wo sie in den beiden Kraulstrecken über 100 und 400 Meter für USA, zwei Goldmedaillen erobert. erkannte sie, daß der Höhepunkt ihres Könnens erreicht war und überließ das Feld der sportlichen Triumphe ihren jüngeren Gegnerinnen. Helen Madison wurde in ihrer Heimatstadt Seattle Schwimmlehrerin, aber diesen Posten behielt sie nur solange, als ihr Name noch Zugkraft aussuüben vermochte. Als ein Retord nach dem andern von ihr ausgelöscht wurde, neue Kräfte auftauchten. rückten auch die in den Glanzzeiten zahlreichen Bewunderer mehr und mehr von ihr ab. Das große amerikanische Mädel lernte das alte wahre Wort von der Freundschaft, das zum Schluß lautet:.... und in der Not Tausend auf ein Lot!“ wirklich kennen. Zuletzt war sie als Verkäuferin in einem kleinen Erfrischungsstand tätig. aber auch diese Stelle verlor sie. Nun bereitet sie sich auf einen neuen Beruf als Krankenschwester vor und ihre Lebensausgabe hat sie mit den einfachen schlichten Worten erklärt, daß sie kleine Kinder gesund machen und erhalten will. Der erloschene amerikanische Sportstern hofft, seine großen Schwimmsertigkeiten bei der künftigen Retreuung der jüngsten Staatsbürger gut verwenden zu können. Buer=Marl 8:·8 In der Sporthalle Schulte=Berge wurde am Samstag die Wintersaison mit einem Kampf„Schmeling“ WanneEickel— Buer=Marl eröffnet. Auf der ganzen Linie gab es ausgezeichneten Sport, vor allem zeigte sich die Buersche Staffel als sehr tüchtig und holte achtbare Erfolge heraus. In großer Form boxte der Wanne=Eickeler Pries, der Selitsch 1(Marl) gleich in der ersten Runde so zusetzte, daß dieser völlig den Anschluß verlor und erst in der zweiten und dritten Runde zu einigen Treffern kam. Der Punktsieg von Pries war recht klar. Westsalens Meister Wessoly(Buer) war dem unbekümmert angreifenden Wanne=Eickeler Stratenhoff technisch klar überlegen und buchte am Schluß einen klaren Punktsieg. Guten Sport gab es auch in den Kämpfen zwischen Pries 2 und Nowaczek(Buer) im Federgewicht und Juschkewitz(Wanne=Eickel) gegen Selitsch 2(Marl) im Mittelgewicht zu sehen. Beide Treffen endeten unentschieden. Becker 2( Wanne=Eickel) siegte im Leichtgewicht schon in der 1. Runde über Borkowski(Scherlebeck) durch k.o. Der alte Ringsuchs Wenzeck 1 brachte ebenfalls im Leichtgewicht den Bueraner Wilhelm schon in der ersten Runde auf die Bretter. sodaß der Kampf zugunsten von Wenzeck abgebrochen wurde. Wenzeck 2 verlor dagegen im dritten Leichtgewichtskampf gegen den angriffsfreudigeren Diederich(Buer) knapp nach Punkten. Nensel(Buer) schlug im Jugendpapiergewicht den Wanne=Eickeler Moyt nach Punkten. Pferdesport Auftakt in Baden=Baden Contessina gewinnt das Fürstenbergrennen. Der Auftakt der Internationalen Rennwoche in Iffezheim stand leider im Zeichen schwacher Felve-, dafür wurde man aber durch die Qualität der Vollblüter voll und ganz entschädigt. Obwohl es während des ganzen Sonntags stark nach Regen aussah, ließ der Besuch nichts zu wünschen übrig. Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz besetzt. Das Hauptereignis des Tages war das Fürstenberg=Rennen mit 14000 Mark über 2100 Meter, das von sechs Pferden bestritten wurde. Das Rennen wurde von unseren besten Dreijährigen, mit Ausnahme des Derbysiegers Sturmvogel, bestritten. Contessina, die Hanielsche Stute, setzte ihre Siegesserie aus den letzten Wochen fort und blieb unter Zaehmisch vor Dornrose, Glaukos und Lampadius siegreich. Rennen zu Altona=Bahrenfeld. 1. Rennen: 1. Bonnie Bacon, 2. Nachbar. 3. Erna Pluto. Toto: 26:10, Platz 18, 35, 28:10, ital. 111:10. 2. Rennen: 1. Pate, 2. Esche, 3. Erna Bacon. Toto: 63:10, Platz 30, 36, 30:10, ital. 113:10. 3. Rennen: 1. Nutwood Belwin, 2. Xylophon. Toto: 18:10, Platz 17, 43:10, ital. 68:10. 4. Rennen: 1. Vitruv, 2. Calumet Butler, 3. Fair Watts. Toto: 44:10, Platz 16, 20, 14:10, ital. 93:10. 5. Rennen: 1. Derwisch, 2. Pelargonie, 3. von Norden. Toto: 55:10, Platz 13, 11, 13:10, ital. 34:10. 6. Rennen: 1. Aschenbrödel, 2. Milosch, 3. Semper fidelis. Toto: 37:10, Platz 12, 11, 12:10, ital. 52:10. 7. Rennen: 1. Scharnhorst, 2. Isabell, 3. Lohengrin, 4. Yvonne. Toto: 177:10, Platz 42, 38, 14, 55:10, ital 189•10 8. Rennen: 1. Glückskind, 2. David Beß, 3. Virgil. Toto: 32:10, Platz 13, 14, 20:10, ital. 49:10. 9. Rennen: 1. Guy Frank, 2. Barbara Pluto, 3. Miß Bacon, 4. Maimädel. Rennen zu Dortmund. 1. Preis von Birkenbaum: 1. Bottlenbergs Rosen (Weber), 2. Feuerbeld, 3. Lorbaß. Ferner: Hanshein, Rosaly=Alcanda. Titine. Sieg 144. Platz 21. 23. 19. La. 3. 5. 3. 2. Dortmunder Linde: 1. Wedes Gamsbock(M. Schmidt), 2. Liane. 3. Geradeaus. Ferner: Sauhatz, Nurmi. Lachendes Leben, Austria. Royal Pantalion. Sieg 35. Platz 15. 20, 17. Lg. 1. ½. 3. 3. Preis von Münster: 1. Mydlinghovens Morgengabe (Varga), 2. Mein Fürst, 3. Agathom. Ferner: Eisenkönig, Sonnet. Sieg 20. Platz 15, 25. Lg. 2½, 5. 3. 4. Hopfen= und Malz=Ausgleich: 1. Kunsts Perlfischer (M. Schmidt). 2. Herzober, 3. Agnat. Ferner Landzunge. Voltaire 2. Chianti. Ballonpost. Sieg 26. Platz 14. 15. 18. La. 1½, 3. 2. 5. Tremonia=Ausgleich: 1. Wibscheks Pieta(Höllein), 2. Läuser, 3. Ma Clochette, 4. Silbersee. Ferner Glans, Suntine, Finor. Szegeban. Sisikon, Helmwiege. Utamaro. Grasfrosch, Nuschy, Carga. Sieg 103. Platz 23. 19. 30. 26. Lg. 3, 2. Hals. 6. Grafenhof=Hürdenrennen: 1. Krahmers Vierthaler (Müschen), 2. Sintflut, 3. Skapaslow. Ferner Torvedo. Wisa Amalfi. Sonny Boy. Panorama. Dobler. Sieg 23. Platz 15. 22, 18. Lg. 4. 8, 3. 7. Preis von Herdingen: 1. Dilthens Gräfin Mariza (Bruno Wenzel), 2. Frauenfreund, 3. Letzter Siour. Ferner Feuerwarte. Milotti. Covine. Bitternis. Feuerland. Sieg 71. Platz 19. 23. 24. La. ½. 2½. 1. „.###d#o#ppelwette: 4. und 5. Rennen Perlsischer Pieta Entschließungen Strafrechtskongresses Der deutsche Standpunkt in der Sterilisationsfrage praktisch auerkannt Berlin, 24. Aug. 1935. Der 11. Internationale Strafrechts= und Gefängnis= kongreß trat am Samstagvormittag zu seiner Schlußsitzung zusammen, nachdem die verschiedenen Sektionen in langen arbeitsreichen Sitzungen die ihnen zur Beratung vorgelegten Fragen sast vollkommen erledigt haben. Von besonderer Bedeutung sind zwei Entschließungen, die heute dem Kongreß vorliegen: Die Frage der Unterscheidung von Freiheitsstrafen und Sicherungsmaßregeln sowie die Frage der Sterilisation und Kastration. Besonders in der zweiten Frage ist mit Genugtuung festzustellen, daß die von der Sektion unterbreiteten Vorschläge sich den im nationalsozialistischen Deutschland bereits eingeführten gesetzlichen Maßnahmen außerordentlich stark annähern. Die Sektion 3 des Kongresses hat zu dieser Frage folgende Wünsche ausgesprochen: 1. Es ist angebracht, in den gesetzlichen Bestimmungen 4 genau zu unterscheiden zwischen den Ausdrücken„StertDkisation“ und„Kastration“, welche Operationen verschiedenen Wesens, verschiedener Art und verschiedener Wirkung sind. 2. Die günstigen präventivetherapeutischen Ergebnisse der Kastration bei sexuellen Störungen in Fällen mit Hang, zur Kriminalität müssen alle Staaten dazu veren, ihre Gesetze entsprechend zu ändern oder zu erganzen, um die Durchführung dieser Operation auf Antrag des Betressenden oder mit seiner Zustimmung zu sichern, um ihn von einem entarteten Geschlechtstrieb zu befreien, der die Begehung sexueller Vergehen befürchten läßt. 3. Das gleiche gilt für die Sterilisation aus gesundheitlichen oder eugenischen Gründen bei Verliegen der Zustimmung der zu operierenden Person. 4. Zwangsweise Kastration kann den anderen sichernden Maßnahmen gleichgestellt werden, die durch die bestehende Gesetzgebung vorgeschrieben sind. Zwangsweise Sterilisation aus eugenischen Gründen ist eine empfehlenswerte Präventiv=Maßnahme, da sie die Zahl der Minderwertigen, aus denen sich die Kriminellen erheblich rekrutieren, für die Zukunft vermindern. 5. Die Sicherungsmaßregeln der Sterilisation aus gesundheitlichen oder eugenischen Gründen und der Kastration gefährlicher oder rückfälliger Sittlichkeitsverbrecher sind zweckmäßig unter der Bedingung daß sie durch ärztliche Gutachten gerechtfertig sind. Die Entschließung verlangt dann weiter äußerste Vorsichtsmaßnahmen bei der Kastration und Sterilisation sowie eine gründliche Prüfung des Falles durch ein Kollegium von Juristen und Medizinern. Die Entschließung der Sektion 3 zur Frage der Sterilisation führte zu einer zweistündigen Ausprache in der Vollsitzung des Kongresses. Der Generalberichterstatter Prof. Naville=Schweiz beleuchtete in befürwortendem Sinne die wissenschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkte. Proj. Rotgers=Holland wandte sich besonders gegen den Absatz 4 der Entschließung. Graf d' Almeida=Brasilien erhob gegen die gesamte Entschließung Einspruch. Ministerialdirektor Dr. GüttDeutschland verwies in eindrucksvollen Worten darauf, daß alle zivilisierten Staaten vor dem Bevölkerungstod stehen, wenn nicht entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Starken Eindruck auf den Kongreß machten die Ausführungen einer weiblichen Delegierten der Frau Dr. Besela=Tschechoslowakei, die sich mit Nachdruck für die Sterilisation einsetzte, da es darauf ankomme, die Ursachen der Verbrechen zu bekämpfen. Das parlamentarische Hin und Her mit Abänderungsanträgen, Anträgen auf namentliche Abstimmung usw. von seiten der Gegner der Sterilisation endete schließlich damit, daß die von der Sektion vorgelegte Entschließung mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Im weiteren Verlauf nahm der Kongreß eine Entschließung an, nach der die Untersuchungshaft Minderjähriger vermieden werden soll, sofern der Untersuchungszweck sie nicht begründet. Eine weitere Entschließung sieht moralische und materielle Fürsorge für jugendliche Entlassene vor Von allgemeinem Interesse sind die Vorschläge, die dazu dienen sollen, sogenannte Monstre=Prozesse abzukürzen. Eine Häufung von Anklagepunkten soll nach Möglichkeit vermieden werden. soweit sie auf das Ergebnis des Verfahrens ohne Einfluß sind. Der Staatsanwalt soll in die Lage versetzt werden, den Gegenstand des Prozesses zu beschränken. Der Richter soll befugt sein, bedeutungslose Beweisanträge abzulehnen. Jeder Angeklagte soll nicht mehr als zwei Verteidiger haben. Der Richter soll schließlich die Redezeit des Staatsanwalts und der Verteidiger beschränken konnen. Diese Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Ueber den Einfluß einer Milderung in der Strafgesetzgebung auf bereits rechtskräftige Entscheidungen sagt eine weitere Entschließung, daß die Milderung auf die schon vollstreckbaren Urteile nicht nur dann Einfluß haben soll, wenn das neue Gesetz eine nach dem alten Gesetz strafbare Tat für straflos erklärt, sondern auch dann, wenn es die Strafe nur beträchtlich mildert. Besondere Wichtigkeit hat die Entschließung, die sich mit dem Unterschied von Strafe und Sicherungsmitteln befaßt. Die Vollsitzung stimmte der Entschließung zu, die u. a. besagt: Der grundsätzliche Unterschied zwischen Strafen und Sicherungsmitteln soll den Zweck der Sicherung zu gefährden. Es empfiehlt sich die Hüllener, die vor allen Dingen im Lauf nachdrücklich somit, der Sicherung besondere Anstalten einzuraumen, arbeiteten. die von Gejängnissen und Strafanstalten räumlich getrennt sind. Die Behandlung der Verwahrten soll sich von der zur Freiheitsstrafe strengster Art Verurteitter deutlich abheben. Die Grörterung über die Methoden des Strafvollzuge haben die Session vor gewisse Schwierigkeiten gestellt sich nicht zu einer Entschließung geführk. Go hat sic Präsident Bumke erklärt, auf weiten Gedieten zwa XB. Eickel schwimmt langsam in das richtige Fahrwasser. Die Mannschaft war in diesem Spiel ein geschlossener Block, wuchtig, energisch und zielbewußt. Die Dahlhausener boten eine Abwehr, die wirklich schwer niederzuringen war. Unauffällig. aber dafür ausgestattet mit einem seinem Verständnis für die Absichten des Gegners, ging sie ans Werk. dazu war sie schlagsicher. Die Eickeler waren jedoch spielreiser. Der Sturm arbeitete sich und wie Prasident Bumke erklart, aus weiten Gedieten zwar verschiedentlich so überzeugend durch, daß auch die gute eine Uebereinstimmung gezeigt, es sind aber gewisse Abwehr des Gastes nichts an den Torerfolgen ändern Grundunterschiede vorhanden geblieben, die nicht haben konnte. Fortuna Gelsenkirchen— Schwarz=Weiß Gelsenk. 2:0. überbrückt werden können. Die Auswirkungen der Erorterung haben jedoch dazu beigetragen, einem künftigen Kongreß eine klare Stellungnahme zu dieser Frage zu ermöglichen. Am Schluß der Beratungen dankte Präsident Bumke unter dem Beisall des Kongresses der Reichsregierung. dem Reichsjustizminister, dem Reichstagopräsidenten liche Aufnahme. Er dankte allen seinen Mitarbeitern und umriß noch einmal die großen Aufgaben, die dem Kongreß gestellt waren. Das Ziel des Kongresses sei, einer neuen Zett ein neues Recht zu schaffen. Die freundschaftlichen Bande, die Bande wissenschaftlichen durch Verschiedenheiten im Vollzug soweit veranschau Verstehens und praktischen Gedankenaustausches würden licht und durchgeführt werden, als es möglich ist, ohne weit in die ferne Zukunft hinaus reichen. Rasensport 08 Gelsenk.— Vorussia 08 Gelsenk. 3:3. Die Gelsenkirchener Fortunen hatten durchaus nicht einen so leichten Stand, wie es das Ergebnis auf den ersten Blick besagen könnte. Schwarz=Weiß verschuldete Selbsttor und hatte in der zweiten Halbzit viele Chancen. e ece e e e# vergaß aber das Toretreten. Die Fortunen mußten sich Ministerprasident Göring und allen anderen Behorden bei dieser Kraftvrobe außerordentlich anstrengen, um die und Reichestellen für die dem Kongreß bereitete herz= Oderhand zu behalten Plumpe Lüge nach beliebtem Schema „Paris Soir“ behauptet in einer Meldung, daß der Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt, Graf Bassewitz, plötzlich aus Berlin verschwunden sei. Es sei ihm gelungen, über die Grenze zu entkommen und er beabsichtige nicht, nach Deutschland zurückzukehren. Hier liegt wieder ein Fall von ganz plumper Fälschung vor, der die widerwärtigen Methoden der ausländischen Greuelpropaganda gegen das nationalsozialistische Deutschland schlag, rtig beleuchtet. Selbstverständlich ist die Meldung des„Paris Soir“ von Abis Zerlogen: Es hätte nur eines telephonischen Anrufes des betreffenden Auslandsjournalisten beim Auswärtigen Amt in Berlin bedurft, um festzustellen, daß Graf Bassewitz sich in alter Frische im Amt befindet und nie daran gedacht hat, ins Ausland zu entfliehen. Eigentlich hatte sich das Pariser Blatt Rasensport 08 Gelsenkirchen hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Für die Borussen war der Kampfverlauf eine Lehre. daß man sich nicht selbstsicher dünken darf. Bis 15 Minuten vor Schluß 8:1 zu führen und sich dann mit einem Unentschieden zufrieden geben müssen, beweist, daß man die Rasensportler unterschätt bat. Sonntag Iserlohn 05— Erle 08 0:9. Gelsentirchen 07— BV. Stoppenberg 4:1. BV. 1912— Rotthausen 1912 0:1. Horst— B/V. Gelsenkirchen 2:0. Der neugebackene Gauligist rechtfertigte vollkommen die auf ihn gesetzten Hoffnungen. Während des Spieles war die Ueberlegenheit erdrückend. Schon ganzen bei der vor der Uebernahme dieser typischen Greuelmeldung T9u!: 5o Gastgeßer“ bas Ten Erte. Jr. 22: 2,„ Koaftett alhft lanen miillen haß leins fanfthige Siie- nur(ahr konnte der Gastgeber das Tempo nicht mehr vollhalten. elbst sagen müssen, daß seine faustdicke Lüge nur sehr Er siel mehr und mehr ab uno so konnre Erle denn noch kurze Beine haben konnte. Aber man braucht eben um jeden Preis Greuelpropaganda und hängt zu diesem. hinterhältigen Zweck alle Grundsätze von Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in der Pressearbeit gern an den Nagel. Die Fälschung ist vor allem deshalb ungeheuerlich, weil sie den Namen eines hohen Beamten des Auswärtigen Amtes, der im gesellschaftlichen Verkehr und in der Politik eine hervorragende Rolle spielt, für ihre verächtlichen Zwecke mißbraucht. Ebenso groß ist aber auf die Blamage für die Herren Greuelpropagandisten! Reichsminister Rust eröffnet die Führerschule des Institutes für Leibesübungen Neustrelitz, 24. Aug. 1935. des Volkes aus der deutschen Substanz zu schaffen. Er Reichsminister Rust eröffnete am Freitag die Führer=] führte u. a. aus: Früher haben wir durch das Maturum schule des Berliner Hochschulinstitutes für Leibesübun= und durch das Studium die Auslese unserer Führung gen, die als Stammschule für Geländesport seit dem 1. vorgenommen. Wohin wir damit gekommen sind, haben April 1934 in Neustrelitz und seit dem 1. August 1933 wir alle erfahren. Mit dem Abitur der vergangenen in Wünsdorf bestanden hatte. Zeit kommen wir wieder auf dieselbe Grundlage, und Kurz vor 17 Uhr traf der Minister in der Schule im die hat versagt. Wir haben auch die Ansicht, die geistige Neustrelitzer Schloß ein. In Vertretung des Gauleiters war der stellvertretende Gauleiter von Körber, als Vertreter der Luftwasse Major Krüger=Berlin für Präsident Loerzer, Major Weiner. der Platzkommandant der Luftwaffe, erschienen. Außerdem waren anwesend der Chef des Insanterie=Regiments Döberitz Oberst Graf von Sponeck, Gruppenführer MeerQuade, Professor Dr. Krümmel und andere. Nachdem der Letter der Schule den Lehrgang gemeldet hatte, richtete der Reichsminister einige Worte an die Gäste, in denen er den Sinn der Schule klar herausschälte. Anschließend folgte eine Besichtigung der Schule und ihrer sämtlichen Sportanlagen. Reichsminister Rust betonte in einer Ansprache an die Lehrgangsteilnehmer, daß es dem NationalsozialisElite herauszuziehen, aber dazu kommt die charakterliche Schulung. Es war eine Auslese von Männern mit geschichtlichem Instinkt, die sich im Nationalsozialismus ohne allzu große Anstrengungen 6 weitere Tore anbringen. Gelsenkirchen 07 trat mit der ersten Garnitur zu diesem Spiel an. In dieser Mannschaft waren Verteidigung. Außenstürmer, die Halbstürmer und Außenläufer gut. Die Stoppenberger hatten eine überaus stabile Verteidigung. vortreffliche Außenläufer, aber keinen Sturm, der etwas wagte. Das Spiel der Stoppenberger war etwas flüssiger, besonders in der ersten Halbzeit, aber es fruchtete nicht. Die beiden 07=Verteidiger erganzten sich nicht nur, sie waren auch jeder Sachlage gewachsen. Der 07=Mittelstürmer reißt mit, aber er verliert wegen mangelnder Ballkontrolle zuviel den Ball. Im Angriff ist 07 wuchtiger und zielbewußter. Bedrängt macht Stoppenberg im Strafraum Hand, der gegebene Elfmeterball wird vom Mittelläufer eingeschossen. Ein schöner Angriff von links nach rechts wird von dem Stoppenberger Rechtsaußen zum Ausgleich ausgewertet. Stoppenberg greift eine Zeit an. als aber 07 wieder vorkommt, findet der 07=Halblinke eine Gelegenheit, den Ball einzusenden. Nach der Halbzeit geht der Kampf männlich weiter. An der 07=Verteidigung zerschellen die besten Angriffe. Dafür macht Stoppenberg in höchster Not ein Selbsttor. Ein viertes Tor durch Handmachen wird durch den zweiten Elfmeterstoß erwirkt. Der Sieg war für 07 verdient. Die Ballspieler und Rotthausener lieferten sich einen offenen Kampf, der beide Mannschaften in Angriff sah. Doch waren die Rotthausener im ganzen spielreifer. Sie wußten das Spiel einmal besser zu verteilen und die Angriffe links und rechts wirksam werden zu lassen. Aber die Schußfreudigkeit des Sturms fehlte. Nur der Halblinke von Rotthausen brachte in der ersten Halbzeit ein Tor an. Die Ballspieler kamen kaum für einen Gegentreffer in Frage, der Sturm zerschellte an der sicheren zusammenfand. Viele haben zwar die charakterliche Abwehr der Rotthausener. Immerhin, das Spiel lieferte Prüfung nicht bestanden, sie beugten sich dem Terror und Aeußerlichkeiten. Aber der Kern. der bei der Fahne blieb, zeigte, daß er charakterlich stark war. Da der äußere Kampf heute keine Gefahr mehr birgt, mußte ich irgendwo für die Heranbildung des neuen Führers ein Risiko schaffen, und das habe ich im körperlichen Einsatz gefunden. Hier in Neustrelitz sollen Sie beweisen, daß Sie bereit sind. auch ein Risiko auf sich zu nehmen. Hier werden Sie für den Kampf gegen den alles zerstörenden Kommunismus. den wir für die ganze Welt kämpfen, geschult. Die Rede des Ministers klang aus mus vorbehalten geblieben sei, die Gemeinschaftlichkeit in ein Sieg=Heil auf den Führer. Bezirksfußball am Wochenend Samstag Gelsenkirchen 07— Röhlinghausen 2:4. Hüllen 07— Rhenania Bottrop 312. B. Eickel— Dahlhausen 3:0. Gelsenkirchen 07 trat nicht mit der ersten Garnitur an. aber die Leute sollen einmal die erste Garnitur bilden. Sie sind aber teilweise nicht reif. Die Röhling hausener waren viel eifriger, zielbewußter und riskierten auch mehr. Dadurch schwamm der 07=Mittelläufer. Es kam kein Zusammenhang in der 07=Mannschaft auf. Dazu wird der 07=Tormann verletzt, muß ausscheiden. Der dafür eingesprungene Verteidiger konnte natürlich den fehlenden Mann nicht ersetzen. Röhlinghausen geht in Führung durch Fehler des Tormannes. 07 erzwingt aber dann den Ausgleich. In der zweiten Hälfte des Spiels ist Röhlinghausen kräftiger im Angriff. Es fallen zwei Tore für den Gast, die vernutet werden konnten. Nach dem vierten Tor für Röhlinghausen holt 07 ein Tor auf. Hüllen 07 hatte einen schweren Kampf gegen Rhenania Bottrop zu bestehen. Die Gäste gefielen in allen Teilen, pielten schnell und gut ab, ließen nur den Torschuß vermissen. Auch Hüllens Sturm zeigte nicht die besten Angriffsleistungen. Im Felde ging es an. Hüllen lag bei Halbzeit mit 2:1 in Führung. Bottrop setzte sich aber immer energisch zur Wehr, geschmeidiger spielten jedoch wertvolle Aufschlüsse. Die Ballspieler werden bestehen. Die Bewegungsspieler haben kein Zug im Spiel. der alle Kräfte zusammenbindet. Es wird zuviel auf eigene Faust gearbeitet, mißlingen die Einzelhandlungen, dann bleibt eine Lücke im Spiel und in der Mannschaft offen. Dadurch kann den Bewegungsspielern auch nichts gelingen. Die Horster zeigten bedeutend„kräftigeren Willen, das Spiel nach ihrem Willen zu gestalten. Es gelang ihnen auch zeitweise. Die beiden Tore waren auch verdient für Horst. Beckhausen 05— Reichsbahn Bismarck 2: Resse 08— Langenbochum 7:0. Westsalia Buer— Ehrenseld 3:3. Buer 07— Schalke 96 8:0. Beckhausen 05 hatte mit der Reichsbahn schwer zu 2. Schweizer Radrundfahrt begann Bautz=Dortmund wurde Achter Mit der recht schwierigen 242.9 Klm. langen Etavv# Zürich—St.=Moritz nahm die insgesamt sechs Tagesstrecken umfassende zweite internationale Radrundfahrt durch die Schweis am Samstag ihren Beginn. Die Deutschen waren am ersten Tage nicht sonderlich vom Glück begünstigt, doch brachte es Bautz immerhin zu einem guten achten Platz. Der Sieg fiel an den ausgezeichneten Franzosen Benoit Faure, der als Bergspezialist dier in 8:08:17 Stunden mit 4½ Minuten Vorsorung vor dem Schweizer Amberg zum Erfolg kam. Die Reilenspur Kriminalroman von Fritz Strauß Copyricht by A. H. Payne, Verlag. Leipete 37. Fortsetzung „Und ich noch viel weniger“, pflichtete ihm Wieselblitz bei.„Im übrigen ist mir eine Sache unverständlich. Wenn der Grk so gerissen ist, wie man allgemein anzunehmen scheint, wie konnte er die dicke Freundschaft zwischen dem Inspektor und Robertl dulden?" „Das ist doch ganz einfach“, meinte Robertl.„Die Freundschaft war da und ließ sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Grk mußte damit rechnen, daß es mir auf Grund dieser Freundschaft und in Verbindung mit einer gewissen Fertigkeit im Lesen von Pneumatikspuren, die ich mir angeeignet hatte, gelingen würde, bei der Polizei unterzuschlupfen. Das wollte natürlich Grk unter keinen Umständen. Hingegen paßte es ihm wundervoll in den Kram, wenn ich als sein Angestellter die Freundschaft mit dem Inspektor weiterpfiegte. Er schlug auf diese Weise zwei Fliegen mit einem Schlag, indem er mich einerseits kontrollierte und andererseits alles Wissenswerte und Wichtige erfahren konnte. was auf der Polizei los war. Und trat mal der Fall ein, daß ich seine Pläne störte oder ihm sonstwie hinderlich war, dann brauchte er mich nur wegzuschicken" „Zur angeblich schwerkranken Mutter nach Niedernau. Auf eine Gemeinheit mehr oder minder kam es diesem Halunken ja nicht an“ „Sehr richtig, Herr Hutzelmann. Es wäre ihm aber im Falle meiner Weigerung auch nicht darauf angekommen, mich gewaltsam zu beseitigen.“ „Nach Kenntnis der Dinge wundere ich mich überhaupt, daß er dich nicht schon längst beseitigt hat. Denn darüber, daß er dir nicht traute, dürfte es keinen Zweifel mehr geben.“ „Nein, aber nicht in dem Sinne, Herr Hutzelmann, wie Sie denken. Er hielt mich für ein mehr oder minder ahnungs= und willenloses Werkzeug des Inspektors. Das war es.“ „Robertl, Robertl, du sprichst ein großes Wort gelassen aus. Grk ist, wie wir inzwischen erfahren haben, mit allen Wassern gewaschen gewesen und mit allen Hunden gehetzt.“ „Sicher, Herr Hutzelmann, aber allwissend war er auch nicht. Daß Inspektor Brand ihn selbst tigte, mehr noch, daß er in ihm den Hauptdr vermutete, das wußte Grk— Gott sei Dank! Sonst ware er bestimmt nicht auf den In Leim— nebenbei bemerkt, Brands Idee— Die Begründung dieser ganzen Geschichte wenig fadenscheinig, aber Grk hörte wenige selbst, als auf die Tatsache, daß ich mit meir zeilichen Grenzschein ohne Aufenthalt und! die Grenze passieren darf. Eine bessere Gel den Raub beinahe gefahrlos ins Ausland zu gab es für Grk nicht, gab es nie wieder. 6 sie denn auch prompt aus, packte den ga stohlenen Kram in seinen Wagen... na, Ende davon kennen Sie ja.“ „Fabelhaft, einfach fabelhaft!“ rief Hutzelr übers anderemal, schüttelte Robertl die Hank ihm auf die Schulter und konnte sich garn beruhigen. Wieselblitz— er dachte wohl an die Grobheiten, die er in vollkommener Verkennung der Tatsachen dem guten Robertl gelegentlich an den Kopf geworfen hatte— Ottokar Wieselblitz stand reichlich verdutzt daneben und studierte, wie er die Sachen am besten wieder ans Lot bringen konnte. Robertl kam ihm zuvor, indem er lachend meinte: „Irren ist menschlich, Vater Wieselblitz. Wollen wir uns wieder vertragen? Dann komme ich heute abend auf Besuch.“ „Rovertl, das machst du!“ rief Wieselblitz erleichtert.„Kriegst auch deine Leibspeise: Dampfnudeln, so groß wie Kegelkugeln.“ Ueber Benno Hutzelmanns Stirne zog eine dunkle düstere Wolke auf. Es war ihm plötzlich etwas Furchtbares eingefallen, an das er, von der Wucht der Ereignisse überwältigt. noch gar nicht gedacht hatte, „Die Argus“, stöhnte er.„Hutzelmann und Grk. Chefs der Firma Argus... ich bin ein ruinierter Mann: „I wo. Herr Hutzelmann", tröstete ihn Robertl. „Sie haben doch mit dem Einbruch und den sonstigen Lumpereien Ihres ehemaligen Kompagnons nichts zu tun.“ UAlmsan. gerade noch in geschätzter ar ein alteineichneten Ruf t wieder eine rwetter! Herr Vater Wieselis. Die te gehen verauchen wieder #lten Kunden euen kommen #e. ein Mann, st. heutzutage, cht. wenn da Und wenn sie Dafür sorgt 31UT Ausrunftel. „Wo der Bub bloß immer die Ideen her hat!“ sagte fassungslos Ottokar Wieselblitz.„Es ist einfach nicht zum glauben. Robertl, du bist dein Geld wert... nicht zum glauben ist so etwas...“ Der Garmischer Schnellzug rollte langsam in den Münchener Hauptbahnhof ein. Aus einem der ersten Wagen sprang ein eleganter Herr. Nachlässig reichte er dem Beamten an der Sperre seine Karte und wandte sich dem Ausgang nach der Arnulfstraße zu. Er bestieg eine Trambahn und fuhr bis zur Feilitzschstraße. Vom Telegrammbrett der„Münchener Zeitung“ an einem Eckhaus der Leopoldstraße leuchtete ihm ein hellgelber Anschlag entgegen. Er ging darauf zu und las:„Der Einbruch in der Metropol=Bank aufgeklärt. Der Tater verhaftet. Der Polizei ist es gelungen, heute mittag zwölf Uhr... also vor drei Stunden. Darum nimmt kein Mensch mehr von dem Telegramm Notiz, dachte sich der elegante Herr und las weiter.— Merkwürdig, wie allgemein der Inhalt gefaßt ist.. keine Namen der Einbrecher... keine Silbe über die näheren Begleitumstände der Verhaftung.— Der elegante Herr mußte längst die paar Zeilen gelesen haben, aber immer noch stand er vor dem Anschlagbrett und betrachtete sich nachdenklich den hellgelben Zettel mit der dicken Ueberschrift. Dermaßen versunken war er in seine Betrachtung, daß er es gar nicht merkte, als sich ein zweiter Herr, wohl ein verspäteter Neugieriger, dem Telegramm näherte. Er stellte sich hinter den eleganten Herrn und streifte dabei dessen Rockärmel. Ob dieser plötzlichen Berührung zuckte der elegante Herr ordentlich zusammen und riß den Arm hoch, als hätte ihn eine Natter gebissen... ein Sekunde zu pät! Ein leichter Knax— die blitzschnell um sein Gelenk geschobene Handfessel war eingeschnappt und der Kriminalwachtmeister Sturm sagte nur: „Kommen Sie, Kanonfk!!“"— Der Fall„Einbruch in die Metropol=Bank“ war für die Polizei erledigt. Der Staatsanwalt hatte jetzt das Wort. Von den geraubten Gegenständen fehlte kein Stück. Die Gesamtsumme der ausgesetzten Belohnung stellte ein Vermögen dar. Als Oberregierungsrat Hellmann dem Robert Rab seinen Anteil nannte, machte der Robertl— diesmal aber wirklich unfreiwillig— das dümmste Gesicht seines nunmehr bald achtzehnjährigen Lebens Und noch etwas eröffnete ihm der Chef der Kriminalabteilung: in Anbetracht seiner außerordentlichen Verdienste und Fähigkeiten wurde Robert Rab in den Dienst der Polizei übernommen. „Na, und jetzt genehmigen wir uns bis zum Beginn der Amtstatigkeit einen wohltemperierten Heimatsurlaub?“ meinte Brand zu Robertl. nachdem sie Doktor Hellmann entlassen hatte. „Jawohl, Herr Inspektor. Der Vater soll endlich mal ein nettes, gemütliches Haus kriegen die alte Baracke taugt nichts, und die Mutter ihren großen Garten.“ „Und noch etwas. Kollege Robertus, die Niedernauer sollen sich einmal ordentlich darüber wundern, was Robertl, der Lausbub, in Wirklichkeit für ein Kerl ist!“ — Ends.— * Turnen pou a Spiel BSC Herne 22— Gladbeck=Bottrov 8:12. Zirka 1000 Zuschauer hatten sich im Vestischen Hof Gladbeck eingefunden, die Zeuge spannender zu. Gladbeck eingefunden,„ Kämpfe wurden. Bei den Hernern waren wieder einige Nachwuchsboxer mit von der Partie, wobei die Herner in einigen Kämpfen noch gegen Gewichtsvorteile der Gegner zu kämpfen hatten. Zu den Kämpfen. Igd.-Fliegengewicht: Hendzelek— Norek. Beide Kämpfer brachten die Zuschauer durch ihren Kampf, da sie sich in den einzelnen Aktionen kaum nachstanden, sofort in Stimmung. Norek ist bedeutend schwerer und wird knapper Punktsieger. 0:2. Igd.=Leichtgewicht: Richter 2— Rotkegel. Die erste Runde hält Richter durch Kampfangriff offen. Beim Schlagwechsel in der zweiten Runde kommt der Gladbecker in Vorteit und der Ringrichter bricht den Kampf für Rotkegel ab. 0:4. Fliegengewicht: Röttger—Kaiser. Beide Gegner lieferten sich ein Treffen, das bis zum Abbruch in der zweiten Runde noch offen war. An den Seilen wurde Röttger von Kaiser so mit dem Kopf angegangen, daß der Ringrichter den Herner wegen einer Augenverletzung aus dem Kampf nehmen mußte. 0:6. Federgewicht: Haake— Jung. Auch dieses Treffen fand in der zweiten Runde sein Ende. Auf einen Genickschlag hin, der Haake kampfunfähig macht, wird Jung Sieger. 0:8. Weltergewicht: Musial— Gorzny. In allen Runden kann kein Kämpfer in Führung kommen, da sich beide Gegner in allen Kampfphasen die Waage halten. Das Treffen endet unentschieden. 1:9. Weltergewicht: Hackbarth— Domke. In allen Runden ist Hackbarth durch die stechende Linke zum Kopf klar überlegen. Trotzdem sein Punktsieg hoch war, blieb Domke auf Grund seiner Schlagkraft ein gefährlicher Gegner. 3:9. Igd.-Jedergewicht: Majorzyk— Hendricks. Gegen Hendricks, der für seinen 50. Kampf nachträglich geehrt wurde, hielt sich Majorzyk als Anfänger ausgezeichnet. Er stoppte seinen Gegner immer wieder links und unterlag nur äußerst knapp nach Punkten. 3:11. Leichtgewicht: Kubiak— Liedert. Beide Kämpfer standen schon im Ring, doch wurde L. von seinem Verein(angeblich wegen Handverletzung) aus dem Ring genommen. Kubiak wurde kampflos Sieger. 5:11. Mittelgewicht: Richter— Schütz. Zwei Runden ing Schütz mit, aber im Schlagwechsel konnte er nicht tandhalten, da seine Treffer zu unplaziert kamen. Im Nahkampf achtete Schütz nur auf Deckung. Auch die Schlußrunde ging hoch an Richter, der seinen Gegner am Boden hatte, sich aber über die Zeit half. Das gegebene Unentschieden benachteiligte Richter. 6:12. Halbschwergewicht: Ongsiek— Nau. Eine kurze Angelegenheit. Ongsiek schießt die Linke los und Nau geht klar am Kinn getroffen zu Boden. Nau kommt hoch, aber ein weiterer Niederschlag gibt dem Ringrichter Veranlassung, den Kampf zugunsten Ongsieks abzustoppen. 8:12. 30 Sodingen- Essener Borring 23 5:11 Ordzinak schlug den in der Olympia=Kernmannschaft stehenden Palussek glatt nach Punkten und hat hierdurch bewiesen, daß er mit zur Spitzenklasse gehört. Durch zwei Ersatzleute wesentlich geschwächt, mußte Sodingen obige Niederlage hinnehmen. Zu den Kämpfen: Baier(S)— Laumen(E). Baier war zu schwach für seinen Partner und verlor daher den Kampf.(0:2) Ordziniak(S)— Palussek(E). Drei Runden lang stand dieser Kampf auf hoher Stufe. Die 700 Zuschauer dachten von vornherein ihren Lokalmatador als Sieger begrüßen zu können, mußten aber in der 2. Runde feststellen, daß P. nach Punkten nicht mehr gewinnen konnte. Die 3. Runde war noch größer ür O., so daß das Publikum reichen Beifall spendete. (2:2). Burgath(S)— Bartels(E). Erst in der 3. Runde holte sich Bartels kleine Vorteile, wodurch er auch Sieger wurde.(2:4). Ceranna(S)— Laux(E). Einen unsportlichen Gegner fand Ceranna bei diesem Kampf. Sowie der Gong ertönte, war Laur am Mann und landete einen linken Volltreffer, der Ceranna den Sieg nahm.(2:6) Shmielewski(S)— Schiller(E). In der Pause zur 2. Runde wollte man Chmielewski die Bandagen befestigen, leider wurde man zur gegebenen Zeit nicht fertig, somit erklärte der Ringrichter Schiller als Sieger.(2:8). Kali.(S)— Michalowsk!(E). M., der sogar im Mittelgewicht eine große Rolle spielt, mußte gegen den viel leichetren K. reichlich einstecken. Die schwersten Schläge des M. fanden kaum ein Ziel. K. boxte wunderbar auf Rückzug und konnte so Sieger werden.(4:8). Stratmann(S)— Voge!(E). Vogel, der auch viel vom Boxen versteht„fand in Stratmann einen noch besseren Könner. 3. Runden lang stand der Kampf auf hoher Stufe, wobei Str. 50 Prozent mehr vom Kampf hatte, unverständlicher Weise gab das Gericht ein Unentschieden, was sogar bei den Zuschauern keinen rechten Anklang fand.(5:9). Haag(S)— Stauder(E). Haag, der als Ersatz mit war, konnte keine Punkte für seinen Verein holen, vielemhr wurde er zu Beginn des Kampfes von dem guten Stauder mit Schlägen überschüttet, so daß Haag den Kampf entmutigt aufgab.(5:11). Wir weisen heute schon daraufhin, daß BSK. 30 Sodingen am 15. September 1935 zum Großkampftag nach Neuß fährt. Diese Fahrt ist gleichzeitig als Ausflug gedacht, so daß die Abfahrt bereits morgens erfolgt. Interessenten können sich bei Tombrink am Denkmal eintragen lassen, wo man nähere Auskunft erhält. Ausschreibung für die 4. Dlympischen Winterspiele Das Organisationskomitee für die 4. Olympischen Winterspiele vom 6. bis 16. Februar in Garmisch=Partenkirchen hat soeben in den 5 Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch die Ausschreibungen für die Winterolympiade versandt. Dabei interessieren besonders die Bestimmungen über die bei den Spielen zum Austrag gebrachten Wettbewerbe. Das Programm umsaßt folgende Sportarten: Ski, Eislauf(Schnell= und Kunstlauf), Eishocken und Bobrennen. Andere Wintersportarten dürfen im Programm nur als Vorführung(z. B. Eisschießen) bezeichnet werden. Die Nennungen werden von dem nationalen Olympischen Komitee eines jeden Landes entgegengenommen und von diesem dann an das Organisationskomitee weitergegeben. Die allgemeinen Nennungen müssen bis zum 12. Dezember 1935, die namentichen Meldungen hingegen bis zum 15. Januar 1936 erfolgt sein. Diese sind dann endgültig. Zur Durchführung gelangen Ski: 50=Kilometer=Dauerlauf, 18=Kilo= meter=Sonderlanglauf, kombinierter Lauf(Lang= und Sprunglauf), Sondersprunglauf, eine 4mal=10=Kilometer= Staffel, Abfahrts= und Slalomlauf für Frauen(kombiniert), Abfahrts= und Slalomlauf für Männer(kombiniert). Eisschnellaufen: 500 Meter, 1500 Meter, 5000 Meter, 10000 Meter, Eiskunstlaufen: Frauen, Männer. Eishocken, Bobrennen: Viererbob. Zweierbob. Vorführungswettbewerbe: Militär=Patrouillenlauf über 25 Kilometer mit Schießübung. Eisschießen: Mannschaftsschießen, Einzel=Zielschießen, Einzel=Weitschießen. Nennungen für die Vorführungswettbewerbe erfolgen auf besondere Einladung. Höchstzahl der Nennungen: Jedes Land 8 Nennungen. Höchstzahl der Teilnehmer: Jedes Land 4 Teilnehmer. Eine Wertung nach Punkten gibt es nicht. Amateure im Straßen=Länderkampf Der Straßen=Länderkampf der Amateure zwischen Deutschland und Polen, der im vergangenen Jahr erstmalig ausgetragen wurde, findet vom 25. August bis 1. September seine erste Wiederholung, allerdings diesmal in umgekehrter Richtung von Warschau nach der Reichshauptstadt. Die Strecke ist 869 Kilometer lang und führt meist durch Flachland. Sechs Etappen werden gejahren. Deutschland gewann mit seiner starken Ländermannschaft im Vorjahr den Wettbewerb in überlegener Manier und hat auch für den zweiten Kampf seine Vorbereitungen sehr sorgfältig getroffen. Die deutsche Straßenmannschaft, die den Kampf gegen Polen aufnimmt, ist die stärkste, die zur Zeit aufgestellt werden kann. Sie lautet: Böhm, Hauswald, Krückl, Hupfeld, Wölkert. Ruland, Löber. Weiß, Meier, Leppich. Wierz und Wendel. Dieses Aufgebot sollte ohne Zweifel auch in diesem Jahre stark genug sein, um den Sieg für die deutschen Farben zu entscheiden. Polen wird allerdings in diesem Jahre einen weitaus schwereren Gegner abgeben, hat es doch durch den ersten Kampf manches gelernt und auch einen neuen Nachwuchs gefunden, der sich dem deutschen auf dem ersten Teil der Strecke sicherlich ebenbürtig zeigen wird. Die einzelnen Etappen sind: 25. August: Warschau—Lod; (123.5 Klm.); 26. August: Lodz—Kalisch(115,5 Klm.); 27. August: Kalisch—Posen(174 Klm.): 29. August: Posen—Schneidemühl(108 Klm.): 30. August: Schneidemühl—Stettin(181 Klm.); 1. September: Stettin—Berlin(147 Klm.). Ruhetage sind in Posen und Stettin. Mar Baer gegen Zoc Louis perfekt Nachdem man es allzuoft erleben mußte, daß sich amerikanische Kabelmeldungen über bevorstehende Berufsvoxkämpfe der Schwergewichtweltklasse als irrig erwiesen, ist hier jeweils einige Vorsicht am Platze. Zutreffen dürfte jedoch der soeben bekannt gewordene Kampfabschluß zwischen dem früheren Weltmeister Max Baer und dem gefürchteten Neger Joe Louis, zumal die Amerikaner eifrig nach einem starken Mann auf der Suche sind, der dem„Schwarzen“ den Wea zum Titelkampf verlegen soll. Die Begegnung ist für den 24. September ins Newyorker Mankee=Stadion vorgesehen und wird über 15 Runden gehen. 4. Taubstummen-Weltspiele Deutscher Sieg in der Schwimmstaffel. Die 4. Taubstummen=Weltspiele in London wurden mit den Schwimmwettbewerden fortgesetzt. In der 4X 100=Wezer=Kraulstaffel gab es einen deutschen Sieg mit der Mannschaft O. Gehring, H. Hoffmann, L. Hengstmann, K. Weiß in 5:35,6. Holland belegte den zweiten Platz vor Groß=Britannien. Die 100 Meter Rücken fielen an den Norweger F. M. Tenden in 1:23 vor O. Gehring(Deutschland) in 1:26.2.— Bei den Frauen war hier die Holländerin W. Jansen in 1:39 erfolgreich. Die Entscheidung im Fußball fiel mit 4:2(2:0) zugunsten GroßBritanniens, dessen besseres Stürmerspiel auf dem Arsenalplatz in Hoghbury gegen Belgien den Auslolag gob. Samstag=Rennen. Deauville. 1. Rennen: 1. T. P. Cozzikas Cap Corse(W. Johnstone), 2. Magie Grey, 3. Danaide. Ferner: Bougie Rose, Soupe au Lait, Cinderella, Broadside. Toto 30, Platz 20, 34:10. 2. Rennen: 1. E. Hellopolos' Damina(W. Johnstone), 2. Allusion, 3. Goodby e Blues. Ferner: Dorinda. Toto 52, Platz 23, 27:10. 3. Rennen: 1. A. Vidals Prince Rouge(R. Brethes), 2. Iieweed, 3. Scherzo. Ferner: Le Negus, Turkish Deligth. Toto 24, Platz 17, 21:10. 4. Rennen: 1. R. Straßburgers Tara(A. Pavee), 2. Master Verne, 3. La Spezzia. Ferner: Parthasia, Lang Bian, Moira, Rinon, La Perle du Val. Toto 29, Platz 13, 21, 14:10. 5. Rennen: 1. F. Bertrins Moodo(F. Herve), 2. Zem Zem, 3. Das Lidre. Ferner: Alvarez, Tylander, Rinth Duke, Rollon, Bell Rock La Garde. Toto 59, Platz 19, 35, 18:10. 6. Rennen: 1. J. Fribourgs Master of ihe Rolls(G. Duforez), 2. Lilium, 3. Le Magnat. Ferner: Verset, Marigny. Cest sa Soeur, Val de Seine, Trombon, Monsieur Fernand. Toto 161, Platz 40, 32, 16:10. Dresden. (Sieg— Doppelwette: Frühlingsfee—. Dennoch 186:10) 1. Rennen: 1. Stall Wedes Orongeade(H. Schlegel), 2. Max, 3. Chimophila. Ferner: Meerau, Gravor, Darius. Tot 25. Platz 15, 16:10. 2. Rennen: 1. P. Mülhens Tifernus(J. Starosta), 2. Nautikus, 3. T für'n U. Ferner: Balilla, Zauberin, Poppäa 2, Makrone. Toto 25, Platz 11, 13, 12:10. Ausschreibung zu den am Sonntag, dem 1. September 1935 um 13 Uhr im Herner Sommerbad an der Bergstraße stattfindenden Stadtmeisterschaften im Schwimmen. Es finden folgende Wettkämpfe statt: 1. 200 m Brustschwimmen für Herren. 2. 100 m Kraulschwimmen für Herren. 3. 100 m Brustschwimmen für Damen. 4. 50 m Brustschwimmen für alte Herren. 5. 50 m Brustschwimmen für Mädchen. 6. 100 m Brustschwimmen für Herren=Jugend 7. 3mal 100 m Lagenstaffel. 8. 50 m Kraulschwimmen für Knaben. 9. 100 m Rückenschwimmen für Damen. 19. 100 m Brustschwimmen für Damen=Jugend. 11. 3mal 100 m Bruststaffel für Herren=Jugend. 12. Springen(5 Kürsprünge). 13. 4mal 100 m Bruststaffel für Herren. 14. 50 m Tauchen. 15. 100 m Rückenschwimmen für Herren. 16. 50 m Brustschwimmen für Knaben. 17. 100 m Kraulschwimmen für Herren=Jugend 18. 3mal 100 m Bruststaffel für Damen. 19. 3mal 100 m Kraulstaffel für Herren. 20. 10mal 50 m Bruststaffel. 21. 100 m Brustschwimmen für Sportvereine. 22. 10mal 50 m Kraulstaffel. 23. Wasserball. Die Wettkämpfe werden ausgetragen nach den## gemeinen Wettkampf=Bestimmungen des Deutscher Schwimmverbandes. Meldungen mit Angabe von Kamprichtern sind an Herrn Richard Beeking, Herne, Altenhöfener Straße 143, zu richten. Meldeschluß am Donnerstag, dem 29. August 1935. Meldeeröffnung am gleichen Tage um 21 Uhr in der Wirtschaft Stemberg, Bahnhofstraße 34. Es wird gebeten den Meldetermin unbedingt einzuhalten. Besondere Ausschreibungen an die Vereine ergehen nicht. 3. Rennen: 1. D. Krietes Frühlingssee(A. Eberk), 2. Pistoja, 3. Kastroper Husar. Ferner: Altona. Aron, Sist, Lapsus, Allianz. Toko 40, Platz 19, 22, 26:10. 4. Rennen: 1. Rittm. v. Römers Dennoch(H. Völkel), 2. Losias, 3. Neandertal. Ferner: Marcianus, Freibrief, Inländer. Toto 77, Platz 35, 19:10. 5. Rennen: P. Mülbens Unverzagk(J. Rastenberg), 2. Hestica, 3. Camee. Ferner: Schneemärchen, Pommernherzog, Einzige. Toto 46, Platz 17, 19:10. 6. Rennen: 1. Hptm. Hesses Taifun(H. Berndt), 2. Micky und 2. Amän. Ferner: Lachteufel, Quisi, Demut, Henkersknecht, Atina, Arhis, Ming. Toto 55, Platz 17, 20, 23:10. 7. Rennen: 1. K. Edlers Vergißmeinnicht(W. Reibl), 2. Sopran, 3. Graßittich, 4. Altpreuse. Ferner: Nando Ausschreibung, Frauenheld, Weddegast, Whist, Famor Toto 73, Platz 17, 21, 21, 15:10. Unsere Voraussagen: Clairefonkaine. 1. R.: Vanina— Pyram; 2. R.: Baoule— Marimate; 3. R.: Caracalla— Sweater; 4. R.: Yrieiz — Algorad; 5. R.: Maori— Pourquoi Pas 2; 6. R.: Genepi— Vancouvert. Sei praktisch benutze Stempel! Warum? Der Stempel erspart Zeit und mühsame Schreibarbeit. Schafft Ordnung durch Markierung der Gegenstände. Schützt ver Verlust durch Kennzeichnung des Eigentums. Repräsentiert durch sauberen Abdruck Ist in jeder Form und mit jedem Text herzustellen. Also: bestelle Stempel! Die richtige Ausführung liefern: Koethers& Röltsches Papier- und Schreibwaren Hermann-Göring-Straße 6. neben dem Postam! Alle Zabehörteile. wie Stempelfarben, StempelKissen usw. in großer Auswahl steis verrätig Wer ein gutes Buch verschenkt, der gibt mehr als Geld, Brot und Arbeit; er gibt Friede, Freude und Frohsinn.(Herm. Löns) Ein treues Mutterherz hat eufgehört zu schlegen. Heute morgen um 1.45 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grohmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlechtbare Witwe Johannes Künsting Elisabelh, geb. Dietz im Alter von 59 Jahren, wohlvorbereitet durch den andächtigen Empleng der hl. Sterbesekramente. Um ein stilles Gebet für die lb. Verstorbene bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, Bochum-Laer, Valdivie Chile, Hagen, Ahlen, Bönen, Haaren, Borchen, den 25. August 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 28. Aug. 1935, nechm. 3.30 Uhr vom Trauerhause, Herne, Bismarckstraße 77, eus zum Friedhof Herne-Horsthausen stafl.— Das Seelenamt ist Mittwoch morgen 7.10 Uhr in der St.-Marien-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige els solche. Anheimelnd, wohnlich, schön und bequem von 108 Klm.=Std.); 2. Hans Reinarg. 3. Walter Krumm. 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Josef Möller, Herne: für Unterbaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für den Anzeigenteil Carl Barkeis, Herne. Berliner Vertrefer Dr. E. Häfner, Berlin. Beikräge sind an die Redaktion(Herne. Hermann-Göring=Straße 8). nicht an idre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. VII. 35 3677. Druck und Verlag: Roetders& Röttsches Herne Lies den Herner Anzeiger! 2 gebr. 2schläfige Bettstellen mit Matratzen billig zu verkauf. Herne=Holthausen, Bruchstr. 130 a. Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leiden, sondern muß man besitzen (Rietsche.) Vo Es ist fache Olon Schmimm= Meistertit großen Si Angeles. 100 Mete kannte sie! und über iüngeren 5. Klasse 45. Preußisch=Süddeutsche (271. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 14. Ziedungstag 23. August 1935 Fahrräder nan f.: eöillgumel Herne, Bahnhofstraße 3 H Wem von uns ist nicht seine Bibliathek eine vergebliche Mahnerin und Anklägerin?„W. 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Mit Ausnahme bei Haushaltungen urd Betrieben der Landwirtschaft sind Einstellungen von Personen unter 25 J. nur mit vorheriger Zustimmung desArbeitsamts zulkssig 1 einzelnes Zimmer mit fließendem Wasser, auch als Büroraum geeignet, per sofort od. später zu vermieten Auskunft: Markgrafenstraße 3, Erdgeschoß In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 5000 M. 171160 174108 2 Gewinne zu 3000 M. 367263 24 Gewinne zu 2000 M. 63136 173984 179774 195093 218170 285177 285698 306739 325322 339325 360726 394344 42 Gewinne zu 1000 N. 26848 36266 43411 43413 50785 67077 68961 83993 96973 131457 162996 168528 184006 184879 203718 217139 227737 245383 269526 379604 396801 84 Gewinne zu 600 M. 7481 9479 42381 62073 68292 76462 79408 90905 106843 111262 116344 117732 124772 126369 126710 131765 138300 140873 160282 173792 178961 187722 202576 206069 223434 226883 243935 247235 24960“ 265701 279546 287479 291162 314299 336163 336815 339751 343602 344019 360679 367362 360742 372 Gewinne zu 300 M. 4120 4661 7119 11965 16251 24601 27160 90001 34190 36356 41441 42412 43637 45708 45777 48305 46867 50064 61190 55853 67718 68699 59087 60135 6125 77846 80427 61890 84282 87209 91588 97910 98674 101805 102263 102926 102975 104274 108206 106327 109142 113248 114709 118285 119335 120666 123373 124814 125366 128334 128736 129370 130037 134232 139232 140518 40534 141756 143093 143641 145063 145975 146842 147617 160687 161827 158294 158332 161646 162695 165248 167796 168006 174176 176007 179960 181673 196612 189697 192794 194120 196201 201455 205046 206661 205819 206500 208230 209080 210174 210979 215588 229616 229646 229672 231835 232134 23245! 236062 239125 240138 243688 245184 247317 247464 250035 253152 253636 254187 256163 260587 260606 261077 263650 26387 269711 273308 274569 26 0684 280703 284915 288037 292468 296268 297131 296043 298511 300263 306011 312626 3147 315531 317145 317944 322998 32473] 320.3 327897 328•191 330166 333120 333174 336078 336515 336685 339927 342390 342848 343982 344018 344182 346636 346069 347772 349155 364262 364381 354423 355276 367157 359219 359243 359671 361878 362872 363066 368988 369281 369818 370164 371149 379637 380836 384079 384847 385915 388030 388284 388599 393996 394412 396490 396111 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 214016 4 Gewinne zu 10000 M. 80457 387911 4 Gewinne zu 5000 M. 33348 126765 6 Gewinne zu 3000 M. 86601 227044 369026 12 Gewinne zu 2000 M. 65583 118090 172539 195619 343721 356030 34 Gewinne zu 1000 M. 55111 80677 113173 153307 169892 201991 208431 229626 235372 242556 298366 301493 346382 360439 389697 393441 399393 92 Gewinne zu 500 M. 18566 31635 33708 37697 42841 60117 62130 63932 70356 70665 71711 71801 78246 80442 90647 93671 94246 121263 123824 135077 135300 137756 139283 140106 146974 168833 182128 200080 200661 210625 225402 230847 247171 262951 282802 287600 297791 310011 314216 316124 332925 333239 340223 350617 350982 383472 310 Gewinne zu 300 M. 3450 9065 9846 17845 24025 25376 29527 30607 36116 38034 42236 46191 26400 60109 50443 52266 53156 63783 54600 55476 56066 62623 64518 65637 66542 68106 68212 69471 71585 72029 73588 76664 79858 81993 83400 84406 86963 87267 89039 69079 93150 94686 95250 98068 104056 104943 108004 112229 112479 114703 117223 119840 122488 129463 130456 132750 133503 134284 145697 145709 151910 153556 160417 165031 167729 171222 178482 178658 180940 184905 186680 189183 189498 191566 191607 193712 193806 196577 200580 201923 202902 203515 203737 205647 207210 207976 217560 221524 228097 230832 231259 233352 234084 234329 236172 237287 240515 246570 250735 252237 256666 258276 260628 260919 261549 265091 268139 274478 276061 279836 282638 287039 290832 297090 298262 300788 301592 301614 302244 303065 303218 305628 306794 308853 309973 311922 317390 319623 320453 326172 330127 330583 338246 342173 343174 346330 345591 349004 348307 348446 367589 367822 361360 368696 368892 373370 374509 376241 383348 386066 388917 390126 39566 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 75000. 4 zu se 50000, 4 zu se 3.000, 8 zu je 20000, 52 zu je 10000, 78 zu se 5000, 236 zu je 3000, 500 zu je 2000, 1580 zu ie 1000, 2512 zu je 500, 10084 zu je 300 Mk.