Dortmunder Tageblatt Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Abonnementspreis — lus Haus, mit der täglichen Unterhaltungsbeilage und dem Sseitigen„Illustriertem Sonntagsblatt 55 Pig. dvre Monat, durch die Pos bezogen für 3 Monate 1.50 Ml. Rotationsdruck und Verlag, sowie für die Inserate vberantwortlich: Biktor Schauzer Dortmund. verbunden mit den Lokat-Anzeiger für Dortmund u. Hörde und der täglichen Unterhaltungsbeilage U##“ sowie der Illustrierten Sonntagsbeilage. Erpedition: Dortmund, Prinzenstraße 9—11.— Fernsprech=Anschluß Nr. 3299. Inserate die 8 gespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 25 Psa Reklamen die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 60 Pfg. Beilagen nach Uebereinkunst. Bei zwangsweiser Beitreibung der Insertionsgebühren durch Klage oder Konkursverfahren wird der Rabatt hinfällig. Für Aufnahme von Inseraten an bestimmt vorgeschriedenen Tagen übernehmen wir keine Garantie. Für die Fedaktion verantwortlich: Max Sonnemann, Dortmund. tr. Erstes Blatt. Ein Dämpfer. Die Bestrebungen, die sich in der Zenkrumspar#i geltend machen, um den Charakter der„Interkonsssionalität" dieser Partei festzulegen, und die beinders in der Reichstagsfraktion der Partei ihre ärtste Stütze haben, werden sehr heftig in dem astenbrief desavouiert, den jetzt der Erzbischof von #öln, Dr. Fischer erlassen hat. Der Hirtenbrief üißbillige sehr scharf das„Reden von der sogeannten christlichen Weltanschauung": Er erklärt, grin liege, ein schmähliges Verbergen des kathoischen Glaubens. Ferner drücke der Ausdruck Peltanschauung" den Katholizismus auf das Niau„der modernen sogenannten Weltanschauungen, wa gar der des Monismus oder Atheism is“ her5. Die Konsequenz der sogenannten Intressenkonssionalität— alle außerkatholischen Ideen und sichtungen bekommen in dem Hirtenbrief immer das ttribut„sogenannt“— sei die religionslose Schule. Der Kölner Erzbischof stellt sich somit effen auf in Standpunkt, den die Herren Roeren und Biter auf der vielbesprochenen Osterdienstagskonferenz itwickelt haben, und der nachher von der offizielm Zentrumspartei mißbilligt worden ist. Die Zenumsführer werden eines großen Aufwandes von phistik bedürfen, um nach außen hin eine Ueberistimmig zwischen den Ausführungen des Erzschofs und der Haltung der Partei vorzuspiegeln. Besonderes Interesse erweckt noch ein Passus Hirtenbriefes, der auf Stichwahlbedürfnisse mit ozialdemokraten Bezug hat. Die Stelle lautet: „Ist es nicht ein überaus bedenkliches Zeichen der Zeit, daß bereits solche Kreise, die sich bisher als staats= und gesellschaftserhaltende bezeichneten, offen mit Parteien liebäugeln oder gar sich verbinden, die aus ihren Umsturzideen kein Hehl aber auch nicht aus ihrem Haß gegen Christentum und positiven Glauben?“ Dieser Passus richtet sich, wie die Berl. Volksztg. ervorhebt, gegen diejenigen liberalen Kreisc, le geneigt sind, für die künftigen ReichstagswadIn Stichwahlbündnisse mit den Sozialdemokraten bzuschließen. Als aber vor den letzten Reichstagsahlen im Jahre 1907 an der Sakristei des Does zu Speyer das bekannte Stichwahlbündnis zwihen dem Zentrum und den Sozialdemokraten bgeschlossen wurde, da fand das Herr Dr. Fischer densalls in der Ordnung,, denn er hütete sich daals sehr wohl, vor dem Bündnis mit der„Umurz'partei zu warnen. Die Sache erhält aber für n sofort ein anderes Gesicht, wenn sich ein soles Bündnis mit den Sozialdemokraten gegen die entrumspratei richtet. Tann sind die Sozialdemoaten die Feinde des Christentums und des positin Glaubens. Wir können aus den Worten des Die Kinder des Sträflings. Roman von A. Sinowka. 4 „Gehört dieser Ort denn allein Herrn Niegowo?“ fragt lius den Kutscher. Dieser nickt.„Sseinen Nikolowitsch ist als ein schwerDer Maun in ganz Sibirien bekannt." Nach einer Weile geec tiessinnig hinzu:„Hat sich das wohl selbst nicht numen lassen, daß er so hoch kommen würde, damals, s man ihn hierher verschickte.“ Verschickte?“ wiederholen Dora und Julius wie aus #en Munde.„Herr Niegowo ist doch kein Verschick„Aber natürlich! Das weiß doch jeder," erwidert gleichmütig.„Vor fünfundzwanzig Jahren kam lcch den Goldminen von Kara und als er nach sieJahren Erlaubnis erhielt, nach Rußland zurückzuhuußeber 3oa er es vor, hier zu bleiben. Wird schon E. Arpaben, warum Zuerst wurde er Aufseher in einem Awdert hier in der Gegend, nur etwas südlicher, dann zuar er die Goldader und kaufte sich mit seinem L#“ on.. na und so ging das weiter. Heute ist er reichste Bergwerksbesitzer im Osten.“ hat er denn aber verbrochen, daß man ihn „e erkundigt sich Dora atemlos. Leißz ich es? Wird wohl..“ und der Kutscher macht er## verde, als ob er in die Tasche eines andern ausgs..ch etwas weiteres sagen, es bleibt jedoch da man, nachdem man noch eine zweite zufe 2½ Jahren hat, vor einem großen, hölzernen gelangt ist.. dem Wohnhause Niegowos. vozs sehr stattlich aus, eine breite Freitreppe führt lonuaderan von dieser zieht sich eine lange d vor auuag de Veranda längst dem Untergeschoß hin, #lmehreren Fenstern der oberen Etage befinden „ Süberdachte Balkons. Vor der Treppe steht ein mit eier mächtig großen Glocke. .“ 2eschwistern klopft das Herz bei der Vorstellung, ß ihr Frezr Ziel sind, aber mehr noch regt sie's auf, n#herr ein Verschickter sein soll. Hätte man n nar früher gesagt, so würden sie sich doch be#den, in seinen Dienst zu treten. Jetzt freilich Dortmund, Donnerstag, den 27. Januar 1910. 27. Jahrg. Erzbischofs von Köln nur das Zugeständnis entnehmen, daß die Idee des Großblocks der Linken zur Bekämpfung der Zentrumspartei gerade in den Rheinlanden immer mehr an Boden gewinnt. Ein solches Zugeständnis ist für die Beurteilugg der politischen Situation äußerst wertvoll. Wir ersehen daraus, daß man in klerikalen Kreisen schon damit rechnet, die Zentrumspartei werde bei den nächsten Reichstagswahlen in den Rheinlanden, die bieher für eine ihrer stärtsten Tomänen galten, beträchtliche Verluste erleiden. Warum die Rommunen sich verschulden. Der Stuttgarter Bürgermeister hat kürzlich auf einen wunden Punkt in unserem öffentlichen Leben und besonders in den Gemeindeverwaltungen hingewiesen. Seine Mahnung verdient auch außerhalb Württembergs gehört zu werden. Teshalb sei der Inhalt der Rede hier kurz wiedergegeben. Er wies darauf hin, daß neuerdings in weiten Kreisen die Meinung Platz greife, die Städte hätten zu sehr aus dem Vollen gewirtschaftet und sich nicht damit begnügt, das Notwendige zu tun, sonnern auch das nur aus irgend einem Grunde Wünschenswerte verwirklicht. Vielleicht wäre es manchmal angezeigt, eine Mahnung an die Staatsregierung zu richten, sie möchten auch ihrerseits die Gemeinden nicht zu großen, nicht unbedingt gebotenen Ausgaben zwingen. Vor allem aber wäre jene Mahnung zu richten an die Gemeindevertreter oder noch besser: an die Wähler. Jetzt höre man immer wieder Klagen über die Höhe der Steuern, was aber die Urheber solcher Klagen nicht abhalte, fast gleichzeitig von der Stadtverwaltung die Ausführung aller möglichen kostspieligen Projekte zu fordern und es sehr übel zu nehmen, wenn dem nicht entsprochen werde. Kaum etwas werde dem Gemeindevertreter, und zwar wesentlich durch das Verhalten der Wählerschaft, so schwer gemacht als Sparsamkeit. Immer sollte am anderen Orte gespart werden, und nicht gerade dort, wo es beabsichtigt sei. Hinter jeder Forderung an die Stadt ständen die Interessenten, und der Gemeindevertreter stehe ständig unter dem Eindruck, durch die Unterstützung einer Forderung an die Gemeinde verletze er niemand, durch die Verweigerung solcher Forderungen aber schaffe er sich und seiner Partei Gegner und Feinde. So gehe die Entwicklung dahin, daß die Sparsamkeit im öffent lichen Leben eine immer schwierigere Kunst werde, und etwas, dessen Betätigung immer mehr innere Unabhängigkeit und Charakterfestigkeit erfordere. Sachsen und die Scyiffahrtsabgaben. Staatsminister Graf Vitzthum wird sich am 2. Februar nach Berlin begeben, um pecsönlich im Bundesrat den Antrag Sachsens auf Ablehnung der Schissahitsabgaben vertreten. ist es zu allen solchen Erwägungen zu spät, jetzt heißt es mit frischem Mut das Kommende zu erwarten. Indessen ist der Kutscher von seinem Gefährt gestiegen, um die große Glocke zu läuten. Es dauert denn auch nicht lange, so öffnet sich die Haustüre und ein Diener in hohen Faltenstiefeln, Pluderhosen aus schwarzem Sammet und einer roten Wollbluse tritt heraus und fragt, was es gäbe. Nachdem der Kutscher ihn verständigt hat, hilft er den Geschwistern höflich beim Aussteigen und führt sie ins Haus durch einen geräumigen Vorsaal in ein leeres Zimmer, in dem eine kleine Petroleumlampe ein trübes Licht verbreitet.„Wollen Sie ablegen?“ sagt er.„Ich werde Sie Valeska Antrowna melden.“ Nach einer Weile, während deren die Geschwister hinlänglich Zeit hatten, sich ihrer Umhüllungen zu entledigen und ihre Kleidung ein wenig in Ordnung zu bringen, kehrt der Diener wieder und heißt sie, ihm zu Valeska Antrowna zu folgen. Wie im Traum durchschreiten sie eine Anzahl völlig dunkler Zimmer, durch die nur das Licht einer kümmerlichen Talgkerze, die jener in der Hand trägt, ihnen den Weg finden hilft. Um so mehr sind sie geblendet, als sich dann eine Türe vor ihnen öffnet und strahlende Helligkeit sie plötzlich umgibt. Nach den elenden Löchern, in denen die beiden die letzten Nächte zugebracht haben, kommt es ihnen vor, als ob sie in ein Feenreich getreten wären. Der Raum, in dem sie sich befinden, ist groß und hoch, die allerdings nur aus unbehauenen Baumstämmen bestehenden Wände sind mit Teppichen behängt, die Fenster verhüllen Vorhänge aus roher Seide und auf den hübschen modernen Möbeln stehen allerhand Nippes und Photographien in Moraständern. Eine vierarmige Hängelampe erhellt das Zimmer bis in die dunkelsten Winkel. Die Geschwister vergessen über dem überwältigenden Eindruck, den diese ungewohnte Pracht auf sie macht, ganz, sich die Personen anzuschauen, die sich in dem Zimmer befinden. Erst als eine weiche, müde Stimme sie auffordert, näher zu treten, gewahren sie eine Dame, die auf einer Chaiselonque; liegt und sie amüsiert betrachtet. Es ist eine Frau von etwa vierzig Jahren, auffallend hübsch und jugendlich, nur viel zu stark. Dieser Umstand tut der Wirkung der Persönlichkeit jeFrhr. v. Schoen Gegenüber französischen Blättermeldungen, die von einem Scheiden des Staatssekretärs von Schön aus seinem Amte zu berichten wußten, keilt der offiziös informierte Berliner Korrespondent seinem Blatte mit daß von einer derartigen Absicht des Freiherrn von Schoen zurzeit keine Rede sei. Die Reisekosten=Entschädigungen der Beamten. Die Regelung der zur Zeit größtenteils recht hohen Tagegelder und Diäten der Beamten soll sowohl für die Reichs= wie für die preußischen Staatsbeamten übereinstimmend erfolgen. Die Reisekosten sollen zukünftig nicht mehr als Einnahmequellen angesehen werden;; sie sollen lediglich zur Erstattung tatsächlich entstandener Ausgaben dienen. Dienstreisen sind allgemein einzuschränken. Die Reisen sind nur von denjenigen Beamten auszuführen, die am Ziel der Reise zur Ar beitserledigung wirklich notwendig sind. Die Pauscha lierung, wie solche bereits teilweise eingeführt ist, soll auf weitere Beamtenkategorien ausgedehnt werden. Bei kurzen Reisen, die nur einhalb oder dreiviertel Tag, oder noch weniger Zeit beanspruchen, wird eine Reisekostenentschädigung nur teilweise gewährt.— Jeden falls werden schon im nächsten Etat mehrere Millionen an Tagegeldern und Tiäten abgesetzt werden. In Bayern gehen interessante Dinge vor. Dort berät der Ausschuß der Abgeordnetenkammer den Regierungsentwurf eines Malzaufschlagegesetzes. Die Liberalen stimmten in der ersten Lesung dagegen. In der zweiten Lesung erklärte dann der Zentrumsabgeordnete Loibl, wenn die anderen bürgerlichen Par teien nicht dafür stimmten, lehne auch ein Teil seiner Parteifreunde das Gesetz ab. Mit Recht nennen die„Münch. N. Nachr.“ diese Politik eine„Erpresserpolitik“. „Es ist das, so erinnert das nationalliberale Organ, in kurzer Zeit der zweite Fall, daß das Zentrum erklärt, ein wichtiges Gesetz nur dann annehmen zu wollen, wenn es die Zustimmung der übrigen bürgerlichen Parteien findet. Die gleiche Taktik verfolgte es, wie bekannt, auch bei der Steuerreform. Man muß sich vor Augen halten, daß die Klerikalen im bayrischen Landtage von 163 Mandaten 98 besitzen. Und diese große Partei hat nicht den Mut, für Gesetzentwürfe, die nach ihren Wünschen umgestaltet werden, allein vor dem Lande die Verantwortung zu tragen! Sie setzt darum den Minoritätsparteien die Pistole auf die Brust und macht von deren Zustimmung die Annahme eines Gesetzes abhängig. Von ihnen erwartet das Zentrum, daß sie im Interesse des Landes schließlich doch nachgeben. Es selbst aber fragt nach diesen Interessen gair nichts und sorgt nur für den eigenen Vorteil, weil es die Agitation der Liberalen im Lande fürchtet.“ Was ein Tandrat alles tun darf. Der Landrat des Kreises Quedlinburg, v. Jacobi, hat an eine Reih von Kreiseinwohnern folgende Zuschrift verschickt: „Nach einer mir zugegangenen Mitteklung sind Sie noch nicht Mitglied des dortigen Kriegervereins. Da es mir erwünscht erscheint, daß alle gedienten Soldaten in diese, in erster Linie für sie in Frage kommenden Vereine eintreten und der in ihnen gewährten Wohltaten teilhaftig werden, bitte ich Sie hiermit, Ihren Beitritt zu dem dortigen Kriegerverein bei dem Herrn Vorsitzenden desselben erklären zu wollen. p. Jacobi.“ Diese Aufforderung ist erfolgt, wie der„Vorw.“ mitteilt, in Form eines offiziellen Dienstschreibens, auf dessen Umschlag selbst der Stempel des Landrats nicht fehlt. Und es wurde ferner portofrei versandt mit dem Aversionierungsvermerk. Wie kommt der Herr Landrat dazu, in amtlicher Eigenschaft für ein privates Unternehmen Propaganda zu machen und diese Propaganda auf Staatskosten zu betreiben? Und sind die Einwohner des Kreises nicht imstande, selber zu wissen, welcher Verein ihnen zusagr oder nicht? Es sind auch noch viele Einwohner nicht Mitglied der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung oder eines Vereins für Feuerbestattung usw. Wann wird sie der Landrat zum Beitritt zu diesen Vereinen auffordern? Der wahre Grund. Der konservative Abg. Winckler, Vertreter von Merseburg=Baumburg=Zeitz im Abgeordnetenhause, hat kürzlich in einem Rechenschaftsbericht zu Merseburg offen zugestanden, daß der Widerstand der Konservati#### gegen die Reichsfinanzreform des Füriten Bülow nich so sehr auf finanziellem Gebiete g=legen habe, sondern aus allgemeinen politischen Erwägungen diktiert wor den sei. Herr Winckler sagte nach dem„Merseburger Korr.“:„Wir(die Konservativen) wurden geleitet von den Befürchtungen, als der Reichsschatzsekretär den Ent wurf veröffentlichte und dabei das Zugeständnis machte daß den Parteien, die den Vorschlägen der Regierung zustimmen, Konzestionen auch auf nicht finanziellem Gebiete gemacht werden sollen. Dies mußte unter allen Umständen verhindert werden. Wohin sollte dies führen, Schon hatten die bösen Liberalen Anträge aus Aenderung der Geschäftsordnung eingebracht, womit neue parlamentarische Einrichtungen(Ministerverantwortlichkeit) bezweckt wurden. Gegenüber der freiheitlichen Entwicklung des Reiches war es daher Pflicht jedes Patrioten, die monarchische Gewalt in den Einzelstaaten hochzuhalten. Nur über unsere(der Konservativen) Leichen geht es zu den parlamentarischen Einrichtungen und finanziellen Fragen im Reiche. Aus diesem Grunde erklärte sich der Redner auch gegen jede Abänderung des preußischen Wahlrechts. Abg. Winck ler zerstörte auch die Mythe, als ob die Talonstcuer usw. Besitzsteuern sein sollten. Er sagte nämlich: Der Besitz sei wahrlich genug besteuert und barum eine An spannung der direkten Steuern zu vermeiden. Man trat daher für eine Wertpapiersteuer, Amsatzsteuer und späterhin für eine Reichswertzuwachssteuer ein. Der Merseb. Korr. bezeichnet es als besonders auffällig, daß Abg. Winckler die Ablehnung der Erschaftssteuer zu rechtfertigen gesucht habe, obwohl der Merseburger Kreisverein der Konservativen für diese Steuer als gerechteste Besitzsteuer s. It. eingetreten sei. Oesterreich=Ungarn. Wien, 27. Jan. Das„Ertrablatt“ meidet, daß der Eisenhändler Pfeil, der eine zweite Spur in der doch kaum Abbruch, da das lose Hängekleid aus bunt geblümter, chinesischer Seide die allzu vollen Formen vorteilhaft verhüllt. Die leuchtenden Farben des malerischen Gewandes passen prächtig zu der weißen Haut und den Rabenhaaren. Um den Hals trägt sie einelange, goldene Kette, mit Edelsteinen besetzt, und in der kraus gebrannten, lockeren Frisur leuchtet ein großer Brillantstern. „Also Sie sind die deutsche Erzieherin, die wir uns verschrieben haben?“ spricht die Dame in ihrer langsamen, müden Art.„Wie heißen Sie denn, mein Kind?“ Erzieherin? denkt Dora bestürzt. Man wird sich doch nicht etwa dem Irrtum hingeben, daß sie das Lehrerinnenexamen gemacht hat? Das wäre ja schrecklich, denn dann. sie ist so erschrocken, daß ihr fast die Stimme versagt, und ganz leise antwortet sie:„Dora Berger.“ „Und weiter?" Da das Mädchen, welches in ihrer Verwirrung ganz vergessen hat, daß man nach russischer Sitte allen Leuten den Vornamen des Vaters beilegt, die Fragerin verständnislos anstarrt, fügt diese erläuternd hinzu:„Ich meine, welches der Name Ihres Vaters ist?“ „Peter," kommt Julius der Schwester zu Hilfe. „Also Dora Petrowna. Man muß doch wissen, wie man Sie zu rufen hat. Und Sie, mein junger Herr: fährt Frau Niegowo zu Julius gewandt, fort,„wer sind Sie? Hat Dora Petrowna sich vielleicht gleich einen Liebsten mitgebracht?“ Dora wird dunkelrot bei dem wahrscheinlich durchaus nicht bösgemeinten Scherz, Julius aber erwidert rasch: „Wir sind Geschwister. Ich heiße Julius Petrowitsch Berger und habe meine Schwester begleitet, weil Herr Niegowo mir Hoffnung gemacht hat, eine Anstellung bei ihm zu finden.“ „So, so! Nun, Sseinen Nikolowitsch wird bald kommen, dann können Sie ja mit ihm sprechen. Aber wollen Sie sich nicht setzen, Julius Petrowitsch? Dora Petrowna, so setzen Sie sich doch. Blanka, Alexandra,“ ruft Frau Niegowo,„so rückt doch ein paar Stühle herbei. Da können Sie gleich Ihre Zöglinge sehen, Dora Petrowna. Die große braune ist Blanka und die kleine blonde Alexandra. Sie sind acht und sechs Jahre alt. Gute Kinder, gute Kinder! Aber so reicht doch Eurer Erzieherin die Hand, Ihr Mädchen." Die beiden Kinder, die in ihren weißwollenen Blusenkleidchen, mit den glattgescheitelten Lockenhaaren wie ein paar Engelein aussehen, machen einen zierlichen Knix und legen ihre Händchen in Doras ausgestreckte Rechte. Die ist entzückt von den niedlichen Geschöpfchen und möchte ihnen gern etwas Freundliches sagen, aber das Wort„Erzieherin“, das Frau Niegowo nun schon zum zweitenmal in Bezug auf sie gebraucht hat, raubt ihr alle Fassung. Sie fragt sich immer von neuem, ob es nicht ihre Pflicht ist, der Dame zu sagen, daß sie keinerlei Examen gemacht und überhaupt nur eine kaum durchschnittliche höhere Töchterausbildung genossen. Doch da fängt die weiche, müde Stimme wieder zu sprechen an.„Ich denke, die Kinder werden Ihnen keine allzugroßen Beschwerden machen. Sie sind sanft und fügsam, und wenn Sie sie nicht anstrengen, werden sie Ihnen schon gehorchen. Aber wozu brauchen sie auch so viel zu lernen? Sie sind ja noch so jung. Als ich so alt war, dachte ich überhaupt noch nicht an das Studium.“ Jetzt redet sie gar von Studium! denkt Dora verzweifelt. Und all ihren Mut zusammennehmend, fragt sie:„Wollen gnädige Frau mir gütigst sagen, in.. in welcher Weise ich mich.. mit den kleinen Mädchen beschäftigen soll?“ „Wie?“ Die Dame sieht sie erstaunt und mit offenbarer Mißbilligung an.„Ich soll Ihnen das sagen? Aber ich bitte Sie, Dora Petrowna, das ist doch Ihre Sache, das zu bestimmen; dazu haben wir Sie doch engagiert. Ich wünsche nur, daß die Kinder nicht immerfort um mich herum sind, denn ich bin von zarter Gesundheit und kann das nicht ertragen. Im übrigen machen Sie mit ihnen, was Sie wollen.. lassen Sie sie spielen, unterrichten Sie sie, aber nicht zu viel, denn es hat gar keinen Zweck, daß Sie Gelehrte aus ihnen machen. Blanka und Alexandra sind reich genug, um sich nicht unnötig mit Lernen plagen zu müssen.“ Jetzt kann die ehrliche Dora doch nicht länger an sich halten.„Ich muß der gnädigen Frau nur bekennen, daß ich kein Lehrerinnen=Examen gemacht habe,“ stammelte sie, krampfhaft die Hände ineinander pressend. 176.18 Das Geständnis scheint aber wenig Eindruck auf ihre Prinzipalin zu machen.„So?“ meine sie gleichgültig. #kannten Gistmordaffäre g z tgi hn; wegen homalezudier Vergehen verhaftet worden ist. England. London, 26. Jan. Daily Mail berichtet: Adniral Lord Beresford hielt gestern Abend in Dartsord ine Rede, in der er u. a. erklärte: Niemals in der inglischen Geschichte ist die englische Marine so schwach i Verhältnis zu der anderer Nationen gewesen, wie zegenwärtig und niemals so schlocht organisiert. Das Schlachtschiff„Invinceble“ hat seit dem letzten März dicht einen einzigen Schuß aus einem 12zölligen Geschütz abgefeuert. Es ist tatsächlich ein Verbrechen und es päre an der Zeit, die Schuldigen zur Verantwortung m ziehen. Lokales und Provinzielles. Dortmund, 27. Januar. — Des Kaisers Geburtstag, der heute gefeiert wird, wo nur immer die deutsche Zunge klingt, Ist in Dortmund wie üblich durch den Donner der Kanonen begrüßt und in hergehrachter Weise von den Kriegervereinen, den Schulen, Behörden und privaten Korporationen begangen worden, soweit nicht schon vorher solche Feierlichkeiten stattgefunden hatten. Die örkentlichen Gebäude prangen in Flaggenschmuck. —“ Wenn einmal, dann aber ordentlich, dachte der Winter, als er uns endlich die Ehre eines längeren Besuches schentte. Mit gewaltigem Schneesturm überfiel er uns gestern und hüllte alles In ein dickes und warmes Schneekleid ein. Eitel Freude herrscht bei unserer Jugend, die nun auch doch etwas vom winterlichen Vergnügen haben wird. Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen ist jetzt an der Tagesordnung und wird emsig geübt. Schneeballschlachten werden unausgesetzt geliefert. Nur möchten wir den Knaben empfehlen, dem weiblichen geschlecht gegenüber nicht so rauhbeinig zu sein, für ihre Wurfgeschosse sich ein anderes Ziel auszusuchen. Turch den starken Schneefall ist allerdings auch der Verkehr arg beeinträchtigt. Doch das muß nun einmal mit in den Kauf genommen werden. Mag man sich damit trösten, daß dadurch auch vielen Arbeitslosen einigermaßen lohnende Beschäftigung geboten wird. — Zum Fall Wenzel. Der Magistrat hatte beim Amtsgericht den Antrag gestellt, den Wachtmeister Wentzel auf Grund eines amts=ärztlichen Gutachtens für unmündig zu erklären, damit ihm ein Pfleger zur Ordnung seiner Angelegenheit beigegeben werden könne. Das Amtsgericht hat diesen Antrag mit der Begründung endgültig abgelehnt, daß nach einem vorliegenden amtlichen Gutachten mehrerer staatlich angestellter belgischer Irrenärzte Wentzel körperlich und geistig vollkommen gcsund sei. "— Vortragskurse der Wilhelm=Auguste=Viktoria=Bücherei.— Der nächste Vortrag des Herrn Bibliothekar Zimmer über das„Wesen und Werden der Sprache“ findet Freitag, 28. Jan. statt, wiederum im Hiltrophaus, Prinzenstr. 20, abends Zeinhalb Uhr. Herr Zimmer wird über die deutschen Dialekten und den Sprachatlas des deutschen Reiches sprechen. Eintrittskarten zu 40 Pfg. an der Abendlasse. — Stadtausschuß. Am Dienstag sand unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Dr. jur. Eichhoff eine geschlossene Sitzung des Stadtausschusses im Verwaltnugsstreitverfahren statt. Darin wurde erteilt: Die Genehmigung zum Betriebe der unbeschränkten Schenkwirtschaft: 1. dem Brauereidirektor Ludwig Frantzen aus Hörde für das Haus Nikolaistr. 1. Ecke Betenstraße— Mönchs=Hof—, bisher Kaufmann; 2. dem Milchhändler Wilhelm Vaupel für Rheinischestr. 48— bisher Uffelmann; 3. dem Restaurateur Josef Hawig für Bornstr. 86—88— Ecke der Schleswigerstraße— bisher Sailler; 4; dem Restaurateur Max Reinhold für Märkischestr. 44— bisher Schneider; 5. dem Restaurateur Hugo Tönshoff für Münsterstr. 87— bisher Ww. Schreer; 6. dem Kaufmann Josef Keller für das Gartenetablissement„Steinerne Brücke“, Hohestr. 271— bisher Wellmann; 7. dem Restaurateur Wilhelm Volmer für das Haus Humboldtstraße 4— bisher Thöne; 8. dem Restaurateur Emil Zeibig für das Haus Kurfürstenstraße 2— Ecke der Roßstraße— bisher Tonshoff; v. dem mestaurateur Heinrich Foer für für das Haus Hohensyburgstr. 5— Ecke Ardeystr.— bisher Römer; 10. dem Restaurateur Hugo Rodegro für Kaiserstr. 23— bisher Steinfort. Die Erlaubnis zum Betriebe der Gastwirtschaft wurde gewährt: dem Schlossermeister Wi helm Meyer für Rheinischestraße 160— bisher Ritter— und 12. dem Restaurateur Wilhelm Pulger für das Haus Bornstraße 40— Ecke der Kapellenstraße— bisher Weinberg. Die Genehmigung zur Neuanlage einer Kegelbahn wurde erteilt: 13. dem Restaurateur Georg Semmler für das Haus Hohestr. 117— Ecke der Eintrachtstraße— und 14. dem Restaurateur Heinrich Schreer, Münsterstr. 135. Die Erlaubnis zum Betriebe der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung wurde gewährt: 15. dem Handlungsgehilfen Otto Göbler für Helle 7; 16. der Ehefrau Helene Behrendt für Bremerstr. 5 und 17; dem Rechtskonsulenten Karl Roßignol für Krimstraße 7. Die Genehmigung zum Ausschank von Selterswasser und Limonade wurde erteilt; 18. dem Selterwasserfabrikanten Wilhelm Schmidt aus Hörde für eine Trinkhalle an der Ecke der Beurhaus= und Wilhelmst caße; 19. dem Selterswasserfabrikanten Jakob Broich für eine Trinkhalle an der Ecke Born= und Beramannstraße und 19. dem Selterswasserfabrikanten Hermann Brenne für ein Zimmer in dem Hause Oesterholzstraße 6; Außerdem wurde noch erteilt 20. dem Restaurateur Franz Kulitz die Erlaubnis zum Ausschank alkvholfreier Getränke in dem Vereinshause christlicher junger Männer, Wilhelmstr. 49— bisher Kraus; 21. dem Drogisten Karl Müller jun. die Genehmigung zum Handel mit Giften und 22. dem Speisewirt Georg Müller die Erlaubnis zur Vergrößerung seiner alkoholfreien Wirtschaft durch Hinzunahme eines weiteren Zimmers in dem Hause Stahlwerkstr. 93. Eine Anzahl gleicher Antragsteller aus der Hamburgerstr., Weißenburgerstr., Rheinische. straße, Bleichmärschstr., Leipzigerstr., Hohensyburgstraße, Oesterholzstr., Stahlwerkst. und Münsterstr. wurden unter Verneinung der Bedürfnisfrage ablehnend beschieden. In den Genehmigungsfällen unter 3 und 4 wurde der Branntweinveckauf über die Straße ausgeschlossen. —' Verein Frauenbildung=Franenerwerb.— Unsere Mitglieder machen wir noch ganz besonders auf die erste Mitgliederversammlung des neuen Jahres aufmerksam. Fr. Fraekel wird über Rahel Varnhagen sprechen, jene interessante Frau, die umflossen ist von dem Zauber der freien Goethischen Gedankenwelt.— Gäste sind immer willkommen! —' Polizei=Bericht. In der Nacht zum Mittwoch bezw. im Laufe des Dienstag wurden 3 Personen festgenommen und zwar: je 1 wegen Obdachlosigkeit, Widerstands und steckbrieflicher Verfolgung. —“ Kronenburg. Das 18. Symphonie=Konzert des Philharmonischen Orchesters unter Georg Hüttner's Leitung am Freitag, den 28. Januar, abends 8 Uhr, ist ein Mendelsfohn=Abend, von dessen Werken zur Aufführung kommen: Die„Schottische“ Symphonie, Nocturno und Scherzo aus dem„Sommernachtstraum“ und die Ouvertüre„Ruy Blas". Wetter enthält das Programm: Polonaise Nr. 2 in E=dur von Liszt, den „Norwegischen Künstlerkarneval“ von Svendsen und die Ouvertüre zur Oper„Hans Heiling“ von Marschner. —“ Wer kennt ihn? Am 19. Dezember v. J. ist in Frankfurt am Main in der Obermainanlage die Leiche eines unbekannten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Mannes aufgefunden worden, deisen Personalien noch nicht festgestellt sind. Beschreibung: Ungefähr 45 Jahre alt, 1,75 Meter groß, Haare hellblond, Schnurbart blond, Gesicht lang, schmal und kurchig. Stirn hoch und gewölbt. Kleidung: Schwarzer, weicher Hut, graues Jaquett, dunkelgrau gestreifte Arbeiterhose, Zugstiefel, schwarze Strümpfe, blaue Arbeitsschürze, schwarz und weiß gestreiftes Hemd, neue wollene Unterhose, gestrickte braune Unterjacke. Jeder, der über die Person irgendwelche Angaben machen kann, wolle der nächsten Polizeibehörde davon Kenntnis geben. —“ Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Motorwagen der Straßenbahn, der gestern Vormittag in der Nähe der Kronenburg stattfand, wurde ein Insasse des Automobils gegen den Straßenbahnwagen geschleudert und an der Stirn nicht unerheblich verletzt. —' Verein Rheinland. Die aus Anlaß des katserlichen Geburtstages vom Verein Rheinland vorigen Dienstag veranstaltete Festsitzung nahm bei gutem Besuch einen ausgezeichneten Verlauf. Nachdem der Präsident Jean Wirtz die Sitzung mit einer Festrede eröffnet hatte, wurde ein von ihm verfaßtes Geburtstagslied mit Begeisterung gesungen. Dann wickelte sich das Programm, das wiederum alles Lob verdiente, glatt ab. Tüchtige Redner stiegen in die Bütt, um das närrische Volk durch ihre gelungenen, meist Lokalkolorit tragenden Vorträge köstlich zu unterhalten. Herrliche Lieder stiegen und manch treffliches Wort wurde vom Präsidenten gesprochen. Um die mitternächtige Stunde konnte W. Dieckmann sein gereimtes Protokoll zum Vortrag bringen und wie immer damit Beifall erringen. Ein Tanz, der sich ziemlich lange ausdehnte, beschloß die Festsitzung. —' 4. Solisten=Konzert des Philharmonischen Orchesters. Nach einer 14tätigen Pause folgt bereits am 31. d. M. das 4. der großen Philharmonischen Konzerte. Ursprünglich für den 21. Februar vorgesehen, mußte das Konzert aber auf den oben zuerst genannten Tag verlegt werden, um die für den Philharmonischen Verein geplante große Veranstaltung zu ermöglichen. Als Solisten für den 31. Januar sind gewonnen die vorzügliche Altistin Fräulein Elisabeth Schenk aus Weimar und der in kurzer Zeit hier außerordentlich beliebt gewordene Lehrer der Ausbildungsklasse für Violine am Konservatorium Holtschneider=Hüttner, Herr Karl Pecsi. Mengede, 27. Jan. Herr Amtsbeigeordneter von Köcritz wurde vom Oberpräsidenten zum Vertreter des auf vier Monate beurlaubten Amtmannns Schraamül= ler bestimmt. Lütgendortmund, 27. Jan. Auf dem Martenerwege wurde am Sonntag Mocgen 7 Uhr der Bergmann Ludwig Bergermann aus Buer von drei jungen Burschen überfallen und beraubt. Dabei fiel den Räubern eine silberne Uhr mit Kette und ein Portemonnaie mit zwei 50=Markscheinen in die Hände. Gräfrath, 26. Jan. Gegen den Beschluß der letzten Stadtratssitzung, durch welchen die Zahlung von Ortszulagen an die Lehrer abgelehnt wurde, werden die Lehrer Einspruch bei der Regierung erheben. Gräfrath ist die einzige Stadtgemeinde des oberen Kreises Solingen, die die Ortszulagen abgelehnt hat: die anderen Gemeinden bezahlen Beträge bis 300 Mark, die Stadt Solingen bis zu 400 Mark.— Gräfrath steht vor einer Erhöhung des Zuschlages zur Einkommensteuer um 45 Prozent, durch die Ablehnung der Ortszulagen werden 5 Prozent an den Steuerzuschlägen gespart. Bonn, 26. Jan. Die Suspendierung der beiden Korps Borussia und Palatia hat noch zu Weiterungen geführt. Der Rektor gibt alljährlich ein Diner, zu dem die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden eingeladen werden. Diesmal haben die letzteren abgesagt. Der Rektor der Universität Geheimrat Boeschcke machte einem Vertreter der„B. Z.“ darüber folgende Mitteilungen:„Ich betrachte die Angelegenheit als eine rein persönliche Sache. Die Herren haben versucht, mich zu brüskieren. Daß sie nicht eingeladen gewesen waren, ist unrichtig. Obers v. Arnim, Kommandeur des Königshusarenregiments, hatte bereits zugesagt. Nach der Euspendierung schrieb er mir aber, unter den gegenwärtigen Umständen werde ich es wohl verstehen, daß er nicht erscheine. Nicht genug daran, veranlaßte er auch den im Dienstalter jüngeren Kommandeur des Infanterieregiments, dem Diner fernzubleiben. Im übrigen haben sich die Herren entschuligt, und gesellschaftlich ist alles wieder in Ordnung.“ Cleve, 26. Jan. Das große Wiesenbecken OberSalmort steht unter Wasser. Der Ort Ober=Salmort ist vom Wasser eingeschlossen. Das Wasser an der Brienner Schleuse ist um fünf Zentimeter gefallen. Moers, 26. Jan. Die benachbarte Gemeinde Baerl steht infolge des Hochwassers des Rheines vollständig unter Wasser. Jeder Verkehr mit dem Orte ist unterbunden. Der Verkehr mit dem angrenzenden Niederhahlen wird durch Nachen aufrechterhalten. Trier, 26. Jan. Im Eiselgebiet herrscht bei eisigem Sturm ein so gewaltiger Schneefall, daß aller Verkehr unterbrochen ist. Die Züge verkehren mit mehrstündigen Verspätungen. Stellenweise ragen nur die Kronen der Bäume aus dem Schnee beraus. Dußerdorf, 25. Jan. Das Wasser des Rheins ist seit Sonntag um 45 Zentimeter gefallen und fällt Dortmunder Stadttbeater. ms. Dortmund, 22. Januar. Zum 1. Male: „Der deutscho Rönig“. Schauspiel in 5 Akten von Ernst von Wildenbruch. Ueber Wildenbruchs Schwächen und Stärke sind schon Kübel von Tinte verschrieben worden, sodaß Neues nicht vorgebracht werden kann. Ich beschränke mich barauf, kurz zu bemerken, daß des Dichters Stärke in seiner Fähigkeit liegt, einen geschichtlichen Vorgang in der wirksamsten szenischen Beleuchtung zu sehen, seine Schwäche in dem Mangel an psychologischer Vertiefung ieimer Charaktere. So war es stets mit den Wildenbruchschen historischen Dramen; deshalb darf es, und zwar freudig überraschen, daß dieser Mangel in seinem letzten nachgelassenem dramatischen Werke„Der deutsche König“ nicht augenfällig wird. Allerdings ist dafür in der Sprache eine gewisse Ermüdung erkennbar trotz der patriotischen Begeisterung, die das Stück durchweht. Daneben tritt ein eigenartiger visionärer Zug hervor; der Dichter selbst hat sich um tausend Jahre zurückversetzt und spricht im Geiste der Zeit aus leinen Personen, deutsche Macht und Größe verkürdend und preisend. Es ist immer das Vorrecht der Dichter gewesen und wird es auch bleiben, die geschichtlichen Tatsachen durch Phantasiegebilde abzulösen. Von diesem Vorrecht hat Wildenbruch in seinem Schaupiel„Der deutsche König“ ausgiebig Gebrauch gemacht; er hat in seinem letzten Gruß und Vermächtnis an die Nachwelt ein Stück deutscher Geschichte bis zur Unkenntlichkeit verherrlicht und idealisiert. Wir wissen aus der Geschichte, daß Heinrich der Sachse, Sohn des Sachsenherzogs Otto des Erlauchten, der erste deutsche König aus dem sächstschen Hause war. Heinrich hatte schon bei Lebzeiten des Vaters glücklich gegen die slavischen Nachbarn und gegen die Ungarn gestritten. Nach Otto's Tode zum Herzog, von Sachsen erhoben, war e mit König Konrad 1., der ihm einen Teil seines Erbes zu entziehen trachtete, in einen harten Kampf geraten, der zu seinem Vorteil ausging und seinem Gegner so große Achtung einflößte, daß dieser auf dem Sterbebette ihn als den der Krone Würdiasten zu seinem Nachfolger empfahl. Demzufolge wurde Heinrich von den Franken und Sachsen in Fritzlar zum König der Deutschen erwählt. Daß die Fürsten, die Heinrich die Reichsinsignien brachten, ihn beim Vogelfang getroffen, ist spätere Sage. Anders sieht der phantastische Heinrich Ernst v. Wildenbruch's aus. Der geschichtliche Heinrich war der Rivale Konrads, der Wildenbruchs beugt vor dem deutschen König Konrad das Knie. Auch Konrad hat sich eine Umgestaltung durch den Dichter gefallen lassen müssen. Der geschichtliche Konrad, der noch ein Jahr vor seinem Tode die schwäbischen Herzöge Bertold und Erchanger hinrichten ließ, hatte mit dem müden Neurastheniker Wildenbruchs nichts gemein. Wildenbruch hat den Konrad wie den Heinrich ihrer geschichtlichen Härte entkleidet und in eine höhere Welt des Gedankens emporgehoben, des Gedankens: Deutschland.„Der deutsche König“ Wildenbruchs beginnt mit einem Besuch des müden Frankenkönigs Konrad bei der mehr als 100jährigen Oda, der Witwe Ludolfs von Sachsen und Großmutter des jungen Sachsen=Herzogs Heinrich. Konrad erkennt dort in dem jugendfrischen, starken und tatkräftigen Jüngling den künftigen deutschen König. Trotzdem Heinrich, seine Braut Mathildis verlassend, dem verführerischen Weibe des Grenzgrafen Osdach folgt, um deren von den Hunnen bedrohte Burg Keuschberg zu ret ten, und die Hateburg, wiewohl diese gelobt, den Schleier zu nehmen, wenn die Burg gerettet wird, als Siegespreis für sich in Anspruch nimmt und in sein Haus führt, glaubt Konrad an ihn und seine Be stimmung, Deutschland zu einen und von den Hunnen zu befreien. Der sterbende Konrad betraut seinen Bruder, der bislang als der kommende König galt, mit der Botschaft an Heinrich, daß er ihn zu seinem Nachfolger bestimmt. Als Heinrich diese Botschaft vernimmt, wird er. zumal auch Hateburg sich von ihm gewandt, um ihn seiner Bestimmung nicht zu entziehen, von Reue tief ergriffen, gelobt Besserung und erhält allseitige Verzeihung und beweist dann durch die Tat, daß er der Mann ist, Deutschland einer besseren Zukunft entgegen zu führen. Dem König Konrad verlieh Herr Mayr einen müden Zug, ohne die königliche Würde abzustreifen. Ergreifend wirkte er in der Szene mit den Häuptlingen der Hunnen, die der Wucht seiner Anklagen und Visionen nicht Stand zu halten vermögen. In der Titelrolle hatte Herr Gerdes reichlich Gelegenheit, sein feuriges Temperament zur Geltung zu bringen. Den Intentionen des Dichters gemäß gab er Heinrich dem Sachsen eine unbändige Jugendkraft, einen zügellosen Tatendurst, eine Sünd und Fehler sieghaft überstrahlende Liebe zum deutschen Vaterlande. Rein Wunder, daß die so trefflich ausgestattete Figur von besonderer Wirksamkeit war und das Publikum zu lautem Beifall hinriß. st Herr Kaufmann war als Eberhard voll Liebe zum Bruder, und von edler Entsagung gegenüber Heinrich. Die uralte Oda, die der Franken Niedergang und der Sachsen Aufstieg vorahnend verkündet, wurde von Frl. Hennig vortrefflich dargestellt. Die kleinen Rollen der Mutter und der Braut Heinrichs hatten den Damen Frl. Protz und Frl. Habermeyer verständnisvolle Darstellerinnen gefunden. Besonders lieblich und liebenswert trat letztere auf die Bühne. In Maske und Spiel vorzüglich war Herr Binder als Osdach. Packend wurde dessen Frau Hateburg von Frl. Hrubesch gespielt, die auch die rechten Töne für ihre Entsagung sand. Herr Kaul war als Abt von Hersfeld ein würdiger Diener des Herrn. Die Herren Engelke und Fischer waren ein paar prächtige Hunnenhäuptlinge, während die Herren Förster und Klug es verstanden, Osdachs Knechte wirksam zu verkörpern. Anerkennung verdienten ebenfalls Herr Matthias als Reginber und Herr Brobowski als eindrucks voller Räuberhauptmann Foldak. Da auch die übrigen Darsteller sich gut in das Ensemble einfügten, so war es kein Wunder, daß die Aufführung flott von statten ging und mit einem vollen Erfolg endete. Nicht wenig trug dazu die vortreffliche Inszenierung durch Herrn Oberregisseur Habermeyer bei, der recht sarbenprächtige, bewegliche Bilder zu schaffen, sich sehr befleißigt hatte. Eine Wildenbruch=Premiere pflegte ein Ereignis zu sein. Nach seinem Tode scheinen aber die Dortmunder wenig Interesse mehr für Wildenbruch zu zeigen. Denn heute mußte die Aufführung des„Deutschen König“ vor einem nicht einmal leidlich besuchten Hause vor sich gehen. Hoffentlich erfreuen sich die Wiederholungen eines weit besseren Besuches, den sie unbestritten verdienen. langsam weiter. Die Schiffahrt ist nicht Sowohl von Holland wie von der Ruhr treffen forsetzt einzelne Dampfer wie Schleppzüge ein oder hen zu Berg. Die Kohlenverfrachtung von der Rußg ist im Gange geblieben, aber auch nur die stärkste Schiffe können nur schwer gegen die reißende Strimung vorwärts kommen. Bei anhaltenden Niederschlägen und warmer Witterung sind abermals Steigen des Wassers und Ueberschwemmungen zu fürchten. Seit gestern Abend ist das Wasser vog 16 Zentimeter gefallen. Bingen, 25. Jan. Der Rhein ist seit gesten um weitere 12 Zentimeter gestiegen und erreichte letzte Nacht 2 Uhr eine Pegelhöhe von 4,42 Mir Bis 7 Uhr früh blieb der Stand unverändert. vom Ober= wie vom Niederrhein fallendes Wasser gemeldet wird, wird auch hier die Hochflut baldig zurückgehen. Bei der unbeständigen Wetterlage sich aber sicheres nicht voraussagen. Seit gesten früh ist hier das Wasser in sämtliche Neller der un teren Vorstadt eingedrungen; in Aßmannshausen sinz mehrere Straßen überschwemmt. Aachen, 26. Jan. Der in weiten Kreisen bekang. te Sänger Ferdinand Fincke hier ist verhaftet wor den. Er soll als Angestellter einer hiesigen Tuchgroßfirma lange Zeit hindurch Tuchmuster englische Firmen unberechtigt anderen(auswärtigen) Fabrikanten zum Nachbilden so zeitig überliefert haben daß die Stoffe in Deutschland fabriziert, schon fertig vorlagen, wenn die englische Firma ihre Reisenden mit den Mustern dorthin sandte, wodurch dies Firma natürlich schwer geschädigt ist. Junge Zei konnte man der Sache nicht auf die Spur kommer Ein Mithelfer, ein Goldarbeiter Schmitz wurde eben falls verhaftet. dem Gerichtssaal. Gewerbegericht Dortmund. Dortmund, 26. Jannar. In der gestern abgehaltenen Spruchsitzung führte Herr Landrichter Ploeger den Vorsitz. Folgende Streitfälle wurden erledigt: Der Schmied eselle Heinrich Schneider klagte wider den Schmiedemeister Heinrich Fuchs auf Zahlung von 16.— Mark Restlohn und 20 Mark Schadenersatz wegen kündigungsloser Entlassung. Eine Lohnvereinbarun var zwischen den Parteien nicht getroffen. Beklagter behauptete, der noch nicht 17 Jahre alte Kläger sei ei sehr mäliger Arbeiter gewesen uno für seine Leistunge mit dem ihm gezahlten Betrage von 3.— Mark v## Taa mehr als gut bezahlt worden. Den Kläger entlassen zu haben, b'stritt Beklagter. Auf Grund de Aussagen von Zeugen hielt das Gericht die Klagesor derung in vollem Umfange für unbegründet. Klägnahm seine Klage zurück. Wegen rechtswidriger Entlassung klagte der Elektri. ker Eduard Beez gegen das Eisen= und Stahlwerk Hoesa auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 45.60 Mar Beklagter erhob den Einwand der Unzuständigkeit de. Gewerbegerichts da Kläger auf der der Beklagten gehörenden Zeche Kaiserstuhl beschäftigt gewesen und d. her zur Entscheidung dieser Sache am Berggewerbege richt neu anzubringen. Auf Zahlung von 20,80 Mark Restlohn klagte der Klempner Fridr. Lueg gegen den Klempnermeister Ew. Bathe. Beklagter will zur Einbehaltung des verlangten Betrages berechtigt gewesen sein, da Kläger schlecht gearbeitet und während der Arbeitszeit Geschichtendücher gelesen habe. Beweise für seine Behauptungen vermochte der Beklagte nicht zu erbringen. Im Ver gleichswege gao Kläger sich mit 15.— Mark zufrieden. Von der Ehefrau Schneidermeister Hermann Kruckmeier will der Schneider Fritz Pohlmann grundlos ohn Kündigung entlassen worden sein und klagt dieserhalt auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 60.—, Mark. Beklagte war im Termine nicht vertrien. Si wurde au Antrag des Klägers durch Versäumnisurteil zur Zavlung der Klageforderung verpflichtet. Die Maurer Alwin Pfeiffer und Anton Buurs klau ten gegen die Firma Gebr. Gras u. Ko. G, m. b H. auf Zahlung einer Lohnentschädigung von je 33 Mi unter der Behauptung, am 15. Januar er. grundlos ohm Kündigung entlassen worden zu sein. Eine Vereinbarung über Kündigung ist mit den Klägern bei der Einstellung nicht getroffen worden. Beklagte glaubte, trotzdem zu kündigungslosen Entlassung der Kläger berechtigt gewesen zu sein, da sich in der Baubude eine diesbezügliche Bekanntmachung ausgehängt befinde. Zugeben mußte die Beklagte aber, daß die Entsernung zwischen der fragl. Baubude und der Arbeitsstelle der Kläger mehr als 5 Minuten beträgt. Unter diesen Umständen hielt daGericht die Klageforderung für begründet. Die Beklagte erkannte die Klageforderung an. Auf Zahlung von 46.25 Mark Restlohn kagie de Anstreicher Karl Freiberg gegen den Anstreichermeistel Heinrich Funke. Beklagter ist bereits durch Versäumnisrteil zur Zahlung der Klageforderung verurteilt worden. Im heutigen Termine erklärte Beklagter kurz vor Aufruf der Sache, daß er zu dem in seiner Vorladung angegebenen Zeitpunkte erschienen sei und nicht läget mehr warten könne. Er entfernte sich obwohl er von Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht wurde, das er sich vertreten lassen soll oder die Folgen seines Verhaltens tragen müsse. Ein Rechtsmittel gegen das bereits ergangene Versäumnisurteil steht dem Beklag ten jetzt nicht mehr zu. Gegen die Firma Wilh. Böhme klagte der Schlosser Wilh. Schmitz auf Zahlung von 15 Mark Restlohn und Ausstellung eines ordnungsmäßigen Zeugnisses. Auf Antrag des Klägers wurde gegen die Beklagte ein Versäumnisurteil nach dem Klageantrage erlassen, da sie im Termine nicht vertreten war. Letzte Telearamme. Prinz Fushimi in Berlin. Berlin, 27. Jan. Heute wird aus London de Prinz Fushimi von Japan hier eintrefken, um den Prinzen Adalbert von Preußen einen hohen japanische Suppen Fix und fertig— 3 Teller 10 Pfo. Knorr-Sos gllt als würzt sames Suppen, Saucen, Gemüse,# Allarthe adalt Gtrcten m zu überbringen. Prin wohlbekannnt, da er i Zeit zur Ausbildu p zu iert war. 14.— Fer Jnnzminister über de #erlin, 26. Jan. In haltsausschusse äußerte bei der Bera Kizminister zum Ki Anklage sei erhoben word 5 verschwommenen Bewe hickelt und unklar gewese achen zu, welche die bis begründet hätten. in der Lage gewesen, d En fallen zu lassen, weil #es sehr schwer gewesen #n der den Geschworene btsanwaltschaft hätte sich lagen, die zur Kompetenz Hinblick auf diese Erwägn haltschaft vom M se gemacht worden. Der Reichskanzle Dresden, 27. Jan. Der sing gestern abend den nn Hollweg. Könin Leopol! rüssel, 27. Jan. D Anspruch auf no= Obligationen, urger Stiftung überwie Paris, 26. Jan. Das Aufhebung der auf Ar ##se von Koburg erfolgt Josses Balincourt(Oise Kronin Baughan, a . kostenpflichtig Die Affäre des elgrad, 26. Jan. De uzen Georg wird, stritt des Ministers des 2 tpräfekten Alinpitsch zu beim König eine A edoch vom König ver! die Regierung bei z beteiligen. 40 = Sch Kleidt Bekannt hahFleischspeisen etc 85 W — st eingestellt orign ein oder#. on der die ißende nden Nieder ermals Steia ugen zu be. Wasser und seit gester nd erreichte n 4,42 Mir. rändert. endes Wasser baldig etterlage läßt Seit gesten ller der un nshausen sind zeisen bekann. erhaftet wor. iesigen Tuchster englischer tigen) Fabriliefert haben rt, schon fer. na ihre Reiwodurch dies unge Zei spur kommer z t r u r d e e b e n Prinz Jushimi ist in Deutschsaal. 8. 26. Jannar. sitzung führte lgende Streiter klagte wider Zahlung von denersatz wegen vereinbarun en. Beklagter Kläger sei ei eine Leistunge — Mark vn m Kläger entuf Grund da die Klagesor ündet. Klägs gte der Elektritahlwerk Hoesa zu 45.60 Mar ständigkeit de. Beflagten geAvesen und d. Berggewverbege lohn flagte der nermeister Ew. g des verlangKläger schlech: it GeschichtenBehauptungen gen. Im VerNark zufrie den. Hermann Kruck1 grundlos ohn klagt dieserhall on 60.— Mark. Si wurde au urteil zur Zahton Buurs klag Ko. G, m. b von je 33 Ml grundlos ohm ie Vereinbarung der Einstellung ste, trotzdem zur berechtigt geweje diesbezügliche Zugeben mußte vischen der fragl. läner mehr als änden hielt daet. Die Beklagtt tlohn kagle de Instreichermeistel irch Versäumnisverurteilt worklagter kurz vor einer Vorladung und nicht läger obwohl er vom icht wurde, daß lgen seines Verl gegen das bet dem Beklag gte der Schlosser ark Restlohn und Zeugnisses. Auf beklagte ein Verrlassen, da sie in nnie. n. aus London de trefken, um den hohen japanischen 09 nabtbekannt, da er in den 9der Jahren länZeit ur Ausbilbu n zur deutschen Marine komker Junzuinister über den Kieler Werstprozeß. Flin, 26. Jan. In der heutigen Sitzung des haltsausschusses des Abgeordnetenäußerte bei der Beratung des Justizetats der iaminister zum Kieler Werftprozeß, Inklage sei erhoben worden auf Grund einer teilverschwommenen Beweisaufnahme. Vieles sei und unklar geweren. Das treffe besonders Sachen zu, welche die Kompetenz des Schwur, begründet hätten. Die Staatsanwaltschaft der Lage gewesen, die hierauf gerichteten Anfallen zu lassen, weil sie hätte einsehen müssen, #s sehr schwer gewesen wäre, einen Beweis zu #u. der den Geschworenen genügen könnte. Die bisanwaltschaft hätte sich beschränken können auf die agen, die zur Kompetenz der Strafkammer gehören. hinblick auf diese Erwägungen seien der Staatshaltschaft vom Minister ernste Vorje gemacht worden. Der Reichskanzler in Dresden. ##es den, 27. Jan. Der König von Sachsen sing gestern abend den Reichskanzler v. Bethnn Hollweg. Könin Leopolds Nachlaß. #r##fsel. 27. Jan. Die belgische Regierung bi Anspruch auf die 23 Millionen a0 Doligationen, die Leopold II. der urger Stiftung überwiesen hatte. Waris. 26. Jan. Das Appellationsgericht ordnete Aufhebung der auf Antrag der Prinzessin e von Koburg erfolgten Versiegelung des sosses Balincourt(Oise), des Wohnsitzes ronin Vaughan, an. Die Klage der Prinzessin kostenpflichtig abgewiesen. Die Affäre des Prinzen Georg. elgrad, 26. Jan. Den Epilog zu der Affäre des uzen Georg wird, wie bestimmt verlautet, der stritt des Ministers des Aeußern, sowie derjenige des wpräfekten Alinpitsch bilden. Prinz Georg suchte #n beim König eine Abschiedsaudienz nach, bedoch vom König verweigert wurde, dagegen sich die Regierung bei der Abreise des Prinzen beteiligen. Die englischen Wahlen. London, 26. Jan. Nach den bis 3 Uhr nach. mittags bekannt gewordenen Wahlergebnissen waren gewählt: 255 Unionisten, 230 Liberale, 38 Verlreter der Arbeiterpartei und 72 Nationalisten. Premier= minister Asquith wurde in Tifeshire wiedergewählt und zwar mit 5242 Stimmen gegen 3188 Stimmen des unionistischen Kandidaten. Kriegsminister Haldane wurde in Hyldingtonshire mit 3771 Stimmen gegen 3026 Stimmen des unionistischen Kandidaten wiedergewählt. Standesamts-Nachrichten. Dortmund 2. Vom 25. Januar. Geburten: Ein Sohn: Bergm. Schmidt, Hammerstr. 8. Hochofenarb. Radun, Holsteinerstr. 11, Schmied Matuschke, Burgholzstr. 62. Walzwerkarb. Rutsch, Schleswigerstr. 11. Bergmann Föllmer, Wam belerstraße 34. Invalide Kriska, Burgholzstr. 50. Eisendreer Meermann, Missundestr. 45. Rangierer Ristau, Burgweg 57. Eine Tochter: Heizer Tryban, Schlosserstr. 16. Zinkhüttenarb. Schneider, Güntherstr. 104. Humorist Schwarzer, Düppelstr. 23. Schreiner Röhr, Burgholzstraße 50. Eisenwerkarb. Laschke, Brackeleistr. 9. Aufgebote: Bergmann J. Latos und Witwe Wladislawa Frye. Bergmann I Pietrezyk und Emilie Bergerhoff. Eheschließungen: Hilfsarb. A. Loyewski u. Auguste Woykoß. Eisendreher J. Sommer und Ernestine Schäfer. Kanzleigehilfe K. Gries und Martha Grothe. Sterbefälle: Ehefrau Anna Franke, Feldstr. 117, 48 J. E. Stein, Oesterholzstr. 84, 1 M. Privatmann J. Kracht, Kronprinzenstr. 1, 66 J. Anmerkung. Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers sind die Standesämter von 11einhalb Uhr vorm. ab geschlossen. Briefkasten. L. Ste. Tort scheint man total verrückt geworden zu sein. Denn es gehört schon eine ganz gehörige Portion Skrupel= und Charakterlosigkeit dazu, bei vollem Verstande solcher Verdrehungen sich schuldig zu machen und solch hirnverbranntes Zeug zu eib Olaa H. Solange die Ehe nicht geschieden ist, bleibt anderweitiger Verkehr immer Ehebruch, wenn auch der Mann geisteskrank ist. Wo alles Kaisers Geburtstag feiert, kann der umsichtige Geschäftsleiter der„Walhalla“ Herr Paul Thiele nicht zurückbleiben. Dem vatriotischen Zuge des heutigen Tages folgend hat er heute Abend eine Kaisersgeburtstagsfeier arrangiert, die zweifellos in würdiger Weise ihren Verlauf nehmen wird. Herr Thiele hat ja anerkanntermaßen ein großes Geschick. derartige Feiern in vortrefflicher Weise vorzubereiten und zu leiten. Da in der„Walhalla“ auch sonst nichts vermißt wird und alles, was des Gastes Herz begehrt. tadellos geboten wird, so dürften die Teilnehmer an der heutigen Feier angenehme Stunden verleben und dann vollbefriedigt die„Walhalla" verlassen. Im Olympia=Theater ist anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. große Festvorstellung und gelangt die brillante Operette „Die lustige Witwe“ mit Grete Morgan vom Frankfurter Operettenhause als Gast. Morgen Freitag„Die lustige Witwe“. Die Firma Willi Olfers, Spezialgeschäft in Herren=Hüten, Mützen, Schirmen und Stöcken, die seit langen Jahren Steinstraße 8 und Münsterstraße 13 ihre Geschäfte mit bestem Erfolge betreiben, eröffnet heute eine Filiale, Brückstraße 55—57(im Lindeuhos), worauf unsere verehrl. Leser besonders aufmerksam gemacht werden. Bekanntmachung. Städtische Kinderbewahr= und anstalt Missundestraße 5. Wie bisher, werden Kinder von etwa 4 Jahren ab zur Verpflegung und Beaussichtigung aufgenommen. Anmeldungen nimmt die Vorsteherin Fräulein Kröning, bei welcher auch die Aufnahmebedingungen eingesehen werden können, entgegen. Die Verwaltung des Armenwesens. schreiben. Deutsche Damplischerei-Gesellschaft „Kordsee“ Berberstraße 1-4. Rheinlischestraße 11. Schellsisch ff. großer Schellfisch, ff. mittel Schellfisch, ff. kleiner ff. große Scholle ff. Rotzunge ff. Goldbarsch ff. Knurrhahn Steinbutt, ff. großer Steinbutt, ff. kleiner ff. Tarbutt(bester Ersatz f. Steinbutt ff. Seezunge ff. Zander Lebende Karpfen Im Schnitt: Schellfisch Cabliau Seelachs„ Lengfisch Salm(Lachs) Pfd. 57 Pfd. 46 Pfd. 21 Pfd. 62 Pfd. 90 Pfd. 26 Pfd. 26 Pfd. 200 Pfd. 140 Pfd. 120 Pfd. 205 Pfd. 100 Pfd. 90 Pfd. 50 Pfd. 40 Pfd. 35 Pfd. 30 Pfd. 135 Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Seegranat Pfd. 35 Pfg. Roheß=Bückinge 3 Stück 20 Pfg. Geräuch. Lachsheringe Stück 15 Pf. Erste Sendung Oftender Bratbückinge ot. 60 Pl. 9. Morgen eintreffend: Echte Monickendamer Bratbückinge. Hochf. Emdener Vollheringe Dtz. 50, 60, 80, 90 Pf. Riesenfettheringe Stück 10 Pf. Dtz. 1 Mk. (vorzügl. zur Bereitung v. Gabelbissen, Rez. gratis Reichhalt. Duscahl in Marinaden feinfter Qual. Caviar in allen Preislagen. Oettmund. Zur Konfirmation u. 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Konfirmanden- und Rommunikanten-Kleider von nas 22.50 an Besonders preiswert: Ein grosser Posten Kleiderstoffe, in allen Farben, bis zur Hälfte im Preise ermässigt Jede pütterche Stretes ### beabsichtigt, den östlichen Teil der Lindenvvom Baugrundstück Nr. 2 bis zum Einlauf in den zum Zwecke der Einverleibung in den Bahn„Lemaß festgestelltem Bebauungsplan einzuziehen k, seiner Höhenlage zu verlegen. n geiteres soll über das Baugrundstück Nr. 2 Mar u. Fußgänger benutzbare Verbinder Lindenstraße mit dem Fahrdamm oswales hergestellt werden. legans2##### Plane ist der einzuziehende bezw eegende Straßenteil durch blaue Farbe kenntlich bidem wir diese Absicht hiermit öffentlich bekannt Reaiß=:.da au aufmerksam, daß der Plan Dienas des städtischen Tiefbauamtes in den un v#n tunden während der gesetzlichen Offenleund ap;##r. Bochen für Jedermann zur Einsicht .### nwendungen während dieser Frist bei uns werden können. ortmund, den 25. Januar 1910. Polizei=Behörde. Oberbücgermeister. Bekanntmachung Das Königin Augusta Garde=Grenadier=Regiment Nr. 4 wird am 3. Mai 1910 sein 50jähriges Bestehen feiern. Alle ehemaligen Angehörigen und Kriegsteilnehmer des Regiments, die an der Feier teilzunehmen wünschen, werden gebeten, hiervon dem Regiment Kenntnis zu geben, unter Angabe des Vor= und Zunamen, Stand, Wohnort, Straße und Hausnummer, Tag des Eintritts in das Regiment, Kompagnienummer. Dienstgrad, Feldzüge. Sammelmeldungen durch Kriegervereine pp sind erwünscht. Aus dem Rheinland werden Sonderzüge zu ermäßigten Preisen von Coblenz und Cöln aus zusammengestellt. an die anzuschließen sich empfiehlt. Die Aufforderungen, enthaltend Programm und Kostenvoranschlag, werden den sich Meldenden später zugehen. gez. von Oetinger Oberst und Regiments=Kommandeur. J. C. Becker, Köln-Nippes. er Art, keinsten bis größten Sorten, fertig owie zugeschnitten, Verschlußkisten, Trockenrahmen Flaschenkasten. 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Februar. abends 9 Uhr: Grosses Slite-Maskentest Karneval in der Hölle! 3 Kapellen!— Ballett!— Cabaret! Rollschuhkünstler! Zahlreiche Ueberraschungen! Damenkarte 1 Mk. Herrenkarte 1.50 Mk. sind an der Theaterkasse und in den bekannten Zigarrengeschäften zu haben. Große Linsen p. ppro. 40 Pf., Haferflocken p. Pfd. 20 Pf. Wibbelbohnen p. Pfd. 14 Pf., Butteröl p. Lir. 73 Pf. Rüböl, p. Ltr. 55 Pf., Süße Pflaumen p. Pfd. 17 Pf. Rosinen(Sultaninen) 39 Pf. Sardinen p. Faß 1.25 Mk. Feinste Heringe p. Dtd. 39 Pf., Salzgurken 3 Stück 10 Pf. Die Neueröffnung meines Spezial-Geschäfts in Herren-Hüten, Mützen, Schirmen, Stöcken Brückstrasse 55-57 im„Lindenhof“ zeige ich hiermit ergebenst an Willi Olfers. ImporthausF. Wens 73 Westenhellweg 73. 157 Stadttheater Bekanntmachung Leute, den 27. Januar 1910: Kaiser-Geburtstag-Feier. Grosses patriotisches Fest-Konzert. = 10 Uhr: Festrede.— Patriotische Chor-Gesänge. (Texie liegen auf.) Schlachten-Potpourri Coldateska 1170/71. Paul Thiele. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestande des Bergmanns Johann Nethe Elstergasse 20 hierselbst ist die Schweineseuche ausgebrochen. Ueber das Gehöft ist bis auf Weiteres die Sperre verhängt. Tortmund, den 24. Januar 1910 Polizeiverwaltung. Die dem Verbande deutscher Brieftauben=Liebhaber Vereine angehörigen Vereine im Stadtkreise Dortmund und zwar: 1. der Brieftauben=Liebhab.r-Verein Columbia, 2. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Luftpost 3. der Brieftauben=Liebhaber-Verein Concurrenz, 4. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Kriegspost, 5. der Brieftauben-Liebhaber=Verein Courier, 6. der Brieftauben=Liebhuber=Verein Blitz, 7. der Brieftauben-Liebhaber-Verien Tremonia, 8. der Brieftauben=Liebhober-Verein Gute Hoffnung, 9. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Militärpost, 10. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Gut Flug, 11. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Germania, 12. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Kaisertreu, 13. der Brieftauben-Liebhaber=Verein Möwe. 14. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Phönix, 15. der Brieftauben=Liebhaber=Verlin Brieftaube 16. der Brieftauben=Liebhaber=Verein Luftpost— mund-Cörne haben ihre Tauben der Militär=Verwaltung zur Verfügung gestellt. Die Tauben genießen somit den Schutz des Gesetzes vom 28. Mai 1894, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege. Der§ 1 dieses Gesetzes lautet: „Die Vorschriften der Landesgesetze, nach welchen das Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist und im Freien betroffene Tauben der freien Zuneigung oder Tötung unterliegen, finden ouf Brieftauben keine Anwendung. Dasselbe gilt von den landespolizeilichen Vorschriften=nach welchen T uben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer des letzteren gehören.“ und DortDortmund, den 11. Jannuar 1910. Die Polizei=Verwaltung. I. A.: Kienitz. Tonangebend! Unerreicht! Riesen-Schnittbegen. Abonnem. bei allen Postanstalt. u. Buchhandl. Farbenprächtige Colorits. Gratis-Probenummern bei John Henry Schwerin. Berlin W. S T T Donnertag, den 27. Januar 1910. A. 31. 7½—10¼. Opernpr. Fest-Vorstellung zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät Wilhelm II. Ein Sommernachtstraum. Lustspiel von Shakespeare, Musik von MendelssohnBartholdy. Freitag, den 28. Januar 1910. B. 82. 7½—10. Schauspielpr. Der deutsche König. Schcauspiel von E. von Wildenbruch. Kronenburg. Philharmosches Orchester Dirigent: Georg Hüttner. Donnertag, 27. Januar 1910 Kaisers Geburtstag. Konzert mit Programm patrist. Inhalts. Anf. 3½ Uhr Entree 50 Pf. Abonnementskarten gültig. Verein Frauenbidung-Fraueneroserb Freitag 28. Jan., nachm. 5 Uhr in der Kochschule Ostrandweg 15 Hitgliederverfammlung. 1. Mitteilungen. 2. Vorbereitung der Wahl der Revisoren und des Vorstandes. 3. Vortrag von Frau Fraenkel über„Rahel Barnhagen“. Gäste willkommen. Schirme in reicher Auswahl sehr preiswert. Reparaturen und Neubeziehen billig und exakt. Dickmann Wißstr. 21. Fernruf 990. Geld-Darlehen tenrückzahlung, gerichtl. nachgewiesen reell, Selbst geber Diesner Berlin. 31. Belle=Allianceutr. 67 Rückvorto. 6485 Filialen in Dortmund: Münsterstraße 21, Rheinischestraße 28, Westenhellweg 60. Aplerbeck, Markt 8.— Herne, Bahnhofstraße 58.— Hörde, Chausseestr. 43Lütgendort mand, Wilhelmstraße 30.— Schwerte, Brückstraße 1.— Unns Bahnhofstraße 7. Niederlagen bei Herren: Carl Luicke Nachf., Inhaber Otto Schmits, Bo: wickede,— P. A. Lange Söhne, Steinheim.— Anton Schlitte, Wann# Bahnhofstraße 137. Pianinos, Flügel Franz Reinelt Klaviermacher, 629 Dortmund, Balkenstr. 14 18, am Rathaus General-Vertreter: Adam, Bechstein, Blüthner, Knake, Knauss, Mand, Mann& Co. Ritmüller, Rönisch, Mannborg, Karn, Horüge — Fernruf 192#. Gegründet 131..— Reparaturen— — Stimmungen Donne sen 27. Jan Zweite Deutscher In der Hofloge wo E eschnr Spat Zunächst wird die zw Nachtragshaushe Abae. Kren dt(Reid Genngtuung, insbesonder selbe im Reichstag gerun inen zu, daß zurzeit nicht Zur Einschränkung der werden wir gern die Hal Abg. Storz(südd. mission das Bor####### mißbilligt. Es sind L Organisation, die zufäll funde ihren Wohnsitz diamantensegen möglich billigen die Diamanteno# auch die geforderten freuen wir uns, daß Kolonialamtes eine kauf an die Spitze unserer K. Staatssekretär Der konstatieren, daß die be stimmige Zustimmung darüber um so mehr, u zur weiteren Erschließt wickelung unseres Schut Redner Angaben über? und dankt der Landko# erfolgreiche Mitarbeit. Abg. Lattmann man endlich zu der Ue die Staatsbahnen den bahnen verdienen. Dah lichung der Otavibahn Staatssekretärs in der Zustimmung. Nur ei Lüderitbucht und S Kelonialverwaltung un Uniuhe draußen im S balt legen, wenn man Nach weiteren Rei (Lentr.) und Arni sprechung geschlossen. Der koloniale nehmiat, die Lüder ledigt erklärt. Koloniale folgt die zweite über den Haushalt der 1897/98 und 1893. b) der afrikonischen Schutz Guinea, der Verwaltu# Marianeninseln sowie Nach einigen Moni die zweite Lesung erle erklärt Staatsiekretär aus dem Hause, daß Tagegelderwesens deni noch vo: dem April i Hierauf felgt die 2 beginnend mit dem Tit Abg. Häusler stand des cewaffneten unhaltbarer. Die Ste zu sehr in Ansbruch P c r RA 3 Die Kindel Zu allem übr die Flucht der nchbar werden, nachs in Sibirien wewerden. Sein sich selber gepra er Vorstellung. man von ihnent Vielleicht gel an der seinen, de gu ihm hin un per Ankunft auf stumm, eng an durch die Wage dicken Eiskruste „wulste da drauß einem stillen Kä " Nach einer mund verwandel parten Holzbäu stätten für die 9 seine Günstling sommenheit das ## im Zuge gibt pere Zwecke besti sarienstücke aus pi#r, wenn der gästen. Den memischten Wag ##l, daher hat no sie darin ur ##er läßt ihne behisgten suton gebühren, metg Ple. Ahrigen Paf erten ewas * Donnerstag, sen 27. Januar 1910. Nr. 22. 27. Jahrgan Zweites Blatt. Deutscher Berlin, 26. Januar. Im Bendesratstische Staatssekretär Dernburg. der Hofloge wohnt der Kronprinz der Pizeprösident Spahn eröffnet die Sitzung um Zunächst wird die zweite Beratung des Nachtragshaushalts für Südwestafrika Iag 9 rendt(Reichsp.) begrüßt die Vorlage mit Wennatuung, insbesondere auch die Aufnahme, die dieselbe im Neichstag gefunden hat. Wir geben vollkomzu, daß zurzeit nicht alles so ist, wie es sein sollte. Zur Einschränkung der Spekulationen in Südwestafrika werden wir gern die Hand bieten. Abg. Storz(südd. Vp.): Mit Recht hat die Kommission das Vorgehen der Lüderitzbuchter entschieden mißbilligt. Es sind Leute ohne Kapital und ohne Organisation, die zufällig im Gebiet der Diamantenfunde ihren Wohnsitz haben und nun von dem Diamantensegen möglichst viel profitieren wollen. Wir Hidizen die Diamantenpolitik des Staatssekretärs, und auch die geforderten Bahnbaugelder. Im übrigen freuen wir uns, daß mit dem Staatssekretär des Kolonialamtes eine kaufmännische Kraft ersten Ranges an die Spitze unserer Kolonien getreten ist. Staatssekretär Dernburg kann mit Freuden konstatieren, daß die beiden Vorlagen im Hause einstimmige Zustimmung gefunden haben. Er freut sich darüber um so mehr, weil die Bahn unentbehrlich ist zur weiteren Erschließung und wirtschaftlichen Entwickelung unseres Schutzgebietes. Im weiteren macht Redner Angaben über die Tracierung des Bahnbaues und dankt der Landkommission für ihre eifrige und erfolgreiche Mitarbeit. Latimann(wirtsch. Vg.) begrüßt es, daß man endlich zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Staatsbahnen den Vorzug vor den Gesellschaftsbahnen verdienen. Daher billige er auch die Verstaatlichung der Otavibahn. Auch die Maßregeln des Staatssekretärs in der Diamantenfrage finden unser: Zustimmung. Nur ein Teil der Bevölkerung in Lüderitbucht und Swakopmund scheint mit der Kelonialverwaltung unzufrieden zu sein. Die jetzige Unuhe draußen im Schutzgebiet wird sich hoffentlich bali legen, wenn man in Ruhe die Dinge ansieht. Nach weiteren Reden der Abgg. Erzberger (Lentr.) und Arning(nat.=lib.) wird die Besprechung geschlossen. Der koloniale Nachtragsetat wird genehmigt, die Lüderitzbuchter Depesche wird für erledigt erklärt. Koloniale Rechnungssachen. Es folgt die zweite Beratung a) der Rechnungen über den Haushalt der afrikanischen Schutzgebiete für 4897/98 und 1393, b) der Rechnung über den Haushalt der afrikonischen Schutzgebiete, des Schutzgebietes NeuGunea, der Verwaltung der Karolinen=, Palau= und Marianeninseln sowie von Samoa für 1900. Nach einigen Monitas einzelner Abgeordneten ist die zweite Lesurg erledigt. Im Verlaufe der Debatte erklärt Staatsiekretär Wermuth auf eine Anregung laus dem Hause, daß die Neuordnung des Reise= und Tagegelderwesens demnächst zu erwarten sei; sie würde noch vo: dem April in Kraft treten. Hierauf felgt die zweite Beratung des. Militäretats, beginnend mit dem Titel„Gehalt des Kriegsministers“. Abg. Häusler(Zentr.): Der gegenwärtige Zu#stand des cewaffneten Friedens wird mehr und mehr #unhaltbarer. Die Steuerkraft des Volkes wird dadurch zu sehr in Ensbruch genommen. Die Bestimmungen über Freisegevühren usw. muisen reformiert werden, ebenso das Veterinär=Medizinalwesen. Zugestehen kann man, daß in letzter Zeit mehrfach Vereinfachungen vorgenommen wurden. In die Heeresverwaltung müssen kaufmännische Grundsätze eindringen. Abg. Dr. Osann(nat.=lib.): Die angekündigten Ersparnisse sind ausgeblieben, da sie nur auf den außerordentlichen Etat fielen, der ordentliche Etat ist gestiegen. In Wirklichkeit kann gespart werden. Die Bevorzugung des Adels besteht doch nicht bloß bei der Garde. Die Mißhandlungen der Soldaten sind im bayerischen Landtage ausdrücklich anerkannt worden; in Führern eintg uhalten. Bayerischer Bundesratsbevollmächtigter General Gelbsattel: Ich verwahre mich gegen diesen Angriff auf die bayerische Armee. Im bayerischen Landtage ist lediglich das Bedauern darüber ausgesprochen worden, daß Mißhandlungen anscheinend stationär geblieben sind.(Lebhafter Beifall.) Abg. Stücklen(Soz.): Wir bleiben Gegner des Militärsystems, das uns jährlich 900 Millionen kostet. Hierbei spielen die enormen Pensionsfonds eine große Rolle. Die Offiziere werden in der Vollkraft ihrer Jahre kaltgestellt. Zu verwerfen ist die Verwendung der Soldaten bei der Jagd und als Landarbeiter, besonders aber als Streikarbeiter. Die Handhabung des Militärstrafrechtes läßt viel zu wünschen übrig. Die Freisprechung der Bonner Borussen, die gleichzeitig Einjährige des dortigen Husarenregiments waren und sich an dem Ueberfall auf einen Einjährigen=Unteroffizier beteiligten, ist ein unglaublicher Ausdruck der militärischen Klassenjustiz. Kriegsminister v. Heeringen: Vereinfachungen des Etats und der Verwaltung entsprechen durchaus dem Wunsche der Militärverwaltung. Langjährige Einrich= tungen kann man aber nicht auf einmal abschaffen. Die großen Manöver halten wir mit Rücksicht auf die Schulung der Führer für notwendig. Was den herangezogenen Fall des Zweikampfes betrifft, so will ich mit Rücksicht auf die Lebenden und Toten hier Nicht näher darauf eingehen. Eine Bevorzugung des Adels besteht nicht(Zurufe: Da hört aber alles auf!), das widerspräche dem Charakter eines nationalen Heeres. Wenn noch Mißstände bestehen, so wird nach und nach Abhilfe geschaffen werden. Die in die Armee gesteckten Summen kommen dem Lande zugute; Hunderttausende von Arbeitern haben Lohn und Brot. Das Vaterland muß von der Armee erwarten, daß sie vorbereitet ist für alle gegebenen Fälle.(Lebhaftes Bravo.) Abg. v. Liebert(Rp.): Die Armee ist eine Versicherungsprämie für den Frieden. Das hat sich niemals besser gezeigt als im letzten Frühjahr.(Sehr richtig! Bravo!) Wir Deutsche sind nicht sehr beliebt im Auslande, darum müssen wir unser Pulver trocken halten. Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr vertagt.— Schluß 74 Uhr. Als des Raisers Gäste. — Wattenscheid: den 26. Januar. Die Geretteten der Zeche„Holland“ trafen heute abend kurz nach 6 Uhr, begrüßt von den jubelnden Zurufen einer zahlreichen Menge, in mehreren Wagen am Hotel„Rheingold“ ein. Ein kleiner Gesellschaftsraum des Hotels war mit Blattpflanzen und Girlanden lauschig hergerichtet. Von der Wand leuchtete die Büste des Kaisers über die weißgedeckte Tafel. Auf einem Tisch zur Seite stand die vom Hofmarschallamt gesandte Kiste, enthaltend 18 Flaschen edelsten alten Weines aus den Königlichen Kellereien, die als Geschenk für die Geretteten bestimmt waren. Bergrat Reimann vom Königlichen Vergrevier Wattenscheid begrüßte die Geretteten, die zum Teil von ihren Angehörigen begleitet waren und recht wohl aussahen, in kameradschaftlich=herzlicher Weise. In seiner Ansprache gab er seiner großen Freude über den ihm gewordenen Auftraa des Kaisers Ausdruck. Wie er zu seiner Genugtuung sehe, selen ja alle sechs Mann des „Drittels Kleffner“ wohl und kräftig zur Stelle. Bergrat Reimann warf einen Rückblick auf die Zeit des Bangens und wies aus die ausopferungsvolle Tätigkeit der Rettungsmannschaften hin. In den ersten Tagen habe man nicht geglaubt, daß das Werk glücklich gelingen werde. Mit den Verschütteten schwebten auch die Retter in der größten Gefahr. Häufig stellte sich starker Druck im Schachte ein und in dem kleinen Hilfsschächtchen knisterte und warnte es ganz verdächtig, so daß die Rettungsmannschaften flüchten mußten, um erst oben die Schachtstöße zu sichern. Nur der eisernen Energie und Todesverachtung der Retter sei es zuzuschreiben, daß die Rettung doch glücklich gelang. Einzelne Beamten, so betonte der Redner, hätten 70 bis 72 Stunden bei der gefährlichen Arbeit im Schacht zugebracht. In welch großer Gefahr die Retter geschwebt haben, das gehe wohl daraus hervor, daß gleich am Tage nach der Rettung das Hilfsschächtchen vollständig zusammengedrückt wurde und zu Bruch ging. Der Bergrat gedachte sodann der freudigen Bewegung, die nach der Bergung nicht nur bei den Geretteten und ihren Angehörigen, sondern auch bei der ganzen Bevölkerung hier und in weiter Ferne geherrscht habe. Zum Schluß sprach Bergrat Reimann den Geretteten nochmals die herzlichsten Glückwünsche im Namen des Kaisers aus, der auch hier wieder sein warmes väterliches Herz und sein besonders lebhaftes Interesse für brave, treue Knappen an den Tag gelegt habe. Die Geretteten ermahnte er, sich dieser landesväterlichen Fürsorge stets wert zu erweisen. In das „Glückauf“ auf den obersten Bergherrn stimmten die Geretteten und die wenigen anwesenden Gäste kräftig ein. Nach Beendigung des kurzen offiziellen Akts rief dann Bergrat Reimann das Drittel Kleffner„an die Arbeit“ und es begann mit den Angehörigen ein fröhliches Tafeln. Im Verlaufe des Abends antwortete auf die eindrucksvolle, wohltuend berührende Rede des Bergrats Reimann namens der Geretteten der Fahrhauer Schüpp. Der Männergesangverein„Germania“ erfreute die Festgesellschaft durch den Gesang„Heil Kaiser“. An den Kaiser wurde ein Dank= und Huldigungstelegramm gesandt. Die Geretteten haben von der Krankenhausverwaltung bis 10 Uhr Urlaub. Dann sollen sie ins Krankenhaus zurückgefahren werden. Für die an den Rettungsarbeiten beteiligt gewesenen Beamten und Arbeiter wird noch eine besondere Belegschaftsseier veranstaltet werden. Schotter, Steine usw. die Räder der Wagen verschüttet oder deren kreie Bewegung sonst irgendiote gehemmt, so sind diese Hinderni#se durch Abgraben; Unterlegen von Bohlen usw. zu beseitigen, bevor mit dem Abfahren des leeren Fuhrwerks begonnen werden darf. Ueberhaupt hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß seitens der Fuhrleute usw. auf den Bauund Verladestellen jede rohe und Aufsehen erregende Behandlung der Pfere— Tierquälerei— vermieden und in dieser Beziehung allen Anordnungen des Aufsichtspersonals strengstens Folge geleistet wird. Kommen die Führer oder Begleiter den vorstehenden Bestimmungen oder den Anordnungem des Aufsichtspersonals nicht nach, oder handeln sie ihnen zuwider, so steht dem Bauinspektor das Recht zu, gegen die Zuwiderhomdelnden Ordnungsstrafen von 10 bis 30 Mark festzusetzen. Für die Bezahlung der Ordnungsstrafen haftet der Unternehmer derart, daß er sich den Abzug derselben von seinem Guthaben gefallen lassen muß. auch wird ihm die jene Straffestsetzung enthaltende Verfügung behufs Zustellung an den Juwiderhandelnden behändigt. Zur Bezeichnung des letzteren genügt die Angabe des von ihm geführten Wagens und die Zeit der Uebertretung.“ Ein Runderlaß des Ministers des Innern empfiehlr diese Vorschriften den Kommunalverwaltungen zur Nachfolge. Zum Schutz der Zugtiere. In den Bedingungen, welche die Bauverwaltung der Stadt Berlin bei Vergebung städtischer Bauarbeiten mit den Unternehmern vertragsmäßig vereinbart. sind besondere Vorschriften über den Schutz der Zugtiere enthalten. Diese Vorschriften welche sich in der Praxis bewährt haben, lauten. „Paragraph 21. Behandlung der Pferde. a) Unternehmer ist gehalten, zur Bespannung der von ihm zu stellenden Fuhrwerke nur kräftege Pferde zu verwenden. Fuhrwerke mit abgetstebenen, lahmen oder kranken Zugtieren können von dem Bauinspektor oder dessen Vertreter von der Baustelle verwiesen werden. Unternehmer ist gehalten, solche sofort durch andere bedingungsgemäße zu ersetzen, widrigenfalls auf seine Kosten durch den Bauinspektor oder dessen Vertreter Ersatz beschafft wird. b) Für beladenes Fuhrwerk auf unbefestigten Straßen und Wegen hat der Unternehmer Vorspannpferde vorzuhalten oder seine Fuhrleute anzuweisen, sich gegenseitig Vorspann zu leisten, auch bat er dafür Sorge zu tragen, daß bei dem Uebergang von unbefestigten Straßenecken zu befestigten der hier in der Negel sich bildende Absatz durch Einlegen von Schwellen, Bohlen usw. ausgeglichen wird. Werden beim Abladen von Erde, Sand, Kies, Der Vorstand des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe hielt am Montag, den 24. d. Mts. in Berlin eine vorbereitende Sitzung ab, in der die gesamten Forderungen des neuen Tarifvertragsmusters nochmals eingehend besprochen und die Berichte der vollzählig anwesenden Vorstandsmitglieder aus den von ihnen vertretenen Verbänden entgegengenommen wurden. Die Berichte ergaben eine vollständige Einstimmigkeit über die Notwendigkeit, das bereits festgestellte Vertragsmuster zur Geltung zu bringen und der Generalver= sammlung in Straßburg zur Annahme zu empfehlen. Wenn die Generalversammlung am 24. Februar den Vorschlägen ihres Vorstandes beigestimmt haben wird. sollen erneut Verhandlungen mit den Arbeiterorganksationen stattfinden. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß diese Organisationen die Notwendigkeit der neuen Fassung des Vertragsmusters einsehen und anerkennen werden. da die Arbeitgeber nicht in der Lage sind, unter anderen Bedingungen wetter zu arbeiten, sondern gezwungen sein würden, im Falle des Nichtzustandekommens des Vertrages ihre Geschäfte zu schließen, Invaliden- und Altersrenten. Die Zahl der sekt dem 1. Janaar 1891 bis einschl. Dezember 1909 von 31 Versicherungsanstalten und den 10 vorhandenen Kasseneinrichtungen bewilligten Invalidenrenten betrug 1748137. Davon sind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit, Bezuges von Unfalirenten oder aus anderen Gründen weggefallen 854 552 Renten, so daß am 1. Januar 1910 liefen 893 585 Renten (gegen 885 950 am 1. Oktober 1909). Si. S MAGGI 20 Rumford-Juppe in Würfeln zu 10 Pfg. für 2•3 Teller ist sehr nahrhaft und wohlschmeckend. Die Kinder des Sträflings. Roman von A. Sinowka. 3 Zu allem übrigen quält ihn auch noch die Angst, daß Die Flucht der„Nihilistin“, wie er sie im stillen nennt, uchbar werden, und man ihm, der ihr dazu verholfen, Bolizisten nachsenden möchte. Eine schöne Sache, hier n Sibirien wegen„politischer Umtriebe“ verhaftet zu verden. Sein Heldenmut, mit dem er noch eben vor sich selber geprahlt, gerät bedenklich ins Wanken bei der Vorstellung. Ja, ja, Abenteuer sind recht nett, wenn man von ihnen träumt, aber wenn man sie erlebt.. hin! ! Vielleicht geht in Doras Seele ähnliches vor, wie m der seinen, denn sie hört auf zu zanken und rückt dicht 4 hhm hin und faßt seine Hand. Abermals, wie vor Ankunft auf der letzten Station, sitzen die Geschwister um, eng aneinander geschmiegt und starren trüb die Wagenfenster, welche sich inzwischen mit einer Eiskruste bedeckt haben. Nichts von der Schneesie da draußen ist zu sehen, sie sind allein wie in inem stillen Kämmerlein. Nach einer Weile kommt der Schlagwagenschaffner #o v.wandelt mit Hilfe von Kissen und Decken die Autten Holzbänke in gar nicht allzu unbequeme Lager.9440n„für die Nacht. Die beiden jungen Menschen sind Feine Lünstlinge, er hat ihnen aus eigener Machtvollba:.“ heit das einzige kleine Abteil vierter Klasse, das bers 3. 5#“ gibt, eingeräumt. Eigentlich ist es für anerche bestimmt, man pflegt hier allerhand Invenenichnucke aus dem Salonwagen aufzubewahren und Häfton.: der Zug überfüllt ist, öffnet man es den Fahrlichenu““„„Schaffner aber dauern die beiden jugendEoirnschenkinder, wenn er denkt, daß sie in dem ven, dar: Wagenabteil vierter Klasse mitfahren müßund n.#### hat er das kleine Gelaß für sie leer gemacht a tin untergebracht. ihe bl ihnen auch sonst noch mancherlei Annehmsebühr n. die ihnen, streng genommen, nicht Die dürigenmak; bringt er ihnen beseren Kaffee, als und ra g.-Allegiers dieser Klasse ihn erhalten, und hie hus=—9 ein Stück Kuchen dazu, und mittags gibt ####. das von seiner eigenen Mahlzeit ab. A#den es überhaupt von Anbeginn der Reise gut gehabt, die deutschen Geschwister, denn auch von Petersburg bis zum Baikalsee waren sie und zwar auf Anordnung eines im Zuge mitfahrenden Beamten in einem besonderen kleinen Raum einquartiert. Julius und Dora wissen es wohl selbst nicht recht, wie groß die Vergünstigungen sind, die man ihnen zuteil werden läßt, denn andernfalls würden sie sich nicht so oft gegenseitig versichert haben, wie klug es von ihnen war, den Mehrbetrag für die dritte Klasse zu ersparen und vierter zu fahren. Langeweile erleiden sie in ihrer Absonderung nie, denn sie haben in allen Wagenklassen Bekanntschaften angeknüpft und statteten dort Besuche ab und empfangen selbst welche. Nur abends bleiben sie in ihrem kleinen Reich, weil dann in dem gemischten Wagen, den sie passieren müssen, um in die anderen Wagenklassen zu gelangen, häufig Trunkenheit herrscht. Wenn der Schaffner ihnen ihre Lagerstätten zurecht gemacht hat, pflegen sie sich sofort zur Ruhe zu begeben und vor dem Einschlafen noch ein wenig in den miitgenommenen Büchern zu lesen. Heute freilich schweifen ihre Gedanken beständig von ihrer Lektüre zu den großen Erlebnissen des Abends ab. In ihre Decken und Kissen eingemummelt, haben sie ein Gefühl des Geborgenseins vor allen Verfolgungen der Polizei, und der Reiz des Abenteuers gewinnt wieder Macht über sie. „Julius,“ fragte Dora,„hast Du es schon einmal erlebt, daß einer Deiner Bekannten als Nihilist verhaftet wurde?“ „Kein Gedanke!“ erwiderke Julius.„Bei uns in Rußland merkt man überhaupt viel weniger von Nihilismus, als man sich es im Auslande immer vorstellt.“ „Und hast Du überhaupt keine Nihilisten gekannt?“ „So viel ich weiß, nein. Ich have ja fast gar keinen Verkehr gehabt, außer mit meinen Kollegen aus unserem Geschäft, na und die waren meist Deutsche wie ich, oder Ostseeprovinzialen. Es ist im Grunde schrecklich, wie wenig ich bis heute erlebt habe!“ schließt der große Junge mit einem tiefen Seufzer.„Aber das kommt davon, daß ich arm bin,“ denkt er bei sich. Dann versinkt er in Träumereien, die ihm ungeheure Schätze vorspiegeln, welche er sicher in Sibirien erwerben wird. Ueber dem Haufen Goldes aber, den er im Geiste vor sich liegen sieht, schwebt ein blasses Frauenhaupt mit schwarzen geheimnisvollen Augen, die noch heller und verführerischer deuchten als das tote Gold. „Wie schön sie war.. wie schön!“ denkt er noch im Einschlafen. Doras Phantasien aber nehmen keine bestimmte Richtung, wie die ihres Bruders. Vor ihren Augen gaukeln noch nicht Gesichter mit bekannten Zügen, die für sie das Schicksal bedeuten, sondern Märchenbilder, auf denen wundersam gestaltete Blumen, leuchtendfarbige Vögel und Prinzen in goldgestickten Kleidern sich von exotischen Landschaften abeben. Die Prinzen aber haben weder Physiognomie noch Namen, sie gleichen den Königssöhnen in den Kindermärchen, die auch nur immer unter dem Sammelbegriff„der Königssohn“ aufgeführt werden. Zwei Tage später langen die Geschwister in dem Städtchen Nertschinsk an der Nertscha, einem Nebenfluß der Schilka, an. Hier findet ihre Eisenbahnfahrt ein Ende, denn hier müssen sie sich einen Tarantaß mieten, um nach perrn Niegowos mitten in der Taiga gelegenen Bergwerk zu reisen. Glücklicherweise finden sie in der Stanzia, dem Posthause, wo dreißig Pferde gehalten werden, auch sofort ein solches Gefährt. Dora vermag bei seinem Aublick einen Ausruf des Schreckens nicht zu unterdrücken, denn es repräsentiert sich ihr als eine Art riesiger, mit einem Plan überspannter Wiege, die auf Kufen ruht. Im Sommer werden dieselben durch Räder ersetzt. Der seltsame Schlitten sieht fürchterlich aus, die Leinwand ist zerrissen und mit Schmutz bespritzt und die Nägel zum Befestigen des Schutzleders im Innern fehlen. Auf ihre Bitte, das Fahrzeug zu reinigen, und notdürftig zu reparieren, erwidert der Postmeister pikiert, daß noch niemand solch ein Ansinnen an ihn gestellt hätte, trotzdem doch schon hohe Würden träger in dem Tarantaß gefahren wären. Am Ende finden es die Geschwister aber doch nicht so unbequem und ungemütlich in dem Fahrzeug, wie sie es sich vorgestellt haben. Man stellt ihnen ein paar Kisten hinein, legt Strohsäcke als Sitze darauf.. der Tarantaß besitzt nämlich nie feste Sitze.. und wickelt sie in ziesige Pelzdecken ein, auch das Schugleder wird vermöge eines sinnreichen Mechauismus festgebunden, sodaß sie schließlich gut und warm sitzen. Leider beginnt es bald zu schneien, sodaß die Geschwister nichts von der Gegend sehen können. Anfänglich macht die Neuheit der Situation ihnen dennoch Spaß, aber bald kommt die Langeweile. Ais Julius den Kutscher fragt, wie lange es ungefähr dauern werde, bis sie in den Bergwerken des Herrn Niegowo anlangen, meint dieser gelassen:„Günstigen Falls drei Tage.“ „Drei Tage?“ wiederholen die Geschwister entsetzt. „Natürlich.“ „Und das halten Ihre Pferde aus?“ Der Mann lacht.„Ich bin morgen abend wieder daheim, Väterchen. Ihr aber nehmt an jedem Morgen ein neues Dreigespann.“ Ein schöne Aussicht! Aber was hilft es, man muß sich in Geduld fassen. Und so fahren Julius und Dora denn tatsächlich drei volle Tage lang durch Eis und Schnee in dem großen plumpen Schlitten gen Norden. Abends kommen sie in irgend einem erbärmlichen Dorf an und übernachten. wo sie gerade ein Quartier finden. Jammervoll ge#ing ist es; sogar in dem Zenski=Quartier, wo sie die ö####e Nacht bleiben, gibts nicht einmal Betten. Wenn man acher während des ganzen Tages gefahren ist, dann schl#### man schließlich auch auf einer Holzbank, mitt ein###n Strohsack als Kopfkissen, und einer Pelzdecke als Dertbett. Und dabei hört es nicht auf zu schnesen. Tag und Nacht fallen die dicken, weißen Flocken und####nn dte Geschwister morge. aus dem Hausel#len wollen, am abzufahren, müssen sie eine Stunde länger####len, 5#8 der Schnee vor dem Eingang einigerma##er. sortgrecumt ist. Trotzdem sie mährend der beiden letzten Tage fast ununterbrochen durch die Taiga fahren, haben si: noch kaum einen Baum gesehen, weil der Schneefall jeden Ausblick unmöglich macht. Dann ist aber auch dieser letzte Teil der Reise überstanden. Am Abend des dritten Tages langen Julius und Dora in der Niegowoschen Ansiedlung an Es dämmert bereits, als der Tarantaß in eine Strale einbiegt, die beiderseitig durch Blockhäuser begrenzt wire. Hinter allen Fenstern schimmert Licht und das ganze macht einen wohlgehaltenen Eindtuck. 176.10 Die Zahl der währenb desselben Zettraumes bepilligten Altersrenten betrug 481382. Davon sind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten oder auch anderen Gründen weggefallen 979020 Renten, so daß am 1. Januar 1910: 102 362 Renten liefen(gegen 103 558 am 1. Oktober des Jahres 1909). Gemäß Paragraph 16 des Invalidenvericherungsgesetzes(Krankenrenten) wurden seit dem 1. Januar 1900: 103192 Invalidenrenten bewilligt. Davon sind infolge Todes, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit oder aus anderen Gründen weggesallen 83 690 Renten, so daß am 1. Januar 1910 noch 18502 Renten liefen(gegen 18 653 am 1. Oktober 1909).„— Beitragserstattungen sind bis zum 31. Dezember 1909 bewilligt: a) an weibliche Versicherte, die in die Ehe getreten sind 1962340, b) an versicherte Personen, die durch einen Unsall dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Invaliden= versicherungsgesetzes geworden sind, 6026, e) an die Hinterbliebenen von Versicherten 437967, zusammen 2406333. *** Berlin, 26. Jan. Der neue Entwurf des Arbeitskammergesetzes, der den Bundesrat zurzeit( beschäftigt, lehnt sch dem Vernehmen(nach, eng an die Kommissionsbeschlüsse der vorigen Session an. Die Arbeitskammern sollen auf Anrufen der Beteiligten deim Abschluß von Tarifverträgen mitwirken, können selbständig Umfragen über wirtschaftliche und gewerbliche Verhältnisse veranstalten, können an der Verbreitung von paritätischen Arbeitsnachweisen Anteil nehmen. Bei der Feststellung der dem Gesetz unterworfenen Kategorien von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sollen Techniker, Werkmeister und Betriebsbeamte von der Geltung des Gesetzes ausgeschlossen bleiben; dagegen wird die Ausdehnung der Wählbarkeit auf solche Personen abgelehnt, die früher zeitweilig den betreffenden Gewerbezweigen angehört haben. Aus dem Strafkammer Dortmuns. Dortmund, 20. Jannar. Im Juni v. J. waren die Ehefrau Diedr. Reisderg als Waschfrau und die 17 Jahre alte Elisabeth Lach als Dienstmädchen bei dem Oberlehrer Ballauff tätig. Beide sollen nicht ehrlich gewesen sein, denn es wurde seitens der Dienstherrin festgestellt, daß zwei Anzüge und andere Gegenstände fehlten. Die Lach ist heute geständig, ste beschuldigt auch ihre Mitangeklagte, die Ehefrau Reisberg. Das Gericht verurteilte beide und zwar die Reisberg wegen einfachen Diebstahls zu 2 Wochen, die Lach zu 1 Monat Gefängnis. Zu einer erheblichen Rauferei kam es vor einiger Zeit in einer Wirtschaft in Brambauer, wobei der Bergmann Behr mit einem Messer gestochen wurde. Heute stand dieserhalb der Bergmann August Röbel vor der Strafkammer. Er bestreitet die Tat, während der Verletzte bekundet, daß Röbel es gewesen sei, wie ein Ti ger lei er auk ihn zugesprungen und habe ihn mit dem Messer in die Schulter gestochen. Der Angeklagte konnte wegen des Gebrauchs des Messers nicht bestraft werden, es kam nur einfache Körperverletzung in Frage, die das Gericht mit einer Geldstrafe von 30 Mark fühnte. Der Vertreter der Anklage hatte gegen Röbel 9 Monate Gefängnis beantragt. Einen alten Groll glaubten am 30. September v. I. der Bergmann Ernst Schrader und der Milchhändler Paul Rohde in Schüren ausfechten zu müssen. Schrader spuckte zunächst seinen Gegner ins Gesicht und als der Anstreicher Braukhoff zwischen die Streitenden trat, um sie zu trennen, erhielt er von Rohde einen Stockschlag über den Arm. Dann kamen Schrader und Rohde noch einmal hart aneinander, der erste zog sein Messer und brachte seinem Gegner mehrere, glücklicherweise nicht besonders erhebliche Stiche bei.. Inzwischen haben sich die Streitenden wieder zusammengefunden, der Strafantrag würde heute vor der Strafkammer gern zurückgenommen worden sein, wenn es angängig gewesen wäre. Schrader erhielt wegen gefährlicher Körververletzung und tätlicher Beleidigung 6 Monate und 8 Tage Gefängnis. Rohde kam mit 30 Mark Geldstrafe davon. Der Kaufmann Oskar Laro hierselbst hatte an den Bergmann Ludwig Tafote von Dortmund einen Herd verkauft und zwar auf Grund eines Leihkontraktes. Als keine Zahlun gerfolgte, holte Laro in Abwesenheit I. ES des Mannes, aber im Einverständnis der Frau des Ludwig Tasote den Herd wieder aus der Wohnung. Am folgenden Tage erschien der Bruder des Ludwig Tafote, der Reisende Wilhelm Tafote, im Geschäfte des Herrn Laro, gab sich als Kriminalbeamter aus und verlangte die Herausgabe des Herdes. Der Mann begab sich aber wieder fort um gleich darauf mit seinem Bruder Ludwig aus der Bildfläche zu erscheinen und in ganz energischer Weise unter Berufung auf seine Beamtenqualität die Herausgabe des Herdes zu verlangen. Als Herr Laro sich weigerte, erklärte ihn Wilhelm Tafote für verhaftet. Herr Laro durchschaute den Schwindel und forderte beide auf. sein Lokal zu verlassen und als dieser Aufforderung keine Folge geleistet wurde. packte Laro beide und schob sie gewaltsam auf die Straße. Die beiden Brüder hatten sich heute wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, Wilhelm Tafote außerdem noch wegen Anmaßung eines öffenrlichen Amtes vor der Strafkammer zu verantworten. Die beiden Angeklagten kamen milde davon, Wiehelm erlielt 10 Tage, Ludwvig 2 Wochen Gefängnis. Auf dem Wege zwischen Hamm und der Kolonie Radbod gerieten in der Nacht zum 27. September der Lehrhauer Samuel Vidorra mit einem Mädchen in einem Wortwechsel und in der Annahme, Vidorra könne zu Tätlichkeiten übergehen, schlug der Bergmann Hermann Süß mit einem Stock auf Vidorra ein, wobei auch der Bergmann August Reichenberg einen Hieb mitbekam. Die Gesellschaft geriet dann aneinander, wo bei namentlich der in Begleitung des jungen Mädchens befindliche Bergmann Fritz Klare erheblich mißhandelt wurde. Der Bergmann Süß sowohl wie Klare selbst haben auf dem Amte in Ermelinghoff Reichenberg und Vidorra als Täter bezeichnet und zwar sollte ersterer mit einem Messer gestochen haben. Gegen Reichenberg wurde ebenso wie gegen Vidorra Anklage erhoben und da Reichenberg zum Militär eingezogen war, wurde er sofort wieder entlassen. Vor der Dortmunder Strafkammer erklärten die als Zeugen geladenen Klare und Süß, daß sie den Reichenberg bei ihrer ersten Vernehmung in der Aufregung zu Unrecht belastet hätten. Reichenberg habe nicht geschlagen und auch kein Messer gebraucht. Der Vertreter der Anklags stellte den beiden Zeugen demnächst eine Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung in Aussicht. Reichenberg wurde kostenlos freigesprochen, Vidorra erhielt eine Seldstrafe von 30 Mark. *** Essen, 27. Jan. Das Schwurgericht fällte gestern nach sechstägiger Verhandlung das Urteil im Mordprozeß Girleit=Storbeck. Die Geschworenen bejahten nur die Frage nach versuchtem Raub mit Todeserfolg und nach Körperverletzung mit Todeserfolg. Beide Angeklagte wurden zu je fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Girleit und Storbeck hatten in der Nacht zum 3. Juni v. Is. den 25jährigen Sattler Rettger an der Berne überfallen und zu berauben versucht. Als R. sich widersetzte, warfen sie ihn ins Wasser, so daß er ertrank. Koblenz, 25. Jan. Während der Herbstübungen war in dem Dörfchen Ehr auf dem vorderen Hunsrück die 6. Betterie des Feldartillerie=Regiments Nr. 59 aus Köln einquartiert. An einem Abend saßen mehrere Soldaaten mit einheimischen Zivtlisten im Wirtshause, und es kam hier zu allerkei aufreizenden Redensarten, die damit endeten, daß beschlossen wurde, die Unteroffiziere bei passender Gelegenheit durchzuprügeln. Als nun einige Nächte später ein Wachtmeister ins Freie trat, wurde mit Bierflaschen nach ihm geworfen. Bald darauf gingen die Unteroffiziere über die Straße, und es wurde aus einem kleinen Gebüsche auf sie geschossen. Näch längerem Warten entdeckten sie den Kanonier Göbels, der einen Zivilrock anhatte. Als die Unteroffiziere ihn festhalten wollten, wurd von der anderen Seite auf sie geschossen. Diesmal wurder der Schuhmacher Liesenfald als vermutlicher Tä ter angehalten. Diese Dinge führten zu einer Anklage gegen den Kanonier Göbels wegen Meuterei und Beihilfe zum versuchten Todschlag, den Kanonier Koch, der einen Revolver des Vizewachtmeisters entwendet hatte, wegen Diebstahls und Begünstigung. Das Kriegsgericht tagte in Ehr und verurteilte nach zweitägiger Verhandlung Göbels zu 5 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere Moitwoix und Weber zu 5 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes, Koch wurde freigesprochen. Gegen Liesenfeld wird vor dem börgerlichen Gericht verhandelt werden. Ke Beuthen. Oberschl., 26. Januar. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf der Giesche=Grube. Ans dem Richthofenschacht wurden 5 Arbeiter durch Brandgase schwer verletzt. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Berlin, 26. Jan. Ein aufsehenerregender Doppelselbstmord hat sich in Groß=Lichterfelde ereignet. Dort sand man das Fräulein Klara Schulte und ihren Bruder, den Eisenbahnsekretär a. D. Klemens Schulte, der um zwei Jahre älter war, in ihrem gemeinschaftlichen Wohnzimmer erhängt vor. Der hinzugezogene Arzt konnte nur noch den Too feststellen. Eine schwere Krankheit des Schulte war die Ursache des Selbstmordes. Die Schwester, die 25 Jahre mit ihrem Bruder zusammengelebt hatte, folgte ihm in den Tod. Kiel, 26. Jan. Der Kutscher Stein versuchte seine Braut, das Dienstmädchen Möller, wegen unglücklicher Liebe zu töten. Er gab vier Schüsse auf das Mädchen ab und jagte sich dann selbst eine Kugel in die Schläfe. Stein ist schwer verletzt. sein Opfer ringt mit dem Tode. Tetschen a. d. E., 26. Jan. Im Arrest des hiesigen Bezirksgerichts verübte ein ehemaliger Lehrer aus Netzschkau, der wegen verschiedener in Sachsen verübter Betrügereien ausgeliefert werden sollte, Selbstmord durch Erhängen. Breslau, 27. Jau. In der Kaserne des 6. Feldartillerieregiments ist der Typhus ausgebrochen. Bisher sind neun Soldaten erkrankt. Die Kaisergeburtstagsseier wurde abgesagt. Paris, 26. Jan. In Reunes ereignete sich ein peinlicher Vorfall zwischen dem Obersten Roulet und einem Stabsarzt, der sich dem Obersten gegenüber eines Soldaten nachdrücklichst angenommen hatte. Bei einer Begegnung verweigerte der Stabsarzt dem Obersten den Händedruck, worauf dieser dem Stabsarzt eine Ohrfeige versetzte. Der Geohrfeigte verzichtete auf einen Zweikampf und beschritt den Klagewea. Paris, 26. Jan. Ganz Brest wird von den in die Marine eingereihten Apachen terrorisier! Eine polizeiliche Statistik ergiebt, daß die Brester Polizei im letzten Jahre 53 Matrosen der Kriegsmarine sestgenommen hat, die mit Revolvern, katalonischen Mev ern und Totschlägern ausgerüstet waren. Paris, 26. Jan. Die Schneefälle in der Hauptstadt und der Provinz dauern fort. Die Seine wird heute abend, wie mit Sicherheit angenommen wird, in Paris volle neun Meter erreichen. Die Orleans=Bahn stellte den Verkehr auf der ganzen Linie ein. London, 26. Jan. Wegen der schweren Stürme ist der Schiffsverkehr auf dem Kanal unterbrochen. Ueber zweihundert Passagiere warten in Dover auf die Ueberfahrt, darunter der Herzog von Westminster und der Erzbischof von Canterbury. Auf hoher See, siebzig Kilometer von Flamborough, wurde ein Dampfer gesichtet, der Notsignale abgab. Im Norden von England sind gewaltige Schneemassen niedergegangen, Zahlreiche Züge bleiben stecken. Petersburg, 26. Jan. Hier herrscht eine furchtbare Kälte, so daß Wölfe und andere Tiere, von Hunger getrieben, sich bis in die Stadt wagen, wo sie mit Neulen totaeschlagen werden. Brüssel, 26. Jan. Die gestern befürchtete Gefahr einer Ueberschwemmung in den belgischen Flußgebicten ist durch den über Nacht eingetretenen starke. Zrost etwas verringert. Heute Morgen ist eine Hebung des Luftdruckes eingetreten bei aufklarendem Himmel. Größere Ueberschwemmungen wirden bisher nur von der oberen Marne, besonders aus der Umgebung von Lüttich gemeldet, ohne daß sie jedoch besonderen Schaden bisher verursacht hätten. Paris, 26. Jan. Auf der Orleausbahn wurde der Verkehr auf der ganzen Linie eingestellt. Auf der Mittelmeerbahnstrecke kämpft man an mehreren Stellen mit enormen Schwierigkeiten. Paris, 26. Jan. Ueber die Wassersnot in Frankreich werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Es war unmöglich, die Motorboote der Polizeipräsektur zur Rettung heranzuziehen. Auf der Place de Havre brach ein Kanalisationsrohr. Der Platz und die in die Champs Elysee mündende Avenue Montaigne wurden infolgedessen überflutet. In Bellacourt sind 30 Personen durch Flöße gerettet worden; 10 andere konnte man nicht mehr erreichen und mußte sie ihrem Schicksal überlassen. In Argentueil und Altfortwille hatten sich die Einwohner grade zur Ruhe begeben, als sie von den Wassern überrascht wurden. Ungeführ 2000 Personen bestiegen die Züge, die nach Paris fuhren. Ein Gefühl der Angst und Erregung beherrschte die gesamte Bevölkerung von Paris. Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat die Hochslut eine gradezu verzweifelte Situation geschaffen. Der Regen hat von neuem eingesetzt und die Seine steigt weiter. Da die Gemüsehändler aus der Provinz infolge der Ueberschwemmungen ihre Waren nicht rechtzeitig nach der Hauptstadt bringen konnten, sind die Gemüsepreise in den größeren Pariser Markthallen gestern vereits um 25 Prozent gesiegen, auch 6## uanLebensmittelpreise habne eine beträchtliche Stei, ung erfahren. Nur auf 2 Untergrundbahninsen kehren augenblicklich die Züge, da man jeden#### blick das Eindringen des Wassers in die Tunnela### Firchtet. Die Jena=Brücke ist in Gefahr, von zewaltigen Flut hinweggerissen zu werden. 2. wurde infolgedessen abgesperrt. Die Polizeivern tung, der Gemeinderat, überhaupt alle maßgebenbehördlichen Organe sind in Tätigkeit, um den## der Ueberschwemmung heimgesuchten Hiise zu brin#und Unterkunft zu verschaffen. In einigen S## len wurde der Unterricht unterbrochen, da diea# bäude zur Unterbringung der Obdachlosen verwenwerden müssen. Rom, 26. Jan. Die Stürme und Ueberschwan mungen in Mittel= und Unteritalien huben ge noch fortgedauert. Namentlich die tyrrhenis he wurde schwer heimgesucht. Der Verkehr Gebirge, wo starke Schneefälle erfolgten, ist## fach unterbrochen. Lonoon, 26. Jan.„Daily Mail“ berichtet au Neunork: Der Expreßzug Chikago=Nei yorkentgleiste gestern in der Nähe von Lohwz ville im Staate Neuyork und wurde schwer de schädigt. Zwei Personen wurden ge. tore Die Passagiere wurden heftig hin= un hergeworfen, haben jedoch nur geringfügige Ba letzungen davongetragen. Der Zug fuhr infolge ein Verspätung, die er wieder einholen wollte, mit er höhter Geschwindigkeit. Der Lokomolivfühn flog durch das Fenster der Maschine gegen eine Tet graphenstange und blieb sofort tot. Der Heizer erl schwere Verbrühungen, denen er erlag. Die Passagien des Schlafwagens— zum größten Teil unbekleidet waren einem schweren Schneesturm ausgesetzt. London, 26. Jan. Die Kasse des in Devonyen garnisonierenden Leinster Regiments ist um 14 000 Mark Silbergeld beraubt worden. Da Kassenschrank war mit einem in der Offiziersmesse aufbewahrten Schlüssel geöffnet worden. Es ist ein Rälsel wie die Einbrecher die Tag und Nacht bewachte Kasein mit ihrer schwerwiegenden Beute verlassen konnten ohne bemerkt zu werden. Christiania, 27. Jan. Der zur Auffindung d# sächsischen Ballons„Luna“ ausgesandte Skiläuse ist gestern zurückgekehrt, ohne eine Spur des Ballon entdeckt zu haben. Es ist soviel Neuschnee im Gebirg gefallen, daß der Ballon darunter leicht begraber sein kann. Handel und Verkehr. Frankfurter Abendbörse. Frankfurr a. M., 26. Jan. Der oberschles sche Stahlwerkverband hat nach der Frankf. Zu mir der Laurahütte ein Abkommen gerrofsen, nat welchem die gegenseitigen Absatzgebiete respektien werden sollen und worin auch ein gemeinsames Vor gehen bezüglich der Preise vorgesehen wird. Tanae wollen jetzt die Laurahütte und die Oberschlesier zwu getrennt marschieren, aber vereint schlagen. Briefkasten. Wohl? Aber nein, da sind Sie ganz und### auf dem Holzwege. Daraus ist der Ausdruck„Kot bues Verzweiflung" nicht entstanden. Er stamm aus dem Theaterstück„Menschenhaß und Reue" vn Kotzebue, in dem ein Verzweiflungsmonolog mit da Worten beginnt: Was soll ich unter Tigern und Affen, Wozu hat mich ein Gott geschaffen. Ax. 10. Die Genehmigung zur Auswandetuh wird nur dann erteilt, wenn ein Zeugnis der Ers### kommission darüber beigebracht wird, daß die En lassung aus der Reichsangehörigkeit nicht bloß der Absicht nachgesucht wird, um sich der Dienstpflich im Heere oder der Marine zu entziehen. Arbeitaeber. Eine Gegenforderung könm Sie nur stellen, wenn Sie durch das unzeitige Fon bleiben der Arbeiterin nachweislich einen Schad erlitten haben. Erziehung zum Sammeln*) von Auguste Groner, Wien. Die Idee, welche der„International. Sammler= Zeitung" zu Grunde liegt, hat meine volle Sympathie nicht nur deshalb, weil ich selbst allen Sammlungen ein warmes Interesse entgegenbringe, sondern auch, weil ich Jahrzehnte hindurch in der Lage war, zu beobachten, wie schier alle intellektuell und moralisch gut veranlagten Kinder ganz von selbst aufs Sammeln kommen, woraus ich schließe, daß die Sammelfreude für noch lernfrohe und lernfähige Menschen etwas natürliches ist. Und weil ich allte Lehrerin eine herzliche Reigung für alle diese jungen oder junggebliebenen Menschen habe, interessiert mich eben jede Sammlung und jeder Sammler, wie mich auch, als ich noch Schule hielt, jeder Schulranzen und jede Kleidertasche der Kinder interessierte, weil jene keineswegs nur das wirklich hinein Gehörige, sondern auch allerlei Anderes zu enthalten pflegen, was erst so recht sicher auf die Eigenart der Schüler und Schülerinnen schließen läßt: jene Objekte, denen das Kind oon selber ein gewissen Verstehen Interesse und Liebe entgegenbringt. Verschiedenfarbige Bachkiesel, in ein Buch gekiebte wilde Blumen, Moose, die herbstbunten Blätter verschiedener Lorbeerbäume fand ich da; das Töchterchen eines Schneiders führte Flickchen von Stoffen and andere Stickereien mit sich; natürlich gab es auch Ansichtskarten und Briefmarken und ein sinniges kleines Mädel brachte einmal nach Allerstelen Abfälle von Totenkränze mit: die sie auf den Friedhofwegen gefunden hatte. Liebevoll waren die Beezen und Immortellen, die gefärbten Gräser und Strohblumen in Papier eingeschlagen, das die Kleine leider aus ihrem Rechenhefte gerissen hutte— und leider war ein römischer„Fünfer“ auf dieser gefühlvollen Enveloppe. Sinnige Menschen bekommen nämlich ziemlich sicher„Fünf“ im Rechnen! Aus all diesen Entdeckungen sah ich, daß schon im Kinde die Sammelfreude lebt und daß sie sehr gut als Erziehungsmittel zu gebrauchen ist. Sammeln heißt auch„anschauen“, interessevoll anschauen und der Anschauungsunterricht ist das einzige nicht Graue in der Schule, und die Anschauung das einzige nicht Graue im Weiterbilden— im Leben. Deshalb soll schon in den Kindern die Freude am Sammeln von Naturalien und von Produkten der Kultur gepflegt, geleitet— und freilich auch, nach Umständen begrenzt— werden, wo sie schon ist un erweckt werden, wo sie noch nicht ist. Und unvernünftig scheint es mir daher, was leider auch oft vorzukommen pflegt, diesen natürlichen Trieb unserer Jugend zu hemmen. Eltern sollen ihren Kindern die Freude des Sammelns, das Suchen und Aufbewahren der mancherlei Objekte, die fast gar kein Gelld kosten, zugänglich machen. Haus und Schule gewännen dabei. Freie Stunden, in denen Kinder selbst den liebevollsten Müttern oft lästig werden, würden ausgefüllt mit der Geist und Herz bildenden Beschäftigung des Sammelns, des Betrachtens, Ordneus und Vergleichens des Gesammelten. Ich sage auch„herzbildend“, denn das Herz geht niemals dort leer aus, wo der Geist den Wert und den Reiz des von der Natur oder von den Menschen Geschafsenen erkennt, wo er kritisch, vergleichead, mehr und mehr den Reichtum an Geschaffenem gewahrt und bewundert und dankbar dafür wird, daß gar so viel und vielerlei, so Schönes, so Rützliches, so Interessantes da ist— und zwar für Jeden, auch den Aermsten— nur allerdings nicht für die Armen im Geiste. Der kleine Sammler wird, groß geworden, Verständnis und Interesse an den herrlichen, öffentlichen Sammlungen haben, die unsere Kenntnisse erweitern, die unsere Phantasie in ferne Reiche und längst vergangene Zeiten führen. An die Genüsse, an die Veredelung denke ich, wenn ich den Eltern und Lehrern rate, sie das liebevolle Sammeln zu lehren, das tausend kleine intime Freuden in sich schließt und das nicht nur den Geist, sondern auch das Herz weitet und wodurch die Liebe zum eigenen Volke und zur heimatlichen Scholle gehegt und gefördert wird. .*) Aus der„Internationalen Sammlec==Zeitung“ Wten. Literatur. Die„Sohialistischen Monatshefte“ haben soeben das 2. Heft ihres 16. Jahrganges erscheinen lassen.“ Aus seinem Inhalt heben wir hervoc: Dr. Leo Arons: Die Lehren der preußischen Landtagswahlen 1908 für die Sozialdemokratie.— Karl Leuthnei: Das Königstum und die Wahlreformation.— Etiemne Buisson: Arbeitslosigkeit, Gewerkschaftswesen und Freihandel.— Eduard Bernstein: Kulturverelendungstheorie.— Otto Lang: Das Problem der Strafzumessung.— Henriette Reimann: Die Frau im Spiegel.— Politik von Dr. M. Maurenbrecher,— Sozialpolitik von R. Schmidt.— Kommunalpolitik von Dr. H. Lindemann.— Geschichte von P, Kamoffmeyer, —. Geistige Bewegung von Dr. W. Hausenstein.— Musik von Dr. H. Leichtentritt.— Landwirtschaft von D. A. Schulz. **„ Einen Traum von Schönheit, von Sonne und Jugendsreude verkörpert die illustrierte Monatsschrift Die Schönheit(Verlag der Schönheit Berlin SW. 11 halbjährlich 5 Mark). In dem vorliegenden Heft 8 ist alles was textlich und illustrativ geboten wird, wieder von edler Keuschheit erfüllt. Gegen die Tencenz, gesundheitlichen ästhetischen und sittlichen Gründen unbefangene Gewöhnung an den Aublick edler Nach heit die Förderung männlicher und weiblicher Kör##l schönheiten durch vernünftige Leibespflege, die Pfleged Schönheit in der Kunst, im Alltag, in der Kleidu## in Tanz, Spiel und Geselligkeit, im Liebesleben, in Natur und in allem, was das Dasein reich und##. lich zu machen geeignet ist, herbeizuführen, wird ne mand etwas einzuwenden haben, der die Art der Duc führung in diesen Heften kennt. Die Bestrebunge Schönheit dürfen jedoch nicht mit denen der sog. Nag logen und anderer Fanatiker verwechselt werden, kommen klar in den Bildern und Artikeln zum Ar, Die eleganten Jahresbände der Schönheit,(Preiz Mark) welche durch ihre reizvolle Eigenrart so renn Beifall gefunden haben, sind daher auch zu Gelt“, zwecken für Erwachsene hervorragend geeignet und könn durch jede Buchhandlung bezogen werden. Runst und Wissenschaft. Eine interessante Mitteilung geht uns aus B lin zu. Konrad Dreher, der beliebteste und pulärste Komiker Süddeutschlands, besonders bern durch seine Privatsoireen bei dem Deutschen absolviert seit langen Jahren zum ersten Male wi ein Gastspiel in Berlin und zwar am dortigen„Avol“ Theater“. Konrad Dreher wird auf eigenen Win die Rolle des Fuhrmanns Führinger in der Oret, „Der Liebeswalzer", Musif vom Hofmusikdirektol M. Ziehrer spielen.— Das Apollo=Theater, einet beliebtesten, bestfrequentierten Theater Berlins, 90½ Anbetracht dieses hervorragenden Gastes noch eine.. weiterer bedeutender Operettenkräfte verpflichtet,“ dieles Gastspiel selbst für die große Theaterstadt Be“ ein Ereignts bedeuten wird. ——*•„ 12. Sang # 2— FSü S S—89—"— Sna FaTaAene Tgn Ogng--SügügsSSyOn-SSsa SS##g#s Tals BbyaGn TSS " 55 GET 3—•: 0„„ 6% son Uhsa .. 20;m„ 6nn „S BIs G„ Ban E: 60 * ES SSüS Lös. r gh S. Sers *"—*„ #C 70 =0 16,4 Ohne Umstände schob er den Tisch zurück, drängte sich zwischen das Ehepaar Schmidt ans Sofa, nahm das dort hängende Bild der Richterschen„Königin Luise“ herunter und brachte dafür wieder die mütterliche Photographie auf ihren „Ehrenplatz". Tann nahm er das Blumengewinde vom Arm seiner wie stumm dabei stehenden Frau und legte es behutsam um den Rahmen, sodaß tatsächlich der störende leere Raum #adurch beveckt wurde. „Na— sieht det un nich scheen aus?“ fragte er ganz stolz „# sieht wirklich gur aus,“ mußte Frau Jeremias zugeven, und auch die beiden Schmidts stimmten ihr bei. „Na, det wollt“ ick meenen,“ sagte Herr Smitt weichmüttig, indem er unverwandt auf das Bild blickte. „ schetnen ja für das mütterliche Element eine große Berehrung zu haben,“ äußerte Frau Schmidt auf ihrem Sofaplatz. Der Mann mlt der putzigen Erscheinung und dem sarkastischen Wesen nickte weich und gerührt.„Na ob! Ick habe ooch iur sehr jute Mutter jehabt. Un wat det Dollste is, die Frau da in dem Blumenrahmen erinnert mich so merkwürdig an ihr. Ick flobe, se war ihr aus't Jesicht jeschnitten. So'ne juten sanften Oogen, un so'n liebenswirdijet Lächeln hatte se jrade ooch. In ganz Trebbin war se for ihre jroße Jutmietigkeit bekannt.“ „Was in Trebbin? Sie sind doch nicht etwa aus Trebbin?“ unterbrach ihn Herr Schmidt lebhaft. „Na un allemal bin ick aus Trebbin,“ gab Herr Emitt zur Antwort. „Aber ich erinnere mich Ihrer doch garnicht. Ich bin mämlich auch aus Trebbin. Auch ist mir in ganz Trebbin keine Familie des Namens Smitt bekannt,“ wendete Herr Schmidt anf seinem Sosa ein. „Ick din ooch schon vor wohl vor'n halbet hundert Jahre nach Amerira aulsjewandert, und denn heeße ick von Hause aus ooch jarnich Smitt, sondern Schmidt. Bloß, wie ick nach Amerika kam, haben se mir da mei'n Namen so lange ohne weiter wat zu Smith verquatscht, weil sie den richt'gen nich aussprechen konnten, bis ick mir zuletzt selber einfach Smith nannte. Und wie ick denn nach Deitschland zurickkam, denn konnten se hier wieder den Namen Smith nich richtig aussprechen, sondern machten Emitt daraus. Na, un da habe ich mir denn ooch Smitt jeschrieben, weil's de andern Leite so machten. Uff den Namen kommt's ja nich so ville an, wenn man't Herz jut is.“ Herr Schmidt auf dem Sofa hatte die drastischen Auseinandersetzungen seines Gegenübers mit steigendem Interesse angehört. Jetzt war seine Erregung so groß geworden, daß er sich von seinem Sitze erhob, auf den mit dem Ausdruck eines gewissen Galgenhumors schließenden Sprecher zuschritt und ihn hastig fragte: „Also aus Trebbin stammen Sie und nach Amerika sind Sie ausgerückt, wie Sie noch ein junger Bursche waren? Wie heißen Sie denn mit dem Vornamen?“ „Na— wie wär' ick heißen? Aujust heeß' ick,“ gab der Gefragte ziemlich verdutzt zurück. Da streckte Herr Schmidt ihm beide Hände hin und sagte bewegt:„Tann sind wir Brüder, Mann, leibliche Brüder! Mein älterer Bruder August ist infolge eines dummen Streiches fortgelaufen, als er fünfzehn Jahre alt war— ich war damals dreizehn— und wir haben nie wieder etwas von ihm gehört. Wir dachten, du wärest irgendwie ums Leben gekommen.“ „Aber is denn det möglich?“ brachte August Schmidt ganz außer Fassung hervor,„Denn wären Sie der Jeorch?“ „Georg bin ich,“ jubelte Herr Schmidt II herzlich auf. „Na, det hätte ick mir nich im Drohm infallen lassen, det ick dir noch mal wiedersehen würde,“ rief nun auch Herr August Schmidt in Tönen mühsam durchbrechenden Jubels aus, wobei er dem wiedergefundenen Bruder energisch die Hand schüttelte.„Un zu denken, det't eijentlich durch unse jute Mutter is, det wir uns nu noch als olle Mummeljreise erkannt haben,“ fügte er mit einem gerührten, nachdenklichen Blick auf das bekränzte Bild über dem Sofa hinzu. Herr Georg Schmidt folgte seinem Blicke. „Ja aber gewiß, August, du hast recht,“ meinte er betroffen.„Eine gewisse Aehnlichkeit finde ich auch zwischen diesem Bilde und unserer seligen Mutter. Am Ende, Frau Jeremias, entpuppen Sie sich nun noch als eine unbewußt verloren gegangene Schwester.“ „Tazu ist denn doch wohl wenig Aussicht vorhanden,“ meinte D45 Frau Jeremias, unter Tränen lächelnd.„Mein Vatersname ist zufällig weder Schmidt, noch Smitt, noch Smith.“ Und sie setzte einen neuen Teekessel voll Kaffeewasser auf den Gaskocher, stellte zwei neue Tassen auf den Sofatisch und nötigte den wiedergewonenen Bruder nebst seiner Frau in die kleine Tafelrunde. Bei dem bereits fertigen, köstlich duftenden Mokka tauschten alle ihre Lebenserinnerungen aus. Namentlich Bruder August wußte viel zu erzählen von seiner aufregungsreichen Zwischendeckreise als blinder Passagier, sowie von seinem Aufenthalte in Amerika und wie er dann seine kleine schweigsame Frau gefunden hatte und mit ihr und ihren Eltern in die gemeinschaftliche Heimat zurückgekehrt war. „Deiner Sprache kann allerdings kein Mensch in der Welt anhören, daß du ein ehrsames Trebbiner Kind und obenein Bürger zweier Welten bist," bemerkte Herr Georg Schmidt lachend und kopfschüttelnd.„Darnach muß man dich unbedingt für einen waschechten Berliner halten.“ „Det kommt davon,“ erklärte Herr August Schmidt mit seiner trockenen Selbstironie,„wenn man fünfunddreißig Jahre lang in't Pantinenviertel’nen Irienkramkeller hat. Det dortige Publikum verlangt't nu mal so.“ Das war ja nun ein noch gemütlicherer, das Herz befriedigenderer Kaffeklatsch als vorher. Frau Jeremias hestete mehr als einmal einen zärtlichen, dankbaren Blick auf das sanfte, gute, mildlächelnde Antlitz ihrer seligen Mutter, das tatsächlich diese glückliche Wiedervereinigung der lange getrennten Geschwister zustande gebracht hatte. Das ganze„Altweiberspittel“ aber hatte nun wochenlang den ergiebigsten Gesprächsstoff, den man sich wünschen konnte. War doch endlich einmal etwas im Hause„passiert“, wenn's auch nicht gerade„Verlobung, Hochzeit oder Kindtaufe" war. Die beiden früh getrennten und nun am Abend ihres Lebens zusammengekommenen Brüder waren lange Zeit die gefeierten Helden des Stiftes.“ Das„wundertätige“, mütterliche Bild über Frau Jeremias Sofa wurde nicht wieder von seinem„Ehrenplatz“ entfernt und daß die Guirlande um den Rahmen immer frisch war, dafür sorgte mit rührender Pünktlichkeit der nun äußerst gern gesehene Herr Außust Schmidt. Für's Haus 1 Schnelle Hilfe beim Verschlucken. Wenn sich ein Kind„verschluckt“, wenn ihm etwas in die„falsche Kehle“ kommt, dann wissen sich die Eltern nicht zu helfen Sie klopfen auf den Rücken des Kindes und stehen die größte Angst aus. Es gibt ein einfaches Mittel, welches sofort hilft. Man faßt die beiden Hände des Kindes und hält die Arme gestreckt nach oben. Dadurch weitet sich die Brust so, daß das Uebel augenblicklich verschwindet. Kupferne Gegenstände zu reinigen. Man vermische Wasser und Schwefelsäure zu gleichen Teilen und bürste mit dieser Flüssigkeit die betreffenden Gegenstände Nachdem streue man widerholt Schlemmkreide auf, bis dieselbe trocken abfällt, und reibe noch mit einem damit bestreuten, wollenen Lappen nach. Tinteuflecke aus Fußböden zu entfernen. Man gießt verdünnten Salzgeist darauf und wäscht sie nachher mit Sand, Soda oder Seifenwasser. Ist viel Tinte verschüttet, so tröpfelt man 60 Gr. Vitriolöl nach und nach in 1/ Liter Wasser, läßt es abkühlen, wäscht die Flecken mit warmem Wasser und etwas Sand gut ab und gießt von der Flüssigkeit darauf, soweit die Flecken reichen. Nach einigen Stunden werden die Flecken verschwunden sein, dann wird der Boden noch ein paarmal mit Wasser abgewaschen. I * — UFOC A S "—SE-BE O S v Tüm TTAT, ESFR 9EE F I SRRT-ST,aSgisen SgE mgg * S8SSS SRaS'gs SsTäSsssarggs S##n arogeg Saucg SEEEE RAZABES ASAEIEABEESR33 KLERI LREAZLAZEEZE eierstunden Blätter für Unterhaltung und Belehrung. Nach langen Kämpfen Den Erinerungen eines Detektivs nacherzählt von H. Rockwood. 16 „Nun welche?“ „Sich ihrer nuch wirksamer zu entledigen als wenn er davonlaufen würde.“ Howard ergriff aufgeregt den Arin des Detektivs. „Glauben Sie, duß irgend ein Mann niederträchtig genug sein kann, um ein Verbrechen gegen ein so schönes, unschuldiges Mädchen, wie meine Schwester Clarissa, zu beabsichtigen?“ „Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, daß dies die Absicht von Philipp Roß ist..“ „Gerechter Himmel! Taß es solche Ungeheuer in menschlicher Gestalt gibt!“ „Junger Mann, wenn Sie meine Erfahrungen in dieser und in anderen Städten hätten, so würden Sie wissen, daß die Menschheit sowohl die niedrigsten, als die höchsten Eigenschosten besitzt. Aber ich habe keine Zeit, mich damit jetzt länger zu beschäftigen. Es ist keine Zeit zu verlieren, wenn das Leben und die Ehre Ihrer schönen Schwester gerettet werden soll.“ „Was beabsichtigen Sie?“ „Ich werde in das Haus eindringen, sie aufsuchen, und sie aus der Gefahr, die sie bedroht, erretten.“ „Kann ich Ihnen helfen?“ „Nein, das kann ich allein, übrigens würde sie Ihnen mehr als mir, mißtrauen.“ „Gut, tun Sie Ihr Bestes, und möge Gott Ihnen helfen!“ Ter junge Mann trat zurück und verbarg sich hinter verschiedenen Fässern, welche zwischen den beiden Häusern standen. Forster wußte wohl, daß sein Unternehmen gefahrvoll war. Er wußte, daß das Haus von verdächtigen, gewissenlosen Leuten bewohnt wurde, die vor keinem verzweifelten Mittel zurückschrecken würden, um sich zu verteidigen oder der Verhaftung zu entgehen. Er arbeitete auch nicht um eia: Belohnung von 5000 Tollar oder um seinen schon bereutenden Ruf als geschickter Detektiv zu erhöhen. Er hatte einen stärkeren Zweck, als diesen, indem er allein und furchtlos in das Gebäude eindrang, welches, wie er wußte, von Gefahren erfüllt war. Er fühlte, daß Clarissa in seinem Herzen ein stärkeres Gefühl als Freundschaft und Gerechtigkeitsliebe hervorgerufen hatte. Der Detektiv versuchte, die Haustüre zu öffnen, ehe er anklopfte; wie er erwartet, war sie verschlossen. Deshalb klopfte er so lange und so laut an die Türe, daß die Bewohner es jevenfalls gehört haben mußten. Mehrere Minuten lang kam keine Antwort. Forster wollte schon das Klopfen wiederholen, als er schwere Fußtritte im Innern hörte. Im nächsten Augenblicke wurde die Türe geöffnet und eine rauhe Stimme fragte: „Wer ist da?“ „Ich möchte die junge Tame sprechen, welche soeben hierhergekommen ist,“ erwiderte Forster, ohne zu zögern. „Welche junge Tame?“ „Machen Sie keine Ausflüchte!“ rief Forster entschieden,„der, der sie hierher gebracht hat, hat mich hierhergesandt.“ Wie Forster erwartet, hatte seine List gewünschten Erfolg. „Was wollen Sic von dem Mädchen?“ fragte der andere. „Ich habe ihr etwas auszurichten.“ „Wie heißen Sie?“ „Glodgett.“ „Ich habe nie zuvor von Ihnen gehört. Ich glaube, das ist nur Schwendel.“ „Gut, wenn Sie da glauben, so gehe ich und sage es dem Herrn.“ „Das ist nicht nötig, aber er hat mir aufgetragen, auf der Hut zu sein.“ „Natürlich, das ist ganz recht. Aber ich muß sie doch sprechen, wenn auc, nur auf eine Minute.“ „Tann kommen Sie. Der Detektiv gehorchte und wurde zu einer Türe am Ende eines langen Korridors geführt. „Sie ist da drinen. Sie können anklopfen. Wenn sie Sie sprechen will, wird sie Sie einlassen.“ Forster klopfte an, und nach wenigen Augenblicken fragte Clarissas leise Stimme: „Wer ist da?“ „Ich habe einen Auftrag in Bezug auf Ihren Mann,“ erwiderte der Detektiv. Sogleich wurde die Tür geöffnet. Forster trat ein und stand vor Clarissa. Einen Augenblick starrte sie ihn mit entsetzten Augen an, dann trat sie zurück und stieß einen lauten Hilferuf aus. XII Auf Forsters letzte Frage, mit welcher das 17. Kapitel schloß, antwortete Gresham: „Ich werde Ihnen weder über Jerome Munro noch über sonst Jemand iegend etwas sagen. Ich lade Sie ein, sogleich das Zimmer zu verlassen.“ Diese Antwort überzeugte Forster, daß Gresham über Jerome Munro etwas wisse, und also auch über die Beziehungen des letzteren zu Brandon. Forster sah, daß er für jetzt nichts weiter erreichen konnte und ging ohne Wir wollen an dem Punkte fortfahren, welcher das vorhergehende Kapitel schloß. Der Mann, welcher Forster zu Clarissas Zimmer geführt hatte, kam herbei und ergriff den Tetektiv an der Schulter. — * 8a* 28 S 59 S EE S 581 S8 25ß 25 25S 5 SESSOE —Un G TEen„UUET S 88 8 1. * 82 8# F9 5 5*•** 7 925 16,2 „Was soll das heißen? Das Mädchen kennt und fürchtet Sie,“ rief er. Forster zog den Mann rasch ins Zimmer hinein und sagte zu ihm in ruhigem Tone: „Kommen Sie herein, ich werde Ihnen das erklären.“ Der Mann gehorchte halb unwillkürlich. Sobald er über die Schwelle gegangen war, schloß der Detektiv die Türe und zeigte dann sein Schild. „Es ist am besten, wenn Sie sich ruhig verhalten, denn Sie werden finden, daß Bescheidenheit der beste Teil der Tapferleit ist, wenn Sie mit mir zu tun haben,“ sagte er, während seine hellen, grauen Augen ihn durchdringend betrachteten. „Sie haben kein Recht, auf solche Weise in ein fremdes Haus einzudringen, und ich werde sie dafür belangen,“ knurrte der Mann. Zur Bekräftigung fügte er einige Flüche hinzu. Tabei steckte er die Hand unter seinen Rock, und Forster erblickte einen kleinen Todschläger. Aber ehe der Mann die Waffe herausziehen konnte, hatte der Detektiv seinen Revolver auf den Kopf des Mannes gerichtet. Kein Wort wurde gesprochen, aber der Bursche streckte die Hand aus und der Todschläger fiel zu Boden. Er hatte augenscheinlich nicht gewußt, daß der Mann, mit dem er zu tun hatte, nicht mit der Waffe eines Polizisten zu überwinden war, die er gewandter zu führen wußte, als irgend ein Beamter der Stadt. Mehr als einmal war er der Verhaftung entgangen durch einen raschen Schlag und augenblickliche Flucht. Deshalb hatte ihn das unerwartete Benehmen Forsters eingeschüchtert. Forster steckte ruhig den Todschläger ein und sagte: „Bleiben Sie stehen, wo Sie sind, bis ich Ihnen erlaube, zu gehen. Ich werde nicht mit Ihnen spielen. Wenn Sie versuchen, wegzulaufen, so werde ich ohne Warnung auf Sie schießen, und man hält mich für einen guten Schützen. Jetzt werde ich mit der jungen Dame sprechen.“ Bleich vor Furcht hatte sich Clarissa in die Ecke des Zimmers zurückgezogen. Forster näherte sich ihr, ohne seinen Gefangenen aus dem Auge zu lassen. „Ich sehe, Sie haben meinen Rat nicht befolgt, Fräulein Clarissa,“ sagte der Detektiv in freundlichem Tone. „Nein,“ erwiderte sie scharf. „Es wäre besser, wenn Sie ihn befolgt hätten.“ „Das glaube ich nicht.“ „Wer hat Sie hierhergebracht?“ „Ein Freund.“ „Ihr treuloser Mann.“ Clarissas bleiche Wangen röteten sich. „Das werde ich Ihnen nicht sagen, mein Herr,“ erwiderte sie. „Sie haben Ihr Leben nichmals diesem Schurken anvertraut, nachdem er Sie so treulos verlassen hatte.“ „Es war nicht seine Schuld, daß er nicht zu mir zurückgekehrt war, die Umstände haben ihn daran verhindert.“ „Also das ist die hübsche Geschichte, die er Ihnen erzählt hat.“ „Ich glaube, daß er mir die Wahrheit gesagt hat. Ich habe einen Fehler begangen, daß ich ihm so schnell mißtraute.“ „Warum hat er Ihnen nicht geschrieben?“ „Das weiß ich nicht.“ „Haben Sie ihn nicht gefragt?“ „ein!“ „Und doch vertrauten Sie ihm blindlings zum zweiten Male?“ „Ja, er ist gut und treu, und ich liebe fihn.“ „Was hat ihn so lange von Ihnen fern gehalten?“ „Er ist in Schwierigleiten geraten.“ „Hat er ein Verbrechen begangen?“ „Nein, nein, aber vor mehreren Jahren hat er einer jungen Tame dieser Stadt die Ehe versprochen, und da er sie nicht liebte, ist er davon gegangen und hat nicht geheiratet. Der Vater dieser Dame bedroht Philipp mit Schadenersatzklage.“ „Warum hat Roß einer Tame die Ehe versprochen, die er nicht liebte?“ „Finanzielle Schwierigkeiten nötigten ihn dazu.“ „Wer ist die Tame?“ „Ich kenne ihren Namen nicht. Sie ist die Tochter eines Aldermannes dieser Stadt.“ „Ah, dieselbe, auf welche gestern avend durchs Feuster geschossen wurde im Hause der Frau Chase.“ Clarissa stieß einen Schreckensruf aus. „Wus wollen Sie damit sagen?“ rief sie. „Ich werde deutlicher reden. Die junge Dame, welcher Sie nach dem Leben trachteten.“ Mit einem Aufschrei fiel Clarissa auf die Knie und rief bittend: „Ach, verhaften Sie mich nicht.. Ich war wahnsinnig aus Eifersucht, als ich dies Verbrechen beging. Ich bereue es aufrichtig, und sie hat mir vergeben.“ Forster ergriff die beiden ausgestreckten Hände und hob sie sanft auf. Ohn. sie loszulassen, sagte er: „Eher möchte ich selbst die Strafe für Ihre unbedachte Handlung erleiden, als daß ich die Veranlassung dafür sein möchte, daß Sie gestraft würden.“ Einen Augenblick starrte sie ihn erstaunt an, als ob sie ihm nicht glauben könne, dann füllten sich ihre schönen Augen mit Tränen, und sie rief mit zitternder Stimme: „Sie sind sehr, sehr gütig, aber ich verstehe nicht, warum Sie mich so beyarrlich verfolgen.“ „Weil ich Sie gegen einen Schurken beschützen will.“ „Gegen wen?“ „Gegen den, der sich Philipp Roß nennt.“ „Warum halten Sie ihn für schlecht?“ „Zuerst, weil er eine hingebende Frau, wie Sie, so niederträchtig verlasse hat.“ „Aber er hat das alles erllärt.“ „Und Sie glauben wirllich seine Geschichte?“ „Warum sollte ich nicht?“ „Weil sie unwahrscheinlich und unsinnig ist von Anfang bis zu Ende. Ich weiß, daß sie durchaus falsch ist.“ „Sie wissen es?“ . „Tann sagen Sie mir alles.“ „Vor allem müssen Sie wissen, daß die Tochter des Aldermanns, welcher Roß die Ehe versprochen zu haben behauptet, dieselbe ist, welche Sie gestern abend zu töten versuchten.“ „Das weiß ich bereits. Ich dachte damals sie wolle meinen Mann mir abspenstig machen, und er liebe sie. Aber er hat mir heute die Wahrheit gesagt. Es ist weder seine Schuld; noch die der Tame, sondern die ihres Vaters. also hat er die Sache gedreht.“ „So sagte er.“ „Nun werde ich Ihnen die andere Seite der Geschichte erzählen.“ „Gut, fahren Sie foct.“ „Die junge Dame ist die Tochter des Aldermanns Brandon.“ „Ich wußte nicht ihren Namen.“ (Fortsetzung folgt.) eers SG * S 3 *— 22 se 8..— n—* 8— 2 ·S ESe 5: Im Altweiberspittel. Novellete von Klara Tüsterhoff. (Schluß.) Nachdem Frau Jeremias sich auf den in ihrem Zimmer befindlichen Gaskochapparat einen bescheidenen Imbiß bereitet und ihn verspeist hatte, begab sie sich in den weiten Park, der sich vor ihrem Fenster ausdehnte, und unternahm darin ihre erste Entdeckungsreise. Ja, das war schön! Solch ein Stück echter, unverkümmerter Natur dicht bei der Hand zu haben, daß man bloß ein paar Schritte zu tun brauchte, und es war, als wenn man eine Landpartie gemacht hätte, man befand sich mitten im Bereich von„Mutter Grün“— das war eine herrliche Sache! Sie konnte sich garnicht satt sehen daran. Zwar fielen die Herbstblätter schon von den Bäumen; allein noch konnte sie ja ein paar schöne Oktoberwochen erhoffen, und nach einigen Monaten mußte das Frühjahr hereinbrechen, dessen Erwachen sie noch nie in ihrem Leben hatte beobachten können. Diesmal aber wollte sie es nachholen, da sie's nun doch so bequem hatte! Hier und da waren Bänke gestellt und es saßen einzeln oder gruppenweise alte Frauen darauf, oder sie spazierten langsam umher. Sie faßte jede scharf ins Auge, ob sie keine Bekannte träfe. Und richtig! Da kam plötzlich eine sehr würdig aussehende alte Dame auf sie zu und streckte ihr beide Hände entgegen. Es war die Frau des Portiers aus dem Ministerium, neben welchem sie bisher gewohnt hatte. „Nein, Frau Jeremias, das ist ja aber zu hübsch, daß Sie jetzt auch zu uns gehören! Es wäre ja auch schon eine geraume Zeit recht nötig gewesen, daß Sie ausspannten. Man sah es Ihnen längst an, wie die allzeit fleißigen Hände Ruhe verlangten. Und wir freuen uns hier so sehr, wenn mal ein gebildeter Mensch herkommt. Zu viele von dem Schlage gibts hier freilich nicht.“ „Das schien mir auch schon so,“ bemerkte die neue Anstaltsinsassin und gab frohgelaunt ihr Erlebnis mit ihrem hilfsbereiten Nachbar zum besten. Frau Schmidt lachte. „Das scheint ja ein wunderlicher Heilisser zu sein. Wie heißt denn das Unikum?“ „Als Frau Smitt stellte seine Frau sich mir vor.“ „Tann ist's ja beinahe ein Namensbruder von uns,“ rief Frau Schmidt.„Aber freilich, unser Name ist, wie mein Mann immer sagt, ein Gattungsname. Der wird sich übrigens freuen, Sie hier zu sehen. Der hielt immer furchtbar viel von Ihnen. Ach, und da kommt er ja gerade! Und dabei spielte er dahinten auf der runden Bank um die dicke Kastanie so eifrig Skat mit ein paar anderen alten Herren aus dem Hause. Aber es ist komisch, sobald er mich nicht bei sich sieht, muß er gehen und mich suchen. Na, Alter, sieh mal, was für eine angenehme neue Hausgenossin wir bekommen haben! Es ist di. fleißige Frau Jeremias mit den vielen„möblierten Herren" von neben uns.“ „Ah, sehr erfreut,“ sagte der alte Herr, dessen militärisch stramme Haltung und Manier den früheren Soldaten verriet.„Da können wir jawohl zuweilen von alten Zeiten und gemeinschaftlichen Bekannten plaudern. Solche Gelegenheit nimmt man hier gern wahr. Uns passiert hier nicht eben viel Neues. Verlobung, Hochzeit und Kindtaufe haben wir noch nicht erlebt, seitdem wir hier sind. Höchstens daß mal eine oder die andere Kollegin stirbt und einer neuen Stiftsdame Platz macht.“ „Sterben denn hier nur die Tamen? Machen die Herren nicht auch andern Platz?“ ging Frau Jeremias belustigt auf seinen scherzenden Ton ein. „Wir Mannsleut befinden uns doch immer nur in verschwindender Minderzahl hier,“ bemerkte Herr Schmidt.„Da werden wir von dem schönen Geschlecht dermaßen gehegt und gepflegt, daß der Tod an uns nicht heran kann.“ Sie waren auf ihrem Spuziergang an den Flügel gekommen, in dem sich Frau Jeremias Zimmer befand. „Tarf ich Ihnen mein Altenteil zeigen?“ fragte sie. Das alte Ehepaar nahm ihre Einladung mit Vergnügen an und folgte ihr in ihr Stübchen. „Hier sehen Sie meine Küche,“ sagte schelmisch Frau Jeremias mit einer vorstellenden Handbewegung nach dem Winkel neben der Tür, in dem sich ihr Gaskocher auf einem ringsum verhängten Tische befand, der auf zwei unten angebrachten Querfächern ihr sämtliches Kochgerät enthielt.„Und hier," mit einer ebensolchen Geste nach dem Bette, repräsentiere ich D 16,3 Ihnen mein Schlafgemach, und dies ist mein Salon.“ Tabei nötigte sie ihre Gäste auf das mattblaue Seidenplüscksofa, vor dem ein mit gleicher Decke belegter Ebenholztisch stand, über welchem von der Decke herab eine kostbare Kristallkrone hing. Die Fenstervorhänge über eleganten elfenbeinfarbenen Gardinen bestanden aus dem nämlichen wundervollen Plüsch. „Sie haben sich ja hier ganz fürstlich eingerichtet,“ sagte Frau Schmidt bewundernd. „Das ist nichts Befremdendes; Sie wissen, ich hatte an feine Herren vermietet und habe bei der Auflösung meines Haushaltes die besten Stücke für mich behalten,“ erklärte Frau Jeremias schlicht und ruhig. Die alten Leutchen gerieten in eine behagliche Plauderei und fanden gegenseitig das wärmste Gefallen aneinander. Ihre bisherige Bekanntschaft bestand in einem kurzen Gruße beim täglichen zufälligen Zusammentreffen in dem oder jeuem Geschäfte und beim Vorübergehen an Herrn Schmidts##dachterposten im Eingang seines Ministeriums; denn um sich irgendwo zum Erzählen festzustellen, hatte die überreichlich in Anspruch genommene Chambregarnie=Wirtin nie Zeit gehabt. Jetzt aber hatten alle Teile Zeit in Fülle und wunderten sich nur immer von neuem, welche Menge von gemeinsamen Berührungspunkten sie auffanden und wie viele gemeinsame Bekannte sie besaßen. Eine geraume Zeit war ihnen im Fluge verschwunden, als sich Frau Jeremias fröhlich erhob und ihre Meinung dahin abgab: „Da wir uns so vorzüglich unterhalten, müssen die Herrschaften nun aber auch gestatten, daß ich uns zu unserm gemütlichen Klatsch einen gemütlichen Kaffee braue, damit ein rechtschaffener Kaffeeklatsch daraus wird.“ Und lachend nahmen di. Gäste die improvisierte Einladung an und sahen bei ununterbrochenem Plaudern zu, wie Frau Jeremias das schmackhafte Getränk, ihre Spezialität, bereitete, wie sie den Tisch deckte und wie sie ihn mit ihrem auserlesenen Geschirr besetzte. Als der Kaffee eben auf den Tisch kommen sollte, vernahm die Wirtin ein leises Klopfen an der Tür, neben der sie bei ihrem Gastocher stand. Sie öffnete. Die Gäste auf dem Sofa hielten in ihrem Erzählen inne. Draußen standen Herr und Frau Smitt, letztere mit einem breiten Blumengewinde über den Arm. „Na, Frau Nachbarin,“ hub er an,„ist's Mittagsschläfchen zu Ende? Ich hab' mir erlaubt, Ihnen for Ihre jute Mutter 'n Kränzchen um ihr Bild zu flechten.“ „Ach, das ist ja aber eine reizende Aufmerksamkeit von Ihnen,“ sagte Frau Jeremias wirklich gerührt.„Da treten Sie nur näher. Ich habe zwar Gäste; aber Sie kennen sich doch gewiß längst.“ Herr Smitt verzog sein Backpflaumengesicht zu einem breiten Grinsen und erwiderte spöttisch:„Kennen, ih ja, det schon, aber aus’ne gemessene Entfernung. Ick hab' manchmal von'ne andere Bank aus zugesehn, wenn der Herr da un den Honoratiorentisch um den jroßen Kastannjenboom mit die andern„Gebildeten“ aus'n Hause seinen Skat kloppte. Sonstens kenn'n wir uns nich.“ t Herr Schmidt auf dem Sofa konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Die ganze Art des vertrockneten Männchens vor ihm reizte unwiderstehlich die Lachmuskeln. „Wir sind ja auch erst ein Vierteljahr hier,“ sagle er entgegenkommend,„und wohnen außerdem in einem andern Flügel. Und mit allen Bewohnern des Hauses bekannt zu werden, dazu gehört auch wohl bedeutend längere Zeit. Es sollen ja über 300 sein.“ „Na ja, un denn sind manche davon Honoratioren un Jebildete un andere nich,“ ergänzte Herr Smitt trocken.„Aber Madamchen,“ fügte er dann ganz erschrocken und vornc#rfsvoll hinzu,„Sie haben ja Ihre jute Mutter doch von ihren Ehrenplatz runterjenommen? Nee, det is doch aber nich cheen von Ihnen!“ „Aber, Herr Smitt,“ entschuldigte sich Frau Jer nias ordentlich beschämt,„der Platz ist doch für das Bild lerchaus nicht passend. Sie müssen doch selbst gesehen 4 pen, daß es viel zu klein dafür ist.“ „Das stimmt schon,“ gab er fast traurig zu.„Aber der Ehrenplatz übers Sofa is doch for de Mutter m for senst keenen. Für de Mutter is man cbend det Besn gut genug. Und darum ebend hab ick ja den scheenen beriten Kranz geflochten, damit er um det Bild rum sollt un der leere Raum ausgesüllt wurde. Sehn Se doch mal, so!“