Ss Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne. Bedelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis dalbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht.; Postscheckkonto: Dortmund 1907. 2 Verantwortlich für den redaktionellen Tell: Dr. Ceo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 250.— bei tödlichem Berufsunfall nach Maßgabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschättsstelle erhältlich sind. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfg., Arbeus und Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumböbe, im Reklameteil 30 Pfe. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. Jernsprech=Anschluß: Sammol=Rummer 52541; Telegramm-Adresse: Anzeiger Herne. Nr. 199(Erstes Blatt) Freitag, den 20. August 1932 28. Jahrgang Im Tagesspiegel Je näher der Termin zum Zusammentritt des Reichstages rückt, desto mehr Mutmatzungen sind in Umlauf. Nur über eines scheint man sich klar zu sein, daß nämlich das Leben des neuen Reichstages von nur kurzer Dauer sein wird. Niemand glaubt, daß der Reichstag den 10. September überleben wird. Die erste große " Schwierigkeit dürfte sich bereits am ersten Tage ein„ stellen, da die Kommunisten daran festhalten, daß Klara Zetkin als Alterspräsidentin die Sitzung leitet. Die Nationalsozialisten haben Radauszenen angekündigt, um auf diese Weise Klara Zetkin zu zwingen, auf ihr Amt zu verzichten. Die Kommunisten werden die Antwort natürlich nicht schuldig bleiben. Somit ist bereits am ersten Tage die Möglichkeit eines großen Spektakels gegeben. Da jedoch solche Szenen beinahe auf der Tagesordnung der deutschen Parlamente von heute stehen, sind sie weiter nicht tragisch zu nehmen. Von weit größerer Bedeutung ist die Frage, was die Reichsregierung zu tun gedenkt, für die am 5. September der Kanzler in Münster ein offizielles Programm entwickelt. In allen Kreisen wird es als große Selbstverständlichkeit aufgefaßt, daß eine Mehrheit gegen die Regierung steht, wie es im deutschen Reichsparlament noch nie der Fall gewesen ist. An zwei Fußangeln wird die Regierung hängen bleiben: an den Anträgen über die Aufhebung der Notverordnung und an den Mißtrauensvoten. Es ist nicht ersichtlich, welches taktische Manöver die Regierung anwenden will, um einer gewaltigen Niederlage zu entgehen. Man rechnet damit, daß die Reichsregierung eine Abstimmung gar nicht avwartet, sondern nach den Reden der Fraktionen sofort den Reichstag auflöst. Für diesen Fall wird der Regierung aus Rechtskreisen nahegelegt, wegen des staatsrechtlichen Notstandes vor einer Revolution von oven nicht zurückzuschrecken, sondern die Verfassung beiseite zuschieben und Neuwahlen möglichst lange hinauszudehnen: in der Zwischenzeit soll sie verfassungsändernde Maßnahmen durchführen, wie Aenderung des Wahlrechts, Reichsreform, Oberhaus usw. Der Reichsregierung wird sogar zugeflüstert, sie solle die Wege zur Errichtung einer Monarchie ebnen. * Die Reichsregierung wartet zunächst auf das Ergebnis der Untersuchung der Verfassungsjuristen, die zu prüfen haben, in welchem Augenblick am besten die Aufhebung des Reichstags vorzunehmen ist, ferner ob es eine verfassungsrechtliche Möglichkeit gibt, um etwa eine Zeitlang ohne Reichstag zu regieren. Schließlich haben die Verfassungsjuristen noch die in der Verfassung gegebenen Möglichkeiten des Volksentscheids nach allen Richtungen zu prüfen. Bisher hat Kanzler von Papen bei den verschiedensten Gelegenheiten erklärt, das Kabinett habe die feste Absicht, die Verfassung zu achten. Sieht man über die Wünsche aus den Rechtskreisen hinweg, so liegt auch kein Anhaltspunkt vor, die Regierung zu verdächtigen, daß sie aus Gründen des Notstands die Reichsverfassung als Fetzen Papier abtun wolle. Die Rechtspresse redet von verfassungsrechtlichen Haarspaltereien, da vom Zentrum erklärt wird, es werde sich gegen jede verfassungsmäßig nicht zulässige Maßnahmen mit größter Entschiedenheit zur Wehr setzen. Es sei, so heißt es, ein Gebot der Logik, daß beim Versagen des einen verantwortlichen Faktors im Staate, nämlich des Reichstags, sich die Verantwortung auf den intakt gebliebenen Faktor konzentriere; das sei der Reichsprasident. Mit diesen Worten ist nichts anderes gesagt, als daß dem Reichspräsident nahegelegt wird, er solle die ihm übertragene Staatsgewalt dazu „mißbrauchen“, gewisse Bestimmungen der Reichsverfassung zu mißachten. Diese Zumutung ist eine Beleidigung des Reichspräsidenten. * Die Aufgabe des Zentrums. sich schützend vor die Verfassung zu stellen, wird daher nur noch schärfer betont. Es mögen Stimmen im eigenen Lager laut werden, die sich gegen Verhandlungen mit den Nationalsozialisten aussprechen, weil sie bisher mehrmals nicht zu ihrem gegebenen Wort gestanden haben. Es wird auch darauf verwiesen, daß die Stellungnahme der führenden Nationalsozialisten zu dem Urteil in Beuthen es dem Zentrum unmöglich mache, weiter mit den Nationalsozialisten zu verhandeln. Demgegenüber muß gesagt werden, daß Politik keine Gefühlssache ist. Weil das Zentrum die Verfassung achtet und weil es weiß, daß das erste Abirren vom verfassungsrechtlichen Wege zum Abgrund führen kann, läßt es kein Mittel unversucht, den Reichstag funktionsfähig zu machen. Zu diesen Bemühungen gehören auch die Verhandlungen mit den Nationalsozialisten. Führen die Verhandlungen zu keinem Ergebnis, so kann das Zentrum wenigstens mit gutem Gewissen vor das deutsche Volk treten, wenn wieder zur Wahlurne geschritten werden muß. * In einem Leitartikel, überschrieben„Der letzte Versuch“, nimmt die„Augsburger Postzeitung" Stellung zu den inoffiziellen Besprechungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum. In dem Artikel wird betont, es sei der Wille des Zentrums, daß der Rahmen der Verfassung nicht gesprengt werde. Die größte Gefahr für ein Regieren, das nicht eindeutig dem Buchstaben und dem Geiste der Reichsverfassung gerecht werde, sei ein arbeitsunfähigr Reichstag. Zwischen dem Reichsk binett und der NSDAP. stehe das Zentrum das, getren seiner Mission, einen letzten Versuch unternehme, allen Widerständen zum Trotz die Dinge Deutsche Gleichheit in der Rüstungsfrage Anerkennung durch das amtliche England # London, 25. Aug. 1932. Die rechtlichen Untersuchungen im englischen Außenamt über die deutschen Gleichheitsansprüche in der Rüstungsfrage haben nach eingehender Prüfung der verschiedenen Verträge(Versailler Vertrag, Brief Clemenceaus an die deutsche Abordnung in Versailles, Locarno=Vertrag) ergeben, daß an der juristischen Berechtigung der deutschen Forderung kein Zweisel mehr bestehen kann. Man sei sich im englischen Außenministerium, so versicherte ein hoher Beamter dem Londoner Korrespondenten der Telegraphen=Union, über die ethische und juristische Berechtigung der deutschen Gleichheitsansprüche vollkommen klar, und man stehe den deutschen Wünschen auf Beseitigung der diskriminierenden Bestimmungen durchaus verständnisvoll gegenüber. Die anfänglichen Bedenken, die man zuerst beim Aufwerfen der deutschen Forderungen gehabt habe, und die Befürchtungen, daß sie zu einer ungünstigen Rückwirkung auf die internationale Lage führen könnten, hätten sich glücklicherweise nicht erfüllt, und man sei jetzt in London der Ansicht, daß kein Schaden angerichtet sei. Man sei sich aber darüber klar, daß nur langam Fortschritte gemacht werden könnten. Die englische Diplomatie sei sich— ohne daß bisher amtliche Schritte in London unternommen worden seien— über die deutschen Ziele klar und rechne damit, daß die Deutschen vielleicht schon bald, sicherlich aber nach Wiederaufnahme der Genfer Verhandlungen die Frage der Gleichberechtigung aufwerfen würden. England sei zwar an deutsch=französischen Verhandlungen zur Regelung und Befriedung der europäischen Verhältnisse nicht unmittelbar interessiert, werde aber diese doch begrüßen, da sie zur Zeit die einzige Aussicht auf mögliche Fortschritte in den allgemeinen Abrüstungsverhandlungen böten. Das Kommissariat in preußen Keine Verantwortung vor dem Landtag Bracht bei Kerrl In der Zwickmühle ::. Berlin, 25. August 1932. Der stellvertretende preußische Reichskommissar Dr. Bracht hatte vormittags eine Unterredung mit dem Präsidenten des Preußischen Landtags. Kerrl, über die Frage, wie sich die kommissarische preußische Regierung gegenüber dem Landtag verhalten wird, insbesondere über die Frage der Verantwortlichkeit dieser Regierung gegenüber dem Parlament. Dr. Bracht versicherte ausdrücklich, daß die Auffassung der Regierung von ihrer Nichtverantwortlichkeit gegenüber dem Landtag selbstverständlich nichts an der Tatsache ändere, daß die Regierung gewillt sei, mit dem Landtag in entgegenkommender Weise zusammenzuarbeiten. Aus der Ablehnung der parlamentarischen Verantwortlichkeit ergebe sich allerdings, daß die Regierung selbst über die Form ihrer Zusammenarbeit mit dem Landtag zu entscheiden habe, also z. B. auch darüber, ob die Verhandlungen zwischen Regierung und Parlament auf schriftlichem Wege vorgehen sollen oder ob Regierungsvertreter zur Auskunftverteilung in den Landtagssitzungen erscheinen. Offen ist daher auch noch die Frage, ob Dr. Bracht persönlich im Landtag erscheinen und diesem Rede und Antwort stehen wird. Weiter wurde zwischen den beiden Herren auch die Einberutung des sogenannten Zarnow=Unteruchungsausschusses nach Beuthen erörtert. Dr. Bracht dürfte dabei seine grundsätzlichen Bedenken gegen die Reise des Ausschusses zum Ausdruck gebracht haben, insbesondere aber seine Bedenken dagegen, daß der Untersuchungsausschuß jetzt schon in die Angelegenheit eingreifen will, während das Wiederholungsverfahre noch in der Schwebe ist. * Die Regierungsbildung in Thüringen □ Weimar, 25. Aug. Zu der Regierungsbildung in Thüringen, mit der der Führer der RSDAP=Fraktion. Sauckel. vom Landtagspräsidenten beauftragt worden ist, verlautet, daß die Bemühungen des Landbundes, die Deutschnationalen an der Regierung zu interessieren, bisher erfolglos geblieben sind. Kabinett zur Auflösung entschlossen v. Schleicher Vertrauensmann des Kanzlers Was geht vor? Die Haltung des Kabinetts von Papen 2r Berlin, 25. Aug. 1932. In längeren Erörterungen beschäftigt sich die „D. A. Z.“, anscheinend auf Grund guter Informationen, mit der Haltung und den Plänen des Reichskabinetts.„Mit Recht,“ so schreibt das Blatt,„wird der Bekanntgabe des Wirtschaftsprogramms durch Reichskanzler von Papen am Sonntag in Münster von allen politischen Kreisen das größte Interesse entgegengebracht. Die Spannung, mit der man dem Ergebnis der Kabinettsberatungen entgegensieht, wird nicht enttauscht werden. Es wird sich um wichtige, tiefgreifende, kühne Maßregeln handeln, und zwar in einem weiter gespannten Rahmen, als das bisher erwartet worden ist. Daß der Wechsel auf dem Posten des Staatssekretärs im Reichswirtschaftsministerium keinen Kurswechsel bedeutet, dürfte sich aus der Bekanntgabe des Wirtschaftsprogramms ergeben, an dem ja Dr. Trendelenburg noch bis zuletzt mitgearbeitet hat. Daß die Machtbestrebungen bestimmter gewerkschaftlicher Gruppen und die Versuche, von hier aus auf das Kabinett Einfluß zu nehmen, fortdauern werden, ist unschwer vorauszusehen. Es ist aber heute mehr denn je ausgeschlossen, daß diese Druckversuche eine Aende rung der Linie des Kabinetts bewirken können. Insbesondere sind die Befürchtungen; die in manchen Kreisen gegen die Rolle des Generals von Schleicher gehegt werden, durchaus nicht zutreffend. Es ist einwandfrei festzustellen, daß beispielsweise die Verhandlungen des Reichswehrministers mit Vertretern der Nationalsozialistischen Partei dauernd im Auftrage des Reichskanzlers und des Reichskabinetts erfolgt sind. Es kann auch keine Rede davon sein, daß hierbei Vereinbarungen zustande gekommen wären, die sich gegen die bisherige Linie des Kabinetts richten, im Gegenteil: die Besprechungen sind zur Enktäuschung der Nationalsozialisten durchaus negativ verlaufen, was übrigens auch für die zwischen den Parteien unternommenen parlamentarischen Fühlungsversuche gilt, die zwar noch anhalten, aber allgemein als nicht mehr erfolgverheißend beurteilt werden. Ueber die weitere innerpolitische Entwicklung einschließlich der Frage, ob etwa später eine Beteiligung der Nationalsozialisten an dem Reichskabinett durchführbar sein sollte, wird man wohl erst nach der Auflösung des Reichstages klarer sehen können, die sofort erfolgen wird, falls sich eine Mehrheit für Aufhebung der Notverordnungen zusammenfinden sollte, also ohne die Abstimmung über die Mißtrauensanträge abzuwarten. Die Auflösung ist infolgedessen mit großer Wahrscheinlichkeit für den dritten oder vierten Tag des neuen Parlaments zu erwarten. Zentrumsbesprechung in Stuttgart Stuttgart, 25. Aug. Zu einer Zentrumsbesprechung in Stuttgart wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß es sich dabei nur um die seit Wochen übliche Berichterstattung des Generalsekretärs der Deutschen Zentrumspartei, des Reichstagsabgeordneten Dr. Vockel, bei dem württembergischen Staatspräsidenten Dr. Bolz, der seit der Erkrankung des Prälaten Kaas zusammen mit dem Reichstagsabgeordneten Joos mit der Geschäftsführung beauftragt ist, über die Vorgänge in Berlin gehandelt hat. An der Besprechung haben auch Reichskanzler a. D. Dr. Brüning und Staatsrat Dr. SchaefferMünchen teilgenommen. Eine Besprechung mit den Nationalsozialisten in Stuttgart sei nicht geplant.— Es werden neuerdings allerlei unkontrollierbare Nachrichten über Zentrumsverhandlungen verbreitet, die man nur mit Vorsicht aufnehmen darf, selbst wenn sie von ernsten Blättern veröffentlicht werden. Klara Zetkin eröffnet den Reichstag amp; Berlin, 25. Aug. Wie das Nachrichtenbüro des Vd3. meldet, hat jetzt die kommunistische Reichstagsfraktion den Reichstagspräsidenten Loebe davon verständigt, daß die kommunistische Abg. Frau ####ura Zetkin als ältestes Mitglied des neuen Reichstages die konstituierende Sitzung des Parlamentes leiten und also ihr Amt als Alterpräsidenten wahrnehmen wird. Damit kann als sicher angenommen werden, daß Frau Zetkin den Reichstag eröffnen wird, falls nicht die Bestrebungen zum Erfolge führen, die darauf abzielen, zwecks Vermeidung eines schweren Konfliktes in der Eröffnungssitzung die Bestimmungen über den Alterspräsidenten zu ändern. Kommunistische Massenanträge im Reichstog Die kommunistische Reichstagsfraktion hat im Reichstag mehr als 50 Anträge eingebracht, und zwar einen Mißtrauensantrag gegen die Reichsregierung, zwei Mißtrauensanträge gegen den Reichsinnenminister von Gayl und den Reichswehrminister von Schleicher, einen Antrag auf sofortige Zurückziehung des„mit Militärgewalt eingesetzten Reichskommissars für Preußen". einen Antrag auf Nichtdurchführung des neuen Tributvertrages von Lausannc und auf Einstellung der„verschleierten Revarationszahlungen in der Form für sogenannte private Auslandsanleihen“, sowie auf Austritt aus dem Völkerbund, ferner eine Fülle von wirtschafts= und sozialpolitischen Anträgen, die im wesentlichen auf Aufhebung sämtlicher Notverordnungen hinauslaufen. Ein kommunistischer Initiativgesetzentwurf fordert Festsetzung der Höchstarbeitszeit auf sieben Stunden täglich bzw. 40 Stunden wöchentlich. Schließlich wird Amnestie für allproletarischen politischen Gefangenen gefordert. Wechsel im Reichswirtschaftsministerium Trendelenburg in den Ruhestand versetzt ∆ Berlin, 25. Aug. 1932 Der Reichspräsident hat den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium. Dr. Trendelenburg, auf seinen Antrag in den einstweiligen Ruhestand versetzt und den Direktor im einstweiligen Ruhestand Geh. Reg.von Preußen her auch im Reich wieder in das notwendige Gleichgewicht zu bringen. Es sei keine Verärgerungspolitik, die das Zentrum treibe, sondern der Ausdruck höchsten Verantwortungsbewußtseins für Staat und Volk, wenn seit Tagen in inoffiziellen Fühlungnahmen daran gearbeitet werde, die Wurzel allen Uebels, die Arbeitsunsähigkeit des Reichstages, zu beseitigen, indem man die Möglichkeiten einer Mehrheitsbildung sorgsam prüfe. Dazu gehöre in erster Linie die Be antwortung der Frage, ob sich die Nationalsozialisten überhaupt mit einer anderen politischen Gruppe noch auf der Basis von Treu und Glauben zusammenfinden können. Das Zentrum sei damit an die Lösung der Aufgaben herangetreten, die dem gegenwärtigen Reichskanzler, wie der 13. August gezeigt habe, mißglückt sei. Nur so werde man der Aktion, die seit Tagen im Gange sei, und um die das Zentrum so viel angeseindet werde, gerecht Der Antikel schließt:„Wir bestreiten dabei durchaus nicht das Risiko, das man auf sich nehmen müsse aber gegen dieses Risiko dürfte man den Versuch zur Klärung nicht scheitern lassen in einem Augenblick, da vieles, ja alles auf dem Spiele steht. Die geführten Verhandlungen geben die letzte Chance. Wer sie verhindert, wird ein großes Teil Verantwortung für die kommenden Dinge zu tragen haben.“ Der scharfe Ton des Hitlerschen Aufrufs findet allerdings in Kreisen, die der NSDAP. nahe stehen, noch eine andere Erklärung, die, wenn sie zutrifft, interessante Rückschlüsse auf gewisse Vorgange innerhalb der RSDAP. zulassen würde. Man Betont hier, daß die Aggressivität Hitlers nicht allein der persönlichen Verstimmung gegen die Reichsregierung, sondern auch sehr persönlichen eigenen Sorgen um die Führung in seiner Partei entsprungen sei. Man verweist in diesem Zusammenhang darauf, daß nach dem ergebnislosen Auseinandergehen von Hitler und Schleicher der Reichswehrminister neue Verhandlungen mit dem neben Hitler mächtigsten Mann der Partei, Gregor Strafser, aufgenommen habe Sie liefen, wie man betont, letztlich darauf hinaus, auch gegen den Widerstand Hitlers eine Beteiligung von nationalsozialistischen Unterführern an einem umgebildeten Präsidialkabinett herbeizuführen. General von Schleicher sah in einer solchen Zusammenarbeit die einzige Möglichkeit, auf legalem Wege die aktiven Kräfte der NSDAP. für die Reformpläne der Reichsregierung nutzbar zu machen. Ohne eine solche Zusammenarbeit ware der ganze Sinn des Sturzes Brüning in sein Gegenteil verkehrt worden. Ein Handinhandgehen mit Gregor Strasser sei General von Schleicher, so sagt man. aber auch deshalb als wünschenswert erschienen, weil er Strasser für den besähigtesten Kopf der NSDAP. hielt, dem eher ein einflußreicher Ministerposten angeboten werden könnte, als dem mehr im Propagandakampf erprobten Hitler. Wenn diese Lesart zutrifft, dann wäre der scharse Vorstoß Hitlers geradezu eine Flucht in die Oeffentlichkeit seiner Partei. Man müßte ihn als Versuch werten, die allzu selbständige Politik machtiger Unterführer in der RSDAP. zu durchkreuzen und gestützt aus das wiedergewonnene Vertrauen der SA. die alte Politik der rücksichtslosen Opposition wieder aufzunehmen. Wir geben diese Darstellung ausdrücklich rein reierierend wieder, ohne uns mit ihr zu identifizieren. Daß sie bei der NSDAP. selbst dementiert wird, braucht nicht betont zu werden. nat Dr. Karl Schwarzkopf zum Staatssekretür im Reichswirtschaftsministerium ernannt Der Reichoprasident und der Reichskanzler haben Trendelendurg anerkennende Dankschreiben gesandt. Trendelenburg wurde zum Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftorates ernannt. Ueber die Grunde, die zum Rucktritt des Staats sekretäts Trendelendurg geführt haben, erfahren wir von unterrichteter Stelle: In den Zielen hat zwilchen dem Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbold und dem Staatssekretät volle Einmutigkeit bestanden. Aber hinsichtlich des Temvos der Aktivierung der Wirtschaftsvoltik, d. h. der unverzüglichen Durchführung der Maßnahmen im Rahmen des Wirtschafteprogramms, die 3n einer Behebung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und zu einer Ankurdelung der Wirtschaft führen sollten, sind Differenzen entstanden. Der Reichswirtsch vertritt die Ansicht, daß die erforderlichen Maßnahmen sofort durchzuführen sind. Ueber diese Maßnahmen wird der Zanzler in seiner Rede in Münster, die durch Rundfunk übertragen wird, am Sonntagvormittag sprechen Japans Mandschurei=Politik Die Anerkennung des mandschurischen Staates 5. Toklo, 25. Aug. 1932. die es in Verletzung der Völkerbundssatzung wie des Außenminister Graf Uschida sprach heute im Zelloga=Pakts besett, ar Lax ramm g.gpasigg#e Parlament über die Anerkennung des man=zosung de Weahzscg,et vor Fr##m,#####ihr durch Aanan. Die lösung der Mandschurei von China und ihrer polibschürischen Staates durch Dapan..= tischen uno wirtschaftlichen Beherrschung durch Japan. Wenn der Minister jetzt mit dürren Worten erklärt, daß er in dem Völkerbund und seiner FriedensAnklage=Erhebung Gegen Dr. Weiß und Heimannsberg 2. Berlin, 25. Aug. Die Justizpressestelle teilt mit: Die Staatsanwaltschaft 1 Berlin hat gegen die nicht nehr im Amt befindlichen Polizeivizevräsiden: Dr. Vernhard Weiß und Polizeikommaneur Magnus Heimennsberg Anklage wegen Vergebens gegen den§ 3 der Verordnung des Reichsprästdenten betrefsend die Wiederherstellung der offentlichen Sicherheit und Ordnung in Groß=Berlin und der Provinz Brandenburg vom 20. Juli 1932 erhoben Den Angeschuldigten wird zur Last gelegt, am 20 Juli den im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenen Anordnungen des Generalleutnants v. Rundstedt, des damaligen Viltarbefehlshabers, sich der weiteren Amtsausübung zu enthalten, zuwider gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, das Hauptverfahren vor der Großen Strafkammer des Landgerichts 1 Berlin zu eröffnen. Dr. Mumm gestorben Der Fuhrer des Christlich=Sozialen Volksdienstes ist tot. Der Führer des Christlich=Sozialen Volksdienstes. Dr. theol. h. c. Reinhard Mumm. ist am Donnerstag nach kurzem Krankenlager plötzlich verstorden. Reinbard Mumm wurde am 25. Juli 1873 in Lusseldorf geboren. Er studierte in Bonn. Halle, Berlin und Utrecht Theologie. Sväter war er Herausgeder der„Kirchlich=Sozialen Blatter“ und Direktor des „Kirchlich=Sozialen Bundes“. 1917 wurde er Ehrendottor der Berliner Universitat. Seit 1918 war Mumm Mitglied des Zentralausschusses für innere Mission des Deutsch=Evangelischen Kirchentages und der verfassunggebenden preußischen Kirchenversammlung, später der Generalsonode. Außerdem war Mumm Vorstandsmitglied der Preußischen Haupthibelgesellschaft. Vorsinender der Evangelischen Hauptstelle gegen Schund and Schmun und der„Sozialen Geschaftsstelle für das enangelische Deutschland Mumm ist wiederholt Mitglied des Reichstaues gewesen und war 1919 bis 1920 Mitglied der versassunggebenden deutichen Nationalversammlung. Dem zeuen Reichstag gehörte er nicht medr an. Zahlreiche Veroffentlichungen entstammen seiner Feder. Todesurteil in Spanien Geueral Sanjuris soll serben Madrid. 25. Aug. Nach Beendigung des Miniterrats um 12.45 Uhr gab Ministerpräsident Azana das Urteil gegen die Führer des monarchistichen Putsches bekannt. Sanjurjo wurde zum Tode verurteilt, der General Herranz zu lebenslänglichem Kerker und Sanjurjos Adjutant Insant zu 12 Jahren Rerker. Sanjurjos Sohn wurde freigesprochen. Nach Beendigung des Ministerrats fuhren sämtliche Minister in den Nationalpalast zu einer Aussprache mit dem Prasidenten der Republik. Gewisse Anzeichen lassen darauf schließen, daß der Gerichtshof selbst eine Begnadigung befürwortet hat. Zweifellos wird auch die Regierung einem Gnadenakt nicht abgeneigt sein. Trotz alledem erregt es natürlich höchstes Aufsehen, daß ein Mann wie Sanjurjo, der zu den bekanntesten Männern Spaniens gehört und der auch beim Volk beliebt war, nunmehr einen so schweren Richterspruch auf sich nehmen mußte. Der französische Botschafter in Madrid. Herberie, soll namens der französischen Regierung Regierung sei, so führte der Minister aus, nicht nur davon überzeugt, daß die Anerkennung das einzige Mittel sei. um den Frieden zu garantieren, sondern sie empfinde es angesichts der riesigen Opfer, die Japan in der Vergangenheit gebracht habe, geradezu als eine dringende Notwendigkeit, das Mandschurei=Problem von Grund auf zu losen und dadurch für alle Zeit die Ursachen eines japanisch=cinestschen Konfliktes zu besettigen. Einer in gewissen Kreisen propagierten Lösung des Prodlems von nur vorübergehender Wirkung, die zudem China in irgendeiner Jorm sonveräne Rechte über die Mandschurei einräume, könne das japanische Volk niemals zustimmen. Alle Kenner der chaotischen Zustände in China müßten zugeben, daß eine Zuflucht zur Völkerbundssatzung oder zu irgendeinem Organ des Völkerbundes, also eine Zuflucht zu allem, was die„Maschinerie der Friedens“ genannt werden könne, in keiner Weise als Heilmittel angesprochen werden könne. Im übrigen ei die Errichtung des mandschurischen Staates auf eine separatistische Bewegung in China zurückzuführen. Separatistische Bewegungen seien aber durch den Neunmächtepakt nicht verboten, und daher könnten die Chinesen nicht daran gehindert werden, in irgendeinem Teile ihres Landes aus eigenem freien Willen einen unabhängigen Staat zu errichten. Was die Verwendung einer Anzahl von Japanern durch die mandschurische Regierung anlange, so müsse darauf hingewiesen werden, daß es dafür zahlreiche Prazedenzfälle gebe; auch andere neugegründete Staaten oder junge Regierungen hätten Auslander in ihren Dienst gestellt. Eine Lösung des mandschurischen Problems könne für die japanische Regierung nur dann als befriedigend bezeichnet werden, wenn ihre Forderungen auf Erfüllung der legitimen Bestrebungen des mandschurischen Volkes, ferner auf angemessene Bürgschaften für die Rechte und Interessen Japans und endlich auf eine Garantie des Friedens in Ostasien erfüllt würden. Eine derartige ösung könne allerdings nur auf der Grundlage der augenblicklich bestehenden Tatsachen erzielt werden. Mit dieser Erklärung beseitigt die japanische Regierung die letzten Zweifel, die etwa noch über die ihrer mandschurischen Politik bestehen konnten. Wenn der Minister die chinesischen Souveränitätsrechte in einem Lande bestreitet, das China jahrhundertelang seine Herrscher gegeben hat und heute von 30 Millionen Chinesen neven nur 200 000 Japanern bewohnt wird, so ist das, wie die„K. Z.“ mit Recht schreibt, nicht mehr die Sprache des Rechts, sondern der Eroberung.„Wenn er im Schlußsatz sogt,“ heißt es weiter,„daß die augenblicklich bestehenden Tatsachen maßgebend dleiben müssen, so heißt das, daß Japan maschinerie kein Heilmittel für den mandschurischen Konflikt erblicke, so gibt er damit die Sinnlosigkeit der Versuche des japanischen Vertreters in Genf zu, die Gewaltpolitik seines Staates als nicht im Widerspruch zur Völkerbundsatzung stehend hinzustellen. Zusammenschluß in Ostasrlka England zögert E London, 25. Aug In Form eines Weißduches i jegt der Schriftwechsel zwischen dem englischen Koronia amt und den Gouverneuren von Tanganyika, Uganda Nyassaland. Renya, Nord=Rhodesten und Sansidar üde den Parlamentsbericht betreffend einen engeren Iu sammenschluß Ostafrikas veröffentlicht worden. Ein gleich zeitig veröffentlichter Bericht des Kolonialamts zeigt daß sich das Amt den Ansichten des parlamentarische Ausschusses über eine Annaherung zwischen den verschie denen Teilen Ostafrikas und über die anderen Fragen angeschlollen hat. Der Zeitpunkt sei aber noch nicht gekommen, um weitreichende Manahmen zur Vereinigung der ostafrikanischen Besitzungen zu ergreifen. Die Mandatsbestimmungen müßten steis beruck sichtigt werden. Diesem Standpunkt schließen sich auch die meisten Gouverneure an. Sie befürworten jedoch in UebereinJapan schickt sich eden an, auch die chinesische Provinz ktimmung mit dem Kolonialamt und den Porlamente: Jetzol, die zur nuat zur Mandschurei gehört, Zu er. tohrowesang, Vot Zosle, der Eingeborenenvolitik. der Entobern, um seinen Besitz auf dem Festland zu arron= wiclung der Versassungsfragen usw. Die nachste Zeit muß erweisen, an a= die dieren. Die nachste Zeit mug erweisen, ob es die Karten so gut gemischt hat, daß ihm das Spiel gelingt. oder ob es sich einem Druck der Westmachte gegenüberfindet, der es zum Nachgeben zwingt.“ Das Ete der Rede Aschidas Peking, 25. Aua. In chinesischen politischen Kreisen hat die Rede des japanischen Außenministers Uschida über das Mandschurei=Problem scharfsten Protest und großte Emvörung hervorgerufen. Es wird erklärt, daß die ganze Rede Uschidas eine Herausforderung Chinas sei. Keine chinesische Regierung werde sich mit diesen japanischen Bestrebungen einverstanden erklären. Es heißt, daß die Folgen dieser Rede für die ganze Lage im Fernen Osten noch nicht absehbar seien. Französische Truppenabteilung niedergemetzelt r Paris, 25. Aug. Nach einer Meldung aus St. Louis de Senegal ist eine franzosische Truppenabteilung in Nordmautetanten von einem kriegerischen Eingeborenenstamm überfallen und niedergemetzelt worden. Die Eingeborenen, die man als vollkommen unterworsen angesehen hatte, haben sich plötzlich erhoben und in der Nähe von Nuakchott eine französische Abteflung überfallen. Zwei Offiziere, drei europaische Sere geanten, 17 Senegaljäger sanden den Tod. Die französischen Luftmanover 5 Pario, 25. Aug. Die französischen Lustmanöver an der deutsch=französischen Grenze haben am Mittwochabend mit einem Generalangriff der„feindlichen Luftstreitkräfte" auf Mörchingen, Metz, Reimrr Moskau, 25. Aug. In Moskauer politischen lichen Luftstreitkräfte" auf Morch. Kreisen beurteilt man die Rede des japanischen Außen= usw. begonnen. Es gelang dem größten Teil der angreiministers Uschida runia. Die Rede habe nichts fenden Apparate, die angenommene Grenze zu überministers Uschida ruhia. Die Rede habe nichts Neues gebracht und nur nochmals betont, was bereitüber die japanische Politik auf dem asiatischen Kontinent seit Monaten bekannt sei. Die Räteregierung werde sich durch die Ausführungen des japanischen Außenministers nicht beeinflussen lassen. Eine Anerkennung der mandschurischen Regierung durch den Ratebund sei auch heute nicht beabsichtigt. Die Kriegslage Kampfe nordwestlich von Mukden #E Mulden, 25. Aug. Bei einer Schlacht zwischen chinesischen und javanischen Truppen bei Tschiegnun. 80 Kilometer nordwestlich von Mulden. wurden nach Meldungen des japanischen Hauptauartiers über 100 Chinesen getötet. Der chinesische Angriff wurde zurückgeschlagen. Der japanische Konsul doricht wird nach einem Angriff chinesischer Freischärler auf eine japanische Karawane als vermißt gemeldet. Gespannte Lage in Schanghai Schanghai. 29. Aug. Als Folge des zunehmenden Boykotts javanischer Waren haben die Japaner die Garnison in Schangbai verstarkt und in einer össentlichen Erklärung den japanischen Landesangedörigen vollen Schutz ihres Lebens und Eigentums zugesichert. Die Lage „ SuiE Levens und Eigenrums zu die Gebiete nicht wieder herauszugeben gedenkt, in Schanghat ist äußerst gespannt. einen Schritt unternommen haben, damit General Sanjurjo nicht hingerichtet werde. Statt Todesstrafe lebenslängliche Kerkerhaft 1 Madrid, 25. Aug. Präsident Zamora hat die gegen General Sanjurio verbängte Todesstrafe in lebenslängliche Rerkerstrafe umgewandelt. Ein Erzherzog verhaftet B. London, 25. Aug. Wie der Reuter=Vertreter aus Barcelona meldet. in der Erzherzog Rarl von Habsburg und Bourbon. Sohn des verstordenen Erzberzogs Leovold, dort verhaftet worden. weil er angeblich in die letzte monarchistische Verschwörung verwickelt sein soll. Die Menge versuchte. den Kraftwagen des Erzberzogs in Brand zu stecken. schen Erhebung rechne. Auch in Madrio gingen die ganze Nacht alarmierende Gerüchte um. Es geschah jedoch nichts. In Madrid wurde ein Generalstabsoberst festgenommen. Die Unsicherheit der Lage ist groß. queren und die Angriffspunkte zu erreichen. Sie wurden aber von den Horchposten bald festgestellt und unter das Feuer der Scheinwerfer genommen, aus dem sie nicht mehr entweichen konnten. Nur die auf Reims vorgedrungenen Bombenflugzeuge haben die Sperrlinie überquert, ohne bemerkt zu werden und konnten nach Erledtgung ihres Angriffs auf die Hauptgebäude der Stadt und die umliegenden Industrien ungehindert den Rückzu#g nach Nancy antreten. Die Unruhen in Südamerika Angeiff auf bolivanisches Fort. = La Paz. 25. Aug. Bei einem Angriff auf einen Vorposten des bolivanischen Forts Arco wurden fün paraguayische Soldaten getötet. Der brasilianische Aufstand breitet sich aus. # Rio de Janeiro, 25. Aug. Die Aufstandsbewegung, beren eigentlicher Herd bis jegt in dem Staat Sao Paulo gelegen war, scheint auch den Staat Rie Grande do Sul zu ergreisen. Aus Sao Vicente, Sao Pedro, Luizae Mislionee und Rosario werden neue Erhebungen gemeldet. Die Regierung hat beschlossen, neun neu ausgehobene Bataillone nach Rie Grande do Sul zu werfen. Rücktritt des brasilianischen Generalstabchefe. :: Paris, 25. Aug. Wie Havas aus Rio de Janeiro berichtet, ist Generalstabschef TassoFragoso zurückgetreten und durch General Neves ersetzt worden Der teuflichste Vertrag Fort mit dem Versailler Diktat von Tote der„Riobe“ angeschwemmt Unsichere Lage in Spanien Vereinigten Staaten dahingehend einzuwirken, daß sie mit dem britischen Empire zusammengehe, um Madrid, 25. Aug. Aus mehreren Provinzstädten, den Versailler Vertrag zu beseitigen, den er einen der o aus Valladolid und La Coruna wird gemel= teuflischsten Verträge nannte, die jemals in der Gedet, daß man dort mit einer neuen monarchini= schichte der zivilisierten Welt geschlossen worden seien. Kiel, 25. Aug. Am Mittwochmorgen wurde öftlich Westernmarkersdorf auf der Insel Fehmarn die Leiche des Marinezahlmeisters Schirmann von Inselbewohnern geborgen. Es handelt sich um den Schiffszahlmeister der „Niobe“. Der Tote wurde nach Benachrichtigung der Marinestation in das Marinelazarett Kiel=Wik überführt und dort am Mittwoch aufgebahrt. Marineoberzahlmeister Schirmann war in Kiel verheiratet und hintersota u. a. zur weltpolitischen Lag Stellung. Er for sß., 672½ einen vierjährigen Sohn und eine derte die American Legion auf, auf die Regierung der 99 * Neuyork. 25. Aug. Der Bürgermeister Winnipeg(Kanada) nahm auf einer Jahresver sammlung der American Legion von MinneWie die Marinestation der Oestsee mitteilt, wurde am Donnerstag westlich des Fehmarn=Belt=Feuerschiffes durch das Torpedoboot„Wolf“ die Leiche des mit der„Niobe“ untergegangenen Kapitänleutnants Siegfried=Heinrich Engel geborgen. Die Leiche ist in das Marinelazarett Riel=Wit gebracht worden. Menschen im Eis Ein Roman vom Südpol von H. P. Ledeganck Copyricht by Verlag Altred Bechthold, Braunschweig 7. Fortsetzung. Die„Aurora Austral“ rollte immer stärker... Das Wetter wurde schlechter. Der böige Wind stand dem Schiff gerade entgegen. Dazu der dichte Nebel. „Segel bergen!“ Allan Firsefield stand auf der Brücke neben seinem Steuermann. Der musterte den Mißlaunigen von der Seite. Und wagte dann die Frage: „Nebelbereitschaft, Kapitän?“ „Ach was. Das verweht sich bald.“ „Nur kurze Sicht, Sir.“ „Genügt!“ Devil, dem Kapitän ist wieder eine Laus über die Leber gekrochen! „Peltzer!“ „Hier, Sir.“ „Wollte im Kontor Sie vorhin fragen, ob Sie die zwei letzten Berechnungen von Mr. Bartleman nachgesehen haben?" „Stimmen genau, Kapitän.“ „Auch die Bestecke der Nebelstraßen?“ „Auch, Kapitan.“ Der Schiffsführer preßte die Lippen auseinander. Sein rechter Fuß stampfte sogar auf. Der Steuermann sah den Rudergast an.— Es war derselbe, der vor der Magalhaesstraße die Zornszene auf der Brücke mitangesehen hatte. Er sah, wie dieser ihm verstohlen— aber bezeichnend— winkte. Das war dem biederen Peltzer zu viel. Was? Auch die Mannchaft...? „Steuermann!“ schnitt des Chefs Stimme in des Seemanns Gedanken „Zu Diensten, Sir.“ „Brauche einen— einen zuverlässigen Mann“ „Sie haben doch die Wahl, Sir. Sie sind alle zuverlassig" „Verstehen Sie mich recht, Mann. Ich brauche": Die Maschine lief bereits mit aller Kraft rück„Brandungsstreifen voraus!“ meldete in diesem warts. Der beiden Schiffsführer Hände umkrampften, Augenblick die Bugwache. in allen Gelenken krachend, den Rand der Brustwehr. Peltzer fuhr herum. Und schaute auf das Thermo= Aller Leute Lippen flüsterten bebend:„Wird's noch meter. gelingen?“ Das Quecksilber fällt rapid. Eisgefahr, Kapitän!] Schon dachte Firsefield mit jahem Schrecken an Die Maschine—“ „Munn, kümmern Sie sich um—“ sein noch in enger Kajüte weilendes Weid. Der Erste Offizier an das ganze Schiff mit allen Lebenden, das Da erscholl aus der Treppenkappe die Stimme des es trug. An die ungeheure Verantwortung Ersten Offiziers:! Nur zwei an Bord legten ein verblüffende Kalt„Wharly, warum wecktet Ihr mich nicht, wie ich blütigkeit an den Tag: befohlen?". 1 Der eine drehte die Kappe des Ventilators in den „Ich erhielt Gegenorder, Sir“, antwortete der An- Wind. gerufene, der sich noch immer am Ventilator zu schafsen machte. Mehr lachend als streng meinte Fred Bartleman: „Aber Mensch, bei dem Nebel bin ich doch an Deck nötiger!“ Er erstieg schnell die Brücke. „Sooo night, Capitain.“ „Ausgeschlafen?“ knurrte dieser. Gruppe „Zu lange, ja. Man müßte wohl Nebelbereitschaft", ter der Der andere erschien mit Füllfeder und Notizblock auf der Brücke. Und in diesen grauenvollen Sekunden klirrte seine Stimme wie Glas: „Auf wieviel Tonnen Eis taxieren die Herren den Koloß?“ * Die westlichste der Süd=Shetlandsinseln, die der Smitheilande, lagen seit zwei Tagen hinDas letzte Wort war nicht gerade in zuversicht ichstem Tone gesprochen „Man müßte den familiären Ton der Mannschaft lugtonne, dem„Krähenneste“, die hohen Berge und gegenüber endlich ausgeben, mein Herr Erster!" zerklüfteten Küstenfelsen von Grahamsland signaliEhe der Verdutzte jedoch antworten konnte, er=sierte. tönte wiederum der laute Ruf der Bugwache:] Man hielt sich nicht damit auf, die von der„Bel„Oiho! Eisberg dicht voraus!" gica=Expedition(unter Kapitän A. de Gerlache) beDer Alarm beendete sofort den entstehenden un= reits erforschten Buchten, Fjorde, Meeersengen und liebsamen Auftritt, indem er jeden auf seinen Posten Inseln dieser allersüdlichsten Gestaden eingehend zu rief. In gemeinsamer Gefahr mußte man Hand in befahren. Man hatte unterwegs schon allzuviele Zeit Hand gehen. Das sah auch Firsefield ein. Ja, der verloren und der„Herbst“ der Antarktis war zu weit sonst so Eigensinnige fand sich sogar bereit, seines vorgeschritten. So setzte die Brigg ihren Kurs parallel Stellvertreters umsichtigere Maßnahmen anzuerken= der gesichteten Küste fort, um auf kürzestem Wege nen... Idie ungeheuren Eisfelder des Südpolarmeeres zu Indessen tauchte da vorn, weiß in weiß, das vor=erreichen. gemeldete Unheil aus dem Nebel auf.„] Am Nachmittag des folgenden Tages wurde der In lautloser Gespensterhafitgkeit. Eisigen Hauch Polarkreis überschritten. Ein Ereignis, welches Baker um sich verbreitend. Keine deutlichen Umrisse. Nur nicht verfehlte, durch Funkspruch aller Welt bekanntmatte Schattierungen: weiß— grau— arun— blau zugeden. Und zwar mit echter Reporterübertreibung: Wenn man bedenkt, daß solche Eisberge fünf.„.. Volldampf voraus! Kurs direkt auf den SudSiebentel ihrer Masse unter Flut tauchen, zackige pol, den voraussichtlich wir in 2—3 Tagen erreichen Auslaufer nach allen Richtungen aussenden, die ein werden!" Schiff— eine Nußschale für den Riesen— rammen! Firsefield war darob dermaßen wutend, daß er können,— so ist die Aufregung, die Anspannung dem Verwachsenen das berüchtigte Funkbuch aus der aller Nerven, das herzstockende Abwarten und das Hand riß und über Bord warf. tatkraftige Handeln, die allesamt solche verderben=!„Sie lügen, Mann! Sie lugen ja, wie ein Zahnschwangere Momente ausfüllen, nicht hoch genug an lbrecher!“ zuschlagen! 1 Von dem Tage an fuhlte sich Baker entehrt. Tiefgekränkt. Oft hielt er sich den Kopf zwischen Händen, als fürchtete er, den Verstand zu verlieren. Als Bartleman die Polarkreisüberschreitung der Mannschaft mitteilte, brachte sie ein schallendes„Hip! Hip! Hurra!“ aus. Dies hörend, runzelte der Expeditionsleiter die Stirn. Er hielt es für nötig, seinen Untergebenen eine kurze Ansprache zu halten. Der befehlshaberische, schroffe Ton verdarb den Zuhörern gründlich die Begeisterung. Besonders als die„strengste Pflichterfüllung der Besatzung“ immer wieder unterstrichen wurde. Mary mißbilligte abermals das herrische Auftreten ihres Gatten. Sie bat Fred, den unangenehmen Eindruck durch freundliche Worte verwischen zu wollen. Und so sprach Bartleman noch am selben Abend im Logis unter der Back bei dampfendem Grog. Er pries das Kameradschaftliche, den Eiser an der Mitarbeit. Und setzte bei jedem Einigkeit und Beistand in Gefahren voraus. Selbstverständlich! Solcherart würde keinem Teilnehmer die Freude am Gelingen, die Ehre der Mitgliedschaft, das Ansehen geschmalert werden! Sein warmer Ton ging allen zu Herzen. Und spontan brachen die rauhen Seeleute abermals„für Mr. Bartleman“ in Hurrarufe aus. Fred winkte bescheiden— aber auch erschrocken ab. Noch stand er, das Glas in der Hand, inmitten der Männer, die leuchtende Augen hatten— und wollte ein Hoch auf den Expeditionschef ausbringen, als Wharly plötzlich in der Tür erschien, salutierte und meldete, daß der Kommandant den Leuten sofortigen Feierabend ansagen und den Ersten Offizier ins Kartenzimmer zu sich bitten ließe. Bartleman wollte es vorkommen, als spiele dem Bootsmann ein spöttisches Lacheln um die Mundwinkel Als er dann das Logis verließ, begegnete ihn Ingenieur Counoth, der ihn hastig anredete: „Ah gut, my dear, daß ich Sie schon treffe! Wie kommt es nur, daß der Steuerbordbunker in letzter Zeit nach Tabakrauch riecht?“ „Nanu?“ „Den Trimmern ist doch das Rauchen da unten strengstens verboten?“ =„Gewiß, Sir.“ Fortsetzung folgt 1* Blatt, Nummer 199 Herner Anzeiger =" S — Die neue Abbauverfügung der Deutschen Reichspost Einschränkung der Brief= und Paketzustellung geplani— Anstatt Arbeitsbeschaffung Massenentlassung Postheifern. von Die Reichspostverwaltung hat neuerdings in zwei besonderen Erlassen, die an alle Oberpostdirektionen gerichtet sind, verfügt, daß entsprechend dem zurückgegangenen Verkehr in der Brief= und Pakenzustellung weitestgehende Einschränkungen durchgeführt werden Wenn auch eine Reihe von Oberpostdirektionen erhebliche Einschränkungen im Paketzustelldienst bereits vorgenommen hätten, so müßte man doch den Eindruck gewinnen— so heißt es in der Verfügung, — als ob nicht alles getan sei, um die Paketzustellung dem rückläufigen Verkehr anzupassen. Deshalb werden die Oberpostdirektionen aufgefordert, nochmals eingehend zu prüfen, inwieweit die noch bestehenden zweiten Zuftellungen oder Paketnochzustellungen gänzlich aufgehoben oder weitestgehend eingeschränkt werden können. Es soll nur dann von einer Aufhebung oder Einschränkung des Paketzustellgeschäfts obgesehen werden, wenn zu befürchten ist, daß eine Paketabwanderung zu anderen Verkehrsunternehmungen, Reichs bahn usw., begünstigt wird. Falls zwingende Gründe gegen die Aufhebung der zweiten Paketzustel lung sprechen, so ist chre Beschränkung nur auf die Geschäftsviertel der betreffenden Orte babsichtigt. In Orten mit einmaliger Paketzustellung soll geprüft werden, ob die Zustellreviere nicht vergrößert werden können, damit auch auf diese Weise Personal= und Betriebskostenersparnisse erzielt werden. Weitestgehende Einschränkungen sind auch bei der Ortsbrief zustellung beabsichtigt. Das Reichspostministerium dringt in seinem Erlaß zum Ausdruck, daß die Zahl der Zustellungen vielfach noch erheblich über das tatsächliche Bedürfnis hinauszugehen scheine Das ständige Absinken des Verkehrs und das sich daraus ergebende erhebliche Zurückbleiben der Einnahmen hinter dem Einnahme=Soll zwinge dazu, jede sich dietende Möglichkeit zur Einsparung von Mitteln zu erfassen. Für Postagenturen und kleinere Aemter wird allgemein täglich eine Zustellung als ausreichend be trachtet. Bei Postämtern mittleren und größeren Umfangs muß— so heißt es in dem Erlaß des Ministeriums,— von gamz besonders begründeten Ausnahmen abgesehen, eine zweimalige Zustellung ausreichen, während eine dreimalige Zustellung nur für Großstädte und in diesen auch nur für die inneren, baulich eng geschlossenen und über wiegend geschäftlichen Stadtteile zugestanden werden könne. Die erwähnten Absichten der Reichspostverwaltung sind für die gesamte Postkundschaft, vor allen Din gen aber für die Geschäftswelt, von eingehender Be deutung. Der Fortfall der zweiten Paketzustellung und die Verringerung der Zahl der Briefzustellungen werden deshalb auch nicht ohne Widerspruch hinge nommen werden können. Im besonderen ist aber auch zu beachten, daß die Absichten der Deutschen Reichspost ohne die Entlassung einiger tausend Hilfskräfte gar nicht durchzuführen sind. Neben dem beamteten Personal beschäftigt die Deutsche Reichspost im Post betriebsdienst nichtbeamtete Posthelfer. Von diesen sind bereits auf Grund des Verkehrsrückganges rund 8000 Kräfte entlassen worden. Die zureeit noch beschäftigten nichtbeamteten Personen haben fast ausschließlich eine Dienstzeit von mehreren Jahren und gehören zum ständigen Personal der Deutschen Reichs post. Es ist deshalb nicht einzusehen, daß angesichts der Notwendigkeit der Verminderung der Zahl Arbeitslosen die Deutsche Reichspost Maßnahmen be absichtigt, welche nicht nur Nachteile für das Wirt schaftsleben haben, sondern auch die Arbeitslo sigkeit in ungeheurem Maße vergrößern. In Wirklichkeit ist nichts gespart, wenn durch neue Massenentlassungen das Elend in 10000 Fami lien einzieht. Es ist deshalb sehr begreiflich, daß die Absichten der Reichspostverwaltung eine große Beunruhigung des Personals hervorgerufen haben. Der Reichsverband Deutscher Post= und Telegranbenbeamten e. V. und die Deutsche Postgewerkschaft haben in einem gemeinsamen Schrei ben an den Reichspostminister darauf hingewiesen, daß mit der geplanten weitestgehenden Einschränkung des Zustelldimenstes in erheblichem Umfange Personal überzählig werden würde. Abgesehen von der äußerst nachteiligen Wirkung, welche eine weitere Vermehrung des Arbeitslosenheeres für die gesamte Volkswirtschaft nach sich ziehen müsse, würde auch das Schicksal vieler Einzelpersonen und ihrer Familien von der Entlassung aus dem Dienstverhältnis sehr berührt werden. Die Organisationen fordern deshalb, daß jedes geeignete Mittel benußt wird, um Personalenflassungen zu vermeiden. Von seiten der Organisationen wird besonders darauf hingewiesen, daß die Postablieferungen an das Reich nicht aufrechterhalten werden können, wenn sie die Entlassung zahlreicher Hilfskräfte zur Folge haben. Für das Rechnungsjahr 1932 sollen nach dem Haushaltsvoranschlag 241 Millionen Mark von der Post an das Reich abgeliefert werden. Von dieser Summe fallen allein 131 Millionen Mark auf die Ersparnisse aus der Kürzung der Personalberuge. Wenn man dann noch bedenkt, daß die Reichspost mit einer Mindeteinnahme von 120 Millionen Mark gegeüber dem Vorzahr rechnet, dann steht es außer Zweifel, daß in der Ablieferung von fast ½ Milliarde Mark eine unerträgliche Belastung der Deutschen Reichspost zu erbücken ist Wirkliche Arbeitsbeschoffung erfordert, daß den 10 000 von der Entlassung bedrohten Arbeitern der Deutschen Reichspost die Arbeitsstelle erhalten bleibt, und die fur die Ablieferung an das Reich vorgesehenen Millionen müßten um den Betrag verringert werden, der zur Entlastung des Arbeitsmarktes durch die Deutsche Reichspost notwendig ist. Wenn die Deutsche Reichspost die Ersparnisse aus der Kürzung der Personalbezüge für sich behalten dürfte, würde sie die geplanten Einschräntungen und Sparmaßnahmen nicht notwendig haben Lohnkürzung bei der Wests. Straßenbahn Sanierung auf Kosten der Belegschaft? Die in Konkurs befindliche Westfälische Straßenbahnen=GmbH. Bochum, deren Konkursverfahren am 12. Dezember 1931 eröffnet worden ist, hatte die Tarifvereinbarung mit dem Ziele aufgekündigt, daß die gesamte Belegschaft aus der Wirtschaftsruppe 1 in die Wirtschaftsgruppe 3 erabgesetzt werden sollte. Theoretisch sollte also die Teilung der Wirtschaftsgruppen beibehalten werden, die folgende Aufteilung hat: Der Stundenlohn für den gelernten Arbeiter beträgt in der Wirtschaftsgruppe 1 93 Pf., in Grup pe 2 88 Pf., in Gruppe 3 84 Pf.— Der Schichtlohn für das Fahrpersonal beträgt in der Gruppe 1 7,71 M., in der Gruppe 2 7,32 M., in der Gruppe 3 6,94 M.— Für die Wagenführer kommen hierzu noch gestaffelte Zuschläge Die Westfälische Straßenbahn wies, wie der D. G. A. berichtet, zur Begründung ihres Abbauantrages auf die schlechte wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens hin, das einer Sanierung dringend bedürfe Vom Betriebsrat aus sei man kürzlich an sie herangetreten, daß die Belegschaft einen Differenzbetrag von 5000 M., um Entlassungen zu vermeiden, derart auf sich umlegen wolle, daß ein jeder für etwas weniger Lohn zu arbeiten bereit sei. Diese Behauptung wurde von den Gewerkschaften nachdrücklichst bestritten. Es sei unerhört, wenn die Westfälische Straßenbahn eine Sanierung durch rigorosesten Lohnabbau ihrer eigenen Belegschaft erreichen wolle. Es sei überhaupt fraglich, ob eine Sanierung noch möglich sei: wenn sie möglich wäre, dann könne sie nur von außen, aber niemals von innen her, d. h. durch Entlassungen oder Lohnabbau erfolgen. In den Verhandlungen, die vor dem Schlichter für Westfalen, Reg.=Rat Prof. Dr. Brahn, stattfanden, erklärte der Konkursverwalter, daß er bereits die Genehmigung der Aufsichtsbehörde vorliegen habe, Entlassungen bzw. Teilstillegungen des Betriebes vorzunehmen. Falls kein Lohnabbau erfolge, sei er dazu verpflichtet, übrigens bestehe ja auch der rechtliche Grundsatz, daß während eines Konkursverfahrens sich ein Defizit nicht erhöhen dürfe, das aber sei zur Zeit der Der freiwillige Arbeitsdienst für Mädchen Erfahrungsaustausch im Volkswohlfahrtsministerium. Wie der Amtl. Preußische Pressedienst mitteilt, fand am Montag, dem 22. August, unter Vorsitz von Frau Ministerialrätin Dr. Weber im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt eine Sitzung statt, deren Zweck es war, die bisher im freiwilligen Arbeitsdienst für Mädchen gesammelten Erfahrungen unter den Teilnehmerinnen auszutauschen. Erschienen waren Vertreterinnen von Jugendverbänden und Berufsorganisationen, von großen Frauenvereinen, vom Arbeitsnachweis und von der Landwirtschaftskammer, ein bunt zusammengesetzter Kreis, dessen Glieder über die mannigfaltigsten Versuche in Stadt und Land zu berichten wußten. Neben der Arbeit in der Winterhilfe wie Aufbauarbeiten von alten Kleidungsstücken, Mitwirkung in Gemeinschaftsküchen und nachbarliche Hilfe in notleidenden Haushalten sind weibliche Arbeitsdienstwillige in Gartenarbeit beschäftigt, auch bei der Vorbereitung von Gartenland. Nach und nach erschließen sich Arbeitsmöglichkeiten für sie auch innerhalb der landwirtschaftlichen Siedlung. Eine wichtige Form des Arbeitsdienstes für Mädchen ist die hauswirtschaftliche Versorgung ganzer Gruppen von jugendlichen männlichen Mitgliedern des freiwilligen Arbeitsdienstes. Es wird in der nächsten Zukunft darauf ankommen, der Einsicht zum Durchbruch zu verhelfen, daß der freiwillige Arbeitsdienst der Mädchen sich in ganz anderen Formen auswirken muß als der junger Männer. Im Laufe des letzten Jahres sind bereits so viele praktische Versuche durchgeführt und so viele Erfahrungen gesammelt worden, daß die Linie, auf der der freiwillige Arbeitsdienst für Mädchen sich fortentwickeln kann, ganz deutlich zu erkennen ist. Auch die Bedingungen, unter denen die Mädchen die hauswirtschaftliche Versorgung der jungen Burschenlager übernehmen können, sind in vielfachen Versuchen erprobt worden. Gemeinsame Arbeitslager für Burschen und Mädchen bewähren sich nur dann, wenn die männliche und weibliche Führerschaft in ihrer Weltanschauung übereinstimmen. Diese Uebereinstimmung der Füherschaft verhindert keineswegs die Aufnahme von Jugendlichen, die durchaus anders gerichtet sind oder sich zu keiner bestimmten Richtung bekennen Während in den Arbeitslagern der jungen Leute die Führer gemeinhin aus dem Kreis der Gefährten herauswachsen, haben sich als Führerinnen der Mädchen im freiwilligen Arbeitsdienst bisher vornehmlich Frauen mit pädagogischer und pflegerischer Berufsausbildung bebewährt. Wie sich herausgestellt hat, ist der freiwillige Arbeitsdienst eine große seelische Hilfe für solche Mädchen und Frauen, die längere Zeit arbeitslos gewesen sind. In der freiwilligen Betätigung gewinnen sie neuen Lebensmut und ein neues Verhältnis zur Arbeit. Im Laufe der nächsten Monate wird man die Versuche, im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes auch die Siedlung zu fördern, weiter ausbauen müssen. In Mecklenburg sind bereits in diesem Sommer einige fachlich geschulte Siedlungshelferinnen, in dieser Form eingestellt worden. Für die hauswirkschaftliche Unterstützung der Siedlerfrauen, ferner für die Durchführung von Erntekindergärten und ähnlichen Maßnahmen der Sommerhilfe sollen weitere Einsatzmöglichkeiten entwickelt werden. Es ist geplant, den Erfahrungsaustausch im Ministerium für Volkswohlfhart fortzusetzen. Nach mehr) SLES S T9. S 50 en die StSsgEEE gendieleig. die EntscheidungS S S 2 aus der Wirtsch T auLESESSESgE gruppe 3 JuKEg-G stufung entspricht S S.* von über 10 P. 2--TEE Wie wir h.5“ V TOT"TE bindlich abbau jede Teilstilf vermeiden K.— * Die #ex**——"— 8S S5E Neue Richtlinks S 6 der össenS„S### * Zusatzzahlungen.# EigES Die durch die letzt2Sx„—* Kürzungen der AE"#ete rung und sonstigen ßen Teil so erheblich, daß— träge vielfach unter den; gemeinen Fürsorge? und Bezirksfürsorgeverbände Fällen gehalten, Zusatzrenter durch die Richtsätze der allgen ten Existenzminimum. Die mehrte Anwendung der„Reigs= nun d.—2—— ——* • 07 S— e.—. — — 85 S•—— — — — S *— 5 —.* Wenn die Stadt ihr nicht zustehende Abgaben verlangt öfsentliche Fürsorge“ hat nun d.des Deutschen StädtetasssE zung einer besonderen S.S“# anlaßt, die bestimmte Lücken dis c# ausfüllen und eine Vereinheitlicht 2.55 zelnen Bezirksfürsorgeverbänden u=2 gehandhabten Praxis herbeiführendee# sen die Reichsgrundsätze der Fürso# zelnen Fürsorgeverbänden eine ger.der Bemessung der Fürsorgeleistungen.*nung der Eigenmittel des Bedürfts S2 sichtigung des Arbeitseinkommens 2##0= usw., die Frage nach der Höhe anrech=H„ züge oder in welcher Weise die Einks 2gAngehörigen berücksichtigt werden sollen S# dem Hilfsbedürftigen in Familiengemeis— den, und ähnliche Punkte wurden daher zelnen Gemeinden und Bezirksfürsorgever S= lig verschieden gehandhabt. Von einer gen 2= eintheitlichung dieser Praxis, dur### stimmte natürliche Verschiedenheiten, z. T##### ländlichen und industriellen Gebieten nicht aS werden sollen, erwarten die Gemeinden unds# fürsorgeverbände eine wesentliche Arbeits's und Beschleunigung der ganzen Verfahren. Herausgabe dieser„Richtlinien für die Be der Leistungen in der öffentlichen Fürsorge“ iss in Kürze zu rechnen. Sofort Einspruch einlegen! Die Rechtsmittel gegen Gemeindeabgaben Ueber das Rechtsmittelverfahren im Kommunal= abgabenrecht besteht in der Praxis häufig Zweisel und Unkenntnis, die leicht für den Steuerpflichtigen zu Nachteilen führen können. Nach§ 69 des Kommunalabgabengesetzes von 1893 steht dem Abgabenpflichtigen gegen die Heranziehung zu Gemeindeabgaben der Einspruch zu. Dieser ist binnen 4 Wochen beim Gemeindevorstande einzulegen. Als Gemeindeabgaben gelten die Gebübren. Beiträge, Naturaldienste und Gemeindesteuern. Als Gebühren kommen insbesondere in Frage die öffentlichen Kanalisations= und Straßenreinigungs= Müllabfuhr= und Wasserleitungsgebühren. Auch das Schulgeld bei einer von der Gemeinde unterhaltenen höheren Lehranstalt. Fach= und Fortbildungsschule. ist als Gebühr in diesem Sinne anzusehen. Als Beiträge sind in erster Linie die von den Grundeigentümern zu der Herstellung von Straßen und öffentlichen Anlagen erhobenen Anliegebeiträge zu erwähnen. Als Gemeindesteuern gelten nicht nur die Bürger=, Gemeinde=, Bier= und Getränkesteuer, Wertzuwachs= und Konzessionssteuer, soweit sie von der Gemeinde erhoben werden. sondern auch die Zuschläge zur staatlich veranlagten Grundvermögens= und Gewerbesteuer. Das Rechtsmittel des Einspruchs ist gegeben gegen die Heranziehung zu den erwähnten Gemeindeabgaben. Als Heranziehung gilt jede Art der vom Gemeindenorstand ausgehenden Abgabenanforderung. Sie geschieht in der Regel durch Zustellung eines Steuerbescheides. jedoch in eine solche nicht ausdrücklich vorgeschrieben, vielmehr kann die Heranziehung, wie dies allerdings nur in ländlichen Gemeinden und bei Naturaldiensten vorkommt, auch mündlich erfolgen. Der Einspruch ist innerhalb einer Frist von 4 Wochen zulassig. Die Frist beginnt mit dem ersten Tage nach der Zahlungs= bzw. Leistungsaufforderung und— soweit die Bekanntmachung durch Auslegung der Hebelisten erfolgt— mit dem ersten Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist. Die bloße Bekanntmachung der zu erhebenden Prozente oder Zuschläge gewährt dem Steuerpflichtigen weder ein Einspruchsrecht noch eröffnet sie die Einspruchsfrist. Der Einspruch ist bei dem Gemeindevorstand anzubringen und an eine Form nicht gebunden. Er wird jedoch regelmäßig schriftlich einzulegen uno zu begründen sein. Der Einspruch muß zur Wahrung der Frist. sofern er sich nicht gegen die Veranlagung im ganzen richtet, zum mindesten erkennen lassen, zu welchem Betrage die Herabsetzung der Abgabe begehrt wird. Ueber den Einspruch beschließt der Gemeindevorstand. und wenn dieser ein Kollegium ist. dessen Vorsitzender. gegen den Beschluß steht dem Pflichtigen binnen einer mit dem ersten Tage nach erfolgter Zustellung beginnenden Frist von 2 Wochen die Klage im Verwaltungsstreitverfahren zu. über die bei Landgemeinden der Kreisausschuß, bei Städten der Bezirksausschuß entscheidet. Als letzte Instanz entscheidet das Oberverwaltungsgericht. Durch die Einlegung des Rechtsmittels wird die Verpflichtung zur Zahlung fälliger Steuerbeträge nicht aufgeschoben. Es muß also auch dann die Abgabe(Gebühr. Steuer usw.) entrichtet werden, wenn der Steuerpflichtige Einspruch erhoben hat oder das Verwaltungsstreitverjahren eingeleitet ist, aber die zu seinen Gunsten ergangene Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist. 60 Zahre Deutscher Apotheken=Verei Der Deutsche Apothekerverein kann in diesem I. auf sein 60jähriges Bestehen als Reichsvereinig. der deutschen Apothekervorstände zurückblicken. Vorgänger, der Norddeutsche Apothekerverein, oder u er auch genannt wurde, der„Apothekerverein für de nördliche Teutschland“, wurde allerdings schon im Jahr 1820 gegründet. Im Jahre 1872 erfolgte dann die Ver einigung mit dem Süddeutschen Apothekerverein zum heutigen Deutschen Apothekerverein. Da dem Deutschen Apothekerverein fast sämtliche Vorstände der im Deutschen Reich vorhandenen 6800 Apotheken angehören, und da es die Aufgabe des Deutschen Apothekervereins ist, nicht nur die wirtschaftlichen Belange der Vereinsmitglieder, sondern auch die wissenschaftlichen Interessen der Pharmazie zu fördern. ist die Entwicklung des Deutschen Apothekervereins eng verbunden mit der Entwicklung der deutschen Pharmazie, mit der Entwicklung der deutschen Apotheke und gleichzeitig mit der Entwicklung der deutschen Volksgesundheit überhaupt. Nicht ohne Stolz kann festgestellt werden, daß die deutsche Apotheke eine in der ganzen Welt als vorbildlich anerkannte Einrichtung ist, und daß der Deutsche Apothekerverein an diesem hohen Niveau vollen Anteil hat. Der deutsche Arzueiverbraucher hat dank umfassender gesetzlicher Sicherungsbestimmungen und Vorschriften für den gesamten Apothekenbetrieb, oant staatlicher Bestimmungen für die Qualitäten und Preise der in Apotheken abgegebenen Erzeugnisse vollste Gewähr für zuverlässige, wirksame und nicht zu teure Arzneien, wenn er seinen Bedarf in der Apotheke deckt. Inter diesen Umständen ist es außerordentlich bedauerlich, wenn gleichzeitig festgestellt werden muß, daß die Apotheken heute wirtschaftlich schwer daniederliegen, ja zum großen Teil, soweit es sich um die Landapotheken handelt, dicht vor dem Zusammenbruch stehen. Die wirtschaftliche Struktur des deutschen Volkes bringt es mit sich, daß ein großer Teil der Bevölkerung seine ärztliche Betreuung und seinen Arzneimittelverbrauch aus dem Wege über eine Krankenkasse erhält. Deshalb hat es sich geradezu katastrophal ausgewirkt. daß die Arzneiversorgung der Krankenkassenmitglieder in den letzten Monaten durch gesetzliche Bestimmungen außerordentlich scharf eingeschrankt worden ist. Diese Entwicklung begann mit der Einführung der Krankenschein= und Rezeptgebühr von 0.50 RM., die die Krankenversicherten heute aufbringen müssen und setzte sich in letzter Zeit durch die Einführung eines Regelbetrages für die Arzneiverordnungen der Kassenärzte und durch die Festlegung besonderer Richtlinien für diese Arzneiverordnungen fort. Unter solchen Umständen droht die Arzneiversorgung großer Teile der deutschen Bevölkerung ungenügend zu werden, gleichzeitig geht es dabei auch, wie eingangs erwähnt, um die wirtschaftliche Existenz der Apotheken. Man kann deshalb den Bemühungen und Verhandlungen des Swinemünder Apothekertages im Interesse der Allgemeinheit nur den Erfolg wünschen. Als Versinnbildlichung der Bedeutung, die der Deutsche Apotheker= verein heute durch die fast lückenlose Vereinigung aller Apothekervorstände hat, zeigen wir unseren Lesern das in Berlin stehende Vereinshaus deutscher Apotheker in einer Abbildung. Jie die Hutscheine SUNLICHT SEIFE Doppelstück 27 Pf. Würfel 23 Pf. VIM Die Putzfrau in der Dose Doppeldose 35 Pf. Normaldose 20 Pf. LUX SEIFENFLOCKEN Doppelpaket 45 Pf. Normalpaket 27 Pf. S UMA Das moderne Waschmittel Originalpaket 36 Pf. SATE U H-KEIL KINBKLLI EIAL CEEL HINLLIL —* und für Herne Betrus, ich habe kein Abttur“ Es war einmal ein Mann, dem fehlte etwas. Kein Arm, kein Bein, kein Herz, kein Gehirn.— Ihm fehlte das Abitur. Dieser Mann suchte Arbeit im Bankfach. Man fragte ihn:„Haben Sie auch das Abitur?“„Leider nein,“ war die Antwort.„Ja, dann können Sie nicht im Bankfach beschästigt werden Ein Briefbogen ist auch viel zu vornehm dafür, sich beschreiben zu lassen von einem, der kein Abitur hat. Und wenn ich eine Briefmarke ware, würde ich es ablehnen, mich von einem ohne Abitur aufkleben zu lassen. Und der besagte Mann lief hin und her nach Arbeit und bekam keine, weil er nicht das Abitur besaß. Eines Tages fand der Mann einen Schafer, der friedlich die Schafe weidete. Und bittend sprach er zum Schafer:„Laß mich die Schafe hüten. Ich will als Lohn nur das Essen haben.“ Da blickte ihn der Schäfer von unten bis oben durchdringend an und prach„Hast Du das Abitur?“ Die Antwort lautete: „Leider nein“„Dann kannst Du die Schafe nicht hüten“ Doch der Mann wanderte weiter und gab die Hoffnung nicht auf. Und neuen Mut faßte er, als ein Wirt in der Haustür stehend, zu ihm sprach:„Ich brauche einen Kegeljungen. Willst Du diese Arbeit tun? Aber, das hatte ich beinahe vergessen: Hast Du das Abitur?" Der Angesprochene schüttelte vielsagend den Kopf. Und ernsthaft erwiderte der ansehnliche Wirt:„Ja, dann kannst Du auch keine Kegel aufsetzen.“ Was sollte der arme Mann nun tun? Er legte sich unter einen Baum und stard. Nun fehlte ihm nichts mehr. Die Seele flog zum Himmel und kam ans hohe Himmelstor. Da stand Petrus, der Pförtner, und blickte die Seele liebevoll an. Aber die Seele war so verschüchtert worden auf Erden, daß sie ganz verdattert den Petrus mit menschlichen Maßstäden maß und rief:„Aber, lieber Petrus, ich sag's Dir im voraus, ich habe kein Abitur.“ Und mit seligem Lächeln Petrus sprach:„Tröste Dich mit mir, auch ich habe kein Abitur.“ Und sie gingen zusammen in den schönen Himmel ein. So haben wir doch wenigstens eine Stelle, wo man ohne Abitur noch was werden kann. Und meinst Du nicht auch, lieber Leser, es wäre gut, wenn sich das auf Erden etwas mehr herumspräche? * Die neue Zahne des Arbeitervereins von Verz=Zesu Am nächsten Sonntag feiert der Arbeiterverein von Herz=Jesu sein 25jähriges Besteden. Hiermit ist verbunden das diesjährige Verbandsfest des Bezirksverbandes Herne der katholischen Arbeiterund Knappenvereine. Im Hochamt am Sonntag morgen findet auch die Weihe der neuen Fahne statt. Diese ist im Schaufenster der Buchhandlung Lonnemann ausgestellt. Sie erweist sich als ein höchst stilvolles Erzeugnis moderner Fahnenkunst. Die Vorderseite zeigt die Gestalt des Vereinspatrons, des bl. Joseph, bei seiner Arbeit als Zimmermann. Die Figur des Heiligen ist eindrucksstark mit markigen Strichen, männlich und groß hingezeichnet. Gezeichnet ist, genauer gesagt, nur der Kopf, alles übrige ist aus verschiedenfardiger Seide ausgeschnitten und aufgenäht, wobei einzelne Konturen durch schwarzgestickte Linien hervorgehoben sind. Das Fahnentuch der Vorderseite ist mattgel, das Gewand des hl. Joseph braun, die Schürze zeigt ein helles Blau. Dieses Blau bilder auch den Grundton der Rückseite, auf der oben ein golden leuchtendes Kreuz von einer Hand emporgehalten wird, das die Umschrift trägt: Dies unser Führer! Den übrigen Teil der Rückseite nimmt die in grün gestickte Inschrift ein: „Kathol#scher Arbeiterverein St Joseph, Herz Jesu 1907—1932“. Die wirklich sehenswerte, neuzeitlichem Kunstgeschmack entsprechende Fahne ist bei der bekannten Paramentenfirma Glaß=Egeling in Münster hergestellt. Das Kreuz mit der Umschrift: Dies unser Führer! wird übrigens das Symvol des ganzen Festes dilden. Es soll am Portal der Kirche und über der Bühne des Saales in elektrischem Licht erstrahlen * schönes Grundstück. Ecke Herner und Straße, geschenkt erholten. Der verstordene Gutsbe. sitzer Keller stiftete der Kirchengemeinde das gegenvberliegende Grundsuick hinter dem Schwesternhaus und schließlich kom noch die Beritzung Droste durch Ankauf in kirchengemeindlichen Besitz, so daß hier ein geschlossenes Ganzes entstand. In den letzten Jahren wurde auch das Besitztum des Maurermeisters Hartmann, Herner Straße, erworden. Die kunstvolle Ausmalung sowie die schönen Oelgemalde der Kirche bilden eine besondere Zierde und werden von allen Besuchern bewundert. Die Turmuhr wurde im Jahre 1897 vom kath Bergmannsverein für 2020 Mark als diebendes Denkmal seines Gemeinschafts- und Opfersinnes geschenkt. Dankervullten Hemzens können die kath. Pfarrkinder auf den Erbauer ihrer Kirche, den Pfarrer Berg, zurückschauen. Sein Nachfolger, Pfarrer Nunnemann, hat das Erbe seines Vorgängers in dessem Sinne treu weiter verwaltet. Im November des Jahres 1893. also ebenfalls vor fast 40 Johren wurde der Pfarrfriedhof der Benutzung übergeden. Als erster wurde der Verginvalide Böker von der Bergmannstr. beerdigt. Vor einigen Jahren beabsichtigte man, für die Kathollken westlich der Bohn an der Dorstener Straße ein eigene Kirche zu bauen und kaufte auch schon dafür ein passendes Grundstück. Von der Ausführung dieses Planes mußte man wegen der Geldknappheit und der wirtschaftlichen Lage aber Abstand nehmen. **** * Lehrling verschwunden. Der 18jährige Sohn eines Berginvaliden aus dem Mühlental in Riemke, der mn Herne in der Lehre war und die Lehrzeit in 6 Wochen beendet haben würde, verkles heimlich sein Etternhaus. Vargelh und bessere Kleider hat er nicht mitgenommen. Wo er sich aufhält, ist vorerst unbekannt. * S c h l i e ß u n g d e, schwimmsportlichen Veranstaltung. Das Sommerbad ist am Samstaa. dem 27. August, ab 16 Uhr für den allgemeinen Badebetried wegen Durchführung einer schwimmsportlichen Veranstaltung des Schwimmklubs Wiking geschlossen. Die Kassen des Bades werden um 16 Uhr geschlossen. Die Badegäste müssen das Bad um 17 Uhr# haben. verlassen * Bahnhofsautomaten erbrochen. In der Nacht zum Donnerstag wurde von un bekanntem Täter der im Bahnhofsvorraum in Börnig aufgestellte Schokoladenautomat erbrochen und seines Inhalts beraubt. Wer kann hinsichtlich des Täters Angaben machen? * Bestohlen, während man dadei stand. Gemeinde Diede trieben Donnerstag nachmittag im Menschengewühl der Bahnhofstraße ihr Unwesen Einer Frau, die vor den Auslagen eines Konfektionsgeschäftes stand, wurde die in Kinderwagen liegende Handtasche, in der sich die Geldvörse mit elf Mark befand, gestohlen. Vor dem Geschäft Rindskopf hatte eine Frau aus der Bochumer Straße, als sie das Geschäft besuchte, ihr neues Fayrrad angeschlossen hingestellt. Als sie nach kurzer Zeit den Laden verließ, mußte sie feststellen, daß das Rad gestohlen war. * Gemeiner Diebstahl aus dem Bettelgang. Donnerstag morgen sprachen zwei junge Burschen bei einer Familie in der Kolonie Constantin um eine Gabe vor. Der Ernährer war aber selbst erwerdslos. Im Weggehen stahlen die beiden Klinkenputzer trotzdem ein Paar Schuhe, die im Flur standen. Der Diebstahl wurde bald bemerkt. Mehrere junge Leute der Deputationen unerwünscht Die Antwort auf die Noteingabe der Ruhrgebietsparlamente Die Vorführung Zestgenommener vor den Richter Klärung des Begriffs der„unverzüglichen“ Vorführung. Das Reichsgericht hat in einem Urteil vom 19. Januar 1932 die bisher strittige Frage der„unverzüglichen" Vorfüburng eines vorlaufig Festgenommenen vor den Richter entschieden. Danach heißt„unverzüglich“ im Sinne des§ 128 StPO. regelmäßig„spätestens am Tage nach der vorläufigen Festnahme“. Nur in Ausnahmefallen kann der weck der vorläufigen Festnahme eine mäßige Ueberschreitung der 24=Stunden=Frist rechtfertigen. Solche Ausnahmefalle liegen insbesondere dann vor wenn neven der die vorläufige Festnahme rechtfertigenden Straftat auch noch Beweismittel weiterer Strafiaten esichtet und aktenkundig gemacht werden, deren Zueitung an den Richter den Polizeibeamten dringend erforderlich erscheint Das Reichsgerichtsurteil engt die Möglichkeit des „Uebersitzenlassens“, das sich in der Praxis auf Grund des Kammergerichtsbeschlusses vom 24. 4. 1923— Nr. 1 W 64 23 20— entwickelt hatte, außerordentlich ein. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem Runderlaß des Preußischen Ministeriums des Innern vom 12. 8. 1932 an die Polizeibehörden entnimmt, muß trotz der hieraus folgenden Erschwerung der kriminalpolizeilichen Tätigkeit dem Reichsgerschtourteil fortan Rechnung getragen werden 40 Zahre Kranziskuskirche in Riemte Im Herbst dieses Jahres kann die kath Pfarrkirche in Riemke, au der auch der 1926 eingemeindete Teil Hernes gehörte, auf ein 4ähriges Bestehen zurückblicken. Im Jahre 16e war auf bischöfliche Anordnung der frühere Bikar Friedrich Bera aus der Marien=Piorrei zum Pfarrer der jetzigen Kirchengemeinde Hofstede=Riemke ernannt worden. Zur Abhaltung des Gotteodienstes diente zunächst der Vorhoffsche Saal Parrer Berg ging aber recht bald nach seiner Berufung an den Bau des Gotteshauser Es war eine schwere Aufgade, bei der er sich der wirksamen Hille einiger Wohltater erfreuen konnte. Ein großes Grundstück wurde ihm unentgeltlich zur Verdgung gestellt Schon im Herdst 1892 war der schöne Bau vollendet. Soater liaß Pfarrer Berg das Vinzenzhaus mit der Rinderverwahrschule und die Vikorie bauen. Den Plan eines Vereinsheimes brachte er nicht zur Verwirklichung, de ihn am 1. 9 1914 der Tad uberraschte. Zu seinem 25jahrigen Priesterjudileum hatte er von der Rentnerin E. Stemberg ein auf die Noteingabe der vereinigten Stadtverordnetenversammlungen der Industriestädte Bochum, Bottrop, Castrop=Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen, Gladdeck, Herne, Recklinghausen, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten haben sowohl der Herr Reichsfinanzminister als auch der Herr Bevollmächtigte des Reichskommissars mitgeteilt. daß ihnen die außerordentlich schwierige Iinanz= lage der Gemeinden bekannt sel. Die Milderung dieser Roklage sei Gegenstand ständiger Sorge und Bemühungen. Es sei nicht erforderlich, daß durch eine Depulallen über diese Frage besonderer Vortrag gehalten werde. Diese Antwort liegt ganz im Rahmen des Verhaltens, das man auch gegenüder den aufgelösten Landkreisen eingenommen hat, indem man erklärte, Deputationen seien unerwünscht, ja sie würden überhaupt nicht vorgelassen. Das besagt nun nicht, daß man alles Weitere der Regierung überlassen soll, die behauptet, sie wisse Bescheid und zerbreche sich pflichtgemäß den Kopf darüber, wie die Not der Gemeinden gemildert weiden könne. Die Ruhrgebietsparlamente, die sich in so erfreulicher Einheitsfront zusammengefunden haben, müssen auch weiterhin zusammenarbeiten und mit ihrem Druck auf Berlin nicht locker lassen. Nachdem man gesehen hat, welche Wirkung der Druck aus dem Osten auszuüben vermochte, ist es Pflicht des Westens, sich nicht mit einer beruhigenden Erklärung zufriedenzugeben. Es heißt, weiter wachsam zu sein und die Hilferufe immer aufs neue zu wieder holen. Keine Erhöhung der Bürgersteuer Nur Vorverlegung der Einzugstermine erwogen. Vom Deutschen Städtetag wird uns mitgeteilt: „Der Deutsche Städtetag hat die Reichsregierung gebeten, die Bürgersteuer für das Rechnungsjahr 1932 von Oktober 1932 ab in sechs Raten einziehen zu lassen. Von einem Teil der Presse wird dazu behaupiet, daß dieser Antrag eine Verdoppelung der Bürgersteuer bezwecke oder bedeute, da die Bürgersteuer für 1932 schon in den Monaten Januar dis Juni 1982 erhoben sei. Diese Behauptung beruht auf einem Jertum: In den Monaten Januar bis Juni 1932 ist erst die Bürgersteuer für das Rechnungsjahr 1931 erhoben worden.(Das Rechnungsjahr läuft bekanntlich vom 1. April dis 31. März). Der für die Gemeinden ebenso wie für den Steuerzahler unmögliche Zustand, daß eine Steuer zur Hälfte erst im nachfolgenden Rechnungsjahre zur Erhebung kommt, soll auf Wunsch der Städte dadurch beseitigt werden, daß die Bürgersteuerraten für 1932 vom Oktober 1932 bis März 1933 eingezogen werden. Eine Erhöhung oder gar Verdoppelung der Bürgersteuer erfolgt dadurch nicht. Die Gemeinden sind bei ihrer äußerst schwierigen Finanzlage darauf angewiesen, daß die für das Rechnungsjahr bestimmten Steuern auch in demselben Rechnungsjahr eingehen, damit vor allem die Arbeitslosenunterstützungen gezahlt werden können" Zu dem Antrag des Städtetages auf Vorerhedung der Bürgersteuer wird von zuständiger Stelle erklärt, die Reichsregierung prüse die Frage aufs sorgfältigste. Eei vorläufig noch keine Entscheidung gefallen. Bei der Rekordschwimmerin Neuen deutschen und europäischen Retord hat sie bereits geschafft. Frl. Ruth Litzig schwimmt immer noch Wenigstens während diese Zeilen geschrieben werden Wenn sie diese Nacht durchgehalten hat, ist sie kurz vor dem Ziel, denn heute morgen um 9,15 Uhr ist sie 72 Stunden im Wasser. Und etwas über 72 Stunden ist augenblicklich der Weltrekord für Frauen genaue Zeitpunkt der Einholung des Weltrekords ist 9.24 Uhr. Unsere Hernerin will aber gleich 80 Stunden schaffen und bis heute nachmittag 35,15 Uhr im Wasser bleiben. Gestern morgen gab's das erste Rekordereignis e Woche von Frl. Luis Um 11.27 Uhr war dem vorige Woche von Frl. Luise Koch, Bochum. aufgestellten deutschen und europäischen Rekord von 50 Stunden 12 Minuten nach kurzer Dauer das Lebenslicht ausgeblasen. Mit donnerndem Händeklatschen, lauten Zurufen der Zuschauer und großen Blumenspenden wurde dieses Ereignis geseiert. Die Nacht vorher war durch starken Nebel reichlich ungemütlich gewesen, doch sorgten Begleiter und Besucher für Unterhaltung und Aufmunterung. ragte ein Kopf aus dem Wasser, bedeckt mit einer schon verschossenen Badehaube. Das war die Rekordlerin. Tändelnd machte sie ihre Bewegungen mit den Armen, etwas später legte sie sich auf den Rücken. Nur ganz langsam bewegte sie sich so vorwarts. Es kommt ja nicht auf das viele oder weite Schwimmen an, sondern darauf, so lange, wie andere es noch nicht taten, sich im Wasser zu bewegen. Wenn man bedachte, daß die Schwimmerin, die übrigens auch noch von Paddelbooten und anderen Badenden umgeben war, schon zwei Nächre nicht geschlafen hatte und sich schon den dritten Tag ununterbrochen im Wasser befand, kamen einem die rechten Rekordgedanken. Ob sie bejahend oder verneinend ausfielen, das war Sache der persönlichen Einstellung. Und die wurde zur Genüge von den Zuschauern kundgetan Um den Fleischpreis Stadt Wanne=Eickel. (s) Eine schwere Gefährdung der Transportsicherheit ließen sich Kohlensucher auf der„Pluto"=Steinhalde dadurch zu Schulden kommen, daß sie bei ihren Gradungen nach Kohle den Gleiskörper der dort angelegten Transportbahn unterhohlten. Die Zechenverwaltung mußte mehrfach das Ueberfallkommando gegen den ge fährlichen Uebereiser der Kohlensucher in Anspruch nehmen. (:) Einen schweren Unsall beim Spiel erlitt gestern vormittag ein etwa 14jähriger Junge aus der Kurfürstenstraße, der gemeinsam mit mehreren Kameraden hinter dem Hause liegende Wäschebalken als Turnstange benußte. Als hierbei das morsche Holz zerbrach, fiel er derart unglücklich zu Boden, daß er mit schweren inneren Verletzungen zum Krankenhause gebracht werden mußte. Wir wollen hier nicht rechten über Rekordwahnsinn oder tiefere Bedeutung. Dieser Dauerschwimmrekord ist zu einem lokalen, nein, zu einem überlokalen Ereignis geworden, und dem hat der Chronist gleichmäßig Rechnung zu tragen. Man spricht von gar nichts anderem mehr in Herne. Die Strünkeder Straße und die Straßen in Horsthausen sind in einem Maße bevölkert, wie sie es noch nie erlebt haben. Es ist die reinste Völkerwanderung. Am Mittwoch waren vielleicht 2—3000 Menschen am Kanal, aber gestern — dafür fehlen einfach die Worte. Von der Strunkeder Straße dis zur Zeche Friedrich der Große 34 waren beide Ufer dicht belagert. Das war ein Wogen ein Ab= und Hinströmen, wie es bei der Cranger Kirmes fast nicht ist. Und das will doch etwas heißen. Es sind sicher 10000 Menschen gestern zum Kanal gepilgert. Jahrräder, Motorräder, Autos u. Kinderwagen waren in einer solchen Menge da, daß sich Radwachen auftaten. Eis= und Obstwagen nahmen in Fülle die Gelegenheit wahr. Selbst ein Verkäufer von„Herner Weltrekord=Drops“, pries seine Erfri schungen an. Schupo zu Pferde führte die Aufsicht Vom Säugling bis zum alten Mütterchen war alles vertreten. Herne hatte seine Sensation, und die ließ man nicht ungenußt verstreichen. Was ist da nicht alles gesagt und gequasselt worden. Die einen wußten zu berichten, daß das sonderbare Mädchen diesen Gewaltstreich mache, um Schwimmlehrerin zu werden. Die andern meinten, um eine gute Partie zu machen. Die dritten wußten von einer fabelhaften Gewinnsumme zu berichten, die sie bei der Aufstellung eines neuen Rekordes bekommen würde. 10000 Mark waren das mindeste, die„besser Orientierten“ wußten sogar, daß es 26 000 Mark waren. Und dann hieß es, die Mercedes Gleitze werde heute im Flugzeug aus England kommen, um ihre„Kollegin“ zu beglückwünschen. Drei holländische Autos mit Schwimmerinnen aus Venlo und so seien schon da gewesen. Auch ein Filmoperateur, der sie gekurbelt habe. Und soundsoviel Gesangvereine, die ihr in der Nacht ein Ständchen gebracht hätten. Und Spenden aller Art seien gekommen. Ein ganzes Boot voll Blumen sei schon wegiransportiert worden. Telegramme seien gesandt und ihr vorgelesen worden. Und Wasserfreunde aus Börnig hätten eine blumengeschmückte Boje gesandt mit der Aufschrift: Ruth, halt aus! In der Nacht werde übrigens die Kapelle Zimmer ihr ein Konzert im Freien geben. Und wenn sie wirklich aushalte, dann werde sie sofort ins Krankenhaus transportiert, um sich sein gesundpflegen zu lassen. Denn die Wirkungen dieser Gewaltanstrengung mit ihrer Entfettungskur werde sie noch lange puren. Und diewell das Volk staunte, sich drängte und redete, unterhielt sich die Schwimmerin, als ob sie noch gar nicht 3 Tage im Wasser wäre, mit ihren Begleitern und ließ sich dann mit Haferschleim fürtern. Wirklich fabelhaft! Das kann man in dem Geschäftsraum der Seifenhaus Pott, in denen z. It. praktische PersilWaschoorführungen stattfinden, täglich von Dutenden von begeisterten Hausfrauen hören. Man muß sagen. es ist wirklich fabelhaft zu sehen, in welch wundervoller Frische und welchem Glanz farbige kunstseidene und wollene Waschestücke dem kalten Persilbad entsteigen, wie sauber und gepflegt sie nach dem Trocknen (das Trocknen geschieht durch Einschlagen in weiße Tücher und ist vielen Hausfrauen etwas ganz Neues!) ihren beglückten Besitzerinnen zurückgegeben werden. Man kann die Firma Seifenhaus Pott zu der Idee. derartige praktische Waschvorführungen zu veranstalten, nur beglückwünschen, und keine Hausfrau unserer Stadt sollte es sich entgehen lassen, einmal diesen Waschvorführungen, die bis Montag, den 29. August verlängert wurden, beizuwohnen!(Siehe Anzeige.) Brombeermarmelade in 10 Minuten. Die Brombeerernte ist in diesem Jahre außerordentlich otz. Die sorgsame Hausfrau sollte sich aus diesem Ueberluß für die Wintermonate Reserven bilden, in denen des Obst sich nur auf wenige Sorten beschränkt und noch imzu erheblichem Teil aus dem Ausland eingeführt werDie Schwimmerin selbst erreichte man am Nachmittag erst weit hinten an der Langfortdichen Brücke. Dort war der Menschendetried natürlich am größten Er war fast ledensgefährlich. Man sah einen dreiten Kahn, wie er an Ausflugsorten anzutreffen ist, been: mit einigen jungen Leuten und dicht gefüllt mit Blumenangebinden fers Spiettuskocher erwarmte gerade Haferschleim oder so etwas ähnliches. Am Heck Ee kann sein, und wir wünschen es ihr, daß Fräulein Ligig tatsächlich die 80 Stunden schafft. Das wäre mit 18 Jahren eine ganz respektable Leistung Und wir Herner hätten nicht nur in der stillen Fertenzeit eine Sansation erlebt, sondern besaßen eine Mi: durgermn von Weltruf, reif für alle Illustrierten. mer zu erheblichem Tell aus dem Ausland eingeführt werden muß.— Ein erprodtes Rezept bei dessen genauer Anwendung sich die Hausfrau keine Sorgen zu machen draucht, daß womöglich die Marmelade nicht fest oder durch Schimmel vernichtet wird, ist folgendes: 4 Pfund Brombeeren werden zuerst gewaschen, dann das Wasser gründlich abgeschwenkt und die Früchte von Stiel, Blume und den daran haftenden inneren grünen Japfen befreit. Nun zerdrückt man sle gründlich im Kochtopf und bringt sie mit 4 Pfund Zucker(aber keinesfalls weniger)— kein Wasser deifügen— unter leichtem Rühren auf möglichst charfer Flamme zum Rochen(abschäumen). Nachdem es durch und durch brausend kocht, läßt man 10 Minuten (nicht kürzer) unter Rühren gründlich durchkochen, rüdrt nach Verlauf dieser Jett eine Normalflasche Opekta zu 86 Pf. in die kochende Masse, läßt nochmals einen Augendlich auswallen, nimmt den Topf vom Feuer und füllt sofort in Gläser. Vereinskalender K. K. V. Stammverein Auf die heute abend 8.30 Uhr stattfinven. Versammlung im Vereinsheim Hotel Schmiß wird hiermit besonders hin gewiesen, wozu auch der Vorstand des Jungmännerringe herzlich eingeladen wird.— Tagesordnung: 1. Besprechung der Eingaden an den Verkehrsverein: 2 Aufstellung des in Gemeinschaft mit dem Jungmännerring: 3. Teilnahme am Katholikentag in Essen Wegen der Wichtigkeit dieser Besprechungen erwarte der Vorstand unter allen Umstanden zahlreiches Erscheinen Kolonie nahmen au“ Nädern die Verfolgung der Täter auf. An der Hiltroper Grenze gelang es. sie stellen und ihnen die Beute wieder abzunehmen. Eine gehörige Tracht Prugel bildete die verdiente Strafe. * Jahrraddiebstahl Ein Herrenfahrrad Marke Dürkopp Nr. 736 668 im Werte von etwa 40 RM wurde am Mittwoch gen 11.90 Uhr vor einem Hause in der Rosenstraße in Herne gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. * Drei schwere Grubenunfälle auf einer Schachtanlage Im Untertagebetrieb einer örtlichen Schachtanlage wurde Donnerstag morgen der Hauer Paul Opalka aus Castrop schwer verleßt. Er war mit dem Gewinnen von Kohlen beschäftigt, als unerwariet aus dem Hangenden des Flözes Gretchen Steinmassen hereinbrachen und ihn verschütteten. Mit einem delbruch und sonstigen Verletzungen wurde der Bedauernswerte dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt, wo er bedenklich daniederliegt.— Auf der geichen Schachtanlage geriet der Hauer Albert Olk aus der Mont=Cenis=Straße unter Steinmassen. Ferner zog sich der Neviersteiger H. aus der Mont=CenisStraße bei der Befahrung seiner Abteilung eine erhebliche Fußverletzung zu. Alle drei Verunglückten mußten dem Bergmannsheil zugeführt werden Die Veröffentlichung des Reichspreiskommissars und des preußischen Finanzministers, in der die Fleischer ermahnt wurden, keine zu hohen Verdienstspannen auf die Fleischpreise zu legen, weil sonst von seilen der Regierung eingeschritten werden müßte, hat in den Fleischer=Organisationen Beunruhigung und Proteste hervorgerufen. Der„Fleischer=Verbandszeitung“ entnehmen wir, daß Vertreter des Fleischerverbandes wegen dieser Veröffentlichung in verschiedenen Ministerien vorgesprochen haben, um Einspruch zu erheben gegen die Art der erwähnten Veröffentlichung. Esei mit dem Reichsernährungsmintsterium, dem Reichskommissar für Preisüverwachung, dem preußischen Finanz= und dem Handelsministerium verhanhandelt worden. Das Fleischergewerbe habe erklären lassen, daß es schärfste Kritik an der Tatsache üben müsse, daß Anklagen in vollster Oeffentlichkeit gegen das Fleischergewerde erhoben würden, ohne daß vorher dem Deutschen Fleischerverband Gelegenheit gegeben wäre, sich zu dem vorhandenen Zuschriftenmoterial zu äußern. Es verlautet, daß auch die Reichsforschungsstelle für landwirtschaftliches Marktweien vor der Veröffentlichung der amklichen Pressenotiz nicht gehört worden sei. Dieses Verfahren wiversoreche allen bieherigen Gepflogenheiten. Ebenko habe man das Reichsernährungsministerium und das preußiche Handelsministerium vorher nicht gehört. In einstündiger Verhandlung im Reichsernährungsministertum habe der Abtetlungsleiter, Geheimrat Bose, die Erklärung abgegeben, daß seine Bedörde bei Behandlung der Angelegenheit vollste Loyalität wahren werde. Das Reichsernährungeministerium werde keine Entschlüsse treifen, ede es den Deutschen Fleischerverband gehört heve. Die gleiche Zusicherung habe Ministerialrat Schniewind(Preußisches Handesministerum) abgegeden. Am Montag hatten die Vertreter des Fleischergewerdes Aussprachen mit dem Reichskommissar für das Handwerk und Kleingewerbe. * S 6 —* — S.2 • 8 F K— — G. S 2 — 5 * — * E F 2 — —— — S 1 9 9#ST *— #S = S E* ** * ** 5 3—* PTE S#9S S L38 5#8## * G• S 1 2=— S e 3 2 EEET PIEE — 4— •* □ S 5 52 E C *** — E 5 ü 15 — □ 1 S.3731TS Fia Pfarrei Riemie Gottesdienstordnung Sonntag, den 28. August 6.15 Uhr dl. Messe, gem. hl. Kommunion des Müttervereins; 7.15 Uhr hl. Messe mit Predigt, gem. hl. Kommunion der Provitzer Schule: 8.30 Udr hl Messe mit Predigt: 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt: 11 Uhr letzte hl. Resse mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht Wochentaas: 7.10 und 8 Uhr hl. Messen. Mittwoch: 6.30—7 Uhr Gebetsapostolat. Donnerstag von 5.30—7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte wegen des Herz=Jesu=Freitags Freitag: 5.30 Uhr Andacht zum hl. Herzen Jesu. Aus den Vereinen Gesellenverein. Am Sonntag abend um 7.30 Uhr feiern wir bei Vorhoff das Namensfest unseres hochwürdigen Heren Präses. Hierzu laden wir alle Mitglieder und Ehrenmitglieder mit ihren Angehörigen herzlichst ein.— Mittwoch Gesangprobe. Donnerstag Versammlung mit Vortrag. Freitag Spielabend und Theaterprobe. Jungmännerverein. Montag 19,30 Uhr Gruppenabend der„Wölflinge". Donnerstag 20 Uhr Jugendkraftstunde. Samstag 18—20 Uhr Lesezirkel; 20 Uhr Schachabend. D3R.„Adler“ Sonntag fährt unsere Jugendstaffel nach Münster zum Staffellauf„Rund um den Aarfen“". Wegen des Katholikentages und der Gotteswoche im September wird unser Werbetag auf den ersten Sonntag im Oktober verlegt Jungfrouenfengregelten. Dienstag Gesangprobe. Mittwoch Handarbeitsabend Ferien Schluß. Das waren noch Menschen, die Zeit hatten. Es gibt heute nicht wenige, für die die Schulferien die einzigen Ferien des Ledens sind; nicht an letzter Stelle gehören zu ihnen unsere wackeren Hausfrauen, die Sonntags wie werktags Gott dienen müssen am häuslichen Herd, in den vielen Arbeiten, Sorgen und Muhen, die klein und groß als selbstverstandlich von ihnen verlangen. Wit sagten schon einmal: diese Vater und Mutter leisten erheblich viel mehr Kulturarbeit als samtliche Weltmeister zusammen, über deren Boren und Laufen und Ballspielen des Montags unsere Zeitungen berichten Aber auch wer ohne Ferien durchs Leben gehen müßte, soll doch genug Christ sein, um sie anderen zu gonnen. Wie schön ist es, wenn unsere Jugend an sonnigen Tagen hinauszieht, um in froher Wanderschaft die Heimat kennen zu lernen und an der Natur sich zu erfreuen. Ein Stück Romantik muß dabei sein: da werden Zelte aufgeschlagen, um in ihnen zu übernachten. So ein Zeltlager ist noch viel herrlicher als ein Heuschober, und der ist schon dreimal schöner, als ein prächtiges Bett sein könnte. Es wird abgekocht, und die Erbsensuppe schmeckt köstlich; Kartoffel schälen und Geschirr spülen liegen in sicheren Händen, und wie sehr die Mutter sich ge über den guten Willen auch freute: wenn sie dabei Wort kein Scherz sein, sondern heiliger Ernst ug dieser Reichtum glüht in den großen und kleinen Freuden über die die Engel sich mitfreuen. Vor einigen Jahren hat ein deutscher Schriftsteller ein Buch geschrieben:„Ferien vom Ich.“ Darin schildert er Menschen, die die hastende Welt des Alltags verlassen, um ganz natürlich zu leben. Sie finden dabei, daß sie fast ihr Ich zurückgelassen haben, so, wie Erziehung und Umgang es früher gestaltet haben, und daß Einfachhett und Einsamkeit etwas ganz Köstliches darstellen, einen wirklichen Gesundbrunnen der Erneuerung. Es liegt viel Wahres in diesem Gedanken. Unser Leben ist in vielen Dingen ein Theaterspielen für die Zuschauer, die es umgeben. Gewiß haben Gewohnheiten, Gebräuche, Sitten ihre Bedeutung: sie sind nicht selten ein Zaun um das Sittliche im Menschen und für die Schwachen darum ein Schutz. Aber man kann die Dinge auch übertreiben. In Kreise der Familie muß jeder von uns Ferien vom Ich zu finden suchen und die Dinge draußen lassen, die dort ihn peitschen und aufreiben. Wieder können wir das auch religiös nehmen: Ist nicht ein gutes Beichten und ein ernster Sonntagsgottesdienst und ein rechtes Kommunizieren eine Ferienstunde vom Ich? Da wird der Kern des Menschen und seines Lebens bloßgelegt, der Ballast wird als Last erkannt und die Verklärung gefeiert, die das Christentum verspricht und gibt. Ein schöner Einkehrtag, einige Exerzitientage sind wahrhafte Ferien vom Ich. Und das Verhältnis zweier Menschen, die in Liebe und Treue Christus als ihre Gemeinschaft verehren und darin Ehrfurcht voreinander und reude aneinander finden, erleben in sich diese erien vom Ich Ein hochstehender deutscher Schriftsteller hat einmal das Wort geschrieben:„Das christliche Sterben denke ich mir so, als wenn ein Kind in die Ferien geht.“— Wirklich müßte ein lebendiger Glaube so das Sterben ansehen. Es würde wie ein schlechter Scherz erscheinen, wenn man sagt: „Wer stirbt, konnte sich verbessern und hat das gern etan“. Unserm Glauben dürfte aber ein solches Dienst am Volk im wahrsten Sinne des Worte: esstel seil Jahr und Tan die katholische Presse. Solcher Dienst verpflichtet. Des katholische Volk starkt seine Presse, wenn es bei jeder Gelegenheit für sie wirbt Der Herner Anzeiger(mit Kirchlicher Anzeiger) ist das führende Lokalblatt derkstholiken in Herne und Umkreis. Er gehört in jedes Haus. Bezugspreis nur K al 1.08 halbmonatlich. Bestellschein (Bitte dem Boten übergeben oder„is Druckssche mit Omschlag in die Geschaftsstelle 8 Bebeistraße 9 einsenden) Her Berut Woho bestellt hiermit den Herner Anzeiger(mit Kirchlicher Anreiger.) ware, würde sie bestimmt sagen:„Müßtet ihr das zu Hause tun, dann sollte man einmal lange Gesichter sehen!" Es ist nur die Bestätigung der alten Wahrheit: alles, was einer gern tut, macht ihm Freude. Ganz besonders gilt das von der Jugend. Wie froh besteigt solch ein Ferienwanderer den Zug und schaut aus seinem Abteilsenster über die Landschaft, als seien ihm Berge und Felder, Walder und Aecker und Dörfer zu eigen; wer sich ihn ansieht, hat keinen Zweifel mehr, daß der Mensch ein gevorener König ist.— In Wirklichkeit hat unser Herrgott ja auch die sommerliche Pracht seiner Erde für uns alle gemacht. Die Natur kostet noch kein Eintrittsgeld. Die Freude an ihr gehört mit zu dem Billigsten und Schonsten, was ein Mensch genießen kann; allerdings muß die Seele eingestimmt sein auf diese Freude. Ich glaube, mit am besten darauf eingesetzt sind noch unsere Wallfahrer. Wer heute solch eine Prozession betend die Landstraße ziehen sieht, mag wohl glauben, ein Stück Mittelalter tauche vor seinen Augen auf; das sind noch kindliche Menschen, die Natur und Gnade in einen Gleichklang zu bringen wissen. Es ist Unrecht, wenn man an ihnen nur Vollkommenheit sehen will und sich argert über kleine menschliche Schwächen, die oft die prächtigen Eigenschaften dieser Naturkinder sind. Leute die darüber schimpfen, daß nicht alle diese Wallfahrer immer ganz andächtig beten, bekommen von unserm Herrgott sicher auch nicht immer die Note„sehr gut“ in ihr Lebenszeugnis, wenn ihr eigenes Gebet geprüft wird. Wer an einem Sommertag etwa in Kevelaer den Strom der Wallfahrer schaut, ior Beten und Singen vernimmt und dann in seiner Seele Saiten tragt, die mitklingen für menschliches Leid, für christliche Liebe und für religiöses Vertrauen, für ein kindliches Verhältnis zu Gott, der wird tief ergriffen sein von dieser Form der Frommigkeit und mit dem Heiland beten:„Ich preise dich, Vater, daß du dieses alles den Kleinen offenbart hast." Reich= Leute können in Kurorte gehen; wir gonnen es ihnen; aber sie sollen auch den Kleinen den kleinen Ausspann gonnen von Joch des Alltags. Da zeigt sich, wie die menschliche Kultur des Volkes verwurzelt ist im Religiösen und darum meistens viel reicher, als die Zivilisation der overen Schichten. Dieses Volk weiß oft gar nicht. wie reich es ist in seiner Kindschaft Gottes, wie reich auch die Familie und Ehe. wie stark die Pfarrkirche diesen Reichtum hütet und erneuert und wie prächEin Kind, für das die Ferien kommen, hat vorher in seiner Schule meistens heiße Tage. Die Prüfung findet statt, die Zeugnisse werden geschrieben: wohl dem, der ein gutes mit heim bringen kann— seine Ferien doppelt so schön.— So geht es auch vor unserem Sterben. Unser Herrgott hält Examen ab: sein Gericht. Und uns wird ein nis geschrieben, mit dem wir heimreisen. Könntest du dich, wenn du sterben müßtest, wohl freuen wie ein Kind, das in die Ferien geht? Wenn nein, warum dann nicht? Unsere Einstellung zum ewigen Leben muß ein Ausdruck sein unseres Glaubens an die Erlösung und unseres Vertrauens auf den Erlöser. Wir dürfen nicht so gesinnt sein, nicht so voller Sorge, als hätten wir keinen Erlöser; um seinetwillen freuen wir uns ja auf Ostern: heute ist grade der Sonntag Laetare: der Gottesdienst sei uns eine Ferienfreude! e List die neue Hilfe, die zeitgemäße Erleichterung die Sie beim Kauf eines Anzugs oder Mantels unbedingt brauchen. EX bietet Ihnen nur Vorteile und die ersehnte Begvemlichkeit. Kaufen Sie bei uns nur auf rleichterte ahlungs weise Schmitz& Co. erne, Bahnhofstrasse 62 0 Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Heimbrodt, Herne Fernsprecher 52121 12. Jahrg. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Uhr mittags. Sonntag, 28. August 1932 Nachdruck der Original=Artikel in nicht gestattet. Druck: Koetders& Röttsches. Herne. Bedelstr. 8 Nr. 35 Nachrichten für alle Pfarreien Kath. Jungmännerverband, Bezirk Herne Die von den Vereinen bestellten Festabzeichen zum Katholikentag in Essen sind eingetroffen und konnen beim Bezirkspräses abgeholt werden. Preis des Abzeichens 30 Pf Marianische Jungfrauenkongregationen, Bezirk Herne Der von der Zentralstelle Düsseldorf für die Zeit vom 1. bis 3. September in Höntrop angejetzte Führerinnenkursus findet wegen des Katholikentages nicht statt. Voraussichtlich wird er in den Weihnachtsferien abgehalten. Alles Nähere wird später erfolgen. Der Bezirkspräses. Kath. Beamtenverein Herne. In der am vergangenen Sonntag stattgefundenen Monatsversammlung des Kath. Beamtenvereins Herne wurde beschlossen, am Katholikentag in Essen teilzunehmen. Abfahrt mit einem Verwaltungssonderzug der Reichsbahn. Der Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Wegen Erlangung des verbilligten Fahrpreises ist jedoch vorherige Anmeldung der Teilnehmer beim 1. Schriftführer, Herne, Neustraße 25, II, unbedingt notwendig, und zwar bis spätestens Sonntag, den 28. August cr. Solange der Vorrat reicht, sind beim Schriftführer auch Festabzeichen zum Preise von 60 Pf. zu haben. St. Bonisatius-Pfarrei Gottesdienfterdnung Sonntag, 28. August, 15. Sonntag nach Pfingsten. 6 Uhr erste hl. Messe: 6.30 Uhr hl. Messe mit voln. Gesang: 7.15 Uhr Frühmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt: 10.15 Uhr Hoch amt mit Predigt: 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. Die Messe um 8.20 Uhr fällt in den Fe rien aus. 2.30 Uhr Allgemeine Andacht. 8 Uhr Todesangstbruderschaftsandacht. Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Kinder der Schule Neustraße, die Mitgliede: des Frauen= und Müttervereins und des Elisabeth= vereins. Herz-Jesu-Freitag. Am Donnerstag vor dem Herz=Jesu=Freitag ist von 5—7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Freitag abend 8 Uhr ist HerzJesu=Andacht. Die Krankenwoche hat Vikar Büttner Aus den Vereinen Frauen- und Mütterverein. Mittwoch, den 31. August, abends 8 Uhr, ist Monatsandacht mit Segen für den Frauen= und Mütterverein. Jungfrauenkongregation. Schiffsausflug. Sonntag, den 28. August, findet unser Ausflug nach Livve=Rauschenhurg statt. Fahrpreis 50 Pf. Gemeinsamer Abmarsch vom Jugendsaal 9.45 Uhr. Abfahrt 10 Uhr. Karten für den Ausflug sind noch zu haben Freitag abend 8 Uhr im Jugendsaal. Werkjugend. Sonntag feiert der Arbeiterverein von Herz Jesu sein 25jähriges Jubiläum. Wir nehmen geschlossen an der Feier teil. Treffpunkt aller Sonntag 2.15 Uhr. Montag 8.30 Uhr Gruppenabend. Da wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Jungmännerverein. Freiwilliger Arbeitsdienst. An demselben können alle Mitglieder, auch solche, die keine Unterstützung bekommen, teilnehmen. Näheres über Bedingungen usw. Sonntag morgen nach der Schulmesse im Jugendsaal. Anmelden auch dortselbst Christusjugend an die Front. Auf nach Essen. So heißt, so sollte die Parole für jeden katholischen Jungmann heißen. Klagen wir nicht, sondern denken wir an den Opfersinn unserer Verdandsbrüder, die erst vor kurzem aus allen deutschen Gauen in Koblenz und Dortmund sich einfanden. Wo ein Wille, ist auch ein Weg Die Festabzeichen für uns kosten nur 30 Pf.; auch diejenigen, welche sich noch nicht angemeldet haben, können das Festabzeichen in der nächsten Woche jeden abend ab 7.30—8,30 Uhr erhalten. Treu Heil KKV.-Jungmännerring Am 4. September findet bekanntlich der Ra tholikentag mit seinen Hauptfeierlichkeiten statt. Festgottesdienst und am Nachmittag die große Jugendkundgebung. Wir nehmen geschlossen daran teil. Der Bund erwartet uns alle. Wer von uns wollte nicht dabei sein? Also nochmals geworven. — Denkt ihr auch an die Berufswettkämpfe am 11. September? Am Mittwoch, dem 7. Septem ber, findet bereits der Redewettbewerb statt. Die Redner werden sich hoffentlich schon präpariert haben. Am 11. September steigen dann die Prüfüngen im Berufswissen. Zuvor in der St. Bonifatius=Kirche gemeinschaftliche hl. Kommunion: danach gemeinschaftliches Kaffeetrinken. Am Abend ist dann die Familienfeier, zu der ihr eure Eltern schon jegt einladen und sie mitbringen mußt. Die Tanzlustigen werden in erwa auch zu ihrem Rechte kommen. Hoffentlich gelingt es der Führerschaft, den Generalpräses nach Herne zu bekommen. Aber dann liegt es zum größten Teil an euch, soll der Verlauf schön und erfolgreich sein. Deutsche Jugendkraft Sportfreunde 19 Herne. Am kommenden Sonntag, dem 28. August 1932, tragen unsere Gau= und 1b=Fußball=Mann schaften auf dem Sportplatz Hoheneick Freund schaftsspiele gegen„Adler" Castrop=Rauxel aus. Die Anstoßzeiten haben wir wie folgt angesetzt: Gaumannschaft 5 Uhr: 1 b=Mannschaft 6,30 Uhr Die Mannschaften treffen sich 1 Stunde vor Beginn des betr. Spieles im Vereinsheim Bernicken; daselbst auch Umkleiden. Am nächsten Mittwoch spielt unsere Gau=Fuß ballmannschaft in Gerthe gegen die dortige DIK 07. und zwar um 6 Uhr. Die Mannschaft trifft sich um 4 Uhr im Vereinsheim. Um 4.15 Uhr ist Abmarsch. Am Samstag, dem 3. September 1932. snielt unsere 1b= Fußballmannschaft ebenfalls in Gerthe gegen die dortige DJK. 07. Alle näheren Bekanntmachungen erfolgen durch Anschlag im Vereinsheim Für die Zukunft mochten wir doch darum bitten, daß die Spielersitzungen besser besucht werden Da an diesem Abend im Vereinsheim kein Verzehrzwang besteht, wird erwarter, daß sich in Zukunft alle pünktlich und restlos um 8 Uhr am Donnerstag abend im Vereinsheim einfinden werden. Diejenigen von den aufgestellten Spielern, die zu einem angesetzten Spiele nicht antreten können. möchten wir ganz besonders darauf hinweisen, daß sie sich in Zukunft bis spätestens Freitag abend vor dem betr. Spiele im Vereinsheim oder bei den einzelnen Obleuten, Spielführern, abzumelden haben damit eotl. für den nötigen Ersatz gesorgt werden kann. Wir bitten also darum, daß dieses in Zukunft von allen immer genau beachtet wird. Schlesischer St.=Johannes-Verein. Am Sonntag, dem 28. August, fällt untere Monatsversammlung aus, dafür wollen wir alle an der Judelfeier des St.=Josephs=Arbeiterverein: Herz Jesu teilnehmen. Diejenigen Johannesbrüder, die auch einem anderen katholischen Verein angehören, werden gebeten, sich doch unserem Verein anzuschließen. Also nochmals, alle Mann an Bord Abmarsch eine halbe Stunde vor der Festandacht welche in der Herz=Jesu=Kirche stattfindet. D. B St.-Barbare-Knappenverein Zur Teilnahme an der Judelfeier des St Josephs=Arbeitervereins Herz Jesu versammeln sich die Mitglieder am Sonntag nachmittag 1.45 Uh im Gesellenhause. Um 2 Uhr erfolgt umter Vorantritt unseres Trommier= und Pfeiserkorps der Abmarsch zum Ledigenheim. Vereinsabzeichen und Vereinsmütze sind anzulegen. Es dürfen aber diejenigen Mitglieder, die keine Muße haben, nicht denken, sie würden dieserhalt entschuldigt. Eine Entschuldigung kann es diesmal nur bei Kranken oder nicht Marschfähigen geben. Alle andern mussen unbedingt erscheinen Wer kein Vereinsabzeichen hal, kann diese vor dem Abmarsch im Gesellenhause erhalten. St.-Josephs-Arbeiterverein. An der am Sonntag. dem 28. August, stattfindenden Jubelfeier des St.=Josephs=Arbeitervereins der Herz=Jesu=Pfarrei nehmen wir geschlossen teil. Zusammenkunft um 3 Uhr an der Herz=JesuKirche. Die Fahnendepuation nimmt am Sonntag morgen am Hochamt sowie an der nach dem Hochamt stattfindenden Ehrung der Jubilare teil. Es wird erwaltet, daß alle Mitglieder an der Feier teilnehmen. Kath. Gesellenverein Herne-Zentral. Am kommenden Sonntag begeht der Si.=Josephs=Arbeiterverein der Herz=Jesu=Pfarrei sein Silberjubiläum. Zu dem am Nachmittage stattfindenden Festzuge sind auch wir eingeladen worden Es ist selbstverständlich, daß, wenn katholische Arbeiterschaft aufmarschiert, wir gern und freudig mitmachen. Alle Mitglieder und Ehrenmitgliedet die an diesem Bekenntniszuge teilnehmen, ver sammein sich um 3,30 Uhr an der Herz=Jesu=Kirche Wer möchte nicht dabei sein bei dei Heerschau der deutschen Katholidn in Essen am 4. September? Die Liste zur Eintragung liegt noch einige Tage im Gesellenhause auf. Fahrpreis und Festabzeichen für Ehrenmitglieder und Mitgliedet 1,10 Mark. Die Absogrizeiten des Sonderzuges geben wir am nächsten Freitag an dieser Stelle bekannt. Treu Kolvina Im Vorschatten der Essener Katholikentagung Ausstellungshalle V Verbundenbest mit dem Oderdaupt der Kirche in Rom. mit allen katholischen Bischöfen unseres Vaterlandes und mit unserem treuen katholischen Volk in Deutschland wird der deutsche Katholikentag in Essen seinen Weg geben und seine Aufgabe erfüllen. * Christian Schreiber. Bischof von Berlin. Der Katholikentag eine rein religiöse Kundgebung Das Lokalkomitee zur Vorbereitung der 71. General= versammlung der deutschen Katholiken in Essen teilt folgendes mit: „Es erscheint notwendig, erneut zu betonen, daß der Katholikentag eine rein zeligiöse Versamm: luns ist und mit Parteivolitik nichts zu tun hat. Dies gebt unter anderem klar aus den Themen dei großen Versammlungen hervor, die aus einem einheit. lichen religiösen Grundgedanken entwickelt sind. Die Redner wurden ausgewählt unter dem Gesichtspunkt ihre: Eignung für das betrefsende Thema. uch der Lichterzug am Samstagabend ist eine reli. aiöse Kundgebung. Auf Anweisung Sr. Eminenz des Herrn Kardinalerzbischofs wird die erste Fackel eines jeden Zuges am Ewigen Licht der Rirche entzündet. Um den religiösen Charakter zu wahren, können zu den Veranstaltungen des Katholikentages keine Parteiunisormen, gleich welcher Richtung, zugelassen werden. Dagegen sind die Trachten katbolischer unvolitischer Vereine willkommen. Die Besucher des Katbolikentages werden dringend gebeten, die Anordnung genau zu beachten.“ Rundfunk und der Essener Grugahallen, eine der Festhallen des Katholikentages 1932. Erbaut in den Jahren 1924 bis 1926; Fassungsvermögen 15000 Personen. In den Essener Grugahallen werden vom 1. bis 4. September die öffentlichen Versammlungen der 71. Generalversammlung der Deutschen Katholiken abgehalten. Der Bischof der größten deutschen Großstadt schreibt zum Katholikentag in Essen u. a.: „Dem Lokalkomitee zur Vorbereitung der 71. Genetalversammlung der Katholiken Deutschlands danke ich ganz ergebenst für die freundliche Einladung. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut, daß ich dieser Einladung Folge leisten und bei der Tagung selbst aktiv mitwirken könnte! Meine Erkrankung Ende Mai dieses Jahres und die nach leidlicher Genesung zurückgebliebene Schonungsbedürftigkeit zwingen mich, Verzicht zu leisten. Das bedauere ich außerordentlich. Denn die Teilnahme am Essener Katholikentag wäre für mich besonders belehrend und ansvornend gewesen. In der Tat! Was könnte den Bischof der größten deutschen Großitadt mehr anziehen als die Behandlung des Themas„Christus in der Großstadt“? Von der Großstadt Rom ist das Christentum in die Welt hinausgegangen, in den Stadten der damaligen kultivierten Welt dat es zuerst festen Fus gesaßt, von den Städten aus hat es nach und nach die ganze Welt erobert. Den Stadten und besonders der Menschenanhäusung in den Großstädten muß die christliche Missionierung auch heute wieder und heute mehr denn je ihren besonderen apostolischen Eiser zuwenden. Dahin weist uns die Geschichte des Christentums; dazu zwingt uns der außerordentliche Einfluß der Großstädte auf die Volksseele; dazu verpflichtet uns die Rücksicht auf das Ansehen Christi und ber Kirche vor der Oeffentlichkeit; danach seufzen die Millionen von Menschen in den Großstädten, die, ob sie es anerkennen oder nicht, für Gott geschaffen, durch Christus erlöst, für den Himmel bestimmt sind. In den Großstädten handelt es sich um Millionenwerte für Christus und sein Reich. Zwar sind die Schwierigkeiten der Missionierung der Großstädte in der jetzigen Zeit so groß wie sie noch niemals gewesen sind. Aber wer in der Großstadtseelsorge gearbeitet hat, weiß auch, daß in den Großstädten für die Gnade Gottes und für den avostolischen Eiser der Mitarbeiter Christi wertvollste Schätze gehoben werden können. Die Großstadt ist nicht nur Materie und Technik. nicht nur Gottlosigkeit und Sittenverderbnis, in ihr wohnen viele Menschen, in denen unter einer schweren Verschüttung noch immer die anima naturaliter christiana alimmt und nach oben züngelt. In der Großstadt blüht bei vielen Christen ein üverrascheno reges christliches Leben: in der Großstadt wird von nicht wenigen Christen aller Stände und Alter vielfach ein Glaubensheroismus betätigt, der demienigen der ersten Christen nicht nachsteht. Wir Großstadtseelso zer wissen darum. Wie wertvoll ist es deshalb, daß ein allgemeiner deutscher Katholikentag einmal diese Dinge vor der katholischen Oeffentlichkeit behandelt, mit dem einen Ziel und Zweck. unserem Herrn und Heiland die ihm gebührende Anerkennung und Huldigung in „ der Großstadt auf weite Sicht miterobern zu helfen. Von Herzen wünsche ich dem Katholikentag in Essen guten Verlauf und ersprießlichste Auswirkung. Hierzu sende ich meinen Bischöflichen Segen. In innigster Die diestährige Generalversammlung der deutschen Katholiken wird in Essen stattfinden. Die deutschen Sender werden aus dem reichhaltigen Programm der Tagung einen Hörbericht vom Festaottesdienn am Morgen des 4. Septembers von 9.30 bis 11 Uhr geben und die Schlußversammlung am Nachmittag desselben Tages von 5 bis 6 Uhr übertragen. Der Westdeutsche Rundsunk übernimmt solgende Stunden des Katbolikentages auf seinen Sender und gibt sie an die übrigen deutschen Sender weiter. Auch ausländische Sender beteiligen sich. Donnerstaa. 1. September: 21.00—22.00 Uhr:„#as Deutsche Vaterunser" von Gustav Kneiv. Köln. Der Westdeutsche Rundsunk veranstaltet aus Anlaß des Katbolikentages ein grotes össentliches Konzert im Gürzenichsaal zu Köln von 20 bis 22 Uhr mit der Uraufführung des Werkes von Gustav Kneip „Das Deutsche Vaterunser“ von 21 bis 22 Uhr. Diese Uraufführung wird von mehreren deutschen Sendern übernommen. Sonntag. 4. September: 9.30—11.00 Uhr: Hörbericht vom Festgottesdienst des deutschen Katholikentages 1932 in Essen. Gesamtleitung: Direktor Bernh. Marschall. Köln. Volksgesang unter Führung der Essener Kirchenchöre (Chordirektor Wernet)— Städt. Orchester. Essen. 1. Einleitung: Glocken— Fansaren— Instrumentales Vorsviel— Volksgesang:„Dem Hirten laßt erschallen"— Zwischenspiel des Orchesters. 2. Festvredigt Sr. Eminenz Kardinal Schulte. Erzbischof von Köln. 3. Orchesterportrag zur Festkantate von Heinrich Lemacher. 4. In der Pontisikalmesse Sr. Erzellenz Avost. Nuntius Cesare Orsenigo. Berlin; Festkantate über die 2. Deutsche Singmesse des„Diözesangesangbuches für Blaser. Schola und Volkschor, eingerichtet von Heinrich Lemacher. Köln o. Schluß: Volksgesang„Fest soll mein Tausbund immer steh'n— Glocken. 17.00—18.15 Uhr: Große onfentliche Schlußverammlung des Katholikentages 1932 in den Ausstellungshallen der Gruga. Essen. Mitwirkende: Essener Kirchenchöre(Leitung: Chordirektor Wernet). Stadtisches Orchester Essen. 1. Orchestersatz. 2. Anprache Sr. Erzellenz des Hochwürdigsten Herrn Avostol. Nuntius Cesare Orseniao. Berlin ###horgesang:„Auferstehung und Verherrlichung“. Schlußsatz aus dem Tongemälde„Christus Nex“ von Gustav Erlemann. ov. 54. 4. Schlußrede des österreichischen Justizministers Dr. Kurt von Schuschnigg. 5. Chorgesang:„Der Herr ist König". Psalm 92 fur gemischten Chor und Blasorchester von Gott fried Rüdingen. ov. 82. 6. Ansprache Sr. Eminenz oes Hochwürdigsten perrn Kardinals und Erzbischofs Karl Josef Schulle von Köln. 7. Gemeinschaftliches Lied:„Großer Gott. wir loben dich.“ Leitung der Uebertragungen hat Direktor Bernh Marschall. der Vorsitzende der Rundiunkarbeits gemeinschaft der deutschen Katboliken im Zentralbildungsausschuß. Das Deutsche Vaterunset Uraufführung von Gustav Kneip Am Donnerstaa, 1. September. veranstalter dc. Westdeutsche Rundsunk, anläßlich des Katholiken= tages in Essen im großen Saal des Gürzenich zu Köln die öffentliche Uraufführung des großen Chorwerkes „Das Deutsche Vaterunser“ von Gustan Kneip. das über den Sender Langenberg. den Deutschlandsender Königswusterhausen. die Sender des Südwestsunks. des Südsunks. der Mirag. des Ostmarken=Rundsunks. der Schlesischen Funkstunde und des Bauerischen Rundfunks. also über nahezu alle deutschen Sender. verbreitet wird. Dieses„Deutsche Vaterunser" für Soli. gemischten Chor. Knabenchor. großes Orchester und Orgel ist entstanden aus dem Erlebnis der surchtbaren Not unseres Volkes. der Arbeitslosigkeit und geistigen Verwitrung. als Ausschrei„ um höchnten Herrn allen Geschickes. Es hat die Form einer dramatischen Kantate. die in sieben Teilen auf=— gebaut ist. Der Komvonist Gustav Kneiv ist vor allem den deutschen Rundfunkhörern durch zahlreiche Hörspielmusiken und erfolgreiche Versuche, der Volksmusik im Rundsunk Raum zu schaffen. bekannt geworden. Die Anfänge seines Schaifens waren der Overnbühne gewidmet. Schon 1927 brachte Krefeld die Oper„Heliodor" des damals Zweiundzwanzigjährigen heraus, die einen tragischen Stoff aus der italienischen Renaissance. die Pest in Florenz. behandelt. Auch in Baden=Baden ist Gustav Kneiv im Rahmen eines Musikfestes als Opernkomvonist erfolgreich bervorgetreten, später im Rundsunk mit der Märchenover„Christkinds Erdenreise". die auf viele deutschen Sender übertragen wurde. „ Kneivs„Deutsches Vaterunser“ ist ein Werk der Sammlung für den Komvonisten und für die Zeit. in der und für die es geschaffen wurde. Der erste Plan geht bis ins Jahr 1927 zurück. Die damals entstandenen Teile blieben Fragment. dis im Mai 1931 sich das Werk deutlicher zeigte und es im Juli dieses Jahres in der Partitur vollendet wurde. Die sieben Teile der Kantate entsprechen den sieben Bitten des Vaterunsers. das hier zum ersten Male eine Vertonung in dieser großangelegten orm erfährt. Aus dem Vorspiel. das ganz dem schmerzlichen Bilde unserer Zeit hingegeben ist, bebt sich der Anruf Gottes„Vater unser" bis zum gewaltigen, zum Himmel schreienden Ruf des Chors„der du bist im Himmel". Der zweite Teil„geheiligt werde dein Name“ ist ein Adagio. das durch einen Kanon der beiden Solostimmen unterbrochen wird. Der dritten Bitte„zukomme uns dein Reich“ liegt ein Fugenthema zugrunde, das teilweise auch im vierten Teil„dein Wille geschehe"“ verarbeitet wird. Mit drei gewaltigen Schlägen des Schicksals schließt der erste Hauptteil. Die fünfte Bitte„unser tägliches Brot" beginnt in verzweiseltem. lanziamem. trauermarschähnlichem Zweivierteltakt, der sich dann zur Forderung steigert, die gleichsam der Mittelpunkt des ganzen Werkes ist. Der sechste Teil ist durch einen Choral der Bläser ausgezeichnet, der siebte endlich und führe uns nicht in Versuchung" läßt die Tiefen der Hölle Klang werden. bis der Schlußhymnus. der alle Motive des Werkes vereint, sich zum gewaltigen„Amen“ steigert. An der Uraufführung beteiligt sind Adelheid Armbold(Soyran) und Fred Drissen(Bak=Bariton) als Gesangsiolisten, das verstarkte Orchester des Westdeutschen Rundsunks und Hans Hilaers(Orgel). ein Massencor, gebildet aus dem Kammer=. Konzertund verstärkten Knachenchor des Westdeutschen Rundsunks. dem Chor der Basilika St. Gereon in Köln. dem St.= Dominikus=Char und dem Kölner Accanvella=Männer= chor. Die Gesamtleitung hat Dr. Wilhelm Buschlötter. * Gewerbe= Industrie Geringe Belebung in der westfälischen Metallindustrie Der Beschäftigungsgrad ist unterschiedlich In der rheinisch=westfälischen weiterverarbeitenden Metallindustrie sind einzelne Anzeichen einer Belebung in der ersten Hälfte dieses Monats zu verzeichnen. Zwar fanden in der Großindustrie einzelner westlicher Bezirke weiterhin lausend Entlassungen statt, und die überwiegend auf Ausfuhr angewiesenen Bezirke der Metallwarenherstellung und Kleineisenindustrie hatten weiterhin unter den internationalen Handelserschwerungen zu leiden. Doch konnte die Maschinenindustrie in verschiedenen westdeutschen Bezirken Arbeitskräfte für neue Aufträge einstellen. Auch die Funkindustrie war aufnahmefähig. Der geringe, meist kurzfristig abzuwickelnde Auftragsbestand der westfälischen Werke bedingt weiterhin eine außerordentlich starke Fluktuation, die jegliches Disponieren, auch in Fragen der Arbeitszeitverkürzung. außerordentlich erschwert. Vorübergehende Belebungs erscheinungen sind fast immer saisonbedingt. Im Arnsberger Bezirk ist die Beleuchtungskörperindustrie durch Vorarbeiten für die Hauptsaison leicht belebt. Einigen Werken ist es infolge von Russenaufträgen gelungen, die Beschäftigung auf mehrere Monate sicherzustellen. Im übrigen leiden gerade die exportierenden Industriezweige des märkischen Kleineisen= und Metallwarenbezirks außerordentlich unter der Devisenbeschränkung und den allgemeinen Störungen der Außenhandelsbeziehungen Das Nachlassen der Massenkaufkraft macht sich verstärkt zn den Industrien bemerkbar, die unmittelbar für den Massenkonsum arbeiten. In der Ahlener Emailleindustrie ist eines der größten Werke, das bisher noch voll gearbeitet hat, wegen starken Absatzrückganges der besseren Ware zu umsassenden Einschränkungen gezwungen. Die an sich notwendigen Entlassungen können zum Teil durch Einführung des Krümpersystems vermieden werden. In der Großindustrie des Essener Bezirks werden lausend Entlassungen, auch von Lehrlingen nach Beendigung der Lehrzeit, beobachtet. Besserungserscheinungen haben sich auch in der Dampfkesselindustrie des Bezirks durchgesetzt. In der Maschinenindustrie des Düsseldorfer Bezirks ist der Beschäftigungsgrad durchaus unterschiedlich. Dort steht die Beendigung der Russenaufträge bevor. Andererseits ermöglichen Neueingange von Aufträgen die Weiterbeschäftigung auf mehrere Monate hinaus. Die Krefelder Maschinenbauindu strie ist teilweise gut beschäftigt geblieben. Rückläufig war dagegen die Textilmaschinenindustrie. Die Kölner Kabelindustrie hat weitere Freisetzungen vorgenommen In der Solinger Stahlwarenindustrie ist die Zahl der Arbeitsuchenden seit einiger Zeit stabil geblieben. Mit einer einzigen Ausnahme arbeiten dort sämtliche Firmen verkürzt. In der Schloß= und Baubeschlagindustrie des Bezirkes Velbert ist die Zahl der Stilllegungsanzeigen stark zurückgegangen, ohne daß jedoch Besserungserscheinungen bemerkt wurden Vorläufiges Ergebnis der deutsch=belgischen Kohlenverhandlungen Entlastung der Reichsbank Besserung der Devisenlage. — Berlin, 25. Aug. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. August 1932 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 168.8 Mill. auf 3241,3 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 133.6 Mill. auf 2779,9 Mill. RM., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 20,8 Mill. auf 3.8 Mill. RM. und die Lombardbestände um 14,4 Mill. auf 92,5 Mill. RM. abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 133,9 Mill. RM. in die Kassen der Reichsbank zuruggeflossen. und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 126.2 Mill. auf 3616.9 Mill. RM., derjenige an Rentenbankscheinen um 7,7 Mill. auf 392.4 Mill. RM. verringert. Dement sprechend haben sich die Bestände der Reichsbanknoten an Rentenbankscheinen auf 34.7 Mill. RM. erhoht. Die fremden Gelder zeigen mit 353.0 Mill. RM. eine Zunahme um 14.5 Mill. RM. Die Bestände an Gold= und decungsfähigen Devisen haben sich um 12.0 Mill. auf 911.7 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 5.0 Mill. auf 768.1 Mill. RM. und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 7,0 Mill. auf 143,6 Mill. RM zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 23. August 25.2 Prozent gegen 24 Prozent am Ende der Vorwoche. Konvertierung auch in Frankreich? Will Frankreich dem englischen Beispiel folgen? Paris, 25. Aug. In der Morgenpresse finden sich allerlei Mutmaßungen über eine Besprechung, die gestern zwischen Finanzminister und Budgetminister stattfand und zu der auch leitende Persönlichkeiten der beiden Ministerien hinzugezogen waren.„Excelsior“ will aus der Tatsache dieser Besprechung kombinieren können, daß der Erfolg der englischen Konvertierungstransaktion die französische Regierung veranlaßt habe, eine ähnliche Operation zur Entlastung des französischen Schatzamtes in die Wege zu leiten, und meint, die Finanzbesprechung habe die em Zweck gegolten. Brussei, 25. Aug. Das vorläufige Ergebnts der seutsch=belgischen Kohlenverhandlungen enthält die zwi schen den Regierungsdelegationen festgesetzte neue Kontingentsziffer, die ein Kompromiß auf der mittleren Linie darstellt. Belgien hatte eine Herabsetzung des Kontingents deutscher Kohleneinfuhr von 56 Prozent der Normaleinfuhr auf 28 Prozent gefordert. Der neue Prozentsatz wird von den Delegationen nicht bekanntgegeben, doch verlautet in wohlunterrichteten Kreisen, daß man sich auf 45 Prozent geeinigt habe. Im bisherigen Kontingentsabkommen war eine zusätzliche Kohlenmenge freigegeben, wenn 70 Prozent der deutschen Kohle unter Benutzung belgischer Schiffe transpoktiert werden. Dieses zusätzliche Kontingent soll. wie verlautet, von 17 auf 19 Prozent erhoht worden ein Von deutscher Seite werden Kompensationen für das Entgegenkommen geferdert, das man Belaien angesichtder besonderen Schwierigkeiten, in denen sich seine Kohlenproduktion wegen des Streiks befindet, zu gewähren bereit war. Zur Gewährung solcher Kompensationen ist Belgien auch durch den Text des bisherigen Kontingenlierungsabkommens verpflichtet. Die belgische Delegation zeigte in dieser Frage Entgegenkommen, doch einigte man sich. diese Grundfrage, die eine in Einzelheiten gehende Regelung und neue Verhandlungen erfordert. vom heutigen Abkommen loszulosen. In der Annahme, daß eine Einigung über die Kompensationen zustandekommen wird, tritt das neue Abtommen um 1. Oktober in Kraft, andernfalls wurde das bisherige weiterlaufen. Die Kompensationen liegen auf dem Gebiet der belgischen Aufträge an andere deutsche Industriezweige. lußerdem könne Deutschland, wie ein Antwerpenter Blatt jeststellt, eine Loderung der im deutsch=belgischen Handelsabkammen festgesetzten deutschen Hochstzollsatze anstrehen. Berliner Börse Uneinheitlich! Die Berliner Borse eroffnete in überwiegend schwacherer Haltung, wenn auch der günstige Reichsbankausweis sowie die Hoffnungen auf eine deutsche Diskontsenkung einige Anregung gaben. Es zeigte sich aber bald, daß die Zurückhaltung sehr stark war. Im übrigen war die Haltung zu Beginn uneinheitlich, was wohl in erster Linie auf die Parlamentseröffnung zurückzuführen sein dürfte. Der Montanmarkt hatte geringes Geschäft Welsendera und Phoniz waren# Prozent schwacher Klockner dußte 1½ Prosent ern. Mannesmann war erwa 1 Prozent gedessert und Rheinstahl# Prozent Rheinische Braunkohle düßten 1 Prozent ein. Die Kaliwerte waren ebenfalls leicht rückgängig. Die Elektrowerte waren durchweg schwächer. Aku gaben 25 Proz nach. Rheinische Elektrizität 1 Prozent. Lieferungen 1 Prozent. Schuckert und Siemens weren gut behaupte. Die Kunstseidenwerte hatten wiederum bessere Nachfrage. Bemberg und Alu zogen je 2 Prozent an. Auch Stoehr war 1°. Prozent fester. Von Brauereiwerten war Schultheiß 1,5 Prozent hoher. Auch Warenhausaktien lagen fester. von Bankaktien waren Reichsbankanteile nach schwächerem Beginn leicht erholt. Im Verlauf blieb das Geschaft unsicher. Lediglich einige bevorzugte Papiere blieben fest. Im übrigen überwogen die Abschwächungen. So verloren die meisten Elektrowerte. Gelsenberg war leicht erholt. Die Börse schloß still und neigte ein wenig zur Schwäche. Der Rentenmarkt lag ebenfalls uneinheitlich. Altbesitz war etwas fester und Neubesitz kaum verändert. Die Auslandsrenten waren still. Die Stadtanleihen lagen vereinzelt schwächer. Goldpfandbriefe und Industriean= leihen abgeschwächt. Am Geldmarkt war heute Tagesgeld reichlich zu 52 Prozent zu haben. Privatdiskont notierte 4½ Prozent. Essener Börse Zurückhaltend! Die Essener Börse wies genau so wie gestern eine große Zuruckhaltung auf. Am Terminmarkt herrschte kleines Geschäft, wobei die Kurse leichte Einbußen zu verzeichnen hatten. Der Kurenmarkt hatte eine stille Tendenz aufzuweisen. Der Umsatz war geringfügig. Von Konlenkuren konnte Ewald um 75 RM. anziehen. Die übrigen Werte lagen unverändert. Von Kalikuxen gewann Beienrode etwas bei einigem Geschäft. Auch Burbachkure waren leicht erhöht, während Burbachaktien etwas rückgängig waren. Die Börse schlos still. Warenmärkte Hamburger Warenmärkte. Hamburg, 25. Aug. Am Kafseemarkt war das Platz= und Inlandsgeschäft ziemlich rege. Die billigeren Sorten lagen eher etwas fester.— Der Reismarkt hatte ruhiges Abzugsgeschäft.— Der Gewurzmark! lag vollkommend unverändert.— Am Markt für Hülsenfruchte war die Markt= und Preislage unverandert.— Der Schmalzmarkt hatte eine feste Tendenz. Es notierten: Amerikanisches Steam Lard 16.25 amerikanisches raffiniertes Schmalz 18—18,50, Hamburger Schmalz 20,25 Dollar für die 100 Klgr. Dortmund, 25. Aug. Es notierten: Westfälischer Weizen 21.25—21,50, westfälischer Noggen 16.50, neue Wintergerste 62 63 Klgr. 17,50, ausländische Gerste 19.50 bis 20, Mais, Daplata 18.25—19,50, Cinquantino=Mais 19,50, 70proz. Roggenmehl 25—25,25, ostdeutsches Roggenmehl 24.25—24,75, Weizentlete 10—10.50, Roggenkleie 8.25—8.75, Trockenschnitzel 10.25—10.30, Zuckerschninel 11.25—11,50 RM. für die 100 Klg. Waggon frei Dortmund in Ladungen von 15000 Klgr.. Bei Mehl zu Mühlenkonventionsbedingungen. Tendenz; ruhig )( Hamburg, 25. Aug. Es notierten: Weizen 21.40 bie 21.30, Roggen 16.20—16.30, Wintergerste 16.50—16.60 Sommergerste 16,80—17,80. Donaugerste, unverzollt 7.40 14.30, Weizenmehl, Auszug hiesiger Mühlen 38.25, desgl, Bäckermehl hiesicher Mühlen 3275 desgl inländisches Auszugsmehl 33—36, desgl. inlandisch 70proz 27—30. Roggenmehl, hiesiger Mühlen 24.75—26.25 desgl. grob hiesiger Mühlen 19.75—20.75, desgl. 65 70kühlen 22.75—24,75, desgl. grob inländischer Mühlen 17.75—18.75 RM. für die 100 Klat. Tendenz: ruhig. Hoover läßt nicht mit sich markten Der Geschäftsmann hinter der Maske des Cowboys Er scheut die Unbeliebtheit nicht Dem Prasidenten Herbert poover müssen auch seine Gegner diese Anerkennung zollen: er scheut die Unbeliebtheit nicht. Wenn Talleyrand einmal gesagt haben soll, ein Staatsmann vermoge alles, wenn er die Kraft habe, vierzehn Tage unpopulär zu sein, so hat Hoover dieses Maß weit übertroffen und man muß daraus auf eine gigantische Leistungsfähigkeit schließen. In der Tat imponiert auch seinen Gegnern die Entschlossenheit, mit der er sich von neuem zur Wahl stellt, nachdem in den letzten Wochen das schonungslose Vorgehen de### Weißen Hauses gegen die Veteranen sehr viel Unzufriedenheit erregt hatte. Hoover kennt keine Gentimentalitäten. Er ist durch und durch Sachlichkeit, unumwunden wie ein Hinterwäldler in seiner Sprache. Seine Bekannten nennen ihn gern den Cowboy und Mr. Brand Whitlock, amerikanischer Gesandter in Brüssel zur Weltkriegszeit, pflegte mit diesem Ausdruck die eigenartigen Umgangsformen zu entschuldigen, mit denen sein Freund Hoover, Organisator und Leiter der Commission sor relief in Belgium das diplomatische Korps zuweilen in Bestürzung versetzte. Die Programmrede, mit der Hoover bekanntlich am 11. August den Vertretern seiner Partei, der republikanischen, seinen Entschluß mitgeteilt hat, für die Präidentschaftswahl zu kandidieren, ist in der Form stram mund streng. Wenn sie von der Presse zunächst vielfach mit der Schlagzeile„Hoover zu Konzessionen bereit" verlautbart worden ist, so hat dabei wohl der Punsch Pate gestanden, der Welt in diesen trüben Zeiten einmal etwas Angenehmes zu melden. Gieht man sich die Rede näher an, so findet man, daß von„Konzessionen“ nur in dem Sinne die Rede ist, daß„Konzession geen Konzession" angeboten wird, die berühmte Politik es„do ut des“, bei der nichts verschenkt wird. Zunächst lehnt Hoover jeden Gedanken der Streichung der Rriegsschulden ab und ermahnt die europäischen Schuldnerländer. sie sollten durch Rüstungsersparnisse sich die nötigen Gelder zur Bezahlung ihrer Schulden beschaffen. Ueber eine Revision der Schulden könne man vielleicht einmal sprechen. venn die Schuldner„wirtschaftliche Kompensatioden“ gewährt hätten. Diese wirtschaftlichen Kompenationen hätten natürlich darin zu bestehen, daß die Schuldnerländer den Vereinigten Staaten recht viel abkauften, also ihre Zölle ermäßigten, wobei aber keine Zusicherungen dafür gegeben werden, daß auch Amerika seine Zölle herabsetzt und entsprechend viel von den nichtamerikanischen Ländern kauft. Endlich fügt Hoover hinzu, daß auch im Falle der Herabsetzung der Kriegsschulden der Bevölkerung der Vereinigten Staaten keine Last aufgebürdet werden dürfe. Man mag sagen: Hoover kann in einem Wahlprogramm nicht anders sprechen; wenn er die Stimmen der amerikanischen Wahler haben will, darf er ihnen nicht irgendwelche Belastungen infolge internationaler Schuldenneuordnung in Auesicht stellen. Sehr wohl, aber dann verliert auch der Konzessionsgedanke sehr an Wert und die Welt hat noch lange keinen Grund, Hoover als Wohltäter zu brgüßen, wie sie es im großten Maßstabe bei Gelegenheit des Morateriums getan. Kommt man nicht mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß das Moratorium durch die Weltwirtschaftskrisis einfach erzwungen worden ist und daß Hoover dabei eine mehr wortliche als tätige Hilfe geleistet hat? Eine für die weinbauenden und bierbrauenden Länder erfteuliche Sache scheinen die von Hoover angekündigten Resormen in der Prohibition zu sein. Es ist aber nicht klar, wie man sich die Ueberlassung der gesetzlichen Ordnung dieser Frage an die Einzelstaaten zu denken hat. Wie wird sich eine solche Alkoholanatomie mit der wirtschaftlichen Einheit der Vereinigten Staaten vereinbaren? Werden die Staaten, die den Alkohol verabscheuen, Grenzwachen unterhalten? Im allgemeinen dürfte der herrschende Prohibitionskuddelmuddel durch die Einzelregelung noch ärger werden, was freilich mit der Zeit zur einzig vernünftigen und des Ausschanks unter der Obheit einer die bösesten Mißbräuche verhütenden polizeilichen Ueberwachung und mit einer vernünftigen und gerade durch mäßige Sätze einträglichen Besteuerung. Dabei kämen auch die Einfuhrländer am besten auf ihre Rechnung. Hoovers Programm wird natürlich mit besonderem Interesse in Ottawa gehört worden sein. An der kanadischen Grenze hat die amerikanische Forderung„reduzierte Zölle gegen Revision der Kriegsschulden“ eine besondere Bedeutung. Mit der britischen Reichszolleinheit. die jetzt in Ottawa gebaut werden soll, wird sich das Hooverprogramm schwer in Einklang bringen lassen. Dazu ist es eben doch zu sehr Wahlprogramm, während ein großes Staatsprogramm not täte! Heute im Flughafen Dortmund Der Europa=Rundflug 7 Poß mit 413 Punkten bisher Erster Die Wettbewerbsleitung des Eurovarundfluges verentlicht einen Ueberblick über die bisberige Wertung des Streckenfluges. Selbstverständlich kann bei Ueberwindung der noch ausstehenden 2400 Kilometer von Paris aus noch manche Aenderung eintreten. Auf der Liste. die die Wettbewerbsleitung am Donnerstag bekannt gab. steht an erster Stelle Reinhold Potz mit 413 Punkten. An zweiter Stelle steht der Pole Zwirko. der in der technischen Wertung noch 11 Punkte vor Poß marschierte, mit 411 Punkten. Es folg: Hirtb mit 410 und der Schweizer Fres mit 408 Punkten. Der Deutsche Cuno erreichte 403 Punkte. Dann folgen Stein mit 401. Morzik mit 398 und Seidemann mit 394 Punkten. Seidemann konnte trotz seines Rekordfluges nicht weiter vorrücken, da die Durchschnittsgeschwindigkeit nur bis 200 Stundenkilometer bewertet wird. An neunter Stelle steht der Pole Bajan mit ebenfalls 394 Punkten. Der Deutsche Lusser kolgt mit 390 Punkten, dann wieder ein Pole. Karvinski, mit 364 Punkten, und schließlich Freiherr von Massenbach mit 365 Punkten. Der Streckenflug geht am Freitag von Paris aus um 6 Uhr weiter. Im Wettbewerd befinden sich noch 25 Teilnehmer. Es ist möglich, daß die bisher schnellsten Deutschen bereits am Freitagabend Berlin=Staaken erreichen, nachdem sie vorder in Dortmund gelandet sind. Empfang in der Pariser Botschaft *# Paris. 25. Aug. Am Donnerstagnachmittag fand in der deutschen Botschaft auf Einladung des Botschafters von Hoesch ein Empfang zu Ehren der deutschen Teilnehmer am Eurovarundflug statt. Die deutschen Flieger waren in bester Stimmung und seben dem am Freitagfrüh beginnenden dritten Flugabschnitt mit Zuversicht entgegen. Italienischer Untersuchungsausschuß Mailand. 25. Aug. Der italienische Luftfahrtminister Lalbo hat den General Tacchini, den Kommandanten der Lustzone Mailand. beauftragt, gemeinlam mit einem Ausschuß technisch ausgebildeter Offiziere erreicht. unverzüglich die Ursachen der beiden Unglücksfälle der italienischen Flieger beim Europarundflug zu untersuchen, um die Verantwortlichkeit der Baufirma festzustellen. In hiesigen Flugfachkreisen verlautet, daß vermutlich nicht ein Flügelbruch die erste Ursache der Unfälle gewesen ist. sondern daß vielmehr sich die Verspannung gelöst haben soll, wodurch dann erst die Lockerung und der schließliche Bruch des Flügels herbeigeführt worden sei. Zu dieser Annahme glaubt man umsomehr berechtigt zu sein. als sich schon bei den Probeflügen dieses Flugzeugiyps ein tödlicher Absturz ereignet hat, den man auf die Lockerung der Flügelverspannung zurückführen zu müssen glaubt. Kein Spion- aber ein Schieber! Auf einem westfälischen Flugplatz notlandete am letzten Sonntag ein französischer Flieger. Wegen Spionageverdachts wurde er vorübergebend festgehalten. Er gab damals an, von Berlin zu kommen, wo er von der Teilnahme am Europa=Rundflug ausgeschlossen worden sei. Auf dem Heimfluge habe er sich verirrt. Diese Angaben erfahren nachträglich eine Bestätigung. da bekannt wird, daß der französische Flieger Massot wegen einer unfairen Schiebung— er hatte durch einen Bleigürtel sein Gewicht erhöht— aus dem Wettbewerb des Eurova=Rundflugs ausscheiden und für 3 Jahre disqualifiziert werden mußte. 2 Ozeanflugzeuge unterwegs Neunork, 25. Aug. Die beiden amerikanische Ozeanflieger Lee und Bochkon sind heute um 11,06 Uhr(ME3) von Horbour Grace zu ihrem Transozeauflug, der sie nach Oslo führen soll, gestartet. Die„fliegende Familie“ r. Neuyork, 25. Aug. Die„fliegende Familie“, das Ehepaar Hutchinson mit seinen beiden Töchtern, hat um 1.45 Uhr(ME3) Port Menier auf der AnticostiInsel, den Ausgangort für den Etappenflug nach London. Schiebung mit Farben=Aktien Ludwigshasen, 25. Aug. Wie von der Justizpressestelle Frankenthal mitgeteilt wird, ist der frühere Direktor der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft, Alexander Glaß, der in Straßburg wohnt, in Kehl verhaftet worden, ferner der Kaufmann und Versicherungsvertreter Richard Weil in Ludwigshasen. Die Verhaftungen sind wegen Devisenschiebungen erfolgt. Es wurden IG=Farbenaktien von Straßburg nach Ludwigshafen gebracht, dort verkauft und der Erlös wieder nach Straßdurg geschafft. Ueber die Höhe des verschodenen Betrages sind die Erhebungen noch im Gange. Der Tod Watkins S Augmagsalik(Grönland), 25. Aua. Ueber den verichen Tod des englischen Polarsorschers Watkine teilt das Ritzau=Büro mit: Der englische Polarforscher Watkins beaab sich am 20. August in einem Kajal allein auf Seehundjagd. Das Motorboot der Expedition nahm an diesem Tage Kartenaufnahmen vor. um Nachmittag sand das Motorboot der Expedition den Kajak Watkins mit Wasser gefüllt an der Küste treibend. In der Nähe des treibenden Kajak sand man die Hose des Forschers auf einer Eisscholle. Die Expedition nahm sofort zusammen mit Grönländern eine genaue Untersuchung vor, die bis Mitternacht und den ganzen nächsten Tag andauerte, doch verlief die Suche nach Watkins bisher erfolglos. Pferdesport Erdbeben auf den Philippinen P. Neunork, 25. Aug. 1932. Nach Meldungen aus Manila wurde die nördliche Shlippineninsel Luzon von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Besonders stark wurde die an der Westküste gelegene Hasenstadt San Jernando betroffen. Hunderte von Häusern sind eingestürzt. Tausende von Einwohnern irren obdachlos umher. Die Erdstöße waren so stark, daß der Erdbebenmesser versagle. Einzelheiten stehen noch aus. Luxemburg erhält alte Urkunden zurück * Luxemburg, 25. Aug. Der luxemburgischen Oeffentlichteit wurde dieser Tage eine angenehme Ueberraschung zuteil. Der hiesige deutsche Gesandte Exzellenz Freiherr von Wuchendorf überreichte einem geladenen Kreise, an dessen Spitze die luxemburgischen Regierungsvertreter mit Staatsminister Exzellenz Bech, alte luxemburgische Urkunden. die 1816 durch Verkauf nach Weimar gekommen waren. Es handelt sich um 98 Dokumente, von teils größtem geschichtlichen Wert— so z. B. die Echternacher Pipinurkunde vom 20. Juli 762, das älteste erhaltene Schriftstück, das auf luxemburgischer Erde verfaßt wuroe— zu deren Rücktauf die luxemburgische Regierung schon Schritte unternommen hatte, sodaß die luxemburgische Oesientlichkeit nunmehr die Schenkung um so tiefer zu würdigen weiß. Die gesamte Tagespresse befaßt sich eingehend mit diesem großzügigen Beweis deutscher Sympathien, der umso eindrucksvoller ist, als die Schenkung letzten Endes der Intervention des Reichspräsi denten von Hindenburg zu verdanken ist. 6A.„konkurriert“ mit der Reichswehr □ Halle, 25. Aug. Zum Einzug einer Batterie des Artillerieregiments Nr. 4 in Halle hatten sich neben Zehntausenden von Zuschauern viele uniformierte Nationalsozialisten eingefunden, die wiederholt versuchten, geschlossene Züge vor der Truppe zu bilden. Als die Polizei einschritt, kam es zwischen ihr und den Naitonalsozialisten zu Zusammenstößen. Am Steintor wurden die Beamten mit Nieder=Rufen empfangen und tätlich angegriffen, sodaß sie vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußten. Starke Polizeikräfte drängten die Menge in die Seitenstraßen ab. Eine größere Anzahl Personen wurde festgenommen. Den Vater niedergeschossen Dresden, 25. Aug. In Waldenburg=Altstadt bei Remse ereignete sich am Donnerstagmorgen eine schwere Bluttat. Der 40 Jahre alte Kaufmann Adolf Klauß erschoß seinen 70 Jahre alten Vater. Der Tat sollen sami liäte Streitigkeiten vorausgegangen sein. Der Täter behauptet. in Notwehr gehandelt zu haben. Er stellte sich selbst der Polizei. Außerdem wurde die Einwohnerschaft des Ortes durch einen anderen Todesfall in Aufregung versetzt Rockesellers Tochter in Not Es klingt fast wie ein Märchen, und soll doch bittere Wahrheit sein, daß die Not auch vor einer Dollarprinzessin nicht halt macht. Die Tochter Rockesellers, Edith Rockefeller MeCormick, deren mit unerhörter Pracht eingerichtetes Schloß in Lokshire den Neid aller erregte, die sie kannten, da es eines der schönsten Schlösser der Vereinigten Staaten ist und vor allem die herrlichsten Parkanlagen hat, die man sich vorstellen kann, dieselbe Edith Rockefeller, die in ihrer Besitzung rauschende Feste veranstaltete, die Riesenvermögen verschlangen, ist von der Wirtschaftskrise nicht unberührt geblieben. Es zeigte sich vor kurzem, daß sie ihren ungeheuren Verbindlichkeiten nicht nachkommen konnte. und um die drängendsten Glaubiger zu befriedigen, sah sie sich genötigt. Papiere im Werte von zwanzig Millionen Dollars zu verkaufen, natürlich mit geradezu unsinnigen Kursverlusten, eine große Hypothek auf ihr Besitztum aufzunehmen und ihre Garagen und Autos zu vermieten. Von ihrem Personal mußte sie einen nach dem andern entlassen, und als sie auch die letzte Zose verabschiedete, verließ die Dollarprinzessin selber ihr verödetes Schloß und mietete sich ein bescheidenes Zimmer in einem Hotel, wo sie sehr zurückgezogen lebte. Aber auf die Dauer war es ihr unmöglich, auch nur dieses Zimmer zu halten, da sie ja ständig im Hotel essen mußte! Sie wählte aber die billigste Existenz, die es gibt, sie mietete sich ein einfaches, möbliertes Zimmer und bereitet sich ihre Mahlzeiten selber. Es ist das Märchen vom umgekehrten Ende. Es war einmal eine Dollarprinzessin, die lebte von Spiegeleiern und Margarine. Und die Sachen. in denen sie wohnte, gehörten nicht ihr. und wenn der Monatserste kam. wußte sie nicht, wovon sie die geringe Miete zahlen sollte. Aber nun kommt das Merkwürdige. Jede Hilfe, die ihr von Freunden angeboten wurde. lehnt sie ab. Sie will sich selber helfen. Es ist ihre Absicht, sich für einen Beruf auszubilden, um imstande zu sein, auf eigenen Füßen zu stehen, und wenn jemand sie fragt, ob sie über die Veränderung der Dinge sehr unglücklich sei. so lächelt sie und erwidert, sie hätte sich in ihrem Luxusschloß und in dem Leben der Vergnügungen und der Pracht nie so glücklich gefühlt, wie jetzt in diesem höchst bescheidenen Zustande. Bausteine aus— Zucker Das Märchen vom Haus der Knusperhexe scheint wahr werden zu sollen. In Amerika hat ein Gelehrter in langjährigen Versuchen herausgefunden, daß ein Zusatz von etwa fünf bis seche Prozent Zucker zum Kalk des Mörtels dessen Belastungsfähigkeit bis zu sechzig Prozent erhöht. Da es nun augenblicklich viel mehr Zucker in der Welt gibt, als die Menschheit braucht, und da demgemäß die Zuckerpreise sehr niedrig sind, besonders in Amerika. wird wohl das Zuckerhaus schon in der allernächsten Zeit gebaut werden. und auch bei uns erschließen sich der Bautätigkeit neue Möglichkeiten. Der Kalkmörtel, der bisher in bezug auf Standhaftigkeit hinter dem Zement weit zurückdlieb, wird, wie die Sachverständigen glauben, wieder mehr zu Ehren kommen. Der Erfinder des Zuckerzusates— Cor heißt der Mann— legte einer Versammlung von Fachleuten Bausteine aus Zuckermörtel vor. die sehr erhebliche Belastungsproben bestanden haben. Es wird also in absehbarer Zukunft so sei: wenn gerade im Haushalt der Zucker ausgegangen ist, kratzt man ein wenig Mörtel von der Wand in die Kaffeetasse. und alles ist in Ordnung. Aber man wird sich hüten müssen. die Häuser gar zu süß zu bauen, damit sie nicht von den lieben Kindern aufgeleckt werden.„Knusper, Anusper knäuschen— wer leckt an meinem Häuschen?“ Nennen zu Grunewald. 1. Grunewald=Hürdenrennen: 1. G. Rucklicks Wota(Wolf). 2. Masennacht. 3. Markolf. Sieg 15:10 2. Preis von Schildhorn: 1. E. S. Furstenberge Ram. es(Wolf), 2. Esparsette. 3. Suhle. Sieg 38. Platz 17 17:10. Ferner: Rote Nelke. Nebelhere. Illha 3. Preis von Wannsee: 1. Frhr. E. v. OppenheimMussolini(Zehmisch). Progreß. 3. Gambrinus. Siee 18. Plavz 12. 21. 16:10. Ferner: Lampos Sohn. MetulluLeidenzweg. Habgier. Peiracava. Hagebutte. Mascotte. 4. Stadion=Jagdrennen: 1. C. v. Hammacher u. O. v. Mitzlaffs Carlo(Ostermann), 2. Sesam, 3. Priamos. Sieg 82. Platz 29. 91. 35:10. Ferner: Gala. Coblenz. Glückskind. Albis. 5. Preis vom Stössensee. 1. M. J. Oppenheimers Genio(M. Schmidt). 2. Ti. 3. Ostade. Sieg 28. Platz 16. 16110 Ferner: Pelagon. Priester. 6. Preis vom Schwielowsee: 1. Haupigest. GraditVertäter(R. Schmidt) 2. Hamlet. 3. Schwede. Siea 67. Plav 25. 14:10. Ferner: Rogau. Heureka. 7. Preis vom Bismarckturm: 1. Gest. Matzdorfs Silvius(O. Schmidt). 2. Fatime. 3. Loe, 4. Ledon. Sieg 41. Plav 16. 33. 32. 23:10. Ferner: Dvorne. Henriette Amönenwarte. Polaschin. Morgenwind. Creolin. Wratislawa. Lysander. Wunderblume. Rennen zu Deauville. I. Rennen: 1. Kouyrou(Dusorez). 2. Bridon, 8 ueens Secret. Sieg 49. Platz 23. 30:10. Ferner: Sitstar. Ta #eus Bride. inn Songuer. Tacuta. 2. Rennen: 1. Vendange(Bouillon). 2. Nell3. L'Hyberdole. Sieg 24. Platz 14. 24:10. Fern.: 3. Rennen: 1. Bievres(Dupuit). 2. Goodlo. 3 Vourqoui Pas 2. Sieg 98 Platz 35. 29:10. Ferner: Farnus. Echec ei Mat. Agnello. 4. Rennen: 1. Faria(Sibbritt). 2. Brimkul. 3. Seintillante 2. Sieg 46. Platz 31. 40:10. Ferner: Vin Monen. Le fin Landais. Gugusse. La Circe. 5. Rennen: 1. totes Rennen zwischen Prior(Rochetti) und Semblefique(Dupuit). 3. Seguridad. Sieg 69 u. 51. Platz 49. 36. 28:19. Ferner: Dilov. Titus. Scollia. Mlle de Valois. Zirconium. Poseur. Kampong. Perle Ja naise. Aion. Le Fortium. Pdyssee. Little Patzy. Ral Abol alod. Wetterkarte und Wetterbericht —Sa5 ERKLARUNG. Ovolkenlos, Oheite, Ohalbbedeckl 0 wolkig, O bedeckt, s Rege„X Schnee se hmst, * Nebel,& Gewitter ∆ Graupeln A Hogel, O Stille oeleicht“o mässig“ oestorl.“o; stürmisch. Die Linien. Osobaren vertingen die Orte mit gleichem Luftdruch Es bedentet 5S- SWstork wolkig. Regen, 2° Cel#### 1 Im Bereiche des neuen, großen europäischen Hochdruckgebiets, dessen Kern noch immer über der Nordsee liegt, hält das heitere Wetter bei angenehm kühlen Temperaturen an. Trotz starker Sonnenstrahlung konnte das Thermometer gestern kaum über 20 Grad ansteigen, und während der Nacht sank es wieder unter 10 Grad.— Der Luftdruck fällt seit gestern über Frankreich. Ein über der Biscaya liegendes Tief wird aber bei der sehr schwachen Luftbewegung in der Höhe(über Mitteldeutschland herrscht zwischen 3000 und 5000 Meter sogar Windstille) nur langsam nordostwärts vordringen, und die Wetterlage bleibt beständig. Geringe Erwärmung in den oberen Luftschichten läßt auch am Boden allmählich weitere Temperaturzunahme erwarten. Vorhersage für Freitag: Bei manigen bis frischen östlichen Winden Fortdauer des sonnigen Wetters und langsam zunehmende Erwärmung. Rundfunk=Programm 6.15 7.00 7.05 Sprit=Weber schiebt Devisen Gerlin, 25. Aug. Der 38jahrige Kaufmann Her=svisenschiebungen begangen hat, deren Wert in gann Weder, der unter dem Namen Sprit Weder die Hunderttausende geht. Außer Sprit=Weber surch eine große Betrugsangelegenheit im Jahre 1924 wurden einige Holländer und Amerilaner verehr bekannt geworden ist, wurde am Mittwochabend haftet, die an den Schiebungen beteiligt sein sollen. Die surch Beamte der Berliner Zollfahndungsstelle festgenom= zuständigen Stellen lehnen es im Interesse der Unternen. Es besteht der dringende Verdacht, daß Sprit= suchung vorläufig ab. nähere Einzelheiten bekannt zu Ueber gemeinsam mit auslandischen Heifersheifern De geben 8.00 9.45 10.00 10.05 10,30 11.15 11.45 12,00 13.45 13,30 14.30 14.45 15.30 Freitag, den 28. Februar 1932. Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach: Atmungs= und Haltungsgymnastik. Wettervorhersage und Zeitangabe. Brunnenkonzert aus Bad König. Bad Königer Kurorchester. Leitung: Kapellmeister Weißgerber 1. Choral„Näher, mein Gott, zu dir“. 2. Ouver türe zur Operette„Banditenstreiche"(Suppe). 3. Donausagen, Walzer(Fucik). 4. Fantasie über Verdis Oper„Traviata“(Schreiner). 5. Ouvertüre zu einer Operette(Lincke). 6. a) Hochzeitszug in Liliput. Charakterstück(Translateur), 5) Zum Städle hinaus, Marsch(Meißner). Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Europa=Rundflug. Zwischenlandung. Sprecher: Rauher. Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Europa=Rundflug. Zwischenlandung. Sprecher: Rauher. Schallplattenbericht. Funkwerbung. Schallplattenkonzert. 1. Ouvertüre zur Oper„Der fliegende Holländer(Wagner). 2. Aufforderung zum Tanz(Weder). 3. Aus der Oper„Die Hochzeit des Figaro"(Mozart): a) Neue Freuden, neue Schmerzen, d) Komm näher, knie hin vor mir. 4. Ballettmusik aus der Oper„Undine" (Lortzing). 5. Marsch und Ballettmusik aus der Oper„Nobert, der Teufel“(Meyerbeer). 6. Aus der Oper„Tiefland"(d'Albert): a) Abschied von den Bergen, d) Wolfserzählung. 7. Salomes Tanz aus der Oper„Salome“(R. Strauß). 8. SolveigLied aus„Peer Gynt“(Grieg). 9. Einzugsmarsch aus der Oper„Die Königin von Saba“(Goldmark). Wetterbericht. Mittagsmeldungen, Zeitangabe und Kleinfluß=Meldedienst. Mittagskonmet: Leitung: Eysoldt. 1. Ouvertüre zur komischen Oper„Im Brunnen“(Blodeck). 2. Javanische Rhapsodie(Seelig). 3. Szenen aus der Oper„Der Freischut"(Weber). 4. Liebesfeier (Weingartnet). 5. Was Blumen traumen(Translateur). 6. Furiant aus dem Singsptel„Böhmische Musikanten“(Grun). Funkwerbung mit Schallplatten. Funkwerdung. Wirtschaftemeldungen und Zeitangabe. 15,50 Kinderstunde, Vorbereitungen für das 3. Kinderfest. 16.20 Jugendfunk. Der Schuhputzerkrieg im BatternPark in Neuyork. Hörspiel für die Jugend von Joh. Anton Eberhard. Spielleitung: Heil. Der Ansager— als Fremdenführer(Bruno Uepach). Bob, der Anführer der Schuhputzergarde(Richard Weimar). Bill. Timm. u. a. Jungens, von der Garde(Philipp Gehln. Erich Bender.***). Bobs Mutter(Else Psaff). Der Arzt(Kurt Ehrhardt). Der Unbekannte mit der Konzession(Otto Ernst Lundt). Polizist(Fritz Schöner). Der Wachtmeister auf Polizeirevier 999(Ludwig Barg). Stimmen aus dem Volke. Ort der Handlung: Neuyork, im Jahre 1931. 17,00 Beinerkonzert des Rundfunkorchesters. Leitung: Gustav Görlich; Solist: Andre Kreuchauff(Tenor). 1. Ouvertüre zu„Fierrabas“(Schubert). 2. Lieder mit Orchester(Schubert): a) Du bist die Ruh', b) Im Abendrot. 3. Aus der Musik zu einem Ritterballett(Beethoven): a) Marsch] b) Deutscher Gesang 1 c) Romanze d) Deutscher Tanz und Coda. 4. Bildnisarie aus der„Zauberflöte" (Mozart). 5. Fantasie aus der Oper„Die Perlenfischer"(Bizet). 6. Aus„Fausts Verdammnis“ (Berlioz): a) Sylphentanz. b) Arie des Faust: „Hab' Dank, dämmernder Abend“. 7. Vorspiel zum 3. Akt„Carmen“(Bizet). 8. Ouvertüre zur Oper „Die Nürnberger Puppe“(Adam). Frauenstunde. vonnn Behm: Bedeutende Frauen der Weltgeschichte(2). Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht. Die Welt auf der Schallplatte. Frank Warschauer: Neuer Besuch beim Schallplattenfreund. Arbeitodienst und Siedlung. Das Beispiel des gemeinnützigen Siedlungsverbandes Kempen. Dipl.= Landwirt Haefs—. Arbeitsamtsdirektor Tück— Dr. Stein. Erste Abendmeldungen und Kleinfluß=Meldedienst. Von der Flöte zur Pauke. Hans Ebert. Carl Loewe. Orchester und Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Zimmermann Solisten: pansen(Sopran). Guermanova(Alt). Ludwig Matern(Tenor). Wocke(Bariton) Strienz (Baß), Probst(Sprecher), Delseit(Klavier). Hilgers(Orgel). Verbindende Worte: Paul Heinr Gehln. Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben Sportbericht. 30 Tanzmusik aus dem Europa=Pavillon. Ravell Adalbert Lutter 18.20 18.45 19.00 19.20 19.55 20,00 20,30 22.03 #watr Den Freunden der Kunst Heinrich Windelschmidt's tellen wir mit, dat eine Serie vierfarbiger Postkarten erschienen ist. Ramon Novarro singt deutsch in Der Sänger von Sevilla Einer der schönsten Tonfilme, die wir unserem Publikum bisher zeigen konnten. Der heiße Atem und die Leidenschaftlichkeit des sonnigen Südens wehen uns an, man ist von der spannenden Handlung, die zugleich weinen und lachen macht, zutlefst ereriten. Ramon Novarro, der Liebling der Frauen, war nie so bezaubernd, wie in diesem Film, Ramon Novarro nicht nur ein großer Schauspieler, sondern auch einer der besten Opernsänger der Welt. Er singt in diesem Film eine Reihe der schönsten Lieder. Seine hertliche Stimme wird überall Begeisterung hervorrufen Ramon Novarro außerdem ein erstklassiger Tänzer. Man ist von der Vielseitigkeit dieses berühmten Künstlers überrascht. Die Serie enthält 4 Karten und zwar: Jesuskind, Weinleub, Weite Blumen. Knospende Rosen. Jede Karte kostef nur 15 Pig. Sk A Gssagenheit 20 Gelegen.nd ptles-zualle, Seid ger eintachen. L. auSgeg, Heine A zarter O%berzeug“. 10b In Auch die Kunstmappe von Heinrich Windelschmidt liegt vor. Preis nur Mk. 4.80. Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Bebelstraße 8, neben dem Postamt. 9 „Die fremde Mutter“ Ein Ciroßfilm, in dem zwei Charakteidarsteller von Weltruf Marie Dressler, Wallace Beerv ihr geniales Können unter Beweis stellen. Dieses Riesenwerk enthalt alles, ergreitende Tragik, unerhörte Sensationen und Komik und ist ein Hohelied der Mutterliebe. Diverse Einlagen. Kassenöftnung 4 Uhr. 1 Vorstellung 4 40 Uhr. 2. Vorstellung 8 Uhr. Wollen Sie Geld sparen, dann besichtigen Sie meine Lager in der 1. Etage Mantelstoffe, Kleiderstoffe, Seidenstoffe Wäschestoffe, Inletts. Strümpfe, Trikotagen PI. Gans, Herne Das Haus der kleinen Preise und guten Qualitäten VOLKS WOHL LOTTERIE für soziale u. kulturelle Zwecke Ziehung: 10. bis 15. September Doppellos 2.-RM Einzellos 1.-RM 45336 Gewinne und 2 Prämien im Gesamtwerte von 350000.— Mark. 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