Erscheint täglich Auszahme der Sonn= und gesetzt. Feiertage. Abonnementspreis mit der täglichen Unterhaltungsbeilage — Ksetigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. bezogen für 3 Monate 1.50 Mi, mnationsdruck und Verlag, sowie für die Inscrate wastwortlich: Bittor Schanzer, Dortmund. verbunden Lokal-Anzeiger für mit dem Dortmund u. Hörde und der täglichen Unterhaltungsbeilage(#h sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Auschluß Nr. 3299. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pig Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Pfg. Beilagen nach Uebereinkunst. Bei zwangsweiser Beitreibung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt dinfällig Für Aufnahme von Inseraten an destimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann, Dortmund. 47. Erstes Blatt. Dortmund, Freitag, den 25. Februar 1910. 27. Jahrg. [=Debatte in der bapetischen Reichsratskammer. zu der bayerischen Reichsratskammer kam es beulich am 11 Febr. zu einer bemerkenswerten TeL über das Duell. Reichsrat Freiherr von Cra„klett brachte gelegentlich der Beratung des Misretats die Rede auf das Duell und folgte hierin dem Beispiel des ersten Präsidenten und Organiurs der Deutschen Anti=Duell=Liga des früheren iten Löwenstein und heutigen Pater Raymundus, rseiner Zeit von derselben Stelle aus und bei derken Gelegenheit für die Abschaffung der Duellhitte sprach Reichsrat von Cramer=Klett begrünL seine Ausführungen mit dem Hinweis auf die #ote Verstimmung in den weitesten Kreisen über Abschaffung der Strafgesetze über das Duell, weldie neue Strafprozeßordnung mit sich bringen Er führte sodannn ungefähr folgendes aus: ##n kann den Zweikampf von drei Standpunkaus bekämpfen, vom religiösen, ethischen und kul#ilen Standpunkte aus. Das erstere verstehr sich für einen Christen von selbst. Man braucht ### besondere theologische Bildung zu haben, um visen, daß der Zweikampf dem Christentum nichts eres sein kann als Mord, als qualifizierter Mord. Leschluß der Ehrenrechte, der auf Duell erzu geht über die Gebote Gottes hinaus. Ich bin reder Idealist noch kurzsichtig genug, um nicht vissen, daß es unnütz wäre, den Zweikampf heutzueonn diesem Standpunkte allein aus zu bekämpfen. bleiben noch zwei Standpunkte, und von deren un Basis aus bekämpft auch die Anti=Duellgegen die Duellunsitte. Das ist der Standpunkt und der Standpunkt krußtseins, einem Kulturvolke anzugehören. Es ## zu weit führen, lange Abhandlungen über und Ehrbegriff zu geben. Als feststehend darf aber behaupten, daß die Idee des Duells unter i Unständen dem gesunden, rechtlichen Denken des is viderspricht; es widerspricht dem ethischen Geier miral und hauptsächlich der Gedanke, daß #enige, krelcher sich in seiner Ehre gekränkt glaubt, sekieder erringen kann, indem er eine Tat be# die unter anderen Umständen ihm seine Ehre schüere Bestrafung kosten würde, zeigt schon, des eigentlich nicht mit dem Rechtsgefühl in lang stehen kann. Der Zweikampf entspricht auch nicht der Höhe unserer Kultur. Es ist wweifellos der erste Schritt zu einem Kulturstaat, Esliche Selbsthilfe ausgeschlossen ist, daß Inin geschaffen werden, welche Recht sprechen und verteilen. Diesem ersten Grundsatze eines Kultes widerspricht der Zweikampf. Der ZweiWist ein Ueberrest aus der Zeit des Germanentums. Kein Volk des klassischen Altertums hat den Zweikampf in der Art gekannt, wie er heute seit dem Eintritt der Völkerwanderung in Europa bei den kultivierten Völkern bekannt ist. Aber ohne beim Altertum verweilen zu wollen, wir haben in allerneuester Zeit den Präcedenzfall, daß bei sonst sehr zweikampffreudigen Nationen, wie bei den Spaniern und Italienern viel entschiedenere Schritte gegen das Duell getan werden, als in Deutschland, auch von Seiten der Armee. Allein wir haben ein absolut klassisches Beispiel, und das i stEngland. England kommt seit fast 100 Jahren ohne Tuell aus„auch in der Armee. Niemand wird deshalb behaupten können, daß der militärische Geist des englischen Heeres nicht auf der Höhe steht wie der anderen Armeen. Das englische Heer hat seit der Verordnung des Prinzen Albert von 1844 eine solche Reihe glänzender Taten vollbracht, daß der Beweis für die Tüchtigkeit desselben ohne weiteres geliefert ist. Die englische Armee weist eine stattliche Reihe von Helden und Vorbildern für jeden Offizier auf, auch wenn dieselben das Duell grundsätzlich verworfen haben.“ Reichsrat von Cramer=Klett schloß seine Ausführungen mit dem anerkennenden Hinweis auf den Rückgang der Duelle im deutschen und speziell im bayrischen Heere. Allein die Heeresleitung sollte hier nicht aus halbem Wege stehen bleiben, sondern auch den Duellgegnern im Heere und unter den Reserveoffizieren die Möglichkeit geben, ihren Standpunkt— das sei doch nicht zuviel verlangt— offen zu bekennen. Sie würde sich dadurch ein Blatt hohen Ruhmes erwerben und den Tank eines großen Teiles des deutschen Volkes verdienen. Auf die Rede des Freiherrn von Cramer=Klett erwiderte zunächst der Kriegsminister von Horn. Anerkannt muß werden, daß er es vermied, eine prinzipielle Gegnerschaft hervorzukehren. Er begnügte sich den Standpunkt der Armee mit opportunistischen Wendungen und unter den gewöhnlichen falschen Voraussetzungen zu präzisieren. Der Kriegsminister kann nicht verstehen, warum gerade die Armee mit der Abschaffung des Tuells beginnen soll. Dieses entspreche doch den Ansichten weiterer Kreise. Wenn man da gerade bei dem Offizierkorps den Hebel ansetzen wlolte, würde man es in der Bevülkerung als Mangel an Mut betrachten, wenn der Offizier in gewissen Fällen nicht zur Waffe greift. Von einem Duellunfug im früheren Sinne könne heutzutage in der Armee überhaupt nicht mehr gesprochen werden. Duelle kommen nunmehr in den allerschwersten Konflikten vor und da ist es nun einmal nicht zu entbehren. Taß da gerade der Offizier, der die Waffe nicht etwa bloß zur Zier zur Seite trägt, und der den Vorwurf der Feigheit als den entehrendsten betrachten muß, als erster die Duellsitte abschaffen soll, das möchte der Minister so lange als richtig und rätlich dahingestellt sein lassen, als noch in weiten Kreisen die Meinung besteht, daß die Vermeidung der Selbstwehr gegen schwere Angriffe einen Mangel Auf der bumoristischer Roman von Felix Brenta. 22 ees gefällt mir auch keineswegs. Aber was soll man Hilfslehrerjahre sind nun'mal keine Here müssen sich aus der Gewalt dieses Oberschulreis befreien und sich eine unabhängige Stellung wo Sie Ihre Begabung frei und ungehindert en ronnen.“ mzstrete hatte es beinahe leidenschaftlich gerufen. k°9 aber schüttelte wehmütig den Kopf und sie fuhr elen laossen zu 19 doch sicher an einer anderen Schule Aber jede andere Schule hat auch einen ##### m dessen Lehrplan ich möglicherweise ebensoStaile Lassel Vor allem aberfinde ich kaum wieder Jind g#1 einträglich ist, wie die jetzige.“ he“ Sie denn geldgierig?“ fragte Margarete be5% geriet etwas in Verwirrung, entgegnete aber „Lann 22 glaube aber leider selbst, daß ich es bin.“ htum„g Sie wohl schon einen hübschen, kleinen mit“ ammengespart?“ mischte sich jetzt Thea wieLirtigem Spott ins Gespräch. hea blig. Schulden bezahlt.“ Kandidatzs.?“ überrascht an. Sie hatte dem blon#rau“#e solche Kavaliereigentümlichkeit nicht g. 4ir heftig erschrocken.„Schulden haben Es find 12-4.=5t.„Schämen Sie sich denn gar nicht?“ gie n. 2]4 keine Schulden von der Universität," beLanz begraßen. Ich habe nur meine Mutter noch wußte wohl, wie lange er seine Eltern und blickte ihn verständnislos an. hen haßte: Sie nicht!“ fuhr er fort.„In ein paar Eitern### auch damit fertig zu sein. Meine gu#ert, daß fie s.„3U ihren Lebzeiten so viel für mich ucein die sast nichts hinterlassen konnten, und als #. cch, einander starben, war ich nicht im und muße für die Begräbniskosten zu erschwinsie mir's leiben. Vaters Beerdigung war rasch abgezahlt, aber meine gute Mutter war teurer. Sie hat sich immer so vor der garstigen, schwarzen Erde gefürchtet, und ihr sehnlichster Wunsch war es, dereinst in einem Metallsarg zu ruhen. Dafür hat die Abbezahlung etwas länger gedauert und erst seit kurzem ist er ganz schuldenfrei ihr Eigentum geworden. Jetztsteht nur noch auf ihrem Leichenstein sozusagen eine kleine Hypothek, die ich aber meinem Mütterchen auch bald abgetragen haben werde. Dann ruht sie in Frieden.“ Heinrich hatte in so harmlosem Eifer gesprochen, daß Margarete keine Anwandlung zum Lachen gekommen war. Gerührt faßte sie nach seiner Hand und drückte sie unwillkürlich. Thea fand ein derartiges Leichengespräch in Damengesellschaft ebenso barock wie taktlos, ein Schauer überlief sie und ein spöttisches Lächeln huschte unmerklich um ihre Mundwinkel. Dr. Ketteler hätte sich einer so unpassenden Unterhaltung niemals schuldig gemacht! Den Kandidaten hatte die Erinnerung an seine Mutter in eine weiche Rührung versetzt, die ihn all seine sonstige Schüchternheit vor Fräulein Thea vergessen ließ. Mit träumerischer Unbefangenheit sprach er seine weiteren Gedanken und Zukunftspläne aus, redete davon, wie er nach beendetem Begräbnis seiner Mutter nun allerdings bald anfangen könne, sich den hübschen kleinen Reichtum zu sparen, nach dem sich Fräulein Thea so teilnehmend erkundet hatte und sagte schließlich, indem er ihr einen treuherzigen Blick zuwarf:„Dann habe ich auch ein Recht, aus Heiraten zu denken.“ „Das ist doch nicht Ihr Ernst," versetzte Thea beinahe beleidigt. „Doch!“ entgeguete Heinrich mit unbekümmerter Innigkeit.„Warum auch nicht? Wenn ich keine Schulden mehr abzuzahlen habe, kann ich schon eine Frau mit bescheidenen Ansprüchen ernähren.“ „Mit bescheidenen Ansprüchen?“ fragte sie in einem sonderbarem Tone, der ihn bei anderer Gelegenheit verwirrt haben würde. Jetzt erwiderte er frisch und schlicht:„Ja! Meine Frau müßte in jeder Beziehung sehr bescheidene Ansprüche stellen. Das sagt mir schon meine persönliche Selbsterkenntnis. Aber meinen Sie nicht, Fräulein Thea, daß ich rrotzdem eine finden kann?“ an Mut und Selbstachtung bedeutet. Der Minister verwies zum Schluß auf die die Duelle einschränkende Allerhöchste Verordnung vom Januar 189.. Die Ausführungen des Kriegsministers gehen, wie gesagt„von falschen Voraussetzungen aus. Nicht an der Zivilbevölkerung liegt es, wenn das Duell heute noch nicht verschwunden ist, Nicht die Duellfreundlichen Anschauungen der gesamten Gesellschaft sind es, die für die Offiziere maßgebend sind, sondern die Sache liegt umgekehrt. Die Hauptschwierigkeit est in der ablehnenden Haltung der militärischen Kreise zu suchen. Alle Bemühungen scheitern am Reserveofftzierstum. Die Erlangung der Offizierscharge im Nichtaktivenstande ist heute so sehr zum Kriterium der sozialen Stellung geworden, daß die Ehrenanschauungen im Offizierkorps die Anschauung der Gesellschaft tyrannisieren. Nicht die Gesellschaft muß dem Tuell entsagen, um eine Aenderung im Heere zu ermöglichen, sondern dieses muß einer in ihrem innersten Wesen durchaus nicht begründeten sogenannten„Tradition“ den Laufpaß geben. Im übrigen sind die weitesten und nicht die schlechtesten Kreise zu der Erkenntnis gekommen, daß ein Duell durchaus kein Beweis von Mut und Ehrenhaftigkeit ist und die Waffe an der Seite des Offiziers anderen Zielen zu dienen hat, als zu einer Gesetzesübertretung. Daß eine Abnahme des Duells in der Armee zu' konstatieren ist, hat auch Herr Freiherr von Cramer=Klett dankbar anerkannt. Ein Unfug bleibt die Duellsitte doch, ob sie auch numerisch stärker oder schwächer auftritt. Sich mit dem Freiherrn von Cramer=Klett in grundsätzlichen Gegensatz zu stellen, blieb eimem Mitglied des bayerischen Königshauses und der hohen Kammer borbehalten, dem Prinzen Georg, einem Sohne des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold und Enkel des Prinzregenten Luitpold. Der Prinz erklärte, es erscheine ihm wesentlich, daß auch aus der Mitte dieses Hauses den Ausführungen des Freiherrn von Cramer=Klett entgegengetreten werde. Der Prinz fügte hinzu, daß alle Herren im Hause welche die Uniform getragen hätten, die Ansicht des Freiherrn von Cramer=Klett nicht teilen, und daß die Bestrebungen der Anti=Duell=Liga doch noch nicht in dem Maße an Boden gewonnen hätten, daß der Begriff des Tuells als der Vergangenheit angehörig betrachtet werden können. Der Prinz bedauerte die Duelle, aber sie kämen nur in den schwersten Konfliktfällen vor, in denen die Ehre des einzelnen nicht mehr anders hergestellt werden kann. Dieser Standpunkt werde auch in ferner Zukunft von den Offizieren und allen denen, die auf derselben„sozialen Bildungsstufe" stehen, zweifellos im großen und ganzen beibehalten werden. Es ist sehr bedauerlich daß es grade ein bayrischer Prinz war, der sich als grundsätzlichen Anhänger des Duells bekannte. Was die Rede selbst betrifft, so gelten auch die bereits oben erwähnten Grundsätze, „Das kommt auf die Bescheidenheit Ihrer eigenen Ansprüche an. Wenn Ihr Ehrgeiz nicht höher geht, als etwa nach einem Dienstmädchen mit einem Sparkassenbuch von zweihundert Mark, dann wird er wohl befriedigt werden.“ Eine so schmerzliche Kränkung, wie sie des Kandidaten Antlitz jetzt verriet, hatte ihn Thea nicht zufügen wollen. Sie versuchte daher einzulenken und sagte freundlich:„Ich nehme aber selbstverständlich an, daß Sie Ihre Hoffnungen auf Höheres gerichtet haben, und halte es daher für meine Pflicht, Ihnen die Aussichtslosigkeit dieser Hoffnungen klar zu machen, wenigstens, wenn sie auf ein wohlhabendes, gebildetes Mädchen gerichtet sind.“ Heinrich fühlte jetzt sein Herz von einem zweiten Stich getroffen und brachte beklommen nur das eine Wort über die Lippen:„Warum?“ Thea zuckte zögernd die Achseln, legte etwas MitMienen leid in ihre Mienen und antwortete schließlich mit be dauernder Zurückhaltung:„Ja liebster Freund, Sie müssen doch bedenken; daß Sie nur ein armer Institutslehrer sind.“ Jetzt erwachte Herrn Heuers ganzer Stolz, und mit erzwungener Ruhe fragte er:„Und was müßte man denn sein, um ihrer Meinung nach ein gebildetes, wohlhabendes Mädchen als Frau zu verdienen?“ Thea geriet bei diesem kühlen Ton in Furcht, den stattlichen und immerhin unterhaltsamen Verehrer ganz einzubüßen, noch ehe sie Gelegenheit gehabt hätte, sich an einem Wettrennen zwischen ihm und Doktor Laue zu ergötzen. Sie nahm daher alle ihre Milde und Liebenswürdigkeit zusammen und sagte ermunternd:„Es muß ja nicht durchaus ein Offizier oder ein Jurist sein. Ein besserer Künstler oder Schriftsteller ist heutzutage auch ganz gern gesehen und verdient oft noch mehr Geld. Zum Beispiel Ihr Herr Kollege Max Moritz in Hamburg war sogar nur ein einfacher Volksschullehrer, also eigentlich kaum ein gebildeter Mensch und hat so schönes Geld und Ruhm mit seinen Lustspielen geerntet. Machen Sie das doch auch!“ Heinrich versicherte, diesem guten Rat augenblicklich folgen zu wollen und hatte es daber sehr eilig, sich mit großer Höflichkeit zu empfehlen. welche gegen die Verteidigung des Freiherrn von Horn zu Gunsten des Duells in der Armeegeltend gemacht nurden. Hinzuzufügen wäre nur, daß auch viele Offiziere und Reserveoffiziere das Duell als unwürdigen Zwang empfinden, den man allerdings ertragen muß, um nicht die Charge zu verlieren. Daß das Tuell wirklich imstande ist, die Ehre wiederherzustellen, glaubt doch wohl auch im Offizierskorps niemand mehr. Was die schwersten Konfliktsälle angeht, so handelt es sich meistens um Ehekonflikte„die ji das Hauptkontingent zu den Zweikämpfen stellen. Wann wird man sich auch in der Armee zu dem Schluß durchringen, daß der Schuldige, der Ehebrecher ein Ehrloser ist, mit dem ein anständiger Mensch nichts zu tun haben kann und der auch seine Ehre weder erschießen noch zurückfechten kann. Sehr viele Mitglieder der Anti=Duell=Liga„welche das Duell aufs Schärfste bekämpfen, beurteilen den Duellanten selbst unter gewissen Umständen sehr milde, doch Freiherr von Eramer=Klett hat sich den Tank der gesamten Liga und der weitesten und nicht der schlechtesten Kreise des deutschen und des baherischen Volkes verdient für sein mutiges und sachliches Eintreten für die Abschaffung der Duellunsitte. Schließlich wird doch Recht und Ideal über alle Voreingenommenheit und über alle Vorurteile siegen. Wir haben das Empfinden, daß nicht Freiherr von Cramer=Klett, und die von ihm vertretene Idee es waren, die aus diesem Tournier besiegt hervorgingen. Deutsches Reich. Eine Spende des deutschen Raisers. Kaiser Wilhelm hat durch den preußischen Gesandten beim päpstlichen Stuhl laut Köln. Vztg. dem Rektor des Campo santo für den Bibliotheksfonds 2000 Mark aushändigen lassen. Erregter Zwischenfall in der sächsischen Rammer. In der sächsischen Kammer kam es gestern zwischen dem Abgeordneten Landhammer und dem Minister Grafen von Eckstädt zu einer erregten auseinandersetzung. Langhammer beschwerte sich in ruhigem Tone über die tendenziös gefärbten Berichte des Regierungsorgans des„Tresdener Journals". In seiner Erwiderung rügte der Minister in scharfem Ton die Kritik Langhammers. Tarauf erhob sich großer Lärm und Widerspruch, sodaß es dem Präsidenten nur mit Mühe gelang, die Ruhe wieder herzustellen. Verhaftung einer Landesverräterin. Auf Veranlassung der elsässischen Justizbehörden und auf Grund eines vom Untersuchungsrichter des Reichsgerichts ergangenen Haftbefehls ist in Kiel ein unter Sittenkontrolle stehendes, zugereistes Mädchen namens Emilie Weißkopf wegen Verdachtes des Landesverrates verhaftet worden. Margarete hatte mit beklommenem Schweigen der peinlichen Unterhaltung zugehört, ohne ein versöhnendes Wort zu finden. Nur drückte sie beim Abschied Herrn Heuer noch einmal herzlich die Hand und bedankte sich für die Freude, die er ihr mit seinem Kätzchen gemacht hatte. Dann war sie überzeugt, sich sehr ungeschickt benommen und ausgedrückt zu haben und schämte sich. Auch über ihrer Schwester Betragen schämte sie sich und fand zum ersten Male im Leben den Mut, ihr deutlich ihre Mißbilligung auszudrücken. Thea zeigte sich höchst erstaunt und setzte ihrer jüngeren Schwester mit viel Würde und Anmut auseinander, daß sie doch viel zu unerfahren sei, um über die Rechte und Erfordernisse des Flirts und der gesellschaftlichen Koketterie mitreden zu dürfen. „Herr Heuer ist mein Verehrer," sagte sie,„und ich behandle meine Verehrer so, wie ich es für gut befinde.“ Margarete mußte zugeben, daß Herr Heuer tatsächlich Theas Verehrer war, und begann bitter zu weinen. Es war der erste ernstliche Zwist zwischen den Schwestern, und daran war niemand anders schuld als Margarete, die ihre bisherige sanfte Nachgiebigkeit plötzlich in unbegreiflichen Trotz verwandelt und sich erlaubt hatte, die ältere Schwester zu tadeln. Offenbar sah Margarete jedoch ihren Fehler reuig esn. Denn als Thea, die das herzbrechende und gänzlich####begründete Schluchzen nervös machte, sie jetzt ersuchte das Zimmer zu verlassen, ging ste gehorsam hinaus, nahm das Kätzchen fest in die Arme und weirte im Schlafzimmer ungestört weiter. Heinrich ging trockenen Auges nach Hause; doch war er darum nicht fröhlicher als Margarete. Aus seiner Liebe zu Thea hatte er bisher, wenn auch unbewußt, einen großen, fröhlichen Stolz geschöpft. Erst jetzt, da ihm dieser Stolz gebrochen war, lernte er ihn erkennen. Er hatte auf Theas Gegenliebe gehofft und jetzt wußte er plötzlich, daß Liebe deshalb so hoch beglückt, weil sie uns natürlich zu der Meinung des andern Menschen verführt, daß wir liebenswert, daß wir Überhaupt etwas wert sind. Jetzt erfuhr erzugleich, wie bitter verschmähte Liebe schmerzt, weil sie uns so demütigend beweist, daß Sir n und gar hn ceittt. 177/18 die nächste Reichstagswahl. Die linksliberalen Organisationen des Wahlkreises Jena=Neustadt haben definitiv als Kandidaten für die gächste Reichstagswahl Dr. Vershofen, Jena, aufgestellt. Das Mandat ist bekanntlich jetzt in den Händen des bekannten Agrariers Paul Lehmann, der gelegentlich, der Reichsfinanzreform aus der nationalliberalen Eraktion austrat. Während die nationalliberale Partei fast keine Organisation im Wahlkreis hat und kaum noch politische Arbeit leistet, sind die im Wahlverein der Liberalen organisierten Linksliberalen seit der letzten Reichstagswahl sehr eifrig gewesen und haben ihre Mitgliederziffer verzehnfacht. Bei der Landtagswahl im Dezember gelan ges ihnen, den Konservativen und den Antisemiten drei ländliche Wahlke###e abzugewinnen.— Eine Versammlung des Kreiswahlvereins für den 4. mecklenburgischen Reichstagswahlkreis Malchin=Waren beschloß, einstimmig, als liberalen Kandidaten für die nächste Reichstagswahl den Rittergutsbesitzer Dr. Wendorff Toitz, aufzustellen. Die Aussichten für diese Kandidatur sind sehr günstig. In das Octitiensrecht der Rommunen greift die Regierung bereits, gehorsam der Aufforderung der Kreuzzeitung folgend, ein. Aus Königsberg i. Pr. wird gemeldet: Der Regierungspräsident hat die Beanstandung des Magistratsbeschlusses über die Wahlrechtspetition der Stadtverordneten=Versammlung von Könisberg verfügt, weil der Beschluß den Grundsätzen der Städteordnung über die Zuständigkeit der städtischen Körperschaften widerspreche. Die Reichstaasersatzwahl in Mülbeim=WipperfürthGummer bach Die Reichstagsersatzwahl in Mühlheim=WipperführtGummerebach hat, velglichen mit dem Jahre 1907 folgendes Ergebnis gehabt: Es sind an Stimwen abgegeben worden: 1907 1910 19 958 20 376 11 218 8 465 8538 10 9 4 — 1 140 Für das Zentrum Liberale Sozialistische Christlich=Soziale + + + 418 2753 2 386 1140 39714 40 905 Es muß also Stichwahl zwischen Jentrum und Sozialdemokralie stattfinden. Die Zahl der Wahlberechtigten beträgt etwa 46 000 Stimmen, so das etwa 5000 Stimmen nicht abgegeben worden find, trotz der überall enjalteten lebhaften Agitation. Das Ergebnis ist für die Nationalliberalen betrü: dend, aber es ist denen, die den Wahlkampf mitgemacht haben, und einigermaßen die Stimmung im Lande kennen, nicht unerwartet gekommen. Von den gequerischen Parteien wurde, und man muß leider sagen, nicht mit Unrecht, die laue Stellungnahme der Nationalliberalen zur preußischen Wahlrechtsvorlage, die nationalliberale Billigung des Ordnungsrufes gegen Ledebour aus Anlaß der Januschauer Offenherz'gkeit die Vertleidigung des Zechen=Arbeitsnachweises im Kohlenrevier seitens der Nationalliberalen und ihre unklare Stellung m vielen anderen Fragen, wie z. B. zum Koalationsrecht, zur Beamtenmaßregelung in Kattowitz usw. weidlich ausgenutzt. Namentlich im Gummersbacher Kreise glaubte man auf die Gefühle der dortigen Rechtsnationalliberalen Rücksicht nehmen zu müssen. Der Erfolg ist der gewesen, daß in dem Kreise Gummersbach, wo für die Entscheidung der Schwerpunkt lag, 2568 liberale Stimmen weniger wie 1907 aber 1477 sozialistische Stimmen mehr abgegeben worden sind. Hier zeigt sich deutlich, daß die Wählerschaft heute eine klare politische Stellungnahme verlangt. Das ganze Wahlergebnis sollte für die Nationalliberalen eine ernste Mahnung sein und nichts ist verkehrter, als, wie einige nationalliberale Blätter dies tun, den Verlauf der Wahl noch als nationalliberalen Erfolg darzustellen. Dämit beweist man nur, daß man aus den Ereignissen nichts lernt. Nur ein gutes Jahr trennt uns noch von den Neuwahlen zum Reichstag. Bis dahin ist noch Zeit, sich anbekümmert um die schönen Augen einiger hochmögenden Leute und Geldgeber zu einer unnachziebigen Volkspolitik Lzu bekennen. Geschleht dies nicht, dann lassen sich die Ergebnisse der Neuwahlen 1911 für die nationalliberale Partei nicht ausdenken, zumal wenn sie dann von dem unzweifelhaft zu erwartetenden Wahlblock der Linken nicht als bündnisfähig anerkannt werdeu könnte. Lokales und Orovinzielles. Dortmund, 25. Februar. — Vortrag. Auf die Freitag den 25. d. Mts, abends neuneinhalb Uhr im Reinoldushof staltfindende oon den freifinnigen Vereinen des Wahlkreises Dortmuno= Hörde einberufenen öffentlichen Versammiung, in der Herr Reichstagsabgeordneter Domänenpächter Fegter über die politische Lage nach der Reichsfinanzreform sprechen wird, sei nochmals aufmerksam gemacht. —* Auf dem Dache sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß. Die greisenhane„Wlemonia“ entzielt sich der Beantwortung der von uns an sie gerichteten Fragen über die nicht nur in der„Phantasie der blauroten Brüder existierenden Denunziationslisten“ des Zentrums und über die Versuche des Zentrums, Beamte durch die auf Grund dieser Listen erfolgte Denunziation, daß sie rot gewählt hätten, aus Amt und Würden zu bringen und brotlos zu machen, durch die wohlfeile Redensart, daß ein Narr mehr fragen könne, als 10 Weise zu beantworten in der Lage seien. Wir wollen lieber zu den Narren gehören, als zu den 10 Weisen der Tremonia und des Zentrums, die Gefallen an der Denunziation ihrer politischen Gegner gefunden haben. Die„Tremonia“ hat sich, hochnäsig und eingebildet wie sie nun einmal ist, neulich über unseren „Ton“ aufgehalten. Wir sagten damals, daß wir die „Tremonia“ als kompetente Beurteilerin des Tones nicht ansehen könnten. Die„Tremonia“ liefert heute den Beweis für die Richtigkeit unserer Behauptung, indem sie sich in einem Angriff auf das„Dortmunder Tageblatt“ eines Tones befleißigt, der dem Sauherdenton gewisser sozialdemokratischer Blätter verteuselt ähnlich sieht. Wir empfinden auflichtiges Mitleid mit der „Tremonia“, daß sie so heruntergekommen ist. — Der Nördliche Bürgerverein hielt am Dienstag im„Blücher“ unter dem Vorsitz des Herrn G. E. Baecker seine Hauptversammlung ab, in der zunächst Herr Rentner Goßmann über Straßenbahnbauten im Norden sprach und nach einem Rückblick auf die Entwicklung des Straßenbahnverkehrs und den Ausbau des Straßenbahnnetzes den weiteren Ausbau in der Richtung nach Huckaide zu befürwortete. Die Linie nach Huckarde müsse nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit im Anschluß an die Hafenbahn durch den Norden in der Richtung Hoesch=Scharnhorst weitergeführt werden. Auch noch diese Strecke über die Dorstfelder Brücke zu leiten, sei nicht angängig. Dem Vorschlag des Referenten trat Herr Lehrer Kreth aus Huckarde bei. Für den regen Verkehr zwischen Huckarde und Dortmund müsse, da die Staatsbahn ihn kaum bewältigen könne, ein neues Verkehrsmittel geschaffen werden. Bei der Linienführung über den Hafen bekomme man eine direkte Linie, für die die Huckarder dankbar sein würden. Auch Herr Hauptlehrer Hüsing=Scharnhorst begrüßte die Anregung des Referenten mit Freuden. Er hält die Rentabilität für sicher, zumal die Harpener Bergbaugesellschaft mit dem Bau einer größeren Kolonie demnächst beginnen würde, sodaß man mit einer Einwohnerzahl von 6000 rechnen könne. Dänn werde im Westerholz ein größeres Vergnügungslokal errimtet und in der Nähe auch der große Brackeler Volkspark angelegt. Schließlich wurde folgende vom Referenten vorgeschlagene Resolution angenommen:„Der Nördliche Bürgerverein empfiehlt die Ausführung der Straßenbahn Huckarde=Hafen=Hoesch=Scharnhorst als Parallel=Linie zu der Linie Körne=Dorstfeld und zwar die Strecke Huckarde=Hafen im Zuge der HuckarderKönigsbergerstraße und die Strecke Hoesch=Scharnhorst im Zuge der Wambelerstraße(Bahnunterführung), deren Ausbau zu diesem Zwecke geboten ist. Mit Rügsicht auf die große wirtschaftliche Bedeutung des nördlichen Stadtteils erscheint der Ausbau obiger beiden Strecken mit dem Norden dringend geboten.“— Herr Professor Dr. Schneider, Direktor der Realschule im Norden, sprach über das höhere Schulwesen. Er führte über das Verhältnis der einzelnen höheren Schulen zu einander etwa folgendes aus: Man brauche die Knaben nicht direkt auf ein Gymnasium oder Realgymnasium zu schicken; Schüler einer Realschule würden, wenn sie drei Jahre die Schule mit Erfolg besucht härten, ohne jede Prüfung in die Untertertia eines Reformgymnasiums aufgenommen. Von den 5 höheren Lehranstalten befänden sich 4 im südlichen Statteil und seien fast alle überfüllt. Das Gymnasium zähle mehr als 500, die Oberrealschule 480, die Realschule 428 Schüler. Das Realgymnasium habe zur Zeit die größte Schülerzahl und zwar 744. Da sei eine Entlastung dringend geboten und die Möglichkeit gegeben, den Wunsch der Bewohner des Nordens zu erfüllen, daß eine neue höhere Schule im Norden errichtet werde. Er empfahl, die zunächst notwendigen sochs Klassen eines neuen Realprogymnasiums aus Sparsamkeitsrücksichten in der nördlichen Realschule unterzubringen und dem Direktor dieser Schule zu unterstellen. Diese Ausführungen wur den beifällig aufgenommen, ebenso die des Herrn Stadtverordneten Zur Hellen=über„Höhere Mädchenschule“, die in folgender Resolution gipfelten:„Wie bereits vor mehr denn 6 Iharen kommt auch heute Dortmunder Stadttheater. E. Dortmund, 24. Februar. „Die lustigen Weiber von Windsor“. Komisch=phantastische Oper in 3 Akten von Otto Nicolai. Der Name Nicolai's ist durch diese Oper unkerblich geworden, sie wird sich durch ihren köstlichen, liebenswürdigen Humor in Musir und Handlung auch gewiß noch lange auf dem Spielplan erhalten. Der Verfasser des Librettos hat den Text dem Shakespearesschen Lustspiel entnommen und somit die köstliche Wirkung, welche der große Brite mit der überwältigend komischen Figur des Sir John Falstaff erzielt, auch auf die Oper übertragen. Leichtflüssige, gesällige Melodien hat der Komponist zu dieser echt humorvollen Handlung geschrieben, und so wirkte diese komische Oper, trotzdem sie schon seit 1849 auf dem Spielplan ist, heute noch heizerquickender und frischer, als manches Erzeugnis unserer Modernen. Der Komponist hat die Erstaufführung, welche in Berlin stattfand, leider nur um wenige Wochen überlebt und konnte den Siegeszug nicht mehr verfolgen, den sein Meisterwerk über alle Bühnen nahm. Die heutige Aufführung verschaffte dem zahlreich erschienenen Publikum einige fröhliche Stunden. Vor allem ist Herr Bark als Falstaff zu loben, der die Komik seiner Partie zu voller Geltung brachte; auch gesanglich leistete er gutes, sein sonorer Baß ist in allen Registern wohl ausgeglichen.— Die Rolle der Frau Fluth war Frl. Mayer=Olbrich übertragen, die wir leider viel zu selten hören. Die Künstlerin war sehr gut disponiert, ihr Sopran ist ansprechend, die Coloraturen und Triller gleiten leichtflüssig dahin, Auch darstellerisch zeichnete sie die übermütige, lustige Frau Fluth vortrefflich. In den Ensemblesätzen übertraf sie sogar ihre Partnerin, Frau Wildbrunn(Frau Reist), deren Naturell sie mehr auf ernste Rollen verweist.— Die beiden Ehemänner Fluth und Reich wurden durch die Ehemänner Fluth und Reich wurden durch die Herren Reisinger und Loosen verkörpert.“ Herr Reisinger brachte als eifersüchtiger Gatte in der Szene mit Falstaff den bitteren Sarkasmus besonders gut zum Ausdruck, während Herr Loosen nicht recht erwärmen wollte; stimmlich waren beide befriedigend.— Ueber Frl. Schwarz(Jungfer Anna Reich) ist nicht viel Gutes zu berichten, ihr Sopran klang besonders in der Höhe etwas scharf, auch ließ die Jutonation zu wünschen übrig.— Zu erwähnen sind auch die Liebhaber der Jungfer Anna: Herr Theurer(Ferton), dessen metallreicher Tenor zu schöner Geltung kam, und die Herren Förster(Junker Spärlich) und Engelke(Dr. Cajus) ,die von unbezwinglicher Komik waren. Das Orchester stand auf gewohnter Höhe, besonders sei des Soloviolinisten gedacht, der die Staccati=Läufe mit großer Bravour ausführte. Herr Kapellmeister Wolfram leitete die Aufführung mit Umsicht und Geschick. wiederum die Bürgerschaft des Nordens und ersucht den wohllöblichen Magistrat und das Stadtverordnetenkollegium, doch endlich die Errichtung einer zweiten höheren städtischen Töchterschule der Stadt in die Wege zu leiten. Alle die Gründe, die wir vor Jahren diesen Wunsch als einen dringenden zu befürworten für berechtigt hielten, sind heute zwingender denn je und wir hoffen bestimmt, daß Magistrat und Stadtverordnete sich unserem Ersuchen auf Errichtung einer höheren Töchterschule im Norden der Stadt nicht mehr verschließen und den Bau baldigst in die Wege leiten.“— Nachdem diese Resolution einstimmig Annahme gefunden, begründete Herr Buchdruckereibesitzer Gillessen die Notwendigkeit, ärztlichen Sonntagsdienst einzuführen. Die Versammlung beschloß, deshalb nochmals beim Aerztlichen Verein vorstellig zu werden.— Schließlich wurde noch von dem Jahresbericht des Schriftführers Herrn Balster Kenntnis genommen und der engere Vorstand mit dem Recht, sich durch Zuwahl zu erganzen, einstimmig wiedergewählt. —* Der Bürgerverein des Westens nahm gestern in seiner Generalversammlung im Restaurant Pollack zunächst den vom Vorsitzenden Herrn Zahnarzt Schulte=Ebbert erstatteten Jahresbericht entgegen, aus dem zu konstatieren war, daß der Verein eine überaus rege, z. T. erfolgreiche Tätigkeit entfaltet habe. Nachdem Herr Kaufmann Elsbach über die Kassenverhältnisse berichtet hatte und ihm Entlastung erteilt worden war, woirde, da Herr Stadtv. Hilgering eine Wiederwahl in den Vorstand abaelehnt hatte, Herr Kaufmann Gust. Reuße zum 2. Vorsitzenden gewählt, an dessen Stelle dann Kaufmann Otto Blume jr. als Schriftführer trat. Herr Kaufmann Teigler wurde als 2. Kassierer wiedergewählt. Als Beisitzer wählte man neu die Herren Limpinsel, Leineweber und Westermann.— Mit dem Vorgehen des nördlichen Bürgervereins hinsichtlich der Straßenbahnverbindung mit Huckarde war man nicht einverstanden. Der westliche Bürgerverein kann sich von einer Linienführung über den Hafen eine Rentabilität nicht versprechen. Vorteilhaft sei es, wenn man die Strecke durch die Rheinische Straße zum Zentrum der Stadt führe. Ueber die immer noch mangelhafte Beleuchtung im Westen wurde schließlich noch Klage geführt. Als sehr dringlich wurde eine Verbesserung im Zuge der Alexanderstraße bezeichnet. —* In Notwehr will Mittwoch bei einem Streite mit Hausbewohnern der Althändler Georg Rüdinger Brüninghauserstraße 92, zum Revolver gegriffen und dem Arbeiter Heinrich Dumeier eine Kugel in den Leib geschossen haben. Der Verletzte wurde ins Kronkenhaus gebracht. — Der Verein Rheinland, der durch die Gediegenheit seiner Veranstaltungen sich einen guten Ru; erworben hat und diesen Ruf immer von neuem befenigt, hat seine Karnevalssaison durch einen glänzend verlaufenen Maskenball zwar schon geschlossen, sich aber schlüssig gemacht, noch ein Kostümfest abzuhalten. Wie aus dem Inserat ersichtlich ist dem am nachsten Sonntag Abend im Gewerbeverein stattfindenden Kostümfest unter Benutzung der künstlerischen Dekorationen des Wohltätigkeitsfestes vom Tage vorher der Gedanke zu Grunde gelegt:„Als der Grißvater die Großmutter nahm". Die Besucher des Kostümfestes, für das der Vorstand des Vereins Rheinland die sorgfältigsten Vorbereitungen trifft, werden überrascht sein über die Fülle und die Reichhaltigkeit dessen, was dort in gediegener Weise geboten wird. Am Sonntag kann es für Freunde fröhlichen und gemütlichen Treibens nur die eine Parole geben: Auf zum Kostümfest des Vereins Rheinland im Gewerbeverein! —* Sänglingsfürsorge in der Provinz Westfalen. Aus Anlaß verschiedener Anfragen machen wir darauf aufmerksam, daß die auf heute Freitag den 25. Februar nachmittags veireinviertel Uhr von dem Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Herrn Regierungsprasidenten a. D. von Hartmann anberaumte konstituierende Versammlung nicht im hiesigen Rathause, sondern im Rathause zu Münster stattfindet. Zur Tagesordnung steht die Beschlußfassung über die Satzungen und die Wahlen für den Verwaltungsrat. —“ 4. Vereins=Konzert der Musikalischen Gesellschaft unter Mitwirkung der Musikvereine von Kamen und Hörde. sowie dier„Liedertafel“(Dirigent Herr Armbrecht) findet am Sonntag, den 13. März am Fredenbaum statt. Unter Leitung des Musikdirektors Herrn C. Holtschneider gelangt zur Aufführung:„Von den Tageszeiten“ von Friedrich E. Koch, demselben Komvonisten, dessen„Deutsche Tänze“ der hiesige Musirverein seinerzeit brachte. Der Stuhlplan liegt im Verkehrsverein am Markt auf, woselbst auch die Eintrittskarten zu 3. 2 und 1 Mark zu haben sind. —“ Kronenburg. Die Symphonie=Konzerte des Philharmonischen Orchesters boten in diesem Winter eine Fülle reicher Abwechslung; besonders waren es die Solovorträge, die in ihrer Mannigfaltigkeit zu dem anregenden Verlauf der Konzerte beitrugen. Interestante Vergleiche lassen sich nun jedesmal anstellen, wenn ein fremder Dirigent das Podium betritt, um ein Konzert der Philharmoniker zu leiten. Eine solche Gelegenheit bietet das heute abends acht Uhr stattfindende 22. Symphonie=Konzert, für das als Gast=Dirigent Herr Fürstlicher Hofkapellmeister Ferdinand MeisterArolsen gewonnen ist. Das Programm enthält außer der unvollendeten Symphonie in H=moll von Fr. Schubert nur Werke moderner Komponisten, Richard Wag ner ist mit dem„Siegfried=Idyll“ und Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ verzeichnet, Mar Schillings mit dem symphonischen Prolog zu Sophokles'„König Oedipus“, vom Hektor Berlioz kommt die Ouvertüre zu „Benvenuto Cellini“ zur Aufführung. Abonnementskarten sind auch für den heutigen Abend gültig. Lütgendortmund, 24. Febr. Für die Lehrerperseinen in Lütgendortmund wurden, nachdem die Kgl. Regierung die Ortszulagen genehmigt hat, solche von 400 Mark erreichbar in 23 Dienstjahren festgesetzt. Hagen, 24. Febr. Die Lenne ist in stetem Steigen begriffen. Der Schnee, der vor kurzem noch im Lennegebiet lag. ist geschmolzen, und starker Negen bringt die Gefahr des Hochwassers nahe. Hagen, 24. Febr. Heute morgen hak die Ehefrau des Schreiners Damann nach voraufaegangenem Streit eiden mit ihrem Ehemanne ihre eineinhalb und drei Jahren erhängt giften, trank sie dann eine halbe sterbendem Zustande wurde sie in gebracht der im Um sih Flasche bas Poo Zu der gräßlichen Familientragödie kurz im zweiten Blatt berichten, wird aus . S###n Stam berichten, wird 24. Februar, noch gemeldet:““ In dem Hause Wittekindstraße 18 hatte des Schreiners Damann ihre beiden Kind== und sodann einen Selbstmordversuch Ueber diese grauenvolle Tat sind bis iat. Einzelheiten bekannt geworden. Daman= Zeugnis eines fleißigen Menschen ausgestellt einige Ersparnisse auf der Sparkasse angelegt g. Frau aber hinter seinem Rücken Schulden im 6 gemacht hatte, hob sie ohne Vorwissen des und nach Beträge ab, wovon dieser erst am vorg. Mittwoch abend Kenntnis erhielt. Hierübsich eine heftige Auseinandersetzung, auch solld mißhandelt worden sein. Am heutigen Damann seine Wohnung, um bei der Sparkast: stellen, welche Summe seine Frau abgehoben 7. Letztere muß nun aus Furcht vor ihrem Manne d. seligen Entschluß gefaßt haben, mit ihren Kinden dem Leben zu scheiden. Sie hat zuerst das drei alte Kind mit in die Schlafstube genommen Schürzenband eine Schlinge gefertigt und es daBettpfosten aufgehängt. Sie blieb bei dem Kindbis es gestorben war, nahm es dann ab, wusch es. le es in Sonntagskleidung und legte es ins Bett a. holte sie das in der Küche spielende 15 Jahre alte erhängte es auf dieselbe Weise und legte falls ins Bett, nachdem es zuvor sauber gekleidet## war. Nachdem Frau Damann diese grauenvolle n. vollendet hatte, legte sie sich selbst die Schlinge un sich zu erhängen. Diese riß aber, nun griff die Ung liche zum Brotmesser und brachte sich zwei Schnitte um die Pulsadern zu öffnen. Als aber auch dies den gewünschten Erfolg zeitigte, trank sie Lysol Mitbewohnern war das eigenartige Benehmen der aufgefallen, und als gegen 410 Uhr vormittags die nung geöffnet wurde, gewahrte man die furchtbare? Die noch lebende Frau Damann wurde sofort Josephshospital geschafft, während die Kinderleichen die Leichenhalle gebracht wurden. Eine Gerichts# mission war bald am Tatort, um die erforderlichen stellungen zu treffen. Frau D. wird voraussichtlich dem Leben davonkommen und hat ihre Vernehmung reits am heutigen Tage erfolgen können. Eine au Menschenmenge hatte sich vor dem Hause angesamm in welchem sich das erschütternde Ereignis abgespielt Vielefeld, 24. Febr. Die konservativen Wahl ner beschlossen, für den nationalliberalen Bündler zu Jerrendorf zu stimmen. Dessen Wahl ist gesichert. Mülheim=Rhein', 24. Febr. Die Libertler den Kreisen Mülheim und Wipperfürth haben jölg Stichwahlparole ausgegeben: Keine Stimme dem trum! Die Liberalen in Gummersbach werden voraussichtlich der Parole anschließen.— La nun wieder weder Fisch noch Fleisch. Warum gibt nicht die Parole aus: Für die Sozialdemokratie das Zentrum! Das kann doch wahrhaftig mi dem, was vorausgegangen ist, nicht schwer fallen. Letzte Telearamme. Gesamtwasserstraßenbeirat. Berlin= 21. Febr. Heute trat hier im St saale des Potsdamer Bahnhofs der Gest wassernraßenbetrat zu seiner dritten e# zusammen. Den Vorsitz führte der Unterstaatssch Dr. Freiherr v. Coels. Zunächst wurde ein## über den Fortschritt der Bauarbeiten an östlichen und westlichen Wafferstraßen gegengenommen. Der Vorsitzende machte die Mittein daß zur Erörterung der Schleppmonopolstt eine außerordentliche Sitzung des Beirats sta werde und daß dafür der 19. März in genommen worden sei. Aus eine Anfrage aus Beirat, ob nicht, namentlich mit Rücksicht beschäftigungslose Tabakarbeiter in Minden, bal mit dem Bau des Weserkanals bezom werden könne, wurde erwidert, daß dieser Wunsg der Staatsregierung geteilt werde. Die Beisetzung der Leiche des Reichstagspräsident Königsberg, 24. Febr. Die Leicht keichstagspräsidenten Grafen erg=Wernigerode wurde heute au familiengut Dönhofstaedt beigesetzt. Aumen überdeckte Sarg war in der Schloßkapele, ebahrt. Als Vertreter des Kaisers erschien der jandierende General des 17. Armeekorps, v. 4% en. Mit dem Vizepräsidenton des Reichsiggit# rinzen zu Hohenlohe=Langenburg, waren 15 Mitu, Uer Fraktionen gekommen, um dem Verbliche#n etzte Ehre zu erweisen. Anwesend waren ferntt. Oberpräsident von Windheim, der Kommanotn Division Generalleutnant Hasse, Regierungsprost. braf Keyserlingk, der Protektor der Königsberg ersität Professor Haendicke und viele andert ggende Persönlichkeiten. Nachdem die Trauergt.. versammelt, erschien die Gräfin=Witwe m, inderen Leidtragenden. Nach Beendigung u. ichen Feier wurde der Sarg durch den Part eleitet. Hinter dem Sarge trug Graf du, Etia# Prassen auf Kissen die Orden seines. aiu(ehe Schwiegervaters. Dann folgten die Gräßz., beneral v. Mackensen. Auf dem ganzen Anßt geh# Hutsbeamte und Gutsinsassen Spalier, um sich tie em Kondukt anzuschließen. Unter dertors## beistlichen und unter den Klängen eines Chole###1 er Sarg in die Gruft gesenkt, über, welchrgjeßerlen eremn drei Salven abfeuerte. Mit der on Kränzen, unter denen sich auch solche betäten befanden, schloß die Feier Elsaß=Lothringen ein selbständiger Veschausch Straßburg i. E., 24. Febr. usschuß für Elsaß=Lothringen lterspräsident Ditsch folgenden Iler Abgeordneten ohne nterzeichneten Antrag ein:.... Wegierunt „Der Landesausschuß beschließt, dir eg### rsuchen, mit aller Kraft darauf hinzuw':### erbündeten Regierungen dem Reichstag vi## esetzentwurf vorlegen, durch welchen bes,„# iß die Reichsverfassung und das Rei,„##wa setz betreffend die Verfassung und bt werden iu Elsaß=Lothringen dahin abgeändert“„ lsaß=Lothringen zum selbstind!s.. gat erhoben und als solcher den der raten gleichgestellt wird.“ Stathater Vezienung# darauf der tlärung a9:—l eist 81 - s e i d n a n d i g W Die Verl I2 sepeben seit langen Eine ern ###hossen, daß die a ##nd Tx Erwügun Passaebung Amerikanische gepfore, 24. Geb. #r gege der Flotten lis dei Schlachtschifse Hais, 2d. Gebr. Ne sgnang durch Donai u. Etwa 800 Wa as selzieh, nr. 459 berverletzten betragr 91, 1000. Auch 39 Polizist Staßenbahrtwagen vei peiteren Meldung soll Verhaftungen wurden Standesamts.T Dortmund 1. 2 #eburten: 1 Sohn Lostraße 14 Konditor E. 69. Fuhrunternehn V1Tohter: Galvanoplas Perkuhn, Walzt Dier Schäfer, Blücherstr ## Falkenstr. 18. Schr Aufgebote: Schloss un Römer. Marine=Ob L mit Sophie Börner. seheschließungen #bt mit Rosalie Haeg sterbefälle: Mai ##. Ehefrau Maria Fritz Ruhl, Münsterstr. E Erdrosselung de Die ein Blitz aus heite Tageszeitungen die beschlossen habe, den iite Wertzuwachssteue nder Woche vorzuleg ist die auf dem verbreitete Münchr gegenwärtig im 15. Interessenten erhal kostenfrei in jeder bandlung oder dirt „UGEND“, Mün ::: Quartalspr Die Lektüre der such wegen ihres H darunter jährlich reiche sich als W üir jeden Ill Sebhildeten ul der Kö im Jahi I. Oeffentl . 16. Feb Obstbau einschl. * Baumw . ö. Närz 4 Oöstbau einschl. „ Obstvei Obstve; Fncktil Kursus Kursa stenng n Kunder in Um sib. llbe Flais. Flasche Loig n de A ragödie, übe en, wird.“ aus se 18 hatte die 65. eiden Kinder umaeind bis jer I Damann, den ausgestellt wird kasse angelegt. Dai# Schulden im Hau# wissen des eier ern am versasg L. Hierüber ense. ung, auch soll di sentigen Morgen bei der Sparkase sen Frau abgehoben 1## r ihrem Manne den mit ihren Kinder, u zuerst das drei sstube genommen fertigt und es dam eb bei dem Kinde stei ann ab, wusch es, lleide ste es ins Bett. Soim ende 15 Jahre alte s se und legte e## sauber gekleidet won diese grauenvolle Aubst die Schlinge um r, nun griff die te sich zwei Schnitte Als aber auch dies , trank sie Lysol. tige Benehmen der Uhr vormittags die man die furchtbare? ann wurde sofort# end die Kinderleichen den. Eine m die erforderlichen ze wird voraussichtlich hat ihre Vernehmung sen können. Eine dem Hause angesamme e Ereignis abgespielt konservativen Wahlnlliberalen Bündler Mai Dessen Wahl" sebr. Die Libeculen pperfürth haben jölgn Keine Stimme dem ummersbach werden anschließen.— Ta Fleisch. 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Newyorker Herald meldet aus #644, daß gestern abend das Depot der Tramdurch Dynamit in die Luft gesprengt Etwa 800 Wagen wurden zerstört, drei getötet, neun tödlich verletzt. Die Zahl der erletzten beträgt 91, die der Leichtverletzten na1000, Auch 39 Polizisten wurden verwundet. Von straßenbahnwagen verkehren nur noch 100. Nach witeren Meldung sollen 5 Personen getötct sein. Verhaftungen wurden vorgenomnen. Standesamts-Nachrichten. Dortmund 1. Vom 24. Februar. ####urten: 1 Sohn: Bergmann Hasenack, Al##rabe 14. Konditor Segschneider, WesterbleichI. 69. Fuhrunternehmer Schilling, Roßstr. 17. Tohter: Galvanoplastiker Köhler, Ardeystr. 120. #####. Verkuhn, Walzwerkstr. 30. Schuhwarenp#er Schäfer, Blücherstr. 20. Eisendreher Strat# Falkenstr. 18. Schreiner Rott, Baumstr. 3, luigebote: Schlosser H. Wendel mit Witwe Kömer. Marine=Oberstabsarzt Dr. med. Max L mit Sophie Börner. ebeschließungen: Reisetechniker W. Stahl#it mit Rosalie Haegermann. sterbefälle: Martha Gerhold, Baroperstr. ## N. Ehefrau Maria Raupach, Stolzestr. 13, 60 Fritz Ruhl, Münsterstr. 120, 4 M. Erdrosselung des Baugewerbes. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel erschien gestern in Tageszeitungen die Mitteilung, daß der Magibeschlossen habe, den Stadtverordneten eine abnie Wertzuwachssteuerordnung schon am Montag er Woche vorzulegen. Krienn ist die auf dem ganzen Erdenrund verbreitete Münchner„JUGEND“, die gegenwärtig im 15. Jahrgang erscheint. Interessenten erhalten Probenummern tostenfrei in jeder Buch- und Kunstbandlung oder direkt vom Verlag der „UGEND“, München, Lessingstr. 1. :::: Quartalspreis 4 Mark.:: 3: Die Lektüre der„JUGEND“ ist such wegen ihres Reichtums an Bildern darunter jährlich etwa 250 farbige), reiche sich als Wandschmuck eignen, Kr jeden Sebildeten der Königl. Lehranstalt für Wein-, und Gartenbau in Geisenheim a. Rh. imn Jahre 1910 folgende Unterrichtskurse statt Leffentlicher Reblauskursus am 14., 15. und E. Februar. * Obsbaukursus vom 14. Februar bis 5. März einschl. * Laumwärterkursus vom 14. Februar bis 5. Pärz einschl. * Asbaunachkursus vom 18. bis 23. Juli einsch Laumwärternachkursus vom 18. bis 23. Jul einschl. Lsverwertungskursus für Frauen vom 1. bis „Angust einschl ##verwertungskursus für Männer vom 8. bi19. August einschl. Hazasusenten /13 vom 2. bis 13. August einschl n#in: sus vom 16. bis 27. August einschl. Kurtig.che#rar beträgt: grius 1: nichts. gus- u. 4: für Preußen 20 Mk, für Nicht preußen(auch Lehrer) 30 Mi Preußische Lehrer sind frei Personen, die nur am Nach kursus(Nr. 4) teilnehmen, zah len 8 Mk., Nichtpreußen 12 Mi 5: Preußen sind frei; Nichtpreußen zahlen 10 Mk. und wenn sie nur Nachkursus(Nr. 5) teil " rehmen 5 Mk., 6 u. 7: für Preußen je 6 Mk., für NichtKurius 8„ a preußen je 9 Mk., bS 8. u. 9: für Preußen je 20 Mk., für Nichtpreußen je 25 Mt, wozu noch 20 Mk. für Ge brauchsgegenstände und 1 Mk. ####dun.#. für Bedienung kommen. 7angen sind zu richten, bezüglich der Kurse de##. Direktion der Königlichen Lehranstalt, Versuchgeegt.“ 8 an den Vorstand der mechanides###ation der KSnigl. Lehranstalt und bellgischen#####) an den Vorstand der pflanzenen Zulan.= uchsstation der Königl. Lehranstalt. sch Preusan“. z“m Reblauskurius(Nr. 1) ihres##, ven Herrn Oberpräsidenten der Verung wernden. Nichtpreußen an ihre #V Gzseheng: 2.; die von der Anstalt end d#r gu.," den 11. Dezemver 1909. — Prosesser, Dr. Wortmann, Geb. Reg.=Rat. Kursus 3. Kursus Nicht genug damit, daß die jetzt bestehende Wertzuwachssteuerordnung zur Zeit ihrer Entstehung im Juni 1906 und ihrer Abänderung im Februar 1908 die größten Beunruhigungen im Baugewverbe hervorgerufen hat, kann es trotzdem der Steuersinanzier der Stadt nicht unterlassen, auch jetzt schon wieder mit derartigen Beunruhigungen an die Oeffentlichkeit zu treten. Trotzdem im Februar 1908 der ursprüngliche Antrag auf nur zweijährige Festlegung der Wertzuwachssteuerordnung unter den Stadtverordneten deshalb keinen Anklang fand, weil man die immer wiederkehrenden Aufregungen in den interessierten Kreisen vermeiden wollte wurde auf Grund der Reden eines angesehenen Stadtverordneten die jetzt bestehende Wertzuwachssteuerordnung auf fünf Jahre festgelegt. Diese Festlegung geschah auch mit der ausdrücklichen Begründung, daß Beunruhigungen der beteiligten Kreise auf lange Zeit vermieden werden sollten, und was unternimmt der Magistrat jetzt wieder? Um alle diese zu damaliger Zeit ins Feld geführten Reden kümmert sich allem Anscheine nach der Magistrat jetzt nicht mehr. Es soll, wie die Zeitungen berichten, wiederum eine Abänderung erfolgen und zwar soll die Abänderung derartige Abweichungen von der jetzigen Wertzuwachssteuerordnung erhalten, daß es dann wohl dem kleinen Bauunternehmern kaum möglich sein wird, ein Grundstück zu erwerben, mit einem Haus zu bebauen und dann zu verkaufen. Die vorgeschlagenen Sätze sind derartig hohe, daß es künftighin wohl dem Großkapital nur möglich sein wird, Grundstücke zu erwerben, zu bebauen und zu veräußern. Die kleinen und mittleren Bauunternehmer werden dann ganz ausgeschaltet. Wie jedem, der mit Grundstückserwerb und=Veräußerungen zu tun hat, bekannt sein wird, trifft die Wertzuwachssteuerordnung nicht etwa diejenigen, für die sie bestimmt worden ist, sondern sie trifft den Grundstückskaufenden. Wie statistisch nachgewiesen werden kann und wie das Grundbuch ergeben wird, wälzen die Grundstücksspekulanten fast ausschl. die zu zahlenden Wertzuwachs=, Umsatz= und Reichsstempelsteuern auf die Erwerber von Grundstücken ab. Welche Bedeutung die schon jetzt bestehende Wertzuwachssteuerordnung für das Baugewerbe hat und wie einschneidend sie auf alles einwirkt, ergibt sich aus nachstehender Aufstellung: Ein Bauunternehmer kauft einen Bauplatz von 30 Ruten für 20000,00 Hierfür hat er zu zahlen: 1. an städtische Umsatzsteuer, Staats= und Reichsstempel 2. an Wertzuwachssteuer für den Vorbesitzer, welcher als vermögender Mann zum Verkauf nicht gezwungen ist, und deshalb die Steuer abwälzt(angenommen ist, daß das Grundstück vor 10 Jahren für 2 500,00 Mark vom Vorbesitzer erworben ist) 3. an Straßengelände, welches nicht von ihm allein, sondern von allen Bürgern der Stadt benutzt wird, hat er an die Stadt unter normalen Verhältnissen, um bauen zu können, rund 5 Ruten gratis abzutreten, ist 634,00 2 500,00 3 300,00 4. an Straßenbaukosten usw. muß er sofort zahlen 1 500,00 5. an Gebäudesteuern zahlt er nach Fertigstellung des Hauses auf fünfjährigen Besitzstand mindestens 5 mal 200 Mark ist 1000,00 6. an Gewerbesteuer, welche aus dem Hausertrag entfällt, zahlt er als Bauunternehmer in fünf Jahren mindestens 350,00 7. an Verdienst muß er hinzu rechnen um allen Verpflichtungen gerecht werden zu können 15—20 Prozent und zahl davon wiederum die Wertzuwachssteuer von 1 200.00 8. an diesem Wertzuwachs, welcher zugleich geschäftlichen Gewinn bildet und von welchem er außerdem nach Staatseinkommen=, Gemeinde= und Kirchensteuer zahlen muß und zwar zusammen etwa 15 Prozent ist 1800,00 Dies ergiebt im ganzen eine Wertsteigerung von Mk. 12 284,00 In diesem Betrage sind noch nicht einbegriffen die Beiträge für Kranken=, Unfall= und sonstigen Versicherungen für das Personal. Um diese rund 12000,00 Mark verteuert sich dann das Haus beim Weiterverkauf; denn der Veräußerer kann doch nicht aus eigener Tasche zulegen. Dem Erwerber, der beim Risiko für das Lehrstehen von Wohnungen mit einer sechsprozentigen Verzinsung des Kaufpreises rechnen muß, bleibt nichts anderes übrig, als die Wohnungsmieten mit jenen 6 Prozent von 12000 Mark gleich 720,00 Mark zu steigern. Das ergibt auf drei Wohnungen im Hausse pro Wohnung 240,00 Mk. Diese 240,00 Mk. Mietserhöhung kommen allein durch die erdrückenden politischen Abgaben und da wundert man sich noch über hohe Mieten. Diese Tatsache sollte vernünftigen Menschen doch zum Nachdenken Veranlassung geben. Die Folge einer solch vielfach hohen Besteuerung ein und desselben Gewinnes sind also die, daß die weniger bemittelten Bauunternehmer zugrunde gehen, während die kapitalkräftigeren Bauunternehmer weniger Konkurrenz erhalten und letztere dadurch in die Lage versetzt werden, die Preise für Mieten analog der Streuerschraube ins unermeßliche steigern zu können. Hieraus ergibt sich also nlar, daß es nur darauf abgesehen ist, daß der kleine Mann blechen soll. Nimmt man nun an, dlaß die Stadtverwaltung diese bis heute bestehenden viel zu hohen Sätze noch weiter erhöhen will, dann kann es nicht ausbleiben, daß die Errichtung von Wohngebäuden durch die kleineren Bauunternehmer künftighin vollständig unmöglich wird. Diese kleineren Bauunternehmer werden somit geradezu erdrosselt. Weshalb hat die Stadt es immer wieder auf den Grund= und Hausbessitz abgesehen? Weshalb sorgt sie nicht dafür, daß das fehlende Steuersoll aus den städtischen Betrieben aufgebracht wird? Jeder Kaufmann sinnt und trachtet banach, aus seinem Betriebe nicht allein das Verdienst zu erzielen, was er zum täglichen Unterhalt nötig hat, sondern er bemüht sich außerdem noch, einen Groschen ersparen zu können, um für seine alten Tage, in denen er Arbeit nicht mehr verrichten kann, auch etwas zu haben. Die riesigen Betriebe der Straßenbahn, des Wasserwerkes, des Elektrizitätswerkes versagen vollständig im Verdienen, und wird es doch da wohl mal an der Zeit, kaufmännisch Cralt ist die Wahrheit, daß der Mensch ist, was er ißt und trinkt Gesunde Hausgetränke— gesunde Menschen. Reichardtfakao ist höchst bekömmlich, anregend und stärkend bei köstlichem Wohlgeschmack Verkaufssiliale: Dortmund, Westenhellweg 80 Fernsyr 7608. Reichardts Kunstblätter „Tiere der Urwelt“. Serie 2 Nr. 27. In den Reichardtsilialen für je 3 Mk. Einkauf 1 vielfarbiges Kunstblatt (Format 19X2: em) umsonst, ine Post= und Bahnversand für je 5 Mi. Diese Blatter besitzen hohen wissenschaftlichen Wert. 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Den Stadtverordneten müßte vor allen Dingen Gelegenheit gegeben werden, sich über die kaufmännische Handhabung dieser Betriebe zu orientieren, damit danach die Geschäfte so eingerichtet werden, daß an ein Verdienst gedacht werden kann und nicht an Zuschüsse, zumal noch die übrigen Betriebe wie Hafen und Rieselfelder noch auf Jahre hinaus größere Zuschüsse erfordern werden. Ein Interessent. Saharet in Dortmund. Es gibt Töne, die wie ein Signal wirken, dazu gehört die Meldung: Die Saharet wird ab Dienstag, den 1. März im„Olymvia=Theater“ Dortmund auftreten. Und wenn man sich fragt, wo findet man die Begründung für eine so außerordentliche freudige Erregung? so kann man uns darauf antworten: In uns allen lebt ein Traum von Schönheit und Grazie, und dieser Traum geht mit uns durchs Leben, verschwiegen wie ein gute Freund, sehnsuchtsvoll als ein heimlich starker Wunsch. erfüllungsbang, bis er sich einmal wirtlich erfüllt: die Saharet bringt Schönheit und Grazie, und sie bringt noch ein anderes, lebenbejahendes und lebenverheißendes Moment mit: das überschäumende, bacchantische Temperament, das sein Eron jauchzend der Wirklichkeit entgegengeschmettert, ein Temperament, das überzeugt, bezwingt, fortreißt. Denn in dieser Tänzerin mischt sich das ungebändigte australische Blut mit den Kulturerrungenschaften, die die Kunst schaffen, in ihr vereinen sich Schönheit und echtes Können. Aus dieser Mischung muß sich eine gewaltige, eine suggestive Wirkung ergeben. In diesen Faktoren liegt die Gewähr für wahrhaft großen Kunstgenuß. Wenn wir an die Saharet denken, dann sehen wir vor uns das wunderbare Bild, das Meister Lenbach von ihr gemalt hat und das seinem Ruhmeskranz ein neues Blatt eingeflochten, den Ruhm, der die australische Tänzerin aber üüber alle Meere und in alle Welten trug. So hat sich allmählich ein Band um die Namen Lenbach=Saharet geschlungen, Das bis in die fernste Zeit hinein bedeutungsvoll bleiben wird, und es ist bis heute in allen Weltteilen ein Ereignis, wenn die Saharet auftritt. „Im Blücher“, Münsterstraße 77 findet heute für das scheidende Musik= und Gesangensemble„Goldklang“ großer Abschieds= und Ehrenabend verbunden mit Tanz=Reunion statt. Hoher Verdienst! Durch Lizenz=Uebernahme einer ganz vorzügl. Reklamesache mit Leichtigkeit viel Geld zu verdienen. Bar erforderlich Ml 250.-. Offerten unter A. B. 911. Verkehrs=Zeitung Mülheim=Ruhr=2 peldorf. Städtisches Dudenstift. Auf der geburtshilflichen Abteilung werden in Dortmund ortsangehörige bedürftige Ehefrauen unentgeltlich aufgenommen. Die Anmeldung muß— abgesehen von eiligen Fällen— etwa einen Monat vor der Niederkunft erfolgen. Anmeldungen werden entgegengenommen im Luisenhospital und bei der Oberin Schwester Elisabeth Popcke im Dudenstifi, können aber auch bei den Herren Armenvorstehern und den Vorstandsdamen der Frauenvereine erfolgen. Gegen Entgelt können auch jederzeit andere Frauen aus Dortmund und von auswärts in den Klasseu I II und III aufgenommen werden: eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Dortwund, den 16. Fehrner 1910. Verwaltung des Städt. Krankenhauses. Dudenstift. Bekanntmachung Das Königin Augusta Garde=Grenadier=Regiment Nr. 4 wird am 3. Mai 1910 sein 50jähriges Bestehen feiern. Alle ehemaligen Angehörigen und Kriegsteilnehmer des Regiments, die an der Feier teilzunehmen wünschen, werden gebeten, hiervon dem Regiment Kenntnis zu geben, unter Angabe des Vor= und Zunamen, Stand, Wohnort, Straße und Hausnummer, Tag des Eintritts in das Regiment, Kompagnienummer. Dienstgrod, Feldzüge. Sammelmeldungen durch Kriegervereine pp sind erwünscht. Aus dem Rheinland werden Sonderzüge zu ermäßigten Preisen von Coblenz und Cöln aus zusammengestellt. an die anzuschließen sich empfiehlt. Die Aufforderungen, enthaltend Programm und Kostenvoranschlag, werden den sich Meldenden später zugehen. gez. von Oetinger Oberst und Regiments=Kommandeur. Retien-Commandit-Geseäschaft Barmer-Bank-Verein Hinsberg. Fischer& Comp. Die Herren Aktionäre unserer Gesellschaft werden hiermit auf Grund des Gesellschafts-Vertrages ergebenst eingeladen zu der ordentlichen General-Vesammlung welche am MRontag, den 21. März, nachmittags 3 Uhr, im Bankgebäude, Winklerstrasse Nr. 11 hler stattfinden wird Tages-Ordnung: 1. Genchmigung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlust-Rechnung, sowie Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafter und des Aufsichtsrats. 2. Beschluß über die Verteilung des Gewinnes. 3. Ernennung von fünf Mitgliedern und fünf stellvertretenden Mitgliedern der Kommision zur Prüfung der Bilanz des laufenden Jahres. 4. Ernennung von Mitgliedern des Aufsichtsrates. An diese ordentliche General-Vesammlung wird sich eine Ausserordentliche General-Versammlung anschliessen mit nachstehender Tages-Ordnung: Beschlußfassung über den Antrag der persönlich haftenden Gesellschafter auf Erhöhung des Aktienkapitals um Mk. 14,644,800,— auf Mk. 74,481,000.— und dementsprechende Abänderung des§ 4 des Gesellschaftsvertrages betreffend das Grundkapital. Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes der Kommanditisten. Begebung von Mk. 12,999.600,— neuer Aktien an ein Uebernahmekonsortium mit der Verpflichtung, diese neuen Aktien den alten Kommanditisten anzubieten. Verwendung von Mk. 1,645, 200.neuer Aktien zur Rückerstattung der aus Anlaß der Uerbernahme der Bonner Privatbank, der Lenneper Volksbank und der Wermelskirchener Bank geliehenen Aktien. Die Herren Kommanditisten, welche den General versammlungen anwohnen wollen, heben ihre Aktien bei einer der nachbenannten Stellen. in Berlin bei der Direktion der Disconte-Gellschaft, der Rank für Handel und Industrie und den Herren Delbrück, Leo u. Co., in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Disconto-Gesellschaft und der Filiale der Bank für Handel und Industrie, in Barmen in unserem Effeckten-Rüro, in Bielefeld Bonn, Cöln Crefeld, Dortmund Düsseldorf. Duisburg M.=Gladbach, Hagen Hamm, Iserlohn, Lennep, Lüdenscheid, Ohligs, Osnarbrück. Remscheid, Rheydt, Soest, Solingen, und wermelskirchen bei uuseren Filialen, In Hohenlimbura und Uerdingen bei unseren Depositenkassen bezw. den ordnungsmässigen Hinterlegungsschein eines deutschen Notars bei uns bis spätestens 14. März d. Js. zu hinterlegen, wogegen die Legitimation zur General-Versammlung ausgehändigt wird. Dic Inhaber von Aktien, welche auf den Namen lauten, können ihr Stimmrecht nur in dem Fall ausüben, daß diese Aktien ausserdem vor dem II. März d. Is. auf ihren Namen In den Registern der Gesellschaft eingetragen sind. Barmen, den 23. Februar 1910. Der Aufsichtsrat: Richard Fleitmann, Kommerzienrat Vorsitzender. Täglich abends 8 Uhr: ! Nur noch wenige Tage! die glänzenden Novitäten u. A Die Matadore der Luft: Les 5 Alex Die Londoner Sensation: Globe of Life Bellionis Kakadus als Kunstradfahrer :-: H. Strebel, brillanter Humorist:-: :-: Ein Souper bei Madame Vvette:-: Freitag, 25. Februar 1910 abends 8½2 Uhr im großen Saale des Reinoldushofes 340 Oeffentliche Versammlung. „Die politische Lage nach der Reichstinanzreform.“ Redner: Reichstagsabgeordneter Domänenpächter Fegter. Nach dem Vortrag: Diskussion. Zu zahlreichen Besuche ladet ein die Ortsvereine der Freisinnigen Golkspartei und der Freisinnigen Vereinigung Justizrat Doepner. Prof. Ernst Meyer. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 20 Pfennigen erhoben. — — ilh Birkner= = Sorm. WAAUSM übernahmegon= pemialiialt-taphemdache— Ioserate für Dulsburg (210000 Einwohner) und den Niederrhein veröffentlicht man im weitverbreiteten Ecbo vom Niederrhein, Duisburg. Zellespreis 15 Pig. Wohnungs- und Stellenanzeigen 10 Pig.) Freitag und Sonnabend Nur 2 Tagel Die während der Weissen WOche entstandenen Resten. Restbestände Hemdentuch Handtuchgebild Croisé Pelz-Pique Bettdamast Leinen u. Halbleinen Tischzeuge Einzelne Tischtücher. Einzelne Handtücher. Damen-Wäsche Gardinen und Stores kommen Freitag und Sonnabend zu ganz aussergeisöhnlich billigen Preisen. zum Verkauf. 207 Kissenbezug aus gutem Hemdentuch, mit Spruch-Einsatz 68 Pf. Kissenbezug eigen. Fabrikat aus Ia. Cretonne, mit Rosenbogen, SeidenglanzLanguette 85 Pf. 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Freitag, den 25. Februar 1910 2r. Somphonie-Konzert durch Beamte 4e stalt zugesichert. angesehene Herre gutem Ruf ul“ großem tenkreis unter Leitung des FürstlHofkapellmeisters Herrn Ferdinand Meister(Arolsen) wollen sics Anf. 8 Uhr. Entree 1.— Mk. Abonnementskarten gültig. CocUn meldes Bessn Direhte Brüggenolte i# mund, Lulsenfte. „Lum Blücher“ 77 Münsterstrasse 77. Freitag, 25, Februar: d. Musik- u. Gesang-Ensembl. „Goldklang.“ unt. Mitw. erst. Künstler. Tanz-Réunion, III Rud. IBACRS Aelteste Berliner Ledermöbelfabrik liefert gegen bar lowie gegen monatlichen Ratenzahlungen Ledersessel und Lederstühle. Vertreter ist in Kürze hier anwesend Gefl. Offerten erbitte ich durch die Expedition. 339 und Flügel in altbewährtBACHIEPIAMOL A PARA h. 1BACII Planos mit ein bautem Klavierspiela#n# Planolas mit Thenecn Metrostyle, sowie Harngsempfichlt in reicher Auswa#l bequemen Bedungungen Kais. u. Königl Hlof-Flögel- und Pianiaof gegr. 1794. 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Verwaltungsgebäude Am Spitthof 2, Zimmer! täglich vormittags von 9 bis 12 und nachmittags von“: 6 Uhr zur Einsicht der Beteiligten und Erhebung Einsprüche aus.144 Einsprüche, die nach Ablauf dieser Frist augen werden, bleiben unberücksichtigt. Dortmund, den 21. Februar 1910. Der Rommissak Schmieding, Oberbürgermeisthz, Bekanntmachung. und Mit Zustimmung der Polizeiyeswogzi, gachch Stadtveordneten-Versammlung haben wir d“e a) für den westlichen Abschluß des platzes, b) für die Straße vom Bahnhofsvorplgs.“ nerplatz abgeändert und wie im Fluchtlinienptat.“ Bahnhofsvorplatz und die anstoßenden Straßen Farbe dargestellt festgesetzt. Der hiernach festgesetzte Plan liegt gemöß Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 von Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an, Liume lang im Stadtbauamt Klepvingstraße 27, 0 lang im Stadtbauamt Kleppingstraße zu Jedermanns Einsicht aus. 1 de Einwendungen gegen den Plan könne, erde bezeichneten Ausschlußfrist bei uns angebracht Dortmund. den 24. Februar 1910. Freita n 25. Febri nuter den sozialpolit aichtug in der I ae gaössen, befinden Lung des Paragraphen Lag. Die Anhänger 1 ihr Mißvergnügen Un zuständigen Stelle Lus hat man den ihrer zähen E allmählich so viel #e Lattonallitheralen ug in Anträgen an Eier handwerker unter der zur Diskussion b.„Die Innung dat stung der Preise ihr in der Annahme vo Entgegenstehende Bei dieser Bestimmung nnungen angepaßt; #zwanges auf Uen verhindern in de Die Verpflichtung, der de unfreiwillige Un knüpfen dürfe, di ir vorzüg üntuche reine ür-Kammga ggarn-Chei Ein gr 204 #lediges Nr. 47. 27. Jahrgang Freitag, 25. Februar Setetg aie leten erlcherungsanle orzüglichen en rforderlich. Hoten ech Bäehie 190, Beamte 4p talt zugesichent ingesehene Herre chist aut ichst großem beh enkreis wollen se persönlich meldes heren Direkter Brüggenolte In nund, Lulsenite. dividuelle Behandlung erfordern, nicht innezuhalten. Die Antrage für den Reichstag sind dahet auch mit einiger Vorsicht zugeschnitten. In ihnen wird die Aufhebung des Paragraphen 100g zunächst nur für solche Handwerke gefordert, die nach dem Gutachten des Handwerkskammertages hierzu geeignet sind; auch sollen die Aufsichtsbehörden bei der Ansetzung der Mindestpreise mitwirken. Man kann gespannt sein, wie der Reichstag sich zu der Materie stellen wird. hat, und die nur durch Unkenntnis der Reichsbeamtenverhältnisse bei der preußischen Verwaltung erklärt werden. Oder sollte man wirllich mit voller Absicht einen Staatssekretär, einen Oberpostdirektor, einen vortrae, genden Rat in seinen politischen Rechten schlechter behandeln wollen, als einen der ihnen untergeordneten, Postbaubeamten oder einen Oberlehrer, Pfarrer oder Amtsrichter?“ Und in Bezug auf das dem Militärdienst eingeräumte Vorrecht schreibt das Blatt: „Somit würde die Mehrzahl der Vorsteher unserer sogenannten Militärpostämter(d. s. Postämter 14 Klasse kleineren Umfangs, deren Vorsteher Offiziere a. D. sind. D. Red.) günstiger dastehen als ihre sämtlichen postalischen Vorgesetzten bis zum Staatssekretär hinauf wobei nicht übersehen werden darf, daß von den Anwärtern für die Offizierslausbahn nicht einmal die Ablegung der Reifeprüfung einer Vollanstalt verlangt wird, eine Bedingung, die von den früheren Posteleven unbedingt erfüllt sein mußte.“ Dieses Beispiel zeigt, wie in allen Kreisen große Mißstimmung über die Ungeheuerlichkeiten der preußischen Wahlrechtsvorlage herrscht. Auch der Oberpostassistent Delius Landtagsabgeordneter für Halle verwahrt sich im Namen der mittleren und unteren Beamten in einer Zeitabschrift an die „Liberale Korrespondenz“ gegen die in der Wahlrechtsvorlage und in ihrer Begründung hervortretende Tendenz, die Beamten mit Hilfe besonderer Vorrechte und der öffentlichen Stimmabaabe zu einer konservativen Schutztruppe zu machen. Daß die Vorlage selbst in Beamtenkreisen so unbeliebt ist, sollte dem Schöpfer des Wahlmonstrums zu denken geben. Es muß ein ganz weltfremder Mann gewesen sein, der diese Vorlage geschaffen hat. des Gewerbetreibenden in Fesseln legen. Es soll mit dem erwähnten Verbotsparagraphen den Hand werkern auch innerhalb der Innungen keineswegs verwehrt werden, über Preise und Lieferungsbedingungen sich zu verständigen, nur die Innung als solche soll in dieser Beziehung keine Tiktatur ausüben, weil ihre Mitglieder an sie gebunden sind, demnach nicht nach Belieben austreten können, wenn ihnen die Junungsdekrete nicht gefallen. Vor zehn Jahren noch waren Reichstag und Regierung darin einig, daß man die Gewerbegenossen nicht zwingen dürfe, sich Preis vorschriften zu fügen, wenn der Austritt aus der Zwangsinnung nicht zulässig sei. Die freien Innun gen dürfen derartige Vorschriften erlassen, weil ihre Mitglieder nicht daran gehindert werden können, der Korporation volet zu sagen. Das Streben der Zwangeinnungen nach einer Ausdehnung ihres Machtbereichs ist andererseits verständlich. Sie wissen, daß sich durch die zwangsweise Durchführung der Preisnormierung vielen Handwerkern zu gefallen sein würden, sowie ihrem eigenen Vorteil dadurch Vorschub leisten-können. Der Gedanke eines solchen Preiskartells gilt in Handwerkerkreisen heute für sehr gescheit, zumal die Erfolge der Groß industrie mit den Syndikaten und Kartellen zur Nach folge aureizen. Tennoch erscheint die glatte Streichung des Paragraphen 100g als ein gewagter Schritt, dessen Ausführung reiflich überlegt werden sollte. D'e Gewerbefreiheit würde, wie die Sozialpolitische Rundschau betont, um ein weiteres Stück verkürzt werden, und die erzwungenen Einheitspreise wären bei sol chen Arbeiten, die besondere Gediegenheit und inzwang. den sozialpolitischen Fragen, mit denen s42tag in der laufenden Session sich wird — müssen, befinden sich auch Anträge auf Abdes Paragraphen 100g der Reichsgewerberie Anhänger der Zwangsinnungen und gandwerkerfreunde haben bereits seit mehreren ihr Mißbergnügen mit diesem Paragraphen a znsändigen Stellen zum Ausdruck gebracht. har man den Petenten kaum Gehör geihrer zähen Beharrlichkeit ist es aber geallwählich so viel Anhang zu werben, daß #ise Nationalliberalen und die Wirtschaftliche Verin Anträgen an den Reichstag die Wünner Handwerker unterstützen. der zur Diskussion gestellte Paragraph 100g „.„Die Innung darf ihre Mitglieder in der zung der Preise ihrer Waren oder Leistungen in der Annahme von Kunden nicht beschränEntgegenstehende Beschlüsse sind ungiltig.“ Der dieser Bestimmungen ist dem Zwangscharakter zunungen angepaßt; er soll die Ausdehnung des ungszwanges auf Preisverabredungen und derin verhindern„in der richtigen Erwägung, daß sie Verpflichtung, der Innung anzugehören, sich die unfreiwillige Unterwersung unter solche BeUnzufrieden mit der reform sind auch die höheren Postbeamten. Ihre Zeitschrift „Die Blätter für Post und Telegraphie" befaßt sich mit den Vorrechten, die mit einer Staatsprüfung nach Dreijährigem akademischen Studium und mit dem Heeresdienst verbunden sein sollen. Das Blatt schreibt: „Wird der Paragraph Gesetz so bringt er eine Zurücksetzung der der Reichspostverwaltung angehörigen höheren Beamten in Preußen, die nicht unwidersprochen bleiben kann. Diese Beamten haben bekanntlich sämtlich eine Staatsprüfung vor dem Prüsungsrate des Reichspostamtes abgelegt,, die nach Anforderungen und Wirkungen jeder andern Staatsprüsung vor einer staatlichen kirchlichen, oder akademischen Behörde gleichsteht. ihnen fehlt aber durchweg das wenigstens dreijährige akademische Studium. Somit würden also künftig— abgesehen von vier juristisch vorgebildeten Räten, den Postbauräten und den Postbauinspektoren— sämtliche höhere Postbeamte vom Staatssckretär bis zu den Inspektoren und Oberpraktikanten herab schlechter gestellt sein, als die höheren Beamten anderer Verwaltungen. Dies ist eine Wirkung, die man wohl schwerlich gewollt BACH-PIANOLA: h. IBACII Pianos bautem Klavier Pianolas mit Th Metrostyle, sowie empfichlt in reicher bequemen Bedi tnüpfen dürfe, die das subjektive Ermessen Donnerstag, den 24. Freitag den 25. Samstag den 26. Sonntag den 27. billig vorzügliche Qualitäten, hervorragend General-Vertreter: Dortmund Burgwall 21, Auf d. Berge Fernsprecher 845 Tuch 1.39 en Satintuch Mohair boe Satintuch 110 n Kammgarn-Serg Alpaces 120 cn breit. ntuche reine Wolle Ar-Kammgarn mgarn-Cheviot 110 cm br., sehr eleg. Gewebe elegante, seidenglänz. Ware Einseitspreis Meter modernes, solides Gewebe 110 cm, breit, prima reinw elsäss. Ware Einheitsps. Mtr. Mark. 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Auf der Brautschau. bumoristischer Roman von Felix Brenta. 21 wisellos hatte er bereits den Ehrgeiz, genau so und wohllautend zu mianen, wie die Mutter, und eneben war unverkennbar, mit gekrümmten Rücken Renmütig gestand er ein, daß die vorliegende Vertreterin dieser Gattung in mancherlei unangenehmen Neigungen wahrscheinlich von ihren Eltern sogar erblich belastet sei, blickte schuldbewußt sein kleines, mit Recht verschmähtes Danaergeschenk an, riß es von dem Teppich, auf dem es sich festgekrallt hatte, los, und legte es wehmütig auf seinen Schoß, woselbst diekleinen Krallen sich lebhaft mit seinem Hosenstoff und der Haut seiner linken Hand beschäftigten. „Also bringen Sie das Vieh baldigst wieder dahin, wo Sie es hergebracht haben!“ sagte Thea mit freundlichem Nachdruck, um der zoologischen Szene ein Ende zu machen. Heinrich schnitt ein bedenkliches Gesicht. Er stellte sich Frau Lichtenburgs beleidigte Mienen vor, wennn er es wagen würde, ihr das schönste, erst erbetene Enkelchen als unbrauchbar zurückzugeben. „Ich weiß nicht,“ sagte er traurig, ob ich es zurückbringen darf. Das Kätzchen wird dann wohl heimatlos sein.“ „Dann muß es ersäuft werden," erwiderte Thea achselzuckend. Heinrich erschrak.„Wären Sie im stande, es umzubringen?" fragte er. Thea aber warf voller Entrüstung das braunlockige Köpfchen zurück.„Nein,“ sagte sie.„Für solche Arbeit bin ich doch zu zartfühlend. Darum gehe ich auch fast nie in die Küche. Neulich sah ich zufällig, wie die Köchin einem Paar Täubchen den Hals umdrehte. Ich bin beim Anblick dieser Roheit beinahe in Ohnmacht gefallen.“ „Mit dem armen Tierchen hier aber hast Du kein Mitleid?“ warf jetzt Margarete ein, die bisher geschwiegen hatte. aber sie freute sich sehr, als Heinrich eifrig aufsprang, ihr das ahnungslos dem Tode entgangene Geschöpf in die Arme legte und glücklich rief:„Sie sind gut, Fräulein Margarete!“ Thea fand das für beide Beteiligte etwas unpassend, äußerte spöttisch:„Geben ist seliger, denn nehmen,“ gab ihrer Schwester die Versicherung, daß sie das Vieh keinesfalls in ihrem gemeinsamen Zimmer dulden würde und legte ihr die Verpflichtung auf, es auf dem Boden oder in sonst einem menschenleeren Versteck unterzubringen. Margarete war mit allem einverstanden und war glücklich, die Katze überhaupt errettet und errungen zu haben. Heinrich aber verharrte in einer gedrückten Stimmung. Die demütigende Ablehnung seines gutgemeinten Geschenkes konnte er selbst über Margaretes sanfter Liebenswürdigkeit nicht ganz vergessen und verwinden. Thea suchte ihn aus seiner Niedergeschlagenheit mit den huldreichen Worten zu erheben:„Nun, mein liebes Schulmeisterchen, seien Sie wieder vergnügt! Lassen Sie sich keine grauen Haare darüber wachsen, daß Sie mich mit dem Versuch, einen zoologischen Garten bei mir zu begrüßen, vorhin so erschreckt haben. Es ist alles vergessen und vergeben.“ Als Heinrich jedoch trotz dieser Gnadenverkündigung seine gewohnte Heiterkeit noch nicht wiederfand, fuhr sie verwundert fort:„Oder haben Sie außerdem etwas auf dem Herzen?“ Heinrich hatte sehr viel auf dem Herzen. Aber augenblicklich hielt er nur von dem einen zu sprechen für gut, was er auch in seiner Brusttasche trug. Das war ein so muß ich Ihnen schriftlich mein höchstes Mißfallen ausdrücken. I. Sie haben ohne meine persönliche Genehmigung, also eigenmächtig, eine Klassenversammlung abgehalten. II. Siehaben diese Klassenversammlung mißbraucht, indem Sie 1. mit den Knaben Schwelgerei getrieben und dadurch ihre Begehrlichkeit geweckt haben, was lediglich Vorrecht der Eltern ist, 2 den Knaben Komödie vorgespielt und dabei a) einen nicht in dem Lehrplan der Klasse enthaltenen Abschnitt der Weltgeschichte verfrüht vorgetragen, b) durch persönliche Hauswursterei sich die Achtung und Liebe Ihrer Schüler vollständig verscherzt haben. Ich ersuche Sie daher, solche Mißgriffe künftig zu vermeiden, und würde ich bei fernerer Mißachtung meiner Wünsche zu strengstem Vorgehen gegen Sie mich leider veranlaßt sehen müssen. In der Hoffnung, mir Ihre schätzenswerte Lehrkraft noch lange erhalten zu können, zeichnet Ihr achtungsvoll wohlgeneigter Thobias Träger, Direktor des staatlich anerkannten Trägerschen Knabeninstituts. Einen sehr komischen Chef scheinen Sie zu haben.“ sagte Thea belustigt.„Ich finde diesen Brief sehr drollig, wenn ich bedenke, wie befriedigt und entzückt Karl damals nach Hause kam. Mein Bruder scheint tatsächlich viel mehr Verständnis für Sie zu haben, wie Ihr Direktor. Sie haben gewiß herzlich über Ihren Herrn Vorgesetzten gelacht.“ „Hm,“ antwortete Heinrich zögernd,„sehr eben nicht. Eigentlich habe ich mich sogar recht gründe lich geärgert. Aber jetzt sehe ich auf einmal ein, daß das nur ein törichtes Versehen von mir war. Sie haben recht: es ist zum Lachen!" „Nein,“ fiel jetzt Margarete erregt ein,„es ist ganz abscheulich und empörend! Das dürfen Sie sich nicht gefallen lassen!“ hellweg 75. immungsliste über die n für das Schreinerran.s Dortmund auf diejenigen toch Lehrlinge beschäftgerl, und 2. Wochen im städt, pitthof 2, Zimmer 1 12 und nachmittags von eiligten und Erhebung lblauf dieser Frist igt. Februar 1910. Der Vommissar lieding, Oberbürgermeilsh, g.20nigen Schritten den leichten anmutigen Gang eulers anzunehmen. Aber zu seiner kummervollen ztung mißlangen diese Versuche vorläufig noch. a9 mißlangen diese Versuche vorläufig noch. Abien versagten den Dienst und der kleine Mäuse# at krabbelte hilflos auf dem Boden vorauch die Stimme klang so ängstlich und piepmur ga### künftigen Sänger nächtlicher Serenaentfernt vermuten ließ und bei Heinrich lleidiges Lächeln hervorrief. k. 22 Fräulein Thea lächelte maßvoll, und Heinrich . ch, einige Worte der Anerkennung zu ernten. ehe grte aber eine ganze Anzahl stummer Augenm a# bkaulein Thea endlich verwundert fragte:„Wo Gesan. dus Tier aufgelesen, Herr Kandidat?“ ian es Ihnen?“ fragte Herr Heuer klopfenden sch maise. i.):; lautete die gnädige Antwort. 2 wollte mir erlauben. Ihnen damit eine Freude r Polizeiverwaltung ng haben wir dieg a.“ Abschluß des Babidt im Bahnhofsvorplot im Fluchtliniensleg anstoßenden Straßen te Plan liegt gemöb? Juli 1875 muntmachung an, b#. ppingstraße 27, den Wion Khoner ko g. bei uns angebracht“ 4. Februar 1910. ## meine. ich schenke Ihnen das hübsche Kätzscha ten Latift sich das Lachen Fräulein Theas zu jemisch. zellen Lachen, das bei jungen Damen herSchulmeiel, silbern genannt wird. kann auc..:den! Auf solch einen närrischen Gedan.. bich niemand anders verfallen, als Sie!“ ar sleinsgust doch ein Kätchen gewünscht!“ erwiNieß gu k Herr Kandidat, was soll ich denn mit Unbeir gurgen? Das richtet ja nichts als Schaden #. Ueberkez: mir an und zerreißt und zersetzt mir ist es doch eine Last, beständig solch Heinrsch.(9 zu haben!“ zuges= bie vom Standpunkt der Gerechtigkeit wes u. 2%,„Laß die Katzen ein unzuverlässiges, dielicht immer wohlriechendes Geschlecht sind. „Warum denn? Junge Katzen werden doch immer ersäuft. Man braucht es auch nicht selbst zu tun. Es gibt Leute, die das besorgen. Denen kann Herr Heuer das Tierchen übergeben. Nicht wahr, Herr Kandidat?“ „Hm,“ machte dieser leise. Margarete aber entgegnete kurz entschlossen:„Wenn es sonst umgebracht werden soll, dann schenken Sie's doch lieber mir. Bitte!“ Sie wußte selbst nicht genau, ob das Mitleid mit dem großen, betrübten, blonden Menschen oder mit dem kleinen Kätzchen auf seinem Schoß stärker in ihr war, testen wohl seine, gegen Tol richtete„Cis=moll=Sonate“, brachte. Ein Bleriotdenkmal Deutscher Berlin, 24. Februar. In der heutigen Sitzung wurde die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern kortgesetzt. Abg. Werner(Rsp.) sprach über Handwerkerfragen. Es gebe keinen Stand, der so tüchtig arbeiten müsse wie der Bauernstand. Auch dem Handwerkerstand, der genug unter Gewerbefreiheit und unlauterer Konkurrenz zu leiden habe, müsse unter die Arme gegriffen werden. Abg. Göring(Zentr.) forderte gleichfalls Staatshilfe gegenüber dem Handwerk, er schloß:„Der Mittelstand verlangt den Schutz ehrlicher Arbeit und dann etwas mehr Dampf, Herr Staatssekretär!“ Abg. Findel(nat.=lib.) betonte gleichfalls, daß, wenn die Handwerker alles Vertrauen verlören, die Schuld daran der Staat trage. Er so derte mehr Mittelschulen, die eine bessere Vorbildung verbürgen als die Elementarschulen. Abg. Carstens(freis. Vp.) war der Ansicht, daß durch eine volkstümliche Wahlrechtspolitik und durch eine geunde Steuerpolitik auch die Interessen des Handwerks am besten gefördert würden. Abg. Hoch(Soz.) übte an der herrschenden Schutzzollpolitik Kritik, ebenso an den Kartellen, die, wie schon der Vorredner richtig bemerkt habe, einen schädigenden Einfluß auf das Wirtschaftsleben ausübten. Staatssekretär Delbrück betonte, daß man eine organische Entwicklung des Wirtschaftslebens im Auge haben müsse. Die Sozialpolitik habe unverkennbare Fortschritte aufzuweisen, trotzdem bleiben Probleme zu lösen. Freitag 12 Uhr: Weiterberatung. Aus dem Gerichts Strafkammer Dortmund Dortmund In den Verdacht des schweren Diehst Bergleute Heinrich und Johann Klotzbach gekommen und zwar jedenfalls deshalb nannten schon erheblich vorbestraft sind. zum 11. Dezember vorigen Jahres schlug Wirt Knobloch in Rünthe die Hofhunde der Wirt nach der Ursache sah, bemerkte Gebrüder Klotzbach, von denen einer ein untersprang. Heinrich Klotzbach bedrohteg mit dem Verbrechen der Tötung. Vor d mer klärte sich der angeblich versuchte: ein harmloser Vorfall auf. Die beiden 2 nur versucht, den Wirt zum Oeffnen de beweegn, damit er ihnen noch Schnaps per einem versuchten Diebstahl konnte somit kei der Staatsanwalt beantragte selbst die auf die das Gericht erkannte; wegen B hielt Heinrich Klotzbach 20 Mark Gelds Ein modernes Denkmal wurde dem. Aviatiker Bleriot in Dover an der Stelle. Eraudenz Oberst v. Liebach und den Hauptmann von Bauernstein als Zeugen darüber zu taden, daß sie s. Zt. dem Angeklagten Grafen Pseil nahegelegt hätten, auf seine Gattin dahin einzuwirken, daß sie als Ofsiziersfrau in ihrem Verhalten den Standessitten mehr als bisher entsprechen möge. Nachdem ferner die Gräfin Pfeil letzthin mit der Behauptung hervorgerreten sei, daß ihre Kinder von dem Grafen Pfeil einer nicht angemessenen Pflege überwiesen worden seien, beantragt die Verteidigung schließlich auch noch die Ladung des konservativen Reichs= und Landtagsubgeordneten Freiherr von Richthofen(Merschütz), der bekanntlich der vom Vormundschaftsgericht Graudenz eingesetzte Pfleger ist und seine Schwester, der Baronesse Karoline v. Richthofen, damit sich das Gericht davon überzeuge, welcher Art die Persönlichkeiten seien, denen der Graf seine Kinder zur Erziehung überwiesen habe.— Allen diesen Anträgen wurde vom Gericht stattgegeben. Inzwischen war der gestern geladene Psychiater Stabsarzt Spohrnberger aus Posen erschienen und gab dem Gericht in längeren Ausführungen einen Ueberblick über den körperlichen und Geisteszustand des Angeklagten. Sein Vater und seine Mutter hätten infolge gewisser Vorkommnisse, über die sich der Sachverständige nicht näher ausläßt, unter dem Drucke einer Hypernervosität gestanden, die bei der Mutter schließlich zur Verbringung in ein Sanatorium führte. Der Vater habe an Melancholieanfällen gelitten und die Geschwister des Angeklagten seien ebenso wie dieser selbst nervöser und jähzorniger Natur.— Es wurde dann in die Vernehmung des ersten Zeugen, des früheren Burschen des Angeklagten, Pensen, eingetreten, der in mehrstündiger Vernehmung zugibt, daß er früher mehrsach falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben habe. Er will dazu durch den Grafen veranlaßt worden sein und nicht gewußt haben, was eine eidesstattliche Versicherung bedeute. Die Vernehmung erstreckt sich auf sehr viele Einzelheiten und wird morgen fortgesetzt. Luremburger Fürther Masch. W Gummiwaren Peter Steaua Romane Bulgaren Diskonto Darmstädter Bank Oesterreichische Länderbank Lombarden Ohio Harpener Phönix Frankfurter Hof Schuckert Rheinisch=Westfälische Nar. Holzverkohlung Tendenz: Sehr I. der Arbeiter Franz Rademacher ein Paar Da es sich um bahnamtliches Gut handelte und rer Diebstahl vorlag, mußte die Strafkammer# Rademacher eine empfindliche Strafe festsetzen.## noch unbestraft ist, ließ es der Gerichtshof bei Gefängnisstrase von drei Monaten bewenden Ein gewerbsmäßiger„Nepper“ stand in der## des Kellners Eugen Lieder von Dortmund v## Strafkammer. Er hatte am 11. Oktober vorigg ren zwei Frauen wertlose Uhren als echt golden kauft und zwar nur deshalb zu einem verhältnien niedrigen Preise weil er unter allen Umständen haben müsse. Lieder kam mit einer Gefängniez von drei Monaten davon. Auf einer Betteltour kehrte der Schreiner### Düllberg in die Wohnung der Eheleute Ackerer### hard Lenze in Buemerheide bei Werl ein### um eine milde Gabe. Kaum hatte die allein in mer weilende Frau dem Gauner den Rücken a## als er auch schon eine Uhr von der Wand nahn diese in seine Rocktasche verbarg. Der Verlust der wurde sofort bemerkt, die Verfolgung des Spitzh aufgenommen und ihm die Uhr wieder abgenom Die Strafkammer verurteilte den vorbestraften9 finger zu sechs Monaten Gefängnis; sechs Wochen den ihm auf die erlittene Untersuchungshaft angere Aus einem Hause an der Brückstraße in Dorn wurde am 19. Juni vorigen Jahres ein Schlie mit Wäsche gestohlen. Als Täter wurden ermittell Fabrikarbeiter Friedrich Heese, der Bergmann## Drescher und der Arbeiter Franz Bokowski, junge! schen, die anscheinend der ehrlichen Arbeit au Wege gehen. Ferner sind Drescher und Heese### digt. in Gemeinschaft mit dem Arbeiter Rudolf## ein dem Lehrling Karl Fuchs gehörendes Fahrad wendet zu haben. Die Angeklagten waren in u Umfange geständig. Drescher und Heese wurd# Einrechnung einer Gefängnisstrafe die beide gum tig verbüßen, ersterer zu 1 Jahr 6 Monate, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt; Bokowek Toms, die noch nicht vorbestraft sind, kamenn bezw. 2 Wochen Gefängnis davon. haus. Berlin, 24. Februar. Der Etatdes Ministeriums des Innern wird fortgesetzt. Abg. Graf Moltke(freik.): Der Kritik des Herrn v. Pappenheim an dem Verhalten des Ministers in der Broschürenaffäre schließen wir uns an. Der Redner kritisiert dann die Rede des Abg. Liebknecht, der ihm in seinem Bestreben, aus dem preußischen Staat einen Polizeistaat zu machen, wie ein Taschenspieler vorkäme. Unter großer Heiterkeit des Hauses ahmte der Redner die Gebärden eines Taschenspielers bei Verwandlungskunststücken nach, und fährt dann fort: Die moralische und ethische Prügelung, die Ihre(zu den Sozialdemokraten) Revolverpresse(großer Lärm bei den Sozialdemokraten) täglich an der deutschen Volksseele vornimmt, ist viel schlimmer, als wenn die Polizei gewohnheitsmäßig prügeln woillte. Die Millionen, die den Preußenstaat angeblich so hassen, essen doch das Brot, das dieser Staat ihnen gibt, mit größtem Vergnügen. (Lebhafte Zustimmung rechts.)„Daß Ihnen die Zukunft gehört, glaubt kein logisch denkender Mensch. Ihrem Freiheitsbegriff entspringt die Forderung nach dem Recht auf die Straße—. Sie wollen aber eigentlich nur die Willkür, die Herrschaft über die Straße. Auch in England dürfen Straßendemonstrationen den öffentlichen Frieden nicht stören. Abg. v. Kassel(freis. Vg.): Wir haben ein konservatives Parteiregiment, die liberalen Beamten verschwinden mehr und mehr. Die Konservativen glauben eine Art Erbweisheit zu besitzen, die sie für den höheren Verwaltungsdienst besonders prädestiniert. Konservative Wahlbeeinflussungen lassen sich nicht abstreiten. Die Saalabtreiberei steht nach wie vor in vollster Blüte. Der Minister und der Ministerpräsident sollen nicht glauben, daß wir in der besten aller Welten leben, und daß von einem Amtsmißbrauch der Konservativen keine Rede sein kann.(Sehr richtig links.) Die Berliner Straßendemonstrationen sind ruhig verlaufen, dank dem geschickten Verhalten der Polizei. Mit Straßendemonstrationen macht man den ruhigen Teil der Bevölkerung der Wahlrechtssache nur abspenstig. Minister v. Moltke: Die Verwaltungsreform reift uns, je länger je mehr, unter der Hand. Dem Landrat in Köslin ist untersagt worden, für die„Fürentumer Ztg.“, in deren Aufsichtsrat er sitzt, Abonnenn zu sammeln. Die Handhabung des Vereinsgesetzes rfolgt von mir aus ohne jede Rücksicht auf Parteinteressen.(Beifall rechts.) Abg. Switala beschwert sich über schikanöse Jandhabung des Vereinsgesetzes in der Ostmark. Unterstaatssekretär Holtz: Die Polen haben nun umal Bestrebungen, die mit den Interessen des Staates unvereinbar sind. Die Polizei hat die vermmte Pflicht und Schuldigkeit, solchen Bestrebungen tgegenzutreten. Frei.ag 12 Uhr: Fortsetzung. von Amyntor+. Der bekannte deutsche Dichter und Moralphilosoph Dagobert von Gerhard, der sich unter dem Pfeudonym Gerhard Amyntor einen unvergänglichen Namen geschaffen hat, ist am Donnerstag,(24. Februar). vormittags in seinem Potsdamer Heim nach längerem Leiden verstorben. Amyntor. der am 12. Juli 1831 in Vermischtes. Meppen, 24. Febr. Heute morgen is#### Fickerschen Brennerei der Dampfkessel in Luft geflogen. Das Gebäude wurde ständig zertrümmert, das Maschincnt## und Verkehr Frankfurter Abendbörse. Kredit 212,25 Deutsche Bank 257,80 D. Efekkten= u. Wechselbank 107,40 Staatsbahnen. 162,00 Süddeutsche Eisenbahnen 124,00 Norddeutscher Lloyd 105.90 Laura 184,00 Liegnitz geboren war, gehörte wie so mancher unserer angesehensten Schriftsteller lange Jahre dem Soldatenstande an. Er hat die drei großen Feldzüge milgemacht, wurde als Hauptmann des 55. Infanterie=Regiments schwer verwundet und nahm als Major seinen Abschied, um sich ganz als Schriftsteller zu betätigen. Seine Aufsätze und Schriften sind bekannt, am bekannständig zertrümmert, brennt. In den umliegenden Häusern wurden samm Fensterscheiben zertrümmert. Da in den Kellerrint große Mengen Spiritus lagern, ist eine zweite Er zu befürchten. Berlin, 24. Febr. Eine erschütternde Sal, tragödie hat sich in Charlottenburg abgespiet hat sich in der Wohnung seiner Eliern am damm 28 der 17jährige Unterprimaner Walter, 5'g. Fabrikbesitzers Dr. Perl, durch Sublimat veg, gas vergiftet. Das Motiv der Tat ist in en glücklichen Tanzstundenliebelei### die der junge Verl mit einem Mädchen gehabt Stolp(Pommern), 24. Febr. Im Eise des dorfer See bei Rummelsberg brachen vier Schull ein. Drei davon ertranken. Kattowitz, 24. Febr. Eine große explosion entstand heute auf der Giesche:“ infolge einer Dynamitexplosion. Ein Bergnan getötet, mehrere schwer verletzt. Die A#n Dynamitexplosion ist auf das vorzeitige Losgesen Sprengschusses zurückzuführen. Tilsit, 24. Febr. Heute wurde der Domänen# Kakschies aus Skerswethen hingerich hatte im Sommer seine um 25 Jahre ältere 3 schossen. Callao(Peru), 24. Febr. Während einer matographenvorstellung in Truxillo fing Feuer, wodurch eine Feuersbrunst entstand, 50 Personen umkamen und das Theate wurde. Neuyork, 24. Febr. Der betrieb in Philadelphia ist eingestellt. Alle Hospitäler und Krankenkhr#, füllt. Die Verluste betragen bisher 3 Tote, 9 1001, wundete, 91 Schwer= und 100 Leichtverletztt. Parteien verhalten üch abwartend. Graf Pfeil vor dem Oberkriegsgericht. S. u. H. Thorn, 23. Februar. (Zweiter Verhandlungstag.) Die heutige Verhandlung begann mit der Ver(esung der Ehescheidungsakten des gräflich Pfeilschen Ehepaares. Die Ehescheidung ist durch zwei Instanzen gegangen. In der ersten Insta., vor dem Landgericht Liegnitz im Jahre 1904 wurde die Gräfin abgewiesen und ihr zugleich aufgegeben, die häusliche Gemeinschaft wieder herzustellen. Sie legte diruftin Berufung ein und das Oberlandesgericht Breslau ent schied nach Anhörung zahlreicher Zeugen, das beide Teile schuldig seien und die Kosten des Verfahrens leichmäßig zu tragen hätten. Aus der Verlesung der Akten, die nahezu vier Stunden in Anspruch zahm, geht hervor, daß die Zivilgerichte in zuciter Instanz durchaus auf Grund der Aussagen derjenizen Zeugen entschieden haben, die jetzt ihre Aussagen geändert haben. Die Tatsache der erfolgten Miß handlungen der Gräfin Pfeil geb. Heim geht aus den Akten deutlich hervor. Ohrfeigen und Püsse sind danach in der gräflichen Ehe die Regel gewvesen und sogar die Reitpeitsche soll hier und da in Aktion getreten sein. Die ihm zur Last gelegten noch schwereren Mißhandlungen, die z. T. auf sexuell perversem Gebiete liegen, hat der Graf damals abgeleugnet. Im Anschluß an die Verlesung der Akten beschloß das Kriegsgericht die Ladung eines Kellners Büttner aus dem Hotei„Trei Kroner“ in Janer, der gesehen haben soll, daß der Angeklagte die Gräfin wiederholt mit einem Besen mißhandelt hat.— Die Verteidigung hatte dem Antrage widersprochen mit dem Bemerken, daß das Kriegsgericht den Ehescheidungsprozeß doch nicht noch einmal aufzurollen, son dern festzustellen habe, ob die gegen den Angeklagten erhobenen Beschuldigungen in Bezug auf die Verteitung zum Meineide und zu falschen eidesstattlichen Versicherungen zutreffend seien oder nicht.— Weiterhin beantragte die Verteidigung den Regimentskommandeur des 129. 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Als der Adjutant am Offiziersmittagstisch die Botschaft verkündete, daß Leutnant Striesemann in den nächsten Tagen zur Ableistung einer sechswöchentlichen Uebung eintreffe, griff allerseits ein vergnügtes Schmunzeln Platz. Das war in dem ewigen Einerlei des Garnisonsebens doch endlich einmat wieder eine Abwechslung, den langen Privatdozenten mit der schlottrigen, vorgebeugten Gestalt, auf der die Unisorm sich ausnahm, als sei sie soeben vom Trödler erstanden, mit dem borstigen cötlichen Haarwuchs und den stark kurzsichtigen Augen unter sich zu wissen. Den mußte der liebe Herrgott zweifellos im Zorn zm Soldaten erschaffen haben! Aber allen Neckereien der Kameraden, allen Tonnerwettern und sonstigen Flüchen der gestrengen Vorgesetzten zum Trotz, harrte Lentnank Striesemann aus— ja, was das Unbegreifliche war, er freute sich schon das ganze Jahr auf jene Zeit, wo er der Enge seines Studierzimmers entfliehen und als Kriegsheld dem Vaterlande seine Tienste weihen konnte. Im Gemüt harmlos wie ein Kind, dabei von grenzenloser Gutmütigkeit, wehrte er der Spottlust der andern, zu der er so reichen Stoff bot, niemals. Meist simmte er sogar mit in das herzliche Gelächter ein. Er wußte ja, daß ihm am letzten Ende keiner in Wahrheit gram war, sondern daß nur überschäumende Jugendlust ihn zur Zielscheibe von Scherzen und Witzen machte.— Pünktlich zur festgesetzten Stunde traf Leutnant Striesemann denn auch ein, pünktlich ergossen sich die ersten Tonnerwetter aus den Herrn Hauptmanns Munde über seinem gesträubten Schopf und pünktlich empfingen ihn die Kameraden mit all den kleinen, boshaften Anzapfungen, um die sie der Redakteur manches Witzblattes sicher beneidet hätte. Diesmal fehlte es ihnen aber auch wirklich nicht an Ursache den zugereisten Vaterlandsverteidiger ganz gehörig aufs Korn zu nehmen, hatte er sich doch im Laufe des Jahres, wo sie ihn nicht gesehen, noch eine besondere Untugend— wenigstens in den Augen eines preußischen Leutnants gilt sie zweifellos als solche— zugelegt: er war unter die Abstinenzler gegangen! Eigentlich wurde dem guten Striesemann dieses Geständnis nicht ganz leicht. Allein ihm blieb keine andere Wahl. Entweder mußte er bei dem wiederholten Zutrunk, wodurch die Kameraden den Ankömmling begrüßten, mitkommen, oder er mußte offene Karte zeigen. Dann bewahrte er als ehrlicher Mann jenen, die in der Ferne auf ihn bauten, wenigstens die Treue. Und er wählte das letztere! Das Glas mit Selterswasser in der Rechten, mit der Linken über den borstigen Haarschopf fahrend, brachte er das Bekenntnis nur ruckweise über die Lippen. Von den Annesenden wurde es natürlich mit stürmischem Jubel ausgenommen. „Ein wassertrinkender Fußfantriste! Lebend hier zu sehen! Nur fünszig Pfennige Eintrittsgeld! Lassen Sie sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen, meine Herren,“ gröhlte der dicke Oberleutnant Muthenau, dessen kupferige Gesichtsfarbe deutlich genug verriet, daß er mit den Göttern Bachus und Gambrinus in vertrauterem Verkehr sland als sein unglückliches Gegenüber. „Wirklich reif für den Himmel!“ „Sollte sich für ein Museum aufstopfen lassen!“ So schallte es lachend durcheinander, indes das Opfer der allgemeinen Heiterkeit ruhig sein Mittagsmahl beendete, um sich dann zum Nachmittagsdienst zu begeben, wo seiner neue Freuden— wenn auch anderer Art— harrten. Mehr wie fünf Wochen waren seit Leutnant Striesemanns Ankunft verflossen. Wochen, in denen er die Leiden und Wonnen des militärischen Dienstes wieder so recht kennen lernte und in denen er sich zu der Ertenninis durchrang daß das Leben des Zivilisten fraglos doch ein weit ruhigeres und beschaulicheres als das des Soldaten ist. Insolgedessen sah er zum ersten Mal dem Ablauf der Dienstleistung mit einer gewissen Befriedigung entgegen. Umsomehr Unbehagen, verursachte ihm aber der Gedanke an das Ende derselben, einer mehrtägigen Felddienstübung, bei der die Reserveoffiziere die erworbenen Kenntnisse praktisch verwerten sollten, ehe sie in die Heimat zurlckkehrten. Damit er wenigstens leidlich abschnitt— ein höherer Ehrgeiz beseelte ihn schon gar nicht mehr— wurden Exerzierreglement und Felddienstordnung jetzt bei Striesemann zur einzigsten Lektüre. (Schluß folgt.) * 3 Küche u. Keller. * 3 Um zur jetzigen Zeit frische Zwiebelröhrchen zu bekommen stecke man eine entsprechende Zwiebel auf ein Honigglas, welches bis einen Fingerbreit mit Wasser angefüllt ist. Binnen 14 Tagen bis drei Wochen zeigen sich schon die Wurzeln und oben die Röhrchen. Um das Wasser nicht so oft zu wechseln, und die Zwiebel nicht so oft anzurühren, was nicht empfehlend ist, tut man eine Bügelkohle in das Wasser, welche die Fäulnis anzieht. Rebhühner kann man einige Zeit frisch erhalten, wenn man sie nicht rupft, die Eingeweide ausnimmt, austrocknet, Papier mit Wachholderbeeren, Lorbeerblätter und Pfessserkörner in den Leib tut und dann aufhängt. Billiges Gulasch kann von den Hirschschultern, welche ja bekanntlich bedeutend billiger zu stehen kommen als Rindfleisch, hergestellt werden. Man macht dieses wie das Rindsgoulasch und schmeckt dasselbe besser als das vom Rindfleisch. Um zähes Fleisch bald weich zu kochen, gießt man nach dem Abschäumen des Fleisches etwas Rum(auf acht Pfund einen Löffel voll) hinzu; das härteste Fleisch wird hierdurch erweicht, ohne im geringsten nach Rum zu schmecken. Ganz vorzüglich ist dieses Verfahren beim Braten von altem Geflügel, alten Rebhühnern. Nur ein ganz wenig Rum über während des Bratens, und auch das zäheste Rebhuhn wird weich. Hammelbraten im eigenen Fett. Eine schöne Hammelkeule wird geklopft und gewaschen, aber nicht enthäutet. Hierauf wird sie mit in Streifchen geschnittenen Zwiebeln oder Schalotten schön gespickt, mit Salz und Pfeffer bestreut, in eine Psanne gelegt und soviel heißes Wasser zugegeben; daß die Keule halb bedeckt ist. Nun läßt man das Fleisch langsam drei Stunden braten, wobei man es von Zeit zu Zeit begießt. Dann wird der braune Satz von der Psanne losgekocht, die Sauce sämig gemacht, nochmals ausgekocht, vom Feuer genommen und kräftig mit Maggis Würze(ungefähr 20 Tropfen) gewürzt. Zubereitungszeit 3½ Stunden. — Feierstunden Blatter für Unterhaltung und Belehrung.— In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. 15 Das eine dieser Gemälde stellte eine junge Frau vor, ein schönes, blühendes Weib in höchst eleganter Toilette; das andere war das Porträt eines fünf= oder sechsjährigen Knaben, dessen frisches, heiteres Gesicht die schönen Züge der jungen Frau zeigte. In diesem Kabinet verbeachte der alte Mann jeden Mittag nach Tisch eine Stunde, und seine Magd wollte oft bemerkt haben, daß seine Augen gerötet waren, wenn er es wieder verließ. Er sagte es jedem der es zu wissen wünschte, daß diese Bilder die Porträts seiner Frau und seines Kindes seien, aber weiter sprach er nicht über die beiden. Wenige fragten ihn auch darnach; selten kam außer ihm und seiner alten Beigitte eine andere Person in das Kabinet. Er verkehrte mit den Menschen nicht, und diejenigen, welche ihn besuchten, um Geschäfte mit ihm zu machen, kümmerten sich nicht um seine persönlichen Angelegenheiten. So war es Jahre lang gewesen, bis der lahme Kopist mit seiner hübschen Schwester in das Haus einzog. Die beiden wohnten oben unter dem Tache; aber wenn Hedwig Gärtner ihre einfachen, heiteren Lieder sang, schallte ihre helle, melodische Stimme durch das ganze Haus und dazwischendurch hörte man das Zwitschern und Schmettern ihres Kanarienvogels. In den ersten Tagen hatte Farnow sich bei der alten Brigitte über den ungewohnten Lärm beschwert, aber als darauf hin das Singen unterblieb, und die frühere Stille wieder eintrat, war es dem alten Mann; als ob ihm etwas fehle; er ging selbst hinauf, um sich nach dem Grunde dieses Schweigens zu erkundigen. Der hülflose Mensch, der so ruhig und geduldig sein Leioen ertrug und dabei unverdrossen arbeitete, ohne sich nur mit einer Silbe über sein Los zu beklagen, und das junge, hübsche Mädchen, das sich für den Bruder aufopferte und trotzdem Mut und Frohsinn bewahrte, weckten in der S#eele des Antiquars Gefühle der herzlichsten Teilnahme. Er brachte fortan dem Gelähmten interessante Bücher und dem Mäochen Lieder und köstlich duftende Blumen; er sorgte auch für lohnende Arbeit, so weit er es vermochte, und manchen Abend saß er bei ihnen in ihrem traulichen Stübchen, um mit ihnen zu plaudern. Bald hatte er diese Geschwister in sein Herz eingeschlossen, und was er tun konnte, um ihr Los zu erleichtern, das tat er gewiß. Der Abend dämmerte schon, als Graf Krasinski ihn besuchte. Farnow stand auf der Leiter und ordnete die oberen Reihen seiner umfangreichen Bibliotek. Womit kann ich dienen?“ fragte der Antiquar, indem er von seinem hohen Standpunkte aus nur einen flüchtigen Blick auf den Eintretenden warf. „Ich suche ein Geschichtswerk über Polen und seine Adelsfamilien,“ erwiderte der Graf. „Ein altes Werk, oder—“ „Jawohl, ein altes, zuverlässiges Werk.“ „Ich habe das Werk von Lengnich und die wichtigsten Schriften Lelewel's— ich glaube, Sie werden darin alles finden, was Sie wünschen.“ „Hauptsächlich die Geschichte des Adels,“ sagte der Graf, während Farnow langsam berunterkam;„ein altes Wappenbuch würde mir sehr erwünscht sein.“ Der Antiquar stand ihm jetzt gegenüber. Starr ruhte sein Blick auf dem aristokratischen Gesicht. nahm den Kneifer von der Nase, rieb hastig die Gläser ab und blickte den Polen abermals einige Sekunden lang an. „Mit wem habe ich die Ehre?“ fragte er. „Graf Krasinski!“ „Ah, ah, gann kann's ja nicht— ich bitte Sie tausendmalum Entschuldigung— eine wirklich täuschende Aehnlichkeit— alte Wappenbücher wünschen Sie? Damit kann ich dienen, wenn's nur die sind, welche Sie suchen Der Graf schüttelte den Kopf. Dieses rätselhafte Benehmen mußte ihn ja befremden. Farnow schleppte eine Menge alter Bücher herbei. Es war erstaunlich, die Sicherheit zu beobachten, mit der er jedes einzelne Werk ohne langes Besinnen und Zögern aus den Reihen heraus griff. Immer dichter hüllte er dabei sein kahles Haupt in Rauchwolken ein, und als er nun alles herbeigeholt hatte, was er vorlegen vollte, heftete er wieder den Blick unverwandt auf den Grasen, welcher die einzelnen Werke flüchtig prüfte. „Es handelt sich hauptsächlich darum, einige Lücken in dem Stammbaum meiner Familie auszufüllen,“ nahm der Pole nach einer geraumen Weile wieder das Wort.„In Folge der vielen Unruhen und Kämpfe in meinem unglücklichen Vaterlande sind mir einige meiner Ahnen abhanden gekommen; ich hoffe, sie in einem Spezialwerke über Polen's Geschichte und seine Adelssamilien wieder zu finden. Einer meiner berühmtesten ühnen war der Marschall Michael Krasinski, der im Jahre 1768 den polnischen Adel gegen Rußland führte.“ „Und dieser Aufstand führte zur ersten Teilung Polens,“ nickte oer Antiquar;„insofern hat der Marschall seinem Vaterlande keinen guten Dienst geleistet.“ „Das Vaterland ließ ihn im Stich. Polen hat sein Unglück selbst verschuldet Jeder wollte befehlen, und Niemand gehorchen, und der polnische Landtag— aber Sie werden ja die Geschicht kennen, und es wäre un 9•5 8" 1.—— —•—** U 1• 0•—.S E PSE . S SEBEE —nWgIT *—*—*-—(9# 8 —* 32 E * □□D" E*" SuESSOES GneüE F U W— — FeBBPüSEESS G EES ——##3 — 2 9 □ • Se 29 15,2 nütz, Ihnen etwas zu erzählen, was Sie bereits wissen. Ich möchte diese Werke sämtlich kaufen; was fordern Sie dafür?" Der Antiquar atmete tief auf, wie einer, der aus einem schweren Traum erwacht. Er strich mit der schmalen Hand über die Stirne und nahm jedes einzelne Buch auf um es mit wehmütigem Blick zu betrachten und den Preis zu berechnen Nur ungern trennte er sich von seinen Schätzen, die zu sameln ihn so viel Mühe gekostet hatte. Er sagte das ganz offenherzig, während er zugleich einen ziemlich hohen Preis nannte. Ter Graf zahlte, ohne zu seilschen; dann bat er den alten Mann, ihm die Bücher zu schicken. „Sollten Sie im Lause der Zeit noch andere Werke über Polen erwerben, so bitte ich Sie, mir dieselben zu schicken, fügte er hinzu,„ich kaufe sie alle.“ „Sie wohnen also hier?“ fragte Farnow rasch. „Jawohl, ich habe das sogenannte unheimliche Haus gekauft.“ Ah, Sie sind der Käufer?“ „Allerdings: der frühere Eigentümer ist wohl Ihr Nachbar?“ „Grunewald? Unsere Gärten stoßen aneinander und sind nur durch einen Zaun getrennt, aber ich kenne den Mann weiter nicht.“ „Man hat mir gesagt, er sei ein schlimmer Wucherer.“ „Tas ist er; ich rate Ihnen, alles Unklare im Kaufvertrag zu vermeiden“ „Die Sache ist schon abgewickelt; er hat sein Geld baar erhalten.“ „Testo besser für Sie“, sagte Farnow. „Er soll sehr reich sein.“ „Sehr reich und sehr geizig, zu geizig sogar, um einen diebessicheren Geldschrank anzuschaffen. Es muß ja auch solche Känze geben. Ich für meine Person begreife nicht, wie man sein Herz an den toten Mammon hängen kann. Haben Sie Interesse an alten Münzen?“ „Ein sehr großes sogar „Ich besitze eine reiche Sammlung; es wird mir Vergnügen machen, sie Ihnen zu zeigen.“ Ter Graf warf einen Blick auf seine Uhr. „Sie sind sehr freundlich,“ erwiderte er,„aber heute fehlt mir leider die Zeit Ich werde mir erlauben, in den nächsten Tagen einmal vorzusprechen, um von Ihrer freundlichen Erlaubnis Gebrauch zu machen. Ich habe die berühmtesten Münzsammlungen in Frankreich, England und Italien gesehen; vielleicht kann ich über manches, was Sie interessiert, Ihnen Auskunft geben.“ Er wat, während er das sagte, langsam hinausgegangen. Farnow folgte ihm in Gedanken versunken. Der alte Mann merkte nicht einmal, daß sie der Hoftür zuschritten. „Ta sind wir wohl fehlgegangen?“ scherzie der Pole, als sie vor dem Rasenplatt standen.„Ist das Ihr Garten?“ „Jawohl erwiderte Farnow verwirrt;„ich bitte um Entschuldigung, ich muß mit offenen Augen geträumt haben. Sehen Sie: orüben ist der Zaun, der das Grundstück Grunewalds begrinzt; ich lege keinen Wert auf den Garten. Wollte ich auch hier ein Gärtchen anlegen, man würde mir alles zertreten und zerstören; es wohnen zu viele Menschen in dem Hause, und unter ihnen sind einige rohe Burschen, deren Bosheit keine Grenzen kennt.“ Der Graf hatte nur einen stüchtigen Blick auf die Kastanienbäume und das Lattenstaket geworfen. Er wondte sich um und schritt der Haustür zu. Tort nahm er Abschied von dem alten Manne. Und wie damals Frau Helwig, so blieb jetzt auch Farnow auf der Schwelle stehen, um dem Fremden sinnend nachzuschauen, bis wiefer seine. Blick entschwunden war. Als der Antiquar in das Haus zurückgekehrt war, ging er m sein Kabinet. Hier stand er lange vor den beiden Bildern, die in diesem Rugenblia, vom fahlen Tämmerschein arell beleuchtet, aus den Rahmen hervorzutreten schienen. „Blendwerk!“ murmelte er endlich und strich mit der Hand über seine Augen.„Solche Aehnlichkeit ist nicht selten; es wäre Torheit, sich Vermutungen darüber hingeben zu wollen.“ Tief aufseufzend, ging er zurück in sein Wohnzimmer, und nachdem er hier wiede: seine Pfeise gefüllt und angezündet hatte, stieg er langsam die Treppe hinauf. Es war in der Tat trotz seiner einfachen Ausstattung ein trauliches Stübchen, und das hübsche Mädchen mit den rosigen Wangen und den dunklen, lebhaften Augen, welches mit heiterem Lächeln dem alten Manne entgegen kam, verlieh ihm einen besonderen lieblichen Schmuck. An dem kleinen Schreibtisch saß der gelähmte Bruder. Sein bleiches, bartloses Gesicht trug den Ausdruck geduldiger Ergebung, und auch um seine schmalen Lippen spielte ein freudiger Zug, als Farnow sich „zu ihm setzte und ihm die Hano bot. „Die Arbeit ist für heute wohl beendet?“ sagte der alte Mann in vertraulichem Tone.„Morgen kommt wieder ein Tag—“„Und wer weiß, was er uns bringt!“ erwiderte Friedrich, indem er mit seiner Schwester einen bedeutungsvollen Blick wechselte.„Von vielen Seiten ist mir Arbeit versprochen worden, aber ich fange an zu fürchten—“ „Bitte, sagen Sie cs ihm doch auch, daß er nicht den Mut verlieren darf,“ unterbrach ihn Hedwig;„ein Ruhetag, wie es der heutige war, tut ihm oon Zeit zu Zeit gut, aber das will er nicht einsehen.“ „Ich kann nicht müßig sitzen," hob Friedrich wieder an,„und ich darf es nicht; wir sind ja auf unserer Hände Arbeit angewiesen, und leider bringt sie nicht viel ein.“ „Genug, daß Du Dir dann und wann Ruhe gönnen darfst,“ sagte das Mädchen.„Seitdem Frau Helwig sich meiner so freundlich augenommen hat, habe ich Arbeit vollauf, und der Lohn ist auch besser geworden—“ „Und ein saueres Brod ist es trotz alledem!“ „Haben wir Grund, uns zu beklagen, Fricdrich?“ „Nein, liebe Schwester," erwiderte er mit liebevollem Blick;„Gott segne Dich für all' das Gute, das Du an mir getan hast.“ Er hatte ihre Hand ergriffen, die kleine, schmale Hand, welche so treu ihn pflegte und für ihn arbeitete; aus seinen Augen fiel ine Träne nieder. „So darfst Du nicht reden,“ sagte Hedwig gerührt; „was tuc ich denn Großes? Ich erfülle meine Pflicht, das ist alles! Würdest Du nicht auch alle Sorge und Arbeit von mir nehmen, wenn Du gesund und kräftig wärest?“ „Gewiß, gewiß— o, daß ich es könnte!“ „Und haben wir nicht treue, liebe Freunde, die in guten und bösen Stunden uns die herzlichste Teilnahme beweisen?“ „Unser alter, guter Herr Farnow und Helwig— Tu hast Recht— wir haben keine Ursache, unzufrieden zu sein,“ sagte der junge Mann mit gedämpfter Stimme. „Rudolf Helwig wird mir morgen wieder Arbeit bringen; vielleicht erhalte ich in den nächsten Tagen auch das große, wissenschaftliche Werk, nelches der Herr Professor mir zum Abschreiben anvertrauen will.“ Ter Antiquar hatte sich immer dichter in Rauchwolken eingehüllt. Mit keiner Silbe unterbrach er die Unterredung der Beiden und nickte ihnen nur zu, wenn sie ihn anblickten. Hedwig stellte jetzt die Lompe auf den Tisch und nahm die Vorzellanglocke ab. (Forts. folgt.) 95 950 15,3 Der Notar von Argostoli. (Schluß. „Tapas, lieber Tapas, Barmherzigkeit!“ „Wenden Sie sich doch lieber an den Teufel, daß er Ihre schwarze Seele bald abholt! Doch ich will ihn darin unterstützen und sehen, ob diese Pistole noch so gut schießt, wie früher.“ Der Schuß krachte, und Gerasimo taumelte mit zerschmetterter Hirnschale zu Boden. „Gut getroffen, beim Bacchus!“ sagte der Mörder mit diabolischem Lachen.„Doch warum soll die andere Pistole untätig bleiben? Vielleicht ist der Schurke noch nicht ganz tot.“ Und die zweite Pistole dicht vor das Gesicht seines daliegenden Opfers haltend, feuerte er abermals. Hierauf näherte er sich dem Betre, küßte die kalte Stirn der Leiche und sagte in schauerlich dumpfem Tone: „Marina, ich habe dich gerächt!“ Nach diesen Worten zog er den Schlüssel aus seiner Tasche, öffnete die Tür und eilte der Stadt zu. Etwa eine Viertelstunde von seinem Landhause erwartete ihn sein Diener mit einem gesattelten Pferde. Tapas übergab dem Diener ein Pariersaket und befahl ihm: Nach diesen einleitenden Worten, welche den ganzen Gerichtshof in das größte Erstaunen setzten, verlas er einen von dem Notar Tapas in italienischer Sprache an ihn gerichteten Brief, dessen Uebersetzung folgendermaßen lautete: „Das Zeugnis, welches ich in Sachen des Todes des Grafen Stannet abgegeben habe, war falsch. Das zugunsten des Sekretärs Rodines lautende und diesem von dem Ermordeten dittierte Testament ist allein gültig, während das andere, welches Gerasimo zum Erben einsetzt, von mir in Gemeinschaft mit Gerasimo, der meine Tochter zu heiraten versprochen hatte, unterschoben worden ist. Zum Beweise mag man meine Register prüfen, wo dieser Akt weder eingetragen, noch eine Unterschrift des Grafen zu finden ist, wie dies das Gesetz vorschreibt. Gerasimo war im Besitze eines Schlüssels zur Haustüre, betrat das Haus seines Onkels während der Nacht und bedrohte den Greis mit dem Tode, wenn derselbe sich weigere, das falsche Testament zu unterschreiben. Damit aber der Graf Stannet am andern Morgen nicht gegen ihn einschreiten könnte, hat Gerasimo seinen Oheim mit dem Kopfkissen erstickt. Ich lege dieser Erklärung einen Brief bei, worin Gerasimo sein Verbrechen mir mitgeteilt hat. Damit man nicht lange vergeblich nach dem Mörder fahnde, erkläre ich, daß seine Leiche sich in meinem Landhause zu Livatho befindet. Ich bin der göttlichen Gerechtigkeit und dem Stricke des Henkers zuvorgekommen:— mit meinem Tischwein habe ich ihn vergiftet und ihm dann noch den Schädel mit Pistolenschüssen zerschmettert und dies alles aus dem Grunde, weil er meine Tochter verraten und weil dieser Verrat der Unglücklichen das Leben gekostet hat. An dem bezeichneten Orte wird man auch ihre Leiche finden, und ich bitte, dem unschuldigen Opfer ein christliches Begräbnis zuteil werden zu lassen. Was mich betrifft, so werden alle Nachforschungen nach mir vergebens sein; denn in der nächsten Stunde habe Kephalonia für immer verlassen. Tapas.“ Nachdem der öffentliche Ankläger das Schriftstück verlesen hatte, gab er dasselbe nebst dem Briefe Gerasimos dem Präsidenten zurück und stellte den Antrag auf sofortige Freilassung des Sekretärs Rodines. Nach kurzer Beratung ertannte der Gerichtshof den Gefangenen als schuldlos und verfügte, ihn sofort in Freiheit zu setzen, unter dem Vorbehalte, daß dieses Urteil von der Regierung der Republik bestätigt würde. Gleichzeitig stattete die Polizei dem Landhause zu Livatho einen Besuch ab. In dem Hauptgemach desselben fand man den Tisch noch gedeckt und mit den Ueberresten des Mahles besetzt. Am Boden lag die Leiche Gerasimos und auf dem Ruhebette diejenige Marinas, welche mit ihrem Brautkleide angetan war, die Hände au: der Brust gefaltet und auf dem Haupte eine Blumenkrone trug. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß der Gerechtigkeit rollständig freier Lauf gelassen werden müsse, und erkannte daher Gerasimo des Mordes und der Testamentfälschung für schuldig. Infolgedessen wurde die Leiche nach der Richtstätte gebracht, dort in siedendes Pech getaucht und an den Galgen gehängt. Marina aber ward mit großem Gepränge bestattet. Manche Träne fiel dabei aus den schönen Augen von Luzie Canini, die mit ihrem Vater in Trauerkleidern dem Sarge folgte. er Luzie in einem Kloster Ruhe für ryr Bald darauf suchte rissenes Herz. Rodines blieb noch einc Zeitlang unter polizeilicher Aufsicht. Man hatte ihm auf seinen Wunsch das Haus des Vorates als Aufenthali augewiesen. Angelika war noch immer kraut, und dieser Umstand fesselte ihren Bräutigam stärker an das Haus, als alle Vorschriften der Polizei. Die Bestätigung des zweiten Urteils ließ indessen nicht lange auf sich warten, und als die frohe Nachricht eintraf, befand sich Angelika auf dem Wege der Genesung. Bald nachher ward die Hochzeit des hartgeprüften jungen Paares in der Stille geseiert. Die jungen Gatten verließen mit ihrem Vater die ihnen durch so viele Erinnerungen verleidete Heimat und schufen sich in einer Stadt des europäischen Festlandes einen häuslichen Herd, wo sie fortan in ungetrübtem Glück lebten. 11. Schluß. In den ersten Jahren des griechischen Aufstandes lebte auf Morea ein alter Mann, der, in Lumpen gehüllt, rastlos die Städte und Dörfer durchlief und von jedermann gekannt war. Er trug einen Reisesack auf den Schultern, und seine aus allerlei bunten Lappen zusammengeflickten Kleider waren mit Vogelfedern und sonstigem drolligen Zierrat bedeckt. Seine abenteuerliche Ausstattung und“ seine verworrenen Redensarten machten ihn für die Soldaten zur Zielscheibe des Spottes, und wo er sich zeigte, trieb man mit ihm sein Spiel. Auffallend war es, daß der gewähnlich sehr harmlose Unglückliche in eine furchtbare Raserei geriet, wenn er Blut sah; bei solchen Gelegenheiten entströmten seinem Munde die selt samsten Redensarten. „Drücke nur recht fest, daß der Alte erstickt. Sieh doch, wie er die Augen rollt! Trink, Gerasimo, auf des Teufels Gesundheu... der Onkel füllt dein Glas! Feuer brennt mir in der Brust, Gerasimo; gib mir dein Blut zur Labung!“ Wenn er diesen wilden Phantasien anheimgefallen war, machte sein Anblick einen schrecklichen Eindruck, und dennoch trieben die Soldaten ihr Spiel mit ihm, indem sie seine wahnsinnigen Reden wiederholten und ihn dadurch veranlaßten, immer wieder von neuem anzufangen. Hatte der Unglückliche seine furchtbaren Anfälle überstanden, so zog er sich düster und traurig zurück und ließ sich tagelang nicht mehr sehen. Der Bettler war Tapas, der Notar von Argostoli. Er hatte nicht den Mut gehabt, die für seine Verbrechen verschuldete Strafe, den Tod am Galgen zu erleiden. Er hatte seit jener Nacht im Landhause sein Vaterland verlassen und war nach Griechenland geflohen, wo er seinen Namen änderte. Wenn es ihm aber auch auf diese Weise gelungen war, dem Arm der irdischen Gerechtigkeit zu entgehen, so sollte ihn doch bald die Hand eines höheren Richters erfassen. Verfolgt von Gewissensbissen, halb wahnsinnig geworden durch die furchtbaren Bilder seiner Erinnerungen und beständig von dem Kummer um den Verlus: seiner Tochter gepeinigt, irrte er in dem jämmerlichsten Zustande allenthalben umher— ein lebendiger Beweis des göttlichen Strafgerichtes. Nach der Cinnahme von Missolunghi hatte sich der Unglückliche einer Armec=Abteilung angeschlossen, welche durch die Kriegsereignisse an die arkanauische Küste verschlagen worden war. Hier hatte er eines Abends wieder seine furchtbaren Anfälle; er verließ ganz außer sich das Lager und lief ohne Zweck und ohne Ziel dem nahen Gebirge zu. Mit der Gewandtheit einer Katze kletterte er die steilen Abhänge hinauf, sah sich aber bald in seinem wahnsinnigen Vorwärtsstürmen von einem mehrere hundert Fuß tiefen, jähen Abgrunde aufgehalten, in dessen dunklem Schlunde die Wasser eines Gebirgsflusses rauschten. Am Rande des Abgrundes blieb Tapas plötzlich stehen und starrte mit stieren Blicken über die gähnende Schlucht hinüber, wo das jonische Meer, von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet, sich weit ausdehnte und am Rande des Horizontes die Küsten Kephalonias sichtbar waren. Deutlich unterschied er den großen Berg bei Argostoli. Bei diesem Anblick erschütterte seinen ganzen Körper ein fröstelndes Zittern. „Marina, mein einzig geliebtes Kind!“ schrie er plötzlich auf,„ich habe die ganze Welt durchlaufen, um dich zu suchen; Tag und Nacht ließ es mir keine Ruhe! Du bist also hier, meine Tochter, und hier muß ich dich endlich finden! O bleibe, bleibe! Fliehe nicht vor mir, du siehst ja, ich komme.“ Er tat einen Schritt vorwärts, um das ihm von seiner aufgeregten Phantasie vorgezauberte Bild zu erreichen; aber dieser Schritt fand keinen Boden, und die Fluten des Bergstromes hatten im nächsten Augenblick den ruhelosen Verbrecher verschlungen. Möge Gott ihm barmherzig gewesen sein! *