Erscheint täglich Ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis „ 4ans, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage m i## 9titigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. Eänet duch dis Bost bezogen für 3 Monate 1.50 Aationsdruck und Verlag, sowie für die Biktor Schanzer. Dortmund. verbunden Lokal-Anzeiger für mit dem Dortmund u. Hörde kr. 54. Erstes Blatt. und der täglichen Unterhaltungsbeilage C4# sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3295. Dortmund, Samstag, den 5. März 1910. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pfg. Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Pfg. Beilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Mar Sonnemann. Dortmund. Zum 6. März. &X Dortmund, 5. März. Nau pflegt zu sagen, daß die Menschen, die schon ml tot gesagt sind, sich gerade eines außerordenthartnäckigen Lebens erfreuen. So scheint es auch Freisinn zu ergehen.. Von rechts und von links nan ihm schon so häusig sein Sterbestündlein proz. dann horchte man. ob man seinen Herzschlag noch füre, und wenn es nicht so schien, dann hieß es Befriedigung, es ist vorbei mit dem Freisinn, er nicht wieder auf. er ist mausetot, nun haben wir dlich Ruhe vor ihm. über„hei lebet noch“. Wenn das Feuer häufig eiwa bescheiden unter der Asche glomm es hat doch erhalten, es hat weiter gefressen und eben sich dem Anschein, nach ein Sturm an, die Flamme ##hell auflodern zu lassen. Gerade in diesem Augenhlick ist es nützlich, sich gegenwärtig zu halten, daß Freisinnigen Parteien dadurch an Macht eingebüßt va, daß sie nicht zur rechten Zeit den veränderten hältnissen sich anzupassen verstanden, so z. B. in Arbeiterbewegung, in der Sozialpolitik die sich langsam dem Manchestertum gegenüber hat durchmüssen, usw. Außerdem ist es die natürliche se des entschiedenen Liberalismus, daß er den nach 2 Fronten hin zu führen hat, und daß er seinn eigenen Reihen eine weitgehende vielleicht nan sagen, übertriebene Duldsamkeit gegen Meiverschiedenheiten übt. Ferner hat der Freisinn ter leiden müssen, daß er, als die wirtschaftspolitiInteressen in den Vordergrund traten, den Intesruppen die darauf ausgingen, die Staats= und gebungsmaschine zu mißbrauchen, um sich auf Koe Allgemeinheit bare Vorteile zu verschaffen, bieten konnte, als seinen blanken Idealismus, der iti m Mark und Pfennig umrechnen ließ. Wenn ue die Geschichte des Freisinns überdenken, die sücliche Zeit der Spaltungen und der Uneinigkeit, eichiedenen Wege, die die einzelnen Gruppen einzen, so erscheint es uns fast, als seien die verenen Wege doch notwendig gewesen, um auf jedem Anen gewisse Probleme schärfer zu durchdenken und eerfolgen, als es damals in dem größeren Rahnöglich war. Und in der Tat haben die Pardie am 6. März im Anschluß an ihre besonin Lelegiertentage sich zu der neuen„Fortschrittden Volkspartei“ verschmelzen werden, die freiie Volkspartei, die freisinnige Vereinigung und von früher zum Teil darin aufgegangenen Naalisozialen, sowie die Süddeutsche Volkspartei jede dsonderes Gepräge gehabt, das bald lobend, bald von dieser oder jener Seite hervorgehoben worden ist. Und nicht zum mindesten sind die Gegner immer fleißig darauf bedacht gewesen, diese Unterschiede bald gegen die eine, bald gegen die andere der genannten Parteien auszuspielen. Die Unterschiede bestanden, sie hatten sich historisch entwickelt und für den, der die Parteigeschichte kennt, war es nicht leicht, zu glauben daß eine Einigung und Verständigung so schnell erfolgen würde. Die aufwachsende Generation hat freilich keinen Sinn mehr für diese Unterschiede, sie hat stürmisch die Einigung verlangt und die Alten mußten nachgeben. Und das ist gut so. Denn wir stehen auch in politischer Beziehung in der Entwicklung zum Großbetriebe. Nur indem große Kräfte zusammengerafft werden, können die Gegenkräfte unwirksam gemacht werden. Die Männer, die sich die Mühe gemacht haben, die Einigung vorzubereiten und für die neue Partei ein Programm aufzustellen, das die Ziele der bisherigen Einzelparteien vereinigt und das den Zusammenschluß ermöglicht, verdienen unsern wärmsten Dank. Einige Schönheitsfehler lassen sich vielleicht an dem Programm noch entdecken und es wird die Aufgabe der nächsten Vertretertage der Partei sein, diese Fehler zu beseitigen. Wenn einige Leute, die auf die besondere Schätzung ihrer individuellen Ansichten großen Wert legen, die Einigung nicht mitmachen zu können glauben, weil sie nicht das Vertrauen haben, daß sie innerhalb der neuen Partei ihre Idten durchsetzen werden, so muß das bedauert werden, jene Männer beweisen aber damit auch, daß sie ihre Zeit nicht begriffen haben und daß ihnen jener Optimismus fehlt, der bei großen Zielen nicht entbehrt werden kann. Es wird ja immer politische Freischärler und Desperandos geben. Es können Männer darunter sein, die einstmals in Reih und Glied geschätzt waren, aber sie verdammen sich selbst zur Einflußlosigkeit und zur unfruchtbaren Arbeit und sie müssen ihrem Schicksale überlassen bleiben Denn wir anderen wollen vorwärts. Für uns soll der 6. März 1910 ein bedeutsamer Tag sein. Es ist der Tag der Neugeburt einer großen bürgerlichen Linken. Die wir draußen nicht an der Tagung in Berlin teilnehmen können, werden im Geiste dabei sein, wenn die versammelten Männer das Gelübde einer treuen Zusammenarbeit und des kräftigen Vorwärtsstrebens im Sinne der staatsbürgerlichen Freiheit und der selbstlosen Förderung des Gemeinwohls ablegen. Schon in den letzten Wochen haben sich in den Organisationen die Vorboten der Einigung bemerkbar gemacht. Alte Weißbärte, die früher mal dabei waren und sich verärgert von der Politik zurückgezogen hatten, strömen wieder zum neu entfalteten Banner der Fortschrittspartei und die nachdrängende Jugend will durch Eifer wieder gut machen, was die ihr vorangehende Generation durch politische Gleichgültigkeit versäumt hat. Die Geister erwachen und es wird endlich wieder eine Lust, zu leben. Eine besondere Bedeutung gewinnt die linksliberale Einigung dadurch, daß sie in die preußische Wahlrechtsbewegung hineinfällt. „Betmäneken, Betmäneken hüte di“. Hoffen wir, daß die„Fortschrittliche Volkspartei“ soviel Kräfte anzieht, wie nötig sind, um hre Ziele durchsetzen zu können. Jeder einzelne muß aber daran mithelfen und so wollen wir in diesen Tagen der Worte des greisen Führers Albert Träger eingedenk sein: Treu zur Fahne halten, Ist uns Pflicht und Brauch, Frisch in ihren Falten Rauscht der Zukunft Hauch, Leuchtend soll sie wehen Uns im Kampf voran, Fest und einig stehen Alle Mann für Mann. Laßt das Banner fliegen, Währt de. Streit auch lang. Recht und Freiheit siegen Ueber Not und Drang: Wenn in deutschen Landen Alle Frei und gleich, Dann erst ist erstanden Neu das deutsche Reich. Die Landräte. Bei der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern im preußischen Abgeordnetenhause ist es zischen der Rechten und der Linken zu lebhaften Auseinandersetzungen über die politische Wirksamkeit der Landräte gekommen. Bei der ersten Beratung der Wahlrechtsvorlage hatte bereits der Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg diese Frage berührt und die Landräte gegen den Vorwurf zu schützen gesucht, daß sie sich mehr um die Politik als um die wirtschaftlichen Interessen ihrer Kreise kümmerten. Der freisinnige Abg. Cassel trat später dieser Auffassung entgegen. Er erkannte durchaus an, daß die Mehrzahl der Landräte in der Verwaltung der Kreise tüchtiges leistet, wandte sich aber mit aller Schärfe gegen die politische Wirksamkeit der Landräte zugunsten einer bestimmten Partei. Der konservative Abg. v. Goßler, ein Sohn des früheren Kultusministers, jetzt Rittergutsbesitzer, früher Landrat des Kreises Brieg, hielt sich für verpflichtet, die Lanräte gegen die von liberalen Seite erhobenen Vorwürfe in Schutz zu nehmen. Herr v. Goßler behauptete, daß die Konservativen allein die zuverlässigen Vertreter der Staatsautorität seien und deswegen beanspruchen könnten, daß die Staatsämter mit konservativen Männern besetzt würden. Er wurde alsbald aber von freisinniger Seite darauf aufmerksam gemacht, daß die Konservativen sich am allerwenigsten als Hüter der Staatsautorität aufspielen können, da sich bei der Kanalvorlage, bei den Caprivischen Handelsverträgen, besonders aber bei der Finanzreform gezeigt hätte, daß ihnen an der Erhaltung der Staatsautorität weit weniger als an der Wahrung der agraDortmunder Stadttheater. ms. Dortmund, 4. März. Zum 1. Male:„Das Ronzert". kustspiel in 3 Akten von Hermann Bahr. Neines Wissens ist auf unserer städtischen Bühne Pinann Bahr, der bekannte Wiener Kritiker und elttonist heute das erste Mal zu Wort gekommen. bar der geistvolle Plauderer auf reichsdeutschen dien ein Fremdling, wenn auch die Berliner The# und das oder jene Provinztheater hin und wieseiner Stücke gab. Erst das jüngste Lustdas Konzert“ hat ihm auf den reichsdeutschen zu dem Erfolge verholfen, der ihm in Wien „langst beschieden gewesen ist. Fast ein jedes cieren Werke Bahrs bezeuget zwar im einE1 die ungewöhnliche Begabung seines Autors, Een aber schlossen ein paar exzentrische Unmögsen den vollen Erfolg von vornherein aus. Antegt die Sache bei dem letzten Kinde der allzu daren Muse des Wiener Tichters, der jahreseinen Feuilletons seinen aufhorchenden Leverkünden pflegte, was die nächste Saison E“ würde, ob den Naturalismus, ob Mystizis###ust für die Kunst, oder Kunst für das Volk, selbst zu produzieren. Wie in BerErfal dden„Das Konzert“ einen durchschlagens erzielt hat, so würde es heute auch in in freundlichster Weise aufgenommen. Es p ader„gelben Nachtigall“ Bahrs ein Tendenzsich urm 9 Fomovir„Die gelbe Nachtigall“ dreht hermgeerhältnis des Mimen zum Publikum, A#oentig: Jahr der ein wenig selbstgefällige und eines ome# boshafte Sitten= und Splitterrich#erhehung 4e“ auf den er nicht ohne pharisäische un“ herabblickt. In dem„Lustspiel“„Das #emhkt Bahr den Verzückungsrummel, den n. z, altere Tamen mit einem beliebten PiaSturm„'“leich als schöner Mann die Herzen us verfalgPert treiben, und den von der Frauen ##e der Isten Künstler selbst. Der Pianist Gustav eine#####rnd seine Gefühle färbt wie seine Haare, Pvierstug." von Schülerinnen, denen er zu den der lieben Konkurrenz halber eine er dern zuteil werden lassen muß. Plötzlich ein gu“ angeblich um irgendwo bei irgendeine a# zu geben. Zu gleicher Zeit begibt Leibchen aus.“ in Jura, ein frisches junatten, in a##esen, um einer Tante einen Besuch Wirklichkeit aber, um mit ihrem vergötterte Maestro einige Tage in einem Blockhaus im Gebirge eine Reihe von Schäferstündchen zu feiern. Heink's Frau drückt auch bei diesem Seitensprunge gleich wie bei den früheren beide Augen zu, läßt sich dann aber durch den schrullenhaften Gatten Delfines zu einem amüsanten Gegenspiel verleiten. Frau Heink und Dr. Jura eilen im Auto dem verliebten Paare nach, stellen sich dem ersten auf ehebrecherischen Pfaden wandelnden Paare als zweites von gleicher Couleur vor und raten dann nach einem zu viert gemütlich verlebten Stunden, die Liebe über Kreuz durch die Ehe über Kreuz sanktionieren zu lassen. Da nur verbotene Früchte süß schmecken, ist für das erste Paar der Reiz dahin. Frau Dr. Jura eilt in die Arme ehres Mannes zurück, diesen schleunigst nach Hausc entführend. Heink verspricht seiner Frau, ihr fortan treu bleiben zu wollen, um allerdings beim Schlusse des Stückes gleich wieder in den Armen einer Anbeterin zu liegen, weil er die Weiber nicht entbehren kann. Bahr hat wie in der„gelben Nachtitigall“ so auch im„Konzert“ Ibsen ins Handwerk gepfuscht, allerdings höchst ernsthafte Thesen und Probleme in stark schwankartigen Szenen gewissermaßen in Karrikaturen erörtert, immer der amüsante, launig boshafte Plauderer. Die Dürftigkeit der Handlung wird im„Konzert" durch einen witzigen Dialog verdeckt. Das Stück gefällt und das ist für den Tichter die Hauptsache.— Die Aufführung des Stücks, das von Herrn Oberregisseur C. Habermeyer sorgfältig und geschickt inszeniert worden war, ging äußerst flott von statten. Herr Mathias spielte den Klavierlöwen Heink und bot eine völlig ausgeglichene und abgerundete Leistung, indem er sowohl als Tyrann seiner Umgebung, wie als Don Juan die rechten Töne fand und den Eindruck machte. Ihm wurde nicht nur bei den Aktschlüssen, sondern auch auf offener Szene Beifall gespendet. Seine Frau wurde von Frl. Proß hausmütterlich=verschlagen gezeichnet und in trefflicher Weise verkörpert. Der als verrückt verschrieene Dr. Jura hatte in Herrn Kaufmann einen ausgezeichneten Vertreter gefunden, der auch das Unnatürliche glaubhaft zu machen verstand. Dessen kleine, auf Liebesabenteuer gehende Frau wurde von Frl. Habermeyer in ihrer Eigenart gut dargestellt. Von den übrigen Mitwirkenden sind noch Herr Kaul als der versoffene und gichtische Pollinger sowie Frl. Hrubesch als die bis über die Ohren verliebte Eva Gerndl zu loben. Das Publikum klatschte in freudiger Stimmung lebhaft und zeichnete so die Mitwirkenden gebührend aus. Spielplan von Sonntag, den 6. März bis Sonntag, den 13. März 1910. Sonntag, den 6. März 1910. Nachmittags=Vorstellung zu ermäßigten Preisen. Zum sechsten Male. Mit vollständig neuer militärischer Ausstattung.„Ein Herbstmanöver“. Operette in drei Aufzügen von Emmerich Kalman. Abends siebeneinhalb Uhr. Opernpreise.„Die lustigen Weiber von Windsor“. Romantisch=phantastische Over mit Ballett in drei Aufzügen von Otto Nicolat. Montag, den 7. März 1910. Anfang siebeneinhalb Uhr. Volksvorstellung bei aufgehobenem Abonnement. Jahreskarten gültig. Volkstümliche Preise. „Judith“. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel. Dienstag, den 8. März 1910. Anfang siebeneinhalb Uhr. Opernpreise. Seie B. Nr. 40, braune Karten.„Ein Sommernachtstraum". Lustspiel in drei Aufzügen von W. Shakespeare. Musik von Felix Mendelssohn=Bartholdy. Mittwoch, den 9. März 1910. Ansang siebeneinhalb Uhr. Schauspielpreise. Serie C. Nr. 40, rote Karten. Zum dritten aMle.„Tantris der Narr“. Drama in 5 Auftügen von Ernst Hardt. Dennerstag, den 10. März 1910. Anfang siebeneinhalb Uhr. Opernpreise. Serie A. Nr. 42, grüne Karz ten. Zum vierten Male.„Im Paradiese Mahomets". Operette in drei Aufzügen von Robert Planquette(Komponist der„Glocken von Karneville“). Freitag, den 11. März 1910. Anfang siebeneinhalb Uhr. Schauspielpreise. Serie B. Nr. 41, braune Karten.„Zapfenstreich“. Drama in vier Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Sonnabend, den 12. März 1910. Anfang siebeneinhalb Uhr. Opernpreise. Serie C. Nr. 41, rote Karten.„Die lustigen Weiber von Windsor“. Romantisch=phantastische Oper mit Ballet in drei Aufzügen von Otto Nicolat. Sonntag, den 13. März 1910. Nachmittags=Vorstellung zu volkstümlichen Preisen. Anfang 3 Uhr. Zum 5. Male.„O diese Leutnants". Lustspiel in drei Aufzügen von Kurt Kraatz.. Abends siebeneinhalb Uhr. Opernpreise. Neu einstudiert. Engagementsgastspiel des Frl. Dachhauer vom Stadttheater in Hamburg.„Der Freischütz. Romantische Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber.. rischen Interessen und der Aufrechterhaltung ihrer eigenen Macht gelegen sei. Wir können der Auffassung nur durchaus zustimmen, daß die Landräte sich davor hüten sollen, ihren Einfluß zu gunsten einer bestimmten politischen Pratei geltend zu machen. Sie sollen selbstverständlich ihre eigene politische Meinung haben und als Wähler betätigen. Sie sollen aber in ihrer amtlichen Wirksamkeit über den Parteien stehen. Wir sind auch der Meinung, daß Landräte sich nicht zu Volksvertretern eignen. Durch Landräte als Abgeordnete wird der Parteikampf in die ganze Kreisverwaltung gezogen. Auch leidet der Kreis durch die monatelange Abwesenheit des Landrats. Gegen die Wahlbeeinflussung durch Landräte sprach sich seinerzeit ganz entschieden der frühere Oberpräsident Aba. v. Bennigsen im Reichstage aus. Es zerstöre und fälsche Sinn und Zukunft der Selbstverwaltung im Keime, wenn Beamte, zu denen auch die Landräte gehörten, in irgend eine politische Abhängigkeit von der Regierung gebracht würden.„Ter Landrat ist jetzt in einem viel höheren Grade der polizeilichen Tätigkeit entrückt, in viel höherem Grade auf das Zusammenwirken mit Bürgern jeder politischen Richtung angewiesen, ja, er ist sogar berufen. an der Spitze des Kreisausschusses richterliche Funktionen auszuüben. Für eine solche Stellung muß man mehr als früher darauf verzichten, den Landrat zu einem gefügigen Werkzeuge für augenblickliche Regierungsprojekte zu machen. Der Landrat, wenn er Unbefangenheit, Ansehen und Einfluß bewahren soll in der Arbeit, zu der er berufen ist, kann nichtheute von obenher politisch ausgenutzt werden, wenn er Freihändler ist, für ein schutzöllnerisches Projekt, oder wenn er Schutzöllner ist, für ein freihändlerisches Projekt einzutreten. Ein Beamtentum mit solchen Aufgaben muß aber bei der Ausübung seiner politischen Rechte das Vertrauen und das Ansehen dadurch bewahren, daß das Publikum sich auf dasselbe verlassen kann als auf eine Körperschaft, die eine selbständige Meinung hat und haben darf, aber die es versteht, in würdiger Weise sich mit der Ausübung des Amtes in Uebereinstimmung zu bringen, eine Ausübung, die allerdings verlangt, daß der Beamte die Gesetze des Staates in dem Sinne ausführt, wie es die Gesetzgebung will, und wie es von der Regierung ihm amtlich anempfohlen wird.“ Diese vortrefflichen Ausführungen haben aud heute volle Geltung. Aber solche Reden, wie sie jüngst im preußischen Landtag gehalten sind, müssen iten Kreisen verstimmen. Tamit wird weder den Landräten selbst noch dem Staatswohle gedient. Deutsches Reich. „Der Rampf um die Wahlreform“ betitelt sich eine viereinhalb Bogen starke Broschüre, die der Freisinnige Wahlrechtsausschuß soeben herausgegeben hat. In der Broschüre werden die Verhandlungen über die Wahlrechtsvorlage ausführlich wiedergegeben. Sie ist für die Massenverbreitung bestimmt und der Bezugspreis entsprechend ni drig bemessen. Der tag auf eine Laterne geklettert sein, um eine Rede zu halten.— Daran ist zwar kein Wort wahr aber man sieht, wie gern das Blatt den Volksführer an Laterne sehen möchte. *** Die neue Wachtparade. Was zieht so laut am Schloß vorbei, Kopf dicht an Kopf, in langer Reil Das ist die Wachtparade. Trägt zwar nicht Säbel und Gewehr, Ist aber doch ein mannhaft Heer, Die neue Wachtparade. Kein Tambour, stramm im Tressenrox, Schwenkt seinen langen Troddelstock Voran die Wachtparade. Kein Leutnant, Kragen goldgestickt, Befiehlt, den Degen hochgezückt, Der neuen Wachtparade. Das ist nun mal'ne andre Zeit! Es kommt in schlichtem Bürgerkleid Zum Schloß die Wachtparade. Und mancher graugeword'ne Mann Tritt hellen Auges heut mit an Zur neuen Wachtparade. O König, blick auf diese Schar Und hör den Ruf, den sie bringt dar, Den Ruf der Wachtparade: „Mit Junkern fort, und Pfaffen so Das ist Praol’ und Losungswort Der neuen Wachtparade. 27. Hän Fr soll Fried Aus dem„ulk“. n! Nach der„Tägl aumann am letzten Aus der„Berl. Illustr. „So, mein Kleid gefällt Dir nicht)“ Na, hör' mal, das weiß doch alle Welt, daß ich allein Geschmack habe. Du hast doch keinen.“—„Du kannst Du recht haben. Ich hab' Dich ja geheiratet.“ *** „Ich angle jetzt. Sie können sich nicht denken, wie aufregend das ist.“—„Angeln— aufregend?“ Ja, Ich habe nämlich keine Fischkarte.“ *** Maler:„Nun Hieselbauer, wo bleibt heut Euen Kuh? Ich bin mit meinem Bild noch nicht fertig.“ Bauer:„Entschuldigen schon. Mei Alte meint, das Malen sei dem Tier nöt gut, es seh' ey schon schlechter aus!“ SA Preis der Broschüre betragt 10 Pfg., bei Partien von 25 Stückean— auf Grund derselben Bestellung an dieselbe Adresse— werden 7 Pfg. berechnet. Bestellungen kind unter Einsendung des Betrages an die Geschäftsstelle des Freisinnigen Wahlrechtsausschusses, Berlin W. 9. Köthenerstraße 48 zu richten. Reine Freikarten für die Landtagsabgeorsneten. Die preußische Regierung wird, wie sie dem PräAdenten des Abgeordnetenhauses mitgeteilt hat, dem Wunsche des Hauses nach Freifahrtkarten auf den preubischen Eisenbahnen für die Abgeordneten nicht Folge geben. Lokales und Orovinzielles. Dortmund, 5. März. — Zum Handelsrichter wiederernannt wurde der Fabrikbesitzer Dr. Rud. Brück beim hiesigen Landgericht. —* Bei der Aufführung der„Tageszeiten“ am 13. März er. am Fredenbaum singen die Solis: Frau Schmidt=Illing, Darmstadt(Sopran), Frau Gertrud Fischer=Maretzky, Berlin(Alt), Herr Anton Kohmann, Frankfurt(Tenor), Herr Kurt Ficke, Köln(Baß=Bariton). Karten sind zu haben zu 3. 2 und 1 Mark im Verkehrsverein am Markt und an der Abendkasse. —* Die 6. Kirchenmusik findet am Sonntag in der Reinoldikirchs statt. Das Konzert beginnt ausnahmsweise um 8 Uhr und werden außer dem Turmeingang auch die übrigen Türen geöffnet, um jedes Gedränge zu vermeiden. Eintrittsprogramme sind im Verkehrsverein und abends an den Eingangstüren zu 10 Pfg. zu haben. —“5. Solisten=Konzert des Philharmonischen Orchesters. Erstklassige Orchester suchen eine Ehre darin, daß sie Werke von namhaften Komponisten zum ersten Male aufführen, also ihrem Publikum die Entscheidung überlassen, das betreffende Werk anzunehmen oder abzulehnen. Selbstverständlich gehört dazu auch ein kunstverständiges Publikum. Dichter und Komponisten suchen deshalb meist Großstädte zu den Uraufführungen ihrer Werke auf. Nach unserer Ansicht steht aber das musikalische Dortmund heute auf der Stufe, um entscheiden zu können, was als hervorragend zu gelten hat. Im 5. Solistenkonzert am Montag, den 7. März an der Kronenburg, findet die Uraufführung eines Werkes von Fr. Gernsheim, dem 70jährigen Leiter der Meisterklasse für Komposition an der Königl. Akademie in Berlin, statt.„Zu einem Drama“, Tondichtung für großes Orchester betitelt sich das Werk, welches vom Philharmonischen Orchester aus der Taufe gehoben werden soll. Der Schöpfer des Werkes wird persönlich den Taktstock schwingen und die Tondichtung dem Dortmunder Publikum vorführen. Wer im vorigen Jahre den greisen Meister bewundern konnte, als er an der Kronenburg seine„Mirjam=Symphonie“. und am Fredenbaum Symphonie und Chorwerk dirigierte, der wird wissen, daß am kommenden Montag hervorragendes zu erwarten ist. Daß Herr Professor Gernsheim so großen Wert darauf legt, in Dortmund aufgeführt zu werden, ist sehr ehrenvoll für unser Orchester und seinen Leiter. Unser Publikum wird hoffentlich dem Meister nächsten Montag große Ovationen bereiten, zählt er doch zu dem herrlichen Freundeskreis, der einen Joachim, Brahms u. a. umfaßte. —“ Bei unerlaubten Glücksspielen überraschte die Kriminalpolizei in einer Restauration an der Rheinischen Sratße eine größere Gesellschaft. Die Einsätze wurden von der Polizei beschlagnahmt. —* Auf frischer Tat erwischt. Auf einem Lagerplatze am Hafen versuchte in der Nacht zum Freitag kurz vor 12 Uhr ein Mann Teile einer Lokomotive unbefugterweise loszuschrauben. Er wurde hierbei jedoch von einem Kontrolleur der hiesigen Wach= und Schließgesellschaft überrascht und festgenommen. Ein dort wohnender Platzmeister der betreffenden Firma erkannte in dem Täter einen früheren Arbeiter, es wurde deshalb die Uebergabe an die Polizei unterlassen. —“ Die Fahrten des Hasenfährbotes„Else“ nach dem Restaurant Bootshaus 2c. sind wieder auf genommen worden, und zwar finden sie von nachmittags halb 2 Uhr ab von der Landungsbrücke Mallinckrodtstraße nach Bedarf statt. Iim Restaurant Bootshaus, zu dem man auch von der Hobertsburg aus bequem zu Fuß gelangen kann, können die Besucher alles haben, was zur Erfrischung und Stärkung nötig ist. Werne, 4. März. Gestern Abend wurde auf der Zeche Werne der Hauer Hermann Büchte aus Rünthe durch Kohlenfall schwer verletzt. An den Folgen dieser Verletzung ist er inzwischen gestorben; Büchte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Ergste, 4. März. à Am 12. dieses Monats begehen die Ebeleute D. H. Trapve die diamantene Hochzeit. Hemer, 5. März. Die Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie Iserlohn=Hemer soll am 15. dieses Monats stattfinden. Deilinghofen, 5. März. Die hiesige Gemeinde hat die Einführung einer kommunalen Biersteuer beschlossen. Trier, 4. März. Ein Güterzug entgleiste auf der Blockstation Feyen vor Trier dadurch, daß schwere Eisenteile der für die Longnicher Moselbrücke bestimmten Eisenkonstruktion herabfielen. Der Verkehr findet über Trier=West statt. Letzte Telearamme. Nordseefahrt des Kaisers. Berlin, 4. März. Kaiser Wilhelm beabsichtigt auf dem Dampfer„Kaiser Wilhelm II.“ des Norddeutschen Lloyd am 5. April eine dreitägige Fahrt durch die Nordsee zu unternehmen. In der Begleitung des Kaisers werden sich Mitglieder der hohen Beamtenschaft und der Finanzwelt, sowie Vertreter von Kunst und Wissenschaft befinden. Fürst Bülow Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften. Berlin, 4. März. Die königlich preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin hat dem früheren Reichskanzler Fürsten v. Bülow eine besondere Ehrung zuteil werden lassen, indem sie ihn zu ihrem Ehrenmitgliede wählte. Die Wahl ist durch kaiserlichen Erlaß bestätigt worden. Die Affäre Wedel=Wetterlé. Berlin, 4. März. Die Annahme, daß der Statthalter von Elsaßz=Lothringen, Graf Wedel, wegen der Angelegenheit, die kürzlich viel besprochen wurde, zur Berichterstattung in Berlin aufgefordert sei, ist unrichtig. Graf v. Wedel hat aus eigener Initiative über den Fall nach Berlin berichtet. Die Aussichten der Wahlrechtsvorlage. Berlin, 4. März. Wie verlautet, ist es leicht möglich, daß die Wahlrechtsvorlage schon Ende der nächsten Woche im Plenum zur zweiten Lesung gestellt wird. Genaue Dispositionen über die Geschäftslage in den nächsten Wochen sind zwar noch nicht getroffen, aber es finden zwischen den Fraktions. führern bereits Besprechungen dahingehend statt, die zweite Lesung des Eisenbahnetats, die bisher immer noch für die Zeit vor den Osterferien in Aussicht genommen war, bis nach den Osterferien zu verschieben und die Wahlrechtsvorlage zu verabschieden. Im Abgeordnetenhause neigt man zu der Ansicht, daß die Beschlüsse der Wahlrechtskommission im Plenum noch eine Abänderung erfahren werden, da bei der bekannten Stellung der Parteien Konservative und Zentrum im Plenum schwerlich gegen Freikonservative und die gesamte Linke das Gesetz in der jetzigen Form annehmen werden. Man spricht von einer Rückverweisung an die Kommission, um über die Privilegbestimmungen eine Einigung herbeizuführen. Ueber den Standpunkt der Regierung verlautet zunächst noch nichts Bestimmtes. Es heißt, die Regierung wolle das Wahlgesetz nicht ohne die Nationalliberalen zu Ende bringen, weil sonst die Agitation nicht aufhöre. Die Wahlrechtskundgebungen. Berlin. 4. März. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ueber die Wahlrechtskundgebungen am vorigen Sonntaa finden sich im„Standard“ Meldungen, wonach der Kaiser die Kundgebungen von einem Fenster des Schlosses aus beobachtet haben soll. Das ist falsch. Der Kaiser hat von den Demonstrationen nichts bemerkt. Unrichtig ist es auch, daß in den Schloßhösen für den Notfall Militär bereitgestanden hätte. Die Verwendung von Militär war nicht vorgesehen. Ebenso falsch sind schließlich auch die Meldungen, nach denen der Kaiser auch mit Rücksicht auf die Zusammenstöße am vergangenen Sonntag der Polizei strengste Zurückhaltung befohlen hätte. Der Kaiser hat in keiner Weise in die Anordnungen des Polizeipräsidenten eingegriffen. Berlin, 4. März. Der Polizeipräsident hat an die Vorsitzenden der Aktionsausschüsse des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine von Berlin und Umgegend die Mitteilung gelangen lassen, daß er den vom„Vorwärts“ für Sonntag als Demonstration gegen das preußische Wahlrecht gepianten Massenspaziergang im Treptower Park als eine ach dem Vereinsgesetz genehmigungspflichtige Veranstaltung ansehe und ihr entgegentreten werde. Fürsorge für die Kriegsteilnehmer. - Berlin, 4. März. In der Budgetkommission des Reichstages kam bei Beratung über den allgemeinen Pensionsfonds der Staatssekretär des Reichsschatzamtes nochmals auf die Leistungen des Reichs für die Kriegsteilnehmer zurück und legte zahlenmäßig dar, daß 1873 bei der Gründung des Reichsinvalidenfonds die bestimmte Absicht obgewaltet habe, mit 561 Millionen Mark, die der Kriegsentschädigung entnommen waren, dauernd auszukommen. Statt dessen habe man bis jetzt 1500 Millionen Mark gebraucht, wodurch der Fonds völlig erschöpft worden sei, so daß das Reich noch auf unabsehbare Zeit viele hundert Millionen beisteuern müsse. Er führe dies nur an, um die Annahme zu widerlegen, als ob das Reich es an Fürsorge für die Kriegsteilnehmer habe fehlen lassen. Gegenteil, diese Fürsorge sei seit 1873 fortdauernd und erheblich erweitert worden. Der Wohnungsgeldzuschuß der Beamten. Berlin, 4. März. Verläßlichem Vernehmen nach wird dem Abgeordnetenhause die Vorlage, die den Wohnungsgeldzuschuß der Beamten endgültig regelt, zugehen. Sie wird sich dem Reichsgesetz anschließen, also für viele Beamte eine Verbesserung bringen, aber anderseits auch die Deklassierung einer ganzen Reihe von Orten. Diese letztere Folge der Uebertragung der reichsgesetzlichen Bestimmungen auf Preußen dürfte starken Miderspruch der Betroffenen hervarrufen. Verbotene Wahlrechtsdemonstration. Halle(Saale), 4. März. Die hiesige Polizeiverwaltung untersagte die von den Sozialdemokraten geplante Demonstrations=Versammlung, die am nächsten Sonntag auf freiem Felde vor den Toren der Stadt abgehalten werden sollte. Ein Expolizeichef als Bombenleger. Petersburg, 4. März. Aus Tiflis wird gemeldet, daß der frühere Chef der dortigen Geheimpolizei, Matschinski, und zwei Komplizen verhaftet worden sind. Sie hatten Bomben vor die Tür eines reichen Hausbesitzers gelegt, um ihm sein Geld abzunehmen. Standesamts Nachrichten. Dortmund 1. Vom 4. März. Geburten. 1 Sohn: Maurer Gerdes, Hügelstraße 14. Hilfsarbeiter Bahr, Enschederstraße 6. Vorarbeiter Rüller, Lönenerstraße 59. Bahnarbeiter Monsche, Feldstraße 40. 1 Tochter: Eisendreher Berghaus, Bleichmärschstr. 50. Jigarrenhändler Seyfahrt, Stahllverkstraße 37. Bergmann Doschil, Flurstraße 89. Dachdecker Rüsseler, Burgmundastraße 30. Aufgebote: Hauer Ernst Bahlo und Bertha Laudien. Oberlehrer Dr. Josef Müller und Helene Reinhard. Büffetier Albert Beckmann und Augustine Falke. Schlepper Josef Friederitzi und Karoline Meier. Eheschließungen: Bergarbeiter Bernhard Kuschke und Anna Salewski. Former Johann Mackenberg und Sophia Funke. Schreiner Karl Meyer und Franziska Hoffmann. Arbeiter Peter Becker und Klara Wiemann. Sterbefälle: Anstreicher Hein straße 1, 35 Jahre. Buchdruckereibesitz r ges“## frod, Bremerstraße 13, 56 Jahre.“ Eduars Eingesandt. Notschrei der Hunde. Der Magistrat schlägt vor, die wir armen Köter denn mit 15 Mark nach.: 3n genug besteuert? Was kosten wir denn d.r#### it schwer# Stad Wir fahren keine Straßen mit schweren entzwei, wir belasten den Schul= und wir machen nur Freude. Biersteuer, Wertzume: läßt man fallen, uns will man aver an's hat der Magistrat wohl nicht bedacht, al. 19 bis ans Herz als Steuerobjekt, als auszunrag, trone behandelte. Ja, eine Lebensfrage ked.3 diese Steuererhöhung für uns; geht sie durch“ Ade du schöne Welt, die Hälfte von uns muac ins Gras beißen, denn unsere armen Herren. und werden diese Steuer nicht zahlen. Der fekt ist dann eine Mörderei der armen g##“# die erwartete höhere Steuer geht doch futsch. J. digt man von Liebe zu den Tieren, wir abtreuesten Freunde des Menschen, die liebsten Spie. nossen der Kinder, werden kaltblütig ums Leb“ bracht. Werden die Bürger Dortmunds so ung“ den? Wir hoffen, ein allgemeiner Schrei der rüstung bricht dieser infernalischen Steuer den se# Wir aber wollen uns diese Behandlung nicht gefonlassen und da es einmal so Sitte ist, wollen wir tag eine große Protest=Versammlung am Hiltronzeabhalten und mit unserer Meinung nicht zurückhalt Wir haben jedenfalls vielmehr Anlaß, uns aufureng wie die Wahlrechtsprotestler. Am Montag wenn die Steuer beraten wird, wollen wir vor## rote Haus in der Betenstraße ziehen und laut denn strieren. Seid daher alle zur Stelle, der Eindruck ein überwäältigender sein. Von den Stadtverordneg die wir für edse Menschen halten, bitten wir einsia mige Ablehnung der erhöhten Hundesteuer. Ein dan## bares, dreimaliges Wau! Wan! Wau! soll unser Da sein. Diejenigen Stadtverordneten aber, die fü Steuer stimmen sollten, seien gewarnt. Die Geister# serer armen ermordeten Leidensgenossen werden shnin der Geisterstunde Nacht für Nacht erscheinen u fürchterliche Rache nehmen. Im Auftrage aller Hunde: Hektor und Minke „Zum Blücher“. Der komme rde Sonntag vn jedem Besucher in sämtlichen Räumen des Etablisi ner## „Jum Blücher“, Münsterstraße 77, wieder genußrig Stunden bringen. Kapellmeister Willy Schmitt#### seinem rheinischen Künstler=Ensemble ergötzt seit#### 1. dieses Monats die Zuhörer. Aber auch in Tat nicht zu Unrecht nennen sie sich ein Künstierc semble. Jeder der Herren versteht sein Instrung meisterhaft. Herr Fred Albers, der rühmlichst beiun Bassist, bietet Erstaunliches auf dem Gebiete der# und Scherzlieder=Gesanges dar Konzert beginnt sn tag Nachmittag um 4 Uhr. mochentags abend 7 Uhr: stets bei freiem Enir# Cafee Metrovol. Nach wie vor üben Konzerte im Cafee Metropol unter der Leitung tüchtigen Kapellmeisters Herrn Arthur Dröge1 große Anziehungskraft aus. Die Konzerte, die mittags 4 Uhr und abends ab 8 Uhr vor vollbeset tem Auditorium stattfinden, sind in jeder Beziehu# erstklassig. Wer darum eine wirklich gute Muik### ren will, sollte nicht versäumen die Konzerte nu# mäßig zu besuchen. Bei der anerkannt tüchtigen L# tung des Geschäftsführers Herrn C. Rennenam übrigt es sich, über die Bedienung etwas zu### und man kann sich bei reichhaltiger Auswasl Getränken und Speisen einige genußreiche# verschaffen. Darum„Auf ins Metropol“. Olymvia=Theater. Wie auch in allen deren Weltstädten so erzielt auch bei uns die wi rühmte Künstlerin Saharet allabendlich ein kauftes Haus und den stürmischen Beifall da reichen Besucher. Aus dem übrigen reichhaltigen## gramm hat Kapitän Bralley! Die urkomische## tomime. Die Einbrecher von Newyork! Moderne kn in lebenden Bildwerken! Der Grotesk=Komiker### radin! Die phänomenalen Kunstgymnastiker d'Arak und die übrgien Novitäten haben reichen folg zu verzeichnen. Morgen Sonntag sind? Vorstellungen und zwar nachmittags 4 Uhr in# abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen treten die#### berühmte Künstlerin Saharet und die cesamten sationen auf. Wochenplauderei. ms. Dortmund, 5. März. Ein Steckenpferd reitet wohl Jedermann und keigen Sterblichen noch hat es gegeben, gibt es und wird es geben, der nicht eine Lieblingsbeschäftigung hatte. Ich kann es nicht in Abrede stellen, daß auch ich zu dieser Reiterei gehöre. Aber von mir soll hier nicht die Rede sein, denn ich bin nicht so anmaßend, fortwährend meine Wenigkeit in den Vordergrund zu schieben, von ihr zu reden und damit meine lieben Leser und Leserinnen zu langweilen. Nur das eine möchte ich mit einer gewissen Betonung sagen, daß ich nicht zu den eigensinnigen Steckenpferd=Reitern gehöre, sondern mein jeweiliges Steckenpserd getrest laufen lasse, wenn es mich aus dem Sattel der Mutter Erde an die Brust geworfen hat. Leider sind nicht alle Leute so vernünftig wie ich. Viele wollen partout mit dem Kopf durch die Wand, ohne zu bedenken, daß die Wände meist stärker und härter als so ein Menschenschädel zu sein pflegen. Richt alle können sich rühmen, ihr Steckenpferd so schneidig und erfolgreich zu reiten, wie der deutsche Kaiser das seine, die Marine. Viele werden den Kaiser ob seines Glückes sehr beneiden. Sicher wird das Gefühl des Neides auch die Brust unseres städtischen Steuerministers beschleichen. wenn er wieder einmal vor einem Mißerfolge mit seiner Lieblingsbeschäftigung steht.. Unserem Minister für die Steuern bereitet bekanntlich nichts mehr Vergnügen, als die Steuerschraube von Zeit zu Zeit anzuziehen oder sich auf die Suche nach neuen Steuern zu begeben, um mit ihrem Ertrage den steigenden Bedarf der Stadt zu decken. So hat sich unser Steuerminister auch jüngst auf die Beine gemacht, um neue Steuerquellen für den stets und ständig schlappen Stadtsäckel zu erschließen. Mag nun sein, daß er es verschmäht hat, sich mit einer der berühmten Wünschelruten des Landrats Frhr. v. Uslar=Gleichen zu versehen, mag es auch ein anderer Grund gewesen sein, kurz er hat schmählich Fiasko erlitten. Zwar hörten Dortmunds Bürger, wie er laut„Heureka!“ rief und auf eine Quelle stieß, die an verborgener Stelle lustig sprudelte. Die Entdeckungsfreude ward ihm aber gar bald getrübt, als er erfuhr, daß diese Quelle schon früher einmal entdeckt worden war, sich aber als unergiebig erwiesen hatte, weshalb man sie wieder der Vergessenheit überantwortet hatte. Doch verzagte Dortmunds Steuerminister nicht gänzlich. Wir wollen es doch mal versuchen, ob der Quell nicht ergiebig gemacht werden kann, dachte er und setzte sich flugs hin, um ein Gebot ergehen zu lassen, daß der Quell von seinem augenscheinlichen Ueberfluß etwas für die Allgemeinheit, die danach dürstete, abgeben solle. Das Papier ist geduldig. Der Befehl zog nicht; der Bierquell, der den Finanzen der Stadt Dortmund aufhelfen sollte, versagte, denn der Minister hatte die Rechnung ohne die Besitzer des Grund und Bodens gemacht, dem der Quell entquoll. Diese wvollten nicht, daß auch der Allgemeinheit der goldene Inhalt des Quells fließe, sie wollten die beati possidentes auch künftig ganz allein sein und bleiben. Nun hatten sie zahlreiche Freunde, die ihrem Willen den nötigen Nachdruck verschafften, und so kam es, daß der Minister für die städtischen Steuern die Hand von dem schönen Quell lassen mußte. Wie ein brüllender Leu ging der Minister nun umher, denn er wollte durchaus eine neue Steuerquelle finden; zur Abwechslung, weil er des ewigen Anziehens der Steuerschraube, der stetigen Erhöhung der Einkommen=, Grund= und Gebäude=, Gewerbe= und anderen Steuern einmal überdrüssig getorden war. Aber wie er auch umherging und emsig suchte, er sand nicht, wnoach er ausgegangen war. Also blieb ihm nichts üübrig, als zur Steuerschraube seine Juflucht zu nehmen. Aber es schien, als wenn ihm diese seine kurzfristige Untreue arg übel genommen hätte. Sie wollte sich durchaus nicht drehen und weiter anziehen lassen. Erst versuchte es der Steuerminister mit einer ganz beträchtlichen Erhöhung der Wertzuwachssteuer. Wer im Besitze von Grundstücken ohne sein Zutun mit der Zeit zum reichen Mann wird, kann, meinte er, schon etwas von seinem Reichtum abgeben, um den ewigen Dalles der Stadt zu mildern. Aber er hatte vergessen, daß sich niemand gern schrauben läßt und der Wurm, der getreten wird, sich krümmt. All die Redensarten, mit denen der Minister sein Beginnen beschönigen und als durchaus gerechtfertigt hinstellen wollte, verfehlten ihren Zweck, gingen wirkungslos verloren, sodaß er sich genötigt sah, von der beabsichtigten Verschärfung der Wertzuwachssteuer Abstand zu nehmen, allerdings immer noch mit der stillen Hoffnung, daß es ihm gelingen werde, wenigstens etwas mehr herauszuschlagen. Nicht mit Unrecht hat man sich getrumdert, daß die Bürgerschaft durch diese und andere drohende Steuern erst aufs heftigste erregt worden ist, um dann mit der Kunde, daß die Finanzlage der Stadt besser sei, als man gedacht habe, und von der Biersteuer und wohl auch von der Wertzuwachssteuer Abstand genommen werden könne, wieder besänftigt zu werden. So ganz allerdings wird sich die Bürgerschaft durch das glättende Oel, das der Magistrat auf die aufgeregten Wogen geschüttet hat, nicht beruhigen, denn noch drohen ihr ganz merkliche Steuererhöhungen, die, wie man allgemein meint, nicht nötig sind, wenn man nur ebenso vorsichtig wie die Einnahmen auch die Ausgaben festsetzen wollte. Denn daß der Haushaltsplan seit geraumer Zeit allzu vorsichtig aufgestellt worden ist, beweisen die in die Hunderttausende gehenden Ueberschüsse, die sich trotz der Krise in der Industrie ergeben haben. Im Ubrigen könnten die Ueberschüsse der letzten Jahre wohl derart zur Deckung des Defizits herangezogen werden, daß eine Erhöhung der Einkommensteuer und der anderen Steuern unterbliebe. Nun ist bei seinem Bemühen, aus den Bürgern noch mehr an Steuern herauszuquetschen, unser Steuerminister auf den Hund gekommen. Er schlägt vor, die Hundesteuer zu verdoppeln. Darob natürlg gemein.s Wehklagen deren, die ohne ihren Movs“ leben können, auch wenn sie selbst kaum genus sich zu essen haben. Darob allgemeines Lamenitt über den rigorosen Magistrat, der sein Einvets## nis dazu gegeben hat, dlaß der„treue Freund Menschen“ so unfreundlich behandelt wird und Bürger gezwungen werden, sich von ihrem Ire##, trennen. Jun meine, aahibchicht nur geng, viel zu viel Köter in Dortmund, die mitunte Plage, wenn nicht gar zu einer Gefahr für die lichen Passanten werden. Wenn die Verdorhelngt# Hundesteuer eine Verminderung des Hundebeste Dortmund zur Folge haben sollte, würde ich stehen, den Steuerminister und all denen, die terstützt haben, zu begkückwünschen und ihnen ken. Wer sich den Lurus leisten will, sich zum Vergnügen zu halten, der kann und wirt," Erachtens auch etwas tiefer in den Beutel orete, sein Lurusbedürfnis zu befriedigen. Aber nicht vergessen, unseren Steuerminister daram—. sam zu machen, daß er der Bürgerschaft„ein““ erwessen und den twurrenden Hundebeitr Saulus in einen Paulus“, wie es neuester Lo. machen kann, wenn er neben der Erhöhung bechnbs er eine Katzensteuer einführt. Allerdings wirs,“ stöhne über den garstigen Steuerminister## werden, aber alles ist vergänglich, auch“ tieren, das ja in der Hauptsache am Biertin Kaffeeklatsch sich erhebt, wenn der Ministe bei ist. Wenn die Stadt mit der Erhöhung desteuer nicht auf den Hund, sondern einen grünen Iweig kommt, so wird auch steuer nicht für die Katze sein. Drum. nieren. Was dem Hund recht ist, ist billig. Man ist doch fonst nicht so äng;„# es gilt, der Regierung einen Gefallen*, s, Volksstimme einen Dämpfer aufzusetzen, gehört werde. Koufrmanden-Anzüge Nirgends billiger! Nirgends besser! Nirgends geschmackvollere Auswahl! 436 Gebrüder Rober Dortmund Münsterstrasse Hein ic Gxau. Aibe her Ched uard dt. unde. die Hundestener noch vir denn der und Armen=Etai via ter, Werteauwachsste ber an's Leben!) 95 Lebensfrage bedeun geht sie durch.“ e von uns muß s irmen Herren kön ahlen. Der ganze er armen Hunde doch fusch. Day Lieren, wir aber die liebsten Spie, blütig ums Leben rtmunds so twas einer Schrei der zen Steuer den sandlung nicht gest ist, wollen wir 6.; nlung am Hiltrop# tung nicht zurückhalt Anlatz, uns aufzure Am Montag Abwollen wir vor iehen und laut dem telle, der Eindruck den Stadtverordnete en, bitten wir einst Hundesteuer. Ein da Wau! soll unser 2 eten aber, die für warnt. 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Auf Ausführungen des Abg. Ev(nat=lib.) sprach Staatssekretär Delbrück zur vegelung des Apothekenwesens und des Abdeckereiwisens. Die Maßnahmen zum Schutz des deutschen niehstandes würden mit Energie aufrecht erhalten. Präsident Bumm vom Gesundheitsamt pflichtete dem Brühne(Soz.) in der Verurteilung der Vermreinigung von Flüssen durch Fabrikabwässer bei und shrach Abhülfe. Zur Alkoholfrage erklärte Staatssekretär Delbrück, uui das Reich die Aufklärungsarbeit finanziell fördere, zui aber der eigentliche Kampf gegen den Alkohol der hivaten Initiative am besten überlassen bleibe. Auch die Abgg. Breiski(Pole), Treuenfels(kons.), ## Burckhardt(Wirtsch. Vg.) sprachen über Gesundheitssuge Abg. Frank(Zentr.) forderte Schutzmaßregeln ngen die Mückenplage. Abg. Junck(nat.=lib.) fragte nach dem Stande der kesorm des Patentgesetzes. Abg. Müller=Meiningen(freis. Vg.) forderte eine mernationale Vereinbarung zum Patentrecht. Eine Emäßigung der Patentprüfungsgebühren lehnte Staatsschtär Delbrück ab, weil dann noch mehr unnütze Latente eingereicht werden würden. In weiteren Verlaufe der Sitzung wurden einzelne epezialtitel und sodann der Gesamtetat bewilligt. Lamstag 11 Uhr: Marineetat und Etat für Kiautschau. Stuf nach 7 Uhr. Preußisches AbgeordnetenBerlin, 4. März. ras Haus setzte am Freitag die zweite Lesung des Bergetats n Kapitel„Salzwerke“ fort. dg v. Woyna(freikons.) betonte, daß die Bergutr Preußens durch ein umfassendes Reichsberggesetz ### mngetastet werden dürfen. üg. v. Arnim=Züsedom(kons.) sprach ebenso wie ### ein Vorredner über die Kalifrage, das Ausland urse das Kali nicht so billig bekommen, daß es der ###uischen Landwirtschaft in ungehöriger Weise Kon#mrenz bereiten kann. handelsminister Sydow erklärte, das Reichskaligesez müsse dafür sorgen, daß das Kali nicht zu billig n das Ausland abgegeben und daß der InlandUlnsum an Kali nicht unnötig verteuert wird. Die rreußische Regierung tue alles, diese Grundsätze zur Veung zu bringen. Die Einnahmen wurden bewilligt. Bei den„dauinden Ausgaben“ verlangte Abg. Sauermann(Zentrum) Wiedereinführung des gineren Zustandes, wobei die Samstagschicht der 27946e bei Stunden früher endete und die MontagUect zwei Stunden später anfing. Die stramme mili. Lisziplin führe vielfach zu unnötigen Härten, öcfal im Zentrum.) . 8. Röchling(nat.=lib.) wies die Klage über zu militärische Disziplin auf den fiskalischen ##ls unbegründet zurück. Die Arbeiter seien esemalige Soldaten.(Zuruf des Aba. Gronowski.) Doch, Herr Gronowski, Sie selbst mögen ja nicht gedient haben, mir sieht's wenigstens nicht so aus. (Heiterkeit.) Die Abaa. Goebel(Zentr.), Ahraus(kons.), Spinzig(freik.) und Lüders(freik.) brachten Beamtenwünsche vor. Oberberghauptmann v. Velsen sagte möglichstes Entgegenkommen in der Frage der Arbeitszeitverbesserung zu. Abg. Sauermann(Zentr.) bezeichnete die Löhne der Bergarbeiter nicht als glänzend, der Oberberghauptmann widersprach. Abg. Roeren(Zentr.) stellte die Löhne der fiskalischen mit denen der privaten Gruben in Vergleich und forderte Erhöhung der ersteren. Handelswinister Sydow verhielt sich jedoch ablehnend. Abg. Röchling(nat.=lib.) wies darauf hin, daß eine Erhöhung der Löhne eine Verteuerung der Kohle zur Folge haben würde. Abg. Imbusch sprach über die Stimmabgabe bei den Wahlen der Sicherheitsmänner. Für Wohlfahrtszwecke müßten höhere Summen in den Etat eingestellt werden. Ein Regierungskommissar erklärte dem Redner, die Knappschaftskassen hätten einen Aufschwung genommen, daß einem das Herz im Leibe en müsse. weiteren Verlauf der Debatte wurden noch einige unwesentliche Wünsche vorgebracht. Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr: Handelsetat. Schluß 47 Uhr. Graf Pfeil vor dem S. u. I. Thorn, 2. März. In der fortgesetzten Beweisaufnahme bekundet der frühere Kutscher des Grafen Wrochonnek, daß er ebenfalls öfters Streitigkeiten zwischen den Eheleuten beobachtet habe. Die Gräfin habe einmal laut um Hilfe gerufen, und als er. Zeuge, den Burschen Zensen später fragte, was denn los gewesen sei, habe dieser geantwortet: Weiß du das Neueste? Der Graf wollte die Gräfin erschießen! Auch bei einer anderen Gelegenheit soll der Graf einen Revolver in der Hand gehabt haben. Fortgegangen ist der Zeuge von dem Grafen, weil der Stall aufgelöst wurde und er auch zu einem besseren Herrn kommen wollte. Die Flucht der Gräfin erfolgte, als sich der Graf auf einem Liebesmahle befand. Der Zeuge vermag verschiedene Bekundungen, die in seiner eidesstattlichen Versicherung an Gräger gemacht hat, nicht aufrechtzuerhalten. Der Gerichtshof beschließt nach längerer Beratung den Zeugen nicht zu vereidigen und die Akten zur weiteren Veranlassung der Staatsanwaltschaft zu übermitteln. Die Zeugin Klahr, früher Kinderfräulein bei dem Grafen bekundet, daß nach den Streitigkeilen der Eheleute ein wüstes Durcheinander im Zimmer herrschte. In Giersdorf habe sich die Gräfin benommen, wie sonst, auch keine auffallenden Toiletten getragen. Das Stubenmädchen Franke vom Hotel„Drei Kronen“ in Jauer, in dem das gräfliche Ehepaar zunächst gewohnt hatte, bekundet, daß die Gräfin einmal von ihrem Zimmer aus um Hilfe gerufen habe. Als sie ins Zimmer trat, habe der Graf mit einer Klopfpeitsche am Fenster gestanden, während die Gräfin weinend am Tisch saß. Ein ander Mal ist die Gräfin von ihrem Mann geflohen und hat sich unter den Schutz der Hoteliersfrau gestellt, die sie bat, ihrem Manne nicht zu sagen, Auf der Brautschau. bumoristischer Roman von Felix Brenta. 35 rich bitte, mäßigen Sie sich,“ rief mit beschwörend Agchobenen Aernichen der kleine Mann, den Heinz' eende Empörung beunruhigte.„Ich wiederhole Iheß ich persönlich vor Ihrem ehrenwerten Chaeallergrößte Hochachtung hege. Ich mußte Ihfür erklären, wieso die Verhältnisse mich leider zwinzu meinem lebhaften Bedauern...“ Sewollen mich rausschmeißen?" sagte Heinztrocken.“ mausschmeißen?“ versetzte der Direktor ausweichend blegte lächelnd den Kopf hin und her.„Warum a# garstigen Ausdruck. Das geht doch auch gar „#ich ja gar nicht. Würde ich auch nie tun. sno sie mir persönlich viel zu lieb. Sie wissen, wonatliche Kündigung vereinbart. Ich könnte zum Ersten des übernächsten Monats entlassen. c, also,“ unterbrach ihn Heinz mit spöttischer Ruhe. stalt(? Sie es doch, wenn das die Ehre Ihrer #un Verlangt. Sie haben wohl Angst, es mir zu Sie nichts! Ich stecke mit Ihrer Erlaubne Soran“e in die Taschen. So! Nun können Sie ein. Ich tue Ihnen nichts.“ daß ein verehrter Herr Kandidat, ich weiß #### aufs: mit einem anständigen Menschen zu tun ##— 8Ten Zartgefühl und Rücksichtnahme ich rech„och möchte Sie daher, nicht um meinetwillen, F. von es Besten meines Instituts, höflichst bitDen Pi Stellung hei mir gleich heute zurückzuw#-A#rlich sollen Sie pekuniär nichts einbüßen. Ihnen Ihren Gehalt bis zum übernächsten g., geich bar auf den Tisch.“ FIhnen uzz## peinz laut.„Schenken lasse ich mir . gls 25. Ich nehme keinen Tag länger Bezahen. will:2 Dier Unterricht gebe. Da Sie so ängstlich ig gefaß= den feinen Ruf Ihrer Anstalt nicht unnötiginethalben auch eher gehen, als iin es m. gutte Ich dränge mich nicht gern auf. Aber nalsbie am Jungen schuldig, sie nicht eher zu ver##den k.? die einen tüchtigen Ersatzmann für mich gaden, dem ich meine Klasse ans Herz legen kann. So lange bleibe ich hier und setze meinen Unterricht fort. Das ist meine Pflicht.“ „Wenn das Ihre einzige Sorge ist, so stellen Sie Ihrer Gewissenhaftigkeit in meinem Dienst ein schönes Zeugnis aus, das ich gern anerkenne. Aber es steht dann auch Ihrem augenblicklichen Scheiden nichts mehr im Wege. Der Ersatzmann ist bereits da!“ „Ach! Sie sind von einer Umsicht, Herr Direktor!“ „Die Sache ist sehr einfach. Ich selbst werde Ihre Klasse von heute an unterrichten!“ „Sie?“ rief Heinz ungläubig und bemühte sich nicht, ein schallendes Gelächter zurückzuhalten. „Allerdings!“ entgegnete Direktor Träger beleidigt. „Bis Ostern. Dann nehme ich mir natürlich wieder einen neuen jungen Mann. Sie brauchen sich also über das Schicksal Ihrer Klasse keine Sorgen zu machen.“ „Wenigstens keine Zweifel!" erwiderte der Kandidat bedeutungsvoll und stand auf.„Leben Sie wohl, Herr Direktor. Dann kann ich also gehen?“ „Von mir aus sind Sie in aller Form entlassen.“ „Na und wenn meine arme Jungens bei dem Ersatzmann nicht recht vorwärts kommen, so weiß der Ersatzmann ja, wo es billige heimliche Nachhilfestunden gibt, die der Ehre des Instituts nichts schaden.“ Als er draußen stand, ärgerte er sich selbst über die kindische Art, in der er da mit boshaften Worten seinem Ingrimm Luft gemacht hatte, viel mehr, als er den Direktor damit gekränkt hatte. Er ging an seinem Klassenzimmer vorüber. Leises Murmeln klang daraus hervor. Seine Jungens warteten heute vergebens auf ihren Lehrer. Seine Jungens! Sie fielen dem kalten trockenen Direktor in die Hände. Das Herz klopfte ihm laut bei diesem Gedanken. Es verlangte ihn, nochmals einzutreten in den lieben, hellen, weißgetünchten Raum und von dem alten vertrauten Katheder herab noch ein paar Abschiedsworte an die kleinen, helläugigen Menschen zu richten, in deren Mitte er so oft gestanden hatte. Aber er befürchtete, sich nicht bemeistern zu können. Die Kinderherzen verstanden es sohr gut, zu lieben und geliebt zu werden. Aber daß er von ihnen ging, von ihnen gehen mußte, als ein gesellschaftlich Ehrloser, das hätte er ihnen nicht verständlich machen können. Wehmütig ging er den stillen, hallenden Gang entlang, an dem Kleiderrechen vorüber, an dem die Mützen und Mäntel seiner Schüler hingen. Er kannte sie alle. Er blickte darüber hin, atmete tief auf und schritt hastig weiter. Das war sein Abschied. Als der Direktor seiner Klasse mitteilte, daß sie ihren Lehrer nicht wiedersehen und statt dessen von ihm unterrichtet werden würde, lief ein Schluchzen durch die Reihen, und die großen Jungens schämten sich nicht, zu weinen, als wären sie kleine A=BC=Schützen. Dann in der Freiviertelstunde wurden sie von den Schülern der oberen Klassen verhöhnt, ihr Lehrer wäre „geschwenkt“ worden. Aber da vergaßen sie ihre rotgeweinten Augen. Sie vergaßen sogar, daß der Direktor selbst die Aufsicht auf dem Spielplatz führte, und trotz seines verzweifelt strengen Einspruchs erhob sich ein kurzes Gefecht, das einige blutige Köpfe zum Ergebnis hatte. Beim Heimgang überrechnete Heinz im Geiste die geringe Summe, die ihm seine spärlichen Privatstunden jetzt einbrachten, und er dachte darüber nach, wie er diese Privatstunden vermehren konnte. Auf persönliche Empfehlung des Direktors konnte er jetzt keinesfalls mehr rechnen, nachdem er ihm die beleidigenden Abschiedsworte zugerufen. Er mußte es also in die Zeitung setzen. Dann würden sich ja wohl Schüler finden. Einstweilen mußte er sich eben einschränken und mit dem kärglichen Erträgnis seines jetzigen Privatunterrichts auszukommen suchen. Zu Haus erwartete ihn Herr Lichtenburg, der sein Zimmer in Ordnung brachte. Denn Paula war wegen noch nicht geheilter Füße mit schlichtem Abschied aus Lichtenburgschen Diensten entlassen worden, ein neues Mädchen aber von der für diesen Dienst nötigen Unerschrockenheit hatte sich noch nicht gefunden. Das Rosa war natürlich im Hause, doch war sie mit der Peppis und der beiden Katzen beschäftigt, so daß Herr Lichtenburg ebenso die entlassene Paula vertreten mußte wie Direktor Träger den entlassenen Kandidaten. Heinz ärgerte sich natürlich, daß Frau Lichtenburg keine bessere Arbeitskraft in sein Zimmer kommandierte, als den Vater, der die Reinigung ebenso spät wie unvollkommen bewerkstelligte. Seine ohnehin betrübte Stim27. Jahrg. wo sie sei. Ueber diesen Vorfall macht der Angeklagte Mitteilungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Die Aufwartefrau Kramm(Jauer) will beim Fensterputzen gesehen haben, daß der Graf die Gräfin an den Haaren ergriff und sie von einem Zimmer ins andere schleifte, bis er sie im ketzten Zimmer einschloß. Der Graf habe später eine Unterhaltung mit ihr begonnen, um herauszubekommen, ob sie etwas gesehen oder gehört hätte, sie hätte aber nur erwidert: Herr Graf, ich verstehe Sie nicht. Die Zeugin wird vereidigt, nachdem der Graf ihre Aussagen als unwahr bezeichnet hatte. Die gerichtlichen Schreibsachverständigen, denen verschiedene Briefe vorgelegt worden sind, erklären, es bestehe die Möglichkeit, daß die falsche Nota der Frau Rosenthal über 11 Mark von der Hand der Gräfin herrührt. Der anarchistische Drohbrief an den Freiherrn v. Richthofen sei weder von der Gräfin noch von dem Detektiv Gräger geschrieben. In dem Briefe wird dem Freiherrn angedroht, und zwar im Namen des anarchistischen Komitees, daß er getötet werde und Pulver zu riechen bekomme, wenn er die Kinder nicht herausgebe. Bureaubeamter der Kruppschen Werke, Grelle, erzählt den Vorgang, wo die Burschen die Zeit verschlafen hatten und vom Grafen daher zur Rede gestellt wurden. Der Graf soll dabei die Gräfin aufgefordert haben, ihm seinen Degen zu holen. Während der Graf behauptet, das sei geschehen. weil der Zeuge, der bei ihm Reitknecht war, mit der Mistgabel auf ihn eindrang, bestreitet dies Grelle ganz entschieden. Zeugin Fräulein Bosch, Büffetiere in Straßburg, ist als 16jähriges Kindermädchen in die Dienste des Grafen getreten. Sie erklärte, daß sich manchmal die Straßenpassanten über die Vorgänge in der gräflichen Wohnung aufhielten. Als sie einmal an der Gräfin blaue und grüne Flecken merkte, habe die Gräfin gesagt, sie rührten von Mückenstichen her. Die Zeugin fügt hinzu, daß sie das nicht geglaubt habe. Der Graf sei auffallend liebenswürdig zu ihr gewesen und habe sie einmal aufgefordert, mit dem kleinen Stanislaus auf die Chaussee zu kommen, er werde auch dort sein. Damals hat sich die Zeugin nicht weiter dabei gedacht, heute nimmt sie an, daß der Graf etwas unrechtes von ihr verlangen wollte. Zeuge Leutnant vom Schutter hat allein oder zusammen mit dem Grafen die im Ehescheidungsprozeß benannten Zeugen gesprochen. Bei dem Zeugen Bode ist er abgefallen. Ein Beisitzer macht den Zeugen darauf aufmerksam, daß er sich ungünstig über die Gräfin geäußert habe, worauf diese gegen ihn die Privatklage erhoben habe. Der Zeuge bestätigt, dies, das Verfahren schwebe aber noch. Auf Befragen durch den Angeklagten bestätigt der Zeuge noch, daß sich die Gräfin einmal bei einem Ausfluge in abfälliger Weise über die alten Soldatenfamilien geäußert habe. gut als Zeugin aufgerufen. Sie ist eine große, schlanke Erscheinung mit blondem Haar und trägt einen langen Pelzmantel. In Ihrer Begleitung erscheint die Gräfin Szikrowska. Der Vorsitzende erklärt: Frau Gräfin, Sie können Ihre Aussage verweigern, obtrchl Ihre Ehe mit dem Angeklagten nicht mehr besteht: Das Gesetz gibt Ihnen die Rechtswohltat, daß sie sich ihres Zeugnisses entschlagen können. Zeugin: Ich bin bereit, auszusagen. rer: Dann mache ich Sie S. u. I. Thorn, 3. März. Bei der fortgesetzten Beweisaufnahme in dem Prozeß gegen den Grafen Pfeil wegen Verleitung zum Meineide setzte zunächst wieder eine lange Erörterung über verschiedene, dem Kriminalbeamten Gräger gegenüber abgegebene eidesstattliche Versicherungen von mehreren Zeugen ein, dann wurde unter allgemeiner Spannung die einstige Ehefrau des Angeklagten Gräfin Stefanie v. Pfeil und Klein=EllVerhandlungsführer: Tann mache ich Sie darauf aufmerksam daß sie sich der strengsten Wahrheit zu befleißigen haben. Es ist ein außerordentlich heftiger Kampf der sich hier entwickelt hat, und in solchen Kämpfen kommt es vor, daß sich eine gewisse Schärfe zeigt. Ich möchto Sie daher dringend ersuchen, nur das zu sagen, was Sie mit gutem Gewissen verantworten können. Lassen Sie sich nicht durch eine Heftigkeit beeinflussen, wie sie in gewissen Schriftsätzen zum Ausdruck gekommn ist. In einem dieser Schriftsätze, die doch Ihrer Kontrolle unterstehen, ist z. B. das Wort„Verbrecher" enthalten. Das ist ein Wort, das ich durchaus unzulässig finde. Zeugin: Ich stelle hier fest, Herr Kriegsgerichtsrat, ich weiß bereits, daß ich ein Opfer von Verbrechern geworden bin. Ich weiß, was ich an meinem eigenen Leibe erfahren habe. Verhandlungsführer: Wir vernehmen Sie bereits jetzt in zwei Fragen, in denen Sie als unmittelbar verletzt nicht in Frage kommen, damit Ihnen die weitere Teilnahme an den Verhandlungen gestattet nerden kann. Es handelt sich um die Beleidigung, die der Angeklagte Ihnen gegenüber begangen haben soll, indem er sie der Fälschung einer Nota beschuldigte. Haben Sie das Papier gesehen, bevor es beschrieben wurde? Zeugin: Dieses Papier habe ich zum ersten Male bei Justizrat Fiebig gesehen. Damals habe ich sofort gesagt, als mir gesagt wurde, daß mich damit mein einstiger Mann der Fälschung beschuldigen wollte: Das ist eine Beleidigung, ich verklage den Mann. Ich betrüge den Mann doch nicht um 11 Mark, dem ich mein ganzes Vermögen geschenkt habe, der plein pouvoir über meinen ganzen Besitz hatte. Verhandlungsführer: Einer der Schreibsachverständigen hat aber erklärt, daß mit Wahrscheinlichkeit die Schrift von Ihnen herrühre. Zeugen: Es gibt mancherlei Sachverständige und namentlich Schreibsachverständige haben sich oft geirrt. Ich erinnerc nur an den Hardenprozeß u. a. Verhandlungsführer: Auch ein zweiter Sachverständiger, den uns die Berliner Staatsanwaltschaft als besonders zuverlässig empfohlen hat, hat erklärt, daß mit einiger Wahrscheinlichkeit es sich um Ihre Schrift handelt. Zeugin: Sagen Sie mir, welchen Zweck ich damit verfolgt haben soll, diesen Mann, der mein ganzes Vermögen verwaltet hat und frei darüber verfügen konnte, um 11 Mark zu betrügen. Wenn das der Fall wäre, dann könnte ich ja mit der Gegenfrage antworten, ob er mich damals etwa in eine solche Situation gebracht hat, daß ich ihn um die 11 Mark betrügen mußte. Verhandlungsführer: Noch ein anderes Motiv könnte zu Grunde liegen. Der Graf meint, Sie hätten oft Gelegenheit genommen, solche Schnurren und Mätzchen zu machen. Zeugin: Das ist ja sehr interessant. Zunächst will es der Herr Angeklagte für Schnurren und Mätzchen gehalten haben, während er jetzt sagt, ich hätte ihn betrügen wollen. Verhandlungsf.: Der Graf meint, Sie hätten die Quittung gefälscht, zum Beweise dafür, daß Sie in Breslau waren. Zeugin: Davon kann keine Rede sein. Wenn ich ihn hätte betrügen wollen, dann wäre ich nicht so töricht gewesen, eine Schleier= und Handschuhrechnung auf der Geschäftskarte eines Etablissements aufzumachen, das mit solchen Artikeln mung machte ihn noch unwilliger, und er schalt über die Bummelei. Herr Lichtenburg zucktegleichmütig die Achseln. Scheltworte, die nicht von seinem Linchen kamen, berührten ihn nur schwach. „Sie bleiben doch jetzt nicht zu Hause!“ entschuldigte er den unvollendeten Zustand des Zimmers. „Woher wissen Sie denn das?" erwiderte Heinz barsch. „Sie haben doch Schule!“ „Nein.“ „Dann sollen Sie aber sogleich zu Herrn Raupach kommen!“ „Ich soll?“ fragte der Kandidat selbstbewußt. Ich soll gar nichts! Ich verlange, daß hier umgehend Ordnung und Sauberkeit hergestellt wird. Denn ich wünsche zu Hause zu bleiben. Wenn keine Bedienung da ist, so soll Ihre Frau kommen und es besorgen. Schicken Sie sie herauf!“ Herr Lichtenburg war nicht so tollkühn, seiner Frau diesen Auftrag auszurichten. „Herr Raupach hat mir gesagt, berichtigte er seine vorigen Worte,„sowie Sie nach Hause kämen, möchte ich Sie bitten, sich zu ihm in sein Geschäftszimmer bemühen zu wollen. Er hätte Wichtiges mit Ihnen zu besprechen.“ „Das klingt schon anders," sagte der Kandidat mil der. Der mutmaßliche Inhalt der Raupachschen Besprechungen war ihm kein Rätsel. Etwas Angenehmes hoffte er aus dem Munde des Bankiers nicht zu hören. Aber er wollte in allen Punkten möglichst bald Klarheit haben und machte sich sogleich auf den Weg, um Herrn Raupachs Wunsch nachzukommen. Der ruhige Kaufmann empfing ihn mit der gleichmäßigen Freundlichkeit, die er immer bewahrte, sei es, daß ihm ein böswilliger Schuldner Schwierigkeiten machte, sei es, daß es eine Meinungsverschiedenheit mit seiner Gattin zu erdulden galt. „Ich möchte Sie um Erlaubnis bitten,“ begann er, „mich ein wenig in Ihre Verhältnisse zu mischen. Doktor Träger hat Sie entlassen?“ „Woher wissen Sie das schon?“ „Das weiß wohl bereits seit gesteru abend die ganze Stadt!“ Heinz schwieg erstaunt. 177.18 gar nicht handelt. Verhandlungsf.: Nun, Sie haben das damals nicht so beachtet. Zeugen: Meinen Sie, daß ich damals dümmer gewesen bin? (Heiterkeit). Verhandlungsf.: Nein, aber man kann doch annehmen, daß sie jetzt geschäftskundiger sind. Zeugin: In juristischen Dingen allerdings, im Betrügen nicht.— Verhandlungsf.: Das habe ich nicht gesagt, ich bitte Sie auch, solche Worte nicht zu gebrauchen. Zeugin: Ich wende nur Ausdrücke an, die der Angeklagte mir gegenüber gebraucht hat. übrigen bemerke ich, daß die Anklage wegen Beleidigung meiner Person durch die Behauprung von der gefälschten Quittung von mir unterzeichnet ist und ich würde doch gegen den Angeklagten nicht klagbar werden,wenn ich das getan hätte, was er mie fälschlich zur Last legt. Ich hätte ja auch noch das Mit tel zu sagen; ja, ich entsinne mich der Sache und die Schande würde doch auf ihn sallen, daß er mich in eine Situation gebracht hat, die mich zur Fäl schung zwang.— Verhandlungsf.: Wir müssen auch den Standpunkt des Angeklagten zur Geltung brin gen. Er sagt, er hätte Ihnen die Nota schon im Monopol=Hotel in Breslau vorgehalten und Sie seien darüber in Difserenzen geraten. Zeugin: Das ist unwahr. Verhandlungsf.: Also Ihre Antwort auf meine Frage? Zeugin: Ich habe das nicht geschrieben. Beisitzer Kriegsgerichtsrat Sohl: Glauven Sie, daß die Handschrift von dem Angeklagten herrührt? Zeugin: Nein, das glaube ich nicht. Weshalb wollte sich übrigens der Angeklagte im Monopol=Hotel mit mir gestritten haben. Wollte er Schleier und Handschuhe nicht bezahlen, die sich seine Frau für 11 Mark gekauft hatte. Verhandlungss.: Das wohl, aber er glaubte, Sie hätten zu viel aufgeschrieben. Jeugin: Also wie eine Köchin, die sich schmuh macht, die auf den Markt geht, für 5 Psennig Petersilie mitbringt und 10 Pfennig anschreibt.(Heiterkeit.) Daß wußte ich nicht, daß man hier soweit gehen würde. Angeklagter: Ich hätte unter Ausschluß der Oefsentlichkeit der Frau Gräfin hierauf noch etwas Ein autentisches Bild des Dalai Lama. ntisches Pérträt des Dalai Lama vorzuhalten, was ich aber im Interesse ihrer Gamilie lieber verschwiegen hätte.— Zeugin: Ich bitte, das vor der Oeffentlichkeit zu sagen. Verhandlungsf. Haben Sie ein Interesse daran, daß die Oeffentlichkit heim. Zeugin: Was wünscht der Herr Braf? Augeklagter: Die Zeugin hat mir wiederholt erzählt, daß ihre Schwester, die Gräfin Gersdorff und Brüder von ihr ähnliche kleine Sachen verübt hätten und daß sie das auch einmal hätte machen wollen. Die Zeugin erwidert hierauf nichts. Der Verhandlungsführer bemerkt, daß nunmehr zwei Punkte zur Erörterung gelangen, die aus Gründen der Sittlichkeit und des militärischen Interesses den Ausschluß der Oeffentlichkeit bedingen. Das Publikum und sämtliche gen müssen den Saal verlassen. Die Gräfin Szikrowska richtet in französischer Sprache an den Gerichtshof die Frage, ob sie bleiben dürfe. Der Verhandlungsführer bemerkt ihr, daß in einem deutschen Gerichtssaale nur deutsch gesprochen würde. Die Gräfin Pfeil stellt fest, daß ihre Begleiterin nur die polnische und französische Sprache beherrsche. Ihre weitere Anwesenheit wird daher als unbedenklich angesehen. Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit wird zunähst der Rittergutsbesitzer Wulff aus Heiderdorss in Schlesien vernommen. Im Anschluß an scharfe Auseinandersetzungen zwischen dem Zeugen und dem Angeklagten wird beschlossen, den Rittmeister Krosta(Colmar) und Hauptmann Feige(Saarburg 1. Lothr.) als Zeugen zu laden. Wir sind leute in der Lage, uneren Lesern ein autentisches Vild des entthronten und geflüchteten Dalai Lama. des buddlili##n Panster, der zugleich weltliches Oberhaupt von Tic#t ist, zu bringen. Unsere Aufnahme stammt aus der Zeit der englischen Invasion von Tibet, wo bekanntlich der Dalai Lama nach Deutsche Buddhisten=Mönche in Europa, K Aus dem Gericbtssaal Strafkammer Dortmuns. Dortmiund. 4. März Die streikende Fruerwehr. Durch Oberpräsidialversügung aus dem Jahre 1907 ist das Feuerlöschwesen bekanntlich geregelt und es ist den Polizeiverwaltungen anheimgegeben, in den Orten ihrer Bezirke, wo kein genügender Feuerschutz vorhanden ist, auch neben einer freiwilligen Wehr eine Zwangsfeuerwehr einzurichten. In der Gemeinde Berge verpflichtete der Amtmann alle dazu fähigen männlichen Mitglieder der Gemeinde der Brandwehr anzugehören und unter der strengen Leitung eines zum Brandmeister ausgerufenen Landwirts sollte geübt d. h. Feuerwehrdienst getan werden. Nur ein verschwindend kleiner Tcil der„dienstfähigen“. Ortseinwohner erschien zur Uebung, die in nichts weiterem als im„Antreten“ bestand, weil keine Geräte vorhanden waren; nach kurzer Instruktion war der Dienst zu Ende, man konnte wieder„abtreten“. Der gestrenge Herr Brandmeister verstand aber keinen Spaß, er bewirkte eine Straffestsetzung gegen die Obstranten, die nun die Entscheidung des Gerichts in Anspruch nahmen. Sie hielten die bestehende freiwillige Feuerwehr als für Feuerschutz in Berge völlig genügend, eine Brand wehr ohne Geräte habe ja überhaupt keinen Zweck und dann geschehe der Dienstbefehl zur Uebung zwar in der ortsüblichen, aber doch nicht zeitgemäßen Weise. Zur Benachrichtigung der Ortseingesessenen benutzt man nämlich stets eine 75 Jahre alte Frau, die mitunter den„Dienstbefehl“ überbringe, wenn die„Aebung" bereits stattgefunden habe. Alle diese Gründe konnten indessen nicht durchschlagend sein, der Amtmann ist in der Beurteilung, ob die Brandwehr nötig ist, sonverän, das Dortmunder Landgericht mußte die„streikenden“ Feuerwehrleute— etwa 20 an der Zahl— mit je 1 Mark Strafe belegen. Die Brandwehr eristiert also vorläufig weiter und man wird antreten müssen, wenn der Brandmeister ruft, sonst heißt's zahlen. Der Vorsitzende gab den Leuten den Nat, wegen der Geräte den Beschwerdeweg einzuschlagen. Das Unglück auf Zeche„Radbod“ versuchten die Keisenden Peter Bergerhausen und Wilhelm Schneider aus Dortmund zu ihrem Vorteil auszubeuten. Bergerhausen ließ sich im Dezember 1908, also kurze Zeit nach dem Unglück, von einer Hamburger Firma 500 Broschüren kommen, in deuen die Katastrophe geschildert wurde. Diese Broschüre wurde von den beiden vertrieben, und da dieselbe zu erheblichem teurem Preise verkauft wurde, mancher Käufer sich auch aus allgemeinem Mitleid bestimmen ließ, einen Nickel mehr zu geben, wie gefordert wurde, zumal auch versichert wurbe, ein Teil des Reinverdienstes sei für die Hinterbliebenen bestimmt. Die Polizei legte den Leuten aber alsbald das Handwerk. Bergerhausen und Schneider wurden wegen Betruges ersterer zu 2 letzterer zu 1 Monat Gefängnis verurtcilt. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verliat die Sache an das Vordergericht zurück. Heute sam das Gericht aber zu keiner anderen Aussassung, die Angeklagten wurden wirder zu der gleich hohen Strafe verurt. ilt. Zu den Leuten, die das Stehlen nun einmal nicht assen können, gehört der Schlossergeselle Wilhelm Tölle von Soest, der sich heute vor der Strafkammet Boddhisfen-Möriche in d. Schweiz. Zwei geborene Deutsche, die in Indien zum buddhistischen Glauben übergetreten sind und Buddhistenmönche wurden, haben jetzt in der Nähe von Lugano in der Südschweiz ein Buddhistenkloster gegründet. Das ist das erste europäische Kloster das dem Buddha gewiht ist. Den beiden hat sich bereits ein Anhänger angeschlossen. ein Bhikkhu.(Bekenner der strengsten Obserbanz), der den Namen Silvacara angenommen hat, während die beiden anderen die Namen Damanusari und Nyanatiloka führen. Die drei Mönche in ihren gelben Kleidern, resp. Ueberwürfen machen mit ihren kahlen Schädeln und bartlosen eingefallenen Gesichtern einen wenig sympathischen, man könnte sagen für den europäischen Geschmack abstoßenden Eindruck. verantworten hatte. Der Bursche stahl am 9. Januar 1910 dem Metallarbeiter Horschenke die Uhr mit Kette von der Weste. Da der Langfinger alsbald abgefaßt wurde, kam der Bestohlene wieder in den Besitz seines Eigentums. Tölle, kam mit Rücksicht auf sein Geständnis mit einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten davon. Leipzig, 4. März. Das Urteil des Schwurgerichts beim Landgericht 1 Berlin, durch das der Friseurgehilfe Johann Jünnemann wegen Ermordung der Verkäuferin Alice Rakowski und wegen Diebstahls in zwei Fällen zum Tode uno zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde auf die Revision des Angeklagten vom Reichsgericht aufgehoben, weil eine Zeugin nicht vereidigt worden war. Augsburg, 5. März. Der Soldat Bader, der in der Nacht zum 28. Juli v. Is. seine Geliebte, namens Doll. erdrosselte und die Leiche dann aufhängte, ist vom Schwurgericht zum Tode verurteilt worden. Wesel. 4. März. Außer dem Ballon„Düsseldorf III“, ist in der Nacht zum 1. März auch der Ballon„Bochum“ des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt, mit vier Personen bemannt, unter der Führung des Herrn P. Giersberg=Wesel um 124 Uhr in Gelsenkirchen, Zeche„Rheinelbe“, aufgestiegen. Dieser Ballon kam bald nach der Abfahrt in ein Schneetreiben, das gegen 5 Uhr morgens durch heftigen Regen abgelöst wurde. Nichtsdestoweniger wurde die Fahrt fortgesetzt.und erst gegen 62 Uhr morgens zur Landung geschritten, die sich 100 Meter von der Nordseeküste südlich der Insel Wangeroog glatt vollzog. Die etwa 275 Kilometer lange Strecke war in 58 Stunden durchflogen worden, was einer Geschwindigkeit von etwa 14 Meter in der Sekunde entspricht. Mitfahrer waren die Herren F. Mohr, Brauereibesitzer aus Trier, Th. Thywissen aus Neuß und C. v. d. Trappen aus Wesel. Köln. 4. März. Der Elouthsche Lenkballon ist heute demontiert und das Gas mittels eines Umfüllventilators in einen 1600 Kubikmeter fassenden Kugelvallon übergedrückt worden. Die Auffahrt, die unter Führung des Hauptmanns von Abercron mit vier anderen Herren vor sich gehen sollte, wurde dadurch vereitelt, daß der Ballon von einem starken Windstoß erfaßt, und entführt wurde. Er ist in westlicher Richtung den Blicken entschwunden. Da Füllansatz und Ventil offen sind, wird der Ballon nicht platzen, sondern dürfte in Belgien uieersehen. Gewerkvereinsteil. ** Bandel und h. Gelsenkirchener Bergwerks=A.=G. B. In der heutigen Aufsichtsratssitzung legte die Bilanz für das Jahr 1909 vor, die mit# gewinn von 37300 936 M. gegen 36 520 495 m T.“ 1908 abschließt. An Zinsen und Provisionen. an 12 378390 M.) in Abzug. Der Generalversamm die Verteilung einer Dividende von 9.g wie im Vorjahre vorgeschlagen werde e 11 700000 M. zu Abschreibungen und Reserpeste darunter 600 000 M. für den Spezialreserpefang. wandt worden sind. Für den Beamten= und#Unterstützungssonds wurden außerdem bestimmt. 400 000 Vermischtes. China flüchtete. Heute ist es umgekehrt. Die Aufnahme wurde in Pesing gemacht und stellt den Dalai Lama dar, wie er gerade das Automobil des Fürsten Borghese betrachtet, der damals seine berühmte Fernfahrt Peking=Paris antrat. Ein neues Flugblatt für die deutschen Gewerkvereine hat der Zentralrat herausgegeben, daß sich an die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Berufe und die Angestellten in Handel und Gewerbe wendet. In knappen begeisternden Worten legt das Flugblatt die idealen Ziele und Bestrebungen der Gewerkvereine dar. Nach einer kurzen Schilderung der jetzigen Zustände heißt es: Der Menschheit Ringen gilt der Freiheit. Und wer die Freiheit will, muß selbst innerlich frei sein selbst Freiheit fühlen und vor der Freiheit der Persönlichkeit Respekt haben können. Wer feige die Unterdrückung von oben geduldet hat und dann, selber zur Macht gekommen, die Freiheit unterdrückt, der kennt nicht das Wesen der wahren Freiheit. Und dieses Wesen wahrer Freiheit zu verstehen, und mit jeder Faser zu erfassen, muß Streben und Ziel der deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen sein. Und dann weiter: Die in den Deutschen Gewerkvereinen organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen dienen dem Ganzen. Zweck und Ziel ist ihnen, die Sache der Arbeiter zu fördern und steigend bessere Lebens= und Arbeitsbedingungen zu erringen. Hierbek stellen sich die Deutschen Gewerkvereine nicht außerhalb der bestehenden Staats und Wirtschaftsordnung, sondern innerhalb derselben wollen sie der Arbeiterschaft zu ihrem Rechte verhelfen, die Arbeiter hinaufheben zu voller bürgerlicher Gleichberechtigung auf allen Gebieten der wirtschaftlichen Arbeit und des geistigen und öffentlichen Lebens.. So sind die Gewerkvereine wirkliche Förderer der Kultur. Vorwärts und aufwärts geht ihr Schritt. Angestellte Arbeiter und Arbeiterinnen wollt Ihr mitmarschieren oder stillstehen? Zum Schluß heißt es: Wir wenden uns an alle intelligenten Arbeiter, die den ersten Schritt tun müssen. Dann folgen nach und nach auch die anderen. Denn je tiefer der Arbeiter in seiner Bildung steht, um so viel schwerer wird es ihm, sich zu befreien aus den Fesseln falscher, die Uneinigkeit betreibender Lehren.. Wer geistig hoch genug steht, unsere dringende Mahnung zu erfassen, der wird nicht länger säumen wollen, in unsere Reihen einzutreten. um mitzukämpfen für eine geistige Auferstehung der deutschen Arbeiterschaft. Unsere Devise lautet: Fretheit, Sozialreform, Fortschritt und Vaterland! erschofst Berlin, 4. März. In Tsingtau wurdOrtsgruppe des Hansabundes mit 10 sliedern gebildet. Charlottenburg, 4. März. Auf der Allensteiner Staatsanwaltschaft wurde die mi des von dem Hauptmann v. Goeben... Majors v. Schönebeck, die jetzt Weber, heute mittag hier verhaftet. Wilhelmshaven, 5. März. Der Arbeiteraus der kaiserlichen Werft hat an das Reichsmarine eine Eingabe gerichtet, der Werft Arbeiten zu un. weisen, um Arbeiterentlassungen zu vermeiden.## Gesuch ist von der Werftdirektion unterstützt worden Altona, 4. März. Gestern nachmittag stürz im hiesigen Hauptbahnhofe ein bei einer D## reparatur in der Empfangshalle verwei##### ein. Vier Personen wurden dabei in verletztin# mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Seattle, 4. März. Hier ist die Nachricht getroffen, daß es gelungen ist, die weiteren Wagen## im Kaskadengebirge von einer Schneelawine ver schütteten Eisenbahnzuges freizuschaufel Von den Passagieren, die 60 Stunden im Schnee### graben lagen, wurden zehn noch lebend von gerunden. Einer der Geretteten ist geistig ständig verwirrt. Neuvork, 4. März. Die Wohltätigkeitz llers werden ein stiftungen Rockefellers werden ein Ka# von 1200 Millionen Mark repräsentieren. Schnell fertig ist die bisher so mühstlige## beit der Hauswäsche, wenn zu deren Reinigung!“ vollkommen selbsttätige Waschmittel„Persil“ ben wird. Während früher der so sehr gefürchtete Was tag sich endlos in die Länge zdg, ist die Besorgn der Hauswäsche heute unter Benutzung von Pusi) reine Spielerei. Man tut das erforderliche Quan Persil in den mnt Wasser gefüllten Waschkesfel, die Wäsche hinein und läßt sie etwa eine Viertelhalbe Stunde lang kochen. Darauf bleibt die einige Stunden, am besten über Nacht, stehen und vin dann mit warmem Wasser gut ausgespült. Die Wäsn ist dann, ohne daß die durch Reiben, Bürsten### sonstwie bearbeitet wurde, blütenweiß geworden, u besitzt den frischen Geruch der Rasenbleiche. Dabei staltet sich der Gebrauch dieses einzig dastehenden, solut selbsttätigen Waschmittels durch die hierbei zielte Ersparnis an Zeit und Arbeit, solvie durch in fall aller sonstigen Zutaten, geringeren Gebraut### Feuerung usw. außerordentlich billig. Für die##### Unschädlichkeit und Gefahrlozigkeit leisten die kanten(Henkel u. Co., Düsseldorf) weitgehendt rantie! Zugaben: Rerde Schränke Sotas Stühle Betten Küchen Kommoden Vertikotis Natratzen Spiegel Kensolen Bilder Uhren Gardinen Teppiche auf Kredit im ältesten, größten und reellen Kredit-Haus Anzahl. Stück 3 M. 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Gebrauchsanweisungs=Buch mit vielen Dankschreiben liegt jedem Apparat bei. Mein Apparat ist nur von mir direkt zu beziehen. Niemand ist mit dem Verkauf desselben von mir beauftragt. Ein Apparat nebst Zubehör inkl. Verpackung kostet zusammen 12 Mr. 50 Pf. und versende auf Bestellung umgehend. Es wird dabei um genaue Angabe des Namens und Wohnorts(Poststation) des Bestellers gebeten. Daß ich bereits im Jahre 1891 ein Buch mit Heilberichten Sr. Maj. dem Kaiser eingereicht habe, habe ich wiederholt bekannt gemacht. Von meinen tausenden Heilberichten, welche dem Gericht zur Prüfung angeboten wurden, sind über hundert Stück von der Berliner Staatsanwaltschaft auf ihre Richtigkeit hin geprüft worden und zwar in einer Anklage, veranlaßt durch Aerzte, welche die Wahrheit meiner Sache anzweiselten. Die gerichtliche Prüfung und Verhör der Zeugen geschah innerhalb dreizehn Monaten und endet, meiner gärzlichen Freisprechung. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt.— Nachstehend laße 1c Teil aus dem richterlichen Erkenntnis wörtlich folgen, welcher Bezug auf die geprüften Atteste hat: „Es ist erwiesen durch die eidlichen Aussagen einer großen Zahl von Zeug daß dem Angeklagten von seinen Patienten fortdauernd Heilberichte eingesandt word sind, nach denen das Mittel günstige Wirkung gehabt hat. Es ist anch für erwiesen erachtet worden, daß diejenigen Personen, unter d. Namen ihm die Mitteilungen zugegangen sind, die fraglichen Briefe auch wirklich schrieben haben, sowie daß die Schreiber selbst überzeugt davon sind, daß sie durchi Methode des Angeklagten, nach vorheriger erfolgloser Behandlung durch Aerzte. heilt worden sind.— Daß der Angeklagte auch ungünstige Berichte von seine Patienten erhalten hat, oder daß irgend einem durch die Methode des Angekla ein Schaden an seiner Gesundheit zugefügt worden ist, ist nicht nachgewiesen: Otto in Berlin V., Luitpoldstraße 42. Nachstehend eine Anzahl neuer Dankschreiben, jedes mit amtlichem Vermerk. Bautzen, den 10. 1. 1909. Sehr geehrter Herr Otto! Teile Ihnen hierdurch mit, daß Ihr Apparat gradezu Großartiges leistet. Ich lag so sihwer an Rheumatismus krank, daß ich kein Glied mehr bewegen konnte, in fünf Wochen keine Stunde geschlafen, nichts rechtes gegessen, und so furchtbare Schmerzen, daß mich niemand mehr anfassen durfte. Jeder der mich sah, gab alle Hoffnung auf. Nach Anwendung, Ihres vortreffliches Mittels waren die Schmerzen sofort vorbei und nach acht Tagen konnte ich schon allein aus dem Bett steigen und etwas laufen. Nach öfterem Anwenden war ich nach einigen Wochen wieder soweit gesund, daß ich meinen Dienst versehen konnte und bin auch bis jetzt nicht wieder erkrankt. Vielen anderen hat es aber auch schon geholfen. Ein Kollege war in der Klinik gewesen und hatte auch sonst viel gebraucht, aber niemand konnte ihm helfen, und so sind noch andere, an denen Ihr Apparat Großes leistet. Ich werde stets den Kranken= und Leidenden, Ihr vortreffliches Mittel empfehlen und sage von ganzem Herzen meinen besten Dank. Hochachtungsvoll Paul Hager. Anstaltsbeamter, Schäfferstraße 17. Die Unterschrift des Anstaltsbeamten Paul Hager wird beglaubigt. Das Königl. Amtsgericht zu Bautzen 11. Okt. 09.(Folgt Uuterschrift des Amtsrichters, Gerichtssiegel.) Lebus, den 27. 2. 1909. Sehr geehrter Herr Otto! Ich besitze jahrelang Ihren Apparat und wende ihn an mir an. Ich hatte furchtbares Reißen im ganzen Körper. Durch mehrmaliges Anwenden Ihres Apparates bin ich so hergestellt, daß ich meine häusliche Arbeit wieder verrichten kann. Meinen innigsten Dank. Meine Tochter hatte auch Gelenkrheumatismus, sie war schlimm daran, wir konnten sie nicht hochrichten und mußten sie sozusagen füttern, ins Bett hinein und wieder herausheben, sodaß wir dachten, sie würde überhaupt nicht mehr besser. Nach dreimaliger Anwendung mit Ihrem Apparat ist sie jetzt ganz gesund. Sage meinen innigsten Dank. Hochachtungsvoll Frau Müller. Ew Wohlgeboren übersenden wir anbei das Schreiben der Frau Müller hier, nachdem dasselbe von uns bezüglich der Unterschrift beglaubigt worden ist, zurück. Die Polizeiverwaltung zu Lebus.(Unterschrift, Polizeisiegel) Hergershausen, Kreis Dieburg.(Hessen), den 15. Sept. 1909. Herrn F. Otto! Teile Ihnen ergebenst mit, daß ich mit Ihrem Appacat außerordentlich zufrieden bin. Bei allen Krankheiten, wo ich ihn anwandte, habe ich stets gute Erfolge erzielt. Ich selbst wurde vor Jahren von einem Schlaganfall betroffen, wodurch ich auf der linken Seite fast vollständig gelähmt war. Man mußte mich an= und ausziehen, ohne geführt, konnte ich mich nicht fortbewegen, dabei Doppelsehen, Schwersprechen usw. Nun bin ich heute wieder fast vollständig geheilt, kann arbeiten, radfahren, habe sogar getanzt, und bin der festen Ueberzeugung, daß ich nur Ihrem vorzüglichen Apparat meine Wiederherstellung verdanke. Bei vielen Freunden und Bekannten, habe ich Ihren Apparat bei verschiedenen Krankheiten angewandt, und immer mit gutem Erfolg. So hatte einer derselben einen Karfunkel im Kreuz, schon nach einer Anwendung ließen die Schmerzen nach, und nach der zweiten trat Heilung ein. Es würde zu weit führen, würde ich hier alle einzelnen Erfolge anführen. Ich kann nur das eine mit voller Ueberzeugung behaupten, Ihr Apparat bringt bei vielen Krankheiten Linderung und bei ausdauernder Alwendung vollständige Genesung, und kann ich ihn jedem aufs beste empfehlen. Mit aller Hochachtung Georg Gunkelmann, Fahrrodhandlung. Georg G. von hier hat nebenstehende Unterschrift vor mir als von ihm herrührend anerkannt. Beglaubigt. Klein, Bürgermeister.(Siegel der Großherzoglichen Bürgermeisterei.) Lüderitz, den 16. Sept. 1909. Geehrter Herr Otto! Ich kann Ihnen hiermit bezeugen, daß ich von meinem rheumatischem Leiden gänzlich befreit bin. Auch habe ich schon verschiedenen anderen Personen mit Ihrem Apparat geholfen. Ich selbst hatte alles mögliche angewandt, wurde anderweitig behandelt, habe mich elektrisieren lassen, ohne Erfolg. Hochachtungsvoll Wilhelm Bense, Landwirt. Daß die Angabe des Landwirts Bense auf Wahrheit beruht und er mir persöhnlich versichert, daß sowohl er sich und andere mit Ihrem Apparat von rheumatischen Leiden befreit hat, bescheinige hiermit. Der Ortsvorsteher, Bühnemann.(Amtsstempel.) Eving bei Dortmund, 7. Sept. 1909. Geehrter Herr Otto! Ich habe bis jetzt unterlassen. Ihnen zu berichten. oaß ich mich von Rheumatismus vollständig mit Ihrem wertgeschätzten Apparat geheilt habe. Ich werde stets bemühts ein, denselben weiter zu empfehlen. Ihr dankbarer Aug Lengsfeld, Lützzowstraße 4. Hiermit wird bescheinigt, daß Herr Lengsfeld, obiges Dankschreiben selbst geschrieben hat. Der Genstindevorsteher zu Eving.(Unterschrift, Sieael) Karens bei Mallis, den 23. Sept. 1909. Herrn F. Otto! Erlaube mir die Mitteilung zu ma e da m in Sohn von seinem Leiden geheilt ist. Er litt seiteinem Jahr an Magenleiden und habe ich ihn dreimal in anderer Behandlung gehabt, aber keiner konnte helfen. Nun griff ich zu Ihrem Mittel, und wurde es nach der zweiten Applikation wesentlich besser, so haben wir noch sechs Applikationen gemacht. Nun ist mein Sohn gänzlich von seinem Leiden geheilt worden, und sagen hiermit unsern aufrichtigsten Dank. Hochachtungsvoll Aug. Gierath. Bestätige hiermit, daß das Dankschreiben an Sie von Herrn Besitzer Aug G. persönlich geschrieben worden ist. F. Brandt, Ortsvorsteher.(Siegel der Gemeinde Karenz). Kiel, den 14. Sept. 1909. Geehrter Herr Otto! Teile Ihnen ergebenst mit, daß ich vor einem Jahre von rheumatischen Schmerzen befallen wurde, und zwar dermaßen, daß ich außerstande war, mich zu rühren. Ich hörte von Ihrem Apparat und war erstaunt über den Erfolg, denn nach zweimaliger Anwendung waren die Schmerzen verschwunden, und haben sich bis heute nicht wieder eingestellt. Ferner litt meine Frau an aufsteigender Hitze nach dem Kopfe, sowie an Asthma und Ohrenentzündung. Alle diese Uebel wurden durch die Anwendung Ihres Apparates schnell beseitigt und erfreuen wir uns des besten Wohlseins. Hochachtungsvoll Friedrich Sprechler, Chemnitzstraße 15. Die eigenhändige Unterschrift des Herrn F. Sprechler wird hierdurch beglaubigt. Die städtische Polizeibehörde zu Kiel, 6. Okt. 1909.(Polizeistempel, Unterschrift.) Schwalenberg, 3. 3. 1909. Geehrter Herr Otto! Durch den Apparat, den ich von Ihnen bezogen habe, ist mein Ohrenleiden ganz verschwunden. wofür ich Ihnen vielmals danke. Achtungsvoll Landwirt D. Tölle. Nr. 83. Es wird hiermit bescheinigt, daß Herr Tölle das Dankschreiben selbst geschrieben und mit seiner Namensunterschrift vollzogen hat. Magistrat der Stadt Schwalenberg.(Unterschrift, Siegel.) Schüren(Kreis Hörde), den 26. Sept. 1909. Sehr geehrter Herr Otto! Teile Ihnen hierdurch folgende Heilresultate mit, welche ich durch Ihr Mittel erzielt habe. Ich litt drei Monate an Rheumatismus im linken Bein. Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt. Ich brauchte elektrische, Lohtanninbäder, Dampf=, Solbäder, Einreibungen, wurde elektrisiert, massiert, alles war vergebens, bis ich von Ihrem Mittel hörte. Nach dreimaliger Anwendung Ihres Apparates war ich vollständig geheilt, wofür ich Ihnen aufrichtig danke. Bei noch drei Bekannten wandte ich Ihr Mittel bei Rheumatismus, Asthma und Magenleiden mit bestem Erfolg an. Ich kann daher Ihren Apparat nur jedem empfehlen. Bitte dieses Schreiben in die Oeffentlichkeit zu bringen. Hochachtv. Ernst Gilles, Erlenbachstraße 14. Die eigenhändige Unterschrift des G. beglaubigt. Gemeinde Schüren, den 4 Okt. 1909. Der Gemeindevorsteher, Bittorf, GemeindeSekretär.(Amtsstempel.) Oepfershausen S.=M. 27. Mai 1909. Sehr geehrter Herr Otto! Wir haben Ihren Apparat bei einem mit Veitstanz behafteten Kinde angewandt, welches nach dreimaliger Anwendung vollständig genesen ist. Die Eltern lassen ihren besten Dank sagen. Hochachtungsv. Ludwig Peter. Es wird bescheinigt, daß Herr Peter hierselbst der Schreiber des obigen Briefes ist. Der Schultheiß und Gemeindevorstand Freund.(Siegel.) Unterkatz bei Wasungen, den 24. Sept. 1909. Geehrter Herr Otto! Mir geht es durch Ihr Mittel wieder gut. Einen Nachbarsknaben, der den Veitstanz im höchsten Grade hatte, habe ich mit fünf Applikationen vollständig geheilt. Kreuzschmerzen wurden bei einem anderen durch einmalige Applikation vollständig beseitigt. Hochachtv. Joh Rudolph. Daß vorstehende Unterschrift eigenhändig vollzogen worden ist, wird hierdurch beglaubigt von der letzter Krankheit habe ich selbst Kenntnis. Der Gemeindevorstand Müller.(Amtsstempel.) Bethel bei Bielefeld, 4. August 1909. Geehrter Herr Otto! Mit Ihrem Apparat habe ich gute Erfolge erzielt. Ich hatte an beiden Füßen die Flechte, welche ich durch zweimalige Anwendung Ihres Apparates geheilt habe. Auch bin ich von meinem Asthma, wovon ich schon mehrere Jahre befallen war, geheilt. Noch viele andere Krankheiten habe ich mit Ihrem Apparat geheilt, wofür ich Ihnen meinen besten Dank ausspreche. Hochachtungsvoll F. Westerheide, Wiesenweg 21. Nach Anhörung des Herrn W. wird hierdurch bestätiat, daß derselbe der Screiber vorstebenden Briefes ist. Gemeindevorsteher.(Unterschrikt, Amtsstempel.) Altenbuseck Kreis Gießen, 25. 1. 1909. Geehrter Herr Otto! Teile Ihnen hierdurch erg. mit, daß meine Frau von ihrem jahrelangen Magenleiden durch Ihren Apparat befreit ist. Oefter im Oberkörper umherziehende Schmerzen sind nach Anwendung Ihres Apparates gleich wieder vorbei. Ich spreche Ihnen deshalb meinen Dank aus mit aller Hochachtung Ph'livv Becker, Landwirt. Es wird hiermit amtlich neglaubigt, daß die gemachten Angaben, sowie die Namen unterschrift von derrn Becker auf erfolgte Anerkennung vonzogen worden sind. Großherzogl. Bürgermeisterei Altenbuseck, 15. 9. 09. Körbel.(Siegel.) Dresden, 26. März 1909. Hochgeehrter Herr Otto! Drei Jahre lang litt ich an einem lästigen Hautjucken, verbunden mit Nierenleiden und Ansatz zur Wassersucht.(Alle Kunst und alle bei mir angewandten Mittel waren erfolglos, sodaß ich alle Hoffnung, wieder zu genefen, völlig aufgeben mußte. Ich wurde auf Ihren Apparat aufmerksam gemacht und der Erfolg war zu meiner größten Freude ein derartig wirksamer, daß ich es geradezu als eine Fügung betrachten muß, daß ich noch rechtzeitig im Besitz Ihrer so überaus nun= und segenbringenden Methode kam. Ich bin durch diese völlig geheilt worden, was andere Kunst nicht vermocht hatte, und kann ich Ihnen hochgeehrter Herr Otto nicht genug dafür danken. Ich bin froh, im Besitz Ihres Apparates zu sein, habe auch in Krankheitssällen bei meinem Mann und bei meinen Kindern dieselben günstigen Resultate damit erzielt. Ihnen zu größten Dank verpflichtet. Hochachtungsvoll Frau&a Barsch Kamelienstraße 6. Die vorsterende Unterschrift der Frau Emma Barsch gev. Gäbler, hier, wird auf Grund vor mir erfolgter Vollziehung bealaubigt. Könial. Amtsgericht zu Dresden, den 24. 9. 09. Weidemüller, Sekretär.(Gerichtssiegel.) Gr.=Partwitz b. Proschim, den 26. Aug. 1909. Geehrter Herr Otto! Ich ließ mir Ihren Apparat senden, welchen bei Gelenkrheumatismus anwandte. Durch viermaligen Gebrauch Ihres Apparates bin ich wieder gesund und kann meine Arbeit machen wie zuvor. Ich hatte vorher schon verschiedenen Beistand und Hausmittel erfolglos angewandt. Eine andere Person war auch an Reißen und Rheumatismus leidend, niemand konnte ihr helfen, sie war so schwach und matt, daß sie nicht mehr aus dem Bett heraus konnte. Sie ist durch längere Behandlung mit Ihrem Apparat wieder vollständig gesund. Mit Hochachtung Wilh, Walter. Daß vorstehende Dankschreiben sowie die Unterschrift Herr W. Walter eigenhändig geschrieben und unterschrieben hat, wird hiermit amtlich bescheinigt. Der Gemeindevorsteher Michala. Gr.=Partwitz, den 5- 9. 09.(Amtsstempel.) Berwitz bei Gerlebogk, 21. 4. 1909. Geehrter Herr Otto! Ich litt furchtbar an dickem Gesicht, bin aber durch Ihren' Apparat vollständig geheilt und ebenfalls meine Mutter von Gelenkrheumatismus. Frau M. Winier, geb. Völker. Mit dem Bemerken, daß Frau Winter den Brief geschrieben hat. almt Gerlebogk, 2. 9. 09. Der Amtsvorsteher.(Unterschrift, Amisstempel.) Schl. Porschendorf bei Zschopan. Herrn Franz Otto! Teile Ihnen erg. mit, daß ich eine Person von hartnäckigem Gelenkrheumatismus gänzlich befreit habe, auch meiner Schwester habe ich ihren langen Rheumatismus ausgeheilt, ebenso habe verschiedene andere seiten wie kleine Krankhe Reißen, Husten, aud auch Augenentzündung beseitigt.: Alle sagen den besten Dank. Bitte Sie um Sendung 2c. Theresie verw. Wehling. Bescheinigung Nach mücksprache mit Frau verw Wehling, hier, bestätige gern, daß Vorstehendes von ihr selbst geschrieben worden ist und die Angaben auf Wahrheit beruhen. Ich bitte, mir auch einen solchen Avparat zuzusenden. Hochachtungsvoll Gemeindevorfteher Haase.(Amisstempel.) Butzweiler bei Cordel Kreis Trier, 1. 6. 1909. Geehrtester Herr Otto! Mit Ihrem Apparat habe ich ein Mädchen von fahrelangem Augenleiden mit dreimaliger Behandlung ganz geheilt, deren Schwester einen dick geschwollenen Fuß mit einer Behandlung. Auch mir geht es schon besser. Achtungsvoll Frau anewell. Die Richtigkeit vorstehender Unterschrift beglaubige. Geehrter Herr Otto! Teile Ihnen noch mit, baß ich mich selbst bei Frau Knewek über Ihren Apparat erkundigt habe und konnte dieselbe sich nicht genug lobend aussprechen über den Erfolg, den sie bei sich und ihren Angehörigen gehabt habe. Bitte daher um Zusendung Ihres Apparates. Der Gemeindevorsteher. (Unterschrift, Stempel der Bürgermeisterei.) Wulften, Harz, 2. Juni 1909 Hochgeehrter Herr Otto! Teile Ihnen die Heilerfolge mit, welche ich Ihrem Apparat erzielt habe. Mit meiner Tochter es sehr schlecht, sie konnte den Fuß nicht bewegen,e so das Bein. Meine Tochter mußte immer im liegen. Nach viermaliger Anwendung mit Ihrem parat war es besser und kann sie jetzt auf den Bein treten. Meine Tochter hatte zehn Wochen in der nik gelegen, und war aufgegeben worden, sie war weit herunter, daß alle Hoffnung verloren war, Jahr hatte sie gelegen. Ihr Apparat hat gute getan. Sage Ihnen meinen besten Dank. H Heinrich Mönnich. Daß Herr H. Mönnich de den vorstehenden Brief geschrieben hat, wird## mit bestätigt. Wulsten, 12. 9. 09. Der Gemein vorsteher, Lohrengel.(Amtssempel.) Achthal bei Teisendorf, 9. 1. 1909. Sehr geehrter Herr Otto! Mit Freuden kann ich Ihnen mitteilen, das3 Heilmethode wunderbare Wirkung hervorbrint hatte viele Jahre chronisches Magenleid in#n## vollständig hergestellt, wofür ich Ehnen herziten schulde. Hochachtungsvoll Joh. Mayer. Es wird meindeamtlich bestätigt, daß der Schreiber## stehenden Dankes mit Herrn Joh. Mayer in thal identisch ist. Die Gemeindeverwaltung terschrift, Amtsstemvel.) Kappeln, Schlei, 16. August 190 Herrn Franz Otto! Hierdurch teile ich ergebenst mit, daß meine### durch d reimalige Anwendung Ihres Apparats vollstän geheilt wurde, Meine Frau litt an RheumatismuOberarm dermaßen, daß sie nicht imstande war, Hand nach dem Kopf oder nach den Rücken hu bewegen, Sie hat fünf Wochen lang die Klinik vei### besucht, auch Spezialhilfe vergeblich in Anspruch genc men, es wurd; ihr die Mitteilung gemacht dar Oberarm steif bliebe und nie mehr zu helfen## Wir wurden auf Ihren werten Apparat aufmerhan! haben nur dadurch allein gänzliche Hilfe gefunden, ich hiermit bestätige, Mit ganz besonderem Dank. 9 achtungsvoll Wilh. Lischke, Fischräucherei. Export. vorstehend eigenhändige Unterschrift des o## Lischke wird hiermit beglaubigt. Kappeln, s 09. Der Bürgermeister.(Unterschrift, Stadtsiegt Rastenburg, Ostpr. 27. Sept. 191 Herrn Fr. Ot.o! Mit richt geben rat wieder hergestent, uns von mernenRheumatismus und anderen Krankheiten beste wofür ich Ihnen vielen Dank sage. Ich habe.: Apparat hier vielen empfohlen, die sich aue gewandt und gute Erfolge erzielt haben. P#rW Mattischat, Poststr. 6. Vorstehende dige Unterschrift des Heren Mattischat wird durch beglaubigt. Nastenburg. 2..,### Stadtpolizeiverwaltung.(Unterschrift zeisefretärs und des Bürgermeisters, tempel.) Lesewitz bei Rochlitz. Sachs. 8. 10. 100 Sehr geehrter Herr Otto! Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich mit Ihren rat in meiner Familie sowie durch Vergere# halb derselben, bei Rheumatismus und N ganz unglaubliche Erfolge erzielt habe. Ic nen Mitmenschen die Anwendung dieses Appat“.,, genug empfehlen. Die mehrfache Nachbeftestiper 6 seits für meine Verwandten läßt sie gewiß, an„ würdigkeit meines Attestes nicht zweifeln A. Waldapfel, Gutsbesitzer. Gestätige hier Herr W. obiges geschrieben hat. Köhn.“ devorsteher. Süpplingen b. Helmstedt, den 11. Geehrter Herr Okto! * Ihnen ergebenst mit meiner Arbett nachgehen kam. 39 u. ein Vierteljahr im Krankenhause habe“## gebraucht, aber alles hat nichts gehollet;, nich es in den Armen, Rheumatismus, POe# die Arme, P/G, Bgsihe zu. Herrn Fr. Ot.o! kit größter Freude kann ich Ihnen die geben, daß ich durch Ihren vorzüglichen ieder hergestellt, und von meinem jahten, allein anziehen und die Arme nichr hoclt Sohn hatte Nierenleiden, hatte die übliche braucht aber es wurde nicht besser, I9#gat sit das Wasser war manchmal wie Blut. Te## gut gebessert ist ganz mobkl, Essen und Tu ihm. Ich sage Ihnen meinen herzltct## Kriede. Blesing. Mit dem„Deregenen eschie Bhh behörde.(Amtsnempel.) Sann: 9T S S S5 9 2 80 . 27 — S83bSSEE 398 86 58 8 ∆ SSSESSSB 92 — 2. PSe#SSS: = 192. S SaSS5 S ∆. 2.#an 21,4 „Ah: Einjähriger Velten, noch auf der Straße? Soviel ich mich entsinne, reicht ihr Urlaub nur bis elf Uhr.“ Hauptmann v. Gröben ist auch einer der schlecht behandelten Verehrer Helenens und quält dienstlich den bevorzugten Bewerber soviel wie möglich. Ein strohlendes Lächeln geht über des Einjährigen hübsches Gesicht. Richtig das war es ja!„Zu Befehl, Herr Hauptmann! morgen früh um 11 Uhr bei Kommerzienrath Auerbach... Heinz Velten steht nicht reglementsmäßig gerade, und er lallt beträchtlich, während der wenigen Worte; aber der Hauptmann ist nicht im Zweifel, was sie bedeuten. Er lacht hämisch; dem grünen Jungen will er sein unverschämtes Glück doch versalzen.... Umsonst wartet Helene Auerbach am andern Morgen auf den Freier; umsonst har sie den Papa vorsichtig präpariert. Während sie sich die frischen Lippen in Aerger und Ungeduld fast blutig zernagt, muß der sehnlichst erwartete Herzallerliebste nachexerzieren, Gewehrgriffe üben und schließlich die Stallwache übernehmen. Und auch die nächsten Tage sind reichlich mit Strafe für seine dienstlichen Missetaten versehen. Als er sich endlich freimachen kann, findet er bei seiner Braut ein kühles, gezwungenes Lächeln; zu einer Erklärung kommt er nicht. Hauptmann v. Gröben hat den Samen des Mißtrauens zu freigebig gesäet. Ihr Herz blutet zwar; aber sie scheint nicht Aug nicht Ohr für den Unwürdigen zu haben. Es war doch unerhört, nicht auszudenken, oaß er sich noch spät am Morgen, nachdem sie sich mit ihm verlobt hatte, betrunken mit einem Domino herumgetrieben hatte. Und zu ihr war er nicht gekommen, hatte sie warten lassen, die doch wahrlich nicht ans Warten gewöhnt war.... Heinz Velten weiß sich keinen Rat; sie läßt ihn ja garnicht zu Worte kommen; er kann sein Ausbleiben nicht rechtfertigen. Soll er schreiben?— Alle Wetter! Der dicke Müller muß ja für ihn eintreten.... Der dicke Müller hat nichts von dem Friedensengel mit der Palme an sich; aber er hat die Ungeniertheit, die sich durch nichts verblüffen läßt. Mit Gemütsruhe läßt er die hochmütige Abweisung und die spitzen Bemerkungen Helenens über sich ergehen. Wider Willen muß sie einsehen— und wie gerne sieht sie es schließlich ein— daß Heinz keine Schuld an dem beleidigenden Ausbleiben hat: auch der schwere Rausch mochte auf die Rechnung der Verlobung geschrieben werden. Aber das Domino, warum sprach niemand von dem Domino? Seidene Gewänder rauschten herein; huldvoll entläßt Helene den dicken Müller und empfängt die Freundinnen.„Nun, darf man gratulieren, Lene: die ganze Stadt spricht ja von Deiner Verlobung?“ Ablehnend und doch halb geschmeichelt, lächelt Helene.„Ich weiß ja nicht einmal, wen ihr meint.“ „O, wir aber: wir haben ihn uns genau angesehen, nicht nahr, Katie? Hat er nicht von den zwei zuoringlichen Dominos in der Hofgartenstraße erzählt?“ Helene stutzt.„Zwei Dominos?“ „Ja, Resie und ich kamen mit meinem Mann vom Maskenball bei Fabers und taten ihn unterwegs auf. Aber Du brauchst nicht eifersüchtig zu sein; er ließ uns abblitzen, daß es schon beleidigend war. Schließlich lief er noch seinem Hauptmann in die Arme; da machten wir uns aber dünn...“ Auf dem Maskenball im Hause des Kommerzienrats Auerbach drängt sich alles um das hübsche Blumenmädchen, die Tochter des Hauses. Besonders ein stattlicher Rittersmann— Hauptmann v. Gröben hat im sicheren Gefühl, daß seine Aktien steigen, sein Ausgabenkonto stark belastet— und ein starker Page buhlen eifrig um ihre Gunst. Als aber beide den Kotillon, den Tanz aller ...— ".-— F7— " Sa2 • Tänze, den Herzenstanz begehren, reicht sie die Tanzkarte dem Pagen; dem Ritter aber macht sie einen schelmischen Knir:„die Subordination ist für heute aufgehoben. Wos fragt Prinz Karneval nach Anciennetät und Rangliste! Heute gilt das Recht des Herzens; das ist heute das Faustrecht, das Recht des Stärkeren, dem ich unbedingt pariere.“ Ohne das mürrische Gesicht des Enttäuschten zu bemerken, verschenkt sie ihre Blumen weiter: Flieder, Anemonen, Parmaveilchen, Rosen und Margaretenblumen; nur einen Strauß dunkelroter Rosen läßt sie auf dem Grunde des zierlich geflochtenen Weidenkorbes liegen. „Bekomme ich denn wenigstens die Blumen?" von Gröben fragt es mit unheimlich flackernden Augen und vor Erregung zitternder Stimme. Rokokozöfchen, Bauern. Yankees und Biedermeiermädchen tanzen vorüber; keiner hat eine Ahnung, was für den finstern Mann in der Frage liegt; ob er wirklich verspielt, ganz verspielt hat? Auch das zierliche Blumenmädchen scheint ganz naiv und harmlos.„Die Blumen? Aber wissen Sie nicht. Herr Ritter, daß rote Rosen glühende Liebe bedeuten?“ damit steckt sie Heinz Velten die prächtigen Rosen ins Wams.„Was für Sie übrig bleibt? Für Sie ist der Korb!“ Mit einer koketten Bewegung reicht sie dem Verblüfften das hübsche Körbchen und tanzt schnell mit dem Geliebten davon. (Schluß. hiät Schulte=Kump: Segg eß, Kal, wat höllst du dovan, o do op'm Monne ok wol Minschen sünd? Schultc=Drump: Döllmer, dat is jo gar nich müeglick. Schulte=Kump: Worüm denn nich? Schulte=Drump: Döskopp! Wo söllt denn de Lüe blieben, wann de Monne abniämmt!!! Schulte=Kump: Jo, Kal, do hiäste wier mol Recht ** Geflügelzucht. Es ist bekannt, daß auf den ländlichen Höfen vielfach eine so große Zahl von Geftügel herumläuft, das so wenig produktiv ist, daß die Futteckosten nicht einmal herauskommen oder doch höchstens eben aufgewogen werden. Der Landwirt klagt dann darüber, daß die Geflügelzucht nichts einbringe, und in diesem Falle hat er freilich recht. Besserung und größeren Gewinn herbeizuführen, ist aber gar nicht so schwer. Er muß dafür sorgen, daß er nur Bruteier von solchen Hennen nimmt, die in ihrer Legetätigkeit befriedigend sind. Das ist nun freilich für den Landwirt, der siy wenig um sein Hühnervolk kümmert, nicht so leicht, weil er die besten Legerinnen gar nicht kennt; aber auh da gibt es einen Ausweg. Einige wenige Hennen, die gut legen, werden dem Personal oder dem Landwict immer auffallen, und diese wenigen— und sind es auch nur 3 bis 4— genügen bereits, um genügend Bruteier für eine gute Nachzucht zu erhalten. Die Hennen sind natürlich einige Zeit vor dem Setzen der Bruteier gesondert zu halten, damit man auch wirklich ihre Eier kennt. Uebrigens muß auch der Hahn einem produktiven Stamm entnommen werden, wenn die Nachzucht befriedigen soll, und besonders muß er fremdes Blut besitzen, oder höchstens Vater der Henne sein; auf keinen Fall aber darf er mit den guten Heunen verschwistert sein, weil sonst die Nachkommen infolge der nahen Verwandtschaft degenerieren. 328 5 33 ang = 2. 8.:"— S# — □ * — SSSpTS SSOEMSS * er— — S 8 * S 8 SAn SEanE □ San: —— *9—. E —"—— *2 — ## g 9 S öTnenn S.###ag. * S S 1OS.E S. 3a .an6 S 2 S R 2•3 unden Blätter für Unterhaltung und In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. 21 meinem Klienten die Porträts vorzulegen— mit der Frage, ob er in einem von ihnen jenen Gauner erkenne. Verneint er die Frage, so ist weiter nichts verloren, bejaht er sie, dann haben wir mit einem Schlage das ganze Rätsel gelöst." „Nun wohl, ich werde Ihnen die Porträts liefern,“ versicherte Rudolf;„die Züge der beiden sind meinem Gedächtnis so tief eingeprägt, daß—“ „Zeichnen Sie nach dem Leben, nicht nach dem Gedächtnis,“ Unterbrach ihn der Doktor warnend,„es hängt zu viel von einer völlig getreuen Aehnlichkeit ab. Ihren Angehörigen dürfen Sie nichts davon ver raten— meine Vermutung bleibt ganz unter uns.“ „Ganz recht. Sie sollen morgen schon die Porträts haben; denn ich finde jedenfalls heute noch Gelegenheit, die beiden zu sehen.“ Hiermit war die Unterredung beendigt. Der Adsokat setzte sich an seinen Schreibtisch und begann die vor ihm liegenden Akten zu studieren. 11. Pläne. Ter Kommerzienrat Steinfeld gab, um den polnischen Grafen in die gesellschaftlichen Kreise einzuführen, ein fein arrangiertes Gartenfest. Er hatte darin seiner Gattin willfahrt, die stolz darauf war, mit diesem Gast prunken zu können, und er erntete denn auch den Tank aller Eingeladenen, die einstimmig erklärten, sich nie zuvor so vortrefflich amüsiert zu haben. War doch der Graf, der es gewagt hatte, das„unheimliche Haus“ zu kaufen, schon der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit und Neugier geworden! Man sprach in allen Kreisen der Gesellschaft von seinem fabelhaften Reichtum, seiner Verbannung, seiner schönen Erscheinung und seiner Liebenswürdigkeit, und vorzüglich die Tamen würschten sehnlichst, ihn kennen zu lernen; sie waren nun dem Kommerzienrat sehr dankbar dafür, daß er diesen Wunsch erfüllt hatte. Und im Grunde seines Herzens hatte Steinfeld gern der Bitte seiner Gattin nachgegeben. Als vorsichtiger Geschäftsmann hatte er bei seinen Geschäftsfreunden in Bresiau Erkundigungen über den Grasen eingezogen und von diesen eine Antwort empfangen, die ihn vollständig zufrieden stellte. Graf Krafinski mußte in der Tat ein reicher Herr sein, der ganz bedeutende Einnahmequellen besaß. Die schönen Projekte, welche der Kommerzienrat für die Zukunft entworfen hatte, waren durch Verhaftung Hugo's unausführbar geworden, und an der Schuld des jungen Mannes ließ sich jetzt auch nicht mehr zweifeln. Dadurch wude der Gedanke an die Möglichkeit einer Verbindung mit dem Grafen nahe gerückt, und der Komn ziemat kon#te nicht leugnen, genüber. Kennen Sie den polnischen Grafen, welcher das unheimliche Haus gekauft hat?“ Rudolf blickte den Fragenden betroffen an „Er kommt häufig in unser Haus,“ erwiderte er; „bald hat er nach diesem, balo nach jenem zu fragen.“ „Wie lebt er?“ „Er ist selten zu Hause— er macht jeden Tag Besuch. Kommerzienrat Steinfeld war mit seinen Damen gestern bei ihm, und man spricht bereits von einem großen Gartenfest, das er in der nächsten Zeit zu geben gedenkt.“ „Der Pole wohnt mit seinem Tiener allein in dem Hause?“ „Jawohl.“ „Der Diener ist ebenfalls ein Pole?“ „So heißt es, man sieht's ihm aber nicht an. Mir gefällt dieser Diener nicht; er scheint bei aller Kriecherei vor seinem Herrn ein heimtückischer Mensch zu sein.“ Der Toktor ging schweigend wieder hin und her. Nach einigen Minuten blieb er vor dem jungen Manne stehen uno fragte: „Sie können zeichnen?“ „Man hat mir oft gesagt, an mir sei ein Maler verloren gegangen,“ erwiderte Rudolf scherzend. „Ich möchte Ihr Talent auf die Probe steklen,“ sagte der Advokat in demselben Tone;„zeichnen Sie die Porträts des Polen und seines Dieners. Ich verlange weiter nichts, als treue Aehnlichkeit. Photographien wird man von den beiden nicht erhalten können, und es würde Argwohn erregen, wenn man sie darum bitten wollte.“ Wachsendes Befremden spiegelte sich in den Zügen Rudolf's. Er hatte augenblicklich erraten, zu welchem Zweck der Doktor die Porträts wünschte. „Sie glauben, daß der Graf jener Gauner sein könne?“ fragte er. „Er oder sein Diener! Wäre das ganz unmöglich?“ „Unmöglich nicht, aber—“ „Unwahrscheinlich, wollen Sie sagen? Wer ist dieser Graf? Woher kommt er? Hat er wirklich Güter in Polen? Sie werden mir keine dieser Fragen mit Sicherheit beantworten können; Tutsache aber ist es, daß er am Tage nach dem Diebstahl hier plötzlich aufgetaucht ist, das Haus gekauft und den Kaufpreis bar bezahlt hat. Und wenn ich deshalb vermute, daß er ein Schwindler sei, können Sie diese Vermutung widerlegen?“ „Das nicht,“ meinte Rudolf zögernd,„aber die Sicherheit, mit welcher dieser Herr auftritt—“ „Beweist nichts!“ Ich beyaupte ja nicht, daß meine Vermutung richtig sein müsse; ich will auch Alles vermeiden, was den Grafen auf meine Nachforschungen aufmerksam machen könnte; aber ich bin auch entschlossen, 8 :0: daß dieselbe ihren blendenden Ganz auf sein Hau“ und seine Firmo zurückstrahlen würde. Wenn Adelaida auch jett noch der Stimme ihres Herzens Gehör schenkte, die ihr zuflüsterte, daß Huggemeine Verbrechen nicht begangen haben könne, so mußt. seine Verurteilung die bisherige Zuneigung doch in Ver achtung umwandeln, und nichts war dann geeigneter die Erinnerung an ihn rascher zu tilgen, als die Ver lobung mit einem andern Manne, der in jeder Hinsich ihrer Neigung wert genannt werden durfte. Und wie interessant, wie liebenswürdig, und geist reich zeigte sich heute wieler der Graf! Adelaida saß am Flagel. Der vornehme Gas plauderte mit ihr über Musik, über Konzerte, denen er in Paris und London beigewohnt hatte; er sprach von den bald leidenschaftlich wilden, bald wehmütigen Weisen seines unglücklichen Vaterlands, dann äußerte er den Wunsch, daß man ihm eine Geige verschaffen möge Und als dies geschehen war, entzückte er die Gesellschaft durch die wirklich meisterhafte Fertigkeit seines Spiels Er spielte polnische und ungarische Lieder, Tänze und eigene Phantasien, und als er sein Spiel beendete, hatte er die Herzen aller im Fluge gewonnen. Und Adelaida vergaß an diesem Abend alles andere Sie hatte keine Ahnung von den Plänen ihrer Eltern, sie sah es gerne, daß der Graf, der so angenehm und geistreich zu plaudern wußte, nicht von ihrer Seite wich. Wie aber der Herr oben in den Salons, so war der Diener unten im Gesindezimmer der Mittelpunkt der kleinen Gesellschaft. Michael Vorkowski besaß freilich nicht die gesellschaftlichen Talente seines Herrn, aber er verstand es, der Dienerschaft zu imponiren; er hatte ja auch weile Reisen gemacht und viel gehört und gesehen. So verstrich der Abend zu allseitiger Zufriedenheit Als der Graf mit seinem Tiener das Haus verließ, war Mitternacht schon nahe. Michael schritt seinem Herrn zur Seite. Hie und da begegnete ihnen noch ein vereinzelnter Wanderer. „Mich beunruhigt es, daß wir noch immer keine Briefe von London bekommen; sie hätten längst eintreffen müssen,“ sagte endlich der Pole. „Graf Rantzow wird vielleicht selbst kommen,“ erwiderte der Diener. „Ich möchte ihm nicht gazu raten. Wenn er hier erkannt wird, ist er verloren" „Pah, wer sollte ihn ertennen?“ sagte Michael ge lassen.„So ängstlich darf man nicht sein.“ „Wir müssen es sein. Graf Rautzow könnte uns hier alles verderben,“ entgeguete der Pole heftig.„Ich habe hier einen Hafen gefunden—“ Rantzon ist klug genug, um sich selbst den Rücken zu sichern; wir wollen uns deshalb keine Sorge machen Uno da wir alle politische Flüchtlinge sind, so haben wir schon manches für uns, was im schlimmsten Falle uns entschuldigt und unsere Zusammengehörigkeit begründet.“ Der Graf schwieg, aber er beschleunigte seine Schritte. „Das ist alles richtig,“ begann er nach einer Weile; „aber hüte Tich, diesen vertraulichen Ton gegen mich in Gegenwart anderer anzuschlagen; man wurde ihn trotz unserer politischen Zusammengehörigkeit sehr befremdlich finden.“ Beide bogen in die Straße ein, an welcher das unheimliche Haus lag. „Sobald die Sendung von London oder Ranzow selbst hier ankommt, mußt Du nach Breslau," nahm der Graf wieder das Wort;„die Sache wird immer dringender — 0 das andere Geschäft?“ „Nächstens soll es erledigt werden; ich bin jetzt mit meinem Plane noch nicht ganz fertig.“ In diesem Augenblick vertrat plötzlich eine dunkle Gestalt ihnen den Weg. „Rantzow!“ sagte Graf Krasinski erschrocken „Ich habe hier auf Ihre Heimkehr gewartet,“ autete die Antwort. „Wann sind Sie angekommen?“ „Heute Abend.“ „Uud wo abgestiegen?“ „Nirgends; ich gedenke bei Ihnen zu wohnen.“ „Geh' voran und öffne das Haus," befahl Krasinski seinem Diener.„Wssen Sie auch, daß Sie sich mutwillig in Gefahr begeben?“ wandte er sich zu Rantzow;„Sie hätten mir die Papiere schicken können.“ „Das wäre zu gefährlich gewesen.“ „Hat man schon Witterung erhalten?“ „Noch nicht, aber lange kann's nicht mehr dauern Uno daß man dann in Lirdon die ersten Nachforschungen anstellen wird, unterliegt keinem Zweisel.“ „Dann müssen Sie London verlassen—“ „Ich gedenke auch, etnige Zeit hier zu bleiben.“ „Hier? Um keinen Preid! Sie würden uns alle unglücklich machen.“ Michael schloß hinter ihnen das Gittertor. Sie schritten auf das Haus zu „Die Haustür in offen,“ sagte Michael bestürzt; „während unserer Abuesenheit muß Jemand hier gewesen sein?“ „Führen Sie eine Wasse bei sich?“ flüsterte Krasinski. „Einen Revolver.“ „Gm, ich auch. Nur keine Uebereilung! Wir könnten sonst mit dem Gericht in unangenehme Berührung kommen.“ Sie traten in das Haus und lauschten. Das scharfe Ohr des Polen vernahm im oberen Stock Geräusch. Rasch stieg er die Treppe hinauf und ebenso nasch öffneie er die Tür, durch deren Spalten ihm ein schwacher Lichtschein entgegenschimmerte. Die Brüder Schaller standen vor dem erbrochenen Schreibtisch und waren mit der Durchsuchung desselben eifrig beschäftigt. „Keiur Bewegung!“ rief Krasinski mit erhobenem Revolver. „Hol“ Sie der Henker!“ knurrte Otto Schaller. „Konnten Sie nicht noch eine Viertelstunde länger ausbleiben?“ „Bas wollen Sie nun tun?“ fragte sein Bruder. „Die Polizei rufen? Wir ergeven uns so leicht nicht— „Wollte ich Euch verhaften lassen, so könnte ich damit bis morgen warten, erwiderte der Graf ruhig. „Ich habe Euch kürzlich im Hause Farnow's gesehen, Ihr wohnt dort, und heißt Schaller, und hier sind zwei Zeugen, die Eucy morgen wieder erkennen und meine Anklage bestatigen würden.“ „Wus hätten Sie davon!“ brummte Hermann. „Wir haben nichts genommen, weil wir kein bares Geld fanden.“ „Pah, ich denke nicht daran, Euch unglücklich zu machen diesmal will ie's Euc hingehen lassen, aber wird in der Folge hier noch mal eingebrochen, dann mache ich der Polizei sofort Anzeige.“ „Auch wenn wir's nicht gewesen sind?" fragte Otto Schaller in höhnischem Ton?. „auch dann! Michael, führe die Leute hinaus! Merkt Euch wohl, was ich Euch gesagt habe:— ich verstehe in diesem Punkte keinen Sp##.“ Fortsetzung folgt. Von Hanns Gisbert. (Nachdruck verboten.) In überströmendem Glückgefühl leerte Heinz Belten das hochgefüllte Glas mit dem schäumenden Tranke auf die Nagelvrobe, strahlenden Blickes den hübschen, blonden Kopf mit den übermütigen blauen Augen zu seiner schönen Nachbarin neigend, die sich ihm eben frohen Herzens fürs Leben zu eigen gegeben hatte. „Für Dich, für Dein— für unser Glück.“ Und ebenso strahlend blickten die dunklen Augen zu dem schlanken Einjährigen empor, der für sie die Verkörperung von Schönheit und Männlichkeit bedeutete, selig. selbstvergessen, als seien sie beide allein auf der Welt. Um sie brandete es von schwirrenden Reden, von ausgelassenen Scherzen, von übermütigem Lachen. Hoch gingen die Wogen des Karnevals. Der lustige Prinz schwingt sein närrisches Zepter mit Grazie und verführt Männlein und Weiblein zu toller Lustigkeit. Tanzende Pirettes, scherzende Clowns, bezopfte Chinesen, verführerische Andalusierinnen und mädchenhafte, deutsche Gretchen ziehen in buntem Reigen vorüber: dazwischen ein rotnasiger, bärtiger Stadtpolizist aus der guten alten Zeit, der über allzu zärtliche Blicke Buch führt und in sich versunkenen Zechern Flasche und Glas konfisziert. Oder der bebrillte Naturforscher, der die jungen Damen als Blumen betrachtet und sie genau zu untersuchen und zu erforschen bestrebt ist, der unvermeidliche Pole mit den weißen Baumwollstrümpfen und dem Schwanenpelzbesatz um die niederen Zugschuhe, die intrigierenden, geheimnisvollen Dominos mit den verstellt hohen Stimmen und der altdeutsche Ritter mit dem Samtbarett aus der Verleihanstalt. Dazwischen historische und lächerliche Persönlichkeiten aus der Gegenwart alle vom Geiste der Narrheit erfaßt, lachend, scherzend und spektakelnd.„ Und leise, ganz leise schwebt Gott Amor im Saale einher und knüpft unsichtbare Fäden von Auge zu Auge, von Herz zu Herzen. Heimlich zieht er an den Fäden, daß die Herzen sich näher und näher kommen, daß die Augen ineinandertauchen. Schelmisch lacht er, wenn er ein in sich versunkenes Pärchen gewahrt und reibt sich kichernd die rosigen, rundlichen Händchen. Heinz Velten weiß kaum, daß es ein Maskenball ist, auf dem er sich befinbet, hört kaum die Scherze und Anspielungen der Vorübergehenden. Er weiß nur, daß Helene, seine angebetete Helene die seine werden will. hört nichts und will nichts hören, als die Versicherung ihrer Liebe aus des schönen Mädchens blühendem Munde. In einem förmlichen Rausch von Glück und Wein geht er umher, bis er die Geliebte sorglich neben der Mutter im Wagen untergebracht hat. Morgen wird er bei ihrem Vater um sie anhalten! Dann aber beginnt sich eine schwere Müdigkeit auf ihn herabzusenken. Der anstrengende Dienst, das tolle Tanzen, die Aufregung und der Wein— die Natur beginnt ihr Recht zu fordern. Aber ein kräftiger Schlag auf die Schulter schreckt ihn aus seiner Träumerei; er blickt in ein lustiges Freundesgesicht. „Donnerwetter. Heinz, alter Junge! Hast Du einen Dusel! Schnappst der ganzen Bande von Verliebten und Mitgiftjägern das schönste und reichste Mädchen der Stadt vor der Nase sort.. „Ich weiß nicht, was Du damit meinst, Müller...“ „Na, tu nicht so, Herzchen! Meinst Du, ich wäre so kindlich, mich von Dir dumm machen zu lassen, nachdem ich euch gesehen und beobachtet und eurem zärtlichen Abschied beigewohnt habe. Du scheinst mich nicht für sehr helle zu halten.“ „Dann erweise mi. wenigstens die einzige Liebe und schweige einstweilen noch!“ „Na, wenn's sein muß; aber erzähle wenigstens, wie das so schnell gekommen, wie Du sie erobert hast.“ Erzählen— wenn man sich selbst noch nicht innerlich zurechtgefunden hat. Vor dem kühlen Ohre Dritter bloßlegen, was einem das Heiligste, das Beglückendste ist, sich zu der glanzenden Partie gratulieren zu lassen, wenn man sich kaum würdig fühlt, das zu besitzen, was man so heiß begehrt hat.— Nein, fort! Mit sich allein sein= nach Hause! Aber Heinz Velten hat ohne den dicken Müller gerechnet. „Nein, Bürschchen, so entkommst Du mir nicht. Erst kannst Du Dein fabelhaftes Glück mit ein paar feinen Flaschen begießen: Du bist uns ohnehin noch Deine Gefreitenknöppe schuldig: He Hellwighs, Braun, hierher! Heinz Velten will tneifen.“ „Red' doch keinen Nonsens, Junge! Ein andermal gerne, aber heute ist es ja zu spät, schon ein Uhr, ich habe keinen Urlaub.. „Zu spät, wenn ich das höre! Heute sind wir in der rechten Stimmung, und den Zapfen hast Du ja schon gestrichen.. Alle umringen ihn: er kann sich nicht losmachen. Eine tolle Trinkerei geht los: in die überhitzten Köpfe noch mehr Alkohol wie zu viel. In Heinz Veltens Kopf geht es rund wie ein Mühlrad. Und er muß immer noch zutrinken, nachkommen, proßten....“ Sehr angeheitert wanken die schneidigen Marssöhne nach Hause. Heinz hat gezeigt, daß er nicht kneifen wollte, daß er sich nicht lumpen läßt; aber er selbst ist das erste Opfer der schweren Weine. Wie war ihm nur? Vorher war doch etwas so schönes gewesen, auf das er sich jetzt nicht mehr besinnen kann. Er hatte eine solche Freudigkeit gefühlt, wo jetzt der dumpfe Druck wie eine feste dunkle Wand sitzt. Trotz der vorgerückten Stunde ist es innerhalb der Stadt noch belebt. Gejohl und Gelächter heimkehrender Narren erfüllen die Straßen: und dann eine stille Straße; das Säbelrasseln des Einjährigen, der unverhoffterweise Bekanntschaft mit den Gittern und Prellsteinen macht, ist der einzige Laut, der die Dunkelheit erfüllt. Leise nahen von Ferne leichte Trippelfüßchen. Zwei elegante blauseidene Dominos mit einem verlarvten Begleiter. Unter der Laterne treffen sie mit Heinz Belten zusammen. Kichern und Lachen.„Das ist ja Helenes Verehrer. Im Nu hängen sich die beiden Dominos an seinen Arm.„Was bist Du für ein netter Junge! Wie gefällt es Dir denn hier? Wo kommst Du her zu so früher Stunde?“ Hundert Fragen in einem Atem. Heinz weiß kaum, wie ihm zu Mute ist. Was wollen die Masken nur von ihm? „Schön, Kinder! Morgen,“ und er versucht, sich loszumachen. Umso fester halten ihn die blauseidenen Dominos. „So enttommst Du unr nicht. Sei mal lieb, Heinzchen.“ Freundlich lächelt das hübsche Gesicht.„Ein andermal. Laßt mich jetzt in Ruh; ich bin so müde...“ Der entlarvte Begleiter hustet.„Kati; übertreibe es nicht.“ „Ach was! Ich möchte doch gern wissen, in was sich gewisse junge Damen verliebt haben; wir werden ihn schon zum Reden bringen.“ Und lachend schreiten die beiden Damen neben Heenz. Noch eine Biegung— unter der Laterne tritt ihnen die kräftige Gestalt des hochgewachsenen Offiziers, seines Haup'manns— entgegen. Instinktiv schlägt Heinz Velten die Hacken zusammen und legt frontmachend die Finger an die Hosennaht. Die Dominos verschwinden im Dunkel....