Erscheint täglich ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis ## ins Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pfg. nie Ronat, dburch die Post bezogen für 3 Monate 1.50 Mk. Masganlch: Bitior Schenzer, Domnunk. Nr. 53. verbunden Lokal-Anzeiger für mit dem Dortmund u. Körde und der täglichen Unterhaltungsbeilage U##7 sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Ervedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Dortmund, Freitag, den 4. März 1910. Inserate ei.: Tgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Pfg. Beilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Rabatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann, Dortmund. Erstes Blatt. versetzungen zur Garde. ras Berliner Tagebl. brachte folgende Notiz: Wie wir erfahren, sind die Regimentskommanseure der Linienregimenter aller Waffengattungen zurch das Militärkabinett aufgefordert worden, je einen bürgerlichen Offizier namhaft zu machen, der sich für die Versetzung in die Garde eignet. Obige Nachricht soll und wird den Anschein ervecken, als handele es sich um eine besondere Maßzahme. Falls es sich wirklich um eine Konzession un das Bürgerblut in der Armee handelt, also nicht zur um die üblichen Eingaben der Kommandeure, die sich auch auf die„Geeignetheit“ eines Offiziers, zur barde versetzt zu werden, erstrecken, müßten wir es iedauern, wenn in dieser Form der Gleichberechzung der bürgerlichen Offiziere mit dem Adel näher geireten werden würde. Es würde der Anschein ergect werden, als ob es, um zur Garde zu gelannicht genüge, Offiziere eines Linienregiments u sein, als ob so ein„Glücklicher“ erst durch die kupe von drei bis vier Instanzen bis auf die Knogen zu prüfen sei, ehe er für„geeignet“ erklärt wird. die Garde ist ein Armeekorps wie alle anderen, zichnet sich nur durch etwas größere Körperlänge nie, die ihre durchschnittliche Leistungsfähigkeit herahsett, hat bedeutend weniger dienstliche Schwierigtiten und ist finanziell besser gestellt. Nur in der Amenszusammensetzung ihres Offizierkorps untersheidet sie sich von der Linie. Wozu also bei dem zu ver#nden mehr suchen als„Tüchtigkeit"! Welche Kauluen kill man denn sonst verlangen, von dem zur Ersetzung„geeigneten“ Linienoffizier? Da er ohne #un in die„Offizierkorpsfamilien“ eintritt und die äclung des„Konzessionsschulze“ wirklich tüchtigen, zutterfesten Persönlichkeiten nicht behagen kann, mist man vielleicht wieder zu dem beliebten Mittel, in„geeignet“, Befundenen die fehlenden„Ahnen“ nuchträglich zu verleihen, will also weniger seine„Getgnetheit" als Ofsizier, wie die als„Edelmann“. kleibt aber der„Geeignete" im Besitz seines bürzerlichen Namens, so soll vielleicht für die stramme schauptung des Kriegsministers der nachträgliche, noch fehlende Beweis von der Gleichberechtgung des bürgerlichen Offiziers mit dem Adligen nleichtert werden. Wie auch— die Richtigkeit der zitierten Notiz keaausgesetzt— die Versuche, dem gerügten Mißstande Wzuhelfen in Szene gesetzt werden, der Glaube an i Unparteilichkeit des Militärkabinetts kann erst Enn wachsen, wenn die Tüchtigkeit und der Charakteiwert allein das Kriterium für die Beförderung Find Vertrendung werden und wenn dem natürlichen Mesterben der Adelsnamen in hohen Stellungen die Knsliche Maßnahme, auf gut bürgerlichen Namen das edle„von“ zu propfen, nicht mehr entgegengesetzt wird. Deutsches Reich. Boykottaufforderung eines konservativen Geistlichen gegen den Hansabund. In eine: Kasseler Versammlung der dortigen Ortsgruppe des Huriabundes hat deren Vorsitzender Herr Bankier Karl Pfeiffer nach dem„Kass. Volksbl.“ eine sehr interessante Mitteilung gemacht. Er beklagte die Fermen, in denen von agrarischer Seite der Hansabund bekämpft werde, und stellte dann fest, daß ausgerechnet ein Pfarrer aus der Umgebung also ein berufener Vertreter der christlichen Nächstenliebe, erklärt, habe,„man müsse sich diejenigen, die in der Gründungsversammlung der Ortsgruppe als Redner aufgetreten wären, merken und nichts mehr bei ihnen kaufen.“ Dieser Prediger der christlichen Nächstenliebe und Toleranz scheint mit besonderem Nutzen die Presse des Bundes der Landwirte aelesen zu haben. Wie nun ober wenn seine politisch auf entgegenaesetztem Boden stehenden Diozesanen die Sache falsch auffassen, und vielleicht das Gotteshaus des Herrn Pfarrern demnächst boykottieren? Die Christlichsozialen und Bündler in mülheim=Wipperfürth haben sich bei der Reichstagsstichwahl am 26. v. M. in der der Zentrumskandidat Oberlandesgerichtsrat Marx mit 21 496 Stimmen über den Sozialdemokraten Dr. Erdmann siegte auf den 13382 Stimmen entsielen als sehr unsichere Kantonisten für das Zentrum erwiesen. Die christlich=soziale und agrarische Presse konnte sich nicht genug entrüsten über die„unnationale“ Haltung der Liberalen, welche sich auf die Parole beschränkten „Keine Stimme dem Zentrum“ und protzten demgegenüber mit ihrer„patriotischen“" Parole zugunsten des Zentrumskandidaten. Die„Köln. Vkztg.“ stellt nun aber in mehrfachen Zuschriften an der Hand der Abstimmungslisten fest, daß von den 1135 christlich sozialen Wählern„höchstens 400 der Parole gefolgt sind, also nur etwa der dritte Teil. Der„Germania“ wird dasselbe berichtet.. Die Herren Christlichsozialen und Bündler haben sich also sowohl in der Hauptwahl wie in der Stichwahl nach Kräften blamiert. Und den größten Schmerz hat ihnen zuletzt noch der Zentrumskandidat selber angetan, der nach seiner Wahl in seinen Dank ausdrücklich auch die liberalen Wähler einschloß, die ihm trotz der offiziellen Stichwahlparole ihre Stimmen gegeben haben. Wider Bündler und Antisemiten! In einer großen Versammlung der Freisinnigen in Posen am 24. vor. Monats, in der der Abgeordnete Dr. Wiemer über die Wahlrechtsvorlage sprach, behandelte ein Diskussionsredner, Herr Dr. Ludwig Kantorowicz, u. a. auch die Stichwahltaktik, und führte nach dem Bericht der„P. N. N.“ unter anderem aus: „Vor allem muß dafür gesorgt werden und ich bitte Herrn Dr. Wiemer, bei der Parteileitung zu bewirken, daß in Zukunft bei Stichwahlen die Liberalen nicht in die Lage kommen, für ein Mitglied des Bundes oder einen Antisemiten einzutreten.“ Das sollen sich vor allen Dingen die Liberalen in einzelnen thüringischen Kreisen gesagt sein laffen. Holland bleibt fest. In maßgebenden Kreisen Hcilands ruft die von der preußischen Regierung geplante Umformung zu einem Staffeltarif bezüglich der Schiffahrtsabgaben keinerlei Aenderung in der streng ablehnenden Haltung hervor. Nicht die Höhe der Abgaben ist es, die man bekämpft, sondern das Prinzip der Abgaben selbst Deutsch-englische Annäherung. In Wiener sonst gut unterrichteten Kreisen behauptet man, daß eine vollständige Beilegung der Differenzen bevorsteht, die bisher zwischen den Höfen von Berlin und London bestanden haben. Der erste Schritt zu dieser Aussöhnung sei schon vor einiger Zeit von London aus geschehen und in Berlin entsprechend aufgenommen worden. Der Besuch des Prinzen Heinrich in England sei schon die Folge davon gewesen, und es dürften sich in der nächsten Zeit Ereignisse vollziehen, die die Annäherng bestätigen. Die sozialen Probleme im Leben der Schauspielerinnen. Eine Nachtversammlung der Schauspielerinnen. S. u. H. Berlin, 2. März. Der Verband fortschrittlicher Frauenvereine hatte für letzte Nacht nach der Philharmonie eine Versammlung einberufen, die sich mit den„sozialen Problemen der Schauspielerinnen beschäftigen sollte und aus den Kreisen der Künstlerschaft und des Publikums überaus stark besucht war.— Nachdem der General= sekretär der Deutschen Bühnengenossenschaft Dr. Oesterrieth das Thema behandelt hatte:„Was geht der Schauspielerin die Frauenbewegung an?“ und verschiedene Schauspielerinnen Bilder aus dem Elend der Künstlerinnen gegeben halten, kam der Präsident der Deutschen Bühnengenossenschaft Rickelt zu Wort: Die Bestrebungen, die Uebelstände aus dem Wege zu schaffen, unter denen die deutsche Schauspielerin leidet, müssen von jedem rechtlich Denkenden als durchaus berechtigt anerkannt werden. Wer sich diesen Bestrebungen entgegenstellt, der muß als kulturfeindlich und unsittlich bezeichnet werden. Das ist der Deutsche Bühnenverein, den ich hiermit vor der deutschen Kulturwelt anklage. Die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger hat es übernommen, zu versuchen, ob die Verhältnisse nicht einer Besserung entgegengeführt werden und sie wird diese Versuche fortsetzen, solange sie besteht. Aus diesen Kämpfen hebt sich eigenartig das Problem der Schauspielerin hervor. Die Existenzberechtigung der deutschen Schauspielerin besteht so lange es eine deutsche Bühne gibt. Trotzdem liegt auf ihr noch eine Summe von Hörigkeit und Unterdrückung, die vor allem aus der Kostümfrage resultiert. Die Schauspielerin muß die Kostüme selbst schaffen. Weshalb verlangt der TheAuf der Humoristischer Roman von Felix Brenta. 34 Den Wirt aber beunruhigte das Bild der Zwietracht bseinem Lokale lebhaft. us guter Staatsbürger schlug er sich natürlich auf „##e der Mehrheit, die heute nur ihren Stammtisch Flessen hatte, aber vielleicht schon entschlossen war, aus dem„Stern“ aus zuwandern. Er wandte gemütig an denjenigen der Stammgäste, der seinen eisei am ritterlichsten auf dem Nasenrücken tanzen und murmelte unter wiederholten Verbeugungen enges mit ihm. Fuiscs-Ergebnis dieser kurzen Unterredung war sein halten g# den„Stern“ von störenden Gästen rein zu sehr#u#r gedachte deshalb, Herrn Heuer mit ein paar * hoflichen Worten um die Gefälligkeit zu bitten, nicht seig# Stammtisch zu erscheinen, und man mußte * Unparteilichkeit die Gerechtigkeit widerfahren las; daß er sich vor dem Kandidaten ebenso demütig ver„Ne, wie vorhin vor dem Häuptling der Ehrenmän„.Lrotzdem fand er bei Heinz weit weniger LeutseligKr.“s ihm von jenen zu teil geworden war. Heinz steile iym der liebenswürdig lächelnde Wirt mithatte, und sagte barsch und ohne sich im minun an s vernehmen Flüstertones zu bedienen, der ringsnich nich. nen Tischen beliebt wurde:„Stören Sie komr% beim Essen. Wenn Sie etwas wünschen, so mmen Sie nachher.“ Wirt sah zu, wie gewalttätig Messer: Gabel und ung?“oten Händen des blonden Riesen annerteten bei am.TLehte sich, daß es vielleicht geraten sei, ihm seine überbau#eit immer wenig schmeichelhafte Bitte kerhalt schris#r mündlich, sondern lieber aus dem Hinvorzutragen. E merir ungsvermögen aber war heute sehr stark. lichen m;,“sich diese Absicht, und um ihm den peinhatte, dern#u ersparen rief er, als er fertig gegessen R:„Herr Mzeir.2U das Zuvorkommendste die Worte kressen„##“ ich bedauere, an Ihrem Tisch nicht wei#anstäns:“: Sie dulden Gäste bei sich, die sich oig gegen mich betragen und beispielsweise nicht grüßen. Ehe Sie den Leuten nicht beigebracht haben, was sich gehört, betrete ich Ihr Lokal nicht wieder.“ Sprachs und ging. Der Wirt atmete erleichtert auf. Die Ehrenmänner rümpften die Nase. Einen Sieg hatte Heinz mit seinen ungezogenen Worten natürlich nicht davon getragen. Doch konnte er sich wenigstens eines geordneten Rückzuges rühmen, wenn auch der Feind mit lautem Spott das Schlachtfeld behauptete. Während er sich noch auf dem Flur den Ueberzieher zuknöpfte, trat Dr. Ehrlich zu ihm. Er war auch Lehrer an dem Trägerschen Institut, und während er eben noch im Speisesaal die Nase am allervornehmsten und vorschriftsmäßigsten gerümpft hatte, floß er jetzt von süßester Freundlichkeit über. Er versicherte dem verehrten Kollegen, daß er nur um seiner eigenen gesellschaftlichen Stellung willen leider genötigt sei, sich des öffentlichen Verkehrs mit ihm zu enthalten, daß er ihm aber, von dieser Aeußerlichkeit abgesehen, seine unveränderte Hochachtung bewahre. Er bäte den hochgeschätzten Kollegen, ihm das beileibe nicht übel zu deuten und ihm persönlich seine bisherige Freundschaft auch fernerhin zu erhalten. Der katzenfreundliche Herr fuhr fort, seine glatte Zunge noch weiter in angenehme Schwingungen zu setzen, aber Heinz maß ihn mit einem verächtlichen Seitenblick und verabschiedete ihn mit demselben derben Gruß den Götz von Berlichingen dem kaiserlichen Hauptmann durch den Trompeter bestellen ließ. Er befand sich ja auch in einer ganz ähnlichen Lage wie Götz, der damals ebenfalls in der Acht erklärt und somit aus kaiserlichen Kriegsdiensten entlassen worden war. Nachdemer sich dieser Aeußerung entladen hatte, fühlte sich Heinz außerordentlich wohl. Es war heute der Tag. an dem er die Zeitschriften im Kafeehaus zu lesen pflegte, und auf dem Wege dahin überlegte er, welch großes Glück ihm durch die Ausschließung von seinem bisherigen Mittagstisch beschert worden war. Die hohe tägliche Ausgabe dafür hatte er immer als eine recht lästige Anstandspflicht empfunden. Jetzt war er davon befreit, durfte in einem billigen Speisehaus sein Mittagsmahl einnehmen und konnte sich auch selbst auf seinem Spirituskocher billig ein Schnitzel oder ein vaar Setzeier bereiten. Er schwelgte schon in an27. Jahrg. aterleiter nicht auch von den männlichen Mitgliedern, warum soll dann nicht auch der Theatermeister die Dekorationen und der Souffleur das Souffleurbuch mitbringen.(Lebh. Zustimmung). Die Damen, die dem Theater zueilen, bestehen aus drei Kategorien, aus den wirklich Berufenen, aus den unglücklich Liebenden und Verträumten und aus denen, die im Leben Schiffbruch gelitten haben und mit dem Zauber der Theaterromantik ihre Attraktionen auf dem Liebesmarkte wieder herstellen wollen. Aus dem Bestehen dieser drei Kategorien ergibt sich auch die Kon kurrenz in der Kostümfrage. Leider ist das Publikum in den meisten Fällen mitschuldig, indem es möglichst glanzvolle Kostüme verlangt. Damen aus dem feinen Westen kommen nur nach dem Theater, nicht um der Kunst, sondern um der Kostüme der Schauspielerinnen willen. Die Forderung, daß die weiblichen Mitglieder unverheiratet sein sollen, kann nur von den Theaterleitern erhoben werden, die zum Leiter einer Kulturstädte nicht geeignet sind. Noch niemals hat das Verheiratetsein der Künstlerschaft geschadet. Ich kenne aber Fälle, wo einer Sängerin und Schauspielerin 25 bis 35 Mark Gagen geboten wurden. Ein solcher Direktor ist ein Kuppler. In Paris soll es freilich vorgekommen sein, daß eine Figurantin ihrem Direktor Gage zahlte, der darauf sogar Vorschüsse nahm.(Große Heiterkeit.) Die Schauspielerinnen spielen meist dem Direktor gegenüber die Rolle des Freiwilds, der glaubt, ihnen gegenüber den Zärtlichen spielen zu müssen.(Zuruf: Sehr richtig!) Dabei ist es keine Kunst, anständig zu bleiben, wenn man immer bewacht wird. Welche Energie und welcher Opfermut gehört aber bei einer Schauspielerin dazu, den Verführungen trotz zu bieten. Man sagt, kein Direktor werde die Kostüme bezahlen können. Tann hat das Theater eben keine Existenzberechtigung. Lieber brotlos und existenzlos, als die Schmach länger dulden. Ist der Deutsche Bühnenverein unser Freund, sö hat er dafür zu sorgen, daß unsere Forderungen erfüllt werden. Frau Adele Schreiber=Krieger weist darauf hin, daß sich dieselben Schädigungen der Frau wie in anderen Kategorien auch im Schauspielerstande geltend machen. Aus Solidaritätsgefühl haben die Frauen diese Versammlung einberufen, damit endlich die Schauspielerinnen in ihrem Berufe befreit werden von der Benachteiligung ihres Geschlechts. Die Solidarität hat aber dort ihre natürliche Grenze, wo die Korruption anfängt. Korrupte Elemente müssen entfernt werden, schon im Interesse der Kunst, denn wirkliche Kunst kann nur gedeihen auf gesunder sozialer Basis. Reichstagsaba Rfeiffer: Ich beglückwünsche die Schauspielerinnen zu dieser glänzenden Versammlung und freue mich, aus den Ausführungen entnommen zu haben, daß der Solidaritätsgedanke der männlichen Kollegen auch bei ihnen Wurzel gefaßt hat. Ich muß aber warnen, allzuweittragende Hossnungen zu gegen. Die organisatorische Selbsthilfe genehmen Berechnungen, um wieviel näher er dadurch dem Ziele der Wohlhabenheit käme, und gestattete sich heute eine gute Zigarre zum Kaffee. Eine gehobene Stimmung erfüllte ihn auch während des Nachmittagsunterrichts, nur wunderte er sich, daß Direktor Träger sich im Lehrerzimmer während der Pause immer in seiner Nähe zu schaffen machte, ohne ihn jedoch anzureden. Er schien etwas auf dem Herzen zu haben, das er sich auszusprechen scheute. Nach Schluß des Nachmittagsunterrichts wurde dem Kandidaten vom Schuldiener ein Briefchen in die Hand gedrückt, das die Aufforderung enthielt, sich am nächsten Vormittag zu einer persönlichen Besprechung bei dem Herrn Direktor einzufinden. Heinz lächelte.„Das hätte mir der alte Knacker auch selber sagen können," dachte er. Seine Neugier, was ihm wohl Wichtiges zu eröffnen sein könne, war nicht groß. Wahrscheinlich schien es ihm, daß sich Kollege ihrlich über die beleidigende Antwort beschwert haben mochte, die er ihm heute mittag gegeben hatte. Sollte er sich deswegen Gewissensbisse machen? Nein! Er hatte sich ja nur vorgenommen, tätliche Mißhandlungen seiner Mitmenschen in Zukunft zu vermeiden. Aber sich einem so widerwärtig schleimigen Betragen gegenüber jedes kräftigen Wörtleins zu enthalten, das ging über seine Kräfte. Den Abend verbrachte er fleißig an seinem Schreibtisch, und am nächsten Vormittag stand er heiter vor dem Direktor des staatlich anerkannten Trägerschen Knabeninstituts. Der kleine Mann empfing ihn äußerst förmlich, ließ ihn so Platz nehmen, daß die ganze Breite des großen grünen Tisches zwischen ihnen lag, rückte verlegen einige Gegenstände auf der Tischplatte hin und her und begann schließlich mit ängstlich hilflosem Tone:„Mein werter Herr Kandidat, ich habe ein ernstes Wort mit Ihnen zu reden. Ich schicke voraus, daß ich Sie als Lehrer sehr hoch schätze und auch persönlich nicht das mindeste gegen Sie habe. Im Gegenteil! Ganz im Gegenteil! Aber ich sehe mich doch aus geschäftlichen Rücksichten genötigt, mit Ihrem außerdienstlichen Verhalten unzufrieden zu sein. Sie haben es soweit kommen lassen, daß Sie wegen unritterlichen Betragens aus dem Reerveoffiziersstande ausgeschlossen worden sind. Diesem Stande nicht anzugehören ist für einen jungen Mann schon bedenklich; aber von ihm als unwürdig ausgeschlossen zu werden ist geradezu eine Schande, die1on den Vätern meiner Zöglinge wohl samt und sonders sehr schwer empfunden wird. Denn, Sie wissen, es vertrauen die vornehmsten Familien der Stadt ihre Söhne meinem Institut an. Es ist daher meines eigenen Vorteils willen meine Pflicht, den mich beehrenden Herren Eltern die Sicherheit zu bieten, daß ihre Kinder bei mir keinerlei Einflüssen ausgesetzt sind, die den Anforderungen und Gesinnungen der maßgebenden gesellschaftlichen Kreise zuwiderlaufen. Ich muß alles vermeiden, was irgend .. Ich bin überzeugt, man wird Anstoß daran nehmen, daß Sie.. ich meine, wenn ich Sie noch länger.. Auch meine übrigen Lehrer.. „Ach, Sie meinen, Sie müssen mich entlassen?“ unterbrach Heinz freundlich sein ängstliches Stammeln.„Beruhigen Sie sich. Ein solcher Verbrecher bin ich nicht. Der Fall der mich jetzt betroffen hat, ist hier schon ein paarmal vorgekommen. Aber weder die städtische Realschule, noch das staatliche Gymnastum haben bis jetzt einen aus dem Reserveoffiziersstande ausgeschiedenen Lehrer auch aus dem Schuldienst entfernen zu müssen geglaubt.“ Der kleine Direktor wand sein Körperchen achselzuckend hin und her:„Ja eine öffentliche Anstalt braucht keine Rücksichten zu nehmen,“ sagte er leise, als verriete er ein öffentliches Geheimnis.„Die bekommt aus den Taschen der Steuerzahler einen schönen Zinsfuß und kann es verschmerzen, wenn ein paar Dutzend Schüler wegbleiben. Aber ich muß von meiner Schule leben, mein werter Herr Kandidat. Ich muß sehr genau rechnen. Ich darf es nicht wagen, die Gesellschaft vor den Kopf zu stoßen. Sie wissen, mein Institut wird nur von den vornehmsten...“ „Ich weiß.“ „Die Lehrer meiner Schüler müssen daher nicht nur wissenschaftlich tüchtig, sie müssen sozusagen Kavaliere sein.“ „Das bin ich aber nicht! Das wollen Sie doch sagen? Sie brauchen so schneidige, charaktervolle Männer, wie Dr. Ehrlich? Die Schnauze voll Sauftmut, den Busen voll vorschriftsmäßiger Gesinnung und die Hosen voll Angst!“ 177,18 2 wird am besten imstande sein, die Ueberstände in vielen Fällen zu verbessern. Das im Reichstage am 4. Tezember 1908, ich darf wohl sagen, auf meine Veranlassung angenommene Theatergesetz wird ihnen in vielen privatrechtlichen Dingen wesentlich zur Hilfe kommen, namentlich durch schärfere Handhabung der Bestimmungen über die Kontrakte. Aber auch für die Gegenwart ist schon etwas erreicht durch Stelkenvermittlergesetz, wonach z. B. die Vermittlerprozente für den Agenten zur Hälfte von den Mitgliedern und zur anderen Hälfte von den Direktoren zu tragen sind. Der Solidaritätsgedanke muß elle Schichten der Bühnenangehörigen zusammenbringen, kein Mitglied darf sich für zu hoch oder zu gut halten, als daß es nicht den Aermsten seines Standes die helfende Hand bietet.(Lebh. Beifall.) Emanuel Reicher: Als man Menzel einmal fragte, weshalb er nicht in das Theater gehe, antwortete er recht frederizianisch: weil in den Theatern zu viel von den amours die Rede. Wir männlichen Kollegen haben da die Pflicht, das junge Mädchen, das zur Bühne kommt, vor allen Beleidigungen zu schützen, auch vor allzu viel Reden über die amoures, damit nicht frühzeitig die Sinnlichkeit geweckt werde. Nicht nur Not und Verführung von außen, sondern auch der freie Ton in manchen Theatern ist Schuld, daß manches Mädchen sich hinwieft und dann nicht mehr herausfindet.(Lebhafte Zustimmung.)— Nach längerer weiterer Debatte nahm die Versammlung schließlich folgende Resolution an: „Die im großen Saale der Philharmonie in Bersin am 1. März versammelten Männer und Frauen richten angesichts der vielen sozialen Mißstände, die sich im Bühnenwesen ergeben und welche die weiblichen Bühnenmitglieder ganz besonders hart trefsen, an den Bundesrat und den deutschen Reichstag die Forderung um baldigen Erlaß eines Reichskheatergesetzes, das allen Bühnenangehörigen ein Mindestmaß von hygienischem wie rechtlichem Schutz gewährleistet. Den besonderen Interessen der weiblichen Bühnenangehörigen ist in diesem Reichstheitergesetz Rechnung zu tragen durch Regelung der Kostümfrage sowie durch einen größeren Schutz der Mutterschaft. Lieferung des historischen und modernen Kostüms, Berücksichtigung der Schontage, Beseitigung der Schwangerschaftsparagraphen sowie des Heisatsverbots; Einführung einer Mutterschaftsversicherung, Neben dieser Forderung der Staatshilfe spricht die Versammlung den Wunsch aus, das die weiblichen Bühnenangehörigen auch das wirksame Mittel der Selbsthilfe ergreifen, und sich zu diesem Zwecke vor allem fester als bisher zusammenschließen und innerhalb der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger mit den männlichen Kollegen zur Vertretung und Förderung ihrer Sonderinteressen nach Kräften arbeiten.“ Zur Frage der kommunalen Biersteuer. Der Verband Dortmunder Bierbrauer hat folgende Richtigstellung der Magistratsvorlage, betr. Einführung einer kommunalen Biersteuer in Dortmund an die städtischen Kollegien gesandt: Durch das Zurückziehen der Vorlage des Magistrats betr. Einführung einer kommunalen Biersteuer in der letzten Stadtverordnetensitzung ist den Vertretern der Dortmunder Brauindustrie im StadtverordnetenKollegium keine Möglichkeit gegeben worden, in der Stadtverordnetensitzung gegen die Art der Begründung der Magistratsvorlage Einspruch zu erheben und die Behauptung zu entkräften, als ob die Brauindustrie mit dem Preisaufschlage von 4 Mark gewissermaßen ein Geschäft gemacht habe. Es ist verwunderlich, daß der Magistrat der Stadt Dortmund, also gerade einer Stadt, deren Brauindustrie als erstklassig in ganz Deutschland gilt, so wenig von den tatsächlichen Verhältnissen unterrichtet ist und für die Begründung einer Steuervorlage auf Mittel zurückgreift, die geeignet sind, der Brauindustrie grozen Schaden zuzufügen. Die Erhöhung der General= unkosten der Brauereien besteht nicht nur, wie der Magistrat behauptet, in der neuen Brausteuer, die nach der amtlichen Begründung der Brausteuervorlage, nicht etwa nach einer willkürlichen Schätzung der Brauereien, 2,50 Mark pro Hektoliter beträgt. Es bedarf keiner Beweisführung, daß neben der allgemeinen Preissteigerung in den letzten Jahren besonders die Sätze des neucn Zolltarifs eine große Zahl wichtigster Bedarfsartikel gerade der Brauereien hoch belastet haben. Allein die Preise für Malz. Dien wichtigsten Nohstoff, sind infolgedessen um 5 bis 8 Mark pro Doppelzentner gestiegen, was eine Mehrbelastung pro Hektoliter Bier um 1,20 Mark ausmacht. Weitere Preissteigerungen haben erfahren Hafer, Kohlen, Maschinen, Fässer, Pferde usw. Hinzu kommt noch die allgemeine Lohnsteigerung. Unter Berücksichtigung aller dieser Verhältnisse beläuft sich die seit 1906 hauptsächlich durch die Gesetzgebung herbeigeführte Erhöhung der Generalunkosten der Brauereien auf rund 7 Mark pro Hektoliter Bier. Es ist also eine große Verkennung der Sachlage, wenn in der Begründung des Dortmunder Magistrats betr. Einführung einer kommunalen Biersteuer ausgeführt wird, daß der Preisaufschlag von 4 Mark den Betrag der neuen Reichsbiersteuer erheblich übersteige, sodaß mit der Erhöhung des Bierpreises eine kommunale Biersteuer schon im voraus auf die Wirte abgewälzt sei. Tatsächlich bedeutet eine kommunale Biersteuer in Dortmund eine weitere Belastung und eine erneute erhebliche Beunruhigung der Dortmunder Brauindustrie, die sich mit den neuen Lasten noch nicht abgefunden hat und unter einem erheblichen Konsumrückgang leidet. Wenn unter diesen Verhältnissen der Magistrat der Stadt Dortmund, anstatt die wichstigste lokale Industrie der Stadt, die Brauindustrie zu schützen,(wie dieses von seiten anderer Stadtverwaltungen geschkeht), um damit der Stadt eine ergiebige Geldquelle zu erhalten, gerade das Gegenteil unternimmt und ihr die Berechtigung des Preisaufschlages ohne Würdigung des Sachverhaltes öffentlich und amtlich bestreitet, darf es nicht unterlassen bleiben, die Oeffentlichkeit aufzuklären und gegen das bedenkliche Vorgehen ausdrücklich zu protestieren. Lokales und Orovinzielles. Dortmund, 4. März. — Das Gemeindewahlrecht der Frau wird am Mittwoch, den 9. März Zeinhalb Uhr im Lindenhof Frau Dr. Elisabeth Altmann=Gottheiner, Dozentin an der Hochschule in Mannheim, in einem Vortrage behandeln. Das Gemeindewahlrecht ist eins der wichtigsten Probleme, das zur Zeit alle Kreise der Frauenbewegung beschäftigt.— Frau Dr. Elisabeth Altmann=Gottheiner ist auch über die Grenzen der Frauenbewegung hinaus bekannt, besonders hier im Westen, sie ist durch sozialpolitische Schriften mehrfach hervorgetreten, eine ihrer letzten Arbeiten behandelte„Die Wuppertaler Textilindustrie und ihre Arbeiter“. — Die Verteilung der zur Deckung des sich auf 8613000 Mark stellenden Gemeindefehlbetrages aufzubringenden Steuern wird vom Magistrat wie folgt beantragt: Grundstücksumsatzsteuer 345000 Mr., Wertzuwachssteuer 230000 Mk., Hundesteuer 62.600 Mk., Billet= und Lustbarkeitssteuer 140 000 Mk., Wanderlagersteuer 300 Mk., 210 Proz. der Betriebssteuer 38 850 Mk., 238(bisher 265) Proz. der Grund= und Gebäudesteuer bezw. 3,3 vom Tausend(bisher 3.25 vom Tausend) des gemeinen Wertes 1886006 Mr. 280(bisher 270) Proz. der Gewerbesteuer bei Erhöhung der Kopfsteuer 1029000 Mk, 215(bisher 210) Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer und fingierten Normalsteuer von 2270350 Mk. gleich 4881 244 Mr., zusammen 8613000 Mk. —* Steuerliches. Die Benachichtigungsschreiben über die Höhe der Einkommensteuersteuer=Veranlagung für die Personen mit einem Einkommen von jährlich bis zu 3000 Mk. werden vom nächsten Dienstag an durch unsere GemeindeVollziehungsbeamten zur Austragung gelangen. Gegen die Höhe der Veranlagung ist innerhalb 28 Tagen ein Einspruch an gie Veranlagungs=Kommission zulässig. — Preuß. Klassenlotterie. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Loose der 3. Klasse 222. Lotterie bis zum 7. März eingelöst werden müssen, —* Polizei=Bericht!. In der Nacht zum Diestag bezw. im Laufe des Montags wurden 12 Personen festgenommen und zwar: je 2 wegen Ueberweisung an die Landespolizeibehörde und zwecks Unterbringung in Fürsorgeerziehung und je 1 wegen Diebstahls, Obdachlosig= keit, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Trunkenheit, Hehlerei und steckbrieflicher Verfolgung. In der Nacht zum Mittwoch, bezw. im Laufe des gestrigen Tages wurden 14 Personen festgenommen, und zwar, je 4 wegen Unfugs und Gewerbsunzucht, je 2 wegen Obdachlosigkekt und Umhertreibens und jo 1 wegen Straßenraubes und Trunkenheit. —' Wirtschaftsübernahme.. Die dem Restaurateur Wilhelm Vaupel gehörende unbeschränkte Schankwirtschaft Rheinische Straße 48 ist auf einen längeren Zeitraum von Jahren an den Restaurateur Ernst Hörnes aus Hörde vermietet worden. — Besitzwechsel. Die Herren Gebrüder Friede verkauften aus ihrem Grundbesitz an der von der Tannstraße ein Gelände von 165 Geviertruten an eine auswärtige Ledertreibriemenfabrik die dort im Laufe dieses Jahres noch ein Fabrikgebäude errichten wird. —' Kronenburg. Im 23. Symphonie=Konzert des Philharmonischen Orchesters, welches heute, Freitag, 8 Uhr abends unter Georg Hüttners Leitung stattfindet, wird der vorzügliche Geiger und Lehrer der Ausbildungsklasse am hiesigen Konservatorium, Karl Pecsi, mit einer weiteren Perle seines reichhaltigen Repertoirs aufwarten, und zwar mit dem 6. Konzert in Es=dur von Mozart. In weiteren Verlaufe des Abends kommen folgende Orchesterwerke zum r. 9 in Vortrag: Symphonie Nr. 9 in C=moll von Haydn, Symphonische Tichtung„Les Preludes“ von Franz Liszt, Richard Wagner’s„Lohengrin=Vorspiel", die Ouverture„Iphigenie in Aulis“ von Gluck, mit dem von Richard Wagner dazu geschriebenen Schluß und der Ungarische Marsch aus„Faust's Verdammung" von Hektor Berlioz. Hierbei möchten wir noch besonders darauf hinweisen, daß der Stuhlplan für das am Montag, den 7. März stattfindende 5. Solistenkonzert(Liederabend von Frau Helene Staegemann=Sigwart) im Verkehrsbureau Markt 2a,aufliegt, woselbst auch der Billetverkauf eingerichtet ist. — Stadttheater. Wir machen nochmals auf die heute Freitag stattfinde Aufführung des Bahrschen Lustspiels„Das Konzert“ empfehlend aufmerksam. Das Wirk ist außer in Berlin, in Dresden, Frankfurt, Wien, München, Leipzig, Köln, Karlsruhe, Hamburg, Tüsseldorf, Darmstadt 2c. mit großem Erfolge aufgeführt worden, ist bereits ins Englische, Französische und Russische, ins Schwedische 2c. übersetzt und kommt in einigen Wochen in England und Amerika zur Tarstellung. Die Hauptrollen sind mit den Tamen Frl. Proß, Frl. Habermeyer und Frl. Hrubesch, sowie der Herren Kaufmann und Mathias besetzt, die Regie liegt in den Händen des Herrn Oberregisseurs Habermeyer. * Das Westfälische Pferdestammbuch ladet zu folgenden Gauversammlungen ein: 1. Gau Arnsberg am Donnerstag, den 10. März 1910, mittags 12 Uhr, im Hotel„Kölnischer Hof“ zu Dortmund. 2. Gau Paderborn am Samstag, den 12. März 1910, nachmittags 2 Uhr, im Hotel„Westfälischer Hof" zu Paderborn. 3. Gau Minden am Dienstag, den 15. März 1910, nachmittags 23 Uhr, im Hotel Rorig zu Herford. Tagesordnung: 1. Eingänge. 2. Leistungsprüfungen. 3. Kontrollbrandfragen. 4. Einrichtung einer Verkaufsstelle. 5. Ausstellungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. 6. Wünsche aus der Versammlung. Im Gau Paderborn: 7. Gauschau 1910.— Die Mitgliederversammlung des Westfälischen Pferdestammbuchs findet am Freitag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr, im Hotel„Kaiserhof“ in Münster statt. Tagesordnung: 1. Eingänge. 2. Rechnungslegung 1908 und Entlastung des Rechnungsführers. 3. Haushaltsplan 1910. 4. Leistungsprüfungen 1910. 5. Kontrollbrandfragen. 6. Umwahl des Provinzdelegierten(Wahlperiode 1910 bis 1916). 7. Anträge des Ausschusses. 8. Anträge aus den Gauversammlungen. 9. Wünsche aus der Versammlung. Ahlen., 3. März. In der Getreidescheune de Gutsbesitzers Jos. Köttendorf gut. Schomaker in de Bauerschaft Rosendahl entstand gestern abend Feuer. Das Gebäude brannte bis auf den Grund nieder; zirka 14 Fuder Weizen fielen den Flammen zum Opfer. Ueber die Entstellung des Brandes ist noch nichts bekannt. Das Wohnhaus und die sonstigen Gebäulichkeiten blieben vom Feuer verschont. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Borghorst, 8. März. Ein tödlicher Un glucksfall ereignete sich vorgestern in der hiesigen Warps=Spinnerei. Während des Betriebes löste sich plötzlich der Treibriemen von der Riemscheibe und schlug einer Arbeiterin so heftig auf den Kopf, daß sie kurz darauf starb. Oespel, 3. März. Als in der vorvergangenen Nacht der Polizeisergeant S. zwei auf der Straße skandalierende Leute zur Ruhe verwies und ihre Namen feststellen wollte, drang der eine der Radaubrüder, der Bergmann Möritz, auf ihn ein. Der Beamte wußte sich schließlich seines Angreifers nicht anders mehr zu erwehren, und gab aus seinem Revolver einen Schuß auf ihn ab. Schwer getroffen brach M. zusammen; die Kugel war ihm in unmittelbarer Nähe des Herzens in die Lung gedrungen. Der herbeigerufene Arzt ließ den Verletzten nach Anlegung eines Notverbandes in das evang. Krankenhaus in Lütgendortmund überführen. Man hofft, ihn am Leben zu erhalten. Gelsenklrchen, 3. Marz. Erschossen hat us morgen der wegen Verdachts des Vergehens Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches i.#r chungshaft befindliche Scheifts#eller Karl hier.ech po Essen, 2. März. Die Hoteliersvereinigung; rrestlichen Industriegebiets hielt im Börsensa;) städtischen Schlachthofes unter der Leitung Vorsitzenden, Evert=Essen, ihre Generalversammf. ab. Vertreten waren die Plätze Bielefeld. Ba4““ Dortmund, Duisburg, Elberfeld, Esen, Hagen. gag tingen, Herne, Lüdinghausen, München=Glads““ Münster, Neheim, Osnabrück, Unna und Witten#7 die Anfrage, ob der Name eines Hotels derart schützt sei, daß kein zweites Hotel am Platze dens““ Namen führen dürse, wurde mitgeteilt, daß seit 1. Oktober v. J. in dieser Beziehung ein besserer bestehe als früher und die Benutzung eines herei bestehenden Hotelnamens unter die Strafbestimmug. gen des Gesetzes über den unlauteren Wettbewere falle. Der Antrag der Lokalvereinigung Elbersel das Vereinsorgan denjenigen Mitgliedern, die es nog nicht als Angehörige der beiden Zonen des Gastwan verbandes beziehen, durch di. Hoteliers=Vereinigunselbst zuzustellen, wurde angenommen. Anstelle des 1. Vorsitzenden Tieckmann=Dortmund, der eine Wie, derwahl wegen starker anderweitiger Inanspruchnaß, me ablehnen mußte, wurde Evert=Essen zum 1. Vor sitzenden gewählt, zum 2. Vorsitzenden wurde Meuer. Elberfeld gewählt. Ein Mitglied aus M.=Gladbach teilte mit, daß ihm seitens des Brauereiverbandes hinsichtlich des Kundenschutzvertrages befriedizegde Zusicherungen gemacht worden seien. Bezüglich Frage, wie sich die Vereinigung zum Hansabunde stelle wurde beschlossen, von diesem Bunde Material einzufordern und den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung, die in Münster statt. finden soll, zu setzen. Lüdenscheid, 2. März. Die Stadtverordneten beschlossen mit 14 gegen 7 Stimmen die Einführung der Wertzuwachssteuer. Gevelsberg, 2. März. Von einem Motorwagen der elektrischen Straßenbahn wurde in der Mittelstraße das 5jährige Töchterchen eines hiesigen Fabrikarbeiters vor den Augen seiner Mutter überfahren und getötet. Duisburg, 3. März. Die sechs vereinigten GauLehrerverbände des rheinisch=westfälischen Industriege. bietes wenden sich in einer Denkschrift an das Abgeordnetenhaus, um die ungenügende Regelung der durch das Lehrerbesoldungsgesetz neu geschaffenen Ortszulagen darzutun. Die Denkschrift wendet sich nochmals gegen das Abkommen der Bürgermeister, von denen Köln und Düsseldorf sich ausschlosfen. So wenig an sih gegen eine gemeinsame Verständigung der Gemeindeverwaltungen etwas einzuwenden sei, so sehr müsse die Wirkung des Abkommens, die die Lehrergehälter au einer so außerordentlich niedrigen Stufe halte, von der Lehrerschaft bedauert werden. Auch auf die bewilligungsfreundlichen Gemeinden sei dadurch den wohwollenden Absichten des Gesetzgebers entgegen ein Dru ausgeülbt worden. Viele Gemeinden hätten bis heute noch keine Ortszulagen bewilligt und lehnten jede Anregung dazu ab. Die Denkschrift bestreitet, daß die Betonung der mangelnden Leistungsfähigk it der Gemeinden stichhaltig sei, da die Städte sich in ihre sonstigen Aufgaben in keiner Weise eine Beschränkung aufzuerlegen brauchten. Auch der Hinweis auf entee hende Staatszuschüsse habe sich nicht bewahrheitet. Tei weise set offen zugegeben, daß nicht die Leistungsfähskeit der Gemeinde, sondern die Ansicht, daß eine### here als die geschehene Aufbesserung nicht nötin se die Ursache des niedrigen Ausfalles der Ortszulag## gewesen sei. Zum Beleg wird Krefeld genannt. Mährend die meisten Lehrer des Ostens und die gesamte Beamtenschaft ihre Aufbesserungen anstandslos erhielten, habe die Lehrerschaft Rheinlands und Westfalens erst noch bitter darum kämpfen müssen, und während die vorgenannten Kategorien die höheren Bezüge vom 1. April 1908 ab nachgezahlt erhielten, versagte man den rheintsch=westfältschen Lehrern die Nachzahlung und gewährte ihnen die Erhöhungen erst vom 1. 1909 ab, teilweise erst vom 1. April 1910. Die Hauptursache des Verhaltens der Gemeinden erblin die Denkschrift in den Ausführungsbestimmungen, di auch nicht die geringste Anrogung zur Aufbesser## des Lehrereinkommens geben, sowie in dem Versage der Regierungsgenehmigung zu Gemeindebeschlüssen an Gewährung von Ortszulagen von 500 bis 600 M., wie im Bezirk Arnsberg. Die Denkschrift bereihet die vorgenommene Gehaltsaufbesserung der rheinisch westfälischen Lehrer als durchaus unzureichend und er sucht das Abgeordnetenhaus zum Ausdruck zu bringe, ob die Klagen der Lehrerschaft berechtigt seien obe nicht. 3. März== Erzberger, D ercdneten 7.10 zugeschl Tten Erzoelne.. greitscheid zugeschl VI. Bvt, Bündnis be ggorr roiee-. I in 8 Olympia-Theater. Dortmund, 3. März. Nachdem ich vor zwei Tagen mich auf die Würdigung der augenblicklich im Olympia=Theater gastierenden berühmten Tänzerin Saharet beschränkt hatte, hole ich heute die Besprechung der Leistungen der übrigen Künstler und Künstlerinnen nach. Ich habe schon gesagt, daß das gegenwärtige Programm ausschließlich hervorragende Nummern einer tüchtigen Künstlerschar aufweist. So pflegt die stimmgewaltige Mirzl Hofer mit ihren Tyroler Gesängen und Schnadahüpfeln den Reigen zu eröffnen und das Haus in#ideler Laune zu versetzen. Ihr folgen die Doppel=Handschatten Pantomimisten Rolph und Tom Bradley, die Dank ihrer staunenswerten Fingerfertigkeit die kompliziertesten Lattenbilder auf der weißen Leinwand hervorzurufen und durch allerlei Schnickschnack nett zu unterhalten verstehen. Als„orientalische Fantasle=Gymna= stiker“ tritt das Trio Lli=Ben d'Arak auf. Ich habe schon viel Parterre=Gynnastik gesehen und dabei das Bestreben der verschiedenen Künstler, eiwas Neues und Ueberraschendes zu bieten, zu beobachten hinreichend Gelegenheit gehabt. Neu und überraschend find die Leistungen dieses kraftstrotzenden Trios, das mit einer wunderbaren Sicherheit die eigenartigsten Exerzitien vorführt und mit Recht durch stürmischen Beifall ausgezeichnet wird.„Moderne Kunst in lebenden Bildern“. führt unter der künstlerischen Leitung R. Partons eine auserlesene Schar junger Mädchen mit herrlichen Körverformen vor. Man weiß in der Tat nicht, soll man die künstlerische Wiedergabe der vorgeführten Kunstwerke oder die überaus gütige Laune der Natur bei Schaffung der die lebenden Bilder stellenden Damen mehr preisen. Ich fah folgende Bilder in herrlicher plastischer Nachbildung: Psyche an dem Thrau nach Rax, Mondenschein von R. Partoon, Zwischon 2 Feuern nach Koch, La donche nach Scelbert, Frühlingsfest nach Luke, Jägergruß nach Hans Dahl, Auf den Zweigen von R. Parton und Im Garten zu Sevilla nach A. Schramm. Wiederholt mußte der Vorhang von den Bildern gezogen werden, da das Publikum nochmals einen Blick darauf werfen und das Auge daran weiden wollte. Dressierte Seelöwen sind nichts Neues. Mancher Zirkus führt eine Gruppe solcher Meeresbewohner mit sich und in Varieteen erscheint vornehmlich zu Winterszeiten dann und wann ein„Kapitän“, um seine gelehrigen Tiere vorzuführen. Die Dressur der Seeldwen beschränkt sich erfahrungsgemäß meist auf einen kleinen Kreis von Kunststückon. Aber die Art der Dressur ist doch recht verschieden. Dem jetzt im OlympiaTheater mit Seelöwen auftretenden Kapitän Bralley kann man nachrühmen, daß er seine Tiere einer wunderbaren Dressur unterworfen hat und über Prachteremplare verfügt.. Ich denke dabei vornehmlich an den mächtigen Seelöwen, der mit manchem zweibeinigen Jongleur getrost in Konkurrenz treten kann. Das HoltzTrio produziert sich auf rollenden Rugeln und auf dem schlappen Drahtseil und weiß auch da noch Interesse zu erwecken. Als Grotesk=Komiker erzeugt Paul Corradini allgemeine Heiterkeit. Die vorigen nicht gerade hervorragenden Vantomimisten hat die aus acht Perfonen bestehende Piccard Company abgelöst, welche die große amerikanische Pantomime„Die Einbrecher von Newyork“ vorführen. Abgesehen von den respektablen aymnastischen Leistungen jedes einzelnen der Mitwirkenden kann man sich mit dem Inhalt der Pantomime, die eine Jagd auf Verbrecher darstellt, durchaus befriedigt erklären. Mit Spannung verfolgt das ganze Haus die halsbrecherischen Uebungen der Mitwirkenden. Den Schluß des großartigen Programms bilden dfe neurtten lebenden Riesenphotographien. Vlen musikalischen Part führt die Hauskapelle unter ihrem tüchtigen Dirigenten erakt und sicher aus. Dortmunder Stadttheater. Die Hugenetten. Große Oper von Meyerheer. E. Dortmund, 3. Mörz. Es wird viel über Meyerbeer's Bedeutung gestritten;1.bährend von der einen Seite nicht ohne Berechtigung der Einwand erhoben wird, daß es sich nicht mit der wahren Kunst vereinen lasse, sogenannte „schöne Partien“ zu schaffen und auch nach äußerer Wirkung zu ringen, so werden andere durch seine impulsive, bald elegische, bald feurige Schreibweise gemadezu elektrisiert und nicht müde, die musikgeschichtliche Bedeutung des Meisters als Begründer der„großen Oper“ immer wieder hervorzuheben. Doch darin sind sich alle einig, daß Meyerbeer den seines Schaffens mit den Hugenotten erreicht hat. Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich behaupte, daß diese Oper noch lange von zündender Wirkung auf ein vorurteilsvolles Publikum sein wird. Der vierte Akt ist eine musitdmmatische Leistung par excellence. Allerdings verlangt die Aufführung des Werkes, um erfolgreich zu wirken, eine erstklassige Wiedergabe, von der heute im allgemeinen nicht die Rede sein kann. Ueber die beiden auf Engagemenk gastierenden Damen Frl. Wally Stelzvk und Fel. Alice Gükersloh kann man nach dem ersten Auftreten noch kein abschließendes Urtell bilden. Frl. Stelzy! (Valentine) leß harstellerisch noch sehr die Anfängerin durchblicken; ihrem Spiel fehlte die Natürtich keit; gesanglich störte ihr gaumiger Ansatz und ir flattrige Tonbildung. In der Höhe klang ihre Stim me grell, mit einem Wort ihre Leistung verriet Man' gel an Disziplin.— Frl. Gütersloh stand mit der Intonation auf Kriegsfuß, ihre und sprache war undeutlich, nur einige Geläufigkeit Kolorarturgesang verdient lobend hervorgehoben! werden. Auf ungleich höherem Niveau stand in ser heimisches Ensemble. Frl. Mayer=Olbrt? (Margarete von Valois) erfreute uns wieder duch ihren glockenklaren Sopran, ihre flüssige Technit* durch ihr anmutvolles Spiel.— Herr Reisigt;, traf das höfische, weltmännische Element seiner (Graf Nevers) vollkonmmen. Seine Stimme war w. klingend und der musikalische Vortraa temegii# voll.— Der Raoul de Nangis des Herr. 1 brunn war ein wenig farblos, eine Indisoo hinderte ihn an der vollen Entfaltung seiner schönen Stimmittel.— Herr Barck anfangs gesanglich auch nicht auf gewohnter wuchs aber im Laufe des Abends zu einer nierenden Leistung; kraftvoll im Auftreten, im Mienenspiel, wußte er auch heute wieder einzunehmen.— Auch Herr Sturv als Ger g,, Eris verdient lobend erwähnt zu werden. Dae“ let entledigte sich seiner Aufgabe, besondec Akt, mit Grazie und Geschick.— Das Orche der bewährten Leitung des Herrn Wor##u## alle Feinheiten der Meyer #rotes Bunonir Fict Preitscheld in el E. Schaschen Vereilns Ersegungen über das, gat, kein Wort 3 Pschach gesagt, Wre chae Stochen. de ag Pahsen noch viel ant mit der Soen Wn wit der So „sn. 3. Mast ane gei der mrzich ####e Andrea der St Edar burtis beig Sehmne. in Deutz, die mit a vn gnden rerte, an gosen betragen 422 a ssonders bew lliote chrweiler, 2. Mä Er aus Bahern stürzt zie dochgehende Uhr ur eiblar, 2. März. wossen wurde der Arb ichen verschüttet Es siten Lage zu befreier k#umen trat jedoch de Godesberg, 3. M nik Otto Müller ist bedeutend. Handel Tortmund, 3. #ustwerk in Stettin ##rten eine Verständi ##nd auch die Bestrebu: amwischen den cheit nd dem Kraftwer Eie werden bereits er wustriellen unter Fül bichener Bergwerksge Frank Kredit Dresdener Bai Nationalbank Länderbank Lombarden Westsizilianer Schantungbahn Paketfahrt Laura Phönix Steaua Roma Sürther Masc Bulgaren Diskonto Darmstädter Deutsche Effekt Staatsbahnen Meridinalbahn Baltimor Pensylvania Norddeutscher sowener uremburger Uebers. Elektr Holzverkohlun Parlamenta berlin, 4. 9 gsern ein par vuren 1300 Ein paren erschienen. vente vertreten, natischen Korps, slieder der Hofg handels, der Ind urden vom Re lebenswürdigste zemütlichen Verl " Par ##s Mat " verlin best tune #osen in St Snherung sen hat 5 von svereinigung Sössensand stelefeld, Bochux gen, pagen, Hu. undens bich Witten. 9Hotels derurt ar. lkt dse enseller ein besserer Schut ung eines beritz Strafbestimmun eren Wettbewers nigung Elberfeh jedern, die er noch ten des Gastwirt=. liers=Vezeingan, ien. Anstelle der nd, der eine Wier. InanspruchnahEssen zum 1. Vorden wurde Meyeraus M.=Gladbach Brauereiverbandei ges befriedtgeade en. Bezüglich der Hansabunde stelle nde Material einTagesordnung der in Münster stattadtverordneten bedie Einführung der einem Motorwagen de in der Mitteleines hiesigen Far Mutter überfahs vereinigten Gauilischen Industriege. schrift an das Abe Regelung der durch chaffenen Ortszuladet sich nochmals gester, von denen Köln So wenig an sih ung der Gemeindeei, so sehr müsse die Lehrergehälter auf Stufe halte, von Auch auf die beei dadurch den wohls entgegen ein Druc en hätten bis heute n d l e h n t e n j e d e A n bestreitet, daß die igsfähigk it der e Städte sich in ihren se eine Beschränkung Hinweis auf entee bewahrheitet. Tei t die LeistungsfähgInsicht, daß eine#### zung nicht nötig sei, les der Ortszulagn efeld genannt. Wähens und die gesamte i anstandslos erhielands und Westfalennüssen, und während höheren Bezüge vom sielten, versagte man die Nachzahlung und erst vom 1. April 1910. Die k Gemeinden erblick ngsbestimmungen, die ing zur Aufbesserung vie in dem Versagen emeindebeschlüssen auf n 500 bis 600 M. Denkschrift bezeichnet sserung der rheinisch unzureichend und erAusdruck zu bringen, berechtigt seien oder türlichnd ihre 80 ManArbain) Ausunrich durch und ige Rolle oun 948 Geg.nüber dem ernch des Ab3. März= berger, die ihm zugeschriebene Aeußerung Erzberger, die ihm von dem okraten über ein ccheid u. Brrtz. Pandnis bei den nächsten Reilhslogswahtoies.„" I Insr bieligen Nersammlung in einer hiesigen Versammlung uhen Vereins erklärt:„Ich habe von m chen Vereins erlialt:„Sch habe von meinen Leaokterst...— das, was Erzberger in Mülheim leaußernnb““.. Wort zurückzunehmen. Erzberger hat P## gucg gesagt, katholische Geistliche hätten in Briegefordert, daß das Zentrum bei den näch(gn noch viel ausgedehnter als bisher Wahlabu der Sozialdemokratie treffen solle.“ s. März. Wie der Oberbürgermiister mitkürzlich verstorbene Geh. KommerzienAndrea der Stadt letzwillig vermacht 10000 wirklich bedürftige Arme der Stadt, 200000 Gunsten der Armen der Stadt, ohne nähere g. Das Kollegium genehmigte den Plan und gostenanschlag für den neuen Plan einer Feuerdie mit fünf Automobilen ausgerüstet ganzen rechtsrheinischen Bezirke dienen soll. gaosten betragen 422 000 Mark und sind dem Fonds Llanders bewvilligte Unternehmungen zu entnehmen. achrweiler, 2. März. Der Arbeiter Georg Solaus Bayern stürzte auf dem Wege zur Arbeit in ie bochgehende Ahr und ertran.. eiblar, 2. März. Turch herabstürzende Lehmsen wurde der Arbeiter Peter Esser beim Lehmschen verschüttet. Es gelang, ihn aus der gefähricen Lage zu befreien. Infolge der schweren Verungen trat jedoch der Tod bald ein. ##desberg, 3. März. Die bekannte Fahnenfanit Otto Müller ist niedergebrannt. Der Schaden bedeutend. Handel und Verkehr. Tortmund, 3. März. Nachdem zwischen dem kuftwerk in Stettin und dem schlesischen Hochofen#rten eine Verständigung herbeigeführt worden ist, ###nd auch die Bestrebungen zur Erzielung einer Einiung zwischen den rheinisch=westfälischen Werken unter i# und dem Kraftwerk wieder aufgenommen norden. Eie werden bereits ernsthaft von verschiedenen GroßU#ndustriellen unter Führung Thussens und der Gelsensichener Bergwerksgesellschaft betrieben. *** Frankfurter Abendbörse. be1a Wchag Letzte Telearamme. Parlamentarischer Abend beim Reichskanzler. berlin, 4. März. Beim. Reichskanzler sand estem ein parlamentarischer Abend statt. Es duren 1300 Einladungen ergangen, etwa 900 Gäste Airen erschienen. Sehr zahlreich waren unsere Parlaunte vertreten, ferner sah man Mitglieder des diplodutischen Korps, viele Minister und Staatssekretäre, Mitder Hofgesellschaft, Vertreter der Kunst, des eindels, der Industrie und der Presse. Die Erschienenen den vom Reichskanzler und seiner Gattin aufs Aienswürdigste empfangen. Der Abend nahm einen zemütlichen Verlauf. Paris, 4. März. Der Berliner Korrespondent I Natin berichtet, daß er und auch einige andere Wöosische Journalisten zu dem gestrigen parlamencen Diner beim Reichskanzler geladen gewesen sei, er eine Unterredung mit Herrn v. Bethmann poldeg gehabt habe. Der Reichskanzler habe mit Gefestgestellt, daß die augenblickliche politische ne zur Zeit befriedigender sei als vor kurzem. BeEbich der französischen Ueberschwemmung erklärte der das Beileid, das die deutsche Presse wegen Sstastrophe ausgesprochen habe, sei nur das Echo gewesen, die alle Deutschen beseelt hätVon Frankreich sprechend, loies Herr v. Bethmann Ersolg hin, den die französische Kunstausstellung Verlin gehabt hat. Abberufung des Grasen Wedel? verlin, 3. März. Wie die„Rh.=W. Zig.“ von 4.72ich bestunterrichteter Seite erfährt, ist die Ab4ung des Grafen Wedel von seinem Peen in Straßburg beschlossene Sache. erung der Geschäftsordnung des AbgeordnetenB..#. hauses. 3. Marz. Die Geschäftsordnungsu.2s10n des Abgeordnetenhauses beriet tag, wirksame Bestimmungen zur Aufrecht#### der Ordnung des Hauses und zur Einen von Reden zu treffen. Es wurde mit 19 gegen n g.; grundsätzlich beschlossen, eine Aenderung i-schäftsordnung, die wirksamere Be# Aufrechterhaltung der Ordnung des 5½ vorzuschlagen und eine Subzu beauftragen, der Kommission einen üder die Ergänzung der Geschäftsordnung zu Man hofft, dieses Ziel mit Hilfe einer zonungentierung der Beratung zu erreichen. Anderseits müßten noch am Montag und Dienstag der Karwoche Sitzungen abgehalten werden. Die Osterferien sollen bis zum 12. April dauern. Die Vertagung des Reichstages über den Sommer dürfte dann zu Himmelfahrt eriolg. Die Justizkommission für Beibehaltung der! Schwurgerichte. Berlin. 4. März. Die Justizkommission des Reichstags beschloß gestern ohne Debatte mit allen gegen eine Stimme die Beibehaltung der Schwurgerichte. Entlastung des Reichsgerichts. Berlin. 3. März. Der Bundesrat beschloß heute die Entlastung des Reichsgerichts durch Ausschluß der Revision bei übereinstimmendem Urteil der Vorinstanzen. Gegen die Wahlrechtsvorlage. Magdeburg. 3. März. Die Vereinigung von Beamten im öffentlichen und privaten Dienst von Magdeburg, kurz„Beamtenwahlverein“ genannt, sprach sich kürzlich energisch gegen die Wahlrechtsvorlage erd Königsberg i. Pr., 3. März. Ter Magistrat hat der Hart. Ztg. zufolge beschlossen, gegen die Beanstandung seines Beschlusses hinsichtlich derWahlrechtsvorlage durch den Regierungspräsidenten im Verwaltungswege Klage zu erheben. Berlin. 3. März. Zu dem Spaziergange im Treptower Park, der von der Sozialdemokratie für den kommenden Sonntag geplant ist, hört der Lokal=Anz., daß man in maßgebenden Kreisen dieser Spaziergang in Verbindung mit der angekündigten Demonstrationsabsicht als eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmes ansieht. ##-kurt. 4. März. Die Polizei untersagte eine auf Sonntag anberaumte Versammlung unter freiem Himmel mit anschließendem Umzug. Die Krisis in Griechenland. Athen, 4. März. Die Einberufung der Nationalversammlung wurde in der gestrigen Kammersitzung mit 150 gegen 11 Stimmen beschlossen. Der Zusammentritt erfolgt am 1. September. Die hierauf bezügliche königliche Botschaft wird in nächster Woche veröffentlicht werden. Kampf in Marokko Paris 3. März. Wie gerüchtweise aus Casablanca verlautet, ist eine französische Kolonne unter dem Befehl des Generals Moiniere von Mitgliedern des Stammes der Zaer angegriffen worden. Nach kurzem Gefecht sollen die Angreifer unter erheblichen Verlusten zurückgeschlagen worden sein. Französischerseits wurden zwei Soldaten getötet und dreizehn verletzt. Die Kolonne ist ohne weitere Zwischenfälle in das Lager von Boulhante zurückgelehr:. Neuer Konflikt zwischen Rußland und China=Japan? Petersburg, 3. März. In hiesigen politischen Kreisen wird ein schwerer Konflikt zwischen China und Japan einerseits und Rußland anderseits für unvermeidlich gehalten. Gegen den Bau der Bahnlinie Kingschau=Aigun erhob der russische Vertreter in Peking Protest, den China unbeachtet läßt. Prag, 3. März. Die deutschen Kunstgewerbeschüler Prags sind heute in den Streik getreten wegen fortgesetzter parteiischer Behandlung. Sie wurden wegen ihrer Nationalität ungerecht klassifiziert und erhielten kein Stipendium, selbst wenn dieses von Deutschen gestiftet war. Einladung zu einer Sitzung der Stadtverordneten auf Montag, den 7., Dienstag den 8. und Mittwoch den 9. März 1910, abends 6 Uhr, im Stadtverordneten=Sitzungssaal. 1. Geheime Sitzung(drei Sachen). 2. Oeffentliche Sitzung. Antrag des Magistrats, die Haushaltspläne a) der Stadtgemeinde Dortmund für das Rechnungsjahr 1910, abschließend in Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 16978000 Mark und im Extraordinarium mit 3969100 Mark nebst Legaten= und Stiftungsfonds, abschließend mit 47786,07 Mark und b) Rücklagefonds. abschließend in Einnahme und Ausgabe mit 899990,53 Mark zu genehmigen. Ferner in zweiter Lesung endgültig zu genehmigen und zwar mit dem in der vorliegenden Nachweisung aufgeführten, vom Magistrat in Uebereinstimmung mit der Finanzkommission nach der ersten Lesung beschlosenen Aenderungen die Spezialhaushaltspläne a) der Beamten=, Witwen= und Waisenkasse, b) für die Kanalisation und die Nieselfelder, c) des Elektriztätswerkes, d) 1. der Hafenverwaltung, 2. für den Kleinbahnbetrieb, 3. für das Wohn= und Wirtschaftsgebäude am Hafen und das Bootshaus, e) für das Wasserwerk, f) der Straßenbahn, g) der Badeanstalten, h) des Vieh= und Schlachthofes, i) der Leihhauskasse, k) der Armen= und Gemeindewaisenratskasse, 1) der Altersrentenanstalt, m) des Luisenhospitals, n) des Dudenstifts, o) des Kohlgartenstifts, p) der Beerdigungskasse, g) des Archivs, der Bibliotheken und der Lesehallen, r) des Stadttheakers. 1) des Gymnastums, t) des Realgymnasiums, u) der Oberrealschule, v) der Realschule, w). höheren Mädchenschule, r) des Seminars zur Ausbildung von technischen Lehrerinnen, y) der Handwerkerschule, z] der gewerblichen Fortbildungsschule, aa) der höheren Handelsschule, bb) der obligatorischen kaufmänänischen Fortdelsschule bb) der obligatorischen kaufmännischen Fortbildungsschule, dd) der Mädchen=Mittelschule, ee) der Volksschulen sowie über die Deckung des Gemeindefehlbetrages für 1910 Beschluß zu fassen. Dortmund, 1. März 1910. Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Tagesordnung: Vork. Abretten—— Ernnnzung der Geschaftsoronung zu ##lg. Sodann beriet die Kommission über den 1. die Redefreiheit zu beschränken, eit##: die Anregung auf Verkürzung der Redein 9 gegen 5 Stimmen ab. u. b##“ Dispositionen des Reichstages. bi 2 11n, 3. März. Der Seniorenkonvent Die ungd#14ges beriet heute über die Geschäfts##u fü. di, Andiste„ sich über die Fertigstellung des 4 öf:* noch 15 Tage zur Verfügung stehen, wenn Tserten am 19. Märs beginnen sollen. Dortmund. Das neue Schuljahr beginnt am 13. April. Die Anmeldungen neuer Schüler erfolgen am besten unter Benutzung von Anmeldescheinen, die bei dem Schuldiener unentgeltlich zu haben sind. Im übrigen ist der Unter zeichnete zu jeder Auskunft gern bereit. 290 Prof. Dr. Schneider, Realschuldirektor. Geppiche Ker 10•7 Geld-Darlehen kenräh:: zahlung, gerichtl. nachgewiesen reell, Selbstgeber Diesner Berlin 81. Belle=Allianceur. 67. Rückporto. 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Wegen Zulassung zum Reblauskursus(Nr. 1) wollen sich Preußen an den Herrn Oberpräsidenten der Provinz ihres Wohnsitzes, Nichtpreußen an ihre Landesregierung wenden. Weitere Auskunft ergeben die von der Anstalt kostenfrei zu beziehenden Satzungen. Geisenbeim. den 11. Dezember 1909. Der Direkter, Prosessor, Dr. Wortmann, Geb. Reg.=Rat. bei gut. Lohn gesucht. Krefelder Stahloserk, Aktiengesellsch. Krefeld. Für unsere Abteilung Eisengießere suchen wir tächtige Former, Kernmacher, Gusputzer für dauernde Beschättt ung. Felten& GuillsaumeLahmeyerwerke Akt.-Gel. Carlswerk(Hälhein Kl.) Ein tüchtiger Schmelzer für Kors=Tiegelösen, gesucht. Wer liebt? ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen und schönen Teint? Alles dies erzengt: Stechenpfert-Lillenmilch-Seile v. Bergmann& Co., Radebenl. Preis à St. 50 Pf. serner macht der Lilienmisch-Cream Dada rote und spröde Haut in einer Nacht weiß und sammetweich. Tube 50 Pfg. bei Alb. Brügmann, Betenstr. 27 und Hohestraße 6. Ed. 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Anmeldescheine sind beim Schuldiener zu ha Bei der schriftlichen Prüfung ist das Abgan zeugnis der zuletzt besuchten Schule vorzulegen. Dr. Auler, 300„.: Realgymnasialdirektor. Stadttheater Preitag, den 4. März 1910. B. 39. 7—4¾ Schauspielpreise. Das Konzert, Lustspiel von Herm. Bahr. Sonnabend, den5. März 1910. Nachmittags 3¼ Uhr. - Schülervorstellung.Maria Stuart. Trauerspiel von Schiller. Abends 7¼ C. 39. Opernpreise. Alda. Greße Oper mit Ballet von G. Verdi. Alda— Frl. Stelzyk. auf Engagement. Deallz AN Durch Verfügung s Herrn Justizministel vom 18. Februar ½ bin ich zum otan ernannt worden. Dortmund, 1. Märzi9## Hopmann Rechtsanwalt, Kaiserstrasse 12. Kronenburg Philnarmon. Ordestet Dirigent: Georg Hütt Freitag, den 4 März II1 Konzert für Violine(it von Mozart Solist: Pécsl. aller Neuerscheinungen Anf. 8 Uhr. Entree l.Abonnementskarten uu Kasse. a ser heutigen Vor scheris die 88 1. ioch hurzer Aussprache #ag auf Wieder lichen Stimmab Bahlmanner mit rikonservative Stimn Dann wurde die A sper den§ 16a ve liberalen hatten irekten Wahlen 5 dß der Wahlmann bezirke entnommen dgegen, daß in Gemei hwirke zerfallen, de Bählern der# werden kann, in Ber Baslbezirke. Gegen prachen die Konserve Lentrumsredner. Die Zentrumsantrag nich hlatte Land nicht berüh kat als Vermitte Bahldezirke ver zus je 500 Einwohner ill. Von verschiedene utonaliberaler, Ze Seite, wurde betont, noßen Parteie neinsamen Sta Zurzeit war diese Ve erzielen. Der na burde mit 17 gegen Zenteumsantra ingenommen. Bei der Abstimmut freikonser“ en, so ses Kompromis Veeordneten, Bahlmänner) m Schließlich wurde trag, nähere Ausfü zeheimen Wahl I9 gegen 9 Stimmen Bei§ 6 kam die Urwahl= oder Sprache. Freikon liberale hatten #ung nach Gem #utze wurde name m Zentrum geführt uun freikonservati nu gegen 9 Stin Bekanntmachung Einstellung von Drei= und Vierjährigft willigen für die Matrosenartillerie-Rbteil###e Kiautschau(Küstenartillerie) in Clingtau schoehen asignaliberalen, K Leiter wurde die Brbindung mit eine uch die fingier reien von 3 Mark beprochen. Die Na besen Vorschlag an hoben, verbanden abe #e Naximierung. konservativer Einstellung: Oktober 1910, Ausreise nach Januar 1911 bezw. 1912, Heimreise: Frühjahr bezw. 1914. Bedingungen: Mindestens 1,64 u. kräftig. vor dem 1. Oktober 1891 geboren(jüngere! nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpstez täglich 0,50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Bestg eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommision ausg“ ten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf ebzw. vier Jahre zu richten an: Kommande der Stammabteilung der Matrosenarih Kiautschou, Cuxhafen. „Es ist also im shlüssenerner ingierte Steuersatz d #eraufgesetzt worden In der Nachmit Leietzentwurfes nebs digt. Zanächst wurde a konerdativen, freikon Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen das III. Seebataillon(Marine-Jufantert) Tsingtau(China). Einstellung: Oktober 1910, usreise nach Januar 1911, Heimreise: Frühjahr 1913. Bedilgg Mindestens 1,65 m groß, kräftig, vor dem I. 1891 geboren)jüngere Leute nur bei besondes gn perlicher Entwickelung) Es werden junge Leute arten eingestellt, Handwerker erhalten jedoch den In Tsingtau wird außer Löhnung und Veit täglich 0,50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission stellten Meldescheines zum freiwilligen Dienstein drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebatello Wilhelmshafen. Auf de Humoristischer Städtisches Dudenstist Trauringe in 4 Damen- u. HerresFacon-Ringe In großer Auswahl amgichlen Auf der geburtshilflichen Abteilung werden mund ortsangehörige bedürstige Ehefrauen, 744### aufgenommen. Die Anmeldung muß— 909,„ Zi# eiligen Fällen— etwa einen Monat vor kunft erfolgen. Anmeldungen werden entgen im Luisenhospital und bei der Oberin Schwesst Popcke im Dudenstifi, können aber auch bei bes Armenvorstehern und den Vorstandsdamen*:„ vereine erfolgen. Gegen Entgelt können ug andere Frauen aus Dortmund und von.., ine Klassen I II und III aufgenommen werden: herige Anmeldung ist nicht erforderlich. Dortwund, den 16. Februer 1910: Lansth Verwaltung des Itädt. Krank Dudenstift. männische ten Dortmuns Gur. Sher irse für mänal. u-d u### ends von 8 Uhr ab. 1.1520 chtsfächer nach Neicanr eute. Zusammenhigens, Rechnen, Korepuncen dung für jündlich. r.— Telephon 9111 Bch. Regierungsrat. und. uljahres Mittwoens 8 Uhr. morgens 8 Uhr. iden unteren Klassen un# persönlich und schrith lich, bis zum 8. 9 2— 1 Uhr persönlich 6) entgegen. eim Schuldiener zu hating ist das Schule vorzulegen. Dr. Auler, laymnastaldirektor. H Durch Verfügung errn Justizministen m 18. Februar 19 nich zum otar nannt worden. Dortmund, 1. Märzi9## Hopmann Rechtsanwalt, Kaiserstrasse 12. 74• Kronenbung hilnarmon. irigent: Georg Hütt Freitag, den 4 März 23. Somphouie- Hu onzert für Violine(i von Mozart Solist: Pécsl. nf. 8 Uhr. Entree l.bonnementskarten an Kasse. machung und Vierjährigfn Senartillerie-Rbtell rie) in Tlingtau(Chla 10, Ausreise nach Heimreise: Früdjahr Mindestens 1,64 m M 1891 geboren(jüngere? rlicher Entwickelung). r Löhnung und Verpstezu ulage gewährt. Adresse sind unter Beifün r Ersatzkommisiion ligen Diensteintritt auf n: lung der Matrosenarih Cuxhafen. Freitag, den 4. März 1910. Dortmunder Tageblatt. Nr. 55. 27. 910, usteise nach Tam rühjahr 1913. Bedini räftig, vor dem 1. e nur bei besondes, vg. erden junge Leute aue* erhalten jedoch den er Löhnung und Verpstcg zulage gewährt. Adresse sind unter Be der Ersatzkommission reiwilligen Diensteint Wehateh. Dudenstist Blatt. die zweite Lesung der wahlrechtsvorlage in der melin, 3. März. Die Wahlrechtskomzilon des Abgeordnetenhauses erledigte heutigen Vormittagssitzung von dem Hauptleichein die 8§ 1 bis 6 einschließlich. Zunächst wurde kurzer Aussprache der konservative An### auf Wiederherstellung der öffentsichen Stimmabgabe bei der Wahl der änner mit 15 gegen 13 konservative und k#ikonservative Stimmen abgelehnt. gann wurde die Aussprache über den§ 4 mit der a## den§ 16a verbunden. Die Nationalberalen hatten Beseitigung der insreisen Wahlen beantragt und der Bestimmung, bs der Wahlmann aus dem ganzen WahlH##rke entnommen werden dürfe; das Zentrum waegen, daß in Gemeinden, welche in mehrere UrwahlGui zerfallen, der Wahlmann aus den Kählern der ganzen Gemeinde gewählt werden kann, in Berlin aus Wählern der einzelnen Rahlbezirke. Gegen den nationalliberalen Antrag sneachen die Konservativen, Freikonservativen und entrumsredner. Die Nationalliberalen erklärten den Zeutrumsantrag nicht für ausreichend, weil er das platte Land nicht berühre. Ein freikonservativer Redner nut als Vermittelungsantrag an, daß die Pahlbezirke vergrößert und statt auf je 250 uuif je 500 Einwohner ein Wahlmann gewählt werden ll. Von verschiedenen Seiten, sowohl konservativer, utionalliberaler, Zentrums= und freikonservativer Seite, wurde betont, daß es erwünscht sei, wenn die stoßen Parteien sich über einen geneinsamen Standpunkt verständigten. zrzeit war diese Verständigung aber noch nicht zu wielen. Der nationalliberale Antrag purde mit 17 gegen 9 Stimmen abgelehnt, der Zenteumsantrag mit 20 gegen 8 Stimmen ungenommen. Bei dei Abstimmung über den§ 4 trennten sich die kreikonser, en, so daß die Annahme des§ 4 es Kompromisses: indirekte Wahl der lbgeordneten, aber geheime Wahl der hlmänner) mit 17 gegen 11 Stimmen erfolgte. Schließlich wurde noch ein freisinniger Antrag, nähere Ausführungen zur Sicherung der iheimen Wahl in das Gesetz aufzunehmen, mit gegen 9 Stimmen abgelehnt. Bei§ 6 kam die Frage der Drittelung nach Urwabl= oder Gemeindebezirken zur hrache. Freikonservative und National= liberale hatten die Rückkehr zu der DritteLuung nach Gemeinden beantragt. Die Austutze wurde namentlich zwischen Nationalliberalen m zentrum geführt; sie endigte damit, daß der verun freikonservative und nationalliberale Antrag ai gegen 9 Stimmen abgelehnt wurde. Leiter wurde die Frage der Maximierung in Irbindung mit einem nationalliberalen Antrage, wouch die fingierte Steuer der Steuer##eien von 3 Mark auf 5 Mark erhöht werden sollte, throchen. Die Nationalliberalen wollten anfänglich besen Vorschlag an Stelle der Maximierung gesetzt loben, verbanden aber schließlich diese Bestimmung mit #r Naximierung. Bei der Abstimmung wurde ein bnservativer Antrag angenommen, statt 3 Nark 4 Mark zu setzen, gegen die Stimmen der kationalliberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten. Es ist also im wesentlichen bei den Besschlüssenerner Lesung geblieben, nur daß der ingierte Steuersatz der Steuerfreien von 3 auf 4 Mark beraufgesetzt worden ist. . In der Nachmittagssitzung wurde der Rest des Aetentwurfes nebst sämtlichen Entschließungen eredigt. 1„unächst wurde an der Hand von nationalliberalen, #onerdativen, freikonservativen und Zentrumsanträgen Sinn's Kinder-Konfektion für Knaben und Mädchen. Wer Kinder- Konfektion kaufen will, besichtige dieselbe zuerst bei uns Wir bieten: 1. großartige Auswahl in allen Größen, 2. stets das Neueste, 3. führen nur erstklassige Fabrikate, 4. finden Sie bei uns jede Preislage, von der billlgsten bis zur elegantesten Ausführung. Freie Besichtigung. Kein Kaufzwang. Aenderungen prompt und unter Garantie. die Frage ves vesonoeren Waylrechts für Kulturträger erörtert. Obwohl man in der Mehrheit grundsätzlich darüber einig war, eine solche Ergänzung der Verteilung in den Abteilungen nach der Steuerleistung vorzunehmen, fand sich für keinen der Anträge eine Mehrheit und so blieb die Lücke bestehen, welche in der ersten Lesung durch Ablehnung der§§ 8 bis 10 der Regierungsvorlage entstanden war. Dann fand noch eine längere Erörterung über den Antrag der Konservativen statt, neben der Fristwahl auch die Terminwahl zuzulassen. Dieser Antrag wurde von den Antragstellern und von seiten der Regierung mit dem Hinweis befürwortet, daß zwar für aus praktischen Gründen mehr empfehle. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Konservativen und Freikonservativen abgelehnt. Der Rest des Gesetzes wurde ohne erhebliche Auseinandersetzungen erledigt. Bei der Schlußabstimmung wurde das ganze Gesetz mit 15 konservativen und Zentrumsstimmen gegen 13 ablehnende Stimmen angenommen. Die Freikonservativen erklärten, daß auch denjenigen, welche für§ 4 gestimmt haben nach Aufrechterhaltung der Drittelung nach Urwahlbezirken und nach Ablehnung der Wahlbevorrechtigung der Kulturträger, der Gesetzentwurf nicht die Gewähr einer dauernd befriedigenden Regelung böte und daß sie deshalb dagegen stimmten. Dann wurde in die Beratung der Entschließungen eingetreten. Die sozialdemokratische Entschließung, betreffend die Einführung des Reichstagswahlrechts unter Ausdehnung auf Männer und Frauen im Alter von 20 Jahren wurde gegen die Stimme des sozialdemokratischen Mitgliedes abgeleynt. Nach kurzer Erörterung, in der alle Parteien kurz ihren Standpunkt darlegten, wurde der freisinnige Antrag auf allgemeine Neueinteilung der Wahlkreise nach der Bevölkerung mit allen gegen 8 Stimmen abgelehnt, dann nach Ablehnung eines freikonservativen Abänderungs=Antrages auch der nationalliberale Antrag durch Vermehrung der Zahl der Abgeordneten eine bessere Berücksichtigung besonders volksreicher und Kultur entwickelnder Wahlkreise zu ermöglichen, mit allen gegen s liberale und sozialdemokratische Stimmen. Schließlich wurde noch einstimmig eine von nationalliberaler Seite beantragte Entschließung angenommen, wonach darauf hingewirkt werden soll, daß im Strafverfahren nicht nach der Abstimmung gefragt werden darf, ferner mit 14 gegen 12 konservative und freikonservative Stimmen eine freisinnige Entschließung, durch welche die Regierung aufgefordert wird, in die Wahlordnung die für das Reichstagswahlrecht geltenden Bestimmungen zur Sicherung des Wahlgeheimnisses aufzunehmen. Berlin, 3. März Der Reichstag setzte am Donnerstag die Beratung des Elats des Reichsamts des Innern fort. Beim Kapital„Behörden für Untersuchung von Seeunfällen" forderte Abg. Schwartz=Lübeck(Soz.] ein Reichsschifffahrtsamt. Die Schiffahrtsgesellschaften müßten ihre Offiziere zu vorsichtigem Fahren anhalten. Geh. Rat Ewald stellte gegenüber dem Vorredner fest, wie ungemein die Zahl der Schiffsunfälle und der damit verbundenen Todesfälle abgenommen habe. Aba. Heckscher(freis. Va.): Die See=Berufsgenossenschaft walter ausgezeichnet ihres Amtes. Richtig ist, daß eine englische Charter=Firma an den Kapität der„Hermine“ mit der schamlosen Aufforderung herangedreten ist, das Schiff auf den Strand zu setzen. Aus einer darüber entstandenen Beleidigungsklage ist der Kapitän absolut gerechtfertigt hervorgegangen. Der deutsche Kapitän hätte mit dem Engländer aber gar nicht erst verhandeln, sondern ihn gleich über Bord werfen sollen.(Heiterkeit.) Unbegreiflich ist, wie ein 1o alter Seebär, wie Kollege Schwartz, sagen konnter Die Matrosen arbeiten und die Offiziere tun nichts. äre hier die Zeit nicht so knapp, würde ich ihm vorführen, wie hart Kapitän und Offiziere im schwersten Sturme auf der Kommandobrücke aushalten.(Beifall.) Beim Kapitel: Statistisches Amt. tritt Aba. Dahlem(Zentr.) für Sonntagsruhe der binnenländischen Schiffsbevölkerung ein. Aba. Dove(freis. Vg.) erörterte handelspolitische Fragen und forderte Verbesserung der Handelsstatistik. Staatssekretär Delbrück erklärte, es sei schwierig, eine internationale Einigung über Grundsätze der Statistik zu erzielen, jedes Land gehe dabei von seinem eigenen Zolltarif als Grundlage aus. Der Staatssekretär erklärte ferner, die Vorarbeiten zur gesetzlichen Festlegung der Sonntags= und Nachtruhe in der Schifffahrt würden begonnen werden, sowie ein Gutachten des Reichsgesundheitsamtes vorliege. Nach Ausführungen der Abga. Brey(Soz.), aßbender(Zentr.), Gothein(freis. Vg.) und Legien(Soz.) wurde die sozialdemokratische Resolution über Arbeitsverhältnisse in gefährlichen Betrieben abgelehnt. Zum Kapitel„Reichsgesundheitsamt“ lagen eine Resolution gegen den Mißbrauch narkotischer Arzneien vor, ferner eine Zentrumsresolution über Wohnungsverhältnisse und ein Antrag der Rechten und der bürgerlichen Linken auf Bekämpfung des Alkoholismus. Staatssekretär Delbrück: Das Wohnungsproblem darf nicht unterschätzt werden. Diese Frage muß jedoch vor allen anderen durch die Kommunen gelöst werden. Ein Reichsgesetz ist zu schwierig. Die Abaa. Gleikmann(Zentrum), Ke#old (nat.=lib.) und Baumann(Zentrum) äußeng sich über Wohnungselend in den Städten. Die Resolutienen werden angenommen. Nach Erledigung weiterer Kapitel vertagt sich das Haus. Freitaa 1 Uhr: Fortsetzung und Schluß der Beratung dieses Etats. Schluß nach 7 Uhr. Mord am Grafen Komarowsky vor den Assisen. S. u. H. Venedig 3. März. Nach wiederholter Vertagung und nach mehr als zweijähriger Voruntersuchung wird nunmehr bestimmt vor dem hiesigen Schwurgericht morgen der Prozeß wegen der Ermordung des Grafen Komarowsky seinen Anfang nehmen. Die Anklage lautet auf Mord gegen den russischen Studenten Nikolaus Naumoff, wegen Bethilfe dazu gegen den ehemaligen Advokaten Prilukoff, die Gräfin Maria Tarnows= ka und deren Kammerfrau Elise Perier. Die Verhandkung gegen das Verbrechertleeblatt, in dem allerdings die Kammerfrau Perier nur die Rolle eines gefügigen Werkzeuges in der Hand ihrer Herrin spielte, dürfte eines der interessantesten aber auch abschreckendsten Kapitel aus der Sittengeschichte der Neuzeit enthüllen. Im Mittelpunkte des sorensischen Dramas steht die Gräfin Tarnowska, eine jetzt 32 Jahre alte schlanke slawische Schönheit von ungewöhnlicher erotischer Veranlagung. Sie wurde als Tochter des Obersten Grafen Rurik Miritz Bitzsch geboren und genoß die Erziehung, wie sie in den kleinrussischen Adelsfamilien den heranwachsenden Mädchen zu teil zu werden pflegt. Im Alter von 16 Jahren heiratete sie nach einer romantischen Entführungsgeschichte den reichen Grafen Wassili Tarnowski, der auf Grund des väterlichen Vermögens und einer verführerischen Erscheinung in der Kiewer Lebewelt schon in jungen Jahren mit viel Talent die Rolle eines Lebemannes spielte. Nach kurzen Flitterwochen zerrann der Liebesrausch und die beiden Gatten gingen ihre eigenen Wege. Die Gräfin amusierte sich nach Herzenslust in den Formen, wie sie in Kien Auf der Brautschau. Humoristischer Roman von Felix Brenta. 33 Zie waren auch dürftig geuug!“ grollte der RefeCleit, und Herr Lichtenburg war schon ganz trübselig Fein gefaßt, daß er nun natürlich auf seinen Dienst Ferzichten würde. osg 3 lich aber ging eine Veränderung in des RefeEsrs grimmigen Zügen vor, und er murmelte zwei52###genn ich nur wüßte, ob man sich überhaupt au Sie verlassen kann.“ Bachiel zus guu# sich Herr Lichtenburg den günstigen der 9., Stimmung zu Nutze, und mit vorsichtig scherLakaienfrechheit erwiderte er:„Aber wie können mu### haupt nur so fragen? Das ist doch selbstverEssher 3 Ehen meine unbedingte Zuverlässigkeit ist es E. eer die Sie sich beklagt haben. Und jetzt zweifeln #pise..Ic habe den Herrn Raupach mit derselben Eesenhaftigkeit bedient, wie Sie, und so habe ich ihm pliser E.n2“.“ daß Sie ein lebenslustiger, flotter Kache z.; wie man ihn sich eleganter und tadelloser „Pa sa1 kgu, Das stimmt doch?“ Aber damit Sie sehen, wie sehr mir diese zeu das u: geschadet haben, so will ich Ihnen nur X' mir der Herr Raupach daraufhin die Hand Daa gie verweigert.“ PnSold ur Sie angerichtet. Wenn Sie also in meiAnnuss.: leiben sollen, so machen Sie vor allem diese Prsichtig. de gut und bringen Sie dem alten Herrn #gess eine bessere Meinung von mir bei. Wenn Sie sch in# anfangen, wird es Ihnen schon gelingen, pstellen, einen Augen allmählich als den Philister hinpllen#a:% durchaus zum Schwiegersohn haben zu Fll nicht feßse neiner Anerkennung soll es Ihnen versur g2;urs versicherte seine größte Bereitwilligdurchtrie? gewissenhafteste Sorgfalt, rühmte sich ach, um zu.lt““ Schlauheit und eilte sofort zu Herrn Peleinesmeas zeheimnisvoll zu melden, daß De. ein vornehmer Kavalier, sondern ein t#a# r moralischer, junger Mann sei, der ein äuIm#ses, zurückgezogenes Leben führe. pach lachte und gab ihm einen Taler. Unbedingte Vollkommenheit kann auf dieser weiten Welt niemand erreichen, nicht einmal ein Oberlehrer oder Direktor, geschweige denn ein Hilfslehrer. Trotzdem bleibt es Menschenlos, bis zum Tode dem ewig unerreichbaren Ziele nachzustreben, und wer ein ordentlicher Mensch ist, erfüllt diese schöne Aufgabe mit Eifer und bemüht sich, jeden Tag besser zu werden. Aber ihn belohnt dann wenigstens das schöne Bewußtsein, daß er bedeutend besser geworden ist, als seine Nebenmenschen. So bemühte sich Thea redlich in Kleidung, Haltung, Sprache, überhaupt in ihrem ganzen Wesen eine vollendete Dame zu sein und den von der Summe aller gleichstrebenden Mitschwestern und Modeblattschreibern er träumten Inbegriff der Eleganz in der Wirklichkeit zu verkörpern. Nicht, daß sie's schon ergriffen hätte, sie jagte ihm aber nach. So trachtete Heinz mit aller Kraft nach immer größerer Freiheit und Selbständigkeit des Geldbeutels und des Herzens und freute sich darauf, der Hut seiner Schutzengel, der Armut und der Schüchternheit, immer mehr zu entwachsen. Er entschloß sich, reich und selbstbewußt zu werden. Das gelang ihm zwar nicht sogleich. Aber schon der Versuch und das Bewußtsein ernstlichen Strebens machten ihn glücklich. So war auch Dr. Laue immer darauf bedacht gewesen den Schild seiner Ehre vor dem kleinsten Fleckchen ängstlich zu behüten. Aber so geschickt er auch sein Privatleben einrichtete, und so vorsichtig er auch, wenn er irgend etwas Bedenkliches vorhatte, den blanken Ehrenschild einfach zu Hause ließ, so hatte doch all' seine Klugheit und Tapferkeit nicht ausgereicht, seine Ehre gründlich makellos zu bewahren. Der unritterliche Schulmeister hatte das zarte Ding mit plumper Faust betastet und einen großen, schwarzen Klecks darauf zurückgelassen. Auf Dr. Laues Wangen waren die rotschwellenden Spuren von Heinz gewalttätigen Fingern längst verschwunden. Aber die Schamröte flammte immer von neuem auf ihnen empor. Denn den garstigen Rostflecken von seinem Ehrenschild zu tilgen, war ihm noch nicht gelungen. Mit Blut hatte er ihn nicht abwaschen können, weil Heinz jeden Tropfen dieser Flüssigkeit für sich behielt. Also mußte der Schandfleck mit anderen weniger edlen Reinigungsmitteln weggeputzt werden, und das machte viel Mühe. Es wurden Ehrenratssitzungen abgehalten. Es wurde geredet und geschrieben. Der Kandidat empfing mehrmals große Briefe, von denen er die unbeschriebenen Hälften mit großer Freude abtrennte und zu einer Sammlung ähnlicher Blätter unter einen als Briefbeschwerer dienenden Bachkiesel auf den Schreibtisch legte. Die beschriebenen Hälften legte er wo anders hin. Aber die viele Mühe wurde schließlich auch durch glänzenden Erfolg belohnt. Die Tage der Schmach gingen vorüber und eines schönen Morgens erwachte Herr Dr. Laue mit ganz tadelloser Ehre. Sie war wieder neu und sah genau so gut aus, als wenn er dreimal mit der Pistole geknallt hätte. Als Herr Heuer an demselben schönen Morgen erwachte, war er nicht mehr Reserveoffizier und darauf beruhte der ganze Witz des Verfahrens. Ungeschehen konnten die beiden Ohrfeigen natürlich nicht mehr gemacht werden, aber sie wurden für den Empfänger bedeutungslos, sobald der Absender bedeutungslos und aus der Gemeinschaft erstklassiger Ehrenmänner unter die Menschen zweiten Ranges versetzt worden war. Dieser Vorgang hatte dem Referendar große Freude gemacht, ohne doch dem Kandidaten den geringsten Kummer zu bereiten. Denn Heinz lebte in der frohen Zuversicht, daß es ihm trotzdem im Kriegsfall nicht verboten werden würde, sich nach besten Kräften am Kampf fürs Vaterland zu beteiligen. Einen andern Zweck aber hatte seiner Meinung nach auch die Reserveoffizierswürde nicht gehabt. Von dem Verlust dieser Würde war auch äußerlich gar nichts an ihm zu bemecken. Man sah ihm die Veränderung nicht an, erstens weil er auch früher niemals wie ein Offizier in Zivil, sondern ganz natürlich ausgesehen hatte, und zweitens, weil er augenblicklich weder Uniform, noch Zivil trug, sondern im Bett lag und dieser Lage entsprechend mit einem Nachthemde bekleidet war, welches Gewand keinerlei Rangabzeichen aufzuweisen pflegt. Wenn ihm aber auch schlechterdings nichts anzusehen war, so wußten es doch manche seiner Mitmenschen, aus dem einfachen Grunde, weil man es ihnen mitgeteilt hatte. Und sieließen sich sehr deutlich merken, was sie wußten. Seine Jungens in der Schule wußten davon noch nichts. Sie waren genau so aufmerksam, als ob ihr Lehrer noch Reserveoffizier wäre, und machten ihm genau soviel Freude wie immer. Seine Eßlust aber war heute fast noch größer, als zu den Zeiten seiner Uniformberechtigung, und er war der erste, der sich mittags im„Stern“ an den gedeckten Tisch setzte. Die Suppe war noch nicht fertig. Aber wie immer in diesem Fall, brachte der Kellner einstweilen ein Glas Bier und wurde, wie immer in diesem Fall, damit zurückgeschickt. Heinz trank nicht vor der Suppe. Als er eine Minute gewartet hatte, erschien zwar noch nicht die Suppe, wohl aber ein paar der regelmäßigen Tischgenossen. Als sie den Kandidaten erblickten, stutzten sie. Sie wußten es offenbar. Sie grüßten nicht, wechselten einige flüsternde Bemerkungen und ließen sich, ohne ihre gewohnten Plätze an der großen Tafel zu beachten, in der entgegengesetzten Ecke an einem kleinen Tischchen nieder. Die Nächstkommenden beobachteten dasselbe Betragen. Niemand sah, sprach oder begrüßte den blonden landidaten, der sich an seiner inzwischen erschienenen Suppe tröstete. Nur, indem sie ihn auffällig vermieden, bewiesen sie, daß sie seine Gegenwart bemerkten. Alle kleinen Tische ringsum waren dicht besetzt und Herr Heuer saß ganz allein an der großen gedeckten Tafel. Diesem Zustande lag nichts anderes zu Grunde, als das schöne menschliche Streben nach Vollkommenheit. Der Gute hatte das Bedürfnis, sich von dem Schlechten fernzuhalten. Der Ehrenmann scheut jede Berührung mit einem Lump. Er kann es nicht ändern, daß es Lumpen auf der Welt gibt, er kann es nicht einmal immer verhindern, daß sie in einer Stadt, ja unter demselben Dach mit ihm leben. Aber er kut sein möglichstes und vermeidet es, sich an einen Tisch mit solchen Leuten zu setzen. Das gebietet ihm die Selbstachtung. Auf Heinz machte die zerstreute Gefechtsordnung des Mittagessens keinen Eindruck, da der Kellner vorurteilslos genug war, ihn trotz des augenblicklichen Verrufs reichlich mit Speise zu versorgen. 177,18 gang und gäbe sind und wechselte ihre Liebhaber wie ihre Handschuhe. Eine Reihe junger Männer bezahlte ihre Leidenschaft zu dem schönen Weibe mit dem Leben. Einen von ihnen schoß Graf Tarnows= ki in plötzlicher Aufwallung von Eifersucht nieder, wurde aber von den Geschworenen freigesprochen. Die Sittenkomödie wurde zur Tragödie als der angesehene Advokat Prilukoff, der verheiratet war und in glücklicher Ehe lebte, dem Bannkreis der Tarnowski verstel. Diesen Mann scheint die Gräsin wirklich geliebt zu haben. Die beiden gingen zusammen auf Reisen und lebten in Saus und Braus, bis sich Prilukoff schließlich an Mündelneldern vergriff und damit seinerKarriere ein Ende setzte. Nun begann für das Paar ein ruheloses Wanderleben, das sie von einer Weltstadt zur anderen führte. Wenn das Geld mangelte war die Gräfin Tarnowska nicht verlegen, es nach Dirnenmanier von einem reichen, zeitweiligen Liebhaber zu beschaffen. In Venedig lernte die Gräsin den reichen Gutsbesitzer Komarowsky am Sarge bessen ersten Frau kennen. Auch Komarowsky lag bald in den Armen der schönen Sirene. Seine blinde Leidenschaft ließ in dem Gedanken der Gräsin einen wahrhaft teuflischen Pan en stehen. Sie veranlaßte ihn, sich zu ihren Gunsten in einer Lebensversicherung aufnehmen zu lassen und hetzte dann einen anderen Liebhaber, den jungen Studenten Naumoff auf den älteren Mann, indem sie diesem vorschwindelte, Komarowsky sei ihr widerwärtig, er habe außerdem über ihn, Naumoff, beleidigende Aeußerungen getan. Der von Eifersucht und beleidigtem Ehrgefühl aufgestachelte Naumoss ließ sich als blindes Werrzeug gebrauchen, um Komarowsky aus dem Wege zu räumen. Er provozierte eine Zusammenkunft mit Kommarowsky und schoß diesen nach kurzem Wortwechsel nieder. Prilukoff, der Mitwisser des ganzen Planes benachrichtigte die in Wien wohnende Gräfin von dem glücklichen Ausgange der verbrecherischen Idee. Doch kam die Polizei schon nach einigen Tagen auf die Spuren des Komplotts und die Schuldigen wurden verhaftet. Prilukoff hatte sogar versucht, mit Hilfe von drei Geheimpolizisten, die er vor dem Hause Komorowskys postiert hatte, Naumhoff söfort nach der Tat festnehmen zu lassen, doch gelang es diesem vorerst nach Verona zu entkommen, wo er der Polizei in die Hände fiel. Die Verhandlung dürfte sich sehr langwierig gestalten, da die Angeklagten nicht des Italienischen mächtig sind und daher die Hilfe mehrerer Dolmetscher in Anspruch genommen werden muß. Frühlingsanfang im Reich der Mode. (Aus der neuesten„Modenwelt“.) Sich nicht wiederholen! immer etwas Neues bringen! Das ist die Sorge, das ewige und ausschließliche, aber unerreichbare Trachten der tyrannisen Mode. Und dabei ist die letzte Frühjahrsneuheit, die am Pariser Horizont auftaucht.— der Turban! Der große Turban aus altem verblaßtem Seidenbrokat, aus Metallstoffen auf das ungeheuerlichste draviert, mit riesigen Aigretten, dichten Federtuffen verziert, der Turban, aus zweifarbigem Seidenmusselln eder Tüll gedreht und mitovoluminösen Rosen a#us niert! Und natürlich der Turban aus Strohgeflecht und Bast(Abb. 2 und 3).— Brauche ich Ihnen zu sagen, daß diese Kopfbedeckungen manches Mal recht hübsch sein können— im allgemeinen aber eher häßlich wirken?— Man muß seines äußeren Menschen wirklich sehr sicher sein, um diese Neuheit zu tragen, die jedenfalls zu jenen Modelaunen gehört, die nicht Fig. 1. Kleid in Russenform aus Wollstoff mit Tressenbesatz. ür alle zur Nachahmung geeignet sind.— Die Ber ##che, die bisher in Frühjahrshüten gemacht worden sind, ann man nicht als aun glücklich bezeichnen; wir ha en unförmige, sehr hohe Toques aus Taffet, Stroh ind Sammet, Roßhaar und Libertn, mit einer verschwen zerischen Fülle von Federn und Reihern verziert oder zurch große Tülkpuffen, die ganz nach hinten angeracht sind, vervollständigt. Für die eleganten Hüte suchen die Pariser Mo istinnen stilvolle Vorbilder aus der Zeit Francois 1. Die Gemälde von Lawrence, Noynolds, Lancret bie en ihnen nachahmenswerte Vorbilder— natürlich sind dieder die schr großen Formen in Sicht, die bekamntich, allen Bemühungen zum Trotz, nie ganz aufgegeben vorden sind. Die Sammetkostüme im allgemeinen und speziell die hwarzen Sammettrailseurs werden uns den Uebergang ar schönen Jahreszeit vermitteln; für das Frühjahr keht uns der schwarze Atlas als bevorzugtes Gewebe vor— Atlastailleurs mit sehr gekürzten Nöcken und Die Cotenmaske der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. A4 Die Töfenmaske Der bekannte Publizist und dramatische Schriftsteller Dr. Alfred Nossig, welcher ein sehr talentierter Bildhauer nebenbei ist, hat kürzlich ein Werkgeschafsen, daß ein Zeugnis von seiner großen Begabung gibt. Die Totenmaske der unglücklichen Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, die bekanntlich von einem italienischen Arnarchisten ermordet nurde. Das außerordentlich gelungene Porträt=Relief gibt mit künstlerischer Genialität das einst so schöne und später von Schmerz, Gram und schweren Schicksalsschlägen d. Kaiserin Elisabern zerstörte Gesicht der unglücklichen gurstin wieder. Ein feiner empfindender Beobachter entdeckt mit Leichtigkeit noch die Spuren dieser leiblichen und geistigen Schönheit an dem jetzt im tiefsten Frieden ruhenden bitter herben Gesichtsausdruck, der einst so seelisch leidenden Verblichenen. Nossig, der seine Studien in Paris machte, hat sich den großen Franzosen Rodin zum Vorbild genommen. Schon seine ersten Skulpturen erregten damals gleich Aufsehen. Er ist Spezialist auf dem Gebiete der Medaillenkunst. ebenfalls kurzen Jacken; Nachmittagskleider aus schwarzem Atlas und ebensolche Abendtoiletten. Die fußfreien Röcke fangen an, mit Uebertreibung „fußfrei“ zu werden; für die Straßenkleider hat diese Modelaune entschiedene Berechtigung, aber das Bestreben die gekürzten Noben auch in den Salon zu verpflanzen, ist weder logisch noch Esthetisch einwandsfrei und bürfte keinen Erfolg haben. Fig. 2. Turbanhut aus Metallstoff oder Strohgeflecht. Fig. 8. Turbauhut aus Bastgeflecht oder zweifarbigem Tüll. Fig. 4. Rückansicht zu Fig. 2. Fig. 5. Rückansicht zu Fig. 8 Eine zu erwähnende Uebertreibung sind die nach unten eingeengten, gleichsam umgürteten Kleider und Mäntel, welche die Beine wie zusammengeschnürt erscheinen lassen; entweder sind diese Kleider ganz unterbunden oder es ist nur die rückwärtige Hälfte des Rockes oder des Mantels in einen gürtelartigen Bund einge zogen— es wirkt apart, originell, was will man mehr? Fig. 6. Kombination mit Stickerei und Spitzen. Wenn man die Wäschehäufer durchwandert, so fällt einem manches Erwähnenswerte auf. Die letzten Satsons brachten der farbigen Seiden= und Trikotunterkleidung viel Sympathien entgenen, heute hat sich unser Geschmuck wieder gründlichst geänderk— wir eoleben wieder einmal den Triumph der Weißen, buftigen,„ivitzenschäumenden“ Wäsche.— Die Hemden erscheinen kunz und knapp, sehr in die Taille meist ärmellos, nur mit einer Achselspange versehen; die Beinkleider kurz, sehr eng, vermeiden umfangreiche Garnitur: Spitzeneinsätze mit Banddurchzug, feine Stickerei mit Spitzeninkrustationen und Bandschleifen sind allein gestattet; nichts was Platz brauchen und die Linie beeinträchtigen könnte. Sehr beliebt sind natürlich die schlanken Kombinations, die allen von der Mode an Hemden und Beinkleider gestellten Anforderungen am besten gerecht werden können.— Die weißen Batist= und Linonunterröcke sind verschwenderisch mit Volants(aber eng anliegend und fast nicht eingereiht), Spitzen und Stickereien verziert; breite Bänder durchziehen die Einsätze oder einen, in durchsichtigem Stoff angebrachten Saum.— Als Regel allt für die elegante Frau, eine Bänderfarbe zu wählen, die ihrer Wäsche zur charakterisierenden Verzierung wird, (2 Fig. 7. Einfaches Kleid aus zweierlei Stoff(Rock und Mieder aus Tuch, Taille aus Tüll). DDer Sommer dürfte uns viele kragenlose Taillen bringen, zu denen ein Umlegekragen von plissiertem Linon und ebensolche Aermelaufschläge getragen werden sollen. Wir gehen den Lingeriekragen und=Manschetten in den verschiedensten Ausführungen entgegen, die bei keinem Kostüme fehlen werden.— Krawatten, Jabots, Rabats, kurz alle weißen duftigen Ergänzungen unserer Toilette wird die Mode wieder begünstigen und da soll der Kulturmensch nicht mit leiser Ironie konstatieren, daß es im Leben, wie im Bereich der Mode,— nichts wirklich Neues und Nochnichtdagevesenes gibt!: Paristang. Aus dem Gerichtssaal Strafkammer Dortmund. Dortmund, 8. März. Ein alter Sünder ist der Schmied Heinrich Keller von Lütgendortmund. Es wurde gegen den Mann vor der Strafkammer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt, und der Angeklagte hatte Glück, denn das Gericht faßte seine Tat nicht als Erregung öffentlichen Aergernisses, sondern als Beleidigung auf, und verurtellte ihn zu 3 Monaten Gefängnis. Ein durchaus roher Patron ist der Bergmann I. Hertel aus Husen. Der Mann, der sich heute wegen schwerer Körperversetzung zu verantworten hatte, rempelte, ohne iuyend einen Grund dazu zu haben, im vergangenen Winter mehrere Bergleute, die aus Russisch=Polen stammen, an. Die Leute verbaten sich das und dann kam es zu einer Rauferei, in deren Verlauf der Angeklagte dem Bernmann Jech 15 Messerstiche versetzte. Für diese rohe Tat diktierte ihm die Strafkammer eins Gesähnantsstrafe von 1 Nahr mut Eine Diebesbande, die aus sieben Persoz.— hatte sich vor der Strafkammer zu verantwvorten Angeklagten sind der Schlosser Fritz Paul Rugalski, der Arbeiter Karl Rüth, der Emil Eckermann, die Arbeiter Wilhelm Keim chel Zinsla und der Schlosser Bernhard Krug lich von Dortmund. Die Leute hatten sich — dum Sieh organisiert, und beehrten mit ihrem ungebeten Besuch im Sommer bis Winter des vergangene res namentlich kleinere Kolonialwarenhändler und anSie stahlen mittels, Einbruchs, insbesonderZigarren, Liköre und Wechselgeld. Sämtliche g., klagte sind vorbestraft und geständig. heute, Klein zu 3 Jahren, Rugalsli zu 2 Jahren: zu 1 Jahr und 3 Monaten, Eckermann zu 1 und 6 Monaten, Keim zu 1 Jahr und 3 Monat Zinsla zu 1 Jahr und Kruck zu 2 Jahren und Monaten Gesängnis verurteilt. 4nd Vermischtes. Berlin, 4. März. In der gestrigen Stadtverordneten. sitzung wurde fast einstimmig die Wertzuwachssteuer nach den Anträgen des Ausschusses angenommen. Bremen, 4. März. Eine Gruppe von 30 bremische Volksschullehrern batte an dem Tag, an dem in Disziplinarverfahren gegen den Lehrer Holzmeier au Dienstentlassung erkannt worden war, als Protest dagegn ein Glückwunschtelegramm an den Abgeordneten Be## zu dessen Geburtstag abgesandt. Das Telegramm yn unterzeichnet:„Die sozialdemokratischen Lehrer BremenzDie bremische Schulbehörde stellt Nachforschungen nac den Absendern an, um gegen sie im Disziplinarversahrn mit dem Ziele der Dienstentlassung vorzugehen. Mansfeld, 3. März. Heute vormittag stießen auf da Strecke Kloster Mansfeld und Schloß Mansseld zwe Wagen der elektrischen Kleinbahn infolge dichten Neveiz zusammen. Ein Wagenführer wurde schwer und die Fahrbeamte, sowie drei Fahrgäste leicht verletzt. Gnesen, 3. März. Die Strafkammer hat dn Gymnasiasten, die ihre Aufgaben für die Reifeprüsung dem Direktor durch Einbruch entwendeten, wegen Hausfriedensbruchs und wegen Entwendung von Formular# und Prüfungsthemate zu amei Wochen Gefängnis ver urteilt. Dremen, 5. lal3. Im Gcestemunder F.scher# en wurde eine große Diebes= und Hehler. rsellschaft ermittelt. 14 Personen wurden stet. Die Betrügereien wurden schon jahrelang be. eben. Der Wert der gestohtenen Waren bezitfert## viele Tausende. Elbing, 3. März. Der Landwirt Guddea# eimerswalde wurde heute morgen im Bett er. chossen aufgefunden. Seine Frau wurde unter em Verdacht, den Mord begangen zu haben, verhaftet, a sie ein Liebesverhältnis unterhalten hatte. Bromberg. 3. März. Heute früh 7 Uhr wurde zier der Wirt Joseph Nyka aus Vomsdorf, der wegen Ermordung seiner Schwiegermutter zum Tode ver irteilt worden war, hingerichtet. Glatz, 3. März. Die wegen Kindesmordes um Tode verurteilte Magd Anna Werner rd= zu zehn Jahren Zuchthaus begnadiat Petersburg. 3. März. Haaruräuben! Zustände wurden in der großen städtischen Ierenanstalt„Nikolaus der Wundertäte“ aufgedeckt. Es wurde konstatiert, daß hundert Geiset. kranke direkt auf den Dielen kampieren, ohne Matraze Je zwei Insassen haben eine Schlafdecke, wodurch# Schlägereien entstehen. Petersburg, 4. März. Ein Riesendiel. stahl bei der im Bau befindlichen Wolga=Bu## mynsk=Eisenbahn, und zwar bei der Realisierung in Obligationen und Aktien, ist gestern entdeckt worden. 6 sind im ganzen vier Millionen Mark gestohlen worden Der Präsident der Verwaltung, Nerakow, und sen Bruder, der ebenfalls einen hohen Posten bekleidet, sin verhaftet worden. Die beiden Verhafteten sind Brite des ersten Sektionschefs des Auswärtigen Amtes. Neuyork, 3. März. Der bekannte Mult. millionär John Rockefeller will sein ganze Bermögen für wohltätige Zwecke ven Sc 2. k. 4. März. Es ist den Rettungsmanschaften gelungen, 19 Personen lebend aus den im Kaskaden=Gebirge durch eine Lawine der schütteten Eisenbahnzuge zu retten.# bestätigt sich, daß bei der Lawinenkatastrophe im 84 Personen ums Leben gekommen sin. Neuyork, 3. März. Der Bahnverkehr ist brochen. Das ganze Mohavktal steht unter Wasset Auf der Neuyork=Zentralbahn sind große Strecken uner waschen. Die Züge lausen auf dem Westshore ein. Der Schaden ist unermeßlich. Das Wasser s### noch überall. Eisstauungen erhöhen die Gefahr. Der wahre Grund. In der letzten#a gionsstunde ist— so erzählt man der„Tägl. Rsch — die Erzählung von der Eroberung genstand der Erörterung gewesen. Die Geschichte zur Wiederholung aufgegeben worden und wird n“ nächsten Stunde von einem Sextaner ausführlih richtet. Die aufmerksam lauschenden Mitschüler wohl wie der Lehrer scheinen mit der Leistung zuft? den zu sein. Da meldet sich ein kleiner Geis sich über den merkwürdigen Hergang offenbet danken gemacht hat. Er fragt den Lehrer: von dem starken Blasen der Posaunen die Manern o richos einfielen, wie kam es da, daß das Haus““ Rahab, das doch an der Mauer stand, stehen bre, konnte?" Dem Lehrer wird schon bange, wie ers Gewissensfrage beantworten solle. Da komm ein kleiner Knirps zur Hilfe, der sich ungestem; Sache meldet.„Na, Karlchen, du wirst uns dies tige Frage beantworten? Was meinst du?“— hat gewiß einer gestanden, der nicht so laut biese konnte“, erklärt der Pfiffikus, stolz auf seinen bie lichen Einfall... Philadelphia, 8. März. Die Zentralvetein“uingg# Arbeiterorganisationen hat gestern abend den S# streik verkündet, in den aus Sympathie mit den F: den Straßenbahnern eingetreten werden soll, Beginn auf Freitag mitternacht festgesetzt. Die*“,„ führer erklären, daß Hunderttausend in den Site reten werden, falls die Bahngesellschaft sich nich Anrufung eines Schiedsgerichts bereitfinden las Neuyork, 4. März. 5000 Streikende zündeten A. Gesang die Kraftstation der Straßenbahn in Py#t#k, zu# an und umstanden singend das brennende Geba die Polizei die Menge mit Revolverschüssen ause D# trieb. Der Generalstreik beginnt am Samstag u## Anklagejury hat zwei Arbeiterführer wege wiegelung zum Aufruhr in den Anklagezustand## London, 4. März. Aus Neuyork wird Stimtir#### 90 Prozent der Lohnbediensteten der Baltim Bahn gegen die Annahme der Lohnvorschläge be, schaft gestimmt haben. Man befürchtet einen Rie Sa SSxIB ESNEPS 25 „Sen Ento 855SRR Snn SBaSTnE E SETRETGR -BEgSs RBSREL SSS! S* 3 78E * S ##9 2.#.#. T... ge 22 S•125 ###.ga :* S*" à*-- T A“ 2 n d S S a..* S#e E BSSREE SSSD— a Soy##g 6— 0"-A e9„g n 8. Tgegga SalE s Wit e *—— S SERSS S 8 S 8 3 ** S3“ ET 20. Daß Schultz noch in letzter Stunde wegen Erkältung abgesagt hatte, war natürlich eine Finte. Er konnte seine Anzebetete nur nicht mit Benzheim fahren sehen. Marlene Noak war tiefbetrübt, im Schlitten statt des lustigen, sympari den bald mokanten, bald süßlichen Benzheim zur Seite zu haben. Sie tröstete sich damit, Schultz wenigstens zu seh n, zu sprechen, mit ihm zu tanzen. Und nun kam er überhaupt nicht Für Benzheim hätte sie sich erema nicht 10 ftsch herausgeputt, mit dem knappanliegenden grönen Sammetkostüm und der Arrdsamen Seidenkaputze, deren weiche Rüschen ihr pikantes Gesicht gefällig umflossen. Sie war sehr einsilbig als sie die vielgewundene, mit dem Schneepfluge ausgeschleppte Bahn dahinsausten. Dafür leistete Benzheim sein Möglichstes in einer unterhaltenden Konversation. Zwischendurch machte er Marlene aufmerksam auf die Schönheit der glitzernden Winterlandschaft, der schneebeladenen silberumsponnenen Tannen im schweigenden Walde und schien es nicht zu beachten, wenn sie längere Zeit still blieb. Am Ziele angelangt, genoß man die Wohltat der warmen Stuben und heißen Getränke, schwatzte lachte, spielte, tanzte und brach erst auf, als der Mond über die weite Schneefläche glänzte. Benzheim schlug den Kragen hoch, ordnete Decken und Hüllen, sorgte umsichtig für seine Dame und daß sie sich verträumt und ablehnend zeigte, reizte ihn, sie zu erobern. Welch ein Triumph gegen Schultz, wenn's ihm gelang...“ Als er— anknüpfend an den Mond, den Freund heimlicher Sehnsucht,— deutlich werden wollte, strauchelte das Handpferd. Nach einer Zeit der Sattelgaul. Dadurch geriet die Unterhaltung ins Stocken. Der Faden wurde zwar von Benzheim meisterhaft wieder angeknüpft und geschickt weiter gesponnen,— riß aber stets aufs neue. Der Schlitten fuhr in ganz merkwürdigen Kurven, ab und zu scheuten die Pferde, rissen an und schossen seitwärts über den Acker. Der Kutscher peitschte und fluchte ohne Resultat. Als das Fahrzeug schließlich in einem riesigen Schneehaufen stecken blieb und Marlene vor Angst laut aufkreischte, sprang Benzheim heraus. „Zum Donnerwetter, Kerl, ich glaube, Sie sind betrunken!?“ Der Kutscher protestierte brummend. Gemeinsam arbeiteten sie den Schlitten wieder flott; wenn aber Benzheim gemeint hatte, endlich die Poesie des Tete=a=Tete in der märchenhaften Winternacht genießen zu können, so irrte er sich. Die Tiere zogen nach wie vor ungleich, schnaubten, schäumten, dampften und machten Miene, regelrecht durchzugehen. Der Oberleutnant war nachgerade so nervös geworden, daß er barsch halt gebot, dem„Betrunkenen" befahl, hinten aufzusitzen, ihm die Zügel aus den Fäusten riß und selbst kutschierte. Und nun entspann sich auf dem Rücksitz folgendes Gespräch im Flüsterton:„Gnädiges Fräulein“ „....* Mit sichtbarem Abschen sagte sie das. „Drehen Sie sich um und schauen Sie mich mal an.. Widerwillig tat sie's. Gottlob! Was sah sie da....!? In der Livree eines Kutschers, der für betrunken erklärt worden war,—— Oberleutnant Schultz, welcher zur Erkennung Mütze und Zylinder lüftete. „Nein, so was.... Wie kommen Sie zu dieser plebejischen Verkleidung?“ „Schmähen Sie mein Feengewand nicht, das mich zu Ihnen zauberte....“ „Es war wohl nicht leicht....?“ „Ganz gewiß nicht... Der brave Kutscher wollte sich seine Pflicht lange nicht abkaufen lassen. Aber ich ruhte nicht. Ich mußte Benzheim von Ihrer Seite fortlocken um jeden Preis.. „Deswegen das Manöver mit den Pferden...? Verwegener Mensch!"... Zärtlich stahl sich ihre Hand aus dem Muff über den Schlittenrand in die seine, von welcher er den unförmigen Fäustling gezogen hatte, um die Wärme ihrer Haut wohltuend fühlen zu können. Obgleich sie in Glückseligkeit schwelgten, Kovf an Kopf die glatte Fahrt durch die wundersame, herrliche Mondnacht zu genießen, waren sie auf ihrer Hut. Denn Benzheim drehte sich öfters um, einige Worte mit Marlene zu wechseln, oder sich zu vergewissern, oo der Verbannte da hinten noch fest saß. Manchmal aber gelangs ihnen doch, ihr Gelöbnis mi einem Kusse zu besiegeln und der Mond lächelte verschin und Benzheim fuhr tadellos. Kurz vor dem Exerzierplatz kommandierte er den stummen, versteckten Kutscher wieder auf den Bock und setzte sich zu Marlene. Man könnte sonst meinen, er habe sich etwa mit ihr gezanst. In eleganter Kurve fuhr der Vielbeschimpfte den Schlitten vor. Aus den glänzenden Augen und dem seltsam roten Flecke auf Merlenes einer Wange hätten die Kameraden unfehlbar geschlossen, daß Fräulein Noak ihrem Partner den Schlittenrechtsgebrauch zugestanden habe. Aber dazu schaute Benzheim denn doch zu finster drein. Neur staatliche Fachprüfung für Garten=, Obst= und Weinbautechniker. Im Landwirtschaftsministerium ist, wie die„Information“ erfährt, eine Ordnung für die„Staatliche Fachprüfung der Gartenbau=, Obst= und Weinbautechniker" fertiggestellt worden, die am 1. April 1910 in Kraft treten wird. Sie soll den Personen, die den höheren Lehrgang suchen und die Abgangs, rüfung abgelegt haben, Gelegenheit geben, ihre Fähigkeiten und Erfahrungen besonders in einer zweiten Prüfung nachzuweisen. Aus den in 16 Paragraphen gegliederten Bestimmungen sind folgende hervorzuheben: Für die Zulassung zur Prüfung ist der Besitz des Berechtigungsscheines zum einjährigfreiwilligen Dienste, das Zeugnis über die bestandene Abgangsprüfung nach zweijährigem Besuche des höheren Lehrganges derjenigen Anstalt, an der die Prüfung abgelegt werden soll, und der Nachweis einer mindestens siebenjährigen praktischen Tätigkeit, von der drei Jahre nach der Abgangsprüfung ausgeübt sein müssen, notwendig. Auf jedes Spezialfach, in dem die Prüfung abgelegt werden soll, muß nach der Abgangsprüfung eine mindestens 1½ jährige praktische Tätigkeit verwandt sein. Außerdem ist für die Zulassung die Einrichtung eines Lebenslaufes und die Beibringung von Unbescholtenheitszeugnissen für die Zeit vom Verlassen der Anstalt bis zum Zeitpunkt der Meldung zur Prüfung vorgeschrieben. Die Prüfung gliedert sich in eine schriftliche und in eine mündliche. Der schriftliche Teil besteht in der Ausarbeitung einer häuslichen Arbeit, deren Aufgabe so gestellt ist, daß sie möglichst alle Zweige des gewählten oder der gewählten Fächer umfaßt und neben der praktischen Befähigung zur Lösung selbständiger Aufgaben auch das Vertrautsein mit den wissenschaftlichen Grundlagen eines zweckmäßigen Betriebes dartut. Die mündliche Prüfung soll sich an die häusliche Arbeit anschließen und zu ihrer Ergänzung dienen. Die Prüfungsfächer sind: Landschaftsgärtnerei, großgärtnerische Pflanzenkultur, Obstbau und Weinbau. Prüflinge, die sich dem Lehrberufe widmen wollen und sich nach bestandener Abgangsprüfung mindestens noch ein zweites Semester auf einer höheren Gärtner=Lehranstalt fortgebildet haben, können durch die staatliche Fachprüfung ihre Geeignetheit zum Lehrberuse dartun. Nach bestandener Prüfung ist dem Prüflinge die Berechtigung zur Führung des Prädikats„Staatlich diplomierter Gartenbaumeister" zuzuerkennen. Die Prüfungsgebühren betragen 50 Mark, von welchen 25 Mark zurückzegeben werden, wenn der Prüfling die mündliche Prüfung nicht mitmacht. *0— S 8 5 2 22 S 38— „" 0 B"* 25**———— * *„* Zax ag.JuSSS *——"• G S—, 0**•— Tn BESg X.REE * g X— S 7s.2 S##: * 3.1935 — 200——— TE *—— 6-1—..— G— R SaRS S 0— —*—"•— 2 22 — S 22 S- 6 s S 8 8 2 ***□..——= ur„ S SOTERTETS 2S SäES * 27— * n. 8—: 2 * 2 Ge: 9## S S 2 S SSpSSTS * 2 - GEü .. 0.*„*= 2— 2. SS 3 * S 0 135 9 — 0— S S K S . 2. 2 98 eierstunden Blätter für Unterhaltung und In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. 20 Sie schlug verwirrt die augen nieder und schwieg Ein schwerer Seufzer entrang sich ihren Lippen, als sie ihm die Tür zum Zimmer ihres Vaters öffnete Mathias Grunewald empfing den Toktor mit einem spöttischen Lächeln. „Ich glaube, Sie kommen vergebens,“ sagte er; Termin ist abgelaufen— ich habe keine Lust, ihn zu verlängern. Der Herr Lieutenant kann übers Jahr so wenig zahlen als heute: er scheint auch gar nicht gesonnen zu sein, die Schuld zu tilgen.“ „Wollen Sie denn gar keine Rücksicht auf die traurigen Verhältnisse nehmen?" fragte der Advokat mit scharfer Betonung.„Wenn mein Freund das Geld auftreiben könnte, hätte er längst die Wechsel eingelöst; an seinem guten Willen dürfen Sie wahrhaftig nicht zweifeln.“ „Was tue ich mit dem guten Willen!“ höhnte der Wucherer.„Es ist keine Münze, die man ausgeben kann! Ich habe lange genug gewartet—“ „Und Sie werden auch noch länger warten!“ „Wer will mich dazu zwingen?“ „Ihre eigenen Inte essen. Was haben Sie davon, wenn der Lieutenant seinen Abschied neymen muß? Sie drohten ihm gestern wieder, die Sache beim Regiment anhängig machen zu wollen—“ „Er kennt die Bedingungen, unter denen ich ihm weiteren Aufstand geben will; warum erfüllt er sie nicht?“ „Weil sie ihn entehren würden!“ „Unsinn“. Ich verlange weiter nichts von ihm, als daß er seinen Kameraden sagen soll, ich gebe Tarlehen zu annehmbaren Bedingungen. Das ist alles, und er will es nicht tun. Ich weiß, daß Offiziere, die zu seinem Regiment gehören noch in den letzten Tagen mit meinem Konkurrenten Geschäfte gemacht haben.“ Der Doktor zuckte mit den Achseln und betrachtete seine Fingernägel. „Die annehmbaren Bedingungen hat er leider zu genau kennen gelernt, als daß er sie seinen Freunden empfehlen könnte," sagte er.„Wenn man für ein Darlehen von 700 Talern einen Schuldschein über zweitausend unterzeichnen muß, so kann man das nach meiner Anschauung kein reelles Geschäft nennen.“ „Es stand ihm ja fre, dieses Geschäft abzulehnen. Glauben Sie, daß ein anderer es billiger getan hätte? Ich weiß, welche Bedingungen meine Konkurrenten stellen; über mich kann niemand sich beklagen.“ „Und sie sind nun wirklich entschlossen, den Ehrenschein dem Regimentskommando einzusenden?“ „Einmal muß ein Ende gemacht werden!“ „Glauben Sie vielleicht, daß das Regimentskommando Ihnen die Summe zahlen wird?“ „Scherz!“ sagte Grunewald ärgerlich. Wie könnte ich das glauben! Es haben noch andere Offiziere die Wechsel unterzeichnet. Der Oberst soll diesen Herren befehlen, die Schuld abzutragen. Sie haben sich mit ihrer Unterschrift verbürgt, und nun sollen Sie auch bezahlen. Tas ist der einzige Weg, auf dem ich mir mein Recht verschaffen kann. Ich wäre reif für das Irrenhaus, wenn ich aus die Rückzahlung der großen Summe verzichten wollte.“ „Und denken Sie, es werde Ihnen leicht werden, diese Rückzahlung zu erlangen?“ „Wenn ein Schuldner nicht zahlen kann, muß der Bürge für ihn eintreten.“ „Allerdings; immerhin aber steht es dem Bürgen frei, diese Verpflichtung auf gerichtlichem Wege anzufechten, erwiderte der Toktor;„und daß es in diesem Falle geschehen wird, darauf dürfen Sie sich verlassen.“ „Bah, die Herren Offiziere—“ „Ich sorge dafür, daß es geschieht. Haben Sie einmal meinen Freund gezwungen, den Abschied zu nehmen, so brauchen wir keine Rücksichten mehr walten zu lassen. Und vor dem Richter werde ich Ihre Handlungsweise und Ihre annehmbaren Bedingungen recht scharf beleuchten.“ „Und was werden Sie dadurch erreichen?" fragte lauernd der Wucherer.„Gar nichts; der Richter muß die Bürgen zur Zahlung, verurteilen, und der Prozeß kostet ihnen auch noch eine hübsche Summe.“ „Die Kosten sind so groß nicht, und es fragt sich, ob der Richter Ihnen die ganze Summe bewilligen wird Sie haben nur den dritten Teil derselben gezahlt.“ „Erlauben Sie, Herr Loktor, Sie können mir nicht vorwerfen, daß ich Wucherzinsen genommen habe. Von Zinsen ist bei diesem Geschäft überhaupt keine Rede gewesen. Der Lieutenant hat mir einen Wechsel angeboten, ich hab' ihn gekauft und den Kaufpreis bar und unverkürzt ausbezahlt. Ich gab für den Wechsel was er mir wert zu sein schien, und ich darf wohl behaupten, daß ich noch zu viel dafür gezahlt habe. Beweisen Sit mir das Gegenteil!“ „Sie haben sich alleroings vor einer ungesetzlichen Handlung zu bewahren gewußt,“ erwiderte der Advokat ruhig, indem er von seinem Sitz aufstand;„aber der moralischen Verurteilung entgehen Sie doch nicht. Es ist wohl möglich, ja sehr wahrscheinlich, daß Sie sich daraus nichts machen; indessen möchte ich Ihnen zu bedenken geben, ob durch diese öffentliche Verhandlung Ihr Geschäft nicht ruiniert würde. Und nun tun Sie, was Sie nicht lassen können!“ Mit kühlem Gruß verließ er das Zimmer. Helene stand draußen im Hausflur, und es schien, als ob sic auf ihn gewartete hätte. Sie begleitete ihn zur Haustür. Hier blieb sie stehen, und während dunkle E S 9 105 — E S * 2 S SEAeFFT gDSESEIEES SE FSEES TEESESSEE E— FGERE SSEEE rsgs EEEERSESASOG'sFCSE S ESG S E S— 5.—— S SEs 5 E E 5 S##„SES Za B S e 20,2 Röte ihr Antlitz übergoß, sah er ihren Blick flehend auf sich gerichtet. „Tarf ich eine Bitte an Sie richten?“ fragte sie leise mit zitternder Stimme. „Wie sie auch lauten möge— ich werde mich glücklich schätzen, Ihr Vertrauen zu besitzen,“ erwiderte er. „Ich wollte Sie um Ihren Rat bitten. Wann treffe ich Sie zu Hause?“ „Bitte, sagen Sie mir nur, wann Sie mich besuchen können.“ „Darf ich in einer Stunde kommen?“ „Gewiß, ich werde Sie mit Vergnügen erwarten.“ erwiderte er und Helene öffnete jetzt schweigend die Haustür. Nach einer Stunde fand sich Heleue pünktlich im Bureau des Advokaten ein. Die Tochter des Wucherers war sichtbar verlegen. Es schien fest, als ob sie dieren Schritt bereue, aber die Freundlichkeit, mit welcher Doktor Leitenring sie empfing, flößte ihr wieder Mut ein „Was werden Sie von mir denken?“ sagte sie schüchtern, als sie dem Advolat gegenüber faß.„Wenn mein Vater von diesem Schritt Kenntnis hätt, wäre es zwischen uns beiden für immer aus.“ „Sie dürfen auf meine Verschwiegenheit rechnen!“ „Ich bin davon überzeugt. Das gibt mir Mut, Ihnen alles zu sagen, was mich schon so lange bedrückt. Ich bin, seitdem meine Mutter nicht mehr lebt, ein armes Geschöpf gewesen. Mein Vater hat niemals auf meine Wünsche Rücksicht genommen, und selbst das Wenige, was ich bedurfte, gab er mir unter Vorwürfen. Ich brache Ihnen gegenüber diesen Punkt nicht weiter zu erörtern; Sie kennen meinen Vater und—“ „Gewiß, mein Fräulein,“ erwiderte er:„Sie dürfen sich meiner herzlichen Teilnahme versichert halten. „Und Sie werden mir auch glauben, daß es mir sehr schwer geworden ist, mich zu diesem Geständnis zu entschließen. Ich habe alles geduldig ertragen, nun aber kann ich nicht länger schweigen. Mein Vater will mich zwingen, einen Mann zu heiraten, den ich verachte, und an dessen Seite ich unglücklich würde. Muß ich diesem Befehle mich fügen?“ Doktor Leitenring halte unwillig die Brauen zusammengezogen und zornig blitzte es in seinen dunklen Augen auf. „Nein", erwiderte er,„dazu kann Niemand— selbst Ihr Vater nicht— Sie zwingen. Haben Sie das Alter der Mündigkeit erreicht?“ „Ja, ich bin mündig.“ „Ist es Ihnen bekannt, daß Ihre verstorbene „Ich glaube das nicht. Was mein Vater besitzt, hat er im Laufe der Jahre erworben.“ „Sie wissen auch nicht, ob Ihre Mutter ein Testament hinterlassen hat?“ „Auch das weiß ich nicht.“ „Und Sie werden sich auch keine Gewißheit darüber verschaffen können,“ sagte er sinnend.„Sie haben jedenfalls Ihrem Vater schon erklärt, daß Sie seinem Befehl nicht Folge leisten können?“ „Mehrmals,“ lispelte Helene, die tiefblauen Augen zu ihm aufschlagend;„ich habe ihm alle meine Gründe genannt, aber er will keinen von ihnen gelten lassen Der Betreffende, ein alter Geizhals, der ebenfalls mit seinem Gelde wuchert, hat sich erboten, auf jede Aussteuer zu verzichten; das eben veranlaßt meinen Vater, an diesem Projekt hartnäckig festzuhalten. Er droht mir mit seinem Fluch und mit Enterbung—“ „Schreckschüsse!“ fiel ihr der Toktor in's Wort. „Sein Fluch kann nicht treffen und sein Geld—“ „Ich will es nicht, denn ich weiß, wie es erworben ist,“ fuhr das Mädchen fort;„ich will gern darauf verzichten und später durch eigene Arbeit, mein Brot zu erwerben suchen. Nur den Bruch mit dem alten Manne möchte ich vermeiden!“ „Ich glaube nicht, daß dies sich vermeiden läßt.“ „Aber was soll ich tun? Ich habe weder Verwandte, noch Freunde—“ „Sie haben mir volles Vertrauen geschenkt, mein Fräulein, so müssen Sie mir auch gestatten, mich als Ihren Freund zu betrachten. Wenn Ihr Vater Ihr Lebensglück seinem Geiz ypfern will u Ihnen das fernere Verweilen in seinem Hause unmöglich geworden ist, dann kemmen Sie zu mir; ich werde Ihnen noch in derselben Stunde ein Ashl bei einer mir befreundeten Dame verschaffen.“ Helene schlug verwirrt die Augen nieder und schüttelte ablehnend das Haupt. „Sie sind sehr freundlich,“ sagte sie,„aber ich werde das nicht annehmen dürfen. Ich könnte als Gesellschafterin oder Gouvernante mein Brot verdienen— eine höhere Schulbildung ist mir, Tank der Fürsorge meiner Mutter, zuteil geworden, und was ich nicht weiß, läßt sich noch erlernen. Ich würde aber auch jeden andern Posten annehmen— ich möchte niemand zur Last fallen.“ „Das sollen Sie auch nicht, denn es wäre drückend für Sie selbst,“ erwiderte er in treuherzigem Tone;„lassen Sie mich nur sorgen. Einstweilen warten Sie, bis Ihr Vater auf das Projekt zurückkommt; stellen Sie ihm dann noch einmal Ihre Gründe vor, und beharrt er bei seinem Befehl, so handeln Sie, wie Ihr Gewissen es Ihnen gebietet. Vermeiden Sie, wenn es Ihnen möglich, ist, jedes schroffe Wort, aber bleiben Sie auch fest allen Drohungen gegenüber.“ „Ich danke Ihnen,“ sagte Helene;„ich werde Ihren Rat befolgen, und ich wünsche nur, daß es Ihnen gelingen möge, inzwischen eine Stelle für mich ausfindig zu machen. Und nun will ich Ihre Zeit nicht länger in davon in Kenntnis setzen: Sie können dann über die Anspruch nehmen, Herr Doktor; einstweilen kann ich Ihnen nur mit Vorten dankm— leben Sie wohl.“ „Auf baldiges Wiedersehen,“ erwiderte er, während er ihre Hand in der seinigen hielt und mit einem kurzen innigen Blick ihr tief in die Augen schaute;„was auch kommen möge— verlassen Sie sich ganz auf mich.“ Sie nickte errötend und verließ rasch das Zimmer Der Advokat legte die Hände auf den Rücken und schritt in Gedanken versunken eine geraume Weite auf und ab. Ein triumphierendes Lächen umspielte seine Lippen, als er endlich vor dem Grockenzuge stehen blieb und die Hand nach demselben ausstreckte. In der nächsten Minute trat Rudolf Helwig ein. „Noch immer nichts?“ fragte der Doktor.„Sie glanbten ja gestern, eine Spur gefunden zu haben?" „Es war wieder nichts,“ antwortete Rudolf achselzuckend;„der verdächtige Fremde ist schon vor der Tat wieder abgereist. Es ergaben sich auch keine Anhaltspunkte, die mich zu weiteren Nachforschungen veranlassen konnten.“ „Hm, das ist fatal,“ sagte der Doktor,„finden wir diesen rätselhaften Fremden nicht, so wird niemand den Aussagen Winkel's Glauben schenken.“ „Aber es sind auch nich keine Beweise für seine Schuld gefunden worden!“ „Beweise genug, wenn es auch nur Scheinbeweise sind. Das Geld kann für spätere Zeit sicher versteckt sein— der Staatsanwalt nimmt des an — die Richter und Geschworenen werden es ihm glauben. Ich hatte darauf gerechnet, daß wir den Gauner entdecken würden. Die angeblich geraubten Schlüssel zum Geldschrank haben sich auch nicht gesunden. Fortsetzung folgt. 95 ∆ 95 Mahngebühren. (Schluß. Einige Tage später lief bei dem Vater Ellas, als die Familie gerade beim Abendessen saß, ein Telegramm ein, Ellas Vater las das Telegramm ein=, zweimal, reichte es dann seiner Gattin, die das gleiche tat und sah seine Tochter scharf an. Ella merkte sofort, daß sie die Ursache sei, die den Vater mit einem Male so strenge werden ließ. „Was hast du kleiner Wildfang denn wieder angestellt?“ nahm Papa Lind jetzt das Wort. „Ich?“ kam es kleinlaut zurück.„Nichts, das ich wüßte.“ „Nun sieh doch einmal unsere Ella an. Von nichts will sie wissen.“ Der Vater nahm wieder das Telegramm und las: „Wir gestatten uns, für unsern lieben Dr. jur. Paul Agel um die Hand Ihres Fräulein Tochter anzuhalten. Die Brautbewerbungskommission.“ Ella wurde erst blaß, dann purpurrot. Das war ja eine ganz infame Belästigung. In höchster Erregung sagte sie daher: „Das ist ja elendiglich, was man mit mir da für ein Spiel treibt.“ Und mit von Tränen erstickter Stimme fiel sie der Mutter um den Hals und schluchzend kam es hervor:„Ich bin i ich unschuldig, Mutterle.“ Der Multer gelang es, die aufgeregte Tochter zu beruhigen, die schließlich ihr Abenteuer auf der Steuerkasse erzählte. Dieweilen war der Vater auf sein Bureau geeilt und hatte an den Herrn Dr. jur. Paul Agel einen Brief gerichtet, der, wie er sich drastisch ausdrückte, nicht hinter den Spiegel zu stecken sei. Am nächsten Mittag ließ sich Herr Dr. jur. Vaul Agel bei Linds anmelden. Die Begrüßung durch Herrn Lind— auch dessen Gattin war zugegen— war sehr kühl. „Sie wollen sich wegen Ihres taktlosen Benehmens wohl entschuldigen?“ sagte Herr Lind. „Keineswegs,“ erwiderte darob der in tadellosem Besuchsanzug gekommene Fremde,„weil ich mich eines taktlosen Verhaltens nicht entsinnen kann.“ Herr Lind war bereit, den Sachverhalt nochmals eingehend zu erzählen. Des Fremden Züge hellten sich allmählich auf. Er bat, die Schreiben, die die Tochter des Hauses bekommen hätte, einmal sehen zu dürfen. Seinem Wunsche kam man nach. Und als Dr. Agel die Schriftzüge der einzelnen Briefe sah, da stieß er lachend hinaus: „Dachte ich es mir doch gleich, als ich die Einzelheiten soeben erfuhr.“ „Und wollen Sie nun Ihrerseits uns eine Erklärung geben?“ „Gerne.“ Dr. Agel sing zu erzählen an, wie er einer jungen Dame an der Stadthauptkasse hilfreich beigesprungen sei. Von diesem kleinen Abenteuer hab er seinen Studienkameraden erzählt und dabei bemerkt, welch liebreizendem Geschöpf er habe einen Liebesdienst erweisen können. Jene Freunde haben das aufgegebenr Inserat— das ihr., nicht zu Gesicht gekommen sei wohl gelesen und darauf geschrieben, wie aus den vorliegenden Briefen zu ersehen sei. Das Telegramm hätte darauf wohl in Kreise dieser Herren entworfen sein müssen. Er ware also völlig schuldlos. Nach dieser Erzählung fingen auch die beiden Eheleute zu lächeln an und Frau Lind war die erste, die sagte: „Dann verzeihen Sie meinem Manne den Brief von gestern!“ „Den ich nicht als geschrieben betrachte, der mir aber wenigstens Gelegenheit gab, mich bei Ihnen von einem schrecklichen Verdachte zu reinigen.“ 1 „Und mir,“ fügte Herr Lind hinzu,„Ihnen die achtzig Pfennige zurückerstatten.“ **„ Dr. Agel kam von nun an oft in das Lindsche Haus. Seinen Freunden hatte er verziehen, weil sie ihm den Grundstein für sein Lebensglück gelegt hatten. Neben dem Brautpaare war am Verlobungstage die Brautwerbungs=Kommission der Mittelpunkt. Ums Schlittenrecht. Die improvisierte Wahlurne, welche auf der Kasinotafel tronte war leer. Jeder der Offiziere hatte aus ihr den Namen einer jungen Dame der Gesellschaft gezogen und einige Minuten lang verstand man vor lauter Bravos und Vetos sein eigenes Wort nicht. „Wer fährt mit Fräulein Marlene Noack? schrie plötzlich der Arrangeur der Schlittenpartie— Oberleutnant Schultz— in das wirre Durcheinander und sah scharf in die Runde. 203 „Oberleutnant Benzheim— hierrrrr!“ antwortete prompt Hauptmann Tachau der ungefähr die Häßlichste, wenn auch die Klügste und Witzigste, errang und deutete neidvoll auf seinen Nachbar. So schnell es das Gedränge erlaubt, ging Schultz auf Benzheim zu„Sie also? Das trifft sich ja samos,“ sagte er erfreut.„Sie können Fräulein Noak so wie so nicht leiden.“ „Weil ich sie angeblich nicht leiden kann, trifft sich unsere Partnerschaft famos Wo bleibt Ihre Logik, Kamerad?“ „Kombinieren, kombinieren. Verehrtester! Es will jemand mit Ihnen tauschen.“ In diesem Momente, wo ihm Marlene abgestritten werden sollte, stieg sie in Benzheims Augen plötzlich an Wert.„Wieso tauschen!? Wenn ich nun nichts Angenehmeres dafür kriege?“ meinte er vorsichtig und mißtrauisch. Er schien überhaupt nicht gewillt, eine Konzession zu machen und wenn Schultz darum bat, schon gar nicht. Er haßte den Liebling des Regiments, der dem eitlen reichen Benzheim über war in Reitkunst und Gesellschaftstalent. „Na, sperren Sie sich nicht lange,“ redete Schultz freundlich zu.„Mau weiß ja doch, daß Sie alle anderen Damen Fräulein Noak vorziehen.“ Der lange Benzheim tat sehr entrüstet.„Sie tun ja, als hätte ich mich Gott weiß wie über Fräulein Noak geäußert! Ich kann nur nicht einstimmen in das allgemeine Entzücken.“ „Und in mein spezielles, sagen Sie's nur,“ lachte Schultz und sah ganz verklärt aus. Jetzt kapierte Benzheim. Ach so! Der wollte selber?“ Nee, nu gerade nicht. Jetzt, wo er einmal eine Gnade austeilen konnte, sollte das Glückskind umsonst betteln. Schultz brauchte ihn gar nicht so siegessicher auf die Schulter zu klopfen und so treuherzig zu versichern:„Schlagen Sie ein, Kamerad. Ich bin mit großem Vergnügen zu jedem Gegendienste berett.“ Benzheim gab sich ein kühles Air:„Verstehe ich recht, Sie möchten an meine Stelle treten." „Ja. Und wäre für Ihren gefälligen Rücktritt unendlich dankbar." „Das glaub' ich. Aber ich denke natürlich nicht daran.“ Schultz runzelte die Stirn.„Sie lehnen ab, ohne mich nach dem Tauschobjekt zu fragen. Mir fiel Frau von Dewitz zu, die Sie verehren.“ „Charmante, anbetungswürdige Dame. In diesem Falle bevorzuge ich aber ein junges Mädchen,“ beharrte er eigensinnig. „Dann nehmen Sie doch Fräulein Behrens, meine Partnerin,“ schlug der Hauptmann vor, dem Benzheims Verhalten für Schultz leid tat.„Ich fahre sehr gern mit Frau von Dewitz“ „Sehr verbunden, Herr Hauptmann. Aber ich bestehe auf meinen Schein.“ Schultz legte die Hand auf die Brust, wo er ein Briefchen verbarg, das ihm die Ordonnanz kurz nach der Verlosung übergeben hatte.„Auch dann, wenn ich Ihnen ein Billet der jungen Dame zeigte, worin sie mich leider zehn Minuten zu spät um meine Gesellschaft im Schlitten bittet, da sie mich am besten kennt." „Auch dann, so leid es mir Ihretwegen tut.“ heuchelte er artig. Dem Bittsteller stieg die Röte des Gedemütigtseins in das hübsche Gesicht. „Ich appelliere an Ihre ritterliche Gesinnung, Herr Kamerad.“ „Eben die gebietet mir um meine Dame zu kämpfen.“ Noch einmal bettelte Schultz weich und wunderte sich selbst über seine zudringliche Beharrlichkeit solch zähem Widerstande gegenüber:„Ichtu' Ihnen auch mal einen Gefallen, Benzheim.“ „Danke. Für das wonnige Schlittenrecht könnten Sie mich durch nichts entschädigen,“ lachte Benzheim häßlich und sah mit Behagen, wie der arme Schultz ein Stöhnen unterdrückte, in ohnmächtiger Wut die Hände ballte und schmerzbewegt einen Moment lang die leuchtenden Augen schloß. Der Tag cdes Schlittenkorsos war da und mit ihm das dazu gehörige Wetter. Vom eigenen Atem umweht, harrten vierzig Pferde in Glockengeschirr vor meist zweisitzigen Schlitten. Wie festgefroren saßen, die Kutscher auf ihrem schmalen Sitze und aus ihren Wollmützen sahen unter den Wachstuchzylindern nur Augen und Nase hervor. Im verschneiten Kasernenhofe wimmelte es von vermummten jugendlichen, ehrwürdigen, beweglichen und steifen Gestalten. Zarte Anspielungen hier,— kühne Ermunterungen dort,— verblümte Elogen und deutliche Huldigungen,— linkische wortlarge Neulinge und weltgewandte, schlagfertige Elemente,— hüben wie drüben ein lustiger Kampf um die Plätze. a