Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und gesetzl. Feiertage. Abonnementspreis — ins Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage es dom Sseltigen„Ilustriertem Sonntagsblatt 55 Big. dre Neuch, durch die Vox bezogen für 3 Monate 1.50 Rotationsdruck und Verlag, sowie für die Inscrate Eirintwottlich: Biktor Schauzer, Dortmund. under Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Pfa Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 PfeBeilagen nach Uebereinkunst. Bei zwangsweiser Beitreidung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Radatt dinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an destimmt vorgeschriebenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Mar Sonnemann. Dortmund. verbunden mit dem Lokal-Anzeiger für Dortmund u. Hörde und der täglichen Unterhaltungsbeilage K### sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Dortmund, Donnerstag, den 10. Februar 1910. 27. Jahrg Erstes Blatt. die linksliberale Einigung. Die Verschmelzung der drei linksliberalen Parteien kann als abgeschlossen gelten. Alle materiellen Vorfragen sind erledigt, die Zustimmung der Parteitage, sowie die Konstituierung der neuen Partei sind lediglich von formaler Bedeutung. Die Parteileitung der drei Parteien haben ihre Zustimmung zu der Verschmelzung gegeben, der Viererausschuß hat die ihm unterbreiteten Wünsche bei einer nochmaligen Revision des Einigungsprogramms, des Organisationsstatuts und der Uebergangsbestimmungen berücksichtigt und zum Teil verwertet. In vier Wochen haben die drei linksliberalen Parteien aufgehört zu existieren und ihre Stelle wird mit 50 Mandaten die„Fortschrittliche Volkspartei“ einnehmen. Hoffentlich gelingt es, statt dieses Namens noch eine andere Bezeichnung für die neue Partei ausfindig zu machen. Der Name fortschrittliche Volkspartei trägt noch weit mehr als der Anfangs vorgeschlagene Name Deutsche freisinnige Volkspartei den Stempel des Kompromisses an der Stirn, ganz abgesehen davon, daß gegen die Wahl des Namens „Zortschrittliche Volkspartei“ auch sprachliche Bedenken bestehen. Die Deutsche Volkspartei wird ihren letzten Parteitag als selbständige Partei am 20. Februar in Stuttgart abhalten. Die Freisinnige Volkspartei und die Freisinnige Bereinigung folgen am 5. März in Berlin. Am 6. März wird alsdann die Konstituierung der Partei auf einem gemeinsamen Parteitag erfolgen. An dem Einigungsprogramm, sowie an dem Organisationsstatut dürfen auf diesen Parteitagen, wenn die Verschmelzung nicht in letzter Stunde in Frage gestellt werden soll, Aenderungen in keiner Richtung nehr vorgenommen werden. Das ist schon mit Rücksicht auf die verschiedenartige Zusammenstellung der Parteitage der drei Parteien erforderlich: Zum Parteitage der Deutschen Volkspartei ist jedes Parteimitglied erscheinungs= und stimmberechtigt. Zum Pärteitag der Freisinnigen Vereinigung werden Delegierte von Vereinen und Einzelmitglieder zugelassen, wihrend die Freisinnige Volkspartei nach ihrem bisherigen Organisationsstatut nur je drei Telegierte für jeden Reichstagswahlkreis zugelassen lat. Ueber die Zusammensetzung des konstituierenden Parteitages am 6. März sind bisher Vereinbarungen unter den drei Parteien, soweit bis jetzt bekannt geworden ist, noch nicht getroffen. Solche Vereinbarungen werden aber erforderlich sein, wenn nicht die Ver handlungen ein falsches Bild über die Stimmung des Parteitages ergeben sollen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß außer der Freisinnigen Volkspartei, der Freisinnigen Vereinigung und der Deutschen Volksbartei auch noch eine Reihe anderer Parteigcuppen sich an der Verschmelzung beteiligen, wie die DeutschFreisinnige Partei in Schleswig, die Lippische Landespartei und die Liberale Volkspartei in Elsaß=Loth= ringen, die sich bisher als selbständige Parteigebilde innerhalb der drei linksliberalen Parteien angesehen haben. Auf eine Angliederung der kleinen „Demokratischen Vereinigung“ ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Deutsches Reich. Die Wahlrechtsvorlage. Ihre Stellung zur Wahlreformvorlage berieten gestern im Abgeordnetenhause die konservative, die freikonservative und die nationalliberale Fraktion. Die Sitzungen aller drei Parteien waren stark besucht. Die nationalliberale Partei vertagte am Nuchmittag die Weiterberatung, während die Konservativen und Freikonservativen die Erörterungen zu Ende führten. Beide entschieden sich für Kommissionsberatung. Für die Konservativen wird Abg. v. Richthofen, für die Freikonservativen Abg. v. Zedlitz und Neukirch das Wort führen. Die Vorlage blieb in beiden Lagern nicht ohne Kritik. Als verbesserungsfähig wurde besonders die Bestimmung empfunden, der zufolge die mittleren und kleinen Beamten bei der Klasseneinteilung vor den Gewerbetreibenden bevorzugt erscheinen. Diese wurde als ungerechtfertigt erklärt und es werden in der Kommission entsprechende Abänderungen vorgeschlagen werden. Einem Rompromiß in der Wahlrechtsvorlage ist der Genosse Leo Arons der verschiedene Male für den Reichstag kandidadiert hat, von vornherein nicht abgeneigt. Er schreibt in den„Soz. Monatsheften“ unter anderem:„Es muß ein Kompromiß herbeigeführt werden, Das verlangt der Stand der Parteien in Preuken. das verlangt der gegenwärtige Zustand der Verfassung, namentlich das nun einmal bestehende Wahlrecht. Mit diesem Gedanken muß sich auch die Sozialdemokratic vertraut machen.“ Als möglich erörtert Arons einen„mäßigen Abstrich von der unbedingten Gleichheit“ der Stimmen gegen Einführung der geheimen und der Proportionalwahl, sowie einer neuen Wahlkreiseinteilung. Doch gebe es noch viele andere Möglichkeiten.„Es handelt sich nur darum, unbeschadet der aufklärenden Agitation für die Forderungen des Parteiprogramms sich nicht von vornherein die Möglichkeit abzuschneiden, an einem Kompromiß mitzuarbeiten, Der Politiker darf nicht mit unvorherzusehenden Ereignissen rechnen; und soweit sich voraussehen läßt, wird die nächste Wahlrechtsänderung durch einen Kompromiß herbeigeführt werden. Schließt sich die sozialdemokratische Pactei von einem solchen von vornherein aus, so kann die Folge nur sein, daß die Zugeständnisse nach cechts größer sein müssen, um für die fortfallenden sozialdemokratischen Stimmen Ersatz zu schaffen.“ Das kemmt von der Hofgängerei! Der sozialdemokratische Vizeptäsident des Meininger kundtugs Wehder ist wenrn seiner Haltung als Vise Die Kinder des Sträflings. Roman von A. Sinowka. 24 „Liebe?“ fragt sie.„Habe ich Ihnen je gesagt, Sie liebe?“ #####ein, aber Sie haben mich's glauben lassen, Sie 60, Finden Sie es sehr ritterlich, mir das vorzuhalder Aufregung, die auch sie nicht zu verberund##enngg, kräuseln ihre Lippen sich zu leisem Lächeln. Schlage cein macht den jungen Menschen mit einem mars de wieder verlegen und unsicher. Rot und blaß wend, steht er vor ihr, wie ein Schuljunge. „vören Sie mich an, Julius," fährt Lidia fort,„ich zu, daß ich nicht ehrlich gegen Sie gewesen bin, gebe 8. ider ware es an meiner Stelle gewesen? Bedenken dem g.““ wie die Dinge lagen. Als ich Sie zuerst auf „Inhof traf, wußte ich nicht, w.. Sie waren und Eie.10 unsere Wege je noch kreuzen würden. Ich bat ## den Schlitten zu besorgen, weil Sie mir der ein# vort zu sein schienen, der mein Verlangen vielleicht Erzug möchte. Ahnen Sie denn überhaupt, was die ter ka: is meiner Bitte für mich bedeutete? Mein Vawir uns##lai Lawalski aus dem Hause gejagt, weil Bahnst e, und sofort nach allen Dörfern und ihnz.den weit in der Runde Weisungen erteilt, sind(a. Pferde noch Wagen zu vermieten, die Leute ihm knntlich von meinem Vater abhängig und von In der keiner wagt, ihm ungehorsam zu sein. hätte beiden Orten aber, die er per Bahn daß er##### können, war die Polizei benachrichtigt, fortabas: lei man hätte ihn bei seiner Ankunft soneu, war####“ und bis er sich hätte rechtfertigen könZeit vergangen, Sie wissen ja zen nez:“ wie groß die Macht Vaters in dem ganden ostlichen Sibirien ist.“ keit setzt von seiner Energie und Skrupellosigmittel i###eiin er im Besitz fast unbeschränkter Geld: hier in der Taiga vieles durch.“ sein 82“s fragt mein Vater danach, ob nicht am eiben zu einer Untersuchung gegen ihn führt. Noch nie hat er sich durch solche Bedenken in seiner schrankenlosen Willkür hemmen lassen. So waren Nikolai Lawalski alle Wege versperrt. Das wußte mein Vater und darauf baute er. Er meinte, daß er in seiner gänzlichen Hilflosigkeit versuchen würde, zu Fuß die Taiga zu durchwandern, was bei seiner Unbekanntschaft mit den Wegen, mitten im Winter, da hier alles voll Schnee und Eis lag, den sicheren Tod für ihn bedeutet haben würde. Vielleicht rechnete er auf die Taigawölfe, die am schnellsten dafür sorgen würden, ihn von einem ihm lästigen Menschen zu befreien. Der einzige Fehler in seiner Rechnung bestand darin, daß er mich zu einem ihm ergebenen Beamten auf Besuch geschickt hatte, mit der Weisung, mich scharf zu bewachen. Er glaubte, daß es mir von dort aus schwerer gelingen würde, mich mit Nikolai zu vereinigen, als von daheim, wo es Pferde und Wagen genug gab. Das Haus meiner Gastfreunde aber liegt mitten in der Taiga, sie besitzen nicht ein Pferd, nicht einen Wagen. Ich verstand es jedoch, ihre Herzen zu rühren und sie zu bestimmen, daß sie mir halfen.. wie, das brauche ich Ihnen nicht zu erzählen. Ich wäre damals gleich mit Nikolai geflohen, wenn ich nicht das sämtliche Geld, das ich bei mir trug, hätte opfern müssen, um meine Pläne auszuführen. Denn meine Gastfreunde verlangten ihren Lohn für die mir erwiesene Hilfe.. nachdem das Geld für den Schlitten bezahlt war, blieb mir fast nichts. Nikolai hatte gerade nur soviel, um sich bis zu seinem Oheim durchzuhungern, der in einem der nördlichen Gouvernements einen einflußreichen Posten bekleidet. Dieser Oheim verbarg ihn, bis es soweit war, daß wir zusammen entfliehen konnten. Ich meinerseits mußte nach Hause zurückkehren und warten, bis der Winter vorüber war, und Schnee und Eis nicht mehr die Taiga unpassierbar machten. Inzwischen konnte ich mich mit Geldmitteln versehen. Sie, Julius, ermöglichten es mir dann, Nikolai Nachricht von mir zukommen zu lassen, durch Sie hat er, als der Frühling begann, erfahren, daß ich ihn hier in dieser Hütte erwartete. Ihm Gelo zu schicken, fand ich aber, selbst mit Ihrer Hilfe, keinen Weg. Immerhin war es im Frühling nicht gar zu schwer, mit geringer Barschaft hierherzugelangen. Ich habe lange überlegt, ob es nicht möglich für mich wäre, zu ihm zu gehen, statt ihn hierberkommen zu lassen, aber man hätte mich präsident in Zwistigkeiten mit dem von ihm herausgegehenen Blatt geraten. Wie der„Voss. Ikg.“ aus Senneber: durch den Draht gemeldet wird, ist Wehder vom Verlag des Sozialistenorgans„Thüringer Volksfreund“ in Sonneberg zurückgetreten, wie man glaubt, infolge verschiedener Angriffe seines Organs gegen seine Stellungnahme beim Antritt des Vizepräsidentenpostens.“ Sozialdemokratische Butgetbewilliger. Im Münchener Gemeindekollegium erklärte dieser Tage bei Beginn der Beratung des städtischen Haushaltsplanes nach dem„Fränk. Kur.“, der Sozialdemokrat Witti namens seiner Partei, daß die Sozialdemokraten heute zum ersten Male für den Etat stimmen, da in ihm verschiedene Summen für Aufbesserung der Arbeiter und Beamten enthalten seien, außerdem manches für Wohnungspolitik und Nahrungsmittelversorgung schehen und die Aufschläge für Lebensmittel in Wegfall kommen sollen. Zur fortschreitenden Alerikalisierung Bayerns wird den„Leipz. N. Nachr.“ aus München geschrieben: Aus dem soeben im Neudruck erschienenen Schematismus des Bistums Augsburg ist zu entnehmen, daß die Zahl der Frauenklöster und klösterlichen Institute in diesem Bistum allein seit 5 Jahren von 170 auf 199gestiegen ist. Das macht jährlich 6 Klöster mehr allein in diesem Bistum. Zu dieser Ausbreitung des Klosterwesens kommt noch die weitere schöne Perspektive, daß in Bayern fast der gesamte Mädchenunterricht in Volksund Mittelschulen, also die Ausbildung und Erziehung der künftigen Mütter und Hausfrauen, vom Staat den weiblichen Lehrorden überlassen ist. Die Hamburger Bürgerschaftswahlen. Bei den Stichwahlen zu den allgemeinen Bürgerschaftswahlen wurden in den drei Landbezirken die Kandidaten der Vereingiten Liberalen mit großer Mehrheit gewählt, sodaß nunmehr die Vereinigten Liberalen vier Sitze, die Rechte einen und die Linke einen Sitz gewannen, während die Sozialdemokraten einen und das linke Zentrum fünf Sitze verlieren. Da die drei jetzt in den Landbezirken gewählten Kandidaten bereits bei den städtischen allgemeinen Wahlen gewählt sind, so verzichten sie auf ihre städtischen Mandate und gemäß den Bestimmungen des neuen Wahlrechts rücken die drei Kandidaten auf der Liste der Vereiniaten Liberalen, die nach den Gewählten die meisten Stimmen erhalten haben, auf ihre Plätze ein. Der Sturm bringt neue Diamanten. Auf den südwestafrikanischen Diamantfeldern herrscht während des Weihnachtsfestes fünf Tage lang ein solcher Sturm, daß an ein Arbeiten im Freien nicht zu denken war. Die„Deutschsüdwestafrikanische Zeitung“ behauptet nun, daß bereits durchwaschene, gänzlich kahle Stellen nach diesem Orkan vollständig wieder mit Diamantensand bedeckt waren.. Waschproben ergaben, daß diese Stellen die vorher gewissenhaft abgearbeitet waren, wieder gutfündig georden sind. unterwegs abgefangen. Mein Vater würde gewiß nach meinem Verschwinden von daheim seine Sendboten überallhin ausgeschickt haben, und eine Frau fällt so sehr viel mehr auf, als ein Mann. Außerdem wäre von dem Wohnort von Nikolais Oheim der Weg bis zur Bahn zu weit gewesen, wir hätten ein endlos langes Stück die Taiga südwärts durchwandern müssen, alle diese Schwierigkeiten fielen weg, wenn Nikolai herkam. Er selbst lief kaum Gefahr dabei, da mein Vater ihn längst tot oder außer Landes glaubte und niemand mehr damit beauftragt hatte, auf ihn zu vigilieren. Und von hier aus können wir innerhalb drei Tagen, vielleicht, wenn das Glück uns hold ist, in zwei, die Bahn erreichen. Vor einer Woche noch sind wir auf dem Schiff.. in Sicherheit, Gott sei Lob und Dank.“ Lidia hatte all das in hastigem, aufgeregten Flüsterton gesprochen, jetzt hält sie inne und sieht gedankenverloren vor sich hin. „Und warum erzählen Sie mir das?“ fragte Julius finster. „Warum?“ Sie schaut ihn gerade an.„Damit Sie wissen, mit welchen Gefahren und Schwierigkeiten mein Geliebter und ich zu kämpfen hatten und danach ermessen können, daß man in solcher Lage nicht gerade wählerisch bezüglich der Mittel zur Erreichung seiner Zwecke zu sein pflegt. Die Skrupel sind gut für Leute, die warm und geborgen in europäischen Ländern wohnen, nicht aber für uns hier in der Taiga, wo jeder zuerst sich selbst helfen muß. Da kann man keine zarten Rücksichten auf die Gefühle anderer nehmen.“ „Aber Sie hätten immerhin ehrlich gegen mich sein können,“ meint Julius traurig.„Wenn Sie mir Vertrauen geschenkt hätten, so würde ich dessenungeachtet geholfen haben.“ „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Liebe ist jedenfalls ein besserer Bundesgenosse, als Freundschaft. Ich konnte nicht die Probe daraufhin machen. Und nun,“ sagt Lidia, ihm die Hand bietend,„seien Sie gut, Julius, seien Sie versöhnlich. Was habe ich Ihnen venn im Grunde zuleide getan? Solch ein Flirt bricht einem Menschen in Ihrem Alter nicht das Herz.“ Doch er nimmt die Hand nicht, die sie ihm bietet. Ein Pendant zum Oldenburgischen Vorschlage? Eine historische Erinnerung. So bizarr der Gedanke des Herrn von Oldenburg den Reichstag durch einen Leutuant uno zehn Mann schließen zu lassen., heutzutage anmutet, so wenig ist in den Tagen der Erregung über dieses Junkerwort wohl daran gedacht worden, daß sich die Mitglieder eines preußischen Parlaments bereits einmal von Flintenläufen bedroht gesehen haben, daß also der Vorschlag des Januschauers gar nicht so etwas unerhört neues gewesen ist. Das Interessanteste bei der Parlamentsüberwachung durch Militärposten, die wir im Auge haben ist aber jedenfalls die Tatsache, daß diese Erekution des Parlaments unter beträchtlicher Mitwirkung keines Geringeren als— Bismarcks in die Wege geleitet wurde Womit natürlich keineswegs gesagt sein soll, daß Herr von Oldenburg irgendwie dem Altreichskanzler vergleichbar sei. Die Sache lag nach dem„Leipz“ Tagebl.“ folgendermaßen: Im Juni 1848 war in Berlin auf Grund einer neum Wahlordnung die„Versammlung zur Vereinbarung der preußischen Staatsverfassung zusammengetreten. Sie zeigte sich ihrer Aufgabe keineswegs gewachsen, da die befähigtesten Geister des ehemaligen„Vereinigten Landtags“ der Frankfurter Nationalversammlung beiwohnten. Aber auch auf der Seite der Regierung war es nicht zum glänzendsten bestellt.. Nach Bismarcks Zeugnis war es dem König Friedrich Wilhelm 4. nicht leicht geworden, überhaupt Minister zu finden, weil die für solche Posten geeignet erscheinenden Männer nicht die Gewähr boten, den wechselnden Ansichten des Königs sich stets anzupassen., und weil außerdem die Möglichkeit einer Gefährdung der eigenen Persönlichkeit, die Abneigung, Minister zu werden, bei den in Frage kommenden Männern verstärkte. Die Beratungen des Verfassungsentwurfs, die am 21. Oktober begannen, führten zu beispiellos stürmischen Szenen. Das Ministerium wußte sich in der Verworrenheit der Laze keinen Rat, so daß schließlich am 9. November dier König ein energisches— und das heißt in diesem Zusammenhange: konservatives— Ministerium, das sogenannte Ministerium„der rettenden Tat“ berief. Hraf Brandenburg wurde sein Präsident, das Innere übernahm auf drängendes Zureden Bismarcks Otts von Manteuffel, zum Kriegsminister wurde General von Strotha ernannt. Manteuffel fürchtete zunächst für die versönliche Sicherheit der Minister im Beratungsraum der Volksrertretung, dem Schauspielhause. Aber Bismarck wußte ihm jede Sorge auszureden; indem er die im Schauspielhause und in dessen Umgebung getroffenen Maßregeln diarlegte. Aus der Darstellung im zweiten Kapitel dier„Gedanken und Erinnerungen“, geht unzweifelhaft hervor, daß Bismarck an den Sicherheitsvorkehrungen regen Anteil hatte. Diese selbst liefen auf folgende Maßnahmen hinaus: „Zunächst waren im Schauspielhause selbst außer einer starken Polizeitruppe ungefähr dreißig der besten Schützen des Garde=Jäger=Bataillons so untergebracht, daß sie auf ein bestimmtes Signal im Saale und auf den Galerien erscheinen und mit ihren der größten Genauigkeit sicheren Schüssen die Minister decken konnten, wenn sie tätlich bedroht wurden. Es ließ sich „Und was erwarten Sie jetzt von mir, daß ich tun soll?“ fragt er, ihren Blick vermeidend. „Daß Sie heimreiten und meinem Vater sagen, Sie hätten keine Spur von mir gefunden. Koljas Schweigen werde ich schon erkaufen und was den Pächter anbetrifft, so verrät der nichts. Sonst weiß niemand von unserer Anwesenheit, mein Vater wird also niemals erfahren, daß Sie ihn getäuscht haben.“ Da Julius immer noch in seiner feindseligen Abwehr verharrt, fährt sie eindringlich fort:„Ohne das Versprechen uns nicht zu verraten, läßt Nikolai Sie nicht fort, und gesetzt, es gelänge mir, ihn dazu zu bestimmen, was dann? Wenn Sie meinem Vater sagen, daß Sie uns gefunden haben, so wird er natürlich schleunigst auf Grund irgend welcher Verdächtigung zu erreichen suchen, daß man uns polizeilicherseits aufhält und verhaftet, vielleicht auch wiro er.. doch gleichviel, was er tut, in jedem Fall wird er uns Ungelegenheiten bereiten. Ja, ich halte es sogar keineswegs für ausgeschlossen, daß die Folgen seiner Handlungen für Nikolai und mich vernichtend sind. Wir befinden uns eben nicht in Europa, sondern in der weiten, einsamen, schweigenden Taiga. Die Taiga ist stumm wie das Grab! Dann hätten Sie allerdings Ihre Rache, aber glauben Sie, Julius, daß Sie das glücklicher machen würde? Sie würden nicht nur unser Glück, sondern auch unser Leben zerstören. Sei'n Sie doch vernünftig, Julius, und lassen Sie uns in Frieden ziehen. Wollen Sie, ja?“ Immer noch steht er stumm und grollend da. Lidia fängt an, zu verzweifeln. Nimmermehr hätte sie geglaubt, daß dieser junge Mensch, der in ihren Händen bisher wie weiches Wachs war, so störrisch und unversöhnlich sein könnte. Da fährt er plötzlich auf.„Warum dringen Sie nur beständig in mich, daß ich Sie Ihrem Vater nicht verraten soll?“ schreit er sie zornig an.„Und warum halten Sie mir vor, daß Nikolai Lawalski mich, ohne daß ich mein Wort darauf gegeben habe, nicht lebendig vom Platz, läßt? Es gibt doch noch eine dritte Möglichkeit.“ dia starrt ihn verständnislos an. Was meint er nur in aller Welt? „Ist es Ihnen denn noch gar nicht in den Sinn gekommen, daß ich Ihren Geliebten niederschießen und Sie mit Gewalt nach Hause schleppen könnte?" 176.18 annehmen, daß auf die ersten Schüsse die Insassen den Saal schnell räumen würden. Entsprechende VorkehrAngen waren an den Fenstern des Schauspielhauses und verschiedenen Gebäuden am Gendarmenmarkt getrofen, in der Absicht, den Rückzug der Minister aus dem Schauspielhause gegen etwaige feindliche Angriffe zu decken; man nahm an, daß auch größere etwa dort versammelte Massen sich zerstreuen würden, sobald aus verschiedenen Richtungen Schüsse fielen..“ Durch diese Maßregeln hatte natürlich die Milikärgewalt das Parlament vollständig in seiner Macht, ein Zustand, wie er auch heute noch Herrn von Olhenburg nicht unerwünscht zu sein scheint. Aber wähzend damals gerade der Mangel einer Verfassung, um die ja eben erst geredet und gerungen wurde, die Anwendung solcher starker Einschüchterungsmittel gestattete, würde heute die Eristenz der Verfassung jede Wiederholung derartiger Erperimente als Verfassungsbruch charakterisieren., Vielleicht darf man auch noch hinzufügen, daß Bismarck damals 33 Jahre alt war, und daß er die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich ihm bten, noch voll ausgbenutzt hat. Herr von Oldenburg zählt aber jetzt bereits 55 Jahre. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Budapest, 9. Febr. Die heutige Nummer des Ungarischen Amtsblattes“ enthält die Enthebung von 11 Obergespänen. Bisher sind seit dem Regiment Khuen's bereits 22 von den 63 Obergespänen Ungarns ihres Amtes enthoben worden. Diese Enthebungen deuten auf die bevorstehende Wahlkampagne in Ungarn hin. Frankreich. Paris, 9. Febr. In der heutigen Nachmittagssitzung der Kammer brachte der Kabinettschef Briand einen Gesetzentwurf betreffend die Bewilligung eines Kredites von 20 Millionen Francs für die Opser der Ueberschwemmungskatastrophe. Der Minister begründete den Antrag und teilte mit, daß der Unterstützungssonds dazu bestimmt sei, den Hilfsbedürftigen beizustehen, den Arbeitern Entschädigungen zu zahlen und Unterstützungen zum Wiederaufbau der eingestürzten und mit Einsturz drohenden Häuser zu bewilligen. Türkei. Konstantinovel, 9. Febr. Sowahl im Jevien wie im nördlichen Arabien haben die türkischen Truppen bei Zusammenstößen mit Arabern nicht unbedeutende Verluste erlitten. Spanien. Madrid: 9. Febr. Der König empfing heute verschiedene politische Persönlichkeiten, mit denen er die augenblickliche Lage beriet, u. a. auch die Frage der Auflösung der Kortes und die Ernennung eines Ministers des Innern. Monteros Rios erklärte dem Közige, er sei kein Anhänger eines Kabinettwechsels, er pertrete jedoch die Ansicht, daß das Kabinett eine bessere Politik verfolgen müsse, als Moret es bisher getan. Er erteilte dem Könige den Rat, einer anderen Persönlichkeit den Vorsitz des Kabinetts zu übergeben, damit die Politik in ein besseres Fahrwasser käme. Lopez Dominquez wurde ebenfalls vom Könige ompfangen. Er befürwortete auch einen Wechsel im Präsidium des Kabinetts. Er wünschte die Wahl einer Persönlichkeit, welche die Fähigkett besitzt, eine gute Politik zu treiben. Kanalejas lehnte es ab, irgendwelche Mitteilung über seine Unterredung mit dem Könige zu veröffentlichen. Moret wurde mittags zum Könige berufen. Gerüchtweise verlautet, um 1 Uhr nachmittags, daß das ganze Kabinett zurückgetreten sei. jedech ist eine amtliche Bestätigung dieser Meldung noch nicht erfolgt. Athen: 10. Febr. Hier dementiert man entschieden die Information eines Berliner Blattes, wonach die Militärliga beschlossen habe, den Prinzen Georg zum Könige zu proklamieren, für den Fall, daß der König sich weigern sollte, die Nationalversammlung einzuberufen. Asien London, 9. Febr. Der„Morningpost“ wird aus Schanghai gemeldet, daß auf Veranlassung des Prinzen Tsaisun das Waiwupu die fremden Mächte ersuchen werde, den Friedensvertrag von 1901 dahin abzuändern, daß es China erlaubt sein soll, die Takuforts wieder aufzurichten, um die Hauptstadt Peking zu schützen. Tokales und Provinzielles. Dortmund, 10. Februar. — Das Zeutrum bestreitet beharrlich, Wähler, die bei den letzten Stadtverordnetenwahlen rot gewählt haben, denunziert zu haben. Es gehört schon angesichts der Tatsache, daß sich Listen solcher Wähler in Zentrumskreisen in Umlauf befinden, eine große Portion Unversrorenheit dazu, die Absicht der Tenunziation in Abrede zu stellen, und angesichts der Tatsache, daß Behörden solche Listen vorgelegt worden sind, eine noch größere Portion Frechheit, die geschehene Tenunziation zu leugnen. Uns ist beannt, daß einem Redakteur der nationalliberalen Herner Zeitung, die bestritten hatte, das Beamte rot gewählt hätten, in der Redaktion des ultramontanen Herner Anzeigers solche in Maschinenschrift hergestellte Wählerlisten vorgezeigt worden sind. Die Rückseiten dieser Listen weisen mehrfarbige Akzidenzprobedrucke auf. Welche Dortmunder Druckerei vermag wohl über die Herstellung der zu Tenunziationszwecken verfertigten Listen Ausschluß zu geben? — Das Zentrum bestrettet, daß es denunziere. and denunziert lustig fort. Die neueste Heldentat wird aus Körne gemeldet, wo man in dem Kriegerverein zwei Mitgliedern, die in der Stadtverordneten=Stichwahl sozialdemokratisch gewählt hatten, an den Kragen wollte. Der Vorstand war vernünftig genug, der Denunziation von Zentrumsseite keine Folge zu geben. Damit wollen sich die Denunzianten vom Zentrum nicht zufrieden geben, sondern den Versuch machen, in einer außerordentlichen Versammlung ihren Zweck, die angeschwärzten Herren aus dem Verein zu brängen, zu erreichen. — Städt. Elektrizitätswerk. Die Zahl der Abnehmer von Licht= und Kraftstrom ist nach wie vor im Steigen begriffen. Am 1. Januar dieses Jahres belief sich die Zahl der Abnehmer für Gleichstrom und Drehstrom— Stadt— auf 7243 gegen 6162 am 1. Januar 1909. Die Zahl der Abnehmer im Landkreise ist im gleichen Zeitraume von 126 auf 337 gestiegen. 9117 Elektrizttätszähler waren im Monat Dezember abzulesen und der Stromverbrauch der einzelnen Entnahmestellen zu ermitteln. Am 1. Januar waren 161799 Stück Glühlampen, 4293 Stück Bogenlampen und 1627 Stück Motoren mit 10 206 P. S. an die Leitungsnetze—. Gleich= und Drehstrom— angeschlossen. Die gesamte Stromabgabe ab 1. April bis ult. Dezember 1909 belief sich auf 10314 534 Kilowattstunden gegen 8 600 081 Kilowattstunden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Soll der Vetriebs=Einnahmen beträgt 1 778 129,38 Mark. Die Betriebs=Ausgaben stellen sich auf 829977,87 Mark. Der Betriebs=Ueberschuß in den ersten drei Quartalen stellt sich demnach auf 948151,51 Mark, gegen 870780,56 Mark im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der bisherigen ungünstigen Konjunktur und des im vorigen Jahre eingeführten 8 Uhr=Ladenschlusses ist das Ergebnis als ein befriedigendes zu bezeichnen. —* Der Ardey=Höhenzug, der bereits von drei Tunnels durchquert wird, von denen zwei dem Eisenbahnverkehr und einer der Leitung des Dortmunder Wasserwerks dienen, wird demnächst noch einen vierten Durchgang erhalten, und zwar für die neue Eisenbahnlinie Dortmund=Schwerte. Dieser Durchstich wird ziemlich in der Mittel zwischen dem Tunnel der Eisenbahnstercke Holzwickede=Schwerte und dem des Dortmunder Wasserwerkes erfolgen. Jeder dieser drei Tunnels liegt etwa 1 Kilometer von dem nächsten entfernt. Der weiter nach Westen bei Wittbräucke mündende Eisenbahntunnel ist rund 9 Kilometer von dem nächsten entfernt. Es kommen mithin auf eine Gebirgslänge von 11 Kilometern vier Durchstiche. Einen fünften Durchstich wird später das Wasserwerk für den Kreis Hörde vornehmen, und zwar bis Wellinghofen. —* Die Verbreiterung der Kölnischen Straße wird demnächst erfolgen. Das zum Kölnischen Hof gehörige alte Gebäude Nr. 3 wird abgebrochen. Der dadurch freiwerdende Platz soll mit einem Teil des nach der Betenstraße zu gelegenen Gebäudes neu bebaut werden. —* Die Hoteldiebe sind an der Arbeit. In mehreren Hotels und Hotelrestaurants sind in den letzten Tagen den Hotelgästen die Koffer sowie die auf den Korridor gesetzten Schuhe gestohlen worden. In allen Fällen wird der Dieb als ein blasser, gutgekleideter, blonder, etwa 25 Jahre alter Mensch mit geringem Bartwuchs beschrieben, der in den betr. Hotels gleichfalls genächtigt hat. Deshalb Vorsicht und eventl. Benachrichtigung der Polizei. —“ Erwischt wurde Brackel der Schmied Karl Kaufmann von hier, aus Ar dabei war, die Wohnung des Monteurs Otto Scheer auszuräumen. K. ist ein schwerer Junge. —“ Handwerkerschule. Die mit einem Kostenaufwande von rund 1 Million Mark errichtete Handlverker= und Kunstgewerbeschule soll am 10. April feierlichst eröffnet werden. Den Gedanken, einen Musterbau zu errichten, der den Charakter seiner Bestimmung als Arbeitsstätte für strebende Handwerker und angehende Kunstgewerbetreibende in der Archttektur deutlich zeigt und den Schülern dabei gleichzeitig auf Schritt und Tritt vor Augen führt, daß man auch mit geringen Mitteln und bei denkbar größter Einfachheit Schönes und Gediegenes schaffen kann, hat das städtische Bauamt in diesem Gebäude in glücklicher Weise verwirklicht. Namentlich ist der Versuch der Verwendung sichtbarer Betonarbeit in künstlerischer Form, sowohl an der Schauseite wie im Innern bei Decken, Säulen u. dergl. in nennenswerter Weise gelungen. In eninem Anbau an die Hauptgebäude sind die Werkstätten für die Meisterkurse untergebracht. Die Schule verfügt im ganzen über 100 Räume; davon sind allein 40 Klassenzimmer. Da vorab die entsprechende Anzahl von Handwerkerschülern nicht zu erwarten ist, so soll ein Teil der Fortbildungsschüler in dem Gebäude unterrichtet werden. Durch den Handtverkerschulneubau wird ein mit der inneren Stadt und dem nördlichen Stadtteil direkt in Verbindung stehendes, füdlich von der KölnMindener Eisenbahnstrecke und dem Schwanenwall gelegenes Gebäude der Bautätigkeit erschlossen. —“ Ehejubiläums=Medaillen. Während des Jahres 1909 sind 1648 Medaillen verlkehen worden; davon entfallen auf die Provinzen: Ostpreußen 43, Westpreußen 38, Brandenburg 222, Pommern 85, Posen 56, Schlesien 88, Sachsen 176, Schleswig=Holstein 118, Hannover 214, Westfalen 179, Hessen=Nassau 97, Rheinprovinz 330 und Regierungsbezirk Sigmaringen 2. Es gehörten: 1227 Ehepaare der evangelischen, 343 der katholischen, 35 der mosaischen Religion an. Ein Ehepaar gehörte zu den Mennoniten, ein Ehepaar zu den Baptisten und ein Ehepaar zu den Irvingianern. 13 Ehepaare gehörten der reformierten und 27 einer gemischten Religion an. 24 Ehepaare feierten ihr 60jähriges Jubiläum; 2 mit der 3 Zahl 65.„— min —“ Vortragskurse der Wilhelm=Auguste ViktoriaBücherei. Der nächste Vortrag des Herrn Bibliothekar Zimmer findet Freitag abends achteinhalb Uhr in der gewerblichen Fortbildungsschule, Prinzenstraße 10, statt und zwar über die deutsche Rechtsschreibung. Der Vortragende wird eine Uebersicht über die Entwicklung der deutschen Rechtschreibung geben und zu den verschiedenen Entwürfen, Erlassen und Konferenzen kritische Stellung nehmen.— Eintrittspreis 40 Pfg. an der Kasse. —* Polizei=Bericht. In der Nacht zum Mittwoch, bezw. im Laufe des Dienstag wurden acht Personen festgenommen und zwar: 8 wegen Obdachlosigkeit, 2 wegen Unfugs und je 1 wegen Diebstahls, Hehlerei und Sittlichkeitsverbrechens.— Am 8. dieses Monate wurde am Nordmarkt die Leiche eines neugeborenen in braunes Papier gewickelten Kindes männlichen Gechlechts gefunden und poltzeilicherseits in die Leichenhalle des Nordfriedhofs geschaftt.— Festgenommen wurde der Hausdiener Ballmann, welcher vor einigen Abenden in der Nikolaistraße ein junges Mädchen unsittlich angefaßt hatte. —“ Kronenburg. Der bekannte Kölner Violoncell=Virtuose, Herr Friedr. Grützmacher wird in dem 20. Symphoniekonzert des Philharmonischen O sters, am Freitag, den 11. Februar, abends 8 Werk, zu dessen Ausführung müheloses Beherrschen Programm noch desselben Meisters Symphonie„Aus der neuen Welt“ und die Ouverture„In der Natur" enthalten sind. Abonnementskarten sind mit 25 Pfg. Aufzahlung gültig. — Der Lesesaal der Wilhelm=Auguste ViltorinBücherei wird am Freitag den 11 Februar nachmittags 7 Uhr geschlossen. — Philharmonischer Verein. Wie unsern Lesern bereits bekannt ist, hat sich in richtiger Würdigung der bestehenden Verhältnisse um die Jahreswende obiger Verein gebildet und Herrn Bürgermeister Dr. Eichhoff zum Vorsitzenden gewählt. Der Verein hat den Zweck, das Verständnis für die Bedeutung und die Verhältnisse des von Musikdirektor Hüttner gegründeten Philharmonischen Orchesters zu verbreiten und ihm neben der städtischen Subvention einen weiten Teil derjenigen Geldmittel zuzuführen, deren es zur Erhaltung und Steigerung seiner künstlerischen Leistungsfähigkeit bei der heutigen allgemeinen Preissteigerung für alle Lebensbedürfnisse unbedingt bedarf. Ueber 250 Mitglieder, teils mit ansehnlichen jährlichen Beiträgen, sind dem Verein bereits beigetreten. Der Mindestbetrag beträgt für jedes Mitglied 10 Mark, und es bedarf nur einer Meldung per Postkarte an den Vorsitzenden oder der Eintragung in die in der Geschästsstelle des Verkehrsvereins am Markt aufliegenden Liste, um die Mitgliedschaft zu erwirken. Das Orchester will sich dadurch erkenntlich zeigen, daß es jährlich ein oder mehrere Konzerte für die Mitglieder veranstaltet. Jedes Vereinsmitglied erhält für den Beitrag von 10 Mark zwei Eintrittskarten und für jede weiteren 10 Mark auf Verlangen je eine Karte mehr. Das erste Konzert, ein Wagnerabend, findet statt am 21. d. M. an der Kronenburg. Als Solist ist der berühmte Wagnersänger Karl Braun aus Wiesbaden gewonnen worden. — Deutsche Kolonialgesellschaft, Abteilung Dortmund. Auf den Vortrag, den Sonnabend. den 12. abends Zeinhalb Uhr im Festsaale des Lindenhofs Frl. M. Barow über„Südwestafrika und die deutsche Frau“ halten wird(s. Inserat) machen wir auch an dieser Stelle noch einmal aufmerksam. Zahlreiche prächtige Lichtbilder, sämtlich Originalaufnahmen der Rednerin, werden den Vortrag verinschaulichen. Der Vortrag behandelt eingehend die Frauenfrage in den Kolonien, die nach Ansicht des Staatssekretärs Ternburg und aller kompetenter Beurteiler für Südwestafrika gradezu eine Lebensfrage geworden ist. Frl. K. hat 4 Jahre auf der Farm ihres in Südwestafrika ansässigen Schwagers verbracht, und dabei Gelegenheit gehabt, die vielseitige Tätigkeit, die einer Frau in jenen Gegenden obliegt, von Grund aus kennen und üben zu lernen. Nach ihrer Rückkehr hat sie über ihre Erlebnisse und Eindrücke ein Werk geschrieben, das von der Kritik allseitig sehr günstig ausgenommen wurde und als das Buch bezeichnet wird, dessen wir sehr lange bedurft hatten, um unsern Frauen und Mädchen ein klares, lebenswahres Bild von dem Leben in Südwest zu geben. Im letzten Jahre hat Frl. K. nun auch in vielen Städten Nord= und Süddeutschlands Vorträge gehalten, die unter ganz außerordentlich starter Beteiligung stattgefunden haben und überall den lebhaftesten Beifall erzielten. Wir dürfen deshalb auch am Sonnabend einen sehr interessanten und lehrreichen Abend erwarten. Der Eintritt ist frei. Jedermann ist dazu freundlich eingeladen; insbesondere ergeht diese Einladung auch an die zahlreichen Mitglieder der hiesigen Frauenvereine. —* Zum Sonderzug nach Winterberg am 13. Februar hat die Betriebsverwaltung der Hörder Kreisbahnen in entgegenkommender Weise sich bereit erklärt, an den fahrplanmäßigen Wagen, welcher um 7,12 Uhr morgens ab Hörde um 7,46 Uhr an der Hohenzollernstraße in Schwerte eintrifft und somit guten Anschluß an den Sonderzug 8,02 Uhr ab Schwerte herstellt, einen Anhängewagen laufen zu lassen, sodaß hierdurch für den gesteigerten Verkehr hinreiche Vorsorge getroffen ist. Auch am Abend wird in der Weiche an der neuen Post in Schwerte ein Motorwagen bereit gehalten, welcher nach Eintreffen der Fahrgäste zusammen mit dem nächsten fälligen fahrvlanmäßigen Wagen nach Hörde fahren wird. Es ist somit für au teressenten, welche den Sonderzug nach Winterber, Schwerte benutzen wollen, hinreichend für Fahra“ heit gesorgt. Zu dem Sonderzug nach Winterberg am 13 bruar dieses Jahres sind die Fahrkarten eingetras Alle Inhaber von Gutscheinkarten werden gebeten, mi lichst bald gegen Rückgabe derselben die Fahrkarter der Geschäftsstelle, Markt 2a, einzufordern. Falls: Winterfest nicht stattfinden und deshalb der Sondernicht fahren sollte, wird dieses durch Anschlag in a nannter Geschäftsstelle am Sonnabend, den 12. dieseMonats bekannt gemacht. Milspe, 9. Febr. Als Leiche aufgesunden wurd, hier auf dem Felde am Rävenschlag der Maurer aus Barmen. Man nimmt an, daß F. in betrunkenem Zustande auf das Gesicht gefallen ist und dann erstickt ist. Hagen, 9. Febr. Seit gestern ist die Lenne über einen Meter gestiegen. Die Wasserwerke mußten ihren Betrieb einstellen. Letmathe, 9. Febr. Die Lenne ist infolge der leuten Regentage und des Schmelzens sauerländischer Schneemassen, aus ihren Ufern getreten und überschwemmt weit die anliegenden Grundstücke. Bochum, 9. Febr. Bei dem sog. Schützenhof entstand während einer Karnevalsfeier ein Streit zwischen verschiedenen Besuchern, in dessen Verlauf der eine einen Revolver zog und fünf Schüsse abgab. Fünf Personen wurden dadurch so schwer verletzt, daß sie sofort zusammenbrachen. Auch eine unbeteiligte Frau, die den Streit schlichten wollte, wurde so scher verwundet, daß sie mit den anderen Opfern des Raufboldes ins Krankenhaus überführt werden mußte. Der Nevolverheld konnte erst nach langem Kampfe verhaftet werden, nachdem er noch einen anderen Mann durch einen Schuß verletzt hatte. Essen, 9. Febr. Vergangene Nacht wurde der Schutzmann Stein in Altenessen, der zwei lärmende Männer arretieren wollte, von diesen überfallen, niedergeworken und seines Säbels und der Pistole beraubt. Mit seinem eigenen Säbel brachten die beiden dem am Boden liegenden Beamten am ganzen Körper so schwere Verletzungen bei, daß er jetzt hoffnungslos im Krankenhaus darniederliegt. Die Täter, von denen der eine ein berüchtigter Zuhälter ist, konnten verhaftet werden. Dümpten, 9. Febr. An Blutvergiftung starb der Bergmann Hermann vom Bruch, der auf Zeche Voland sich eine geringfüngige Verletzung am Ellenbogen zugezogen hatte, die Wunde aber nicht beachtet hatte. Der Verstorbene hinterläßt Frau und drei Kinder. Paderborn, 8. Febr. Vor zwei Jahren wurde das hiesige städtische Ozonwerk zur Sterilisierung des Leitungswassers von einer Kommission des Pariser Stadtrats besichtigt. Das Ergebnis der damals gemachten Studien ist der jetzt gefaßte Beschluß, zwei große Ozonwerke mit je 45000 Kubikmeter Tagesleistung zu errichten. Das eine dieser Werke wird nach dem System Siemens=de Friese, das andere von einer französischen Gesellschaft gebaut.— Die Stadt Petersburg hat schon früher die von Stemens und Halske in Paderborn errichteten Anlagen zum Gegenstande eingehenden Studiums gemacht; dort ist die Ozonisierungsanlage im Bau.. Herford, 9. Febr. Werra und Aa zeigen einen Pegelstand vom 2,20 Meter. Die angrenzenden Gelände sind von dem gelb gefärbten Wasser überschwemmt. Elberfld, 9. Febr. Der Verband rheinisch=wenälischer Haus= und Grundbesitzer hielt hier eine Ver bandsvorstandssitzung ab, in der die Vereine Aachen, Annen, Bonn, Bottrop, Duisburg(Stadt), DuisburgBochfeld, Düren, Elberfeld, Essen, Gevelsberg, M. Gladbach, Hagen, Hamm, Ohlings, Solingen, Vienen sen und Witten vertreten waren. Aus den Verhandluneng ist folgendes erwähnenswert. Ueber das I# system der städtischen Sparkassen im westfälischen. dustriebezirk ist an die Regierung in Arnsberg Eingabe gerichtet, in der beantrag Regierung wolle der Entwickelung der Neu aufgenommen! Salamanderstiefel für die Jagd und für's Gebirge aus kräftigem Rindieder, Ledertutter, extra starke Doppelsohlen, Staublasche. Für Herren und Damen Mark 1660 Herren- und Damenstiefel mit kräftigen Doppelsohlen Einheitspreis... M. 12.50 Luxus-Ausführung M. 16.50 Fordern Sie Musterbuch! Jalamander PIANOS und Flügel in altbewährter BACH-PIANOLA-PIANOS h. IBACII Planos mitin bautem Klaviers### Pianolas mit Them Metrostyle, sowie Hai empfiehlt in reicher Al bequemen Beding Rud. IBACH Soa Schuhges. m. b. H., Dortmund Westenhellweg 16 Kais. u. König Hol-Flügel- und Piani gegr. 1794 Barmen Neuerweg 40 Bei Kauf, Miete, Umtauparatur oder Stimmung man sich an die mehr dertjährige Er des durch vier Generat stehenden HauseBACH Allein-Vertreter: Wilh. Hohrath, Dortmund, Burgtsall 2i auf dem Berge 27. Prioat-Uuterrichtsiu Dortmund ut Vorbereitung zum Ere ging, den einjährig=freiwiltisgr### sowie für obere Klassen 5 s Pension is Für auswärtige K. O. Sichtios un Rier Verscherchn eat ressen, die 67. I der Verzinsung de. einhalb Luch an die Regierungen Ers arier gerichtet werde Penen eine höhere S agsecähet K.— kirte Gemeinden in bei bgelehnt worden war erden. Die Verbands Echt. die vom Zentralo Und Grundbesitzer Deutsa on Anteilscheinen nach Lie von demselben Verb eiversammlung gegen Hausbesites Ende #u beschicken. Gegen Uen Satzungsänderungen Sehnend und beauftragte kande angehörenden V En August stattfindende Ehnendem Sinne zu vo ansvereine durch ein R nuch ihrerseits dien abl Freten und zu diesem burch zahlreiche Delegie Frörterung entspann sich weisen Kanalanschlüsse he lastungen, die in viel r Betroffenen herbeige m 29. Mai in Remsche e Wesel, 8. Febr. I Zahren die ersten Zahl so groß, daß es po sig gehalten haben, zu ationalen Vereins zu im Namen„Wojciech Velbert, 8. Febr. son dem Stadtrat hie in, daß es den Stad tädtischer Kommission ine Arbeit oder Liefer sie auch sei. Köln, 9. Febr. A #erkehr auf der Eisen agen doch erheblich st amman Miurran f6x f Nügen dou PyrOiher 1. benommen wurde. Ess und 19000 Bahnsteigka bew. 16000 im Jahl —Köln, 9. Febr. 2 der. Der Rhein ist se Riegen. Um jede Geft Regierung an den ti wendigen Vorkehrungen himtliche Hochwasser=Na Köln, 10. Febr. T Die Kölner Pegelhöhe Die Wupper zwingt Werke, den Betrieb ein Strecken überflutet.— Iren Häusern flüchten eiteres Steigen des von gestern vormit von 5,17 auf 5,65 W sch um 5 Zentimeter. Laufe der Nacht Koblenz, 9. Febr Hochwassergefahr wied shwemmung der Werf en ganzen Betrieb ei at weitere Verkehrse den Betrieb von Bul Hochwasser des Rhein Bentimeter, das der 30. Frei komme Ein grosser Für Kn Grasse Posten per Meter Wert bedeutend! Neu brasse Posten für Kinderkleider Auch in Gardinen. A vrasser Restbestände ers Reste Baumwollwaren Sollen, Manchester Res Brückstrasse 7 im Hat S für alle InWinterberg as Fahrgelegen g am 13. Feten eingetrosgebeten, wüge Fahrkarten in rn. Falls das der Sonderun# Inschlag in geden 12. dieses esunden wurde Maucer Fluß in betrunkenem und dann erdie Lenne über e mußten ihren nfolge der letzindischer Schneeüberschwemmt Schützenhof entStreit zwischen rlauf der eine ab. Fünf Perkt, daß sie soiligte Frau, die cher verwundet, Raufboldes ins Der Nevolverrhaftet werden, irch einen Schuß uurde der Schutzemende Männer n, niedergewore beraubt. Mit In dem am Boirper so schwere slos im Kranvon denen der nuten verhaftet iftung starb der auf Zeche Voam Ellenbogen t beachtet hatte. drei Kinder. Jahren wurde terilisierung des on des Pariser damals gemachjluß, zwei große Tagesleistung zu d nach dem Syvon einer frantadt Petersburg d Halske in Paistande eingehenOzonisierungsan= Aa zeigen einen ngrenzenden Geer überschwemmt rheinisch=wesifät hier eine VerVereine Aachen, tadt), Duisburgbevelsberg, M.= Solingen, Viersen in altbewährter ii0 ANOLA-PIANOS Pianos mit ern Klavierspielappate Is mit Themodist un sowie Harmom in reicher Ause men Bedingungen armen. nerweg 40 Miete, Umta der Stimmu an die mehr als rige Erlab vier Generat henden HauACH I. Hohrath, nd, Burgesal, at dem Berge 27. nswärtige Pension D. Sichting, Deystraße 2.2, 15. —. schenken und entsprechende Mahnah.—: Pcchy ia verhindern, daß eine Spannung dent kentt—. der Ausleihkapitalien gegen die Einder Vetotzugglh Prozent für die Zukunft zur Eingen Aber., Die gleiche Eingabe soll demnächst Abrung geto Lierungen zu Düsseldorf, Köln, Koblenz nuch en“„Atgt werden. Auch sollen an die Städte, n0 Tte“„. here Spannung als einhalb Prozent deney zunächst an Solingen und benachAingeführ: Ju, denen ein entsprechender Antrag rte, et sporden war—, dieselben Anträge gestellt ###en Verbandsvereine wurden dringend erF die vom Zentralverband der städtischen Haus####ndbesitzer Deutschlands beabsichtigte Gründung d VLiaemnen Hastpflichtorsicherung durch Zeichnung Eie Anteilscheinen nach Möglichkeit zu unterstützen und L, von demselben Verbande beabsichtigte große ProLä#rsammlung gegen steuerliche Ueberlastung des Lensbesitzes Ende Februar in Berlin durch Massenbesuch schicken. Gegen die vom Zentralverbande geplanIen Satzungsänderungen verhielt sich der Verband ab#nd und beauftragte den dem Zentralverbandsvorde angehörenden Verbandsvorsitzenden, auf dem im August stattfindenden Zentralverbandstage in abehnendem Sinne zu votieren. Auch sollen die Veransvereine durch ein Rundschreiben veranlaßt werden, * Ihrerseits den ablehnenden Standpunkt zu verLten und zu diesem Zwecke den Zentralverbandstag urch zahlreiche Delegierte zu beschicken. Eine lange Frörterung entspann sich über die durch die zwangswessen Kanalanschlüsse hervorgerufenen übermäßigen Belastungen, die in vielen Fällen den völligen Ruin #er Betroffenen herbeigeführt hätten. Beschlossen wurde, hm 29. Mai in Remscheid einen Verbandstag abzuhalWesel, 8. Febr. In Dinslaken, wo sich vor zwei Zahren die ersten Polen angesiedelt haben, ist deren Zahl so groß, daß es polnische Agitatoren für notwengehalten haben, zur Gründung eines polnischen ationalen Vereins zu schreiten, der denn auch unter Namen„Wojciech“ zustande gekommen ist. Velbert, 8. Febr. Ein wichtiger Beschluß ist von dem Stadtrat hier gefaßt worden. Er geht dain, daß es den Stadtverordneten und Mitgliedern #ädtischer Kommissionen verboten ist, für die Stadt eine Arbeit oder Lieferung auszuführen, welcher Art sie auch sei. Köln, 9. Febr. Wie sich jetzt herausstellt, ist der Verkehr auf der Eisenbahn an den drei Karnevalsagen doch erheblich stärker gewesen, als zuerst anhenommen wurde. Es sind im ganzen 92000 Fahrkarten 19000 Bahnsteigkarten gelöst worden, gegen 82.000 zw. 16000 im Jahre 1909. —Köln, 9. Febr. Die Rheinhöhe beträgt 5.17 Meer. Der Rhein ist seit gestern um 1,70 Meter gesiegen. Um jede Gefahr vorzubeugen, sind von der Regierung an den tiefer gelegenen Orten alle notvendigen Vorkehrungen getroffen. Außerdem wurde der hmtliche Hochwasser=Nachrichtendienst eingerichtet Köln, 10. Febr. Der Rheinstrom führt Hochwasser. die Kölner Pegelhöhe betrug gestern 5,50 Meter.— die Wupper zwingt auf ihrem Unterlauf zahlreiche Perke, den Betrieb einzustellen. Das Wasser hat weite Strecken überflutet.— Vieke Bewohner mußten aus fren Häusern flüchten.— Vom oberen Rhein wird iteres Steigen des Wassers gemeldet. Der Rhein von gestern vormittag 9 Uhr bis abends 7 Uhr on 5,17 auf 5,65 Meter gestiegen, bei Köln stündum 5 Zentimeter. Man befürchtet, daß der Strom Laufe der Nacht aus seinen Ufern treten wird. Koblenz, 9. Febr. Seit Montag wächst hier die dochwassergefahr wieder. Infolge vollständiger Ueberhwemmung der Werftanlagen haben die Werftbahnen en ganzen Betrieb eingestellt. Auch die Moseltalbahn at weitere Verkehrseinschränkungen erlitten und hat en Betrieb von Bulbay bis Trier eingestellt. Das dochwasser des Rheins steigt jetzt stündlich um vier Zentimeter, das der Mosel um beinahe 7 Zentimeter. Der Wasserstand hat schon heute den höchsten Stand des Hochwassers vor vier Wochen übertroffen. Die Wasserwehr ist in Tätigkeit getreten, Handel und Verkehr. Berlin, 9. Febr. Angesichts des gesteigerten flusses bei der Reichsbank und der weichenden Tendenz, die die Geldsätze am offenen Markt zeigt, ist die Frage einer weiteren Diskontoermäßigung aktuell geworden. Ein Beschluß liegt in dieser Hinsicht noch nicht vor, doch dürfte die Einberufung des Zentralausschusses nicht lange auf sich warten lassen. Möglicherweise wird bereits der am Freitag stattfindenden üblichen Monatssitzung des Zentralausschusses der Vorschlag einer Diskontoermäßigung— aller Voraussicht nach im Umfange von einhalb Prozent— gemacht werden. Berlin. 9. Febr. Die Aufsichtsratssitzung der Berliner Handelsgesellschaft findet am 17, dieses Monats statt. Es verlautet mit Bestimmtheit, daß die Dividende auf das um 10 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital 9 Prozent betragen werde. Frankfurt, 9. Febr. Der Frlft. Ztg, zufolge unterzeichneten gestern Nacht die Vertreter von 81 Prozent der Zündholzuroduktion den Kartellvertrag. Das Zündholzsyndikat gilt damit als perfekt. *** Frankfurter Abendbörse. Kreditaktien 212,40 Berliner Handelsgesellschaft 183.10 Dresdener Bank 166,20 Bulgaren 101.25 Aprozentige Russer 90,90 Franzosen 1 161,40 Baltimore 114,00 Adlerwerke Kleyer 383,00 Gelsenkirchener 218.30 Holzverkohlung 206.00 Schuckertwerke 135.40 6prozentige Merikaner 69,00 3prozentige Portugiesen 64,60 D Moräus Larissa Griechen 47,50 Maschinenfabrik Speyee 132,75 Diskonto 196,50 Nationalbank 130,40 " 3prozentige Buenos Aires 69,50 Türkenlose 1 179,00 Lombarden 23.20 Hamburger Paket. 136,25 Deutsch=Uebersee=Elektr. 184,00 Harpener 209,00 Phönix 221,00 Allgemeine Lokalstraßenbahn 154,50 Laura 191,50 Luxemburg 217,20 Tendenz: Ziemlich fest. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer Dortmuns. Dortmund, 9. Februar. Die Eheleute Friseur Wilhelm Peuckmann in Kamen hatten von dem 71 Jahre alten Vater Friedr. Peuckmann dessen Besitzung übertragen erhalten, wofür sie sich verpflichteten, dem Vater Kost und Logis und monatlich 10 Mark zu geben. Aber der Vater hatte meist das Nachsehen, sodaß er klagen mußte, um zu bekommen, was ihm zugesagt worden. Tarüber entstand natürlich Mißstimmung und häufiger Streit, bei dem man auch handgreiflich wurde. Eine solche Prügelei war Gegenstand der heutigen Anklage. Das Schöffengericht in Kamen hatte bereits den Peuckmann jr. zu 75 Mark Gelbstrafe verurteilt, die Frau jedoch freigesprochen. In der heutigen Berufungsverhandlung mahnte der Vorsitzende zum Frieden und hatte den Erfolg, daß der mißhandelte Vater den Strafantrag zurückzog, worauf das Strafverfahren gegen die Kinder eingestellt wurde. Vermischtes. Halle a. S., 9. Febr. Eine Witwe Waldheim versuchte, sich und ihre drei Kinder im Alter von 2 Wochen, 2 und 4 Jahren zu verbrennen. Sie hatte unter dem Bett ein Feuer angezündet, das von einem vorübergehenden Polizisten gelöscht wurde. Große Not ist das Motiv zur Tat gewesen. Hanau, 9. Febr. Einer der Arbeiter, die bei dem gestern erfolgten Gerüsteinsturz an der evangelischen Kirche in Grossauheim schwer verletzt wurden, ist heute Nachmittag seinen Verletzungen erlegen. Es sind somit zwei Personen der Katastrophe zum Opfer gefallen. Gleiwitz. 9. Febr. In der Kohlenhalde der Luisengrube bei Zabrze ist ein großer Brand ausgebrochen. Furchtbare mit Oxidgas gefüllte Rauchwolken dringen in die Häuser und machen den Aufenthalt dortselbst unmöglch. Seitens der Behörde sind die umfassendsten Löscharbeiten vorgenommen worden. Breslau, 9. Fepr. Ein umfangreicher Grubenbrand ist in der Grodziezgrube bei Sosnowitz ausgebrochen. Zwei Schächte stehen in Flammen.— Es heißt, daß ein Teil der eingefahrenen Belegschaft in Lebensgefahr schwebt. Posen ,9. Febr. In Lodz erschoß ein unbekannt gebliebener Bandit den Angestellten der Lodzer Fabrikbahn Stanislaus Majewski und den zuhilfeeilenden Schutzmann Bazyli Sewerin. Czernowitz 9. Febr. Der achtfache Mörder von Boguslawice, ein gebürtiger Czernowitzer, jedoch von hier für immer ausgewiesen, wurde heute in Stanislau(Galizien) verhaftet. Er heißt Klecko=Sawacki und ist geständig. Letzte Telearamme. Das Befinden König Gustavs. Stockholm, 10. Febr. Die Heilung der Wunde nimmt einen normalen Verlauf. Der König hat den gestrigen Tag verhältnismäßig gut zugebracht. Er hat mehrere Stunden fest geschlafen und mehrmals flüssige Nahrung zu sich genommen. Die Schmerzen sind fast vollständig geschwunden, nur ab und zu macht sich ein großes Gefühl der Müdigkeit bemerkbar. Graf Wallwitz in den Ruhestand getreten Brüssel, 9. Febr. Graf Wallwitz, der hiesige deutsche Botschafter tritt in den Ruhestand, Man dürfte in der Annahme nicht fehl gehen, daß die vom Grafen Wallwitz verfolgte Kongopolitik es ist, die zu seinem Abschied geführt hat. Selbstmord eines Oberleutnants. Protoschin, 10. Febr. Oberleutnant Kloz vom Füsilierregiment 37 in Krotoschin, dessen Frau sich durch Leuchtgas vor vier Wochen vergiftet hatte, wurde gestern in seiner Wohnung bewußtlos aufgefunden. Bei näherer Untersuchung ergab sich, daß Kloz gleichfalls durch Leuchtgasvergiftung ums Leben gekommen ist. Es wird Selbstmord angenommen. Eine neue Lösung der Kretafrage? Rom, 10. Febr. Aus Konstantinopel wird gemeldet, die Kretaschutzmächte würden der Türkei vorschlagen, Kreta an Griechenland gegen Geld abzutreten. Die Pforte sei noch unentschlossen, würde aber den Vorschlag schließlich annehmen. Wölfe in einer italienischen Stadt. Rom, 10. Febr. Die Bewohner einer Ortschaft in der Nähe von Plaisanco sind in große Aufregung versetzt worden, da aus den Appeninen Wölfe erschienen sind, die Tiere und Menschen anfallen. Die Bevölkerung hat bewaffnete Abteilungen gebildet, um die Raubtiere zu vertreiben. Ein Bürgermeister wegen besteuten Mordes verhastet. Rom, 10. Febr. In Capua wurde auf Besehl des Untersuchungsrichters der Advokat Tareno, Bürgermeister von Mondragone unter dem Verdachte des bestellten Mordes verhaftet. Tareno ist der reichste Großgrundbesitzer der Gegend. Sein Vermögen wird auf 50 Millionen Lire geschätzt. Die sinischen Landtagswahlen Helsingfors, 10. Febr. Nach vorläufiger Zusammenstellung ist das Ergebnis der finischen Landtagswahlen folgendes: Gewählt sind 87 Sozialdemokraten, 42 Altfinen, 28 Jungfinen, 26 schedische Volkspartei, 16 Agrarier, 1 christlichsoziale Arbeiterpartei. Gewaltiger Felssturz. London, 10. Febr. Bei dem Orte Shanklin auf der Insel Wight fand ein enormer Felssturz statt. Viele tausende Tonnen Felsen donnerten hinuuter. An den Klippen klafft jetzt eine ungeheure Schlucht. Eines solchen Erdsturzes kann man sich seit Jahren nicht mehr erinnern. Demission des Kabinetts Moret Madrid. 10. Febr. Das Kabinet Moret hat seine Entlassung gegeben. Der Demokrat Canalejas wurde mit der Neubildung des Kabinetts betraut. Die Gegengabe der Union für die Statue Friedrich des Großen. Washington, 10. Febr. Der Tenat hat einen Gesetzentwurf angenommen, wonach die Statue des Generals Steuben als Geschenk an den deutschen Kaiser gesandt werden soll. Sie stellt die Gegengabe der Union an den Kaiser dar, für die Uebersen dung der Statue Friedrichs des Großen. Geschäftsverlegung. Herr Juwelier Karl Werres hat sein Geschäft nach Brückstraße 9 verlegt, wo er in den geräumigen Lokalitäten seine Uhren, Gold=, Silber= und Alfenidewaren besser auslegen und den Kauflustigen übersichtlicher zur Schau stellen kann, Herr Werres ist, wie hier bemerkt sei, ein Fachmann, auf den man sich beim Einkauf unbedingt verlassen kann. Er gibt guten Rat und bedient durchaus reell. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß Vereinen Preisermäßigung gewährt wird. Olymvia=Theater. Wir weisen vieljachen Anfragen wegen ausdrücklich darauf hin, daß das mit so großem Beifall aufgenommene Programm nur bis inklusive 15. Februar auf dem Spielplane verbleibt, da ab 16. Februar ein vollständiger Programmwechel eintritt. Haben Sie das Motor=Baby vom Zirkus usch schon gesehen?? Bekanntmachung. Hierdurch mache ich bekannt, daß die Aeußerungen für oder gegen die Ausdehnung der Zwangs=Innung für das Schreiner=Handwerk für den Bezirk der Stadt Dortmund auf diejenigen Handwerker, die der Regel nach weder Gesellen noch Lehrlinge beschäftigten schriftlich oder mündlich bis 19. dieses Monats bei mir abzugeben sind Die Abgabe der mündlichen Aeußerungen kann während des angegebenen Zeitraums werktäglich vormittags von 9—12 oder nachmittags von 8—6 Uhr in dem städtischen Verwaltungsgebäude Am Spitthof 2 Zimmer 4 erfolgen Ich fordere hierdurch alle Handwerker, die in der Stodt Dortmund das Schreiner=Handwerk bertreiben und der Regel nach weder Gesellen noch Lehrlinge beschäftigen, zur Abgabe iherr Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, die erkennen lassen, ob der Erklärende der Ausdehnung der Zwangsinnung zustimmt oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Außerungen unberücksichtigt bleiben. Dortmund, den 3. Februar 1910. Der Kommissar Dr. Schmieding, Oberbürgermeister. Möbeltransport Spedition— Lagerung. Lukaszewski&a Richter Wahlsche Besitzung) wuerstag, Freitag, Samstag und Sonutag kommen zum Verkauf im Reste-Lager: Ein grosser Posten Kleiderstoft-Reste weit unter Preis. Für Knaben-Anzüge: Grusse Posten blaue und gemusterte Stoffe per Meter 3.50, 2.95 und 2.65 wert bedeutend höher. Wert bedeutend höher. Neu eingetroffen: Grüsse Posten Mauchester und Sammete “ K i n d e r k l e i d e r, M ä n t e l u n d K n a b e n- A n z ü g e Auch in Resten enorm billig. Gardinen. Gardinen. „En grosser Posten Gardinen abgegasst, bestände erster Fabriken weit unter Preis. stoften# E, Weilwaren, Burkin, Kleider*, Manchester, Samt, Seide, Litzen und Spitzen. Reste-Lager Gebr. Bär B nur 1. Etage T#n 29 Venstrasse 7 Dortmund Eche Friedhof im Hause früher Glücksmann. Franz Reinelt Klaviermacher. 6223 Dortmund, Balkenstr. 14-16, am Rathaus. General-Vertreter: Adam, Bechstein, Blüthner, Knake, Knause, Mand, Mann& Co. Ritmüller, Rönisch, Mannborg, Karn, Horüger Gegrbndet 181..— Reparaturen— Stimmungen— Ferurut 199#. Tüchtiges, älteres Mädchen in kleinen, kinderlosen Haushalt per sofort gesucht. Witwe N. Hasenelever, Haspe l. W., Enneperstaße 21. Moderne abgschl. 3 u. 4 Tücht. Küchenmädchen Zimmer-Stagen in besser. Am Hause zu vermieten das Hausarbeit mit übernimmt,] uns Ana- 1n“ zum 15. Februar od. später ges. Scubertstr. 10. 1. Et Zweitmädch. vorhand. Frau Vergrat v. Meer, Gladbeck i. W. Frd. m. Waterres, m od. o. Pension sof. zu vermieten Searbrückerstr. 58, var. Schmiede- und s Schlosserarbeiten werden gut und billig ausgeführt Kühl 1, an der Kuckelke. Durchaus zuverl. ehrlicher Mann als Kontor- und Kassenbote gesucht am liebsten valide der etwas schreiben kann Off. u. H. N. 750 an die Exp d. Bl. 295 Wirklich tüchtige Dreher, welche Präzisionsarbeit gewöhnt sind und sich hierüber ausweisen können, für dauernde Beschäftigungen per sofort gesucht. Wolf&8mp; Struk, Rachen, Tüchtige Horizontalbohrer und Fräser gesucht von Guteboffnungshütte Sterkrade, Abteilung Maschinenbau. Selbständige Flektro-Ronteure ür Licht= und Kraft-Anlagen zu dauernder Beschäftigung gesucht Verheirat. Leute werd. bevorz. Md. Gulehoffnungshütte, Elektr. Zeutr Sterkrade 9 möblierte Zimmer mit separat. Eingang mit Früstück zu vermieten. 2. Etage, 4 schöne Zimmer zum 1. April in verm Friedrichstr. 30. Bekanntmachung. Zur schnelleren Erledigung der Baugesuhe ist es im Interesse der Bauenden selbst zweckmäßig und notwindig, daß vorher die Fortschreibungsverhandlungen erledigt werden und das in die Straße fallende Gelände an die Stadt aufgelassen wird. Zur Veimeidung von Weiterungen wird dies hiermit öffentlich bekannt gemacht. Soweit angängig, wird Baulustigen ohne Gewähr Auskunft im Tiefbauamt über ungefähre Höhe der Grunderwerbs= und Ausbaukosten sowohl an fertigen wie unfertigen Straßen erteilt. Bei Ankauf von Hausgrundstücken usw. wird auf Anfrage Auskunft erteilt, ob Zahlung von Anliegerbeiträgen erfolgt ist, oder noch bevorsteht, sowie ob Abtretung von Wegegelände noch erfolgen muß. Es gilt dies sowohl für die alten wie für die neuen Straßen. Dortmund, den 5. Februar 1910. Magistrat. Deutsche Dampffischerei-Gesellschalt „Kordsee“ Gerberstraße 1-J. Rheinischestraße 11. Fernruf Nr. 217. Schellfisch, großer..... Pfund 42 Pfg. Schellfisch, mittel..... Pfund 36 Pfg. Schellfisch, kleiner..... Pfund 21 P'g. Schellfisch, größter im Schnitt. Pfund 35 Pfg. Cabliau, im Schnitr.... Pfund 25 Pfg. Neu! Seeforellen Pfund 20 Pfg. Neu! Feinste grüne Heringe... Pfund 20 Pfg. und alle besseren Fische zu Tagespreisen. 83 Neue Fischkonserven: Schellfisch in Gelee„... Pfund 50 Pfg. Makcelen in Gelee..... Pfund 80 Pfg. Hochfeine Lachsheringe.... Stück 15 Pfg. Abg. Etage, 4 Räume, nebst Zubehör zum 1. April zu vermieten. Holzhofstraße 21, 1. Stage. Abgesal. Etagen, 4 u. 5 Zim.=Wohnungen mit Mans. u. allen Bequemlicht. sowie eine Mans=Wohnung, 2 Zimmer, zu vermieten. Stauffenstraße 20, pt. Namids Prunk-Teppiche aus den Staatsgemächern des Jildiz-Kiosk, kaiserl. Serail, Konstantinopel, Ausstellung von Originalen verbunden mit einer Orient-Teppich-Ausstellung in den Räumen unseres Hauses. Die Husstellung dauert nur bis zum II. Februar. Besichtigung erbeten. Rose& Co. Neu eingerichtet: Eigenes Einkaufsbureau in Konstantinopel. Täglich abends 8 Uhr: Nur noch bis incl: 15. Februar das mit so großem Beifall aufgenommene glänzende FebruarProgramm. 11 Novitäten aller Weltteile. U. A.: Verein 295 Frauenbildung Fraueneroierb Diskussion am Freitag Nachmittag(11. Febr) fällt wegen des Vortrags v. Frl. Paula Nueller, Hannover aus. Nr. Standhoge das elektrische Rätsel! Zertho, Gunderdressur, 30 Hundel Gottlieb Reeck, ausgezeichn: Humorist! Olthofts großart. Hracher Jocheg-Akt! Neueröffnung. u. S. W. Deutsche Kolonialgesellschaft Abteilung Dortmund. Sonnabend, den 12. Februar 1910. abends 8½ Uhr im Festsaale des„Eindenhofs“ Vortrag des Fräulein Marla Karow aus Stargard i. P. über „Südwestafrika und die deutsche Frau“ (mit Lichtbildern) Eintritt für jedermann frei. Zu dem Vortrage ladet ergebenst ein 297 Der Vorstand. Ichen wieder ein Kauptgewinn. Bei der am 5. Febr. statt gesundenen Ziehung der Schlesischen Pferde=Lotterie stel ein wertvolles Pferd in meine Glückskoslekte. Eilt Grosse Technisches Lebrerionen-Seminar WohlfahrtsGeldLotterie Dortmund. Die Aufnahme in die III. Klasse des Seminars erfolgt Osterr 1910. Anmeldungen sind an die Direktion der Anstalt, z. H. des Stadtschulrats Dornheckter, von dem Prospekte zu erhalten sind, zu richten. 53 Der Maa srat Dortmund. Spezialkauthaus u. Bandagenfabrik Dortmund. O. Gruss. Gestenkellbeg II. Sämtliche Chirurg. und hygien. Gummitbaren. Bruchband für Erwachsene m. Gummivelotte„ Mk. 3.50 Irrigator mi“ Mutterrohr und Schlauch von Mk. 1.00 an Krücke, doppelt, für jede Größe Mek 3.50 Leibbinden„. 12—, 10.—, 8.—, 6.—, 2.50 Mutterspritzen... 12.—, 10.—. 8.—. 6.— 4.50 2.50 Unterlage, doppelseitig Gummi. 1 Mir. 2.50 Unterlage.„„ Reste, für Kinder 0.60 Zimmerklosets. Krankenstühle, Krankenwagen, Künstliche Beine, Fuss- und Beinmaschinen, = Rückenapparate und Geradehaller. Lieserant der Ortskrankenkasse, Eisenbahnkrankenkassen, Innungskrankenkassen, Fabrikkraukenkassen. Hauptgewinne: Mk. 75000 Mk. 40000 Mk. 30000 Mk. 20000 Mk. 10000 mit 10167 Geldgewinne. Los Mk. 3.75 und 30 Pfg. für Porto und Liste. Ziehung 16., 17. u. 18. Febr Königsberger Lotterie Los 1 Mk. 11 Stück 10 Mi. Hauptgewinn: Mk. 15000 Nur Geldgewinne. Jülichers Glücks-Kollekte. Haupt=Lotterie=Bank. a Münsterstraße 4. Im Interesse meiner geehrten Kundschaft bitte genau auf die Hausnummer 4 zu achten. Mit dem heutigen Tage verlegte mein Uhren-, Gold-, Silber- und Alfenidewaren-Geschäft nach Brückstrasse 9. Mein bedeutend vergrössertes Lader ist mit allen Neuheiten sortiert und bitte ich meine werte Kundschaft um Besichtigug meiner Auslage und geneigten Zuspruch. 299 Karl Werres, Juwelier, Streng reelle Bedienngg. Brückstrasse 9. Behanst biligste Preise. Städtisches ev. Gymnasium in Dortmund. Das neue Schuljahr beginnt am 13. April. Anmeldungen nehme ich in den Sprechstunden, 12—1 Uhr an den Schultagen, im Amtszimmer, Märkischestraße 2, entgegen. Auch können sie schriftlich unter Benutzung der beim Schuldiener vorrätigen Anmeldungsscheine erfolgen. Bei Anmeldungen für Sexta bitte ich irzugeben, ob der Schüler nach dem alten Lehrplan Beginn mit Latein) oder nach dem Reformlehrplan (Beginn mit französisch) unterrichtet werden soll. Dr. Franz, Eymnasial-Direkter 272 Bekanntmachung. Die Erneuerung der Katasterkarte und des Flurbuches von Dortmund ist nunmehr für den ganzen, nördlich der Köln=Mindener Eisenbahn gelegenen Teil des Stadtkreises beendet, soweit er nicht dem noch schwebenden Zusammenlegungsverfahren unterliegt. Die im laufenden Rechnungsjahre in das Kataster übernommenen Ergebnisse der Kartenerneuerung betreffen die bisherigen Fluren 2 und 25 ganz, von den Fluren 8, 11, 12, 17 23 und 24 die Teile nördlich der KölnMindener=Eisenbahn. Die Grundstücke dieses Bezirks haben eine neue Katasterbezeichnung(Flur= und Parzellen=Nummer) erhalten, im übrigen sind die bisherigen Flächeninhalte unverändert übernommen und die katastermäßigen Grenzen in den neuen Karten in größerem Maßstab, doch sonst in Uebereinstimmung mit der bisherigen Katasterkarte dargestellt worden. Die neuen Karten und Bücher der Fluren 77—80, 82—98, 100, 101 und 103—106 werden im Katasteramt I, Schwanenstraße 89, Zimmer Nr. 57, während des Monats Februar 1910 in den Dienststunden zur Einsicht aller Beteiligten offen liegen auch wird den Grundeigentümern auf Wunsch eine Gegenüberstellung der illen und neuen Katasterbezeichnung kostenlos erteilt werden 28. Junuar 1910. Stadttheater Donnerstag, 10. Februar 1910. A. 35. 7½—10¼. Opernpr. Werther. Lyrische Oper v. J. Massenet Freitag. II. Februar 1910. B, 35. 7½—10. Schauspielpr. Zum 1. Mal. 0 diese Leutnants. Lustspiel von C. Kraatz. Schirme in reicher Auswahl sehr preiswert. Reparaturen und Neubeziehen billig und exakt. Dickmann Wißstr. 21. Fernruf 990. * Feiuste Robeß-Bückin per Kiste nur 89 Pig Sprottbückinge, goldgelb per Kiste nur 54 Pfg. Süße Bu# bückinge per Dtz. 45 Pf. Haserflocken, v. Pfd. 20 Pk. Rin Pflaumenmus p. Pfd. 24 Pf. Sast. Schweizerkäse Psd. 83. Bratheringe große Dose 2.30 Mk. Süße Pflaumen p. B 17 Pfg. Saidinensp. Faß 1.25 Mk. Tilsiterkäse. vollfett 74## ImporthausF. Weu 73 Westenhellweg 73. Bekanntmachung. Trauringe massiv goldene, von Mark 5 an, sowie Damen- u. HerrenFacon-Ringe In großer Auswahl empfehlen Bäumer& Co. Dortmund. Westenhellweg 26. -haschliessungen Eng rechtegilt., in Deiu Als Vorsitzender des Gewerbegerichts für den Stadtkreis Dortmund fungiert Herr Instizrat von Bodecke als Stellvertreter sind bestellt die Herren Landricht Henniges und Landrichter Ploeger. Beisitzer des Gewerbegeri ts sind für die Zeit### Ende 1912 aus dem Kreise der Arbeitgeber die H Betriebschef Friedrich Auvermann. Herrenkleidermacher Heinrich Bienhaus, Schneidermeister Theodor Bömelburg, Malermeister Heinrich Eckenrath sen., Friseur Karl Gebhardt, Brauereidirektor Josef Kahlert, Betriebschef Adolf Lichthardt, Kesselfabrikant Dietrich Linnenkamp, Bauunternehmer Heinrich Linneweber, Schreinermeister Anton Meckeler, Oberingenteur Franz Otte, Gelbgießermeister Leonhard Schmidt, Zimmermeister Wilhelm Schmidt, Schuhmachermeister Johann Schröder, Bäckermeister Franz Schwill, Betriebschef Fritz Watermann, Maurermeister Ludwig Mönnig, Schreinermeister Otto Bielig, sämtlich hier wohnend. Die bisherigen Beisitzer aus dem Kreise der nehmer bleiben noch solange im Amte, bis über die gelegten Beschwerden gegen die Rechtsgültigkeit der 10. Dezember 1909 getätigten Wahl der Arbeitnehn beisitzer seitens der höheren Instanzen entschieden ist. Dortmund, den 1. Februar 1910. Magistrat. Dr. Schmieding. Adolf Schustermann Königliches Katasteramt I. rechtegil Prospekt„E 56“ frei, verschlose. 50 Pf. Brock& Co. London, B.C., Queenstr 90/91. Zeitungsnachrichten-Bureau Berlin SO. 16, Spreepalast Größtes Nachrichten-Bureau mit Abteilungen Bibliographie, Politik, Kunst. Wissenschaft, und Industie. Liest neben Tageszeitungen.,“ In- und Auslandes die meisten Revuen, Woch, schriften-, Fach-, illustrierto usw. Blütter. Das Institut gewährleistet zuverläßigste und Ferr haltigste Lieferung von Zeitungsausschnitten für!“ Interessengebiet. Prospekte gratis.*** Donn den 10. Zweit Die Kontrahtkt (Die große den zu der schen Reiche die Very ken deutschen landwi lich interessante Aus deutschen Landwirtse bringt. neven dem gomiekollegium als Freußischen Andwir Landwirtschaftsrat, den Vertretern der Berufsorganisationer auch die offiziellen regierung teilnehme wirte hält in dieser lung ab und dane anstaltungen, so die kanten, des deutsche auf dem Lande, der andwirtschaftlichen erster Stelle tagtek stände der preußisch Provinziallandeshat geordnung betraf d Kontraktbruches 7 Hierzu hat die kittschiftskammern schaftskammern ein der Konferenz unt statistisches Materia nisse bietet. Die dieses Materials z sen: Tas unverheir die männlichen dischen Arbeiter si Kontraktbrüchen be der Anteil der Ver binzen zwischen 4,7 schäftigten, bei den 12.95 und 36,08 br starke Vorkommen den Arbeiterkatego Linie wirtschaftlich Erfolgre der Lut Die Lungentubbazillen verurfacht. allem eine gewisse 2 müssen einen günsti nicht entwickeln und Solald man olso Palienten so zu ver ber selbazillen nicht mehr vorfinden, so hand in Hand gehe jetzt nahegekommen. Universität G Versuche mit dem Di. Fehrlin in Sche verö#fentlicht einen U.„ Ki. lopel. KE 54 Pfg. Süße Bu# v. Pfd. 20 Pf. Rein Schweizerkäse Psd. 83#. üße Pflaumen p.## ilsiterkäse. vollfett 74## veg 73. chung. erichts für den Stadtstizrat von Bodecker Herren Landricht nd für die Zeit## rbeitgeber die He##enrann. Bienhaus, melburg, ath sen., rt, enkamp, meweber, eler, Schmidt, midt, Schröder, kreise der bis über die eit ültigkeit der## der Arbeitnehmet mntschieden ist. rat. ermann en Jandel n des gohen: Donnerstag, den 10. Februar 1910. Zweites Blatt. in Preußen Die große deutsche Landwirtschaftswoche.) S. u. H. Berlin, 8. Februar. der Reichshauptstadt begannen heute unter Beteiligung von Landwirten aus dem ganzen deutschen Reiche die Verhandlungen der diesjährigen grodeutschen landwirtschaftlichen Woche, die alljähr### interessanre Aussprachen über alle die Kreise der deutichen Landwirtschaft bewegenden Berufsfragen zeingt. Neben dem Königlich preußischen Landesökozomiekollegium als der amtlichen Vertretung der reußischen Landwirtschaft tagt auch der preußische Landwirtschaftsrat, zu dessen Verhandlungen neben den Vertretern der verschiedenen landwirtschaftlichen Berufsorganisationen des ganzen deutschen Reiches zuch die offiziellen Vertreter der deutschen Bundesregierung teilnehmen. Auch der Bund der Landwirte hält in diesen Tagen seine Generalversimmsung ab und daneben laufen zahllose Spezialveranstaltungen, so die der Spiritus= und Stärkefabrikanten, des deutschen Vereins für Wohlfahrtspflege auf dem Lande, der Viehzüchter, der Forstleute, der landwirtschaftlichen Maschinenfabrikanten usw. An erster Stelle tagte heute die 26. Konferenz der Vorstände der preußischen Landwirtschaftskammern im Provinziallandeshause. Der wichtigste Punkt der Tageordnung betraf die Frage des Kontraktbruches der landwirtschaftlichen Arbeiter. Hierzu hat die Zentralstelle der preußischen Landrirtschiftskammern nach Erhebung der Landwirtschaftskammern eine Denkschrift ausgearbeitet und der Konferenz unterbreitet, die ein umfangreiches statistisches Material über die einschlägigen Verhältnisse bietet. Die Denfschrift kommt in Würdigung dieses Materials zu folgenden allgemeinen Schlüssen: Tas unverheiratete Gesinde, darunter vor allem die männlichen Personen und außerdem die ausländischen Arbeiter sind durchweg am stärksten an den Kontraktbrüchen beteiligt. Bei dem Gesinde schwankt der Anteil der Vertragsbrecher in den einzelnen Provinzen zwischen 4.75 und 17.6 vom Hundert der Beschäftigten, bei den ausländischen Arbeitern zwischen 12.95 und 36.08 vom Hundert. Die Gründe für das starke Vorkommen der Kontraktbrüche bei diesen beiden Arbeiterkategorien sind augenscheinlich in erster Linie wirtschaftlicher Art. Gesinde und WanderarErfolgreiche Behandlung der Lungentuberkulose. Die Lungentuderkulose wird bekanntlich durch die Tuberkelbauillen verursacht. Zur Ent altung dieser Bazillen gehört vor allem eine gewisse Disvosition der Befallenen. Die Bazillen mussen einen günstigen Nährboden finden, sonst können sie sich nicht entwickeln und es kann auch keine Ansteckung erfolgen. Solald man olso den Gesamtorganismus eine: tuberkulösen Laltensen so zu verändern vermag, daß die vorhandenen Tuder alhaeillen nicht mehr gedeihen können. keinen Lebensboden men= vorfinden, so muß damit die Heilung des Erkrankten hand in Hand gehen. Diesem längst erstrebten Ziel sind wir seh nahegekommen. Die medizinische Klinik der Universität Genua, wo an Tuberkulösen ausgedehnle Leiuche mit dem in letzter Zeit so viel besprochenen, von Herrn elin in Schaffbausen entdeckten Histosan gemacht wurden. belefentlickt einen Bericht über die mit diesem Mittel gemachten die Kinder des Sträflings. Roman von A. Sinowka. 23 „ Die Hand Julius' schließt sich krampfhaft um den seines Pferdes.„Wark' nur,“ denkt er ingrim„Du sollst nicht mehr über mich lachen, Du sollst „nen, daß der Duratschok sich nicht ungestraft zum zuuren halten läßt.“ Wie er sich an ihr rächen wird, s weiz er vorderhand selbst noch nicht, das hängt u#er Gelegenheit ab. Vielleicht schleppt er sie in in waterhaus zurück, vielleicht begleitet er sie bis zu eem verhaßten Nikolai Lawalski und kämpft auf LeLod mit ihm. Ein Pistol hat er sich vorsorgiu den Gürtel gesteckt, im Fall man Wölfen besehnen sollte, wie er zu dem ihn begleitenden Knecht sagte. „un Veranlassung des letzteren rasteten die beiden nul unterwegs, um die Pferde zu füttern und selbst Han?s zu sich zu nehmen. Jeder von ihnen hat den ##rlack über den Rücken seines Gauls gehängt und iu Mundvorrat und eine Flasche mit Branntwein Rtocktasche gesteckt. Julius ist der Aufenthalt bras u. 9lich, er möchte die ganze Reise ohne Unterdas zun zurücklegen, aber der Knecht erklärt ihm, daß hölt an; vaß weder Mensch noch Tier das ausHimng.en mitten in der Taiga unter freiem Julius ein Väterchen,“ sagt der Mann. So muß verstsudign zähneknirschend dem Willen seines eständigen Begleiters fügen. Taiagl.. Uhr nachts erst langten die Reiter in der und sie ek 41: Da der Vollmond am Himmel stand so mornn 5) obendrein Laternen mitgenommen hatten, menschliches giht, von rechten Wege abgekommen. Kein gem besen war ihnen während des Rittes beDer 5u.2149 sonst hatten sie keinerlei Abenteuer erlebt. Hütte big# längst untergegangen, als sie vor der den Lateruen###d nur das schwache Flämmchen in beiter haben keinen eigenen festen Hausstand, keine eigene Wirtschaft mit Viehhaltung und Landbenutz ung und können deshalb am leichtesten tör: Arbeitsstellen wechseln; sie schnüren ihr Bündel und laufen davon, ohne irgend welche Werte im Stiche zu lassen, sofern sie es verstanden haben, ihren bis dahin verdienten Barlohn müglichst vollständig in die Hän de zu bekommen. Sie können auch am eisten hoffen, an ihrem späteren Aufenthaltsorte als einzelne Person zu verschwinden, um sich dadurch der Rechtsverfolgung zu entziehen. Zu diesen wirtschaftlichen treten gewisse moralische Momente hinzu. Zügellosigkeit und mangelndes Verantwortlichkeitsgesühl findet ihre Erklärung in der Jugend und der Unerfahrenheit bezw. der niederen Kulturstufe gerade dieser Arbeiterklassen. Demgegenüber ermäßigt sich der Prozentsatz der Vertragsbrecher bei den einheimischen Arbeitern in festem Jahreskontrakt auf 1,11 bis 5,72 vom Hundert, um danach bei den einheimischen freien Arbeitern ohne Jahreskontrakt wiederum auf 4,26 bis 12 vom Hundert der Beschäftigten zu steigen. Auch hier sind die Gründe für diese verschieden starke Beteiligung an den Kontraktbrüchen leicht ersichtlich, Wenn, wie sich aus der hannoverschen Erhebung ergibt, der Kleingrundbesitz zum Teil noch schwerer nuter den Kontraktbrüchen zu leiden hat, wie der Großgrundbesitz, so dürfte dies mit der Neigung der verschiedenen Arbeiterkategorien zum Kontraktbru?e in engem Zusammenhange stehen. Eine allgemeine Tendenz auf Zu= und Abnahme der Kontrakt= brüche läßt sich nicht nachweisen. Die positiven Erfolge der Anzeige kontraktbrüchiger Arbeiter sowohl bei ausländischen, wie auch bei einheimischen Personen scheinen einstweilen fast durchgehends nur recht gering zu sein. Von 100 Kontraktbrechern wurden nur 9 bis 29.47 bei den Einheimischen und 1,26 bis 9,8 bei den ausländischen Arbeitern bestraft, gegenüber 18 bis 36 bezw. 23 bis 48 Anzeigen. Die Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß die bisherigen Strafvorschriften für die Bekämpfung der Kontraktbrüche nur von geringer Bedeutung sind. Da aber der Kontraktbruch unter den Landarbeitern fast überall einen außerordentlich großen Umfang angenommen habe, so werde mit umso größerer Energie darauf gedrungen werden müssen, daß andere geeignete Maßnahmen— weitere Ausgestaltung der Arbeitsnachweisorganisationen, die gesetzliche Regelung der Kautionseinbehaltung und der Ausbau der Legitimationsvorschriften— sobald als möglich zur Durchführung gelangen. Erfahrungen und schreibt u. a.:„Die prompte und außerordentliche Wirsamkeit des Histosans beruht auf einer gründlichen Sauierung des Blutes und der Gewebesäfte, wodurch der erkrankte Organismus schnell in einen Zustand versetzt wird, in welchem dann die Natur eingreifen und die völlige Genesung herbeiführen kann.“ Und aus einem andern Ort des Südens, wo sich so viele Luugenkranke hinflüchten, aus dem berühmten Winterkurort Catania kommt eine Nachricht, welche die in Genua enthaltenen Resultate nicht nur bestätigt, sondern noch weit glänzender charakterisiert. Das Institut für pathologische Anatomie der Königlichen Universität Carania hat nämlich einen Bericht über die mit dem Histosan gemachten Erfahrungen mit den Worten geschlossen:„Nach alledem gereicht es uns zum Vergnügen, Ihnen aufrichtig zu gratulieren, daß es Ihnen gelungen ist, ein solches Heilmittel herzustellen, welches mit leichter Anwendbarkeit eine sichere und dauernde Wirkung vereinigt, Histosan darf mit rubigem Gewissen, nach Ursache wie Wirkung, Das deutsche Bier auf der Brüsseler Weltausstellung. S. u. H. Brüssel, 8 Februar. Die Deutsche Abteilung auf der Brüsseler Weltausstellung wird, wie auf früheren Weltausstellungen, so auch diesmal neben dem Deutschen auch ihr besonderes Münchener Haus haben. Beide Etablissements werden voraussichtlich den Mittelpunkt des geselligen Verkehrs der Ausstellungsbesucher bilden, da in dem einen der deutsche Wein, in dem anderen das deutsche Bier ihre altbewährte Anziehungskraft erweisen sollen. Das Deutsche Haus beherbergt in seinen Parterreräumlichkeiten ein vornehmes Weinrestaurant, für das an alle größeren deutschen Hoteliers, Weinhändler und Restaurateure Ausschreibungen ergangen waren. In dem Wettbewerb blieb die Berliner Hotelgesellschaft„Der Kaiserhof“ mit ihren Dependencen Hillmanns Hotel in Bremen und Kurhaus Heringsdorf Sieger. Die Pacht für die Wirtschaftsräume des Deutschen Hauses beträgt ca. eine halbe Million Mark. Das Münchener Haus, das im Biedermeierstile gehalten sein wird, und das dem Münchener Bier Unterschlupf bietet, hat merkwürdigerweise keiner der vielen Münchener Gastwirte gepachtet, sondern die Bewirtschaftung wurde dem ehemaligen Küchenchef von Louis Adlon, dem Besitzer des Hotels Adlon, Unter den Linden, Restaurateur Spiekernagel in Tüsseldorf übertragen, dem die Bewirtschaftung der Städtischen Tonhalle in Düsseldorf obliegt. Diese Nachricht wird man in München mit geteilten Gefühlen entgegennehmen, denn in früheren Ausstellungsjahren war stets ein Münchener Bewirtschafter der üblichen Bier= und Alpendörfer. Auf der anderen Seite ging die Verwaltung von der verständigen Erwägung aus, daß in erster Linie ein Speise= und nicht ein Bierwirt in Frage käme. Natürlich wird das Münchener Haus auch unter Tüsseldorfer Leitung den spezifisch münchnerischen Einschlag bewahren durch Münchener Kellnerinnen und ähnlich schöne Dinge. Die Bierlieferung für das Münchener Haus haben sämtliche Münchener Brauereien in der Weise übernommen, daß an einem jeden Wochentag eines der bekannten Münchener Biere zum Ausschank gelangt. Aus dem Gerichtssaal. Gewerbegericht Dortmund. Dortmund, 9. Februar. Das Stadtgewerbegericht verhandelte in der gestern unter dem Vorsitz des Herrn Landrichter Ploeger abgehaltenen Spruchsitzung über nachfolgende Streitfälle: als das beste, wirksamste und geeignetste Mittel gegen die Lungentuverkulose bezeichnet werden.“ Zahlreiche andere Untersuchungen in Krankenhäusern und Sanatorien des In= und Auslandes haben ebenfalls ergeben, daß das Histosan geradezu überraschende Resultate in Bezug auf Entsieberung, Aushebung der katarrhalischen Erscheinungen Kräftigung und Belebung des Organismus und Erhöhung des Körpergewich es bewickt. In den Sanatorien von Davos, Arosa, Leysin, auf dem St. Gotthard=Sanatortum, ferner in Bozen, Meran, Abbazia und in vielen Heilstätten des deut schen Reiches ist das Histosan in täglicher Verwendung. ebenso in Kinderspitälern und Krankenhäusern. Die wohltuende Wirkung des Histosans macht sich sehr bald geltend. Besonders meikwürdig ist, wie gut es gegen die Hustenaufälle wirkt. Die Verabreichung von Cadein und ähnlichen Narcoticis wird vollständig überflüssig. Deswegen wird es von vielen Aerzten auch bei gewöhnlichen, nicht tuberkulösen Erkrankungen der Atmungs organe jetzt allen anderen Mitteln vorgezogen. Es liegen hierüber ausführliche medizinische Berichte vor. So berichtet z. B die Eisenbahnheitstätte Melsingen bei Cassel, daß das Ssch bunn beleuchtet notdürftig die nächste Umgezumiz###e, wie ausgestorben, liegt das Blockhäusdringt urs der Kiefern da, nur aus einem Fenster hund var Lichtschein. Doch jetzt schlägt der Kettender Hülte laut an, aus deren Innern antwortet ebenfalls Hundegebell und gleichzeitig erlischt das Licht hinter dem Fenstervorhang.„Dort schläft sie!" denkt Julius, die Zähne zusammenbeißend.„Sie hat das Geräusch der Pferdehufe gehört und ahnt, wer der nächtliche Besuch ist. Warte nur, mein Liebchen, Du entgehst mir doch nicht.“ Inzwischen ist der Knecht vom Pferde gestiegen und hat mit einem Stock dröhnend gegen die Haustür gepocht. Eine Weile bleibt alles still, dann nahen sich schlürfende Schritte und von drinnen fragt eine rauhe Stimme, wer draußen sei. „Müde Reisende, mach auf, Väterchen,“ antwortet der Knecht.„Eil Dich, damit wir zur Ruhe kommen, wir haben einen tüchtigen Ritt hinter uns.“ Der Wächter drinnen murmelt etwas, das wie eine Verwünschung klingt, er öffnet offenbar sehr ungern. aber er muß es tun, da ein ungeschriebenes Gesetz befiehlt, keinen Einlaßbegehrenden von den Türen einer Taigahütte fortzuweisen. Diese sind ja nur dazu da, den Wanderern Obdach zu geben, und die Gefahr für den Wächter ist nicht so groß, als man es annehmen sollte, denn tatsächlich ist seit Menschengedenken noch keinem von seiten der Wanderer ein Leid zugefügt worden. Selbst die verwegensten Strolche schonen die Hüttenwächter, weil sie wissen, daß sie ohne diese elend in der unendlichen Waldwildnis umkommen müßten. Mißtranisch mustert der Wächter die Ankömmlinge, nachdem sie eingetreten sind. Den Knecht kennt er und auch Julius' Gesicht erweckt Erinnerungen bei ihm. Dennoch tut er keine Frage, sondern weist ihnen ihr Lager an und erkundigt sich, ob sie noch Tee trinken wollen. Da beide verneinen, zieht er sich zurück. Anfänglich hat Julius die Absicht gehabt, noch in dieser NachtNachforschungen nach Lidia anzustellen, aber er hat sie längst aufgegeben, denn seine Kräfte sind durch den weiten Ritt so erschöpft, daß ihm augenblicklich alles gleichgültig ist, selbst Lidia. Ohne sich auszukleiden, taumelte er auf sein Lager und alsbald verkünden seine tiefen Atemzüge auch schon, daß er in festen Schlaf gesunken ist. Der Knecht dagegen, an Strapazen mehr gewöhnt, als Julius, legt sich nicht nieder, sondern setzt sich ans Fenster, weil er mit Recht annimmt, daß Lidia, von dem Wächter benachrichtigt, noch vor den Morgen aufbrechen wird. Der Mann ist ebenfalls todmüde und sehnt sich nach seiner Ofenbank, aber er weiß, daß er, wenn er einschläft, nach einem solchen Ritt nicht aufwacht und wenn Kanonen neben ihm abgeschossen würden. Kaum beginnt der Morgen zu dämmern, so steht der Knecht neben dem schlafenden Julius und rüttelt ihn am Arm. Doch dieser rührt sich nicht und dem Mann bleibt nichts übrig, als ihm Wasser aufs Gesicht zu gießen.„Steh auf, Väterchen,“ raunt er ihm zu, „sonst fährt die Herrin Lidia Ssemenowna uns fort.“ Beim Namen der vordem so heiß Geliebten, jetzt bitter Gehaßten, ist Julius sofort munter.„Lidia. fragt er hastig..„was..“ „Leise, Väterchen, leise, damit man uns nicht hört. Sie ist wirklich hier, die Herrin Lidia Ssemenowna, ich habe eben gesehen, wie man den Tarantaß aus dem Schuppen zog, und beim Schein des Laternchens erkannte ich, daß es unser vermißter ist. An den grünen Radreifen erkannte ich ihn. Kommt, Väterchen.. wir wollen uns an die Tür stellen und wenn wir dann Schritte hören, stoßen wir die Tür auf und dann, dann haben wir sie, die Herrin Lidia Ssemenowna. Kommt, Väterchen.“ Mit bleischweren Gliedern, aber völlig wach, folgt Julius dem Geheiß des Knechts.„In wenigen Minuten ist sie in meiner Gewalt!“ ist alles, was er zu denken vermag. Kaum wagend zu atmen, stehen die beiden am Eingang und warten. Sie hören, wie die drei Pferde aus dem Schuppen geholt werden und wie man ihnen das Geschirr anlegt, dann ertönen die Treppe herunterkommende leichte Schritte, denen schwere folgen. Kolja, der Knecht, stößt die Türe auf und er und Julius stürmen vorwärts, doch plötzlich wurzeln des letzteren Füße am Boden, denn vor ihm steht Lidia.. Lidia in Män nerkleidern, und neben ihr ein ker Mann, der gleich ihr das Armjak der sibirischen Landleute trägt. Für die Dauer einer Minute messen die Vier sich mit den Blicken, dann spricht der Fremde, mit helltönender Stimme sich zu dem Knecht wendend:„Ei, sieh da! Da ist ja unser guter Kolja! Vermutlich will er Liola,. Tioia i Willlt hochgewachsener, schlanrote Wollhemd und den Nr. 34. e 27. Jahrgang., Der Schneider Fritz Pohlmann klagte gegen die Ehefrau Schneidermeister Hermann Kruckmener auf Zahlung einer 14tägigen Lohnentschädigung von 60.00 Mk. wegen kündigungsloser Entlastung. Beklagte machte die verschiedensten Einwände geltend, womit sie die sofortige Entlassung des Klägers rechtfertigen wollte. Kläger bestritt die Behauptungen der Beklagten, gab sich aber mit einem ihm vergleichshalber angebotenen Betrage von 20 Mark zufrieden. Auf Zahlung von 11 Mark Lohnrest, Herausgabe seiner Arbeitspapiere und Ausstellung eines Zeugnisses klagte der Steindruckerlehrling Wenzel Suchorskt, gegen die Firma Brolle u. Ludwig. Beklagte beantragte Abweisung der Klage und berief sich daraufdaß Kläger das Lehrverhältnis vor Ablauf grundlos gelöst habe. Es wurde nach dem Antrage des Klägers erkannt, da Beklagte es trotz mehrfacher Aufforderungen unterlassen hatte, den Lehrvertrag schriftlich abzuschließen. Wegen rechtswidriger Entlassung klagte der Fuhrmann Paul Rüsken gegen den Bauunternehmer Ferdinand Budenz auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 44 Mark. Die vom Beklagten zur Begründung der sorfortigen Entlassung des Klägers aufgestellten Behauptungen wurden durch die Aussagen der vernommenen Zeugen bestätigt. Das Gericht hielt die Entlassung des Klägers für gerechtfertigt und wies diesen: mit seiner Klage kostenpflichtig ab. Gegen die Firma H. Keuser u. Ko. klagte der Arbeiter Franz Schultz auf Zahlung einer Lohnentschädtung von 216 Mark wegen Vorenthaltung seiner Quittungskarte. Der Beklagten war die Karte des Klägers abhanden gekommen; sie händigte dem Kläger bei der Entlassung eine Bescheinigung dahingehend aus, daß dem Kläger die Karte zugesandt werden sollte, sobald sich dieselbe wiedergefunden habe. Tatsächlich hat sich die Karte nicht wiedergefunden. Mit seiner Behauptung. er habe dieserhalb monatelang ohne Arbeit bleiben müssen, fand der Kläger keinen Glauben. Er hätte sich nach Ansicht des Gerichts, als sich seine Karte nach einigen Tagen nicht wiedergefunden hatte, eine neu## Karte ausstellen lassen und dadurch weiteren Schaden abwenden können. Das Gericht hielt die Forderung des Klägers in Höhe von 23 Mark für begründet. Die Parteien einigten sich daraufhin auf diesen Betrag. Abgewiesen mit seiner Klage gegen das Eisen= und Stahlwerk Hoesch wurde der Weichensteller Dietrich Doert. Er klagte auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 62,90 Mark indem er behauptete, grundlos ohne Kündigung entlassen worden zu sein. Nach den übereinstimmenden Aussagen mehrerer Zeugen mußte die Beklagte zur Entlassung des Kläuers für berechtigt gehalten werden. Der Schlosser Gustav Hummeltenberg klagte wider Ingenieur Friedrich Arend aus Zahlung von 168.26 Mark. Aus der Verhandlung ergab sich, daß Kläger Hustofan bei nicht tuberkulösen bronchitischen Erkrankungen sehr gunstig wirke und zwar sowohl auf die subjektiven Beschwerden als auf den Krankheitsprozeß selost, und bei Keuchhusten, Katarrh. Heiserkeit gibt es entschieden kein Mittel, daß auch nur annähernd so zuverlässig wirkt wie das Histosan. Natürlich sind jetzt schon sogenannte Ersatzprodulle ausge taucht und es sei deshalb hier Jedermann gewarnt, sih solche Mittel unter irgendwelchem Namen empfehlen zu lassen. Es gibt keinen Ersatz für Histosan. Das Histosan ist kein Geheimmittel, sondern eine Eiweißverbindung des Guajacol“, welche in allen Kalturstaaten gesetzlich geschützt ist, während die sogenannten Ersatzproduke keinen Patentschutz genießen, weil sie nur wertlose Nachahmungen des Histosans sind Es wird heigestellt in der Histosan=Fabrik in Singen am Hohentwiel. Ein direkter Verkauf des Hinesaus an das Privatpublikum sindet seitens der Fabrit nichzt statt, es wird von derselben nur an Großhändler und Apothcken verkauft. Wo das Histosan nicht in Apothesen erhältlich ist, bestelle man es bei der Stadtapothefe in Singen a.sH. Eine Flasche kostet portofrei Mk. SSSE noch Abschied von uns nehmen, bevor wir Sibirien ver; lassen. Ich begreise das! Aber der andere Herr ist mir, leider unbekannt. Ich vermute, Dein Freund, Lidia, von dem Du mir bereits erzählt hast.. der so liebensmurdig war, unsere Korrespondenz zu vermitteln. Willst Ju ihn mir nicht vorstellen, damit ich ihm für seine Gefälligkeit danken kann?“ „Den Teufel auch.. Gefälligkeit!" stößt der angesichts dieses Hohns seine Erstarrung abschüttelt, zornig heraus.„Ich habe nicht daran gedacht, Ihnen gefällig zu sein, Herr, und ich lasse mich nicht von Ihnen verspotten. Wir sind hier als Abgesandte Herrn Niegowos und haben Auftrag, Fräulein Lidia zu ihren, Eltern zurückzubringen.“ „So, so!“ Jener mustert Lidia mit kühlem Lächeln von oben bis unten.„Ich bin neugierig, wie Sie das machen werden, da Fräulein Lidia keineswegs gewillt ist, Ihnen zu folgen. Wenn ich Ihnen raten soll, mein junger Herr, so lassen Sie uns unbehelligt ziehen, denn sonst...“ mit einer raschen. Bewegung reißt er eine Pistole aus dem Gürtel und hält sie mit gespannten Hahn Julius entgegen, der ebenfalls nach seinem Pisto# greift.„Ich schieße jeden nieder, der uns den Weg versperrt,“ spricht der Fremde mit starker Stimme, de Kolja sich eben vor die Türe stellt.„Platz da...“ „Nicht doch, Nikolai,“ schreit Lidia, dem Geliebten in den Arm fallend, laß mich mit Julius Petrowil# sprechen. Julius, folgen Sie mir ins Zimmer.. Iu andern bleibt inzwischen draußen. Nikolai, ich fleh Dich an, nur ein paar Minuten hab Geduld. Julius, kom. men Sie." Nikolai Lawalski hat den Arm, der die Pistol hält, sinken lassen und Lidia ergreift Julius an der Hand, ihn in den Raum ziehend, in dem er mit dem Knecht einen Teil der Nacht zugebracht hat. Dort schließt sie die Tür und stellt sich vor ihn hin. „Julius,“ sagt sie mit fliegendem Atemn,„was si das alles bedeuten? Ich glaubte, Sie wären in Freund, wozu wollen Sie mich zu Grunde richten warum. „Warum haben Sie mich bbelogen und betrogen?" fällt er stürmisch ein.„Warum haben Sie mir 1#6 geheuchelt..“. 176,18 nicht Arbeiter beim Beklagten war, sondern als selbstkändiger Meister Arbeiten für diesen ausgeführt hat: Kläger nahm nach Belehrung seine Klage wegen Unmständigkeit des Gewerbegerichts zurück. Essen, 8. Febr. Die hiesige Strafkammer bechäftigte sich in sechstägiger Verhandlung mit einem großen Patentschwindelprozeß. Angeklagt waren der Kaufmann Wilhelm Kirschbaum aus Essen, der Kaufmann Heinrich Kirschbaum aus Duisburg, der Ingenieur Friedrich Stephan aus Essen, der Techniker Pirtschon aus Essen, der Kaufmann Heinr. Rosenberg aus Essen und der Schmied Emil Lock aus Winkhausen. Die Angeklagten haben ca. 80 Personen, meist kleine Leute, die Erfindungen gemacht hatten, durch die Vorspiegelung, ihre Erfindung sei sehr wertvoll und sie wellten ihnen dafür das ausländische und das deutsche Vatent besorgen, große Geldbeträge bis zu 5000 Mk. abgeschwindelt. Es wurden ca. 50 Sachverständige vernammen. Das Urteil lautete gegen Wilhelm Kirschbaum wegen vollendeten Betrugs in 17 Fällen auf 2 Jahre Gefängnis und 1700 Mark Geldstrafe, gegen Heinrich Kirschbaum auf 9 Monate Gefängnis und 400 Mark Geldstrafe, gegen Pirtschon auf 3 Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Vermischtes. Paris, 7. Febr. Eine furchtbare Mordtat ist soeben in Lille entdeckt worden. Am 31. Jan war der Kassenbote Thain, der mit dem Inkasso der fälligen Wechsel betraut war, in den ersten Nachmittagsstunden spurlos verschwunden und die Nachforschungen ergaben, daß er etwa 40000 Francs bereits um die Mittagsstunde an die Bank abgeliefert und von den übrigen Effekten für 2800 Francs abgegeben hatte. Man sprach bereits von Veruntreuung, obgleich der noch jugendliche Beamte außerordentlich gut angeschrieben war und andererseits wurde ein ehrenhafter Möbelhändler, bei dem nach den Untersuchungen Thain zuletzt gesehen worden war, in einen kurchtbaren Verdacht gezogen. Das Untersuchungsfeld verengte sich aber immer mehr und schon seit zwei Tagen glaub te man eine Sicherheit zu haben. Nur zögerte man noch mit dem Zugreifen, da es sich um den Sohn einer hochgeachteten Familie handelte. Thain hatte nach einen Wechsel bei dem Handelsvertreter Antdine Favier, dem Sohne eines leitenden Ingemeurs der Abteilung Denain der bekannten Bergwerksgesellschaft von Anzin vorzulegen gehabt. Auf dem Gange nach dessen Wohnung Rue de Postes oder in dieser war er verschwunden. Favier hatte am Abend des Mordtages an seine Wohnung einen Zettel angebracht des Inhaltes„Abwesend bis zum 5. Februar". Auch andere Feststellungen gegen den jungen Mann und dessen Gattin erregten die Aufmerksamleit der Polizei. In der Nacht zum 5. wurde das Haus umzingelt, am frühen Morgen drang der Chef der Geheimpolizei mit mehreren Beamten ein. Frau Favier empfing sie ohn: jede Aufregung. Man schritt sofort zur Haussuchung, aber nicht in der Wohnung, sondern in den Boden räumen und fand dort die Leiche des unglücklichen Thain fest verschnürt„wie ein Paket". Der Kopf war von Hammerschlägen zertrümmert. Favier bleibt vorläufig verschwunden; seine Frau wurde sofort verhaftet und konnte nur mit großer Mühe gegen die Wut der Bevölkerung geschützt werden. Nach Vermutung mancher Leute wäre das Geheimnis damit noch nicht gelichtet, da Favier einer solchen Tat unfähig und von seinem Vater mit reichen Mitteln stets ausgestattet worden sei. Rom, 3. Februar. Als in der Pfarrkirche in Villaframa der Pfärrer bei der Kommunion den Kelch an die Lippen gesetzt hatte, brach er plötzlich vor dem Altar zusammen. In den Abendmahlswein war Gist getan. Drei Sakristane wurden als der Tat verbächtig verhaftet. ** Aus dem Bekenntnisbuche der Könige. Von einem eigenartigen Album, in dem fast alle gekrönten Häupter Europas auf gestellte Fragen gewissenhafte Antworten schriftlich niedergelegt haben, weis eine englische Zeitschrift amüsante Einzelheiten zu erzählen. Dies Bekenntnisbuch der Könige ist Eigentum der Königin von Griechenland. Nie versäumt es die Besitzerin, bei dem Besuche fremder Monarchen oder bei dem Zusammentreffen mit Standesgenossen ihnen das Buch mit der Bitte um Beantwortung irgend einer Frage zu übergeben. Dem König von Griechenland, ihrem Gemahl, legte die Königin in ihrem Album die Frage vor:„Was ist ihre Idee vom Glück?" Der König mag wohl eine Weile in der Stille nachgegrübelt haben, ehe er schließlich kurz und witzig seine Meinung formulierte:„Stets eine Doppelkrone zu haben ohne eine Krone". Weniger Toppelsinnig äußert sich der König von Schweden auf die Frage, welche Vorstellung er von Unglück habe.„Ein Unglück“, so meint der schwedische Monarch,„das sind zu enge Stiefel, ein Kora(Hühner= ange) darin und darauf ein schwerer Tritt. König Eduard wurde die Frage vorgelegt, welche Art von Menschen er für die unangenehmnen halte. Der gekrönte Führer der Mode und des guten Toues zögerte nicht, seine Antipathien zu entschleiern, und er schrieb mit fester Handschrift in das Album:„Das unangenehmste Wesen der Welt, das ist meiner Meinung nach der Mensch, der durchaus mit dem Regenschirm auf einen hinweisen muß und dabei schreit:„Da ist er!“ *** Overettenpfeifer. Ein neuer Beruf hat sich in Berlin gebildet. Die Operettenhochflut der letzten Jahre hat die Fabrikanten der zuglräftigen Marsch= und Walzerschlager einigermaßen ins Gedränge gebracht, da der Absatz der Kompositionen mit der zunehmenden Zahl solcher Schlager stark nachgelassen hat und in dieser Zeit, wo ein Walzer den anderen ablöst, geraten diese sehr bald in Vergessenseit, wenn nicht für ihre Volkstümlichkeit in möglichst nachhaltiger Weise gesorgt wird. Deshalb haben die ohnehin schon ingeniösen Operettenkomponisten Aerzenweihe in der Ratbedrale zu Westminster. teg WAA E 15= * TeiiN LE ACA 91-1) 11 □ .a Kerzenweihe in. England Alljährlich findet in v Großbritanniens eine weil unser heutiges Bild zeigt. der Kerzen wird von den heren Kirchen volle Handlung statt, die Eine Anzahl brennender Geistlichen in feierlicher Weise geweiht und während des Gottesdienstes an die Gläubigen als Symbol des Glaubens an das Licht der Welt verteilt. Das Bild zeigt den Weiheakt in der Kathedrale zu Westminster. Der erste Leuehtturm für Luftschifft —.— 8 lhishee 90 Der erste Leuchtfurm für Luftschiffe Wie der Schiffsführer Leuchttürme, Feuerschiffe und alle die anderen Wegweiser und Warnungszeichen der Küsten nicht entbehren kann, so braucht auch der Luftschiffer derartige Erkennungssignale. Bei klaren Tagen ist dem Aeronauten die Orientierung nicht allzu schwierig gemacht, vorausgesetzt, daß er sich in entsprechenden Höhen hält; jedoch ist es bei trübem und undurchsichtigem Wetter und besonders bei Nacht recht schwierig, eine genaue Richtung einzuhalten. Diesem Uebelstand haben die deutschen Milits--Luftschisfer zuerst abzuhelfen versucht. Ihre wiederholten nächtliche. Rebungen haten die Errichtung von Leuchtfeuern dringend nötig gemacht, und ist der erste Leuchtturm dieser Art auf dem Spandauer Güterbahnhof hergestellt worden. Allerdings ist er vorerst noch recht provisorischer Art; man hat auf dem Dach 38 starke elektrische Lampen angebracht, die in bestimmten Zeiträumen aufblitzen. In Potsdam und Nauen sind weitere derartige Blitz feuer im Bau. bezw. ihre Verleger zu dem originellen Mittel gegriffen, Leute anzuwerben, die im Stande sind, die neuesten Couplets bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit dem Publikum vorzupfeifen. In erster Linie dienen dazu die Claqueure der Berliner Spezialitäten= und Operettentheater. Darüber hinaus aber bezahlt man heute schon einen großen Teil Lindenbummler und andere Elemente dafür, daß sie die betreffende Melodie auf Straßen und Plätzen zum Vortrag bringen. Wenn die„Stadtpfeiser von Berlin" bei diesem Geschäft auch nicht grade Seide spinnen können, so ist das Honorar als Beitrag zum Lebensunterhalt doch sehr willkommen. Es ist nur die Frage, ob der wachsenden Operettenhochflut sich auch in Zukunft genügende Arbeitskräfte für den neuen Beruf werden finden lassen. *** Die Liebe zum Zigeunerstamm..— In Szent=Marton bei Fogaras verliebte sich die Tochter des rumänischen Nabobs Vasile Bogul in den Zigeunerprimas Janos Voitila. Das Liebespaar verabredete eine Flucht und heimliche Trauung, um dann, wenn der Vater des Mädchens auch nachträglich seine Zustimmung verweigern sollte, nach Amerika zu reisen, wo Vojtika durch Geigenspiel sich und sein Weibchen leicht zu erhalten hoffte. Die letzte Nacht wurde für die Aus führung des Planes bestimmt. Nach diesem Plan: überfiel eine von Voitila befehligte Zigeunerbande das Kastell Boguls. In der Verwirrung entfloh das Mädchen und cilte zu dem bereitstehenden Zigeunerkarren. der sie und den Geliebten entführte. Voitila hatts aber offenbar das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden beschlossen gehabt, denn seine Genossen begnügten sich mit der gelungenen Flucht der Braut ihres Primas nicht, sondern begannen das Haus zu plündern. Bogul und seine Diener aber griffen schnell zu den Waffen. tötcten zwei Zigeuner, verwundeten mehrere und jagten die übrigen in die Flucht. Erst jetzt merkte Boan das Verschwinden seiner Tochter Anastasia. In der Ueberzeugung, daß sie von den Iigeunern während des Kampes gewaltsam ent führt worden sei, machte er sich sofort mit seinen Dienern auf den Weg, das Mädchen den Räubern abzujagen. Und sie fanden Anastasia auch schon auf dem nächsten Feld splitternackt. Voitila hatte sie hier abgesetzt, vollständig bis aufs Hemd ausgeraubt und dann fortgejagt. Einem der Diener gelang es, Voitila einzuholen, und mit einem Knittelhiebe schlug er den Primas tot. Das Mädchen, das für seinen romantischen Traum so bitter büßen mußte, liegt nun an einer Lungenentzündung hoffnungslos darnieder, *** Die Goldmine der Azteken wieder entdckt. Die berühmte Schatzkammer der alten Azteken, die große Goldmine in den Bergen Mexikos, die den Spaniern in der Zeit, da sie über Meriko herrschten, eine Goldquelle von unerschöpflichem Reichtum war, ist wieder aufgefunden worden, und eine Gesellschaft unternehmender Engländer hat bereits alle Vorbereitungen getrofsen, um die## beutung der Mine zu beginnen. Franc Campbes.. englischer Reisender, der lange Zeit in jenen unnign lichen Gegegenden Mexikos umhergestreift ist, in sich die Mine befindet, und der nun die Ausnu# ihrer Schätze leiten wird, gibt im„World Maggzineine interessante Schilderung von dem Reichtum der wechselvollen Geschichte dieser goldenen Hag. „Vor zweihundert Jahren war die Mine von Tanz Eigentum der spanischen Krone. In den Gewein, dearchiven von Hermonillo hat Kampbell alte Totz, mente gefunden, aus denen hervorgeht, daß die Mirdem spanischen Herrscher ein Einkommen von### Millionen verschaffte.„Unter der Aufsicht der Sm. nier wurde das Bergwerk von Indianern betzieher Tann kam ein Aufstand, sämtliche Spanier wurden e mordet, und die mexikanischen Indianer wußten der Eingang zu der Mine so glücklich zu verbeigeg, das ein Jahrhundert verstrich, ehe ein mexikanischer sucher den Weg zu dem Schatze wieder entdeckte. Aber der kühne Pfadfinder, Robert d'Aumalie, muzte seine Fund mit seinem Leben bezahlen: auch er kunvon den Indianern ermordet.“ In Begleitung eine Freundes hat Campbell die wiederaufgesundene Stäne besucht.„In der Tiefe des Abgrundes sahen wur eine rund 240 Fuß tiefe Aushöhlung, die alle Anzeichen trug, daß hier in vergangenen Zeiten zu Minenbetrieb gewaltet hatte. Wir fanden die Ueberreste alter Bauten, Leitern und aufgehäufte Schuttz mengen. Das ist die Stätte des alten Tayapamin. und hier liegen die riesigen Gold= und Silberfelder die einst eine Hauptquelle des Reichtums der spanische Krone waren.“ Die Pläne zum Bau einer Eisenbahn, die von dem südlichen Endpunkte der Southe### Pacific=Bahn, von Tonochi, bis zu der Mine führen soll, sind bereits ausgearbeitet, und binnen kurzen wird an der Goldstätte, die so lange verlassen gelege# hat, eine Schar von Arbeitern dem spröden Fels wieder seine Schätze entreißen. *** Der ungarische Nachtwäch ter und der se met. In Gödöllö erstattete der Nachtwächter Jano# Aesti beim Dorfrichter die Anzeige, daß der neue Kome ihm den Dienst erschwere. Die Bevölkerung sei durchie Ritteilungen über das Erscheinen und die Wirkung immlischen Gastes in großer Anast versetzt. Erregse Lu# verursachen im Orte unruhige Nächte. Der gute Nichtächter bittet zum Schlusse,„das Ministerium des Imer möge dem meteorologischen Instistut die Weisung geben, den gefahrbringenden Kometen aus Ungarns Nähe zu vertrei ben“. Heiratsschwindler. Der vor einigen Tagu in Los Angeles wegen Vielweiberei verhaftete Deu'sche, der sich Karl von Müller nennt, ist jetzt nach Newyork gebracht worden, wo er der Polizei auf Befragen erklärte, er habe im ganzen„zwanzig bis dreißig“ Frauen gehelratet. Die Polizei glaubt aber Beweise dafür in der Hand zu haben, daß die Zahl der Frauen weit größer ist und mindestens sechzig beträgt. Als Müller in Hoboken ein raf, hatten sich mehrere seiner Frauen auf dem Bahnhose eingefunden; sie versuchten, den Verhafteten zu lynchen, und die Polizisten hatten große Mühe, ihren Gefangen zu beschützen. 1 Die neueste Sauerstoffheilmethols. Vanadozon, Vanadioserum(Injekton) Phosphor-Vanadiel, Vanadiolseptol. Vanadoform usw., kon##entrierte wässerige Lösungen von Sauerstoff überladenen Chloratialzen mit einem ungittigen Vanadiumsalz. Die mächtige Wirkung beruht au der Spaltung der Chlorade in Chloride und Sauerstoff durt das Vanadium bei Berührung mit V lkalien(Blut, 9 azillen uw. Die Mittel sind Er enger von Ozon im großen Maßstabe Die Nahrung wird prompt ausgenutzt, Masen und Dar# verdauen vollständig, das Blut vermehrt sich sehr schnel Körperzellen erstarken, der Stoffwechsel wird normal; muia vernichtet der aktive Sauerstoff durch Zersetzung die attalischen Krankheitsgiste. Die Methode ist neu, von Kleurken und genau geprütt und liefert bisher nie gekannte Resultate Die Gebiele sind: 1) Blutschwäche Schwäche der Kinder und Greise(Herzmuskelschwäche), 2) Magen= und Darm leiden(Appetitlosigkeit, chronische-Durch älle 2e.), 5) kulose Bronchitis, die Folgen von Syphilis, dur tung der Toxine und Bazillen, die erhöhte Kraft des lnta und den starken Appetit, 4) Nervenleiden(75% der Neurasthenie), chron Rhenmatismus, Veitstanz. 1 Fälle von Zuckerharnruhr. Niesenleiden nach Imsen heiten. Aerztl. Broschüre gratis. 1 Fl. für 1 Monet##k.# durch die Apotheken, wo nicht, durch die Versand Apoth arztl geleiteten Vanadiumdepot, Köln=Lindenthal straße 34. S Die Gelehrten sind darüber einig, dass Kathreiners Malzkaffee jeder Familie aufs beste empfohlen werden kann, denn er Ist von vorzüglichem Geschmack, wohlbekömmlich und dabei ausserordentlich billig! Für Kinder, Frauen, Newenund Magenleidende von hervorragenden deutschen Aerzten empfohlen! Machen Sie einen Versuch und verlangen Sie Kathreiners Malzkaffee bei Ihrem Kaufmann. Bei Störungen der Blm kulation gebrauchen nur noch die echte „Frauenworl- Neunn b.währt und empfohlen, ve, ständig unschädlich. Fl 3.50, extra stalk gegen Nachnahme. beziehen durch Sau C. Klappe van6. S— 10 straße 41 197 100 Stück Velilhates-Küneskis, (Postcolli) für Mk. 3 30 100 50 Stück„Bauerndanläöt, für Mt. 400 franco lttP das Keseversandhaus von Herm. Schoning Geld-Pariechen geusig, 31. Velle=Alliancestr. 6“. 6648 porto. 9 55 95 R 4 Dieser springt blitzschnell auf und hebt die Büchse „Halt!“— Donnert der Förster.—„Bei der ersten Bewegung schieß ich dich nieder!“— Der Wilderer steht regungslos blickt finster auf seinen Todfeind. „Herunter mit der Büchs“,“— ruft ihm der Förster zu und mechanisch folgt der Wilderer diesem Befehl. In diesem Augenblick ist der Förster einige Schritte vorgesprungen. Jetzt steht er wieder, wohlgedeckt, die Büchse im Anschlag. „Wer bist du?“—Der Wilderer antwortete nicht, nur sein heftiges Keuchen ist zuhören. „Was suchst du in meinem Reviec?— Wohl einen Festbraten, Bursche?— Den werd' ich dir versalzen.“— Der Förster tritt noch einige Schritte vor, In diesem Moment macht der Mann eine Bewegung, um zu fliehen, aber das totbringende Rohr bannt ihn an die Stelle. „Laßt mich,— Herr Förster,“— stößt er dumpf hervor,— „nur dies eine Mal.— Das soll nie wieder geschehen,— ich schwörs Euch, Herr Förster.“—— „Ihr bittet vergebens, Schuft! Schon wochenlang spür ich Euch nach und soll Euch laufen lassen?“— Er lacht höhnisch auf.„Vorwärts, Euer Bitten und Winseln nutzt nichts. Immer roran! Bei mir zu Hause wird sichs schon zeigen, was für ein Galgenstrick Ihr seid.“-Der Wildere rührt sich nicht. „Vorwärts, zum Donnerwetter!— Hab' keine Lust, den Christabend im Walde zu feiern. Und das rat' ich Euch,— keine Seitensprünge,— meine Kugel ist schneller und trifft.“ „Laßt mich frei,“— fleht der Wildieb.„Bringt mich nicht ins Zuchthaus.— Ichtats aus Not.“— „Aus Not?“— spottet der Förster.—„Nein, weil Ihr die ehrliche Arbeit scheut—— Wildern ist freilich leichter und bringt schönen Verdienst. Müßtet mich übrigens kenren. In meinem Revier kommt kein Wilddieb ungestraft davon.“— Der Wilddieb schlägt die Hände vors Gesicht und stöhnt dumpf auf. „Tut mir das nicht an, Herr Förster,— noch einmal bitt' ich Euch, Habt Erbarmen, um der Christnacht Willen.“ „Christnacht?— hätt' ich denn eine, wenn ich Euch noch nicht traf? Tod und Teufel, ich hab' mirs geschworen und unterhandeln tn' ich nicht mit Euch. Dem Wilddieb gebühre sein Lohn.“—— Der Förster saßt ihn am Arm und versucht ihn vorwärts zu schieben. Der Wilddieb stößt einen heiseren Schrei aus und seine Augen rollen wild. Er reißt sich los und bückt sich, wie ein sprungbereites Raubtier.„Zurück!“— Donnert der Förster und richtet die Mündung auf den Burschen.„Steh auf oder ich schieß.“ „Dann sei Euch Gott barmherzig,— Ihr wollts nicht anders haben.“—— Mit einem wilden Schrei springt er an dem Förster in die Höhe und schleudert den Büchsenlauf zur Seite. Wohl dröhnt der Schuß, im lautem, donnerndem Echo wiederholend, doch die Kugel zerschmettert nur einen Ast, der lautlos in den Schnee fällt.— Jetzt durchbricht der Mond das finstere Gewölk und beleuchtet mit seinem fahlen Scheine, als einziger, stummer Zeuge das grausige Schauspiel.— Dicht aneinandergedrängt halten sich die Männer umschlungen, nur wilde Flüche, keuchendes Atmen, das Aufstampfen der schweren Schuhe, das Krachen der abgebrochenen Zweige ist hörbar, außer dem Teckel, der mit wütendem Gebell die Ringenden umtreißt. „Zurück, Wahnsinniger,— wollt Ihr mich töten?“— keucht der Förster. „Versprecht mir zu schweigen,“— gibt der Wilderer zurück. :„ N i e!“—— Und weiter ringen tzie erbitterten Gegner. Sie wissen, was es gilt und jeder spannt seine Muskeln auf das äußerste an, sucht den andern zu Fall zu bringen. Jetzt hat der Wilddieb des Försters Büchse gefaßt und will sie ihm entwinden. „Hand von der Büchse,— Wildschütz'!“ „Wahrt sie, Förster!"—— Der Wilderer kämpfte verzweifelt, wäre aber dem weit kräftigeren Förster doch unterlegen, da strauchelte dieser und fällt zu Boden. Dem Bilderer wars gelungen sich loszureißen. Im nächsten Augenblick ergreift er seine, neben ihm liegende Büchse— ein Blitz— ein Knall— und der Förster sinkt zusammen. In wilden Sätzen eilt er davon. Der Förster liegt tot und starr, ringsum färbt sich der Schnee blutrot. Das klägliche Winseln des Hundes vermischt sich mit den leise verhallenden Tönen der Christglocken und vergebens harrt die Frau des Gatten, der in der Christnacht gefallen, ein Opfer seiner Pflicht.——— ** Gelundheits-Oflege Etwas vom Schnupfen. Da in der jetzigen Zeit viele Menschen am Schnupfen leiden, so dürfte cs von Interesse sein, zu hören, wie die Schwellungen in der Nase zustandekommen. Zwischen Knochenhaut und Schleimhaut befindet sich nämlich ein Venennetz, das durch verschiedene Abzweigungen untereinander verbunden ist, und zwar stehen die Venenschlingen in der Hauptrichtung senkrecht gegen den Knochen gerichtet. Durch diese Gefäßanordnung erklärt sich die Anschwellung der Schleimhaut der Nasengänge bei chronischen Schnupfen. Wir wissen alle, wie leicht sich bei solchen chronischen katarrhalischen Zuständen das Nasenloch der Seite, auf der man liegt, verstopft und wie der Zustand wechselt, wenn man sich auf die andere Seite legt. Das erklärt sich aus der Senkung des Blutes nach der tiefsten Stelle. Zugleich wird man dadurch verstehen, daß ein recht fließender Schnupfen eine geradezu unglaubliche Menge von Flüssigkeiten absondert. Indes können auch nervöse Einflüsse mitspielen, wodurch das Schwellgewebe in Tätigkeit tritt und die Nasenhöhle verlegt. Bei Gesunden pflegt sie meist nur auf verhältnismäßig ziemlich energische Reize einzutreten und kann sich beim Aufenthalt in durch Staub durch Schwalchen einer Lampe usw. verunreinigter Luft herausbilden, um gleich wieder zu verschwinden, sobald die Gelegenheitsursache entfernt ist. Es besteht hier also ursprünglich ein rein physiologischer Verschlußmechanismus, der imstande ist, die Nasenhöhle gegen schädliche Einflusse bis zu einem gewissen Grade zu schützen. Tee und Kaffee bei Kindern. Namentlich in einfacheren Familien geben die Eltern ihren Kindern in den ersten Lebensjahren Kaffee zur Milch. Das hält Dr. Centrowitz(Zeitschrift für ärztliche Fortbildung) für salsch; denn er hat nach stärkerem Kaffeegenuß bei Kindern im zweiten Lebensjahre nicht selten Nasenausschlag, sowie andere Hautveränderungen mit Knötcheubildung gesehen. Infolgedessen empfiehlt er, lieber die Verdünnung der Milch durch Malzkafsee oder Enriolo. Eine derartige Verdünnung der Milch wird in den Fällen notwendig, wo die Tagesmilchmenge herabgesetzt werden muß. Das findet besonders dann statt, wenn es sich um Fälle von Hartleibigkeit schon im frühen Kindesalter handelt, die jeder Behandlung trotzen und auf Eiweisüberfütterung beruhen. Darunter versteht man eine individuelle Veranlagung, die sich geltend macht, so bald die Kost zu einseitig aus Milch und Eiera besteht und die darum nur durch Verringerung dieser Nahrungsbestandteile zu heilen sind. Derartige Störungen zeigen sich bisweilen schon bei Kindern am Ende des ersten oder Anfang des zweiten Lebensjahres. Sie nötigen uns, schon in diesem Alter von der vorwiegenden Ernährung mit Milch abzugehen und bereits mit anderthalb Jahren die sonst den zwei Jahre und darüber alten Kindern vorbehaltene Kost zu geben. Weniger als der Kaffee gibt der Tee in dieser Lebenszeit Anlaß zu Bedenken. Er wird in Verdünnungen, die seine Farbe in der von hellem Bier erscheinen lassen, gern kalt und ungesüßt als Getränk bei Durchsällen verordnet. — S 9g2. •3 S 8 181— F as — „a Je)eaneen S S S Pe. S.• S a“ePPEgESSESEGB. BSGESSEESE S#gOESS #-(TSNSBESETETTE FgEc:SEas ypE TüSASE SHTTETSEETESTSBSSESRETSSSTESSS. S 2 5 Blätter für Unterhaltung und Belehrung. In letzter Stunde. Roman von Hugo Ebersbach. „Vielleicht nicht so wertlos, wie Sie glauben,“ sagte der Richter ernst;„andererseits muß es Befremden erregen, daß Sie ein Geheimnis daraus machen. Ihr Bruder ist verschulder Sie haben seine Schulden tilgen wollen; ist es nicht so?“ Hugo preßte die Lippen auf einander; sein Blick streifte forschend das Gesicht des Kommerzienrats, der finster vor sich hinsah. „Ich weiß nicht, wer Ihnen das gesagt hat,“ erwiederte er;„ich kann nur wiederholen, daß ich Ihnen keine nähere Erklärung geben darf, mögen Sie nun über dieses Geheimnis denken, wie Sie wollen.“ „Weshalb wollen Sie es nicht sagen?“ fragte Steinfeld ärgerlich.„Matthias Grunewald soll bedeutende Forderungen an Ihren Bruder haben.“ „Und wenn es der Fall wäre, würde an der Sachlage dadurch etwas geändert? Forschen Sie nicht weiter nach, meine Herren, es ist eine persönliche Angelegenheit, die nur mich allein angeht.“ „Sie behaupten, der Franzose habe weder seinen Namen genannt, noch Ihnen gesagt, wo er logierte,“ nahm der Gerichtsrat nach einer Weile wieder das Wort; „haben Sie denn gar nicht daran gedacht, ihn darnach zu fragen?“ „Nein,“ antwortete Hugo,„mich interessierte das nicht, zudem wollte ich ihm nicht lästig fallen. Er war in meinen Augen ein Unglücklicher, und ich hatte Mitleid mit ihm.“ „Mitleid?“ fragte der Richter spöttisch.„Sie wollten ein gutes Geschäft machen, ihm für zwanzigtausend Francs nur dreitausend Tale. geben—“ „Nicht ich, er war es, der dieses Geschäft vorschlug!“ „Der Vorschlag muß:: Ihren Argwohn wecken. Sie, als Geschäftsmann, musten sofort auf den Bedanken kommen, das Geld sei entweder falsch oder nicht ehrlich erworten; es wäre weit natürlicher gewesen, dieses Geschäst abzulehnen. Sie wissen nicht, wie der Mann heißt, sein Signalement allein genügt nicht; wo wollen Sie ihn nun suchen? Können Sie beweisen, daß Sie wirklich mit ihm unterhandelt haben? Können Sie durch einen Zeugen erhärten, daß Sie gestern abend bewußtlos in dem Gehölz lagen?“ „Leider kann ich beides nicht.“ „Tann dürfen Sie auch nicht verlangen, daß man Ihnen Glauben schenken soll. Jene dreißigtausend Taler bestanden aus Banknoten, wie Sie bereits sagten; aus welchen Münzsorten bestand das Ihnen geraubte Geld?“ „Ebenfalls aus Banknoten.“ „Können Sie die Nummern derselben bezeichnen?“ „en! „Lag außer jener Summe noch anderes Geld in der Kasse?“ „Ungefähr zehntansend Taler, teils in Goldrollen, teils in hartem Silbergelde.“ „Die„Goldrollen sind ebenfalls verschwunden,“ schaltete der Bankier ein. „Vielleicht könnte man dieses gesamte Geld in jenem Gehölz finden, in dem Sie mit dem Franzosen zusammengekommen sein wollen!“ sagte der Gerichtsrat mit scharfer Betonung. Hugo erhob hastig das gesenkte Haupt. „Wes wollen Sie damit sagen?“ fragte er. Auch der Bankier blickte den Gerichtsrat sichtbar befremdet an „In jenem Gehölz?“ sagte er erwartungsvoll.„Das ist auch mir unverstänglich.“ Ter Gerichtsrat rückte die Brille wieder dichter vor die Augen „Sie äußerten vorhin schon, aus meinen Worten gehe hervor, daß ick nicht an die Wahrheit Ihrer Mitteilungen glaube,“ sagte er;„hatten Sie wirklich diesen Glauben erwartet?“ „Ja, ich durfte ihn erwarten, denn der Herr Commerzienrat weiß, daß die Gebote der Ehre mir stets heilig waren," erwioerte Hugo in einem Tone, der trotzig klang. „Phrase!“ fuhr der Gerichtsrat achselzuckend fort. „Können Sie leugnen, das Vertrauen des Herrn Commerzienrates mißbrauch. und Ihnen anvertraute Gelder unterschlagen zu haben? Und wie wollen Sie dies mit den Geboten der Ehre vereinigen?“ „Es lag nicht in meiner Absicht, das Geld zu unterschlagen,“ entgegnete Hugo, dem das Blut heiß in die Stirne stieg;„wurde, wie ich zuversichtlich erwartete, das Geschäft abgeschlossen, so legte ich noch am gestrigen abend jene dreitausend Taler in die Kasse zurück.“ „Und selbst, wenn Sie dies getan hätten, so würden Sie sich nichts destoweniger eines Mißbrauchs des Ihnen geschenkten Vertrauens schuldig gemacht haben. Sie können es mir nicht verargen, wenn ich die ganze Sache in anderem Licht erblicke. Ihre Erzählung darf keinen Anspruch auf Glaubwüroigkeit machen, so lange Sie nicht überzeugende Beweise herbeischaffen. Ich habe als Untersuchungsrichter Erfahrungen genug gemacht, um mir ein Urteil über Ihre Behauptungen bilden zu können, und wenn der Herr Commerzienrat nicht ausdrücklich auf die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit verzichtete, so wüßte ich bereits, was jetzt geschehen müßte.“ Hugo stützte sich fester auf den Sessel: sein Antlitz war todesbleich geworden, sein fieberglühender Blick ruhte durchdringeno auf dem Bantier, welcher die Hände auf den Rücken legte und langiam auf und nieder ging. „Sie wollen auf die Untersuchung verzichten, Herr Commerzienrat?“ fragte er. 83 7 • Ihrer Eltern wegen.“ „So glauben Sie an meine Schuld?“ „Ich kann, wie die Tinge augenblicklich liegen, dem Urteil des Herrn Gerichtsrates nur beipflichten,“ antwortete Steinselo kühl. „Tas hatte ich nicht erwartet,“ sagte Hugo mit gepreßter Stimme, und das Zucken seiner Lippen verriet, wie unsäglich schwer es ihm fiel, den Sturm in seinem Innern zu beschwören.„Ich muß auch das hinnehmen, weil der Schein gegen mich zeugt; aber Sie dürfen nicht auf die Untersuchung verzichten, nicht mir das einzige Mittel rauben, ourch das meine Schuldlosigkeit bewiesen wird. Tazu haben Sie keine Berechtigung! Ich verlange die gerichtliche Untersuchung mit aller Entschiedenheit.“ Der Bankier war stehen geblieben. „Wollen Sie Ihre Mutter noch unglücklicher machen, als sie es bereits ist?“ fragte er herb.„Bedenken Sie die unausbleiblichen Folgen Ihres Verlangens—“ „Diese Folgen sollen meine Schuldlosigkeit beweisen!“ unterbrach ihn Huge, der seine Erregung kaum noch beherrschen konnte„Glauben Sie, daß dieser Tiebstahl verschwiegen bleiben wird? Taran ist nicht zu denken! Und wie wird man über mich urteilen, wenn Sie diese Angelegenheit ruhen lass:: und sich mit meiner Entlassung begnügen? Niemand wird in diesem Falle an meiner Schuld zweifein, und welcher Zukunft gehe ich dann entgegen? Das dürfen Sie mir nicht antun!“ „Sie wollen d'e Untersuchung?“ erwiderte der Commerzienrat mit scharfer Betonung.„Sei es denn! Aver machen Sie mir später keinen Vorwurf, wenn Sie die Folgen diese Verlangens bereuen.“ „Ich werde sie niemals bereuen, wie auch diese Folgen sich gestalten mögen.“ „Und sind Sie sich bereits klar darüber, was die erste Felge sein würde?“ fragte der Untersuchungsrichter. „Ich müßte Sie verhaften lassen und Haussuchung in Ihrer Wohnung halten" Hugo bedeckte die Augen mit der Hand und blieb einige Sekunden lang i. Schweigen versunken. „Ich war darauf gejaßt,“ sagte er endlich, nach Atem ringend,„meine alme, arme Mutter! Wie gerne ich auch ihr diesen Schmerz ersparen möchte, ich kann und dari es nicht, die Rücksicht auf meine eigene Ehre verbeetet es mir. Vor Ihnen, Herr Rat, erwarte ich, daß Sie ohne Vorurteil gegen mich die Untersuchung führen und alles aufbieten werden, die Wahrheit an den Tag zu bringen.“ „Das ist meine Pflicht,“ erwiderte der Untersuchungsrichter mit gemesienem Ernste.„Sie verlangen also die Untersuchung. Herr Commerzienrat?“ „Gewiß, ich bin jo oazu gedrängt worden.“ „Tann, Heri Winkei, muß ich Sie verhaften.“ „Ich bin bereit, Sie augenblicklich zu begleiten: Sie können es mir ersparen, durch Polizeibeamte in's Gefängnis geführt zu werden—“ „Ich selbst werde Si hinbringen; der Herr Commerzienrat wird ja auch wünschen, daß wir unnötiges Aufsehen vermeiden. Der Bankier nickt zustimmend, und Hugo nahm seinen Hut. „Ich scheide von Ihnen vielleicht für längere Zeit,“ sagte der junge Man mit bebender Stimme;„wie auch mein Geschick sich gestalten moge, stets werde ich Ihnen dankbar bleiben für die wohlwollende Freundschaft, die Sie mir bewiesen haben. Ich war leichtsinnig; nie aber habe ich daran gedacht, Ihr Vertrauen zu mißbrauchen, oder gar durch ein Verbrechen mich zu bereichern. Ich mochte Sie bitten, daran iestzuhalten, selbst dann noch, wenn die Richter mich verurteilen sollten. Leben Sie wohl!" Ter Commerzienrat blickte lange auf die Tür, hinter welcher Hugo verschwunden war. Der Gerichtsrat hatte ihm freilich im Vorbeigehen das Vort„Maske“ zugeneunt, aber konnte so ein wirklich Schuldbeladener reden?“ Der alte Her: schüttelte völlig ratlos das Haupt und durchschritt die Geschäftsräume, aus denen die Commis schon vor einer Stunde sich entfernt hatten, um zum Mittagsma heimzugehen. Tas gerade dieser, der Beste von allen, das entehrende Verbrechet begangen haben sollte! Er konnte es nicht fussen, und doch, so vorurteilsfrei er auch prüfen mochte, der Argwohn gegen Hugo drängte sich ihm immer wieler auf. Langsam stieg er die breite, mit Teppichen belegte Treppe hinauf, die zu den Wohnzimmern führte. Mit gesenktem Haup: und düster umwöllter Stirne trat er in das einfache, aber geschmackvoll und elegant ausgestattete Speisezimmer, in welchem die Tamen ihn bereits erwarteten In lebhafter Unterhaltung standen die beiden schlanken Gestalten am offenen Fenster. Adelaide wandte sich um und kam dem Vater langsam entgegen. Sie war eine schön., anmutige Erscheinung, das verjüngte Ebenbild der Mutter, die auch jetzt noch eine stattliche Frau genann werden durfte, trotzdem sich schon einzelne Silberfäden durch ihr schwarzes Haar „Ist Dir Unangenehmes begegnet?“ fragte Adelaide bestürzt, als sie in dus Antlitz des Vaters blickte. „Etwas, woran ich niemals gedacht, an dessen Möglichkeit ich nie geglaubr hätte,“ erwiederte er.„Hat Johann noch nicht geplaudert?“ „Keine Silbe,“ sagte die Commerzienrätin, näher tretend.„Sind es geschärtliche Unannehmlichkeiten?“ „Hugs Winkel ist soeben verhaftet worden.“ Die Wangen Adelaides erbleichten. „Aus welchem Gcunde?“ fragte sie mit bebender Stimme. „Unterschlagung! „Mein Gott das in ja wirklich ganz unmöglich,“ erwiderte di. Rätin.„So sehr solltest Du in Deinem Vertrauen getäusc, worden sein?“ „Wie schmerzlich mi. das ist, werdet Ihr begreifen,“ sagte Steinfeld:„ich wollte gerne die Summe verlieren und mich über den Verlust des Geldes hinwegsetzen, hätte ich nur nicht diese bittere Erfahrung machen müssen.“ Die Rätin warf einen Blick voll ernster Besorgnis auf ihre Tochter, die, wie geistesabwesend, den Vater starr anschaute. „Das ist ganz undenkbar,“ sagte sie;„aber dieser Vorfall macht es uns wieder klar, wie wenig man sich an sein eigenes Urteil verlassen kann. Man lernt die Menschen niemals ganz kennen und läßt sich nur durch eine heuchlerisch Maske zu leicht täuschen.“ „Erzähle nur da Nähere, Papa,“ bat jetzt Adelaida; „hat er die Tat eingestanden, oder sind überzeugende Beweise gesunden worden?“ „Keines von beiden, dennoch müssen der Tatsache gegenüber alle Zwei##l schwinden.“ Ter Kommerziennit berichtete nach dieser Bemermerkung die Aussagen, die Hugo über das Verschwinden des Geldes gemacht hatte, wie auch die Vermutungen und Behauptungen des Untersuchungsrichters, die einen ergänzenden Kommentar zu jenen Aussagen lieferten. „Ich glaule, der Herr Gerichtsrat beurteilt die Sache ganz richtig,“ nahm hierauf die Räti das Wort; „es kann kaun einem Zweife# unterliegen, daß Herr Winkel: Begegnung mit dem französischen Flüchtling erfung at, um die eigene Schuld zu verdecken.“ Fortsetzung folgt. EETPLESE 5 SFgsgg S*"H 8——— S SD S 5707 8 SSEE 5••— S OEEISSESOB G*— O 1 E= *— 407 1 E B EELLSSE 55SEES z S DSSETSSESES E• OTSE 20 „B TIETUEa OESSTN-gUE — E Se. ————*—-S• EEE # 9en Unterm Christbaum. Stizzen von A. Asten. Draußen eine kalte schweigende Winterlandschaft. Nur der Sturm rast ungeschwächt durch die reifbedeckten Bäume, eine weiße wirbelnde Staubwolke vor sich herjagend. Weit und breit ist kein Mensch zu erspähen, denn heute ist Christabend, da hat jeder vollauf mit sich zu tun. Da raschelt etwas im Gebüsch und dann ist es wieder totenstill. Drüben, auf einer kleinen Lichtung hält ein Mann. Dürftig und armselig ist seine Kleidung und blaugefroren die Hände, die einen Handschlitten ziehen. Langsam, oft sich umschauend, stapft er durch den fußhohen Schnee, hier und da hält er inne und unter den Streichen seiner scharfen Axt fallen die starken Zweige, die er sorgsam auf den Schlitten schichtet. Prinnen im trauten Forsthause schauts um so gemütlicher aus. Ein lustiges Feuer knistert in dem großen Kachelofen. Försterin sitzt am Fenster und putzt eine großmächtige Puppe au. während der Förster den schön gewachsenen Tannenbaum schmückt. Aus dem Nebenzimmer dringt fröhliches Kinderjachzen und lautes Hundegebell zu den beiden herüber. Einen Augenblick lauschen sie auf und ein glücklicher zufriedener Blick trifft sie aus den Augen der Eltern. dann arbeiten sie weiter. Nun noch die Lichter in die Dillen und jetzt ist er fertig. Mit Genugtuung betrachtet er sein wohlgelungenes Werk, dann tritt er zu seiner Frau und streicht ihr sanft mit der Hand über das glänzende Haar„Fertig, Marie“— spricht er mit wohltönender Stimme—„Nun will ich rasch noch einen Gang durchs Revier machen und dann wollen wir Christfest feiern.“— „Sei nicht hart heute, Max,'s ist Weihnachten.“— Finster zieht sich seine Stirn zusammen. „Geht nicht, Marie! Pflicht kennt kein Mitleid!“ Dann schreitet er von dannen. Der Sturm hat nachgelassen, klar und ruhig ist die Luft. Rüstig greift er aus, auch ihn treibt es, heute bald wieder im Kreise seiner Familie zu sein.— Plötzlich hält er in seinem Gang inne. Sein geübtes Ohr hat ferne Axtschläge vernommen und wieder dringen sie zu ihm herüber. „Tod und Teufel“ murmelte er finster.—„Gibts nicht mal heute Frieden?“ Schnell und leise eilt er dem Klange nach. Jetzt hört er's ganz deutlich und da, auch die blinkende Axt erblickt sein scharfes Auge. Von Baum zu Baum schleicht er sich vorwärts, jetzt springt er hervor und ruft dem Mann ein donnerndes„Steh' Bursche“ zu.— Der Mann dreht sich blitzschnell um und starrte erschrocken auf den Förster. „Glaubtest mich wohl Daheim, Forstdieb?“— höhnt dieser. „Hol Euch der Henker!“— knirscht der Ertappte. „Eher Euch!— Gebt die Axt her!“— Der Mann wirft die Axt in den Schnee. Während sich der Förster darnach bückt, dreht sich der Mann schnell um und will entfliehen, aber schon hat ihn des Försters eiserne Faust gepackt. „Hiergeblieben, Bursche,“ grollte dieser.„Wollen den Weg zusammen machen. Vorwärts nehmt den Schlitten!— „Laßt mich ziehen, Herr Förster,“— fleht er—„ich tu's gewiß nicht wieder“! „Faule Fische,— so sagt Ihr alle.— Vorwärts!“ „Ich tat's nur aus Not!“ „Gleichviel, gestohlen ist gestohlen.“— „Meine Frau liegt krank zu Hause in der kalten Stube.“ „Um so schlimmer. Wirds Euch wenig Dank wissen.“ „Laßt mich frei!“ bittet der Mann und seine Augen füllen sich mit Tränen. Wie siedendes Blei fallen dem Förster die Tropfen auf's Herz, aber er darf nicht,'s ist seine Pflicht, darauf hat er geschworen. „Ihr habt auch Frau und Kind zu Hause.— Seid berm0 „Ich kann nicht,“ entgegnet der Förster dumpf. „Doch Ihr könnt's Herr Förster. Niemand hat uns gesehen und wenn Ihr mich gehen laßt“— „Nein!“ unterbricht ihn der Förster.„Würdet Euch schön ins Fäustchen lachen und ich wäre der Dumme!“ „Bei Gott, Herr Förster, kein Wort soll über meine Lippen kommen und danken will ichs Euch.". 4,3 „Den Dank kenne ich“— lachte der Förster auf—„hinterher treibt Ihr's um so ärger.“— Unter solchen Gesprächen sind sie bis nahe an's Forsthaus gekommen. Immer dringender werden die Bitten des Mannes, ader der Förster bleibt hart. „'s ist meine Pflicht, Mann! Kann's nicht ändern.“ Da arbeitet sich ein kleiner Junge die Straße herauf und stürzt auf den Mann zu: „Vater, du bleibst so lange“— klagt er—„und Mutter friert so.“ Stumm drückt der Mann den Buben an sich und ein flehender Blick trifft den Förster, „Ist das Euer Jüngster?“ „Der älteste von vieren, Herr Förster.— Habt Mitleid.“ Der Förster blickt auf die Beiden nieder. Ein harter Kampf spiegelt sich in seinen Mienen wieder, endlich wendet er sich freundlich an den Mann. „Tretet mit Eurem Holz ins Gebüsch.“ Rasch befolgt dies der Mann. „Komm doch, Vater!" bittet der Kleine. „Habt Ihr zu essen?“ fragt der Förster. „Trockenes Brot“, erwidert der Mann leise. „Zieht in Frieden,“ fährt der Förster mit weicher Stimme fort.„Ich will nichts gesehen haben.“— Er reicht ihm die Axt. Stürmisch umfaßt der Mann des Försters Rechte und stammelt heiße Dankesworte. „Lohn's Euch Gott, Herr Förster!“ Der Förster wehrt ab.:: 1 „Kommt nachher zu mir und holt Euch, was Ihr braucht,“ Dann geht er dem Forsthause zu. „Fröhlich Weibnacht Herr Förster!" tönt's üm mit bebender Stimme nach. Aufatmend tritt er in die Stube und fragend schaut die Gattin zu ihm auf.„Ich hab ihn laufen lassen,“ spricht er leise, Da springt sie auf und hängt an seinem Halse. „Du lieber, guter, pflichtvergessener Mann! Das ist mein schönstes Christgeschenk.“— Und jauchzend tönen die Glocken zu ihnen herüber:„Fröhliche Weibnacht!“—— 4 *** Wild rast der Sturm um das einsame Forsthaus und runen an den Fensterläden. Die Dunkelheit ist bereits hereingedrochen und die Försterin hat die Lampe angebrannt Trübselig sitzt sie am Tisch und lauscht hinaus, aber nichts hört sie Noch immer nicht läßt sich der wohlbekannte Tritt vernehmen und schon seit der frühesten Morgenstunde weil ihr Mann draußen im Revier„Herrgott, steh' ihm bei,“— stöhnt sie qualvoll auf und blickt schmerzbewegt auf den am Boden spielenden Knaben „Mutter, kommt das Christkind nun bald!“— wendete sich der Kleine an die Mutter„Hab' nur Geduld, mein Junge, — wenn Vater heimkehrt,"—-Währenddessen liegt draußen im Sturm und Schnee der pflichttreue Förster auf der Lauer, die Büchse schußbereit in der Hand und den treuen Teckel an der Seite Schon lange ist er dem frechen Wilderer auf der Spur, doch immer wieder ist er entwischt Aber heute muß er ihn fangen und sollte er die ganze Nacht ausharren„Wart, Schuft, wenn ich dich erwisch',— dann sei dir Gott anädia.“ murmelt er ingrimmig vor sich hin Da berührt der brave Hund leise seine Hand.„Was gibts Männe?— Kommt er endlich?— Männe ließ ein leises, fast unhörbares Knurren ertönen und zerrt an der Leine „Hast ihn aufgestöbert, mein Hundel?“— redet der Förster leise auf diesen ein—„Nun sei brav still, damit ich den Kerl erwisch!— Vorwärts,— such!“——— Der Hund, als verstände er seinen Herrn, wedelt mit dem Schwanze und behutsam folgt ihm der Herr nach dem Dickicht „s“ ist nur gut, daß so hoher Schnee gefallen, der macht die Schritte unhörbar—— Wie Schatten schleichen die Beiden—urch das Gestrüpp, der Förster von Baum zu Baum, damit er immer Deckung hat Endlich ist er an dem Dickicht und auch der Hund bleibt stehen Vorsichtig späht der Förster hinter einer stämmigen Fichte hervor und sein Herz klopft zum Zerspringen— Höchstens dreißig Schritte vor ihm hockt eine dunkle Gestalt, mit dem Gesicht hinaus auf die Richtung blickend, die Büchse in der Hand. Männe läßt sich nicht mehr halten reißt sich los und stürzt mit wütendem Gekläff auf den Wilderer zu. E 93