rner Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches, Herne, Bebelstr. 8. neben der Hauptpost Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis wöchentlich 60 Pfa. frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Dortmund 190 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Or. Leo Reiners. für den Anzeigen= und Reklameteil: Carl Bartels, beide in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Jeber Abonnent nebst Ehefrau ist gemäß den Bedingungen mit Mk. 250.— versichert. wenn durch einen Antall der Tod oder Ganzinvalldität eintritt. Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Psa., auswärts 8 Pfa., Arbeitsund Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöhe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binsällig. Fernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52541 Telegramm-Adresse: Anzeiger Herne Im Tagesspiegel Hat Deutschland dadurch, daß es jetzt die Einberufung des Beratenden Sonderausschusses der B33. in Basel beantragt hat. die weitere Geltung des Doung= plans anerkannt? Sicher ist das nicht der Fall. Deutschland hat sich durch die Ingangsetzung des Doungplanmechanismus keineswegs die Hände gebunden. Auch der Beratende Sonderausschuß in Basel. der eigentlich nur über die aufschiebbaren Zahlungen des Doungplanes zu befinden hat. wird nicht umbin können. den Gesamtkompler der Revarationen und Schulden in seine Debatten einzubeziehen. Immer wieder muß betont werden. daß die Zukunft der Revarationen nicht in Basel entschieden wird. sondern aus der Regierungskonserens. die vermutlich noch vor Weihnachten einberufen wird. Dort wird sich endlich eine Möglichkeit ergeben. das Revarationsvroblem aufzugreisen und der endgültigen„Bereinigung“ näher zu führen. Um der Sache willen sollte gerade in diesem Augenblick, da sich mancherlei vorbereitet, der übliche Streit um Worte unterbleiben. Auch bei den größten Mächten verbreitet sich die Erkenntnis, daß die politischen Zahlungen im Rahmen des alten Systems nicht mehr ausgenommen werden können. Winternot und Hilfe Liebeswerk des Der Geist des Zueinanderstehens und Helfenwollens 7 Unter dem Gesetz der Schicksalsverbundenheit 7 Ein Appell an den Opfersinn Jeder soll helfen! Großer Theaterkrieg in Berlin. Der Staatsanwalt ist gegen einen Theaterdirektor eingeschritten, weil in seinem Hause Politik gemacht wird statt Theater. Es handelt sich um das von rechtsstehenden Kreisen begünstigte„Deutsche National=Theater“ am Schiffbauerdamm. Zuerst wurden einige Schauspieler rebellisch. Sie seien engagiert, um zu spielen. aber nicht, um im Schatten der Kulissen volitische Reden anzuhören. Diese Reden wurden von den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels und Hinkel gehalten und konnten. nach dem. was sonst von den Herren bekannt ist. nicht gerade zahm sein. Ob die Zuhörer mit dem unerwarteten politischen Genuß zufrieden waren. ist nicht bekannt geworden. Sehr unzufrieden war jedenfalls der Staatsanwalt. Er stellte fest, daß hier nicht mehr Theater gespielt, sondern eine volitische Versammlung abgehalten worden sei. Für das Abhalten nicht genehmigter politischer Versammlungen sind aber in den Notverordnungen häßliche Strafen vorgesehen. Ueberwacht der Staat die volitischen Versammlungen. so flüchtet sich die Agitation ins Theater.„Notverordnung n. icht aber erfinderisch.“ Aber der Staatsanwalt schläft freilich auch nicht und erkennt für derartige Erfindungen keinen Patentschutz an. Der unbeteiligte und deswegen bei solchen Gelegenheiten meist als Prügelknabe dienende Zeitgenosse aber erlaubt sich ganz leise den bescheidenen Wunsch, daß auf der Bühne wieder die Kunst heimisch werden möge statt der politischen Agitation. * Die Berliner Bank für Handel und Grundbesitz A.=G. hat überraschend ihre Zahlungen eingestellt. Nach oberflächlicher Prüsung des Falles hat sofort der Reichskommissar für das Bankgewerbe. Ernst. gegen den schuldigen Direktor Willv Seissert wegen dringenden Verdachts des Betrugs und der Bilanz sälschung Strafanzeige erstattet. Inzwischen sind vom Generalstaatsanwalt alle Geschäftsbücher der Bank beschlagnahmt worden. Gegen Direktor Seifiert ist bereits das Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Man wird es sväter auch auf den Vorsitzenden des Aussichtsrates. den Führer der wirtschaftsvarteilichen Landtagsfraktion Ladendorst. ausdehnen. Hierzu muß noch die Ge nehmigung des Landtags abgewartet werden. Nicht weniger als 36 000 Svarer werden von dem Bankkrach unmittelbar betrossen. Vom Reich aus sollen die schwersen Schäden etwas gemildert werden. Die Bank für Handel und Grundbesitz wurde erst im Nachinflationsjabr 1924 mit einem Aktienkavital von zwei Millionen RM. gegründet. Man erweiterte das Aktienkavital auch dann nicht. als die Bilanzsumme das Fünfzigfache des Stammkapitals betrug. Durch eine rührige Provaganda vermochte man den Kundenkreis von noch nicht 1000 im Anfang auf 36.000 heute zu erweitern. Die Kreditvolitik der Bank für Handel und Grundbesitz gibt zu den schwersten Vorwürsen Anlaß. Direktor Seiffert betrieb eine Ausdehnungspolitik. die sich sein schwaches Institut unmöglich leisten konnte. Bei den Aktienaufkäufen fremder Kreditanstalten verschaffte er sich große personliche Vorteile. Er hielt es mit seinen Pflichten für vereinbar. ein eigenes Geschäftsunternehmen zu gründen und ihm in seiner Eigenschaft als Bankdirektor billige Kredite in großem Umsang zur Verfügung zu stellen. Die Ueberbeleihung von Grundstücken durch die Hausbesitzerbank führte zu schweren Verlusten. Daneben nahm Seiffert Bilanzsälschungen vor. Der Verlust der Hausbesitzerbank wird sich aus viele Millionen Mark belaufen. Die Wirtschaftsvartei an sich steht, wie der Reichstagsführer Mollath inzwischen erklären ließ. mit der Hausbesitzerbank in keinem Zusammenbang. Es scheint hier die Adsicht zu bestehen, sich von dem bloßgestellten wirtschaftsparteilichen Führer Ladendorft so weit wie möglich zu distanzieren. Im Haushaltsausschuß des Reichstages pflegen sich sonst ernste Manner mit ernsten volitischen Argumenten zuleibe zu rücken. Diese Tradition wurde neulich durchbrochen, als man sich über die Sparmaßnahmen des Auswärtigen Amtes unterhielt. Ein Redner hob die Ordenssehnsucht(die„Knopflochschmerzen“) der im Des Kanzlers Rus Eine Rundsunkrede Brünings „Gelöst sind die Bande der Welt... Wer knünft sie wieder als die Not.“ 9 Berlin, 22. Nov. 1931. Der Reichskanzler hielt heute abend im Rundfunk eine Ansprache über die Winterhilfe, in der er das folgende ausführte: „Meine Damen und Herren! Die schwere Not des Winters erfordert die Mitarbeit aller Volksgenossen zur Bekämpfung der Not und des Elends. Es wäre leichtfertig, wenn wir uns über den Ernst der Zeit hinwegtauschen wollten. Nicht weniger salsch wäre es aber auch, wenn wir nicht den Mut hätten, den Bann zu brechen. den diese dunkle Gegenwartszeit auf uns legt, wenn wir uns den Hemmungen und lähmenden Einflüssen ausliefern würden, ohne zu versuchen, aus eigener Kraft die schwierige Zeit der Prüfung zu überwinden. Die Lebenskrafte des deutschen Volkes sind nicht gebrochen. Sie sind svürbar auf allen Gebieten des Volkslebens und ihnen entspringt auch das Hilfswerk, das svontan im ganzen Reiche zur Linderung der großen materiellen und seelischen Notstände entstanden ist. Am vergangenen Sonntag hat die deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege von dem bisher erzielten Ergebnis der umfangreichen Hilfsarbeiten berichtet. Nach den hocherfreulichen Anfängen dürfen wir glauben und hoffen, daß dem Liebeswerk des deutschen Volkes auch weiterhin der Erfolg nicht versagt bleiben wird. Die Liga hat den sich bietenden Anlaß benutzt, um den Dank der Winterhilfe den Tausenden und Abertausenden abzustatten, die sich, ungeachtet der großen Schwierigkeiten, für die Durchführung des Werkes eingesetzt haben. Diesem Dank schließt sich die Reichsregierung gern an. Weiß sie doch, daß wirkliche Opfergesinnung in dem Hilfswerk lebendig ist. Die Reichsregierung hat ihrerseits alles getan, um der elementaren Not zu steuern. Sie betrachtet diese Aufgabe auch weiterhin als eines der dringendsten Erfordernisse. Lander und Gemeinden haben ihre Reserven im Kampfe gegen das Elend eingesetzt. Die Reichsregierung ist sich aber auch der Tatsache wohl bewußt, daß ihre Maßnahmen nur die unterste Grenze der Fürsorge darstellen können. Sie schützen den einzelnen vor dem Allerschlimmsten— dem Willen aber, auf dem Wege staatlicher Maßnahmen weitere Hilfe zu bringen, steht die unerbittliche Tatsache gegenüber, daß staatliche Mebrauswendungen infolge der schwierigen Lage der Staatsfinanzen nicht möglich sind. Schon aus diesem Grunde war es ein Gebot der Stunde, die freie Wohlfahrtspflege, soweit es nur irgend ging, zur Mithilfe an der Bekämpfung der großen Not heranzuziehen. Sie besitzt in ihren Organisationen dank der bewährten Pflicht, über das Sorgen für sich selbst und die Seinen hinaus den Notleidenden zu belfen, die odne eigenes Verschulden aus dem Schaffenskreis, aue Arbeit und Verdienst ausgeschaltet wurden. Insbesondere aber wollen wir in dieser Stunde jener Volksgenossen gedenken, die ihre Heimstätte in den deutschen Elendsgebieten haben, in jenen Bezirken im Reich, in denen ganze Städte und Dörfer ohne Erwerb find, wo die Ungunst des Bodens auch den Bewohnern des Landes ein Auskommen nicht mehr gestattet. An diesen besonders gefährdeten Stellen Grundsätze der Hilfsarbeit von Mensch zu Mensch, belsend einzuspringen, hat sich die Deutsche Liga der freien dank einer stets lebendigen Verbindung mit allen gegesite geg uage al geine der vordringlichsten Auisaben Schichten der Vevölerung diesenigen Möglichleiten, die s1 aem Bektrehungen ein hesange. a...... 84r es ihr erlauben, frei von amtlichen Bindungen und Rück=n Bestrebunge, ein beionderes Interesse zuzuwenden, sichten das Hilfswerk der Reichsregierung wirssam zu ers ungatreisen tater ganzen. Deshalb hat sich die Reichsregierung, im Ver= Taizel aufkammen zu laslen al. 4. 62—5 trauen auf die oft bewährte Arbeitsbereitschaft der freien Wohlfahrtspflege, vorbevaltlos hinter ihre Bestrebungen gestellt. Der Herr Reichspräsident und die Reichs=] So soll das große viliswerk dieses Winters getragen regierung haben den Aufruf der Deutschen Liga der freien werden von dem Heiste der gegenseitigen Verantwortung, Wohlfahrtspflege unterzeichnet; der Herr Reichsinnen= dem Geiste des Ineinanderstehens und des Heifenminister hat Mitte September von dieser Stelle aus der In ihm muß sich das unwandelbare Hoffnung Ausdruck verliehen, 1 Gesetz der Schicksalsverbundenheit daß das deutsche Volk durch diese schweren Notzeiten erfüllen. Die Schicksalsverbundenheit wird da, wo ein kommen werde, wenn der Appell an den Opsersinn und Volk sich nicht zum gemeinsamen Tragen und Helfen die Ovserbereitschaft überall freudig ausgenommen wird und Schaffen zusammenfindet, zum Fluch. Sie kann aber auch, wenn die Gesinnung der Verantwortlichkeit und der Die wenigen Wochen. die seitdem vergangen sind, Hilfsbereitschaft Gemeingut aller wird, zum Segen werden haben den Beweis dafür erbracht, daß der Aufruf an fur Volk und Vaterland. das deutsche Volk nicht ungehört verhallt ist! Jeder kann helfen! Vielgestaltig sind die Möglichkeiten der Mitarbeit. Der eine gibt aus den Erträgnissen seiner Arbeit; der andere teilt aus seinem Vorrat dem mit, der wenig oder nichts besitzt. Auch die Verwendung der von der Reichspost herausgegebenen Wohlfahrtsbriefmarken für die deutsche Nothilfe bedeutet Kampf gegen die Not. Viele gibt es. die gern ihre Zeit und Kraft zum Dienste am allgemeinen Wohl zur Verfügung stellen. Es darf nicht der Satz ausgesprochen werden, der schon oft den notwendigen Forderungen der freien Hilfsarbeit entgegengehalten worden ist:„Ich habe genug getan; meine Existenz ist durch die Wirtschaftslage auch gejährdet.“ Ein jeder, der sich noch nicht selbst in Not befindet, hat gerade in den nächsten Wochen und Monaten die Am 7. Dezember Zusammentritt des Prüfungsausschusses Die Stabilität Deutschlands die wichtigste Frage Der Sonderausschuß der B33 ## Basel, 22. Nov. 1931. Der Sonderausschuß der B33. zur Prüfung der deutschen Wirtschaftslage ist nunmehr zusammengestellt. Es entsendet Amerika Dr. Walther Stewart. Präsident der Chase Pomeroy=Bank in Neuyork. früheren Vizedirektor des Fedetal Reserve Board in Neuvork; Frankreich den bekannten Finanzsachverständigen Professor Rist, nachdem Moreau, der sein Land im WiaginAusschuß vertrat. eine Wiederwahl im Hinblick auf seine Stellung als Präsident der Banque de Paris et des Pays=Bas ablehnte: England Sir Walther Laoton. Redakteur des SconomidLondon: Belgien Emile urancaui. Vizegouverneur de La Société Generale Belgique=Brüssel; Italien Professor Beneduce, Präsident des Konsortiums für das öffentliche Kreditwesen; Javan T. Tanaka. Vertreter der Bank von Javan in London; Deutschland Dr. Karl Melchior Die fünf letzgenannten Delegierten gebörten dem Wiagin=Ausschuß an. Die vier eotl. noch für Spezialfragen hinzuzuwählenden Mitglieder werden laut Doung= plan vom Sonderausschuß gemeinsam bestimmt. Da Herr Dr. Stewart seine Reise nach Eurova voraussichtlich erst am 28. November antreten kann, so ist der erste Zusammentritt für den 7. Dezember geolant. Neben den Beratungen des Sonderausschusses sollen durch Stillhalteverhandlungen mit dem deutschen Gläubigerausschuß zur Vereinbarung eines Verlängerungs= und Rückzahlungsplanes für die deutschen kurzfristigen Schulden stattfinden. Es heißt dier in Basel. daß diese leuzteren Verhandlungen in Berlin abgehalten werden sollen, um auch nach außen hin eine völlige Trennung dieser beiden Probleme klar zu legen. Für Ende der Revarationen London, 22. November 1931. Zu den Schuldenverhandlungen meldet der„Observer". daß die Glaubigerbanken schon im voraus einer Die Erfüllung des Wunsches, mit dem die Reichsregierung den Aufruf der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege begleitet hat, soll unser Ziel sein: „Die Hilfe soll neues menschliches Vertrauen schaffen unter den deutschen Volksgenossen selbst und für dadeutsche Volk in der Welt.“ „Gelöst sind die Bande der Welt— wer knünft sie wieder als allein die Not.“ Diese Worte(aus dem Deutschen Sang) sind erfüllt, wenn wir das Ziel. das uns vor Augen schwebt, erreicht haben. Darum richte ich im Namen der Reichsregierung an das deutsche Volk die Bitte, im gemeinsamen Wollen und im gemeinsamen Streben nicht müde zu werden. Dann wird auch die Zeit des Leides und der Not überwunden werden.“ Verläugerung des Stillhalteabkommen: über den 29. Februar hinaus zustimmten. E. sei beruhigend, daß die franzosische Regierung und die fran. zosischen Banken einen Vorschlag ausarbeiteten, durch den die Privatschulden und Revarationszahlungen geteilt und dann nach einem zu vereinbarenden Schlüssel ausgezahlt werden sollen. Dem Zusammentritt des beratenden Sonderausschusses käme nur eine formale Bedeutung zu. Wichtiger sei, daß hiermit der Schritt zu einer internationalen Konserenz gemacht würde, die dann die Frage der internationalen Verschuldung in ihrer Gesamtheit zu lösen habe. Seitens Englands und Amerikas würde ein starker Druck ausgeübt, um die Einberufung der internationalen Konserenz auf Anjang Januar sicherzustellen. Die englische Regierung. die sich jetzt nach den Wahlen in einer stärkeren Lage als früher befinde, werde auf jeden Fall eine ständige Lösung verlangen. „Sunday Times" betont, die französischen Reparationsansprüche müßten letzten Endes zu dem Zusammenbruch des Finanzsystems der Welt führen, was für alle, einschließlich Frankreich, ein Unglück sein würde. Die wichtigste Frage sei die Stabilität Deutschlands, die die ganze Welt anginge. deutschen Dienste sehenden ausländischen Wahlkonsuln bervor. Es ist wirklich jammervoll, daß das Deutsche Reich ihre Ordenssehnsucht nicht mehr stillen kann. Kürzlich bat der Wahlkonsul eines exotischen Staates zum Dank für seine Tätigkeit ein Tintensatz aus der preußischen Porzellanmanusaktur erhalten. Der beglückte Divlomat konnte sich offenbar den Sinn dieses Geschenkes nicht erklären. Bei dem nächsten Staatsfest erschien er nämlich mit einer goldenen Halskette. an der das preußische Porzellantintensatz lustig baumelte. Es kostete einige Muhe. ihn darüber zu belehren, daß das Tintensatz für einen gans barmlosen kulturellen Zweck gedacht sei. Die Knopflochschmerzen ehrgeiziger Divlomaten kann man anscheinend durch kein Mittel beseitigen. Das Schuldenproblem Im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen die Verhandlungen über das Revarationsvroblem und die„Auslandskredite Deutschlands. Unter welchen politischen Vorzeichen beginnen diese Verhandlungen inen wir von ihnen erwarten? Diese Frace beantwortet der frühere Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. R. v. Kühlmann in dem neuesten Heft„Heimatdienst".(2. Novemberheft Nr. 22). in lebendiger packender Darstellung. Er schreibt u. g.: „Die ungeheure Weltkrise, die doch in letzter Linie eine Nachwirkung des großen Krieges ist, hat im Laufe des Jahres 1931 dazu geführt, daß die Weiterführung der Zahlungen sowohl der politischen Schulden, als der kommerziellen Schulden sich als unmoglich erwies. Für die Revaralionen verlangte und erkämpfte Präsident Hoover ein Feierjahr, das im Somer 1932 zu Ende gebt. Für die anderen Schulden mußte die durch Abziehung kurz von Loeben gestorben Nas langer. schwerer Krankheit verstarb am Samsagnachmittag in Brandenburg an der Havel der frühere Nleusische Innenminister Friedrich Wilhelm von Loebell. von Loebell wurde 1855 geboren. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Brandenburg studierte er in Straßburg und Leipzig. wurde 1883 Regierungsassessor und 889 zum Landrat des Kreises West=Havelland ernannt. 888 trat er als Mitglied der konservativen Fraktion in — schied. als er nach dem Abschied aus dem Staatsdienst die Generaldirektion der Feuer=Sozietät der Provinz Brandenburg übernahm. 1901 von er als Mitglied der Konervativen Partei in das Preußische Abgeordnetenbaus ein; 1904 legte er sein Mandat nieder. nachdem er zum vortragenden Rat in der Reichskanzlei ernannt worden var. Bis zum Rücktritt des Fürsten Bülow stand er seit 907 als Unterstaatsserretar an der Spitze der Reichskanzlei. Als Bülow 1909 aus dem Amte schied, zog auch Loebell aus der Reichskanzlei aus. Den ihm nunmehr übertragenen Posten des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg trat er nicht an. sondern lebte von da an bis zu seiner Berufung zum preußischen Innenminister(April 1914) zurückgczogen auf seinem Gute Benken. 1917 trat #r von dem Amt zurück und erhielt nunmehr die Berufung um Oberpräsidenten von Brandenburg. Form zu gieben. Hatte Hoover bei dieser gansen Verhandlung. eingekeilt wischen die geschilderten Strömungen, wenig Bewegungsfreiheit, lo erinnerte Laval selbs bei dem ganzen Unternehmen an die seltenen Künstler. die. an Armen und Beinen gefesselt, aus dem angespannten Seile Erstaunliches leisten. Der französische Premierminister wird den arzwöhnischen, jeder Konzession an Deutschland grundsatzlich abgeneigten Gruppen der Rechten lo scharf über wacht, daß er döchttens ein paar Finger. nicht aber die Arme bei den gegenwärtigen Verhandlungen rühren kann. Er macht auswärtigen Staatsmännern gegenüber aus dieser engen Gebundenheit kein Hebl. und die Ofsenheit und Frische, mit der er dies tut. dat ihm aus den Kontinent und sicher auch drüben Sympathien eingebracht. Man mag sich stellen, wie man will. es wird bei der geschwächten Kraft Deutschlands an der Frage. sollen Revarationen oder Stillhalteschulden den Vorrana haben. nicht vorbeizukommen sein. Während Amerika mit 52 v. H. an den deutschen Privatschulden beteiligt ist. beträgt der franzölische Anteil knapo 6 v. H., die franzölischen Nevarationsforderungen aber machen weit über die Hälfte der Gesamtsumme aus. Diese Ziffern zeigen klar. wieweit die Interessen der Gesprächspartner auseinandergehen. Das Taval Rol des läbmenden Einfluffes soäterer Wablen und der ihm so bekannten inneren. französischen Hemmungen mit Mut und Energie an das Problem berangebt. ist ein Beweis für seinen Unternehmungsgeist und für den Ernst, mit dem er die deutsch=französischen Verhaltnisse zu regeln entschlossen ist. Die bieber vom Reichsaußenminister Brüning befolgte Linie gibt volle Gewähr dafür. das Deutschland allee nur Mogliche tnn wird, um diese Verbandlungen erfolgreich zu gestalten. Die augenblickliche Leistungsfähigkeit des deutschen Steuerzahlers und der deutschen Wirtschaft setzen allerdings rein zablenmäßig dem besten Willen enge Schranken. Die überragende Wichtigkeit des deutsch=französischen Prodleme muß jedem Vernünftigen eine tragbare Lösung ale höchlt erstrebenswert erscheinen lassen. Sollte die Kürze der Zeit und die vielen hemmenden Fak toren. die wir aufzuzeigen versucht haben. es zu vollem Erfolge nicht kommen lassen. lo wird eine von beiden Seiten mit so viel Gründlichkeit und so gutem Willen geführte Verbandlung jedenfalls wesentlich dazu beitragen. die politische Atmosphäte zu verbessern und die Punkte, über die man sich nicht einigen konnte. enge und präzise zu umschreiben, so daß doch anf alle Fälle auf dem Weg zu vernünftiger Einigung ein wesentliches Stück nach vorwärts gewonnen sein müßte.“ General von Mudra gestorben Entthronung der Konzern=Gewaltigen Generaldirektoren=Dämmerung„ tristiger Gelder an den Rand des Abgrundes gedrängte deutsche Wirtschaft durch Stillhaltungsverträge mit den Hauptgläubigern eine zeitweilige Atmungsvause sich schaffen. Amerika leidet trot seiner vorbildlich entwickelten Industrie und seines großen Reichtums unter der Weltkrise kaum weniger schwer als Eurova. Die amerikanische Bankwelt. an der Spitze das mächtige Haus Morgan, das an Navoleons Theorie festhält. Gott sei meistens mit den größten Bataillonen, und deshalb von langer Hand der eine ausgesprochen franzosenfreundliche Haltung einnimmt, datte natürlich den Wunsch, sich mit Frankreich zu vertragen, um den Goldabfluß und damit die Gefährdung der amerikanischen Kreditsituation abzustoooen. Trat aus diese Weise eine große. über weitreichenden Einfluß in Wasbington verfügende Gruope fur Verständigung mit Frankreich ein, so darf auf der anderen Seite nicht übersehen werden, daß politisch und gefühlsmäßig Amerika sich dauernd weg von Frankreich entwickelt bat. Der amerikanisch=französischen Verdandlungen über die Regelung der Kriegsschulden gedenken die beteiligten Amerikaner, und es sind Männer von größtem Gewicht. mit tiefer Bitterkeit. Die Hemmungen. die Frankreich der raschen Annahme des Hoover=Feierjahres entgegengesetzt hat, zusammen mit der französischen Haltung in der Abrüftungsfrage und der Frage einer Revision des Versoiller Vertrages haben diese Vitterkeit nur gesteigert, und es in keine Uebertreibung. zu behaupten, das gerade in den reichen und mächtigeo Kreisen, für die jahrzehntelang Paris das Mekka der Kultur und des Wohllebens bedeutete. deute Frankreich mit einer manchmal an Haß arensenden gefuhlsmaßigen Abneigung gegenübersteben. Senator Vorab. heute wohl einer der einilußreichtten Politiker Amerikas, hat selten der breiten Masse seiner Landsleute so aus dem Herzen gesprochen, als in dem Interview an die französischen Korrespondenten. Ohne Lavals Eingreisen wäre wohl nach Ablauf des gegenwärtigen mit einem oder mehreren weiteren Hoover=Feierjahren zu rechnen gewesen. So aber hat die Eurovamüdigkeit weiter Kreise des amerikanischen Volkes und die Unlunt der dortigen Volksvertreter. in Zeiten eigener wirtschaftlicher Bedrängnis zugunsten Europas dem eigenen Volke sichtdare Opfer zuzumuten. Präsident Hoover bewogen. Frankreich zunächst eine wohl zeitlich bearenzte Blankovollmacht auszuhandigen für den Bersuch. durch direkte Verhandlungen mit Deutschland die Eine notwendige Zeitbetrachtung Von W. Hoeppener=Flatow. Das auffallendste Somptom der vergangenen 13 Nachkriegsjahre in Deutschland ist wohl die Tatsache, daß auf der einen Seite die Wirtschaft langsam abgewurgt worden ist durch den anhaltenden Mangel an Geld und durch die Unmöglichkeit. Produktionskredite zu tragbaren Bedingungen bereinzubekommen, auf der anderen Seite aber— 13 Jahre lang!— eine Inslation an General. und sonstigen Direktoren entstanden ist, die geradezu beispiellos ist! In keiner Zeit der Vergangenheit— nicht einmal in den berüchtigten Gründerjahren nach dem deutsch=französischen Kriege— sind in Deutschland(oder in ganz Europa) so viele„— Jugs“. Konzerne, Schachtelgesellschaften und Dachorganisationen mit zahllosen, bochbezahlten Generaldirektoren entstanden, wie gerade in diesen Jahren der bittersten Not und drückendsten Armut. Jedes Unternehmen, das etwas„auf sich hielt". mußte mindestens einen Generaldirektor als den über dem Ganzen schwebenden Geist, zwei Generaldirektor=Stellvertreter als„aussichtsführende Organe“ und rund vier bis sechs„geschäftsführende Direktoren“ haben, deren Bezüge— nicht etwa nach der Leistung, sondern nach den „Verbindungen“ und dem„Einfluß" bemessen— zwischen 5000 und 35000 Mark vro Monat betrugen! Und alle diese Direktoren haben— entsprechend der von den Wirtschaftsführern ausgestellten These:„Der Wirtschaft steht der größte Einfluß auf die Politik zu!“— Politik gemacht. Dreizehn Jahre!s-—— Diese Generaldirektoren=Politik sab etwa folgendermaßen aus: Eingesperrt in sein Kludsesselbüro und im Verkehr auf einen ganz kleinen Kreis gleichgesinnter Menschen beschränkt, verlor der Generaldirektor schnell jeden Kontakt mit seiner Zeit, mit seinem Volk. mit Deutschland. Er kapselte sich ein, sah alles Gescheben ausschließlich durch die Brille des„Wirtschaftlers" und erwog seine Maßnahmen und den Einsatz seines Einflusses allein nach einem einzigen Matstad: Was springt dabei für mich oder für die von mir geleitete Firma deraus? Ob eine Lohnsenkung eine Verringerung der Kaufkraft zur Folge haben würde oder nicht, das sab er nicht. Er sah nur: wenn jetzt die Löhne um 12 Prozen: gesenkt werden, sparen wir zunächst einmal 150 000 Mark! Und da er nicht gelernt hat. in die Zukunft zu blicken, bestach ihn das„Zunächst", Maßnahmen zuzustimmen, die den Interessen Deutschlands und—— seiner Wirtschaft anf die Dauer strikt zuwider liefen Wirtschaftsvolltik auf kurze Sicht“ oder: „Vorläufige Maßnahmen zur Ermöglichung des Abwartens besserer Zeiten" nannte sich— in der General= direktorensprache ausgedrückt— diese Politik! Die Einkapselung aller dieser zahllosen Direktoren hatte aber noch etwas zur Folge, etwas für sie außerordentlich Gefährliches: sie wurden nämlich zunächst für ihre nächtte Umgebung, dann auch für sich selbst und schließlich für das ganze Volk beinabe zu etwas Gewaltigem. Unberührt von aller No: des Alltags thronten sie über den Wassern. unzugänglich für gewöhnliche Sterbliche, gefürchtet und beneidet nicht nur von den Untergebenen. sondern merkwürdigerweise auch von vielen, viel zu vielen maßgebenden Leuten der Politik und Divlomatie, die ins Schleoptau zu nehmen, sie ausgezeichnet verstanden. Dieser Nimbus der Generaldirektoren artete schließlich so aus, daß— sollten irgend welche einschneidenden politischen Maßnahmen beraten werden— zunächst einmal die an den Beratungen teilnehmenden Politiker ängstlich fragten:„Und was sagt Generalditektor 193 dazu?" Dieser wurde allo(inoffiziell natürlich) um seine Meinung befragt, die er auch selbstverständlich bereitwilligst von sich gab—— und niemand sah oder konnte sehen, daß diese Ratschläge fast immer und ausschließlich nur dem entsprachen, was dem betreffenden Konzern (und damit auch seinem Generaldirektor) dienlich war! Da der erteilte Ratschlag in fast allen Fällen bedingungslos befolgt wurde, die Auswirkungen seiner Befolgung selbstverständlich ein erneutes Anwachsen der Macht und des Einflusses der betreffenden Konzerne nach sich zog, so vertiefte sich— da auch die Politik andauernd nur den Augenblickserfolg sab— der Einfluß und die Macht des Generaldirektors wiederum automatisch—— eine Rette ohne Ende also! * Die Generaldirektorenberrlichkeit hätte wahrscheinlich noch viele Jahre in Deutschland angedauert, wenn jetzt nicht Umstände eingetreten waren, die geradezu als „Generaldirektoren= Dämmerung" bezeichnet werden können. Und den Anlaß hierzu—— haben die Generaldirektoren selbst gegeben! Man stelle sich einmal vor, was geschehen wäre, wenn vor einem Jahr noch eine Zeitung bebauptet bätte. der Generaldirektor der Ostwerke A. G., Katzenellenbogen. sei ein Schieber! Die Folgen einer solchen Behauptung sind nicht auszudenken. Und beute? Heute mußte Herr Generaldirektor Katenellenbogen in Unteruchunashaft wandern und wird nur gegen Stellung einer Kaution in Höbe von 100000 Mark freigelassen. Man stelle sich weiter einmal vor, was geschehen wäre. irgendein Berliner Beamter hätte von dem Herrn und Meister der Hasen= und Lagerhaus=Gesellschaft, Herrn Generaldirektor Schüning. gesagt, er habe mit den Sklareks sehr unschone und undurchsichtige Geschaitchen getätigt, die ihm immerhin 10000 Mark eingebracht haben. Und heute? Heute bleibt der als Zeuge im Sklarek=Prozeß vernommene Schüning unvereidigt „weil der Verdacht der Mittäterschaft bestebt“! Langsam aber sicher zerbröckelt die deutsche Generalditektorenberrlichkeit: Kapenellenbogen wandert in Untersuchungshaft, gegen Generaldirektor Sobernbeim ist ein Untersuchungsverfahren eingeleitet worden. Generaldirektor Schüning bleibt unvereidigt, weil der Verdacht besteht. er habe sich von Leo Sklarek bestechen lassen, Generaldirektor Seiffert von der Bank für Handel und Grundbesitz ist gefluchtet, die Favag: Direktoren in Frankfurt a. M. stehen wegen dunkler Geschäfte vor Gericht. Und es sieht danach aus. als wenn die Generaldirektorenarunpe um Konenellenbogen sich in allernächster Zeit noch erheblich vergrößern würde! Mit derartigen Vorgängen schwindet selbstverständlich langsam, aber unheimlich sicher der alte Glanz der Direktorenherrlichkeit. Das Volk sieht sie heute ihres Nimbus entkleidet; der lange Arm des Staatsanwaltes Rat sie hervorgeholt aus den KlubsesselZimmern und siebe da: es sind auch nur Menschen! Menschen wie Du und ich und wir alle! Menschen, deren ganzer Einfluß nur auf einer Illusion beruhte, der Illusion, sie seien Halbgötter mit übermenschlichen Fähigkeiten. General Bruno von Mudra, der bekannte Veerführer aus dem Weltkriege. ist in Schwerin an den Folgen eines Herzschlages im 81. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene war am 1. Avril 1851 in Muskau in Schlesien als Sohn eines Zimmermeisters geboren und wurde 1872 Offizier im Garde=Pionier=Bataillon. Bei Ausbruch des Krieges führte er das 16. Armeekorvs ins Feld. das aus dem Vormarsch bei Longwy. in den Argonnen und bei den Kämpfen um Verdun sich Lorbeeren errang. Vor Verdun wurde General von Mudra svater Führer der nach ihm benannten Armeegruppe und übernahm 1917 den Oberbesehl über eine Armeeabteilung. päter den Oberbefehl über die 8. Armee im Osten. im Sommer 1918 über die 1. Armee im Westen und zuletzt über die 17. Armee. Seit Kriegsende lebte General von Mudra in äußerster Zurückgezogenheit in Wiesbaden. zum Schluß in Schwerin. Nichts sind sie in Wahrheit, nur Menschen! Mit allen Fehlern, allen Beschränktheiten, allen Irrtümern aller Menschen. Und es ist gut, daß uns alles dies einmal an sehr drastischen Beispielen vor Augen geführt wird: denn nur so konnte endlich der Einfluß der Konzerne gewaltigen gebrochen werden. Und nur so kann das Volk sich mit fundierten Gründen dagegen stemmen, daß irgendwann einmal wieder in Deutschland Zustände einreißen, die mit dem Wort„Generaldirektoren=Politik“ sehr vorsichtig umschrieben und angedeutet sind. Loucheur gestorben X Paris, 22. Nov. Der Abgcordnete und früherMinister Louis Loucheur ist heute nachmittag nach kurzer Kronkheit gestorben. Loucheur spielte während des Krieges und in der Nachkriegszeit eine bedeutende Nolle in der französischen Politik. Im September 1914 war er von Millerand mit der Organisierung der französischen Kriegsindustrie betraut worden. Nach dem Wassenstillstand wurde er Wiederaufbauminister. An der Ausarbeitung der Friedensvertrage war er einflußreich tätig. besonders an deren wirtschaftlichen Bestimmungen. Alo Wiederaufbauminister hat Loucheur in Wiesbaden das bekannte Abkommen mit Rathenau abgeschlossen. Loucheur gehörte dem französischen Kadinett in den folgenden Jahren als Handelsminister. als Arbeitsminister und wahrend der französischen Inslationsveriode auch als Finanzminister an. Nach dem Siege des Linkskartells im Jahre 1924 wurde Loucheur Führer der Radikalen Linken und hat sich seitdem stets für eine Verständigungevolitik mit Deutschland eingesetzt. Denkt an die Not! Gebt zu den Geldsammlunger für des Winterhiliswert Sorgt für die Hilisbedürftigen! Drei FEichen-Hoi K Crneber-Rechtsschet Verlag Oskar Meister. Werdan I. ba. 2. Fortsetzung. Helga war eist keines Wortes mächtig, dann raffte slie ihre Akten zusammen und sagte zu dem Rechtsanwalt: „Ich bin nicht gewillt, mir Zurechtweisungen von Fräulein Mever dieten zu lassen. Ich ziede meine Konsequenzen" Rubig. äußerlich wenigstens. verließ sie das Buro. Dr. Koch runzelte die Stirn. Es paßte ihm gar nicht, daß ihm Evelone jetzt solche Echwierigkeiten machte „Liedes Kind“. sagte er gereizt.„Du bist zu weit gegangen. Ich bitte Dich dringend. in Zukunft vorsichtiger zu sein.“ „Wegen eines Büromädels!" fuhr Evelyne empört auf.„Da soll ich noch Rücksicht nehmen? Du weißt. mit patt es überhaupt nicht, daß Du nur Madels in Deinem Büro hast. Wenn sie auch samt und sonders nicht bübsch sind... mir paßt das nicht, mein Lieber!" „Wie ich mein Geschäft einrichte, das ist meine Sache“. entgegnete Dr. Koch heitig.„Das Mädel ist tüchtig. und ich muß es mir halten.“ „Pah. ob es nicht tüchtige Leute genug gibt! Nimm Dir einen Bürovorsteher. Du kannst es Dir leisten. Di: liegt wohl sehr viel an dem Mädel?" „Ich bitte Dich dringend, solche Anwürse zu unterlassen.“ Das war der Auftakt zu einem Streit, der über eine tunde währte. * Helga war totenblaß aus dem Zimmer gekommen „Was is. Helga?“ fragte Elie mit bebender Stimme und trat zu der Freundin. Tranen kamen Helga aus den Augen. Dann pockte ne die Akten und mit kräftigem Schwung flogen sie in die Ecke „Ich mache nicht mehr mit!“ sagte sie mit zornbebender Stimme.„Mag kommen, was da will. Ich kundige. Ich dabe nicht viel Geld. aber ich komme schon fort im Leben.“ Anitas Augen blitzten wild. Wenn Du kündigst, wir kündigen mit. Du hast recht. Was sollen wir seig sein und uns sorgen? Schaffen konnen wir tüchtig. Wir finden unser Fortkommen. Esse denkt nicht anders als ich. Ich habe mir auch vierhundert Mark gewart. und Else hat sicher auch ein paar Groschen.“ Fest sagte Else:„Ich bin mit dabei. Helga bat recht. Wir drei Madels kommen durchs Leben. Da sorge ich mich nicht. Längst hätten wir uns aufrafien müssen. Nur nicht feig sein!" Nun war die Entscheidung gefallen. Sie frubstückten erst einmal in aller Rude. Reierendar Roove kam zwar und drängte um eine Abschrift, aber Helga sagte gelassen:„Die Abschrift hätte seit einer Woche gemacht werden können. Warum lassen Sie die Akten lo lange in Ihrem Zimmer schmoren?" Reserendar Kovve dekam einen roten Koof und sagte wütend:„Ich beschwere mich beim Doktor!" „Ganz nach Belieben“, war Helgas kalte Entgegnung Koove verschwand. und ein neuer Besucher trat ein. Es war der alte Briefträger Schubert. „Morgen. meine Tamens!" „Morgen. Papa Schubert!“ sagte Anita lustig. währeno der Alte die Briefsachen auspackte.„Aluch was für uns dabei?“ „Für Sie? Liebesbrieschen! Nö. dazu sind Sie viel zu solid. Sie haben von mit noch keinen Liedesbrie erhalten. Stimmt's?“ „Stimmt. Papa Schubert“ „Ich hab' meinen Sohn schon auf Sie aufmerksam gemacht. Fräulein Heißig. Der will sich was Solides anschafsen zum Heiraten. Int jetzt dreißig Jahre, eine Seele von Mensch, gute Stellung. Er ist Tischler bei Siemens& Halske. Na. wie war denn das?“ „Sie sind eine gute Seele. Papa Schubert. aber Sie wissen doch, daß ich nicht beiraten werde." „Da will ich alles glauben, aber das... nee. nee das glaudt Vater Schubert nicht. Na. nichts für ungut! Wenn wieder mal Postball ist, dann lade ich die Damens ein und stelle meinen Sohn vor. Vielleicht klavpt's.“ Die drollige Art des alten Herrn entlockte den Damen ein Schmunzeln. sie wirkte direkt berubigend „Ich habe da noch'n Brief mit Rückschein für Fräulein Helga Rettler. Vom Amtsgericht Ederswalde." „Für mich?" fragte Helga überrascht.„Vom Amtsgericht Ederswalde?" „Jawoll! So. hier ist'n Stift. Malen Sie unter Schonen Dank. Ree. nee, von Ihnen nehm ich kein Trinkgeld. von Tamens überhaupt nicht. Nee. nee, da din ich galant. Wiederseben, meine Dameno!" Papa Schubert war hinaus, und Helga erbrach den Brief Ein leichter Schrei entfuhr ihrem Munde. In sassung=lotem Staunen Rand das Madchen da „Was hast Du, Helga?“ fragte Anita gespannt. „###au Anna Colditz... ist gestorben" „Aach!“ entgegneten die beiden Madchen.„So plötz. lich?“ „Ja. die arme Frau hat sich nicht lange des erstrittenen Rechtes freuen können.“ „Da wird es nichts mit unserem Sommeraufenthalt". bemerkte Elis leise. „Doch. vielleicht noch mehr. Denkt Euch... ich kann es gar nicht fassen. Frau Anna Colditz hat keine Erben. und da bat sie... uns dreien ihren Hof vermacht!" Es dauerte eine Weile, ebe sich Anita und Else von ihrem Staunen erholt hatten. „Wir... wir drei haben den Hof geerbt?“ „Ja, Else! Wir drei Madels sind Erben eines Bauernhoses. der den Namen Drei=Eichen=Hof trägt. Haus. Nedengebäude, fün sund zwanzig Morgen gutes Land und großer Garten mit dreibundert Obstbäumen. Vieb in den Ställen. Korn und anderen Feldfrüchten in der Scheune und neunzehnhundert Mart dares Geld auf der Eberswalder Bank." Ele konnte es immer noch nicht sassen. „Wir haben dielen gronen Besiv geerdi? Wir drei? An uns hat die Frau gedacht. weil Du, Helga. ihren Prozeß gewinnen halfs“ Helga. das ist Dankbarkeit, an die zu glauben mir schwer fällt. Uns drei Mädelchen den Hof! Ja. was sangen wir mit dem Hose an?“ Mit blitenden Augen entgegnete Helga:„Wir ziehen auf den Hof. Habt Ihr Lunt. wollt Ihr Euch umstellen. wollen wir Landmädels werden, die den Hof selder bewirtschaften? Ich habe schon einen wundervollen Gedanken. Kinder, denkt doch. wie derrlich das wird! Richt mehr eingesperrt ins Büro. frei wie der Vogel in den Lüften, keiner über uns. Schaffen in Licht und Sonne. Ach, ich will mich so gern plagen. In mir steckt Landwirtsdlut, das kann ich Euch sagen. Ihr wißt, wie ich meinen Garten musterdaft in Ordnung halte.“ Die beiden Freundinnen lachten und sahen sich mit röhlichen Augen an.„Meinst Du. daß wir es können?“ fragte Elle zaghaft. „Ich denk's. Wie müssen umlernen. Ich weiß aber nicht ob Ihr wollt. Du. Anita?“ Anita nickte begetitert „Ich will. gern, gern will ich! Denkst wohl, weil ich mich gern ein bißchen nett anziehe, habe ich keine Lust zu schaffen? Helga, da trrst Du Dich! Für mich wird es eine Erlösung sein. Ich dave den besten Willen dazu. Stellt es sich deraus, daß wit eine Aufgabe auf unsere Schultern nehmen, der wir nicht gewachsen sind, dann steht uns ja immer noch frei, den Hof zu verkaufen. Jezt laß uns aber einmal das Schreiben lelen" Halblaut las es Helga var Es war eine Abschrift des Testamentes, das folgendermayen lautete: „Ich. Maria Auguste Anna Colditz. geb. Oertel. ver mache angesichts des Todes mein gonzes beweglichee und unbewegliches Besitztum(es folgte eine genaue Aufstellung) Fräulein Helga Rettler. Fräulein Anita Heißig und Fräulein Else Kadelmann, alle drei beschäftigt im Büro des Rechtsanwalts Dr. Koch. Berlin. und zwar zwei Teile der Erstgenannten und je einen Teil den beiden Nachgenannten, in Dankbarkeit für geleistete Dienste, da ich keine Erben hinterlasse. Der Gärtner Christian Polker erhält aus meinem baren Nachlaßz fünibundert Mark. und die Erden sind verpflichtet, ihm bis zu seinem Tode aus dem DreiEichen=Hofe den Auszug zu geben, wie er jetzt gegeben wird. Anna Colditz.“ Der Abschrift beigefügt war ein eigenhändiger Brief der Verstorbenen, der den Madchen Tränen in die Augen tried. Frau Colditz wünschte den drei Mädchen alles Gute und sprach die Hoffnung aus, daß sie auf dem DreiEichen=Hofe eine Heimat finden möchten. Außerdem lag ein Schreiben des Amtsgerichts Eberswalde bei, dar die Mädchen ersuchte, bald zu schreiben., ob sie das Erbe antreten wollten oder nicht. Sie lasen die drei Schreiben wohl ein halbes Dutzend Mal. Dann sagte Helga:„Wir nehmen das Erbe an: denn es sind keine Blutsverwandten mehr da. die als direkte Erden in Frage kommen. Ich werde heute die Annahmeerklärung noch absenden. Und... jetzt kündigen wir mit gutem Gewissen.“ „Ja, ja!“ entgegneten die beiden Freundinnen. und Anita fügte hinzu:„Wenn unseres Doktors Braut kommt und diverse Wünsche hat, dann kann sie heute ihre Freude haben.“ Dann gingen sie wieder an die Arbeit. Ader die wollte nicht recht schmecken. Ein Bild tauchte vor ihren Augen aus, von der Sehnsucht nach Glück. Freude und Frieden bervorgezaudert: der Drei=Eichen=Hof! Wie schön klang schon der Name. Sicher zierten ihn machtige Eichenbaume, deren Rauichen in der Madchen Traume klingen wurde Nur langsam= und ruckweise klapperten heute die Maschinen. * Plotzlich ging die Tür auf, und Evelyne Mever, gans gekrankte Unschuld. erschten Hochmütig ging sie an Helga vorbei und sagte zu Anita:„Bitte. die kleine Schuhbürste“ # 103 „„*„„ Nummer 272, Zweites Blatt Herner Anzeiaer Montag, den 23. November 1931 Den gefallenen Kameraden. Gedenkseiern an Totensanntag. Heldenehrung der ehem. Kriegsgefangenen. Am Nachmittag des Totensonntages ehrte zunächst die Herner Ortsgruppe des Verbandes ehem. Kriegsgesangener die Toren des Weltkrieges durch eine schlichte Feier auf dem Ehrenfriedhof. Die Kapelle Halstenberg brachte vor einer großen Menschenmenge zu Beginn das„Niederländische Dankgebet" zu Gehör. Dann sang der Männergesangverein 1862 unter Lürkes Leitung„Ueber den Sternen". Nach einem Prolog hörte man von der Kapelle das Lied„Ich hatt' einen Kameraden". Die Ortsgruppe legte hierauf einen Kranz nieder, und der Chor sang bei großer Stille das„Auferstehn“". Nunmehr ergriff Vikar Heimbrodt das Work zu seiner Gedäktnisansprache. Er führte aus: „Novemberwind weht über den stillen Friedhof die letzten Herbstblätter und weht ihn damit zu. Bald kommt der Herbststurm mit seinem Schnee und hüllt ihn ein und alles wird still, ganz still auf den Stätten der Toten und der ewigen Ruhe, auf denen es nie laut ist. Wie wohltuend ist dieses Bild des Friedens in einer Zeid schrecklicher Zerrissenheit! Wohl niemals im Jahre finden wir den Frieden so tief verankert und so fest gewurzelt, wie an den Tagen, da wir der Toten gedenken, wo keiner schee auf den andern schaut wie im Alltag. wo im Gegenteil einer mit dem andern fühlt. Ja, am Tage der Gefallenenehrung müssen alle Gedanken der Zwietracht ausgegeben sein, müssen wir alle in Eintrach: und Frieden an den Massengräbern Europas stehen und denken, ehren und danken. Während nun Friede unsere Herzen umfangen hält, wollen wir unsere Gedenkfeier begehen. Bei dieser Feier, da muß ich hinaus mit meinen Gedanken auf die Schlachtfelder des Krieges. Nicht das Grausige und Schreckliche will ich in der Erinnerung wecken, vor dem die Seele einst gebebt in Stunden wirklichen Erlebens, als das Jünglingsherz geweiht wurde zum Mannesherz, nicht das Uebermenschliche der Infanterieangriffe bei Kanonendonner und Mörsergebrüll. Nein, das soll alles tief begraben sein in heimlicher Seele. Heute, jetzt, da zieht meine Seele hinaus auf den Kampfplatz, wo der Kanonendonner verstummt und das Sterben ein Ende genommen. Nach Ostpreußen, Polen, Galizien, nach Frankreich ziehe ich in Gedanken und halte Totenwach! an Somme, Aisne, Oise, bei Verdun und in Flandern. Wer zählt euch, ihr stillen Schläfer, die ihr mit uns gestanden Tag für Tag? Die Flüsse, die euer Herzblut einst getrunken und es zum Meere geführt, sie singen euch das Totenlied. Da liegt ein Grab in fremder Erde, an dem ich länger verweile. Weißt du noch, wie du mir erzählt an schönem Sommertag:„Ich bin dran auf Urlaub!“ Wie hat dein Auge geleuchtet beim Gedenken ans Wiedersehen, beim Gedenken an die Heimat— und du hast nicht geahnt, daß dein Urlaubsschein für die Reise in die Ewigkeit vom Bataillonschef da droben unterzeichnet war. Nach Montauban im Süden Frankreichs gehe ich in Gedanken zu jenen Gräbern, an denen ich heute vor 12 Jahren als Kriegsgefangener stand. Einfach und schlicht lagen sie dort gebettet, deutsche Kameraden in fremder Erde, der Kranz, den wir brachten, war der einzige Schmuck ihrer Gräber. An der Küste des Meeres stehen wir, diesem größten Grabe der Menschheit. Riesengroße Kränze letzter Rosen, mit brennenden Kerzen besteckt, schaukeln hinaus auf die wogende See, ein Heimatgruß denen, denen die Heimat das Grab nie schmücken kann. Herr, laß sie ruhen in Frieden! Alle, die wir im Geiste draußen im Feindesland besuchten, das waren und sind unsere Toten, die Toten unseres Volkes, die Helden unserer Heimat. Und was war es doch, was sie so gewaltige Opfer bringen und sterben ließ? Es war das, was die Helden dem Termopylenpasses beseelte, denen die Griechen die Inschrift setzten: Wanderer, kommst du nach Sparta, so kündige dort, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. Das ist jener Geist treuester Pflichterfüllung, von dem immer wieder die Blätter der Geschichte künden. Auch die des Weltkrieges.„Wie das Gesetz es befahl.“ im heiligen Gehorsam zogen aus und kämpften auch jene, derer wir heute gedenken, die Opfer des Weltkrieges. Respekt vor dem Gesetz des Vaterlandes, das sie unter die Waffen rief, Respekt vor der Staatsautorität, die von ihnen große Opfer verlangte; nicht das„Ich“, sondern das ganze Volk und das ganze Land, dessen Bestand und Freiheit war das Ziel ihres Strebens. Dafür opferten sie sich, ihr junges Blut und Leben, wie das Gesetz es befahl. Das war der Gedanke, der die weitaus meisten hinausgeleitet an die Front, hinein in die furchtbaren Schlachten des Weltkrieges, ins entsetzliche Trommelfeuer, von einem Granattrichter zum andern, hinein in Schlamm und Schmutz, in Not und Tod. Wir wissen es, ihr lieben Toten. Habt Dank, unauslöschlichen Dank dafür. Danken wollen wir, indem wir eurem Beispiel der Pflichterfüllung folgen. Respekt vor dem Gesetz des Vaterlandes, Respekt vor der Staatsautorität, auch wenn wiederum wie heute Opfer von uns gefordert werden. Das Gedenken, das wir den Gefallenen mit den bisherigen Worten geschenkt, war ein rein menschliches, wir sind aber Christen. Und als solche stehen wir hier im Glauben an ein Fortleben der Seele nach dem Tode des Leibes, ohne den alle Totenehrung widersinnig wäre. Wir wissen, daß einst der Tag kommen wird, wo der Engel Gottes all die stummen Schläfer wieder auferwecken wird. Wir wollen an einem Gedenktag wie dem heutigen auch derer gedenken, um die niemand weint. Ach, wie weiß die Welt Dank und Anerkennung den Helden, die sie sich gemacht, Filmstare, Fußballkämpfer und Boxer. Wahre Helden, die starben fürs Vaterland, sollten vergessen sein, vergessen, weil der große Erfolg ihnen versagt blieb? Kameraden, vergessen wir es nie: Ueber Heldentum und Nichtheldentum entscheidet das Ausmaß der gebrachten Opfer, nicht das schließliche Endergebnis. Das ist festzuhalten, wenn wir gedenken der großen Katastrophe, die für Deutschland mit dem Verlust des Krieges hereingebrochen ist und den erhofften Erfolg ihrer und unserer Opfer vernichtet hat. Uns allen aber, die in dem Vaterlande leben, für das sie starben, möge ihr Beispiel Anregung zu treuer Pflichterfüllung sein gegen Staat und Volk und Heimat, so daß wir unter Zurückstellung aller trennenden Momente„als einig Volk von Brüdern“ am Glück und Wohle des neuen Deutschlands arbeiten. opfern, dulden und leiden, ihnen zur Ehre und zum Danke, uns zum Heile.“ In tiefer Stille hatten die Anwesenden der Gedächtnisrede gelauscht. Dann intonierte die Kapelle „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“, nach dessen Verklingen der Chor„Reiters Morgengesang“ vortrug. Mit der Durchführung des musikalischen „Zapfenstreich“, fand die eindrucksvolle Feier ihr Ende. * Gedächtnisseier des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter. Eine stille Trauerfeier führte zu gleicher Zeit mi der Vereinigung ehem. Kriegsgefangener der Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener in den Räumen des Wirtes Stemberg durch. Während dieser Heldenehrung begab sich eine Delegation zum Ehrenfriedhof, um hier einen Riesenkranz im Heldenhaine niederzulegen. Mitwirkende der SaalTrauerfeier waren die Musik des ev. Jünglingsvereins und das Doppelquartett der„Schrägen Sechs". Letzteres sang unter dem inzwischen vom Ehrenfriedhof herbeigeeilten Dirigenten Lütke„Sanktus“.„Ich hatt' einen Kameraden“ und„Ach, wie herbe ist das Scheiden". Nach einer Ansprache und einem Prolog hielt ein Kamerad eine eindrucksvolle Gedächtnisrede. Die Musik schloß die Feier mit dem Trauermarsch„Letzter Gruß“. Gegen die Beschädigung von Munzfernsprechern. In letzter Zeit sind die von der Deutschen Reichspost auf Straßen und öffentlichen Plätzen im Präsidialbezirk Bochum aufgestellten Münzfernsprecher in großem Umfang von Dieben und Unfugstiftern heimgesucht worden, die mutwilligerweise die Apparate beschädigt, die Drähte durchschnitten, die Handapparate(Fernhörer) entwendet, die Teilnehmer verzeichnisse zerrissen, die Glasscheiben der Fernsprechhäuschen zertrümmert und die Beleuchtungsanlage zerstört haben. Die Post hat die Münzfernsprecher zum Nutzen und zur Bequemlichkeit für die Allgemeinheit aufgestellt. Es liegt daher im öffentlichen Interesse, daß die Einrichtungen erhalten bleiben und die Täter, die mit dem Allgemeinaut in so unverantwortlicher Weise umgehen, ermittelt und der gerechten Strafe zugeführt werden. Wer über die Täter Angaben machen kann, die ihre Ermittelung und Festnahme zur Folge haben, erhält von der Oberpostdirektion Dortmund eine Belohnung, deren Verteilung unter Ausschluß des Rechtsweges erfolgt. Zweckdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen sämtliche Polizeiund Landjägereidienststellen, die Postanstalten, das Telegraphenamt und die Ueberwachungsstelle der Oberpostdirektion Dortmund(Fernruf 20881) gegen. Die Falschbuchungen bei der Harpener Bergbau=A.=G. Es entstand nur ein Zinsenverlust von etwa 3800 Mark.— Der hauptschuldige Klocke ging wegen Verjährung straflos aus, sein Opfer Scheidt bekam dagegen 3 Monate Gefängnis mit Bewährungsfrist.— Der frühere Rechnungsführer Christian Möller erlebte eine glänzende Rehabilitation. Ein mit Spannung erwarteter Prozeßz Ein Strafprozeß, den die Herner Oeffentlichkeit seit langem mit größtem Interesse erwartete, fand Ende der vergangenen Woche in Recklinghausen statt. Eine Anzahl Harpener Rechnungsbeamter wohnte der über 7 Stunden währenden Sitzung des Erw. Schöffengerichts bis zum Schluß als Zuhörer bei. Angeklagt waren drei frühere Beamte dieser Bergbaugesellschaft, die in Dortmund ihre Hauptverwaltung und für die Zechengruppe Herne(Julia, von der Heydt und Recklinghausen 1/2 und 3/4) ein Hauptbüro im Verwaltungsgebäude der jetzt stillgelegten Schachtanlage„von der Heydt“ hat. In den Jahren 1924 bis 1928 soll der frühere stellvertretende Rechnungsführer Klocke gemeinschaftlich mit dem zweiten Stellvertreter Scheidt die Harpener Bergbau=A.=G. durch Fälschunschen der Lohnlisten und eigenmächtiger Entnahmen von 19 000 Mark aus der Hauptkasse geschädigt haben. Dem damaligen Rechnungsführer Christian Möller warf die Anklage wissentlichen Beistand vor, er habe beide Untergebene der Strafe entziehen wollen, indem er ihre Verfehlungen nicht zur Anzeige gebracht habe. Den Hauptschuldigen Klocke vertrat Rechtanwalt Stern. den Mitschuldigen Scheidt Rechtsanwalt Ferse und Christian Möller hatte Rechtsanwalt Dörpinghaus zum Verteidiger. Außerdem waren zwei Revisoren der Harpener Bergbau=A.=G. mit statistischen Unterlagen als Sachverständige zugegen. Ein kleiner Beamter wollte Hausbesitzer werden. Seit 20 Jahren befand sich der Bürobeamte Klocke. der von der Pike auf bei der Harpener Bergbau=A.= G. beschäftigt war, im Vertrauensverhältnis zum damaligen Rechnungsführer Christian Möller, der auf eine 45jährige Dienstzeit zurückschauen konnte, wovon er allein 25 Jahre den Posten eines Rechnungsführers des Herner Hauptbüros bekleidete. Es war im Sommer 1924, als Möller seinen Urlaub antrat. Klocke vertrat ihn für diese Zeit. Klockes Sehnsucht war, ein Häuschen sein eigen nennen zu dürfen. Während seiner Stellvertretung wurde ihm die Gelegenheit geboten, eines der eben neuerstandenen Familienhäuser in der Manteuffelstraße für 30.000 Mark zu erstehen. Klocke besaß angeblich noch Effektenwerte bis 12.000 Mark und wartete außerdem auf ein Darlehen der Knappschaft. Er hatte aber eigentümlicherweise schon im Monat Juni begonnen, für die Abschlagstageder Belegschaften mehr Geldanzufordern. als nötig war. Die Lohnlisten verstand er geschickt zu verschleiern, und am 18 September entnahm er dann der Hauptkasse 19000 Mark. Er legte allerdings dafür eine Quittung in die Kasse, auf der vermerkt war, daß er die 19000 Mark leihweise entnommen habe. Das Geld wollte er, sobald er das Darlehen der Knappschaft erhalten und die Effekten veräußert hatte, ratenweise wieder zurückzahlen. Der gesamte Kassenbestand der Hauptkasse Gerpercter am Toten Mann Fronterlebnisse von P. C. Ettighoffer Urheberrechtsschutr durch Verlag Oskar Meister, Werdau 23)(Nachdruck verboten.) Der junge Pionierleutnant hielt sich gleichfalls an Graben aus, machte sich in verschiedenen Stollen zu schaffen. Kam dann wieder zu uns. Da raste ein Melder daher:„Was, ihr seid doch noch hier?! Menschenskinder, was habt ihr Schwein gehabt. Es follte schon gezündet werden, da meldete die Artilleriebeobachtung vom Schloßberg aus noch Bewegung im deutschen Graben und wir haben schnell festgestellt, daß so und so viele Leute fehien." Der junge Pionierleutnant hatte vermutlich einen Beiehl falsch verstanden. Nun rennen wir zurück Zehn Minuten später gibt es zwei gewaltige Erderschütterungen. Wir hören keinen Knall. Nur eine schwarze Erdwolke sehen wir emporsteigen und dazwiichen, wie viereckige Bausteinchen, die gewaltigen Betonklötze des Abschnitts. Ein ungeheurer Wind erhebt sich, als Folge des Luftdrucks, reißt halbkelT getaute Schneeflatschen empor, zerstreut sie über das “ ganze Gelände. Dann klatschen Steine, gefrorene Sandklumpen, Eisstücke und zerbeulte Ausrüstungsgegenstände herab. Wir liegen flach am Boden und können kaum aufblicken, so furchtvar und urgewaltig ist dies alles Und 1000 Meter dahinter zerversten zu gleicher Zeit die Eisbrocken der Düna. Die Luft ist erfüllt vom Toben und Schrecken. Die Welt will untergehen. Dann Ruhe Der ganze Abschnitt ist verschwunden, mit Mann und Maus. Mindestens 500 Russen sind zu Fetzen zerrissen worden. Es war eine harte Notwendigkeit für uns. Nur ein gewaltiger Trichter ist übrig geblieben. Das Grundwasser sammelt sich schon darin. Die russische Artillerie schießt letzte Ohnmacht Fünfhundert Menschen sind vom Erdboden verschwunden, einfach weggewischt, fort, fertig! Stunden später schwenkt ein Parlamentär seine weiße Flagge zu uns: Der Waffenstillstand hat be988. 36. Zwischenspiel. Mon läßt uns die schöne Zeit des oft erträumten Waffenstillstandes nicht genießen. Schon rücken frische, ganz junge, socben ausgebildete Truppen in unsere Stellungen, lösen uns ab. Wir sollen an die Westfront. Tausende Truppentransportzüge rollen und rollen. Lauter gute, kampferprobte, wenig geschwächte Div:sionen sind es. Nun wird der Krieg sicher bald beendet sein. Die Elsaß=Lothringer der Division sind im Osten geblieben. Nur den Vizefeldwevel Kientz und einen Lehrer hat man mitgenommen, weil die Kompagnieführer für diese beiden„Kantonisten" persönlich Bürgschaft leisteten. Die Heimar ist müde. Je weiter wir nach Westen kommen, desto dünner wird das Winken der Menschen beim Vorbeifahren der Militärzüge. Vielleicht sind es auch zu viel Züge. Vier Tage und vi.r Nächte lang fahren wir. In Köln geht es über den Rhein, dann über Bonn, Koblenz und Trier schnurstracks an die Verdunfront. Alles bisher Erlebte wird nun klein, nichtig. Alles schrumpft zusammen und wird schemenhaft. Alles war nur Einleitung zum großen Schrecken unserer Jugend. Alles verblaßt vor den Erlebnissen dieser kommenden 15 Monate Westfront. Jetzt kommen die düsteren Gespenster, die von unseren Seelen Besitz ergriffen haben und uns nimmer loslassen wollen. Unsere Transportzüge rollen und rollen, führen uns einem furchtbaren Schicksal entgegen. Mit jeder Umdrehung der Räder sind wir näher am Grauen. Wir sind noch froh und wohlgemut, weil wir nicht in die Zukunft sehen können, aber wir tragen schon das Todeszeichen unsichtbar auf unterer Stirn. Auf den Maasbügein wird eine große Abwehrchlacht erwartet. Von allen Seiten, aus allen Richtungen marschieren Menschen heran, haben nur ein Streben, nur ein Ziel: Möglichst schnell jene Maashügel zu erreichen, sich mn die dampfenden Schluchten und ausgebrannten Wälder zu stürzen. Als wäre dort ein Paradies. Und dabei wissen alle diese Marschierenden, daß der Tod. vielleicht ein grausamer, ein langsamer Tod sie dort erwartet. Trotzdem marschieren sie. Warum marschieren sie? Wer hat so ihren Erhaltungswillen gelähmt? Hunderttausend Mann marschieren. Und würde man einen dieser Marschierenden fragen, ob er Angst hat oder ein Bangen in der Seele, er würde dies mit Entrüstung verneinen und sich in die Brust werfen. Hunderttausend Menschen marschieren Der Klang ihrer Schritte dröhnt in Wäldern und Schluchten, verstummt erst, wird zum leisen Schleichen, da vorne, auf den umstrittenen Hügelkämmen. Zwischen diesen hunderttausend Marschierenden sind auch wir. Eine dieser farblosen, graslosen, durchlöcherten, unterwühlten Höhen heißt:„Toter Mann“. Die Generalstabskarte bezeichnet sie als„Höhe 295“. 37. Gespenster am Toten Mann. Seit drei Wochen liegen wir nun schon in vorderster Infanteriestellung am Toen Mann. Ein großer französischer Angriff wird erwartet. Vielleicht ist das auch nur so ein Gerücht, eine Latrinenparole. Jedenfalls hat man uns, lauter frische, ausgeruhte Truppen der Ostfront, hier eingesetzt. Eigentlich ist es hier eine geradezu idyllische Stellung, wäre nicht die verschlagene Umgebung. Abgesehen von einigen Feuerüverfällen auf die Reserestellungen, hat sich bisher aber auch gar nichts ereignet! Und das soll nun der ge fürchtete Krieg im Westen sein! Eigentlich sagt uns die untrügliche Frontwitterung, daß sich eine Sache vorbereitet, irgendeine große Sache. Wer weiß, was dort hinter jenen Hügeln am fernen, füdlichen Horizont vor sich geht! „In drei, spätestens in fünf Tagen werdet ihr abgelöst,“ hat es geheißen, und nun sind es schon einundzwanzig Tage geworden, einundzwanzig Tage und zwanzig unendlich lange Nächte. Wenn doch nur irgend etwas mol los wäre, aber diese Ruhe! Nur das Quietschen der lehmgelben Ratten ist zu hören Manchmal schreien die Biester wie kleine Kinder. manchmal wie zankende Spatzen. Man wirft auch schon mal eine Handgranate dazwischen, wenn der Zank der Ratten um irgendeine vertrocknete Leiche im Niemandsland zu toll wird. Das schafft Ruhe für zwanzig Minuten. Unser Zug liegt in einem tiefen Stollen mit drei Ausgängen. Eigentlich hatte dieser Stollen früher vier Ausgänge, aber von diesem vierten Ausgang sprechen wir nicht gern. Wir vermeiden sogar, so gut es eben geht, jenes Grabenstück, dorin er mündet, zu betreten. Dort liegen nämlich mindestens fünfzig Tote, fünfzig Verbrannte Der Flammenwerfer hat sie hier erreicht und getötet. Die Stollenbretter sind ausgebrannt und die gewaltige Hitze der Oelflamme hat die Erde ausgeglüht und gefestigt. Hart wie Ziegelstein ist nun der tief in die Erde reichende Schlauch des ehemaligen Eingangs Numner 4. Die fünfunddreißig Treppenstufen sind noch gut abgezeichnet, und darauf, übereinander, kreuz und quer, liegen die Toten. Nur weiße, bröcklige Gerippe hat die Flamme noch gelassen. Wo noch etwa ein Fleischsetzen hing, da haben die Ratten uppige Mahlzeit gehalten. So wie die Flamme sie erreichte, so ruhen die Toten. verborgene, geschmolzene Eisenteile von Gewehren und sonstigen Waffen dazwischen. Die vordersten Verbrannten liegen fast am Ausgang. Beinahe ist es ihnen gelungen, den rettenden Graben zu erreichen, bevor der Flammenwerfer ankam. Die anderen mögen sich wohl gegenseitig gestoßen und gedrängt haben. Es wird eine große Panik in diesem Stollen gewesen sein. Wir haben unten im Quergang mit Sandsäcken eine Absperrung zwischen uns und diesem Ausgarg 4 gelegt. Nein, die Nachbarschaft behagt uns keineswegs. Seit einigen Tagen läuft der Stellmacher ganz bedrückt herum. Nichts mehr von seinem bisherigen Uebermut. Versucht seine Angst in Schnaps zu ertränken. Die Feldküchen bringen doppelte Getränkeportionen. Es gibt täglich pro Kopf fast einen viertel Liter Fusel oder Kümmel. Das ist viel Zeug, aber der Stellmacher kann nicht genug davon bekommen Trinkt das Gesöff wie Wasser und wird dann mung Nachher, wenn die Wirkung verpufft ist und die gräßliche Ernüchterung kommt, zieht sich der Bedauernswerte in das tiefste Eckchen des Stollens zurück und ist voller Angst. Seine Augen sind irr. Er versucht die Wirkung des Alkohols zu heben durch Pfeffermischung. Wärmt das Ganze auf über einer Handgranate oder einer kleinen Flamme aus einem Stück Hactspiritus. Trinkt es ganz heiß und wird furchtbar betrunken. Und so naht die einundzwanzigste Nacht am Toren Mann Um Mitternacht kommt Kientz in den Stollen Seine vier Stunden Grabendienst sind vorbei. Der Stellmacher hat ihn abgelöst. Schon seit zwei Tagen hat es keinen Schnaps mehr gegeben. Der„Stellmacher“ ist verzweifelt. Am Himmel steht ein Gewitter. Es ist eine unheimliche, drückende Stimmung. Eine Schweinerei! Eine Schweinerei! Wenn man doch mal so schreien könnte und laut brüllen, ganz laut! Aber das geht nicht. Alles im Flüsterton, denn der Gegner liegt uns auf dreißig Schritt gegenüber. Nur die Getroffenen, die Sterbenden dürfen schreien, so laut sie wollen. Es ist ihr autes Recht, zu schreien, da sie bald für immer stumm sein werden. Dann weiß der Gegner auch, daß die Schüsse gesessen haben und der Artilleriebeobachter kann zurückmelden:„Hallo, soundsovielte Batterie, nach der vorletzten Salve haben sie drüben gebrüllt. Mit derselben Einstellung weiterjeuern!" Fortsetzung folgt. I.I-LNEEEAED EN EEIIEELTANN SCE KEEERHELET E EEEEEE Die neue Lesmona SOIUe Auch ohne Mundstück, dick und runde Konzernfrei darte 25000— 28000 Mark detragen, eine Summe, die der hauptamtliche Rechnungsführer Möller nie benötigt hatte. Auf der Quittung, die keinen charakter hatte, fehlten die notwendigen Gegenzeichnungen. Im September kam nun Möller von seinem Urlaub zurück und war über den Zustand der Hauptkasse ensen. Klocke beichtete ihm unter Weinen seine Schuld und drohte, sich zu erschießen, wenn Möller den Vorfall melden würde. Für den Rechnungsführer Möller entstand nun ein Gewissenskonflikt. Meldete er seiner vorgesetzten Behörde die unerhörte Geldenmahme, so wurde Klocke, sonst ein pflichttreuer Beamter, entlassen und tat sich dann— wer weiß— das Schlimmste an. Dazu wurde seine Gesellschaft um 19000 Mark gebracht. Die mußte er versuchen, wieder hereinzubekommen. Klocke zahlte auch am 29. 9. 1924 2000 Mark, am 1. 10. 1924 4000 Mark. am 2. 10. 1924 3000 Mark und die restlichen 10000 Mark noch im gleichen Monat zurück. Der Rechnungsführer Möller war beruhigt, jetzt war die Hauptkasse wieder in Ordnung, eine Familie war von einem Unglück und die Harpener Bergbau=A.=G. vor einem finanziellen Schaden bewahrt worden. Deni Rechnungsfuhrer Möller lag die Pflicht, sich eingehend mit den Lohnlisten zu beschäftigen, nicht ob. Klocke hatte aber die letzten 5000 Mark nur dadurch schnell zurückzahlen können, daß er für die Abschlagszahltage mehr Geld angefordert und so für das zuviel erhaltene Geld seine Restschuld an die Hauptkasse erledigte. Noch am Ende des Monats Oktober fand die Kassenrevision der Dortmunder Hauptverwaltung in Herne statt, aber die Hauptkasse des Rechnungsführers Möller war in Ordnung. Das war im Oktober 1924. Im Februar 1925 wurde nun auf Anordnung des Vergassessors Kette der Falschbucher Klocke für den freigewordenen Posten des Obermaterialienverwalters bestimmt. em Zahlenwirrwarr seine Verkeidigung aufdaute und Möllers nicht überspannen. Seine Anstandigren hvesu. Darch einen leichtfinnigen Jußrrin tevensgescheuc Klockes Opfer Scheidt. Zum Nachfolger Klockes im Rechnungsbüro wurde der Büroangestellte Scheidt ausersehen. Scheidt hatte als 14jähriger Lehrling bei Möller angefangen, war im Kriege gewesen und wieder beim Rechnungsbüro gelandet. Klocke nahm nun am Sonnabend vor der Versetzung den langjährigen Kollegen Scheidt beiseite und gestand ihm wieder unter Tränen, daß er mit 12 000 Mark Minus in den Lohnlisten gearbeitet habe. Wenn, dabei griff er zum Revolver, Scheidt ihn verrate, müsse er seinem Leben ein Ende machen. Scheidt war gleich Möller zu gutmütig, um einen Kollegen unglücklich zu machen, und Klocke weihte ihn in die Raffinessen der falsch geführten Lohnlisten ein. Innerhalb einer Woche wollte er den Schaden ersetzen. Scheidt dachte, Klocke hätte durch falsche Auszahlungen sich selber einen Schaden zugeugt, dachte aber nicht daran, daß Klocke in die Hauptkasse gegriffen hatte. Statt daß nun Klocke hinter Scheidt herlief, damit er schleunigst die Fälschungen begleichen konnte, mußte Scheidt hinter Klocke herrennen, und dieser gab mal hier und da 2000 Mark, mal 3000 Mark und mal kleinere Beträge zur Abdeckung seiner eigenen Schuld. Scheidt war wegen Klocke in steter Aufregung, denn sein eigenes Schweigen konnte ihm eine böse Suppe einbrocken. Wie Klocke es ihm gezeigt, machte Scheidt Additionsfehler, schrieb für krankfeiernde Bergleute Abschläge an, oder machte aus der Familienzahl mancher Belegschaftsmitglieder eine größere Kopfzahl und verwandte die unrechtmäßigen Mehrgelder für die Deckung der Schuld. Bald wußte er in den Lohnlisten keinen Ausweg und begann die Falschbuchungen auch in den Steuerlisten und denen der Krankenkassenbeiträge. Das war in den Jahren 1925, 1927 und 1928. Freispruch seines Klienten Klocke verlangte. Er hatte das Glück, daß Klockes Flaschbuchungen durch die Verjährung unbestraft blieben. Statt dessen mußte der Nachfolge Klockes, der gutmütige Scheidt, den Kopf hinhalten, dem aber das beste Zeugnis auch von seinem Mitangeklagten Möller ausgestellt wurde. Ferse verteidigte ihn geschickt und wußte ihn als unschuldiges Opfer Klockes hinzustellen. Glanzend rechtfertigte Verteidiger Dörpinghaus den der Begünstigung angeklagten Möller. Er meinte, wenn eine vorgesetzte Behörde von der Strafverfolgung abgesehen hätte, wurde kein Gericht Anlaß gefunden haben, hier einzuschreiten. Für den früheren Rechnungsführer Möller habe nur eine zwile Aufsichtspflicht bestanden, keine strafrechtliche. Er habe den beiden Mitangeklagten keinen Rat und keine Tat zur Mithilfe geleistet. Er habe korrekt die Interessen seiner Arbeitgeberin vertreten und zwei Familien dabei vor dem Unglück bewahrt. Mölle habe keinen wissentlichen Beistand geleistet, seine Schuld habe sich einzig im Schweigen erschöpft. Hier sei für Möller ein gerichtliches Wohlwollen am Platze. Man solle die Verantwortlichkeit ihn nur formal schuldig werden lassen. Das Urteil: verletzt. Die 7jährige Tochter Elli der Eheleute Robert B aus der Hasenstraße geriet Freitag nachmittag deim Der Angeklagte Christian Möller wurde frei. Ballspielen mit andern Kindern in Streit, wobei sie gesprochen, das Verfahren gegen Klocke wurde ein= von einer älteren Gespielin derart unglücklich in die gestellt, da seine Straftaten verjährt seien. Bei Schei## linke Seite des Unterleibes getreten wurde, daß sie zukönne davon nicht gesprochen werden. Obwohl er nur sammenbrach. Mit heftigen Schmerzen wurde die das Opfer Klockes gewesen sei, müsse er zu 3 Monaten Kleine mittels Autos zu ihrer Wohnung geschafft Gefängnis verurteilt werden, doch werde ihm dafür Im Verlaufe des Samstags morgens wurde ihr Zu bee„„„„„„„* Im Verlaufe des Samstags morgens ein Strafaufschub bis zum 31. 12. 1934 bewilligt, in stand so bedenklich, daß sofort ein Arzt hinzugezoger dieser Bewährungsfrist habe er den letzten Schaden, wurde. Dieser stellte schwere Darm= und Nieren weicher dadurch entstand, daß für die Jalschbuchungen komplikationen mit Blutungen fest, so daß die Kleinder Harpener Bergbau=A.=G. ein Zinsenverlust von in lebensgefährlichem Zustande dem Krankenhaus zu etwa 3800 Mark entstanden ist. gutzumachen. Bei Möller bob das Gericht hervor, daß dieser sich in einer Pflichtenkollision befunden habe. Zuerst habe er die Schadloshaltung seiner Gesellschaft und dann die Verpflichtung, seinen Mitarbeitern die Stellung zu erhulten, im Auge gehabt. Die menschliche Pflicht habe er der rechtlichen Pflicht der Meldung vorangestellt. Von seiner Ehrenhaftigkeit sei es überzeugt, nicht aber von der Klockes. Ilgo. geführt werden mußte. Aus und für Herne Bure in der Peter= und Paulschule Vergrößerung der städtischen Verwaltungsstelle Sodingen Die Räume für die städtische Verwaltungsstelle Sodingen sind bei der starken Zunahme der Wohlfahrtsunterstützungsempfänger zu knapp geworden. Die Beamten konnten die sich von Tag zu Tag vermehrende Arbeit nicht mehr bewältigen und mußten Hilfe erhalten, für die nun aber wieder keine Büroräume vorhanden waren. Da die Peter= und Paul= schule seit den Rauch= und Staubschäden auf der Kirchstraße schon lange Zeit unbenutzt ist, wurde diese der Wohlfahrtserwerbslosenabteilung zugewiesen. Diese hat dort am Donnerstag den Betrieb ausgenommen. Sie hat die drei Räume des 1. Stockwerks besetzt, während in den Räumen des Erdgeschosses die Auszahlung der Unterstützungen durch die Stadtkasse erfolgen wird. Rechnungsführer Möller erkappie und schonte Scheidt. Im Oktober 1926 war ein Abschlagstag. Ein Bergmann verspätete sich und verlangte spater sein Geld. Möller, die Gutmütigkeit selber, ließ sich die Liste reichen und entdeckte, daß der blaue Strich bereits das Abheben des Abschlags anzeigte. Er merkte, daß da etwas nicht stimmte, bestellte den Mann für den nächsten Tag und ließ sich Scheidt kommen. Der gestand nun, wie er das Opfer Klockes geworden sei. Möller veranlaßte nun den Schwiegervater Scheidts, eine Hypothek von 5000 Mark aufzunehmen und damit die Restschuld Klockes, für die jetzt leider sein Schwiegersohn verantwortlich war, zu decken. Auch Scheidt führte in seiner Verzweiflung Möller gegenüber an. er werde in den Kanal springen, wenn er ihn melde. Also hütete sich auch in diesem Falle Möller, noch einen Menschen unglücklich zu machen. Scheidt wurde später, als die Schachtanlage„von der Heydt“ stillgelegt wurde, zum Rechnungsbüro„Julia" versetzt, wo er sich als ehrlicher und pflichttreuer Beamter bewährte, bis die Sache herauskam und er gleich Klocke entlassen wurde, während Möller in Pension ging. Die Sache kommt heraus. Vergassessor Kette ließ eines Tages den Rechnungsführer Möller zu sich kommen und fragte ihn, ob Klocke, der sich um eine Revisorenstelle bei der Hauptverwaltung Dortmund beworben habe, der geeignete Mann sei. Möller zögerte und gab schließlich seine Erfahrungen mit Klocke, nur mit Klocke bekannt. Das mit Scheidt verschwieg er. Bergassessor Kette nahm sich nun Scheidt vor und wollte nähere Einzelheiten über Klocke wissen und begann, wie es mit den 19000 Mark sei. Scheidt war nicht im Bilde und dachte. Kette kenne seine Verfehlung und beeilte sich gleich, zerknirscht einzugestehen, daß es doch keine 19000 Mark, sondern 4900 Mark gewesen seien. So kam der Direktor der Herner Zechengruppe auch hinter Scheidts Schuld. Er berichtete sofort an die Dort aunder Hauptdirektion und diese verfügte die Entlassung der Schuldigen. Das war schon Ende 1930 und die erste richterliche Tat geschah am 31. Januar 1931. Die Gerichtsverhandlung. Das meiste Interesse wandte man natürlich dem früheren Rechnungsführer Möller zu, der Stadtverordneter in Herne ist und nebenei in der Sparkassenund Wohlfahrtskommission sitzt. Möller ist auch in Karitaskreisen als sehr sozial denkender und frei gebiger Christ bekannt. Mancher Kumpel, der sich in Not befand, ist von Möller beschenkt worden. Behörd liche Stellen und auch gerichtliche stellten Möller das allerbeste Leumundszeugnis aus, wie sein Verteidiger Dörpinghaus ausführte. Den ungünstigsten Eindruck machte der jetzt gleich Scheidt erwerbslose Klocke. Er wollte behaupten, daß die Geldentnahme aus der Hauptkasse gang und gäbe gewesen sei, wobei es klar erwiesen wurde, daß außer dem Rechnungsführer und dessen Stellvertreter in seiner Urlaubszeit niemand an die Hauptkasse durfte. Klocke versuchte überhaupt dritte Perionen in seinen Schuldkreis zu ziehen, was ihm die Mißbilligung des Gerichts einzog. Einbrüche und In der Nacht zum Freitag wurde von einem Hofe m der Hafenstraße ein etwa 40 Meier langes und 5.5 Meter breites Fischernetz im Werte von ca. 60 Mark gestohlen. Das Netz war aus etwa 2 mmn starkem Garn und braun gefärbt. In der gleichen Nacht drangen unbekannde Täter in die Büroräume der Holzhandlung L. am Hafen am Dortmund=Ems=Kanal ein und erbrachen verschiedene Behältnisse. Was gestohlen ist, steht noch nicht fest. Aus einem Keller der Wirtschaft B in der Weichselstraße wurden in den letzten Tagen zwei Flaschen Boonekamp, einige Pfund Aepfel und aus dem Garten ein grüner Gartentisch und eine grüne Gartenbank gestohlen. *** * In Sodingen gibt es keine Schlammkohle mehr. Die Zeche Mont Cenis zieht zur Zeit um ihren Schlammkohlenlagerplatz einen tiefen Graben, durch den Abwässer geleitet werden. Es wird dann nicht mehr möglich sein, an die Schlammkohlen heranzukommen. Wiederholt ist es auch schon zu Ausschreitungen gekommen, bei denen oft die Polizei die Ordnung wiederherstellen mußte. * S ü l b e r n e H o c h z e i t. Polizeimeister August Wortmann und Frau Meta, geb. Bönsel, Lönsstraße 14, seiern heute das Fest chrer silbernen Hochzeit. Herzl. Glückwunsch! Weitere Funde bei Schloß Strünkede. Das 33. Grab entdeckt.— Die ersten Beigaben aus Eisen und Bronze.— Eine Pfeilspitze aus der mittleren Steinzeit(15—6000 v. Chr.). Wir berichteten zuletzt von den Ausgrabungen hinter Schloß Strünkede, daß drei weitere Gräber (Nr 30, 31 und 32) entdeckt worden seien. Mittlerweile hat sich die Zayl der aufgedeckten Gräber noch um eins vermehrt. Alle diese Gräber sind Brandchuttungen, d. h. man hat die Scheiterhausenreste(Holzkohle, Knochenasche, Beigefäße usw.) in ein Grab geschüttet, also nicht die Knochenreste besonders in Urnen beigesetzt. Das Grab 31 enthielt bekanntlich die ersten Funde von Eisenteilen und eine umgekippte Urne. Diese ist mittlerweile auf ihren Inhalt untersucht worden, man fand darin aber keine ganzen Eisenteile, sondern nur zahlreiche von Rost völlig aufgelöste Reste von Eisen. Die Beigaben an Gebrauchs= und Schmuckstücken wurden mit auf den Scheiterhaufen gelegt und veränderten daher völlig ihre Form und Festigkeit. Wichtig ist von dem Inhalt der Urne der Fund von Bronze. Es waren allerdings nur kleinste Reste, die jedoch präpariert werden konnten und den ersten Nachweis von Bronze auf dem Urnenfriedhof darstellen. Das Grab 32, das bei unserm letzten Bericht noch nicht geöffnet war, war ein schwarzer, mehr runder als ovaler Fleck, der überall mit Leichenbrand durchsetzt war. Es fanden sich auch einige Tongefäßreste, die scheinbar von zwei Gefäßen stammen. Das Grab 33 ist edenfalls eine Brandschüttung. Es ist ein Fleck von 80 Zentimeter Durchmesser und 30 Zentimeter Tiefe. Zwischen der schwarzen von Holzkohle verfärbten Erde fanden sich unregelmäßig verstreute Leichenbrandreste, aber kein Stückchen von Gefäßen, wohl aber winzige, völlig oxydierte Eisenreste, die in nichts zerfielen. Ein ganz seltener Fund wurde in der Nähe dieses Grabes gemacht: eine Pfeilspitze aus der mittleren Steinzeit, die von den Vorgeschichtlern auf 15—6000 vor Christi Geburt angesetzt wird. Diese Pfeilspitze besteht aus Feuerstein, sie ist 5 Zentimeter lang und 3 Zentimeter breit und ganz liebevoll und sorgfältig in symmetrische Form gebracht. Diese Pfeilspitzen wurden in den Schlitz eines aufgesplissenen Holzstabes gesteckt. Eine solche Pfeilspitze, die ihre Form nach der mittleren Steinzeit zuzusprechen ist, ist für Westfalen ein höchst seltener Fund. Museumsverwalter Brandt waren bisher erst zwei dieser Art bekannt. Die eine, die er in Schermbeck gefunden hat, besitzt Herr Brandt selbst, die andere befindet sich im Besitz von Dr. Löscher=Essen. Sie wurde in einer Sandgrube am Annaberg bei Haltern gefunden. Naturgemäß hat die Pfeilspitze mit den Gräbern nichts zu tun, sie ist vielleicht einem Jäger der Mittelsteinzeit verloren gegangen und im Boden liegen geblieben. Für unser Herner Heimatmuseum ist sie allerdings eine kostbare Bereicherung. * Den Verletzungen erlegen. Am Sonnabend vor 8 Tagen stürzte ein Zechen angestellter aus der Flottmannstraße beim Besuck von Verwandten auf der Gerther Straße derartie unglücklich die Treppe hinab, daß er mit einem Schä delbruch, Gehirnerschütterung und Schulterverletzun gen dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Dor ist er jetzt an den Folgen des Unglücksfalles gestorben * Vorsicht bei kleinen Verletzungen! Die Hausbedienstete Elfriede M. aus der Rott bruchstraße die bei einem Geschäftsmann auf der Bo chumer Straße in Stellung ist, hatte sich Freitag nach mittag an einem rostigen Nagel des Schrubbers per letzt. Trotzdem die verletzte Hand in der Nacht darau anschwoll, hatte das Mädchen am Samstag vormit tag nach die Reinigung von Geschäftsräumen vor nehmen wollen. Hierbei brach sie ohnmächtig zusam men. Ein hinzugezogener Arzt stellte Blutvergiftung und Gelenkentzündung fest und überwies die Bedauernswerte dem Krankenhaus, wo die linke Hand am putiert werden mußte. * Noch Glück im Unglück hatte am Samstag ein Motorradfahrer, der mit einer Dame auf dem Soziussitz mit großer Geschwindigkeit die Kanalstraße im Stadtteil Börnig entlangfuhr und beim Ausweichen eines Lastwagens zum Sturz kam Hierbei wurde die Dame in großem Bogen auf die Straße geschleudert. Glücklicherweise erlitt der Motorradführer nur leichte Hautabschürfungen und die Begleiterin unbedeutende Verletzungen. Auf dem Grünen Weg stürzte ebenfalls ein Motorradfahrer Er erlitt Verletzungen am Kopfe. 9 Jusammensloß. Auf der Oststraße im Stadtteil Holthausen kam er em Samstag zum Zusammenstoß eines DreiradMotorlieferwagens mit einem Fuhrwerk. Hierbei wurde der Motorwagen stark beschädigt und der Fahrer leicht verletzt. Das Pferd hatte eine Verletzung am Fuße erhalten. * T h e a t e r v e r e i n L o r e l e y. Am Sonntagabend führte der Theaterverein Lorelen das Drama„Gib mich frei“ im Borgmannschen Saale auf. Der Verein durfte sich eines sehr guten Besuches erfreuen. Die Spieler hatten im großen ganzen ihre Rollen gut erfaßt, das Publikum dankte durch starken Beifall. Zur Ermordung des Pelizeibeamten Bartkowiak. Herabsetzung des Wertes der Sachbezüge. Die Vorsitzenden der Versicherungsämter befürworten die Ermäßigung der Sähze. Jahlen und wieder Jahlen Einen breiten Raum nahmen die Lohnlisten und die von den anwesenden Revisoren ausgearbeiteten Statistiken der Zeit der Verfehlungen und falschen Buchungen ein. Aber je mehr man davon hörte, desto weniger klar wurde es einem. Selbst der Richter meinte zuletzt, mit seinem Laienverstande könne er hinter diesen Zahlenwust nicht kommen. Was dem Anwalt Klockes willkommen war. in dem er nach dieIm Mulheimer Rathause fand unter dem Vorsitz des Stadtamtmannes Reusch eine Konferenz der stellvertretenden Vorsitzenden der 35 Versicherungsämter im Regierungsbezirk Düsseldorf und im rheinisch=westfälischen Industriebezirk statt, an der die Leiter der Oberversicherungsamter Düsseldorf und Dortmund, die Regierungsdirektoren Seeringen und Dr. Schieren teilnahmen. Man besprach zuerst sehr eingehend die Frage der Herabsetzung der Sätze des Durchschnittswertes der Sachbezuge, der zuletzt im Jahre 1927 erhöht worden ist. Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß es an der Zeit sei, mit Rücksicht auf die Wirtschaft und auf die Tatsache, daß viele große Betriebe, Geschäftsleute, Handwerker und Haushalte nicht mehr in der Lage seien, die Kosten der sozialen Beitrage aufzubringen, die Sätze zu ermäßigen. Bei Herabsetzung des Wertes der Sachbezüge wurden Hunderte von Hausgehilfen wieder Arbeit bekommen. Von der Landwirtschaft wird seit Monaten besonders eneraisch ein Entgegenkommen verlangt, während die Krankenkassen sämtlich für die Beibehaltung der jetzigen Sätze sind. Das Versicherungsamt Bochum begründete die Herabsetzung des Durchschnittswertes um 10 bis 15 Prozent. Von den beiden Vorsitzenden der Oberversicherungsämter wurde zugesagt, in dieser Frage erneut die Initiative zu ergreifen, zumal einmütig hervorgehoben wurde, daß die Sachbezüge für Dienstboten und für das landwirtschaftliche Gesinde unbedingt herabgesetzt werden müßten. Aus einem weiteren Referat des Vorsitzenden war zu ersehen, daß Krankenhäuser. Genesungs= und Kindererholungsheime die Sachbezüge für ihre eigenen Hausgehilfen höher bewerten als die Privathaushalte(1.80 RM. gegen 1.40 RM.). Den Oderversicherungsamtern wurde die Anregung gegeben, den Wert der Sachbezuge für weibliche Versicherte, die nicht Angestellte sind, ganz allgemein einheitlich zu bewerten. Sodann beschäftigten sich die Anwesenden mit einem Artikel des Reichsarbeitsministers Dr. Siegerwald 1881 über die Sozialversicherung in einer ganzen Reihe Blätter veröffentlicht hat. Darin macht er den Versicherungsämtern den Vorwurf, daß sie die Erwartungen, die die Reichsversicherungsordnung auf sie gesetzt hat, nicht erfüllt hätten, ohne diesen Vorwurf im einzelnen zu begründen. Die Anwesenden protestierten gegen diese Unterstellung, weil das Reich bisher nichts veranlaßt habe, die Länder und Gemeinden zur Erfüllung der ihnen durch das Gesetz aufgelegten Pflichten anzuhalten. In allen Fällen, in denen die Reichsversicherungsordnung abgeändert worden sei, habe man die Versicherungsämter, bei denen anerkannte Fachleute tätig sind, systematisch übergangen, wohl aber seien die Krankenkassenverbände(Gewerkschaften) und die sonstigen Versicherungsträger immer gehärt worden, deren Wünschen in sehr weitgehendem Maße Rechnung getragen wurde. Die Versicherungsämter in den Großstädten und großen Landkreisen hätten ihre Aufgabe restlos erfüllt, dagegen müsse zugegeben werden, daß bei mittleren Städten und Landkreisen diese Aemter eine sehr kümmerliche Rolle spielten. Es sei Sache der Landesregierungen gewesen, für eine ordnungsgemäße Verwaltung dieser Aemter durch Zurverfügungstellung vorgebildeter Beamten zu sorgen. Gegen eine Zusammenlegung kleiner Versicherungsämter zu einem lebensfähigen Amte sei nichts einzuwenden, wenn eine gut vorgebildete Kraft mit der Leitung beauftragt wird. Die geplante Aufhebung der Versicherungsämter und ihre Ersetzung durch zwanzig Landesversicherungsämter könne keineswegs den Erfordernissen der Arbeitgeber Der Vatermörder überführt. Der zweite Sohn unter dem Verdacht der Mittäterschaft fesigenommen In der Mordsache Bartkowiak werden die Ermittelungen der Kriminalpolizei energisch weitergeführ: Diese wurden naturgemäß dadurch erschwert, daß Michsel Barkkowiak nach wie vor bestrebt ist, alle Schuld auf seinen Vater abzuwälzen und dreist behauptet, dieser habe die Pistole auf ihn gerichtet Diese Behauptungen und alle Reinwaschungsversuche des Täters sind jetzt vollständig zwecklos geworden. weil nunmehr durch Zeugenaus sagen einwandfrei feststeht, daß der Getötete beim Betreten des Hausflures aus diesem deraus beschossen worden ist. Es steht ferner nunmehr einwandfrei fest, daß der Beamte zurückgetaumelt, einige Schritte weitergewankt und dann zusammengebrochen ist, ferner daß er von dem Täter verfolgt und weiter bescholten wurde. Das Lügengewebe, das der Bursche über seine Tat gez#gen hatte, ist nunmehr durch die Feststellungen zerrissen worden In der Mordsache ist nunmehr auch der 18= jährige Sohn Franz B. wegen Berdachts der Mittäterschaft bzw. der Beihilfe von der Kriminalpolizei festgenommen worden. Er ist von einem Zeugen kurz vor der Tat mit anderen jungen Leuten in der Leusberastraße gesehen worden. Keine weiteren Gehaltskürzungen Eine Erklarung des preußischen Finanzministers. Berlin, 21. Non. Wie der Deutsche Beamtenbung mitteilt, empfing der neue preußische Finanzminister Klepver am Donnerstag die Vertreter des preußzischet Beamtenbundes. Im Verlauf der Unterredung kamer u. a. auch die Gerüchte über weitere Gehaltskürzungen zur Sprache. Der Finanzminister wies darauf bin, daß nack seiner Auffassung weitere Gehaltskürzungen solange als ausgeschlossen anzusehen seien, solange nicht eine füblbare Senkung der Lebensmittelkosten eingetreten sei. Die kollegiale Schulleitung für Samburg aufgehoben. 9 2 5 Vor einigen Tagen veröffentlichten wir an dieser Stelle eine Mitteilung des„Anlltichen Preußischen Pressedienstes“, nach welcher an eine Einführung der kollegialen Schulleitung in den Schulen Preußens nicht zu denken sei. Nunmehr ist die kollegiale Schulleitung. die in Hamburg versuchsweise eingefuhrt war, doch wieder beseitigt worden. Die„4. Verordnung zur Sicherung des Hamburgischen Staatshaushaltes" bestimmt im Artikel 3:„Das Gesetz über die Selbstverwaltung der Schule vom 12. April 1920 wird wie folgt geänbert: Dem§ 18 werden die Worte hinzugefügt:„Der Schulleiter ist für die Durchführung der und Arbeitnehmer Rechnung tragen. sondern würde gesetzlichen Vorschriften und der be über die Grundlagen der deutschen Sozialversicherung, den er aus Anlaß der 50jährigen Wiederkehr des Tages der kaiserlichen Botschaft vom 17. Nonember der Sozialversicherung auch in ihrem Ansehen ganz erheblichen Schaden zufügen. Die Gemeindeverbände hätten ein großes Interesse daran, insbesondere die Aufsicht über die Ortskrankenkassen zu behalten, weil sie mit ihrem Vermögen für die Schulden dieser Kassen aufzukommen haben. Um die Oberversicherungsamter zu entlasten und zur Beschleunigung des Berusungsverfahrens samtern ranken Invaliden und Unfallrentenangelegenheiten als erster Jassanz zugewiesen würde. hördlichen Verordnungen in der Verwaltung seiner Schule verantwortlich“ Damit ist die kollegiale Schulleitung auch in den Hamburger Schulen wieder beseitigt worden. sei zu erstreben, daß den Versicherungsneven der Rechtsprechung in der Ar versicherung auch die Berufung in Ino Ein Teil unserer heutigen Ausgabe enthält eine Beilege der Pirma Allhoff, Recklinghausen, auf die wir unsere Leser autmerksam machen. err * —.2• G 5 *— 535 8 5 " e. K ES 55 —*— — E K.5.2 # SX 2= m oberen ende rechis eine Kerde, links eine Rerde. damit sie nicht rutichte, setzte sich auf den Schemel davor und trat seine Giedke Es ging ganz aut. And er konnte dabei die Hande unter den Kopf salten und durch das Schalloch des lacherlichen Türmleins geradewcas in den Himmel gucken. Sie lachten nder seinen Avparat. Sie lachten übe:haupt immer uder Aleke Bimdam und nannten ion einen Rarren. Ader eines Tages lachten sie nicht medr! Das war am 2. Aoril co. dui. 1626, ivso die sancti Soteri Da sielen die Kroaten des Wallenstein über das unjelige Dorf der und rlunderten und drannten daß es eine Art datte Und da es gerade ein Sonnteg war und Ehrn Silenius allbereits zur Predigt rustete. so dockte Alek: us oden im Turm und sad, was ihm nicht fremd Hei! Wie es drannte! Wie sie plunderten und schlugen und lachten, die Kroaten. Eine Stunde Stunden.... es dauerte garnicht lange Schließlich trieden sie zulummen was noch ledir Es waren kast alle, gottlod. Edrn Silvenius vora.: Milli Pragst. der Odrist der sch.men Schar. nannte sich einen guten Christen. Er bejadl also Edrn Silvenius. er solle denen da das Eoangelium lesen. Das Eoangelium des Sonntags Judilate. wie es aufgereichnet ist beim Avostel Jodannes. Im 16. Kavitel. Vom 16. bis 22. Bers Und dann sollte die Glocke läuten, de sollten nieder Der Auflaut u.1 Zweiselles hatir bes Haus, oberilächlich betrach tei. etwas Ungewöhnliches, denn vo: den gronen und breiten genstern dingen keine Gardinen, sondern schmutigweide, geldfleckige Tucher, die in einer sernen Bergangendeit einmal Laken gewesen kein konnten Und noch andete Merkwurdigkeiten wies das Haus auf. das Ter. scdwer und mittelalterlich solide. die Fassade, auf die unentwirtdare, leitsame Zeichen ge malt waren. das eigenartig gedaute Dach mit dem einen runden Fenster. und der kleine Turm an der Ecke, wie ein Ausrujungsheichen so spitz und wie ein Fragezeichen geheimnisvoll... Nein, man werse dem Schlachteriungen, der sein Fabrrad an den La teinenpfahl gelednt hatte. keine Senjationslust vor. man urteile seldst: es standen bereits drei Leute da, zwei Männer und eine Frau. und starrten das gebeimaisvolle Haus an. still und stumm. und so bald einer der drei aud nur ein Wort sagen wolkte, sohra ken die beiden andern auf und mahnten mit einem leisen„Sisst!" zur Rude. Es ware von dem Schlach terjungen nicht zu verantworten geweien. wenn er durchaciahten Mare „Was in hier los"“ fragte er araies und unschul dia. aber schon datte ihm einer der Manner einen Riovenstoß verietzt. und alle drei zicchten ihm mit ihrem„Ssttt" an. Und er mußte es als ein Ent gegenkommen anjeden, das ne stumm nach oden zeigten, wo sich ern Tuch bin= und derbewegte „Na und..“ wollte der Junge fragen. aber ein zweiter Nivvenstov machte idm klar, daß dier etwas Außergewöhnliches zu seden war und daß die Zeit, die er dier verbrachte, nicht vergeubet war..“ Was ist hier lo““ dröhnte eine Baßstimme mit kuten und ein Paterneer beten, und dann sollten sie sterden Aüe! Nach dem leuzen Glockenschlage Da buden sie furchtdar an zu sammern. Aber es half ihnen nicht. Sondern er ließ seine Wilden um sie reiten und sie enge zusammentreiben. And Ehrn Silvenius las ... Und ihr habt auch nun Traurigkeit. Aber ich will auch wiederseden, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nebmen.“ So las er, und Milli Draasi nickte Dann wandte er den Kopf dem Türmlein zu und bob befedlend die Hand. Da verschwand das Gesicht des Aleke oden am Schalloch, und die kleine, eifrige Glocke erbob idre Stimme „Bim... dam bim.. dam... bimbambim dambimdamdimdam Aleke Bimdam läutete Aleke Bimdam trat seine Glocke und schwang dann das Seil mit den Arwen und trat wieder und schwang wieder und trat und schwang.... Die da unten deteten. Ein Paternoster. Zwei Paternoster. Dann dorten sie aul. Hoden die Häupter Starrten das lächerliche Turmchen an Nun nan Ader Alete Bimdam läutete Was datte der Obrisder gesagt". Nach dem letten Kottrnichlage? Milli Draaßt war ein Hund. Ein zieriges, mor derische: Bied. Doch er datte gelobt! der sicd Nummer Funi ankundigte, san unmitteldar gefolgt von Nummer Seche. die dieselde Frage mit dertelden Hartnachigkeit stellte Wodi madnten die drei ersten noch immer zischend um Rude, ader die stets wardtende Anzadl Menlchen bezuugte sich nicht damit. Der Cdauffeur eines LastDagens war extra dazu abgetlegen und verlangte Aufklärung. ein alter Herr wollte unterrichtet sein. eine junge Dame erschauerte und genon das Gruseln. Spatterganger und abgeniegene Radiadter, Klempner und Müllabfuhrmänner, alle verlangten drobend nach Aufklarung „Wir dachten.“ sagte endlich der erste.„daß wir temard „Gunz bestimmt!“, sagte die Frau,„aber wir sind Nachbarn. und gestern zon die Familie dier aus und jetzt zu niemand mehr drinnen. und doch... stil jetzt, denn sonst dört man nichts“ Aber die Menge war nia zu berudigen. Man schtie und larmte. und es war unmoglich etwas von den gebeimnisvollen Vorgangen im Innern des Hau es anfzujangen. Die Zadl der Neugierigen nahm immer medr zu, und nun degannen die wildesten Geruchte zu kuisieren. Ein Mann sollte ermordet sein. eine Frau sich aufgehangt haben. eine Bomde sollte explodiert, ein groner Diebstabl verübt worden sein. das waren nur einige von den Vermutungen. die. von niemandem wideriprochen, bereits den Anschein der Warbeit bekamen. Etwas munte doch sein. denn sonn wurden doch nicht die vielen Menschen. Ein Mann drängte sich durch die Menge, sab auf ein Papier. nahm einen Schlüssel aus der Tasche und begab sich. als ob es gar nichts wärc. in das geheimVom guten Humor Wädrend des Ueberganges von der Gulden= zur Markwahrung musten in amtlichen Schriftstucken Geldbeträge zur Erleichterung des Volkes in beiden Währungen angefubrt werden. Als einmal im Walde eine Leiche mit einer Verletzung an der Stirne de funden wurde. schrieb der Ortsvorsteder in gewissenhatter Betoigung dieter Weisung in dem Berichte an die Gendarmerie auch den Satz:„Der Tote dat im Kopie ein Loch so groß wie ein Geulden- 1 4 71 J.“ Das Fraulein batte das erste Schuljahr. Unter den Knaben war auch ein Peter, dessen Bruder Franz das Fräulein einiger Jadre vorder edenjalls in der ersten Klasse unterrichtet datte und der sedr gescheit war. Peter war nun gerade das Gegenteil. Das Fräulein glaudte, er bei nur so scheu und wollte ihn durch oftmaliges Aufrufen zum Sorecden bringen. Endlich wurde es dem Peterl zu dumm und er gab der Lehrerin wutend zur Antwoll frogst denn olliwal mi. an io andere a gnna do!“ * * Der Sohn eines reichen Hauern, der in Frauenfeld schlecht Uudierte und recht viel Geld brauchte. telegrapdierte kutzerband beim „Verkauf das Kald und auch die Rud Und schickt das Geld nach Frauenfeld zu!“ Schlaufertis antwortete der Vater: „Die Kud bleibt hier und auch das Geld— Das Kald ist schon in Frauenfeld!" Ic sitze in der uberiullten Straßenbahn. Mir gegenuder dat eine ziemlich festgedaute ältere Frau Platz gefaßt. Reden ihr weint ein kleiner Junge aus der Nase. Immer wieder gehen die Augen der oen setugten zu dem kleinen Mann und ihr Entjetzen ist idr aufs Gesicht geschrieden. Ich schaue belustigt die beiden an. Endlich saßt die Alte sich ein Herz und fragt den Kleinen: „Post koa Sackiichel nel“ So beschloß er zu warten Eine Stunde. 2 Seine Kroaten zuterten vor AUngeduld. Oi: Lschirnbog! Sottten sie bier anwachlen? Sollten sie = spät kommen! Zum Brennen? Zum Schatzen“ Die andern warteten nicht! Stoden längst weiter nach Osten! Endlich rin Milli Draon die Geduld. Er schlug Eden Silvenius die kurze, schwere Peitsch= über den Schädel, daß er blutend zusammenbrach, wandte sein Roß und ritt. Die anderen, wie die Wolse, hinterdrein. Fort. Bor der Dämmerung her, die sachte von Westen herankam Aleke Bimdam läutete. Sie kamen garnicht auf den Gedanken, die da unten, die Gheretteten, idn zu erlösen! Sie knieten dloß da und boden die Hände und lachten und lobten Got# Bis plötzlich, die kleine, eifrige Glocke schwien Da erwachten sie. Da stiegen ein paar empor und fanden den Knaben. Er las neden dem Seile. Kraftlos. Das braune Gesicht überströmt von Träuen Er weinte, der arme Nart, weil seine Glocke nicht mehr klang und weil er sich zum ersten Male im Leben für ganz, ganz unnüt bielt. Int noch etwas zu sagen“ Sie waren barte Menschen, die da unter dem Harze Sie machten nicht viele Worte. Aber sie schalten ihn niemals medr einen Narren. Bloß der Name blieb idm. Run gerade! Nun, da er ihnen alben das Leben erläutet datte Er. Alese Bimdum. nisvolle Daus. Es dauerte nicdt lange, da kam er wieder heraus, einen Vogeldauer mit einem Papagei in seinen Armen „Der ist vergessen worden, das is alles. Geht nur, gedt!“ icdmunzelte der Mann und bod zum Beweise den Vogeldavet an Der Papage Ktarrte aus seinen runden Augen verdutzt auf die vielen Menschen Dann kreischte er auf. schlug mit den Flügeln, sprang wie toll bin und her und überkugelte sich an seiner Sitzstange, so daß der Mann kaum den Käsig halten konnte Der Schlachteriunge sand zuerst die Sprache wie der.„Halt ion jest.: brüllte er,„n schnaopt er über.“ Und dann wandte er sich zu seinen Nachbarn: „Tet is nämlich nu der Hodevunkt in seinem Papa geienleden. Er hat’nen Menschenauflauf erregt Davon wird er zehren. bis er alt und grau gewor den int“ Man soll nicht sagen, daß Schlächterjungen nicht manchmal geistreich seien! Ader der Bengel fügte noch etwas hinzu, und das war weniger scdon.„Aber wenn Sie det nächste Mal wieder antreten, veredrtet Publikum, dann rat ick Ihnen: loosen Sie. statt wegen'nen Papagei, schon lieder wegen inen Schlächterjungen zusammen!“ Der freche Schlachterjunge ware geloncht worden. wenn er sich nicht schnell aus sein Rad geschwungen hatte. Im übrigen entsprach es den Gesetzen der Logik. daß die drei. die zuerst dagewesen waren, auch zuern wieder weggingen. Es glich aber gleichfalls einer übersturzten Flucht „Freili,“ kommi die Antwort,„aber i tu's sei net herged'n Zu dem Direktor einer groneren Firma kommt eines Tages der Personalchef und überaibt ihm das Entlassungsgesuch einer älteren, seit Jahrzehnten in der Firma tätigen Angestellten. Der Perionalchef sagte ein vaar passende Worte dazu und empfiehlt das Gesuch zur beschleumaten Bedandlung. Der Direktor wirft einen Blick hinein, legt dann das Blatt aus den Schreibtisch und lacht, lacht aus vollem Halse. „Grund der Kundigung: Bevorstebende Vermädlung! Ausgezeichnet, wirklich ganz ausgezeichnet! Hatte nie geglaudt, daß wir die verdrehte alte Schraude mal auf so anständige Weise loskriegen! Selbstverständlich Kundigung angenommen!— Aber unn sagen Sie mir blon. mein Lieder. naturlich im Vertrauen, wer ist denn der Unglückliche, der aus die olle Tante reingefallen ist?“ Ich. Herr Direktor 3u51hss5be anng 3 Am Nr. 135° Uuterbaltungsbeilage zum Herner Anzeiger. 103, Rheinisch’Bluf Von H. A. von Byern Urheber-Rechtsschufz: Verlag O. Meister, Werdau Irgendwo zwolf drodnende Schlage— Mitter nacht.—— Und unn eine delle Faufare „Demaskieren, weine Tamen und Herren!" Herr Jean Matlow nickte dem Binche zu:„Darf ich dekannt macden: Herr Jakod Textor aus Offenbuch und seine Braut. Fraulein Hannele Rösch.“ dabei zeigte er lächelnd aul den Baiano neden der niedlichen Zigennerin, winkte dann Schäfer und Scdäserin deran:„Herr Werner Holkt, dessen samoses „Aschenbröde!" Du erworben dast, lieder Freund. und seine Betlodte: Fräulein Lisa Gövsert, das Modell zur„Gudrun“.—— Herr Friedrich Wildelm Stürmer aus Dresden neden Frau Gomadlin!“ „Ader wo ist denn.... fragte der Srotzindu strielle und sad sich suchend um Gerade in dietem Augendlick##odlenderte der Minnesänge: in die Lande. streifte seine Seidenmarke ab. bei dem Wallensteiner Reitersmann die Hand: „Guten Abend. Papa, riesig nett, dab Du Dir den Betrieb hier aucd einmal ansiedst oder— füdren Dich Geschafte der?“ „I Du verfluchter Benge!!" Der alte peri tastete erwas unsicher nach der Tischkaute:„Sag' mal. wo —— wo ist denn Deine Tanzerin?" „Die läßt scdon grüben, mußte leider aufdrechen. um den Badnanschluß noch zu erreichen!" „Und... und... ihr Name?“ Herr Friedrich Vilbeim saßte seinen Sohn an dem Lautenband Der lachte nur: „Lieder Papa— Name ist Schall und Rauch! Jetzt will ich ern mal Muttchen nen Kuß geben!" „Ru, baw ich's net g'sagt, daß Se in zwei Stund sehend werde!" triumpdierte das Hannele. Der Besitzer der Stürmerwerke räusperte sich „Mit scheint, ich din das Opfer eines Komplottes geworden...!“ „E dissel spät merte Se das!" lachte Textor und Werner Holst sekundierte ihm „Im letzten Augenblick wurde noch eine kleine Regieänderung vorgenommen...“ „Mein lieder, lieber Junge— und wie schinal Du geworden bist!“ Frau Stürmer legte idren Arm um Hellmuts Schultern Das ist nur außerlich. Mutichen." und nun leiser. ganz nahe am Ohr der alten Dame:„Hat sie Dir gefallen?!" uch. Kind, wir sind doch längst gute Freundinnen. ich war schon vor Weihnachten einmal in Enkheim.“ „Wa as!“ „Still! Und—— und morgen wird nun Deine Operette ausgeführt?" „Ja, mein erstes großeres Werk. halte mir nur beide Daumen!" Herr Marlow bob sein Glas. trank dem jungen Komponisten zu: „Auf den Erfolg von„Rdeinisch' Blut“!“ „Sehr liebenswürdig! Schade— wenn ich geabnt dätte, daß meine Eltern kommen, wurde ich na türlich ein paar Karten reserviert haben—— die sind nnn vergeden" „Macht nichts.“ der Baukier lachte.„desto großer sind die Einnahmen und Ihre Tantiemen, man muß immer kaufmännisch denken" Herr Friedrich Wilbelm Stürmer trank schwei gend ein Glas nach dem anderen, wußte wirklich nicht. ob er lachen oder sich argern sollte. So ein Nirchen so ein Kobold—— so ein allerliebster kleiner Nacke:“ Also das war„sie" gewesen— Einen guten Geschmack hatte der Junge jedenfalls. Kunststück bei dem Vater! Und unter dem blinkenden Küraß des Wallen steiner Feldodristen schmolz ganz unmerklich der Eisvanzer, schmolz in der Erinnerung an ein glocken klares Lachen. ein paar Mädchenarme, an zwei rote. Lioven „Jugend! Jugend! Du liebe Jugend!" Ganz leise. en bissel wedmütig, ein dissel erznnerungsirob sagte es der alte Herr vor sich bin, leerte seinen Römer dis zur Nagelprobe.— Und dorch: Klang da nicht eine delle, liede Stimme, die Stimme seines Sohnes— „Jch kam von fern gezogen Zum Rbein, zum Rbein...“ Gaus verklärt. voll mutterlichen Stolzes blickte Irau Sturmer auf ihren Jungen. nickte ihm zu. Da sielen auch das Binche. Textor. Lisa, Holst und das Hanwele ein „Die Welt die rebewanzte Juppbei. jupobei, Der Rolandsbogen tansle Dudldei, dudldei!“ Wirklich, die Girlanden aus Redland schienen sich zu bewegen— Stimmengesumm wie aus endlos weiter Ferne: „Die Maid zu meiner Linken chotz ein, goß ein. Mir war. als tät' sie winken: Bin dein, din dein!" derr Friedtich Wildelm tat einen tiefen Trunk, lachelte stillvergnügt vor sich hin: „Hoppla. mein lieder Alter!" Der Bankier konnt. den achwankenden Reitersmann gerade noch recht seitig sutzen, gad Textor und Holst verstodlen einen Wink:„ein Auto! Ic glaube. es wird Zeit!“ Dann führte er als getreuer Waffendruder den ossensichtlich schwer dlessierten. infolge einer ruhmreichen Zerwundung kaumelnden„Kavfe:lich Hads vurgischen Heern Feldodristen“ schonend aus der redlaudumtankten Laube Helles Mädchenlachen, schwir rende Saiten: Kommst. Knade, du gesogen Zum Rbein— zum Rhein, Hut" Dich vorm Rolandsdogen Und seinem Wein! Es lockt aus jedem Glase Bomm— bomm. Bomm— bomm. Das Glöckchenspiel der Base: Komm. komm— Komm. komm!“ Eine halde Stunde später lag Heir Friedrich Wilbelm Stürmer. Besitzer der weltberühmten chemischen Werke, im breiten Gasbett der Marlowschen Villa in der Bockenheimer Landstraße, zärtlich betleut von seiner wesentlich besseren und nüchterneren Ehehälfte. grunzte zufrieden, lachte bebaglich, griff in der alles verstehenden. alles verzeibenden Stimmung die sed: edie. sehr alte Weine auszulosen pflegen nach der Hand der getreuen Lebensgefährtin: „Mutter, so nen verfluchter Benge!—— bibibibi —— Für den ist das Rircden ja viel zu schade: Gott. so'n Mädel, so'in süßes, liedes Made!!" * Mit einem Schlag erloschen alle Lichter, nur die Glübbirnen der Bühnenrampe brannten noch mit halder Stärke. Der Dirigent hob den Taktstock, ein stradlender Akkord in C=Dur. eine helle, aufjauchzende Fansare und nun nahmen Violinen, Flöten. Oboen dar Motiv am. umrahmten es mit Variationen, bis sich eine liede. schwermütig=sühe Weise aus der Flut der Töne hod: „Es liegt eine Krone im arunen Rbein. Gezaubert von Gold und von Edelstein. Und wei sie erhedet vom tiefen Grund. Den krönt man in Nachen zu seldiger Stund. Vom Belt bis zur Donau, die Lande sind sein. Dem Kaiser der Zukunft, dem Fürsten am Rbein!“ Der Vordang rauchie ezupof. nab dus erste Ssenenbild frei——— Mutti! Och Mutti!" Das Jigeunerle datte die Hände gesaltet, zog die Daumen ein und atmete schwer. Die alte Dame lächelte:„Aber, lied Kind. wer wird denn io ausgeregt sein!“ Neden Lou saß Hellmut, dabinter Holst und Lisa. Frau Göpfert. Textor und das Hannele. Im Parkett. den Logen. auf den Tribunen verichwommen rosafardene Flecken. fremde Gesichter, ein vielkoo### ges Ungebeuer— das Premierenpublikum Und sied—: Reigten sich da nicht ein paat Herren zueinander, tuschelten, zuckten die Bleistitte“? Der junge Konwonist atmeic beklommen—— das waren die Krittker. die Rezensenten der gtonen Togeszeitun gen, daneden Konservatoriumsproiessoren, auswal tige Intendanten und Berichterkatter Und da— da— iumitten des Cdaos ein nilles. verklärtes, gutig läcbelndes Antlit.— „Mutichen!" Unwillkürlich griff vellmr; nach Lous Hand:„Meine Eltern und Marlows— dort. in der dritten Reide!" Funkelnde, dlivende Linsen der Theaterglaser, deutegierigen Raudtieraugen gleich Und droben auf der Budne, das dunte Treiden einer echt rbeinischen Kerd—— „Jld jed' dich. du dersliedes Made Du#warzbraunes Mädel nom Abein Und denke dei seligen Stunden Voll Liede und Sebnsucht beim Wein!" Wie aus einem Traume erwacdend icdrrate daZigeunerte empot— blendende, stradlende Helle. rauschender Applaus, vereinzelte Hervorrufe.— Drei ... viermal bob sich der Vorbanz. sank nieder... „Gratuliere!" Werner Holst schlug Hellmut auf die Scdulter:„Herrgott nochmal. käleweiß siebst Du aus vor lauter Lampenfieder!“ Geräuschlos öffnete sich die Tür, der Spielleiter trat ein: „Zufrieden? Ja? Ich hoffe, es wird ein gangroßer Erfola!“ Und Sekunden spater wieder das Schwirren der Geigen, das Locken der Pikkoloflöten, ein anderes Motiv Die alte Bauernschanke in Aßmannsbausen, die berühmte Wallfabrtsstätte aller weinfroden Zecher rbeinauf und rbeinad!— Silbernes Mondlicht, das durch rankendes Redlaub schimmert. goldenen Wider schein findet in den blivenden Wellen des deutschen Stromes. des grunen Rbeins. And verichmolzen zu einer Harmonie ein glockenklarer Sooran, ein weicher. werdender Tenor: Und Augen bein wie Rohichen Von Erz— von Ere. Es hüpfte in dem Bowiche Mein Herz— mein Herz!“ Ich sab zwei Ringellockchen. Bomm, domm— Bomm. domm. Sie läuteten wie Glockchen: Komm komm— kommn komm! Klangen da nicht wirklich silberseine Glodchen? Schien der alte. vielerfadrene Nachtschwärmer Mond nicht verständnisinnig zu schmunzeln? Kicherten nicht irgendwo die neckischen Kobolde des Edelweins. die Stromniren? „Und als die Mondslbouette Verschwand— verschwand. Da lag die Maid im Bette Und ied— im Sand!“ Dacapo=Rufe bei effener Szene. brausender, nich endenwollender Beitall—— Und wieder klans es auf in millelntndenn Kbothmus Die Stillhalte=Verhandlungen Die Privatgläubiger nach Berlin eingeladen Berlin. 21. Nov. 1931. In den Presseerorterungen über das deutsche Remorandum aus Einberufung des Baseler Sonder dusschusses wird zum Teil behauntet, daß gleichzei###g nit den Verhandlungen des Sondersausschusses in Basel Verhandlungen über die Regelung der Stillhaltefrage densalls in Basel von den gleichen Sachverständigen geahrt werden sollen. Diele Darstellung wird von unterrichteter Seite als völlia abwegig bezeichnet. Diese Fragen haben sormal überhaupt nichts miteinander zu tun und können auch nicht in gemeinsamen Verhandlungen von den gleichen Sachverständigen erortert werden. Dies is schon deshalb unmöglich, weil voraussichtlich die Besprechungen über die Stillbaltefragen zunächst in Berlin erfolgen werden. Der deutsche Schuldner=Ausschuß hat die Vertreter der beteiligten Gläubigerländer nämlich jest zu Besprechungen über die weitere Regelung der privaten Schulden nach Ablauf des Stillhalte=Abkommens nach Berlin eingeladen. Bei diesen Verhandlungen ist Deutschland durch den sogenannten Schuldner=Ausschuß, das ist der Das Vergehr frühere Bankenausschuß. vertreten. Außer diesem Ausschuß werden Vertreter der Reichsbank und der Golddiskontbank teilnehmen. Eingeladen sind die elf Ausschüsse der privaten Gläubiger. o. b. die Bankenvertreter von Amerika, Belgien. Tschechoslowakei, Dänemark. England. Frankreich, Holland. Italien. Norwegen, Schweden und der Schweiz. en nicht verwanderne, daß er schlleßnich in die Ostwerke A.=G. geholt und später in den Schultheiß=Patzenhofer= Konzern übernommen wurde. Als die Versehlungen Kavenellenbogens im Oktober bekannt wurden, schied er gemeinsam mit seinem Freunde freiwillig aus dem Vorstand des Schultheiß=Konzern aus. Vorläufig hat der Untersuchungsrichter die Voruntersuchung erst auf diese Männer ausgedehnt. Die Frage der Mitschuld der Banken wird noch geklärt werden müssen. Bekanntlich sind im Falle Schultheiß gegen Jakob Goldschmidi von de. Danat=Bank, von Staut von der DD=Bank und gegen Reindort von der Commerz= und Privatbank in der Oeffentlichkeit heitige Angriffe gerichtet worden. Die hohen Pensionen Nur 7,8 Millionen Jahresaufwand 563 Personen erhalten Pensionen von 12.000 Mark Eine erwünschte Aufklärung Feststellungen des Reichsfinanzministers A Berlin, 21. Nov. 193. Von besonderer Seite wird uns geschrieben: „Die Bezüge der sogenannten Groß=Pensionäre werden eit geraumer Zeit, je nach der Parteieinstellung mehr eder weniger lebhaft oder leidenschaftlich erortert. Der Haushaltsausschuß des Reichstages hat sich in seiner Sitzung vom 20. November mit einem Antrag auf Kürzung der hoben Pensionen beschäftigt. Die Beratungen gaben dem Reichsminister der Finanzen Gelegenheit, sich zu dieser Frage zu äußern. Reichsfinanzminister Dietrich führte hierbei aus, daß es bei der rechtlichen Schwierigkeit der Materie der Reichsregierung erwünscht sei, wenn durch einen verfassungsmäßig zustandegebrachten neschlus des Reichstages und Reichsrats alle Schwierigkeiten aus diesem Gebiete ausgeraumt würden, zumal dadurch auch der ungeheuerlichen Agitation, die unter vollkommen ververrter Darstellung der Verhältnisse betrieben werde, der Boden entzogen würde. Zur Beseitigung aller rechtlichen Bedenken sei eine Zweidrittel=Mehrheit erforderlich, damit die Gefahr beseitigt werde, daß die Maßnahmen der Regierung durch Gerichtsentscheidungen durchlöchert werden Ausdehnung der Pensionskürzung Länder und Gemeinden sollen einbezogen werden Haushaltsausschuß des Reichstages. G Berlin, 21. Nov. 1931. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte am Samstag die Beratung der Anträge über die neue Regelung des Pensionswesens fort. Als Grundlage der Beratungen dient der Regierungsentwurf über ein Pensionskürzungsgesetz, der bekanntlich zum Teil durch die Notverordnung vom Oktober übernommen worden war. Die vorliegenden Anträge zielen deshalb auf eine Abänderung der Notverordnung bin. Wenn das Pensionskurzungsgesetz mit verfassungs. ändernder Mehrheit angenommen würde, würden sich damit die entsprechenden Teile der Notverordnung erledigen und die rechtlichen Bedenken waren ausgeräumt. Die zur Frage der Beamtenbesoldung außerdem vorliegenden Anträge werden vom Ausschuß nach Erledigung der Pensionsfrage besonders behandelt werdn. Am Samstag wurde die Einzelderalung des Pensionskürzungsgesetzes begonnen. Der Ausschuß beschloß, daß die Vorschriften des Gesetzer nicht nur für die evemaligen Reichsbeamten, sonDer Untersuchungsrichter, der die Schultbeiß=Direktoren ausgiebig vernommen hat, wirft Ludwig Katzenellenbogen fortgesetzte Untreue und vier anderen Generaldirektoren Bilanzverschleierung und andere handelsrechtliche Verstöße vor. Es handelt sich in der Hauptsache um Verstöße gegen§ 314 des Handelsgesetzbuches. Es deißt hier: Mitglieder des Vorstandes oder des uumarsrates oder Liquidatoren werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre und zugleich mit Geldstrafe bis„ 20000 Mark bestraft, wenn sie wissentlich in ihren Darstellungen, in ihren Uebersichten über den Vermogensstand der Gesellschaft oder in den der Generalversammlung gehaltenen Vorträgen den Stand der Verhältnisse der Gesellschaft unwahr darstellen oder verschleiern Es kann zugleich auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Katzenellenbogen allein steht auch im Konflikt mit dem § 312 des Handelsgesetzbuches, der Gesängnis= und Geldstrase, möglicherweise aber auch den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte festsetzt. Der Untersuchungsrichter stützt sich bei seinem Vorgehen auf die wissentlich salschen Angaben. die die fünf angeschuldigten Vorstandsmitglieder des Schultheiß=Patzenhoser=Konzerns in der Generalversammlung vom 3. Januar 1931 und vorber in der Aufsichtsrats= sitzung vom 18. November 1930 den Aktionären gegenüber gemacht haben. Die Schultheiß=Generaldirektoren verschanzten sich bisher immer hinter den Bankenvertretern die ihre Geschäfte guthieren. Die Untersuchung in den kommenden Tagen wils sich nun wohl auch auf die Banken auszudehnen haben. Der Calmette-Prozeß Die Aufdeckung der BCG.=Tuberkulose Ueberraschende Erklärung eines Leichendieners Im einzelnen sei hierzu noch demerkt, daß gegenüber dern auch unmittelbar für die ehemaligen Beamten der der auf Veranlassung der Deutschnationalen Volksvartei S im Jayre 1926 vom Reichsfinanzministerium dem Reichs der gemeinden und Gemeindeverbände, der tage vorgelegten Denkschrift, die noch rund 740 Ruhegehaltsempfänger Lübeck. 21. Nov. 1931. In der Samstagverhandlung machte der Leichendiener Wehrend eine aufsehenerregende Aussage. Er erklärte, daß er bei dem Kinde Reimers die Leichenöffnung vorgenommen habe. Es sei üblich gewesen, daß der Arzt vor einer Leichenöffnung bei ihm angerufen habe. Das habe er auch diesmal getan und gesagt:„Wir wollen das Kind Reimers sezieren. Fangen Sie man schon an.“ Daraufhin habe er die Oeffnung durchgeführt. Nachber seien Frau Dr. Küsel und Herr Dr. Wiener hinzugekommen, und als er gesagt habe, daß schon wieder eine Lungentuberkulose vorliege habe Frau Dr. Küsel und err Dr. Wiener gefragt, ob das auch mit der Fütterung zusammenhänge. Rechtsanwalt Dr. Wittern unternahm daraufhin einen scharfen Vorstoß gegen Dr. Wiener. Er bat. Herrn Dr. Wiener sofort über die Aussage des Zeugen Wehrend zu vernehmen. Professor Dr. Ludwig Lange betonte daß es sich bei der Oeffnung der Leiche des Kindes Reimers um eine rein mechanische Oefinung gebandelt habe. die vom Leichendiener vorgenommen wurde. während der Arzt den Befund ausgestellt habe. Prosessor Dr. Hahn betonte, daß es eine Selbstverständlichkeit sei, daß die Leichenöffnung auch von einem Nichtarzt vorgenommen werde. Dr. Wittern wies sodann darauf bin, daß allo der Leichendiener eine Tuberkulose festgestellt habe, daß ferner die Wärterinnen gesagt hätten, die Rinder gedeihen nicht recht und schrien oft, daß aber oten— bar die Aerzte nichts gewußt hätten. Nach einer längeren Auseinandersetzung mit Dr. Hoffmann erklärte Rechtsanwalt Dr. Wittern:„Wir find an einem Punkt angelangt, wo wir uns als Nebenkläger überlegen müssen ob wir in diesem Prozeß noch weiter mitmachen wollen.“ Schließlich bat der Vorsitzende alle Prozeßbeteiligten. ihm sein Amt nicht zu erschweren. Bei der weiteren Vernehmung schilderte der Leichendiener Webrend die Vorgänge bei der Leichenöffnung des Kindes Schwarz am 26 April. bei der Prosessor Deycke den Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der BCG=Fütterung zuerst festgestellt hat. Professor Deucke und Professor Klotz hätten nach der Sektion das Leichenhaus plötzlich verlassen und seien in aufgeregtem Gesoräch umbergegangen. Einige Wärterinnen bekundeten dann, daß die gefütterten Säuglinge sehr unruhig gewesen und in der Entwicklung zurückgeblieben seien, was sie auf die Calmette=Fütterung zurückgeführt bätten. Als die Wärterin Lagemann einmal der Schwester Erika ihren Verdacht mitgeteilt habe, habe diese erwidert:„Wenn Sie noch einmal diese Aeußerungen machen, so kann das unter Umständen Entlassung zur Folge haben.“ Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag nächster Woche vertagt. aus dem Bereich sämtlicher Reichsbebörden, einschließlich der alten und neuen Wehrmacht, aufführt, die über 12000 Mark Pension jährlich bezögen, heute infolge Verringerung der Gesamtzahl, teilweise durch Tod. teilweise durch die einengenden Bestimmungen der Notverordnungen nur noch 563 Perionen in den! Bei§ 5 wurde beschlossen, daß bis zur Höhe von 4000 Genuß einer Pension von über 12 000 Mark kommen. Mark jährlich Bon diesen Pensionären erhält die überwiegende Zahl.] das Anrechnungseinkommen für eine Kürzung des namlich 329 Personen, Pensionen zwischen 12 000 und! Rubegeldes 14 000 Mark jährlich und nur 14 Personen beziehen außer Betracht bleibt. Das kürzungsfreie AnrechnungsReichsbank und Reichsbahngesellschaft und der sonstigen Körverschaften des öffentlichen Rechtes sowie der Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes gelten sollen. Auch die Ruhegeldempsänger von öffentlich=recht. lichen Verbänden, von Körverschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechtes sollen entsprechend den Gesetzesvorschriften dieser Vorlage behandelt werden. über 18000 Mark jährlich. Diese Zahlen verschieben sich noch weiter nach anten infolge der weiteren Kürzung der Pensionen über 12000 Mark auf Grund der Notverordnung vom 6. Okt. 1931. Während nach der Denkschrift von 1926 für Pensionen über 12000 Mark jährlich noch 11.2 Millionen Mark aufgebracht werden mußten, beträgt der Jahresaufwand für diese sogenannten Groß=Pensionäre jetzt nur noch rund 7.8 Millionen Mark. Durch die Festsetzung einer starren Höchstgrenze von 12 000 Mark könnte hiervon im ganzen Reich noch etwaeine Million Mark erspart werden. Die Ausführungen des Reichsfinanzministers sind in mehrfacher Beziehung auf das lebhafteste zu begrüßen. Die Zahlen beweisen ein dopveltes: daß die Zahl der Groß=Pensionäre nicht so groß ist wie gemeiniglich angenommen wird, und daß die finanziellen Aufwendungen nur einen Bruchteil der Summen darstellen, die durch eine kritiklose, nur von der Sensation lebenden Presse in der Phantasie abnungsloser Zeitungsleser bervorgerufen wurden. Ist die Ersparnis von 1 Million Mark, die wir vorhin rechnerisch nachwielen, wirklich so groß, daß sie den Aufwand an Erregung rechtfertigt, der gerade in dieser Frage seit Jahr und Tag actrieben wird? Man sollte glauben, daß die großen und dringenden, um das Geschick von Volk und Vaterland gehenden wirtschafts= und finanzpolitischen Fragen wicheiger sind! einkommen im Gesetzentwurf war auf 6000 Mark angesetzt, wurde also durch Beschluß des Ausschusses um 2000 Mark vermindert. Weiterberatung des Pensionskürzungsgesetzes soll erst in der übernächsten Woche erfolgen. Hindenburg an die Wehrmacht Die ungarische Ehrung 2r Berlin, 21. November 1931. Das Reichswehrministerium veröffentlicht folgenden Erlaß des Reichspräsidenten an die Wehrmacht: „Der Herr Reichsverweler des Königreichs Ungarn. Seine Durchlaucht Witez Dicolaus Horthy von Ralvbanya, hat mir die Inhaberschaft des nach König Stephan dem Heiligen benannten Driten Honved=Insanterie= regiments übergeben und zu diesem Zweck eine Offizierabordnung des Regiments zu mir entsandt, Diese mir durch die ungarische Nation und durch die ruhmreiche ungarische Armee dargebrachte außerordentliche Ehrung erfüllt mich mit Stolz und Freude und ist mir ein Zeichen dafür, daß die Gefühle der in vielen Schlachten des Weltkrieges erprobten Wassenbruderschaft noch heute fortleben. Ich sehe die hohe Auszeichung meiner Perion zugleich als eine Ehrung der deutschen Wehrmacht an. gez. von Hindenburg. gez. Eroener. Die Erlorschung der Stratosphäre Neuer Plan Piccards Ein Aufstieg in der Gegend des magnetischen Pols Eine Zellentür klappt zu Glück und Ende eines Industriemagnaten Der Generaldirektor von Schultheiß Bis vor wenigen Wochen war Ludwig Kavenellen bogen der mächtigste Mann im Schultheiß=Patzenhofer Er war es, der vor einem reichlichen Jahr die Fulign der Oktwerke mit dem Schultheiß=Patzer hoser=Konzern durchgeführt hatte. Im Ostwerke=Konzern ntre Natzenellenbogen in den Inslat Reihe von Hesefabriken, Mühlenwerken. Maschinenwerksatten und Zementfabriken zusammengesaßt. Eine solche Verschachtelung vieler Industriezweige in einem Konzern konnte Schultheiß, der fast ausschließlich auf Biervroduktion eingestellt war, nicht ertragen. Ludwig Katzenellenbogen. 1877 in Krotoschin geboren, machte seine Lehrjahre in seiner Heimatstadt durch, wo sein Vater eine Spiritus#####,##aß.. die Dauer hielt es ihn nicht in der Kleinstadt. er ging nach Berlin und beteiligte sich am Aufbau eines größeren deutschen Soritkonzerns. Aus kleinen Anfängen entwickelten sich allmählich die Ostwerke A.=G. Kavenellendogen begnügte sich aber nicht mit der Rolle des Herrschers über die Ostwerke. Sein maßloser Ehrgeitrachtete danach, den machtigen Schultbeib=Patzenhoser=Konzern mit den Ostwerken in eine engere Verbindung zu dringen. Er führte seine Absicht aus. Nach der Verschmelzung der beiden Konzerne rückte er zum Generaldirektor des Schultheiß=Patzenhofer=Ostwerke=Konzerns auf. Er zählte fortan zu den mächtigsten Industrieberren Deutschlands. Daneben betätigte er sich im Kunstleben der Reichshauptstatt als Mäzen. Die Schauspielerin Tilla Durieux, die vor einigen Jahren seine Gattin wurde. legte ihm den Gedanken nabe. die Piscator=Bühne zu unterstutzen. So merkwürdig es klingt: Der kommunistische Regisseur Erwin Piocator finanzierte sein Unternehmen mit den großzügig gerddrten Geldern eineo echten Kavital Die Freunde und Heiiersheiser Das Schicksal Kavenellenbogens werden auch die vier mitangeschuldigten Generaldirektoren von SchultbeißPatzenhofer tragen müssen. Von ihnen ist Dr. Waltesobernheim in der Oeffentlichkeit näher bekannt. Sein Bruder Kurt svielt ja in der Commerz= und Privat= bank die entscheidende Rolle. Ein anderer Bruder sitzt als Legationsrat im Auswärtigen Amt. Walter Sobernheim verbrachte seine Lehrjahre im Bankfach. Später machte er ausgedehnte Studienreisen nach England und Amerika und trat schließlich als Generaldirektor zu Patenhofer über. Er machte dann die Verschmelzung mit Schultbeiß und mit den Ostwerken mit. Sobernheim genießt in der deutschen Wirtschaft ein großes Ansehen. Noch heute gehört er dem Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und der Internationalen Handelskammer an Der gleichfalls schwer beschuldigte stellvertretende General. direktor Rudolf gunke gehört seit hast 30 Jahren zu dem Direktorium der Schultheiß=Brauerei. Funke der heute im 69. Lebensjahre steht erhielt die juristische Ausbildung. ebe er sich dem Brauereiwesen zuwandte. Auch er hat in der deutschen Industrie zahlreiche Ebrenämter inne. u a das Präsidentenamt im Deutschen Brauerbund. Im Reichsverband der Deutschen Industrie dört man auf keinen Rat. Aus dem gleichen Kreise stammt auch der Generaldirektor Ernst Kuhlmav. der heute 58 Jahre alt ist. Als Brauereifachmann datte er sich die Sporen in den Schultheiß=Betrieben verdient. Zum engsten Freundeskreise Ludwig Nauenellenbogens gehört der vierte General= direktor Erich Penzlin. Penzlin erbielt seine wirtschaftliche und kaufmännische Ausbildung in der Krotoschiner Spritsabrik des alten Natzenellenbogen. Ludwig □ Frankfurt a. Main. 21 Nov. 1931. Prof. Piccard hat einem Mitarbeiter der„Frankfurter Zeitung“ eine Erläuterung über seine neuen Pläne der Stratosobärensorschung gegeben. Prof. Piccard teilte mit: Ich bereite nicht nur zusammen mit Ingenieur Kivfer einen neuen Stratosphärenflug in Europa vor dessen Start wiederum in Augsburg eriolgen wird, sondern ich vlane auch einen Aufstieg in die Stratosphäre in der Gegend des magnetischen Pols. ein Exveriment, mit dem ich mich bereits sehr ernsthaft bejaßt habe. Was nun den neuen Aufstieg in Augsburg betrifft, so find die Vorbereitungen dazu noch nicht über das Stadium des Laboratoriums hinaus entwickelt. Ich kann unmöglich die vielen Ungenauigkeiten, Mutmaßungen und bloßen Erfindungen. die zur Zeit erscheinen, alle berichtigen. Die Nachricht, ich sei mit dem Begleiter des ersten Stratospbärenaufstiegs, Ingenieur Kivser, aneinig geworden. entspricht durchaus nicht der Wahrheit. Daß Ingenieur Kivfer im Dezember mit Pros. Herr in Innsbruck kosmische Strahlenforschung betreiben wird, ist möglich. Esteht jedenfalls noch nicht fest, wer eigentlich in Augsburg die Gondel zum Stratosphärenflug besteigen wird. Ingenieur Kivfer wird aus persönlichen Gründen kaum mit aufsteigen und so ist es sehr wahrscheinlich, daß ich den Vorrang diesmal den Belgiern überlasse. In diesem Falle wird mein Schüler Cosins während des Stratosphärenaufstieges den wissenschaftlichen Teil übernehmen. Für das Projekt der Junkerswerke, die bekanntlich die Stratospbäreneroberung im Flugzeuge versuchen wollen, bezeugt Pros. Piccard ein recht reges Interesse. Schüning muß gehen Seine Aussage im Sklarek-Prozeß hat ihn unmöglich gemacht P. Berlin. 21. Nov. Das ausiebenerregende Ergebnis der gestrigen Vernehmung des Generaldirektors der Berliner Hasen= und Lagerhausgesellschaft. Schüning. im Sklarek Prozeß bat dem Oberbürgermeister Dr. Sahm Veranlassung gegeben, sich über die Angelegenheit ausführlich Bericht erstatten lassen. Eine direkte Einflußnahme auf die Geschaitsführung der Behala steht der Stadt Berlin nicht zu, da sie an diesem orivaten Unternehmen nur mit 25 v. H. des Aktienlavitals beteiligt ist. Es besteht jedoch kein Zweisel, daß der bisherige Leiter der Behala in kürzester Frist sein Amt wird niederlegen mussen. Schuning ist heute nicht im Dienst erschienen. Ein Rücktrittsgesuch liegt jedoch nicht vor. Der Aufichtsrat der Behala hat wegen der Kurze der Zeit noch keine Beschlusse sassen konnen wird sich jedoch voraussichtlich sehr bald mit der Angelegenheit bejassen. Katzenellenbogen in der Charite Berlin. 21. Nov. Ludwig Katzenellendogen ist gestern plönlich schwer erkrankt, so daß heute seine Aufnahme in der Charite und die Behandlung durch Professor Sauerbruch notwendig geworden ist. Kaven ellenbogen leidet seit längerer Zeit an Darmgeschwüren. und die Krankheit hat sich jetzt infolge der Aufregung der letzten Zeit erbeblich verschlimmert. Die Staatsanwaltchaft hat das zuständige Polizeirevier veranlaßt. die Ueberwachung Natzenellendogens im Krankenhaus durch zuführen. Hausbesitz um 50= bis 60000 Mark geschädigt hat. Dez Hausverwalter hatte es verstanden. die Stadtverwaltung immer wieder zur Stundung rückständiger Steuern zu bewegen. während er in den Abrechnungen für Hausbesitzer die Steuerbeträge als gezahlt verbucht hatte. Falschmünzer sestgenommen T Essen. 21. Nov. Am Freitag konnten hiesige Beamte zwei längerer Zeit unter Beobachtung wegen Münzverbrechens stehende Personen festnehmen. Das Falschgeldgerät sowie eine größere Anzahl falscher Ein=Mark=Stücke wurden deschlagnahmt. Die Festgenommenen sind geständig. Sie geben ferner zu. auch die Hersteller und Verbreiter der im Oktober d. J. in Werden angehaltenen 50. Pfg.=, Ein=Mark= und Zwei Mark=Stücke zu sein. Beide Falschmünzer wurden dem Richter zugeführt. Gesamtausstand bei den Mannstaedt=Werken in Troisdorf ##r Köln. 20. Nov. Die Kündigung. die die Marn= staedt=Werke in Troisdorf gegen rund 1200 Arbeiter wegen der Nichtannahme des Schiedssoruches. der eine Lohnkürzung um rund 10 v. H. vorsiebt. ausgesprochen hatten, war am Freitag abgelaufen. Die MannstaedtWerke hatten am Donnerstag eine Bekanntmachung in den Werksräumen angeschlagen, wonach die Belegschaft am Freitag. den 20. November. die Arbeit nach dem Schiedsspruch wieder aufnehnen könne. Die Arbeiterschaft nahm in Gewerkschaftsversammlungen und auch in einer außerst stark besuchten Betriebsversammlung zu der Bekanntmachung Stellung und erklärte sich nicht bereit. ihr Einverständnis zu der neuen Lohnregelung zu geben. Infolgedessen war die Belegschaft geswungen, am Freitag der Arbeit fernzubleiben. Ein Todesopfer bei einer politischen Schlägerei Nachen. 2). Non. Bei einer Versammlung der NSTAP. im Burtscheider Kurhaus, zu der auch etwa 100 Kommunisten erschienen waren, kam es zu einer Schlä— gerei. der durch Polizeibeamte ein Ende gemacht wurde Es waren aber bereits—- Perionen verletzt worden Die Verletzungen sind nur leichter Natur. Die Rube war kaum wiederbergestellt. als den Polizeibeamten mitgeteilt wurde, daß an einer anderen Stelle der Stadt eine politische Schlägerei im Gange sei. Die Beamten sanden dort zwei schwer verletzte Nationallozialisten in ihrem Blute liegen. Einer der Verletzten. der 23jährige Nationalsozialist Geurten aus Aachen, ist seinen Verletzungen erlegen. Provinzielles nessenbal hieft n Hausverwalter veruntreut über 50 000 Mark # Essen. 21. Nov. Die Essener Staatsanwaltschaft hat gegen den Hausverwalter Ernst ein ErmittlungsHandel und Gewerbe Englische 50prozentige Einfuhrzölle auf zahlreiche Fertig= und Halbfertiawaren. ) London. 21. Nov. Raum neun Stunden nach de. königlichen Zustimmung zu dem Gesetz über die anormale Einfuhr hat das Handelsamt in Uebereinstimmung mit dem Schatzamt bereits die erste Verfügung verössentlicht. Darin belegt es auf Grund der ihm durch das erwähnte Gesetz erteilten Ermächtigung mit Wirkung vom 25. Noy, eine grone Anzahl von Fertig= und Haldsertigwaren mit einem Zoll von 50 Prozent ad valorem. Es handelt sich u. a um folgende Artikel: Tövserwaren. Glaswaren. Metallmödel. Messer. Scheren. Rasiermenser und Rasierapparate. Werkzeug. Staubsauger. Rundunkapparate. Schreibmaschinen. Fabrikate aus Wolle, Alpaka und Raschmir. Gewebe. Plüsch. Flanelle. Decken. Schals. Teppiche und Vorleger. Strümpse aus Seide und Kunstseide, ganz= oder teilleinene Taschentücher. Handschuhe aller Art mit Ausnahme von Gummibandschuhen Papier, darunter Pack= und Einwickelvavier wie aud Seidenvapier. Mäntel und Ueberzieber mit Ausnahme von wasserdichten Mänteln und Leder= und Gummimänteln. Männer= und Knabenbekleidunz, Reisen für Motorräder. Absätze und Sohlen teilweise oder ganz aus Gumms. Linoleum und andere Fußdodenbedeckung. Par„ ge Fallatt ** Bisher 42 Tote in Beniley Was so in Berlin geschieht... Das Grubenunglück in Süd-Yorkshire V Loudon, 21. November 1331. Ein schweres Grubenunglüsk ereignete sich an! der Bentlev=Grube in der Nähe von Doucaster. in der Grafschaft Vork, durch das nach den bisberigen Feititellungen über 30 Bergleute schwer verletzt worden sind. Von den benachbarten Gruben kamen sofort Rettungemann: chaften den Verletzten zu Hille. Das Unglüs ent. stand durch ein Feuer in einem Augenblick, in dem rund 1000 Bergleute in der Grube arbeiteten. Ueber 200 Bergleuten gelang es, sich vor den einitürzenden Schacht: trümmern zu retten. Stundenlang wurden die Toten und Verletzten durch die Hilfsmannschaften aus Tageslicht gebracht. Am Eingang der Grube warteten große Meugen von Frauen und Kindern. Wie amtlich bekanntgegeben wird, beträgt die Zahl der Toten des Grudenunglücko in Doncalter 31. Diese Zahl dürfte sich voraussichtlich noch erhöhen, da man an dem Anfkommen einiger Schwerverletzter zweiselt. Angeblich befinden sich keine Arbeiter mehr in der Grube. , Doucaker(Grasschaft Vork). 21. Non. Von den bei der Explosion im Kohlenbergwerk Bentleo verletzten Bergleuten sind mehrere gestorben, so daß sich die Geamtzabl der Toten jett anf 24 belänft F London. 22. Non.(Telegr.) Die Zahl der Todesopfer bei dem Grubenunglück in Bentleo bat sich inzwischen auf 42 erhöht. Seche von den Leichen sind so bwer verstümmelt, daß sie nicht wieder erkannt werden bunten. Ale sich des Unglüc ereignete, besanden sich etwa 1199 Maun in dem Berawerl. Von anderer Seite wird dagegen mitgeteilt, daß der flüchtige Bankdirektor sich in einer deutschen Stadt aufhalte. Ueberraschenderweise ist inzwischen festgestellt werden. daß der von Seiffert am Donnerstag bei der Deutschen Bank eingelöste Scheck von 150000 Mark tatsächlich für die Bank für Handel und Grundbesitz verwertet worden ist, daß Seiffert also diesen Betrag nicht mitgenommen hat. Von Räubern niedergeschossen # Neustadt OS., 22. Nov.(Telear.) In den frühen Morgenstunden des Samstaas wurde auf die Wohnung des Kaufmanns Schneider in der Ortschaft Schreibersdorf(Kreis Neustadt) ein überaus oreister Raubüberfall verübt. Schneider ist Verwalter der Poststelle und Rendant der örtlichen Elektrizitäts=Genossenschaft sowie der Darlebenskasse, lo daß die Täter größere Geldmittel bei ihm vermuten konnten. Drei maskierte Männer drangen zunächst in das Schlafzimmer ein, in dem die Ebefrau Schneider und ihre Nichte schliesen und verlangten von den Frauen die Herausgabe der Schlüssel zum Geldschrank. Schneider selbst schlief in einem anderen Zimmer neben dem Kassenraum. Er erwachte durch das Bellen des Hofhundes. Als er die Tür zum Schlafzimmer öffnete, sab er sich den Räubern gegenüber. die ihre Nevolver auf ihn richteten. Er schlug die Tür wieder zu. erhielt jedoch von einem der Banditen einen Schuß in den Leib. Die Richte konnte in diesem Augenblick in den Kassenraum flüchten und die Tür hinter sich abriegeln. Dann eilte sie durch das Fenster ins Freie und rief um Hilfe. Die Räuber brachen darauf die Tür zum Kassenzimmer auf und verfolgten das junge Mädchen, das jedoch in der Dunkelheit entkam. Nachdem die Täter noch den Hofhund erschossen hatten. suchten sie das Weite. ohne etwas erveuret zu haben. Schneider mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Seine Verletzung ist schwer, aber anscheinend nicht lebensgefährlich. Stadtbauamtmann in Potsdam verhaftet angefähr 189 Meter unter Tage. Ueber 59 Bergleute arbeiteten in dem Abschnitt, in dem die Explosion erfolgte. die nach dem Bericht von Bergleuten, die in der Nähe arbeiteten. von rieligen Feuergarben begleitet war und grode Gelsttücke auf die Arbeiter schleuderte. Durch den Lustdruck wurden die Bergleute in dem in der Nähe liegenden Abschnitt teilweise in die Luft gehoben oder gegen die Wande geschleudert. Die Ursache der Erplosion in noch nicht bekannt. Die Bentlev=Grube ist eines der größten Kohlenberg= werke in Süd=Vorklbire und beschäftigt durchschnittlich über 3000 Arbeiter. Die Suche nach Bankdirektor Seiffert Er hat die 150 000 Mark nicht mitgenommen. Pr Berlin, 22. Nov.(Telegr.) Die Suche nach dem geflüchteten Bankdirektor Seissert hat bisher zu keinem Ergebnis geführt. Ein Fahrkartenverkäufer machte der Polizei Mitteilung, daß Seiffert am Donnerstagabend eine Fahrkarte nach Paris gelön habe. 4 Berlin. 22. Nov.(Telegr.) Die Potsdamer Kriminalvolizei hat. dem„Lokalanzeiger" zufolge. den Leiter des städtischen Tiefbauamtes Potsdam. Stadtbauamtmann Rudolf Kiesling. unter dem dringenden Verdacht der passiven Bestechung in Haft genommen. Kießling hat bereits ein Teilgeständnis abgelegt und zugegeben, von einer Baufirma 12 000 Markerhalten zu haben. Die Polizei glaubt jedoch, daß die Bestechungssumme etwa 30000 Mark betragen habe. Gegen den Bauunternehmer ist ein Verfahren wegen aktiver Bestechung im Gange. Da die betreffende Firma auch in Berlin beträchtliche öffentliche Gebäude durchgeführt hat. erstreckt sich die Untersuchung auch darauf. ob der Unternehmer sich hier ähnlicher Versehlungen schuldig gemacht hat. Der Potsdamer Oberbürgermeister Rauscher hat über die Feststellungen der Stadt Potsdam dem Berliner Oberbürgermeister Sahm eine Mitteilung zukommen lassen. * Zwei Tote bei einem Flugzeugabsturz ## Madrid. 22. Nov.(Telegr.) Am Samstag stürzte bei Melilla ein svanisches Militärflugzeug infolge Flügelbruches bei einer salschen Ausführung eines Loovings ins Meer. Die beiden Insassen. ein Offizier und ein Mechaniker, fanden den Tod in den Wellen. Aus Westfalen In einem Mannsakturwarengeschäft für 5000 Mark „ Waren gestohlen. Ochtrun. 22. Non. In der vorletzten Nacht drangen unbekannte Perionen in das Manusakturwarengeschäft Herbering ein. nachdem sie ein Fenster des Ladens eingeschlagen batten. Es wurde dann noch ein anderes Feniter eingeschlagen. wodurch man iu die Fertigwarenabteilung gelangte. Mau packte dann für rund 5000 Mark Bekleidungsstücke. Mantel. Anzüge. Strickwaren ulw. ein und schaffte sie mit einem bereitstehenden Auto fort. Die polizeilichen Ermittelungen wurden sofort ausgenommen. Die Täter scheinen außerst gerissen zu Werke gegangen zu sein, denn sie haben nirgends Fingerabdrücke hinterlassen. Auf Grund der umsangreichen volizeilichen Ermittelungen konnten die Täter bereits im Lause des gestrigen Tages verbaftet werden. Es handelt sich um zwei Arbeitslose, den Schlos: V o r a s t a u s W a t t e n s c h e i d u n d d e n B e r g m a n n Benkendorf aus Kunzendorf. Die Verbafteten wurden auf der Landstraße Borgborst—Altenberge festgenommen. Sie haben sich dadurch auffällig gemacht, daß sie auf ihren Fahrrädern außergewöhnlich große Pakete bei sich führten. Das Diebesgut war also nicht in einem Auto. sondern auf den Fahrrädern weggeschafft worden. Ein Teil der Beute hatte man wohlvervackt in einem Gebusch versteckt. Die Täter haben sich seit längerer Zeit in der hiesigen Gegend arbeitslos herumgetrieben. und Rheinland 280 Personen bewerben sich um Kleingärten Muldeim=Ruhr, 22. Non. Die städtische Grundstücksverwaltung hatte für Kleingartenzwecke insgesamt 31 Morgen zur Verfügung gestellt. Auf Grund der von der Stadtverwaltung erlassenen Bekanntmachung haben sich 280 Personen um Kleingärten beworden. Wie wir erfahren. reicht das zur Verfügung gestellte Gelände aus. um sämtliche Anträge zu berücksichtigen. Die Verteilung an die Bewerber erfolgt entsprechend der ministeriellen Anordnung durch den Stadtverband für Kleingärtner. Eine halbe Million Goldpfandbriese und Dollarschatz= anweilungen aus dem Waschtisch. 5 Koln. 22. Nov. Ein Kolonialwarengroßbetrieb. der ron zwei Brüdern gemeinsam geleitet wird, wurde vom zuständigen Finanzamt georüft. Der Finanzbeamte betrat unvermutet das Schlafzimmer eines der Geschäftsinhaber und sand, wie der„Stadtanzeiger“ meldet. einen großen. auf dem Waschtisch ausgebreiteten Hausen Wertvaviere. und zwar Goldpfandbriefe und Dollarschananweilungen im Gesamtbetrag von erwa einer halden Million Mark. Diese Vermögenswerte. von denen das Finanzamt bisher nichts wußte, wurden beschlagnahmt. Brief unseres Berliner k. J. D.=Mitarbeiters. Wer trägt nun die Nummer? Es gibt noch andere Bedeutungen dieses Wortes. die ohne Erklarung nicht so leicht begriffen werden können Zum Beisviel hat das größte Beiliner Varietee die Einrichtung geschaffen, daß vor Beginn jeder Programmnummer ein Mädchen in Pagentracht über die Bühne duscht. die Rummer der Nummer als grodes Plakat in der Hand— zum Vergleichen mit dem gedruckten Programm. Allo, folgendermaßen: Nummer acht ist an der Reibe. Der Vorhang geht auf. das Girl wandelt an der Rampe ontlang. eine große„8“ in der Hand. es lächelt steundlich dazu, zur Ortentierung des Publikume und zum eigenen Ruhm. Und dann kann Nummer 8 losgeben, der Zauberer kann zaubern. der Tutner turnen. der Stimmungssänger Stimmung verbreiten, die das Girl mit der Nummer hat vorbereiten belsen. Nun aber ist das Programm des Varietees eine vergängliche Sache, die Schönheit eines Girls bekanntlich nicht minder. und die Berliner„Skala“ ist ein altes. gur sundiertes Unternehmen. So entdeckte eines Tages die Direktion, daß ihre alte bewährte Nummerträgerin nicht nur bewährt, sondern eben auch leider nicht mehr ganz ung war. Man mußte sich entschließen, ihr eine andere Lebensstellung im Etablissement, etwa im Waschraum. zuzuweisen und sich nach einem lebendigen Nummernschild aus dem Nachwuchs umzusehen. Seit dies bekannt wurde, ist die„Skala" Tag für Tag schwer belagert von Mädchenscharen aller Schichten, Größen und Haarfarben. Sie alle wollen sich vorstellen. Sie stehen darum an. Ein jedes Mädchen ist der festen Ueberzeugung, daß die„Skala“ auf sie, nur auf sie wartet. Sie blicken finster und entschlossen, um jeden Preis ihren sehr unterschiedlichen Charme an den Mann und die Oeffentlichkeit zu bringen. Es muß gar keine leichte Aufgabe sein, dieser Tage Direktor der Berliner„Skala“ zu sein. Und— das muß man sagen— die Direktion ist behutsam und ihrer Verantwortung bewußt. Bisher hat sie sich noch bei keiner jungen Dame entschließen können. ihr das Nummernschild. das die Welt bedeutet, in die Hand zu geben. Hunderte von Mädchen sind bisher gebrüft worden. Hunderte warten noch. Und man macht die sonderbare Entdeckung. daß es sogar heute gar nicht so leicht ist, einen freien Posten richtig zu besetzen. Ein halber Zettel Das haben wir hier schon oft gesehen, daß ein Mann über belebte Straßen ging. mit einem Schild aus dem Rücken:„Verrichte Arbeit jeder Art gegen Essen oder Geld." Oder ein Mädchen stand an einem Untergrundbahnhof. zu den Stunden des größten Verkehrs, mit einem Plakat in der Hand:„Stellungslose Stenotovistin sucht Beschäftigung.“ Auch haben sich zu wiederholten Malen die Laternenpfähle und Mauern mit kleinen bandgeschriebenen Anzeigen bevölkert, die den preiswerten Verkauf von Wohnungseintichtungen verkündeten, mit genauer Beschreibung der einzelnen Gegenstände: ein rotes Plüschsosa, gut erhalten, eine Petroleumlampe, eine Bettstatt mit Wäsche und Matratze. Heute aber stand an der Mauer einer sehr belebten Straße des„volnehmen“ Berliner Westen ein kleiner Zettel mit folgender Inschrift:„Notruf! Bin seit über einem Jahr arbeitslos. Wer hilft mir? Ich will jede Arbeit tun, auch gegen Verpflegung. Bitte. versucht es mit mir! Dies ist ein letzter Versuch.“ Und darunter? Darunter sollte wohl die Adresse und der Name des Arbeitslosen stehen. Deutlich konnte man sehen, wie mit Gewalt das Pavier von der Mauer abgekratzt entfernt worden wor. Wer mag das wohl gewesen sein, der den Namen unter diesem Zettel abgerissen hat? Wie mag der Mensch wohl aussehen, der so etwas fertig bringt? Ich weiß... an dieser Mauer steht, ein naar Schritte weiter, zu lesen:„Ankleben von Plakaten gesetzlich verboten.“ Aber dieses da? Wer hat den Mut, solch eine Bitte zu vernichten, zu verstümmeln, wirkungslos zu machen? Jemand, der selbst zu essen hat? An dieser Stelle, wo der halbe Zettel klebt, stehen viele Menschen. Sie sehen alle nicht ausnehmend reich aus. Manche von ihnen sind bestimmt arbeitslos wie der unbekannte Bittsteller. Sie kneisen die Augen zusammen, versuchen zu lesen. versuchen, etwas von dem Abgerissenen zu erkennen, zu einem Namen. einer Adresse zu ergänzen. Es gelingt ihnen nicht. Die Hand. die diesen Zettel abrik, hat ganze Arbeit getan. An dieser Mauer des vornehmen Berliner Westen klebt ein halber Zettel. Wo der Mensch. der ihn schrieb, wohl sein mag? Gegen die„falschen Fünfziger“ Wenn der Berliner einem anderen Berliner eine besondete Liebenswürdigkeit sagen will, dann holt er tief Atem und wirft ihm an den Kopf:„Du falscher Fuffziger!" Das ist eine große Gemeinheit. Wenn man dem Sinn dieser dunklen Beschimpfung aber ein wenig nachgebt, dann begreift man auch, warum dieses Wort eine solche Niedertracht in sich birgt. Der„salsche Fufiziger“, wörtlich genommen, ist näm. lich nichts anderes als unser braves deutsches Füniz gpsennigstück— wenn es nämlich falsch ist. Wir alle kennen diese Münze. den Glanz ihrer Nickellegierung. die Silber vortäuscht, ohne es zu sein. Die Falschheit liegt also sozusagen schon in dem Wesen dieses Geldstückes. Verständlich aber wird dei Ausdruck erst. wenn man weiß, daß regelmäßig im Geldverkehr gut nachgeme te Stücke auftauchen, die selbst den vorsichtigsten Mitmensa. n täuschen konnen. Die leichte, auch scheinbar leicht zu kovierende Münze erfreut sich, wie man glauben kann. bei allen Falschmünzern größter Beliebtheit. Aus diesem Grunde ist der„Fufiziger“ in Berlin in Verruf gekommen, zu einem Schimoswort degradiert worden: aus diesem Grunde sagt der echte Berliner, wenn er etwas ausgesucht Gemeines sagen will. nicht etwa„du salscher Groschen" oder„du falsches Markstück“— sondern eben„du salscher Fufiziger“. Zur Zeit ist der salsche Fufsziger wieder einmal sehr stark in Umlauf gekommen— und zwar nicht allein ale Schimpfwort! Da hat er immer Gültigkeit, sogar n besseren Zeiten! Nein, als kleine unscheinbare Münze geht er höchstversönlich von Hand zu Hand. und were dem, der sich von ihm hereinlegen läßt und ihn später. selbst in aller Unschuld in Zahlung geben will! Was steht nochmal auf dem Zehnmarkschein?.. oder nachgemachte und gesälschte in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft!“ Weh uns! Denn. was dem Zehnmarkschein recht, das ist dem Fuffziger billig. Deshalb hat sich die Berliner Untergrundbahn etwas angeschafft, mit dem wir schon alle als Kinder gespielt und das wir eigentlich immer für ein unschuldiges Instrument gehalten haben... nämlich: Magneten. Auf diese Weise will sie die bochstavlerischen Münzen entlarven und mit ibnen ihre Väter oder Besitzer. Willst du in Berlin Untergrund fahren und bezahlst du dein Billett mit einem Fussziger, dann siehst du voll Erstaunen, wie der Beamte am Schalter das huseisenförmige Ding hervorholt. deine Münze voller Mißtrauen ansieht und den Magneten gegen sie richtet. Bleibt ne liegen, dann ist sie, wie sie sein soll. aus Nickel und untadelig(oder auch in der Legierung einwandfrei gesalscht). Hünft sie dagegen schnell an das Eisen, dann ist sie selbst aus Eisen. ist ein salscher Fuffziger, wird konfisziert. und wenn du Pech hast, wirst du auch konfisziett oder mußt dich wenigstens ausweisen. Und dabei kommt vielleicht alles. alles heraus... Darum laß dir den guten Rat geben, wenn man dir auf deine Mark ein Fünfzigpfennigstück herausgeben sollte. in Berlin und auch anderswo. dann rühr es am besten nicht an und sage mit eisernem Gesicht:„Ach. könnten Sie mir vielleicht nicht Zehnpsennigstücke geben, bitte?“ Allerlei Ein wirksames Plakat für tolle Autofahrer ist in einer französischen Stadt angebracht. Da steht: Wenn Sie langsam jahren, werden Sie unsere Stadt sehen, sie ist sehr schön; wenn Sie schnell fahren. werden Sie unser Gefängnis sehen— es ist kalt und feucht. Mäuse können den Geruch von Terventin nicht vertragen. * In Afghanistan, in Liberia und auf Island gibt es keine Eisenbahn. * Ein Kängerub=Junges ist bei der Geburt kleiner als eine Maus. Ein Elefant dagegen wiegt über hundert Kilo. * In Tibet grüßt man, indem man die Zunge herausstreckt. * In Arabien dürfen nur Mohammedaner Auto fabren. * Der englische Staatsmann Disraeli schrieb ein Dutzend Romane und 1600 Liebesbriefe. Kamele und Schweine sollen die einzigen Tiere sein, die nicht schwimmen können. * In Mexiko gibt es eine kleine Eidechse, den sogenannten„mexikanischen Drachen", der imstande ist, auf der Wasseroberfläche zu lausen. * Froschhaut und Pfauenfedern gehören zu den neuesten Materialien zur Herstellung eleganter Damenschuhe. Wolfgang Marken ichen-Hof Urbeber-Rechtsschuts: Verlag Oebar Meister, Werdas I. Se 3. Fortsetzung. Anita sah mit boshafter Freundlichkeit zu Evelyne Mener auf und sagte:„Wünschen gnädiges H.äulein, daß ich wieder einmal die Schuhchen abbürste und putze?“ „Allerdings wünsche ich das! Nasch, lasch. Kind, ich habe keine Zeit!“ entgegnete Evelone vikiert. Anita wandte den Kopf und sagte:„Grimm. holen Sie doch einmal einen Schuhvutzer vom Alexanderolat!“ Evelynes Gesicht war zum Malen. „Sie weigern sich? Was fällt Ihnen ein? Ich werde meinem Verlobten ein Wort sagen und Sie liegen auf der Straße." Anitas Gesicht blieb unverändert steundlich. Aber sie ließ Evelyne nicht aus den Augen und sagte:„Ich kündige heute. Fräulein Meyer. Und in meiner neuen Stellung. das ist mir bereits zugesichert, habe ich es nicht mehr nötig, arroganten Mädchen die Schube zu putzen" Evelnne platzte schier vor Wut. „Sie unverschämtes Frauenzimmer! Sie sind entlassen! Ich sorge sofort dafür!" „Besten Dank! Ist nicht nötig, ich kündige ganz allein.“ „Das ist doch... ich werde es sofort meinem Verlobten sagen.“—„— Wutend stolzte sie in das Büro des Rechtsanwalts zurück. Ihr laute Stimme klang durch die Wände. Der Rechtsanwalt erschien bald darauf sehr erregt und dat:„Fräulein Heitig, bitte!“ Anita trat ein. „verr Doktor „Reine Braut beklagt sich. weil Sie unverschamt zu ihr sind. Ich...“ Anita unterbrach ihn. „Ich. Herr Rechtsanwalt. kündige! Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen zuvorkomme. Ich habe nämlich keine Lust mehr. Ihrer Braut die Schuhe zu vutzen. Das hat ein Madel wie ich nicht nötig. Ich bin eine Offizierstochter und habe mir von Ihrem Fräulein Braut zu viel chon gesallen lassen. Heute ist der Trog übergeschwappt Herr Doktor. Wir arbeitenden Mädchen, die ib: Brot selber verdienen, haben mehr Ehr= und Anstandsgefühl im Leide ale Madchen, die faulenzen und dem lieben DreiRE Herrgott die Zeit wegstehlen. Ich dars wohl um meine Paviere bitten. Herr Doktor?“ Und ehe der Ueberraschte ein Wort sagen konnte. knickste sie und war wieder draußen. Evelyne Mever aber tobte und weinte. „Arrogantes Mädchen hat sie mich genannt!“ schluchzte Evelyne, und Dr. Koch bemühte sich veigeblich, sie zu beruhigen. „Du mußt mir versorechen, daß Du sie alle entläßt, alle drei. Es ist eine so unverschämt wie die andere.“ Nun klovfte es. „Herein!" Else Kadelmann erschien. „Sie wünschen. Fräulein Kadelmann?“ „Ich bitte um meine Entlassung. Herr Doktor.“ Dr. Koch verfärbte sich. Kam jetzt die Katastrophe Es fehlte noch, daß auch Helga Kettler, seine Hauptstütze, kam und sich anschloß. „Fräulein Kadelmann. was soll denn das beißen? Eben kommt Fräulein Heißig zu mir und kündigt, jetzt Sie! Das geht doch nicht! Sie haben sich doch bei mir weder über schlechte Behandlung noch Bezahlung zu beklagen" Else wollte antworten. Doch Evelyne Mever kam ihr zuvor. „Was?“ sagte sie und stemmte die Arme in die Hüften.„Du gibst Deiner Angestellten noch gute Worte? Sei doch stoh. daß Du Dir anderes Personal nehmen kannst. Fristlos entlassen mußt Du sie.“ Dr. Koch wurde wütend. „Zum Donnerwetter!“ taute er auf.„Ich bin dier Herr im Hause! Ich bitte Dich sehr dringend, daß Du aufhörst. Dich in meine Angelegenheiten zu mischen! Ich verbitte mir das!" „Willst Du. daß wir geschiedene Leute sind?" Kampflustig slammten die Augen des Madchens. Dr. Koch dachte in diesem Augenblick an die runden dreihunderttausend Mark. die mit dem Besitz Evelnnes verknüpft waren, Aber er sah auch das ganz seine Lächeln in den Mundwinkeln Else Kadelmanns. und er besann sich darauf, daß er ein Mann war. „Du hast einen Mann vor Dir. nicht einen Jammerlappen. der gewillt ist, sich von Dir kommandieten zu lassen!“ Nun rißz Evelyne den Ring vom Finger und warf ihn dem Rechtsanwalt vor die Füße. Dr. Koch sad sie kalt an. „Das heißt. Du wünschest die Verlobung aufzuheben? Ich akzeptiere es Und jetzt dars ich wohl bitten. Fräulein Mever, daß Sie mich meine Berufstätigkeit wieder aufnehmen lassen.“ Evelyne erschrak. Hatte sie das Spiel doch zu weit getrieben? Aber ihr Trotzkoof gab nicht nach. Stolz hob sie den Kovi und verließ das Zimmer. Dr. Koch stand erregt an seinem Pult. Dann trafen seine Augen Else Kabelmann. Und er merkte, daß ihn das Mädchen plötzlich mit ganz anderen Augen ansah. „Herr Doktor.“ sagte Else warm.„Sie waren... ehrlich gesagt... alles andere als ein angenehmer Vorgesetzter. aber jetzt haben Sie mit einmal imvoniert, und wenn ich jetzt Ihre Dienste verlasse, so nehme ich das Bewußtsein mit, daß ich für keinen Unwürdigen gearbeitet habe.“ Dr Koch stotterte:„Ja... ich verstehe Sie nicht. War ich Ihnen ein so schlechter Chei?“ „Sie waren kein guter Chef. Gewiß. Sie behandelten uns höflich, traten uns mit keinem schlechten Wort zu nahe. Aber wir waren eben nichts als Arbeitskräfte. nicht Menschen. Sie schätzten nicht uns. die wir mit Interesse, ja Freude hier lange geschafft haben, sondern nur den Schriftsatz, den wir Ihnen sauber ablieferten. Ihre Behandlung war niederdrückend, wetl jede von uns das Gefübl hatte, daß sich hinter Ihren Worten tatsächlich nichts. gar nichts verbirgt. Hat Ihnen Helga Kettler nicht den Prozeß Colditz gewinnen belsen? Haben Sie aber der einjachsten Menschenpflicht genügt und ihr ein fteundliches Dankeswort gesagt? Sie sind zu klug. Herr Doktor. aber zu kluge Leute stolvern oit über das Einjachste. Sie müssen sich schon damit abfinden, daß wir drei Freundinnen gemeinsam Ihr Büro verlassen.“ „Auch Fräulein Kettler?“ „Auch Helga Kettler. Wir geben zusammen.“ Wenige Augenblicke später waren auch Helga und Anita im Privatkontor des Anwalts. Ueber zwei Stunden lang versuchte Dr. Koch. seine drei bewährten und eingearbeiteten Kräfte sich zu erhalten. Aber sie gaben nicht nach, sie wollten nicht nachgeben. Dr. Koch sab seine Fehler wohl ein. aber nun war es zu spät. Als sich die drei Mädels mit der Zusicherung, die Kündigungsfrist einzuhalten— Dr. Koch hatte sie einst zu seinem Schaden auf eine monatliche seitgesetzt— verabschiedeten, war Dr. Koch immer noch voll Hoffnung. daß er sich wenigstens Helga Rettler erhalten könne. Aver in den Kövfen der Mädels wiegelte sich ein Bild des von machtigen Eichen umgebenen Hoses. Dort wollten sie sich ein neues Leben ausdauen. * Dr. Koch sprach lange mit seinem Reserendar. E: beauftragte ihn, sich nach einem Bürovorsteder umzuseben. Es mußte vorgesorgt werden. Als Dr. Koch ging. sagte er zu Grichm:„Na. gehen Ele nur auch nach Hause. Geimm.“ Der Alte schmunzelte über das ganze Gesicht. „Ist hier schön warm. Herr Doktor. Ich friere zu Hause.“ „Nanu, haben Sie keine Kohlen? Heizen Sie doch tüchtig ein.“ „Kohlen kosten Geld. Ich verdiene hundertzwanzig Mark. Herr Doktor. Bin frob. daß ich davon satt werde. Kostet das Zimmer allein fünfundzwanzig Mark.“ Dr. Koch biß sich auf die Livven. Dann griff er in seine Tasche. holte die Brieftasche heraus und sagte: „Hier haben Sie dreißig Mark. Das in für den Januar. Sie sollen von jetzt ab hundertundfünfzig Mark erhalten.“ Grimm strahlte über das ganze Gesicht. „Schönen Dank. Herr Doktor. War ein toller Tag heute. Nu gehen die Mädels auch weg von uns.“ „Das wollen wir erst abwarten. Grimm“, entgegnete Di Koch ärgerlich. „Da ist nischt zu machen, Herr Doktor. Die haben doch gemeinsam eine Riesenerbschaft gemacht.“ Dr. Koch stutzte. „Riesenerbschaft? Das ist mir neu!“ Nun erzählte Grimm alles, was er wußte, und Dr. Koch sah ein, daß er seine drei eingearbeiteten Kräfte unbedingt verlieren werde. Zweites Kavitel. Im„Goldenen Schwan“ zu Postelwitz, das eine gue Bahnstunde von Eberswalde entfernt lag. war große Aufregung. Der alte Christian Polker. der Gärtner vom DreiEichen=Hof. war vor einer halben Stunde mit dem Schlitten dogewesen und hatte erzählt, daß er die drei jungen Damen abhole, die den Hof geerbt hatten. Da batten sie nun den alten Gärtner solange traktiert. bis er versprach, die Mädchen in den„Goldenen Schwan" zu bringen. Sie wußten zwar nicht, wie er es zuwege bringen würde, daß er die Mädchen veranlaßte. in den„Goldenen Schwan“ zu kommen. Aber der alte Christian hatte um drei„Große" gewettet. Christian Polker stand mit seinem Schlitten vor det kleinen Bahnstation. Es war am 1. März. aber immer noch herrschten ein paar Grad Kälte. Der Winter war furchtbar gewesen. Christian Polker war ein kleiner schmaler Mann mit gutmütigen Zügen. Trotz seiner Jahre— er zählte vierundsechzig— war er noch rüstig. und sein Pfeischen schmeckte ihm. Christian Polker war riesig gespannt. Fräulein Kettler. die das meiste geerbt hatte, die hatte ihm einen Brief geschickt, einen seinen Brief, mit der Schreibmaschine geschriehen. Wundervoll ließ sich das lesen. Da gab's nichts zu buchstabieren. Und so freundlich war der Brief gehalten. So nett datte ihm noch kein Mensch geschrieben. (Fortsetzung folgt.) — EEEE Unsere diesmalige Veranstaltung bringt Sonderposten, die auf unsern größten Auslegetischen im Erdgeschoß und in der oberen Etage ausgelegt sind. 37-39 Herne, Bahnhofstraße Herren-Pullover in Sportiorm, die neuen Ferbenmelengen, Stück Herren-Pullove: mit Arm, schwere, reinwollene Qualitäten, z. T. mit Reihverschluß Stück 9.73. Dem hübsche, geschmackvolle Ausfährungen Stück 3.75, 4.90. 1.0 Damen-Einsatz-Pullo ver die neue, entrückende P 7I Mode, z. I. euch Bouclé u Stück 9.75, 7.50, U.1 5 Kinder-Pullove: Gr. in hübscher, solid. Ausmusierung St. Kinder-Pullove: mit geschmeckvollem Streifenmuster 1.95 1.15 2.25 .25 25 1.95 2.45 3.50 1.5 2.25 2.55 3.90 1.75 2.45 2.55 1.50 Ein Posten Kinder-Hüte in reizenden Formen u. Ausstattungen. unter Preis Stück Batken-Mülzen gestrickt, Ausführungen Stück Formen U. 1.93. 1. 4s. U. 1 5 en In schönen H IT II A7 o.93, 6.75. U. 1 Ein Posten Demen-Wollschlüpfer reine Wolle, In der so beliebten Henne-Form, mit Elestik-Rend u. Elestik-Bund. Ganz bervorragende Leistung Stück 4.30. DamenFutterwers leils kunstseidener Decke öck 1.45. Prinzehröcke le u. feils such eidene Decke mit nem Futter Stück 2.45, 1.95. Rohnessel 78 cm breit M 1L sterktädige westfslische Quelitht. III„ Mefer 0.23, 6.18, OO1O Rohnessel 154 emn breit"- kröttige, gut hellbere weslfällsche I1 21 Qualität Eine Sonderleistung! IT 51 Meter 6.75, b.5s, 0:0 0 Hemdentuch 80 cm breit—" sterklädige, gut gebleichte Quallist. II 10 Ganz besonders billig!... I# 1∆ Meter 5.1s, 0.33, OO1U Haustuch 150 cm breit" E* In der höheren Preislage teils mit HIE U verstärkter Mitte. Besonders vorleil- ID„IN hett Meier 1.24, a.ss, 0. 0 0 Halbleinen 150 cm breit H HE gute, vollgebleichte Qualilät. Unser II G, Preisschleger. Meier 1.93, 14s, C:0 0 Rohllane!! M 00 schon gereuhte Köper-Quelität. Ein I Sonderengebol. Meter 0.53, 0.45. Bleichtlane!! 0 95 gut gereuht, schnesweihe Bleiche 11 I.) Meter 0.60, 0.50, 0. 00 Schlafanzugilanel! M IE schona, beliebte Druckmuster Meter 0.95, 0.15, U• 10 Handtuchgebild Gerstenkorn, in der höheren Preis- I1 11 lage such Halbleinen und bis zu /IVI 55 cm breit.. Meter 0.13, 5.55, U. TU Grubengebild.. 0 S5 und leils such 70 cm breit. Grohe I Blockmuster Meier 6.5s, 0.ss, O:00 Grubenhandtücher 0 0E 70X70 und 80080 cm groß, guie I Quelitsion Meier 6.63. 6.4s, C:00 Bettuchbiber 140 und teils auch 150 cm breit, in— der höheren Preislage auch guie IIHU Köperwere 1B„ Sehr billig Meier 1.23. 0.9s, 0:0 0 Bettücher 140X190 bis zu 150X220 cm groß, 1 AL schwere, gereuhte Quetliläten. 1 LI. Meter 2.93, 1.93. T• 10 Schlafdecken 140X190, 1500 200 und 150# 220 1 IIh cm groh, moderne Karomuster.. 1 UI Meier 5.90, 3.90, 1•0 0 Keider-Tweed und Bouele MFE die wermen, hübschen Kleidermu- II 12 ster Meier 1.25, 0.95, Waf“ Uni Kleiderstoffe reinwollene Crepe ceid, Colelé und I1 IIK Netté, gute Quelitäten, 70 und Teils II L. 95 cm breit.. Meier 1.93. 1AI. 0:0 0 95 cm br. Woll-Flamingos"„ reine Wolle mit kunstseidenen Ei- 1 II lekten. Eine genz große Leistung! I H. Meler 1.91. 1•0 0 Mantelstoffe in schönen modernen gemusterten#II und auch uni Geweben Sf. Meier 3.90, 2.95, P## S Alshaleine des neue, gesuchte Modegewerbe. OD II 95 und leils such 130 cm breit. 2151.) Meier 4.90, 3.90. Bedruckt. Maroc u. Flaminge □ 0 Kunstseide und Wolle mit Kunst## 11X. seide, neue Musier„ L. J:.) Meter 5.75, 3.90. Kinder-Sweater Wolle plattiert, m. hübschem Streiten- Kragen und Elestikbändchen St. 1.95 Kinder-Sweater Wolle plattiert, m. Reitzverschluß St. 2.95 Damen-Hute jugendliche, lesche men, Stuck 2.93 . Cachener besonders guse Qualit. in Kunstseide Stück 1.95, 1.95 Treiningsenzüge gereuht, uns. bew Quelität Treiningshosen gereuht, gule, Pregiäh. Quelital Stück Kinder-Schlöpte: Futterwere, leilweise m. H 1T kunstseidener Decke I1 H Stöck 6.9s, 6.5s, U. 7. Kinder-Schleienzüge schön eusgeerbeit. Formen in Flenell Stüöck 2.95, 2.43. Damen-Hüte derunter euch Freuen- 4 hH hüte, schöne Ausföh- 1 UI rungen. Stück 3.15. Fellkragen in Biberette, und Biberlamm Stück un r. e. 100 7.50, 5.75. J.JU Charmeuse-D.-Schlüpfe: gute, maschenf. Qualit., in d. beliebteslen Fer- 4 1P ben. Unsere Leistung! 1 A7 Stück 2.45, 1.95, I. 10 Charmeuse-Prinzehröcke meschenfest, mit hübschen Motivein Sonderposten Stück mi Rubinsatzen 4 4.90. 3.90, Cachener schöne, kunstseid. Que-R IF listien, hübsche Muster 1 A9 Stück 6.93, 6.75, U. 1. Besatz-Felle verschiedene Sehr bi dene Pelzerten. H HF ig II 41 Stück 1.93, 1.43, U. J5