Gütersloher Zeitung. Nebst Beilage„Illustriertes Sonntagsblatt“. Vierteljährlich 1 Mark mit Botenlohn, durch die Post bezogen 1 Mark 25 Pfg. Erscheint drei mal wöchentlich und zwar am Dienstag, Vonnerstag und Lonnabend Abend. Geschäftsstelle in Güiteroloh, Kökerstraße 314/15. die 1spaltige Grundschriftzelle oder deren Raum 10 Pfg., bei 4maliger Wiederholung 25 v. H. Ermäßigung. Anpreisungen 25 Pf. Nr. 52 lndw. Flöttmann in Gütersloh. Mittwoch, den 2. Mai 1894. Für die Schriftleitung verantwortlich: /11 Jabro Fr. Slöttmann in Gütersloh. 141: Des Himmelfahrtstages wegen erscheint die nächste Nummer am Mittwoch Abend. Anzeigen für dieselbe werden bis morgens 12 Uhr erbeten. der Rede des Fürsten Bismarch anläßlich des Empfanges der bergischen Frauen=Deputationen erwähnen wir das Folgende: „Nicht mit allen Ehren ist Vergnügen verbunden, diese heutige aber ist mir sicher nicht nur Ehre, sondern auch erfreulich als Unterbrechung meiner Einsamkeit. Wenn ich von Einsamkeit spreche, so nehmen Sie das nicht als Klage. Ich bin hier im Walde lange nicht so einsam wie ost in den vorhergehenden 30 Jahren. Man ist immer am einsamsten in großen Städten, am Hose, im Parlamente, unter seinen Kollegen; dort fühlt man sich mitunter wie unter Larven die einzige fühlende Brust. Aber im Walde fühle ich mich niemals einsam, daß muß in der Natur des Waldes begründet sein. Ich weiß nicht, ob Sie in Ihrem Leben so viele Förster kennen gelernt haben wie ich; aber ich habe vorwiegend zufriedene Förster gekannt. Dagegen habe ich nie einen zufriedenen Kollegen gekannt, ebensowenig einen zufriedenen Parlamentarier, und ich habe früher, als ich noch Amte war, immer davon geträumt, daß Gott mir nachher noch ein Jahrzehnt lassen möchte, um meinen Neigungen im Land= und Waldleben wieder nachzugehen. Es ist vielleicht 40 Jahre her, da fragte mich einmal ein hannöverscher Freund über meine Zukunft, und ich sagte ihm, ich hoffte noch 10 Jahre Gesandter zu sein— das traf zu, denn es war im Jahre 1852. Dann sagte ich weiter:„Und dann zehn Jahre lang Minister, die letzten zehn Jahre aber still zu Hause auf dem Lande.“ Bei den zehn Jahren Minister ist es nun nicht geblieben, und ob die letzten zehn Jahre mir noch von Gott bewilligt sind, daß weiß ich nicht. Aber es war immer das Ziel, welches ich mir gesteckt hatte, im Landleben zu endigen, und das Pflichtgesühl ist es allein, das mich so lange im Dienste gehalten hat. Meine Gesundheit litt von Anfang an unter dem Widerspruche dessen, was ich machen wollte, und dessen, was ich durchbringen konnte, bei den immerwährenden Intriguen von oben und von unten. Daher war es mir 1887 mit meinem Abschiedsgesuche beim alten Kaiser völlig ernst. Auch vom Hose und von alten Freunden wurde ich damals im Sliche gelassen. Da kam 1878 nachher das Attentat von Nobiling, und ich sah den alten Herrn in seinem Blute liegen und so verbunden wie ein Kind in seinen Wickeln, und da sagte ich mir: es geht nicht, daß sch weggehe, und da mußte ich bleiben. Immer Kampf, immer Aerger, immer Intriguen; und dann kam der arme Kaiser Friedrich zur Regierung und verlangte, daß ich bleibe.— Aus alledem werden Sie entnehmen, daß ich zufrieden war, wie ich endlich, ohne Gefühl einer Pflichtverletzung meiner Neigung folgen konnte, auf dem Lande stil zu leben.“ Samoa. Einstmals, als es noch keine deutsche Kolonialpolitik gab, waren wir Deutschen zu bescheiden, um das Proteklorat über die Samoa=Inseln, das uns damals von selbst in den Schoß gefallen wäre, zu verkünden. Es war in den 70er Jahren, als das Hamburger Haus Goddefroy, welches die größten Plantagen aus den Inseln besitzt, zur Erweiterung seiner Unternehmungen die Bildung einer Aktiengesellschaft vorschlug und vom deutschen Reich die Bewilligung einer Zins=Garantie verlangte. Fürst Bismarck nahm sich der Sache an und befürwortete im Reichstage eine Reichszins=Garantie. Aber der kühne Gedankenflug dieses Mannes wurde nicht verstanden— die Vorlage wurde abgelehnt. Fürst Bismarck behielt aber wie immer den Kopf oben und sagle sich:„machen wir es nicht so, dann machen wir es anders". Sollte Samog nicht unter deutsche Herrschaft kommen, dann sollte es auch nicht die Beute anderer Staaten werden, und im Jahre 1879 schloß das Deutsche Reich mit dem König von Samoa, mit England und den Vereinigten Staaten einen Vertrag ab, durch den die Besitzergreisung der Inseln seitens einer der drei Mächte untersagt wurde. Damit und mit der gleichzeitig erfolgten rechtlichen Gleichstellung der drei Mächte war Alles erreicht, was für die damalige Zeit erreicht werden konnte. Die deutschen Niederlassungen auf Samoa waren zum Wenigsten davor geschützt, daß sie unter fremde Herrschaft gelangten. Die installierte Dreiherrschaft mußte jedoch früher oder später zu Kollisionen führen. Die Konsuln der drei Mächte bildeten die Munizipalität der Hauptstadt Apia, in der es auch an sortwährenden Reibungen nicht fehlte, die im Jahre 1888 zu einem bewaffneten Einschreiten der deutschen Schiffsmannschaft Anlaß gaben. Infolge dieser Streitigkeiten wurde 1889 die Berliner Konserenz einberusen, deren Resultat die Samoa=Akte war, in der offen zu Tage trat, daß keine der drei beteiligten Großmächte von ihren Rechten auf die Inseln auch nur ein Haarbreit aufzugeben willens sei. Eine vollends scherzhafte Seite gewann diese Akte noch durch die Bestimmung, daß in In's Herz getroffen. Erzählung von F. Arnefeldt. St. Hubertus war bereits vorüber, aber der November schien hinter seinem Vorgänger, dem Oklober, der ein sehr milder Herrscher gewesen, nicht zurückbleiben zu wollen, er zeigte noch ein sehr freundliches Gesicht und der Wald in seiner Farbenpracht vom dunkelsten Rot bis zum hellsten Gelb der Laubholzbäume, mit dem schwarz und blau schimmernden Grün der Nadelholzbäume und dem helleren Grün des Unterholzes, der Moose und Farren war von einer berückenden Schönheit. Gabriele sog in langen, durstigen Zügen die erquickende Waldlust ein und es war ihr, als befreie sie sich mit jedem Ausatmen mehr von der drückenden Last, die seit Wochen sich immer schwerer und beklemmender auf ihre Brust gelegt hatte. Das Leben neben Tante Lina, wie die immer dringender werdenden Werbungen des Amerikaners waren ihr unerträglich geworden und um diesen Zustand der Pein noch zu steigern, hatte sich zur nun auch noch Anton Labarre mit Liebesbeleuerungen genahl und Tante Lina angesangen, ihm eisrig das Wort zu reden. Wie eine Erlösung war ihr da ein Beief ihrer Freundin, der Tochter des Oberförsters Regler vom Godenberg erschienen, der sie aufforderte, endlich einmal wieder auf ein paar Tage oder ein paar Wochen in's Forsthaus zu kommen. Mit einem schnellen Entschlusse war sie zu ihrem Vater gegangen und hatte ihn um Erlaubnis gebeten, schon am nächsten Tage reisen zu dürsen, und unverzüglich, ja mit einer sellsamen Bereitwilligkeit halte der Doktor ihren Wunsch gewährt. Ohne das ein Wort zwischen ihnen gewechselt war, verstanden sich doch Beide, welchen Beweggrund diese Reise eigentlich entsprang; darin lag für Gabriele auch gleichsam eine beruhigende Ueberzeugung. Sie wußzte jetzt, daß ihr Ermangelung einer Verständigung zwischen den drei Großmächten der König von Norwegen und Schweden einen Oberrichter für Samoa zu ernennen hätte. Unter diesen Verhältnissen ist es erklärlich, wenn die Verwickelungen und Unruhen auf Samoa eigentlich nie aufgehört haben und es ist ganz und gar begreiflich, wenn man eine Beseitigung dieser Zustände in einer Aufhebung derjenigen Verträge erblickt, welche eine Dreiteilung der Herrschaft stipuliert haben. Es fragt sich nur heute, wie beim Ansang der Samoa=Politik, wer soll der Erbe dieses Dreibundes sein? Die in den letzten Tagen aus dem Washingtoner Repräsentantenhause eingelaufenen Nachrichten bezeugen, daß man in Amerika nicht willens ist, seine Ansprüche auf die Samoainseln fallen zu lassen. Aus England wird der Wunsch nach Inkorporirung der Inseln in die Kolonie Neuseeland zu erkennen gegeben. Unser deutsches Interesse kommt aber in erster Reihe in Betracht, weil wir die ausgebehntesten Plantagen auf den Inseln besitzen, und der gesammte Ausfuhrhandel derselben fast ausschließlich in deutschen Händen liegt. Von den dortigen Ein= und Ausfuhrzöllen im letzten Jahre sind 70% von den deutschen Häusern gezahlt worden. Von 48 in Apla im Jahre 1892 eingelausenen Schiffen waren 28 deutsche. Es giebt daher für uns nur eine Lösung der Samoafrage: Ueberlassung der alleinigen Schutzherrschaft an Deutschland. Sobald von einer Großmacht gegen die andere nicht mehr gehetzt werden wird, werden Ruhe und Frieden auch bei dem harmlosen Völkchen auf den Samoainseln wieder einkehren. Wie verlautet, soll die Samoafrage den wichtigsten Gegenstand des jüngst vom Herrn von Marschall dem Kaiser in Karlsruh erstatteten Vortrages gebildet haben. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Se. Majestät der Kaiser wird, wie verlautet, im Laufe dieses Sommers wiederum eine Seefahrt nach Norwegen unternehmen. Dieselbe wird voraussichtlich im letzten Drittel des Monats Juni angetreten werden. Ihre Majestät die Kaiserin ist am Sonnabend Nachmittag mit den Kindern und dem Gesolge aus Abbazia in bestem Wohlsein in Potsdam eingetroffen und begab sich alsbald zu Wagen nach dem Neuem Palais. Ein zehntägiger Besuch des Prinzen Heinrich am russischen Hofe in nächster Zeit wird, wie bereits milgeleilt worden, demnächst ersolgen. Verschiedenen Blättern wird dazu von Berlin geschrieben:„Eine politische Bedeutung ist, wenigstens unmittelbar, diesem Besuche nicht beizulegen. Mittelbar dagegen wird man doch poliVater die Werbung des Amerikaners nicht begünstigte, damit verlor sie aber auch das einzige Gewicht, das sie für sie gehabt hatte. Wohl blieb noch die bange Frage, was ihren Vater eigentlich an Schwarzenberg kette, aber einmal seinem Bannkreise entflohen, wies sie auch diesen Schatten von sich. Jugend und Frohsinn traten wieder in ihre Rechte und mit klopsendem Herzen und sich höher färbenden Wangen lauschte sie Mathildens Geplander, das immer wieder auf einen jungen Hausgenossen zurückkam, der seit Jahresfrist aus Godemberg lebte und Gabriele dort kennen gelernt hatte. „Dacht ich's doch!“ rief Mathilde, halb unmutig, halb belustigt in die Hände klopsend, als der Wagen von der durch den Wald führenden breiteren Fahrstraße abbog und in einen schmaleren Seitenweg einlenkte,„da ist er ja mitsamt den Hunden.“ Ein munteres Gebell ward hörbar, mit gewaltigen Sätzen sprangen zwei wunderschöne gelbbraune hunde herbei, umkreisten den Wagen, versuchten in die Höhe zu springen und folgten nur widerwillig den energischen Pfiff eines hochgewachsenen jungen Mannes mit kurzgeschnittenem hellblonden Haar, hellblondem Schuurrbart, treuherzigen blauen Augen und einem sonnverbrannten Gesichte. Er war im Jagdanzuge und hatte die Doppelflinte über der Schulter, dennoch schien es ihm mit dem beabsichtigten Pürschgange nicht gar ernst zu sein, denn er machte, nachdem er die Damen mil Mützenschwenken begrüßt hatte, sogleich Kehrt, trabte mit seinen Hunden um die Wette neben dem Wagen her und griff so tapfer aus, daß es ihm gelang, rechtzeitig vor dem Forsthause anzukommen, um den Damen beim Aussteigen behülflich zu sein. Als er Gabriele heraushob, war es ihr, als halte er sie eine Sekunde länger als nötig war in seinen Armen und drückte sie leise an sich, ehe er sie zu Boden setzte. Mil der Schnelligkeit des Blitzes tauchten ihre Augen in einander, dann wurden sie getrennt, und so sehr der junge Mann sich mühle, so sehnsüchtig ihm Gabrielens Herz entgegenklopste, es wollte sich für sie den ganzen Tag kein Augenblick seligen Alleinseins finden. Das Haus des Oberförsters Regler war ein liebeund kinderreiches und Gabriele hatte seit ihrer Rückkehr aus der Pension hier eine zweite Heimat gefunden. Der soviale Oberförster neckte sie, seine behäbige Frau ließ es sich angelegen sein, sie mütterlich zu verhätscheln, mit Mathilde hatte sie hunderterlei nichtige und doch wichlige Geheimnisse auszutauschen, die jüngeren Kinder sahen in ihr einen Spielkameraden, mit dem sich vortrefflich laufen, springen und tollen ließ. Auch heute nahm die frohe Kinderschaar, kaum daß Gabriele in dem ihr eingeräumten Giebelstübchen Hut und Mantel abgelegt halte, den Gast in Beschlag, bei Tische und während des Nachmittags ward sie von ihnen in Alem gehalten, mußle das zahme Reh, die jungen Hunde, das Pony und die Kaninchen sehen. Erst der früh hereinbrechende Abend befreite sie von ihren kleinen liebenswürdigen Drängern, nun nahmen sie aber die Oberförsterin und Mathilde zum Plaudern in Beschlag und als der Oberförster aus dem Forste heimkehrte, wollte auch dieser seinen Teil an der Unterhaltung haben. Er war ein leidenschaftlicher Musikfreund, öffnete, kaum daß man vom Abendessen aufgestanden war, den Flügel und rief: „Heute kann ich meine richtige Jägerlust haben. Hole die Noten des„Freischütz", Mathilde, Du singst das Aennchen, Winterfeld den Max und Gabriele ist eine treffliche Agalhe, das wissen wir.“ Der wackere Mann erhielt seinen Willen, Max zog durch die Wälder, durch die Auen, Mathilde gab schelmisch „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“ zum Besten und Gabriele ließ Agathens Nachtgesang ganz wie die Jägerbraut hinaus in den monobeglänzten Forst klingen. Dann schlug sie mit Winterfeld das von Liebe und banger Sorge so innig durchwehte Duett und Mathilde ließ es sich nicht tisch mit diesem Ereignis rechnen können, da dasselbe einen sehr deutlichen Beweis für die guten Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Petersburg an die Hand giebt, wie er in Paris namentlich doch einiges Kopfzerbrechen machen dürste. Nach ganz zuverlässigen Berichten ist die augenblickliche Stimmung des Zaren für Deutschland außerordentlich günstig, Prinz Heinrich überdies ersreut sich bei dem russischen Hofe überaus lebhafter Sympathien. Es wird mit großer Betonung versichert, daß im Laufe des Sommers jedenfalls zu einer Begegnung des deutschen Kaisers und des Zaren kommen werde. Möglich, daß dies geplante Zusammentreffen der beiden Souveräne durch den Besuch des Prinzen Heinrich in Petersburg befördert wird.“ Wilhelm von Rauchhaupt+. Der langjährige Führer der Konservativen ist Samstag nachmittag um 2 Uhr auf seinem Gute Storkwitz gestorden. Der Verblichene war am 26. Juni 1828 in Trebnitz a. d. Saale geboren, dem Abgeordnetenhause hat er mit kurzen Unterbrechungen von 1866 bis vor wenigen Jahren angehört. Im Jayre 1867 war er Mitglied des konstituierenden Reichstags und wurde 1887 nochmals in denselben gewählt. Der Kultusminister Dr. Bosse hat für die Gnadenkirche 10000 M. bewilligt. Für dies: Summe soll im Chorraum des Gotteshauses Glasmosaikschmuck angebrach werden, der in einer Rxooser Fabrik hergestellt wird. Die Werkstätten in Tyrol und Venedig fordern weit höhere Preise als diese deutsche Unternehmung. Professor Geselschap hat die Kartons unentgeltlich entworfen, so daß die Gemeinde nur einen kleinen Beitrag zu leisten braucht. Auch die Arbeiten im Innern der Kirche schreiten jetzt rüstig vorwärts, das dem schönen Aeußeren nicht nachstehen wird. Der„Reichsbote“ führt Angesichts des zu erwartenden Uebertritts der Braut des russischen Theonfolgers, Prinzessin Alix von Hessen, zum russischen Schisma eine sehr entschiedene Sprache. Er schreibt: Aus ehrlicher religiöser Ueberzeugung geschehen solche Uebertritte schwerlich, sondern aus Rücksicht auf die Vorteile und Ehren der einzugehenden Ehe; deshalb sind sie auch vom allgemeinen stitlichen Standpunkte aus zu verwersen und unterliegen bei bürgerlichen Personen der Verachtung. Jedenfalls sind sie aber auch bei Fürstinnen nicht im Stande, edie Autorität zu erhöhen, auf der doch das Fürstentum ruht. Wenn Fürsten die Religion für äußere Ehre und Vorteil hingeben, bürfen sie sich nicht wundern, wenn andere Leute um ihretwillen vor dem Altare nicht Halt machen und es immer schwerer wird, „dem Volke die Religion zu erhalten“. Die Väter und Brüder solcher Prinzessinnen sollten sich doch sagen, daß sie durch solche Konzessionen selbst die Grundlage ihrer Autorität zeistören. Einen besonders bitteren Beigeschmack erhalten diese Uebertritte dann, wenn sie von Fürsten konzessioniert werden, die in ihrem eigenen Lande das sogenannte Summepiskopat über die evangelische Kirche führen. Wenn solche Uebertritte von Privatpersonen geschehen, dann denkt sich jeder sein Teil dabei, aber die Oeffentlichkeit geht es weiter nichts an; anders aber ist es, wenn Fürstentöchter das thun, die Töchter oder Schwestern von deutschen evangelischen Landesfürsten und von Summepiskopi sind. Es ist für jeden Protestanten schmerzlich, die Gedanken, die sich dabei aufdrängen, nur zu denken und zu fühlen, geschweige auszusprechen— aber die Fürsten dürsen sich nicht wundern, wenn dadurch in der evangelischen Kirche die Freude an den Beziehungen der Fürsten zu ihr immer mehr abnimmt. Mit welchen Empfindungen müssen die Russen, insbesondere die russischen Fürsten, die so treu an ihrer Kirche halten, auf diese Uebertritte protestantischer Fürstentöchler und auf die evangelische Kirche sehen, deren Mitglieder so bereit sind, ihren Glauben gegen eine Fürstenkrone auszuwechseln, während russische Prinzessinnen, wenn sie deutsche Fürsten heiraten, wie z. B. die frühere Königin Olga von Württemberg, nicht daran denken, evangelisch zu werden, sondern ihrer griechischen Kirche treu bleiben, wie ein gleiches auch die katholischen Prinzessinnen in der Regel ihrer Kirche gegenüber thun, so duß von russischen Prinzen solches Ansinnen meist überhaupt nicht an sie gestellt wird. Die Neuregelung der Gehälter der Reichsbeamten nach Dienstaltersstufen macht es notwendig, daß für jeden der davon betroffenen Beamten die Dienstzeit festgesetzt wird, nach welcher das Aufrücken im Gehalt erfolgen soll. Diese Festsetzung ist nunmehr von Seiten der obersten Reichsämter vorgenommen und dieser Tage den Beamten mitgeteilt worden. Danach wird die Dienstzeit in der Regel vom Tage der Ernennung zum Beamten seiner Kategorie ab gerechnet, bei einzelnen Beamten hat jedoch auch die in niederen Kategorien im Reichsdienste verbrachte Zeit teilweise Aurechnung gesunden. Dagegen ist den aus dem Landesdienste, namentlich dem preußischen Staatsdienste, übergetretenen Beamten die Zeit des Landesdienstes sast ausnahmslos nicht angerechnet worden. Wie man der Berliner„Post schreibt, hat diese Nichtberücksichtigung der Staatsdienstzeit vielfach Unzufriedenheit bei den Beamten erregt, zumal nach dem Reichedeamtengesetz ein Unterschied zwischen Reicht= und Staatsdienst allgemein ausgeschlossen sein sollte. Zunächst ist nehmen, mit einigen schelmischen Seitenblicken auf„den schmucken Freier“ der Freundin den schönen Jungsernkranz mit veilchenblauer Seide zu winden. Wieder trafen sich Gabrielens und Winterselds Augen; heiß egrötend wandte sie sich ab und war froh, als die Oberförsterin mit einem Hinweis auf die vorgerückte Stunde der musikalischen Unterhaltung ein Ende machte und Hausgenossen und Gäste zu Bell kommandierte.(Fortsetzung folgt.) man gespannt, ob die im nächsten Jahre beabsichtigte Gehaltsregelung der höheren Reichsbeamten, die doch bei dem erst kurzen Bestehen der meisten Reichsämter zum großen Tell aus dem Staatsdienste entnommen sind, nach den gleichen Grundsätzen erfolgen wird. Die evangelische Generalsynode soll, wie die„V. Z.“ erfährt, in der zweiten Hälste des Oklober einberufen werden. Es wird sich um die Frage der Agende handeln; außerdem aber wahrscheinlich um den geplanten Erlaß eines Gesetzes, wodurch die neuen preußischen Provinzen zunächst für die Versorgung von Witwen und Waisen der Geistlichkeit an das Synodalgesetz angeschlossen werden sollen, das bis jetzt nur für die älteren Provinzen Giltigkeit hat. Kommt dieser Plan zur Ausführung, so rechnet man mit einer vierwöchigen Dauer der Verhandlungen der Generalsynode. Der Generalsynodalvorstand ist zu einer Sitzung mit dem Evangelischen Oberkirchenrat auf den 9. Mai einberusen. Er wird den Tag vorher, am 8. Mai, eine Beratung für sich abhalten. An erster Stelle kommt die Wiederbesetzung der beiden erledigten Generalsuperintendenturen in Magdeburg und Königsberg zur Beratung, dann wird die Wiederbesetzung einer Mitgliedsstelle im Oberkirchenrat zur Verhandlung gelangen und endlich wird der Oberkirchenrat wahrscheinlich mit dem Generalsynodalvorstande noch eine Konferenz über die Agende nach den Beschlüssen der Kommission abhalten. Frankreich. Am Sonnabend wurde die Verhandlung gegen den Anarchisten Heury um 12 Uhr Mittags unter starkem Zudrange des Publikums eröffnet und die Vernehmung der Zeugen fortgesetz. Der Direktor des Laborateriums, Girard, erklärt, Heury hätte die in der Rue des bons Enfants gelegte Bombe nicht allein anfertigen können. Henry versicherte dagegen, daß er allein der Schuldige sei. Nach der Vernehmung von Lehrern und Mitschülern Henrys, welche zu seinen Gunsten aussagten, behauptete ein der Familie Heurys befreundeter Arzt, Henry sei wahnsinnig, wogegen Letzterer lebhaft wiedersprach. Damit war das Zeugenverhör beendigt. Hierauf verlas Henry ein langes Schriftstück, in welchem er seine Theorien darlegte. Der Vertheidiger plaidierte in Anbetracht der Jugend, des Mangels an Einsicht und der angeborenen Eigenschaften des Angeklagten für mildernde Umstände, während der Staatsanwalt die Todesstrafe beantragt hatte. Nach dreiviertelstündiger Beratung verurtellte das Schwurgericht Henry zum Tode. Der Angeklagte begrüßte das Urteil mut dem Rufe:„Mut Kameraden: es lebe die Anarchie!“ Nach seiner Verurteilung wurde der Anarchist Emil Heury noch am Sonnabend in das Gefängnis La Roquelte überführt; er weigert sich, gegen das Urteil des Gerichtshoses Berusung einzulegen. Die Hinrichtung Henrys dürfte voraussichtlich in den nachsten Tagen erfolgen. Sonnabend abend um 9½ Uhr explodierte an der Eingangsthür der Kirche Saint Jacques in Lüttich eine Bombe, welche auf einen Hausen Steine gelegt war. Mehrere Feusterscheiben der Kirche und der benachbarten Häuser wurden zertrümmert; Personen sind nicht verletzt, Der Dowe'sche Panzer. Der vielbesprochene und oft probierte Dowe'sche Panzer hat jetzt auch die Aufmerksamkeit des Kriegsministeriums auf sich gezogen. Am Sonnabend Nachmittag wurden Versuche im Wintergarten vorgenommen, welchen etwa 25 Offiziere aus dem Kriegsministerium, dem Generalstabe, von der Artillerie und dem Ingenieurkorps beiwohnten; man sah darunter Oberst von Gößnitz vom Kriegsministerium, Oberst=Leutnant Brinkmann, Präses der GewehrPrüfungskommission, Major Eden von der vierten Ingmieur=Inspektion, Mitglied des Ingenieur=Ausschusses, Hauptmann Block v. Blottnitz, Adjutant des Direktors des allgemeinen Kriegsdepartements, serner Mr. Jackson, Mitglied der amerikanischen Botschaft. Als Schützen waren, abweichend von allen bisherigen Versuchen, ein Gefreiter vom Garde=Jägerbataillon und ein Sergeant vom 14. Jägerbataillon aus Kollmar mit ihren eigenen Büchsen kommandiert. Die zur Verwendung kommenden Palronen waren in versiegelten Packeten zur Stelle gebracht, um jeden Zweisel von vorn herein auszuschließen. Der Erfinder war bereit, seine gepanzerte Brust als darzubielen, doch wies Oberst von Gößnitz das Anerbieten zurück mit dem Hinweis, daß durch irgend eln Versehen ein Unglücksfall eintreten könnte. Der Panzer wurde gegen einen Eichenblock so auf einen Tisch gestellt, daß er mit der Tischplatte einen stumpfen Winkel bildete. Man wollle seststellen, ob das Geschoß in dem Panzer stecken bleibe oder in demselben Winkel zurückschlage, in welchem es getroffen habe. Das Gewehr des Sergeanten lud OberstLeutnant Brinkmann, und der Erstere gab zunächst zwei Schüsse auf die Mitte des Ziels ab. Die Geschosse blieben im Panzer stecken. Dann konnte sich der Kunstschütze Martin mit seinem Militärgewehr beteiligen, mußte dieses aber gleichfalls vom Oberst=Leutnant Brinkmann laden lassen. Im Ganzen wurden aus einer Enisernung von nur zehn Schritten vierzehn Schüsse aus den Panzer abgegeben, die auf verschiedenen Stellen, zum Teil dicht an die Kante trafen. Auf der Rückseite zeigte der Panzer nicht die geringste Spur. Das Gesamturteil bestätigte die schon früher erprobte Kugelsicherheit. Man glaubi, daß nun auch der Kaiser einem Schießversuche auf den Panzer beiwohnen wird. Aus den Hammern. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 28. April. In der zweiten Beratung der Synodalordnungs= novelle führ! Abg. v. Eynern aus, bei Schaffung der Synodalordnung sei man allseitig bestrebt gewesen, allen Richtungen der evangelischen Kirche Raum zur Entfaltung zu geben. Bei der Besprechung der Erfahrungen mit dem Gesetze hatten alle, ausgenommen Stöcker, erklärt, sie seien befriedigt. Als ich in der Kommission den Minister fragte, welche Richtung diese Gesetzgebung nehmen werde, erklärte er, er habe davon keine Ahnung. Wie befürchten, daß er mit Stöcker eine orthodoxe Richtung einschlägt. Dies beweise auch das Kokettieren der Herren Stöcker u. a. mit dem Zentrum. Kultusminister Bosse erwidert:„Das Apostolikum hat mit der Vorlage nichts zu thun. Ich halte unbedingt aufrecht: die Vorlage ist ein Ausdruck des Geistes des Friedens und der Versöhnung. Abg. Stöcker führt aus, ihm gehe der Entwurf noch lange nicht weit gegug. Wer Interesse an der Kirche habe, stimme dem Entwurse zu.(Lebhafter Widerspruch links.) Das Zentrum habe das Recht und die Pflicht hier mützusprechen. Abg. Enneccerus führt aus, der Kultusminister habe die Vorlage ein Friedensgesetz genannt; die Rede Stöcker's habe das Gegenteil gelehrt. Er könne auf dessen Schmähungen überhaupt nicht antworten. Die Generalsynode sei nicht die Vertretung aller Richtungen der evangelischen Kirche. Die Nationalliberalen beständen nur auf Ablehnung des Wahlrechtes und Gelöbnisses. Nachdem die Abänderungsanträge abgelehnt sind, gelangt§ 1 mit den Stimmen der Konservativen und des Zentrums zur Annahme. Ebenso wird der Rest des Gesetzes angenommen. Herrenhaus. Sitzung vom 27. April. Das Herrenhaus beschloß zunächst, die von dem Abgeordnetenhaus zu erwartenden Vorlagen über die Errichtung der Landwirtschaftskammern und über den DortmundRheinkaual an besondere Kommissionen von je 15 Mitgliedern zu verweisen. Darauf wurde in die Beratung der Sekundärbahn=Vorlage eingetreten und dieselbe nach kurzer Beralung angenommen. Bei der Elatsberatung beklagt Gras Mirbach die mangelhafte Fürsorge des Reiches für die Landwirtschaft sowie die Anschauung, daß dieselbe nicht zur Kompelenz des Reiches gehöre. Ministerpräsident Eulenburg führt aus, er könne und wolle auf alle Angriffe gegen den Reichskanzler eingehen. Die Angriffe gegen die Reichsregierung solle man doch im Reichstage einbringen. Hier im Herrenhause seien er und die Minister verantwortlich und bereit, Rede zu stehen. Minister Thielen erklärt, die Ansichten der Staatsregierung über die Staffeltarife hätten sich nach deren Aufhebung nicht geändert. Die befürchtete Ueberschwemmung mit russischem Getreide ist nicht eingetreten. Ich bin überzeugt, daß eine solche auch kange nicht in dem befürchteten Maße eintreten wird. Wir können jetzt nur abwarten und alle Verhältnisse sorgsättig prüfen(Beifall). Graf Frankenberg spricht die Hoffnung aus, daß die Regierung bald zu den Staffeltarisen zurückkehre. Geaf Klinkowström bittet den Minister dringend, die Frage der Tarisermäßigungen im Auge zu behalten, demit das preußische Getreide dem russischen gegenüber nicht benachteiligt werde. Sitzung vom 28. April. Elatsberatung. Im Lause der Debatte erklärt der Finanzminister, die Steuerreform bezwecke lediglich eine gerechte Verleitung der Lasten. Durch den Mehrertrag der Eisenbahnen gegen den Voranschlag werde das Defizt um etwa 20 Millionen vermindert. Minister Tielen teilt mit, am Jahresschlusse würden 1000 Kilometer Kleinbahnen vorhanden sein. Beim Eiat der landwirtschaftlichen Verwaltung hebt der Landwirtschaftdminister v. Heyden hervor, die Grenze sei nahezu gänzuch gegen Schweine gesperrt. Das Ministerium bedürfe keiner Anregung zu Erwägungen, wie der Landwirtschaft zu helfen sei.— Schließlich wurden der Gesamtetat, das Etatsgesetz sowie dan Anleihegesetz angenommen. Ans Ort und Provinz. : Gütersloh, 1. Mai.[Sommerfahrpan.] Mit dem heutigen Tage ist der neue Sommerfahrplan in Krast getrelen. Die Abfahrtzeiten auf hiesiger Station haben sich nur für 2 Züge um einige Minuten geändert. Der nach Hamm bisher 7 Uhr 32 Min. abends abfahrende Personenzug fährt jetzt 7 Uhr 29 Min. Der nach Bielefeld bisher abends 8 Uhr 28 Minuten abfahrende Personenzug fährt jetzt 8 Uhr 26 Min.— Den kleinen Taschenfahrplan haben wir entsprechend abgeändert und au anderer Stelle zum Abbruck gebracht, diejenigen Leser, welche denselben unter den Uhrdeckel tragen, werden gut thun den neuen Fahrplan gleich an Stelle des alten anzubringen. . Gütereloy, 1. Mai.[Fluchtlinienplan.] Nuchdem schon von verschiedenen Straßen der neue Fluchtlinienplan genehmigt, ist nunmehr auch der neue Fluchtlinienplan für die Münsterstraße festgesetzt nachdem derselbe 4 Wochen lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Statihauamte offen gelegen hat und Einwendungen nicht gemacht sind. yI Gütersloh, 1. Mai.[Vortrag.] Dec um Sonntag Nachmittag auf Veranlassung des Naturheilvereins im Vereinshause hierselbst nur für Damen gehaltene Vortrag der Frau Leistner aus Chemnitz über Frauenkrankheiten und deren Abhülfe war recht zahlreich besucht, eo sollen, wie uns mitgeteilt wird, die Ausführungen und Ratschläge der vortragenden Dame im Aligemeinen eine günstige Aufnahme gefunden haben. * Gütersley, 1. Mai.[Ortskrankenkasse III.] Wie an dieser Stelle mitgeteteilt war, hatte der Vorstand der Ortskrankenkasse III sich insolge des freisprechenden Urteils des Landgerichts zu Bielefeld in der Strafsache gegen den Maurer Hagenkord wegen Betrugs und Betrugsversuchs an die Königliche Staatsanwaltschaft in Bielefeld gewandt mit dem Ersuchen, wenn irgend möglich eine Revision des Urteils zu veranlassen. Es ist darauf die Antwort eingegangen, daß Revision eingelegt sei, sie habe aber zürückgenommen werden müssen, weil die Freisprechung lediglich auf thatsächlichen Erwägungen beruhe, deren Augriff in der Revisions=Instanz durch Gesetz ausgeschlossen sei. ( Gütersloh, 1. Mai.[Wanderbeiteles.) Landrat Dr. Osterrath zu Wiedenbrück ersucht die Einwohner des Kreises durch eine Aufforderung im Amtlichen Kreioblalt dringend, an Wanderbettler keine Geldgeschenke zu verabfolgen. Die Naturalverpflegungsstationen nehmen jeden mittellosen Reisenden, der eine geringe Arbeitsleistung nicht scheut, auf und geben ihm ordentliches Nachtquartier und genügende Tagesverpflegung auf Kosten des Kreises, so daß hier im Kreise die an den Thüren gegebene Unterstützung allein den arbeitsscheuen unordentlichen Wanderern zu Gute kommt. 1. Mai.(Posthülfsstelle.] Auf dem bisher zum Landbestellbezirke Friedrichsdorf gehörigen Bahnhose Isselhorst ist mit dem heutigen Tage eine Posthülfsstelle, welche die Bezeichnung„IsselhorstBahnhof“ erhatten hat, in Wirksamkeit gelreten. * P r a c k w e d e, 3 0. A p r i l.[ G e f u n d e n] w u r d e n in einem Fichtengehölz der Gemeinde Senne I: 2 Säcke mit Tabak(Pakete à ¼ Pfund), 2 Säcke mit Kaffeebohnen, sowie ein großer Topf voll Schmalz, welche Gegenstände allem Anscheine nach von einem Diebstahle herrühren. Die sich legimirrenden Eigentümer wollen ihre Ansprüche baldmöglichst bei der hiesigen Polizei=Verwaltung geliend machen. * Bielefeld, 30. April.(Jugendliche Diebe. Ende vorigen Jahres bezw. aufang dieses Jahres waren in Werther eine Reihe Einbruchsdiebstähle verübt worden, ohne daß man der Thäter habhaft werden konnte. Schließlich stellte es sich heraus, daß es Knaben waren, die auf diese Weise längere Zeit ganz Werther in Aufregung gesetzt halten. Zwei dieser Burschen gestehen eine Reihe Einbruchsdiebstähle ein. Diese beiden Burschen stehen noch im Verdacht, gemeinschaftlich einen Grabstein auf dem Friedhose zu Werther beschädigt zu haben. Der Gerichtshof erkannte gegen beide auf eine Gesamtstrafe von 9 Monate Gefängnis. Die Mutter des einen Knaben, welche die von ihrem Sohne gestohlenen Sachen in einem Falle angenommen hatte, wurde wegen Hehlerei zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Herford, 30. April.[Ein TaubstummenGottesdienst] findet hier in der Münsterkirche am 6. Mai statt. * Von der Ems, 30. April.[Bienenzucht.) Die Bienenzucht ist in diesem Jahre hier um fast vier Wochen gegen das Vorjahr voraus. Die warme Witterung hat den Raps, welcher eine vorzügliche und ausgiebige Nahrung für die Bienen abgiebi, rasch zur Blüle gebracht. Dieser Umstand wird von Imkern unter großen Mühen ausgenutzt. Da in Ostfriesland der Rapobau sehr verbreitet ist, so werden aus den Kreisen Aschendorf und Hümmling gegenwärtig die Bienen nach Ostfriesland gebracht, wo laut„Hann. Cour.“, für den Kord 25—40 Pfennig Standgeld erhoben„werden. Die Mühe der Imker wird bei einigermaßen gutem Wetter reichlich entschädigt, da die Völker im Durchschnitt bis zu 10 Pfund Honig in kurzer Zeit eintragen. * Warendorf, 30. April.[Industrielles.] Nachdem im Vorjahre vor dem Freckenhorsterthore eine größere Eisengießerei errichtet, tragen sich zwei hiesige Bürger seit kurzem mit dem Plane, in der Nähe der vorerwährten Gießerei eine Zemen=Ziegelfabrik zu errichten. Das Vorhaben ist bereits soweit gediehen, daß zwei größere Betriebsmaschinen demnächst zur Aufstellung gelangen. * Münster, 26. April.[Statistik.]) Nach der nunmehr fertig gestellten Statistik des 8. deutschen Turnkreises(Rheinland=Westsalen=Lippe) zählle der Kreis am 1. Januar 1894 im ganzen 456 Vereine mit 44623 Milgliedern, wovon 30338 Steuernde; er hat mithin im letzten Jahre um 45 Vereine, 3375 Mitglieder und 3257 Steuernde zugenommen. Die Zahl der losen Vereine, welche nicht zum Kreise gehören, beträgt immerhin noch etwa 260. * Käln, 30. April=[Ein falscher Alarm) rief am Sonnabend nachmittag große Aufregung in Köln hervor, und zwar handelte es sich diesmal nicht um eine böswillige Alarmirung der Feuerweh, bei der dies schon häufiger vorkommt, sondern um nichts Geringeres als eine Alarmirung der Tiuppen der Garnison. Gegen 2 Uhr traf nämlich im Gouvernement eine Drahtmeldung aus Koblenz ein, wonach der Kaiser auf der Reise nach Köln begriffen sei und zwischen 4 und 5 Uhr die Garnison alarmiren werde. Die Nachricht rief natürlich im Militär=Kasino große Bestürzung hervor. Dieselbe war auch bereits vom Gonvernement an die einzelnen Truppenteile weiter gegeben worden, welche denn auch schleunigst sich marschbereit machten. Nach Verlauf von einer halben Stunde war aber schon ermittelt, daß die Meldung salsch war. Wer die Nachricht am Telegraphenamt in Koblenz aufgegeben hat, konnte bis jetzt nicht mit Bestimmtheit ermittelt werden. Vermischtes. —[Die Thüringer Gewerbe= und Industrie=Ausstellung,] die vom 1. Mai bis 30. Sept. in Erfurt stattfindet, ist durch die rege Beteiligung bereits weit über die anfänglich gesteckten Grenzen hinausgewachsen. Die Vielseitigkeit, welche sich durch die Mitwirkung der umfangreichen und interessanten Thüringer Industrie, des Gartenbaues, der Landwirtschaft, durch die aus dem ganzen deutschen Reiche beschickten Sonderausstellungen von Motoren und Hilfsmaschinen für das Kleingewerbe, von Gemälden, Frauenarbeiten, Altertümern, Rassehunden usw, entwickeln wird, macht einen Besuch Erfurts in Verbindung mit den Glanzpunkten des Thüringer Waldes dies Jahr äußerst lohnend und genußreich. —[Den„Getreuen von Jever“] ist auf ihre diesjährige Sendung an den Fürsten Birmarck folgende Dankesäußerung zu Theil geworden:„Ihre freundliche Sendung ist zum 1. April wohlb=halten eingetroffen und die Eier waren alle vorzüglich. Die platideutschen Begleitverse Ihrer liebenswürdigen Gaben erhalte ich stets mit besonderem Vergnügen und habe in diesem Jahre das lange nicht gehörte Wort„moi“ darin wieder begrüßt, welches mir aus einer Reise durch Holland und Friesland lebhaft in Erinnerung ist und sich in Pommern in der Form„moilich" oder„mojelich" wiederfindet. Möchte der beginnende Sommer auch bei Ihnen für Stadt und Land gedeihlich werden, wie der gute Anfang es hoffen läßt. Mit diesem Wunsche verbinde ich den Ausdruck meines herzlichen Dankes für dus neue Zeichen Ihrer freundschaftlichen Gesinnung. v. Bismarck“ — Biberach.[Vor einigen Tagen wurde in dem Städichen Alberweiler] ein Kämpfer aus dem Ruhmesjahren 1870 und 71 zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat in den Kämpfen bei Orleans einen Schuß in den Rücken erhalten. Allen Bemühungen der Aerzie konnte es nicht gelingen, die Kugel aus dem Körper zu entsernen. Während der ganzen Zeit von 24 Jahren hatte die Kugel im Körper des Unglücklichen gesessen und war die Ursache eines langjährigen, schweren Nevenleidens und Siechtums gewesen. Diesem Nervenleiden ist er schließlich auch erlegen, und die Sektion seiner Leiche hat ergeben, daß die Kugel so ties in den Wirbeltnochen eingedrungen war, daß sie vollständig in demselben verschwunden ist. Ein Versuch, die Kugel bei Lebzeiten des Verstorbenen mittels einer Operation entsernen zu wollen, hätte unbedingt den Tod desselben zur Folge gehabt. —[Der deutsche Dampfer„Hermann“ rettete bei der Jusel Moen den Kapitän und den Steuermann des im Sturme am Montag untergegangenen dänischen Schiffes„Albert“, welches mehrere Stunden hindurch sich auf Plankenstücken über Wasser gehalten halten. Bei dem Reitungswerk wurde das Rettungsboot des Dampfers „Hermann“ zerschlagen. —[Großfeuer] Das Kirchdorf Rehwinkel bei Thorn ist von einem surchtbaren Brandunglück betroffen worden. Da alle Häuser mit Stroh gedeckt waren, erfaßte das Element in kurzer Zeit den größten Teil des Dorfes. 24 Bauernhöse mit 40 Gebärden sind zerstört. Ueber hundert Familien sind obdachlos; fast alle Pferde, Rinder, Haustiere sind umgekommen. Das Feuer soll durch Unvorsichtigkeit entstanden sein —[Eine elektrotechnische Ausstellung wird in Leipzig in der Zeit vom 8. bis 17. Juni d. J. bei Gelegenheit der II. Jahresversammlung des Verbandes der Elektrotechniker Deutschlands veranstaltet. Den Anmeldebogen, die soehen zur Versendung gelangen, entnehmen wir, daß sowohl die Platzmiele, als die Krast zu mäßigen Preisen berechnet werden, so daß auch kleineren Firmen die Beteiligung ermöglicht ist. Zu bedauern ist nur, daß die vom 10. April datierten Aufforderungen den 25. April als Schlüßtermin für Anmeldungen von Objekten festsetzen, die noch im Katalog berücksichtigt werden sollen. —[Zum Erdbeben in Griechenland.] Aus verschiedenen Distrikten wird das Entstehen großer Krater gemeldet, soelche andauernd rauchen und ein starkes unterirdisches Gelöse verursachen. Danach scheinen noch weitere Konvulsionen bevorzustehen. Unwelt Dragana haben sich elf riesige Erdrisse gebildet, gerade auf der Stelle, wo früher ein Vorwerk gestanden hat, das gänzlich in dem Abgrunde verschwunden ist. Es entsteigen diesen unheimlichen Spalten dicke Dampswolken. Auch in Chalkis, wo bekanntlich brei Kirchen einstürzten, während die Andächtigen dort beteten, sind viele Personen vor Schreck wahnsinnig geworden, darnnter die Tochter des Demarchen, ein bildhübsches Mädchen. Die Presse bringt über die Zahl der Toten kaum glaubliche Zahlen, die hoffentlich nicht zutreffen. Danach sollen allein in Chalkis etwa 600 Personen verunglückt sein. —[Der deutsche Flachsbau.] Dem Vernehmen nach haben die im Laufe des Winters stattgehabten Agitationen für die Wiederaufnahme des Flachsbaues in Deutschland mehrfachen Erfolg gehabt. Aus den verschiedensten Landesteilen, besonders aus Süddeutschland, wird gemeldet, daß man in weiten Kreisen der Angelegenheit große Aufmerksamkeit schenkt. So haben süddeutsche Spinnereien eine ganze Wagenladung Saatlein zur Austeilung an Landwirte bezogen. Auch in Westfalen ist eine große Nachfrage nach Saatgut aufgetreten. Humoristisches. —(Grob.] Chef(zu seinem Associe):„Wir müssen unseren Reisenden entlassen, er hat allen unseren Kunden erzählt, ich wär' ein Esel!"— Associe:„Na, ich werde nachher mit ihm sprechen, und ihn bitten, solche Geschäftsgeheimnisse künftig nicht auszuplandern!“ —[Wenigstens etwas.] Student:„Na, wie ist's Dir im Physikum gegangen?"—„Bin gerasselt. Aber die drei ersten Fragen hab' ich doch ganz gut beantwortet.“—„Wonach haben sie Dich denn da gefragt?“ —„Nach Namen, Geburtsort und Alter.“ Für die durch Brand Geschädigten in Lippspringe sind ferner eingegangen: M. Sch. 1,50 M., N. N. 2 M. Bis heute sind eingegangen 27,00 Mark. Weitere Gaben werden zur Weiterbesörderung gern angenommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Donnerstag, den 3. Mai. (Cyristi Himmelfahrt.) Neue Kirche: Morgens 10 Uhr: Pastor Siebeld. Alte Kirche: Morgens 10 Uhr: Pastor Greve. Nachmittags fällt der Gottesdienst aus. Katholischer Gottesdienst. Donnerstag, den 3. Mal. Fest: Christi Himmelfahrt. Morgens 6 Uhr: Frühmesse. Morgens ½9 Uhr: Prozession; darauf Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittags 3 Uhr: Besper und Maiandacht. Auch Te Deum zum Beschluß der für den Empfang der hl. Osterkommunion festgesetzten Zeit Knorr’s Suppentafeln in allen Sorten, Liebigs Fleischextrakt in frischer Füllung. W. Küster. für Priv. und Restaur. von e. Ia. Hamburg. Hause ges. Bem. u. H 4104 an Heinr. Elslor, Hamburg. Bekanntmachung. Nachdem der Fluchtlinienplan der Münsterstraße lau unserer Bekanntmachung vom 19. März cr. auf die Daner von 4 Wochen zu Jedermanns Einsicht aus dem hiesigen Stadthauamte offen gelegen hat, und keine Einwendungen gegen denselben erhoben sind, haben wir den bezeichneten Fluchtlinienplan nunmehr förmlich festgesetzt. Derselbe liegt auf dem Stadtbauamte vom 2. Mai d. J. ab auf die Dauer von 8 Tagen zu Jevermanns Einsicht offen. Gütersloh, den 1. Mai 1894. Der Magistrat. Mangelsdorf. Mobilar=Verkauf. Am Mittwoch, den 2. Mai, morgens 9 Uhr, verkauft Fräulein Emma Neuhaus, am alten Kirchhof hier, meisthielend gegen Barzahlung: 1 Vertikow, 1 Sosa, Sessel, 1 Pianino, Kommoden, 2 Spiegel mit Konsolen, Stühle, 1 Nähtisch, Betten, Bettstellen mit Matrazen, Bilder, Uhren, 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank, 1 Anrichte, 1 Kochmaschine, Oesen, Porzellan, die sämtlichen Haus- u. Küchengeräte ferner die vorhandenen Ladenreale, 2 Nähmaschinen, Movelle für die Damenschneiderei u. s. w. Gütersloh, den 28. Avril 1894. Frentrup. Bekanntmachung. Gesunden wurden in einem Fichlengehölz der Gemeinde Senne 1: 2 Säche mit Tabak(Pachete u ¼ Pfund), 2 Säcke mit Kasseebohnen, sowie ein großer Topf voll Schmalz, welche Gegenstände allem Anscheine nach von einem Diebstahle herrühren. Die sich legitimierenden Eigentümer werden hierdurch aufgesordert, ihre Ausprüche baldmöglichst bei der hiesigen Polizei=Verwaltung geltend zu machen. Brackwede, den 27. April 1894. Die Polizei=Verwaltung. I. V.: Der Beigeordnete. Mumperow. Tolgr.-Adr.:„Glückskollokte Berlin“. Bonner Victoria-Lotterie. Ziehung bestimmt 8. Mat er. Hauptgewinne bar Mark 20000, 10000, 5000 etc Original-Lose à 1 Ma k. 11 Lose 10 Mark. Porto u. Liste 30 Pig. extra ompfichlt u. versendet sofort M. Meyer's Glückskollekte, Berlin 0. 1., Grüner Weg 40. Stmia Heute wurde uns durch Gottes Güte ein dritter Junge geboren. Johanna, geb. Vogt. Friedewalde, Sonntag Rogate, 29./4, 94. EEFRRTT Die Verlobung meiner Tochter Glara mit Herrn Stegiried Merklinghauszeige ich ergebenst an. Fran Cbarlotte Schollger, geb. Güth. Gütersloh, im April 1894. —98— Meine Verlobung mit Fräulein Olara Schnitger, Tochter des verstorbenen Postdirektore Wilhelm Schnltger und seiner Gemahlin Charlotte geb. Güth zeige ich ergebenst an. Sieglried Merklingbaus. Sundern b. Gütersloh, im April 1894. Todes=Anzeige. Am Sonntag Abend 6 Uhr verschied sanft nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Bruder und Schwager Priedrich Voltmann im Alter von 53 Jahren 7 Monaten, was wir Verwanzten und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. Gütersloh, den 30. April 1894. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Krankenhause aus Katt. WasserleitungsKXLT Rertor P. Picsenbachs * mise Wichenbach geb. Sehirmer Vermählte. Bleicherode, am 30. April 1894. rerrerten Gemeinfaßliche Belehrung über die Kennzeichen und den Verlauf der bei den Schweinen auftretenden Seuchen (Rotkaufseuche, Schweineseuche und Schweinepest). II. Schweineseuche und Schweinepest*), Die Schweineseuche(Schweinepest) war früher in Deutschland selten; durch den Bezug von englischen Schweinen ist sie zunächst in die Züchtereien eingeschleppt und dann von hier aus durch den Viehhandel weiter verbreitet worden. Sie wird hauptsächlich durch den Ankauf von Schweinen in die Ställe gebracht. Die Schweineseuche ist viel ansteckender wie der Rotlauf; es erkranken nach dem Ausbruche derselben in kurzer Zeit meistens viele, oft alle Thiere desselben Stalles. Auch breitet sich die Seuche nicht selten schnell über mehere Bestände desselben Gehöftes aus. Dem Wesen nach ist die Schweineseuche eine ansteckende Lungendarmentzündung. Je nach der vorwiegenden Erkrankung der Lungen oder des Daims sind die Erscheinungen verschieden und treten bald die Symlome der Lungenentzündung, bald die des Darmleidens in den Vordergrund des Krankheitsbildes. In der Regel beginnt die Krantheit mit Fieber, mangelnder Freßlust, Thränen der Augen und großer Schwäche, Letztere ist so auffällig, daß die Thiere mit dem Hintertheil hin= und herschwanken und der Gang tanmelnd wird. Bei den meisten Schweinen, besonders bei halbwüchsigen und großen Thieren, zeigt sich dann häufiger Husten und beschleunigtes schmerzhaftes Atmen. Bei vielen Schweinen, namentlich bei Ferkeln und Läufern tritt heftiger Durchfall und ein mit Schorfbildung verbundener Ausschlag am Halse, auf dem Rücken, oder an anderen Körperstellen ein. Neben diesen Symptomen zeigen viele Thiere auch blaurote Färbungen der Ohren und des Rüssels oder große rote Flecke und Streisen auf dem Rücken, unter dem Halse, dem Bauche u. s. w. Die Augen der Thiere sind oft durch eine zähe eitrige Masse verklebt. In allen Fällen magern die Thiere schnell ab. Wirksame Heilmittel kennt man bis jetzt für diese Krankheit nicht. Die Dauer und der Verlauf des Leidens ist sehr verschieden. Bei hestigem Auftreten desselben verenden die Schweine schon nach mehreren Tagen. Recht häufig dauert die Krankheit aber mehrere Wochen und zuweilen sogar Monate. Fast alle angesteckten Schweine erliegen auch der Seuche; bei weniger bösartigem Auftreten kommt es aber vor, daß einzelne Schweine nur im geringen Grade erkranken und die Seuche lange Zeit versteckt in sich tragen. Durch solche Thiere, die auscheinend gesund sind, wird die Seuche oft verschleppt und in den Schweinezuchten und Mästereien erhalten. Wenn ein Schwein unter den angegebenen Erscheinungen bald nach dem Ankaufe erkrankt, oder, wenn mehrere Schweine eines Bestandes in kurzer Zeit die genannten Symptome zeigen, so liegt der Verdacht des Ausbruchs der Seuche vor. Zur sicheren Feststellung desselben ist die Zuziehung eines Thierarztes erforderlich. Der Ansteckungsstoff wird von den Schweinen mit der Atmungsluft oder mit dem Futter aufgenommen und verbreitet sich während der Krankheit über alle Theile des Körpers. Er wird wieder bei der Almung sowie durch die beim Husten entleetten Auswurfstoffe und durch den abgesetzten Kot in die Ställe gebracht, und kann sich besonders in den Futtertrögen bezw. in den hier zurückbleibenden Futterstoffen schnell vermehren. So erklärt sich die häufige rasche Verbreitung der Seuche in den Beständen eines Stalles bezw. Gehöstes. Durch das Fleisch geschlachteter kranker Schweine kann die Schweinesenche ebenso wie die Rotlaufseuche unterhalten und verbreitet werden. Zu Verhütung der Schweineseuche ist der Zukauf von Schweinen mit großer Vorsicht zu bewirken. Soweit die Herkunft der neu erworbenen Thiere nicht nachweislich unverdächtig ist, empfiehlt es sich, dieselben thunlichst in besonderen Ställen 16—14 Tage lang zu beobachten. Wenn sich die Thiere nach Ablauf dieser Frist vollkommen gesund zeigen, so können sie unbedenklich mit underen gesunden Schweinen zusammengebracht werden. *) Anmerkung. In der tierärztlichen Wissenschaft werden die Schweineseuche und Schweinepest nicht allgemein als identisch betrachtet Aus praktischen Gründen sind dieselben aber in der nachstehenden Beschreibung zusammengefaßt worden. Mittwoch, den 2. cr., abends 9 Uhr, in der Turnhalle: General- Versammlung. : F e s t b e r a t u n g. Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Gras-Verkauf. Am Freitag, den 4. Mai, morgens 9 Uhr, verkauft Herr H. Niemöller hier das Gras bei der Stärkefabrik meistbietend gegen Kredit. Gütersloh, den 28. April 1894. Frentrup. Kasenmähmaschinen empfiehlt F. Schwenk, Klempner. Neue Auswahl eingetrosfen in: dek. Tafel=Servicen, „ Kassee=„ „ Waschgarnituren, „ Blumentöpfen, „ Haushaltungs= tonnen be J. F. Zumwinkel. Pern-Guano, Knochenmehl, Thamasmehl, Chilisalpeter ver I. F. Zumwinkel. sehr praktisch und zweck mäßig beim Ausköhnen, hält vorrätig und empfiehlt Buchdruckerei Ludw. Flöttmann. Bonner Victoria-Lotterie — Ziehung bestimmt 8. Mai cr.— Hauptgewinne: Bar Mark 20000, 10000, 5000. Originallose a Mk. 1,, 11 Lose 1 D. Lewin Berlin C., KIUWTEN, Spandauerbrücke 16. Coupons und Briofmarken werdon in Zahlung genommen. Porto und Liste 30 PI. Wir erlauben uns, unser Weizen-Malz-Bier in vorzüglich haltbarer Qualität, als gesundes, nicht berauschendes seines Tafelgetränk und ärztlich anerkannt bestes Getränk für Damen, Kinder, Wöchnerinnen, Reconvalescenten und Blutarme in empfehlende Erinnerung zu bringen. Brauerei Gebrüder Bornemann in Hannover. Nur allein das echte und stets frisch zu beziehen in Gütersloh durch Herrn F. Bunte, Kirchstraße 130 und II. Strüver, Baumstraße. Freitag: Frischen, großen Schellfisch bei Paul Eichhorn, Köterstraße 300. 1one 9Wannen- u. Brausebäder zu jeder Tageszelt.## Am Mittwoch bin ich im Hotel Barkey anwesend. Elverfeld. Prachtvolle Messina angekommen bei Clemens Müller. Goldfische à Stück 15, 20 und 25 Pfg. empfichlt Paul Eichhorn, Kölerstraße 300. Verlosungs- Plan. Gewinne 1 a 20000 10000 5000 1001 500 200 100 1 1 3 6 10 20 100 zum Hesten des Victoria-Hauses In Bonn. Ziehung unwiderrufl, nächste Woche, 8. Mai 1894. 3542 Gewiane im Gesamtwerte von 75000 Mk. Sämtliche Gewinne lösen wir in Bar ein und zwur die ersten 6 Hauptgewinne ohne jeglichen Abzug und alle übrigen mit 90% garantiert. Orig.-Lose à Mark, II Stück 10 Mark, Porto und Liste 30 Pfg. 200 Freihurg. Lose mitc uLiss““ Hanburg. Kreudlose“ 832 B.1000 Zieh. 12.—13. 4 94, Hauptgew. 100,000 Mk. bar. Ziehl. 18.—20. 4 94. 2200 1 Bonner, 1 Freiburger und 1 Kreuzlos sortiert mit Liste Mk. 7.50 empfiehlt das mit dem Akeinverkauf oviger Lose betraute Baukgeschäft Julius Goldberg& Cie., Cöln a. Rhein. Teldgramm-Adresse:„Goldquelle“. Cöin Rhein. 50 20 10 5 Mark 20000 10000 5000 3000 3000 2000 2000 5000 4000 10000 11000 Freitag morgen: Frischen Schellfisch, 8 Psund ca. 18 Pfg., bei M. Pollkläscher& Clemens Müller. Einige tüchtige Arbeiter gegen hohen Lohn gesucht. Gütersloher Brauerei. junges Mädchen sucht Stelle zur Stütze der Hausfrau, per 1. Juli oder später. Off. erbitte unt. G. F. in der Geschäftsstelle d. Zig. abzugeben. Bequemster Taschen-Fahrplan. In die Innenseite des Deckels der Taschenuhr zu legen. Die unterstrichenen Zahlen bedeuten die Zeit zwischen 6 Uhr abends und 6 Uhr früh. fett gedruckten Zahlen bedeuten Schnellzüge.