S 8 ——* 20 8 S 8.05 S. 6 9 3 Erscheint täglich Ausnahme der Sonn= und gesetzt. Feiertage. Abonnementspreis 1.#ans. mit der täglichen Unterhaltungsbeilage Kleitigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 „Rans bech e ecr Bggeriken Mausr 130 ur. verbunden Lokal-Anzeiger für Masealche: Bitior 8.ch sowie für die Inserate anzer, Dortmund. mit dem Dortmund u. Körde kr. 50. Erstes Blatt. und der täglichen Unterhaltungsbeilage## sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Dortmund, Dienstag, den 8. März 1910. Inserate ei.###espaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Psg. Beilagen nach Uebereinkunft. Bel zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Jedaktion verantwortlich: Max Sonnemann, Dortmund. 27. Jahrg. sandwerk, Mittelstand und In den Kreisen des Handwerks und des Mittelstanbegimt sich das Interesse an den Arbeiten des Han#ndes in sehr erfreulicher und merklicher Weise zu Zahlreiche Zuschriften an den Hansa=Bund den Wahlkreisen der Abgeordneten Pauly und Gögzeigen, daß dort weite Kreise der Angehörigen des kung=Bundes in keiner Weise mit der Stellung dieser suren zum Bunde gelegentlich der letzten Reichstagsnhandlungen einverstanden sind. Bei dieser Sachzit an den Hansabund der Wunsch herangetreten. mls in Kürze das bisher für den Mittelstand Handwerk Geleistete zu veröffentlichen. Der Hansa=Bund steht auf dem Standpunkt, daß pr allen die Anschaffung der Geldmittel für die Anstörigen des Mittelstandes und des Handwerks nach Lage der Verhältnisse äußerst schwierige sind. Um n Abhilfe zu schaffen, soll zunächst in wissenschatliche uersuchungen— es fehlen bisher solche— festgestellt ##en, durch welche praktisch durchführbaren Mittel Ffür Einrichtung und Betrieb kleingewerblicher Unterungen erforderliche Anlage= und Betriebskapital be#ut werden kann. Es ist zu diesem Zweck ein Preisschreiben veröffentlicht worden, sodaß in nicht zu kr Zeit auf praktische Erfolge zu hoffen ist. Mit kier Arbeit unterzieht sich der Hansa=Bund einer natio #ien Aufgabe im eminenten Sinne, denn er tritt damit itt nur der drohenden Zermalmung des Mittelstan###utgegen, sondern er ermutigt und fördert die Besehugen in den Kreisen des Mittelstandes und des ####rls, selbständig zu werden und eigene Betriebe röffnen. is nuß weiter im Interesse des Mittelstandes daaonge getragen werden, daß die laufende Kredit###ben wird. Hier haben sich die vom HansaOmriffenen Schritte bereits zu praktischen Erfolmdschtet. Die Diskontierung offener Buchfordeien hat in erfreulicherweise bei mehreren Banken und kullgschäften lebhaftes Interesse gefunden: in Hunderon Fällen war der Hansa=Bund in der Lage, ##dverkern unterstützund und beratend zur Seite zu ##. Am 2. März hat nun im Hansa=Bund eine Pnerenz von führenden Angehörigen des Mittelliis und von besonderen Sachverständigen auf dem eie der Kredittierung öffener Buchforderungen stattP#en. Zusammen mit der deutschen Mittelstands##itigung wird es sich der Hansa=Bund angelegen sein . Organisationen zu schaffen, welche in gleicher Weise Reditierung offener Buchforderungen dienen, wie #bsonderes Inkassoverfahren durchführen sollen.. Pbidliche Einrichtnugen gibt es bereits in Neiße und v. Ene fernere Sorge des Mittelstandes und den HandEei das Submissionsverfahren, worüber eine DenkPm Hansa=Bunde bereits in Arbeit ist, die demzur Veröffentlichung gelangen wird. begenüber einigen irrigen Behauptungen, welche preeitlich der Verhandlungen im Reichstage über die Beziehungen des Hansa=Bundes zum Mittelstand und Handwerk aufgestellt worden sind, sei hier nochmals betont, daß Hunderte von mittelständischen Vereinigungen dem Hansa=Bunde korporativ beigetreten sind, und daß eine ebenso große Werbetätigkeit für den HansaBund übernommen hat. Außerdem ist es ja bekannt, daß im Gesamt=Ausschuß des Hansa=Bundes 55 Handwerker sitzen, und daß in den bisher gegründeten fast 300 Ortsgruppen des Hansa=Bundes stets Handwerker mit an der Leitung der Gruppe teilhaben. Ebenso besteht eine große Zahl der Vertrauensmänner des Hansa=Bundes aus Mittelstandsangehörigen. Deutsches Reich. Eintritt des Prinzen Joachim in die Marine. Prinz Joachim von Preußen wird nach Beendigung seiner Studien in Plön gutem Vernehmen nach in die Kaiserliche Marine eintreten und in der Prinzenvilla in Kiel Wohnung nehmen. Für den Prin zen Adalbert, der diese Villa bisher bewohnte, soll das Haus„Forsteck" des Konsuls Diedrichsen erworben werden. Neubau des Reichsmarineamts. Nach einem Beschluß der Budgetkommission des Reichstages soll der Neubau des Reichsmarineamts in der Bendler= und Königin Augustastraße errichtet werden. Roosevelt in Berlin. Nach einem in Berlin eingetroffenen Telegramm wird Expräsident Roosevelt am 10. Mai in Verlin eintreffen und auch am gleichen Tage vom Kaiser empfangen werden, Ausland. Rußzland. Paris, 7. März. In hiesigen politischen Kreisen betrachtet man den Verständigungsversuch zwischen Rußland und Oesterreich als endgültig gescheitert, und die Lage auf dem Baltan ist infolgedessen aufs neue in ein kritisches Stadium gerückt. Der Friede erscheint zwar von österreichischer Seite nicht gefährdet, dagegen liegt in den von Rußland ostentativ geförderten slawischen Kundgebungen der Balkanstaaten ein Moment der Beunruhigung trotz aller Versicherungen ihres friedlichen Charakters. Bulgarten. Saloniki, 7. März. Nach hier eingetroffenen Meldungen befestigen die Bulgaren fortgesetzt die wichtigsten Stützpunkte an der türkischen Grenze. Große Munitionstransporte gehen täglich in die bedrohten Gegenden ab und werden in alle bulgarischen Blockhäuser verteilt. Auf der Brautschau. Humoristtscher####man von Felix Brenta. 38 komme verehrter=Freund,“ sagte dieser leise, em Ihre Antwort für meine Frage heute mittag der börse zu holen. Telephonieren wollte ich nicht. 2t0 zu leicht auf dem Amt was erlauscht.“ Lse konnen die ganze Summe sofort haben,“ er“ perr Raupach verbindlich.„Ich mußte nur der Es halber erst noch mal nach dem Stand meiner XXX schen. Wünschen Sie's in bar oder in kurzen Dau, an9 oder die Deutsche Bank?“ canke! Mir ist durchaus mit kurzen Wechseln ge###. Ihnen sehr verbunden.“ Amgn###tte, Herr Konsul. In eine so sichere Sache # sig, Geld doch mit Vergnügen. Ich habe jetzt Bend ze= und wurde gern noch fünfzig bis sechszigis bärenuterbringen. Wenn Sie unter der Hand schwerhalten. Ich sage Ihnen morMargenddr ie Bescheid.“ vu. Ba erwiderte Raupach mit sonderbarem Lä#.3 meinen Sie, wenn morgen an der Börse „sch mit“ ich sei zahlungsunfähig?“ neuen#### lachen und es für einen der besten Witze ten Jahrhunderts halten.“ ien2 wen würden Sie für den Urheber dieses Witzes die darue bickte ihn prüfend an und sagte:„Ich sich za# der nicht nachdenken, aber da so viel Schufte glich n Bankerott reich werden, würde ich es für i guß ein ehrlicher Mann auch durch das : Feiücht einer Pleite mal einen Vorteil haben :„ S i c h e r e r i s t e s a b e r d o c h, S i e n e h r.können“ auf die Deutsche Bank gleich jetzt mit. Der Koufey; orgen um so ruhiger lachen.“ nm hatte nichts einzuwenden, und als er geuun mie Xaungute der Bankier vergnügt:„Gefähralso keings:„„Scherz, wenn er überhaupt bemerkt an bar es salls werden.“ leß Herrn gr lein Antlitz wieder in Sorgenfalten veim Lichlenburg eintreten. „Ich bin recht unzufrieden mit Ihnen!“ hub er an. Herr Lichtenburg wurde verlegen. „Ich habe meine Auskünfte immer nach bestem Wissen..“ stammelte er. „Ihr Wissen war aber unvollständig. Es war falsch!“ erwiderte Herr Raupach streng.„Wochenlang haben Sie mir den armen Doktor Laue verleumdet, und jetzt stellt es sich plötzlich heraus, wie ungerecht Ihre Verdächtigungen waren!“ „Sie müssen mir wenigstens zugeben, daß ich meinen Irrtum sofort ehrlich bekannt und berichtigt habe.“ „Na ja! Ich habe Sie ja auch nicht wegen Ihrer falschen Meldungen hierher bestellt, sondern wegen bedauerlichen und scheinbar sehr wahren Meldungen, die mir über das Treiben in meinem von Ihnen bewohnten Hause zugegangen sind. Wenn Sie oder Ihre Frau bei Ihren Untermietern noch länger gewisse Ungehörigkeiten dulden, die schon anfangen, öffentlich bekannt zu werden, so muß ich Ihnen den Mietvertrag aufkündigen. Vor allem aber bin ich erstaunt, noch immer kein Geld bekommen zu haben. Es ist schon eine Woche seit dem Ersten vorbei. Was heißt denn das? Bummelei bin ich ja von Ihnen leider schon gewöhnt, drum habe ich mir jetzt monatliche Zahlung ausbedungen. Aber eine solche Unpünktlichkeit ohne jeden Versuch einer Entschuldigung ist doch unerhört. Ich bin selbst in Zahlungsschwierigkeiten, hatte natürlich fest auf den Mietzins gerechnet und befinde mich nun in der allerpeinlichsten Lage. Ich verlange, daß Sie mir das Geld sofort bringen!" Auf Herrn Lichtenburgs bekümmerten Mienen prägte sich ehrliches Staunen und ebenso ehrliche Angst aus. „Aber Herr Raupach,“ wimmerte er,„ich habe ja gar nicht gewußt, daß es Ihnen so schlecht geht. Sie tun mir auch herzlich leid!“ „Das geht Sie gar nichts an!“ schnauzte der Ban kier mit gut gelungener Grobheit.„Gehen Sie nach Hause und bringen Sie mir mein Geld!“ Herr Lichtenburg lächelte unterwürfig.„Das Geld geht mich auch nichts an!“ erwiderte er keck.„Sie haben das Haus ja meiner Frau vermietet, nicht mir. Ich hab' auch kein Geld, die Miete zu bezahlen. Aber meine Frau hat den ganzen Schrank voll. Ich begreife nicht, daß sie den Termin so ganz und gar hat vergessen könDie soziale des Schauspielerstandes. Die Schauspieler gehören zu den Erwerbsständen, die sich trotz der großen sozialen und wirtschaftlichen Mißstände,d ie gerade in diesem Berufe herrschen, am spätesten zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß nur durch eine gemeinsame, möglichst umfassende Organisation eine Besserung ihrer Lage geschaffen werden kann. Der Standesdünkel, der auch im kaufmännischen Beruf lange Zeit eines der stärksten Hemmnisse für starke Organisationsbildungen gewesen ist, hat im Schauspielergewerbe einen breiten Plattz inne. Der Liebhaber der ersten Rollen hält es für unter seiner Würde mit dem jüngeren Anfänger oder gar mit dem Choristen sich zu einer Organisation zusammenzuschließen, weil ihm das Verständnis dafür fehlt, daß er allein, ebenso wie der einzeln stehende Arbeiter seinem Arbeitgeber in diesem Falle dem Theaterdirektor widerstandslos ausgeliefert ist, während eine starke Organisation die alle Glieder und Gruppen umsaßt, dem Direktor die Bedingungen vorschreiben kann. Wie notwendig aber hier die Schafflug eines starken Rückhaltes ist, wie hier nicht nur— von einigen wenigen Größen abgesehen— Hunger löhne gezahlt werden, sondern auch reine Willkürherrschaft über Leib und Seele besteht, wie sie in keinem anderen Berufe mehr möglich ist, das hat neben den Veröffentlichungen aus jüngerer Zeit aufs Neue die Nachtversammlung der Schauspielerinnen gezeigt, die von den fortschrittlichen Frauenvereinen zum Abend des 1. März in Berlin zusammenberufen war. Wie die soziale und wirtschaftliche Lage der Schauspielerinn noch heute eine solche ist, daß sie zur Protistution oft gezwungen ist, um sich ihr Leben zu erhalten, das war ein trauriger Grundton, der sich in allen Referaten und Diskussionsreden wiederholte.“ Die Gagen sind so geringe, die Anforderungen, die an die Kostüme der Schauspielerinnen gestellt werden, und die sie sich durchweg selbst beschaffen müssen, so hohe, daß nur das Zurückgreifen auf außerordentliche Hilfsquellen übrig bleibt. An mittleren Stadttheatern betragen die Gagen für erstes Fach monatlich 200—250 Mark, für zweites Fach 100 bis 120 Mark, an kleineren Thetatern 100 bis 120 Mark, beziehungsweise 70 bis 80 Mark. Da die Spiel zeit nur etwa 6—7 Monate beträgt, so ergibt sich also ein Jahreseinkommen von 450 bis 2000 Mark. Von diesem Einkommen gelangen dann die Prozente für Agentur, Reisekosten und sonstige Abgaben in Abzug. Von dem Rest müssen in erster Linie die für die Rollen erforderlichen Toiletten bestritten werden, die nicht der Theaterdirektor liefert, und die sich bei öfterem Repertoir wechsel auf 4—6 und mehr in einem Monat stellen. diesen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen konnte eine fast mittelalterlich anmutende persönliche Abhängigkeit. Der Schauspielerin ist es verboten, zu heiraten, oder Mutter zu werden. Tritt dieser Fall ein, so wird sie entlassen. Auf die weiteren Vorgänge, wie Rollenverteilungen oder Engagement nur gegen körperliche Preisgabe, sei nur hingedeutet. Wie die„Sozialpolitische Rundschau“ richtig schreibt. können solche Zustände nur durch energische Selbsthilfe gebessert werden. Ein Eingreifen des Staates durch ein Theatergesetz, wie es im Reichstage im Entwurf bereits vrlieogt, kann nur von beschränktem Nutzen sein, da es auf die inneren Verhältnisse an einem Theatei einen Einfluß kaum gewinnen kann. Eine große und starke Organisation aber, die ihren Mitgliedern Rück halt gewährt, die als geschlossene Gemeinschaft der Schauspielerschaft diem Theaterdirektor gegenübertritt, kann diesen Einfluß gewinnen, sie kann die Ausnützung der wirtschaftlichen Schwäche des Einzelnen verhindern. Das Beispiel der Arbeiterorganisationen sollte auch für die Schauspielerin lehrreich sein. Genau dieselbe Entwicklung ist auch hier vor sich gegangen, aus dem Arbeiter, der bedingungslos das Angebot des Arbeits gebers annehmen mußte, ist Dank der Organisation der mit dem Arbeitgeber gleichberechtigte Kontrahent im Arbeitsvertrage geworden. Geiler von Kaisersberg. Vor 400 Jahren, am 10. März 1510, starb in Straßburg Johannes Geiler von Kaisersberg, der berühmteste deutsche Prediger und Volksmann seine Zeit. Am 16. März 1445 zu Schaffhausen als Sohn eines Notars geboren, bezog er bereits fünfzehnjährig die Universität Freiburg, wo er Phiosophje, dann in Basel Theologie studierte, um sich bald als Gelehrter und Doktor dem rein geistlichen Berufe zu widmen. Er wurde Prediger zu Freiburg in Würzburg, später Tomprediger in Straßburg, und war einer der besten Satiriker des 15. Jahrhunderts, von Geller von Kaf. nen. Haben Sie doch die Güte, und schreiben Sie ihr das, was Sie mir gesagt haben. Ich möchte es ihr nicht gern ausrichten. Ich fürchte, sie nimmt mir's übel. Aber Ihnen wird sie ja nichts tun.“ „Ich werde tun, was mir beliebt,“ versetzte der Baukier, ihn mit einer Handbewegung entlassend.„Morgen wünsche ich das Geld zu haben. Denn ich brauche es bitter nötig. Sagen Sie das Ihrer Frau. Habe ichs morgen nicht, so werde ich auch ohne Ihren Rat etwas Schriftliches von mir geben, oder etwas Gesalzenes!“ Herr Raupach blieb zurück wie einer, der vertrauensvoll auf die Entwickelung einer wohlausgestreuten Saat harrt. Herr Lichtenburg aber ging mit vollem und schweren Herzen nach Hause. Sein stattliches Weib fand er in dem gewöhnlichen, reichlich gestärkten Zustand des Spätnachmittags im Kreise ihrer Tiere. Ihn fror bei ihrem Anblick. Nicht nur weil er Peppi um den warmen Schmuck seines Pelzgewandes beneidete. Ihm fror das Herz in der verzweifelten Brust. Sollte er es wagen, die rötliche Heiterkeit auf Linchens verschwollenen Zügen mit den Bankiers düsteren Worten zu trüben? Nein! Dieses Wagnis wäre eine grausame Unvorsichtigkeit gewesen und hätte vielleicht ein gefährliches Gewitter zur Folge gehabt. Er zog es vor, den schlummernden Donner nicht zu wecken, und streichelte sorglos pfeifend seinen alten, lie ben Pelz, als meine er mit diesen Liebkosungen den darin befindlichen fetten chinesischen Köter. Dann heu chelte er einen plötzlichen Einfall, schlug sich vor die Stirn und rief leicht und heiter:„Linchen, haben wir auch nicht vergessen, die Miete zu bezahlen? Es ist schon eine Woche über den Termin.“ „Halt's Maul," antwortete das fette Linchen gelassen. „Es geht mich ja auch nichts an,“ lenkte der Vater bescheiden ein.„Ichwollte Dich nur erinnern! Herr Rau pach wartet doch möglicherweise auf das Geld!" „Möglicherweise?" versetzte Frau Lichtenburg höh nisch.„Ganz bestimmt wartet er. So lange bis er's be kommt, wartet er. Kann auch warten. Hat ja sonst auch immer ein paar Tage gewartet. So ein reicher Haus. herr hat es gut. Der verdient sein Geld leicht. Wir müs 7510) gelehrter Bildung. Mit bitterer Strenge und derbem Spott zog er gegen die Laster seiner Zeit, namentlich im Klerus, los. Seine geistvollen und originellen Predigten die er lateinisch und deutsch schrieb und hielt, fanden außerordentlich Beifall. Am merkwürdigsten sind die über Sebastian Brant's Narrenschiff 412 an der Zahl. Außerdem ist von seinem Nachlas besonders hervorzuheben:„Das Schiff der Pönitenz und Bußwirkung", das Buch„Granatapfel“, „Christliche Pilgerfahrt zum ewigen Vaterland“„Brösamlein auszulesen“, und das Buch von den Sünden des Mundes. sen's ihm bringen und es ihm in den Schoß schütten. Wie sehr sich eine alte, arme Frau darum plagen muß, danach fragt er nicht. Es ist eine unverschämte Ungerechtigkeit! Rosa! Rosa!“ Herr Lichtenburg war sehr mit sich zufrieden, daß er dem Linchen die tadelnden und drohenden Bemerkunsen Herrn Raupachs nicht verraten hatte. Diese Tollühnheit wäre ihm teuer zu stehen gekommen. Eifrig stimmte er jetzt in ihre Scheltreden ein, während sie, um sich ihrer drückenden Arbeitslaft recht schmerzlich besoußt zu werden, dem Rosa eine dichte Reihenfolge einunder widersprechender Befehle erteilte, von denen diese mit großer Seelenruhe durch regelmäßiges Kopfnicken Kenntnis nahm. Nachdem sich Frau Lichtenburg soweit beruhigt halte, daß Peter furchtlos den verlassenen Platz auf ihrem Schloß wieder einnahm, begab sich der Vater mit wichtiger Miene zum Referendar, der ihn schon ungeduldig in seinem Zimmer erwartete. „Es steht sehr gut, Herr Doktor," sagte er schmunzelnd. „Ich habe Herrn Raupach so vollständig eingewickelt, daß er mir jetzt über meine früheren Nachrichten die bittersten Vorwürfe macht. Sie sehen also, daß Sie sich auf mich verlassen können.“ „Das weiß ich, lieber Lichtenburg,“ entgegnete der Referendar zufrieden.„Ich habe auch eben mit der Post eine Einladung zum Diner bei Raupachs bekommen. Ich bin recht zufrieden mit Ihrer Tätigkeit! Kommen Sie mal her und klappern Sie Ihre Vorderflossen auseinander. Hier haben Sie einen Taler für Ihren Durst und hier fünf„Emmchen“ für den höchst meinigen. Colen Sie'ne Pulle Rum. Um Ihre Auskünfte nicht Ligen zu strafen, will ich solid sein und mir ein paar Schlummergrogs in der sittsamen Zurückgezogenheit des stillen Heims bereiten.“ Der Empfänger der beiden Geldstücke ließ ste gewandt in der Westentasche verschwinden, vertauschte seine freudestrahlenden Mienen mit einem bekümmer#en Ausdruck und sagte:„Als ehrlicher Kerl muß ich Ihnen nun noch etwas Bedenkliches mitteilen. Sie wissen, mit welcher Aufmerksamkeit ich das Raupachsche Geschäft überwache. Seit heute habe ich begründeten Verdacht, daß Herr Raupach in Zahlungsschwierigkeiten steckt.“ 177,18 1 # A SE „* 1488 4 Sitzung der Stadtverordneten ms. Dortmund, 7. 9 Der stellv. Stadtverordneten=Vorosteher Herr Justizrat Pork eröffnet die Sitzung um sechseinhalb Uhr. Togesordnung: Beratung der Haushaltspläne der Stadt Dortmund für das Rechnungsjahr 1910 und Genehmigung des ücklagefonds sowie endgültige Genehmigung der verschiedenen Spezialhaushaltspläne m zweiter Lesung. Der Haushaltsplan für 12910 schließt im Ordingrium in Einnahme und Ausgabe mit 16978000 Mark gegenAber 15116,000 Mark im Jahre 1909 ab. Die Einnahme setzt sich aus folgenden Posten zusammen: Aus Vorjahren 10000 Mark, Grundeigentum und Berechtigungen 270917,11 Mk., Kapitalvermögen 625993,71 Mark, allgemeine, Verwaltung 380 160 Mark, Polizeiverwaltung und sonstige Einrichtungen zur öffentlichen Sicherheit 147 430,50 Mark, Steuerverwaltung 8 651000 Mark, Stadtbauamt und Gemeindeanstalten und=Einrichtungen(mit Ausschluß der Schulen). 2 059 351,61 Mk., Schulanstalten 23830 Mk., Staats=, Provinzialu. Kreiszwecke 12 260, Schuldenwesen 4 782 189,63 Mk., durchlaufende Einnahmin 14 350 Mark. insgemein und zur Abrundung 51744 Mark. Die Ausgabe schließt in den einzelnen Kapiteln wie folgt ab: Aus den Vorjahren 10000 Mark, Grundeigentum 65 997,91 Mark, Kapitalvermögen 50 Mark, allgemeine Verwaltung 1 145 474,38 Mark(1101 465 Mark im Jahre 1909). Polizeiverwaltung und sonstige Einrichtungen zur öffentlichen Sicherheit 892 493,93 Mark, Steuerverwaltung 41 200 Mark, Stadtbauamt und Gemeindeanstalten und=Einrichtungen(mit Ausschluß der Schulen 4 686314 (gegen 3744 269,44 Mark), Schulanstalten 3582053.60 Mark(gegen 3165067,60 im Jahre 1909), Staats=, Provinzial=u nd Kreiszwecke 484 542 Mark, Schuldenwesen 5 809124,03 Mark(gegen 5308 412.83 Mark im Jahre 1909), durchlaufende Ausgaben 14 350 Mark, insgemein und zur Abrundung e246 400,15 Mark.— Das Ertrarodinarium balanziert mit 3969100 Mark, In der Einnahme sind zu finden: Kapitalvermögen 406 988,74 Mark, Stadtbauamt usw. 560277,57 Mk., Schuldenwesen 3001 781,20 Mark und insgemein 52,29 Mark, in der Ausgabe: Grundeigentum 8 691,25 Mk., Kapitalvermögen 129 779,07 Mark, Polizeiverwaltung usw., 19000 Mark, Stadtbauamt usw. 3293 158 Mk, Schulanstalten 448 438 Mark, Schuldenwesen 6900,10 Mark, insgemein 63136,58 Mark.— Der Rücklagenfonds hatte Ende 1908=09 eine Höhe von 5 156 588,95 Mark und zwar betrug der eiserne Betriebsfonds 700000 Mark, Reserve=(Ausgleichs=) Fonds 201 584,64, Mk., Fonds für außerordentliche Schuldentilgung 1133572,79 Mark, Volksschulbaufonds 682 407,82 Mk., Feuerversicherungsfonds 25 703,90, Mrak, Museumsbaufonde 51 144,09 Mark, Fonds für Erneuerung des Inventars im Reinoldushof 10 156,93 Mark, Erneuerungs= bezw. Erweiterungsfonds des Elektrizitätswerkes 1 010075,35 Mark,d esgl. des Haf ens 288 210,02 Mark, Ausgleichsfonds zur Deckung der aus der Uebernahme von Gaerpflichtungen— von Wasser rantieverpflichtungen für den Bau von Wasserstraßen erdes Wasserwerks 597796,77 Mark, desgl. der Stradahn 303 525,04 Mark, ßenbahn 303 525,04 Mark, für die Badeanstalten 4913.19 Mark, des Viehhofes 109 784,47 Mark, des Schlacht hofes(Kühlhaus) 13319,40 Mark.. Hinzu treten die für 1909 zuzuwendenden Beiträge laut Haushaltsplan, dem Schuldentilgungsfonds 40000 Mark, Volksschulbaufonds 217 480,56 Mark, Feuerversicherungsfonds 5773,63 Mark, Museumsbaufonds 2045,76 ark, Fonds für Erneuerung des Inventars im Reinoldushof 2210 Mark, Hafen 45 775,69 Mark, und Wirtschaftsgebäude sowie Bootshaus am Stadthasen 930,83 Mark, Wasserwerk 50000 Mark, Straßenbahn 11 189,18 Mark, Badeanstalten 2690,65 Mark, Schlachthof 5311,96 Mark, insgesamt 395 014,26 Mark. Dagegen gehen ab die 1909 haushaltsmäßig dem Erneuerungsfonds des städtischen Elektrizitätswerkes zu entnehmenden Beträge von Mk. 300 000 und 209122,31 ist 509 122,31. Für 1910 sind in Ansatz gebracht für den Fonds für außerordentliche Schuldentilgung 67461,32 Mark, Volksschulbaufonds 224 357,50 Mark, Feuerversicherungsfonds 59 29,22 M., Museumsbaufonds 2127,59 Mark, Elektrizitätswerk(aus dem Bestande) 446 241,11 Mark, Hafen 46 728,90 M., Ausgleichsfonds usw. 11 600 Mark, Wohn= und Wirtschaftsgebäude sowie Bootshaus am Hasen 918,12 M., Wasserwerk 50000 Mark, Straßenbahn 36 500 Mark, Badeanstalten 175,24 Mark, Schlachthof 5481,29 M., insgesamt 899 990,53 Mark gegenüber 695 014,26 Mark für das Jahr 1909. Herr Vorsitzender Pork ersucht, bei der Etatsberatung alles das wegzulassen, was nicht zum Etat gehört. Herr Bürgermeister Dr. Eichhoff nimmt zunächst das Wort, um sich eingehend über den Etat auszulatsen. Er führt etwa aus, daß der Etat ohne wesentliche Steuererhöhung balanziert werden könne. In diesem Jahre könne er etwas zuversichtlicher in die nähere Zukunft blicken als im vorigen. Dazu habe nicht wenig der günstige Abschluß des Rechnungsjahres 1908 beigetragen, das gegen den Voranschlag einen Ueberschuß vn 662 500 Mark eogreben habe, allerdings seien die zur Balanzierung aus den Ueberschüssen der Vorjahre bereitgestellten 305000 Mark mit darin enthalten. Das Jahr 1908 habe um rund 900000 Mark besser abgeschnitten als das Jahr 1907. Nachdem Redner auf die Einzelheiten, die zu diesem Ergebnis geführt, beleuchtet, geht er zur Beurteilung der 1910er Etatsmöglichkeiten über. Nach Auskunft der Dienststellen sei nicht zu erwarten, daß das Jahr 1909 so günstig abschneide wie das Jahr 1908, wenn auch die Ueberschüsse eine Verminderung nicht erfahren würden. Bei Aufstellung des Etats habe man allenthalben äußerste Sparsamkeit walten lassen, weshalb auch besondere Abstriche nicht möglich gewesen seien, Vorsicht sei geboten im Hinblick auf die höhere Einstelung des Staatseinkommensteuersolls, die sich hoffentlich nicht trügerisch erweisen werde. Auf die einzelnen Etatsabschnitte eingehend hofft Herr Bürgermeister Dr. Eichhoff u. a., daß die Beamtengehaltsaufbesserung in volem Umsange angenommen werde. V. Solisten=Konzert des Philharmonischen Orchesters. Beim Kapitel„höhere Schuler“ bemerkt er, daß der Magistrat bei Uebernahme der Gökerschen Schule angenommen habe, daß sie dem Tirektor Schöne nicht unterstellt, sondern selbständig geführt werden solle, um nicht ein monströses Schulsystem zu erhalten. Der Zuschuß zu den höheren Schulen betrage 665000, zu den Volksschulen 2653000 Mark. Hinsichtlich des Schuldenwesens stellt Herr Dr. Eichhoff in Aussicht, daß die Zins= und Amortisationslast„die jetzt noch im Wachsen sei, von 1914 ab zurückgehen werde wenn bis dahin keine Anleihen gemacht würden. Zur Deckung des Defizits sollen in höherem Maße als bisher die Kämmereikassenüberschüsse aus Vorjahren herangezogen werden(400000 Mt.) auch der Erneuerungsfonds des Elektrizitätswerkes solle 300000 Mark hergeben, um den Fehlbetrag 8·613000 M. ohne wesentliche Erhöhung der Grund= u. GebäudeKopf=, Einkommensteuer 2c. decken zu können. Die Wertzuwachssteuer werd; in gemildeter Form beantragt, die Erhöhung dr Hundesteuer von 15 auf 30 Mark. Die Gesamtschulden der Stadt hätten am 1. Januar 1910 89070000 Mark betragen. Davon steckten belli voller Verzinsung und Tilgung 52 618000 Mark in den Betriebsanstalten. Aus Steuern seien nur rund 25 213000 Mark zu verzinsen und zu tilgen. Das Vermögen beträgt rund 124einhalb Millionen Mk., 6300000 Mark mehr als im Vrjahreo. Man könne, wenn auch gegenwärtig der Zeiten Schwere auf uns laste, die Finanzlage der Stadt als befriedigend bezeichnen. Dortmunds Bürger könnten in ruhiger Zuversicht der Zukunft entgegensehen. Herr Stadtv. Dr. Gottschalk schlägt vor, daß der Referent die bereits ausführlich behandelten Svezialetats nicht im einzelnen vorträgt, sondern daß diese Etats nur aufgerufen werden und die, welche dazu reden wollen, sich melden. Herr Stadtv. König hat dagegen nichts einzuwenden, wenn nur die Freiheit gelassen wird, Wünsche zu den Spezialetats zu äußern. Dem Vorschlag wird stattgegeben. Der Herr Referent Stadtv. Schwecken dieck spricht dem Finanzdezernenten Herrn Bürgermeister Dr. Eichhoff für seinen Fleiß, seine Umsicht bei Aufstelung des Etats Dank aus. Die Anslchäge der Ressorts seien infolge geübter Sparsamkeit nicht überschritten worn. sondern hätten Ueberschüsse ergeben, die im Hinblick auf die Summe des Gesatetats als normale bezeichnet werden müßten. Sehr erfreulich sei es, daß die Befürchtung in Bezug aus Entwicklung von Industrie und Handel unbegründet war und eine Besserung eingetreten ist. Die klaren und erschöpfenden Ausführungen des Finanzdezernenten hätten ein klares Bild über die Finanzlage der Stadt gegeben. Dafür sei Herrn Bürgermeister Dr. Eichhoff zu danken, der zum Segen der Stadt seine Ressorts vollständig beherrsche. Trotz der staatlichen Steuerpolitik sei die Leistungsfähgkeit nicht geringer geworden. Leider könne man in der Kohlenindustrie die Absatzschwierigkeiten noch nicht als beseitigt betrachten. Deshalb sei auch der Etat vorsichtig aufgestellt worden. Davon dürfe nicht abgegangen werden, wenn nicht unliebsame Ueberraschungen eintreten sollen. Nachdem der Herr Referent sich über das Anwachsen der Bedürfnisse in den letzten 5 Jahren eingehend an der Hand des Zahlenmaterials geäußert und darauf hingewiesen, daß die Einwohnerzahl nicht im gleichen Verhältnis gewachsen sei, spricht er die Zuversicht aus, daß eine gedeihliche Entwicklung unserer kommunalen Verhältnisse bei weiser Sparsamkeit verbürgt sek. Es wird nunmehr zunächst in die Beratung der Spezialetats eingetreten. Der Etat der Beamten=, Witwen= und Wassenkasse wird in zweiter Lesung debattelos genchmigt, desgl. diejenigen für die Kanalisation und die Rieselselder, des Elektrizitätswerkes, der Hafenverwaltung, für das Whno= und Wirtschaftsgebäude am Hasen und das Bootshaus sowie für den Kleinbahnbetrieb. Beim Etat für das Wasserwerk vermißt Herr Stadtv. Reckert die erbetenen Erläuterungen. Herr Stadtv. Dr. Gottschalk weist darauf hin, daß die im Extraordinarium enthaltenen Positionen ohne vorliegenden Kostenanschlag nur unter Vorbehalt einer Vorlage zu geschehen habe. Vom Dezernenten und dem Referenten wird bemerkt, daß dies der Fall sei. Der Etat wird genehmigt. Bei dem Etat der Straßenbahn wünscht Herr Suhrmann, daß die Straßenbahndeputation gefragt werde, wenn die Finanzkommissoin Aenderungen des Etats vorschlagen wolle. Herr Bürgermeister Dr. Eich=, hoff bemerkt, daß das im letzten Augenblick nicht immer angängig sei, um die Arbeiten nicht zu erschweren. Tunlichst sollten natürlich die einezlnen Deputationen gehört werden. Herr Stadtv. Hilgering wünscht alsbald die Vorlage über die neuen Linien der Straßenbahn. Herr Stadtv. Bartels lehnt mit seinen Freunden den Etat ab, weil ihren Wünschen auf Erhöhung der Löhne, die reine Hungerlöhne seien, nicht Rechnung getragen worden sei, und weil den Arbeitern und Beamten das Koalitionsrecht vorenthalten werde. Herr Stadtv. Doepner bemerkt, daß das tatsächliche Durchschnittsgehalt der Straßenbahner etwas mehr betrage, als Herr Bartels es mit seinem Antrage habe erhöhen wollen. Herr Bartels habe seine Berechnung auf falschen Zahlen ausgebaut. Herr Stadtv. Bartels protestier dagegen, daß seine Zahlen falsch gewesen sein sollten. Seine Berechnung stimme auf Heller und Pfennig. Herr Direktor Pesersen bestätigl dei Ausführungen des Herrn Doepner. Die Berechnung des Herrn Bartels stimmte nicht, weil die im Etat genannten Arbeiterziffern die Höchst= nicht die Durchschnittsziffern darstellten. Der Etat wird genehmigt. Zum Etat der Badeanstalten bedauert Herr Bickhoff, daß die abgestrichenen 4500 Mark nicht dem Erneuerungsfonds zugeführt werden sollten. Herr Bürgermeister Dr. Eichhoff erläutert die Sachlage und bittet. es so zu belassen, wie die Finanzkommission vorschlage. Ein Antrag liegt nicht vor. Der Etat wird genehmigt. Die Etats des Vieh= und Schlachthofs, und der Leihhauskasse werden debattelos genehmigt. E. Dortmund, 7. März. Zu welch' wichtigem Faktor unseres heimischen Musiklebens die Solisten=Konzerte des Philharmonischen Orchesters geworden sind, geht aus der ganzen Anteilnahme der Dortmunder Bürgerschaft an dieser von hohen künstlerischen Gesichtspunkten getragenen Institution hervor. Das Programm des heutigen Abends bot eine Fülle des Interessanten. Herr Professor Gernsheim, der uns in der vorigen wie in dieser Saison verschiedene seiner Kompositionen unter eigener Direktion vorführte, wartete heute mit der Uraufführung seiner Tondichtung„Zu einem Drama“ auf. n stimmungsvoller Zauber liegt über dem aanzen Werke; weiche, melodische Linien wechseln mit dramatisch bewegten, großzügigen Gebilden. Die Instrumentation ist modern gehalten und interessiert durch eigenartige Klangkombinationen. Die Novität wurde von der Zuhörerschaft mit außerordentlich grohem Beisall aufgenommen. Das Violinkonzert desselben Komponisten wurde durch Frl. Laurent, Berlin, interpretiert. Wenn das Konzert in Bezug auf Stimmungsgehalt und Erhabenheit der Gedanken auch nicht an unsere Klassiker heranreicht, so darf man doch nicht achtlos an im vorübergehen. Die Solistin brachte sowohl die träumerische Stimmung des ersten Satzee, wie auch die breit dahinfließenden, ein wenig schwülen MeloDie Etats der Armen= und Gemeindewaisenrats= kasse, sowie der Altersrentenanstalt, des Lui#enhofpitals, des Dudenstiftes, des Kohlgartenstiftes werden ohne Debatte genehmtat. Beim Etat der Beerdigungskasse fragt Herr Stadtv. König, ob die Entschädigung der bei Begräbnissen mitwirkenden Geistlichen durch die Kämmereikasse geregelt werde Herr Stadtrat Dr. Fluhme erwidert, daß die „Abgabe auf Grund eines alten Abkommens beruhe. Herr Stadtv. König steth auf dem Standpunkt, daß die Beerdigung kostenlos sein soll, Nach den Erklärungen vom Stadtratstische lehne er den Etat ab, der darauf genehmigt wird. Zum Etat des Archivs, der Bibliotheken und der Lesehallen nimmt Niemand das Wort. Beim Etat des Stadttheaters bemerkt der Herr Referent, daß die Einnahme im Februar dieses Jahres um 6097 Mark schlechter als im Vorjahre gewesen seien, trotzdem überstiegen bisher die Einnahmen denen des Vorjahres um 2550 Mark. Der Etat wird genehmigt. Herr Stadtv. Dr. Gottschalk weist beim Etat des Gymnasiums darauf hin, daß der Anstrich des Gymnasiums, das gestrichen worden sel, dringend nötig sei. Herr Stadtv. Heinemann bemerkt, daß auf seinen Wunsch der Magistrat eine Aufstellung über die Freistelleninhaber vorgeet labe. Daraus gehe hervor, daß die Freistellen zu 40 Prozent an die Kinder von Beamten gegeben würden. Rechnet man noch die Freistellen an del Kinder der Lehrer hinzu, so beiben für die Bürgerschaft nur 50 Prozent. Um der Bürgerschaft Kenntnis von der Gewährung der Freistellen zu geben, möge der Magistrat eine geeignete Bekanntmachungen erlassen. Dem schließt sich Herr Stadtv. König an. Der Etat wurde genehmigt, desal. die Etats des Realgymnasiums, der Oberrealschule und der Realschule. Beim Etat der höheren Mädchenschule entsohmt sich eine kurze Auseinandersetzung zwischen Herrn Direktor Schöne und Herrn Bürgermeister Dr. Eichhoff über die Frequenz der in Betracht kommenden Schulen. Herr Stadtv. Dr. Gottschalk bringt zum Ausdruck, dan man bei Ankauf der Gökerschen Schule nicht daran gedacht habe, die Schule als sebständig weiter bestehen zu lassen. Auch die Gökersche Schule müsse dem bewährten Direktor Schöne unetrstellt werden. Dem schließt sich Herr Stadtv. Bickhoff namens seiner Freunde an. Der Etat wird genehmiat. Zum Etat des Seminars zur Ausbildung von technichen Lehrerinnen beantrag en die Herren Stadtv. Dr. Gottschalk und Suhrmann die Posten für Einrichtung einer Küche von insgesamt 23000 Mark vorbehaltlich einer besonderen Vorlage in den Etat einzustelen. Herr Stadtrat Dr. Fluhme bemerkt, daß in den beanstandeten Summen auch diejenigen enthalten seien, die an die Damen Bahte und Neugebohrn gewährt würden. Diese möge man ausnehmen, um die Damen nicht in Verlegenheit zu bringen. Die Angelegenheit wird einem Vorschlage des Referenten gemäß erlediat und unter dessen Berücksichtigung der Etat genehmigt, nachdem Herr Stadtv. Dr. Gottschalk bemerkt, daß den genannten Damen nichts vorenthalten werden solle, und die Herren Stadtrat Dr. Fluhme, Stadtv. Heinemann, Raude, sowie Schulrat Dornheckter kurz zur Sache gesprochen. Beim Etat der Handwerkerschule fragt Herr Stadtv. König, ob es wahr sei, daß bei dem Bau der Handwerkerschule anfänglich die Einlegung des elektrischen Lichtes vergessen worden sei. Herr Baurat Kullrich erwidert, daß die Annahme irrig sei. Die Genehmgung des Etats wird ausgesprochen, desgl. des Etats der gewerblichen Fortbildungsschue, der höheren Handelschule, der obligatorischen kaufmannischen Fortbidungsmän eine Schädigung ihrer Bürger zu verhurensle und der wahlfreien kaufmännischen Fortbidungse. Beamten bauten nicht nur Häuser, um darin De nen, sondern auch, um Geschäfte damit zu machen Taren und Gutachten gegen EntgestT S# lause den Intcressen der Bürger zuwider.#.### klärt sich bereit, dem Magistrat die Namen##### Betracht kommenden Beamten zu nennen.####“ ren bemerkt Redner, daß z. B. bei der Be#.# eile der Straßen rationeller verfahren werden gespart werden knne. Aber erst pflanze mang nenstraße) Bäume ein und dann reiße man gn der heraus. Schließlich beantragt er Str###.“ vie. Beschwerden des Tierschutzvereins zum Ausdrug Bürgermeister Eichhoff' bittet Herrn Beuckelmannz die einzelnen Fäle mitzuteilen, was dieser Herr Stadtv. Uhlmann rügt auch die Pferdeschir bei Kanalisationsarbeiten usw. Durch besondere g. stimmungen sei dieser Einhalt zu tun. Herr###De König hat ähnliche Wünsche wie Herr Beuckelmann; und rügt, daß die Bedürfnisanstalt an der Ecke Sam? gend, die Herren Stadtv. Hasenbring. Zur Hellen ler, Markus, Hilgering, und Baurat Bovermann d. Antrag Beuckelmann 2 wird abgelenht. Da Als das Ertraordinarium in Beratung genomn wird, beantragt Herr Stadtv. Doepner die Beraton men, läßt jedoch seinen Antrag falen, als festgestein wird, daß morgen auch noch Abänderungsanträge den gewissermaßen unter Vorbehalt zu genehmigenzPosten eingebracht werden können. Nur die des Abschnittes 12 Insgemein und zur Abrundum wi gugeieht. Schluß der Sitzung gegen 10 Uhr. Lokales und Orovinzielle: dien des Andante verständnisvoll zu Gehör. Mit loderndem Feuer und großer rhythmischer Festigkeit spielte sie den etwas an Brahms gemahnenden dritten Satz. Die Geigerin verfügt über eine graziöse Bogenführung und eine große Technik; hervorgehoben seien die Toppelgriffe in der Kadenz im ersten Satz Komponist und Interpretin wurden stürmisch gefeiert. Die andere Solistin des Abends, Frau Helene Stägemann=Siawart sang mit ihrem hell timbrierten Sopran Lieder von Schubert, Schumann, Brahms, Rabl, Psitzner, Telibes und ihrem Gatten. Herrn Dr. Sigwart. Die Sängerin besitzt alle Vorzüge einer Künstlerin ersten Ranges; ihre Technik verrät gute Schulung, ihr Vortrag vornehmes Musikertum. Alles trägt den Stempel weiser Zurückhaltung, sie ist weniger spontan empfindende, als feinsinnig überlegende Künstlerin. Besonders gut gelangen ihr Schumann und Grahms. Mit dirtuosem Schwunge sang sie„Les filles de Cadir“ von Telibes, doch soll nicht verschwiegen werden, daß sie am Schlusse des Liedes detonierte. In ihrem Gatten, Herrn Dr. Sigwart, stand ihr ein vorzüglicher Begleiter zur Seite. Das Orchester brachte unker Herrn Muskdirektor Hüttner's Leitung die eingangs gespielten Hebriden=Ouverture von Mendelssohn stimmungsvoll zu Gehör. Webers„Aufforderung zum Tanz“ in der Verlioz'schen Bearbeitung bildete den effektvollen des———Beim Etat der Mädchen=Mittelschule wiederholt Herr Stadtv. Heinemann die Bitte, ein Kuratorium für die höheren Mädchenschulen zu schafsen. Des weiteren fragt er, ob in der Mädchen=Mittelschule die Schüerinnen konsessionell gesondert unterrichtet und so der Charakter der Simultanschule beeinträchtigt werde. Herr Schulrat Dornheckter gibt zu, daß der Einheitlichkeit des Unterrichtes halber die Schülerinnen noch Konfesiion getrennt unterrichtet würden. Der Etat wird genehmigt. Beim Volksschuletat betont Herr Stadtv. König, daß er mit seinen Freunden auf dem Standpunkte der vollständigen Lehr= und Lernmittelfreiheit ständen. Er rügt den Mißstand, daß die Kinder angewiesen werden, eine besondere Sorte Hefte anzuschaffen, die doppelt so teuer seien, als geichartige andere Hefte. Die verlangten Bücher liefere die Firma Ruhfus, vermutlich auf Grund eines Vertrages mit den Lehrern und Lehrerinnen. Wer ein dünnes Buch von Ruhfus kauken wolle, der solle es tun, aber die armen Eltern sollten nicht verpfichtet sein, ein bestimmtes teueres Heft zu kaufen. Herrn Schulrat Dornheckter ist davon nichts bekannt. Allerdings müsse gefordert werden, daß die Hefte gleichmäßig seien. Herr Stadtv. Ruhsus teilt mit, daß er im Auftrage der Beurhausstiftung Hefte angefertigt und zu einem bestimmten Preise an die Händler abgegeben habe. Aber es sei ihm nicht bekannt, daß das Verhältnis noch bestehe. Herr Stadtv. Dr. Brand bittet die Deputation, sich mit der Schulfrage mu beschäftigen. Es habe sich herausgestellt, daß in den Schulen eine Menge Krankheiten vorhanden seien. die leicht hätten vermieden werden können. Nötig seien nun die Mittel zur Behandlung von Kindern solcher Eltern, die nicht in einer Krankenkasse mit Familienunterstützung Mitglied seien. Es handle sich um augen= und ohrenleidende Kinder, für die man sorgen müsse. 3000 Mark würden genügen, um das allernotwendigste Bedürfnis zu befriedigen. Herr Stadtv. König ist überrascht gewesen, daß der Schulrat und Herr Ruhfus nichts über die gerügten Verhältnisse wissen. Ohne der Lehrerschaft wehe zu tun, müsse man verlangen, daß von der Bürgerschaft nicht eine Extrasteuer für die Lehrer erhoben werde. Er unterstützt den Antrag Brand. Herr Stadtrat Dr. Glum akzeptiert die 3000 Mark dankend und bemerkt, daß die Schuldeputation die Mißstände prüfen und ev. beseitigen werde. Der Etat wird mit dem Antrag Dr. Brank genehmigt. Es gelangt nunmehr der Kämmereletat zur Beratung und sowohl im Ordinarium wie im Extraordinarium in der Hauptsache ohne wesentliche Debatte zur Annahme. Aus der Debatte zu einzelnen Kapiteln sei hervorgehoben, daß beim Kapitel Grundeigentum Herr Stadtv. Beuckelmann 2 wünscht, daß die Uhr am Hause Markt 16 mit einem Zifserblatte versehen werde, das die Zeit erkennen lasse. Herr Beim Kapitel 9: Allgemeine Verwaltung spricht Stadtv. Dr. Gottschall die Bitte aus, die Gehaltsfrage baldigst zu eredigen, um den Beamten möglichst eine Osterfreude zu bereiten. Das Kapitel 5: Polizeiverwaltung wird Herr Skadkv. Bredenbeck mit seinen Freunden ablehnen, da sie einer Polkzei, die sich so schroff der Bürgerschaft negenüberstelle, keinen Pfennig bewiligen könnten. Ohne auf ie Vorgänge bei den Wahlrechtsdemonstrationen im rgange ber von... vorigen Monat einzugehen, weist er darauf hin, daß Polizei verade in den letzten Jahren sich vieler die „4 sich H Mißgriffe schuldig gemacht habe. Es handle sich nicht id nicht Schluß wohlgelungenen Konzerts. um einzelne Fäle. Das gereiche Dortmund nicht zur Ehre. Redner hat alles Materkal nach Berlin gegndt,„Lamit es dem Minister vorgelagt und duichesen Abhülfe geschaffen werde. Herr Bredenbeck fordert von der Poltzei ein höflicheres Benehmen genen das Publikum. Bei der Dortmunder Polkzei könne viel gelpart werden. Wenn man sehse, woie die lizisten an den Ecken umherständen, und erfahre, man nach auswärts Leute abkommandiere, dann man sich sagen, daß wir zu viel Poltzei haben. Herr Stadtv. Dr. Gottschalk dankt dem Magistrat für divorgelegte interessante Zusammenstellung. Beim Abschnitt 7: Stadtbauamt bringt Herr Stadtv. Beuckelmann 2 zur Sprache, daß verschiedene Beamte des Bauamtes eine Privattätigkekt gegen Entgeit ausübten, was nicht im Interesse der Stadt llege, die ein Recht auf die volle Kraft ihrer Beamten und Dortmund, 8. März. Verein der freisinnigen Volkspartei. Donnerstag, den 10. März findet abends 9 Uhr in Reinoldushof eine Sitzung statt, zu deren Besuch an dieser Stelle recht dringlich enigeladen sei. — Lokaltermin. In der Dresdener, Leipzig und einigen angrenzenden Straßen, in dener s# gendliche Einbrecher aus guten Familien kürzlich ein Reihe von Mansardendiebstählen verübt und sich der Festnahme mit der Waffe in der Hand widersetzt### ten, wurde gestern Vormittag durch den Unter# chungsrichter ein Lokaltermin abgehalten, dem i# jugendlichen Verbrecher gefesselt beiwohnten. — Musikalische Gesellschaft. Die Hauptprobe mtt Orchester für die Tageszeiten beginnt am Mittwoch, denn 9. März, bereits abends 8 Uhr in dn Aula der Oberrealschule. —“ Am städtischen Gymnasium versuchten Externe die Reifeprüfung zu bestehen. Der Versug ist allen 5 mißlungen. — Städt. Höhere Handelsschule iu Schüler. Die Anstalt hat es sich zur Aufgabe gesell, denjenigen jungen Leuten, die nach Erlangung des Enjährigenzeugnisses sich vor Eintritt in das Handelsgewate fachlich Vorbilden wollen, ein gediegenes k###männisches Wissen zu vermitteln. Infolge der kavitalito schen Wirtschaftsweise ist es heute den Geschäftshaia nicht mehr möglich, den jungen Mann während der L# zeit in allen Zweigen des Betriebes derartig auszubilln, daß er einen zusammenhängenden, vollkommenen E#### in die Organisation des ganzen Betriebes erhält. ka Lehrling muß sich zu ausgiebig mit äußerlicher Kleinbeit befassen und betätigt sich häufig in den einzlug Betrieben des kaufmännischen Büros, ohne ein Verstad nis für die innere Verbindung, für das Ineinandergi## fen der verschiedenen Abteilungen zu haben. Hier s## die Schule ein. Sie macht die jungen Leute mit da Ausdrücken des Kaufmanns und seinen Buchungswesat vertraut, sie sorgt dafür, daß ihnen die geschäftliche Schriftstücke der Form nach geläufig sind, sie erklätt huc auf Grund der rechtlichen Bestimmungen und wirtschest lichen Ereignisse sowohl der Gegenwart wie der Ln# gangenheit das Wesen der modernen Betriebsform.## gereiften Anschauugen infolge ihrer guten beruflichen Vobildung treten die jungen Leute in die Lehre ein## sind befähigt, schon während der Lehrzeit den organisaa Zusammenhang ihrer vielfach meschan chen Tätigket# dem großen Ganzen des Geschäftsvetriebes zu erfossch, Um dieses Ziel zu erreichen, verfährt die Schule 10 einseitig. Es werden nicht nur die fremden und Korrespondenz gelehrt, sondern auch die allgentbildenden kaufmännischen Unterrichtsgebiete, wie lehre, Wirtschaftsgeogrophie mit Warenkunde, Hansels“ schichte, Volkswirtschaft mit Bürgerkunde und poystohtn Technologie gelangen zu ihrem Recht. Daß die tecne Fertigkeiten, wie Schönschreiben, Stanographie, Mavthisg schreiben nicht zu kurz kommen, ist wohl seldstverke. Wie die Schule ihren Zweck erfüllt, beweist die Tol, daß hiefige und auswärtige Firmen den Absolvenig Höheren Handelsschulen regelmäßig das auf der#### zugebrachte Jahr von der Lehrzeit in Abzua vogg. Die Eltern sollten bei der Wahl des Berufes füt F“ Söhne diese fachliche Ausbildung nicht außer acht lent Geradezu unerläßlich ist eine handelswissenschgttg, volkswirtschaftliche und sprachliche Vorbildung. jungen Leute, die berufen sind, in die höheren männischen Stellungen einzurücken. Anmeldung## Ostern nimmt täglich von 12—1 Uhr in seinen er zimmer, Hiltropwall 19, der Direktor der koglr„# Unterrichtsanstalten entgegen. Prospekte werden sett auf Wunsch zugesandt. —* Vortrag über Kometen. Am nngag Donnerstag, den 10. März abends 8¼ Uhr vekssig die hiesige freistudentische Ortsgruppe einen Vortragsabend in dem von der Stadt zu diesem 5“ /# Verfügung gestellten Lesesaal der Wilhelm sz Bittoria=Bücherei. Herr cand. Reine““; gesat. genannte Ortsgruppe schon mehrere Vortrüg geuch hat auch diesen freundlichst übernommen. Hert wird zuerst unser Sonnensystem=Sonne, Planeten, bauten ete. erklären und dann über Kometen, M““ g### Sternschauppen sprechen. Zahlreiche Lichtbilberig ggusch gesprochene Wort unterstüten. Der Besuch##„ Vortrages ist zu empfehlen. Eintrittspreis 30 P: Vorzeigung der alten Dauerkarte nur 20 Pf. der 9## Das General ut. 5# Segr. General##, das Teoet Scheuern, Wischen, Abseisen in allen Ecken geht Ihnen los!— Richts hat sich seit Jahren, Aösc.traft mnit r21 der allenthalben bekannte Lu hns Wasch=Extraf“„„ase“ Band, weil solcher eine sehr milde. 19rgich zese## Abwaschlaugs ergibt, mit welcher man un. L.#d# schnell und gut reinigen kann. Bitte Luhns bald Herne, 7. Marz. Bjährige Bankbeamte e sasterie Gr. urnsberg, 7. Mär mittlere has Resaltat ist nich bestanden nur 16, u. a mit dem Prädikat„# gagen, 7. März Samstag abend im 2 den Folgen einer kur des„Westsälisch der Dahingeschieden Wissen und seine per eur in den Kreisen len, die ihn kannter nehr den Täter ermi druar im Marienhof, neldeten Ueberfall ar i der im Krankenhal pertiger Mensch, der guselöberbregen an #bt hat. Er bestritt volles Geständuis ab Nachen, 8. März. p. November vorige mit sieben Stimmen schuß für ungültig e Pahl der„Zeppelin Bahlvorstand den B# Rinuten auf. Hier Srund zur Ungültig Aus der Schwur Unter dem Vor en begann heute es Schwurgerichts ung begrüßte der nnen zur gemeinsa tung aus, daß es llage stehenden St n! In der Ank I. die am 11. No una Käsling, 2. sorene Hebamme 0 sie Ehefrau des I Ottober 1867, säm # des Verbrechens und die beiden an lie Geschworenen pllagte Westerschu Baragr. 218 des S lage beantragte pen die letztere hutete gegen die und gegen die We Zuchthaus„beiden hungshaft an ch wurde freigest wherren Rechtsa Strafk Ein reumüt hum aus der Schinkineck von der Lortmunder sreimal bei Nat nigkeiten zu kinbruch versuch u nehr Glück. Eingang in die n der Chaussees uus ein Fahrr en, 10 Stahlkup Nark in bare is Rad und fuh brauc Gekr dabei siehlt Malz bekon Tüchtig I7. Buller, Wrg 1n schmiedl Mridte an. Aki verhüten habe. um darin zu. mit zu machen Entgelt. 2mn S uwider. B. u1 45 die Namen L.? nennen. Des m. dei der Beya, eite flanze man reiße man sie wi. er Streichung i. dwall, die den Ner. zum Ausdruck, Hen Beuckelmann 2, Ko as dieser tun w# die Pferdeschindere durch besondere „uh.„Derr Stadt Herr Beuckelmam? an der Ecke Sonn=. sei. Weiter Vortrag brinng. Zur Hellen, Mät. rat Bovermann. Da elenht. Beratung genomna oepner die Veraton sten ir. Verech e erce Vr Iu., Bezr hmigende " Nur die Beratum zur Abrundung wir 0 Uhr. 7. Marz. Im Kottenforst bei Bonn wurde der Feige Bankbeamte Cron und seine 24jährige Geliebte, * Derne, erschossen aufbeide freiwillig aus ke gassererin Frunsen, beide aus tanden. Es ist festgestellt, daß gehen geschieden sind gmuüberg, 7. Mürg. 9 uulege Kommunalbeamte wurde am Samstag beendigt. E#s gesultat ist nicht sehr erfreulich: von 30 Kandidaten Dos#0 unt 16, u. a. der Bureaugehilfe Köster zu Werne Verwaltungsexamen für murter, derrn Konganger ihm den Tieoria gegeben hatte. Der Angeklagte gesteht sein Tun reumütig ein und wurde zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Er soll jedoch der bedingten Beanadigung empfohlen werden. es den Phdiet, aure dagen, 7. März. Iri tag abend im Lindenburg=Krankenhause zu Köln an in golgen einer Operation der langjährige Chefredakdes„Westsälischen Tageblatts“, Herr Otto Siebert. Dahingeschiedene erfreute sich durch sein reiche und seine persönlichen Charaktereigenschaften nicht in den Kreisen seiner Berufsgenosten, sondern bei esen, die ihn kannten, allgemeiner Hochachtung und Begesen(Ruhr), 7. März. Die Kriminalpolizei hat nuneür den Täter ermittelt, der in der Nacht zum 24. Fe#muar im Marienhospital zu Altenessen den von uns geweldeten Ueberfall auf eine Krankenschwester verübte. Es u der im Krankenhause tätige Heizer, ein geistig minderwertiger Mensch, der schon in früheren Jahren ein Sittsichleitsverbrechen an einem schulpflichtigen Mädchen veraut hat. Er bestritt zunächst die Tat, legte dann aber ein hales Geständuis ab. Nachen, 8. März. Die Stadtverordnetenwahlen vom m Rovember vorigen Jahres, bei denen das Zentrum nit sieben Stimmen Mehrheit siegte, ist vom Bezirksaus#aus für ungültig erklärt worden. Als am Tage der Bahl der„Zeppelin II“ über Aachen erschien, hob der Sahlvorstand den Wahlakt für die Bauer von zwanzig minuten auf. Hierin erblickte der Bezirksausschuß den Srund zur Ungültigkeitserklärung. Alter von 38 Jahren starb am ovinzielles Aus dem Gerichtssaal mund, 8. März. sen Volkspartei.— set abends 9 Uhr in zu deren Besuch ar zigeladen sei. Dresdener, Leipziger raßen, in denen iu Familien kürzlich ein n verübt und sich der * Hand widersetzt hat. durch den Unterstabgehalten, dem di beiwohnten. Nr. Die Hauptproke en beginnt am Mittabends 8 Uhr in du enasium versuchten 5 bestehen. Der Versuch Handelsschule süt sich zur Aufgabe gestell, ch Erlangung des Eut in das Handelsgewerke ein gediegenes ku#Infolge der kavitalisto ite den Geschäftsha## Mann während der Lybes derartig auszubilln, 1, vollkommenen Ei Betriebes erhält. ia mit äußerlicher Kleinhäufig in den einzilna üros, ohne ein Verstad für das Ineinandergte# zu haben. Hier## jungen Leute mit da seinen Buchungswesta ihnen die g äufig sind, sie erklätt ha mmungen und wirtschaft segenwart wie der B## ernen Betriebsform. M Ihrer guten beruflichen Bein die Lehre em u## : Lehrzeit den organisg neschani chen Tätigkeit ästsvetriebes zu ersaft erfährt die Schule# r die fremden Sprach#t dern auch die allgech richtsgebiete, wie st Warenkunde, irgerkunde und pooikolst Recht. Daß die rechascte Staxographie, iß wohl selshnecgint, füllt, beweist die Tatsaß, rmen den Absolventent äßig das auf der S### Hantsnshosche zliche Vorbildupg d, in die höheren Iu ücken. Anmeldungen —1 Uhr in Direktor der kaufmänrisg Prospekte werden sech“ ometen. Am ed-. ur h tsgruppe einen ösfener Sicht ur bichen Prrr der Wilhelm Lurg d. Reiners, mehrere Vorträge best hernommen. Herr oaue über Komston, V reiche Lichtbilder Der Besuch des achen Feger. C anh# Sahche Schwurgericht Dortmund. Dortmund 7. März Unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Büen begann heute die zweite diesjährige Tagung es Schwurgerichts. Vor Eintritt in die Verhandung begrüßte der Vorsitzende die Herren Geschwounen zur gemeinsamen Arbeit und sprach die Hofftung aus, daß es gelingen möge, in allen zur Andage stehenden Strafsachen gerechte Urteile zu fäl.! In der Anklagebank hatten Platz genommen , die am 11. November 1874 geborene Arbeiterin Auna Käsling, 2. die am 26. Septermber 1873 gesorene Hebamme Ehefrau Karl Westerschulte und 3. ie Ehefrau des Invaliden Gundlach, geb. am 30. Ittober 1867, sämtlich von Tortmund. Die erstere des Verbrechens aus Paragr. 218 des St. G. B. und die beiden anderen der Beihilfe dazu angeklagt. lie Geschworenen sprachen den Kosling und die Anplagte Westerschulte schuldig des Verbrechens aus Baragr. 218 des Str. G. B. Der Vertreter der Anlaige beantragte gegen die erstere 6 Monate und ren die letztere 2 Jahre Zuchthaus. Das Urteil hutete gegen die Käsling auf 7 Monate Gefängnis ud gegen die Westerschulte auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus„beiden wurden je 4 Monate auf die Unichungshaft angerechnet. Die Angeklagte Gundih wurde freigesprochen. Die Verteidigung führten herren Rechtsanwälte May, Frank und Dr. # Strafkammer Dortmuns. Dortmund, 7. März. Ein reumütiger Sünder stand in der Person des aus der Schule entlassenen Arbeiters Aug. Echinkineck von hier wegen Einbruchsdiebstahls vor Lortmunder Strafkammer. Der Junge war schon #einal bei Nachbarn eingebrochen, um ihnen Kleingkeiten zu entwenden und einmal hat er einen Anbruch versucht. Am 12. Januar d. J. aber hatte # nehr Glück. Er verschaffte sich mittels Diedrichs eingang in die Wohnung des Kaufmanns Esger n der Chausseestraße in Hörde, und entwendete daein Fahrrad mit allerlei Nebenbehör, Zigaren, 10 Stahlkuppeln, 17 Kinematographenkarten und Nark in barem Gelde. Das ganze packte er auf Rad und fuhr damit nach Brackel zu seiner GroßBeclin, 7. März. Wie das„B. T.“ erfährt, ist der Frau v. Schönebeck=Weber gestern die 30 Seiten umfassende Anklageschrift zugegangen. Die Anklage lautet auf Anstiftung zum Mord, sie stützt sich fast ausschließlich auf die Angaben des Hauptmanns v. Goeben, der der Angeklagten unter dem Weihnachtsbaum auf ihr ausdrückliches Verlangen den Schwur geleistet haben soll, den Major v. Schönebeck aus dem Leben zu schaffen Gewerkvereinsteil. Die rheinisch=westfälischen Großindustriellen und die Pensionsversicherung der Privatangestellten. Durch die Interessenten der rheinisch=westfälischen Großindustrie wird in der Presse der Standpunkt vertreten, daß der Industrie nach Einführung der Reichsversicherungsordnung mit ihrer vermehrten Belastung auf dem Gebiete der Sozialpolitik weitere Leistungen nicht mehr zugemutet werden könnten. Einzelne Arbeitgeber würden die reichsgesetzliche Durchführung der Pensionsversicherung der Privatangestellten nur deshalb nicht ablehnen, weil die An=stellungs= und Gehaltsverhältnisse der Privatangestellten einer Abwälzung der aus der Versicherung entstehenden Kosten der Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer keine Schwierigkeiten bieten. Die erste Folge der Turchführung der Privatbeamtenversicherung würde die Abschaffung der Weihnachtsgratifikation sein. Tamit würden die Unkosten der Versicherung den Angestellten tatsächlich zur Last fallen. Auch sonst ließen sich in der Industrie und im Handel durch die Normierung der Gehaltssätze und Gehaltszulagen unbequeme Lasten auf den technischen und kaufmännischen Beamten abwälzen. Diese Offenheit, mit der hier die Großindustriellen ihre Mißachtung gegenüber den Beschlüssen des Reichstages zum Ausdruck bringt, scheint sogar des Zentralverband Deutscher Industrieller zu weit zu gehen. Man beeilt sich deshalb, durch die„Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz“ erklären zu lassen, es sei völlig falsch, anzunehmen, der Zentralverband Deutscher Industrieller sei ein Gegner er Pensionsversicherung. Zu diesem Behufe wird an die Resolution erinnert, die die Telegiertenversammlung des Zentralverbandes im Frühjahr 1907 faßte und die sich für die Pensionsversicherung aussprach.„Der Zentralverband redet u. E. hier", bemerkt dazu die Deutsche Industriebeamten= Zeitung,„an der Kundgebung der rhneinisch=westfälischen Großindustriellen vorbei. Nicht darauf kommt es an, ob sich die Industrie für die Pensionsversicherung ausspricht, sondern ob sie in allen ihren Teilen gewillt ist, die Kosten der Versicherung ohne eine gleichzeitige Verkümmerung der Einkommensverhältnisse der Angestellten zu tragen. Hierauf ist der Zentralverband die bejahende Antwort schuldig geblieben, weil er sie nach Lage der Sache gar nicht geben konnte, Literatur. Leopold Graf von Kalckreuth. Eine Kunstgabe. Mit einem Geleitwort von Alexander! Troll. Von der Freien Lehrervereinigung für KunstpflegeBerlin. Im Verlag von Josef Scholz in Mainz herausgegeben. Preis 1 Mark. Der Name Kalckreuth ist in der Geschichte der deutschen Kunst wohlbekannt. Der Vater unseres Künstlers, Stanislaus Graf von Kalcreuth, war seinerzeit als Landschafter sehr geschätzt. Sein Name wird heute noch ehrenvoll genannt. Noch bei Lebzeiten des Vaters trat der Sohn mit bedeutenden Arbeiten hervor und nannte sich zum Unterschiede von ihm und in pietätvoller Erinnerung an das, was er ihm als Künstler verdankt, Kalckreuth der Jüngere. Seine reifsten Bilder bringt diese neue Kunstgabe in tadelloser Wiedergabe, Porträts, die trefflich illustrieren, wie sich ihr Schöpfer in das Wesen seiner Menschen versenkt. Landschaften und einige seiner großartigen Hafenbilder finden wir hier, die die große Kunst des Meisters lebendig zeigen. Alles in mustergültiger, vollkommener Wiedergabe. Leopold Graf von Kalckreuth gehört zu den bedeutensten Künstlern unserer Zeit. Es ist recht erfreulich, daß das Kunstgaben=Unternehmen weiteren Kreisen diese überragende und sympatihsche Künstlerpersönlichkeit nahebringen wird. Die neue Kunstgabe ist aber auch rein stofflich gewiß interessant und man stelle sich vor: 14 Kunstblätter für 1 Mark!— Verzeichnis der Kunstblätter: Bei der Feldarbeit.— Heim des Künstlers.— Landschaft mit spielenden Kindern.— Landschaft mit ruhendem Pfluggespann.— Selbstproträt.— Knabe mit Blume.— Beim Kaffeetrinken.— Vor der Puppenstube.— Gräfin M. Kalckreuth.— Frau Zacharias.— Fahrt ins Leben.— Kinderreigen.— Beim Lampenschimmer.— Der Dengler.— Frühling im Schwarzwald.— Elbe beim Grasbrook(Hamburg).— Elbe bei Finkenwärder.— Schlafende Alte. Don den bungen. Hörde, 7. März. Nach einer gestern abgehaltenen sozialdemokratischen Versammlung kam es zu Wahlrechtskundgebungen. Die Teilnehmer eines Zuges, die zumteil aus Dortmund waren, zogen unter Hochrufen über die Märkische Straße nach Tortmund zurück, wo sich die Menge zerstreute. Essen, 6. März. Heute Nachmittag fand eine mit Genehmigung des Polizeipräsidenten von der Sozialdemokratischen Partei und den Freien Gewerkschaften veranstaltete Wahlrechtsversammlung unter freiem Himmel statt. Die Kundgebung, an der sich ca. 30000(!) Personen beteiligten, verlief bei völliger Zurückhaltung der Polizei ohne jeden Zwischenfalk. Köln, 6. März. Die für heute angekündigte Wahlrechtskundgebung auf dem Sportplatz ist ruhig verlaufen. Nach Beendigung der Versammlung gingen die Teilnehmer, etwa 15000 ruhig auseinander, ohne daß ein Eingreifen der Polizei nötig gewesen wäre. Maadeburg, 6. März. Nach Beendigung verschiedener sozialdemokratischer Temonstrationsversammlungen gegen die preußische Wahlrechtsvorsage zogen Tausende in geschlossenem Zuge durch den Breiten Weg. An den Toren teilte sich die Menge. Hochrufe auf das Reichstagswahlrecht und Wahlrechtslieder ertönten. Schutzmannschaft war nicht aufgeboten. Die Ordnung wurde nirgend gestört. Breslau, 7. März. Zwischen Waldenburg und Altwasser hat eine von 7000 Personen besuchte Versammlung unter freiem Himmel stattgefunden, wobei eine Resolution angenommen wurde, in der die Bergleute den Generalstreik androhen, für den Fall, daß das Wahlrecht nicht verbessert wird. Berlin, 7. März. Die liberale Berliner Presse verurteilt heute ziemlich einstimmig das Vorgehen der Polizei bei den gestrigen Kundgebungen. Die Voss. Ztg. und das Berl. Tagebl. veröffentlichen eine ganze Reihe von Zuschriften aus ihren Leserkreisen, in denen Leser, die an der Demonstration selbst ganz unbeteiligt waren, auf Grund ihrer persönlichen Wahrnehmungen schildern, daß die Polizei oft in ganz unnötig scharfer und provozierender Weise vorgegangen sei. Die Voss. Ztg. bemerkt in einem Leitartikel:„Wir glauben, es wird gut sein, die Taktik, die von der Polizei den Wahlrechtskundgebungen gegenüber beobachtet wird, einer Revision zu unterziehen. Allzu scharf macht schartig, und den Nutzen hat die Sozialdemokratie.“ Berlin, 7. März. Der Polizeipräsiden! sprach den Offizieren und Wachtmännern der Schutzmannschaften Berlins und der Vororte seine Anerkennung für ihr gestriges Verhalten aus und besuchte die verletzten Schutzleute im Krankenhause und in ihren Wohnungen und belobte Le Paris, 7. März. Alle Pariser Zeitungen berichten in spaltenlangen Telegrammen über die Kundgebungen in Berlin. Obgleich bei allen Korrespondenten das Bestreben bemerkbar ist, die Ereignisse objektiv zu schildern, vermitteln die Berichte doch den Eindruck eines moralischen Sieges der Bevölkerung brauchen in den Jahren der Entwicklung ein Getränk, das in jeder Beziehung unschädlich, dabei aber wohlschmeckend ist.— Deshalb empsiehlt es sich, den jungen Mädchen Rathreiners Malzkaffee zu geben, der ihnen zu jeder Zeit gut bekommt, angenehm schmeckt und sehr billig ist. h E. Si ear 114 Erieler Stahloerk, Ordentliches evangel. ivon 16—18 Jahren für bürgerlHanshalt zum 1. April gesucht. Frau W. Buschmann, Elberfeld. Lärchenstraße 23. Tüchtiges Mädchen. gegen hohen Lohn und gute Behandl. zum 1. Apiil gesucht. Frau P. Wiegelmaun, Rarnen=W. Kreuzstr. 40. Für unsere Abteilung Eisengießerei suchen wir tüchtige Forwer, Kernmacher, Gusputzer für danernde Beschästigung. Felten& Guilleaume Lahmeyerwerke Akt. bel Carlswerk Mölhein BL.) Einheitspreis.. 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Der Kaiser, der die Uniform des Seebataillons trug, fuhr mit dem Großherzog und dem Erbgroßherzog im Automobil nach dem Elisabeth=AnnaPalais, um dort einen Imbiß einzunehmen. Von Oldenburg reiste der Kaiser nach Wilhelmshaven weiter, wo er kurz vor 12 Uhr eintraf. Er begrüßte den am Bahnhofe anwesenden Prinzen Heinrich, sowie die Admirale und fuhr im Automobil zur Vereidigung der Marinerekruten. Der Kaiser richtete eine kurze Ermahnung an die Rekruten, worauf die Feier mit einem Hoch auf den Kaiser geschlossen wurde. Nach der Feier nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen und fuhr im Automobil zur Frühstückstafel im Kasino. Geladen waren die Admirale des Gefolges und die Offiziere der vereidigten Rekruten. Nach dem Frühstück begab sich der Kaiser mit dem Prinzen Heinrich zur evangelischen Garnisonkirche, deren Erweiterung geplant ist, besichtigte die Kirche und hörte ein Konzert des Kirchenchores an. Alsdann fuhr der Kaiser zum Linienschiff„Deutschland“, wo er Wohnung nahm. Keine Reise des Kaisers nach Korfu. Berlin, 7. März. Die„Nordd. Allg. Zig. schreibt: In der Presse tauchen fortgesetzt Angaben über eine bevorstehende Reise des Kaisers nach Korfu auf. Gerade in den letzten Tagen haben sich die Gerüchte soweit verdichtet, daß schon von Vorbereitungen zum Empfang des Monarchen auf der Insel berichtet wird. Wir möchten deshalb daran erinnern, daß eine Fahrt des Kaisers nach dem Mittelmeer für dieses Jahr niemals beschlossene Sache war und möchten es als unwahrscheinlich bezeichnen, daß eine solche Reise unternommen wird. Sitzung des Bundesrats. Berlin, 7. März. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem Entwurf einer Reichsversicherungsordnung zugestimmt. Ein russischer Militärballon in Posen gelandet. Posen, 7. März. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr kandete auf dem Felde von Mechlin bei Schrimm ein russischer Militärluftballon, der mit drei Offizieren besetzt war. Der Ballon war vormittags in Iwangorod in Russisch=Polen aufgestiegen. Infolge widriger Winde wurde er über die Grenze getrieben und hat in sechs Stunden eine Strecke von ber dreihundert Kilometern zurückgelegt. Der Ballon wurde mit der Bahn nach Rußland zurückbefördert, und auch die drei Offiziere reisten bald nach dort zurück. Das Echo aus England zur letzten Kanzlerrede. onoon, 7. März. Die„Westminster Gazeite“, ein dem englischen Hofe nahestehendes Blatt schreibt zu der Erklärung des deutschen Reichskanzlers im Reichstage am 5. März:„Verdäch. tigungen ein Ende zu machen ist ein sehr erstrebens. Ziel. Wir sind davon überzeugt, daß Herr v. Bethmann Hollweg in dieser Hinsicht alles tun wird, was in seiner Macht stey.. Dagegen bleibt es unsere Pflicht, für den erforderlichen Grad von Sicherheit zu sorgen gegenüber dem deutschen Flottenprogramm. Wir ronnen uns nicht dem Traum hingeben, durch Abmachungen einen Wechsel herbeizuführen. Aber wenn höfliche und freundliche Beziehungen während der nächsten Jahre aufrecht erhalten werden können, so dürfen wir hoffen, daß der Wettbewerb eingestellt wird, wenn das jetzige Schiffbauprogramm ausgeführt -e A ETTECELLETE SCIE HOE Städtisches Dudenstift. Auf der geburtshilflichen Abteilung werden in Dortmund ortsangehörige bedürftige Ehefrauen unentgeltlich aufgenommen. Die Anmeldung muß— abgesehen von eiligen Fällen— etwa einen Monat vor der Niederkunft erfolgen. Anmeldungen werden entgegengenommen im Luisenhospital und bei der Oberin Schwester Elisabeth Popcke im Dudenstift, können aber auch bei den Herren Armenvorstehern und den Vorstandsdamen der Frauenvereine erfolgen. Gegen Entgelt können auch jederzeit andere Frauen aus Dortmund und von auswärts in den Klassen I II und III aufgenommen werden: eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Dortmund, den 16. Februer 1910. Verwaltung des Itädt. Krankenhauses. Dudenstift. Hochherrsch, III. 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März 1910. nachmittags 4 Uhr „Von den Tageszeiten“ Oratorium nach eignen Worten für Chor, Einzelstimmen, Orchoster und Orgel von Friedrich E. Koch. Solisten: Frau Schmidt Kling. Darmstadt(Sopraz) Frau Fischer-Maretzki, Leipzig(Alt) Herr Anton Kohmann, Frankturt(Tenor) Herr Kurt Ficke, Köln(Bass-Bariton) Chöre: Kamener und Hörder Musikverein— Dortmunder Liedertafel und die Musikalische Gosellschaft. Orchester. Das Philharmonische. Orgel: Herr Kgl. Seminar-Musiklehrer Zäntinl, Königsborn. Harfe: Herr B. Spaan. Leitung: Herr Musikdirektor C: Holtschneider. Vorverkaufsstelle der Eintrittskarten: Verkehrs-Büro Markt. Preise der Plätze Mk. 3.00, Mk. 2.0b. Mk. 1.00 Texbücher 30 Pf. 444 Feinste Robeßbüchinge, tadellos frisch, u. Kifte nur 75 Pf. Cabliau per Pfd. 13 Pfg. Sardinen per Faß 1.26 Mk. Bratheringe p. Dose 2.25 Mk. Salzgurken 4 St. 10 Pfg. große helle Linsen p. Psd. 10 Pf. Samos, sehr sein p. Ltr. 80 Pf. Cognac per Ltr. 1.75 Mk. porthausF. Wens 73 Westenhellweg 73. Bekanntmachung. Die Termine für die diesjährige Hauptbullenkörung sind im Landkreise Dortmund wie folgt festgesetzt: 1. Auf Dieustag, den 5. April 1919 in den Orten: Marten, bei der Gastwirtschaft Brand um 8 Uhr vormitt. Castrop, am Bahnhof zu Castrop um 9.30 Uhr vorm. Brackel, bei der Gastwirtschaft Budde nachmitt. 1.30 Uhr. 2. Auf Mittwoch, den 6. April 1910 in den Orten: Altenderne, vor der Wirtschaft Kleinbauer 9 Uhr vorm. Brechten, vor der Gastwirtschaft Hiddemann 10 45 Uhr vorm. Mengede, am Bahnhof 2 Uhr nachmittags. Die anzukörnenden Bullen sind zu den obenbezeichneten Terminen vorzuführen. Die Bullen müssen bei der Vorführung mit Naßringen versehen sein, widrigenfalls sie von der Körung ausgeschlossen werden können. Für die Körung wird eine Gebühr von 3 Mk. erhoben, welche im Termin zu bezahlen sind. Alte Deckregister sind zum Termin mitzubringen. Dortmund, den 1. März 1910 Der Landrat. I. v Heimburg. Regierungs=Assessor. Möbeltransport bester Ersatz für seinste Bauernbutter per Pfund 91 Pfeudt Importhaus F. Wens 73 Weste heawe!“ Städtisches ev. Gymnasium in Dortmund. Das neue Schuljahr beginnt am 13. April. Anmeldungen nehme ich in den Sprechstunden, 12—1 Uhr an den Schultagen, im Amtszimmer, Märkischestraße 2, entgegen. Auch können sie schriftlich unter Benutzung der beim Schuldiener vorrätigen Anmeldungs= scheine erfolgen. Bei Anmeldungen für Sexta bitte ich anzugeben, ob der Schüler nach dem alten Lehrplan (Beginn mit Latein) oder nach dem Reformlehrplan (Beginn mit französisch) unterrichtet werden soll. 272 Dr. Franz, Gymnasial-Direktor. Dor 6 Erfolg ist für jeden ncoranton b’ allen seinen Anzeigen, gleich InSerenten welcher Art und ob für hiesige odor auswärtige Zeitungen, die Aunoncen-Expedition Aug. Rolef hlart:: da diese durch 30jährige Geschäftspraxis in der in der Lage ist, nur für die betreffenden Inserate geignete Zeitungen zu wählen. Gleiche Preise mit den Zeitungs=Expeditionen. Besondere Vortelle. Ersparnis an Zeit, Geld, Arbeit. Spedition— Lagerung. Lukaszewskic Richter wahlsche Besitzung) Es halt sotort! Dies bestätigen über 1000 Anerkennungen Kranker, die Limo„“en Gicht, Rheumatismus auberen Harnsäure=Leiden erprobten. Eine Probe unseres Mittels nebst ausführlich aufklärender Broschüren Anerkennungen senden kosfonlas an alle Leidenden die uns per KöStenlos Postkarte ihre Bekanntmachung. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Reklamationsgesuche nur deshalb abgewiesen werden mußten, weil sie nicht bei Gelegenheit des Musterungsgeschäftes vorgebracht worden waren, obgleich die zu ihrer Unterstützung angeführten Verhältnisse bereits zur Zeit des letzteren bestanden hatten. Um den hieraus für die Beteiligten erwachsenen Nachteilen vorzubeugen, machen wir darauf aufmerksam, daß gemäß§ 33 Nr. 1 der Wehrordnung vom 22. November 1888 Reklamationen nur dann berücksichtigt werden können, wenn die Beteiligten sie vor dem Musterungsgeschäft oder bei Gelegenheit desselben anbringen, spätere Reklamationen dürfen nur insofern zur Berücksichtigung gelangen, als die Veranlassung zu denselben erst nach Beendigung des Musterungsgeschäfts entstanden ist. Dortmund, den 22. Februar 1910 Königl. Landratsamt d. Stadtkreises Dotmund. Schirme in reicher Auswahl proiswert. Reparaturen und Neubeziehen billig und er### Dickmann Wißstr. 21. Fernrut wir KUSteltOS Postkarte ihre Adresse mitteilen. Gbewisches Loboratorium Limosau, Postf. 991 Limbach-Sa. Mass-Anzüge Herren-Auzüge, Paletots, Hosen nach Mass liefert elegant, schnell, billig 6117 H. Liebreich, Rheinischestr. 90. Lager in Arbeitshemden, Hosen, Joppen etc. Rosinen per Pfund 3u Pienit Haferllocken per Pland u1 Plad Zmporthaß F. 73 Dienste den 8. Zweites Zeutscher Bundesratstische di 3caod v. Tirpis. die erste Lesung der am äian dem Deutschen Reic echosenen neuen Vertl wicd nach kurder Eag wird die Vorlage Scdam wird die zweit Allgarto sh Struwe(vreif. B zanzlers über unsere Fienden. In dem Ei Redner bringt tm. Deckoffizieren unt Staatssekretar v. Tirpt habe ich für die na #gt. Der Etat soll üb Tha v. Gamp(Rp.): isen it es getung glatin durch neue Erfir ven, daß sie in der gas nehmen. Finden sich sche Naterial zu liefern derücksichtigt. Ein prattisch. Aba v. Oertzen(Rp.) h unklar. Es ist aber von den Parlai in duskünfte einz lbg herzog(wirtsch. #tazlers haben die n den Angestellten frei windung zu treten. D sch bewährt. lhg. Ledebour(Soz.) uers sagt über die A und hegt mit Recht? u. Auch wir könner is und der anderen ben schenken, sonder #uc das Ausland. Si#schlands im Auslan Voll einhauen läßt. mst den Redner zu pf gegen die ur Ende führen. Saatssekretär v. Tirpi u, den der Abg. L hat, weise ich a ##r lovale Kritik dan bielsach Bestimmun de leistungsfähigsten vn. Was unsere nicht, wie behe von 1873 bis 1 ngegeben, seitder Iy bassermann(na Saatsetretärs, daß mit entsprechen ng unserer Flot nei handels. Die onoughts“ ist von ende Punkt ist, d# wrogramms keine Werner(Rfp.):1 unseres Handels P#. Sparsamkeit, aber sdelung unserer Flot mamts verdient allGraf Oppersdo Ausführungen ge ##. Leonhard Pet haben, ## ist, mit A der Staat natsfekretär s bis u. parme bis bis bis sch franko. den 8. März 1910. Zweites Blatt. Dortmunder Tageblatt. Nr. 56. 27. Jahrgang. bester Ersatz für seinst Bauernbutter per Pfund 91 Pfeut Importhaus F. Wens 73 Weste helweien Schirme in reicher Auswahl sch proiswert. Reparaturen und Neubezichen billig und es### Dickmang Wißstr. 21. Fernrut## deutscher Reichstag. Lens= Berlin, 7. März. pundesratstische die Staatssekretäre v. Schön, am De: Tirpiß bir ucg, Lefung der am 13. Okiober 1909 in Bern *V Lom Deutschen Reiche, Italien und der Schweiz Mclasfenen neuen Verträge betreffend die Gotthardwictd nach kurzer Debatte erledigt, in zweiter ##ird die Vorlage ohne Debatte ungenommen. scham wird die zweite Lesung des Marinectats 7# Struwe(freis. Vp.): Die Erklärungen des über unsere Flottenpolitik begrüßen wir ##en. In dem Etat muß Klarheit geschaffen Redner bringt Wünsche von Kieler HandDeckoffizieren und Werstarbeitern vor. Statsetretär v. Tirpitz: Hinfichtlich des Zulage: us habe ich für die nächste Session eine Dentschrift Der Etat soll übersichtlicher gestaltet werden. cha v. Gamp(Rp.): Den Fabriken Krupp und ingen ist es gelungen, unsere Panzerplattenzsain durch neue Erfindungen soweit vorwärts zu — daß sie in der ganzen Welt einen ersten Rang seimen. Finden sich andere Firmen, welche das iche Raterial zu liefern imstande sind, so werden auch serücksichtigt. Ein eigenes Werk zu bauen ist wrattisch. übg v. Oertzen(Rp.) hält die Aufstellung des Etats unslar. Es ist aber auf Grund der Disziplin von den Parlamentariern, von einzelnen i Auskünfte einzuziehen. herzog(wirtsch. Vg.): Die Erklärungen des chsiazlers haben die weitesten Kreise befriedigt. Es den Angestellten freistehen, mit Abgeordneten in hindung zu treten. Die Kruppschen Panzerplatten sch bewährt. a. Ledebour(Soz.): Die Rede des Reichsus sagt über die Abrüstungsfarge nichts. Das ud hegt mit Recht Mißtrauen gegen die deutsche I. Auch wir können der Erklärung des Reichsus und der anderen Regierungsvertreter keinen ben schenken, sondern vermuten Hintergedanken, ##d das Ausland. Sie diskreditieren die Regierung nschlands im Auslande, eine Regierung, die auf Volk einhauen läßt.(Lärm. Vizepräsident Hohen###t den Redner zur Ordnung.) Wir werden kampf gegen die unfähige Regierung zu einem lichen Ende führen. Staatssekretär v. Tirpitz: Den Vorwurf der Hintermnen, den der Abg. Ledebour gegen die Regierung bin hat, weise ich auf das schärfste zurück. Ich #ür loyale Kritik dankbar. Einzelnen Anregungen bielsach Bestimmungen entgegen. Wir bemühen Lie leistungsfähigsten Leute an die richtige Stelle #. Was unsere Küstenverteidigung anbetrifft, ## nicht, wie behauptet wurde, vernachlässigt in von 1873 bis 1897 wurden dabei 22 Milliugegeben, seitdem 29 Millionen. I bassermann(nat.=lib.): Es ist ein Verdienst Staatzsekretärs, daß wir jetzt ein festes Flottenbausimm mit entsprechender Organisation haben. Die ang unserer Flotte steht im Verhältnis zu der handels. Die Steigerung im Bau von dnoughts“ ist von England ausgegangen. Der ende Punkt ist, daß nach Vollendung unseres programms keine Flottenvermehrung eintritt. Werner(Rfp.): Wir brauchen eine Flotte zum unseres Handels und der Industrie, und wir E Sparsamkeit, aber nicht zum Schaden der FortBlücuung unserer Flotte. Die Leitung des Reichskamts verdient alle. Anerkennung. „4##., Oppersdorff(Zentr.) polemisiert in Ausführungen gegen die Rede des Frhrn. von Leonhardt(fortschr, Partei): Ich möchte eine Fin haben, ob ein Verbot an die Beamten er“, mit Abgeordneten in Verbindung zu treten #7 Staatssekretär dies billigt. Mistekretär v. Tirvitz: Ich habe vom Oberwerft445 direktor v. Usedom Bescheid erhalten. Er erklärt auf das bestimmteste, eine solche Untersuchung weder eingeleitet noch angeordnet zu haben. Abg. Struwe(fortschr. Partei): Auf alle Fälle ist eine diesbezügliche Anordnung von der Oberwerftdirektion ausgegangen. Abg. Erzberger(Zentr.): Bei der hohen Darstellungskunst des Herrn Marinevertreters muß ich fragen: Hat zielleicht der Adjutant des Admirals v. Usedom die Untersuchung gegen die Beamten angeordnet? Denn eine Untersuchung hat stattgefunden. Der Herr Staatssekretär sollte doch mal klipp und klar erklären: Ich wünsche solche Untersuchungen nicht. Das wird schon wirken.(Sehr richtig!) An den von der Kommission gemachten Abstrichen bitte ich dringend festzuhalten. Damit schließt die Generaldebatte. Eine Reihe Kapitel werden bewilligt. Beim Kapitel„Intendantur“ wird die Weiterberatung auf Dienstag 1 Uhr vertagt.— Schluß nach 72 Uhr. Preußisches Abgeordneten haus. — Berlin, 7. März. Am Ministertische: Sydow. Vizepräsident Dr. Porsch eröffnet die Sitzung 11 Uhr 15 Minuten. Gemäß dem Antrage der Geschäftsordnungskommission erklärt das Haus, daß das Mandat des Abgeordneten Lusenski=Hohensalza(nat.=lib.) durch die Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat nicht erloschen ist. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Auflösung des Landkreises Frankfurt a. M. und die Erweiterung des Stadtkreises Frankfurt a. M. Nach unerheblicher Debatte wurde die Vorlage gegen die Stimmen der meisten Konservativen, der Freikonservativen und eines kleinen Teils des Zentrums angenommen. In zweiter Beratung wurde ohne Debatte der Gesetzentwurf betreffend die Auflösung des Landkreises Mülheim a. d. Ruhr, die Erweiterung des Landkreises Essen, sowie der Stadtkreise Mülheim a. d. Nuhr, Oberhausen und Essen und die Abgrenzung der Amtsgerichtsbezirke Mülkeim a. d. Ruhr. Oberhausen und Essen angenommen. Ebenso wurden ohne Devatte genehmigt in britter Lesung die Gesetzentwürfe betreffend die Stadterweiterungen Köln, Essen, Ratibor, Kiel, Harburg und Magdeburg. Es folgt die zweite Beratung des Etats des Ministeriums für Handel und Gewerbe. Abg. Dr. Schröder=Kassel(nat.=lib.): Das Handwerk ist in den Parlamenten viel zu gering vertreten. Bei der Reichsversicherungsordnung muß darauf Bedacht genommen werden, daß die wirtschaftlichen selbständigen Existenzen nicht gefährdet werden. Von dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb erwarten wir segensreiche Wirkungen für das Handwerk. Der Staat sollte als Arbeitgeber dem Handwerk mehr entgegenkommen. Abg. Rahardt(freikons.): Die Bäckereiordnung muß gegenüber den Bäckereien möglichst milde gehandhabt werden. Bei der Fortführung der Sozialpolitik dürfen nicht alle Lasten den kleinen Existenzen aufgebürdet werden. Die Bauforderungen der Handwerker müssen mehr als bisher sichergestellt werden. Ueberhaupt muß dem Handwerk aufgeholfen werden. Handelsminister Sydow: Ich betrachte es als eine meiner wichtigsten Aufgaben, die Zahl der selbständigen Existenzen im Handwerk zu vermehren. Bei Submissionen wird das Handwerk im weitesten Maße berücksichtigt. Der Unterschied zwischen Fabrik und Handwerk läßt sich gesetzlich schwer festlegen. Die Entscheidung wird von Fall zu Fall getroffen werden müssen. Die kleinen Meisterkurse haben sich gut bewährt. Die Bäckereiverordnung wird so nachsichtig wie irgend möglich gehandhabt werden. Mit dem Gesetz über die Sicherungen der Bauforderungen sollen erst Erfahrungen gemacht werden. Die Nationalliberalen haben im Reichstage einen Antrag gestellt, wonach die Bestimmung der Gewerbeordnung aufgehoben werden soll, daß nicht Zwangsinnungen, sondern nur die freien Innungen die Preise für Lieferungen festsetzen sollen. Diesem Antrage kann ich mich nicht anschließen, denn damit würde dem Handwerk schwerlich gedient sein. Abg. Korfanty(Pole): Die preußische Polenpolitik wirkt in Oesterreich und Rußland verstimmend, und daher geht auch unser Exportgeschäft in diesen Ländern zurück. Dler teuerschenges Rosinen (Sultanien) hel Der Piand ap Piod Haterllochen per Piand ut Piol Importhals Auf der Brautschau. vumoristischer Roman von Felix Brenta. 37 ein allgemeines Glücksgefühl in Margaretes Geesthatte den blonden Kandidaten mit solch heiteWwersicht erfüllt, daß er sich fast schon im Besitz des Thmie nötigen Kapitals wähnte. Anfangs hatten Peier= und fünfstelligen Zahlen bei seiner Kostenbung bedrückt. Schnell aber gewöhnte er sich an “## Umgang mit großen Summen und jetzt Ei“ Thereits von den glänzenden Erfolgen seiner II, Baren von hochgebildeten Jünglingen gedachte keseinem Knabeninstitut ins Leben zu entlassen, I#e Trägerschen Schülern Rang und StelL.2enthalben streitig machen würden. Auch seine boch 2;, u den natürlich immer fürstlicher werden ##em paar Jahren brauchte er sich hoffentlich bos zu scheuen, der Tochter eines reichen ManX“ veiratsabsichten zu sprechen. Ane“ uausgesprochenen schönen Hoffnungen Pährend er mit Margarete planderte. Thea Kö Eltern ein. Er überreichte Herrn Raupach #in articglg; i welchem die sauber geschriebenen nun eurt igen geraden Reihen aufmarschiert waren, ####.h er sich schon am Rande einer großen Tand gueu, ie der Bankier vor ihm aufklappte, ihn ##. 990 Jugreifen einladend. Herr. Achaumende Hochdruck seiner Hoffnungwurde ###. e saupachs Verhalten allerdings etwas geshen be:'che Mann schien nach seinem Mittagswieder viel kühler geworden zu sein, nite wedar edung am Morgen gezeigt hatte. mit Goldazu schwarzen Sklaven, um hundert hnheit z. hereinzuschleppen, wie dies die dern worgenländischen Fürsten in den Märein22 noch füllie er mit raschem, kräftigen Fenen men aus, womit sich die Millionäre in Etseine. die Zeit zu vertreiben pflegen. Etniz bewohnten freundlichen Ruhe überflog er ##entlich 829, beim Anblick der bedeutenden Sum## zu Harrn Augenbrauen hoch und sagte wohlmalles Heuer:„Na. wie es scheint, haben * gedacht und uns eine brauchbare Unterlage geliefert. Ich werde auf Grund derselben mich mit meinen Freunden besprechen, was zu tun ist, und Ihnen dann Bescheid geben. Sie machen uns vielleicht Ende der Woche einmal das Vergnügen. Wie wäre es, könnten wir nicht am Freitag Herrn Heuer einmal zu Tisch bei uns sehen?“ Diese Worte hatte er an seine Frau gerichtet, in der festen Ueberzeugung, sie würde entgegnen, daß sie eben beabsichtigt habe, den Herrn Kandidaten für Samstag zu bitten. Er hatte schon die triumphierende Antwort in Bereitschaft:„Na also! Wie ich schon sagte! Ende der Woche!“ Statt dessen legte aber Frau Raupach heute gar keinen Wert darauf, eine etwas abweichende Meinung zu behalten. Sie verzichtete auch auf die sanfteste Form eines Widerspruchs und erklärte, sie würde sehr glücklich sein, wenn der verehrte junge Freund ihres Hauses am Freitag einen Löffel Suppe bei ihr nehmen wollte. Sogar Thea besann sich auf ihre frühere Liebenswürdigkeit:„Ich hoffe, Sie lassen sich nicht abhalten,“ sagte sie in ihrem weichsten Tonfall, den sie mit einem ihrer erprobtesten Blicke begleitete. Wenn Sie auch noch so sehr beschäftigt sind, so tun Sie es mir zuliebe und machen Sie es möglich zu kommen. Nicht wahr?“ Heinz wechselte mit Margarete ein staunendes Augenzucken. Es war durchaus nicht seine Absicht gewesen, die Einladung auszuschlagen. Denn er war weder beschäftigt, noch im„Stern“ verpflichtet, noch von Abneigung gegen wohlschmeckende und reichliche Mahlzeiten erfüllt. So vermochte ihn auch die übergroße Freundlichkeit der Damen nicht abzuhalten, sein deutlich erfreutes Gesicht zu schneiden und mit großer Höflichkeit sein Erscheinen zu versprechen. Jetzt aber stand er vom Kaffeetische auf; denn eben schlug die Stunde des Unterrichts für Karl. Kaum hatte er die Tür des Nebenzimmers hinter sich geschlossen, als Frau Raupach und Thea einen augenscheinlich verabredeten zarten Angriff auf den Vater begannen und mit freundlichem Eifer die Gegenleistung für ihre vorhin bewiesene verträgliche Sauftmut einforderten. Thea hatte heute wieder Bücher umgetauscht und am oberen Ende der Wendeltreppe bei Richter ein längeres Gespräch abgehalten. Sie schilderte daher dem Vater mit großer Ueberzeugung, welch ein artiger und vorHierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr vertagt, außerdem Eingemeindungsvorlagen.— Schluß 1 Uhr. Graf Pfeil vor dem Oberkriegsgericht: S. u. II. Thorn, 6. März. In der fortgesetzten Vernehmung des Zeugen Oberstleutnant v. Poser=Nedlitz beschuldigt dieser die Gräfin, daß sie sich in der ganzen Zeit seit ihrer Flucht aus der ehelichen Gemeinschaft nicht mehr um die Kinder bekümmert habe. Der Verhandlungsführer bemerkt darauf dem Zeugen, es sei bereits festgestellt, daß die Gräfin zunächst verschiedene Versuche zur gütlichen Wiederlangung ihrer Kinder gemacht habe, daß sie dann aber zu dem Schlusse gekommen sei, um ihr Recht zu kämpfen und vorläufig lieber ganz auf die Kinder zu verzichten, als von dem Entgegenkommen fremder Leute nach dieser Richtung hin abhängig zu sein.— Kellner Büttner war im Hotel„Drei Kronen“ in Jauer beschäftigt, wo sich das gräfliche Paar in der ersten Zeit seines Aufenthaltes in Jauer einlogiert hatte, und bekundet, daß er in dem Zimmer der Eheleute wiederholt lauten Wortwechsel gehört habe. Einmal habe er gesehen, wie der Graf die Gräfin mit dem Degen schlug.— Es wurden hierauf die Bescheide der verschiedenn Militärbehörden verlesen, die auf die Anzeige der Gräfin ergangen sind. In den Bescheiden wird auf die Eingaben der Gräfin und ihres Rechtsbeistandes Bezug genommen, in denen unter Beibringung der Aussage des ehemaligen Burschen Zensen und anderer Zeugen die Behauptung aufgestellt wird, daß der Graf Pfeil sich mehrsach der Verleitung zum Meineide und falscher eidesstattlicher Versicherungen schuldig gemacht habe. Die Ablehnung erfolgte mit der Motivierung, daß die ungeheuerliche Beschuldigung jeder Grundlage entbehre. Es sei vor allem nicht erwiesen, daß Mißhandlungen der Gräfin vorgekommen seien. Der Verhandlungsführer stellt dann aus den bei Rechtsanwalt Sprenger beschlagnahmten Privatbriefen der Frau Gräfin fest, daß entgegen deren Aussage Hofbaurat Heim seiner Tochter die energische Verfolgung der Kinderasfäre angeraten habe. Die Gräfin nimmt für ihren Vater sehr energisch das Recht in Anspruch, mit dreinzureden, da er doch das Geld für die verschiedenen Prozesse zur Verfügung stelle. Im übrigen habe sie ja nicht das Geld ihres Mannes zur Prozeßführung benutzt, sondern umge kehrt habe ihr Mann konstant mit dem ihr entwendeten Gelde seine Prozesse geführt. Der Verhandlungsführer stellt demgegenüber fest, daß der Angeklagte berechtigt war, über das Geld zu verfügen. Die Gräfin sei ja auch mit einer diesbezüglichen Klage abgewiesen worden. Die Gräsin erklärt, daß sich trotz alledem mit ihrer Auffassung von Ehre ein solches Verhalten nicht vereinbaren lasse. Es kommt dann der Fall zur Sprache, daß die Gräfin dem Zeugen Zensen eine Zuwendung gemacht haben soll. Die Gräfin klärt diese Geschichte wie folgt auf: Zensen war seinerzeit im Dienste des Reichstagsabgeordneten v. Winckel im Logau tätig. Tort kam eines Tages zur Sprache, daß Zeusen seinen Briefwechsel mit dem Grafen der Gräfin ausgehändigt hatte, mit dem diese dem Grafen die Verleitung zum Meineide nachweisen wollte. Darauf wurden die Leute entlassen und Herr v. Winckel im Logau verbot dem Gastwirt des Dorfes, die Leute aufzunehmen. In dieser Notlage wandte sich Zensen an die Gräfin, die ihm mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts in Graudenz 100 Mark übersandte, Die Gräfin Pseil konstatierte ausdrücklich, daß sie nehmer junger Mann der Dr. Laue sei, die Mutter bewies ihm, daß sie dem eleganten Referendar auf seinen liebenswürdigen Besuch hin eine Einladung unleugbar schuldig seien, und nach diesen Vorbereitungen vereinigten sich beide in der bestimmten Forderung, nächsten Freitag müsse unbedingt auch Dr. Laue eingeladen werden. Herr Raupach wußte wohl, was er seinen Damen für ihr bereitwilliges Entgegenkommen nun seinerseits schuldig war. Seinen klaren Gedanken„Ach so!“ verhüllte er in einem unverständlich schmunzelnden Gesichtsausdruck und zeigte sich mit der vorgeschlagenen Einladung widerspruchslos einverstanden. Er lieferte dieselbe angenehme Ueberraschung, die zuvor ihm bereitet worden war. Er schien es ganz vergessen zu haben, daß er den Referendar neulich noch o abweisend behandelt und sich auch nachher den Seinen gegenüber ziemlich ungünstig über ihn ausgesprochen hatte. Er behauptete nicht einmal, daß er doch schon längst eine Einladung des jungen Mannes im Sinne gehabt habe, sondern mit strahlend heiterem Gesicht antwortete er einfach:„Aber selbstverständlich! Wenn Euch ein Gefallen damit geschieht! Ich muß ja nicht immer Recht behalten. Ich kann auch einmal nachgeben. Ich werde dann sofort die Einladung schreiben.“ Erst nachdem Mutter und Tochter Zeit gefunden hatten, sich ihres raschen Sieges vollständig bewußt zu werden, ließ er ganz harmlos die Bemerkung fallen:„Freilich ist es sehr zweifelhaft, ob der Herr Doktor unsere Einladung annehmen wird.“ Frau Raupach fuhr beinahe beleidigt auf.„Eine Einladung bei uns ist doch eine Ehre, die ein junger Mann nicht ohne weiteres ausschlägt.“ „Ich glaube, sie ist für den Herrn Doktor sogar ein Vergnügen,“ fügte Thea mit selbstbewußtem Lächeln bei. Das spöttische Lächeln des Vaters aber machte sie doch ängstlich, und sie fragte nervös:„Warum sollte er denn nicht zu uns kommen wollen, Papa?“ „Weil er sehr zurückgezogen lebt und überhaupt nicht mehr ausgeht!“ „Dr. Laue?“ fragte Thea mit zweifelndem Staunen. „Aber neulich schildertest Du ihn doch selbst als einen flotten Kavalier von mehr als gewöhnlicher Lebenslust!? „Ja, das war neulich!" erwiderte Herr Raupach mit gewaltsamem Ernst.„Jetzt sind mir aber Nachrichten von großer Glaubwürdigkeit zugegangen, daß er sich plötzlich bekehrt hat, allen überflüssigen Lustbarkeiten entsagt und von früh bis spät mit nichts anderem beschäftigt, als mit sittlicher Enthaltsamkeit und Gediegenheit. Infolgedessen bin ich jetzt gern bereit, dem jungen Mann unser Haus zu öffnen. Infolgedessen bin ich aber auch fest überzeugt, daß er in seiner enthaltsamen Gesinnung von meiner Bereitschaft keinen Gebrauch macht.“ Durch Herrn Raupachs ernsthaft gerunzelte Züge zuckte bei diesen Worten ein verdächtiges Lächeln, das sich Thea nicht zu deuten wußte. Magarete hatte inzwischen das Kaffeegeschirr zusammengeräumt und trug es hinaus. Der Vater folgte ihr, nachdem er noch einen freundlichen Blick auf Heuers Kostenanschlag geworfen und ihn dann in die Brusttasche geschoben hatte. In der Tür drehte er sich noch einmal um und rief zurück:„Ehe der Kandidat fortgeht, schickt ihn mir doch noch einmal herüber!" Als ihm Heinz nach Schluß der Unterrichtsstunde wieder im Geschäftszimmer gegenüber saß, zeigte der Bankier seine sorgenvollste Miene, bot ihm feierlich eine Zigarre an und sagte nach kurzem, trübem Schweigen: „Mein lieber Herr Heuer, Ihre Schule hatte ich mir, offen gestanden, etwas billiger gedacht. Ich hoffe jedoch, ich werde mit meinen Freunden das Geld dafür aufbringen zu Ihrem und auch zu meinem Nutzen. Ich hatte Ihnen ja gleich heute morgen gesagt, daß ich mir einen schönen Gewinn ans dem Vermögen erhoffe. Ich will Ihnen auch nicht verhehlen, daß ich in der jetzigen schlechten Geschäftszeit ein gewinnbringendes Unternehmen sehr nötig brauche. Mit einem Worte, ich habe Sorgen! Seien Sie also in der Angelegenheit recht gewissenhaft und vor allem verschwiegen. Das war's, was ich Ihnen aus Herz legen wollte. Na, wir werden uns schon noch aufrappeln!, Jetzt entschuldigen Sie mich. Ich erwarte einen Geschäftsfreund zu einer wichtigen Besprechung.“ 177,13 Heinz verabschiedete sich mit sehrverdutztem Gesicht, und Herr Raupach blickte ihm befriedigt schmunzelnd nach. Fast gleichzeitig traten jetzt Herr Lichtenburg und Konsul Grünwald ein. Er winkte seinem Spionierboten, draußen zu warten, und begrüßte den Kausul herzlich. sonst nie mit dem Zeugen in Briefwechsel gestanden habe, und der Verhandlungsführer bestätigte ihr, daß diese gute Tat, ihrem Herzen alle Ehre maiche. Die Gräfin fügt hinzu, es habe ihr imponiert, daß die Leute treu zu ihr gestanden hätten. Hiermit hätten sie ihr in schwerer Zeit einen Lichtblick gegeben und eine andere Gesinnung bekundet, als die Leute aus den Kreisen, in denen sie sonst verkehrte. Prinz Heinrich der Achtzehnte von Reuß z. B. habe ihr keine eidesstattliche Versicherung gegeben, trotzdem er ihr seinerzeit seine Hilfe angeboten hatte. Sie, die Gräfin habc ihm später die Feigheit auch schriftlich vorge Der Verhandlungsführer unterbricht diese Auseinandersetzungen mit der Bemerkung, daß das Verhalten des Prinzen Reuß das Gericht nichts angehe. Die Gräfin verwahrt sich noch gegen den Vornurf, daß durch ihre Schuld der Prozeß verschleppt worden sei. Vermischtes. Halle a. d. S., 8. März. Im Zechenteich bei leben wurden gestern die Leichen einer Bergmannsfrau und der beiden Kinder, eines 13jährigen Mädchens und eines 11jährigen Knaben, ausgefunden. Die Frau war mit ihren Kindern aus Verzweiflung über Kränklichkeit in den Tod gegangen. Gleiwiv. 7. März. Ein großer Grubenbrand, dessen Folgen noch nicht zu übersehen sind, entstand heute auf der„Friedensgrube" bei Beuthen. Das Feuer scheint durch Selbstentzündung entstanden zu sein und hat bereits große Ausdehnung angenommen. Man kann dem Brandherd nur durch Abdämmung entgegentreten, aber auch dieses Mittel bereitet fast unüberwindliche Schwierigkeiten. Es wird versucht, von über Tag aus einen Schacht zu fassen und hierdurch die Abdämmung zu erreichen. Große Gefahr besteht insosern, als sich in unmittelbarer Nähe des Brandherdes die Zinkhütte„Rosamunde“ befindet, deren Fundamente fast bis an das brennende Kohlenflöz heranreichen. Posen, 7. März. Gestern früh entdeckten Passanten beim Kilometerstein 2,5 der Chaussee Posen=Obornik die Leiche eines etwa 50jährigen Mannes. Die Leiche wies am Kopf zahlreiche, von Schlägen mit einem stumpfen Instrument und Messerstichen herrührende Verletzungen auf. Die Kleider waren vom Körper heruntergerissen. Die Polizei hat einen Beamten mit einem Spürhund an den Tatort entsandt Mannheim, 7. März. Die städtischen Kollegien ernannten Dr. Karl Lanz anläßlich des fünszigjährigen Jubiläums der Firma Heinrich Lanz, im Hinblick auf seine hervorragenden Verdienste um die Entwickelung der Industrie und in Würdigung seiner reichen Unterstützung der Wissenschaft und des Handels und seiner Bestrebungen um die Eroberung der Luft, zum Ehrenbürger. Ebenso ist Frau Julia Lanz aus Anlaß der Einweihung des Kaushauses zum Rathaus infolge der Stiftung für die Mannheimer Handelshochschule zur Ehrenbürgerin Mannheims ernannt worden.— #######. warz. In Ridan erschoß der Gastvirt Ranhartberger seine Gattin und seine beiden künf und drei Jahre alten Kinder und verletzte ein neunjähriges Kind lebensgefährlich. Dann verübte er Der Grund zu der Tat ist in zerruxieren Vermogensverhältvissen und in Krankheit zu London, 7. März. Dr. Hyde, der in CanadaCity den Onkel seiner Frau mit Strychnin vergiftet hat, steht im Verdacht, eine Anzahl Morde und Mord. versuche dadurch herbeigeführt zu haben, daß er Trinkwasser mit Typhusbazillen verseuchte. Neunork. 7. März. In Chikago fand John P. Cudaly, der Sohn des Chilagoer Fleischkönigs, frühmorgens in seiner Wohnung den Millionür Lillis. Er fesselte ihn und verstümmelte ihn in schrecklicher Weise. Cudaly wurde gegen Hinterlegung einer geringen Bürgschaft freigelassen. Rom, 7. März. Gestern hat sich aus dem Besun unter starkem Getöse ein neuer Aschenregen ergossen. Die chemische Untersuchung der Asche hat das Vorhandensein basaltischer Bestandteile ergeben. Es haben sich mehrere Flumarolen im Innern und Aeußeren des Kraters gebildet, die eine lebhafte Tätigkeit entwickeln. Und er kam zu den Seinigen.... Ein reizendes Geschichten erzählt die Ludwigsburger Ztg.. In einer schwäbischen Garnisonstadt führten zwei Metzger einen Ochsen ins Schlachthaus. In der Nähe der Kaserne riß sich der Ochse los und sprang in den Kasernenhof, wo gerade eine Kompagnie aufgestellt war. Der anwesende Major wandte sich dann an einen Soldaten namens Huber, der alle Vorgänge ob ernster oder nichtiger Natur mit Vorliebe durch Bibelsprüche belegte, und fragte ihn:„Nun, Huber, wissen Sie über diesen Vorfall auch etwas zu sagen?“ „Jawohl Herr Major, aber ich darf's nicht sagen!“ „Nur los," befahl der Major. Nachdem sich Huber einigemale geräuspert hatte, sagte er:„Und er kam zu den Seinigen— aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf." Der Major konnte nicht anders, als in das homerische Gelächter der ganzen Kompagnie herzlich einzustimmen. Ein„bedauernswertes Opfer“, über das die Zeitungen seinerzeit spaltenlange Berichte brachten, ist eine Schmugglerin namens Celina Reroir, der im Gefängnis von Lille wegen der Nachlässig keit der Wärter die Füße erfroren. Ihr wurde deshalb eine Rente von 800 Franken zugespcochen, die sie regelmäßig seit sechs Jahren mit allerhand Grenzgesindel verjubelt. Sie ist nun wieder mit der Justiz in Konflikt geraten, da sie selbst ausgeplaudert hat, an der Ermordung eines Schankwirts, dessen Frau vor mehreren Jahren ebenfalls von Verbrechern umgebracht wurde, teilgenommen zu haben. Sie ist mit ihren Spießgesellen bereits verhaftet worden. Ein netter Schildbürgerstreich wurde im Bayerisch=Schwäbischen verübt. Dort war auf einer Eisenbahnstation im Ries bei Nördlingen ein Fenster der Wartesaaltüre zertrümmert worden. Während des acht Tage dauernden Schriftwechsels der bet iligten Amtsstellen blieb der Schaden unbehoben und das Publikum mußte sich in dem zugigen Wartesaal aufhalten. Dann aber kam Dampf hinter die Sache. Die Tür wurde ausgehängt und nach Nördlingen„frei durch Ablösung“ in die Eisenbahnwerkstätte zur Reparatur geschickt. Der Glaser hätte am Ort die neue Scheibe zwar in einer Viertelstunde einsetzen könnnen, aber das hätte dem bayrischen Staat Geld gekostet, und so reiste die Tür zu Ehren des heiligen Bureaukratius nach Nördlingen und das verehrliche Publikum konnte im türlosen Wartesaal frieren und Betrachtungen über praklische Amtsführung anstellen. Die mißtrauischen Kövenicker. Die Köpenicker haben aus dem Fall„ihres“ Hauptmanns Wilhelm Voigt die nötigen Lehren gezogen. Sie sind jetzt gegen alles, was Uniform trägt, ein wenig mißtrauisch gewworden, besonders wenn es dazu noch ein Hauptmann ist. Dafür liefert folgende hübsche Geschichte einen Beweis: Das zweite Bataillon des Elisabeth=Regiments in Charlottenburg=Westend hatte in einer der letzten Nächte eine Nachtübung bei Köpenick. Damit den Mannschaften am frühen Morgen Kafee gegeben werden konnte. fuhr vor einigen Tagen ein Hauptmann des Regiments nach Köpenick und bestelkte dort bei einem Gastwirt für 400 Mann Kaffee. Das war dem Wirt verdächtig. Kaum hatte der Herr Hauptmann Köpenick verlassen, so klingelte bei dem Elisabeth=Regiment das Telephon, und es wurde angefragt, ob die Sache mit dem Kaffee, den der Herr Hauptmann bestellte, denn auch seine Richtigkeit habe. Diesmal entpuppte sich zur Freude des Köpenicker Restaurateur der Offizier als ein echter Hauptmann. Glücklich gelebt und glücklich gestorben. In einem kleinen Orte an der sächsisch=böhmischen Grenze seierte vor einigen Tagen, wie aus Dresden berichtet wird, das Ehepaar Killer seinen 65. Hochzeitstag im Beisein von ungefähr 50 Gästen. Während des Festmahles sank die Jubilarin, eine einfache Bürgersfrau im Alter von 87 Jahren, um und war infolge eines Herzschlages auf der Stelle tot. Der Gatte, der im gleichen Alter stand, sprach kein Wort, sondern stand auf, ging an die Leiche seiner Frau und kniete dort nieder. Mit seinem Kopf die Brust der Frau berührend. Als der Geistliche hinzutrat und den Knienden aufrichten wollte, bemerkte man, daß auch der Greis friedlich entschlummert war. Auch seinem Leben hat ein Herzschlag ein Ende gemacht. Das Ehepaar, das nie mit besonderen Glücksgütern gesegnet war, hat in einer ideal glücklichen Ehe gelebt. Es hatte einen Sohn, der vor Jahren zur See ging und nicht wiederkehrte. Handel und — Dortmunder Städtische Viehhof. Zu dem gestrigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 903 Stück Großvieh, 2068 Schweine, 483 Kälber, 25 Schafe. Bezahlt für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt 74—76 Mk. b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 70—73 Mk. c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 63—69 Mk. d) gering genährte jeden Alters 53—62 Mt Bullen a) vollfleischige ausgemästete Bullen bis zu 7 Jahren 68—70 Mk. b) vollfleischige jüngere Bullen 64—67 Mk. c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 60— 63 Mk. d) gering genährte 00—00 Mk. Rinder u. Kühe a) vollfleischige ausgemästete Rinder böchsten Schlachtwertes 72—74 Mk. d) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 68—71 Mk. c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder 60—67 Mk. d) mäßiggenöhrte Kühe und Rinder 50—59 Mk. Kälber a) feinste Mast=(Voll=Mast) und beste Saugkälber 54—56 Mk. b) mittlere Mast= und gute Saugkälber 48—53 Mk. c) geringe Saugkälber und ältere gering genährte(Fresser) 40—47 Mk. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00 Mk. b) ältere Masthammel 65—74 Mk. c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 00—00 Mk. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1¼ Jahren 67 Mk., d) fleischige 63—66 Mk. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 58—62 Mk. Tendenz: Schweine langsam, sonst ziemlich gut. Unverkauft blieben 39 Stück Großvieh, 11 Schweine, 2 Kälber. der Tiere und Pflanzen Seit der Mensch in die Schöpfung eingetreten ist, steht er mit der Tierwelt im Kampfe. So primitiv die Waffen des vorgeschichtlichen Menschen der Eiszeiten waren, er ging mit ihnen doch den Tierriesen von damals, so dem Höhlenbären, dem Mammut, zu Leibe. Die Riesenelefanten, Mammute, Nashörner dieser Zeit sind schließlich wohl mehr der Ungunst der Lebensverhältnisse als der Verfolgung seitens des Menschen erlegen. Daß aber die Wildpferde und Wildrinder so rasch aus der europäischen Fauna entschwunden sind, hat der Mensch auf dem Gewissen. Nasch find die Giraffen, Elefanten, Tigerpferde, Strauße Asrikas dezimiert worden, und heute schon müssen in vieen Gebieten dieses tierreichen Erdteils strenge Jagdgesetze eingreifen, um das völlige Aussterben dieser interessanten und wertvollen Tiere mindestens hinauszuschieben. Das Quagga ist schon ausgerottet, das Burchellzebra, ohnehin schon selten gewesen, den Burenkämpfen zum Opfer gefallen. Strauße wird man bald nur mehr aus den Straußenfarmen kennen. Die Reiher und andere Vögel sind an gewissen Plätzen ganz Konzert der Musikalischen Gesellschaft Dortmund, der Musikvereine Hörde und Kamen und der Dortmunder Lieder= tafel am Sonntag, den 13. März nachmittags 4 Uhr, am Fredenbaum. „Von den Cageszeiten“. Oratorium nach eigenen Werken für Chorgesang, Einzelstimmen, Orchester und Orgel von Friedr. E. Koch. Zur Einführung. Wie Haydn in seinen„Jahreszeiten“ die Verknüpfung menschlicher Tätigkeit und menschlichen Erlebens mit dem im ewig gleichen Wechsel der Jahreseiten sich vollziehenden Naturleben zum künstlerschen Bilde abgerundet hat, in dem sich aus dem Rahmen allgemeiner Betrachtungen und Anschauungen nicht nur lebensvolle Bilder im großen, sondern nuch das Einzeldasein einer Familie(des Landmanns) abhebt, so erleben wir ein Gleiches auch in dem Text des vorliegenden Werkes. Der Wechsel der Tageszeiten, der in seinen einzelnen Stimmungsbildern zu allen Zeiten die Phantasie der Dichter und Künstler befruchtet hat, ist hier in einem zyklischen Verlauf ausgeführt unter dem fühsenden Hauptgedanken:„Des Menschen Leben zi.= zet vorüber wie ein Tag!“, und sein Tagewerk vollsieht sich im großen wie im kleinen unter den wechelnden Stimmungen, wie sie der aus der Stille der Nacht geborene, kommende, wachsende, vorübersehende und scheidende Tag mit sich bringt: Stimnung:— tatsächliches Erleben— Symbol höherer Gedanken—, das sind die drei Kreise, in denen sich konzentrisch die Erscheinungswelt unseres Kunstwerks vor uns abspielt. 1. Stimmung: Das geheimnisvolle Weben der Nacht mit ihren Schauern, aber auch ihrem hütenden Segen— die Hoffnungsfreudigkeit des Morgens— die kraftstrotzende Lebensfülle des Mittags— das sanfte Verklingen alles Lebens in der Stille des Abends mit seiner Mahnung zur Einkehr in sich elbst. 2. Tatsächliches Erleben: Die Geschehnisse im Naturleben im großen, wie deren Reflex im Einzeldasein, als dessen Repräsentant uns auch hier wieder der Landmann und die Seinen begegnen, die am unmittelbarsten mit der Natur in Wechselbeziehungen stehen. 3. Symbolhöherer Gedanken: Dem denlenden Geist und dem fühlenden Gemüt des Menschen ergeben sich auf Schritt und Tritt unseres Ernlebens Ausblicke auf eine höhere, göttliche Führung und Leitung alles Lebens; auch das von Gott gewollte und geleitete Leben hat wie der Erdentag seinen Wechsel der Tageszeiten, ja selbst der Erdentag des Höchten und Edelsten, der je auf Erden gewandelt, Jeus von Nazareth: er zoa vorüber wie der Tag eines Menschendaseins in seiner Geburt in der heiligen Nacht, seiner Jugend, seinem Manneswirken und seinem Ende auf Golgatha. Den großen Stimmungsbildern und späterhin den Erlebnissen einer frohbewegten Menge dient in unserem Wer“ der Cshorgesang, dem Einzelerlebnisse und der Reflexion des Einzelnen der Gesang der Einzelstimmen, als himmlische erklärung des Irdischen im Lichte des Ewigen, endlich erscheint überall da, wo sich das religiöse Moment mit besonderer Eindringlichkeit hervorkehrt, die „Legende" im Frauenchor(Fernchor) mit serner Orgelbegleiutng. Diese„Lesung aus der heiligen Geschichte", wie man diese am besten komrmentieren würde, leitet namentlich jeweils aus den Einzelbildern in den Bereich der allgemeinen Betrachtungen am Schlusse der Teile zurück. Im einzelnen verläuft das Wert, dessen wundervoller Text der besonderen Beachtung des Hörers empfohlen sein möchte, folgendermaßen: 1. Teil: Die Nacht. Ein machtvoller Eingangschor apostrophiert die Nacht mit ihrem Toppelgesicht als Quelle düsterer Gedanken wie als Hüterin der Keime kommenden freudenvollen Lebens. Der erstere Gedanke findet seinen individuellen Ausdruck auch in einer Vision, die mit dem Schlag der Geisterstunde vor unserer Phantasie beschworen wird: Dem„Zug des Todes“ mit der klagenden Fülle seiner Gestalten unter Führung des„Sensenmannes“— der letztere in einem liebenswürdigen Genrebild, dem Gesang einer jungen Mutter an der Wiege ihres Kindes mit dem lieblichen Schlusse:„Träum von der Heimat im Himmel dort oben!“— Das religiöse Empfinden ist angeregt: alsbald erklingt aus der Ferne von Engelstimmen die„Legende“—„Heilige Nacht“. Als Widerhall in der Menschenbrust aber ertönt abschließend der„Nachtsegen“ mit sinnigem Hinweis auf den nun bald erscheinenden Tag. 2. Teil: Der Morgen. Dem, abgesehen von dem Gesang an der Wiege, sich mehr in allgemeineren Stimmungen ergehenden Inhalt des 1. Teils gegenüber betritt der 2. Teil sofort die Sphäre des Einzellebens. In„Frühlicht und Sonn=Erwachen“ sieht der„Landmann“ dem neuen Tag entgegen, der Chor begleitet das Aufgehen der Sonne. Ein„ländlicher Morgen“ ist heraufgezogen mit den kleinen und großen Sorgen des Tagewerks, dem das schmucke ländliche ädchen(„Aennchen") zu obliegen hat, der frohgemuten Arbeit des rüstigen Tagewerkers in Hof und Feld, den frohen Hoffnungen, die sie mit sich bringt und den ernsten Gedanken, die sie im Schoß birgt — aber auch den harmlosen Scherz, zu dem frohe Jugend immer gestimmt sein mag, wenn sich im Herzen die morgendlichen Keime junger Reigung regen, das Frührot kommenden Liebesglücks(Zwiegesang, „Fritz" und„Aennchen".) Hier erblüht„des Herzens reichster Hort“— auch dieses Gefühl ist der Andacht verwandt, welche die Stimmung vorbereitet für die 2.„Legende“—„Jesus im Tempel“. Der Chor aber versenkt sich in die herrliche Stimmung eines„Sonntag=Morgens“ mit seinem zauberischen Gottesfrieden. 3. Teil: Mittag.„Hoch vom blauen Zenit herab lacht der Sonne freudig Licht.“— Das volle Leben des Tages ist erblüht mit seiner reichen Gestaltenfülle in der belebten Natur, wie sie dem„Landmann“ auf Schritt und Tritt seines emsigen Wirkens begegnet. Ein„Schnitterlied“ zeigt die Menschheit bei der Arbeit, bei der sie aber ernste Betrachtungen nicht von der Hand weist. Aber auch die Schwüle des Mittags macht sich geltend, die zur Mittagsrast zwingt. Bei ihr aber bieten sich wieder von selbst Gedanken an Göttliches dar, da der Heiland, weilend einst auf Erden, teilend menschlich Nöten und Beschwerden“— selbst auf der Mittaghöhe seines Erdenwallens stand. 3.„Legende"„Bergpredigt“ mit den von einer fernen Einzelstimme erklingenden„Seligpreisungen“.— Der Mühe winkt oer Lohn, dem Fleiß die Frucht, der Saat die Ernte. Im„Ernte=Tank" erhebt die Menschheit ihre Gedanken zur„Leuchte der Welten, die da über Wolken thront“. 4. Teil: Am Abend. Das Tagewerk ist getan.„Heim kehret jung und alt"(Soloquartett) Der scheidende Tag lädt zum Ausruhen„unter der Linde". Toch die Jugend kennt keine Ruhe. Nun die Arbeit getan, sehnt sie sich nach Spiel und Tanz. Ein Tanzlied in töstlichem Realismus der Schilderung beschwingt die schallende Freude— die männliche Jugend hebt ein frohgemutes„Trinklied“ an. Hell ingen die Becher, fröhlich singen die Zecher und wieder dreht sich alles in ländlichem Tanz. Aber auch ernste Gedanken regen sich in der Brust des Menschen. Ein„Wanderer“ ist zur„Rast“ gekehrt und läßt die Erlebnisse des Tages, aber auch die des Lebens überhaupt an seinem geistigen Auge noch einmal vorüberziehen. Der Blick erweitert sich wie von selbst und der Gedanke schweift wieder nach jenem erhabenen Erdenleben, das auf„Golgatha“ seinen Abend im Schatten des Leidens erlebte.— 4. Legende„Golgatha“. An dieser heiligen Stätte ein gottgeweihtes Leben„wieder zum Vater — von dem es gekommen— doch in uns bleibet sein Licht". Mit dem„Gebet des Herren“, das ja alles in sich schließt, was an hohen und heiligen Gedanken die Menschen ihrem„Vater" zu Füßen legen kann, wendet sich die Empfindung noch einmal zum Urquell alles Seins, aus dem das Leben der Ewigkeit wie das des Tages in ewigem Kreislauf fließt—„zur Ruhe“. Pros. Wilhelm Weber, Augsburg. (Augsb. Neuest. Nachr.) Aus der„Jugend.“ Wahres Geschichtchen. Der heilige PanVantaleon wird als Schutzvatron der Vietucht ver5 der Pelztiere. In Neuorleans gela 500000 Alligatorenhäute zum Rers#gen mit vielen Tieren bergab, und bald wase# da sein, wo man sie nur noch in Muuan oder als Raritäten in Zoologischen Ga kann. Dr. Friedrich Knauer verbrei““““, „Gurkenläuße“ ausführlich der Tiere und Pflanzen und erörtert—. tel, die zur Anwendung kommen. um D. Folgen, die des Menschen unsinniges andie Tierwelt veranlaßte, einzudämmen.#n. schon mancherlei zum Schutze der Tierwelt von staatlicher und privater Seite###### bedarf es doch noch vieler allererster Linie ist die Schule berufen, inbet zu wirken, indem sie in den Kindern beraste.“ für die Natur weckt, eine gewvisse. Ehrfung, ren edeln Erzeugnissen einimpft. Es mic## kindern in wirksamer Weise nahegelegt#.2 sie ebensowenig harmlose Tiere sie Pflanzen nutzlos beschädigen dürfen 6 her im naturgeschicht'ichen Unterricht das S0 Käfern, Schmetterlingen, Pflanzen behufs Tierkollektionen und Herbatien geförde. heute viel richtiger solches meist recht zwechot, a sammeln nach Möglichkeit zu verhindern und seitige Errichtung von Schulgärten in großen von Zentralstellen anzustreben haben, von: lebende Material kür den naturgeschschtlichen in zu liefern wäre. In der freien Natur sollg Jugend mit sinniger Beobachtung des Tier= und kenlebens begnügen und früh gelehrt werden, die und deren Bewohner zu schonen und zu schete Täglich 2 Zeitungen morgens und abends für 60 Pfennig monatlich bei allen Postanstalten des deutschen Reiche Wer eine politisch interessante, zweimal täglich erscheinende Zeitung aus der Reichshauptstadt lesen will, eine Zeitung, die eine Soy. derstellung in der deutschen Presse einnima ein Blatt, das in frischer, kerniger wahrhaft volkstümlicher Sprache alle Vorgänge des öffentlichen Lebens behandelt lese die bereit im 58. Jahrgange erscheinende, altbewährte Berliner Volks-Zeitung :: Chefredakteur: Karl Vollrath. Sie ist für alle diejenigen das geignete Blatt, die über alles Wissenswerte rasch infomiert sein möchten, sich aber eine teuere Zettunz nicht halten wollen. Das„Tägliche Unterraktungsblat““ und die 16 Seiten umfassende, reich illustrierte„Sonntagsbeilage“ bieten auch der Hausfrau viel belehrende und fesselnde Lettir. Probenummern stehen jedermann gratis und franko zu Diensten. Expedition der Berliner Volks-Zeitung Berlin Sw. 19, Terusalewer Straße 14-# ca. 50 000 Abonnenten. Zu seinem wundertätigen Bilde wird L. Ein“——— fahrtet. Ein alter Geistlicher ist kein Fremn) Wallfahrten; er rät einem Bauern, zu van bleiben, wo er ebensogut zu Gott beten könn. rauf die Antwort:„Aller Respekt vor unserm 50 gott, Herr Pfarr! Aber in Viehsache ist er# gegen den Pantale.“ *„ Fragmente. Das größte Opfer, das ein Mann der Inl gen kann, ist, sich ihr zuliebe lächerlich machen. Nuc Flauen mit zu kleinem Nadelgeld beischt ara heyniane Wim Sonteffch W andere Frauen als putzsüchtig. Roda Rod:. Tahres Geschichtchen. Ein neug## bin zer Landpastor gewinnt von einer heiml:. beteten Gutsbesitzerstochter ein Vielliebchen, kaum der Schule etwachsene junge Dame##ng gern ein praktisches Geschenk machen und sich daher bei seiner Wirtschafterin, was Pastor gebrauchen könnte. „Ik“, meint die biedere Akte nach einigem ö0st., z# paar Unterhosen kennt#r neet'g brauchen, sin sie nämlich alle zwee kaputt!“ Der Eisenbahnfahrplan als der Engel. Als Herr von Oldenhurg-che neulich von dem Genossen Ledebour seiner und zehm Mann=Geschichte wegen stark wurde und die Situation füh ihn bereitsse?: mütlich geworden war, unterbrach er seine 71!“ volle Verteidgiung plötzlich mit den Worten, berdem muß ich jetzt leider fahren, da führr 4 Dieser neue und durchaus originelle. z, hnell aus der Affäre zu ziehen, verdient“ seinen auf Minuten und Sekunden ten und die damit verbundene Ankündtgu gua wendigkeit einer schnellen Abreise schlechteroln“ ne vernünftige Widerlegung erfahren## Sollte der Reichskanzler, Herr v. 11.10 Hollweg, aber einmal, vielleicht infolg: in# dies raten wir khm, einen Bahnpot:: auf ein gegebenes Stichwort von setter. szsg Worte mit Stentorstimme in den Leispagl brüllen:„Exzellenz v. Bethmann Schnellzug nach Hohenfinow verläßt 5e u. f. in„ „Sie haben aar keine Garten?“—„Nein, das haben wit Ich bin je den ganzen Tag da! ABpgaa „SSSPS“- SSg ZGinEnbanas 5:— mE, ESA TDE 66 22 #ssn-9 Jhrgn *„Onnn. gund 3. eg 8 SSgxss 2e n. 2 TSPPE EER! 2 •2 5 "— 2—— SSSgE 8853 SE # 5 K 2. Hier oben sand er es immer wunderschön. Stets war er mitgetrabt, wenn Luise Wäsche auf den Boden trug Aber nie hatte sie ihm erlaubt, zwischen dem alten Gerümpel zu kramen. Heut' kann er nun ungestört herumstöbern. Was für Schätze mögen wohl in der großen Kiste stecken, auf der die zerbrochene Lampenglocke liegt? Und in dem grünen Schnursack muß doch auch was samoses drin liegen? Einen alten Kinderwagen und einen Packen staubiger Bücher gibt's auch hier oben. Nun dreht er am Schloß, dessen Mechanismus ihm genau bekannt ist, und steht inmitten all der Herrlichkeit, während ihm die auf der Leine hängende Wäsche ums heiße Köpfchen klatsch. Eigentlich ist's doch nicht so wunderschön— als er sich dachte! Die große Kiste läßt sich nicht umstürzen; wenigstens schafft er es heut" nicht. Wenn man so traurig ist und immerfort Tränen schluckt, bringt man ja keine Arbeit fertig. Hungrig und müde ist er auch. Das beste wär's am Ende, wenn er sich in den Schlitten setzte und schliefe! Aber schlafen—— das geht schon lange nicht. Bald hämmert es unter den Balken, bald über dem Dache. Ein Windstoß fährt durch die Luken, so daß die Wäsche wie auf Geisterflügeln emporweht. Irgendwo klappert ein Fenster! Ganz da hinten knarrt eine Tür! „O. wie gräßlich ist es hier oben,“ denkt Ulli und zerrt das nasse Tuch aus der Tasche, um es vor die Augen zu halten. Da hört er deutliche Schritte. Er duckt sich zusammen, um ja nicht das Gespenst zu sehen, das über den Gang schleicht. Jetzt rüttelt's und schüttelt's ihn: „Um Himmels willen, Junge, wie kommst du hierher, in der ganzen Nachbarschaft habe ich dich gesucht. Wie siehst du bloß aus, Ulli...? Ganz heiß. Ganz rot. Bist du krank...?“ Er weiß nicht mehr, was mit ihm geschehen ist, nachdem Luise ihn hinuntergebracht. Er fühlt nur, daß erauf Mamas Schoß sitzt, daß sie sanft ihn in den Armen wiegt— daß ihre kühlen Hände ihn streicheln. O. wie gut ist's bei Mamma, und wie gräßlich ist's auf dem Boden: Aber das Diktat muß er ihr zeigen— obwohl er sich fürchtet. Er hat doch versprochen, nie etwas zu verheimlichen. Er rutscht vom Schoß und torkelt nach der Ecke hinüber, wo sein Ränzchen zu hängen pflegt. Aber ehe er den Platz erreicht hat, stolpert er über seine eigenen Füße stürzt und kann kein Glied mehr rühren. Dann muß allerlei gefolgt sein, worauf er sich nicht mehr besinnen kann. Als er die Augen wieder aufschlägt, steht der Geheimrat an seinem Bettchen und sieht ihn kopfschüttelnd an:„Was machst du für Geschichten, kleiner Kerl? Versteckst dich auf dem Boden und holst dir eine Lungenentzündung!“ Ulli dämmert wieder ein und sieht schreckliche Bilder. Bald sind es Hände, die nach Ihm greisen! Bald feurige Ringe, die größer und größer werden! Manchmal ist's ihm, als stände Mutti drüben am anderen Ende eines Flusses und riefe ihn. Dann wird er ruhiger und schmiegt sich ins Kissen. Tagelang schwebt sein Leben in Gefahr, ja am Tage der Krisis setzt das Fieber noch früher und noch heftiger ein. Mutti weicht nicht einen Augenblick von Ullis Bett, sie hält sein weißes Händchen und lauscht auf die kurzen Atemzüge. Wenn ihre Lieb ihn retten könnte! Doch gerade mit ihrer Liebe hat sie ihm weh getan. Aus ihrem Ehrgeiz ist ihre Strenge entsprungen, die sie bewog, den Zügel stramm zu halten. Einer der ersten, der Klügsten sollte er werden, um sich eine glänzende Zukunft zu erringen! Sie sah, wie er sich mühte... wie er manchen braven Kampf mit sich selbst ausfocht... S doch sie lockerte den Zügel nicht. Sie wollte ja nur sein Bestes. Aechzend wirft sich das Kind herum, so daß seine glühende Schläfe auf ihrem Arm ruht.„Lieber, einziger Junge,“ flüstert sie unter Tränen,„habe ich dich oft gequält? Dir manche schöne Stunde vom Spiel gekürzt? Begriff ich denn garnicht, daß es dir schwerer wird, daß meine Strenge dich immer schüchterner, immer zaghafter machte...? „Wenn Gott dich mir läßt,“ gelobt sie leise,„dann wollen wir von neuem zusammen arbeiten, langsam Schritt um Schritt, ohne Zorn... ohne Ehrgeiz!“ und ihre Mutterliebe ringt sich zu der Erkenntnis durch: „Bestimme nicht über deines Kindes Schicksal, laß es sich nach seinen Kräften entfalten. Nur kürze ihm— sein Kindheitsglück nicht.“ Als der Arzt zu später Stunde nach dem Kinde sieht, nickt er lächelnd der Mutter zu:„Wir dürfen hoffen..“ Der Tag kommt, da Ulli, in Decken gehüllt, auf Mammas Schoß sitzen und spielen darf. Sie baut Häuser und Türme auf und streichelt ihm dazwischen die mageren Bäckchen. Nun reckt er sich. um auf die Straße zu sehen, denn dort geht es laut genug zu, und die Stimmen sind ihm wohlbekannt. Fritz, Paul und Walter, alle seine guten Freunde, die ihn am letzten Tage verspotteten, tollen da lustig umher. Sie können leichten Herzens spielen—— sie sind ja versetzt! Er aber... im geheimen staunt er über Muttis Güte— oder sollte sie es noch nicht wissen...?„Weißt du denn nicht,“ flüstert er ihr zaghaft ins Ohr,„daß ich— sitzen— geblieben— bin? Bist du mir gar nicht böse darum, Mutti...?“ Da fühlt er einen langen, innigen Kuß auf seiner Stirn. Das ist ein Lichtstrahl in seiner Schwermut.„Das nächste mal schaffe ich es,“ versichert er treuherzig, und Mama lächelt ihn freundlich an, während sie sein mattes Händchen drückt.„Das nächste mal schaffen wir's; wirs, Herzensjunge.“ Humoristisches. Zwei Kenner. Jochem:„Na, Hannes, was hat's denn Gutes zu essen'geben auf der Stadthochzeit?“ Hannes:„Goulasch und Roßbeef mit Aeppelkompott.“ Jochem:„Dunnerwetter ja, war das allens vom Pferd?“ Hannes:„Nee, die Aeppel nicht.“ Zarter Beginn. Die kürzlich ins Schloß gekommene jungvermählte Herrin will auch in der Wirtschaft mithelfen. Sie tritt an einen Hirtenjungen heran, der unter einem Baume kauert, und schläft und weckt ihn mit flötender Stimme:„Willst Du nicht das Lämmlein hüten?“ Immer Protz. Arzt(zum Parvenü):„Sie haben ein sogenanntes Bierherz, Herr Goldmann!“—„Bierherz— unmöglich Herr Doktor; gibt's nicht auch'n sogenanntes Sektherz?“ Schlechter Trost.„Aber Fräulein Evchen, warum sträuben Sie sich denn gar zu sehr, meine Huldigungen anzunehmen?—„Ach, Sie haben ja eine rote Nase!“—„Na, die glüht doch nue für Sie allein!“ Hieb. Alte Kokette:„Ich weiß die Männer zu nehmen,“ sage ich Ihnen!“— Herr:„Aber die Männer Sie nicht!“.. #. —— 35 8 2 2 12. Aus dem Bagnsentsprungen Doktor Leitenring war verstimmt;— er hatte sich abermals in einer Hoffnung getäuscht. Mit den beiden, ganz vortrefflich gezeichneten Porträts, die Rudolf ihm geliefert hatte, war er in's Untersuchungsgefängnis gegangen, um Hugo Winkel die Zeichnungen vorzulegen. Hugo hatte sie lange aufmerksam betrachtet und dann das Haupt geschüttelt; er konnte in ihnen keine Aehnlichkeit mit dem Franzosen entdecken. „Der Gauner sah ganz anders aus,“ sagte er; „ich würde ihn sofort wieder erkennen. Sie suchen ihn noch immer hier, Herr Doktor, das ist nutzloses Bemühen; er wird längst im Auslande sein.“ „Möglich ist das freilich,“ erwiderte der Advokat welcher seinen Aerger über die Enttäuschung nicht verhehlen konnte;„aber ebenso möglich ist es auch, daß er sich noch hier aufhält! In dieser großen Stadt kann der Einzelne sich leicht verstecken, und wer weiß, ob Sie ihn wirklich wieder erkennen würden. Er kann damals eine Perrücke und einen falschen Bart getragen haben. Sie haben ihn stets nur am Abend in der Dämmerung gesehen—“ „Trotzdem würde ich ihn erkennen! Besäße ich das Talent, so könnte ich aus dem Gedächtnisse sein Porträt zeichnen. Hätte man ihn damals sofort verfolgt, so wäre wohl auch gefunden worden.“ „Und finden wir ihn nicht, dann müssen wir uns auf Ihre Verurteilung gefaßt machen,“ sagte der Doktor ernst.„Ich darf Ihnen nicht verhehlen, daß Entersuchungsrichter und Staatsanwalt jeden Glauben an die Wahrheit Ihrer Aussagen verloren haben. Ich fürchte, die Geschworenen werden derselben Ansicht sein.“ Hugo hatte die Augen mit der Hand bedeckt, und ein schwerer Seufzer entrang sich seiner gepreßten Brust. „Ich muß die Folgen meines Leichtsinns tragen,“ erwiderte er mit dumpfer Stimme;„leichtsinnig war ich insofern, als ich den Verlocungen Gehör schenkte, um metnes Bruders Ehre zu retten. Aber ich wiederhole nochmals, daß es nie in meiner Absicht lag, auch nur einen Pfennig von dem mir anvertrauten Gelde zu veruntreuen.“ „Es mag so sein, wie Sie sagen; aber niemand wird dieser Versicherung Glauben schenken.“ „Meine arme Mutter!“ „Sie ist auf alles vorbereitet und ihr festes Gottvertrauen wird ihr auch über das Schlimmste hinweghelfen.“ „Ich fürchte, sie leidet Not—“ „Nicht doch; ihr Schwager. der Gerber Winkel, läßt es ihr an nichts fehlen.“ „Und mein Bruder?“ fragte Hugo, indem er den Blick voll fieberhafter Erwartung auf den Advokat heftete. „Seine Angelegenheit ist noch immer nicht erledigt. Grunewald droht täglich, aber er hat sich bis jetzt doch gescheut, seine Drohungen auszuführen— aus Furcht vor den Folgen, die ich ihm gezeigt habe. Alfred kann sich das Geld leider nicht verschaffen, und ich sehe keine Möglichkeit, dem Wucherer auf anderem Wexe den Ehrenschein zu entreißen.“ „Dann wird er schließlich doch noch seinen Abschied nehmen müssen!“ „Vielleicht hätte er es schon längst tun sollen. Er ist noch jung, und ich glaube, sein Onkel, der Gerber, würde ihm mit Rat und Tat beistehen, wenn er sich eine andere Laufbahn wählte.“ Hugo durchmaß die enge Zelle mit großen Schritten. „Wie bitter man ooch oft einen scheinbar ganz unbedeutenden Fehltritt bereuen muß!“ sagte er, tief ausatmend.„Ich wollte das Beste und habe mich selbst um Freiheit, Glück und Ehre gebracht, und der Himmel mag wissen, was alles mich noch erwartet! Wie denkt der Kommerzienrat über mih?“ „Auch er zweifelt!“ „Und seine Familie? Sie war mir stets zugetan; ich meine, der Wahnsinn erfasse mich, wenn ich darüber nachdenke, welch' unsagbares Glück ich verscherzt habe. Fragen Sie nicht, Herr Dottor; ich darf nicht davon reden, ich muß schweigen und alles, alles auf mich nehmen.“ „Ich errate, auf was Sie hindeuten,“ erwiderte der Anwalt voll Teilnahme;„Kommerzienrat Steinfeld hat ganz offen mit mir darüber gesprochen. Sie standen in der Tat vor einem glänzenden Ziele, das nun in unerreichbare Ferne gerückt ist. Der polnische Graf verkehrt jetzt viel im Hause des Kommerzienrats; ich habe ihn im Kasino kennen gelernt und muß gestehen, daß er ein liebenswürdiger Gesellschafter ist, einer jener Auserwählten, denen ein Frauenherz nicht leicht widersteben kann.“ „Und spricht man lereits davon, daß Adelaide—“ „Noch nicht; aber ich vermute, daß man sich bald mit dieser Verlobung beschäftigen wird.“ Hugo schwieg eine Weile und blickte düster vor sich hin. „Ich darf mich nicht beklagen,“ sagte er endlich mit gepreßter Stimme;„möge sie an seiner Seite glücklich werden! Das ist der einzige Wunsch, den ich noch hege.“ Der Advokat schickte sich an, Abschied zu nehmen. „Die Zeit drängt,“ bemerkte er;„schon in der nächsten Woche soll die öffentliche Verhandlung stattfinden, und mir fehlt bis heute jeder Anhaltspunkt, auf den ich die Verteidigung stützen könnte.“ ∆ 5 * SSESES 53— BUSg S S S 582 — S———* 3 98S STIL 258 1 ——— * E UgGEEEE OEEE ##.ST S##•0 □ ∆ 9—* S GoExPgs BSETCSS" SERGE“ SS SFSSEE EE—1— * □ S= B 52 5 S SSEESEMn S SEE S 558 2*"- 2— ∆ = S•EESEET —— e—*——— 5 S 23. „Dennoch berzage ich nicht!“ erwiderte Hugo, ihm die Hand reichend.„Selbst wenn die Richter mich verurteilen— die Wahrheit muß doch an den Tag kommen. Ich vertraue auf Gott!“ „Und wenn es geschähe, so fürchte ich, daß es zu spät sein wird,“ meinte der Anwalt kopfschüttelnd.„Das Rätsel könnte aber auch gar nicht gelöst werden, und ich halte dies für sehr wahrscheinlich.“ Damit verließ er den Gefangenen. Und jetzt schritt er verstimmt in seinem Kabinet auf und ab. Es war ihm ärgerlich, daß er diesen Prozeß verlieren sollte; die glückliche Durchführung desselben hätte nicht nur eine befreundete Familie aus Kummer und Not befreit, sondern auch ihm selbst Ruhm und Ehre eingebracht. Jetzt waren aber alle Hoffnungen geschwunden. Es unterlag koum noch einem Zweifel, daß die Geschworenen den Angeklagten schuldig sprechen mußten. Rudolf brachte einen Brief. Die Adreffe war in französischer Sprache abgefaßt, Hastig erbrach Doktor Leitenring das Siegel. Der Brief enthielt nur wenige Zeilen: ein Advokat in Paris, mit dem Leitenring seit Jahren befreundet war, empfahl ihm den Ueberbringer des Schreibens so warm und angenehm, daß er unter allen Umständen Notiz davon nehmen mußte. Er ließ den Herrn bitten, einzutreten. Eine schwache Hofsnung stieg in ihm auf, daß er durch ihn vielleicht Aufschluß über den rätselhaften Franzosen erhalten werde. Ein kleiner, elegant gekleideter Mann mit schneeweißem Haar und rundem, leicht geröteten Gesicht tratein. „Charles Dufaure!“ stellle er sich mit einer leichten Verneigung vor, und der Advokat hieß ihn in französischer Sprache willkommen. „Mein Freund hat Sie mir sehr warm empfohlen,“ sagte er, indem er ihm einen Sessel anbot.„Wenn ich Ihnen irgendwie dienen kann, so verfügen Sie über mich.“ Der Franzose nickte lächelnd und zog langsam seine Glacehandschuhe aus. „Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar“, erwiderte er;„vielleicht hat die Angelegenheit, die mich zu Ihnen führt, für uns das gleiche Interesse. Sie suchen einen Franzosen, der hier ein Gannerstückchen verübt haben und dann wieder verschwunden sein soll?“ „Allerdings, aber—“ „Es darf Sie nicht überraschen, daß ich das weiß; ich bin Beamter der geheimen Polizei.“ „Und sie verfolgen denselben Mann?“ fragte der Doktor hastig. „Vielleicht ist es derfel'e, den wir schon seit zwei Jahren suchen. Wollen Sie mir das Nähere mitteilen, so kann ich wohl daraus weitere Schlüsse ziehen.“ Doktor Leitenring berichtete die Aussagen Hugo's. und beobachtete dabei das Mienenspiel des Franzosen, der aufmerksam und mit verständnisvollem Lächeln zuhörte. „Und das ist alles?“ fragte Dufaure, als der Advokat schwieg.„Sie haben keine Spur gefunden?“ „Nein,“ erwiderte Leitenring. „Vielleicht hat man nicht energisch nachgeforscht; man ist ja in solchen Fällen nur zu sehr geneigt, an ein schlau ersonnenes Märchen zu glauben.“ „Sie mögen Recht haben; überdies hielt es auch zu schwer, eine Spur zu finden, die sich mit Sicherheit verfolgen ließ. Glauben Sie auch jetzt noch, daß es derselbe Mann sei, den Sie suchen?“ „Ja, ich glaube es,“ nickte der Franzose.„Wenn Sie mir ein halbes Stündchen Gehör schenken können, so will ich Ihnen die Schicksale dieses Mannes erzählen.“ „Sie können denken, wie sehr mich Ihre Mitteilungen interessieren!“ „So hören Sie! Es mögen jetzt fünf bis zwanzig Jahre oder noch mehr verstrichen sein, als man eines Abends im südlichen Frantreich ein totkrankes Weib auf der Landstraße fand. Neben ihr hockte ein etwa acht= oder neunjähriger Knave, der auf alle Fragen nur einsilbige, mürrische Antworten gab. Landleute, die von ihren Feldern heimkehrten, brachten die beiden in das nächste Dorf. Die Frau war allem Anscheine nach eine Zigeunerin; sie lag in Fieberdelirien und starb noch in derselben Nacht. Vor ihrem Tode hatte sie weder über sich, noch über ihr Kind Auskunft geben können. Die Frau wurde auf Kosten der Gemeinde begraben. Der Ortspfarrer nahm sich in christlicher Liebe des verwaisten Knaben an und gab ihm seinen eignen Familiennamen. Von seiner Vergangenheit wußte der Knabe nichts weiter zu berichten, als daß er mit seiner Mutter von Staot zu Stadt, von Dorf zu Dorf gewandert war. Der Pfarrer gewann den talentvollen Knaben immer lieber. Er unterrichtete ihn in mehreren Sprachen und richtete sein besonderes Augenmerk darauf, die bösen Triebe in ihr: auszurotten. Bei aller Mildherzigkeit war er in Sachen der Erziehung ein strenger Mann, und die Furcht vir dieser Strenge weckte in der Seele des so lange verwahrlost gewesenen Kindes die Heuchelei. Henri Latour— so ward jetzt der Knabe genannt— mochte zwanzig Jahre zählen, als er sich auf den Weg nach Paris machte, um dort sein Glück zu suchen. Der Pfarrer war zwar arm an Geld und Gut, aber er besaß Einfluß in vielen Kreisen der Pariser Gesellschaft und diesen Einfluß benützte er jetzt zu Gunsten seines Pfleglings. Henri war mit guten Empfehlungsbriefen ausgerüstet und fand eine Stelle in dem Bureau eines Advokaten. Dort blieb er nicht lange. Die Arbeit behagte ihm nicht, denn sein Leichtsinn hatte ihn schon jetzt auf schlimme Bahnen geführt. Der Advokat entdeckte einige Veruntreuungen, verzichtete aber auf die Bestrafung, weil er den jungen Burschen nicht unglücklich machen wollte. Ich erzähle Ihnen das alles, wie es später in den Akten gerichtlich festgestellt worden ist.“ „Fahren Sie nur fort,“ sagte Doktor Leitenring,„ich vermute, daß diesen Mitteilungen Schlimmeres folgen wird.“ „Henri Latdur war, wie ich schon bemerkte, ein geistig geweckter Mensch; ein kurzer Aufenthalt in Paris genügte ihm gesellschaftliche Talente beizubringen, die mancher andere in Jahren sich nicht angeeignet hätte. Er meldete sich auf eine Stelle, die eine Marquise von Rocheforl ausgeschrieben hatte; er gefiel der alten Dame und wurde ihr Sekretär. Sie vesaß große Güter in der Provinz; ihr Sekretär mußte die Korrespondenz mit den Verwaltern derselben besorgen, die Rechnungen und Berichte durchsehen und in den übrigen Stunden ihr vorlesen, mit ihr ausfahren und sie in's Theater begleiten. Er wohnte in ihrem Hause, und es ist wahr, es waren ihm nicht viele Freiheiten gestattet, aber es war dennoch eine Stelle, um die man ihn beneiden durfte. Die Marquise verkehrte mit der vornehmen Welt; ihre Salons waren wöchentlich zweimal geöffnet. Der junge Mann erhielt dadurch Gelegenheit, sich selbst auszubiloen und einflußreiche Personen kennen zu lernen, die ihm später nützlich sein konnten. Aber die Bahn des Leichtsinns war einmal betreten, und er hatte nicht die Kraft, auf ihr umzukehren. Sein Gehalt war nicht groß, und er stürzte sich für eine Schauspielerin in Schulden. Die Gläubiger drängten. Die in solchen Tingen sehr strenge Marquise durfte nichts davon erfahren. So gewann der Gedanke an ein Verbrechen in der Seels des jungen Mannes immer festeren Boden. Fortsetzung folgt. " 1—— U 0 ET UT & 5 — 0 PU 233 5•o,ao— ZOGEESSRA-SE ## SSESESSSESSSSOSBSDESSESS —.— U 2. 2 8— * B S BCEETESEESSE TSEESEGEE E I S E B E E E S S B S S E S T Z b S S a r b## s ä k e r]! 2— — E :0: Im Hause (Nachdruck verboten.) (Schluß. Er:„Du willst nicht, daß ich spreche?“ Sie:„Meinetwegen kannst Du Deine Geschichte beginnen.“ Er(will eingestehen):„Als ich diesen Morg....““ Sie(ihn unterbrechend):„Nur mache ich Dich darauf aufmerksam, daß ich nicht ein Wort davon glauben werde.“ Er:„In diesem Falle ist es wohl besser, wenn ich Dir garnichts sage.“ Sie(frohlockend):„Ha, ha!..:. Wußte ich's doch! In dem Augenblicke, wo es mit der Sprache herausrücken heißt, findest Du nichts auch nur halbwegs Glaubwürdiges vorzubringen. Oh, ich kenne diese Schliche.“ Er(ärgerlich):„Aber zum Kuckuck...!!“ Sie:„Immer besser... nun schimpfe nur, um Zeit zu gewinnen, eine rechte Ausrede zu ersinnen.“ Er(wütend):„Schockshwerenot! Willst Du mich endlich zum Worte kommen lassen!“ Sie:„O gewiß! Bitte sehr! Nur zu! Deine ergebenste Dienerin hörr zu.“ Er(ruhiger):„So höre denn. Einer meiner Freunde, der vor einem Bankerott steht, hat sich an mich gewendet, und ich mußte den ganzen Tag lang herumlaufen, um ihn durch meine Bürgschaft vor der Katastrophe zu bewahren.“ Sie:„Nun und?“„ Er:„Weiter nichts!“ Sie(nach einem tiefen Seufzer):„Ach! Wie gut war’s, daß ich gerade gestern den Bäcker bezahlte! wenigstens sind unsere Brötchen für den ganzen Monat im Vorhinein gesichert... Von heute an wird sich unser Kind daran gewöhnen müssen, auf Stroh zu schlafen, denn dies wird das Schicksal des armen Kindes sein, dessen leichtsinniger Vater sein Vermögen an den erstbesten hergelaufenen Vagabunden verschleudert.“ Er:„O! Vagabund! wie kannst Du so vorschnell über jemanden urteilen, dessen Namen Du nicht einmal kennst?“ Sie(verächtlich):„Pah! Was könnte denn der anders sein als ein Vagabund und ein Taugenichts?!“ Er:„Beschimpfe den Mann nicht, denn Du würdest es bereuen, wenn Du seinen Namen wüßtest.“ Sie:„So?! Es kann nur ein Lump, ein Bankrotteur, ein Schurse, ein Hochstapler, Industrieritter... ein Taschendieb sein!“ Er(verliert die Geduld):„Sapperlot! Jetzt ist es genug! Wenn Du es also durchaus wissen willst, für Deinen Bruder habe ich Bürgschaft geleistet, der in türkischen Salinen=Akten unglücklich spekuliert hatt“. Sie(reumütig):„Ach, mein guter Mann, verzeihe mir!“ Die Aussöhnung erfolgt. Er:„Und nun, da alles wieder in Ordnung ist, laß uns endlich zu Tische gehen.“ Sie:„Noch nicht, liebes Männchen.“ Er:„So! Weshalb denn?" Sie:„Das Mädchen mußte heute morgen verschiedene Gänge besorgen, deshalb werden wir heute ausnahmsweise statt um 1 Uhr erst um 2 Uhr zu Mittag essen.“ Er(fällt in einen Lehnsessel):„Erst... um... 2 Uhr! Und mir machtest Du Vorwürfe, weil ich mich um 10 Minuten verspätet hatte?“ Sie:„Ach, mein liebes Männchen, ich mußte doch dafür sorgen, daß die Zeit vergehe, wenn wir pünktlich zu Mittag essen sollten!“——— 7 Sitzen geblieben. Eine Schülergeschichte. (Nachdruck verboten.) Die Septembersonne steht leuchtend über dem Park, ein paar Schmetterlinge flattern durch das Wiesengrün. „Wer ihnen nach könnte,“ denkt Ulli——„sie mit der Mütze haschen dürfte!“ Aber erstens ist das Betreten der Wiese bei Strafe verboten... Strafe.. Strafe .... geht es dem kleinen Kerl durch den Kopf, und dann— hat er heut' ein schweres Herz! Er muß seufzen, und als er das Mützchen aus der Stirn rückt, weil's ihm zu heiß wird, merkt er, daß ihm zwei dicke Tränen über die Backen kollern. Solch großer Junge von sieben Jahren weint wie ein Baby. Gut, daß es niemand gesehen hat, denn der Park ist um die Mittagszeit leer. So kann er schnell mal sein Taschentuch herausziehen und sich von Herzen ausweinen. Vielleicht hören dann die traurigen Gedanken auf. „Seht doch den Schelling,“ ruft ein Trupp Jungens, die den kleinen Berg herabstürmen,„der blärrt, weil er nicht versetzt wird.“ „Is ja nicht wahr,“ schreit Ulli und stampft mit dem Fuße auf, um leiser hinzuzufügen:„Bloß, weil mein Muttchen sich grämen wird!“ Ja, sein Muttchen! Das ist's. Sie hat große Pläne mit ihrem Einzigen. Die Onkels sind ja auch furchtbar klug. Der Onkel Fritz ist Baumeister und Onkel Paul sogar Rechtsanwalt. So was schrecklich Kluges soll Ulli nun auch werden. Darum hat ihn Mama in's Gymnasium geschickt wo's später Giechisch und Lateinisch gibt— huh! Stundenlang liest und lernt und paukt sie mit ihm. Sobald er aber die Klasse betreten hat, fliegen seine Gedanken davon. Und immer, wenn er an recht was hübsches oder lustiges denkt, dann gerade wird sein Name gerufen. Alle Jungens drehen sich natürlich um und machen schadenfrohe Gesichter. „Wie der Lehrer es nur immer merkt,“ grübelt Ulli,„daß man an ganz andere Dinge denkt, als an das Einmaleins und an den Doppelkonsonannten? Es gibt doch auch viel hübschere Dinge, zum Beispiel das Kasperletheater. Heut' hat er sich etwas feines ausgedacht. Heut'—— ihm ist plötzlich, als schiebe sich eine Wolke vor die Sonne, eine recht große, schwarze Wolke. Heut' muß er ja der Mama das ungenügende Diktat zeigen und die Bestellung vom Lehrer ausrichten: „An Versetzung sei nicht zu denken!“ Er geht ganz langsam, auch mal einen Schritt rückwarto... seitwärts..: denn mit einem Male wird es ihm klar, daß er sich nicht nach Hause traut! Mamas schönes, helles Gesicht schwebt vor ihm wie eine Wetterwolke. Ernst und böse wird sie ihn ansehen, die Tür hinter sich zuwerfen und den lieben, langen Tag kein freundliches Wort sagen. Er weiß, wie matt ihr Blick ist, wenn sie sich grämt. Wenn sie dann mit leisem Seufzer über sein Haar streicht, oder gar Tränen im Auge hat, dann ist er ganz fassungslos! Nein! Das Diktat mit den zwölf Fehlern kann er ihr nicht zeigen. Er könnte sein Muttchen nicht mehr ansehen. Ein zitterndes Angstgefühl ist in ihm, obgleich sie ihm nie einen Schlag gegeben. Lieber will er.... ja, was will er denn eigentlich....? Ein abendteuerlicher Gedanke durchzuckt ihn, so daß er spornstreichs nach Hause geht, die Treppe hinaufschleicht, an seiner Wohnung vorüber, wo er einen Augenblick horchend stehen bleibt. Hansi zwitschert so fröhlich, daß es eine Lust ist! Dazwischen klappert Luise mit dem Geschire jetzt brauchte er nur anzuklopfen und rechts ins Kinderzimmer hineinzuschlüpfen. Da ist's ihm, als kämen Schritte näher—— mit zwei Sätzen ist er auf der Bodentreppe. 1