0 Erscheint täglich ust Ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis 1.2 Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage II, gseitigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. mungt. durch die Post bezogen für 3 Monate 1.50 Ml, Masponlich: Biktor Schauzor, Dortnund. N Erstes Blatt. verbunden Lokak-Anzeiger für mit dem Dortmund u. Hörde und der täglichen Unterhaltungsbeilage K### sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Inserate die gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Reklamen die 4 gespaktene Petitzeile oder deren Raum 60 PfgBeilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Bettreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfadren wird der Radatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. ür die Fedaktion verantwortlich: ar Sonnemann, Dortmund. Dortmund, Freitag, den 11. März 1910. 27. Jahrg. die Fortschrittliche Volkspartei. Pohlan, die neue Volkspartei ist geschaffen. Der goße Verband, der allen freiheitlich gesinnten Staatsgürzern ein politisches Heim bereitet, er besteht nunmehr, #d zur noch eine Nachwirkung äußerlicher Art muß sch vollziehen, dei Zusammenlegung der örtlichen Vern überall dort, wo bisher mehrere Parteivereine ser kürgerlichen Linken nebeneinander wirkten. Die äinse na ist hergestellt, die Einheit wird sich bald goller's herausbilden. So grüßt denn jeder von uns isle Parteigenossen im Reich in herzlicher politischer bemeinschaft mit gleichem Willen zum gleichen Ziel. es war ein großer Tag. Vom Norden und Süden Ost und West kamen die Abgesandtschaften zusamnen, um ihre Uebereinstimmung mit der neuen Aufnarschordnung kundzugeben. Norddeutsches Pflichtgeund süddeutsches Rechtbewußtsein haben sich aus Reigung vermählt,— diese Formel soll gelten, wie sie Layer und Haußmann aufgestellt haben. Das Feuer kr Begeisterung, das sich neu entzündet hat, soll nicht uchr verlöschen, und der staatsmännische Sinn für das Nägliche, der sich in den Vorverhandlungen und auf im ersten fortschrittlichen Volksparteitag in der verfündigen Beschränkung auf die nächstliegenden allen biäsherigen Richtungen gleich wertvollen Aufgaben offenlie, dieser kluge, realpolitische Sinn wird das Ganze ## emer wuchtigen und gebrauchsfertigen Schutz= und Inz=Waffe für Volksfreiheit Volksfortschritt und Jolbnacht zusammenschmieden. Eine Frage, von der einzelne Gruppen in den voruiggangenen Prüfungszeiten die Freudigkeit ihres Achlusses an die neue Volkspartei abhängig fühlten, am die Stellungnahme zu den übrigen Parteien. Wir #in fest, daß aus dem fortschrittlichen Volksparteitag in Vort gefallen ist, das auch nicht der radikalste Deuin unterschreiben könnte. Kein Wort etwa von einem ####f gegen zwei Fronten". Lediglich die soztaldemitatische Klassenkampftat wurde getadelt,— mit Act. Was die Nationalliberalen betrifft, so wurde der geäußert auch mit ihnen in ein leidliches Nachaschaftsverhältnis kommen zu können. Einige Hoff#m besteht ja erfreulicherweise nun wieder für eine Aogschkeit des zeitweiligen Zusammengehens der radi#la Linken mit dem gemäßigten Liberalismus, wenigles in Einzelfragen nachdem die Nationalliberalen ebenI# die bei der Reichsfinanzreform nun auch bei der Natzischen Wahlreform liberal zu bleiben entschlossen bcten. Daß sich die Fortschrittliche Volkspartei gegen #nervative und Zentrum zu stellen hat, mit dem Aufschärfster Kraft, das versteht sich heute von selbst. En das einzige Gute der schlimmen Entwicklung der atzschen Zustände, das grelle Klarheit über das Treider Reaktion ausgegossen ist. Die reinliche Scheider Geister ist wieder einmal unausbleiblich. UnDruck der Gewalt eint sich alles, was ir####hwie links steht zur Abwehr und zum Gegendruck. und keine Parteiforderungen, die durchgesetzt weres sind Grundrechte aller Staatsbürger, die verteidigt werden müssen, wenn überhaupt der Begriff des modernen Rechtsstaats noch einen Sinn behalten soll. Wir sehen mit Genugtuung, daß auch die Kritik im eigenen oder doch im nächstbenachbarten Lager sich dieser Einsicht die aus den Tatsachen herauswächst, nicht verschließt. Ebenso ist es zu begrüßen, daß die fortschrittlichen Frauen schließlich den Entschluß gefaßt haben, zur neuen Parteifahne zu halten, obwohl noch nicht allen Frauenrechtsforderungen genügt werden konnte. Das Weitere wird sich finden; die Anhänger der Frauenrechte werden nicht aufhören, in der Fortschrittlichen Volkspartei dafür weiterzuwirken. Wir sind geeint. Die Partei der bürgerlichen Linken reicht durch ganz Deutschland, sie hat Raum für alle, die es mit Fortschritt und Gemeinwohl halten. Nun ist es an der Zeit, daß auch die vielen freigesinnten unabhängigen und wohlwollenden Männer, die sich bisher an der Zersplitterung der bürgerlichen Linken stießen nicht länger beiseite stehen. An alle guten Bürger die erkennen, wie das Einzelschicksal und die Wohlfahrt des Ganzen untereinander und durch die Gestaltung des öffentlichen Lebens bedingt, und bestimmt werden, ergeht jetzt der Ruf der Fortschrittlichen Volkspartei: Her zu uns! Deutsches Die Reise des Reichskanzlers nach Rom. Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg wird die Reise nach Rom am 19. März antreten. In der Begleitung des Reichskanzlers wird sich der kaiserliche Gesandte am belgischen Hofe, Herr von Flotow, befinden. Früchteder verrovenden Agitation des Bundes der Landwirte. An den einen Vorsitzenden des Deutschen Bauernbundes, Ansiedler Harter in Neu=Teckenburg b. Gnesen, sind von fanatisierten Bündlern folgende zwei Schreiben— natürlich anonym— abgeschickt worden, die das kulturelle und gesellschaftliche Niveau gewisser agrarischer Kreife trefflich charakterisieren: Schwündelhafter Bauernbundspräsidend Herrn Harter Neu=Teckenburg bei Gnesen. Posen, 27. 1. 1910. Tu lausehund, liberales, wülfisches... keil faule am lebentischen Laib, Tu elender Hetzer und elenter Vorspannknecht der Sozialdemokraden. Tu krischt doch noch Hübe. An den 5. Bauernbunspräsident von 9 Stück Herrn Harter Neu=Teckenburg bei Gnesen oden Witkowa. Birkenfelde, 30. 1. 1910. Du liberaler Juden... kerl, bezahlter„welfischer Schwintler“, Verräther der deutschen Bauern, mach, daß du„3000 Mk.=Arbeiter“ aus unserer Provinz hinauskommst. Du meineidiger Lausehund, kreviere, mitsammt deinem liberalen Hetzer Wammhoff und dem schuftigen Lügner„Hestermann“. Kommt ihr Lausers noch einmal in unsere Gegend, schlagen wir euch das Leder voll und schneiden euch... aus; lieberaler Hund möcht dir die Zunge faulen. Ihr mit eurem bömischen Sindikus, feid die größten liberale Jesuiten.„Ihr Schloßgutsbesitzer. o— verfault—. Man sieht, wie verrohend die Agitation des Bundes der Landwirte auf seine eingeschworenen Anhänger wirkt. Ganz ähnliche Briefe hat übrigens auch der freisinnige Pfarrer Korell von politischen Gegnern in Hessen erhalten. Gemaßregelte Lehrer. Wegen des mehrfach erwähnten Bebeltelegramms mehrerer Bremer Lehrer sind jetzt die Lehrer Döring, aus dem Dienst entlassen und die Lehrer Sonnemann und Österschulte bei halbem Gehalte vom Amte suspendiert worden. Gegen einige Lehrer schwebt noch die Untersuchung. Der Hansabund in Asien. Vom Hansabunde sind Ortsgruppen bezw. Werbeausschüsse gegründet worden in Bankok in Siam, Tokto in Japan und Hangou in China. Zum Codo Dr. Tueger's. Der Magistrat von Berlin hat dem Wiener Magistrat ein Telegramm gesandt, in dem er seinen„innigen Anteil an dem Schmerz der Stadt Wien über den Verlust des Bürgermeisters“ ausspricht. Ungültige Wahl. Die Wahl des nationalliberalen Abgeordneten Fürbringer im Landtagswahlkreise Norden=Emden ist von der Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses für ungültig erklärt worden. Zur Wahlrechtsreform. Die Fraktionen des Abgeordnetenhauses nahmen gestern am sitzungsfreien Tage Stellung zu den Beschlüssen der Wahlrechtskommission. Die Sachlage har sich nicht geändert. Konservative und Zentrum werden den Kommissionsbeschluß unterstützen, die gesamte Linke lehnt ihn ab; die Freikonservativen dürften bei der Schlußabstimmung gegen das Gesetz stimmen. In diesem Falle wäre das Stimmenverhältnis bei vollständiger Besetzung 270 für, 170 gegen die Vorlage. Der Bund der Landwirte als Schrittmacher der Sozialdemokratie. Die Korr. des Deutschen Bauernbundes erinnert gegenüber den Phrasen des Bundes der Landwirte daran, daß in Neustadt=Landau über 700 bündlerische Stimmen in der Stichwahl auf den Sozialdemokraten anstatt auf den Nationalliberalen gefallen sind. Auch bei der Wahl in Mülheim=Gummersbach sind die Stimmen, die auf den Pfarrer Hoemann gefallen, der ebenfalls vom Bunde der Landwirte unterstützt wurde, keineswegs in ihrer Gesamtheit dann in der Stichwahl dem nichtsozialdemokratischen Kandidaten zugute gekommen; vielmehr haben sich dieselben zum größten Teil dann der AbAuf der Brautschau. humoristischer Roman von Felix Brenta. 43 Thea hatte den Brief nicht mißverstanden. Sie Überzeugt, daß der Referendar heute auch nicht #.##liothek erscheinen würde. Denn offenbar * Gefahr zu groß, dort etwa dem aus dem Kreise Esienmänner Ausgestoßenen zu begegnen. zweifelte nicht daran, daß Dr. Laue sie jetzt für eech aber ihr gutes Herz gab ihn gleichwohl nicht ““„ten. Es würde sich ja Gelegenheit finden, vur. g. aren, und sie sagte beinahe beleidigt zu ihrem ul# dieser peinlichen Absage ist also weiter nichts mhis. daß Du ihn zugleich mit dem unseligen eingeladen hast.“ sich# ständlich,“ entgegnete Herr Raupach be„ scamit habe ich sein empfindliches Zartgefühl Oder vielmehr Ihr habt es getan. Ihr bestanmigs-haus darauf Euren Herrn Doktor heute mit 57 afor habt es Euch nun auch selbst zuzuschreifür diese verletzende Zumutung einen wieder einmal recht. Ich sagte gleich, hagegeninnen! Ich war überhaupt von Anfang einen so vornehmen Kavalier in unser nieeoniig.3— bitten. Nun müssen wir eben sehen, ohne bugt zu sein.“ nigster Papa,“ sagte Thea eifrig,„wir können doch su einen Versuch machen, ihn umzustimmen „Die der„#####e Ungeschicklichkeit zu versöhnen.“ einfach Papa! Indem wir Herrn Heuer bitkinmt 3.#s nicht zu kommen. Er ist so gutmütig #.# das sicherlich nicht übel. oft bei uns zu Tisch gewesen, ist ich sein un einen Diensten und außerdem tatsächlich Alichen Gasea., 2liches Verhalten schuld an der ganzen ig die Heing ahte. wir sind Herrn Dr. Laue wahrpestens schuldig.“ we dem##: erwiderte Vater Raupach freundlich.„Ich Bref###endar wahrscheinlich gar einen demüfur Jasiben müssen, ihn höflich um Entschulas bedauerliche Versehen bitten und ihm ergebenst mitteilen, daß wir seinem Wunsche gemäß den ehrlosen Menschen aus unserm Hause entfernt haben. Wenn ich dann noch hinzufüge, daß meine Finanzen völlig unerschüttert sind, und ihm einen notariell beglaubigten Auszug aus meinem Hauptbuche beilege, so habe ich selbst Hoffnung, daß sich der Herr Doktor herbeilassen wird, uns durch sein Erscheinen zu beglücken.“ „Du bist boshaft, Papa!“ sagte sie unter Tränen. Sie fühlte sich durch Laues brüske Absage im innersten Herzen und um ihres eigenen Stolzes willen versucht, die Ehre ihres Freiers in Schutz zu nehmen. Die Mutter hatte Mitleid mit ihr. Auch ärgerte sie der überlegene Ton, den ihr Gatte seit einiger Zeit so erfolgreich anschlug, und so sagte sie spöttisch:„Wer weiß, ob wir überhaupt in die Lage kommen, Herrn Heuers Einladung zurückzunehmen. Wenn er von dem Gerücht gehört hat, sagt er vielleicht ebenfalls ab!“ „Nein, das tut er nicht,“ rief Margarete, die bis jetzt geschwiegen hatte, erregt, und in demselben Augenblick brachte das Dienstmädchen seine Karte herein. „Nanu! so förmlich? Er hat sich doch sonst nie mit Karte anmelden lassen!“ sagte Herr Raupach verwundert. Seine Gattin fügte hinzu: Und so zeitig! Was will er denn jetzt schon? Das hat etwas zu bedeuten?“ Heinrich war kein begeisterter Verehrer der Regenschirme. Er behauptete, daß überhaupt keines der mit diesem anmaßenden Namen prunkenden Geräte imstande sei, einen Menschen wirklich vor Regen zu beschirmen, und gönnte ihm nur die Bezeichnung„Hutschoner“. Denn er war verständig genug, um zuzugeben, daß es einem geschickten Manne wohl möglich war, mit einem Regenschirm bei mäßigem Regen ohne Sturm seinen Hut vor den schlimmsten Unbilden des Wetters zu behüten. Er selbst trug freilich meistens Hüte von lang erprobter kerniger Beschaffenheit, die keiner Schonung bedurften und deshalb stand auch sein Hutschoner meist unbenntzt im Schrank. Heute aber trug er seinen gewaltigen widerhaarigen Zylinder. Er hatte ein Aussehen, als stamme er aus der väterlichen Erbschaft, und dieses Aussehen war nicht trigerisch. Aus Pietät war Heinrich daher mit entsaltetem Hutschoner abmarschiert und es war ihm gelungen, die ehrwürdige Kopfbedeckung trockenen Haares in die Raupachsche Wohnung zu überführen. Weiter als bis zu den Schultern hatte der schützende Zauberkreis allerdings nicht gereicht. Der Ueberzieher war ein ebenso unwiderleglicher Beweis von der Feuchtigkeit des Regens, wie heute morgen der unabgetrocknete Briefträger in Frau Lichtenburgs Küche. Heinrich tat das triefende Kleidungsstück daher von sich und freute sich seines ziemlich trockenen Frackes. Von den Knien abwärts freilich drückten seine Hosen durch runzelige Geberden ein lebhaftes Verlangen aus, aufgebügelt zu werden. Er aber achtete dieses Verlangens nicht. Er vergaß auch, daß er den Rand der Hosen umgekrempelt hatte, und unterließ es, ihre Feldmarschmäßigkeit wieder in den gefälligen Salonzustand zu verwandeln. Seine ganze Aufmerksamkeit galt seinen Stiefeln, deren mühsam erzeugter heller Schimmer im Schmutz der Straße erblindet war. Er mußte sich begnügen, alle Unsauberkeit auf der kleinen Kokosmatte abzustreichen. Den verlorenen Glanz vermochte er ihnen nicht zurückzugeben, und als er nun das Zimmer betrat, sahen seine weit aus den umgekrempelten Hosen hervorragenden Füße nicht so schön aus, wie es Heinrich gewünscht hätte. Auch die Eleganz seiner sonstigen Erscheinung blieb hinter dem zurück, was er beabsichtigt hatte, und was in feierlichen Salonaugenblicken eigentlich verlangt wird. Doch nahm sich sein mächtiger Brustkasten, in dem etwas zu engen Frack um so stattlicher aus, und über allem leuchtete sein herzgewinnendes, gutmütiges, blondbärtiges Antlitz mit den weit offenen blauen Augen. Als er die ganze Familie außer Karl beisammen sah, stutzte er und wurde verlegen und verbeugte sich mehrmals. „Ich hatte eigentlich erwartet,“ sagte er,„Herrn Raupach allein zu treffen. Ich möchte etwas Ernstes mit Ihnen sprechen.“ „Bitte, nehmen Sie Platz und sprechen Sie,“ antwortete Herr Raupach freundlich.„Wir sind alle durchaus ernst gestimmt.“ In der Tat war nur beim Eintritt des Kandidaten ein flüchtiges Lächeln über die Züge der Damen gehuscht. Jetzt blickten sie ihn erwartungsvoll an. stimmung enthalten. Die Korrespondenz weist däs an den Abstimmungsziffern einer großen Anzahl von Orten nach. In Dreußen gibt es kein Parteiregiment und keine Bevorzugung irgendwelcher Parteien— so erklärte mit dem Brustton der Ueberzeugung jüngst der Ministerpräsident im preußsichen Abgeordnetenhause. Wie erklärt sich dann abe.— so möchten wir doch Herrn v. Bethmann Hollweg fragen—, daß nach einer uns von vertrauenswürdiger Seite zugegangenen Mitteilung am Tage nach der konservativen Generalversammlung in Hildesheim, wo Herr von Heydebrand und der Lasa Heerschau über seine Getreuen hielt, auf jedem Pult im Regierungsgebäude ein Beitrittsformular für den konservativen Verein liegen konnte? U. A. w. g. Die Wahl des natl. Bündlers in Bielefeld=Herford wird von den„Westf. Pol. Nachr,", dem Organ der nationalliberalen Parteileitung Westfalens als ein bemerkenswerter Sieg der Nationalliberalen freudig begrüßt. Der Schmerz, daß der Sieg nicht aus eigener Kraft, sondern gegen die freisinnigen Bundesgenossen bei der Haupwahl mit konservativer Hilfe errungen worden ist, wird übertönt von dem lauten Freudenausbruch darüber, daß die Zahl der nationalliberalen Landtagsabgeordneten Westfalens von 7 auf 8 gestiegen, daß die Gier nach einem neuen Mandate gesättigt worden ist. Weiter empfindet das offiziöse Organ der nationalliberalen Parteileitung Westfalens und mit ihm die Tortmunder Ztg. eine unbändige Freude darüber, daß die Konservativen sich in alter Liebe wieder zu den Nationalliberalen gefunden und dazu beigetragen haben, unter Treubruch den bisherigen freisinnigen Freund an die Wand zu drücken. Es ist selbstverständlich, daß die liberal: Wählerschaft den Nationalliberalen in Bielefeld und anderswo diesen Treubruch nicht vergessen wird und daß die Freisinnigen den Nationalliberalen nicht mehr so leichtsinnig vertrauen werden. Wer Treu und Glauben so in den Wind schlägt, wie die Nationalliberalen in Bielefeld, verdient keinen Glauben. Ganz in unserem Sinne bewegt sich folgende Zuschrift, die unseren Lesern von hohem Interesse seindürfte: Die Wahl des nationalliberalen Bündlers mit Hilfe der Konservativen wird dort als ein„praktischer Anfang zu einer Politik des Zusummengehens der alten Blockparteien“ gefeiert. Eine solche Zurechtmachung der Tatsachen hätte ich nicht für möglich gehalten. Meinem politischen Wissen nach gehörten die Freisinnigen von jeher zum Block. Diesen Freisinnigen gegenüber haben die Bielefelder Nationalliberalen ihr altes Wahlabkommen gebrochen. Dieses Urteil wird von den Herforterder Nationalliberalen selbst gefällt. Sie Heinrich fühlte sich von tiefem Mitleid für die verarmte Millionärsfamilie durchdrungen. Doch rang er zunächst vergeblich danach, sein herzliches Mitgefühl in passende Worte zu kleiden. Erst nach einigen Augenblikken feierlichen Schweigens sagteer zögernd:„Ich zweifle nicht an Ihrer ernsten, oder vielmehr trüben Stimmung. Ich habe auch von Ihrem Unglück gehört und bin gekommen, um Ihnen gewissermaßen mein Beileid auszusprechen. Im Unglück schließen sich die Menschen näher aneinander. Man findet gegenseitig Trost und Zuspruch. Mir ist ja in diesen Tagen auch ein kleines Mißgeschick zugestoßen, natürlich nicht so groß wie das Ihrige. Aber ich möchte doch, wenn Sie mir erlauben wollten, mich näher an sie anzuschließen.. ich meine eigentlich..““ Heinrich hatte das ängstliche Gefühl, als grenzten seine Worte an Taktlosigkeit. Er kam sich ungeheuer aufdringlich vor. Es warja auch eine Anmaßung, diesen vornehmen Unglücklichen seine armselige Freundschaft und seinen Trost anzutragen. Er blieb doch immer der Bittende, der eine Gnade von ihnen erhoffte. Er schämte sich der Dreistigkeit seiner Rede und hatte nicht den Mut, Herrn oder Frau Raupach anzu ehen, die beide nichts antworteten. Einen Blick auf Marete zu werfen, hätte er erst recht nicht gewagt. V#er als er schüchtern ein wenig aufsah, begegnete er Theas Augen, die recht zustimmend und ermunternd auf ihn gerichtet waren. Er dachte daran, daß Thea eine Zeitlang doch sehr freundlich mit ihm gewesen war, und so warf seine Verlegenheit in ihrem Anblick Anker, und er fuhr fort:„Ich komme mit einer Bitte zu Ihnen, an deren Erfüllung mein Lebensglück hängt. Es ist ja unbescheiden, wenn ich verlange, daß Sie sich in Ihrem eigenen Unglück um das Glück eines anderen kümmern sollen. d#er weil man sich doch im Unglück näher aneinder schließen soll,... so bitte ich.. ich bitte um die Ehre...“.. 1 7,18 Hier stockte er wieder. Thea hatte ih immer vergnügter angeblickt. Sie war sich aller. noch nicht klar, ob sie„Ja“ sagen sollte, zum###esten war sie noch nicht fest dazu entschlossen.#### sie###te sich doch über seine schon längere Zeit### Huldigungen und genoß den vertrauensvollen Blick seiner schüchternen blauen Augen mit heiterem Selbstbewußtsein. jaben ihre 80 Stimmen dem steisinnigen Kanoidaauch jetzt zugeführt und ich hörte mit meinen eigenen. Ohren, wie der Vertrauensmann der Herforder Nationalliberalen öfter als einmal betonte: Treue um Treue. Die Herforder Nationalliberalen haben blocktreu gehandelt. Die Bieleselder Nationalliberalen wollten keinen Freisinnigen und rechneten mit der Unterstützung der Konservativen, die nach zationalliberaler Auffassung selbst den Block— zertrümmert haben. Wenn man nichts mit den Freisinnigen zu tun haben will, halte ich es für ehrlicher, das zu sagen. Daß aber die nationalliberale Politik, wie sie in Bielefeld getrieben worden ist und wie sie die Dortmunder Zeitung für gut hält, die nationalliberale Partei selbst ruiniert, das weiß nachgerabe leder, der die politische Entwicklung mit offenen Augen verfolgt. Ich schreibe diese Zeilen nur, weil ich von der Kandidatur in Bielefeld=Halle zurücktrat, am den nationalliberalen jeden persönlichen Vorwand zu nehmen, die Blocktreue nicht zu umgehen. Pfarrer Traub. Verhalten der englischen Polizei bei Straßenkundgebungen. Das Verl. Tagebl. läßt sich aus London darüber schreiben: Einer der höchsten Beamten des hies. Polizeipräsidiums sagte mir bezüglich der polizeilichen Behandsung der Demonstratienon in London folgendes: Demonstrationen brauchen in London nicht angemeldet zu werden, mit Ausnahme der auf Trafolgar Square, die nur Sonnabends nachmittags oder Sonntags stattfinden dürfen, ein abschlägiger Bescheid erfolgt in den seltensten Fällen. Nur in den Fällen, wo im Hydepark Wagen auf die Grasplätze gefahren werden sollen, die dann als Rednertribünen dienen, ist hierfür von dem königlichen Parkkommission die Erlaubnis einzuholen, die aber nie berweigert wird. Bringt die Polizei in Erfahrung, daß eine Demonstration stattfinden soll, so informiert sie sich unauffällig über die Art der Demonstration, über die mutmoßliche Zahl der Demonstranten, um darach die Zahl der Polizisten zu bemessen, die zum Schutze der Demonstranten respektive zur möglichsten Aufrechterhaltnug des Verkehrs erforderlich ist. Beim Durchmarsch durch die Straßen können die Demonstranten„leben lassen“ und verfluchen, wen und was sie wollen. Sie dürfen nach der Begleitung der im Zuge befindlichen Kapellen politische und nichtpolitische Lieder oder nach gefallen a capella singen, die Polizei läßt sie ruhig gewähren. Ein Eingreifen der Polizei, wie es in Treptow und am Reichstage seitens der Kreis= und Berliner Polizeistattgefunden hat, ist hier ganz undenkbar. In einer Straßendemonstration offenbart sich ein Teil des Volkswillens, dem man, ob er berechtigt oder unberechtigt ist, mir Respekt begegnen und den man gewähren lassen muß. Während der Demonstrationszug sich bewegt, werden die Straßenübergänge, die der Zug benutzen muß, von der Polizei abgesperrt, und gegen das, sich zu beiden Stiten der Straßen aufstellende Zuschauerpublikum wird der Raum zum freien Ausschreiten der Demonstranten freigehalten. An der Spitze des Zuges befindet sich ein reitendes Polizeidetachement, und in weiten Abständen schreiten längs des Zuges auf beiden Seiten vereinzelte Polizisten. Wie gesagt, der Gedanke des Schutzes der Demonstration und des Einwirkens auf eine möglichst schnelle und anstandlose Abwicklung ist die berrschende Tendenz der„Straßenpolitik“ der Londoner Polizei. Erhält die hiesige Polizei Wind, daß Komplikationen möglich sind, daß durch das Aufeinanderplatzen von Demonstrationen und Gegendemonstrationen, durch Reibereien im Publikum vor den Rednertribünen handgreifliche Streitigkeiten entstehen könnten, so rüstet sie sich für solche Eventualität, aber ausschließlich mit der Absicht, die streitenden Parteien zu trennen. Sobald dies aber erreicht ist, zieht sich die Polizei wieder zurück. Der Gegenstand der Manifestation interessiert die Polizei als solche nicht. Die Demonstranten Londons befleißigen sich nach bisheriger Erfahrung der größter Ordnung. In den letzten Jahren kam es nur einmal im Hyde Park und ein anderes Mal auf Trasalgar Squara zu Prügeleien. Das eine Mal war es, als sich die ersten roten Fahnen im Hyde Park zeigten, oie bon einigen Reaktionären den Sozialisten entrissen wurden; das andere Mal kam es während des Burenkrieges. zwischen Freunden und Gegnern Krügers zu Prügelszenen. Das erste Mal hatte die Polizei leichtes Spiel, im zweiten Falle dauerte der Konflikt mehrere Stunden, und die Zugänge zu Trafalgar Square mußten eine zeitlang gesperrt werden. Wie immer es auch sei, dies war der Grundgedanke der Unterredung: die Polizei fühlt sich nicht berechtigt, den Inhalt der Straßenkundgebungen zu kontrollieren und diesen zum Gegenstand besonderer Maßnahmen zu machen.“ Griechenland. Athen, 10. März. Während die Situation als ruchig und geordnet angesehen wurde, haben sich plötzsich die Verhältnisse so verschärft, daß man nicht weiß, ob ein neuer Ministerwechsel eintreten oder ein unvorhergesehener Zwischenfall wie früher wieder eine Lösung finden wird. Der leitende Ausschuß der Militärliga traf wiederholt zusammen und faßte den Entschluß, die Fordernguen schriftlich zu formueren und Dragoumis zu überreichen. Die Forderungen verlangen eine Sauberung des Standes der Staatsheamten, eine Reinigung der Universität, eine Abänderung des Wahlsystems und Lösung der ländlichen Fragen in Thessalien. Asien. Charbin, 10. März. Hier zirkuliert das unverbürgte Gerücht, daß binnen wenigen Tagen der Kaiser von Japan die Annexion Koreas proklamie ren werde. Türkei. Konstantinopel, 10. März. Die Blätter berichten über einen heftigen Kampf, der am 26. Februar zwischen türkischen Truppen und Albanesen unweit von Ipek stattgefunden hat. Die Truppen mußten Artillerie verwenden. Ein Sergeant und vier Soldaten wurden getötet, ein Hauptmann und fünf Soldaten verwundet. Die Albanesen hatten sechs Tote und mehrere Verwundete. Die Anwendung und die Kosten der Elektrizität im Haushalte. Kein Industriezweig hat innerhalb weniger Jahrzehnte eine Entwicklung aufzuweisen wie die Elektrotech nik, die vor knapp einem Menschenalter noch auf die Experimentierräume der Gelehrten beschränkt, in ihrem Siegeszuge durch die Welt die größten Umwälzungen nicht nur im Reiche der Technik, sondern man kann ruhig behaupten auf sämtlichen Gebieten der heutigen Lebenshaltung hervorgerufen hat. Obwohl man der Verwendung der elektrischen Energie im öffentlichen Leben fast auf Schritt und Tritt begegnet, so weiß der Laie in den meisten Fällen von der Elektrizität nichts weiter, als daß man dieselbe von dem Elektrizitätswerk beziehen kann, er weiß auch noch, was die Kilowattstunde kostet, allenfalls vermag er auch noch den Preis der Brennstunde einer Glühlampe oder Bogenlampe anzugeben, aber damit sind seine Kenntnisse erschöpft. Es wird daher den Besitzern elektrischer Anlagen willkommen sein, zu erfahren, welche verschiedene nutz bringende Arbeit man mit einer verhätnismäßig geringen Menge elektrischer Energie vollbringen kann. Durch einen einfachen Anschluß an eine elektrische Leitungsanlage kann man mit einer Kilowattstunde von 20 Pfennigen: ca. 4 Stunden eine Waschmaschine betreiben, ca. 17 Stunden eine Nähmaschine oder einen Ventilator in Gang setzen, ca. 24 Aufzugsfahrten durch vier Stockwerke zurücklegen oder ca. 6 Sack Meyl zu Teig verarbeiten, ca. 300—400 Lier Wasser auf eine Höhe von ca. 7 Meter heben, ca. 200 Flaschen füllen und verkorken, ca. 4000 Messer putzen, ca. 75 Paar Stiefel wichsen. ca. 4 Pferde scheeren, ca. 3 Minuten täglich während eines ganzen Jahres eine Brennscheere erwärmen, ca. 2000 Zigarren anzünden, ca. 7 Liter Wasser zum Sieden bringen, ca. 48 Tassen Kaffee oder ca. 160 Eier kochen, ca. 4 Liter Suppe bereiten, ca. 30 Kottelettes braten oder 2a 3 Stunden bügeln. Aehnliche Beispiele ließen sich noch viele anführen, doch mögen die hier vorgebrachten, die sämtlich dem praktischen Leben entnommen sind, genügen. Die vorgenannten Zahlen liefern den B beis, daß sich der Gebrauch der elektrischen Energie im Haushalte nicht nur einfach, bequem und reinlich gestaltet, sondern, was die Hauptsache ist, auch billig. und Orovinzielles. Dortmund, 11. März. —“ Verein der freisinnigen Volkspartei.— Die gestrige gut besuchte Versammlung beauftragte den Vorstand mit dem Vorstand des Sozialliberalen Vereins(Freis. Vereinigung) wegen der Verschmelzung beider Vereine in Verbindung zu treten.— Die Versammlung„war die letzte im Reinoldushof, dessen Umbau m nächster Woche beginnt. Den Mitgliedern wird Ort und Zeit der nächsten Sitzung.noch bekannt gegeben werden. —* Besuch. Gestern besichtigten eine große Anzah' Lehrer und Lehrerinnen der Stadt Witten unter Führung von Museumsdirektor Baum das städtische Museum und hörten später einen Vortrag im alten Rathauso an. —* Städtischer Ausschuß. Gestern vormittag fand unter dem stellvertretenden Vorsitz des Herrn Stadtbaurats Kullrich eine Sitzung des Städtischen Ausschusses im Verwaltungsstreitverfahren statt. Es standen fünf Verwaltungsklagen zur Verhandlung und Entscheidung an und zwar klagten: 1. der Geschäftsführer der Dorrumnder Hotel=Gesellschaft, Kaufmann Friedr. Wilhelm Kohlleppel hier auf Erteilung der Genehmigung zum unbeschränkten Betriebe der Gastwirtschaft, Brückstraße 72— früher Brinkmann—; 2. auf Gewährung der Erlaubnis zum Betriebe der unbeschränkten Schenkwirtschaft klagten: der Privatmann Wilhelm Gröbe für das Haus Wernerstraße 1— bisher Müller—; 3. der Restaurateur August Windhagen für das Haus Ecke der Bergmann= und Klausthalerstraße und 4. der Kastellan Wilhelm Hirsch für das Haus Schillerstraße 20. Als Kläger Nr. 5 trat noch auf der Kaufmann Wilhelm Vedder und erbat die Erteiluna der Genehmigung zum Verkauf von Kognak, Arak und feinen Likören in verkorkten und etikettierten Flaschen nicht unter einem halben Liter Inhalt. Sämtliche Kläger waren bereits im Beschlußverfahren unter Verneinung der Bedürfnisstrafe mit ihren Anträgen zurückgewiesen worden und erzielten soweit die Klage unter 4 in Betracht kommt, auch gestern kein günstiges Ergebnis, sie wurden wiederum kostenpflichtig abgewiefen. Die unter 1 und 5 genannten Kläger erhielten die beantragte Genehmigung, während die Entscheidung über die Klagen unter 2 und 3 aus vier Wochen bezw. bis zum Ende dieses Jahres verschoben wurde —* Die Eisenbahndirektion in Essen macht bekannt, daß zur Entlastung der fahrplanmäßigen Züge auf den Hauptstrecken vom 23. bis 30. März Sonderzüge verkehren, worüber Näheres aus den auf den Bahnhöfen aushängenden Bekanntmachungem zu erseben it — Von den Tageszeiten. Das Werk, welches am nächsten Sonntag am Fredenbaum zur Aufführung gelangt, fand überall eine begeisterte Aufnahme. Es urteilen beispielsweise die„Signale für die musikalische Welt“:„Wer die letzten Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Oratoriums mit Interesse verfolgt hat, dem wird manche bittere Enttäuschung nicht erspart worden sein. Das ist einmal eine um so erfreulichere Ausnahme, wenn das Interesse bei einem Werk in steter Zunahme begriffen ist, je länger und eingehender man sich mit ihm befaßt. Und das ist bei dem jüngsten Oratorium„Von den Tageszeiten“ von Fr. E. Koch dier Fall, Das neue Oratorium ragt tatsächlich turmhoch über ähnliche Werke hervor.— Der Tondichter ist dem Wortdichter ebenbürtig. Mit bewunderungswürdiger Sicherheit trifft er stets den richtigen musikalischen Ausdruck in der Stimmung, für welche er als feinsinniger Instrumentator auch die rechten Orchesterfarben bereit hat. Zieht man dabei noch eine hochentwickelte Komvositionstechnik, die uns überall in der Kunst der Kontrapunktik und in der sicheren Beherrschung der Form entgegentritt, in Betracht, so ist es nicht verwunderlich, wenn eine Aufführung des Werkes einen tiefen und nachhaltigen Eindruck hervorruft." —* Polizei=Bericht. In der Nacht zum Donnerstag, bezw. im Laufe des Mittwochs wurden 12 Personen festgenommen und zwar: 4 wegen Obdachlosigkeit, 3 wegen Diebstahls und je 1 wegen Unfugs, Umhertreibens, Trunkenheit, Uebertretung der sittenpolizeilichen Vorschriften und zwecks Unterbringung in Fürsorgeerziehung.— In der Nacht zum Mittwoch ist in das Gebäude der Handwerkerschule eingebrochen worden. Es wurden Handwerkszeug, mehrere Arbeitsanzüge sowie ein Kabel von zirka 25 Meter Länggestohlen. —“ Vortragskurse der Wilhelm=Auguste ViktoriaBücherei. Der nächste Vortrag von Herrn Bibliothekar Zimmer über„Aussprache und Phonetik“ findet am heutigen Freitag, abends achteinhalb Uhr, in der Gewerblichen Fortbildungsschule(Prinzenstraße 10). statt. Eintrittspreis 40 Pfg. —* Vom Bahnhofsumbau. Im städtischen Tiefbauamt erfolgte gestern die Eröffnung der Angebote auf Ausführung der Erd= usw. Arbeiten zur Herstellung der neuen Bahnhofsstraße, vom Burgtor bis zur Sedanstraße, einschließlich Senkung des Königswalls vom Burgtor bis zur Weberstraße. Es wurden folgende Angebote abgegeben: griff genommen und so gefördert werden, daß sie späestens am 1. Juni d. Is. fertig gestellt sind, Für eden=Tag der verspäteten Fertigstellung ist seitens des Unternehmers eine Verzugsstrafe von 200 Mark zu zahlen, während er für jeden Tag der früheren Fertigstellung der Arbeiten eine Prämie von 100 Mark erhält. * Hängt Nistkästen aus! Nachdem die Stare seit einigen Tagen ihr Heim wieder aufgesucht und sich an den Nestbau begeben haben, ist es an der Zeit, Nistkästen auszuhängen, um den Staren und sonstigen Höhlenbrütern Nistgelegenheit zu bieten. Rotschwänzchen, Meisen usw. suchen mit Vorliebe diese Kästen— auch wenn sie notdürftig sind und etwa aus einem teilweise zerbrochenen Krug bestehen sollten, den man in einem Baume befestigt— auf, wodurch wir unsere gefiederten Sänger an Haus und Garten fesseln und nicht wenig dazu beitragen, daß unsere OObstbäume nicht so ara unter der Raupenplage leiden. Brackel, 11. März. Vorgestern Abend brannte die durch die Stadt Dortmund angekaufte Scheune, welche der Schäfereibesitzer Schobert angepachtet hat. Diesem soll ein bedeutender Schaden verursacht sein, da verschiedene landwirtschaftliche Maschinen mit verbrannt find. Die Scheune ist mit Inhalt uiedergebrannt. Brambauer, 11. März. Auf der neuen Traberbahn bei Brambauer soll voraussichlich noch in diesem Jahre das erste Rennen stattfinden. Die Zechenverwaltung von„Minister Achenbach“ hat ihre Erlaubnis zur Benutzung der Zechenbahn am Renntage erteilt. Falls die Eisenbahndirektion sich nun entschließt, die Jüge zum Rennplatz von Mengede über die Zechenbahn nach Brambauer fahren zu lassen, wird das erste Rennen im August d. J. stattfinden Gladbeck, 11. März. In der gestrigen Nacht drangen drei maskierte Personen in dio Wohnung einer Lehrerin in Kirchhellen ein, schleppten sie unter Bedrohung mit einem Revolver in ein anderes Zimmer und stahlen, was sie erreichen konnten. Von den Tätern fehlt jede Spur. Elberfeld. 10. Marz. Der Verein der nationalliberalen Verbände nahm nach einem gestern abend stattgefundenen Vortrag über das Thema„Elsaß=Lothringen reif zum Bundesstaat?“ eine Resolution an, die dem Reichstage übermittelt werden soll und in welcher es u. a. heißt:„Die Elberfelder Ortsgruppe mit sechs nationalliberalen Verbänden bittet die Reichsregierung, auf das gegenwärtige Verlangen der Elsaß=Lothringer der Reichslande nach Verleihung der Rechte eines Bundesstaates nicht einzugehen. Die Ereignisse der letzten Zeit haben deutlich gezeigt, daß Elsaß=Lothringen hierfür in jetziger Zeit noch nicht reif ist.“ Solingen, 10. März. Auf Veranlassung des Sozialliberalen Vereins für den oberen Kreis Solingen fand heute Abend im Bungards'schen Saale am Grünewald eine Wahlrechtsversammlung statt, in der Pfarrer Traub aus Tortmund in einem Vortrage für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht eintrat. Düsseldorf, 9. März. In der gestrigen Sitzung des Niederrheinischen Bezirksvereins deutscher Ingenieure konnte der Vorsitzende berichten, daß für den mit der Handelskammer gemeinsam veranstalteten Kurlus über wirtschaftliche Fragen in Düsseldort vom 4. bis 16. April 1910 reges Interesse zahlreiche Anfragen erkennen lassen. Es vi., reits fast 100 Anmeldungen vor, von L.“ ein Trittel auf Auswärtige entfällt. Inn.:. ten für einzelne Vorträge sind stark#### i schiedene industrielle Unternehmungen hat ten genommen, um Angestellte zu dem g. zu einzelnen Vorträgen zu entsenden, aug"“ sie die Veranstaltung durch Gewährung von:.““ an Angestellte unterstützt. Anmeldungen werden auf weiteres noch von Herrn Ingenieur 2.:“ Lüsseldorf, Jakobistraße 5, entgegengenommen auch Auskunft gibt. Nach den für die Veranstalt. getroffenen Vorbereitungen versprechen die u. sehr anregend zu werden. Düsseldorf, 11. Mä.z. Beim Löschen der#### eines von Bremen angekommenen Seedampfers. e hiesigen Rheinwerft angelegt hatte, löste sich vierballen, der durch einen Krahn aus dem En, gehoben wurde und stürzte auf den ersten Steuern des Schiffes, Sanders, der so schwer verletzt## daß er auf dem Transport zum Krankenhaus von Das Arteil im Prozeß pfeil S. u. H. Thorn, 9. 2 Unter ungeheurem Andrange des Publikums vef heute nachmittag 5 Uhr der Gerichtshof wieder zuan. men, um in dem Prozesse gegen den Grafen Peis na# das bereits mitgeteilte Urteil zu sprechen. Der#. tritt war nur gegen Karten gestattet, doch war## Zahl der Erschienenen so groß, daß sie der Juschaug. raum bei weitem nicht zu fassen vermochte, weshalb er Vorsitzende gestattete, daß ein Teil des Publikum### Zeugenraume Platz nahm. Der Verhandlungsleite fragte den Angeklagten, ob er noch das Schlußvng wünsche. Der Angeklagte verzichtete aber darauf. ve oro der Verhandlungsleiter zur Urteilsbegründung sch#u wies er darauf hin, daß im Publikum verschiedene sa sche Auffassungen entstanden seien. Von der eidessatlichen Versicherung des Grafen sei nicht erwiesen, u sie falsch gewesen sei. Auch seien nicht die lungen der Gräfin Gegenstand der Gerichtsverha## lung gewesen, das Gericht hatte lediglich die Frage u prüfen, ob die gegen den Grafen erhobenen Anschr gungen richtig oder unwahr waren. Zur Begründ selbst übergehend teilte der Verhandlungsleiter mit, daß es sich um vier Anklagen wegen Verleitung n falschen eidesstattlichen Versicherungen gehandelt hei in vier Fällen um Verleitung zum Meineide, in Fällen um Beleidigung. In den ersten vier Fäller### bereits die Verjährung eingetreten, da die gesetzsche Frist von fünf Jahren ohne richterliche Unterbret## bereits verstrichen ist. Trotzdem ist das Gericht in eine sorgfältige Prüfung der Fälle eingetreten zu dem Resultat gekommen, daß auch abgesehen der Verjährung, eine Freisprechung hätte erfolgen## sen. Es handelt sich dabei um die Fälle Zensen, Klamp, Frl. Hermann, jetzige Frau Zensen. Deren J## genaussagen sind derart widerspruchsvoll, und ungu## würdig, daß eine Beeinflussung von der Gegenvan unbedingt angenommen werden muß. Was die teren Fälle anlangt, die sich auf Verleitung zum eide beziehen, so waren in zwei Fällen die Unten gen so wenig belastend für den Angeklagten,## Anklage überhaupt fallen gelassen wurde. In da den anderen Fällen erfolgte gleichfalls Freispre Die Unstimmigkeiten in den Aussagen der Zeugen nach Ansicht des Gerichtshofes hauptsächlich auf die? tigkeit des Detektivs Gräger zurückzuführen, der der verschiedensten, nicht immer einwandsfreien bedient hat, um Zeugen im Sinne der Partein einflussen. Gegen die Vereidigung des Zeugen ger hegte der Gerichtshof schwere Bedenken, doch te dieselbe nicht unterbleiben, da die Einstin keit im Gerichtshofe nicht vorhanden war. S#l# für die Wirksamkeit Grägers bieten die Fälle wak und Büttner. Auch in den beiden aufrechtern tenen Anklagepunkten wegen Verleitung zum Meine wurde auf Freisprechung erkannt. Der neue Punn traf die Beleidigung der Gräfin Pfeil. Sie vom Angeklagten beschuldigt, eine Nota der Firme! senthal(Breslau) gefälscht zu haben. Es ist nachee sen, daß diese Nota nicht aus dem fraglichen### stammt. Der Angeklagte hat einmal zu seinem fur ren Rechtsvertreter Schmeidler gesagt, die Gräfts ihm gegenüber die Fälschung eingestanden. Drn teile der Sachverständigen sprachen aber die keit, ja zum Teil die Wahrscheinlichkeit aus, das Schrift auf der Nota von der Gräfin selbst herstatDaß die Nota nicht vom Grafen herrühren kant, die Gräfin selbst bekundet. Die Gräfin hat bestim überhaupt zur fraglichen Zeit in Breslau gewech sein, was ihr jedoch durch eine Hotelrechnung na# wiesen wurde. Da durch die Beweisaufnahmeen weis für die Fälschung der Nota durch die nicht erbracht werden konnte, so liegt immerh## ehrenrührige Beleidigung der Gräfin durch den klagten vor. Doch wurde diesem der Schutz des Ottel eines darohans unschädlichen und wohlschmeckenden Getränkes können Sie sich ans ¼ Pfund Kathreiners Malzkaffee bereiten, der eich selt 20 Jahren in der ganzen Welt aufe beste bewährt bat.— 4 Paket Kathreisere Malzkaffee kostet nur 193 zugebillig., ## an wrahe. Bown Nr 16 ##ce Beleidigung in Ersch sder diesen Fall Fan den Gerichtsgebh Eiamgenge eneesammel e te des Gouwernen I.. Ooationen bereitete. Pesonen des Mlfial Gewerkve Die Frau im die Berufszählung de uaß seit der vorangega 182 die Zahl der er #ent gegenüber einer V#n wännlichen Arbeit und Leinhalb Milli Gewerben beru nuß daher die Gese uerin zuwenden, um d tir auch ihrem BerufIn echalten und ihr Lti geben. Die Fest #u die Hälfte der b uck sind. Es ist abe ##t der weibliche Or ig gegenüber den daß er z. B. e prechlichen Vergiftur ##bei der jüngsten Ko erinnen=Interessen a weruf 5,6 Prozent V Gießern 12,4 Proze gegenüberständen. # dem 1. Januar brikarbeiterinnen in nnteiles für Ehefrau unn hierbei nicht H Verkürzung muß al tereits eine große ten, die die 9= und #und dabei völlig für die verheiratete #orgen hat, muß de unde Ziel werden. ung der Arbeitszei #uterschutzes gehen, d muß, durch Einf ung die beruflicht unse Zeit, wenigsten # Arbeit zu befreie zu, daß sie währer #tungsmittel dasteh nicht zur Schädi #ird. Die Ausde ### dieser Richtung b#ltswirtschaft, den ### voraussetzung fü #####besundheit und ##k#e Ausgaben, nsch reichlich durch je ##l, 11. März. ##I, sondern aut rnitigt. Soba eiggestellt is, F 300 Arbei #end eine# #oude, den ##ien, die Ar gen die Ueberstt #n beseitigen, #lassungen zu 1 Biladelph ## Lokomotiv P#fellos von I. Diese lich in Arbe ile agr nich n Ruhestö Germanto r. nteresse beseh ssen. Es liegen I, vun krun 1. ällt. Auch die stark vegeirt 9 nungen haben Kan. zu dem Kurins m. tsenden, auch#### von Achas eldungen werden vi. genieur Fr. Zrihich gegengenommen, in ür die Veranstaltung die Vortäg n Löschen der Lad### Seedampfers, der an te, löste sich ern 9#.# ihn aus dem Schie en ersten Steuermam chwer verletzt kurd, Krankenhaus stord. rozeß Pfel, H. Thorn, 9. 2# des Publikums## ichtshof wieder zusanden Grafen Peil das sprechen. Der Ju. stattet, doch war b# daß sie der Juschaug vermochte, weshalb ven eil des Publikum# r Verhandlungsleste noch das Schlußvoa ete aber darauf. be rteilsbegründung schein likum verschiedene s#. 1. Von der eidessatsei nicht erwiesen, Lu## en nicht die Mißhand der Gerichtsverhau lediglich die Frage u# n erhobenen Ansch ken. Zur Begründ handlungsleiter wern wegen Verleitung n ungen gehandelt#e## zum Meineide, in n ersten vier Fäller## eten, da die gesetzsche chterliche Unterbrei ist das Gericht Fälle eingetreten## iß auch abgesehen v### ing hätte erfolgen## die Fälle Zensen, Wll au Zensen. Deren Je# ruchsvoll, und ungu# von der Gegenpan muß. Was die Verleitung zum sei Fällen die Unter Angeklagten,### en wurde. In da leichfalls Freispre issagen der sauptsächlich auf die zurückzuführen, der einwandsfreien An Zinne der Partein gung des Zeugen re Bedenken, doch i, da die Einstim rhanden war. Schla bieten die Fälle den beiden aufrechter erleitung zum Meine it. Der neue Punk äfin Pfeil. Sie ine Nota der Firma! saben. Es ist nachgen dem fraglichen einmal zu seinem fr gesagt, die Gräf'n### eingestanden. Die achen aber die cheinlichkeit aus, daß Gräfin selbst herstan ifen herrühren kann, die Gräfin hat bestrit in Breslau gewese ne Hotelrechnung no Beweisaufnahme 40 Nota durch die so liegt immerhin Gräfin durch den esem der Schutz des zas zugebilligt, so daß auch hler auf Frei# Laant wurde. Eine Freisprechung erfolgte des zehnten Anklagepunktes, verb# geseidigung im Falle Wulff. Die Be #r diesen Fall geschah unter Ausschluß der S ie Gerichtsgebäude hatte sich eine große „ine angesammelt, die dem 4 Gouvernementsgebäude sich b 1325.— bereitete. Tailweise Grafen Pfeil, zur Meldung Aationen bereitete. Teilweise wurden aber #.. des Mißfallens über das Urteil laut. Eimmen Gewerkvereinsteil. Die Frau im Berufsleben. a# Berufszählung des Jahres 1907 hat ergebos seit der vorangegangenen Zählung des Jah#o die Zahl der erwerbstätigen Frauen um t gegenüber einer Zunahme von 1 Prozent männlichen Arbeitern gewachsen ist und daß und Leinhalb Millionen Frauen in den vernen Gewerben beruflich tätig sind. Immer daher die Gesetzgebung ihren Schutz der Luerin zuwenden, um diese neben ihrer Erwerbszit auch ihrem Berufe als Hausfrau und MutI., echalten und ihr Zeit zur Ausübung dieser teit geben. Die Feststellungen haben ergeben, ## die Hälfte der berufstätigen Frauen ver## sind. Es ist aber ferner festgestellt wor### der weibliche Organismus weniger widergegenüber den Anforderungen des Be#n daß er z. B. einen weit stärkeren Anteil wwerblichen Vergiftungen als jener hat. So ###ei der jüngsten Konferenz zur Förderung der Berinnen=Interessen ausgeführt, daß im Schriftuuf 5,6 Prozent Vergiftungsfälle bei mannGießern 12,.4 Prozent Fällen bei weiblichen gegenüberständen. Nach langen Kämpfen dem 1. Januar d. I. der Zehnstundentag brikarbeiterinnen in Kraft getreten. Angesichts Inteiles für Ehefrauen an der Erwerbstätigunn hierbei nicht Halt gemacht werden, eine Verkürzung muß angestrebt werden. Es gibt bereits eine große Zahl von Industrien und ien, die die 9= und die 8stündige Arbeitszeit und dabei völlig auf ihre Rechnung komfür die verheiratete Frau, die ein Hauswesen #orgen hat, muß der Achtstundentag das zu unde Ziel werden. Hand in Hand mit der gung der Arbeitszeit muß eine Erweiterung tterschutzes gehen, die vor allem dahin gerichmuß, durch Einführung der Mutterschutzg die beruflich tätige Frau auf eine genüZeit, wenigstens auf 8 Wochen, von körArbeit zu befreien, aber auch dafür Sorge zu, daß sie während dieser Zeit nicht ohne dtungsmittel dasteht und die erzwungene Arnicht zur Schädigung ihrer wirtschaftlichen vird. Die Ausdehnung des Arbeiterinnen### dieser Richtung liegt im Interesse der gebltswirtschaft, denn die Gesundheit der Müt# voraussetzung für gesunde Kinder und da##tbesundheit und die Leistungsfähigkeit der kie Ausgaben, die hier gemacht werden, ischreichlich durch jene Vorteile wieder bezahlt. ##I, U. März. Nicht nur die kaiserliche snndern auch die Germaniawerft sieht Insangreichen ArbeiterenklassunMügt. Sobald das Linienschiff„Posen“ im #üggestellt ist, werden mehrere hundert Arbeiter 300 Arbeiter der kaiserlichen Werft hielten uend eine Versammlung ab, in der beA##ude, den Werftdirektor und den Staatssekreiiten, die Arbeitszeit von 9 aus 8 Stunden zu # die Ueberstunden abzuschaffen und die Akkord##eeitigen, dann werde es möglich sein, ArMlassungen zu vermeiden. Alladelphia. 10. März. Die Nachtschicht der ##okonotivwerke ist teilweise im Streik, soFellos von 10.000° Arbeitern die Hälfte ausDiese Tatsache macht gewaltigen Eindruck uich in Arbeiterkreisen, da die Arbeiter der Baldne agr nicht organisiert sind. An fünf Stellen a Auhestörungen, die schwersten waren in der Germantowon. Literatur. # Kunst zur Konfirmation oder Ekommunion. Es ist gewiß eine schöne ##cliche Sitte, daß sich nahestehende Men#nd e# unlassen und an bedeutsamen m Lendepunkten des Lebens zu beschenken # an Geburtstagen, zur Konfirmation gegenseitiges treues Gedenken und Teelnahme zu beweisen. Freilich ist man in ## der Geschenke oft nicht glücklich. Sinnig m###tisch und immer empfehlenswert ist schrreiches und anregendes Buch zu schenvings ist da Vorsicht geboten. Die Kunstm" eiland“(Ein Buch deutscher Kunst. Meis.1 ganzseitige Christusbilder alter und sch1;: Verlag der Graphischen Kunstanstalt ## in Mainz. Preis 1 Mr.) dünkt uns sinniges Andenken. Große nordi65. Dürer, Rembrandt, Rubens, Thoma, und andere Maler zeigen uns, wie hons:“ fühlvollen und denkenden Menschen in en;igen ein Freund ist und wirken so mit Kür 2." Bildern stärkend und erhebend. be## wird man jungen Menschen, Mädchen Inner“ Konfirmationstage in die Hand sse 6.#b sie den Sinn des Tages erfasgenuustgabe ist eine bleibende, schöne Erso# den ernsten Tag, eine Erinnerung, seter zuue##, als solch ein Heft ja imniu Betrachten reizt und so stets die #tr5 Künst ihre reine und ernste Wirkung pn Preit.e der Freien Lehrervereinigung ablungen.. nur 1 Mark in allen guten Verlag g.-4t0 Wo nicht, wende man sich ung von Jos. Scholz in Mainz. H.*** Frauen erdulden! Mit eivon Dr. Alice Salomon und einer dlung von Käte Kollwitz Preis 1 Mé. Buchverlag der„Hilfe“, G. m. b. H'— Was wissen wir von dem dunklen Leben der Tiefe, von den Leidenschaften, von den Grotesken und Tragödien, von der Not und Grausamkeit, zwischen denen die Jahre von tausenden unserer Mitmenschen hingehen und sich zerreiben. Geschieht hin und wieder ein Verbrechen, dann reißt es einen Lichtschacht auf, und die bürgerliche Gesellschaft blickt schaudernd und ergriffen auf die Schicksale ihrer Hinterhäuser und Keller. Und wundert sich: so sind wir umgeben von Elend und Rohheit und scheußlicher Lust, die wir stolz sind auf die Errungenschaften unseres sozialen Lebens, unserer sittlichen Kultur.— Dieses Buch ist ein menschliches Dokument von ungeheurer Eindringlichkeit. Niemand wird es lesen ohne Erstarren und ohne Zorn. Eine Frau erzählt von Frauen schlicht, sachlich ganz korrekt, ohne literarische Verkleidung, ohne Anklage, ohne moralische Reflexion— sie stellt Menschen, Schicksale vor uns hin, Frauenschicksale aus dem Proletariat und Kleinbürgertum, sie erfindet nicht, sondern sie schildert in einfacher plastischer Sprache. Anekdotisch fast treten die schwersten Probleme des sozialen und sexuellen Lebens aus diesen Skizzen heraus und sind doch eindrucksvoll, auswühlend wie weniges. Das Buch agt nicht: so schlimm liegt es bei diesen Klassen, ondern: das ist der Mensch, solches Wesen schleppt der Mensch mit sich und führt in die ganze Schwierigkeiten hinein, wie weit die Gesellschaft die Rechtsordnung, der Staat diese menschlichen Tinge in sich aufnehmen können, verstehen, ohne Härte mildern und doch zugleich sie beseitigen zu können. In einem knappen, warmherzigen Vorwort stellt die auf sozialpolitischem Gebiete rühmlichst bekannte Dr. Alice Salomon solche Gesichtspunkte zusammen, die dem sittlichen und sexuellen Reformpolitiker aus der Betrachtung dieser Probleme sich ergeben.— Wohl kaum ist je mit solchem Mut und solcher Einfachheit ein Stück dunkeln Menschentums geschildett worden. Die Skizzen haben die leidenschaftslose Zurückhaltung von Protokollen, sie sind nicht der Phantasie entsprungen, sondern vom Leben abgeschrieben. Darin ruht ihre packende Eindruckskraft. Wer sie gelesen. ist an Erkenntnis des menschlichen Wesens tiefer geworden. Wasserleitungen: A. Neumann, Wanne s. W.— Waslerabsperrventil mit verstellbarer Druckverminderungsvorrichtung: H. Metzdorff, geb. Nürnberg, Dortmund. **„ Der Rechnungsabschluß der Niederdeutschen Bank ergibt bei 80 369,05 Mark Abschreibungen auf Gebäude und Inventar einen Reingewinn von Mark 1 202 268.43 zu folgender Verwendung: Gesetzlicher Reservefonds 56 732,13 Mark. 7 Prozent Dividende 560000,00 Mark. Gewinnanteile 214 873,17 Mark. Spezialreserve 300000,00 Mark. Vortraa 70 663,13 Mark. Der Gesamtumsatz betrug 1,839,349,883,82 Mark. Kapitalerhöhung wurde nicht beantragt. **„ Frankfurter Abendbörse. Diskonto 197,20 Bank für ind. Untern. 76,00 Kredit 214,10 Staatsbahn 161,60 Lombarden 23,10 Ohio 113,50 Packetfahrt 143,30 Norddeutscher Lloyd 108,90 5prozentige amort. Mexikane 101,50 Leinhalhprozentige Japaner 93.50 Türkenlose 182,60 Piräus Larissa Griechen 48,50 Monopol Griechen 49,10 " Laura„ 176,50 Horpener 202.95 Phönix 225,00 Blei= u. Silberhütte Braubach 110 50 Deutsch=Luxemburger 218.75 Heidelberger Zement 144.25 Steaua Romang. 149.00 Edison 265.60 Schuckert 18.20 Deutsch=Uebersee Elektr. 187,90 Kontinentale G. f. el. Utn, V.=A 01.00 Kleyer 371,75 Rhein.=Westf. Kalk 171,40 Bulgaren 101,40 Tendenz: fester. „ Petersburg, 10. März. Die Verwaltung der Petersburger Diskontobank verteilt 29 Rubel(im V. 27) Dividende. Berlin, 10. März. Der Landtagsabgeordnete Rosenow erlitt bei einem Zusammenstoß seiner Equipage mit einem Wagen der Berliner Straßenbahn eine leichte Gehirnerschütterung, die ihn nötigt, mehrere Tage absolute Ruhe zu pflegen. Berlin. 10. März. Unter dem Verdacht der Wechselfälschung wurde auf Anordnung des Untersuchungsrichters vom Landgericht I, Berlin, durch die Charlottenburger Kriminalpolizei heute vormittag der österreichische Reichsgraf Emmerich Arz v. Bassegg in einem Privatlogis in Charlottenburg verhaftet und in das Untersuchungsgefäugnis eingeliefert. Berlin, 10. März. Gestern abend erschoß in einem Hotel Unter den Linden der 26jährige Rudolf Lessing aus Hamburg eine 25jährige Frau, die Gattin eines Hamburger Arztes, und tötete sich dann selbst. Als das Zimmer geöffnet wurde, war bei beiden die Leichenstarre bereits eingetreten. München, 10. März. Der zwanzigjährige Modellsteher Hofmann, der kürzlich in einer Erpressungs. affäre genannt wurde, war heute vormittag durch einen Schutzmann aus der Untersuchungshaft zur militärischen Musterung vorgeführt worden. Auf dem Rückwege nach dem Gefängnis brachte Hofmann dem Schutzmann plotzlich zehn Stiche mit einer Schusterahle in den linken Oberarm bei. Es entspann sich zwischen beiden ein Kampf, in dessen Verlauf der Schutzmann zu Boden geworfen wurde. Ein mit einem Billardqueue herbeieilender Wirt, der den Vorfall beobachtet hatte, schlug auf Hofmann so wuchtig ein, daß dieser bewußtlos liegen blieb und von deu inzwischen alarmierten Gesängniswärtern wengeschafft werden konnte Rathenow, 10. März. Der 24jährige Dienstknecht Albert Schothorp aus Weserarm überfiel gestern abend in dem Dorfe Stölln bei Rhinow, Kreis Westhavelland, die 22jährige Dienstmagd Markowitz aus Schneidemühl beim Melken im Viehstall und tötete ie durch Beilhiebe. Der Täte, welcher einen Selbstmordversuch unternahm, wurde ergriffen. Paris, 10. Marz. Frau Steinheil ist gestern aus London hierher zurückgekehrt, um Geschäfte zu erledigen und ihre Tochter zu besuchen. Diese lehnte es jedoch entschieden ab, ihre Mutter wiederzusehen. Die Beziehungen zwischen Mutter und Tochter sind so gespannt, daß Fräulein Steinheil auf die hochherzige Unterstützung von Familienfreunden angewiesen ist und unlängst eine Stellung in der Stempelverwaltung nachgesucht hat. Frau Steinheil hoffte, ihre Tochter gewissermaßen„auszuhungern“. Sie schnitt ihr jede Unterstützung ab und verweigerte die von der Tochter als Andenken erbetenen Gegenstände, die aus der elterlichen Wohnung stammen. Frau Steinheil reist ir Begleitung eines Impresario, der ihr öffentliches Auftreten in London, welches demnächst erfolgen soll, vorbereitet. Madrid. 10. März. In Malaga ereignete sich ein tragischer Vorfall. Als drei Kinver des Stadtbaurats Gracian, die an Jufluenza litten, Chinin einnehmen wollten, wurden sie durch Morphiumkapseln, die der Apotheker versehentlich gesandt hatte, vergiftet. Der Apotheker wurde in Haft genommen. Rom, 10. März. In einem Kinematographen= theater in St. Benedette bei Mantna brach eine mit achtzig Zuschauern besetzte Galerie zusammen. Zwei Personen wurden getötet, etwa 25 schwer und die übrigen leicht verletzt. und Verkehr. Patent=Listen. Zusammenstellung der vom Patentbüro Conrad Köchling, Dortmund, Steinplatz 1., erwirkten mit Einschluß der in den Verbreitungsbezirk der Zeitung entfallenden Schutzrechte der letzten Woche. A. Patentanmeldungen. Steuerung. für Viertaktexplosionskraftmaschinen: Jusatz zum Patent 210 550: W. Hellmann, Hörde(W.). B. Patenterteilungen: 220 214. Verfahren zum Entwässern von Rohanthracen und anderen hoch schmelzenden Produkten der Steinkohlenteerdestilation: Dr. E. Wirth, Langendreer. C. Gebrauchsmusteranmeldungen. Gußform zur Herstellung dichter Stahlblöcke: B. Versen, Dortmund.— Schnur= oder Kettenhalter=Gerüst für Kleideraufzüge: F. Arend, Dortmund.— Bekrönungs-Blumenkasten für Aquarien u. dergl.: W. Bein. Dortmund.— Eisenholmverbindung: B. Grewe, GünLetzte Teleoramme. Zur Wahlreform. Berlin, 11. März. Wie verlautet, wird der Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, in welcher die Wahlrechtsvorlage zur Beratung kommt, eine Erklärung über die Stellung der Regierung zu den Beschlüssen der Kommission abgeben. Die Regierung hat noch am gestrigen Tage Anstrengungen gemacht, um ein Kompromiß zu schaffen, das auch die Nationalliberalen unterstützen können. Die Nationalliberalen haben die Regierungsvorschläge, die sich auf die Zusammensetzung der Wahlklassen und Abänderung der einzelnen Bestimmungen über die Wahlmänner beziehen, strikte abgelehnt. Der Kultusetat in der Kommission. Berlin, 10. März. In der Etatkommission des llogeordnetenhauses erklärte der Kultusminister: Bewährte ältere Lebrer würden auch ohne Eramen als Rektoren zugelassen. Ueber den obligatorischen Schulunterricht der Taubstummen und Blinden sei ein Gesetz in Vorbereitung. Zu dem Plan, in Frankfurt a. M. eine Iniversität zu errichten, habe er noch keine Stellung genommen. Er habe aber Bedenken dagegen, seine Hand zu bieten zur Begründung einer Univerlität auf einer anderen Grundlage als der bisherigen. Die Mannesmannsache in der Budgetkommission. Berlin, 10. März. In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages wurde die Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes fortgesetzt. Als erster Redner sprach der Abgeordnete Eickhoff(Volksp.), jedoch nur für seine Person, nicht für seine Partei. Er trat den Ausführungen des Unterstaatssekretärs Stemrich entgegen und betonte, daß nach seinen Informationen die Behauptung, daß es nicht möglich gewesen wäre, bei der französischen Regierung weitere Zugeständnisse zu erlangen, unrichtig wäre. Ihm sei vielmehr aus Paris mitgeteilt worden, daß die Franzosen durchaus froh sein würden, wenn sie die Affäre los wären. Redner beantragte die Annahme folgender Resolution: „Der Reichstag nimmt von den Darlegungen des Auswärtigen Amts Kenntnis. Er verkennt die Schwierigkeiten nicht, spricht aber die Erwartung aus, daß bei den weiteren Verhandlungen die deutschen Interessen der Gebrüder Mannesmann gewahrt werden.“— Im gleichen Sinne sprach nach ihm der Abgeordnete Dr. Arning(nat.=lib.). Nachdem noch mehrere Redner sich zu dieser Angelegenheit geäußert hatten, erklärte Unterstaatssekretär Stemrich, daß es ihm gänzlich ferngelegen hätte, den Eindruck einer Fälschung hervorzurufen.— Die freisinnige Resolution wurde wieder zurückgezogen. Haunover, 10. März. Wie der„Hann. Cour.“ meldet, ließ der Staatssekretär v. Schön die beiden sozialdemokratischen Mitglieder der Budgetkommission, die Abgeordneten Südekum und Scheidemann, ins Auswärtige Amt bitten und versuchte, sie zu dem Standpunkt der Regierung in der Mannesmannastäre zu bekehren.(7) Das Defizit der„Ila“. Frankfurt a. M., 10. März. Das Defizit der Frankfurte:„Ila“ ist in der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses festgestellt worden. Es beläuft sich auf über 200 000 Mark, so daß die Zeichner des Garantiefonds mit etwa 20 Prozent zur Deckung herangezogen werden. Die Hauptgründe des Defizits sind zu suchen in dem anhaltend ungünstigen Wetter, in den teueren, vom Bauausschusse aufgeführten Baulichkeiten und in der völligen Unrentabilität einzelner Unternehmen, an denen die„Ila“ sich finanziell beteiligt hat. Nicht bestätigter sozialdemokratischer Gemeindevorsteher Kobura, 11. März. Im benachbarten Hassenberg„mußte zufolge der Nichtbestätigung des sozialdemokratischen Kandidaten die Wahl des Gemeindevorstehers wiederholt werden. Es wurde wieder der sozialdemokratische Kandldat gewählt. Der zum Stellvertreter Gewählte lehnte die Wahl ab, weil er nicht als sozialdemokratischer Kandidat angesehen werden wollte. Rußland und Oesterreich=Ungarn. Wien, 11. März. Der Abschluß der Verhandlungen über die Wiederaufnahme der normalen diploniafeld i. W.— Sicherheitsventsl für Dampk= umd matischen Beziehungen zwischen Rußland und Oesterreich=Ungarn ist für die nächste Woche zu erwarren. Dfe amtliche Verlautbarung darüber wird noch vor Ostern erfolgen. Zum Tode Dr. Luegers. Wien, 11. März. Die Leiche Dr. Luegers wurde gestern in der Volkshalle des Rathauses aufgebahrt. Von heute früh an erhält das Publikum Zutritt zum Sarge. Bei der Beerdigung wird Militär Spalier bilden.— Seitens der Stadt und des Gemeinderats wird zwecks Ehrung des Verstorbenen solgender Antrag gestellt: Errichtung eines Luegerdenkmals vor dem Rathause, Umtause der Schönstraße in Dr. Karl Lueger=Straße, Benennung der neuen Donaubrücke als Dr. Karl Lueger=Brücke, Verleihung der goldenen Salvator Medaille an die Pflegeschwester Mathilde. Der deutsche Botschafter v. Tschirschky erschien gestern im Rathause, um anläßlich des Hinscheidens Dr. Luegers persönlich sein Beileid auszusprechen. Er teilte gleichzeitig mit, daß er von Kaiser Wilhelm beauftragt sei, diesen bei der Leichenfeier zu vertreten. Milowanowitsch in Sosia. Sofia, 10. März. Der serbische Minister des Aeußern Milowanowitsch ist heute früh hier eingetroffen und hatte eine kurze Bersprechung mit dem Minister Paprikow. Zu den bekannten Erklärungen fügte Milowanowitsch hinzu, daß seinem Eindruck nach die Türkei einer Gruppierung der Balkanstaaten günstig gesinnt sei und daß in Zukunft in dieser Richtung nur weitergehen kann. 96000 Mark unterschlagen. Serkenrode, 11. März. Vor kurzem wurde der Kassierer Spielmann von der hiesigen Spar= und Darlehnskasse flüchtig. Wie der Untersuchung ergab, hat Spielmannn 00000 Werr vnremmiagen. Alles ist verruckt an seinem gewohnten Platz. Das macht der Hausputz, und der muß in jeder ordentlich. Haushaltung vorgenommen werden. Am schnellsten und gründlichsten geschieht das Reinmachen mit dem bekannten Luhns Wasch=Extrakt, welcher eine milde und parsame Abseiflauge abgibt, so wie sie jede Hausfrau gerne hat. Lassen Sie bitte ausdrücklich sordern Luhns mit Rotband, denn es existieren minderwertige Nachahmungen, die, weil billiger gewissenlose Händler gerne als echt unterschieben möchten. Hals-, Brust- und Lungenleidende die andere Mittel und Methoden zur radikalen Beseitigung ihrer Leiden erfolglos versucht haben, werden in ihrem eigenen Interesse gebeten, sich einmal eine kostenfreie Probe des echten arabischen oder Utu-Balsams(des naturreinen Saftes eines an den Küsten des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes) von uns kommen zu lassen. Der Utu-Balsam gilt Im ganzen Orient schon seit allers her als das denkbar beste Mittel gegen chron. Erkrankungen der Atmungsorgane, und die mit ihm in zahlreichen Fällen von hervorragenden Aerzten angestellten Versuche waren fast durchweg von geradezu überraschenden Erfolgen begleitet. Jeder Probe legen wir eine aus der Feder eines praktischen Arztesstammendehochinteressante Broschüre ebenfalls durchaus kostenlos bei. Der Besitz dieser Probe und Broschüre kann fürmanch. noch zum rettenden Engel werden! Morgenländische Drogen-Import-Gesellschaft Jaffa(Palästina). Korresvondenzen aus Deutschland adreselere man an die GENERAL-VERTRETER: BROCKHAUS& Co. Berlin- Grunewald. 1 Bekanntmachung Es ist wiederholt vorgekommen, daß Reklamationsgesuche nur deshalt abgewiesen werden mußten, weil sie nicht bei Gelegenheit des Musterungsgeschäftes vorgehracht worden waren, obgleich die zu ihrer Unterstützung angeführten Verhältnisse bereits zur Zeit des letzteren bestagden hatten. Um den hieraus für die Beteiligten erwachsenen Nachteilen vorzuhengen, machen wir darauf aufmerksam, daß gemäß§ 33 Nr. 1 der Wehrordnung vom 22. November 1888 Reklamationen nur dann berücksicheigt werden können, wenn die Beteiligten sie vor dem Musterungsgeschäft oder bei Gelegenheit desselben anbringen, spätere Reklamationen dürfen nur insofern zur Berücksichtigung gelangen, als die Veranlassung zu denselben erst nach Beendigung des Musterungsgeschäfts entstanden ist. Dortmund, den 22. Fehruar 1910 Königl. Landratsamt d. Stadtkreises Dotmund. Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für das III. Seebataillon(Marine-Infanterie) ir Tsingtau(China). Einstellung: Ottoner 1910, usbeise nach Teinglau; Januar 1911, Heimreise: Frübhjahr 1913. Bedinjungen Mindestens 1,65 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1891 geboren)jüngere Leute nur bei besondes anter körperlicher Entwickelung) Es werden junge Leute aller Berufsarten eingestellt, Handwerker erhalten jedoch den Vorzug. In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zirilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheines zum freiwilligen Diensteintrit auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebateillons, Wilhelmshafen ae Nur noch 5 Abende! Täglich abends 8 Uhr: Gastspiel der Weltberühmten Künstlerin Saharet! und 10 der größten Seusationen aller Weltteile. Elektrisches Lohtannin-Bad Fredenbaum Dortmund Telephon 1521. Dortmund, Beurhausstrasse Nr. 73. Telephon 1521. Von der Hohestrasse und Rheinischestraße in 5 Minuten zu erreichen. □∆ Beste und sicherste Heilanstalt für Gicht, Rheumalismus, Ischias. Hexenschuss und Nervenleiden. Elektrische Lichtbäder, Vierzellenbäder medizinische und Wannenbäder. Günstige Behandlung nach Heilung von Ver Knochenbrüchen u. Versteifung d. Gelenke Für Krankenkassen ermässigte Preise. Aeusserst reinlich. Gute Bedienung durch geschult. Personal. Für Damen weibl. Bedienung. Alles weitere in der Anstalt. :::: Besichtigung erbeten. iun K Geöffnet von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr, = Sonntage bis Mittags 1 Uhr.— I.A Sonntag, den 13. März 1910. nachmittags 4 Uhr „Von den Tageszeiten“. Oratorium nach eignen Worten für Chor, Einzelstimmen, Orchester und Orgel von Friedrich E. Koch. solisten: Frau Schmidt Jlling. Darmstadt(Sopran) Frau Fischer-Maretzkj. Leipzig(Alt Herr Anton Kohmann. Frankfurt(Tenor) Herr Kurt Ficke. Köln(Bass-Bariton) Chöre: Kamener und Hörder Musikverein— Dortmunder Liedertafel und die Musikalische Gesellschaft. Drehester Das Philharmonische. Orgel: Herr Kgl. Seminar-Musiklehrer Zäntini, Königsborn. darfe: Herr B. Spaan. Leitung: Herr Musikdirektor C. Holtschneider. Vorverkaufsstelle der Eintrittskarten: Verkehrs-Büro Markt. Preise der Plätze Mk. 3.00, Mk. 2.00, Mk. 1.00 Texbücher 30 Pf. 444 Stadttheater Freitag, den 11. März 1910 B. 41. 7½—10. Schauspielpr. Zapfenstreich. Drama von Baierlein. Sonnabend, den 12. März 1910 O. 41. 7¼—10¼. Opernpr Die lustigen Weiber von Windsor. Beim Einkauf eines modernen Waschmittels V-Neu— ascherei u.JLaum Wilb-Birhner NOT, CUN — m.In. 107/103. Jeleion 1131.— Jaus- U. Jmiitenwancne. Gorlinenmascho n Oippselud anf Far:— Jnesiolität Itörkewäoche.= Jun aauberote Ausfuhrung, pompete Beschluß. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Landkreis Dortmund, Bekanntmachung Die Verhandlung unb Entscheidung über die zum diesjährigen Kreis=Ersatz=Geschäft angebrachten Militär Reklamationen findet wie folgt im Gewerbe=Uerein, zu Dortwund, Rubstraße statt: I. am 6. April 1910, vorwittags 8 Uhr für die Reklamanten aus der Stadt Lunen, Stadt Castrop, den Aemtern, Brackel, Mengede, Giesenberg=Sodingen un Rauge! 2. am 7. April 1910, vorwmittags 8 Ubr. für die Reklamanten aus den Aemtern Dorstfeld, Lütgendortmund, Derne und Eving. Zu denselben Terminen findet auch die Verhandlung über die Zurückstellungsgebühr der Mannschaften der Reserve, Marine-Reserve, Landwehr, Seewehr, Ersatzreserve, und Marine=Ersatz=Reserve, sowie ausgebildeter Landsturmpflichtiger des zweiten Aufgebots gemäß 8123, Nr. 2 der Wehr=Ordnung statt. Gemäß bestehender Vorschrift müssen diejenigen Faailien=Angehörigen eines Militärpflichtigen auf deren angebliche Erwerbs= resp. Aufsichts-Unfähigkeit ein Anspruch auf Befretung oder Zurückstellung des Letzteren vom Dienste im stehenden Heere gegründet werden soll, sich owohl der Ersatz= als der Ober-Ersatz=Kommission persönlich vorstellen. Indem ich dieses zur öffentlichen Kenntnis bringe, nache ich zugleich darauf aufmerksam, daß die Reklamanten den Nachteil, der ihnen durch die etwaige Nicht befoigung dieser Vorschrift erwachsen möchte, sich selb beizumessen haben. Dortmund, den 2. Februar 1910. Der Landrat: v. Rynsch. Romantisch-phantast. Oper mit Ballett von Nicolal. OHIc Kronenburg. überzeugen Sie sich davon, dass Ihnen das Richtige für die Wäsche gibt: Philnarmon. Orchester. Dirigent: Georg Hüttner. Freitag, den 11. März 1910 Xk. Somphonie-Konzert Nachdem gegen die veröffentlichte Absicht der Einsiehung des östlichen Teile der Lindenstraße vom Baugrundstück Nr. 2 bis zum Einlauf in den Königswall, zum Zwecke der Einv rleibung in den Bahnhofsvorplatz, Einspruch nicht erhoben ist, wird dieser Straßenteil der Lindenstraße hiermit förmlich und endgültig aufgehoben. Tortmund, den 7. März 1910. Der Oberbürgermeister. Konzert für Violoncell Saint-Saens Solist: Herr O. Niedermayr. Symphonie française vor Dubois. Anf. 8 Uhr. Entree 1.— Mk. Abonnementskarten an der Kugae #c Zwangsoersteigeruag. Am Sonnabend, den 12. är, er. vormitt. 11 Uhr werde ich in Brambauer beim Wirt Brüggemana Nähmaschine öffentlich meistbietend, zwangweise gegen Barzahlung versteigern. Dortmund, d. 10. 3. 1910 Warnecke, 468 Gerichtsvollzieher. PIANOS Wer liebt? Unter dem Pferdebestande des Unternehmers Conrad Schneider in Dortmund, Körner=Hellweg 41a ist die Pferdestaupe ausgebrochen. Ueber das Gehöft wird bis auf steiteres die Sperre verhängt. Dotmund, den 9. März 1910. Der Arbeiter Matthias Grevelding sorgt nicht für eine hier, Kurfürstenstraße 26 wohnende Familie, sodaß dieselbe aus öffentlichen Armenmitteln unterstützt werden muß. Sein zeitiger Aufenthalt ist unbekannt. Er soll sich hier in Dortmund aufhalten. Im Ermittlungsfalle stten wir um Mitteilung zu uuserer Akte„Fl oNr. 90 Drrtmund. den 7. März 1910. Die Verwaltuug des Armenwesens. Pleper. ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aus sehen und schönen Teint? Alles dies erzeugt: Stechenpferd-Lillenmilch-Seife v. Bergmann& Co., Radebeul. Preis à St. 50 Pf. ferner macht der Lilienmilch=Cream Dada rote und spröde Haut in einer Nacht weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. bei: Alb. Brügmann, Betenstr. 27 und Hohestraße 6. Ed. Blumberg, Münsterstr. Heinr. Köhler, am Markt. 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Anmeldungen für die beiden unteren Klassen nimmt der Direktor bis zum 10. März persönlich und schriftlich für die weiteren Klassen schriftlich, bis zum 8. April. am 9. und 11. April von 11½—1 Uhr persönlich im Anstaltsgebäude(Luisenstraße 16) entgegen. Anmeldescheine sind beim Schuldiener zu haben Bei der schriftlichen Prüfung ist das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule vorzulegen. Dr. Auler, Realgymnastaldirektor. 300 Modes. Branchekundige Putz-Verkäuferin sowie tüchtige I. Arbeiter in sofort bei Jahresstellung und hohem Salair gesucht. S. Mansbacher, Essen 3299 Spezial-Putzhaus. Herrschaftl. 2. Stage 5 Zimmer und Zubehör, per 1. April oder später zu vermieten. Märkischestraße 128. Abbeschl. 2. Etage 4 sch. Zim., der Neuz., entspi“ f. 450 Mk. z. 1. April zu verm. Ackerstraße 25½ 1. Et. Herrsch. 1. Stage. 7 Räume u. Zubeh., sos. od. sp. zu vermiet. Leipzigerstr. 17. Herrschftl. 1. Stage 7 Räume, sofort od. später zu Räume, sofort od. später zu verm, Kronprinzenstr. 103. Abgeschl. 1. Stage mit allem Zubehör zum 1. Apri zu vermieten. Franziskanerstr. 24. Wäsche zum Glanzbügeln wird angenommen. Heroldstr. 12, II. Etg. Kleine Anzeigen Stellengesuche Stellenangebote Flatsgeruche Verwistungen Nr- und Verkäufe Grundstücks- und Beschäfts-Verkänfe Beld-Gesuche Beld-Ragebete Für das stadt. Weisenhaus soll der— für Bekleidungsstoffe(Biber, Nessel, Halbl=ia.“2% Kleidersiamosen, Schürzendruck, Militärdrell garn pp vergeben werden. Dei Jahresbedarf . 4. 11 wird tunlichst auf einmal gedeckt. Bewert Proben sind bis zum 25. d. Mts. an##.; erdungen## Hein, Hohestraße 78 zu senden. Daselbst wird„###en kunft(Lieferungsbedingungen pp) erteilt. näders Aug 467 Bekanntmachung Mit Zustimmung der Polizei=Verwaltung Stadtverordneten=Versammlung haben wir für d# straße von Märkischestraße bis Hain, wie im Bebauungsplan Nr. 2, Blatt 4 kn g.“ Farbe dargestellt Vorgärten in 5 m Breite festgef dah die bieherigen Baufuchtlinen setzt Straßensachighe Der hiernach festgesetzte Plan liegt gemäß 8 7# Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 vom Tag, Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an, vier W.4 lang im Stadtbauamt, Kleppingstraße 27, Zimmer an zu Jedermanns Einsicht aus. Einwendungen gea### Plan können in der vorbezeichneten Anatar.2 uns angebracht werden. Dortmund, den 5. März 1910. Magistrat. Große Ostern-Ueberraschung! 1000 Mark werden verschenkt Jeder der Bobse bnrel. Sers lrche vie Figne malt, erin 20 Mut geschentt! Bedingu ist, daß Einsenderd# Bestellung für unsere Briestasche„Roland“ an das„Cen Büre Komet“ Berlin=Lichtenrade einschickt. Die Verie der Geldgeschenke er olgt Ende März 1910 Unterzeichneter bestellt hierdurch die Briestasche Roland Preise von M. 1,45. Betrag anbei durch Postanwei Marken oder Nachnahme Name:— Wohnort:—— Straße Wichtig für Damen! Besonders günstige Gelegenheit bietet sich den geehrten Damen beim Einkauf von Stickereien und Festons. Ich versende an Private Mado. polamstickerei auf Doppelstoff Meter 10 Pf, für Beinkleider auf Nachtjacken Meter 15 u, 20 Pf., Rockstickerei Meter 30 und 40 Pf., bunte Stickereien Meter 15 u. 20 Pf., Wäschebändchen große Auswahl, 10 Meter 20 Pf., Hemdenpassen (Handarbeit) Stück. Mk. 1.10, Klöppelecken (Handklöppelei) 68., Kisseneinsätze„Schlafe wohl“ „Träume süB“ 20 Pf., Klöppelspitzen Mtr. 20. Pl. Muster versendet umgehend uno franko das 9 Stickerei-Versand-Haus A. Seider, Danzig Adolf Schustermann Zeitungsnachrichten-Bureau Berlin SO. 16, Spreepalast Größtes Nachrichten-Bureau mit Abteilungen für Bibliographie, Politik, Kunst, Wissenschaft, Handel und Industie. Liest neben Tageszeitungen d## In- und Auslandes die meisten Revuen, Wochenschriften-, Fach-, illustrierte usw. Blätter. Das Institut gewährleistet zuverläßigste und seig: haltigste Lieferung von Zeitungsausschnitten für leits Interessengeblet. Prospekte gratis fladen wirksamste Verbreitung durch das „Dortnunder Tageblatt“ Täglich 2 Zeitungen morgens und abends für 60 Pfennig monatlich bei allen Postanstalten des deutschen Reiches Wer eine politisch interessante, zweimal täg.lch erscheinende Zeitung aus der Reichshaubt stadt lesen will, eine Zeitung, die eine Sorderstellung in der deutschen Presse einntma ein Blatt, das in frischer, kerniger wahrdant volkstümlicher Sprache alle Vorgänge s#e öffentlichen Lebens behandelt lese die bereite im 58. Jahrgange erscheinende, altbewährn Berliner Volks-Zeitung n Chefredakteur: Karl vollrath. Sie ist für alle diejenigen das geignete Blatt, die über alles Wissenswerte rasch infom sein möchten, sich aber eine teuere Zein nicht halten wollen. Das Unterraktungsblatt“ und die 16 umfassende, reich illustrierte„Sonn beilage“ bieten auch der viel belehrende und fesselnde Leit Probenummern stehen jedermann gratis und franko zn Diensten. Expedition der Berliner Volbs-eit Berlin SS. 19, Terusalemer Straße voee. ca. 50 000 Abonnenteb. 8 8 Freitc D. zweites deutscher Pundesratstische; Sta eie Lesung bes Postet uun Tiel„Gehalt des K. Shadf Son,) beiche. ##tich vermehrten Ve E gomentlich der Unter ## Ungeheuerlich un spaltung gegen den? Aehnlich ist es moen des Telegraph ien aber ist die Vern ## msauberen Zwecke, il Bräsident rugt diesen Ler onten wird bei de East die Unterbeamten chulpflichtiger Kinder pröscher(kons.) mei #ügen Bünschen der Laioume. Es sei nich Vcunien immer noch ## daß im bisherige #ürsen uns aber nicht Lassen. Vereinfachunge zungen über See ist b Nacken(Zentr.) freu des Etats. Wir we m Jahre wiederholer treihelt, Sonntagsruhe Eesetigung der Pauscha nicht durchführen. C Snas haben wir i für den Postverkeh nicht nachhinkt, sondern mssekretär Krätke erk #itg. Wir fördern d suanzielle Rücksichten rbringen nicht eine§ nich mit meiner Ver ds Reichstanzlers e unen Stellen gesch zwesen wird durch #nzelt werden. Auf z# nicht eingehen; ich beamten und Arb schützen wollen. bes(nat.=lib.) kla wiverhältnisse. Po ges Dienstjubilä ##e sollte bei den### ungeführt werden. #ide handel und W hätten wir mi Anz(Rp.) verlang #aregelung der s#ing der Dienstr beldzuschusses fü poittischen und Sezda(Polwillerung ken markenzulage natssetretär Kr " soll der sel. Halbiener, 8.a.; roten, Buxkin, Sha. sbedarf von. 1. 18). dea. Bewerbange.— an Walsenbanszan. selbse vich aiten 65 467 i=Verwaltung und 5 den wir für die m.“ 2, Blat 4 u bian. est Straßensachihg n liegt genäß 8 7 1. 1875 vom Tae l. hung an, vier Wochs raße 27, Zimmer 247 nwendungen gegen de## eten Ausschlußfrsk 44 910. lagistrat. erraschung verschenkt! Jeder der nebenstehen. Bilde den sitzer suchtr die Figue Blaustift übe malt, erdih 20 Aut geschedt! Bedingun ist, dar jiede Einsenderbt koland“ an das„Cent nschickt. Die Ende März 1910 e Brieftasche Roland tbei durch Postanweisn chnahme t Straße * Damen! znheit bietet sich den auf von reien e an Private Mado. Off Meter 10 Pf, für Meter 15 u, 20 Pf., und 40 Pf., bunte Pf., Wäschebändchen Pf., Hemdenpassen 1.10, Klöppelecken insätze„Schlafe wohl“ belspitzen Mtr. 20. Pl. 1 uno franko das 9 sand-Haus Danzig stermann bteilungen für nschaft, Handel zeitungen des vuen, WochenBlätter. iste und reihnitten für jedes Zeitunget nd abends id monatlich des deutschen Reiches essante, zweimal täglich aus der Zeitung, die eine Sonschen Presse einntmat her, kerniger wahrbast e alle Vorgänge des sandelt lese die bereits scheinende, altbewahrt Iks-Zeitung Abonnenten. Freitag, u1. März 1910. Nr. 59. P. 27. KE Blatt. zweites geutscher Reichstag. Berlin, 10. März. uundesratstische: Staatssekretär Krätte. weite Lesung des Postetats gitel„Gehalt des Staatssekretärs“ fortgesetzt. win“#2.# beschwert sich darüber, daß trotz ##ich vermehrten Verkehrs die Zahl der Beder Unterbeamten, noch verringert i Ungeheuerlich und brutal ist das Vorgehen tung gegen den Vorsitzenden des AssistentenAehnlich ist es bei der Maßregelung des des Telegraphenarbeiterverbandes. Am un aber ist die Verwendung von Unterbeamten unsauberen Zwecke, ihre Kollegen zu überwachen. uedent rügt diesen Ausdruck.) In Kassel und orten wird bei den Wahlen ein unerhörter uf die Unterbeamten ausgeübt. Die BeschäftiKinder im Postbetriebe muß unterdröscher(kons.) meint, daß die Postverwaltung K###n Wünschen der Beamten nach Möglichkeit Lasomnme. Es sei nicht richtig, die Begehrlichkeit V#anten immer noch anzustacheln. Es ist anzudat im bisherigen Etat gespart worden ist. ##rien uns aber nicht nur von der Sparsamkeit ###en Vereinfachungen sind möglich. Den Kabelzungen über See ist besondere Aufmerksamkeit zuLacken(Zentr.) freut sich über die sparsame Andes Etats. Wir werden verschiedene Wünsche Jahre wiederholen, Reform der fürstlichen heiheit, Sonntagsruhe im Postzeitungswesen usw. neietigung der Pauschalgebühren bei der Telephonie lih nicht durchführen. Gegen die Beantragung eines suats haben wir nichts einzuwenden. Wir in für den Postverkehr einen Geist, der dem Veruicht nachhinkt, sondern ihn fördert. ###usetretär Krätte erklärt den letzten Appell für ung. Wir fördern den Verkehr nach Möglichkeit, sunzielle Rücksichten sprechen mit. Auch andere ##bringen nicht eine Herabsetzung des Portos. Ich nich mit meiner Verwaltung in die allgemeine ds Reichstanzlers einzufügen. Nach dieser sollen men Stellen geschaffen werden. Das Postzwesen wird durch eine Novelle zum Preßgesetz unzelt werden. Auf eine Reihe von Einzelheiten s# nicht eingehen; ich will nur feststellen, daß wir beamten und Arbeiter vor unnötigen Aufschützen wollen. bes(nat.=lib.) klagt über die schlechten Beerhältnisse. Postpraktikanten hätten sogar ges Dienstjubiläum gefeiert. Für den Welth#r sollte bei den Nachbarländern ein Zwischen#ngeführt werden. Unter einer Verpachtung der handel und Wandel leiden. Hinsichtlich der it hätten wir mancherlei Wünsche. #uz(Rp.) verlangt im Interesse der Sparsamuregelung der Reise= und Tagegelder und der Dienstreisen. Eine Differenz des beldzuschusses für Reichs= und Staatsbeamte pittischen und wirtschaftlichen Gründen unbeyda(Pole): Die Beamten müssen die Sprache billerung kennen, mit der sie zu tun haben. Für markenzulage sind wir nicht zu haben. misetretär Krätte hält seine vorjährigen Behauptungen aufrecht, vaß nach der politischen Gesinnung der Beamten nicht gefragt wird. Die Beamten in Kattowitz sind nur deshalb versetzt worden, weil sie für den Ort nicht geeignet waren. Stockungen im Dienstbetriebe treten nach Versetzungen nicht auf. Von einem künftigen Beirat verspreche er sich nichts. Abg. Werner(Reformp.) klagt über die Briefbeförderung in Groß=Berlin. Für die Unterbeamten muß mehr getan werden. Darauf wird das Gehalt des Staatssekretärs bewilligt. Die Resolution auf Einsetzung eines Postbeirats wird abgelehnt. Nach Erledigung einiger weiterer Titel wird die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr vertagt. Vorher Interpellation betressend Verhinderung des Treptower Spazierganges.— Schluß 72 Uhr. Aus dem Geriebtssaal. Sehwurgericht Dortmund. Dortmund, 10. März. Vor dem Schwurgericht standen heute zwei Anklagesachen zur Verhandlung an. In der ersten handelt es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung, ein Verbrechen, welches dem 46 Jahre alten Berginvaliden Wilhelm Stratmann aus Torstfeld zur Last gelegt wrid. Der Angeklagte ist Eigentümer des Hauses Bochumerstraße 31 in Torstfeld, das Stratmann mit seiner Frau, seinem Schwiegersohn Schwiarek und einigen anderen Familien bewohnt. Das Verhältnis zu ischen den Familiengliedern war ein recht unglück liches. Stratmann war ein Freund der Schnapsflasche. seine Tagesbeschäftigung war vornehmlich der Wirtshausbesuch. Kam er nach Hause, gab es Krach, und nicht selten wurde Stratmann von seinen eigenen Angehörigen in der jämmerlichsten Weise verprügelt. Am 22. April v. J hatte der Angeklagte wiedereine heftige Auseinandersetzung, er rief:„Ihr Pollacken, damit meinte er seinen Schwiegersohn) sollt verbrennen!" Als am folgenden Morgen der in dem Stratmannschen Hause wohnende Bergmann Kommis särek von der Schicht kam, hörteer plötzlich die Ruse: Hülfe! Feuer! Feuer!, die aus der Stratmannschen Wohnung kamen. Der Mann ellte hinzu und sah, daß der Fußboden und das Mobilar Brund mit einigen Eimern Wasser und klopfte dann an die verschlossene Schlaszimmertür des Angeklagten, der ruhig im Bette lag und über die Störung recht verwundert tat. Ein herbeigeeilter Polizeibeamter verhaftete Stratmann, der schließlich auf einer Karre zum Polizeigewahrsam gefahren werden mußte. Daß Stratmann das Feuer angelegt hatte, daran war kein Zweifel. Er will heute von nichts wissen und erklärte dem Gerichtshofe, er sei namentlich in letzter Zeit nicht mehr ganz richtig gewesen, wobei er mit der Hand eine Bewegung nach dem Kopfe machte. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte im Schnapsdusel zu allerhand Nichtsnutzigkeiten aufgelegt war, er warf seiner Frau das Essen nach und zertrümmerte zu seinem eigenen Schaden Tassen und Teller, verunreinigte die Wohnung und dergl. mehr. In der letzten Zeit trank erttäglich etwa einen Liter Schnaps, Die Folgeerscheinungen des Diliriums zeigten sich, er sah im Zimmer Mäuse, verkroch sich in eine Ecke des Zimmers,„weil sie ihn kriegen wollten. Einmal rannte er mit ei nem Schnapsglas in der Hand zum Amte und beschuldigte seine Frau des Giftmordes. Da aber Terpentin, den man in dem Schnaps fand, ein ungeeignetes Mittel ist, jemanden vom Leben zum Tode zu besördern, so gab man ihm den Rat, nach Hause zu gehen und den Schnaps auszugießen. Die Frau war indessen an dem Vorfalle ganz unschuldig, Strarmann hatte in seinem Dusel anstatt die Schnapsflasche eine Terpentinflasche ergriffen. Der als Zeuge vernommene Schwiegersohn des Angeklagten, der Bergmann Schwiearek, bekundete Stratmann sei im Zustande der Trunkenheit ein gefährlicher Mensch, der ihm nach dem Lehen getrachtet und sich zu diesem Zwecke mit einer Düngergabel, Rasiermesser und Brotmesser bewaffnete, Gerätschaften, die er sogar mit ins Bett genommen habe. Im übrigen sei Stratmann am Morgen des Brandes bei Besinnung gewesen, er habe ihm zugerusen:„Du Lump, was willst du in meiner Wohnung, das Haus ist versichert, ihr sollt alle verbrennen!“ Ein Glück war es, daß das Feuer zeitig bemerkt wurde, sonst wäre Strarmann mit samt seiner alten Mutter, die bei ihm im Zimmer schlief, ums Leben gekommen. Der Angeklagte ist in der Irrenanstalt Aplerbeck auf seinen geistigen Zustand beobachtet worden. Der Oberarzt Dr. Murmann gab auf Grund der Wahrnehmungen in der Anstalt und der heutigen Verhandlung sein Gutachten dahin ab, daß der Angeklagte als Trinter als geistig dauernd minderwertig zu bezeichnen sei, alle Umstände sprächen indessen dafür, daß er bei Anlegung des Brandes genau wußte, was er tat, sodaß von dem Ausschluß der freien Willensbestimmung nicht die Rede sein könne. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme beantragte der Vertreter der Anklage das Schuldig, während der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Frank die Freisprechung in Antrag brachte. Die Geschworenen verneinten die ihnen vorgelegten Schuldfragen, sodaß Stratmann freigesprochen werden mußte. *** In der zweiten Sache stand der am 5. März 1891 in Kleberg im Kreise Allenstein geborene Arbeiter Anton Matena aus Hörde wegen Straßenraules vor den Geschworenen. Der Angeklagte ist geständig, in der Nacht zum 5. Dezember v. I, in Hörde gemeinschaftlich mit dem bisher nicht ermittelten Gelegenheitsarbeiter Kaiser, dem MaurerFranz Kaczen'ski ein Portemonnaie mit 32 Mark Inhalt gelraltsam abgenommen zu haben. Matena und dessen Kompkice trafen am 4. Dezember den Beraubten in der Sassenbergschen Wirtschaft und machten sich mit ihm als Landsleute bekannt. Man versuchte schließlich den Mann, der seinen Lohn in der Tasche hatte, noch weiter durch andere Wirtschaften zu schleppen. Karczewski lehnte indessen das Ersuchen, mitzugehen, ab. Als er sich auf den Heimweg machte, wurde er von Montena und Kaiser verfolgt. Auf der Sedanstraße gab Kaiser dem Kaczewskt einen Stoß, sodaß der Angesallene strauchelte, und mit den Beinen in eine Stacheldrahtsteinfriedigung geriet. Kaiser drückte den Mann zu Boden, während Matenna ihm das Portemonnaie aus der Tasche holte Der Angeklagte ist, wie bemerkt geständig, er gibe aber an, der Verführté zu sein. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Straßenraubes schuldig, billigten ihm aber gemäß dem Antrage des Staatsanwalts und des Verteidigers mildernde Umstände zu. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 1 Jahr 3 Monaten Gesängnis, 3 Monate Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet. Strafkammer Dortmund. Dortmund, 10. März Wegen Betruges im Rückfalle hatte sich der Bergmann Heinrich Käse von Dortmund, ein sehr oft vorbestrafter Mensch, vor der Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte beschwindelte eine Ehefrau Doht, indem er ihr eine Karre Kohlen zu liefern versprach und sich im voraus von ihr 4 Mark geben ließ. Die Kohlen lieferte der Angeklagte nicht. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Wegen Betrugsversuchs und Urkundenfälschung hatt. sich der Metzaermeister Emanuel Faber von Dortmund zu verantworten. Es handelt sich um folgende Vorkommnisse: Am 16. August vorigen Jahres kaufte der Angeklagte durch eine dritte Person Kühe bei verschie denen Händlern, Beredsen und Rosenberg. Eins dieser Tiere wurde für minderwertig. befunden und der Angeklagte gab, nach Annahme der Anklage mit Absicht, um zu betrügen, die schwerer wiegende Kuh des Beredsen als die minderwertige an. In diesem Falle konnte er aber nicht überführt werden. Der zweite Fall trug sich am 23. August zu. In diesem Falle kaufte der Händler Voos vom Viehhändler Hoffmann acht Kühe für den Angeklagten zu einem Durchschnittspreis von 245 Mark pro Stück. Voos gibt an, daß er, um Differenzen zu vermeiden, gleich dem Hoffmann gesagt habe, daß, wenn eine der Kühe minderwertig befunden werde, diese nach ihrem reellen Wert, also nicht für die im Pauschalsatz angenommene Summe von 245 Mark dem Käufer gutgeschrieben werden solle. Die Kühe wurden geschlachtet und eine davon als trichinös befunden. Merkwürdigerweise war es wieder die schwerste Kuh im Gewichte von 490 Pfund, die der Angeklagte auf dem Wiegezettel selbst als„minderwertig“ bezeichnet hatte. Die Berleburger Viehversicherngsgesellschaft bezw. deren Vertreter wurde stutzig, ging der Sache auf den Grund und da ergab sich, daß die wirklich minderwertige Kuh nur 360 Pfund gewogen. Hoffmann hatte dem Angeklagten anstandslos einen Schadeneratz von 300 Mark für die Kuh, die 490 Pfund wiegen sollte, in Aussicht gestellt, und der Angeklagte hätte sodann einen erheblichen Nutzen gehabt. Der Angeklagte, der jede unfaire Handlung in Abrede stellte und nur eine Verwechslung zugab, wurde des versuchten Betruges für überführt erachtet und zu einer Geldstrafe von 1500 Mark verurteilt. Eine Schlägerei fand in der Nacht vom 25. zum 29. November vorigen Jahres unter jungen Burschen am Borsigplatz in Dortmund. statt, und hatten sich desSe SSSIES LEI Die anhaltende Steigerung der Haturbutterpreise hat mehr und mehr zur Verwendung geelgneter ButterErsatzmittel und namentlich der Pflanzenbutter-Margarine geführt. Von letzterer sind besonders beliebt van den Bergh's bekannte Marken Palmkroner und PPalmitolz die beiter Naturbutter in jeder Verwendungsart gleichkommen. In allen einschläg. Seschäften erhältlich. der Brautschau. eimoristischer Roman von Felix Brenta. 42 Schtenburg blickte ihn zunächst verständnislos “ aber leuchtete sein Antlitz, und er entgegnete oi Zunge;„Jawohl, Sie haben recht. #### vin ich mit meiner Frau. Ich hätte ihr Lhn nicht in ihrem Schrank belassen sollen. #####uz bin ich gewesen. Ich hätte ihr mehr zeisb ich der Herr bin. Nun ist's zu spät. Sie wichen nuir gibt sie die Schuld. Aber ich Erkenntnis gelangt. Das kommt mir uar“ vor. Lieber vertrink ich's selbst.“ Herr Heuer, der Herrn Lichtenburg verte gauseh, doch klärte ihn dieser rasch über die K##e der Dinge auf und zeigte ihm schließNaupachs verhängnisvollen Brief. eine Sidcten war die Wirkung nicht minder buce#5, Stunde zuvor auf den Referendar. Einige #en Gons 4nz stumm und regungslos, wayFepfein Sturm von hastigen Gedanken durchLichtenburg so frech belogen, berührte #mut des Plötzliche Erkenntnis von Herrn RauE brangte alles andere in seinem Bewußtba an:1 mit bitterem Schmerg die Verrarm en, eigenen Zukunft. Wenn Herr Rauwie gug, daß er dicht vor dem Bankerott stand, hmen der von seinen schönen Hoffnungen Abdigtei:“ wvohl Du eigene Schule! Lebwohl zum g“ Reichtum! Eben noch glaubte er, lag?“ des Glückes emporgestlegen zu sein u““ schon wieder in dem Abgrund rettungsder Kummer über das eigene Mißelbst m. Mitleid mit dem Unglück der anderen en selbst##. au ein bescheidenes Leben gewöhnt. #. Eillbehrungen nicht fremd. Wie viel Pain dies der Sturz aus dem behaglichen EAhe, auz: etige Dürftigkeit schmerzen. ane perr Raupach! Vor einigen Wochen noch einer der reichsten Leute der Stadt. Seit einigen Tagen in Sorgen und morgen vielleicht schon Bankerott. Er schalt sich auch nur einen Augenblick an sich selbst gedacht zu haben, wo das Unglück dicht neben ihm die Menschen, die er liebte, so hart traf. Doch kaum hatte er sich Raupachs nunmehrige Armut betrübten Herzens recht deutlich ausgemalt, als er von neuem an sich selbst denken mußte, aber nicht mehr mit Trauer, sondern mit einer ganz unerlaubten heimlichen Freude! Mit hoffnungsvollem Stolz! Wenn Herr Raupach veramte, dann waren ja auch seine Töchter arm und waren nichts Höheres mehr wie er, der arme Kandidat. Das heißt, nur in dem einen gewissen Sinne. Selbstverständlich blieb Margarete an innerem Wert immer noch turmhoch über ihm. Sie war ja viel besser als er, und viel edler. Aber die garstige goldene Mauer zwischen ihnen war doch niedergerissen, und wenn Margarete arm war, hatte ihre Mutter nicht mehr die Auswahl unter allerhand vornehmen Mitgiftjägern und Margarete brauchte ganz notwendig einen Mann, der für sie arbeitete, sie lieb hatte und vor Mangel schützte. Zu seiner freudigen Ueberraschung entdeckte er, daß er selbst eigentlich durchaus nicht arm war. Er hatte etwas Tüchtiges gelernt und besaß zweikräftige Arme. Arbeit würde sich unbedingt finden, wenn er nicht wählerisch war. Und wenn Margarete und die Eltern nur „Ja“ sagten, dann stand seinem Glück nichts mehr im Wege. Gleich heute bei dem Mittagessen wollte er sich erklären. Aber vielleicht wurde unter diesen Umständen das Mittagessen abgesagt? Dieser Möglichkeit durfte er sich nicht aussetzen. Es war ja auch viel richtiger, zu solchen Zweck einen besonderen Besuch zu machen. Er sah nach der Uhr, wenn er sich beeilte, konnte er zu der Privatstunde, die er mittags zu geben hatte, wieder zu Hause sein. „Schuell meine Stiefeln!“ rief er Herrn Lichtenburg zu, der noch immer schwankend vor ihm stand und sich gehorsam entfernte, schmückte sich mit einem Frack, der noch die Freuden der Abiturientenprüfung mit ihm genossen hatte, machte einen stellenweise erfolgreichen Versuch, seinen widerhaarigen Zylinder glatt zu bürsten, und eilte schließlich, einen baumwollenen Regenschirm siegesfreudig über seinem Haupte schwingend, durch den Regen davon. Herr Lichtenburg folgte ihm später und langsamer. Er sammelte seinen wachsenden Mut, Herrn Raupach um Stundung der Miete zu bitten. Frau Lichtenburg versprach sich davon keinen Erfolg. Sie schimpfte über das armselige Bettelvolk ihrer Mieter und beschloß in ihrer Verzweiflung, alles zu trinken, was noch im Keller war. Sie tat es auch. * * Herr Raupach schmunzelte in seinem Geschäftszimmer als ihn der Dienstmann den Brief Dr. Laues überbracht hatte. Dann legte er den Brief sowohl wie auch sein Antlitz wieder in würdige Falten zusammen, begab sich in die Wohnung hinüber, versammelte Frau und Töchter um sich und sagte ziemlich ernsthaft:„Wißt Ihr schon, daß ich zahlungsunfähig bin, bankerott, ein Bettler? Die Seinen antworteten mit einementsetzlichen Schweigen, blickten ihn zweifelnd an und er fuhr fort:„Ihr wißt also nichts? Na, ich selbst weiß auch nichts davon. Aber es gibt Leute, die es glauben und sich nun dementsprechend benehmen.“ „Um Goites willen, Oskar, wie kommt denn das?“ sagte Frau Raupach ganz außer sich. Auf ihres Gatten Mienen spiegelte sich ein sehr vergnügtes Schuldbewußtsein, und er antwortete heiter: „Ich hab es ihnen selbst weisgemacht. Ich habe die wackere Frau Lichtenburg nebst Gatten so heftig um den fälligen Mietzins gemahnt, daß sie denken müssen, mein Portemonnaie liege in den letzten Zügen. Lichtenburgs sind wohl beide nicht sehr verschwiegen, und von ihnen mag daher das Gerücht aus gegangen sein.“ „Aber Papa,“ sagte Thea ängstlich,„das kann doch leicht gefährlich werden!“ „Gefährlich?“ versetzte Herr Raupach lächelnd.„Mir nicht! Ich habe dafür gesorgt, daß das Gerücht auf der Börse keinen Glauben finden kann. Dort weiß man sehr gut, daß ich augenblicklich sogar sehr stark bei Kasse bin.“ „Aber alle Leute wissen das nicht,“ erwiderte Thea unruhig.„Wenn es jemand von unseren Bekannten auch nur einen Tag lang glaubte, das wäre doch sehr peinlich. Warum hast Du nur so etwas angestiftet?“ „Ja,“ antwortete der Vater und zuckte wichtig mit den Achseln. Lichtenburgs bezahlten hartnäckig nicht. Ich mußte sie mit allen Mitteln zu rühren suchen.“ Und als er lauter ungläubige Gesichter bei den Seinen sah. fügte er bedeutungsvoll hinzu:„Ich wollte die Mieter meines Hauses mal auf die Probe stellen, ob sie ihre Schuldigkeit tun würden, wenns mir schlecht ginge.“ „Nun, und haben sie denn bezahlt?“ fiel Frau Raupach ein. „Noch nicht. Lichtenburgs haben ja meinen Mahnbrief erst heute früh bekommen. Aber Herr Dr. Laue, der ja bei Lichtenburg wohnt, hat mir eben einen Brief geschickt. Er sagt für heute mittag ab.“ „Er sagt ab?“ „Jawohl, hier bitte, lies den Brief.“ Frau Raupach nahm das Papier und las:„Sehr geehrter Herr! Soeben erfahre ich, daß Sie heute mittag neben mir auch den Kandidaten der Theologie. Heuer zu sich geladen haben. Es ist Ihnen wohl bekannt, weshalb dieser Herr aus dem Offizierstand ausgestoßen worden ist, und ich hatte ja selbstverständlich angenommen. daß Sie den Verkehr mit einem so feigen und ehrlosen Menschen abbrechen würden. Da ich mich leider getäuscht habe, muß ich Sie zu meinem Bedauern bitten, mich von Ihrer freundlichen Einladung zu entbinden und mich überhaupt zu entschuldigen, wenn ich jede Gelegenheit vermeiden werde, mit einem derartigen Menschen zusammenzukommen. Es fällt mir herzlich schwer, mich aus einem mir lieb gewordenen Kreise zurückzuziehen. Aber Pflicht und Ehre zwingen mich dazu, und diesen beiden gegenüber muß das Herz schweigen. Haben Sie die Güte, mich Ihrer werten Familie noch einmal ehrerbietigst zu empfehlen und nehmen Sie selbst die Versicherung der ausgezeichneten persönlichen Hochachtung von Ihrem ergebenen Dr. Laue.“ Als Frau Raupach das unter mehrmaligem schütteln zu Ende gelesen hatte, nickte sie ihrem Mann verständnisvoll zu. 17778 halb heute der Lehrhauer Paul Harck, Emil Schwenkowski und Fritz und Johann Zoblowski wegen Körververletzung„u verantworten. Alle werden beschuldiat, den Schlepper Arens und den Bergmann Tepatsch, mit Stöcken, Harck den Tepatsch mit einem Messer gestochen zu haben. Letzterer war drei Wochen arbeitsunfähig. Im Laufe der Verhandlung stellte es sich heraus, daß Arens den Streit schon vorher in einer Wirtschaft provoziert hatte, und auch auf dem Borsigplatz das Messer zog, und seine Gegner zum Teil damit verwundete. Seltsamerweise steht dieser Rowdy nicht unter Anklage. In Anbetracht der ganzen Sachlage kamen die Angeklagten zieml'ch günstig davon. Harck erhielt 2 Monate und 1 Woche Gefängnis, die drei anderen kamen je mit einer Geldstrafe von 30 Mark davon. Der Einbruchsdiebstahl, der in der Nacht zum 3. Februar d. J. im Olympia=Theater stattfand, stand heute zur Verhandlung vor der Strafkammer an. Als Angeklagte erschienen der Hausdiener Wilhelm Janssen, der Handlungsgehilfe Adolf Heideck, der Anstreicher I. Roth und der Friseur Franz Thiele von Dortmund. Die drei ersten Angeklagten sind des Diebstahls angeklagt, der vierte hat sich wegen Hehlerei zu verantworten. Janssen und Roth kannten die„Geee##eit“ und verschafften sich mittels Einsteigens Eingang in das Theater, wo sie dann mittels Diedrichs in die Garderobe eindrangen, Behälter erbrachen und für 800 Mark Kostüme, Parfüms usw. stahlen. Die Angeklagten sind geständig und werden Janssen zu 9, die übrigen zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Was ein Mensch im Leben verrichtet und verbraucht. Was ein Mensch im Leben verrichtet und verbraucht Verbrauch v. Kleidu Nahrengs egussmittel Verbreuch Die lesstung des Durchmittsmenschen rrppensteigen betragt täglich Erdumfeng.— jzu2Dcm gerechnet erTgibt diese Summe eine von 600 km 12.500 kg Fleisch (18 Ochsen 12Schafe. 15000 Uter## 6 Schreine) Flüssigkeitenf E Er a Berlin, 10. März. In der Prozeßverhandlung gegen die Bankräuber in der Friedrichstraße verkündete gegen 12 Uhr der Obmann der Geschworenen den Wahrspruch dahin, daß die Angeklagten Wedzicki, Blunm und Thim des versuchten schweren Raubes und der Angeklagte Powalla der Anstistung schuldig seien, allen vier Angeklagten seien aber mildernde Umstände zuzubilligen. Das Gericht verlündete nach kurzer Beratung folgendes Urteil: Wedzicki wird zu einem Jahre Gefängnis, Bluhm, Thim und Powalla zu je orei Jahren Gefängnis verurteilt, die letzten drei Angeklagten auch zu je fünf Jahren Ehrverlust. Den Angellagten wurden sechs Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Berlin, 10. März. Vor dem Schwurgericht I standen heute die„Einbrecher im Richtertalar“, um sich wegen ihrer im Landgerichtsgebäude in der Grunerstraße verübten Streiche zu verantworten. Die Anklage richtet sich gegen den Kellner Lothar Luedtke, den Koch Johann Meyer, den Radfahrer Willy Warnicke, den Arbeiter Heinrich Hombura, den Koch Ernst Neumann und den Arbeiter Gerhard Martin. Es wird den Angeklagten Diebstahl, Urkundensälschung, Betrug, Hehlerei und Aum= ung eines öffentlichen Amtes zur Last gelegt. Die Angeklagten, von denen leiner das dreißigste Lebensjahr überschritten hat, sind * weniger vorbestraft. Frankfurt a. M., 10. März. Ein hiesiger Tagelöhner, der ein Strafmandat über 30 M. erhalten, weil er auf der Straße ein Hoch auf das Wahlrecht ausgebracht hatte und deshalb Antrag auf gerichtliche Entscheidung stellte, wurde heute vom Schöffengericht freige sprochen, weil grober Unfug nicht vorliege und nach den bisherigen Erfahrungen in dem Ausbringen eines Hochs auf das Wahlrecht eine Belästigung des Publikums nicht zu erblicken sei. neuen Jacketts Mäntel des Frühjahrs Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannsaktur, Dresden=N. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch a 60 Pf. daselbst erhältlich. Nicht mehr in der Rod.##it das Schrecklichste, was einer elesanten Frau passieren kann. Ja, bei manher Erastochter wird diese Wahrnehmung zur Krankheit, die am schlimmsten im übjahr und Herbst aufkritt. justament, wenn die allerneuesten Neuheiten auftauchen. In diesen durch den Modebazillus infizierten Zeiten habens die Väter und Ehezatten recht schwer, oenn die andauernden Attacken auf den Geldbeutel erfordern Mut, Mut, Mut. Also: die Frauen haben wieder einmal nichts anzuziehen, nie#ts, rein gar nichts!eim Hut und Straßenkostüm fängt das Lei den an, jeder sonnige Tag bringt Steigerung, falls der gestrenge Herr und Gebieter,(der nicht recht weiß, ob dies Mal das Hutübel vielleicht doch das kleiUeber die Leistungen des Monschen in seinem Leben plaudert ein englischer Gelehrter sehr interessant im „Londoner Magazin“. Er hat in amüsanter und anregender Weise herausgerechnet, was ein Mensch in seinem Leben verrichtet und was er verbraucht. Nach seinen Angaben beträgt der Lebensweg des Menschen 146 Tausend englische Milen; dise liden einen Weg, der beinahe sechs Mal um den Ersball herumreicht. Recht erstaunlich ist auch die Leistung eines Durchschnittsmenschen im Treppensteigen. Iwischen 100 und 200 Stufen am Tage beträgt der Durchschnitt. Das macht für das ganze Leben eine Treppe von 3 Millionen Stufen, die jeden, der sie im ganzen vor sich söhe, wohl mutlos machen würde. Rechnet man auf jede Stufe 20 Zentimeter Höhe, so würde diese Treppe auf einen Berg von 600 Kilometer Höhe führen, der alle Berge der Erde beinahe um das 75fache überträse. Um solche Kraftleistung zu verrichten, muß der Mensch natürlich wacker einheizen, d. h. essen und trinken, und das tut er auch. An Brot verzehrt der Durchschn'ttsmensch im ganzen Lehen etwa 16 Tonnen; das macht zusammen einen Laib Brot, den der schwerste Rollwagen nicht befördern könnte. Außer dem täg'ichen Brot aber ißt eine ganze Herde von Tieren, nämlich etwa 18 Ochsen, 6 Schweine und ein Dutzend Schafe, wenn man noch nicht ein ganzes Pfund Fleisch auf den Tag rechnet. Hierzu kommen noch gewaltige Felder, die mit Gemüse aller Art bewachsen sind. Er iht aber nicht nur, sondern er trinkt auch und zwar führt er an Flüssigkeiten etwa 45000 Liter seinem Körper während des Lebens zu. Das gäbe bereits ein prächtiges Schwimmbad. Aehnlich erstuanliche Zahlen bekommt man, wenn man an die Kleidungsstücke denkt, die ein Mensch im Leben braucht. Setzte man alle Hüte zusammen, die ein Mensch währens#eines Lebens trägt, so bekäme man ein Niesenkleidungsstück, in dem ein ausgewachsener Elefant Platz hätte, versteht sich, wenn man an Herrenhüte denkt, während man, wenn es sich um Damenhüte handelt, wahrscheinlich zwei ausgewachsene Elefanten in dem Riesenhut unterbringen könnte. Aehnlich würde das Schuhzeug, das ein Mensch im Leben zerreißt, zu einem Riesenstiefel von etwa 5 Meter Höhe vereinigt werden können. Unter den Lurusartikeln hat unser Engländer den Tabaf ausgewählt und herausgerechnet, daß der Durchschnittsraücher im Leben über 3000 Mark in blauen Dunst verwandelt, jedenfalls eine ganz stattliche Summe. Mordprozen Tarnowska in Venedig. Bilder vorn Nordprozess Tarnowska in Venedig. Wir bringen unseren Lese.n Bülder von dem sensationellen m#enen gegen die rusische Gräsin Tarnowska, die beschuldirt ist, den Grafen Komarowsky mit Hilfe ihrer beider nen, des russischen Edelmannes Naumosf un Advokaten Prilukoff, ermordet zu hal.:.... d.= Weschworenengerichts Lenz steht im Zeichen der Rusteubluse,(die sich gerade durch ihre überaus schlichte Form außerordentlich wandlungsfähig erweist). Für die Jugend mit kurzem, für die mar menr ganz Jungen mit langem Schoß, wird sie auger in Sammet und glatten Stoffen viel in dem zum Frühfahr übe weißem Karo getragenen r. Herkunft, die so recht die elegante Strae körvern. Charakteristisch für sie ist die gnineinstimmung ven Rock und Jacke, die via Garnitur, sondern auch in einzenen schne###### zierungen, wie angeschnittenen Ki Streifen und serem Mode Klappen, Faltengruppen beruht, ode II Nr. 1970, sich die Machart). der des Jacketts vollkommen anpast.* glatten Seiten= und Rückenteile der Jagten Rockbahnen, die ei#entlich breite 8 de Die dazwischenliegenden Teile sind beim dunkleren Seidenblenden garniert, beim sich begegnende Plisecfalten. Der noch immer, mit ihm rivalisiert der kleine spitze Halsausschnitt, der gern durch duftige kragen umrandet wird,(eine Modelgune rade neu, aber doch immer frisch und jugmdßg Der moderne Jackettärmel ist mäßig weit des Ellbogens oft etwas puffig und am Ha. wieder eng. Schmuckknöpfe, ein bis drei an mit verzierten Knopflöchern, bewirken den uod geschrägten Vorderschluß, der die Neigung## ten etwas auseinander zu treten. Aber—. seitlich geschlossene Formen wird man wieder gen; so wies ein durch seine Kürze bejonden liches Jackett Seitenschluß auf, der mit der deten englischen Nähten, die auf der Hüfte und dem glatten Aermel dem Ganzen trotz alle heit ein chikes Gepräge verlieh. Hopsacs nes, englische Tweeds, Cheviots, und feine stoffe sind die Materialien für das Früha, das außer in dem beliebten Schwarz=Weiß, Senffarbe, einem rötlichen Kastanienbraun, ainen pfen Pfaublau oder einem Braun, Aeropia#### auftritt. Die Röcke sind ziemlich fußfrei, niena pend und werden ebenso gern glatt wie i s# Machart getragen. Neben dem Kostüm bebder für Ruhetage, Regenwetter und für zu unentbehrliche lange lose Mantel. Seine e## Vertreter haben als Charakteristikum den u Tallenischlusses lose umgelegten Gürtel,(da aus Stoff oder farbigem Lackleder besteht. dem öfters den angeschnittenen oder Raglaninn die Schulterlinie weich und in sanftem Schwur dergiebt, zwei typische Erscheinungen, die sichi serem schönen Modell Nr. 1974 wiederfinden aparte Garnitur des bräunlichen en#l'schen St## tels bestand in einem dicht mit creme Seidensh nähten braunen Seidenkragen und halbierten scheiben, unter denen der Gürtel verschwand, zwischen ihnen wieder zum Vorschein zu kommen Gürtel= und Scheibenmotiv fand sich außerdem als nitur des schlanken Raglanärmels wieder. noch wirkte ein zweiter Mantel aus senffarbenen mespun, der gleichfalls ziemlich lose, mit sehr dicht übereinanderfallenden Taschenplatten war, die durch größe Knöpfe scheinbar feitgchatta den. Den sportgemäßen Eindruck des schönn! verstärkten außerdem in den vorderen Mitte: Rücken Gürtelteile die den Eindruck erwecten, sie unter den Seitenpartien des Mantels Innenseite hingeleitet würden. Doch nunm ter von den Frühjahrsneuheiten! Sonst win men Frauen ja die Wahl zur Qual, da sie## schon nicht klar sind, ob sie besser in einen Jackenkostüm oder einem Russenblusentrott# einem praktischen Mantel für Sturm und! Frühjahr hineinsegeln. Nun, wir empfehlen drei, dann sind sie für alle Fälle geborgen. führt der Landgcrichtsrat Car=Fusinato, der mit Schneid und Toleranz den Prozeß leitet. Unsere Bilder zeigen die Hauptangeklagte Gräfin Tarnowska tief verschleiert, sowie die beiden Mitangeklagten an der Seite der Karabiniere hinter der in Italien gebräuchlichen vergitterten Anklagebank. schnittenen Schoß oder sonst ein ins Auge fallendes abweichendes Detail haben, wobei von der ursprünglichen Form immer nur der Blusencharakter bleibt. Nicht ganz so schlicht wirken die Jackenkostüme französischer Der Erfolg ist für jeden nehrantan bei allen seinen Anzeigen, glen Inscrenten welcher Art und ob für bie oder auswärtige Zeitungen, die Aunoncen-Eipen Aug. Rolef Psi# da diese durch 80jährige Geschäftspraxis, in der Lage ist, nur für die betreffenden serate geignete Zeitungen zu wählen Gleiche Preise mit den Zeitungs= Expesitt Besondere Vortelle. Ersparnis an Zeit, Geld, beliebten schwarz= durch einen fare ILNNEEEEESEE EE ETESEHA Modell Nr. 197.. erharrt. Wozn Modell Nr. 1970. nere), in wäre denn auch die Mode da, wenn man sie nicht mitmachen wollte? Und sie hat sich nach der langweiligen Straßenmode des letten Winters alle Mühe gegeben, wenn auch das Nei#itat nicht gerade ein in die Augen springendes, überraschendes ist. Wohl nur, um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, ist sie bestrebt, mit der langen, ungebrot#enen Linie, die so schön schlank machte, zu brechen. Beweis: Die Rückkehr zu kürzeren Jackensormen, die den Rock nicht mehr als Nebensache erscheinen lassten und an wärmeren Tagen gern offen getragen werden. Durch diesen Umstand erhält die Taille zum Jackenkleide wieder ihre Berechtigung, denn eine in der Farbe abstechende Bluse zwischen den geöffneten Jacnteuen berrot## hen zu lassen. weiß heute jede Dame von Geschmack zu vermeiden. Was jedoch nicht ausschließt, daß sie die mit dem Nock harmonierende Hemdbluse so lause tragen wird, bis sie dafür einen besseren Ersatz, findet. Der beurige Aus dem reichen Inhalte erwähnen wir: Modell Nr. 1963. bigen Lackledergürtel zusammengshalten. Die schlichteste und typischste Form dieser Russenblusenkostüme veranschaulicht unser Modell Nr. 1963, zu dessen rötlichem Kastanienbraun der schwarze Schnurbesatz eine feine Wirkung ergab. Der charakteristische Seitenschluß setzt sich hier über den langen angesetzten Schoß fort, der Aermel ist gleichfalls blusig gehalten, der schlichte Dreibahnenrock völlig glatt. Große Ansprüche an die Figur macht die Russenbluse nicht, daher wohl auch ihr schneller Sieg. Wer für Eleganz ist, trägt sie mit reichem Seidentressenbesatz, Seidenlitzenstickerei oder gestickten Borten oder wählt eine der vielen Variationen, die öfters kragenlos, bald Mittelschluß, einen kapriziös gePackend und kurz geschriebene Leitartikek; Parkamenkarische Rachrichten; Unter„Eche“ eine Zusammenstellung der interessantesten Zeitungsstimmen bei besonders wichtigen Ereignissen; Ein reichhaltiges Deuilleton, enthaltend Aufsähze aus Wissenschaft und Kunß, kleine Erzahlungen aus der Jeder erster SchriftHteller, Mittellungen über die neuesten Vergänge in allen Zweigen des Wissens und Könnens; Theater= und Kunstkrittten: Einen reichhaltigen loloken Keil: Einen Einen allgemein iuteressanten und steißig denupten Bricsüasten; btbungen der in Verdergrunde der össent.#— nm Pe lichen Aufmerlsamten J del eis. ntehenden Personen, Landschaften, Städte, Gebäube. Daußtergenstände, Schiffe usw.; Aumeristisches; Einen täglichen Wetterbericht nese Wetterprognose: Aritiken du Heschäftsberichte dm dedeutenösten Aktian=Gesellschaften; Markt-Verichtt von Bae Prie Be Volkswirtschaftlichen Leitartikek; Einen Bericht über den Verlauf der Werkiner Börse, Kurrzettel undauswärtige BörsenFelegramme, Ratgeber für Kapitalisten; Berichte und fachmännische Abhandlungen über alle bedeutenden Veranstaltungen auf dem Gebiels des Sports: Ein Verzeichnis der ZouKurse, der ZwangsverReigerungen und deren Ergebnisse; Verlosungskisten sämtlicher verloster Effekten; Gewinnliste der Preuß. Kkassen-Lottertei Personal-Nachrichten aus Heer und Flotte, Verwaltung und Schule: Die Pakanzenlishen der Pfarrämter im Schulund kommnnalen Verwaltungsdienst:„ Amschauen über bie wichAgstenerRndungen und Penerungen auf dem Gebiste der Bechnis und Industrie: Duterviews mit hervorras genden Persönlichtelteng Velegramms, Permischtes und religiöse SonuZiek. unoidar i. H. Königsbe L 370 Wertlotterie zwecis 3307 Gew. W. #I Hauptgew. 5 Automob W.— Lose 11 M D Porto u. Liste extia, em Genera iehlt sowie hier bite Plotote been# Verk 3 8. Mannheim, Geschäftsstelle Berlin SW. 60, Lindenstraße 26 Aöte, Minoritenstr. 14. O#erste. 8. Gust. Pio -Tlie! Japanol von Gesetzlich frei! Garantiescheln Putr Preis bei Voremnichl . Mark. ehr. m e Goter 5 O00-TTNE zur ers en (rundetück Amtliche Taxe sofort oder gpr. Zinsen gesnc### von befördert dieM S S 8 5 S a E5 9# En 1 n 7 2 * 9— 2 2 37 ###.## 5 33•333 g##sstss S. TESS * „#n* 9 2 26 9 n c " 2E 2# 27—— 1 2 2 265. geschah nud etwa noch um viel schlimmer geschehen Sagte Graf Reinhold: „Du hegest Zweifel, die ich nicht hegen kann, denn er, sah mir ehrlich in's Auge, und drückte mir die Hand, wie es nur ein wahrer Freund tut! Rechne also nicht mit dem. wie er sich früher da und dort gezeigt hat. Es ward ihm wohl auch manches nachgeredet. Wäre gleichwohl alles so gewesen, wie sie es ihm vorwerfen, es hat ihn manches Schicksal milder gestimmt das sprach er selbst gegen mich aus— und Gerechtigkeit und Wahrheit seien seine einzigen Leitsterne, versicherte er mir heilig!“ Drauf neigte Hemma das blondgelockte Haupt leise in unverkenntlichem Zweifel und sagte nichts mehr. Als ihr Vater Reinhold oie Hand warm drückte, drückte sie die seine leise entgegen, und als er sie verlassen hatte, trat sie, mit Tränen in ihren schönen Augen, zum Fenster und schaute lange zum Himmel. Als sie dann wieder niederschaute, sah sie unten im Schloßgarten Heinrich von Hoja langsam dahinschreiten, der seinen Blick ruhig zu ihr empor lenkte. Wann das früher geschehen war und noch ehgestern, hatte sie den Blick zu ihm nicht gänzlich vermieden— und hatte ihr Heinrich leise, ganz leise mit dem Haupte eugenickt, es war ihm von ihr leise, ganz leise huldig erwidert worden. über diesmal entgegnete sie gar nicht mehr, sondern wandte sich ab, als habe sie nichts gesehen— und so viel sie es vermochte, mied sie inskünftig alles, was sie in Heinrich's Nähe führen konnte. Das entging ihm nicht, uno recht düster stimmte es ihn, denn er konnte sich nicht erklären, wodurch er der Jungfrau so schuldlose Hulo verloren haben sollte. So war's mit Hemma und Graf Heinrich von Hoja. Graf Reinhold aber sah mehr und mehr dem zu, was Kaiser Albrecht in den Landen oben so und so fügte, nud wie er einen Grasen um den anderen gewann. Ganz blind hatte ihn seine stolze Hoffnung gemacht, und weitaus ahnte er nicht, des Kaisers Absicht gehe nur dahin, dem Grafen von dresne möglichst Hilfe zu entziehen, wenn er derselben bedürfe.“ Nun starb eines Tages Haus Holland wirklich aus, und Graf Johann schrieb an Kaiser Albrecht:„Holland und Seeland seien ihm angefallen, also bitte er ihn, zu kommen und ihm die Belehnung zu erteilen.“ Graf Reinhold aber schrieb desgleichen an den Kaiser, beteuerte ihm, wie hoch er erfreut sein werde, mit ihm, wie vordem im Reich draußen, zusammenzutreffen,“ und dachte sich dabei nichts anderes, als Albrecht werde in Begleit seines Sohnes, des schönen Friedrich, eintreffen, damit sich dieser und Hemma von Angesicht zu Angesicht kennen lernten, und etwa die richtige Verlobung stattfinden könne. Davon sprach er in sicherer Weise von der Hemma. Sagte diese:„Vater, und wenn der vielgepriesen: Friedrich nicht mit eintrifft, glaubst Du dann, ich habe an des Kaisers Wahrhaftigkeit mit Unrecht gezweifelt?“ Und Graf Reinhold:„Dann wärst Du im Recht! Aber wie sollte er mir in die Augen schauen können, so ich ihn bei der Belehnung unseres Vetters Johann treffe— und wie erst hier auf dem Schloß, dahin ich ihn zu Gast geladen habe! Da wird er auch Dich sehen, der. ich seine Worte verkünden durfte! Nein, nein, zu gleicher Frist er unsern Vetter belehnt, löst er auch sein anderes Wort ein!“ Drauf Hemma nachdenklich: „Und wenn er gleichwohl allein kommt— und auch Johann sein Recht nicht angedeihen laßt? Vater, ich bin eine schlichte Jungfrau und weiß von Wenigem. Aber was ich vom Kaiser je vernahm, das ist, als sage es mir:„Was er selbst nehmen kann, das läßt er keinem andern unverkümmert.“ Fiel Graf Reinhold ganz bewegt ein:„Meinst Du, er sei gewillt, Holland und Seeland sich selbst anzueignen, und unseren Vetter auf nichts oder das mindeste zu stellen? Wenn das, möchte es ihm schlimme Früchte tragen— aber ich kann's mir nicht denken und ich glaub' es nicht!“ „Und wenn es doch so wäre, was wolltest Du tun?“ sagte Hemma ruhig.„Könntest Du allein unserem Vetter helfen, dem nur viele helfen könnten? Aber wie sollten sie? Hat sie Kaiser Albrecht nicht schier alle gewonnen durch Verspruch in jeder Weise— wohl auch mit Aussich auf einen Teil der Lande, die erledigt sind? Und wolltest Du gegen den Kaiser sein, der Du Dich mit der Hoffnung trägst, Haus Geldern und das mächtige Habsburg. so nahe geeint zu sehen? Nein Vater, der Du schon so vieles geschehen ließest, Du müßtest alles kommende geschehen lassen und hinnehmen.“ Und Graf Reinhold, dessen Wangen sich plötzlich gerötet hatten, denn er hörte seiner Tochter Vorwurf nicht gerne:„Das sollte die Zukunft beweisen und zeigen— und hätt ich mich eines Fehlers schuldig gemacht, einen zweiten beginge ich nimmer— doch Du täufthest Dich, sag' ich!“ Damit verließ er das Gemach, begab sich in den Schloßgarten, drin schritt er ab und zu, der Hemma Bedenken überlegend, bis er neu und fest glaubte, er habe keinen Grund zu schwarzem Verdacht.— Aber was die schlichte Jungfrau gesagt hatte, sollte zur Wahrheit werden. Denn Kaiser Albrecht gab durch nichts zu erkennen, daß er daran denke, dem Johann von Hennegau sein Recht unverkümmert und allsofort einzuräumen. Vielmehr rückte er mit viel Kriegsoolk daher, ließ alle festen Orte der erledigten Lande besetzen — und was seinen Sohn Friedrich betraf, so hatte er ihn keineswegs im Begleit. Finsterer Unmut überkam Reinhold von Geldern, da er seines Vetters Recht auf Belehnung gefährdet und sich selbst in der Hoffnung getäuscht sah, der Kaiser werde die Gelegenheit sicher ergreifen, sein Versprechen zu lösen. Immerhin war aber auch noch Hoffnung da, Friedrich werde mit einem andern Heeresteile folgen. (Fortsetzung folgt.) Für's Daus 13•3 — Verwendung erfrorener Aepfel im Haushalt. Da alle frostentziehenden Mittel das schnelle Zersetzen der an= und erfrorenen Frucht nicht verhüten, und man einen größeren Vorrat davon unmöglich in einigen Tagen verbrauchen kann, tut man am besten, wenn man die Aepfel trocknet.— Man schält die Aepfel, schneidet alle braunen Flecken heraus, teilt sie in zwei oder vier Teile, je nach der lgrröße der Frucht, entfernt das Kerngehäuse und zieht die Apfelstücke auf starker Baumwolle mittels einer Stopfnadel auf. Zwischen Ofen und Wand werden Nägel eingeschlagen und die Apfelketten so daran befestigt, daß das Obst an der heißen Vorderseite des Ofens hängt; in einigen Tagen hat man dann das schönste Backobst. Ebenso kann man die Aepfel im Backofen trocknen, indem man sie auf Kuchenbleche legt, die vorher mit starkem Papier belegt wurden. Auch die Schalen und Kerngehäuse lassen sich noch gut verwenden. Bevor man Obst schält, hat man es abgewaschen und abgetrocknet, setzt nun die sauberen Schalen und Kerngehäuse mit soviel Wasser aufs Feuer, daß es wenig übersteht, kocht die Schalen weich, gießt das Ganze durch ein kfeines Sieb, läßt den Saft einen Tag stehen und kocht nun den klar abgegossenen Saft mit Zucker und etwas Gelatine zu Gelee ein. :0• „Redensarten!“ brauste der Gerber auf, welchen der Trotz des Sohnes noch mehr erbitterte.„Kein Fremder hat gewußt, daß so viel Geld im Hause war, und ein gewöhnlicher Dieb hätte unser Silbergerät mitgenommen. Du hast das Geld versteckt und denkst, ich werde an Deine Komödie glauben; später willst Du ein lustiges Leben führen— ich kenne Dich— Du hast mir oft genug damit gedroht.“ „So such' doch, wenn Du davon so fest überzeügt bist,“ höhnte Georg,„aber mit Teinen Vorwürfen und Beleidigungen warte wenigstens, bis Du es gefunden hast“ „Reize mich nicht noch mehr!“ rief ihm der Gerber zu.„Es ist traurig genug, daß ich Dich antlagen muß—“ „Muß? Was zwingt Tich dazu? Tein Haß gegen mich, die Ungerechtigkeit, mit der Du immer meine Schwester mir vorgezogen hast! Ich wäre ein bedeutender Mann geworden, wenn Du mir erlaubt hättest, zu studieren; aber nein— ich sollte Gerber werden, ich sollte mich Deinem despotischen Willen fügen, und weil ich das nicht wollte, hust Tu mich gehaßt.“ „Du und studieren!“ spottete Bertram Winkel.„Tu bist noch zu dumm zum Gerber.“ Georg hörte die letzten Worte nicht mehr— er hatte das Zimmer verlassen; mit dem Hut auf dem Kopfe stürmte er die Treppe hinunter. Unten auf dem Flur erwartete ihn die Mutter voll fieberhafter Angst. „Wohin?“ fragte sie.„Bleib hier—“ „Ich kann nicht, Mutter,“ unterbrach er sie hastig, „der Vater hat mich zu tief, gekränkt!!“ „Tu bist schuldlos?“ sagte sie, die Hand auf seinen Arm legend und ihm mit erwartungsvoller Spannung in's bleiche Antlitz schauend. „Glaubst Du auch an meine Schuld?“ fragte er in gereiztem Tone.„Ich hib' das Geld nicht genommen—“ „Tann bleib' da,“ erwiderte sie rasch;„der Vater wird Vernunft annehmen; die Vorwürse mußt Du seiner Erregung zu Gute halten.“ Georg schüttelte den Kopf— oben wurden Schritte laut. Ohne noch ein Wort zu erwidern, eilte er hinaus. Er war ärgerlich auf die Gebrüder Schaller, die ihm doch versprochen hatten, Spuren eines gewaltsamen Einbruches hinterlassen zu wellen. Hätten sie ihr Versprechen gehalten, so wäre der Veroacht nicht sofort auf ihn gefallen. Warum hatten sie es nicht getan? Nun ruhte der ganze Verdacht auf ihm und es ließ sich voraussehen, daß der Vater hartnäckig dar an festhielt. Jetzt ärgerte es ihn, daß er sich mit diesen Strolchen verbündet hatte. Eine ounkle Ahnung stieg in Ihm auf, dieses Bündnis könnte für ihn böse Falgen haben. Die Brüder Schaller saßen in ihrer Kammer: Otto auf dem Bett und sein Bruder auf der Tischecke, und die Flasche machte fleißig die Runde. Beide empfingen den Eintretenden, dessen Erregung sie sofort bemerkten, mit höhnischem Lachen. „Na, wie steht's aus?“ sragte Otto.„Ist der Alte wild geworden?“ „Ihr habt's absichtlich getan!" erwiderte Georg rüstet;„Ihr wolltet, daß der Verdacht auf mich fallen sollte, und Ihr hattet mir doch versprochen—“ „Ja, lieber Junge, man verspricht mitunter etwas, was man gar nicht halten kann,“ fiel ihm Hermann in's Wort.„Wir durften keinen Lärm machen; wenn der Alte wach wurde, waren wir verloren.“ „Mord und Totschlag hätte es jedenfalls gegeben.“ fügte sein Bruder kaltblütig hinzu. „Und der Verdacht wär tritzdem auf Dich gefallen,“ fuhr Hermann fort.„Der Alte weiß, was er an Dir hat,“ Du hast Tir schon zu vie. von ihm gefallen lassen. Er soll Dir die Tat beweisen; so lang er kein Geld bei Dir findet, kann er's nicht. Sag' ihm das!“ „Ich hab's ihm schin gesagt.“ „Und was hat er da geantwortet?“ „Er bleibt dabei, daß ich es getan hätte,“ erwiderte Georg, während er die Flasche welche ihm Otto reichte, in Empfang nahm;„ich soll das Geld versteckt haben.“ „Na. dann laß ihn nur suchen!“ höhnte Hermann. „Und wenn er hierher zu Euch käme?“ „Tann würden wir ihm schon heimleuchten, und von dem Gelde fände er hier keine Spur.“ „Wo ist es?“ „Gut aufgehoben,“ antwortete Otto sehr trocken „Wir wollen teilen,“ sagte Georg ungeduldig,„ich muß Geld haben! So balo geh' ich nicht wieder heim.“ „Unsinn!“ erwiderte Hermann.„Das wär' das Tümmste, was Tu tun könntest. Denk' ja nicht, daß Dir der Alte das hingehen lassen und sich nicht weiter um Dich bekümmern würde. Es käme ihm gar nicht darauf an, Tir die Polizei auf den Kragen zu hetzen. Tu kannst eben nichts besseres run, als dafür zu sorzen, daß er keine Beweise gegen Dich findet.“ „Was kümmert's Euch?“ fuhr Georg ärgerlich auf. „Gebt mir meinen Anteil— und damit basta!“ „Mit Teinem Teil wirst Du Dich wohl noch einige Tage warten müssen,“ spottete Otto;„wir haben alles überlegt und wollen uns den Rücken frei halten. Geben wir Dir jetzt das Gelo, so hast Du nichts eitigeres zu tun, als in Saus und Braus zu leben. Der Alte hat dann den Beweis gesunden; er zwingt Dich zu einem Geständnis und läßt uns a.n Kragen fortführen.“ Georg blickte ihn starr an; eine Ahnung schien in ihm aufzudämmern, daß er um das Geld betrogen werden solle. „„Ihr wollt ja auswandern!“ sagte er. „Aber heute noch nicht“, erwiderte Hermann Schaller. „Das mußt Zu begreisen, daß wir nicht sofort verschwinden dürfen: Dein Alter wüßte dann gleich, wo er das Geld zu suchen hat. Wir bleiben noch einige Wochen hier—“ „Tut, was Ihr wollt, aber gebt mir mein Geld!“ „Nicht eher als bis wir abreisen! Wir wollen sicher sein, ano gebulde Tich,“ mahnte Hermann. „Und geh' nur ruhig wieder heim,“ fügte Otto hinzu;„sieht der Alte, daß Du kein Geld hast, dann macht er Dir auch keine Vorwürfe mehr.“ Georg zitterte vor Aufregung „Ihr wollt mich betrügen!“ rief er mit heiserer Stimme.„Ihr denkt nicht baran, daß ich durch ein offenes Geständnis Euch in's Zuchthaus bringen kann.“ Die Brüder hatten sich erhoben: Otto stand an der Tür, Hermann trat dicht vor Georg hin. „Wenn wir Dich betrügen wollten, so könntest Tu es nicht verhindern,“ erwioerte vermann Schaller mit scharfer Betonung;„uno über Deine Drohungen lachen wir. Brächte uns diese Geschichte ins Gefängnis, dann würdest Tu uns begleiten; dos schwöre ich Dir. Du bist der Anstifter und Verführer Merke Tir das! Mit Trohungen richtest Du nichts aus. Dein Alter wird sich besinnen, ehe er uns ansaßt, wenn er weiß,, daß Tu neben uns auf dem Verbrecherbänkchen sitzen wirst. Du sollst Teinen Andil haben, aber nicht heute; dabei bleibt's.“ „Er hatte das mit jolcher Entschiedenheit gesagt, daß Georg nicht wagte durch wiederholte Drohungen den Zorn seiner ihm an Körperkraft überlegenen Gegner herauszufordern. Trotz der Gewißheit, daß er betrogen sei, mußte er gute Miene zum bösen Spiel machen. „Gebt mir eine kleine Summe,“ sagte er, seine Erregung mühsam bemeisternd. „Keinen Groschen“, antwortete Otto.„Tu würdest in's Wirtshaus gehen und dumme Streiche machen. Komm' in einigen Tagen wieder, dann sollst Du haben, was Tu verlangst, heute geben wir Dir nichts.“ „Teinetwegen nicht,“ fügte sein Bruder mit einer energischen Handbewegung hinzu;„und verrätst Du Teinem Alten nur eine Silbe von der Geschichte, so bekommst Tu gar nichts. Brauchst nicht zu fürchten, daß wir durchbrennen werden; wir reisen so bald noch nicht ab; und ich sage Tir noch einmal, Dein Gelo sollst Du haben. Jetzt geh' und mach', daß Du wieder heimkommst; der Alte spürt Dir jedenfalls nach. Wir wollen nichts mit ihm zu schaffen haben. Steck' Dich hinter Teine Mutter; sie wird wohl ein gutes Wort für Dich einlegen.“ Zähneknirschend entfernte sich Georg. Das Hohngelächter der Brüder folgte ihn:— er hörte es noch, als er sich schon auf der Treppe befand. „Das hätten wir überstanden!“ spottete Otto.„Der Narr hätte es voraus wissen können, daß wir ihm über die langen Ohren hauen!“ „Keinen Pfennig bekommt er,“ ergänzte Hermann; „eines schönen Morgens sind wir verduftet. Dann mag er uns nachlaufen, wenn er das Reisegeld dazu hat.“ „Ich wollte doch, wir wären schon fort. Mit dem Gerber werden wir auch noch einen Strauß bekommen, der wittert gewiß, wo der Hase im Pfeffer liegt,“ sagte Otto mit ernster Miene. „Laß ihn nur kommen," versetzte Hermann.„Das Geld wird er nicht finden, und droht er mit der Polizei, dann werd' ich ihm einfach sagen, daß mit uns auch sein Sohn verhaftet würde. Acht Tage müssen wir mindestens soch hier bleiben. Unterdessen streuen wir aus, wir hätten in einer andern Stadt Arbeit gefunden; es muß alles gut vorbereitet werden, damit kein Verdacht auf uns fallen kann.“ Er trank und sagte: „Ich denk' auch noch immer an den alten Grunewald; es wär' gar nicht übel, könnten wir noch mehr mitnehmen. Drüben soll das Leben teuer sein, und weißt Du, ich möcht mich'mal gründlich ausleben.“ „Das möcht ich auch,“ erwiderte Otto kopfschüttelnd„aber die Geschichte ist zu gefährlich. Werden wir erwischt, dann können wir im Zuchthaus das Wollspinnen lernen. Besser wär's, wir machten uns heute noch aus dem Staube, ohne den Wucherer heimzusuchen.“ „Es ist keine Gefahr dabei; ich hab' mir die Sache noch einmal überlegt,“ sagte Hermann und griff nach der Schnapsflasche. Otto entgegnete nichts darauf. Er stand in der Mitte des kleinen Zimmers, und sein Blick war gespannt auf die Tür gerichtet, die zur Nebenstube führte. „Hörst Du nichts?“ fragte er leise. „Was gibt's?“ „Der Gerber ist da— er wird uns bei der Mutter verklagen.“ „Wir wollen hören, was er sagt,“ erwiderte Hermann entschlossen, und nach turzem Zögern folgte ihm sein Bruder in das Wohnzimmer. Hier stand Bertram Vinkel vor der bestürzten Witwe. :„Da kommen sie,“ sagte er mit aufgeregter Stimme; „sie haben meinen Jungen verdorben und ihn zu dem Diebstahl verführt.“ „Gilt das uns?“ fragte Hermann höhnisch. „Wo wart Ihr in der vorigen Nacht?“ brauste der Gerber auf. „Wo wir waren?“ erwiderte Hermann.„Otto sag's ihm.“ „Im Bett!“ „Können Sie das bezeugen Frau Base?“ wandte sich Winkel zu der alten Frau, in deren kummervollen Zügen wachsende Angst sich spiegelte.„Sind diese BurF#n gestern abend früh heimgekommen und in der Nacht nicht draußen gewesen?“ „Gib ihm Antwort, Mutter,“ sagte Hermann mit schneidendem Hohn;„Du weißt ja, wann wir heimgekommen sind.“ „Um zehn Uhr gestern abend,“ erwiderte Frau Schaller zögernd;„sie haben noch eine Viertelstunde hier bei mir gesessen, dann sind sie in ihre Kammer gegangen.“ „Und während der Nacht waren sie nicht draußen?“ „Das glaub ich nicht, Herr Vetter; ich hab' nichts gehört.“ „Dann hat's der Junge allein getan,“ sagte der Gerber und stieß heftig mit seinem Stock auf den Fußboden.„Er ist vorhin hier gewesen; leugnet Ihr das auch?“ Die letzte Frage war an die beiden Brüder gerichtet, die mit den Händen in den Taschen trotzig ihm gegenüber standen. „Wir leugnen nichts, was wahr ist,“ entgegnete Hermann gelassen;„Georg war hier.“ „Er hat Euch Geld gebracht!“ „Gott bewahre! Er wollte von uns Geld leihen, aber wir haben selbst nichts. Er meinte, zu den Eltern dürfe er jetzt nicht mehr heim kommen— wir haben ihm anders geraten und gar nicht daran gedacht, ihr gegen den Vater aufzuhetzen. Fortsetzung folgt. —— 5 fe 1 SRSE. 1 ——— —# 8 — S 5.80g. 85 29 Hemma von Geldern. Von Franz Trautmann. (Nachdruck verboten.) Vor sechshundert Jahren lebte auf einem Schloß unweit Nimwegen, der auf sieben Hügeln gar wundersam lieblich gelegenen Stadt, ein Graf, Namens Reinhold von Geldern. Dessen Tochter hieß Hemma. Schön und hutdig mar sie, und gar mancher hatte sich dem Traum hingegeben, er könne sie zur Gemahlin gewinnen. Aber wer immer sich ihrem Vater nahte um zu ergründen, ob er ihre Geneigtheit suchen und erringen dürse, dem ward wenig Trost. Von allen war ihm keiner mächtig und reich genug. und nur einer rings in den Landen schien ihm würdig, sein Eidam zu werden— Vetter Johann von Avesne, der Graf von Hennegau, dem, wenn Haus Holland, wie voraussichtlich, aussterben sollte, all dessen Besitz anheimfiel. So dachte Graf Reinhold nur an den Grafen Johann und zweifelte nicht, daß ihm Hemma willig folgen würde, denn der Graf war schön an Gestalt, jung und ruhmreich ob mancher ritterlichen Tat. au dem zu Folge legte Graf Reinhold gar manches Wörtlein hin, was Johann von Avesué vollauf zu seinen Gunsten auslegen mußte, und wohl verstand— aber er tat keinen Schritt. Seine Freiheit wollte er noch wahren, er dachte:„Werb' ich eines Tages, ist mir der Sieg gewiß“, — und so oft er Kunde bekam, der oder jener habe sich wieder genaht uno beim Grafen Reinhold nichts erreicht, lächelte er vor sich hin und summte:„Tas geschah wieder Meiner wegen, und mehr und mehr wächst der Jungsrau Sehnsucht nach mir.“ So dachte Gcaf Johann, der von Hennegau, in seinem Uebermut. Aber er täuschte sich Denn der frommen Hemma Sinn war zu einem ganz andern gerichtet, und daß ihr der gleich innig ergeben sei, wußte sie, ol sie auch beide über ihr Empfinden nie ein Wort gewechselt hatten, und es voraussichtlich nie dursten. Denn wiewohl Graf Heinrich von Hoja, an den sie dachte, aller Ehren wert war und schier so viele Ahnen zählte, wie Vater Reinhold von Geldern, er stand doch in des letzteren Diensten, und es gebrach ihm an großem Besitz. Somit scheuchte die schöne Hemma ihr Sinnen und Denken an Heinrich von Hoja stets mehr zurück, gab ihm nie Grund, auch nur leiseste Hoffnung zu hegen— und wähnte zugleich, ihr Vater ahne nicht, was in ihrer Seele walte. Aber sie täuschte sich. Graf Reinhold hegte gar wohl leisen Argwohn, dachte sich jedoch:„Möge sie ihren jugendlichen Traum haben— es kommt doch die andere Zeit, und heilige Pflicht macht aller Torheit ein Ende!“ Als das alles so wwar, herrschte im deutschen Reiche Kaiser Albrecht, seines Namens der erste. Der war nicht mit Unrecht seines hohen Berufes bewußt und zeigte sich zumeist gerecht. Aber List und Gewalt waren ihm auch nicht zuwider. Das hatte er von Anfang bewiesen beim Kampf um die deutsche Krone mit Adolvh von Nassau. Zwischen Gelheim und Rosenthal war die Schlacht geschlagen worden— da hatte Gott den Adolph erliegen lassen, und verschiedene Mähre war dann weitaus in die Welt ergangen. Davon lautete die eine Weise: Am Himmel steht die Wetternacht, Auf Erden tobt die wilde Schlacht, Herr Adolph schwingt sein Schwert voll Mut— Herr Abrecht schwingt sein Schwert in Wut: „Mein ist das Reich du laßt es mir!“ Und Adolph:„Gott entscheide hier!“ Und schier er's rief, lag er im Blut: „Albrecht, der Stoß, der war nicht gut, Die Kron ist hin, das Reich ist hin, Der blasse Tod ist mein Gewinn— Wahr' Gott dich vor schlimmerem Stoß und Streich— Herr, nimm mich auf— in's Himmelreich!“ So ging es entlang die Lande in Wort und Sang, und Kaiser Adolph's düsteres Geschick betrübte viel tausend Herzen. Drum gönnten sie dem Sieger manche spätere Demütigung im Kampfe in Ungarn, Böhmen und im Thüringerland, und oaß er in schwerer Krankheit das eine Augenlicht verlor. Doch was immer geschah, seine Macht kam stets wieder auf— und weil es zu Zeiten aussah, als werde er etwas milder, legte sich dort und und da der Haß, und mancher hohe Herr, dem er goldene Hoffnungen machte, ward ihm völlig ergeben und setzte ihm weiterhin keinen Widerstand entgegen. Zu denen, welche sich allmälig täuschen ließen, zählte auch Gras Reinhold von Geldern, ohne weitaus zu ahnen daß ihn Albrecht nur für ein Werkzeug geheimer Absichten halte, das er wegwürfe, sobald er am Ziele sei. Das Ziel war aber der Besitz Hollands und anderer Gebiete, auf welche Johann von Avesne nächsten Anspruch hatte. Um nun den Reinhold zu verhindern, daß er sich mit anderen verbünoe und dem Johann von Hennegau helfe, falls dem sein Recht verkümmert würde, nützte Kaiser Albrecht eine gute Gelegenheit. Die ergab sich, als der Reinhold einmal im Reich war. Da zeigte sich der Kaiser gar zutunlich und sagte in vertrautem Gespräch: „Er habe von der Hemma Schönheit und Frömmigkeit gar wohl vernommen und sei des Sinnes, sie etwas später seinem Sohn Friedrich zum Gesponse zu geben“— demselben Friedrich, welcher der„Schöne“ genannt nard—„oies bürfe er seiner Tochter nach Belieben kund geben, und er selbst werde seinen Sohn Friedrich in Kenntnis davon setzen, was beschlossen worden sei.“ Dachte sich Graf Reinhold hochbeglückt:„Um des Kaisers Sohn geb' ich den Grafen hin und dem wink ich sicher nimmer!“ Kehrte dann heim, mischte sich, als Herr Albrecht dies und jenes unternahm, in nichts, sondern ließ ihn frei walten. Der Hemma aber teilte er über kurze Zeit des Kaisers Verspruch in traulichem Zniegespräche mit und sagte dann:„Sein Wunsch sei voreh' gewesen, Vetter Johann von Avesne sollte sein Eidam werden. Aber für einen Bund mit Haus Habsburg sei alles vergessen, und er erwarte von ihr, als gehorsamen Tochter, wohl eingedenk zu sein, zu welcher Größe und Macht Haus Geloern erwachse, wenn sie Friedrich's Gemahlin werde.“ Als die Hemma aus dem, und was Graf Reinhold noch anderes sagte, einsah, ihres Vaters Glück hänge von ihrer Einwilligung ab, stand sie eine Weile tief sinnend und sagte in ihrem Herzen zu Gott:„Er wisse, wie schwer ihr der Entschluß werde. Aber wenn es sein, des Ewigen Wille sei, daß sie nun von Heinrich von Hoja selbst in Gedanken ablassen müsse, so mög' es geschehen!“ Dann sagte sie: „Wohlan, sollte es vom Himmel fürwahr beschieden sein, will ich nicht widerstreben. Das sei oir zu Lieb, Vaten! Denn mich selbst reizt künftiger Glanz und Schimmer nicht! Aber sieh zu, daß Du Dich nicht täuschest und vom Albrecht nicht mehr erwartest, als seine wahre Absicht etwa ist! Hast Du Vertrauen, ich vertraue nicht so fest. Vielmehr fürchte ich, es kommt die Zeit, in der Du überzeugt sein wirst, es seien seine Worte nichts mehr gewesen, als eben Worte— und daß er Dich nur dahin bringen wollte, bei manchem still zu verbleiben, was bis jetzt in diesen Landen durch ihn