Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15. frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, hierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumhöbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) je mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Sisser= und Auskunstsgebühr 25 Pf.= Fernsprecher: Sammel=Nummer 52541" Drahtanschrift: Anzeiger Herne. Nr. 13(Erstes Blatt) Samstag, den 16. Januar 1937 32. Jahrgang Sicherung der Zukunft Erbgut verpflichtet Darüber läßt die Geschichte keinen Zweifel, daß der Untergang der Völker immer mit dem Aussterben der tüchtigsten Erbstämme begonnen hat. Zuerst sind es immer gerade die begabtesten Sippen gewesen, die durch Verminderung des Nachwuchses ausgeschieden sind. Geschichtlich trat das dadurch in Erscheinung, daß die vom Volkstod gezeichneten Völker immer weniger ##oße Männer aufbrachten, daß die Hochleistungen allen Gebieten seltener wurden. Große politische und kriegerische Aufgaben haben dann keine Meister mehr gefunden, Kunst und Literatur nahmen im Zeichen schwächlicher Ueberfeinerung jenen Charakter an, den wir mit„epigonenhaft" bezeichnen und wofür uns der Hellenismus ein Beispiel ist, die Wissenschaft verknöcherte, große Bahnbrecher blieben aus. Und der Grund: das Aussterben hatte mit dem Verschwinden der Hochbegabten seine Vorboten vorausgeschickt. In typischer Reihenfolge kam dann der Mittelstand zum Schwinden. Es war immer das gleiche, niemals ist es so gekommen, daß zuletzt die Hochwertigen übriggeblieben wären, immer ging es umgekehrt. Messen wir die bevölkerungspolitischen Vorgänge der letzten Jahrzehnte an dieser Norm, so ist gar nicht zu verkennen, daß auch bei uns mit dem Rückgang der Geburtenziffern nicht im gleichen Maße ein Verlust an wertvollem Erbgut einhergegangen ist, sondern daß augenfällig die Abkehr vom Kinde bei den überdurch schnittlich Begabten ganz wesentlich stärker aufgetreten ist. Man hat es doch z. B. kaum mehr anders gekannt, als daß hochbegabte Menschen, die sich aus kleinsten Verhältnissen durch überragende Tüchtigkeit hinaufgearbeitet haben, fast durchweg kinderlos starben oder ganz wenige Nachkommen hinterließen. Es ist richtig, daß gott begnadete Kampfnaturen in Lebensaufgaben von ge schichtlicher Größe so restlos aufgehen, daß ihre Ehe und Kinderlosigkeit fast zu etwas Selbstverständlichem wird, aber das kann nicht als Regel für die Träger überdurchschnittlich guter Begabungen allgemein in Anspruch genommen werden. Sie müssen sich vielmehr in rückhaltlosem Bekennt nis zum völkischen Gedanken sagen, daß es nicht ihr Verdienst ist, wenn ihnen ein hochwertiges Erbgut beschieden wurde, so wenig es Schuld des Krüppels oder des Schwachsinnigen ist, wenn er mindertauglich zur Welt kommt. Hohe Erbwerte sind Lehen, die das Volkstum dem einzelnen überläßt, nicht als unverdiente Begünstigung zu seinem eigenen Vorteil, sondern damit er verantwortungsbewußt mit diesem Pfunde wuchere. Ihm erwächst aus solcher Gabe die Pflicht, seine Begabung zu entfalten, sie zum Nutzen der Gemeinschaft einzusetzen und vor allem: sie in einer starken Zahl gesunder Kinder dem Volke zu erhalten. Nur dann kann der Wertgehalt unseres Volkes bestehen, wenn hier jeder sich zu seiner Pflicht bekannt. Es geht aber nicht nur um die Erhaltung des Bestandes. Jahrtausendelang sind die Blutopfer des Deutschtums vorwiegend mit dem besten Blut bezahlt worden, immer hat eine Gegenauslese den Bestand an hohen Erbwerten gekürzt, während mindertüchtiges Erbgut geschont worden ist. Dem kann nur entgegengewirkt und es kann das Gesicht unseres Volkes nur dann geändert werden, wenn von Geschlecht zu Geschlecht die Hochbegabten mehr Kinder hinterlassen als die übrigen, wenn also damit das wertvollste Erbgut sich im Volksbestande immer mehr ausbreitet und durchsetzt. Das bedeutet für die Träger von Begabungen eine Verantwortung größten Gewichts. Die Kinderarmut und Kinderlosigkeit der Tüchtigsten ist in Kinderreichtum überzuführen. Hier liegt eine ungeheuere Gewissensfrage. Es muß als Versündigung am Volke und seiner Zukunft erkannt werden, wenn diejenigen, denen durch überdurchschnittliche Begabung das Leben und der Aufstieg erleichtert und viele Erfolge ermöglicht werden. die anderen versagt sind, die Elternpflicht ablehnen und damit zu jener rassischen Auslaugung schuldhaft beitragen, die allezeit den Niedergang der Völker beXeitet hat. Erbgut vervflichtet! Das muß in im großen Umdenkungsprozeß, den die deutsche Er„#ung in Gang gebracht hat, von allen erkannt werden, die es angeht. Es muß wieder, wie in alter Zett, der Stolz gerade der Aufgestiegenen werden, ihre Begabungen in einer stattlichen Schar blühender Kinder zu erhalten. NSK. Lästige Emigranten Paris, 15. Januar. Unter der Ueberschrift„Die Unverschämtheit der deutschen Emigranten“ befaßt sich die„Action Francaise“ mit einer Notiz in dem berüchtigten jüdischen Emigrantenblatt„Pariser Tageszeitung“, in der die deutschen Emigranten aufgefordert wurden. sich zahlreich an einer Fahnenweihe für das Bataillon Thälmann in Spanien zu beteiligen. Schon zu lange, so bemerkt die„Action Francaise“, mißbrauche die„Pariser Tageszeitung“ die französische Gastfreundschaft. Man müsse die Unverschämtheit bewundern, mit der dieses Blatt sich erlaube, eine rein kommunistische Kundgebung als eine französische zu bezeichnen. Man müsse sich andererseits fragen, ob eine französische Regierung, die diesen Namen verdiene, es dulden könne, daß ein Hausen Juden und sozialistisch=kommunistischer Fremder sich in die französische Politik einmischten. Das Urteil gegen Frankfurter rechtskräftig Nach einer Meldung der schweizerischen Presse ist die Frist zur Einreichung der Kassationsbeschwerde gegen das Urteil im Prozeß gegen den Juden David Frankfurter ungenutzt abgelaufen, sodaß nunmehr das Urteil in Kraft tritt. Die Polizei im Dienste der Volksgemeinschaft Die Rundfunkansprache des Reichsmini sters Dr. Frick zum„Tag der Deutschen Polizei“ Berlin, 16. Januar. Die Rundfunkansprache, die Reichsminister Dr. Frick zum„Tag der Deutschen Polizei“ am Freitagabend hielt, hatte folgenden Wortlaut: Bei keinem Organ der nationalsozialistischen Staatsführung war der personelle und der verwaltungsmäßige Umbau. den die Revolution Adolf Hitlers nach sich zog, so durchgreifend und so auffallend, wie bei der staatlichen Exekutive. Ist doch die Polizei der sichtbarste Träger der Staatsgewalt. Von ihrem Austreten nach außen und ihrer inneren Haltung schließt jedermann auf den Staat schlechthin. Das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Polizei ist einer der wertvollsten Maßstäbe dafür, wieweit die Grundsätze nationalsozialistischer Staatsführung im Volke selbst verankert sind. Die Grundeinstellung des nationalsozialistischen Staates zur Polizei ist wie unsere Staatsauffassung überhaupt klar, einfach und naturgegeben. Sie erscheint dem Volke so selbstverständlich, daß wir uns kaum noch denken können, daß es einmal anders war. Die volksfremden Elemente, die sich angemaßt hatten, die Geschicke Deutschlands in die Hand zu nehmen, hatten den Polizeibegriff fast in sein Gegenteil verdreht. Es ist kaum 1 Jahrzehnt her, daß maßgebende Stellen der preußischen Polizei mit dem im Reichsbanner organisierten Ländesverrat in Verbindung standen, um die Polizei Thüringens, die ich als damaliger Innenminister dieses Landes nach dem Grundsatz der nationalen Gesinnung und Leistung neu aufbaute, in der lächerlichsten Weise zu bespitzeln und ihr den Prozeß beim Staatsgerichtshof seligen Angedenkens zu machen. Es klingt heute unglaublich, daß es im marxistischen Polizeiapparat Vorgesetzte gab, die sich die Anzahl der auf die Republik von Weimar ausgebrachten„Hochs“ dienstlich melden ließen, um daraus auf die Stimmung ihrer Beamten zu schließen. Die Polizei war für sie dazu da, um ihre eigenen ins Wanken geratenen Machtpositionen gegen den Ansturm der jungen Kräfte der Nation zu schützen. Dies erschien ihnen wichtiger, als die Polizei ihren eigentlichen Aufgaben gemäß im Kampf gegen Verbrecher und sonstige Schädlinge der Volksgemeinschaft einzusetzen Es ist notwendig, sich an Hand solcher Erinnerungen den gewaltigen Unterschied zwischen der Polizeiarbeit von heute und der von gestern zu veranschaulichen. Im nationalsozialistischen Staat steht die Polizei voll und ganz im Dienste der Volksgemeinschaft. Der Volksstaat Adolf Hitlers hat es nicht nötig, bei jedem geringfügigen Anlaß durch den Masseneinsatz von Polizeikordons seine Macht zu demonstrieren. Seine Macht liegt in den gläubigen Herzen seiner Staatsbürger verankert, die im Polizeibeamten den Schutz, den Helfer und den Ratgeber jedes einzelnen sehen, und nicht wie früher ihre Spitzel und Verfolger. Aus dieser Einstellung sind eine Reihe von polizeilichen Maßnahmen zu erklären, von denen die Oeffentlichkeit selten zu hören und zu sehen bekommt, die aber zum Schutze des Volkes vor asozialen Elementen unerläßrich sind. Es sind dies Maßnahmen, deren Erfolg letzten Endes jedem Volksgenossen, insbesondere dem kleinen Mann zugute kommen, die deshalb die Mitarbeit aller Gutgesinnten notwendig machen Die nationalsozialistische Polizei, volksverbunden und befreit vom Ballast von Mißdeutungen und Vorurteilen der Systemzeit, widmet sich heute einer Arbeit, die von Anfang bis Ende auf Gemeinnutz abgestellt ist. Jeder soll mithelfen! Wie diese Mitarbeit jedes einzelnen Volksgenossen vor sich gehen soll darüber wird der von mir angeordnete„Tag der Deutschen Polizei“ dem deutschen Volke Aufschluß geben Alle Gutgesinnten an die Front im Kampf gegen die Schädlinge unserer Volksgemeinschaft, ganz gleich unter welcher Tarnung sie sich zeigen! Geleitwort zum Tag der Polizei Dr. Goebbels: Durch ihren tatkräftigen Einsatz im Kampf gegen Hunger und Kälte, der im„Tag der Deutschen Polizei“ am 16. und 17. Januar seine Krönung erfährt, beweist unsere Polizei, daß sie heute wahrhaft volksverbunden ist und mit den Methoden der vergangenen Zeit nicht das geringste zu tun hat. Reichsminister Dr. Frick: Die Polizei ist der sichtbare Träger der Staatsgewalt. Von ihrem äußeren Auftreten und ihrer inneren Haltung schließt jedermann auf den Staat schlechthin. Das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Polizei ist einer der wertvollsten Maßstäbe dafür, wieweit die Grundsätze nationalsozialistischer Staatsführung im Volke selbst verankert sind. Korpsführer Hühnlein: Die Polizei des nationalsozialistischen Deutschland ist volksverbunden. Sie versieht in vorbildlicher Pflichttreue als Träger der Exekutive wie der Verantwortung ihren Dienst und ist darüber hinaus Helfer und Betreuer der Volksgenossen. Ihr bei der Erfüllung ihrer schweren und verantwortungsvollen Aufgaben auf dem Gebiete der Verkehrsüberwachung und Verkehrserziehung jederzeit in tatkräftiger Mitarbeit zur Seite zu stehen, bedeutet dem nationalsozialistischen Kraftfahrkorps als dem Willensträger des Motorisierungsgedankens der Nation eine selbstverständliche und freudig übernommene kameradschaftliche Pflicht. Die Offensive bei Malaga Siegreicher Vormarsch der Nationalen 7 Küstenstadt Estepona eingenommen Salamanca, 15. Januar. (Vom Sonderberichterstatter des D N B.) Am Donnerstag begann an der Malaga=Front die seit längerem vorbereitete große Offensive der nationalen Streitkräfte zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Der heutige Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca teilt mit, daß die nationalen Truppen nach einer glänzend durchgeführten Operation und siegreich bestandenen Kämpfen die strategisch wichtige Küstenstadt Estepona besetzt haben. Die Bolschewisten ließen in ihren Befestigungen und Schützengräben eine große Anzahl von Toten und viel Kriegsmaterial zurück. An der Madrider Front ist keine Lageveränderung eingetreten. Bei Las Rozas unternahmen die Kommunisten einen Angriff, der jedoch blutig zurückgewiesen wurde. Auch an den übrigen Fronten herrschte geringe Gefechtstätigkeit. Die Zahl der roten Ueberläufer ist wieder gestiegen. Nach einer Meldung aus Malaga haben am Donnerstagfrüh zwei nationale Wasserflugzeuge Malaga und einige in der Nähe liegende kleine Ortschaften bombardiert. Eine Bombe fiel auf die Hauptstraße von Malaga, eine andere in die Nähe des ehemaligen Sitzes der Bank von Spanien und eine dritte auf ein größeres Kinogebäude. Ueberall wurde beträchtlicher Sachschaden angerichtet. Im Hasen von Malaga fiel eine Bombe auf das Schiff„Aimendi“, das beschädigt wurde, jedoch angeblich noch manovrierfähig sein soll. In zwei Vororten von Malaga, Velez und Torre del Mar, wurden die Bahnhöfe bombardiert, wobei zwei Tote und mehrere Verwundete zu verzeichnen waren. Masseneinsatz bei vergeblichen Gegenangrissen Salamanca, 15. Januar. In dem Kampfabschnitt Las Rozas—Majadahonda unternahmen die Roten den vierten wiederum erfolglosen Gegenangriff. Unter dem Schutz dichten Nebels sowie zahlreicher mit Maschinengewehren und Kleinkalibergeschützen gespickter Sowjetanks versuchte die rote Infanterie einen Durchbruch. Die nationalen Truppen ließen die Tanks bis kurz vor den Eingang der Ortschaft herankommen, um dann eine systematische Jagd zu veranstalten, mit dem Ergebnis, daß sieben Kampswagen auf der Strecke blieben. Die Angreifer hatten außerordentlich starke Verluste, die sich bei Las Rozas allein auf über 200 Tote bezifferten. Wie gefangene Kommunisten berichteten, hätten sie den Befehl erhalten, in dichten Gruppen zu je 100 Mann anzugreifen und keinesfalls zurückzuweichen. Die dichten Massen boten den Maschinengewehren der Verteidiger ein gutes Ziel. Durch die hohen Verluste zermürbt, konnten die Angreifer unter großem Geländeverlust zurückgeworfen werden. Mit welchem Einsatz die Roten an diesem Frontabschnitt angreifen, geht aus der großen Menge des Kriegsmaterials hervor, das den Nationalen bei den * erfolglosen Angriffen in die Hände siel. Neben einer Million Schuß und 15000 Handgranaten wurden 800 Gewehre, acht Personenautos, neun Lastkraftwaegn, 25 Maschinengewehre, vier Flammenwerfer, zahlreiche Sanitätswagen und Feldküchen, eine Radiostation und ein Panzerzug erbeutet. Um Stimmung unter den Roten zu machen, verbreiteten die Kommunisten durch Radio die Nachricht von der Einnahme der westlich von Madrid gelegenen Bahnstation Pozuelo. Zur Zeit der angeblichen Eroberung dieser Station befanden sich aber zahlreiche Pressevertreter im Ort, die keine Kampfhandlung feststellen konnten. Neue rote Erpressermethoden Salamanca, 15. Januär. Die bolschewistischen Machthaber von Valencia haben, wie aus einer Mitteilung der roten Sender hervorgeht, einen neuen Plan ausgeheckt, um ihren Moskauer Auftraggebern ihre„Liebe und Anhänglichkeit“ zu beweisen. Sie„verfügten“ die Erhebung einer Sondersteuer auf alle in den roten Gebieten noch verfügbaren Waren. Der Erlös soll dazu dienen, die von der sogenannten Vereinigten Marxistischen Jugend veranstaltete und unter der „Schirmherrschaft“, des Bolschewistenhäuptlings Largo Caballero stehende Geldsammlung„aufzufüllen", um Moskau ein neues Handelsschiff als Ersatz für das von den Nationalisten versenkte zu„übereignen“. Die Steuer oder besser gesagt, diese neue Erpressermethode, wurde nötig, da sich die Bevölkerung mit Recht mehr und mehr gegen den Terror der roten Gewalthaber wendet. Hungernde Frauen demonstrieren Paris, 15. Januar. Ueber die tollen Zustände im anarchistisch=kommunistischen Barcelona verlautet von der französischspanischen Grenze, daß man in der katalanischen Hauptstadt jetzt sogar einer Verschwörung gegen einige rote Rädelsführer von Valencia auf die Spur gekommen sei. Diese Verschwörung richte sich besonders gegen den Häuptling Prieto und gegen die rote Furie„Pasionaria“. Prieto ist besonderer Vertrauensmann des sowjetrussischen Botschafters Rosenberg. Anarchisten, so heißt es, hätten einen Sabotageakt an dem Flugzeug vorbereitet, mit dem Prieto nach Bilbao fliehen wollte. Die Anarcho=Syndikalisten von Barcelona sollen besonders ungehalten darüber sein, daß der rote Oberhäuptling Caballero der„Pasionaria“ einen Posten in seiner„Regierung“ geben wolle. Sie hätten daher beschlossen, sich dieser Frau zu entledigen. Auch in der katalanischen Bevölkerung steigt die Unzufriedenheit ständig. Es mehren sich die öffentlichen Kundgebungen, bei denen Plakate mitgeführt werden mit Aufschriften, wie„Wir wollen mehr Brot und weniger Politik". Bei einer der letzten Demonstrationen wurde einer Abordnung versprochen, daß mehr Lebensmittel verteilt würden, sobald die Dampfer eingetrossen seien. Die Menge war aber mit diesem Bescheid nicht zufrieden, sie heulte und pfiff so, daß Polizei eingesetzt wurde. Mehrere Frauen wurden von der Polizei verletzt und zahlreiche Demonstranten festgenommen. Auf einer Gewerkschaftsversammlung in Barcelona erklärte dieser Tuge ein Gewerkschaftler ganz ofsen, daß die kollektivistischen Methoden und Theorien sich in Spanien nicht durchführen lassen würden. Er führte als Beispiel die Lage der Barcelonaer Straßenbahngesellschaft an, die nach sowjetrussischen Ratschlägen„umorganisiert“ worden ist. Da sich das Personal dieser Bahn den Gewinn teilen dürfe, seten, so erklärte der Redner, die Fahrpreise nicht nur nicht herabgesetzt worden, sondern das Material habe inzwischen auch sehr stark gelitten. Verschärfung der Lebensmittelknappheit London, 15. Januar. Nach Meldungen aus Barcelona hat dort die Lebensmittelknappheit bereits solche Ausmaße angenommen, daß als Brotmehl nur noch ein Gemisch von Weizen und Reis benußt werden darj. Ankunft Görings in Rom Ministerpräsident Generaloberst Göring, der mit seiner Gemahlin auf seiner Urlaubsreise in Rom angekommen ist, wurde auf dem Bahnhof der ital ienischen Hauptstadt von Mussolini persönlich begrüßt. Die Bevölkerung Roms bereitete dem deutschen Reichsminister einen begeisterten Empfang. Man sieht Hermann Görina und weiter rechts Gräfin Edda Ciano, den Duce, Graf Ciano und Frau Emmy Göring nach der Begrüßung aus dem Bahnhof Termini in Rom (Scherl=Bilderdienst=M) ehrt Göring Eindrucksvolle Vorführungen im Forum Mussolini7 Ehrung durch die saschistische Miliz Nonzen Gelegentlich einer privaren Studienreise durch die europäischen Hauptstädte besuchte dieser Tage der Staatssekretär im rumänischen Innenministerium Sergio Dimitriu auch Berlin, wobei er sich vor allem für die deutsche Verkehrswerbung interessierte. Die Lage der vor dem roten Terror geflüchteten Spanier soll vom Völkerbund geprüft werden. Nach 15stündigen Verhandlungen ist es zu einer Art „Wasfen stillstand“ zwischen der Direktion der General Motors Co. und der Gewerkschaft gekommen. * Im Auditorium Maximum der Technischen Hochschule in Athen sand am Freitag eine akademische Gedächtnisfeier für den bayerischen Oberstleutnant #itter von Zentner statt, der vor 100 Jahren im Aufnage des ersten griechischen Königs Otto die Technische Hochschule in Athen gegründet hat. Steuersteckbrief und Vermögensbeschlagnahme Berlin, 15. Januar. Gegen die nachstehend aufgeführten Steuerpflichtigen tst ein Steuersteckbrief erlassen worden: 1. Johann Friedrich Wirtsfeld, zuletzt wohnhaft in Linz am Rhein. Adolf=Hitler=Straße 1, zur Zeit in Aldraus bei Innsbruck, Zephyrischlössl. wegen Reichsfluchtsteuer in Höhe von 15 820 RM. vom Finanzamt Neuwied. 2. Handelsvertreter Ernst Abraham und dessen Ehefrau Lieselotte geb. Misner, zuletzt wohnhaft in KölnDeutz, Graf=Geßler=Straße 12, zur Zeit in Amstendam (Holland), wegen Reichsiluchtsteuer in Höhe von 25 500 RM. vom Finanzamt Köln=Ost. Es ergeht hiermit die Aufforderung, die obengenannten Steuerrflichtigen, falls sie im Inland betroffen werden, vorläufig festzunehmen und sie gemäß§ 11 Abs. 2 der Reichsfluchtsteuervorschriften unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgt, vorzuführen. Internationaler Karnevalskongreß in München München, 15. Jan. Im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München tagte am Freitag ein Kongreß. wie ihn München, ja die Welt, noch nicht erlebt hat: der erste internationale Karnevalskongreß. In dem mit riesigen Narrhalla=Orden ausgeschmückten Kongreßsaal empfing ein Orchester im Narrengewand die Gäste, darunter Vertreter der Regierungen, der Wehrmacht und der Fremdenverkehrsverbände mir heiteren Weisen. Oberbürgermeister Fiehler=München sprach herzliche Worte des Willkommens. Die Arbeit des Kongresses sei der Freude und dem Scherz gewidmet. Das Gefühl gemeinsamer Freude werde über die Faschingszeit hinweg alle zusammenfügen und mitarbeiten an der Verständigung der Völker untereinander und damit an der Befriedung der Welt. Grüße und Wünsche des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels überbrachte Regierungsrat Gutterer. Der„Mann der Propaganda“ wisse, daß ein Mensch nur dann seine Pflicht in einer großen Gemeinschaft dauernd zu erfüllen vermag, wenn er in seiner schweren Arbeit einen großen Teil von Lebensfreude für sich zu erringen vermag. „Lachende Kunst“ war das Thema eines Vortrages. den der Vertreter Italiens, Dr. Carlo BottiniViareagio. durch Presseattachee Dr. Enenkel verlesen ließ. Bottini stellt fest, wie stark der Einfluß des Karnevals auf Musik, Theater, Kleinkunst und vor allem auf die Malerei ist. Ueber die Belebung der Wirtschaft durch den Karneval sprach Stadtrat Horst Ebel=Düsseldorf. Wie Prinz Karneval im Inland ein großer Arbeitgeber sei, so hätten auch zahlreiche internationale Handelsverflechtungen ihren Ursprung in diesem Wirtschaftsfaktor. Den Karneval von Binche(Belgien) schilderte in deutscher Sprache Stadtrat Richard. Der Präsident des Festauoschusses des Kölner Karnevals. Liessem, hob in seinem Vortrag die kulturellen Aufgaben des Karnevals hervor. Ein englischer Vertreter gab seiner Bewunderung über den großartigen Münchener Fasching Ausdruck, während ein Delegierter der Stadt Mainz dem Kongreß die Einladung zum Mainzer Karneval überbrachte. In seiner Schlußansprache brachte der Präsident des Münchener Faschings. Ratsherr Direktor Reinhard= München, nach einer zusammenfassenden Betrachtung den Dank der Stadt München an die Kongreßteilnehmer zum Ausdruck Rom, 15. Jan. Die faschistische Jugend bot dem hohen Gast Mussolinis. Ministerpräsident Generaloberst Göring, anläßlich der Besichtigung der Akademie für Leibesübungen im Forum Mussolini am Freitagmittag ein wahrhaft festliches Schauspiel. Schon lange vor Eintreffen Mussolinis und seines deutschen Gastes waren die Reihen des Stadions bis auf den letzten Platz besetzt. Die saschistische Jugend aller Altersstufen hatte sich in ihren schmucken Uniformen oder in Sportkleidung mit ihren Fansaren, Wimpeln und Standarten auf dem Sportfeld eingesunden. Aber auch Tausende von Erwachsenen hatten sich nicht gescheut, den weiten Weg zu dem nördlich der Stadt gelegenen Forun Mussolini anzutreten, um gemeinsam mit der Jugend dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und dem italienischen Regierungschef bei ihrem von Fanfaren an, gekündigten Erscheinen jubelnde Huldigungen darzubringen. Generaloberst Göring erlebte so an der Seite Mussolinis ein überwältigendes Willkommen der saschistischen Jugend und des faschistischen Italiens, für das er sichtlich erfreut immer wieder mit dem deutschen Gruß dankte. Dann begannen die sportlichen und militärischen Vorführungen, die in ihrer genauen und vorbildlichen Ausführung die hervorragende Schulung erkennen ließen, die das faschistische Italien in der Akademie für Leibesübungen seiner Jugend zuteil werden läßt. Als besonders wirkungsvollen Abschluß ihrer Darbietungen brachte die faschistische Jugend dem Ministerpräsidenten Göring und dem Duce ihren temperamentvollen Sport= und Kampfruf dar. Generaloberst Göring sprach seinem Gastgeber seine volle Anerkennung über die bewunderungswürdigen Leistungen des jungen Italiens aus. Die Führung der deutschen Gäste durch die großartigen Bauten und verschiedenen Anlagen der Akademie für Leibesübungen übernahm Mussolini persönlich. Im Fechtsaal trat der Duce mit einigen Fechtschülern und mit seinem persönlichen Fechtlehrer zu einigen Gängen an. Bei Abschluß der Besichtigung, die fast 1½ Stunden dauerte erneuerten sich die Huldigungen für Mussolini und Göring, die sich überaus herzlich voneinander verBerlin, 15. Januar. Wie bereits in einer Pressenotiz vom 30. November 1936 bekanntgegeben wurde, hat der Leiter der Geschäftsgruppe Rohstoffverteilung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Malter Köhler, die Gauleitungen der NSDAP. mit der Erstellung einer den jeweiligen örtlichen Bedürfnissen angepaßten Organisation zur Erfassung der in den Haushaltungen anfallenden Alt= und Abfallstoffe(Rohprodukte) beauftragt. Die entsprechende Anordnung vom 26. November 1936 wurde bisher nicht veröffentlicht, da in Anbetracht der Schwierigkeiten der raschen Erfassung von insgesamt etwa 17 Millionen Haushaltungen in wenigen Wochen den Gauleitungen Zeit für die organisatorische Vorbereitung gelassen werden mußte. Nachdem jetzt die vorbereitenden Arbeiten im großen und ganzen abgeschlossen sind, werden die Gauleiter der NSDAP. bzw. ihre Beauftragten, soweit noch nicht geschehen, demnächst die für ihr Gaugebiet getroffenen Einzelregelungen bekanntgegeben. Aus diesem Grunde wird hiermit der Wortlaut der mit Anordnung vom 26. November 1936 gegebenen Richtlinien veröffentlicht. 1. Die Aktion muß unter allen Umständen in beständigem engstem Einvernehmen mit dem bereits bestehenden nichtjüdischen Rohproduktenhandel durchgeführt werden. 2. Die Aktion muß dahin zielen, eine eegelmäßige Sammeltätigkeit einzurichten. Einmalige oder von Zeit zu Zeit stoßzweise einsetzende Sammelaktionen haben zu unterbleiben. 3. Keinesfalls dürsen für die Durchführung der Aktion neue Anschaffungen. insbesondere Materialneuaufwendungen, die über die normale Ausweitung des Rohproduktenhandels hinausgehen, gemacht werden 4. Keinesfalls darf zur Durchführung der Aktion ein besonderer neuer Verwaltungsapparat geschaffen werden. abschiedeten. Generaloberst Göring sprach bei dieser Gelegenheit auch Staatssekretär Ricci. dem Organisator der faschistischen Jugendverbände, für die hervorragenden Darbietungen und damit für seine erfolgreiche Arbeit seine vollste Anerkennung aus. Vor der Besichtigung des Forum Mussolini am Freitagvormittag hatte Ministerpräsident Generaloberst Göring dem neuen Hause der faschistischen Miliz einen Besuch abgestattet. Bei dieser Gelegenheit hat der General der Miliz, Russo, dem Generalobersten Hermann Göring in seierlicher Form den saschistischen Ehrendolch überreicht. General Russo brachte dabei die Verbundenheit von Faschismus und Nationalsozialismus bei der Bekämpfung des gemeinsamen Feindes zum Ausdruck und bat den Ministerpräsidenten, dem Führer seine ergebensten Grüße zu übermitteln. Generaloberst Göring dankte sichtlich bewegt für diese Ehrung durch das faschistische Italien. Der Gouverneur von Rom, Fürst Piero Colonna, ver. anstaltete zu Ehren des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und seiner Gemahlin einen Empfang auf dem Kapitol, der ein großes gesellschaftliches Ereignis wurde und das vornehme und festliche Gepräge großer Empfänge trug, wie sie hier nur ganz selten ausländischen Ehrengästen zuteil werden Am Abend fand zu Ehren der deutschen Gäste beim italienischen Außenminister und Gräfin Ciano in den prunkvollen Räumen des Circolo degli Scachi, des vornehmsten Klubs in Rom, ein Festessen statt. Der italienische Regierungschef Mussolini hat am Donnerstagabend im großen Festsaal des Palazzo Venecia ein Essen gegeben und anschließend einen glänzend verlaufenen Empfang veranstaltet. Ministerpräsident Generaloberst Göring hat am tag um 10 Uhr am Gedächtnismal für die Gefallenen der faschistischen Revolution einen mit Hakenkreuzschleife geschmückten Lorbeerkranz niedergelegt. Anschließend begab sich Göring mit seiner Begleitung zur Besichtigung des Forum Mussolini und der ihm angeschlossenen Anlagen der italienischen Akademie für Leibesübungen. Generaloberst Göring hat am Freitagmittag das Haus der Flieger besichtigt, wo er vom Staatssekretär des Luftfahrtministeriums, Fliegergeneral Valle, und dem Kommandeur des Luftkreises Rom. Porro, und allen leitenden Offizieren des Luftfahrtministeriums empfangen wurde. 5. Soweit eine Tätigkeit für die verwaltungsmäßige Durchführung der Aktion von einzelnen Volksgenossen geleistet werden muß, erfolgt diese ehrenamtlich. Die Sammeltätigkeit des Rohproduktenhandels dagegen erfolgt auf gewerblicher Grundlage. Der Rohproduktenhandel zahlt und erhält also Vergütungen wie üblich. 6. Die hier geregelte Sammelaktion bezieht sich nur auf Haushaltungen. In gewerblichen Betrieben wird im Rahmen dieser Aktion nur auf Wunsch des Betriebsführers gesammelt. 7. Gesammelt werden folgende Produkte: a) Lumpen aller Art, z. B. Hausnähereiabfälle, Stoffreste, alte Teppiche, Läufer, Vorhänge, Gardinen, verbrauchte Wäsche, verbrauchte Kleidungsstücke, Strümpfe, Socken und Strickjacken, Abfälle aus Wolle, Baumwolle, Kunstseide, Leinen. Sacklumpen, Jutesäcke, Bindfadenreste, Scheuerlappen jeder Art, Putzwolle usw. b) Alteausgeschiedene Gegenstände und Abfälle aus Kupfer, Bronze, Messing, Aluminium, Nickel, Blei, Zinn, Zink, z. B. Messingspäne, alte Beleuchtungskörper, Beschläge aller Art, alte Gas= und Petroleumlampen, alte Leitungsdrähte und Klingellitzen, alte Akkumulatoren, alte Aluminiumtöpfe, Flaschenkapseln, alte Badewannen, gebrauchte Tuben. Metallfollen(Silberpapier), sonstiges Verpackungsmaterial aus Metallpapier, Zinn, alte Kastenbatterien, Blei von Wasserleitungen, Glühbirnen usw. c) Alteisen und Stahl. z. B. unbrauchbare Werkzeuge und Maschinenteile. Herde. Oesen, Türbeschläge, alte Nägel. Schrauben und Ketten. alte gußeiserne Bratpfannen und verbrauchtes Kochgeschirr, Ausgußbecken, alte Gaskocher, Plätteisen, Gasleitungen, alte Herdringe usw. d) Altpapier aller Art. wie Zeitungen. Bücher, Zeitschriften, Korbpapier (Inhalt der Papierkörbe). Aktendeckel, Büroakten(unter Garantie des Einstampfens) usw. Die Erfassung der Alt= und Der Wortlaut der Verordnung zur Ersassung der Haushalte Vor dem Letsten Akt ROMAN VON ERNST GRAU 9. Fortsetzung Aber heute? Was dann, wenn man hernach auch dort sah, daß Heßdorff nicht mehr halten konnte, was in Name versprach? Auf wen würde es in erster inie zurückfallen? Nein, Dahlström hatte keine Lust und auch nicht die Absicht, seinen Namen hier so leichtfertig und ohne Not aufs Spiel zu setzen. Ging es mit Heßdorff zu Ende, dann mußte er sich rechtzeitig von ihm lösen Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Vielleicht ließ sich vorher noch die Sache mit London machen, bevor auch der Engländer merkte, wie es um Heßdorff stand. Hier waren Dahlströms Besorgnisse um den eigenen Namen geringer, denn ein Varieteedirektor war ja kein Opernintendant. Außerdem war die Sache lohnend. Aber dann würde er gehen. Endgültig. So telegraphierte er denn nach Stockholm, daß Konrad Heßdorff trotz der erhöhten Gage aus gesundheitlichen Rücksichten im Augenblick von dem geplanten Gastspiel in Schweden absehen müsse. Lange noch hielt er das Blatt in seiner Hand und las die wenigen Worte wieder und wieder. Er wußte, daß dieses Stück Papier vielleicht über das Schicksal eines Menschen entschied, daß es der erste Meilenstein auf dem Wege nach unten sein konnte. Aber dann läutete er doch kurz entschlossen dem Zimmerkellner und gab das Telegramm zur Beförderung weiter. Es war besser so. War es in Zukunft nicht mehr Heßdorff, dann würde es eben ein anderer sein, für den er arbeitete, dessen Leistungen er mit ruhigem Gewissen als erstrangig anbieten konnte. Ein ernstliches Versagen Heßdorffe würde in erster Linie auf ihn ale den Vermittler zurückfallen, würde zu einem Mißtrauen führen, dem er rechtzeitig vorbeugen mußte. Als Konrad Heßdorff am zweiten Tage seiner Flucht wieder im Hotel auftauchte, war die Begrüßung zwischen den beiden merklich kühl und worttarg. Der Sänger, noch ganz erfüllt von den Eindrucken der Heimat und iorer Menschen, hatte gern hierüber geplaudert. Aber Dahlström zeigte sich ganz gegen seine Gewohnheit nicht im geringsten neugierig und stellte auch keinerlei Fragen. „Jetzt sind Sie mir vermutlich wieder einmal böse, Dahlström, wie?“ fragte er gutgelaunt. „Aber keine Spur.“ „Das mit der Heiserkeit war doch natürlich nur eine Finte. „Konnte ich mir denken" „Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen können, Dahlström, aber ich mußte einmal hier heraus. Ich war bei meinem Vater... oben in Holstein.. Dahlström zuckte nur die Achseln. „Wenn Ihnen das wichtiger war, als Ihre Gastpielverpflichtungen einzuhalten...“ „Herrgott, tun Sie doch nicht so entsetzlich hölzern, Dahlström,“ fuhr Heßdorff endlich verärgert auf, als er sah, daß der andere noch immer nicht das leiseste Entgegenkommen zeigte.„Also, wie ist es nun... was macht die Sache mit Stockholm, wann reisen wir?" „Gar nicht,“ erwiderte Dahlström gelassen.„Die Stockholmer Oper hat abgesagt. Ihre Gagenforderung ist den Leuten zu hoch. Ich habe ja immer davor gewarnt, den Bogen in diesem Maße zu überspannen.“ Damit sagte er sogar die Wahrheit. „Dann werde ich mich eben mit der alten Gage begnügen müssen.“ „Leider zu spät, Verehrtester. Ich habe bereits abgesagt.“ Heßdorff sprang erregt auf. Ganz einfach abgesagt? Ohne ihn zu fragen? „Konnten Sie damit gar nicht warten, bis ich wieder zurück war?" „#ein, das konnte ich vermutlich nicht, denn sonst hätte ich es getan. Aber die Stockholmer Intendantur erwartete sofortige Entscheidung und bestimmte Termine. Ich mußte also auf eigene Faust handeln, da ich ja nicht wissen konnte, wie lange Sie ausbleiben wurden. Ihre Anschrift hatten Sie auch nicht hinterlassen, sonst ware eine telegraphische Rückfrage natürlich nicht ausgeblieden.“ Heßdorff lief mut großen Schritten im Zimmer auf und ab. Das hatte er nun von dieser unüberlegten Reise! Ohrseigen konnte er sich! „Und die Leute vom Borussia=Film? Haben die sich inzwischen wieder gemeldet?" fragte er, seine Wanderung unterbrechend. „Ja...“ „Was ja? Lassen Sie sich doch nicht jedes Wort einzeln aus dem Munde ziehen. Dahlström! Wir sind doch keine Kinder! Liegt der Vertrag bereit?“ „Nein. Die Direktion der Borussia hat sich entschlossen, zunächst einen andern Film zu drehen. Unsere Sache ist aus vier, fünf Monate vertagt worden.“ „Vier, fünf Monate? Ja. sind denn die Leute wahnsinnig? Dann bin ich doch längst auf der Tournee durch die Staaten?“ „Ich weiß,“ warf Dahlström ruhig hin und betrachtete angelegentlich seine sorgfältig gepflegten Finger.„Ich habe ihnen das auch gesagt. Aber angeblich müssen sie zuerst eine ältere Verpflichtung abwickeln. Daran läßt sich also nichts ändern. Uebrigens waren auch die Besprechungen über eine erste Fühlungnahme noch nicht hinausgegangen.“ Heßdorff lachte höhnisch auf. „Wunderbar! Wunderbar haben Sie das gedeichselt, mein Lieber! Die Rechnung stimmt bis auf den I=Punkt! Nur daß ich auch einmal ein Wort mitsprechen könnte, daran haben Sie vermutlich nicht gedacht?“ „Herr Heßdorff...“ Dahlström gab zum erstenmal wahrend dieser Unterhaltung seine gemächliche Stellung auf, und ein unfreundlicher Blick traf den andern. „Nur keine künstliche Aufregung. Verehrtester," unterbrach ihn der Sänger heftig.„Aver damit Sie es genau wissen: in Ihrem Varietee werde ich trotz alledem nicht singen! Nie! Haben Sie das verstanden? Glauben Sie nur nicht, daß ich dieses schlaue Spiel nicht durchschaue, mit dem Sie mich da nach London bringen wollen.“ „Ihre Redensarten fangen an, geschmacklos zu werden.“ „Redensarten! Aber zwingen lasse ich mich zu dieser Sache auf keinen Fall! Bestellen Sie das Ihrem Herrn Engländer nur!“ Dahlström sah ihm achselzuckend nach und ließ sich in seinen bequemen Stuhl zurückfallen. Er war nicht unzufrieden mit diesem Erfolge. Noch einmal ein solcher Krach, und er hatte auch außerlich allen Grund sein Verhaltnis zu Heßdorff zu lösen. Konrad Heßdorff ging inzwischen die teppichbelegte Treppe hinunter, die in die Hotelbar führte. Die leichtbeschwingte Musik einer Zigeunerkapelle wehte ihm schmeichelnd entgegen e) Hasen=, Kantnchen= und sonstige Felle und Häute. 1) Flaschen jeder Art mit Ausnahme von Medizinflaschen. g) Knochen(nur wenn kurzfristige Abgabe moglich ist und nur nach besonderen Anweisungen). Die vorstehende Liste der zu sammelnden Altmaterialien kann von den in Punkt 9 und 10 genannten Dienststellen den örtlichen Verhältnissen entsprechend ergänzt werden, jedoch nur im Benehmen mit dem Rohproduktenhandel. Folgende Gegenstände, aber nur diese, werden nach besonderer Anordnung des Reichsjugendführers von der Hitler=Jugend gesammelt: Tuben, Metallfolien(Silber= papier) und Flaschenkapseln. 8. Die besondere Aufgabe der beteiligten Organisationen liegt in der Propaganda des Gedankens der Altmaterialverwertung im Einvernehmen mit den zuständigen Propagandadienststellen der NSDAP. 9. Die Gauleiter bestimmen unter weitgehendster Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Verhältnisse für ihre Gaugebiet die Durchführung der Aktion im einzelnen, unter Einhaltung des Rahmens dieser Anordnung.„„ Beim Gauleiter ist ein beratender Ausschuß zu bilden, in den geeignete Vertreter derjenigen Organisationen zu berufen sind, welche der Gauleiter bei der Durchführung der Sammelaktion insbesondere heranzuziehen beabsichtigt. Bestimmt müßten im Ausschuß der Rohproduktenhandel und die NS. Frauenschaft vertreten sein, sowie der Gaupropagandaleiter der NSDAP. 10. Die örtliche Durchführung der Sammlung durch die vom Gauleiter Beauftragten erfolgt immer entsprechend den örtlichen Verhältnissen. In jedem Fall ist ein örtlicher beratender Ausschuß zu bilden, in dem der Rohproduktenhandel und die NS. Frauenschaft vertreten sind sowie der örtliche Propagandaleiter der NSDAP. Entsprechend der Wichtigkeit der aktiven Mitarbeit der Hausfrauen bei der Aktion sind je nach de# Gesamtzahl der Mitglieder des Ausschusses mehrere Vertreterinnen der NS. Frauenschaft zuzuziehen. 11. Bei Schwierigkeiten in der Durchführung gibt der Gauleiter die erforderlichen Anweisungen. 1n : 4 Kolonien für Deutschland Ein Engländer sordert gerechte Beurteilung London, 15. Januar. Der bekannte englische Publizist Francis W. Hirst, der sich durch eine Reihe von politischen Veröffentlichungen einen Namen gemacht hat, setzt sich in einer Zuschrift an den„Daily Telegraph“ für eine gerechte Beurteilung des deutschen Kolonialanspruches ein. Er schreibt, daß nach den Versicherungen Hitlers und Edens freundschaftlicher Antwort die Zeit gekommen sei, wo die englische Regierung den Versuch machen sollte, die Wunden Europas au heilen. Sie sollte eine Politik treiben, die die mili## rische und wirtschaftliche Abrüstung für Deutschland un5 seine Nachbarn ermögliche. Wenn die Rückgabe deutscher Kolonien oder kolonialer Märkte zu einer Regelung in Europa beitrage oder auch nur zu einer deutlichen Verminderung der Rüstungen führe, würde das für England selbst ein ungeheurer Vorteil sein. Die ungeheure Erhöhung des englischen Kriegsbudgets werde ja mit dem Stande der europäischen Rüstungen gerechtsertigt. Jeder, der das britische Weltreich bewundere, sollte sich einmal in die Lage der Deutschen versetzen. Dann werde er verstehen, warum sie unzufrieden seien und es wahrscheinlich auch bleiben würden, bis ihnen wenigstens einige Teile ihrer tropischen Besitzungen, von denen sie 1919 vertrieben wurden, zurückgegeben seien. Der Verfasser setzt sich weiter dafür ein, daß die englische Regierung die Vorzugszölle für ihre Kolonien abbauen sollte. Schon dadurch würden manche wirtschaftliche Schwierigkeiten in den andern Ländern verschwinden. Mit dem Tarif= und Quotensystem schalte der englische Handel die Ausländer weitgehend aus und gebe ihnen Grund zur Unzufriedenheit, um England ertragreiche Besitzungen zu entreißen. 20 Grad Wärme in Neuyork Neuyork, 15. Jan. Das warme Wetter, das seit etwa sechs Wochen anhält, erreichte am Freitag seinen Höhepunkt. Das Thermometer zeigte 20 Grad Celsius an. In den Neuyorker Anlagen und Vorgärten blüht der Flieder, zeigen sich Gänseblümchen und Stiefmütterchen wie sonst im Mai. Allenthalben ist festzustellen, daß dis Vögel, besonders Meisen und Rorkehlchen, schon jetzt#o großen Mengen zurückgekehrt sind.— Während Südkalifornien unter schweren Blizzards leidet, sind die höchsten Gipfel des Alleghanis=Gebirges— Hauptgebirge im Osten der Vereinigten Staaten— und der NeuEngland=Berge völlig ohne Schnee. Aergerlich auf sich selbst, wurden seine Schritte immer langsamer. Wie ein dummer Junge habe ich mich da eben wieder benommen, dachte er. Fehlschläge können immer mal kommen. Sie treffen jeden, ohne sich vorher anzumelden. Und Dahlström konnte natürlich nichts dagegen tun. Ob er mir aber in so widerwärtiger Weise zeigen mußte, wie sehr ihn mein plötzliches Ausreißen geargert hat... doch auch das ist ja ausschließlich meine Schuld... Auf dem letzten Treppenabsatz blieb er zögernd stehen. Unsinn, sann er weiter. Es ist alles Schicksal, nur... ein wenig dicht waren die Schläge in den letzten Tagen gekommen. Hm... also mit Schweden und dem Film war im Augenblick nichts, aber das konnte man nicht u#r her wissen, sonst hätte man anders verfügt. Di. dumme Reise nach Flennstedt hatte alles verdorben. Da waren nun die beiden nächsten Monate bis zum Beginn der amerikanischen Tournee unbesetzt. Dumm. Auf Dahlström war also anscheinend auch kein Verlaß mehr. Der würde ihm natürlich erst recht zureden, sich diesem Engländer zu verdingen... Uebrigens... eine horrende Gage, die der Mann geboten hatte... ein kleines Vermögen... er brauchte nur zuzugreifen. Aber da erschienen wieder die ironischen Augen Worringers vor ihm. Nein, der sollte nicht kommen und freudestrahlend sagen können: seht ihr, ich habe doch recht gehabt... mit dem Heßdorff geht es zu Ende... heute singt er im Tingeltangel und morgen ist er eine gefallene Größe. Teufel nochma!! Diese Freude wollte er dem zudringlichen Kerl denn doch nicht gönnen! Ein anderer Gedanke blitzte auf: wenn er diese beiden Monate nun in der Heimat verbrachte? Aber würde er es dort so lange aushalten? Zwei volle Monate hindurch? Sich einlullen lassen von der Gemächlichkeit und Enge des Zuhause? Sich auf Schritt und Tritt angaffen lassen wie ein Wundertier? Nein ... auch das war nicht das Rechte. Gewiß, auch Karin war dort. Das konnte ihn vielleicht locken. Der Abschied voneinander war ihnen #erden wohl ein wenig schwer geworden. Sie hatte manch kluges und gutes Wort für ihn gefunden, und es hatte vielleicht nicht vieler Bitten bedurft, daß sie ihm gefolgt ware. (Fortsetzung folgt.) **— I Nr. 13(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 16. Januar 1937 Hernes Bevölkerungsbilanz 1936 In der Einwohnerkurve Wiederholung des Entwicklungsbildes von 1935.— Weitere Abnahme der Geburten und Ehelchließungen, Zunahme der Sterblichkeit. Einwohnerzahl wieder um 917 gelunken. Nachdem die Zahlen über die Bevölkerungsbewegung im Dezember vorliegen, ist es möglich, die Bevölkerungsbilanz des gesamten Jahres 1936 zu ziehen. Schon der erste Blick auf die Kurvenbilder zeigt, daß dieses Jahr ein ganz besonderes Gesicht hatte. Die Einwohnerzahl sank, die Geburtenzahl sank, die Heiratsziffer sank, die Wanderungsbewegung nahm ganz außergewöhnliche Ausmaße an und— die Sterbeziffer stieg. Betrachten wir zunächst die Kurve der Einwohnerzahl, so erweckt das Jahr 1936 den Anschein, als ware der Kurvenabschnitt des Vorjahres ein ordentliches Stück nach unten gerutscht. So gleichförmig war die Entwicklung in beiden Jahren. Der Winter brachte beide Male ein Ansteigen der Einwohnerzahl, doch setzte bei der ersten Lenzesankündigung(1935 im Februar, 1936 im März) ein rapider Absturz ein, der seinen Tiefstand im Herbst erreichte(1935 Ende September, 1936 Ende August). Der Winter brachte inn wieder ein Ansteigen. Von ihrem höchsten and am 1. Februar(98 243) ist die Einwohnerzahl 1936 auf 96 479 zurückgegangen, also um 1764. Bis 1. J zum Januar 1937 war sie allerdings wieder auf Geburten Sterbefälle Heiraten 1930 31 32 33 34 39 36 97241 geklettert, so daß der Einwohnerverlust nicht ganz so hoch blieb. Er beziffert sich auf 917, während er 1935 1009 betrug, dagegen hatte das Jahr 1934 eine Zunahme um 618 gebracht. Schaut man noch weiter zurück, so sieht man an dem Kurvenbild, daß die Jahre 1935 und 1936 dieselbe Entwicklung nahmen wie das Jahr 1933, während das Jahr 1934 dem Jahre 1931 ähnelt, daß sich also die 1933 begonnene und 1934 unterbrochene Abwärtsbewegung gleichmäßig fortgesetzt hat. Jedenfalls beweist das Jahr 1936, daß wir mit dem Auf und Abunter der 100000=Grenze, das jahrelang geherrscht hat, gebrochen haben. Bis zum Jahre 1935 einschließlich waren wir immer noch in den alten Grenzen geblieben, das Jahr 1936 aber hat einen Absturz gebracht, der weit unter dem liegt, was wir bisher gewohnt waren. Natürlich spielt dabei neben der starken Arbeitsvermittlung nach auswärts das Einrücken eines zweiten Rekrutenjahrganes ohne Rückkehr des ersten eine wesentliche Rolle, o daß das Jahr 1937 nicht dieselbe Entwicklung nehmen wird. Doch gibt die Betrachtung der Einwohnerkurve noch keinen Einblick in die Einzelfaktoren der Bevölkerungsbewegung. Daher sei das Augenmerk jetzt auf die Kurve der Geburten gelenkt. Insgesamt wurden 1936 1734 Kinder gevoren gegen 1899 im Jahre 1935, 1954 im Jahre 1934 und 1501 im Jahre 1933. Wir haben also nach dem erfreulichen Anwachsen der Geburtenzahlen 1934 und 1935 ein Absinken zu verzeichnen. Die Zahl 1734 für 1936 liegt zwar noch höher als die Zahlen von 1933(1501), 1932(1557) und 1931(1637), aber doch erheblich unter denen von 1930(1948) und 1929(2000). Das Ergebnis des Jahres 1936 hinsichtlich der Geburten ist also nicht befriedigend, zumal in den Jahren vorher, begünstigt durch die Ehestandsdarlehen, eine große Anzahl neuer Jungehen geschlossen wurden. Der Rückgang der Geburtenzahl gegenüber 1935 und 1934 ist um so bedauerlicher, als auch die Sterbeziffer eine ungünstige Entwicklung genommen hat. Insgesamt starben 1936 879 Personen(gegenüber 820 im Jahre 1935, 805 im Jahre 1934 und 855 im Jahre 1933). Die Sterbeziffer ist also gestiegen, wenn sie auch bei weitem nicht die Höhe des Jahres 1929 mit 1037 erreichte. Aber hier zeigt sich die„Illusion" der Geburtenstatistik, die sich nicht mit der Höhe der Geburten zufrieden geben kann, sondern auch berücksichtigen muß, was wir an Sterblichkeit der sich jetzt durch ein relativ hohes Lebensalter auszeichnenden alten Leute zu erwarten haben. Je mehr die älteste Generation dem Sterben anheimfällt, um so mehr wird der Geburtenüberschuß zusammenschrumpfen. Er betrug schon 1936 nur noch 855 gegenüber 1079 im Jahre 1935 und 1149 im Jahre 1934. Einen ganz erheblichen Rückgang hat auch die Heiratsziffer erfahren. Im Jahre 1936 fanden 710 Eheschließungen statt gegen 797 im Jahre 1935, 1180 im Jahre 1934, 1147 im Jahre 1933 und 815 im Jahre 1932. Nachdem die durch die Wirtschaftskrise nicht zustandegekommenen Ehen mit Hilfe der Ehestandsdarlehen ermöglicht worden waren, könnte man meinen, es sei nun das normale Maß wiederhergestellt. Das ist aber nicht der Fall, denn in den Vorkrisenjahren 1928 und 1929 belief sich die Heiratsziffer auf 857 bzw. 1019(1930 noch 971). Wir haben also mit 710 Eheschließungen im Jahre 1936 eine anormal niedrige Ziffer, die wohl mit darauf zurückzuführen ist, daß durch die Einführung der Wehrpflicht die jungen Paare erst nach Ableistung der Dienstpflicht ans Heiraten denken können. Es handelt sich aber, da von 1937 ab den abrückenden Jahrgängen die zurückkehrenden entsprechen werden, nur um einen vorübergehenden Ausfall. Mit der Wehrpflicht hängt auch die überaus starke Wanderungsbewegung des Jahres 1936 zusamen. Doch nicht allein mit ihr, denn in erheblichem Maße ist auch die Arbeitsvermittlung nach auswärts fortgesetzt worden. Insgesamt sind 1936 10130 Personen von Herne fortgezogen und 8358 zugezogen(1935 betrug das Verhältnis 8900: 6892, 1934 8117: 2586, 1933 8416: 6883). Es ist also, wie auch das Kurvenbild zeigt, eine Wanderungsbe Wenn etwas verkehrt geht. Verdrießt uns einmal etwas oder mißlingt uns worum wir uns Mühe gegeben haben, so können wir fast eine Wette darauf eingehen, daß es nicht bei diesen Differenz(bzw. der Zwischenraum zwischen den Kurven) des Fort= und Zuzugs, der sogenannte einen Mißlingen, nicht bei diesem einen Verdruf bleibt. Es ist, als ob sich plötzlich eine ganze Kette der Widerwärtigkeiten bildete. Es ist, als ob mit einen Male alles auf uns einstürmte, um zum Mißlinger Wanderungsverluft. % gelingen. Uno vielleicht strecken wir die Waffen, sagen nen, dagegen im Jahre 1935 2088(1934 531, 1933 auderg sein tangs Deinen Lam, wenn es schon nich Immerhin wird uns auch die Frage beschäftigen wie es kommt, daß eine Unannehmlichkeit fast niemals allein steht. Wir suchen nach einer Erklärung, glauben an mystische Bestimmung, an besondere Verkettungen. die vielleicht gar mit dem Schicksal in Verbindung gebracht werden. Sicherlich werden wir die letzte und tiefste Ursache nicht ergründen. Es gibt genug Dinge und Erscheinungen dieser Welt, denen gegenüber Menschenwitz versagt. Und wer etwa glaubt, die Lebensanweisung oder die Anweisung zum Glück im Westentaschenformat bei sich zu tragen, der ist am weitesten von der Wahrheit entfernt, und binnen kurzem wird er erfahren müssen, daß es eine reichliche Ueberheblichkeit war. Immerhin werden wir auch ein wenig danach fragen: Es muß doch eine auslösende Kraft vorhanden 1533). Rechnet man die Wanderungsbewegung auf die sein, die uns plötzlich gehäuft das kleine Ungemach 365 Tage des Jahres um, so verließen täglich 27,7 zuführt. Und wir werden wohl nicht allzu weit zu Personen die Stadt, während nur 22,6 hereinkamen, suchen haben, wir werden nicht das Schicksal über den so daß die Einwohnerzahl täglich um 5,1 durch Wan= Sternen bemühen müssen, wenn wir einen Zipfel der 10000 9000 8000 7000 6000 Fortzug Luzag 1930 31 32 33 34 35 36 derungsverlust gesunken wäre, wenn nicht der Ge burtenüberschuß täglich von innen heraus 2,3 neue Einwohner beigesteuert hätte. So verringerte der Wahrheit erfassen wollen. Wir werden gut tun, in uns selbst zu suchen. Der erste Aerger, der uns über ein Mißgeschick befällt, dürfte auch die erste Ursache Geburtenüberschuß von 855 den Wanderungsverlust sein für das folgende. Es ist ja ganz natürlich, daß von 1772 auf 917. Um diese Zahl hat also in der wir im Aerger nicht umsichtig handeln, wie wir es Endwirkung die Bevölkerung abgenommen. sonst tun. Wir lassen mancherlei außer acht, was Rechnet man den Wanderungsverlarst der letzten wichtig ist. Wir greisen hier und dort daneben, wir vier Jahre zusammen, so sind seit 1933 insge: gehrguichen unüberlegte Worte. Und ist samt 5884 Personen von Herne abge= Wunder, wenn uns ein Und ist es da ein Widerhall wird, den wir nicht wandert. Zwar sind darunter viele, die nicht für dauernd sort sind(z. B. Rekruten), aber bei deren Rückkehr werden ebensoviele andere gehen, so daß die 5884 Fortgezogenen als Gesamtzahl ruhig abgeschrieben werden können. Rechnet man noch die Personen hinzu, die schon beim Hereinbrechen der Wirtschaftskrise in den Jahren 1929 und folgende Herne verlassen haben, so haben wir seit 1929 insgesamt 8069 Einwohner durch Abwanderung verloren. Die Einwohnerzahl entsernt sich immer mehr von 100 000 gerade freudig begrüßen? Ein Fehler, der uns unterläuft, zieht nicht automatisch weitere Fehler nach sich, wenn wir uns ernsthaft bemühen, sie zu vermeiden. Nur wenn wir uns gehen lassen, wenn wir der Verdrießlichkeit in uns Raum geben, wenn wir uns die Stimmung verderben lassen, werden wir handeln, wie wir sonst nicht handeln würden. Und da jedes weitere Mißgeschick, auch wenn es noch so klein ist, die Stimmung weiter verdirbt, unsern Zorn reizt, unsere Nervosität vermehrt, wächst die Wirkung bald lawinenartig an. Und schließlich sagen wir uns: Nun ist es aber genug, ich bin mit meinen Nerven zu Ende. Das kann die Wendung sein. Aber es ist gewiß besser, es nicht erst dahin kommen zu lassen. Zuweilen kommt uns der Zufall zu Hilfe. Er schickt uns irgend eine Ablenkung, ein kleines, freundliches Lächeln, ein gutes Wort findet zu uns hin, und mit einem Mal ist die Kette des Mißgeschicks unterbrochen. Wenn es aber ausbleibt? Nun, es ist ja nicht so schwer, ein freundliches Wort selbst zu sprechen, ein gutes Lächeln um den eigenen Mund spielen zu lassen. So ein gutes Wort kann Wunder bewirken— für uns selbst und für alle, die um uns sind.= Kriminalakten lieferten das Drehbuch. Filmvorführung in der Lichtburg. Anläßlich des Tages der Deutschen Polizei veranstaltet der Schutzpolizeiabschnitt Herne heute um 14 Uhr eine Sondervorstellung in der Lichtburg. Zur Vorführung gelangen drei lehrreiche Kriminal=Aufklärungsfilme. Alle diese Filme wurden nach Akten des Berliner Polizeipräsidiums hergestellt. Ermäßigte Eintrittspreise zu 30 und 50 Pf. IEE Allerlei von unserm Mond (Schluß.) Stichel- und Stachelverse. Von Stichel=Stacheldorn. 8. Der Mond und das Wetter. Der gute Mond zeigt dann und wann ür Stadt und Land das Wetter an, o sagt man wohl, doch ob’s gerat. ## einem andern Buche steht. Wenn je nach der bestimmten Frist Mal Vollmond oder Neumond ist, Dann nimmt man mit Bestimmtheit an. Daß sich das Wetter ändern kann. Ja,„kann“, das ist sehr leicht gesagt, Wenn uns mal schlechtes Wetter plagt. Und ebenso, wenn uns der Mond Mit schlechtem Wetter mal verschont. Bald hat er recht, bald lobt man ihn, Sieht man ihn hoch am Himmel ziehn, Bald stimmt es nicht, dann schimpft man auch, Wie das von jeher ist Gebrauch. Der Mond geht nie dem Wetter nach, Das schlägt ja auch nicht in sein Fach, Der Mond geht seine Wege still, Wenn's Wetter sich auch andern will. Ob's regnet, nebelt oder schneit, Das alles hat wohl seine Und ob uns freut der Sonnenschein, Das wird dem Mond wohl piepe sein. Das Wetter kommt, das Wetter geht, Und wie es wird, weiß kein Prophet, Und auch im Wetterstandbericht Stimmt manchmal dies und jenes nicht. 9. Der Mond und die kritischen Tage. (Einnerung an die Jahre vor der Jahrhundertwende.) Als der Mond auf seinem Wege Einst Herrn Falb kam ins Gehege, Kriegte dieser davon Wind, Welche Tage kritisch sind. Wenn am Himmel Neumond war, Witterte Herr Falb Gefahr, Auch wenn dann der Vollmond kam, Falb prophetisch Stellung nahm, Und wir wurden hingewiesen Auf die schwersten Wetterkrisen. Dann konnt' er auch prophezeien, Wann die Berge Feuer speien, Wann die Erde zürnend bebt Und die Wasserflut sich hebt. Dann nahm der Kalendermann Auch die Prophezeiung an, Und die Krisen auf der Welt Wurden pünktlich festgestellt. Im Kalender sah man dann, Wann die Krise kommen kann, Und so konnte man beizeiten Sich auf diese vorbereiten. Auch das Maß der Krisentage Löste man je nach der Lage, Erster Ordnung oder zweiter Sah man auf der Stufenleiter. Manchmal traf wohl etwas zu, Manchmal war die tiefste Ruh, Und der Glaube stieg und fiel Bei dem Falbschen Krisenspiel, Endlich kam der Mißkredit, Und man manchte nicht mehr mit Auch Professor Klinkerfuß Machte solch ein Krisenmus, War die Sache auch gelehrt, Man hat nicht darauf gehört, Doch die ganze Spötterwelt Hat den Namen umgestellt, Klinkerfuß er nicht mehr hieß. Dafür aber Flunkerkies. Was der gute Mond gelitten, Als man so um ihn gestritten, Das ist heute unterdessen Längst vergeben und vergessen, Er geht wieder seine Bahn Und hat uns noch nichts getan. 10. Die Mondsucht Die Mondsucht ist, wie allbekannt, Im Leben hier ein Traumzustand, Gelehrt gesagt: Somnambulismus, Und anders noch auch: Lunatismus. Mit Luna ist der Mond gemeint, Wie im Latein er uns erscheint, Und Lunatismus hat man dann, Wenn man im Schlafe wandeln kann. Da liegt der Mann so treu und brav In stiller Nacht im tiefsten Schlaf, Auf einmal kommt ein schwerer Traum, Er treibt ihn durch den dunklen Raum, Dann steigt der Mann im Negligé Bis oben auf des Daches Höh, Und geht daselbst ganz still und stumm Im Traume wandelnd rings herum. Wenn er so in der Höhe steht Und auf dem Dach spazieren geht, Dann hat die Mondsucht ihn gepackt, Sein Geist ist aber nicht intakt. Das ist gewiß kein Uebermut, Er selber weiß nicht, was er tut, Und wenn er aus dem Traum erwacht, Dann weiß er nicht, was er gemacht. Vielleicht erfolgt die Prozedur Nur nach Gesetzen der Natur, Und ob der Mond sich hier bewährt, Dar ist bis heute nicht geklärt. Der gute Mond, der freundlich scheint, Hat's immer gut mit uns gemeint, Und wenn es uns zum Dache zieht, Dann liegt uns das wohl im Geblut. 11. Das Mondkalb. Das Mondkalb ist kein Erdentier, So wissen und so denken wir, Wir glauben auch, daß aus dem Mond Ein solches Tier gewiß nicht Sohnt. Und dennoch bringt man dann und wann Den Ausdruck im Gespräche an. Das Kalb ist jung, fidel und frisch Und dabei immer spielerisch, Es springt vergnügt im Hof herum Und stellt sich dabei manchmel dumm. Die Beine sind noch etwas steif Und ohne Schwung der kleine Schweif, Es stolpert hier und stolpert da, Betreibt es sein Allotria. Und macht dabei, wie junge Johlen, Die allertollsten Kapriolen. Wenns Kälbchen spricht, dann sagt es „Mäh“. Mitunter klingt es auch wie„Bäh“, Und hört dies Wort die alte Kuh, Dann schaut sie auf und brummt ihr „Muh“. Das Mondkalb wird, wie allbekannt, Auch wohl auf Menschen angewandt, Auf solche, die sehr oft nicht nissen, Wie dies und das sie machen müssen, Die manchmal bei den kleinsten Sachen Die allergrößte Dummheit machen, Die oft auch Fragen nicht verstehen Und dann die Antwort stets verdrehen, Dic alles, auch die schwersten Themen, Nur von der leichten Seite nehmen. Die alles spielerisch betreiben Und selten ernst und sachlich bleiben, Die flattern wie die Schmetterlinge Und stolpern über kleine Dinge. Dies alles wird so stark betont, Als lebten sie nur auf dem Mond, Als könnten sie bei uns auf Erden Noch gar nicht richtig fertig werden, Und wenn sie das so weiter treiben, Will jeder wohl ein Mondkalb bleiden. 12. Wenn der Mond benebelt ist. Wenn der Mond benebelt ist, Seinen Weg er nie vergißt, Immer geht er seine Bahn Nach dem festgelegten Plan, Immer bleibt er im Geleise, Nach der altgewohnten Weise, Immer tut er seine Pflicht, Aber stolpern kennt er nicht. Wenn der Mann benebelt ist, Seinen Weg er oft vergißt, Immer sucht er seine Bahn, Doch verkommt er oft im Plan, Dann kommt er aus dem Geleise Und zieht sonderbare Kreise, Immer denkt er an die Pflicht, Aber Eile hat er nicht. 13. Allerlei Ansichten über den Mond. Der Poet: „Guter Mond, du gehst so stille Durch die Abendwolken hin.“ Der Kneipbruder: „Mond, was für ein schief Gesicht Machst denn du? Ein Auge hat du offen, das and're Machst du zu.“ Der Wildleb: „Komm, alter Mond, und leuchte! Die Wiese ist so feuchte.“ Der Flieger: „Wenn ich, wie du, am Himmel ständ“, War ich in meinem Element!" Der Astronom: „Mond, nun steh' mal etwas stille! Ich such' erst nach meiner Brille.“ Der Nachtwächter: „Ja, wenn ich den Mond nicht hätte Wer bewachte dann die Stadte?“ 14. Schlußbemerkung. Guter Mond, in deinem Kreise Leuchtest du in alter Weise, Jeder sieht dich gern, Und du wirst nicht unmodern, Gehst getreulich deine Bahn. Wie du's immer schon getan. Menichen kommen, Menschen gehen, Immer wirst du neue sehen, Aber du bleibst stets der Alte Und kriegst keine Sorgenfalte. Aus und für Herne Sonntagsgebanken Was ist es merkwürdig um das Menschenschicksal! Wir arbeiten und streben, ringen und kämpfen, um ein Ziel zu erreichen. Da plötzlich schlagen die Wogen des Lebens uns hoch entgegen und zerbrechen unsere Kraft und unser Werk. Oder unser Leben wird plötzlich durch etwas Unerwartetes in eine ganz andere Richtung gedrängt und treibt dort oft so leicht zu einem neugesteckten Ziel. Der Schopfer hat uns den freien Willen gegeben, mit dem wir unser Leben gestalten sollen; er hat uns einen Funken von seinem Geist geliehen, mit dem wir das Rechte und Gute erkennen sollen, um uns selbst ein besseres Schicksal zu schmieden. Darum widerspricht es dem Schöpferwillen, wenn wir in blindem Gottvertrauen unsere Hände in den Schoß legen und alles nur von der Gunst des Himmels erwarten würden. Bete uno arbeite! heißt das Gottesgebot! Es widerspricht der Weltordnung des Schöpfers, alles von ihm zu erhoffen und selber nichts zu tun, sein irdisches Glück von einem Zufall zu erwarten, anstatt von Fleiß und Tüchtigkeit. Aber auch von uns selbst können wir nicht alles erhoffen. Gottes Beistand braucht der einzelne Mensch so notwendig wie ein ganzes Volk. Spanien und Rußland zeigen uns, wie wenig ein Volk ist ohne Gott, wie ohnmächtig es dasteht, wenn sein Segen fehlt und seine Lenkerhand zurückgezogen ist. Wenn in unserem Leben etwas mißlingt oder wir oftmals Geistes= und Körperkraft umsonst vergeuden müssen, wenn wir in unseren Erwartungen enttäuscht und dadurch entmutigt werden, so müssen wir bedenken, daß bei unserem Tun das Wichtigste oft nicht im äußeren liegt, sondern in der Gesinnung, mit der wir unsere Arbeit tun, ob wir an der Hobelbank oder in der Schreibstube stehen, am Hochofen oder am Steuerrad des Staates. Wir sind schon genug gesegnet, wenn wir unser Werk in auter Absicht vollbringen, wir haben schon einen reichen Lohn davon, wenn wir für die Gemeinschaft des Volkes und für dessen Leben einen heißen Tag lang geduldig gearbeitet haben. Wer in diesem Sinne sein Tagwerk vollbringt und bei seinem Tun nicht nur an sich selber denkt und nicht den ganzen Ertrag seiner Arbeit nur für sich allein haben will, sondern den Gewinn auch einmal zu anderen Menschen fließen läßt, dem wird auch aus solcher Schicksalsgemeinschaft seines Volkes täglich Gutes zuströmen, das wir selbst nicht verdient haben. Dann stehen wir in dem großen Haushalt der Schöpfung Gottes als Schaffender und Empfangender, und jeder Einzelne wird gesegnet sein und das ganze Volk. *** Kameradentreue Gedenkfeier am Grabe von Josef Kleins. Es ist ein Jahr her, daß ein Herner Junge, Josef Kleins aus der Brunnenstraße, bei seinem Regiment in Neustrelitz tödlich verunglückte und in Herne zur letzten Ruhe gebettet wurde. Aus diesem Anlaß hatten sich gestern nachmittag an der Kapelle auf dem Kommunalfriedhof die Anverwandten, seine Freunde und Kameraden versammelt und begaben sich dann geschlossen zu seinem Grabe. Hier hielt Oberfeldwebel Roschek von der 7. Kompagnie der Neustrelitzer eine Gedächtnisrede, in der er den Toten als ein leuch tendes Beispiel hinstellte, dessen Andenken bei seiner Kompagnie in Ehren gehalten werde. Im Namen der Kompagnie legte er dann einen prächtigen Kranz nieder.(Am selben Tage hatte des Morgens in Neustrelitz eine Gedenkfeier der Kompagnie stattgefunden.) Für Verwaltung, Vertrauensrat und Gefolgschaft der Zeche Shamrock 12 widmete das Gefolgschaftsmitglied Henkel dem Toten herzliche Worte des Gedenkens und legte ebenfalls einen Kranz auf das Grab. Das Lied vom guten Kameraden beendete die eindrucksvolle Feier. besand, wird gegenwärtig umgebaut. Dieses und das nebenanliegende Geschäft der Fahrschule Klein werden zu einem großen Geschaftslokal vereinigt. Auch die Fassade erhält ein völlig anderes Gesicht. Nach der Fertigstellung des Ladenlokals wird die Fahrschule Klein hier eröffnen. * 25jähriges Geschäftsjubiläum. Das 25jährige Bestehen feiert heute die Firma Sayn u. Hüls. Sie wurde am 15. 1. 1912 von Gustav Hüls sen. aus Steele und Rudolf Sayn aus Herne gegründet und nahm alsbald einen guten Aufstieg, bis der Krieg kam. Wahrend Herr Sayn im Felde stand, führte Herr Hüls sen. das Geschäft, so gut es der Personal= und Warenmangel zuließ, weiter. Nach dem Kriege gab es auch noch viele Schwierigkeiten(Inflation, Ruhrbesetzung usw.), wozu 1925 noch der Tod des Herrn Hüls sen. kam, für den 1928 Herr Hüls jun. als Teilhaber eintrat. Doch gelang es nicht zuletzt der tatkräftigen Leitung des Herrn Sayn, das Geschäft nicht nur über alle Fährnisse hinwegzubringen, sondern auch zu dem führenden Geschäft seiner Art in Herne und Umgebung zu machen. Im Jahre 1928 wurde der jetzige Neubau an der Bahnhofstraße mit großem Lagerhaus und Lagerplatz errichtet. Mögen dem ersten Vierteljahrhundert des mühsamen Aufstiegs weitere 25 Jahre ungestörter Blüte folgen. * E i n b r u c h s d i e b s t ä h l e. In der Nacht zum 14. d. M. wurde ein Keller in einem Neubau an der Brunnenstraße erbrochen und daraus 14 Zentner Zement gestohlen. Wer kann bezüglich der Täter Angaben machen?— Am gleichen Tage wurden einem Anwohner des Hauses Bergstraße 73 aus einem hinter dem Hause gelegenen filmstelle der RSDAP in der Lichtburg für die vom Schuppen vier Kaninchen(blaue Wiener) gestohlen. Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen eine Film=s# Todessturz in den Stapel. vorführung bei freiem Eintritt. Gezeigt wird] Von einem tragischen Unfall mit tödlichem Aus„Schwarze Rosen“ mit Lilian Harvey und Willy gang wurde ein auf der Vödestraße wohnender BergFritsch. Imann betroffen. Als er am Stapel im Untertage*** betrieb der Zeche Constantin 89 an der südlichen * Sie bleiben sich treu.[Stadtgrenze einen Wagen aufschieben wollte, verlor Von den Rentenempfängern der Knappschafts= er das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe, wo man zahlstelle in Herne, über deren vorbildlichen Opfersinn.n wir schon öfter berichtet haben, sind auch im Monat# Mtt dem Auto in den Straßengraben. Januar 514,19 Mark an Spenden für das Winter=] Auf der Castroper Straße fuhr gestern morgen hilfswerk aufgebracht worden. lein Lieserwagen, der mit Gemüse beladen war, an * Ein edler Spender. der Gaveg in einen Graben, da der Fahrer auf dem „ abschüssigen und nassen Fahrdamm über den ins Von einem Glücksmann auf der Bahnhofstrupe Gleiten geratenen Wagen die Herrschaft verloren Es entstand ein nennenswerter Materialschaden. Ein nachkommender Lastwagen mußte den Lieserwagen aus dem Graben ziehen. Glücklicherweise trugen Fahrer und Beifahrer nur geringe Verletzungen davon. * Gefahren der Straße. Auf der unteren Gräffstraße wurde gestern nachmittag eine ältere Frau beim Ueberschreiten der Fahrbahn von einem Lieferwagen angefahren und zu Fall gebracht, wobei sie eine Beckenquetschung erEine Zilmvorführung für die WHW-Betreuten Sonntag morgen 10 Uhr veranstaltet die Haukaufte gestern nachmittag ein Herr ein Los, das ihm patte den Gewinn von 5 Mark einbrachte. Man war aber nicht wenig erstaunt, als der Käufer auf seinen Gewinn verzichtete und das Los einem danebenstehenden Manne gab, ohne diesen zu kennen. Er hatte jedoch den richtigen getroffen, denn dieser Mann war ein Arbeitsloser. * Gruß dem Alter. Herr Hermann Wehling, Herne=Börnig, Widumerstraße 22, konnte den Eintritt in sein 75. LeAnmeldung für die höheren Lehranstalten bensjahr feiern. Unsexem langjahrigen Bezieher auch litt. Die alte Frau wurde mit dem Unglücksauto in unserseits herzlichen Glückwunsch! ihre Wohnung gebracht. * E s k ö n n t e F r ü h l i n g s e i n. Die Aufnahme neuer Schüler und Schülerinnen für das Realgymnasium und für das Oberlyzeum soll schon jetzt erfolgen. Dafür sind erforderlich: Ge ein, Im burtsschein, Impfschein oder Wiederimpfschein, wenn das 12. Lebensjahr überschritten ist, und oas Abgangszeugnis der Volksschule. Diese Papiere sind bei der persönlichen Anmeldung avzugeben. Die Anmeldungen werden für beide Anstalten von den Herren Anstaltsleitern am 18., 19. und 20. Januar 1937 in der Zeit von 11—13 Uhr in ihren Dienstzimmern entgegengenommen, uno zwar für das Realgymnasium an der Franz=Seldte=Straße und für das Oberlyzeum an der Hermann=Löns=Straße. Die Schulgelderhebung für das Schuljahr 1937 wird noch besonders bekanntgemacht. *** JM Dienst an Sonnabenden * Sturz von der Leiter. Das ungewöhnlich milde Wetter der letzten Tage Der Anstreicherlehrling W. aus der Castroper Str. hat, wie ein Spaziergang über unsere Friedhöfe und fiel gestern morgen rucklings von einer Leite##. Hierdurch die Parkanlagen bestätigt überall ein Grünen bei trug er Schulter= und Konfverletzungen danon und Blühen gebracht, als seien wir schon am Anfang des Frühlings. Hoffentlich erhalten die Straucher und Bäume nicht einen empfindlichen Knacks bei Eintritt von Frostwetter. * G e s c h ä f t s u m b a u. Das Geschäftshaus am Anfang der Von=der=Heydt= Vorbereitungen Straße, in dem sich bisher das Musikhaus Hocevar Ehrenmals für bei trug er Schulter= und Kopfverletzungen davon, so daß seine Ueberführung ins Krankenhaus erfolgen mußte. * Die Kameradschaft ehem. 159er feiert im April 1937 die 40. Wiederkehr des Gründungstages des Inf.=Reg. 159. Ferner ist mit den zur Errichtung eines würdigen alle im großen Kriege gebliebenen Die Führung des I M (Emschertal) teilt mit: Untergaues 259 Achtung, gediente Jahrgänge 1892—1900! Regelung des Wehrpflichtverhältnilles. Nachdem für den Staatsjugendtag eine Aenderung eingetreten ist, wird der IM-Dienst in den Einheiten nach wie vor ordnungsgemäß in den regelmäßigen Heimnachmittagen durchgeführt. Außerdem wird in Kürze der regelmäßige wöchentliche Sportnachmittag eingeführt werden. Ich bitte alle Eltern und Erzieher. davon Kenntnis zu nehmen, daß der Dienst der Jungmädel durch die für den Staatsjugendtag getroffene Aenderung nicht beeinträchtigt wird, daß die Jungmädel deshalb verpflichtet sind, den Dienst ordentlich und pünktlich zu versehen. Die Führerin des IM-Untergaues 259. gez. Edith Weitekamp, JM-Ringführerin. Zur Anlage eines Wehrstammblattes haben sich sämtliche männlichen Reichsangehörigen der gedienten Jahrgänge 1892—1900 in den zuständigen Polizeirevieren zu nachstehenden Zeiten zu melden: Jahrgang 1899—1900 in der Zeit vom 18.—23. 1. 37 Jahrgang 1897—189s in der Zeu vom 25.—30. 1. 37 Jahrgang 1895—1896 in der Zeu vom 1.— 6. 2. 37 Jahrgang 1893—1894 in der Zeit vom 8.—13. 2. 37 Jahrgang 1892 in der Zen vom 15.—18. 2. 37 Die Meldungen werden von den Polizeirevie. ren wochentäglich während der Dienststunden von 8— 12 oder von 15— 18 Uhr entgegengenommen. Mittwoch- und Sonnabendnachmittag findet eine Entgegennahme der Meldungen nicht statt. Vorhandene Ausweise über geleistete Kriegs- und Friedensdienste sind mitzubringen. Angehörige der ausgeführten Geburtsjahrgänge, für die bereits ein Wehrstammblatt angelegt worden ist, brauchen sich nicht zu melden. Um eine reibungslose Abfertigung der Meldepflichtigen zu gewährleisten, ist es unbedingt erforderlich, daß die vorgeschriebenen Meldezeiten genau eingehalten werden. Kreisringtagung der NSDAP bei Nordmann Am Sonntag, dem 17. Januar 1937, vormittags 11 Uhr, findet im Lokale Nordmann. Herne, Steinweg. eine Sitzung des Kreisringes statt. Zur Teilnahme sind verpflichtet alle Ortsgruppen- Propagandaleiter sowie die Vertrauensmänner des Kreisringes der RSDAP, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände. Neue Richtlinien der Reichspropagandaleitung und aktuelle Fragen gelangen zue Besprechung. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, * General=Mitgliederversammlung der NSDAP Serne-Castrop=Raure! Am Dienstag, dem 19. Januar, abends 8 Uhr, findet im großen Saale von Koopmanns Gaststätten eine General=Mitgliederversammlung der NSDAP des Kreises Herne—Castrop=Rauxel statt. Gauinspekteur Pg. Meister und Kreisleiter Pg. Nieper werden zu den Mitgliedern sprechen. * Parteiamtliche Bekanntmachung. Der Gauschatzmeister Westfalen=Süd, Ullrich, gibt bekannt: „Antrag auf Ausstellung von Mitgliedsbüchern. Im Auftrage des Reichsschatzmeisters werden alle Parteigenossen mit den Anfangsbuchstaben W. X, 9 und Z, die noch kein Mitgliedsbuch der RSDAP besitzen, ersucht, ihre Mitgliedskarte mit zwei Paßbildern unter Bezahlung der Ausstellungsgebühr bei ihren Ortsgruppen spätestens 18. Januar 1937 aozugeben. Bei späte## Einreichung können sie das Mitgliedsbuch nicht erhalten. Die Ortsgruppen haben alle Anträge in der bekannten Form bis spätestens 20. Januar 1937 an mich weiterzugeben.“ Kameraden der 159er und 219er begonnen und ein Denkmalsausschuß eingesetzt. Das Denkmal soll die Erinnerung an das Sterben von 4407 ehem. 159er und 219ern sowie Angehörigen des Freikorps Schulz wachhalten. Kameraden ehem. 159 219er aus WanneEickel, Herten, Recklinghausen und Herne, die sich noch in alter Weise verbunden fühlen, den Kameradschaftsgeist pflegen und evtl. an der Gründungsfeier teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Anschrift an Kamerad W. Hering, Wanne=Eickel, Moltkestr. 38, oder an das Evgl. Vereinshaus in Wanne=Eickel, Moltkestr. 8. Wirt W. Hüser, einzusenden oder abzugeben. Prinz Karneval hat's eilig Man könnte wahrhaftig einen kleinen Schrecken kriegen, wenn man im Kalender blättert: am 9. Februarist schon Fastnacht, und der darauffolgende Tag ist unwiderruflich der Aschermittwoch. Man muß sich also ranhalten dieses Jahr, wenn man nicht zu kurz kommen will. Noch knappe vierzehn Tage und man kann Kostüm und Maske wieder einpacken. Uebrig bleiben dann leider manchmal nur ein paar Pfandscheine, die durchaus ungeeignet sind, am Aschermittwoch die Stimmung zu verbessern. Wenn mans sich recht überlegt, ist so ein kurzer Fasching auch nicht das Schlimmste. Große Ersparnisse macht man deswegen freilich auch nicht, aber der Katzensammer wird wenigstens nicht auzu groß. Wenn der Fasching nämlich allzulang dauert, dann schimmert am Schluß schon der Alltag gar zu deutlich durch. Auch die Partei und die amtlichen Stellen haben Verständnis dafür, daß man diesen kurzen Fasching nicht noch weiter schmälern soll. Die Lockerungen, die fast überall in den letzten Jahren eingetreten sind, gelten auch für dieses Jahr uneingeschränkt. Fast alle Beschränkungen, wie sie die erste Nachkriegszeit auferlegte, sind gefallen. Man darf sich heute in Deutschland wieder nach Herzenslust freuen und unterhalten. Die Polizei drückt gerne ein Auge zu und auch sonst will niemand das Odium des Spaßverderbers auf sich nehmen. Mit Recht wird auch immer wieder auf die große wirtschaftliche Bedeutung des Faschings hingewiesen. Fast alle Wirtschaftskreise sind an einem guten Gelingen der karnevalistischen Veranstaltungen interessiert. Man wird also nur noch zum Wettergott ein kleines Stoßgebet schicken müssen: daß er nicht gerade in der ersten Februarwoche alles nachhole, was er uns bisher an winterlichem Wetter vorenthalten hat. Aber auch das dickste Schneegestöber wird der Fröhlichkeit keinen Eintrag tun können. Denn von diesem Fest gilt wie von keinem andern:„Bei schlechtem Wetter findet es im Saale statt". Noch eine Herner Schreckenschronit Von Sturmkataltrophen, Viehleuchen ud Epidemien 170.-1750. Herner Pastöre berichten. Vor langerer Zeit haben wir bereits eine Herner Schreckenschronik gebracht. Es handelte sich um eine Niederschrift, die ein Vorfahr der Familie Masthoff über die Franzosische Revolution und den Krieg gegen Frankreich sowie über eine verheerende Ruhr epidemie in Herne im Jahre 1794„Erben und Nach kommen kund uno zu wissen“ angefertigt hatte. Heute können wir eine zweite Herner Schreckenschronik mitteilen, die wir auf der letzten Seite des altesten Herner Kirchenbuches fanden und die die Pastöre Hüttemann und Davidis zu Verfassern hat. Sie berichten 1703 d. 8. IXb(— Novembris, es kann auch nur eine X sein. also Decembris heißen) ist ein er r sturmwind gewesen, dadurch allenthalben ohnbeschreiblicher schade geschehen und solch schrecken entstanden daß niemand in Hauser sich fast gerrauet, weil da durch tehr Viel umogeworten und sonst nicht anderes alß jammer und nory ge sehen worden. 1711 d 28 octhr ist abermahlß ein großer wind sturm entstanden. Dadurch viele Bauhme und gezimmer zerrissen und umbgeworfen worden. 1712 d 17 7b(— Septembris) ist wiederumb ein erschrecksicher Sturm nachmittags gar ploßzlich entstanden. Dadurch das...nhen(unleserlich. nielleicht Thurmchen) vom Schwartzen Kloster in Dortmundt abgeschlagen item der obst und Eicheln fast aue von den Bauhmen abgewehet und Viele Dacher und Bauhme umdgeworfen worden 1712 d 17 Sct(m octobris) ist die Stait Iserloh nachmittags in 3 stunden Zeit biß auf 40 hauser und Kirche, so stehen blieben, ganz abgebrandt. 1717 in Ahr(—Dezember) und 1718 im febr. ist durch Sturm und ungewohnlichen regen und aufflauff des wassers in ostfrießland und biß nach Hamburg zu ein unbeschreiblicher schade geschehen, viel tausend menschen und Vieh ertruncken gange Dorffer und lander weggespuhlet und sonst viel Hauser umbgeworfen worden. 1723 ist eine Volle mast dieser gegend weit herumb gewesen sodaß(?) die Schweine den ganzen winter durch gehen Konnen, da es auch nicht gesror.. hat man Christtag schweine für 5 rt kauffen können(die Stelle„hat man Christtag“ ist nicht ganz sicher, da die Schrift hier unleserlich ist). 1724 d 4 Uhr umb 5 nachmittag biß 12 uhr mitternacht ist ein grausamer wind gewesen dadurch Viel hauser und bauhme umbgeworffen und grosser schade geschehen. (Bis hierhin reichen die Eintragungen des Pastors Hütteman, dem 1729 der Pastor Hoffmann folgte. Dieser hat die Chronik nicht fortgeführt. Erst der 1745 berufene Pastor Davidis schreibt wieder.) 1744 45 und 46 ist eine erschreckliche Seuche unter dem Horn Vieh im Clevischen Hollandischen ja fast durch ganz Europa gewesen dadurch Viele 10.000 stück plötzlich umgefallen. Diese gegenden hat Gott in gnaden bewahret ob gleich das Uebel bis in unsere Nach bahrschafft zu Buer eingedrungen(eine andere Hand hat hier mit anderer Tinte etwas angefugt, das schlecht lesbar ist, aber scheinvar besagen soll, daß Gruemer. Serres u. a. doch von der Seuche hart mitgenommen worden seien). Anno 1747 d 12 auf den 13 Decemd erhob sich um 5 Uhr ein schrecklicher Sturm Wind aus Süd Westen an einigen orten hat man eine Art von Erdbeben dabey Bemerket und im Hollandischen ist ein... Donnerwetter Vorhergegangen hier und allenthalben ist großer Schade an Hausern und Baumen geschehen insonderheit sind Ruhen Sengenhofs und Foertmans Hauser abgeschlagen(der Ruhenkotten lag am Alten Markt, Sengenhoffs Hof an der Shamrockstraße, Vortman an der Schillerstraße). Ao 1750 Der Sommer dieses Jahres ist über die Masse heiß gewesen. In der Ernte Zeit sind hin und wieder Viele Menschen Von der Hitze plötzlich umgefallen und ersticket. Im August dieses Jahres suchte Gott unser Ge richt mit der fast durchgehends herrschenden Seuche der rothen Ruhr heim— Nur wenio Hauser sind übrig blieben, die nicht inficiret gewesen. 87 Perjonen sind an dieser Krankheit gestorben. Kaum hatte sich dieses Uebel in etwas gemindert, so folgte darauf die erschreckliche Viehseuche durch welche Viel hundert Stück Horn Vieh umgefallen. Es erübrigt sich, näher auf die Angaben dieser Chronik einzugehen. Sie sprechen für sich. Nur über das Epidemienjahr 1750 sei noch etwas gesagt. Man erhält einen Einblick in das furchtbare Wüten der roten Ruhr, wenn man sich das Sterberegister des Jahres 1750 ansieht. Alle Alterskreise wurden von der Seuche betroffen, vorwiegend Kinder und alte Leute. Zuerst setzte die Krankheit in Hiltrop ein, dann erreichte sie über Bergen. Altenhöfen und die Wiescherstraße das Dorf Herne. Von dort griff sie zur Wieschermühle nach Spithaut und Schulte=Sodingen über, wie sie auch noch in einige Familien Holsterhausens(über Rensinghoff und Sengenhoff) und Baukaus getragen wurde. Die Haupternte hielt sie im Dorf Herne selbst. Von Mitte September ab starb jeden Tag mindestenoft waren es zwei oder drei, am 30. September sogar sechs, am 14. und 23. Oktober vier. Ende Ok tober war die Macht der Seuche gebrochen. Einzelne Familien hatten besonders schmerzliche Verluste erlitten, so hatten die Familien Hiltrop. Schulte zu Bergen und Hesse je drei Tote zu beklagen, die Familien Jacob. Breilmann. Boß am Sengenhofe, Mumme, Ruhe, Kampmann am Hegeler(in Holsterhausen). Wietelmann, Schlenkhoff je zwei Tote. Bei Mumme waren Awei Kinder, bei Die allen leute am gleichen Tage der Seuche erlegen. Dr. L. Reiners. Merkwürdige Winter Wenn das Januarwetter sich nicht bald zu Schnee und Kalte bekennt, dann besteht die Möglichkeit, daß diese Winterzeit eine der schneeärmsten wi Milde Winter, wie der heurige bis jetzt einer ist, auc in früheren Zeiten gegeben. So war 11724 so weicher Winter, daß die Vögel im Februar##### Junge ausgebrütet hatten. Der Winter von 1178 war im Anfang sehr gelinde, sodaß auch die Blüten zeitig hervorbrachen; aber von der Mitte des März bis in die Mitte Mai verdarb die große Kälte allen Wein und alle Früchte. Anno 1186 ist ein so gelinder Winter, und um Weihnachten ist es so warm gewesen, daß die Baume im Januar zu blühen anfingen. Anno 1232: ein warmer Winter, der kaum 16 kalte Tage hatte.— 1286 waren die drei letzten Monate des Jahres so warm, daß nicht allein Bäume und Rosen blühten, sondern auch zu Weihnachten die Kinder in den Flüssen badeten!— Anno 1328 war ein so warmer Winter, Erzgebirge im Januar die Bäume blühten und im Mai geerntet wurde.— 1420: ein solch warmer Winier, daß im April die Hecken voll Rosen standen: im Mai hatte man schon Kirschen.— 1479: ein sehr warmer Winter und durchaus kein Schnee.— Anno —..#ur der Sommer sehr kalt; hingegen trugen die Madchen zu Neujahr Blumenkränze.— Anno 1555 bluhten einige Bäume im Herbst. Am Michaelistag gab es Erdbeeren und am Lucäitag Rosen.— Die letzten ungewöhnlichen warmen Winter waren 1748 und 1806 auf 180. Im Winter 1932 auf 1933 war bis zu Neujahr kein Schnee gefallen; auch die Kalte blieb aus. Im Gegentenl, dis zur Mitte des Monats Januar war ein Wetter, als oo am nachsten Tag jeweils der Frühling seinen Einzug halten wollte.— Auch 1934 hatten wir wunderliches Winterwetter. Um die Mitte Dezember # es Markafer, blühende Rosen und schwellende Knospen an manchen Sträuchern. Das Dezemberwetter damal hinkte um zwei Monate nach, denn die Temperaturen entsprachen denen der ersten Oktober= woche. Nr. 13(Drittes Blatt) Herner Anzeiger I Samstag, den 16. Januar 1937 Glücksspieler, Rennwettbetrüger, Tipster und wilde Buchmacher stellen die Wetter zu den gewetteten Beträgen einen Ausschlag von 15 Prozent des Wettbetrages als Steuer zu zahlen haben. die der Buchmacher an das Finanzamt abführen muß. Kein Mensch soll glauben, daß er von Rennwetten leben kann oder dadurch sogar ein Vermögen zu erwerben ist. Im allgemeinen kann der Wetter, wenn er nicht Betrüger ist, nur das gewinnen, was andere verlieren. Aehnlich ist es auch in den öffentlichen WettMit diesem Hinweis ist nicht eine Abhandlung noch auf den großen Schlag, von dem er ihnen er über oben bezeichnete Delikte absichtigt, sondern zählt. Sie wetten nun auf Anraten„ihres Mannes". der Zweck dieser Zeilen ist, weite Kreise von Pferde, die nach Form und Verfassung überhaupt annahmestellen. Der Buchmacher, der es persteht, ein Volksgenossen vor Volksschädlingen schlimmster nicht gewinnen können. Er erzählt ihnen Wunder= sogenanntes rundes Buch zu schreiben, d. h. soviel Art, nämlich gewerbs= und gewohnheitsmäßigen dinge von dem letzten Arbeitsgalopp und dem unver= weiten auf alle Pferde anzunehmen, daß stets ein Falschspielern und vor ebenfalls gewerbsmäßig arbeitenden Renwettbetrügern, Tipstern und wilden Buchmachern zu warnen Ein mit Verlust arbeitenber Buchmacher kann sich nicht halten und verliert seine Konzession. Das wilde Buchmachertum, das sich hauptsächlich auf den Rennplätzen, aber auch in den Wettannahmestellen breit macht und aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung besteht, sei schärfstens angeprangert, da es den Staat um die Rennwettsteuer betrügt, also sehr schädigend wirkt. Diese Elemente verdienen keine Nachsicht, sind aber sehr schwer zu fassen, da auch derjenige, der beim wilden Buchmacher wettet, sich strafbar macht. Er läuft aber obendrein noch Gefahr, daß er im Gewinusolle, hauptsächlich, wenn es sich um höhere Beträge handelt, seinen Buchmacher nicht findet und so um seinen Gewinn kommt. Also Vorsicht vor Falsch- und Glücksspielern, lierbaren Tip, worauf sie natürlich einen erneuten##winn verbleibt, wird selten Verlust erleiden, son Hereinfall erleben. So macht der Tipster bei jedem dern üver recht erheblichen Gewinn verfügen. Allere. Serzuneen zu Wuinen. Rennen sein„Geschäft“ und führt auf Kosten seiner vings wird die große Kunst des erfolgreichen„Bych; Alon#sthe S##nu m Immer wieder kommt es vor, daß arbeitende und gutgläubigen Mitmenschen ein angenehmes Leben, machens“ nicht von allen Buchmachern beherrscht.l betrügerischen Tipstern und wilden Buchmachern. chwer um das tägliche Brot ringende Volksgenossen ohne Arveit kennenzulernen. Die Rennvereine sind olchen gewerbsmäßigen Glücks= und Falsch= überall dazu ubergegangen, auf den Rennplätzen pielern in die Hände fallen und von ihnen nach durch öffentliche Aushänge vor den Tipstern zu warkurzer Bekannschaft beim Skat, Sechsundsechzig oder au.un) lich,„Herausgestellt hat, daß sportliebende E#staf don Falschmsimzorn sonst einem erlaubten Geschicklichkeitsspiel, unter Um= Regnhahnbelucher, die auf falsche Tips hereingefallen, Fampf den Falschlniunzeri ständen später beim Glückspiel, sei es Mauscheln, Tip=ine, scy vom Rennsport zurückgezogen haben, wopen, Lotterie, Kümmelblättchen, Lustige Sieben und durch derselbe benachteiligt wird. dergleichen mehr, derartig gerupft werden, daß sie nicht nur ihren Lohn und Abschlag, sondern sogar den halben Monatslohn verlieren und dann noch obendrein ihre Zeche schuldig bleiben müssen, deren Bezahlung dann meistens einer der Gewinner in „großzügiger Weise“ übernimmt. J/# de„Wetthudeg, verlieren gerade die Volks- der vermeintlich großen Verdienstmöglichkeit für die genossen ihr Geld, die es zu Hause für ihre Jo. Rechtsbrecher einen besonderen Anreiz. milie am nötigsten brauchen. Jeder soll sich sa enen esonorten un...g Münzverbrechen und Münzvergehen haben wegen Not eine kleine Anzahl Münzen aus unechtem Megen lassen: die Rennwette ist und bleibt ein Glücksspiel. Daß immer noch Erwerbslose in den Wettannahmestellen stark vertreten sind. ist leider eine bekannte Tatsache. Zu der Frage: Wie die Falschspieler arbeiten Nicht selten arbeiten derartige Gauner, die sich an Lohn= und Zahltagen in einem von arbeiten: Warum überhaupf Pferderennen den Volksgenossen besuchten Lokale treffen, in der Wärum übernaupt Pierderennen Weise zusammen, daß sie sich den Anschein geben, sich mit Totalisator? nicht zu kennen. Sie beginnen vor den Augen der in„„„„„ 1 interessiert zuschauenden, vom Lohnempfang heimge= wird bemerkt, daß öffentliche Leistungsprüfungen in kehrten Arbeiter, die vor dem Nachhausegehen eben der Form, von Pferderennen im Interesse der Landesnoch ein Glas Bier oder einen Schnaps trinken wol= vterdezucht notwendig sind. Diese Rennen müssen, um len, mit einer Klappe Sechsundsechzig, einem harm=portfreudige Kreize für den Besuch der Rennen zu losen Skat oder sonch einem erlaubten Spiel, bei dem interessieren, mit der Rennwette verbunden sein. Es einer der Spieler in kurzer Zeit größere Beträge ge ist, u. bedingt zu begrüßen, wenn Volksgenossen, die winnt, da seine Partner anscheinend sehr mäßige#0 fur das eole Pferd interessieren und nach ihren Spieler sind. Mit diesen anscheinend schlechten Skat=!Verhältnissen dazu in der Lage sind, die in öffent und Sechsundsechzigspielern, die sozusagen Haus und Hof verlieren, möchte der eine oder andere Zuschauer, der mit seinem Arbeitslohn in der Tasche mutig geworden ist, auch einmal spielen, um diesen„dummen Kerlen“ einmal zu zeigen, wie gespielt wird. Es kommt bald zu einem Spiel, wobei der oder die harmlosen Volksgenossen, um sie in Sicherheit zu wiegen, natürlich zunächst gewinnen. Allmählich gehen dann die Falschspieler, denn um solche handelt es sich meist, dazu über, die Mitspieler in gerissener Weise im Wege des Falschspielens zu rupfen. So werden immer noch arbeitende Volksgenossen, die sich für ihr Geld schwer quälen müssen, um die Früchte ihrer Arbeit gebracht Daß daheim Frau und Kinder auf die Heimkehr des Ehemannes und Vaters, der ja heute Geld mitbringt, mit Sehnsucht warten, läßt den oder die Betrüger kalt. Was kümmert es sie, daß die Familie des von ihnen Betrogenen hungern muß. Anstatt mit der gefüllten Lohntüte kommt der Betrogene um eine Erfahrung reicher, mit der Versicherung nach Hause, keine Karten mehr anzurühren, um aber schon beim nächsten Lohntag zu versuchen, das verlorene Geld oder einen Teil desselben wiederzugewinnen, wobei er gewöhnlich wieder hereinfällt. Die Dummen werden eben nicht alle, von denen diese Volksschädlinge leben. Leider ereignen sich viel mehr derartige Fälle, als zur Anzeige gelangen, da die Geschädigten sich nicht such noch bloßstellen wollen. Diese unbedingt falsche Ansicht darf indessen nicht Platz greifen, sonder alle derartigen[Fälle müssen sofort der Kriminalpolizei gemeldet werden, damit den Volksschädligen das Handwerk gelegt werden kann. Eins merke sich der Volksgenosse: er setze sich niemals mit Unbekannten an den Spieltisch, wenn um höhere Beträge gespielt wird.. Wenn er das befolgt, wird er niemals einen Hereinfall erleben. Ebenso gefährlich wie diese Falschspieler sind die logen. Tipster und Rennwettbetrüger. Die Tipster, die ihre Informationen natürlich aus erster Quelle vom Besitzer, Trainer, Reiter usw. haben wollen, die sie überhaupt nicht kennen, suchen und finden ihre Opfer unter den harmlosen, meistens nicht sportundigen Besuchern der Rennplätze und Wettannahmestellen. Sie erzählen hier Wettlustigen von ihrem „unverlierbaren Tip“ und erreichen, daß diese außer ihren eigenen Wetten für den Tipster und den Trainer, für den er, der Tipster, angeblich mitwetten muß, eine Mitanlage in verschiedener Höhe machen. Der Betrüger macht seinen Interessenten zur Pflicht, den ihm gegebenen Tip nicht weiter zu verbreiten, da sonst die Quote gedrückt werde, gibt aber selbst anderen interessierten Wettlustigen, denen er natürlich ein anderes Pferd nennt, von seiner„unverlierbaren Sache“ Kenntnis und erreicht auch hierbei, daß für ihn und„seinen Trainer“ eine Mitanlage gemacht wird. Er geht von Wettlokal zu Wettlokal, von Stadt zu Stadt in dem großen Industriebezirk und hat schließlich in einem sogenannten großen Spekulationsrennen alle oder fast alle Pferde, die nur einigeraßen chancenvoll sind, mit anderer Leute Geld gedettet. Natürlich gewinnt eins der Pferde und kommt mit einer ansehnlichen, oft hohen Quote heraus. Derjenige Volksgenosse, der mit dem gewetteten Tip gewonnen hat, schwört trotz aller späteren Mißerfolge Stein und Bein auf seinen Mann, den Tipster, der „solche Verbindungen“ hat. Er weiß natürlich nicht oder ist zu dumm dazu, es zu merken, daß der Tipster alle laufenden Pferde als Tips angegeben hat, also ein regelrechter Betrüger ist. Dieser gewinnt unter allen Umständen. Den hereingefallenen Wettern lichen Pferderennen gipfelnden Leistungsprüfungen besuchen. Derartige Rennen finden in allen Kulturländern statt. Im Rennsport finden Tausende von Volksgenossen ihr tägliches Brot, was allgemein zu wenig bekannt ist. Pferderennen sind daher nicht volksschädigend, wie in gewissen Bevölkerungskreisen angenommen wird, sondern tragen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und Belebung des Wirtschaftslebens bei. Die am Totalisator und in den Wettannahmestellen angelegten Beträge unterliegen der Rennwettsteuer, also auch der Staat erhält aus dieser Steuer Millionenbeträge. Von den an den Totalisator gelangenden Beträgen werden 16¾8 Prozent Steuern in Abzug gebracht, während in den WettannahmeMan unterscheidet folgende Münzdelikte: 1. die Falschmünzerei und die Münzfälschung, das ist die Herstellung von falschem Geld, oder die Veränderung echten oder verfallenen Geldes in höherwertiges oder noch gültiges Geld; 2. das Inverkehrbringen falschen Geldes entweder durch den Geldfälscher selbst oder durch eine andere Person, welche sich das falsche Geld zu diesem Zwecke verschafft; 3. das Abschieben falschen Geldes, das als echt empfangen und später als unecht erkannt worden ist; 4. die Vorbereitungshandlungen, bestehend in der Anfertigung und Anschaffung von Platten, Stempeln und anderem Herstellungsmaterial. Die Falschmünzer können heute so täuschend ahnliche Stücke nachmachen, daß eine große Anzahl hiervon nicht sogleich als Falschstücke erkannt werden. Besonders gern nachgemacht oder gefälscht werden Ein=, Zwei= und Fünfmarkstücke, aver auch Fünfzigund Zehnpfennigstücke werden nachgemacht. Die Zehner verwendet man mit Vorliebe zum Ausplündern von Automaten. Der Nachahmung von kleineren Münzen wird im allgemeinen viel zu wenig Beachtung geschenkt, weil sie für harmloser gehalten wird, als sie in Wirklichkeit ist; denn gerade die Anfertigung von Zehnpfennigstücken ist häufig die Lehrstelle für Falschmünzer. Haden die Fälscher dabei Erfolg, so werfen sie sich meist auf größere Sachen. Beim Münzfälschen muß man einen Unterschied zwischen einem Klein= und Großbetrieb machen. Kleinbetrieb liegt bei den ziemlich häufig vor , die gele kommenden Münzfälschern vor, gelegentlich aus Aufruf des Polizeipräsidenten An die Volksgenollen und Volksgenollinnen des Polizeiprälidialbezirks Bochum. Wenn einmal im Jahre die Polizei für sich werbend an die Bevölkerung herantritt, so hat dies den Zweck, alle Volksgenossen an die Aufgaben der Polizei heranzubringen. Jeder soll und muß die Ueberzeugung bekommen haben, daß die Polizei den wahren Volksgenossen der beste Helfer und Freund ist. Der ganze Dienst, alle Aufgaben, die der Polizei zu lösen gestellt sind, sind Aufgaben der Pflege der Volksgemeinschaft. Die Verkehrsüberwachung, die Verbrecherbekämpfung, die Luftschutzaufgaben usw. sind Aufgaben der wirklichen Volksgemeinschaft. Jeder in der Bevölkerung muß dabei mitarbeiten, um den gesteckten Zielen möglichst schnell und reibungslos nahezukommen. Denn kein Polizeibeamter macht seinen Dienst um seiner selbst willen, sondern nur im Interesse aller. Darum, lieber Volksgenosse, hilf mit, indem Du den Anordnungen der Polizei Folge leistest, damit dienst Du Dir und allen Deinen übrigen Volksgenossen. Hilf jedem Polizeibeamten bei der Ausübung seiner ihm gestellten Aufgaben, damit dienst Du dem Volksganzen. Darum möchte ich zum 1d. 1. 193.. dem 1. Polizeitag, die Parole geben: „Polizeibeamter sein, heißt Diener der wahren Volksgemeinschaft sein!" Heil Hiller! Schleilmann. Gegen Einbruch und Diebstahl 12 Gebote, deren Befolgung einen wirksamen Schutz darstellt. Sichere dein Heim, Boden und Keller gegen Einbruch durch ein modernes Sicherheitsschloß! Die meisten„Sicherheitsschlösser“ sind veraltet und mit Dietrichen und anderen Werkzeugen zu öffnen. Besonders gefährdet sind Mädchenkammern. die in älteren Häusern meist in den oberen Stockwerken, getrennt von der Wohnung des Arbeitgebers. liegen. Der Kriminalpolizei und leider auch dem Einbrecher ist es bekannt, daß die Schlösser in diesen Türen völlig unzureichend sind. Diese Schlösser, nachsehen und gegebenenfalls erneuern lassen! Gefährdet sind auch Büroräume in ausgesprochenen Geschäftshäusern, die an Sonn= und Feiertagen ohne Aufsicht sind, Diese Sicherheitsschlösser durch Fachmann prüfen lassen. Ist ein Schlüssel abhanden gekommen, sofort Schloß erneuern lassen! Der durch Ein erklärt er unter Beziehung auf die ja„geradezu sprich- bruch verübte Schaden ist größer, als die Ausgabe für wörtliche Ungewißheit auf dem grünen Rasen“, daß ein neues Schloß. „sein Pferd“, das ja gar nicht verlieren konnte,] Schließe beim Verlassen der Wohnung „schlecht abgekommen sei“, oder daß„der Sattel ge= die Türen sorgfältig ab, auch beim kurzen Weggange! rutscht", oder daß„der Lausejunge von seinem Reiter“, Vermeide grundsätzlich alles, was darauf hindennicht energisch genug nach Hause geritten sei“ und tet, daß deine Wohnung zeitweise ohne Aufsicht ist! dergleichen mehr. Trotz aller Hereinfälle hören die Der Einbrecher in der Maske als Klingelfahrer, BettWettlustigen immer wieder auf die betrügerischen ler, Hausierer und Hofsänger hat dafür ein scharfes Lipster und verlieren ihr Geld. Sie warten immer Auge. sei mißtrauisch gegen Fremde, die tall gießen. Das Prägen von Münzen ist ihnen zu teuer und zu umständlich. An die Nachbildung von Papiergeld wagen sie sich nur selten. Sie haben entweder eine eigene Werkstatt, oder sie schmelzen das Metall einfach in einem gewöhnlichen Küchenherd oder Stubenofen. Sie benutzen die allereinfachsten Hilfsmittel und haben manchmal keine technischen Sonderkenntnisse. Dementsprechend fallen die gefälschten Münzen aus. Den Absatz der Falschstücke besorgen diese Fälscher meist selbst. Ihre Ermittlung und Ueberführung macht dann auch in der Regel keine besonderen Schwierigkeiten. Anders verhält es sich bei dem Großbetrieb. Hier suchen die Fälscher mit Vorsicht jeder Möglichkeit der Entdeckung vorzubeugen. Der Großfälscher ist fast nie allein tätig; meistens wirkt eine ganze Bande gemeinschaftlich. Einer stellt gewöhnlich das Falschgeld her und ein anderer vertreibt es mit einer großen Anzahl Gehilfen. Meistens ist der Falschgeldhersteller auch der Kopf der Bande; manchmal dagegen bringen mehrere gemeinschaftlich das Geld für die Einrichtung der Falschmünzerwerkstatt auf und bestimmen eine geeignete Person, die das Falsch= geld herstellen soll. Die Bande sucht vor allen Dingen die Falschmünzerwerkstatt vor Entdeckung zu sichern, schon wegen der oft hohen Kosten für die Einrichtung und des Materials. Aus diesem Grunde ist es Regel, daß der Falschmünzer das Geld nicht selbst verbreitet, sondern an einen anderen abgibt. Aber auch dieser gibt das falsche Geld gewöhnlich nicht selbst aus. sondern er läßt es vielmehr durch eine Reihe von Agenten und Unteragenten vertreiben und ist hierbei peinlich darauf bedacht, sie nicht wissen zu lassen, wo und von wem das Falschgeld hergestellt wird. Liegt bandenmäßiger Großbetrieb vor, was namentlich dann anzunehmen ist, wenn viele und besonders kunstfertig hergestellte Falschstücke in den Verkehr gekommen sind, so hat die Kriminalpolizei die Aufgabe, eine Mehrzahl von Rechtsdrechern zu ermitteln, nämlich den Fälscher, seine Helfershelfer und die Verbreiter. Das Hauptaugenmerk ist dabei darauf zu richten, daß man den Falschmünzer selbst und seine Werkstatt entdeckt, damit dadurch die Quelle des Falschgeldes verstopft wird. Alle übrigen Schritte müssen sich der Erreichung dieses Zieles unterordnen. Es wird insbesondere häufig gut sein, etwa ermittelte Verbreiter von Falschgeld nicht sofort zu stellen, wodurch möglicherweise der Falschgeldhersteller gewarnt würde. Besser ist es, Vertreiber von Faschgeld zunächst scharf zu überwachen, um so über den ersten Verbreiter auf den Fälscher selbst zu kommen. Die Nachforschungen in Falschmünzersachen sind besonders schwierig. Er gehören nicht nur besondere Fähigkeiten dazu, sondern sie müssen auch mit Gründlichkeit und großer Sorgfalt durchgeführt werden. So ist es, um nur einige Punkte herauszugreifen, für den die Ermittlung führenden Kriminalbeamten u. a. besonders wichtig, zu erfahren, wie die Fälschungen ausgeführt wurden, wo das falsche Geld angefertigt wurde, wann und in welchem Umfange es angefertigt wurde. Eine Darstellung der Falschgeldherstellung muß aus naheliegenden Gründen unterbleiben. Der Zweck dieser Ausführungen ist lediglich, die Allgemeinheit auf die Wichtigkeit der Falschmünzerei und ihre Bekämpfung hinzuweisen. Die Falschmünzerei ist ein Verbechen gegen das Hoheitsrecht des Staates, das, wird es nicht energisch bekämpft, diesen empfindlich schädigen kann. Es ist daher Pflicht eines jeden Volksgenossen, sofort die Kriminalpolizei zu benachrichtigen, falls er irgendwelche verdächtigen Wahrnehmungen machen sollte, die etwas mit Falschmünzerei zu tun haben. Feste Richtlinien lassen sich über das richtige Verhalten in solchen Fällen nicht aufstellen, da fast jeder Fall anders liegt. Besonders wichtig ist es aber, daß jeder, der falsches Geld in Zahlung gegesen hat, bis zum Eintrefsen der Polizei unauffällig beobachtet wird. Falls dies deine Wohnung betreten wollen, z. B. als angeblichen nicht möglich ist, muß versucht werden, den Falsch Gasableser, Beamte vom Wohlfahrtsamt, Polizeibe= geldverbreiter festzuhalten, wenigstens muß man sich amte, Angestellte von Installationsgeschäften usw.! aber sein Aussehen so fest einprägen, daß man ihn enau beschreiben kann und bei einer GegenüberErst Ausweis vorzeigen lassen! Kriminalbeamte haben neben Ausweis auch eine Dienstmarke! Vorsicht gegenüber neuen Untermietern! Möglichst vorher Erkundigungen einziehen und sofort bei der Polizei anmelden! Amtliche Papiere vorlegen lassen und auf dem Polizeirevier nachfragen, ob Anmeldung erfolgt ist. Lasse Geld, Scheckbücher, Sparkassenbücher und den vom Wertpapiere nicht achtlos herumliegen! Bei Verlust oder Diebstahl sofort sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten! Zur Nachtzeit sind die Haustüren abzuschließen! Sichere deinen Kraftwagen, dein Kraftrao oder Fahrrad durch ein gutes Sicherheitsschloß! Das einfache Abschließen des Wagens genügt nicht! tellung wiedererkennt. Heute praktische Verkehrserziehung. Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Am Tage der Deutschen Polizei wird das RSKK vom Korpsführer Hühnlein im Einvernehmen mit dem Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei angeordneten Verkehrserziehungsdienst zum erstenmal in den Stadten des Präsidialbezirks praktisch durchführen. Eine Verkehrsunfall=Ausstellung Polizeipräsidiums. Von der Verkehrspolizei wird am Tage der DeutLasse Geld und Wertsachen an Sonn= und Feier=schen Polizei in den Ausstellungsräumen des Friedtagen, oder wenn du verreist, nicht im Heim oder Ge= rich Lueg=Hauses eine Ausstellung über die Verkehrsschäft ohne Aufsicht liegen und ermahne Angehörige unsallstatistik des Polizei=Präsidialbezirks mit Tabelvor allem Kinder und jugendliche Personen zurslen und Lichtbildern über Verkehrsunfalle, sowie die Vorsicht bei Auskünften gegenüver vorschrifts= und zweckmäßige Ausstattung Fremden! Kraftfahrzeugs veranstaltet. eines T BEILAGE ZUM HERNER ANZEIGER Samstag, 16. Januar 1937 Nr. 13 Morgen Meisterschafts- und Pokalspiele Welttalia Herne und auch der VIB Börnig auswärts.— Drei Pokallpiele am Ort. Das Spielprogramm des 3. Sonntags im Monat Januar ist zwar nicht so reichhaltig wie das seiner Vorgänger ausgefallen, dafür aber nicht weniger interessant. Mit berechtigtem Stolz blicken wir Herner zurück auf den 10. Januar, es regnete förmlich Punkte für die Herner Vereine. Angefangen mit dem 3:0=Sieg der Westfalia am Schloß Strünkede, dem daher hoffen, daß Börnig weiterhin im Rennen um die Tabellenführung bleibt. Die Spitze der 1. Kreisklasse wird noch von Ger mania Herne gehalten, mit 21:7 Punkten liegt sie sehr günstig, aber noch sehr schwere Spiele stehen der Elf bevor. Hart auf den Fersen sitzt ihr immer noch Riemke mit 18:8 und Preußen Wanne mit 17:7 Pkt. der 3:0=Erfolg des BfB. Börnig an der Schadeburg Auch Reichsbahn Wanne mit 15:9 und Herne-Süd folgte. Mit 3:0 siegten auch Germania und Viktoria mit 16.10 Punkten kann man noch als Verfolger und Herne über ihre Gegner, Siege von Herne-Süd. So- Anwörter betrachten. Fortuna yerne wurde abgedingen. Holthausen, Constantin, Schwarz=Weiß und schüttelt und dürfte über einen guten Mittelplatz wohl BfI Falkenhorst schlossen sich an. Also ein voller Er= nicht hinauskommen, ebenso Holthausen und Phönix folg für uns Herner; wird nun der 17. Januar uns Bochum nicht. Erfreulicher gestaltet sich nun schon die auch so hold gesonnen sein? Unseren Spitzenvereinen Lage für den Spp. Sodingen, wir haben das Verstehen schwere Kämpfe bevor. So sehen wir die trauen zu dieser Mannschaft, daß sie sich noch in SiWestfalen im Kampf um den 2. Tabellenplatz in cherheit bringen wird. BfB. Gerthe wird in diesem Rotthausen; die schwarz=gelben Rotthausener sind auf Jahr kaum noch vom Abstieg zu retten sein, wer noch eigenem Gelände schwer zu schlagen, und daher wer= mit in der Versenkung verschwinden wird, bleibt abden die Strünkeder an der Mechtenbergstraße in Rott= zuwarten. In Gefahr ist Jahn Holsterhausen, Spusp hausen harte Arbeit zu leisten haben. Aussichtslos ist Gerthe, Wanne 11 und auch noch Sodingen. Für dieder Fall nicht, wir würden uns freuen, wenn es densen Sonntag dürfte sich kaum etwas verändern, da 9 Hernern gelänge, die Vizemeisterschaft von Westfalen zu erringen, das wäre ein großer Erfolg heimischen zballkönnens Neben Westfalia treten dann gleich die Schadeburger in Erscheinung, der BfB Börnig hat sich als Neuling einen Ruf verschafft, wie selten eine Mannschaft zuvor. Beispiellos war der Siegeszug, troß=... dem mancher Punkt auf Grund allerlei Vorkommnisse reich. Die auswärtigen Gegner wurden flöten ging, nicht durch Versagen der Elf, nein, die auswärts geschlagen. Mannschaften der 1. Kreisklasse in Pokalspielen be schäftigt sind und nur vier eventuell ein Punktspiel austragen könnten, jedoch ist bis zur Stunde noch kein Spiel angesetzt. Mit berechtigtem Stolz blicken wir auf unsere Vereine der 2. Kreisklasse. An beiden Sonntagen des neuen Jahres blieben sie auf der ganzen Linie sieghier und Gründe lagen tiefer. Trotzdem hat sich die Elf in der Spitzengruppe gehalten und hat immer noch ernstliche Aussichten auf den Titel. Für uns ist es erfreulich feststellen zu können, daß der VfB. Börnig seine Schwächeperiode überwunden hat und wieder an die alte Form heranreicht. Obwohl er am Vorsonntag den Kampf geschwächt aufnehmen mußte, schlug er Witten ganz überzeugend. Zwar ließ der Börniger Sturm ungezählte Möglichkeiten aus, im Feldspiel, aber in Ballbehandlung und Uebersicht waren die Börniger mehr als eine Klasse besser. Wäre die Elf Sonntag wieder in gleicher Verfassung, sollte der Weg nach Wattenscheid nicht aussichtslos sein Für Wattenscheid steht kaum noch etwas auf dem Spiel, für die Spitze kommt die Mannschaft woh weniger in Frage, oder es müßte schon alles Kopf stehen. Bisher war Wattenscheid ein wertvoller Schrittmacher für den BfB Börnig, den besten Dienst würden sie ihren Besuchern leisten, wenn sie selbst Sonntag straucheln würden. Es ist die letzte, schwere Klippe für den VfB., wohl die gefährlichste, das Spiel wird den Einsatz aller Kräfte erfordern. Wir wollen Mit 24:4 Punkten führt Viktoria Herne vor Constantin Herne mit 20:6 Punkten die Tabelle an und wird diese Führung kaum noch abgeben. Constantin hat die besten Aussichten, den 2. Platz zu halten und sich damit die 1. Kreisklasse erneut zu sichern. Dicht aufeinander folgen dann: Carolinenglück mit 17:11, Schwarz-Weiß Herne 17:11 und BfL Jalkenhorst mit 15:11 Punkten. Ob es einer dieser Mannschaften gelingen wird, noch die Spitzengruppe zu sprengen, ist mehr als fraglichä. Dem Abstieg dürfte der BV Gerihe verfallen sein, mit ihm wird Hordel oder Rasensport Wanne absteigen. Hansa Herne, Fortuna Wanne und Constantin Bochum sind ebenfalls in Sicherheit. Von der 2. Kreisklasse sind noch vier Mannschaften in den Pokalspielen vertreten, so gibt es hier nur ein Meisterschaftsspiel. Die Lage in der 3. Kreisklasse ist uns zu unbekannt, da hier eine genaue Uebersicht kaum zu erhalten ist. An der Spitze liegt unangefochten unter dem Gevelsberger Mißgeschick zu leiden. Die Kaltstellung zweier guter Kräfte schlug tiefe Wunden. Obwohl man am Vorsonntag einen sicheren Sieg landete, war festzustellen, daß die Lücke in der Verteidigung schwer auszufüllen ist. Lorek fehlte an allen Ecken. Zwar gab sich Bernd die größte Mühe, diese Lücke auszufüllen, es fiel ihm aber schwer, auf diesem ihm ungewohnten Posten sein sonst gewohntes Spiel zu zeigen. Diesmal ist der Gegner unbedingt stärker, schneller und gefährlicher, deshalb wird die Aufgabe der Hintermannschaft eine weit schwerere sein. In seinem Partner F. Humpert hat Bernd eine wertvolle Stütze, der alte Haudegen wird mit Borns im Tor in Wattenscheid für Bernd eine wertvolle Stütze sein; besser wäre es ja, wenn Lorek mit von der Partie wäre. Der Börniger Lauf in der Besetzung Bielowski, Roman, Fei ist die wertvollste Stütze der Elf. Der Stratege ist und bleibt Roman, aber wertvolle Mitarbeiter sind ihm in seinen Außenläufern entstanden, es wäre verkehrt, hier umzustellen. Im Sturm wird man auf Hinze verzichten müssen. Sollte aber Lorek frei werden, dann müßte Bernd auf halbrechts stehen, denn der Börniger Sturm hat einen wuchtigen Spieler nur zu notwendig, die übrigen Stürmer sind etwas klein und kommen im Kopfspiel nur zu oft zu kurz. Der junge Pachurka 2 ist eine wertvolle Kraft, diesen Spieler aber schon jetzt den schweren Hintermannschaften voren, ware nur im Notfall angängig. In Watten cheid wird dieser Notfall nochmals eintreten. Dann raten wir aber allen Spielern blitzschnelles Abspiel und Schießen, wenn es geht. Wer schießt, ist gleich, nur jede Möglichkeit muß ausgenutzt werden. Die Halbspieler werden schwere Arbeit vorfinden und ein wachsames Auge auf den Wattenscheider Sturmführer haben müssen. Eine dankbare Aufgabe für Wanda, welcher ja auch am Vorsonntag eine gute Verbindung zwischen Lauf und Sturm herstellte; vor dem Tor sollte Wanda aber eigennütziger sein und selbst mehr knallen. Leyk scheint langsam wieder auf Touren zu kommen, Pachurka 1 und H. Humpert dürften ihren Mann stellen. Geht man dazu mit bestem Siegeswillen in dieses Spiel, so sollte ein Erfolg nicht unmöglich sein, dazu müßte aber noch der Börniger Anhang zur Stelle sein. Weitere Spiele in der Bezirksklalle Gelsenkirchen: SC Hassel— Schwarz=Gelb Gladbeck Gelsenguß Gelsenkirchen— SpVgg Röhlinghausen Viktoria Recklinghausen— Gelsenkirchen 07 VfB Bottrop— Union Recklinghausen BV 12 Gelsenkirchen— Union Gelsenkirchen TB Eickel— Sportfreunde Gladbeck Dortmund: TuBV Mengede— DSC Hagen Alemannia Dortmund— BV Brambauer Unna 08— Hagen 72 Union Haspe— Sportfreunde Dortmund Castrop 02— Arminia Marten Münster: Sus Hüls— Sus Ahlen SpVgg Erkenschwick— Preußen Münster Rheine 09— SuS 13 Recklinghausen Münster 08— Vorwärts Gronau Westfalia Ahlen— Borussia Rheine Minden: SuS Herford— Westfalia Brackwede Teutonia Lippstadt— Paderborn 08 BfB Bielefeld— Sus Geseke SpVgg Schildesche— Bielefeld 06=07 SpVgg Beckum— Union Herford Arminia Bielefeld— Borussia Dortmund(GS) Arnsberg: SpVgg Olpe— Hemer 08 BfB Weidenau— SuS 09 Menden BE Siegen— Arnsberg 09 SV Herdringen— Sportfreunde Siegen Klafeld=Geisweid— RSV Eiserfeld Lüdenscheid=Höh— Jahn Werdohl Die 2. Pohal-Vorrunde der Kreisklassenvereine Im östlichen Stadtteil das Lokalspiel: Rasensport Holthausen— Spy 12 Sodingen Am Herner Bahnhof treffen sich: Germania Herne— Preußen 04 Wanne Am Constantiner Busch: Constantin Herne— Concordia Bochum. Im Kreis Bochum insgesamt 12 Pokalspiele. Kaum 14 Tage liegen hinter der 1. Pokalvorrunde der Kreisklassenvereine, welche die 3. Austragung des Tus Engelsburg, wer die nächsten Plätze inne hat, Vereinspokals einleitete, und schon steigt die 2. Vor runde für die Kreisklassen. 24 Mannschaften des Kreises Bochum liegen noch im Rennen, unter ihnen ist uns unbekannt. Die 3. Kleisklasse hat mit Post Wanne und Borussia Bochum noch 2 Vertreter in den Pokalspielen. 6 wichtige Spiele in der Bezirksklasse Ein ichwerer Gang für den VIB Börnig.- Es geht nach Wattenlcheid 09.30.— Linden pielt daheim gegen Altenvoerde.— Schweim erwartet Weittalis Bochum.-— Preußen Bochum in Gevelsberg.-— Dahlhaulen Itelltlich selbit in Ehrenfeld vor und Witten muß nach Werne. Bezirksklalle Mit einem vollen Meisterschaftsprogramm setzt die Bezirksklasse ihre Punktespiele fort, und sehr interessante Treffen stehen auf dem Programm, welche in der Spitzengruppe eine gewisse Klärung bringen, eventuell aber die Lage noch verzwickter gestalten können. Selten sah man einen so verzweifelten Kampf um die Vormachtstellung, und immer noch liegen Schwelm. Linden und der BfB Börnig Brust an Brust, ein jeder auf den Fall des anderen wartend. Die Tabellenführung liegt augenblicklich in Händen des FC 06 Schwelm. Voraussichtlich sollte dieser auch nach dem morgigen Spiel die Führung behalten, denn er spielt auf eigenem Boden gegen Westfalia Bochum. Die unbeständige Elf der Westfalia Bochum siegte zwar im Hinspiel 2:1, da aber Schwelm auf eigenem Boden noch nicht geschlagen wurde, wird auch Westfalia Bochum dort Punkte lassen müssen.— An 2. Tabellenstelle liegt der mBy Linden. Die Ruhrhusaren galten schon als sicherster Meisterschaftsanwärter, da wurden sie am Vorsonntag von Preußen Bochum zur Strecke gebracht. Die zweite Stelle werden sie aber diesmal sicher halten können, der sonntägliche Gast ist Altenvoerde, das ohne Sieg und Punkte wird abziehen müssen.— Der BfB Börnig ist der Dritte im Bunde der führenden Vereine, auch er wird seine dritte Stelle halten, da er von einem anderen Gegner nicht überholt werden kann. Der BfB Börnig aber geht in das schwerste Spiel dieses Sonntags, er muß nach Wattenscheid 09=30, und was das heißt, erkennt man an den Erfolgen, die Wattenscheid daheim verbuchte. Linden, Schwelm, Preußen und Westfalia Bochum und Ehrenfeld ließen auf Wattenscheids Fluren Punkte, und dem BfB Börnig wird es wohl kaum besser ergehen. Gelänge es ihm aber, Wattenscheid zu schlagen, so stiegen die Meisterschaftsaussichten gewaltig. Der BfB steht vor einer großen Nervenprohe und geht geschwächt in diesen Kampf. Könnten sie Loreks Platz in der Verteidigung vollwertig ausfüllen, so sollte es möglich##mn, diesen Kampf zu bestehen. So aber rechnen wir eher mit einem Sieg der Wattenscheider.— In Gevelsberg stellt sich Preußen Bochum vor. Die Gastgeber haben eine gute Gelegenheit, sich in Sicherheit zu bringen, wenn sie Preußen Bochum abhangen. Im Hinspiel siegten die Preußen 1:0. Am Vorsonntag schlugen sie sogar Linden mit dem gleichen Ergebnis; aber die Preußen sind zu unbeständig, und daher halten wir einen Gevelsberger Sieg für näherliegend.— Die Tamde Ehrenfeld erwartet den Tabellenletzten, SC Dahl hausen. Die Ehrenfelder sollten den 2:1=Sieg des Hinspiels glatt wiederholen und ihren Mittelplatz in der Tavelle weiter festigen können. Dahlhausen siegte zwar am Vorsonntag über Werne, diesmal wird es aber wohl nicht zu einem endgültigen Erfolge langen — In Werne wartet man auf die Wittener Nachbarn vom JC 92 Witten. In Witten unterlagen die Wer ner 2:3. obwohl sie diesmal auf heimischem Boden spielen, sollten sie Sieg und Punkte an den IC Witten abtreten müssen, denn diesen halten wir für spiel: stärker und beständiger. Wattenscheid 09=30— BfB Börnig Sportring Gevelsberg— Preußen Bochum MBV Linden— Tura Altenvoerde FC 06 Schwelm— Westfalia Bochum Tamde. Ehrenfeld— Dahlhausen STV Werne— FC 92 Witten Wattenscheid 09-30— BfB Börnig. Wechselvolles Glück war dem BfB Börni □0 im nur noch vier Herner Kreisklassenvereine, davon nur noch ein Verein der 2. Kreisklasse, Constantin Herne. Die Herner Vereine stehen diesmal alle auf Herner Plätzen im Kampf, hatten also eine sehr günstige Auslosung. Im Vordergrund steht für uns Herner das LokalPokalspiel in Holthausen. Dort erwartet Rasensport Holthausen den SpB Sodingen. Beide Mannschaften sind augenblicklich in ziemlich guter Verfassung und werden sich einen erbitterten Kampf liefern. Die besseren Aussichten hat Holthausen als Platzverein. Bei einem Lokalspiel kann man aber schlecht eine Vorhersage treffen.— Am Herner Bahnhof erwartet Germania Herne die Preußen aus Wanne. Die Preuen vor wenigen Wochen im Meisterschafts piel die Germanen auf eigenem Boden 2:1, und sind auch diesmal ernstliche Anwärter auf den Sieg, denn uns scheinen die Germanen zu abgekämpft.— Constantin Herne ist ebenfalls Platzverein und hat erneut eine Elf der 1. Kreisklasse als Gegner, nämlich Concordia Bochum. Die Bochumer kamen ohne Kampf in die 2. Runde, Constantin siegte aber sehr sicher über Fortuna Herne. Auch diesmal halten wir fü neuen Jahr beschieden. Schwer hat die Mannschaft Constantin für den voraussichtlichen Sieger.— Jahn Westfalia in Rotthausen Am dritten Januarsonntag sollten sich die meisten Mitglieder der Gauliga Westfalen eigentlich mal etwas„verschnaufen". Zwei Auseinandersetzungen um die Punkte sah der Terminkalender ursprünglich vor, nun sind es aber doch deren drei geworden: Drei Punktelpiele in Welttalen Germania Bochum Erle 08. Schalke 04— Spielvereinigung Herten Germania Bochum— Erle 08 SV Rotthausen— Westfalia Herne. Am Forsthaus in Erle ist nicht gerade rosenroter Optimismus obenauf. Erle ist arg in Not. 16 Minuspunkte sind etwas reichlich viel. Aber noch ist nichts verloren. Die Gäste werden mit dem festen Vor Holsterhausen sewinnen.— sollte knapp über Rasensport Wanne gewinnen.— Reichsbahn Wanne wird die drittklassigen Wanner Postsportler haushoch abfertigen.— In den übrigen Spielen erwarten wir Siege von Sp. u. Sp. Gerthe über Gerthe-Hiltrop, Tus 26 Altenbochum über BfB Gerthe, Phönix Bochum über Carolinenglück. Langendreer 07, Bochum=West, Union Günnigfeld und Polizei Bochum rechnen aber gleichzeitig mit manchen Ueberraschungen. Die 12 Pokalspiele: (1) Rasensport Holthausen— SpV Sodingen(1) (1) Germania Herne— Preußen 04 Wanne(1) (2) Constantin Herne— Concordia Bochum(1) (1) Jahn Holsterhausen— Rasensp. Wanne(2) (1) Reichsbahn Wanne— Post Wanne(3) (2) SpV 19 Wattenscheid— Union Günnigfeld(1) (2) BV Gerthe=Hiltrop— Sp. u. Sp. Gerthe(1) (1) BfB Gerthe—. Tus 26 Altenbochum(1) (1) Phönix Bochum— Carolinenglück Bochum(2) (1) Langendreer 07— FC Laer(2) (1) SpV Bochum=West—. Borussia Bochum(3) (2) Preußen 11 Bochum— Polizei Bochum(1) (Die eingeklammerten Zahlen geben die Zugehörigkeit zur betreffenden Kreisklasse an.) Germania Herne— Preußen Wanne. Eine hochinteressante Auseinandersetzung dürfte dieses Pokalspiel am Herner Bahnhof werden wollen doch die Herner für ihre damalige unglückliche Niederlage morgen eindeutig Revanche nehmen. Ob ihnen dies gelingt, erscheint bei der schlagsicheren und starken Wanner Hintermannschaft noch recht fraglich. Beide Mannschaften sind sich über die Bedeutung des Spielausganges klar, denn der Verlierer ist k. o. und scheidet aus dem weiteren Wettbewerb, der ihm eine große Chance bieten kann, aus. Es ist daher verdieses Pokalspiel am Herner Bahnhof werden, wollen setzung antreten, und der ausgezeichnete Ruf beider Mannschaften dürfte diesem Pokaltreffen das Gepräge eines ausgesprochenen Großkampfes aufVier Gauligisten stehen bei Fuß“. haben nach Bochum kommen, mit fliegenden Fahnen hr### eines ausgesprochenen Großkampfes aufunterzugehen— wenn es schon sein muß. Und alles gchen, Zumal auch die Wanner, durch ihre letzten spricht natürlich dafür, daß sich die Germania auf„7lg##in den Brennpunkt der Oeffentlichkeit gerückt, eigener Scholle nicht die Punkte abklöpfen lassen hag#s“#######e kine unvedeutende Rolle zu spielen haben. Gewiß, an sich neigt man dazu, den Hernern demnach mit„Gewehr wird. Aber trotzdem ist Vorsicht geboten. Erle hat Spiel der 1. Serie deutlich. In erster Linie m### die Tagesform entscheidend sein. Einer von ihnen, die Borussia aus Dort= schon oft mit einem unerwarteten kämpferischen Ein Machen den Sieg zuzusprechen. Aber dar z# und ung, nutzt dennoch den spielfreien Sonntag und satz die Voraussagen über den Hausen geworfen, ner nicht so seichezu Pc## daß die 2r stellt sich in Bielefeld bei der Arminia vor. Viel klä= Trotz der Unterschiedlichkeit in der Tabellenposition Spia“L9(ict, zu bezwingen sind, bewies da ren wird der Sonntag allerdings nicht. Der wichtigste darf man sich nicht zu Trugschlüssen bei der BeurteiKampf des Tages steigt noch in Bochum, wo Erle 08 lung der Spielstärke verleiten lassen. Erinnern wir erneut gegen das drohende Geschick, dem Abstieg zu uns doch an das Hinspiel, in dem Erle mit 4:0 eine verfallen, Sturm lausen will. Der königsblaue FC, derart glatte Rechnung machte, daß alle BerechnunSchalke 04 macht am Sonntag einen Strich unter diegen aufflogen. erste Serie und zieht Zwischenbilanz. Nun ist der Meister vollkommen„bei“, wie man so zu sagen pflegt. Schalke 04— Spielvereinigung Herten. Das letzte Spiel der Schalker aus der ersten Serie wird sicherlich Beachtung finden. Wenn auch der Einsatz nicht sehr groß sein wird, so werden doch die Leute vom Katzenbusch sehr daran interessiert sein, gegen den Meister eine gute Figur zu machen. Freilich sprang der FE Schalke 04 nicht gerade immer zart mit ihnen um. In der letzten Meisterermittlung wurde Herten mit 6:0 und 6:1 böse überfahren. Aber im Jahr zuvor war es doch einmal anders. Wir erinnern uns, daß seinerzeit in der Glückauf=Kampfbahn Schalke wohl oder übei zu einem 2:2 seine Zustimmung geben mußte. Das war schon eine Tat der Spielvereinigung Herten. Die Elf hat einen guten Mittelplatz in der Tabelle und kann unbeschwert in den Kampf gehen. Der Sieg des letzten Sonntagüber die Borussia aus Dortmund sprach von einer guten Form. Und wir sind davon überzeugt, daß Schalke das Spiel erst nach Kampf gewinnen wird SV Rotthausen- Westsalia Herne Eine vielversprechende Auseinandersetzung. Zwei Einheiten im Kampf, die keine Sorgen kennen. Und * Rasensport Holthausen— Spy Sodingen. den„Pokalspielen, innerhalb unserer Stadt Sm coralspiel im östlichen Stadtteil das größte #eresse, wachruren, stehen sich doch auf dem Holt..: Gelande zwei alte Bekannte gegenüber, welche ich schon manchen harten und erbitterten Kampf lieferten. So mar os auch un trotdem hat die Sache ihren besonderen Reiz: es als der SpB Sodingen zum goht um den beston Rana hinter dem meistorlichen.##—..„ igen zum 1. Meisterschaftskampf geht um den besten Rang hinter dem meisterlichen auf dem gleichen Gelände stand uns FC Schalke 04. Zur Stunde ist der SV Rotthausen Gegner 2.1 gaschaamde stand und von dem gleichen drauf und dran, allen„Alteingesessenen“ in der Gau= beide gegeneinander ua:“ Oft kämpften schol liga eine Nase zu drehen. Mit Elan hat der Neuling sie dürfte ziemlich ausgeglichen eine Hürde nach der anderen genommen, und sein Sodingen noch vor Machen kein heit, date der Srs zweiter Tabellenplatz verdient rückhaltlose Anerken= schaftsgebilde, so ist sa ein festgefügtes Mannnung. Er kann darauf stolz sein. Rotthausens seiner Elf wartete in den g###ders geworden. Die Innensturm hat darüber hinaus sich auch noch bei stungen auf. Wir glauben immer wan manch anderer Gelegenheit hervorgetan. Und nun SpB Sodingen schon##* daß kommt die Westsalia aus Herne. Die Elf mit der spiele einen besseren Piad. Tabelle der Punktestarken Deckung. Gerade gegen sie werden sich die Pokalspiel gewannen:##kampfer„wird. Das erste Walden, Socha und Sylla besonders ins Zeug legen, gen BiL=Falkenhorft Halt##: glatt mit 6:0 geum zu zeigen, daß sie etwas von ihrem Handwerk spiel knapp::. Holthausen siegte im 1. Pokalverstehen. Die Westfalia hat aus der ersten Serie fen sind a#.#####ng tgria.## den Punktekämpnoch etwas gutzumachen: Rotthausen knöpfte ihr mit da sie aber in di:0=ver ziemlich zurückgefallen einem 4:3— und das am Schloß Strünkede!— ben sie auch a.. 4 viel Platzverein sind, habeide Punkte ab. Es wird sicherlich ein rassiges Spiel Spielerisch gesehen ge die besseren Aussichten werden, in dem die Tagesform entscheiden wird. nachsteben 9.:#an: 0 beide Einheiten wenig nachstehen. Jedenfalls wird es ein hartes Sniel geL Gleich Und frühli gelbe mir de „C und er haar wie? ich n chön in lei schön brenn wie?“ auf d Die stadt greife Ganz Seite walte fragt worte ich w Plotz wahr werde wider vom schon berb: lächel mann Schn an i dieser Krabl verple Die C wehte Pflüg Eroge über i — ab er sich leben man aber Schri Angst reicht ane kränen war Falten heirate Di dritten an V. Jgsat aufstieg lehnte Abschie gleman Die Schiff die Luf und i heitesta kleiner kratzer Pennin Er untadel gut aus dankte männise Leben! seinem tragener deses in Blick. Penning Als meisten Tischen **"— S Ullustrierte Unterhaltungs-Beilage des Herner Anzelgers * Der letzte Gruß PAUL BLISS Geit einer Stunde schon lief Luzie im Felde umher. Gleich nach dem Frühstück war sie von Hause entwischt. Und sie sang und jubelte, denn das Herz war ihr so frühlingsfroh wie nie vordem, ab und zu pflückte sie eine gelbe Primel, eine(ternblume, auch eine Narzisse. mir doch nicht aus. Oder haben Gie Angst vor mir?" „Guten Morgen, Herr Wolfram“, rief sie fröhlich und erwiderte seinen Händedruck. Prüfend ließ er seinen Blick über ihr blondes Kraushaar hingehen.„Sie sind wohl für das Frühaufstehen, wie?!“ „Gewiß,“ rief sie heiter,„als ein echtes Landkind muß ich mit der Lerche aufstehen, noch dazu an einem so schönen Tage." „Die Lerche ist mir ein zu früher Vogel,“ meinte er in leicht näselndem Ton,„ich bin überhaupt eine Abendschönheit, für mich beginnt der Tag erst, wenn die Lampen brennen.“ Verwirrt sah sie ihn an.„Dus verstehen Sie nicht, wie?“ Er lachte heiser auf.„Ja, mein liebes Kind, hier auf dem Lande weiß man davon auch nichts. Aber wenn Eie mal ein wenia älter sind und die Freuden der Großstadt kennenlernen, dann werden Sie meine Worte begreifen.“ Gie wurde immer verwirrter. Er merkte nichts davon. Ganz mit seinen Gedanken beschäftigt, ging er an ihrer Seite weiter.„Zum Glück habe ich einen tüchtigen Verwalter, da brauch' ich mich hier nicht zu öden.“ „Und Sie finden gar keinen Reiz am Landleben?“ fragte sie ganz zaghaft.„Nicht den geringsten!“ antwortete er mit einem harten Lachen,„morgen dampfe ich wieder ab.“ Jetzt zitterte sie so, daß sie sich kaum beherrschte. Plötzlich fragte er ganz unvermittelt:„Uebrigens, ist das wahr, daß Gie den Brockmann von Schönwalde heiraten werden?“ Gie wurde verlegen und wußte nichts zu erwidern. Da lächelte er und dachte: das richtige Gänschen vom Lande! Dann sagte er laut:„IXa, ich gratuliere, schone Nachbarin!“. Iun sah sie auf und sagte fast berb:„Es ist ja noch gar nicht so weit.“ Und wieder lächelte er.„Sie machen da eine gute Partie; der Brockmann ist ein patenter Kerl.“ Lachend strich er seinen Schnurrbart. Sie antwortete nichts, aber sie sah ihren Begleiter an mit einem Blick, der fast hilfesuchend war, sodaß dieser blasierte Mann einen Augenblick stutzte. Die Krabbe ist verliebt in dich! Das fehlte gerade, sich hier verplempern! Das wäre das letzte!— Und er schmunzelte. Die Sonne schien, die Vögel sangen, und der laue Wind wehte Düfte heran. Die Knechte gingen hinter den Pflügen, die Mädchen wendeten das Heu. Ein würziger Erdgeruch stieg auf. Plötzlich kam eine leise Wehmut über ihn, und er gedachte der schönen Tage seiner Jugend, — aber nicht lange hielt diese Stimmung an, dann raffte er sich auf, stand still und reichte ihr die Hand.„Also, leben Sie wohl.— Ich fahre nach Berlin,— da weiß man doch, daß man lebt! Adieu, und viel Glück!“ Einen Augenblick sah sie ihm nach— verzweifelt— aber nur einen Augenblick, dann beschleunigte sie ihre Schritte, lief schneller, wie gehetzt von einer jagenden Angst, und als sie das schützende Grün des Waldes erreicht hatte, sank sie ins IIToos und preßte beide Hände ans Gesicht. Als sie sich erhob, waren ihre Augen kränenleer, ihre Pulse wieder ruhig, aber in ihrem Blick war ein trüber Schein, und um ihren IlTund lagen Falten von Entschlossenheit. Zwei Monate später heiratete sie den Herrn Brockmann. Zehn Jahre später, Gutebesitzer Wolfram führt noch immer das gleiche Leben. Eines Tages aber wurde sein Verwalter krank. Auf dem Gute ging alles drunter und drüber. ITun kam er wieder in die Stille des Landlebens und mußte sich wohl oder übel darein finden, eine Zeitlang hier zu leben. Anfangs ertrug er es ja auch, denn es gab Arbeit genug. Ale aber alles wieder im Geleise war, da empfand er die Einsamkeit doppelt drückend. Er hatte sein Leben genossen. Jetzt aber, als er Muße zum Nachdenken fand, mußte er sich eingestehen, daß sein Leben inhaltlos war. Ein Schauern überkam ihn. Was nun? Heirat? Er hatte daran gedacht, aber ernsthaft den Gedanken nie erwogen, weil er die Freiheit höher schätzte——— Und da traf er eines Tages Frau Luzie Brockmann wieder. Sie war in Trauer, ihr Mann war vor einem halben Jahre gestorben. Und als er diese schöne Erscheinung gesunder lleppigkeit vor sich sah, mußte er unwillkürlich an das kleine Fräulein von damals denken, an die verliebten Blicke, denen er ausgewichen war. Mit heimlicher Bewunderung musterte er die schöne Frau! er war so erstaunt, daß er seine Befangenheit nicht zu verbergen vermochte. „Nun, Herr Wolfram", rief Luzie ruhig und gelassen,„auch wieder einmal bei uns?“ „Ich muß wohl, gnädige Frau! Sie wissen ja, wie es bei mir aussah!“ „Noch immer als einsamer Mann?“ scherzte sie. Er meinte lächelnd:„Ich warte auf die Rechte.“ Und wieder trafen sich ihre Blicke. Er schaute sie jetzt voll ehrlicher Bewunderung an. Sie aber preßte die Lippen zusammen, sodaß zwei Falten sich um die Ilkundwinkel legten, und in ihrem Blick loderte eine verhaltene Wut auf. Das alles währte kaum einen Augenblick, es genügte aber, ihn zum ITachdenken anzuregen. Gie gingen nebeneinander. Die Sonne schien auf Millionen jung erblühter Triebe, und die Vögel sangen und sangen. Er fragte sie, wie sie ihr Leben trage, und ob es ihr nicht zu schwer falle, jetzt die Gorgen der großen Wirtschaft allein zu schleppen. Einfach und schlicht erwiderte sie: „Nein, Herr Wolfram, von dem Tage an, als ich heiratete, ist mir der ganze Ernst des Lebens aufgegangen. Zu schwer ist mir nichts, und die Arbeit, die ich gern tue, am wenigsten. Ich habe zwei Knaben; für die ich arbeite, denen will ich dereinst das däterliche Erbteil in die Hände legen, und damit meine Kinder dereinst in Liebe meiner gedenken, deshalb finde ich den Mut und die Kraft zu allem, was getan werden muß.“ Voll Staunen hörte er sie an, denn in seinem Gedächtnis lebte sie immer noch als die kleine Landpomeranze. Er hatte plötzlich das Gefühl, als müsse er ihr irgend etwas Anerkennendes sagen. Und er sucht nun nach Worten, die sie beide wieder näherbringen konnten— er sucht und suchte, aber er fand sie nicht— in seinem armen Kopf war plötzlich alles wirr und unklar, denn er kam sich dieser einfachen Frau gegenüber, in ihrer schlichten Größe, so unglaublich unbedeutend vor, daß er plötzlich von seiner ganzen Vergangenheit den Schleier fortgerissen sah und nun in ein Leben voll nutzloser Verschwendung blickte,— in sein eigenes, verbummeltes Leben, das nun nicht mehr zurück gewonnen werden konnze. Und als er dies sah, da wußte er auch, daß eine Welt ihn trennte von dieser Frau——— Nie würde er dort das Glück finden, von dem er eben einen Augenblick träumte! — Sie war innerlich groß und ernst geworden. Er aber war leer und ausgebrannt. Mit einem letzten Gruß nahm er von ihr Abschied. Die Warnung SVEN RYE Der große Ozeandampfer tutete durchdringend. Zum drittenmal geschah das, und wer zum Abschiednehmen mit an Bord war, beeilte sich, an Land zu gehen. Es war im letzten Augenblick, als Basil Penningten V)gsam und unendlich selbstsicher die Landungsbrücke hin aufstieg. Er stellte die elegante Reisetasche aus der Hand, lehnte sich an die Reling und beobachtete lächelnd die Abschiedsgrüße, die ihm komisch vorkamen. Ihm winkte nlemand zu. Keiner begleitete Basil Pennington an den Dampfer. Die Brucke wurde hochgezogen und langsam glitt das Schiff vom Bollwerk ab. Rufe und Schreie flogen durch die Luft, dann entfernte sich der große Luxusdampfer mehr und mehr vom Hafen Neuvorko. Er passierte die Frei heitsstatue und verschwand schließlich als unbedeutender kleiner Punkt am Horizont. Sobald die hoben unregelmäßigen Linien der Wolkenkratzer in der Abenddämmerung verschwammen, gug Pennington in seine Kabine. Er nahm sich Zeit auszupacken und zog dann den untadeligen Gmoking an. Basil Pennington war ein gut aussehender Alkann. Sein Glück bei den Frauen verdankte er vor allem seiner Gewanotheit und seinem weltmännischen Auftreten. Ilan merkte sofort, daß er da#s Leben kannte. Wie sehr er es aber kannte, abnten zu seinem Gluck die wenigsten! Troß der zur Schau getragenen Rube und Ueberlegenheit lag doch etwas Nerdeses in seinen Bewegungen und in dem immer flackernden Blick. Einem scharfen Auge kennte kaum entgeben, daß Pennington in Unfrieden mit seinem Gewissen lebte. Als Pennington den Speisesaal berrat, saßen die meisten schon beim Illitagessen. Ilkan aß an kleinen Tischen und Pennington hatte einen ausgezeichneten Platz an einer Ecke des Saales erhalten, von dem aus er alles übersah. Da alle Passagiere in eifriger Unterhaltung waren, konnte Pennington ungeniert Umschau halten. Seine Augen wanderten von Tisch zu Tisch, scharf beobachtend und doch vorsichtig, und blieben plötzlich an einer bildschönen Frau haften, die ein paar Tische von ihm ab saß. Er erkannte sofort Olive Benton, den bekannten Filmstar. Gie war weit über die Grenzen Amerikas hinaus berühmt, nicht nur durch ihr Talent und ihre(Schönheit, sondern auch durch ihre Juwelen. und gerade Juwelen interessierten Pennington. Zu seinem Aerger bemerkte er, daß sie sehr mit ihrem Tischherrn beschäftigt war, einem älteren Ilkann mit ergrautem Haar, der unwillkurlich die Gedanken auf Wall Gereet lenkte. Also war Olive wieder auf der Hochzeitereise nach Europa— zum wievielten Ilale wohl? Wenn schon! Pennington verließ sich auf seine Eigen schaften ale Charmeur. Die hatten ihm schon oft ge holfen! Nach Tisch setzte sich Penniaton in den Rauchsalon, in der Hoffnung, Olive Benton wurde sich vort zeigen Aber er wartete vergebens. Nach einer halben Gtunde erhob er sich, um im Ballsaal sein Gluck zu versuchen, als plotzlich zemand die Hand auf seine Schulter legte. Pennington fuhr zusammen, aber gleich darauf war er wieder der beherrschte Weltmann. „Kennst ou deinen alten Echulkameraden nicht mehr?“ fragte ein Ilann lachelnd.„Ich bin Robert Kent. Wir waren zusammen in Harvard. Erinnerst ou dich nicht?“ Pennington verwunschte innerlich diese Begegnung, reichte Kent aber freundlich die Hand. Kent erzahlte ihm von seiner Arbeit und seinen Zukunftsaussichten. Schiffe auf der Elbe Radierung von Wilhelm diese (Deike M) 4. 5 7• Pennington hörte zerstreut zu, bis der andere schließlich sagte:„Hast on Olive Benton an Bord gesehen? Du hast doch in der„Evening Newe' gelesen, daß ihr Mann ihr als Morgengabe die Dartmoorperlen verehrte!“ Interessiert horchte Pennington auf. Er hatte es nicht gelesen. „Er soll unheimlich reich sein“, fuhr Kent fort,„und Olive soll es verstehen, ihn zu behandeln!“ Abwesend antwortete Pennington irgend etwas und verabschiedete sich etwas plötzlich. Pfeifend schlenderte er über Deck. Geso, die Dartmoorperlen! Jetzt hieß es überlegen, wenn die Sache gelingen sollte? An Bord eines Schiffes galt es doppelte Vorsicht. Ueberall Detektive allerdings— aber eine solche Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen... Nach einiger Zeit ging er in den Ballsaal; auch hier war Olive nicht. Er trank ein paar Whisky und verließ den Gaal wieder. Am nachsten Tage war Pennington zeitig auf. Ee war strahlender Sonnenschein draußen, und die Gee lag blank und still. Unwillkurlich wurde Pennington guter Lanne. Aber der Tag verging, ohne Pennington die ersehnte Gelegenheit, Olive kennen zu lernen, zu bringen. Die ersten zwei Tage zeigte sich Olive überhaupt nicht. Als sie am Abend des dritten mit ihrem Alkann das Diner einnahm, sah Pennington zu seinem Aerger, daß sie die Perlen nicht trug. Die befanden sich bestimmt in ITenyork in sicherem Gafe! Wie sollte sie auch wagen, solch einen kostbaren Schmuck an Bord eines Schiffee zu tragen. Hierin irrte sich Pennington jedoch. Am nächsten Abend überraschte sie ihn damit, daß sie um ihren feinen weißen Hals die wunderbaren Perlen gelegt hatte. Iun mußte es glücken! Während des Essene ließ er Olive Benton nicht aus den Augen; als sie ein paarmal an den Hale faßte, wie um sich davon zu überzeugen, daß die Perlen noch da seien, wurde er unruhig.(Die hatte doch seine Blicke hoffentlich nicht bemerkt? Aber es schien nicht so. Nach Tisch folgte er unauffällig dem Paar und sah, wie es an einem der Bridgetische Platz nahm. Die Beiden waren alleine und warteten anscheinend auf ihre Partner. Pennington setzte sich in einen Lehnstuhl, griff nach einem illustrierten Blatt und tat, ale lese er. Aber seine Augen wichen nicht vom Spieltisch, an dem Olive schon die Karten mischte. Da trat ein kleiner schwarzbaariger Ilkann an ihren Tisch. Er war gut angezogen und sehr gewandt, trotzdem lag etwas Ilkerkwürdiges über seinem Auftreten. Fast als geböre er nicht recht in diese elegante Umgebung. Er kußte Olive die Hand und Pennington hörte, wie er berichtete, sein Freund sei an diesem Abend am( pielen verhindert. Er sprach englisch, aber mit unverkennbar französischer Anssprache. „Wie dumm“, rief Olive aus,„da fehlt uns ja der vierte Ilann!“. Eie sah sich im(Dalon um, als suche sie semanden, der den fehlenden(Spieler ersetzen konnte. (Tchließlich sah sie Pennington an. Ihre Blicke begegneten sich einen Augenblick, und es schien Penningion, ale lage eine Aufforderung in ihnen. Hier war die Gelegenheit! Nun galt es nur sie zu nutzen! Er stand auf und gina über den dicken, weichen Teppich auf Olive zu, aber als er fast den(pieltisch erreicht hatte, griff zemand nach seinem Aermel uno hielt ihn zurück. Aergerlich wandte er sich um und sah in ein mageres, zerfurchtes Gesicht, aus dem ein paar kluge, durchormgende Augen hervorstachen. Der Fremde iog Das Leben Von den Alten zu den Jungen Muß das Leben wandern. Was du gestern noch bezwungen, Bezwingen morgen schon die andern. Das Lied, das du gestern gepfiffen im Weitertraben, Will schon morgen der andern Lippen haben. Und dir entschwundene Augenblicke kannst du sehen, Wie sie im Blut der Jungen auferstehen. Darüber, seit ich's erfahre, muß ich die Hände falten, Mußt leiden, dast ich mich wandle, und last es walten. Das Leben— ach, einst da kam es umhalsend gesprungen, Jetzt grüßt es noch im Vorüberschweben und geht zu den Jungen. MAK DAUTHENDEY Pennington ein wenig zur Geite und flüsterte so, daß er memand hören konnte:„Getzen(ie sich nicht mit an den Tisch. Ich sehe Ihnen an, was Gie wollen. Wenn Die vernunftig sind, folgen Gie meiner Warnung!“ Pennington zuckte zusammen. Also war er entdeck:? Vielleicht hielt sich Olive einen Privatdetektio, der ihre kostbaren Juwelen überwachte. Pennington verbeugte sich leicht und verließ langsam den Salon. Unten in seiner Kabine warf er sich in einen Sessel, nachdem er die Tür verschlossen hatte. Warum warnte ihn der Detektio nur? Das hatte er doch noch niemale erlebt, bei allem was ihm schon begegnet war! Sicher hatte er es getan, um sich seine Arbeit zu erleichtern— einen anderen Grund konnte Pennington nicht ausfindig machen Der Dampfer näherte sich schnell seinem Ziel. Ilkan sah schon Frankreichs Kuste. Die Passagiere begannen sich an die Reling zu stellen mut Koffern und Plaids, und als der Damofer die Landungsbrücke hinunter gelassen hatte, drangte man sich, um an Land zu kommen. Als Pennington sich der Brucke näherte, stand er plotzlich dem Herrn, der ihn gewarnt hatte, gegenuber. „Gie nahmen mir die Warnung an dem Abend hoffentlich nicht übel“, sagte er und ging neben Pennington an Land.„Ich muß Ihnen noch dazu sagen, daß der ounkle junge Ilkann. mut dem(ie spielen wollten, nicht fair spielt. Ich habe ihn schon oft auf anderen Reisen beobachtet und fand, es sei meine Pflicht, Sie zu warnen.“ Pennington vergaß ganz, dem liebenswürdigen Herrn für die Fursorge zu danken! Er murmelte nur etwas wie „jeder moge sich um sich selber kummern“ und verschwand im Gedrange. Auf dem Kai stand der alte Herr und wunderte sich über das merkwurdige Benehmen des so gut aussehenden Ilannee (Berechtigte Uebersetzung aus dem Danischen von Karin Reig.) Kämpfer im Meere EIN ROMAN VON WOLFSANS MARKEN (4. Fertsetzung.) „Ich habe keine bestimmte Antwort erhalten, Illister Roderts. Also...(ie halten es für ausgeschlessen, oaß Gie es noch schaffen?" „Für ausgeschlossen, Sir! Meine Jungen olles getan, was nur möglich war. Alles!“ Da fährt der Admiral zurück nach der„Sioney". * Aomiral Cellen oiktiert dem Funker ein Telegramm an den Illarieminister persönlich. Das Telegramm wiro gefunkt. Eine(tunde vergeht, aber es kommi keine Antwert. Unten im Unterseeboot, das sich schräg gelegt hat, fragt um die Stunde Leutnant Collen, das Ebenbilo seines Vaters, Kapitän Wilcott:„Haben Sie Heffnung, oaß wir gerettet werden, Wilcon?" (Die sind Kameraden und zugleich innig befreundet miteinander. Der ernste Wilcott, Ende der Dreißig, schätzt Collen, diesen wahrhaften Gentleman in allen Lebenslagen. Geine Stimme klingt jetzt genau so beherrscht wie sonst. „Keine Hoffnung, Collen!“ sagt Wilcott traurig. „Wir sitzen gefangen wie die Maus in der Falle. Das Unterseeboot liegt vierzig MNeter tief. So tief herunter kann kein Taucher. Es ist unmöglich, in die Tiefe zu arbeiten. Wie lange reicht unser Sauerstoffvorrat noch?“ „Schätzungsweise achtzehn Stunden!" „Wie ist die Stimmung der Mannschaft?“ „IRan hofft noch. Nur Leutnant Rumber hat einen Nervenzusammenbruch erlitten.“ „Kein Wunder. Seine erste Falrt... und eine Todesfahrt. Er hat sich vor Antritt der Fahrt verlobt. schließt ihm der Tod das Tor zu. Wenn wir wenigstens nicht gefangen wären, wenn wir uns heraus wurgen könnten. Wie sieht's mit unseren Maschinen au?“ „Holm meint, es sei nicht so schlimm. Ein halbes Dutzeno Ersatzteile, und er wurde alles wieder flott bringen: „Ersatzteile! Du lieber Herrgott, wie sollen uns die herabkommen. Die Schraube ist nicht beschädigt?“ „Rein!“ Irgend jemand kommt, stolpert beran. Wilcott läßt seine Taschenlampe aufleuchten. Der Funker tritt ein. Er muß vorsichtig gehen, denn das Unterseeboot liegt schräg. „Bringen Sie Nachrichten von oben, Harrv?“ „Jawohl, Herr Kapitän!“ „Was funkt man uns?“ Der Funker reicht Wilcott das Papier, und der Kapitan liest:„Ausharren, nicht verzweifeln. Ilkachen alle Anstrengungen. Taucher sino am Werk. Kapitän Wilcott und meinem Sohne wie der ganzen Mannschaft meine Gruße. Collen.“ „Taucher sind am Werk!“ sagt Wilcott schwerarmene, und ein gequälter Ausbruck irnr auf sein Gesicht. herrschende Dunkelbeit verhullt ihn.„Taucher! Als ob sie uns in vierzig Neter Tiefe helfen konnten. Nun ... wir wollen versuchen zu hoffen. Teilen(ie den Funkspruch der Mannschaft mit, lieber Collen!“ * Aomiral Collen zittert, als er den Funkspruch des Inarineministeriums liest. „Hobe Bosse& von Leuwen Auftrag gegeben, die Hebung durchzufuhren. Deutsches Tauchschiff ist unter wegs. Erwarte umgehend Berichte." Unterzeichnet ist er vom Ilkarineminister. Collen muß sich festhalten, die Erleichterung packt ihn wie eine Schwäche. Er aimet ein paarmal tief, dann bai er sich wieder in der Gewalt. Er gehr an Deck und läßt sich hinüber zum Hebeschiff bringen, um dort dem Chefingenieur mitzuteilen, daß die deutsche Tauchfirma eintreffen wird. Roberts armer erleichtert auf. „Gott sei Dank, Eir! Tut mir ja leid, daß ich's nicht schaffen kann, aber... sollen darum die Zwanzig dort unten leiden" Dankbar reicht ihm der Admiral die Hand. „Ich danke Ihnen, Mister Reberts. Ihnen und Ihren Leuten! Sie haben wahrlich alles getan, was nur moglich ist! Ich danke Ihnen!" Als die Taucher hören, daß die Deutschen kommen, da machen sie zunachst finstere Gesichter. Sie empfinden es als eine Niederlage, und es ist ihnen bitter, daß sie den Deutschen das Feld räumen müssen. Roch einmal gehen zwei Taucher hinab, der letzte Versuch wird gemacht, aber auch er scheitert. Keiner der Taucher glaubt, daß es die Deutschen schaffen werden. * Die deutsche Hebefirma kommt mit ihrem Hebeschiff „Leonie van Leuwen"! Auf allen Schiffen wissen sie es, und noch einmal er fulle alle Herzen die Hoffnung. „llit fieberhafter Spannung wartet man auf das Eintreffen der„Leonie". Illan rechnet die(runden und kommt zu dem Resultat, daß die Deutschen fruhe stens in den ersten Illorgenstunden da sein durften. Die Nacht vergehr mn Unrube. Aomiral Collen kommt ebenso wenig zur Rube wie seine Offiziere. Die Erwartung, die(8pannung halt sie wach, und unwillkurlich fliegen alle Blicke nach Osten, wenn einer an Oeck trut. Ob sie es schaffen werden? INan ist sehr skeptisch. Immerhin spricht eine da fur.(ie haben in siebenunddreißig Alleter Tiefe ge arbeitet! Das ist nicht zu leugnen.(ie haben der fran zesischen Regierung für sechs INkillionen Goldbarren aus der„INarokko“ aus dem Mlleere geholt. Das war ein großer Erfolg! Aber diesmal sind es vierzig Meter! Die(° tunden schleichen nur so hin. Hin und wie der kommt em Funkspruch von dem„K 78“, der meldet, daß alles in Ordnung sei und daß die Mannschaft mustergültige Rube bewahre. Endlich früh 4,30 Uhr, ale die Conne im Osten emporgestiegen ist, da sieht man die„Leonie van Leuwen“ näberkommen. Dunklen Qualm schleudert der Echornstein hinaus, der wie eine Rauchfahne dem Schiffe folgt. Die zwei Torpedoboote rasen in pfeilschneller Fahrt der„Leonie" entgegen. Sie sehen, wie man schon an Bord mit den Vorbereitungsarbeiten beschaftigt ist, sehen vier Taucher beim Anlegen der Taucheranzüge. Die Köpfe ragen noch unbebelmt beraus. (ignale werden von Schisf zu Schiff gewechselt. Das englische Hebeschiff hat den Anker emvorgebolt und macht dem deutschen Tauchschiff Platz. Die Illen schen auf dem Engländer haben verkniffene Gesichter, aber es ist keiner, der den Deutschen jetzt nicht den Erfolg wünscht, denn jetzt, da es um die zwanzig Leben dort unten geht, da müssen alle anderen Gedanken zurückstehen. * Rasselnd ist der Anker der„Leonie" niedergegangen. Von der„Sidnen“ kommt das Allotorboot, das den Llomiral und seine beiden Offiziere an Bord bringen. Aomiral Collen begrüßt Käppen Krüger mu kräf tigem Händedruck und danki auch den Tauchern und dem ersten Offizier in gleicher Weise, daß sie so schnell ge kommen sind. Oann überläßt er seinem Ersten Offizier das Wort, der Käppen Krüger, Riebetbau und die vier Taucher genau über die Lage des II Beotes unterrichtet. Offen spricht der Offizier über die Unmoglichkeit der englischen Tauchgesellschaft, die es nicht schaffte, und daß man erfahren habe, daß die Taucher der„Leenie van Leuwen“ bis siebenunddreißig Illeter gegangen sind, und daß man deshalb auf einen Erfolg hoffe. Aomiral Collen hat schweigend mit zugehört. Seine Augen mustern den alten, erfahrenen Kapitän. Unbe deutend steht er aus, gemütlich, so wie er manchmal einen Kapitän in einem Lustspiel, einem Echwank auf der Bühne gesehen hat, durchaus nicht besonders eindrucks voll Riebetbau macht einen sehr guten Eindruck. Seine knappe Art, zu fragen und sich an das Wesentliche zu halten, imponiert. Begeistert ist der Admiral von den Gestalten der vier Taucher. Der blonde Hune mut den blauen Augen, die ausschauen, als habe sich alle Gonne in ihnen verfangen, groß, kraftvoll und sicher im Auftreten wie ein Mann, und doch gleichzeitig wie ein großer Junge wirkend, im poniert. Das barte Charaktergesicht des Friesen Jan 9Naar wirkt denkbar eindrucksvoll, der Berliner, dem gleichfalls der Ruf eines erstklassigen Tauchers voran geht, ist kleiner, aber nervig, sehnig, mir Energie ge laden. Und der vierte! Er stutzt. Er will seinen Augen nicht tranen. Das ist doch... ja, wahrhaftig, das ist doch Jonn Condall, einsimals Erster Offizier auf S. M. Schiff„Oliver". Condall! Richtig, jener Condall, der aus dem Dienst ansschied und sein Vaterland aufgab, weil... ja, er weiß noch ganz genau, welche Grunde Cendall damale dazu bewogen. Ein Zeppelinluftschiff war im Kriege auf dem Mlleere niedergegangen, hilfles tried es auf den Wellen, und eie Ilannschaft rief einen vornberfahrenden englischen Dampfer an. Aber umsonst. Der Dampfer dachte nicht daran, die„Hunnen“ zu retten. Er fuhr weiter. Und alle die tapferen Deutschen von der Besatzung des Zeppelins fanden ein nasses Grab. Er dachte daran, wie man den Kapitän dieses Han delsschiffes ob seines niederträchtigen Verbaliens seinerzeit noch begeistert lobte, wie man ihn mit Geschenken überschüttete in dieser entsetzlich haßgepeitschten Zen. Das konnte der Erste Offizier des„Olioer“ nicht verwinden. Er schämte sich für sein Vaterland und nahm seinen Abschied, ging fort von England. Une nie hatte man wieder etwas von ihm gehört. Admiral Collen stöhnt qualvoll auf. Er hatte damals das Verhalten des Kapitäns genau so als einen Schlag ins Gesicht empfunden. Jener aller Menschlichkeit bare Führer eines englischen Schiffes hatte Englands Ehre in den Oreck getreten. Was tars, daß die Nation sehr, sehr bald zur Besinnung kam und diesen Ilann der Verachtung preisgab, was tat das. Ein Engländer hatte es getan und damit einen Schmutz fleck auf Englands(Schild gebracht. Uno jetzt kommen die Deutschen und wollten ihre englischen Kameraden emporbelen, seinen(Sohn und alle die anderen unten, die um ihr Leben bangten. Wahrlich, sie sammelten feurige Kehlen auf eng lischem aupte. Collene Erster Offizier hatte den Vertrag bernd#et und die Situatiensplane überreicht. Niebetbau studiert sie, spricht mu Prell und Jan Ilkaar, die als erne hinuntersteigen sollen. Knapp und sachlich geht oas vor sich. * Die beiden Taucher sind unten. Kapiän Krüger sitzt oben an Deck am Telephon, das ihn mit dem Taucher verbindet. Das zweite Telephon bedient Riebetbau. Neben beiden sitzt Aomiral Cellen, zum erstenmal hat sein Gesicht die mühsam zur Schau getragene Rube und Beberrschtheit verloren. Deutlich prägt sich angstvolle Spannung auf den Zügen aus. Er hört die Ilkänner hin und wieder ein paar Worte sprechen. Ihre Gesichter sind undurchdringlich. Jetzt schreit Kapitän Krüger ein Kommande. Die Winden knarren, langsam wird Jan Maar einvorgezogen. Jetzt spricht Riebetbau mit verzerrtem Gesicht in die Muschel, ruft mehrmals Fritz Prell an, aber er bört nur ein Stohnen. Und dann kommt das Zeichen von unten. Riebetbau wird fahl, er gibt das Kommando, und der andere Apparat setzt seine Winden in Bewegung und volt Fritz Preu ein Hinner Handewitt weiß, was die Glocke geschlagen bat. Er greift selber ein, läßt oas Emporziehen der Jaucher so langsum wie nur möglich erfolgen. Endlich erscheint Jan laars Taucherhelm, wenige Augenblicke später taucht auch Fritz Prell aus den Fluten auf. Dne Gee ist verhältniemäßig ruhig. Heller Connenschein glitzert uber den Wellen. Der Admiral sieht den Kapitän an. „Tscha,“ spricht der Kapitän bedächtig.„Der Jan MNaar und der Fritze Prell... die schaffens nicht. Aber ant haben sie sich gehalten!“ Admiral Collens Arem gebe schneller. „Gie können nicht unten arbeien?“ „Rein,(#r, unmoglich. Vierzia Meter... das halten sie nicht aus. Gie haben durchgebalten, dis sie das Bewußtsein verloren. Aber sie haben alles genau jestgestellt. Wir wissen, wo wir rangehen mussen." Sonntag Scherenschritt von Gerda Riege Deike M) * „Schicken Cie doch Mlister Handewitt nach unten!“ drängt Collen. Kappen Kruger nickt.„Zum Schluß, Gir! Der mußt die Hauptarbeit machen, den besten Trumpf setz' ich zuletzt ein. Jetzi schick' ich den Condall runter!" Der Kapitän ruft im schönsten Platt Coneall ein paar Worte zu. Der Engländer nickt mit unbeweglichem Gesicht und läßt sich den Helm aufsetzen. Wahrendoessen ist man dabei, den beiden ohnmachtigen Tauchern den Helm abzunehmen. Totenblasse Gesichter komen zum Vorschein, rasch wird der andere Teil der Tauchrüstung heruntergeboben, und dann legt man die beiden Halbohnmächtigen auf eine MRatte. Handewitt selbst kümmert sich um sie. Der Admiral sieht den Kapitän fragend an. „Der Arzt“ Käppen Krüger winkt ab.„Nicht nötig, Sir. Kommen schon wieder zu sich. Nur Rube müssen sie haben!" Er kennt das, nicht zum ersten Male geschieht es. Ein Blick in die Gesichter sagt ihm, daß sie kaum(chaden genommen haben. Blutgefäße sind nicht geplatzt. Handewitt ruft es ihm zu, als er die Kameraden untersucht hat. Der Admiral sieht eben, wie Condall, sein Landsmann, langsam im Mlleere untertaucht. Sein Herz schlägt schneller. Mit einem Male packt ihn eine entsetzliche Anast, daß es auch die Deutschen nicht schaffen konnten. * Kapitän Wilcott bekommt eben eine Meldung, die ihn schwer erschuttert. Leutnant Collen teilt ihm mit, daß der Sauerstoff nicht mehr bis zum Abend reicht, sondern höchstens noch vier Stunden. Die Luft ist schon so schlecht, so kohlensäuregesättigt, daß ihm das Atmen schwerfällt. Der Mannschaft hat sich eine dumpfe Gleichgültigkeit bemächtigt. Totenstille herrscht im II.Boot. Es ist, als wenn der Tod durch die Räume ginge. Leutnant Rumber ist auch still geworden, er hockt auf seinem Lager, sein Kopf ist wüst und leer, läßt keine Gedanken mehr auf kommen. Doch mit einem Ilkale gibt es eine Censation, die alle aufrüttelt. Der Funker bringt eine Nachricht von oben. Die deutsche Tauchfirma Bosse& van Leuwen ist angetreten. Die Deutschen sind jetzt bei einer Bergungsarbeit siebenunddreißig Illeter tief gekommen und haben in dieser Tiefe gearbeitet. „Giebenunddreißig Meter!“ stößt Leutnant Collen heiser hervor.„Wilcott, dann... dann wäre es meglich, daß sie es schaffen!" Wilcott ist ganz wirr im Kopfe. Er begreift nicht und staunt darüber, daß die englische Admiralität sich überwunden und die Deutschen herangeholt hat. Unsaßbar und wunderbar zugleich erscheint es ihm. „Wenn die Deutschen gekommen sind...“, sagt er schweratmend,„dann werden sie es sich zutrauen. Ja, dann werden sie es schaffen. Vielleicht doch, Collen!“ * Condall setzt alles ein. Er spricht aus der Tiefe mit Krüger. Er arbeite an eer Wano des II.Bootes und versuche, ihm mit dem chweißarparat zu Leibe zu gehen. Er bereite die Arbeit vor. Ihm ist, als wolle der Kopf zerspringen. Er kann kaum noch, aber er schafft mit zusammengebissenen Zahnen. Zwanzig Landsleute sind drin eingeschlossen. Zwanzig junge Leben, die es wert sind, daß man alles für sie tur. Er setzt die Schweißvorrichtung an. Will an das Schweißen gehen. Aber... da sind seine Kräfte erschöpft. Er verliert das Bewußtsein. Oben hört Käppen Kruger die erlöschende Stimme des Ilkannes und weiß, daß es böchste Zeit ist. Das Kommando peitscht zu der wartenden Bedienungsmannschaft, und abermals arbeiten die Winden. Langsam zieht man Condall emvor. Admiral Collen hält sich nur noch mit Mühe aufrecht. Als man Condall den Helm gelöst hat, da erschrickt alles, denn Blut steht um seinen Mund, und die Augen sind gläsern. In fieberhafter Eile bemüht man sich um ihn und untersucht ihn. Dann transportiert man ihn ins Lazarett. Condall ist für diese Taucharbeit außer Gefecht gesetzt. Leonie van Leuwen, die mit klopfendem Herzen der Arbeit gefolgt ist, wird bang ums Herz. Sie stemmt sich gegen die Hoffnungslosigkeit, die sie überfallen will. Ihre Augen hängen an Handewitt, an dem blonden Deutschen mit den blitzenden Augen, mit dem eben Käppen Krüger und Riebethau sprechen. Eie unterrichten ihn über die bisber geleistete Arbeit. Condall hat gut vorgearbeitet, das erkennt Handewitt. Ceine Arbeit besteht nur darin den Rumpf aufzuschweißen und durch die Oeffnung den Luftschlauch und das Telefon einzuführen. Lebensmittel haben sie nech geung an Bord. Leonie steht auf den Admiral. Sein Gesicht ist fahl, er kämpft mit einer Schwäche. Seine beiden Offiziere siehen neben ihm und drücken ihn auf einen Schemel. Es geht um alles. Eben hat man von unten gefunkt, daß die Luft lnapp wird. Wird es Handewitt schaffen“ KE — 9 — S 2.5 0 ——* „ T 5 sodaß wir auf den Felgen fahren mußten. Der Jagdmeister gab uns später Auskunft: vor einem Jahr hatte ein geschäftstüchtiger japanischer Reisender Seiner Hoheit hundert sunkelnagelneue Fahrräder verkauft und hatte ihm dabei versichert, daß die Europaer nichts lieber täten, als auf einem Zweirad durch die Welt zu gondeln. Ossengestanden, wir fluchten nicht wenig. zudem war der Weg, den wir hinter dem Wagen Seiner Hoheit nehmen mußten, in schauderhafter Verfassung. Und da es schon kein Vergnügen int. auf Felgen über Asphalt zu fahren, kann man sich vorstellen, wie vergnüglich dieser Jagdausflug begann! lach etwa einem Kilometer gab ich das Rennen auf. Ich stieg von meiner Maschine und versprach einem der Träger ein Königreich für die Ueberlassung seines Elefanten. Für ein gutes englisches Pfund verzichtete der Treiber auf das Königreich, und nun schaukelte ich, von allen beneidet, ohne treten zu müssen, durch die Gegend. Aber auch mein neues Beförderungsmittel hatte seine Mucken! Der Elefant. der noch nicht lange gezähmt war, scheute vor einer kleinen Brucke, die unser Troß passieren mußte, zurück. Vorsichtig prüfte er mit seinen riesigen Vorderbeinen die Haltbarkeit der Holzplanken und entschloß sich dann. lieber den natürlichen Weg einzuschlagen. Zu dem sichtlichen Vergnügen der Jagdgesellschaft kletterte das gewaltige graue Tier die Böschung hinab. watete durch den reißenden Fluß und erklomm dann majestätisch und sichtlich befriedigt das andere Ufer. Der Jagdplatz, den wir nach einer weiteren halben Stunde erreichten, entschädigte mich für alle Strapazen. Vor mir erklickte ich die Ruine einer alten Stadt. graues, jahrhundertealtes Gestein, überwuchert von Pilanzen aller Art. Völlig erhalten war allein ein uralter Beobachtungsturm, dessen von einer niedrigen Brustung umgebene Plattform Seiner Hoheit als Anstand diente. Ich durfte mich zu den wenigen Auserwählten zählen. die der Maharadschah auf seinen Jagdturm mitnahm. Man hatte es Seiner Hoheit sehr bequem gemacht: der Fürst saß auf einem Berg von Kien und vor ihm. auf der Brüstung, lag eine AusAuch im Karneval schmeckt der Einlopf Ein lustiges Bild aus dem„goldenen Mainz“, wo die Karnevalszeit schon eingesetzt hat. Ihm schmeckt der Eintopf auch im Schmuck der Uniform gut(Scherl-Bilderdienst-M) wahl prächtiger Jagdgewehre verschiedenen Kalibers. Jetzt stieß der Jagdmeister in ein großes Horn— die„Jagd" begann! Die Dschats, die als Treiber das Wild umkreist hatten, trieben es nun mit lautem Geschrei in unsere Richtung. Krachendes Geäst kündigte das Nahen der donnernden Herde an! Und da brach auch schon der erste Keiler aus dem Wald. Das Gewehr zitterte in meiner Hand, doch noch durfte ich nicht schießen, denn gemäß einer alten Sitte hatte der älteste Radschpute den ersten Schuß. Da krachte es auch schon— mitten im Lauf warf es den Keiler um. Im nächsten Augenblick wimmelte der weite Plan schon von der gejagten Herde, die nun wehrlos unseren Gewehren preisgegeben war. Da klang plötzlich von einem der gegenüberliegenden Bäume ein furchtbarer Schrei zu uns herüber. Wir fuhren alle herum: einer der Jäger des Maharadschahs hatte sich auf einen niedrig gelegenen Ast gewagt, der sein Gewicht nicht ausgehalten hatte; so war er unter die wütende, verzweifelte Herde gestürzt. Der Sturz war das Letzte, was ihm zum Bewußtsein kam. Seine Vernichtung, anders kann man das nicht nennen, war ein Werk weniger Sekunden. Der Fürst war aufgesprungen; in höchster Erregung machte er dem Jagdmeister die heftigsten Vorwürfe, als ob dieser Schuld an dem schrecklichen Unglücksfall getragen hätte. Damit war die Jagd vorüber! Auf ein Zeichen des Oberjägers öffnete die Treiberkette ihre Umklammerung, um den überlebenden Tieren die Flucht freizugeben. Doch die Wildschweine hatten Blut geschmeckt und dachten in ihrer rasenden Wut jetzt nicht mehr an Flucht. Nur wenige der Tiere suchten den schützenden Wald auf. Doch die Elefanten waren auch für einen solchen Zwischenfall dressiert; in einem geradezu strategischen Umgehungsmarsch drückten sie den Rest der Herde in den Wald, so daß wir unsere Posten ungejährdet verlassen konnten. Der Fürst, den der Zwischenfall verärgert hatte, bestieg, ohnt sich von uns zu verabschieden, seinen Wagen und ließ sich zurückfahren Ich kann nicht behaupten, daß mir das unangenehm war; denn so konnten wir, ohne Seine Hoheit zu verletzen, auf dem Rückmarsch auf Fahrräder verzichten Nachdem ich den Jagdmeister dazu bewogen hatte, mir für die Heimkehr einen Elefanten mit einem Mahout, mit einem Elefantenführer, zur Verfügung zu stellen, besah ich mir in Ruhe die Ruinen der uralten Hauptstadt. Und das war schöner als die ganze Schwarzwildjagd auf Fahrrädern! SASSO Eine Hundegeschichte von P. E. RIED E L Von Sasso, dem vierdeinigen Friedenstifter will ich erzählen. Aus seinem Alltag und von seiner großen Ta: Sasso, der braune, große Wolfshund, ist ein über aus kluges, treues Tier. Wenn die kleine Trauti, des Nachdars dreijähriges Kind im Hofe spielt, dann ist nets Sasso bei ibr. Sie streichelt des Hundes weiches II. und sollte irgendein anderes Kind Trauti erwas zuleide iun wollen— Sasso läßt es nicht zu! Sasso ist immer da!— Jedoch Trautis Vater kann den Sasso nicht leiden weil dieser ihn einmal angebellt hat und überhaupt, weil er der Hund von„denen da druben" in mit denen er schon seit Jahren„verkracht“ ist. Siebt er den Hund seines Nachbarn bei seiner Trauti. so a mmt er einen Stock und schimpft:„Hundsvieh. bist chon wieder da! Machst daß du weiter kommst!“ Und dat er Sasso davongejagt, so wartet jedesmal das kluge Tier. dis Trautis Vater außer Sehweite ist um sich dann wieder von der anderen Seite heranzu chleichen: denn er fühlt sich eben einmal als Beschützer Klein=Trautis. ungeachtet dessen, daß Trautis Vater ###t einversanden und daß dieser mit seinem Herrn verkracht ist Sasso kann Pforchen geden. Männchen machen kann dellen und wenn es sein muß auch beißen; Sasso kann arer noch medr. ure spielt Klein=Trauti wieder im Hof. und neven idt unt Sasso ihr Beschützer. Nun geht das Kind an das Ende des Hofes. dorthin. wo der Zaun ist. und dan Faß mit dem Wasser steht. Sasso folgt ihr. Ja. dier kann Trautis Vater nicht bersehen, und Sano hat darum seine Ruhe. Tranti will im Wasser des Fasses. das bis odenauf voll ist. planschen. Sie boelt auf die Kiste, die vor dem Faß nedt. und nun kann die mit idren Händchen schön auf das Wasser klatchen, daß es nur so soritzt. Sasso beobachtet jede Bewegung seines Schützlings. Plötlich bekommt Tranti. weil sie sich zu weit vorgebeugt hatte, das Uebergewicht und fällt kopfüder in das bis odenauf gctullte Wassersaß. Einen Augenblick steht Sasso unwealich da und spint die Odren. Es ist als ob er etwas überlegen wollte. Jetzt springt er auf die Kiste : die Vorderpioten ans dem Fasrand und zerrt und i###r: mit den Zähnen an Trautis Kleidern, Jerrt und ####i mit aller Kraft so lange bis er Klein=Trauti uder den Faßkand hinausgebracht dat und sie auf die A##e hat abgleiten lassen.— Ohnmachtig liegt 313 Kind da. Sasso beschnuppert seinen Schützling. Aber er bewegt sich nicht. Einen Augenblick steht das Tier unschlüssig da. Es ist, als ob er über etwas nachdenken wollte.— Plötzlich rennt er wie wahrsinnig nach vorne zum Haus, schlägt mit den Vonderpfoten auf das niedere Fenster zu Trautis Wohnung und heult und bellt und winselt und wimmert. Trautis Vater schimpft:„Hundsvieh, bist' schon wieder da! Machst Caß d’ weiterkommst!“— Allein die Hartnäckig keit und das nicht endenwollende Klagen des Hundes machen den Mann doch stutzig. Er geht zum Haus hinaus und folgt dem davonrasenden Tier in den hinteren Hof. Dort an dem Faß macht der Hund halt und bellt wieder und heult und wimmert. Da sieht der Mann sein Kind auf der Kiste vollständig durchnaßt und regungslos liegen.— Ja. jetzt wußte er, daß die Kleine ins Faß gefallen war. Sasso mußte es hinausgezogen haben, und als er sah, daß es sich nicht mehr rührte, da holte das Tier den Menschen zu Hilfe, damit cieser da weiter helfe, wo das Tier nicht mehr helien konnte. Mit fliegenden Schritten trug der Vater sein ohnmächtiges Kind ins Haus Und nach zwei Tagen saß schon wieder Klein=Trauti im Hof neben Sasso und streichelte sanft ihres vierbeinigen Lebensretter braunes Fell. Das kalte Bad hatte ihr weiter nicht geschadet. Alle Hausbewohner waren versammelt und brachten Sasso allerlei Leckerbissen. Auch Sassos Herr war da und klopfte dem braven Tier belobigend auf den Rücken. Und auch Klein=Trautis Vater kam heran, fiel Sasso sogar um den Hals und sagte immer wieder:„O du lieb's, gut's Hundsvieh!“— Dann reichten sich Sassos Herr und Klein=Trautis Vater nach jahrelanger Feindschaft die Hand zur Versöhnung.— Und Sasso. der vierbeinige Lebensretter und Friedensstifter wedelte dazu freudig mit dem Schweif Der„König der Lausbuben“ Mit dem Titel„König der Lausbuben", den ihm der Jugendrichter gab, wäre der 9jährige Barry B. aus der englischen Stadt Bristol wohl einverstanden gewesen, wenn nicht die Unannehmlichkeitdamit verbunden gewesen wäre, daß er nun der Aufsicht seiner Mutter entzogen und in eine öffentliche Erziehungsanstalt übermiesen wurde. Das Sündenregister, das ihm der Richter vorhielt, ist für einen Neunjährigen wahrhaftig nicht mehr zu überbieten— angesichts von Harrns Streichen muß selbst Marc Twains„Hucklederry Finn“ neidvoll erblassen. Harrn warf. so sagt die Anklage, die Schuhe seiner Mutter ins Feuer, verbrannte die Hände seines Bruders mit Baby einen= zu schlucken, zündete die Möbel des elterlichen Hausaltes an, schlitzte das Sosa mit einer Schere auf und warf den Kanarienvogel in den Kochtopf. Ferner drehte er im ganzen Hause die Gas= und Wasserhähne auf. sodaß die Feuerwehr einschreiten mugte, löste die Bremsen der auf abschüssigen Wegen parkenden Autos und schlug 17 kleinere und größere Schaufensterscheiben ein. Der Richter versicherte ihm, daß er nicht nur den Litel„König der Lausbuben“, sondern auch eine gehorige Tracht Prügel verdiene, zu der man ihn von Ants wegen leider nicht verurteilen könne. Junggeselle wünscht Heiratsanträge Mr. James Dunn, ein alter Hagestolz, der nicht gewillt ist, sein beträchtliches Vermögen mit einer Frau zu teilen, ist auf eine kuriose Idee verfallen. Zwar gedenkt er auch in Zukunft, den Junggesellenstand nicht aufzugeben, aber er will ein wenig„Einblick in die Frauenseele" bekommen, wie er erklärt. Darum hat er einen öffentlichen„Wettbewerb für Heiratsanträge“ ausgeschrieben.„Junggeselle wünscht Heiratsanträge", so sind die großen Anzeigen überschrieben, in denen sich Mr. Nunn an die Neunorker Weiblichkeit wendet. Er erklärt darin, daß er für diejenige Frau, die ihm den hübschesten Heiratsantrag machen könne, einen notariell hinterlegten Preis von 3000 Dollar aussetze. Außerdem habe er noch zehn Trostpreise je 300 Dollar für die nächstbesten Anträge vorgesehen. Dieser seltsamen Aufforderung fügte der Inserent hinzu:„Spätere Heirat ausgeschlossen". Mr. Dunn versichert, er habe bisher mehr als 5000 Briefe erhalten und brauche noch eine ganze Weile, um sich durch diese Flut von Heiratsanträgen durchzulesen. Seine jüngste„Bewerberin“ sei zwölf, seine älteste 76 Jahre alt. Er müsse jedoch feststellen, daß gerade die älteren Damen es vortrefflich verstunden, einen Heiratsantrag zu formulieren, Voraussichtlich werde ihm die Wahl unter den Einsendungen recht schwer fallen. G S— — —— S R 3 9.— 0 2 .. 2 2 S S S 9 H KEAETTESTET zum Herner Nr. 6 937 ROTE ADAM Abenteurer-Roman von PETER FIEL D Cors#r2#g gug S „Hat der was gesagt?“ „Keine Silbe. Er hat mir'ne Decke gegeben, auf die ich mich legen sollte. Hairy Jack ist mit dem andern jagen gegangen, weil sie nichts im Magen hatten.“ Sue sah jetzt besser aus. Ihr Gesicht hatte wieder Farbe und ihre Augen glänzten vor Erregung. während sie erzählte. „Sie haben'n Reh geschossen, so daß wir was zu essen hatten. Dann haben sie mich gefesselt für die Nacht.“ Red fing wieder an zu fluchen. „Es war nicht so schlimm— nur die Handgelenke haben mir wehgetan.“ Sie rieb sich das linke Hand gelenk, während sie weitersprach und Red nahm es zwischen seine beiden Hände und streichelte es. Die Haut hatte dort tiese Einkerbungen und war an ein paar Stellen geschunden. „Ach, das macht nichts. Red.“ sagte Sue rasch. „Also, dann hab ich die ganze Nacht über so dagelegen. Einer hat ununterbrochen Wache gehalten. Ich glaube, gegen Morgen bin ich eingeschlafen. Als ich aufwachte. hörte ich, wie sie sagten, daß sie heut abend herkommen und euch hier überfallen wollten. Ich dachte, ihr wißt vielleicht nichts und—“ „Aber wie sind Sie denn überhaupt fortgekommen?“ rief Red ungläubig. „Ja, zwei von ihnen sind heut früh losgezogen, um die Leute zu holen, die noch bei den Pferden waren — Hairy Jack und ein gewisser Pete— und ich blieb mit einem, der Sam hieß, zurück.— War das der, den Sie neulich nachts angeschossen haben. Red?“ Red nickte. „Also dem hatte Hairy Jack befohlen, mir die Füße loszumachen, meine Hände aber gefesselt zu lassen. Ich glaube, sie hielten ein Entwischen für ausgeschlossen, weil die Pferde angebunden waren und Sättel und Zaumzeug so lagen, daß Sam sie sehen konnte.“ „T—T—Trinken Sie doch lieber was, Fräulein,“ bot ihr Bob gastfreundlich an. Sie trank einen kleinen Schluck und fuhr fort: „Der Sam war ein gieriger Kerl. das war sein Pech,“ sagte sie verächtlich.„Gegen Mittag bekam er Hunger und machte sich über den Braten, der vom Abend vorher übriggeblieben war. Mir legte er auch ein dickes Stück vor die Nase und ich hab hingeguckt, als wär' ich am Verhungern.„Ich kann doch nicht essen, wenn mir die Hände gefesselt sind,“ sagte ich. Da hat er den Strick gelockert, so daß ich die Hände ein klein wenig bewegen konnte, und das ging besser als er dachte. Er fing an, große Bissen hinunterzuschlingen und trank aus einer Whiskyflasche, die er bei sich hatte. Bald darauf wurde er schläfrig. Ich tat auch, als ob mir die Augen zufielen und er hatte anscheinend vergessen, daß er an meinen Handfesseln was gemacht hatte. Kurz darauf saß er an einen Baum gelehnt und hatte den Hut tief über die Augen gezogen. Sein Kopf fiel ihm auf die Brust und nach ein paar Minuten schnarschte er. Der Strick um meine Hände war schon halb ab und als ich weiter daran zerrte, lockerte er sich noch mehr. Endlich kam ich frei. Ich hatte Angst, Sam könnte aufwachen, wenn ich eins der Pferde satteln wurde, aber Zaumgeug hab ich mir vorsichtig geholt und bin rübergelaufen zu dem Baum, an dem die Pferde festgebunden waren—“ „Rein je, Sie sind den ganzen Weg ohne Sattel geritten?“ Sue nickte. „Das m—m muß ja gräßlich gewesen sein,“ meinte Bob.„Das mm mach' ich Ihnen nich nach!“ fügte er bewundernd hinzu. Sue sprang plötzlich auf. Sie ergriff Reds Arm und schüttelte ihn heftig. „Das ist ja schrecklich. Red! Die Minuten vergehen und ich rede die ganze Zeit!— Sie scheinen nicht begriffen zu haben.— Wir haben keine Sekunde zu verlieren!“ Red lächelte sie an.„Ich sagte Ihnen doch schon, daß wir gerüstet sind. Wir haben das Haus in ne Feuung verwandelt, Sue. Was anderes können wir nicht tun außer schießen. Aber jetzt wird's Zeit, daß Sie verschwinden, Sue.“ „Aber Red— ich— ich verstehe Sie nicht.“ Sie sah ihn fassungslos an, „Was verstehen Sie nicht?“ „Wo sind denn unsere Leute— von den Drei Kiesern, mein' ich— wenn Sie King heut abend erwartet haben?" Red nahm eine starte Haltung an.„Die brauchen wir nicht,“ sagte er kurz. „Sie sind ja wahnsinnig. Red! King kommt mit vier Mann. Sie brauchen unbedingt Hilfe.“ Sie lief zur Tür.„Ich schicke Ihnen sofort Leute von uns her In einer Stunde sind sie da.“ Red sprang ihr in langen Sätzen nach und saßte sie an der Schulter. „Das werden Sie bleiben lassen,“ sagte er barsch. Sue wandte ihm das Gesicht zu und sah ihn völlig entgeistert an. „Aber wir haben Ihnen doch gesagt, daß wir Ihnen helfen werden. Mein Stiefvater wird gern—“ „Hören Sie mal zu, Kind, ich kann's Ihnen ja auch lieber gleich sagen.“ Reds Stimme klang ruhig, aber sehr hart.„Ich habe Langley heut morgen erzaht, was hier geschehen würde und habe ihn gebeten, mit auszuhelfen.“ „Na und—?“ „Tja, die Leute von den Drei Kiefern haben anscheinend zu viel zu tun!" „Heißt das— daß er— daß er's Ihnen— abgeschlagen hat?“ Sie hatte die Worte ganz langsam herausgebracht.„Ich begreise das nicht. Er hat gesagt—“ „Er hat sich's eben anders überlegt.“ „Ich werde ihn aber zwingen, Ihnen Leut, zu schicken!“ rief sie empört.„Jawohl, zwingen! Jo werde sie selbst herbringen! Lassen Sie mich fort, Redi Die Zeit ist kostbar.“ „Sie werden jeden Versuch unterlassen. Haben Ste verstanden? Auf solche Hilfe pfeise ich. Die kann ich nicht gebrauchen.— Aber jetzt machen Sie, daß Sie fortkommen, und schnell, ehe's zu spät ist. Sie haben genug für uns getan.“ Red stieß sie mit sanftem Druck zur Tür, Sie blickte ihn herausfordernd an. „Ich gehe nicht,“ erklärte sie ruhig. „Was ist das fur Unsinn!— Bob, geh in die Halle raus und mach' die Vordertür frei.“ Bob ging sofort nach vorn und nahm den schweren Balken herunter, der die Haupttür stützte. Er schien ganz in seine Arbeit vertieft, aber seinem Rucken sah man ordentlich an, wie gespannt er war, was hinter ihm vorging. Er hörte ein ärgerliches Stampfen mit dem Fuß und erriet, daß Sue wieder„rothaarig“ geworden war. Da mußte man doch zuhören „Ich laß mich nicht rauswerfen!“ sagte Sue„Ich laß euck zwei nicht allein— ich schieße genau se gut wie— na, jedenfalls kann ich mich nützlich machen" „Hier kann Sie niemand gebrauchen! Si, haben ja nicht mal'n Revolver zum Schießen!" Ein fröhliches Lied am Ferienlag Vicle deutschen Volksgenossen hatten das Glück, mit der NS.Gemeinschaft„Kraft durch Preude“ eine Winterreise antreten zu können. Viele sahen die schönen deutschen Berze zum erstenmal im Winterkleid und von der guten Stimmung der Kdf’.-Pahrer zeugt dieses Bild (Presseamt der DAF Scheri-A) * S S.% — 0——."—"— 8 SEGSGTSL, SSTESnLSITLS s. OSDTERD SESSSSE S bysEnEBanBSsgag EDEGSABRBSBSEESLAEELSSSE Reds Stimme klang ebenfalls ärgerlich, bemerkte Bob. „Da liegt ja noch'n Browning auf dem Tisch. Ich gehe nicht fort Punktum. Ich geh' überhaupt nicht mehr auf die Drei Kiefern zurück. Ich will Langley nie mehr sehen. Ich hab' ihn von jeher gehaßt. Jetzt sange ich an zu begreisen—“ „Sie gehen, und zwar auf der Stelle—“ Bob mußte grinsen, als er die beiden ringen hörte. „Schluß jetzt! Sie müssen gehorchen!“ drüllte Red Das war zuviel für Bod. Er lief zurück Sue hatte sich losgerissen und rannke mit Browning und Patronen in eine Ecke der Halle. Eine Sekunde lang blieb Red starr vor Erstaunen stehen, dann lief er zornig auf sie zu. Als sie anfing, die Treppe hinaufzulaufen, streckte er die Hand über das Geländer hin aus und packte sie am Arm. Gewalt sam brachte er sie zum Stehen und zerrte sie wieder hinunter. Mit eisernem Griff umklammerte er ihre Schultern und entwand ihr den Browning. „Jetzt ist's genug mit dem Quatsch, Sue!“ sagte er döse Sie versuchte, ihn fortzustoßen, war aber machtlos gegen ihn Sie drehte und wand sich wie ein ungezogenes, kleines Kind, und Red sagte kein Wort. Auf einmal, noch immer unter seinem Grifs, wandte sie sich ihm zu und sing an, mit harten, kleinen Fäusten gegen seine Brust zu schlagen. Red mußte gegen seinen Willen lachen „Ganz ungezogenes. kleines Mädel,“ sagte er kuh! „Bob. ist die Tür noch immer nicht offen?" Statt aller Antwort riß Bob sie auf Im selben Augendlick drang der Husschlag galoppierender Pferde durch die Nacht „Sie k kommen, Red.“ schrie Bob „Dann sperr di. Tür wieder zu.— Rein, sag' erst ihr Pferd fort. Das dürsen sie hier nicht sinden!" kommandierte Red. Als er Sue jetzt wieder ansah, wai ein Blick nicht mehr ärgerlich, sondern druckte die luhle, stahlerne Entschlossenheit eines Menschen aus. der einer Gefahr surchtlos entgegensicht „Jetzt mussen Sie wohl oder üdel bleiden— jetzt sind Sie hier geborgener als draußen." „Es tut mir leid, daß Sie sich meinctwegen so auf regen mußten. Red,“ sagte Sue leise.„Aber passen Sie aus. Ich helfe euch. Wo ist der Brownin““ Wortlos reichte ihr Bob die Wasse zurück „Geh'n Sie nach oben,“ sagte er,„und legen Sie sich hin Niemand soll merken, daß Sie da sind. Ber standen?" „Ja. Red.“ „Und nicht schleßen. Den Browning haben Sie nu zum Schutz fur sich selbst, für den außersten Rotsall Sonst wird nicht geschossen!" „Sonst wird nicht geschossen,“ wiederholte sle gehorsam. „Sollte Bob und mir was passieren, dann halten Sie sich da oben versteckt, so lange Sie können. Wenn Sie nicht kämpfen, werden sie Ihnen aller Voraussicht nach nichts tun, auch wenn sie Sie nachher finden sollten. Ich habe natürlich vor, in diesem Kampf zu siegen— aber—“ „Ich wette, daß Sie siegen. Red.“ Mit ungestümer Gebärde zog sie seinen Kopf zu sich herunter und küßte ihn auf den Mund. „Hinauf mit dir, du Rotschopf.“ sagte er barsch. Hinter seinem Rücken stiebitzte sie rasch eine Handvoll Patronen vom Tisch und entfloh. Er folgte ihr nach. 12. Kapitel. Red sprang in großen Sätzen die dunkle Treppe hinunter. „Bob du nimmst den hinteren Teil des Hauses. alle 3 Seiten,“ befahl er hastig.„Ich nehme die 3 vorderen. Wir müssen ihnen die Hölle heiß machen und gleich von allen Seiten schießen. Dann denken sie vielleicht, wir sind mehr als zwei.“ „Wir sind ja auch zu dritt, sollt' ich meinen,“ grinste Bob. „Sie schießt nicht. Ich hab ihr gesagt, sie soll sich in mein Zimmer einsperren und sich hinlegen. Wenn sie nicht ahnen, daß jemand oben ist, übersehen sie sie vielleicht, wenn sie eindringen.“ „F. Fein haben Sie sich das ausgedacht! Das T— T-Teuselsmädel wird sicher genau tun, was Sie sagen.“ bemerkte Bob ironisch.—„Sie werden aber nich eind dringen— jedenfalls'ne ganze W Weile nich.“ fügte er hinzu und verschwand in der Küche. Red lauschte auf das Dröhnen der Huse, das durch die klare Nachtluft drang. Es beunruhigte ihn „Bob!“ rief er. He“ „Wieviel Pserde kommen da?" „Mehr als füns,“ erwiderte. Bob lakonisch Red unterdrückte einen Fluch „Wo hat er denn zum Teusel die andern her?“ sagte er halblaut. In dem Augendlick ertonten Schüsse von jenseits des Waldes „Hör'n Sie, w wie der Idiot schießt, bloß um Larm zu m machen?" ries Bob.„Scheinen besossen zu sein, die K####rls, und nich zu k knapo Hairy Jack hat sich wohl Mut antrinken müssen für den K Kamnf“ „Dao kame uns zustatten.. Si. scheinen draußen haltgemacht zu haben. Ich höre setzt nichte mehr.“ „Werden wahr' heinlich die P Plerde im Wald stehen lassen und sich zu F. Juß ranschleichen Wenn wir'n paar von ihnen erwischen und a gleich tressen könnten wär's ant für unsern N. R. Aus“ „Ha"!“ den Mund, Bod Sie kommen jetzt naher“ Red huschte von einem Feuster zum andern und wartete auf ein Lebenszeichen draußen o= war so dunkel, daß man nichts sah ale die Umrisse von Bäumen und Sträuchern, die dae Haue in einem Abstand von etwa 15 Meter umgaden und die kleine Lichtung davor war ganz eingehültt in dustere Schatten Ueberall konnte semand undemertt dor quern Totenstille hatte sich über den Kleinen Baren gesenkt „To hu To hu.“ schrie eine Eule im Osten Fast gleichzeitig ertonte von Westen her eine Antwor To hu To hu.“ Dann wieder Stille. Nach zwei Minuten schrie eine Eule von Norden her „Wieviel Eulen's auf einmal gibt in den W. W —Wäldern,“ rief Bob leise.„Soll'n sich nur in acht n—nehmen, sonst überfall'n sie sich noch aus V—Versehen gegenseitig.“ Plötzlich ertönte ein einzelner Schuß durch die Nacht. Er kam von oben, über ihnen. Im nächsten Augenblick schrie jemand laut auf und gleich danach ging eine Salve von Schüssen los, die von allen Seiten auf das Haus eindrangen. „Heiliger Joseph!" rief Bob fröhlich unter dem Schutz der Schüsse.„Der Rotschopf hat als erster getroffen! Ich hab ja gleich gesagt, daß sie nicht tun würde, w was Sie ihr sagen, Red! Und so'n seiner Schuß! Und im D.-D. Dunkeln! Sie muß sie von oben aus sehen können.“ Seinen Posten verlassend, sprang Red bereits die Treppe hinauf. „Sue, du irrsinn'ges Ding!" brüllte er wütend durch die Tür, die sie auf sein Geheiß abgesperrt hatte.„Wenn du noch einmal schießt, kriegst du’ne Tracht Prügel, wenn wir hier sertig sind. Was hab' ich dir—“ „Du wirst mir gar keine mehr versetzen können, wenn du nicht bald an deine Arbeit gehst,“ entgegnete sie kühl von innen.„Ich hab' getrossen. Quäl' mich also nicht mehr und triff du auch lieber wen.“ Sie hatte recht und Red sah es ein. Ohne etwas zu erwidern, lief Red die Treppe wieder hinunter. Bob seuerte ununterbrochen, jedesmal aus einem anderen Fenster. Er war dauernd unterwegs. Red wußte, daß er kein Ziel hatte, aber es erweckte den Eindruck, als seien mindestens 2 oder 3 Mann in der Küche, im hinteren Teil des Hauses. Red ging jetzt in den Vorderzimmern mit derselben Taktik vor. Ein slinker Schuß aus einem Fenster, ein dumpfer Knall aus dem nächsten, und ein Sprung zur Seite, ehe die seindlichen Kugeln eindringen konnten. Ossenbar hatten die Angreifer die verbarrikadierten Fenster noch nicht entdeckt, meinte Red, sonst kamen mehr Kugeln durch die schmalen Scharten. Ab und zu flitzte eine hindurch, aber die meisten blieben in Bobo Barrikaden hängen. Oben war alles still. Sue sparte ofsenbar mit ihrer Munition und wartete. Und Kings Leute schienen edensalle an ihr. Munition zu denken, denn die alven hatten ausgehort und die Schüsse kamen nur noch vereinzelt. Sie planten ossenbar eine Belagerung. Nach einigen Minuten lief Red zur Küchentür „Geung geschossen. Bob! Auf die Weise reichen wir nicht mit unseren Vorraten. Sieh zu, daß du was entdeckst, auf das zu schleten kannst, von jetzt an.“ „L L. Leicht gesagt, wie soll ich denn in der D— D Dunketheit was entdecken?“ drummte Bod.„Die sind geschüchter ale m Wir“ Ned schlich sich mieder nach vorn und machte wieder eine vorsichtige Nunde von Fenster zu Fenster. Er blieb übernn unt einen kurzen Nugenblic stehen, um die Gegend zu sichten und gab acht, daß ihn niemand von den undeten, momentan unbemachten Seiten her angriss. (Fortsetzung folgt) storische Planderei Die Verdienste des Chevalier de Méré*— Chevalier de Mere. einer der Unzähligen, die wie etwas schädige Schmetterlinge um das strahsende Licht von Versailles gaukelten, hatte sich in einer Folge von glückhaften Rächten ein kleines Vermögen zusammen gewürfelt. Es war fraglos eine Art von Alters erscheinung, daß den Chevalier jetzt plötzlich die Angst packte, sein Geld wieder zu verlieren. Die Jahre am Hof des Sonnenkönigs waren für ihn nicht leicht ge wesen. Er hatte nichts gelernt außer den galanten Künsten, die einem Mann seiner Herkunft anstanden und sah sich darauf angewiesen, das Würfelspiel zu seinem Beruf zu machen. Da er aber von Charakter ofsenbar ein sehr gründlicher Herr war, machte er aus einem Beruf zugleich eine Wissenschaft. Doch er kam auf dem Wege zur Erkenntnis nicht weiter als zu der dumpfen. unklaren Ahnung. daß die Würfel, die für ihn das Schicksal bedeuteten. ihre Lose nicht von un gefähr austeilte. Es mußte ein geheimnisvolles Gesetz geben, nach dem die Augen einmal oben und dann wieder unten lagen. Anders konnte sich der Chevalier die Beobachtung. die für ihn mehr als einmal zur bitteren Erfahrung geworden war. nicht erklären, daß nämlich sein Spielerleben sich in einem schier rhyth mischen Auf und Ab von Glücks= und Pechsträhnen bewegte. Stunden um Stunden verbrachte Herr de Mere einsam in seiner Wohnung und ließ die Würfe! aus dem Becher klavvern Wurk für Wurf schrieb er sorgfältig auf, dis ihm die Kolonnen und Jahlen seiner Tadellen vor den Augen schwammen. Aber er kam nicht hinter das Geheimnis, denn sein Wissen um die Künste der Mathematik reichte nicht hin, aus den Beobachtungen die Schlusse zu ziehen und die Schlüsse zum System zusammenzusügen Und nun stand er da, ein Vermögen in der Tasche und im Herzen die würgende Angst vor einer strähne, die ihn wieder zum armen Manne machte Wann kam die Pechsträhne? Und gab es kein Mittel, dem Unglück beizeiten auszuweichen? War das gute Golo denn nirgend vor der Hand sicher, die sich plötz lich aus dem Würsekbecher streckte, um es wieder fort zurafsen? Der Chevalier wußte ja, wie es ging Wenn er sich wieder an den Spieltisch setzte, würde er weiter gewinnen. Aber dann würde zwischen vielen guten Würsen plötzlich ein schlechter kommen, dann wieder gute, dann zwei schlechte, drei schlechte, immer wieder schlechte, bis sein Gold zusammengeschmolzen war. Lange dauerte es dann. Wochen oft und Monate, bis die ersten guten Würse sich wieder einstellten. Ja. der Chevalier hatte es erlebt, daß er ein Jahr lang nicht wußte, wie eine Doppelsechs aussah In solcher Bedrängnis entsann sich Herr de Mere plötzlich eines Gesichts, das ihm vor Jahren am Spiel tisch gegenübergesessen hatte. Es erschien ihm jetzt wunderlich, daß er dieses Gesicht so lange hatte vergessen können Mit Blaise Paocal hatte er so mancheo Mal uder die Geheimnisse des Würfeldechers debattiert. Und dieser Paocal, der sich zur allgemeinen Verwunderung plötzlich in die Einsamkeit oraußen auf dem Land zurückgezogen hatte, war dem Vernehmen nach ein großer Gelehrter und Forscher, ein weitderühmter Mathematiker geworden. Anstatt sich in den Kreis der Spieler zu begeben, setzte sich der Chevalier an diesem Abend hin und versaßte einen Brief an Pascal, in dem er versuchte, die Frage, die ihn bewegte, so klar und eindeutig wie nur möglich zu stellen. Sie lautete: Wie groß ist die Chance, mit Erfolg zu wetten, daß man mit zwei Würseln bei einer destimmten Anzahl von Würsen die Doppelsechs treisen wird? Eine ganz einsache Frage für einen Mathematiker von Weltruhm, meinte wohl der Chevalier. Aber er bekam lange Zeit keine Antwort, und wir dürfen annehmen, daß er während der Wartezeit sein Geld wieder verlor und vielleicht sogar noch einmal wieder gewann und wieder verlor. Denn Pascal war wirklich ein großer Gelehrter, der den Dingen auf den Grund ging. Er begann mit seinem wissenschaftlichen Freund und Korrespondenten Fermat einen Brieswechsel über die Anfrage des Chevaliers, und aus dem Hin und Her der Gedanken und Meinungen kristallisierte sich im Kopi des genialen Pascal schließlich eine der größten Entdeckungen der mathematischen Wissenschaft, die „Theorie des Zufalls" over, wie man sie später nannte, die„Wahrscheinlichkeitsrechnung“(1654). So praktisch der Anlaß der Entdeckung war, so wenig Einfluß übte zunächst die neue mathematische Disziplin auf die Gestaltung des praktischen Lebens. Und doch sollte die Theorie des Zufalls zu einem der schlagendsten Beispiele dafür werden, was wissenschaftliche Erkenntnis zum Fortschritt des Menschenwohls beizutragen vermag. Schon lange rangen in allen Ländern weitblickende Sozialpolitiker mit der Frage, wie der Einzelmensch sich aus eigner Kraft gegen die Schicksalsschläge einer unbekannten Zurunft sichern könne. Je mehr die Erzeugung von Gütern fortschritt, je mehr Handel und Wandel sich ausbreiteten, je dichter die Bevölkerungen der Staaten siedelten, desto krasser und drückender wurde auch die Not die der Tod über Menschen und Familien brachte. Das Elend unversorgter Witwen und Waisen gab denen, die sich für das Volkswohl verantwortlich fühlten. eine ungeheure Aufgade auf Zwar war längst der Gedanke einer Seldsthilfe durch Assekuranz ausgetaucht, aber alle Berechnungen und Pläne krankten daran, daß sich in ihnen ein großes. unbekanntes X besand, das jede wirtschaftlich vernünftige Rechnung unmöglich machte. Wie sollte man den Menschen einen Schutz durch eine Ledensversicherung geben, wenn man außerstande war, das Risiko zu berechnen? Einen der führen! Frage ganz besonders, und ihm. dem deutschen Philosophen und Mathematiker Leibnitz, blied es vorbehalten, Theorie und Praxis zusammenzuführen und da mit den Grund zu einem Werk von unabschätzbarer Wissenschaftlichen Gesellschaft in London zugänglich, die die Anregungen des großen deutschen Gelehrten sofort ausgriff und den Methamatiker. Astronomen und Kometenentdecker Edmund Halley mit der Auswertung des Schatzes beauftragte. So entstanden 1694 die b lage der Lebensversicherung, eines neuen, weltumfassenden Wirtschaftszweiges wurden. Jetzt konnte man den Menschen mit gutem Gewissen darauf verweisen, sich selbst zu helfen, sich selbst Schutz zu schaffen gegen die Schläge des Schichals, anWahrscheinlichkeitsrechnung auf das Leben und Sterben der Menschen— das war die Lösung! Als der Bres lauer Pfarrer Neumann Leibnitz mit einer per ehrungsvollen Dedikation eine aus den Breslauer Sterberegistern sorgfältig zusammengestellte Uebersicht über die Lebensdaten einiger tausend Menschen über sandte, erkannte Leibniz sofort, daß dieses Material viel mehr bedeutete als„schöne Anmerkungen gött licher Providenz über Leben und Tod“, woraus man „vielerlei Aberglauben desto besser aus der Erfahrung widerlegen könne". Das nämlich war die Absicht ge wesen. die der Pfarrer Neumann mit seiner Arbeit verso'gt hatte. Leibniz dagegen machte die Aus arbeitungen des Breslauer Theologen der Königlichen statt sich auf das Erbarmen der Mitmenschen zu verlassen oder auf die Fürsorge der öffentlichen Hand. die selbst in der heutigen Zeit weitestreichender sozialer Maßnahmen nicht imstande ist, mehr als das Rotdürftigste berzugeben 656 Milliarden Mark sind in der ganzen Welt durch die Lebensversicherungen mobilisiert worden. Allein in Deutschland steht für 30.3 Millionen laufende Lebensversicherungsverträge ein Schutzkapital von 22.3 Milkiarden Mark zur Verfügung. Und am Anfang dieses gewaltigen Werkes steht ein kleiner franzosischer Höfling, der um die Doppelsechs dangte Das Archiv der Lebensretter Der Löwe, der seinen Herrn verteidigte— Die seltsame Sammlung eines amerikanischen Millionars Ein Denkmal für die Helden des Alltags. Unter den zahlreichen wohlhabenden Ameri kanern, die sich im Laufe der Zeit aus Liebhaberei ein Privatmuseum errichtet haben. nimmt der Millionär Georges Peacoa aus Philadelphia eine Sonderstellung ein. Er hat Jahrzehnte lang seine Freizeit und erhebliche Geldsummen geopfert, um ein„Archio der Lebensretter“ zusammenzustellen. In den Vereinigten Staaten ist die„Rettungsmedaille“ in der Forn., wie man sie beispielsweise in Deutschland verleiht, ein unbekannter Begriff. Wohl kann ein tapferer Mensch, der sein Leben in die Schanze schlägt, um einen Mitmenschen aus Todesnot zu befreien, auf ein Anerkennungsschreiben des Gouverneurs, unter Umständen sogar des Staatsoberhauptes rechnen, aber eine ehrenvolle öffentliche Auszeichnung findet nicht statt. Während in unserem Lande ein Lebensretter als Inhaber der Rettungsmedaille sozusagen in die Annalen der Alltagshelden eingeht, wurde in USA die Heldentat eines Lebensretters bald vergessen sein, wenn nicht— Mr. Peacock ware, der Mann, der aus Liedhaberei sich ein„Archiv der Ledensretter“ zugelegt hat, in dem er seit Jahren alle Fälle von Alltagsheldentum verzeichnet. Lokomotivführer. Bahnwärter. Schuljungen, Feuerwehrleute. Aerzte. Briefträger, Piloten, Kaufleute, Kammerdiener, Straßenarbeiter— die buntesten Be ruse findet man hier nebeneinander, und alle verdienen es, der Vergessenheit entrissen zu werden, weil sie im Dienste der Nächstenliebe das Größte aufs Spiel setzten, was ein Mensch zu vergeben hat: das Leben. Wir wollen ein paar Fälle aus diesem Archiv des stillen Heldentums herausgreifen, das seit seinem Bestehen in Philadelphia von vielen Interessenten desucht wurde, sehr zur Freude seines Stifters, der selbst sein Leben einem einfachen Fabrikarbeiter verdankt. der ihn vor dem Ertrinken bewahrte. Mr. Peacock beschäftigt ein eigenes Ausschnittbüro. das ihm alle Fälle von Lebensrettungen, soweit darüber Zeitungsmeldungen erscheinen, zuschickt. Und dann be schafft sich der Millionär das notwendige Material dazu, ein Photo des Retters. einen von ihm versaßten Bericht und die Aussagen der Geretteten Das Heldenlied eines Eokimos Da ist zum Beispiel das Heldenlied des Eskimos Manak. der als Bewohner der Haldinsel Labrador amerikanischer Staatsbürger ist. Manak war es, der eine Polarexpedition, die dem sicheren Tode verfallen war, dadurch rettete, daß er drei Tage und drei Nächte unaufhörlich durch Eis und Schnee eilte, um Hilfe zu holen. Und dann trat er, begleitet von einer Rettungs kolonne, ohne auszuruhen, den Rückweg an. um den Freunden rechtzeitig Unterstützung zu bringen. Oder da ist der Lokomotivführer, der von seiner Maschine aus sah. wie drei Knaben auf einem per eisten See eingebrochen waren. Er stoppte sofort seinen Zug. rettete die Ertrinkenden, übergad sie einem Arzt, um sodann wortlos die Fahrt fortzusetzen. Man liest die Tragödie eines 18jährigen Kindermädchens. das in ein brennendes Zimmer eindrang, um zwei schlafende Kinder zu bergen, wobei es selbst tödliche Brandwunden erlitt. Die Heldentat eines Zeitungsverkäufers, der sich vor ein durchgehendes Pferdegespann warf. um eine Mädchenschulklasse, die sich auf einer Wanderung besand. vor einer surchtbaren Katastrorhe zu bewahren. Das wunderbarste Heldenstück, das Mr. Peacock in seinem Archiv bewahrt, ist aber zweisellos das des Piloten Billy Bonthrop. Im Jahre 1926 war die Stadt Vicksbura von einer furchtbaren Ueberschwemmung des Mississippi heimgesucht worden Bonthrop wußte, daß hier sein Bruder mit Frau und Kindern lebte. Er flog nach Vicksburg und sah, wie die Fluten den Großteil der Stadt bereits vernichtet hatten. Nur einzelne Häuser ragten noch aus dem Wasser. darunter das Haus des Bruders. Der Bruder hatte sich mit Frau und Kinderr an das Dach geklammert. Bonthrop ließ eine lange Strickleiter herab. und flog mit seiner Maschine dicht über das Hausdach hinweg. Dem Bruder gelang es. die Strick leiter zu erhaschen. in rasendem Tempo wurde er in die Luft gerissen, doch gelang es ihm sich festzubalten Abermals kreiste der Apparat über dem Dach, so lang sam, daß er beinahe abzustürzen drohte, stand der Bruder des Piloten, der sich nur mit einer Hand festhielt, um mit der anderen das Kind zu retten, das ihm die Frau entgegenreichte. Auf diese tollkühne Weise brachte er seine beiden Kinder in die Maschine, jedesmal mußte er mit seiner lebenden Beute die in der Luft wirdeinde Strickleiter emporklimmen! Schließlich machten die Brüder auch noch den Versuch, die Frau zu retten. Schon hatte Bonthrop von der Strickleiter aus sie ersaßt, als ihn seine Kräfte verließen. Das Ehepaar stürzte mit einem Verzweiflungsschrei in die Fluten und wurde sortgetrieben. Hilflos mußte der Pilot Billy Bonthrop dieser Tragödie zusehen. Aber die beiden Kinder waren in Sicherheit— Billy Bonthrop hat sie in sein Haus ausgenommen. Der Löwe als Lebeneretter Es soll nicht unerwähnt bleiden, daß in das Archiv der Lebensretter auch Tiere eingegangen sind, die ihren Herren das Leben retteten. Da siebt man Bilder von treuen Hunden, die Menschen aus Todesgefahr retteten, von Pferden, von Katzen, ja. sogar— von einem Löwen. Dem Löwen Edy— er lebt heute noch— hat der bekannte amerikanische Raubtierdresseur Shi Long sein Leden zu verdanken. Shi Lona wurde im Jahre 1934 bei einer Zirkusvorstellung Chikago von einem wütenden Tiger onefallen. Eine unbeschreibliche Panik entstord, als mon den Dompteur blutüberströmt unter der rasenden Bestie liegen sah. die sich weder durch Peitsche nech durch Schreckschüsse der Wärter von ihrem Opfer ablenken ließ. In der gemischten Raubtiergrunep, die Shi Lona an jenem Abend vorführte, besand sich auch ein vierjähriger Löwe. der seinem bewußtlosen Herrn im entscheidenden Moment zu Hilfe kam. Er stürzte sich auf den Tiger und verhiß sich in seinen Nacken, sodaß das Tier von dem Menschen ablassen mußte, um sich zu verteidigen. Erst nach viertelstündigem Kampf konnten die Kömnsenden mit Eisenstangen getrennt werden. Ein Jahr lang rana Sbi Lona mit dem Tode Aber heute tritt er wieder auf. und seen Liefsing ist der taxfere Löwe Edy. dem er sein Leben ver##ankt. * ** Schwarzwildjagd auf Fahrrädern V 778 SIEGru. ZEHDEN Als Jagdgast beim Maharadschah von Dschodhpur. Dschodhpur ist eine der typischen indischen Mittelstädte mit ungeheurer Ausdehnung, in denen sich auf den wenigen schmalen und langen Hauptstraßen Europa und Asien grotesk vermischt haben. Ueber der Stadt thront, von einem mächtigen modernen Fort geschützt, der gewaltige Palast des Maharadscha, des unumschränkten Herrschers von Dschodhpur. Ich wohnte noch keine drei Tage in der Stadt, als mir ein Freund eine Einladung des Maharadschahs überbrachte, am anderen Tage an einer Jagd auf Schwarzwild teilzunehmen. Eine solche Einladung bedeutet in Indien nichts Außeracwöhnliches deun die einheimischen Fürsten, die auf ihren europäischen Reisen stets besonders freundlich ausgenommen werden, ergreisen gern jede Gelegenheit, sich bei reisenden Europäern für solche Gastsreundschaft erkenntlich zu zeigen. Am folgenden Tag fand ich mich pünktlich um die Mittagsstunde vor dem Palast ein. Ein Diener führte mich durch ein Gewirr von Gängen in einen breiten Hof, in dem sich bereits die Jagdgesellschaft um den Maharadschah versammelt hatte. Nachdem ich Seiner Hoheit, einem kleinen schlanken Mann in den besten Jahren, vorgestellt worden war, bestieg der Herrscher seinen riesigen, goldausgelegten Wagen, denn der Mabaradschad von Dschodbvur ist ein Mann der modernen Verkehrsmittel... Das mußten wir am eigenen Leib unangenehm verspüren. Ich hatte mich auf einen bequemen Elefantenritt vorbereitet, wurde aber bitter enttäuscht. Auf einen Wink des Zeremonienmeisters brachte man uns Europäern eine Anzahl neuer— Fahrräder, eine Geste. auf die der Maharodschah anscheinend besonders stolz war. Auf unsere erstaunten Blicke hin erklärte man uns, daß wir uns dieses Verkehrsmittels bedienen sollten, um zum Jagdplatz zu gelangen. Die Räder waren wunderschön, sie hatten nur einen Fehler. Sämtliche Reisen waren brüchig und als wir in den Sattel kliegen, entwich die letzte Luft, Herner Filmschau Weiße Sklaven Schauburg. 5 95 FU Ae 8 Der„Film führt den Untertitel„Panzerkreuzer„Sebastovol“. Um diesen Kreuzer und sein Schicksal geht es. Aber es geht um noch mehr. Das Schiff wird zum Symbo!„weiß“=russischen Kampfwillens gegen die Satansmächte des Bolschewismus. Als in Petersburg und Moskau schon die Bolschewiken das Regiment übernommen haben, läuft der Kreuzer in seinen Patenhafen Sebastopol ein. Die roten Mineure geben das Signal, Meuterei an Bord, ein entsetzliches Blutbad bricht aus, die Roten sind Herrren der Stadt. Ein paar Offiziere und Matrosen der„Sebastopol“ aber konnten fliehen. Sie sind der lebendige junge Kampfes- und Widerstandswille gegen die Bolschewiken. Es gelingt ihnen, den Kreuzer wieder in ihre Gewalt zu bekomen. Und mit dem Schiff entweichen sie der roten Hölle und dampfen hinein in eine zwar hoffnungslose Zukunft, aber in ein Schicksal, das sie kämpfend zu meistern entschlossen sind als die Pioniere der Abwehr gegen den roten Weltfeind. Der alte paristische Gouverneuer von Sebastopol geht tragisch unter, aber die Liebe seiner Tochter zu einem jungen Seeoffizier wird ein Teil jener treibenden Kraft. aus der für sie der Rächer und Retter ersteht und für das Häuflein der Unverzagten der Weg in eine wenn auch ungewisse Freiheit sich öffnet. Obwohl der Film Ereignisse behandelt zur Zeit der Ermordung des letzten Zaren, ist er doch hochaktuell im Hinblick auf Spanien. Damals wie heute die gleichen Wahnsinnsmethoden des Jerstörens, Vernichtens und Schändens, der gleiche Vernichtungsrausch der Bolschewiken. Der Regisseur Carl Anton hat es verstanden, mit überlegenen Mitteln den verzweifelten Befreiungskampf des kleinen Häufleins Getzuer zu gestalten. Das rast und wirbelt in einem einzigen en Tempo vorüber und ist manchmal gewiß nichts für dache Nerven. Aus persönlichen Schicksalen und menschlicher Verderbtheit entfesselt sich der Teufelstanz, der die Massen ins Verderben reißt. So wird der Film zum Fanal, zum Ruf in die Zeit gegen den Feind der Menschheit, den Bolschewismus. Keine Geringere als Agnes Straub verkörpert eine der tragenden Frauenrollen. Vor ihrer großen, selbstverständlichen Menschenformung treten andere zurück. Camilla Horn ist die Gouverneurstochter, Theodor Loos der Gouverneur, Werner Hinz der fesselnd gestaltete rote Kommissar, Karl John ein sympatischer junger Offizier und Liebhaber, Fritz Kampers eine ehrliche Burschenhaut. F. Böhmer. „Gleisdreieck“ Lichtburg. Der Berliner U-Bahnhof„Gleisdreieck“ ist in diesem Füm der Ausgangspunkt einer handfesten Liebeshandlung mit beruflichem Einschlag und einer ordentlichen Portion Kriminalistik. Wenn der Berliner Alltag verfilmt wurde, so hat gerade uns Industriestädter das immer viel mehr gepackt, als wenn ein Weaner Schmarren höchst unwirklich über die Leinwand huschte. So verfolgen wir auch mit Interesse, wie der Film mit einer fabelhaften Bildmontage der Berliner Bahn beginnt. Da rettet der Stationsvorsteher vom Bahnhof„Gleisdreieck“ einem lebensmüden Mädel, das der Schande, einen im Gefängnis sitzenden Verbrecher zum Bruder zu haben, entfliehen will, das Leben. Aus dem flüchtigen Interesse wird eine tiefe Zuneigung, gegen die sich nur der Vater des jungen U-Bahners, ein Bahninspekkor, wendet, als er von den Familienverhältnissen des jungen Mädels erfährt. Durch das Wiederauftauchen des Bruders, der zudem noch die Vereinsersparnisse, die sein künftiger Schwager für seinen U.Bahnerverein aufbewahrt, stiehlt, geht die Liebeshandlung ins kriminalistische Fahrwasser über. Und wie sich dann der forsche U.Bahner gegen ein Verbrechertrio durchsetzt und damit seiner Liebe und der Gerechtigkeit zum Siege verhilft, das ist der Höhepunkt der Handlung. Man hat sich hier aus den Ateliers In das brausende Leben begeben und viele Aufnahmen an Ort und Stelle gemacht. Gustav Fröhlich steht die Unlform der U-Bahner ausgezeichnet, ihm kann man den beezensguten und doch pflichtbewußten Menschen glauben. Heli Finkenzeller ist seine Liebste, die durch ihren heruntergekommenen Bruder, in arge Gewissenskonflikte gerät. Paul Hoifmann gibt diesem Bruder die Jüge des unentschlossenen Menschen, der sich bessern würde, wenn ihn die Komplizen nicht zu sehr in den Fingern hätten. Otto Wernicke ist ein prachtvoller Vatertyp mit unbeugsamem Ehrgefühl, und Fritz Genschow mit Hilde Sessak als zweites Liebespaar gefallen durch ihr kuragiertes Spiel. Mütterliche Züge, die noch nicht abgestempelten Charakkers sind, beweist Toni von Bukovics. Fesselnd sind die Aufnahmen in der Untergrundbahn bei der Jagd auf die Verbrecher.— Im Beiprogramm steht man den Farbton-Kulturfilm„Tiergärten des Meeres“, an dessen Bildern man sich nicht sattsehen kann, dann den kulturhistorischen Kurztonfilm„Der Schauspieldirektor“, der eine Evisode aus Mozarks Leben bringt, und die interessante Usawoche. „Der Seld von Teros“ Gloria-Palast. Wer für die Sensationen des Wilden Westens schwärmt. kommt hier auf seine Rechnung. Tom Mix macht mit den Rinderbanditen kurzen Prozeß, und das imponiert einem Bankier, der ihn zum Verwalter seiner Musterfarm bestellt. Mix folgt gern dem Rufe, zumal sein Herz für die schöne Bankierstochter entbrannt ist, die ihm auch zum Schlusse, nach vielen flotten und gefährlichen Begegnungen mit den Banditen und nach einem spannenden Wagenrennen als Lohn winkt. Die weite Steppe, im Hintergrunde zerklüftete Gebirge mit ihren Schlupfwinkeln für das Gelichter, sind der wirksame Schauplatz für donnernde Pferdehufe. revolverknallende Rinderhirken und eine romantische Liebe. Manches halsbrecherische Kunststück wird wieder gezeigt. Die deutsche Uebersetzung sei besonders lobend hervorgehoben.— Im Beiprogramm gibt es weitere Genüsse, so den Kulturfilm vom Bodensee, dem„Schwäbischen Meer“, dann unter Generalmusikdirektor Scheinpflug ein Konzert der Philharmoniker, die Mozarts„Kleine Nachtmusik“ meisterhaft wiedergeben, und neben der„Fox tönenden Wochenschau" noch Jupp Hussels und die Söneland in „Karrikaturen“, einem lustigen Einfall. ersten Erragung zur Seldsthilfe schreiten. Teilt eure Benbachtungen dem nächsten Polizeibeamten mit, der euch zu eurem Eigentum verhilft und den Täter der gerechten Strafe zuführt. (s) Kellereinbruch. Von bisher noch unbekannten Tätern wurde in der Nacht zum 13. Januar der Keller eines Metzgermeisters in der Wilhelmstraße erbrochen; daraus wurden etwa 45 Pfuno Plock= und Mettwurst und ein Paket mit gesalzenen Schweinedärmen gestohlen. Wer kann über den Täter Angaben machen? 1— Stadt Wanne=Eickel Kaufmännische Schulen der Industrie= und Handelskammer zu Bochum. Fachliche Leistungsfähigkeit und charakterliche lässigkeit sind heute entscheidend für den Zugang zu den verantwortungsvollen kaufmännisch= wirtschaftlichen Berufen. Eine gründliche fachwissenschaftliche und allgemeinbildende Vorbereitung ist außer der praktischen Lehre schon im Hinblick auf die zukünftige pflichtmäßige Kaufmannsgehilfenprüfung unerläßlich. In den einzelnen Abteilungen der Kaufmannischen Schulen der Industrie= und Handelskammer zu Bochum wird von erprobten und akademisch vorgebildeten Lehrkräften sorgfältige Berufsbildungsarbeit geleistet. Zu dem vollkommen ausgestatteten Maschinensaal ist im letzten Jahre noch ein neuzeitlicher Drogistenübungsraum für Chemie und Lichtbildnerei gekommen. Wer singt mit? Der Stadtchor ruft. (s) Zu den großen deutschen Kulturgütern von unvergänglichem Wert gehören das„deutsche Lied“ und die großen Werke unserer unsterblichen Meister, Bach, Schubert. Brahms, Händel usw. Jedoch auch der Umbruch und das damit verbundene Wiedererwachen der deutschen Nation hat uns neue, große Komponisten beschert, die sich würdig an unsere alten Meister anreihen. Hermann Erdlen mit seiner Kantate„Von deutscher Art“, Hermann Blume mit seinen Hymnen„Hymne der Arbeit" und„Deutsches Dankgebet“, Georg Böttger mit seinem„Oratorium der Arbeit“, Heinrich Spitta mit seinem„Deutschen Bekenntwis“ haben ganz große Erfolge aufzuweisen. Es liegt an uns, daß in der heute so vielgestaltigen Zeit die Werke unserer alten und neuen Meister immer wieder zu Gehör kommen, da dieselben einen tiefen nationalen und erhischen Wert besitzen. Der Stadtchor Wanne=Eickel hat sich die schöne Aufgabe gestellt, diese großen Werke von Zeit zu Zeit zu verkünden. Doch auch die schlichten, einfachen Volkslieder, die trotz mannigfaltiger Zeitgeschehnisse sich über Jahrhunderte erhalten haben, sollen im Stadtchor immer wieder neu erweckt werden. Trotzdem der Stadtchor wohl die jüngste Vereinigung in unseren Mauern darstellt, hat derselbe schon gute Erfolge aufzuweisen. Gern möchten wir aber, daß es nicht nur ein Chor, sondern eine„singende Gemeinde" wird. Wir bitten deshalb jeden singefreudigen Volksgenossen, dem Stadtchor beizutreten. Proben finden jeden Mittwochabend von 20 bis 22 Uhr bei Kumpmann an der Schulstraße statt. Wanne=Eickeler Geflügelschau. Alljährlich im Winter veranstalten die Geflügelzüchtervereine Ausstellungen, um Rechenschaft zu geben über die im letzten Jahre geleistete züchterische Arbeit. Diese Arbeit hat im neuen Deutschland höhere Aufgaben zu erfüllen als in früheren Jahren. Während damals die persönlichen Belange des einzelnen Züchters im Vordergrunde standen, ist heute die gesamte deutsche Geflügelsucht auf ein Ziel ausgerichtet. Sie soll und muß der Ernährung des ganzen Volkes dienen. Daneben werden aber auch die ideellen Werte gepflegt, die in jeder Tierzucht stecken. In die Arbeit unserer Geflügelzüchter gewährt die am 16. und 17. Januar bei Schulte=Berge stattfindende Geflügelausstellung Einblick die in den Händen des Rassegeflügelzuchtvereins liegt und bei der Fülle des gezeigten wertvollen Tiermaterials jedem Geflügelzüchter wichtige Finverzeige bietet. * (s) Platzkonzert der Schutzpolizei. Anläßlich des Tages der Deutschen Polizei dürfen natürlich Konzerte der mit Recht so beliebten Schupokapelle nicht fehlen. So konzertiert die Musikkapelle am 16. Januar von 13.15 bis 14,15 Uhr auf dem Glückauf=Platz in Wanne=Eickel. (s) Der„kleine Schutzmann“ hilft. Daß sich unsere Polizei opferbereit in den Dienst der Volksgemeinschaft stellt, beweist der Eifer, mit dem der buntlackierte kleine Verkehrsschutzmann an den Mann gebracht wird. In Wanne=Eickel sind 6500 Exemplare dieses zierlichen Abzeichens unterzubringen, das jeden Rockaufschlag schmücken soll. s. Was alles bei der Fundstelle zusammenkam. Beim städtischen Fundamt sind folgende Gegenstände als gefunden gemeldet: Eine braune Einkauftasche. ein Pelzkragen mit Strickhandschuh. eine Einkaufstasche mit einem Paar Glace=Handschuhe, zwei größere Geldbeträge, eine Herrenuhr, ein Paar Rollschuhe. ein Glace=Handschuh eine Autowinde. Zugelaufen sind: Ein grauer Schäferhund, ein Dackel, ein Rottweiler, ein Drahthaar=Forterrier. ein grau=schwarzer Schäferhund., Zugeflogen ist ein Gold=Fasan. Eigentumsansprüche können während der Dienststunden beim Stadtpolizeiamt. Verwaltungsnebenstelle Richard=Wagner=Straße 10, Zimmer 12. geltend gemacht werden. (s) Wer kennt den Rentenschwindler? Ein 28 Jahre alter Kaufmann aus Wanne=Eickel hat sich im Jahre 1936 mit Personen in Verbindung gesetzt, die Renten bezogen oder Rentenansprüche stellen wollten. Er versprach, ihnen zu helfen, um eine höhere Rente für sie zu erwirken. In fast allen Fällen ließ er sich Geldbeträge geben, die er für sich verwandte, ohne in der Angelegenheit etwas getan zu haben. Da anzunehmen ist, daß außer den bereits bekannten Personen noch weitere Geschädigte vorhanden sind, werden diese gebeten, bei der Kriminalpolizei, Richard=Wagner=Straße 9, vorzusprechen. (s) Merkwürdige Taubenliebhaber. Mit den Hühnerdieben nahe verwandt sind die Liebhaber der Tauben fremder Leute. Auch hier werden die Taubenschläge in den Lauven aufgesucht und die Tiere einer„Luftveränderung" zugeführt. Volksgenossen, nicht in der Winterreise mit„K. d. F.“ Die in den letzten Tagen eingetretene günstige Witterung für den Wintersport wird gewiß viele Interessenten ermutigt haben, ihren diesjährigen Winterurlaub im Gebirge zu verleben. Wir machen deshalb auf die KdF=Urlaubsfahrten vom 1.—14. Februar nach Ruhpolding(Oberbayern) und vom 19. Februar bis 5. März nach Oberammergau (Oberbayern) aufmerksam. Der Wetterbericht verspricht die denkbar besten Voraussetzungen für einen wirklichen Winterurlaub. Er lautet: In den bayerischen Bergen ist es zu ergiebigen Schneefällen gekommen. Die Schneedecke in den Hochlagen ist durchschnittlich um 25—40 Zentimeter höher geworden, und auch in den Tälern ist es vielerorts wieder zur Bildung einer Schneedecke gekommen. Der Neuschnee ist in den höheren Lagen von pulveriger, in den Niederungen von nasser Beschaffenheit. Alle Touren sind durchführbar, zumeist auch mit Abfahrt bis ins Tal. Die bekannten Rodelbahnen befinden sich in gutem Zustand.“ Da wegen der günstigen Witterungsverhältnisse anzunehmen ist, daß diese Fahrten eine rege Beteiligung finden werden, ist es ratsam, sich unverzüglich zu den genannten Fahrten anzumelden. Gleichzeitig weisen wir nochmals darauf hin, daß die Schihüttenfahrten vom 1. bis 14. Februar und vom 9. Februar bis 5. März zur Spitzingseealm besetzt sind. Wandkalender 1937 Stück 10 Pig. Zu haben in der Geschäftsstelle des Herner Anzeigers Hermann-Göring-Str. 8, neben dem Postamt Ein kleines Blüschen macht ott große Freude # ####partig gearbeitete bluse mu geruschtem weinem Lapz. Ullstemn=Schnirt B 2191 Lanendelblaue Taftbluse mit großem Jabottragen. UnsteinSchninmuster R 2230 Vorn eingeschlungene, getunfte Abendbluse m Schoßchenform mit geschlinten ArUllstein- Schnimuster B 2221 Einzelner Nachmittagsrock aus doppelieitiger schwarzer Seide Unlstein= Schniumuster R 50“ narte Schoßhluse mit Brustraschchen. Ullstein=Schuitt B 2225 Oberhemd blute, eintach und hübsch zu Falten abgenäht. UllsteinSchnittmuster B 2219 Die ust Borten verwerte Kasack bat halbe Armel. Ullstein=Schnitt K 7244 ist etwas Eigenes um die netten kleinen Blüschen. SGrunde genommen sind sie ein kleines Nichts, ein Stückchen Stoff, wenn man sie in der Hand hält, und dabei so eine erfreuliche Sache, sobald man sie angezogen hat. Ein Blüschen kann viel von unsern Reigungen und Liebhabereien verraten. Da int jemand, der begeistert sich für Sportlichkeit und Tüchtigkeit. Eine Hemdbluse aus sein gestreifter Herrenseide, Flanell oder Jersey trägt seinem Typ Rechnung. Eine andere hegt im stillen die Vorliebe für ein bißchen Eleganz. Was leichter, als dieser kleinen Leidenschaft durch ein paar hübsche Seidenbluschen zu frönen! Wo die Eleganz eines ganzen Kleides vielleicht schon untiebsam auffiete, ist ein delles Blüschen noch lange gestattet. Denn daß die Bluse zum Kostüm gehört oder zum bescheidenen Einzelrock, ummt ihr das Odium des zu groß Angezogenen auf alle Fälle. Natürlich kennt die Mode auch bei der Blusentracht feine Unterschiede. Zum Sportrock aus derdem Tweed mit dem modernen Reißverschluß paßt nur eine schlichte Bluse im Vormittagsstil. Und der seidene Nachmittagsrock sieht sehl am Platz aus gönnt man ihm nicht ein seines Bluschen aus Spipe oder aus Seide in einer schönen Farde. Taft und Satinkrepp, Bauschiges und Glänzendes wünscht er sich zur Gefährtm. Dazwischen aber liegt noch eine ganze Skola von Binsen, die weder ausgesprochen sportlich, noch ausgesprochen gesellschaftlich sind, und sich jederzeit zu einem beliebigen Jackenkleid tragen lassen. Hierzu gedören vor allem die heute so beliebten Kasackdlusen mit kurzeren oder längeren Schößen, mit langen oder halblangen Armeln. Charakteristisch an ihnen ist die Buntheit. Falls sie mcht aus bunigemusterten Seiden bestehen, sorgt eine dunte Borte für diese Rodenote. M. C1. Ullstein-Schnittmuster R 501 Chlute. 622 Ullstein-Schninmuster R 2197 TIIEE RRRSTE AKE ULLSTEIN-SCHNITTMUSTER IM ERDGESCHOSS Deutsches Frauenschaffen Das erste Jahrbuch des Deutschen Frauenwerke. „Durch unser erstes Jahrduch„Deutsches Frauenschaffen“ soll einmal versucht werden einen umfassenden Ueberblick über Einsatz, Aufgabe und Organisation der gesamten deutschen Frauenarbeit, die heute in den Händen der Reichsfrauenführerin Frau Gertrud ScholzKlink ruht, zu geben.“ Mit diesen Worten umreißt die Leiterin der Abteilung Presse und Herausgeberin dieses Buches. Erika Kirmsse, dessen Zweck und Ziel. Dementsprechend ist am Eingang des Buches eine klare Organisations übersicht über das Zusammenwirken der vier großen Verwaltungs= und der fünf großen Arbeitsabteilungen der NS.=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes im Reich und in den Gauen aufgezeichnet. Die Herausgeberin hat diesem Plan eine knappe Erläuterung beigefügt. Dann folgen die Rechenschaftsberichte über die Ausgaben. die bisher geleistete Arbeit und die Ziele der großen Hauptabteilungen des Deutschen Frauenwerks. Die Leiterin der Abteilung VolkswirtschaftHauswirtschaft, die Leiterin des Reichsmütterdienstes. die Leiterin der Grenz= und Auslandsabteilung geben in Wort und Statistik Aufschluß über Entwicklung und heutigen Stand der Arbeit ihrer Abteilung. Den Bereitschaftsdienst des Roten Kreuzes, die Leistungen des Frauenamts der DAF. seit seiner Errichtung, der Arheitsdienst für die weibliche Jugend als Erziehungsschule der deurchen Frau werden sachlich und klar vargelegt und eine Reihe von Einzelaussätzen über Tracht. Feierabend= gestaltung und Dichtung umreißen das Aufgabengebiet der Abteilung Kultur. Erziehung. Schulung. Die rassenpolitischen Fon#erungen im Rahmen der Frauenarbeit, das Schlichtungswesen der NS.=Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks und die Tätigkeit der Akademikerin sind weitere Arbeitsgediete, über die berichtet wird. Dieses neue Frauenbuch ist aber trotz des vielseitigen Sachmaterials, das es bringt, keine mehr oder weniger trockene Fachschrift. Sein großer Vorteil ist gerade, daß alle darin dehandelten Themen mit einer großen Lebenoigkeit und Anschaulichkeit herausgestellt worden sind, daß ein sachlicher Bericht jeweils durch eine aufgelockerte, stimmungsvolle Erzählung aus demselben Arbeitsbereich— sei es über die Erlebnisse einer Mütterschullehrerin auf dem Lande oder einer Studentin in der Fabrik— eine besondere Vertiefung und Eindrucksfähigkeit erhält. Der Geleitspruch der Reichsfrauenführerin„Unsere Sendung", viele Worte unserer führenden Männer. manche schöne, knappe Dichtung und nicht zuletzt die lebensvollen, wirkungsstarken und künstlerisch gutgewählten Photos runden das kleine Werk zu einer ganz in sich geschlossenen, einheitlichen und eindrucksvollen Schrift ab, die nicht nur die Frauen, die sie in erster Linie angeht, sondern jeden, dem sie in die Hände kommt, fesseln, interessieren und beeindrucken wird. L. B. Mit Gellesch und Szepan Die Vorbereitungen zum Fußballänderspiel in Düsseldor 24 Spieler nach Duisburg berufen. In der Zeit vom 18. bis 23. Januar werden sich im Duisburger Fußballager an der Wedau 24 deutsche Spieler zusammenfinden, die sich auf den Fußballänderkampf Deutschland—Holland am 31. Januar in Düsseldorf vorbereiten sollen. Dr. Otto Nerz, der für die Vorbereitung der Nationalmannschaft verantwortlich ist, wird aus solgender Reihe sichten können: Tor: Jakob(Regensburg), Sonnrein(Hanau), Jürissen(Oberhausen) Verteidigung:„Münzenberg(Aachen), Janes (Düsseldorf), Munkert(Nürnberg). Läuferreihe: Zielinski(Hamborn), Mehl(Düsseldorf), Golddrunner(München), Sold(Saarbrücken), Kupfer(Schweinfurt), Kitzinger(Schweinfurt). Sturm: Elbern(Beuel), Lehner(Augsburg), Gellesch(Schalke), Siffling(Waldhof), Hohmann(Benrath), Lenz(Dortmund), Friedel(Nürnberg). Helmchen (Chemnitz), Szepan(Schalke), Kobierski(Düsseldorf), Siemetsreiter(München), Günther(Duisburg). Man erkennt aus dieser Einladung des Fachamtes Fußball, daß nicht daran gedacht wird, irgendwelche Experimente gegen den starken holländischen Gegner zu unternehmen. Von den 24 Spielern hat nur der Schweinfurter Kupfer bieher noch nicht international gespielt. = sich von den Eingeladenen körperlich und spielerisch in bester Form befindet, durste für die Nationalmannchaft in Frage kommen. Mit einiger Spannung wird die deutsche Fußballöffentlichkeit, die Lösung der„Mittelstürmerfrage erwarten. Ist es Hohmann, ist es Siffling ist es Lenz. ist es Friedel oder ist es der schußgewaltigHelmchen, der mit dem wichtigen Amt betraut wird! Pferdesport Rennen zu Nizza. 1. Rennen: 1. Haut Merlin(Gigant), 2. Lustucru, 3. Dilleman. Sieg 239:10, Platz 58, 18, 50:10. Ferner * Renne=: 1. Brother(Bates), 2. Clou de Girofle, 3. Sans Erreur Sieg 71:10, Platz 20, 15:10. Ferner * Pserde. La.: 2— 0— 4. 3. Rennen: 1. Vive le Roi(Galaurchi), 2. Clain, 3. Leyland. Sieg 41:10, Platz 30. 18:10. Ferner 1 Pferd. Lg.: 4— KK— 1½. 4. Rennen: 1 Pommard 2(Tremeau). 2. Rose Reine. 3 Disraeli. Sieg 28:10, Platz 16, 21:10. Ferner 8 Pferde. Lg.: 3— 3— 2½. 5. Rennen: 1. L’Olinde(Lesmarie), 2. Sadiya, 3. Ange Gardien. Sieg 33:10, Platz 15, 13:10. Ferner; 3 Pferde. Lg.: 1½— 1½— Weile. Berliner Börse: Eng begrenzt Das Interesse wendet sich dem Rentenmarkt zu. Berlin, 15. Jan. Das Börsengeschäft blieb auch heute wieder eng begrenzt, sodaß sich die Festsetzung der ersten Kurse vielfach recht schwierig gestaltete. Die Bankenkundschaft bleibt dem Markt nach wie vor fern, wodurch naturgemäß auch die Unternehmungslust des berufsmäßigen Börsenhandels stark beeinträchtigt wird. Der zweifellos vorhandene Anlagebedarf des Publikums hat sich unverkennbar nach dem Rentenmarkt verlagert, an dem auch heute wieder ziemlich lebhafte Nachfrage vorhanden war. Diese Entwicklung wird durch eine außerordentlich flüssige Verfassung des Geldmarktes gefördert, an dem trotz des heutigen Medios eine erneute Verbilligung eingetreten ist. Am Montan aktienmarkt waren eyer geringe Kurseinbußen zu verzeichnen, so bei Hoesch um ¼ bei Klöckner und den Vereinigten Stahlwerten um je ½ Prozent. Von Braunkohlenwerten konnten sich Ilse nach dem gestrigen Rückgang um 1½ Prozent erholen, im gleichen Ausmaß waren auch Genußscheine gebessert. Am Kaliaktienmarkt zogen Kali=Chemie gegen den letzten Kassakurs um 3 Prozent an, während Salzdetfurth unter dem Druck kleinen Angebots um 2 Prozent zurückgingen. Von den chemischen Papieren hatten Farben einen Anfangsverlust von ¾ Prozent(168¾). Von Elektro werten konnten Siemens einen Anfangsverlust von 1½ Prozent sofort nach Festsetzung des ersten Kurses wieder ausgleichen. Bei den Versorgungspapieren fällt eine anhaltende Steigerung der Schlesischen Gas— heute um 2 Prozent— auf. Rheag gewannen 1. dagegen ermäßigten sich Lieferungen, Charlottenburger Wasser und Wasserwerk Gelsenkirchen um ca. 1 bis 1¼ Prozent. Befestigt waren Kabel, und Drahtaktien und Autowerte. Im übrigen sind mit besonderen Veränderungen nur noch Allgemeine Lokal und Kraft(plus 14) und Eisenbahnverkehr(minus 1¼ Pro zent) zu erwähnen, während sonst die Kursveränderungen über Prozentbruchteile nicht hinausgingen Am Rentenmarkt zogen Reichsaltbesitz um Prozent auf 117½ an. Sehr fest liegt wieder die Gemeindeumschuldungsanleihe, die mit einer Steigerung um 15 Pfg. einen neuen Höchstkurs von 91.05 erreichten Zinsvergütungsscheine gewannen 5 Pfg. Späte Reichsschuldbuchforderungen gewannen ½ Prozent Blankotagesgeld verbilligte sich im Zusammenhang mit der Fälligkeit einer größeren Schatzanweisungsemission um % auf 2¼ bis 2½ Prozent. Von Valuten errechnete sich das Pfund mit 12,22½, der Dollar mit 2.49. Im Verlauf konnten die gegen den Vortag niedrigeren Anfangskurse zum Teil wieder überschritten werden. Am Kassarentenmarkt war die Stimmung nach wie vor freundlich. Die Umsatztätigkeit hielt sich jedoch in dem gewohnten engen Rahmen. Die Veränderungen gingen kaum über ¼ Prozent hinaus. Stadtanleihen lagen uneinheitlich; 26er Essen und 29er Kassel verloren je ½ Prozent. Provinzanleihen, Länder= und Reichsbahnanleihen konnten sich behaupten Der Privatdiskont blieb unverändert 3 Prozent. Die Börse schloß in freundlicher Haltung Favoriten des Tages waren Muag, gegen den Verlauf unverändert, gegen den ersten Kurs plus X Prozen., Stoehr mit plus 2¼ Prozent und Schlesische Gas mit einem gleich großen Gewinn, nachdem nochmals gegen den Verlauf eine Steigerung um 1 Prozent eingetreten war. Nachbörslich galten Schles. Gas 142 Geld. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung wurde das Pfund mit 12.235(12.225), der Dollar mit unverändert 2.49, der Gulden mit 136,38(136,28), der französische Franken mit 11.63(11.625) und der Schweizer Franken mit 57.18(57,15) festgesetzt Am Einheitsmarkt überwogen für deutsche Industrieaktien, soweit Veränderungen zu verzeichnen waren, Besserungen bis zu 5½ Prozent. Am Markt der Kolonial. papiere neigten Schantung(minus 2½8 Prozent) zur Schwäche. Steuergutscheine galten vielfach gestrichen Geld. 38er Fälligkeiten gewannen 5 Pfg. Rheinisch=Westfälische Börse Düsseldorf, 15. Jan. Die Börse war heute wiederum sehr still bei ungleichmäßiger Kursgestaltung. Im Verlaufe wurde dann die Stimmung etwas freundlicher, ohne daß es aber zu einer wesentlichen Geschäftsbelebung kam. Den größten Tagesgewinn wiesen Kali=Chemie mit plus 3½ Prozent auf. Sonst waren von den fortlaufend notierten Werten Farbenindustrie ¾ Prozent niedriger im Handel, während sich Goldschmidt gut behaupteten. Auf dem Montanmarkt lagen Dahlbusch erneut ½ Prozent gebessert. Rheinstahl gingen mehrfach erhöht um. Auch Klöckner leicht befestigt. Mannesmann erzielten knapp den gestrigen Schlußkurs, dagegen wurden Hoesch und auch Ver. Stahlwerke ungefähr ¾ Prozent billiger abgegeben. Deutsche Erdöl gleichfalls abgeschwächt. Maschinenwerte anziehend. Von Sonderwerten waren Westdeutsche Kaufhof etwas mehr beachtet und stiegen um ½ Prozent. Anleihemarkt gut gehalten. Nur Reichsbahnvorzüge eine Kleinigkeit leichter. Am Kurenmarkt war das Geschäft nicht so lebhaft wie an den Vortagen. jedoch lagen die Kurse allgemein gut behauptet. Am Kohlenkuxenmarkt waren Konstantin zu ungefähr gestrigen Preisen im Handel Deutschlandkuxe, in denen das Geschäft heute wesentlich kleiner war. lagen knapp behauptet. Diergardtkuxe konnten ihren gestrigen Höchstkurs nicht halten und wurden zu leicht nachgebenden Preisen aus dem Markt genommen. Kaliaktien behauptet. Auf dem Kohlenaktienmarkt waren Bergbau Lothringen ½ Prozent leichter. Von den Kassawerten lagen Hindrichs Auffermann mit plus 258, Schieß=Defries mit vlus 1¾ und Hein Lehmann mit plus ¾ Prozent im Markt. Basalt gewannen P und Höll. Gödhardt ¾ Prozent. Letzte Kurse erzielten Bösperde, Kalker Bräu und Küppersbusch. 580000 Kaninchen, 40 000 Schweine, 38000 Ziegen Zahlen zur Intensivierung der Siedlerwirtschaft. Berlin, 15. Jan. Für das dritte Jahr der Erzeugungsschlacht gibt der Organisations= und Propagandaleiter des Deutschen Siedlerbundes im„Heimstättensiedler“, die Parole aus, daß die Siedlerwirtschaft weitestgehend intensiviert und in allen Siedlerstellen eine Leistungssteigerung erreicht werden müsse. Der ernährungspolitische Erfolg der Siedlerwirtschaft dürfe nicht nur nach dem Ertrag der einzelnen Siedlerstelle bewertet werden, sondern nach dem wirtschaftlichen Ergebnis aller vom Deutschen Siedlerbund erfaßten Siedler. Es wird dabei festgestellt, daß diese Siedler nicht weniger als 150 Millionen Quadratmeter deutschen Bodens bewirtschaften, auf dem 1,5 Millionen Obstbäume und 2,3 Millionen Beerensträucher stehen. Von den Mitgliedern des Deutschen Siedlerbundes werden rund 800000 Hühner und 98.000 Gänse, Enten und Tauben gehalten, und die Eierproduktion wird auf rund 130 Millionen Eier geschätzt. Weiterhin umfaßt die Siedlerwirtschaft 580000 Kaninchen, 40 000 Schweine, 38 000 Ziegen und 5000 Schafe. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Die Märkte im Fernen Osten waren durch eine feste Grundstimmung gekennzeichnet. Durch die vorübergehende Aufhebung der Einfuhrzölle auf Reis in China werden laufend Posten nach dort abgezogen. Hier zeigt der Markt ein unverändertes Aussehen, wobei die gleichen Preise wie am Vortage genannt werden. Baumwolle: Stetig. Superfine 5,00, Fine Oomra 6,00 Pence per lbs Kaffee: Abschlüsse kamen auf der bisherigen Preis grundlage zustande. Durch die in ausreichendem Maße vorhandenen Vorräte kann jeder Bedarf gedeckt werden Seitens der Ursprungsländer wurden unveränderte An gebote herübergelegt Schmalz: Stetig, unverändert. Fettwaren: Unverändert. Oele und Fette: In der bisherigen nach oben gerichteten Preisbewegung am Weltmarkt trat ein Stillstand ein; teilweise waren die Abgeber sogar zu Entgegen. kommen bereit. Am Platze bestand ruhiges Bedarfsgeschäft. Für Talge und Fettsäuren bestanden gute Verwendungsmöglichkeiten. Holl. Leinöl prompt 233.. Febr. April 23¾ hfl. für 100 Klg. Sojabohnenöl, roh, mandsch., per Jan. Febr. 29½ engl. Pfund für 1016 Klg. Uebriges unverändert. Hülsenfrüchte: Käufer waren vorwiegend für Linsen im Markt, die zu den bisherigen Preisen aufgenommen wurden. Für Erbsen hat sich die Kauflust noch nicht verstärkt, wogegen sich für Bohnen gute Verwendungsmöglichkeiten ergaben. Preise unverändert Gewürze: Pfeffer ist in ausreichendem Umfange angeboten. Das Geschäft hierin beschränkt sich auf kleine Bedarfskäufe. Für Nebengewürze hat sich das Interesse erhalten. Preise unverändert. Rauhfutter: Der Markt entwickelt sich n zögernd. Das Angebot von Stroh und Heu hat genommen. Preise unverändert. Kakaohalbfabrikate: Die Umsatztätigkeit in Kakaobutter und Kakaopulver ist recht befriedigend. Für das herannahende Osterfest werden lausend Eindeckungen vorgenommen, namentlich Kakaopulver begegnet guter Bedarfsnachfrage. Couvertüre und Kakaomasse liegen in den Preisen noch nicht fest. Paraffin: Unverändert. Zucker: Bei ruhig=stetiger Grundstimmung ergaben sich am Effektivmarkt für britische Ware Preisbesserungen, während Tschechen=Kristalle unverändert lagen. Am Terminmarkt zogen die Preise für spätere Termine um 5 bis 10 Pfg. an. Tschechen=Kristalle Feinkorn per Jan. 7 1½, British fine granulated Jan. 7374, Febr. März 7 5¼ sh. per 50 Klg. se Oe IN EUROPA AUSSERDEM WENIGER ALS 1.0 MILLION SPRECHSTELLEN Die Deutsche Reichspost unterhält nach dem gegenwärtigen Stand rund 3.3 Millionen Fernsprechstellen. An zweiter Stelle in Europa steht Großbritannien mit 2.4 Millionen Sprechstellen und dann folgt Frankreich mit 1.4 Millionen Sprechstellen. Sämtliche anderen Europastaaten besitzen weniger als 1 Million Fernsprechstellen. V. A. Rundfunk=Programm Samstag, den 16. Januar 1936. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05 Leibesübungen. 6.30 Blasmusik. Musikzug der Polizei Köln. 1. Neumann: Viktoria=Marsch. 2. Havemann: Standartenweihe. 3. Flotow:„Indra“=Vorspiel. 4. Lincke: Luna=Walzer. 5 Bilse: Mit Bomben und Granaten. 7.00 Nachrichten. Anschließend: Morgenlred. Piorgenruf. 6. Meißner: Zum Städtle hinaus. 7. a) Kockert: Bleisoldaten: b) Siede: Puppe und Hampelmann. 8. Waldteusel: Herbstweisen. 9. Blankenburg: Marschverlen. 10. Urbach: Zwei schwabische Tänze. 11. Beez: Hacketäuer=Marsch. 12. Lincke: a) Geburtstagsständchen: b) Amina. 13. a) Neumann: Pevita=Marsch: b) Teike: In Treue fest. 8 00 Kalenderblatt— Zeit. Wetter. Wasserstand. 8 10 Bremus: Frauenturnen. 8 30 von Saarbrücken: Musik zur Arbeitevause. Gaarbrücker, Unterhaltungsorchester 9.45 Zeit. Nachrichten. Wasserstand. 10.00 Verkehrsunfall! Wer trägt die Schuld? Hörfolge von Rummel 10.30 Fröhliches Sviel für unsere Kleinsten. 11.00 Was ist los im Sport? 11.50 Bauer. merk' auf! 12.00 von Breslau: Musik am Mittag. Orchester des Oberschlesischen Landestbeaters 1. Weber: Ouvertüre zu„Eurnantbe“ 2. Beethoven: Deutsche Tänze. 3. Zwei Stücke für Violine und Orchester: a) Sibelius: Serenade: b) Reger: Aria. 4. Leusch ner:„Mazurka=Fantasie. 5. Berlioz: Aus „Fausts Verdammnis“: a) Sylvbentanz: b) Irrlichtertanz: c) Ungarischer Marsch 1300 Mittagemeldungen— Glückwünsche 6. Koschinkky: Des Königs Musikanten. 7. Niels=Gade: Nachklänge aus Ossian 8. Verdi: Melodien aus„Der Maskenball“ 1100 Mittagomeldungen. 1415 Wochenendkonzert(Schallplatten) 15.15 Jum Taa der Polizei. Kennen Sie ein Polizeivräsidium? Rundgang durch das Polizeinräsidium Dursburg 15 45 Wirtschaftemeldungen. 16.00 Bunte Melodien. Mitwirk.: Das Westdeutsche Kammerorchester: Aenne Pfirschinger(Sopran): Lehmbach(Tenor): Schmitz. Kowalski(an zwei Flügeln); die fünf Rheinvarodisten.— Einlage: Die Nacht ohne Schlaf. Erzählung von Steguweit. 18.00 Der neue Funkplan. Was bringt der Reichssender Köln in der nächsten Woche? 18.05 Zur Unterhaltung. Es spielt das Kammerquintett. 1. Fahrbach: Lustige Leut. 2. Behr: Galante Serenade. 3. Bosc: Moosröschen. 4. Holz: a)„Alvenblume: b) Humoreske. 5. a) Kockert: Kinderberzen: b) Lincke: Auf Rosen gebettet. 6. Holz: a) Glöckchen: b) Wasserspiel. 7. Dourgois: Orientalischer Tanz. 8. Niemann: Abenddämmerung am Meer. 9. Brusso: Fiametta. 19.00 Nach grüner Farb' mein Herz verlangt. Walberberger und Kölner Jungen und Mädel singen vom Winter. 19.45 Momentaufnahme. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Der Frohe Samstagabend des Reichssenders Köln mit dem„Lustigen Kleeblatt". 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.30 von München: Nachtmusik. Wir spielen zum Tanz. Münchener Tanzsunkorchester. Mitw.: Die Funkschrammeln. Sonntag, den 17. Januar 1937. 6.00 von Hamburg: Hasenkonzert an Bord des Dampfers„Neuyork". I. 1. Glocken vom Großen Michel. 2. Choral: Harte, meine Seele. 3. Weckruf. UI. 1. Stieberitz: Unter dem Gardestern. 2. Kreutzer: Ouvertüre zu „Das Nachtlager in Granada“. 3. Zeller: Sei nicht bös. 4. Bähre: Furchtlos und treu. 5. Fucik: Traumideale. 6. Kutsch: Nur nicht drängeln. 7. Ewers: Immer sackig. 8. Strauß: Dynamiden=Walzer. 9 Rhode: Fridericus Nex. 10. Thiele: Lieb und freundlich. 11. Gnauck: O Elbstrand. o Heimat. 12. Teite: Alte Kameraden. 8.00 Zeit, Wetter. Wasserstand. 8 u. Kleiner Nachruf auf Gräser u. Blumen. Von Schnack 8.15 Unterhaltungskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester: Kätbe Königs(Alt): Pellaux(Klavier). 1. Aul r: Vorspiel zu „Der Feensee". 2. Reger: Jeutsche Tänze. 3. Brahms: a) Wie Melod en zieht es mir: b) Immer leiser wird mein Schlummer 4 Spies: Graziella. 5. Schubert: a) Du bist die Ruh: b) Frühlingsglaube. 6. Svendsen: Norweg. Rhapsodie. 7. a) Schumann: Widmung: b) Schubert: An die Musik. 8. Schubert: a) Leise flehen meine Lieder: b) Horch. horch. 9. Pachernegg: Erzberzog Johann. 10. Lanner: Die Romantiker. 11 Bolzoni: Menuett, 12. Tschaikowsky: Troikafahrt. 10.00 von Leipzig:„Im starken Volke dienen still die Frauen.“ 10.30 Musik am Sonntagmorgen.(Schallpl.) 11.10 Lob der Polizei. Ein Gespräch von Reinacher 11.30 aus dem Städtischen Saalbau Duisburg: Westdeutsche Meister der Orgel. Tönnes. Duisburg. spielt Variationen und Fuge Fis=Moll über ein Originalthema von Reger 12.00 vom Rathausplatz Bochum: Blaskonzert. Blasorchester der Schutzpolizei Bochum. 13.00 Ein Wort an die Hörer. 13.10 Glückwünsche. 13.15 von Berlin: Musik am Mittag. Kavelle Bund. 1. Bizet: Melodien aus„Carmen“. 2. Richartz: Kleine Ballettsuite. 3. Melichar: Ich bin das Herz von Paris. 4. Ortleb: Konzertfantasie über„Schenkt man sich Rosen in Tirol“. 5. Plessow: Frauen sind so schön, wenn sie lieben. 6. Krüger=Hanschmann: Tanz der bösen Buben. 7. Schönian: Mosaik. Romanze für Streichorchester. 8. Busch=Vossen: Schau doch nicht immer auf die Uhr. 9. Maren: Marsch 14.00 Für große und kleine Kinder. 14.30 Der Kievenkerl packt aus. Für Kleingärtner und Kleintierhalter, für Bauer und Bäuerin 15.00 Kleine Musik. Es svielt das Kammer auintett. 1. Reinecke: Kleine Stücke: Spiel und Tanz/ Rüstiges Schaffen Hinaus in die Welt 7 Schöne Mainacht Hochzeitszug 2. Jensen: Die Mühle. 3. Jensen: Träumerei. 4. Grieg: Kleine Stücke: Schmetter ling" Vöglein Bächlein/ Kobold. 15.30 Lustiger Rätselfunk. 16.00 Nette Sachen. Mitwirk: Erna Fahria (Sooran): Blessin(Tenor): Schneider(Baß, Bariton): Schmitz(Klavier): Kowalski (Klavier): Ida Gille(Laute): das Kleine Orchester 18.00 Wo bist du. Ramerad? Funkappell alter Frontsoldaten 18 30 Walter Kunkel(Violine) und Hane Haok(Klavier), spielen die Sonate in D Moll von Schumann. 19.00 Deutsche Erzablkunst der Gegenwart Feuer vom Himmel. Ein Kapitel aus dem neuen Roman des rheinisch. Bauerndichters Knein 19.30 Der Sonntag im Funkbericht. 19.45 Sportvorbericht. 20.00 Unterhaltungskonzert. Großes Orchester Solist: Grote(Cello). 1. Kaun: Ein Karne valsfest. 2. Dohnanyi: Hochzeitswalzer aus der Pantomime„Der Schleier der Pierrette“. 3. Dvorak: Scherzo capriccioso 4. Liadow: Eine musikalische Tabaksdose 5. Wolfs=Ferrari: Intermezzo aus„Der Schmuck der Madonna“. 6. Wagenaar: Ouvertüre zu Shakesveares Lustsviel„Der Widerspenstigen Zähmung". Die Wurstkratzer. Eine lustige Erzählung von Kuni Tremel=Eggert. 7. Tschaikowsky: Variationen über ein Rokokothema für Cello und Orchester. 8. Schultze=Biesantz: Sinfonische Tongedichte. 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.30 vom Deutschlandsender: Wir bitten zum Tanz. Kavelle Glabe. Montag, den 18. Januar 1937. 6.00 Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05 Leibesübungen. 6.30 von Frankfurt: Frühkonzert. 1. Robrecht:„Aus großer Zeit. 2. Waldteusel: Dolores. 3. Strauß: Eine Nacht in Venedig 4. Kockert: Bleisoldaten. 5. Helmund: Wonnetraum. 7.00 Nachrichten. anschließend Morgenlied— Morgenruf. 6. Amadei: Orientalische Suite: a) Landschaft: b) Tanz: c) Karawane. 7. KaiserErik: Donaustrand— du Walzerland. 8. Strauß: Bauernvolka. 9. Clemus: Jocosa 10. Leuschner: Eisblumen. 11. Novowiesky: Unter Adlers Schwingen. 8.00 Kalenderblatt— Zeit. Wetter. Wasserstand. 8.10 Bremu=; Frauenturnen 8.30 Morgenmusik(Schallplatten). 9.00 Ratschlage für den Küchenzettel der Woche. 9.45 Zeit. Nachrichten, Wasserstand. 10.00 von Breslau:„Schneeweißchen und Rosenrot", Märchenspiel nach Grimm von Herrmann. 10.30 Heinemener: Was brachte der Sportsonntag. 12.00 Die Werkvause. Aus der Firma I. Pohlig. Aktiengesellschaft. Köln=Zollstock.— Es spielt das Kölner Philbarmon. Orchester 13.00 Mittagsmeldungen— Gluckwunsche. 13.15 von Hamburg: Schloßkonzert. Das Niedersächsische Sinfonie=Orchester. 1. Kuhlau: Ouvertüre zu„Der Erlenhügel". 2. Glan: Serenata für Streichquintett und Harfe. 3. Jos. Strauß: Geheime Anziehungskräfte. 4. Fleischmann: Nocturno für Flöte und Horn. 5. Friedemann: Strandnixen. Ballett in drei Sätzen: Einleitung 7 Gavotte grazioso J. Galopp. 14.00 Mittagsmeldungen. 14.15 Zur Unterhaltung. Die Schrammeln spielen. 1. Muhr: Erinnerung an Grinzing. 2. Seifert: Kärntner Liedermarsch. 3. Meyer: Deutscher Tanz. 4. Ackermans: Balse souroine. 5. Mohr: Märchen, die man träumt. 6. Jos. Strauß: Künstlerleben. 14.45 Schlachtviehmarktberichte. 15.00 Für unsere Kleinen. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. Das Unterhaltungsorchester. 17.00 von Köln: Ludwig Wegmann: Driepott und der Vügeler. Eine Geschichte aus dem alten Westsalen. 18.00 Unterhaltungskonzert. Das Kleine Ot chester; Engels(Tenor): Kirsch(Bariton). 1. Rust: Das Zauberschloß. 2. Bizet: Ekstafe. 3. Mouton: Die Fabeln von La Fontaine, Folge: a) Der Wolf und das Lamm: b) Die Milchfrau und der Milchtopf: c) Der Landmann und seine Kinder: d) Der Rabe und der Fuchs. 4. Leoncavallo: a) Wenn der Tag entflieht: b) Venezianische Barcarole. 5. Ziehrer: Samt und Seide. 6. Gounod: Melodien aus„Faust und Margarete“. 7. a) Friml: Es blühten die Blumen in deinem Garten; b) Cowler: Veilchen. kleine blaue Veilchen. 8. Meyer=Helmund: Zauberlied. 9. Schmalstich: Scheherazade. 10. Robrecht; a) Liebesträume; 5) Am Rhein bei St. Goar. 11. Amadei: Ländliche Folge: a) Sonnenuntergang: b) Im Walde: c) Das Abendglöckchen: d) Saltarelle. 12. Cowler: Wenn du mich verläßt. 13. Heuser: a) Baskischer Tanz: b) Csardas. 19.45 Neues vom Film. 20 00 Erste Abendmeldungen. 20.15 von Berlin: Reichssendung: Querschnitt durch den Reichsparteitag der Ehre 1930. 1. Teil: Ausschnitte: Empfang im Rathaus Eroffnungskongreß 4 Kulturtagung Appell des Reichsarbeitsdienstes Dr. Goebbels spricht im Kongreß 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 22.30 Nachtmusik. Das Große Orchester. Hleinrich Schlenkhoff it # Hohlen Hoks Brikelte IIl # ab Lages Grebenstr 1. Anthrazit 50241 zu 11 aas wbin 1 Well Sut P tise Sanspotugng Sueieffeuges 111.. Join er 18 Monatraten uN 1.28 Ansahlung Mnde- u. Nore Fernempfanger RM 12. Radio-Nieder drenk, Sodingen Fahrschule Hans Klein Rut 52402. Bahnhofstr. 116 ge-grüber dem Sennhef. Kammer nimmt Freiwilligen=Verbot an Moskau hetzt Europa gegeneinander Einstimmige Annahme Paris, 15. Januar. Die Kammer nahm am Freitagabend einstimmig mit 591 Stimmen die Regierungsvorlage über das Verbot für die Anwerbung und Entsendung von Freiwilligen nach Spanien an. In der der Annahme des Gesetzentwurses vorausgegangenen Aussprache hatte der Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, der jüdisch=marxistische Abgeordnete Salomon Grumbach nach Angriffen auf die deutsche Presse die Frechheit, der Kammer die Lüge aufzutischen, daß auf Besehl der Berliner Regierung beträchtliche Streitkräfte nach Spanien geschickt worden seien.(1) Der rechtsgerichtete Abgeordnete Marcel Heraud kritisierte die Vorlage als ungenügend und forderte die Entziehung der französischen Staatsangehörigkeit als Bestrafung bei Uebertretungen des Verbots. Der Redner wies ferner auf die Gefahr hin, die für Frankreich dadurch entstehen könnte, wenn die französischen Freiwilligen wieder in die Heimat zurückkehrten und dann möglicherweise versuchten, ihre in Spanien angenommenen„Gewohnheiten“, fortzusetzen. Bei der Abstimmung des Artikels 2 der Regierungsvorlage über cas Freiwilligenverbot beantragte der Wogeordnete Desbons einen Zusatzartikel, der verlangt, daß die in Spanien kämpfenden kranzösischen Freiwilligen zurückberufen werden. Ministerpräsident Leon Blum. der bereits in der der Abstimmung voraufgegangenen Aussprache das Wort genommen hatte, forderte den Abgeordneten auf. seinen Antrag zurückzuziehen. Es sei sicher, so führte Blum aus, daß man, wenn die erste Etappe, die in dem Verbot der Freiwilligenanwerbung bestehe, erreicht worden sei, auch an die zweite Etappe herangehen werde. nämlich, die in Spanien kämpfenden Freiwilligen zurückzuberufen. Diese Frage sei jedenfalls setzt noch verfrüht. Abgeordneter Desbons zog hierauf seinen Antrag zurück, der jedoch sofort von dem rechtsstehenden A. geordneten Xavier Vallat erneut aufgegriffen wurde. Die Kammer lehnte jedoch diesen Zusatzantrag mit 394 gegen 86 Stimmen ab. Eisenbahnunglück in Ostoberschlesien 6 Tote, 56 Verletzte Falsche Weichen stellung die Ursache des Unglücks 4 bahi Kattowitz, 15. Januar. Freitag früh um 5,15 Uhr ereignete sich kurz vor dem Bahnhof Myolowitz ein schweres Eisenbahnunglück. Der ahrplanmäßige Personenzug Auschwitz(Oewiecim)— Kattowitz des polnischen Netzes der oberschlesischen Eisenbahn fuhr auf zwei Güterwagen aus, die auf der Hauptecke standen und aus bisher unbekannten Gründen nicht angiert worden waren. Bei dem Zusammenstoß ##n die Lokomotive, der Packwagen und zwei Wagen des Personenzuges völlig zertrümmert. Auch die beiden Güterwagen wurden vollständig zerstört. Das Bahnhofspersonal wie auch die Besatzung eines Kattowitzer Hilfszuges machten sich sofort an die Bergung der unter den Trümmer liegenden Verunglückten. Sechs Tote und 33 Verletzte wurden nach stundenlanger Arbeit geborgen. Von den Verletzten starben drei auf dem Wege ins Krankenhaus, unter ihnen der Zugführer und der Packmeister des Personenzuges. An dem Aufkommen einiger Schwerverletzter, unter denen sich der Lokomotivführer und der Heizer des Personenzuges befinden, muß gezweifelt werden. Das Unglück nahm so große Ausmaße an, da dieser Personenzug regelmäßig mit Arbeitern voll besetzt ist, die aus den Landgemeinden nach dem ostoberschlesischen Industriegebiet zur Arbeit fahren. Eine amtliche Mitteilung über die Ursache des Unglücks liegt noch nicht vor. Die Hauptstrecke Kattowitz—Auschwitz(Oswiecim) ist vorläufig noch für den Fernverkehr gesperrt, da die Bergungsarbeiten noch andauern. Wie ergänzend zu dem schweren Eisenbahnunglück bei Myslowitz gemeldet wird, hat sich die Zahl der Verletzten auf 56 erhöht. Die Zahl der Todesopfer dagegen beträgt gegenüber den ersten Meldungen nur sechs. Ueber die Ursache des Unglücks wird amtlich mitgeteilt, daß der fahrplanmäßige Personenzug ausnahmsweise auf einem anderen Gleis einlaufen mußte, da das übliche Gleis mit Güterwagen besetzt war, wovon der Weichensteller auch Kenntnis hatte. Er benachrichtigte zwar rechtzeitig die Vorstation, stellte jedoch nicht die Weiche. Wie weiter verlautet, soll der Weichensteller kurz vor seiner Verhaftung versucht haben. Selbstmord zu begehen. Große Aufgaben des Bergbaues Kohle und Eisen 7 Bedeutsame Tagung der Arbeitskammer Düsseldorf in Duisburg Duisburg, 15. Januar. Zu einer eindrucksstarken Willenskundgebung der Einsatzbereitschaft und Gemeinschaftsarbeit aller schaffenden Menschen an Ruhr und Niederrhein zur Erfüllung der insbesondere dem Ruhrgebiet im Rahmen des Vierjahresplanes gestellten Aufgaben wurde die Tagung der Arbeitskammer Düsseldorf, zu der sich am Freitag im Sitzungssaal des Duisburger Rathauses zahlreiche Männer der Wirtschaft und der Deutschen Arbeitsfront, der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und der Wehrmacht versammelt hatten. Nach kurzer Begrüßung und der Verpflichtung der Kammermitglieder durch den Gauobmann der DAF. Bangert, Düsseldorf, der für den durch Krankheit verhinderten Leiter der Arbeitskammer, Gauobmann der DAF. Johlitz. Essen, die Tagung leitete, hieß Oberbürgermeister Dillgardt die Tagungsteilnehmer in Duisburg, der Stadt der Industrie und des Handels, willkommen. Direktor Tengelmann gab nach einer Rückschau auf die folgerichtigen und erfolgreichen Maßnahmen der vergangenen vier Jahre. die der vordringlichen Aufgabe der Sicherung der Ernährung, der Rettung des deutschen Bauern, der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, der Wiederherstellung der Wehrhoheit und der Wehrkraft galten, einen Ausblick auf die nächsten vier Jahre, deren Ziel die Sicherung der Rohstofffreiheit durch die Schaffung einer großen Rohstoffindustrie ist. Die Bedeutung der Aufgaben, die im Rahmen des gewaltigen Planes dem Ruhrbergbau zufallen, werden dadurch gekennzeichnet, daß von der gesamten Kohlenförderung des Reiches allein 70 v. H. auf das Gebiet zwischen Ruhr und Lippe entfallen. Als die wichtigsten Aufgaben des Ruhrbergbaues stellte er heraus: die Bereitstellung einer für die Versorgung der deutschen Wirtschaft ausreichenden Menge von Kohle, die Erhaltung und Verbesserung des gegenwärtigen Standes der deutschen Kohlenausfuhr als dem größten Devisenschaffer und die Förderung der Veredelung des wohl wichtigsten deutschen Rohstoffes und seiner sonstigen Nutzbarmachung auf dem Wege der Vergasung und Verflüssigung. Aufgabe des Ruhrbergbaues im Vierjahresplan sei es, eine große Anzahl der Stoffe herzustellen, die der deutsche Boden nicht oder nur in unzureichender Menge heevorzubringen vermag, wobei der künftigen Entwicklung zugute kommt, daß die Kohlenvorräte Deutschlands noch für Jahrhunderte ausreichen. Direktor Tengelmann verwies in diesem Zusammenhang auf die bisher bereits durchgeführten erfolgreichen Maßnahmen des Ruhrbergbaues, mit denen gleichläuft eine Steigerung des monatlichen Durchschnittslohnes des Ruhrbergmanns um rund 23,6 v. H. Mit Nachdruck bezeichnete Direktor Tengelmann, die unbedingte Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen Führer und Gefolgschaft auch im Ruhrbergbau als eine unerläßliche Voraussetzung für die Erfüllung des neuen Vierjahresplanes, von dessen Erfolg das Wohlergehen des ganzen deutschen Volkes abhänge. Professor Dr Goerens stellte der Lage auf dem Gebiete der Kohle mit ihren reichen Vorräten in Deutschland die besondere Lage auf dem Gebiete des Eisens gegenüber. Kohle und Eisen seien die beiden Pfeiler, auf denen die deutsche Industrie ruhe. Der Vortragende erinnerte an den eindringlichen und wuchtigen Appell des Beauftragten des Führers. Ministerpräsident Göring, und des Führers selbst an die Männer der deutschen Wirtschaft und betonte, daß zur Erfüllung des Vierjahresplanes unbedingte Voraussetzung die Gemeinschaftsarbeit sei. Gauleiter Oberpräsident Terboven kennzeichnete zusammenfassend nochmals die Größe und den Umfang des zu erreichenden Zieles, das in seiner geradezu säkularen Bedeutung kaum abzuschätzen sei. An die Männer der Wirtschaft richtete er den eindringlichen Appell, wenn auch für die kommenden Kampfjahre die Unantastbarkeit der Tarife und Löhne unumstößlicher Grundsatz sei, jeden Weg zu gehen, der möglich sei, um den Lebensstand des Arbeiters zu bessern, wo immer es nötig sei. Jahre Reichssender Köln Keine Grundlage für die„haarsträubenden Gerüch te“ über angebliches deutsches Eindringen in Ceuta Die rote Kulturschande Köln, 15. Januar. Als im Jahre 1923 der Rundfunk in Deutschland eingerichtet wurde, standen im Rheinland noch fremde Besatzungstruppen. Die Besatzungsbehörde ließ es nicht zu, den in den besetzten Zonen wohnenden Volksgenossen die Teilnahme am Rundfunk zu gestatten, da sie ofsenbar für Sicherheit ihrer Soldaten Befürchtungen hegte Immerhin meldete sich ein Jahr nach der offiziellen Ein führung des Rundfunks in Deutschland auch Westdeutschland im Aether. Am 10. Oktober 1924 wurde der Sender Münster in Betrieb genommen, der damals mit einer Leistung von nur 0,7 kW arbeitete. Zählte man zu Beginn der Rundfunkarbeit in Westdeutschland 6114 Horer, so stieg diese Zahl nach vier Wochen schon auf 9099. Im Oktober 1924 wurden neben Münster noch die Sender Elberfeld und Dortmund für das westdeutsche Gebiet in Betrieb genommen. Damit stieg auch ständig die Hörerziffer. Als die Besatzungstruppen das Land an Rhein und Ruhr verlassen hatten, konnte auch der Rundsunk in Westdeutschland festen Fuß fassen. Die„Funkstunde“ in Elberfeld, Dortmund und Münster wurde in die„Westdeutsche Rundfunk=AG.“ mit dem Sitz in Köln zusammengesaßt. Am 15. Januar 1927 konnte auf dem H Langenberg im Bergischen Land der erste deutsche Großsender, damals de unksender Europao, eröffnet Mit 17 kw arbeitete dieser Sender Siegeszug der elektrischen Welle b der Sender in Münster damals werden, da die Wellen des„La Münsterland nicht genügend eins auch in Köln in der Dagobertst richtet, das man seinerzeit mit modernsten Funkhäuser Europas 1934 wurde in Langenberg ein: der eine Stärke von 100 kw hatte entsprach, die man nach dem Stal stellen konnte. Am 10. Oktober 1935 wurde der 160 Meter hohe Antennenturm des Langenberger Senders bei einem orkanartigen Sturm zum Einsturz gebracht. Dank des Einsatzes aller Ingenieure und hinzugezogener Hilfskräfte konnte aber der Sendebetrieb wenige Tage darauf wieder ausgenommen werden. Im Laufe der folgenden Wochen wurden behelfsmäßig drei Sendetürme errichtet, die auch heute noch mit der gleichen Stärke von 100 kw arbeiten. Die ungewohnte Entwicklung der Rundfunktechnik hatte natürlich auch ein schnelles Ansteigen der Hörerzahlen zur Folge. Erst recht ergab sich neuer Antrieb, als 1933 mit der Machtübernahme aus dem Rundfunk ein Instrument eines eindeutigen politischen und kulturellen Willens gestaltet wurde. Während Ende 1933 der Reichssender Köln eine Hörerzahl von 900000 zählte, stieg diese Zahl Ende 1934 auf 1 050 000, Ende 1935 auf 1 200 000, während Ende 1936 die Hörerzahl 1300000 erreichte. Das Gebiet, das der Reichssender Köln zu betreuen hat, ist außerordentlich bedeutsam. Wenn man die weiten Strecken Westdeutschlands durchfährt, spürt man immer wieder die Verschiedenheit, die diesem Land sein Gepräge gibt. Man kennt die Eigenarten der Rheinländer und der Westfalen und all das bunte, vielfältige Leben jeser Landschaften spiegelt sich nun wider in den Dar#ungen des Reichssenders Köln. Immer wieder gehen en= die verantwortlich sind für das geistige und Senders, hinein ins Volk. ### kleinen Köttern und In# hier leben und wirken, um eartete Leben Westdeutschder in die große Hörer###n konnten auch das Große rerchor des Senders am #ige erfolgreiche musikalische ##diesem Anlaß veranstaltete Ainerstagabend im KongreßKonzert, das über den Semer an diesem Festtag Hörer nd. Die„Morningpost“ stellt fest: „Morningpost“, besaßt sich eingehend mit den Gefahren, die dem europäischen Frieden von seiten der Gerüchtemacher drohen. Dabei wendet sich das englische Blatt besonders gegen die sowjetrussische Propaganda und stellt sent, daß sich im Falle Spanien wieder zeige, wie sehr diese Propaganda dazu angetan ist, die Unruhe in Europa zu steigern. Sowjetrußland trage die Hauptverantwortung für die Vorgänge in Spanien. Seine Agenten hätten die Revolution geschürt, sein Botschafter organisiere und leite den Krieg und sowjetrussische Waffen und Munition machten es den Roten möglich, sich gegen ihre Feinde zu halten. Außer alledem habe aber die Sowjetpropaganda viel dazu beigetragen, Europa gegeneinander zu hetzen, und jetzt versuche sie, friedliebenden aber nervösen Völkern das Gruseln beizubringen. Die Zeitung wendet sich dann den Gerüchten über angebliche Pläne Italiens oder Deutschlands auf spanischem Gebiet zu und schreibt: Man habe Geschichten von der Verpfändung der Valearen oder von Spanisch=Marokko durch General Franco als Gegenleistung für fremde Unterstützung gehört. An diesen Geschichten, die offenbar den Moskauer Stempel trügen. obwohl sie von einer anderen Hauptstadt ausgegangen seien, sei kein Funken Wahrheit. Dann sei Alarm geschlagen worden wegen eines angeblichen deutscher Eindringens in Ceuta. All denen, die mit dieser Dingen zu tun hatten, sei jedoch bekannt, daß diese haar sträubenden Gerüchte der Grundlage entbehrten. Di# britische Oeffentlichkeit werde gut daran tun, sich nur wenig darauf zu verlassen, und ruhig Blut zu behalten Auch in der Antwort, die die Roten auf den Vorschlag einer Kontrolle der spanischen Küste und Grenzen geben, könne unschwer erkannt werden, daß Moskau die Feder geführt habe. Unverschämt und provozierend ver drehe diese Antwort Tatsachen, irdem man in ihr behaupte,„die totalitären Regierungen“ hätten Menschen und Munition nach Spanien geschickt und dabei die Hilfe verschwiegen, die die Roten von französischer und sowjetrussischer Seite erhalten haben. Der Sowjetbotschafte# in Valencia werde das auf alle Fälle besser wissen. Mit Recht könne man annehmen, daß er einigen Anteil an der Abfassung der Antwort der Roten gehabt habe, die bezeichnenderweise mit dem Ausdruck der Sorge um die „Lebensinteressen der europäischen Demokratie“ schließe Würde es aber, so fragt die„Morningpost“, nach allem, was notorisch in Spanien unter roter Herrschaft vor sich gegangen sei, und nach all dem, was unwiderruflich die Entstehungsgeschichte des bolschewistischen Rußlands mit Schande bedeckt habe, nicht besser sein, die Redensarten von„Lebensinteressen europäischer Demokratie“ aus dem Spiel zu lassen? Aus Westfalen und Streitigkeiten über das Arbeitsbuch Beschleunigung der Verfahren. Im Hinblick auf die Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan über die Verbinderung rechtswidriger Lösung von Arbeitsverhältnissen hat der Reichsjustizminister an die Gerichtsbehörden eine Verfügung gerichtet. in der er darauf hinweist, daß die Arbeitsgerichte danach Streitigkeiten über das Recht des Unternehmers zur Zurückhaltung des Arbeitsbuches zu entscheiden haben werden. Solche Streitigkeiten könnten für die beteiligten Angestellten und Arbeiter unter Umständen von lebenswichtiger Bedeutung sein und bedürfen deshalb ganz besonderer Beschleunigung. Der Minister erwartet, daß die Gerichte sich der besonderen Tragweite und Eilbedürftigkeit der Entscheidung über die Rückgabe des Arbeitsbuches bewußt sein werden und unter Ausnutzung aller rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten für die beschleunigte Durchführung der Verfahren sorgen, um unbillige Härten bei der Durchführung der Anordnung zu verbüten. Fortuna beim Tankwärter Essen, 15. Jan. Donnerstagabend erschien der„Braune Mann“ bei einem Tankwärter in Essen=Rüttenscheid, um eines seiner Glückslose anzubieten. Der Tankwärter versuchte sein Glück, packte in die„Kiste", und siehe da, ein 500=MarkGewinn. Da er selbst keine Zeit hatte, das Geld abzuholen, mußte er seine Frau schicken, die mit dem netten Gewinn bald freudestrahlend wieder bei ihrem Mann erschien. Die buntbemalte Ruhrorter Altstadt Das Festprogramm für die 500=Jahrseier Ruhrorts. Duisburg, 15. Januar. Im Rahmen der Niederrheinischen Heimatwoche, die vom 12. bis 20. Juni abgehalten wird, wird auch die 500=Jahrfeier der Stadt Ruhrort stattfinden. Es ist selbstverständlich, daß man dieses seltene Ereignis in festlicher und würdiger Form begehen wird. In einer Besprechung. die Donnerstag abend in dem Jubiläumsstadtteil stattfand, wurden die ersten interessanten Einzelheiten bekannt. Bekanntlich ist die Ruhrorter Altstadt mit ihren spitzgiebeligen Häusern und ihren kleinen Gäßchen, in denen man sich zum Teil über die Straße hinweg von Fenster zu Fenster die Hand reichen kann, ein typisches Rheinstädichen. Die Häuser dieser Altstadt werden nun nach einem bestimmten Plan in verschiedenen auseinander abgestimmten Farbtönen gestrichen werden, sodaß sich die Ruhrorter Altstadt in einem buntfarbigen Anstrich zum Feste präsentieren wird. Außerdem wird ein Festspiel aufgeführt werden, das irgend eine interessante Episode aus der Geschichte Ruhrorts zum Gegenstand haben wird. Verfasser dieses Festspiels ist der Kreiswalter der Reichsschrifttumskammer in Duisburg, Mandelarzt. Das Festspiel selbst wird auf dem Gildenplatz inmitten der Ruhrorter Altstadt ausgeführt werden. Außerdem wird der Neumarkt ein großes Volksfest sehen, das in der Hauptsache von den Ruhrorter Vereinen, HJ. und BdM. bestritten wird. Die offizielle Feier wird auf der Mühlenweide am Rhein, dem großen Gelände vor den Angestellten der Rheindampfer am 13. Juni abgehalten werden. Die Hauptansprache wird der Duisburger Oberbürgermeister Pg. Dillgardt halten. Der darauf folgende Samstag bringt die traditionelle Veranstaltung„Rhein in Flammen“ die außer der schon im vergangenen Jahre wirkungsvoll ausgelaufenen Beleuchtung der großen industriellen Werke in rotem bengalischem Licht zusätzliche andere Ueberraschungen bringen wird. Der Schuldenstand der Stadt Viersen Das Reich übernimmt 2.1 Millionen RM. Viersen, 15. Januar. Von den 7,5 Millionen RM. Schulden der Stadt Viersen hat das Reich zur Sanierung des städtischen Haushalts 2.1 Millionen RM. übernommen. Die Schuldenübernahme erfolgte in der Weise, daß dieser Betrag vom Umschuldungsverband deutscher Gemeinden auf das Reich überging. Diese 2.1 Millionen RM. ersparen der Stadt Viersen jährlich 150000 RM. Zinsen und Tilgung Als Gegenleistung verlangt das Reich jeglichen Verzicht auf Staatsbeihilfen und weiterhin die Einhaltung des Ist=Haushaltes in Höhe des Jahres 1934. Diese Forderungen werden bei sparsamer Wirtschaftsführung und durch die ständig sich steigernden Steuereinnahmen erfüllt werden können. Giganten des Maschinenreiches In den letzten Monaten haben mehrfach elektrische Maschinen die Werkstätten der deutschen Industrie verlassen, die zu den größten je gebauten ihrer Art zählen. Viele dieser Riesen aus dem Reich der Technik sind als Meisterleistungen deutschen Werkens und Schaffens in die Welt hinausgegangen, oft in ferne Länder, die noch am Beginn ihrer Elektrifizierung stehen und sich erst einmal große und leistungsfähige Kraftwerke erbauen müssen, um ein Wort mitreden zu können. Meist handelt es sich bei diesen Neuanlagen um Wasserkraftwerke, in denen gewaltige Naturkräfte der Ströme und Flüsse, aber auch die in hochgelegenen Seen gespeicherte Energie des Wassers ausgenutzt werden soll. Schon allein die Verschiedenheit, mit der uns die Natur Wasserkräfte darbietet— Ströme mit großen oder kleinen Wassermengen, mit hohem oder niedrigem Gefälle, gespeicherte Wassermassen usw.— deutet darauf hin. daß die technische Aufgabe in jedem Fall anders liegt und daß dementsprechend auch die Maschinen, die jene Kräfte in elektrische Energie umzuwandeln haben, von Fall zu Fall anders aussehen müssen. Ganz allgemein kann man nur sagen, daß für die zu gewinnende Energiemenge immer das Gefälle und die Wassermenge maßgebend sind. Mit einem großen Gefälle und kleinen Wassermassen kann man das gleiche erzielen wie mit großen Wassermassen, die nur ein kleines Gefälle haben. Nur versteht es sich, daß die Maschinen umso größer werden müssen, je mehr Wasser sie zu verarbeiten haben. Daraus erklärt sich die Tatsache, daß die Maschinen zur Ausnutzung sogenannter Lauswasserkräfte, das heißt der großen Ströme mit ihren gewaltigen Wassermassen aber nur geringem Gefälle, durchweg große Abmessungen annehmen. Man sieht also, daß nicht etwa technische Rekordsucht zum Bau von Riesenmaschinen führt, sondern vielmehr die Natur selbst dazu zwingt. In den großen Strömen hat nämlich das Wasser eben des geringen Gefälles wegen nur geringe Geschwindigkeit, es erteilt also der Welle der Wasserturbine nur eine geringe Umdrehungszahl. Während bei Dampfturbinen Drehzahlen von einigen Tausend gebräuchlich sind, laufen die Wasserturbinen wesentlich langsamer, sie haben zum Beispiel nur 100 oder 150 Umdrehungen in der Minute. Mit der Drehzahl hängen aber wiederum die Abmessungen der Maschinen zusammen. Man erzeugt nämlich den gewöhnlichen technischen Wechselstrom mit einer ganz bestimmte Anzahl von Schwingungen in der Sekunde, normalerweise mit 50 solcher Schwingungen oder Perioden von denen jede aus einer positiven und einer negativen Halbwelle besteht. Läuft nun ein Stromerzeuger mit 3000 Umdrehungen in der Minute das heißt mit 50 Umdrehungen in der Sekunde, so liegt der Fall besonders einfach: man kommt dann mit zwei Polen auf dem Läufer aus, von denen jeweils der eine die positive, der andere die negative Halbwelle liefert. Hat man jedoch nur 300 Touren zur Verfügung. so braucht man, um den gleichen Strom zu erzeugen, 20 Pole auf dem Läuser. und bei 150 Touren sind sogar 40 Pole norig. Mit sinkender Drehzahl vergrößert sich also die Zahl der auf dem Läufer des Stromerzeugers nötigen Pole und damit auch der Platz, den man für ihre Unterbringung am Umfang des Läufers braucht Man könnte nun auf den Gedanken kommen. diese Pole. um sie leichter auf dem Läuferumsang unterbringen zu können, schmal und lang zu machen das heißt dem Läufer die Form einer langen Trommel von verhältnismäßig geringem Durchmesser zu geben. Dem widerspricht aber eine andere Forderung, die mit der Regelung der Wasserkraftmaschine zusammenhängt, Solche Kraftmaschinen müssen nämlich immer mit gleichbleibender Drehgeschwindigkeit laufen Sinkt nun die Belastung, das heißt, braucht die Maschine weniger Strom zu liefern, so muß man auch die Wasserzufuhr zur Turbine drosseln, wenn nicht eine Erhöhung der Drehzahl eintreten soll. Man kann aber den Wasserzustrom nicht beliebig schneil absperren, weil sonst gefährliche Rückdruckkräfte in den Rohrleitungen entständen, sondern muß dem Regelvorgang eine bestimmte Zeit lassen. Um nun zu verhindern, daß innerhalb dieser Regelzeit die Turbine „durchgeht", das heißt doch auf höhere Touren komm, muß man dem Läufer des Stromerzeugers eine gemi Schwungmasse geben. Und diese Schwungmasse läßt sich am einfachsten dadurch gewinnen, daß man das Polo d entsprechend groß macht. So erklären sich die großen Polräder, die man bei neuzeitlichen Wasserkraftmaschinen findet. Das große Polrad braucht naturgemäß ein entsprechendes Gehäuse und einen entsprechend groß bemessenen Ständer, kurz, die ganze Maschine nimmt dar die Ausmaße an, die man an ihr bestaunt und die zue gleich wirtschaftlich besonders günstig sind, weil die Kosten der Leistungseinheit einer elektrischen Maschine umso niedriger werden, je größer die Gesamtleistung ist, die man mit einer einzigen Maschine bewältigen kann. Wirtschaftliche und technische Forderungen gehen also hier aufs engste parallel. Aussichten für Samstag: Bei nur unwesentlich geänderten Temperaturen mäßige westliche bis südwestliche Winde, vorwiegend trübe und regnerisch Aussichten für Sonntag und wahrscheinliche Weiterentwicklung: Westliche Winde mit Regen und starler Bewölkung. Später etwag kühler Die Wetterlage im Sauerland Winterberg: Temp.—1, Wetter Nebel. Gesamtschn höhe 14, Neuschnee—. Besch. vereist, Sportmäßigkeit mäßig. Fahrer! Vermeide das unnötige Huven und Klingeln! Denke daran, daß der Gebrauch der Eignalinstrumente nur zu Warnzwecken erlaubt itt! * Golt dem Allmächtigen hat es In seinem unerforschlichen Ratschlusse gesellen, heute morgen 7½ Uhr unsern lieben Sohn, Bruder, Schwager, Netten, Vetter und Onkel, den Bankangestellten Wilhelm Hatfert nech langem, schwerem, mit groher Geduld ertragenem Leiden im Alter von 30 Jahren, wohlvorbereitei durch ein echt christliches Leben und den Empfeng der hl. Sterbesekramente, zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer: Familie Karl Hatfert nebst Anverwandten. Herne, den 14. Jenuar 1937. Die Beerdigung findet em Monteg, dem 18. Januer, nechm. 15.15 Uhr vom Trauerheuse, Vinckestrahe 20, aus stett. Das feierliche Levitenamt ist Montag, den 18. Jonuar, 8.30 Uhr in der Bonifatius-Plarrkirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige els solche.(888 Du warst so jung, Du starbst so früh: Wer Dich gekannt, vergißt Dich nie. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, Freitag morgen 11 Uhr meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, FrauEiliKawemann geb. Becker, nach schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten der römisch-katholischen Kirche, im Alter von 38 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Werner Kawemann und Kinder: Heinz=Werner u. Elisabeth. Familie Becker. Herne, Berlin, Köln und Dortmund, den 15. Januar 1937. Die Beerdigung ist am Montag, dem 18. Januar, nachm. 3.15 Uhr, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 226, aus. Das Seelenamt findet statt am Montag morgen 8.15 Uhr in der St.=Marien-Kirche. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese Anzeige als solche. Tägl. Betten-Reinigung in moderner Anlage bei Betten.Körner Bahnhofstraße 7f. Abholen und Zustellen kostenlos. Für Brauflcute von H. Schemberg. H.-Sodingen, am Denkmal. Zeitung on 1! 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