10 113. „„ Teottter Ar Uesrsaten Bielefelder Abendzeitung- Gütersloher Anzeiger- Haller Kreiszeitung. Bielefeld Nr. 68— Jahrgang 3 Hecchtestellen: Vielefeld, Am Markt 4, Vernsor. 3077: SüteroFernaspr dg..... Jernsor 730: Halle i.., Badndosstr., auber Moniags. Gel helicht eu. zu.5e hoheren Gewalten oder Betriebestörung besteht für den Verlag keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Bezugspreises. Bezugsvreis: Monatlich.80 Goldmark. durch die Post bezogen.20 Goldmark.— Anzeigenvreis: Millimeterzeile für Bielefelder Anzeigen 10 Goldpfennige. Reklamezeile 30 Goldpsennige. Kleine Anzeigen: Für die Ueberschriftzeile 10 Goldpfennige, jedes weitere Wort 8 Goldpfennige. Sonnabend, 21. März 1925. Hrankreichs undersehlliche Hallnng. Baldwin zur Kölner Frage. London, 19. März.(Drahtm.) Heute nachmittag erklärte der Ministerpräsident Baldwin im Unterhause auf eine Anfrage des Obersten Wedgewood, daß der Bericht der interalliierten Militärkontrollkommission gegenwärtig vom Foch=Komitee einer sehr genauen technischen Prüfung unterzogen würde. Die englische Regierung sei der Anschauung, daß die Lage in der Kölner Zone absolut nichts mit der Sicherheitsfrage zu tun habe. Die letzten Besprechungen in Paris und Geuf hätten an diesem Standpunkt der englischen Regierung nichts geändert. * London, 20. März.(Drahtm.) Die „Westminster Gazette“ sagt an leitender Stelle, daß die unversöhnliche Haltung Frankreichs letzten Endes ein Zeichen dafür lei, daß die britische Politik sich gegen das Diktat des französischen Militarismus noch nicht habe zur Wehr setzen können. In Europa sei keine Lösung möglich, solange man Deutschland nicht auf der Grundlage absoluter Gleichheit behandele als einen der Garanten des europäischen Friedens. Die Verhandlungen zwischen der französischen Regierung und den Außenministern der Kleinen Entente trügen alle Anzeichen eines erneuten Versuches, jenen Stahlrin, rund um Deutschland zu konsolidieren, für dessen Zwecke Frankreich große Subsidien für die Urmee der Kleinen Entente ausgeschüttet habe. Herriot sollte wissen, daß jede derartige Politik einer militärischen Ermutigung der Nachbarn Deutschlands nicht mit der britischen Sympathie vereinbar sei. Die Beteiligung Amerikas. London, 20. März.(Drahtm.) Die „Times" hofft, daß für das begrabene Genfer Prsguig“.#twas gefunden würde, das den aufang einer echten Stabilität bedeute, damit es dann den Vereinigten Staaten ermöglicht würde, den seit sechs Monaten unterbrochenen Kontakt mit der europäischen Politit wieder aufzunehmen. Es könne kein Zweisel mehr über die Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten zu der großen internationalen Debatte, die mit der Zusammenkunft in Geuf begonnen hätte, bestehen. Die nebelhafte Allumfassung des Protokolls habe in Amerika die gleiche Opposition hervorgerufen wie in Groß=Britannien. Zwischen diesen beiden Polen läge eine Lösung, deren Diskussion durch die deutschen Vorschläge möglich gemacht worden sei. Wenn die europäische Diplomatie diese Lösung finden könnte, dann sei es nicht mehr Möglichkeit, sondern Pflicht der amerikanischen Staatsleitung, diese Inteckung zu einem Ausgangspunkt für be immte Vorschläge zu machen. Geht den Engländern endlich ein Licht auf? George, Law und Baldwin kam er in eine gewisse Spannung mit Frankreich, das er von allzu schroffen Schritten gegen Deutschland abzuhalten suchte. 1923 mußte er vor Macdonald zurücktreten, im Oktober 1924 kam er im Kabinett Baldwin wieder aus Ruder. Aber wohl durch seine Krankheit behindert, konnte er nicht recht mehr hervortreten. Er galt für einen beinahe Deutschenfreund, ohne es zu sein, nur gehörte er zu den Engländern, die in dem französischen Größenwahn auch eine Gefahr für ihr Land sohen. Nreichtprustbenten=Wahl. „Jarres wählen, heißt Deutschland dienen.“ Köln, 20.März. Der Reichsblock KölnAachen richtet an die Bevölkerung u. a. folgende Worte: „Wir am Rhein vor allem kennen Dr. Jarres. kennen seine Art, seinen Charakter, seine Besonnenheit und seinen politischen Weitblick. Dr. Jarres an der Spitze des Deutschen Reiches ist wahrhaftige Verkörperung besten deutschen Mannestums, Mut und Können, Vaterlandsliebe und Charakter= festigkeit, Klugheit und edle Gesinnung. Dr Jarres wählen heißt Deutschland dienen.“ Tarres in Breslau. Breslau, 21. März.(Drahim.) Dr. Jarres traf gestern nachmittag hier ein und sprach abends in einer von Tausenden besuchten Versammlung. Die Polizei mußte den Saal schon vorher schließen, und wiederholt versuchte die draußen harrende Meuge, sich gewaltsam Zugang zu dem überfüllten Saal zu verschaffen. Jarres' Rede, die in dem Gelöbnis, daß Westmark und Ostmark fest am Reich halten werden, ausklang, wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Da die Menge drauben noch weiter verharrte, wurde sogleich eine zweite Versammlung angesetzt, in der Jarres ebenfalls sprach. Es kam zu großen Kundgebungen für Jarres, die sich auch vor dem Hotel, in dem er abgestiegen war, fortsetzten. Aus der Lügenpraxis der S. P. Die Mahnung aus dem Munde Dr. Jarres', den Wahlkampf anständig und ehrlich zu führen, stößt besonders beim„Vorwärts“ auf zornige Abwehr. Er wie die ganze rote Presse befolgt skrupellos das vom Genossen Wels in Magdeburg ausgeplauderte Rezept, die Agitation jeweils den Tagesnotwendigkeiten lügnerisch anzupassen. Es hätte dieser Empfehlung gar nicht bedurft, denn die rote Gesellschaft hat von jeher grundsätzlich ihre „Arbeit“ auf Lug und Trug aufgebaut. Diesmal leistet sich das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands folgenden Satz: „Kann er(Jarres) bestreiten, daß seine Kreise es gewesen sind, die Ebert in den Tod getrieben haben?“ Das ist immerhin allerhand. Der Reichspräsident Ebert ist bekanntermaßen an den Folgen einer brandigen Blinddarmentzündung vor wirklich noch nicht so langer Zeit gestorben. Der„Vorwärts“ schreibt weiter: „Auf diese Kandidatur(Jarres) setzen ihre Hoffnungen die Zersplitterer der deutschen Einheit, bayerische und welfische Föderalisten.“ So dumm sollte nun einmal nicht er lügen dürfen, denn das könnte den einfältigsten Barmatjünger zum Nachdenken anregen. Die bayerischen und welfischen Föderalisten haben bekanntlich gegen Jarres einen eigenen Bewerber aufgestellt. Wer wird Reichspräsident? Von Rechtsanwalt Senkpiel=Essen. Ein echter Volksmann muß es sein. Ein Mann der in den kommenden Jahren der Entscheidung über Deutschlands Schicksal kein persönliches Zagen und Bangen kennt, ein Mann, der all sein Tun und Denken einstellt auf das Wohl seines Volkes. Deutschland ist nicht arm an geeigneten Männern. Und schwer ist es, die Wahl zu treffen zwischen Männern, wie Geßler und Dr. Jarres. Wohl der beste Mann, den Deutschland zu diesem höchsten Amt berufen kann, ist der unerschrockene und selbstlose Oberbürgermeister von Duisburg. Dr. Jarres hat in vielen Jahren, im Krieg und Frieden, seinen Mann gestanden wie wenige in Deutschland und in der Welt. Wir können stolz auf ihn sein in der Gewißheit, daß in der Welt wenige seines Schlages zu finden sind. Ein Sohn der Stadt Remscheid, hat Jarres die Zähigkeit und unbeugsame Energie des bergischen Menschenschlages. In seinem Wesen schlicht, einfach und bedürfnislos hat er Tag und Nacht nur für das allgemeine Wohl gearbeitet. Niemals herablassend, sondern von echter Herzlichkeit im Verkehr, weiß er wohl seine persönliche und amtliche Würde kräftig zu wahren. Für die Stadt Duisburg hat er, besonders in den KriegsKatholiken für Jarres. Berlin, 21. März.(Drahtm.) Die katholische Vereinigung für nationale Politik fordert ihre Mitglieder auf, mit allen Kräften für Dr. Jarres einzutreten. Der hereingefallene„Vorwärts“. Lord Eurzon gestorben. London, 20. März. Der Präsident des Geheimen Rates Lord Curzon ist heute morgen gegen 6 Uhr gestorben. Er hat ein Alter 66 Jahren erreicht. Curzon gehörte zu den führenden Konservativen und stand als 95855. Leit 1886 im politischen Leben. Von bis 1905 war er Vizekönig von Indien. Im Weltkriege trat er für eine scharfe Kriegführung ein. Als Außenminister unter Lloyd Zu der kürzlich vom„Vorwärts" verbreiteten Meldung, daß die Kommanditgesellschaft Paul Schmidt u. Co. auf Empfehlung des Grafen Westarp Kredite von der Seehandlung und anderen öffentlichen Instituten erhalten habe, die sie andernfalls nicht bekommen hätte, verbreitet der Prozeßbevollmächtigte der genannten Firma, Rechtsanwalt Dr. Hans Wolff, eine Berichtigung, in der es heißt: „Paul Schmidt hat, nachdem er Ende 1928 seine Tätigkeit bei der„Kreuzzeitung" aufgab, ein Zeugnis vom Grafen Westarp erhalten. Er hat jedoch von diesem nie eine Empfehlung weder für sich persönlich noch„für die Firma Paul Schmidt u. Co. zu geschäftlichen Zwecken in Anspruch genommen oder erhalten. Weder bei der Bewilligung noch bei der Abdeckung des bei der Preußischen Staatsbank unterhaltenen regulären Bankkredites ist irgendwo von politischer Seite ein Einfluß ausgeübt worden. Davon daß die Staatsbank zur Abdeckung des Kredits die Hilfe Henry Barmats unter Zuziehung des Grafen Westarp und des Abgeordneten Dr. Hergt in Anspruch nehmen wollte, ist Paul Schmidt nichts hekann: Weiter wird in der Zuschrift bestritten, daß die Firma oder Paul Schmidt persönlich oder der Kärrner=Verlag, dessen Geschäftsführer er ist, bei der Wirtschaftsbank in Bielefeld und bei der Kreissparkasse in Lübbecke ein Konto zu erhalten und einen Kiedit in Anspruch genommen habe. Ebenso ist es unrichtig, daß die genannte Firma sich bei den Kreditverhandlungen mit der Brandenburgischen Girozentrale auf eine Empfehlung des Grafen Westarp berufen habe. Eisenbahnerstreik beendet. Aufruf der Gewerkschaften. Die am Tarifvertrag beteiligten Eisenbahnerverbände: der Deutsche Eisenbahnerverband, die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und der Allgemeine Eisenbahnerverband haben gestern nachmittag einen Aufruf erlassen, in dem sie zum Ausdruck bringen, daß sie die Vereinbarung anerkennen und die streikenden Eisenbahner auffordern, sich geschlossen und in würdiger Form zum Dienstantritt zu melden. Reichsbahn und Schiedsspruch. Berlin, 19. März. Der Reichsarbeitsminister hat den Schiedsspruch, der in dem Streit zwischen der Reichsbahngesellschaft und ihrer Arbeiterschaft gefällt war, für verbindlich erklärt. Die Reichsbahn wird voraussichtlich den Spruch trotz schwerer rechtlicher Bedenken zur Durchführung bringen. Die Mehrausgaben wird die Reichsbahn aber, wie in der Oeffentlichkeit befürchtet worden ist, nicht durch eine allgemeine Erhöhung der Personentarife aufbringen, sondern sie hofft, die Mehrausgaben durch Erhöhung der Einnahmen bestimmter Quellen zu erreichen. zeiten und in den ersten Zeiten der Revolution, Gewaltiges geleistet und sich dadurch die uneingeschränkte Verehrung aller Volkskreise und Parteien erworben. Im Kriege unermüdlich auf Reisen, um für seine Stadt Lebensmittel herbeizuschaffen, hal er außerdem auf sein Gehalt und Urlaub verzichtet, um der ihm anvertrauten Stadt die Last zu erleichtern. Wo in der Welt hat man derartiges gehört, in einer Zeit der Kriegsgewinne und allgemeinen Raffgier! Im Winter 1918/19 erlitt er körperlich durch die Kommunisten schwere Mißhandlungen. Er blieb fest auf seinem Posten und ließ sich nur mit Gewalt aus dem Rathaus herausschleppen. Da band man seinen Arm an eine rote Fahne und führte Dr. Jarres in schmählichem Zuge unter Mißhandlungen durch die Stadt nach seiner Wohnung. Kaum freigelassen, organisierte Jarres mit aller Kraft die Abwehr gegen den übermächtig andringenden Kommunismus. Abgeschnitten von dem übrigen Deutschland, am Rhein die belgische Besatzung, Düsseldorf, Duisburg und Hamborn in kommunistischer Hand, hielt Jarres unverzagt aus, und mit lächerlich geringen Kräften und Mitteln verteidigte er das vollkommen abgeschlose sene Duisburg gegen die von allen Seiten andringenden Kommunisten. Erst der Einmarsch der Reichswehr befreite Duisburg von der kommunistischen Blockade. Wer neben ihm gekämpft hat, bewundert noch heute die gewaltige Willenskraft, die ihn in diesen Zeiten aufrecht erhielt. Auch in den wilden Tagen des Kapp=Putsches wich er nicht von seinem Platz. Dann kam die bittere Zeit des Franzoseneinfalls. Jarres beugte sich auch dem Feinde nicht und wurde ausgewiesen. Ruhig und zielbewußt kehrte er trotz des Verbotes wieder zurück und wurde dafür auf zwei Monate ins belgische Gefängnis gesteckt. Mit gefesselten Händen wurde er dem Kriegsgericht in Nachen zur Aburteilung vorgeführt. Nach seiner Freilassung und weiteren Ausweisung hat er wieder Tag und Nacht gearbeitet, um seiner treuen Stadt Duisburg und dem übrigen besetzten Gebiet mit allen seinen Kräften zu helfen. Seine Leistungen und Verdienste in dieser Zeit und als Reichsminister des Innern werden in späterer Zeit noch gebührend gewürdigt werden. Doch nach seinem Leben und seinen Taten kann jeder Deutsche, auch der ihn nicht persönlich kennt, mit ruhigem Bewußtsein Dr. Jarres seine Stimme geben, um ihn zum höchsten Amte des deutschen Volkes zum Reichspräsidenten, zu berufen. Jarres wird sicherlich in schweren Stunden nicht verzagen und das schwerbeschädigte Reichsschiff durch alle die gefährlichen Klippen steuern, die es schon in naher Zukunft bedrohen. Nicht Parteien, nicht Konfessionen oder andere Rücksichten, nur eins darf für die Wah. maßgebend sein: einem bewährten echten deutschen Mann das Schicksal des deutschen Volkes anzuvertrauen Auch das Ausland wird nur Achtung vor uns empfinden, wenn wir endlich aus der Parteizerrissenheit herauskommen und einen Mann als Reichspräsidenten der deutschen Nation frei wählen, der zu den besten Deutschen gehört und die Würde seines Volkes ebenso zu wah ren weiß wie seine eigene Etwas von Dr. Farres. In der Zeit des passiven Widerstandes war es oft ungemein schwer und mit vielen Umständlichkeiten verknüpft, eine Verbindung zwischen den am öffetlichen Leben im Ruhrgebiet beteiligten Persönlichkeiten und den führenden Männern des Reiches herzustellen. Die Grenzen waren bewacht, die Untersuchung an den Kontrollstationen brutal und scharf. Wer nicht den vorgeschriebenen vieroder sechs= oder achteckigen Stempel der Besatzungsbehörden auf seinem Ausweis hatte, kam nicht durch und diesen Stempel zu erhalten, war zeitweilig mit außerordentlichen Mühen verbunden, obwohl es auch in dieser Beziehung Mittel gab, um auf illegalem Wege zum Ziel zu gelangen. Geldhungrige Franzosen selbst boten dazu hilfreiche Hand. Wie dem auch sei, es gab hüben und drüben Treffpunkte, und so fand man sich aus dem besetzten und unbesetzten Gebiet zusammen, um von Person zu Person Informationen zu erhalten, die der Post nicht anvertraut werden konnten, weil auch der Briefverkehr den Schnüffelnasen der Besatzung ausgesetzt war. Auf einem Ausflug zu gegenseitiger Aussprache vernahm man von verschärfter Kontrolle, und so wurden wichtige Papiere unter den Strümpfen um die Beine gewickelt und auf diese Weise ungefährdet über die Grenze und wieder zurückgebracht. Auch bei solcher Gelegenheit war in der schlimmsten, bedrücktesten Zeit Dr. Jarres zur Stelle, war aus Berlin nach dem Westen geeilt, teilte die Auffassung der Lage seitens der Reichsregierung mit, überzeugte sich durch persönliche Fühlungnahme von den Verhältnissen an Rhein und Ruhr sprach in seiner mannhaft=kernigen Weise, mahnte zu klugem Vorgehen, um nicht ohne Zwang Deutsche der Not und Qual auszusetzen. Und er wußte durch sein eigenes vorbildliches Verhalten ermunternd zu wirken, so daß man noch heute gern jener Stunden gedenkt, obwohl sie Ausschnitte aus den trübsten Zeiten unseres Vaterlandes bildeten. Da hat sich bei vielen ein Band des Vertrauens geschlungen, und die damals teil hatten an solchen Zusammenkünften, wissen heute, wo sie im Wahlkampf Stellung zu nehmen wissen, für welche Kandidatur sie sich einzusetzen haben, um den Mann an die Spitze des Reiches zu bringen, der sturmerprobt ist und die Zuversicht gibt, daß er allzeit ein aufrechter Deutscher, für Deutschlands Wohlfahrt eintreten wird, wo immer sich ihm die Gelegenheit dazu bietet. Der Mann des Vertrauens aller nationalgesinnten Deutschen, auf den sich alle Stimmen des Bürgertums vereinigen sollten, heißt: Jarres. Zur Kandidatur Ludendorff schreibt die ihm und der Bewegung außerordentlich freundlich gegenüberstehende„Rhein.=Westf. Zeitung": Es ist ein schlechter Dienst, den Ludendorff mit der Annahme dieser Kandidatur seinem Vaterlande, seiner Bewegung und sich selbst erweistt. Im Gegensatz zu Hindenburg kann man eine Kandidatur Ludendorff nicht als die eines unpolitischen Feldherrn abtun. Dazu ist Ludendorff in den letzten Jahren viel zu sehr im politischen Getriebe tätig gewesen, hat er sich viel zu sehr als politischer Kopf erwiesen. Gerade deswegen, weil Ludendorff mehr ist, als irgend ein Parteiführer, mußte er sich zu gut sein, als Zählkandidat aufzutreten und dadurch der Geschlossenheit des Reichsblos Abbruch zu tun. Gerade von ihm, dem Soldaten, hätte man erwarten dürfen, daß er das notwendige Unterordnungsgefühl besaß, auch einmal einem anderen Führer folgen zu können, wenn ihm vielleicht auch dessen Angriffskraft und=richtung nicht unbedingt zusagen mochte. Gerade von ihm durfte man andererseite die nötige Autorttät über seinen Freund Hitler und dessen Anhängerschaft erwarten, die völkische Bewegung von diesem unbedachten Schritt zurückzuhalten. Die praktische Kandidatur Ludendorff kann nur verneinend sein. Die— als einziger Zweck— erhoffte Propagandawirkung für die nationalsozialistische Bewegung wird nicht erreicht werden; im Gegenteil wird diese Gruppe viel kleiner erscheinen, als sie wirklich ist und damit den unvermeidbaren Hohn der geschworenen Gegner wachrufen. Denn es kann nicht ausbleiben, daß sehr viele Anhänger dieser Bewegung, die nicht unbedingt auf starker Disziplin eingeschworen sind, trotz aller Anerkennung Ludendorffs ihm hier, wo es gilt, dem einen Mann der Rechten mehr als die Hälfte aller Stimmen zu verschaffen, die Gefolgschaft versagen werden. Will Ludendorff es darauf ankommen lassen, daß sich die vielen Freunde, die auch aus anderen Parteilagern auf ihn sehen, enttäuscht abwenden; will er es darauf ankommen lassen, am Abend des 29. März sich selber und seine Bewegung infolge einer verschwindend kleinen, die wahre innere Größe nicht erkennen lassenden, Wählerziffer der Lächerlichkeit preisgegeben zu haben? Im Kriege wußte Ludendorff genau, wann es galt. am entscheidenden Punkt alle verfügbaren Kräfte zusammenzufassen. In diesem Stimmzettelkampf gehört er und alles, was ihm folgen würde, an die Seite des Reichsblocks— auch, das sei ausdrücklich betont, im ersten Wahlgang schon.— Noch ist es Zeit, sich eines besseren zu besinnen. Der schwarz=rot=gelbe Zylinder. Ein jüdischer Witz. Die Ortsgruppe Unna des Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold hat an den Reichstagsabgeordneten Wallraf folgendes Schreiben gerichtet: „Wie wir aus Pressemeldungen ersehen, haben Sie an der Ueberführung des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert im Schlapphut teilgenommen. Wir setzen als selbstverständlich voraus, daß Sie als ehemaliger Oberbürgermeister und Staatssekretär a D. wissen, was repräsentieren heißt, und bestimmt an der Trauerfeier für den höchsten Beamten des Reiches im Zylinder teilgenommen hätten, wenn Sie einen solchen besitzen würden. Um diesem Uebelstand abzuhelfen. gereicht es uns zur Ehre, Ihnen anbei ein solch Eremplar als Geschenk zu überreichen. Die von Seitischer Errunte und Wirtschuft. 3. Vortrag im Nationalpolitischen Lehrgang. Gehalten am 15. März in Bielefeld Die Zusammenballung großer Industrie= unternehmungen zu Konzernen und Syndikaten hat die große Gefahr, daß sie sehr viele Wirtschaftsführer abhängig macht und eines guten Tages die gesamte Wirtschaft von dem Wohlwollen eines Mannes abhängt. Die Gefahr der internationalen Abhängigkeit wird in erhöhtem Maße bestätigt. Ein Schulbeisviel haben wir in der nur noch dem Namen nach„Deutschen Reichseisenbahn==.“. Durch den Verlust der Tarifhoheit der Reichseisenbahn. d. h. durch die willkürliche Festsetzung der Tarife durch andere an der deutschen Ausfuhr uninteressierter Kreise sind wir nicht in der Lage. die großen Haldenbestände, die im Ruhrgebiet auf Beförderung harren. abführen zu können, da die Frachten zu hoch sind. Innerhalb der völkischen Wirtschaft brauchen wir ein starkes Handwerk, das jedoch nicht durch staatlichen Schutz zu einer Machtstellung herangezüchtet werden kann, sondern das sich durch eigene Kraft sebensfähig halten muß Ein Weg zu dieser Stellung ist die Vervollkommnung in der Ausbildung des Nachmuchses im Handwerk. Das Genossenschaftgmosen muß denselben Weg gehen: durch willensterke Männer zu einer volkswirtschaftlich starken Stellung zu kommen. —Die Frage Zoslschutz oder Freihandel ist für die deutsche Wirtschaft eine Lebensfrage. Die rechtliche Sicherheit für die Ausfuhr. die Konsulargerichtsbarkeit, die Meistbegünstiaunasverträge lassen zum Schluß immer wieder die Frage auffauchen: Wie heben wir die nationale Ausfuhr? Sicherlich nicht durch die einseitige Steigerung der Ausfuhr und die Nichtbeschickung des Binnermarktes. In erster Linie muß vielmehr der Binnenmarkt als die zu Zeiten schlechter Ausfuhrkoninnktur immer sicherste Abnahmequelle bedacht werden. Die Einfuhr von Rohstoffen muß gehoben werden, um den Zuwachs unserer Bevölkerung, der die Möglichkeit durch den Verlust unserer Kolonien. dort Arbeit zu finden genommen ist, beschäftigen zu können. Der zweite Weg zur Erreichung des völkischen Wirtschaftsideals ist der Ausgleich der persönlichen Gegensätze in der Wirtschaft. Der Staat muß oft als Schiedsrichter in dem Kampf„aller gegen alle“ stehen. Durch die Erziehungsarbeit in den Wählerkreisen muß das erschütterte Vertrauen zum Staat wiederhergestellt werden. und zwar das Vertrauen aller Kreise. Die Einheit in dem Vertrauen auf den Staat kann allerdings nicht von oben kommen, sondern diese Erneuerung muß von unten kommen. Demgegenüber steht die Lehre vom Klassenkampf, die unversöhnlichen Haß predigt. Die Industrie muß dem Lohnarbeiter das Vertrauen wiedergeben. Eine ruhige und sachliche Erörterung über alle Fragen muß an die Stelle der Leidenschaftlichkeit treten, mit der die Kämpfe in unsern Tagen ausgetragen werden. Der Unternehmer muß seine Arbeiter für den Betrieb von G. R. Treviranus, M. d. R. interessieren. Die Frage der Betriebsräte bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz andere Beleuchtung. Es ist selbstverständlich, daß der Unternehmer seine Stellung unter solchen Umständen mit einem großen sozialen Verständnis auffassen muß. Die Frage der Regelung der Arbeitszeit und der Erhöhung der Löhne wird dann ganz von selbst gelöst werden können. England gibt uns für dieses anzustrebende Ziel ein Beisviel in entvolitisierten Gewerkschaften. Eine wohlverstandene Gewerkschaftsbewegung muß bleiben. Man muß der Arbeitnehmerschaft geeignete Führer geben(die nicht, wenn sie Reichspräsident werden, plötzlich ihre bisher vertretenen Interessen vergessen). Persönliche Gegensätze oft schlimmster Art sind besonders nach dem Kriege in dem Verhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner, Vermieter und Mieter, Pächter und Vervächter eingetreten. Hier ist oft die Hilfe des Staates als Schiedsrichter angerusen.— An der Frage der Aufwertung wird nun schon seit 1½ Jahren gearbeitet, bisher ohne ein greifbares Ergebnis Die große Phrase: Eine gerechte Aufwertung (gerecht für beide Teile) sei wegen Zeitmangels nicht zu erfüllen, stellt auch keine Lösung dar. Die Aufwertung der Sparkassenguthaben und der Kriegsanleihen wird immer von der Steuerkraft des Volkes abhängen. Man darf den rein formalen Rechtsstandpunkt nicht vertreten. Was hülfe es, wenn in voller Höhe aufgewertet würde und die Industrie daran zugrunde ginge? Unmaßgeblich ist dann auch durchaus nicht die Stellungnahme der Feindbundstaaten, die erklären ließen:„Im Falle einer Aufwertung können wir der deutschen Wirtschaft keine Kredite gewähren.“ Wer sein Geld in ein Unternehmen steckt, das durch zu hohen Kaufpreis gleich zur Unrentabilität verurteilt ist, muß auch mit vollkommenem Verlust rechnen. Staatliche Schutzmittel versagen in solchen Fällen fast immer. und nur Männer mit einer zielbewußten Energie werden sich durchsetzen. Das Hindernis zur schnellen Durchführung aller dieser Fragen, die zur völkischen Wirtschaft führen, ist der Marxismus. der unserem Volke tief in den Knochen sitzt. Nur die sittliche Erneuerung, die Abkehr vom krassen Materialismus kann uns aus dem Sumpf unserer Tage führen. Welches ist der parlamentarische Weg dazu? Die ständische oder die varlamentarische Vertretung? Die ständischen Vertretungen können und sollen sein, aber man soll die Kraft dieser Vertretungen nicht überschätzen, und es liegt in ihnen die Gefahr vor, daß diese ständischen Vertretungen zu einem rücksichtslosen Gruppenegoismus führen. Zur Erreichung des völkischen Wirtschaftsideals brauchen wir die völkische Wertung der nationalen Produktion, den Ausgleich der versünlichen Gegensätze und die wahrhafte, völkische Einheit im Innern. F. T. uns gewählte Größe(60 Zentimeter) dürfte Ihrer Kovsweite entsprechen. Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold, Ortsgruppe Unna. gez. O. Redel. W. Rosenberg.(!) Der so angeulkte Herr Wallraf hat in Erwiderung an den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Herrn Hörsing(Magdeburg), das folgende Schreiben gerichtet: „Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich, beifolgend eine Zuschrift des Reichsbanners der Ortsgruppe Unna zur gefl. Kenntnisnahme zu übersenden. Bei der Bedeutung der Angelegenheit glaube ich, sie nur mit der Zentrale des Reichsbanners erledigen zu können. Die Angabe, daß ich an der Feier des verstorbenen Reichsoräsidenten einen Schlapphut getragen habe, stellt eine falsche Behauptung dar. Ich habe an der Ueberführung überhaupt nicht teilgenommen. Demnach würde ich mich durch Annahme der gütigen Spende einer unberechtigten Bereicherung schuldig machen, und erlaube mir daher, zur anderweitigen Verwendung im Interesse der wirklich großen Köpfe des Reichsbanners diese zu Händen seines Schirmherrn ganz ergebenst zurückzureichen.“ Deutscher Sitzung vom Freitag. Der Notetat wird in dritter Lesung gegen Sozialdemokraten und Kommunisten endgültig angenommen. Das Mitztrauensvotum der Kommmunisten wird in einfacher Abstimmung gegen Kommunisten und Sozialdemokraten abgelehnt. Die Entschließung über die Wahrung der Interessen des Reiches bei der Umstellung der Deutschen Werke wird angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Verlängerung der Dritten Steuernotverordnung bis zum 30. Juni d. J. Abg. Dr. Schetter(Zentr.) berichtet über die Ausschußverhandlungen. Die Fristenverlängerung sei notwendig geworden, weil das neue Aufwertungsgesetz nicht vor dem 1. April erledigt werden könne. Ueber die Aufwertung. Reichsjustizminister Dr. Frenken gibt namens der Reichsregierung folgende Erklärung ab: „Das Reichskabinett hat hinsichtlich des Aufwertungsgesetzes inzwischen entscheidende Beschlüsse gefaßt. Der Gesetzentwurf wird noch vor der Reichspräsidentenwahl im Laufe der nächsten Woche den gesetzgebenden Körverschaften vorgelegt werden. Die Reichsregierung wird von sich aus in allernächster Zeit eine eingehende Darlegung der wichtigen und grundlegenden Bestimmungen des Entwurfs der Oeffentlichkeit unterbreiten. Abg. Hergt(deutschn) bedauert, daß die Regierung heute nichts Näheres über die Aufwertungsfrage gesagt habe. Das ganze Volk beschäftigte sich bereits mit der Angelegenheit. (Zuruf: Besonders die Spekulanten!") Der Redner kritisiert dann die Stellungnahme des Reichsbankdirektoriums, das immer einseitige Interessen im Auge zu haben scheine. Er hält es für bezeichnend, daß die Sozialdemokratie plötzlich für die Aufwertung erkläre, man müsse die Hilfe hernehmen, woher sie komme. Abag. Dr. Jörichsen(Wirtsch. Vereinig.) und Seiffert(Nat.=Soz.) sprechen sich für die rasche Entscheidung in der Aufwertungsfrage aus. Abg. Dr. Best(deutschn.) hält es für notwendig, der Eintragung von aufzuwertenden Hypotheken von zweifelhafter Grundlage vorzubeugen Er schließt mit der Versicherung, daß er für eine gerechte Aufwertung immer seine Stimme erheben werde. Der Gesetzentwurf wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Es folgt die Beratung der sozialdemokratischen und kommunistischen Anträge auf Sicherung der Wahlfreiheit. Preußischer Landtag. Sitzung vom Freitag. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. v. der Osten(Dnat.) die Vorwegnahme des Antrages seiner Fraktion über den Begriff eines Geschäftsministeriums, speziell über den Begriff„Laufende Geschäfte". Das Min sterium besitze nicht das Vertrauen des Landtages. Das Ministerium darf keine volitischen Entscheidungen treffen, weil dadurch die Verfassung entwertet werde. Verfassungswidrig würden sogar höhere volitische Beamte vom Ministerium genannt. Es habe auch Entscheidungen getroffen, wodurch die Interessen der Landwirtschaft kompromittiert werden. Abg. Pleck(Komm.) verlangt, daß der kommunist sche Antrag auf Auflösung des Landtags.:0 Neuwahlen am 26. April vorweggenomm:n wird. Abg. Dr. Winckler(Dnat.) bemerkt, daß die Deutschnationalen einen Antrag auf Auflösung des Landtags mit sofortiger Wirkung vorgelegt haben.(Stürmischer Beifall rechts.) Dem Ministerium fehle jede versassungsmäßige Grundlage.(Großer Lärm in der Mitte und links.) Abg. Dr. Danicke(Natsoz.) erklärt unter weiter andauerndem tobenden Lärm, daß es das richtigste sei, sofort zur Neuwabl zu schreiten. Abg. Niedel(Dem.) bemerkt unter großem Lärm der Rechten: Die Mehrheit, die am 20. Februar das Ministerium Braun gestürzt habe. trage für den jetzigen Zustand die Verantwortung. Abg. Schlange=Schöningen(Dnat.) erklärt, wenn die Weimarer Koalition es so weiter triebe, werde sie eines Tages als Vernichterin der Weimarer Verfassung dastehen. Die Störungen und Unterbrechungen dauern in der Mitte und links bei den Ausführungen des Redners weiter fort. Darauf erscheint Ministervräsident Marx im Hause und gibt eine Erklärung ab, daß nach der Verfassung das geschäftsführende Ministerium die laufenden Geschäfte zu erledigen habe. Abg. Dr. Winckler(Dnat.) erklärt unter anhaltendem Lärm die Erklärung des Ministerpräsidenten sei überhaupt keine Antwort auf eine präzis gestellte Frage. Er beantragt Besprechung der Erklärung in Gegenwart des Ministerpräsidenten.(Ministerpräsident Marx hat inzwischen seinen Platz verlassen.) Hierauf beantragen die Sozialdemokraten Vertagung der Besprechung. Die Abgg. Dr. v. Campe(D..) und Voß (Nalsoz.) widersorechen in heftigster Weise unter stürmischen Kundgebungen des Hauses dem Antrag auf Vertagung. Der Antrag auf Besprechung der Erklärung des Ministerpräsidenten über die Befugnisse eines Geschäftsministeriums wird mit den Stimmen der Rechten und der Kommunisten angenommen. Bei der Entscheidung über den sozialdemokratischen Antrag auf Vertagung dieser Besorechung bleibt die Abstimmung zweiselhaft. Es muß Auszählung erfolgen. Da nur 185 Stimmen abgegeben werden, ist das Haus beschlußunfähig. Vertagt bis 31. März. In der auf sofort anberaumten neuen Sitzung beantragt Abg. Dr. Winckler(Dnat.) die sofortige Besprechung des Antrages über die Befugnisse eines Geschäftsministeriums. Da Widerspruch erhoben wird, ist der Antrag erledigt. Hierauf wird die Aussprache über die Vorgänge in Halle fortgesetzt. Nach Erledigung einiger weiterer Sachen wird über einen sozialdemokratischen Antrag zum Beamten=Abbau namentlich abgestimmt. Da nur 169 Stimmen abgegeben werden, ist das Haus beschlußunfähig. Der Präsident schließt die Sitzung und beraumt die nächste auf Dienstag, 31. März an Kleine Meldungen. Zu Kreuze gekrochen. Berlin, 21. März.(Drahtm.) Der Fall von Papen=Loenartz ist nunmehr endgültig beigelegt. Wie die TU. erfährt, erklären die beiden Abgeordneten in dem abgeschlossenen Vergleich, daß ihr Verhalten bei der Abstimmung im preußischen Landtag sich in keiner Weise gegen die Person Dr. Marx gerichtet hätte. Sie erklären weiter, anzuerkennen, daß die Fraktion ihre Aufgaben nur bei voller Geschlossenheit erfüllen könne und daß sie ihr Verhalten danach einrichten werden Die Sozialdemokratie gegen Zentrum und Demokratie. Die sozialdemokratische„Leipziger Volkszeitung" schreibt zum Kampf um die Reichspräsidentschaft: „Der Kampf um die Präsidentschaft der Republik ist im proletarischen Sinne das Bestreben, diese politische Staatsform mit entsprechendem sozialen Gehalt zu erfüllen. In diesem Sinne steht das Proletariat national und international gegen alle Schichten des Bürgertums. In diesem Sinne steht das Proletariat auch in schärsster Front gegen die Demokraten und das Zentrum.“ Der fallende Marx=Steen. Die„Kölnische Zeitung", die früher Herrn Marx gegenüber weitgehende Loyalität übte, schreibt ihm nunmehr ins Stammbuch: Ein Parteiführer, der sich so wie Herr Marx von einem Mißerfolg zum andern führen ließ, hat auch bei aller Achtung vor seinen sonstigen Vorzügen und früheren Verdiensten keine Anwartschaft mehr auf die Rolle des Staatsober= haupts, zu deren Haupteigenschaften die Fähigkeiten des Ausgleichs zwischen den Parteien und die eigene Entschlußkraft im gegebenen Augenblick gehört. Es ist überhaupt fraglich, ob ein ausgeprägter Parteimann der verfassungsmäßigen staatsrechtlichen Stellung des Reichspräsidenten gerecht werden kann. Stürmische Sitzung in Paris. Paris, 21. März.(Drahtm.) In der Kammer kam es gestern nachmittag zu noch nicht dagewesenen Tumulten. Herriot legte in einer Rede seinen Standpunkt zum Laiengesetz dar. Mitten in seiner Rede erhoben sich die Abgeordneten der Mehrheit und brachten ihm eine Huldigung dar. Bei der Rechten entstand darauf große Unruhe, so daß Herriot am Weitersprechen gehindert wurde. Die sozialistischen Abgeordneten stürzten sich darauf mit geballten Fäusten auf die Rechte. Obwohl sofort die Saaldiener eingriffen, kam es zu einem wisten Handgemenge. Der Tumult dauerte 20 Minuten. Immer wieder stürzten sich die Abgeordneten aufeinander. Herriot blieb ruhig auf der Rednertribüne. Schließlich wurde die Sitzung aufgehoben und mit zersetzten Kragen und Krawatten verließen zahlreiche Abgeordnete den Saal. Sonntag, 22. Märy, vormittags ½12 Uhr pünktlich, in Vereinshaus, Bahnhoftraße Nalionale Kundgebung zur Prasidentenivahl. Generalmajor a. D. Friedrichs: Ein Wille— ein Weg. Alle vaierländisch gesinnten Mübürger sind treundlichst eingeladen. Reichsblock, Ausschuß für Bielefeld-Stadt und-Land. Mit dem Ersten Preis wurde unser Essener Haupt=Geschäft beim SchaufensterWetbewerb augezeichnet. In der Bieleselder Filiale zeigen wie in der Ruslage die gleichen eleganten Frühjahrs=Neuheiten & Berke Obernstraße 41 Modehaus für Damen= und Herrenartikel. Arbeiter! Angestellte! Beamte! Der Nationaslozialist Strasser spricht in öffentlicher Versammlung Was will HITLER? am Montag, den 23. März abds. 8 Uhr im Gesellschoftshaus Nerlich Bürgerweg 14 Zur Deckung der Unkosten werden 40 Pfg. erhoben. Erscheint in Massen! Inden haben keinen Zutritt! National-Sojialisiche Deutsche Rebeiterpattel Sieiesels.“ VereinBieleseld u. Dmgeg. RADIO-GRUPPE Sonnabend, 21. März. 8 Uhr abendAuls Oberrealschule Lieblbilder- und Erperimenlalvortrag Baron Manfred v. Ardenne, Berlin Radio=Empfangsschaltungen und ihre Anwendung. Begrüßung durch die westdeutsche Funkstunde Münster. Kartenvorverkauf: Pfeffersche Buchhdlung Mitglieder 1 Mark, Fremde 2 Mark. Karmelitergeist AMOL. altbewährtes Einrelbemittel bei Erkältungsschmerzen SIND ZU HABEN IN DEN APOTHEKEN VON BIELEFELD UND UMGEGEND Nationaler Reichsblock für die Präsidentenwahl. Versammlungen im Landkreis Bielefeld. in Cheesen: in Bilsendorf: in Brakei..: in Dornberg: in Senne 1: in Brackwede: Sonnabend, den 21. März, 7 Uhr in der Schule in Obertheesen: Studienrat König=Herford. Sonntag, den 22. März, 5 Uhr bei Wirt Kleineberg: Dr. Böhle=Bielefeld. Sonntag, den 22. Mär, 8¼ Uhr bei Wirt Segeler: General Dr. Friedrichs=Bielefeld. Montag, den 23. März, 5 Uhr im Kreuzkrug: Dr. Böhle=Bielefeld. Montag, den 23. März, 7½ Uhr bei Wirt Kampeter: Arbeitersekr. Barkey=Bielefeld und Dr. Hermann=Bielefeld. Montag, den 23. März, 8 Uhr bei Gastwirt Pallatzki: Pertz=Perlin. Nationaler Reichsblock für die peälidentenwahl Wahlausschuß für Gütersloh u. den Kreis Wiedenbrück Große vaterländische Kunggrou!y am Sonnabend, den 21. März 1925, abends 8 ¼ Uhr im Gehle'schen Saale in Gütersloh. 1. Eröffnungsansprache: Amtsgerichtsrat Dr. Heppe. 2. Vortrag mit Lichtbildern„Friedrich der Große": Oberst v. Caprivi. 3. Schlußansprache: Studienrat Jeremias. Jedermann ist eingeladen! Alexander-Kempe, Unterzeuge, Wolle, Normal und Macco. Jedermann ist eingeladen! Bach Blsch Talch Inb.: Carl Scheinemann. Krim Sekr. a.). Siekerwall11 Mitel d. R ö. D. Teisfon 1901 Auskauft 1 für in- und Auslend über Kredit Personal Vorleben.-zugsque len. Intasso C. Schormann Beerdigungs-Anstalt„Pletst“ 9esrssr#s Teleten 922 Grs zzain u S. ve. e, es en en F N. 8 5 Erd. wie Feuerbestetlung, Echumierung##l Hear11g u 1 —— Reterenzen aus ersien Kreieen uim Ime Haarersatz Zöpfe, Ohrlocken, Wellenteile Unterlagen, u. Perücken weiß und larbig, zu verleihen. E. u H Wittler Basssbruchstr.! 7, u. H. Wittfel Ecke Niedernstr. Asthma ist heilbar! Sofertige Hille und gute Erlolge, auch da den schwersten Fällen. Behandlung von ärztlich geprüftem Leiter Spezial-Inhalaterium Bielefeld Viktorastraße 65.— Taglich geöffnet. 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Burkoppfberhe Rnute nigrsenisch. Bücherabschlüsse, Inventurund Bilanz=Aufstellungen gewissenhaft und streng diskret. Steuerberatung, Neueinrichtung von Geschäftsbüchern. Umstellung veralteter Buchführungsweisen. Fachmännische Beratung in allen Fragen der Geschäftsorganisation. Mäßige Honororsätze. Bücherrevisor Soltkamp, Märkische Str. 24 I. Blelefeld Fernruf 5063. Am 19. März entschlief nach kurzem, chwerem Leiden unser treuer Mitarbetter Herr Oberingenieur Phebder-Sisvere. Schwer trifft uns der unerwartete und viel zu frühe Verlust dieses erfahrenen und aufrichtigen Mannes, der fast 30 Jahre mit unermüdlichem Fleiß und selbstloser Aufopferung seine nie versagende Arbeitskraft in den Dienst unseres Unternehmens gestellt hat. Sein Name wird mit der Geschichte unseres Werkes eng verbunden bleiben. Wir werden seiner stets in Dankbarkeit gedenken. Bielefeld, den 20. März 1925. Dürkoppiverke.-., Der Vorstand. Ooconobbonplotten große Auswahl. Jede Platte wird vergespies. 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Die Beisetzung erfolgt Sonntag, 22. März, nachmittags 4 Uhr, in Bad Pyruont von der Kapelle des Bathildiskrankenhauses aus. Von Beileidsbesuchen wird gebeten, Abstand zu nehmen. Ich liefere: Maschinen Maschinen Maschinen für Buch- und Steindruckereien für Buchbindereien u. Kartonagen-Fabriken für Lederwaren- und Schuhfabriken Ferner: Packpressen, Hilfsmaschinen In vergangener Nacht erlöste Gott der Herr meine liebe Frau, meine treusorgende Mutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Hr.. ine-Ramsel geb. Frerk im Alter von 50 Jahren nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Ramsel Mariechen Ramsel Oldentrup, den 20. 3. 1925. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. März, nachm. 3½ Uhr vom Trauerhause, Oldentrup Nr. 4, aus nach dem Friedhofe in Stieghorst statt.— Vorfeier 8 Uhr. Café Leinius Kasernenstraße 3 J. Raltisurger Hiadi, bichestei Sonptag, den 22. Närz 1925, nachmittag 3½ Uhr Maschinen für das gesamte Graphische Gewerbe SpezIal- Reparaturwerksintt Gütersloher Straße 44 Fernsprecher Nr. 2327 Konditorel u, Café Ardek Täglich Konzert! ff. Weine und Liköre Gebäck u. Torten reiche Auswahl. Ausschuß für Bielefeld Stadt und Land. Zum ersten Male werden die deutschen Wähler und Wählerinnen am 29. März an die Wahlurne gerufen, um für sieben Zahre einen Reichspräsidenten zu wählen. An diesem histo. rischen Tage müssen alle Grenzen der Partei, der Konfession, und des Standes fallen. Die Wähler sollen ktur den besten und wurdihsten Munn berufen. Deshalb haben sich die Vertreter derjenigen Parteien, die fast die Mehrheit aller Keaschen Wäisler Kanter sich hoben gaemeinion mit Vereten Gontelansächder, Virschahiücher und kultureller Verbände zum Reichsblock vereinigt. Sie haben sich nach reiflicher Erwägung entschlossen, dem deutschen Volk für die Wahl zum Reichsprasidenten herrn Sverrurgermeister=Dr. Furker in Duisburg, vormaligen Reichsminister des Innern und Vizekanzler, zu empfehlen. Habei war süie den lechsblask mnasgeltend, las her De. Kares ain Mlam st aun gaser Eriaheung au allen Gebieten des öffentlichen Lebens, ein lauterer Charakter, ein Mann des nationalen Fortschritts und kerndeutscher christlicher Gesinnung, bewahrt als Vorkampfer Deutscher Freiheit für Rhein und Ruhr. Herr Dr. Farres vereinigt in sich die Eigenschaft guter deutscher Art und leistet Gewähr für sachliche, gerechte Führung der Geschäfte, für die Reinheit der Verwaltung auf allen Gebieten. Er hat in schwerster Zeit seine Person rücksichtslos für Staat und Volk eingesetzt. Er hat als Staatsmann die Einheit des Reiches in vertrauensvoller, gemeinsamer Arbeit mit den Regierungen aller deutschen Länder gefestigt. Auch Hindenburg tritt für Jarres ein. Die vereinigten Parteien und Verbände fordern alle deutschen Frauen und Männer und die deutsche Jugend auf, für den Kandidaten des Reichsblocks zu werben. Ansere Pardte ist. Das Staatswohl über den Parteigeist. Die Reinheit des öffentlichen Lebens. Die Einheit der Deutschen. Ein Weg, ein Wille. Eisenbahnsekretür Avenarius. Malermeister Becker. Lehrer Becker. Arbeiter Verkenkamp=Schildesche. Frau Margarete Bertelsmann. Kaufmann Ernst Bertelsmann. Frau Boeder. Müllermeister Fr. W. Borgstedt=Milse. Lehrer Breder. Kaufmann Brünger. Schneidermeister Otto Brinkmann. Dr. med. Brölemann. Oberregierungsrat Castendyk. Rektor Dellbrügge. Fabrikant Herbert Delius. Fabrikant Erwin Delius. Frau Klara Delius. Kommerzienrat Paul Delius. Frau Erich Delius. Schlossermeister Deppe jun. Schneidermeister Diekmann. Maurermstr. Ehrich, H. Malermstr. Elbracht=Heepen. Justizrat Fasbender. Frau M. Fasbender. Bürovorsteher Feike. Generalmajor a. D. Dr. Friederichs. Tischlermeister Generotzki. Schornkeinsegermeister Grundmann=Brackwede. Luise Hasenklever. Kaufmann F. Heidemann. Generalsekretär Dr. Herrmann. Assessor Hestermann. Dr. Höhner. Zahntechniker F. E. Irrgang. Dr. jur. Jochmus. Rektor Kaiser. Kaufmann Alexander Kempe. Ernst Kettembeil. Maurermeister W. Klarhorst. Pastor Klein=Eckartsheim. Fabrikant Georg Kisker. Fabrikant Karl Kisker. Kaufmann Georg Köring. Oberstudiendirektor Körnicke. Architekt Bernhard Kramer. Frau A. Küster. Frau H. Landgraf. Rechtsanwalt Landmeyer. Arbeitersekretär Landwehr. Oberstudienrat Else Lange. Sattler Lange. Klempnermeister Laich. Landwirt Lechtermann. v. Lessel. Frau LiebmannSieler. Landwirt Lohmann. Klempnermstr. Paul Meister. Schneidermeister C. Menke. Fabrikant Gerhard v. Möller, Kupferhammer. Müllermeister Möller=Babenhausen. von der Mühlen, Bauerschaft Schildesche. Rektor Müller=Gellershagen. Verwaltungsinspektor Bogislaf Müller. Apotheker Mummenthey=Heepen. Oberstleutnaut a. D. Niemann. Fabrikant L. Oetker. Landwirt Ostermann=Ummeln. Maurermeister Pfaff. Bäcker Pieper. Dr. med. Plath. Postinspektor Plöger. Pastor Quistorp. Agent E. Radderz. Tapeziermstr. N. Rüppel. Tischlermeister Konsiek. Handelskammersyndikus Sartorius. Handwerkskammersydikus Sackmann. Gutsbesitzer Meyer zu SellhausenLämmershagen. Fleischermeister Schwiering. Rektor Schröder=Sieker. Frau Schleuter. Fabrikant Schwarze=Quelle. Landwirt SiekmannHeepen. Professor Dr. Schrader. Professor Schirmer. Schneidermeister Späing. Oberbürgermeister Stapenhorst. Frau Stapenhorst. Generalsekretärin M. Steffann. Oberbibliothekarin Lotta Steinhaus. Malermeister Fritz Stamm. Landwirt Stemner=Altenhagen. Oberstleutnant a. D. Schulz. Dr. med. Strathmann. Frau M. Tümpel. Schlachtermeister Thumel. Metallarbeiter Trapphöhner. Pastor Usener. Apotheker Upmann. Betriebsleiter Mathias Weber. Malermeister Wehmeyer. Gärtner Wewers=Milse. Tapeziermeister August Westheide. Zimmermstr. Wedegärtner. Dr. med. Wichern. Syndikus F. Wigand. Fabrikant Walter Wittenstein. Fabrikant Gustav Windel=Senne I. Schuhmacher Wolf. Nr. 68 Beilage TrrHeenPWWP OPPWWWO Bielefeld, Sonnabend 21. März 1925 Sleieseider Reuigkeiten Das Buch der Stadt Bielefeld. Von Handelskammersyndikus Otto Sartorius. Seit einiger Zeit haben immer wieder auswärtige Verlagsfirmen den Versuch unternommen, sogenannte„Heimatbücher“ für einzelne Städte oder Bezirke herauszugeben. Obwohl sicht geleugnet werden soll, daß in einzelnen Fällen gute und auch nach der buchtechnischen Seite hin einwandfrei ausgestattete Werke zutande gekommen sind, haben doch zumeist diese Unternehmungen enttäuscht. Zum Teil erschiezen Machwerke, die selbst geringen Anfordejungen in keiner Weise entsprechen und eher iner Verunglimpfung als einer Verherrlichung zer Heimat zu dienen geeignet waren. Allen ziesen Werken aber war bisher gemeinsam, daß se in allzu offenkundiger Weise in erster Linie Inseratenplantagen waren und zu sehr den Chazeller von Reklameschriften dervorkehrten. Die Industrie= und Handelskammer zu Bielefeld hat zeshalb schon fiet Jahr und Tag die häufig erdetene Mitwirkung an derartigen Werken abgesehnt und die Ausstellung von Empfehlungschreiben, die natürlich in erster Linie dem Kundenfang bei der Inseratenwerbung dienen sollten, grundsätzlich verweigert. Sie hat damit zweifellos der Bielefelder Geschäftswelt einen Dienst erwiesen. Nun ist bekanntlich der Plan entstanden, aus eigener Kraft, ausschließlich gestützt auf die Mitarbeit berufener Bielefelder Persönlichkeiten und im Verlag einer Bielefelder Firma— unter ausdrücklicher Führung des Bielefelder Magistrats— ein Heimatbuch der Stadt Bielefeld herauszugeben. Wenn man zunächst geneigt war, auch dieses Unternehmen mit einer gewissen abwartenden Vorsicht zu betrachten, so haben doch die vorbereitenden Arbeiten bei allen Beteiligten die Erkenntnis reifen lassen, daß hier ein Werk im Werden ist, das sich vorteilhaft von lediglich auf Gewinn abgestellten„Heimatbücher“ der eingangs geschilderten Art unterscheidet, und das im besten Sinne des Wortes das Buch der Stadt Bielefeld zu werden verspricht. Unter der geschickten redaktionellen Leitung Dr. Schonewegs, der seine Befähigung durch sein prachtvolles Werk über das heimische Leinengewerbe bereits bestens erwiesen hat, ist es gelungen, ein Textprogramm aufzustellen, das selbst sehr weitgebenden Ansprüchen vollauf Genüge trägt. Der für die Bearbeitung der einzelnen Beiträge geworbene Mitarbeiterstab gibt zudem von vornherein die Gewähr, daß nicht oberflächliche Redensarten, sondern von Sachkenntnis und Heimatliebe getragene Betrachtungen von bleibendem Wert den Text des Buches bilden werden. Was dem Buch vom Standpunkt der Wirtschaft aus besonders Bedeutung verleihen wird, ist die Absicht. dem allgemeinen Teil einen Abschnitt anzugliedern, in dem den Bielefelder Firmen Gelegenheit gegeben werden soll, sich über die geschichtliche Entwicklung und die besondere Eigenart ihrer Betriebe und Gewerbeerzeugnisse zu äußern. Bielefeld hat gegenüber vielen anderen Industriestädten den besonderen Vorzug, daß ssisch sein gewerbliches Leben trotz seiner außerordentlichen Vielseitigkeit in einer langen, stetigen und gesunden Entwicklung aus bodenständigen Kräften organisch entwickelt hat. Zahlreiche Fäden verknüpfen die Gewerbezweige und Betriebe untereinander und die Gegenwart mit der Vergangenheit. Eine umfassende Darstellung dieser Beziehungen und Entwicklungslinien zu geben, ist eine überaus reizvolle Aufgabe, die über den Rahmen der beteiligten Gewerbe und Betriebe hinaus geradezu von überragender volkswirtschaftlicher und kulturvolitischer Bedeutung ist. Gelingt es, diese Aufgabe, worauf man wohl vertrauen darf, in dem geplanten Heimatbuch zu lösen, so wird das Werk einen hervorragenden Platz in der Heimatliteratur beanspruchen dürfen. Mit diesem Ziel, das mit dem landläufigen Begriff der Reklame nichts zu tun hat, zur Finanzierung des Werkes beizutragen, wird sicher von weiten Kreisen der Wirtschaft als vorteilhafter erkannt werden, als sich an mehr oder weniger zweifelhaften auswärtigen Reklameunternehmungen zu beteiligen. Da der Verlag nach seinen festen Zusicherungen gesonnen ist, dem wertvollen Inhalt auch ein wertvolles äußeres Gewand zu geben, so wird auch der Freund guter Buchausstattungen auf seine Kosten kommen. Aus all endiesen Gründen hat sich das Präsidium der Handelskammer entschlossen, im Gegensatz zu seiner bisher geübten Zurückhaltung das geplante Werk durch aktive Mitarbeit zu unterstützen und dem fördersamen Interesse der Bielefelder Gewerbetreibenden zu empfehlen. Die Berechnung der Lebenshaltungskosten soll dadurch eine Erweiterung erfahren, daß die Ausgaben für Verkehr und Sonstiges (Körperpflege, Reinigung, Bildung und Unterhaltung) mit erfaßt werden sollen. Die Erhebung der Zahlen findet in den Gemeinden auf Grund einer Anleitung des Statistischen Reichsamtes statt, um eine Gleichmäßigkeit in der Erhebung im Reichsgebiet herbeizuführen. Die örtlichen Erhebungszahlen werden von der Gemeinde und den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen festgestellt. Der Magistrat hat sich mit der örtlichen Reform der Berechnung der Lebenshaltungskosten bereits befaßt, er kann sie aber erst in die Tat umsetzen, wenn die Anleitung vom Statistischen Reichsamt ergangen ist. Meßziffer des Bielefelder ArbeitgeberBundes. Die Meßzahl für den 18. 3. 1925 beträgt= 108,61. Die Senkung gegenüber dem 11. 3. 1925 beträgt= 0. 05 Prozent. Gegenüber dem 1. 7. 1914 beträgt die heutige Zahl das 1,148 fache. Vorstehende Zahlen wurden von je einem Vertreter der Bielefelder Arbeitgeber=Bundes, der Gewerkschaften und des Magistrats anerkannt. Ausgabe von Straßenbahn=Monatskarten. Das Städtische Betriebsamt gibt vom 30. d. Mts. Straßenbahn=Monatskarten heraus und zwar an der städt. Betriebskasse Schildescher= Straße 16 von 8,30—12 Uhr vorm. Ein Lichtbild 4x4 ist mitzubringen. Näheres siehe Anzeige. Säuglingspflege. Auf vielfachen Wunsch sollen in diesem Jahre wieder in der Mütterberatungsstelle, Herforder Straße, Kurse in Säuglingspflege gegeben werden. Bei genügender Beteiligung wird auch in der achten Bürgerschule ein Kursus eingrichtet. Es ist für alle jungen Mütter und auch für junge Mädchen so wichtig, auf dem Gebiete der Kinderpflege etwas zu lernen, damit die anvertrauten Kleinen gesund und ohne Schädigungen aufwachsen. Anmeldungen siehe Anzeige. Spanisch als Unterrichtsfach. Aus einer Bekanntmachung des Preußischen Unterrichtsministers teilt der Amtliche Preußische Pressedienst mit: Da damit zu rechnen ist, daß in Zukunft das Spanische als unverbindliches Unterrichtsfach an einzelnen Mittelschulen zugelassen wird, ist bei der Mittelschullehrerprüfung Bewerbern, die eine Lehrbefähigung im Spanischen zu erlangen wünschen, hierzu in derselben Weise Gelegenheit zu bieten wie für die Mittelschullehrerprüfung im Lateinischen, sofern ein geeigneter Fachmann für die Abhaltung der Prüfung zur Verfügung steht. An die Stelle eines der anderen Prüfungsgegenstände tritt die Prüfung im Spanischen ein. Von den Bewerbern sind zwei Uebersetzungen zu fertigen. In der mündlichen Prüfung finden die für die Prüfung in der französischen und englischen Sprache getroffenen Bestimmungen sinngemäße Anwendung. Familiennachrichten. Vermählt: August Zurmühlen— Lotte Zurmühlen geb. Schmedtmann, Halle=Gütersloh. Gestorben: Franz Ordelheide, 51 Jahre. Gütersloh.— Arnold Lewimöller, 81 Jahre. Brockhagen.— Theodor Sievers, 52 Jahre. Bielefeld.— Elfriede Böckenkröger 15½ Jahre. Bielefeld.— Elise Maßmann geb. Eggerling. 57 Jahre, Bielefeld.— Auguste Boer geb. Obbelode, 61 Jahre, Bielefeld.— Meta Bothe geb. Bradtmüller, 64 Jahre, Bückeburg.— Elfriede Harlak, Obernkirchen.— Lina Stockamp geh. Lünstroth, 29 Jahre, Oesterweg. Dus deursche Naltonalgefuhl. Pros. Dr. Röthe(Berlin) spricht vor einer stark besuchten Versammlung des Reichblocks Der bekannte Berliner Gelehrte Universitäts=Prof. Geheimrat Dr. Röthe(Berlin) sollte eigentlich nicht zur Reichspräsidentenwahl sprechen, sein Besuch war schon seit längerer Zeit vorgesehen. Aber was er am Donnerstagabend im vollbesetzten VereinshausSaale über das deutsche Nationalgefühl sagte, sollte gerade in diesen Tagen dem deutschen Volke eine Mahnung aus deutscher Vergangenheit sein. Stadtrat Wittenstein eröffnete die Versammlung im Namen des Reichsblocks für die Präsidentenwahl für Bielefeld=Stadt und =Land. Er wies darauf hin, daß es sich bei der bevorstehenden Wahl nicht darum handele, Abgeordnetensitze zu verteilen, sondern den Präsidenten des deutschen Staates zu wählen. Diese Wahl unterscheide sich auch durch die Einmütigkeit wenigstens auf der rechten Seite. Pros. Dr. Röthe(Berlin) sprach dann zur Einleitung seines eigentlichen Vortrages auch über die bevorstehende Wahl: Das deutsche Volk steht vor einer besonders schweren Entscheidung. Es soll sich nach der jetzt geltenden Verfassung selbst sein Oberhaupt küren. Es ist keine Kleinigkeit, in solcher Zeit ein solches Amt in einer Zeit zu übernehmen, die so wenig aussichtsreich aussieht, die uns Deutschen in Erniedrigung und Schmach zeigt. Der Deutsche hätte heute Anlaß einig zu sein in so furchtbarer Zeit. Deutschland ist unbesiegbar, wenn eseinig ist. Leider Gottes hat die deutsche Geschichte diese Einigkeit selten gezeigt. Rings um unsere Grenzen sitzen Deutsche in fremder Gewalt, überall wertvollste Teile deutschester Bevölkerung. Es sollte für uns selbstverständlich sein, daß dem äußeren Feinde gegenüber alle Unterschiede verschwinden, wo es sich darum handelt, daß wir frei und wehrhaft werden. Wer sich nicht wehrt, genießt auch keine Achtung. Gewiß brauchen wir eine Volksgemeinschaft, freilich nicht in dem Sinne eines Herrn Marx, wir brauchen eine Volksgemeinschaft voller entschlossener, rückhaltlosester nationaler Gesinnung. Wir gedenken in dieser bedeutungsvollen Stunde in Sehnsucht zurück an jene Farben, unter denen Kaiser Wilhelm I. und Bismarck das Deutsche Reich einten, die Farben schwarz=weiß=rot, aus denen uns gerade das Weiß entgegen. leuchtet, als die Farbe der Reinheit. Es kommt jetzt darauf an, daß das Deutsche Reich sich seinen ersten Beamten wählt. Wir hatten Zeiten, wo dem deutschen Volke von Gott der erste Diener des Staates geschenkt wurde. Wir wollen hoffen, daß wir wenigstens einen ersten Beamten erhalten, der für Ehre und Würde des deutschen Volkes rückhaltlos eintritt, der den Mut hat, das Materielle hinter dem Ideellen zurückzustellen, der die Kraft hat, das Nationalgefühl hochzuhalten und zu erheben über all die inneren Gegensätze. Dies ist das Ziel, dem wir zustreben. Wir haben zu einem tapferen bewährten Manne das Vertrauen; er ist ein Mann von bewährter, aus den Nöten bewährter Nationalgesinnung, er ist ein Mann von hoher Bildung und Sachkunde. Das ist heute von der größten Bedeutung. So hoffen wir, daß uns diese Wahl wenigstens einen Schritt aufwärts und vorwärts führt. Bislang ging es wenig aufwärts. Der Seele unseres Volkes fehlte das deutsche Nationalgefühl. Es ist unsere Tragik, daß uns ein Nationalgefühl nicht geschenkt wurde, wie wir es rings um uns bei kleineren und bedeutungsloseren Völkern sehen. Das Nationalgefühl, das Ehrgefühl, wie sehr ist es uns Deutschen abhanden gekommen. Wenn die deutsche Vergangenheit vor uns aufsteht, so wird uns immer schmerzlich zumute im Gedanken an die Wirklichkeit. Statt, daß wir einig sind, ist heute die Selbstzerfleischung bei uns zu Hause mit gegenseitigen Vorwürfen und Erniedrigung bis zur Selbstbezichtigung gegen den Feind. Die Revolution von 1918 verteidigt wohl keiner mehr, sie steht ohne Frage als Landesverrat da. Dadurch unterscheidet sie sich sehr wesentlich von anderen Revolutionen. Es richtet unsere Revolution, daß sie geschah auf Befehl von außen, in Nachahmung von Russen, auf Wunsch eines Wilson hin.,.. 468 Zwei Hindernisse steyen dem deurschen Nationalgefühl entgegen. Es gehört einmal zur Kraft des Deutschen, daß er Individualist ist und daß eben diese individuelle Grafin Wilma. Roman von Otto Elster. (Nachdruck verboten.) (4. Fortsetzung.) „Ueberwunden— ja! Vergessen— nein.“ Abermals hatte der Baron bei dieser Antwort den Blick der Gräfin gesucht. Die aber sah über ihn hinweg, als ob er nicht vorhanden wäre, und richtete bis zum Schluß des Mahles kaum noch das Wort an ihn. Endlich erhob man sich, um auf der Terrasse den Kaffee zu nehmen. „Nun, mein lieber Herbert,“ sagte der Graf, „lassen Sie sich von den Damen den Park zeigen. Sit werden manches verändert finden.... „Ich muß leider auf das Vergnügen verzichten.“ fiel ihm die Gräfin beinahe schroff ins Wort,„denn nach Tisch pflege ich stets eine Weile zu ruhen, wie Du weißt.“ „Dann bliebe wohl nichts übrig, als unsern lieben Gast unserer Tochter anzuvertrauen, denn auch ich möchte.....“ „Selbstverständlich mußt Du zu deinem Nickerchen kommen, mein Väterchen, und wenn Baron Rolter sich mit meiner Gesellschaft begnügen will, zeige ich ihm als Ersatz gern alle die stillen Parkwinkel die ich so liebe.“ Freudig stimmte Herbert zu und folgte dem jungen Mädchen. Nicht lange hielt sich das Paar in dem musterhaft gepflegten Teile des Parkes auf, der dem Schlosse am nächsten lag, sonder strebten den hohen Bäumen zu, die den Beginn des Waldes kennzeichneten, in den die gärtnerischen Anlagen allmählich übergingen. Waldesschweigen umfing sie, in das kein störender Ton der lärmenden Welt da draußen drang. Drittes Kavitel. Gräfin Wilma war an der Brüstung der Terrasse stehen geblieben und sah dem davonschreitenden Paare mit ernstem Auge nach. Die Falte zwischen ihren dunklen Augenbrauen verriet, daß es keine freundlichen Gedanken waren die ihre Seele bewegten. Er, der jetzt so gelassen an der Seite Ruths dahinschritt und freundlich aufmerksam dem Geplauder des jungen Mädchen lauschte, zuweilen selbst eine schershafte Bemerkung ausstreuend— er, hatte einst zu ihren Füßen gekniet, Worte der Liebe, Worte der Leidenschaft flüsternd. Und sie hatte sich in dem stolzen Traume gewiegt, Herrin von Roltershausen zu werden, geliebt von ihm, um dessen Besitz sie alle Frauen bewundern würden. Hatte sie ihn geliebt?— Vielleicht— oder war es nur der Stolz oder Ehrgeiz. in der Welt eine Rolle zu spielen, auf den Höhen des Lebens dahinzuschreiten, der sie in seine Arme getrieben? Sie wußte es jetzt selbst nicht mehr. Ihr stolzes Herz hatte sich von ihm gewandt, als sich seine Eltern der Heirat mit der armen, unbedeutenden Konzertsängerin widersetzten, und er bat sie, zu warten, bis er ein freier Mann sein würde. Sie wußte, er würde sein Wort gehalten haben; aber ihr stolzes, ungeduldiges Herz hatte es nicht vertragen können, demütig zu warten— und mit grausamer, fester Hand zerriß sie das Band, das ihre Herzen verknünfte. Jahre lagen dazwischen. Ihr Stolz, ihr Ehrgeiz hatte Befriedigung gefunden,— sie stand als Gräfin Landsberg auf der Höhe des Reichtums, auf dem Gipfel des Lebens— und doch, wie sie ihn in seiner männlichen Kratt und Schönheit an der Seite Ruths dahinschreiten sah, da wollte sich ein wehmütiges Gefühl in ihrem Herzen regen, eine schmerzliche Sehnsucht nach einem versärmten Glück. „Willst Du dich nicht zurückziehen. Schatz?“ fragte die müde Stimme des Grafen, der ein leichtes Gähnen zu unterdrücken strebte. Sie schrak, wie aus einem Traume erwachend emvor. „Verzeih,“ sagte sie,„ich will Dich nicht länger stören.“ „Bitte, bitte, du störst mich überhaupt nicht.“ entgegnete er liebenswürdig. „Ja doch, Du mußt ein wenig ruhen....“ Sie legte ihm eine leichte Decke über die Kniee, steich sanft über sein graues Haupthaar und schritt in stolzer Haltung davon. Der Graf gähnte leise und lehnte sein Haupt zurück, die Augen schließend. Die Gräfin blickte noch einmal zurück, ein bitteres Lächeln umspielte ihre Livven, zum ersten Male fiel ihr die nahen Greisenhaftigkeit ihres Gatten auf. Herbert und Ruth waren an dem See angelangt, dessen Ufer Schilf und Weidengebüsch umsäumten. Ein zierlicher Kahn schaukelte sich leicht auf dem Wasser. „Können Sie rudern, Baron? fragte Ruth, lächelnd zu ihm aufsehend. „Wie ein Indianer,“ scherzte Herbert. „Wollen wir einmal nach der Insel drüben mit dem hübschen Tempelchen fahren?“ „Gern. Aber wenn Sie nicht rudern können, so will ich es übernehmen.“ Er lachte. „Trauen Sie mir so wenig zu, Komtesse?“ Ich habe dem Mississipvi und auf dem Kongo gerudert— denken Sie nur!“ Dann will ich mich Ihnen anvertrauen...“ Sie sprang lachend in den Kahn, während Herbert die Kette löste, dann auch einstieg und die beiden Ruder ergriff, während Ruth am Steuer Platz nahm. Schnell glitt der leichte Kahn durch das Walsgz „Wenn Sie fortfahren, so stark zu rudern, werden Sie sich bald müde machen.“ sagte „Seien Sie ohne Sorge, Komtesse,“ erwiderte er lachend.„Aber Sie haben recht! sich so anstrengen? Es plaudert sich so behaglich beim langsamen Rudern." 862 Er ließ die Ruder jetzt in leichten Sahlägen durch das Wasser gleiten.. Wie herrlich ist es hier,“ sagte er nach einer Weile.„Eine kleine Welt für sich, um nur glückliche Träume darin zu träumen. Wie ein Märchä, so schön! 46 Er ließ seinen Blick auf Ruth ruhen, die iom in dieser reisvollen Umgebung wie eine Feerschien, so lieblich, so zart, so rein. Er zog die Ruder ein, langsam trieb das Boot dahin; di Schwäne umkreisten es in stummer Majestät; die Sonne blitzte auf dem Wasser, die Weide am Ufer tauchten ihre Zweige in die Welle — es ward ihm ganz weich zu Mut, er fank keine Worte, um das Gefühl, das ihm wie ein Traum durch das Herz zog, auszudrücken. Auch Ruth schwieg, ließ die schlanke Hand durch das Wasser gleiten und sah mit den Argen hingus in die grüne Wildnis, die den See umgab. 1esc zwischen Unwillkürlich zog er einen Vergleich dieser zarten Mädchenblüte und der reiser Weibesschonheit Wilmas..., aber lsehSchöner war vielleicht die Grafin, aber#lel licher, rührend in ihrer Reinheit und Urschulk Rutb, in deren blauen Augen sich die Gü 2 und Frohlichkeit ihres Herzens widerspiegelte, während in der Gräfin dunklen Augen die Glut geheimer Leidenschaft sich mit der Stolzes und des Hochmutes vereinte. Würk Ruth an der Seite dieser Mutter glücklich sein können? 9745 Er seufzte unwillkürlich leicht auf. nuth sal ihn erstaunt an. „Sie denken gewiß an ein trauriges Erlednis,“ sagte sie, Sie sehen so ernst aus.“ Durchbildung zum Ptartikularismus führt, der die große Heimat, das ganze Volk vergessen hat. Die Ausbildung der Gegensätze zwischen Stämmen, Ständen usw. ist sehr wesentlich daran schuld, daß das große Gesamtgefühl nicht zur Geltung kam. Die religiöse Spaltung hat bei uns so tief gegriffen, wie bei keinem anderen Volke. Doch diese Vielgestaltung hat in Deutschland die geistige Freiheit auf rechterhalten, wie es bei keinem anderen Volke der Fall ist. Die schlimmste Seite des deutschen Nationalgefühls ist der internationale Idealismus gewesen. Auch das ist etwas Großes, aber die Kehrseite weist doch große Gefahren auf. Nie sah man, wie es wirklich war. Diese internationale Schwärmerei ist wohl auch der Grund, warum das deutsche Volk vom Sozialismus immer noch nicht geheilt ist. Aber eins muß festgestellt werden, im ganzen war das deutsche Volk für Geld nicht zu kausen, jetzt wissen wir, daß es wesentlich anders geworden ist. Die idealistische Idee stand uns Deutschen immer höher als der materielle Gewinn. Der Deutsche muß den Mut haben, sich ganz auf sich selbst zu verlassen, nur dann ist ihm zu helfen. Der aus Individualismus und Partikularismus entsprungene innere Zwist ist stets das Schiasal der Deutschen gewesen. Der Redner schilderte dann in chronologischer Reihenfolge die Entwickelung des deutschen Nationalgefühls. Das deutsche Volk des Mittelalters hatte kein dauerndes Nationalgefühl, der Humanismus trug das Nationalgefühl in die Kreise der Gebildeten, Friedrich der Große gab den Preußen ein Nationalgefühl, Jena und Leipzig haben das Nationalgefühl über das ganze deutsche Volk ausgebreitet, und Bismarck hat schließlich dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Und dieses deutsche Nationalgefühl, so sagte Prof. Röthe am Schluß seines Vortrages, wird sich nicht ändern; wie es sich in Zukunft gestalten wird, das ist nicht vorherzusagen. Wenn sich ein starkes Nationalgefühl wieder im Volke festgesetzt hat, dann wird auch der Mann kommen, der uns weiterhin aufwärts führt, denn: Nur Eisen kann uns retten, uns erlösen kann nur Blut, von der Bösen schwere Ketten, von des Bösen Uebermut. Das Vaterland soll man lieben, weil es uns alles gab. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß dieses Vaterland wieder frei wird. Deutschland, dein ist die Zukunft, wenn du an den Sieg glaubst! Es war ein stürmischer Beifall, mit dem das vollbesetzte Haus dem Redner dankte, der einen Einblick in das Werden des deutschen Nationalgefühls gewährt hatte. Nur im gemeinsamen Wirken im nationalen Geiste können wir wieder frei werden. Was heute von Freiheit an unser Ohr klingt, ist eine hohle Phrase, die besonders die Deutschen bitter empfanden, die im Westen stets den Anblick fremder Soldaten zu ertragen haben. Die bevorstehende Wahl muß uns zeigen, daß das deutsche Volk bereit ist zur Umkehr und zum Aufstieg auf neue lichte Höhen deutscher Größe und Stärke. Am Sonntag, vormittags ½12 Uhr, spricht im großen Saale des Vereinshauses in einer nationalen Kundgebung zur Präsidentenwahl Generalmajor a. D. Friedrichs über das Thema: Ein Wille— ein Weg. Alle vaterländisch gesinnten Mitbürger sind hierzu eingeladen. Industrie= und Handelskammer zu Bielefeld zu den Lohnbewegungen. Die Industrie= und Handelskammer zu Bielefeld hat in ihrer jüngsten Vollversammlung in eingehender Aussprache zu den schwebenden Fragen der Sozialvolitik Stellung genommen und einstimmig folgender Entschließung zugestimmt: „Die Industrie= und Handelskammer zu Bielefeld beobachtet mit größter Sorge die neue Welle der Lohnbewegungen, die von den Gewerkschaften der Arbeitnehmer wie in anderen Teilen des Deutschen Reiches so auch im Bezirk der Bielefelder Metallindustrie zu Streit und Aussperrung geführt haben. Nicht minder ernst beurteilt die Kammer die Tätigkeit mancher amtlichen Schlichtungsausschüsse, die unter Außerachtlassung der dringensten wirtschaftlichen Belange vielfach dem Drängen der Arbeitarhmerseite in weit üner das tragbare Maß binausgehendem Umfange Rechnung tragen. Die Entwicklung unserer Außenhandelsbilanz redet eine überaus ernste Sprache. Viele deutsche Erzeugnisse sind auf dem Welt markte schon jetzt konkurrenzunfähig. Jede weitere Verteuerung der deutschen Produktion erhöht die Gefahr eines weiteren Rückganges der deutschen Ausfuhr, einer weiteren Ueberflutung Deutschlands mit ausländischen Erzeugnissen und damit schließlich einer neuen Inflation mit allen ihren unübersehbaren Gefahren. Die Arbeitnehmerverbände lassen bei ihrem Vorgehen trotz der Erfahrungen der hinter uns liegenden Inflationszeit auch völlig außer acht, daß nicht die Höhe des Nominallohnes, sondern die Kaufkraft des empfangenen Lohnes ausschlaggebend ist. Es sollte daher mit allen gebotenen Mitteln auf eine Senkung aller Preise hingewirkt werden, statt daß durch immer neue Lohnerhöhungen die Preisschraube weiter hinaufgedrebt wird, wodurch praktisch jede Lohr ethöhung für den Arbeitnehmer ihre Bedeutung als zusätzliche Kaufkraft vollständig verliert.“ Der Landwirtschaftliche Lokalverein hatte zu einer Versammlung in der Wirtschaft Osthus am Donnerstag geladen. Herr Dr. Braun aus Paderborn erhielt nach den Einführungsworten des Vorsitzenden das Wort zu seinem Vortrag über Bodenversäuerung. Er verbreitete sich zunächst in theoretischen Ausführungen über die chemischen Vorgänge, die durch Witterung, Bepflanzung und Düngen sich im„Boden abspielen. Besondere Beachtung musse yier dem starken Auftreten der Boden„üre geschenkt werden, die meist eine Folge der antkaltung des Bodens sei. Die Kalldüngung ist besonders im Kriege erheblich zurückgegangen. so daß bei uns seitdem eine starke Bodenversauerung eingetreten ist. An Hand von Bodenproben nahm der Redner dann einige Versuche vor, die seine Ausführungen bestätigten. Der Boden, der vornehmlich mit Kainit und Kali gedüngt war, reagierte sauer, während der kalkgedüngte Boden eine solche Reaktion nicht ergab. Da nun die meisten Pflanzen, vor allem die Schmetterlingsblütler, auf einem gesäuerten Boden schlecht gedeihen, ergibt sich die Nots. wendigkeit, hier ausgiebig mit Kalk zu düngen. Lediglich Kartoffel und Serradella lieben einen leicht gesäuerten Boden, was für die Anordnung des Fruchtwechsels beachtlich ist. Dilandwirtschaftlichen Versuchsstationen sind bereit, eingesandte Bodenproben auf ihren Säure. gehalt zu prüfen und Anweisung für seine Düngung zu geben. Für die hiesige Gegend dürfte es sich empfehlen, nach der Kaltdüngung zunächst Roggen, dann Hafer und zuletzt Kartoffeln zu bauen. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine lehrreichen Ausführungen Anschlietzend referierte Herr Dr. SchöttmerWiedenbrück über die gegenwärtigen Steuerfragen. Die„Allgemeine Zeitung“ hat bereits ingehend über diese Fragen berichtet, so daß sich ein nochmaliges Eingehen darauf erübrigt. Der Redner unterzog dann die neue Grundsteuerordnung der Stadt Gütersloh einer Kritik und erklärte, daß eine gerechte Steuerverteilung die erste Voraussetzung des obigen Statutes sei. Man trat sodann noch in die Besprechung einzelner Steuerfragen ein. nach deren Erledigung die Versammlung gegen 9 Uhr geschlossen wurde. und dis neue Eieuergesehpebung. Der Verband Bielefelder Großhändler hielt am vergangenen Donnerstag in der„Ressource“ seine 6. ordentliche Generalversammlung ab. Der Geschäftsführer Dr. Meyer gab zunächst den Geschäftsbericht des verflossenen Jahres. Er kennzeichnete den schweren Weg, den die deutsche Wirtschaft seit der Umstellung auf die Goldmark gehen mußte. Unter einem günstigen Stern, ein stabiles Geld zu haben, begann also das neue Geschäftsjahr. Er streifte dann all die schweren Nöte, mit denen der Verband in den letzten Jahren zu kämpfen gehabt hat, um seinen Mitgliedern den erforderlichen wirtschaftlichen Schutz angedeihen zu lassen. Trotz dieser Schwierigkeiten hat der Verband zur Linderung der großen sozialen Not unserer Tage seine Unterstützung nicht versagt. Die Punkte, die die Regularien des Verbandes anbetrafen, wurden in schneller Folge erledigt. Dann nahm Dr. Engel vom Zentralverband der Großhändler in Berlin das Wort, um über das Thema zu sprechen:„Der deutsche Sroßhandel und seine Stellungnahme zu den jüngsten Zeitereignissen unter besonderer Berücksichtigung der neuen Steuergesetze und der Handels= und Zollverhandlungen.“ Der deutsche Großhandel hat die Pflicht, den Güteraustausch, die Verteilung der Waren auf dem Weltmarkt zu regulieren. Um diese seine Pflichten zu erfüllen, muß man ihm die nötige Voraussetzung dafür geben, und die Voraussetzung ist die Kapitalgrundlage, die Beschaffung von Krediten. Durch die Einwirkungen der Inflation und den dadurch eingetretenen Substadz. verlust hat die deutsche Wirtschaft nur noch 10% des Betriebskapitals von ehedem. Für die Kreditbeschafsung gibt es nun zwei Wege: einmal das Ausland und zum andern die deutschen Banken. Die amerikanischen Banken sind grundsätzlich bereit, Kredite für die deutsche Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, aber nur unter der Bedingung, daß die deutschen Banken als Vermittlungsorgane eingeschaltet werden. Die amerikanischen Banken stellen ihre Kredite zu einem Zinsfuß von—6½4% zur Verfügung. Welches sind aber die Forderungen unserer deutschen Banken? Wir wissen, daß die Banken durch die Inflation sehr viel verloren haben, vielleicht sogar den Höchstanteil in der gesamten deutschen Wirtschaft. Dennoch ist es das Vorgehen der Banken, das anscheinend darauf hinausläuft, diese verlorenen Posten wieder einzuholen, in keiner Weise gerechtfertigt. Die deutschen Banken haben die deutsche Wirtschaft zu bedienen. und diese Aufgabe sollten sie niemals vergessen. Eine bedauerliche Folge dieser Erscheinung ist es auch, daß der Großhandel bei der Vermittlung solch teuren Geldes an eine Senkung der Preise nicht denken kann. Der Reichsverband der deutschen Industrie hat den Beschluß gefaßt, an der Goldmarksakturierung festzuhalten, ja er ist in Verhandlungen mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht so weit gegangen, seine Preise nach der Feingoldwährung einzurichten. Der Großhandel steht sich nach diesen Verhandlungen gezwungen, sich auf die dadurch geschaffene Lage umzustellen. trotzdem, das sei immer wieder betont, eine Gefährdung der deutschen Währung von der Goldseite nicht in Frage kommen kann. Der deutschen Währung drohen jedoch andere, sehr schwere Gefahren. 1. In verschiedenen Distrikten des Reiches machen sich sehr starke Strömungen zu Lohnerhöhungen bemerkbar; 2. die mangelnde Kapitalgrundlage der Wirtschaft(durch das zu teure Geld); 3. der unmäßige Steuerdruck. All diese Gefahren lassen eine nicht unwesentliche Preiserhöhung in absehbarer Zeit befürchten. Der Redner befaßt sich dann eingehend mit der neuen Steuerreform, die sich aus 7 Steuergesetzentwürfen zusammensetzt. Das Finanzausgleichsgesetz als eins dieser Entwürfe dürfte wohl in erster Linie unser Interesse beanspruchen. Der Steuerdruck, unter dem die Wirtschaft so ungeheuer leidet, ist besonders durch das durch nichts gehemmte Recht der Gemeinden, Zuschläge auf die festgesetzten Steuern zu erheben, entstanden. Der neue Entwurf gesteht den Kommunen dies unbedingte Zuschlagsrecht wieder in voller Höhe zu. Gegen dieses Recht ist von den Spitzenverbänden der Wirtschaft, die das regste Interesse an der Aufrechterhaltung der deutschen Wirtchaft haben, Sturm gelaufen, um zu erreichen, aß die Reichsregierung auf den energischen Einspruch der beteiligten Länder und Kommunen, zurückwich. Auf die Begründung der Kommunen, sie hätten kulturpolitische Aufgaben zu erfüllen, kann man nur die eine Antwort haben: Erst kommt unsere bedrohte Wirtschaft. Das Ueberleitungsgesetz bleibt bei den alten Vorauszahlungen, sieht aber ein Rückzahlungsrecht vor, von dem man sich allerdings nicht allzuviel versprechen darf. Die Vorauszahlungen müssen im neuen Dntwurf endgültig beseitigt werden und an die Stelle eine endgültige Einschätzung treten. Das englische System, das eine bestimmte Staffel und alle zwei Jahre zu dieser Staffel die für die Steuervorlage nötige Ziffer vorsieht, wäre ein geeigneter Weg zur Beweglichmachung unserer Steuergesetzgebung. Die unheilvolle Relation zwischen Umsatzund Einkommensteuer muß verschwinden; denn der Umsatz bietet durchaus keine Handhabe zur Einschätzung des Einkommens. Eine Neuregelung der Umsatzsteuer muß erfolgen und eine Steuerwirtschoft auf Ueberschuß muß verschwinden. Im Monat Februar war ein Ueberschuß von 155 Millionen trotz der Herabsetzung des Steuerfaktors von 2 auf 1½ Prozent zu verzeichnen. Der Staat nimmt durch die Beibehaltung der hohen Sätze die Verantwortung für die immer stärker in Erscheinung tretenden Konzentrationstendenzen auf sich und bildet das größte Hemmnis für den Export. Die Reichsregierung muß zu der Ueberzeugung gebracht werden, daß die Wirtschaft einen höheren Satz als—1 per Mille nicht tragen kann, um so mehr, als allc deutschen Waren, schon ebe sie auf den Weltmarkt kommen, eine 8prozentige Vorbelastung haben. Das Kernstück des unmäßigen Steuerdrucks ist jedoch die unbeschränkte Zuschlagsmöglichkeit der Kommunen zu den durch den Staat festgesetzten Sätzen. Der deutsche Handel muß sich gegen die Meistbegünstigungsverträge aussprechen. Bei den mit den anderen Staaten abgeschlossenen Verträgen ist selbstverständlich auch der deutsche Großhandel vertreten. Man soll sich jedoch nicht allzu große Hoffnungen von diesen Handelsverträgen machen, da den Delegierten das nötigste Handwerkszeug, um mit den fremden Vertretern endgültig abzuschließen, fehlt. Hinzu kommt, daß besonders in Frankreich, Italien und England eine nur schwer niederzuringende Hochschutzpolitik getrieben wird, um die während des Krieges erstandenen Industrien zu schützen. Die Politik der nationalen Abkapselung wird uns jedoch dahin bringen, daß die euroväische Wirtschaft eines guten Tages vor dem Zusammenbruch steht. Der Handel kann in seinen Funktionen nur auf internationale Bindungen bestehen. Der Großhandel muß deshalb die Forderung stellen: Wohl mäßiger Schutz der heimischen Industrie, aber fort mit der Hochschutzvolitik! Der Redner streifte dann den Stand und die Aussichten für die Vertragsabschließungen mit England, Spanien und Rußland und wandte sich dann scharf gegen die Erdrosselungsmethode der Reichseisenbahn, die die Wirtschaft lahmlegt (Waren von Hamburg nach München zu senden, sind auf dem Seewege über Triest billiger zu befördern, als auf dem direkten Weg mit der Bahn). Das ernsteste Problem für die Wirtschaft, die durch das Londoner Abkommen eine Atempause bis 1928 bekommen hat, ist die Erfüllung dieses Abkommens. Bis dorthin muß die Wirtschaft wieder eigenes Geld haben, und sie kann es nur durch Sparen bekommen. Zu diesem nötigen Sparen ist erforderlich, daß die Wirtschaft nicht durch die hohen Steuern erdrosselt wird und die Reichsregierung auf die Forderungen der Wirtschaft eingeht. Die Versammlung nahm dann einstimmig folgende Entschließung an: Großhandel und Finanzausgleichsgesetz. Der Verband Bielefelder Großhändler (Ortsgruppc Bielefeld des Zentralverbandes des Deutschen Großhandels) hat mit großen Bedauern von dem Inhalt des von der Reichsregierung vorgelegten Entwurfs eines Gesetzes zur Regelung des Finanzausgleichs Kenntnis genommen. Sie sieht in dem Kernstück des Entwurfs: Der Gewährung eines unbeschränkten Zuschlagsrechts an Land und Gemeinden eine überaus ernste Gefahr für das Gelingen einer die Bedürfnisse der dutschen Wirtschaft berücksichtigende Steuerreform. Die unumglich notwendige organische einheit bei der Verteilung der Steuerlast wird durch die weitgehenden Freiheiten der Länder und der Gemeinden vernichtet. Es ist unverständlich, wie der Entwurf ohne ein Wort der Kritik einen 40—50% über den Friedensbedarf hinausgehenden Bedarf der Gemeinden für die Regelung zugrunde legt und damit nicht im geringsten den verzweifelten Steuerdruck der deutschen Wirtschaft Rechnung tragen konnte. Ferner stehr die Gewährung eines unbeschränkten Zuschlagsrechts im Widerspruch uit der Begründung zum Einkommensteuergesetz wonach das Maximum der Einkommensbesteuerung nicht über den vorgeschlagenen Tarif, d. h. 33½ Prozent, des Gesamteinkommens hinausgehen sollte. Die Ortsgruppe Bielefeld des Zentralven bandes des Deutschen Großhandels verlangk vom Zentralverband wie von den Bielefeld vertretenden Abgeordneten im preußischen Landtag und im Reichstag mit größter Entschiedenheit für eine Beseitigung dieses unbeschränkten Zuschlagsrechts einzutreten. Handelskammer=Syndikus Dr. Wilms strach sodann über die Neugestaltung der Gewerbesteuer für das Jahr 1925. Der städtische Haushaltsvlan sieht einen Gewerbesteuergesamtbetrag von 1,3 Millionen vor. Hinzu kommen noch: Für Schulgeld 216 000 M. und für Wegebauabgabe 350000., zusammen also einen Posten von 1,8 Millionen. Die Höbe der Gewerbesteuer betrug vor dem Kriege 427000 M. + 26000 M. Schulgelder= 450000 M. Gesamtbetrag. Danach ist das Gewerbe also viermal so stark belastet wie in Vorkriegszeiten. Gegen eine solche Politik, die außerdem noch mit Ueberschüssen arbeitet, müssen wir schärfste Verwahrung einlegen. Abschließend sprach der Sachverständige für Versicherungswesen, Herr Weiland, über das Thema„Fachmännische Nachprüfung von Versicherungsverträgen". F. T. Veranstaltungen. Nationale Kundgebung zur Reichspräsidentenwahl. Am Sonntag, dem 22. März mittags ½12 Uhr, pünktlich, findet im Hotel Vereinshaus eine vaterländische Kundgebung des Reichsblocks statt, bei der Generalmaiur Dr. Friederichs über das Motto des Reichsbloks:„Ein Weg— ein Wille“ sprechen wird. Musikalische Darbietungen werden die kurze Feier einrahmen. Die nationalen Verbände, vor allem Stahlhelm und Jungdeutscher Orden, nehmen in Abordnungen an der Veranstaltung teil. Alle vaterländischen Kreise unserer Stadt sind eingeladen. Städt. Orchester. Morgen nachm. 3½ Uhr konzertiert das Städ: Orchester auf dem„Johannisberg" und auf der „Berglust". Für das Konzert auf dem Johannisberg hat Kapellmeister Jul. Dworzak ein vorzügliches Programm zusammengestellt. Das Konzert auf der„Berglust“ leitet Kapellmeister Liebisch. Auch hier kommt ein populäres Programm zum Vortrag. „Der fliegende Holländer“ wird heute im Stadttheater(Ab. A) wiederholt. Als Heldenbariton auf Engagement stellt sich in dieser Aufführung Herr Kempf aus Kaiserslautern und Frl. Susanne Stolz aus Oberhausen (Hochdramatische) vor. Am Sonntag wird die Operette„Die Geliebte Sr. Hoheit" zum billigen Wochentagspreise III(80 Pfg.— 5.) wiederholt. Die Mailänder Opernstagione, welche bekanntlich am., 5. und 6. April auch im Bielefelder Stadttheater gastiert, erntete auf ihrer Deutschlandreise weitere hervorragende Erfolge. Karten=Bestellungen werden schon heute an der Theaterkasse entgegengenommen. Konzerte der Cecilienschule. Heute, Sonnabend, den 21. März, und am Mittwoch, den 25. März, abends 8 Uhr, veranstaltet der Lyzealchor der Cecilienschule in der Aula daselbst zwei Konzerte. Als Solist ist Herr Otto Wetzel gewonnen worden. Zum Vortrag kommen klassische und moderne Klavierkomvositionen, ernste und heitere Frauenchöre mit Klavierbegleitung und neue Kinderlieder von Ehrhart Mühlberg. Karten sind an der Abendkasse zu haben. Siehe gestriges Inserat! Rundfunk Münster. Sonnabend, den 21. März. —5 Uhr nachm. Unterhaltungsstunde unter Mitwirkung von Rio Kube vom Theater der Stadt Münster. 8 Uhr abends Vortrag: Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.(Obertelegraphen= sekretär Laudjeck). .30 Uhr abends Tanzmusik unter Mitwirkung von Anton Imkamp=Münster. unsere Zeitung für den Monat April sofort neu zu bestellen. Die Briefträger sammeln die Bestellungen bereits. Nach dem 24. erhebt die Post einen Zuschlag! 91 Gacher und Wissenl uibeit Neue Tacher. Romane. Haus Waldners Glücksjahr. Von Wilhelm Platz. Feuer=Verlag zu Leipzig. 5. Auflage. Der Verfasser hat das berits in 5. Auflage erscheinende Buch den deutschen Frauen gewidmet. Es enthält zwei große Probleme, deren Lösung er den deutschen Frauen im Gewande eines Romaus zeigen will. Zunächst das größte des menschlichen Lebens überhaupt: Die reine Liebe zweier Menschenkinder zueinander, die durch keine Anfechtungen irgendwelcher Art gefährdet werden kann. und in diese Geschichte hinein ist in außerordentlich feinfühliger Weise das zweite Problem verknüpft, ein Erziehungsproblem: Wie eine deutsche Mutter ihren heranwachsenden Kindern die Augen öffnen soll über das menschliche Werden und Reifen. Da auch der Rahmen um diese beiden Kernpunkte in glücklicher Weise aufgebaut ist, darf man diesem Werk einen besonderen Platz in der Literatur zuweisen. G. Aus dem Leben. Technik des Lebens. Von Hermann Morel. Verlag Buch und Graphik, Jena. 1925. Die Welt von heute zersplittert sich in Nebensächlichkeiten, verschwendet ihre Kraft an Dinge, die es nicht wert sind oder die verblüffend leicht gelöst werden könnten, wenn man an sie mit klarem Blick herangeht. Dieser klare Blick fehlt aber überall— sei es bei der Auseinandersetzung der Völker unter sich, oder sei es bei dem Ringen des Einzelnen um das bloße Dasein. Wohl werden Vorschläge über Vorschläge gemacht, wohl wird gegrubelt, werden Versprechungen gemacht und dicke Bänge geschrieben, wie dem Uebel abzuhelfen ist. Aber— besser wird es dadurch nicht, weil man die Grenze des Möglichen und des NaAürlichen nicht erkennt. Hermann Moel sagt deshalb gleich zu Beginn seines Werkes:„Ratschläge zur Verbesserung der Lebensumstände eines Menschen sollten immer so gegeben werden, daß sie auch ausführbar sind. Morel hat das Grundübel der Zeit erkannt und gibt deshalb wirklich etwas: Keinen dickleibigen Band, vollgestopft mit philosophischen Abhandlungen über dieses Leben, legt er vor uns hin— nein, ein handliches Büchlein, in dem er überraschend klar die Ergebnisse seiner Lebenserfahrung niederlegt. Es ist mehr als nur ein Buch der Selbsterkenntnis, es ist ein Buch der Erkenntnis dessen, was uns allen fehlt. Jedem bringt es etwas, selbst dem, der glaubt, im Zeittrubel keine Minute für solche Dinge übrig zu haben. Das ist gerade das Hervorragende an dem Buch: Die Klarheit, mit der er die Fehler unseres Lebens ausgesprochen, und mit der wirklich ausführbare Vorschläge zur Abhilfe gegeben werden.— Mag manches sehr hart erscheinen, was Morel über die Zeitübel schreibt— so sein Abschnitt vom Mitleid—, seine Begründungen haben unbedingt einen ernsten Kern, gerade weil sie in Möglichkeiten wurzeln.— Abschließend ist sagen: Der Verfasser gibt hier kein neues „System des Lebens“.— Systeme aller Art haben wir schon genug—, er weist nur Wege, denen man folgen kann, und die ein tieferes Nachdenken wohl wert sind. G. H. Der Völker Vergehen und Werden. Von Professor Dr. Andreas Thomsen. Grundlagen einer allgemeinen Völkerpolitik.— 88 S. 1925. R. Voigtländers Verlag Leipzig. Geheftet 1,75 d. In elf kurzgefaßten, von reichem Wissen beseelten und von hoher Ethik getragenen Kapiteln veranschaulicht der Verfasser die Tragik des Untergangs der alten Kulturvölker und beweist, daß die heutigen, von denen schon kein einziges mehr reinrassig ist, mit Riesenschritten demselben Schicksal entgegengehen im Banne der großen Völkermörder: Geburtenrückgang und Völkervermischung, denen auch die Alter zum Opfer gefallen sind. Die außerordentlich fesselnde Schrift ist ein Mahnwort für alle, die in der Kultur der Völker ein ewig waltendes Gesetz erkennen, denen Heimat, Ethik, Kunst, Wissenschaft nicht nur leere Begriffe sind. Thomsen macht eine Reihe von Vorschlägen zur Bildung von„Völkerkeimen", in denen die Kräfte, die unsere heutigen Kulturen geschaffen haben, erhalten bleiben und aus denen Edelrassen hiologisch gezüchtet werden können. Manche dieser Vorschläge mögen utopisch anmuten; dennoch sind sie wertvoll und ragen zum Nachdenken an, zumal ähnliche Maßnahmen bereits in der Geschichte verschiedener Völker zu finden sind. „Erdteile und Kulturen". Von Richard Uhden. 66 Seiten mit einer Karte.(Band 4 der Bios=Bücherei.) Geh. 1,80 M, gebd. 1,60 K. R. Voigtländers Verlag, Leipzig. 1924. Die schon 1912 von dem Geographen Ewald Banse geforderte Einteilung der Erdoberfläche in natürliche Erdteile wird in diesem Büchlein von Richard Uhden auf knappstem Raume durchgeführt. Es wird gezeigt, wie die bisherige Aufteilung des menschlichen Lebensraumes in fünf Erdteile einer ganz äußerlichen Scheidung entspringt, die nur von der Form und nicht vom Inhalt ausgeht. Die neue Betrachtung gelangt im Gegensatz dazu zu 18 natürlichen und wahren Erdteilen: Europa, Orient, Neger=Afrika, dien, Unterasien, die Russische Welt, Ostasien, Australien. Oceanien, das Romanische Amerika, das Germanische Amerika, Arktis und Antarktis. Jedem dieser Erdteile ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Wir erkennen, daß es sich um geschlossene Räume von bestimmtem Charakter handelt, deren gegenseitige Sonderung sich aus der kulturellen Eigenart eines jeden ergibt.— Das lebendig geschriebene Buch kann jedem Gebildeten, besonders aber allen Freunden und Lehrern der Geographie, Naturwissenschaftlern und Schülern höherer Lehranstalten empfohlen werden. Zur Erbauung. „Der Kampf mit den Geistern", von Artur Brausewetter, mit künstlerischer Ausschmückung von K. Opitz. Max Koch Verlag Leipzig— 1924—. Es ist unnötig, einen Brausewvetter=Roman zu empfehlen, und doch sei einiges über das vorliegende Werk gesagt. Wie alle BrausewetterRomane, so ist auch der vorliegende ein hohes Lied der Liebe, des Gottvertrauens und der Gottesfurcht. Aber ganz besonders fein sind die Hauptpersonen des Romans, besonders der Arzt Dr. Torwald und die Tochter Anneliese des Kommerzienrats Vollprecht, gezeichnet. Mit Liebe und Treue übte der Landarzt seinen Beruf aus und verfolgte den geraden Weg der Arbeit und Pflichterfüllung. Bis daß die Liebe in sein Leben trat. Durch seine Frau ließ sich der Arzt bestimmen, seine ihm so liebgewordene Landpraxis aufzugeben und in die Stadt zu gehen. Er wurde zwar ein angesehener Arzt, wurde geehrt und geachtet, bis daß die Vergangenheit in sein Leben trat. Sein Vater hatte durch seine Menschenliebe eine längere Freiheitsstrafe verbüßt. Den Sohn ließ man es entgelten und machte ihn in der Stadt unmöglich. Nach heftigen Seelenkämpfen, die ihn läuterten, fand er sich wieder, der sich vom Ehrgeiz hatte bezwingen lassen. Und auch sein Kind, das sich vom Vater gewandt hatte, findet den Weg zurück.— Es ist ein herrliches Buch und als Konfirmationsgeschenk zu empfehlen. Die Biotechnik des Fliegens. Von Gustav Lilienthal. 104., mit 84 Abbild. 1925. R. Voigtländers Verlag Leipzig. Genzlinen 4,50 M. In diesm prächtig ausgestattten Buch hat der Verfasser der Bruder und Mitarbeiter Otto Lilienthals es verstanden, in gedrängter und übersichtlicher Weise die organische Entwicklung der Flugfähigkeit der Tiere aller Art von den ersten Anfängen der Gleitflüge bs zur vollkommensten Flugart, dem Segelflug, in allgemein verständlicher Weise darzustellen. Es ist der Flug des Urvogels, Archäopterys und der Flugsaurier behandelt. Auch der Insektenflug ist auf Grund der neuesten Forschungen behandelt. Bei allen Flugarten in der Tierwelt ist der Zusammenhang mit den aerodynamischen Kräftewirkungen und die immer feinere Ausnützung derselben berührt. Zum Schluß werden die bisherigen Leistungen der Flugtechnik zum Vergleich herangezogen. Hieraus ergibt sich allerdings, daß wir noch weit von der Vollkommenheit des Vogelfluges entfernt sind vielmehr erst die Flugart der Käfer und fliegenden Fische erreicht haben. Aus der biotechnischen Betrachtung Lilienthals geht hervor, daß es ein vergebliches Bemühen ist, vom Gleitflug unmittelbar zum Segelflug gelangen zu wollen.„Die Biotechnik des Fliegens", ein Buch in gediegener Ausstattung, ist für Konstrukteure und Laien eine äußerst anregende Lektüre. Die Krankheiten der Forlenle und ihre prognostische Bedeutung für die Praxis. Von Professor Dr. Mar Wolff und Dr. Anton Krauße, Eberswalde. HegerVerlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1. Die Forleule hat durch ihre Verheerungen dafür gesorgt, daß ihr Name heute in aller Munde ist. Nicht nur der Forstmann und Landwirt, jeder an der Volkswirtschaft unseres Vaterlandes interessierte Deutsche ist auf die Forlenldurch ihre schweren Schäden die sie aus weiten waldbestandenen Flächen unseres Vaterlandes landes verursacht hat, nachdrücklichst aufmerksam gemacht worden. Es ist ein besonderes Verdienst des vorliegenden Werkes, daß die Krankheiten des Falters erschöpfend behandelt, die von der Natur geschaffenen Feinde der Forleule uns, so weit bekannt, vor Augen geführt werden. Auch über die Bekämpfung der Forleule äußern sich die Verfasser, endlich über die viel umstrittene Frage der Wiederbegrünung befallener Stämme. Eine Frage, die ja die Zukunft wohl klären wird, * Zeitschriften. Ohne Chauffeur. Praktische Zeitschrift für Selbstfahrer Berufsfahrer und Kraftverkehr. Verlag Bock& Co., G. m. b. Berlin W. 9. Unter den im Laufe des vergangenen Jahres erschienenen neuen automobilistischen Zeitschriften fällt die Zeitschrift„Ohne Chauffeur“ ganz besonders auf. Alle Belange des Kraftverkehrs sind eingehend berücksichtigt worden. Der selbstfahrende Automobilist wie der berufsmäßige Kraftwagenlenker, der Betriebsleiter wie die Verkehrsbehörden, der Bastler wie der Leichtkraftfahrer, ihnen allen bietet die Zeitschrift in klaren Aufsätzen an Hand ausgezichneten Abbildungsmaterials ungewöhnlich reiche Anregung. Die äußere Ausstattung der Zeitschrift befriedigt in jeder Richtung. Aeußeres Gewand und Inhalt bilden so eine harmonische Einheit. So kann die Zeitschrift„Ohne Chauffeur“ mit gutem Gewissen all denen empfohlen werden, die irgendwie mit dem Kraftverkehr zu tun haben und denen daran gelegen ist, in objektiver unbeeinflußter Weise über alles, was sie betrifft, unterrichtet zu werden. „Deutsche Motor=Zeitschrift", 2. Jahrgang, Hft 5/6.— Verlag von Hellmut Droscha, Dresden=A. 19— Preis jährlich 9,60 Ml. Probeheft auf Wunsch. Die uns vorliegende neueste Ausgabe der „Deutschen Motor=Zeitschrift" zeigt eine nochmalige Erweiterung sowie sehr große Vielseitigkeit des Inhalts.— Im Leitaufsatz berichtet B Katz über die Gedankengänge, die zur Konstruktion der weltberühmten BMW.=Motorräder Type„R 82“ und„R 37) der Bayerischen Motoren=Werke geführt haben.— Das Gebiet der Zugmaschine im Transportwesen und in der Landwirtschaft wird in einer Arbeit„Zugvorrichtungen an Rad= und Kettenschleppern“ behandelt, in der speziell neuere Zug= und Anhängevorrichtungen für den WD=Radschlepper und die WD=Kttenschlepper beschrieben werden. — Der flugtechnische Teil enthält eine ausführliche Beschreibung des neuen achtsitzigen Verkehrsflugzeugs Dornier—„Komet III“ und einen lurzen Bericht über den Junkers=Flugmotor „L 1a“.— Die der„Deutschen Motorzeitschrift" beigegebenen„Typentafeln" zeigen in dieser Nummer das neue=Rad, den=Wagen, den 6/24=.=.=Faun=Wagen, fünf Typen der FaunLastkraftwagen und Faun=Omnibusse, die LanzZugmaschinen„Bulldogg" und„Velddank", den 45/60=.=.=BMW.=Fahrzeugmotor, den ähnlichen BMW.=Bootsmotor, die Udet=Sport=, Schul= und Verkehrsflugzeuge, sowie DornerMetallflugboote—. An Reichhaltigkeit dürfte eine solche Zeitschrift kaum noch zu überbieten sein. * Bruno Meyer. Die Treue. So alt wie die Welt, Wie das Sternenzelt, Bist du: Heilige Treue.“ Und hätt' ich es auch nie gewußt. So glaubt ich doch in Schmerz und Lust: Dich habe ohne Neue, Einmal in stillen Stunden Ein deutsches Herz erfunden! Wilmar Bahn. Immer noch Tarzan. In der literarischen Beilage vom 25. Januar 1925 brachten wir schon einen längeren Artikel „Die Wahrbeit über Tarsan“. Wir hätten erwarten können daß nach den aufklärenden Tatsachen die Tarzan=Bücher aus der Auslage der Buchhändler verschwunden wären. Aber immer noch sieht man in auffälliger Plazierung diese Schundliteratur ausgelegt. Das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel Nr. 52 vom 3. März 1925 fühlt sich berufen, seine Bezieher darauf hinzuweisen, daß der(in keiner deutschen Ausgabe erschienene) siebente Band der Tarzan=Geschichten,„Tarzan the untamed“ eine einzige unslätige Beschimpfung der deutschen Nation ist. Das Blatt sagt weiter: Die Niederträchtigkeit, mit welcher hier die unsinnigsten Verleumdungen vorgebracht werden, ist haarsträubend. Burroughs, der TarzanAutor, entpuppt sich als einer der übelsten Deutschenheter, und dabei wird es selbst in dieser Kategorie von „Literatur“ wenige Bücher geben, die auf soich niedriger Stufe stehen wie„Tarzan tbe unlament Wer sich einige„Kostproben“ dieses Tarzan= Bandes sucht, dem mutz, wenn er noch ein wenig Deutschtum in sich fühlt, der Ekel kommen. So heißt es an einer Stelle: „Der Affenmensch trieb ihn(einen deutschen Major) vorwärts, wie er ein Schwein getrieben haben würde, nur mit dem Unterschied, daß er für ein Schwein mehr Achtung und demnach auch mehr Rücksicht gehabt hätte.“ Oder: „Tarzan will dem deutschen Hauptmann den Bauch ausschlitzen. Beria Kircher ruft: „Sie können das nicht tun— Sie können nicht eine solche Bestie sein wie der dal“ Tarzan wandte sich um und blickte sie an.— Sie daben recht— ich kann as nicht—19 un je kein Deutscher!“ Und er senkte die Soite des Messers ties in das üble Her: des Hauptmanns Grit Schneider und machte so dem letzten Schrei des leuchenden Hunnen ein Ende.“ Wir glauben, daß es da keines besonderen Anstobes bedürfe, um diese„Schmöker übelster Sorte" in Deutschland unmöglich zu machen. Falls aber einige Buchhändler unbedingten Wert auf die Auslage der Tarzan=Bände legen, dann sollte man sich doch daran erinnern, daß es auch andere Buchhandlungen gibt. Dr.-e. Beethoven am Telephon. In Altona leitete Max Reger einmal ein Konzert, bei dem ein bekannter Geiger ein Konzertstück von Beethoven spielte. Einer Stelle fügte der Künstler eine lange Kadenz an, worüber ein Kritiker so erbost war, daß er in seiner Kritik scharf rügte, wie Reger es habe dulden können, daß in einem Werk von Beethoven eine so lange, unbedeutende und vermutlich vom Geiger selbst hineinkomponierte Kadenz gespielt werde. Als Reger das gelesen hatte, ging er ans Telephon und rief den Kritiker an:„Hier Ludwig van Beethoven.— Ich wollte Ihnen nur mitteilen, daß die gestern im Konzert gevielte Radens von mir iR!“ Dämmerstunden. Sie sind die schönsten vom ganzen Tag. Die Sorge mit dem treibenden Atem ist vorbei. Mit Flügelschlägen eines müden Vogels nähert sich die Nacht. Die Hände, die sich den ganzen Tag geregt, sinnen nun zufrieden von dem Vollbrach. ten und warten geduldig auf die Last des kommenden Tages. Das Herz vocht gleichmäßzia, leiser, was der Abend bringt, ist ia Erbolung. Dann kommen die Kinder wie bungrige Bögel ins Rest zurückgeslogen. Ein Beid, einFreude bringt jedes mit, um es abzuschüttein. Und die Mutter sitzt schon wartend mit dem Strickzeug, an dem die Radeln leise klingen. Für jedes hat sie ein lieber Wort, einen kleinen Scherz dereit, so daß es flink sein Herzchen in die Hand nimmt, um es zu öffnen. Und alle Unarten werden gebeichtet— und alle Unarten werden verzieben. Wie unendlich ist doch die Güte, die Geduld einer Mutter. Wie wunderbar versteht sie zu trösten, wie wunderbar kann sie verzeihen. Es ist wie ein leises Locken der Hoffnung und des Mutes, damit das niedergedrückte Gemüt nicht von der Schwäche gebeugt wird.—— Nach und nach verstummen die Scherze, und das Lachen flüchtet in bunte Erinnerungen. Die Gedanken der Liebe spannen dann ihre Fäden, und das Glück knüpft sie.— Dämmer= stunden!——— Dr.—4. Seefahrten im Kann. Ein paar junge Deutsche haben es unternommen im Falkboot die ganze Welt zu umfahren. Der Versuch, das Meer mit solchen Nußschalen zu bereisen, ist kühn und wagemutig, aber ängstliche Gemüter seien daran erinnert, daß es Naturvölker gibt, bei denen Kanufahrten über das Meer zum täglichen Leben gehören. Major Detzner erzählt in der neuesten Nummer der„Gartenlaube“ in einem schön illustrierten Artikel „Farbige Wikinger" von den Kanus der SüdseeInsulaner: Welches Wagnis wollte es uns scheinen, mit solchen, an ihren langen, das Fahrzeug stabilisierenden Auslegern offenbar leicht verwundbaren Segelkanus dem hohen Seegang des stillen Ozeans zu trotzen! Was halfen den kühnen Melanesiern ihre bewunderungswert einfachen, auf der Kenninis einiger markanter Sternbilder aufgebauten nautischen Hilfsmitteln, ihre reichlichen Lebensmittelvorräte, wenn die durch strenge Winde zudgetö#lte Monsundilung die durch Hartbolzboigen und Faserschnütre mit den langen Hebelstangen verbundenen Ausleger löste oder schwers Brecher die Schwimmer zerdrachen Dann trieb des dank seiner großen Holzmasse vor dem Untersinken bewahrte Kann als Alfloset Werk in der sturmgepeitschten Soe, um irgendwe von der Strömung als ein Bündel Holz und Land gespült zu werden, lange nachdem der letzte der Bemannung dem Durst zum Opfer gefallen war. Einige Jahre später jedoch, als mich ein gleiches Hochseekann in einer nahezu 200 Meilen langen Reise dem erstrebten Ziele zutragen sollte, verlachte ich die vorgefaßte Meinung, und die Erfahrung lehrte mich, daß diese Südsee=Wikingereinbäume nicht nur schweren Stürmen standhalten konnten, sondern auch, daß es sich auf der einige Bewährungsfreiheit gewährenden Plattform bequemer reisen ließ als im seerprobten europäischen Segelboot. Wenn die schaumgekrönte Wogenphalanx heranstürmte, wenn die Maste, ächzend und gebogen vom Druck der sturmgeschwellten Segel, den Rumpf des Fahrzeuges zu zerreißen drohten, wußte man nicht, was man höher bewundern sollte, die Seefestigkeit des Kanus oder die Seetüchtigkeit der Besatzung, die rastlos, aber zuversichtlich die richtigen Manöver ausführte, die oft auf den in die Wellen klatschenden Auslegerstangen in die tosende See hinausrutschen mußte, um die Bindungen des Schwimmers nachzuprüfen und nachzuhelfen, wo der Anprall der Wogen eine Lockerung hervorgerufen Aus dem Landkreise. Schildesche. Die deutschnationale Ortsgruppe hielt am Mittwoch abend dei Lücking eine gutbesuchte Versammlung ab. Nach einer Einleitung durch den Vorsitzenden wurden die Vorbereitungen zur Wahl des Reichspräsidenten besprochen. Am Dienstag, dem 24. d. Mts., findet abends bei Lücking ein Deutscher Abend statt unter Mitwirkung aller vaterländischen Verbände und Parteien. Dr. König aus Herford wird zur Präsidentenwahl sprechen. Vorträge von Gedichten und Musikstücken, sowie eine Aufführung bildeten den Rahmen. Zum Schluß fand noch eine lebhafte Aussprache über mancherlei Fragen der Gemeindepolitik statt. Brackwede. Konfirmation. Am letzten Sonntag sind die Konfirmanden im Südbezirk geprüft worden. Die Konfirmation derselben findet am Sonntag während des Hauptgottesdienstes zum letzten Male durch Pastor Östermann statt, der bekanntlich zum 1. April d. I: in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Konfirmiert werden am Sonntag 84 Kinder, und zwar 40 Knaben und 44 Mädchen. Am Nachmittag ist die Prüfung der Konfirmanden aus dem Südbezirk, und am folgenden Sonntag die Konfirmation derselben. Dann werden durch Pastor Münter 90 Kinder konfirmiert, und zwar 51 Knaben und 39 Mädchen. Die Konfirmation im Westbezirk findet durch Pastor Grautoff in der Kavelle zu Quelle und die in der Senne durch den Hilfsgeistlichen Neumüller in der Kavelle zu Senne I statt. Heeven=Lübrassen. Badeanstalt. Die im Vorjahre eingerichtete Badeanstalt ist in der letzten Zeit von dem Besitzer, Herrn Kivv, weiter ausgebaut. Der Badeteich hat eine Tiese von ca. 2 Meter erhalten. Der Grund des Badeteichs ist vollständig mit Sand überfahren worden. Weiter will der Besitzer ca. 65 bis 70 Einzelauskleidezellen schaffen. Für Massenauskleidung bietet ein anderer großer Raum für ca. 200 Personen Platz. Außerdem wird eine große Halle von 16 Meter Länge und 8 Meter Breite, die als Schutzhalle bei Witterungsunbilden usw. Verwendung finden kann, errichtet. Im Interesse der Volksgesundheit und zur besseren Entwicklung des Schwimmports ist der Ausbau der Badeanstalt— die übrigens auch noch einen Springturm erhält— nur zu begrüßen. Die Badeanstalt, die im vorigen Sommer, namentlich in den heißen Tagen und an den Sonntagen, sehr in Anspruch genommen wurde, wird durch diese Verbesserungen noch mehr an Zugkraft ausüben. Da eine Haltestelle der Kraftvostlinie Bielefeld—Heeven—Leopoldshöhe unmittelbar bei der Badeanstalt eingerichtet ist, ist auch den Bielefelder Schwimmern und Schwimminteressenten Gelegenheit gegeben, die Badeanstalt auf dem schnellsten Wege zu erreichen. — Ziegelei. In unmittelbarer Nähe der Villa des Generaldirektors Beuteler wird demnächst eine Ziegelei erstehen. Unternehmer des Werks ist eine.=., der auch Heever angehören. Hillegossen. Feuerwehr. Am kommenden Sonntag feiert die Betriebsfeuerwehr der Coholyt=.., Abt. Papierfabrik Halbrock zu Hillegossen, ihr zweites Stiftungsfest in den Lokalitaten des Gastwirts Siekmann in Hillegossen. Die Wehr empfängt die auswärtigen Feuerwehren um 3 Uhr am Werk in Hillegossen. Der Festmarsch durch den Ort geht um ½4 Uhr vom Bahnhof ab. Stieghorst. Männergesangverein. Der Männergesangverein„Liedertafel" von hier feiert am Sonntag, den 22. März d.., bei dem Gastwirt Kriemelmann in Stieghorst ein Frühlingsfest Der Beginn des Festes ist auf nachmittags 4 Uhr festgesetzt. Milse. Freiwillige Feuerwehr. Der Familienabend, der von der Freiwilligen Feuerwehr am Sonntagabend in der Turnhalle veranstaltet werden sollte— wir haben früher davon berichtet— ist verschoben worden. Theesen. Reichspräsidentenwahl. Heute abend 7 Uhr veranstalten die im Reichsblock zusammengeschlossenen Parteien und Verbände in der Schule zu Obertheesen eine Versammlung. in der Studienrat König=Herford über die Reichspräsidentenwahl sprechen wird. Siehe Anzeige. Gadderbaum. Eine Familienfeier veranstaltet heute nachmittag 5 Uhr der Deutschnationale Amtsverein in der Habichtshöhe. Isselhorst.„Parteivolitik oder Staatsvolitik.“ Ueber dieses Thema spricht morgen nachmittag 5 Uhr Schriftleiter Farwick=Bielefeld in einer öffentlichen Volksversammlung im„Hotel zur Post“. Siehe Anzeige. Jöllenbeck. Der neugegründete Bausvarverein hielt am 18. ds. Mts. im Rehvohl'schen Saalc seine erste Generalversammlung ab. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde einstimmig Rektor Kavser gewählt. Außerdem wurden die Wahlen der übrigen Vorstandsmitslieder und des Aufsichtsrats getätigt. Die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich bereits auf über 120 erhöht. Mit einem weiteren Anwachsen der Mitgliederzahl darf gerechnet werden. Eine längere Aussprache löste die Beratung der vom Vorsitzenden vorgetragenen Satzungen und RichtUnien für die Leistungen des Vereins aus Die vorgelegten Vereinsstatuten gelangten schließlich mit geringen Abänderungen einstimmig zur Annahme. Das Eintrittsgeld beträgt eine Mark. der lausende Beitrag monatlich zwei Mark. Die verliehenen Gelder sind jährlich mit 1 v. H. zu verzinsen und mit 2 v. H. zu tilgen. Es war bereits gegen 12 Uhr geworden, als der Vorsitzende die Versammlung mit Dankesworten an die Mitglieder für ihr zahlreiches Erscheinen und mit der Bitte, in Treue zum Verein zu halten und allezeit für die weitere Erstarkung desselben zu wirken, schließen konnte. Aus dem Kreise Halse. Brockhagen. Diebstähle. In den letzten Nächten wurden hier verschiedene Diebstähle ausgeführt. So entwendeten die Spitzduben aus der Sussiekschen Sägemühle einen 20 Meter langen Treibriemen und verschiedene Werkzeuge. Bei der Tischlerei von Wilhelm Bohnenkamp wurde in derselben Nacht ein Einbruch verübt, bei welchem die Diebe aber verscheucht wurden. Eine am andern Morgen an einer verdächtigen Stelle vorgenommene volizeiliche Haussuchung blieb ergebnislos. Borgholzhausen. Unglücksfall. Der Begleiter des auf der Rückfahrt von Bielefeld nach hier begriffenen Lastautos der Firma A. Unmeier, Betriebsleiter Christian Mühlenweg, erlitt am Mittwoch kurz vor Halle einen Unfall, der leicht die ernstesten Folgen hätte haben können. M wollte sich vom Motorwagen auf den Anhängewagen begeben, geriet aber, da der Fahrer zu früh weiterfuhr, unter die Räder des Wagens und erlitt erhebliche Verletzungen. Nachdem ihm in Halle ein Notverband angelegt worden war, wurde der Bedauernswerte dem Krankenhause in Borgholzhausen zugeführt. Versmold. Kraftvostlinie. Der Wert neuzeitlicher Verkehrsverbindungen wird in unserer Gegend vielfach noch nicht genügend gewürdigt, und doch sind gerade die Verkehrsverhältnisse für die Entwicklung eines Ortes meist von ausschlaggebender Bedeutung. Unsere Nachbarstadt Borgholzhausen hat dies zu ihrem Schaden erfahren, als man dort in den achtziger Jahren beim Bau der Bahnstrecke Bielefeld—Osnabrück aus kleinlichen Bedenken darauf verzichtete, den Bahnhof in nächster Nähe der Stadt anlegen zu lassen. Fast vierzig Jahre hat man Zeit gehabt, über diese Versäumnis nachzudenken, indem man den dreiviertel Stunden weiten Weg zum Bahnhof zu Fuß oder zu Wagen zurücklegte. Heute stehen wir in einer neuen Entwicklungsphase der Verkehrsmittel. Die Reichspost hat in unserer näheren und weiteren Umgebung mit bewunderungswürdiger Großzügigkeit zahlreiche Kraftpostlinien geschaffen, die außer den Postsachen auch Personen befördern. Nur die Post ist infolge dieser zwiefachen Verwendungsart ihrer Fahrzeuge in der Lage, derartige Betriebe zu unterhalten, und die Personenbeförderung zu einem mäßigen Fahrvreise vorzunehmen. Tatsächlich stellt denn auch der auf der uns Versmolder besonders interessierenden Strecke Versmold—Bockhorst— Borgholzhausen, in Anrechnung gelangende Fahrvreis von 10 Pf. für das Kilometer und von 5 Pf. für das Zeitkarten=Kilometer einen Satz dar, wie er von keinem anderen Unternehmen geboten werden könnte. Diese Tatsache und die Ueberlegung, daß durch die neu geschaffene Verbindung jeder einzelne Ortsangesessene auch noch einen indirekten Nutzen hat, sollte für alle, die irgend in die Lage kommen, ein Grund sein, die neue Kraftpost fleißig zu benutzen, damit die Einrichtung, die zunächst nur probeweise erfolgt ist, nicht wieder eingeht, und ein kommendes Geschlecht uns Heutigen nicht einer kurzsichtigen Handlungsweise zeihen müßte Danzig, eine deutsche Stadt. * Wehrt euch, ihr Brüder am Ostseestrand. Wahrt euer Deutschtum mit eiserner Hand! Haltet den Posten! Bis wir wieder stark, Holen ins Reich die Danziger Mark! Das war wohl die Stimmung aller Zuhürer, denen am Donnerstag abend einer der Vorkämpfer des bedrohten Deutschtums in Danzig. Univers.=Prof. Klose, von den Kämpfen und Leiden unserer dortigen Brüder erzählte. Von sehr vielen trefflichen Lichtbildern unterstützt, zeigte der Redner, wie Danzig, seit seiner Gründung durch Westfalen eine rein deutsche Stadt, im Lauf seiner wechselvollen Geschichte immer bedroht gewesen ist von polnischer Raubgier, wie es aber sein Deutschtum stets siegreich bewahrt hat und in unvergänglichen Zeugen seiner Baukunst niedergelegt. Alle Lügen und Verdrehungskünste der Polen und ihrer Freunde können nicht verhindern, daß die Danziger, von denen 95 Prozent für Deutschland gestimmt haben, auch heute nur noch die eine Sehnsucht kennen: Heim ins Reich! Möchten wir alle, die wir das Glück haben, im Mutterlande zu leben, nie vergessen, was wir unseren Brüdern auf Vorposten schuldig sind, alle Kräfte einzusetzen für die Wiedergewinnung der uns entrissenen Gebiete! Unseren Brüdern in der alten Ordensstadt aber rufen wir zu: Haltet aus im Sturmgebraus Vaterländische Kundgebung des Reichsblocks. * Wir weisen nochmals auf die heute abend im Gehleschen Saale stattfindende große Versammlung der im Reichsblock vereinigten Parteien und Verbände hin. Kein nationaler Mann, keine nationale Frau darf heute abend fehlen! Auf, zur Versammlung! Näheres ergibt die Anzeige in der heutigen Zeitung. Matthäuspassion von Heinrich Schütz. * Am Freitag, den 27. März, abends 8 Uhr wird unser Kirchenchor in der Auferstehungskirche die Matthäusvassion von Heinrich Schütz singen. Den Evangelisten singt Paul Tödten aus Duisburg, die Jesuspartie hat Kurt Finkgarden aus Dorimung übernommen, an der Orgel sitzt Gerard Bunk, für die kleineren Soli sind geschätzte hiesige Kräfte gewonnen worden. Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind zum Preise von 1 Mark in den Buch= u. Kunsthandlungen von Tigaes, Osthus und Fricke, auch bei den Mitgliedern des Kirchenchors zu haben. Wir hoffen und wünschen, daß dieses Passionskonzert in unserer großen und schönen Auferstehungskirche eine rechte Feierstunde und eine tiefernste Predigt für unsere ganze Gemeinde sein wird. Versammlung der Rindviebzucht=Genossenschaft. * Am Donnerstag tagte in der Wirtschaft Osthus die hiesige Rindviehzucht=Genossenschaft. Der Vorsitzende, Gutsbesitzer Feuerborn, leitete die Versammlung. Er wies auf die am 17. April d. J. in Bielefeld stattfindende Gründungsversammlung der Herdbuchgenossenschaft für Schwarzbunt hin, deren Einrichtung eine neue Evoche für die westfälische Rindviehzucht bedeuten werde. Herr Böckschatz gas einen Ueberblick über die Jahresrechnung, auf Grund deren dem Vorstand Entlastung erteilt wurde. Die satzungsgemäß ausscheidenden Aussichtsratsmitglieder Raßfeld und Beerhorn wurden einstimmig wiedergewählt, desgleichen das Vorstandsmitglied Theismann. Trotz mancher Bedenken beschloß die Versammlung, die Förderung der Rindviehzucht weiterhin in der Form der Genossenschaft zu betreiben und nicht statt ihrer einen anderen zwangloseren Verein zu bilden. Die durch Abschlachten des Bullen bei Kolon Bethlehem frei gewordene Deckstation soll wieder besetzt werden, da ein dritter Bulle in Eütersloh unbedingt notwendig ist. Der Kaufpreis(etwa 1500.) soll durch Erhebung eines Deckgeldes teilweise aufgebracht werden. Außerdem soll ein Antrag an den Magistrat gerichtet werden, um hierfür einen Zuschuß von der Stadt zu erhalten. Nach einer Aussprache über die Weideverhältnisse und die Art der Berechnung des Weidegeldes wurde die Versammlung geschlossen. * Rheda. Schutz den Weiden= und Haselkätzchen. Alljährlich müssen die Imker in den ersten Frühlingstagen die traurige Erfahrung machen, daß von Kindern und Spaziergängern Weiden= und Haselkätzchen abgerissen werden. Diese Unsitte ist nicht nur eine gefühllose Naturschändung, sondern sie schädigt auch die Bienenzucht ganz erheblich. Die Bienen brauchen im Frühjahr zur Bruterzeugung den sogenannten Pollen d. i. ist der Blütenstaub der männlichen Blüten. Es kann deshalb. bei der Bedeutung der Biene für die Befruchtung vieler Nutzpflanzen, nur die Aufforderung wiederholt werden: Schützt die Weiden= und Haselkätzchen. * Rheda. Geburtstag. Frau Witwe Ummelmann, Viduumstraße feiert am kommenden Sonntag in geistiger und körverlicher Frische ihren 80. Geburtstag. * Rheda. Schützenfest. Auch die Landgemeinde Rheda beschloß in der letzten Versammlung, das Schützenfest wie bisher beim Landwirt Veerhoff zu feiern. Statt der erirankten Schützenoffiziere wurden die Landwirte A. Maaß und Busch gewählt. Für die Abhaltung eines Schießens sollen größere Mittel als bisher ausgesetzt werden. Kirchliche Nachrichten. Gütersloh. Auferstehungs-Kirche. Kollekte für die Bedürfnisse der eigenen Ge meinde. Norgens 10 Uhr: Pastor Niemann. Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. Nachm. 1½ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Schulde. Apostel=Kirche. 10 Uhr: Pastor Schulde. Konfirmation der Knaben von Sundern I u. II, der Moltkeschule und der Mädchen der Blücher= und Seminarschule. Nachm. 3 Uhr: Pastor Niemann. Prü fung der Kinder der Schulen Blankenhagen 1. II. III. Powenstädt 1 u. II. Nordhorn u. Kassenstroth. Taufen in der Apostelkirche um 11½ Uhr. Montag abend 8½ Uhr: Treubund im Ingendheim.— Dienstag abend 8½ Uhr: Versammlung des Jünglings= und Männervereins, ältere Abteilung im Vereinshause.— Mittwoch abend 8½ Uhr: Versammlung der Jugendabteilung des Jünglingsvereine.— Donnerstag abend 7½ Uhr: Bibelstunde der Jugendabteilung des Jungfrauenvereins im Vereinshause. Abends 8½ Uhr: Bibelstunde der älteren Abteilung des Jungfrauenvereins im Vereinshause. Abends 8½ Uhr: Bibelstunde des Blaukrenzvereins im Vereinshause.—Freitag abend 8 Uhr: Passions= konzert i. d. Aufersteh.=Kirche.„Die MatthäusPassion von Heinrich Schütz". Kouekte für die Bedürfnisse der eigenen Gemeinde. Nachm. 5 Uhr: Pastor Schulde. Pafsionsgottesdienst mit Beichte und hl Abendmahl. Christliche Gemeinschaft. Sonntag abend 8½ Uhr: Evangelisationsver sammlung im Konfirmandensaal Kirchstr.— Donnerstag. abends 8½ Uhr: Bibelstunde ebendort. Aule des(Bymnasiums. Sonnabend, abends 8½ Uhr: Wochenschluß andacht„Singstunde". Passionsgottesdienst. Rheda. 9½ Uhr: Hauptgottesdienst. Kollekte f. d. ev. Kinderpflegeverband d. Provinz Westfalen i. Witten. 11 Uhr: Kindergottesdienst m. Taufen. Entlassungsfeier der Konfirmanden. 4 Uhr: Christl. Mädchenbd.— Montag 8 Uhr: Frauen hilfe mit Bibelbesprechung und Lichtbildvortrag. — Dienstag 8 Uhr: Gesangstunde i. Christl. Mädchenbund. 8¾ Uhr: Posaunenchor b. Heißmann.— Mittwoch 8 Uhr: 4. Passionsgottes dienst.— Donnerstag 8 Uhr: Vorvereitung d. Helferinnen.— Freitag 8¼; Kirchenchor(voll zähl. und pünktl. Erscheinen!) und Spiel. Was der Sonntag bringt. Der Endkampt um die Westdeutsche Meinterschaft geht weiter Allerdings sind es Spiele, die im Spinenstand keine Veränderung bringen werden. Die Bielefelder Arminen fahren zu dem Spiel Kurhessen Kassel gegen Arminia Bielefeld nach Kassel. Kassel hat bisher keinen überwältigenden Eindruck hinterlassen, die meisten Sviele gingen verloren. Wenn auch diesmal der eigene Platz hinzukommt und wenn die Arminen wahrscheinlich mit geschwächter Mannschaft antreten werden, so dürfte doch für den Gastgeber kaum eine Aussicht bestehen, diesmal zu Ehren zu kommen. Allerdings darf Arminia das Sviel nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn zwei Verlustpunkte genügen vollkommen, um die Hoffnung auf die Tabellenspitze stark zu trüben. — Das am letzten Sonntag ausgefallene Spiel Sportfreunde Siegen gegen Düsseldorf 99 gelangt am morgigen Sonntag in Köln zum Austrag. Die 30 Minuten, die diese beiden Mannschaften bereits gespielt haben zeigten durchaus ausgeglichene Leistungen. Ob Siegen sich auf fremdem Platze ebenso gut halten wird, ist fraglich. Nach den bisherigen Leistungen muß ein Sieg der Düsseldorfer angenommen werden. Sp. u. Sv. Osnabrück gegen Duisburg 08. Dieses Sviel in der Runde der Zweiten ist nach Duisburg verlegt worden. Die Osnabrücker müssen sich mächtig zusammennehmen, wenn sie von den kampferprobten Duisburgern nicht aus dem Rennen geworfen werden wollen. Uns erscheint der Sieg der Duisburger als das Wahrscheinlichere Berlin gegen Westdeutschland. Im Berliner Stadion stehen sich die Verhandsmannschaften dieser beiden Verbände gegenüber. Bisher hatten die Westdeutschen durchweg das Uebergewicht, allerdings sind die Berliner in ihren Leistungen besser geworden. Da das Mannschaftsbild sich dauernd ändert, kann man hier schwer eine Voraussage ause sprechen. Bielefelder Pokairunde. Es spielen Sonntag vormittag 9½ Uhr auf dem VfB.=Platz Spiel und Sport gegen V. f..; um die gleiche Zeit auf dem Kesselbrink Arminia gegen die Spielvereinigung 06 07. Arminia und V. f. B' haben hier zu beweisen, ob sie noch an die Svitze im hiesigen Bezirk gehören. Spiel und Sport und auch 06/07 haben beträchtlich an Spielstärke gewonnen, beide werden ihrem Gegner das Leben recht sauer machen Hansball D. T. Jugendspiele: Bielefelder Turngemeinde 481 gegen Einigkeit 10 Quelle. Turn u. Sport 1890— Einigkeit II 11 Quelle Die Bezirksmannschaft der B. T. G. 48 spielt bei gutem Wetter um 2½ Uhr auf dem Plat an der 2. Bürgerschule gegen Turnge meinde Lage, andernfalls um dieselbe Zei' in Quelle. Bezirksvorturnerlehrstunde. Der Südbezirk Minden=Ravensberger Turngau hält am Sonntagnachmittag um 2½ Uhr in Jöllenbeck eine Vorturnerlehrstunde ab. Handboll: Rheinland gegen Westfalen. Das 2. Spiel finder am 2. Ostertag auf der Platzanlage der Turngemeinde Witten von 1848 statt. KSommenden Sonntag wird ein Auswahlspiel in Witten ausgetragen, in welchem die Kreismannschaft gegen die Wittener Stadtmannscheft spielen wird. In der Kreismannschaft sind aufgestellt: Kunze. Kramer. Kirchhoft (B. T. G. 48:, Kronsbein(Turn und Sport), Weber Einigkeit Bielefeld). Eröffnungsrennen des Radfahrervereine Teutoburg 91. Bielefeld. Am Sonntag eröffnet der hiesige R. V. Teutoburg 91 den Reigen seiner diejährigen Rennsaison in einem Straßenrennen über 85 Kilometer auf der Strecke: Vielefeld— Brackwede— Gütersloh Wiedenfrück- Lipnstadt und zurück. Der Start ist vormittags 8 Uhr am Restaurant Gadderbaumer Erholung, Gadderhaum, Gütersloher Straße, wo sich auch das Ziel befindet. Eintreffen der ersten Fahrer am Ziel gegen 11½ Uhr. Mitglieder von Turn= und Sportvereinen, die in diesem Jahre die Prüfungsfahrt für das deutsche Turn= und Sportabzeichen des Deut schen Reichsausschusses für Leibesübungen unternehmen wollen(20 Kilometer Radfahren in 45 Minuten), wollen schon jetzt ihre Meldung abgeben an den Gaufahrwart des Gaues 53 im Bund Deutscher Radfahrer, Herrn Gottl. Kesvohl=Bielefeld, Herforder Straße 39. Wann die Prüfungsfahrten stattfinden, wird den Gemeldeten rechtzeitig bekanntgegeben. Westfalens große Fernfahrt: VielefeldHannover—Bielefeld findet in diesem Jahre am 19. Juli statt. * Keine Rennen am Wahltage. Die Preußische Staatsregierung hat der Obersten Rennbehörde mitgeteilt, daß den preuischen Rennvereinen die Erlaubnis zum Betriebe des Totalisators für den Tag der Reichs präsidentenwahl und gegebenenfalls auch für den Stichtag nicht erteilt werden kann. Strauß erg muß also dem Beispiel von Mühlhein folgen und seinen Renntag vom 29. März an einen anderen Termin verlegen. Sollte eine Stichwahl am 26. April erforderlich sein, dan werden auch die Rennvereine in Frankfurt.., Hamburg=Horn, Köln, Leipzig und Mariendorf in Mitleidenschaft gezogen. Aus uller Wen. Ein frecher Raubüberfall. Einen ungewöhnlich dreisten Ueberfall verübten drei Räuber, die mit Pistolen und Handgranaten bewaffnet waren, Mittwoch vormittag auf die Zweigstelle der Teltower Kreissparkasse, Berlin=Friedenau. Hier war um 10 Uhr der Filialvorsteher Mühlbrock zufällig allein anwesend. Es erschien ein Mann, der Mühlbrock um Auskunft in Aufwertungssachen bat. Bald kamen hinter ihm her noch zwei Männer in das Zimmer des Vorstehers. In diesem Augenblick zog der erste seine Hände aus den Taschen und hielt in der Rechten eine Pistole und in der Linken eine Handgranate. Mit der Drohung, daß er ihn sofort niederschießen werde, wenn er Lärm schlage, hielt er dem alten Herrn die Pistole vor den Kopf. Sofort fielen der zweite und der dritte Mann über den Kassenschrank her, rissen alles, was sie an Papiergeld darin fanden. heraus, und stopften die Scheine in Aktentaschen, die sie mitgebracht hatten. Dann ergriffen alle drei mit der Beute die Flucht. Der Vorgang spielte sich blitzschnell ab. Mühlbrock, der sich von dem Schreck gleich wieder erholte, setzte den Räubern nach und rief gleich von der Tür aus um Hilfe. Die Räuber hatten unterdessen den nur 20 Schritt entfernten Lauterplatz erreicht, auf dem voller Marktbetrieb herrschte. Mühlbrock sah noch wie sie durch die Buden und Stände hindurch nach der Schmargendorfer Straße davonliefen. Auf seine Hilferufe nahmen Schupobeamte die Verfolgung auf. Nach einer Jagd von 10 Minuten gelang es, zwei der Verbreche: festzunehmen. In der Tasche des einen fand man noch über 12000 Mark. Ob auch der Flüchtige von dem geraubten Gelde noch etwas besitzt, muß noch festgestellt werden. Der Helgoländer Felsabsturz. Der Felsabsturz auf Heldgoland, über dessen Urfache man sich bisher noch nicht im klaren war, war Gegenstand einer eingehenden Untersuchung durch die Preußische Geologische Landesanstalt. Der letzte Felsabsturz ist nach dem Gutachten nicht größer gewesen als in früheren Jahren. Man mißt ihm jedoch größere Bedeutung bei, da diesmal der bewohnte Teil der Insel betroffen wurde. Die Ausmessungen haben ergeben, da die abgestürzten Massen etwa 6000 Kubikmeter umfassen. Die eingetretene Lockerung des sonst festen roten Tongesteins ist auf folgende Ursachen zurückzuführen: Die Lage an der niedrigsten Stelle des Oberlandes begünstigt das Eindringen ven. Oberflächenwasser in den Boden, wodurch das stein aufgeweicht wird. Ferner hat an dieser Stelle vor einigen Jahren die Sprengung einer Mine stattgefunden. Und zuletzt haben zur Lockerung ganz erheblich die umfangreichen Sprengungen beigetragen, die auf Grund des Vertrages von Versailles in den Befestigungsanlagen erfolgten, vor allen Dingen auch die Sprengung der großzügig angelegten Hafenanlage. Um ein weiteres Abbröckeln zu verhindern, ist es unbedingt nonvendig, daß in allernächster Zeit dieselben Schutzmaßnahmen in Angriff genommen werden, wie sie vor dem Kriege an der Nordostseite der Insel vorgenommen worden sind. Domprediger Bits Generalsuperintendent der Neumark. Zum Generalsuperintendenten der Neumark und der Niederlausitz für den in den Ruhestand getretenen D. Keßler hat der evgl. Landeskirchenausschuß den Domprediger und Ephorus des Domkandidatenstifts Ernst Vits gewählt.— Domprediger Vits ist geborener Rheinländer, seine pfarramtliche Laufbahn führte ihn über Burgwaldnil (Niederrhein) über Barmen, Viersen, Düsseldorf nach Berlin, wohin er im Jahre 1912 als Hof= und Domprediger berufen wurde. Raubansall auf einen Krieg=beschädigten. Von einem Wegelagerer wurde am Mittwochabend der 26 Jahre alte Kriegbeschädigte Hugo Prist aus Ludwigslust überfallen und ####ch einen Schuß schwer verletzt. P. war nach Berlin gekommen, um sich eine Siedlung anzusehen, wo er sich ankaufen wollte. Auf dem Heimwege stellte ihn in dem bewaldeten Teil der Amrumer Straße ein etwa 20jähr. Bursche und forderte ihn unter Bedrohung mit der Pistole auf, ihm sein Geld herauszugeben. Priest jedoch schickte sich an, den Räuber festzunehmen. Jetzt gab dieser einen Schuß auf ihn ab und traf ihn schwer in den rechten Oberschenkel. Danach ergriff er die Flucht. Die Ermittlungen nach dem Räuber hatten noch keinen Erfolg. Der Raubmörder Arthur Sachs verhaftet. Der vielgesuchte Landsberger Raubmörder, der 27 Jahre alte frühere Landwirt Arthur Sachs, wurde am Mittwoch von der Bahnhofspatrouille im Wartesaal 4. Kl. des Lehrter Bahnhofes in Berlin ermittelt. Sachs saß mit einem anderen Manne zusammen im Wartesaal. Als der Beamte an ihn herantrat und die Papiere verlangte, wies er sich mit solchen auf den Namen „Lustig" aus. Dieser war sein Komplize bei einem Handwagendiebstahl gewesen. Lustig wurde damals gefaßt, und Sachs gelang es, zu entkommen. Seit der Zeit hat er bei den verschiedensten Leuten Unterschlupf gefunden. Am Mittwoch wollte er mit einem Komplizen nach Nauen fahren, um dort„ein großes Ding abzustoßen“. Danach wollte er Deutschland verlassen. Er gibt zu, noch eine ganze Reihe von Einbrüchen verübt zu haben. Sein Komplize, der mitgefaßt wurde, scheint auch „ein schwerer Junge“ zu sein. Sein Name steht bis jetzt noch nicht fest, da der polnische Name, den er sich beigelegt hat, nicht stimmt. Angesichts des Todes noch der Tiere gedacht. Eine erschütternde Familientragödie hat sich in Berlin abgespielt. Hier hatte sich der 44 Jahre alte Ingenieur Ernst Lazarus mit seiner 36jährigen Frau Alice und einem 13 Jahre alten Sohn Ernst in dem Kinder, zimmer der Wohnung durch Leuchtgas umgebracht. Lazarus war früher sehr beschäftigt, in der letzten Zeit aber hatte er so gut wie nichts zu tun, so daß er mit seiner in den Tod zu gehen beschloß. Vor ihrem Tode hatten die Eheleute für ihre Katze Futter bereitgestellt, mehrere Aquarien gesäubert, mit frischem Wasser versehen und Futter für die Fische hineingetan. Rinteln. Sieben Personen verschüttet. In einer Kiesgrube bei Lengnau(Aargau), die von einem in ärmlichen Verhältnissen lebenden Arbeiter namens Schmies betrieben wurde, ereignete sich Dienstagabend ein Zusammenbruch der Grubenwand. Durch den Einsturz wurde die Hütte an der Kiesgrube, in der sich die 38jährige Frau mit ihren sechs Kindern aufhielt, verschüttet. Die sieben Personen konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Der Mann war zur Zeit des Unfalls an einer anderen Stelle beschäftigt und kam so mit dem Leben davon. Eine Stadt durch Ueberschwemmung zerstört. Nach Funkmeldungen aus Trujillo, der drittbedeutendsten Stadt von Peru, zerstörte eine furchtbare Ueberschwemmung, die von einem anhaltenden strömenden Regen verursacht wurde, diese Stadt fast vollständig. Ein Personenomnibus von einem Zuge erfaßt. Bei Böhmisch=Leipa ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Ein vollbesetzter Personenomnibus wurde beim Ueberfahren des Eisenbahngleises bei Steinschönau von einem Personenzug erfaßt und zertrümmert. Elf Personen des Autos wurden schwer verletzt. * Berliner Börse. Devisenkurse in Mark Berlin, 20. März.(Drahim.) Nach dem schwachen Verlauf der letzten Börsen zeigte sich der Markt heute wiederstandsfähiger. Während bei den Banken wieder vermehrt Kaufaufträge einliefen, schritt auch die Spekulation bei den niedrigen Kursen zu Rückkäufen, sodaß die Effektenmärkte allgemein lebhafteres Geschäft als an den Vortagen aufwiesen. Der Anlaß für diesen Umschwung der bisherigen Verstimmung ist einmal derin zu suchen, daß die bisher noch immer herrschende Unklarheit über den Ausgang der Differenzen bei der Eisenbahn nunmehr vollkommen beseitigt sind und die Bankwelt sich ihrerseits reger am Geschft beteiligt. Daneben steht jetzt fest, daß die erschöpften Engagements der Produktenbörse, in der bekanntlich einige Firmen in Schwierigkeiten sind, nun einflußlose Beträge ausmachen und die Börse dem herannahenden Quartalsultimo zuversichtlich entgegensieht. Der Geldmarkt bieret dem Verkehr insofern wieder eine Stütze, als unverändert die bisherigen günstigen Sätze gefordert werden. Tägliches Geld nennt man tägl. Geld mit—9, Monatsgeld mit 10—12 und Privatdiskont mit 8 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt lag das englische Pfund fest unter Einwirkung von Gerüchten über eine bevorstehende Diskonterhöhung der Bank von England. Auch die nordischen Devisen waren besser gehalten. Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 14. d. Mts. zeigt einen weiteren Rückgang der Kapitalanlage und des Zahlungsmittelumlaufs. Die Wechselund Lombardbestände haben um 49,9 auf 1591,4 Millionen Reichsmark abgenommen. Insgesamt gelangten 129,6 Millionen Reichsmark an vapiernen Geldzeichen zur Reichsbank zurück. Die fremden Gelder erhöhten sich um 66,8 auf 992 Millionen Reichsmark. Der Bestand an Gold und an zur Deckung herangezogenen Devisen blieb in der zweiten Märzwoche nahezu unverändert. Der Gesetzentwurf über die RentenbankKreditanstalt. Der Reichsrat beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf über die Errichtung der RentenbankKreditanstalt. Die Reichsratsausschüsse haben eine Reihe von Aenderungen vorgenommen. Unter anderem soll der Personalkredit nur auf die in der Satzung bestimmte Zeit geführt werden. Von besonderer Wichtigkeit sind die Beschlüsse des Reichsrats über die Aenderungen in der Organisation der Anstalt. Nach der Vorlage sollten elf Mitglieder des Verwaltungsrates von der Rentenbank=Kreditanstalt und acht vom Reichsrat bestellt werden. Die Reichsratsausschüsse beschlossen, daß der Reichsrat elf Personen in den Verwaltungsrat entsendet. Ein Vertreter der Reichsregierung erklärte, daß die Rentenbank dieser Zenderung nicht zustimmen werde. Der Reichsrat beharrte trotzdem auf den Ausschußbeschlüssen. Ebenfalls gegen den Widerspruch der Regierung wurde ein preußischer Antrag angenommen, wonach, wenn das Kapital der Anstalt den Betrag von 500 Millionen Mark erreicht hat, der Reingewinn an das Reich abzuführen ist, das ihn den Ländern zu landwirtschaftlichen Zwecken überweisen soll. Der Antrag wurde mit 41 gegen 22 Stimmen angenommen. Der Reichsrat nahm mit Stimmenmehrheit die Vorlage nach den Ausschußbeschlüssen an. Commerz= und Privat=Bank. In der Aufsichtsratssitzung legte die Direktion die Abrech= nung für das Geschäftsjahr 1924 vor. Es wurde beschlossen, der Generalversaumlung die Verteilung einer Dividende von 8 ¾ vorzuschlagen. Das Geschäftsjahr 192; erbrachte einen Rohgewinn von 59 271 547 K. Auf der anderen Seite erforderten Handlungsunkosten 49 701 108 Rm., Steuern und Abgaben 4 505 975 Rm., so daß ein Reingewinn von 5064 464 Rm. verbleibt: dessen Verteilung wie folgt vorgeschlagen wird: 8 2 Dividende gleich 3 360 000 Rm., Rücklabe 1 Million Reichsmark, Gewinnanteil des Aufsichtsrates 239 829 Rm. und Vortrag 464 635 Rm. Der Geschäftsbericht der Roggenrentenbank für 1924 wird jetzt vorgelegt, nachdem die Generalversammlung inzwischen die auf Antrag der Gruppe Hugenberg zugunsten der Kleinaktionäre abgeänderte Bilanz genehmigt und die Verteilung einer Dividende von 10% beschlossen hat. Die abgeschlossenen Roggenwertbeleihungen sind seit Beginn des Jahres von 1254 Beleihungen mit.500 000 Zentnern auf 2515 Beleihungen mit 10 116 640 Zentnern Roggenwert am Jahresende gestiegen. An Goldbeleihungen sind zum Abschluß gekommen solche in 5proz. Goldrentenbriefen in 13 Fällen mit 444000 Goldmark, solche in 8proz. Goldrentenbriefen in 213 Fällen mit 8691 270 Gm. Nennwert. Zur Zeit des Jahresabschlusses befanden sich weitere 1354 Anträge in Bearbeitung. Der Umlauf an Pfandbriefen betrug am Jahresschluß 8 114 100 Zentner in 5proz. Roggenrentenbriefen und 1812 300 Gm. in 8proz. Goldrentenbriefen. Metalle. Berlin, 20. März Notierung der Vereinigung für die Deutsche ElektrolytkupferNotierung in RM Prozent Berliner Börse vom 20. März. (“) Roch Goldumstellung in Peozen: Ohne Gewähr für Hörfehler Notiz: Elektrolytkupfer(wirebars), prompt cif. Hamburg. Bremen oder Rotterdam 185,25. Notierungen der Kommission des Berliner Metallbörsenvorstandes: Raffinadekupfer 99/99,3%# .24—.25½. Orig.=Hüttenweichblei.72—.73 Originalhüttenrohzink Pr. im fr. Verkehr.71½ bis.72. Preis des Zinkhüttenverbandes—.—. Remelted=Plattenzink von handelsüblicher Beschaffenheit.68—.64½. Originalhüttenaluminium Juni=Juli lieferbar, 98/99% in gekerbten Blöckchen.40 do. in Walz= oder Drahtbarren .45—.50. Zinn, Banka, Straits Austral..95 bis.10. Hüttenzinn, mindest. 99 F.90—.00. Reinnickel 98/99 F.40—.50. Antimon=Regulus.21—.28.(Die Preise verstehen sich für 1 Kgr. in.=Mark.) Silber=Barren(ea. 90 sein für 1 Kgr. 94.00—95.00. Produktenmarkt. Berlin, 20. März.(Drahtm.) Die leichte Befestigung an den amerikanischen Plätzen, welche nur für Mailieferung eingetreten war, fand in Europa keine Beachtung, was sich besonders aus den sehr flauen Depeschen aus Liverpool ergab und sich aus den weiteren starken Cifofferten der Exportländer und der zweiten Hand erklärt. Die Jorderungen hierfür waren von drüben für Weizen noch einigermaßen fest, für Roggen aber weiter nachgebend und zweithändig in beiden Artikeln allermeist billiger. Der Einfluß auf den hiesigen Markt war stark verflachend. Die Käufer hielten allgemein auch im Zeitgeschäft zurück und die Preise stellten sich unter die offiziellen Schlußkurse vom Vortage und zwar für Roggen erheblich mehr als für Zeizen. Brotgetreide ist vom Inlande nicht mäßig, aber meist zu teuer angeboten. Die Mühlen, die sich in Westernroggen mehr versorgt haben, bieten für Inlandsroggen frei Berlin meist nicht über Maikurs. Gerste ist geschäftslos, Hafer matt und sehr still. Die Forderungen der Provinzen bleiben wenig nachgiebig und hindern damit die Umsätze. Mehl und Futterartikel sind lustlos und sehr still. Es notierten: Weizen, märk 245—249, März 268, Mai 267—266—269—268, Juli 265 bis 263½—268—266, Roggen, märk. 219—221, April 220—225, Mai 227—229½—229, Gerste Sommer= 225—246 feinste Qual. über Notiz, Futtergerste 205—220, Hafer, märk. 179—185, Mai 180—182½. Mais(loko Berlin) Mai 176, Weizenmehl 32,50—35, Roggenmehl 31.25 bis 33,25, Weizenkleie 14, Roggenkleie 14—14,15. Raps 890—395, Viktoriaerbsen 22—29, kleine Speiseerbsen 18—20, Futtererbsen 18—19, Peluschken 18—19, Ackerbohnen 18,50—19,50, Wicken 18,50—20, Lupinen, blau 11,75—13, Lupinen, gelb 14—15,50, Serradella, neue 13.50 bis 16, Rapskuchen 15,80—15,60, Leinkuchen 22, Trockenschnitzel 9,60—9,70, Torfmelasse 9, Kartoffelflocken 18,20—18,70. Textilien. Bremen, 20. März. Baumwollpreis um 1 Uhr mittags: 28,07 Dollarcents. Blehmarkt. Kasseler Zuchtschweinemarkt vom 18. März. Auftrieb: 580 Ferkel, 40 Läufer. Es wurden für das Stück gezahlt: Ferkel bis 6 Wochen 15—21 K,—8 Wochen 21—28,—18 Wochen 28—34. Läufer—4 von Monaten 38—48, von—5 Monaten 48—58, über 5 Monate 58 und mehr. Magerviehhof Friedrichsfelde=Berlin. Auf trieb 330 Schweine. 441 Ferkel. Handel lang sam bei weichenden Preisen. Es wurden gezahl im Engroshandel je Stück in Reichsmark: Län ferschweine—8 Monate alt—.—6 Monaie alt50—60,—4 Monate elt 35—80. Ferkel —18 Wochen elt 25—66,—8 Wochen alt 20 bis 25. Krecftichs Nacheichten. Sonntag Lätare, 22. März. ##lekte für den Westfälischen Verband für die weibliche Jugend. Altstädter Nieoleikirche. Vorm. 10 Uhr: Korfirmation der Kinder des 2. Pfarrbezirks: Pastor Trautermann. Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden des ersten Pfarrbezirks: Pastor v. Sicard. Abends 6 Uhr: Beichte und Abendmahlsfeier für die Neukonfirmierten und ihre Angehörigen: Pastor Trautermann.— Freitag den 27. März, abends 8 Uhr: Passionsgottesdienst mit Abendmahlsfeier: Past. Trautermann. Seelsorgerl. Sprechstunde(Past. v. Sicard) jeden Dienstag—7 Uhr. Neustädter(Marien=) Kirche. Samstag, den 21. und Sonntag, den 22. März Beichte zu konfirmierenden Knaben und deren Angehörigen. Vorm. 10 Uhr: Pastor Vonhof, Konfirmation der Knaben. Abends 6 Uhr: Past. Kuhlo, Prüfung der von ihm unterrichteten Mädchen.— Montag, abends 8¼ Uhr im Gemeindesaal: Weißkreuzstunde für Frauen und Mädchen, Vortag von Dr. meds Spengemann. Donnerstag, abends 8 Uhr: Passionsgottesdienst, Beichte und Feier des heil. Abendmahls. Jakobusgemeinde. 10 Uhr: Pastor Hesselmann, Konfirmationsgottesdienst. 3 Uhr: Pastor Waubke, Prüfungsgottesdienst(Kinder nur in Begleitung der Eltern zugelassen(.— Mittwoch 8 Uhr: Passions= gottesdienst, Beichte und Feier des heil. Abendmahles der Konfirmanden und der Angehörigen: Pastor Hesselmann. Ev.=reform. Süsterkirche. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation der Kinder aus dem Westbezirk: Pastor Mund. Abends 6 Uhr: Feier des hl. Abendmahls für die Konfirmierten des Oostbezirks und ihre Angehörigen: Pastor Conrad.— Mittwoch 8 Uhr: Passionsgottesdienst Pastor Mund. Montag 8¼ Uhr: Kirchenchor.“ Donnerstag 8 Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Freitag 3½ Uhr: Frauen=Nähverein. Paulus=Kirche. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation. Pastor Qui storp. Beichte und Abendmahlsfeier. Nachmittags 4 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von Pastor Schneider.— Mittwoch und Freitag 8¼ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag. abends 6 Uhr: Passionsgottesdienst mit Abendmahlsfeier: Pastor Hackländer. Martini=Kirche. Vorm. 10 Uhr: Pastor Georges. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 4 Uhr: Prüfung der Konfirmanden: Pastor Usener.— Dienstag, abends 8½ Uhr: Passionsgottesdienst, Beichte und heil. Abendmahl, Pastor Usener. Johanniskirche. Vorm. 10 Uhr: Past. Rohmeyer, Konfirmation. 12 Uhr: Kindergottesdienst. 4 Uhr: Prüfung der Konfirmanden des 8. Bezirks. Abends 6 Uhr: der Gottesdienst fällt aus.— Mittwoch 8 Uhr: Passionsgottesdienst, Beichte und heil. Abendmahl besonders für die Konfirmierten des 2. Pfarrbezirks und ihre Angehörigen, Pastor Rohmeyer. Freitag 8½ Uhr Uhr: Bibelkreis für Männer u. Frauen im Jugendheim, Johanniskirchplatz 4a. Petrikirche. 10 Uhr: Gottesdienst(Konfirmation), Beichte und Abendmahl. Pastor Kortmann. ½2 Uhr: Kindergottesdienst(Singsonntag). 2½ Uhr: Taufen. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden von Pastor Weller. Abends 8 Uhr: Singstunde für die ganze Gemeinde.— Mittwoch, abends 8 Uhr: Passionsgottesdienst: Pastor Weller. Zionskirche Sonnabend, abends 7,10 Uhr: Beichte, Past. Evang.=lutherische(altluth.) Gemeinde. (Aula der Cecilienschule, Eingang Schulstraße.) Vorm. 10¼ Uhr: Gottesdienst. Blaues Kreuz, Bielefeld. Jeden Sonntag, nachm. 4½ Uhr: öffentl. Versammlung für jedermann. Jed. Dienstag, abends 7½ Uhr: Bläserstunde. Jeden Mittwoch, nachm. 2 Uhr: Frauenstunde, 4 Uhr: Hoffnungsbund. 7¾ Uhr: Gebetstunde. 8½ Uhr: Bibelbesprechstunde. Jeden Donnerstag, abends 8½ Uhr: Gesangstunde. Blaukreuz=Jugendbund: Jed. Sonntag 2½ Uhr: Blaukreuzhalle, Kaiserstraße 68. Katholische Gottesdienstordnung. St. Jodokuskirche.(Klosterplatz.) Vorm. 6½ Uhr: Hl. Messe. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt(nicht für Erwachsene). 9¾ Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2½ Uhr: Christenlehre. Abends 7 Uhr: Andacht mit Segen. Josephkirche.(Kaiserstraße.) Vorm. 8 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Andacht mit Segen. Kapelle des Franziskushospitals. Vorm. 6 Uhr: Heil. Messe. Nachm. 5 Uhr: Andacht mit Segen. Schildesche. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation: Pastor Neuhaus. Nachm. 2 Uhr: Konfirmandenprüfung: Pastor Hopmann. Nachm. 5 Uhr: Abendmahls feier Pastor Neuhaus.— Dienstag, 8 Uhr: Bi belstunde im Hellingskrug. Freitag, 8 Uhr: Passionsgottesdienst mit Abendsmahlsfeier: Pastor Dahlmann. Landeskirchliche Gemeinschaft Schildesche, Moltkestr. Nr. 14. ¾9 Uhr: Gebetstunde. ½11 Uhr: Kinderbund. ½4 Uhr: Jugendbund. 5 Uhr: Evangelisationsvortrag. Prediger Neumann. Donnerstag, 8 Uhr: Bibelstunde. Elim=Kapelle Sudbrack. Vorm. 10 Uhr: Konfirmandenprüfung. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Taufen. Mittwoch, nachm. ½8 Uhr: Nähverein und Frauenhilfe. Mittwoch, abend 8 Uhr: Passionsgottesdienst, anschließend Beichte für die Konfirmanden und deren Angehörige. Brackwede. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation der Kinder aus dem Nordbezirk(40+ 44) Pastor Ostermann, Pollekte für die weibliche Jugend im Nord= und Südbezirk. Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden aus dem Südbezirk. Kollekte für das Knabenheim in Gütersloh. 5 Uhr: Beichte und Abendmahlsfeier für die am Morgen Konfirmierten, dern Eltern, Paten und Angehörigen.— Donnerstag 8 Uhr: Passionsgottesdienst, Pastor Östermann. Brackwede=West. 10 Uhr: Vorstellung der Konfirmanden. Wegen des geringen Raumes bitten wir kleine Kinder nicht mitzubringen. Dienstag ElternbundBibelstunde. Freitag 5 Uhr: Passionsandacht, zugleich stille Vorbereitung zur Konfirmation. Sonntag ½4 Uhr: Jungfrauenverein. Brackwede=Senne 1. 10 Uhr:Pastor Neumüller(Prüfung der Konfirmanden). 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags 4 Uhr: Chr. V. j. Männer: Versammlung anschl. gemütliches Beisammensein im Gemeindehause, linker Saal. Mittwoch abends 8 Uhr: Passionsandacht im Gemeindehause. Senne II= Holte. Um 8 Uhr in Holte um 10 in Holte, um 10 Uhr in Senne II. Kollekte für Notstände. Don derstag um 5 Uhr in Holte, Freitag um 5 Uhr in Senne II Passionsgottesdienst, Kollekte. Steinhagen. Gottesdienst 10 Uhr. Prüfung der Konfirmanden. Kollekte für Friedrich Wilhelm=, Petriund Johannis=Stift. Nachm. 4½ Uhr BlautreuzBibelstunde bei Neubauer W. Ellerbrake. Freitag abend 6 Uhr Passionsgottesdienst. Zur Abendmahlsfeier Anmeldung erbeten. Isselhorst. 10 Uhr Gottesdienst, nachher Kindergottesdienst. Freitag 10 Uhr: Passionsgottesdienst mit Beichte und Feier des hl. Abendmahles. Ummeln. 10 Uhr Hauptgottesdienst. Kollekte für bedürftige Gemeinden der Provinz und das Kindergärtnerinnenseminar in Witten. 11¼ Uhr Kin dergottesdienst, 7 Uhr musikalische Abendfeier. Freitag 5½ Uhr Passionsgottesdienst mit Abend mahlsfeier. Sonnabend 2½ Uhr Beichte der Konfirmanden. Heepen. 10 Uhr: Konfirmationsgottesdienst, Predigt: Pastor Kruse(Zur Seligkeit berufen!) Kollekte für den Westfälischen Verband für weibliche Jugend.— Mittwoch 8 Uhr Blaukreuzstunde in Altenhggen. Sieker. 10 Uhr: Konfirmation und Abendmahlsfeier der Kinder aus dem Nordbezirk. 9½ Uhr Beichte, 11½ Uhr Kindergottesdienst in Schule II. 2 Uhr Kindergottesdienst in der Kirche. 8 Uhr Taufen. 4 Uhr Vorstellung der Kinder aus dem Südbezirk. Montag, 23. März, abends Kirchenchor. Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr Bibelstunde in Schule I. Donnerstag, 26. März, abends: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Freitag, den 27. März, abends 8 Uhr Passionsgottesdienst. Kapelle in Sieker. Vorm. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Halle i. W. ¼10 Uhr: Gottesdienst(Matth. 27, 11—26): Pastor Nase, Sammlung für den Ev. Kinderpflegeverband Westfalens und das Ev. Kindergärtnerinnenseminar in Witten. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst: Pastor Rathert. 2 Uhr: Prüfung der Landkonfirmanden: Pastor Rathert; Sammlung für das Missionars=Kinder=Erziehungsheim Johanneum in Gütersloh. 5 Uhr: Passionsgottesdienst mit hl. Abendmahl: Pastor Rathert. Katholische Kirche. Vorm. 9½ Uhr: Hochamt. 2½ Uhr: Andacht. Am 1. Sonntag im Monat außedem 7½ Uhr: Frühmesse. Borgholzhausen. 10 Uhr: Gottesdienst. Pastor Thalenhorst. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. 3 Uhr: Vorstellung der Konfirmanden aus den Stadtschulen, Pastor Wöhrmann. Freitag nachm. 5 Uhr: Passionsgottesdienst mit Beichte und Feier des hl. Abendmahls. Pastor Thaleithorst. Amtswoche derselbe. Schloßkapelle Brinke. Vorm. 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. 8 Uhr: Segensandacht Versmold. Amtswoche: Pastor Rohlfing. Sonntag 10 Uhr derselbe: Konfirmation der Kinder aus Versmold, Privatschule, Peckeloh, Wittel=Loxten, Leimweg. Koll. für Bedürfnisse der Gemeinde. Kindergottesdienst 11½ Uhr im neuen Lesezimmer. Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Konfirmanden aus Oesterweg, Hesselteich, Knetterhausen.— Freitag 5 Uhr: Passionsgottesdienst und Abendmahlsgang der am Sonntag konfirmierten Kinder. Dienstag 8½ Uhr: Bibelstunde im alten Lesezimmer. Katholische Kirche. 7½ Uhr: Frühmesse. 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht. Verantwortlich: für Politik Rudolf Triebel, für den örtlichen Teil sowie für Kunst und Wissenschaft Gerh. Farwick, für Anzeigen A. W. Staack. Verlag Bielefelder Druck= u. Verlagshaus GmbH. Bielefeld.— Druck: Westf. Vereinsdr. Herford. Geschafte! Vorophen Aillrag in Kauf und Miete kombiniert für Post- und Hausverkehr Reihen-Hnlagen mit Linienwähler Glühlampen u. Vollautomaten-Anlagen Pifa (hochtragend). Desgleichen Galt betien & F. Maack Nchf. N. Viereck, Bieleseld, Neustädter Straße 10—21. Tel. 2262. hat abzugeben Kolon Böckmann Jöllenbeck. Beiarieh Brineknann Nachf. Sätersloh, Königstr. 42, Fernruf 510 und 511 vermittel: An- u. 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Märs 1926 liegen während der Zeit vom 19. März bis einschl. 1. April ds. Is. für die Gemeinden in den Wohnungen der Herren Gemeindevorsteher und für die Gesamtschulverbände Brockhagen, Halle und Stockkämpen im Amtshause— Zimmer Nr. 1— zur Einsicht der Einwohner und Beteiligten offen. Halle i.., den 18. März 1925. Der Amtmann: .: Bähmer, Regierungsreferendar. Bleisfeld: .13--Lshale *e beiderwandstobe obernstt. Für kl. Arzthaushalt, Kind, wird zum 1. April zuverlässiges, kinderliebes Mädchen gesucht. Dr. Dünemann. Brake i. Westf. Sehellugt für unsere Leinenu. Tischzeugweberei stellen ein Strunkmann& Meister Herforder Str. 147. C für unsere LeinengarnSpulerei gesucht. (Leichte Arbeit). Sirunkmann& Melster Herforder Str. 147. Brennabor= Kmdeiibagtn kauft man am besten in Schzilges Kinderwagenhaus Odernstr. 38. Auderwagen=Verdecke werden mit besserm Ledertuch schnell und sauber bezogen. Geräte zur Methode Hägel Krummbach erhalten Sie bei der Landw. Maschinenu. 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