Erscheint täglich Ausnahme der Sonn= und gesetzt. Feiertage, Abonnementspreis haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage Fsetigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. „rns achie Lod buggen stn 1 Monask 1.50 vatationsdruck und Verlag, sowie für die Inserate serantwottlich: Viktor Schanzer, Dortmund. Erstes Blatt. verbunden mit dem und der täglichen Unterhaltungsbeilage C## sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage Ervedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3295. Dortmund, Donnerstag, den 3. März 1910. bslitische Galanteriewaren. Aus Elsaß=Lothringen kam in der letzten Woche I erfreuliche Kunde von schlimmen Skandalszein Landesausschuß, die von den Freunden des I., aus dem Gefängnis entlassenen Priesters und #desausschußabgeordneten Wetterle veranstal## purden und in den gröblichsten Angriffen auf deutsche Regierung, besonders den Staatssekrezorn von Bulach und den Unterstaatssekretär kndel gipfelten. # der Entlassung aus dem Gefängnis wurden, so richtet die Straßb. Post, Herrn Wetterle von der lnarer Einwohnerschaft wohlinszenierte Huldigunbereitet, Geschenke überreicht, französische Anfrachen gehalten und unter journalistischem Beiund aus Paris große Reklame für den Märty#rsür Elsaß=Lothringens Sache gemacht, so # man über die Tendenz dieser gegen Deutschlid und die deutsche Regierung gerichteten Kundtungen nicht im gerikgsten im unklaren sein koundie Reklame für Herrn Wetterle und seine Bentungen wird jetzt durch eine befremdende und unurtete Meldung noch gesteigert. Unter den Gegenken, die Herr Wetterle demnächst ausstellen ##l befindet sich auch ein silbernes Feuerzeug und ### schirmkrücke(diese für Wetterles Mutter), die räfin Wedel, die Gemahlin des Statt#lters von Elsaß Lothringen, dem erbitterten #inde der Politik ihres Gemahls mit einem huldlen in französischer Sprache abgesaßten Schrei####am 16. Februar ins Gefängnis zu Kolmar gehat. Die Gräfin Wedel hat die Gepflogen##kottilongeschenke, die bei ihren Ballfesten veru brden, den an der Teilnahme verhinderten in Gästen nachträglich zuzusenden. Herr Wetit der wegen Beleidigung eines deutschen Beamin Gefängnis saß, konnte natürlich auf dem Ballnicht erscheinen, und kam, was weniger natürlich, teniger begreiflich ist, durch die Sendung in den ##is dieser Geschenke, die unter den dargelegten Umunen für ihn von leicht auszunützender politischer Flocutung sind. Ran wird bei der mildesten Auffassung des elles nicht umhin können, aus diesem„Harmlokottilongeschen: politische Folgerungen zu zieund, selbst die völligste Absichtslosigkeit der GeiBedel vorausgesetzt, diesen Höflichkeitsakt der Ge##lin des deutschen Statthalters von Elsaß=Loth= fümen als eine bedauerliche Tatsache zu bezeichde geeignet ist, das Ansehen der deutschen Pertung und überhaupt des Deutschtums im ###cklande zu schädigen, die Gemüter der elPlothringischen Bevölkerung zu verwirren und die refftorene Dreistigkeit des französischen Abwie des elsässischen Notabelntums zu ermutigen. Herr Wetterle hat sich denn auch wirklich nicht gescheut, die Güte der Gräfin Wedel gröblichst zu Reklamezwecken zu mißbrauchen, und es ist eine bekannte Tatsache, daß der zwietrachtstiftende Abbe Wetterle durch Liebenswürdigkeiten aus dem Statthalterpalais ausgezeichnet worden ist. Wie die Junker die Bauern legen. Man schreibt der Freisinnigen Ztg.: Im westpreußischen Kreise Rosenberg, nahe der Grenze zwischen den Provinzen West= und Ostpreußen, unfern des großen Geserichsees und in der Nähe der Städte Deutsch=Eywau, Rosenberg und Saalfeld, Ostpreußen, liegt eine kleine Ortschaft namens Zoll=c nick. Vor noch ca. 10—20 Jahren hatte dieses Dort eine Anzahl kleiner Bauernhofsbesitzer, ferner befanden sich in demselben eine Schule, ein Gasthaus und eine Glashütte. Heute findet man an dieser Stelle nur ein einzeln bewohntes Gehöft, dessen Bewohner ein Privatförster und Fischereiaufseher ist, und ein altes, verfallenes und unbewohntes Häuschen. Die Wege zu diesem Orte, welche zum Tell durch Wald führen, sind vollständig von Gras verwachsen; man sieht es ihnen an, daß jetzt auf ihnen nur selten ein Gefährt verkehrt und daß sie nur im Winter vielleicht zur Holzabfuhr benutzt werden. Kein Wegweiser oder Wegestein zeigt dem Wanderer die Richtung an. Weshalb aber sind Schule, Gasthaus. Glashütte und die Gebäude der Bauern vom Erdboden verschwunden? Weshalb haben die Bewohner ihrer Heimat, ihrem Geburtsort, der wunderschön zwischen zwei kleinen Seen gelegen ist, den Rücken gekehrt? Der mächtige Nachbar des Dorfes, der adlige Ritterautsbesitzer, der sein Gebiet vergrößern wollte, hat nach und nach die Besitzungen der einzelnen kleinen Bauern angekauft, und heute ist er Herr der gesamten Ländereien, aber ein früher blühendes Torf ist vom Erdboden verschwunden, sicher nicht zur Förderung und kulturellen Hebung der Landwirtschaft und jenes Fleckchens unseres Vaterlandes. Der betreffende Rittergutsbesitzer aber ist Herr— v. Oldenburg auf Januschau, der bekannte Groß=Agrarier. So sieht die Fürsorge unserer konservativen Rittergutsbesitzer für den Bauernstand aus! Die Bresl. Ztg. kann diese Notiz noch ergänzen. Nicht allzuweit von dem vormals blühenden Zollnick lag ein kleines Rittergut Schröterswalde, etwa 600 Morgen groß; es war eine Waldenklave, eingeschlossen von fiskalischen Forsten und Waldungen des Grafen Fink von Finkenstein in Schöneberg. Dieses Gut ist heute, nachdem es seine Besitzer vielfach gewechselt hatte, vom Fiskus für ein Butterbrot angekauft und aufgeforstet. Kein Landwirt konnte sich dort halten, denn die 600 Morgen Land waren nur Weide für die gräflichen und fisDortmund u. Hörde Inserate s gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 PfgReklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 PfgBeilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Bettreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann, Dortmund. 27. Jahrg. Auf der Brautschau. bumoristischer Roman von Felix Brenta. 32 wa, daher auch ganz in der Ordnung, daß die setzt unbeachtet zu Boden fiel, wo sie nicht von Heinz bemerkt wurde, und nie wieder in sein ichen zurückkam. fsarete aber wußte natürlich nicht, daß der Stecksamtz“en an allem schuld war. So bekam sie plötz#0sensbisse, bat den Kandidaten ernstlich um EntGen zu:“ und sagte schließlich:„Menschenblut zu verun### schrecklich. Versprechen Sie mir, das nie iien aie abe so fürchterliche Angst, daß Sie erschossen t ein zu. wahr, Sie lassen sich darauf wirklich acher stand sie erst gar nicht. Dann aber erklärte ##.: 9, daß er Dr. Laues Sekundanten schon ge#zöß. me an dem Unsinn verweigert hätte. #ba.:“ nun, wie harmlos und lustig die ganze Sache war, nur die beiden Ohrfeigen vergessen vens0, wie sie Dr. Laue in seinem Bericht und„g“ Denn er schämte sich dieser Uebeltat ehrmißhand, 9%0ste:, nie wieder einen Mitmenschen ndei# Flachte ein paarmal herzlich mit, dann aber hwest=. thaft.„Der Streit war aber doch über meine n1 dentstanden? Und der entsetzliche Zweikampf a.— Theas willen stattfinden?“ verber“ veinz in Erregung, widersprach sehr eifrig e, daßs länger, daß Dr. Laue ihn beschimpft durchau„ n geschlagen worden sei und außer„Können 8. J. 4otgeschossen sein wollte. „Ich hab, denn schießen?“ fragte Margarete. kommen. als Einjähriger die Schießauszeichnung Diensz- erwioerte Heinz,„ano mich während meiim Pistolenschießen geübt.“ #en konnis.“ sich sehr beruhigt, erstens weil Heinz g.drittens zweitens weil er nicht schießen wollte, . weil er das Schießen oder vielmehr NichtAs sie i2 gar nicht Thea zuliebe abhalten wollte. Lichte, murd aer ihre Freude darüber auszudrücken # einmal;: sie rot und am liebsten hätte sie ihn um eine Stecknadel gebeten, um ihre Aufmerksamkeit wieder der Schürzenspitze zuwenden zu können. Das wagte sie aber nicht, und so sagte sie:„Wollen Sie nicht Ihr Kätzchen einmal wiedersehen? Ich habe es Mignon genannt.“ Der Kandidat war natürlich einverstanden und begrüßte das alsbald hereingebracht Tier auf das höflichste mit dem soeben gelernten Namen. Dann wurde es auf Margaretes Schoß gesetzt, es erging ihm ähnlich wie vorhin der Stecknadel, und Heinz und Margarete entledigten sich einer Menge überschüssiger Zärtlichkeit, indem sie leidenschaftlich das dünne Fell streichelten, unter dem alle Einzelheiten des Knochenbaues mit greifbarer Deutlichkeit zu spüren waren. Margarete behauptete allerdings, Mignon wäre in den wenigen Tagen bei ihr schon groß und dick gefüttert worden. Aber trotzdem war ihr Rücken noch so schmal, daß sich die streichelnden Hände des jungen Herrn und der jungen Dame häufig berührten, teils aus Mangel an Platz, teils aus Mangel an Vorsicht. Margarete machte kein Aufhebens davon, um den Kandidaten nicht in Verlegenheit zu setzen und dann etwa von seinem Erröten angesteckt zu werden. Sie sagte nur: „Sie scheinen ein guter Mensch zu sein.“ „Warum?“ „Weil Sie die Tiere lieb haben.“ „Ja, aber Sie auch!“ Kaum waren ihm die Worte entfahren, als er bemerkte, daß sich das„Sie“ auch als vierter Fall auffassen ließ und dann nicht einmal eine Unwahrheit enthielt. Er beeilte sich daher, ein Mißverständnis auszuschließen und verbesserte sich:„Ich meine, Sie haben die Tiere auch lieb.“ Margarete gab das stillschweigend zu, lenkte aber das Gespräch vom Liebhaben ab und richtete es auf jemand, den sie nicht lieb hatte. „Sie sind doch ein ganz anderer Mensch, als Dr. Laue." „Das mag wohl sein,“ antwortete Heinz.„Aber woher wissen Sie das? Kennen Sie ihn so genau? Ich habe Ihnen doch nur sehr wenig von ihm erzählt!“ ; u n d n i c h t g e r a d e s e h r S c h m e i c h e l h a f t e s. A b e r n o c h weit unangenehmer ist er mir durch all die Vorzüge, die meine Schwester immer an ihm zu rühmen weiß. Ist er Ihnen auch so zuwider?“ kalischen Hirsche, die dort in mächtigen Rudeln gezüchtet wurden, und vor denen weder ein Getreidefeld noch eine Kartoffelernte gerettet werden konnte. Deutsches Graf Aehrenthal über seine Reise. Graf Aehrenthal hat sich seiner Wiener Umgebung gegenüber sehr befriedigt über seinen Aufenthalt in Berlin und München ausgesprochen. An der Erzielung der vollständigen Uebereinstimmung der politischen Auffassungen in Wien und Berlin sei zwar nicht zu zweifeln gewesen, doch sei Graf Aehrenthal durch die überaus freundliche und liebenswürdige Aufnahme, die er bei Kaiser Wilhelm fand, auf das höchste erfreut worden. Aus der unmittelbaren Umgebung des Ministers verlautet, er habe in Berlin auch den Eindruck gewonnen, daß sich das Verhältnis Deutschlands zu England und Frankreich freundlicher zu gestalten beginne. Sitzung desdeutsch=englischen Verständigungs komitees. Am 26. Februar fand in Berlin im Hotel de me eine Sitzung des Verwaltungsausschusses des Deutsch=Englischen Verständniskomitees unter dem Vorsitz des Generalsuperintendenten Dr. Faber und daran anschließend die Mitgliederversammlung statt. Der bisherige Vorstand wurde durch Zuwahl des Professors der englischen Philologie an der Universität München, Sieper und des Reichstagsabgeordneten Schrader ergänzt. Der Vizepräsideat Eduard de Neufoille=Frankfurt a. M., berichtet über die Tätigkeit des Komitees im verflossenen Jahre; die von dem Schatzmeister, Oberbürgermeister Lübke=Homburg vor der Höhe, vorgelegte Jahresrechnung wurde genehmigt. Unter anderem gelangte ein Antrag auf Verbesserung der Presseverhältnisse zur Annahme, welcher mit Rücksicht auf die hervorragende Bedeutung der Presse für die Gestaltung der internationalen Beziehungen im allgemeinen und der deutsch=englischen im besonderen zur Beseitigung der hervorgetretenen Mißstände beizutragen bezweckt und vorsieht, zu dem Behufe im Einklage mit gleichartigen Bestrebungen der Presse an geeigneter Stelle Fühlung zu nehmen. Ferner wurde beschlossen, die Errichtung eines deutschenglischen Korrespondenzbureaus in Angriff zu nehmen und zur Erledigung der nötigen Vorarbeiten eine Kommission einzusetzen. Turch Vereinfachung der Verwaltung freiwerdende Mittel sollen hauptsächlich für publizistische und litterarische Zwecke verwendet werden, um mehr als bisher aufklärend auf die öffentliche Meinung einzuwirken. Die Sozialdemokraten in Bückeburg haben jüngst einen erschreckenden Mangel an Zielbewußtsein an den Tag gelegt. Die Schaumb. Lipp. Landesztg. schreibt in einem Bericht über die Beisetzung der Fürstin=Mutter von Schaumburg=Lippe u. a. folgendes:„Wohltuend berührte es, daß u. a. auch „Fräulein Margarete, ich bin ohnedem beschuldigt, den Herrn Referendar verleumdet zu haben. Lassen Sie mich also von ihm schweigen, denn wenn ich mich über ihn ausspreche, werden's doch keine Lobsprüche. Die Menschen sind nun einmal verschieden, und er ist eben in seinem Charakter, seinen Ansichten und seinen Lebensgewohnheiten ganz anders wie ich.“ „Aber, wie kommt es nur, daß die Menschen so verschieden werden, obwohl sie doch von Geburt alle gut sind und von ihren Elten gewiß liebevoll erzogen werden? Wenn die späteren schlechten Einflüsse so stark auf einen Menschen wirken, warum sind Sie dann gut geblieben? Sie waren doch auch Student und sind, da gewiß vielen.. ich meine, vielen:. Versuchungen ausgesetzt gewesen, auch ein Lebemann zu werden, wie Dr. Laue. Sie sind aber kein Lebemann.“ Herr Heuer lächelte.„Das bin ich allerdings nicht. Und das ich es nicht bin, das habe ich meinen Schutzengeln zu verdanken, die mich behütet haben.“ Margarete erschrak beinahe. Eine so kindliche Frömmigkeit hatte sie dem großen, blonden Menschen nicht zugetraut.„Sie meinen, der liebe Gott hat Sie behütet? Oder glauben Sie wirklich an richtige Schutzengel, die immer bei Ihnen gewesen sind?“ Herr Heuer lächelte immer noch.„Ich kann sie Ihnen sogar mit Namen nennen,“ sagte er. Ihm waren einige Verse eingefallen, die er kürzlich in sein Tagebuch geschrieben hatte und das zutrauliche Plandern Margaretes ließ ihn alle Befangenheit so sehr vergessen, daß er den noch nie empfundenen Mut fand, diese Verse mit gutem Ausdruck vorzutragen: „Mich lockten schon als jungen Knaben Die Lust und Ueppigkeit der Welt. Versuchung und Begierde haben Mich auf die Probe oft gestellt. Doch nicht um eines Haares Breite Verließ ich meinen Tugendpfad. Zwei Engel standen mir zur Seite Und wehrten jeder Missetat. : Und ob auch Stunden mich umspielten, Verführung und verbotenes Glück, Die beiden guten Engel hielten bit sozialdemokratische Mitglieder der städtischen Kollegien der altherkömmlichen, pietätvollen Ehrenpflicht nachkamen, den Sarg vom Leichenwagen zu heben und unter Vorantritt der Geistlichkeit unter Chorgesang auf das vor dem Altar aufgeschlagene Castrum doloris niederzusetzen.“ vom Mutterschutz=Bunde. Die in Halle tagende Generalversammlung de. Bundes für Mutterschutz hat nach einer Debatte über die in Berlin entstandenen Differenzen zwischen verschiedenen Führerinnen des Bundes eine Resolution beschlossen in der es heißt:„Die Generalversammlung stellt fest, daß sich die Kasse in Ordnung befindet, die Finanzlage des Bundes durchaus gesund ist, daß die Bücher seit Uebernahme des Geschäftsführerpostens durch Fräulein Stoecker im Oktober v. J. in streng kaufmännischen Formen geführt werden und auch nicht der gerinste Anlaß zur Annahme vorliegt, daß in dieser Zeit eine den Satz= ungen des Bundes widersprechende Verwendung von Geldern vorgekommen ist.“ Weiter wurde für die Zeit bis zur Erledigung der schwebenden Beleidigungsklagen die Bundesleitung nach Breslau verlegt. Dr. HelenaStoecker legte daraufhin die Geschäftsordnung im Bunde nieder. Aus der Debatte sei erwähnt, daß die Angriffe gegen Dr. Helene Stöcker zum Teil auch private Dinge betrafen. Prof. Mayet warf ihr vor, sie habe einen ihr sehr nahe stehenden Herrn in den Vorstaud wählen lassen, ohne den Vorstand von der Art ihrer Beziehungen zu ihm Kenntnis zu geben, darin liege eine unanständige Täuschung. Nicht dagegen richtete sich der Angriff, daß Frl. Stöcker die Lehren der neuen Ethik praktisch betätigt habe— das sei Privatsache—, sondern nur gegen die Täuschung des Vorstandes. Ausland. Frankreich. Paris,, 2. März. Prof. Painleve teilt in der „France Militaire“ mit, daß der Militärausschuß der nationalen Luftschiffahrtsliga mehrere Sitzungen abgehalten habe, in denen General Telacroix seine Ansichten über die Verwendung von Lenkballons zu Kriegszwecken dargelegt habe. Telacroix gehe von dem Grundsatz aus, daß die ganze Rheingegend zu überwachen sei. Sie soll in drei Abschnitte eingeteilt werden, der erste die Maaß und Mosel in der Richtung auf Köln, der zweite die Mosel in der Richtung auf Straßburg und Basel umfassen. Die Taktik hänge mit der Ausrüstungsfrage zusammen, die gegenwärtig studiert werde. Die Aeropkane sollen mit einem Torpedoartigen Geschoß ausgerüstet werden, und gewissermaßen die Rolle von Torpedoboöten in der Luftschifflotte spielen. Türkei. Saloniki, 2. März. Meldungen aus Küstendil besagen, daß in der Nähe von Gumendscha(Vilajet Saloniki) sich drei Banden gebildet hätten, eine aus 17 und Zwei aus 16 Mann bestehend. Wie verlautet, hätten die Banden den Befehl erhalten, weder Griechen noch Serben anzugreifen, sondern auf die erste Weisung sofort, aber nur gegen die Türken vorzugehen. ne Ganz unerbittlich mich zurück. Vor all den reizenden Gefahren War ich durch Zaubermacht gefeit. Denn meine guten Engel waren Die Armut und die Schüchternheit!“ Margarete hatte mit sichtlichem Wohlgefallen zugehört. Ihre ganze Anerkennung aber lag in den Worten: „Das haben Sie selbst gemacht?“ Heinz nickte. Margarete schwieg einige Augenblicke bewundernd. Dann sagte sie schlicht:„Nunempfinden Sie gewiß viel Dankbarkeit und Liebe für Ihre beiden Schutzengel?“ „Ehrlich gesagt, leider nein!“ war die Antwort.„Ich habe keinen lebhafteren Wunsch, als sie mir möglichst bald abzugewöhnen. Alle zwei!“ Heinz war plötzlich ganz ernst geworden, stand unvermittelt auf und empfahl sich. Margarete aber streichelte noch lange mit großer Innigkeit das weiche, dünne Fell über Mignons jugendlichem Gerippe. * Gegen Abend stand Herr Lichtenburg äußerst verlegen Herrn Dr. Laue gegenüber, der in seinem Zimmer so empört herumlief, als wäre Frau Lichtenburgs Geist mit seinem stärksten Ingrimm in ihn gefahren. Herr Lichtenburg war ängstlich bemüht, sich auf; de Weise zu entschuldigen. „Ich bin ein armer, alter Mann,“ sagte er.„Ich bele keine Menschenseele auf der Welt, die gut mit mir## keinen Sohn und wine Tochter. Nur meine Frau habe ich, und die trinkt alles selber und läßt mich dürsten, obwohl sie eine Menge Geld im Schranke hat. Natürlich muß ich da sehen, wie ich mir selbst etwas verdienen kann. Herr Raupach hat mir Geld angeboten und ich habe es genommen.“ „Aber von mir haben Sie auch Geld angenommen, und zum Dank dafür mich verraten und verleumdet!" „Bitte sehr, Herr Doktor,“ erwiderte Herr Lichtenburg jetzt eifrig,„ich habe nur die Wahrheit gesprochen. weiß ja überhaupt nur sehr wenig von Ihnen. Aber gelogen habe ich nicht. Ebensowenig wie in meinen Meldungen, die ich Ihnen über Herrn Raupach gemacht habe.“ 177,18 Amerika. Newyork, 2. März. Die Frauenrechtlerinnen werden mit Befriedigung erfahren, daß die Gleich berechtigung der Frau im Staate Idlana eniziell anerkannt worden ist. Der neue Bürgermeister ron InIndianopolls hat ein Dekret veröffentlicht, wonach er Frauen bei der städtischen Polizei einstellen wird. Die Heimarbeit nach letzten Gewerbezählung. Ueber den Umfang der Heimarbeit wird niemals ein genauer Nachweis zu führen sein, da auch bekeiner Gewerbezählung die Aufzeichnungen über die H imarbeit unvollständig bleiben. Oft unterbleibt die Aufzeichnung aus Unverstand und Unachtsamkeit, nach öfter aber unterbleibt sie, weil sich viele Personen, namentlich Frauen von mittleren und unteren Beamten genieren, sich als Heimarbciterinnen zu bezeichnen. Diese Fehlerquellen dürften jedoch bei jeder Gewerbezählung hervortreten und so werden bei einem Vergleich der soeben veröffentlichten Ziffern über die Heimarbeit nach der letzten Gewerbezählung doch ziemlich sichere Schlüse zu ziehen sein. Nach Angaben von dem Heimarbeitern und Hausgewerbetreibenden selbst wurden bei der letzlen Gewerbezählung im Juni 1907 315,668 Heimar= beitsbetriebe gezählt, in denen 405,263 Personen tätig waren. Bei der vorletzten Gewerbezählung vom Jahr 1895 waren gezählt worden 342,557 Heimarbeitsbetriebe mit 457,984 Personen demnach hatten sich in der Zwischenzeit die Heimarbeitsbetriebe um 7,85 Prozent verringert und die Zahl der in der Heimarbeit tätigen Personen war um 11,57 Prozent zurückgegangen. Von der Gesamtheit der im Jahre 1907 ermittelten Heimarbeitsbetriebe wurden 88,5 Prozent als Hauptderuf bezeichnet, die übrigen werden im Nebenheruf betrieben, bei den Heimarbeitsbetrieben im Nehenberuf ist der Rückgang 13,31 Prozent gewesen, also bedeutend mehr als im Durchschnitt und bei den Heimarbeitsbetrieben im Hauptberuf. Die Heimarbeitsbetriebe im Hauptberuf, in denen nur eine Person tätig ist verminderte sich in der Zeit von 1895 zu 1907 um 10,64 Prozent, dagegen zeigte sich bei den Gehilfenbetrieben noch eine Erhöhung; von 1895 stieg dir Zahl der Gehilfenbetriebe um 4,75 Prozent In den 72,630 Heimarbeitsbetrieben mit fremden Arbeitskräften waren insgesamt 198,335 Personen tätig, in 9636 Beirieben mehr als 3 Personen.. Von den Heimarbeitsbetrieben im gesamten Deutschland kamen 45 Prozent auf das Königreich Preußen. Im Preußischen Staat ist die Heimarbeit besonders stark vertreten, in Berlin, Rheinland und Schlesien; auf Berlin kamen 27,9 Prozent der in Preußen ermittelten Heimarbeitsbetriebe, auf Rheinland 21 Prozent der überhaupt in Preußen ermittellen, auf Berlin und die beiden erwähnten Provinzen kommen mehr als 67 Prozent der in ganz Preußen gezählten Heimarbeitsbetriebe. Ganz besonders weit verbreitet ist die Heimarbeit im Königreich Sachsen, dort wurden bei der letzten Gewerbezählung 91,934 Heimarbeitsbetriebe im Hauptberuf und 23,1000 im Neben beruf gezählt, zieht man nur die Heimarbeitsbetriebe im Hauptberuf in Betracht, so kommen annähernd 33 Prozent der gesamten Reich gezählten Heimarbeitsbetriebe auf das Königreich Sachsen.. Die höchste Zahl der Heimarbeitsbetriebe und der beschäftigten Personen kam auf das Bekleidungsgewerbe, in diesem Gewerbe wurden 121,785 Heimarbeitsbetriebe gezählt, in denen 163,873 Personen beschäftigt waren, an zweiter Stelle stand die Textilindustrie mit 94.522 Betrieben und 138,282 beschäftigten Personen, weiter wurden ermittelt, in der Holzindustrie 19,430 Heimarbeitsbetriebe mit 31,481 Personen, in der Nahrungs= und GenußmittelIndustrie 14,563 Betriebe mit 19,590 Personen.. Von den aufgeführten Erwerbsgruppen der Hausindustrie hatte das Bekleidungsgewerbe den höchsten Prozentsatz Frauen, bei der Heimindustrie in der Metallverarbeitung dagegen, war der geringste Prozentsatz Frauen. Angesichts dieser Zahlen findet es die Sozialpolitische Rundschau unbegreiflich, daß der Bundesrat sich nicht entschließen kann, dei Invalidenversicherung auf die der Versicherungspflicht besonders dringend bedürftige Konfektionsindustrie auszudehnen. Die neue Reichsversicherungsordnung dehnt zwar die Krankenversicherungspflicht auf das gesamte Hausgewerbe aus, geht aber auch nicht weiter in der Unterwerfung der Hausarbeiter unter das Invalidenversicherungsgesetz, dabei handelt es sich wie die vor 4 Jahren veranstaltete Berliner Heimarbeitsausstellung in krasser Weise gezeigt hat, um Bevölkerungsschichten deren Löhne selbst von konservativen Sozialpolitikern als kaum erträglich bezeichnet werden. Münsterisches Stadttheater. Madame Butterfly. h. Münster, 2. März. In der Tienstag=Aufführung von Madame But #erfly entsaltete der 1. Kapelkmeister Dr. Oskar Becker den ganzen Melodienschatz der außerordentlich sein gearbeiteten Partitur. Die wirksame Herausarbeitung der seltsamen Harmonik, das prächtige Kolorit, das durch wirksame Harfenglissandos, Kombinationen von Streich= und Holzchören und sonitige Puccinische Pointen geschaffen wird, ist sein großes Verdienst. Dr. Becker erschöpfte den eigenartigen Farbenglanz und die glückliche Leidenschaft des Orchesters vollständig und wurde von den mitwirkenden Sängern vortrefflich unterstützt. Im Mittelpunkt der Teilnahme stand Louise Perrot als Buttfly, die der armen Geisha den Hauch des Lebenswahren zu geben wußte und mit ihrer Darstellung den Zuschruer ans Herz griff. Ihr volles, schönes Organ hielt den großen Anforderungen der Partie mit Leichtigkeit stand und erhob sich zu hochdramatischer Größe dabei wußte sie jedoch auch mit großer Kunst die Piano-Momente zu behandeln und ließ sich keine Nuance entgehen. Sie erschöpfte die Tiefe der Rolle in jeder Beziehung. Die Partie des Lynkarton war mit Adolf Jäger vortrefflich besetzt, ebenso waren recht gut Otto Saltzmann(Konsul), Adalbert Lieban (Goro Nakodo), der gleichzeitig mit Geschick die Regie führte. Leo Schützendorf(Onkek Vonze). Die Hauptdarsteller und Dr. Becker wurden von dem total ausverkauftem Hause begeistert gerufen. Gesamtausschuß=Sitzung des Hansabundes. 8. u. H. Berlin, 1. März. Zum ersten Male seit seiner Gründung trat der Gesamtausschuß des Hansa=Bundes heute Vormittag zu einer Sitzung im Langenbeckhause zusammen. Die Beriner Hochfinanz wie Industrie waren u. a. durch die Kommerzienräte von Mendeksohn, Schwabach, Krause, Haberland, von Borsig vertreten. Aber auch der Mitlelstand hatte in dem bekannten Politiker Postsekretär Stockmann und dem Präsidenten des Deutschen Gastwirteverbandes Ringel seine Vertreter entsandt. Vor Eintritt in die Versammlung wurde auf einstimmigen Beschluß der Versammlung, die unter der Leitung des Prasidenten Geheimrat Prof. Niesser stand, folgendes Huldigungstelegramm an den Kaiser gesandt:„Die anläßlich der 1. Tagung des Gesamtausschusses des Hansa=Bundes Vertreter aus Gewerbe, Handel und Industrie aller deutschen Bundesstaaten, die das einmütige Schafsen der bürgerlichen Erwerbsstände für des Reiches Größe und Wohlfahrt im Hansabunde verkörpern, bitten ehrfurchtsvoll Ew. Majestät als erhabenen Förderer und Schützer bürgerlicher nationaler Arbeit und Schirmherrn des Friedens das Gelöbnis unwandelbarer Treue und Hingebung erneuern zu dürfen.“ Das erste Referat„Ueber die Entwicklung und Ziel: des Hansabundes“ hatte der Präsident Geheimrat Prof. Niesser selbst übernommen. Er präzisierte hierbei zunächst die Stellung des Hansabundes gegenüber dem Bunde der Landwirte und der Landwirtschaft im allgemeinen. Das Entstehen des Hansabundes sei einzig und allein die natürliche Folge der maßlos einseitigen Interessenpolitik des Bundes der Landwirte gewesen. Daß dieser Bund natürlich von den Bündlern mit scheelen Augen angesehen werde, sei schließlich verständlich, daß aber Angriffe auf eine wirtschaft liche Organisation, wenn sie auch vielleicht gegenseitige Interessen vertrete, in so maßloser Form unternommen würen, wie dies jüngst im Zirkus Busch der Bund der Landwirte gegenüber dem Hansabunde beliebte, sei tief bedauerlich. Die Pfuirufe, mit denen jede Nennung des Namen Hansabund dort begrüßt wurde, und die vom Vorsitzenden mit keiner Rüge bedacht wurden, zeigten, daß seitens der Landwirte gegen die Anhänger des Hansabundes eine Stellung eingenommen werde, als ob sie nicht mehr Brüder eines Volkes. sondern Todseinde seien. Der Hansabund würde auf diesem Wege nicht folgen. Hier habe man so viel Verständnis, daß man einsehe, daß es dem Vaterlande schlecht gehe, wenn es der deutschen Landwirtschaft schlecht gehe. Dort aber verstehe man nicht, daß eine Ruin des blühenden deutschen Handels, der Industrie und des Gewerbes auch zugleich den Ruin Deutschlands bedeutet. Redner streifte dann kurz die Stellungnahme des Hansabundes bei den künftigen Wahlen und endete unter stürmischem Beifall der Versammlung mit dem Hinweis auf die hohen Ziele des Deutschen Hansabundes. Der neue Direktor des Bundes, der frühere Oberbürgermeister von Bromberg Knobloch gab dann als zweiter Redner zuerst eine Statistik des Einflusses von Handel, Gewerbe und Industrie auf den Gang der parlamentarischen Geschäfte und der Selbstverwaltung. Danach besitzen der Hansabund und die Interessen, die er vertrete noch viel zu wenig Einfluß auf die parlamentarischen Körperschaften. Dasselbe gelte auch für die kommunalen Selbstverwaltungen. Hier müsse mit aller Kraft eingesetzt werden. Dann ging der Redner zu den wichtigeren Mittelstandfragen über und beschäftigte sich vor allem mit der Politik der Agrarier in diesen Fragen, die alles andere als mittelstandsfreundlich sei. Durch die neue Steuerreform sei gerade der Mittelstand in unerhörter Weise bedrückt, zahlreiche kleine Existenzen einfach vernichtet worden. Da müsse der Hansabund helfend eingreifen. Er beabsichtige zu diesem Zwecke, der Lösung des Problems näher zu treten, wie die offenen Forderungen des Mittelstandes, der Handwerker und der Kleinkaufleute beleihbar zu machen sind. In Neisse in Schlesien habe man dies durch die Beihilfe von Banken bereits erreicht. Weiter gelte es, die schweren Schäden des Submissionswesens zu beheben. Hier müsse endlich die Regierung Stellung nehmen. Die Schädigung durch Konsum= und Beamtenvereine, die dem Mittelstande das Leben sauer machten, müßte möglichst paraliiert werden. Das alles sei praktische Arbeit, die der Hansabund mit Freuden auf sich nehme. In der darauf folgenden kurzen Besprechung wies der Ehrenobermeister und zweite Präsident des Hansabundes Richt(Berlin) die von agrarischer Seite aufgestellte Behauptung zurück, als ob der Mittelstand, speziell das Handwerk, nur eine Dekoration des Hansabundes darstelle. Stadtrat Kölsch(Karlsruhe) regte an, als Seitestück zu dem Bund der Landwirte alljährlich einen großen Hansatag in Berlin abzuhalten. Nach einem Schlußwort des Bundespräsidenten, der der Hoffnung auf eine gedeihliche Fortentwicklung des Bundes Ausdruck gab, wurde die Gesamtausschußsitzung geschlossen. Lokales und Dortmund, 3. März. —“ Verein der freisinnigen Volkspartei.— Heute Donnerstag Abend findet 9 Uhr eine Sitzung des Vereins statt, in der eine Aussprache über die letzten Vorgänge im städtischen Parlament sowie eine Diskussion über die vom Magistrat ausgearbeiteten neuen Steuerordnungen erfolgen soll. Die Wichtigkeit der zu verhandelnden Gegenstände erfordert ein recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder. — Die Steuerschraube wird angezogen. Einer in auswärtigen Zeitungen früher als in hiesigen erschienen Nachricht zufolge schlägt der Magistrat zur Deckung des Gemeindefehlbetrages vor, die Kopflteuer von 10 auf 12 Mark, die Grundsteuer von 3,25 auf 3.30 pro Tausend des gemeinen Wertes zu erhöhen, ferner die bestehende Wertzuwachssteuer auf bebaute Grundstücke auszudehnen und eine Erhöhung der Einkommensteuer von 210 auf 215 Prozent eintreten zu lassen. Ebenso soll die Hundesteuer von 15 auf 30 Mark erhohr werden. Die Betriebssteuer hleibt unverändert. —“ Gewerbegerichtwahlen. Gegen die Gültigkeit der am 10. Dezember 1909 stattgehabten Gewerbegerichtswahlen— soweit die Arbeitnehmerheisitzer in Frage kommen— ist bekanntlich von mehreren Beteiligten Protest beim Bezirksausschuß in Arnsberg erhoben, well die Arbeiter der Königlichen Eisenbahnreparaturwerkstätten zur Wahl nicht zugelassen sind. Der Bezirksausschuß hat in seiner Sitzung vom 1. Februar 1910 nach erneuter Prüfung der Recht lage dem früher von ihm in den Beschlüssen vom 5. Mai 1904 und 8. Januar 1907 eingenommenen Standpunkt, wonach unter„Gewerbetrieb der Eisenbahnunternehmungen“, auf welche die Gewerbeordnung nach Paragraph 6 daselbst keine Anwendung findet, nur die Ei#enbah nen als Verkehrsanstalten zu verstehen sind, nicht dagegen die Gewerbebetriebe der Eisenbahnen, welche gewerbsmäßig der Herstellung der zum Betriebe erforderlichen Materialien dienen, nicht aufrecht zu erhalten vermocht und die Beschwerden als unbegründet zurückgewiesen. Die früher gemachte Unterscheidung zwischen den Arbeitern, welche im äußeren Betri be, dem„Streckenbetriebe“ und denjenigen, welche im inneren Betriebe den Reparaturwerkstätten usw. beschäftigt sind, hat der Bezirksausschuß aufgegeben. Entsprechend der Rechtsanschauung des Reichsgerichts im Urteil vom 30. Dezember 1882(Entscheidung in Zi vilsachen Bd. 8 S. 150 Bd. I S, 267 und in Strafsachen Bd. 18 S. 371, Bd. 22 S. 288 und der im Kommentar von Landmann(V. Aufl. S. 80) bezeichneten obersten Landesgerichte und Aufsichtsbehörden gehört zum Betriebe der Eisenbahnen nicht nur die Annahme der Beförderung von Personen, Gütern, sondern auch die Anschaffung und Unterhaltung des beweglichen Betriebsmaterials, da der Paragraph 6 G. O. keine Unterscheidung zwißhen Haupt= und Hilfsbetrieb vorsieht und eine begriffliche Trennung des Hilfsgewerbes der Arbeiter der Eisenbahn=Reparatur= und Wagen=Werkstätten von dem Hauptgewerbe der beim Personen= und Güterverk hr tätigen Arbeiter als eines besonderen Gewerbes nach dem Wortlaut des Paragraphen 6 G. O. nicht angängig ist. Voraussichtlich wird seitens der Beschwerdeführer gegen diesen Bescheid weitere Beschwerde beim Provi zialrat erhoben. — Große Stiftung. Die Inhaber der Firma Dortmunder Brückenbau C. H. Jucho in Dortmund und Hamm haben zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern gester bei Wiederkehr des väterlichen Geburtstages eine Unterstützungskasse für die Beamten und Arbeiter der Firma ins Leben gerufen und ihr als Grundstock 50000 Mark überwiesen. Die Stiftung soll den Namen Caspar Heinrich und Johanna Jucho=Stiftung führen. Der Begründer der genannten Firma, der verstorbene freifinnige Stadtrat Caspar Heinrich Jucho, hat bekanntlich mit seinen Beamten und Arbeitern stets im besten Einvernehmen gestanden und war auf das Wohl jedes einzelnen von ihnen stets bedacht. Die Stiftung zeigt, daß auch die Söhne in diesem Sinne ihres Vaters weiter wirken und das alte gute Einvernehmen zu ihren Beamten und Arbeitern weiter pflegen. —“ Zum Zusammenbruch des Bundes für Mutterschutz, der u. a. auch hier und in Essen Niederlassungen gründete, äußerte sich der frühere Generalsekretär des Bundes, jetziger Bibliothekar der W.=A.=V.=Bibliothek der Stadt Tortmund, H. O. Zimmer in einer öffentlichen Erklärung wie folgt: „Ich übernahm am 1. April 1909 das Amt des Generalsekretärs und fand ein derartiges Chaos und heilloses Durcheinander in der Geschüstsführung vor, daß ich mehr als einmal sämtlichen Vorstandsmitgliedern erklärte, daß es kaum noch möglich sei, in dieses Durcheinander eine Ordnung zu tringen. Von Mitgliederlisten konnte kaum die Rede sein. Die Kassenverhältnisse waren im höchsten Maße unordentlich. Ich habe, als ich einsehen mußte, daß mit Dr. Helene Stöcker ein für den Bund erfolgreiches Zusammenarbeiten unmöglich war, schon Ende Juli mich meiner neuen Behörde gegenüber verpflichtet und gekündigt.“ * Die Westfälische Witwen= und Waisenversorgungs. kasse schließt pro 1908/09 ab in Einnahme mit 618 896,72 M. und in Ausgabe mit 616 526,94 M. Der Bestand beträgt mithin 2369,78 M. Der Kasse gehörten Ende des Berichtsjahres an: 34 Kreise, 8 Stadtkreise, 63 Städte, 249 Amtsverbände, 388 Landgemeinden, 71 Förstereibezirke und Korporationen und 92 höhere und mittlere nichtstaatliche Lehranstalten. Das sind im ganzen 905 Verbände mit 5360 Beamten. An Beiträgen(3 Prozent des Diensteinkommens) gingen ein 433 309,10 M. Die Zinsen beliefen sich auf 124 455,34 M., das Vermögen betrug 3644 538,17 M. Am 1. April waren vorhanden 444 Witwen und 503 Waisen. Es kamen hinzu 54 Witwen und 75 Waisen, während 14 Witwen und 47 Waisen ausschieden. An Witwengeld wurden gezahlt 253 341,71 M. und an Waisengeld 43 749,69 M. Von den Ausgeschiedenen starben 8 Witwen und 4 Waisen. 6 Witwen verheirateten sich wieder und 43 Waisen vollendeten das achtzehnte Lebensjahr. Schulpflichtige Kinder, die in eine höhere Schule übertreten wollen. Die Regierung zu Arnsberg verfügt an die Kreisschulinspektoren folgendes:„Um zu verhüten, daß Volksschulkinder durch die unrichtige Anmeldung eines gar nicht beabsichtigten Uebertritts in eine höhere inländische Schule der Schulpflicht entzogen werden, bestimmen wir:„In dem Abgangszeugnisse der noch schulpflichtigen Kinder, die sich mit der Angabe, in eine höhere Schule übertreten zu wollen, von der Volksschule abmelden, ist ein Vermerk dahin aufzunehmen; daß dieses Zeugnis nur im Falle des nachgewiesenen Eintrittes in die betreffende höhere Schule die Streichung in der Schülerliste bedinge.“ * Der Korpsappell ehem. Angehöriger des 16. Armeekorps wird bekanntlich am 4. und 5. Juni in Schwerte abgehalten. Mit der Anwesenheit des Feldmarschalls Grafen Häseler, der für die Festtage Gast des Freiherrn v. Rheinbaben auf Haus Ruhr sein wird, kann bestimmt gerechnet werden, ebenso mit der Beteiligung einer Abordnung des deutsch=amerikanischen Kriegerbundes, der in einer Stärke von erwa 150 Personen von Neuyork aus am 11. Mai eine Reise nach der alten Heimat antritt. Den Kameraden in Orten, in denen keine Korpsvereine existieren, und die doch gern an dem Korpsappell teilnehmen möchten, ist zu empfehlen, sich für den Tag zu einer Ortsvereinigung zusammenzuschließen und sich wegen jeder gewünschten Auskunft an den Verein 16. Armeekorps Schwerte zu wenden. * Freiwillige für Deutsch=Südwestafrika. Nach Mit teilung des Kommandos der Schutztruppen im Reichs kolonialamt werden Ein= und Mehrjährig=Freiwillige, deren Gesuche um Einstellung in die Kaiserliche Schutz truppe für Südwestafrika bis Anfang Januar im Schutzgebiet vorliegen, am 1. April, diejenigen, deren Gesuche bis Ansang Juli dort vorliegen, am 1. Oktober eingestellt als 1200 Pferde ausgetrieben. er was schlenyend zu sein b. di schieg was schleppend zu sein, da die kauflustigen den Auftrieb des heutigen Tages abwart— Westfälischer Haus= und band. Der Haus= und Grundbesitzergen: ster hat ein Rundschreiben an die Haus besitzer=Vereine Westfalens erlassen, in dem Vorschlag macht, einen Verband für W! gründen. Anlaß dazu ist die neue Organisag.im Verbande deutscher Haus= und Grunde. eine und im preußischen Landesverbande wird. Die Vereine sollen sich zu dem äußern. Das Weitere soll einem Vertreterta. behalten bleiben.67 — 5. Sol sten=Konzert des Philharmoni## Orchesters. Neben der berühmten Liedersäng=:: Staegemann=Sigwart wird nächsten Montag per Rhein=Hanno ###hetenhauses teilte ##n mit, daß im Kronenburg die Geigerin Frl. Laurent aus Berlig Solistin tätig sein. Frl. Laurent ist eine Schale Professors Marteau und gastierte schon im vorigen hier in Dortmund(sie spielte die Symphonie gn. von Lalo). Frl. Laurent hat nun ihre Stadig# endet und tritt als fertige Künstlerin ins Lehg Dortmund wird eine der ersten Städte sein. v. auf dem Wege nach Ruhm und Ehre berührt Gernsheim's Violinkonzert(unter Direktion desters) will sie sich hier einführen, wünschen wir jungen Künstlerin großen Erfolg und damit viel auf dem dornenvollen Wege. —* Auf dem musikalischen Abend, den die sige freistudentische Ortsgruppe heute Abend in sesaal des Stahlwerks Hoesch als Abschluß ihres jährigen Vortragszyklus veranstaltet, sei nochmals gewiesen. Die Veranstaltung, bei der bekannte#### ler und Künstlerinnen mitwirken werden, beginn achtdreiviertel Uhr. —' Hunde gibt es nach der soeben beendeten### nahme in der Stadt Dortmund 3968 Stück, die# tig an Steuern 38000 Mark einbringen sollen. Lünen, 2. März. In der außerordentlichen S### verordnetensitzung wurde die Aufnahme einer An## in Höhe von 300000 Mrak genehmigt. Der Be soll für die Errichtung des Amtsgebäudes ver### werden. Essen, 2. März. Der Oberbürgermeister hat die ihm unterstellten Beamten und Ang stellten Ersuchen gerichtet, ihm Vorschläge über die Veren# fachung des Geschäftsverkehres und Einschränkung Schreibwerkes bei der städtischen Verwaltung z# chen. Die Vorschläge sollen schriftlich niedergelent den. Der beste Vorschlag wird mit einem Preis 500 Mark bedacht werden, die von der Finanzdeputat# auf Antrag des Oberbürgermeisters sofort bewillig wurden. Recklighausen, 2. März. Auf der Strecke R# linghausen=Buer fuhr infolge Nebels ein Stra# bahnwagen auf einen anderen auf. Beide Ey wurden zertrümmert. Der Oberkontrolleur, zwei genführer und sieben Passagiere wurden schwer letzt. Duisburg, 1. März. Das Wasser im Hafen andauernd. Die Magazine und Hafengleise sin it schwemmt. Die Verladungsarbeiten sind eingen Die Großrhedereien haben die Schleppfahrten aufwärts aufgegeben. Düsseldorf, 2. März. Heute Morgen wurt der Ellerstraße ein erst kürzlich zugezogenes E## Gärtner tot aufgefunden. Dem Anscheine nach der Mann erst seine Frau erschossen und dann selbst. Düffeldorf, 2. März. Die Stadtverordnete nehmigten gestern den Stadtkassen=Etat, der#### nahme und Ausgabe mit 27610,000 Mark abstlic und setzten die Steuerumsätze für 1910 fest. Pe.c schließt mit einem Fehlbetrage von 1 200000 Nh An Steuern werden statt des bisherigen 140 h zent Zuschlages zur Einkommensteuer 145 Prozen! hoben, ferner werden 2dreiviertel pro Mille dei# meinen Werets des Grundbesitzes an Stelle der her erhobenen 2 Prozent pro Mille geforden. Soliugen, 2. März. Ein gestern zugereistes stummes Ehepaar Platzen aus Krefeld beging in! vergangenen Nacht im hiesigen Gewerkschaftsh Selbstmord, indem es den Gashahn öffnete. Mann war 26 und die Frau 20 Jahre alt. Beweggrund zu der Tat ist noch nicht aufgeklan Remscheid, 2. März. Eine in der Nordhy wohnende 70jährige Witwe nahm aus Verzweint darüber, daß sie das Haus ihres Schwieget verlassen sollte, Gift, dessen Wirkung sie setzt mehrtägigem Todeskampf erlegen ist. Vother sie alle Vorbereitungen für ihre Beerdigung fen. Köln, 2. März. Julius Hofmann, von bis 1903 Theaterdriektor in Köln, dann zwei Intendant in Mannheim, ist im Alter von ren in München in der vergangenen Nacht ben. Coblenz, 2. März. Die Rheinhöhe betrug Abend 7 Uhr 5,42 Meter. Das Wasser fällt,““ die Mosel. Nachen, 2. März. Die Stadtverordneten ten dem Vorschsage des Finanzausschusses in— folge gur Deckung des 720000 Mark betragenden“ betrages im städtischen Haushalt eine Gemeindeeinkommensteuer von 150 auf 171* und der beiden Realsteuern um 12 Prozent“ soll. Ein verbleibender Rest von 35·000 aus dem Ueberschußfonds Deckung finden. Saarbrücken, 2. März. In der gestrigen“ verordnetensitzung wurden die Gemeinde=Einton4 erzuschläge um 80 Prozent auf 230 Prosen 1.4### Grund= und Gebäudesteuer um 20 Prozent erhot. Gemeindehaushaltsplan schließt mit 14 Million ab. Letzte Celearammé. Neue Wahlrechtskundgebung in Berlin, 3. März. Der„Vorwärts“, der Spitze seiner heutigen Ausgabe säm.„ Pscgesisen mit, daß int Nr,;„„ Kanals eine Esausgwert bei einer Wahlrech in. 2. Marz. Der die veh jiüchte Genehmig. rchtenersamml: r ösche Eihe Sicherheit zu besü oterchesmeister Graf St L.esg. 2. März. Del der Kaiserin Friadrich, a 48 Jahre alt, gest Zuer Lungenentzündun zugeogen hatte. Tagung des He ##rlin: 2. März. D L 1d, dieses Monats, Eaarsitzungen abhalten, zu erledigen. Landtagssti ####nnschweig, 3. 9 #sichwahl zwischen 0 und Jasper(Sozialden ###erer 40 Stimmen. TI Sparsamkeit i #rag, 3. März. Der L Ein bat mit Rücksicht au Eän. 280 Irre a1 Enmu ent Er gemeingefährlich erk Eätaftlicher und kü Das Befinde #ien, 3. März. Ueber Eiten Bürgermeisters 2 daß sein Zustand sich Bekanntn kie Königliche Ersatzkon md tritt zur Musterung Eicdt in diesem Jahre A. 22. 23. 24. 21 4. ö. 7. 8. 9. 10. # 19. 29. 30. 31. 2 9. April, vormittag Reino dushofes, Wi ### zur Gestellung vei ## mber gewaschen na der gesetzlick #n firden und ihre #r#ubringen. Jede uchend des Musterun uie bis zu 30 Mk o #e geahndet. Eine dtigen, welcher buis der Ersatz=Kommis E#nmelplatz entfernt. und Messern in das Li der Losung, uur stottfindet und #. i. urter den in und den eiwa ##i das persönlich aforderlich, weil Atgliede der Er De Beurteilung W#ast nach Beendig #m 5 bis 8. Ap n rir noch, daß pen Familienmital Ausichtssähigreit #vor der ErsotzFiieu persönlich er ## Nachtell, der Loschift erwächs ### Klossifikatior Plotreservisten fin #ung der Losung Höbel senstie —“ Pferdmarkt. Gestern am ersten Tage des diesjährigen Tortmunder Pferdemarkts waren mehr Uhr auf. ger des allgemeinen, gleichen, direkten.*— nen Landtagswahlrechtes gu einem„Er Gachgachen eher Treptower Park für nächsten Sonntag biel 0 Wcheschelung Seshster en. es anwarken uund und Mtetere assen, in den. ind für Bestag ver, Orpanisetan und Grundbesten. ch zu dem Bosch, ein Vertreieniangd es Philharmoni en„ich. zalgern e. hsten Montag auf Laurent aus Berli it ist eine eschon im vorigen### e Symphonie espag. nun ihre Studien Unstlerin ins Leben m Städte sein, die nd Ehre berührt. ter Direktion des## ren, wünschen wir g und damit viel en Abend, den die heute Abend im us Abschluß ihres taltet, sei nochmals bei der bekannte en werden, beginn er soeben beendeten d 3968 Stück, die 1. k einbringen sollen. außerordentlichen Sael Aufnahme einer An genehmigt. 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Vother ihre Beerdigung geto nüähe betrng Wasser fällt, ebn zu, den gede rhöhung 177 Pros zent ersob Maik RE tomm mt. erhöht. lon Der Rhein=Hannover=Kanal. o März. In der Budgetkommision Verlk##stenhauses teilte der Minister der öffentim Bauplan des RheinArbeiten, 1s eine Aenderung in Aussicht indem statt des Zubringers ein elekIsiunpwerk bei Minden angelegt werden einer Wahlrechtsdemonstration. a März. Der Polizeipräsident 4%½ germeigerte die von sozialdemokratischer Genehmigung zur Abhaltung von ##sversammlungen unter freiem 6 März. In der Begründung wird darauf esom zaß die Teilnehmer im wesentlichen dieviesen, ### mürden, die am 13. Februar ohne Genehmibr Jolizeibehörde, also gesetzwidrig, Straßen## Vositgsteten. Da die Teilnehmer demnach vor EEhiscleiten nicht scheuten, sei Gefahr für die Eiche Sicherheit zu befürchten. guerchefmeister Graf Seckendorff gestorben. 2. März. Der ehemalige Oberhofmeigasserin Friedrich, Graf Götz von SeckenJahre alt, gestorben. Er erlag gestern ziuer Lungenentzündung, die er sich vor einigen uem halte. Tagung des Herrenhauses. in, 2. März. Das Herrenhaus wird am 16. dieses Monats, vielleicht auch noch am warstzungen abhalten, um eine Reihe kleinerer zu erledigen. Landtagsstichwahl. zannschweig, 3. März. Bei der gestrigen asstichwahl zwischen den Rechtsanwälten Thieund Jasper(Sozialdemokrat) erhielt ersterer 54 erer 40 Stimmen. Thiemann ist somit gewählt. Sparsamkeit in Böhmen. ##g. 3. März. Der Landesausschuß von Lin dat mit Rücksicht auf die Notlage des Landes a n..— s t a a t l i c h e n I r r e n delt sich um Irre, # gemeingefährlich erkrankt sind. Alle Beihilfen schaftlicher und künstlerischer Art wurden Das Befinden Luegers. ien, 3. März. Ueber das Befinden des schwersten Bürgermeisters Dr. Lueger wird mitdaß sein Zustand sich bessere und nicht hofinungsZur Frage des Balkanbundes. Wien, 3. März. In hiesigen diplomatischen Krei sen erwartet man mit Spannung das Ergebnis der Reise König Ferdinands nach Petersburg und schenkt auch dem Besuche König Peters am Zarenhofe erhöhte Beachtung, umsomehr, als inzwischen durch Ausweisung der montenegrinischen Flüchtlinge aus Serbien eine entschiedene Besserung der Beziehungen Serbiens zu Montenegro angebahnt ist. Sollten diese Vorgänge darauf hindeuten, daß die Balkanbundpläne sich der Verwirklichung nähern, so würden sle eine erhebliche Zuspitzung der Lage am Balkan zur Folge haben müssen. Die Bildung eines Balkanbundes wäre mit den auf die Erhaltung des status quo am Balkan gerichteten Tendenzen gänzlich unvereinbar. Eine Förderung des Balkanplanes durch Rußland müßte daher lähmend auf die versuchte österreichisch=russische Annäherung wirken. Von den eigenen Eltern als Fremder ermordet. Wien, 3. März. Aus Uscic=Zielony wird berichtet: Der Sohn des Bauern Przenikowski, der seit einer Reihe von Jahren in Amerika weilte, kehrte dieser Tage nach seiner Heimat zurück. Er wurde, als er das Elternhaus betrat, weder von der Mutter, noch vom Vater erkannt. Er nannte seinen Namen nicht und bat, über Nacht bleiben zu dürfen. U. a. erzählte er, daß er ein Sparkassenbuch über 6000 Kronen besitze. Im Laufe der Nacht erdrosselten die beiden Alten den Gast und als sie in dem Buch den Namen lasen, erfuhren sie, daß sie ihren eigenen Sohn getötet hatten. Aus Verzweiflung erhängten sich beide. Die drei Leichen wurden am andern Morgen gefunden. Russisches Intendanturwesen. Petersburg. 3. März. Wegen Mißbräue bei den Intendanturlieferungen werden gegen die Beteiligten, Beamten und Lieferanten vom Fiskus Ersatzklagen in Höhe vieler Millionen angestrengt. Das Räuberwesen in der Türkei. Smyrna, 3. März. Der Bandenchef Tschakirdschali befindet sich noch in Freiheit, aber einer seiner bedeutendsten Adiutanten, Tekelioglu, ist endlich infolge eines Verrats in einen Hinterhalt geraten und getötet worden. Dem Verräter wurden 50 Pfund Belohnung ausgezahlt, die Gendarmen erhielten den Preis von 200 Pfund, der auf den Kopf des Tekelioglu ausgesetzt war. Tekelioglu hatte allein während der letzten Tagen zehn Häuser niedergebrannt, 20 Menschen ermordet und ein Dutzend Mädchen geraubt. Man hofft, daß die prompt ausgezahlten Belohnungen ihre Wirkungen üben werden. Saloniki. 3. Mä.z. Iwischen der Bande des Räuberhauptmanns Nikola und den Truppen kam es bei Saloniki zu einem Kampf, wobei fünf Näuber getötet wurden. Nikola entkam und führte einen gesangenen Griechen und einen Türken mit, die er zu töten droht, wenn man ihn weiter verfolge. Standesamts=Nachrichten. Dortmund 1. Vom 2. März. Geburten. 1 Sohn: Arbeiter Finkernagel, Heinrichstraße 18. Wirt Schönleben, Rheinischestr. 44. Arbeiter Marenda, Falkenstraße 6. Fabrikmeister Winkler. Rheinischestr. 231a. Kesselwärter Wegener, Kamenerstr. 21. Schreiner Boß, Lagerhausstr. 37. Hilfsarbeiter Krombach, Baumstr. 22. 1 Tochter: Betriebswerkmeister Schwing, Arneckestraße 38. Fuhrmann Stoltefuß, Uebelgönne 47. Bergmann Linne, Torstfeld. Monteur Vierheller, Roßstraße 21. Erdarbeiter Bluhm, Leierweg 48. Kartoffelhändler Gockel, Redtenbacherstr. 27. Ausgebote: Händler Christian Krüger mit Franziska Ruprecht. Eheschießungen: Bergmann Wilhelm Volkmann mit Florentine Becker. Sterbefälle: Arbeiter Masieratis, Rheinischestraße 150, 60 Jahre. Witwe Eoa Gracek, Leibnitzstraße 28, 81 Jahre. Schuhmachermeister Wilhelm Lindenberg, Katharinenstr. 1, 53 J. Elisabeth Pfeiffer, Westenhellweg 105, 1 J. Tortmuno 2. Mär Geburten: 1 Sohn: Fuhrmann Kunze, Bornstraße 27. Arbeiter Kulczynski, Körnebachstr. 125. Arbeiter Jankowski, Robertstr. 25a. Wirt Hamke, Vornstraße 217. Kaufmann Vahle, Nordstr. 29. 1 Tochter: Kaufmann Kirchhof. Clausthalerstr. 1c. Arbeiter Rucinski, Stahlwerkstr. 85. Buchdrucker Mahr, Kaiserstr. 11. Sandformer Stricker, Vornstraße 97. Aufgebote: Schlepper Marian Kosecki mit mit Meta Witt. Fuhrmann Karl Thiemann mit Anna Jasinski.“ Müller Friedrich Thiemann mit Ida Horstmanshof. Geschäftsführer Friedrich Kipper mit Maria Stephan. Sterbefälle: Ehefrau Karoline Hoebener, Mengede, 48 Jahre. Ehefrau Martha Rebhan, Tüsseldorferstraße 18, 23 Jahre. Fuhrmann Michael Koch, Körnebachstr. 65, 53 Jahre. Bergmann Hermann Kaulmann, Wambelerstr. 46, 46 Jahre. Briefkasten. G. Der Titel„Lizentiat der Theologie“ wirt von der Fakultät an litterarisch verdiente junge Geistliche als Auszeichnung verliehen. Im allgemeinen sind Lizentiaten der theologischen Fakultät nach Bestehen des Lizentiatenexamens zur Abhaltung von Vorlesungen berechtigt. So viel sparen Sie wenn Sie von jetzt an morgens und nachmittags nur noch Kathreiners Malzkaffee trinken. Bekanntmachung. ti. königliche Ersatzkommission für den Stadtkreis tritt zur Musterung der Militärpflichtigen hieEiadt in diesem Jahre 2. 22. 23. 24. 25. 26. 28. Februar, 1. 4. ö. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 14. 15. 16. 17. # 19. 29. 30. 31. März, 1. 2. 5. 6. 7. 8. 9. April, vormittags von 8½. Uhr im Saale Reino dushofes, Wißstraße Nr. 17 a zur Gestellung verpflichteten Militäcpflichtigen ## mber gewaschen und in reinlicher Kleidung ua der gesetzlichen Strafe zur Musterung Im firden und ihre früher erhaltenen Losungs#rubringen. Jede Störung der Ruhe und Ord#nd des Musterungsgeschäftes wird mit einer nie bis zu 30 Mk oder mit entsprechender Frei#ie geahndet. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen rlüichtigen, welcher im Musteruugstermine ohne buis der Ersatz=Kommission sich von dem angewieseuwplatz entfernt. Auch ist das Mitbringen von mnd Messern in das Musterungslokal streng unLi der Losung, die am 9. April, von Vormittags findet und nur unter der jüngsten Alters###. urter den im Jahre 1890 geborenen Militärser, und den eiwa in früheren Jahren Uebergegandas persönliche Erscheinen der Militärpflichtigen etsorderlich, weil für die Nichterschienenen von Akgliede der Ersatzkomission gelost wird. De Veurteilung der angebrachten Reklamationen en nach Beendigung des Musterungsgeschäfts und on 5 bis 8. April. Bezüglich der Reklamationen n kür noch, daß nach den geltenden Bestimmungen ### Familsienmitglieder, auf deren Erwerbs- und #sichtssähigreit es bei der Beurteilung ankommt, # dor der Ersotz- als auch vor der Ober-Ersatzrieu persönlich erscheinen müssen. Die Betreffenden een Nachtell, der ihnen aus der Nichtbefolgung Ioschuift erwächst, sich selbst beizumessen. Klossifikation der Reservisten, Landwehrleute Pestenvsten findet am 9. April, Vormittags nach Fluig der Losung statt. Königl. Landratsamt des Stadtkreises Dortmund. Schmiedin Für unsere Abteilung gießerei suchen wir tüchtige Former, Kernmacher, Gußputzer für dauernde Beschästigung. Felten& GuilleaumeLahmeyerwerke Att.-Gel. Carlswerk Glülheim AL.) Kleine Ein tüchtiger Schmelzer für Kots=Tiegelösen, ge Stahlwberke Brünninghaus Aktien=Gellschaft, Werdohl i. W. Ordentliches evangel. Mädchen von 16—18 Jahren für bür gerl. Haushalt zum 1. Aptil gesucht. Frau W. Buschmann, Elberfeld, Lärchenstraße 23. Anzeigen Stellengesuche Stellenangebete Mietsgesuche Vermietungen An- und Verkäufe Grundstücks- und Geschäfts-Verkäufe Beld-Gesuche Geld-Ragebots fladen wüksamste Verbreitung durch das Tageblatt.“ städtisches Dudenstift. eer geburtehilflichen Abteilung werden in Dortekangehörige bedürftige Ehefrauen unentgeltlich 23u.— die Anmeldung muß— abgesehen von „0n— etwa einen Monat vor der Nieder“:, Anmeldungen werden entgegengenommen Wospual und bei der Oberin Schwester Elisabeth ldenstift, können aber auch bei den Herren scdern und den Vorstandsdamen der FrauenVigen. Gegen Entgelt können auch jederzeit h aAs Dortmund und von auswärts in den „und III aufgenommen werden; eine voria ung ist nicht erforderlich. 270, den 16. Februer 1910. Twdltung des Städt. Krankenhauses. — Dudenstiht. ##beltransport— Pcallian— Lngerung. erstik Richter Wasiche Balteung Süchtiges gegen hohen Lohn und gute Behandl. zum 1. April gesucht. Frau V. Wiegelmaun, Barmen=W., Kreuzstr. 40. Aelieres evangel. Fräulein in Küche und Haushalt durchaus erfahren. im Besitz bester Zeugnisse, sucht zum 1. April oder später Stelle als Haushälterin bei einzelnem Heirn. Gefl. Off. erbeten nach Lippstadt i. W. Klnsestraße 23, parteite. Herrsch. 1. Ctage sesr geräum, 4 Zimmer, Köche, Veranda u. Zubehör, für 1000 k. zu verm., entl mit Mans. Näh. Mertarasenstr. 5 p. Frdl. mößl. Zimmer mit gut. Pens. an bess Herrn per 1. März od. sp. zu vermiet. Saarbrückerstr. 52, 2. Et. Schön möbl. Zimmer 3000 Mark werden von einem Beamten gegen genügende Sicherheit pr. bald gesucht. Offert. von. Selbstgebern. W. M an die Expedition erbeten Landkreis Dortmund, Bekanntmachung Die Verhandlung uub Entscheidung über die zum diesjährigen Kreis=Ersatz=Geschäft angebrachten MilltärReklamationen findet wie folgt im Gewerbe=Uerein, zu Dortmund, Kubstraße statt; I. am 6. April 1910, vermittags 8 Uhr für die Reklamanten aus der Stadt Lunen. Stabt Castrop den Aemtern, Brackel, Mengede, Giesenberg=Sodingen un Rauxel 2. am 7. Horll 1918, vormittags 8 Uhr.“ für die Reklamanten aus den Aemtern Dorstfeld, Lütgendortmund, Derne und Eving. Zu denselben Terminen findet auch die Verhandlung über die Zurückstellungsgebühr der Mannschaften der Reserve, Marine-Reserve, Landwehr, Seewehr, Ersatzreserve, und Marine=Ersatz=Reserve, sowie ausgebildeter Landsturmpflichtiger des zweiten Aufgebots gemäß 8123, Nr. 2 der Wehr=Ordnung statt. Gemäß bestehender Vorschrift müssen diejenigen Familien=Angehörigen eines Militätpflichtigen auf deren angebliche Erwerbs= resp. Aufsichts=Unfähigkeit ein Anspruch auf Befreiung oder Zurückstellung des Letzteren vom Dienste im stehenden Heere gegründet werden soll, sich sowohl der Ersatz= als der Ober Ersatz=Kommission persönlich vorstellen. Indem ich dieses zur öffentlichen Kenntnis bringe, mache ich zugleich darauf aufmerksam, daß die Rekla manten den Nachteil, der ihnen durch die etwaige Nicht befolgung dieser Vorschrift erwachsen möchte, sich selb beizumessen haben. Dortmund, den 2. Februar 1910. Der Landrat: v. Rynsch. Der 54 Schlüssel Erfolg ist für jeden neorenten bei allen seinen Anzeigen, gleich Inserenten welcher Art und ob für biesige oder auswärtige Zeitungen, die Aunoncen-Expedition Aug. Rolef Münter I. W. HOIGT Markt 37. da diese durch 80jährige Geschäftspraxis in der in der Lage ist, nur für die betreffenden Inserate geignete Zeitungen zu wählen. Gleiche Preise wit den Zeitungs=Expeditionen. Besondere Vortelle. Ersparnis an Zeit, Geld, Arbeit. Bekanntmachung. Die Pläne zur Herstellung einer Verbindungslinie der Höschlinie mit der Hafenlinie durch die Heiligegartenstr. und zwar von Steinplatz bis Nordstraße eingleisig und von der Nordstraße bis zur Rolandstraße zweigleist, liegen gemäß§ 17 des Gesetzes über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom 28 Juli 1892 vierzehn Tage lang, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an gerechnet, im Verwaltungsgehände 2, Betenstraße 35, Zimmer 36, zur Einsicht offen. Etwaige Einwendungen hiergegen können während dieser Zeit sowohl schriftlich als auch mündlich daselbst angebracht werder. Dortmund, 23. Fekruar 1910. Der Oberbürgermeister Dr. Schmieding. her Verdienst! Lachasten a.) has einer sanz vorzögl. Reklame. S., Cg####* Geld zu verdienen. Bar ersorderlich unter A. B. 911. Zeitung zu vermieten, Heitigerweg 20. Per 15 März ist ein schönes freudliches 653 möbl. Zimmer mit voller Beusion zu vermieten 2. Kompstraße 34, II. Herrsch, 1. Slage, 7 Räume u. Zubeh., sof. odp. zu vermiet. Leipzigerstr. 17. Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee Gerberstrasse 1—9. Rheinische Strasse 10. Frische Fische Marinaden dur feinste Schellhisch fl. großer fl. mittel fl. kleiner Scholle ff. große fl. kleine Knurrhahn Goldbarsch Rotzunge Seezunge Zander Steinburt mittel Lebende Lebende Grüne Heringe 3 Pfd. 32 Pfa Bratheringe Pfd. 49 Pfg. Pfd. 43 Pig.„„ 144 Pfd. 21 Pig. Im Schnitt: Schellnsen Pfd. 35 Pfg. Cabliau Pid. 22 Pig. Pfd. 55 Pfg. Pfd. 35 Pfg. 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Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheines zum freiwilligen Diensteintrit auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebateillons, Wilhelmshafen. Bekanntmachung Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für die Matrosenartillerie-Abteilung Kiautschau(Küstenartillerie) in Elingtau(China) Einstellung: Oktober 1910, Ausreise nach Teingtau: Januar 1911 bezw. 1911, Heimreise: Frühjahr 1913 bezw. 1912. Bedingungen: Mindestens 1.64 m groß, kräftig. vor dem 1. Oktober 1891 geboren(jüngere Leute zur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0.50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommistion ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei eozw. vier Jahre zu richten an: Zommande der Stammabteilung der Matrosenartillerie klautschou, Cuxhafen. Mass-Anzüge Herren-Auzüge, Paletots. Hosen nach Mass liefert elegant, schnell, billig 6117 H. Liebreich, Rheinischestr. 90. Lager in Arbeitshemden, Rosen, Joppen etc. * Ein Doppelwaggon els 968 - nur erstklassige Marken, in gesunder und hochroter Ware Valencia-Apfelsinen.. Furcia-Blut-Apfelsinen pied 5d, 4d, 35, 25 und 63 P. 1.20, 95, 70, 50 P. * Nohlen& Co. Großstädtisches, streng reelles christliches Höbel-Kredit-Haus I. Ranges nur DORTMUND Gemüsemarkt gegenüber den Wandelhallen. Stadttheater Donnerstag, den 3 März 1910. A. 41 7½—11. Opernpreise. Die Hugenotten. Große Oper mit Ballet von Meyerbeer Valentine— Frl. Stelzyk Urbain— Frl. Gütersloh auf Engagement. Preitag, den 4. März 1910. B. 39. 7—9¾ Schauspielpreise. 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Auch können sie schriftlich, Benutzung der beim Schuldiener vorrätigen Angehn scheine erfolgen. Bei Anmeldungen für Sexta anzugeben, ob der Schüler nach dem alten Len (Beginn mit Latein) oder nach dem Reformlichn (Beginn mit französisch) unterrichtet werden soll. 272 Dr. Franz, Eymnasial-Direhts. Neu! P 258811. Wichtige Erlindo Von unschätzbarem Vorteil — sind unstreitig.— Krombergs moderne Kochherl mit gesetzt. geschützten nicht dem Fußboden fahrenden s#### wagen und echten 3½ mm ken verz nickelplättiert. schlägen. unübertrossen praktischer, solider un# barer Ausführung. eun schädigen der Fußböder Reparaturen! Steis vi leichtes und sicher schleßet Ein= und Ausjahrn Seit ca. 4½ Jahren mu sehr gut bewähn Garantie für keit, Brennen u. Backn 7 Aug. Krombere Herd-Fabrik u. Fabriklager: Kaiserstr. 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Otwohl Lurgänger versprochene reg noch nicht vorteg Lus über den gegenwoärtt X., miteilungen zu miac ist noch nicht beende Ein Sachverstän Pergbehörde ernannt n ung emes Gutachtens S#seinmungsarbeitent a zweuen Sohle beendet. zuf die dritte Sohle. seiten entgegenstanden, Standpunkte der Zec Eisscht sein können, we Lerie hätten beschleunig Simbringende Förderun Aufgabe der Bergpoliz hatte die Ursachen der En zu verhüten, daß ein L. ingsück noch vergröße Sicht noch eine Zeitlang so der Brandgefahr vi #ien wegen der Zerstör Eiür alle Vorsichtsmaßre Eien auch ledigliche ##den. von den Leichen sind b von etwa 170 steht hat mit der größten u. Ein Referent des inal in die Grube h mie mehr als zweihu sich dauernd in der in Reichstage beschw zur Besichtigung d sich die Sache folge ungspräsidenten in vvorstand zwei Arbe # später aber hat sich weitere Arbeiter hört links.) Las nun die Frage e angeht, so kann ic haltend äußern, de Daß eine Kohl ist, erscheint nach weifelhaft, dageg an Wahrschei im Stollen zwi ventdeckt, welche vor der Kata #mn schon öfter! #ig entstandenen S. kund infolgedessen E Redner weist soziald #inchungsergebnisse Eine wissenschaftl. sch tonische Zeitschri Zeitgeist) Einc illustrierte nisch. Fachzeitsohr. Rundschau) Eine moderne Halbwochen-Chronia Weltspiogel) Ein farbig politisches Witz Bine illnterierte„Hege Rine modorne 1l58“ Halbwochen-Chronus— Weltspiegel) kostet nur 2 Mark monatile bei allen Postanstalten Deutschslan 180 000 Rbonnentel. mit dem Treuzstern sen. besten hausame Küche.“ Donnerstag, den 3. März 1910. tmunder Tageblatt. Nr. 52. 27. Jahrgang K A zweites Blatt. nund. huljahres Mittazens 3 Uhr. eprüfung am Th eiden unteren Klassen z. persönlich und bis zum 8.“ 2—1 Uhr pers 16) entgegen. deim Schuldiener zu. ung ist das AbgaSchule vorzlger Dr. Auler, algymnasialdirekto.. Cympastal nund. zr beginnt am 13. in den Sprechstm en, im Amtszimmer, können sie schriftlich er vorrätigen Angelhn jungen für Sexta bit nach dem alten Lenach dem Reformlet richtet werden soll. Gymnasial-Direkts. chtige Eriaths rem Vorteil reitig.— grne Kochher iit gesetzl. geschützten nicht em Fußboden fahrenden de## dagen und echten 3½ mm en verz nickelplättiert. chlägen, unübertrasen raktischer, solider un## harer Ausführung. un### chädigen der Fußböden Reparaturen! Steis iui eichtes und sicher schlußet Ein= und Ausahrn. Seit ca. 4½ Jahren i sehr gut bewähn Garantie für keit, Brennen u. Backen7 omberg llager: Kaiserstr. machung ber die Kosten des entg er strasse erstraße beträgt der von ge Beitrag für ein 1 u d die Kosten vorschriftmin ser Abrechnung nicht entbe### vom Tage der Veröfensh Tage im städt. Tiefbun## 258, zur Einsicht auf. aßisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 2. März. Ginistertische: Sydo##, v. Velsen. Dr. Porsch eröffnet die Sitzung um ie Heratung über den Etat der Bergverwaltung fortgesetzt. Lisminister Sydow über die Radbodkatastrophe. .bessminister Sydow: Verschiedene der Redner #'sch in der voraufgegangenen Debatte mit den ErLisen der Untersuchung über das Radbod=GrubenLeaa beschäftigt. Obwohl ich natürlich die von meinem vungänger versprochene Denkschrift über die Unterzu noch nicht vorlegen kann, so nehme ich doch über den gegenwärtigen Stand der Untersuchung L, Ritteilungen zu machen. Die gerichtliche Unter„ it noch nicht beendet, wohl aber die Zeugenverung. Ein Sachverständiger, der ohne Mitwirkung srabehörde ernannt worden ist, ist mit der Aus*. emes Gutachtens beauftragt worden. Was ##teinmungsarbeiten angeht, so ist die Aufräumung weiten Sohle beendet. Die Arbeiten erstrecken sich auf die dritte Sohle. Die Schwierigkeiten, die den ien entgegenstanden, waren außerordentlich groß. Standpunkte der Zechenverwaltung hätte es nur sascht sein können, wenn die Arbeiten auf das Ueme hätten beschleunigt werden können, damit die Liunbringende Förderung der Kohle beginnen konnte. Aufgabe der Bergpolizei war eine wesentlich andere. hatte die Ursachen der Katastrophe festzustellen, und „m verhüten, daß ein neuer Schaden entstand, der unglück noch vergrößert hätte. Das Wasser mußte sichst noch eine Zeitlang in der Grube verbleiben, daso der Brandgefahr vorgebeugt werde. Ueberhaupt wien wegen der Zerstörungen und der Schlagwetterhr alle Vorsichtsmaßregeln angewendet werden. #n auch lediglich elektrische Lampen verwendet Een. zon den Leichen sind bis jetzt 126 geborgen, die Ber### von etwa 170 steht noch aus. Die Polizeiverwalgat mit der größten Sorgfalt die Arbeiten überEin Referent des Handelsministeriums ist selbst nal in die Grube hinabgefahren, der Bergreviermie mehr als zweihundertmal. Ein Einfahrer bedauernd in der Grube. Wenn der Abg. Sachse in Reichstage beschwert hat, daß keine Arbeiterverzur Besichtigung der Grube zugelassen seien, so sich die Sache folgendermaßen: Auf Anregung des uungspräsidenten in Münster sind vom Knappvorstand zwei Arbeiter in die Grube gesandt wor## stäter aber hat sich der Knappschaftsvorstand geweitere Arbeiter in die Grube zu entsenden. hört links.) Lis nun die Frage nach den Ursachen der Kataengeht, so kann ich gerade hierüber mich nur sehr Atend äußern, da ja die Untersuchungen noch Daß eine Kohlenstaubexplosion die Ursache geist, erscheint nach den bisherigen Ermittelungen weifelhaft, dagegen hat neuerdings eine andere an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Man hat im Stollen zwei, Flöz drei, ein System von ventdeckt, welche nach übereinstimmenden Zeugenn vor der Katastrophe nicht vorhanden waren. ##mn schon öfter vorgekommen, daß an solchen Pentstandenen Spalten sich Grubengas entwickelt kund infolgedessen Explosionen eingetreten sind. Redner weist sozialdemokratische Darstellungen der #iuchungsergebnisse zurück und fährt dann fort: Nun hat man verschiedentlich Klage darüber erhoben, daß die ersten Rettungsarbeiten zu früh eingestellt worden seien und die Befürchtung ausgesprochen, daß dadurch weitere Menschenleben geopfert worden seien. Diese Befürchtungen sind ungerechtfertigt. Fast alle bis jetzt aufgefundenen Leichen sind in der Stellung und am Orte ihrer Arbeit mit dem Werkzeug in der Hand aufgefunden worden, woraus also zu schließen ist, daß die Leute durch den ersten Feuerstrom, der die Grube durchzog, getötet worden sind. Zum Schluß möchte ich noch die Vorkehrungen skizzieren, die getrossen worden sind, um ähnlichen Unfällen vorzubeugen. Zunächst ist vorgeschrieben, daß nur elektrische Lampen in Gruben verwendet werden dürfen. Ferner ist eine stärkere Berieselung angeordnet worden. Alle Wetter werden chemisch analysiert auf ihren Gehalt an Grubengas. Zur Prüfung weiterer Vorsichtsmaßnahmen hat mein Amtsvorgänger eine Kommission nach Belgien geschickt. Der Bericht dieser Kommission wird augenblicklich ausgearbeitet. Es soll ferner der Versuch gemacht werden, in die Bohrlöcher unter hydraulischem Druck einen starken Wasserstrom einzuführen, um die Gasentwickelung zu verhindern. Auch sonst wird sich die Werksleitung natürlich alle Mühe geben, alles was an ihr ist, zur Verhütung von ähnlichen Unfällen zu Redner wendet sich dann zu den gestrigen Ausführungen des Abg. Macco und verspricht durch Förderung der Eisenbahnbauten die Siegerländer Hüttenwerke nach Möglichkeit zu unterstützen. Eine tarifarische Bevorzugung dagegen stoße auf Schwierigkeiten. Auf die Klagen über die Lage der staatlichen Bergleute erklärt der Minister, daß die Löhne in Oberschlesien und im Harz gestiegen, im Dortmunder Bezirk und im Saarrevier kaum merklich gesunken, an der Deister allerdings etwas erheblich gefallen seien. Im großen und ganzen könne man damit zufrieden sein, daß angesichts der allgemeinen Depression die Arbeiterlöhne sich auf der Höhe erhalten hätten. Die von den Sozialdemokraten geforderten statistischen Ausweise seien zu umständlich, zu schwierig und zu kostspielig. Er bitte daher den sozialdemokratischen Antrag abzulehnen. Abg. Korfanty(Pole) verlangt eine übersichtliche Gestaltung des Etats. Die Zahl der Unfälle wird zurückgehen, wenn die Arbeiter an der Grubenkontrolle beteiligt werden. Die geheime Stimmabgabe bei der Wahl der Sicherheitsmänner muß gesichert werden. Der Redner bringt Beschwerden über die Verhältnisse auf den oberschlesischen Zechen vor. Der Minister sollte eine Stattstik über die Häufigkeit und die Dauer an Krankheiten aus Unfällen aufmachen. Die deutschen Knappschaftsärzte behandeln die polnischen Arbeiter mit großer Schroffheit. Sie spielen sich als Usurpatoren auf und tun so, als ob die polnischen Arbeiter eine verlotterte, zur Trunksucht neigende, arbeitsscheue Gesellschaft seien. Den ausländischen Bergarbeitern sollte der Aufenthalt in Deutschland während des ganzen Jahres gestattet sein. Der Redner beschwert sich über Ausnahmegesetzgebung gegen die polnischen Arbeiter. Abg. Imbusch(Zentr.): Herr Leinert hat gestern als freiwilliger Anwalt der nationalliberalen Partei gesprochen. Das ist politisch höchst interessant.(Zustimmung im Zentrum.) Die Sozialdemokratie gebärdet sich immer als alleinige Vertreterin der Bergarbeiter. Aber sie hat Gelder, die für die notleidenden Bergarbeiter während des Streiks gesammelt waren, den russischen Revolutionären gesandt und die Bergleute in der Not sitzen lassen.(Hört! Hört!) Sie(zu den Sozialdemokraten) werden schließlich doch nicht die wahre und gerechte Sache des Zentrums aufhalten können.(Lebhafter Bei fall im Zentrum.) Abg. Schmieding(nat.=lib.) begrüßt die Erklärungen und Versprechungen des Ministers, genauere Uebersichten über die Ergebnisse der staatlichen Bergwerke zu geben. Daß aus den staatlichen Betrieben nicht so viel berausgewirtschaftet werde, wie aus Privatbetrieben, liege in der Natur der Sache. Auffallend ist mir gewesen, daß noch kein Redner des von Anfang an so sehr bekämpften Arbeitsnachweises im Ruhrrevier Erwähnung getan hat. Das beweist am besten, daß diese Institution sich gut bewährt hat. Es ist nicht richtig, wenn gesagt worden ist, daß das Zentrum die Sonne sei, von der die Strahlen der Arbeiterbeglückung ausgingen.(Heiterkeit.) Herr Gronowski hat die sozialpolitische Betätigung des Zentrums als eine Folge der christlichen Weltanschauung hingestellt.(Sehr richtig! im Zentrum.) Demgegenüber bemerke ich, daß diese christliche Weltanschauung ebenso von dem evangelischen Teile der Bevölkerung, den Positiven ebenso wie den Liberalen, vertreten wird. Fürst Bismarck war doch kein Katholik, und er ist doch aus praktischen Gesichtspunkten heraus der Begründer unserer Sozialgesetzgebung geworden. Diese Gesetzgebung, um die uns alle Völker beneiden und die uns keiner nachzumachen wagt, ist vom Fürsten Bismarck geschaffen worden.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Dann ist noch ein Punkt da, den die Herren vom Zentrum und von den Sozialdemokraten nicht übersehen sollten, nämlich, daß dieses ganze große Werk nur durch die opferwillige Mitarbeit der Arbeitgeber hat zustande kommen können.(Sehr richtig! b. d. Nationalliberalen.) Selbstverständlich ist die Großindustrie bereit, an dieser Gesetzgebung auch weiter zu arbeiten, wenn sie im Geiste Bismarcks weitergeführt wird, nicht aber, wenn sie in dem vom Abg. Gronowski vertretenen ultramontanen Geiste weitergeführt wird; dann werden die Industriellen mit Händen und Füßen bremsen. In der Tat war die Rede des Herrn Gronowski außerordentlich bedauerlich. Gewiß, seine Art ist nicht minder gefährlich, als die der Sozialdemokratie.(Ohol im Zentrum.) Ich möchte nur ein Wort Schorlemers zitieren, das heißt:„Vom sozialdemokratischen Ton bis zur sozialdemokratischen Gesinnung ist nur ein Schritt.“ Redner polemisiert weite: gegen den Abg. Gronowski. Abg. Gyßling(freis. Vp.): Wenn der Ministerpräsident nur die Demokratisierung des Wahlrechts als Grund für die Verflachung des politischen Lebens bezeichnete, so zweifle ich doch daran, nachdem wir heute diese Art der Debatte auch in diesem Hause erleben, wie wir sie ähnlich im Reichstag hören. Schuld an der heutigen Debatte trägt das Zentrum.(Lachen im Zentrum. Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Die Bergarbeiter müssen ausreichende Löhne erhalten. Die Seßhaftmachung der Arbeiter wird für die Verwaltung nur von Vortéil sein. Die Bohrungen in Ostpreußen und Posen müssen fortgesetzt werden, wenn sie bisher auch keinen Erfolg hatten. Abg. Lehmann(nat.=lib.) polemisiert gleichfalls gegen das Zentrum. Die Verschärfung des politischen Tones gehe vom Zentrum aus.(Lärm im Zentrum.) Unter lebhaften Pfuirufen der Rechten verliest der Redner den Artikel eines Zentrumsblattes, der die Geburt des ersten Kronprinzensohnes glossiert. Abg. Gronowski(Ztr.) weist die gegen ihn vom Abg. Schmieding erhobenen Angriffe zurück. Der sozialdemokratische Antrag betr. Statistik wird abgelehnt. Freitag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 5 Uhr. Reichstag erledigte am Mittwoch eine Anzahl Resolutionen zum Etat des Reichsamts des Innern. Zum Kapitel„Allgemeinfonds“ beantragten die Nationalliberalen die Gründung und Unterhaltung einer Reichsanstalt für Luftschiffahrt in Friedrichshafen. Das Zentrum verlangte eine Versuchsanstalt unter Leitung des Grafen Zeppelin. Nach Bearündung der Anträge durch die Abga. Leser(Ztr.) und Hieber(nat.=Ab.) meinte Graf Carmer (kons.), die beteiligte Industrie solle die Pläne sieren, das Reich möge sich mit einem Zuschuß begnügen. Abg. Delbrück(freis. Vg.) trat für die Verluchsanstalt ein. Staatssekretär Delbrück war der Ansicht, daß sich die Sache nicht übers Knie brechen lasse, nichtsdestoweniger behalte er sie mit Ernst im Auge. Württembergischer Bevollmächtigter Koehler er klärte, Graf Zeppelin habe wegen Geschäftsüberlastung die ihm zugedachte Leitung des Instituts abgelehnt. Die württembergische Regierung begrüße die Anträge mit Freuden. Damit schloß die Erörterung, die beiden Resolutionen wurden angenommen. Abg. Goercke(nat.=lib.) empfahl eine Resolution zur Annahme, nach der eine Herabsetzung der Eisenbahntarife für deutsche Seefische gefordert wird. Die deutsche Hochseefischerei verdiene Förderung. Nach Zustimmung seitens der Abgg. Erzberger (Ztr.) und Gothein(freis. Vg.) wurde regierungsseitig die Berücksichtigung des Antrages in Aussicht gestellt. Für die Fischer sprachen noch die Abgg. SchönaichCarolath(nat.=lib.), Träger(freis. Vg.), Ahlhorn (freis. Vg.). Nach längerer Debatte wurde die Resolution angenommen. Donnerstag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß nach 7 Uhr. Pfeil vor dem „ S. u. H. Thorn, 1. März. In der fortgesetzten Beweisaufnahme werden noch eine Reihe ehemaliger Angestellter des gräflichen Hauses Pfeil vernommen, die ihre Aussagen in dem Zivilprozeß des gräflichen Paares durch eidesstattliche Versicherungen an den Detektiv Gräger in wesentlichen Punkten geändert haben. Der Verhandlungsführer gibt ein Telegramm des Rechtsbeistandes der Gräfin Pseil, des Notars Dr. Sprenger bekannt, in welchem dieser dagegen protestiert, daß das Gericht seiner Mandantin durch die Beschlagnahme keiner Handakten„eine erneute ungerechtfertigte Krünkung". zugefügt habe.— Der Verhandlungsführer bezeichnet dieses Telegramm als ungehörig.— Von dem Kgl. Hofopernsänger Staumer ist eine Mittetlung eingelaufen, daß der Zeuge Gräger in seineem Ehescheidungsprozeß eine verhängnisvolle Tätigkeit entwickelt habe, er sei eventuell bereit, hierüber auszusagen.— Der gestern genannte Zeuge Breitefeld aus Wilmersdorf ist heute erschienen und gibt an, daß in dem Ehescheidungsprozeß des Direktors Lapp in Aschersleben gegen seine Frau Gräger versucht habe, eine dritte Person zur Unterschrift unter eine Quittung über 350 Mark zu bewegen, während die betreffende Person nur 250 Mark erhalten sollte. Den Rest von 100 Mark habe Gräger behalten wollen.— Gräger bestreitet mit Enschiedenheit die Richtigkeit dieser Behauptung. Der Zeuge habe an Direktor Lapp Erpressungen versucht.— Ter Gerichtshof beschließt, über die Sache Justizrat Viebig(Bres; lau) als Zeugen zu laden.— Die Pensionatinhaz berin Frau Dr. Weihe(Berlin) ,bei der die Gräfin zwei Jahre gewohnr hat, bekundet, daß diese in der ersten Zeit eine stille Frau gewesen sei, die aber immer mehr in Verbitterung und Nervosität geraten sei. Die Zeugin ist schließlich mit der Gräfin iy Die anhaltende Steigerung der Haturbutterpreife hat mehr und mehr zur Verwendung geeigneter ButterErsatzmittel und namentlich der Pflanzenbutter-Mlargarine geführt. Von letzterer sind besonders beliebt van den Bergh's bekannte Marken Palmkroner und Palmitolz die bester Naturbutter in jeder Verwendungsart gleichkommen. In allen einschläg. Geschäften erhältlich. stet nur monatlich zalten Oentecheldlt Abonnentel. Auf der bumoristischer Roman von Felix Brenta. 31 er Referendar habe den erbärmlichen Verleumder wie einen Schulknaben abgekanzelt und gezüchdas Eingeständnis seiner niedrigen Handerwesse erhalten. Trotzdem weigerte sich der Kandi### aus elender Feigheit, dem so boshaft gekränkGenugtuung zu geben. g## war über diese Unhöflichkeit und Gleichgiltig# ters in ehrliche Entrüstung geraten. Aber ihre Eiteineitart eitigen ihrer spitzen Worte auch MarMargarersiichti sen Aerger zu versetzen, war trügerisch. beh=2ar#te sagte nur:„Schäme Dich, Thea derartiges L.OOpten!“ Ganz offenbar schenkte sie ihrer anschau#derung keinen vollen Glauben. Auch hatte ger keinen Raum in ihrem Herzen, daß nur * Gefühlen ganz erfüllt war. Von der BefürchFimenuns z: vielleicht doch zu einem Zweikampf FwahranS# der Ungeduld, aus Herrn Heuers Munde Nachmitzn zu erfahren. legte sich Thea mit ihren Romanen in #erichigs festentschlossen, nach Schluß von Karls eniche dem Kandidaten die Sonne ihrer Gnade litzes u:=chten, ihm den gewohnten Anblick ihres zn der## zu teil werden zu lassen. Einem Mennst fur:2 nicht für sie schießen wollte! Der also ihre nen Schuß Pulver wert erachtete. #eie beendete am Nähtisch die Häkelarbeit zu Mdidaten u# ihrerseits fest entschlossen, dem es der Unterrichtsstunde aufzu ern, und an2 Schluß der Unterrichtsstunde aufzuhren.##.Verhand wünschenswertes von ihm zu viel“s üver die Herausforderung und zweitens ett, was sie augenblicklich nicht einzeln imstande war. on 4r##### lich ein wenig beklommen, und doch Kandidae r“ satz gar nichts Außergewöhnliches. ein wer: bliev ja fast nach jeder Unterrichtsstunde Thea hattg3“ Plaudern bei ihnen. #nichtzu allzdings geäußert:„Ich bin für den neine 9.:“*en: Ichhabe Wichtiges zu lesen und Bargares mit Schwätzereien verschwenden!“ wirde also genötigt sein, allein mit dem Kandidaten zu reden. Oder auch in Karls Gesellschaft. Aber doch lieber ganz allein mit ihm! Ohne Karl. Der Junge brauchte nicht zu wissen, was sie mit ihm zu besprechen hatte! Ob er denn auch ihre Fragen beantwvorten würde? Hatte sie überhaupt ein Recht, ihm Fragen zu stellen? Ihn gewissermaßen zu verhören? Wenn er nun jede Auskunft verweigerte und morgen hinginge, um sich totschießen zulassen? Nein! Er mußte ihr auf jeden Fall Rede stehen! Plötzlich besann sie sich, wie leicht der junge, blonde Mensch durch den festen Blick einer Dame in Verlegenheit zu setzen war. Sie hatte das Experiment oft von Thea ausführen sehen. Dieses Bewußtsein gab ihr viel Mut. Sie nahm sich vor, den Kandidaten mit ein paar festen, wenn auch nicht unfreundlichen Worten einzuschüchtern und ihn mit überlegener Ruhe zu einer umfassenden Beichte zu nötigen. Da vernahm sie auch schon Stuhlrücken im Nebenzimmer, und hörte, wie sich Karl nach der anderen Seite entfernte. Die Stunde war also beendigt und Herr Heuer allein. Obwohl sie ein wenig kleiner und dicker, überhaupt etwas derber war, als ihre Schwester, nahm sie doch kurz entschlossen Theas königliche Haltung an, von der diese in ihrem Lehnstuhl augenblicklich keinen Gebrauch machte. Mit einem kräftigen Ruck öffnete sie die Türe, schritt hoch erhobenen Hauptes zu dem Kandidaten ins Zimmer, blickte ihn an und sagte zunächst kein Wort und dann mit stockendem Atem:„Ich wollte mir Steckna= deln suchen, um die Spitze an meiner Schürze festzustecken. Aber hier sind wohl keine. Ich. Damit wollte sie gehen. Heinz war aus Artigkeit noch befangener, als Margarete selbst. Und sowie sie gegenseitig merkten, wie verlegen sie beide waren, wurden sie es umsomehr. Gleichviel besaß Heinz so viel Geistesgegenwart, Margaretes Flucht zu verhindern. „Aber bitte, Fräulein Margarete,“ rief er eifrig.„Wonach Sie suchen, damit kann ich dienen. Bitte recht sehr.“ Eifrig zog er sein Geldtäschchen hervor, in dessen Fächern tadellose Ordnung herrschte. Im Silber= und im Nickelfach lagen die Geldstücke der Größe nach in schönen, schräggedrückten Rollen aneinander gereiht. Das Goldfach war sehr unbeschädigt und in dem engen Fach an der Rückwand lagen alle Stecknadeln aufgespeichert, die Heinz im Laufe der Zeiten gefunden und gesammelt hatte. Er hätte es für eine Sünde gehalten, auch nur ein einziges dieser geringen, aber nützlichen Geräte, das sich seinen Augen bot, verächtlich in der Dielenritze liegen zu lassen. Ebenso schien es ihm sonst ein unverantwortlicher Leichtsinn, ein Stück aus dem zusammengesparten Schatze wegzugeben. Er trennte sich ungern von einer solchen Nadel. Nicht aus Geiz, sondern aus wirklich herzlicher Liebe zu den kleinen, spitzigen Findlingen, die er gewissermaßen an Kindesstatt angenommen hatte. Jetzt aber öffnete er ohne Besinnen das inhaltreiche Fach, griff mit zwei Fingerspitzen hinein und nahm, ohne hineinzusehen oder zu zählen, so viel Stecknadeln heraus, als sich eben fassen ließen. Es waren fünf Stück. Er zählte sie, als sie Margarete vor sich auf den Tisch gelegt hatte, neben den sie sich sofort mit ihrer Arbeit setzte. Er zählte sie nochmals, weil er nichts zu sagen wußte, und sah zu, wie eine nach der anderen in Margaretens Fingern verschwand und dann die schön gehäkelte Spitze mit dem Schürzenrand zusammenheftete. Margarete sprach auch nichts, sie verwandte kein Auge von ihrer Schürze, worüber sie die vorhin angenommene königliche Haltung ganz vergaß, und das hatte weiter keinen Grund, als daß das gleichmäßig gradlinige Anheften einer gehäkelten Spitze die angestrengteste Aufmerksamkeit erfordert. Auch als es sich herausstellte, daß mit den fünf Nadeln erst etwa die Hälfte des Bedarfs gedeckt war, hatte Margarete keine Zeit die halbangesteckte Spitze liegen zu lassen und sich aus dem Nähtisch im Nebenzimmer die nötigen Nadeln zu holen. Ihre Aufmerksamkeit war derart in Anspruch genommen, daß sie nicht einmal die Augen emporzuheben vermochte, als sie Herrn Heuer mit leisem Erröten bat:„Haben Sie vielleicht noch ein paar Nadeln übrig?“ Geschwind und ohne Murren legte Heinz abermals eine Prise auf den Tisch, und dann bat Margarete noch um eine einzige Nadel zum Schluß. Während er diesem Wunsch willfährig gehorchte, bedurfte die fast ganz angeheftete Spitze nicht mehr der allerschärfsten Aufmerksamkeit, Margarete blickte ein wenig auf, und in einem unvermuteten und unerklärlichen Anfall beiderseitigen Mutes blickten sie einander plötzlich in die Augen. Weil ihnen nicht gleich etwas anderes Sehenswertes einfiel, blickten sie nicht sofort wieder weg, und dabei zeigte es sich, was es mit der Nadel, die Heinz große dicke Finaer beinahe zierlich an der Spitze gefaßt hatten, für eine seltsame Bewandnis hatte. Es war eine ganz merkwürdige Nadel. Margarete hatte das dargebotene Ding mit weit zierlicherem Griff erfaßt, um es sich zu nehmen. Aber das ging nicht. Die Nadel war verhext. Die beidenjungen Leute konnten ganz und gar nichts Zweckmäßiges mit ihr tun, konnten sie weder loslassen, noch nehmen, obwohl sie sich offenbar beide mit der größten Anstrengung bemühten. Denn ihr Atem ging schwer und kurz. Nachdem die sonderbare Nadel eine Zeit lang ruhig zwischen zweimal zwei Fingern gelegen hatte, begann sie plötzlich gefährlich hin und her zu schwanken, wahrscheinlich weil bei ihrer Anfertigung kein Wert auf inneres Gleichgewicht gelegt worden war. Das kleine, nachlässig gearbeitete Werkzeug bewegte sich unregelmäßig hin und her und zog auch die beiden beteiligten Paar Jungfrauen= und Jünglingsfinger in rätselhaftem Ziczack auf und ab. Margaretes Finger zitterten dabei so heftig, daß sie die merkwürdige Nadel dem Herrn Kandidaten in den rechten Zeigefinger stach. Ein großer Blutstropfen quoll hervor, und Margarete rief sogleich:„O weh“ und fügte hinzu:„Nehmen Sie sich in acht, Herr Heuer, Sie werden sich stechen.“ Unmittelbar darauf aber erkannte sie die Ueberflüssigkeit dieser Warnung und tupfte mit einem blend##nd weißen Tuch das Blut von seiner Hand. Heinz hielt still und hätte gernetwas ähnliches getan. Aber erstens wußte er nicht genau, ob sich sein Tuch in einem ganz blendend weißen Zustand befand, und mit großem Vergnügen zu küssen, und daran war niemand anders schuld, als der Mann, in dessen Fabrir die sonderbare Stecknadel so unvorsichtig geschmiedet worden war. 177,18 enfleisch spart, Krenzstern Wer MAGGT mit dem Kreuzstern 5378 Man verlange ausdrücklich MAGGI“ Suppen! verwendet. Nur mit Wasser wenige Minuten zu kochen. Mehr als 30 Sorten.— Ein Würsel zu 10 Nig, gist hausEbenso gehaltvoll und kräftig schmeckend, wie zemachten Fleischbrühsuppen. die besten Hleute Donnerstag, 8 Uhr: Gastspiel der Weltberühmten Künstlerin Saharet! Kapitän Braileys mit seinen wunderbar dressirten Seelöwen. Moderne Kunst in lebenden Bildwerken 10 Damen. R. Paxton: Die große amerikanische Pantomime: Die Einbrecher von New-Vork. Lachen! Lachen! Paul Cooradini Grotesk=Komiker. All Ben d’Arak Phänomen. Orient. Fantasie=Gymnastik. 10 Sensationen aller Weltteile 10. Neue Filiale Dortmund Redtenbacherstr. 9. 418 Ausschreibung. Die Ausführung der Erdarbeiten vv., rund 40 000 ohm Abtrag einschließlich Abbruchs einer großen Futtermauer, zum Ausban der neuen Bahnhofstraße, zwischen Burgtor und Sedanstraße in Dortmund, soll vergeben werden. Zeichnungen liegen im Stadthaus, Berswordtstraße 2, Zimmer 117 zur Einsicht aus. Die Verdingungsunterlagen können vom städtischen Tiefbauamt Zimmer 238, gegen Zahlung von 1 Mk. bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Donnerstag, den 10. März d. Js., mittags 12 Uhr an das städtische Tiesbauamt, Zimmer 238 einzureichen, wo zugleich Eröffnung der eingegangenen Angebote erfolgen wird. 416 Dortmund, den 2. März 1910. Städt. Tiefbauamt. Bekanntmachung. Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für das III. Seebatalllon(Marine-Infanterie) in Tsingtau(China). Einstellung: Oktober 1910, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1911, Heimreise: Frühjahr 1913. Bedingungen: Mindestens 1,65 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1891 geboren)jüngere Leute nur bei besondes guter körperlicher Entwickelung) Es werden junge Leute aller Berufsarten eingestellt, Handwerker erhalten jedoch den Vorzug. In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheines zum freiwilligen Diensteintrit auf drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammseebateillons, Wilhelmshafen. Bekanntmachung Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für die Matrosenartillerie-Abteilung Kiautschau(Rüstenartillerie) in Elingtau(China) Einstellung: Oktober 1910, Ausreise nach Tsinglau: Januar 1911 bezw. 1912, Heimreise: Frühjahr 1913 bezw.1914. Bedingungen: Mindestens 1,64 m groß, kräftig. vor dem 1. Oktober 1891 geboren(jüngere Leute zur bei besonders guter körperlicher Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mk. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommistion ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt auf drei enzw. vier Jahre zu richten an: Zommande der Stammabteilung der Matrosenartillerie klautschou, Cuxhafen. Mass-Anzüge Herren- Auzüge, Faletots, Hosen nach Mass liefert elegant, schnell, billig 6117 H. Liebreich, aheinischestr. 90. 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April von 11½2—1 Uhr Anstaltsgebäude(Luisenstraße 16) entgegen Anmeldescheine sind beim Schuldiener zu#. Bei der schriftlichen Prüfung ist das Abge zeugnis der zuletzt besuchten Schule vorzulegen. Dr. Auler, 300 Realgymnasialdirektor Städtisches ev. Gymnasin in Dortmund. Das neue Schuljahr beginnt am 13. Anmeldungen nehme ich in den Sprechin 12—1 Uhr an den Schultagen, im Amtszimmer. kischestraße 2, entgegen. Auch können sie schriftlich Benutzung der beim Schuldiener vorrätigen Anges scheine erfolgen. Bei Anmeldungen für Sexta bite anzugeben, ob der Schüler nach dem alten Leh (Beginn mit Latein) oder nach dem Reformlehn (Beginn mir französisch) unterrichtet werden soll. Dr. Franz, Gymnasial-Direkts. 272 D. R.-G.-M 258811. Wichtige Ertind Von unschätzbarem Vorteil — sind unstreitig.— Krombergs moderne Kochher mit gesetzl. geschützten nicht dem Fußboden fahrenden wagen und echten 3½ mm ken verz nickelplättiert. schlägen. unübertrosen praktischer, solider un# barer Ausführung. un schädigen der Fußböden Reparaturen! Steis ni# leichtes und sicher schlußeEin= und Aussahrn Seit ca. 4½ Jahren uu sehr gut bewähtt Garantie für keit, Brennen u. Backn7 Aug. Krombers Herd-Fabrik u. Fabriklager: Kaiserst. Bekanntmachung Nach ver Abrechnung über die Kosten des entzülg Ausbaues(Asphaltierung) der Uhlandstrasse von Mallinkrodt bis Schillerstraße beträgt der vo# Anliegern zu leistende anteilige Beitrag für ein 1 m schußlänge 129,30 Mk. 623 Grunderwerbskosten und die Kosten vorschritg Bürgessteiganlagen sind in dieser Abrechnung nicht entba## Die Abrechnung liegt vom Tage der dieser Bekanntmachung ab 14 Tage im städt. Kleppingstraße 27, Zimmer 258, zur Einsicht auf. Dortmund, den 1. März 1910. Zerliner mit seinen wertvollen 6 Wochenschriff“ Eine wissenschaftl.-Jeullie Jeden Monntag: Jeden Mittwoch: tonische Zeitschrift Zeitgeist) Einc illustrierte nisch. Fachzeitsohr.(1. Rundschau) Jeden Donnerstag: Eine moderne Ilnstcieh Halbwochen-Chronik“ Weltspiegel) Jeden Freitag: Jeden Sonnabend: Jeden Sonntag: Eine moderne.„ Halbwochen-Chrodik E Weltspiegel) kostet nur 2 Mark monatlle bei allen Postanstalten Deutschslan 180 000 Rbonnentel. Honners den 3. Mär, zweites s Abg ##. ministertische: aschsbent Dr. #.s Keratung über den L serigeiegt. Ledselguitniter Sppow ult #andelsminister Sydow: ### sch in der voraufgegal eisen der Untersuchung äcbeschäftiset. 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Gymnasial-Direkts. chtige Ertindu rem Vorteil reitig.— rue Kochher ut gesetzt. geschützten nicht em Fußboden fahrenden sagen und echten 3½ mm en verz nickelplättiert. chlägen. unübertrossen raktischer, solider un### arer Ausführung. un chädigen der Fußböder Keparaturen! Steis eichtes und sicher schl Ein= und Ausjahrn Seit ca. 4½ Jahren uu sehr gut bewähr Garantie für eit, Brennen u. Backn7 omberg lager: Kaiserstr. machung ber die Kosten des r strasse rstraße beträgt der von ge Beitrag für ein 1 M die Kosten vorschriftming er Abrechnung nicht entzi som Tage der Veröffenlich Tage im städt. 258, zur Einsicht aus. Berlin, 2. März. ## winistertische: Sydo##, v. Velsen. #### zudent Dr. Porsch eröffnet die Sitzung um aie Heratung über den Etat der Bergverwaltung sortgesetzt. Lisminister Sydow über die Radbodkatastrophe. Lelsminister Sydow: Verschiedene der Redner ## in der voraufgegangenen Debatte mit den Eriien der Untersuchung über das Radbod=Grubenia beschäftigt. Obwohl ich natürlich die von meinem vugänger versprochene Denkschrift über die Unterur noch nicht vorlegen kann, so nehme ich doch über den gegenwärtigen Stand der Untersuchung , Ritteilungen zu machen. Die gerichtliche Unter„u noch nicht beendet, wohl aber die Zeugenver“ Ein Sachverständiger, der ohne Mitwirkung serabehörde ernannt worden ist, ist mit der Aus„ eines Gutachtens beauftragt worden. Was gufedumungsarbeiten angeht, so ist die Aufräumung weiten Sohle beendet. Die Arbeiten erstrecken sich auf die dritte Sohle. Die Schwierigkeiten, die den sien entgegenstanden, waren außerordentlich groß. standpunkte der Zechenverwaltung hätte es nur nicht sein können, wenn die Arbeiten auf das hätten beschleunigt werden können, damit die munoringende Förderung der Kohle beginnen konnte. Juigabe der Bergpolizei war eine wesentlich andere. die Ursachen der Katastrophe festzustellen, und um verhüten, daß ein neuer Schaden entstand, der unglück noch vergrößert hätte. Das Wasser mußte sci noch eine Zeitlang in der Grube verbleiben, das der Brandgefahr vorgebeugt werde. Ueberhaupt un wegen der Zerstörungen und der Schlagwetterstr alle Vorsichtsmaßregeln angewendet werden. Es sin auch lediglich elektrische Lampen verwendet #den. von den Leichen sind bis jetzt 126 geborgen, die Bervon etwa 170 steht noch aus. Die Polizeiverwalhat mit der größten Sorgfalt die Arbeiten über1. Ein Referent des Handelsministeriums ist selbst nal in die Grube hinabgefahren, der Bergreviernie mehr als zweihundertmal. Ein Einfahrer bedauernd in der Grube. Wenn der Abg. Sachse in Reichstage beschwert hat, daß keine Arbeiterverzur Besichtigung der Grube zugelassen seien, so die Sache folgendermaßen: Auf Anregung des ungspräsidenten in Münster sind vom Knappzisvorstand zwei Arbeiter in die Grube gesandt woraber hat sich der Knappschaftsvorstand geier, weitere Arbeiter in die Grube zu entsenden. int hört links.) Las nun die Frage nach den Ursachen der Kataangeht, so kann ich gerade hierüber mich nur sehr altend äußern, da ja die Untersuchungen noch Daß eine Kohlenstaubexplosion die Ursache geis, erscheint nach den bisherigen Ermittelungen weiselhaft, dagegen hat neuerdings eine andere ung an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Man hat im Stollen zwei, Flöz drei, ein System von ventdeckt, welche nach übereinstimmenden Zeugenn vor der Katastrophe nicht vorhanden waren. Amn schon öfter vorgekommen, daß an solchen itlich entstandenen Spalten sich Grubengas entwickelt kund infolgedessen Explosionen eingetreten sind. Redner weist sozialdemokratische Darstellungen der ingungsergebnisse zurück und fährt dann fort: Nun hat man verschiedentlich Klage darüber erhoben, daß die ersten Rettungsarbeiten zu früh eingestellt worden seien und die Befürchtung ausgesprochen, daß dadurch weitere Menschenleben geopfert worden seien. Diese Befürchtungen sind ungerechtfertigt. Fast alle bis jetzt aufgefundenen Leichen sind in der Stellung und am Orte ihrer Arbeit mit dem Werkzeug in der Hand aufgefunden worden, woraus also zu schließen ist, daß die Leute durch den ersten Feuerstrom, der die Grube durchzog, getötet worden sind. Zum Schluß möchte ich noch die Vorkehrungen skizzieren, die getrossen worden sind, um ähnlichen Unfällen vorzubeugen. Zunächst ist vorgeschrieben, daß nur elektrische Lampen in Gruben verwendet werden dürfen. Ferner ist eine stärkere Berieselung angeordnet worden. Alle Wetter werden chemisch analysiert auf ihren Gehalt an Grubengas. Zur Prüfung weiterer Vorsichtsmaßnahmen hat mein Amtsvorgänger eine Kommission nach Belgien geschickt. Der Bericht dieser Kommission wird augenblicklich ausgearbeitet. Es soll ferner der Versuch gemacht werden, in die Bohrlöcher unter hydraulischem Druck einen starken Wasserstrom einzuführen, um die Gasentwickelung zu verhindern. Auch sonst wird sich die Werksleitung natürlich alle Mühe geben, alles was an ihr ist, zur Verhütung von ähnlichen Unfällen zu tun. Redner wendet sich dann zu den gestrigen Ausführungen des Abg. Macco und verspricht durch Förderung der Eisenbahnbauten die Siegerländer Hüttenwerke nach Möglichkeit zu unterstützen. Eine tarifarische Bevorzugung dagegen stoße auf Schwierigkeiten. Auf die Klagen über die Lage der staatlichen Bergleute erklärt der Minister, daß die Löhne in Oberschlesien und im Harz gestiegen, im Dortmunder Bezirk und im Saarrevier kaum merklich gesunken, an der Deister allerdings etwas erheblich gefallen seien. Im großen und ganzen könne man damit zufrieden sein, daß angesichts der allgemeinen Depression die Arbeiterlöhne sich auf der Höhe erhalten hätten. Die von den Sozialdemokraten geforderten statistischen Ausweise seien zu umständlich, zu schwierig und zu kostspielig. Er bitte daher den sozialdemokratischen Antrag avzulehnen. Abg. Korfanty(Pole) verlangt eine übersichtliche Gestaltung des Etats. Die Zahl der Unfälle wird zurückgehen, wenn die Arbeiter an der Grubenkontrolle beteiligt werden. Die geheime Stimmabgabe bei der Wahl der Sicherheitsmänner muß gesichert werden. Der Redner bringt Beschwerden über die Verhältnisse auf den oberschlesischen Zechen vor. Der Minister sollte eine Statistik über die Häufigkeit und die Dauer an Krankheiten aus Unfällen aufmachen. Die deutschen Knappbehandeln die polnischen Arbeiter mit großer Schroffheit. Sie spielen sich als Usurpatoren auf und tun so, als ob die polnischen Arbeiter eine verlotterte, zur Trunksucht neigende, arbeitsscheue Gesellschaft seien. Den ausländischen Bergarbeitern sollte der Aufenthalt in Deutschland während des ganzen Jahres gestattet sein. Der Redner beschwert sich über Ausnahmegesetzgebung gegen die polnischen Arbeiter. Abg. Imbusch(Zentr.): Herr Leinert hat gestern als freiwilliger Anwalt der nationalliberalen Partei gesprochen. Das ist politisch höchst interessant.(Zustimmung im Zentrum.) Die Sozialdemokratie gebärdet sich immer als alleinige Vertreterin der Bergarbeiter. Aber sie hat Gelder, die für die notleidenden Bergarbeiter während des Streiks gesammelt waren, den russischen Revolutionären gesandt und die Bergleute in der Not sitzen lassen.(Hört! Hört!) Sie(zu den Sozialdemokraten) werden schließlich doch nicht die wahre und gerechte Sache des Zentrums aufhalten können.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Schmieding(nat.=lib.) begrüßt die Erklärungen und Versprechungen des Ministers, genauere Uebersichten über die Ergebnisse der staatlichen Bergwerke zu geben. Daß aus den staatlichen Betrieben nicht so viel berausgewirtschaftet werde, wie aus Privatbetrieben, liege in der Natur der Sache. Auffallend ist mir gewesen, daß noch kein Redner des von Anfang an so sehr bekämpften Arbeitsnachweises im Ruhrrevier Erwähnung getan hat. Das beweist am besten, daß diese Institution sich gut bewährt hat. Es ist nicht richtig, wenn gesagt worden ist, daß das Zentrum die Sonne sei, von der die Strahlen der Arbeiterbeglückung ausgingen.(Heiterkeit.) Herr Gronowski hat die sozialpolitische Betätigung des Zentrums als eine Folge der christlichen Weltanschauung hingestellt.(Sehr richtig! im Zentrum.) Demgegenüber bemerke ich, daß diese christliche Weltanschauung ebenso von dem evangelischen Teile der Bevölkerung, den Positiven ebenso wie den Liberalen, vertreten wird. Fürst Bismarck war doch kein Katholik, und er ist doch aus praktischen Gesichtspunkten heraus der Begründer unserer Sozialgesetzgebung geworden. Diese Gesetzgebung, um die uns alle Völker beneiden und die uns keiner nachzumachen wagt, ist vom Fürsten Bismarck geschaffen worden.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Dann ist noch ein Punkt da, den die Herren vom Zentrum und von den Sozialdemokraten nicht übersehen sollten, nämlich, daß dieses ganze große Werk nur durch die opferwillige Mitarbeit der Arbeitgeber hat zustande kommen können.(Sehr richtig! b. d. Nationalliberalen.) Selbstverständlich ist die Großindustrie bereit, an dieser Gesetzgebung auch weiter zu arbeiten, wenn sie im Geiste Bismarcks weitergeführt wird, nicht aber, wenn sie in dem vom Abg. Gronowski vertretenen ultramontanen Geiste weitergeführt wird; dann werden die Industriellen mit Händen und Füßen bremsen. In der Tat war die Rede des Herrn Gronowski außerordentlich bedauerlich. Gewiß, seine Art ist nicht minder gefährlich, als die der Sozialdemokratie.(Ohol im Zentrum.) Ich möchte nur ein Wort Schorlemers zitieren, das heißt:„Vom sozialdemokratischen Ton bis zur sozialdemokratischen Gesinnung ist nur ein Schritt.“ Redner polemisiert weite: gegen den Abg. Gronowski. Abg. Gyßling(freis. Vp.): Wenn der Ministerpräsident nur die Demokratisierung des Wahlrechts als Grund für die Verflachung des politischen Lebens bezeichnete, so zweifle ich doch daran, nachdem wir heute diese Art der Debatte auch in diesem Hause erleben, wie wir sie ähnlich im Reichstag hören. Schuld an der heutigen Debatte trägt das Zentrum.(Lachen im Zentrum. Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Die Bergarbeiter müssen ausreichende Löhne erhalten. Die Seßhaftmachung der Arbeiter wird für die Verwaltung nur von Vortéil sein. Die Bohrungen in Ostpreußen und Posen müssen fortgesetzt werden, wenn sie bisher auch keinen Erfolg hatten. Abg. Lehmann(nat.=lib.) polemisiert gleichfalls gegen das Zentrum. Die Verschärfung des politischen Tones gehe vom Zentrum aus.(Lärm im Zentrum.) Unter lebhaften Pfuirufen der Rechten verliest der Redner den Artikel eines Zentrumsblattes, der die Geburt des ersten Kronprinzensohnes glossiert. Abg. Gronowski(Ztr.) weist die gegen ihn vom Abg. Schmieding erhobenen Angriffe zurück. Der sozialdemokratische Antrag betr. Statistik wird abgelehnt. Freitag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 5 Uhr. Der Reichstag erledigte am Mittwoch eine Anzahl Resolutionen zum Etat des Reichsamts des Innern. Zum Kapitel„Allgemeinfonds“ beantragten die Nationalliberalen die Gründung und Unterhaltung einer Reichsanstalt für Luftschiffahrt in Friedrichshafen. Das Zentrum verlangte eine Versuchsanstalt unter Leitung des Grafen Zeppelin. Nach Bearündung der Anträge durch die Abag. Leser(Ztr.) und Hieber(nat.=Ab.) meinte Graf Carmer (kons.), die beteiligte Industrie solle die Pläne realisieren, das Reich möge sich mit einem Zuschuß begnügen. Abg. Delbrück(freis. Vg.) trat für die Verluichsanstalt ein. Staatssekretär Delbrück war der Ansicht, daß sich die Sache nicht übers Knie brechen lasse, nichtsdestoweniger behalte er sie mit Ernst im Auge. Württembergischer Bevollmächtigter Koehler er klärte, Graf Zeppelin habe wegen Geschäftsüberlastung die ihm zugedachte Leitung des Instituts abgelehnt. Die württembergische Regierung begrüße die Anträge mit Freuden. Damit schloß die Erörterung, die beiden Resolutionen wurden angenommen. Abg. Goercke(nat.=lib.) empfahl eine Resolution zur Annahme, nach der eine Herabsetzung der Eisenbahntarife für deutsche Seefische gefordert wird. Die deutsche Hochseefischerei verdiene Förderung. Nach Zustimmung seitens der Abgg. Erzberger (Ztr.) und Gothein(freis. Vg.) wurde regierungsseitig die Berücksichtigung des Antrages in Aussicht gestellt. Für die Fischer sprachen noch die Abgg. SchönaichCarolath(nat.=lib.), Träger(freis. Vg.), Ahlhorn (freis. Vg.). Nach längerer Debatte wurde die Resolution angenommen. Donnerstag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß nach 7 Uhr. Graf Pfeil vor dem „ S. u. H. Thorn. 1. März. In der fortgesetzten Beweisaufnahme werden noch eine Reihe ehemaliger Angestellter des gräflichen Hauses Pfeil vernommen, die ihre Aussagen in dem Zivilprozeß des gräflichen Paares durch eidesstattliche Versicherungen an den Detektiv Gräger in wesentlichen Punkten geändert haben. Der Verhandlungsführer gibt ein Telegramm des Rechtsbeistandes der Gräfin Pseil, des Notars Dr. Sprenger bekannt, in welchem dieser dagegen protestiert, daß das Gericht seiner Mandantin durch die Beschlagnahme keiner Handakten„eine erneute ungerechtfertigte Krünkung". zugefügt habe.— Der Verhandlungsführer bezeichnet dieses Telegramm als ungehörig.— Von dem Kgl. Hofopernsänger Staumer ist eine Mittetlung eingelaufen, daß der Zeuge Gräger in seineem Ehescheidungsprozeß eine verhängnisvolle Tätigkeit entwickelt habe, er sei eventuell bereit, hierüber auszusagen.— Der gestern genannte Zeuge Breitefeld aus Wilmersdorf ist heute erschienen und gibt an, daß in dem Ehescheidungsprozeß des Direktors Lapp in Aschersleben gegen seine Frau Gräger versucht habe, eine dritte Person zur Unterschrift unter eine Quittung über 350 Mark zu bewegen, während die betreffende Person nur 250 Mark erhalten sollte. Den Rest von 100 Mark habe Gräger behalten wollen.— Gräger bestreitet mit Enschiedenheit die Richtigkeit dieser Behauptung. Der Zeuge habe an Direktor Lapp Erpressungen versucht.— Ter Gerichtshof beschließt, über die Sache Justizrat Viebig(Breslau) als Zeugen zu laden.— Die Pensionatinhaz berin Frau Dr. Weihe(Berlin) ,bei der die Gräfin zwei Jahre gewohnr hat, bekundet, daß diese in der ersten Zeit eine stille Frau gewesen sei, die aber immer mehr in Verbitterung und Nervosität geraten sei. Die Zeugin ist schließlich mit der Gräfin iy Die anhaltende Steigerung der Haturbutterpreise hat mehr und mehr zur Verwendung geeigneter ButterErsatzmittel und namentlich der Pflanzenbutter-Margarine geführt. Von letzterer sind besonders beliebt van den Bergh's bekannte Marken Palmkroner und Palmitolzu die bester Naturbutter in jeder Versendungsart gleichkommen. In allen einschläg. Geschäften erhältlich. a 6 Wochenschrite Eine wissenschaftl.-Teulr onische Zeitschrift leitgeist) linc illustrierte lisch. 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Von der Befürchvielleicht doch zu einem Zweikampf war von der Ungeduld, aus Herrn Heuers Munde legte sich Thea mit ihren Romanen in tenichtssu9 feirentschlossen, nach Schluß von Karls ##ig stunde dem Kandidaten die Sonne ihrer Gnade des nig;#en, ihm den gewohnten Anblick ihres der 52 zu teil werden zu lassen. Einem Menust für 92), icht für sie schießen wollte! Der also ihre Marggratg F., Sc1Uß Pulver wert erachtete. #a beendete am Nähtisch die Häkelarbeit zu widaten## war ihrerseits fest entschlossen, dem im, und an Schluß der Unterrichtsstunde aufzuhrei, gr## erhand wünschenswertes von ihm zu vieles ans, über die Herausforderung und zweitens mzählen.###, was sie augenblicklich nicht einzeln Aae; imstande war. on zer““ sich ein wenig beklommen, und doch Kandidar#. satz gar nichts Außergewöhnliches. ein ma; blieb ja fast nach jeder Unterrichtsstunde Beg hattz 3 Plaudern bei ihnen. „verdings geäußert:„Ich bin für den neine##rechen. Ich habe Wichtiges zu lesen und Vargargs# nicht mir Schwätzereien verschwenden!“ würde also genötigt sein, allein mit dem Kandidaten zu reden. Oder auch in Karls Gesellschaft. Aber doch lieber ganz allein mit ihm! Ohne Karl. Der Junge brauchte nicht zu wissen, was sie mit ihm zu besprechen hatte! Ob er denn auch ihre Fragen beantworten würde? Hatte sie überhaupt ein Recht, ihm Fragen zu stellen? Ihn gewissermaßen zu verhören? Wenn er nun jede Auskunft verweigerte und morgen hinginge,um sich totschießen zulassen? Nein! Er mußte ihr auf jeden Fall Rede stehen! Plötzlich besann ste sich, wie leicht der junge, blonde Mensch durch den festen Blick einer Dame in Verlegenheit zusetzen war. Sie hatte das Experiment oft von Thea ausführen sehen. Dieses Bewußtsein gab ihr viel Mut. Sie nahm sich vor, den Kandidaten mit ein paar festen, wenn auch nicht unfreundlichen Worten einzuschüchtern und ihn mit überlegener Ruhe zu einer umfassenden Beichte zu nötigen. Da vernahm sie auch schon Stuhlrücken im Nebenzimmer, und hörte, wie sich Karl nach der anderen Seite entfernte. Die Stunde war also beendigt und Herr Heuer allein. Obwohl sie ein wenig kleiner und dicker, überhaupt etwas derber war, als ihre Schwester, nahm sie doch kurz entschlossen Theas königliche Haltung an, von der diese in ihrem Lehnstuhl augenblicklich keinen Gebrauch machte. Mit einem kräftigen Ruck öffnete sie die Türe, schritt hoch erhobenen Hauptes zu dem Kandidaten ins Zimmer, blickte ihn an und sagte zunächst kein Wort und dann mit stockendem Atem:„Ich wollte mir Steckna= deln suchen, um die Spitze an meiner Schürze festzustecken. Aber hier sind wohl keine. Ich..“ Damit wollte sie gehen. Heinz war aus Artigkeit noch befangener, als Margarete selbst. Und sowie sie gegenseitig merkten, wie verlegen sie beide waren, wurden sie es umsomehr. Gleichviel besaß Heinz so viel Geistesgegenwart, Margaretes Flucht zu verhindern. „Aber bitte, Fräulein Margarete,“ rief er eifrig.„Wonach Sie suchen, damit kann ich dienen. Bitte recht sehr.“ Eifrig zog er sein Geldtäschchen hervor, in dessen Fächern tadellose Ordnung herrschte. Im Silber= und im Nickelfach lagen die Geldstücke der Größe nach in schönen, schräggedrückten Rollen aneinander gereiht. Das Goldfach war sehr unbeschädigt und in dem engen Fach an der Rückwand lagen alle Stecknadeln aufgespeichert, die Heinz im Laufe der Zeiten gefunden und gesammelt hatte. Er hätte es für eine Sünde gehalten, auch nur ein einziges dieser geringen, aber nützlichen Geräte, das sich seinen Augen bot, verächtlich in der Dielenritze liegen zu lassen. Ebenso schien es ihm sonst ein unverantwortlicher Leichtsinn, ein Stück aus dem zusammengesparten Schatze wegzugeben. Er trennte sich ungern von einer solchen Nadel. Nicht aus Geiz, sondern aus wirklich herzlicher Liebe zu den kleinen, spitzigen Findlingen, die er gewissermaßen au Kindesstatt angenommen hatte. Jetzt aber öffnete er ohne Besinnen das inhaltreiche Fach, griff mit zwei Fingerspitzen hinein und nahm, ohne hineinzusehen oder zu zählen, so viel Stecknadeln heraus, als sich eben fassen ließen. Es waren fünf Stück. Er zählte sie, als sie Margarete vor sich auf den Tisch gelegt hatte, neben den sie sich sofort mit ihrer Arbeit setzte. Er zählte sie nochmals, weil er nichts zu sagen wußte, und sah zu, wie eine nach der anderen in Margaretens Fingern verschwand und dann die schön gehäkelle Spitze mit dem Schürzenrand zusammenheftete. Margarete sprach auch nichts, sie verwandte kein Auge von ihrer Schürze, worüber sie die vorhin angenommene königliche Haltung ganzvergaß, und das hatte weiter keinen Grund, als daß das gleichmäßig gradlinige Anheften einer gehäkelten Spitze die angestrengteste Aufmerksamkeit erfordert. Auch als es sich herausstellte, daß mit den fünf Nadeln erst etwa die Hälfte des Bedarfs gedeckt war, hatte Margarete keine Zeit die halbangesteckte Spitze liegen zu lassen und sich aus dem Nähtisch im Nebenzimmer die nötigen Nadeln zu holen. Ihre Aufmerksamkeit war derart in Anspruch genommen, daß sie nicht einmal die Augen emporzuheben vermochte, als sie Herrn Heuer mit leisem Erröten bat:„Haben Sie vielleicht noch ein paar Nadeln übrig?“ Geschwind und ohne Murren legte Heinz abermals eine Prise auf den Tisch, und dann bat Margarete noch um eine einzige Nadel zum Schluß. Während er diesem Wunsch willfährig gehorchte, bedurfte die fast ganz angeheftete Spitze nicht mehr der allerschärfsten Aufmerksamkeit, Margarete blickte ein wenig auf, und in einem unvermuteten und unerklärlichen Anfall beiderseitigen Mutes blickten sie einander plötzlich in die Augen. Weil ihnen nicht gleich etwas anderes Sehenswertes einfiel, blickten sie nicht sofort wieder weg, und dabei zeigte es sich, was es mit der Nadel, die weinz große dicke Finger beinahe zierlich an der Spitze gefaßt hatten, für eine seltsame Bewandnis hatte. Es war eine ganz merkwürdige Nadel. Margarete hatte das dargebotene Ding mit weit zierlicherem Griff erfaßt, um es sich zu nehmen. Aber das ging nicht. Die Nadel war verhext. Die beidenjungen Leute konnten ganz und gar nichts Zweckmäßiges mit ihr tun, konnten sie weder loslassen, noch nehmen, obwohl sie sich offenbar beide mit der größten Anstrengung bemühten. Denn ihr Atem ging schwer und kurz. Nachdem die sonderbare Nadel eine Zeit lang ruhig zwischen zweimal zwei Fingern gelegen hatte, begann sie plötzlich gefährlich hin und her zu schwanken, wahrscheinlich weil bei ihrer Anfertigung kein Wert auf inneres Gleichgewicht gelegt worden war. Das kleine, nachlässig gearbeitete Werkzeug bewegte sich unregelmäßig hin und her und zog auch die beiden beteiligten Paar Jungfrauen= und Jünglingsfinger in rätselhaftem Zickzack auf und ab. Margaretes Finger zitterten dabei so heftig, daß sie die merkwürdige Nadel dem Herrn Kandidaten in den rechten Zeigefinger stach. Ein großer Blutstropfen quoll hervor, und Margarete rief sogleich:„O weh“ und fügte hinzu:„Nehmen Sie sich in acht, Herr Heuer, Sie werden sich stechen.“ Unmittelbar darauf aber erkannte sie die Uebe slüssigkeit dieser Warnung und tupfte mit einem blend#nnd weißen Tuch das Blut von seiner Hand. Heinz hielt still und hätte gernetwas ähnliches getan. Aber erstens wußte er nicht genau, ob sich sein Tuch in einem ganz blendend weißen Zustand befand, und zweitens war an Margaretes Finger nirgends eine Wunde zu entdecken. Er begnügte sich also damit, alle unverletzten-Stellen, die er an Margaretes Hand entdeckte, mit großem Vergnügen zu küssen, und daran war niemand, anders schuld, als der Mann, in dessen Fabrik die sonderbare Stecknadel so unvorsichtig geschmiedet worden war. 177,18 Tifferenzen gerommn und zwar infolge eines Eclats in der Pension. Ein Herr v. M. hatte eine junge Tame beleidigt. Als die Gräfin das erfuhr, ging sie zu dem Herrn an den Tisch und sagte: Wenn ich ein Mann wäre, würde ich Ihnen jetzt eine Ohrfeige geben. Die Gräfin habe dann das junge Mädchen veranlaßt und zwar in nicht sehr zartfühlenden Weise einen Prozeß gegen Herrn v. M. zu führen. Bezüglich des Grafen hatte die Zeugin den Eindruck, daß ihn die Gräfin vernichten wollte. Davon, daß die Gräfin Beziehungen zu einem Herrn unterhielt, die zu einer Heirat führen sollten= under der Bedingung, daß sie ihre Kinder mitbringe, weiß die Zeugin nichts.— Zeuge Rechtsanwalt Dr. Behr(Berlin) hat verschiedene Prozesse des Grafen gegen den Geheimen Hofbaurat Heim in Berlin geführt. Geheimrat Heim leistete schließlich einen Eid, daß die Eheschließung seiner Tochter mit dem Grafen nicht gegen das Versprechen einer Rente erfolgt sei. Der Zeuge hat den Eindruck gewonnen, daß Geheimrat Heim diesen Eid objektiv unrichtig abgelegt habe. Nachher habe man von seiten der Familie Heim den Grafen zu beeinflussen gesucht, daß er die Kinder herausgebe und zwar in einer Weise, die eine unzulässige Einwirkung, eine Drohung mit Unbequemlichkeiten bedeute.— Graf Pfeil erklärt hierzu, seine damalige Frau habe ihm schon früher mitgeteilt, daß ihr Vater es mit dem Eide nicht genau nehme. Er habe ihr erklärt, man könne zehn Eide leisten, es dürfe nur niemand dabei sein.— Zeuge Krebs(Treibnitz i. Schl.) hat die gräfliche Familie auf dem Gute Giersdorf, ihrem Familiensitze öfter beobachtet. Der Vater habe sich mit den Kindern mehr beschäftigt als die Mutter, die diese meist den Domestiken überließ. Die Gräfin hat nach dem Zeugen wenig religiöses Empfinden. Sie ging mit dem Sonnenschirm in der einen und mit gerafftem Rock in der anderen Hand, während der Vater den Sohn führte. Die Gräfin schien viel auf Toiletten zu halten, die immer sehr elegant waren. Anfang 1904 wurden ihm die gräflichen Kinder übergeben, die er aber nicht behielt, sondern Maßregeln der Gegenpartei befürchtete. Die Gräfin erschien auch mit ihrem Anwalt, um die Kinder zu suchen. Tabei hat sie sich eines Hausfriedensbruches schuldig gemacht, wegen dessen sie auch bestraft wurde. Der Zeuge wird dann noch einige Zeit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vernommen, weil verschiedene Fragen gestellt werden sollen, durch die das Ehrgefühl des Grafen Pfeil verletzt werden könnte. Tann werden noch eine Reihe von Briefen des Zeugen an den Grafen Pfeil verlesen, in denen der Zeuge wieder auf die eleganten Toiletten der Gräfin zu sprechen kommt. — Ein Antrag des Rechtsbeistandes der Gräfin, des Rechtsanwalts Stempel, auch den nichtöffentlichen Verhandlungen beiwohnen zu dürfen, wird abgelehnt. anzusehen waren, wurde die Klage kostenpflschtig abgewiesen. Aus dem Gerichtssaal. Gewerbegericht Dortmund. Dortmund, 2. März Den Vorsitz in der heutigen Sitzung führte Herr Justizrat von Bodecker. Als Beisitzer waren die Herren Bauunternehmer Linneweber, Bauunternehmer Schmidt, Maurer Puls und Stuckateur Schreiber zugezogen. Es wurde u. a. über folgende Streitsachen verhandelt: Der Schreiner Eilert Dobbeler forderte von dem Schreinermeister Ed. Lipproß 11,50 Mark rückständigen Lohn. Beklagter wandte ein, daß Kläger ihm durch unsachgemäße Arbeiten und obwwohl er ihm Zeich nungen in natürlicher Größe zur Verfügung gestellt habe. einen bedeutend höheren Schaden zugefügt habe. Da Kläger das Vorbringen des Beklagten nicht zu bestreiten vermochte, erfelgte kostenpflichtige Abweisung der Klage. Auf Zahlung von 24,50 Mark rückständigen Lohn klagte der Arbeiter Heinrich Dopsch und zwar forderte er diesen Betrag von der Firma Lolat Eisenbeton Ak tiengesellschaft hier. Bellagte erhob den Einwand, daß dem Kläger nur ein rückständiger Lohn in Höhe von 11 Mark zustehe und daß ihm dieser nicht eher hätte zugesandt werden können, bis ihr die Mohnung des Klägers bekannt geworden sei. Sie erbot sich indes, an den Kläger im Wege des Vergleichs inkl. Terminsversäumnisse den Betrag von 18,20 Mark zu zah len, womit Kläger sich einverstanden erklärte. Die Firma F. und W. Möller wurde verniteilt. an den Schlosser August Österhaus wegen rechtswidri ger Entlassung eine Lohnentschädigung in Höhe von 30 Mark zu zahlen, da die von ihr vorgebranten Entlassungsgründe ihr Vorgehen nicht rechtfertigten. Von diem Cafetier Eduard Reichel hier sorderte der Kellner Richard Reich 12,50 Mark rückständigen Lohn und wegen rechtswidriger Entlassung eine Trink gelderentschädigung von 6 Mark. Beklagter behauptete, daß Kläger den rückständigen Lohn nicht fordern könne, da er(Kläger) für diesen Betrag einem Gaste Getränke usw. gepumpt habe. Kläger habe sich daher an dem betr. Gaste selbst schadlos halten oder ihn (den Beklagten) in Gegenwart des Gastes davon in Kenntnis setzen müssen. Beides habe Kläger aber nicht getan. Die Entschädigung wesen der sofortigen Ent lassung erkenne er an. Das Gericht stellte sich auf dem Standpunkte des Beklagten und wies den Kläger in Höhe von 12,50 Mark mit seiner Klage ab, wäh red ihm der Rest zuerkannt wurde. Der Knecht Hans Deuerlein beanspruchte von der Firma Wilhelm Siebel hier eine 14tägige Lohnent schädigung in Höhe von 54 Mark wegen rechtswidri ger Entlassung. Schon in einem früheren Termine machte der Vorsitzende dem Kläger auf die Haltlosigkeit seiner Klage aufmerksam. Kläger hatte es daher auch vorgezogen, im heutigen Termine nicht zu erstteinen. Die Klage wurde durch Versäumnisurteil kostenpflichtig abgewiesen. Ebenfalls ohne jeden Grund und Kündigung will der Schlosser Thomas Klave von der Firma K. u. W.. Niederhoff entlassen sein. Beklagte behauptete, daß mit dem Kläger bei dessen Einstellung Kündigung ausgeschlossen worden sei. Sie legte auch ein diesbezüg liches, vom Kläger unterschriebenes Schriftstück vor. Da hierdurch die Behauptungen der Beklagten als erwiesen Torgau, 2. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Bäckergesellen Schröder, der im Dezember in Wittenberg die Prostituierte Gäbler erschossen hatte, wegen Totschlags zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Vermischtes. Helmsteo., 2. März. Auf der Kohlengrube „Glück auf“ wurden gestern Abend 12 Bergleute durch giftige Gase betäubt und abgeschnitten. Einer Rettungskolonne gelang es nach dreistündiger Arbeit die Betäubten aus Tageslicht zu fördern, wo sie sich langsam wieder erholten. Kaiserslautern, 1. März. Der protestantische Pfarrer Stallmann in Theiberstegen, welcher wegen Urkundenfälschung verdächtig und seit Frei tag abgängig ist, wurde heute in einer Scheune erhängt aufgesunden. Bambera, 1. März. Die Untersuchung gegen den wegen umfangreicher Unterschlagungen von Mündelgeldern im hiesigen Untersuchungsgericht befindlichen Oberlandesgerichtsrat Greiner aus Kronach ist nunmehr abgeschlossen. Die amtlichen Feststellungen haben ergeben, daß Greiner seit etwa 30 Jahren Unterschlagnugen in Höhe von 137000 Mark verübt hat. Davon sind durch Verwandte Greiners 92.000 Mark gedeckt worden. Greiner ist in vollem Umfange geständig, bestreitet aber auf das entschiedenste das Opfer eines Verbrechers geworden zu sein. Ehemnitz, 2. März. Im Hause. Roßmarkt 9 wurde ein g#ßenbote von einem jungen Mann überfallen. Auf das Hilsegeschrei des Ueberfallenen eilten Leute herbei, worauf der Täter flüchtete. Er wurde jedoch auf dem Roßmarkt gestellt und verhaftet. Es ist der 22jährige stellungslose Kausmann Burkhardt aus Chemnitz. Der Uebersallene, der 70jährige Dörsel, hat eine leichte Stichwunde davongetragen. Görlch, 2. M, Unler dem Verdacht des Mavmenmords ist der hiesige Gerichtsdiener Scholz verhaftet worden. Die Ermordcte ist die 28jührige unverehrlichte Näherin Alma Sprenger. Sie unterhielt mit Scholz seit mehreren Wochen ein Verhältnis und es wurde behauptet, daß Scholz sie für Monlag abend zu einem Rendezvous bestellt habe. Der Verhaftete gibt an, daß er das Verhältnis seit einiger Zeit gelöst habe, und leugnete jede Schuld. Nach einer von H. T.=B.“ heute in Görlitz direkt eingrzogenen Erkundigung hat Scholz bei dem heute vormittag erfolgten Verhör die Tateingestanden. Kassel. 2. März. Hier wurde eine jugendliche Diebesbande verhaftet, die aus fünf Mädchen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren bestand. Die Mädchen haben in den letzten Wochen zahlreiche Diebstähle verübt. Petersburg, 2. März. Wegen großer Unterschlagungen, die sich auf 300000 M. belaufen, wurde der Bankdirektor Kommerzienrat Martinsen, Direktor des Petersburger Stadtlombards, verhaftet. Paris, 2. März. Zum Funde eines Mädchenkopfes in der Rue Botzaris bestätigt die Polizei, daß es sich um Mord handelt. Das Opfer ist die sechzehn. jährige, seit einiger Zeit verschwundene Pariserin Vendamme. Als Täter kommt ein gut gekleideter junger Mann in Betracht, der dem Mädchen in mehreren Bars außerordentlich hohe Geldversprechen machte. Drei andere Mädchen lehnten die Anträge des Mannes ab, die unerfahrene Vendamme ließ sich jedoch bestimmen, ihm zu folgen. Brüssel, 2. März. Die Polizei verhaftete drei Deutsche namens Spolberg, Bruns und Helmar, alle drei aus Oberhausen in Bayern gebürtig, die in Begleitung eines achtzehnjährigen Mädchens waren, dem sie eine Stelle in Brüssel versprochen hatten. Die drei Individuen miereten ein Zimmer, mißhandelten das Mädchen und zwangen es schließlich, sich der Prostitution zu ergeben. Als die Bedauernswerte mit einem Deutschen bekannt wurde, erzählte sie diesem ihre Leidensgeschichte, worauf dieser den deutschen Konsul informierte. Auf seine Intervention hin drang die Polizei am Dienstag in die Wohnung der drei Uebeltäter ein und verhaftete sie unter der Auliage der Entführung, der Verleitung zu unsittlichem Lebens wandel und des Betruges. Das junge Mädchen wird durch Vermittelung des Konsuls in seine Heimat zurückbesördert werden. Bergamo, 2. März. In der Nähe von Bondione haben sich bedeutende Felsmassen des Bonderaberges losgelöst und sind unter donnerähnlichem Getöse ins Tal gestürzt. Die Einwohner flüchteten in großer Panik und wagen es nicht mehr, in ihre Wohnungen zurückzusehren, da sich noch immer neue Felsmassen loslüsen. Als Genictruppen an Ort und Stelle eintrafen, bedeckten die niedergegangenen Feis= und Erdmassen eine Fläche von 590 Quadratmeter. Man glaubt, daß der ganze Berg nach und nach abfallen wird. Neuyork, 2. März. Bei einem Zusammenstoß zweier Züge im Hudson=Tunnel der Untergrundbahn wurden fünf Personen schwer verletzt. An dem einen Zuge versagte die Bramse, so daß er an der Endstation auf einen haltenden Zug auffuhr. Ein schwereres Unglück wurde durch eine erst kürzlich angebrachte Vorrichtung vermieden, die das Zusammenschieben der Wagen verhüte“ Neuyork, 2. März. Wie ein Telegramm aus Everett im Staate Washington meldet, wurde ein Personenzug der Greaty Northern=Bahn, der seit Donner#tag in den Kasladen sestliegt, gestern von einer Lawine verschüttet. Eine Rettungskolonne ist nach dorihin abgegangen. Aus dem Zuge wurden bis jetzt 30 Personen gereitet und 25 Leichen geborgen. 25 Personen fehlen noch. Die Geretteten sind mehr oder minder schwer verletzt. *** Wenn Korpsstudenten schiegen. Durch die Presse geht nachstehender Gerichtsbericht aus Weimar:„Vor dem Weimarer Landgericht als Berufungsinstanz stand am 23. Februar der Student Seidel aus Jena, der Angehörige eines Jenenser Korps. Er hatte einen Schutzmann bei einem nächtlichen Rekontre durch Revolverschüsse verletzt. Er wurde vom Schöfsengericht Jena, wegen Bedrohung zu 25 Mark Geldstrafe und wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Von der Berufungsinstanz wurde er heute zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte zwei Wochen Gefängnis beantragt.“— Eine Geldstrafe für die vorsätzliche Verletzung eines Schutzmannes durch Revolverschüsse! Das Urteil muß man sich merken angesichts der dielen Gerichtsverhandlungen, die jetzt gegen Wahlrechtsdemonstranten bevorstehen. Handel und Verkehr. Hamburg, 2. März. Die Zufuhren englischer Kohlen nach Hamburg betrugen im Februar 298862 Tonnen(254632 Tonnen im Februar 1909). Vetersburg. 2. März. Die Feorenings=Bank in Helsingfors zahlt für das Jahr 2909 zehn Prozent Dividende wie im Vorjahre und erhöhte das Aktienkapital auf 30 Millionen Mark. Newyork, 2. März. Der Stahltrust erklärte, Rockefellers Interesse am Trust sei bedeutend geringer geworden. Rockefeller junior ist aus dem Dircktorium ausgeschieden.— Die Valtimore= und Ohiobahn erhöhte die Löhne ihrer Telegraphisten. Newyork, 2. März. In Nord Karolina nahmen weitere Baumwollspinnereien Betriebskürzungen vor. *** Frankfurter Abendbörse. Literatur. Paul Lindau's illustrierte Romane und Novellen. In 10 Bänden a Mk. 3,— broschiert Mk. 4 gebunden, bezw. in 75 Lieferungen a 40 Pfg.— S. Schottlaender's Schlesische Verlagsanstalt G. m. b. H., Berlin W. 9.— 8, Lieferung, Tas 8. Heft seiner gesammelten Werke fordert uns wieder zur Bewunderung des Feuilletonisten und Erzählers Paul Lindau heraus. Er bringt eine vollkommen abgeschlossene Novelle„Kollege Schnabel". Lindau hat bekanntlich in jüngeren Jahren seinen kenntuisreichen Geist in den Dienst der Tagespresse gestelllt, und und da stand er eines Tages mit den anderen Redaktenren eines großen Provinzvlattee nes lieben Kollegen, der jung stark Weise durch seine Vorzüge wie durch; die Sympathien des Autors und a##ine Und da führt uns nun Lindaus Erin: n frischen Grabe des Verstorbenen ueder Redaktion zurück, als Kollege saß und für drei schaffte und nach Schluß d.# fröhlich geweser ist und dröhnend arm war, wie eine Kirchenmaus und je zu klagen und ohne Freunde und# ohne je zu stöhnen. Außer den Kollegen ein Fremderda. Der Allerweltsmensch Linz.“ natürlich mit ihm ins Plandern und au2 welchen großen Tienst einmal der Tote a.“! den— einem höheren Richter— erwiesen k. A ihm sein ganzes Lebensglück gerettet hat und ner geräuschlosen Art nicht nur jeden L#### sondern nicht einmal zu Tankesworten gab. Die Situation, in der Kollege viel Edelmut zeigte, ist ebenso dramatisch pieng *** Von dem Humor und den G.# sendes Künstlerateliers, wo das fratz# zen im vertrauten Kreise der Phantasie und ungebunden die Zügel schießen läßtn, se in einer übermütigen Plauderei zu heri### iyr hat Paul Halke eine reiche Zahl vortuß, geistvoller Handzeichnungen entworfen, die“ morvollen Erlebnissen einen echt künstlerischen druck verleihen. Außer diesem, von Lebensfreuddelnden Aufsatz sei aus dem neuesten(13.) illustrierten vornehmen Zeitschrift Mad## Kunst"(Verlag von Rich. Bong, Berlin M kr a des Vierzehntagheftes 60 Pfg.) besonders der falls illustrierte Aussatz von Dr. A. Heilborn### und Wolken“ sowie die innig empfundene „Briefe aus einem Kloster“ von Eva Gräfin von dissni hervorgehoben. Die Fortsetzung von#### nellis dramatisch spannendem Roman„Die lerkolonie“, der an der Hand zahlreicher, vornie gesehener Malercharaktere ein umfassendes Bi# Künstlerlebens unserer Zeit entrollt, schlagen den ser stets durch eine Fülle neuer lebendiger V#### ge im Bann. Mit sicherer Hand weiß der## Zack auch diesmal aus dem ewig bewegten Theater=, Varietee=, Kunst= und Gesellschaftsleben kleinen schimmernden Perlen zu heben. Das praktische Leben veweist am besten. ein Großbetrieb größere Garantien für einan# Erzeugung von Nahrungsmitteln bietet, als viele kleine Betriebe.— Ein Großbetrieb steit wissermaßen in der Oeffentlichkeit.— Hunderte von beitern, Angestellten und Besuchern sehen, was geht, und was verarbeitet wird.— Was Rein keit im Großbetriebe heißt, davon bekommt man### Begriff, wenn man die Van den Bergh'schen Ma rinewerke in Cleve besichtigt, wo die bekannten M ken„Vitello“ und„Cleverstolz“ hergestellt werden. Die Erzeugung dieser beiden hervorragenden Buta satzmittel und die dazu verwendeten Rohstoffe## dazu unter ständiger Kontrolle des in der Fabrik stationierten behördlichen Nahrungsmittel ungsamtes. au Frohe Botschaft dem Morgenlande Wie ein rettender Engel wird von zahlreichen und Lungenleidende besonders von solchen, die alle anderen Mittel und Methoden zur radikalen Beseili Leiden schon erfolglos versuchten, die Nachricht ausgenommen werden, daß es nach langen Vorarbeiten zum erstenmal gelungen ist, von dem berühmtesten Heilmittel des Orients geg““ alten husten, Verschleimung, chronische Katarrhe, Asthma, Atemnot, Lungenleiden dem so seltenen und kostbaren, echten arabischen oder Utu=Balsam(dem naturreinen Harzsat; eines an den Küsten des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes) größere Quantiläten nad Europa zu bringen, und daß die Morgenländischen Drogen=Import=Gesellschaft in Jaffa und Berlin W. 15, die sich mit der Einführung dieser interessanten Droge beschäftigt, bis an weiteres Proben davon kostenlos an alle Interessenten abgibt. Der Utu=Balsam, dem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen der Atmungsor#### wahre Wunderdinge nachgesagt werden, gilt im Orient schon seit alters her als das Produkt des ganzen Pflanzenreiches“ und die„edelste aller Arzneien“. Die Pilger, die nach Me“;, zum Grabe des Propheten wallfahren, bringen ihn in kleinen Bleifläschchen eingeschlossen ale „Medizin der Medizinen“ mit in die Heimat, wo er wie eine Reliquie gehütet und nur Falle der höchsten Not, wenn die Arzneikunst am Eude des Könnens angelangt ist, angew;,,“ wird. Hervorragende Aerzte aller Zeiten haben wiederholt eingehende Versuche mit dem Balsam angestellt, und berichten sie fast durchweg von geradezu überraschenden Resultaltt die mit ihm erzielt wurden. Nack Europa kam der Utn=Balsam nur höchst selten und auch dann nur in solch minime Quantitäten, daß an seine allgemeine Verwertung nicht gedacht werden konnte. Die keiten seiner Beschaffung sind jetzt aber beseitigt, und heute kann das so außergewöhng kräftige Mittel schon zu einem Preise in den Handel gebracht werden, der es auch—.n bemittelten ermöglicht, sich die Wohltat seiner einzigartigen Wirkung nutzbar zu In welcher Weise der Utu=Balsam bei chronischen Erkrankungen der Atmungsorg#mgn als Unterstützungsmittel bei der Bekämpfung der Lungenschwindsucht sein: Etichen ausübt, welche Erklärungen die moderne medizinische Wissenschaft für die mit ihm en###chene Fällen erzielten, geradezu verblüfsenden Erfolge hat, darüber gibt eine hochinteressank Geipz####### Broschüre des Dr. med. Ludwig Laßky Auskunft, die wir allen Interessenten gern Jeder Broschüre fügen wie Vollständig gratis eine Prove bei, wenn, den J. suchon 20 Pfennig in Briefmarken für Porto usw. beigefügt werden.(Man adressier Korrespondenzen an die Morgenländische Drogen=Import=Gesellschaft, Berlin W. 15.) Möge jeder Hals= und Lungenleidende, auch wenn anscheinend vorläufig keine Gefahr in seinem eigenen Interesse sich Probe und Broschüre, die beide zu nichts verpflichten, e## önnenIn vielen, selbst verzweifelten Fällen werden dieselben noch unberechenbaren Nutzen“isten plötzlich neben ihr ein junger Herr, höflich sich verbeugend, sagte: „Gestatten gnädiges Fräulein, daß ich die Mahngebühren auslege?“ Ella Lind wurde noch mehr verlegen. Die Sache war ihr um so peinlicher, als gerade ein junger, fremder Herr Zeuge dieses Auftrittes— denn daß der Vorgang ein solcher war, war Ella klar— sein mußte. Ehe sie noch antworten konnte, hatte der Fremde achtzig Pfennige auf den Tisch des Hauses gelegt und sich wieder an das junge Mädchen gewandt: „Hier ist meine Adresse. Ihr Herr Vater kann mir die kleine Summe ja gelegentlich zustellen.“ Noch immer ganz verwirrt steckte Ella Lind Steuerzettel und die Karte in ihr Handtäschchen und eilte auf die Straße. Jetzt kam es ihr erst zum Bewußtsein, daß sie sich nicht gerade taktvoll benommen hatte. Das Geld konnte man schließlich für ige Stunden annehmen, denn der Vater sollte es postwendend zurückerstatten, aber daß sie für die Freundlichkeit so ohne allen Dank von dannen ging, fast wie ein dummes Ding von dannen rannte,— nein, das war taktlos. Sie beschloß, umzukehren, um dem Fremden zu danken. Schon hatte sie wieder den Fuß auf die erste Stufe der großen Treppe, die in den Innenraum des monumentalen Rathauses führte, gesetzt, als sie wieder innehielt.„Nein,“ dachte das junge Mädchen,„wegen der achtzig Pfennige will ich es doch nicht tun, sonst glaubt der wohl gar——, pah, wenn er auch schön war. Das hatte sie wahrhaftig gesehen. Aber dennoch, sie wollte umkehren.“ Und Ella Lind kehrte um. Stillschweigend legte sie ihrem Vater den quittierten Steuerzettel auf den Schreibtisch. Sie hatte doch ein bißchen Angst, dem Gestrengen ihre Vergeßlichkeit zu gestehen. Und zu allem Unglück hatte sie die Adresse des Fremden verloren. Wie sollte sie dem nun die achtzig Pfennige zurückerstatten. Ella strengte ihren kleinen Lockenkopf an. Schließlich meinte sie, ein Inserat im Stadtanzeiger einrücken zu lassen, sei das Beste. Darauf würde sich der Herr schon melden. Und gedacht, getan. Am nächsten Tage las man in der Zeitung folgendes Inserat: Der junge Herr det am vorigen Freitag in der Stadthauptkasse einer jungen Dame hilfreich beisprang und einen kleinen Betrag deckte, wird um seine Adresse gebeten, da diese verloren. Offerten befördert die Expedition des Blattes. Der Erfolg war ein überraschender. Als Ella Lind am Tage später in der Expedition des Stadtanzeigers vorsprach, empfing sie nicht eine, sondern ein ganzes halbes Dutzend Offerten. Da sie nur eine erwartet hatte, bemerkte sie, daß es wohl ein Versehen sei. Jedoch der junge Expeditionsbeamte beharrte darauf,, daß die Offerten auf das von der Dame bezeichnete Inserat eingelaufen seien. Mit klopfendem Herzen eilte Ella heim, ging sofort in ihr Zimmer, das sie vorsichtig abschloß. Dann machte sie sich an das Oeffnen der Briefe. Und sonderbar! Alle Schreiben nahmen auf den Vorgang in der Stadthauptkasse Bezug und ein jeder der Briefschreiber sagte der jungen Dame in artiger Weise einige Schmeicheleien. Ella wußte nicht, ob sie sich darüber ärgern oder freuen sollte. Wie töricht, daß sie sich während der ganzen Tage nur mit dem Fremden in Gedanken beschäftigt hatte, den sie für einen gar zu liebenswürdigen Menschen hielt. Der wollte nun mit ihr einen Scherz treiben, der—— Unverschämte. Trotzig schlug der kleine Fuß auf den Boden. Was war nun zu tun. Einer ron den sechs mußte der Fremde sein, der ihr die achtzig Pfennige geliehen. Er sollte zu seinem Gelde kommen, wenn sie immerhin auch 4,80 Mark aus ihrer Tasche opfern mußte. Sie entschloß sich denn sofort, an die angegebenen Chiffreadressen das Geld abzusenden. Damit war für Ella Lind die Geschichte erledigt, wie sie sich sagte. In Wirklichkeit sollte das Spiel aber erst beginnen. (Schluß folgt.) 2* Drakt. Ratschläge. 113 Einen Beitrag zum Kapitel Sparheizung liefert uns ein Abonnent, der geeignet ist, das Budget mancher Familie und Lausfrau, die oft mit jedem Pfennig rechnen müssen, wenigstens einigermaßen herabzumindern. Jeder Hausvater weiß, wie schwer gerade zur kalten Jahreszeit die Position„Feuerung“ allmonatlich den ausgeworfenen Etat belastet; darum möchten wir, mit Vergnügen den erwähnten Ratschlag der weiteren Oeffentlichkeit unterbreiten: Der Einsender, der ein Fachmann auf dem Gebiete der Feuerungstechnik ist, schreibt: Es darf wohl als bekannt vorausgesetzt werden, daß die Ofentüre, sowie die Ventilation fest geschlossen wird, sobald sich das Brennmaterial in voller Glut befindet. Bevor wir nun den Ofen ganz abschließen, nehmen wir bei leichter Kälte 2—4 Briketts oder Stückkohle, wickeln sie so fest wie möglich in einen, besser zwei Zeitungsbogen ein und legen das Paket vorsihtig auf die Glut, während die Türe gut verschlossen wird. Da brennen Papier und Kohle doch fort, wird jeder rufen. Das schon, aber in einem Zeitraum von zwölf Stunden und mehr ist noch helle Glut im Ofen. Jedes lange und umständliche Anheizen ist selbst bei einem Brikett am folgenden Morgen vermieden, jede Schmutzerei verhütet und der Ofen und damit das Zimmer andauernd warm gehalten. Wie bei einer Zentralheizung also. Bei starkem Wind und größerer Kälte erhöht man die Zahi der Briketts auf sechs Stück und kann sicher sein nach zwölf Stunden noch Feuer im Ofen zu finden. Will man morgens das Feuermachen ersparen, so genügt über Nacht ein Brikett. Die Sache ist tatsächlich so und verdient besonders in unserer teueren Kohlengegend— in Norddeutschland zahlt man 70 ja, an manchen Orten gar nur 60 Pfg. für den Zentner— alle Beachtung. Man schreibt uns: Es ist zu beichten, daß die Handhabung beim Brikettbrand eine etwas andere als bei der Verseuerung von Steinkohle ist. Steinkohlen backen mehr mehr oder minder, bedürfen eines starken Zuges, und es muß das Feuer zu seiner Verstärkung öfters eingehend aufgerührt werden. Das Braunkohlenbrikett erfordert dagegen fast gar keinen Zug, und es ist beim Brikettbrand jedes Stochern und Rühren im Feuer zu unterlassen. Hieraus erklärt sich ohne weiteres, daß beim Steinkohlenbrand ein sehr großer Teil der erzeugten Wärme ungenutzt durch den Kamin entweicht, während bei der Britettfeuerung sich die Heizkraft,voll und ganz ausnutzen läßt. Hierin liegt die große Ersparnis begründet, welche der Gebrauch der Braunkohlenbriketts mit sich bringt, ganz abgesehen davon, daß die Preise für Briketts billiger sind als Kohlenpreise. Wünscht man ein starkes Brikettfeuer, so schiebt man die vorhandene, wenn auch noch so kleine Glut vorsichtig zusammen und legt frische Briletts auf. Hierbei fällt die kleine Brikettasche durch den Rost, und es entsteht dadurch von selbst der erforderliche stärkere Zug. Diese frisch angelegten Briketts verbrennen dann mit langer, den ganzen Ofen bestreichender Flamme. Um das Feuer zu dämpfen, genügt die Landhabung der Regulierung oder auch nur das Schließen der Zugtür. Durch Auflegen einiger Briketts und Bedecken des Ganzen mit Brikettasche kann man das Feuer stundenlang, sogar über Nacht, anhalten, ohne daß es einer weiteren Beaussichtigung bedarf. Die auf dem Herd befindlichen Speisen können auf diese Weise dauernd warm gehalten werden, und ist insbesondere stets warmes Wasser zur Hann. Außerdem wird das häusige und lästige Anmachen der Oefen und Herde vermieden. Bei Zimmeröfen ist besonders darauf zu achten, daß, nachdem der Ofen mit Britetts gefüllt ist, und diese in Glut geraten sind, sofort sämtliche Zugöffnungen geschlossen werden müssen. s ee h Blätter für Unterhaltung und Belehrung. In letzter Roman von Hugo Ebersbach. 19 „Das versprech ich ebenfalls,“ fügte Hermann hinzu, der sich mit seinem Bluder durch einen raschen, verstohlenen Blick verständigt hatte;„wir teilen rechtschaffen mit Dir, und nachher wandern wir aus.“ „Und was wollt Ihr drüben?"“ fragte Georg. „Es wird sich finden, wenn wir an Ort und Stelle find; schlechter wie hier kann's in keinem Lande sein, und drüben steht uns die Welt offen," erwiderte Otto.„Jetzt entschließe Dich, willst Du unseren Vorschlag annehmen?“ „So rasch kann ich mich nicht entschließen, es hat ja noch Zeit. Ich will's me überlegen; möchte freilich auch einmal die Taschen voll Geld haben, um mich so recht austoben zu können, und der Verlust von einigen tauseno Talern würde den Alten nicht arm machen Aber es ist und bleibt eine gefährliche Geschichte—“ „Nur für uns,“ unterbrach ihn Hermann,„Tir wird der Alte gar nichts beweisen können.“ Geerg hatte noch einmal aus der Flasche getrunken. „Es könntc anders kommen, wie Ihr glaubt!“ „Uno wenn es wirklich anders käme:— was wäre leiter dabei? Wir verraten Tich nicht.“ Er schüttelte bedenklich das Haupt und erhob sich. „Ichwill darüber nachd mien,“ sagte er,„wir müssen sa doch warten, bis Geld eingegangen ist. Später läßt sich immer noch darüber reden.“ Er wechselte noch einige Worte über gleichgültige Dinge mit den Brüdern, oann verließ er sie, um heimzugehen. Ihr Vorschlag beschäftigte ihn unablässig. Die Versuchung war für ihn zu verlockend, und nur die Furcht vor der Gefahr hiel, ihn jetzt noch ab, mit den Burschen gemeinsam Sache zu machen und den ersten Schritt auf die Bahn des Verbrechens zu tun. Das Verbrechen selbst schreckte ihn nicht zurück. Was lag ihm daran, daß sein Vater bestohlen wurde, wenn er für sich selbst Vorteil davon hatte! Sein Taschengeld war ihm bisher knapp zugemessen worden, und er sehnte sich darnach das Leben mit vollen Zügen zu genießen. Er gab der Burschen Recht, wenn sie behaupteten, sein Vater sei verpflichtet, ihm die Mittel dazu zu bewilligen. Und sein Groll gegen den Vater steigerte sich, als dieser ihn bei der Heimkehr mit der Frage empfing, ob er nun bald ausgelernt habe und wann er endlich fähig sein werde, selbst sein Brod zu verdienen. „Die intime Freunoschaft mit den Schaller's muß nun auch ein Ende haben,“ fügte der alte Mann in gereiztem Tone hinzu;„ich bulde diesen schlechten Umgang nicht länger. Viel ist leider nicht mehr an Dir zu verderben, ich will meige Pflicht tun, solange ich's werngn „Und wer hat meine Herren Lettern verdorben?“ fragte Georg trotzig.„Die Schiller's sind ehrliche Leute: sie haben noch nicht im Gefängnis gesessen und ebensowenig Gott und die Welt angepumpt.“ Bertram Winkel, der in seiner gewohnten Weise auf und nieder ging, blieb plötzlich stehen. Ein slammender Blick traf den Sohn, dessen Lippen ein höhsches Lächeln umzuckte. „Richte Du nicht über sie!“ sagte er drohend.„Du wärst der Letzte, der ein Recht dazu hätte!“ „Dem Schuldenmacher soll geholfen werden, kaurrte Georg mit einem bösen Blick auf seine Schwester, die sich tief aus ihre Arbeit nieder beugte;„ich weiß es wohl! In muß auf jedes Vergnügen verzichten, und ihm wird das Geld mit vollen Händen gegeben.“ „Weißt Du das so fliher?“ spottete der Gerber. „Wer hat's Dir gesagt! „Ich hat gehört, wie Tu mit der Mutter darüber sprachst.“ „Tann hast Du falsch gekört, und wenn ich wirklich dem Lieutenant helfen wollte, was dürftest Du dagegen sagen? Du hast genug Tasch ngeld; such' selbst zu dienen!“ Georg hatte sich der Tür genähert. Die Erinnerung an den Vorschlag der Brüder Schaller ließ es ihm ratsam erscheinen, mit dem Baler noch länger über diesen Punkt zu streiten; die Mutter gab ihm auch einen verstohlenen Wink, daß er sich entfernen möge. „Mau hört hier im Hause nichts als böse Worte,“ sagte er trotzig, dann ging er hinaus. „Wer, außer Dir allein, trägt die Schuld?“ rief der alte Mann ihm nach „Sei nicht so hart mit ihm,“ bat die Mutter;„die Jugend verlangt mehr vom Leben als wir.“ „Der Umgang mit den Schaller's ist sein Verderben; wenn er ihn nicht abbricht, werden wir Schlimmes an ihm erleben" Ich will noch einmal mit ihm reden, Bertram, es ist besser, wenn ich es tue; Tu verdirbst mit Deinen harten Worten alles. Wie ist es mit Alfred? Er sagte gestern, der Wuchcrer dränge wieder, und der letzte Termin sei verstrichen—“ „Ich kann ihm nicht helfen!“ fiel er ihr in's Wort. Ich habe keine zweitausend Taler zu verschenken. Er soll seinen Abschied nehmen, dann wollen wir weiter sehen.“ „Seinen Abschied?“ widerholte Klara mit gepreßter Stimme„Das ist das Schwerste, was ihn treffen könnte!“ „So meint er jetzt, aber vielleicht denkt er später anders darüber," erwiderte ihr Vater achselzuckend.„Jetzt sorgt, daß das Abendbrod auf den Tisch kommt; ich will noch ausgehen.“ oc E 19 •" B• 582 * 5%„ „ 3ES 58109 : 55T 8 8 100 253 25 ∆ ##& VTZSIw FengegeEohSen * Poßen“ A„ E —S □—.—„——— 9 S EEEGOSSEE 25 2 " 62 —0 2 2 * 9— g 31 * B S•• *—* " # S 2 B— — 62 — .„„•* SDSDSESS „#T1 UUES P — 1 ** ——„+ 2• * ESS üwa SDSSESEE # 3 B WE EE S FSn a—AE0 E 8SCOIEEZOSLESg. CS E 7ÖE0 — unEnGGENTEPTDEE S Senn.EEEn—*" E BSOESSESOESE SIDLEES GIESEETTSSSEE- JEES SESESS □ — 5 5 1 19.2 Klara ging hinaus in die Küche, und die Mutter folgte ihr, nachdem sie den Tisch abgeräumt hatte. Der Gerber aber schritt rastles auf und ab, und die Falten auf seiner Stirn bewiesen, daß seine. Gedanken sich mit ernsten Dingen leschäftigten. Als das Abendbroo aufgetischt war, fand Georg sich wieder ein Sein Vater veachtete ihn nicht; er wollte es jetzt seiner Frau überlassen, ihren Einfluß auf den Sohn geltend zu machen Rat= und hülflos. Mathias Grunewalo blickte von dem großen Geschäftsbuch, vor dem er saß, erstaunt auf, als er in dem Eintretenden den polnischen Grafen erkannte. Graf Krasinski leistete der Einladung, Platz zu nehmen, Folge und holte ein Aktenstück aus der Tasche seines Paletots. „o hege die Absicht, eine schadhafte Mauer auf meinem Grundstück niederreißen und neu aufbauen zu lassen,“ sagte er;„aus dem Kaufakt ist aber nicht ersichtlich, ob diese alte Mauer mein ausschließliches Eigentum ist, oder ob sie zur Hälfte dem angrenzenden Nachbar gebürk!“ „Sie haben ja keinen Nachbar,“ erwiderte Grunewald „Ich denke an den Nachbar, dem das angrenzende Grundstück gehört.“ „Machen Sie sich leine Sorgen, die Mauer ist Ihr Eigentum. Sie könnten mir da einen recht großen Gefallen erzeigen, Herr Graf, der ihnen nichts kostet.“ Die Blicke des Polen schweiften forschend durch das kahle Zimmer:— sie blieben einen Augenblick auf der eisenbeschlagenen Kiste ruhen, die neben dem Schreibtisch in der Ecke stand. „Mit dem größten Vergnügen,“ erwiderte er; sprechen Sie Ihren Wunsch nur offen aus.“ „Schenken Sie mir die Steine der alten Mauer.“ Der Graf mußte lachen. „Das ist ein sehr bescheidener Wunsch,“ sagte er; „darf ich wissen, wozu Sie die Steine benutzen wollen?“ „Ich möchte meinen Hof hinter diesem Hause mit einer Mauer umgeben; bisher ist er nur durch einen Lattenzaun abgeschlossen, und das Gesindel in dem hinterwärts gelegenen Hause stiehlt mir eine Latte nach der dern.“ „So viel ich weiß, wohnk in jenem Hause der Antiquar Farnow,“ sagte der Graf, an den Spitzen seines schwarzen Bartes drehend Mathias Grunewald griff in seine Dose und nahm geräuschvoll eine Prise. „Es wohnen auch noch andere Leute dort,“ erwiderte er,„und namentlich zwei Taugenichtse, die nicht arbeiten, aber gut leben wollen. Diesen Burschen traue ich alles zu, sie sind zu jedem Verbrechen fähig.“ „Was können sie Ihnen auhaben? Am Tage werden sie nicht wagen, ein Verbrechen zu begehn, und in der Racht ist jedensalls das Haus geschlossen!“ „Tie können durch ein Fenster einsteigen.“ „Das würde Lärm geben, und Sie schlaßen doch hier unten.“ „Ich schlafe dort, sagte der Aucherer, auf die Tür des anstoßenden Zimmers zeigend. „Und hier ist Ihre Kasse?“ „Jawohl; der Schtuffel liegt unter mernem Kopfkissen. Sie sehen, daß ich sehr vorsichtig bin, aber schützen kann mich das akles nicht.“ „Ich glaube, Sie sind zu ängstlich,“ erwiderte der Graf scherzend;„die Leute, von denen Sie reden, mögen arbeitsscheu sein, aber sie deshalb eines Verbrechens fähig zu halten—“ „Ich kenne und berrteile sie richtig,“ unterbrach ihn Grunewald;„sie hassen mir oft genug gedroht, was ich von solchen Drohungen zu halten hab., weiß E 7 ich. Ich hatte längst vor, die Mauer vauen zu lassen, aber ich bin noch nicht dazu gekommen.“ „Wohnen Sie denn mit Ihrer Tochter ganz allein in diesem Hause?“ fragt: der Graf. „Wozu sollte ich Dienstboten nehmen? Reine Tochter kann das kleine Hauswesen besorgen, und für die rauhe Arbeit ist eine Taglöhnerin va.“ „Aber haben Sie denn immer so viel Geld in ihrer Kasse?“ nahm der Pole wieder das Wort.„Ihr Augenmerk ist doch darauf gerichtet, daß das Geld Ihnen Zinsen bringen soll; da werden Sie es nicht müßig liegen lassen.“ „Ja, wenn man immer Gelegenheit fände, es vorteilhaft anzulegen,“ erwiderte Grunewald achselzuckend. „Ich habe sehr häufig beoeutende Summen im Hause, und meine Wertpapiere sind so gut wie bares Geld. Es ist eine höchst unangenehme Sache, wenn man seiner Nachbarn wegen in steter Angst leben muß.“ Graf Krasinski lächelte ironisch; er schien diese Angst nicht begreifen zu können. „Wenn ich die alte Mauer niederlege, so werde ich Ihnen gerne die Steine überlassen,“ sagte er;„aber wann dies geschehen wird, weiß ich heute noch nicht.“ „Ich bin Ihnen sehr dankbar,“ erwiderte der Wucherer,„es eilt durchaus nicht. Ich will Ihnen dafür einen guten Rat geben. Wenn Ihr Nachbar ein Eigentumsrecht an der Mauer beanspruchen sollte, so gehen Sie nur zum Doktor Leitenring; er ist der tüchtigste Advokat hier, und Sie können ihm einen Prozeß mit aller Ruhe anvertrauen.“ „Ich kenne den Herrn Toktor bereits.“ „Wirklich? Sie haben schon eine Veranlassung, gehabt, ihn um Rat zu fragen?“ „Das nicht; im Kasino lernte ich ihn kennen, sagte der Graf, sich erhebend.„Der Herr Kommerzienrat Steinfeld hat mich dort eingeführt.“ „Ein sehr reicher und angesehener Herr, der Kommerzienrat Steinfeld,“ fügte Grunewald bei, indem er mit dem Kopf mehrmals nickte.„Er ist vermutlich Ihr Bankier?“ „Jawohl.“ „Vor einigen Wochen hat er Unglück gehabt— sein Kassierer—“ „Ich kenne die Geschichte. Haben Sie den Kassierer persönlich gekannt?“ „Ihn nicht, aber seinen Bruder, der ein sehr leichtsinniger Mensch ist.“ „Wie ich höre, zweifelt Niemand an der Schuld des Verdächtigen,“ bemerkte der Graf gleichgültig, während er seine Handschuhe anzog;„das ist wohl der Tamit entfernte sich Graf Krasinski, und als er beste Beweis, daß er die Tat wirklich begangen hat. Sobald ich die Maner niederlegen lasse, werde ich Sie Steine verfügen?“ das Haus verließ, begegnete er draußen vor der Tür dem Toktor Leitenring, mit welchem er einen freundlichen Gruß vistauschte. Der Adviat blieb stehen und sah ihm nach. „Merkwürdig, daß mich dieser Gedanke nicht verlassen will!“ sagte er leise.„Könnte ich nur einen Vorwand finden, um ihn mit dem Gefangenen zusammenzubringen! Es würde mich wahrhaftig nicht überraschen, wenn er sich als der geheinmisvolle französische Flüchtling entpuppte. Er schüttelte den Kopf und zog an der Hausglocke. Helene öffnete ihm, und es spiegelte sich ein so tiefer Seelenschmerz in ihren Zügen, daß er sich nicht enthalten konnte, die Frage an sie zu richten, ob sie einen geheimen Kummer habe. Fortsetzung folgt. Torum (Schluß. (Nachdruck verboten.? „Das ist Torum!“ sprach sie dumpf, während ein erneutes Krachen und Dröhnen erfolgte. Der Kahn schwankte, aber die Lenkerin führte ihn bis ans Ufer. Aufatmend warf sie die schweren Ruder zur Seite: „Du bist gerettet!“ Sie sprangen beide an's Ufer auf grüne Wiesen. Hier ergriff er ihre Hand und küßte dieselbe:„Helene meine Retterin, mein guter Engel!“ Dann erst fühlte er, daß die Hand kalt wie Eis war. „Lebe wohl, Arthur!“ „Wohin, wohin, Helene?“ „Dort!“ Tabei zeigte sie auf das tosende Meer. „Wohin?“ „Nach Ditzum?“ „Ditzum?“ Du meinst Torum, die verfluchte Stadt, die sich alle hundert Jahr auf einen Tag aus dem Meere erhebt! Heute sind's gerade sechshundert Jahr!“ „Großer Gott!“ So bist Du auch eine von den Verfluchten?“— Er schauderte; doch fügte er entschlossen bei:„Ich will ein Opfer bringen für Erlangung Deiner Seelenruhe— um unseres Heilandes willen— und auf irdisches Familienglück verzichten, mein Leben lang.“ HHabe Dank für dieses Wort, Arthur!“ Und sie kniete nieder im feuchten Grase, dankte Gott mit lauter Stimme, daß die ganze Stadt nun in drei Jahren erlöst sei, und daß Alle zur ewigen Ruhe eingingen.“ „Lebe wohl?“ rief sie mit einer Stimme; aus welcher die tiefste Wehmut klang, und plätscherte in die Flut hinein. „Helene, Helene!“ Sie war und blieb in der Dunkelheit verschwunden. Am andern Morgen brachten Arbeiter einen jungen bewußtlosen Menschen in die Bürgermeisterei zu Ditzum. „Wir fanden ihn dicht vor'm Orte, ganz besinnungslos und kalt!“ Des Bürgermeisters Hartwig Tochter, Helene, kam herbei. „Papa, wenn es Arthur Marweg wäre!“ „Dummes Zeug!“ Inzwischen ward der Kranke zu Bette gebracht. In seiner Brusttasche fano man die Handschrift des „Ludwigsliedes,“ unter welchem der Bürgermeister; ein gebildeter Mann, entzifferte: „Borgemester Hartewige in civitate Torum to sin Dochter Hellen in't Jahr de Ungnaden Godes anno domini 1475.“ "„Eine seltene Handschrift! Aber hier— ein Taschenbuch!“ Er schlug es auf: „Arthur Marweg Dr. et stud. phil.; Marburg 1875. Er ist's, Helene, es ist doch Dein Vetter!“ Oede Wochen folgten. Arthur hatte ein Nervenfieber überwunden nud konnte nun als Rekonvaleszent wieder Staziergänge machen. Seine erste Wanderung führte ihn bis an den Dollart; nichts als Wasser, Wasser, Wasser! „Helene!“ seufzte er und kehrte heim. Alles, was aber Toru mbetraf, die versunkene Stadt, das erforschte er mit wahrer Begierde. Nun wußte er alles: Torum war einst reich und angesehen, aber gottlos wie Babel. Da ward der Bann auf sie gelegt, und 1275 am 19. Juli verschlang das Meer die ganze Stadt während der Nacht. Alle hundert Jahre aber an diesem Tage taucht sie empor aus der Tiefe, und ihre Bewohner leben dann ein trauriges Leben, um in der nächsten Nacht wieder in der Flut zu versinken. Erst, wenn ein 19,3 guter Mensch eine Tochter der Stadt liebt, obwohl er weiß, das sie Torum angehört, und aus Liebe zu ihr dem Familienglück entsagt, ist die Stadt drei Jahre daraus erlöst. Sie tauch, dann noch dreimal auf, je nach einem Jahre, um Buße zu tun; dann verschwindet sie auf immerdar. Arthur behielt alles, was er erlebt hatte, für sich und sagte Niemanden etwas davon.— Als er die Verlobung seiner Base Helene mit Vetter Rudolf, einem munteren Artillerie=Lieutnant erfuhr, freute er sich auf richtig, denn sie war ihm eine treue Pflegerin gewesen und eine liebe Freundin geworden. Die Familie Hartwig und Ditzum, das kleine Nest, wie es die Kousine genannt, schienen ihm ausnehmend zu gefallen, denn er war wieder in den nächsten zwei Jahren dort##esend, aber von Torum der im Dollart versunken Stadt gewahrte er nichts mehr. Als er bald darauf ein Amt als außerordentlicher Prosessir der Philologie an einer Universität übernummen hatte. verlebte er auch diesmal seine Ferien in der Hartwig'schen Familie, um zugleich die Hochzeit Helenens mitzufeiern. Am 19 Juli wanderte er durch die Wiesen, angeblich, um eine botanische Exkursion vorzunehmen, in Wirklichkeit aber um das Auftauchen Torum's zu erwarten und Helenen wiederzu sehen. Oder hatte er vor drei Jahren nur geträumt? Diesmal mußte es sich herausstellen Es ward Abend, und plötzlich sah er vor sich eine Stadt wie im Feuer leuchten. Die Kerzen brannten, die Glocken läuteten, Orgeln ertönten; man zog in großer Prozession zum hellen Dom; an der Spitze des Zuges aber ging im weißen, bräutlichen Anzuge eine Jungfrau; er kannte sie wohl, es war seine Helene. Mit dem Glockenschlage 12 Uhr verlosch alles, und Grabesstille herrschte. Nur die See rauschte wieder zu seinen Füßen. Arthur hatte sich mit einer Fackel versehen, die er jetzt schleunigst anzündete. Da trieben die Wogen eine Leiche zu seinen Füßen hin, eine Jungfrau in langen weißen Gewändern. Beim Schein der Fackel exkannte er Helene von Torum. „Großer Gott im Himmel, Helene und todt!— Ich verstehe— ihre arme Seele ist zur ewigen Ruhe eingegangen, und ihre irdische Hülle soll in geweihter Erde bestattet sein.“ Auf dem Gottesacker zu Ditzum ward nach Erledigung der gesetzlichen Formalitäten die Fremde christlich begraben, die niemand kannte. Arthur folgte dem Sarge und schmückte das Grab mit weißen Rosen. Dann reiste er wieder ab und lebte seinem Amte. Im nächsten Jahre ging er nach Italien; dort starb er, wie die Leute sagen, an der Schwindsucht. Wir wissen es besser: aus seinen hinterlassenen Papieren ersah man später die wahre Ursache; er starb am gebrochenen Herzen. Seinem Testamente zufolge war seine Leiche nach Ditzum geschafst und neben dem Grabe der„Fremden" bestattet. Mahngebühren. Der Rendant der Stadthauptkasse reichte der jungen Dame am Schalter den quittierten Steuerzettel zuruak und zählte darauf das auf den Tisch niedergelegte Geld nach. „Es stimmt aber nicht“, sagte er kurz. „Stimmt nicht?“ hallte es verlegen zurück. „Kein, Achtzig Pfennige an Mahngebühren sind noch zu entrichten.“ Ella Lind, venn so hieß die junge Dame, die für ihren Vater die fälligen Steuern entrichten sollte, wurde verlegen. Mahngebühren! Daran hatte sie gar nicht gedacht. Sie hatte den Auftrag ihres Vaters vor einigen Tagen auszuführen vergessen und nun war ja der Fälligseitstermin überschritten. Sie stand und starrte den Beamten nöch immer verlegen an, als „„„„ #X