Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und gesetzt. Feiertage. Abonnementspreis Ins Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage et bom Ssetigen„Ilnstriertem Sonntagsblatt 55 Pig. hr Ronat durch die Post bezogen für 3 Monate 1.50 Mi. Nr. 44. verkunden Lokal-Anzeiger für mit dem Dortmund u. Körde und der täglichen Unterhaltungsbeilage I## sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3295. Dortmund, Dienstag, den 22. Februar 1910. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pio Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 PfgBeilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfadren wird der Rabatt hinfällig.„ Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. für die Fedaktion verautwortlich: ar Sonnemann. Dortmund. Erstes Blatt. Zur Duellfrage Zu der vorgeschlagenen Neuregelung des Duellwe(ns im deutschen Strafgesetzbuch schreibt man der Ztg.: Die Sonderstellung, die der Zweikampf bisher in unserm Strafrecht eingenommen hat, ist Gegenstand lethafter Angriffe gewesen, die sich besonders gegen die Wahl des Strafmittels richten und erhebliche Lerschärfung fordern. Wenn unser künftiges Strafrecht trotzdem den Zweikampf auch ferner als Sonverdelikt behandeln will, so liegt dabei der Gedanke zugrunde, daß eine Unterstellung der Duellfolgen uneer die Vorschriften der Körperverletzung und Tötung zu großen Härten und Schädigungen vieler sonst unbescholtener Personen führen würde, ohne daß danit eine Verminderung der Zweikämpfe erreicht würde. Andererseits wird aber die Notwendigkeit einer energischen Bekämpfung des Zweikampfes anerkannt, die darin zum Ausdruck kommen soll, daß die grundsätzliche Anwendung immer nur der mildesten Form der Freiheitsstrafe beseitigt werden soll. Nun ist für die Neuregelung unseres materiellen Strafrechts überhaupt die Aufhebung der Festungshaft in Aussicht genommen. Hiermit soll einmal die Anomalie beseitigt werden, daß der Vollzug von Strafen, die bürgerliche Gerichte verhängt haben, den Militärbehörden überlassen wird, andererseits soll den Anschauungen Rechnung getragen werden, daß der Lollzug von Strafen die bürgerlichen Gerichte verhängt haben, den Militärbehörden überlassen wird, andererseits soll den Anschauungen Rechnung getraer werden, die in der Festungshaft wegen ihrer nilden Form eine ernste Strafe nicht seien, besonders wenn mit schwerer sittlicher Schuld trbundene Zweikämpfe mit tödlichem Ausgange zu schnen sind. Hierdurch tritt also als mildeste Strafe für Zweikämpfe die Haft, die eine Ehrenminderung für den Verurteilten nicht mit sich bringt, immerhin aber seine Stellung in der Gesellschaft schon mehr berührt als Festungshaft. Und hierin ist schon im allgemeinen eine Verschärfung der Strafe zu sehen. La aber vielfach Zweikämpfe stattfinden, die mit aner sittlichen Schuld eines der Beteiligten belasiet oder in freventlicher Weise verursacht sind, so soll in diesen Fällen an Stelle der Haft auf Gefängnisstafe erkannt werden. Daneben wird es in das Ermessen des Richters gestellt, Haft oder Gefängnsstrafe zu verhängen bei einem Zweikampfe mit tödlichem Ausgange, der ohne Sekundanten stattgesunden hat. Durch diese Bestimmungen soll dem beichtigten Verlangen nach einer nachdrücklien Bestrasung der schweren Fälle Rechnung getragen werden. en dem Zweikampf, bei dem solche Erschwerungsbrunde nicht vorliegen, sowie für die Herausforderlig und ihre Annahme wird an der Haftstrafe festAuf der Brautschau. Humoristischer Roman von Felix Brenta. 16 hab überhaupt kein Leiden, welches Frau Lichtenburg gen M####el, viel schlimmer erduldethatte, als alle übriisram„e# mit Ausnahme der Bartflechte, von der sie ben masegen Geständnis nach bisher verschont geblie##. der. Aber als sie drei Jahre lang zugleich an Kopflitten## guttarre“ und verschwollenen Nerven geverbunden mit alkoholischer Heiserkeit, wobei ihr, wägel: Zählte, ganze Stücke aus dem Kehlkopf heraus bage worden waren. Aber sie sagte das nur as boshaftem Neid. negendlicklich war Frau Lichtenburg von erwähseit g.. Krankheiten frei. Nur hatte sie, wie sie schon ein z.“ nicht mehr schlief, auch diese Nacht wieder Einzs zugetan und bedurfte jetzt der Stärkung. der nicht... Eier die sie zum Frühstück aß, schmeckte leiRau 9i5.,,— vie es die Pflicht frischer Eier erfordert. sihren Zucnburg warf daher einen Blick auf den zu ten g##ben stehenden Katzenkorb, wo Mieze im trauKatzenfius der Ihrigen schnurrte. Dem schönsten der gebeten hazt:* sich Herr Heuer für Fräulein Thea ausarrenhar: zur Unterscheidung ein gelbseidenes Zihien aus““ um den Hals gebunden, und die Mutter Nar" dies geschmückte Kind besonders stolz zu sein. heldeten anu grrau Lichtenburg der Mieze den schon gemerfreul:“1gewendet hatte, wollte sie ihr auch das ab und.e Ei zuwenden. Aber die Mieze wendete sich verweigerte die Annahme. Ebelmut Jachten179 bot es jetzt in einer Regung von gomerzen 3.“ Jaula an, und als diese trotz ihrer Zahngonnene Makr schen Dünkel zeigte, auf die ihr angee gleichmü““„Pfui=Teufel“ zu antworten, ging ber und 1#zur Beschäftigung mit ihren Kochkünsten Sie snrg## das mißachtete Ei einstweilen beiseite. men Panse“ nichts mehr davon, sondern bereitete der Dauerte, und ar Zahnschmerzen sie plötzlich rührend geucztes..e ja nicht kauen konnte, ein kräftig geSchüssel goi,) 2..4“. Erst als das dankbare Mädchen die Leteilt, das.sgegessen hatte, wurde ihr lächelnd mitRaula# zimehr das Ei in sich habe. andte sich, erbleichte und verließ unter Gegehalten.— Bei den Zweikämpfen unter Vorkehrungen gegen Lebensgefahr, den studentischen Mensuren, soll an dem bisherigen Standpunkte festgehalten werden, der auch diese als Zweikämpfe im Sinne des Gesetzes ansieht. Da die Mensuren jedoch im Allgemeinen an Strafwürdigkeit dem anderen Zweikampfe erheblich nachstehen, so ist die Strafe wesentlich milder zu bemessen. Es ist daher bei Zweikämpfen unter Vorkehrungen gegen die Lebensgefahr eine Haftstrafe bis zu einem Jahr und für die Herausforderung und Annahme eine solche bis zu sechs Monaten vorgesehen. Die strengste Strafe ist in Aussicht genommen für den, der einen Zweikampf freventlich verschuldet, indem er seinen Gegner absichtlich durch schwere Beleidigungen herausfordert oder seine Familienehre verletzt. In solchen Fällen soll auf Gefängnis erkannt werden. s. k. Ueber die neuen Arbeitskammern schreibt der Reichstagsabgeordnete Dr. Potthoff der Sozialpolitischen Rundschau: Das Arbeitskammergesetz, das vor einigen Tagen dem Reichstage wiederholt unterbreitet worden ist, und das noch vor dem Etat des Reichsamtes des Innern zur ersten Lesung kam, schließt sich ganz eng an den vorjährigen Entwerf an und berücksichtigt die meisten Abänderungen, die in der Reichstagkommission beschlossen waren. Soweit das aber nicht der Fall ist, war schon vorher offiziös darauf ausmerksam gemacht worden, Dabei handelt es sich in erster Linie um das Wahlrecht, sowohl das aktive wie das passive. Da die Regierung schon bei der Beratung des vorigen Entwurfes die Beschlüsse der Reichstagskommission für unannehmbar erklärt hat, andererseits aber große Parteigruppen des Parlaments außerordentlichen Wert auf die Wahlfrage legen und vielleicht ihre Stellung zum ganzen Gesetze daran abhängig machen, so ist es nicht ausgeschlossen, daß es über diese Frage zu einem ernsthaften Konflikte zwischen Parlament und Bundesrat oder zu einem vorläufigen Scheitern der Gesetzes kommt. Zunächst das Wahlalter. Während beide Regierungsentwürfe von dem Gewerbe und Kaufmanngerichtsgesetze in dankenswerter Weise insofern abweichen, daß sie den Frauen die volle Gleichberechtigung mit den männlichen Berufsgenossenschaften gewehren, halten sie bezüglich des Wahlalters an diesen beiden Vorbildern fest und beschränken das Wahlrecht auf die 25 jährigen die Wählbarkeit auf die 30jährigen. Der Reichstag hatte im vorigen Jahre, das aktive Wahlrecht allen Mündigen, das passive allen 25jährigen gewähren wollen. Eine Kardinalfrage ist das nicht. Viel größere Bedeutung hat die Beschränkung der Wählbarkeit, also der Möglichkekt in den Kammern d'e Arbeitgeber oder die Arbeiter zu vertreten, auf die im Berufe selbst praktisch Tätigen. Die Arbeiter haben von Anfang an den allergrößten Wert darauf gelegt, daß auch die Gewerkschaftsbeamten und andere nicht mehr im Arbeitsverhältnis stehende Vertrauensmänner von ihnen als Beisitzer gewählt werden konnten. Mit Recht, denn einerseits sind die Gewerkschaftsbeamten die besten Sachverständigen, berden das Gemach, die bei den Zurückbleibenden keinen Zweifel übrig ließen, daß das Ei noch immer keinen dauernden Aufenthalt gefunden haben mochte. Frau Lichtenburg wollte vor Lachen bersten und mußte zweimal in den Keller steigen, ehe sie sich über ihren köstlichen Streich beruhigt hatte. Darauf ging sie mit ruhigerer Heiterkeit in die Speisekammer, um ein dort aufbewahrtes dreipfündiges Stück Kalbfleisch zum Braten hereinzuholen, sah sich aber außer stande, ihren wohlschmeckenden Vorsatz auszuführen. Denn an Stelle des Bratens fand sie Peter vor, der sie freundlich und zufrieden anblickte. Frau Lichtenburg machte keinen Versuch, ihrer Entrüstung Zügel anzulegen, oder schwachherzige Milde heuchelnd zur Schau zu tragen. Sofort verbannte sie Peter auf mehrere Stunden vor ihrem Angesicht und schüttete über Paula, die auf ebenso dunkle wie zweifellose Art an Peters Untat die Schuld trug, das volle Maß ihrer zornigen Beredsamkeit aus. „Wenn der arme Peter sich etwa überfressen hat,“ schloß sie ihre Rede,„und daran stirbt, dann bist Du seine Mörderin, Du Tierquälerin, Du Herzlose! Zur Strafe bekommst Du acht Tage lang kein Fleisch, und jetzt gehst Du zum Metzger und holst einen neuen Braten. Aber was er kostet, das Geld ziehe ich Dir von Deinem Lohn ab, Du gottloses Mensch! Das Tuch von Deiner dicken Backe bindest Du natürlich ab. Die Leute wissen schon, daß Du keine Schönheit bist. Es hat keinen Zweck, wenn Du Dich verschleierst!" „Aber Frau Lichtenburg ich habe Schmerzen, und es ist kalt draußen!" „Ach was! Mit verbundenem Kopf geht ein anständiger Mensch nicht auf die Straße. Es ist ja eine Schande. Man muß sich schämen vor die Leute.“ Während Paula seufzend zum Fleischer ging, tat die unermüdlich tätige Gebieterin die letzten Nadelstiche an einer winterlichen Handarbeit, mit der sie schon seit ein paar Tagen beschäftigt war, um ihrem Peppi eine Freude zu machen. Das südliche chinesische Blut dieses nackten Köters zeigte sich nämlich den rauhen Himmelsstrichen Deutschlands nicht gewachsen. Er fror und zitterte unablässig und wurde deshalb von seiner besorgten Herrin niemals, selbst bei dem gerechtesten Vorwand und um der Arbeiter in allen Fragen, die sich nicht auf den einzelnen Betrieb, sondern auf die allgemeinen Fragen eines Gewerbes oder auf Angelegenheiten der gesamten Arbeiterschaft(Wohnungswesen, Verkehrsfragen. Arbeitsnachweises usw.), beziehen Andererseits verbürgen nur diese Vertreter volle Unabhängigkeit. Wenn die Regierung trotzdem die Wählbarkeit auf die noch berufstätigen Arbeiter beschränken wollte, so müßte sie unbedingt Bestimmungen vorschlagen, welche die Arbeitervertreter gegen den Mißbrauch der wirtschaftlichen Macht durch unsoziale Arbeitgeber schützten. Der Reichstag, dessen Mehrheit die Berechtigung des Arbeiterwunsches anerkannte, hatte mit Rücksicht auf den Widerstand der Regierung sich auf das Mindestmaß des Möglichen beschränkt und nur zugelassen, daß ein Viertel der Arbeiter=(oder Arbeitgeber). Vertreter aus Personen bestehen dürfte, die nicht mehr praktisch im Berufe tätig, aber doch mindestens drei Jahre tätig gewesen sind. Obgleich einsichtige Unternehmerorganisationen diem zugestimmt, hat die neue Vorlage nicht nur diese bescheidene Erweiterung abgelehnt, sondern den Kreis der wählbaren Vertreter noch enger beschränkt als in dem vorigen Entwurfe. Nicht einmal alle im Berufe tätigen, zum aktiven Wahl berechtigten Personen sollen zu Vertretern gewählt werden können, sondern nur solche, die seit mindestens einem Jahre„im Hauptberufe“ dem Gewerbezweige angehören. Damit würde man auch solche Vorstandsmitglieder, Beamte oder Redakteur von Gelverkschaften von der Vertretung ausschließen können, die neben praktischer Berufsarbeit ihr Verbandsamt ausüben! Daß der Reichstag sich darauf nicht einlassen kann, ist wohl selbstverständlich. Er würde damit das ganze Gesetz zu einem für die Arbeiter ziemlich unwichtigen Dekorationsstück machen und die Gefahr heraufbeschwören, daß nach wenigen Jahren die prinziviellen Gegner der Arbeitskammern auf mangelnde Erfolge des Gesetzes hinweisen konnten. Diese Gefahr liegt sowieso schon vor, weil die Aufgaben der Kammern nicht so gefaßt sind, als man es im Interesse ihrer Wirksamkeit wünschen muß. Weder auf dem Gebiete der Gewerbepolkzei, noch auf dem der Einigungstätigkeit sind im neuen Entwurfe(nach dem Muster des vorigen) den Arbeitskammern Befugnisse zugewiesen, welche ihnen ermöglichten, als Selbstverwaltungskörper einen Teil der sozialpolitischen Gesetzgebung und Bureaukratie Überflüssig zu machen oder durch Verhandlungszwang und moralischen Einfluß unbegründete Arbeitskämpfe zu vermeiden. Deutsches Reich. Gegen die Wahlrechtsvorlage mehren sich fortgesetzt die Proteste aus Stadt und Land. Die Stettiner Stadtverordnetenversammlung nahm zwei im wesentlichen gleichlautende Anträge der Liberalen und Sozialdlmokraten einstimmig an und überwies sie dem Magistrat zur Berücksichtigung. Der Charlottenburger Magistrat hat beschlossen, bei dem Preußischen Städtetag zu beantragen, daß dieser eine Petition an die beiden Häuser des Landtages richte auf Aenderung der bisherigen Einteilung der Wahlkreise für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten. des nötigsten Zweckes willen nicht, auf die winterliche Straße hinausgelassen. Er mußte nachts ihr Bette teilen und durfte auch tagsüber die wärmenden Pfühle nicht verlassen. Die Folge davon war, daß er sich fast täglich und allnächtlich ähnlich betrug wie einstmals Peter auf dem Fußteppich vor Herrn Heuers Schreibtisch. Aber hierbei offenbarte es sich deutlich, wie sehr der hochherzige Charakter des Weibes der grausamen Roheit des Mannes an Weisheit überlegen ist. Nicht ein einziges Mal erhob Frau Lichtenburg die Hand zum Schlag gegen das arme Peppchen, das ja für das Ungebührliche seines Benehmens kein Verständnis hatte. Als kluge und warmherzige Frau suchte sie vielmehr die Wurzel des Uebels zu beseitigen, das offenbar in einer Schwäche Peppis und zwar zweifellos in einer Erkältung beruhte. Sie beschloß, ihm einen warmen Mantel zu nähenholte den guten Pelz aus dem Schranke, den Geheimrat Jegler einst wegen geringfügiger Mottenschäden ihrem Manne geschenkt hatte, trennte die Aermel heraus und machte sich daran, aus diesem einen Hundepelz von so unförmlich eigenartigem Schritt zu gestalten, wie er der chinesischen Mode vielleicht gar nicht zuwider und Herrn Peppi deshalb gewiß sehr willkommen war. Herr Lichtenburg freilich mißgönte dem armen Vieh seine Winterhülle. Er war gefühllos genug, sich zu beklagen, und er stellte die Behauptung auf, er könne sich 27. Jahrg. 1— haupt nicht bedürfe. „Du bist ein Menschund kannst arbeiten,“ sagte sie. „Wer ordentlich arbeitet, den friert nicht! Sieh mich an. Ich friere nie. Ich stehe aber auch den ganzen Tag in der Küche und schaffe für Euch und koche und sorge, daß alles in Ordnung bleibt. Wenn Du fauler Kerl natürlich den ganzen Tag spazieren lungerst, dann werden Dir die Knochen steif. Das ist selbstverständlich. Sei fleißig und tu' was! Dann wird Die auch warm werden ohne Pelz!“ Niemand hatte je erfahren, was Vater hierauf zu erwidern beabsichtigt hatte. Denn sein Linchen hatte die Lschütten Schack im Irrenhause. Der frühere Reichstagsabgeordnete Schack ist schon seit Ende der vorigen Woch in die Irrenanstalt Friedrichsberg, und zwar als Pensionär, also Kostgänger, eingezogen. Die Sache wird in Hamburg sehr geheim gehalten. Mit der Pflege des früheren Abgeordneten ist ein durchaus zuverlässiger und verschwiegener Beamter betraut worden. Uebersiedlung des Reichskemmissars für die Brüsseler Weltausstellung. Der deutsche Reichskommissar für die Weltausstellung in Brüssel 1910, Geheimer Regierungsrat Albert, ist nunmehr für die ganze Dauer der Ausstellung, die am 25. April eröffnet werden wird, nach Brüssel übersiedelt. Die Vorarbeiten für die deutsche Abteilung sind inzwischen soweit gediehen, daß es sich als notwendig herausstellte, deren Schwerpunkt gänzlich nach Brüssel selbst zu verlegen. Die organisatorischen Vorarbeiten sind in der Hauptsache als beendet zu betrachten. Der der Deutschen Abteilung zur Verfügung stehende Platz ist völlig an deutsche Aussteller vergeben. Die deutschen Bauten stehen äußerlich vollendet da. An der inneren Ausstattung und an den Fundamenten für die großen Maschinen wird mit sieberhafter Eile gearbeitet. Die eigene elektrische Zentrale der Deutschen Abteilung ist schon dem Betriebe übergeben. Täglich mehren sich die nach Brüssel abgehenden Transporte. In spätestens einem Monat dürfte das letzte deutsche für die Ausstellung vorgesehene Objekt nach Brüssel unterwegs sein. Deutsche Instruktionsoffiziere für die Türkei. Major Weidtmann, der Kommandeur des 3. Bataillons des Infanterie=Regiments Nr. 37 in Krotoschit und Leutnant Seiffert, der Adjutant des 3. Bataillons. werden als Instruktionsoffiziere in die türkische Armee eintreten. Major Weidtmann soll die Führung eines Regiments in Saloniki übernehmen. Die Reichswertzuwachssteuer. Wie der Frankfurter Zeitung aus Berlin berichtet wird, wird die Reichswertzuwachssteuer, die nach einer Bestimmung der Reichsfinanzreform zum ersten Male 1912 eingeführt sein muß, dem Reichstage noch in dieser Session zugehen. Rußzland. Petersburg, 21. Febr. Dem Besuche des bulgarischen Zaren wird große politische Bedeutung beigemessen. Der Zar und seine Gemahlin werden in Petersburg mit besonderen Ehren empfangen werden. Türkei. Beyrut, 21. Febr. Der mächtige Tribut der Veni Saab in Hauran(Kleinasien) hat sich infolge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gegen die osmanische Herrschaft empört und aus verschiedenen Ortschaften die Beamten verjagt. Den Türken gelang es, 70 hervorragende Scheihs der Beni Stab Sache bereits für abgetan erklärt und ihm das Wort entzogen. Herrn Lichtenburgs Pelzärmel waren also unwiederbringlich dahin, und soeben hatte sie ihre Verwandlung in ein Hundekleid vollendet. „Komm', mein Peppchen," flüsterte Frau Lichtenburg im Schmeichelton und ging an ihr Bett, um das kleine Scheusal herauszuholen und in die Pelzröhre hineinzuschieben. Aber nach einem ängstlichen Hin= und Herwerfen der Kissen stieß sie plötzlich einen markerschütternden Schrei aus, den selbst das Rosa nicht zu übertreffen im stande gewesen wäre. Das Bett war leer. Sie fühlte hinein. Ueberall war es kalt. Also von seinem Insassen schon längst verlassen. Kalt und gleichgültig lagen die Pfühle da und vermochten den angstvoll suchenden Augen Frau Lichtenburgs keinen Trost zu bieten. Das offene zerwühlte Bett war einen geplünderten Juwelenschrein vergleichbar, aus dem das kostbare Kleinod von ruchloser Hand geranbt worden ist. Frau Lichtenburg leuchtete unter dem Bett. Vergebens. Sie durchsuchte die ganze Wohnung. Fruchtlos. Frau Giesel und Paula mußten unter das Dach hinaufsteigen und den Keller durchstöbern. Umsonst. Offenbar hatte Paula die Haustür offen gelassen, und das arme nackende Tier war in die Winterkälte hinausgelaufen, dem sicheren Tode entgegen. Die Haustür erwies sich als geschlossen. Aber das war kein Gegenbeweis, und barhäuptig, die weißen Haare im Wind wehend, lief Frau Lichtenburg mit hochgehobenen Armen durch die Kanalstraße, schrie nach ihrem Peppi und erfüllte die kalte Winterluft mit heißen Wehklagen. Herr Lichtenburg kam heute schon am zeitigen Vormittag von seinem kurzen Morgendienst bei Herrn Raupach zurück und sah es mit Schrecken, wie sein Linchen, von unverkennbaren inneren Schmerzen vor dem Hause hin und hergetrieben wurde. „Was hat es gegeben?“ fragte er arglos. Aber kaum hatte ihn die Gattin erblickt, als sie sich der günstigen Gelegenheit bediente, einen Teil ihres Kummers in Wut umzusetzen und den verblüfften Vater damit zu übere gefangen zu nehmen. Die Gesangenen wurden in Ketten nach Beyrut gebracht und sollen als Geisel dienen. Lokales und Provinzielles. Dortmund, 22. Februar. — Reichstagsabgeordneter Fegter in Dortmund. Den Ortsvereinen der Freisinnigen Volkspartei und der Freisinnigen Vereinigung ist es gelungen, Herrn Reichstagsabgeordneten Tomänenpächter Fegter als Redner für eine öffentliche Versammlung zu gewinnen. Herr Fegter, der als ein vorzüglicher Redner bekannt ist, wird nächsten Freitag, den 25. Februar abends Zeinhalb Uhr im großen Saale des Reinoldushofes sprechen. Als Thema hat er sich gestellt:„Die politische Lage nach der Reichsfinanzreform.“ Nach dem Vortrag findet freie Diskussion statt. —* Schenkung. Von einer ungenanntseinwollenden Dame wurden dem Wohltätigkeitsverein 5000 Mk. geschenkt als Fonds für eine Stiftung, aus deren Erträgnis für alle Zeit alljährlich 5 erholungsbedürftige arme Dortmunder Kinder im Kinderheim Wittbräucke auf je vier Wochen Aufnahme finden sollen. Die Spenderin, welche die Stiftung zum dauernden Andenken ar ihren verstorbenen Gemahl errichtete und ihr den Namen des Verstorbenen beilegte, hat diesem und sich selbst durch die ebenso hochherzige als tatkräftige Unterstützung einer guten Sache ein bleibendes, unvergängliches Denkmal in den Herzen ihrer Mitbürger gesetzt. Herzlichsten und wärmsten Dank auch an dieser Stelle! — Vom Arbeiterschiedsgericht. Für das gegenwärtige Jahr ist für das Schiedsgericht für Arbeiter= versicherung als ärztlicher Sachverständiger gewählt worden: für die in Dortmund abzuhaltenden Sitzungen der Arzt Dr. Georg Balster von hier. —* Die Abschaffung der Hundemarken ist vom Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlossen worden, da die Polizei=Verordnung nur ein Halsband mit Bezeichnung des Besitzers vorschreibt — Straßensperrung. Wegen Tieferlegungsarbeiten in der Nähe der Unionstraße wird die Walzwerkstraße von morgen ab bis auf weiteres für den durchzehenden Fuhrwerksverkehr gesperrt. —' Erwischter Einbrecher. Der stellenlose Metzger Alfred Hopf und ein zweiter Metzgergeselle verübten vorgestern Nacht in Hamm beim Metzgermeister Evermann einen Einbruchsdiebstahl. Beim Versuch in hiesiger Stadt die gestohlenen Waren(Schinken und Würste) unterzubringen, wurde Hopf festgenommen, während sein Genosse entkam. Die gestohlenen Waren wurden dem Bestohlenen zurückgegeben. —° Gefährlich gestochen wurde bei einer Rauferei, die in einer Wirtschaft in der 1. Kampstraße entstanden war, der Arbeiter Gregor Binzar. —“ Lebensmüde„ist der 59 Jahre alte Arbeiter Jakob G. in der Körnerbachstraße. Er hängte sich gestern am Kleiderschrank auf, um aus dem Jammertale auf Erden zu scheiden. Bevor er seine Absicht erreicht hatte, wurde er entdeckt und abgeschnitten. —* Biersteuer. Die Gemeinden sind vom Minister des Innern aufgefordert worden, ihre Biersteuerordnungen vor dem 1. April d. J. den Bestimmungen des neuen Brausteuergesetzes anzupassen. Die vorgauehmenden Aenderungen bestehen hauptsächlich darin, daß für eingeführtes, wie für am Ort hergestelltes Bier gleiche Steuersätze zu erheben sind. Die Vorlage betreffend die Gemeindebiersteuer für Dortmund wird, wie die in Essen erscheinende Rh.=W. mitteilt, den Stadtverordneten in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt. — Gefaßt. Der Kaufmannslehrling Friedr. Hachen, der seiner Firma 2100 Mark unterschlagen hatte, ist in Antwerpen gefaßt worden. Nach längerem Suchen fand man in dem Hotel, in dem er abgestiegen war, 1800 Mark unter dem Linoleum versteckt. — Schornsteinbau. Die für den Regierungsbezirk Arnsberg erlassene Polizeiverordnung über die Ausführung der Schornsteine für die Städte des Bezirks wird demnächst außer Kraft gesetzt. Es bleibt den Städten überlassen, nach Bedürfnis eine Polizeiverordnung durch besondere Bestimmungen über Schornsteine zu ergänzen. Für den Stadtbezirk Dortmund ist der Entwurf zu einer entsprechenden Polizeiverordnung bereits fertiggestellt. — Stadttheater. Wie aus dem Bureau des Stadttheaters mitgeteilt wird, geht Freitag, 25. ds. erstmalig das mit einem preußischen Staats=Schillerpreis und den Volks=Schillerpreis der beutschen Goethebünde gerrönte„Tantris der Narr“ Philharmonischer Verein. Wagner Abend. E. Dortmund. 21. Februar. Wenngleich Bruchstücke aus Wagner’schen Musikdramen meiner Ansicht nach nicht in den Konzertsaal dehören, so hatte das heutige Programm doch den Vorzug, daß es uns Gelegenheit gab, einen bedeutenden Wagnersänger in seinon Glanznummern kennen zu ernen. Für Herrn Karl Braun, der noch in letzter Stunde abgesagt hatte, trat Herr Hofopernsänger Hans Schütz vom Königl. Theater in Wiesbaden ein, und ist es für den Kritiker ein Vergnügen seltener Art, über ihn zu berichten. Hier zeigte sich deutlich, was Gesangskunst heißt. Sein umfangreicher Bariton ist in allen Registern wundervoll ausgeglichen, die Technik ist ihm nicht Selbstzweck, allem Gekünstelten ist er abhold. Wie temperamentvoll brachte er die Arie „„Die Frist ist um“ aus dier Oper„Der fliegende Holländer“, wie innig und seelenvoll, mit welchem Schmelze trug er die Arie„Blick ich umher“ und das Lied an den Abendstern aus dem Tannhäuser vor. Das Philharmonische Orchester spielte das Vorspiel zum„Parsifal“, den„Walkürenritt“ sowie MeistersingerFragmente und„Waldweben“ aus dem Musikdrama „Siegfried". Alles war bis auf die kleinsten Nüancen fein ausgearbeitet; vor allem sind die Bläser zu loben, die z. B. im Parsifal=Vorspiel von geradezu weihevoller Größe waren. Am besten gelang dem Orchester meiner Ansicht nach das„Waldweben“ aus dem „Siegfried"; das Tremolo der Streicher war von— von Ernst Hardt In Szene. Der im Jayre 1870 in Graudenz geborene Dichter ist zwar schon einige Male an die Oeffentlichkeit getreten, ohne indessen die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich zu lenken. Schon als Zwanzigjähriger erhielt er einen Novellenpreis, und zwei Jahre später wurde sein erstes Drama„Tote Zeit“ in Berlin aufgeführt. Er schrieb darauf die Dramen„Ninon de l'Enclos“ und „Kampf ums Rosenrote"; das Letztere wurde 1903 im Leipziger Schauspielhause zum erstenmale aufgeführt und fand einen starken Beifall. Hardt erwies sich in diesem Drama als ein vielversprechendes dramatisches Talent, von dem man noch viel Gutes zu erwarten habe. Diese Hoffnungen haben sich jetzt in vollem Maße erfüllt. Als die jüngste Schöpfung Hardts, das Drama„Tantris der Narr" im Januar 1908 in Köln zum erstenmal aufgeführt wurde, brachte es dem Tichter einen vollen Erfolg, der ihm auch in Berlin, Wien und allen anderen Städten, in denen es gegeben wurde, treugeblieben ist. Wir machen auf das interessante Werk dringend aufmerhsam. Ebenso weisen wir empfehlend auf das am Mittwoch zur Wiederholung gelangende Ibsen=Drama„Wenn wir Toten erwachen“ hin. In Vorbereitung befindet sich ferner Hermann Bahrs neues Lustspiel„Das Konzert“ welches augenblicklich die Runde über die deutschen Bühnen macht. Volmarstein, 22. Febr. Herr Pfarrer Fr. Arndt erstattet Bericht über die von ihm begründeten Wohltätigkeitsanstalten hierselbst. Dem 25. Jahresbericht über das evangelische Feierabendhaus„Bethanien“ entnehmen wir, daß von den 161 Pfleglingen, die in34 952 Pflegetagen verpflegt wurden, 13 starben. Es ist ein 12 Morgen großer Berg mit einem primitiven Waldbestande zur Erweiterung der liegenden Gründe erworben worden. An Plegegeldern kamen 36 286 44 Mk., an Liebesgaben und sonstigen Einnahmen 5136.26 Mark ein. Am 1. Januar waren 907,47 Mark Bestand— Das Frauenheim verpflegte nach dem 16. Jahresbericht 15 Frauen an 4000 Pflegetagen, an Pflegegeldern gingen ein 3914,64 Mark, an Liebesgaben 1631 Mark, Bestand am 1. Januar waren 7 Mark. Das vor sechs Jahren ins Leben gerufene Johanna=Helenenheim (Krüppelheim) hat bei der immer größer werdenden Zahl der Heilungsuchenden und den damit wachsenden Ausgaben“ seine Aufgaben ständig gemehrt. Im Krüppelheim wurden 114 Kinder behandelt; von 20 Entlassenen konnten 5 als geheilt, 8 als wesentlich gebessert angesehen werden, während 7 in andere Anstalten übergeführt oder den Eltern zurückgegeben wurden. Auch die Abteilung für Ortskranke und die ortlopädische Poliklinik wurden lebhaft in Anspruch genommen. An Liebesgaben kamen 48 250.56 Mark ein, Einnahmen und Ausgaben balanzieren mit 103389,46 Mark, darunter 5000 Mark Anleihe. Die Hypothekenlast der Anstalt hat sich noch nicht erheblich gemindert. Pastor Arndt wendet sich in einem Aufruf an hilfsbereite Freunde und Gönner der Anstalt um Beiträge. Es handelt sich um eine gute Sache, an der viele Liebe und Ar beit hangen und deren Förderung nur befürwortet werden darf. Bochum, 21. Febr. Gestern Abend brach im Magazingebäude der Maschinenbau=Akt.=G. Balcke u. Co. Feuer aus, wodurch das Magazin zerstört wurde. Die Feuerwehr arbeitete bis zum frühen Morgen an der Beschränkung des Feuers. Der Schaden beträgt etwa 50 bis 60000 Mark. Der Betrieb ist in keiner Weise gestört. Hagen, 21. Febr. Bei der Landtagsersatzwahl für den verstorbenen Reinhard Schmidt wurde gestern der freisinnige Kandidat August Bilstein in Altenvörde einstimmig gewählt. Die Nationalliberalen stimmten sämtlich für Bilstein. Zentrum und Sozialdemokraten enthielten sich der Wahl. Münster. 21. Febr. Ueber Oriszulagen der Lehrer im Münsterlande schreibt man dem Münsterischen Anzeiger: Durch das Gesetz sind für Lehrer und Lehrerinnen Ortszulagen vorgesehen, und zwar können sie von den Gemeinden bis 900 Mark für Lehrer nach dem Dienstalter festgesetzt werden. Im Münsterlande setzten die Gemeinden durchschnittlich 200 Mark fest, und die Gemeinden waren meistens einstimmig für diese Höhe. Jetzt hat die Königl. Regierung eine Verfügung erlassen, nach welcher, mit Ausnahme von einigen Ortschaften, überhaupt keine Ortszulagen gegeben werden sollen. Von Lehrern und Gemeinden wird diese Verfügung nicht verstanden. Die Lehrer des Westens haben doch wahrlich trotz Steigerung der Lebensmittelpreise keine Aufbesserung erfahren. Die Staatsbeamten haben überall höhere Gehälter bekommen, was doch ein Beweis ist, daß im Westen die Levensverhältnisse sich verteuert haben. Den Lehrern hat im Westen das Gesetz sogar direkten Schaden zugefügt durch Festsetzung der Mietsentschädigungen. Das Gehalt ist dasselbe geblieben und die Mietsentschädigung ist heruntergegangen. Da müssen die Lehrer, die nun soeben mit der Mietsentschädigung auskamen, jetzt wohl 100 bis 150 Mark aus ihrer Tasche zusetzen, und das nennt man Gehaltsaufbesserung. Die Lehrervereine werden heimnisvollem Zauber. Herr Musikdirektor Gworg Hüttner darf mit seltener Zufriedenheit auf dieses Konzert zurückblicken, das ihm wärmsten Beifall des zahlreichen Publikums eintrug. h. Münster, 21. Februar. Auch in Münster hat sich die Förcher=Christl bei ihrem Erscheinen am Sonntag viele Freunde erworben, die auch für den kleinsten Scherz, die kleinste humoristische Spielnuance mit dankbarem Lachen quittierten. Die Darstellerin der Titelrolle, Anny Tharau, vereinigte angenehmes Organ von gutem Klang mit hübscher Erscheinung und graziösem, routinierten Spiel. Das resolute Kind des Wiener Waldes trug durch ihr köstliches, temperamentvolles Wesen mit dem reichentwickelten Sinn für gesunden Humor viel zum Erfolge des Abends bei. Als hohen Lobes für seine gute Leistung würdig ist auch Adolf Jäger(Földessy) zu erachten; sein schöner, frischer, lyris her Tenor befähigte ihn zu müheloser Wiedergabe der Partie. Lobend sind noch zu erwähnen Fritz Feher(Kaiser Josef), Adalbert Linban(Walpers) und Riehs(Oberhofmeister). Der letztere führte gleichzeitig sehr geschickt die Regie. Kapellmeister Elsmann leitete das Orchester und brachte die schönen Melodien nut zur Geltung. setzt bei dem Minister und den Abgeordneten vorstellig werden, damit diese Verfügung zurückgenommen wird, und man den Lehrern gibt, was des Lehrers ist. Herscheid, 21. Febr. In einer vom nationalliberalen Wahlverein einberufenen Versammlung sprach der Abgeordnete Wachhorst de Wente über die Agitation des Bundes der Landwirte gegen die nationalliberale Partei und über die Notwendigkeit einer Organisation des Bauernstandes. Das Ergebnis der Versammlung war die Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Bauernbundes. Bielefeld, 21. Febr. Die Freisinnigen im Landtagswahlkreise Bielefeld=Herford haben beschlossen, für die Ersatzwahl an Stelle des verstorbenen Abg. Lorentz den Pfarrer Traub in Dortmund aufzustellen. Die Wahl Traubs ist sicher, wenn die Nationalliberalen an dem bei den Hauptwahlen abgeschlossenen Kompromiß festhalten. Die Herforder haben ihr Festhalten bereits erklärt. Die Bielefelder Nationalliberalen sollen, wie verlautet, Schwierigkeiten machen. Wir hofsen jedoch, daß die westfälische Parteileitung ihnen den Kopf zurechtsetzen und die Tragweite eines ev. Wortbruchs klar machen wird. Düsseldorf, 21. Febr. In einer von der hiesigen demokratischen Vereinigung in die städtische Tonhalle einberufenen. von etwa 800 Personen besuchten Versammlung sprach Dr. Breitscheid aus Berlin über„Die preußische Wahlrechtsvorlage— eine Verhöhnung des Volkes!“ Es wurde eine Entschließung in diesem Sinne angenommen. Wie sich nach Schluß der Versämmlung zeigte, hatten zahlreiche Sozialdemokraten die Gelegenheit benutzt, um in der städtischen Tonhalle, die ihnen sonst verschlossen ist, zu demonstrieren; sie verließen unter Absingung der Arbeitermarseillaise den Saal. Düsseldorf, 21. Febr. Wie uns die Vereins=Versicherungsbank für Deutschland, A.=G., zu Düsseldorf mitteilt, die die Versicherung auf gemeinnütziger Grundlage betreibt und vom Bundesrat als gemeinnütziges Unternehmen ausdrücklich anerkannt ist, wird die Gesellschaft für die Versicherten die Vorteile der Aktiengesellschaft mit den Vorteilen einer Gesellschaft auf Gegenseitigkeit und den Vorteilen einer Versicherung durch eine Berufsvereinigung oder Werkskasse verbinden. Die Aktionäre sind nämlich für das voll eingezahlte Aktienkapital von 3 Millionen Mark auch im günstigsten Falle auf eine Höchstverzinsung von 4 Prozent beschränkt und weitere Tantiemen an den Aufsichtsrat sind ausgeschlossen. Es haben sich der Gesellschaft chon mehr als 100 Vereinigungen und Gruppen zwecks Befriedigung des Versicherungsbedürfnisses ihrer Mitglieder angeschlossen. Meckenheim bei Bonn, 21. Febr. Bei der Urbarmachung eines Gehölzes entdeckten Arbeiter einen Seitenarm der großen römischen Wasserleitung, die aus der Eifel nach Köln geht. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer Dortmuns. Dortmund, 21. Februar. Wegen Vergehens gegen das Warenhausgesetz hatte sich der Bierverleger Dietr. Selter aus Eving vor der Strafkammer zu verantworten. Er hatte in Geschäften Flaschen der Ritterbrauerei Bier der Braueei Cappenberg gefüllt und dadurch den Glauben erweckt, es handele sich um Ritterbier. Ferner katte er Etiketten anfertigen lassen, die denjenigen der Ritterbrauerei täuschend ähnlich sahen. Der Angeschuldigte wurde wegen Vergehens gegen das Musterschutzgesetz zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. In das Reich der Dummen=Jungen=Streiche gehört eine Tat, die den jugendlichen Arbeitern Hermann und Heinrich Steinbrecher aus Lütgentortmund zur Last gelegt wurde. Sie trafen am Abend des 1:. November in den Spar= und Konsumverein Dortmund=Hamm in Bövinghausen ein und entwendeten Wurst, Seife und Wein. Von ihrer Beute hatten die Jungen keinen Genuß, sie wurden an Ort und Stelle abgesaßt. Die Strafkammer verurteilte Hermann zu 3 Monaten, Heinrich Steinbrecher zu 14 Tagen Gefängnis, beschloß aber beide auf die Liste der zu begnadigenden Personen zu setzen. Der Schlosser Friedrich Standop aus Unna befand sich im September v. J. in einer Wirtschaft in Kamen und bekam mit seinem Bruder Streit. Da dem Standop das Messer ziemlich lose in der Tasche zu sitzen scheint, griff er auch jetzt sofort zum Messer. und versetzte seinem Bruder einen Schnitt quer durchs Gesicht. Standop hatte sich heute wegen gefährlicher Körperverletzung vor der Strafkamme zu verantworten. Da der Angeklagte wenig Grund zu seinem Vorgehen hatte, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten, Da die Höhe der Strafe Fluchtverdacht rechtsertigte, wurde gegen Standop sofort ein Haftbefehl erlassen. Die Maßnahme ist für ihn unangenehm, bitter aber für seine Braut, auf die Rückkehr ihres Bräutigame in 14 Tagen Hochzeit halten wollte. a### die auf der in 14 Tagen Hochzeit halten wollte. G.##5 nichts anderes übrig bleiben, als wie die zum Ende des Jahres zu verschieben. it h# Der Kaufmann Eduard Cager in Dortmun längere Jahre als Generalagent der Firma Big., Edel, Molkerei= und Margarinefabrik in Se##hl# am hiesigen Platze tätig. Der Mann hatte geit.) Kunden auch die Gelder einzukassieren, die scheinend nie in vollem Umfange an die zi#.22 ablieferte, sodaß er schließlich mit 7000 Mare 1. Kreide saß. Gegen Sager ist Anzeige weg terschlagung erhoben, heute hatte er sich hor Strafkammer zu verantworten. Er gab zu Entschuldigung an, daß er die Firma hier sehr schwierigen Verhältnissen eingeführt er sehr viel Schmiergelder verbraucht habe ur Kunden zu erwerben und alte Kundschaft zu k.; ten, einen Teil des Geldes habe er allerdinzg seinem Interesse verwandt, weil er sich in Nat a. funden habe. Sager wurde heute wegen Un zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Wnten Handel und Verkehr. — Dortmunder Städtische Viehha Zu dem gestrigen Schlachtviehmarkt waren aufgetriehen906 Stück Großvieh, 1993 Schweine, 483 28 Schafe. Bezahlt für 100 Pfund Schlachtgewicht: 9a. sen a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerte höchstens 7 Jahre alt 78—75 Mk. d) junge nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 68—12 mi c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 60—67 Mk. d) gering genährte jeden Alters 50—99 M Bullen a) vollfleischige ausgemästete Bullen uu zu 7 Jahren 66—68 Mk. b) vollfleischige jüngr. Bullen 60—65 Mk. c) mäßig genährte jüngere und au genährte ältere 56—59 Mk. d) gering genahrte 00—00 Mk. Rinder u. Kühe a) vollfleischige ausgemästete Rinda höchsten Schlachtwertes 72—72 Mk. d) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu: Jaoren 66—70 Mk. c) ältere ausgemästet Kühe un wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder 58—65 Mk. d) mäßiggenährte Kühe und Rinder 48—57 M. Kälber a) feinste Mast=(Voll=Mast) und beste Sangkälber 53—55 Mk. b) mittlere Mast= und gu Saugkälber 48—52 Mk. c) geringe Saugkälder un ältere gering genährte(Fresser) 40—47 Mk. Schafe a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 00—00 M b) ältere Masthammel 60—5 Mk. c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 50—59 Mt. Schwein a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungn im Alter bis zu 1¼ Jahren 68 Mk., b) fleischige 64— 67 Mk. c) gering entwickelte, sowie Sauen un Eber 58—64 Mk. Tendenz: langsam. Unverkauf blieben 119 Stück Großvieh. Frankfurter Abendbörse. Kredit Deutsche Bank Darmstädter Bank D. Effekte, und Wechsler=Bank Staatsbahnen Ohio Paketfahrt 6prozentige amort. Mexikaner 5proz. 1. und 2. Tamaulias Phönix Holzverkohlung Ger. Ultramarin Badische Anilin Chem. Fabr. Griesh:: Bulgaren Diskonto Dresdener Bank Länderbank Allg. Lok. u. Straßenbahn Lombarden Berliner Handel Norddeutscher Lloyd 4prozentige Mer. Gold Laura Harpener Luremburger Kleyer Rhn.=Westf. Kalkwerke Frankfurter Hof Tendenz: Gut behauptet 211,80 257,50 137,30 107.25 161,90 115.35 138.25 101,80 100,80 219.25 218.00 156.60 433.50 235,00 101,30 196,30 165,65 127,50 15 3,25 2 180,40 105.00 96.50 185.25 205.25 216,50 379,25 159,20 114,00 Der Damenimitator auf S. u. H. Köln, 20. Februgk. Eine sonderbare Auffassung von seinem Ven als Tamenimitator hat der nebenbei als Kellst. tätige Ernst Mittendorf bekundet, der schon wieder holt die hiesigen Gerichte beschäftigt hat. handelte es sich darum, duß der Angeklagte in kort barer Tamentoilette wie Hauptstraße der Star„ sicher machte und dabei nicht ganz einwandfteie kanntschaften mit Herren zu michen suchte.# Bekanntschaften sollen, wie die Anklage annimmt, Vom Arzt 5* -Fraen Garungee Bei Störungen der### Dei Storungen=„ kulation gebrauchen 3i 9* g inialion gebrnaue:„ = nur noch die „Krauenwenlegu nt bewährt und empto ständig unschädlich. v — ständig unschadlich. S 3.50, extra statl uu# gegen Nachnahme. beziehen durch Klappezbugt a. S. Gr Ug HypothekenKapital. Zur 1. evem. auch an eh owie Baugelder neeg wünschten Höhe per so später ausiuleihen.— sind zu richten an die... Verimunder Gredibes Gortmund.— selt 20 Jahren empfohlen, wird Kathreiners Malzkaffee. Für Kinder, Herzleidende, Nervöse, für alle, die früh und nachmittags etwas Gesundes trinken wollen, hat Kathreiners Malzkaffee sich als bestes Getränk bewährt. Dabel ist er unerreicht an aromatischem Wohlgeschmack und Preiswürdigkeit. Ein viertel Paket= 20 Tassen koster nur 10 Pig. Verlangen Sie ausdrücklich Kathreinere Malzkaffeel Ee gibt Nachahmungen! Zwecken ausge Mchtier gochen war mard (Postcoullsul i Stich gast verurteilt worde I Lshzegriffen worden Oekrug groben u. erdir der Haftstrafe ou siel aber sofort u che verurteilte ihn w Purtell hatte Mittend ton der Straftamm, slagte war wieder i. # einer Perrücke Gericht ließ sich beis ben eines medizinische erklärte, daß der An ersta set aber doch ni Finnten. Leute wie Gefahr für die öffen aüle der Großstadt, sok lich das Handwerk g halle; 21. Febr. D beute Nacht nach 12st1 — auf der dänischen In Halle, 21. Febr.: Bau eines neuen Pa Der Ballon ist für d immt. Liter ür Mr. 4 00 franco uf das Keseversandhaus“ Ein Jubilar— i erer Redaktion heute sei hoste Nummer der allbe Humor und Kunst„Me hläumsnummer in prachk Ausgabe gelangt ist. hat im Verein mi (3. F. Schreiber dieser Nummer ein 2 lassen. Den Reigen er Leo Kainradl, einen dem Rahmen all die Typ dem Liebespaar bis 3 Augen führt, die ind den bekannten aktuelle pelungener, nie verletz Auf der zweiten SKünstlerschar des Witzl näten vor. Weiter fol Osten Nummer in bildlic en Festgedicht von P aendorfer=ABC reiht issene lustige Humores n eine Redaktionssitzu Den Glanzpunkt aber! ein Regimentsball i noch einem Original r Bluhm. Darauf folge ne Reihe humorvoller vielfachem Farbendru# dem Inhalt in Poes eie Ueberraschung für ie 10000ste Nummer Lergnügen machen wi mer, die für nur 30 u haben ist, aufmerk Freunden von Humor p#o Vierteljahr nu vie billige Zeitschri Am diese in allen verbreitete Zeitschr düngig zu machen, h aln ab 1. 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Schweine und deren Kreuzungn 8 Mk., b) fleischige sowie Sauen und ngsam. Unverkauft hörse. 211.80 257,50 137.30 Bank 107.25 161,90 115.35 138.25 er 101,80 lias 100,80 219.25 218.00 156.60 433.50 235,00 101,30 196,30 165,65 127,50 hn 158,25 22.60 180,40 105,00 96.50 185.25 205.25 216,50 379,25 159,20 114,00 aupfet. auf Abwegen. I. Köln. 20. Februak. a von seinem Ven ebenbei als Kellnet et, der schon wajäftigt hat. r Angeklagte in on# straße der Stadt## inz einwandfreie. Es nichen suchte. Tiest Anklage annimmt, #en ausgeventer worden sein. Erst minmew aachen war der Angeklagte zu sechs Woreiliett v#rurteilt worden, weil er in TamenkleiLu Hast veze,, worden war, worin das Gericht rn 9###zur groben Unfug erblickt hatte. Nach erdinss, zer Haftstrafe begann er das Spiel von rbübriug, aher sofort wieder und zwar gleich in wen,„ Ie: der Polizei in die Hände. Das Schöfbei Wllesepurteilte ihn wiederum zu der gesetzuich zuvon je 6 Wochen Hast. Gegen lige“. Ta patte Mittendorf Berufung eingelegt, die ##s brt#r Strafkammer verworfen wurde. Der r 5%, war wieder in eleganter Tamentoilette P#llss“ iner Perrücke auf dem Kopf erschienen. ### w“, D tieß sich bei seinem Urteil von dem Gut###rtiugg medizinischen Sachverständigen leiten, ##sgärte, daß der Angeklagte zwar geistig minee fec aber doch nicht in dem Sinne, daß die rieazschließungsgründe des Paragr. 51 Platz greilsugten. Leute wie der Angeklagte bedeuteten (gesahr für die öffentliche Sicherheit und SittEi der Großstadt, sodaß solchen Elementen orsich das Handwerk gelegt werden müßte. Sport. galle, 21. Febr. Der Ballon„Bitterfeld“ lanNacht nach 12stündiger Fahrt mit drei Inauf der dänischen Insel Laaland. ##alle, 21. Febr. In Bitterfeld hat man mit Bau eines neuen Parsevalbalkons Nr. 8 begonder Ballon ist für die Brüsseler Weltausstellung Kimmt. Literatur. Ein Jubilar— in buntem Talar macht Redaktion heute seine Aufwartung. Es ist die herer ste Nummer der allbeliebten Münchner Zeitschrift Humor und Kunst„Meggendorfer Blätter“, die als üäumsnummer in prachtvoller Ausstattung soeben Ausgabe gelangt ist. Wir sagen es gleich, die Rein hat im Verein mit dem rühmlichst bekannten aa(J. F. Schreiber in Eslingen und München) dieser Nummer ein Merkmal deutscher Buchkunst sassen. Den Reigen eröfnet ein buntes Vollbild Leo Kainradl, einen Schalk darstellend, der in dlem Rahmen all die Typen vom Leutnant, dem Backdem Liebespaar bis zum kranken Alkoholiker usw. Augen führt, die in dem trefflichen Witzblatt neden bekannten aktuellen Witzen und Gedichten in gelungener, nie verletzender Weise ironisiert werAuf der zweiten Seite stellt sich uns die stattKünstlerschar des Witzblattes in gelungenen Selbststräten vor. Weiter folgt der Jubiläumsfestzug der Osten Nummer in bildlicher Darstellung von M. Ade en Festgedicht von Peter Sirius. Ein originelles Den Glanzpunkt aber bildet ein doppelseitiges Volld ein Regimentsball in meisterhaftem Vierfarbennach einem Original des hochgeschätzten Meisters r Bluhm. Darauf folgen in bunter Abwechslung eine Reihe humorvoller Illustrationen in Schwarz= vielfachem Farbendruck untermengt mit launigem dem Inhalt in Poesie und Prosa und als beere Ueberraschung für den Leser eine Vorausschau die 10000ste Nummer der Meggendorfer=Blätter. #Vergnügen machen wir unsere Leser auf die Festmer, die für nur 30 Pfg. in allen Buchhandlunu haben ist, aufmerksam, so wie wir überhaupt Freunden von Humor und Kunst ein Abonnement rus pro Vierteljahr nur 3 Mark) auf diese ebenso ne vie billige Zeitschrift wärmstens empfehlen kön- Un diese in allen Erdteilen, wo immer Deutsche m verbreitete Zeitschrift noch immer weiteren Kreimingig zu machen, hat sich der Verlag entschlosala ab 1. April d. I, neu hinzutretenden Jahbllomenten diese prachtvoll ausgestattetete Jubiund alle bis April noch erscheinenden Nummern dos u liefern.(Interessenten belieben sich in dieSache direkt an den Verlag oder an ihre BuchAung zu wenden). ppothekenKapstal, I. evem. auch an. Baugelder a. dien Höde, Der De Gschitg ausiuleihen.— auss zu richten an die. ertmander Grediban Dortmund. 1 In dieser Woche: Enorm billige Angebote für die onkirmation und andere Artikel. 344 „... Es kommen zum Verkauf: . 3000 Mtr. schwarze Kleiderstotte #unter die feinsten Stoffe, wie Tuchsatin, Cachemier, Rohaire, Popeline usw weit unter Preis. i gosser Posten weisse Kleiderstoffe earunter Stoffe per Meter von 58 Pfg. an. F. Sämtliche 7Thjahrsneuheiten in Kleiderstoffen sind in großter Auswahl eingetroffen. Große Gelegenheitsposten schwarze Seidenstoffe Glusen und Kleider staunenswert billig. „Stauneurregend billigee Angebote! 000 eter ganz schwere 140 Etm breite Cheviots fur Knabenanzüge und Kostümkleider 2.30 u. 2.65 Mk. 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Der Frau Gräsin Udo zu Stolberg=Wernigerode sind weiter folgende Telegramme zugegangen:„Tief erschüttert durch die Trauerkunde vom Tode Ihres Herrn Gemahls sprechen meine Frau und ich Ihnen unsere wärmste Teilnahme aus. Gott tröste Sie und Ihre Kinder. Reich und Staat verlieren in dem Heimgegangenen einen hochverdienten, treuen Mann. v. Bethmann Hollweg.“—„Namens des Herrenhauses wie im eigenen Namen bitte ich Eure Exzellenz, den Ausdruck aufrichtigster Teilnahme anläßlich des Heimgangs Ihres hochverehrten und hochverdienten Herrn Gemahls entgegenzunehmen. Möge Gott in seiner Gnade Sie trösten in banger Trauerstunde. Manteuffel, Präsid== des Herrenhauses.“ Berlin, 21. Febr. Der Seniorenkonvent des Reichstags trat heute mittag zu einer Besprechung der durch das Hinscheiden des Ersten Präsidenten geschaffenen Lage zusammen. Es wurde beschlossen, heute und morgen die Sitzungen des Plenums und der Kommissionen ausfallen zu lassen. Am Mittwoch werden das Plenum und die Kommissionen die Arbeiten wieder aufnehmen. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten, die am Donnerstag nachmittag 1 Uhr in Dönhoffstädt stattfindet, entsendet der Reichstag eine Deputation von 20 Mitgliedern, die von den Fraktionen gewählt werden. Zu der Trauerfeier in der Dreifaltigkeitskirche werden für die Reichstagsmitglieder Plätze reserviert werden.— Die Ersatzwahl für den Ersten Präsidenten ist auf Dienstag der nächsten Woche festgesetzt worden. Der neue Gesandte in Madrid. Berlin, 21. Febr. Zum Nachfolger des Grafen v. Tattenbach als Botschafter in Madrid ist der Gesandte in Lissabon Prinz Max zu Ratibor=Corvev aus. ersehen, —. Die Stimmung in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 21. Febr. Die sozialdemokratische Parteileitung erläßt einen Aufruf an die Arbeiter und die Bürgerschaft, am Mittwoch um 4 Uhr zu Demonstrationszwecken in allen Betrieben die Arbeit einzustellen und in geschlossenen Massen zu den großen Versammlungen zu ziehen. Frankfurt a. M., 21. Febr. In der letzten Nacht ist in der Außenstadt in zwei Fällen auf Schutzleute, die sich auf ihrem Dienstgang befanden, scharf gechoffen worden unter dem Zuruf:„Weg von der Straße, ihr Hunde, die Straße gehört uns!“ Frankfurt a. M., 22. Febr. Am Mittwoch nachmittag sollen hier neun große ProtestversammJungen gegen die Wahlrechtsvorlage stattfinden. Die bürgerlichen Blätter erklären sich sympathisch für diesen Plan. Aufsehen erregt die Meldung, daß für diesen Tag 100 Kriminalbeamte aus Berlin aach Frankfurt kommen sollen Konfliktsstimmung in Sachsen? Dresden, 21. Febr. Die innerpolitische Lage in Sachsen ist schwierig geworden. Die Regierung äußerte zwar wiederholt, sie wolle mit den Nationalliberalen arbeiten, praktisch zeigt sie jedoch kein Entgegenkommen und lehnte ihre wesentlichsten Forderungen, namentlich auch bei der Reform der Ersten Kammer, ab. Diese Haltung der Regierung bleibt nicht ohne Einfluß auf den Gang der Kammerarbeit. Die nationalliberale Fraktion ist äußerst verkimmt, die Regierungstaktik drängt sie nach links. Die Verstimmung geht so tief, daß die gesamte Fraktion bereit ist, die Etatkapitel über Gesandt. schaften und Ordenskanzlei, die im Lande ohnebin viel Widerstand finden. abzulehnen. W Damit wurden diese Etatkapiter fallen und der uffene Konflikt würde gegeben sein. Die Regierung wird in diesen Punkten niemals nachgeben, die Lage könnte sich also bis zur Auflösung der Zweiten Kammer zuspitzen. Der gesamte Liberalismus sähe einer Auflösung der Kammer ruhig entgegen; denn die Stimmung im Lande ist ihm günstig und die Ablehnung jener Etatkapitel die vortrefflichste Wahlparole. Rücktritt des Freiherrn Marschall v. Bieberstein? Paris, 21. Febr. Der Korrespondent des„Echo de Paris“ in Konstantinopel will aus angeblich diplomatischer Quelle erfahren haben, daß der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr Marschall von Bieberstein, demnächst zuruatreten werde. Als sein Nachfolger sei Herr v. KiderlenWächter ausersehen, der Freiherrn v. Marschall in Konstantinovel bereits vertreten hat. Ueberführung Abdul Hamids nach Konstantinopel? Saloniki, 21. Febr. Der Zustand Abdul Hamids hat sich verschlimmert. Der Exsultau ist samt seinem Harem heute früh nach Konstantinopel übergeführt worden. Saloniki. 21. Febr. Nicht Abdul Hamid selbst, sondern seine beiden Söhne und ein großer Teil seines Harems sind unter Beobachtung der größten Heimlichkeit nach Konstantinopel gebracht worden. Der Zustand Abdul Hamidsikernst. Die Krisis in Griechenland. Atben, 21. Febr. Während Prinz Nikolaus heute hier erwartet wird, hat der Kronprinz die Weiterreise in Brindist unterbrochen. An amtlicher Stelle wird erklärt, daß die Unterbrechung der Reise des Kronprinzen keineswegs als beunruhigendes Swuptom aufzufassen sei. Die Lage sei normal und werde sich unzweifelhaft eine Mehrheit für die Einberufung der Nationalversammlung zum Zwecke der Verfassungsänderung finden. Athen, 22. Febr. Die Rückkehr des Kronprinzen ist endgültig um fünfzehn bis zwanzig Tage verschoben worden. Der ägyptische Ministerpräsident+. Kairo, 81. Febr. Ministerpräsident Butros, gegen den gestern ein Attentat verübt wurde, ist heute früh an den erlittenen Verletzungen gestorben, Krieg zwischen Bulgarien und der Türkei in Sicht. Paris. 22. Febr. Dem Newyorker Herald wurde ein Brief eines bulgarischen Offiziers in Dubnitza an einem österreichischen Offizier übermittelt. Nach diesem Briefe liegen 40000 bugarische Sodaten in Dubnttza und Küstendil, drei Stunden von der türkischen Grenze entfernt, die schwere Feldgeschütze besitzen. Ein Generalstabsbureau ist in Dubnitza eingerichtet worden, das mit dem Kriegsministerium in Sofia in stetiger Verbindung steht. Zahlreiche bulgarischen Familien angehörige junge Männer sind bei ihren Reatmentern eingetroffen. Die Einberufung der Truppen hat unter der gesamten Bevölkerung lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Der Bahnverkehr ist für gewöhnliche Reisende eingestellt, ausgenommen für die, welche besondere Passierscheine besitzen. Die Bahnlinien sind lediglich für strategische Zwecke reserviert. Es scheint, daß der Ausbruch eines Krieges unvermeidlich ist. Die englische Thronrede. London, 21. Febr. Anläßlich der heutigen öffnung des Parlaments verlas der König folgende Vorzüge Reusse's Teinstei zarter Geschmack Süssrahm-TafelMargarine Aroma Tahraur jahrein bek. gleichSaut dus mäßig gute Liefer. Ersatz für frische gute Butter 82 Pf. Feinster Preis Alleiniger Verkauf: Spezial-Geschäft Reusse’s Pflanzenbutter (Margarine) Sonderqualität für Vegetarianer 90 Pf. Diese Ware ist nur aus feinstem reinen Cocosfett und Mandelmilch hergestellt, muß aber, weil bei ihrer grossen Butter-Aehnlichkeit eine Verwechslung mit frischer Süssrahmbutter allzuleicht möglich ist, den Namen Margarine führen. 842 Gustav Reusse bek. Verkaufsstellen. Modes. Suche per sofort noch zwei durchaus tüchtige 1. Arbeiterinnen. 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Ich werde meinen Sohn, den Prinzen von Wales beauftragen, im Heibst eine umfassende Reise nach sämtlichen südafrikanischen Kolonien zu unternehnen, um im meinen Namen die erste Tagung des südafrikanischen Parlaments zu eröffnen und auch in meinem Namen und in dem des Kaiserreichs diesem Parlament unsere Wünsche für die Ausdehnung und das Wohlergehen der Bevölkerung zu übermitteln. Das Budget für das nächste Rechnungsjahr wird rechtzeitig eingebracht werden. Das Budget ist verfaßt worden mit Rücksicht aus die notwendigen Ersparnisse. Die Bedürfnisse der natuinalen Verteidigung des Reiches und speziell der Marine haben bedeutend mehr Ausgaben veranlaßt. Standesamts-Nachrichten. Dortmund 1. Vom 21. Februar. Geburten: Ein Sohn: Eisenwerkarb. Kohlstädt, Annenstr. 23. Eisenbahnschaffner Paquet, Lessingstraße 8. Wirt Hesse, Markischestr. 71a. Eine Tochter: Schlosser Bomheuer, Leopoldstr. 74. Eisenwerkarb. Weszka, Kesselstr. 61. Bautechniker Tunisch, Schützenstr. 80. Bergmann Mroß, Schillerstraße 5. Plattierungsmeister Bode, Stauffenstr. 22, Telegraphenassistent Fiedler, Vinckeplatz 5. Betriebsingenieur Kaiser, Friedrichstr. 47. Tachdeckermeister Freund, Kurzestr. 28. Sterbefälle: Witwe Elisabeth Culer: Johannesstr. 28, 76 J. Martha Kujawa, Scharnhorst= straße 41a, 3 M. Anna Kubrowski, Amalienstr. 3, 5 M. Johanna Lönne, Königswall 50, 3 J. Dortmund 2. Vom 21. Februar Geburken: Ein Sohn: Bauarb. Olschewski Alsenstr. 52. Schneider Wegener, Schüchtermannstr 35. Schneider Wegener, Schüchtermannstr. 35. Zinkhüttenarbeiter Berndt, Kirchdernerstr. 113. Reparaturhauer Neuhaus, Düsseldorferstr. 14. Eine Tochter: Koksarb. Nadoling, Robertstr. 25. Hammerführer Albrecht, Kamenerstr. 24. Postbote Brünger, Bornstr. 92. Aufsichtsbeamter Goldschmidt, Märkischestr. 244. Bauarb. Markiewicz, Tüppelstr, 29. Sterbefälle: Ehefrau Wilhelmine Wortmann, Düppelstraße 32, 52 J. Hedwig Gotzek, Enschederstraße 8, 9 J. Ehefrau Rosa Bitter, Andreasstraße 6, 75 J. Anna König, Kirchdernerstr. 115. 5 M. Erdarbeiter F. Szumelowski, Nordstr. 37, 54 I. Werkmeister a. D. Johann Lausmann, Priorstraße 3, 69 J. Elektrotechniker H. Rieke, Oesterholzstraße 103, 17 J. Hütteninvalide W. Eickhoff, Papengarten 10, 74 J. Große Eisenbau=Anstalt sucht für ihre Abteilung Wagenbau einen tücht. und zuverlässigen Schwbeisser zum baldigen Eintritt. Off. mit Lohnangabe unter W. 1940 sind an die Annoncen= Expedition von D. Frenz in Mainz zu richten. Kernmacher sucht Metallgießerei. Gustav Lüsebrink. Hagen i. W. Langestr. 8. Owymvia=Theater. Die Güte der Vorstellungen ist es einzig und allein, worauf der Ruf des Olympia=Theaters beruht. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Direktion stets die hervorragendsten Novitäten aller Länder engagiert und ist der beste Beweis wieder durch den diesmaligen Spielvlan erbracht. Die Matadore der Luft, Les 5 Alex! Die Londoner Sensation Globe of Lise! Belonis Kakadus als Kunstradfahrer! H. Strebel, der bekinnte Humorist! Ein Souper bei Madame Yvette, Pantomime in 2 Bildern! The Finleys Reckflugakt und die übrigen Novitäten bilden einen Spielplan, wie er sonst nur in Weltstädten zu sehen ist und raten wir allen unseren Lesern, welche sich einen genußreichen Abend bereiten wollen, in's Olympia=Theater zu gehen. K Bekanntmachung. ... Die Königliche Ersatzkommission für den Stadtkreis Dortmund tritt zur Musterung der Militärpflichtigen hiesiger Stadt in diesem Jahre am 21. 22. 23. 24. 25. 26. 28. Februar, 1. 2. 8. 4. ö. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 29. 30. 31. März, 1. 2. 5. 6. 7. 8, und 9. April, vormittags von 8½ Uhr im Saale des Reinoldushofes, Wißstraße Nr. 17 zusammen. Die zur Gestellung verpflichteten Militä pflichtigen haben sich sauber gewaschen und in reinlicher Kleidung bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe zur Musterung pünktlich einzufinden und ihre früher erhaltenen Losuas= scheine mitzubringen. Jede Störung der Ruhe und Ordnung während des Musterungsgeschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk oder mit entsprechender Freiheitsstrafe geahndet. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen Militärpflichtigen, welcher im Musterungstermite ohne Erlaubnis der Ersatz=Kommission sich von dem angewiesenen Sammelplatz entfernt. Auch ist das Mitbrinzen von Stöcken und Messern in das Musterungslokal strenz untersagt. Bei der Losung, die am 9. April, von Vormittags 8½ Uhr stattfiudet und nur unter der jüngsten Altersklasse d. i. unter den im Jahre 1890 geborenen Militär pflichtigen, und den etwa in früheren Jahren Ueberge an genen, ist das persönliche Erscheinen der Militärpflichtiger nicht erforderlich, weil für die Nichterschienenen vor einem Mitgliede der Ersatzkomission gelost wird. Die Beurteilung der angebrachten Reklamatione erfolgt erst nach Beendigung des Musterungsgeschäfts und zwar vom 5. bis 8. April. Bezüglich der Ressamationen bemerken wir noch, daß nach den geltenden Bestimmungen diejenigen Familienmitglieder, auf deren E.werbs= und bezw, Aussichtsfähigreit es bei der Beurteilung arkommt, sowohl vor der Ersotz- als auch vor der Ober-E satzKommission persönlich erscheinen müssen. Die Beireffenden haben den Nachteil, der ihnen aus der Nichtbefolgung dieser Vorschrift erwächst, sich selbst beizumessen. Die Klassisikation der Reservisten, Landwehrleute und Ersatzreservisten findet am 9. April, Vormittags noch Beendigung der Losung statt. Königl. Landratsamt des Stadttreises Dortmund. Schmiedi Mass-Anzüge Herren- Anzüge, Paletets, Hosen nach Mass liefert elegant, schnell, billig 611: H. Liebreich, Bheinischestr. 95. Lager in Grbeilshemden, Hosen, Joppen etc. Trauerfe Aus Anlaß des Ab Gen Selsbalgesbhche Schäundes wehen die Hentenstuhl ist in Flor un Bubeiratstisch Z#lweg, die Staatssekt Krätte, Dernburg, We # Rheinbaben, Besele Heeringen, v. Mo Lvolmächtigter Graf Gebsattel und ande Vizepräsident Dr. 6 115 Uhr ohne Glockent Resucher der Tribünen, Vizepräsident Dr. Präsidentensitzes und herren! Ich habe dem Kitteilung zu machen. den kurzen Nachrichten Befinden unseres Präs Unerwartet und tieferse kossen, daß unser Präs Sraf zu Stolberg=Wer nachtet bis zur Weihr sdenten verwaltet hatt äber Leben und Tod he tinem zeitlichen Wirk ansten Male hat der T Präsidenten mitten aenommen. Auf den Frankreichs hat der E dem deutschen Volke des niritten. Bei König In Liebe zu Kaiser und list er im öffentlichen L mit der gleichen Begeist und Größe des Vaterl Voles Wohl und He Reichstag vertrat er zu Jchannisburg. In fo Im unserem Hause hal ur die Aufgaben des Seinnung und Uner statzen gelernt. Sein burde der Reichstag da Usdenten nöhlte, gerech der Anerkennung gezol en Gelöbnis mit sleit, mit Sachkunde ##und unter seinem ##lusse gefaßt, die für m weittragender Bei An wie der gräfliche mucht einmal seine #l der Wert des 2 ##ine Länge bestimmt, ##fu die Mühen, Arbforbene unserem Hau #widmet hat, wird ihn ne ein dankbares A Vemeßlichen Verlust, solbergsche Familie Veejühlten innigen Ani #wird dazu beitragen, ##hobe Haus bitte ich, fin Stolberg und ###inahme zum Ausd wderspricht, so nehm Vereilt ist. Reichskanzler v. 2 Lrlust, den der Reich #enten erlitten hat, #ezierungen schmerz #aier und der Bun #eichstage in der W er Verstorbene um . Die Pflichten ##alt seines Lebens ##n terndeutschen M ###ebe, nicht nur im Fernsprecher Nr. 5o und S1 Anzug, Paletot, Alster-Hosen- u. Desten Stoffen. Besuch des Zuschneiders auf Wunsch. Stoffproben postfrei Die Anfertigung erfolgt auf eigenen Verkstätten unter Leitung erster Zuschneider Stadttheater Dienstags, den 22. Februar 1910 Außer Abonnement, Jahreskarten gültig. ½—10¼. Ermäßigte Preise Ein Herbstmanöver. Operette von Kälman. Mittwoch, 23. Februar 1910. C. 37. 7½-9¾. Schauspielpr. feiern die glänzenden Novitäten, u. Es liegt in der Natur der Sache, daß speziell bei der Anschaffung des Konfirmanden-Anzuges auf eleganten guten Stoff, auf feinste Verarbeitung und auf tadellosen Sitz besonders geachtet wird. Ihnen diese Vorzüge zu bieten, und Sie wirklich auf das beste und preiswürdigste zu bedienen, ist in erster Linie mein Spezialgeschäft in der Lage. Seien Sie versichert, daß ich Ihnen die größte Auswahl biete, sowohl in guten schwarzen Qualitäten, als auch in vorzüglichen dunkelblauen Anzügen. Wir Voremerwucln Dramatischer Epilogy. Ibsen Freitag, 25. Februar 1910 abends 8½ Uhr im großen Saale des Reinoldushofes 340 Mittwoch, d. 23. Februar, as 8½ Uhr, in der Kochschule,## randweg 15. 30 Vortrag „Die polltische Lage nach der Reichstinanzreform.“ Redner: Reichstagsabgeordneter Domänenpächter Fegter. Nach dem Vortrag: Freie Diskussion. Zu zahlreichen Besuche ladet ein die Ortsvereine der Freisinnigen Golkspartei und der Freisinnigen vereisigung Justizrat Doepner. Prof. Ernst Meyer. Waggonladung! verrn Redalt. Sonnemann Das Einigungsprogrann ir linksliberalen Parteien. — Gäste illkammen aus soliden Stoffen in tadelloser Verarbeitung Mk. 10.—, 12.—, 13.—, 14.—, 15.—, 16.—, aus ganz vorzüglichen Qualitäten, prima Roßhaarverarbeitung Mk. 16.„17.—, 18.—, 20.—,22.—,23.—,24.—, aus allerbesten Stoffen in der feinsten Verarbeitung Mk. 24.—,25.—, 27.—, 30.—, 33.—. bis 48.—, Auswahl unter einigen Tausenden! Aelteste Berliner Ledermebelfabrik liefert gegen bat sowie gegen monatlichen Ratenzahlungen Ledersestl und Lederstühle. Vertreie ist in Kürze hier anwesent Gefl. Offerten erbitte durch die Expedition. 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Der Bebauungsplan Nr. 4 Bl. 7 wird hinsichtlich der in brauner Farbe dargestellten Fluchtlinien für di Westfaliastraße vom Sunderweg bis zur Königsberge.straße in 15 Mtr. Breite, gegen welche Festsetzung Einwendungen nicht erhoben sind, hiermit gemäß§ 8 des Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 förmlich festgestellt Der hiernach festgestellte Plan liegt nochmals 14 Tage lang vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an, zu Jedermanns Einsicht im Tiefbauamt kleppingstraße 27, Zimmer Nr. 247 aus. Dortmund, den 19. Februar 1910. Magistrat. Straßensperrung. Die Walzwerkstraße wird wegen Tieferlegungsarbeite in der Nähe der Unionstraße vom 23. d. Mts. ab bi auf Weiteres für den durchgehenden Fuhrwerksverkehr gesperrt. Dortmund, den 21. Februar 1910. Polizeiverwaltung. in reicher Auswahl se preiswert. Reparaturen und Neubeziehen billig und exakt. schön ist ein zartes, reines Gesicht, mit rosigem, jugendfrisch. sehen. Alles dies erzeugt: von Bergmann& Co. 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Nachmittags 4½ Uhr im hiesigen Rathause anberaumten konstiluerenden Versammlung des Vereins für Säuglingsfürsorge u der Provinz Westsalen. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über die Sotzungen, 2. Wahlen für den Verwaltungsrat. Namens des Arbeitsausschusses der Vorsitzende von Hartmans. Regierungnpräsident a. D. erberstraße 1-J. Rheiaischestraße 10. Fernruf Nr. 217. 86 Nusblette wenden sich stimmter Vorgäng trauensv. an Fr. Hamm(Wests.), Geld-Darlehen deneäc:: zahlung, gerichtl. nachgewiesen reell, Selbsigeber Diesner Berlin 31. Belle=Alliancestr. 67. Rückporto. 5648 inkschr. 5 Pfund 46 Pfennig aus heute eintreffen. den WaggonStel dttheater gs, den 22. Februar 1910 Ber Abonnement, reskarten gültig. ¼. Ermäßigte Preise Herbstmanöver. rette von Kälman. ch. 23. Februar 1910 ½-9¾. Schauspielpr. tischer Epilogy. Ibsen der liberalen Fram h, d. 23. Februar, al r, in der Kochschule, 1b randweg 15. 30 Ortrag des Redalt. Sonnemann inigungsprogramn in sliberalen Parteien. steiIlkammen e Berliner Ledermörik liefert gegen bat gegen monatlichen zahlungen Ledersessel ederstühle. Vertreter Kürze hier anwesend Offerten erbitte ic die Expedition. 30 agende Stute ) 5 j ä h r i g, z u v e r k a u s e t, uch Tausch chlingmann, ASNNTRE Chirme eicher Auswahl schr preiswert. eparaturen und Neubeziehen billi- und exakt. ickmann str. 21. Fornru 990. Dienstag, den 22. Februar 1910. Zweites Blatt. Dortmunder Tagebsatt. Nr. 44. 27. Jahrgang. sie Trauerfeier des Reichstages. Berlin, 21. Februar. Jus Anlaß des Ablebens des Präsidenten, Graf Aulberg=Wernigerode, trägt das Haus Trauerschmuck. Sm Präsidialgebäude und von den Ecktürmen des wehen die Flaggen halbstock. Der Präist in Flor gehüllt, ebenso die PräsidentenBundesratstische Reichskanzler v. Bethmann Frute. Dernburg, Wermuth, v. Lisco, die Minister : Rheinbaben, Beseler, v. Breitenbach, v. Sydow, ; Heeringen, v. Moltke, Bayerischer Bundesrats#rolmächtigter Graf v. Lerchenfeld, Generalmajor a Gebsattel und andere. gizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1715 Uhr ohne Glockenton. Alle Anwesenden, auch die gesucher der Tribünen, erheben sich von ihren Sitzen. gizepräsident Dr. Spahn tritt zur Rechten des Bräsidentensitzes und hält folgende Ansprache: Meine kerren! Ich habe dem hohen Hause eine schmerzliche Kiteilung zu machen. Mit bangem Zagen sind wir den kurzen Nachrichten gefolgt, die seit Wochen über das Beinden unseres Präsidenten zu uns gekommen sind. unerwartet und tieserschüttert hat uns die Nachricht gegosen, daß unser Präsidentensitz verwaist ist. Dr. Udo Liaf zu Stolberg=Wernigerode, der von allen hochgaachtet bis zur Weihnachtspause das Amt des Präcenten verwaltet hatte, lebt nicht mehr. Der Herr über Leben und Tod hat am Samstag abend 6,30 Uhr sinem zeitlichen Wirken die Grenze gezogen. Zum nien Male hat der Tod dem hohen Hause seinen Präsidenten mitten aus seiner Tätigkeit hinweganommen. Auf den Schlachtfeldern Böhmens und zrankreichs hat der Entschlafene in blutigem Ringen dem deutschen Volke des neuen Reiches Herrlichkeit miterinitten. Bei Königgrätz lag er schwer verwundet. In Liebe zu Kaiser und Reich, in der Fülle seiner Kraft it er im öffentlichen Leben wie im Verwaltungsdienst ui der gleichen Begeisterung wie draußen für die Ehre und Größe des Vaterlandes, im Innern für unseres Loltes Wohl und Heil erfolgreich eingetreten. Im Reichstag vertrat er zuletzt den Wahlkreis Oletzko=Lyck= Jehannisburg. In fast dreißigjähriger Zugehörigkeit In unserem Hause haben wir in gemeinsamer Arbeit fur die Aufgaben des Reichstages die edelmännische Feinnung und Unerschrockenheit des Verstorbenen schätzen gelernt. Seinen persönlichen Eigenschaften wurde der Reichstag dadurch, daß er ihn zu seinem Präsdenten nöhlte, gerecht und hat ihm damit den Tribut #er Anerkennung gezollt. Seines Amtes hat er getreu einem Gelöbnis mit Liebenswürdigkeit und Unparteischleit, mit Sachkunde und Geschäftskenntnis gewaltet, lund unter seinem Präsidium hat der Reichstag Bechlüsse gefaßt, die für die Geschicke des deutschen Volkes i weittragender Bedeutung sind. Der Tod hat ihn n wie der gräflichen Familie zu früh entrissen; er mucht einmal seinen siebzigsten Geburtstag erreicht. #der Wert des Menschenlebens wird nicht durch ##ine Länge bestimmt, gute Arbeit gibt herrlichen Lohn. für die Mühen, Arbeiten und Sorgen, die der Verfordene unserem Hause und dem deutschen Volke gewidnet hat, wird ihm mit uns das deutsche Volk in Ireue ein dankbares Andenken bewahren. An dem uneimeßlichen Verlust, den durch den Tod die gräflich Stolbergsche Familie erlitten hat, nehmen wir tieferühlten innigen Anteil; unsere aufrichtige Teilnahme pid dazu beitragen, ihren Schmerz zu lindern. Das hohe Haus bitte ich, mich zu ermächtigen, der Frau Gräsin Stolberg und der gräflichen Familie unsere Ankilnahme zum Ausdruck zu bringen. Da niemand widerspricht, so nehme ich an, daß diese Ermächtigung erteilt ist. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Der schwere Lerlust, den der Reichstag durch den Tod seines Präsienten erlitten hat, wird von den Verbündeten zchierungen schmerzlich empfunden. Der deutsche und der Bundesrat fühlen sich eins mit dem teichstage in der Würdigung der Verdienste, die sich leer Verstorbene um das Wohl des Reiches erworben #. Die Pflichten seines hohen Amtes waren der kontalt seines Lebens, und ihre treue Erfüllung sichert kerndeutschen Manne Achtung, Dankbarkeit und griche, nicht nur im Reichstags, sondern bei allen, die Staatssekretäre v. Delbrück, v. Tirpitz, Auf der Brautschau. Humoristischer Roman von Felix Brenta. 15 Von einem Gang für Herrn Raupach kannst Du einer halben Stunde zurück sein,“ erklärte sie.„Und i ist die Haustür noch offen. Aber Du willst Dich den Schnapsbuden herumtreiben und Deine arme Frau verdursten lassen! Hast wohl Vorschuß von Raupach bekommen? Raus mit dem Geld! Du F“ mir nicht in Versuchung kommen, Väterchen!“ Igterchen lud alles Geld aus der Hosentasche aus Fe legte auf Verlangen einen durch mehrere Flüche restakkten Eid ab, daß dies die ganze von Herrn Raugempfa, gene Summe sei. Sichen schmunzelte, glaubte seinem Eid und nahm Kr 9et, sich außerdem noch bei Herrn Raupach über E. Aachliche Wahrheit zu erkundigen. Die von Doktor F* Ierrührenden Taler trug Herr Lichtenburg in seiL.u, Tiefelschaft und verschwieg sie. Erstens war er nicht *r) gefragt, und Linchen hatte ihm schon untersagt, 40 zu reden. Außerdem aber betrachtete er seine Au gen zu dem Referendar als unverbrüchliches Gerübar waris dessen Verrat mit seiner Ehre unverkans.:“st Du nur glauben, Linchen,“ sagte er gerhole ch;s 10 meinem Vergnügen nachgehe? Ich wieich habe Geschäfte!“ sicht naa. Lescheiden ging er hinaus und griff wirklich In hatts ze. Hausschlüssel. Denn die fürsorgende GatR##.#“ Ihn bereits in den Falten ihres bauschigen De. Kon.92n. #lstras begab sich nach dem an der Ecke der Ka#ehaus. und„Schießhausgasse gelegenen Chinesischen chen Star perr Lichtenburg folgte ihm mit dem amtDieseg P### Tugendwächters im Busen. #chtlokaf; daus war ein sehr elegant eingerichtetes Phrte. D, n dem jedoch recht gemischte Gesellschaft verEchmins men die dort ihren Tee tranken, pflegten Plosser zu sein, und die Herren, die in dem abgeKvien. 1„„Linterzimmer saßen, pflegten keinen Tee zu vieie2 Velldern immer sogleich die Weinkarte und die wöhnlich 8“ verlangen, und nannten das Teehaus Wstich Jeu=Haus. welche berusen waren, mir iym vem Varer zu dienen. Vizepräsident Dr. Spahn: Es ist eingegangen eine Depesche von dem Prinzregenten Luitpold aus Hohenschwangau:„Dem Präsidium des deutschen Reichstages spreche ich anläßlich des schweren Verlustes, den der Reichstag durch den Heimgang seines hochverdienten Präsidenten, Exzellenz Graf zu Stolberg=Wernigerode erlitten hat, mein aufrichtigstes Beileid aus.“ Dann ist eine Depesche eingegangen von unserem früheren Präsidenten Grafen v. Ballestrem:„Euer Hochwohlgeboren bitte ich, dem Reichstage meine tiefgefühlte Anteilnahme aus Anlaß des Hinscheidens keines Präsidenten, des Grafen zu Stolberg=Wernigerode, meines langjährigen Mitarbeiters und Nachfolgers im Reichstagspräsidium, gutigst aussprechen zu wollen. Franz Graf Ballestrem.“ Schriftführer Abg. Dr. Hermes verliest Beileidsschreiben des Staatsministers Freiherrn v. Podewils für die bayerische Regierung, des Ministerpräsidenten v. Weizsäcker für die württembergische Regierung, ferner der Regierungen von Baden, Hessen, sowie vom Vizepräsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses, Dr. Porsch. Vizepräsident Dr. Spahn: Ich schlage Ihnen vor, die heutige Sitzung nicht abzuhalten, sondern nunmehr unsere Verhandlungen abzubrechen. Ueber die weiter eingehenden Schreiben werde ich dem Hause vor der nächsten Tagesordnung Mitteilung machen. Ich schlage Ihnen vor, die nächste Sitzung abzuhalten Mittwoch 1 Uhr mit der Tagesordnung der heutigen Sitzung.— Ich schließe die Sitzung. Schluß 52 uh. Abgeordneten* Berlin, 21. Februar. Am Ministertische: Frhr. v. Rheinbaben. Vizepräsident Dr. Porsch eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten mit folgendem Nachruf für den verstorbenen Reichstagspräsidenten. „Meine Herren! Der Deutsche Reichstag ist durch den Tod seines Präsidenten, des Grafen Stolberg, in tiefe Trauer versetzt worden. An dieser Trauer um den hochverehrten und hochverdienten Mann nimmt auch das Abgeordnetenhaus herzlichst und innigst Anteil. Ihr Einverständnis vorausgesetzt, habe ich dem Reichstage und der Familie des Verstorbenen diese Teilnahme auf telegraphischem Wege zum Ausdruck gebracht. Auch werde ich namens des Abgeordnetenhauses an der Bahre des Verstorbenen einen Kranz niederlegen lassen. Das Abgeordnetenhaus hat sich zum Andenken des Verstorbenen von de Sitzen erhoben. Ich stelle das fest.“ Nach die Ehrung trat das Abgeordnetenhaus in die Beratung des konservativen Antrags über die Verschärfung der Geschäftsordnung wegen der unlängst vorgekommenen sozialdemokratischen Ausschreitungen vor der Rede des Ministerpräsidenten und wegen der Liebknechtschen Dauerrede ein. Abg. Dr. v. Heydebrand begründete den Antrag im Namen der Konservativen mit dem Hinweis darauf, daß eine ordnungsmäßige Art der Abwicklung der Sitzungen des Landtags garantiert werden müsse. Wenn Mitglieder des Staatsministeriums kämen, um ihre Pflicht zu erfüllen in Vertretung der Vorlagen, dürften sie nicht in dieser Weise durch Demonstrationen davon abgehalten werden. Der Präsident müsse die Möglichkeit haben, unter allen Umständen eine Art der Verhandlungen zu gewährleisten, die der Würde des Parlaments entspreche. Solche Bestimmungen hätten alle anderen Parlamente. Die Macht und die Bedeutung der Parlamente liege zum großen Teil auch in der Aufrechterhaltung ihrer Würde. Das sei nicht nur eine Sache der Parlamente, sondern auch des ganzen Volkes. Man werde vielleicht sagen, es liege nur ein einmaliger Fall vor. Aber man müsse gleich in den Anfängen widerstreben.(Lebhafter Beifall rechts.) Kämen die neuen Bestimmungen nicht zur Anwendung, dann sei es ja um so besser. Die Vertreter der übrigen Parteien gaben nur kurze Erklärungen ab. Für das Zentrum sprach der Abgeordnete Herold seine Mißbilligung der damaligen Ausschreitungen aus, aber er hatte Bedenken, wegen eines Einzelfalls die Geschäftsordnung zu ändern. Gegen den Vorschlag, gegen die Dauerreden künftig Bestimmung aufzustellen, daß nach 14 Stunden das Haus gefragt werden solle, ob es den Redner noch weiter zu hören wünsche, beständen doch erhebliche Bedenken. Im übrigen wolle seine Partei in der mommission mitarbeiten und die Sache weiter besprechen helfen. Abg. Dr. Rewoldt(freikons.) hält unbedingt wirksame Maßregeln angesichts der Vorkommnisse für erforderlich. Abg. Lusensky(nat.=lib.) mißbilligte die Vorkommnisse, warnte aber vor dem Glauben, als könne man durch Bestimmungen der Geschäftsordnung ein Bollwerk gegen jeden Mißbrauch schaffen. Abg. Fischbeck(freis. Vp.) warnte davor, ao irato auf einen Einzelfall solche Abänderungen zu begründen. Redner verwies noch auf die Geschäftsordnung als den Schutz der Minderheit. Zur Beschränkung der Redner bemerkte er, daß damit ja das Haus unter Umständen schlechter gestellt würde als die Vertreter der Staatsregierung. Abg. Dr. v. Jazdzewski(Pole) lehnte die konservativen Anregungen ab. Im englischen Parlament habe man ja scharfe Bestimmungen gehabt für denjenigen, der das Parlament verletze, er habe sogar knieend Abbitte leisten müssen(Heiterkeit), und als das auch wieder einmal einem Mitglied des Hauses passiert sei, habe es nach Ausführung der Vorschrift sich wieder von den Knien erhoben, sich den Staub abgewischt und ausgerufen:„Pfui, was ist das für ein schmutziges Parlament.“(Große Heiterkeit.) Abg. Borgmann(Soz.) erklärte, jene Demonstration sei eben der Ausfluß der Empfindungen gewesen, die die Wahlrechtsvorlage beim ganzen Volke habe wecken müssen. Die konservative Mehrheit möchte doch beschließen, was sie wolle, es werde doch der Tag kommen, wo die preußische Junkerherrschaft gebrochen sei. Diese Anregung sei eben der Ausdruck des Polizeigeistes, der in den Herren stecke. Hierauf wurde der Antrag an die Geschäftsordnungskommission überwiesen. Es folgt der Etat der Preußenkasse. Abg. Meyenschein(kons.) bezeichnet die Genossenschaften als einen der wichtigsten Faktoren unseres öffentlichen Lebens. Abg. Grunenberg(Zentr.) empfiehlt die Gewährung zinsfreier Darlehen an Handwerker. Abg. Dr. Crüger(freis. Vp.) wendet sich gegen diesen Vorschlag, durch den dem Handwerk nicht geholfen werde. Die Sanierung einzelner Genossenschaften sei nicht Aufgabe der Preußenkasse. Abg. Kreth(kons.) tritt warm für die Zentralgenossenschaftskasse ein. Präsident der Zentralgenossenschaftskasse Dr. Heiligenstadt: Die Handwerker werden gegenüber den Landwirten nicht zurückgesetzt. Darlehen können nur gegeben werden, wenn sich die Sicherheit bietet, daß sie zurückgezahlt werden. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird der Etat genehmigt. Ein Antrag v. Brandenstein(kons.) über die Regelung der Rechtsverhältnisse zwischen der Staatseisenbahnverwaltung und den Anliegern wurde an die Kommission verwiesen. Bei Beratung eines Antrages Aronsohn(freis. Vg.) betreffend Organisation des öffentlichen Arbeitsnachweises erklärt Abg. Dr. Flesch(freis. Vg.), an Stelle des einseitigen Arbeitsnachweises in irgendeinem Gewerbe soll der öffentliche, allgemeine Arbeitsnachweis eingerichtet werden, der dazu dienen soll, einen allgemeinen Ueberblick über den gesamten Arbeitsmarkt zu geben. Der Antrag wird nach kurzer Debatte an die Kommission für Handel und Gewerbe überwiesen. Mittwoch 11 Uhr: Etat des Ministeriums des Auswärtigen.— Schluß 4 Uhr. Internationaler Kongreß für Berabau, Hüttenwesen, angewandte chanik und praktische Geologie, Düsseldorf 1910. Die Vorarbeiten für diesen Kongreß, der in den Tagen vom 19. bis 23. Inui 1910 in Düsseldorf stattfindet, haben einen erfreulichen Fortgang genommen. Dem Ehrenausschuß sind insgesamt 52 Herren als Vertreter der höchsten Reichs=, Staats= und Provinzialbehörden, der beteiligten Städte, der Hocschulen und Bergakademien usw. beigetreten. Der Beirat des Arbeitsausschusses weist unter seinen 88 Herr Lichtenburg hatte von den Zwecken und Einrichtungen des Tee= und Jeu=Hauses fast keine Kenntnis. Ihm war das sonderbare Lokal mit seinen glänzend erleuchteten aber mit dichtschließenden Vorhängen versehenen Fenstern immer nur durch den allgemeinen Reiz des Verbotenen und Unerreichbaren verklärt worden. Aus Pflichtgefühl hatte er das Teehaus betreten. Aus Pflichtgefühl versuchte er, dem Dr. Laue behufs genauer Beobachtung in das Hinterzimmer zu folgen. Aber die Buffetmamsell wehrte es ihm. „Im Hinterzimmer ist geschlossene Gesellschaft," sagte sie.„Sie müssen im Damenzimmer bleiben.“ Herr Lichtenbur, gehorchte den energischen Worten der Huldin, suchte,## verlegen ein bescheidenes Plätzchen im Damenzimmer und beschloß, hier auf seinem Posten zu bleiben. Heiter bestellte er sich kräftige Getränke, die geeignet waren, ihn über die spöttischen und geringschätzigen Blicke der Damen zu trösten, und stellte nachdenkliche Betrachtungen an. So sehr er es zunächst bedauert hatte, seinen Aufsichtsbefohlenen seinem Gesichtskreis entrückt zu sehen, ebenso gelangte er alsbald zur Zufriedenheit mit dem gegenwärtigen Zustand der Dinge. Er zollte dem Reserendar im Innern seine Anerkennung, daß er dem etwas zweifelhaften Damenzimmer das offenbar anständigere Herrenzimmer vorzog, und er freute sich über die gute Auskunft, die er demnach morgen Herrn Raupach würde geben können. Zwar fühlte er sehr wohl, daß Herr Raupach gegen den Referendar mißtrauisch war und ungünstige Nachrichten über ihn fast mit Wohlgefallen aufnahm. Aber gerade deshalb mußte er sich hüten, den Verdacht seines Auftraggebers allzu rasch und allzu vollständig zu befriediger und lieber durch eine unerwartet günstige Aussage zunächst den Eindruck seiner unparteiischen Gewissenhaftigkeit erhöhen und zugleich eine Verlängerung der Beobachtungszeit nötig erscheinen lassen. Er prägte daher das Innere des Teehauses seinem eigenen Innern auf das sorgfältigste ein. Herr Raupach sollte morgen über die peinliche Genauigkeit seines Berichts vor Lob und Staunen überfließen. Den reichlichen Platz, der nach Aufspeicherung dieser Eindrücke in seinem Innern noch übrig blieb, füllte er mit Flüssigkeiten an, und weil ihn Linchen durch unverantwortliche Verringerung seines gebührenden Männertrunks schimpflich verzärtelt hatte, so geschah es, daß Vater Lichtenburg nach einigen Stunden am Zechtisch einschlief, als wäre er ein schwacher Anfänger. Plötzlich erwachte er. Lärmend hatte sich die Tür des Hinterzimmers geöffnet, und ehe ersich zurückziehen konnte, fand er sich seinem Beobachtungsgegenstand gegenüber. Er sah sich durchschaut und wollte dem betrogenen, jungen Mann, in dessen Solde er ja stand, seine Doppelzüngigkeit schon gestehen, als ihn dieser mit weinschwerer Zunge anredete:„Sehen Sie'mal an! Sehen Sie'mal an! Sie haben mir wohl über den alten Herrn etwas zu melden?" „Jawohl! Natürlich!“ erwiderte nun Herr Lichtenburg verblüfft. „Ich hab's nicht zählen können, Herr Doktor. Aber es liegt viel bares Geld in der Kasse!" „So? Na, ist schön, ist schön! Bei mir auch. Hier haben Sie etwas für Ihren Eifer!" Er drückte ihm die Hand, aus welcher Herr Lichtenburg das Gedrückte gewandt in den Stiefelschaft gleiten ließ. Dann faßten sich beide unter, und ohne an den Straßenecken oder Laternenpfählen nennenswerte Beschädigungen zu verursachen, gelangten sie schließlich vor das Haus Kanalstraße Nr. 3. Weil sie beide nur über den einen Hausschlüssel Dr. Laues verfügten, so entstand Streit wegen des Oberbefehls über dieses Werkzeug, und die gemeinsame Politik der zu öffnenden Tür wurde mit hinreichendem Lärm geführt, um Frau Lichtenburg aus ihrem heute auch sehr teuer erkauften Schlummer emporzujagen. Mit fester Hand öffnete sie die Tür und setzte die beiden rücksichtslosen Polterer so nachdrücklich wegen der nächtlichen Ruhestörung zur Rede, daß jetzt die Störung der Nachtruhe in der ganzen Kanalstraße deutlich und allseitig bemerkt wurde. Ausgenommen Heinrich Heuer. Er träumte von Heidelbeeren und von Thea. Ein tüchtiger Mensch ist am glücklichsten in voller eiftiger Tätigkeit. Das wußte auch Frau Mitgliedern Namen führender Männer aus Industrie, und Wissenschaft auf. Die bis Mitte Februar d. eingélaufenen Mitgliedsanmeldungen belaufen sich schon auf die stattliche Zahl von über 750, von welcher Zahl etwa ein Trittel auf das Ausland entfällt. Nach den eingelaufenen Anfragen darf der Kongreß noch auf eine große Reihe von Anmeldungen, besonders aus dem Auslande rechnen, da die Propaganda dort durch die befreundeten technischen Gesellschaften erst ziemlich spät eingesetzt hat. Es sind jetzt eine Reihe von Ausschüssen(Ortsausschuß, Festausschuß, Presseausschaß, Exkursionsausschuß, Damenausschuß usw.) in einzelnen Veranstaltungen zweckentsprechend in die Wege zu leiten. Das vorläufige Programm sieht folgendes vor: Am Sonntag, den 19. Juni 1910 findet abends eine zwanglose Zusammenkunft der Kongreßteilnehmer statt, der am Montag, den 20. Juni, morgens die feierliche Eröffnungssitzung des Kongresses in der Tonhalle zu Tüsseldorf folgt. An dies schließt sich die Bildung der vier Abteilungen für Bergbau, Hüttenwesen, angewandte Mechanik und praktische Geologie, sowie Sitzungen dieser Abteilungen, die auch den Nachmittag füllen werden. Für den Abend dieses Tages ist ein Empfang der Kongreßteilnehmer durch die Stadt Düsseldorf vorgesehen. Der Morgen des 21. Juni wird die vier Abteilungen wieder zu wissenschaftlicher Arbeit versammelt sehen, während der Nachmittag für weitere wissenschaftliche Beratungen oder Exkursionen in industrielle Werke der Umgegend zur Verfügung steht. Den Schluß dieses Tages bildet ein Festbankett in der Tonhalle. Am Mittwoch, denn 22. Juni finden größere Exkursionen in den Industriebezirk statt; am Abend soll wahrscheinlich eine gemeinsame Rheinfahrt bis über Tuisburg hinaus die Kongreßteilnehmer vereinigen. Der letzte Kongreßtag soll wieder die Besichtigung von industriellen Anlagen(Bergwerken, Hüttenwerken, Maschinenfabriken) und wissenschaftlichen Instituten gewidmet sein, an die sich am Spätnachmittag die Schlußsitzung des Kongresses und ein großes Gartenfest im Stadtgarten zu Essen anschließen soll. Für die in= und ausländischen Teilnehmer des Kongresses wird es von besonderem Interesse sein, zu hören, daß die Ausstellungsleitung der Brüsseler Weltausstellung sämtliche Kongreßteilnehmer zu einem gemeinsamen Besuch nach Brüssel im Anschluß an die Düsseldorfer Tagung eingeladen hat. Die Brüsseler Ausstellungsleitung hat ein ausgezeichnetes Programm für diesen Besuch vorgesehen, das reichlich Gelegenheit gibt, die Ausstellung in allen Teilen kennen zu lernen. Am Abend des 24. Juni soll ein Empfang durch den deutschen Reichskommissar, Geheimrat Albert, in der deutschen Abteilung der Ausstellung stattfinden, während für die beiden anderen Abende, also am Samstag, den 25. Juni bezw. Sonntag, den 26. Juni ein Empfang durch die Stadt Brüssel im Rathaus und ein Festbankett, gefolgt von einem großen Keuerwerk, vorgesehen ist. Das wissenschaftliche Programm des Kongresses bietet ganz besonderes Interesse. Die schon seit langem eifrig tätigen Ausschüsse der Abteilungen haben sich bemüht, möglichst zu allen aktuellen Fragen ihres Arbeitsgebietes durch Vorträge von berufener Seite Stellung nehmen zu lassen. Auch das Ausland hat seine Beteiligung bei diesen wissenschaftlichen Arbeiten in erfreulicher Weise schon zugesagt. Die Abteilung für Bergbau hat bis heute etwa 25 Vorträge gewonnen, die Abteilung für Hüttenwesen, die eine Sektion für praktisches Hüttenwesen und eine Sektion für theoretisches Hüttenwesen bildet, deren 34, die Abteilung für angewandte Mechanik und fühlte sich niemals wohler, als wenn sie ihrem Ingesinde die Lust der Arbeit in vollen Zügen zu trinten geben konnte. Schon seit einigen Tagen war ein neues Dienstmädchen ungewarnt in ihre Macht geraten. Sie war mit dem Namen Paula geschmückt, hatte Zahnschmerzen und stand am Sonnabend früh mit Frau Giesel in dem an die Küche grenzenden kleinen Waschhaus, ihre Kräfte der Säuberung der schmutzigen Wäsche widmend. Die Stufen der Läuterung, die unsere Hemden und Strümpfe bis zur völligen Reinigung und Verklärung durchlaufen müssen, sind sehr zahlreich und erfordern mehrere Tage. Mit dem ersten Grade der Wäsche, dem sogenannten Einweichen, ließ Frau Lichtenburg gern an einem Sonnabend beginnen, nicht aus blödem Aberglauben etwa, sondern weil sie dann einen gerechten Vorwand hatte, das einmal begonnene Waschfest ohne Unterbrechung über den Sonntag hinweg durchzufeiern und so das Gesinde vor den weltlichen Lustbarkeiten zu behüten, die an freien Sonntag=Nachmittagen die unsterblichen Seelen der Dienstmädchen so oft zu Schaden bringen. Frau Lichtenburg saß auf ihrem Küchenplatz am Herd und übte sich nach dem Beispiele Julius Cäsars und Friedrichs des Großen in der Kunst, mehreres auf einmal zu verrichten. Nicht nur, daß sie zu gleicher Zeit aß und trank, sie beaussichtigte während dieses Frühstücks auch noch auf das Gewissenhafteste die durchaus mangelhaften Leistungen der Wäscherinnen und gab ihnen, um ihre Tätigkeit rationeller zu gestalten, mit kauendem Munde eine Fülle von Ratschlägen und Befehlen. von denen die Untertanen der Waschkönigin kein Wort verstanden. Paula war über die Schmerzen ihres Zahngeschwürs einer kleinen mütterlichen Züchtigung wohlwollend berührt hatte. Mit all ihren Klagen gelang es Paula nicht, Frau Lichtenburgs Mitleid wachzurufen. Für Frau Lichtenburg waren Zahnschmerzen nichts neues. Sie hatte auch schon TL ALEC—— welche gehabt und zmor viel schlimmer. 177. wa 20 und die Abteilung für prartische Geologie etwa 18. Jeder Vortrag, ebenso wie eine sich etwa anschließende Erörterung wird in der Sprache abgediuckt, in der er eingereicht ist, soweit es sich um eine der brei zugelassenen Kongreßsprachen(deutsch, franzöenglisch) handelt. Von jedem Vortrag wird ein kurzer Ausspruch in den beiden anderen Kongreßsprachen angefertigt, der auch in die Kongreßberichte aufgeommen wird. Zur Erleichterung der wissenschaftlichen Arbeiten der Abteilungen werden Vorabdrucke der Vorträge sowie der dazu gehörigen Auszüge in den beiden anderen Kongreßsprachen abgefaßt, den Kongreßteilnehmern auf Wunsch kurge Zeit vor den Sitzungen zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung zum Kongreß bis 15. März v. J. empfiehlt sich, da sonst eine Gewayr für die Lieferung der vollständigen Kongreßberichte(Vorträge usw. nicht übernommen werden kann. Ueber alle Angelegenheiten des Kongresses, an dessen Spitze Herr Bergrat Kleine=Tortmund und Herr Kommerzienrat Springorum=Tortmund stehen, und dessen Generalsekretäre Dr. Ing. SchrödterTüsseldorf und Herr Bergassessor von und zu Loewenstein=Essen sind, gibt der Arbeitsausschuß des Kongresses, Düsseldorf, Jacobistraße 3—5, Auskunft, von dem auch die bisher herausgegebenen Trucksachen, Anmeldescheine usw. zu beziehen sind. Generalversammlung Bundes der Landwirte. Berlin, 21. Febr. Der Bund der Landwirte hat zu seiner Generalversammlung, die traditionell im Zirkus Busch zu Berlin stattfindet, kaum je so mildes Frühlingswetter gehabt, wie in diesem Jahre. Der leichte Sprühregen, der gelegentlich niederging, inkommodierte die wetterfesten Gestalten unserer Landwirte auch nicht im geringsten. Der gewaltige Zirkusbau, auf dessen Kuppel die schwarzweiße Fahne mit dem preußischen Adler wehte, vermochte die Zahl der Erschienenen nicht entfernt zu fassen. Vor dem Zirkus war wiederum eine Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen aufgestellt, von denen einige sich in Tätigkeit befanden. Begeisterung und Einmütigkeit beherrschten, wie jede voraufgegangene, so auch die 17. Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Stürmisch wurden die Redner und erprobten Führer begrüßt, donnernder Beifall wurde ihren Ausführungen gespendet, einstimmig wurden die vorgelegten Resolutionen angenommen, begeistert wurde zu Anfang das Hoch auf den Kaiser und zum Schluß das auf den Bund der Landwirte ausgebracht.— Der Vorsitzende des Bundes, Abg. Rösicke, hielt die Begrüßungsansprache.— Nachdem noch Freiherr von Wangenheim über die Reichsfinanzreform gesprochen hatte, erstattete der Bundesdirektor Dr. Dietrich Hahn den Geschäftsbericht. Dem Geschäftsbericht ist diesmal eine politische Erörterung vorangestellt, in der es heißt:„Das Jahr 1909 kann wohl seit der Gründung des Bundes der Landwirte als eins der kampfreichsten und als dasjenige bezeichnet werden, welches für die Existenzberechtigung und das feste Gefüge des Bundes die Feuerprobe bedeutete. Weder zur Zeit der Handelsverträge, noch später, zur Zeit seiner sogenannten„Gemeingefährlichkeit“, noch auch zu Zeiten der schwierigsten Reichstagswahlen ist er so gehässig und mit so unlauteren Waffen der Verdrehung und Verleumdung angegriffen und bekämpft worden. Noch nie sind zum Zweck dieser Bekämpfung von den Gegnern so große Mittel jeglicher Art zur Verfügung gestellt worden, als im Kampf um die Reichsfinanzreform und der daran anschließenden Mobilmachung aller sogenannten liberalen Parteiorganisationen, nachdem es gelungen war, die Steuergesetze von produktiven Kreisen nach der Richtung des Großkapitals und des mühelosen Gewinnes hinzulenken..— Diese Feuerprobe hat der Bund glänzend bestanden; er fürchtet den Kampf nicht, und wird seine ganze Kraft einsetzen, um unbeschadet aller Angriffe auf dem eingeschlagenen Wege weiterzuschreiten in seiner Arbeit für das Wohl der gesamten deutschen Landwirtschaft.“— Von der Abteilung Organisation des Bundes wurden im verflossenen Geschäftsjahre 9285 Versammlungen vorbereitet, von denen 610 der Unterstützung von Wahlen dienten. Zur Abhaltung dieser Versammlungen standen 98 Beamte und Redner zur Verfügung. Demnächst sollen vom Bunde volkswirtschaftliche Lehrgänge abgehalten werden.— Der Mitgliederstand ist wiederum erheblich gestiegen und beträgt jetzt 312000.— Die Zahl der im Revisionsverbande des Bundes vereinigten Genossenschaften stieg auf 416. Die Abteilung für Maschinenwesen lieferte Maschinen und Geräte im Werte von über einer Million Mark an Bundesmitglieder und angeschlossene Genossenschaften ab.— Die Abteilung für Dünge= und Futtermittel vermittelte die Lieferung von über 54 Millionen Zentner im Werte von 94 Millionen Mark. Der Umsatz der genossenschaftlichen Zentralkasse des Bundes betrug über 193 Millionen Mark. Gewerbliche Fortbidungsund Fachschulwesen zu Dortmund. u Die städtische staatlich unterstützte Handwerkerschule der Stadt Dortmund. Der Bericht der Handwerkerschule umfaßt die Zeit vom 1. April 1907 bis 31. März 1909 und gibt in übersichtlicher Gliederung einen interessanten Finblick in den Werdegang dieser Anstalt. Wie auf Seite 4 mitgeteilt wird entwickelte sich die Schule aus bescheidenen Anfängen durch Abtrennung einiger Fachklassen von der gewerblichen Fortbildungsschule zu einer kunstgewerblichen Tages= und handwerklichen Abendschule;, die sich, in Fachabteilungen gegliedert, im Laufe der Zeit auf verschiedene heimische Gewerbebetriebe ausdehnte, soweit dies im Interesse des Handwerks nötig erschien.“ Heute umfaßt die Handwerkerschule bereits Fachabteilungen für Tekorations= maler, Kunstglaser, Holz= und Marmormaler, Modelleure, Stuckateure, Stein= und Holzbildhauer, Bauund Kunstschreiner, Trechsler, Bauschlosser, Kunstschmiede und Metalltreiber, Zimmerer, Maurer, Steinmetze, Bauzeichner, Vorzeichner, Stellmacher und Wagenschmiede, Lithographen, Schriftsetzer, Buchdrucker, Buchbinder und Buchvergolder, Gärtner, Schneider und Schuhmacher. Natürlich sind auch hier verwandte Berufe zu größeren Abteilungen in Fachkreisen vereinigt, in denen der Unterricht zunächst gemeinsame Ziele verfolgt, die ihre besondere Anwendung dann in der werkstattlichen Praxis erfahren. In dieser Angliederung der Werkstätten an die zeichnenden Fachklassen besteht die Eigenart dieser „Werkschule“, die damit an ihrem Teile das künstlerSzene aus Rosfands. Chanfecler“. Chantedler mitseinen Hühnern. Des französischen Dichters Cdmind Rostands Tier drama Chantecler“ für welches jahrelang eine fast an amerikanische Verhältnisse grenzende Reklame, die mit der Ausstattung des Stückes zusammen über eine Millien verschlang, gemacht wurde, hat nunmehr seine ersten Aufführungen erlebt. Die Erstaufführung war ein sehr großer Erfolg, wenngleich sich in die allgemeine Begeisterung teilweise ein leichter Zweifel mischte,, ob die die dem Chantecler von der Reklame vorzeitig verliehene Unsterblichkeitsmaske auch echt sei. Trotz aller Bedenken, bleibt das Stück aber ein eigenartig schönes. über dem Durchschnitt erhabenes Drama. Schon der Einfall ein Tierdrama auf die Bühne zu stellen, war kostbar, und so treten denn auf dem zum Hühnerhof umgewandelten Bühne nur Tiergestalten.. Chankecler, der französische Gockelhahn an der Spitze, Fasanenhennen die gefiederten Bewohner des nächtlichen Waldes. ein Hofhund, Kröten und andere Tiere, Rostand, der in dem„Chantecler“ ein Satyre auf den französischen Volkscharakter schreiben wollte, benutzte die Handlung des Stückes zu allerlei satyrischen Wirkungen, zu einem geistreichen Gespötte, über manche Art und Unart des gesellschaftlichen Treibens, auch ist ziemlich Symbolismus in dem Stück enthalten. Interessant sind auch, wie ein Blick auf unser Bild zeigt, die, den großen Tierfiguren entsprechend in riesige Vergrößerungen ausgeführten Dekorationen. ische und wirtschaftliche Programm einer Bewegung verwirklicht, die unserem Vaterlande jene lang vermißte und verachtete Verbindung von Kunst und Handwerk zurückzuerobern berufen ist. Diese in der Energie und Beharrlichkeit ihres Fortschreitens noch weit unterschätzte Entwicklung innerhalb unseres nationalen künstlerischen und gewerblichen Schafsens durfte der inneren Organisation unserer gewerblichen Schulen umsomehr den Weg weisen, als die Jahre des Suchens und Tastens mit dem begonnenen Jah hundert so gut wie überwunden gelten konnten. Mit klarem Blick hat man erkannt, daß ein bleibender Erfolg unseres modernen Kunstgewerbes nur durch eine Steigerung der Leistungen auf handwerklicher Grundlage gesichert werden kann, und diese Veredelung der Arbeit, zu der die Schule den Grund zu legen sich bemüht, ist ein bedeutsamer Faktor für die Gesundung unserer wirtschaftlichen und geistigen Kultur geworden. Wenn man von diesen Gesichtspunkten aus die Entwicklung unserer Dortmunder Handwerkerschule beobachtet, einer Schule, die ihre Schüler doch gewinnen muß, ohne daß gesetzliche Bestimmungen zu ihrem Besuch anhalten, so erzählen die wachsenden Besuchsziffern und die notwendige weitere Gliederung von dem Teile handwerklicher Arbeitsfreudigkeit und künstlerischen Schaffenstriebes, der in unserer Heimat nach Betätigung strebt, um so an der großen Bewegung und Gesundung mitzuhelfen. Das hier auszusprechen ist umso mehr am Platze, als die Schule in Vereinigung mit der Fortbildungsschule und den Meisterkursen in Kürze ihren imposanten Neubau beziehen wird, der die Stadt erhebliche Opfer auferlegt hat, aber doch auch berufen sein wird, für unser Dortmund und Westfalen eine Stätte rüstigen Schäffens, ein„lebendiges Tenkmal der Arbeit“ zu werden. Es mögen hier einige Zeilen des Berichts(s. S. 6) folgen, die die unterrichtlichen Ausgaben der Handwerkerschule folgenderart formulieren: Die Handwerkerschuüle hat die Aufgabe, werktätige und selbständig tüchtige Kräfte zeitgemäß für die verschiedenen heimischen Gewerbebetriebe heranzubilden. Sie soll auf Handwerk und Kunstgewerbe fördernd einwirken und Angehörigen des Gewerbestandes Gelegenheit bieten zur Aneignung einer praktischen, zeichnerischen, theoretischen u. gewerblich=kaufmännischen Ausbildung. Das soll erreicht werden durch engen Anschluß des Unterrichts an die neuzeitlichen Bedürfnisse der einzelnen gewerbtätigen Berufe. Der praktische Fach= und Werkstattunterricht wird in mustergültigen Uebungsstätten erteilt, die mit den besten Einrichtungen versehen sind und deren Zahl weiterhin vermehrt werden soll.“ Die tabellarische Uebersicht über die Lehrkräfte (s. S. 10 u. f.) zählt fünf hauptamtliche Lehrer,— je 2 Maler und Architekten und 1 Bildhauer,— und insgesamt 37 nebenamtliche auf. Unter diesen nebenamtlichen Lehrern sind 7 Handwersmeister, 10 Architekten und Ingenieure, 5 akad. Maler und Zeichenlehrer, 9 Volksschulrektoren und Lehrer u. a. m. Die der Praxis insgesamt entnommene Anzahl der Lehrkräfte beträgt 24. Zu der Schülerzahl liefert das Malergewerbe und das Bauhandwerk den größten Prozentsatz, in einigem Abstande folgen das Schreiner= und Schlossergewerbe und die anderen Berufe. Die Gesamtzahl der Schüler(Tages= und Abendschüler) ist von 263 im Schuljahre 1905=06 auf 469 im Schuljahr 1908=09 gewachsen. Unter Hinzurechnung der Knabenzeichenschüler u. a. beläuft sich die Gesamtzahl im Winter 1908=09 auf 517. Auf den Seiten 19—28 folt eine übersichtliche Aufzählnug der Lehrgegenstände in den Fachabteilungen, die zwischen dem vorbereitenden Unterricht, dem Fachunterricht und den praktischen Werkstattübungen unterscheidet. Die auf die einzelnen Schülerabteilungen entfallende wöchentliche Stundenzahl ist eine recht beträchtliche. Seite 29 wird eine Zusammenstellung der 6 staatlichen zusbildurgskurse gegeben, die auf Veranlassung und Kosten des Ministeriums für Handel und Gewerbe an der hiesigen Handwerkerschule abgehalten wurden. An diesen meist 6wöchigen Kursen, die ausschließlich der Ausbildung von Fortbildungsschullehrern dienten, wirkten neben den hauptsächlichen Lehrern der Handwerkerschule auch andere Herren. Die Uebersicht der Wettarbeiten und Prämien (s. S. 30—33) läßt uns einen erfreulichen Einblick in die praktischen künstlerischen Aufgaben besonders der Malerklassen gewinnen. Der klingende Lohn manch eines magistratlichen Auftrages oder anderer kunstfördernder Zuwendungen ist den Wettarbeiten ein reger Ansporn gewesen. Für eine nicht geringe Anzahl der Schüler konnten durch städtische oder Staatsstipendien, aus der Overbeck=Stiftung u. a. m. namhafte Beträge zur Verfügung gestellt werden(1907=08 insgesamt 2741 Mt.), die manchem eifrigen Jünger des Kunstgewerbes den heißen Wunsch weiteren Studiums erfüllen halsen. Andere wurden für Fleiß und Geschick durch die von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg gestifteten Medaillen belohnt. Die Handwerkerschule selbst durfte gelegentlich ihrer Beteiligung an größeren Fach= und Schulausstellungen sehr ehrenvolle Preise und Diplome heimführen, die von der Wertschätzung ihrer Arbeit durch andere Kreise das beste Zeugnis ablegen. So geht durch den ganzen Bericht, auch da, wo er von den Weiterstudien der Lehrer in besonderen Kursen, von der Aufnahme neuer Berufe, der Bildung neuer Fachabteilungen, der Einschulung kunstgewerbender Damen berichtet, ein verheißungsvoller Zug fleißigen Sorgens und modernen Schaffens. Man wird Zeuge einer Entwicklung, eines nicht rastenden Vorwärtsdrängens, das sich nur aus der Arbeitsfreudigkeit eines in der Werktätigkeit selbst erfahrenen Leiters erklärt. Für manchen mögen die Ausführungen des Jahresberichts nicht überall von gleichem Interesse sein, technische Fragen lassen sich eben nicht mit einigen gemeinderständlichen Redensarten beantworten. Wer jedoch tiefer nach dem Zusammenhang sucht, der spürt, daß sich hier theoretisches Wollen und organisatorische Kraft mit praktischer Erfahrung in glücklicher Weise verbinden. Bezüglich des in der Brügmannstraße aufgeführten Neubaus der Handwerkerschüle mag noch nachgefügt werden, daß der bedeutende Umfang dieses Schulbaues, der gewiß manchen Bürger in Staunen setzt, sich aus den mannigfachen Bestimmungen erklärt, denen er dienen soll. Neben der Handwerkerschule mit ihren Fachklassen und mancherlei Werkstätten nimmt das neue Schulgebäude auch einen großen Teil der gewerblichen Fortbildungsschule auf, für die aber trotzdem noch 6 weitere Zentralen mietweise in Volksschulgebäuden vorgesehen werden mußten. Tazu kommt, daß auch die Meisterkurse der Provinz Westfalen, über die ein direkter Bericht vorliegt, in dem neuen Handwerkerschulgebäude Unterkunft finden werden. Für alle diese Veranstaltungen, die in ihrer Art und ihren Zielen volle Selbständigkeit besitzen, ergeben sich jedoch für die innere und äußere Organisation manche gemeinsame Bedürfnisse, daß ihre Zentralisation in einem Bau nur von bestem Einfluß ihre Weiterentwicklung sein konn. Ein sonderbarer Diener des S. u. H. Zabern, 20. Februar. Eine etwas allzu derbe Rede einem Pfarrkinde gegenüber hat einen lothringischen Seelsorger in einen Beleidigungsprozeß verwickelt, der für ihn einen recht unangenehmen Ausgang nehmen dürfte. Der Hilfspfarrer Clement aus Heinrichsdorf hat sich trotz seiner französischen Abstammung den Schatz deutscher Kraftausdrücke so zu eigen gemacht, daß er dem Ortsbürgermeister Noblet eine recht liebenswürdige Epistel schreiben konnte, die mit dem Gruß:„Pfui denn, abscheulicher Gottesräuber, Gottesspötter und frecher Rotzbube“. begann und mit dem frommen Wunsche:„Mögen Sie der letzten Gnade nicht widerstehen, die der liebe Gott mit diesem Schreiben(!) Ihnen noch geben will!“ schloß. Der Bürgermeister Noblet hatte aber offenbar für diese Apostrophen=— Clement hatte diese Schmähschrift in Kopie auch noch dem Kreisdirektor in Saarburg zugeschickt, um den Bürgermeister damit zu belasten— als Laie nicht das richtige Verständnis. Er beschwerte sich beim Bezirkspräsidenten Grafen Jeppelin in Metz, worauf dieser gegen Clement Strafantrag wegen schwerer öffentlicher Beseidigung eines Beamten stellte.— Die Strafkammer in Zabern ließ den Bürgermeister als Nebenkläger zu. Dem Hilfsgeistlichen war der Beleidigte schon lange ein Stein des Anstoßes. Clement beschuldigte ihn des fortgesetzten Amtsmißbrauchs, der Urkundenfälschung und anderer Delikte die sich ein Bürgermeister am allerwenigsten leisten darf. Die Untersuchung der Regierung ergab aber die völlige Haltlosigkeit der Beschuldigungen und drehte der Bürgermeister den Spieß herum und ließ den Pfarrer vor die Strafkammer führen. In der gestrigen Verhandlung ergab sich, daß der Pfarrer schon feit langem dem Bürgermeister mit Schmähungen aller Art verfolgt hatte, jedoch nicht in der Lage war, für seine beleidigenden Behauptungen den Wahrheitsbeweis zu führen. Eine Vermahnung durch den Bischof Benzler hatte er in den Wind geschlagen. Kreisdirektor Freiherr von Kapyerr verundere, roaß leinherrschaft in Heinrichsdork ausuner daß seine Angriffe persönlichen Gehässigt gen seien. Die umfangreiche Zeugenvernehm. Prozesse, der in Elsaß=Lothringen großes# regt wurde schließlich auf Montag vertag Vermischtes. Neumünster, 21. Febr. Heute morgen kurz vas erschien der Musketier Bachmann vom 163 J.2“ regiment mit blutbefleckter Uniform, und meis seinem Feldwebel, daß er nachts ein junges wa mordet habe. Die Untersuchung ergab, daß im Hause Kuhberg 28 das Dienstmädchen einen Stich in das Herz und Oefsnen der schwer verletzte. Das Mädchen, das sofort Krankenhaus geschafft wurde, dürfte kaum mit dene davonkommen. Ursprünglich wollten beide##“ aus dem Leben scheiden. Rönneveck, 21. Febr. Ein schweresn uglück ereignete sich gestern abend auf der: i mit neun Personen besetztes Fährboot wun. Dunkelheit von einem Schnelldams: gerannt und zum Sinken gebracht. Das= des Dampfers bemühte sich, die Insassen des Bogg, retten, doch gelang es ihm nur, vier Personen an Passer zu ziehen; die anderen fünf ertranse, Erfurt, 21. Febr. Zwischen Ohrdruf und irchen wurde der 52jährige Maurermeister Kevsne, ntsetzliche Weise ermordet. Der verte Nörder, der seinem Opfer mehrere Schüfse beibracht hm den Hals durchschnitt, ist der verheiratete Tagesndlung. Er will die Tat, die er bereits it, aus Eisersucht began, haben. Königshütte, 22. Febr. Auf eigenartige Best ein Arbeiter der„Kleophasgrube“ in Königshütte auf Veranlassung eines Steigers gekündigt vu war, seine Nache gekühlt. Als er seine letzte## erfuhr, versah er sich reichlich mit Proviant und der(Krhasitzon. Er wurhte daß die Markenkang oberflächlich geführt wurde, Harauf baute erse Plan. Erst am dritten Tage merkte man, das Arbeiter seit seiner letzten Schicht nicht zum Vone gekommen war. Als man den Vermißten in der G## vorfand, erklärte er sein Ausbleiben, indem er## fügte, der Direktor werde jetzt wohl wissen, wie Markenkontrolle geführt werde. Die Rache hatte## Erfolg. Die Direktion kündigte dem Steiger un Markenkontrolleur sofort den Dienst. Arco, 21. Febr. Leutnant v. Prittwi, 1. Gardefeldartillerieregiment in Berlin ist am su abend vom Berge Towo abgesturzt und gestern at. von einer Militärexpedition tot aufgefunden worden Paris, 21. Febr. Der 40jährige Apothel Caillern wurde gestern nacht von Apachen, seine Gewohnheiten zu kennen scheinen, bei der Rüch in seine Wohnung überfallen und erdrosselt. Leichnam wurde im Festungsgraben gefunden. London, 22. Febr. Der phänomenale Orten, über die ganzen britischen Inseln, über dem Atlanii, Kanal und der Nordsee herrschen, dauert fort Cateraig sah man einen großen, in Notbesin lichen Dampfer treiben. Der Dampfer„Galile aus Neuyork strandete im Sturm vor dem Ale Dock bei Hull. Vier Schleppdampfer versuchten ver ihn wieder flottzumachen. Auf einer Sandbank bei### gate strandete ein französischer Dausse Seine Lage ist sehr gefährlich. Im Distrikt Brau## Cheshirl fand ein Erdbeben statt, das in von je zwölf Schwingungen auftrat und einige dauerte. Briefkasten. Musikliebhaber. Beethoven hat 38! und 10 Violinsonaten geschrieben. Ad. B. Sie müssen nach Aufhebung der Verlod die von Ihrem Bräutigam erhaltenen Geschenken geben. Ihr Bräutigam hat Ihnen gegenüber dies Verpflichtung. St. L. 527. Die Anwartschaft auf Rente# loschen, lebt jedoch wieder auf, wenn wieder 200 Ma geklebt worden sind. Bern h. Lo. Wegen Geisteskrankheit kan Scheidung geklagt lwerden, wenn die Krankheit wan der Ehe mindestens drei Jahre gedauert und solchen Grad erreicht hat, daß die geistige#### schaft zwischen den Ehegatten aufgehoben, Ausssicht auf Wiederherstellung dieser Gemeinstal geschlossen ist. K. K. Die Landesversicherungsanstalt hat ihren Sitz in Münster. V. G. Die unentbehrlichen Sachen darf d mieter nicht zurückbehalten. D. N. Einem an den Kaiser zu richtende geben Sie die Adresse:„Sr. Majestät dem d Kaiser und König von Preußen, Berlin, die schrift zum Eingang:„Allerdurchlauchtigstek, mächtigster Kaiser und König. Alleranädigta König und Herr“, die Aurede:„Eure Königliche Majestät“ und den Schluß:„In ten furcht verharre ich Eurer Kaiserlichen und Ron# Maeistät usw.“ Paul F. Der Lohn unterliegt, soweit F monatlich übersteigt, der Pfändung, das Beamten nur zu einem Drittel des 1500 Mal Jahr übersteigenden Betrages. Quaker Oats ist das Morgen- und Abendg“ und: für Schulkinder. Es gibt ihnen Ausdauer beim Lernen und macht sie stark und widerstan Man vergenee! Oats nach dent P rieiten Rern“ gee Prähethals □ — # 5 S 5 * 8 2 3 U 5 9 2—. # X 2.— a* S• — □ 783 50 SS □ B □ 2 9 SETER— a 8 BS#T SSS *S 9 255# = 2 — 2 8* * 2•80—.0 S SB S S Segs —= =5SEn 29 aS □ 2 SN S. 20 S 12.4 warten. Auf den Strahlen des Abendsterues wird mein Geist zu dir herabsteigen und in deinen Traumbildern von mir reden.“ „In dem feierlichen Augenblicke," erwiderte Angelika in festem Tone,„als der Graf Stannet unsere Hände in einander legte, habe ich das Gelübde getan, daß weder Leben noch Tod uns trennen solle. Jetzt ist die schreckliche Stunde der Prüfung gekommen und ich versichere dir feierlich, daß du nicht erst nötig haben wirst, mich droben zu erwarten. Wir werden den Todesgang zusammen antreten und wenn auch die gefühllosen und ungerechten Menschen mir den Tod verweigern sollten, so werde ich nicht aufhören, den allgütigen Gott um die Gnade anzurufen, uns so bald wie möglich in seinem Reiche zu vereinigen.“ „Gewöhnlich schmückt man die Toten mit Blumen,“ sagte Rodines gerührt und küßte mit Lebhaftigkeit die Hand seiner Braut,„du aber, meine Liebe, überschüttest meine letzten Augenblicke mit den süßesten Tröstungen und deine Worte haben das Maß meines Glückes hienieden voll gemacht— ich verlange nichts mehr vom Leben.“ „Weißt du auch, mein Bräutigam, womit ich mich seit deiner Verhaftung beschäftigt habe?“ erwiderte Angelika.„Den Tag über habe ich an meinem Brautschmuck gearbeitet und abends die bengalischen Rosen begossen. Morgen, mein Vater,“ fügte sie mit raurigem Lächeln hinzu,„ist der zu meiner Hochzeit bestimmte Tag und ich bitte dich, mir zu gestatten, daß ich dann mein Brautkleid anlege und mein Haar mit den bengalischen Rosen schmücke.“ Vorates vermochte es nicht länger Zeuge dieser Szene zu sein, denn seine Brust war zum Zerspringen voll; er warf sich an den Hals seiner Tochter und weinte wie ein Kind. „Angelika, mein armes Kind,“ rief er schluchzend,„wie kannst du deinen Vater so zur Verzweiflung bringen! Laß uns gehen, die Stunde ist vorüber und man will das Gefängnis schließen.“ „Wir sollen weggehen?" versetzte Angelika hastig.„Wohin sollen wir denn gehen, Vater? Ich habe keinen andern Platz mehr auf dieser Welt, als diesen Kerker und er soll mein Obdach sein. Lasse mich daher hier, mein Vater; morgen gehe ich ja doch dorthin, wo ich ewig bleiben werde.“ „Mein Gott, steh' mir bei, ihr Verstand ist verwirrt!“ klagte der unglückliche Vater und sah mit flehendem hilfesuchenden Blick zu Rodines hinüber. Dieser begriff die Ueberspanntheit von Angelikas Gefühlsäußerungen und die Gefahr, welcher der Verstand seiner Braut ausgesetzt war, wenn sie noch länger im Kerker bliebe, und sagte un zärtlichsten Tone zu ihr: „Meine teure Angelika! Ich habe bisher geglaubt, du würdest mit einem Gebete auf den Lippen und das Herz mit Hoffnung erfüllt, es ruhig geschehen lassen, daß ich vorauseile, um dich dort oben zu erwarten. Wird doch die innige Verbindung unserer Seelen nur noch enger, wenn ein sterblicher Leib sich nicht mehr zwischen sie drängt und ist denn unsere Liebe so vergänglich, daß die ungerechte Anwendung eines Gesetzes, die tötliche Kugel oder ein Fieberanfall sie zu brechen im Stande wären? Habe doch Geduld, meine Liebe! Besonders aber— frevele nicht an deinem Leben: denn wie leicht könnte eine Sünde in dieser Hinsicht uns des Glückes ewigen Zusammenseins dort oben verlustig machen, und dieses Glück ist ja unsere einzige und schönste Hoffnung!“ „Ich werde nicht nötig haben, Gewalt anzuwenden, um den Faden meines Lebens zu zerschneiden," seufzte Angelika;„er wird von selbst reißen. Sieh doch, mein Herz schlägt, als wollte es die Brust sprengen; es wird höchstens noch bis morgen schlagen, und ich fühle, daß ich dir vorauseilen werde.“ „Gehe jetzt zur Ruhe, Geliebte, du bist derselben sehr bedürftig. Zum Abschied empfange den ersten und letzten Kuß hienieden,“ sagte Rodines und drückte einen keuschen Kuß auf ihre bleiche Stirne. „Ich soll zur Ruhe gehen?““ erwiderte sie traurig lächelnd. „Dazu fehlt mir die Kraft, aber morgen werde ich ja Ruhe finden. Verlange nicht, daß ich mich zurückziehe; warum sollen wir selbst in unsern letzten Stunden getrennt sein?“ „Aber wir müssen durchaus weggehen,“ drängte ihr Vater, um sie den furchtbaren Eindrücken zu entziehen.„Rodines muß und will allein sein.“ „Es ist wahr, meine Liebe, ich muß einige Stunden allein sein, allein mit dem Priester und nachher allein mit Gott.“ „So komm' denn meine Tochter,“ fügte Vorates hinzu und drängte Angelika nach der Türe. Vorates schloß den jungen Mann abermals in seine Arme und wollte ihm zum Abschiede noch einige Worte sagen, aber Tränen erstickten seine Stimme, „O meine Mutter, meine unglückliche Mutter!“ rief Rodines schluchzend.„Möchte sie doch niemals erfahren, welches Ende ihr Sohn genommen hat und in dem Gedanken fortleben, daß ich an einer Krankheit gestorben sei! Suchet sie zu trösten; ach, sie hat mich so innig geliebt! Doch jetzt gehet; morgen sehen wir uns ja noch einmal!" " V o r r a t e s n a h m s e i n e f a s t l e b l o s e T o c h t e r b e i m A r m u n d wankte hinaus. Auf der Straße angekommen, weigerte sich jedoch Angelika, nach Hause zurückzukehren und da sie im Vorbeigehen die Kirche des heiligen Dionysius offen fand, eilte sie hinein und warf sich vor dem Altar auf die Kniee. Als Rodines sich allein sah, setzte er sich hin und schrieb sein Testament, in welchem er Vorates zuum Universalerben einsetzte und erklärte, daß das ihm von dem Grafen Stannet diktierte Testament wahr und gültig sei. Dabei machte er seinem Erben zur Pflicht, den Gültigkeitsbeweis vor den Gerichten anzutreten und nicht zu ruhen, bis die Echtheit des Testamentes festgestellt worden sei. Hierauf ließ er den Priester kommen und beichtete mit Reue und Demut. Als er hierbei zwar manchen begangenen Fehler bekannte, aber in Bezug auf das schwere Verbrechen, wegen dessen man ihn zum Tode verurteilt hatte, laut und offen seine Unschuld beteuerte, beschwor ihn der Priester, im Namen Gotten und Angesichts der Ewigkeit sein. Tat zu bekennen und die göttliche Barmherzigkeit und Verzeihung für dieselbe anzurufen. Rodines hatte für das lebhafte Drängen und Bitten des Priesters stets nur die ruhige und feste Antwort:„Ich bin unschuldig.“ Nach der Beichte empfing er die heilige Kommunion und blieb dann bis zum Morgen auf den Knieen betend allein. Seine Gebete vereinigten sich mit denen seiner Braut in der Kirche und stiegen zum Trone des Allmächtigen empor. 8. Marina. An dem Abend, womit unsere Erzählung begann, verließen wir Marina, die anmutige Tochter des Notars Tapas, wie sie über die plotzliche Abreise Gerasimos, der ihr nicht einmal gute Nacht gesagt und nicht eine einzige ihrer Kirsch'n gekostet hatte, tief betrübt war. Die Worte ihres Vaters vermochten sie nur wenig zu trösten; sie wartet, in den folgenden Tagen in stets steigender Erregung auf die Rückkehr Gerasimos. Ihr Vater hielt es daher an der Zeit, sie durch einige Worte zu beruhigen. „Nun, meine Tochter,“ sagte er eines Tages bei Tische, „allem Anscheine nach werden wir unsere Kirschen eine Zeit lang allein essen müssen. Du erwartest den Grafen Gerasimo vergeblich.“ „Ich warte ja nicht auf Gerasimo,“ antwortete Marina mit einer Bewegung des Köpfchens, die ein geheimes Mißvergnügen verriet. „Du erwartest ihn also nicht? Hm, wie man sich doch irren kann! Nun, es ist auch besser so, denn du wirst immerhin noch einige Tage vergeblich harren müssen. „Noch einige Tage!“ rief Marina in einem Tone, welcher die Wahrheit ihrer letzten Worte Lügen strafte. „Der Graf Gerasimo hatte dringende, sehr dringende Geschäfte meine Tochter,“ antwortete Tapas.„Er mußte durchaus sofort abreisen und hatte keine Minute zu verlieren. Ich hoffe aber, in einiger Zeit werden es seine Geschäfte erlauben, daß er uns besucht.“ „In einiger Zeit? Und wie lange mag das dauern?“ fragte Marina. „Das kann ich dir nicht genau sagen; vielleicht noch vierzehn Tage, vielleicht aber auch weniger.“ „aiso noch vierzehn Tage!“ rief Marina in kindischer Ungeduld. „Vergiß nicht, daß seine Interessen auch die unsrigen sind, Marina, und wenn er zurückkommt, wird er dir für immer angehören. Tu wirst dann die reichste, vornehmste und angesehendste Gräfin Kephalonias und der sieben Inseln sein. Du hast ja schon gehört, daß der alte Graf Stannet gestorben ist, ohne daß Gerasimo ihm die Augen zudrücken konnte; aber der Oheim hinterläßt dem Neffen eine unvergleichliche Erbschaft. Taher nur noch ein wenig Geduld, mein Augapfel; tröste dich einstweilen mit Briefschreiben.“ Sie versprach kleinlaut, dem Rate ihres Vaters zu folgen; am nächsten Morgen aber begann ihre Ungeduld von neuem. Fortsetzung folgt. *— Fogsags.as d gcux#g gg,###pSbgs“ s* S##89SSSEgSSSgSägs SansSs Stkgss ggbie.#9 Sggsa-ggg.. gTz Epsa gen FSEARSSRRS SRSSS SPRSSESEE MSSREE MERSSEE ISS S 95 S# 2. 8— 3 S S S 2 # 2 SSDSTDE und Blätter für Unterhaltung und Belehrung. In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. 12 „Ich will es wünschen.“ erwiderte der Gutsbesitzer kübl Alfred nagte an den Spitzen seines Schnurrbarts. Die kalte Zurückhaltung des Onkels steigerte seine Verlegenheit. „Ich habe eine Bittt an Dich,“ nahm er nach einer Pause das Wort.„Du bist ja selbst Offizier gewesen— Du wirst als solcher auch wohl in die Lage gekommen sein, Schulden machen zu müssen; die Gründe die mich dazu zwangen, brauche ich Dir wohl nicht auseinander zu setzen. Hugo hat mir freilich dann und wann einen Zuschuß gegeben. aber ich konnte damit nicht auskommen, und wie weit der Sold eines Secondlieutenant reicht, weißt Du ja auch.“ Herr vin Weilen griff schweigend in ein Kästchen das auf dem Tische stand, nalm eine Zigarre heraus und zündete sie an, dann blies er mit sichtbarem Behagen die ersten Rauchwölkchen vor sich hin. „Das würde nun nicht so schlimm sein, wenn ich nicht einem Wucherer in die Hände gefallen wäre," fuhr Alfred fort,„der Mann kennt kein Erbarmen, er verlangt sein Geld und droht mit den schärfsten Maßregeln für den Fall, daß die Wechsel nicht eingelöst werden. Die Wechsel sind heute versallen. Ich habe mir alle Mühe gegeben, Ausstano zu erlangen; er will ihn aber nur unter Bedingungen geben, die mich entehren. Ich soll den Schurken meinen Kameraden empfehlen, soll im vollsten Sinne des Wortes sein Agent werden und dazu werde ich mich niemals verstehen. Wenn Du mir die Summe leihen würdest, so wollte ich Dir dafür sehr dakbar sein; ich verpflichte mich mündlich und schriftlich auf Ehrenwort, Dir das Geld samt Zinsen zurückzuzahlen sobald ich kann.“ „Wie groß ist die Schuld?“ fragte der Gutsbesitzer. „Zweitausend Tale.! Ich habe dafür nur siebenhundert bekommen.“ „Hat der Mann einen Ehrenschein?“ „Leider; ich habe mich lange gesträubt, ihn auszufüllen, aber der Wuchecer wollte nicht anders, und mir saß das Messer an der Kehle. Er droht mir, den Ehrenschein meinem Regiments=Kommandeur einzuschicken. Du weißt, daß ich dann verloren bin.“ „Verloren bist Du auf alle Fälle,“ sagte der Onkel, während er die Asche von seiner Zigarre langsam abstrich;„schon die Untersuchung gegen Deinen Bruder bringt Dich bei Deinen Kameraden in eine schiefe Stellung. Seine Verurteilung aber würde Dich höchst wahrscheinlich zwingen, den Abschied zu forden.“ „Ich vertraue fest auf seine Freisprechung, Onkel!“ „Hm, eine Freisprechung wegen Mangel an Beweisen ist unter Umständen schlimmer gls eine Verurteilung. Ich kann Dir auch den Vorwurf nicht ersparen, daß Du sehr leichtsinnig gehandelt hast. Du weißt, wie gefährlich es ist einen Ehrenschein auszustellen—“ „Ich wußte mir nicht anders zu helfen!“ „Das entschuldigt Dich nicht.“ „Dein Vorwurf ist gerecht, aber mit Vorwürfen allein wird mir nicht geholsen,“ sagte Alfred ungeduldig„Die Wechsel müssen heute vor Mittag eingelößt werden, und ich sehe keinen andern Weg, mir das Geld zu verschaffen“ „Du hättest Dir den Weg zu mir ersparen können,“ erwiderte Herr von Weiten kalt,„ich werde Deinen Wunsch nicht erfüllen. Es niverstrebt meinen Anschauungen, Deinem Leichtsinn Verschub zu leisten, überdies wäre die immerhin namhafte Summe auch unwiederbringlich verloren. Magst Du nun die Wechsel einlösen oder nicht, den Abschied mußt Du über turz oder lang doch nehmen, und was dann aus Dir werden soll, mögen die Götter wissen. Ich könnte Dir für den Augenblick wohl helfen, aber das Geld wäre zum Fenster hinausgeworfen.“ Das Antlitz des jungen Mannes war noch bleicher geworden, und das Zucken seiner Lippen verriet den Sturm in seinem Innern, den er nur mühsam bezwingen konnte. „Du darfst auf die Zurückerstattung des Geldes mit Sicherheit rechnen,“ sagte er. „Du gibst ein Versprechen, ohne darüber nachzudenken, ob Du jemals in der Lage sein wirst, es einlösen zu können,“ antwortete der Gutsbesitzer achselzuckend.„Ich habe mit Deiner Tante gestern Abend schon alles besprochen; ih konnte ja voraussehen, daß Du Dich an uns wenden würdest. Sie teilt meine Ansicht und erwartet, daß diese bittere Erfahrung Dir eine ernste Lehre sein möge.“ „Ist das Dein letztes Wort, dann kann ich nur bedauern, daß ich hier Hüsse gesucht habe,“ erwiderte Alfred gereizt;„sei versichert, daß ich Dir niemals wieder lästig sein werde. Er trat nach diesen Worten auf die Terrasse hinaus und winkte dem Diener, der das Reitpferd vor dem Hause auf und ab führte; einige Minuten später saß er im Sattel und sprengte davon. Was nun? Es war ihm unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen; er mugte den Dingen nun ihren Lauf lassen Der D ktor Leitenring war sein Jugenofreuno; sollte er sich ihm anvertrauen ihn bitten, den Wucherer zu besuchen und wenigstens einen Versuch zu machen, die Angelegenheit mit ihm zu ordnen? Schaden kinnte es nicht. Der Advokat war ein energischer Mann, und vielleicht gelänge es ihm, den 253 Pn 92— □ S 2 5 S 85 E S □ 2 .— — 2— —:— — 0 —— S 5 3—* 12,2 Wucherer in Furcht zu setzen, ihm eine ungesetzmäßige Handlung zu beweisen und ihn dadurch zu zwingen, den Ausstand zu bewilligen. Er traf bei seiner Heimkehr die Mutter nicht zu Hause. Mit ihr wollte er noch einmal beraten, ehe er einen Entschluß faßte; vielleicht hatte sie inzwischen ebenfalls über seine mißliche Lage nachgedacht und einen andern Ausweg gefunden. Es wurde Mittag. Ein Gerichtsbeamter kam, um die fälligen Wechsel vorzuzeigen und Protest zu erheben. Alfred konnte jetzt nicht mehr daran zweifeln, daß der Wucherer Ernst machte. Die Not trieb ihn zu einem Entschluß. Er eilte zu dem Freunde. Dokter Eduard Leitenring war ein gesuchter, vielbeschäftigter Advokat, ein talentvoller Jurist, dem die glänzende Durchführung seines ersten Prozesses einen festgegründeten Ruf verschafft hatte. Er war noch jung, unverheitatet und in allen Kreisen als liebenswürdiger Gesellschafter beliebt. In seinem Privatzimmer, mit dem Studium eines Aktenstücks beschäftigt, empfing er den Freund, welcher mit verstörter Miene neben ihm am Schreibtisch Platz nahm. „Du mußt mir helfen,“ sagte Alfred, nach Atem ringend;„ich befinde mich in einer ganz verzweifelten Lage! „Du hättest schon früher zu mir kommen sollen,“ erwiderte der Doktor ruhig.„Die Sache wäre dann wohl nicht so weit geviehen.“ „Du weißt schon—“ „Deine Mutter war heute Morgen bei mir und hat mir alles berichtet. Ich hoffe, Du wirst nicht daran zweifeln, daß ich gerne bereit bin, Dir und Deinen Angehörigen zu helfen,“ „Es wäre eine Beleidigung für Dich, wenn ich Zweifel hegen wollte, aber wirst Du helfen können?“ „Je nun, etwas habe ich schon erreicht.“ „Etwas? Und was wäre das?“ fragte Alfred, ihn erwartungsvoll anblickend. „Grunewald wird seine Drohungen nicht ausführen. wenigstens heute noch nicht.“ „Die Wechsel sind vorhin protestiert worden.“ „Das mußte geschehen, um die Forderung für alle Fälle gesetzlich sicher zu stellen.“ „Und er wird dem Obersten keine Anzeige machen?“ „NRein!“ „Ich bitte Dich, Eduard, mach' diesen Qualen ein Ende; ich verstehe Beine Worte nicht. Du sprichst mit einer Sicherheit, die mich in Erstaunen setzen, aber auch ernste Zweifel in mir weken muß.“ „Ich bin sofort zu dem Wucherer gegangen,“ erwiderte der Doktor, an der Brille rückend, hinter deren Gläsern die dunkelbraunen Augen lebhaft glänzten;„aus den Mitteilungen Deiner Mutter war es klar geworden, daß kein Augenblick versäumt werden durfte" „Braver Freund, das werde ich Dir nie vergessen,“ sagte Alfred und atmete tief auf, indem er ihm die Hand reichte. „Dein Onkel war gestern Abend schon bei ihm—“ „Relcher??“ „Der Gerber, und mir scheint, dieser wackere Biedermann hat ihm den Staadpunkt klar gemacht und dabei seine Worte nicht ängstlich gewogen. Geld will er freilich nicht hergeben, auch nicht bürgen für Deine Schuld, aber in anderer Weise ist er Dir doch nützlich gewesen. Grunewald war ziemlich kleinlaut. Er drohte freilich noch immer, do“ ich habe ihm klar bewiesen, daß er mit seinen Drohungen gar nichts ausrichtet, wenigstens nichts, was in seinem Interesse liegen könnte. Ich habe ihn nebenbei auf verschiedene Punkte aufmerksam gemacht, die zu einem für ihn höchst unangenehmen Prozeß führen könnten, und schließlich hat er Dir einen Ausstand von einem Monat bewilligt.“ „Und wenn ich dann nicht zahlen kann?“ Mehr ließ sich augenblicklich nicht erreichen; Du hast wenigstens eine Frist gewonnen, in der Du vielleicht Rat schaffen kannst. Wenn Grunewald nicht den Ehrenschein besäße, könnten wir es ruhig auf den Prozeß ankommen lassen; ich wollte dem Wucherer schon die Hölle heiß machen und ihn vor Gericht brandmarken, daß er sein Leben lang daran denken sollte.“ „Ohne Ehrenschein hätte ich das Geld nicht bekommen.“ „Ich weiß das wohl, und ändern läßt es sich jetzt nicht mehr," fuhr der Doktor fort, während er langsam über den tiefschwarzen Vollbart strich;„der gefährliche Schein macht es mir unmöglich, so energisch vorzugehen, wie ich es gerne möchte.“ „Und ich kann mir so bald das Geld nicht verschaffen,“ sagte Alfred kopfschüttelnd.„Ich war heute Morgen draußen bei meinen Verwandten. Onkel Weilen hat mir trocken erklärt, er wolle mir nicht helfen. Also ist es nur eine Galgensrist—“ „Aber immerhin eine Frist,“ unterbrach ihn der Doktor. Ich werde über die Sache noch gründlicher nachdenken, vielleicht entdeck= ich einen Haken, an dem ich den Wucherer fassen kain. Glatter würde freilich die Sache geordnet, wenn Du es möglich machen könntest, die Wechsel einzulösen; ein Prozeß wird immer Staub aufwirbeln.“ „Ich werde alles aufbieren, mir das Geld zu verschaffen,“ sagte Alfred;„für Deine freundlichen Bemühungen sage ich Dir nochmals meinen herzlichsten Dank. Und nun— wie urteilst Du über die Angelegenheit meines Bruders?“ Der Toktor nahm ein Fenermesser vom Schreibtisch und schnitt eine geraume Weile schweigend an seinem Bleistift. „Eine mysteriöse Geschichte!“ sagte er endlich.„Die Sache kann sehr unangenehm werden, wenn der rätselhafte Franzose nicht gefunden wird.“ „Du glaubst doch nicht an Hugo's Schuld?“ „Ich kann Dir auf diese Frage noch keine Antwort geben; zuvor muß ich mit dem Untersuchungsrichter reden und die Akten einsehen. Ich muß auch mit Deinem Bruder sprechen und mir von ihm selbst die Geschichte erzählen lassen. Das alles soll, wenn eben möglich, heute noch geschehen; ich habe Deiner Mutter versprochen, die Verteidigung zu übernehmen und wenn ich mich einmal einer Sache annehme, dann setze ich auch meine ganze Kraft an ihre Durchführung.“ „Gebe Gott, daß es Dir gelingen möge, seine Schuldlosigkeit zu beweisen!“ „Ich wünsche es auch,“ erwiderte der Advokat,„nicht * E u r e t w e g e n a l l e i n, s o n d e r n a u c h m e i n e t w e g e n; d i e s e r Fall wäre so recht geeignet, meinen Ruf noch mehr zu befestigen, und mir könnte das natürlich nur angenehm sein. Apropos, kennst Du die Tochter Grunewald's?“ „Nur vom Sehen— ein hübsches Mädchen nicht wahr?“ „Allerdings; ich hätte nicht geglaubt, daß der alte häßliche Wucherer eine so liebenswürdige Tochter haben könnte. Den Himmel auf Erden wird sie bei ihm auch nicht haben; ihr scheues gedrücktes Wesen bekundet das deutlich.“ habe mich nie sonderlich um sie gekümmert; nur einmal entdeckte ich zufällig, daß sie wunderbar schöne Augen habe.“ „Wirklich?“ fragte der Advokat scherzend.„Diese Entdeckung habe ich bei der ersten Begegnung gemacht.“ Alfred hatte sich erhoben. Aus seinen Augen leuchteten wieder Mut und Hoffnung. (Forts. folgt.) 8 —— * S —— —— —— *— 5 BES — 1223 S SETGE *#** EE BSps• B US *-S „„ SFELOEST * 8 3MSe .. SEEE SSSEE SES * ——— SHDERTSTN -LOUGSSSOSTT ——— S u— BSSE OTUJure *e-anee. BUTB*— BEJeGracE F GuBUTTTT— S # SGEROE PSGESSSSSRE SS5D S g:EEE 2.%5 AGEESSE5SS ESMES 5SSS SDTEBOTSREE S — 2— 830 Der Notar von Argostoli. (Fortsetzung.) Rodines vermochte diesen Bitten nicht zu widerstehen und schrieb das Gesuch, wobei er jedoch eine Ausdrucksweise gebrauchte, die den üblichen Bittgesuchen nicht im Entferntesten glich. Er schrieb nämlich einfach, daß er im Bewußtsein seiner Schuldlosigteit die Aufhebung des verurteilenden Erkenntnisses verlange. Vorates nahm das Schriftstück seines Freundes und verließ diesen in der Hoffnung, durch seine Beredsamkeit die sehr lückenhafte Form des Gesuches ergänzen zu können. Vorates nahm Abschied von seiner trostlosen Tochter, um das Revisionsgesuch des verurteilten Rodines persönlich bei der Regierung der jonischen Republik zu befürworten. „So reise denn ohne Verzug ab, und möge Gott deine Schritte segnen!“ sagte Angelika mit schluchzender Stimme.„Aber bis wann wirst du zurück sein?“ „So bald wie möglich; genau kann ich es nicht bestimmen. Auf keinen Fall bleibe ich länger aus, als sechs Wochen,“ erwiderte der Vater und ließ traurig den Kopf sinken. „Sechs Wochen! O mein Gott!“ rief das junge Mädchen. „Ist es denn möglich sechs Wochen in einer solchen Unruhe zu verleben? Doch es sei, ich werde es versuchen.“ Und Angelika verlebte auch diese sechs Wochen, obgleich mit fortwährender innerer Aufregung. Ihre Umgebung hatte jedoch keine Ahnung von ihren Qualen; denn mit seltener Willenskraft wußte sie sich äußerlich den Anschein der Ruhe und des Gleichmutes zu geben. Die Trauerkleider, welche sie wegen des Todes des Grafen Stannet angelegt hatte, trug sie noch immer und setzte auch die Arbeit an ihrem Brautschleier nicht aus, obgleich die schöne Stickerei an zahllosen Stellen von ihren Tränen benetzt ward. Am letzten Tage der sechs Wochen saß sie schon vor Tagesanbruch auf dem Balkon und schaute sehnsüchtig nach dem von grauen Morgennebeln umsäumten Meere hinaus. Sie hatte noch nicht lange gesessen, als sie am fernen Horizont auf dem Wasser einen weißen Punkt zu erblicken glaubte. Der Gedanke, daß es das Schiff sei, welches ihren Vater bringe, ließ ihr Herz heftiger schlagen. Und sie hatte sich nicht getäuscht, denn nach wenigen Stunden legte ein großes Fahrzeug im Hafen von Argostoli an und Vorates stieg ans Land. Angelika erwartete ihn unter der Haustüre und warf sich sofort in seine Arme mit dem Rufe: „Vater, lieber Vater! Ist er gerettet?“ Doch da fühlte sie plötzlich, wie Tränen über die Wangen ihres Vaters herabrannen und als sie einen forschenden Blick auf sein Antlitz geworfen hatte, sah sie zu ihrem Entsetzen, daß seine Haare gänzlich weiß geworden waren. „Ich verstehe, er soll sterben,“ stöhnte sie.„O, es ist so schrecklich!“ Sie hatte diese Worte kaum hervorbringen können und ließ dabei ihr Haupt kraftlos auf die Brust ihres Vaters sinken. „Mut, Mut, meine Tochter,“ sagte Vorates.„Unterwerfen wir uns der Heimsuchung und der allgerechte Gott, der sie uns auferlegt, wird uns Kraft verleihen, die schwere Bürde zu tragen.“ „Ja, Mut, Mut! Sagtest du nicht so, mein Vater? Sieh doch, wie ich so mutig und gefaßt bin! Doch nun laß uns zum Gefängnis eilen.“ „Ins Gefängnis? Was fällt dir ein, mein armes Kind? O, verzichte doch auf ein so trauriges Wiedersehen deines Bräutigams.“ „Ich muß ihn sehen,“ erwiderte Angelika mit irrem Blick. Dann fuhr sie von einer heftigen Aufregung erfaßt, mit erhobener Stimme fort: „Ter fürchterliche Tag ist also nun doch gekommen, wo das Unglück wie ein schwarzer Drache über uns herfällt. Die Erde ist nur noch ein finsterer Abgrund und der Himmel bedeckt uns wie ein großes Leichentuch. Nur in Rodines Gefängnis schimmert noch ein schwacher Sonnenstrahl. Verlieren wir daher keine Zeit lieber Vater! Eilen wir also in das Gefängnis!“ „Arme Angelika! Nicht das Gefängnis ist dein Platz, mein liebes Kind. Laßt uns zur Kirche gehen und die Tröstungen der Religion suchen!“ „Möge der allgütige Gott das Uebermaß meines Schmerzes verzeihen,“ sagte Angelika nach einigem Nachdenken.„Sein heiliger Wille sei gebenedeit!— Aber dennoch ist mein Platz an der Seite meines Bräutigams, sei er nun im Gefängnis oder sogar im Grabe. Meine Augen werden nur noch ein einziges Schauspiel sehen, das schreckliche Drama seines Todes; dann werden sie sich auf immerdar schließen.“ „Angelika, mein Kind,“ rief Vorates und zog sie an sein Herz,„bringe mich nicht auch ins Grab! Versprich mir, daß du gegen unser Unglück mit christlichem Mute ankämpfen willst.“ „Verlieren wir die kostbaren Augenblicke nicht,“ antwortete Angelika mit Festigkeit;„führe mich zum Gefängnis oder fürchte, daß ich hier wahnsinnig werde. Begleite mich nur hin und ich verspreche Alles, was du verlangst.“ Vorrates sah ein, daß jeder fernere Widerstand das Anheil nur vermehren könne und begab sich mit schwerem Herzen auf den Weg nach dem Gesängnisse. Es war unterdessen fast Nacht geworden, als er nach vorher eingeholter Erlaubnis mit seiner Tochter bei dem Verurteilten eintrat. Rodines kannte den Mißerfolg seines Gesuches noch nicht. Als er die Gefängnistüre sich öffnen und Vorrates mit seiner Tochter eintreten sah, erhob er sich von seinem elenden Lager, eilte auf die Anegkommenen zu streckte ihnen beide Hände entgegen und rief: „Also endlich seid Ihr doch gekommen, und ich sehe Euch noch einmal wieder. O wie danke ich Euch für diesen Augenblick, den ich zu den glücklichsten meines Lebens zählen kann! Die Zeit meiner Trennung von Euch ist mir fast unerträglich geworden und ein Tag folgte dem andern in schrecklicher Oede. Nur Eines unterbrach meine Einsamkeit: es war der Abendstern, der sich bei seinem Aufgange in dem kleinen Gesichtsfelde des Kerkerfensters zeigte. Mein Herz sagte mir nämlich, daß auch meine teure Angelika das freundliche Gestirn jeden Abend mit sehnsüchtigem Blick begrüßte. Noch soeben hatte ich meine Augen auf den tröstenden Stern gerichtet und mein Geist war gerade zu Euch geeilt, als ihr eintratet, um mir das göttliche Geschenk der Freiheit zu bringen. Diese Gabe ist mir doppelt teuer, weil sie von Euch kommt. Sie, mein teurer Vater, haben meine Befreiung mit Mühe und Anstrengung errungen, und du, geliebte Angelika, kommst wie ein Engel der Freiheit zu mir, um mir dieselbe zu verkünden.“ Bei diesen Worten bedeckte Angelika ihr Gesicht mit beiden Händen und schluchzte, während Vorates den unglücklichen Rodines beim Arme nahm und zu ihm sagte: „Freiheit suche nicht auf dieser Erde, lieber Freund; auf dieser Erde wälzt sich die Ungerechtigkeit im Schlamme, das Laster triumphiert und die Unschuld wird verfolgt. Nur dort oben wohnt die wahre Freiheit und glücklich der Mensch, der zu jener besseren Welt emporschweben kann, ohne dieses Jammertal ganz zu durchmessen, ohne den bitteren Kelch dieses Lebens bis auf die Hefe geleert zu haben. Glücklich ist derjenige von uns, den Gott zuerst in sein himmlisches Reich abruft, wogegen wir, die wir einstweilen noch übergangen worden sind, uns recht unglücklich fühlen müssen.“ Vorates sprach diese Worte unter Tränen und mit zitternder Stimme. Rodines sah dabei mit befremdetem Blick bald auf den Vater, bald auf Angelika und wußte sich diese düsteren Worte, diese ungewöhnlichen Zeichen von Trauer bei Ueberbringung einer Freudenbotschaft nicht zu deuten. Doch fast in demselben Augenblick, als Vorates geendet hatte, trat der Kerkermeister in Begleitung eines Priesters ein. Der Beamte wandte sich ar Rodines und sagte: „Sie sehen hier einen Priester, mein Herr; vielleicht haben Sie im nächsten Augenblicke seinen Beistand nötig, denn ich bin mit der traurigen Pflicht beauftragt, Ihnen anzukündigen, daß das Urteil des Tribunals einfach bestätigt worden ist.“ „Bestätigt worden ist?“ sagte Rodines ruhig.„Ich habe Sie verstanden und danke Ihnen für die gefühlvolle Fürsorge. Den geistlichen Beistand des ehrwürdigen Herrn werde ich aber erst nach einigen Minuten in Anspruch nehmen. Besorgen Sie mir gefälligst vorerst Tinte, Feder und Papier.“ Der Kerkermeister ging mit dem Priester weg— Rodines nahm mit feierlicher Ruhe die Hand seiner Braut und sagte zu ihr: „Tu hast gehört, Angelika, was dein Vater vorhin gesagt hat. Glücklich ist derjenige der diese verdorbene Welt verlassen darf, um droben eine bessere zu finden. Darum weine nicht, meine Liebe, ich hoffe ja zuversichtlich, wenn ich vor meinem Schöpfer erscheinen muß, Gnad und Verzeihung für alle meine Fehler und Schwächen zu finden. Mein Herz will sich zwar gegenwärtig noch gegen unsere so baldige Trennung auflehnen, aber was ist diese Trennung gegenüber der Ewigkeit, die wir im Himmel zusammen leben Toch nur ein winziger Augenblick! Dort werde ich dich er*