— zu erklären. unmittelbar für die ndsdarlehen. darfs in der ienst auch für übungen einSicherstellung keit von der wird. Der ittlung und alle Landesneuen Mög. ir die bäuersei besonders che Vermittsmänner zu Bezirk des tsamtes nicht men werden. nietzt, soll der itearbeit noch des Arbeitsügt. An das Fflichtung gesen ErwerbsArbeitseinge den Vorschon bisher sen. Auf Aninanzminister solchen. Ausedoch nzum Daue### nicht i dige Arbeitsbeit im InAuch diese Landwirt= Eigenart der eines Landhmigung den ß sich jedoch nenhang mit zwar im n der Eher, darunter: ferner 315 ebendgewicht ausgemästete vollfleischige jüngere vollsonstige vollge 34 RM.; Schlachtwerts ete 39 RM., RM: FärSchlachtwerts ge 35 RM.: Mast- und Saugkälber d) geringe este, 50—54 eine: a2) RM., b2) d) vollfl. 80 5 RM.— geteilt, Kälsmarkt roßvieh, 116 27 Kälber. lät 320—535 Handel in rstand. Am rs kosteten : F e r k e l is 8 Wochen 2N., von 10 eine über is 5 Monate Der nächste nemarkt Die Preise 440—490, 2. de RinSorte 300 340 Ferkel, 8 Wochen ate 18—24, narkt findet weinemarkt 3634 5786 9247 6464 6262 1691 3489 7253 8873 3080 6647 2223 7524 2659 0423 9358 9288 2962 4537 9357 5671 667 3854 1587 2066 Dame sof. o. verm. 3 U. ler II. denn er, 3. rmiet. 132. ist die vollm 17 das einer Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1007. Nr. 187(Erstes Blatt) Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. den 11. August 1937 Anzeigenpreise: 1mm Raumhohe 4 P., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf., Sisser= und Auskunftsgebuhr 25 Pf.; Fernsprecher: Sammel=Nummer 32541 Drahianschrift: Anzeiger Heone. 33. Jahrgang Achtung: Spione am Werk! Warnung vor landesverräterischen Agentenwerbern Berlin, k1. August. Immer wieder versucht das Ausland, in die Geheimnisse unserer Landesverteidigung und unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit einzudringen. Ein altes Mittel der ausländischen Spione ist das nach einem bestimmten Plan erfolgende Herantreten an in Not geratene oder kreditsuchende deutsche Volksgenossen em Zwecke ihrer Anwerbung für den ausländischen hrichtendienst. !* Der Weg dieses auf die Gewinnung von Landesverrätern gerichteten Verfahrens ist folgender: Die Beauftragten gewisser ausländischer Kreditinstitute stellen aus den deutschen Tageszeitungen usw. Gesuche um Dare#1 oder Hypotheken fest. Diese Kreditinstitute stehen größtenteils im Dienst der ausländischen Spionage. So verden die Namen oder die Chiffrenummern der Kreditachenden unmittelbar an die Organe des ausländischen Nachrichtendienstes weitergeleitet. Verspricht sich dieser einen Erfolg, so werden die Kreditsuchenden aufgefordert, an eine bestimmte Adresse im Ausland ihre Wünsche mitzuteilen. Kommen sie dieser Aufforderung nach, so erfolgt im allgemeinen die Anweisung, zum Zwecke einer angeblichen Auszahlung des Darlehens, über die Grenze zu kommen. Der ausländische Geldgeber gibt nun einmal oder auch mehrmals geringe Darlehensvorschüsse und verspricht großere Summen, wenn als Gegenleistung gewisse Nachrichten über deutsche Verhältnisse geliefert werden. Ist der Darlehenssuchende dem ausländischen Nach richtendienst hierdurch erst einmal ins Netz gegangen, so wird er rücksichtslos erpreßt und zum Verrat gezwungen. Den Abschluß bildet dann in der Regel der bekannte rote Anschlag des Volksgerichtshoses in Berlin, der die Hinrichtung eines Landesverräters mitteilt. Um einem solchen Angriffsverfahren des ausländischen Deutschlands höchste Alpenstraße Der Chef des Stabes der SA., Lutze, eröffnete am Sonntag die ersten vier Kilometer von Deutschlands höchster Alpenstraße, der Wallbergstraße, südlich des Tegernsees. Diese Straße ist auch deshalb besonders bemerkenswert, weil sie als Gemeinschaftsarbeit von SA.=Männern fast ohne Maschinen und größere Werkzeuge geschaffen wurde. Hier fahren die ersten Wagen mit E Spitze über die herrliche Alpenstraße. (Scherl-Bilderdienst-M) Zinssenkung für Wohnungsbau=Darlehen Ein Weg zur Steigerung des Wohnungsbaues für die werktätige Bevolkerung kinderreiche Familien Zusatzdarlehen für Berlin, 10. Aug. Der Reichsarbeitsminister hat in den letzten Jahren zur Förderung des Baues von Volkswohnungen nahezu 100 Millionen RM. zur Verfügung gestellt. Bei diesen Wohnungen ist das Hauptgewicht auf eine tragbare Miete gelegt. Sie sind für die minderbemittelten Volksgenossen bestimmt, für die aus diesem oder jenem Grunde eine Kleinsiedlung nicht in Frage kommt. Die Wohnungen sollen bevorzugt im Flachbau errichtet und mit einer möglichst großen Land= oder Gartenanlage versehen werden, um der Familie nicht nur ein gesundes Heim zu geben, sondern sie auch wieder in Verbindung mit dem Heimatboden zu bringen. Zur Zeit sind etwa 40 000 solcher Wohnungen fertiggestellt oder im Bau begriffen. Die Maßnahme ist, trotz manchen auf anderen Gebieten liegenden Schwierigkeiten sehr gut angelaufen. Um jedoch den Wohnungsbau für die werktätige Bevölkerung noch stärker zu fördern, hat sich der Reichsarbeitsminister im Benehmen mit dem Reichsminister der Finanzen entschlossen, in den bisherigen Bestimmungen eine Reihe von Vergünstigungen, Erleichterungen und Vereinfachungen eintreten zu lassen. Diese beziehen sich im wesentlichen auf die Höhe und die Zins= und Kündungssätze der Reichsdorlehen, sowie auf die Grenze der Herstellungs## n. 4n Hiernach ist der Zinssatz für das Reichsdarlehen, das ederlichenfalls auf 1500 RM. je Wohnung erhöht Berden kann. allgemein auf 3 v. H. gesenkt worden. Um unter allen Umständen tragbare Mieten zu erzielen, kann dieser Zinssatz weiter bis auf 2 v. H. und in besonders liegenden Fällen, namentlich bei kinderreichen Familien und in Not= oder Grenzgebieten sogar bis auf 1 v. H. ermäßigt werden, wenn ein bestimmtes Wohnraumprogramm eingehalten wird. Außerdem kann zur weiteren Verringerung der Belastung der Wohnungen für kinderreiche Familien ein zinsloses Zusatzdarlehn gewahrt werden. Dieses Zusatzdarlehen beträgt bei vier Kindern 300 RM. und kann bei mehr Kindern um jeweils 100 RM. für jedes weitere Kind erhöht werden. Auch bei den Herstellungskosten bringen die Bestimmungen eine bedeutende Erleichterung. Mit diesem Schritt hat der Reichsarbeitsminister den Weg für eine weitere erhebliche Steigerung des Wohnungsbaues für die werktätige Bevölkerung freigemacht. Die am Wohnungsbau beteiligten behördlichen, varteiamtlichen und sonstigen Stellen haben auf Grund dieser Bestimmungen, die schon von Anfang an bewußt einfach und knapp gehalten worden sind, die Möglichkeit, der bestehenden Wohnungsnot tatkräftig zu Leibe zu rücken und dabei den durch den Vierjahresplan an vielen Stellen entstehenden neuen Wohnungsbedarf bevorzugt zu befriedigen. Gleichzeitig hat der Reichsarbeitsminister den Bewilligungsbehörden weitere Mittel zur Förderung des Volkswohnungsbaus in Aussicht gestellt. Aehnliche Erleichterungen, wie sie jetzt für den Volkswohnungsbau gewährt worden sind, werden demnächst auch für die Förderung der Kleinsiedlung in Kraft treten. Nachrichtendienstes einen Riegel vorzuschieben, werden hiermit alle darlehenssuchenden deutschen Volksgenossen ausdrücklich gewarnt, mit undurchsichtigen ausländischen Kreditinstituten oder im Ausland wohnenden Beantwortern von Kreditgesuchen in Verbindung zu treten. Insbesondere wird auf zwei zur Zeit einwandfrei für den ausländischen Nachrichtendienst tätige Agentenwerber hingewiesen: 1. Franz Dobianer, Jude, zur Zeit in Letschen, Tschechoslowakei, Gartenstraße 28, Telefon: Tetschen 54; 2. Lamprecht, zur Zeit in Belgien. Dobianer unterhält in der Tschechoslowakei unter der Firma„Deutsche Kreditverwertung Aussig, Direktor 5 Müller“, eine Kreditbank(Scheinunternehmen), die bestrebt ist, im Sinne der vorstehenden Ausführungen Verbindungen nach Deutschland aufzunehmen. Lamprecht ist für eine westeuropäische Macht tätig. Er wendet das gleiche Verfahren wie Dobianer an. Lamprecht bedient sich u. a. folgender Deckadressen: Antwerpen: S. Haas, Poste restante Holbey, Boite Postale 434(Unterschrift Goldberg), Schließfach 204. Brüssel: Auxiliaire Technique, Bureau d’Etudes, Boite Postale 20. Becker, cio Buco, Passage du Nord, Mr. Bizin, Commerce Bourse, Place de la Bourse, S. Haas, Boite Postale 709, van den Nabelle, Postfach 13, Brüssel=Nord(auch van den Abeele geschrieben). Postfach 54, Postfach 612, Brüssel=Centre, Postfach 864. Weitere Decknamen des Lamprechts in Brüssel: Meyer, Romin, Schäfer, Bireat. Lüttich: D. Bireat, Poste restante, Liege=Centre. I. Crestin, Boulevard de la Sauveniere L. R. 11. Otto, Postfach 21. Postsach 52, Postfach 60. Verviers, Postfach 111. Rue de Boverie 23. Lüttich. Verviers: Auxiliaire Technique, Postfach 60. Bureau des Etudes, Postfach 60, Lemmert, Postfach 60. Mde Save, 70. Avenue de Spa. Eine andere Form der gegen Deutschland gerichteten Spionage besteht in der Anwerbung von Berichterstattern für eigens zu Ausspähungszwecken vom ausländischen Nachrichtendienst gegründete Pressekonzerne und Korrespondenzverlage. So veröffentlichten mehrere deutsche Zeitungen und Zeitschriften kürzlich nachstehendes Inserat: „Neuentstehender Welt=Pressekonzern sucht Korrespondenten in großen Städten sämtlicher europaischer Staaten. Festes Monatsgehalt. Bewerbungen mit Angabe bisheriger Tätigkeit unter: Dr. Hugon, Budapest— Poste Restante.“ Hinter diesem„Welt=Pressekonzern“ steht einwandfrei die Spionagezentrale einer osteuropäischen Macht. Die Antworten auf die Bewerbungsschreiben trugen jeweils folgende Unterschriften: 1. Dr. Edgar Hudon, Warszawa, skrythka pocztowa 922, 2. Dr. Nagy, Edynia, ul. 10 Lutego 24, 3. Dr. Edgar Hugon, Edynia, skrythka pocztowa 79. Von den Bewerbern wurden als Probeleistungen gegen hohes Honorar umfangreiche und ins einzelne gehende Arbeiten und Einsendungen verlangt, die u. a. betrafen: Berlin und seine Industrie, Rohstofflage in Deutschland, Flugzeugwerke in Deutschland, vertrauliche Dokumente, Schriftstücke aus allen Gebieten des deutschen Lebens, vertrauliche und geheime Akten über SA., SS. und das Heer. Alle Volksgenossen, die mit Dobianer, Lamprecht, Hugon oder mit einer der angegebenen Deckadressen in Verbindung stehen oder mit denen eine Verbindungsaufnahme versucht worden ist oder noch versucht werden wird, werden hiermit aufgefordert, sich umgehend bei der nächsten Staatspolizeidienststelle, die auf jedem Polizeirevier erfragt werden kann, zu melden und Angaben über Art und Umsang der bestehenden Verbindung zu machen. Sie leisten damit Volk und Reich einen großen Dienst. Die Angaben werden vertraulich behandelt.— Wer dagegen trotz der ihm durch diese Veröffentlichung gewordenen Aufklärung seine Meldung unterläßt, leistet der ausländischen Spionage Vorschub, macht sich strafbar und bringt damit sich und sein Vaterland in schwere Gefahr. Europa=Rundflug einer Resserschmitt=Maschine 3550 Kilometer am ersten Tage zurückgelegt! Von Berlin über Riga, Helsinki, Oslo, Hamburg nach Paris ohne Zwischenfall mit größter Pünktlichkeit Werlin. 10. Aug. Die Bayerischen Flugzeugwerke veranstalten am 10. und 11. August mit der MesserschmittMaschine MG. 101„Taifun“ einen Europarundflug. Am ersten Tage soll die Strecke Berlin—Riga— Helsinki—Hamburg—Paris, und am zweiten Tage die Strecke Paris— Mailand— Rom— Belgrad—Warschau— Berlin zurückgelegt werden. Das Flugzeug soll keinen Rekordflug durchführen, sondern zeigen, wie mit einer solchen Maschine große Strecken auch für den Privatmann sicher und bequem zurückgelegt werden können. Mit anderen Verkehrsmitteln benötigt man nämlich für die erwähnte Reise elf Tage. Die viersitzige Reisemaschine startete Dienstag morgen um 3.40 Uhr am Tempelhofer Flugfelde und traf pro grammgemäß um 7.05 Uhr in Riga ein. An Bord befanden sich vier Personen. Die Maschine wurde von Flugkapitän Brindlinger gesteuert. Nach Aufnahme neuen Brennstoffes setzte das Flugzeug am 7.30 Uhr seine Reise nach Helsinki fort. Die Messerschmitt„Taifun“ landete auf ihrem Europa slug in Oslo um 12,30 Uhr. Bereits 29 Minuten später erfolgte der Weiterstart nach Hamburg. Dort ist sie Dienstag um 16 Uhr im Hamburger Flughafen eingetroffen. Die Messerschmitt=Maschine„Taisun“ ist am Dienstaa um 19.36 Uhr auf dem Pariser Flughafen Le Bourget glatt gelandet. Die Besatzung machte trotz des langen Fluges einen sehr frischen Eindruck. Die„Taisun“ hat damit am ersten Tage ihres Eurovafluges die in der Luftlinie rund 3550 Kilometer betragende Strecke von Berlin über Riga. Helsinki. Oslo und Hamburg nach Paris ohne jeden Zwischenfall mit größter Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zurückgelegt. Die deutschen Flieger wurden in Le Bourget von Vertretern der Lufthansa und der Messerschmitt=Werke empfangen. Nach Erledigung der Paßformalitäten begab sich die Besatzung in die Stadt. um dem deutschen Pavillon auf der Internationalen Ausstellung einen kurzen Besuch abzustatten. Der Start zum Weiterflug über Mailand. Rom. Belgrad und Warschau nach Berlin wurde für Mittwochfrüh 4 Uhr angesetzt. EA.=Brigadeführer Ziegler zum Reichskommissar für Altmaterial= verwertung ernannt Berlin, 10. August. Der Beauftragte für den Vierjahresplan. Ministerprasident Generaloberst Göring, hat den SA.=Brigadeführer Wilhelm Ziegler zum Reichskommissar für Altmaterialverwertung bestellt. Dem neuernannten Reichskommissar obliegt die bisher von der Geschäftsgruppe Rohstoffverteilung durchgeführte Erfassung und Bearbeitung des gesamten nichtlandwirtschaftlichen Zwecken(Schweinemast) dienenden Altmaterials einschließlich der Müllverwertung. Die Dienstanschrift des Reichskommissars für Altmaterialverwertung ist Berkin W. 9. Tirvitz=Ufer 22. Der Führer gratuliert Jenny Kammersgaard Berlin, 10. August. Wie wir erfahren, hat der Führer der dänischen Schwimmerin Jenny Kammersgaard zu ihrer einzigartigen sportlichen Leistung telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen. „Politiken“ bringt auf der ersten Seite den Wortlaut des telegraphischen Glückwunsches, den der Führer aus Berchtesgaden an Jenny Kammersgaard zu ihrer hervorragenden Schwimmleistung gesandt hat. Das Mittagsblatt„B. T.“ veröffentlicht gleichfalls den Glückwunsch in großen Ueberschriften: Jenny Kammersgaard sei mit Recht stolz auf diese Auszeichnung durch Adolf Hitler. Im Kovenhagener Stadion war Jenny Kammersgaard am Montagabend Gegenstand stürmischer Huldigungen der Zuschauer vor Kämpfen, die dort gerade abgebalten wurden. Ende und Anfang Die Vertagung der Verhandlungen des Londone# Nichteinmischungs=Ausschusses hat, wenn man von den eigentlichen Ursachen des Vertagungs=Beschlusses einmal absieht, die Tatsache unterstrichen, daß sich in der internationalen Politik ein augemeines Bedürfnis nach Ausspannung und Ruhe geltend macht. Die europäischen Staatsmänner und Diplomaten haben ja auch seit Anfang 1935, wo die ersten Vorboten des abessinischen Krieges und der englisch=italienischen Spannung am politischen Horizont Europas auftauchten, ständig auf dem Posten sein müssen. Der spanische Bürgerkrieg hatte die Spannungen, die durch den abessinischen Krieg hervorgerufen worden waren, noch vermehrt, und während die von tausend Gefahren umwitterte Nichteinmischungs=Politik in eine neue Krise hineinglitt, fielen im Fernen Osten die Schüsse auf dem Amur und zwei Wochen später in dem Zwischenfall bei Peiping. Das Bestreben, in der spanischen Angelegenheit zu einem einigermaßen befriedigenden Kompromiß zu kommen, war daher verständlich, ebenso auch die Bemühungen Londons, nun endlich die englisch=italienischen Beziehungen aus der bedrückenden Unklarheit und Unentschiedenheit herauszuholen und auf eine für beide Teile annehmbare Formel zu bringen. Beides ist noch nicht erreicht. Aber trotz der Angewißheiten und Rätsel, die noch bleiben, läßt sich nicht verkennen, daß ein Abschnitt der europäischen Politik zu Ende geht und ein neuer eingeleitet worden ist. Moskau hatte es bis vor einigen Wochen sehr leicht gehabt, in London im Trüben zu fischen. Andere besorgten seine Geschäfte: England solange, bis es sich aus naheliegenden Gründen dazu entschloß, sich für die Gewährung der Kriegführungsrechte an General Franco einzusetzen, und Frankreich noch bis vor wenigen Tagen. Als aber auch die französische Regierung schließlich sich den englischen Vorschlägen anschloß, blieb SowjetRußland allein auf der Flur und mußte nun wohl oder übel Farbe bekennen. Es entschied sich gegen den englischen Plan und brachte ihn damit zum Scheitern. Der Versuch, Sowjetrußland in die internationalen Verhandlungen über die Geschicke Europas und der einzelnen Staaten und Völker mit hineinzuziehen, hat zu einem völligen Fehlschlag geführt. Moskau ist nicht das, als was Frankreich es in die Verhandlungen eingeführt hat: es ist kein Garant des europäischen Friedens, sondern das Gegenteil, der ewige Störenfried, der es zu fruchtbaren Verhandlungen nicht kommen läßt, sondern jede Gelegenheit benutzt, auf Kosten des europäischen Friedens seine blutigen umstürzlerischen Pläne durchzuführen. Nimmt man hinzu, daß Moskau auch einen großen Teil der Schuld daran trägt, daß sich der Völkerbund in dem Sanktionskrieg gegen Italien festgefahren hat, so dürfte es nicht schwer fallen, sich das richtige Urteil über das Ziel der Moskauer Europapolitik zu bilden. In London hat man das auch unausgesprochener Weise bereits getan. In Paris sträubt man sich aus begreiflichen Gründen noch dagegen, sich den Mißerfolg der Bündnispolitik mit Sowjetrußland einzugestehen; aber die Tatsache, daß auch Frankreich im Londoner Ausschuß zu guter Letzt seinen roten Bundesgenossen im Stiche ließ, zeigt, daß es, wenn auch wider Willen, sich den harten Tatsachen gebeugt hat. Inzwischen hat England, um sich nach dem eklatanten Mißerfolg mit Moskau auch weiterhin die Initiative in der europäischen Politik zu sichern, die Fühlung mit Rom ausgenommen, und das erste Ergebnis seiner Bemühungen muß durchaus als ein Erfolg gewertet werden. Man will sich Zeit lassen, die Möglichkeiten einer Neugestaltung der beiderseitigen Beziehungen genau und gründlich zu überlegen, um nach der Sommerpause die ersten Fäden zu einem kräftigen Gewebe weiter zu spinnen. Die Aera, die von dem Bündnis Moskau—Paris und der stillschweigenden Patenschaft Englands über dieses Bündnis beherrscht wurde, ist im Abklingen begriffen. Zunächst haben nur London und Rom die Fühlung miteinander ausgenommen. Paris steht noch beiseite. Aber es ist nicht daran zu zweifeln, daß die französische Regierung nicht nur versuchen wird, sich dabei einzuschalten, sondern England wird zu guter Letzt gewiß auch die Hin„unahme Frankreichs erstreben, und die Hemmungen, die augenblicklich noch in Rom Frankreich gegenüber vorhanden sind, werden in dem Maße abnehmen, wie Frankreich sich bereitfinden wird. Moskau aus dem Spiel zu lassen. Das wird Frankreich zwar nicht leicht fallen, solange eine Volksfront=Regierung am Ruder ist. Aber die Rechte und die Mitte in Frankreich haben inzwischen eingesehen, daß sie mit der Einleitung des Bündnisses mit Moskau ihren innerpolitischen Gegnern das Wasser auf die Mühlen getrieben haben. Ob eine Abwendung der französischen Außenpolitik von Moskau ohne schwere innerpolitische Erschütterungen vor sich gehen kann, ist noch ungewiß. Die Betrachtung der gegenwärtigen Lage bleibt aber unvollständig, wollte man nicht in diesem Zusammenhang auch der Achse Berlin— nom die Bedeutung zuerkennen, die ihr tatsächlich zukommt. Die Tatsache, daß sich das Reich und Italien immer scharf von der auf die Hilfe Moskaus eingestellten Politik der beiden Westmächte sowohl im Völkerbund als auch im Londoner Ausschuß abgesondert und zielbewußt eine eigene Linie gewahrt haben, ist eine wichtige Voraussetzung dafür gewesen, daß London und Paris überhaupt einen Ausweg aus dem Dilemma ihrer Spanien=Politik finden können. Die Regierungen haben mit ihrer scharfen Opposition gegen Moskau ein Tor offen gehalten, durch das immer ein neuer Weg sichtbar blieb, den man jetzt — so hoffen wir wenigstens— endlich beschreiten wird. Die Bedeutung der Achse Berlin—Rom liegt also darin, daß erstens die beiden Mächte den starken Schutzwall gegen den Bolschewismus bildeten und daß sie zweitens von sich aus bei aller Entschiedenheit in der politischen Haltung es vermieden, die bestehenden Spannungen zu vermehren und so dem Frieden in Europa einen Rückhalt boten, der sich jetzt aufs beste bewährt. Die Fühlungnahme London—Rom ist ein Anfang. Frankreich steht der Weg zur Verständigung ebenfalls offen und die Achse Berlin— Rom wird keine Beeinträchtigung erleiden, sodaß einer Verständigung zu Vieren keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen Notizen Am Montagabend sand im Festsaal des Berliner Nathauses ein feierlicher Empfang der Teilnehmer des Internationalen Homöopathischen Kongresses auf Einladung des Oberbürgermeisters und Stadtpräsidenten Dr. Lippert statt. * Die Regierung von El Salvador hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß sie aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sei, aus dem Völkerbund auszutreten. Wie amtlich bekannt gegeben wird. wurde am Sonntag am Weichselufer bei Swidry Hale unweit des Sommerhäuschens des Obersten Koc eine Bombe gefunden. Man vermutet, daß einer der Helfershelfer des bei dem Anschlag auf Oberst Koc Mitte Juli ums Leben gekommenen Attentäters Biegehek die Bombe dort auf der Flucht fortgeworfen hat. * Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei hat alle Polizeibehörden angewiesen, die in einzelnen Gemeinden. insbesondere in Kurorten bestehenden Nachtfahrverbote für Krafträder unverzüglich aufzuheben. * Durch Verfügung des Führers wurde der Hauptschriftleiter der„Pommerschen Zeitung" Pg. Paul Simon zum stellvertretenden Gauleiter von Pommern ernannt. Umsangreiche Luftmanöver über London Fast 400 Flugzeuge beteiligt. London, 10. Aug. Ueber der englischn Hauptstadt und ihrer weiteren Umgebung begannen am Montagabend. wie angekündigt, die großen gemeinsamen Uebungen der englischen Luftstreitkräfte, der Abwehriormationen der Territorial=Armee, und des Beobachterkorps. Die Uebungen, deren Hauptzweck es ist, die Londoner Perteidigungsanlagen zu prüfen, dauerten bis in die Morgenstunden des Dienstag und werden in der Nacht zum Mittwoch fortgesetzt werden. Insgesamt beteiligten sich annähernd 400 Flugzeuge an den Scheinkämpfen. 176 leichte, mittlere und schwere Bomber hatten den Auftrag, die wichtigsten strategischen Punkte der Hauptstadt und der Umgebung zu„zerstören". Für die Verteidigung waren neben der ersten Luftabwehrdivision der Territorial=Armee 19 Kampfgeschwader mit insgesamt 222 Maschinen eingesetzt worden. Im Zentrum Londons selbst war von den Uebungen nur wenig zu merken, da die angreifenden Flugzeuge sich meist in großer Höhe hielten. Die wichtigsten Angriffe richteten sich gegen die Dockanlagen in Tilburn, den Themsehafen und das Hauptquartier des Oberkommandos der Kampfgeschwader in Urbridge. Den Verteidigungsstreitkräften war ihre Aufgabe durch die günstigen Wetterverhältnisse erleichtert, da die angreifenden Maschinen an dem wolkenlosen Himmel häufig rechtzeitig durch Scheinwerfer eingefangen und durch sofort aufsteigende Jagdflugzeuge bekämpft werden konnten. Jedoch wurden mehrere wichtige Objekte „erfolgreich bombardiert". Der englische Luftfahrtminister Lord Swinton hatte sich nach dem Flugvlatz von Northolt begeben, wo er einen Teil der Luftmanöver versönlich verfolgte. Die Ergebnisse der Uebungen werden erst später durch das Luftfahrministerium bekanntgegeben werden. Die Streißhetze in USA. oeht weiter Neuyork, 10. Aug. Die den Bolschewisten nahestehende Cio=Gewerkschaft. die bekanntlich bereits durch die Entfesselung der Streiks in der Automobilindustrie im ganzen Lande schweren Schaden zugefügt hat, rief am Montag den Generalstreik in der Seidenindustrie der Bundesstaaten New Jersey, Pennsylvanien, Neuyork und Neuengland aus. Hunderte von Seidenfabriken mit einer Belegschaft von 60000 Mann sind ganz oder teilweise lahmgelegt. Neben einer Lohnerhöhung und der Einführung der 40=Stunden=Woche wird vor allem die Anerkennung der Cio=Gewerkschaft als alleinige Verhandlungsstelle verlangt. Wie aus Detroit gemeldet wird, wurde in den Plymouth=Autowerken der Chrysler=Company sowie in 40 Ford=Autowerken, die wegen Inventuraufnahme drei Wochen geschlossen waren, der Betrieb am heutigen Dienstag wieder eröffnet. Allein im Bezirk von Detroit sind dadurch etwa 100000 Mann wieder eingestellt worden. Neunork, 10. August. In Dallas, der Hauntstadt von Texas, ergriffen unbekannt gebliebene Täter einen kommunistischen Streikhetzer. teerten und federten ihn und jagten ihn dann notdürftig bekleidet durch die Hauptgeschäftsstraße des Ortes. Wenige Stunden später wurde ein jüdischer Gewerkschaftsorganisator. der Vizepräsident einer der kommunistischen Cio=Gewerkschaftsgruppen, entführt und nach Verabreichung einer Tracht Prügel wieder freigelassen. Ein deutscher Schritt in London Die„Times“ son ihren Berliner Berichterstatter zurückziehen Mißbrauch des Gastrechts Berlin. 16. August. Von amtlicher deutscher Seite ist die englische Regierung ersucht worden, darauf hinzuwirken, daß die„Times“ ihren bisherigen Berichterstatter in Berlin Norman Ebbutt innerhalb von 14 Tagen zurückruft, weil ihm sonst die Aufenthaltsbewilligung entzogen werden müßte. Diese Maßnahme erwies sich als notwendia, weil Norman Ebbutt seit Jahren seine Berichterstattung über Deutschland ausschließlich in deutschfeindlichem Sinne und unter Mißbrauch des ihm gewährten Gastrechts ausübt. Zu dem Ersuchen um Zurückziehung des Berliner „Times“=Korrespondenten schreibt die„Berliner Börsenzeitung": Die englische Regierung hat es für richtig gehalten. zwei Korrespondenten und einen Mitarbeiter deutscher Zeitungen ohne Angabe von Gründen die weitere Aufenthaltserlaubnis in England zu versagen. Inoffiziell ist als Grund angegeben worden, daß sich diese Zeitungskorrespondenten nicht auf ihre journalistische Arbeit beschränkt, sondern— wie die„Daily Mail“ mitteilt— wegen ihrer politischen und provagandistischen Tätigkeit für die„Nazi=Partei“ ausgewiesen worden seien. Diese Begründung ist besonders merkwürdig, wenn man berücksichtigt, daß der wichtigste von diesen drei Korrespondenten. Dr. von Langen. sich überhaupt erst seit Anfang Juli in London befand und vorher jahrelang in Rom Vertreter deutscher Zeitungen und Ortsgruppenleiter der NSDAP. war. Er hat in dieser Eigenschaft in bester Weise mit allen Stellen zusammengearbeitet und es ist anzunehmen, daß seine Tätigkeit während des Abessinien=Feldzuges in Rom. die seiner versönlichen Auffassung von der unbedingten Folgerichtigkeit des italienischen Vorgehens entsprach. London zu der Maßnahme gegen Dr. von Langen veranlaßt hat. Wie veinlich die Tätigkeit Dr. von Langens in Rom für gewisse Völkerbundskreise gewesen zu sein scheint, gebt schon daraus hervor, daß der bekanntlich von der Pariser Sowjetbotschaft bezahlte„Oeuvre“ in Gemeinschaft mit dem sattsam bekannten„News Chronicle" noch während des Aufenthaltes Dr. von Langens in Rom eine Flut von Verleumdungen gegen diesen verbreitete. die die italienischen Stellen zu einem energischen Dementi veranlaßten. Es ist mehr als vikant, wenn von englischer Seite heute ausgerechnet Lügen des„Oeuvre“ dazu berhalten müssen. als Begründung für eine Maßnahme zu dienen, die in Wirklichkeit lediglich durch die lovale Tätigkeit Dr. von Langens an seinem früberen Wirkungsorte bedingt ist. Die Entfernung Dr. von Langens aus London als„im Interesse der deutsch=englischen Beziehungen liegend“ zu bezeichnen, ist eine Begründung. die man allerdings beliebig für jede Aktion dieser Art anwenden kann. Es ist eine selbstverständliche Aufgabe eines Zeitungskorrespondenten, dem Lande gegenüber, das ihm Gastfreundschaft gewährt, sich zumindest so loyal zu verhalten. daß er nicht sich ausschließlich in negativer Berichterstattung und schärfster Kritik erschöpft und bewußt alle positiven Dinge unterschlägt. Mr. Ebbutt hat seine ganze Tätigkeit in Berlin bisher dazu benutzt. ausschließlich Schattenseiten zu suchen und mit einem geradezu bienenhaften Fleiß jeden Klatsch und jedes Gerücht zusammenzutragen, um dann daraus für seine Leser seine Meinung über Deutschland zu formen. Er hat dadurch schon sehr lange das ihm gewährte Gastrecht mißbraucht und es erhebt sich immer wieder die Frage. ob man nicht Korrespondenten vom Schlage des Mr. Ebbutt und einiger ähnlicher Herren die Aufenthaltserlaubnis in Deutsch= land entziehen sollte. Man hat längst notwendige Maßnahmen deutscherseits immer wieder zurückgestellt, nur im Interesse der Beziehungen zwischen beiden Ländern und des Pressefriedens zwischen Deutschland und England. Nachdem jedoch nunmehr von englischer Seite der Standpunkt als richtig bezeichnet worden ist. im Interesse der gegenseitigen Beziehungen Zeitungskorrespondenten die Aufenthaltserlaubnis zu untersagen, die die Grenzen des ihnen gewährten Gastrechtes nicht auf das veinlichste gewahrt haben oder gewahrt haben sollen, fiel natürlich auch von deutscher Seite jeder Grund fort. Maßnahmen noch länger hinauszuschieben, die sich schon lange Zeit als dringend notwendig erwiesen haben. Es zeugt für eine außerordentliche Zurückhaltung der deutschen Stellen und für eine besonders sorgfältige und veinliche Prüfung, daß man nicht Zug um Zug mit dreitägiger Frist drei Korrespondenten englischer Zeitungen die Aufenthaltserlaubnis entzog. Zum 90. Geburtstag Hindenburgs Aufruf des Kuratoriums der Hindenburg=Spende an das deutsche Volk Berlin, 10. Aug. Das Kuratorium der HindenburgSpende erläßt folgenden Aufruf: Am 2. Oktober 1937 jährt sich der Tag. an dem vor 90 Jahren Hindenburg das Licht der Welt erblickte. Voll Ehrfurcht werden an diesem Tage die Gedanken aller Deutschen in Erinnerung an ihn zu seiner Ruhestatt in Tannenberg wandern. Aber laßt es damit nicht genug sein! Als Deutschland sich 1927 anschickte. Hindenburgs 80. Geburtstag zu begehen, da ging sein Wunsch dahin, von allem Festlichen abzusehen, ihm dafür aber die Mittel in die Hand zu geben, um stärker als bisher Not und Elend von Veteranen, Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen lindern zu können. 10 Millionen Mark schenkten Deutsche daheim und draußen ihrem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall, der sie. ein Denkmal seines kameradschaftlichen Fühlens. in die von ihm errichtete Stiftung„Hindenburg=Spende“, einbrachte. Deren Vorsitz übernahm er selbst. In Zehntausenden von Fällen hat Hindenburgs Stiftung während ihres zehnjährigen Bestehens in seinem Sinne helfen können. Jetzt ist sie nahezu erschöpft. Nehmt Hindenburgs 90. Geburtstag zum Anlaß, sein fürsorgerisches Werk zu erhalten und fortzusetzen! Der Führer und Reichskanzler hat den Gedanken einer neuen Sammlung zum 2. Okt. 1937 nicht nur wärmstens begrüßt, sondern sie selbst mit einer großen Stiftung eröffnet. Folgt diesem Beisviel! Ehrt das Andenken des großen Toten durch die Tat des Handelns in seinem Sinne. Beiträge zu der vom Reichs= und Preußischen Ministerium des Innern genehmigten Sammlung nehmen alle Banken. Sparkassen. Postanstalten und das Postscheckkonto der„Hindenburg=Spende"— Berlin Nr. 73 800— entgegen. Das Kuratorium der Hindenburg=Spende. * Die Hindenburg=Spende, die von der einstigen Linken seinerzeit wütend bekämpft wurde, hat unendlich viel Gutes gestiftet. Sie hat bis zum 31. 12. 1936 insgesamt 9734398.65 RM. an Einzelunterstützungen im In= und Ausland an insgesamt rund etwa 70000 Personen gezahlt. Ihre Unkosten konnten bei sparsamster Wirtschaft jährlich auf nicht ganz 1 v. H. der Gesamtausgaben gehalten werden. Die Stiftung hat im Durchschnitt jährlich 1 Mill. RM. ausgegeben, davon regelmäßig am Geburtstag des Stifters. dem 2. Oktober. 450000 RM.— Die Sammlung läuft bis zum 30. September d. Is. Internationale Filmkunstschau eröffnet Großer Erfolg des deutschen Kultursilms„Röntgenstrahlen“ in Venedig Venedig, 10. August. Auf dem Lidio von Venedig wurde die 5. Internationale Filmrunstschau vom italienischen Minister für Volkskultur, Alfieri, in dem neuerbauten, fast 2000 Personen fassenden Vorführungsraum in Anwesenheit der Behörden und faschistischen Parteivertreter, vieler Persönlichkeiten des internationalen kulturellen Lebens und eines zahlreichen Publikums aus aller Herren Länder feierlich eröffnet. In seiner einleitenden Ansprache gab der Präsident der Internationalen Filmkunstschau, Graf Volpi, einen Ueberblick über die Entwicklung dieser seit 1932 bestehenden Einrichtung, die von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinne und in diesem Jahre 16 Nationen mit einer Auswahl von Spitzenwerken ihres Filmschaffens vereinige. Nach einer Ansprache des Präsidenten der Internationalen Filmkammer, Loureau, betonte Minister Alfieri in seiner Rede, daß die Internationale Filmkunstausstellung seit ihrem Bestehen ihre volle Daseinsberechtigung erwiesen habe. Sehr herzliche Begrüßungsworte richtete er an den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Lehnich, und schloß mit einer Aufforderung an die Vertreter aller Staaten, sich für eine lebendige Entwicklung und künstlerische sowie technische Ausgestaltung des Filmwesens einzusetzen, weil kaum ein anderes Gebiet wie gerade der Film geeignet sei, die Beziehungen zwischen den Völkern enger zu gestalten. Im Anschluß an die Eröffnungsansprache nahmen die Filmvorsührungen ihren Ansang. Brach, eirezr, Hazg ip: sällig ausgenommenen Film der Magyg:#e,#iag, elcgof aber den Bench zie, aulaelsin Börigen. paares in Budapest kam ein Usa=Kultursilm„Ronigen strahlen“ zur Vorführung, der in technisch, vo Weise ein anschauliches Bild von der vielsettigen B wendungsmöglichkeit der Entdeckung des großen deutschen Forschers Röntgen auf dem Gebiet der Medizin, der Technik und der Wissenschaft lieferte. Der Film. der durch die Verknüpfung von Tonfilm mit wissenschaftlicher Photographie als eine Meisterleistung angesprochen werden muß, wurde mehr mals durch brausenden Beisall unterbrochen. Do durch, daß Italien diesen deutschen Kultursilm bereus, in### Eröffnungsveranstaltung zur Vorführung bringen ließ, sibt es zu erkennen, welch hohen Wert man dem deutschen Kulturfilmschaffen entgegenbringt. In der Annahmeommission erregten die deutschen Leistungen auf diesem bebiet so starkes Interesse, daß außer den velprünglich ür die Internationale Filmkunstschau gemeldeten acht heutschen Kulturfilmen noch sechs weitere zur Vorführung gelangen werden. Abschließend errang ein durch die Originalität aufallender Wast=Disnen=Farbentrickfilm starken Erfolg der einen heiteren und sehr einfallsreichen Wettstreit wischen zwei verschiedenen Orchestern zum Gegenstand atte. Mit großer Spannung erwartet man in Venedig die auf den 23. August angesetzte offizielle Welturaufführung des deutschen, nach dem Siemens=Berthon=Verfahren hergestellten Farbenfilms„Deutschland“. Ba die in Venedig vorhandenen technischen Anlagen für die Vorührung dieses Films nicht ausreichten, wurde ein deutscher Ernemann=Projektor mit einer SiemensSpeziallampe aufgestellt. Ebenso hat die Firma Siemens k Halske eine Aluminium=Riffelwand neuester Bauart für die Vorführung dieses Films einbauen lassen. Vor kurzem führte die deutsche Firma in Rom dem italienischen Regierungschef auf deutschen Apparaten ihre Filme vor. Mussolini hat sich über diese deutschen Leistungen außerordentlich anerkennend geäußert. Engländer fliegen mit deutschen Maschinen Weiterer Ausbau der Nachtluftpoststrecke Berlin—London. Berlin, 10. Aug. Heute in den frühen Morgenstunden traf erstmalig auf der planmäßigen Nachtluftvoststrecke Berlin—London eine„Ju 52“ der englischen Luftverkehrsgesellschaft British Airways auf dem Flughafen in Tempelhof ein. Damit beteiligen sich nun auch die Engländer an dieser weit bekannten Nachtluftvostverbindung, die seit 1933 regelmäßig allnächtlich im Sommer und Winter durchgeführt wird. Die Maschinen dieser Strecke verlassen gegen 23.30 Uhr mit der am Tage aufgegebenen Post die Reichshauptstadt und sind nach Zwischenlandungen in Hannover und Köln bereits um 5.40 Uhr englischer Zeit in London, wo die Post mit dem ersten Bestellgang ausgetragen werden kann. Umgekehrt kommt die in London aufgegebene Briefpost zur ersten Bestellung in Berlin zurecht. Die gerade auf dieser Nachtstrecke von den deutschen Verkehrsfliegern erzielte Leistung hat schon vor längerer Zeit in England besondere Anerkennung gefunden. So nahmen englische Flugzeugführer an diesen Flügen teil. um die Schwierigkeiten des Nacht= und Blindfluges kennenzulernen. Wenn heute nun die British Airways sich ebenfalls an der Durchführung dieser Strecke beteiligen und dabei die dreimotorige„Ju 52“=Maschine zum Einsatz bringen, so spricht das am besten für die von der Deutschen Lufthansa auf fliegerischem und von der deutschen Luftfahrtindustrie auf konstruktivem Gebiete geleistete Pionierarbeit. Drei reichsdeutsche evangelische Geistliche aus Polnisch=Oberschlesien ausgewiesen Kattowitz. 10. Aug. Drei reichsdeutsche Geistliche der evangelischen Kirche in Polnisch=Oberschlesien haben von der Woiwodschaftsbehörde in Kattowitz die Aufforderung erhalten, das polnische Staatsgebiet innerhalb von sieben Tagen zu verlassen. Es handelt sich um den Pastor Dr. Schiller, der seit 28 Jahren die Kattowitzer evangelische Kirchengemeinde betreut, und Pastor Dr. Schneider, der seit acht Jahren in Kattowitz amtiert, und den Pastor Dr. Wenzlaff, der über zehn Jahre der Kirchengemeinde in Pleß vorstand. Die Ausweisung, die im Zusammenhang mit der geplanten Polonisierung der unierten evangelischen Kirche in Polnisch=Oberschlesien steht, die sich zu 95 Prozent aus deutschen Mitgliedern zusammensetzt, hat unter den Gemeindemitgliedern der evangelischen Kirche in PolnischOberschlesien größtes Aufsehen erregt. Ein Roman von Hermann Hllgendorf sucht die Heimat Conyrisht by Karl Köhler& Co., Berlin-Zehlendort 33. Fortsetzung. Sie hatten von furchtbaren Schreckenstaten deutscher U=Boot in amerikanischen Hetzblättern gelesen, wonach die Deutschen jedes Schiff ohne vorherige Warnung mit Mann und Maus versenkten. In diesem Augenblick ging am U=Boot das Signal hoch„Stop!“ Bowler warf einen verzweifelten Blick auf Snider. aber der zuckte nur die Achseln. „Ich glaube, wir geborchen!“ entschied Bowler. Darauf gab das U=Boot den Befehl:„Alle Mann sofort in die Boote!“ „Sie warnen uns... Sie warnen uns wirklich...!“ sagte Bowler kopfschüttelnd. Als die Boote klar waren, machten sie sich in höchster Eile davon. In einiger Entfernung vom Schiff jedoch blieben sie liegen. Sie erwarteten jeden Augenblick die Versenkung ihres Schiffes. Plötzlich aber sah man das U=Boot wieder hinter der „Dakota“ hervorkommen, wobei es signalisierte: „Kehrt auf die„Dakota' zurück! Vielen Dank!“ Was war das nun? Sicher eine Falle! Na. die Germans konnten ja lange warten, bis sie darauf hereinfielen. Das U=Boot fuhr davon... Die Boote der„Dakota“ hielten still. Bald mußte das Schiff ja in die Luft fliegen! Stunde um Stunde verging... Nichts geschah... „Der Teufel mag wissen, was los ist... Ich gehe an Bord zurück...!“ brummte Snider. „Alles in Ordnuno!“ schrie er nach einer Weile von der Reling den Leuten in den Booten zu. Man ruderte hin. „Nichts Auffälliges entdeckt. Snider!?“ fragte Bowler. als er mit seinen Leuten ausgeentert war. „Doch. dies hier!“ sagte Snider und hielt dem Kapitän einige hundert Dollarnoten entgegen. „Was soll das?“ Bowler begriff das nicht. Snider reichte ihm dann einen Zettel. auf dem zu lesen stand: „Wir sind ein friedliches Handels=U=Boot. Die Kanone auf unserem Deck war nur eine Atrappe. Ihr Schreck war völlig überflüssig. Für entnommenes Wasser. Lebensmittel. Oel anbei den Gegenwert in guten Dollarscheinen.. Es dauerte eine Weile, ehe Bowler ein Wort hervorbringen konnte. „Dammed!“ sagte er endlich. Es klang Anerkennung und Hochachtung darin. * Man war nun wohl wieder für einige Tage verproviantiert. Aber in diesem Zustande konnte man nicht hoffen, mit der„U=Vaterland" jemals Deutschland zu erreichen. Man mußte auf alle Fälle jetzt versuchen, einen merikanischen Hafen zu gewinnen, um auch die notwendigen Revaraturen gründlich durchführen zu lassen. damit das Boot wieder tauchfähig wurde. Das Wetter schien sich auf ihre Wünsche einzustellen. freilich mit einer Schnelligkeit und einer Wucht, die man nicht gewollt hatte. „Wenn jetzt noch wieder so ein grauer Kracher' auftaucht", dachte Fredersdorf,„werden wir es schwerlich schaffen können.“ Aber das nahm seinen Mut und seine Hoffnung nicht. während er mit Butz, einem tüchtigen jungen Mann, am Führerstand auf die schwere See hinausblickte. In der Nähe hatte er die kleine Insel St. Felix ausgemacht, mexikanischer Besitz und unbewohnt. Im schlimmsten Falle „Schiff backbord voraus!“ meldete Butz Fredersdorf greift zum Glas. sucht die Richtung ab. „Das ist doch... Glück!" lächelt er grimmig.„Da laufen wir wieder so einem Kreuzer in die Arme!“ Die See rollt... das Boot stößt... Schnell folgen die Besehle aus der Zentrale... Kurs auf St. Felix! Hoffentlich entwischen wir ihm, und— hoffentlich!— respektiert er die fremden Hoheitsrechte... Es wurde eine wilde Jagd zwischen dem Kreuzer und dem U=Boot. das in rasendem Tanz über die Wellen jeden Augenblick vor seinem Ende zu stehen schien. Glücklicherweise hatte man den Kreuzer noch rechtzeitig ausgemacht, und so konnten die Maschinen, die ihr Letztes hergaben, das Aufholen des feindlichen Schiffes hinauszögern. „Land in Sicht!“ gab der Beobachter durch. Fredersdorf hielt auf eine tiese Bucht der Insel zu. Schwenkte der Kreuzer ab? Es schien so. Ein tiefes Aufatmen... dann ein surchtbarer Krach. als wollte das Boot mittschiffs auseinaderbrechen. Nach kurzer Stille, da alles im Boot durcheinander geworfen war, stürzte Alfred Wyß als erster in die Zentrale. „Was ist los?“ „Nichts von Bedeutung", sagte Fredersdorf ruhig. „Wir sind auf ein Riff aufgelaufen. Einen Lotsen hatten wir leider nicht", versuchte er zu lächeln,„und so müssen wir nun zusehen.“ Es wurden verzweifelte Stunden, die nun folgten. Unmöglich war es, bei dieser schweren Brandung durch Schwimmen das Land zu erreichen, und so mußte man auf dem Boot ausharren und des eindringenden Wassers Herr zu werden versuchen. Alle Mann standen an den Pumpen... an Ruhe und Essen dachte niemand. Draußen gingen noch immer die Sturzseen über das mahlende Deck. Die Nacht schlich dahin... Der Schweiß rann den Männern in Strömen über den Leib. Das Wasser stieg langsam... aber es stieg! Da brach der Morgen an... und der weißen Gischt der rollenden See entstieg eine strablende Sonne... Ein Aufatmen ging durch das ganze Schiff... Das bedeutete Rettung! Einige Stunden später schon stießen die ersten, mit Rettungsringen angetan. von dem Boot ab und erreichten glücklich das Land. Fredersdorf hatte überlegt, wie man wohl die Kranken hinüberschaffen könnte. Und so hatte er an einen der Rettungsgürtel ein leichtes Tau angebunden, das er mit dem Schwimmenden abrollen ließ. Am Ufer wurden dann die anderen Gürtel zusammengebunden und wieder auf das Boot zurückgezogen. Auf diese Weise konnte man sie immer wieder verwenden und den Mangel der Zahl ausgleichen. Da von den Frauen überdies nur Ann des Schwimmens kundig war. wurde für Eveline und Lou aus den Gürteln durch Vertauen ein kleies Boot zusammengestellt, auf dem dann zuerst diese beiden hinübergeschafft wurden. Als letzter verließ Fredersdorf das Boot, das sich immer noch hielt. Man war wohl an Land... aber wie sollte das weiter werden? Man saß nun hier auf einer unbewohnten Insel ohne jede Nahrung... und ob man Trinkwasser fand? Die „Vaterland“, dieses herrliche U=Boot. auf dem man die Heimat zu erreichen ausgefahren war, lag vor ihnen als ein elendes Wrack. Die Stimmung der Schiffbrüchigen war nicht eben hoffnungsvoll. „Wir werden nun wie Robinson Crusoe leben. nicht wahr. Fred?“ sagte Ann zu Fredersdorf. der. auf einem Stein sitzend. ihre Lage überdachte. Er stand auf. „Du hast recht. Ann... Robinson erforschte zuerst die Insel. Wir wollen dasselbe tun. Verteilen wir uns und achten wir vor allem auf Wasser. Eveline und Lou Farrere bleiben bei den Kranken zurück, und du“, sagte er zu seinem Schwiegervater,„wirst ihnen gewiß gern zur Seite stehen wollen. Wir anderen verteilen uns zu viert in drei Zügen und durchqueren die Insel, um dann von dem gemeinsamen Treffpunkt im Westen aus wieder zurückzukehren.“ Es war selbstverständlich, daß Ann bei ihrem Fred blieb und daß die beiden den wackeren Tom mit sich nahmen, der sich auf der ganzen Fahrt, wenn auch nicht als Schofför, so doch als ein Mann, der mit Ueberlegung zufassen konnte, aufs beste bewährt hatte. Sie wanderten, obwohl der Durst sie höllisch quälte. nun wohl schon eine Stunde durch unwegsames Ge## ohne etwas zu entdecken, was ihnen frischen Mut gege### hätte. Gestrüpp und sandiges Felsengestein bildeten der Grund. auf dem sie schritten. „Vielleicht ändert sich's wenn wir weiter nach Westen kommen“, meinte Fredersdorf.„Es ist, als ob der Boden hier besser würde.“ Plötzlich griff Ann nach seinem Arm. „Fred. sieh nur dort... dort... siehst du... eine schwarze Frau!“ „Wahrhaftig!“ stimmte Tom bei.„Da kommen wir vielleicht noch zum Abendbrot zurecht.“ Sie schritten nun in freudigster Zuversicht schneller aus und standen bald überrascht vor einer Plantage, auf der schwarze Frauen und Männer arbeiteten. „Sagtest du nicht, die Insel sei unbewohnt. Fred?“ „Ja. aber man sieht, daß auch ein Drucker sich irren kann.“ „Wenn die hier aus Trauben Wasser keltern“, meinte Tom.„dann kann der Durst uns nicht viel schaden.“ „Du bist einzig. Tom!" lachte Ann.„Aber nun drauf los!“ Bald waren sie von dem schwarzen Völkchen umringt. Einige sprachen etwas englisch, und so erfuhr man, daß die Farm hier einem Holländer mit Namen Buitenzorg gehörte. In einem wahren Triumphzug führte man die Schiffbrüchigen nach dem Farmhaus, das vor kurzem völlig niedergebrannt war. aber in seinem hellen leichten Bambusrohr schon wieder fast fertig stand. (Schluß folgt) Nr. 187(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Mittwoch, den 11. August 1937 Leere Schleusenkammern Umiangreiche Reparaturarbeiten an den Kammern der Schleulen VI und VII. Beobachtungen am Rhein=Herne Kanal. 4b ran. 2 repariert. Mit einigen Frauen, die ihren Männern Essen bringen, schreiten wir über den Laufsteg des Schleusentores der Südkammer und gelangen so an die Nordkammer. Sie ist wasserleer, nur ganz unten, haustief, ist noch ein wenig Wasser, das von einer Pumpe ausgesaugt wird. Hier erhält man erst den rechten Einblick in die Einrichtung einer Schleusenkammer. 169 Meter ist dieser 12 Meter auf dem Ufer bis nahe an dieses Tor herankommen.stiefe Einschnitt lang. Senkrecht stürzen sich g###r hat man einen guten Blick über die weite die glatten aus Beton und Mauerwerk bestehenden Wasserfläche bis zur Brücke an der Bahnhofstraße, Wände hinab. Dasuntere Tor ist geschlossen— zum Recklinghäuser Hafen und zur schönen Hafen= man erkennt hier erst so recht, welch riesige Ausmaße badeanstalt. Ständig liegen Schiffe in diesem Bereich ses hat und wie tief der Einschnitt hinabreicht, in das des Rhein=Herne=Kanals, die auf Durchschleusung es seitwärts hineingleiten kann—, das obere Tor Es ist überaus fesselnd, am Rhein=Herne=Kanal dem Schleusenbetrieb zuzusehen, wozu man die beste Gelegenheit an der in der Nähe der Bahnhofstraße gelegenen Schleuse VI hat. Die südliche Schleusenkammer ist weithin durch das weiße Dreieck auf dem grün gestrichenen Schleusentor zu erkennen. Man kann warten. Noch ist das Schleusentor geschlossen, aber schon sieht man, wie Schiffe von der oberen Wasserhaltung her in die Schleusenkammer einfahren. Plötzlich fängt es an, unter dem Schleusentor her in großen weißschäumenden Wirbeln emporzubrodeln. Tief unter dem Schleusentor sind die unsichtbaren„Schützen“ geöffnet worden, durch die das Wasser aus der Schleusenkammer, die an der anderen Seite nach dem Einfahren der Schiffe ebenfalls durch ein Tor ge schlossen worden ist, ausfließt. Zusehends sinken die Schiffe in der Schleusenkammer tiefer. Soeben sah man noch den oberen Schiffsrand. Jetzt verschwindet er, dann folgen ihm die Aufbauten, und nach einiger seit ist von den ganzen Schiffen nichts mehr zu sehen. zur das Brodeln des herausströmenden Wassers vor dem unteren Rand des Schleusentores dauert fort. Nach einiger Zeit hört auch dieses auf. Man sieht einen Mann in ein Maschinenhaus gehen, und dann beginnt das große grüne Tor mit dem weißen Dreieck sich zur Seite zu bewegen. Es öffnet sich einen Spalt breit, dieser wird immer größer, und langsam fährt das oben an einem Eisengerüst mit Drahtseilen aufgehängte Tor in einen Einschnitt an der Seite der Schleusenkammer hinein. Jetzt sieht man auch den Wasserspiegel in der Kammer. Er hat nun dieselbe Höhe wie das Wasser im Kanalteil vor dem Zuschauer. Kaum ist das Tor ganz in dem Einschnitt in der Kammerwand verschwunden, da setzt sich eine elektrische „Lokomotive“, die oben am Rande der Schleusenkammer auf Schienen läuft, in Bewegung. Man sieht hinter ihr ein Drahtseil, das in die Kammer hineinläuft, und nun kommt auch schon das erste der geschleusten Schiffe mit dem Bug herausgefahren. Ein zweites und drittes folgt hinterher. Alle Schiffe sind durch Drahtseile miteinander verbunden. Die„Lokomotive“ fährt auf einem hohen Gerüst parallel zum Ufer weit hinaus in das Wasser, bis sie auf einmal stoppt, das Drahtseil wird schlaff, ein Schiffer des ersten Schiffes greift zu und löst die Schlinge, die an seinem Schiff befestigt ist. Klatschend fällt das Drahtseil ins Wasser. Die Schleusung ist beendet, frei fahren die geschleusten Schiffe in den Kanal hinaus. Aber nur wenige Augenblicke später hat der Schiffer des ersten der hier wartenden Schiffe die Schlaufe des Drahtseils aufgefangen, an seinem Schiff befestigt, und nun zieht die Lokomotive dieses und noch zwei dahinterliegende Schiffe langsam in die offene Schleu senkammer hinein. Kaum sind sie darin verschwunden, so kommt das riesige Tor wieder aus dem Wand einschnitt herausgefahren und schließt die Kammer wieder zu. Um zu beobachten, was nun geschieht, gehen wir um die umzäunte Anlage der Schleuse herum. Als wir an dem anderen Ende der Schleusenkammer anlangen, sehen wir den hier viel höheren Wasserspiegel des Kanals, sehen aber auch, daß die Schiffe in der Schleusenkammer bereits ebenso hoch auf dem Wasser liegen. Sobald das untere Tor geschlossen worden war, hat man nämlich die Schützen unter dem oberen Tor geöffnet und so das Wasser aus der oberen Ka nalhaltung in die Kammer fließen lassen. Hier hat sich der Wasserspiegel schnell gehoben und dabei die Schiffe in der Kammer nach oben getragen. Jetzt bewegt sich das hier gelegene Tor der Schleuse. Es ist nur erkennbar an dem eisernen Laufsteg, der über das Wasser geht. Dieser Steg kippt langsam zur Seite ins Wasser hinein. Das Tor an diesem Ende der Kammer ist nämlich ein Kipptor, das sich bis auf den Boden in das Wasser hineinlegt. Darüber hinweg zieht nun die„Lokomotive“ die Schiffe aus der Schleuse in den Kanal hinein, wieder fällt das Drahtseil ins Wasser, auch die Schleusung dieser Schiffe ist beendet. Aber schon nahen neue Schiffe, die einfahren und in den tiefer gelegenen Teil des Kanals hinabgeschleust werden wollen. * Die hier beobachtete südliche Schleusenkammer ist nicht die ganze Schleuse VI. Diese hat vielmehr noch eine nördliche Schleusenkammer, die etwas östlich gegen die vorgenannte vorgeschoben liegt. Aber diese Kammer ist jetzt außer Betrieb, denn sie wird ist umgelegt. Um das Wasser der oberen Kanalhal tung festzuhalten, ist vor der Schleusenkammer eine neue Wand aufgerichtet. Von riesigen senkrecht im Kanalbett stehenden Stahlträgern gehalten, hat man waagerecht quer zum Kanalbett eine Vierkantbohle über die andere aufgeschichtet. Und diese Wand schließt so dicht, daß nur an der Seite etwas Wasser durchströmt, das wieder von einer Pumpe herausgeholt wird. Im ganzen Bereich der Riesenkammer wird nun seit etwa 14 Tagen gearbeitet. In der Hauptsache handelt es sich darum, Undichtigkeiten im Mauerwerk und Beton der Schleusenkammer zu beseitigen. Diese hauptsächlich auf Bergschäden zurückzuführenden Undichtigkeiten hatten bewirkt, daß, besonders an Ruhetagen, zu viel Wasser aus der oberen Kanalhaltung in die Kammer und aus dieser in die untere Kanalhaltung floß. Mit dem Wasser muß man nämlich im Kanalbetrieb sparsam umgehen, denn es handelt sich ja nicht um einen Fluß, der immer wieder neuen Wasserzustrom erhält, sondern um ein künstliches Wasserbett, das aus einzelnen Stufen besteht. Das Wasser auf jeder Stufe muß gehalten werden(daher heißt eine solche Stufe Haltung), aber der Schleusenbetrieb bringt es mit sich, daß bei jeder Schleusung in die untere Kanalhaltung (d. h. dem Hinablassen eines Schiffes von der oberen Stufe in die nächstfolgende untere Stufe— Wesen und Zweck der Schleuse ist ja die Ermöglichung des Schiffsverkehrs von einer Stufe zur anderen) soviel Wasser von der oberen Stufe in die untere fließt, wie die Schleusenkammer über dem Wasserspiegel der unteren Stufe faßt. Und das ist eine ganze Menge. (Um einen Ausgleich zu schaffen, muß daher fortgesetzt Wasser der obersten Kanalhaltung zugeführt werden, was z. B. durch Pumpwerke geschieht, die bei Datteln Wasser aus der Lippe in den Dortmund=Ems=Kanal pumpen.) Es wird noch geraume Zeit dauern, bis die Undichtigkeiten in der riesigen Schleusenkammer beseitigt, und auch sonst die bei dieser Gelegenheit möglichen sonstigen Instandsetzungen an den Einrichtungen der Schleuse durchgeführt sind. An der Südkammer hat man dieselben Arbeiten bereits durchgeführt. Denn gleichzeitiges Arbeiten ist nicht möglich, da ja der Schleusenbetrieb wenigstens mit einer Kammer aufrechterhalten bleiben muß. Außer an der Schleuse VI sind auch umfangreiche Arbeiten an der Schleuse VII im Gange, die weiter östlich bei der Staatswerft in Pöppinghausen liegt und die Verbindung zwischen Rhein=Herne= und Dortmund=Ems=Kanal herstellt. Die Nordkammer ist hier bereits früher überholt worden, jetzt ist die Südkammer an der Reihe. Dem Besucher bietet sich hier wieder dasselbe Bild wie bei der Nordkammer der Schleuse VI. Wieder sieht man die riesige Kammer mit den steilen Wänden ausgeleert, das untere Tor geschlossen, das obere umgelegt und davor die behelssmäßige Bohlenwand, die das Wasser des Ka nals zurückhält. Pumpen holen das trotzdem zu fließende Wasser heraus. Ein umfangreicher Bau betrieb ist im Gange. Auch hier werden Undichtig keiten beseitigt und wird das gesamte Schleusenwerk einschließlich Maschinenanlagen überholt. Darüber hinaus sollen die Kammerwände um einen halben Meter höher gezogen und die Tore sogar um 1.35 Meter höher gelegt werden. Das hängt nicht nur mit Bodensenkungen zusammen, die gesamten Arbeiten hier wie bei Schleuse VI dienen auch dazu, Sicherungen zu schaffen gegen weitere Schäden, die der jetzt im Kanal= und Schleusenbereich geplante Abbau der Kohle im Untertagebetrieb der Zeche Friedrich der Große im Gefolge haben kann. Außerdem ist ja im Zusammenhang mit der Erbreiterung des Dortmund=EmsKanals eine Erhöhung des Wasserspiegels im Kanal beabsichtigt. All diesen Umständen soll mit den Schleusenarbeiten Rechnung getragen werden. Die Wälder sind unsalle teu 00 drum hüter sie vor Schadenfeuer SA-Gruppe Westfalen in Gemeinschaft mit der Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung. Gau Westfalen-Süd. Die hitler-Urlauber in Herne eingetroffen „Die Bürgerschaft der Arbeiterstadt Herne grüßt die Hitler-Urlauber aus allen Gauen Deutschlands!“ Begrüßung im Herner Rathaus. Vierzig Hitler=Urlauber trafen gestern im Laufe des Tages in unserer Vaterstadt ein. Ein Transparent am Hauptbahnhof zeigte ihnen, auf welch herzliche Aufnahme sie rechnen durften. Die SA=Standarte 457 hatte sich unserer NSV=Kreisamtsleitung für den Empfang zur Verfügung gestellt. Mit der NSV bemühten sich die SA=Obertruppführer Kratzsch und Kegler um die Ankommenden. Um 6.18 Uhr trafen bereits die ersten Hitler=Urlauber ein, im Laufe des Tages dann die weiteren. Es waren Angehörige der SA, des RSKK und Politische Leiter. Der älteste unter ihnen stammt aus Wismar (Mecklenburg) und ist 76 Jahre alt. Die Königsberger hatten einen anstrengenden Seeweg hinter sich und befanden sich 17 Stunden unterwegs. Die anderen Hitler=Urlauber kamen aus Berlin und seinen Vorstädten, aus Sorau und Landeshut(Schlesien), aus Thalheim(Erzuebirae), aus Löfflingen(Schwarzwald), aus Hannover, Osnabrück, Magdeburg, Stettin, Nürnberg, Schweinfurt, Augsburg, Pirmasens, aus Rötenbach(Baden), Dresden usw. Aus allen deutschen Gauen hatten sie sich nach Herne auf den Weg gemacht. Nur ein Einziger unter ihnen kannte Herne bereits, es war ein Politischer Leiter aus dem Hannoverschen, dessen Geschwister in Herne wohnen und der auch schon einige Jahre hier beschäftigt gewesen ist. Als den Hitler=Urlaubern am Bahnhof das Programm ihres 14tägigen Urlaubs überreicht wurde, da strahlten ihre Gesichter. Cin solch reichhaltiges Programm halten sie nicht erwartet. Ueber den Besuch der Ausstellung„Schaffendes Volk“ in Düsseldorf freuten sie sich ganz besonders. Viele unter ihnen hatten schon vor ihrer Ankunft die Absicht gehabt, die Ausstellung auf eigene Faust zu besuchen. Das war nun nicht mehr nötig. Nachdem sie alle in ihre Quartiere geführt worden waren und den ersten Staub von den Füßen geschüttelt hatten, waren sie wieder munter. Gegen 18 Uhr sah man sie auf dem Adolf=Hitler=Platz versammelt, um geschlossen in das mit den in der Ueberschrift genannten Begrüßungsworten geschmückte Rathaus zu marschieren. Im Beisein der Vertreter der NS=Volkswohlfahrt Herne=Castrop=Rauxel, der SA, der NS=Frauenschaft und der anderen politischen Formationen begrüßte Kreispropagandaleiter Pg. Bongardt die Hitler=Urlauber im geschmückten Sitzungssaal: „Sie sind als Hitler=Urlauber aus allen Gauen des Deutschen Reiches hierhergekommen, um hier in unserer Stadt Erholung und Ausspannung zu finden. Im Auftrage der Partei und der Stadt Herne, deren Leiter, Kreisleiter Niever und Oberbürgermeister Meister, sich z. Zi. in Urlaub befinden, heiße ich Sie in unserer Stadt her zlich willkommen. Es ist für uns ein ganz besonderer Stolz, zu wissen, daß wir Hitler=Urlauber beherbergen können. Sie sind hier in das Herz der deutschen Industrie gekommen. Herne liegt mitten im Kohlenrevier. Unsere ganze Arbeit findet ihr Fundament in der Kohle Das ist für Sie ein sichtbare eintragen zu wollen, damit Sie auch den Hernern unvergessen bleiben.“ Kreisamtsleiter Bogi von der NS-Volkswohlfahrt betonte in seiner Ansprache an die Hitler=Urlauber, daß er den Auftrag habe, sie hier zu betreuen. Er werde mit seinen Mitarbeitern von der NSV seine Ehre darin setzen, ihnen den Aufenthalt in Herne so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie sollten alle einen schönen Eindruck von hier in die Heimat mitnehmen. Manches Schöne und Lehrreiche werden sie zu sehen bekommen. Der tiefe Sinn, der ihrem 14tägigen Aufenthalt zugrundeliege, sei ja nicht nur die Erholung, sondern auch die Weitung des Blickes und die Einführung in das Wesen und Wirken der Industriestadt und des Industriegebietes. Als Gaubeauftragter für Westfalen-Süd sprach im Namen der NS=Volkswohlfahrt der Pg. Griev. der die Hitler=Urlauber zugleich im Namen der NSV=Reichsleitung dazu beglückwünschte, hier einen schönen Urlaubsplatz gefunden zu haben. Das sei ein Geschenk des Führers. Er hoffe, daß die Tage in Herne allen eine unvergeßliche Erinnerung sein würden. Das„Feldgeschrei“ dieser 14 Tage aber solle lauten: Kameradschaft und nochmals Kameradschaft! Im Schlußwort brachte Kreisprogagandaleiter Pg. Bongardt ein dreifaches Siegheil auf den Führer aus, in das die Hitler=Urlauber besonders kräftig einstimmten. Dann trugen sie sich alle in das Goldene Buch der Stadt Herne ein. Nach einem kleinen Rundgang durch die Innenstadt begaben sie sich dann in ihre Quartiere, um zum ersten Male zu proben, wie es sich in Herne schläft. Der heutige Morgen steht den Urlaubern zur freien Verfügung, am Nachmittag treffen sie sich um 14 Uhr am Rathaus, um das Sommerbad, den Gysenberger Wald und den Gysenberger Tierpark zu besichtigen. Im Forsthaus wird gemeinsam Kaffee getrunken, der Abend sieht Kinobesuch vor. Antwortscheine im Weltpostdienst. Der Pressedienst des Reichspostministeriums teilt mit: Der Absender eines Briefes nach dem Ausland Zeichen dafür, daß Sie kann die Gebuhr für die Antwort im vorin eine Stadt ernster Arbeit gekommen sind. Siesausentrichten, indem er seinem Schreiben einen stammen aus dem Osten und Westen, Süden und nmartnein Norden des Reiches. Das beweist wieder einmal, daß es unter der Führung Adolf Hitiers jedem Nationalsozialisten ermöglicht wird, sein Vaterland und sein Volk und besonders andere Gaue und Stämme mit ihren Dialekten. Sprechweisen, Sitten und Gebräuchen kennen zu lernen. Sie befinden sich hier auf einem Boden, wo nationalsozialistischer Geist die Zügel in die Hand genommen hat, um in jeder Beziehung auf allen Gebieten nach nationalsozialistischen Grundbegriffen arbeiten und handeln zu lassen. Eines wünsche ich Ihnen: Eine angenehme Entspannung nach Ihrer Arbeit und eine wirkliche Erholung. Ich habe Ihnen bereits die Werbeschrift der Stadt Herne aushändigen lassen, aus der Sie die Bedeutung der Stadt Herne kennen lernen können. Wenn Sie Herne wieder verlassen, werden Sie feststellen können, daß auch hier die Gastfreundschaft zu Hause ist. Ich bitte Sie hernach, sich in das Goldene Buch der Stadt Herne Antwortschein beifügt. In letzter Zeit ist mehrsach festgestellt worden, daß Antwortscheine nicht zu diesem Zweck, sondern zur Bezahlung von Gebühren oder Leistungen nach dem Ausland versandt worden sind. Wer Antwortschreiben als Zahlungsmittel ins Ausland versendet, setzt sich der Bestrafung aus, weil die Verwendung von Antwortschreiben als Zahlungsmittel einen Verstoß gegen§ 13 Abs. 1 des Gesetzes über die Devisenbewirtschaftung vom 4. 2. 35 darstellt. Wenn jemand Gebühren usw. im Ausland zu bezahlen hat, so geschieht dies am einfachsten durch Postanweisung. Kleinere Beträge können innerhalb der Devisenfreigrenze(z. Zt. je Person und Kalendermonat 10 RM.) ohne Genehmigung einer Devisenstelle gegen Abgabe einer devisenrechtlichen Erklärung bei den Postanstalten eingezahlt werden. Auf diesem Wege besteht auch die Möglichkeit. Gebühren für Ausstellung von Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden, ferner für Grabpflege zu bezahlen. Auf keinen Fall dürfen aber Antwortscheine an Zahlungsstatt in das Ausland versandt werden. Bitte Tür zu— es zieht! Weis man überhaupt, was Zugluft ist?— Nicht jedem gefährlich.— Blutkreislauf und Erkältung. Besonders in den Ferienmonaten hört man immer D#der als Vorzug mancher Gegenden rühmen, daß man dort im Gegensatz zu dem Klima in der Heimat gar nicht erkältet habe. Einzelne berichten über die gleiche Beobachtung von ihrem Aufenthalt an der See— andere wieder erzählen das gleiche nach einer Reise in das Gebirge, wo sie trotz Sturm und Regen keine Erkältungskrankheiten bekommen haben. Im alltäglichen Leben aber ist bereits die geringste Zugluft ein vielgefürchtetes Uebel. Ja, manche Menschen entdecken„den Zug“ allerorts und gerade da, wo andere ein geöffnetes Fenster als Wohltat empfinden und glauben, daß in der Sommerwärme ein Zuglüftchen nur angenehm und nie schädlich sein könne. Die Frage nach der Gefährlichkeit der Zugluft ist von den Aerzten oft widersprechend beantwortet worden. In der Tat scheint aber die Erfahrung vieler, meist älterer Menschen dafür zu sprechen, daß Zugluft als Ursache von Beschwerden rheumatischer Natur anzusprechen ist. Eine Umfrage, die kürzlich von einer medizinischen Zeitschrift über die Bedeutung der Zugluft veranstaltet wurde, hat eine Reihe interessanter Antworten durch Aerzte erfahren. Zunächst wurde in wissenschaftlicher Weise erörtert, was man denn unter Zugluft eigentlich zu verstehen habe. Im Gegensatz zum Wind wurde sie als langsam am Körper vorüberstreichende Luft bezeichnet, die gewöhnlich in geschlossenen Räumen zunächst unbemerkt einwirkt. Darin wird gerade ihre Gefahr gesehen, daß sie keinen ausgesprochenen Kältereiz auf die warme= und kälteempfindlichen Nerven der Haut ausübt. Auf diese Weise wird eine Warnung verhindert, die darin besteht, daß bei fühlbaren außeren Temperaturänderungen durch die Empfindung eine dem Reiz angepaßte Einstellung der Gefäßweite und damit Regelung der Durchströmungsgeschwindigkeit des Blutes erfolgt, die dem Ausgleich der Wärmeschwankungen dient. Die geringgradigen Tempera turreize der typischen Zugluft reichen aber nicht dazu aus, eine solche Regulierung in Gang zu bringen. Die unvorbereitete Haut wird daher gleichsam heimlich abgekühlt und durch den ständigen, wenn auch geringen Wärmeverlust entsteht eine Erkältung. Nach dieser Theorie wäre also die unmerkliche und längere Zeit anhaltende Zuglaft für jeden Menschen schädlich, sofern er sich bei Einwirken des Zuges in ruhender Stellung befindet. Ist die Blutzirkulation durch Bewegung jedoch angeregt, so können gerade die kleinen Temperaturschwankungen dem rasch vorbeiströmenden Blut nichts anhaben. In der Bewegung ist die Eigenwärme des Körpers immer einige Zehntelgrade höher als in der Ruhe. In diesem Zustand ist die Abwehrfähigkeit gegen alle möglichen krankheitsauslösenden Ursachen gesteigert. So kommt es auch, daß junge und bewegliche Menschen, die dazu viel Sport treiben, meist nicht viel von der gefährlichen Zugluft wissen, da sie ihnen eben nichts schadet. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, daß die Stimmung einen Einfluß auf die Gefährlichkeit der Zugluft hat. Bekanntlich führt eine niedergeschlagene Stimmungslage zu einer Herabsetzung der Pulsschläge— also zu einer Verlangsamung des Blutkreislaufs. In diesem Zustand kann also die Zugluft ihr schädliches Wirken viel leichter ausüben als bei einem angeregten Menschen in gesteigerter Laune. Aus dem gleichen Grunde muß die Zugluft für den Menschen nach einer Erkrankung nachteilig sein, denn auch in der Rekonvaleszenz liegt die Tätigkeit des Blutkreislaufs genau so darnieder wie bei einer Depression. Aus allgemein physikalischen Gesetzen heraus besteht noch eine erhöhte Empfindlichkeit gegen den Zug. wenn die Haut feucht ist, sei es, daß sie nach einer Anstrengung schweißbedeckt ist oder auch, daß ein korpulenter Mensch gerade in den Sommermonaten immer feuchte Haut hat. Trotz der hohen Außentemperatur kann sich unter diesen Umständen eine Erkältung einstellen, die sonst im Sommer nicht erwartet wird. Die beste Abwehr gegen diese Empfindlichkeit bietet eine gleichmäßig betriebene Bewegung des Körpers, da hierdurch die Blutdurchströmung in gesundem Gang gehalten wird. Eine schwarze Katze ist jedem Menschen schon über den Weg gelaufen. Was ist dabei, wenn so ein rabenschwarzer Kater sich aus einem Kellerloch zwangt, die Straße im sausenden Lauf überspringt und in ein Kellerloch des gegenüber liegenden Hauses verschwindet? Ein gelinder Schreck bleibt übrig, oder man sendet dem Vieh einen sanften Fluch nach. Weiter denkt sich der hartgesottene Menschen nichts dabei. Aber mein Freund Emil ist abergläubisch. Er kann Katzen in den Tod nicht ausstehen. Allerlei Untugenden und geheimnisvolle Kräfte dichtet er dem Miezeveter an. Nun begegnete ihm das gräßlichste Unglück. ein Katzenvieh schwang sich vor Tagen über den Gartenzaun. überauerte, den Schweif gebogen. die Straße, meinem Freund Emil dicht vor den Füßen her. vervustete sich in einiger Entfernung. setzte sich auf die Hinterpsoten. glotzte unseren Emil an. kletterte dann den Gartenzaun gegenüber hoch und war verschwunden. Meinem Freund Emil war der Schrecken in die Knochen gefahren. In der Morgenfrühe springt linker Hand eine Katze über den Weg'. Was konnte diese Be gegnung anders bedeuten als Unglück. Er sah sich von einem Auto angefahren. schwer verwundet in einem Krankenhaus liegen. Nein, er durfte diese Straße nicht mehr weitergehen. Also kehrte er um, machte einen weiten Umweg. kam zu spät zum Bahnhof und vervaßte den Zug. Damit nicht genug. er kam auch zu spät bei einer Auftragsfirma an. ein anderer Reisevertreter war ihm zuvorgekommen und hatte den Auftrag angenommen. Mein Freund Emil schäumte im stillen vor Wut. Wäre ihm doch nicht die schwarze Katze linksseitig über den Weg gelaufen! Den ganzen Tag über war er zerstreut und nachlässig. Er ließ seine Aktentasche in der Straßenbahn liegen, vergaß am Abend. seine Zeche zu bezahlen. mußte sich beschämt beim Kellner entschuldigen, der Emil auf der Straße einholte und mahnte. Vergrämt schlich er nach Haus. untersuchte vor dem Schlafengehen sein Zimmer, ob sich nicht Diebe und Räuber eingeschlichen hatten. Es konnte alles möglich sein, wenn das Unglück einem christlichen Menschen schon am Morgen in Person über den Weg lief. Emil vergaß den Vorfall schon am nächsten Morgen. Die Sonne lachte, der Himmel war heiter, die Zimmerwirtin strahlte in bester Laune. Emil machte sich wohlgemut auf den Weg. um sein Tagewerk aufzunehmen. Auf einmal fuhr er erschrocken zurück. Der schwarze Kater des Vortages sprang auch jetzt wieder den Gartenzaun herab, stoppte den Lauf. glotzte Emil dumm an und lief weiter.„Bomben und Granaten! Vieh. verfluchtes!“ wetterte Emil. Er will wieder kehrt machen, als ihm ein Lachen einen neuen Schrecken einjagt. Verstört blickt er um sich. Ein schöner, blonder Mädchenkopf ist über dem Gartenzaun sichtbar. Emil ist benommen.„Entschuldigen Sie...“ murmelt er und will sich aus dem Staube machen. Mensch. denkt er, da hab' ich mich blamiert...„Fürchten Sie die Begegnung mit Katzen?" fragt das Mädchen lachend. Emil mußte stehenbleiben, ja. er kam sogar etwas näher. Einige Wochen später saßen Emil und das junge Mädchen auf der Gartenbank, zwischen ihnen der rabenschwarze Kater. Emil koste zuweilen das glänzende Fell der Katze. aber nur. um die Hand des lieben blonden Mädels zu erhaschen." wb. Aus und für Herne Kaust Luftschutz=Lose! Eine Armee ist heute in unserem Vaterland für den Luftschutz tatig. 65000 Dienststellen des Reichsluftschutzbundes sind über unsere Heimat verteilt. 3400 Luftschutzschulen des Reichsluftschutzbundes bilden die Selbstschutzkräfte aus. 490000 R9B.=Amtsträger leiten die für den Selbstschutz erforderliche Arbeit: 5 Millionen Kräfte wurden für den Selbstschutz bereits ausgebildet. 12 Mill. Mitglieder hat heute der Reichsluftschutzbund. Eine Armee der Abwehr der Bewaffneten! Wie diese unser Vaterland vor Angriffen zu Wasser und zu Lande schützen soll. so steht an der Seite des militärischen Luftschutzes, der Luftwafse, die Armee des zivilen Luftschutzes, um die Bevölkerung vor den Gefahren von Luftangriffen zu bewahren. Wie vom Reiche die Mitarbeit eines jeden bei den großen Aufgaben der Arbeitsbeschaffung und der Winterhilfe durch Auflage von volkstümlichen Lotterien genehmigt wurde, so ist auch für die großen Aufgaben des Reichsluftschutzbundes eine Lotterie ausgegeben worden. Sie kann sich mit ihrem Gewinnplan sehr wohl neben diesen anderen sehen lassen. Stehen doch 200 000 RM. als Gewinne bereit. Ein 50=Pfg.=Los kann 25.000 RM. gewinnen, ein Dovvellos 50000 RM! Der Spielplan verzeichnet die gewaltige Zahl von 75 866 Gewinnen und 2 Prämien! Wenn schon 12 Millionen deutsche Volksgenossen durch Mitgliedschaft im Reichsluftschutzbund freiwillig ihr Scherflein beitragen, so kannst auch du deine Dankbarkeit für die Vorsorge des Führers zu deinem versönlichen Schutz dadurch beweisen, daß du die große Aufgabe des zivilen Luftschutzes durch Kauf von Losen unterstützest. Daß du auch schön gewinnen kannst, wird ein weiterer Anreiz sein, die Tasche zu öffnen. Festsetzung der Provinzialumlage. Für Herne 7000 M. weniger als erwartet. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen hat jetzt die endgültige Verteilung der Provinzialumlage für das Rechnungsjahr 1936 auf die Stadt= und Landkreise der Provinz genehmigt. Es waren 10,057 Millionen M. umzulegen. Davon entfallen auf den Stadtkreis Herne 192 369,57 M. Im städtischen Haushaltsplan waren 197·027 M. als Soll eingesetzt, so daß das Ist um rd. 7000 M. darunter bleibt. * n* Herne=Mitte stellt zwei Schützen für Rürnberg. Dr. Dustmann Gaubester. Am 7. und 8. August fand in Hagen=Hohenhof das letzte Ausscheidungsschießen zur Ermittlung der zehn besten Schützen des Gaues Westfalen=Süd statt, die den Gau beim Wanderpreisschießen auf dem Reichsparteitag in Nürnberg vertreten sollen. Parteigenosse Dr. Dustmann erzielte mit 107 Ringen die beste Leistung und wird daher die Gauelite in Nürnberg anführen. Parteigenosse Frahs, der wie Dr. Dustmann in der vorletzten Ausscheidung ebenfalls vorzüglich abgeschnitten hatte, hatte ein wenig Pech, wurde aber als Ersatzmann für Nürnberg aufgestellt. Beide Parteigenossen gehören der Ortsgruppe Herne=Mitte an, die auf diesen Erfolg mit Recht stolz ist. ** 28 Eine nie wiederkehrende Gelegenheit! Für nur 1,60 RM. eine Omnibusfahrt und ein Gartenkonzert mit Tanz! Ein froher Samstagabend in den herrlichen Anlagen der Loemühle soll den gestern in unserer Arbeiterstadt Herne eingetroffenen Hitler=Urlaubern einige genußreiche Stunden bieten. Der Musikzug der SA=Standarte 457 Herne mit seinem so sehr beliebten Musikzugführer Albert Krogull bringt ein volkstümliches Gartenkonzert. Der Musikzug, der schon so oft die Herzen der Westfalen erfreut hat, wird in der Loemühle mit seinen fröhlichen Weisen wieder freudige Herzen hervorzaubern. An alle Herner ergeht ein letzter Appell, die überaus günstige Gelegenheit wahrzunehmen, mit nach der Loemühle zu fahren. Am Samstag, dem 14. August, steht auf dem Adolf=Hitler=Platz ein großer Wagenpark Omnibusse bereit, um die 40=SA=Kameraden, die bei uns zu Besuch sind, und den Musikzug sowie alle Herner Wochenendfahrer pünktlich 19.30 Uhr nach der Loemühle zu bringen. Es wird eine lustige Wochenendfahrt und ein fröhlicher Samstagabend. Es sind noch Karten bei der RSV Herne im Rathaus, Zimmer 128, vorrätig, sowie in den Vorverkaufsstellen: Deutsche Buchhandlung Ewert, Bahnhofstraße 105, Zigarrenhaus Nolting, Bahnhofstraße 54, Zigarrenhaus Brockhaus, Bahnhofstraße 84, Zigarrenhaus Landgraeber vorm. Utsch, Bahnhofstraße 99, Adler=Garten E. Wiegmann, vorm. Grünendahl, Bahnhofstraße 154. 2* 820 auslandsdeutsche Kinder in WestsalenSüd. NSG. 820 Kindern deutscher Eltern, die im holländisch=limburgischen Grenzgebiet ansässig sind, wurde durch Vermittlung der NSV im Gau WestfalenSüd eine vierwöchentliche Erholung ermöglicht. Wochenlange Vorarbeiten waren notwendig, um alle bedürftigen Kinder zu erfassen, die notwendigen Ausrüstungs= und Kleidungsstücke zu beschaffen und was sonst noch alles damit zusammenhängt. Die Kinder wurden in Herzogenrath gesammelt, wo sie ihre Reise zunächst nach Hagen antraten. Von Hagen aus erfolgt dann die Verteilung in die einzelnen Quartierstellen im gesamten Gaugebiet. Volkskonzert des Gaumusikzuges. Der Gaumustkzug der RSDAP Westfalen=Süd veranstaltet am Sonnabend, dem 14. August, abends 8 Uhr in den schönen Gartenanlagen des Wirtes Wiegmann(früher Grünendahl) unter Leitung des Gaumusikzugführers Parteigenossen Kühl ein großes Volkskonzert. Alle Herner Volksgenossen und=genossinnen werden hierzu eingeladen. *** Ferienheim für Blinde und Taubstumme. RSG. Die Provinzialverwaltung beabsichtigt, in schönster Lage am Möhnesee ein Ferienheim für Blinde und Taubstumme zu errichten. Die Gemeinde Körbecke hat dafür ein Grundstück oberhalb der Jugendherberge zur Verfügung gestellt. ** Ein Mann überfuhr seine eigene Frau. Seltsames Verkehrs-Mißgeschick einer Jamilie. Die Ehefrau S. von der Bruchstraße besand sich gestern nachmittag mit ihrem Töchterchen auf ihrem Gartenland in Börnig. Als die Zeit herannahte, wo ihr Mann von der Arbeit heimzukehren pflegt, ließ sie das Töchterchen auf dem Land zurück und wollte mit dem Fahrrade heim, um das Essen zu bereiten. Unterwegs traf sie bereits ihren Ehemann, der sie mit dem Motorrade abholen wollte. Er sollte nun das Töchterchen vom Land holen, während sie weiterfahren wollte. Da sie jedoch unterwegs Bekannte traf, hielt sie sich mit diesen an einer Straßenecke noch etwas auf. In der Zwischenzeit hatte der Ehemann das Töchterchen geholt, es auf den Soziussitz verfrachtet und war nun auf der Heimfahrt. Die Ehefrau wollte sich an der Ecke, wo sie noch stand, dem Manne bemerkbar machen, begab sich daher mit ihrem Rade auf die Mitte der Straße. Dort wurde sie aber von dem Motorrad ihres Mannes erfaßt. Dabei flog das Töchterchen im Bogen auf die Straße mille Cremer auf dem Kommunalfriedhof wurde das Horst=Wessel=Lied gesungen, dann sprachen Parteigenosse Beck aus Harpen und Kreisleiter Nieper, die dem Dahingeschiedenen einen ehrenden Nachruf widmeten. Mit dem Liede der Singschar der Brauerei „Wie sie so sanft ruhn“, sand die Beisetzungsfeier ihr Ende. * Von niederbrechendem Gestein erschlagen. Der hier in einem Hause der Ewaldstraße wohnenHauer Stephan Stevanski. ein verheirateter Mann von 45 Jahren, wurde im Untertagebetrieb einer Bochumer Zeche von niederbrechenden Gesteinsmassen getötet. * Verkehrsunfall. Am Montag gegen 22.45 Uhr stieß ein Motorradfahrer, der ein Fuhrwerk auf der Cranger Straße überholen wollte, gegen den linken Vorderteil eines ihm entgegenkommenden Omnibusses. Er kam zu Fall und mußte mit einem Bruch des linken Unterschenkels und erlitt eine Gehirnerschütterung, während die Frau einen Rippenbruch und innere Verletzungen davontrug; der Ehemann hatte nur leichte Schürfungen am Körper und im Gesicht erlitten. Mutter uno Kind wurden dem Börniger Krankenhaus zugeführt. „ 2* * Beerdigung von Brauereidirektor i. R. Fritz Cremer Gestern nachm. wurde der verstorbene Brauereidirektor i. R. Fritz Cremer zur letzten Ruhe bestattet. Vom Sterbehause in der Schaeferstraße setzte sich nach einer Hausandacht ein langer Trauerzug in Bewegung. Voran marschierten der Standartenmusikzug und die Fahnen der Gliederungen, dann folgten SS, Gaumusikzug, SA, Politische Leiter, Werkscharen, Gardekameradschaft und Herner Turnklub. Der Leichenwagen wurde von SA= und SSKameraden mit brennenden Fackeln flankiert. Unter dem sich anschließenden Trauergefolge marschierte die Gefolgschaft der Brauerei. An der Erbgruft der Fain das Kath. Krankenhaus eingeliefert werden. * B e i m„ n ä c h t l i c h e n B l u m e n e i n k a u f" g e f a ß t. Von einer Streife der Schutzpolizei konnte in der Nacht zum Sonnabend an der Ecke Goethe= und Kaiser=Wilhelm=Straße ein Mann aus der Stammstraße abgefaßt werden, der aus den Blumenkästen, die am Treppenaufgang des Hauses Baumstraße 8 aufgestellt sind Rosensträucher und Georginen mit Wurzeln gestohlen hatte. * Auseinandernehmbare steinerne Autogaragen. Auf dem Platze der großen Tankstelle Ecke Bahnhof= und Steinmetzstraße hat man jetzt damit begonnen, Garagen zu errichten. Sie kommen an die Mauer des neben dem Platze gelegenen Lagers. Der Bau der Garagen, es handelt sich um 7, ist insofern bemerkenswert, als alle Teile einschließlich Dachplatten und Entlüftungsaufsatz fertig in Zement gegossen vorliegen und nur zusammengesetzt zu werden brauchen. * Betriebsausflug der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei Am Sonntag unternahm die Gefolgschaft der Schlegel=Scharpenseel=Brauerei AG. einen ganztägigen Ausflug, den ersten nach der Erklärung der Brauerei zum Musterbetrieb. Schon um 7 Uhr waren die Gefolgschafsmitglieder der Herner Abteilung ebenso wie die Recklinghäuser in Bochum, wo sich dann eine lange Karawane von Omnibussen mit 400 Fahrgästen nach Düsseldorf in Bewegung setzte. Bei dem prächtigen Sommerwetter herrschte eine fröhliche Stimmung. In Düsseldorf wurde die Ausstellung„Schaffendes Volk“ besichtigt, wobei Gruppen zu je 100 gebildet wurden, um eine gute Führung zu ermöglichen. Alle empfingen einen sehr starken Eindruck von dem, was sie zu sehen bekamen. Nachdem im Schlegel=Restaurant eine Ruhepause eingelegt worden war, ging es um 12.30 Uhr auf einen Rheindampfer, der rheinabwärts bis Wesel und zurück bis Duisburg fuhr. Auf dem Dampfer wurde das Mittagessen eingenommen, und dann vergnügten sich alle in ungezwungener Weise bei Tanz, Gesang, Musik, Scherz und allerlei fröhlicher Unterhaltung. Nach dem Abendessen landete man in Duisburg, aber damit war der frohe Tag noch nicht beendet. Auch die Heimfahrt mit den Omnibussen nach Bochum gestalDie„abgesperrte“ Bergmannskolonie Richt mehr zeitgemäße Verbotstafeln.— Ein verwickelter Rechtsstreit um 6 Mark. Eine an sich belanglose Straflam=— es handelt sich um einen Strafbefehl über sechs deutsche Reichsmark — beschäftigte zweimal die Revisionsinstanz beim Oberlandesgericht und dreimal den Strafrichter beim Amtsgericht in Recklinghausen. Die Sache hat aber auch eine grundsätzliche Seite, sodaß es dem Angeklagten zur Klärung dieser grundsätzlichen Frage nicht auf die Kosten der fünf Termine und der Verteidigung ankam. Ein Kassierer einer Wanne=Eickeler Firma war in der Beramannskolonie einer Zeche in Hüls mit seinem Kraftwagen angetroffen worden. Nun ist aber das Betreten und Befahren der Kolonie zum Zwecke des Hausierens und des Aufsuchens von Bestellungen verooren— das künden verschiedene Verbotstafeln an—, oder der Betreffende muß sich eine Genehmigung der Zechenverwaltung besorgen. Der Kassierer hatte aber schon volle neun Jahre hindurch für seine Firma auch in dieser Kolonie die Raten einkassiert, ohne daß ihm jemals etwas gesagt oder er verwarnt worden wäre. Er bekam also diesmal einen Strafbefehl über sechs RM., gegen den er Einspruch erhob. Der Einzelrichter des Amtsgerichtes Recklinghausen sprach ihn frei, da zwar das Hausieren und Aufsuchen von Bestellungen in der Kolonie verboten sei, nicht aber das Kassieren. Gegen dieses Urteil legte die Amtsanwaltschaft Revision beim Oberlandesgericht ein, das auch der Revision stattgab und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurückwies. Das Oberlandesgericht sagte, zwar sei das Kassieren nicht verboten gewesen, wohl aber das Betreten und Befahren der Koloniestraßen. Der Angeklagte habe aber eine Koloniestraße mit seinem Wagen befahren, habe sich also strafbar gemacht. Der Einzelrichter des Amtsgerichts Recklinghausen verurteilte darauf den Kassierer wiederum zu sechs RM. Geldstrafe. Gegen dieses Urteil legte nun der Verteidiger des Angeklagten Revision ein mit der Begründung, die von dem Angeklagten befahrene Straße der Kolonie sei nicht durch eine Verbotstafel als verboten kenntlich gemacht gewesen. Das Oberlandesgericht gab auch dieser Revision statt und verwies wiederum die Sache an die Vorinstanz zur nochmaligen Verhandlung zurück. Und nun hatte sich der Einzelrichter zum dritten Mal mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Es wurde festgestellt, daß damals an der betreffenden Straße keine Verbotstafel gestanden habe, sodaß der Angeklagte auch nicht habe wissen können, ob die Straße verboten sei.— (Heute stehen an fast allen Eingängen zur Kolonie Verbotstafeln, auch an der betreffenden Straße, sie haben auch eine neue Beschriftung bekommen, nach der nicht nur das Hausieren und Aufsuchen von Bestellungen verboten ist, sondern auch das Kassieren.)— Es kam nun in der erneuten Verhandlung nach dem Antrag des Amtsanwalts wiederum zu einem Freispruch. Ueber diesen Einzelfall mit seinen Umwegen hinaus hat die Strafsache aber noch eine besondere Bedeutung. Die Zechenverwaltung hat nach dem heute noch geltenden Recht die Befugnis, ihre Bergmannskolonien durch solche Verbotstafeln gewissermaßen von der Außenwelt abzuschließen. Die Gründe dafür sind auch nicht so ohne weiteres unberechtigt: einmal sollen die Bewohner der Kolonie, die durchweg zu den minderbemittelten Volksschichten zählen vor Uebervorteilung durch gewissenlose Händler geschützt werden, zum anderen will die Zechenverwaltung die Straßen der Kolonie nicht durch häufiges Befahren mit fremden Fahrzeugen zuschanden fahren lassen. Aber die Folgerungen, die sich aus diesem Verbot ergeben können, gehen doch weit über das erträgliche Maß hinaus. Ohne Genehmigung der Zechenverwaltung darf kein Außenstehender zu den oben gekennzeichneten Zwecken die Kolonie betreten oder befahren, selbst wenn er einen für das ganze Deutsche Reich gültigen Wandergewerbeschein besitzt. Bis zum letzten durchgedacht, könnte es schließlich sein, daß ohne Genehmigung der Zechenverwaltung kein Bäcker, kein Schuster, kein Schneider und kein Zeitungsbote die Kunden in der Kolonie aufsuchen und der Koloniebewohner nur die Brötchen, die Schuhe, den Anzug und auch die Zeitung bestellen dürfte, die der Zechenverwaltung genehm sind, ein formaljuristischer Bürokratismus, der leicht an die Grenze des Lächerlichen kommt. Man fragt sich daher auch in Juristenkreisen nicht mit Unrecht, ob solche Verbotstafeln noch in die heutige Zeit passen. Die DAF. fordert mit Recht und hat es in einigen Städten auch schon mit Erfolg durchgeführt, daß z. B. die ominösen Schilder an den Haustüren:„Hausieren und Betteln verboten“ verschwinden, denn der Hausierhandel ist heute ein durchaus ehrliches Gewerbe— ein solches Schild aber stellt eine Beleidigung des ganzen Standes dar— und das Betteln ist sowieso schon verboten. Warum sollte dann aber eine Zechenverwaltung ein Recht haben, ihre Koloniebewohner derart in ihrer Bewegungs= und Handlungsfreiheit beschränken zu können? kete sich zu einer rechten Freude, mit der das köstliche Erleben dieses Ausfluges ausklang. * Die Kameradschaft ehem. 39er hatte am Sonntag im Lokale Möller, Von=der=HeydtStraße einen gut besuchten Monatsappell.Nach der Aufnahme neuer Mitglieder und Erledigung der üblichen Tagesordnung gab Kameradschaftsführer Aug. Löseke einen Bericht über den Verlauf des Verbandsschießens, das in Düsseldorf stattgefunden hat. Hierbei konnte die Kameradschaft einige Preise erringen. Weiter wurde von dem Wanderpreisschießen des Kreiskriegerverbandes Herne und den Vorbereitungsarbeiten für den Kreiskriegerverbandsappell Kenntnis gegeben. An den Appell schloß sich ein Kameradschaftsabend an. * Postnachnahmen nach Irankreich, Korsika und Algerien. In Auswirkung des neuen deutsch=französischen Wirtschaftsabkommens sind nunmehr auch die Nachnahmen auf Warensendungen nach Frankreich, die besonderen Vorschriften unterlagen, wieder in gewöhnlicher Weise zu versenden. Die Nachnahmebeträge, die bei Briefsendungen auf höchstens 800 RM., bei Paketen auf höchstens 500 RM festgesetzt sind, sind also in deutscher Währung anzugeben; ferner sind, wie allgemein im Auslandspostverkehr den Sendungen wieder Nachnahmepostanweisungen beizufügen. Stadt Wanne=Eickel. Mit dem Mikrophon in Erange. Hermann Probst macht eine Reportage von der großen Kirmes. Die Größe und Bedeutung der Cranger Kirmes batte auch den Reichssender Köln veranlaßt, den bekannten Rundfunkrevorter Hermann Probst mit einer Revortage vom Kirmesplatz zu betrauen. Der rote Aufnahmewagen der Reichsrundsunkgesellschaft wurde auf dem Kirmesplatz vor allem von der Jugend umlagert... 4 In der Halle des Teuselsrades fand das einen vor stürmischen Bewunderern geschützten Standork. Hermann Probst wies eingangs auf den Umfang der Kirmes in Crange hin, die ein Volksfest nach Art der Pörtzchen=Kirmes in Bonn oder des Dom in Hamburg sei, und gab dann den Heimatfreunden Funke(WanneEickel) und Dr. Koch(Gelsenkirchen=Buer) Gelegenbeit zu aufschlußreichen Ausführungen über Kirmes und Pferdemarkt in Alt=Crange. Bis auf die Brukterer. die am 10. August den Siegestag der Schlacht im Teutoburger Walde begangen hätten, führte Dr. Koch den Ursorung zurück, erzählte von dem Handel der Wildpferde, die bis nach Rußland hin als„Westfälische Dickköpfe" bekannt gewesen seien, vom„Aenneken“ und seinem früher auf der Kirmes gern gegessenen Korinthenstuten und wurde durch Funke mit interessanten Einzelheiten ergänzt. Stadtamtmann Groll streifte die wirtschaftliche Bedeutung. gekennzeichnet durch 1 Million Besucher an den Tagen der 500=Jahr=Feier, 300 000 bis 400000 Besucher der diesjährigen. Kirmes, die rund 1000 Schausteller mit ihren Familienangehörigen in Arbeit bringe. Zum Schluß gab es ein lustiges Durcheinander der Jugend auf dem Teufelsrad und für einen engeren Kreis im Fundkwagen eine kleine Hörprobe, der gestern abend am Reichssender Köln die Sendung der Kirmesreportage folgte. Vom Birnbaum gefallen. Obwohl die Baumfrüchte unserer noch spärlich vorhandenen Obstbäume in WanneEickel noch längst nicht reif sind. konnte es gestern mittag ein etwa 12 Jahre alter Schüler an der Holsterhausener Straße nicht unterlassen. auf einen dort stehenden Birnbaum zu klettern, um ihn nach Jungenart zu vlündern. Dabei wurde er vom Hofhund überrascht. Als der Junge absoringen wollte, tat er einen unglücklichen Sturz und erlitt erhebliche Kopfverletzungen. Arm= und Beinstauchungen. Von der Kirmes wollte sie in den Kanal. Sonntag abend hatte ein junges Mädchen mit ihrem Freunde die Kirmes besucht, der ihr schnell untreu wurde. Nach einer Stunde Suchens fand das Mädel den Freund in einem Lokal beim Tanz mit einer anderen. Hierauf brach die Verlassene in ein heftiges Weinen aus und eilte schnurstraks zum Kanal. wo sie von der Brücke ins Wasser springen und ihrem Leben ein Ende machen wollte. Nur mit Mühe konnten Kirmesbesucher das Mädchen von dem unüberlegten Schritt abhalten. Einem Kirmesbesucher die Jacke gestohlen. Bekanntlich können Diebe alles gebrauchen, aber daß einem Menschen sogar die Jacke vom Arm gestohlen wird, wie das am Samstagabend auf der Cranger Kirmes vassierte. dürfte nicht alltäglich sein. Dort hatten sich mehrere Freunde eingehakt. von denen einer plötzlich bemerkte. wie ihm die Jacke unter dem Arm wegrutschte. Ebe er sich jedoch umdrehen konnte, war der Dieb in dem Gewühl entkommen. Wasserentkeimungstabletten Zur Verhütung ansteckender Krankheiten während der Wehrmachtmanöver(Heer) 1937 durch den Genuß nicht einwandfreien Brunnenwassers, sollen, wie das Oberkommando des Führers mitteilt, Wasserentkeimungstabletten ausgegeben und nach besonderen Vorschriften verwendet werden. Nicht nur die Wehreinheiten, sondern auch jeder einzelne Soldat wird mit den Tabletten ausgerüstet. Aus amtlichen Bekanntmachungen ..J. unser Handelsregister Abt. B Nr. 7— Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Friedrich der Große in Herne— ist am 31. Juli 1937 folgendes eingetragen: An Stelle des ausgeschiedenen Direktors Julius Fromme in Peine ist Dr Ing. e. h. Wilhelm Bergmann in Hannover zum stellvertretenden Repräsentanten der Gewerkschaft gewählt worden Amtsgericht Herne. * In unser Handelsregister Abt. B Nr. 60— Firma Heinrich Schlenkhoff. Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Herne— ist am 30. Juli 1937 folgendes eingetragen: Au Grund der Bestimmungen 5. Teils Kapitel 2 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 6. Oktober 1931 und der ergangenen Durchführungsverordnungen hierzu ist das Stammkapitel durch Gesellschaftsbeschluß vom 29. Jun 1937 um 145 600 Reichsmark auf 200000 Reichsmark in erleichterter Form herabgesetzt. Der§ 3 des Gesellschaftsvertrages vom 11. Dezember 1920 hat dementsprechen##### gende Fassung erhalten:„Das Stammkavital be### 200 000 Reichsmark". Amtsgericht Herne. Nach der Jahl der beschäftigten Volksgenossen entsprechen sich etwa: Bächer und Fleischer zuf. ichsbahn u. ümtt. Bäcker und andere Bahnen Konditoren AIE der gesomte Bergdau Fleischer handwerA Deutsche Reichspoft PTE Maler u. Napezierer Juf. Eisen- u. Stahlgeminnung L SSE INEEESFEEE □ krastfahr geug. Kraftfahrzeug hanbwers Industris 6 Rra SINETOTE! das Handwerk als Lehrmeister Was das deutsche Handwerk im einzelnen für unser Wirtschaftsleben bedeutet, das offenbart in vortrefflicher Weise das soeben der Oeffentlichkeit übergebene„Jahrbuch des deutschen Handwerks 1936“. Am 1. April 1937 waren 1 604.000 Handwerksbetriebe in Deutschland vorhanden, in denen 4.5 Millionen schaffender Volksgenossen tätig sind. Wer z. B., daß die Jahl der Baaer und Fleischer mit rd. 750000 ebenso groß ist wie die Zahl der deutschen Eisenbahner, daß das Friseurhandwerk ebenso viele Menschen beschäftigt wie die Baumwollindustrie, daß es ebenso viele Bäcker und Konditoren wie Bergleute gibt, daß die Maler und Tapezierer an Zahl ebenso groß sind wie die in der Eisen= und Stahlgewinnung Tätigen und daß das Kraftfahrzeughandwerk ebenso viele Menschen beschäftigt wie die Kraftfahrzeugindustrie? Diese Vergleiche, die wir auch in unserem aen Lstelen zeigen zur Genig, weiche Role das Handwer im deuischen Wirtschaftor: sracht hat und in Zo“ ast noch volbringen wird, ruhte zu einem wesentlichz den Schultern des Handwerks. In dieser Erkenntnis hat der Mareleutlichen Teite an Meisterrecht des„Großen Befähigungsnachweiseg; geiauenet“ gaogg. prüfung keine Niederlassung als Betriebsführer" Die Zahl d. täh=is hao Meisterprüfungen hat sich rasch erhöht. Während 1932 prufungen abgelegt wurden, stieg deren Zahl im letzten Jahre auf etwa 75 000 der Zahl der Meister nehmen aber zugleich die Tüchtigkett u.0: Handwerf zu Welche Ausgabe dem Handwerk in der Lehrlinggan.:.419: t daraus hervor, daß 743 v. H. aller Lehrlinge ihre Ausbildung im Handmerk und 857 u. 5. in der Iadustele erhalten Gzach.o ge, Lachont o Scherlend Also, Börnig der belsenkirchener Gruppe zugeteilt Neue Gruppen=Einteilung im westfälischen Fußball.— Bezirksklasse in sieben, Kreisklasse in 24 Gruppen. Bereits am nächsten Sonntag beginnen wieder die Fußballkämpfe, wenn auch vorerst nur in freundschaftlichem Rahmen. Der Gau des Deutschen Fußballmeisters hat aber einen recht guten Start, denn gleich an den beiden ersten Tagen der neuen Spielzeit weilt der 1. FC. Nürnberg in Bielefeld und Dortmund, Schalte 04 spielt am 18. August in Bad Salzuflen gegen Ostwestfalen, und schließlich kommt Ende des Monats der ruhmreiche Hamburger SB ins Land der Roten Erde, um im Pokaltreffen gegen Borussia Dortmund anzutreten. Es geht also mit vollen Segeln in die neue Spielzeit, und die Anhänger des Lederballs werden gleich in den ersten Spielen auf ihre Kosten kommen. Auch organisatorisch bringk die neue Saison einige Ueberraschungen. Aus den sechs Gruppen der Bezirksklasse sind nämlich nunmehr sieben geworden. Allerdings ist die Zahl der Vereine in den einzelnen Gruppen verschieden. Fünf Gruppen umfassen je zehn Vereine, die Gruppe Minden hat als einzige wieder zwölf Vereine, und die Gruppe Siegerland weist nur neun Vereine auf, so daß also ingessamt 71 Vereine in der Bezirksklasse spielen. Wir haben an der Neueinteilung der Bezirksklasse besonderes Interesse, weil in ihr auch ein Herner Verein, nämlich der B fB. Börnig, spielt. Bereits vor gut acht Tagen wußte unser Mitarbeiter„Karlchen“ zu melden, daß Börnig in diesem Jahre nicht der Bochumer, sondern der Gelsenkirchener Gruppe zugeteilt sel. Diese Meldung hat nun ihre Bestätigung gefunden; katsächlich sind die Schadeburg=Leute der Gelsenkirchener Gruppe, wie aus der weiter unten bekanntgegebenen Aufstellung zu ersehen ist, Dgewiesen worden. Börnig sieht sich also auch in diesem Ohre vor sehr schwere Aufgaben gestellt, die man hoffentlich in einem äußerst günstigen Sinne zu lösen versteht. Die 1. Kreisklasse spielt im Gau in 24 Gruppen. Die Ermittlung der zum Aufstleg berechtigten 14 Vereine erfolgt in der Weise, daß die Gruppensieger, nach geographischen Gesichtspunkten zusammengestellt, in Hinund Rückspielen um den Aufstieg kämpfen. Dabei umfassen die Gruppe Industriebezirk die Kreise Bochum, Dortmund und Mark, die Gruppe Minden die Kreise Wittekind, Ravensberg, Lippe, Ostwestfalen und Hellweg, die Gruppe Münster die Kreise Münster, Emscher=Lippe, Nordmünsterland und Gelsenkirchen und die Gruppe Arnsbera die Kreise Sauerland, Lenne=Volme und Siegerland. Beim Aufstieg in die Gautlasse bleibt die Regelung die gleiche wie im Vorjahre. Nach den Hin= und Rückspielen der Gruppenmeister steigen die beiden Ersten in die Glauklasse auf, aus der die zwei am Tabellenende stehenden Mannschaften absteigen. Die„neuen“ sieben Gruppen. Bochum: Tus Bochum, Preußen Bochum, Westfalia Bochum, TG Ehrenfeld, Polizei Bochum, MBB Linden, SC Dahlhausen, Sportg. Wattenscheid, Witten 92, Witten 07 Gelsenkirchen: Union Gelsenkirchen, Gelsenguß Alemannia, BB 12 Gelsenkirchen, SBV Buer-Erle, Westsalia Buer, Delog Rotthausen, Schwarzgelb Gladbeck, Sportfr. Gladbeck, BfB Bottrop, B fB. Börnig. Dortmund: Sportfr. Dortmund, Alemannia Dortmund, TuBB Mengede, SC Hörde, BB Brambauer, Unna 08, BfL Altenbögge, TB Eickel, Union Recklinghausen, Viktoria Recklinghausen. Minden: Union Herford, SuS Herford, Arminia Bielefeld, BfB Bielefeld, SpDg Schildesche, SpVg Gütersloh, SuS Ahlen, Bfö Paderborn, SB Neuhaus, BfL Geseke, Teutonia Lippstadt, Borussia Lippstadt. Münster: Borussia Rheine, SpDg Rheine 09. B3 Rheine 10, Vorwärts Gronau, Preußen Münster, Münster 08, SpBg Erkenschwick, SuS Hüls-Sinsen, Titania Essel, SpDg Beckum. Sauerland: Schwelm 06, Sportring Gevelsberg, Tus Milspe, Union Haspe, DSC Hagen, Tura Hagen 72, SB Herdringen, SuS Menden 09, SB Hemer, PfL Schwerte. Siegerland: SB Altenseelbach, RSV Eiserfeld, Sportfr. Siegen, BC Siegen, BfB Weldenau, SpDg Klafeld, SB Jahn Werdohl, Tus Eiringhausen, RSB Lüdenscheid. schlanke, hochgeschossene und äußerst kalentierte Junior schlug in den letzten Monaten u. a. die Amerikaner Sursace und Harris, die Neuseeländer Malfroy und Stedman und gewann eine Reihe englischer Turniere, die international besetzt waren. Eine Aufgabe für 303? Der Weg, auch in Deutschland das schöne Tennisspiel zu einem Volkssport werden zu lassen, könnte über das Sportamt von„Kraft durch Freude“ führen. Niemand anders als diese, die breitesten Volksschichten erfassende Organisation wäre zurzeit in Deutschland in der Lage. Tennisturniere mit derart starker Besetzung auf ##d ähnliche zuziehen. Es wäre ein Weg, der zwar manches Hindernis Wer leben will, der kämpfe also, und wer nicht streiten will in dieser Welt des ewigen Ringens. verdient das Leben nicht. Reichswettkämpfe der SA Berlin, 1 3. bis 15. August 1937. aufwies, aber zum Ziele führen würde. Der deutsche Sport braucht Nachwuchs, soll er seine Stellung im internationalen Tennissport nicht verlieren. Die Kluds haben bisher nicht den rechten Weg gefunden, weil sie nur kleine Kreise erfaßten. Faustkämpfer Mart— 65R 30 Herne-Sodingen 8.8 Glebsattel und Reinartz k. o.-Sieger!— Kalinowski blieb ohne Gruppeneinteilung des Kreises Bochum für das Spieljahr 1937-38. Der tradikionell gewordene Jahreskampf der Sodinger in Marl brachte den Marlern auch diesmal wieder den erwarteten Publikumserfolg. Die Marler Sportfreunde bekamen dann auch wieder sehr spannende Kämpfe zu sehen, die derartig zufrieden stellten, daß selbst bei der Bekanntgabe des Ausfalls der Begegnung Kalinowsk!— Appel die Marler sich nicht aus der Ruhe bringen ließen. Appel hatte anscheinend vor dem Namen seines Gegners Respekt und trat deshalb nicht gegen Kalinowski an, wofür er durch seine Vereinsleitung die Sperre zugesichert erhielt. Ringrichter Schmitteck aus Bochum war den Kämpfen ein sicherer Leiter, während sein Mitarbeiter als Punktrichter nicht ganz zufrieden stellen konnte. Die Kämpfe(Marl zuerst genannt): Bremer— Wollert. Diese machten den Anfang und sorgten durch einen ungemein wuchtigen Schlagaustausch für die richtige Kampfstimmung. Der Sodinger hat sich in letzter Zeit stark verbessert, er reicht mit seinem Können bald an dem seines bekannteren Bruders in Lüdenscheid heran. Schön hereingebrachte Schwinger und Aufwärtshaken beiderseitig, ließen die zwei ersten Runden gleichwertig erscheinen. Je eine Verwarnung war der Erfolg des verbissenen Eifers der beiden Gegner. Trotz einer nochmaligen Verwarnung, die allerdings ungerechfertigt war, kam Wollert zum Sieg. 0:2 Samendinger— Glebsattel hieß die nächste Paarung. —endinger erfuhr erst hier, daf Jetzt sind auch die Gruppeneinteilungen des Kreises Bochum für die einzelnen Kreisklassen bekannt geworden. Es spielen in der 1. Kreisklalle, Gruppe 1 SC Germania 09 Herne, BV Herne=Süd, Rasensport Holthausen, SV 1912 Sodingen, SV Preußen 04 Wanne=Eickel, SB Phönix Bochum, SV Jahn Holsterhausen, Teutonia Riemke, Fortuna Herne, Reichsbahn Tus Wanne=Eickel, Tus Constantin Herne, SC Viktoria Herne. 1. Kreisklalle, Gruppe 2 Tus 26 Bochum, SC Altenbochum, BV 07 Langendreer, SV 04•13 Langendreer, SV Stiepel 04, SV Concordia Bochum, Rasensport Bochum, SV Bochum=West, STV Werne, VfB Langendreer, LFC Laer, BfB Gerthe. 2. Kreisklalle, Gruppe 1 SV Wanne 1911, SuS Gerhe, Schwarz=Weiß Herne, Hansa Herne, Fortuna Wanne=Eickel, BC 19 Hordel, Constantin Bochum, VfL Herne, Rasensport Wanne=Eickel, SC 19 Werne, Tus Bruchstraße Langendreer, Tus Harpen. 2. Kreisklalle, Gruppe 2 Reichsbahn Bochum, Westfalia Weitmar, Preußen 11 Bochum, Tus Carolinenglück, SV 19 Wattenscheid, Germania Querenburg, Sportfr. WattenscheidOst, Fortuna Bochum, Germani., Kaltehardt, Tus Engelsburg, Borussia, Bochum, Post=Sportverein Bochum. 3. Kreisklalle SV Herne 1916, Postsportverein Wanne=Eickel, Tus Hannibal, SV Kortum Bochum, BV GertheHiltrop, Tus Laer 87, DSC 31 Felsenburg, Teutonia Stiepel, Deutsche Edelstahlwerke, SS=Sportgemeinschaft Bochum. Beim Ueberprüfen dieser Einteilung findet man, daß Jahn Holsterhausen als dritter abzusteigender Verein diesen nicht angenehmen Weg zu gehen brauchte. Wichtig ist ferner, daß in diesem Jahr von den 6 Gruppenmeistern anstatt 3 sogar 4 für den Aufstieg zur Bezirksklasse in Frage kommen. Aus der 2. Kreisklasse steigen aus jeder Gruppe 2 Vereine ab, aus der dritten Kreisklasse dagegen diesmal nur 2 Vereine auf. Der siegessichere Samendinger erfuhr erst hier, daß er einen Könner vor sich hatte. In diesem Kampf war der Sodinger besser in Form, als am Vorsonntag in Herne. Präzise Boxkunst und ein unbändiger Vernichtungswille waren maßgebend für seinen k.o.=Sieg. In der ersten Runde schon wollten es beide Kämpfer wissen, doch konnte sich Glebsattel durch seine stets gut sitzende Rechte einen knappen Punktvorsprung verschaffen. Gegen Schluß der zweiten Runde mußte Samendinger auf einen blitzschnell hereingebrachten rechten Haken hin zu Boden, er stellte sich ganz benommen wieder zum Kampf und nur der Gong rettete ihn vor dem endgültigen Aus. Kurz nach Beginn der letzten Runde mußte Samendinger die Waffen durch Niederschlag strecken. Nimmt der Sodinger seinen Sport weiter so ernst wie bisher, wird er bestimmt später zu den Spitzenkönnern zählen. 0•4 Heising— Pausch 1. Pausch als Anfänger machte in seinem Erstlingskampf einen guten Eindruck. Er beging allerdings den Fehler, allzuviel auf die Deckung des GegNachwuchs an die Front! Sorgen des deutlchen Tennislports. Die erste große Ueberraschung bei den internationalen Deutschen Tennis=Meisterschaften in Hamburg war das Ausscheiden unseres wielfachen Meisters Gottfried von Cramm. Wie und daß er geschlagen wurde, ist durchaus keine Sensation. Wir alle wissen, welch ungeheuren Kraftund Energieaufwand es von Cramm gekostet hat, ein Tennisgenie wie Donald Budge an den Abgrund einer Niederlage zu führen. Der Rot-Weiße erschien in Hamburg abgekämpft und gesundheitlich nicht in bestem Zustand. Daß er überhaupt spielle, war ein neuer Beweis seiner vorbildlichen sportlichen Einstellung. Nicht daß von Cramm besiegt wurde, nein, von wem er geschlagen wurde, war die große Ueberraschung. John Bromwich, der kaum 19jährige Australier, ein in seiner Art bisher einmaliger Typ, schaltete unseren Meister in fünf Fößen aus. Nach seinon Keinetr: Nach seinen Heimaterfolgen über Ci#wford und Mo Grath, seinen bisherigen europäischen Siegen über Kirby und Cramm ist er einer der vielen hoffnungsvollen Nachwuchsspieler, um die wir das Ausland zur Zeit beneiden können. Mit den Franzosen Bernard, Petra, Destremeau, den Italienern Canepele und Romanoni, dem Oesterreicher Redl, den Tschechoslowaken Caska und Cefnar, den Amerikanern Parker, Sabin und Bob Rigge greisen wir nur die bekanntesten unter ihnen heraus. Die nationalen Meisterschaften in Braunschweig haben auf den deutschen Nachwuchs gerade kein gutes Licht geworfen. Henner Henkel kam ohne Satzverlust in die Schlußrunde und schlug hier Hans Denker 6:2, 6:1, 6:2! Befürchtungen um unseren Nachwuchs sind also berechtigt, auch zu einer EStunde, da der deutsche Tennissport dank dem großen Können unserer Davispokalspieler von Cramm und Henkel Weltklasse ist. Donald Budge weist den Weg. Nach seinen erstaunlichen Wimbledon=Erfolgen äußerte sich der dreifache Weltmeister Donald Budge über die Förderung des Nachwuchses. Auf die Frage, wie es komme, daß Kalifornien fast jährlich eine Reihe von Tennisspielern hervorbringe, war die Antwort des, Wimbledonsiegers:„Es ist kein eigener Stil, der in Kaltfornsen gelehrt wird, auch sind es nicht irgendwelche Platzvortelle, entscheidend für das schnelle Vorwärtskommen unseres Nachwuchses ist einmal, daß Kalifornien— durch die klimatischen Verhältnisse bedingt— eine fast Tennissaison hat, dann aber vor allem, daß der kaltfornische Verband größten Wert auf die Förderung der jungen Spieler legt, ihnen ein eigenes Turnierprogramm ausarbei let, das in sich gestaffelt der Spielstärke Rechnung trägt. Nur durch einen derart systematischen Aufbau war es möglich. das Kalifornten nach Ellsworth Vines, Gldedhill. Lest Stoefen, Gene Mako, Bobb Riggs und Sabin hervordrachte.“ Hughes— Perry—. Filby. In England ist Tennis bekanntlich Volkssport. Ob auf den Plätzen der Klubs, den Wiesen der vielen öffentlichen Parks oder den zahlreichen Plätzen der Schulen— überal steht man die englische Jugend beim Tennisspiel. Bereits 1908 veranstaltete der englische Tennisverband sein erste. Junioren-Turnier, gleich nach Kriegsende folgten die immer zahlreicher werdenden„schoolboy's"=Turniere, die selbst den 10jährigen Knaben und Mädeln ein regelmäßiges Wetkampf-Tennis ermöglichen. Einen ungeahnten Zuspruch aber fanden die 1922 zum ersten Male veranstalteten„Public Tournaments“, die jedermann offenen Turniere, durch die vor allem die breite Masse der berufstätigen Tennissportfreunde erfaßt wurde. Einer der fast 1000 Teilnehmer an dem ersten Turnier dieer Art war G. P. Hughes, der als 16jähriger gleich in das Endspiel zum Männer-Doppel gegen Rover Barret McDair, die damaligen englischen Meister, kam und so als Talent entdeckt wurde. Kein anderer als Fred Perry nahm den gleichen Weg. Als tüchtiger Tischtennisspieler startete er in einem Londoner„Publio Tournament“, um wenige Wochen später schon die Aufmerksamkeit der Tennis-Experten auf sich zu lenken. Auch im letzten Jahr, wo das größte der Oeffentlichen Turniere den Nennungsrekord von 11 042 Teilnehmern aufwies, gab es eine große Dieser ners herum zu schlagen und mußte seinerseits wirkungsvolle Gesichtsstopper neymen. 2•4 Buckowski— Piecha. In seinem dritten Kampf mußte Piecha vorzeitig die Wassen strecken, da der Gegner von seinem Fach mehr verstand und zudem auch körperlich im Vorteil war. 4•4 Barabas— Feige. Diese beiden Jugendlichen lieferten sich einen erbitterten Kampf. Feige war körperlich stärker, konnte jedoch diesen Vorteil nicht ausnützen, da der kleinere Marler ein sehr beweglicher Kämpfer war. Das Unentschieden war den Leistungen entsprechend gerecht. 5:5 Gerdesmeier— Reinarß. Reinarßz zeigte in seinem Kampf, daß er immer noch der alte Reißer ist, der er früher war. Solche Kämpfer können Sportfteunde begeistern. Auch dieser Kampf zeigte, daß sich die Gegner an Schlagstärke gleich waren. Beide suchten von Anfang an die vorzeitige Entscheidung. Gerdesmeier war auch hier der robustere Kämpfer, doch ließ sich der Sodinger nicht beirren und schlug fleißig mit. In der 2. Runde setzte es je eine Verwarnung ab, worauf das Gefecht mit unvermindertem Tempo weiter ging und Gerdesmeier bis 7 zu Boden mußte. Die 3. Runde begann wieder mit wuchtigem Schlagabtausch, daß selbst den Zuschauern bange wurde und schon hatte der Sodinger des geschafft. Ein rechts blitzschnell angesetzter Magenschlag setzte Gerdesmeier auf die Bretter Sieger durch Niederschlag: Reinartz. Mühlhausen—. Pausch 2. Beide lieferten sich einen schönen Kampf den der Marler nach drei Runden für sich entscheiden konnte. Seelitsch— Stratmann. Hier trafen zwei alte Bekannte aufeinander. Beide standen sich nichts nach und kämpften mit allen Raffinessen. Schmitteck aber war wachsam und bedachte den Sodinger mit einer Verwarnung, die den Marler gerade so gut treffen konnte. Durch eine schnell geführte Schlagserie konnte Stratmann die Verwarnung wieder wettmachen und darüber hinaus noch Punkte sammeln. Das gegebene Unentschieden enttäuschte der Verwarnung verdankt es Stratmann, daß er diesmal über Selitsch nicht Sieger bliede. 8.8 * Am 22. August fährt der BSK 30 mit einer Mannschaft welche zum größten Teil aus Nachwuchskräften besteht, nach Greven zum dortigen Sportverein 09. Es reisen: Pausch 2, Walter, Paschlik, Pausch 4, Feige, Nöthe, Gleb satel, Ceranna, Stratmann oder Picha. Entdeckung in dem erst 18jährigen Eric Fildy. N Fliegerkorps Herne. Sfl.=Fluglehrer W. Hilbring bestand nach einem 1¾ stünigen Flug im Segelflugzeug in Borkenberge, die amtliche C-Prüfung.— Fluglehrer Franz Bock bestand In Bielefeld die Motorflieger=A=2-Prüfung.— Sfl.=Scharführer Erich Braun legte die Sportwartprüfung ab und erhielt die Prüfberechtigung für das Reichssportabzeichen. Herzliche Glückwünsche! Reichswettkämpfe der SA Aufruf des Reichsministers Rust. Zu den Reichswettkämpfen der SA vom 13. bis 15. August erläßt Reichsminister SA-Obergruppenführer Rust folgenden Aufruf: „Der Weg der SA war Opfer und flele Einsatzbereitschaft. In den Reihen der braunen Sturmkolonnen hatte der Geist des Glaubens, der Treue und Hingabe stets seine Heimat, er möge es für alle Zeiten bleiben. Ein geschriebenes Buch über die„Arbeit der SA“ gibt es nicht und wird es nie geben. Ein lebendiges Buch wird von der SA täglich selbst geschrieben. Ueber ihm steht der Leitsatz:„Ich diene". Die Reichswettkämpfe der SA in Berlin sollen dem Volke den Weg ebnen zu dem großen Ziel deutscher wehrhafter Tatkraft.“ * Aufruf des Reichsleiters Rosenberg. Der Reichsleiter Alfred Rosenberg hau.# den Reichswettkämpfen der SA folgenden Aufruf erlassen: „In den unerhörten Opfern der SA fand der Kampf der RSDAP um Deutschland seine symbolische Darstellung. Der Ausleseprozeß durch das politische Ringen und durch die Hingabe von Gut und Blut ist nach dem Sieg durch Bewährung im Aufbauwerk des Führers und in charakterfester Verteidigung der deutschen Werte auch im Alltag abgelöst worden. fJetzt treten die Reichswettkämpfe der SA als neue Auslesekraft durch restlosen Einsatz des kämpferischen Willens hinzu. Somit steht die SA auch heute in vorderster Fronk für die charakterliche Erziehung aller wehrhaften Kräfte des deutschen Volkes“. Hühnlein an die Mertedes=Benz=Werke Zu dem großen Erfolg der Mercedes=Benz=Werke beim Großen Preis von Monaco sandte Korpsführer Hühnlein an den Vorstand der Mercedes=Benz=Werke nachstebendes Telegramm: Als das Olumpia=Feuer loderte... Der Kampf der SA ilt die Philolophie der Tat unleres Jahrhunderts. Reichswettkämpfe der S A Berlin, 13.-15. Augult 1937. ... Und weiter kämpfte die Jugend der Welt um den olympischen Lorbeer. Das bunte Band der vielfältigen Geschehnisse im Reichssportfeld wickelte sich ununterbrochen ab, und mit stetiger Anteilnahme erlebten die Riesenscharen der Zuschauer die Dramatik und Spannung der Entscheidungen Der Montag brachte den deutschen Sportlern als erfreulichstes Ergebnis die Goldmedaille unseres Turners Alfred Schwarzmann am Langpferd, der ersten Entscheidung im Turnen. Im Mannschaftswettbewerb setzten sich die deutschen Turner nach dem Pflichtturnen knapp vor der Schweiz an die Spitze, und in der Einzelwertung führte Schwarzmann. Schon am frühen Morgen starteten auf der Avus die Radfahrer zum 100-km-Straßenrennen. Nach einem aufregenden Kampf sagten die beiden Franzosen Charpentier und Lapebie dicht hintereinander durchs Ziel. Sieger wurde Charventier in 2:33:05 Std. Fritz Scheller schlug sich trefflich und kam auf den vierten Platz. 20 000 Zuschauer erlebten wieder im Schwimm=Stadion eine Fülle mitreißender Kämpfe. Beim Kunstspringen der Männer hielten sich die deutschen Springer Weiß, Esser und Wahraun durch ihre Sicherheit und Eleganz ganz ausgezeichnet. Meister Weiß lag nach der Pflicht auf dem vierten Platz. Es führte der großartige Amerikaner Degener. Gespannte Erwartungen lag über dem Stadion, als die sieben Teilnehmerinnen am Endlauf über 100 m Kraul auf den Startblöcken standen. Die kleine Gisela Arendt hate einen vorzüglichen Start. Begeistert von den Tausenden angefeuert, lag sie bis 70 m vor der Argentinierin Campbell in Führung. Dann ging aber die Argentinierin an ihr vorbei, und auf den letzten Metern kam die Holländerin Rie Mastenbroek in mächtigem Spurt stark auf und siegte in der olympischen Rekordzeit von 1:05,9 Minuken vor Campell und der kleinen kapferen Arendt, die mit 1:06,6 Min. noch einen neuen deutschen Rekord schwamm. In den Vorläufen der 4mal 200-Meter-Kraulstafel erzielten die Japaner einen neuen olympischen Rekord von 8:56,1 Min. Aber auch die Zeit der deutschen Staffel von 8:58,4 Min. war ganz hervorragend und verheißungsvoll. Bei den Fußballern schaltete Italien, der spätere Endsieger, Norwegen, das unserer Elf eine so schmerzliche Niederlage beibrachte, mit 2:1 aus. Glanzvoll waren dann noch die Ereignisse für die deutschen Segler in Kiel. Der Führer war mit dem Flugzeug hinausgeeilt, und in seiner Anwesenheit nahm der letzte Tag der Olympia=Segelregatta einen denkbar eindrucksvollen Verlauf. Bei den Olympia-Jollen stand der Sieg von Holland(Kagschelland) schon fest. Doch gab es bei der letzten Wettfahrt noch einen heißen Kampf um den zweiten Platz, den Krogmann für Deutschland vor dem Engländer Scott eroberte. In der Starboot-Klasse war Dr. Bischoff auf Wannsee der Sieg nicht mehr zu nehmen. Der Deutsche unterstrich aber noch einmal seine Ueberlegenheit durch einen hervorragend erfochtenen Sieg in der letzten Wettfahrt. Meine Freude über den heutigen Dovvelsieg— Großen Preis von Deutschland für Moterroggr, gengrgie Nachricht von Ihrem dreifachen Siege beim sproßer“e. von Monaco. Ich beglückwünsche Sie und Ihre siegreichen Fahrer zu diesem stolzen Erfolg. Der Führer des deutschen Kraftfahrsporte Korvsführer Hühnlein. Nachruf des Korpsführers Hühnlein für Rennfahrer Guthrie Dem beim Großen Preis von Deutschland für räder tödlich verunglückten englischen Fahrer. James Guthrie widmete Korpsführer Hühnlein nachstehenden „Bewährt in vielen Schlachten der Motoren, ein Meister am Lenker, Europameister von 1936 und 1937. ging James Guthrie im Großen Preis von Deutschland für Motorräder heute in Hohenstein=Ernsttal an den Start. Mitten aus seinem Siegeslauf heraus riß ion im Angesicht des sicherdünkenden Lorbeers ein tragisches Geschick. Tieferschüttert steht der deutsche Kraftfahrsport an der Bahre dieses von ihm als fairen Fahrer wie als Mensch gleich geachteten englischen Sportskameraden und senkt in Trauer seine Fahnen. Der Führer des deutschen Kraftfahrsportes Korvsführer Hühnlein.“ Karch-Zimmermann Rhön=Sieger. Kehraus auf der Wasserkuppe. Noch einmal war am Sonntag der Berg der deutschen Flieger. die Wasserkuppe in der Rhön, das Ziel von Tausenden von Besuchern. die sich den Abschluß der„18. Nationalen Rhön“ nicht entgehen lassen wollten. Noch einmal versammelte sich die Elite der deutschen Segelflieger am Start. um auf dem Dreieckkurs um die Tagesvreise zu kämpfen. Mit letztem Einsatz kämpften die Piloten im Ein= und Mehrsitzer und warteten erneut mit segelfliegerischen. Großleistungen auf. Generallt. Christiansen. der Korpsführer des RSFK., und viele Vertreter von Partei. Wehrmacht und Behörden wohnten dem Kebraus bei. Flugkapitän Hanna Reitsch und etliche andere Piloten zeigten den begeierten Zuschauern Kunstflüge im Segelflugzeug. Sieger der 18. Nationalen Rhön und damit Gewinner des Ehrenvreises des Reichsministers der Luftfahrt wurden die zwei Münchener Segelflieger Karch und Zimmermann, die 1575 Kilometer zurücklegten. neun Zielflüge durchführten und 5954 Punkte sammelten. Sie flogen in dem Zweisitzer„Milan" und erhielten für ihre großartigen Leistungen noch die Goldene Plakette des Korvsführer des RSFK. Zenny Kammersgaard bezwingt das Kattegat Die 19jährige Jenny Kammersgaard hat das Kattegat durchschwommen. Sie startete von Sjaellands Odde auf Seeland und wurde. nachdem sie etwa 90 Klm. in 29 Stunden zurückgelegt hatte, gestern um 23.10 Uhr 100 Meter vom Lande bei Gierrild Bugt. nördlich von Grenaa auf Jütland. in das Begleiterboot genommen. Die, starke Brandung machte es ihr unmöglich, das kleine Stück bis an das Land auch noch zu bewältigen. In Grenaa erwarteten der Bürgermeister und der Stadtrat die Schwimmerin mit einer Ehrengarde. Die Brandung verhinderte aber die Landung. Jenny Kammersgaard war vollständig frisch, als sie das Wasser verließ, nur schläfrig. Sie hat mit ihrer Leistung einen neuen Rekord im Langstreckenschwimmen aufgestellt. Das ganze Land bewundert und bejubelt ihre sportliche Tat. Bekanntlich hatte die Schwimmerin schon vor einigen Wochen den Versuch unternommen, das Kattegat zu durchschwimmen, mußte aber ihr Vorhaben infolge der ungünstigen Strömung 7½ Klm. vor der Küste aufgeben. Unsere Veraussagen Köln. 1. R.: Artadne— Kaminiera; 2. R.: Freigeist— Wildfang; 3. R.: Herkules— Gasparone; 4. R.: Höllenfahrt— Irma; 5. R.: Thurtlind— Konzerkleiter; 6. R.: Vaterlandsliebe— Gräfin Mariza; 7. R.: Sagius— Stall Wurster. Clairesonkaine: 1, R.: Jacobike— Chaktiere; 2. R.: Roi Mage 2— Sagar; 3. R.: Alveole—. Blonde Helene: 4. R. Alfredo— La Redousiere; 5. R.: Medoc— Saint Auvent; 6. R.: Noussereole— Shiny Lace. Werde was, Jan! Roman um den Reitergeneral Jan von Werth von Paul Hain Orheber-Rechtsschutz: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück(Bez. Dresden) (8. Fortsetzung.) Zwölftes Kapitel. Der Weimaraner war ein vornehmer Herr. Er gehörte keineswegs zu denen, die jeden Feind verachten. Er war klug und charaktervoll genug, um auch den großen Gegner zu respektieren und ihm die Achtung entgegenzubringen, die ihm gebührte. Als Jan von Werth zu ihm gebracht wurde, begrüßte er ihn mit ernstem Lächeln. „Es freut mich, des Kaisers und des Kurfürsten Maximilian tüchtigsten Reitergeneral endlich einmal persönlich kennenzulernen.“ Sein scharfer Blick ruhte anerkennend auf der hohen, ritterlichen Gestalt Jans. „Ein einseitiges Vergnügen“, knurrte Jan böse. Der andere lachte versöhnlich und reichte ihm die Hand, in die Jan widerwillig einschlug. „Man muß sich den Umständen anpassen. Ich gebe zu, daß Euch diese Situation etwas neuartig vorkommt. Aber Ihr habt mir neulich auch böse mitgespielt, ich hielt es für nötig, mich zu revanchieren.“ „Werd's Euch auch nicht vergessen.“ „Trinkt erst einmal einen Becher guten französischen Roten mit mir, nachher schwatzt es sich friedsamer.“ „Meinetwegen, durstig genug bin ich.“ Bernhard von Weimar füllte selbst die silbernen Becher. Jan trank in einem Zuge aus und schielte seinen„Gastgeber“ an. „Gut eingefädelt hattet Ihr die Affäre, das muß ich schon sagen. Trotzdem soll Euch der Teufel einmal holen. Statt ins Hochzeitsbett krieche ich nun — pfui Teufel!— in das Gnadenbrot der Gefangenschaft. Und das muß mir passieren!" Der Herzog von Weimar lachte heraus. „Wie? Hör' ich richtig? Ihr wolltet heiraten?“ „Ich wollte, ja. Ihr habt mir's sein versalzen.“ „Das tut mir leid. Aufrichtig. Krieg ist Krieg.“ Der Weimaraner blinzelte Jan von der Seite an, der offenbar anfing, seinen Aerger gehörig mit Wein hinunterzuspülen. Der Rote war gut, daran war nicht zu zweifeln. „Hört einmal, Jan von Werth! Das„Gnadenbrot“ der Gefangenschaft, wie Ihr sagt, braucht Euch nicht so bitter zu schmecken.“ Er lächelte sein und nicht ohne List.„Ihr wißt recht gut, daß Ihr gefürchtet genug bei uns waret. Unser französischer Verbündeter hat eine Heidenangst vor Euch und Euren Dragonern gehabt. Und auch ich— nehmt's nicht als feile Schmeichelei, sondern als ein ehrlich Wort von Mann zu Mann— ich selber hab' einen gehörigen Respekt gekriegt vor Euch.“ „Danke. Ihr könnt die Worte sein setzen, ich weiß.“ Unbeirrt fuhr jener fort: „Ich habe mir oft gedacht, wenn der tolle Jan auf unserer Seite fechten würde, hei, da sollte der Krieg wohl bald ein Ende haben. Glaubt nicht, daß wir weniger gerecht sind mit Auszeichnungen als der Kaiser. Was der Euch bieten kann, wir können's schon lange! Wir wissen nicht weniger wahres Verdienst zu schätzen und zu ehren als Seine Majestät.“ Jan umspannte mt bebender Faust den Trinkbecher. In seinen Augen war ein finsterer Glanz. „Sprecht nur, sprecht weiter!“ stieß er hervor. Es klang heiser. Der Weimaraner rieb sich sacht und bedächtig die Hände, um die die kostbare Spitzenmanschette preziös fiel. „Nun gut, ich mache Euch einen akzeptablen Vorschlag, Jan von Werth. Ihr werdet sehen, ich bin gar nicht so sehr Euer Feind, wie Ihr immer geglaubt abt. Es ist für Euch im Grunde genommen ganz einfach, wieder ein freier Mann zu werden, ein Mann von Bedeutung und Rang. Ich glaube, man muß Euch nur anstoßen, damit Ihr den richtigen Weg geht. Bisher habt Ihr leider den falschen eingeschlagen und — der falschen Partei mit Eurem großen Können gedient. Aber es ist noch immer Zeit zur Umkehr. Und so mache ich Euch den Vorschlag, Jan, laßt den Kaiser allein die Suppe auslöffeln, die er sich in Deutschland eingebrockt hat— und kommt zu mir.“ „Weiter— weiter!" keuchte Jan. Bernhard von Weimar schien dessen verhaltene Erregung nicht zu bemerken. „Ich bin überzeugt, daß, wenn ich Euch mein Angebot genau in allen Einzelheiten formuliere und wenn wir die Sache genau durchsprechen. Eure Vernunft Euch sagen wird—“ Da war es mit Jans Beherrschung zu Ende. Er stieß den leeren Becher auf den Tisch, daß es krachte Sein Gesicht lief rot an. Sich erhebend, schrie er: „Daß ich ein Hundsfott bin? Wie? Ein Schuft, den man an den nächsten Baum hängen müßte! Ein Verräter an Seiner Kaiserlichen Majestät! Ein vater landsloser Schurke, der um Judaslohn seinen Eid bricht, den er seinem hohen Herrn geleistet hat! He? Davon also seid Ihr überzeugt?“ Er lachte heiser auf. „Aber erlaubet, Jan von Werth—! Ihr mißversteht mich. Wer wird denn gleich—“ „Nicht da, keine Winkelzüge! Ich habe Euch sehr gut verstanden, Herr Herzog von Weimar. Ich sehe auch sehr gut hinter Eure glatten Züge. Wenn ich auch nur ein einfacher Pferdeknecht war und bei keinem Magister auf der Lernbank gesessen habe— so dumm bin ich nicht, daß ich Euch nicht vortrefflich verstanden hätte. Alle Ehren haben mich nicht dümmer und gesinnungsloser gemacht, wie Ihr anzunehmen scheint. Ich bleibe auch als des Kaisers General der Reiter, der ich immer war und der treu zu seiner Fahne hält! Ein Hundsfott, wer anders über mich denkt!" „Herr von Werth!" Bernhard von Weimar war etwas erblaßt. Verdammt, mit dem Kerl war nicht zu spaßen! Er hatte sich das doch zu einfach gedacht. „Nur keine Angst, Herzog, ich bin Euer Gefangener,“ sagte Jan bissig.„Ich weiß, daß ich keine drei Schritte von Eurem Zeit wegkäme, wollte ich's versuchens Aber ich sage Euch—“ „Ihr seid ein Narr! Ein Brausekopf! Ich hätte Euch für gescheiter gehalten. Schade um Euch.“ „Ich sage Euch, daß ich auch ohne das freikommen werde. Mein Wort drauf! Ich habe andere Dinge fertigbekommen.“ Der Herzog lächelte malitiös. „Es dürfte Euch schwerfallen. Jan von Werth. Paris liegt weit ab vom Schuß.“ „He?“ Jans Augen weiteten sich. Er starrte seinen Gegner mit flackerndem Blick an. Es sah aus, als wolle er sich auf ihn stürzen. Krampfhaft hielt er die Fäuste zurück. Nur keine Dummheiten machen, keine Dummheiten! „Ja, ich werde mir erlauben, Euch in guter und sicherer Begleitung nach Paris zu schicken, da Ihr meinen wohlgemeinten Vorschlag so übel ausgenommen habt.“ „Haha— nach Paris.“ „ohr werdet dort gewiß gut aufgehoben sein, Monsieur von Werth. Man wird Euch gut behandeln. Die Pariser haben längst Sehnsucht nach Euch gehabt. Und meine Regimenter werden etwas sicherer vor Euch sein.“ Höhnisch sah Jan dem Herzog ins Gesicht. „Kein so übler Gedanke. Deutschland kenne ich nun bald in allen Winkeln. Warum also nicht Paris!“ „Vielleicht bekommt Euch die parfümierte Luft dort sehr gut. Ein bißchen feine Lebensart könnte dem Herrn Feldmarschall=Leutnant nichts schaden.“ „Meint Ihr? Man wagt am Rhein den Menschen nicht nach seinem geleckten Aeußeren, und Seine Kaiserliche Majestät hat sich an meiner rauhen Art nicht gestoßen, wie Ihr wohl wißt. Aber nicht das wollte ich Euch sagen. Ich schwör's Euch bei meiner seligen Mutter, die mich einst am Feldrain unter Lerchensang und Herrgottssonne geboren hat: Auch in Paris werde ich den Weg in die Freiheit zurückfinden!" Einmal kommt Jan schon wieder, dann werden meine Lippen rot glühen wie die Julirosen, und du, mein heißes, rotes Herz, darfst dann so wild schlagen, wie du magst. Magst auch zerbrechen vor Seligkeit, mir wär's schon recht. Aber bis dahin gedulde dich fein!“ Und Margret hob den Kopf wieder höher. Sie betete im stimmen viel für Jan. Jan seinerseits vertraute lieber auf seine guten Fäuste, seine Klugheit und List und auf eine„passende Gelegenheit". Vorerst aber lebte es sich vortrefflich in Paris, das mußte man schon sagen. Diese Zeit der französischen Gefangenschaft war gar keine so üble Sache, stellte er schmunzelnd bei sich fest. Die Pariser mußten in der Tat höchst neugierig auf den großen deutschen Reitergeneral gewesen sein, von dem so viel merkwürdige Gerüchte herumgeschwirrt waren. Man war aufs angenehmste überrascht von seiner Erscheinung. Offenbar hatte man sich einen Halbwilden unter ihm vorgestellt. Am Hofe wurde er mit aller gebührenden Achtung empfangen, und die vornehmen, zierlichen Damen waren entschieden entzückt von ihm. Er genoß die weitestgehenden Freiheiten und konnte sich unbekümmert in der Stadt bewegen. Jedoch nicht ohne Begleitung. Der junge Comte ReyMii Auling Das ist der Komet, den wir in diesem Jahre sehen können. Vor etwa drei Wochen wurde am nördlichen Himmel ein Komet entdeckt, der sich etwa im Sternbild des Großen Wagens befindet. Diese Aufnahme zeigt den neuentdeckten Kometen. Die kleinen Striche stellen die Fixsterne dar, die sich in dieser Form abzeichneten, weil man das Fernrohr dem Kometen nachführte.(Scherl-Bilderdienst-M) Hgin Mig Bernhard von Weimar schob lässig die Schultern hoch. „Schöne Zukunftsmusik! Inzwischen werde ich mit dem Kaiser fertig werden.“ Jan duckte den Kopf ein wenig. „Abwarten, Herzog Bernhard. Auch das ist schöne Zukunftsmusik!" Als er dann allein war in dem ihm angewiesenen Zelt, vor dem sechs schwedische Kürassiere Wache hielten, dachte er voll Wehmut: Margret, es war wieder mal nichts! Diesmal sitze ich fest in der Falle. Und der Herrgott allein mag wissen, wie ich da wieder herauskomme. Mußt dir nicht die Aeuglein ausweinen, wenn du von der Affäre hörst. Herrgott, Margret, nun endlich bin ich wer, nun endlich war's mit uns beiden ins Reine gekommen, da muß mir das Schicksal den Fuß stellen. Und ich Esel fall' hin. Margret, wann seh' ich dich wieder? Dreizehntes Kapitel. Ja, das war eine böse Ueberraschung für Margret, als sie von dieser Affäre erfuhr. Sie ging mit verweinten Augen umher. Aber allmählich kam etwas Trost in ihr Herz. Nun brauchte sie doch nicht mehr um Jans Leben zu fürchten! Sie war ganz erstaunt ob des Gedanken, der so klar in ihr aufstieg. Da wurde sie etwas froher. Ja, wahrhaftig, Jan war eigentlich gar nicht so übel dran, dachte sie. Nur daß er so weit weg war! Und daß er nicht freier Herr über sich selbst war, das mochte allerdings recht schlimm für ihn sein. Gerade das! Und wann würde sie ihn nun wiedersehen? Wie dunkel und verworren doch die Zukunft war! Muhme Wanda tröstete, so gut sie es vermochte. „Dein Jan wird schon nicht den Kopf verlieren. Der wird schon wissen, wie er aus der Bedrängnis wieder herauskommt. Der kennt sich aus. Ist doch ein fixer Bursche!" Das klang zwar etwas despektierlich von dem Feldmarschall=Leutnant Seiner Kaiserlichen Majestät, es mochte aber schon stimmen. Margret klagte: „So habe ich doch ab und zu ein Brieflein von ihm bekommen, und das Warten tat mir nimmer leid. Ich habe doch die gleiche Heimatluft mit ihm geatmet. Jetzt werde ich kein Sterbenswörtlein von ihm zu hören kriegen. Oh, wer könnte schon aus Paris Nachricht bringen!" Die Muhme lächelte voll Güte. „Schon gut, aber ich meine, der Jan ist doch noch viel übler dran als du.“ Da errötete Margret. Hatte die Muhme nicht recht mit ihrem unausgesprochenen Vorwurf? Der Jan war bestimmt viel schlimmer dran als sie, also hatte sie wohl keinen Grund, zu klagen. Man mußte das heiße, sehnsüchtige Herz in beide Hände nehmen und ihm gut zureden: Mußt Geduld haben, Herze, mein rotes Herze! Es gibt schlimmeres Leid als auf die Erfüllung seiner Liebessehnsucht warten müssen! itii mond, ein kräftiger, stattlicher junger Mann, war ihm stets adjustiert. Zudem mochten noch etliche unsichtbare Wächter über ihn wachen, und er mußte sich selbst sagen, daß es nicht so einfach war, aus diesem Ring von sichtbaren und unsichtbaren Aufpassern herauszukommen, aus diesem goldenen Käfig von Paris, der aussah wie die Freiheit. Nun, man würde ja sehen. Zunächst mußte man wohl mit den Wölfen heulen, mit den Damen scharmutzieren und mit den Kavalieren, die beinahe noch„feiner“ aussahen als die Damen, gut Würfel spielen und tolle Geschichten erzählen können. So gewann man sich ihr Vertrauen am besten. Jans angeborene Lustigkeit kam ihm dabei zu statten. Und der Comte Reymond konnte sich gar keinen angenehmeren Schutzbefohlenen wünschen. Er schwor auf„Jean de Verth“, er war entzückt von ihm, so wie alle Welt nach und nach sich für ihn und seine frische Art begeisterte. „Jean de Verth“ hier„Jean de Verth“ dort! Man lud ihn gern zu geselligen Festen ein, und die Tage, an denen es keine gab, waren in dem schon immer galanten und verliebten Paris selten genug. So hatte Jan hinreichend Unterhaltung. Genau genommen, war's eine lustige Zeit, und der Dragonergeneral, der seit vielen Jahren nur den Degen zu führen und am Lagerfeuer zu kampieren gewohnt war, lernte hier in dieser überfeinerten Atmosphäre sogar — Lautespielen. Es kam ihm selbst wunderbar vor. Die kleine, zierliche Komtesse Ninette Ravaillac, eine temperamentvolle, hübsche junge Dame am Hofe, lehrte es ihn, und er war ein gelehriger Schüler. Was sollte man auch tun? Die Komtesse war verliebt in ihn, den stattlichen „deutschen Bären“. Er hatte das bald heraus. Vielleicht, daß er daher das Spielen auf der Laute besonders schnell erlernte und es ihm Spaß machte, ihr seine deutschen Lieder vorzusingen. Die Komtesse und ihre Freundinnen waren toll verrückt nach diesen Liedern, von denen sie kein Wort verstanden und die Jan so vortrefflich vorzutragen wußte. Er kam sich dabei selbst sehr komisch vor. So verging der Winter, vergingen Frühling und Sommer. Jan lag auf der Lauer. Nach außen hin der heitere, alle Tollheiten mitmachende Rheinländer, dacht er längst Tag und Nacht darüber nach, wie er endlich entwischen könnte. Schon hatte die Aufmerksamkeit seines getreuen Wächters, des Comte Reymand, etwas nachgelassen. Man war gut Freund miteinander. Er wohnte auch im Hause des Comte, das ein stattliches Palais am Seineufer war. Aber wie entkommen? Wenn man ihm nur ein Pferd zur Verfügung gestellt hätten, ein junges, feuriges Tier! Nicht solchen Klappergaul, wie man ihn ihm vorsichtshalber überlassen hatte. Der Comte zwar hatte ein vortreffliches Pferd, aber erstens gehörtee eben dem Comte, und zum andern hätte man Jan dog nicht allein ausreiten lassen. Es war schon eine ver flixte Sache! Ein neuer Winter kam. Jan war fest entschlossen, aus dem goldenen Ka fig zu entfliehen. Die kleine Ninette Ravaillac mußt# ihm dazu verhelfen. Aber wie? Wie kam man über haupt aus den Toren von Paris hinaus? Die kleine Komtesse half in der Tat, ohne daß sie es wußte. Sie bestand nämlich darauf, daß Jan zu dem großen traditionellen Winterfest ihres Oheims, eingeladen wurde, der alljährlich auf Chateau Moisson, außerhalb von Paris, eine Gesellschaft gab, die— halb politischen Charakters— die Spitzen der Pariser Gesellschaft vereinte. Auch der Hof war stets vertreten. Jan ahnte die„gute Gelegenheit“. Natürlich begleitete ihn Reymond, wie das nicht anders zu erwarten gewesen war. Im übrigen dachte wohl kein Mensch in Paris mehr daran, daß Jan von Werth Fluchtgedanken haben könnte. Sie ritten gemeinsam am frühen Abend nach Moisson hinaus. Jan auf seinem„Krippenbeißer", der Comte auf seinen lebhaften Rotfuchs. Es war ein herrliches, fröhliches Fest. Ein von Farben, Buntheit, Lebenslust und Frohsinn. hierher schien wirklich kein Laut von den Kriegstromn= peten der deutschen Schlachtfelder zu dringen, hier schien man nichts zu spüren von der Not einer aus den Fugen gegangenen Zeit. Hier interessierte man sich mehr für eine vorzüglich gelungene Pastete aus Trüffeln und Champagnons des Monsieur Biboche, des Meisterkochs von Frankreich im Dienste des Hauses Moisson, als für kriegerisch=strategische Angelegenheiten. Hier galt den Damen die Galanterie eines Edelmannes mehr als die Kühnheit und Tapferkeit seines Herzens im Kriege. Hier war die Kunst, gut Reifen zu spielen und verliebte Chansons zur Laute zu singen, wichtiger als Heldentaten. Es war ein gelungenes, glanzvolles Fest. Die neuesten Tänze, wie sie soeben aus Spanien eingeführt waren, wurden getanzt. Auf dem spiegelglatten Parkett des großen Saales präsentierte sich ein gesellschaftliches Bild von so wirkungsvoller Prunkhaftigkeit, wie man es eben in dieser Zeit nur im galanten Paris oder nahe dabei auf den Schlössern der Großen genießen konnte. Auch Jan machte tüchtig mit. Die einzelnen Pas' waren ihm zwar fremd und er wurde sie auch nie in seinem Leben begreifen, aber seine Unbeholfenheit weckte freundliche Stürme der Heiterkeit. Kein Mensch konnte ahnen, daß Jan trotz seiner scheinbaren Lustigkeit besondere Absichten hatte und scharf nach seinen Wächtern Ausschau hielt. Er wußte ja, daß außer seinem ständigen Begleiter Reymond noch eine erkleckliche Anzahl anderer Herren damit beauftragt war, ihm ihre heimliche Aufmerksamkeit zu schenken. Aber innerhalb des einen Jahres, das sein unfreiwilliges Exil nun schon währte, hatte er mit Geschick und List auch diese Herren kennen gelernt, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht die meisten von ihnen heute bei dieser wundervollen Gelegenheit außerhalb der Tore von Paris unter den Tisch saufen könnte. Er hatte derartiges schon bei anderen Gelegenheiten mit schönem Erfolg probiert. Aber noch nie hatte er alle so hübsch beisammen gehabt. Oha— dies war der tollste Streich des Jan von Werth! Ueber Erwarten gelang ihm seine Absicht. wenigstens insoweit, als es die Mehrzahl der heimlichen Aufpasser betraf. Sie waren in den Abendstunden bereits— nach dem ebenso delikaten wie reichlichen Festessen— voll des süßen Weines und lachten sich halbtot über Jans verrückte Schnurren, die er ihnen erzählt hatte, während dieser schon wieder woanders sein Garn spann. Er merkte sehr wohl, bei dem Comie Reymond verfing seine Methode nicht. Der war von je mäßig im Weingenuß gewesen, er bevorzugte mehr die Erregungen der galanten Abenteuer. Aber Jan wußte, was er wollte. Mademoiselle la Comtesse Ninette Ravaillac war selig, als Jan sich ihr nun so eifrig widmete. Und dann— auch im Hause Moisson gab es für Liebende heimliche Winkel, lauschige Zimmer. Man nahm es hier ebensowenig genau wie am Hofe selbst, der ja das beste Beispiel dafür bot, daß Liebesabenteuer zum täglichen Brot gehörten. Jan war ein Teufelskerl. Er spielte der Komtesse gegenüber den Verliebten in einer so galanten Art, daß diese innerlich begeistert und zu den äußersten Zugeständnissen bereit war. Reymond beobachtete schmunzelnd das galante Zwischenspiel, das sich da in einer von Palmengewächsen gebildeten Nische des großen Saales entwickelte, während sich zu der Fiedelmusik der Kapelle die Paare langsam und graziös im Menuett bewegten, was hübsch und anmutig aussah. „Viei, viel Menschen in einem Raum", seufzt### Jan und blickte die Komtesse mit nicht übel geheucheltem, schmachtendem Blick an.„Man kann nicht sein eigen Wort verstehen.“ Komtesse Ninette wippte kokett mit der Fußspitze. In ihrem hochtoupierten Haar sprühte eine Brillantagraffe ihre leuchtenden Funken. Auf der blassen, gepuderten Haut der nach modischem Geschmnack hochgeschnürten, freigebig dekolletierten Brust schimmerten die wundervoll gleichmäßigen Perlen der Halskette, die sie in mehreren Ringen um den Hals schlang, um sich dann zärtlich im Spitzengekräusel des Ausschnittes zu verlieren. Margret wird's mir nicht glauben oder mir die Augen auskratzen wollen, wenn ich ihr von meinen Pariser Abenteuern erzählte, dachte Jan launig, während er weiter Süßholz raspelte. „Haben Sie mir denn gar so Interessantes zu gestehen, Monsieur de Verth?“ „Gestehen— oh—“, er machte Tellernugen. „Sehr viel— sehr Schönes— aber ist man denn eine Minute allein? Wie lange habe ich mir schon gewünscht—“ „Was denn, Monsieur de Verth?“ „Mit Ihnen— Ihnen allein— hm— zu sein— Laute zu spielen—“ Er stotterte ordentlich verlegen und dachte: Ich bin ein ausgemachter Lügner. Aber wall soll man „#ris ih, keine gute Stavt. Iier lügt alle Welt. Warum soll man nicht auch lügen? Sie verdienen's nicht besser. (Fortsetzung folgt) Neue starke chinesische Truppenbewegungen — asge, 10.,#ug. Wie das japanische Hauptquartier am Montag bekannt gab, sind starke neue chinesische Truppenbewegungen erfolgt. Danach haben sich im Raum Kalgan=Nankan=Uan an der großen Mauer nordwestlich Peipings chinesische Truppen, bestehend aus der 84., 89. und 143. Jivision, die durch die Ankunft der 4. Division der Zentralarmee verstärkt wurden, konzentriert. Weiterhin sind im Anmarsch aus Südwesten in Richtung Kalgan die 21. und die 26. Division der Zentralarmee. Die Truppen der Zentralarmee schieben sich weiterhin langsam in Richtung nach Norden längs der Bahn Pukau— Tsinanju vor. von wo aus dort stehende Provinztruppen langs der Bahn in Richtung Tsingtau marschieren . 5 durch die rege Fliegeraufklärung der Japaner festgestellten Truppenbewegungen sollen offenbar die Verhandlungsbasis Nankings mit dem japanischen Botschafter stärken. Man nimmt im japanischen Hauptquartier, wo man sich mit dem Erreichten begnügen und einen Krieg vermeiden möchte, an, daß ein Krieg trotzdem nicht vermieden werden kann. Die Heeresleitung ist dann jedenfalls zu Truppenlandungen großen Stils zwischen Tsing= tau und Schanghai entschlossen. Die Ungeklärtheit der Lage wird weiterhin unterstrichen durch die am Montag erfolgte Entwaffnung der jahrelang als für Japan zuverlässig geltenden 1800 Mann Pauantui, einer Sicherheitspolizei, die aus Chinesen besteht und bisher in dem Raum Schanghaikwan—Tientsin in dem autonomen, von Japan abhängigen Ost=HopeiGebiet den Sicherheitsdienst versah und jetzt nicht mehr als zuverlässig gilt, nachdem meuternde Pauantui in Tungtschau Japaner und Koreaner ermordet hatten. Die Entwaffnung ist reibungslos verlaufen. Japanische Verstärkungen und viele Materialzüge rollen täglich in Richtung Peiving. In Tientsin selbst wurde mit der Anlage von Verteidigungsbefestigungen Der Zwischenfall auf dem Schanghaier Flugplatz #### Tokio, 10. Aug.(Ostasiendienst des DNB.) Im Zusämmenhang mit dem Zwischenfall auf dem Schanghaier Flugplatz fand eine Besprechung zwischen dem Marineminister und dem Admiralstab statt. Es wurde beschlossen, die Einleitung von Strafmaßnahmen von der Einstellung der chinesischen Behörden zur Frage der grundsätzlichen Lösung des Zwischenfalls abhängig zu machen. Von chinesischer Seite wurde die Forderung auf Veranstaltung einer gemeinsamen Untersuchung unter Heranziehung der japanischen Marine und der Konsulatsbehörde angenommen. Der Adjutant des Marineministers erklärte nach der Besprechung, die Folgen des neuen Zwischenfalles könnten möglicherweise unabsehbar sein. In politischen Kreisen hofft man, daß der Zwischenfall ohne Einsatz der Marine=Machtmittel bereinigt werden kann. Das sudetendeutsche Kinderelend 51 Todesopfer der Diphtherie Furchtbire Zustände in einem Krankenhaus Prag, 10. Aug. Von sudetendeutscher Seite wird uns aus Falkenau an der Eger gemeldet: Montag fand im Zentrum des westböhmischen Kohlenreviers, der ehemals marxistische Hochburg Falkenaus, eine Kundgebung der Sudetendeutschen Partei statt, auf der Kreisleiter Abgeordneter Wollner vor 15000 Volksgenossen u. a. auch auf das Ausreiseverbot der 6000 sudetendeutschen Kinder für Erholungszwecke nach Deutschland zu sprechen kam. Zur Begründung der offiziösen tschechischen Presse, es sei für die notleidenden und unterernährten Kinder schon genügend gesorgt worden, stellte Abgeordneter Wollner fest, daß dies falsch und tendenziös sei. Ueber das Stadium der Versprechungen sei man auch in diesem Punkt nicht hinausgekommen. Im Bezirk Falkenau sei das Kinderelend unbeschreiblich groß. Der Bezirk gehöre zu den von der Diphtherie am meisten heimgesuchten Bezirken Europas. In der Zeit von 7 Monaten seien im Bezirk Falkenau allein 500 Kinder, welche unterernährt waren, an Diphtherie erkrankt und nicht weniger als 51 an dieser Krankheit gestorden Schon beim seinerzeitigen Besuch des tschechoslowakischen Fürsorgeministers, Ingenieur Necas, habe die Sudetendeutsche Partei auf die unbeschreiblichen Zustände der Krankenhäuser von Elbogen und Graswitz hingewiesen. Bis zum heutigen Tage sei es aber noch immer der Fall, daß in den räumlich vollkommen unzulässigen Insektionsabteilungen dieser Krankenhäuser zwei und mehr Kinder in einem Bett liegen müßten, wobei es auch häufig vorkomme, daß Kinder mit verschiedenen Insektionskrankheiten ein Bett teilen müßten(!). Wenn man andererseits höre, daß der tschechoslowakische Gesandte Jan Masaryk in London dem Ausschuß des jüdischen Weltkongresses die Zusicherung erteilt hat, daß auf der in Marienbad demnächst stattfindenden Tagung die tschechoslowakische Regierung offiziell vertreten sein werde und daß sämtliche Juden, die zu diesem Kongreß kommen, eine 80prozentige Eisenbahnermäßigung erhalten würden, dann sei es kein Wunder, wenn die Bevölkerung ehrlich empört sei. Denn wenn die Sudetendeutsche Partei irgendwohin einen Sonderzug haben wolle, dann müsse sie um eine 40prozentige Fahrpreisermäßigung einen wahren Kampf ausfechten, wahrscheinlich darum, weil es sich hier um Deutsche handele und um Leute, die ihre Steuern bezahlen. Die Arbeitslosigkeit in den sudetendeutschen Gebieten sei heute trotz der amtlichen Daten, die ein Sinken der Arbeitslosenziffern feststellen, mehr als doppelt so groß als in den tschechischen Bezirken. Im Bezirk Karlsbad z. B. komme auf den Kopf der amtlich als arbeitslos ausgegebenen Bevölkerung täglich ein Unterstützungsbetrag von 80 Heller, wenn man die Familie der Verheirateten nur aus drei Personen bestehend annimmt. Die Erhaltungskosten eines Sträflings betragen in der Tschechoslowakei jedoch pro Kopf und Tag 1.66 Kronen Man müsse deshalb verstehen, wenn die Sudetendeutsche Partei und die Bevölkerung gegen ein System, unter dem derartiges noch immer möglich sei, ankämpfe und wenn die Bevölkerung kein Vertrauen der Regierung entgegenbringe. sischen Zivilbevölkerung hat der Zwischenfall erneut große Unruhe ausgelöst. Die am Wochenanfang abgeflaute Abwanderung aus Tschapai und Hongkin nahm wieder zu und griff auch auf weitere Gebiete Nord=Schanghais über. Flugzeugunglück an der Küste von Florida Neuyork, 10. Aug. Aus Dantona=Beach in Florida wird der Absturz eines Großpassagierflugzeuges der Eastern Air Lines gemeldet. Aus unbekannter Ursache stürzte es kurz nach dem Aufstieg nach Miami in der Nähe des Flugplatzes ins Sumpfdickicht. Zwei Piloten und ein Fahrgast wurden getötet, ein anderer Fahrgast wurde schwer verletzt. Die übrigen vier Insassen kamen mit leichten Schürfungen davon. Reichsnotarkammer und die Führung dieses Amtes ist eine Amtspflicht des Notars und darf nur abgelehnt werden, wenn der Notar das 60. Lebensjahr vollendet oder die letzten vier Jahre lang ein Ehrenamt bei der Reichsnotarkammer inne gehabt hat. Zur Sicherstellung von Mitteln für die Gewährleistung der Bezüge der Assessoren im Probe= und Anwärterdienst und für die Besoldung der Notarverweser sammelt die Reichsnotarkammer einen besonderen Fonds an. Die Zahlung der Bezüge an einen Assessor wird, soweit sie der Notar nicht leisten kann, durch einen im Einzelfall festzusetzenden Zuschuß gewährleistet, den die Reichsnotarkammer dem Notar zugunsten des Assessors zahlt. Ferner kann die Reichsnotarkammer durch ihre Fürsorge= und Versorgungseinrichtungen im Rahmen der vorhandenen Mittel auch frühere Notars und deren Angehörige oder Hinterbliebene unterstützen. Schließlich kann sie einem Assessor im Probe= und Anwärterdienst, der infolge eines notwendigen Wechsels des Wohnsitzes in wirtschaftliche Not geraten ist, Unterstützung zuteil werden lassen. Schanghai, 10. Aug. Die chinesischen und sapanischen Behörden setzen ihre Bemühungen fort, den Zwischenfall auf dem Flugplatz von Hungjao mit diplomatischen Mitteln zu bereinigen. Zwischen der Stadtverwaltung von Groß=Schanghai und dem japanischen Konsulat schweben Verhandlungen. Der Untersuchungsausschuß hat seine Arbeit am Dienstagfrüh ausgenommen. Bei der chineDie Satzung der Reichsnotarkammer Berlin, 10. Aug. Auf Grund der Reichsnotarordnung macht der Reichsjustizminister jetzt die Satzung der Reichsnotarkammer bekannt. Die Dienststellen der Reichsnotarkammern haben danach ihren Sitz am Ort des Oberlandesgerichtes. Die Uebernahme eines Ehrenamtes bei der Erklärung des Reichsärzteführers zur Heilpraktikerfrage Berlin, 10. August. Wie das Nachrichtenbüro Deutscher Zeitungsverleger mitteilt, hat der Reichsärzteführer Dr. Wagner folgendes bekanntgegeben: „Meine Rede in Düsseldorf ist in der Presse teikwelfe lo ungenau wiedergegeben worden, daß sie. anstatt zu einer endgültigen Klärung zu führen, zu neuerlichen Mißverständnissen Anlaß gab. Die Rede wird deshalb im Wortlaut in der neuesten Nummer des deutschen Aerzteblattes veröffentlicht werden. Heute stelle ich nur folgendes fest: Ich habe in meiner Rede eindeutig erklärt. daß in Zukunft neben den Aerzten Heilbehandler nur zugelassen werden sollen nach einer Leistungsprüfung. die sich nicht auf ihr Wissen. sondern auf ihre theraveutischen Fähigkeiten bzw. Erfolge erstrecken kann und soll. Ich habe weiter erklärt, daß Heilkunst vom Können kommt und daß für dieses Können. insbesondere für die nicht zu entbehrende Diagnostik. nur das auf der Hochschule erworbene Wissen die vollkommene sichere Grundlage sein kann. Die Heranbildung eines Heilbehandlernachwuchses aus Heilpraktikerschulen habe ich eindeutig abgelehnt. Es wird sich bei den Heilbehandlern, die ohne auf einer Hochschule erworbene Wissengrundlage auf Grund einer tberapeutischen Leistungsbrüfung für Heilbehandlung in Zukunft zugelassen werden, immer nur um Ausnahmen und Einzelfälle handeln.“ Familientragödie im Berliner Norden Drei Personen durch Gas vergiftet. Berlin, 10. Aug. In einem Hause in der Christianiastraße im Berliner Norden wurde am Dienstagvormittag eine Familientragödie entdeckt. In der Küche ihrer Wohnung wurden ein 39 Jahre alter Friseur, seine 44= jährige Ehefrau sowie ihre 12 Jahre alte Tochter gasvergiftet aufgefunden. Küchentür und Fenster waren sorgfältig abgedichtet. Der Gasschlauch war abgerissen, so daß das todbringende Gas ungehindert ausströmen konnte. Pferdesport Rennen zu Deauville. 3. Rennen: 1. Paix des Dames(P. Villecourt). 2. Signoretto, 3. Santeuil. Toto: Sieg 26:10. Platz 15. 18:10. Lg.: 2½. K. ½. Ferner liefen 4 Pferde. 4. Rennen: 1. Pytheas(G. Bridgland), 2. San Mattias. 3. Nika. Toto: Sieg 289:10. Platz 43. 15. 12:10. Lg.: 1½. ½, 1. Ferner liefen 6 Pferde. 5. Rennen: 1. Fairsi(R. Gaudinet), 2. Bhavani, 3. Castanelle. Toto: Sieg 131:10. Platz 59. 20:10. La.: 1. ½, 1½. Ferner liefen 3 Pferde. Wie wird das Wetter? Vorhersage für Mittwoch: Bei schwachen südwestlichen Winden wechselnd bewölkt und meist trocken, unveränderte Temperaturen. Für Donnerstag: Zwischen Süd und West schwankende. mäßige Winde, anfangs heiter, später zunehmende Bewölkung und teilweise einzelne gewittrige Regenfälle. mäßig warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Etwas kühler und unbeständiger. 1. Rennen: 1. Mistanflute I(L. Toche), 2. Countro Lise. 3. Mignon. Toto: Sieg 42:10. Platz 19. 20:10. Lg.: 1½. K., 1. Ferner liefen 4 Pferde. 2. Rennen: 1. Aziyade(F. Rochetti), 2. Republique. s. Pamina. Toto: Sieg 13:10. Lg.: 2½. 5. Drei Pferde Berliner Börse Aktien meist fester. Renten freundlich. Berlin, 10. Aug. Nach dem stillen Wochenbeginn konnte sich heute eine weitgehende Erholung durchsetzen, die hauptsächlich durch einige Spezialbewegungen ausgelöst wurden. So stiegen Bemberg bei verhältnismäßig kleinem Umsatz zum ersten Kurs um 3¾ Prozent. um dann sogleich nochmals 1¼ Prozent zu gewinnen. Man verweist dabei auf die feste Haltung der Kunstseidewerte an den internationalen Effektenbörsen. Erholt waren Brauereiwerte, so Schultheiß um 1¼ Prozent: offenbar hat man hinsichtlich der Beurteilung der Ausgleichsabgabe sachlicheren Erwägungen Raum gegeben. Am Montanmarkt war eine Wiederbelebung bei Laurahütte zu verzeichnen, die um Prozent anzogen. Buderus waren um 1. Mannesmann um ¾ und Hoesch um ¼ Prozent gebessert. Dagegen gaben Stolberger Zink von dem in letzter Zeit erzielten Kursgewinn ½ Prozent her. Bei den Kaliaktien fielen Westeregeln mit vlus 1¾ Prozent auf. In der chemischen Gruppe wurden Goldschmidt 1½ Prozent. Rütgers ¾8 Prozent höher notiert. Sehr ruhig und nahezu unverändert lagen Elektrowerte. während bei Versorgungsvavieren einige Anlagekäufe getätigt wurden. Dabei zogen RWE. om ¾ und Elektrische Werke Schlesien um ½ Prozent an. Autoaktien verzeichneten keine einheitliche Tendenz. Während Daimler um ¾ Prozent anstiegen, waren BMW. in etwa gleich großem Ausmaße gedrückt. Sonst sind noch Deutsche Waffen mit minus 1½. Holzmann und Dierig mit je minus 1, andererseits Nordlloyd mit vlus 1⅛ und Walddof mit vlus 1 Prozent zu erwähnen. Am variablen Rentenmarkt herrschte ein freundlicher Grundton. Fest lagen Reichsaltbesitz. die um 17½ Pfg. auf 128¾ stiegen. Die Umschuldungsanleihe notierte unverändert 94.90. Am Geldmarkt nannte man unveränderte Blankotagesgeldsätze von 2½ bis 2¾%. Im Verlaufe lag das Geschäft am variablen Aktienmarkt fast ausschließlich in Händen der Kulisse. die vereinzelt weitere Rückkäufe vornahm. Allerdings kam diese Bewegung zu Beginn der zweiten Börsenstunde zum Stillstand. Da aber Abgaben nicht erfolgten, blieb das Kursniveau im allgemeinen behauptet. Bemberg verharrten auf dem erreichten Höchststande von 157½. Deutsche Telefon und Kabel. Schlesische Gas und Akkumulatoren gaben per Kasse um 1 Prozent nach. Dagegen gewannen Farben ¼. Gesfürel und Orenstein je ½ Prozent. Am Kassarentenmarkt war die Grundhaltung freundlich, der Umsatz indessen wieder eng begrenzt. Von nennenswerten Kursveränderungen sind solche bei Stadtanleihen hervorzuheben, und zwar bei Elberfelder mit plus U. bei Duisburg plua“ dagegen bei Dresdener mit minus ¼ Prozent. Dekosama Neubesitz ermäßigten sich um ¾. Hamburger Neubesitz um 0.17½. Alte Hamburger waren dagegen wieder gefragt und ¼ Prozent fester. Bemerkenswert fest lagen 29er Pommersche Provinzbankpfandbriefe, die gegen den letzten Kurs um * Prozent anstiegen. Im übrigen sind noch 39er Postätze mit vlus 0.05 zu erwähnen. * Der Privatdiskontsatz stellte sich auf wieder 2¾ Prozent. Die anhaltende Umsatzschrumpfung hatte zur Folge. daß am Börsenschluß nur eine beschänkte Anzahl variabel gehandelter Aktien notiert werden konnte. Dabei blieben die Kurse dem Verlauf gegenüber etwa behauptet. Die lustlose Stimmung ließ eine Nachbörse nicht zustande kommen. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung stellte sich das Pfund auf 12.42(12.43), der Gulden auf 137.31(137.40), der Dollar auf unverändert 2.491. der Franc auf 9.35(9.355) und der Schweizer Franken auf 57,19(57.21). Am Einheitsaktienmarkt lagen Banken wieder sehr ruhig. In Commerzbank fanden Gewinnrealisationen der Kulisse statt, sadaß eine Ermäßigung um Prozent eintrat. Hypothekenbanken waren zum Teil bis ½ Prozent schwächer. Von Industrievavieren zogen Adlerhütte Glas um 2¾. Balcke=Maschinen und Dürener Metall um je 2½ Prozent an. Andererseits büßten Dort munder Aktien=Brauerei 5 Prozent ein, wobei das Angebot nur zum Teil Aufnahme sand. Steuergutscheine blieben unverändert. Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldorf, 10. Aug. Das Geschäft war zwar auch heute noch klein. jedoch überwogen die Kaufaufträge. sodaß die Tendenz sich freundlicher gestaltete. Nach den ersten Notierungen blieb die Lage unverändert. es traten nur geringe Veränderungen ein. Farbenaktien wurden etwas erhöht umgesetzt. Montanvapiere durch weg fester mit Ausnahme von Dahlbusch. die 1% einbüßten. Rheinstahl und Mannesmann ¾ Prozent. Klöckner ¾ Prozent und Hoesch 3/8 Prozent gebessert. Elektrovaviere vernachlässigt. Von den Versorgungswerten setzten RWE. 1¼ Prozent höher ein, fielen dann aber wieder leicht zurück. Am Kalimarkt stellten sich Westeregeln knapp 2 Prozent höher. Wintershall unver ändert. Vereinzelt waren sonst noch von den Sonder werten Kaufhof im Verkehr. Anleiben etwas lebhafter und gleichfalls befestigt, so gewannen Altbesitz 30 Pfg. Reichsbahnvorzüge gut behauptet. 5%ige Mitteldeutsche Stahl ¾ Prozent höher. Der Kurenmarkt verkehrte in runiger Haltung. wobei die Kursgestaltung teilweise von Zufälligkeiten abhing. Deutschland gaben bei kleinstem Angebot 10 RM. nach, dagegen ging ein Heinrichkux um 200 RM. höher um. In Diergardtkure drückte ein Angebot den Kurs erneut, sodaß dieser niedriger zur Notiz kam. Carolus. Constantin und Langenbrahm kursmäßig unverändert. Am Braunkohlenmarkt erhielt sich das Interesse für Gute Hoffnung auch heute, die zu letzten Preisen aus dem Markt genommen wurden. Die übrigen Werte blieben unverändert. Am Kalikurenmarkt lagen Beienrode zu letzten Preisen im Verkehr. Ein Zufallsangebot in Maria=Glück drückte den Kurs um einige 100 RM., Burbachkuxe notierten etwas höher. Für die übrigen Werte dieses Marktgebietes kamen Notierungen nur schwer zustande. Im Freiverkehr lagen Kohlen= und Kaliaktien ohne Umsatz. Seit längerer Zeit wurden Wessels Wandvlatten erhöht gehandelt. Straßenbau Niederlahnstein verkehrten unv. und Dyckerhoff etwas gebessert. Alexanderwerk nur knapp gehalten. Westf. Kupfer etwas leichter. Kassamarkt nicht einheitlich. Balke konnte einen Kursgewinn von 2¾ Prozent buchen. Brk. Zukunft ½ Prozent ge bessert. Unv. verkehrten Basalt. Krefft. Kabel Rheydt und Halle Salz. letztere blieben gesucht. Bonner Berg 1 Prozent und Ewald 1½ Prozent rückläufig. Banken vereinzelt etwas leichter. Versicherungen geschäftslos. Die Börse schloß bei stillem Geschäft gehalten. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Am Platze wurden die aus den letzten Zuteilungen stammenden Mengen weiter abgewickelt. Außerdem kamen nach dem euroväischen Ausland und Westafrika kleine Aufträge zur Ausführung. An den fern östlichen Märkten setzte sich die feste Haltung fort, zumal China und Japan weiter als Käufer auftraten.— Preise unverändert. Baumwolle: Ruhig. Suverfine 5.05. Fine Oomra 5.65 Dollar. Kaffee: Der Inlandsmarkt nahm einen stetigen Verlauf. im Transitverkehr kam es noch am gestrigen Nachmittag zu lebhafteren Umsätzen, die sich heute fortsetzten.— Das Kaffee=Institut in Rio bezifferte die zerstörten Kafseemengen bis zum 31. 7. 1937 auf 49 678 000 Sack gegen 47 481000 Sack am 30. Juni 1937.— Allein in der zweiten Hälfte des Juli sind 1.1 Millionen Sack Kaffee vernichtet worden. Die sichtbaren Weltvorräte beliefen sich am 1. August 1937 auf 7627 000 Sack Kaffee gegen 7915000 Sack am 1. Juli 1937.— Preise unv. Schmalz: Ruhig.— American Steamlard 29¼. American Purelard 31¼—31 ½ Dollar für 100 Klg.— Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Unverändert. Hülsenfrüchte: Die unterschiedliche Absatz= und Angebotslage gab dem Markt das Gepräge. Infolgedessen blieben die Umsätze auf ein Mindestmaß beschränkt.— Preise unverändert. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 9. Sept.=Okt. 9 1/16. Okt.=Nov. 9 1/16 Pence per lbs. Zucker: Der seit Tagen zu beobachtende ruhige Grundton an den Zuckermärkten übertrug sich auf den heutigen Verkehr. Soweit Abschlüsse zustandekamen, wurden diese zu den bisher geltenden Preisen getätigt. Oele und Fette: Die inländische Verbraucherschaft blieb Käufer für Leinöl zu Anstrichzwecken. Fettsäuren und technische Schweinefette in dem bisherigen Umfange. Am Weltmarkt setzte sich für Sojabohnen und Kokosöl eine festere Stimmung durch. Holl. Leinöl Sept.=Dez. 24¾. Jan.=April 24¾ bfl. für 100 Klg.— Kokosöl. Ceylon. August 24.706. Sojabohnenöl. roh. mandsch., Juli=Aug. 24.100— engl. Pfund für 1016 Klg. Uebriges unverändert. Gewürze: Markt= und Preislage unverändert. Rohkakao: Der Weltmarkt behielt sein stetiges Aussehen. Preismäßig ergaben sich keine Abweichungen gegenüber den bisher genannten Preisen Kakaohalbfabrikate: Der Geschäftsverkehr gestaltete sich ruhig. Die Bedarfsdeckung wurde zu den letzten Preisen vorgenommen. Rauhfutter: Bei unveränderten Preisen blieb die Marktlage ruhig. Viehmärkte Essener Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder, gesamt 594. Ochsen 43. Bullen 164, Kühe 294. Färsen(Kalbinnen) 93. Kälber 863. Schafe, Lämmer und Hammel 96. Schweine 1144. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 45, sonstige vollfleischige 39—41, fleischige 35—36. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39, fleischige 34. Kühe: Jüngere. vollfleischige höchsten Schlachtwerts 41—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37—39, fleischige 30—33. gering genährte 24—25. Färsen(Kalbinnen): Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 44, vollfleischige 40, fleischige, 35, gering genährte 28. Kälber: Doppellender bester Mast 65—78, beste Mast= und Saugkälber 63, mittlere Mast= und Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel und Schafe.: Weidemasthammel 50—55, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel 44—46. mittlere Schafe 36—44, geringe Schase 32. Schweine: Fettschweine über rund 150 Kla. Lebenagewicht 568. vollfleischige Schweine von 135—149 Klg. Lebendgewicht 56½. vollfleischige Schweine von ca. 120—134 Klg. Lebendgewicht 56 vollfleischige Schweine von ca. 100—120 Klg. Lebendgewicht 55½. vollfleischige„Schweine von ca. 80 bis 100 Klg. Lebendgewicht 52½, fleischige Schweine von ca. 60—80 Klg. Lebendgewicht 52½. Fette Svecksauen 56¼. andere Sauen 51½. Marktverlauf: Rinder und Kälber zugeteilt. Schafe und Schweine ruhig. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder. gesamt 635. Ochsen 44. Bullen 173. Kühe 305. Färsen(Kalbinnen) 113. Ziegen, 2. Kälber 624. Schafe. Lämmer und Hammel 88, Schweine 902. Bezahlt für 50 Klg. Lebendgewicht. Ochsen: Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 45, sonstige vollfleischige 40—41. Bullen: Jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 41—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39, fleischige 33—34. Kühe: Jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 40—43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36—39, fleischige 30—33, gering genährte 24—25. Farsen(Kalbinnen): Vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts 43—44 vollfleischige 40. fleischige 35. gering genährte 27. Kälber: Dovvellender besser Mast 75—78, beste Mast= und Saugkälber 61—63. mittlere Mast= und Saugkälber 57. geringere Saugkälber 48. geringe Kälber 38. Lämmer, Hammel und Schafe: Beste Weidemastlämmer 53 bis 55. beste Schafe 44—47, mittlere Schafe 35—42, geringe Schafe 25—33. Schweine: Fettschweine über 120 Klg. Lebendgewicht 56. vollfleischige Schweine von 100—119.5 Klg. Lebendgewicht 55½. vollfleischige Schweine unter 100 Klg. Lebendgewicht 52½, fette Snecksauen 56½. Marktverlauf: Rinder zugeteilt. über Notiz Ausstichtiere. Kälber flott. Schafe mittel. Schweine zugeteilt. Rundfunk=Programm Mittwoch, den 11. August 1937. Morgenlied— Wetterbericht. 5,55 Leibesübungen und Wiederholung der 2. Abendnachrichten. 6.30 Frühkonzert.„„—— 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8,30 Musik am Morgen. darin: 9,00 Dr. Klodt: Vom gesunden Leben. 9,30 Kleine Zwischenmusik. 9.45 Zeit, Nachrichten, Wasserstand. 10,00 Hier holen sich unsere Mütter Rat. 11,55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12,00 Die Werkpause aus der Firma Otto Bernsau, Nachf., Dusseldorf=Heerdt. Es spielt die Polizeikapelle Düsseldorf. 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 13.15 Musik am Mittag. 1. Noack: Land im Suden, Folge: a) Blumen=Korso, b) Barcarole, c) Tanz und Abendlied. 2. Hellmesberger: Elsenreigen. 3. Coleridge=Taylor: Aus der„Kleinen Konzertfolge"; a) Frage und Antwort, b) Liebeslied. 4. Tohnanyi: Rhapsodie. o. Heinege:, Fantastischer Walzer. 6. Torjussen: Aus der „Nordischen Folge“: a) An den Frühling, b) Norwegischer Bauernmarsch. 14,00 Mittagsmeldungen. 14,15 Allerlei von Zwei bis Drei. 15,00 Für große und kleine Kinder. 15,45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Wir treiben Familienforschung. 16,30 Nachmittagskonzert. 1. Adam: Vorspiel zu „Die Nürnberger Puppe“. 2. Verdi: Fantasie aus„Da Traviata“. 3. Fischer: Linzer Torte. 4. Dvorak: Slawischer Tanz Nr. 8. 5. Suppe: Vorspiel zu„Die schöne Galathee“. 6. Lebar: Melodien aus„Der Zarewitsch“. 7. Lindemann: Zwei Konzertstücke: a) Dolorosa, b) Alle Heinzelmänner tanzen. 8. Strauß: Morgenblätter. 9. Dostal: Servus Wien. 10. Zeh: Freundschaftsmarsch. 18,00 Von Bluten und Kräutern 18,15 Bunte Instrumentalstun 18,50 Kohle und Verstand— Deutsche Rohstoffe. 19.00 Zur Unterhaltung. 1. Rust: Heimlichkeiten. 2. Jos. Strauß: Transactionen. 3. a) Blumer: Scherzo, b) Godard: Allegretto. 4. Leoncavallo: Milde Nacht. 5. a) Hernried: Capriccio, b) Weise: Die Quelle. 6. Rust: Barcarole. 7. Metra: Serenade. 8. Kronke: Lebenswalzer. 9. Hauser: Fröbliche Reiter. 19,10 Momentaufnahme. 20,00 Erste Abendmeldung 20,10 Unterhaltungskonzert. 1. Rust: Prinzeß Goldschuh. 2. Heuser: Italienische Serenade. 3. Weßlander: Schwedische Folge: a) Im Dorfe, b) Auf der Wiese. e) Hochzeitszug, d) Landlicher Tanz. 4. Huppertz: Groteske. 5. Lincke: Isola bella. 6. Capelle: Träume der Chrysan= theme. 7. Schulenburg: Pußta=Märchen. 8. Pero: Frühling am Lago Maggiore. 9. Lindemann: Diavoletta. 10. Walther: Tanzende Marionetten. 21,00 Die Stillen im Lande. Ein Abend bei Berend de Bries und Adolf Holst. 22,00 Zeit, Wetter, Nachrichten— Witterungsvorhersage für die Zeit vom 12. bis 21. August. 22,30 Das Schatzkastlein entyalt: Das Forellenauintett von Franz Schubert(Klavierquintett A.Dur, Werk 114). 23,15 Paprika und Ungarwein. Donnerstag, den 12. August 1937. 5,50 Morgenlied— Wetterbericht 5,55 Leibesübungen und Wiederholung der zweiten Abendnachrichten. 6.30 Fruhkonzert. 7,00 Nachrichten— Morgenlied— Morgenruf. 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10 Frauenturnen. 8 30 Ohne Sorgen jeder Morgen. 9,30 Kleine Zwischenmusik. 9.45 Zeit, Nachrichten, Wasserstand. 11.55 Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12,00 Die Werkpause aus dem Stahlwerk Düsseldorf, Gebr. Böhler& Co. Es spielt die Werkskapelle der Werkschar 10. 13.00 Mittagsmeldungen— Gluckwünsche. 13,15 Musik am Mittag. 1. Prichvstal: BallettCuverture. 2. Lutz: Festzug der Blumenkönigin. 3. Fischer: Jenseits der Alpen. 4. Hanel: Roslein auf der Heiden. 5. Zimmer: Am Brünnele. 11.00 Mittagsmeldungen. 11,15 Allerlei von Zwei bis Drei. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Musik am Nachmittag. 1. Lehar: Melodien aus„Die blaue Mazur“. 2. Bixio: Violine tzigano. 3. Lincke: Der Hochzeitsreigen. 4. Ran zato: Galantes Rondo. 5. Micheli: Fantasie über „Küsse im Dunkeln“. 6. Reuter: An Marianne. 7. Winkler: Japanisches Teehaus. 8. Pradier: Fantasie über„La Paloma“. 9. Caphat: Quecksilber. 10. Heuberger: Komm ins chambre separee, aus„Der Opernball“. 11. Borchert: Eine lustige Schlagerfahrt. 12. Lilinkalami: Aloha=Oe. 13. Richartz: Abends am Niederrhein. 14. Munsonius: Katzensprünge. 15. Lenoir: Fantasie über„Parlez=moi d'amour“. 16. Benatzky: Wiener Walzer. 17. P. Lincke: Schöne Unbekannte. 18. die CapuaSantasie über„O sole mio“. 19. Borchert: Nach Wien 17.00 Bunte Fracht. Allerlei Wissenswertes aus Natur, Technik und Geschichte. 17.30 Kamerad, erzahl' von deiner Arbeit! 18,00 Blasmusik. Es spielt das Musikkorps des Inf.=Reg. 57. 19.00 Begegnung. Ein kleines Ferienerlebnis von Friedrich Carl Butz. 19,10 Musik zum Feierabend(Industrie=Schallp! 19.45 Momentaufnahme. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Unterhaltungskonzert. Mitwirkende: Edith Heimbach=Rego(Sovran): Kirsch(Bariton); die Sechs Frohen Sanger, das Konner L##########. Die Funkschrammeln; das Funkorchester. 1. Rust: Ganseliesel, 2. Hellmesberger: Heinzelmännchen. 3. Siede: Frohsinu auf der Alm. 4. Millöcker: petunm mobile. 6. a) Damis: Ganz groß. b) Wiga=Gabriel: Eine kleine Insel liegt im blauen Czibulka: An dich. 8. Pörschmann: nonika Polka. 9. Ries: Am Rhein. 10. PlesKleine Spieldose. 11. Meyer=Helmund: Zauberlied. 12. Pachernegg: Praterbummel. 13. a) Grothe: Die Geigen, ja, die Geigen, b) Krome: Die Bimmelbahn. 14. Börschel: Am Koblenzer Eck. 15. Zzernik: Südl. Folge. 10. Elenam: Pfeffer und Salz. 17. a) Häuser: Goldene Zeit, b) Melichar: So schön haben die Geigen noch nie gespielt. 18. Zeller: Ich bin die Christel von der Post. 19. Smith: Das Eichlätzchen. 20. a) Krüger=Hanschmann: Ein zartes Lied der Liebe, b) Clevina: Alle Tage ist kein Sonntag. 21. Uschmann: Schelmenangen. 22. Steffan: Wenn du liebst, scheint die Sonne. 23. Strauß: Bahn frei. 29.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22,30 Volks- und Unterhaltungsmusik. Fahrschule Mitglied I# Hans Klein □ Ruf 52402. Bahnhofstr. 116 NSVI Aend wner tam Batan##. ∆ NT SE Auf Wiedersehen! # 5 S 837 32 V7871 KK 8272 V 8270 KK 7570 V 42162 V 7871. Spenzer aus buntbedrucktem Kretonne mit angesetztem Schoß. Erforderlich: 95 cm Stoff, 80 cm breit. Bunte Beyer=Schuttte für 4, 6, 8, 10, 12 und 14 Jahre erh. KK 8272. Feriensacke aus grauem Lodenstoff mit grunen Aufschlägen. Erforderlich: 1,25 m grauer, 30 cm grüner Stoff, je 130 cm br. BeyerSchnitte f. 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16 J. 8270. Leicht zu arbeiten ist das Sommerblüschen aus geblümtem Waschstoff m. angeschntttenen Armeln. Erf.: 1 m Stoff, 80 cm breit. BeverSchnitte für 5, 7, 9, 11, 13 Jahre. KK 7570. Knabensacke aus kartertem Baumwollstoff mit Rückengürtel. Erforderlich: 1,70 m karierter, 35 cm einfarb. Stoff, 80 cm breit. BeverSchnitte f. 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 J. V 4 2 1 6 2. D a s b u n t e K r e t o n n e s ä c k chen mit Rückengürtel ist eine hübsche Ergänzung zu vielen Kleidern. 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Es ist auch für uns eine große Freude, solche hübsche Kinderkleider selbst nähen zu können. MK 3587 MK 42145 Zeichnung: Bever=Ateller. MK 3588 MK 42129 Alles, was Sie für richtige, hochmodische Kleidung brauchen, halten wir für Sie bereit DOAS HAUS DER GUTEN QUALITKTENK Früher Gebr. Kaufmann G. m. b. H. Schlaflose Nächte sind eine Qual u. ruinieren deine Nerven „Exnervus“, das reine Pflanzenprodukt, schafft tiefen Schlaf. ½ Fl. 1.35, 5/1 Fl. 250 Mark. Drogerie Dickehage, Bahnhofstraße 9c und Sodingen am Amtshaus. Auch bei Einrichtungen zu kleinen Nach Gottes hl. Willen entschlief Dienstag morgen 8.30 Uhr infolge Schlaganfalles, gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, der Invalide Josef Reuß Im Alter von 80 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne, Wanne=Eickel, Bochum-Hilkrop, SolingenWald, den 10. August 1937. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 13. August, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause, Marienstr. 7, aus statt. Das Seelenamt ist Freitag morgen um 8 Uhr in der Bonifatiuskirche. Allen. denen aus Versehen keine andere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. billiger nur noch Rll 59.auch auf Teilzahlung bei Julius Berke Bahnhofstraße 77 Ruf 51305. 1977 n rerütirter Guc. kitäil! Thomas Bahnholstraße 08 Es gibt genug Leute, die das verkaufen möchten, was Sie suchen! Sie finden diese Leute durch eine Kleinanzeige im Herner Anzeiger! Moderne billige von Sayna Hüls Bahnhofstr. 82 2 gebrauchte Pianos z. Spottpreis o 220 u. 290 event. auch in Raten. Pianohaus C. Still, Herne, Behrensstr. Ecke Markgrafenstr. Suche z. 1. Sept. ein im Haush. erf. mädchen n. unt. 20 Jahren, f. Geschäftshaushalt, welches zu Hause schlaf. k. Kenntn. in Koch., auch Radfahren erwünscht. Vorzust. v. 3—5 Uhr Von=der HendtStraße 28. an der Bahnhofstraße zu verm. H. Iding, Poststraße 13. 12355 Abgeschlossene (Erdgeschoß) zwei größ. Zimmer u. klein. 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Für die Reise empfehlen wir Reiselekfüre ferner Briefpapier in Mäppchen, Kalletten Korrelpondenzkarten Reilepackungen- Füllbleiltifte Fülliederhalter Füllhalter-Tinte und Füllflalchen Füllhalter-Talchen Schreibzeuge— Notizbücher Fotoalben— Fotoecken Beluchskarten Perlonalausweile und Celluloid-Schutzhüllen Spielkarten Kocthers& Röttsches Buchhandlung, Papier- und Schreibwaren Hermann-Göring-Strasse 8— neben dem Postamt Hauptschriftleiker Dr. Leo Reiners, Herne. Stellv. des Hauptschriftleikers Jos. Möller, Herne. Verantwortlich für Politik i. V. Friedr. Böhmer, Gelsenkirchen, für Kommunalpolitik und Lokaies Dr. Leo Reiners, Herne; für Untechaltung Franz Bruns, Gelsenkirchen; für Sport Jos. Möller, Herne; für Anzeigen 1. V. Willi Hülsmann, Herne. Bildverantwortliche: Ressortleiker. Beiträge sind an die Schriftleitung(Herne, Hermann=Göring-Str. 3), nicht an ihre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. VII. 37 über 3500.— Druck und Verla Koethers& Röttsches, Herne. J. It. Preisliste Nr. 5 gültig.— Mengenstaffel E. Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 9. August 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 5000 8 Gewinne zu 3000 RM. 277093 12 Gewinne zu 2000 RM. 214560 295938 393842" 66 Gewinne zu 1000 NM. 2710 020 31407 52368 54017 58203 60137 62743 99957 115622 118201 139868 148699 154146 160661 161276 174174 226242 263543 265358 293573 346922 354549 86 Gewinne zu 500 RM 37732 48658 76476 88321 89888 129343 143998 147492 152811 190243 192199 206697 267915 269360 269711 292795 305777 317413 346019 346911 358098 383944 388279 393996 190 Gewinne zu 300 RM. 5549 5632 5737 7090 11304 12478 13800 18705 23636 37206 37422 42819 43378 44202 47651 48961 49344 51971 73133 74866 77963 78604 81113 82165 83360 84015 87579 89582 100060 100879 101206 106233 108205 109254 109280 110371 126080 135776 139896 141427 141794 142579 157697 166066 168515 170979 174562 176295 177432 184920 191425 193833 197684 199439 203799 204731 206635 211669 222300 222426 223391 231104 232690 237113 243249 246939 255432 260884 265447 289034 292822 300316 308858 310041 320165 324315 325155 335190 336008 336530 341142 343197 349209 349287 354231 356092 357642 359739 362641 363448 367354 373024 381518 389367 399202 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 261896 216112 268866 61203 106961 269716 30488 85796 89983 37381 102844 156799 222523 28545 36720 104389 176111 244616 282722 345758 383009 188667 265770 372953 15255 217947 280854 317804 375804 205922 278183 31145 102689 156323 240521 282493 324115 380103 4 Gewinne zu 10000 RM. 64322 4 Gewinne zu 5000 RM. 34621 6 Gewinne zu 3000 RM. 110061 28 Gewinne zu 2000 RM. 17872 100746 110213 114769 143973 222187 268337 359494 384445 40 Gewinne zu 1000 RM. 19854 101651 116892 121278 144849 193838 218891 224641 238515 315705 340560 372038 380137 82 Gewinne zu 500 RM. 25738 73840 49357 194913 22048 197713 392952 40531 14958 252187 398411 29441 132931 178187 229013 265416 345422 392763 210396 4435 7 207167 59214 162295 289066 48883 143253 201969 241262 276384 371745 393720 e zu 500 60294 61233 86059 100482 126089 150340 154934 155180 167065 212513 218369 219985 225562 250301 255789 260076 261305 280617 297347 325104 327549 373048 387064 389504 390182 394337 186 Gewinne zu 300 RM. 383 1381 4261 4787 13393 18660 21925 24474 25036 27827 31509 35121 37875 37901 45591 48311 50922 53386 65974 58045 61210 61589 63185 66349 69002 68379 70031 71213 71990 89372 90683 94431 95099 104864 116900 135282 149546 149783 150018 167509 168146 168230 170354 175969 176493 178233 183727 187130 193906 206012 211657 213914 216211 229964 237328 243027 248620 249795 263414 264003 268784 277562 278552 279672 282672 285422 286482 287671 289890 293765 295291 298723 301722 304318 317346 320571 323326 327503 330146 334568 338846 342256 343731 367507 369419 369569 372715 374296 374522 379507 385191 395067 397868 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu se 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 50000, 10 zu je 30000, 20 zu je 20000, 92 zu je 10000, 180 zu je 5000, 370 zu je 3000, 924 zu je 2000, 2798 zu je 1000, 4628 zu je 500, 9418 zu je 300 Mark. Der Kaufmann darf nicht fragen, was er für die Anzeigen bezahlt, sondern was er damit erreicht, darauf kommt es an!