Erscheint täglich ust Ausnahme der Sonn= und gesetzt. Abonnementspreis mm -dationsdruck und Verlag, sowie für die Inserate serantwortlich: Viktor Schauzer, Dortmund. verbunden Lokal-Anzeiger für mit demn Dortmuno u. Hörde Nr. 45. und der täglichen Unterhaltungsbeilage K### sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Dortmund, Mittwoch, den 23. Februar 1910. Inserate S gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pig. Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Pso. Beilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfadren wird der Rabatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an destimmt vorgeschriedenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann. Dortmund. Erstes Blatt. zeleidigung durch die Presse. Die Justizkommission des Reichstags hat bei der en Lesung der Strafgesetznovelle Beschlüsse zu Bedigungsparagraphen gefaßt, die nur aus Abneiung gegen die Presse und aus Unverständnis für #n Bedeutung erklärt werden können. Nach der üseren Stellungnabme zur Regierungsvorlage mußnan annehmen, daß diese Bestimmungen des Entkurses glatt abgelehnt werden würden. Umsomehr u es überraschen, daß die Kommission in recht zentlicher Weise der Regierung entgegengekommen ras bezieht sich zunächst eindmal auf die Verüirjung der Beleidigungsstrafen. Der Höchststrafsatz n öffentliche und Preßbeleidigungen söll von 1500 10000 Mark, die Geldbuße von 6000 auf 20 000 kart erhöht werden. Die Maximalsätze sind einfach #ninnig, und wir verstehen nicht, wie Parlamenrier, die behaupten, im praktischen Leben zu steI# ihnen zustimmen zu können. Tamit ist nur beiesen, daß es nicht Sachverständige sind, welche in #r Kommission entschieden häben. Jeder einigeren Sachverständige muß wissen, wie leicht Proibeleidigungsprozesse zustandekommen, daß sie selbst größter Vorsicht nicht zu vermeiden sind, daß aber ##lsach auch Absonderlichkeiten der juristischen DenkLeleidigungen da herauskonstruieren, wo der gebnde Menschenverstand nie solche finden würde. sicher schon war nicht die Klage, daß nicht zu milbndern zu streng abgeurteilt würde. Und da sollen kahnsinnig hohe Strafen eingeführt werden die für Klätter, namentlich im Zusammenhang mit den zur Existenzvernichtung führen könnten. Das gudezu einen Anreiz für unlautere Elemente bili uuch künstlich herbeigeführte Beleidigungen hobisen herauszuschlagen. Der zweite Vorschlag #r#egirung, bei öffentlichen Beleidigungen die Strachne Rücksicht aus die Erweislichkeit der Tatsaen eintreten zu lassen, wenn diese lediglich Vertnisse des Privatlebens betreffe, die das öffentde Interesse nicht berühren, ist ebenfalls angehmmen worden, nur der Zusatz wurde gestrichen, N eine Beweisaufnahme in solchen Fällen nur mit etimmung des Beleidigten zulässig sein solle. Aldie Bedenken gegen die Beschränkung des WahrFlibeweises sind wenigstens durchschlagend gewesen. er was von dem Entwurf übrig geblieben ist, erforkebenso die unbedingte Ablehnung, denn wenn die Frurteilung ohne Rücksicht auf die Erweislichkeit soll, dann ist das fast so viel wie Ausschluß Lahrheitsbeweises und wirkt unter allen Um#ioen wie eine schwere Ungerechtigkeit. Diejeni# beiche glauben, damit die Skandalpresse zu tref## sind sehr im Irrtum, Skandalblätter wissen mit solchen Dingen noch am leichtesten abzuen. Getroffen würde die ernsthafte Presse sein, die gar nicht die Absicht hat, ohne Not in das Privatleben einzudringen, es aber oft nicht vermeiden kann. Und wer kann mit einer Sicherheit die Grenzlinien zwischen privatem und öffentlichem Interesse ziehen? vielfach muß aus durchaus sittlichen Gründen auf interne Dinge eingegangen werden, um schwere Schäden aufzudecken, Heuchler zu entlarven usw. Die Fälle Hammerstein, Eulenburg u. a.brauchen ja nur als Beispiele angeführt zu werden. Daß aber in solchen Fällen die Gerichte das Vorhandensein eines öffentlichen Interesses anerkennen würden, dafür fehlt jede Gewähr, und das ganze Verhalten der meisten Gerichte lehrt, daß man kein Recht hat, in dieser Hinsicht Vertrauen zu den Gerichten zu haben. Wer es gut mit der Presse meint, wer sich nicht der schlimmsten Rechtsunsicherheit aussetzen, nicht die Preßkritik untergraben will, wer noch Verständnis für Preßfreiheit hat, der muß für die Beseitigung dieser überaus bedenklichen Bestimmungen aus der Strafgesetznovelle sein. Deutsches Reich. Das Zentrum ist schon umgefallen! Als die einzige Verbesserung des Wahlrechts ist die von der Regierung vorgeschlagene Ersetzung der indirekten durch die direkte Wahl auch vom Zentrum bezeichnet worden. Die Konservativen wollen aber von der direkten Wahl nichts wissen. Trotzdem in der gestrigen Sitzung der Wahlrechtskommission des preußischen Abgeordnetenhauses der Minister erklärte, daß durch Ablehnung der direkten Wahl die Vorlage gefährdet werde, hielten die Konservativen an ihrer Forderung, die indirekte Wahl beizubehalten, fest, und hatten die Freude, daß Zentrum und Polen ihnen beisprangen. Das Zentrum gab die in der direkten Wahl liegende Verbesserung schnöde preis, um dadurch angeblich die geheime Wahl zu retten, in Wahrheit aber, um die ganze Wahlrechtsreform zu Fall zu bringen. Einem Kompromißantrag der Konservativen und des Zentrums gemäß wurde gegen Freisinnige und Sozialdemokraten die indirekte Wahl beibehalten. Daß es dem Zentrum mit der geheimen Wahl nicht ernst ist, bewies es dann dadurch, daß es sich mit den Konservativen ganz energisch gegen einen freisinnigen Antrag wandte, der dahin ging, daß die Wahlmänner die Abgeordneten geheim durch Stimmzettel wählen sollten. So ist also das Zentrum, wie wir es vorausgesagt haben, auf dem besten Wege, das Volk auch in der Wahlrechtsfrage schmählich zu verraten. Was sagen aber die Zentrumswähler dazu? Was sagen vor allem die Arbeiter, die sich bis jetzt vom Zentrum haben an der Nase herumführen lassen? Auf der Brautschau. bumoristischer Roman von Felix Brenta. 18 Monderen Eifer und Ehrgeiz hatte er dann bei der # zeftlichen Buchbinderarbeit dadurch erregt, daß ltebsamen Buchbindern eine kleine Schlußfeier #* Sohnung in Aussicht stellte. Die Kinderherzen Evien in Erwartung und wollten vor Jubel springen, I 10ch Besichtigung des in tadelloser Schmuckheit ###enden Bücherschrankes die gesamte Klasse für würdig #te sich am Sonnabend in seiner Wohnung einzu#nch Karl Raupach wird da sein,“ hatte er gesagt, *“ Lowohl dieser zwei Jahre älter war, fühlten sich dungens durch die Aussicht auf seine Gesellschaft Her ISt. ondern geehrt. Karl Raupach galt in der ganzen Schule als shabern z. ud forscher Bengel, wenn er auch nie zu den Heinrich E. alanzendsten Zensuren zählte. # hatte einige Berge Kuchen zusammengekauft, # hatte 1.# das Geratewohl bei einem einzigen Bäcker. E# hatte.““ bevoll in seine eigene Jugend zurückverFruckger.: seinen Kindergeschmack ins Gedächtnis ### sen, und war so in angemessenster Stimmung Laden zaulter zl Schaufenster gegangen, und in jewogen 2.2““ Ankauf neuer und eigenartiger Leckereien Prnd 1a..?“““; die jetzt den stummen Beifall bewunDie Se## Knabenmünder ernteten. Selbstrdeeigenhändig zu bereiten, hatte es ihm Baschfgf.,„ertrauen und Frau Lichtenburg während des pren ihm„.. 3U ersuchen, an Mut gefehlt. Doch Erwillen„ Kaffeehaus, das er um der Zeitunpen Ga: veilen besuchte, zwei mächtige Kannen des kkleinen auzs, ebenfalls zur vollen Zufriedenheit seigeen Gäste geliefert worden. ##haft###nhaftem Lehrer wäre es ihm natürlich „enn, seine Schüler mit nichts anderem, D bewirtele m. Trank zu laben. Er bot noch besseres sotzte g2“te sie im Geist und in der Wahrheit. So F Ruchen“ was an den Jungens sterblich war, daten unz. ihr edleres Selbst sich an des KanEr gin Thaltsamer Belehrung erquickte. 7 von der Bedeutung des heutigen Tages aus, der ja die Beendigung der Bibliotheksarbeiten feiern sollte, und klärte die festlich gestimmten Gemüter darüber auf, daß ihre Klassenbibliothek, die so schön und ordentlich aussah, weder die einzige, noch auch die bedeutendste Büchersammlung auf Erden war. Staunend lauschten sie seiner Schilderung von den Bücherschätzen des Altertums, die ihnen als große Haufen entsetzlicher Strafarbeiten erschienen. Denn sie waren ja samt und sonders von bedauernswerten Sklaven mit handschriftlicher Mühsal hergestellt worden! Mit Schaudern hörten sie vom Untergang der berühmten Bibliothek von Alexandria und äußerten einen kräftigen Abscheu gegen den bösen Kalifen, der alle die guten Bücher so rücksichtslos hatte verbrennen lassen. Mit samt den Schränken und dem ganzen Hause. Herr Heuer erzählte ihnen weiter von den klösterlichen Büchereien des Mittelalters und von den modernen Bücherpalästen unserer Zeit, deren Hunderttausende von Bänden ein ganzes Heer von Angestellten zu ihrer Pflege erfordern, und Augen und Ohren der Knaben hingen aufmerksam an den Lippen des geliebten Lehrers. Anfangs hatte sich ihr Selbstgefühl beleidigt gefühlt, weil sie ihren Klassenschrank mit seinem stattlichen, sauber geordneten Inhalt einen so bescheidenen Rang unter den Bücheranstalten einnehmen sahen. Allmählich aber hatten sie sich mit der Freude begnügt, wenigstens etwas ähnliches zu besitzen, wie diese großen berühmten Sammlungen und schließlich war keiner unter den kleinen Bibliotheksarbeitern, der sich einem Bibliothekar des Vatikans oder den Kollegen der Oxforder Universität nicht mit Stolz ebenbürtig gefühlt hätte. Nachdem die Schokoladekannen so reinlich ausgeleert waren, wie die Tintenfässer der Schreiber, als sie die Alexandrinische Bibliothek fertiggestellt hatten, und die spärlichen Kuchenreste den Trümmern der Alexandrinischen Brandstätte vergleichbar waren, hörten die Jungen auf, zu essen, und Herr Heuer setzte seinem Vortrag ein Ziel, um der gediegenen Belehrung ein lustiges Satirspiel folgen zu lassen. Er ermahnte die kleine Schar, recht brav zu sein, überaab Karl Raupach, als denältesten, mit einem stummen Blick die Verantwortung für das Wohlverhalten, der Versammlung, öffnete die Tür nach dem Vorsaal und 27. Jahrg. Die Palästinareise des Orinzen Eitel Friedrich. Der Mutessarif von Jerusalem erhielt vom türkischen Minister des Innern Talaat Bey die Verständigung, daß einer offiziellen Mitteilung der deutschen Regierung zufolge Prinz Eitel Friedrich von Preußen und 700 deutsche Touristen demnächst Jerusalems und andere Orte Palästinas besuchen werden. Die Reform des preußischen Wahlrechts, eine preußische und deutsche Zukunftsfrage. Unter diesem Titel hat Abg. Hoff im Auftrage des Freisinnigen Wahlrechtsausschusses eine vier Bogen starke Broschüre erscheinen lassen. Der dem Landtage vorliegende Gesetzentwurf und die Wahlrechtsstatistik der Regierung werden in den einzelnen Abschnitten der Broschüre einer eingehenden Kritik unterzogen. Der Preis der Broschüre beträgt 20 Pfg., beim Bezug von mindestens 25 Exemplaren 15 Pfg. pro Stück. Bestellungen sind unter Einsendung des Betrages an die Geschäftsstelle des Freisinnigen Wahlrechtsausschusses, Berlin W. 9 Köthenerstr. 48 II zu richten. Die erste Cagung des Gesamtausschusses des Hansa=Bundes beginnt am 28. d. M. mit einem Begrüßungsabend im Hotel Monopol, welcher mit einer Ansprache des Präsidenten des Hansabundes Landrat a. D. Roetger eingeleitet wird. Die sachlichen Verhandlungen finden am 1. Marz im Langebeckhause statt. Es werden referieren: Der Vorsitzende im Präsidium des Hansabundes Geh. Justizrat Professor Dr. Riesser, Berlin, über„Entwicklung und Ziele des Hansabundes“, der Direktor des Hansabundes, Oberbürgermeister a. D. Knobloch, über„Die Vertretung von Handel, Gewerbe und Industrie in Parlamenten und Selbstverwaltungskörpern Deutschlands“, Derselbe über„Mittelstandsfragen und der Hansabund“. Die Schlußworte hat der Präsident des Bundes Ehrenobermeister Richt, Berlin. Die Wahlrechtsvorlage im städtischen Rellegium. Im Stadtverordneten=Kollegium zu Kiel brachten am Montag vor Eintritt in die Etatsberatung sowohl der freisinnige Landtagsabgeordnete Hoff als auch die elf sozialdemokratischen Stadtverordneten, Dringlichkeitsanträge ein, in denen der Magistrat aufgefordert wurde, gegen die preußische Wahlrechtsvorlage Stellung zu nehmen. Das Stadtverordnetenkollegium erkannte mit 14 gegen 13 Stimmen die Dringlichkeit an. Oberbürgermeister Dr. Fuß erklärte, er halte die Beratung über diese Anträge in dem Stadtkollegium nicht für zulässig. Der Magistrat lehnte darauf einstimmig die Dringlichkeit ab, um zunächst eingehend prüfen zu können, ob die Stadtkollegien zur Erörterung der Frage zuständig seien. 5 Randidaten. Zu einem heißen Kampfe um das Reichstagsmandat für den siebzehnten hannoverschen Wahlkreis dürfte es einer Meldung aus Harburg bei der nächsten Wahl kommen. Die Nationalliberalen haben sich jetzt entverließ das Zimmer mit einer kleinen Kiste, einem Spazierstock und der wollenen Decke, die noch von Miezes Besuch her reichlicher behaart war, als die Oberlippe eines fünfzehnjährigen Jünglings nach vierwöchigem Gebrauch des bekannten Bartwuchsmittels, auf dessen Erfolg gewartet werden kann. Die Zwinge des Spazierstocks klemmte er in den Türspalt, legte den Griff auf einen in den gegenüberstehenden Türpfosten geschlagenen Haken und hängt die wollene Decke so darüber, daß sie die Türöffnung vom Fußboden bis zu anderthalb Meter Höhe verhüllte. Somit war den einfachen Anforderungen, die an die Bühnen=Einrichtung eines Kasperle=Theaters gestellt werden, vollauf genügt, und Heinrich machte sich daran, seine Figuren auszupacken, zweien davon seine Zeigefinger in den Kopf zu bohren und die schlotternden Arme mit seinen Daumen und Mittelfingern zu füllen. Dann ging er sich im Geiste rasch noch einmal die Dialoge 9, mit denen er seine jungen Freunde zu erfreuen hoffte. Ursprünglich hatte er daran gedacht, die Erfindung der Buchdruckerkunst festlich zu dramatisieren. Doch hatte er diesen Plan als ungeeignet wieder fallen lassen, weil er keine gute Gelegenheit zur Einführung der für ein Kasperletheater unentbehrlichen Schlägerei bot. Auch von der Vorführung kampflustiger homerischer Gestalten oder blutiger Begebenheiten aus der Gründungszeit Roms hatte er abgesehen und den Stoffen der vaterländischen Geschichte den Vorzug gegeben, soweit sie sich„zweihändig“ spielen ließen. Wäre Heinrich ein Affe gewesen, so hätte ersich als glücklicher Vierhänder der Möglichkeit gefreut, vier Gestalten auf einmal über der wollenen Decke hervorzappeln zu lassen. So aber mußte er seinen Lieblingsstoff, die Hermannsschlacht samt ihrer Vorgeschichte, in eine Fülle von Zwiegesprächen mit kraftvollen Zweikämpfen auflösen. Diese Szenenfolge bedachte er setzt noch einmal und sprach eine prachtvolle Rede vor sich hin, mit der der Cheruskerherzog den treulosen Segestes in Grund und Boden schmettern sollte. Jenseits der wollenen Decke hatte inzwischen eine andere recht eigenartige Lustbarkeit begonnen. An Karl Raupachs Herzen hatte der Zummer gefressen, sich mit schlossen, den Abgeordneten Dr. Varenhorst fallen zu lassen und den Dr. Schmidt aus Harsefeld als Kandidaten aufzustellen. Es werden sich also in dem Wahlkreis bei der nächsten Reichstagswahl nicht weniger als fünf Kandidaten gegenüberstehen, und zwar der jetzige konservative Abgeordnete Dr. Varenhorst, der Nationalliberale Dr. Schmidt, der Liberale Dr. Herz, der Welfe Alpers, Hamburg, und der Kandidat der Sozialdemokraten. Es dürfte wiederum zu einer Stichwahl zwischen einem der bürgerlichen Kandidaten und dem der Sozialdemokraten kommen. Wer von den bürgerlichen Kandidaten in die Stichwahl kommt, läßt sich zurzeit nicht ermessen, so viel steht jedoch fest, sollte Dr. Varenhorst mit dem Sozialdemokraten auf engere Wahl kommen, so hat der Sozialdemokrat große Aussicht, gewählt zu werden, weil sich dann viele Wähler der Wahl enthalten werden. Ausland. Türkei. Saloniki. 22. Febr. Die Stadt Elbassan in Albanien scheint von den unruhigen Ghegen bedroht oder umzingelt zu sein. Genaue Nachrichten sind nicht zu erlangen. Es handelt sich aber wahrscheinlich nicht um eine Empörung gegen die Regierung, sondern um einen Konflikt zwischen den Ghegen und den Griechem von Elbassan. Ein hiesiger griechischer Kaufmann erhielt von einem Geschäftsfreunde aus Elbassan die lakonische Mitteilung, daß kein Grieche die Stadt verlassen dürfe. Afrika. Aden; 22. Febr. Leute des Mullah griffen aufs neue einige den Engländern freundlich gesinnte Stämme an, töteten viele Menschen und raubten annähernd 20000 Kamele. Paris, 22. Febr. Dem„Matin“ geht aus Oran in Algerien die von ihm selbst nur mit Vorbehalt wiedergegebene Drahtmeldung zu, daß sich nach den aus Port Say im algerisch=marokkanischen Grenzgebiet eingetroffenen Nachrichten eine noch nicht näher bezeichnete deutsche Handelsgesellschaft der Bucht von Muley Vreg, westlich von Kap Tres Forcas, bei Melilla, bemächtigt habe. Die Gesellschaft habe ein großes Material für ein Zeltlager und für Verteidigungszwecke ausgeschifft und sich an Ort und Stelle festgesetzt, um eine Bahnlinie zu bauen. Die spanischen Autoritäten hätten gegen diese Platzergreifung protestiert. Zudrang zum Beamtentum. Am 13. Januar gab in der Karlsruher Abgeordnetenkammer der Finanzminister Honsell einige Erklärungen ab über seine Politik. Dabei kam er aufden herrschenden Zudrang zum Beamtentum zu sprochen, der sich geltend mache, obwohl man immer von einem „Beamten=Elend“ rede. Der Zudrang erkläre sich aus dem Hang nach Ruhe und Bequemlichkeit. In unserer Zeit sei der Kampf ums Dasein schwer, und der Beamte weiß, daß er ein sicheres Einkommen hat, das sich mit der Zeit mehrt, auch wenn er sich nicht stärker anstrengt. Mit diesen Worten hat der Minister die Lago vollkommen richtig bezeichnet. Was den herrschenden Zuseinen überlegenen Jahren und Kräften von der jungen Klasse heute nicht genügend anerkannt zu sehen. Schmerzlich fühlte er sich von dem Ruhm ausgeschlossen, an der berühmten Klassenbibliothek mitgearbeitet zu haben, und glühend trachtete er danach, sich durch eine geniale Tat das ihm gebührende Ansehen zu erringen. Kaum war der Kandidat hinter der wollenen Decke verschwunden, als Karl den Vorschlag flüsterte:„Wollen wir„Hosen=Titschen“ spielen?“ Niemand kannte dieses Spiel. Aber der Klang seines Namens übte einen solch geheimnisvollen Zauber aus, daß alle der Ueberzeugung waren. es würden Freuden von ungeahnter Herrlichkeit daraus erblühen. Allseitige Zustimmung ermunterte daher den Erfinder des Spieles, seinen kühnen Traum in holde Wirklichkeit zu übersetzen. Mit geräuschloser Emsigkeit, um Herrn Heuer nichts merken zu lassen, goß er aus dem Wasserkrug so viel kleine Pfützen auf den Fußboden des Zimmers, als die Anzahl von Mitgliedern betrug, die scinem Werke staunend zuschauten. Dann wurden durch einen Auszählvers die Plätze vor den Wasserpfützen auf das unparteiischste verlost. Alles Augen hingen in atemloser Spannung an Karls seliste bewußten Mienen, der ebenfalls vor einer Pfütze S#ellung genommen hatte, und als er nun mit Würde bis drei gezählt, hockte die ganze Gesellschaft blitzschnell a.# dem Boden und tauchte, oder wie Karls Kunstausdruck lautete,„titschte“ mit demjenigen Körperteile, über welchem die Hosenbeine zusammengewachsen sind, in die Wasserpfützen hinein. Mit Eifer und Geschick drehten und bogen sich die kleinen Spieler auf ihren Plätzen hin und her, um auch die trockenen Seitenteile der Hose in Wirksamleit treten zu lassen. Denn dem ersten, der einen vöstig aufgetrockneten Sitzplatz aufweisen konnte, winkte als Preis das unbeschränkte Verfügungsrecht über die Summe der noch vorhandenen Kuchenreste. Der deutsche Flottenverein hätte seine helle Freude daran gehabt, wie glücklich hier die Jugend, also Deutschlands Zukunft, auf dem Wasser lag oder saß. Mit glithender Leidenschaft und immer kühleren Gliedern wurde um die feuchte Entscheidung gerungen. Da war keiner, der nicht die Brüder zu übertreffen strebte, 877,18 drang zum Beamtenstand verschuldet, ist hauptsächlich die Furcht gegenüber dem Wechlelspiel ron Gunst und Ungunst im freien Erwerb. Und das ist eine Tatsache, die erweist, daß unser Volk ärmer wird an sittlicher Kraft von Jahr zu Jahr. Beamte muß es geben, and wenn das Angebot stark ist, hat der Staat eine reichere Auswahl. Aber ein Volk, in dem am liebden jeder zweite Mann Beamter sein möchte, ist ungeuund. Denn ein solches Volk überschätzt die äußere Lebenssicherheit, die Sorglosigkeit, Ruhe und Bequemlichkeit. Das starke Leben verlangt den Kampf, in dem sich gerade die höchsten Eigenschaften des Menschen entsickeln und zur Geltung bringen. Darum sind Bestrebungen notwendig, daß unser Volk geistig und sittlich von neuem gefunde und erstarke. Die Uebeschätzung der Bequemlichkeit und äußeren Lebenssicherheit muß weichen; wir brauchen Mut und Frische und Persönlichkeitsgefühl gegenüber dem Leben. Lokales und Provinzielles. Dortmund, 23. Februar. Zentrum bestreitet beharrlich, daß es aus Anlaß der letzten Stadtverordnetenwahlen Denunziationslisten angefertigt habe, überhaupt die Beamten und Kriegervereinler denunziert habe, die den sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme gegeben. Der Vorsitzende der hiesigen Zentrumspartei sandte sogar der Frankf. Ztg., der über die Denunziationssucht des Zentrums Mitteilung gemacht worden war, eine Berichtigung, um das Zentrum von dem Vorwurfe, denunziert zu häben, rein zu waschen. Die Frankf. Ztg. knüpfte an diese Berichtigung die Bemerkung, es sei unbestritten, daß es Zentrumsmitglieder waren, welche die Tenunziation in den Kriegervereinen vorgebracht hätten. Ob dis von der Partei als solcher ausgegangen sei oder von ihren Mitgliedern, komme auf das Gleiche hinaus. Die„Tremonia" bezeichnet das in ihrer gestrigen Nummer als eine Ausrede, die man nicht gelten lassen könne, suchte dabei wiederum plausibel zu machen, daß von einer Denunziation durch Zentrumsangehörige gar nicht die Rede sein könne, und behauptet mit einer wahrhaft seltenen Dreistigkeit, daß die Denunziationslisten„nur in der Phantasie der blau=roten Brüder" existierten. Dazu wird der Frkf. Zeitung aus Tortmund berichtet:„Es gehört schon eine gehörige Dosis Unverfrorenheit dazu, in Abrede zu stellen, daß aus den Kreisen der hiesigen Zentrumspartei Denunziationslisten ausgestellt worden sind. Mag sein, daß in dem Kriegerverein nicht die Zentrumspartei als solche, sondern nur einzelne Mitglieder derselben den denunziatorischen Vorstoß gegen ihre liberalen Kameraden, die den sozialdemokratischen Kandidaten gegenüber denen des Zenkrums die Stimme gegeben hatten, unternommen haben. Tatsache ist aber, daß das hiesige Organ der Zentrumspartei, die„Tremonia“, erst mit Veröffentlichung der roten Wähler aus dem liberalen Lager gedroht und dann sich zur Aufnahme von Sprechsaalartikeln bereit gefunden hat, in denen zur Denunziation der Kriegervereinsmitglieder, die rot gewählt hatten, aufgefordert wurde. Tann aber kann nicht weggeleugnet werden, daß die Zentrumsparkei Tenunziationslisten aufgestellt oder es wenigstens zugelassen hat, daß aus ihren bei den Stadtverordnetenwahlen von Partei wegen geführten Kontroll=Listen die Beamten vor allem ausgezogen wurden, die für den sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt hatten. Diese Listen sind mit der Schreibmaschine hergestellt und vervielfältigt worden. Auf der Redaktion des ultramontanen Herner Anzeigers wurde einem Redakteur der nationalliberalen Herner Zeitung Einsicht in eine solche Dortmunder Denunziationsliste gestattet, damtt dieser sich überzeuge, daß die von der Herner Zeitung bestrittene Behauptung des Herner Anzeigers, es hätten Beamte sozialdemokratisch gewählt, der Wahrheit entspricht. In dieser in Herne vorgezeigten Liste befanden sich in der Hauptsache Namen von Eisenbahn=, Post= und Telegraphenbeamten. Schließlich ist es auch eine unbestrittene Tatsache, daß gleich nach der Stadtverordnetenwahl Bahnbeamte, die sozialdemokratisch gewählt hatten, bei der Direktion denunziert worden sind. Die Denunziation ist weder von liberaler noch von sozialdemokratischer Seite erfolgt, sondern stammt aus dem Zentrumslager. Angesichts alles dessen hat man im ultramontanen Lager in Tortmund den Mut, jegliche Denunziation zu bestreiten"— Natürlich wird das Zentrum auch demgegenüber wieder allerlei Ausflüchte machen. Merkwürdig ist nur, daß der Vorsitzende der hiesigen Zentrumspartei sich bisher gescheut hat, den Dortmunder Blättern, die das Zen trum der Tenunziation bezichtigen, mit seinen Berichtigungen zu kommen. —* Die nächste Stadtverordneten=Sitzung findet Montag, den 28. d. M. im Stadtverordnetensitzungssaale statt. Das Kollegium soll zunächst darüber Beschluß fassen, ob für das verstorbene Mitglied Berninghaus eine Ersatzwahl vorgenommen werden soll; außer mehreren Deputations= und Kommissions=Ergänzungs= und Ersatzwahlen stehen auf der Tagesordnung die Annahme der Sparkassenrech= nung für 1908; die Bewilligung eines Betrages von 400 Mark für die Verbesserung der Heizungsanlage im alten Bau des Realgymnasiums; die Heranziehung der Anlieger der Eisenmarktstraße zu Straßenerbreiterungskosten; die Abänderung oer bestehenden Wertzuwachssteuerordnung und die Genehmigung der vom Magistrat vorgelegten Biersteuer=Ordnung. Die Tagesordnung für die Geheime Sitzung umfaßt 5 Sachen. —“ Der Provinzialverband Westsalen des Gundes Teutscher Militäranwärter hielt am Sonntag, den 20. d. M. im Kölnischen Hof seinen diesjährigen Verbandstag ab. Dem Verbande gehören sämtliche in der Provinz Westfalen befindliche 46 Vereine mit 3340 Mitgliedern an. Der erste Vorsitzende, Stadtsekretär Marx, eröffnete um 10 Uhr den Verbandstag mit einem begeistert aufgenommeen Hoch auf den Kaiser. Bei der Vorstandwahl wurde der bisherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Die zu beratende Tagesordnung wurde erledigt und hierbei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß den Kommunal=, Kreis und Provinzialbeamten pp., denen die Wohltat der Anrechnung von Militärdienstzeit auf das Besoldungsdienstalter noch nicht zuteil geworden ist, diese in kürzester Zeit erhalten werden. Nach dem gemeinschaftlichen Mittagessen wurden die Beratungen um Zeinhalb Uhr nachmittags fortgesetzt und um 6einhalb Uhr beendet. Aus den Verhandlungen sei noch hervorgehoben, die Besprechung über die Errichtung eines Erholungsheims sowie einer Begräbnisbeihilfekasse. Weiter wurden die Delegierten aufgefordert, innerhalb ihrer Vereine über die segensreiche Wirkung der Bundessterbekasse aufzuklären, und der Kasse neue Mitglieder zuzuführen. Als Ort des Verbandstages im Mai wurde Paderborn bestimmt. Zu dieser Tagung soll der Ehrenvorsitzende des Verbandes Generalmajor z. D. v. Kloeden, eingeladen werden werden. —' Nörlicher Bürgerverein. Der Bericht über die gestrige Jahreshauptversammlung mußte wegen Stoffandranges zurückgestellt werden. — Der Leseesaal der Wilhelm=Auguste ViktoriaBücherei wird am Donnerstag, den 24. Februar abends 7 Uhr geschlossen. —* Aus Anlaß der Hackfleischepidemie im Rudolf Virchow=Krankenhause in Berlin Ende August 1908 hat der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten die Königliche Wissenschaftliche Deputation für das Medizinalwesen in Berlin um eine gutachtliche Aeußerung über die Ursache der Epidemie und über die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen ersucht. Die Deputation ist in ihrem Gutachten vom 22. Dezember 1909 zu dem folgenden Ergebnis gelangt:„1. Von den im Jahre 1908 unter dem Personal des Rudolf Virchow=Krankenhauses beobachteten Gruppen=Erkrankungen an Enteritis ist nur die am 30. August einsetzende Evidemie nachweislich durch den Genuß von rohem Hackfleisch verursacht worden. 2. Die gesundheitsschädliche Wirkung des am 28. August verausgabten Hackfleisches ist auf Infektion mit sogenannten Enteritis=Bakterien zurückzuführen, die in unaufgeklärter Weise in das Fleisch gelangt waren und wahrscheinlich in dem rohen Hackfleisch sich vermehrt hatten. Wie überhaupt vor dem Genusse von rohem Fleisch, so ist ganz besonders vor dem Genusse von rohem Hackfleisch wegen der mit ihm verbundenen Gefahren für die Gesundheit eindringlich zu warnen. Der Verabreichung rohen Hackfleisches als Nahrungsmittel in geschlossenen Anstalten wie Krankenhäusern, Gefängnissen und dergleichen ist unseres Erachtens dringend zu widerraten.“ Der Herr Minister tritt den Ausführungen des Gutachtens bei und warnt eindringlich mit Bezug auf Ziffer 3 vor dem Genusse von rohem Fleisch, insbesondere von rohem Hackfleisch. —* Zusammenstoß. Gestern mittag stieß am Oftwall ein in schneller Fahrt begriffenes Automobil mit einem fahrenden Straßenbahnwagen zusammen. Der Besitzer des Automobils, Stadtverordneter HegerfeldBochum wurde schwer verletzt. Es wurden ihm durch die Glasscheiben ein Teil der Kopfhaut abgerissen und eine Arterie verletzt. Der Verletzte wurde in das Krankenhaus gebracht. *—* Die Reiseprüfung an der Oberrealschule bestanden die sämtlichen 19 Prüflinge. Es waren dies die Oberprimaner: Hans Baum, Dortmund (Archäologie und Kunstgeschichte), August Börger, Kirchderne(Veterinärmediziner), Heinrich Börnke, Niederaden(Nationalökonomie), Ferdinnad Krone, Dortmund (Hochbau),*Paul Erdelbruch, Dortmund(Bankfach), *Eugen Hansmann, Eichlinghofen(Philologie), Albert Hasenkamp, Dortmund(Mathem. und Naturwissenschaft), Ewald Höffken, Holzwickede(Bankfach), Wilhelm Jäde. Dortmund(Bergfach), Hermann Janzen, Dortmund (Philologie), Karl Klei, Dortmund(Hüttenfach und Chemie), Fritz Reckert, Dortmund,(Hochbau), Gustav Schimm, Dortmund(Mathem. und Naturwissenschaft), Heinrich Selter, Dortmund(Philologie), Karl Spielhoff, Niederaden(Tiefbau), Eugen Thiemann, Dortmund(Baufach),* Wilhelm Unverhau, Dortmund(Philologie), Heinrich Winkelmann, Dortmund(Bankfach), Hans Zipf, Dortmund(Medizin). Die mit einem bezeichneten wurden von der mündlichen Prüfung entbunden. —* Besitzwechsel. Das Wohnhaus Arndtstraße 23. seither dem Kaufmann Hubert Tromp gehörend, erwarb in gerichtlicher Subhastalion Herr RingofenZiegeleibesitzer Emil Heßler zum Preise von rund 68.000 Mark. Das Grundstück hat eine Größe von etwa 45 Geviertruten. —* Vom Kinderheim Wiltbränke. Nach mehrwöchiger Pause wird der regelmäßige Betrieb des Kinderheims am 26. Februar wieder ausgenommen. Nachdem im vergangenen Jahre mit der Verabfolgung von Solbädern im kleinerem Umfange ein Versuch gemacht wurde, werden von nun an ohne weiteres alle für eine Solbadekur geeigneten Kinder die vom Anstaltsarzt vorgeschriebene Menge Bäder erhalten. Der im Kinderheim vorhandene große gut eingerichtete Baderaum sowie auch der Umstand, daß die Wasserversorgung des Heims außer der eigenen Quelleitung seit Juni 1909 auch noch durch Anschluß an das Hörder Kreiswasserwerk in ausgedehntester Weise erfolgen kann, unterstützen die Einrichtung von Solbadkuren ganz wesentlich. Bemerkenswert ist, daß der Pflegesatz für unbemittelte Kinder auch bei Gewährung von Solbädern nicht erhöht bezw. bei bemittelten nur nur die Selbstkosten der Solbäder in Anrechnung gebracht werden sollen. Es ist daher zu wünschen, daß außer dem Wohltätigkeitsverein, dessen Mittel es leider nicht gestatten, die Anstalt ausschließlich auf seine Rechnung mit armen erholungsbedürftigen Kindern zu beschicken, auch von anderer Seite Plätze belegt werden, wie es ja auch im Vorjahre in erfreulicher Weise der Fall war. Im Jahre 1909 find in neun Kuren 321 Kinder(160 Knaben, 161 Mädchen) verpflegt worden; es gehörten 179 der evangelischen, 127 der katholischen und 15 der israelitischen Konfession an. 149 Kinder hatte der Wohltätigkeitsverein entsandt, 93 waren von anderer Seite(Kirchengemeinden, Krankenkassen, Kommunalverbänden) geschickt; die restlichen 79 waren sogenannte Selbstzahler, für welche die Eltern das Pflegegeld entrichteten. Die Gesamteinnahme an Pflegegeldern trug 13519 Mark. Die Geschäftsstelle des Wohltätigkeitsvereins, Betenstraße 35a, Fernruf 1932, erteilt Interessenten bereitswilligst Auskunft, auch sind dort Prospekte kostenlos zu haben.. — Restaurations=Eröffnung. Ter Wirt Wilherm Pulger eröffnet heute eine in seinem neuerbauten Hause Vornstraße 40 eingerichtete Restauration, die mit ihrer modernen Ausstattung den Gästen gefallen dürfte und besondere Gesellschaftszimmer für Klubs und Vereine zur Verfügung hat. Ta Speisen und Getränke, die verabreicht werden, bester Qualität sind, da ferner die Bedienung aufmerksam sein wird, dürfte die neue Restauration bald eine ansehnliche Schar von Stammgästen haben. Hamm, 22. Febr. Auf eigentümliche Weise ist der 45jährige Gastwirt Brinkmann von hier ums Leben gekommen. Er wollte mit seinem Fuhrwerk in Dolberg Holz holen. Unterwegs gingen die Pferde an einer abschüsligen Stelle durch. Um sie zu halten, llef Br. neben dem Gespann her. Infolge des schnellen Laufens erlitt er einen Herzschlag und war sofort tot. Hamm, 22. Febr. Wie dem Westf. Anz, berichtet wird, wurden auf Zeche Radbod im Laufe der letzten Woche wiederum zwei Leichen geborgen, die im Querschlag der dritten Sohle lagen. Außerdem förderte man 16 Pferdekadaver zu Tage. Bielefeld 21. Febr. In Westrup bei Rahden wurde ein 66jähriger Arbeiter beim Dreschen von seinem geisteskranken Sohn angegriffen und mit dem Dreschflegel erschlagen. Der Ueberfallene ist bereits seinen schweren Verletzungen erlegen. Steele, 22. Febr. Auf dem alten katholischen Kirchhofe wurde in der gestrigen Nacht von etwa 15 Gräbern die Kreuze und Denkmäler herabgestoßen und zum größten Teil zertrümmert. Die Kriminalpolizei fahndet nach den Tätern. Essen, 22. Febr. Die nunmehr abgeschlossene Untersuchung hat ergeben, daß auf den königl. Möllerschächten, wo die beiden Schichtmeister Opel und Neuß den Gladbecker Riesendiebstahl verübten, insgesamt 18 500 Mark unterschlagen worden sind. Opel und Neuß werden wegen dieser Unterschlagung vom Essener Schwurgericht abgeurteilt werden. Recklinghausen, 21. Febr. Auf der Feche„Auguste Viktoria“ in Hüls ist ein Flözbrand ausgebrochen. Mülheim(Ruhr), 21. Febr. Der Bergmann Littmann, Bonnstraße wohnhaft, beging in der Grube der Zeche„Wiesche" in Heißen einen grauenhaften Selbstmord. Er nahm eine Tynamitpatrone in den Mund und brachte diese zur Explosion. Der Kopf wurde ihm buchstäblich abgerissen. M.=Gladbach, 21. Febr. Nach dem heute offengelegten städtischen Etat sind 2641 850 Mark durch Steuern aufzubringen. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Zuschläge zur Einkommensteuer von 225 auf 215 Prozent zu ermäßigen, die Grund= und Gebäudesteuer mit 3 vom Tausend, die Betriebssteuer mit 100 Prozent zu belassen und die Gewerbesteuer mit 1,86 auf 2,4 vom Hundert des Ertrages zu erhöhen. Köln, 22. Febr. Der 21jährige Handelshochschüler Thomas schöß sich gestern aus Gram darüber, das er im Examen durchgefallen war, eine Kugel in die Herzgegend. Schwerverletzt wurde er ins Augustahospital gebracht, wo er mit dem Tode ringt. Nachen, 21. Febr. Zur Behebung der Finanznot soll nunmehr auch das Wasser herhalten. Den Stadtverordneten ist soeben eine Vorlage zugegangen, die eine empfindliche Erhöhung des Wasserpreises bezweckt. Turch die Erträgnisse der Wassergelderhöhung soll der Mindestüberschuß des Elektrizitätswerkes und des Wasserwerkes für 1910 von nagezu 100000 M. gedeckt, aber auch der Wasserverschwendung vorgebeugt werden, die die vorjährige Wassersnot, unter der bekanntlich die Stadt monatelang so außerordentlich zu leiden hatte, noch bedeutend steigerte. Handel und Niederdeutsche Bank. Gegenüber den in der Presse erscheinenden Meldungen erfahren wir von zuständiger Stelle, daß eine Kapitalerhöhung zwar ventiliert werde, aber noch nicht beantragt worden sei. Die Absicht, im Elberfelder und Barmer Bezirk Fuß zu fassen, liegt der Bank vollständig fern. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, liegt der Abschluß des Geschäftsjahres 1909 wesentlich günstiger als der des Jahres 1908. Eine höhere Tividende wird aber jedenfalls nicht zur Verteilung gelangen, vielmehr soll der Mehrgewinn zur Stärkung der Rücklagen verwandt werden. Letzte Celearamme. Erschütternder Vorfall bei der Trauerfeier für den Grafen Stolberg. Berlin: 23. Febr. Während der Trauerfeier für den Grafen Stolberg in der Dreifaltigkeitskirche sspielte sich ein ergreifender Vorfall ab. An den Feierlichkeiten war auch eine Abordnung des Gutspersonals der Stolbergschen Herrschaft in Groß=Cammin bei Küstrin erschienen, darunter auch der hochbetagte frühere Kammerdiener Ring, den Graf Stolberg vor einigen Jahren pensioniert hatte und der seither auf dem Gute lebte. Der treue Diener wurde angesichts der Leiche seines Herrn von seinen Gefühlen so sehr überwältigt, daß er in einen Weinkrampf verfiel und nach einigen Minuten kot zu Boden sank. Ein Herzschag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Der Schwiegersohn des Grafen Stolberg, Graf Fritz zu EulenburgPrassen, ordnete die Ueberführung der Leiche Rings nach Großcammin an. Prinz Joachim als Schmiedelehrling. Plön; 23. Febr. Der jüngste Sohn der Kaisers, Prinz Joachim, erlernt hier augenblicklich das Schmiedehandterk bei dem Schmiedemeister Hattendorf. Zur Verschlimmerung im Befinden Luegers. Wien, 23. Febr. Dr. Lueger mußte sich gestern Abend wiederum einer Operation— der dritten — unterziehen. Es haben sich neue große Eiterherde gebildet. Der Zustand des Patienten ist sehr ernst. Die Aerzte wachen an seinem Lager ununterbrochen. Die Narkose bekam dem Patienten schlecht; nach ihrer Beendigung trat Erbrechen ein. Sturm auf See. London, 22. Febr. Weitere Meldungen über den nunmehr seit fünf Tagen andauernden Sturm berichten über zahlreiche Unfälle auf hoher See. Ein unbekannter Dreimaster ist an der Küste von Pembrakeshire mit Mann und Maus untergegangen. Das italienische Schiff„Glampa“ ist unweit Cark mit 24 Mann Besatzung gesunken.— Das Fährboot an der Banstaple Bay ist gestrandet, wobei drei Personen in den Fluten umgekommen sind. Sowohl im Aermelkanal als auch in der Nordsee bauert der Sturm mit Averminderter Heftigkeit fort, Sämtliche Dampfer erpfer„Nemrod“, welcher in der Chale## Insel Whigt gestrandet ist, ist nunmehr forag. Sturmes total zertrümmert worden. Die—. gerettet worden. Auch in vielen Städten g." richtete das Unwetter großen Schaden an sonders in Birmingham und London. De betrug in England 6 und in Schottland 11 S. meter. Die Wetterstationen künden ein des Sturmes an. Rotterdam. 23. Febr. Wegen des des Dampfers„Prinz Willem 2.“ hegt man die sanz.“ sten Befürchtungen. Alle bisher verbreiteten Geüber den Verbleib des Dampfers stellten sic als unbegründet heraus. Der Dampfer Prinz an.“ 4., ein Schwesterschiff des Verschwundenen, ist nach nidad in See gegangen, um nach dem Schiff m Der Ymuidener Dampktrawler„Belle“ ist seit me. Tagen überfällig. Die Reederei vermutet, daß„ einigen Wochen untergegangen ist. Damals der englische, nach Hamburg bestimmte Dampfer 6; land, daß er unweit Haks einen Dampftrawler in Grund gebohrt habe. Das Standrecht in Philadelphia Newyork. 23. Febr. Ueber die Streikkrang wird weiter berichtet: Bei dem gestrigen Jusamne stoß ging die Polizei mit dem Bajonett vor und u streute die Masse von 25000 Streikenden und der feiernden Arbeiter. Darauf sammelte sich die von neuem und bombardierte die Straßenbah### mit Steinen. Die Polizei gab zunächst 20 blinde 6# ab. Schließlich ging sie aber zu einem ernsten An über und verwundete mehrere Personen. Da die### rechterhaltung des Friedens in der ganzen Stadt fährdet erscheint, wurde gestern das Kiregsrecht kündet. An August Bebel. 22. Februar 1910. Schon mehr als vierzig Jahre sind es, Seit ich, ein Fremder, zu dir kam, Dabei den ersten Schrei des Kindes, Das dir geboren ward, vernahm. Noch klingt er jetzt mir in den Ohren, Und ruft Vergangenes zurück, Am Tage, der dich selbst geboren, Wünsch' ich dir heute herzlich Glück. Dein Leben war in langen Jahren Rastloses Kämpfen, schwer und heiß, Mit weißem Bart und grauen Haaren Kennt keine Ruhe noch der Greis. Damit es niemals an dir fehle, Reißt dich der Drang des Herzens fort, Die ungestüme Feuerseele Auflodert noch in Blick und Wort. Magst du auch irren selbst im Grunde, Wirst du verfolgt und hart verklagt, Kein Gegner in der weiten Runde, Der seine Achtung dir versagt. Weit auseinander hat getrieben Uns unerbittlich das Geschick, Die gute Freunde nur geblieben Seit jenem ersten Augenblick. So mag zu seiner Fahne halten Ein jeder standhaft wie bisher, Wir beiden unbeugsamen Alten Bekehren uns wohl nimmermehr. Das aber soll uns Hoffnung bringen Und Trost bis zu dem letzten Hauch: Die Freiheit muß den Sieg erringen, Ihr gilt dein bestes Streben auch. Trotz dieser Tage trübem Nebel, Den kaum ein Sonnenstrahl durchbriht Die Zeit wird kommen. August BebelDie dir auch einen Kranz einst flicht! Albert Traegei Zur Ein Handwerk soll der Bub nicht treibe Denn dazu ist er viel zu gut; Er kann so wunderniedlich schreiben, Ist ein so feines junges Blut! Nur ja kein Handwverk! Gott bewahre Das gilt doch heute nicht mehr fein; Und wenn ich's mir vom Munde spafe, Es muß schon„etwas Bess'res“ sein. Das ist der wunde Punkt der Zeiter Ein jeder will auf's hohe Pferd; Ein jeder will sich nobel kleiden, Doch niemand seinen Schneider ehrt. Der Hände Arbeit geht zu Schandel, Der Arbeitsbluse schämt man sich, Das rächt sich noch in deutschen Landen Das rächt sich einmal bitterlich. Das Handwerk hat noch goldnen B##e Hält es nur mit dem Zeitgeist Schritt, Folgt es den Künsten und den Moden Und bringt man Liebe zu ihm mit. Wenn Bildung sich und Flei, vermählen Und tut der Meister seine Pflicht, Mögt Ihr es zum Beruf erwählen: Es ist das Schlechteste noch nicht! Im„Slucher“, Münsterstraße 77, finde!. Mittwoch Abend Familienabend mit Tanz=Reunto“, Die Musik wird von dem Künstler=Ensemhle: klang“ ausgeführt. Jeden Abend konzertiere Künstler. Olymvia=Theater. Die glänzen'g ten erzielen allabendlich den stürmischsten Bei zahlreichen Besucher und weisen wir noch an darauf hin, daß das gesamte Programm nur nige Abende zur Aufführung gelangt. Suppen. Fhr und fertig— 3Teller 10Pg. Knorr-Sos Sungen Saucen Semlen kleischeneigen et plit 2ls Täglich aben Nur noch We die glänzenden N Die Matadore der Die Londoner Sensat sellionis Kakaaus al Hl. Strebel, brilla Ein Souper bei Ffreden F heute Mi Grosses Leitung des König! Herrn Alex 2½ Uh. Vindheuserkarten mit FEEE Verein„Rl Sonntag, 27. Februar Grosses K h#ämtl. Räumen des s der Großvater die Eln Sommernachtstest Prachtvolle, hochküns berationen säm tlicher! von Rosen, von demam jenden Künstlerfest. F. sekt-, Wein- und Bier Gefängnis, Standesam viele originelle U kunkt 10 Uhr: Rosen Junkt 12 Uhr: Eröffnur angebunden Kein Kostümzwang. 1 niglichst ein dem C misprechendes Kostüg Ball- oder Sommert b#tree: Vorverkauf 1 - Mk, Vorverkauf lungen von Mensendie ür und Körnerplatz Schweizer, Gewerber Dickmann, Wißstraße Bieder stauration Mit( ne ich i Hause. 0 eine moc ration. ve Gesellsch Vereine. a. Biere hiesi karme und kalte Spei Indem ich mein Kohlwollen des geeh mpiehle, zeichnet W steitag, 25. Februar Saale des Reinold entliche pelitiscl Reichs Nach dem Zu zahlre Sutor, Bi Cortmund, F ersthlassiger 8 -Liter Flasch Ersatz 1 Namer von Hartma — — —— Chale Bon and rmunmehr infolgaI, aan. 1. Sch) en ein Vortbese, Vegen des Schigk. zegt man die schling verbreiteten s stellten sich bf impfer Prinz Wille indenen, ist noch#. dem Schiff zu ell.- ist seit nehe vermutet, daß er k. Damals berstte imte Dampfer Gr Dampftrawler in siladelphia. er die Streikkraugestrigen Jusamm Bajonett vor und eikenden und Genost immelte sich die ie Straßenbahn ächst 20 blinde S einem ernsten An ersonen. Da die## der ganzen Stadt das Kiregsrecht Bebel, 910. Jahre sind es, zu dir kam, des Kindes, , v e r n a h m. in den Ohren, zurück, öst geboren, herzlich Glück. igen Jahren ver und heiß, grauen Haaren der Greis. dir fehle, des Herzens fort, ele und Wort. elbst im Grunde, hart verklagt, beiten Runde, versagt. getrieben beschick, geblieben senblick. ihne, halten e bisher, ten Alten immermehr. ffnung bringen letzten Hauch: Sieg erringen, streben auch. bem Nebel, nstrahl durchbric# n. August Bebelanz einst flicht! Albert Traeger swahl! r Bub nicht treiben, zu gut; dlich schreiben, es Blut! k! Gott bewahre nicht mehr fein; vom Munde spare, 5 Bess'res“ sein! Junkt der Zeiten: hohe Pferd; bel kleiden, Schneider ehrt. nen Boden Schritt, Moden 1 mit. z vermählen, flicht, vählen: nicht! findet zeunior, Teller 10 Pfg, mos n Semles sen etc fere Täglich abenos 8 Uhr: Nur noch wenige Tage! * g i e g l ä n z e n d e n N o v i t ä t e n u. A.: Die Natadore der Luft: Les 5 Alex Die Londoner Sensation: Globe of Life Gellionis Kakaaus als Kunstradfahrer #### Strebel, brillanter Humorist:-: —. Souper bei Madame Vvette:-: Ein Fredenbaum. heute Mittwoch: Grosses Konzert. Leitung des Königl. Musikdirigenten a. D. Herrn Alex Hubert. ##hns 2½ Uhr. Eintritt 25 Pf. Vindheuserkarten mit 15 Pf. Nachzahlung. Verein„Rheinland“— Sonntag, 27. Februar 1910, abends 8 Uhr: Grosses Kostümfest heämtl. Räumen des Gewerbevereins. Kuhstr. ne der Großvater die Großmutter nahm. Ein Sommernachtstest zur Biedermeierzeit. Prschtvolle, hochkünstlerische Originaldeberstionen säm tlicher Räume mit Tausenden von Rosen, von demam Tage vorher stattfinjenden Künstlerfest. Feenhafte Beleuchtung Sekt-, Wein- und Bier-Restaurants, fideles Gefängnis, Standesamt, Glückshafen und viele originelle Ueberraschungen. F#nst 10 Uhr: Rosen- Riedermeier- Polonaise. Junkt 12 Uhr: Eröffnung des Gabarets zum angebundenen Rtten. kein Kostümzwang. Es wird indes gebeten niglichst ein dem Charakter des Festes mtsprechendes Kostüm anzulegen, oder aber Ball- oder Sommertoilette zu erscheinen, b#tree: Vorverkauf Herren 1 50, Damen - Mk. Vorverkauf in don Zigarrenhandlungen von Mensendieck, am Markt, Burgtr und Körnerplatz, Hutgeschäft von Schweizer, Gewerbeverein, Schirmfabrik Dickmann, Wißstraße und Restaurant zum Biedermeier. 346 daurations-Eröffnung. Mit dem heutigen Tage eröff-E no ich in meinem neu erbauten 2. Hause, 164 bornstrasse 40 eine modern eingerichtete Restau ration, verbunden mit besonderem!p Gesellschaftszimmer für Klubs u. K2 Vereine. Zum Ausschank gel. nur: a. Biere hiesiger Brauereien. furme und kalte Speisen zu jeder Tageszeit. Indem ich mein neues Unternehmen demE ohlwollen des geehrten Publikums bestens es piehle, zeichnet Hochachtungsvoll# Wilh. Pulger, Bornstrasse 40. sKltag, 25. Februar 1910 abends 8½ Uhr im Eaale des Reinoldushofes 340 lentliche Versammlung. Pellische Lage nach der Reichstinanzreform.“ ": Reichstagsabgeordneter Domänenpächter Fegter. Nach dem Vortrag: Freie Diskussion. D zchlreichen Besuche ladet ein die Ortsvereine und der Freisinnigen Vereinigung szrat Toepner. Prof. Ernst Meyer. SRT Wir marschieren an der Spitzel Unsere Austsahl vom einfachsten Genre bis zum elegantesten ist unübertroffen.— Unsere Preise sind unerreichbar billig. Diese ganze Woche: Ausstellung erstklassiger Modelle!! in garnierten Costumes und Blusen. Dortmund Gestenbellbseg 41. Dortmund Eche Geberstrasse. Spezialhaus für Damen-Moden. Stadttheater Mittwoch, 23. Februar 1910 C. 37. 7½-9¾. Schauspielpr. „Denn wir Toten erssachen“ Dramatischer Epilog v. Ibsen Donnerstag, den 24. Febr. 1910 A. 39. 7½—10¼. Opernpr. Die lustigen Reiber von Windser. Romantisch-phantast. Oper mit Ballett von Nicolai. Kronenburg. Philharmon. Orchester. — 1392|95 Jeden Sonntag und Mittwoch nachmittags 3½ Uhr: Hüttner-Konzerte. Jeden Freitag. abends 8 Uhr Symphonie-Konzert. „Zum Blücher“ 77 Mänsterstrasse 77. Heute Mittwoch: Familien-Abend verbunden mit Tanz-Reunion. Musik: Künstlerensemble „Goldklang.“ — Täglich abends:— Künstler-Konzert Verlobungsringe gupsiehlt in jeder Größe und ge Friedr. Strunck, Westenhellweg 19. Telef. 2553. 5732 Lutor, Biergrosshandlig. Cortmund, Fernsprecher 1778. Kölhlasiger Biere, bell, dunkel u. Pilsener ##-Liter Flaschen und ½ Liter-Krüge. 31 Ersatz für Syphons. Aelteste Berliner Ledermö belfabrik liefert gegen bar sowie gegen monatlichen Ratenzahlungen Ledersessel und Lederstühle. Vertreter ist in Kürze hier anwesend Gefl. Offerten erbitte ich durch die Expedition. 339 Dortmunder Bank-Verein. Zweiganstalt des Barmer Bank-Vereins Hinsberg, Fischer& Comp. Teleion No. 230, 231 und 222. Dortmund=— MARKT,= Aktienkapital und Reserven: 71.8 Millionen Mark. — Ausführung aller bankgeschäftlichen Transaktionen zu günstigen Bedingungen = Geld-Einlagen= nehmen wir zur Verzinsung auf Depositen-Konto mit dreimonatlicher Kündigung und mit sechsmonatlicher Kündigung entgegen. Im provisionsfreien Scheckverkehr eingezahlte Gelder verzinsen wir zu den kulantesten Tagessätzen Zu weiterer Auskunft ist unsere Kasse gern bereit. Anfertigung feiner Herren-Garderobe 850 nach Maß. Sämtliche Frühjahrsu. Sommer-Neuheiten Anzug-, in Paletot-, Hosen- und sind eingegangen. Westen- Stoffen Balster Fernruf 1951 Ostenhellweg 47. Fernruf 1951 Neu! 2 D. R.G.-A 258311. Von unschätzbarem Vorteil —— sind unstreitig.— Krombergs moderne Kochher de mit gesetzl. geschützten nicht auf dem Fußboden fahrenden Kohlenwagen und echlen 3½ u m starken verz nickelplättiert. Beschlägen, unübertrossen an praktischer, sollder und haltbarer Ausführung. Kein Beschädigen der Fußböden, keine Reparaturen! Stets spielend leichtes und sicher schließendes Ein= und Ausfahren. Seit ca. 4½ Jahren praktisch sehr gut bewährt. 348 Garantie für Haltbarkeit, Brennen u. Backen Aug. Kromberg Herd-Fabrik u. Fabriklager: Kaiserstr. 74. Städt. Realgymnasium zu Dortmund. Beginn des neuen Schuljahres Mittwoch, d. 13. April 1910, morgens 3 Uhr. Beginn der Aufnahmeprüfung am Dienstag, den 12. April 1910, morgens 8 Uhr. Anmeldungen für die beiden unteren Klanen nmmt der Direktor bis zum 10. März persönlich und schriftlich für die weiteren Klassen schriftlich, bis zum 8. April, am 9. und 11. April von 11½—1 Uhr persönlich im Anstaltsgebäude(Luisenstraße 16) entgegen. Aumeldescheine sind beim Schuldiener zu haben. Bei der schriftlichen Prüfung ist das Abgangs. zeugnis der zuletzt besuchten Schule vorzulegen. Dr. Auler, 300 Reglgymnosiol=Direktor. Spezialkauthaus u. Bandasenfabrik Dortmund, O. Gruss. Gestenkellueg 11 Sämtliche ebirurg. und hvoien. Gummislaren. Bruchband für Erwachsene m. Gummipelotte" Mk. 3.50 irrigator mi“ Mutterrohr und Schlauch von Mk. 1.00 an Krücke, doppelt, für jede Größe Mek 3.50 Lelbbinden 12—, 10.—, 8.—, 6.—, 2.50 Mutterspritzen 12.—, 10—. 8.—. 6.—. 4.50 2.50 Unterlage, doppelseitig Gummi. 1 Mir. 2.50 Unterlage.„„ Reste, für Kinder 0.60 Zimmerklosets, Krankenstühle, Krankenwagen, Künstliche Beine, Fuss- und Beinmaschinen = Rückenapparate und Geradehalter. Bieferant der Ortskrankenkasse, Eisenbahnkrankenkassen, Innungskrankenkassen, Fabrikkrankenkassen. 11 Dortmunder Tamnk-ter: scherei u. 9WillmBirhner 1181. Dorm Nlunslenate 193/1B3a. Tnesialitat Itörkenuo# Süo hauberste — m#sel-Bdonumporddigmendiert Berdux Pianos und Flügel Wilh. Hohrath Söhne G. m. b. H. 9499 Fernspr. 845 ke. Dortmund##s. Fernspr. 845 Burgwall 21 und Auf dem Berge 27 Kauf= Miete= Umtausch Anerkannt gute und sollde Bedienung enn: Einladung Freitag, den 25. de. Mits. Nachmittags „ Resigen Rathause anberaumten lonstituu. Tammlung des Vereins für Säuglingsfürsorge Westfalen. Tagesordnung: glh##pfassung über die Satzungen, ahlen für den Verwaltungsrat. Namens des Arbeitsaneschusses van 2.. der Vorsitzende partwang, Regierungnpräsident a. D. Bedeutende Nebeneinnahme bietet die Uebernahme der Vertretung einer ersten deutschen großen Versicherungsanstalt m. vorzüglichen Einrichtungen. Kaution nicht erforderlich. Unterstützung und Einarbeitung durch Beamte der AnStalt zsaesichert. Nur angesehene Herren von gutem Ruf mit möglichst großem Bekanntenkreis wollen sich perpersöplich melden bei Herra Direktor Fr. Brüggegolte in Dortmund, Eulfenitr. 31. AA ## aller Länder erwirkt u. verwertet vorteilhaft Patentbureau Conrad Köchling. Dortmund, Steinplatz 1, Hagen i. W. Karlstraße 34, Ecke Elderfelderstraße. Mitglied des deutschen Schutzverbandes für geistig. Eigentum. Feinste Referenzen. Auskunft und Broschüre, kostenfrei Pert. Glaser sucht 351 Friedr. Haasen Bochum, Rottstraße 33. Kernmacher sucht Metallgießerei. Gustav Lüsebrink. Hagen i. W. Langestr. 8. Zuverlässige und unbestrafte Zum 1. April ein gut empLeute, nicht un'er 22 Jahren, als sohlenes, in Küche. u. Hausarbeit erfahrenes Mädchen u drei Personen gesucht.(Waschran vorhanden.) Frau Bürgermeister Altena i. Wests. Schaffner und Wagenführer gesucht. Anfangsgehalt 95 bezw. 100 Mark. Gelsenkirchener Strassenbahn Füchlige Anschläger und Schooarzblechklempner finden dauernde und lohnende Beschäftigung. 89 Zheinwerk! Raisendurg u. eutz, G. m. b. H., Düfseldorf=Heerdt, Wiesenstraße 32. Suche zum Eintritt ein baldigen Herrsch. 1. Zweitmädchen mit besten Zeugnissen, zum Waschen, Bügeln und Putzen. 968 Frau Michard Kurtius, Dulsbure. Düsseldorserstraße. 193 Mk. zu verm., evtl. mit Mans. Hause zu vermieten, Röh. Markgrafenstr. 5. pl Räh. Schuberistr. 10. 1. St. KT Adolf Schustermann Zeitungsnachrichten-Bureau Berlin SO. 16, Spreepalast Größtes Nachrichten-Bureau mit Abteilungen für Bibliographie, Politik, Kunst, Wissenschaft, Handel und Industie. Liest neben Tageszeitungen des In- und Auslandes die meisten Revuen, Wochenschriften-, Fach-, illustrierte usw. Blätter. Das Institut gewährleistet zuverläßigste und reichhaltigste Lleferung von Zeitungsausschnitten für jedes Interessengediet. Prospekte grafis.:**„ KS Dortmunder Pferdemärkte finden am 2. und 3. März ds. Is. statt. Marktzeit an beiden Tagen von 8 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends. Nächste Märkte: 3. und 4. August, 27. und 28 Oktober. 250 Magistrat. Suche ein tüchtiges Dienstmädchen für alle Hausarbeiten. Vorstellung erwünscht. Restaurant Killertal, Riemte bei Bochum Abg. 4 Zim.-Wohn. 2. Etg. m. Elektr. u. Kochg.z 1. April auch Werkstatt daselbst. Mallinkrodtstraße 130. Uhlandstr. 38, Etage, 4 Z. zu verm. Elektr. L., Gas. Badez. u. Speisekammer Verein der liberalen Frauez Dortaunds. ttwoch, d. 23. Februar, abde Uhr, in der Kochschule, Oft randweg 15. 34 Vortrag des perrn Redalt. Sonnemanz Das Einigungsprogramn d5 linksliberalen Parteiel — Gäste willkommen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag waren unsere Geschäfts-Lokalitäten wegen Inventur und Vorbereitung — für einen General-Reinigungs-Verkauf geschlossen.— Unsere Lager-Autnahme ist nun beendet! Unsere Waren sind nach Preislagen sortiert! Wir beginnen Heute mit diesem Extra-Verkauf unseres gesamten Warenlagers im Werte von weit über 100000 MIk. Wenn je ein Reklame-Angebot in der Schuhbranche Vorteile bot, so ist es unser heutiges.— Wir verkaufen tatsächlich erstklassige Schuhwaren zu weit herabgesetzten Preisen. Für Kinder: Große Posten Hausschuhe 20. 25 50. 75, 1.35 Mk. etc. Roßleder-Stierel(gute Qualität) No. 21—24 25—26 27—30 31—35 Mk. 1.65 1.95 2.45 Box-Stiefel(breite moderne Form) No. 18—22 21—24 25—26 27—30 81—35 Mk. 1.50 1.95 2.95 3.45 3.95 Große Posten Spangen- und Ohrenschuhe Braune Mädchen- und Knaben-Stiefel bedeutend unter Preis. Heute und folgende Tage offerieren wir: Für Damen: Große Posten Hausschuhe 30., 45, 75, 95, 1.25 Mk. etc. Große Posten Leder-Hausschuhe 1.30 1.50 1.952.50 2.75 Große Posten Spangen- und Halbschuhe 2.50 2.753.50 4.255.25 Große Posten moderne Damen-Stiefel Cromleder, Box- und Chevreau 4.90 5.80 6.50 7.50 8.50 Für Herren Grosse Posten Hausschuhe 40. 60 90r. 1.25m 1.75 Mi Grosse Posten Lederhausschuhe 1.65 1.95 2.25 3.35 4.00 Mk Große Posten Leder-Halbschuhe u. Sanda 2.80 3.50 4.40 6.50 7.50 Nk Große Posten Herren-Stiefel Rindspalt, Box, Chevreau, Cromieder. Boxkalt 4.80 5.80 6.90 7.80 Ak Auf Extra-Tischen ausgelegt!(So lange der Vorrat reicht) Mehrere 1000 Einzel-Paare unter dem früheren Verkaufspreis abgeben Wir bitten, die Im Schaufenster ausgestellten Waren zu verlangen. Wie bitten, auch die Vormittags stunden zum Einkauf zu benutzen ∆ Mittags 1—2½ Uhr für den Verkauf geschlossen. Rautmanns Schub-Kaus Mittwoc 23. Febru werbliches und Fachsch. Dortm staltet bus füir Die. Dr tzi, 6e „#l angeführten— urt erzieherischen Me der Meisterkurse, üb Lia weiterer Bericht, — Aufschluß gi ## bandwerks war ese sicht nur die #n entsprechend umzuge # selbst mit den neu lochen und die Kraft des iens bis in die klein Fielleicht erst an diesen iger Arbeit so manch Eiener Kunst zurückerv der Abstand klar, in d #nstigen Bute gedrüc sich historisch oder wi ien Gestaltung der Ark werden. Der S Fielle Entwicklung die meisten begünstig Air der neuen Idee d Zohn Ruskin als ber git es nicht, die Ersch #in die Wiederbelebu: als eines Mittels, #ies wiederzustellen. T zen einer Arbeit durch er hände, von der seel schien ihm ein zu gewinnen. AbBnbeit stehl ihm der p volkstümlichen Kun eichste Gedanke in ror in durch fremde, rein Die Werkzeugsprache, vien handwerklichkeit er beiß der seelische en. Gedauken konn ehne Einfluß krimnere Begründun #chsier vorbereitete. rattischen Bestrebung innen, was zurückzug Lonmnune bemühen ###ig mitzuhelfen. iesem Zwecke dienen gemeinsame Fürsor der Stadt Dortmunk rerkskammern seit eingerichtet wurden Eadt Tortmund undd ie Leitung #gschule, IF. ##r Meistert des 9 #uen sein. er Berichtf kart zusamm Mittwoch, 25. Februar 1910. 4 Dortmunder Tageblatt.“ Zweites Blatt. bliches Fortbildungs und Fachschulwesen in Dortmund wer veranein biger merkurse für die Provinz Westfalen Dr- Haltet in für die Praxis besonders uertvolle Veralltung erfahren die in den vorigen Abschnitten angeführten— für Kunst und Handwerk aut erzieherischen Maßnahmen durch die Einder Meisterkurse, über deren Zweck und Ziele weiterer Bericht, die Zeit von 1903—1909 #nd— Aufschluß gibt. Für die Renaissance handwerks war es ein bedeutungsvoller Entnicht nur die fachlichen Schulen den neuen entsprechend umzugestalten, sondern nuch die selbst mit den neuen Bestrebungen bekannt schen und die Kraft des Emporblühens veredelten us bis in die kleinste Werkstatt fortzuleiten. selleicht erst an diesen Maßnahmen, die in unArbeit so manchen Schatz verlorener und siener Kunst zurückerobern mußten, wird mander Abstand klar, in den das Handwerk von sei#nstigen Blute gedrückt war. Wie weit dieser sich historisch oder wirtschaftlich aus der induGestaltung der Arbeit erklärt, soll hier nicht sicht werden. Der Staat, der durch seine inille Entwicklung die Proletarisierung der Aran meisten begünstigte, wurde zugleich zum e der neuen Idee der Arbeitsveredelung, die Iohn Ruskin als berufener Führer verkündete. galt es nicht, die Erschaffung einer neuen Kunst, in die Wiederbelebung des alten Kunsthandals eines Mittels, den Ausdruck menschlichen # wiederzustellen. Das eigene werktätige Volleiner Arbeit durch die Kunst und die Fertigrhände, von der seelischen Kraft und Liebe geschien ihm ein Weg, ethische und soziale Mozu gewinnen. Aber auch im Range der meit steht ihm der primitive unbeholfene Ausvolkstümlichen Kunstschaffens Löher als der richste Gedanke in routinierter, seelenloser Ausndurch fremde, rein mechanisch wirkende Hänkie Verkzeugsprache, der Ausdruck der unmirzn handwerklichkeit ist köstliches Leben, darin u beis der seelischen Kraft, die Menschlichkeit I. Gdanken konnten auch für unser Vater## ehne Einfluß bleiben, umsoweniger, als einere Begründung in nicht viel anderer Weiier vorbereitete. Heute stehen wir inmitten ratischen Bestrebungen, dem Handwerk zurückmen, was zurückzugewinnen möglich ist; Staat onmune bemühen sich, an dieser inneren Eru mitzuhelfen. Liesen Zwecke dienen auch die Meisterkurse, die geneinsame Fürsorge des Staates, der Proder Stadt Dortmund und der vier westfälischen krerkskammern seit dem Jahre 1904 in Dorteingerichtet wurden. Träger der Anstalt sind Lortmund und die Handwerkskammer DortLeitung dieser Veranstaltung liegt in den en des Tirektors der Handwerker= und FortP##schule, F. K. Regling. Die örtliche Verbinder Neisterkurse mit der Handwerkerschule wird Teug des Neubaues für beide Teile von groAutzen sein. ert bericht faßt die Ziele der Meisterkurse folntatt zusammen:(s. S. 2): „Sie sollen selbständigen westfälischen Handwerkern und Gesellen Gelegenheit bieten, sich mit allen Neuerungen und Spezialtechniken auf den Gebieten ihres Handwerks bekannt zu machen, eingehende Kenntnis der zur Verwendung kommenden Materialien und Rohstoffe zu erlangen, mustergültige Werkstätteneinrichtungen kennen zu lernen und sich mit einer geordneten Buchführung und Kalkulation sowie den für die Handwerker besonders wichtigen Bestimmungen des bürgerlichen Rechts vertraut zu machen.“ Insgesamt werden jährlich 13 je achtwöchige Kurse abgehalten, zu denen in der Regel je 10 Teilnehmer zugelassen werden, mit Ausnahme der Malerkurse, die bis zu 20 Teilnehmer zählen. Wie vielseitig der den Kursisten gebotene Unterrichtsstoff ist, geht aus der Zusammenstellung auf Seite 5 hervor, die z. B. für die Schreinerkurse: Fachzeichnen(152 Std.), Ornamentales Zeichnen, Stil= und Formenlehre(24 Std.), Materialien=, Werkzeug= und Maschinenkunde(12 Std.), Praktische Uebungen in der Werkstadt(96 Std.) Beizen, Mattieren und Polieren(24 Std.), Kalkulationsübungen und Berufskunde(12 Std.), Rechnen und schriftliche Arbeiten(12 Std.), Gewerbliche Buchführung(32 Std.), Unfallverhütung und Versicherungsbelehrung(4 Std.) Gesetzeskunde einschließlich Wechsellehre(16 Std.) aufaufgezählt. Diese insgesamt 384 Stunden geben für die 8 Wochen ein arbeitsreiches Programm. Die vollbeschäftigten Lehrkräfte sind durchweg der Praxis entnommen. Neben ihnen sind auch die haus tamtlichen Lehrer der Handwerkerschule sowie verschiedene außerordentliche Lehrkräfte tätig. Von dem lebhaften Streben nach weiterer Fortbildung und fachtechnischer Orientierung der an den Meisterkursen beschäftigten Lehrer ligt die Zusammenstellung der Dienst= und Informationsreisen, der Ausbildungskurse usw. Zeugnis ab(s. S. 25 u, f.): Die folgenden Seiten berichten über die Ausstellungen, an denen sich die Meisterkurse beteiligten und die ohne Frage den guten Ruf ihrer Leistungen auch außerhalb Tortmunds festigten. Die Aufzählung der Auszeichnnugen und Medaillen(s. S. 31) beweist die Uebereinstimmung in dieser freudigen Anerkennung. Des weiteren wurde die Verbindung der Meisterkurse mit der Praxis in gewerbefördernder Absicht auch durch Abhaltung von Wandervorträgen und kleinen Wanderkursen angestrebt, die von der Dortmunder Zentralstelle aus in einzelnen Städten der Provinz seit 1905 abgehalten wurden und ein besonderes verdienstvolles Kapitel der Gewerbeförderung bilden. In 16 solchen Wanderkursen in den Bezirken Vortmund, Arnsberg und Münster wurden zusammen 1178 Unterrichtsstunden an 179 Handwerksmetster und 41 Gesellen erteilt. Neben den vom Ministerium als„Große Meisterkurse mit Werkstättenbetrieben in Tortmund" bezeichneten Veranstaltungen erschienen diese Wanderkurse jedoch als ein Notbehelf, der zugleich den Erfolg hatte, für das Bekanntwerden dieser Einrichtung in immer weiteren Kreisen tätig sein zu können. Die Uebersicht der Teilnehmer und Zusammenstellung der Beteiligungsziffern an den großen Meisterkursen(s. S. 33 u. f.) zeigen denn auch, wie sich in den entferntesten Winkeln unserer Provinz die Wünsche regen, mitzutun und mitzuhelfen. Insgesamt 907 Meldungen gingen zu den aufgezählten Kursen ein, von denen nur 500 Berücksichtigung finden konnten. Deu Hauptprozentsatz der Besucher stellte natürlich der Handwerkskammerbezirk Dortmund mit 58,8 Proz. An Stipendien wurden im Durchschnitt 82,50 Mk. für die Teilnehmer aufgebracht. Diese Zuwendungen an Stipendien, die unter Beihilfe des Handelsministeriums im wesentlichen aus Zuschüssen der Kreise und Städte Westfalens bestehen, sind für das Zustandekom men der Kurse insofern von großer Bedeutung, als es sich vielfach um kleine Handwerksmeister handelt, die aus eigenen Mitteln die Teilnahme an den Kursen kaum bestreiten können. Die Bitte des Direktors F. Regling an die Kreise und Städte(s. S. 60) in diesen Stiftungen nicht nachzulassen, ist darum wert, weithin gehört zu werden. Das Ergebnis der #isher abgehaltenen Kurse scheint uns für die Entwicklung und Gesundung unseres Handwerks von so hohem Wecte, daß wir wohl wünschen, die Bestrebungen möchten in allen Krisen immer ein offenes Herz und immer eine offene Hand finden. Mit der Uebersiedelung dieser sogen. großen Meisterkurse in den Néubau der Dortmunder Handwerkerschule, dessen moderne, großzügige Einrichtung die weitere Entwicklung unserer gewerblichen Schulen in glücklichster Weise fördern wird— wird auch für die Meisterkurse eine Heimstätte geschaffen sein, die — bei Wahrung aller Selbständigkeit der verschiedenen unterrichtlichen Veranstaltungen— die vielen gemeinsamen Ziele der gewerblichen Fachschulen und der Meisterkurse vereinigt zum Segen des heimischen, selbständigen Handwerks und unserer yeranwachsenden gewerbtätigen Jugend. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer Dortmund. Dortmund, 22. Februar. Wegen Vergehens gegen das Krankenkassengesetz hatte sich der Kaufmann Karl Oberhuber von Tortmund vor der Strafkammer zu verantworten. Er hatte den bei ihm beschäftigten Buchdruckern und Arbeitern die Krankenkassenbeitrage abgehalten, aber nicht an die Kasse abgeliefert. Da die Zahlung trotz wiederholter Aufforderung nicht erfolgte, wurde das Mahnverfahren eingeleitet. Der Angeklagte behäuptete, die Krankenkasse habe ihm Beiträge in Rechnung gestellt, die er nicht zu zahlen brauchte, weil es sich um Angestellte der Firma Maas gehandelt habe, deren Inhaber er früher eine zeitlang war. Aus diesem Grunde habe er ordnungsmäßige Ausstellung einer Rechnung verlangt und die Zahlung verweigert. Das Gericht leitete aber aus der dauernden Weigerung der Zahlung eine absichtliche Schädigung der Ortskrankenkasse her, und setzte gegen Oberhuber eine Geldstrafe von 200 Mark fest. Ein alter Spißbube ist der Arbeiter Julius Diees aus Tortmund, der sich wegen schweren Diebstahls zu verantworten hatte. Der Langfinger war in der Nacht zum 10. Jan. in einem Neubau des Bauunternehmers Holtmann gedrungen und hatte ein größeres Stück Zinkblech, sowie einen Anstreicherkittel entwendet. Drees wollte die Gegenstände natürlich nicht selbst gestohlen haben, er erklärte, die Sachen hinter einer Hecke gefunden zu haben. Mit Rücksicht auf die wiederholten Vorbestrafungen billigte ihm das Gericht keine mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren. In der Waschkaue der Zeche Fürst Hardenberg wurde der Fuhrknicht Wilhelm Tunsche dabei aogefaßt, als er den Bergleuten Schuhe und Handtücher entwendete. Der Langfinger wurde mit Recht an Ort und Stelle sämmerlich verhauen, sodaß er vielleicht nie wieder in gleicher Absicht eine Waschkaue betreten wird. Heute mußte sich Dunsche noch wegen Diebstahls vor der Strafkammer verantworten. Er war geständig. Der Vater des Burschen trat vor den Gerichtshof und verlangte gebieterisch die Bestrafung derjenigen, die seinen Sohn verhauen hätten. Dem Wunsche konnte nicht entsprochen werden, der hoffnungsvolle Sprößling, der bereits vorbestraft ist, erhielt 4 Monate Gefängnis. Einen Einbruchsdiebstahl versuchte in der Nachk zum 11. Jan. d.(J, der Knecht Wilhelm Hand bei der Witwe Direktor Alexander Hilbck auszuführen. Er wra bereits über die Garteneinfriedigung gekletter## als ein Polizeiposten den Burschen bemerkte und ihn festnahm. Die Strafkammer, vor welcher sich heute zu verantworten hatte, verurteilte den jungen Burschen nicht wegen versuchten Diebstahls, sondern wegen Hausfriedensbruchs zu 3 Monaten Gefängnis. In der Wilhelmstraße in Mengede kam es in der Nacht zum 25. Dezember zu einer Rauferei, wobei auch das Messer eine Rolle spielte. Der Bergmann Muschik wurde mit einer Zaunlatte und der Bergmann Manietzki mit einem Messer gestochen. Die Verletzung des Manietzki war eine außerordentlich schwere, da ihm eine Rippe zerbrochen wurde. Der Mann konnte zwei Monate seiner Beschäftigung nicht nachgehen und ist heute noch nicht vollständig wieder hergestellt. Der Bergmann Leo Drakatz, der das Messer gebraucht hatte, wurde zu einer Gejängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten verurteilt, der Bergmann Ludwig Catzik erhielt 3 Monate Gefängnis, der in der Sache mit angeklagte Bergmann Johann Draketz mußte freigesprochen werden, da ihm eine Beteiligung an der Schlägerei nicht nachgewiesen werden konnte. Gewerbegericht Dortmund. Dortmund, 22. Februar. In der heutigen Nachmittagssitzung führte Herr Landrichter Ploeger den Vorsitz. Nachstehende Streitfälle wurden erledigt: Es klagte der Bauhilfsarbeiter Fritz Görges gegen den Bauunternehmer Heinrich Holtmann aus Zahlung einer Lohnentschädigung von 17,88 Mark wegen grundloser sofortiger Entlassung. Beklagter behauptet, er habe mit dem Kläger bei der Einstellung vereinbart. daß das Arbeitsverhältnis beiderseits ohne vorherige Kündigung gelöst werden könne. Ein Zeuge bestätigte die Behauptung des Beklagten eidlich. Kläger nahm darauf seine Klage zurück. Wegen vorzeitiger Entlassung klagten die Mauret Anton Striewe und Hermann Frank gegen die Baufirma Gebr. Gras u. Komp. auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 11 Mark bezw. 5,50 Mark. Beide Kläger erklärten im Termine, daß die Beklagte ihnen die eingeklagte Summe bereits bezahlt habe. Der Plattenleger Heinrich Herte klagte gegen die Hiltruper Terrazzo= und Zementwarenwerke auf Zahlung von 128,50 Mark Restlohn. Beklagte wandte ein, dal der Kläger nicht bei ihr in Arbeit gestanden habe, vielmehr bei ihrem hiesigen Generalvertreter, dem sie die Ausführung sämtlicher hiesigen Arbeiten auf eigene Rechnung übertragen habe. Der Kläger nahm seine Klage zurück und wlil nunmehr gegen den Vertreter der Beklagten neue Klage anstrengen. Die Firma A. Rosenberg klagte gegen den Schneider A. Bode auf Zahlung des ortsüblichen Tagelohnes für eine Woche von 19,80 Mark unter der Behauptung, Beklagter habe bei ihr grundlos die Arbeit ohne Kündigung niedergelegt. Beklagter behauptete, deshalb zur Niederlegung der Arbeit berechtigt gelesen zu sein. da er von dem Geschäftsführer der Klägerin durch die Aeußerung„bis jetzt haben wir Sie durchgefressen. nun wollen Sie gehen“, in grober Weise beleidigt worden sei. Das Gericht erblickte in dieser durch Vernehmung von Zeugen bestätigten Aeußerung einen wichtigen Grund zur Lösung des Arbeitsverhältnisses ohne Kündigung. Die Klage wurde kostenpflichtig abgewiesen. Auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 28,96 Mark klagte der Maurer Ernst Herrfurt wider den Bauunternehmer Rudolf Franke und zwar wegen rechtswidriger Entlassung. Schon in eknem früheren Ter mine wurde dem Kläger geraten, seine Klage wegen Aussichtslosigkeit zurückzuziehen. Er bestand aber auf Ladung weiterer Zeugen. Die Erkenntnis scheint ihm aber inzwischen gekommen zu sein, daß er es vorzog, Auf der Brautschau. Aumoristischer Roman von Felix Brenta. 17 bist drau schuld,“ rief sie,„Du Tagedieb! Das ##.### 101, das arme Peppchen! Du hättest sol-eiben und auf das unschuldige Tierchen ist ja eine Sünde, solch ein hilfloses Vieh m# Kälte umherirren zu lassen! Gleich kehre ####e es auf den Polizeiämtern und lasse es ### ven setzen. Es ist jetzt gerade noch Zeit, . K i ven Mittagsausgaben erscheinen zu lasune Lalunke, wenn das der gute Graf Gottuung dte, der mir den Peppi geschenkt hat, daß Du Amis zochen im Schnee verhungern und erfrieren #icht mahr mun“ js in die Erde sinken vor Scham. sch Dar 7ti### ter cel, Du bringst ihn mir zurück. süihren. 4eve Gott wird Dich schon den richtigen aber Zax Gus 4t redlich, was in seinen Kräften P#vernak., Leppi brachte er nicht zurück. Frau Lich##hren Du stumm die traurige Botschaft. Der laute niagen war in der heißen Wiste ihres Pupie graktrgt.D ihr wildes Jammern hatte sich F. uurausm: Beczweiflung verwandelt. Ohne euen 6.“ Pflichtgewohnheit, begoß sie mechanisch Panna#####“; der sich ohne Furcht vor Peter Eier Zähre. 0 würzte ihn dann und wann piu denu F. euter Paulas und Frau Giesels nahs stonse:er ihrer Herrin keinen Teil. Kalten Berg: ie die Wäsche in die Wanne und als Fabgetrag ziger Wäsche fast bis auf den Erdanze mos„Atten, kroch vergnügt mit seinem RatPeppi hervor und gab durch chinet weich. Prache zu erkennen, wie wohl er sich den, warmen und duftenden Hülle gefühlt Pe#z. 98.5,piine ist ebenso stumm, wie der tiesste Lugetüm Frau Lichtenburg das kleine, heißer ahren entfesselten Busen und streute ##tscherig alge und Tränen wahllos über seiA aausche 8. Orper au6. die sie den mit allem einverstandenen Köter durch Speise und Trank, gürtete ihm den neuen Pelz um die Lenden und legte ihn liebevoll in ihr vorher durch eine Wärmflasche würdig vorbereitetes Bett. Der Vater mußte„in die Apotheke gehen,“ und das Mittagmahl vereinigte die beiden Wäscherinnen und das Lichtenburgsche Ehepaar in der gehobensten Feiertagslaune. Es war wie bei der Heimkehr des verlorenen Sohnes, zumal es ja auch an dem für diese Stimmung unerläßlichen Braten nicht fehlte. Nach beendetem Freudenmahl war eine wohltätige Mittagsruhe geplant. Wie jedermann weiß, da sie es jedermann erzählte, hatte Frau Lichtenburg seit Monaten kein Auge zugetan, und ein kurzer Schlummer war den überreizten Nevven der angestrengten Frau also wohl zu gönnen, Das Schicksal aber hatte es in seinem unerforschten Ratschlusse anders bestimmt. Noch ehe das erste Schnarchen ertönte, erschien ein Schutzmann vom dritten Revier in Begleitung eines asthmatischen Mopses, den er bei ziellosem Umhertreiben aufgegriffen hatte. Erhoffte, der eben im Einschlafen begriffenen Frau mit Zurückgabe ihres Lieblings eine Freudenzähre und ein Trinkgeld zu entlocken. Aber Frau Lichtenburgs mild abweisendes Gesicht belehrte ihn, daß er einem Hahn gehuldigt hatte. Sie dankte ihm für seinen guten Willen, wies stolz auf den bereits wiedergefundenen Peppi und entließ den betrübten Schutzmann. ohne den vierbeinigen asthmatischen Fremdling eines Blickes zu würdigen. Weniger gnädig wurde schon der Schutzmann empfangen, der im siebenten Revier einen herrenlosen Neufundländer gefunden hatte. Mit unwilligem Geseufze aber wies sie nach der Tür, als ihr eine alte Frau durchaus einen keifeuden Foxterrier dalassen wollte. Beim Eintritt zweier lebenslustiger, im Polkaschritt hereinhüpfender Dackel, unter denen ihr ein halb erfroreuter, aber trotz der Kälte sommersproßiger Junge die Wahl lassen wollte, verlor sie die Zurückhaltung, die ihr sonst nach Tische eigen war, begann laut zu fluchen, verscheichte damit das Dackelpaar und den armen Inngen und drehte den Schlüssel um, wodurch sie sich vor den Zudringlichkeiten der Außenwelt gesichert wußte. Diese kluge Maßregel hätte sie nicht einen Augenblick mehr verschieben dürfen. Denn schon verkündete rasch anwachsendes Stimmengewirr, Hundegeknurr und eine Fuß= und Pfotengetappel, daß sich im Hausflur Volksversammlung ehrlicher Hundebesitzer bildete. Da den vom redlichsten Streben beseelten Leuten der Zutritt verweigert wurde, traten die meisten ihren Rückzug so entmutigt an, daß sie den mitgeführten Hund verstießen und ihn vor der Haustür einem ungewissen Schicksal preisgaben. Die Hunde fühlten sich dadurch jedoch nicht niedergedrückt. In der bunt zusammengewürfelten Menge entwickelte sich, wie in jeder gemischten Gesellschaft von Mitßiggängern, die ausgelassenste Fröhlichkeit. Nach kurzem Beratungsgebell wurde auf Mehrheitsbeschluß ein allgemeines Kampfwettspiel, verbunden mit Gesangswettstreit veranstaltet, und während der Schnee in der Kanalstraße von stebzehnmal vier Hundeheinen zerstampft wurde, und von den Häusern fröhliches Hundegejauchze wiederhallte, stimmte Peppi in Frau Lichtenburgs Armen ein schwaches chinesisches Echo an. Wie gern wäre er draußen bei den Brüdern gewesen. Aber Frau Lichtenburg verweigerte es ihm, und wenn sie auf Zeus soviel Einfluß besessen hätte, wie auf ihren Galten, so hätte ihr der Gott augenblicklich siebzehn geladene Donnerkeile liefern müssen und sich der Beihülfe zu stebzehnfachem Hundemord schuldig gemacht. Weit freundlicheres Verständnis für das Hundevergnügen zeigte eine Schar munterer Knaben, die dem Hause Kanalstraße Nr. 3 zustrebten und dem lärmenden Turnier der heiteren Säugetiere eine Zeitlang mit wohlwollender Teilnahme zuschauten, ehe sie zur Wohnung des Kandidaten Heuer emporstiegen. Es war dessen Klasse, die er sich zu Schokolade und Kuchen, sowie noch zu mehreren anderen Freuden eingeladen hatte. Auch Karl Raupach, obwohl der zweithöheren Klasse angehörend, hatte die Erlaubnis erhalten, mitzukommen, als Belohnung für seine in den letzten Tagen bewiesene unerhörte Bravheit, und er ragte unter dem kleinen Häuflein fast um Haupteslänge hervor. Die Klassen der vornehmen Privatschule, an der Heinrich unterrichtete, waren nicht überfüllt. Trotzdem hatte er viel Mühe gehabt, sich teils von den übrigen Mietern, teils von Frau Lichtenburg selbst die nötige Anzahl Stühle zu leihen, um seinen kleinen Gästen die Möglichkeit zu bieter, sich in seinem Zimmer seßhaft niederzulassen. Der innere Zweck, der für Herrn Heuer der erste Anlaß zu der heutigen Knabengesellschaft gewesen war, bewies übrigens, daß des Kandidaten Gemüt nach dem Schriftwort klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben war. Als Klassenlehrer lag ihm die Verwaltung der Klassenbibliothek ob, die er in der greulichsten Verwahrlosung übernommen hatte. Die Bücher entbehrten der Sauberkeit und Ordnung, und ihr Anblick beleidigte seine gewissenhaften Augen täglich aufs neue. Bereits im vorigen Jahre hatteer seinen Schülern den traurigen Zustand ihrer Bibliothek recht erschütternd vor Augen geführt und sie durch verständige Ermahnungen zu der unangenehmen, aber lobenswerten Aufopferung zu begeistern versucht, freiwillig die Ordnung der Bücher zu übernehmen. Aber allgemein war er der heftigsten Abneigung begegnet, außer den lästigen Schularbeiten noch weitere Mühen auf sich zu nehmen, zu deren Leistung sie als freie Schüler nicht verpflichtet waren. Bei seinem neuen Jahrgang hatte Heinrich die Sache von der bekanntlich bei jedem Ding vorhandenen anderen Seite angepackt und den Knabengemütern das, was sie sonst als Strafe fürchteten, als Lohn verheißen. Wer die Woche über sich besonders brav erwiesen hatte, den zeichnete er durch die Erlaubnis aus, ihm am Sonnabend nachmittag, wenn die anderen Lehrer mit ihren unverbesserlichen Faulpelzen Strafstunde abhielten, bei der Ordnung der Bibliothek zu helfen, und wer fortan Sonnabends zu den drei oder vier Auserlesenen gehörte, der wurde von dem Kameraden glühend beneidet. Die Jungens vermochten sich nichts Schöneres zu denken, als mit dem geliebten Lehrer einmal etwas anderes zu treiben, wie Schularbeiten. Heinrich beschaffte aus eigenen Mitteln einige hundert Bogen blaues Papier und weiße Schilder, einen Kleistertopf und ein dickes Quartheft und bereits nuch wenigen Nachmittagen waren die Bücher sauber eingeschlagen, mit äußeren Titelbezeichnungen und Nummern versehen und in alphabethischer Reihenfolge wohlgeorde net in dem dicken Quartheft verzeichnet. Der Kandidat hatte, um keinem seiner Jungens das Herz schmer zu machen, jedem wenigstens einmal Gelegenheit gegeben. sich durch glänzende Beantwortung einiger für ihn eingerichteter Fragen hervorzutun und an den ehrenvollen Sonnobenden teilzupehmen, 177,13 MsRE S# 81 4N # sum heutigen Termine nicht zu erscheinen. Es wurde gegen den Kläger ein Versäumnisurteil auf Klageabbeisung erlassen. Die größte Untugend, die das Bäckergewerbe an sich hat, ist bekanntlich das Frühaufstehen. Dies mußte auch der Bäckergeselle Otto Busch erfahren. Als er an drei aufeinanderfolgenden Tagen erst in aller Frühe von einer Fastnachtsfeierlichkeit heimkehrte, konnte er naturgemäß nicht auf seinem Posten sein oder schlief bei der Arbeit ein. Die Folge davon war, daß er von seinem Meister, dem Bäckermeister Heinrich Jürgens ohne Kündigung entlassen wurde. Mit seiner Klage auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 65 Mark wegen rechtswidriger Entlassung wurde Kläger abgewiesen. Kläger hatte nach Ansicht des Gerichts des Guten zu viel genossen. Gewerkvereins-Teil. — Elberfeld. 22. Febr. Die Lage in der Färvereiindustrie spitzt sich immer meyr zu. Von den wenigen Firmen, die sich der Aussperrung bis jetzt noch nicht angeschlossen hatten, haben wieder einige Betriebe der Baumwoll= und Wollfärbereibranche die Aussperrung vorgenommen, die damit immer allgemeiner wi.d. Köln, 22. Februar. Der Kölner Arbeitgeberverdand hat unter dem 4. Januar eine Eingabe an den Minister des Innern gerichtet, die sich auf Mßtände beim Streikpostenstehen während eines hiesigen Ausstandes bezogen. Diese Eingabe ist durch einen Zufall bekannt geworden und eine sozialdemokratische Versammlung wandte sich gestern in einer scharfen Resolution gegen die Bestimmung der Eingabe, das Streikpostenstehen aus Anlaß der neuen Strafgesetzgebung zu verbieten. Antwerven, 22. Febr. In hiesigen maritimen Kreisen wird augenblicklich viel von der Möglichkeit eines demnächst ausbrechenden Streiks der Hafenarbeiter gesprochen, und zwar soll diesem Streike die folgende Ursache zu Grunde liegen: Die Arbeiter, die im nördlichsten Teile des Hasens beschäftigt sind, können sich des Mittags nicht zum Essen nach Hause begeben, und sie haben daher vorgeschlagen, die Mittagszeit durchzuarbeiten unter der Bedingung, dafür eineinhalb Stunden früher mit der Arbeit aufhören zu können. Die Arbeitgeber stehen diesem Vorschlage im allgemeinen nicht unsympathisch gegenüber, indessen läßt sich derselbe nicht ausführen, weil, wie die Eisenbahnverwaltung erklärte, zur Mittagszeit das nötige rollende Material für den Transport der Güter nicht zu beschaffen ist. Dem Verlangen der Hafenarbeiter wird also nicht entsprochen werden können uno zu ihrem Aerger hierüber gesellt sich noch der Umstand, daß sie noch verschiedene andere berechtigte Gründe zur Unzufriedenheit mit der bestehenden Lage der Dinge zu haben glauben. Zu offenen Drohungen ihrerseits ist es allerdings noch nicht aekommen, aber nach dem Urteile aller kompetenten Persönlichkeiten ist die Lage sehr gespannt und allgemein wird befürchtet, daß der Streik sofort ausbrechen könne, sobald der Hafenverkehr einmal befonders lebhaft ist und die Hasenarbeiter daher in der Lage wären, ihren Forderungen einen ganz besoderem Nachdruck zu verleihen. München, 22. Februar. Ein 20 jähriger Glastechniker hat heute nacht während einer Zechgesellschaft lm Wirtshaus ein 18jähriges Mädchen hypnotisiert, das seitdem trotz aller ärztlichen Bemühungen nicht zu erwecken war. Die Unglückliche wurde in die Psychiatrische Klinik gebracht. der Hypnotiseur ist verhaftet worden. Paris, 22. Februr. Ein furchtbares Belastungsmaterial gegen den Apotheker Parat, der seine Gattin in der bekannten Weise mißhandelt hat, führte die gestrige ( an eenfacher aoi nsso Weatembeiten 1o7. Grüne Rabattmarken X nimmt in Zahlung Jacohi's Schuhrsarenhaus I Dortmund, Kuckelke 35. Ecke Schwanenwall. 6653 Herren- Anzüge, Paletots. Hosen nach Mass liefert elegant, schnell, billig 6117 H. Liebreich, Ryeinschestr. 90. Lager in Arbeitshemden, Hosen, Joppen etc. Dudenstift. Auf der geburtshilflichen Abteilung werden in Dortmund ortsangehörigs bedürftige Ehefrauen unentgeltlich aufgenommen. Die Anmeldung muß— abgesehen von eiligen Fällen— etwa einen Monat vor der Niederkunft erfolgen. Anmeldungen werden entgegengenommen im Luisenhospital und bei der Oberin Schwester Elisabeth Popcke im Dudenstifi, können aber auch bei den Herren Armenvorstehern und den Vorstandsdamen der vereine erfolgen. Gegen Entgelt können auch jederzeit andere Frauen aus Dortmund und von auswärts in den Klassen I II und III aufgenommen werden: eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Dortmund, den 16. Februer 1910. Verwaltung des Städt. Krankenhauses. Dudenstift. Vernehmung der Frau Parat zutage. Sie gestand, daß ihr Gatte sich vor ihren Augen anschickte, eines ihrer Kinder, den dreijährigen Paul zu töten. Er verband dem Kind die Augen, und schleppte es dann in ein Nebenzimmer, von wo er dann in wenigen Miuuteu mit blutbeflecktem Messer zurückkehrte. Er rollte die Augen und schrie:„Es ist geschehen, treuvergessenes Weib. Deinen Sohn habe ich hingeschlachtet.“ Erst eineinhalbstunde später brachte er das Kind. dem er mit mit roter Farbe Stirn und Wangen gefärbt hatte, der Mutter wieder und rief: Diesmal habe ich nur gespaßt, um dich noch einmal recht herzhoft lachen zu hören. Das nächste Mal mache ich Ernst.“ Frau Parat trug damals ein Kind unter dem Herzen. Paris, 22. Februar. In Lille wurde die, 65jährige übel beleumundete Pauline Vahee ermordet aufgefunden. Ihr Leichnam war furchtbar verstümmelt. Der Bau war aufgeschlitzt, die Eingeweide herausgerissen und zum Teil mit einem Besenstiel durchbohr: Die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß die Frau gegen 4 Uhr morgens den Besuch einer aus vier oder fünf Männern bestehenden Bande erhalten hat, vou der sie ermordet wurde. Die Nachforschungen nach den Tätern blieben ergebnislos. Paris, 22. Februar. In seiner hiesigen Wohnung wurde der Rechtshörer Barreau ein Sohn des angesehenen Großhändlers erdrosselt aufgefunden. Buffalo, 22. Februar. Von einem schreklichen Selbstmord wird von den Niagarafällen berichtet. Miß Beatrice Synder, ein junges Mädchen aus Buffalo, war mit einem jungen Mann verlobt, der vor zwei Jahren ganz plötzlich starb. Sie beschloß darauf ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Sie schritt zu diesem Zweck oberhalb der Fälle bei Prospect Vvint in den Fluß. Einige Leute sahen sie und riefen ihr zu, umzukehren, aber sie schtütelte lachend den Kopf und winkte mit der Hand ab. In dem nächsten Augenblick wurde sie von der Strömung erfaßt und über die Felsen hinunter geschleudert. Am Ufer fand man einen an die Eltern gerichteten Brief des jungen Mädchens, in welchem sie um Verzeihung bittet *** Strafe muß sein. Der Kandidat eines Wahlkreises in Nordengland, halte in seinen Reden der„deutschen Gefahr,“ einen möglichst großen Platz eingeräumt. und glaubte damit einen ziemlichen Eindruck gemacht zu haben. Als er einige Ruhetage auf seinem an der Südküste gelegenen Landsitz verbrachte, wurde er eines Nachts aus dem Schlaf geklingelt, ein Telegramm; und da das Haus außerhalb der freien Bestellzone lag, mußte er erst das nötige Bestellgeld erlegen. Als er endlich sein Telegramm öffnete, las er: „Achtung! Deutsches Armeckorps unter Ihrem Bett! Ein Freund und Gönner im Norden.“ und Frankfurt a. M. 21. Februar, Ein Preis von 100000 Mk. wird von zehn Impfgegnern, darunter einigen Frankfurter Aerzten, für denjenigen ausgeschrieben, der imstande ist, bis zum 1.“ Januar 1911 einwandfrei die Unschädlichkeit der Impfung und ihre schützende Eigenschaft gegen Blatternkrankheiten nachzuweisen. Frankfurt, 21. Februar. Zu der Auffindung des Manuskrits der ersten Fassung des Goetheschen„Wilhelm Meister“ erfährt der Frankfurter Korrespondet des „Hamb. Fremdenbl.“ noch folgende Einzelheiten: Die Auffindung des Manuskriptes durch Prof Billeter, ist einem glücklichen Zufall zu verdanken. Das Manuskript war nämlich irrtümlich unter einem anderen Titel eingetragen. und Prof Billeter hat dann, als er es in die Hand bekam, sofort entdeckt, um was es sich in Wahrheit handelte. Das Manuskript das die aus sechs Büchern bestehende erste Fassung der jetzigen vier Bücher des„Wilhelm Meister“ vollständig umfaßt, ist nicht von Goethes Hand geschrieben, sondern stellt eine Abschrift dar, Es geht zurück auf Barbara Schultes, Goethes Züricher Freundin, die also die ursprüngliche Besitzerin war. An diese sowie an Frankfurter und Darmstädter Freunde hat Goethe von dem Manuskript wiederholt einige Abschnitte der Arbeit mitgeteilt. Bisher aber waren alle Versuche, dieses Manuskript aufzufinden, vollständig ergebnislos. Auch die Handschrift der gedruckten Ausgabe des„Wilh. Meister“ ist bis aus die des siebten Buches, die im Frankfurter Goethemuseum aufbewahrt wird, vollständig verschwunden. Um so freudiger wird der jetzige Fund begrüßt, Soviel man bis setzt hört, sind die Aenderungen die Goethe bei der Zusammenziehung in vier Bücher vorgenommen hat, ziemlich bedeutend. Direktor Heuer vom Frankfurter GbetheMuseum, macht darauf aufmerksam, daß die neu aufgefundene erste Fassung manchen wichtigen Beitrag zur Jugendgeschichet Goethes liefern wird. Die ersten offiziellen Mitteilungen über den Inhalt des neu gefundenen Manuskriptes wird eine Broschüre enthalten, die schon in diesen Tagen in Zürich erscheinen wird. Kopenhaaen, 21. Februar. Die Universitätz Kopenhagen hat einen Brief empfangen, der aus Minnesota von Dr. Cook abgeschickt sein soll. doch trägt der Brief keine Unterschrift. Aus dem Inhalt soll aber deutlich hervorgehen, daß der Brief von Dr. Cook herrührt. Der Inhalt macht einen wirren Eindruck Dem Universitätskollegium wird der Brief heute vorgelegt werden. Bis dahin wird der Inhalt geheimgehalten. So viel steht aber fest, daß in dem Brief nicht mehr an der Behauptung festgehalten wird, Cook habe wirklich den Nordvol erreicht. und Frankfurter Abendbörse. Kreditaktien 211,90 Dresdener Bank 166,00 Deutsche Effekten u. W. Bk. 107,40 Lombarden 23,10 Hamburger Paketfahrt 138,40 Harpener 204,70 Oberschl. Eisenindustrie 108,00 Suerther Masch. 23,50 Kunstseide 190,50 Frankfurter Hof Hotelges. 214,50 Steaua Romana 138,00 3prozentige Merikaner 69,10 Westsizilianische 81,50 Bulgaren 101.25 Diskonto 197,20 Berliner Handelsgesellschaf“. 180.75 Franzosen 162,30 Baltimore 115,40 Norddeutscher Lloyd 106,10 Eschweiler Bergwerk 204,50 Karlsruher Maschinen 215,00 Holzverkohlung. 220,00 Allg. Lok. u. Straßenbahn 158.10 Leinhalbamot. Portug. 81,70 Tendenz: behauptet. Literatur. Unter den Wintersportplätzen, die durch ihre landschaftlichen Reize einen gewaltigen Zauber ausüben, und alljährlich zur Winterszeit den Sammelplatz für ein großes, internationales Publikum bilden, das sich auf Schneeschuhen, im Bob oder im Rodelschlitten auf der glitzernden Fläche freudig tummelt, steht wohl der Semmering bei Wien mit an erster Stelle. Wenngleich es in der deutschen Heimat nicht an wintersportlichen Vergnügungsplätzen mangelt— wir erinnern an den Harz, das Riesengebirge und die schönen Thüringerberge—, so zieht doch auch mancher Sportlustige hinauf zum Semmering. Ueber die vielseitigen Freuden, die der Wintersport in die Herzen der Menschen trägt, berichtet uns ein spannender, reich illustrierter Artikel aus der Feder von W. Ebole, betitelt„Wintersport am Semmering“, der in Heft 14 der Zeitschrift„Zür Guten Stunde"(Teutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Preis des Vierzehntagheftes 40 Pf.) erschienen ist. In demselben Heft, das auch durch Illustrationen und Aufsätze dem Prinzen Carneval seiliefern die hauptsächlichsten Bestandteile der 6/ einzig dastehenden Oflanzen=Wargarine Sanella die aus keinstem Oklanzenfett unter dem Schut D. R.=D. Nr. 100922 mit süßer Wandelmisch hergestellt wird; daher besitzt Sanella das feine Aroma sowie den milden, nußartigen Pohlgeschmack, wie überhaupt alle Eigenschaften und Vorzüge keinster Naturbutter. Die Verwendung von süßer Wandelmilch ist unser ausschließliches Recht, weshalb andere OflanzenmargarineDrodukte mit Sanella nicht verglichen werden können. In den einschlägigen Geschäften erhältlich. Allein hergestellt von: Sana-Gesellschaft m. v. H., Cleve. Lieferung sämtl. Drucksachen schnell und billig die Buchdruckerei dieser Zeitung. Hals-, Brust- u. Lungenleidende die andere Mittel und Methoden zur radikalen Be seltigung ihrer Leiden erfolglos versucht haben, werden in ihrem eigenen Interesse gebeten, sich eine kostentreie Probe des echten Arabischen od. UtnBalsams(des naturreinen Harzsaftes eines an den Küsten des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes) von uns kommen zu lassen. Wir fügen dieser Probe, die zu nichts verpflichtet, eine hochinteressante Broschüre über dieses ebenso eigenartige wie gans hervorragende Mittel durchaus kostenlos bei. Der Besits der Probe u. Troschüre kann in vielen, selbst verzweifelten Fallen noch unberechenba een Nutzen stiften. Anterhaltungsstoff gebot spannenden Romane„Sie war dea 2—#se hil letzte Arbeit des jüngst verstorbenen Dr. scher und„Im Schatten der Liebe“ von m detzky gehen dem Höhepunkt ihrer Enti#. gegen. Besondere Erwähnung verdienen 9. 38 Heft enthaltenen wohlgelungenen erstklassiger Kunstwerke wie stablers Morgentrunk",„Tca=B'anca. Knz.“ Seelen“,„Wotzinski, Gitarrespielerin“. B.P“ poleon I. verläßt die Trümmer seines Heoraan## Die beliebte Schriftstellerin Felicitas Haf, ihrem pädagogischen Briefe allen Suchenden reichen Schatze ihrer Erfahrungen Belehrnnzu die Erziehung uunsrer Lieblinge. Der technse. gen, der durch einen zeitgemäßen Artikel“ ner Freiluft=Kunsteisbahn“— eine neu schaft der Technik— eingeleitet wird und der zre bogen, der unseren Frauen neben manchen wau len Winken für Küche und Haus das Neueste an Gebiete der Mode bringt, werden auch die vies. gen Anforderungen befriedigen Die gewaltige Preissteigerung auf allbieten des wirtschaftlichen Lebens, naments dem Buttermarkte, ist die Veranlassung, daß die nenden Hausfrauen sich mehr und mehr dem P.#k.# von Butterersatzmitteln zuwenden. Hierzu gehört in erster Linie die Margarin=## sich infolge der tadellosen Beschaffenheit der den Marken längst ihre Daseinberechtigung erpac hat. Neuerdings ist nun die Pflanzenbutter=Margaauf dem Markte erschienen und hat sich als Pa#ersatzmittel in kurzer Zeit ebenfalls die welt erobert. Namentlich sind es die beiden überraschend eingeführten Van den Bergh'schen Marken„Palmkrn und„Palmstolz“, die in ihrer Vollkommenheit, un feinen nußartigen Buttergeschmack, ihrem aromati Dufte, dazu berufen sind, feinste Naturbutter vollig dig zu ersetzen.— Ein besonderer Beweis der### trefflichkeit und des ausgesprochenen Butterchazabe dieser beiden Marken mag noch darin gefunden### den, daß dieselben, obschon reine Pflanzenprodukte rade wegen ihrer überaus großen Butterähnlichkeit dem Wortlaute des Gesetzes als Margarine bezeig werden müssen. Die allgemeine Teuerung macht du Hausfrau fortgesetzt schwere Sorgen. Immern kommt sie deshalb zur Erkenntnis, daß die Mu# Erzeugnisse, deren Preise stets die gleichen gea ben sind, eine ungemeine Bedeutung haben. E# vorzügliche Suppe ist mit Maggi's Suppen zu ligem Preise rasch herzustellen. Und dabei ast keine Arbeit und keinerlei Zutaten: sie werden mit Wasser gekocht.— Maggi's Bouillonwürsel## sind, zumal bei plötzlich eintretendem kalten#### ter von besonderer Wichtigkeit. Denn eine gue se Bouillon erwärmt und erfrischt den Körper Nicht zu vergessen schließlich ist Maggi's Würz ein altbewährtes Mittel, um Fleischspeisen, schwat Suppen, Saucen, Gemüse usw. ganz heivortag zu verfeinern und bekömmlicher zu machen. Kaufmanns Schühhaus, Dor.mund, Bu## straße 64 veranstaltet, nachdem es der Inventu ber einige Tage geschlossen war, nach seiner Wied eröffnung einen Extra=Verkauf des gesamten Wan lagers, um Platz für neue Bestände zu schaffen. D Extra=Verkauf bietet eine selten günstige Gelege zum vorteilhaften Einkauf von Kinder=, Damen Herrenstiefeln. Besonders hervorgehoben sei, dai die besten Schuhwaren und zwar zu erheblich hei setzten Preisen zum Verkauf gelangen. Wer also und gut einkaufen will, benutze die Gelegenhe# ihm Kaufmanns Schuhhaus dazu bietet.(Sieher Annonce.) Die beste Tasse Thee wird zubereitet von Dr. Wegener’s Thee, vor dem Schlafengehen getrunken. Dadurch erhäl gute Verdauung und guten Stuhlgana, das Blut gereinigt und der Schlaf wird ein gesunder sein. Bicht Mark 1.50 das Packet, in allen Apotheken zu### wo nicht, wende man sich an die Ferromanganinesch schaft, Frankfurt o/ M., Kronprinzenstr. 55. 653 Trauringe massiv goldene, von Mark 5 an, sowie Damen- d. HerrenFacon-Ringe in großer Auswahl empfehlen Bäumer& Co. Dortmund, Westenhellweg 20. Garantiert trei von 31 Bestandtellen das beste Waschmittel. 1/## Paket 15 Pig. #- Kluge Prauen Bei Regelstörung oder Stockung ist mein Menstruat. Pulver Japanol von sicherer Wirkung Gesetzlich frei! Unschädlich Garantieschein in jeder Sendung. Preis bei Voreinsendung nur 5 Mark. Nachnahme 55 Pf. mehr. A. Güniher, Versandhaus, Machtlos-Hönebach(Cassel). Ehe-rachtsgilt, in Eugland Prospekt„E 56“ frei. verschloss. 50 Pf, Brock& Co London. E.C.. Queenstr 90/91 s Stores Bettdeche zu Fabrikpreiss Gebr. Enge Pabricut“ Westenhellweg## und Flügel in. B1P- Pg BACH.PIANOLA-EIg h. 1BACH Planos bautem K Pianolas mit Metrostyle, sowie Harm ,u empfiehlt in reicher Auf bequemen Beding Rud. IBACHSOG Kais. u. Hof-Flügel- und Pian Sg Barmen Neuerweg 40 Bei Kauf, Miete, paratur oder Stimmar## man sich an die p#### dertjährige. des durch vier Hguge, stehenden Hau Sonerdl-Totst Wilhelm Hobrat Porngpreene: — S 35. K 52 Eg E S„„ 2 E g 6% 5 S S."—.* * 373S 2—.0 0 T8 T ## 5 — * n. S—— 7WnS2fE S 55 # * 6302 * 29— 1 5 WeSaSn. „ g B 52 RSESS9 0 — 6—„— SSESgEN— SaTSB BWS* * E— 95 13.4 „Wer?“ rief Marina, wie wenn sie aus einem schrecklichen Traume erwache. „Nun, die Fledermaus, von der ich dir erzählt habe. Du siehst, daß sie als Fledermaus keine allzu häßliche Stimme hat.“ „Aber wer ist es? Wie heißt er?“ rief Marina ganz verwirrt. „Still, still! Er sängt wieder an!“ flüsterte Luzie. Und wirklich ertönte von dem jetzt nahe ans Ufer gelangten Kahn der Gesang von Neuem. Der Sänger des Frühlings im dunklen Wald Läßt zaubrische Töne erschallen, Er singt von der Liebe Allgewalt Sein Lied in den grünenden Hallen. Doch öffnest erst du deinen Rosenmund, So müssen die Vögel schweigen; Der Sänger des Frühlings sitzet verstummt Voll Eifersucht still auf den Zweigen. „Tu siehst, meine Rosen haben keine Dornen,“ sagte Luzie heiter lachend, als der Gesang zum zweiten Mal verstummte. „In spätestens acht Tagen wird unsere Hochzeit sein und du hörst, wie er sich darauf vorbereitet Man sollte meinen, er wäre noch nicht Herr meines Herzens und müßte es erst erobern. Und doch ist er mit mir und meiner Familie ganz in Uebereinstimmung. Morgen zeige ich dir meinen Brautschmuck; es darf aber niemand davon wissen, verstehst du?“ „Aber wer ist es denn um Gotteswillen?“ sagte Marina, mehr zu sich selbst als zu ihrer Freundin sprechend.„Dieses Lied, diese Stimme—“ Nach seinem Wunsche sollte die Hochzeit schon heute sein. Aber wir sind noch nicht mit Vorbereitungen fertig, und so hat er denn der Bitte meines Vaters nachgegeben und wartet bis zum nächsten Sonntag.“ Jetzt erschallte vom Kahne aus die dritte Strophe des Liedes. Der Nelke und der glühenden Rose Pracht, Sie schmü.k## en*“ihenden Garten, Es lachet der Wiesen buntfarbige Tracht, Es duften die Blüten die zarten. Doch trat erst dein Fuß auf das Gartenbeet, Den Teppich der blühenden Wiesen, Verblaßt und verwelket die Rose steht Und sinket beschämt dir zu Füßen. Der Kahn hielt jetzt dicht unter dem Fenster, wo die beiden Rädchen saßen, und beim Lichte des Mondes ließen sich Sänger und Musiker deutlich erkennen. „Siehst du ihn jetzt? Der ist's, der vorn am Ruder steht. Was denk stdu von meiner Fledermaus?“ „Der Graf Gerasimo!“ stöhnte Marina mit einer Stimme, die dem letzten Seufzer eines Sterbenden glich. „Ah, du kennst ihn also?“ fragte Luzie.„Nun verrate mich aber nicht; es ist der Graf Gerasimo Stannet und in acht Tagen werde ich die glückliche Gräfin Stannet sein. Wie gefällt dir das?“ Marina vermochte nicht zu antworten. Mit totbleichem Gesicht, gläsernen Augen und krampfhaft auf einander gepreßten Zähnen stürzte sie zu Boden. „Marina, meine Schwester, was fehlt dir? O mein Gott!“ rief Luzie entsetzt und erfaßte die eiskalten Hände ihrer Freundin.„Zu Hilfe! Zu Hilfe! Marina ist ohnmächtig!“ rief sie dann in den Korridor hinaus und es dauerte nicht lange, so waren sämtliche Hausbewohner um die unglückliche Marina versammelt. Tapas nahm seine Tochter in die Arme, und während große Schweißtropfen ihm von der Stirne rannen, versuchte er mit kaltem Wasser, durch Frottieren und starke Essenzen seine Tochter wieder ins Leben zurückzurufen. Nach langem vergeblichen Bemühen entfloh den Lippen der Ohnmächtigen ein tiefer Seufzer; ihre Lippen bewegten sich krampfhaft; sie öffnete die Augen und blickte verwundert auf die Umstehenden. Tann strich sie mit beiden Händen die Locken aus dem Gesicht und sagte mit schwachem Lächeln: „Ich danke Euch, es war nicht so gefährlich. Ich habe zu lange am offenen Fenster gesessen und die Nachtluft hat mich zu sehr angegriffen.“ „So komm denn zu Bett,“ sagte Luzie zärtlich;„der Schlaf wird dir wohltun, und ich werde bei dir wachen.“ „Ich kann nicht schlafen— ich fühle das Fieber in meinem Blute rasen! Wenn es möglich ist, mein Vater, so laß uns eiligst nach Hause zurückkehren.“ Graf Canini und Luzie boten Alles auf, um Marina zu bewegen, wenigstens bis zum Morgen zu bleiben. Es war Alles vergebens. Tapas war von dem Zustande seiner Tochter äußerst beunruhigt; er beeilte sich, ihrem Wunsche zu entsprechen und ließ sofort ein Boot zur Rückreise bereit stellen. „Sorge, daß du bald wieder gesund wirst,“ sagte Luzie beim Abschiede leise zu der Freundin,„vergiß nicht, daß du für den nächsten Sonntag zu meiner Hochzeit eingeladen bist. Du darfst dabei unter keinen Umständen fehlen, sonst wäre mein Glück nicht vollständig.“. Marina umarmte ihre Freundin uno flüsterte ihr dabei ins Ohr:„Es ist mein sehnlichster Wunsch, daß du ganz glücklich wirst.“ Tapas hatte ebenfalls Gerasimo erkannt und den Zusammenhang erraten. Nach seiner Ankunft in Argostoli wollte er sogleich zu dem Arzte schicken, aber Marina wehrte ab und und versicherte, daß sie sich ganz wohl fühle und nur das Bedürfnis nach Ruhe habe. Als sie indeß die Türe ihres Zimmers geschlossen hatte, warf sie sich vor einem Muttergottesbilde auf die Kniee und betete lange und innig. Dann erhob sie sich zündete eine Lampe an, setzte sich an den Tisch und versuchte zu schreiben. Ihre Augen brannten und ein nervöses Zittern erfaßte ihre Hand. Plötzlich brach sich ein lange zurückgehaltener Tränenstrom Bahn aber ihr Herz klopfte dabei als wollte es brechen. (Fortsetzung folgt.) Gesundheitspflege.## Gegenwärtig haust die Diphtherie besonders in Schwaben an manchen Orten in geradezu unheimliche: Weise. Wenn wir z. B. hören, daß in einer kleineren Gemeinde gleich 24 Kinder der Krankheit zum Opfer fallen, so ist das sicherlich ein furchtbarer Schlag nicht bloß für die betroffenen Familien, sondern für die ganze Gemeinde. Es ist gewiß am Platze, die Oeffentlichkeit auf ein ausgezeichnetes Vorbeugemittel gegen Diphtherie hinzuweisen, die uns die Natur in dem reinen Bienenhonig an die Hand gegeben hat. Der K. Landesinspektor für Bienenzucht, Hofmann=Erlangen, schreibt hierüber:„Reiner, echter Honig zerstört durch seinen Gehalt an Ameisensäure Bakterien und Pilze und beugt damit vielen Krankheiten, wie Diphtheritis, Bräune, Keuchhusten vor oder hindert sie im Fortschreiten.“ Mögen alle Familien, die ihre Kinder— es gilt selbstredend auch für Erwachsene— bedroht glauben, doch recht reichlich diese vorbeugende Kur mit Honig zu machen! Der Honig muß aber reichlich genommen werden. Man fülle etwa eine Kaffeetasse mit Honig und wärme den Honig leicht an, so daß er dünnflüssig wird; aber nicht erhitzen, damit nicht die kostbaren Pflanzen säuren sich verflüchten! Von diesem erwärmten Honig lasse man die Kinder 8—10 mal des Tages einen Schluck nehmen; die Kinder sollen daran gewöhnt werden, den Honig längere Zeit im Munde zu behalten, damit er recht intensiv auf die Mund= und Rachenschleimhäute einwirken kann. Damit der Honig stets leicht erwärmt zur Hand steht, lasse man die Honigtasse auf dem Ofen stehen und lege 1 oder 2 Ziegelplattenstücke darunter, damit nicht eine Ueberhitzung stattfindet. Zur Abwechslung kann der Honig auch mit Zitronensaft gegeben werden. Für eine Tasse Zitronensaft(von einer halben Zitrone) muß aber die Tasse nahezu zu einem Drittel mit Honig gefüllt werden. Man scheue ja nicht die Auslagen, die der Ankauf des Honigs bereitet; schließlich ist er doch billiger, gesünder und wirksamer als teuere Arzneien. Ausdrücklich sei noch gewarnt vor dem Ankauf von Kunsthonig; will man ganz sicher gehen, reinen Honig zu erhalten, wende man sich direkt an einen reellen Bienenzüchter oder an die K. Anstalt für Bienenzucht in Erlangen. 20 7. 6. 8 * SThe 83Se S — 1———— BSER S. 2 S: S### R S S S 5 S 5 5* * 2.— — S S S S 0 ————„ —SEES 8 9S 9880 * SSa 6 E S S 85 *• 52 a 8 ——— 8. 82— .— 07 "—" = 838. Se ——.— (9 S. O. . 0— 3— 8. 8 Sags S## —— N ——*— .. S 2 S. 2 SSS *—. "*:—— • 4—• 90 S Feierstunden = Blätter für Unterhaltung und Belehrung. In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. 13 „Es wäre eine Partie für Dich,“ sagte er; das Mädchen ist das einzige Kind des alten Geizhalses.“ „Im! Wer weiß, was noch geschieht!“ entgegnete lächelnd der Advokat. Er reichte dem Freunde, der sich jetzt verabschiedete, die Hand und nahm das Aktenstück wieder auf. Der Lieutenant hatte sich kaum entfernt, als Rudolf Helwig eintrat. „Nun? Haben Sie meine Notizen studiert?“ fragte der Advokat in freunolichem Tone.„Was sagen Sie zu der Geschichte?“ „Ich kannte Sie schon,“ antwortete Rudolf, während er die Papiere auf den Schreibtisch seines Prinzipals niederlegte:„ganz genau so hat sie mir mein Onkel erzählt. Unmöglich ist sie gerade nicht, aber doch sehr, sehr unwahrscheinlich.“ „Sie haben Recht, ich kenne den Kassierer persönlich und darf wohl sagen, daß ich an seine Schuld nicht glaube, wenn ich auch immerhin zugeben will, daß der Beste einmal straucheln kann" „War es nicht schon eine Unterschlagung, daß er die dreitausend Taler nahm?“ „Wir wollen den Fall jetzt nicht weiter erörtern, mein lieber Hellwig; für uns ist es die Hauptsache, jenen Gauner zu ermitteln. Ich verkenne die Schwierigkeit dieser Aufgabe nicht, der Name des Franzosen ist uns unbekannt; nichts destoweniger müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, ihn zu finden, wenigstens festzustellen, daß er hier gewesen ist und wohin er sich gewandt hat. Der Untersuchungsrichter wird zwar auch nachforschen, aber man weiß ja, wie dies geschieht; in seinem Bureau drängt eine Sache die andere, uno die Nachforschungen der Behörde werden zuweilen nicht energisch betrieben. Ich überlasse diese Aufgabe Ihnen. Scheuen Sie keine Kosten, setzen Sie sich, wenn es sein muß, mit anderen Personen in Verbindung und versäumen Sie nichts, was zur Erreichung unseres Zweckes dienen kann. Ist in meiner Abwesenheit etwas Besonderes vorgefallen?“ „Der Antiquar Farnow war wieder hier.“ „Farnow? Was will er?“ „Immer noch die alte Geschichte. Er meint, wenn wir noch einmal einen Aufruf erlossen wollten—“ „Er sollte doch endlich einsehen, daß alle Mühen und Kosten vergeblich sind,“ sagte der Advokat kopfschüttelnd.„Sein Kind ist nun schon seit dreißig Jahren verschwunden, und daß es noch leben sollte, darf man kaum glauben. Aus seinen Mitteilungen muß man den Schluß ziehen, daß es damals verunglückt ist; die Flucht der Wärterin deutet ebenfalls darauf hin.“ „Farnow bleibt bei der Behauptung, die Zigeunerbande habe das Kind geraubt.“ „Aber man hat ja später die Bande aufgegriffen und kein fremdes Kind bei ihr gefunden! Es ist eine sixe Idee des alten Mannes: wir können uns nicht mehr damit befassen. Und ein Aufruf nützt jetzt, nach so vielen Jahren garnichts; damals ist ja alles geschehen, was geschehen kinnte. Damit muß Farnow sich endlich beruhigen.“ „Ich habe ihm das Alles auch gesagt, aber Sie glauben nicht, wie zähe er ist,“ erwiderte Rudolf; den besten Gründen hält er seine Anschauungen entgegen—“ „Sagen Sie ihm, wie ich mich über den Fall geäußert habe; es wäre Unsinn, sich in dieser Angelegenheit noch weiter bemühen zu wollen. Ueber die andere Sache denken Sie recht ernst nach; finden Sie eine Spur des Gauners, so muß sie energisch verfolgt werden, dann aber nehmen wir die Hülfe der Behörde in Anspruch.“ Ein freundlicher Wink erabschiedete Rudolf, der bald darauf das Haus verließ um daheim zum Mittagessen rechtzeitig einzutreffen. Auch er verkannte die Schwierigkeiten der ihm übertragenen Aufgabe nicht. Was er tun sollte, um die Lösung derselben zu erreichen, wußte er jetzt noch nicht; er mußte darüber nachdenken, denn übereilte Schritte in dieser heiklen Angelegenheit konnten schwerlich zu einem Resultat führen. Aus seinem Sinnen wurde er plötzlich durch eine tiese Baßstimme aufgeschreckt, aber im nächsten Moment leuchtete es freudig in seinen Augen auf, während er der Hünengestalt, die vor ihm stand, die Hand reichte. „Nikolaus Pumpel!“ sagte er.„Ich freue mich immer, wenn ich Dich sehe.“ Nikolaus Pumpel war in Wahrheit ein Hüne. Er überragte den Freund um mehr als Kopfeslänge, und seine breiten Schultern schienen geschaffen, die schwersten Lasten zu tragen. Uno trotzdem ein dichter, rötlicher Bart Kinn und Wangen nedeckte, strahlte doch aus seinen großen blauen Augen das Gemüt eines Kindes, und diese Augen blitzten jetzt mit einem fast zärtlichen Ausdruck auf den Freuno nieder, indeß ein heiteres Lächeln die vollen, roten Lippen umspielte. „Mir geht's gerade so Kleiner,“ erwiderte er; „wüßte nicht, wen ich auf der Welt lieber hätte, als Dich! Hast doch keine Unannehmlichkeiten gehabt?“ „Weshalb meinst Du das?“ „Weil Du so langsam wie eine Schildkröte daher kommst.“ „Ich dachte nur über einen Prozeß nach,“ sagte Rudolf lachend,„wir haben jetzt viel zu tun.“ „Schlimm genug,“ meinte Pumpel; es ist ein schlechtes Zeichen, wenr die Advokaten viel Arbeit haben. Oder ist Dir nicht recht? Sag's nur frei — 82 *——* —• ——:— * 2 S S—— SS— — B 5—5 * ———*— 2————— — 2 2. 35 0: •0: 13/2 heraus; ich trag meinen Arbeitsrock= und Du bist ein seines Herrchen.“ „Gei rein Narr, Herkules; was liegt mir an Deinen Nock!“ „Na, Reiner, die meisten Leute denken anders, und ich möchte Dich nicht gerne in Mißkredit bringen. Ein Braugehilfe kann nicht so sein gekleidet sein, wie ein angehender Advokat. Aber lieb ist es mir doch, daß Du Dich auf der Straße meiner nicht schämst. Weißt Du, wie wir zusammen noch auf der Schulbank saßen; war's anders; da lebten meine Eltern noch. Es waren brade Leute— Gott hab' sie selig! Ja; ja, es kommt oft anders, als man denkt, und wie es Gott schickt, muß man's nehmen.“ „Du wolltest mir etwas sagen, Nikolaus!“ Der Hüne fuhr mit dem Rücken der breiten Hand über seine Augen, als ob er eine Träne wegwischen wollte „Ja, sobald hätte ich's vergessen,“ erwiderte er. „Wenn ich an die alten Zeiten denke, fällt es mir immer schwer auf's Herz. Du kommst ja jetzt oft zu den Gärtners, wie?“ Rudolf blickte betroffen zu ihm auf, indem er leicht errötete. „Der arme Mensch kann ja nicht gehen,“ sagte er;„da muß ich ihm wohl die Arbeit bringen.“ „So, so, das ist schön von Dir. Aber seine Schwester die kleine Hedwig, gefällt Dir doch wohl besser als der lahme Bruder?" „Ich glaube, diese Frage würde jeder bejahen, der die beiden kennt,“ antwortete Rudolf ausweichend. „Na bei mir brauchst Du nicht hinter dem Berge zu halten,“ sagte Pumpel in heiterem Tone;„ich nehme es Dir wahrhaftig nicht übel, daß Du die Kleine lieb hast. Ihr beide paßt zueinander. Geld und Gut hat sie freilich nicht, und ich furchte, der lahme Schwager wird Dir auch später zur Last fallen—“ „Aber weshalb sagst Du mir das alles?“ unterbrach ihn Rudolf verwirrt.„Ich habe noch garnicht daran gedacht. Ich neiß nicht einmal, ob Hedwig Gärtner mir das Jawort geben würde, und— offen gestanden ich habe auch nicht den Mut sie zu fragen.“ „Virt sich schon machen, Kleiner. Also, was ich Tir sagen wollte die Schallers haben wieder einmal keine Arbeit, sic lungern im Hause herum und brüten dumme Streiche aus; Du kennst sie ja.“ „Ihr Freund bin ich nicht.“ „Na, ich auch nicht, und ich glaub., wir werden bald hart aneinander geraten. Sie haben's jetzt auf die kleine Hedwig abgesehen. Das Mädchen wird auf Schritt und Tritt verfolgt, und Du kannst Dir denken, daß es keine zarten Worte zu hören bekommt.“ „Ich werde sie schützen!“ rief Rudolf entrüstet. „Unsinn! Den guten Willen magst Du haben, aber wenn Du allein mit den beiden Burschen anbindest, bist Du verloren. Das mußt Du mir überlassen; ich nehm's mit ihnen auf, und sie sollen an meine Fäuste denken; so lang sie leben. Dem jungen Winkel, der ihr bester Freund ist, gebe ich nächstens auch einen Denkzettel; der Bursche benimmt sich in der Brauerei, als ob er der Herr wäre; und er ist doch nur ein Lehrjunge.“ „Wenn die Schallers das Mädchen nicht in Ruhe lassen; zeige ich sie der Polizei an,“ meinte Rudolf. Nikolaus Pumpel war stehen geblieben, und ein sarkastisches Lächeln spielte um seinen Mund. „Die Polizei hätte auch viel zu tun, wollte sie sich um solche Lappalien kümmern,“ sagte er.„Da ist's besser„wenn ich mit meinen Fäusten die Sache schlichte. So; nun wollen wir heimgehen, Kleiner; sie werden zu Hause mit dem Mittagessen aus Dich warten.“ Er drückte Rudolf mit einem treuherzigen Lächeln so derb die Hand, duß dieser das Gesicht schmerzlich verzog, dann bog er um die Straßenecke, und einige Sekunden lang folgte ihm der Blick des Freundes voll Befriedigung. 7. Der polnische Graf. Der Gerichtsrat Sommer war ein gerechter, vorurteilsfreier Richter. Er hielt auch in der Untersuchung gegen Hugo sich streng an die Tatsachen, die er vom objektiden Standpunkte aus an sich herantreten ließ. Hugo beharrte bei seinen Aussagen, und der richtsrat gab sich alle erdenkliche Mühe, den rätselhaften Franzosen aufzufinden; aber in keinem Gasthof der Stadt hatte zu der angegebenen Zeit ein Fremder logiert, auf den nur der Schatten eines Verdachtes geworsen werden konnte Selbst in den Gasthäusern, niedrigsten Ranges wurde nachgeforscht, und an alle Behörden der größeren Städte geschrieben. Es fand sich kein Verdächtiger, auf den das Sigualement paßte, welches Hugs von dem Gauner entworsen hatte. Der Untersuchungsrichter schüttelte immer bedenklicher das Haupt, immer mehr neigte es sich zu dem Glauben hin, daß die Erzählung des Angeklagten nur ein schlau ersonnenes Märchen sein könne und das gestohlene Geld für spätere Zeiten irgendwo versteckt sein müsse. Und je mehr dieser Glaube sich in ihm befestigte, dest) schärfer ging er dem Angeklagten zu Leibe, dest entschiedener forderte er ihn auf, von seinem Leuanen avzulassen und ein offenes Geständnis abzulegen. Selbst der Doktor Leitenring zuckte mit den Achseln, wenn Hugo sich aus den franzäsischen Flüchtling beries, der die Wahrheit seiner Aussagen bestätigen sollte; sogar er riet zu einen freimütigen Geständnis— er, der beste Freund der Familie! So waren Wochen verstrichen, Wochen, in denen Hugo's Mutter um Jahre alterte. Das unheimliche Haus wurde nicht nur außen und innen renoviert, sondern auch mit eier sehr prächtigen Einrichtung ausgestattet— zum Staunen der Frau Hellwig. Der Diener des polnischen Grafen überwachte die Arbeiten und Frau Helwig verschmähte es nicht, durch ihr Dienstmädchen Erkundigungen bei ihm einzie un zu lassen. Was sie erfuhr, entsprach ganz ihren Erwartungen. Der Graf war ein sehr reicher Herr, der wegen politischer Vergehen nicht in seine Heimath zurückkehren durfte und nun nach langen Reisen hier seinen Wohnsitz nehmen wollte. Ob er für immer hier blieb, war noch unbestimmt. Das hing davon ab, wie seine Beziehungen zu den gesellschaftlichen Kreisen sich gestalteten, und der Diener Eetz dabei deutlich durchblicken, daß sein Herr die Absicht hegte, in das neue Haus eine junge Frau einzuführen. Die Pracht und Eleganz der Einrichtung deuteten ebensalls auf diese Absicht hin, und da der Graf ein schöner; reicher und liebenswürdiger Herr war, so durfte man wohl mit Sicherheit darauf rechnen, daß sein Wunsch sich bald verwirklichen werde. Es waren kaum vier Wochen seit dem Ankauf des „un mlichen“, Hauses verstrichen, als Michael Borkowsli Frau Helwig bat; die Räume zu besichtigen und ihn aus alles aufmerksam zu machen; was er etwa vergessen oder übersehen haben könne. Die alte Tame entsprach dieser gerne. Mit wachsendem Staunen durchwanderte sie den prächtigen Garten und die eleganten Räume, sie konnte nur loben und bewundern. Dennech hätte sie selbst nicht darin wohnen mögen. (Forts. folgt.; □ Ssch —.— 1— 2 S DESETE-ITOGES S a.2 21 ** 1 2—.— — iS S2 —— 19— S2 Bans 8 GSE Der Notar von Argostoli. (Fortsnung.) Es ist schon früher erwähnt worden, daß die väterliche Liebe das einzige menschliche Gefühl war, welches sich in dem Herzen Tapas erhaltin hatte; er liebte seine Tochter mit jenem eifersüchtigen Egoismus, den der Geizige in seiner Leidenschaft zum Golde zeigt; und da er das Herz Marina's bis in die geheimsten Falten kannte, so beunruhigte ihn der leidenschaftliche Schmerz, den das verzogene Mädchen über das Wegbleiben Gerasime's empfand, nicht wenig, als er gewahrte, daß Marina von Tag zu Tag bleicher ward. Eines Tages erhielt er jedoch einen Brief von Gerasimo und eilte voll Freude zu seiner Tochter ins Zimmer, um ihr ein kleines, an sie adressiertes Briefchen zu überreichen. Marina las und warf sich dann dem Notar mit tränenden Augen und einem krampfhaften Lachen in die Arme. Der Brief war von der vergangenen Woche datiert: Gerasimo meldete, daß er seit zwei Tagen in Corcyra angekommen sei. Die Lebhaftigkeit der in dem Schreiben ausgesprochenen Gefühle schien indessen sein Gedächtnis sehr nachteilig beeinflußt zu haben; denn diese Daturmsabgabe stimmte mit seiner Abreise durchaus nicht. Man kann sich jedoch leicht denken, daß Marina derartigen Kleinigkeiten keine Aufmerksamkeit schenkte; denn der übrige Inhalt des Briefes hatte sie ganz eingenommen. Gerasimo überschüttete sie förmlich mit den zärtlichsten Redeblumen. In einem Postskriptum bat er den Notar, ihm mitzuteilen, ob er das fragliche Schriftstück bereits habe genehmigen lassen. Gegen Abend des nächsten Tages teilte Tapas seiner Tochter mit, daß er eine neue Botschaft von Gerasimo erhalten habe, wonach dessen Geschäfte immer noch nicht erledigt seien und er die Zeit seiner Rückkunft mit Bestimmtheit noch nicht angeben könne. „Was? Er kommt nicht! rief Marina bestürzt und verlangte, den Brief zu sehen. Aber ihre Bitten waren vergeblich; denn dieser Brief war eine Erfindung ihres Vaters gewesen. Am anderen Morgen tadelte sie ihr Vater wegen ihres Mangels an Energie; er machte ihr klar, daß es kindisch sei, wenn sie sich wegen dieser kurzen Abwesenheit so maßlos abhärme und bat sie schließlich, vernünftig und gefaßt zu sein. Marina versprach alles und klagte von der Stunde an niemals mehr laut; aber die roten Rosen ihrer Wangen verblichen von Tag zu Tag, und ihre fröhlichen Lieder waren gänzlich verstummt. Auf diese Weise waren sechs Wochen vergangen und Gerasimo war noch immer nicht da. Tapas fand die verlängerte Abwesenheit des Grafen zwar natürlich, aber dessen absolutes Schweigen kam ihm doch rätselhaft vor; denn außer dem vererwähnten Briefe hatte er kein Lebenszeichen von ihm erhalten. Vor Marina suchte er jedoch seine Unruhe zu verbergen bemühte sich das Mädchen ab und zu durch erdichtete Mitteilung zu trösten, der Graf habe sie grüßen lassen. Als aber Tapas den stillen Gram seiner Tochter überhand nehmen sah, entschloß er sich, Marina auf einige Tage nach Lixouri zum Grafen Canini zu bringen. Dieser Edelmann war nächst dem Grafen Stannet der reichste Grundbesitzer von Kephalonia. Seine einzige Tochter Luzie war mit Marina zusammen erzogen worden, und die beiden Mädchen liebten sich wie Schwestern. Jedoch sie sahen sich selten, denn der Golf von Argostoli trennte ihre beiderseitige Heimat und die Schiffsverbindung war zu jener Zeit sehr mangelhaft. Die Ankunft Marinas und ihres Vaters war für den Grafen Canini ein wahres Fest. Die beiden jungen Mädchen schienen unzertrennlich und lustwandelten die meiste Zeit Arm in Arm unter den Limonenbäumen des Gartens, indem sie die Erinnerungen an ihre Jugendfreundschaft und an eine fröhliche Vergangenheit auffrischten. Als sie diese schöne Vergangenheit bis zur Gegenwart durchgemustert hatten, begann die interessante Beschäftigung von vorne und endigte stets damit, daß— trotz des gegenseitigen Vertrauens— über die Ereignisse der jüngsten Zeit mit Stillschweigen hinweggegangen wurde. Keine von beiden schien es zu wagen, die zarte Saite des Herzens zu berühren; übrigens boten auch ihre Erinnerungen so vielen und manigfaltigen Stoff zur Unterhaltung, daß sie am ersten Tage noch nicht zu den gegenseitigen Herzensgeheimnissen vordringen konnten. Nach dem Abendessen zogen sich die beiden jungen Mädchen in ihr Schlafzimmer zurück. Der Mond strahlte in wunder13,3 barer Klarheit und sein Licht überströmte die freundlichen Uer des Golses mit zauberischen Schmelz und ließ die Wellen des Meeres in blendendem Silberglanze aufleuchten. Eine angenehme Kühle strömte von der See her; von der Küste tönte ein geheimnisvolles Brausen und mischte sich mit dem Geflüster der beiden Freundinnen. Ein leichter Zephir brachte auf seinen Flügeln den Duft der Orangen und Rosen in das Gemach, in welchem die beiden Mädchen Hand in Hand am Fenster saßen, um den Zauber der schönen Nacht zu genießen. Marina saß wie selbstvergessen da und starrte mit feuchtem Augea uf das glitzernde Meer, bis Luzie das lange Stillschweigen mit den Worten unterbrach: „Aber, liebe Marina, du bist ja ganz melancholisch geworden. Hast du irgend einen geheimen Kummer mein liebes Herz?“ „Diese feierliche Ruhe und Schönheit der Natur macht auf mich einen gewaltigen Eindruck und stimmt mich wehmütig," antwortete Marina, um der Frage auszuweichen.„Bei dir aber scheint dieser Zauber eine entgegengesetzte Wirkung hervorzubringen, denn dein ganzes Wesen atmet Glück und Freude. Hast du denn wirklich nichts, was dich betrübt?“ „Was mich betrübt?“ versetzte Luzie lachend.„Was soll mich denn betrüben? Das Leben zeigt uns ja seine schönste Seite, und alle meine Tage sind wie die Tage des herrlichsten Frühlings.“ „Und sind die Rosen deines Frühlings denn ganz ohne Dornen?“ „D, wenn es eine von ihnen wagen wollte, mir ihren Dorn zu zeigen; ich würde sie sofort entblättern!“ „Ich kenne aber eine Rose, die recht lange spitze Dornen hat, und die läßt sich nicht so leicht entblättern. Sollte dein Herz ihren Duft noch nicht gekostet haben?“ fragte Marina und schlang lden Arm um den Hals ihrer Freundin. „Halt, das ist ein Geheimnis und ein recht großes Geheimnis,“ flüsterte Luzie und versuchte, eine ernste Miene zu machen. „Ei, ei! Du Unartige hast ein Geheimnis vor mir?" drängte Marina.„Hast du mir nicht hundertmal versichert, daß du vor mir kein Geheimnis hättest?“ „Das habe ich allerdings gesagt, liebe Freundin,“ erwiderte Luzie schalthaft lächelnd,„und du sollst es nun erfahren, daß ich—— nun, daß es Jemand gibt, der=— mein Bräutigam ist.“ „Und diesen Jemand wirst du ohne Zweifel bald heiraten?“ „Allerdings, sonst würde ich dir nichts davon gesagt haben.“ „Und wer ist es denn?“ „Ah, das ist ein zweitek Geheimnis! Er hat verlangt, daß, um Besuche und Schwierigkeiten zu vermeiden, Alles bis zum Hochzeitstage geheim gehalten werden solle, und dann reisen wir nach Italien. Auch sehe ich meinen Auserwählten bei Tage fast nie, so daß er in meiner Einbildung mir manchmal wie eine verwandelte Fledermaus erscheint. Aber das Alles muß unter uns bleiben.“ „Hat er also gar keinen Namen?“ fragte Marina. In diesem Augenblick ertönte aus der Ferne vom Wasser her die Melodie eines Liedes, die anfangs von dem leisen Rauschen des Laubwerks kaum zu unterscheiden war. Die Töne kamen jedoch immer näher, und bald vernahmen die horchenden Mädchen den Ton einer Flöte und den Klang einer Guitarre. Luzie legte eine Hand auf den Mund ihrer Freundin und zeigte mit der andern nach einem kleinen Kahne; der leicht und anmutig die silberne Welle durchschnitt und dem Ufer zuglitt. Bald darauf ertönte aus dem Kahne mit der Begleitung der Instrumente der Gesang einer Mannesstimme. Wie herrlich erstrahlet des Himmels Pracht Im zahllosen Heere der Sterne, Wie engelmild glänzt durch die dunkle Nacht Der Mond aus der himmlischen Ferne! Toch was ist ihr Glanz, wenn dein Auge lacht? Es schwindet der Sterne Gefunkel, In Wolken verhüllend die Silberpracht, Ter Mond versinket im Dunkel. Bei den ersten Tönen dieser Stimme wurde Marina von einem heftigen Zittern befallen. Das ganze Leben ihrer Sinne schien sich im Gehör gesammelt zu haben. Sie vergaß Alles um sich herum, selbst ihre lächelnde Freundin und horchte mit halbgeöffnetem Munde auf die Melodie. „Er ist es,“ sagte Luzie, als die erste Strophe vorüber war und die Instrumente ein kleines Nachspiel folgen ließen ee