ortmunder Tageblatt Erscheint täglich it Ausnahme der Sonn= und gesetzt. Feiertage. Abonnementspreis I.2 Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage rits dom, Sseitigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. die Post bezogen für 3 Monate 1.50 Mk. Pastontlch: Bittor Schanzer, Dohnunt. Nr. 39. verbunden Lokat-Anzeiger für und der täglichen Unterhaltungsbeilage mit dem Dortmund u. Hörde sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 PsoReklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 PfgBeilagen nach Uebereinkunft. Bei zwangsweiser Beltreidung der Insertionsgebührer durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt dinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann. Dortmund. Dortmund, Mittwoch, den 16. Februar 1910. Erstes Blatt. dem Zentrum schloddern die Aniee. ms. Dortmund, 16. Februar Zentrum ist von bleicher Furcht erfaßt worgen; die Kniee schloddern ihm, weil es meint, daß die Nationalliberalen sich mit den Konservativen in I#. Wahlrechtsfrage verbünden und das Zentrum an die Band drücken werden„daß es quitscht. Wenn igend wann das Sprichwort sich bewahrheitet, daß man Niemand hinter der Tür sucht, wenn man nicht dahinter gesteckt hat, so in dem vorliegenden Jalle. Man erinnert sich, daß bei der Reichsfinanzreform das Zentrum die Mißstimmung der Konsewativen über die liberalen Anwandlungen und die Lahlrechtsreform=Absichten des Fürsten Büldw pfifig sich zu nutze machte, Bülow stürzte und den Block Fsrreugte, ohne Rücksicht darauf, daß es dabei dem Volte gegenüber wortbrüchig wurde und ihm unverantwortliche Lasten aufhälste. Vom Verräter frißt, wie behauptet wird, kein Hund ein Stückchen Brod. Leshalb konnte es auch nicht Wunder nehmen, wenn die Konservativen dem Zentrum mißtrauten und aus seiner Hand eine ihnen genehme Wahlrechtsreform nicht annehmen wollten. Aber die tapferen Herren rm Zentrum ängstigen sich ohne Grund. Noch ist les nicht so weit, daß die Nationalliberalen, wenn auch ihre alte Liebe zu den Konservativen nicht rostet, sich preußischen Abgeordnetenhause mit den Konservativen verbünden wollen, um unter Ausschaltung des entrums die Wahlrechtsreform zustande zu bringen. Schreibereien über die Wiederauferstehung des Bockgedankens in Preußen beruhen auf müßigen Lontinationen. Das Zentrum greift jegliche Aeußerung die nur im allerentferntesten die Sehnsucht nach keinem konservativ=nationalliberalen Kartell durchblicken läßt, mit großem Heißhunger auf, um mit diesem völlig imaginären Kartell seine leicht schreckfäste Gefolgschäft ins Boxhorn zu sagen und ihr den karen Blick- für seine üblen Absichten in der Frage #er Wahlrechtsreform zu trüben. Wer das Zentrum kennt, weiß, daß es sich nicht so ohne weiteres in den schatten stellen lassen wird, daß es seinen Platz #n der warmen Regierungssonne mit den verzweifel#en Mitteln verteidigen und zu erhalten suchen wird, sselbst unter Aufopferung seiner hervorragendsten brundsätze". Fast alle Parteien haben den Willen zum Ausdruck gebracht, eine Wahlreform zustande zu bringen. Während die Freisinnigen die Vorschläge lder Regierung von Grund aus umformen und den Fersuch machen wollen, das geheime und gleiche WahlKar neben einer Neueinteilung der Wahlkreise in die #eformborlage hineinzubringen, und die Nationallveralen die geheime Wahl als unerläßlichen Bestandstel einer von ihnen zu genehmigenden Wahlreform geinstellen, sind Konservative und Zentrum geneigt, S 27. Jahrg. irgendein Wahlgesetz auf Grund der Vorschläge der Regierung auszuarbeiten. Nun ist es allerdings nicht unmöglich, daß die Nationalliberalen gern mit den Konservativen von der Partie sein möchten. Aber sie werden wohl oder übel auf diese Partie verzichten müssen, wenn sie nicht die eigenen Totengräber sein wollen, wenn sie sich des Ansehens, das sie infolge ihrer anerkennenswerten Haltung bei der von Konservativen, Zentrum und Polen zustande gebrachten miserablen Finanzreform sich erworben haben, nicht selbst wieder berauben wollen. Anders liegt die Sache beim Zentrum. Dies kann sich die perversesten Dinge erlauben, ohne den Lohn dafür zu ernten, der ihm gebührt. So hätte man erwarten dürfen, daß die Finanzreform auch dem blödesten Schäflein die Augen geöffnet und klar gemacht hätte, um die wahre Natur des Zentrums zu erkennen. Diese Erwartung ist getäuscht worden. Zwar haben sich wohl einige ausnahmsweise intelligenten Wähler vom Zentrum ob seiner volksfeindlichen Haltung äbgewandt, aber der große Teil der Heide hat sich durch die gleißnerischen Reden seiner Hirten wieder einseifen lassen und wird auch gläubig anhören, wenn man ihm sagt. daß die Entrechtung der breiten Schichten des Volkes, die Herunterdrückung der tüchtigen Handwerker und Kaufleute unter die Militäranwärter, die Kontrolle der Wähler durch Beibehaltung der öffentlichen Stimmabgabe, notwendig war, um die Herrschaft des Zentrums auf dem Gebiete der Kirche und Schule zu befestigen. 2Das wissen die Führer des Zentrums und deshalb können sie mit den Konservativen, deren Ritt nach Westfalen und Rheinland sie ja gerade jetzt freudig begrüßen, ein Wahlreform=Techtelmächtel wagen. Wir hegen die Hoffnung, daß das Volk mit elementarer Kraft einen Strich durch die volksfeindlichen Reformpläne der Konservativen und des Zentrums machen wird. An den Freisinnigen wird er dabei die beste Stütze finden. Die Freisinnigen werden die Frage der Wahlreform nicht zur Ruhe kommen lassen, bis schließlich auch Preußen ein Wahlgesetz erhält, das man Wahl recht nennen kann. Deutsches Reich. Ueber das preußische Wahlrecht. In der„Zukunft“ schreibt Karl Jentsch über das preußische Wahlrecht: Also die Aussperrung des Vierten Standes aus der preußischen Kammer ist kein Unglück, aber sie ist nicht schön; und daß man eine Wahlreform verspricht, die doch lediglich diesen Punkt ins Auge zu fasssen gehabt hätte, und statt ihrer den Beschwerdeführern ein paar überflüsssige und nichts bedeutende Künsteleien bietet, ist noch weniger schön. Daß man außer dem allgemeinen gleichen Wahlrecht auch seine Ergänzung, die geheime Abstimmung verweigert, hat, war nur konsequent gehandelt. Im Interesse des Dienstes versetzt werden: Das ist ja noch kein grausames Martyrium; aber von der Zeche abgelegt werden: Das kann ein wirkliches Unglück sein, kann den Bergmann und seine Familie zugrunde richten. Und als vernünftiger Mensch muß er sich doch fragen: Ist denn diese Wahl ein solches Opfer wert, Abgesehen von der ungerechtfertigten Identifizierung der sozialdemokratischen Stimmabgabe mit staatsfeindlichen Bestrebungen, ist das ein reizender Euphemismus für die Tatsache, daß die meisten sozkaldemokratisch Gesinnten nicht wagen, nicht wagen köuuen, mit Rücksicht auf ihre Familien nicht wagen dürfen, öfentlich für die Sozialdemokratie zu stimmen. Gerade deshalb auch ist ja das Reichstagswahlrecht besser für die Regierung wertvoller als das Landtagswahlrecht, weil es sie richtiger und vollständiger über die Stimmung des Landes informiert. Wenn ich nicht irre, ist es Lothar Buher, der erzählt, wie sich ein Sultan zu informieren pflegte. Er zählte auf seinem täglichen Morgenritt die Bäker, die er mit dem Ohrläppchen an ihre Ladentür enzenaelt sah, und schloß aus ihrer größeren odegeingeren Lahl, auf die größere odee geringere Ugzafriedenheit des Volkes. Preußische Geheimräte sollten doch nicht meniger politischen Beistand bekunden als ein Saltan sollten nicht das Thermometer zurschlagen, weil ihnen die Temperatur nicht belagt.“ Richtlinien einer vernünftigen volksschulpolitik traten in einer der letzten Schuldebatten des sächstschen Landtages zutage. So äußerte der Kultusmnister Dr. Bec u. a.„Die Ausgaben die für die Schule gemacht werden sind durchaus produktive und kommen unserem Lande und unserer Bevölkerung in so hohem Maße zu statten, daß die Schulfrage nicht vom alleinigen Standpunkte der Finanzen aus behandelt werden darf.“ Und ein anderer Redner prägte für Ziele und Wege der Schulpolitik das schöne Wort:„Es gibt kein konservatives Einmaleins“ kein liberales Abc. und kein sozialdemokratisches Vaterunser. Die Schule ist ein neutraler Gegenstand. Ob den die Konservativen vom konkreten, und die Liberalen vom abstrakten Standpunkt beistimmen, ist der Volksschule gleich, die Hauptsache ist, daß die Volksschule so gestaltet wird, daß sie charakterfeste Männer erzieht, die für eine weitere gedeihliche Entwicklung der Menschheit auch in der Zukunft Gewähr bieten.“ Beides sind Anschauungen, deren Verwirklichung der Volksschule nur zum Heile sein könnte. Wenn etwas die Volksschule am Aufstieg gehindert und noch immer hindert, so ist es die unselige Geflogenheit bei Forderungen für die Weiterentwicklung der Schule weit eher als bei irgendwelchen anderen Gebieten, des öffentlichen Lebens nach den Kosten zu fragen, und dann— den Daumen fest auf den Beutek zu drücken. Das unabänderliche„Was sein muß, muß sein, es koste, was es wolle! hat bisher wohl für Forderungen des Heeres, nicht aber für solche der Schule Gültigkeit erlangt, und das, obgleich doch die Volksschule ebenfalls eine Angelegenheit von außerordentlicher Bedeutung ist. Und daß, die Schule schlecht fährt, wenn sie zum Kampf= und Tauschobjekt der Parteien nird, ist eine altbekannte, geschichtlich belegte Wahrheit. Je weniger die einzelnen Parteien von der Velksschule Förderung ihrer Parteieninteressen erwarten, je mehr sie sich daran gewöhnen, die dem Stande der Wissenschaft entsprechende Ausgestaltung des Schulwesens als im Interesse der Gesamheit und damit zusgleich im Interesse aller Parteien liegend zu betrachAuf der Brautschau. Humoristischer Roman von Felix Brenta. 8 derr Raupach verstand ihn jetzt richtig, hatte sogar sies gewisse Freude an seiner aufrichtigen Entrüstung, *5 sich aber im mindesten nicht aus der Fassung brinFen, sondern lenkte geschickt ein:„Ich begreife gar nicht, han 2112 Sie sich so sehr erregen, Herr Heuer. Sie haEr., mich selbst darauf aufmerksam gemacht, daß bezahlte som.. über den Herrn wohl zu haben wären, und Ihnen antworte, daß mir dafür ein paar Hun#ie#art nicht zuviel sind, geraten Sie in eine Enttung, als ob ich diese Dienste von Ihnen persönlich eetangte. Ich wollte Sie nur bitten, mir jemand zu beiragegse..“ 1c mit der Beobachtung des jungen Herrn dem g. ko““: Ich verlange nichts Ungerechtes von wen#streffenden. Nichts, dessen er oder ich mich zu schä##rg*: Aber ich bin Geschäftsmann und als solcher Auholg Zezwungen, über manche Leute Auskünfte einFreuns„### t#ten also mir und vielleicht auch Ihrem Fend einen großen Gefallen, wenn Sie mir eine gediete Person für diesen Dienst empfehlen könnten.“ Vollung 2(Gämte sich seiner vorherigen unberechtigten der diese g; dachte an den armen Herrn Lichtenburg, mit&a““ Belegenheit eines bequemen Verdienstes gewiß v#r bleuden ergreifen würde. Er stellte ihn dem Bankier für mich; daven recht. Das wäre der geeignete Mann nnr wich, erwiderte dieser. „Sie kennen ihn?“ sa in maiti“: Die Leute, und also auch Sie, wohnen Lohnd: Hause. Ich habe ihn auch früher öfter als habe zuer beschäftigt. Auch ehrlich scheint er zu sein. Ich steis zuf:holt Gelder einkassieren lassen und bin Dürdigleit ihm gewesen. Wollen Sie die Liebensnoch beffar„aben, einmal mit ihm zu sprechen? Oder Röchte ihm„ Sie ihn mir doch einmal zu. Ich sallig heirei. schreiben, um die Sache ganz unaufIn dia““ zu können und mich ja nicht blosstellen.“ klipfehlen 3.7, Falle, Herr Raupach, möchte ich Ihnen #enburg z.,onders die Mitwissenschaft der Frau Lichderen Gesprächsfähigkeiten und wire.. A fnisse sich einer furchtbaren Fessellosigerten. Doch wird es schwer sein. Heren Lichtenten, desto besser wird es für die Volksschule sein. Man wird also wünschen, müssen, daß nach den beiden Grundsätzen nicht nur in Sachsen, dem die Neubearbeitung des Volksschulgesetzes ja besonders Gelegenheit dabietet, sondern Überall in deutschen Landen verfahren wird. Der demokratische Verein in Frankfurt a. M. beschloß seine Versammlungstätigkeit am Montag mit einer wuchtigen Demonstration gegen das preußische Wahlunrecht. Nach einer Rede des Prof. Quidde wurde folgende Resolution gefaßt: „Die vom Demokratischen Verein in Frankfurt einberufene, von Männern und Frauen sehr zahlreich besuchte Versammlung legt schärfsten Provest dagegen ein, daß die preußische Regierung in ihrem Wahlrechtsentwurf an dem Dreiklassenwahlrecht festhält und die Entrechtung der großen Mehrheit der Wählerschaft sogar durch ein neues willkürliches System von Privilegierungen noch verschärft. Sie vertrahrt sich ebenso entschieden gegen die Beibehaltung der öffentlichen Abstimmung„die nicht die Staatsverantwortlichkeit stärkt, aber durch die Unterdrückung der freien Ueberzeugung polittsch demoralisierend wirkt. Die Versammlung fordert die Einführung des allgemeinen, gleichen: geheimen und direkten Wahlrechts beider Geschlechter in Preußen, und ferner eine neue gleichmäßige Wahlkreiseinteilung, welche die ungerechte Bevorzugung einzelner Landesteile beseitigt und auf diesem Gebiete gleiches Recht schafft.“ Der Erpresserparagraph. Die Justizkommission des Reichstages führte auch gestern noch die Beratung über den Erpresserparagraphen weiter. Es lagen Anträge des Zentrums und der Sozialdemokratie vor, die Begriffe der Rechtswidrigkeit und der Bedrohung zu ändern. Nach eingehender Aussprache wurden alle Abänderungsanträge abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen. Der Paragraph 253 lautet:„Wer in der Absicht, sich oder einem Tritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Tuldung oder Unterlassung nötigt, wird wegen Erpressung mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft. Der Versuch tst strafbar, Der Herzog soll Steuern bezahlen. Mit 17 gegen 9 Stimmen hat der meiningische Landtag die Eingabe, die den Herzog ersucht, sein Steuerprivileg aufzugeben und die Einnahmen auf seinen Domänen zu versteuern, angenommen. Die Fürstin=Mutter von Schaumburg=Lippe exkrankt. Die Mutter des Fürsten Georg zu Schaumburg=Lippe ist so schwer erftankt, daß ihr Ableben stündlich erwartet wird. burgs Geschäft vor ihr zu verheimlichen. Er steht unter strenger, ehelicher Aufsicht, und wenn ihm auch die Beobachtung Dr. Laues möglich sein wird, ohne Aufsehen zu erregen, so wird er doch häufig zu Ihnen kommen müssen, um Bericht zu erstatten, und diese Gänge werden seiner Frau sicher auffallen.“ „Ach, das läßt sich sehr leicht unverdächtig einrichten," versetzte der Bankier.„Ich biete ihm eine Aushilfsstelle als Kassenboten an oder dergleichen. Lassen Sie mich nur machen, und schicken Sie mir den Mann bald einmal her!" ** * Als Heinrich gegen Abend nach Hause ging, nahm er etwas Angenehmes mit sich fort. Das war ein Händedruck und ein freundlicher Blick Fräulein Theas. Und auch etwas Unangenehmes. Das war das beschämende Gefühl, seine Hand vielleicht zu einem unreinlichen Geschäft geboten zu haben. Bald aber beruhigte er sich darüber. Er selbst hatte ja mit den sonderbaren Ermittelungen, deren Herr Raupach als Kaufmann nun einmal nicht entraten zu können schien, gar nichts zu tun. Er hatte jeden persönlichen Vorteil streng von der Hand gewiesen und sich damit begnügt, einem armen Teufel die Möglichkeit eines mühelosen Verdienstes zu verschaffen. Er durfte sich das Lob einer guten Tat zuerkennen. Zufrieden trat er in die Lichtenburgsche Küche ein, wo Herr Lichtenburg bescheiden auf einem Schemel saß. Augenscheinlich war er eben von einem Gang nach der „Apotheke“ zurückgekommen. Denn seine Frau trug den roten Stempel glücklicher Erregung auf der fettigen Fläche ihres Antlitzes. Während er dem dürftigen Männchen von der günsti gen Aussicht erzählte, täglich ein paar Stunden bei Herrn Raupach lohnende Beschäftigung als Kassenbote zu finden, fiel ihm schon Frau Lichtenburg mit schwerer Zunge ins Wort:„Sie haben Glück, Herr Heuer! Eben hat der Briefträger drei Briefe auf einmal für Sie gebracht. Sie liegen in Ihrem Zimmer. Geben Sie acht: Das sind drei frohe Nachrichten. Alle drei Dinge erfüllen sich!“ Herr Heuer öffnete die Briefe und fand zu seinem Mißvergnügen, daß sie alle drei Lotterielose enthielten Er war aus wirtschaftlichen Gründen ein abgesagter Feind des Lotteriespiels und war trotz Frau Lichtenburgs verheißungsvollen Glücksprophezeiungen durchaus nicht gewillt, einem der drei Kollekteure die Hand zu bieten. Im Falle einer Niete hätte der Verlust sein wirtschaftliches Gewissen geschmerzt. Einen etwaigen Gewinn aber auf Kosten seiner unglü####chen Mitspieler hielt er für etwas so verwerfliches, daß er dessen niemals froh geworden wäre. Jetzt sagte ihm ein Blick auf eine kleine Liste, die er in seinem Notizbuch führte, daß ihn der Hamburger Kollekteur heute zum ersten Male belästigte. Diesen Herrn würdigte er deshalb einer ausführlichen Antwort, schickte ihm sein Los mit großer Höflichkeit zurück, setzte ihm die Schmach seines unsittlichen Gewerbes mit philosophischer Gründlichkeit auseinander und forderte ihn ernstlich auf, diesem schimpflichen Treiben zu entsagen, oder wenigstens seine Person mit dergleichen beleidigenden Zumutungen nicht weiter zu behelligen. Die beiden anderen Kollekteure zeigten sich aber als rückfällig und hatten trotz liebevoller Ermahnungen dem Kandidaten die Teilnahme an dem teuflischen Spiel im Wiederholungsfall angeboten. Diesen Sündern gegenüber schlug er schmunzelnd ein abgekürztes Verfahren ein. Beiden Briefen lag außer dem Los ein mit einer Dreipfennigmarke freigemachter Briefumschlag bei. Er steckte nun das Braunschweiger Los in den Schweriner Umschlag, klebte beide Drucksachen zu, sodaß dem Empfänger noch ein wohlverdientes Strafportoerwuchs, und trug sie glücklich lächelnd in den nächsten Postkasten. ** * Sein Abendbrot pflegte Heinrich zu Hause einzunehmen. Er hielt zu diesem Zweck von Butter und Brot, Wurst und Käse einen kleinen Vorrat, kochte sich dazu einen Topf Tee und schmückte das ganze mit einer sauren Gurke oder mit einem weichen Ei, wenn er zu besonderer Ueppigkeit Lust verspürte. Bei diesen einfachen Mahlzeiten fühlte er sich viel glücklicher, als in der fröhlichen Gesellschaft seines Mittagstisches, und nach wacker vollbrachtem Werke stellte er den Teetopf auf den Schreibtisch und setzte sich mit wonnigem Behagen zu seinen Büchern. Heute winkte ihm leider die stille Freude dieser zufriedenen Abendstunden nicht. Er war ja zu Dr. Laue gebeten gewesen. Eben überlegte er, ob er nach dem reichen Prunkmahl sich mit gutem Gewissen jetzt schon wieder zu Tisch setzen dürfe, oder ob er sein Butterbrot und Tee bis nach dem Besuch bei dem Zimmernachbar aufschieben sollte. Da trat Dr. Laue ins Zimmer und sagte:„Hörte eben, daß Sie zurückkamen, Herr Kamerad, und würde mich sehr freuen, Sie gleich jetzt in meinen Wigwam hinüberführen zu dürfen. Vorausgesetzt natürlich, daß Sie nichts Wichtigeres vorhaben. Wäre mir eine besondere Ehre, wenn Sie mein bescheidenes Mahl teilen wollen.“ „Ich komme eben erst vom Mittagessen, Herr Doktor,“ sagte Heinrich höflich ablehnend. „Umso besser," erwiderte der Referendar.„Nichts macht hungriger, als solch ein richtiges Schlemmerdiner, wie es doch bei Raupachs vermutlich geboten worden ist.“ Heinrich hatte nicht den Mut, dieser Behauptung zu widersprechen. Er war tatsächlich hungrig. Er war es eigentlich immer. Zum mindesten konnte er sich aus all der Zeit von seiner frühesten Kindheit an bis zum Schluß des Raupachschen Mittagessens heute keines Augenblicks entsinnen, in welchem es ihm unmöglich gewesen wäre. mit großem Vergnügen noch weiter zu essen. Wenn er trotzdem seine nahrhafte Tätigkeit immer wieder unterbrach und jeder Mahlzeit ein unnatürlich vorzeitiges Ende zu setzen pflegte, so geschah dies eigentlich nur aus Anstand. Er sah, daß sich seine Mitmenschen alle nur verhältnismäßig kurze Zeit mit dieser Beschäftigung befaßten und sie dann als unnötig oder longweilig wieder aufgaben, und sein Nahrungstrieb und sein zartes Gewissen brachten ihn dazu, sich diesem frommen Brauche anzuschließen. Auch war er sein Lebtag nur selten mit unanständig großen Schüsseln in Versuchung geführt worden, und vor allem brauchte er Zeit zum Arbeiten und zum Schlafen und konnte schon aus diesem Grunde nicht seinen ganzen Tag dem Essen widmen. Jetzt aber gebot Heinrich der Anstand, die liebenswürdige Einladung des Referendars anzunehmen und während er den beiden, nämlich der Anstandspflicht und dem Referendar, folgte, rief dieser ins Treppenhaus hinab, das Rosa möchte noch ein Gedeck auf### 176.18 Ausland. Türkei. Konstantinopel, 15. Febr. Wie wir erfahren, wird der Großwesir Hakki Pascha schon demnächst an die Großmächte mit der Aufforderung herantreten, ihre Postanstalten in der Türkei vollständig aufzugeben. England. London, 15. Febr. Sir Keir Hardie hat in einer Rede angekündigt, daß die Arbeiterpartei die Regierung unterstützen werde, welchen taktischen Weg sie auch einschlage. Hardie hält Neuwahlen vor 2 Jahren nicht für wahrscheinlich, da dazu die Parteikassen aller Parteien zu erschöpft seien. Griechenland. Athen, 15. Febr. Die Morgenzeitungen sind heute alle bis auf„Chronos",„Akropolis", und „Athinae“ konfisziert worden. Man fürchtet wieder Verwicklungen zwischen dem Militärverband und der Kammer. Lokales und Orovinzielles. Dortmund, 16. Febrnar. — Verein der freisinnigen Volkspartei.— Morgen Donnerstag findet, wie üblich, abends 9 Uhr im Reinoldushof eine Sitzung des Vereins der Freisinnigen Volkspartei statt, in der wichtige Dinge politischer und kommunaler Natur zur Verhandlung stehen. Es darf wohl erwartet werden, daß die Sitzung recht stark besucht wird. —“ Zur Frage der jüdischen Krankenpflege teilen wir in Ergänzung unseres trotz seiner Länge und Ausführlichkeit immerhin lückenhaften Berichtes über die letzte Stadtverordnetensitzung gern noch mit, daß die Herren Stadtverordneten Sanitätsrat Dr. Brandt und Fabrikant Suhrmann die ausgezeichnete Pflege durch die hier seit etwa sieben Jahren tätigen Schwestern des Vereins für jüdische Krankenpflege rückhaltlos anerkannten und dabei hervorhoben, daß die Pflege kotenlos und ohne Ansehen der Konsession und des Standes geschehe. Diese Schlestern arbeiteten wie bisher unter demselben Vorsitzenden und nach demselben System, nur sei der Name des Vereins geändert worden, da es sich nicht um eine ganz neue Schöpfung handle, wie der Magistrat und die Finanzkommission meinten, brauche man auch nicht erst abzuwarken, wie wie sich diese bewähre, zumal man überall, wo diese Schwestern tätig gewesen seien, des Lobes voll von ihnen sei. Der Antrag des Herrn Suhrmann, dem Verein für jüdische Krankenpflege den Betrag von 500 Mark zuzuwenden und daneben auch dem Kuratorium für jüdische Krankenpflegerinnen eine Subvention vom etwa 300 Mark zu bewilligen, fand nicht die Mehrheit im Stadtverordnetenkollegium. Der von Herrn Ruhkus unterstützte Eventualantrag des Herrn Stadtv. Ruppel, die Summe von 500 Mark unter die beiden Vereine zu teilen, fand dann fast allgemeine Zustimmung. — Die gemeinverständlichen Vorträge der freistudentischen Ortsgruppe Dortmund erfreuen sich eines stets wachsenden Zuspruchs. So war auch der Vortrag, welchen Herr Kand. Reiners am letzten Donnerstag über„Die Lufthülle der Erde“ hielt, wieder gut besucht, und die Besucher haben es sicher nicht zu bereuen, den interessanten und lehrreichen Ausführungen des Redners gefolgt zu sein.— Am Donner###tag dieser Woche den 14 Februar 1910, spricht Hern Pfarrer Liz. Goetz über die„Friedensbewegung", worauf wir wiederholt aufmerksam machen möchten. Die Friedensbewegung ist im allgemeinen noch wenig bekannt. Vielfach findet man sich ohne eingehender Prüfung leicht mit ihr ab, indem man sie für Unsinn erklärt. Denn die Abschafsung des Krieges hält man für unmöglich. Aber die Friedensbewegung hat trotzdem bereits einen großen Umfang erreicht und dehnt sich andauernd weiter aus. Sie wird von bedeutenden Persönlichkeiten vertreten. In vielen hunderten Vereinen ist sie schom heute in allen führenden Kulturstaaten organiziert. Alljährlich werden große internationale Kongresse und Weltkonferenzen von ihr veranstaltet. Es muß also doch etwas Wertvolles hinter der Friedensbewegung stecken und gar so sinnlos kann sie doch nicht sein. Darum dürfte es angebracht sein, einmal ihre treibenden Gedanken kennem zu lernen. Diese Kenntnis zu vermitteln, dazu wird der angekündigte Vortrag betragen. Die Friedensbewegung beansprucht wegen der großen Bedeutung, welche sie für das heutige Völker=, Staatsund Kulturleben tatsächlich hat, allgemeines Interesse. Deshalb ist der Besuch des Vortrages jedermann zu empfehlen.— Der Vortrag findet wieder im SpeiseEIEE! Dortmunder Stadttbeater. D. El. Dortmund, 14. Februar. „Wenn wir Coten erwachen“. Ein dramatischer Epilog in 3 Akten von Hendrik Als der Ende der siebziger Jahre in seinen Arbeiten modern gewordene Ibsen anfing, seinen Werken Gegenwartsgedanken zu Grunde zu legen, begann mit den„Stützen der Gesellschaft“ der Weltruhm des Tichters; vorher waren seine Arbeiten für das moderne Empfinden noch wenig zugänglich und auch wir Deutschen haben diesen Großen, erst langsam, als Wahrheitskünder, als Führer schätzen gelernt.„Wenn wir Toten erwachen“, sollte Ibsens Abschiedsgruß als Dramatiker sein, sollte den Epilog bilden, mit dem er von seiner dichterischen Schaubühne, wehmutsvoll aber freiwillig Abschied nimmt. Die Philosophie dieses Stückes lautet etwa:„Alles fängt harmlos an, bis man festsitzt und weder vor= noch rückwärts kann"!. Der nicht sehr begüterte Bildhauer Arnold Rubeck hat„Ideen“. Er beabsichtigt, ein großangelegtes Werk zu schaffen:„Auferstehungstag“. Er deutet sich die Auferstehung, als das herrliche Geschöpf. als ein Weib, wie es die Natur nur in ihrer besten Laune schaffen kann. Er findet Irene, ein Mädchen, das ihn unterwürftg liebt, das seinen keuschen, herrlichen Körper vor ihm enthüllt, um ihm Modell zu stehen. Das Künstlerauge sieht nur die Formen, es merkt nicht, daß Irenes Herz ihm zu Füßen liegt. und ihre Seele nach Liebe dürstet. Verschmähte Liebe eines Weides verwandelt sich leicht in Haf und so kann es auch Irene nicht überwinden, daß man wohl die schönen Linien ihres Körpers, nicht aber das Feuer saal des Essen= und Stahlwerkes Hoesch(Endstation der Straßenbahnlinie Reinoldikirche=Hoesch) statt und beginnt pünktlich achteinviertel Uhr abends. Als Eintrittsgeld werden wie bisher pro Person 10 Pfg. erhoben. Inhaber von Dauerkarten haben ohne weiteres Zutritt. — Das Bankhaus Stern wird im nächsten Moin das 1. Obergeschoß des Hauses Westenhellweg Nr. 64 verlegt werden. —“ Dortmunder Pferdemärkte. Der nächste Pferdemarkt findet am 2. und 3. März d. J. auf dem städtischen Viehhofe statt, worauf wir auch an dieser Stelle aufmerksam machen. — Zur Steuer= und Hauptkasse im Stadthause ist der Eingang von der Berswordtstraße aus zu nehmen. Im 1. Obergeschoß Zimmer 114 des Stadthauses ist eine neue Steuerzahlstelle eingerichtet worden, zu der man durch das Hauptportal gelangt. —* Polizei=Bericht. In der Nacht zum Tienstag bezw. im Laufe des Montags wurden 16 Personen festgenommen und zwar: 5 wegen Obdachlosigkeit, 4 wegen Unfugs, 3 wegen Diebstahls und je 1 wegen Unterschlagung, Trunkenheit, steckbrieflicher Verfolgung und Uebertretung der sittenpolizeilichen Vorschriften. —“ Leichenfund. Hinter einem Hause am Nordmarkt wurde kürzlich die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Die Leichenöffnung hat ergeben, daß der Tod des Kindes auf eine Verletzung des Schädels mit einem stumpfen Gegenstand zurückzu führen ist. Die Leiche war in Papierstücke eingewickelt, die anscheinend als Schnittmuster gedient hatten — Einbruch. In der Nacht zum Tienstag wurde in das Magazin der Zeche Glückauf=Segen bei Wellinghofen ein Einbruchsdiebstahl verübt, bei dem die Diebe für etwa 1000 Mark Messing= und Kupferteile entwendeten. —' Beschlagnahmt. Die Montagsnumm: des hiesigen sozialdemokratischen Blattes ist wegen der varin enthaltenen Aufforderung zu Tahlrechtskundnebungen der Beschlagnahme durch das Amtsgericht verfallen. — Selbstmordversuch. Der Kellner Gustav Lütgert, der in Hamm am Sonntag verhaftet wurde, machte bei seiner Festnahme einen Selbstmordversuch, der aber mißlang. In dem jungen Burschen ist man eines Diebes habhaft geworden, der seit längerer Zeit die Gasthöfe und Wirtschaften des Industriegebietes heimsuchte und vornehmlich Ueberzieher. Koffer und Billardbälle stahl. — Gestohlen wurden nächtlicher Weile mittels Einbruchs aus der Zeibigschen Wirtschaft in der Kurfürstenstraße fünf Billardbälle, Zigarren und Zigaretten, aus dem Peinhap'schen Weißwarengeschäfte Ecke Westerbleich= und Kurfürstenstraße Weißwaren im Werte von 200 Mark.— Ein am Montag vor der Hauptpost ohne Aufsicht stehenden gelassenes Lohengrin=Rad war verschwunden, als der Besitzer sich wieder darauf setzen wollte. Brackel, 15. Febr. Nachdem die neugewählten Amtsverordneten von Husen und Wambel eingeführt worden waren, stellte die Amtsversammlung die Mittel für einen 12. Polkzeibeamten zur Verfügung und entsprach dem Antrag mehrerer Bureaubeamten um Anrechnung früherer im Kommunaldienste verbrachter Dienstzeit insofern, als die Dienstzeit vom 21. Lebensjahre ab auf das Pensionsdienstalter angerechnet werden soll. Derne, 15. Febr. Ein Großfeuer brach gestern nachmittag gegen viercinhalb Uhr in der Oelfabrik der Firma Kremer und Daalmann aus. Die Fabrik gilt als verloren. Die Derner Feuerwehr und die der Zeche„Gneisenau“ sind zur Stelle, aber machtlos. Wie noch in später Abendstunde gemeldet wird, wird das Feuer voraussichtlich die ganze Nacht währen, da die reichlichen Oelvorräte an eine Bekämpung des Feuers nicht denken lassen. Sodingen, 15. Febr. Der Bauunternehmer Depenbrock ist seit einigen Tagen unter Zurücklassung größerer Schulden verschwunden. Namentlich kleinere Hand werker werden durch das Verschwinden schwer getrosfen. Skemmer bei Minden(Wesisalen), 15. Februar. Der Arbeiter Heinemann, der öster mit seiner Frau in Streit geriet, kam mit dieser wiederum gestern in Streit. Im Lause desselben schlug er mit einem Spazierstocke auf sie ein und traf sie mit der spitzen Hirschhornkrücke so unglücklich in der Brust, daß sie sofort tot hinfiel. Hagen, 14. Febr. In der heutigen Sitzunn der Stadtverordneten unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Cuno lag ein Antrag des sozialdemokratischen Stadtverordneten Ludwig vor, die Stadtvertretung möge eine Eingabe an das Abgeordnetenhaus richten worin vom Standpunkte der Bürgerschaft aus die neue Wahlreform in ihrer Wirkung auf die politische E x FEET DS thres Herzens und das Verlangen ihrer Seele entdeckt. Als das Kunstwerk fertig ist, drückt Rubeck Irenes Hand und dankt ihr für die segensreiche Episode. Irenes feuriges Temparament ist geweckt; daß sie für Rubeck, den sie mit der ganzen Glut ihres Herzens liebte, nur„Episode“ gewesen sein soll, löst die Zügel ihres Verlangens, sie flüchtet in die weite Welt, um nun auch anderen die Gunst zu erweisen, deren sich Rubeck für die Dauer nicht würdig und erkenntlich zeigen wollte. Sie tritt in Varietees, in lebenden Bildern auf, um auch anderen ihren schönen, nackten Körxer— für Geld zu zeigen. Sie heiratet einen reichen Amerikaner—, der sich ihretwegen selbstmordet. Dann heiratet sie einen— natürlich wieder reicheren— Russen, den sie im Ehebett ersticht. Dann wird sie geisteskrank— es schwindet das Erinnerungsvermögen— es stellt sich die fixe Idee ein. Irene wähnt sich begraben, sie glaubt, ihr Leben verloren zu haben, und irrt umher, auf die Zeit wartend:„Wenn wir Toten erwachen!“ Irene wird in Begleitung einer barmherzigen Schwester in die Berge zur Erholung geschickt und trifft dort Rubeck. Rubeck ist zum wohlhabenden Philister geworden, sein an der der ein möglichst bescheidenes Dasein an der Seite seiner Gattin, der sehr sinnlich veranlagten, vergnügungssüchtigen Maja, führen möchte. Maja möchte dagegen die Welt sehen— leben— lieben— reisen. dagegen die Welt seh Rubeck hat die Lust und die Liebe zu seiner Kunst verloren, er ist nervös, menschenscheu und verbittert. Für seine hervorragendsten bildnerischen Schöpfungen, die von der ganzen Welt als Kunstwerke bewundert werden, hat er Ausdrücke, die für seinen neurasthenischen Zustand bezeichnend sind. Entrechtung des größten Teiles um Ablehnung ersucht wird. Bei Einreschung des Antrages hatte der Oberbürgermeister den Antragsteller schriftlich dahin besschieden, daß die Stadtverordneten mit dieser Angelegenheit nicht befaßt werden könnten, weil es sich nicht um eine Angelegenheit der Stadt handle, sondern um das Wahlrecht, das jedem einzelnen angehe. Er müsse es deshalb ablehnen, den Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, weil die Stadtverordneten ihre Zuständigkeit damit überschreiten würden. In der heutigen Sitzung wandte sich der Stadtverordnete Ludwig gegen diese Begründung der Ablehnung, mit dem Hinweis darauf, daß bei Beratung des Paragraphen 23 der Einkommensteuernovelle die Stedtverordneten ebenfalls eine Eingabe an den Landtag gerichtet haben, auch aus einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts sei zu entnehmen, daß die Stadtverordneten für Angaben in solchen Angelegenheiten zuständig seien. Oberbürgermeister Cuno wies demgegenüber darauf hin, daß der zweite Teil des betreffenden Urteils ausdrücklich besage, daß die Stadtverordneten sich mit Gesetzesvorlagen der Regierung nur beschäftigen dürfen, wenn örtliche Interessen davon berührt würden. Dies sei hier nicht der Fall. Gegen die drei Stimmen der Sozialdemokraten lehnte die Versammlung es ab, in eine Beratung des Antrages einzutreten.— In Berlin hat, wie kurz gemeldet, der stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Geh. Justizrat Cassel folgenden Antrag eingebracht:„In Erwägung: daß durch die von der Königlichen Staatsretierung im Landtage eingebrachte Vorlage über die Aenderungen des Gesetzes bezüglich der Wahlen zum Abgeordnetenhause a). durch Beibehaltung des Klassenwahlsystems gerade in der Stadt Berlin eine höchst ungleichmäßige und ungerechtfertigte Verschiedenheit des Wahlrechtes, auch für die Zukunft, sich ergeben muß, b) durch Beibehaltung der Wahlkreiseinteilung die Stadt Berlin im Verhältnis zur Gesatzahl der Landtagsabgeordnteten durch eine völlig unzureichende Zahl der Abgeordneten auch in Zukunft vertreten sein wird. c) Bei den besonderen Berliner Verhältnissen eine freie und unabhängige Ausübung des Wahlrechtes, ungetrübt durch unzulässige Beeinflussung und durch die die Wahlfreiheit gefährdenden Bedrohungen der wirtschaftlichen Eristenz, nur durch Einführung der geheimen Stimmabgabe gesichert erscheint, beschließt die Stadtverordnetenversammlung, den Magistrat zu ersuchen, in eine an das Abgeordnetenhaus zu richtende Petition für entsprechende Aenderung der Wahlrechtsvorlage einzutreten.“— Man wird neugierig darauf sein können, ob der Stadtverordneten=Vorsteher Michelet den Antrag zur Verhandlung zulassen und wie sich der Berliner Magistrat dazu stellen wird. Es muß hervorgehoben werden, daß Herr Cassel seinen Antrag recht lokal gefärbt hat und allen gesetzlichen Anfechtungen aus dem Wege gegangen ist. Essen(Ruhr), 16 Februar. Die Verhandlungen zur Beilegung des Streiks auf der Kruppschen Friedrich-Alfred=Hütte in Rheinhausen, die zwischen den Vertrelern der 500 streikenden Hochosenarbeiter und der Direktion stattfanden, sind ergebnislos verlaufen, doch hat ein Teil der Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen, besonders solche, die schon längere Zeit auf dem Werk beschäftigt sind. Ein Ofen konnte wieder angeblasen weiden:. Die übrigen Betriebe erleiden keine Störung. Mülhelm(Ruhr), 15. Februar. Auf dem neuen Stahlwerk der Firma Thyssen kam beim Reparieren eines elektrischen Lau'krans ein Hilfsarbeiter der Starkstromleitung zu nahe und wude auf der Stelle getötet. Auf demselben Werke geriet ein 25 jähriger Krauführer zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde tot gedrückt. Elberfeld, 16. Februar. In ihrer letzten Sitzung hatten die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit beschlossen, auch den Sozialdemokraten die Stadthalle zur Adhaltung von Versammlungen zu überlassen. Diesen Beschluß hatte der Bürgermeister auf Grund des§ 52 Absatz 2 der rheinischen Städteordnung beanstandet. In ihrer gestrigen Sitzung beschlossen die Stadtverordneten mit allen gegen 5 Stimmen auf ihrem Beschluß zu beharten, und, wie es die rheinische Städteordnung vorschreibt, die Entscheidung des Bezirksausschusses einzuholen. Elberseld, 15. Februar. Der Beschluß der hiesigen Stadtverordnelen, die Stadthalle auch den Sozialdemokraten zur Verfügung zu stellen, wurde von der Regierung beanstandet. Solingen, 15. Februar. Zu der Vereinigung der Städte des oberen Kreises Solingen hat der neue Regierungspräsident von Düsseldorf Stellung genommen. Er steht der Vereinigung ehr sympathisch gegenüber, hat aber geäußert, Zwangsmaßregeln zur Anwendung zu bringen. 13. Februar. In der Zeit vom 4. bis 16. April d. Is. findet hier ein Kursus über wirtschaftliche Fragen statt, der von dem Niederrheinischen Bezirkeverein deutscher Ingenieure und der Handelskammer zu Düsseldorf veranstaltet wird. Die Vorträge, die in den Nachmittagsstunden von 4 bis 7 Uhr stattfinden sollen, werden folgende Gegenstände behandeln. Moderne Formen der Fabrikorganisation, Professor A. WallichsAachen; Selbstkostenberechnung und Kalkulation, Fabrikdirektor a. D. A. Pfeifer=Düsseldorf; Massenerzeugung in der Maschinenindustrie und ihre Erfordernisse, Direktor Fr Neuhaus=Tegel bei Berlin; Die Bedeutung der doppelten oder systematischen Buchführung im Fabrikbetriebe, Direktor der städtischen kaufmännischen Lehranstalten Dr. Hugo Balg=Düsseldorf; Billanz, Rechtsanwalt Dr. Rudolf Fischer=Leipzig: Die Bedeutung der G.### ordnung für den Fabrikdetrieb, Professor Dr. R### Frankfurt am M. Gewerbehygiene, Geheimer rat, Regierungs= und Gewerberat für den Regiziek Arnsberg, Mitglied des Rei Sgesundbeitsrateg Oppermann=Arnsberg; Industrie, Geldmarkt und wesen, Professor L. Pohle-Frakfurt a. M. Die sation der Großindustrie, Professor Dr. Kurt Wied. Köln. Das Honorar für die Teilnahme an dem Kursus(30 Stunden) beträgt 20 Mk., für eine der bes Wochen(je 15 Stunden) 15 Mk. und für einzelnen träge 2 Mk. für die Vortragsstunde. Anmeldungen### zu richten an Herrn Ingenieur Fr. Fröhlich, DüsseldaJacobistraße 3 bis 5, der auch weitere Auskunft ertei Köln, 15 Februar. In einer chemischen—... heute eine Benzinexplosion erfolgt, wobei fünf Personen oder minder schweie Brandwunden an Kopf und Händen Kassel, 16. Februar. Bei der Stadtverordnetenwahl den alle fünf bürgerlichen Kandidaten mit einer Mehrheit 900 Stimmen gewählt. erhet Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer Dortmund. Dortmund, 15. Februg Ein gefährlicher Langfinger ist der Berzman Rud. Range, der sich in die Privaträume des Restaung, teurs Mattemeier in Tortmund schlich und einie Goldsachen und Wäschestücke entwendete. Am 3. Jau stahl er dem Wirt Wrede einen Geldbetrag in Höh von 30 Mark und eine Taschenuhr.. Als der Langfin, ger am 5. Jan. in einem Hause an der Münsterstrudie Stube eines Dienstmädchen revidierte, wurden abgefaßt und der Polizei übergeben. Range wun heute zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Wenig Freude hat der Knecht Gust. Lotbanz von seiner Beute gehabt, die er bei seinen Diensthern Geschwister Tappe in Tortmund machte. Der fre## Bursche schlich sich in die Wohnung und entwende# einen Geldbetrag in Höhe von 1200 Mark. Ama deren Tage machte Carbanka die Bekanntschaft ein jungen Mannes, der ihm 1100 Mark aus der## sche holte, sich dann schleunigst aus dem Staube machte und bis heute noch nicht ausfindig gema## werden konnte. Corbenka erhielt heute von der Etr### kammer 1 Jahr Gefängnis und wegen Führung eine falschen Namens zu 4 Wochen Haft. Seinen Schlafkollegen, den Anstreicher Hamen bestahl am 7. Juli der Schreiner Heinrich Bettingu Merklinde um einen Betrag von 1950 Mark. Ln Angeklagte war geständig, er wurde von der Steafkammer zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Diebstahl im Rückfalle beging der Arbeiter Ott# Fender in Lünen dadurch, daß er seinem Arbeitgeber zwei Kittel stibitzte. Fender war geständig, er wur mit Rücksicht auf das geringe Objekt zu 3 Monater Gefängnis verurteilt. Einen groben Vertrauensbruch beging der Bey# mann Josef Hebel in Holthausen dadurch, daß a seinem Freunde, dem Bergmann Brodislaus Jam czewski einen Geldbetrag in Höhe von 78 Mark en wendete. Hebel leugnete heute, mußte aber nach den Ergebnis der Beweisaufnahme als überführt ench tet werden. Da Diebstahl im Rückfalle vorlag kannte das Gericht unter Zubilligung mildernde Umstände auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten Auf Grund einer gefälschten Bescheinigung dersuchte sich der Handlungsgehilfe Karl Hohoff u fremden Eigentum zu bereichern. Am 8. Oktodn schrieb er zwei Bestellscheine mit der Unterschrift se nes Bruders, des Bäckermeisters Franz Hohoff um schickte einen Boten zu der Witwe Adams und der Snore Suppen. Fix und fertig— 3 Teller 10 Pfg. Knorr-Sos Jed Umschlag gilt als Gutschein. würzt fames Suppen, Saucen, Gemüse, leischspeisen etc. Der Bärenjäger Ulfheim ist mit Maja in die Berge zur Jagd, begleitet von Lars, dem Hundehalter gezogen. In dieser Zeit treffen sich Rubeck und rene— er übernervös— sie verrückt—, jetzt erwacht Liebe in ihm zu Irene und er glaubt nun, sie wäre das einzige Wesen, das ihn hätte glücklich machen können. Rubeck führt Irene, die rasfiniert ihrer sie beschützenden Diakonissin entwischt ist, in die Berge, um ihr die Pracht und die Herrlichkeit der Natur von dort zu zeigen— hier weilen auch Ulfheim und Maja. Der Bärenjäger will hier die temparamentvolle Maja überwältigen und wenn sie auch zunächst zurückschreckt, läßt sie sich doch auf seinen Armen zu Tal eragen— wenn sie unten ist, will sie von der Freiheit in Liebe und Leben singen und schwärmen. Während diese hinuntersteigen, glauben Irene und Rubeck sich auf dem Wege zur Sonne zu bewegen „Auf dem Berge der Verheißung" wollen sie Hochzeit machen. Eine Schneelawine begräbt Rubeck und Irene, deren Leichen, die ängstlich nach Irene suchende barmherzige Schwester findet. Im Tal sind nun auch Ulfheim und Maja glücklich angelangt— Maja grüßt das Leben und die Freiheit durch ihe frönliches Lied. 812 Ibsen hat in diesem Epilog einen Strauß psychologischer Möglichkeiten gebunden und seiner Zeit Diskussionen über Diskussionen literarischer wie medizinischer Streiter heraufbeschworen. Ibsen war aber nur Dichter und hat seine Charaktere nicht nach den Forschungen der psychiatrischen Wissenschaft, sondern einzig und allein nach gemachten Beobachtungen geschaffen und dadurch wurden sie lebenswahr. Der Direktion des Stadttheaters muß man daukbar sein, daß sie uns auch diesen Ibsen#nen Evilog, mati ze) Mensch eher gesehen haben muß, als die ten und allerseichtesten Machwerke, die mit Asp, Reklame jetzt den Weg zur Bühne finden.## hat sich in Dortmund schon daran gewöhnt Premieren mäßig besucht sind— man will erst honn was die Presse sagt—, aber dem ausübenden Stt#p, werden einige Bänke voll denkender und dantont:: Zuhörer gewiß lieber sein, als ganze Kolonnen.“ verständiger, die ein Lachen auch da' nicht unterdin können, wo sie selbst nicht wissen, ob sie durch ein Dockument der Dummheit niederlege! Auf die Ausstattung und Einstudierung ngt: Herrn Regisseur Habermeyer große Soiatatt, wandt. Die Aufführung im Ganzen wa und überragte die Gespensteraufführung limm Besonders war die Irene des Frl. Proß eine!. ragende Leistung, für die sie außer ihren bede„zu, natürlichen Mitteln, eine edle Auffassung uie, zi# dung und Intelligenz mitbrachte. Ebenso wa Leistung des Frl. Habermeyer als Maja spektable. Die interessante Rolle des Professorz beck spielte Herr Gerdes mit vornehmer###, haltung und gradezu vollkommener Glaubso#. keit. Da war nichts Gesuchtes und nichts vil haft Herausgeklügeltes.(Vor zu lebhaftem##e spiel möchten wir warnen!) Jedes Wort!ah Geste war der Ausdruck der vollkommenen„ heit. Ebenso war der Ulfheim des Herrn M 1?### perfekter Bärentöter, eine höchst Interessanse,, rbietung ohne Uebertreibung, wozu die Rolls##e ger#e leiten könnte. Alles in Allem: es ist eine sten Aufführungen der Saison gewesen. V. ule eine handtasche; vum Schachmach ascr on Mechz. 21 aar Mann, beset; die Reisetasche 51 uuch verabfolgt wurde vages uuter Antlage ach uchanbersilchreun us echöfengericht rache an die Strafkam eungen die dem Brade zen, sehute dieser ab. teantngte 7 Monate 6 a eicher vergctde ne schald anerkannte, 15 eisen, Ruhr. 15. Fiedrich Alfred=Hütte i zienarbeiter wegen Lo Breslau, 15. Feb. eisenindustrie=Al heiter wegen einer v Zündigung eingerei ##igung wird morgen Letzte Prinz und Prin Berlin, 16. Febr. Prinz und Prinzessin nafen gestern abend au dem Bahnhof waren an Wales, Prinz Alexande Gesandte Graf Mettern nüßung, die sehr herzl nach dem Buckingham= deutschen Prinzenpaar werden. Die Wahlrechtsv Berlin, 15. Febr. zs Abgeordneten sreisinnigen Ant dung der beiden prinz zeheimes Wahlr iozialdemokratischer An lehnen und die Regiern setentwurf einzubringe scht und eine neue Wi gezogen war. Nach lät tag auf Einführung d b gegen 11 Stimmen kationalliberaler abg Verhandlungen über d Nachdem die Parteien Rinister des Inn Rinisterpräsidenten in reebene Erklärung al Intrag mit 15 geg sellonservative 9n der Nachmittag purde der 2. Abschnitt I 1 und 2 unveränder und Ausschluß). Zu s von Zentrum der Ant Nahlfähigkeit das 25. setzen. Auf Widerspre stag aber mit 15 kon nationalliberalen Sti gelenni.— Zu§ 4 eine Reihe konservativi #rsellung der indi burde beschlossen, zun direkten Wahl zu dis über, sowie die Erörte 121(Berechnung de Möb Möb Möb Größte Rücksicht be KKrankheiten Arbeitslosig Wagen ohoe eutung der Gevessor Dr. Ph Pur eäherne den Regiernnost. bmorkt und u.“ N. Lie Oan. I. Kun Blähasch, den gaung für eine der beisg „ür eiselbse bn. Sumeldaungen 8 grohlich, Düsseldon re Auskunft ertei 2. Seere e verordnetenwahl t einer nund. mund, 15. Fedruar ist der Bergman äume des Restaurz. schlich und einig ndete. Am 3. beldbetrag in Höt Als der Langfinder Münsterstraße vidierte, wurden sen. Range wurte #ilt. ht Gust. Cotbanh seinen Diensthernen machte. Der frece na und entwenden 00 Mark. Am an Bekanntschaft ein Mark aus der Zaus dem Staube ausfindig gemat seute von der Stra## egen Führung eine t. Anstreicher Hamen Heinrich Bettinau 1950 Mark. La rde von der Steafverurteilt. der Arbeiter Ott: seinem Arbeitgeber geständig, er wurde jekt zu 3 Monater ch beging der Ben in dadurch, daß a Brodislaus Jam von 78 Mark en ußte aber nach den Is überführt ench lückfalle vorlag, er lligung mildernde se von 9 Monaten Bescheinigung dere Karl Hohoff u 7. Am 8. Oktodn der Unterschrift soFranz Hohoff un ve Adams und verler 10 Pfg. 195 Zemüse.# nete der d m La# gebildet ien seit it 92257 B rst hört Kunster inen erdrücht nicht aue handtasche;, auf gleiche Weise verschaffte Schuhmachermeister Reinecke Schuhe im er% 50 Mark. Die Witwe schöpfte Verda1·t und Welte“ Loten die Tasche auf der Straße wieder ab besaß nun die Dreistigkeit selbst, en das * ache Geschäft zu gehen und für seinen Bruder Vr Feisetasche zu reklamieren, die ihm dann veraßfolgt wurde. Hohoff wurde wegen Beunter Anklage gestellt und da sich etgab, daß Ers urkundenfälschung in Frage kam, erklärte sich 1s Schöffengericht für unzuständig und wies die an die Strafkammer. Die Bezahlung der RechS„ die dem Bruder des Täters präsentiert wur„ante dieser ab. Der Vertreter der Anklage I. unagte 7 Monate Gefängnis, das Gericht erkannte it Rücksicht darauf, daß der Bruder des Angeklagten u. Schuld anerkannte, nur auf einen Monat Gefäng1* Gewerkvereins-Veil. guen, Ruhr. 15. Februar. Auf der keupp'sch.n Eriedrich Alfred=Hütte in Rheinhausen, rraten!00 Lochsienarbeiter wegen Lohndifferenzen in den Ausstand. greslau. 15. Febr. Bei der Oberschlesischen essen industrie=Akt.=Ges. haben 380 ur#eiter wegen einer verweigerten Lohnerhöhung ihre A#digung eingereicht. Ueber die Annahme der L i g u n g w i r d m o r g e n e n t s c h i e d e n. Letzte Telearamme. Prinz und Prinzessin Heinrich in London. Berlin, 16. Febr. Aus London wird gemeldet: Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen hasen gestern abend auf dem Viktoriabahnhof ein. Auf dem Bahnhof waren anwesend Prinz und Prinzessin von Pales, Prinz Alexander von Battenberg, der deutsche gesandte Graf Metternich und andere. Nach der Begüßung, die sehr herzlich war, fuhren die Herrschaften noch dem Buckingham=Palast. Das Publikum ließ dem deutschen Prinzenpaar einen warmen Empfang zuteil werden. Die Wahlrechtsvorlage in der Kommission. Berlin, 15. Febr. Der Wahlrechtsausschun zes Abgeoronetenhauses ist an der Hand des sreisinnigen Antrages zunächst an die Entscheizung der beiden prinzipiellen Fragen gleiches und zeheimes Wahlrecht herangegangen, nachdem ein iozialdemokratischer Antrag, den Gesetzentwurf abzulehnen und die Regierung aufzufordern, einen neuen Gesetentwurf einzubringen, welcher das Reichstagswahlsecht und eine neue Wahlkreiseinteilung enthält, zurückgezogen war. Nach längerer Erörterung wurde der Anauf Einführung des gleichen Wahlrechts mit E gegen 11 Stimmen bei zufälliger Abwesenheit zweier Kationalliberaler avgelehnt. Es folgten dann die Verhandlungen über die geheime Stimmabgabe. Nachdem die Parteien kurz Stellung genommen und der Rinister des Innern mit Entschiedenheit die vom Rinisterpräsidenten in dieser Beziehung im Plenum abrzebene Erklärung aufrechterhalten hatte, wurde der lutrag mit 15 gegen 13 konservative und sreikonservative Stimmen angenommen. I der Nachmittagssitzung des Wahlrechtsausschusses gude der 2. Abschnitt verhandelt, und zwar wurden die K 1 und 2 unverändert angenommen(aktives Wahlrecht und Ausschluß). Zu S3(passives Wahlrecht) war von Zentrum der Antrag gestellt worden, für die passive Nahlfähigkeit das 25. anstatt das 30. Lebensjahr einzusetzen. Auf Widerspruch der Regierung wurde der Antag aber mit 15 konservativen, freikonservativen und nationalliberalen Stimmen gegen 11 Stimmen abtelehnt.— Zu§ 4(unmittelbare Wahl) lagen eine Reihe konservativer Anträge vor, welche die Wiedererstellung der indirekten Wahl bezweckten. Es burde beschlossen, zunächst die Frage der direkten und inbireiten Wahl zu diskutieren, die Beschlußfassung hierDer sowie die Erörterung der Einzelheiten bis zum 121(Berechnung des Wahlergehns) aurückzustellen. BSE Möbel f. 65 M. Anz. 5 M. Möbel f. 80 M. Anz. 7 M. Möbel f. 98 M. Anz. 9 M. Möbel f. 145 M. Anz. 12 M. ## Möbel l. 198 M. Anz. 18 M. Möbel f. 400 M, Anz. 35 M. In der allgemeinen Aussprache stellten sich allein die Konservativen auf den Standpunkt der indirekten Wahl; die Freikonservativen hielten Gründe und Gegengründe sür ziemlich gleichwertig. Alle übrigen Parteien sprachen sich für die direkte Wahl aus; ebenso der Minister des Innern. Es wurde beschlossen, in der auf Donnerstag vormittag 10 Uhr anberaumten 2. Sitzung in die Beratung des§ 4(Bildung der Wahlabteilungen) einzutreten. Der neue Oberpräsident von Brandenburg. Berlin, 15. Febr. Zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg ist an Stelle des in den Ruhestand tretenden Wirklichen Geheimen Rats v. Löbell der Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft usw. Wirklicher Geheimer Rat v. Conrad ernannt worden. Alfred v. Conrad(am 27. Januar 1904 geadelt) ist am 13. Mai 1852 geboren. Im Jahre 1882 wurde er mit der Verwaltung des Landratsamts in Flatow beauftragt und 1884 endgültig zum Landrat dieses Kreises ernannt. Anfang 1895 wurde er als Hilfsarbeiter in das Landwirtschaftsministerium berufen und im Juli desselben Jahres zum Geheimen Regierungsrat und Vortragenden Rat in diesem Ministerium ernannt. Seit August 1898 Geh. Oberregierungsrat, wurde er im Dezember 1899 Regierungspräsident in Bromberg und im August 1901 unter Beförderung zum Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Chef der Reichskanzlei als Nachfolger des zum Oberpräsidenten von Schleswig=Holstein ernannten freiherrn v. Wilmowski. Im September 1904 erfolgte eine Ernennung zum Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsministerium und im August 1909 wurde ihm der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen. Von 1888 bis 1899 war v. Conrad Mitglied des Abgeordnetenhauses als Vertreter des Wahlkreises Flatow-Deutsch=Krone und gehörte der konservativen Fraktion ar. Die Reichstagsersatzwähl in Mülheim=Wipperfürth. Mülheim(Rhein), 16. Febr. Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl erhielten Oberlandesgerichtsrat Marx(Zentrum) 20 367 Stimmen, Schriftsteller Dr. Erdmann(Soz.) 10 927, Rechtsanwalt Falk(nat.=lib.) 8461, Karl Hofmann(christlich=soz.) 1124 Stimmen. Zersplittert waren 32 Stimmen. Es ist demnach Stichwahl zwischen Zentrum und Sozialdemokraten erforderlich. Kuraufenthalt der Zarin auf dem Weißen Hirsch. Dresden, 15. Febr. Wie ein Berliner Korrespondenzbureau wissen will, ist Aussicht vorhanden, daß die Zarin zum Kurgebrauch in dem Lahmannschen Sanatorium auf dem Weißen Hirsch bei Dresden in nicht ferner Zeit eintrifft. Professor Paira ist vor kurzem von einer Reise nach St. Petersburg zurückgekehrt„die ihn auf den Ruf des Zaren hin an den russischen Hof geführt haben soll. Man bringt diese Berufung mit dem geplanten Aufenthalt der Zarin auf dem Weißen Hirsch in Zusammenha.. Bekanntlich war der jetzige Direktor des Lahmannschen Sanatoriums, bevor er die jetzt verstorbene Witwe Lahmann heiratete, Erzieher des Prinzen Waldemar von Preußen, der alljährlich seinen Aufenthalt in dem Sanatorium nimmt. Die Prinzessin Heinrich von Preußen, eine hessische Prinzessin und Schwester der Zarin, die selbst zum Besuch ihres Sohnes öfters auf dem Weißen Hirsch wohnte, dürfte ihr die Lahmannsche Behandlung empfohlen haben. Erdbeben in Italien. Rom, 16. Febr. In Porenza trieb in der ver gangenen Nacht ein lange andauernder wellenformiger Erdstoß die Bevölkerung auf die Straßen, wo sie bei offenen Feuern den Morgen erwartete. Das Tele graphenamt setzte sich sofort mit den Nachbarorten in Verbindung, von Genen es beruhigende Mitteilungen erhielt. Von Menfi traf die Antwort ein: Man hegt wegen des Schicksals der Stadt große Besorgnis. Vermischtes. Die Kanzler Wilhelm II. Ein Mitarbeiter der Frkf. Itg. hat die Liste der Kanzler, die das Reich unter Wilhelm 2. konsumiert hat, in folgendes Reimsystem gebracht: Bismara— der Verbannte, Cavrini— der Verkannte, Hohenlon=— der Verwandte, Bülom— der Gewandte, Bethm ann— der Ernannte. Standesamts=Nachrichten. Dortmund 1. Vom 15. Februar. Geburten: 1 Sohn: Hülfsschaffner Schilling, Rheinischestr. 231a. Arbeiter Lochno, 8. Schlosser Drees, Hohestr. 34. Postassistent Nies, Luisenstr. 36. 1 Tochter: Maurer Zimmermann, Uhlandstr. 73. Reisender Buschmann, Dresdenerstr. 14. Magdalena Kotlewski, Langestr.141. Erdarbeiter Nytlewski. Bessemerstr. 15. Arbeiter Lochno, Langestr. 8. Sterbefälle: Arbeiter Wilhelm Sarger, Sunderweg 17, 30 J. Ehefrau Dorothea Marunga, Hirtenstraße 10, 70 J. Arbeiter Franz Teschka, Rheinischestr. 127, 29 J. Oberbergamtssekretär Jakob Mohr, Ackerstr. 28, 48 J. Georg Oberschelp, Wisch lingen, 18 T. Alfred Spanka, Rheinischestr. 60, 1 J. Dortmund 2. Vom 15. Februar. Geburten: 1 Sohn: Maschinist Möllenber Hirtenstr. 3. Pflasterer Grüning, Enschederstr Schneider Schauerte, Stahlwerkstr. 33. 1 Tochter: Erzablader Franz Broschyk, Oesterholzstraße 74. Schneidermeister Ahlert, Ostwall 55. Betonpolier Vollmer, Missundestr. 31. Vorarbeiter Wiedemann, Günterstr. 102. Sterbefälle: Kaufmann Karl Kopfermann, Kaiserstr. 24, 30 J. Lagerarb. Martin Malkus, Hermannstraße 28, 48 J. Wilhelm Trott, Nordstr. 57, 10 M. Gertrud Bispina, Haydnstr. 47, 3 M. Eingesandt. Die Lage in Griechenland. Athen, 16. Febr. Die politische Lage zeigt heute eine neue Phase. So weit sich in Erfahrung bringen ließ, ist von neuem eine tiefgehende Spaltung zwischen Militärliga und Marine ausgebrochen, die zu blutigen Zusammenstößen führen kann. Die wichtigsten Punkte der Stadt waren gestern besetzt, da Angriffe von seiten der Marine befürchtet wurden. Thypaldos ist nach Athen zurückgekehrt. Athen, 16. Febr. Den Zeitungen ist unter der Bedingung das Erscheinen gestattet, daß Mitglieder der Militärliga in den Zeitungsbureaus ständigen Aufenthalt nehmen und sie überwachen. Die Marineoffiziere haben sich im Arsenal von Salamis versammelt und die Schiffe in einen kriegsbereiten Zustand versetzt, um gegen den Pyräus und Phaleron vorzugehen. Die Gesandten Rußlands, Englands, Frankreichs und Italiens begaben sich gestern nach Phaleron, um mit den Kommandanten ihrer dort lagernden Kriegsschiffe Besprechungen zu halten. abzahlung u. Wunsch des Käusers. 6232 k- Kloge Prauen P ven We. ng oder Stockung #anet nam g. u8. Bulver Hatuich gu. iadere Wirtung Unschädlich sas del a. der Senbung schr. m# ahme 55 Pf Verbach ig.. 1 0(Cassel). Wass-Anzüge Herren- Auzüge, Faletets, Hasen nach Hass liefert elegant, schnell, billig 6117 H. Liebreich, Rheinischestr. 90. Lager in Arbeitshemden, Hosen, Joppen etc. Bekanntmachung Auf Giu d des§ 11 des Gesetzes über die PolizeiVerwaltung von 11. März 1850 verordnen wir für den Umfong unseres Regierungsbezirkes, was folgt: Gastwirte, Schankwirte und Kleinhändler mit Branntwein oder Spiritus, welche selbst oder durch ihre Angehörige resp. Geschäftsgehilfen an solche Personen, welche unzweifelhafte Kennzeichen des Zustandes der Trunkenheit an sich tragen, alkoholartige Getränke verabfolgen, oder deuselben zugänglich machen, verfallen in eine Strafe bis zu 30 Mk. evtl. verhältnismäßiger Haftstrafe. Arnsberg, den 13. April 1876. Königliche Regierung. Auf die bevorstehende Polizei=Verordnung wird insdesondere bei der bevorstehenden Musterung der Militärpflichtigen vom 14. Februar bis 5. April 1910 aufmerksam gemacht. Bei Trunkenheitsfällen wird die Feststellung erfolgen, wo zuletzt der Trunkene alkoholartige Getränke erhalten hat. Die Uebertretung wird nicht nur mit der polizeilichen Strafe geahndet, sondern auch die Erwägung zur Folge haben, ob die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe und dem Kleiuhandel mit Getränken zu entziehen ist. Dortmund, den 2. Februar 1910. Der Landrat: v. Rynsch. Bekanntmachung. Es wird beohstichtigt, den Teil der Schwarzebrüderstraße, von Haus No. 8 bis zum Einlauf in die Hansa straße, einzuz hen. Die Erziehung soll erst nach Niederlegung des südlich des bezeichneten Straß nteils belegenen Häuserblocks erfolgen. Einsprüche gegen dies Vorhaben sind binnen 4 Wochen, vom Tage dieser Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, bei uns geltend zu machen. Dortmund, den 14. Fehruar 1910. Ein fast neues Damenrad (Marke Adler bestes deutsches Fabrikat) bilkig zu verkaufen. Näh.: Prinzenstrasse 9—11. PIANOS und Flügel in altbewährter Güte IBACH-PIANOLA-PIANOS d h. 1BACH Pianos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pianolas mit Themodist und Metrostyle, sowie Harmoniums, empfichlt in reicher Auswahl zu bequemen Bedingungen Rud. IBACH Sohn Kais. u. Königl. Hof-Flügel- und Pianinofabrik, gegr. 1794. Barmen, Neuerwex 40 Bei Kauf, Miete, Umtausch. Reparatur oder Stimmung wende man sich an die mehr als hundertjährige Erfahrung des durch vier Generationen bestehenden Hauses BACH Allein-Vertreter: Wilh. Hohrath, Dertmund, Burgssall 21 k. auf dem Berge 27. Wäsche zum Glanzbügeln wird angenommen. Heroldstr. 12, Als eifriger Theaterbesucher fällt mir auf, daß die Direktion sich große Mühe gibt, neue Operetten in den Spielplan aufzunehmen, deren Ausstattung eine große Summe erfordert, ihr musikalischer Wert aber sehr zweifelhaft ist. Dagegen werden die guten Operetten älteren Styls gänzlich außer acht gelassen, so daß sie unser Nachwuchs gar nicht kennen lernt. Warum wirv z. B. der„Vogelhändler“ oder„Mamsell Nitouche“ nicht einmal aufgeführt? Unsere Nachbarstadt Essen läßt es sich angelegen sein, solche stets wieder gern gesehenen Stücke neu einstudieren zu lassen und das Essener Stadttheater hat guten Erfolg damit.„Bocaccio und Zigeunerbaron“ sind auch seit mehreren Jahren nicht aufgeführt worden. Sollte es an Kräften fehlen, die diesen Rollen gewachsen sind? Olympia=Theater. Wenn es noch eines Beleges bedarf für die in aufsteigender Linie sich bewegende, stetig fortschreitende Entwicklung des modernen Betriebes, so ist er am besten gegeben durch einen Hinweis, auf das in der ersten Hälfte des Febr. gewesene und das vom 16. bis 28. Febr. zur Tarstellung gelangende Programm des Olhmpia=Theaters. Das am Mittwoch, den 16. Februar in Kraft tretende Programm wird den Besuchern des OlympiaTheaters eine ganze Reihe von Ueberraschungen bringen, wie sie selbst an dieser Stätte nicht immer zu finden sind. Den Reigen eröffnet eine der größten Weltsensationen Les 5 Alex gen. Die Matadore der Luft in ihren einzig dastehenden Leistungen an der höchsten Spitze des Theaters. Nur 13tägiges Gastspiel, da die 5 Alex am 20. März d. J. im Hippodrom Newyork gastieren müssen. Ebenfalls eine GlanzModerne abgschl. 3 u. 4 Zimmer=Stagen in besser Hause zu vermieten. Näh. Schuhertstr. 10. 1. Et. nunmer in die Londoner Sensation Gtodl bf Life Wisord Stone u. Irene Stone. Einen wunderbaren Dressurakt bietet W. Belloni mit seinen Kakadus und Pepi als Kunstradfahrer auf dem Einrad. Als Humorist ist Hermann Strebel verplichtet, dem ein sehr guter Ruf vorausgeht. Den humoristischen Teil vertritt die Pantomime Ein Souper bei Madame Ivette in 2 Bildern. The Bradnas urkomische Exentrics mit sliegenden Hüten. The Finleys komischer DöppelreckFlugakt usw. Das Olympia=Theater wird für dieses Programm, welches sich dem glänzenden Programm der ersten Februarhälfte würdig an die Seite stellt, die ihm von Seiten des Publikums so bereitwilligst gezollte Anerkennung auch mit diesem Programm in ungeschränktem Maße finden. Dortmund. Bekanntmachung. Die Ersatz=Kommistion für die Musterung der Militärpflichtigen tritt in diesem Jahre, wie nachstehend angegeben zusammen: 1. In der Wirtschaft Neuhaus in Asseln, Hellweg Nr. 193 Margens Zeinhalb Uhr.. am 14. 15. 16. und 17. Februar für die Militärpflichtigen des Amtes Brackel. 2. In der Wirtschaft Hartmann in Lünen, Morgens 9 Uhr. am 18. 19. 21 und 22. Februar für die Militärpflichtigen der Stadt Lünen und des Amtes Derne. 3. In der Wirkschaft Mascher in Eving, Morgens achteinhalb Uhr. am 23. 24. 25. und 26. Februar für die Militärpflichtigen des Amtes Eving. 4. In der Wirtschaft Koke in Mengede, Morgens achteinhalb Uhr. am 28. Februar, 1. 2. und 3, März für die Militärpflichtigen des Amtes Mengede. 5. In der Wirtschaft W. Dreckmann in Castrop: Morgens achteinhalb Uhr. am 4. 5. 7. 8, 9, 10, 11, 12, 14,und 15 März für die Militärpflichtigen der Stadt Castrop, der Aemter Sodingen und Rauxel. 6. In den Hotel Wilhelm Specht in Lütgendortmund Morgens achteinhalb Uhr. am 16. 17. 18. 19. und 29, März für die Militärpflichtigen des Amtes Lütgendortmund. 7. In der Wirtschaft Korte in Marten, Morgens ar 30. 31. März, 1. 2, und 5. April für die Militärpflichtigen des Amtes Dorstfeld. Die zur Gestellung verpflichteten Militärpflichtigen haben sich bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen in den bezeichneten Terminen pünktlich einzufinden. Jede Störung der Ruhe und Ordnung des Musterungsgeschäft wird mit Geldstrafe bis zu 15 oder mit verhältnismäßiger Haftstrafe geahndet. Einaleiche Strafe trifft denjenigen, Militärpflichtigen, welcher sich ohne Erlaubnis der Ersatz=Kommission von dem angewiesenen Sammelplatze entfernt. Auch ist das Mitbringen von Stöcken in das Musterungslokal nicht gestattet.„„„r In der Poltzei=Verordnung des Herrn Regierungsprästidenten zu Arnsberg vom 26. Mai 1900. NegierungsAmtsblatt 1900, Nr. 960, Seite 373 ist im allgemeinen Folgendes bestimmt: Die Militärpflichtigen haben zum Musterungs= und Aushebungsgeschäft in ordentlicher, sauberer Kleidung und mitt rein gewaschenem Körper zu erscheinen. Innerhalb und außerhalb des Musterung= und Aushebungslokals haben die Militärpflichtigen während der Dauer des Geschäfts sich ordnungsmäßig und anständig zu betragen und jede Störung des Geschäfts durch Trunkenheit, Wiedersetzlichkeit unerlaubte Entfernung unnötiges Sprechen, sowie ähnliche Ungehörigkeiten zu verDas Rauchen ist den Militärpflichtigen auf dem Sammelvlatz und in den Räumen in denen das Musterungsgeschäft stattfindet verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger Haft bestraft. Die Losung welche wir unter der jüngsten Altersklasse. 1890 geborenen Militärpflichtigen einschließlich der etwa Ueberschlagenen erfolgt, findet am 8. April, Vormittags achteinhalb Uhr im Kreishause zu Dortmund, Louisenid bichen. Losuungstermine i das pecnlsche scheinen der Militärpflichtigen nicht erforderlich, vielmehr steht es denselben frei,: einen andern mit der Latung zu beauftragen oder es geschehen zu lassen, daß von den Eltern, Vormündern oder einem Mitgliede der Kommission für sie gelost wird. Dortmund. den 2. Februar. 1910. Der Landrat: Rynsch. Rotten-Arbeiter für sofortigen Eintritt und dauernde Beschättigung gesucht. Lüstener Gewertsch st, A.=G a. d. Rühr. 3 Mädchen vom Lande suchen Dienststellen. Off. Cenralblatt#eiligenstadt Eichseid mit Rückporto erb. Ein junges Verlobungsringe empfiehlt in jeder Größe und Prei ge Friedr. Strunck, Westenhellwex 19. —Telef, 2553. 5732 zur Erlernung der Käche und des Haushalts ohne gegeseitige Vergütung gesuch". 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T#uischen Bauernbund Lum verbergen; sie si eilschaft„einer größerei dem Westen“ seinen„spe Ttanakter mildert“ und #iaden im freiheitlichen serativen selbst geben si Liberalismus zu verdäck der Industrie des West beitung versucht, zu dies ##rie und die polirischen bem verheißungsvollen bekennzeichneten Artikel Freundlichkeit der Konse serrativen haben natür! schaffen, auf der die Ind haben„dafür kaum irge ührende Selbstlosigkeit perblendet sein konnte, Unen, daß sie nur dem L #und dies vor allem Vierdings dem größten ni hanzen Welt, dem rheit Aber die Gesetze der L wie unerbittlich, sie las ##nd dank ihrer ehern #eitung gerade das Geien möchte: Dieser Libe blieb,„er trat einer Ne Frundlagen mit äußer Es hat sich do inksstehende Liberalis Entwickung der Dinge und„daher ist das bindung zwischen Nat nuach allen Seiten für d“.— Trotzdem w beachte: so—„innerh ersten Industriestaat misählung von 1907 nopäischen Großbritann lion Industriearbeiter selbe überflügelte Gre in alle Sämtliche sowie Abschnitte, s# Alle übrigen Auf de ist. 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Konservative Sirenenklänge. „Jungliberalen Blätter“ schreiben: Die Konservativen beginnen für ihren angekünRitt nach dem Westen das Terrain zu sondiereich und bundesgetreu unterstützt vom Zen###um Die Kölnische Volkszeitung vor allem kann ihre Sehnsucht, den Bundesbruder, der erst kürzlich in der #estalt von Diederich Hahn„eine Abrechnung mit dem Dutschen Bauernbund“ hielt“, ans Herz zu drücken, I.— verbergen; sie sieht schon, wie er in der Ge #ssichaft„einer groneren Zahl von Abgeordneten aus demn Pesten“ seinen„spezifisch ostelbischen„junkerlichen“ ###tatatter mildert“ und„Verstänstdnis für das Volksem##inden im freiheitlichen Westen“ bekommt. Die Konteraativen selbst geben sich die allerdenklichste Mühe, den #iheralismus zu verdächtigen, um auf solche Weise in der Industrie des Westens Fuß zu fassen. Die Kreuz #eitung versucht, zu diesem Zweck in einem„die Indu irie und die politischen Parteien“ überschriebenen, mit #eu verheißungsvollen Lockwort„Aus dem Westen“. gekennzeichneten Artikel die hervorragende Industriefreundlichkeit der Konservativen zu beweisen. Die Konz#rativen haben natürlich„selbstlos die Grundlage gestaffen, auf der die Industrie sich entwickeln konnte“ und haben„dafür kaum irgendwelchen Dank geerntet“. Diese rührende Selbstlosigkeit! Daß die Industrie nur so zrblendet sein konnte, sie ganz und gar zu verkenUnen, daß sie nur dem Liberalismus treu bleiben konnte, ##und dies vor allem„in einem Industriegelände, alierdings dem größten nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt, dem rheinisch=westfälischen Kohlenrevier“! Aber die Gesetze der Logik sind ebenso schwer erfaßbar, wie unerbittlich, sie lassen immer nur Tatsachen folgern ##nd dank ihrer ehernen Strenge beweist die Kreuzzeitung gerade das Gegenteil von dem, was sie beweiien möchte: Dieser Liberalismus, dem die Industrie treu blieb,„er trat einer Neuordnung unserer wirtschaftlichen Hrundlagen mit äußerster Gewalt entgegen“. Es hat sich doch vor allen Dingen„der linksstehende Liberalismus der tatsächlich stattgehabten Entwicklung der Dinge mit Gewalt entgegengestemmt“. #und„daher ist das Resultat der dreißigjährigen Verbindung zwischen Nationalliberalksmus und Industrie nach allen Seiten für diese ein durchaus unbefriedigendes“.— Trotzdem wuchs Deutschland„so“— man beachte: so—„innerhalb eines Menschenalters zu dem eriten Industriestaat der Welt heran. Denn die Beuufszählung von 1907 hat ergeben, daß es dem eunopäischen Großbritannien schon um mehr als eine Mil#lien Industriearbeiter voraus ist", und das ist dasielbe überflügelte Großbritannien, in dem nach der Zum 100. Todestag Andreas Hofers Die Erschiessung Hofers in der Festung Mantua am Mfebruar 1810 Oech einer Lithograchie Am 20. Februar dieses Jahres jährt sich zum hun dertsten Male der Tag, der mit blutiger Flammenschrift in den Annalen der österreichisch=tirolischen Geschichte vermerkt ist, Hofers Tod. Andreas Hofer, der tapfere Sandwirt, der ganz Tirol gegen den wälschen Eroberer und Erbfeind verteidigte, wurde am 27. Januar durch Verrat in einer Sennhütte auf der Pfandalm im Passeyertal, wo er sich versteckt hielt, gefangen genommen und nach Innsbruck gebracht, später nach Mantua gebracht und daselbst am 20. Februar 1810 erschossen. Der heldenhafte, volkstümliche Freiheitskämpfer wurde in St. Leonhard im Passeyertal am 22. Kreuzzeitung„Konservative und Industrie, und namentlich die schwere, die Nohstoffindustrie, schon lange Verbündete sind“! Wahrlich eine unverhohlenere Anerkennung kann unserer Industrie, dem liberalen Geist, der sie beherrscht und der sie groß gemacht, nicht gezollt werden! In diesem fortschrittlichen, liberalen Geist liegt eben der Schlüssel zu unserer einzigartigen November 1767 geboren, Schlicht und einfach, aber kräftig an Geist und Körper, voller Gottvertrauen und hohen Muts, wurde er, nachdem er früher Landesdeputierter und in den Feldzügen von 1796 Schützenhauprmann gewesen, im Jahre 1809 die Seele des Tiroler Au standes und nach mehrsachen glänzenden Siegen Ober= kommandant seiner befreiten Heimat. Nach dem Wiener Friedensschluß kämpfte er aber auf eigene Faust weiter, mußte der Uebermacht weichen und fliehen. Bald darauf ereilte ihn sein Schicksal. Seine Leiche ist in Innsbruck in der Franziskanerkirche beigesetzt. LE EREE der Indivldualitäten im Staate verlangr. Freies Spiez aller wirtschaftlichen und geistigen Kräfte, ohne jegliche Rücksicht auf Tradition und Autorität— das alles sind Forderungen, die den Liberalismus mit der Industrie einen und beide zugleich grundsätzlich vom Konservatismus trennen. Nie und nimmer hätte unsere deutsche Industrie den gewaltigen Ausschwung nehmen können, wenn sie im konservativen Geist sich ängstlich vor jeder Neuerung, jedem Fortschritt verschlossen und starr an dem Bestehenden gehaftet oder gar das Bestehende„rückwärts revidiert“ hätte, wenn sie die sich mit Naturwendigkeit aus der konservativen Weltan schauung ergebende Gerinasgstzang der Indiridualität geteilt hätte. Gerade dieser liberale Geist hat auch die politisch Liberalen von jeher davor bewahrt, rein wirtschaft liche Fragen zu politischen Prinzipienfragen zu machen. wie dies die Konservativen durch ihre einseitge agra rische Interessenpolitik immer gelan haben. Die Frage, ob Schutzzoll oder Freihandel als Grundlage der staatlichen Handelspolitik gewählt werden soll, haben die politisch Liberalen, die Nationalliberalen, nie nach dem Prinzip, sondern immer von Fall zu Fall bestimmt. Liberalismus und Schutzzoll schließen sich nie und nimmer aus. Die Nordamerikaner und Franzosen stehen gewiß nicht in dem Verdacht, Freihändler zu sein und sind im allgemeinen politischen Sinne doch entschieden liberal. Deshalb kennt der Nationalliberalismus auch kein ihm aus liberalen Grundsätzen„vorgeschriebenes freihändlerisches Wirtschaftssystem“, wie es ihm die „Kreuzzeitung“ so gern andichten möchte, er ist im Gegenteil immer dann für einen Schutzzoll eingetreten, wenn dieesr ihm im Interesse der nationalen Volkswirtschaft geboten schien. Das weiß das konservative Organ genau so gut wie wir, aber die Bundesgenosssenschaft mit dem Zentrum hat es in seinen Kampfmitteln noch weniger wählerisch gemacht, wie es schon zuvor war. Wo positive Widerlegungen nicht gemacht werden können, da greift es hal a Verdächtigungen Diese Erkenntnis wird auch seinen Sirenengesang ohne Wirkung lassen, aus dem Bewußtsein dieser Tatsache heraus lassen uns auch die scharfen Angriffe des konservativen Blattes auf den Jungliberalismes völlig kal überwältigenden industriellen Entwicklung, die unserem deutschen Vaterland seine weltwirtschaftliche Machtstellung gegeben hat. Das konnte nur ein frischer, vorwärtsstrebender, idealer und damit liberaler Geist sein, der unserem ganzen industriellen Leben den Odem eingehaucht und zur höchsten Blüte geführt hat, der die Ausbildung von Persönlichkeiten, die freie Entwicklung Deutscher Berlin, 15. Febr. Der Reichstag überwies am Dienstag den Entwurf des Kaligesetzes an eine besondere Kommission. Gegen das Gesetz erklärte sich Abg. Ricklin(Els.). Abg. von Damm(wirtsch. Vg.) hielt das staatliche Eingreifen für durchaus gerechtfertigt, ebenso stimmte Abg. Werner (Rfp.) der Vorlage zu. Abg. v. Dannenberg(Welfe), der besonders auf die Kaliindustrie Hannovers hinwies, erhoffte Verbesserungen von der Kommission. este-Verkauf in allen Abteilungen Auslagen riesiger Posten Reste, Restbestände und Abschnitte. zu erstaunlich billigen Preisen! Nur heute Mittwoch, den 16.: Alle Kleiderstoffe vom Stück schwarz und farbig Sämtliche Kleiderstoff=Reste auch Rallstoff-Reste, nur gute Stoffe, darunter die besten und wortvollst. Qualitäten, welche 2, 8 u. 4 Mk. per Mtr. gekostet sowie Rbschnitte, schwarz und farbig, bis 4 Meter Länge haben, ohne Rücksicht auf gr. Verlust, zum Finheitspr. Mtr. C O Pf. Alle übrigen Kleiderstoff-Raste und Abschnitte zu entsprechend ansserürdentlich biligen Preisen. mit 10 Prozeut Ra Meyer& Günther, Dortmund gI E.#s Auf der Brautschau. Humoristischer Roman von Felix Brenta. 7 „Volien Sie glauben, daß sie neulich ohne weiteres m den Waschfrauen auf den Bleichplan gegangen wäre, rein Mama sie nicht glücklicherweise noch an der Hausir abgefangen hätte?“ „Perin Heuer schmerzte jede Ungerechtigkeit und dop4 wenn sie von Theas schönen Lippen ausgespro8i„So warf er denn einen betrübten, schiefen Lück auf die so entsetzlich beschuldigte Margarete und ##derte mit Wärme und eifriger Betonung:„Aber 5##o verdient Ihr Fräulein Schwester doch keinen 5a. 2:: Damit zeigt sie nur, daß sie einmal eine tüchtige pausfrau wird.“ fühlte sich beleidigt. Sie witterte in Herrn Heuers eigenen den, Pienen einen frevelhaften Zweifel an ihrer „n hausfräulichen Tüchtigkeit. Mit Würde entgeguwar e“:„Wenn man anständig erzogen ist, so werden ar gute Hausfrau und braucht es nicht erst zu diger S.“ an braucht auch nicht immer mit eigenhänelegante c.u 4dchenarbeit zu kokettieren, wenn man eine obwahr g# sein will. Ich tue das wenigstens nie, O mich auch sehr wohl auf manche Arbeiten D'. Ich kann beispielsweise Spargel schälen.“ iebreigendau 9““ Heinrich erstaunt, nicht weil er der dern zmair z. The0 diese Kunst nicht zugetraut hätte, sonüberraßg; er in seinem harmlosesten Junggesellengemüt mit 9.“ war, daß diese nützliche Verrichtung überhaupt köunig der Schwierigkeit etwas zu schaffen haben „Fräuset. M. 4½twortete Thea mit bescheidenem Stolz. besten g# anda von Prickelwitz ist doch eine meiner ich das ssionsfreundinnen gewesen und dadurch habe Mürgelschälen gelernt. Vorigen Sommer war dem Rite, Freundinnen bei ihren Eltern auf Lamen lazz3“ Besuch. Es war etwas einsam, wir Küche und 5“lten uns, gerieten aus Neugier in die dort in dichen'gu rischweg an, Spargel zu schälen, der ## ne Mamsan“:deln auf dem Tisch lag. Da war nun ### sonst derartige dienende Person in ; die meinte, wir machten das nicht ganz richtig und sagte, wenn wir schon arbeiten helfen wollten, so müßten wir es ordentlich tun. Sie erteilte uns Unterricht, und(hier unterbrach sie sich mit einem verschämten Kichern) so haben wir Damen es gelernt und fast eine Stunde lang bei den Dienstmädchen in der Küche Spargel geschnitten. Seitdem kann ich es. Aber es fällt mir nicht ein, von meinen Kenntnissen immer aufdringlichen Gebrauch zu machen. Das würde mir ebenso übel anstehen, als wenn Sie fortgesetzt Lateinisch oder Griechisch sprächen. Du, lieber Gott, ich wüßte wohl auch ein Beefsteak zu braten, und ein paar Kartoffeln zu schälen wäre mir schließlich auch kein ganz unüberwindliches Kunststück. Aber das kann ich doch meinen Händen nicht zumuten!“ Dabei ließ sie ihre wohlgepflegten Puppenfingerchen vor Herrn Heuers Augen herumspazieren und legte sie dann neben seine Bärentatze auf den Tisch. Bewundernd betrachtete er die zierlichen weichen Rundungen und hätte am liebsten einen Kuß auf den rosa Perlmutterglanz der zu einer länglich runden Spitze geschnittenen, sauber gefeilten und geglätteten Nägel gedrückt. Er tat es natürlich nicht. Diejenige Form der Feigheit, welche man Ehrfurcht nennt, hinderte ihn daran. Er sprach auch nicht. Diejenige Form der Verlegenheit, welche bei Verliebten so häufig ist, machte es ihm unmöglich. Aber er liebkoste das entzückende Patschhändchen mit seinen Blicken und sah es von Herzen ein, daß es ein Verbrechen gewesen wäre, diese süßen Finger mit schmutziger Küchenarbeit zu beflecken Ewig konnte er natürlich Theas Hände nicht besehen d blickte— daher zur Abwechslung wiederholt in sein Glas. Die Folge davon war, daß ihm der Mut und die Kraft der Rede alsbald in reichlichem Maße wieder kehrten, und er unterhielt jetzt seine Dame mit der sorglosen Heiterkeit, wie sie bei solchen festlichen Mittags mählern Vorschrift ist. Im Fortgang der Tafelfreuden, die nur von älteren Herrschaften mit reinem sachlichen Verständnis genossen werden, wächst dann bei der Jugend das holde Nebenvergnügen des„Amüsements" zu immer fröhlicherem Umfangan, und bei Aufhebung der Tafel ist jeder Isingling über seine eigene Ritterlichkeit und seine zahlreichen geistvollen Bemerkungen beglückt, und jede Jungfrau freut sich der Tatsache, daß ihre schönen Augen sämtliche Herren im Umkreise von fünf bis sechs Plätzen in Bann geschlagen haben. In diesem heiteren Bewußtsein trennen sich die Geschlechter. Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe; denn die Herren versammeln sich zum Kaffee im Rauchzimmer, während die Damen wie bunte Schmetterlinge auseinanderflattern und sich über alle zugänglichen Räume des Hauses und wenn möglich auch des Gartens zu zerstreuen pflegen. Es kommt auch vor, daß sich ein nichtrauchender Damenherr an dem Flattern beteiligt, wenn er den Mut hat, dem Spott der männlichen rauchenden Männer und den wohlwollenden Blicken der sauersüßen Kaffeetanten Trotz zu bieten. Herr Heuer besaß diesen Mut nicht. Er flatterte nicht mit, obwohl er Theas holde Gesellschaft auch der besten Upmann letzter Ernte bei weitem vorgezogen hätte, und fand sich bald mit Herrn Raupach, der ihm freundlich gegenübersaß, in einer duftenden Rauchwolke vereinigt. Herr Raupach zupfte sich an seinem schwarzgrauen Hängeschuurrbart, blinzelte mit den kleinen, klugen Augen den Kandidaten wohlwollend an und wußte das Gespräch geschickt auf dessen Wohnungsverhältnisse und bald auch auf seinen Hausgenossen, den Referendar Dr. Laue, zu lenken. „Ein angenehmer, junger Mann. Nicht wahr?“ sagte er, und Heinrich stimmte ihm eifrig zu, erstens weil er alle Menschen, die ihm aus irgend einem Grunde nicht ganz angenehm waren, um der Gerechtigkeit willen doppelt zu loben pflegte, und zweitens, weil seine Gesin N Mil mit Heinrich den Dr. Laue als einen wahren Musterkavalier, der allen Anforderungen des Modejournals, des guten Tones und des Ehrenkodex gleichmäßig entsprach. Herr Raupach hörte sich das aus Herrn Heuers Munde fließende Lob eine Zeit langruhig an. Dann aver unterbrach er ihn mit verständnisvollem Lächeln und fragte geradezu:„Was stehen denn nun diesen glänzenden Lichtern für Schattenseiten gegenüber? Hat er tockere Passionen? Kommt er abends recht spät nach Hause? Macht er Schulden? Sie haben mir bisher von seinem feinen Benehmen erzählt, aber gar nicht von seinem Tun und Treiben. Wie secht es damit? Wie lebt der junge Mann eigentlich?“ Mit dieser offenen ungeschminkten Frage hatte der Bankier die arglose Gutmütigkeit Herrn Heuers doch überschätzt Heinrich stutzte, mit einem Mal kam es ihm beschämend zum Bewußtsein, daß er ausgefragt werden sollte. Empört legte er die erst halb aufgerauchte Importe in den Aschenbecher, versuchte, wie das bei Gemütserregungen seine Gewohnheit war, in seinem buschigen Vollbart zu wühlen, ließ aber davon ab, weil seine Hand in den spärlichen Resten kein Unterkommen fand, stieß zum Ersatz für diese Bestätigung seiner Unruhe den Atem fauchend durch die Nase, so daß er durch die Wipfel seines Schnurrbarthaares säuselte. Unter heftigem Hin= und Herwiegen des Kopfes entgegnete er Herrn Raupach:„Ich habe es wohl nicht nötig, mich einem Verhörzu unterwerfen. Wenn Sie Herrn Dr. Laues Lebensverhältnisse ausgekundschaftet haben wollen, so wenden Sie sich doch an einen bezahlten Szion. Für Geld können Sie das alles haben!“ Es war Herrn Heuers Absicht gewesen, dem reichen Manne mit dieser Antwort einen Hieb zu versetzen und seinem Geldsack den unbestechlichen Stolz des Ehrenmannes gegenüberzustellen. Doch gelang es ihm nicht, seinen Worten den nötigen herben Klang zu geben. Infolgedessen nahm Herr Raupach die höhnisch gemeinte Bemerkung, für Geld könne er alles haben, als zarte Anspielung und erwiderte jovial:„Selbstverständlich kommt es mir auf ein oder zwei blaue Lappen nichtan. Also was kann ich über Dr. Laue erfahren?“ Jetzt stand dem sanften Heinrich der herbere Ton plötzlich in aller wünschenswerter Schärfe zu Gebote, wenngleich er rücksichtsvoll genug war, die Kraft seiner Stimme so sehr als möglich zu dämpfen.„Von mir können Sie gar nichts erfahren, verehrter Herr. Ich lasse mich für den Unterricht bezahlen, den ich Ihrem Innerteile. Aber zu Kundschafterdiensten din ich nicht zu Abg. Brauoys(Pole) wünschte die Interessen des Bauernstandes in der Kalifrage unbedingt berücksichtigt. Es folgt die erste Beratung der Stellenvermittelungs Vorlage. Staatssekretär Delbrück: Die Stellenvermittelung dat eine Bedeutung weit hinaus über diejenige in früheren Zeiten genommen. Die Freizügigkeit, die Verkehrsentwicklung, die Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die Form des Arbeitsnachweises, alles das drängt nach einer Reform und einer Organisation des Stellennachweises auf össentlich=rechtlicher Grundlage. Es sind Rufe laut geworden, den Arbeitsnachweis auf paritätischer Grundlage als Zwangsorganisation einzurichten. Dagegen spricht zunächst, daß viele private Vermittler existieren, die einwandsfrei arbeiten, und denen man daher nicht ohne weiteres die Existenz ohne Entschädigung nehmen kann. Aber zur Gewährung einer Entschädigung könnte man doch nur bei zwingender Notwendigkeit schreiten. Und diese liegt nicht vor. Unter diesen Umständen mußten wir uns bei diesem Gesetzentwurf gewisse Beschränkungen auferlegen. Die Privatvermittelung bleibt bestehen; aber gegen Mißbräuche muß Schutz geschaffen werden. Die privaten Vermittler müssen sich 1. gewissen Bedingungen unterwersen; 2. soll die Bedürfnisfrage mitsprechen. Das Bedürfnis soll dann verneint werden können, wenn dem Erfordernis genügende öffentlich=rechtliche Arbeitsnachweise bestehen. Dazu kommt ein Aussichtsrecht, das Recht, nicht einwandsfreie Vermittler von der Stellenvermittelung auszuschließen. Auch alle nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise sollen beaussichtigt und reglementiert werden können. Bei angemessener Handhabung dieser Bestimmungen wird es möglich sein, zunächst einen Einblick in die Geschäftshandhabung der Arbeitsnachweise zu gewinnen. Und die daraus gewonnenen Erfahrungen werden ein Urteil darüber ermöglichen, ob und inwieweit etwa noch weitere gesetzgeberische Schritte angezeigt sind. Einstweilen sind solche weitergehenden Schritte jedenfalls noch nicht geboten. Ich hosse, daß Sie in der Lage sind, dem Entwurfe zuzustimmen. Abg. Pfeisser(Zentrum) erklärte, daß seine Parlei grundsätzlich mit der Vorlage einverstanden sei, sie meine aber, daß sich die Regierung in der Vorlage noch eine zu weit gehende Beschränkung auferlegt habe. Abg. Wagner(kons.) meinte, daß die Vorlage im großen und ganzen den Bedürfnissen der Gegenwart Rechnung trage. Abg. Wölzl(nat.=lib.) erklärte das Einverständnis seiner Partei mit der Vorlage. Abg. Manz(freis. Vg.) bezweifelte, ob die Vorlage die bestehenden Mißstände besser als die bisherigen Bestimmungen bekämpfen wird. Abg. Bruhne(Soz.) erklärte das Einverständnis seiner Partei mit der Vorlage, dagegen fand die Vorlage nicht den Beifall des Abg. Kulerski(Pole). Abg. Burckhardt(wirtsch. Vg.) begrüßte die Vorlage mit Freuden. Der Entwurf geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Mittwoch 1 Uhr: Arbeitskammergesetz.— Schluß 66 Uhr. Handel und Patent=Listen. Zusammenstellung der vom Patentbüro Conrad Köchling, Dortmund, Steinplatz 1., erwirkten mit Einschluß der in den Verbreitungsbezirk der Zeitung entfallenden Schutzrechte der letzten Woche. A. Patentanmeldungen. Pasteurisiergefäß mit eingebautem, glockenförmigem Ausdehnungsbehälter: Louis Zeisner. Dortmund, Ardeystraße 13. B. Patenterteilungen: 219390. Schneidemaschine für Fleischwaren mit wagerechtem Ringmesser und einem vor dem Messer anzeordneten Vorlegetisch: Schneidemaschinenfabrik Graff und Stein, G. m. b. H. Witten(Ruhr),— 219395, Verfahren zur Lagerung von Kohlen in Räumen unter Anwendung eines indifferenten Gases: Firma August Klönne, Dortmund. C. Gebrauchsmusteranmeldungen. Wasserspülvorrichtung für Borhämmer und Gesteinsbohrmaschinen: Firma Heinrich Korfmann, jr., Witten.— Ohrenschützer: Edmund Tuszynski, Altenderne=Niederbecker.— Küchenpresse mit Hebeldruckhohlstäben und beweglichen Verbindungsarm: Franz Kielmannsegge, Dortmund, 2. Kampstraße 6.— SchlitzHartgipsdile: Jean Geistner, Dortmund, Wißstraße 50 und Graf und Konrad, Dortmund.— Kontrollvor= richtung an Eisenbahnwagen o. dergl.: Heinrich Friedrichs, Dorstfeld.— Trichterförmiges Cereisenfeuerzeug: Anna Schenk, geb. Münnich, Dortmund, Hagenstraße 30. Sicherheitsventil für Wasser= und Dampfabsperrungen: Albert Neumann, Wanne i. W., und Firma F.A, Tiggemann, Dahlhausen a. d. Ruhr.— Rotierende Flaschenreinigungsmarschine mit eingebauter Nachspritzvorrichtung: Holstein u. Kappert, Maschinenfabrik„Phönix“, G. m. b. H, Dortmund,— Rotierende Flaschenreini= gungsmaschine mit über den Flaschenträgern liegenden Nachspritzvorrichtungen: Holstein und Kappert, Maschinenfabrik„Phönix“, G. m. b. H, Dortmund— Anstichkörper für Bierfässer mit einem in der Mittelhöhe des Seitenstutzens für einströmende Kohlensäure angeordneten Hahnkegel: August Borgloh, Dortmund, Amalienstraße 8. Frankfurter Abendbörse. Tendenzs Behauptet. Das neue englische Parlament. I. Unionisten 273(1106) II. Liberale 27“ III. Nationalisten 82 IV. Arbeiterpartei 41 Die neue Parteistärke im englischen Parlament Erst gestern, mehr als vier Wochen nach dem Beginn des englischen Wahlgeschäftes ist das letzte Wahlergebnis eingegangen. Obwohl dieses an dem Gesamtresultat nichts ändert, ist es doch erst jetzt moglich, eine Gesamtübersicht der neuen Parteistärken des englischen Parlaments zu bringen. Das beistehende Tableau zeigt die Größe der einzelnen Parteien nach dem Wahlkampfe. Die Unionisten(Konservativen) haben eine Zunahme von 106 Mandaten zu verzeichnen:: ne sind jetzt 273 Köpfe stark. Die Liberalen (Regierungspartei) sind bis auf 274 Mandate gekommen. Die irischen Nationalisten haben 82, die Arbeiterpartei 41 Mitglieder. Der Regierungsblock weist demnach eine Majorität von 124 Stimmen auf. Unsere Figuren tragen die Porträts von Balfour, Asquith, dem irischen Führer Redmond und dem Sepialisten Keir Hardie.4 in Ost=Arabien. Bassora Flackes an geechwem mtes „lebrrer S S Per s28 G o1K *** Der Hafen von Kunweit. Zum Aufstand in Ost-Arabien. Das jüngtürkische Regime hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die dem Komitee recht ungelegen sind. Die inneren Anruhen wollen kein Ende nehmen; ist es gelungen, einen Teil des Landes zu beruhigen, so brechen in anderen entfernteren Gegende neue Aufstände aus. Während nun in Mazedonien leidlich Ruhe herrscht, ist der Aufstand in Jemen noch immer nicht unterdrückt und schon kommen neue beunruhigende Nachrichten aus Armenien und von den östlichen Araberstämmen, die ja eigentlich nur dem Namen nach türkische Untertanen sind. Diesen Rest von Oberherrschaft wollen die braunen Söhne der Wüste nunmehr auch noch abschütteln. Einen Führer haben sie in dem Scheich von Kuweit, der infolge seiner geachteten Stellung und seines enormen Reichtums ein gefährlicher Gegner ist. Die im Jahre 1821 eroffnete Gothaer Feuerversicherungsbank auf Gegenseitigreit, deren Geschäftsbereich sich auf das Deutsche Reich und die Schweiz erstreckt, hat mit dem Jehre 1909 das 89. Jahr ihrer gemeinnützigen Tätigkeit vollendet. Im Jaore 1909 waren für Mk: 6 785 767 000.—(gegen das Vorjahr mehr Mk. 124 289 700—) Versicherungen in Kraft. Die Prämieneinnahme betrug im Jahre 1909: Mark: 22 288327.70 Pf.(gegen das Vorjahr mehr Mark 210412.50 Pf.) Von der Prämieneinnahme wird in jedem Jahre derjenige Betrag, der nicht zur Zahlung der Schäden und Verwaltungskosten, sowie für die Prämienreserve erforderlich ist, den Versicherten zurückgewährt. Nach dem jetzt veröffentlichten Rechnungsabschlusse für das Juor 1909 beträgt dieser an die Versicherten zurückfließende Ueberschuß Mk. 17 088 913. 80 Pf. oder 74 Prozent der eingezahlten Prämie. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre sind alljähtlich 74 Prozent der eingezahlten Prämien als Ueberschuß an die Versicherten zurückerstattet worden. Sport. Beim Winterfest des Skiklubs im Sauerland, das am vergangenen Samstag und Sonntag auf dem Winterberg stattfand, war das Ergebnis der Konkurrenzen folgendes: Samstaa, den 12. Februar: 1. Dauerlauf über 11 Klm., 400 Meter Höhenunterschied. 1. Lehrer Kalthegener in Neuwiese, 1 St. 46 Min. 45 Sek.; 2. Walterich=Siegen, 1 St. 49 Min., 87 Sek.; 3. Abel=Winterberg, 2 St. 3 Min. 9 Sek. 2. Kunstlaufen für Damen. 1. Frau Regierungsrat Theißen-Arusberg, 2. Frl. Dassel=Allagen, 8. Frl. Geselbracht=Dortmund. 8. Wettlauf für Damen. 1. Frl. Fännsen-Medebach, 2. Frl. Geselbracht= Dossmund 3. Frl. Knackstedt-Düsseldorf. 4. Kunstlaufen für Herren. 1. Walterich Siegen, 2. Freiherr von Quadt=Arnsberg, 3. Dauber-Winterberg. 5. Kinderläufe fanden unter reger Beteiligung statt. Sonntag, den 13. Februar: 1. Kunstlauf. a) Herren: I. Walterich=Siegen, 2. James=Tüsseldorf, 3. Stud Schäfer=Marburg,— b) Damen: 1. Frl. Dassel=Allagen, 2. Frl. Geselbracht=Tortmund, 3. Frl. Fännsen=Medebach. 2. Sprunglauf(2. Klasse): 1. Ludwig Becker=Langewiese, 2. Otto James=Düsseldorf, 3. Fabrikant Lukas=Elberfeld. 3. Großer Sprunglauf(1. Klasse): 1. WalterichSiegen, 2. Kalthegener=Neuwiese, 3. James=DüsselAußerdem kamen mehrere Jugend=Konkurrenzen zum Austrag. Die teils sehr wertvollen Preise waren gestiftet vom Fürsten von Berleburg, Kommerzienrat Brügmann=Tortmund, Generaldirektor Dr. Baare=Bochum und von den einzelnen Ortsgruppen. Vermischtes. Berlin, 15. Febr. Im Restaurant„Rheinld“ ist in der Nacht zum Montag die Tageseinnahme im Betrage von 23000 Mark, die gestern zur Bank gebracht werden sollte, auf bisher unaufgeklärte Weise aus dem Geldschrank verschwunden. Vor längerer Zeit erregte die Flucht eines jungen Angestellten desselben Restaurants unter Mitnahme der Tageskasse im Betrage von 27·000 Mark großes AufHallea. S., 15. Febr. Hier wurde ein Eisenbahnräuber, ein gewisser Omrichhausen aus Hannover, verhaftet, der sich auch fälschlich Dr. phil. bezeichnet hat. Es wurde bei ihm eine Unmenge gestohlener Sachen und Gepäckaufbewahrungsscheine verschiedener Eisenbahnstationen vorgefunden, die von Diebstählen herrühren. Die Ehefrau des O. bekundete, daß ihr Mann auf den Bahnstrecken Hannover=BerlinHalle=Leipzig viele Eisenbahndiebstähle begangen und 00 Brimen, 15. Fedr. Während der legten wurden abends mehrfach Revolverasie Det aus dem Hinterhalte verübt, wobei zahlreiche##. bedeutende Verletzungen erlitten. Gestern ages ein neunjähkiger Knabe durch einen Schuß des Auges schwer verletzt. Es gelang, al den einen 18jährigen Burschen zu ergreisen Pleschen, 15. Febr. Der Mörder o zinski soll jetzt gestanden haben, den“n Nord in Boguslawice begangen zu haben den Mord allein in einer halben Stunde ausgete. sich die Sachen des Ermordeten angezogen und blutbefleckten Unisormstücke in einem Getreidese. haben. erreidescha Odessa, 15. Febr. Bei der Revision von.— gestern heimgekehrten Dampsern der Freiwill##.. flotte wurden große Unterschleife in Hatmehreren hunderttausend Rubel festgestellt. Die 5.s Kommandeure der Dampfer deckten das Mania eigenen Mitteln und nahmen ihren Abschied. Kopenhagen, 16. an dem höhree Offiziere Febr. Nach einem und Hofbeamte teilnahug erkrankte hier am Sonntag abend der ReichsmarschFreiherr v. Essen, so schwer unter Vergistung. erscheinungen, daß längere Zeit das Schli befürchtet wurde. Auch die meisten anderen Teilnehnzeigten mehr oder minder schwere Vergiftungsersenungen. Das Befinden des Reichsmarschalls gestern gebessert. Seine Angehörigen und die ner# verweigern jede Auskunft. Die Polizei hat eine Untn. suchung eingeleitet, da man annimmt, daß es sich m einen Nacheakt handelt. Konstantinovel, 15. Febr. Die Untersuch über den Brand im Tschiraganpalatisn abgeschlossen. Es wurde, wie verlautet, festgestent. das Feuer durch Zufall entstanden ist. Neuyork, 15. Febr. Fünf Dampfer und ein Kreum sind nach der Insel Huamblin abgegangen, um a gestrandeten Dampfer„Lima“ zu bergen. In 1Augenblick, als der englische Dampfer„Hatumeth“#n Dampfer„Lima“ verließ, wurde dieser mit großer Gew## gegen einen Felsen geschleudert. Als der„Hatumelt die„Lima“ erreichte, war sie im Begrisfe, un sinken. Es war unmöglich, das Schiff mit Booien erreichen. Schließlich gelang es, eine Verbindung einem Kabel zwischen beiden Schiffen herzustellen u# 205 Passagiere zu retten. Plötzlich legte sich## „Lima“ auf die Seite und das Kabel zerrig. Bi# Matrosen des„Hatumeth“, die versuchten, das Seil on neuem zu befestigen, ertranken. Wandsbeck, 14. Februar. Die„Germanz läßt sich von hier berichten: Die bekannte sozialtmokratische Lügenmethode bürgerlichen Einrichtung gegenüber hat hier wieder mal eine Leistungg zeitigt, die in den weitesten Kreisen der Bevölkean Entrüstung hervorgerufen hat. Im Sprechsau d sattsam bekannten Hamburger Echo, des offizielln Organs der Hamburger Sozialdemokratie, weiden uerhörte Verdächtigungen gegen die Wandsbecker##. kao=Komvagnie Theodor Reichardt geschleuden die den Charakter der Lüge und Verleumdung an den ersten Blick erkennen lassen. Seit Jahren san hat das Blatt dieses hervorragende Unternehmen der Kakav= und Schokoladenbranche Deutschlands un weit über dessen Grenzen hinaus mit offenen## versteckten Angriffen verfolgt, in ohnmächtiger Bu darüber, daß es selbst den raffiniertesten Agitatmmn der Sozialdemokratie nicht gelingen wollte, Unsm den unter den Arbeitern der Fabrik und dadun Störung des Betriebes herbeizuführen. Alle dn artige Versuche scheiterten eben an dem aufrichtig fortgesetzten Bestreben der Direktion der Fabrik u insbesondere des hervorragenden Leiters des gen tigen Unternehmens, des Herrn Generaldirekton Neumann, alle Pflichten gegen die einschlägigen### setze, wie gegen die berechtigten Interessen und iu derungen der Arbeiterschaft und Konsumenten gewi senhaft zu erfüllen. Während die Betriebseinrichtur gen dieses umfangreichen Fabrikunternehmens i### die Fabrikate derselben die Anerkennung und Bewmderung zahlreicher Fachmänner des In und Auslardes, welche den Betrieb in Augenschein genommen hatten, hervorgerufen haben, wagt es das sozialont kratische Blatt die Sauberkeit in der Hanon###ng des Betriebes und der Ausstattung in unerhörn Weise zu verdächtigen, um einen vernichtenden Schu gegen die Fabrik auszuführen. Hier ist demac# über allgemein bekannt, daß die Fabriken in ei##### weihten Kreisen als eine wahre Mustereinrichtun von unübertroffener Sauberkeit und technischer## lendung selbst von in= und ausländischen Leitern# Schokolodenfabriken rückhaltlos anerkannt wird. Verdächtigungen gegen die Fabrik und die Leitung st selben sind so plump, und unsinnig, daß wir(s versagen müssen, auf Einzelheiten einzugehen, im Hinblick auf das Organ, das sich zur Ablagetant stelle solcher und ähnlicher Schmutzwaffen gegen ut gerliche Einrichtungen hergibt, und besonders zun weil von der Fabrikleitung sofort das gerichtin Verfahren gegen die Verleumder veranlaßt ist. Inzwischen ist denn auch bereits durch ei Verfügung die Verbreitung und Wiederholung“ oben gekennzeichneten Lügereien unter Andtint einer Geldstrafe von 1200 Mark für jedi?? E####. richtsseitig verboten worden. So arbeitet#s# zialdemokratische Lügenfabrikation gegen ein bekanntes bürgerliches Unternehmen, welches n derten von Arbeitern lohnende Beschäftigung und durch zahlreiche vorzügliche soziale Einei heuut die Existenz wohltätig erleichtert und verbessert. um es lastet wie ein Fluch auf dem ganzen sozialdem tischen Treiben, daß zufriedene Arbeiter nicht den Rahmen des roten Programms passen, wesn, auch bekanntlich die Führer dieser sogenannte lein arbeiterfreundlichen" Partei gegen alle sohlar, litischen Gesetze, welche den Ruhm des deutschen Büle. landes bilden, mutig gestimmt haben! Wann g, werden den Arbeitern die Augen aufgehen, dam erkennen, wo ihre Freunde und wo ihre in sitzen? Asthma Engbrüstigkeit— Beklemmeng Solortige Linderung mit permanenten Ertolg durch Dr. Elewirtn’s Astmos- Asthma-Puluer von viel. Aersten u. Geheilten begetertt## Gratis-Probon verden durch d Engel- Apotheke, Frankfurt a. m., Gr. Friedbergerstrasse, versende;; Preis der grossen Blechdosen Nr. 4.50: In Apotheken erhältlich. 93 2T —* —.— 7... 4— 7## Herren Nicola Vafüra und Dionysius Perveta, welche mir weder verwandt noch—“ „Ah, auch noch Zeugen!“ raunte Gerasimo erbleichend. „Sind denn wirklich Zeugen notwendig?“ „Sorgen Sie nur dafür, daß der Herr Oheim unterzeichnet; für die Zeugen werde ich schon sorgen. Es sind das Leute von Verdienst und Ruf: ich habe sie schon einigemale aus den bedrückendsten Verhältnissen herausgerissen, und wenn sie für mich unterzeichnen, weiß ihre linke Hand nicht, was die rechte tut.“ Darauf las er weiter: .... Der Herr Graf Stannet bestimmt, wie folgt: In Anbetracht, daß er sich dem Tode nahe fühlt, erklärt er als seinen einzigen Erben und legitimen unantastbaren Nachfolger in seinem ganzen beweglichen und unbeweglichen Vermögen seinen lieben Nessen Gerasimo Stannet. Ferner, daß dieses sein einziger und unwiderruflicher Wille sei, und kein anderes Testament, weder ein öffentliches, noch ein privates, Gültigkeit haben solle, vielmehr jede etwa nachträglich sich vorfindende Verfügung, sofern sie nicht in der Form eines Codicils zu dem vorliegenden Testamente abgefaßt sein würde, als nichtig und unterschoben zu betrachten wäre. Geschehen zu Argostoli auf Kephalonia 2c.....“ „Ich habe das Dokument einen Monat vorher datiert,“ fuhr der Notar fort.„Alles ist nun in Ordnung, Herr Graf. Dieses Testament macht Sie zum Millionär. Schade nur, daß da unten noch ein kleiner Name fehlt; und nun wünsche ich Ihnen beim Oheim guten Erfolg. Im Falle er diesem kleinen Mangel abhilft, mache ich Ihnen mein Kompliment; andernfalls rate ich Ihnen, sich schleunigst nach Neapel einzuschiffen.“ „Er wird unterzeichnen, Tapas,“ rief Gerasimo mit heiterer Stimme und fügte hinzu: „Tut er es nicht freiwillig, so brauche ich Gewalt!“ „Sie reden von Gewalt? O mein Verehrtester, werden meine bescheidenen Ratschläge so ausgelegt?“ erwiderte der Notar in spottendem Tone.„Nun, meinetwegen brauchen Sie Gewalt; vergessen Sie aber dabei eines nicht:— lebt er nur noch zehn Minuten länger und sagt er nur noch ein einziges Wörtchen, so wandern Sie nicht in das Gefängnis zu Neapel, sondern direkt an den Galgen, mein wertester Herr Graf.“ „Ist dann aber auch alles in Ordnung, wenn ich Ihnen das Aktenstück mit der Unterschrift des Oheims zusende?“ fragte Gerafimo nach langem Besinnen. „Schicken Sie es mir nur zu,“ sagte Tapas;„ich werde dann dafür sorgen, daß die Unterschrift und der letzte Wille des Herrn Grafen von allen Seiten anerkannt werden.“ „Die Sache ist also abgemacht!“ Mit diesen Worten griff Gerasimo nach dem Hut und wollte sich entfernen. Er blieb jedoch unter der Türe stehen und sagte: „Vergessen Sie nicht, alter Tapas, daß Sie alles, was Sie für mich tun, auch für Ihre Marina tun.“ „Ob ich wohl daran denke!“ murmelte Tapas vor sich hin, als der Besucher sich entfernt hatte.„Hätte ich mir wohl sonst die Schlinge um den Hals gelegt?“——-— Einen Augenblick später hüpfte Marina ins Zimmer und rief heiter:„das Souper ist bereit, meine Herren!“ Aber plötzlich stand sie still, musterte mit ihren großen blauen Augen das ganze Gemach und fragte verwundert:„Wo ist denn Gerasimo geblieben?“ „Er ist abgereist und speist heute abend nicht bei uns,“ antwortete Tapas. „Abgereist?“ rief das Mädchen erregt.„Habe ich ihm doch gesagt, daß er heute Kirschen bekommen werde, die ich selbst vom Baume gepflückt habe.“ „Wie konnte er auch denken, daß du wegen der Kirschen weinen würdest; du bist ein wahres Kind,“ sagte Tapas verdrießlich.„Er mußte wegen dringender Geschäfte gleich abreisen.“ „Und diese Geschäfte waren so eilig, daß er mir nicht einmal Lebewohl sagen konnte?" versetzte Marina mit Tränen in den Augen. „Du hast also Gerasimo recht lieb, mein Kind?“ Ohne auf diese Frage zu antworten, nahm Marina die Hand ihres Vaters und drückte einen innigen Kuß darauf, während ihre Wangen in tiefstem Rot aufflammten. „Es ist gut, meine Tochter; ich habe nichts gegen deine Wahl, wenn sie dich glücklich macht. Hat er einst seinen Oheim beerbt, so wirst du die reichste Frau der sieben Inseln sein. Und eine Gräfin dazu!“ Marina fiel ihren Vater um den Hals und weinte vor Freude. Es war ein eigentümlicher Anblick, dieses anmutige Mädchen in den Armen des alten Mannes. Er küßte Marina auf die Stirn und zog sie mit einer Zärtlichkeit an sich, daß der Beobachter nicht hätte ahnen können, welch' ein harter und eisiger Charakter in diesem zärtlichen Vater wohnte. Wie aber zuweilen ein Baum, den ein sengender Blitz seines ganzen Blätterschmuckes beraubte, einen grünen Zweig treibt, welcher um so wunderbarer und frischer emporschießt, als er die nährenden Säfte nicht mehr mit andern Zweigen zu teilen hat, so findet sich auch in den von den niedrigsten Leidenschaften beherrschten Herzen zuweilen noch ein Ledleres Gefühl, welches sich zu einer erstaunlichen Höhe entLwickelt hat. Und ein solches Gefühl wäre bei Tapas die väterliche Liebe. Er war noch jung gewesen, als er— gegen den Willen der Eltern— die Tochter eines der reichsten und angesehensten Kaufleute der Insel geheiratet hatte. Es war dies sein erster und letzter Jugendstreich gewesen, bei dem er aber ebenfalls schon mehr den kalten Berechnungen seines Verstandes, als dem Drange des eigenen Herzens gefolgt war. Als seine Frau bei der Geburt Marinas starb, blieb ihm dieses Kind als ein süßes Andenken an glückliche Jahre, zugleich aber auch als ein Zeuge des Triumphes, den seine Eigenliebe über seine Rivalen davongetragen hatte. Alles was noch an edleren Gefühlen in den innersten Fibern seines Herzens vorhanden war, vereinigte er auf die geliebte Tochter, die der Abgott seiner niedrigen Seele ward. Um seiner Tochter Reichtum, Genuß und irdisches Glück zu sichern, schreckte er vor keinem Verbrechen zurück, selbst nicht vor einem Mord. 3. Glücksträume. Als Rodines den Notar verlassen hatte, wandte er sich nach der mittleren Stadtgegend und gelangte an ein kleines Haus, welches in einer dürftigen und einsamen Gasse lag und sich durch sein sauberes Aussehen von der nächsten Umgebung vorteilhaft auszeichnete. Auf der Treppe stand ein junges Mädchen, welches die dort aufgestellten Blumenstöcke begoß; man hätte sie für eine Schwester dieser Blumen ansehen können. Ihr Wuchs war schlank, wie der des Geisblatts, ihre Hände waren weiß wie die Lilien, und ihre lächelnden Lippen blühten wie Rosen. Es war Angelika, die Tochter von Augustin Vorates. Das Zusammentreffen der beiden jungen Leute auf der Treppe war nicht ungewöhnlich und geschah fast an jedem Abend; der von Rodines dem Herrn Vorates zugedachte Besuch wurde dann meistens durch eine längere Unterhaltung mit dessen Tochter eingeleitet „Sehen Sie einmal her, Herr Rodines,“ rief ihm Angelika schon auf der Treppe entgegen;„die bengalische Rose, die Sie mir schenkten, blüht heute zum ersten Male. Es wäre aber auch schade gewesen, wenn Sie es nach all' der Mühe, die ich mir mit ihr gegeben habe, nicht getan hätte. Sie wissen ja, daß ich die bengalischen Rosen liebe — und diese hier ganz besonders,“ setzte sie mit leise stockender Stimme hinzu, als Rodines an ihre Seite trat. Der junge Mann antwortete nicht; auch hatte er nicht wie sonst einen Vorwandt in Bereitschaft, um ein längeres Verweilen zu ermöglichen. Dagegen nahm er ihre Hand und führte diese an die Lippen, was er bisher noch nie getan hatte und eilte zu Vorates. Angelika folgte ihm auf dem Fuße; denn eine solche Eile, die ihn sogar verhinderte, ein einziges Wort mit ihr zu reden, hatte ihre Neugierde aufs höchste gespannt. „Der Graf Stannet wünscht, wenn es Ihnen die Zeit erlaubt, Sie heute abend mit Angelika bei sich zu sehen; er ist allein und langweilt sich.“ Mit dieser an und für sich sehr unwichtigen Einladung wandte sich Rodines an Vorates. Seine Stimme klang jedoch so sonderbar, daß Angelika sofort eine tiefere Bedeutung ahnte, obgleich sie vergeblich darüber nachdachte, was denn eigentlich im Werke sein könne. Selbstverständlich war der Wunsch seines Freundes für Vorates ein Gesetz und er machte sich sofort mit den beiden jungen Leuten auf den Weg nach dem gräflichen Schlosse. Fortsetzung folgt. * * — —* * Se 885 653 5e: s###sßs##### aar rei K 6: In Roman von Hugo Ebersbach. „Tu willst also wirklich nicht?“ „Ich kann nicht, ich fühle gar keine Neigung, Commis in dem Bankgeschäft zu werden und mich den ganzen Tag mit endlosen Zahlen beschäftigen. Ta ist's in unserem Bureau aingenehmer; jede Stunde bringt etwas Neues, die Gedanken sino immer beschäftigt, man freut sich jedesmal, wenn man einem armen Teufel helfen oder einen Schurken entlarven kann. Und was dem Toktor und mir ein glücklicher Prozeß einbringt, das habe ich Tir ja oft vorgerechnet, ich kann damit wohl zufrieden sein.“ „Tu darfst es auch dem Onkel nicht übel nehmen.“ „Nein, nein, Mutter, es wäre ungerecht, wollte ich seine guten Absichten verkennen. Ich habe eine Bitte an Tich“ „Eine Bitte:“" fragte Frau Helwig ruhig.„Sprich sie nur aus, wenn ich sie erfüllen kann—“ „Tas ist nicht so schner, und Dein gutes Herz wird es Tir noch leichter machen. Unter den Personen, die für uns Akten kopieren, ist ein gewisser Friedrich Gärtner, ein armer, beoauernswerter Krüppel, der schon seit Jahren sein Zimmer nicht verlassen kann, weil er gänzlich lahm ist. Er schreibt eine sehr schöne Handschrift und ist auch unermüdlich tätig, aber es kommt nicht viel dabei heraus, und nir haben auch nicht immer Arbeit für ihn. Er wohnt mit seiner Schwester zusammen: sie arbeitet für ihn, sie stickt den ganzen Tag, und es sind wirklic, wunderbar schöne Stickereien. Ich glaube nicht, daß sie viel damit verdient; derartige Handarbeiten werden schlecht bezahlt, und es fehlt ihr leider an Gönnerinnen, die ihr eine Stütze sein könnten Ta wollte ich Tich bitten, das Mädchen einmal zu besuchen und Tich seiner anzunehmen; Fräulein Gärtner verdient's wirklich, und Tu wirst keinen Undank dafür ernten.“ Die klugen Augen der alten Dame ruhten forschend auf dem Sohne, dessen Wangen sich dunkler gefärbt hatten. „Liegt Deiner Bitte kein Eigennutz zu Grunde?“ fragte sie. „Nein, Mutter, mich dauern die armen Menschen. Wenn sie es mir auch verbergen wollen, weiß ich doch, daß sie mit Not und Sorgen kämpfen, und diesen schweren Kampf um das Tasein möchte ich ihnen erleichtern. Du kannst vielleicht das Mädchen beschäftigen oder es bei Bekannten empfehlen; Du tust wirklich ein gutes Werk damit.“ „Soll ich ihr sagen, daß Du mich geschickt hast?“ „Wie Tu willst; sie wissen ohnedies, daß ich alles für sie tue, was in meinen Kräften steht.“ „Und wo wohnt sie?“ „In der Ludwigstraße: Tu kannst gar nicht fehl gehen, wenn Tu darauf achten willst, daß unten im Hause ein Antiquar Farnow wohnt—“ „Ach da? Das Haus kenne ich; die Frau Schaller wohnt ja auch darin.“ „Ganz recht,“ sagte Rudolf,„und mein alter lieber Freuno Nikolaus Pumpel, hat auch ein Zimmerchen in dem Hause gemietet. Die beiden Söhne der Frau Schaller reifen langsam dem Zuchthause entgegen; die arme alte Frau erlebi nur Aerger an ihnen. Die Frau des Gerbers Winkel ist eine Cousine der Frau Schaller, und der Gerber hat sich viele Mühe gegeben, die beiden Burschen auf einen grünen Zweig zu bringen, aber an denen ist Hopfen und Malz verloren. Also, Du wirst hingehen, Mutter? Fräulein Hedwig Gärtner, der Name ist leicht zu behalten.“ „Ja, ich werde hingehen,“ sagte sie, während ihr Blick mit mütterlichem Stolz auf den jungen Mann m" ruhte, der jetzt vor dem Spiegel stand und sich zum Ausgeng rüstete;„ich werde aber auch recht ernst prüfen, ehe ich etwas für das Mädchen tue. Dich zu betrügen, ist Kinderspiel, und auf Tein Urteil gebe ich nichts, denn Du hast noch keine Erfahrungen gemacht: ich aber werde es bald herausfinden, ob das Mädchen der Fürsprache und Uterstützung würdig ist.“ „Und wenn Du geprüft hast, wirst Du mir sagen, daß ich mich nicht getäuscht habe,“ erwiderte er zuversichtlich;„dann ober darf ich Teinem guten Herzen getrost alles Uebrige überlassen. Adien, Mutter, bis heute abeno!“ Er nickte ihr nochmal freundlich zu, dann ging er hinaus, und bald nach ihm verließ auch der alte Buchhalter das Haus, der heute als Kassierer pünktlich auf seinem Posten sein mußte. Mathias Grunewalo wußte sehr genau, wie man über ihn dachte, und wie wenig er auf die Achtung seiner Mitbürger Anspruch machen durfte. Er war in früheren Jahren Krämer gewesen, und schon damals hatte man ihm vorgeworfen, seine Waren seien gesälscht und seine Gewichtsteine zu leicht. Was lag ihm daran! Er verdiente um so mehr und sah sich dadurch in den Stand gesetzt, jährlich eine namhafte Summe zurückzulegen oder gegen hohe Zinsen auszuleihen, und im Laufe der Zeit entdeckte er, daß diese Geldgeschäfte mehr einbrachten, wie der Kramladen. Und als nun die Polizei eines Tages ihn wegen verschiedener Gesetzesübertretungen empfindlich bestrafte, war sein Entschluß rasch gefaßt. Er verkaufte seine Waren, die er noch befaß und widmete sich fortan ganz seinen Wuchergeschäften. Seine Frau war inzwischen gestorben, mit seiner einzigen Tochter hauste er jetzt allein in dem geräumigen Haues,, das er selten verließ. Ob er wirklich so reich war, wie die Leute behaupteten war schwe: festzustellen, aber an seinem Geiz und seiner Habsucht zweiselte niemand: sie hatten seinem mageren, von tiefen Furchen durchzogenen Antlitz ihren unverkennbaren Stempel zu sichtbar aufgedrückt. In einem Schlafrock, der aus den buntscheckigsten Lappen zusammengeflickt zu sein schien, empfing er den polnischen Grafen, bessen höflichen Gruß er mit einem stechenden Blick vol! Mißtrauen erwiederte. „Nehmen Sie Platz,“ zagte er kühl, nachdem er der elegant gekleideten Cavalier siharf gemustert hatte;„mit nem habe ich die Ehre, und womit kann ich dienen?“ „Frau Helwig h: mich an Sie verwiesen,“ erwiderte der Graf in demselben Tone;„ach bin Graf Stephan Krasinski, und habe heute Morgen Ihr Haus besichtigt.“ Grunewald klappte die Tose, die er eben geöffnet hatte, um eine Prise zu nehmen, hastig wieder zu und blickte den Grafen bet#######en an. „Wollen Sie mieten? fragte er. „Nein, ich will das Haus kaufen.“ Ueber das gelbe Gesicht des Wucherers glitt flüchtig ein triumphierendes Lächein; er öffnete. die Dose abermals und griff mit den dürren Fingern tief hinein. „Kaufen?" wiederholt: er.„Es ist ein schönes Haus, sehr solid gebau—“ „Ich sagte Ihnei schon daß ich es gesehen habe,“ unterbrach ihn Graf Krasinski gemessen;„ich kenne seine Vorzüge, und dere., sind äußerst wenige; ich kenne auch die schlechter. Seiten, die seit Jahren jeden Kauf= und Mietlustigen zurückgeschreckt haben.“ „Hat Ihnen Frau Hellwig die Tummheiten berichtet?“ fragte Grunewald boshaft.„Ein verständiger Mann gibt auf solches Weibergeschwätz nichts.“ „Hier reden die Tatsachen, bester Herr!“ „Ach was, es ist kindisch, ein Haus als Unglückshaus bezeichnen zu wollen. Das Unglück kann mich überall finden und treffen, und in den meisten Fälten hat man sein Schicksal selbst verschuldet.“ „Ich will das nicht bestreiten, und wenn ich abergläubig wäre, würde ich nicht daran denken, das Haus zu kaufen, an das so viele unangenehme Erinnerungen sich knüpfen. Sie werden serner wissen, daß dieses Gebände sich in verwahrlostem Zustande befindet und eine namhafte Summe angelegt werden muß, um es wohnlich einzurichten. Nennen Sie mir Ihre Forderung; conveniert mir der Preis, so ist das Geschäft fertig; fordern Sie zu viel, so verzichte ich darauf.“ Der Wucherer rieo sinnend das glatte, spitze Kinn, und sein Blick ruhte lauernd auf dem Grafen. „Sie wollen hier Ihren Wohnsitz nehmen?“ fragte er. „Ja, ich selbst werde das Haus bewohnen. Die Stadt gefällt mir, und die stille Lage des Hauses sagt mir ebenfalls zu. Aber glauben Sie nicht, daß ich nun um jeden Preis das Haus zu erwerben gedenke; ich finde vielleicht in einer anderen Stadt ein Haus, das mir besser gefällt. Betrachten Sie meine Kauflust als eine augenblickliche Laune, die morgen schon einer andern Laune weichen kann.“ Mathias Grunewe rieb mit der Handfläche rastlos über den Deckel seiner Horndose. „Zehntausend Taler!“ sagte er nach einer Pause. „Das Haus mit dem großen Garten ist unter Brüdern diesen Preis wert. „Sie werden mir gestatten, das zu bezweifeln.“ „Wenn die Straße bebaut ist—“ „Tann bleibt in den Augen der Leute jenes Gebände noch immer das unheimliche Unglückshaus.“ „Was kümmert Sie das, Herr Graf?“ persönlich nicht, aber der Fall könnte eintreten, daß ich das Haus wieder verkaufen wollte, dann würde ich keinen Käufer dafür finden.“ „Sie sind ein reicher Mann, es wird Ihnen hier gefallen, Sie haben Familie—“ „Nicht doch, ich bin unverheiratet.“ „Tann werden Sie sich unter den hiesigen jungen Tamen umsehen—“ „Lassen wir das. Beharren Sie bei Ihrer Foxderung?“ „Es steht Ihnen ja frei; ein Gebot zu machen.“ „Sechstausend Tale.“ Der Wucherer lächelte geringschätzend und zuckte ablehnend mit den Achsel". „Wenn ich das Haus verschenken wollte, hätte ich schon längst meinen Man# oafür gefunden,“ sagte er. Graf Krasinski erhob sich und nahm seinen Hut. „Tann ist es unnütz, daß nir weitere Worte darüber verlieren," erwiederte er in kurz angebundenem Tone; „ich habe diesen Preis für das Unglückshaus festgesetzt und ich bin nicht gesonnen, einen Thaler mehr zu bewilligen“ Mathias Grunewald griff abermals in seine Dose und nahm geräuschvoll eine Prise. „Keinen Taler mehr?“ fragte er, den lauernden Blick voll gespannter Erwartung auf den Polen heftend. „Keinen Groschen!“ lautete die Antwort. „Und Sie zahlen!. Summe bar?“ „Wenn Sie es wünschen, heute noch!“ „Tann gehört das Haus Ihnen,“ sagte der Wuchecer nach einer kurzen Pause entschlossen.„Ich habe jetzt so viele Jahre schon auf die Zinsen dieses toten Kapitals verzichten müssen, daß ich ein Narr wäre, wollte ich nicht das erste Gebot acceptieren. Ist es Ihnen genehm, wenn wir der Kaufakt morgen notariell ausfertigen lassen?“ „Bezeichnen Sie nu: die Stunde und den Notar.“ „Wo wohnen Sie?“ „Im königlicher Hofe.“ *„ G u t, S i e w e r d e n b' s h e u t e A b e n d n ä h e r e N a c h richt erhalten Bitte, bleiben Sie nur noch einen Augenblick. Sie werden das Hars renovieren lassen, ich könnte Ihnen einen Baumeister empfehlen—“ „Ich bin Ihnen sehr dankbar, aber mir ist bereits von anderer Seite ein Mann empfohlen worden, dem ich Alles, auch die innere Ausschmückung und Möblierung, sogar die Instandsetzung des Gartens übertragen kann, und da ich in den nächsten Tagen wieder abreisen will, so ziehe ich es vor, mich an diesen Mann zu wenden.“ „Sie wollen and nicht hier bleiben?“ „Ich kehre in vier Wochen zurück; bis dahin muß in dem Hause Alles in Ordnung sein.“ Nach diesen Worten entfernte sich der Graf mit kurzem Gruß; er schi sich allen weiteren Fragen, denen ja doch nur Neugier zu Grunde liegen konnte, entziehen zu wollen. Der alte Menn rieb mit triumphierendem Lächeln die dürren Hände. „Endlich!“ sagte er leise.„Ich werde dieses Kapital binnen zwei Jahren verzehnfachen— ah, bares Geld ist die Achse, um die Ales sich dreht. Freue Dich mit mir, Helene, ich habe soeben das Unglückshaus verkauft. Gerade kein glänzendes Gechäft, aber ich bin zufrieden; das Haus wai Jahre lang ein totes Kapital, jetzt soll es Früchte bringen. Hast wohl auch nicht gedacht, daß der feine Herr ein reiche: polnischer Graf sein könne? Vielleicht hätte ich doc nich einige hundert Taler mehr bekommen, aber ich hab' zugeschlagen, der Herr macht kurzen Prozeß. Du mußt augenblicklich zum Notar Schüller gehen, er soll Dir sagen, um welche Stunde wir kommen dürfen.“ (Fortsetzung folgt.) E: U-FOEUEEGN „ S#H#o#rssSzaSsssa SS = 5 5 55 5 555 Ter Notar von „Sie geben da, Herr Graf. eine längst bekannte Antwort, die schon der alte Kain inbezug auf seinen Bruder gab. Doch plandern wir noch ein wenig. Sie gingen also nach Neavel — man wirft Sie wegen Ihrer liberalen Gesinnungen ins Gefängnis— Sie kommen zurück und verschwinden sonderbarerweise in demselben Moment, wo man den Kaufmann Vorates bestienn..“ „Was wollen Sic damit sagen?" brauste Gerasimo auf. „Ich weiß es eigentlich selbst nicht, es sind so meine Ideen. Toch lassen wir die Vergangenheit, und sagen Sie mir jetzt, was Sie eigentlich vorhaben?“ „Darüber können Sie doch nicht im Zweifel sein. Geben Sie mir Ihre Tochter Marina, und ich reise zunächst ein wenig mit ihr durch die Welt, wie es auch die englischen Lords machen. Wenn wir dann Rom, Paris und London gesehen haben, kommen wir zurück, bauen uns ein Schloß, kaufen eine Jacht, Pferde und Wagen und leben dann, wie alle reichen Leute leben.“ „Das ist alles sehr schön, mein Herr. Aber ich rate Ihnen, diese glänzenden Projekte auszuführen, ehe Sie meine Tochter heiraten.“ „Und warum das, alter Papa?“ „Aus einem sehr einfachen Grund: Sie werden meine Tochter niemals erhalten!“ „Was?“ schrie Gerasimo.„Und warum soll ich sie nicht bekommen?“ „Weil ich Sie Ihnen einfach nicht geben werde.“ „Sie scherzen wohl, Herr Schwiegervater! Oder rücken Sie wenigstens mit der Sprache heraus. „So hören Sie. Was Sie zu Marina hinzieht, ist nur ihr Reichtum.“ Der Graf wollte den Notar unterbrechen, dieser wehrte jedoch ab und fuhr fort: „Bleiben Sie nur ruhig und lassen Sie mich ausreden. Solange der alte Tapas lebt und— beim Bacchus, ich hoffe, daß Eure Herrlichkeit nicht nötig haben werden, ihn zu begraben!— solange behält er sein Geld selbst....“ „Was reden Sie da?“ fiel Gerasimo hastig ein.„Glauben Sie, ich verlangte des Geldes wegen die Hand Ihrer Tochter? Nein, nein, nur ihr Seelenadel und ihre Anmut ziehen mich zu ihr hin— unwiderstehlich „Herr Graf,“ fragte der hartnäckige Greis sehr trocken, „haben Sie etwa im Gefängnis zu Neapel Politik studiert? — Daß Sie meine Tochter lieben, glaube ich Ihnen; sonst würde ich nicht auf den Gedanken gekommen sein, sie Ihnen geben. Aber die Liebe bringt kein Brot, und solange ich lebe, will ich nicht sehen, daß meine Tochter mit ihrem Manne betteln geht.“ „Betteln, alter Papa, und mit mir!“ rief Gerasimo stolz lachend.„Das ist doch sehr stark! Glauben Sie denn, daß mein Oheim, der Graf, ein Mann von Eisen ist oder daß er etwa vom Wasser der Unsterblichkeit gekostet hat? Wie lange wird es noch dauern, dann ist er tot, und Sie werden in diesem Falle wohl nicht mehr sagen, daß ich ein Bettler sei!“ „Wenn Ihr Herr Oheim stirbt, werden Sie das Begräbnis bezahlen müssen.“ „Natürlich, alter Papa, und da ich dann Erbe einer Million bin, werde ich dabei gewiß nicht zu knickern brauchen.“ „Mein Lieber, wenn Si. sich auf die Erbschaft verlassen, steht es sehr schlimm mit Ihnen.“ „Wieso? Diese Erbschaft gefällt Ihnen also auch nicht? Beim heiligen Gerasimo! Sie sind heute in einer sonderbaren Stimmung.“ „Die Erbschaft hat Flügel bekommen und ist davon geflogen. Verstehen Sie mich jetzt.“ „Was wollen Sie mit dem Scherz?“ „Die Erbschaft ist in Rodines Tasche geflogen; verstehen Sie mich nun endlich?“ „Was soll das heißen? Quälen Sie mich doch nicht mit Rätseln, alter Tapas,“ sagte der junge Geck mit merklicher Unruhe. „Ich rede ohne Umschweife und sehr klar mit Ihnen,“ antwortete kühl der Notar. Ich weiß aus bester Quelle, daß der Graf Stannet Eure Herrlichkeit enterbt und das ganze Vermögen auf Rodines übertragen hat.“ „Ha, ha!“ rief Gerasimo mit erzwungenem Gelächter.„Was für nette Scherze Sie heut: erzählen! Der Alte mich enterben! Mich, seine Stütze, seinen Stolz, die Hoffnung seiner Familie?“ „Ich wiederhole Ihnen nochmals, daß ich Ihnen keine Scherze erzähle; ich sage Ihnen die reine Bahrheit. Ihre Art und Weise, in Neapel den Liberalen und Carbonaro zu spielen, hat ihm sehr mißfallen; auch war er nicht sonderlich erbaut, daß Sie Vorates Kasse so schlecht gehütet haben. Sie sehen, auch der Alte hat seine eigenen Ideen!“ „Und was weiter!“ „Ich habe es Ihnen ja schon gesagt. Sie können diese Erbschaft aus Ihrem Hauptbuch streichen. Der Alte, wie Sie ihn zu nennen belieben, hat ein Testament unter Privatunterschrift gemacht, und demgemäß erhalten Sie nicht einmal einen Schuhnagel, verehrtester Herr.“ „Tapas, alter Tapas! Sie sind wohl übergeschnappt— oder wollen Sie mich verrückt machen?" rief Gerasimo, vor Aufregung zitternd. „Ich soll enterbt sein! Und von diesem Alten! Das lostet Blut! Ich stecke bis über den Kopf in Schulden, Tapas, und bin ohne diese Erbschaft ärmer als ein Bettler. Wer mir die Erbschaft entzieht, nimmt mir mein Leben! Aber ich werde das Testament vor Gericht anfechten!“ „Das ist alles gut und schön, Herr Graf! Aber Sie werden ohne Zweifel die Gerichtskosten zu bezahlen haben!“ „Was bleibt mir dann noch zu tun übrig?" „Was Ihnen noch übrig bleibt? Reisen Sie doch nach eapel, o Sie großer Verteidiger der Freiheit, helfen Sie die Kanonen und Gewehre mit Zwiebelkuchen und Fadennudeln laden!“ „Ich versichere Sie, Papa Tapas, ich werde einen Degen nehmen und mich töten.“ „Damit werden Sie allerdings eine große Heldentat vollführen, beim Bacchus, und Rodines wird Ihnen die Grabschrift schreiben!“ „Aber Sie sind Ihrer Sache auch ganz gewiß? Wenn mein Oheim stirbt....“ „Wenn Ihr Herr Oheim stirbt und das Testament wird aufrecht erhalten, so unterliegt es keinem Zweifel, daß Rodines der Erbe ist.“ „Teufel! Diesen Fall muß ich verhindern. Seit sechs Monaten liegt mein Oheim nun schon krank, und wenn ich früher sagte, daß er ein Leben habe, wie eine Katze, und seine Seele in den Leib eingeleimt sein müsse, so fürchte ich jetzt, daß er stirbt, bevor ich Rodines beseitigt habe, und ich wünsche sehnlichst, daß der Alte noch am Leben bleibt!“ „So spricht ein braver Neffe,“ sagte der Notar ironisch.„Es lebe der Oheim:“ „Gibt es denn kein Mittel, dieses Testament, wenn es eristieren sollte, unglücklich zu machen?" fragte der jonisch: Cdelmann nach einer Weile peinlichen Nachdenkens. „Sie zweifeln also immer noch an der Existenz desselben?" antwortete der malitiöse Greis in spottendem Tone.„Es ist ja möglich, daß der Herr Oheim mich rufen läßt und mir befiehlt, dieses oder jenes Aktenstück zu schreiben; möglicherweise setzt er auch seine Unterschrift darunter und macht auf diese Weise seine gegenwärtige Willensmeinung gültig.“ „Er wird Sie nicht rufen lassen— nein, es ist unmöglich!“ sagte Gerasimo verzweifelnd und durchmaß mit großen Schritten das Gemach. Nach einer Weile blieb er vor dem Notar stehen und flüsterte ihm zu: „Wenn ich nun nicht warten wollte, bis Sie gerufen würden, dagegen einen vollständig fertigen Akt zur Unterschrift vorlegte, den er dann unterzeichnen würde; wäre das nicht eben so gut?“ „Es wäre das nicht gerade ebenso gut, aber man könnte sich schon damit helfen.“ So schreiben Sie, Tapas, schreiben Sie alles, was ötig ist.“ „Das will ich tun; wird er aber auch unterzeichnen?“ „Zunächst schreiben Sie, das Uebrige wollen wir nachher überlegen.“ „In dem Schreiben liegt keine Schwierigkeit,“ sagte der Notar kopfschüttelnd und sah dabei Gerasimo mit einem durchbohrenden Blick an. Hierauf setzte er sich an seinen Schreibtisch, schrieb einige Minuten lang und las dann mit lauter Stimme: Fortsetzung folgt.