Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis halbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.15, frei ins Haus gebracht: durch die Post monatlich Mark 2.— einschlieblich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, bierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1907. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1mm Raumböbe 4 Pf., im Textteil 25 Pf. Vereinskalender(im Textteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Zisser= und Auskunftsgebühr 25 Pf., Fernsprecher: Sammel=Nummer 52641„ Drabianschrift: Anzeiger Herne. Nr. 173(Erstes Blatt) Samstag, den 25. Juli 1936 S 32. Jahrgang Die Absage Zur belgischen Kritik an der französischen Paktpolitik Frankreichs Genfer Vorschläge, die Reform des Völkerbundes betreffend, sind bereits während der Diskussion in der Ratstagung auf so manchen Widerspruch gestoßen; wesentlich deutlicher tritt jedoch die Unhaltbarkeit der Standpunkte Leon Blums und seines Außenministers Yvon Delbos zutage, wenn jetzt— mit einigem Abstand zur Tagung— von verschiedenen Staatsmännern Europas der Versuch unternommen wird, die geheimen Wünsche der Franzosen mit den Realitäten und Notwendigkeiten ihrer eigenen Länder in Verbindung zu bringen. Die französische These von der Unteilbarkeit des Friedens, von der Notwendigkeit regionaler Beistandspakte und der kollektiven Sicherheit ist bereits vor kurzem durch den englischen Politiker Lord Lothian in seiner Rede vor der Anglo=German=Fellowship zurückgewiesen worden; nun erfolgte vor wenigen Tagen eine ebenso deutliche Stellungnahme seitens des belgischen Außenministers Spaak. Für die guten Beobachter der europäischen Entwicklung gibt es schon seit langem kein Geheimnis darüber, daß das Bestreben zahlreicher führender Politiker Belgiens darauf ausgerichtet ist, die außenpolitische Abhängigkeit von Frankreich, die auch für die innere Struktur des Landes so manche unerfreuliche Folgerung mit sich gebracht hat, so bald wie möglich zu liquidieren. Die Tatsache, daß sich Belgien heute einfach nicht mehr dazu bereit finden will, die Rolle eines Mitläufers zu spielen, der niemals um seine Meinung gefragt wird, ist in den jüngsten Beratungen um die Abhaltung einer Locarno=Vorkonferenz mit besonderer Eindringlichkeit deutlich geworden, denn die Auffassung des Ministerpräsidenten van Zeeland über die Nutzlosigkeit und besondere Gefahr europäischer Blockbildungen, die gleichzeitig eine Annäherung an den Standpunkt der britischen Regierung bedeutet, wird von dem größten Teil der Presse und der gesamten öffentlichen Meinung geteilt. Am deutlichsten hat das Blatt„Vingtieme Siecle" zu dieser Frage Stellung genommen, als es kürzlich der Pariser Regierung empfahl, sich mit Deutschland auszusöhnen, anstatt Sowjetrußland in die Locarnobesprechungen einzuschalten Die bekannte Zeitung warnte die Franzosen vor einer Politik, die Belgien niemals mitmachen würde. Die grausame Schlußfolgerung des französischen Ministerpräsidenten, daß das Versagen der Genfer Sanktionspolitik den Staaten gebiete, den Krieg durch den Krieg zu bekämpfen, fand durch den belgischen Außenminister eine sehr beachtliche indirekte Beantwortung. Herr Spaak, der in den Brüsseler diplomatischen Kreisen— nicht minder als sein Vorgesetzter in der Regierung van Zeeland— als Realpolitiker gilt, hat bei der Aufzeichnung der großen Linie der belgischen Außenpolitik einen so deutlichen und unmißverständlichen Realismus vertreten, daß seine Ausführungen allgemein als eine Herzerfrischung empfunden wurden; er sprach tatsächlich nicht im Namen der sozialistischen Partei. der er angehört, sondern im Namen der Koalitionsregierung, der außer den Sozialisten bekanntlich auch die Katholiken und die Liberalen angehören. Der Ausspruch des Ministers:„Mein Realismus gebietet mir, mich vor allgemeinen Formeln zu hüten", kann als das Motto für seine Gedankengange bezeichnet werden. Spaak forderte u. a. eine ausschließlich belgische Außenpolitik und wies der Aufgabe, den Frieden zu sichern, die größte Bedeutung gegenüber allen anderen Problemen zu:„Ich sage es offen: ich zittere vor jenem seltsamen Pazisismus, der nicht davor zurückschreckt, den Krieg anzuwenden, um die Aufrechterhaltung des Friedens besser zu beweisen.“ K. Besonders diese letzte Feststellung des Herrn Spaak I in Frankreich nicht gern gehört worden: bedeutet ½ doch für die Franzosen, die soeben in Paris den belgischen Nationalfeiertag im Zeichen der französischbelgischen Solidarität festlich begangen haben, ein System für die Auflockerung der sonst bei den Wallonen zum Ausdruck kommenden Ueberzeuguna. Belgien müsse der„Mutter Frankreich“ bedingungslos folgen; überdies waren auch die französischen Sozialisten wenig begeistert darüber, daß Außenminister Spaak die Konzeptarionen seines Parteigenossen Leon Blum nicht teilen wollte und sich sogar entschlossen hat, sie in Grund und Boden zu verdammen. In Belgien selbst ist die Rede Spaaks fast durchweg günstig ausgenommen worden. Der flamisch=katholische„Standaard“ erblickte in der Erklärung des Außenministers eine Abkehr vom französischen Pakt= und Bündnissystem, das sich über die ganze Welt erstrecke.„Vingtieme Siecle" stellte im Zusammenhang mit einer Besprechung der Rede Spaaks noch fest, daß der französisch=sowjetrussische Pakt die Funktionen der Regionalpakte von vornherein schädige, da er eine gegenseitige Abhängigkeit von zwei ganz verschiedenen Teilen Europas herstelle. 44 Tote Opfer des Taisuns über Japan Tokio, 24. Juli. (Ostasiendienst des DRB) Der bereits gemeldete Taisun, der einen Teil Westsapans heimgesucht hat. hat für die Stadt Riuschiu verheerende Folgen gehabt. Bis jetzt sind 44 Tote und 27 Verwundete festgestellt. 25 Bewohner des südlichen Teils Kiuschius werden noch vermißt. Der Taisun hatte große Verkehrsstorungen zur Folge. 800 Häuser wurden zerstört und gegen 10000 sind durch die Wassermassen überschwemmt. Auch die Schiffahrt ist schwer betrofsen 30 Schiffe sind gesunken, einige ausgelausen und viele verden noch vermißt. a Sponien Tustangriff auf Madrid Die Truppen der nationalen Militär erhebung überall im Vormarsch 7 Die Roten brennen Kirchen nieder Lissabon, 24. Juli. Der nach wie vor im Besitz der Militärgruppe besind liche Rundfunksender Sevilla meldete am Freitag einen Angriff der Luftstreitkräfte des Generals Franco auf Madrid. Verschiedene Ministerien und der Flug platz Getafe seien mit Bomben belegt worden. Weiter berichtete der Sender, daß sich der Kreuzer„Almirante Cervera“ der Militärgruppe angeschlossen habe, die jetzt in Burgos ihr Hauptquartier habe und dort einen Regierungsausschuß gebildet habe. Auch die Einnahme von Cordoba durch die Truppen General Francos wird aus Sevilla gemeldet. Nach Berichten von der Südgrenze Portugals wurden in Huelva und in der Grenzstadt Anamonte die Kirchen nievergebrannt und die Heiligenbilder ins Meer geworsen. Wie aus Burgos gemeldet wird, haben sich die Städte Bilbao, Cindad, Rodrigo und Ferrol der Militärgruppe angeschlossen. Die Regierungstruppen seien bei Avila, Orense und Zamora nach heftigen Kämpfen geschlagen Die Ziele der Paris, 24. Juli. Der Sonderberichterstatter des„Matin“, der am Donnerstag bis nach Burgos ins Hauptquartier des Generals Mola vorgedrungen war, hatte dort Gelegenheit, mit General Mola, dem Führer der Militärgruppe im Norden, zu sprechen. Der Plan der Erhebung, so erklärte General Mola u a., sei von verschiedenen Generalen bereits seit langem ausgearbeitet gewesen. Die Erregung. die ganz Spanien nach der Ermordung Calvo Sotelos erschütterte, habe den letzten Anlaß zum Losschlagen gegeben. Die Erhebung habe heute bereits im ganzen spanischen Volk Wurzeln gefaßt und die Militärstreitkräfte verliehen ihr lediglich einen strategischen Rückhalt. Der Aufstand könne nicht mehr niedergeschlagen werden. Spanien wolle sich befreien. Das Vertrauen, das das Volk dem Militär entgegenbringe, verbürge den Erfolg. Im Kampfe gegen die Verräter, die Geld von Moskau genommen hätten, versuche die Aufstandsbewegung unter allen Umständen unnützes Blutvergießen zu vermeiden. Madrid hätte schon längst umzingelt werworden. Den Truppen der nationalen Militärerhebung sei es gelungen, die Wasserversorgung Madride abzuscneiden, wo bereits auch Lebensmittellnappheit eingetreten sei. Das portugiesische Insanterie=Regiment Nr. 10 in Braganza wurde an der Nordgrenze zusammengezogen. Der Vertreter des„Jour“ meldet, daß er im Laufe des Freitags aller Wahrscheinlichkeit nach dem Einzug der nationalen Truppen in die spanische Hauptstadt beiwohnen werde. Am Donnerstag sei er mit dem Führer der carlistischen Milizen, Luiz Arrelano, zusammengetroffen. Ueber die endgültige politische Entwicklung habe ihm dieser gesagt, daß sich im Augenblick alle nationalen Kräfte Spaniens gegen die Moskauer Verräter zusammengetan hätten. Die Ordnung werde unter allen Umständen über die Unordnung und der nationale Gedanke über den internationalen siegreich bleiben. Die politischen Strömungen innerhalb der Erhebung seien verschieden. Die Carlisten erstrebten die Einsetzung der Monarchie unter Alfonso Carlos von Navarra, die den können: doch sei man vorsichtig. Die Truppen blieben stets solange in ihren Stellungen, bis die Material= versorgung gesichert sei. Es käme nur auf die Sicherung des Munitions= und Waffennachschudes an. Durch das Abwarten verstärkten die Truppen ihre Stellungen im Norden. Vornehmlich in San Sebastian, Irun und besonders in Bilbao müsse die Autorität des Heeres noch hergestellt werden. Aber auch hier arbeite die Zeit fur die antimarxistische Bewegung. Was Madrid betreffe, so sei es besser, die spanische Hauptstadt durch Hunger als durch Kanonen zu nehmen. Die Hauptstadt sei durch das um sie gelegte Netz bereits vollkommen isoliert. Eine Million Menschen werde demnächst weder Fleisch noch Gemüse, noch Benzin, noch irgendeine Zufuhr erhalten. Seit gestern fehle in Madrid das Wasser. Man brauche also nur noch ein wenig Geduld zu haben. Das Herz befehle, das Blut in Spanien zu schonen. Abschließend betonte General Mola, daß die Ziele der Aufständischen republikanische seien. Er und General Franco kämpften lediglich gegen die Verräter an Spanien. Intervention der deutschen Botschaft in Madrid Von 29 verhafteten Reichsdeutschen inzwischen 27 entlassen Schutz der Ausländer zugesichert Madrid, 24. Juli. Ueber die Lage der Reichsdeutschen in Spanien ist infolge der Unterbrechung der Verbindungen unserer Botschaft mit den deutschen Konsulaten in Spanien nichts Näheres zu ermitteln. Ueber die Lage in Madrid selbst berichtet Gesandtschaftsrat Schwendemann, daß auf Grund mehrfacher Interventionen die Polizeidirektion der Botschaft Zusicherungen in der Richtung abgegeben hat, daß Haussuchungen. Beschlagnahmen und Verhaftungen nicht willkürlich erfolgen dürfen und daß strenge Anweisungen an alle Polizeiorgane, einschließlich der Roten Miliz, gegeben wurden, um den Schutz der Ausländer in Madrid sicherzustellen. Diese Anweisungen sind inzwischen bereits durch Radio und durch die spanische Presse verbreitet worden. Die Polizeiorgane und die Bevölkerung wurden in diesen Anweisungen aufgefordert, alle Ausländer höflich und zuvorkommend zu behandeln.— Von den bisher verhafteten Reichsdeutschen, deren Zahl nach den letzten Nachrichten sich auf 29 erhöht hat, sind 27 nach kurzem Ermittlungsverfahren auf Grund der Interventionen der Botschaften wieder freigelassen worden. Gegen zwei Reichsdeutsche schwebt noch ein Ermittlungsverfahren. Wenn auch im übrigen verschiedene Haussuchungen und Bedrohungen Reichsdeutscher stattgesunden haben, sind Verwundungen und Todesfälle bisher nicht bekannt geworden. Eine Anzahl Reichsdeutscher, die besonders gejährdet erschien, hat Aufnahme in der deutschen Botschaft gesunden, wo sie auch verpflegt wird. „Admiral Scheer“ und„Deutschland“ nach Spanien ausgelaufen Berlin, 24. Juli. Die deutschen Panzerschiffe„Admiral Scheer“ und „Deutschland“ sind ausgelaufen und werden in wenigen Tagen vor der spanischen Küste eintreffen, um dort den Schutz der deutschen Reichsangehörigen zu übernehmen. Faschisten die Aufrechterhaltung der Republik unter dem Sohne Primo de Riveras als Präsident und die Generale jedenfalls für die nächste Zukunft eine Militärdiktatur unter Franco oder Mola. Aber die Zeit werde darüber noch zu entscheiden haben. Der Vertreter des„Figaro", der ebenfalls bis zu der Nordgruppe des Heeres durchgedrungen ist, meldet seinem Blatt, er habe in Erfahrung gebracht, daß der frühere Ministerpräsident Quiroga beim Versuch, die spanisch=französische Grenze zu überschreiten, den Tod gefunden habe. Absperrung von Strom und Wasser? Lissabon, 24. Juli. General Queipo de Llana teilte durch den Rundsunksender Sevilla mit, die Truppen des Generals Mola würden in der näheren Umgebung von Madrid die Zufuhr von Strom und Wasser an die Hauptstadt unterbrechen. Im Sender Tetuan teilte General Franco mit, Alcala Aranjuez befinde sich im Besitz der Nationalisten. Ein in Madrid mobilisiertes Insanterieregiment soll sich gegen die Linksregierung erhoben und den Straßenkampf gegen die Kommunisten ausgenommen haben. Paris, 24. Juli. Nach einer Havas=Meldung aus Sevilla hat das Hauptquartier des Generals de Llano folgendes mitgeteilt: Die Kolonne des Generalo Mola, die nach Madrid marschiere, habe die von der Madrider Linkoregierung ausgesandten Miliztruppen, die sich dem Vormarsch entgegenstellten, in der Nähe von Somosierra zurückgeworsen. Die Einnahme von Madrid sei unmittelbar bevorstehend. Die Führer der Volksfront würden bereits aus der spanischen Hauptstadt in Kraftwagen entfliehen und ihre Gesinnungsgenossen im Stich lassen. Der Rundfunksender Sevilla dementierte anschließend alle durch die Sender von Barcelona und Madrid verbreiteten Meldungen. Ein Havas=Bericht aus Barcelona Paris, 24. Juli. Der Havas=Sonderberichterstatter auf dem zweiten nach Barcelona gesandten französischen Dampfer„Djenne“, der die zu den nunmehr verhinderten sogenannten „Arbeiter=Olympiaspielen“ nach Barcelona gekommenen französischen Sportler heimbefördert, gibt in einer von Bord des Dampfes gefunkten Meldung seine Eindrücke über die Revolutionstage in der katalanischen Hauptstadt wieder. 36 Stunden lang habe es nicht einen Augenblick Ruhe gegeben. Auf den Straßen, auf den Plätzen, auf den Dächern, überall hätte man gekämpft, nach allen Richtungen sei geschossen worden. Dann sei auch noch Lebensmittelknappheit eingetreten. Allmählich habe sich die Lage etwas geklärt. Alle Kirchen, Klöster und ander religiöse Gebäude seien angezündet worden. Aus allen Stadtteilen sei dichter schwarzer Rauch ausgestiegen, der in dicken Wolken über der Stadt lagerte, Traurige Szenen von persönlicher Rache hätten sich überall abgespielt, was das allgemeine Durcheinander noch vergroßert habe. Wie der Havas=Vertreter weiter von Bord des Dampfers„Djenne“ meldet, sei im Augenblick der Abfahrt von Barcelona noch längst nicht die Ruhe wiederhergestellt gewesen. Ueberall würden sich noch Widerstandsherde der Militärgruppe befinden. 15000 Freiwillige für General Mola Havas meldet aus Bayonne: Im Verlauf des gestrigen Tages sollen in Pamplona 1500 Mann sich freiwillig zu den Streitkräften des Generals Mola gemeldet haben. In den letzten 5 Tagen sind damit insgesamt 15000 Meldungen erfolgt. — — Von den blutigen Kämpfen in Barcelona Die Kämpfe zwischen den Soldaten der Militärgruppe und den bewaffneten Bolschewisten in Barcelona sind außerordentlich heftig gewesen. Unsere ersten Bilder zeigen ein mit bewajfneten Bolschewisten besetztes Auto in den Straßen von Barcelona und Pferde, die während des Artilleriefeuers getotet wurden(Scherl=Bilderdienst=M) Schreckensherrschaft in Malaga Walhingion, 24. Juli. In einem Telegramm des Sekretars der amerikantschen Botschaft aus Madrid wird die Lage in der spanischen Hauptstadt als außerst ernst bezeichnet. Die Neeierungstruppen sollen nördlich von Madrid eine Schlacht egen die Armee der Militarerhebung verloren haben und sich in großer Unordnung aus Madrid zurückzieden Im Gebaude der amerikanischen Votschaft befinden sich bereits über 100 Flüchtlinge. Weitere Fluchtlinge treisen ch in araner Zahl ein. Auf dem Dach des der Botschaft gegenüberliegenden Gebäudes der Zeitung „ABC“ zu rore Miliz mit Maschinengewehren postiert. Einer Meldung des amerikanischen Konsulats in Barcelona zufolge besteht die Befurchtung, daß der in einem mit der Flagge der Vereinigten Staaten gekennmichneten Kraitwagen Erschossene ein Angestellter des Konsulates sei, der den Auftrag erhalten hatte. den Leiter der Fordvertretung auf das Konsulat in Sicherheit zu bringen. Die Insassen des amerikanischen Kraftwagens werden seither vermißt. Eine aus Malaga bei der Botschaft eingelaufenen Meldung besagt. daß die Straßen der Stadt von bewaff neten Kommunistenbanden durchtogen werden, die alle Angehörigen spanischer Rechtsverbande, deren sie habhaft werden konnen, verhaften und niederschießen. In Anberracht der bedenklichen Zuspitzung der Lage in Spanien trifft die amerikanische Marineleitung Vorbereitungen. nöt#genfalls weitere Kriegsschiffe in die spanischen Gewässer zu entsenden. Die Militärgruppe im Vormarsch Lissabon, 24. Juli Aus verschiedenen Funksprüchen der Sender Cadi Salamanca und Sevilla gebt bervor, das die Truppen der nationalen Militärerbebung überall im Vordringen begrissen sind und das in den von ihnen besetzten Städten die Ruhe wiederber#g#estellt ist. Ferner wurde dier ein Funkspruch des Generals Franco an den Kreuzer Jaime I.“ ausgesangen. in dem der Kreuzer zur soiortigen Uebergabe ausgefordert wird, andernfalls er versenkt wurde Der Madrider Sender meldet, daß die Regierung die beurlaubten Truppen der Madrider Garnison zurückrufe Ferner habe die marristische Regierung die Volksfrontmiliz aufgefordert, energisch gegen die„Aufsaligen vorzugeben. Ein Stimmungsbild von der Grenze Hendaye, 24. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DNB) Den ernen Eindruck, den man beim Erreichen der panischen Grenze gewinnt und der sich nach kurzen Gesprächen mit ernstzunehmenden Spaniern verstärkt, ist der, daß wohl kaum je soviel in der Berichterstattung der europäischen Presse erzunden und entstellt worden ist. wie bei derjenigen über die augenblicklichen Ereignisse in Spanien. Abgesehen von der Tatsache, daß die demokratisch=freimaurerisch und marxistisch eingestellten Blätter benachbarter Länder ihre Volksfron####nmpathien hemmungslos und auf Kosten der Wahrheit sich austoben lassen, trägt die ungleiche Verteilung der Nachrichtenmirtel bei den beiden sich bekampfenden Parteien in Spanien mit die Hauptschuld an diesem Uebelstand; außerdem tut die völlige Absperrung des Landes das übrige. Der Besitz der Madrider Sender und der Sender von Barcelona, der einzigen, die mit Sicherheit über die Purenden reichen, gibt der Maorider Linksregierung die Möglichkeit, ihre eigene Provaganda, in Lagedarstellung ins Ausland monopolartig wirken zu lassen. während sich die antimarristische Militärgruppe im Süden auf den schwachen Sender von Sevilla beschränken muß und in Mittel= und Noroipanien überhaupt keine Sendemöglichkeiten hat. Durch diese Verhältnisse ergibt sich zwangsläufig eine allzu optimistische Beurteilung der Lage der Madrider Linksregierung. die sich ohne Zweisel auch heute noch in einer sehr heiklen Lage und in der Verteidigungsstellung befindet. Es scheint, daß die antimarxistischen Streitkräfte nach einem gut durchbachten militärischen Gesamtoperationsplan arbeiten. Soweit es sich also um diese Truppen handelt, entwickelt sich der Angriff planmäßig. Etwas anderes ist es mit den zahlreichen örtlichen nationalen Erhebungen, die mitten im marxistischen Gebiet vorzeitig und ohne taktischen Zusammenhang auf eigene Rechnung von den Marxistengegnern unternommen werden und infolge ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit sehr häufig von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Die Streitkräfte setzen sich auf beiden Seiten sowohl aus requlären Truppen wie aus Freiwilligen zusammen. Diese Freiwilligenformationen bestehen auf Regierungsseite ausschließlich aus Marriiten und Kommunisten während sie sich bei der Militärgruppe aus Faschisten den traditionalistien Carlistenverbänden und Teilen der Katholischen Volksaktion zulammenlepen. Die Sompathien der gesamten antimarristischen Kreise des panischen Volkes gehören uneingeschränkt der Militärgruppe, wahrend sich die übrigen Krafte des Landes aller Schattierungen binter die Madrider Linkoregierung stellen. Die größere moralische Kampfkraft schein: bei der Militärgruppe zu liegen wahrend die zahlenmanige Ueberlegenheit auf der Regierungsseite zu suchen ist. Frankreich ausführender Arm Roskaus? In den aationalgesinnten spanischen Kreisen herrscht eine undeschreibliche Erregung üder die angeblich von der franzssiichen Presse als Tatsache gemeldete Bereitschaft der franzosischen Regierung, der Madrider Regierung durch Lieserung von Rriegoslugzeugen und Geschugen zu Hilfe zu kommen. Man ist bier der Meinung, daß Frankreich sich mit einer solchen Parteinahme zum ausfuhrenden Arm Moskaus mache und damit den internationalen Gepflogenheiten ius Gesicht schlafe. Die Lage in der Nacht zum Freitag an der Fron: der Wenporengen ist unverandert. Die in zwei Kolonnen von Pamplona und Logrono nach Norden vor: toßenden Truppen des Generals Mola stehen 10 bis 20 Kilometer von der Kuste. Man rechnet damit daß im Laufe des Freitags der Vormarich zur Indesitznahme des Küstenstreifens zwirchen Irun und San Sebastian, einschließlich dieser Orte, wiederaufgenommen wird. Zur Zeit befinden sich die beiden genannten Städte noch in den Händen der Marxisten die im übrigen auch die geamie arlannische Küste über Bilbao bie nach Santander beherrschen. Fest in den Handen der Militärpartei dagegen befindet sich die Linie Pamplone — Logrono— Burgos. Von Burgos werden die Operationen nach Süden. also gegen Madrid geleitet, und diese Operationen haben am Donnerstag durch die Einnahme von Soria einen bemerkenswerten Erfolg gebracht Es muß noch besonders darauf hingewiesen werden, daß es sich bei den Vorgängen in Spaniea in keiner Weise um eine Wiederholung der zahlreichen feüberen Bewegungen handelt, sondern daß hier einerbitter: ter Namps zwischen zwei Weltanschauun: gen ausgetragen wird, dessen Ausgang ganz Europa in höchstem Maße interessieren muß. Spanisches Schulschiff zu Franco übergegangen Paris. 24. Juli Havas meldet aus Rabat, dak aus guter Quelle verFegende wan''sche Regtrungerreuzer Habe## ergeber meden. Die gesamte Besatzung sei wenen Meuterei und Ermordung ihrer Offinere füsliert worden. Drei wertere Regierungschiffe seien durch Fliegerbomben stark bechädigt. Die Provinz Salicien in den Händen der Militärgruppe Lissabon, 24. Juli Militargruppe in Vigo definden sich fest in den Wie bekannt wird int die erfolgreich. Stadt und Hafen Händen der Nationalisten Die allgemeine Lage in Galicien, der nordwestlichen Provinz Spaniens, scheint für die Militärgruppe gesichert General Franco entschuldigt sich London, 24. Juli. Nach einer Meldung aus Gibraltar entschuldigte sich General Kindelin im Auftrage des Generals Franco am Donnerstag bei der brinischen Beborde wegen des Zwischenfalles, der durch die Beschiezung der Flugzeuge bervorgerufen worden war, in de Granaten waren. en Verfolg ein die beiden Kreuter„Fiume“ und Montecuccol!", das Teuere“ sowie der Personendampfer„Prinzpelsa Mafalda", in Tanger die 3 Kreuzer„Eugenio di Savoia“.„Amalaja" und„Attendolo“ eingetroffen. Bereitstellung eines Dampfers für Rückführung der Italiener aus Spanien Rom, 24. Juli. Der Personendampfer„Principessa Maialda“ ist auf Anordnung der italienischen Regierung von Neapel nach Barcelona in See gegangen, um nötigenfalls für die Heimschaffung italienischer Staatsangehöriger in Spanien zur Verfügung zu stehen. Franzosische Kriegsschifse nach Spanien entsandt Paris 24. Juli. Das französische Marineministerium teilt mit, daß 2 Kreuzer, 3 Torpedobootszerstöter und eine Torpedobootsslottille den verschiedenen französischen diplomatischen und konsularen Vertreiungen in Spanien zur Verfügung gestellt würden, um gegebenenfalls französische Staatsangehörige in Spanien an Bord nehmen zu können. un. Splitter auf brurches Gebiet gejallen Gil Robles soll mehr in das Innere Frankreichs Amerikanische Kriegsschiffe nach Spanien unterwegs Washington, 24. Juli. Das Staatsdepartement erhielt von der diplomatischen Vertretung in San Sebaitian die Vuttorderung angesichts der gefährlichen Lage in Spanien ein Kriegsschiff nach San Sebastian zu entsenden. Zu gleicher Zeit beauftragte das Staatsdepartement den amerikanischen Zollkutter„Cayuga“, mit dem Linienschiff„Oklahoma" zum Zwecke der Zusammenarbeit in Verbindung zu treten. Die„Oklaboma“ ist zur Zeit unterwegs auf der Fahrt von Cherbourg nach Bilbao. Die„Cayuga“ war am Donnerstagmorgen von Le Havre zu einer Uebungsfahrt nach Madeira ausgelaufen Den letzten Berichten aus San Sebastian zufolge ist der amerikanische Botschafter Boweis in seinem acht Kilometer von San Sebastian entiernt gelegenen Sommersin ohne jegliche Verbindung mit der Stadt. Alle amerikanischen Staatsangehörigen in San Sebattian sollen sich in Sicherheit befinden. In Hall“, Prillant Britischer Zerstörer in San Sebastian London, 24. Jul Tanger ist zur Ablösung des Zerstörers„White der nach Gibraltar zurückkehrt, eingetroffen. Zwei weitere der Zerstörer britische Zerstörer Autus Mieer uus Nubul. bur und Gattr Hurhe Ver.—„—„„ laute, die Besatzung eines spanischen Schulschiffes habe trafen ferner auf Ersuchen des britischen Botschafters am sich dem General Franco zur Verfügung gestellt. Die Kriegsschiffe der Regierung sollen im Laufe der letzten Kampfe schwere Beschädigungen erlitten und durch Funkipruch die Madrider Regierung unterrichtet haben. daß sie zwecks Ausbesserungsarbeiten im Hafen von Malaga bleiben. Aus Gibraltar wird ferner gemeldet, daß in den letzten 48 Stunden in den Gewässern von Gibraltar kein spanisches Kriegsschiff mehr gesichtet worden sei. Die Funkstation von Sevilla habe am Freitagmorgen nicht wieder gefunkt und man schließe daraus, daß sich dort etwas Ungewöhnliches abspiele. Cadiz in den Händen der Militärerhebung Der den „Figaro“ meldet aus Cadiz. Händen der Militärerhebung daß Cadiz wieder sei. Der im Hasen Freitagvormittag in San Sebastian ein. Es handelt sich um die erste Mitteilung, die die britische Regierung seit Tagen von ihrem Botschafter in Spanien erhalten hat. Infolge der revolutionären Wirren war es dem Botschafter bisher unmöglich, nach Madrid zurückzukehren. Die Lage in San Sebastian wird in London als sehrernst bezeichnet. Italienische Kriegsschiffe in spanischen Gewässern Rom, 24. Juli. Angesichts der ernsten Lage in Spanien hat sich die Italienische Regierung zur Entsendung von mehreren Einheiten der italienischen Kriegsmarine entschlossen. die nötigenfalls den Schutz der italienischen Staatsangehörigen übernehmen sollen Auf Grund dieser Maßnahme sind in Barcelona bereits Die Einladung der Dreierkonferenz Besuch der diplomatischen Vertreter Englands. Frankreichs und Belgiens im Auswärtigen Amt Paris 24. Juli. Havas meldet aus Banonne: Der Führer der panischen katholischen Volksaktion, Gil Robles, der sich seit mehreren Tagen in Biarritz aufhält. ist wegen der Entwicklung in Spanien von den franzosischen Bebörden aufgefordert worden. diese Grenzstadt zu verlassen und sich in eine andere. von der spanischen Grenze 100 Kilometer entfernte Stadt zu begeben. Gesandter von Stohrer zum Botschafter in Madrid ernannt Berlin, 24. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat den Gesandten in Kaito. Dr. von Stohrer, zum Botschafter in Madrid ernannt. Ein Telegramm der Deutschen Arbeitsfront aus Barcelona Berlin, 24. Juli. Die Auslandsorganisation der Deutschen Arbeitsront teilt mit, daß sie ein Telegramm der Abteilung Sprachenschule der DAF in Barcelona erhalten habe, das meldet, daß die Lage ruhiger und alle wohlauf seien. Deutsche Reichsangehörige aus Barcelona abgereist Barcelona, 24. Juli. Hier dauern die Brandschatzungen an. Eine Anzahl Schulen sind erneut geplündert worden. Ein englischer Kreuzer sowie zwei italienische Kriegsschiffe liegen außerhalb der Mole; deutsche Reichsangehörige hatten gestern die Möglichkeit, mit einem italienischen Dampfer abzureisen. Deutsche Staatsangehörige aus San Sebastian gerettet Hendane, 24. Juli. 53 deutsche Staatsangehörige in San Sebastian wurden am Freitag aus Veranlassung der deutschen Botschaft an Bord eines englischen Kreuzers nach dem benachbarten französischen Hasen St. Jean de Luz gebracht Der französische Fahrgastdampfer„Mexque“ ist am Freitag von Bordeaux aus in See gegangen, um in San Sebastian französische Staatsangehörige an Bord zu nehmen. Ein Teil von ihnen konnte bereits im Laufe des Freitagnachmittags nach St. Jean de Luz gebracht werden. Es handelt sich um 200 Frauen und Kinder. Berlin, 24. Juli. Lage sei. über die Stellungnahme seiner Regierung eine Mitteilung zu machen, hat aber den drei Diplomaten gegenuber zum Ausdruck gebracht, daß ihr Schritt mit sympathischem Interesse ausgenommen werden würde. Rom, 24. Juli. Die Einladung zur Teilnahme an der Konferenz de: Locarnomächte int am Freitag. 11 Uhr. von den Missionscheis Englands. Frankreichs und Belgiens gemeinsam dem italienischen Außenminister ausgesprochen worden Die Regierung hat sich, wie von zuständiger italienischer Seite verlautet, die Antwort auf diese Einladung vorbebalten. Von der gleichen Seite wird erklärt, daß Italien, sobald in Europa die unerläßlichen Vorausjetzungen für die Rückkehr Italiens zur euroväischen Zusammenarbeit eingetreten seien, sich glücklich schätzen Der französische Botschafter, der belgische Gesandte und der britische Geschäftstrager haben heute morgen in Abwesenheit von Herrn von Neurath dem Direktor der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reiches einen Besuch abgestattet Sie haben ihm offiziell von den Schlußfolgerungen Kenntnis gegeben, zu welchen die Vertreter ihrer Regierungen bei der gestrigen Zusammenkunft in Lonoon gelangt sind. Sie haben dabei den Wunsch ausgesprochen. daß die deutsche Regierung die in dieser Verlautbarung enthaltene Einladung gunstig aufnehmen moge und daß es bald möglich sei, in gemeinschaftlicher Vereindatung einen Zeitpunkt für die plante Zusammenkunft festzusetzen. Der Direktor der Politischen Abteilung des Aus wärtigen Amtes hat erwidert, daß er noch nicht in der werde. seinen Platz zur Mitarbeit wieder einzunehmen geDie Kriegsmarine gedenkt des Untergangs der „Iltis“ Berlin, 24. Juli. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, General= admiral Dr. h. c. Raeder, hat folgenden Tagesbefehl an die Kriegsmarine erlassen: „Am 23., 24. Juli gedenkt die Kriegsmarine in Stolz und Treue der tapferen Besatzung des Kanonenbootes „Iltis“, die vor 40 Jahren bei seinem Untergang in schwerem Orkan durch treueste Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzuge Vorbild wurde für jeden deutschen Seemann und Soldaten. Wie das Flaggenlied, das die „Iltis“=Besatzung nach Vorgang des Oberfeuerwerksmaaten Rachm im Angesicht des Seemannstodes anstimmte, zum Weibelied der Marine geworden ist, so wiro der Geist der heldenhaften„Iltis“=Besatzung wie in der Vergangenheit so auch heute und für alle Zeiten in den Besatzungen der Kriegsmarine lebendig bleiben.“ Käppen Larstens vorletzter WDille Pröhlicher Roman von H. O. Wendelburg Ucheberrechtsschatz Korrespondenzverlax H. Waller. Leipzig Cl 13. Fortsetzung. Die Aussichten also, eine eigene Familie zu gründen, waren für Robert augenblicklich fast hoffnungslos, wollte er nicht seinen Beruf an den Nagel hangen und irgendwo als kleiner Angestellter sein Leben fristen. Daher kamen die Worte zögernd von seinen Lippen, als er antwortete:„Ich möchte schon. Herr Carsten, aber ich kann leider vorläufig noch nicht daran denken.“ Wieder herrschte minutenlanges Schweigen auf beiden Seiten, nur unterbrochen durch das leise Ticken der Kuckucksuhr. Carsten stand noch immer vor ihm. Eine Nebelwand wankte zwischen ihnen hin und her. „Und warum nicht?“ „Herr Kapitän, weil ich es nicht verantworten kann.“ Mit wenigen Worten setzte er ihm seine samiliären Verhaltnisse auseinander. Klar und deutlich, ohne Beschönigung seiner Person und ohne Zweifel darüber zu lassen, daß er von seines Vaters Seite nichts zu erwarten hatte. Carsten hörte schweigend zu, und als Robert geendet hatte, paffte er von neuem große Rauchschwaden vor sich hin. Die Stille war für Robert bedrückend, glaubte er doch nun, eine Absage zu erhalten. Geradezu verblufft war er daher, als Carsten fragte:„Wollen Sie auch Kinder haben?" Er zweifelte jedenfalls daran, daß seine Ohren noch richtig funktionierten und fühlte sich versucht, mit dem Finger darin herumzustochern, was er dann aber doch unterließ. Der Blick des alten Seemannes, der nun schon minutenlang auf ihm ruhte, ließ in dieser Minute keine Scherze zu. Trotzdem wagte Robert nicht, eine Antwort darauf zu geben, sondern glaubte, dem alten Seemann noch einmal seine augenblickliche Stellung schildern zu müssen. „Herr Kapitan, ist sagte doch soeben, daß ich noch keine „Da will wissen. ob Sie Kinder haben wollen. wenn Sie die lüttje Jette heiraten“, schnitt ihm Carsten die Rede ab. Also mußte sich Robert zu einer eindeutigen Antwort entschließen. „Sobald meine finanziellen Verhaltnisse die Verantwortung hierfür ertragen können, herzlich gern und so viel, wie Grete— ich meine, wie Ihre Fräulein Nichte haben will.“ Es schien so, als sei der alte Seemann heute mit seinen Gedanken absolut nicht bei der Sache, denn abermals herrichte eine ganze Zeitlang ein ununterbrochenes Schweigen. Er war ans Fenster getreten und sah sinnend auf die Landschaft hinaus, die im herrlichen Sonnenschein gebadet vor ihm lag. Plötzlich machte er kehrt, schritt zu seinem als Schreibtisch dienenden Zylinderbüro, entnahm diesem eine Stahlkassete und aus ihr drei Hundertmarkscheine, die er vor Robert auf den Tisch legte „Hier ist das Geld für den Klönkasten.“ Robert vermutete richtig, daß damit der Radioapparat gemeint sei. „Ick behalte ihn.— Sie aber suchen sich woanders ein Zimmer. Und wenn Sie abends mal Tied haben, konnt Sie so wiederkommen. Den dritten Mann zum Skat besorge ich.“ Robert sah erst erstaunt auf den alten Kapitan und dann auf die drei fast neuen Scheine. Worüber er sich zuerst wundern sollte, wußte er nicht. Angestrengt dachte er über die sondervare Antwort nach, die ihm neue Ratiel aufgab Ehe er jedoch eine Aufklärung erheischende Frage stellen konnte, war Carsten durch die Tür hinausgegangen. Das Knarren der Treppe verriet, daß er sich nach unten begab. Plorlich kam es wie eine Erleuchtung über Robert. Er steckte die Scheine lassig in die Tasche, nahm seinen unvermeidlichen Hut und verließ eiligst das Zimmer. um wenige Augenblicke spater, ohne sich noch einmal um zusehen, vergnugt vor sich hinpfeisend. die unend lichen Treppen zum Badestrand hinunterzutanzeln. Viertes Kapitel „Sie bleiben also bei Ihrer Behauptung, den Ueberseedampfer in Hamburg in der Meinung bestiegen zu haben, daß dieser nach Blankenese fahrt?" Mit durchdringendem Blick sah der Kriminalkommissar auf das Ehepaar Süßkind, das mit schuldbeladenem Gewissen vor ihm am Schreibtisch stand. „Ja, Herr Kommissar.“ Friedrichs Stimme zitterte merklich, als er fortfuhr:„Meine Frau wollte so gerne eine Seereise machen, und Sie wissen ja doch selbst, daß man als liebevoller Gatte den Wunsch einer Frau nie abschlagen kann.“ Der Beamte vertiefte sich in die vor ihn liegenden Akten und hatte Mühe, ein Lacheln zu verbergen, denn bei der Frau war es allerdings auch fast un möglich. „Wie sind Sie denn aber, um alles in der Welt. bei der herrschenden scharfen Kontrolle überhaupt an Bord gekommen?" Süßkind berichtete nun zum wiederholten Male wahrheitsgetreu, was sich vor dem Augenblick des Besteigens des Hochbahnwagens am Hauptbahnhof bis zu dem Moment, wo sie von einem Offizier, dem das eigenartige und unsichere Verhalten des Ehepaares. als der Dampfer langst Blankenese passiert hatte, aufgefallen war, angehalten und nach ihren Fahrscheinen befragt worden waren. Was sich dann abspielte, war alles andere als eine angenehme Erinnerung. Das Theater, das Frau Susi bei der Festnahme als blinde Passagiere aufführte war geradezu köstlich für die übrigen Passagiere, die sich herzlich amüsierten, für Friedrich dagegen derart beschämend, daß er es nicht mehr wagte, auf dem Schiff noch einem Menschen in die Augen zu sehen. In Curhaven wurden sie dann an Land gesetzt und der Polizeibehörde übergeben. Dem Beamten erschien der Fall ganz klar und unkompliziert, doch mußten noch Erkundigungen über die Personalien der Festgenommenen eingezogen werden. insbesondere über die Angaben, daß sie einen Onkel, namens Philipp Carsten in Blankenese besuchen wollten. Er erhob sich langsam, richtete seinen Blick auf den ganz verschüchterten Friedrich.„Es tut mir leid. Herr Sitzkind ich muß Sie aber noch bis zur Klarung der Angelegenheit in Haft behalten."“ „Aber warum denn, Herr Kommissar?“ Susi keifte, leichenblaß vor Aufregung, ergriff den Arm des Beamten und kniff ihn förmlich. Mit einem kurzen Ruck befreite sich der Kommissar aus der unangenehm werdenden Umklammerung. „Es ist gegen Sie Anzeige wegen Fahrgeldhinterziehung. Hausfriedensbruch und Diebstahl ergangen.“ „Diebstahl?" Das Ehepaar fragte wie auf Kommando. „Jawohl, Diebstahl. Oder wollen Sie etwa leugnen, daß Sie sich eine Wolldecke angeeignet haben, die das Zeichen der Schiffahrtsgesellschaft trug?" Friedrich hatte nämlich in der Aufregung seine. Rejiedecke in der Hochbahn liegen gelassen und sich an einer Schlafdecke der Schiffahrtsgesellschaft, nur für den Gebrauch an Bord, schadlos gehalten. Bei der Festnahme hatte er sie dann versehentlich mit seinem gesamten Gepäck mitgenommen. Er versuchte nun, den Beamten über diesen unterlaufenen Irrtum aufzuklären, wobei Susi durch Schluchzen und Schnaufen die Begleitmusik gab. „Darüber werden wir noch Nachforschungen anstellen. Ich muß Sie nun ersuchen, sich ruhig und besonnen zu verhalten und uns keine Schwierigkeiten zu machen. Wenn sich bis dahin alles aufklären läßt, werden Sie voraussichtlich übermorgen wieder entlassen werden können.“ Wie ein Schwerverbrecher, der zur Richtstätte geführt wird, folgte Friedrich dem Polizisten in die Zelle zurück. Hinter ihnen trippelte jaulend und schluchzend Frau Susi. * Bitte zwomal Zwoter, D=Zug Hamburg!" Ein Hundertmarkschein wurde einer funkelnagelneuen Brieftasche entnommen, die in einem ebenso neuen Anzug steckte. Du. Orje. der Irüne da hinten beobachtet uns schon eene janze Weile", flüsterte Paul, der gleichfalls vom Kopf bis Fuß in einer neuen und pikseinen Schale steckte, seinem zu einem Gecken herausgeputzten Freunde zu. Ein Polizeibeamter stand in der Mitte der Bahnhofshalle des Lehrter Bahnhofes und beobachtete die beiden Jungens schon seit ihrem Eintreten in die Halle „Oller Jammerlapven, laß den doch kieken. Der hört von janz alleene wieder uff.“ (Fortietzung folgt.) Nr. 173(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 25. Juli 1936 1— Für 1,1 Million RN. Notstandsarbeiten durchgeführt Eine Riesenleistung ohne städtische Mittel- 55 Maßnahmen- Kanalbauten, Straßenbauten, Entwässerungen, Bachregulierungen usw.- Die nützliche und vielfältig verwendungsfähige Hochofenschlacke wandt worden. Das ist ein Damm von 5 Meter Höhe, 5 Meter Breite und 1000 Meter Länge. Man ist indes in der Verbilligung des Baustoffbezuges noch weiter gegangen. Man hat namlich Sohlschalen und Seitenplatten für Bach. und GrabenbefeDas Notstandsprogramm 1935/36 Als einziges Mittel, das eine Stadtverwaltung in ein überaus bedeutsamer„Steinbruch“ erwiesen. Zeiten schlechter Finanzlage und starker Erwerbslosig Schon seit Jahren fahren von dort täglich die Lastkeit hat, um trotz allem„Dalles“ noch produktive Ar=lautos mit losgebrochener und zu verschiedenen Kornbeit an der Ausgestaltung des Stadtgebie= großen gesiebter gerauer Haldenschlacke nach Herne. tes zu leisten, haben sich die Notstandsarbei=] Für das Notstandsprogramm 1935 36 sind allein ten erwiesen. Denn zu ihnen leisten das Reich und[25000 chm dieser Hochofenschlacke ver das Landesarbeitsamt so erhebliche Zuschüsse, daß die Gemeinde nur wenig hinzuzufügen braucht. Das früher vorhanden gewesene zweite Mittel, des mannlichen Arbeitsdienstes, kommt für Herne nicht mehr in Frage, seitdem das Gysenberglager aufgehoben worden ist und die jungen Leute in ländlichen Gegenden zum Einsatz gelangt sind. Die Notstandsarbeiten haben zugleich den Vorteil, die unproduktive Unterstützung in Lohn für produktive Leistung umzuwandeln, den Arbeitswillen durch die Pflichtarbeit zu prüfen und zu erhalten und dem Unterstützten ein etwas erhöhtes Einkommen zu verschaffen. Schließlich kommt noch hinzu, daß die Beschäftigung bei Notstandsarbeiten ein versicherungspflichtiges Verhältnis darstellt und nach sechs Monaten beim Ausscheiden aus der Wohlfahrtsfürsorge einen Uebergang in die Krisenfürsorge des Arbeitsamtes bewirkt, wodurch der Wohlfahrtsetat entlastet wird. Da aus ordentlichen Etatsmitteln in Herne seit Jahren kaum noch etwas zu schaffen ist, andererseits tausende und abertausende schaffende Hände beschäftigungslos waren, bildeten und bilden stigung. Betonpfosten für Einfriedigungen u. a.] von der Hafenstraße zum vereinigten Oft= und Westselbst aus Hochosenschlacke und Zement durch Notstandsarbeiter hergesteilt. Das geschah zuerst auf dem Lagerplatz an der Riemker Straße, spater in der alten Geßmannschen Fabrik. Wie wich' tig das war, erhellt daraus, daß zur Durchführung de Programms nicht weniger als 10 900 Sohlschalen und Seitenplatten nötig waren. Künstlich hergestellt hat man auch Bordsteine. Dies geschah durch die Herner Tiefbaufirma Postert. Von diesen Kunstbordsteinen hat man 9700 Meter eingebaut. Schließlich wurden noch, wo es die Umstände gestatteten, statt teurer Steinrohrkanäle billigere Zementrohrkanale gelegt oder selbst Kanäle und Durchlässe mit Hochofenschlacke betoniert. Eine Besichtigungsfahrt die Notstandsprogramme das einzige Mittel, eiwas für die Verbesserung des Stadtbildes zu tun. So sind denn in den letzten Jahren große und bedeutsame Notstandsarbeiten ausgeführt worden, deren größte die prachtvolle Umgestaltung des Ostbachtales mit dem Durchbruch der Konstantin=Halde war. Heute soll nun ein Ueberblick gegeben werden über das, was im großen Notstandsprooramm 1935136 geschaffen wurde. Der für diese Arbeiten zuständige Stadt. Baurat Voß gab dieser Tage der Presse in dankenswerter Weise Gelegenheit, auf einer Rundfahrt das meiste dieser Arbeiten kennen zu lernen. Bei dem Notstandsprogramm 1935 36 handelt es sich um insgesamt 55 verschiedene Maßnahmen, die hauptsächlich in der Neu= und Umlegung von Kanälen, in Straßenbauten, Bachregulierungen, Erdbewegungen und dergl. bestanden. Ohne die erheblichen Zuschüsse des Landesarbeitsamtes und der Regierung sowie die Beteiligung Dritter(z. B. Zechen, Siedlungsgesellschaften usw.) für die Arbeiten ausgeführt wurden, hätte an der Durchführung dieser wichtigen Arbeiten auf Jahre hinaus nicht gedacht werden können. Ihre Finanzierung unterschied sich vorteilhaft von den früheren Notstandsarbeiten. Während nämlich bei den früheren Notstandsarbeiten nur Zuschüsse von 2.50 RM. bis höchstens 4 RM. für das Tagewerk gegeben wurden und die sonstigen Kosten durch eigene Mittel der Stadt, Anleihen oder durch Zuschüsse Dritter gedeckt werden mußten, wurden jetzt Beträge von 5 RM. an Grundförderung und 5.60 Reichsmark an Staatszuschuß, insgesamt also 10.60 Reichsmark Zuschuß für das abgeleistete Tagewerk gewährt. Dadurch und durch erhebliche Beteiligung Dritter war es möglich, das umfangreiche Programm ohne stadteigene Mittel durchzuführen. An Grundförderung(92 561 Tagewerke zu 5 RM.) kamen 462 805 RM. ein, an Staatszuschuß(87 461 Tagewerke zu 5.60 RM.) 489 781 RM., an Zuschüssen Dritter 109 330 RM. Beantragt sind noch 48 700 RM., so daß insgesamt ein Notstandsprogramm von 1 110 616 RM. zur Durchführung. gelangt ist bzw. gelangen wird. Diese verhältnismäßig große Summe ist fast ganz von außen hereingekommen und zum weitaus größten Teile auch in Herne ausgegeben worden. Daraus erhellt, daß die Notstandsarbeiten auch eine hohe Bedeutung für die Wirtschaftslage der Herner Bevölkerung gehabt haben. Zahlreiche Unternehmer erhielten Beschäftigung und Geschäftsleute Aufträge, während die bechäftigten Arbeitslosen eine Steigerung der Kaufkraft erlangten, die ebenfalls wieder dem Wirtschaftsleben zugute kam. Schließlich dürften noch insgesamt 600 Wohlfahrtsarbeiter 2ch die Notstandsarbeit anspruchsberechtigt auf die nfürsorge geworden sein. „die Durchführung all der vielen Arbeiten hatte außer der finanziellen auch noch andere Voraussetzungen. Man mußte namlich eine billige, aber altoare Bauweise(z. B. für Straßen) wählen und ferner die Baustoffe möglichst billig gewinnen. Die billige Bauweise wurde durch die Verwendung des Teers und der HochUnd nun bitten wir den Leser, uns auf unserer Rundfahrt durch das Stadtgebiet zu folgen. Zuerst ging die Reise zum Regenkamp. An den hübschen neuen Einfamilienbauten der Schlageterstraße vorbei, von denen die diesjährigen sich der Vollendung nähern, gelangte man zu der dieses Gelände durchziehenden schmalen Wohnstraße„Overkamps Hof“, die schon im vorigen Notstandsprogramm einen Kanal und in diesem den straßenmäßigen Ausbau mit Bordsteinen und Chaussierung erhalten hat. Sie ist 150 Meter lang und bekommt noch eine Teerdecke. Dann gings zur Overwegstraße, die auf eine Länge von 269 Meter ausgebaut worden ist. Sie hat eine Breite von 7.50 Meter erhalten, wozu noch 3.25 Meter breite Aschenbürgersteige kommen. Teilweise ist bereits die 3 cm dicke Teerdecke aufgebracht, auf dem restlichen Teil geschieht das demnächst. Einen Blick warf man in die Hiberniastrane, in die auf 226 Meter Länge ein 40 60 cmZementrohrkanal gelegt worden ist. Der alte Kanal war viel zu eng und lag zu hoch, so daß bei jedem starken Regen das Kanalwasser in die Keller zurückstaute. Diese Mißstände sind durch die neue Kanalisierung beseitigt. Sehr freundliches Aussehen hat die auf 240 Meter Länge ausgebaute und erbreiterte Regenkampstraße erhalten, an der man auch die neuen Kunstbordsteine sehen kann. Die Roehenstraße konnte entgegen der Absicht der Stadtverwaltung nicht ebenso ausgebaut werden, weil mit den Anliegern keine Einigung zu erzielen war. Cranger Straße und Schmiedesbach. Ueber den Grenzweg und die La=Roche=Straße ging die Fahrt dann in der Nähe der Kaiserstraße vorbei, wo 52 Meter Zementrohr=Kanal umgelegt worden sind, zur Cranger Straße. Dort ist der Kanal auf 750 Meter Länge umgelegt worden, um einen besseren Abfluß zu schaffen. Verlegt wurden Zementrohre von 150 100 cm Weite. Das an sich schon schlechte Straßenpflaster hat durch den mitten in der Straße liegenden Kanal sehr gelitten, weshalb in Kürze die Kanalstrecke neu gepflastert werden soll. In Bälde soll dann auch die ganze Straße neu gepflastert werden. Der Kanal der Cranger Straße durchfließt die parallel zur Juliastraße verlaufende Güterbahnstrecke Wanne=Eickel— Recklinghausen in einem Beton=Durchlaß und ergießt sein Wasser dann in den Schmiedesbach, der in tiefem Einschnitt hinter den Häusern der Cranger Straße her und dann nach Norden umbiegend auf ne=Eickel zur Emscher fließt. Meter lan der Eisenbahn= auch die Vertiefung des 32.5 gen Beton=Durchlasses unter strecke. Er wurde nach unten um rd. 60 cm vertieft, wobei seitlich ein Laufgang ausgekragt wurde, der es ermöglicht, in den Durchlaß hineinzugehen. Die Entwässerungsregelung bei der Rottstraße. Von dieser interessanten Stelle ging die Fahrt zur Rottstraße, wo bei Schmauk der sog.„Dükergraben Koops Hof“ tiefergelegt worden ist. Er geht jetzt in einem bis zu 6 Meter tiefen Einschnitt nach Norden zum Kanal, den er westlich der Eisenbahn= brücke Wanne=Münster in zwei Dükern unterquert, um in die Emscher zu münden. Dieser Graben ist auf 439 Meter Länge in Bearbeitung genommen worden. Der Unterlauf wurde mit einem trogförmigen Betonprofil vertieft und im Oberlauf mit BetonSohlschalen und darüber in der Böschung teils mit Sohlschalen, teils mit Packlage aus Hochofenschlacke bebefestigt. Diese Packlage gewährt dem Gras die Möglichkeit, sich hier festzusetzen und das Grabenprofil grün zu bewachsen. Die Tieferlegung dieses Dükergrabens hatte den Zweck, die Vorflut für den Kanal der Rottstraße zwischen der Unterführung und der Baukauer Straße(Düppe=Korte) wieder herzustellen und die Entwässerung der hier liegenden Kolonie wieder zu ermöglichen. Durch Bergschäden war hier eine Versackung eingetreten. Selbst der Durchlaß unter dem Eisenbahndamm war fast völlig verstopft. Dies wurde beseitigt, außerdem wurde der Kanal in der Rottstraße bis zur Baukauer Straße in einer Länge von 305 Meter mit 60/90=Zementrohren umgelegt. Dabei wurde auch die Möglichkeit geschaffen, die Kanalisation der Baukauer Straße und den westlichen Teil der Forellstraße an diesen in den obenerwähnten Dükergraben mündenden Kanal anzuschließen. Die Rohre sind schon angefahren und warten nur aufs Einbauen, doch ist dies erst im neuen Notstandsprogramm möglich. Durch die in diesem Gebiet getroffenen Maßnahmen ist für einen umfangreichen Bezirk des nördlichen Baukau die Entwässerungsfrage gelöst. 1430 Meter Entwässerungskanal im Sumpfgelände am Stadion. Ueber die Germanenstraße, von der aus man erneut feststellte, daß das vor langer Zeit umgestürzte Stück der Einfriedigungsmauer des Westfalia=Stadion immer noch nicht aufgebaut ist und daß der westliche Teil der Forellstraße, weil sie nicht in städtischem Besitz ist, immer noch in einem unglaublichen Zustand sich befindet, der Grenze gegen Wan=] der dringend der Abhilfe bedarf, ging die Fahrt zum Dieser Bach lag zu hoch, Stadion am Rhein=Herne=Kanal. Hier versumpfte und nahm dem Kanal in der Cranger haben ausgedehnte Schrebergärtenanlagen ein freund Straße die Vorflut. Es wurde nun bei der Emscher=liches, kultiviertes Bild geschaffen. Allerdings war genossenschaft erreicht, daß diese mit Hilfe Herner Er= das Gelände bisher weiterhin versumpft, das Grundwerbsloser den Bach auf der Strecke von der Wanne= wasser stand so hoch, daß Stadion, Gärten und umEickeler Grenze bis zum erwähnten Durchlaß an der liegendes Land nicht recht ausgenußt werden konnten. Güterbahnstrecke tieferlegen und neu mit Beton=] Schuld daran waren Bodensenkungen, durch die dem schalen auslegen ließ. Im Zusammenhang damit stand! früher das Gebiet entwässernden Kanal, der in den Die Daheimgebliebenen Jedesmal im Sommer ist der Reiseverkehr mit nichts mehr davon wissen wollen allen seinen Nebenerscheinungen ein ungemein beliebtes Thema. Es werden Gegenden an der See und im Gebirge beschrieben, wohin die Erholungsreisenden ziehen, und Reisende selbst geben ihre Eindrücke von sernen Gegenden, von fremden Menschen, Gaststätten und Naturschönheiten wieder. Die Daheimgebliebenen aber werden weit weniger bedacht, und doch ist dies die übergroße Zahl. Besonders kleinere und mittlere Geschäftsleute, Kaufleute und Handwerker, die ihre Geschäfte allein versorgen oder wenigstens allein leiten müssen, können nicht wochenlang abwesend sein, sind Auch dies sind meist bach fuhrenden Vorflutgraben mündete, die Vorflut genommen wurde. Hierin ist durch einen neuen Entwasserungsgraben Wandel geschaffen worden, der sich parallel zum Kanal bis zur Brücke an der Ludwigstraße erstreckt und die Entwässerung nach Osten zum Landwehrbach durchführt. Der neue Graben hat die beachtliche Lan. ge von 1330 Meter. Die Befestigung erfolgte mit dem sog. C=Profil, einem Steilprofil, bei dem die Sohlschale wegfällt und die Seitenschalen sich unten durch Biegung vereinigen. Durch die Fugen der Schalen dringt das Wasser ein, das dann abgeleitet wird. 70 Meter dieses Grabens sind am Stadion eingerohrt. Ferner wurde nördlich des Stadions ein Anschlußkanal von 100 Meter Länge mit Zementrohren hergestellt. Auch waren mehrere Durchlässe und Brücken zu bauen. Die Größe des lo entwässerten Gelandes beträgt rd. 14 Morgen. OWII und Friedrich der Große 34. Von der Brücke Ludwigstraße wurde die Fahrt nach Horsthausen hinein fortgesetzt. Unterwegs wurde auf die Nordstraße hingewiesen, deren Hauser auf der Nordseite in den Straßengraben entwasserten und geradezu gesundheitsgefährliche Zustände hervorriefen. Das ist durch den Bau eines 160 Meter langen Kanals behoben. Dann fuhr man durch die Bramstraße, die wegen ihres fußhohen schwarzen Schmutzes seit vielen Jahren ein Schmerzenskind war. Nun ist hier endlich auf 255 Meter Wandel geschaffen, indem die Straße mit Hochofenschlacke und einem Teereinstreuteppich befestigt wurde. Auf der Josefinenstraße, wo der durch Bodensenkung völlig versumpft gewesene Tiefgraben in umfangreicher Arbeit vor zwei Jahren höher gelegt worden ist— auf den Böschungsterrassen sind inzwischen langgestreckte Kleingärten angelegt— wurde auf die Umlegung von 250 Meier Zementrohr= Kanal, die demnächst noch bis zur Brücke über den Landwehrbach fortgesetzt wird, aufmerksam gemacht. Bezüglich der immer noch gesperrten Verbandsstraße O WII teilte Baurat Voß mit, daß dieser Tage eine Besichtigung durch den Ruhrsiedlungsverband stattgefunden habe. Es werde wohl so kommen„daß Hernes Standpunkt anerkannt werde. Herne hat nämlich immer darauf hingewiesen, daß die Verbandsstraße noch nicht fertig sei, Herne also nicht die Unterhaltungspflicht übernehmen könne. Auf Kosten des Ruhrsiedlungsverbandes wird die Stadt wohl im Herbst die letzte Decke aufbringen und dann die Straße in ihre Unterhaltung übernehmen. Dann wird endlich eine dauerhafte Entlastung für die großem Verkehr nicht gewachsene Josefinenstraße geschaffen sein. Ein sehr freundliches Bild bot jetzt die Zeche Friedrich der Große 34, die alte Betriebegebäude abgebrochen und den ganzen Zechenplatz mit einer schmucken Mauer umgeben hat. Die um die Zeche herumführende v.=Waldhausen=Straße ist vor der Zeche auf 501 Meter Lange in einer Fahrbahnbreite von 7.10 Meter und einer Bürgersteigbreite von je 1.40 Meter ausgebaut und mit Teereinstreuteppich befestigt worden, während der um die Zeche führende 637 Meter lange Teil von der Ilseder bis zur Weichselstraße chaussiert wurde. Der zwischen Straße und Zechenmauer verbleibende Streifen soll von der Zeche mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden. Auch der große noch wüste Platz zwischen Kasino Friedrich der Große und Zechentor soll durch Notstandsarbeiten in eine schöne Grünflache umgewandelt werden. Damit würde dann die durch eine schöne Wohnkolonie sich auszeichnende Gegend auch in dem bisher ungepflegten Teil ein schönes Aussehen erhalten. Beigetragen dazu hat auch schon die Befestigung der Ilseder Straße auf 161 Meter Länge und 7.10 Meter Fahrbahnbreite. 30 Morgen bei der Drolshagenallee werden entsumpft und zu Kleingärten gemacht. Um die Zeche Friedrich der Große 3•4 herum führte die Fahrt in das große Sumpfgelände, das sich nach Bladenhorst hin erstreckt, und an dessen östlichen Teil der Arbeitsdienst mehrere Jahre lang seine Kräfte verwandt hat. Bekanntlich ist hier 1933 erst einmal in Gestalt der sogenannten Drolshagenallee ein aufgeschütteter Weg von Westen nach Osten gebaut worden, um eine Verbindung von der Weichselstraße zu der inzwischen abgetranthbrücke über den Kanal u. nach Bladenhorst zu schaffen. Um nun dieses ausgedehnte Sumpfgebiet zu entwässern, haben die Notstandsarbeiter den früher von der Emschergenossenschaft hergestellten Verbindungsgraben zwischen dem alten und neuen Landwehrbach erheblich vertieft und mit Betonältere, bereits etwas bequem gewordene Leute. Sehr zahlreich sind die, die sich gerade in der Sommerzeit nicht wochenlang von ihrem Garten trennen wollen. Dort blühen jetzt die Blumen so schön, es wachsen allerlei zarte Gemüse, die Obstbäume stehen voll Frucht oder es konnte bereits Obst geerntet kühle Sommerlauben, schattenspendende Bäume, an higlen Rorflutgrahen der das GBelände nach Suden efenschlacke ermöglicht. Man verzichtete auf teures daher auch im Sommer auf ihr Zuhause angewiesen. Pflaster aus Granit= und Basaltsteinen, baute auch Noch weniger kann der Bauersmann im Sommer keine Basaltchaussierung, sondern bediente sich der in verreisen. Für ihn kommt jetzt die härteste verschiedenen Größen gewonnenen Hochofen schlace, die wenn nicht eine Hauptverkehrsstraße in Frage kam, wo Sandstein als unterste Schicht gelegt wurde, selbst als Packlage Verwendung fand. Darauf kam dann grobkörnige Hochofenschlacke, darauf feiner gekörnte, und schließlich brachte man als Schleißdecke eine 3—5 cm dicke Teermakadamschicht, einen Einstreuteppich oder eine einfache Oberflächenteerung auf. Auf diese Weise entstand mit Hilfe der Walze und gefördert durch den Umstand, daß das feinere Korn jedesmal die Zwischenräume zwischen den groArbeit, das Einbringen der Ernte, bei der jeden Tag vom frühesten Morgen bis zum späten Abend schwer gearbeitet werden muß. Der Landmann an der Eisenbahnlinie sieht wohl lange Züge mit fröhlich dreinblickenden Männern. Frauen und Kindern vorüberfahren, aber selbst kann er die Eisenbahn nicht benußen. Wie es ungezählte Gründe gibt, warum die Menschen reisen, so ließen sich auch viele Gründe anführen, warum sie zu Hause bleiben. Geldmangel ist gewiß ein häufiger Grund, aber durchaus nicht der ###chm Kr. aat uns ar. a m. ami######an diesen Vorflutgraben, der das Gelände nach Süden Warum, die Hast und die mancherlei Beschwerlichkeiten zum neuen Landwehrbach entwässert, wurde eine des Reisens gegen den Aufenthalt im Garten ein: Reihe von Seitengraben gezogen— besonders ein auschen! Gartenfreunde, die zugleich eifrige und langer Graven parallel zum Dortmund=Ems=Kanal sorgsame Bienenzüchter sind, wollen sich nicht von bis fast zur alten Brückenrampe— und gleichfalls mit ihren Bienenvölkern trennen, Förster nicht von ihrem Bezon=Sohlschalen und Seitenplatten, zum Teil auch deren Körnern ausfüllte und die Oberschicht durch den alleinige. Es gibt auch genug Leute, die sich eine kalt oder heiß aufgebrachten Teer eine überaus feste Bindung erfuhr, ein Straßenplanum von sauberster Beschaffenheit und guter Haltbarkeit. Wo sich Schäden im Laufe der Zeit einstellen, ist schnell eine Ausbesserung mit Teer und Hochofenschlacke oder Teer und Basaltsplitt hergestellt. Jedenfalls hat diese Straßenbauweise den Vorteil billiger Herstellung und billiger Unterhaltung. Was nun die billige Baustoffgewinnung betrifft, so hat sich die Hochofenschlackenhalde der Ver Stahlwerke AG., Gelsenkirchen, in Wanne=Eickel als Sommerreise wohl leisten könnten, die aber trotzdem ihre Häuslichkeit auf längere Zeit nicht verlassen wollen. Bei so manchen, namentlich bei älteren Leuten, spielt die Bequemlichkeit die Hauptrolle. Sie wollen nicht mehr die Strapazen einer längeren Reise auf sich nehmen, an fremden Tischen essen und in fremden Betten schlafen. Die eigene Häuslichkeit ziehen sie den schönsten Gegenden vor. Es gibt weiter Sonderlinge, die sich inmitten größerer Gesellschaften nie wohlfühlen können, die eine richtige Angst vor dem„Reisetrubel" haben. Vereinzelt stößt man auf Leute, die sozusagen vom Reisen„übersättigt“ sind. die in früheren Zeiten viel auf Reisen waren und nun geliebten Wald mit allem, was darin wächst, blüht und lebt. Unter den Gelehrten gibt es ebenfalls Leute, die nur selten verreisen. Sie schicken vielleicht Frau und Kinder zur Erholung fort, gefallen sich aber in der Rolle eines Strohwitwers, weil sie in diesen Wochen wieder einmal ganz ungestört zu arbeiten gedenken. So manche gelehrte Arbeit, die hinausgeht, ist in der Hauptsache Ferienarbeit. Zu denen, die daheim bleiben müssen, gehören weiter alle jene, die in den Bade= und Erholungsorten in Hotels, Pensionen, Gasthöfen, in Ladengeschaften und noch in anderer Weise im Fremdenverkehrsgewerbe tätig sind. Wie der Landmann in dieser Zeit seine Hauptarbeit verrichten muß, so gilt dies ebenso für alle die Leute, die unmittelbar oder mittelbar aus dem Fremdenverkehr Vorteil ziehen. Ganz ohne Wander lust bleiben auch viele von denen nicht, die zu Hause bleiben. Kann es nicht in die Ferne gehen, so macht man Ausflüge in die nächste Umgebung, es werden Schönheiten in der eigenen Landschaft entdeckt. Denn auch bei uns im Industrieland ist's schön So geht es auch bei den Daheimgebliebenen nicht ohne Freude und Erholung zu, und so mancher kommt nachtraglich zu der Ansicht, daß er beim Zuhausebleiben den besseren Teil erwahlt hat. eitenplatten, zum mit Packlage aus Hochofenschlacke befestigt. Insgesamt wurden hier 1394 Meter Graben reguliert bzw. neu hergestellt. Außerdem wurden noch Kanale und Durchlasse und zwar insgesamt 118 Meter aus Zementrohren und 32 Meter aus Betonprofil hergestellt. Man sieht schon jetzt dem Gelande an, daß die Entwasserungsgraben ihre Wirkung getan haben Es ist beabsichtigt, im Herbst im Zusammenhang mit der Zeche Mont=Cenis, welche die erforderlichen Zuschusse leisten will, durch Pflichtarbeiter die Arbeit fortzuführen und das Gelande in Größe von etwa 30 Morgen völlig zu entsumpfen. Dann will man hier Kleingarten anlegen. Der Boden ist nach fachmannischer Hinsicht gut, und Asche zum Anlegen der Wege liegt hier auch zu Tausenden von Kubikmetern. Ueber die Besichtigungsergebnisse in Börnig. Holthausen, Sodingen. Herne=Sud und Herne=Mitte soll in einem zweiten Artikel berichtet werden. Lesen Eie den Herner Anzeiger täglich und empichlen Sie ihn Ihren Freunden und Nachbarn! — 9 Wie die Herner Bauernhöfe gebaut wurden Eine interellante Zeugenvernehmung vor rund 100 Jahren Die Erbauung des Sefes Schulte zu Bergen Einer der stattlichsten Höfe, die aus dem alten Kirchspiel Herne erhalten geblieben sind, ist der Hof des Schulte zu Bergen in Bergen, der wenig entfernt von der Herner Südgrenze jenseits eines idyllischen Taleinschnitts liegt. Seine Geschichte reicht sicherlich über 1000 Jahre zurück. Das allein macht den Hof schon für die Heimatgeschichte bedeutsam, doch hat auch der Bau selbst eine besondere Bedeutung. Von ihm ist nämlich genau überliefert, wie, mit welchen Mitteln und von welchen Handwerkern er erbaut worden ist Das erzahlt zum Teil schon die Inschrift über dem Dehlentor. Sie lautet(abgesehen von den Sprüchen) IUROEN HENDERICH AN MARIA CATRINA SCHULTE ZU BERGEN WEISTHOF BEI HEN EL ANNO 1904 b. 6. IUNIUS MAANG men, weiß ich nicht. Endlich bin ich dabei zugegen gewesen, als zwei Baume aus den Holzungen des Hauses Bladenhorst angefahren wurden, welche der Schulte von dem Herrn von Romberg gerauft hatte... Der dritte Zeuge, Zimmermann Johann Diedrich Lochthoff gen. Knapp von Herne. Erbaut ist das Hofgebäude demnach im Jahre 1804 durch Meister Hang(ohr aus Baukau) für die Eheleute Jürgen Henrich Schulte zu Bergen und Anna Maria Catharina Weusthoff bei Heerin(e). Diese beiden hatten am 9. 12. 1797 geheiratet, nachdem die alten Schulte, der 1734 und seine Ehefrau damals 77 Jahre alt, erklärt: Es ist mir im allgemei nen nur bekannt, daß der Vater des jetzigen Klägers, der alte Schulte zu Bergen, in dem Jahre 1792 sein Oberhaus hat erbauen lassen, denn ich bin den beim Bau beschäftigten Zimmerleuten häufig begegnet. als sie zur Arbeit nach Schulten=Hof hingingen und es mir sagten, daß sie mit diesem Bau begriffen seien Auch hat mir der alte Schulte es mehrmalen erzählt. daß er diesen Bau vorgenommen und daß er sehr oiel Holz dazu gekauft hat. Aus eigener Wissenschaft weiß ist hierüber nichts. Ebenso ist es mir gut bekannt, daß der Schulte 10, 12 Jahre später sein Unterhaus hat neu erbauen lassen und hat mir der Schulte ebenfalls später erzahlt, daß er das Holz dazu größtenteils gekauft habe Das auf dem Schulten=Hof befindliche Backhaus habe ich vor etwa 15 Jahren(also um 1829) im Auftrage des alten Schulte auf dessen Kosten erbaut Als vierter Zeuge wird der Tagelöhner Jürgen Kohlhoff von Herne, 84 Jahre alt. vernommen. Er sagt aus: Ich habe zur Zeit, als das geborene Jürgen Heinrich Schulte lnna Maria Schulte Altstede(verheiratet 1762), ihrem Sohne den Hof übertragen hatten. Doch wissen wir noch viel mehr über den Hausbau und damit über die Art, wie die alten Herner Bauern ihre Höfe bauten, welches Material sie brauchten und woher sie es bezogen, aus einer dicken Prozeßakte des Jahres 1844. Damals wollte Heinrich Georg Schulte zu Bergen, der übrigens eine Tochter des„großen“ Overkamp aus Herne geheiratet hatte, auf Grund des Gesetzes vom 21. April 1825 das Eigentumsrecht an dem Hofe zugesprochen haben. Das war möglich, wenn er nachwies, daß er bzw. sein Vorfahr vor dem Jahre 1811 das Erbpachtsrecht an dem Hofe besessen hatte. Der Grundherr, der Kammerherr von Romberg, Besiner des Hauses Bladenhorst, zu dem der Hof gehörte, bestritt dieses Erbpachtsrecht, und so kam es zum Prozeß. In diesem trug nun Hrch. Georg Schulte zu Bergen als Beweisgrund u. a. vor, daß sein Vater bzw. Großvater den Hof aus eigenen Mitteln erbaut hätten. Zur Bekräftigung bot er folgende Personen als Zeugen an Den Colonen Joh. Georg Voß zu Giesenberg, den Colonen Joh. Casp. Kaldewen zu Hiltrop, den Zimmermann I. D. Lochthoff gt. Knapp, den Tagelöhner Wilhelm Köhlhoff bei Herne, den Kötter Heitmann gt. Koert auf dem Regenkamp bei Herne und den Kötter Rautwurm im Güstenberge bei Bochum. Diese Zeugen sind auch tatsachlich am 27. November 1844 in Bochum vor Gericht vernommen worden. Nach dem vorliegenden Vernehmungsprotokoll sagte der als erster befragte Kotter Joh. Caspar Kaldewey von Hiltrop aus, er sei 70 Jahre alt und seine Ehefrau Anna Maria Schulte sei die liebliche Schwester des verstorbenen älteren Schulte, des Vaters des jetzigen Klägers. Aber er sei am Ausgange des Prozesses nicht interessiert, auch solle ihn das angegebene Familienverhaltnis nicht abhalten, die reine Wahrheit zu sagen. Er sagt dann zur Sache aus: Es ist mir aus eigener Wissenschaft bekannt, daß der Vater des jetzigen Klägers im Jahre 1792 das Oberhaus auf seinem Hose erbauen ließ. Der Zimmermeister Hangohr von Baukau hat dasselbe gezimmert. Das dazu erforderliche Holz hat der alte Schulte teils von den Bauern Niederdrevermann und Kleberg zu Grumme, teils von den Gütern Giesenberg und Bladenhornt angekauft und teilz auch aus seinen Hofesholzungen genommen. Im Jahre 1804 ließ der alte Schulte zu Bergen das Unterhaus auf seinem Hose erbauen und habe ich gesehen, daß er auf einem Holzverkauf in den Holzungen des Bauern Weusthoff bei Herne Holz ankaufte... Auf Befragen muß ich bemerken, daß die Zimmerleute und die sonstigen Arbeiter bei dem fraglichen Hausbau die Kost von dem Schulte zu Bergen erhalten haber auch erinnere ich mich, daß der letztere Steine zum Vorfeier zum spet#### Erntefest Belegen der Dehle und Küche von Her=sseinen Schnittern am decke und Mauersteine von Heven hat an fahren lassen. Der nachste Zeuge Geora Boß von Giesenberg. der 64 Jahre alt ist, sagt aus: Mein verstorbener Vater hat im Jahre 1792, wo der alte Schulte zu Vergen sein Oberhaus neu erbaute, das in den Haus Giesenberg'schen Holzungen dazu angekaufte Holz nach dem Schulten=Hof zu Bergen hinfahren helfen und bin ich als Junge von 12 bis 14 Jahren bei dieser Gelegenheit mit nach Schulten=Hof hingegangen und weiß daher aus eigener Wissenschaft, daß der gedachte Bau damals am Werke war und daß er später aufgerichtet wurde, wobei ich anwesend war. Auch habe ich selbst wahrgenommen, daß Schulte damals den Arbeitsleuten die Kost gab. Woher derselbe das übrige Holz zu dem gedachten Bau genomWohnhaus auf Schulten=Hof. nämlich das log Oberhaus, in dem Jahre 1792 erbaut wurde, bei dem alten Schulte, dem Vater des jetzigen Kläagers, als Baumeister(d. i. der oberste Knecht) gedient und habe das Holz. welches der Schulte zu diesem Bau angekauft hatte, mit anfahren helfen. Es waren nämlich aus den Holzungen des Gutes Giesenbera 3 Eichen Balken, 1 Pfoststuck, d. h. ein Baum, aus welchem Pfosten geschnitten wurden und ein starker Baum zu Bretter. welches Holz überhaupt 61—62 Taler kostete, angekauft worden. Das übrige Holz dazu wurde zum Teil aus den Hosesholzungen genommen, teils wurde das brauchbare Holz des alten Hauses mit dazu per wendet. Die Mauersteine und die zum Belegen der Keller und Küche ließ Schulte teils aus dem Arden, teils von der Gon aus den da befindlichen Steingruben holen und anfahren und habe ich dabei selbst mitgeholfen. Die Zimmerleute und die sonstigen Arbeitsleute erhielten von dem Schulte jeden Sonnabend ihren Loyn ausbezahlt und bekamen außerdem vollständige Bekösti gung. Als etwa 10 bis 12 Jahre spater das Unterhaus auf dem Schulten=Hof erbaut wurde, war ich noch daselbst in Diensten und weiß ich aus eigener Wissenschaft, daß auch dieses Gebäude im Auftrage de: alten Schulte in seinem Lohn und auf seine Kosten erbaut worden ist. Das dazu erforderliche Holz hat der Schulte zum Teil nämlich 3 Pföste vom Bauern Kleberg in Grumme, 3 Balken, 2 Pfoststücke u. 1 Baum zu sog. Platten von Niederdrevermann zu Grumme, ferner 3 Bäume aus den Holzungen des adelichen Hauses Crange und 2 Bäume aus den von Bladenhorst, 1 Baum von dem Kaufmann Cremer zu Herne und 1 Baum von dem Bauern Sudkamp zu Horsthausen gekauft und zum Teil aus den Hofesholzungen genommen und jetwas wenigeres von dem alten Bau dazu verwendet. Die Arbeitsleute bekamen stets ihren Lohn und die Kost von Schulte.— Nach bemerkt, daß die zum Bau verbrauchten Ziegelsteine vom Hause Bladenhorst hergeholt wurden und have ich dafür auch einmal 20 Taler an den Ziegelmeinter bezahlt. Erntegarben neben Fördertürmen Auf diese von einem staunenswerren Erinnerungsvermogen des greisen Kohlhoff zeugenoe Aussage folgt die Vernehmung des fünften Zeugen, des Zimmermans Wilhelm Rautwurm aus Grumme Der damals 67jährige sagt aus: Ich erinnere mich aus meinen Jugendjahren, daß mein verstorbener Vater, der Zimmermann war, an dem im Jahre 1792 auf dem Schulten=Hof zu Bergen errichteten Gebäude hat arbeiten helfen und habe ich von diesem selbst gehört, daß dieses auf Kosten des alten Schulte zu Bergen##onvater des Klägers, geschehen lei.(Daß für das Jahr 1792 einmal von Großvater einmal von Vater des Klägers gesprochen wird, hangt wohl damit zusammen, daß der Vater, der 1797 den Hof förmlich übertragen bekam, damals offenbar schon die Hauptrolle spielte.) Wo die Materialien für diesen Bau hergenommen sind, davon weiß ich nichts zu bekunden, jedoch habe ich selbst gesehen, daß mein Vater seinen Arbeitslohn von dem alten Schulte ausbezahlt erhielt. Als das Unterhaus auf SchultenHof später, wie ich glaube, im Jahre 1804, erbaut wurde, habe ich als Zimmergeselle bei meinem Vater an diesem Gebäude mit arbeiten heifen.(Die weiteren Aussagen enthalten nichts Neues, nur glaubt der Zeuge sich zu erinnern, daß von dem alten Gebäude nichts zu dem neuen verwendet worden sei.) Als letzter Zeuge wird der 70 Jahre alte Kötter Georg Hartmann gi. Groos von Herne vernommen. doch scheint es sich hier um einen Schreibfehler zu handeln. Der Zeuge dürfte der eingangs benannte Kötter Heitmann gt. Cordt vom Regenkamp sein. Er erinnert sich, im Jahre 1792 gesehen zu heben, daß zum Bau des Oberhauses auf Schulten=Hof zwei Fuder Balken von den Knechten des Schulte aus den Holzungen des Hauses Giesenberg geholt worden seien. Als 1804 das Unterhaus gebaut wurde, sei er beim Aufrichten des Gebaudes zugegen gewesen. Auch habe er gesehen, daß die Knechte des Schulte zu diesem Bau 4 Fuder Eichenholz aus den Holzungen des Niederdrevermann und des Kleberg zu Grumme angefahren hätten.„Kurz nachdem dies Unterhaus gebaut war, trat ich bei dem Schulte in Dienste und wurde während meiner Dienstzeit noch die halbe Dehle mit Steinen belegt. Der alte Schulte, Vater des Kläaers, hat die Steine dazu aus einem Steinbruch bei Stalleicken(d. i. bei Wattenscheid) holen lassen.“ Damit endet die Zeugenvernehmung, die vor unserem Auge das Bild regen Zimmerns, Karrens, Mauerns und sonstigen Schaffens auf dem SchultenHof und zwar zuerst an dem Wohnhausteile(Oberhaus), dann 12 Jahre später an dem Viehhausteile (Unterhaus) erstehen läßt. Sie läßt uns ferner erkennen, aus welchen Waldungen unserer Heimat die schweren Eichen zum Hausbau herausgeholt, woher die Ziegelsteine und Bodenplatten beschafft wurden, woher die Zimmerleute kamen und welche Bedeutung für das heimische Handwerk der Bau dieses stolzen Hofes gehabt hat. Kein Wunder, daß man zum Abschluß den Namen der Bauherren, d. h. der Eheleute Schulte zu Bergen, und des leitenden Zimmermeisters, des Meisters Hangohr, für die nachfolgenden Geschlechter mit Stolz über dem Dehlentor verewigte. Dr. Leo Reiners. Heute ist Jakobitaa. der wichtigste Wetter=slocken" und:„Ist Jakobi warm und trocken, kriegt der tag im ganzen deutschen Sprachgebiet. Er teilt den Bauer fette Brocken". Bei den Winzern am Rhein, Sommer gewissermaßen in zwei Halften. Eine ganze an der Mosel und an der Ahr heißt es:„Ist es schön Reihe von Wetterregeln und alten Bauernsprüchen warm am Jakobitag, guten Wein man sich versprechen bewegt sich um ihn. Vor allem aber gilt er überall mag.“ Dagegen lauten andere Sprüche:„Am Jakobi in den Landern deutscher Zunge als der wichtigste Regen bringt niemals Segen.“„Wenn es zu Jakobi Erntetag des Jahres und heißt darum: Jakobi in der regnet, bleibt der Weinstock ungesegnet" und:„JakobiErnte. In Süddeutschland, Tirol. Steiermark und regen verdirbt die Beeren“. Eine Wetterregel lautet: Kärnten ist es häufig ein uralter Brauch, am Jakobitage die Kirchen mit allerlei Blumen, Feld=, Gartenund Waldfrüchten auszuschmücken. Frauen und Madchen winden Kranze und Girlanden für die Kirche. * 6 bringen grüne Zweige und Strauße, Aehrenbündel, Schalen und Körbe voll Baumobst und Waldbeeren zur Ausschmückung. In den Hopfenbaugegenden sind es Hopfendolden. Häufig ist der Jakobitag eine Art Der Bauer muß einen Schnittern am Jakobitage die„Erntestärke" eben, entweder eine Geldiumme oder ein Fäßchen ier, es wird ein besseres Essen zubereitet, das Jakobsessen oder der kleine Ernteschmaus. Besonders iebhast geht es am Jakobitage auf den Almen zu. Dort wird an diesem Tage die Bergkirmes gefeiert, das „Jakobien". Der Jakobitag inr auf vielen Almen ein großer Feiertag, der einzige wahrend der Sommerzeit. In Scharen zieht man hinauf zu den Sennhütten. Bald klingt aus jeder Almhütte Zitherspiel, vor den Hütten finden sich Paare zum Tanzen zusammen, Jodler schallen über die Berge und in die Ortschaften in den Talern. Um die Zeit des Jakobitages sollen die Kräuter und Wurzeln besonders heilkraftig sein. In den Wettersprüchen wird ein sonniger, trockener Jakobitag als gutes Vorzeichen für die Witterung der nächsten Monate und Wochen angesehen. Regen in dieser Zeit soll dagegen von ungünstiger Vorbedeutung sein. So heißt es:„Ist Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann froh„Ist es zu Jakobi klar und rein, wird's auch zum Christfest klar und frostig sein.“ Kleine weiße Wolken, die am Jakobitage am Himmel ziehen, sollen nach den Wetterregeln viel Schnee für den Winter ankündigen. Weil um den Jakobitag bereits Feldfrüchte in die Scheune eingefahren und frühe Kartoffeln geerntet werden, heißt es schließlich noch in einem Spruch: „Jakobi nimmt hinweg alle Not, er bringt Kartoffeln und frisch Brot.“ Bei uns in Herne kennen wir zur Not noch Wetterregeln, aber die bäuerliche Welt der Ernte mit ihren Sprüchen und Regeln aus altem Volkstum ist uns ferner gerückt. Und doch wird auch hier geerntet. reichlich geerntet sogar. Auch im Schatten der Fördertürme und Hochöfen richten sich in diesen Tagen zu hunderten und tausenden die goldenen Garben auf. Immer wieder sind wir Industriegroßstadter erstaunt und im innersten Herzen erfreut, wenn wir auf einem Gange durch die äußeren Stadtgebiete auf soviel Landwirtschaft und goldenes Wachstum stoßen. Wie leicht übersieht man dieses stille, segenbringende Wachstum im Branden der Großstadt und unter dem Rauch und Ruß der Kohle und des Eisens. So ein Gang an goldenen Aehren vorbei ist dann plötzlich wie eine Offenbarung und eine Erkenntnis, daß wir doch noch nicht so fern von dem ursprünglichen Leven und Wirken der Natur sind, wie wir es selbst immer sagen und meinen.(Foto: Brosch) Sonntagsgedanken Ferienzeit! Nun fliehen wieder die Menschen aus dem Ge wühl der Großstadt hinaus in Gottes großen Som mergarten, wea aus den engen Gassen und Hausern in denen das Leben in eintöniger Arbeit dahinzieht hinaus und dorthin, wo die Luft reiner und der Himmel klarer ist, wo keine Maschinen sausen und keine Kamine rauchen und die Menschen nicht mehr so eilen und jagen. Ein großes Wandern hat begonnen durch Wald und Flur, an die Seen und an das weite Meer und hinauf in die Berge, von denen man seine kleinlichen Sorgen in tiefe Abgründe werfen kann. Allmahlich stählt sich dann die Kraft und es weite sich der Blick, auch die Seele atmet reine Luft und Freude und Frieden. Auch geistig kannst du eine Bergfahrt machen und nach jenen Höhen wandern, wo die Einsamkeit ist und die Gottesnähe. Der Anstieg ist manchmal schwer. Die Wege sind steinig und rauh, wenn du höher kommen willst, aus dem Zeitgewühl heraus, wo das Ewige und das Unendliche beginnt. Dort aber wächst der Mensch und sein Geist und seine Seele. Und die Erde wird immer kleiner mit ihren Sorgen und Wünschen, ihrem Sinnen und Sehnen. Und damit aber auch schöner. Wenn du dann von dieser Bergfahrt zurückkehrst zu deinen Volksgenossen, dann mußt du kommen wie das Kind der Freude, die jungvermählte Frau, die ihr Glück und ihren Sonnenchein in das neue Haus tragt. Dann nehme den verwirrten Zwirn des Tages von deiner einförmig sausenden Spule und singe das wahre Lebe lied, das Lied von Lenz und Kraft, von Blu und Sieg. Singe es den grauen Gesellen vor nur immer das Leben verneinen, trage die Fre damit andere erloschene Fackeln an. So kannst du am besten mitbauen an deiner schönen deutschen Heimat, wenn du wieder an das Leben glaubst. Denn kein Mensch unter der Sonne kann glücklich sein ohne den Von Monctag, d. 2r. K= en, Ubeckerstraße Nr. 173(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 25. Juli 1936 Das Freizeltlager des Bannes K auf der Eremitage bei Bretzenheim Muß i denn, muß i denn, so schallte es Dienstag früh durch das lieblich gelegene Dörfchen Bretzenheim a. d. Nahe. Zu früh kam der Tag, an dem 150 körperbehinderte Jungen wieder zurück zur Großstadt leisten, daß sie in fester Gemeinschaft, die über das Wurst und Tee oder Kakao usw. Um 20 Uhr wird feierlich die Flagge, die hoch über den Zelten im Winde weht, eingeholt. Anschließend sitzt alles am Lagerfeuer, um Kampf= oder Heimatlieder zu singen. Danach um 22 Uhr ist es still geworden, alles liegt auf dem Stroh unter der wollenen Decke. Die Nachtwache nur halt Wacht. Köstliche Tage waren der körperbehinderten Iu gend auf der Eremitage am Guldenbach beschieden, Lager hineauswachsen soll, an sich arbeiten und sich formen zu ganzen Kerlen, daß auch Körperbehinderte sollien Zu aut vrut“ wieder zuruck 3ge,Sxohiigadt lzur Staatsjugend gehören und mit vorwarts mar: die allen unvergeßlich bleiben werden, die das große eingewöhnt, trondem viele Zungen ere.“ unbeugsamen Willens. Glück hatten, 14 Tage lang die Großstadt mit ihrem eingewöhnt, trondem viele Jungen erstmalig fern von Besondere Freude machte es uns, daß uns Be— Eltern und Geschwistern weilten, aber die Kamerad=lsucher und Dorfbewohner immer wieder ihre Anerschaft war zu schön, jene Kameradschaft, die für kennung über das gute disziplinierte Betragen der das g Zukunft ein so wichtiger Erziehungs= Körperbehinderten=Ho aussprachen. Ueberhaupt ist iktor ist. Auch war die ideale Lage des Zeltlagers das Verhältnis zwischen Dorfbewohnern und 53 recht Kameradschaft glücklich ir jeden eine Freude und ein Ferienerleb=herzlich. Staunend stehen die Besucher und können] Wir wünschen nur, un is geworden. Vergessen war die große Mühe und es nicht begreisen, daß man mit einem gelahmten#agers, daß es gelingen Irbeit, die es allein kostete, bis mit dem ersten Ham= oder sogar mit einem Kunstbein allgemeinen Sport Keistungsfähigkeit des 8 Deutschlands faktor ist. für nis Arbeit, merschlag auf schöner Waldwiese begonnen werden konnte. Aber schon diese große Mühe und Sorgfalt verdient es, daß die Jugend sich zu den Zeltlagern drängt und ein solches Leben dankbar hinnimmt, weil es ja nichts Schöneres gibt als einen Urlaub in solcher Kameradschaft, in solcher Gemeinschaft. * Das erste Lager des Bannes K. unter Leitung des Gefolgschaftsführers B. Berndt wurde am 7. Juli in Bretzenheim mit 150 Hitlerjungen aus der Großstadt bezogen. Und weil es das erste Lager im Bann K. überhaupt ist, wurde es durch den Bannführer Pg. Held, Berlin, als traditionell erklärt. Ein Lagerplatz, wie er idealer nicht sein kann, ist den Jungen zur Verfügung gestellt, eingerahmt auf der einen Seite von der fast 200 Meter hohen Eremitage, auf der anderen Seite vom Hunsrück. Von fern grüßt der Niederwald mit dem mächtigen Denkmal. Herrlich heben sich die weißen Zelte von dem Grün der Wiesen und den bewaldeten Bergen ab. Das Aufbaukommando unter Leitung des Scharführers Siebert, Kreuznach, verdient das Lob, hier ein Musterlager errichtet zu haben. Sauber sieht es in den Zelten aus, in denen die Großstadtjugend 14 Tage auf Stroh schläft und den Tornister als Kopfkissen benutzt. Gut geordnet liegen die Wolldecken. Ueberall herrscht Ordnung und peinlichste Sauberkeit. Auch das Sanitätszelt fehlt nicht. Aber bei täglichem Baden, Wandern, sportlichen Spielen und der herrlichen Höhenluft gab es trotz des mehrtägigen Regens keine Kranke. Frisch und gesund sind die braunen Jungen, sie werden ihren Angehörigen daheim große Freude machen und vieles erzählen können. Selbst eine Radioanlage ist vorhanden, damit hin und wieder in dieser schönen Einsamkeit die Verbindung mit der Außenwelt ausgenommen werden kann. Am Eingang des Lagers steht ununterbrochen die Wache, die zu zweit aufpaßt, daß kein Unberufener ohne vorherige Anmeldung das Lager betritt. In unmittelbarer Nähe steht die Gulaschkanone, die selbst verständlich Mittelpunkt des Lagers ist. Es ist eine Freude, zuzusehen, mit welchem Appetit die Jungens die abwechselungsreiche Kost verzehren. Bei einigen scheints, als ob der Magen überhaupt keinen Boden hätte. betreiben kann. * Wer die Zeltstadt betritt, kann gleich am Eingang am schwarzen Brett den Dienstplan sehen, der reiche Abwechselung zeigt. Um 6 Uhr morgens ist Wecken mit anschließendem Frühsport. Danach geht's zum Waschen an den nahe gelegenen Guldenbach. Dann heißt':: Zelte ordnen, denn bei der allmorgendlichen Besichtigung muß alles in Ordnung sein. Nach der feierlichen Flaggenhissung um 7.30 Uhr steht der Kaffee bereit. Ab 8.30 Uhr geht's truppweise hinaus, der eine zum Wandern ins herrliche Gebirge, der andere zum Baden, wieder andere zum Hasten und Treiben zu vergessen und das Häusermeer mit den herrlichen Weinbergen des Nahetals zu vertauschen. Immer wieder werden sie von den Tagen erzahlen, in denen sie unter der H5 Fahne in echter sein durften. nd das ist der Zweck des Zeltwird, die Umwelt von der Leistungsfähigkeit des Körperbehinderten zu überzeugen. Der Körperbehinderte tut sein Möglichstes, am großen Ziele des Führers, völlige Wiederaufrichtung der deutschen Nation, mitzuarbeiten und verlangt dafür nichts anderes, als die Anerkennung durch die unbehinderten Volksgenossen. Montag gehts ins Zunovolklager Anschließend Fahrten durch deutsches Land. Nach dem vor 14 Tagen die Hitler=Jugend des Bannes 259 ihr Zeltlager im Sauerland bezogen hat, pielen. Jeder fahren am Montag morgen, dem 27. Juli, 800 Pimpfe schließt sich einem Trupp an, bei dem er trotz seiner aus Herne und Castrop=Rauxel in ihr Lager an der Behinderung dem unbehinderten H3=Kameraden be= Weser. Etwa 100 Jungen fahren in diesen Tagen stimmt nicht nachzustehen braucht. Gegen 12 Ult findet sich alles wieder ein, um das wohlschmeckende Mittagessen einzunehmen. Erbsen mit Speck oder Linsen mit Würstchen, und was es sonst noch immer gibt, schmecken natürlich jedem. Nach dem Essen wird die Post ausgegeben, die manches Gesicht freudig aufleuchten läßt, denn, ist es auch noch so schön hier, Grüße aus der Heimat will keiner vermissen. In der Freizeit hält mancher sein Mittagschläfchen, andere schreiben an die Lieben daheim. Nach dem Kaffeetrinken folgen Unterricht= und Singstunden. Kein Wunder ist, wenn die Jungen in dieser frischen herrlichen Bergluft um 19 Uhr zum Abendbrot drängen. Und was es da nicht alle gibt: dicken Reis mit Zimt, oder Kartoffelsalat mit Würstchen, oder Brot mit schon mit dem Rade dorthin. Das Lager dauert bis zum 8. August. Danach gehen vom Lager aus noch 12 Gruppen auf Fahrt an die Nordsee, in den Harz, nach Thüringen, in den Schwarzwald und ins Sauerland. Der Dienstbetrieb des Jungvolks im Jungbann 259 ruht in der Zeit der Sommerferien bis auf den Lagerund Fahrtbetrieb. Der Dienst beginnt wieder am Samstag, dem 5. September 1936, mit einer Geländeübung der gesamten Führermannschaft des Jungbannes in Sodingen. Pimpfe haben an diesem Tage noch keinen Dienst. Der allgemeine Staatsjugendtagdienst beginnt erst wieder am 12. September. Kundgebung der DAF für das Handwerk, den Handel und die freien Berufe Im Rahmen der Werbewoche veranstaltete die DAF für ihre Kreisbetriebsgemeinschaften des Handwerks(Gruppe 18), des Handels(Gruppe 17) und der freien Berufe(Gruppe 13) am Donnerstag abend im gefüllten Saale des Evgl. Vereinshauses eine Werbekundgebung. Den genannten Kreisbetriebsgemeinschaften gehören seit der Zusammenlegung Herner wie Castrop=Rauxeler gemeinsam an. Nach Musikstücken der Kapelle Israel und dem Fahnenaufmarsch eröffnete Kreispropagandaleiter Korbel die KundgeEin glücklicher Zufall führte unsere Jungen mit hung, dann sprachen Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Kurgästen aus Bad Kreuznach zusammen, die Gelegenheit hatten, sich davon zu überzeugen, daß auch körperbehinderte deutsche Jungen Außergewöhnliches Gesundheit, Frohsinn und natürlich auch — Appetit sind die glücklichen Zeichen des HJ.=Zeltlagers. Willst Du nicht mitmachen? Eltern und Lehrherren. laßt Eure Jungen und Mädel teilnehmen!(Foto: Archiv.) Pott, Herne, vom Handwerk: Bohr, Castrop=Rau xel, vom Handel und Becker, Castrop=Rauxel, von der Gruppe freie Berufe. Diese stellten sich den Mitgliedern der Nachbarstadt vor und baten um eifrige Mitarbeit. Es genüge nicht, so betonte Becker, durch seine Organisation korporatives und nicht Einzelmitglied zu sein, denn das sei noch lange kein Beweis des Willens, der Volksgemeinschaft zu dienen. Auf die Wichtigkeit der Zugehörigkeit zur DAF wies in seinen Ausführungen dann Kreiswalter Krumbholz hin. Inzwischen war der Hauptredner des Abends, Gauschulungswalter Dr. Lebrecht, Bochum, erschienen. Sein Thema hieß„Nationalsozialismus und Wirtschaft". Wenn man als Deutscher— Deutsch= land bedeute nicht nur Gegenwart, sondern auch Vergangenheit und Zukunft— von der Wirtschaft spreche, müsse man zunächst von der Weltanschauung ausgehen, die der Wirtschaft voranzustehen habe, wie sie auch in der Vergangenheit immer das Wirtschaftliche bestimmt habe. So sei auch das Weimarer System wirtschaftlich zusammengebrochen durch die Unbrauchbarkeit der liberalistisch=demokratischen Ideen. Der Führer habe Deutschland aus tiefster politischer und geistiger Zerissenheit endlich zu einem einheitlichen Denken gebracht. Daß diese Tatsache einen ungeheuren Vorteil für unsere Wirtschaft darstelle, daran denke heute kein Mensch. Deshalb habe auch der alte Staat vollständig zertrümmert werden müssen, um auf der Grundlage einer neuen Weltanschauung einen unerschütterlichen neuen Staat zu errichten. Mit Kommunismus und Kapitalismus ware in Deutschland nie eine einheitliche Wirtschaftspolitik möglich gewesen. Oder, um ein anderes Beispiel zu gebrauchen, die eine Seite habe früher von der Religion als dem Gift für das Volk gesprochen, die andere von der Religion als der Hüterin der höchsten Kulturgüter der deutschen Nation. Gelinge es einem Staate nicht, ein einheitliches politisches und wirtschaftliches Denken zu erzielen, dann breche er eben zusammen. Dieses gleiche Denken auch in Wirtschaftsdingen zu schaffen, dazu habe man die Anwesenden zusammengerufen. Man müsse immer wieder betonen, daß die Versammlungen und Kundgebungen der DAF nicht überflüssig seien, denn das Problem der Wirtschaft in nationalsozialistischen Staate sei noch nicht gelöst. Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik dürfe nie und nimmer der Gegenstand für einige Gelehrte oder Geschäftsführer von Verbänden sein. Und wenn auch im Volke Glossen darüber herumgingen, der Satz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" werde unverrückbarer oberster Grundsatz bleiben. Man sage, der Nationalsozialismus habe dem Bauern geholfen, aber nicht etwa den Dentisten. Dies zu glauben, sei ein Irrtum, der nat.=soz. Staat habe nur das Gemeinwohl im Auge, weiter nichts, für einen einzelnen Stand seiner selbst wegen setze er sich nie ein. Der neue Staat denke nicht daran, dem Volke etwas vorzugankeln, der lebenden Generation könne nur eines versprochen werden: Harte Arbeit bis an ihr Lebensende! Der nationalsozialistische Gemeinschaftsgedanke reiße nicht in Trümmer, wie es der Bolschewismus getan habe, bis er den Kapitalismus wieder herbeirief und sogar das Stachanow=System einführte, unsere Gemeinschaft sei vom sozialen Gedanken befruchtet, wissend, daß die Menschen nicht alle gleich sind, aber daß jeder Volksgenosse ein Deutscher ist. Mitbürger eines Staates mit 2000jähriger großer Geschichte, in dem es ihm vergönnt ist, vorwarts zu kommen, ohne durch Klassenvorurteile oder Armut behindert zu werden. Der Nationalsozialismus gebe mit seinem neuen Wirtschaftsdenken jedem Volksgenossen das Recht auf Arbeit. Noch habe man 1,3 Millionen Arbeitslose. Aber darin seien enthalten diejenigen, die nicht arbeiten wollten, was es in Zukunft nicht mehr geben werde, und diejenigen, die arbeiten wollten, aber nicht könnten, weil sie krank seien. In Zukunft würden diese nicht vom Arbeitsamt, sondern von den Sozialbehörden betreut. Und der Rest dürfe auch nicht nach jeder Arbeit greifen, um den Arbeitsfrieden zu stören, der Volksgenosse werde die Arbeit, die er gelernt, auch eines Tages erhalten. Zur Frage des Eigentums führte der Redner aus, der Nationalsozialismus habe das Eigentum nicht beseitigt, wie es Rußland getan habe. Aber je mehr Eigentum, desto größere Pflichten. Wenn man sage, der Staat bekümmere sich zu sehr um die Wirtschaft, so sei zu antworten: So lange die Wirtschaft nicht völlig davon durchdrungen sei, daß sie auf Gedeih und Verderb mit dem Volksganzen verbunden sei, werde der Staat sich um die Wirtschaft kümmern müssen. Selbstredend achte der Staat auf Ebbe und Flut in der Wirtschaft. Deutschland wolle, unabhängig vom Ausland, seine Brotfreiheit haben, es müsse exportieren und anderseits sich bemühen, den Import auf die niedrigste Quote zu drücken. Die freie Wirtschaft der Vergangenheit habe Deutschland nur Nachteile gebracht. So habe man Industriemaschinen nach Rußland geschickt mit dem Erfolge, daß es selber Industrieland wurde, man habe Strumpfmaschinen nach Brasilien gesandt mit dem Erfolge, daß Brasilien jetzt selber solche Maschinen herstelle. Wenn gefragt werde, woher der Nationalsozialismus die Mittel nehme, um Oedland zu kultivieren, um Reichs= und Autobahnen zu bauen, so werde vergessen, daß nicht Kapital Kapital hervorbringe, sondern Arbeit wieder Arbeit und damit Geld schaffe. In diesem Sinne möge sich jeder Deutsche einsetzen gleich den Großen deutscher Vergangenheit, ein Ziel nur vor Augen: Deutschland! Wie darf der Radfahrer parken? Das Aufstellen oder„Parken“ von Fahrrädern ist nicht zulässig: 1. an engen Straßenstellen und in scharfen Straßenkrümmungen, 2. auf Gleisen von Schienenbahnen, 3. in einer geringeren Entfernung als 10 Meter vor oder hinter Kreuzungen oder Einmündungen von Straßen; die Entfernung wird von der Ecke an gerechnet, an der die Fahrbahnkanten zusammentreffen, 4. in einer geringeren Entfernung als 5 Meter vor oder hinter den Haltestellenschildern öffentlicher Verkehrsmi#tel, 5. an Verkehrsinseln. 6. vor Ein= und Ausfahrten von Grundstücken, 7. auf der mittleren von drei getrennten Fahrbahnen einer Straße. Diese Feststellung der Orte, wo der Radfahrer sein Fahrrad nicht„parken“ darf, unterrichtet gleichzeitig darüber, wo er„parken“ darf. d. h. also an allen übrigen Stellen. Großzügige Anlagen von Radwegenetzen innerhalb der Städte wird auch die nähere Bearbeitung der Frage veranlassen, wie diese Radwege zu allgemeinem Verkehrsnutzen in Verbindung mit regelmäßigen Radfahrer=Parkplätzen zu bringen sind. Da sollte man doch seine Frau hinschicken! Nämlich zur DEFAKA-DORTMUND zum Sommerschluß-verk auf! Am besten gleich am ersten Tag,— schon morgens in der Frühe. Denn Leistungen worden geboten und PreiseI krstaunlich! Wie billig sind doch die schönen modischen Sommersachen geworden. Der Weg lohnt sich bestimat wieder: Zum DEFAKA-SommerschlußVerkauf vom 27. Joll bis zum 8. August. DEFAKA Deutschef Famillen-Aaufhaus GmbH. DORTMUND, HANSASTR. 7 Allerlei von den Ferien. vom Urlaub und vom Reisen. Stichel- und Stachelverse. Von Stichel=Stacheldorn. 1. Die Schulkinder begrüßen die Ferien. (Hurra, hurra! Die Ferien, Die großen und die herrlichen, Die wir so lange schon begehrt, Die sind bei uns nun eingekehrt. Für eine ziemlich lange Frist Die Schule nun geschlossen ist, Wir singen froh:„Juchhei, Juchhei! Wir sind vergnügt und haben frei.“ Wir sind nun ledig jeder Pflicht Und Aussatz machen gibt es nicht, Auch all das and're ist vorbei, Wir haben ja gesetzlich frei. Verlassen steht das große Haus, Es sieht so still und einsam aus, Und keiner kommt, der es mal sieht Und den es nach der Schule zieht. Wie schön jetzt alle Tage sind! Es freut sich darauf jedes Kind, Von morgens früh bis abends spät Nichts auf dem Stundenplane steht. Nun wird den ganzen Tag gespielt, Bis man sich abends müde fühlt, Dann macht man slink die Augen zu Und freut sich der verdienten Ruh. Wie herrlich und wie schön ist das, Die Ferien, die machen Spaß, Doch waren sie noch mal so schön, Sie wollten nie zu Ende gehn. 2. Hänschen wacht am ersten Ferientage auf Das Hänschen hat die ganze Nacht Im tiefen Schlafe zugebracht, Am Morgen stand dann Hänschen auf Und dachte an den Tageslauf. Als Hänschen nun beim Kaffee saß Und seine Butterbrötchen aß. Da gings ihm plötzlich durch den Sinn, Er müßte jetzt zur Schule hin. Er suchte gleich sein Fibelbuch Und fand es auch noch früh genug, Er biß das letzte Häppchen ab Und machte sich schon auf den Trab. Die Mutter sprach:„Wo willst du hin? Was, Bübchen, hast du denn im Sinn? Bedenke doch, mein liebes Kind, Daß heute Ferien schon sind. Da machte Hänschen einen Sprung, So freute sich der kleine Jung', Dann rief er aus:„Hurra, hurra! Die Ferien, die sind nun da.“ 3. Die Ferien und das Wetter. Nah'n heran die Urlaubstage, Heißt das Thema„Wetterfrage", Wie die Sonne es wohl meint? Ob sie dauernd uns bescheint? Ober ob sie sich verkriecht Und stets hinter Wolken liegt? Wird der Regen uns begießen, Wenn die Freizeit wir genießen? Oder näßt in Serien Er uns in der Ferien? Ja, was soll man dazu sagen? Schwer sind oft die Wetterfragen, Schwer noch die Antwort dann, Wenn man sie nicht finden kann, Doch der schwerste Fall tritt ein Wie wird's nächste Woche sein? Meint der Frosch auf seiner Leiter: Morgen wird das Wetter heiter, Dann wird oft schon in der Nacht Diese Ansicht umgebracht, Und dann sehn wir alleweil Immer nur das Gegenteil. Selbst die Sachverständigen Können es nicht bändigen, Immer tut es, was es will, Aehnlich so wie im April. Hoffen wir jedoch das Beste Für die vielen Urlaubsgäste, Hoffen wir auch Sonnenschein Für sie alle, groß und klein. Sollt' es anfangs noch nicht glücken, Mögen sie sich darin schicken, Was die alte Weisheit sagt. Wenn der Mensch sich mal beklagt: „Alles ändert sich auf Erden, Was nicht ist, das kann noch werden.“ 4. Allerlei Fragen an das Reisebüro. Wie kommt man schnell von Herne fort Nach Hamburg an des Schiffes Bord? Wie fährt man hin nach Norderney, Will man an Bielefeld vorbei? Wie ist das Wetter an der See Und wie dasselbe an der Spree? Wo gibt's im Teutoburger Wald Den angenehmsten Aufenthalt? Was ist an Geld wohl mit zunehmen, Will man drei Tage mal nach Bremen? Wo soll im Bacharach am Rhein Das billigste Hotel jetzt sein? Gebraucht man dazu einen Paß, Will man zum Heidelberger Faß? Wo gibt's das beste Münchner Bier Und wo daselbst ein gut Quartier? Und kann man auch in Oberbayern Beim Faßchen Wein Geburtstag feiern? Ist das Gerede von den Lerchen, Die man in Leipzig ißt, ein Märchen? Was kostet eine Fahrt nach Rügen In Klasse drei und Bummelzügen? Und in Berlin, wo liegt denn da Das Kampffeld der Olympia? So geht es immer hin und her Mit solchen Fragen kreuz und quer, Bis dann ein jeder in der Stadt Auf seine Fragen Antwort hat. 5. So was kommt schon vor. 1. Der Meister macht schon Reisepläne, Der Lehrling aber Hobelspäne, Der Meister will mal nach Berlin, Der Lehrling will nach Datteln ziehn, Der Meister fährt dann mit der Bahn, Der Lehrling fahrt im Paddelkahn, Der Meister denkt:„Olympia“! Der Lehrling fragt:„Ist Datteln nah?“ Der Meister zählt das Reisegeld, Der Lehrling auf den Rücken fallt, Der Meister sieht mal in das Wetter, Der Lehrling sieht die nassen Blätter, Und wird nichts aus dem Reiseplan, Dann hat das Wetter es getan, Dann werden alle Reisepläne So wertlos wie die Hobelspäne. 1I. Sagt der Mann zu seiner Frau: „Möchte mal nach Liebenau,“ Sagt die Frau zu ihrem Mann: „Lieber möcht ich nach Meran.“ Sagt der Mann zu seiner Frau: „Dann nach Oberammergau.“ Sagt die Frau zu ihrem Mann: „Heidelberg, das zieht mich an“ Also werden er und sie, Aber ohne Harmonie. Und das Ende von dem Lied? Hören wir, was nun geschieht! Frauchen wurde nämlich krank, Daß es fast zusammensank, Sprach der Arzt, der bei ihm war: „Eine Kur in Neuenahr.“ Dort, da sind die beiden nun, Alle andern Pläne ruhn. 6. Moderne Reisesprüche. Wer im Auto fährt und sitzt, Sieht, wie was vorüberflitzt. Wer im Auto sitzt und fährt, Macht zuweilen was verkehrt Wer im Auto hupen muß, Tut es selten mit Genuß. Wer den falschen Hebel tritt, Kommt im Leben selten mit. Fährt das Rad mit dem Motor, Kommt man sich ganz ander's vor. Eine schöne Autotour Bietet uns das Tal der Ruhr. Wer will nach Amerika, Der ist in zwei Tagen da. Unten ist es drückend schwül, Zeppelin hat's oben kühl. Drängt dich mal was Wichtiges, Dann fahr mit dem Ruhrexpreß Immer höher in den Aether, Was dann folgt, das hört man später. Höher in die Atmosphäre, Höher steigt dann auch die Ehre Lag die Zukunft auf dem Meere, Heute ist's die Stratosphäre. (Schluß folgt). leichen Kundfunkapparat soll ich mir kaufen? (Ausschneiden und aufbewahren!) zum Tag des Rundsunks in Gerne Der Volksempfänger DE 301 kostet 76.— RM. und ist das einfachste Rundfunkgerat, das trotz seines niedrigen Preises überraschend leistungsfähig ist. Bei günstiger Empfangslage und Hochantenne gestattet dieser Empfanger eine unbedingt sichere Aufnahme des Bezirks= und Deutschlandsenders, sowie in Verbindung mit einem guten Sperrkreis einiger Fernsender. Der Volksempfänger ist als Wechselstrom=, Gleichstrom=, Batterie= und Allstromgerät lieferbar. Der Batterieempfänger vom Einkreiser bis zum 2 Kreis 5 Rohr lieferbar, nimmt eine besondere Stellung ein, da zu seinem Betrieb Stromquellen verwendet werden, die in ihrer Leistungsfahigkeit zeitlich beschrankt sind. Die Batteriegerate bieten den Vorteil, daß sie vom Lichtnetz unabhangig sind und von dort kommende Störungen nicht aufnehmen. Dadurch ist der Betrieb verhaltnismaßig tigen Rundfunktages aufmerksam gemacht. Es sind dern auch naturgetreu wiedergeben können. Diese Gerate werden dank ihrer Empfindlichkeit und Klangqualität nicht nur die fanatischen Wellenjager befriedigen, sondern sie stellen auch Musikinstrumente dar, an denen selbst ein verwohnter Musikfreund seine Freude haben kann. Diese Gerate werden in der Regel nur für Wechselstrom gebaut und kosten von 375.— RM. an auswärts. Der Kombinationsapparat enthält neben einem Empfänger vom Einkreiser bis zum Super ein eingebautes Grammophonlaufwerk, so daß jeder Besitzer unabhängig von den Rundfunkdarbietungen seine eigene Hausmusik von Schallplatten durch das Kombinationsgerat genießen kann. ** Heute Rundfunktag Es sei nochmals auf die Veranstaltungen des heustörungsfrei. Der Gemeinschaftsempfänger ist in seiner Entwicklung durch den Gemeinschaftsempfang begünstigt worden. Im wesentlichen handelt es sich um ein einfaches Empfangsgerat, das den absolut sicheren Empfang des Deutschlandsenders und mindestens eines Reichssenders ermöglicht. Die Wiedergavelautstarke des Apparates reicht für eine Gefolgschaft bis zu mehreren hundert Personen vollkommen aus. Gegebenenfalls können an das Gerät Kraftendstufen zur Verstarkung der Wiedergabe angeschlossen werden. Der Autoempfänger, der in das Auto eingebaut und von der dort vorhandenen Akkumulatorenbatterie gespeist wird, ist ein leistungsfahiges Superheigerat, das meistens mit 4 Röhren nach dem Ueberlagerungsprinzip arbeitet. Der Einkreiser mit 2 Röhren im Durchschnitt ron etwa 145.— RM. ist gewissermaßen ein erheblich verbesserter Volksempfanger, bei dem die einfolgende: 10.30 Uhr: Eintreffen des Rundfunkwagens bei Strickmann. 12—13 Uhr: Platzkonzert des Rundfunkwagens auf dem Adolf=Hitler=Platz, wobei Darbietungen des Deutschlandsenders oder auch Schallolatten übertragen werden. 15—16 Uhr: Kindernachmittaa bei Strickmann mit Filmvorführungen(ohne Eintritt). 16 Uhr: Eröffnung der Funkschau bei Strickmann durch den Kreisfunkstellenleiter Spors. Kreisleiter Nieper spricht über „Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik und Funk 16.30 Rundfahrt des Rundsunkwagens durch Herne. 20 Uhr: Rundfunk=Abend im Saalbau Strickmann mit Filmvorführungen, gemütlichem Beisammensein, Tanz und der Verloung mehrerer Volksempfanger, die der Herner Rundfunkhandel gestiftet hat. Eintritt 20 Rpf., wofür zugleich ein Los erworben wird. Die Herner Bevölkerung wird gebeten, sich rege an den Veranstaltungen des Rundfunktages zu beteili gen. Besonders wird auch auf das Platzkonzert auf merksam gemacht. Die Laurentiuskirmes in Crange findet in diesem Jahre vom 7. bis zum 11. August einschl. in althergebrachter Weise statt. Von der Errichtung eines Festzeltes ist Abstand genommen worden, da ein Festzug wie bei der 500=Jahrfeier im vorigen Jahre nicht geplant ist, und das Heimarfest in Wanne=Eickel in Form einer Festwoche erst vor etlichen Tagen seinen Abschluß gefunden hat. Aus und für Herne Meterrad zu gleicher Zeit in zwei Städten##eer ggze Geheimnisse um eine Polizeistrafe. muße, blauem Anzug, weißer Unterhose, weißem Hemd mit Einsatz ohne Kragen und ohne Krawatte, nitag im Mai diese:„Luugrze Wollstrümpfe und hohe schwarze Schnürein Motorradfahrer die 1224. Mer kann Auskunft über ihn geben? Aufruf an die Mädel in Herne! Stellt Euch der deutschen Landwirtschaft zur Verfügung! Die Aufgaben der Landwirtschaft fordern zur Zeit den Einsatz aller verfugbaren Arbeitskräfte. Alle maßgebenden Stellen sind bemüht, in den verschiedensten Formen auch die deutschen Mädchen zur Hilfe in der Landwirtschaft heranzuziehen. Das Arbeitsamt hat in den letzten 2 Monaten nicht nur in Westfalen, sondern auch außerhalb Westfalens eine erhebliche Anzahl von Madchen, die sich freiwillig meldeten, in gute Stellen der Landwirtschaft vermitteln konnen. Neben guter Kost und guter Behandlung wird ortsublicher Lohn gezahlt, so daß sich alle Madchen, so wen sie Lust und Liebe zur Landwirtschaft zeigten, dort in ihrer Tätigkeit wohl fühlen Die Ernie steht vor der Tür und noch fehlt les an fleißigen Handen, die dazu beitragen, daß die Ernahrungsschlacht auch in diesem Jahr erfolgreich geschlagen werden kann. Es ergeht daher nochmals an alle deutschen Mädchen und an deren Eltern der Aufruf, sich diesem Einsatz für die Landwirtschaft und damit fürs Vaterland zur Verfügung zu stellen. Es wird darauf hingewiesen, daß der Herr Reichsminister des Innern und der Herr Reichsarbeitsführer sich damit einverstanden erklärt haben, daß alle Madchen über 17 Jahre demnächst nicht mehr zur Ableistung der künftigen Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Jugend herangezogen werden, wenn sie nachweislich vor dem 1. 10. 37 freiwillig wenigstens 9 Monate Landarbeit geleistet haben. Als Ausweis gilt entweder der Landhelferbrief oder eine Bescheinigung des für die landwirtschaftliche Arbeitsstelle zuständigen Gemeindevorstehers. Folgt alle diesem Rufe und meldet euch umgehend beim Arbeitsamt in Herne, Zimmer Nr. 35. An einem Samstag nachmitta Jahres gegen 4 Uhr passierte „Drebscheibe“ in Bochum, ohne auf das Haltzeichen der Verkehrsampel zu achten. Ein Polizeibeamter merkte sich die Nummer des Kraftrades, und so erhielt gebauten Schwingungskreise, Röhren, dynamische dessen Besitzer einen Strafbefehl. Dieser legte vor Lautsprecher und sonstiges Zubehör das Höchst= dem Bochumer Schöffengericht Einspruch ein mit der Behauptung, er sei zu der fraglichen Zeit gar Wonmres zu verwirk= in Bochum gewesen. Er wohne in Herne und sei lichen ist. Die Geräte besitzen trotz der vorhande: auf einer Herner Zeche beschäftigt. An dem fraglichen **„ Tage habe er bis 4 Uhr auf der Zeche Dienst gemacht und sei dann mit seinem Motorrade, das er tatsächlich besitze, in Richtung Recklinghausen heimgefahren. Da der Polizeibeamte aber einen Irrtum beim Aufschreiben der Nummer des Motorrades für ausgeschlossen hielt, blieb nur noch die Möglichkeit übrig, daß ein herausgekommen ist. Bei ihm wird durch zwei Lugerugter, das Moroxxao des Angeriggter zuc### fache Ausnutzung der ersten Röhre und durch den Fahrt nach Bochum benutzt hatte. Aber auch das We ndgonng hielt der Angeklagte für ausgeschlossen, da das Motorrad auf der Zeche doppelt gesichert gewesen sei und er maß an Vollkommenheit erreichen, das in einem Empfanger mit einem Abstimmkreis zu verwirk sitze nen Rückkopplung eine sehr vereinfachte Bedie nung und ermöglichen abends die Aufnahme meh rerer Sender im Mittel= und Langwellenbereich Der Zweikreiser mit 2 Röhren mit Reflerschaltung hat sich in mehreren Fällen so durchzusetzen vermocht, daß er auch dieses Jahr in neuen Typen erausgekommen ist. Bei ihm wird durch zweifache Ausnutzung der ersten Röhre und durch den Einbau von zwei Abstimmkreisen eine erhebliche Leistungssteigerung erzielt, wobei in gleicher Weise die Reichweite und die Trennschärfe zunehmen. Auch diese Geräte sind mit hochwirtigen Lautsprechern, übersichtlichen Skalen und sonstigem hochwertigen Zubehör ausgerüstet. Die Zweikreiser kosten etwa über 210.— RM. Der Zweikreiser mit 3 Köhren besitzt gegenüber dem Reflexzweikreiser Vorzüge hinsichtlich Lautstärke und Empfindlichkeit. Er ist auch oft mit einem Bandfiltergang zur weiteren Trennschärfesteigerung ausgestattet. Sonst ist seine Ausstattung die gleiche des Einkreisers. Der Preis dieser Geratetype bewegt sich um 225.— RM. der Dreikreiser mit 3 Röhren ist noch trennschärfer als der Zweikreiser und besitzt in der Regel Schwundausgleich, so daß er gewissermaßen den Uebergang zu den Großgeraten bildet, sein Preis beträgt etwa 250.— RM. schuhe. Wer kann Auskunft über ihn geben = T o d e s s t u r z e i n e r S c h i f f e r s f r a u v o n d e r K a n a l t r e p p e Eine Frau B., die Frau eines holländischen Schiffers, kam gestern nachmittag gegen 5.30 Uhr, als sie die Kanaltreppe an der Schleuse 7 hinunterging, rücklings zu Fall und stürzte die ganze Treppe hinab. Sie dlieb schwerverletzt liegen. Passanten alarmierten das Rettungsauto, das die Bedauernswerte zum MarienHospital brachte, doch verscheid sie bereits auf dem Transport. * Volkschor-Konzert. Am Sonntag veranstaltet der Volkschor Herne in Koopmanns Gaststätten unter seinem Dirigenten Hermann Esser einen volkstümlichen Liederabend. ahe Eögten gricrt grcrien. un..* Der Reichsbund der Körperbehinderten, Ortsgruppe es selbst um 4 Uhr zur Heimfahrt benutzt habe. Das Herne, Gericht beschloß, um Klärung in die Sache zu bringen, hielt bei Stemberg eine gut besuchte Versammlung ab genaue Auskünfte über die Dienstzeit des Angeklagten in der nach der Begrüßung des Ortsgruppenwalters an dem betreffenden Samstagnachmittage einzuho- Vollmer Gaubeauftragter Nußbaum, Bochum über die Aufgaben des RBK sprach. Gauorganisationsobmann Buchel behandelte das Verhältnis des Körperbehinderten zur Gemeinschaft, von der er sich * Vermißter als Leiche in einem Roggenfeld gefun= nicht abschließen sondern in der er mitbauend tätig den.. sein müsse. Das bedinge, daß auch die Gemeinschaft Wie die Polizei mitteilt, ist der seit dem 26. 5. 36 vermißt gewesene Fräser Conrad Augustin, geb. 4. 2. an dem betreffenden Samstagnachmittage einzuho len. Die Verhandlung wurde daher vertagt. *** 1900 zu Grabüm, in Herne, Mont=Cenis=Straße 28a wohnhaft gewesen, am 23. ds. Mis. als Leiche in einem Roggenfeld in Sterkrade aufgefunden worden. * Vermißt wird seit dem 20. ds. Mis. der Berginvalide Franz Der Superbetapparat arbeitet nach dem Ueber=[Masewlki, geb. to. 2. 1900 zu Sodingen, zuletzt lagerungsprinzip. Durch eine sinnreiche Anord= Herne, Am Kricken 14 wohnhaft gergelen., Er ist 1,74 nung wird der Verstärkungsgrad dieses Empfän= sroß, mn, hat biesches, ovales Gesicht, dunkelbl. nung wird der Verstärkungsgrad gers besonders vergrößert. Das einfachste Gerat ieser Empfangsserie ist Der 3-Röhren-Super, der über einen allerdings nur beschrankt wirkenden Schwundausgleich verfügt, aber viel trennscharfer als die vorgenannten Empfänger ist. Er wird oft in Reflerschaltung ausgeführt, so daß seine Leistungsfahigkeit eiwas größer wird. Sein Preis bewegt sich um 265.— Reichsmark. Der 4-Röhren-Super gehört in die Klasse der großen Empfangsgerate und besitzt im Unterschied zu den anderen Geraten einen sehr gut wirksamen Schwundausgleich, der eine Wiedergabe des empfangenden Senders mit immer gleichbleibender Lautstarke zuläßt. Außerdem hat er eine automatische Störsperre, die es verhindert, daß beim Einstellen auf einen Sender zu viel Prasselgerausche durchkommen. Abgesehen davon ist ein sogenannter Abstimmungsanzeiger vorhanden, mit dessen Hilfe man nicht nur die Sender vollkommen lautlos und genau einstellen, sondern auch beurteilen kann, ob ein Sender so lautstark kommt, daß sein Empfang lohnend ist oder nicht ein müsse. den Körperbehinderten nicht als minderwertig ansehe, sondern sich mitverantwortlich fühle für seinen Leistungseinsatz. * Heimabend der Fachgruppe„Hausgehilfinnen“. Im Lokale Mumme fand Donnerstag abend der Heimabend der Fachgruppe„Hausgehilfinnen“ statt, der sich eines guten Besuches erfreute. Nach der Begrüßung von Frl. Cläre Meier sang man gemeinschaftlich das Lied„Was frag ich viel nach Geld und Gut". Zur Wiederkehr des Todestages der Königin Luise schilderte Frl. Cläre Meier in ergreifenden Königsproklamation in Holsterhausen Rückblick auf die traditionsreiche Geschichte des Bürger-Schützenvereins Holsterhausen 1900 Die Heimat= und Volkstumswoche ist erfolgreich verklungen, und als eine stolze Bestätigung der an sie geknünften Hoffnungen wire am Samstag und Sonntag im Stadtteil Holsterhausen ein Schunensest steigen In ihm soll noch einmal echtes Brauchtum lebendig werden, eine 36jährige Tradition ausleben, die der Burger=Schützenbund von 1900 zielbewußt gepflegt hat. Nicht nur Wanne=Eickel, auch die Nachbarstädte und die weitere Umgebung wissen, daß man in Holsterhausen Feste zu seiern versteht. Hier bat die Provinzial=Feuerwehr. hat der Emschergau des Deutschen Sängerbundes große Feste durchführen können, und die Schützen haben ihnen in dieser Beziebung nicht nachgestanden. Der 25. und 26. Juli werden den Beweis bringen, daß die Volksgemeinschaft, die durch die vier Kompagnien der Holsterbausener Schunen gefördert wird, kein leeres Wort. sondern Wirklichkeit ist. Selbstverständlich verfügt diese Empfangertype.. In diesem Jahre präsentieren das Schützenüber eine übersichtliche Skala und einen Kurz=Eni###paar Handwerr und Gastwirtsgewerde ir 3 wellenbereich. Sein Preis betragt etwa 300.— Reichsmark. Der Großsuper ist mit fünf und mehr Röhren bestückt. Er bietet das Beste, was dem Rundfunkhörer an Empfängern geboten werden kann. Diese Geräte besitzen alle erdenklichen Bequemlichkeiten, wie Schwundausgleich, automatische Störsperre, übersichtliche und eindeutige Großsichtikala, überragende Trennscharfe und Klanggüte, sowie den besten Niederfrequenzverstärker, der heute gebaut werden kann. Die eingebauten Lautsprecher sind so hochwertig, das sie das gesamte tonfrequente Band nicht nur loutstark, sonschützenbruder Albert Benner. Schneidermeiner von Beruf. ist ein Revräsentant der jungeren Schünengeneration. ein Beweis, daß dier nicht nur das wichtige dieser Stunden sich nicht entgehen lassen wollen, zu einer großen Volkssamilie vereinigen. Der Sonntagnachmittag wird den großen Festzug durch Holsterbausens Straßen bringen. und bei der Rückkehr halt das Schünenkönigspaar im Garten des Festlokals. getreu altem Brauchtum, die Köniasparade des vom Marktvlatz einmarschierenden Schützenbataillons ab. Festliche Musik in allen Räumen. Illumination des schönen Gartens. Tanz draußen. Schützenball. kurz ein Tag der Festfreude setzt ein. Daß man das Recht hat, ein größeres Fest zu begeben. beweist ein Rückblick auf die Geschichte des im Juli 1900 im Restaurant zur Schützengilde. Dorstener Straße 130. unter Vorsitz des verstorbenen Heinrich Wolf begründeten Vereins. der 1901 sein erstes Schünzensest beging. Das i im Jahre Schunenkönigsvaar. den verstorbenen Schützenbruder Heinrich Meuwsen als Heinrich l. und die Frau des Klempnermeisters Heinrich Woli als Emma I. Schutzenseite im echten volkstümlichen Sinne folgten jahrzehntelang von neuen Schützenkönigen nahm man aber vorläufig Abstand. Nach Rückschlägen durch die Kriegsjahre, als die Schützen im Felde standen, und durch die FranzosenWorten das Lebensbild der Königin. Darauf erhoben sich alle Madels von ihren Plätzen und sangen das Lied.:„Ich hab mich ergeben“. Im geschäftlichen Teil wurde dann über die Urlaubstage gesprochen. Hierbei wurde allgemein der Wunsch geäußert, bald einen gemeinschaftlichen größeren Tagesausflug zu machen. Im anschließenden gemütlichen Teil wechselten gemeinschaftliche Lieder, Spiele und Lautenmusik in bunter Reihenfolge, so daß die Stunden nur allzuschnell verrannen. Die Madels freuen sich schon auf die nächste Zusammenkunft. * G e f o l g s c h a f t s a u s f l u g i n s S a u e r l a n d. Führer und Gefolgschaft der Elektrizitäts=Ges. m. b. H. Funke& Huster, Herne, unternahmen am vergangenen Sonntag einen Auflug ins Sauerland. Die Fahrt ging mit der Eisenbahn von Bochum durchs Lennetal zum schönen Altenhundem. Nach einer herrlichen Morgenwanderung zur„Hohen Bracht“, einem über 600 Meter hohen, schötz gelegenen Aussichtspunkt, wurde dort das Frühstück eingenommen. Die Rückwanderung erfolgte an dem idyllisch gelegenen Bilstein vorbei nach Altenhundem. Dort wurde gemeinschaftlich zu Mittag gegessen. Am Nachmittag wurden kleinere Wanderungen in die Umgebung von Altenhundem unternommen. Gegen Abend fand man sich gemeinsam in der Sauerlandhalle ein, um dort an dem Unterhaltungsabend der Reichsbahn teilzunehmen. Im Verlaufe des Abends wurde in Rede und Gegenrede von dem Führer des Betriebes und dem Betriebs=Obmann weitere treue Zusammenarbeit im Sinne einer wahren Volksgemeinschaft zugesichert. Selbst der fast achtzigjährige Mitinhaber der Firma hatte es sich nicht nehmen lassen, die weite Eisenbahnfahrt mitzumachen, um einige frohe Stunden im Kreise seiner Mitarbeiter zu verleben. Nachdem um 9 Uhr der„Lustige Abend“ seinen Ausklang gefunden hatte, ging es mit Musik zum Bahnhof. In wirklicher Hochstimmung wurde die Rückfahrt angetreten. Gegen 11.30 Uhr langte man wieder in Herne an. Alles in allem, ein glänzend verlaufener Tag, der allen eine bleibende Erinnerung sein wird. * Ein Werbeauto gab Filmvorführungen. Das schon seit einiger Zeit hier in Herne umherfahrende große„Puddingauto“ der Firma Dr. Oetkers hat vielfach die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich gelenkt. Manche haben auch schon die Kostproben genossen, so z. B. im Stadtteil Baukau, wo das Auto vor kurzer Zeit auf dem Karlsplatz Aufstellung genommen hatte. Am Donnerstag in den Spätabendstunden weilte es wiederum auf dem Karlsplatz. Den aus der Nachbarschaft in großer Zahl herbeigeeilten Baukauern wurden Filmvorführungen gezeigt, die das Werk, seine Fabrikate und ihre Verwendung mit allerlei praktischen Ratschlägen für die Hausfrau boten. reise Alter anerkannt wird. Und Frau Elisabetb Oel=#zen. aus der die Vereinsstücke durch kluge Taktik gerettet mann bat als tüchtige Gastwirtsfrau es immer ver= wurden. brachte es der jetzige Leiter Willi Abland standen, dem schaffenden Menschen aller Berufe ein gee) fertig. den Schießbetnien wieder durchzuführen. Beim mütliches und frobes Verweilen in ihrem Hause zu!2. Königsschießen wurde Schutzenhauptmann Ruppel bereiten. Am Samstagabend wird ein Vertreter der als Friedrich I. Schutzenkönig und Frau Langner Königin alten Garde des Deitten Reiches, selber ein Kind Holster= Das Schutzensest 1933 sah Landwirt August Schumacher als hausens. Kreisleiter Parteigenosse Bönnebruch= Alt=] Könia, und die Frau des Landwirts Scharpwinkel. boff, die Krönung dieses Schutzenkönigsvaares als Elfriede I., als Königin. Auf dem Fundamente der vier Albert I. und Elisabeth l. vornehmen.1 Schutzenkompagnien wird uraltes deutsches Brauchtum In Oelmanns gastlich gesc mückten Räumen soll das des Schutzenwesens auch in Holsterbausen bluhen und Krönungsfest steigen und alle Bürgerinnen und gedeiben. Burger, alle deutschen Menschen, die gern die Gastlichkeit!— Briefkasten Anfragen an unsern Briefkasten mussen mit Unterschrift versehen und ebenso muß die letztgultige Quittuna beigefugt sein. dieses nicht der Fau ist, erfolgt keine Beantwortung. 5. B., Altenhöfen. Alles Nähere wurde im Herner Anzeiger vom 13. Juli gebracht. Sie können diese Nummer in unierer Geschäftsstelle einsehen. Sch. Zu Generalfeldmarschallen wurden im Weltkriege ernannt: der verstorbene Reichspräsident von Hindenburg, Kronprinz Rupprecht von Bayern und August von Mackensen. Vereinskalender. Volkschor Herne. Sonntag, den 26. Juli, abends 7 Uhr großen Saale der„Koopmanns Gaststätten", Bahr* straße. Volkstümlicher Liederabend, unter der Len### von Musikdirektor Hermann Esser, Essen, Vortragt folge, welche zum Eintritt berechtigt. 40 Pf. Nach der Konzert Tanz. 2652 Bund heimaltreuer Ofl= und Westpreußen(Bundesgrupr Herne=Mitte). Zu der am Sonntag, dem 26. ds. Mts vormittags 10 Uhr im Vereinslokal Strickmann, Shan rockstraße 44, stattfindenden Mitgliederversammlun wird hiermit freundlichst eingeladen. Der Vereinsleite zum Sommer-Schluß-Verkauf! Wir geben Ihnen Gelegenheit, vom 27. Juli bis 8. August 1936 Miam Herabgesetzten Preisen zu kaufen. Schuhhaus Springer, Herne, Bahnhofstraße 54 Alle Arten Sommerschuhe fabelhaft billig Weiße Stoff-Schuhe für Kinder besonders billig Der Gewitterabend Von WILLI STEINBORN Ale der Ingenieur erst am sechsten oder siebenten Gehoft vorbeizog, zeigte sich, daß hiermit das Dorf bereite aufbörte. Verwundert blieb er stehen. Er knurrte. Niemand konnte zweifeln, er wurde dem Dorf sogleich entschieden beweisen, es habe mehrfach größer zu sein und mindestens doch ein Gasthaus zu besitzen, das Gasthaus nämlich, in dein er zu übernachten gedacht hatte. Aber er mußte finden, daß das Dorf im Recht lag, daß vielmehr er bei seiner letzten Orientierung unachtsam gewesen war und nun an verkehrter Etelle stand. Akso nicht! ließ er die Karte fallen. Da er sich jedoch ermudet fühlte, beschloß er, trotzdem nicht noch zum immerhin über eine Gtunde entfernten größeren Ort zu gehen, um dort zu übernachten, sondern zu versuchen, hier bei einem Bauern eine Unterkunft zu erhalten. Er kehrte darum um und tat die paar Schritte zum nächsten Hof zurück. Wie schwul ne außerdem ist!, drängte sich im Schreiten eine Empfindung auf. Er traf es glücklich; man neigte sich seiner Bitte, kaum daß er sie angebracht hatte. Allerdings stünde das BRett###dem Boden unter dem Dach, wo die Hitze des Ja, sagte der 1 Wabrend der Ingenieur in der Kuche sein Abendbret verzehrte, stieg plötzlich eine Dunkelheit heran; sie stand einen Augenblick vor dem Fenster, hängte sich ihren Ilantel zurecht, und dann stieg sie herein, setzte den einen Fuß über die Brüstung, zog den zweiten Fuß nach, war drinnen. Und es war eine onnkle Dunkelbeit, braun, nebelbankbraun angetan, wie die Iacht, wenn sie sich an den Horizonten des Ilkeeres hinlagert, auf die verirrten Kahne der Fischer zu lauern, und wie sie erschienen war, ging aller Schein vor ihr unter, der von den Topfen, der von den Kannen, von den Tassen, den Tellern, von den Herdkacheln, der von den Händen, der von den Gesichtern, jeglicher Schein. Nur aus dem Feuerloch glomm eine Glut und zeigte unverhohlener ihr wadres Element. Was ist das?, fragte der Ingenieur. Das Wetter zieht auf!, sagte die Frau wie von fernher, die mit ihrem Gast am Tische saß und ihn bediente. Das lobe ich mir, rief der Ingenieur, kommt punktlich und scheint ordentlich zu werden; er rief es, der Ingenieur, aber sein Ruf fand keinen Widerhall, war ein Ruf, blieb ein Ruf, nichts sonst. Ranu?, fragte er betroffen, ist es nicht so? Er erhielt statt einer Antwort die Tasse zum zweiten Ilkale mit MNlilch gefüllt; ich muß noch durchs Haus, sagte die Frau, erhob sich, ging, er war allein. Schnell beendete der Ingenieur sein Mahl. Er gedachte, das Gewitter im Freien abzuwarten. Bei seiner Ankunft hatte er vor dem Haus eine Bank gesehen, die durch das überhängende Dach geschützt sein mußte— sie suchte er jetzt. Es war ein leises Fieber in ihm, wie die ersten Blitze vor dem Himmel binzuckten und die blaue Wand geradeswegs auf das Dorf zuruckte Draußen fand er schon den Bauern sitzen. Er ließ sic neben ihm nieder. Dabei wies er mit Daumen und Kopf aufwärte wie einer, oer seine vergnüglichste Erwartung ausdrücken will, Händereiben hinterher, ich bin bereit, es beginne. Jedoch schien es, als bemerke der Bauer diesen Hinweis nicht, oder er erfasse ihn nicht. Er saß vorgebengt unbeweglich und betrachtete die Gebilde, die in rätselhaft schrechechem Wandel über der Erde herzuwandelten, ih** Ufablen todlichen Blicke um und um spielen 45 bichten sie wen? ITein, sie suchten niemand, die „in, sprangen, sich selbst genug, kreuz und quer Volke zu Wolke, wie die neugeberenen Lämmer zwischen den Hügeln des Frühlings. Aber da waren sie auf einmal verscheucht, und es war für(ekunden eine große finstere Ctille ringeum, und sie war schlimm, die Stille, sehr schlimm in ihrer großen Finsternis und finsteren Große, und dann war es gewiß, es war vorbei nut dem Spiel der Blicke, und die Blicke spielten nicht mehr hin und ber ohne Plan uno##el, und die Blicke waren fortan jäh, kurz, ohne Umschweif, nichts ale Plan, nichte als Ziel, blanker, schanderbar nackter Griff nach der wehrlosen Bente. Mitleid? Wer wagt auf Mitleid zu heffen, denn der Name der Beute ist diese Zeit und alle Zeit und das besagte geung: Kreatur! Als es se um das Dorf stand, richtete sich der Bauer auf und blieb fortan starr gerade sitzen. Der Ingenieur neben ihm geriet indes in immer heftigere Bewegung. Bald zog er mit dem Zeigetinger die Bahn eines Blitzes nach, bald schlug er sich mit der Faust auf den(Schenkel, und immerwährend stieß er Rufe aus. Halloh!, jetzt, Donner!, nun, allerlei; darauf, herrlich!, dann— solche une viele andere waren seine Rufe, und diesmal wartete er nicht auf Widerball und vermißte ihn: die Rufe richtete er an sich selbst, an seine kaum zu bändigende Lust uber die Ereignisse der Wildheit, der reinen Kraft, die nichts war als Kraft, ohne Abzug, ohne Hemmung, ohne Grenzen, und ihre Erscheinung entzuckte ihn immer maßloser, je unverbullter sie bervortrat. Ja, ja!, schrie er am Ende wie rasend, denn es deuchte ihn, me in seinem Leben hatte sich ihm wunderbarer, überwaltigender effenbart, welche Illoglichkeiten, da sie sich draußen zeigten, auch in seiner Ceele vorbanden waren Aber in seinem Taumel fuhlte er sich inn einem angerührt. Der Bauer hatte auf seinen Arm genppt und sagte zu ihm: Genug damit! Womit?, wollte der Ingenieur fragen. Doch er fragte nicht; er sah dem Bauern ine Gesicht, und da blieb er still. Aber ein Unmut regte sich in ihm, ein rotz auch, weil er sich irgenowie beschämt fühlte, wezn eigentlich kein Grund vorhanden war nach seiner Ansicht. Rein, verbehrte er sich in diesen Gedanken, ich brauche mich nicht zu schämen, weshalb denn, und darum fragte er, nachdem es eiwas stiller geworden war, dennoch, fragte nachdrucklich: Was sollte ich vorbin? Befürchteten(ie, ich zöge den Blitz an, weil ich nicht wie ein Klotz saß? Der Bauer antwortete nicht. Da fragte der Ingenieur herausfordernd weiter: Ist einer im Dorf, der nicht versichert ist? Stimmungsbild aus Licht und Schatten Einsamer Wanderer an der Nordseeküste bei Duhnen Der Bauer blieb stumm. Angst hat doch noch nie etwas abgewendet, beharrte der Ingenieur auf seinem Gesprach. Der Bauer schwieg wie zuvoor— einzig, daß er seinen Blick von dem Gast nahm, den er wahrend der Fragen aufmerksam auf ihm gehabt hatte. Da ließ der Ingenieur seine Rede. Celbst eine Feuerspritze besitzen wir neuestens, die vergaßen Gie..., sagte der Bauer schließlich. Danach fiel wieder lange kein Wort zwischen beiden. Ee war eine schlimme Rede, meine Rede zuletzt, sagte der Ingenieur dann. MNan muß sie verstehen, sagte der Bauer. Isem, sagte der Ingenieur, ich hätte eher verstehen müssen! Der Regen floß rauschend und kühl. Sie erzählten sich noch bis gegen die Allitternacht. Auch die Frau kam für eine Weile hinzu und gab dies und jenes Wort. Als aus dem Hanse eine Uhr schlug, man wußte nicht, war es elf oder zwolf, gaben sie sich die Hände, und es tat wohl, die Hände einen Augenblick ineinander zu haben vor der Ruhe nach diesem langen Tag und dem gewitterschweren Abend. (Scherl-Bilderdienst-M) Liebe zu den Straßen Von WALTER J. BADENHOOP Ich würde nichts erzählen von jener eigenartigen Begegnung, wenn ich nicht der festen Ueberzeugung ware, das, was mir der einsame Wanderer zwischen Berlin und Hamburg sagte, sei wahr. Wahr und vielleicht schon oft gedacht von vielen. Ich wollte über Ostern nach Hamburg fahren, hatte fünf Tage Zeit und wollte dabei nichts ale meine Ruhe haben. Es war ein schöner, klarer, etwas windiger JTachmittag, als ich mich aufmachte. Etwa 150 Kilometer hinter Berlin, fast in der Mitte der Strecke, hatte ich einen Motorschaden. Ich besah mir den Schaden und stellte fest, daß ich wohl eine halbe(eunde zur Ausbesserung brauchen würde. Doch schob ich den Wagen vorerst auf die andere Seite der Straße und setzte mich auf das Trittbrett, um noch ein wenig die Conne zu genießen. Gie senkte sich vor mir bereits auf die dunkelgrünen Wälder und auf das helle Grün der jungen Caaten. Bald wurde sie ganz verschwinden. In diesem Augenblick, ein paar Wagen waren inzwischen an mir vorbeigefahren, tauchte in der Biegung der Straße der Ilkann auf, von dem ich erzählen will. Groß und schlank, mit leicht gebräuntem Gesicht steckte er in ein Paar langen grauen Flanellbosen und einer braunen Jacke und sah im übrigen so aus, als ob er nur deswegen zu Fuß lief, weil er gerade eine Panne mit seinem Wagen hatte. Er schritt mächtig aus und war balo in meiner Höhe. Iun schritt er schon in die große glühende Sonne hinein, gerade vor mir. verdeckte er sie, die um ihn herum floß und seine Umrisse in blendende Funken tauchte, während er selbst zu einem schwarzen Schatten wurde. Da blieb er stehen und rief etwas zu mir hinüber. „Panne?“ „In der Tat!“ „Kann ich Ihnen helfen?“ „Riesig nett, geht schon so!“ Ich dachte, er würde vom Ilkotor wohl auch nicht mehr verstehen als ich. Doch wollte ich seine Höflichkeit vergelten und rief, da er sich schon anschickte, weiterzugehen:„Wollen Sie sich nicht ein wenig ausruhen?" Ich zeigte einladend auf mein Trittbrett. Er trat ohne weiteres heran und setzte sich neben mich. „Das trifft sich ganz gut. Sie entschuldigen, aber ich habe einen verteufelten Stein im Schuh...“ Damit zog er seinen einen(chuh ab und schüttelte ihn aus. (2 eine Socken, dies ließ sich hierbei natürlich nicht verheimlichen, sahen ein wenig angegriffen aus. Offenbar waren sie jedoch für solche Art von Strapazen nicht vorgesehen. Der Ilkann bemerkte meinen Blick und lachte, wie man in solchen Fällen zu lachen pflegt. „In den Vereinigten Staaten wurde es nur ja nieGroßer Abend. Im Abene stannte ist als kleiner Junge schon und hab ihn nicht, die beute nicht ergründet, wenn er gewaltig wachsend mir entschwindet und alles bebe bis an den Himmelsthron. Wenn schwarz das Grun der Berge liegt, und blaß das Blau sich kuppelt ob der Stille— wie sinkt mein Wissen und mein Wille und alle Emsigkeit und selbst mein Haß. Gut wie das Land, gut wie das Broi im Schrank, gut wie der Schlaf und wie der Geuszer gut bin ich nun auch, der schauend in sich ruht— Und hab dies nicht verdient. MNein Geit, hab Dons. Heinrich Zillich. Urwüchsiges Haus mit windschiet sich neigenden Bäumen auf dem Fischlande in Mecklenburg (Scherl-Bilderdenst.M. mand übelnehmen, wenn ich mich so benehme. Ich heffe, hier tnt man es auch nicht mehr. Bin ja lange nicht mehr in meiner alten geliebten Heimat gewesen. Aber Vorurteile sind hier, glaube ich, im Verschwinden.“ Ich konnte ihm dies mut gutem Gewissen bestätigen und ihm insbesondere versichern, daß ich— genau so wie er— Eteine aus meinem Schuh bei erster Gelegenheit entfernen würde. Ich betrachtete ihn dabei und stellte fest, daß er keineswegs ein Landstreicher, sondern viel eher das war, was man einen„IKann in guter Position“ nennt. Das war unter diesen Umständen immerhin erstannlich und ich wandte mich daber an ibn. „Gie entschuldigen, wenn ich(ie etwas frage, aber warum laufen(ie hier die Gtraße entlang? Ist das Romantik? Gehörte das nicht eigentlich auf die früheren Straßen?" Er lachte.„Wissen Sie, das ist so eine kleine Enespannung für mich. Ich liebe die Straßen. Aber sagen (Dije nichts von überholter Romantik.“ Hierbei schüttelte er seinen anderen Gchub aus.„Die Straßen sind die gleichen geblieben.“ (ein Gesicht wurde plötzlich ernst und seine Stimme leiser. Er behielt diesen Tonfall bie zuletzt.„Die Geraßen, so wie wir sie träumten, ale wir klein waren, wie wir sie sahen, als wir greß wurven. Und die (2traßen werden immer die gleichen bleiben, trotz aller Wunder der Technik. Gie werden bleiben, was sie von Anfang an gewesen, Gtraßen von Menschen zu Ilkenschen. Und immer wird man auf den Straßen eiwas spüren von dieser zitternden Spannung— Mensch zu MNensch.“ Die Sonne tauchte gerade in den dichten Wald jenseite der Straße. Ein Wagen— wie schon so viele vorher— ranschte an uns vorüber. Eine Frau saß darin. Sie blickte, man konnte es deutlich sehen, auf den Ilkann neben mir und wandte sich, es war ein feines Gesicht mit großen dunklen Augen, langsam zurück, als der Wagen weiterfuhr. Und plötzlich, man sah ihr an wie sie noch schwankte, hob sie die Hand und winkte, winkte so leidenschaftlich, so verzehrt von einem Sehnen, als ware dieser Mäann hier neben mir, der einzige, den sie geliebt. Lange noch sah man die winkende Hand. „Kennen Sie die Frau“", wandte ich mich an meinen Nachbar. „Nein.“ „Warum hat sie gewinkt?“ „Warum?“. Er lachte und ich mußte dabei feststellen, daß er ein gut aussehender Bursche war.„Das war ein Winken im Vorbei. Das war ein Grußen nach dem Glück, nach unerfüllten Träumen. Die unerfüllten Träume sind es. Sie umschließen die letzte Frage unseres Lebens und machen mich die Gtraßen lieben. Der Mensch kann geleister haben, was man von ihm und was er von sich selbst verlange. Aber irgendetwas bleibt, nach dem er Gehnsucht hat. Irgendetwas in der Ferne. Und nur die Straßen führen dortbin. Nur die Straßen. Es sind lange Wege, harte Wege oft. Und wenn jemals schöne Häuser mit weichen Betten gebaut worden sind für die Frauen, so sind die Straßen gebaut für die Männer. Ein Kompressor heulte auf wie ein wildes herrsch= süchtiges Tier, richtete seine riesigen grellen Scheinwerfer auf uns und schoß an uns vorbei. Das Gesicht des Ilkannes neben mir hatte einen gespannten triumphierenden Ausdruck, als ließe er allein die Wagen hier an uns vorüberrasen. Fast monoton wiederholte er.„Die Straßen werden die gleichen bleiben. Nur ihr Lied, ihre Mkelodie wiro noch schneller, heißer und berauschender werden. Immer wird der Blick der Illenschen auf den Straßen vorwarts gerichtet sein, nur wenn er ruhen will— zur (Zeite. Doch niemals wiro sich auch der schnellste Mensch befreien konnen von dem Himmel, von(onne, Illeno und Sternen, die daruber sind. Das ist heute so. Das war vor kausend Jahren so und wiro in tausend Jahren noch so sein.“ Es war Abend geworden. Ee bekümmerte mich nicht weiter. Ich hatte nichts zu versäumen, und dachte nur fluchtig daran, daß ich nachher mir der Taschenlampe am Ilkotor arbeiten wurde. Der Ilkeno stand vor uns über den Wiesen. Ein leichter Wind trug uns den Dust von ersten Blumen zu. Ich hatte d###s Gefuhl einer großen Ruhe. Uno berrachtete den Wanderer neben mir. Er hatte nicht das Gesicht einee Phantasten, sondern das eines Illenschen aus einer leidenschaftlichen Wirklichkeit. Von fernher kam das(2ingen eines Ilotors. Und in diesem Gingen, das immer näher kam, und in den immer stärker werdenden Klangen, die der Fruhlingswine aus den knarrenden Chausseebaumen und den glatten Mlasten der Telegraphenleitung lockte, schien sich mir die berauschende Melodie eines Lebens von ungeheuter Starke zu vereinen *.** 7 Rolholische Boltesdlenfiordnung. St.-Bonitatius-Pfarrei Krankenwoche hat Herr Vikar Justus. St. Marien-Pfarrei Jest des hl. Livorius. des Patrons der Erzdiozese Padervorn. Sonntag: 6 Uhr stille hl. Messe: 6.20 Uhr hl. Nesse für die Polen: 7.15 Uhr Fruhmesse mit Pre digt: 8.—0 Uhr fallt aus: 9.15 Uhr Kindermesse mit Predigt: 10.15 Uhr feierliches Hochamt zu Ehren des hl. Livorius: 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt — 14.30 Uhr Festandacht zum hl. Liborius für die inder: 16 Uhr Festandacht zum hl. Livorius für den Frauen= und Mutterverein sowie alle Frauen der Gemeinde: 20 Uhr Festandacht zum hl. Liborius für alle Manner und Jungmanner der Gemeinde Hl. Kommunion haben die Kinder Schule Franz Seldte=Straße, der Frauen= und Mütterverein sowie alle Frauen der Gemeinde. Sonntag morgen wird um 4 Uhr die hl. Kommu nion für die Libori=Pilger ausgeteilt. Die Krankenwoche hat Vikar Bitter. Für die Liborius=Wallfahrt nach Paderborn am 2. August können sich noch Teilneh ier bei den Pfarramtern und beim Arbeitersekretat Weiß, Kath. Gesellenhaus, melden. Sonntag: 4 Uhr Austeilung der hl. Kommunion für die Liboriuswallfahrer: 6.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und gem. hl. Kommunion des Müttervereins: 7.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und gem. hl. Kommunion des polnischen Rosenkranz= und Si.Kasimir=Vereins: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Knaben der Schule Forellstraße! 10 Uhr feierliches Levitenamt aue Anlaß des 1100jährigen Jubiläums des Erzdiözesanpatrones des hl. Liborius. Die Kinder der Schule Forellstraße besuchen die hl. Messe um 8.30 Uhr, die Kinder der Schule Bismarckstraße das Levitenamt. 8.30 Uhr ist auch hl. Messe an der Hasenstraße. 14.30 Uhr Festandacht für die Kinder: 15.30 Uhr Andacht für die Polen: 20 Uhr für die Erwachsenen. St.-Elisabeth-Pfarrei B.-Gerthe Sonntag: 7 Uhr hl. Messe mit Predigt, gem. hl Kommunion des Mütter= und Elisabethvereins und aller Frauen: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 10 Uhr Levitenamt mit Predigt und Segen.— 14.30 Uhr Andacht zu Ehren des hl. Livorius.— An den Werktagen sined fortan wieder zwei hl. Messen in der Kirche, die erste um 6.30 Uhr, die zweite um 7.30 Uhr: doch fallt Montag und Samstag die hl. Messe um 6.30 Uhr aus. In dieser Woche ist Mittwoch die zweite hl. Messe ausnahmsweise um 8 Uhr. Tausen sind in der Woche vorher bei dem Bezirkspfarrer anzumelden.) Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst, Pfr. Kill: 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Taufen Waldschule Konstantin: 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Stuhlmann: 11.15 Uhr Kindergottesdienst, Taufen. Evangelisches Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst. Pastor Stuhlmann. Lutherhaus: 9.45 Uhr, Gottesdienst, Pfarrer Helmich: 11 Uhr Kindergottesdienst; 10.45 Uhr Tausen. St.-Josephs-Plarrei Haus Nazareth, Wanne-Eickel Sonntaa: 7 Uhr Hochamt mit Predigt und gem hl. Kommunion der Frauen: 9 Uhr Kindermesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Meßdiener; 10.30 Uhr feierliches Hochamt mit Predigt und Aus setzung und Segen.— 14.30 Uhr feierliche Dankandacht. Herz-Jesu-Pfarrei Jest des hl. Livorius. Sonntaa: 6.30 Uhr hl. Messe: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Kindermesse mit Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen.— 14.30 Uhr Andacht zu Ehren des hl. Liborius: 16 Uhr Andach: mit Vortrag für den Mütterverein Im Konstantinstift 7.45 Uhr hl. Messe mit Predigt. Sonntag ist gem. hl. Kommunion des Mütter vereins und der Ersikommunion=Kinder. Sonntaa: 6.30 Uhr Beichtgelegenheit: 7 Uhr hl. Messe mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Frauen, ferner der Madchen der Schule 10; die Polenmesse fallt aus: 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen.— 14.30 Uhr Vesper. St.-Franziskus-Pfarrei Wanne-Eicke Sonntag: 7 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9 Uhr Festhochamt mit Predigt: 10.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt.— Die Nachmittagsandacht fällt aus. Abends 8 Uhr Festandacht zu Ehren des hl. Livorius. Baukau Sonntag: 10 Uhr Gottesdienst. Pfarrer Barner; 11.15 Uhr Taufen. Sodingen Sonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Leybrink, 11 Uhr Tauffeier. Bladenhorft Sonntag: 10 Uhr Festgottesdienst zun fest der Frauenhilfe; 11 Uhr Kindergottesdienst. Hollterhaulen(Eickel II) Sonntag: 10 Uhr Hauptgottesdienst, Vastor Steilz 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 12 Uhr Taufen Peter- und Paul-Pfarrei Börnig-Sodingen St.-Franziskus-Pfarrei Riemke Sonntag: 6.15 Uhr hl. Messe mit Predigt; 7.15 Uhr hl. Messe mit Predigt: 8.30 Uhr Hochamt mit Predigt; 11 Uhr hl. Messe mit Predigt.— 14.30 Uhr Andacht: 20 Uhr Abendandacht.— Sonntag ist gem. hl. Konmunion der Bonisatiusschule.— Donnerstag 8 Uhr Liturgiestunde. Dreitaltigkeits-Pfarrei Holthausen und Sursum corda Schott's Meßbücher in reicher Auswahl erhalten Sie in der Buchhandlung Koethers& Röttsches ring=Str. S, neben dem Postamt Sonntag: 7 Uhr Frühmesse: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 10.30 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen.— 14.30 Uhr Liboriusandacht; 15 Uhr Andacht mit Predigt für den Frauen= und Mütterverein.— Gemeinsch. hl. Kommunion des Frauen= und Müttervereins, aller übrigen Frauen und der Kinder der Cacilienschule.— Die Kollekte ist für den Dom in Padervorn bestimmt. Sonntag: 6.15 Uhr hl. Messe, gem. hl. Kommunion des Müttervereins: 7.15 Uhr hl. Messe mit Predigt, gem. hl. Kommunion der Provitzer Schule: 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9.30 Uhr Volkschoralamt mit Predigt; 11 Uhr hl. Messe mit Predigt.— 14.30 Uhr Festandacht zu Ehren des hl. Liborius: 15 Uhr Taufen.— Die Kollekte am Sonntag ist für den Paderborner Dom bestimmt. Gebeisapostolat. Für d apostolates und des Dritten Ordens von Riemke findet Donnerstaa 18 Uhr eine Andacht statt. Wochentags: 6.15 Uhr. 7.10 Uhr und 8 Uhr hl. Messen. Krankenwoche: Vikar Schmettler. Eicke Sonntag 7.30 Höfker: 9.30 Uhr Uhr Vikar Quarz: 9.30 Uhr Pastor (Krankenhaus) Vikar Quarz. Crange Sonntag: 10 ne: 11.15 Uhr K Wanne Christuskirche Pfarrer Bunte; Weidmann: 11 Taufen. Lutherkirche: dienst: 9.45 Uhr 11 Uhr Taufen. Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Brenindergottesdienst: 12.15 Uhr Taufen. : S o n n t a g 8 U h r F r ü h g o t t e s d i e n s t, 9.45 Uhr Hauptgottesdienst. Pfarrer Uhr Taufen. Donnerstaa 15.30 Uhr Sonntag 8 Uhr masurischer GottesHauptgottesdienst, Pfarrer Bunte; Plarrvikarie zum hl. Joseph, B.-Hiltrop Herne Cvangelische Gottesdienstordnung. Sonntag, den 20. Juli 1990. ges: Sonntaa: 7.30 Uhr Frühmesse mit Predigt und gem. hl. Kommunion der Männer: 10 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen.— 14.30 Uhr feierliche Vesper. 8 Röhlinghaulen Sonntag 8 Uhr Frühgottesdienst, Pastor T. 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; 10.45 Uhr Tau* Führer und Gefolgschaft der Elektrizitäts=Ges. m. § 170——„.„ H. Funke& Huster, Herne, unternahmen am Hauptkirche: 8 Uhr Fruhgottesdienst, Pfarrer 9e;#angenen Sonntag einen Auflug ins Sauerland. 30 Uhr Haupigottesdienst, Pfarrer Vohwinkei;„Fahrt ging mit der Eisenbahn von Bochum durchs 11.15 Uhr Kindergottesdienst: 13 Uhr majurischer Go:; Getal zum schönen Altenhundem. Nach einer herr* n Morgenwanderung zur„Hohen Bracht“ einem 610 Meter hoben, sch 800 Meter hohen, schön gelegenen Wir wandern durch die weite Welt Ferienfahrt an die Ostsee Zwischen Rugen, Lubeck und Kiel- Mittelrunkt deutscher Seekultur Jetzt sind sie schon fant Eins geworden mit der See; jetzt haben ne um an is Schiffsleben gewöhnt, obgleich sie ern knapp 24 Stunden an Bord des imn Dampfers sind. Ein bißchen Wind. ein bißchen Sudwent was macht das? Die Hauptsache, daß die Ostiee ein „„ Dünung und sendet sanft rauschende Wellen an den Strand der buchtenreichen Küste, die dort hinten blinkt Ein paar stehen an die Reling gelehnt. Hinter einer vorspringenden Landzunge, die sie verbarg, tauchen braune Segel auf. Zwei. drei, vier, ja sogar sechs Boote zählt einer.„Fischer?“ lautet die Frage.—„a. Heringsfischer. Ihr Leben lang gehen sie auf Heringe, d. h. wenn der pering sich sehen läßt, im Frühjahr und im Herbst on dei Iwischenzeit geht er von der Küste weg.“ Nein. wir können sie nicht sehen; aber die Männer, die es wissen müssen, erzahlen, zuweilen tauchen sie in dichten Scharen an der Auste auf; in einer unbegreiflichen Lebenslust und Daseinsfreude springen sie übereinander und scheinen so begierig, den Strand zu erreichen, als winke dort das Paradies— der Heringe. Und langsam beginnt man sich zu erinnern, daß um diesen Fisch von den angrenzenden Ländern und Stadten Kriege, richtige Kriege geführt wurden. Die Hansekoggen wurden seinetwillen auf die Reise geschickt und die Dänen und die Norweger mußten es oft mit blutigen Köpfen bezahlen, wenn der silberne Meeressegen sich allzu reichlich an ihren Künten einsand. Man kann sogar behaupten, dan der Hering der Schöpfer volksreicher Stadte gewesen ist wie Rostock, Wismar, Greisswald, Straliund und Lübeck. Nach etwas altertümlichen Fangmethoden wird hier zuweilen noch gearbeitet. Die flachen Osticewinkel sind für den Fischdampfer nicht immer befahrbar, und so bleibt man eben beim Boot, beim Heringslogger, der in den meisten Fällen jetzt auch einen Motorantrieb denn: Ein ganzer Kranz blühender Ortschaften rankt sich im Südwestwinkel der Ostsce die Küste entlang. Man darf sich bei einer solchen Küstenfahrt nicht damit begnügen. nur das zu sehen, was auf dem Meere vor sich geht; man muß die Küstenorte selbst aufsuchen, von denen aus das Leben auf der See seinen Ursprung nahm. An der vorvommersch=rugenschen Küste— bald wird der Rugendamm endgültig Insel und Festland verbinden— taucht die alte Feste Stralsund auf. Man glaubt sich um Jadrhunderte zurückversetzt, in diesem breiten, geraumigen Hasen, den das einströmende Meer selbst gebildet hat Aber die bochbordigen Koggen der Hansezeit sind lange verschwunden. Nur hinten hebt sich mit seinen vieljach nebeneinander gestellten Giebeltürmen, mit seinen mächtigen Bosensenstern das alte Rathaus, das noch den Sturm und Drang der Wallensteinzeit miterlebt hat Aber weiter nach Südwesten steuert der weiße Dampfer, po die Giebel des alten Greifswald winken. Hier eht die„Leuchte Pommerns“, die alte Universität, die einn von fleißigen Wissenschaftlern gegründet wurde, d junge Menschen lebrte, wie nahe und ferne Dinge sich verknüpften. Drüben aber ruht wie eine wunderschone Verheißung Rugen, die größte und schönste Insel Deutschlands. Der einzigartige Schmuck, der Rügen seine geheimnisvolle Weihe verleiht, das sind jene sich kilometerweit hinziehenden uralten Buchenwälder und dicht daneben, steil zum Meer herniederfallend die Kreidefelsen, die wie schützende Riesen die blaue Flut von der Insel abwehren An der mecklenburgischen Küste durchfuhren die Dampfjähren mit ihren Eisenbahnzügen den Westwinkel der Ostsee. In Warnemunde bebt sich der enerne Bug des Schiffes, das die Wagen des Berliner D=Zuges auf seine Schienen übernimmt und in Gjedser auf danischem Ge biet landen wird. Gerade diese westliche Einbuchtung der Ostsee ist vielleicht wegen der Zerrissenheit der Küsten Mittelpunkt alter deutscher Seekultur. Warnemünde ist ja nur die Hafenstadt von Rostock. Ueber den prächtigen gelben Strand der als einer der schönsten der ganzen Küste gilt, läuft die aus Granitquadern gebildete Mole weit in die See hinaus. Um Rostock in mecklenburger Land. und wer erinnert sich dabei nicht Frin 9 Dorstellung dieser weithin gepriclenen Stadt. Seit Reu ters Zeiten hat zwar die alte Hansestadt viel von dem ilten Gepräge verloren: aber ihre Universität, die vor 18 Jahren 500jähriges Jubiläum feiern konnte, genießt den besten Rui An der Backbordseite unseres weißen Dampfers, der setzt nach Nordwesten steuert. gleitet die Lübecker Bucht mit dem herrlichen Kranz der Badeorte vorüber; die vieltürmige Stadt arunt herüber. Lüdeck, die königliche Frau der Hansa! Ein neuer Meeresarm öffnet uch. 1: die Kieler Förde(eine Bezeichnung, die mir dem nor wegischen Fjord eng verwandt ist) und ähnlich wie die Fiorde sind auch die Förden an den deutschen Küsten einst breite Flußtäler gewesen, in die sich das Eis hineindrängte. Ein wunderdarer Hintergrund bewaldeter Hügel dehnt sich vor der Bucht, in der der Hasen der Kriegsmarine den wichtigsten Platz einnimmt.— Die Rundjahrt durch den Westwinkel der Ostsee ist hier beendet; aber wir können mit den Flugzeugen auch unsere Gedanken westwärts fliegen lassen, hinweg über die deutsche Nordmark. Schleswig=Holstein, das Meer scheidende Land. Jeneits liegt die Nordiee in majestätischer Pracht und Größe. Das große deutsche Tor zum Weltmeer... ein strenger Staat so befiehlt, sondern weil das Haus Deutschland, in dem wir alle schicksalsverbunden wohnen, erhalten und geschützt werden muß. Und, um zum Walde zurückzukehren, ein Waldbrand, der ein paar hundert Morgen Baumbestand vernichtet, schädigt nicht den Staat als solchen, sondern das ganze Volk und damit jeden einzelnen Deutschen. Es ist ein Verlust am Volksvermögen. Es sind also ganz einfache, fast primitive Erwägungen, die jeder einzelne anstellen muß, um sich mit dem Rauchverbot im Walde auszusöhnen. überschreiten die Biggebrücke und wandern auf Hwstr. 22 links in 20 Min. erst zum Schloß Schnellenberg. der weiteren Sehenswürdigkeit Attendorns. Die Burg liegt 300 Meter hoch am Waldrand auf einem steilen Hang über der Bigge. Ihre weitläufigen Höfe und Gebäulichkeiten teils Ruinen, erregen unsere Aufmerksamkeit. Dann jedoch schreuen wir rüstigen Funes auf schönIns schöne Tal der Liope ist dein Wald, durch den du schreitest! Benimm dich im Wald wie zu Hause.— Hilf mit bei Sauberkeit und Feuersicherheit.— Wer den Wald schädigt, schädigt sich selbst. Durch Waldbrände erleidet Deutschland einen jährlichen Schaden von vielen, vielen Millionen Mark. einen Schaden zugleich, der sich nur sehr langsam durch mühselige und zeitraubende Aufforstung wieder gutmachen laßt. Ein hoher Prozentsatz dieser Wald brände wird erwiesenermaßen durch unvorsichtige oder sogar mutwillige Spaziergänger verursacht, die es nun einmal nicht lassen können, im Walde zu rauchen oder sogar ein offenes Feuer anzuzünden. Es ist oft nicht einfach, einem Volksgenossen klarzumachen, warum er sich im Walde durchaus nicht so gehen lassen darf, wie es ihm gerade zumute ist.„Aber ich bitte Sie, in Gottes freier Natur kann ich mich nun durchaus frei benehmen. Das ware ja gelacht!“ Solche törichten Aeußerungen hört man immer wieder. Tatsächlich sind mitunter Mitmenschen, die zu Hause in ihren vier Wänden ein durchaus manierliches Dasein führen, im Walde gar nicht mehr wiederzuerkennen. Wahrend sie sich zu Hause schwer hüten würden, ein Stück Papier auf den Fußboden zu wersen, tun sie das im Walde ganz ungeniert.„Hier muß ja nicht aufgeräumt werden.“ Großer Irrtum, im Walde muß sogar gehörig aufgeräumt werden. Ein Großteil der lausenden Forstarbeit besteht in solcher Aufräumearbeit, wenngleich man natürlich nicht jedem Papierschnitzel einzeln nachlaufen kann. Aber ein liegengebliebenes Butterbrotpapier im Walde krankt jeden wirklichen Naturliebhaber. Ganz suchtig werden die Leute, wenn man ihnen klarzumachen versucht, warum sie im Walde nicht rauchen sollen.„Dann kann ich ja gleich zu Hause bleiben, wenn ich nicht mal meine Zigarre rauchen darf.“ Wenn man den Betreffenden nun fragt, ob er auch zu Hause auf dem Boden raucht, antwortet er natürlich mit Nein. Da sei ja feuergefährlich, da könnte einem ja das Dach über dem Kopf wegbrennen. Und so langsam bekommt man jetzt den Mann in die Zwickmühle. Solange es sich um sein Eigentum handelt, geht er höchst vorsichtig mit Zigarre und Feuer um. Aber im Walde?„Der gehört mir ja Wenn Achren tragt das Feld, wir wandern in die Welt. Vom Bahnhoi Finnentrov aus 230 Meter) gehen wir zunächst rechts über die Lennebrücke und dahinter wieder etwas rechts den weißen rechteckigen Zeichen nach. die bis Landemert führen. Wir steigen mit ihnen zu dem„Auf dem Höchsten“ benannten Bergrücken empor. immer durch schattigen Hochwald. Es gehr so 250 Meter bergan. bis wir auf der höchsten Stelle die Hauptwanderstrecke(Hwstr.) 24 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins kreuzen(gut 1 Std.). Hier verlassen wir das bisherige Zeichen und halten uns links an die weigen Kreuze der 29. Eine Stunde lang umjängt uns noch der Hochwald Dabei 1 Attendorn ten Waldwegen, sehr häufig durchletzt von stimmungsAnlewegen, fhr büufig Bürchenr Von Wmmung vollen Ausbliaen aufs Biggetal. nuhe am Bigger Kopf n uun err Grmwald# vorbei. 395 Meier, von hier aus abwärts zur Dünscheder Dabei sind wir üver den Hummersverg gerommen uno## und nach Altzgeinnentrop. 240 Meter(knapp haben den Milstenaubach überschritten. Von hier an) Sto.), wo wir die Bigge wieder erreicht haben. Unterweas konnten wir die Bauarbeiten am neuen Biggestau305 Meter in in Sid talab nach Arkendorn, 255 Mir Aus dem Stadtkern können wir noch deutlich die alte oval gesiedelte Hansastadt erkennen. Abgesehen von einigen Sträßchen fesselt uns die 10 Min. vor den Toren der Stadt gelegene Attahöhle, zu deren Besichtigung wir eine Stunde benötigen. Aber dieser Gang durch eine glitzernde und schimmernde Unterwelt läßt uns tausend neue Wunder erstehen. Wir kehren dann zurück zur Stadt. iahgng □ E 85 95 5□ ∆ 00 8 O 8 * nicht.“ Weit gefehlt, lieber Volksgenosse, der Wald gehört dir, wenigstens soweit er Staats= oder Gemeindeeigentum ist. Staatseigentum ist Volksbesitz. Der Staat will, daß du dich in seinen Wäldern, die die deinen sind, erholst und nach Herzenslust umberstreifst, aber du mußt dich dabei auch durchaus so benehmen, als handle es sich um dein Eigentum. Ein Mensch, der so handelt, der sich im Walde so aufführt, daß dem Volkseigenium nicht der geringste Abbruch geschieht, beweist damit, daß er ein politisch reifer Mensch ist. Im Gegensatz zur Weimarer Republik versucht es das Dritte Reich immer wieder eindringlich klarzumachen, warum dem einzelnen Bürden und Pflichten auferlegt werden, warum er Steuern zahlen, warum er sich da und dort Beschränkungen! S 8 P U 99— 0 0 — □ 0 0 □ □ eder Jahreszeit ause mit schonen, lieben rub. imm., Warmwasserheizung, elehr m.#####o im Hause, Liegewiesen mit ur. Schwimmbad, schöne, große aldungen. toute bürgerl. Verpflegung, „ i m a n i g e P r e i s e). A n m e l d u n g e n 1..=ch midt u. sohn, Metzgerei, Holzhausen v. 181., Kreie Fernruf Holzbausen v. Gl. 9. sen Cunch Gasthof und Pension Haus Beckmann Anmen vom Wald, Strandbad, neuheingericht..Garage. Eslohe. Prospekt trei Tel Teutoburger Wald Horn 1 L., b d. Externstein. Pens. Wolll. lans der guten Küche. Burgwall. r. idvll Lage. Liegeterrasse. Pr. 3.25 Mk. Beginn: 27. Juli 1936 Herne, Bahnhofstrasse 6 2 zum Namenstag zum Geburtstag zur Verlobung zur Hochzeit bei jedem Fest Buchhandlung Koethers a Röttsches mann-Goring-Straße 8 en dem Postamt *— 10 — 00 S. — S 8 2 x. •— * *— E — 2 5 ** + 00 # S S 8 „e S 5.——(0 — „*"* r ES S.: 2 S E* .== 5 8— ——— #C O 2 S 2„ E 2 *** 4 5# — .— * — 5 2 —*— — E— i.* S „„ S S 55E 15 2.—— — —*— lich zum Sacknähen Settimmt war, und einem schwa: zen, kräftigen Wolljaden nadelte er den Riß zusammen. „Au“, sagte Willy ein paarmal.„Du nähn mir ja das Fleisch mit“. „Das hält“, meinte Richard, als sie fertig waren. „Wird man's auch nicht sehen?" fragte Willy. „Unsinn, du hukscht ja druff“, meinte Richard. Und sie fuhren weiter gen Trier. Die Tante begrüßte sie am Gartenzann in ihrem Basthut. Sie hatte immer Angst vor dem Sonnenstich, der in ihrer Familie mehrsach vorgekommen war.. Die Freunde sahen ziemlich landstreicherhaft „Und ohne Hute seid ihr gefahren“, staunte die Tante.„Daß ihr da keinen Sonnenstich gekriegt Dann trug das Mädchen in dem kühlen Gartenzimmer die große Suppenterrine auf, und sie erzählten von der Eisel und ihren Abenteuern. Von dem Kitschendiebstahl sagten sie nichts, so was konnte Tante Emma nicht leiden. Nach dem Kaffee ging man in den Garten und die bungen mihen Kopfialat und ewundern Lann wurden sie in die Stadt#er zur Abendessenzeit saßen sie pünktlich„ Tunden Eßtisch der Tante und räumten ordeLchätze ihrer Vorratskammer auf mit einer taschenspielerischen Geschwindigkeit. Dann ging man schlafen. Richard be zog das Fremdenzimmer im Giebel, und Willy das Zimmer neben dem Schlafzimmer der Tante. Als diese sich ihre Locken aufwickelte, hörte sie ihn nebenan rumoren, als ob jemand etwas suche.„Fehlt dir etwas?“ rief sie durch die Türe. „Nein, danke, Tante“, antwortete Willy und rumorte weiter. „Was machst du denn nur?“ rief sie nach einer Weile, als sie schon im Bett lag und das Rumoren immer weiterging mit Scharren und Stöhnen. „Ich—— ziehe mich aus“, antwortete Willy Das schien nicht so einfach zu sein. Beunruhigt stand sie auf, und öffnete die Türe, aber sie blieb auf der Schwelle stehen. Sie sah ihren Neifen in der Stellung der Affen auf allen Vieren im Iimmer stehen, und sich mit den Bewegungen eines Schlangenmenschen vor dem Spiegel winden, indem er in seiner Rechten ein Messer schwang. „Um Gotteswillen, er hat einen Sonnenstich!“ rief sie. Sie stürzte auf ihn zu, um ihm das Messer zu entwinden.„Hab ich nicht immer gesagt, du wirst dir noch einen Sonnenstich holen, nun hast du ihn Ich will gleich nach dem Doktor schicken“. Und sie lief nach der Türe. Aber ihr Neffe richtete sich auf und ließ das Messer sinken.„Laß das, Tante, ich brauch' keinen Arzt, ich hab' keinen Sonnenstich, ich komm nur nit aus meiner Bux heraus, der Richard hat mich eingenäht.“ „Eingenäht, wieso?“ fragte die Tante entgeistert und startte auf das Messer in seiner Hand. Und sie erfuhr die Geschichte von dem Kirschendiebstahl und der zackigen Mauer. „Ist es denn die Möglichkeit!“ sagte die Tante. als sie ihren eingenähten Reffen beim Schein einer Kerze mit Hilfe einer Schere aus seinem Gefängas befreite.„Was man mit euch Buben erlebt...! " D e r T e u f e l s a u s t r e i b e r H reske von ADOLFNESS Es war Abend. als wir nach langer Wanderung im Gasthof des kleinen Moordorschens anlangten. Ein Oellämpchen spendete mattes Licht. An langer Tafel saßen graubärtige Fischer und Bauern. Ernst und bedächtig wiegten sie die Kopfe wie in schwerer Sorge hin und her. Kaum ein Wort fiel. Der Wirt gab uns die Aufklärung über diese Ver sammlung schweigsamer Männer. Christine Klirek. die „Krauterhere“, der„Moorteufel", die„Teufelsbraut" und wie sie sonst noch genannt wurde, war gestorben. Und seit man sie zu Grabe getragen, bildete da. Wenige, das man in ihrem kleinen Häuschen als Nachlaß gesunden hatte, das Tagesgespräch der Ge meinde. Funi unscheinbare Flaschen. nicht größer als die in denen die Fischer den Tran für ihre langen Stiefel zu kaufen Plegten, bildeten den Gegenstand der allgemeinen Sorge und ließen die Männer ratlos die Kopfe hängen. Weniger die Flaschen selbst als der Inhalt.„Es lebt und webt darin", hieß es.„schillert in allen Farben und ist mal groß. mal klein.“ Und wer konnte winsen, ob nicht die unseligen Flaschen #inige jener Geister enthielten, mit denen sie im Bunde gestanden hatte An der Tafel der Schweigsamen ließ der Dorfschulze seine Faust auf die Tischplatte sausen:„Ihr m ni weshald ich euch zusammengerufen habe. Allo wer will es übernehmen, die Flaschen wegzuschaffen?" Die Männer sogen verlegen an ihren Pieisen ner nach dem andern erhob sich, strich den Bart und „meinte"..war der Ansicht" oder„hielt es für das B.#te. wenn... Darüder hinaus wußte niemand eiwas zu sagen und zu raten. Hier und da straffte sich zwar ein Rucken wie in plotzlichem Entschluß zur großen Lat. aber immer wieder sanken die künftigen Helden auf ihren Stühlen zusammen Der Schulze hielt eine donnernde Rede gegen Aberglauben und Hexerei.„Richts ist drin als Kräuter, ganz harmlose Kräuter, die sie im Moor gesammelt und in Spiritus gelegt hat.“ Da war man denn der Meinung, daß der Schulze selbst der einzige Geeignete für das Wagnis sei. Doch der wollte nichts davon wissen. So wäre die Beratung sicher noch eine Weile weitergegangen. hätte nicht eine rauhe Stimme die Versammlung aufhorchen lassen.„Her mit de Düwels“. gröhlte es von der Theke her,„zwei Liter Schnaps und'n Daler" Prüsend sah man den Rufer an. Man konnte ihm die große Tat schon zutrauen. Es war„Karle“. der Allerweltskerl. der auf allen Weltmeeren zu Hause war. Seine Forderung wurde gern bewilligt. Am kommenden Morgen. pünktlich um neun Uhr sollte die Teufelsaustreibung vor sich gehen. Zur festgesetzten Zeit fanden wir uns ein und chlossen uns dem Zuge an. der in Hangen und Bangen den endlosen Moorweg hinauszog. Weit vornweg marschierte Karle, der Teufelsaustreiber Quer über die Brust hatte er seine Flinte gehängt. In den Taschen seiner abgetragenen Joppe und in den gekreuzten Armen trug er die unheilvollen Flaschen, fünf an der Zahl Mehr als einen Kilometer waren wir gegangen. ehe Karle haltmachte. Die Männer warfen sich be deutungsvolle Blicke zu, die Frauen falteten die Hände unter der übergeschlagenen Schürze, und die Kinder schmiegten sich enger an die Mütter. Manch, Wort des Bedauerns mit dem Tollkühnen wurde laut. Wie wurde es ihm ergehen? Würden die Teufel ihn gleich mit sich nehmen. oder würden sie ihn sonnwie an seinem Leibe strafen? Derweilen hatte der Teufelsaustreiber ruhig alles vorbereitet. Mitten auf dem dunklen Moordamm hatie er die fünf Flaschen in einer schnurgeraden Linie aufgestellt. Dann schien er einen Augenblick zu überlegen, ehe er kehrtmachte. Man erwog allen Ernstes, ob es nicht besser sei, ihn jetzt noch zurückzurufen. Doch ehe man zu einem Entschluß gekommen war, kniete„Karle“ schon und hatte die Flinte an der Wange. Fünf Schüsse donnerten in kurzen Abständen über das weite Moor. Frauen und Kinder kreischten auf. Aber seelenruhig erhob sich der Teufelsaustreiber und kam zurück. „Die“, damit meinte er die Flaschenteuselchen. „seien bei ihrer Großmutter“. grinste er.„Au aber erst den Schnaps und den Daler", herrschte er dann den Ortsgewaltigen an. Doch der und alle anderen hatten die Sprache noch nicht wiedergefunden. Start blickten sie immer noch auf den Moorweg. Langsam setzte sich der Zug dorfwärts in Bewegung Dort erhielt„Karle“ den ausbedungenen Lohn. Noch am gleichen Abend. sagten in den folgenden Tagen die Bauern und Fischer, hätten die Teufel ihr Unwesen mit ihm getrieben. Keine Ruhe habe er finden können, laut gröhlend sei er die ganze Nacht im Dorf umbergelaufen. Und da man noch Schlimmeres erwartete, wich man ihm von nun an scheu aus. Der Wirt freilich und einige von denen.„Die nie an den Schwindel geglaubt hatten", wußten anderes zu berichten. Sie behaupteten, daß die Teufel. von denen„Karle“ in der Nacht nach seiner großen Tat besessen war, zwar Flaschen entstammten. aber nicht den auf dem Moorweg zerschossenen. Und da sich nichts weiter ereignete, so ist es bei dieser natürlichen Erklärung für diese wahre Geschichte geblieben. Ein Tor geht auf Die Mutter stellte die dampfenden Kartofseln auf den Lisch. Mit begehrlichen Augen sahen die Kinder en das durftige Abendmahl. Langsam kam der Mann ###ran und setzte sich Ader er griff nicht zu, sondern b#trachtete sinnend das Essen. Warum ißt du nicht. Franz?“ fragte die Frau Er schrak auf und nahm sich seinen Anteil. Ohne es techt zu wissen, aß er. Das war nun schon seit deute morgen so: alles schien ihm so unwirklich. so sern. Er ging uder eine Brücke, die von einem Leben in ein anderes führte. Hinter ihm lag das armselige sorgengepeinigte Dasein des Arbeitslosen, vor ihm das neue, begluckenden Schaffens. Noch hielt ihn jenes umfangen. wenn es auch schon zu verblassen begann dieses aber war noch nicht lebendige Wirklichkeit geworden Er sah ans die beiden Kinder. Sie aßen hastig nur darauf bedacht, satt zu werden. Wie oft waren er und die Mutter halbhungrig zur Ruhe gegangen, weil sie den Kindern noch von ihrem Teil abgegeben hatten Eine verarbeitete Hand strich verstohlen über die seine. Dankbar lächelnd suchte er den Blick seiner Frau. Wie lange hatte sie ihn nicht mehr liebkost!— Sechs Jahre Kampf gegen die Not, sechs Jahre Ringen um Selbütbehauptung— das versteint die Herzen. Er strich ihr scheu über das Haar. In ihren Augen ganzten Branen. Erzählung von HEINZ SCHRAMM „Else“, sagte er nur. aber die ganze Fülle seines Glücks lag in diesem Wort. So plötzlich war es gekommen, so unerwartet. Er hatte heute früh dem Beamten seine Stempelkarte hingereicht wie so oft in diesen sechs Jahren. verdrossen und gleichgültig. Erst als er das gewohnte Klirren des Stempels nicht hörte. hatte er aufgeblickt. „Reinhart“, hatte der Beamte gesagt.„Sie waren Dreher bei den Pluto-Werken, nicht wahr?" Er konnte nur nicken, denn irgendetwas hatte ihn plötzlich in der Kehle gewürgt. „Gut“, hatte er dann wie aus weiter Ferne gehört. „melden Sie sich gleich dort. Sie können schon morgen anfangen.“ Er hatte nach der Wand getastet, um sich zu stützen. Das Zimmer hatte sich um ihn gedreht. Wie er hinausgekommen war, wußte er nicht mehr. Dunkel erinnerte er sich an verschwommene Gesichter, die ihm zulachten, an Hände, die er drückte. Vor seinen Augen aber war eine blendende Helle gewesen, in die er taumelnd hineinschritt. Sechs lange Jahre hatte er im Dunkeln gelebt, war in wilder Verzweiflung gegen unüberwindliche Mauern angerannt, bis er sich schließlich abgestumpft in sein Los gefügt hatte. Und nun, da er an das Dunkel schon gewöhnt war, ging plötzlich das Tor auf, das hinausführte in die Sonne schafsenden Lebens. „Du mußt deine Sachen noch richten, Franz!“ Er riß sich aus seinen Sinnen. „Ja, Else. Mein Frühstück und mein Eßgesäßz.“ Er lachte.„Der alte Eßnapf! Wer hätte das gedacht!“ „Viel kann ich dir freilich nicht mitgeben,“ sagte die Frau bekümmert.„Nächste Woche, wenn du deinen ersten Lohn bekommen hast.. „Was macht das, Else! Ich habe Arbeit! Ich gehöre noch nicht zum alten Eisen! Ich bin noch zu etwas nutz!“ Er erhob sich und reckte lachend die Arme. Verwundert sahen ihn die Kinder an. Er faßte sie und tanzte mit ihnen durch die Stube. Nun hatte er die Brücke überschritten. Er stand auf der Schwelle des Tores. durch das die Helle des neuen Lebenstages flutete. „Arbeit. Kinder!“ rief er jubelnd.„Euer Vater hat Arbeit!“ Er zog sie hinaus ins Freie. Die Nacht war herniedergesunken. Sterne glitzerten, leise rauschte der Fluß. Schwarz reckten sich rauchende Schornsteine. „Dort arbeite ich“, sagte er stolz und wies hinüber. Mit verschamter Zärtlichkeit drückten sich die Kinder an ihn. Ein Ahnen war über sie gekommen von dem Glück, das dieses schlichte Wort„Arbeit“ in sich birgt. — 2 63 — (0 Nr. 88 zum Herner Anzeiger WDunder in Mariendorf Roman von Erika Laffler Nachdruck verbeten „Laß doch“, wehrt Daniel zu ihr tretend.„Daran denkt ja keiner von uns beiden mehr. Und sei mir nicht böse, weil ich.. Mariannes linke Hand löst sich sacht von„Wunders“ Nase, um sie fest auf Daniels Mund zu legen. „Nicht Daniel! Sonst muß ich mich ja noch mehr schämen... Du hast ganz recht gehabt... damals! Ich habe mich sehr gegrämt, die Jahre... Es ist gar nicht wahr, daß ich dich vergessen habe.“ „Ich konnt's ja auch nicht", murmelt er unter ihrer Hand.„Weder im Glück noch jetzt. Alle Freude war immer nur halb, Marianne...“ Sie zieht ihn sanft zu sich herab. Er legt einen Arm um ihre Schultern, mit der anderen umfaßt er „Wunders“ Hals. Sein Gesicht schmiegt sich in ihr Haar. Der schwarze Hengst seufzte leise auf. Im stummen Frieden dieser Umarmung. die auch ihn mit einschließt, vergißt er für kurze, wohlig in sein treues Herz rieselnde Zeit alle Leiden. Zehntes Kapitel. Im Stall steht„Wunder", der. endlich vom gelben Eitergift befreit, schon seit einer Woche wieder gierig frißt. Daniel ist glücklich. Jede Woche einmal pilgern er und Marianne langsam zu jenem unweit von Josef Zorns kleinem Haus gelegenen Grundstück, das Daniel nun doch noch gekauft hat. *„ I m A u j u s t i s R i c h t f e s t“, v e r s i c h e r t d e r P o l i e r g u t mütig.„Un ersten Oktober könn'n Se schon einzieh'n.“ Im Juni ist„Wunder“ gesund, er hat sich vollkommen erholt und strahlt in alter Schönheit. Daniel entschließt sich nach langem Schwanken, ihn wieder zu nennen. Das Publikum sieht den schwarzen Hengst nach monatelanger Pause neuerdings in Er sheinung treten. Aller Augen heften sich gespannt auf sein Gang werk, doch findet niemand etwas daran auszusetzen „Er geht wie immer“, lautet das einmütige Urteil nach der Paradefahrt vor den Tribünen. Sie haben recht.„Wunder“ geht wie immer: treu bis zum Ende und mit feurigem Kampfwillen. Aber er kann seine Spitzenposition nicht halten. Sein Halbbruder„Fähnrich“ schlägt ihn trotz zäher Gegenwehr um eine ganze Länge. Daniel wartet mit angstvollem Herzen, ob die Anstrengung des Laufens nicht wieder jene Entzündung ins Leben rufen wird. Doch Wunder bleibt gesund frißt gut und frönt morgens beim Trockenführen nach der Arbeit ausgiebig seiner alten Gerohnheit, plötzlich kerzengerade in die Luft steigend ein paar Schritte auf den Hinterbeinen zu wagen. „Wunder“ wird geschont. Nur zweimal im Monat erscheint er auf der Rennbahn, aber nie mehr sieht ihn das Publikum in seiner alten, imponierenden Art an der Spitze des Feldes durchs Ziel brausen. * Die Prognose des Maurerpoliers erweist sich als gelinde Uebertreibung. Daniel und Marianne heiraten zwar Anfang Oktober, aber ihr eigenes Heim werden sie erst gegen Ende des Monats beziehen können. Marianne und ihr Mann sehen einander in dieser ersten Zeit ihrer Ehe nicht viel. Sie richtet im Verein mit Mutter und Schwiegermutter das Haus ein. während er„Wunder“ systematisch für sein Abschiedsrennen vorbereitet. Der alte Herr Grau hat mit Freuden eingewilligt. den Hengst in sein Gestüt aufzunehmen.„Kann ihn sehr gut gebrauchen. Aber er bleibt dein; das in selbstverständlich!“ Daniel widerspricht nicht. Er weiß, es würde ihm auch nichts nützen. In den sechs Jahren, die seit der Schenkung„Wunders“ an ihn verflossen sind, hat Weißenfels einen Ruf bekommen. Als die Nennungen für den Großen Preis abge schlossen werden, ist auch„Wunder“ in der Starter liste aufgeführt. Am Tag des Rennens, das ihn fertig angespannt im Stallgang sieht, biegt er ungeduldig den Hals, um hinter sich spähend festzustellen, ob Daniel noch nicht im Wagen sitzt. Daniel windet sich zwischen Wand und Rennwagen hindurch „Wird's gehen?“ fragte er leise. „Wunders“. Augen leuchten in rötlichem Feuer Sein lebhafter Blick strahlt Mut und Demut zugleich „Zum letztenmal“, murmelt Daniel schwer.„Du weißt's nicht... und ich kann's kaum fassen... Na, dann komm!" Die Zuschauermenge flutet über den Platz hinweg Die siebzehn Pferde für den Großen Preis mar schieren vor der Tribünc auf und werden von ihren Fahrern in flottem Hin und Her ausgewärmt. Im Gegensatz zu den anderen, deren scharfes Getrappel die Herzen der Wetter in schlimme Zwiespalte stürzt, geht „Wunder“ nur ein sehr mäßiges Tempo Der Start geht glatt und rasch vonstatten. Das stattliche Feld braust frisch davon.„Wunder“ geht als letzter hinterher und hat auch beim erstmaligen Passieren der Zieltribünc seinen Platz noch nicht verbessert. Auf der Gegenseite wird die Fahrt langsamer. „Wunder", von Daniel für kurze Zeit losgelassen. arbeitet sich, außen vorbeigehend, rasch bis zum siebten Pferd auf. an dessen Seite er nun wieder verhalten dahintrabt. Das Tempc verschärft sich. Immer noch klebt der schwarze Hengst an der Seite des innen liegenden Fuchses „Palazzo gewinnt", ruft eine tiese Männerstimme auf der Zieltribüne. Die Pferde diegen in die Gerade. An der Spitze trabt jener„Palazzo“, dessen Sieg schon geweiszagt wurde, von Bergmann mit Energie in Schwung gebracht. Alles sieht auf ihn. Niemand mehr achlet auf den schwarzen Hengst, der sich hundert Meter vor dem Ziel plötzlich aus dem Feld löst und fliegend an den vor ihm befindlichen Konkurrenten vorbeischießt Sie bemerken ihn erst, als er weit außen hiuter „Palazzo“ auftaucht. Die Menge schreit auf in zaher Betroffenheit. Damit hatte niemand me'; gerechnet „Verdammt!“ knirscht ein Verbissener. us mit Palazzo“! Wenn der Zorn den Hengst so geyen läßt, dann weiß er auch, daß er gewinnt!" Bergmann hebi die Peitsche.„Palazzo“ greift aus, so schnell und weit er kann, aber„Wunder", von Daniel nur gerade durch einen leisen Zugelruck ermuntert, rückt ihm immer dichter auf den Leib Er kämpft mit Löwenmut, ringt„Palazzo“ Schritt für Schritt Boden ab und braust endlich wie eine dunkle Wetterwolke an ihm vorbei, um mit einer knappen Länge Vorsprung als Erster durchs Ziel## fliegen Noch am selben Abend. der„Wunder“ wieder die flammende Begeisterung der Zuschauermenge und außerdem viel lobende Zärtlichkeiten eingebracht hat, tritt Hans Blank plötzlich zu Josef Jorn, der sich gerade umgezogen hat. Das Gesicht des Pflegers ist blaß und ernst. Es zeigt Unruhe und Verlegenheit zugleich „Willu du was?" forscht Daniels Vater freundlich „Jo. Herr Jorn“, nickte der Bayer.„I hatt an Wunsch, ober jetzt... i trau mi fast net.. „Na, sag's schon", ermutigt ihn Josef Jorn. „I mocht mitn„Wunder“ geh'n.“ Besuch am lore (Scherl- M) * — „* S.— E EIUREUG• „· g. ··Pem E SETEuEEE SS#gSPEEETENSE # E E. 20 bE ."*• GE— . E E 5 #SHHSTR EEn gGSFEEgE TE*—" 6 G FEPSITESLEgE E ESEIE 8.— *TC 84.— E 5 n O. □5. OTTTT u ELUTGENTC „="— 20 --** 5 8 ELT E 7 —— "—— ——— "—-0 2 L—— *"• 2 E E R E = .10 — S „SESES EF„ SESEET Daniels Vater sieht idn schweigend an „Mit Herrn Grau hod i scho gredt“, stammelt Hans.„E sogt. wann der Chei nix dagegen hätt. nehmt er mi glei...“ Un au mocht i frog'n, ob's mi freigeben wollten.“ Josef Zorn senkt den Kopf und sieht eine ganze Weile lang stumm vor sich hin. Dann sagt er ernst: „Hast immer deine Pflicht getan... eher mehr! Ich will dir nicht im Weg sein; aber tressen turs mich hart“ „Ach, Herr Zorn“, murmelt Hans kaum hörbar „Gehn's, sein's mir net bös, i geh’ g'wiß net leicht. ober der Mensch muß halt manchmol wähl'n... derf von zwei'n nur eins beholt'n... un den„Wunder". Herr Zorn... i kann'n net loss'n!" „Ich bin dir nicht böse". lächelt Josef Zorn. die Schulter des Pflegers streichelnd.„Und du kannft jederzeit wieder zu mir kommen... auch zum Daniel. wenn ich nicht mehr bin. Oder willst du nun für immer in Weißensels bleiben?" „I glaab net“, kopfschuttelt Hans.„Naa. i komm gern z'ruck. wann's mi wirdernehm'. Ober solang der under" lebt solang bleib i do“ Dann bleib’ lange“, lächelt Joses Zorn.„Verstehst du. wie ich's meine?" * „Wunder“ hat Abschied vom Rennstall genommen. Viele Renschenhände haben ihn noch einmal gestreichokt. Viele gute Worte sind in seine eifrig spielenden Ohren geflossen. Er hat eine lange Fahrt im Lastwagen gemacht. Daniel und Hans Blank sind bei ihm geblieden. Nun führt ihn sein Herr durch den sonnenüberstrahlten milden Oktobermorgen in die Heimat zurück. „Wunder“ atmet tief. In seiner Seele beginnt eine mächtige Erregung Platz zu greisen. Sein stolz erhobener Kopf wendet sich hin und her. Er weiß, wo er ist... Es ist lange her... aber es war und hat bis jetzt in einem Winkel seines Innern geschlafen. Nun ist es wach, das Erinnern an die Kindertage. Er schmettert einen hellen Freudenruf zur Stuten koppel hinüber, einen zweiten, den links vom Weg über den Querbaum äugenden Jährlingen entgegen und einen dritten, der den schönen Dunkelsuchshengst grüßen soll, dessen Koppel weit von denen der anderen entfernt liegt „Das ist dein Vater“, nickt Daniel lächelnd. „Mister Watt“ versteht sich zu einem langen Willkommenruf. Die hohen Stimmen der Jährlinge fallen ein.„Wunder" trompetet kraftvolle Antwort. Dann endlich führt ihn Daniel in jenes durch eine dichte Hecke allen anderen Pferden unsichtbar gemachte Vier eck. das nun ausschließlich ihm gehören soll. Mitten in der Koppel hält er an. um mit behutsamen Händen den Halfter von„Wunders“ edlem Kopf zu lösen.„Run geh' mein Braver! Bist wieder frei!“ „Wunder“ rührt sich nicht; tief atmend bleidt er neben seinem Herrn. Sein lebhafter Blick gleitet rasch über die grüne Weite hin, dann kehrt er in Daniels Gesicht zurück... fragend, unsicher fast. „Ja, ja,'s ist wahr“, nickt der, ihm den Hals klopfend. Er tut ein paar Schritte rückwärts. Der schwarze Hengst sieht sich allein, will unwillkürlich seinem Herrn folgen... da plötzlich wirft er den Kopf in die Höhe und steht einen Augenblick lang regungslos erstarrt. Seine Muskeln straffen sich. Der tiefe Glanz seines sonnenüberstrahlten Leides erinnert an bläulich schimmernden Stahl. Eine blitzschnelle Wendung... und er rast in jäh ausbrechender Seligkeit davon Daniel fühlt sich beschämt in der Stunde des Abschieds. Er vergißt, daß er jene Schuld. die der Mensch der Kreatur gegenüber hat, reichlich ausgewogen, daß er für Hingabe mit Liebe gedankt hat Er weiß nur noch eins: weil du so still und bescheiden bist, muß man dich lieben und schützen. Helfer der Menschheit ... Bruder Tier! — Ende!— Das unscheinbare Etwas Skizze von KURT ALDAG Einen Augenblick, bitte, mein Herr!"— Das galt doch mir? Ehe ich mich umwenden konnte, war die Stimme schon näher gekommen, und unmittelbar hinter meinem Rücken tönte es nun in der Halle des großen Hotels:„Bitte. mein Herr. Sie haben etwas verloren.“— Ich machte Kehrt und stand vor dem wurdevollen Hotelportier, der mir freundlich lächelnd ein unscheinbares, schmutziges Etwas entgegenhielt, das auf den ersten Blick verzweifelte Aehnlichkeit mit einem unsauderen Taschentuch hatte.— „Aber nein“, lehnte ich ab,„das ist nicht mein.“ Der würdige Portier jedoch drückte mir den lehngelben Stofflappen, als der sich das Fundstück bei näherem Zusehen erwies, mit den freundlichbestimmten Wor ten in die Hand:„Sie haben dies soeben verloren!“ Was sollte ich machen? Schließlich war es mein gutes Recht, die Annahme zu verweigern. Aber die Art des vornehmen Portiers und meine Verwirrung, die ich stets vor solchen hochgestellten Persönlichkeiten empfinde, serner das hemmende Bewußtsein, daß sich in meiner Tasche nur 2.50 Mark befanden, als ich dieses seine Hotel betrat, ließen mich schweigen. Ich nahm also den nachdrücklichst dargebotenen Lappen. versenkte ihn in meine Tasche und verließ. gefolgt von den vielsagenden Blicken des Hotelgewaktigen und seines Stades hastig den Schauplatz Um nenn Uhr hatte ich eine Verabredung im Theater. In der Pause spazierten wir durch die Wandelgange. Die sonst so entzückende Susanne machte aber derart treisende Bemerkungen über die Aufführung. daß mir heiß wurde und ich in die Tasche griff um mit dem Taschentuch den Schweiß von meiner Denkerstirn zu trocknen. Peinlicherweise erwischte ich das schmutzig=gelde Etwas— ein Blick Susannes— und zwei Sekunden später stand ich verlassen. Nun wurde es mir aber doch zu bunt. Ich ging. Und schleuderte aus dem Theaterplatz wütens den vermaledetten Lappen zu Boden. Erlost wollte ich in Siegerhaltung meiner Wege schreiten. Doch ein Schutzmann, der offenbar plötzlich aus dem Boden jewachsen war, versperrte mir den Weg und setzte mir in bedeutungsvoller Rede auseinander, daß es unstatthaft sei. auf öffentlichen Plätzen Gegenstände fort zuwersen, ferner, daß die Sauberkeit der Stadt in meiner Hand liege. Dieses eine Mal wolle die Polizeibehörde mich noch glimpflich davonkommen lassen. nämlich mit der soeben empfangenen Belehrung und einer auf der Stelle zu erledigenden Ordnungsstrafe von zwei Märk. Seufzend händigte ich dem Gesetzes wächter den verlangten Betrag ein, empfing eine Quittung und konnte gehen. Natürlich nicht ohne den scheußlichen Lappen. Ich überlegte eingehend, wie der dreimal verwünschte schmutzige Stofsetzen wohl auf sichere Art loszuwerden sei. Wo lassen denn die Leute meistens etwas liegen? Wo zollen sie ihrer Vergeßlichkeit den größten Tribut?— In öffentlichen Verkehrsmitteln Ich schwang mich also aus einen Autobus. Dort galt meine ganze Aufmerksamkeit dem für die Ausführung meines Vorhabens günstigsten Platz und Augenblick Ein paar Haltestellen weiter sprang ich ab. Ehe der Omnibus aber wieder anfuhr, rief der Schaffner mir nach:„He. Herr!. Sie haben etwas vergessen!" und chwenkte in der Hand den anhänglichen Schmutzlappen, während mir alle Fahrgäste zu lächeln schienen. Ich stellte mich taub. Der Autobus ruckte an. Da warf mir der Schaffner den beballten Stoisetzen zu, so daß ich ihn unbedingt bemerken mußte. Aber ich wollte ja nicht. So schritt ich stolz weiter. Doch das nützte nichts. Denn wieder nahte ein Schutzmann. der die Szene scheinbar mit angesehen und=gehört hatte, und reichte mir den Lappen. Stumm vor Wut, daß ich den elenden Fetzen nicht loswerden konnte, und vor Angst. daß nun vielleicht wieder zwei Mark zu zahlen wären, griff ich zu und woilte aus die andere Straßenseite, um den Strom der Fahrzeuge zwischen den gefährlichen Schutzmann und mich zu bringen. Der freundliche Beamte aber, der annehmen mochte, ich sei taubstumm, bemerkte meine Absicht, ergrifi meinen Arm und führte mich sorgsam über den Fahrdamm Nachdem ich den Schutzmann endlich abgeschüttelt hatte, schlich ich, belebte Straßen meidend. aus Umwegen dem Frieden meines Hauses zu. In einer dunklen Seitenstraße hielt ich die Gelegenheit für günstig. denn weit und breit war kein Mensch zu sehen So ließ ich sachte, sachte den Lappen aus der Tasche gleiten. Doch ein Liebespärchen, es war wohl im Dunkeln verborgen gewesen, und ich hatte es vorhin nicht bemerkt, stürzte mir mit dem vermaledetten Lappen nach, dessen mich zu entledigen ich für heute resigniert ausgab Am andern Morgen siel mein Blick auf ein ausfälliges Inserat im Morgenblatt: „Hohe Belohnung!! Verloren wurde von einem Weltreisenden ein überaus kostbares, echtes indianisches Totem. Da das Totem von Laien leicht für einen wertlosen Zeugjetzen gehalten werden kann, empfiehlt sich ganz besondere Aufmerksamkeit. Der ehrliche Finder wird gebeten, das wertvolle, unersetzliche Stück gegen höchste Belohnung im Hotel I abzugeben.“ Sofort stürzte ich zu meinem Mantel. Griss in die Tasche. Nichts. In die andere. Auch nichts. Rann? - Sorgfältige Untersuchung ergab. daß das Totem (mein Stofsetzen war es bestimmt) sich ganz von allein mpfohlen hatte Und zwar durch ein Loch im Manteljutter Echte indjanische Totems sollen oft Ueberlieferer uralter Weisheiten sein.„Mein" Totem hat auch mir ein Weistum übermittelt. nämlich dieses: man wirft sein Glück manchmal so lange zum Fenster hinaus, bis es sich von selbst davonmacht. DIE GROSSE ROLLE Von ERIK BERTELSEN gezogen und wollte ihr seine Ferkenronte, wie er sie sich vorgenommen hatte, aufzeichnen, als eine Dame an ihnen vorbei und durch die Schwingtür hinausging. Bestürzt sah er ihr nach und flüsterte:„Frau Orland!" „Na. gehört kann sie kaum etwas haben“, sagte Ketty überlegen, aber trotzdem war auch sie über dies unerwartete Zusammentreffen betroffen. Falls Frau Orland etwas gehört haben sollte, konnte es schlimme Folgen für sie haben. Denn Frau Orland besaß Einfluß... Bald hatte Fräulein Werup aber alle Bedenken vergessen und dachte nicht mehr an das Gespräch in dem Lokal. Sie hatte ihre Mißstimmung überwunden und nahm sich vor, so wie noch niemals zu arbeiten Diese Saison hindurch mußte sie noch an diesem Theater aushalten, aber dann zog es sie hinaus in die Welt. Vielleicht wartete der Sieg da draußen auf sie. Thorkild hatte recht. Sie hatte Talent. An einem Nachmittag einige Tage später wurde sie plötzlich zur Theaterdirektion gerufen. Der Direktor sah aufregend aus und sowie sie ins Büro getreten war. sagte er heftig: „Frau Orland ist erkrankt. Zum erstenmal seit Jahren. Sie müssen heute abend ihre Rolle über nehmen.“ „Ich?" flüster##ulein Werne „Ja.Egd anders da. Sie possen am besten für be A###d außerdem hat Frau Orland Sie vorgeschlagen.“ „Aber— in den paar Stunden...“ „Sie werden die Rolle ja einigermaßen kennen. Die Vorstellung kann unmöglich abgesagt werden Lernen Sie, daß Ihnen der Kopf raucht, bis heute abend! Wollen Sie oder wollen Sie nicht?“ „Natürlich will i“, antwortete sie verwirrt Alles drehte sich um sie. Wie in einem Traum verbrachte Ketty die folgenden Stunden. Sie übte die Rolle, aber ihre Gedanken waren ganz woanders. Die flogen der Zeit voraus, zur Vorstellung am Abend. zu dem Augenblick, der für sie die Zukunft oder das Ende bedeutete. Setzte sie sich heute nicht durch, per sagte sie waren alle Träume vorbei. Aber wie sollte sic es schaffen, da sie niemals etwas anderes als Neden rollen gespielt hatte?! Fast zu schnell kam der Abend. Sie stand auf der Bühne und sorach die ersten Worte. Sie fühlte die Kälte und Gleichgültigkeit, die ihr aus dem Parkett entgegenschlug. Da kam der Trotz über sie. Sie spielte drauf los, als sei sie allein im Theater. Man klatschte nach dem ersten Akt. Der Abend brachte einen Sieg. Sie wagte es gar nicht zu glauben Beifall ertönte, Blumen wurden überreicht. Und die Kameralen wünschten ihr Glück. Aber sowie sie konnte, flüchtete sie mit einem großen Strauß Blumen im Arm aus dem Theater. Sie rief ein Auto, und aus einer Eingebung beraus nannte sie Frau Orlands Adresse. Wenn es auch spät war, so wollte sie doch Frau Orland für die Empsehlung danken. Als Ketto klingelte, machte Frau Orland selder auf. Freundlich grüßte sie und sagte dann:„Sie sind es? Also— herzlichen Glückwunsch und— willkommen!“ Ketty stand wie betäubt.„Sie sind auf? Ich glaubte. Frau Orland nahm sie am Arm und fuhrte sie ins Haus.„Draußen ist es zu kalt! Setzen Sie sich. Kind. Ich werde Tee holen. Es ist lieb von Ihnen, daß Sie nach mir sehen wollten. Nochmals— ich gratuliere Ihnen. Mein Mann hat angerusen und mir berichtet, daß alles gut ging. Ich dachte es mir ja. Und das habe ich auch dem Direktor gesagt.“ „Aber... sind Sie denn nicht krank?" Ein gutmütiges Lächeln umspielte Frau Orlands Mund:„Nichts als Anstellerei! Ich habe mich nur interessant machen woller“ Fräulein Werup ließ die Blumen, die sie immer noch in der Hand hielt, sinken „Verzeihen Sie mir, Frau Orland...“ Kathi steht vor einem Rätsel Von HANS HOLFERT Kathi war noch klein. Kathi ist gerade so groß. daß sie, wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellt, die kecke Stupsnase über Nachbars Gartenzaun in die weite Welt stecken kann. Klar. daß Kathi noch nicht in die Schule geht, sondern zunächst einmal den Kinder garten mit ihrem Besuch beehrt und dort alles auf den Kopf stellt. Denn Kathi spielt gern. Und ihr liebster Spielgefährte, ihr Kamerad, mit dem sich nach Herzenslust tollen und toben läßt, das ist der Wind. Und weil nun Kathi den Wind liebt, gibt es in ihrem jungen Leben ein Ding. das von ihr wohl noch heißer geliebt wird als der Wind, und das ist der Kirsch baum im Garten des Elternhauses, und das sind weiter alle Bäume, die es nur gibt! Baum und Wind sind bei Kathi nur zwei Worte für einen einzigen Begriff. Es gibt keinen Wind ohne Baum— es gibt keinen Baum ohne Wind Denn— das steht unumstößlich für den kleinen Wild sang fest: die Bäume machen den Wind! Das ist doch so einsach! Guck nur einmal ganz genau hin. Dann merkst du bald, daß gar kein Wino weht, wenn die Bäume alle so still und regungslos stehen, wenn sich kein Zweiglein rührt und kein Blatt sich schüttelt. Der Baum ruht, der Baum schläft, der Baum träumt. Stundenlang— tagelang. Mit einem Male aber wacht er aus seinem Nichtstun auf. Er schüttelt die Blätter, er wiegt die Zweige, ächzt und stöhnt und schnauft wie ein Riese. Mit tausend grünen Fächern wirbelt er die Luft durcheinander——— und schon ist es Wind! Mögen die Geschmister, mögen Nachbarskinder und Spielkameraden. mögen selbst die großen, erwachsenen Menschen mitleidig lächeln, sie sind halt alle dumm wenn sie nicht sehen wollen, daß nur die Bäume den Wind machen und den Sturm. Den Wind, den macht ein einzelner Baum, es können aber auch zweie oder dreie sein!— Sturm aber ist dann. wenn ein ganser Wald plötzlich aufbegehrt aus seiner Ruhe und mit dumpfem Brausen und Knurren mit seinen Aesten und Zweigen die Wolken in Benegung bringt! Das Kathi Mädel ist glücklich in seinem kostlichen Wissen So glücklich, daß es den Vater solange bittet und bestürmt, ihm in der schattigen Krone eineniedrigen Bäumleins einen Sitzplatz zu dauen bis der Vater einwilligt und das Katbikind ein sicheres Nest lein sein eigen nennt. um das die Vögel grun und gelb werden könnten vor Reid. wenn sie das nicht ohnehin schon wären Ob— in das schön. da oden im Grün! Ein ge ländertes Trepplein führt hinauf, durch ein weit maschiges Gitterwerk läßt sich hineinschauen in die unergründliche Fracht. und daß man nicht so leicht hinunterfallen kann, dafür ist schon gesorgt. Und wenn mal wieder einer ein Märchenbuch schreibt, dann steht da ganz gewiß die Geschichte von der kleinen Wind macherkönigin drin, die in einem Baum wohnte. und wenn sie die Zweige rüttelte und schüttelte, dann hielten die Menschen auf den Straßen idre Hüte fest und riefen einander zu: Vorsicht— die Windkonigin ist ausgewacht Solche Dinge dachte Klein Kathi Da geschah es eines Tages, daß der Vater sein nret bei der Hand nahm, um mit m einen Besuch im Nachbarstadtchen zu machen. Es war strahlender Sonnenschein, nur wenige Wolken zogen unendlich langsam am Himmel dahin— und der Aitschdaum stand da, als sei er aus Eisen. Rein Lüsichen ruhrte sich. Aber als sie dann. nach einer guten halben Stunde Wegs, auf einer Brucke einen Fluß überschritten, da wehte dort mit einem Male ein destiger Wind. Und doch war weit und breit kein Baum zu seden und noch viel weniger ein Wald. Ganz verdutzt blied da die Kathi stehen, schaute sich den Himmel an, dlickte in den Fluß. äugte argwohnisch zum Vater hin und meinte endlich:„Wollen wir nicht umkehren. Vati, mein Kitschdaum ruft uns?" Da tat der Vater etwas, was er bei einigem pädagogischem Geschick nicht datte tun sollen, er erwiderte: „Sichst du. Madel. es ist doch nicht der Baum. der den Wind macht Dort hinten im Osten steht unser Haus mit(arten und Baum. und der Wind kommt gerade von der entgegengesetzen Seite, vom Westen. Er kann uns also gar nicht rufen. Und ein andeter Baum ist nicht hier. Hier stehen lauter Häuser und Mauern. und die können sich nicht rütteln und regen. Es ist also auch Wind, wo kein Baum ist.“ Das mußte Klein Katdi denn auch einsehen. Aber sie ward traurig uder diese Erkenntais. Wo bisher eine so liede, vertraute Sache um sie gewesen war, da stand jetzt in ihrem jungen Leden ein garstiges, unheimliches Ratsel. Die Sonne schien plotzlich gar nicht mehr so bell, die Luft war nicht mehr so warm es war üder haupt alles nicht mehr so, wic es noch vor wenigen Minuten gewesen war Und als Katdi adends bei der Heimkehr an ihrem disher so geliedten Kirschl aum voruberging, da stadlen sich ein paar blanke Tranen in idre Augen Es war nicht so leicht zu verwinden, daß gerade ihr Baum ihr das angetan hatte: immer den Eindruck iu erwecken als od er es sei, der den Wind mache Die ganze Nacht hat das kleine Madel nicht geschlosen. Wer macht denn nur den Wind“ Wer macht den Wind"— Das hat sie dis zum Morgengrauen gedacht und gefragt und gegrübelt— und keine Antwort bekommen Ein kleines Madel steht vor einem großen Rätsel. Und das luftige Auschelplatzchen im Baum steht alleweil leer. DER SONNENSTICH Fine lustige Geschichte LIESBET DIL. L * * Während der Kellner den Kaffee einschenkte, sah Fräulein Werup durch das Fenster hinaus auf den Markt, wo die Menschen im Sonnenschein spazieren gehen. Erst als der Kellner fort war. wandte sie sich an ihren Vetter, der ihr gegenübersaß. „Na. Thorkild, was war es denn, was du sagen wolltest?“ Ihre Stimme klang mude und so. als sei es ihr vollkommen gleichgültig, was er zu berichten hätte „Du mußt den Mut nicht sinken lassen, Ketty", be gann er leise, aber eindringlich.„Du darfst den Glauden an dich selder nicht verlieren. Du hast Talent Und du spieltest gestern abend ausgezeichnet. Wenn du so beibleibst, wird man dich bald bemerken.“ Sie hatte Zucker in ihren Kaffee getan und rührte so hastig mit dem Teelöffel um, daß man über ihre Stimmung nicht im Zweisel sein konnte. „Aber die Rollen, die ich bekomme“, sagte sie bitter „Niemals etwas anderes als Nebenrollen. Immer nur Hausmädchen oder halbkomische Kusinen vom Lande Rein— ich habe keine Zukunft am Theater— nicht, solange Frau Orland da ist.“ Ihr Vetter legte seine Hand auf ihren Arm:„Ich glaube, daß sowohl du als auch andere Frau Orland mit zu scheelen Augen ansehen! Es ist doch nur natürlich. daß sie die Hauptrollen erhält. Man kann nun einmal nicht verneinen, daß sie hervorragend ist. Außerdem finde ich, sie macht einen sehr sympathischen Eindruck Ich habe gehört, sie ist außer einer großen Künstlerin auch eine sehr tüchtige Hausfrau, die ihren Haushalt ganz allein besorgt.“ „Nichts als Anstellerei!“ kam es beißend aus Kettys Mund.„Warum nimmt sie sich kein Mädchen, da sie es sich doch leisten kann? Nur um sich interessant zu machen! Man soll sie auch außerhalb der Bühne bewundern. Sie spielt eden immer Komödie, nicht nur auf der Bühne.“ „Still. still.... sagte der Vetter erschrocken. „Sprich nicht so laut. Man kann niemals wissen, wer hinter den Wandschirmen sitzt!" „Ach, das ist mir gleichgültig. Ich würde es ihr ins Gesicht sagen, was ich denke!" Trotzdem senkte Ketty ihre Stimme, obwohl sich das Gespräch nun um andere Dinge drehte. Sie mochte nicht mehr vom Theater sprechen, es verdard ihr nur die Stimmung, und sie fragte Thorkild nach seinen Ferienplänen und brachte ihn dazu, von seinem Kanu zu erzählen, das im Bau war. Der Kanusport war sein Steckenpferd; kam das Gespräch darauf. konnte er stundenlang darüber reden. Er hatte eben ein Stückchen Papier aus der Tasche Auf ihren Rädern fuhren Willy und Richard an der Saar entlang. Zwei Wochen Ferien, die Wind jacken auf die Sitze geschnallt, ein paar Mark in der Tasche für ein Heulager unterwegs, ein belegtes Brot und ein Glas Milch. Zum Sonntag würden sie bei Tante Emma in Trier übernachten. Diese gute Tante war Willys„Goth" und ihr„Stützpunkt“ auf dieser Ferienreise. Solange sie noch Geld hatten, eilte es ihnen nicht mit Tanze Emma und Trier.„Die Hauptsach' is“, sand Richard, der seine Mütze bei einem Handgemenge mit anderen Radfahrern verloren hatte, und dem der Wind in dem blonden Haarschopf spielte,„daß sie und Logis und Futter gibt“. Alles andere würde sich finden. So machten sie erst einen Abstecher in die Eisel, rasteten an den kalten, stillen Maaren im Schatten der Kapellchen, flickten ihre Räder am Weg. lasen sich Obst aus den Gräben auf und stahlen Gelbe Rüben aus den Gärten. Ihren Durst stillen sie an den Laufbrunnen, sie tranken das Masser aus der hohlen Hand, da sie Becher verachteten, und schlie fen im Heu. Es war heiß, gutes Wetter für das Heu. die Wae waren staubig und die Sonne drannte auf ihre KonFahren macht Durst. Die Mosel zog in vielen lanf ten Windungen neben ihnen dahin unter den blüden den Weindergen. In einem Dorf erspahte Richard der immer Hunger hatte, einen Kirschdaum mit prachtvollen roten Kirschen. Sie waren zu verlockend Willo turnte gewandt über den Mauerrand, der mit piten Glasscherden besetzt war, landete in den Bohnen. und entnahm dem reich besetzten Kirschdaum, was er n seine Rocktaschen hineinstopfen konnte. Auf einmal tönte Richards Pfiff: Achtung, es kommt jemand! Willy sah sich um Da nahte schon das Verhängnis. ein Mann aus kurzen Beinen, mit einem grunen Jägerhut näderte sich dem Garten. Er ichwang seinen dicken Knotenstock und schrie ihnen etwas zu. Es war der Feldichutz, der gefurchtete Wächter des Landes. Willo schwang sich eiligst uder die Mauer. wobei er mit seiner neuen Hose in den Glasscherben hangen blied. Sie bestiegen idre Rader und fuhren davon. daß der Staud wirdelte. Ein zottiger Spinz nahm ihre Berfolgung auf. und keiste atemlos hinter den beiden kadelnden der. aber idre Rader waren frisch geolt, und sie erreichten den schützenden Wald, der Spinz blieb zuruck... Als sie außer Sehweite waren. steilten ie idre Rader ins Dickicht und verzehrten ihre Beute Plötzlich griff Willy an sein Beinkleid.„Du. ich glaud, ich dab mir die Bux zerriß“, sagte er— Richard untersuchte die Hose. Sie war auf der Sitzfläche aufgeschlitzt.„Das werden mir gleich hau“. versicherte Richard. Seine Mutter hatte ihm ein Nähzeug eingesteckt. Mit einer Stopfnadel, die ergent* ** * 2 0 2 s 2.5 2 B 2 g 9 BEILAGE ZUM HERNER ANZEIGER Samstag, 25. Juli 1936 Nr. 173 18000 Jugendliche im Anmarsch Eine Zeitstadt um Berlin— 3000 Jentner Lagerstroh— Aus dem Speisezettel: Gulasch mit Makkaroni, Wirsing mit Rindsleisch Glocke ruft die Jugendimit Rindfleisch. Gulasch mit Makka Taiale 1098# die Stadt der Olympischen Kartofseln= und Petersilientunke, Ru Spiele 1936, heißt ihre jugendlichen Gäste besonders herzlich willkommen. Das OlympiaJugend=Unterkunftsamt stellt über das ganze Stadtgebiet weit über 400 Jugendunterkünfte zur Verfügung, die sich hauptsächlich in Schulen und Turnhallen befinden. Ein anderer großer Teil der 25000 Jugendgäste wird in großen Zeltlagern sein Heim ausschlagen. Bereit sein ist alles, sagt sich die Stadt Berlin, denn der großte Teil der 18000 Jugendlichen, die sich als slympiabesucher angemeldet haben, ist bereits auf dem Buchstäblich auf dem Marsch, denn nur ein #leil rann sich die Reise mit der Bahn leisten: die inderen schreiten rüstig aus, um so schnell wie möglich die Landstraße roni. Kochsisch mit nder=Ragout, Weißkohl mit Hammelfleisch, Kartoffelsuppe mit Würscchen, Mohrrüben mit Schweinefleisch usw. Das Abendessen besteht ebenfalls aus einer kräftigen Suppe und aus drei Scheiben Vollkornbrot mit Butter bestrichen. Wer die Suppe verschmäht, erhält dafür Tee und Zucker. Die Gesamtverpflegung des Tages kostet pro Person 1.10 RM. Es wird aber carauf gehalten, daß jeder sein eigenes Geschirr mitbringt: Eßnapf. Trinkgesäß und Besteck. Auch in Bootshäusern und anderen Unterkünften mit selbständigen Küchen ist eine gute Verpflegung für 1.10 RM. gesichert. Der ganze Speisezettel für die Tage vom 27. Juli bis zum 20. August ist fertiggestellt und gedruckt. Es kann also an nichts fehlen. Sonst wird den jugendlichen Gästen jede Erleichterung Glumpiazeiten „Mit 1.8 Sekunden Vorsprung“.— Die Olympia-Ziel Zeitlupe im Film un In der Stadt gewährt, die sich nur erwarten läßt: Führungen und der Olympischen Spiele die Glieder strecken zu können. Wanderungen. Fahrpreisermäßigungen und viele andere Dinge. Jugendherbergspflichten gelten in den Unterkünften für alle Gäste. Jeder hat sich selbst zu bedienen, sein Bett in Ordnung zu halten und sein Eßgeschirr zu säubern. Berlin ist gerüstet, die Jugend der Welt zu empfangen. Es ruft seinen jungen Gästen ein herzlich Willkommen zu. Die Olympischen Spiele 1936 sollen ihnen ein unvergeßliches Erlebnis werden, das dazu dienen möge, Deutschland kennen zu lernen und zu verstehen wie möglich stellte. Das war keine Kleinigkeit Stadt, die durch den ungeheuren Zustrom ohneis genotigt war, fast jeden Meter ihres Bodens ausnutzen. In allen Stadtteilen mußten die verfügbaren Einen harten Kampf lieferten sich beim 2er-Mannschafts=Kegeln auf der Internationalen Bahn die Vertreter von USA. Finnland und Deutschland um die ersten Plätze. Die Deutschen Mittag und von Dungen kamen durch ihren schlechten Schlußstand um den Endsieg und belegten nur den 4. Platz. Auch der 7. und 8. Platz fiel an Deutschland, während als Sieger die Amerikaner Baumann und Grygier mit 1648 Holz vor den Finnen Grönstrand und Christoffersson mit mit 1630 m Donnerstag wurde in der Deutschlandhalle der Kampf der Nationen auf der internationalen Bahn So sind viele seit Wochen unterwegs, aus Holland, Schweden. Länemark, Italien. England und Ungarn. Wer ein Rad sein eigen nennt, hat es schon besser. Zu kleinen Trupps haben sie sich zusammengeschlossen und treten rüstig in die Pedale. Nachts wird ein billiges Quartier bezogen, und bei dem schönen Wetter nimmt man noch lieber bei Mutter Grün vorlieb, besonders wenn man ein naar Zeltplane im Gepäck hat Für diese Regimenter der Jugendlichen galt es Unterkunft zu schaffen. und zwar eine, die sich für die Gäste, die ja noch nicht zu den Großverdienern gehörten o billig wie für eine dies zun Räume. Schulen. Turnhallen usw. zu Jugendherbergen umgewandelt werden, und da das auch noch nicht genugte, mußte geeigneter Platz für Zeltlager ausgesucht und bereitgestellt werden Viele Monate hindurch beschäftigte sich das Olympia=Jugend=Unterkunftsamt mit der Organisation dieser Dinge. Alle Behörden des Inund Auslandes erhielten Unterkunfts=Bedarfsanmelde= formulare, die der Antragsteller nur auszufüllen hatte damit für ihn die gewünschte Anzahl von Schlafsäcken und Eßgeschirren bereitgehalten werden konnte. Aber da jeder sein eigenes Bett zur Verfügung haben soll. 1634 Holz hervorgingen. Deutschland kam müssen 20 000 Strohsäcke hergerichtet werden. In Holz auf den vierten Platz den nächsten Tagen wird der Arbeitsdienst sich an die Arbeit machen und nicht weniger als 3000 Zentner Stroh zu den Unterlagen für die Bertstatt herrichten. Auch 20 000 bis 25000 Decken stehen zur Verfügung. wobei man allerdings annimmt, daß jeder der jugendlichen Gäste noch eine Decke selbst mitbringt. Damit alles sauber und ordentlich zugeht, herrscht für die Benutzung der Lager Wäschezwang, wie es auch in den deutschen Jugendherbergen der Fall ist. Um das zu vereinfachen, erwartet man, daß jeder etwas Bettwäsche mitbringt, zumindest einen Schlafsack aus hellem Wäschestoff. Nun sind die Organisatoren des Jugend=Unterkunftsamts erfahrene Fachleute, und sie wissen genau, daß die Vorschrift allein noch nichts hilft. Wer also keinen Schlaisack hat, kann ihn für einen ganz geringen Preis an Ort und Stelle in Berlin erhalten. Wer als Wasserwanderer in die Olymvia=Stadt einzieht, wird es natürlich vorziehen, am Ufer der Flußläufe zu bleiben; für die anderen sind Lagerplätze vorgesehen in Brieselang an der Nauener Strecke, im Volkspark Rehberge, an der Döberitzer Heerstraße und sogar im Tiergarten aus dem Sportplatz. Eine große Sorge bereitet natürlich die Verpflegungsfrage. Die Jugend hat immer Hunger. besonders wenn sie sich den ganzen Taa im Freien aufhält, und an das Selbstzubereiten der Mahlzeit ist unter den obwaltenden Verhältnissen nicht zu denken, deshalb wird die Vernflegung in allen Jugend=Unterkünften einheitlich gewährt. Städtische und private Kücheneinrich= tungen stellen sich in den Dienst der Olnmvischen Jugendgäste und gewähren das Essen zum Selbstkostenpreis. Für die Zeltlager werden die vierzehn Feldküchen der NSV in den Dienst gestellt. Lastautos übernehmen den SreiseTransport in den von den festen Küchen bereitgestellten Kübeln. Jeder wird dort verpflegt, wo er sein Lager hat. Es gibt gute deutsche Hausmannskost, stets wechselnd und reichlich. Nach dem Aufstehen hat man Anspruch auf einen halben Liter Kaffee und vier Brötchen mit Aufstrich(Butter oder Marmelade); mittags aibt es eine Liter=Portion warmes Mittagessen. z. B. Wirsingkohl In kurzer Zeit werden unsere Leser ihre Zeitung am Morgen und am Abend vor allem zu dem Zwecke aufschlagen, um die Ergebnisse der Olympischen Spiele zu suchen, um zu erfahren, wer eine goldene, wer eine bronzene Medaille erhalten hat, ob die Ausländer siegreich waren oder ob die deutschen Farben hoch gegangen sind. Gerade bei den leichtathletischen Kämpfen sind die reinen Zeitergebnisse das Wichtigste, und wie gebannt werden die Augen an den Ziftern kleben, die ankündigen, in wieviel Sekunden etwa die hundert Meter gelaufen oder geschwommen wurden. Wie werden aber diese Zeiten gemessen, und zwar jeweils so gemessen, daß nicht der leiseste Zweifel mehr übrig bleibt? Man wird zugeben, daß das Wie dieser Messung von ausschlaggebender Wichtigkeit ist, denn nicht nur runde Sekunden, sondern Bruchteile von Sekunden spielen heute, da viele Rekorde an die Grenze des Menschenmöglichen herangerückt sind, eine entscheidende Rolle. Selbstverständlich hat man bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele schon beizeiten einem einwandfreien Zeitmeßgerät die nötige Aufmerksamkeit zugewendet. Im Zusammenwirken der Physikalisch=Technischen Reichsanstalt und eines weltbekannten deutschen optischen Werkes ist in langen, mühevollen Versuchen eine„Olympia=Ziel= Zeitlupe“ entwickelt worden, die wohl das feinste und vollkommenste Instrument ist, das es für solche Zwecke in der Welt gibt. Es ist die Verbindung eines Zeitmeßinstruments mit einer Filmkamera, wird durch den Startschuß automatisch in Tatigkeit gesetzt und ermöglicht es, daß bereits zehn Minuten nach jedem Wettkampf ein fertiger Film vorgeführt werden kann, der jede wünschenswerte Klarheit über den Verlauf des Kampfes gibt. Das Neuartige an diesem Film ist, daß es ein plastischer Film ist. Die Aufnahmen werden nämlich durch zwei Objektive gemacht, die in Augenbreite voneinander angeordnet sind. Es werden also von zwei Objektiven auf zwei Filme Bilder aufgenommen, wie sie das rechte bzw. linke Auge allein sehen würde. Bei der Vorführung muß der Zuschauer dann eine Spezialbrille aufsetzen und erhält durch deren Gläser ein plastisches Bild. Es würde zu weit führen, hier die Gründe auseinanderzusetzen, warum eine solche Brille nötig ist und wie deren Gläser beschaffen sind. Wahrend des Filmens wird gleichzeitig eine genau gehende Uhr sowie ein Zeitmeßinstrument aufgenommen werden, das Zeitunterschiede bis zu einer Tausendstelsekunde festzustellen ermöglicht. Amerikaner beim Weltkeglerturnier erfolgreich um den Joe=Thums=Pokal eingeleitet. Als Sieger aus dem Dreimannschaftstreffen gingen die Amerikaner Ned Day, Ches Daw und Henry Marino aus Neuyork mit 2460 P. hervor. Auch die weiteren Plätze belegten mit Detorit 2430 und Columbus 2395 amerikanische Mannschaften; ein schöner Beweis dafür, daß der Keglersport in den Vereinigten Staaten eine ausgezeichnete Pflegestätte hat. Von den noch ausstehenden Deutschen Meisterschaften wurde am Donnerstag der Vereinskampf auf Dreierbahnen zu Ende geführt. Nach hartnäckigem Ringen ging Kiel mit 6030 Holz vor Berlin 5979 Holz, Halle 5958 Holz und Hannover 5955 Holz als Sieger und neuer Meister hervor. „Auf die Plätze.. Der Starter gibt mit seiner Pistole das Zeichen zum Beginn des Wettlaufs und setzt gleichzeitig die Zielfilm=Aufnahmekamera in Bewegung. (Weltbild.) Zehn Minuten nach jedem Wettkampf können also die Schiedsrichter ihren Spruch an Hand des erwähnten Films kontrollieren und nötigenfalls richtigstellen Selbstverständlich ist für den Fall Vorsorge getroffen, daß etwa eine solche Apparatur unerwarteterweise mal versagt, sie ist doppelt vorhanden, jeder Kampf wird also völlig unabhängig voneinander zweimal aufgenommen. Deutsche Technik und Erfindergeist haben damit ein vollendetes Instrument für den Dienst bei der Olympiade geschaffen, das in wenigen Tagen seine Feuerprobe ablegen und ohne Zweifel auch fernerhin in ausgedehntem Maße bei sportlichen Wettkämpfen Verwendung finden wird. „4.*% Trefspunkt der Kegler aus aller Welt Deutschlandhalle in Ueberblick über die großen Kegelbahnen in der schaften der Kegler ausgetragen werden Berlin, wo die Weltmeister(Presse=Bild=Zentrale=M) im Tuhn# hängt selten von Zufälligkeiten ab! Wichtige Wegbereiter des Erfolges sind Kenntnisse auf vielerlei Gebieten, Kenntnisse, die immer wieder erneut, ergänzt werden müssen! Dem Erfolgreichen ist da die moderne Tageszeitung Brücke gu vielem Geschehen, zu großem Wissen! Lesen Sie täglich den Herner Anzeiger, empfehlen Sie ihn Ihren Freunden und Bekannten! Bezugspreis halbmonatlich nur RM. 1.08. Karlchen und der Einzug der Jankees 400 Amerikaner im Olympischen Dorf-. Jesse Owen. der Mann, der drei Goldmedaillen holen soll— Deutschlands Garde gerüstet- Drei Westfalen in der Olympia-Jußballmannschaft—. Auch „ Petrus macht ein freundliches Gesicht ####tra, die Yankees sind da! Gestern haben sie ftierlichen Einzug in die deutsche Reichshaupt das Olympische Dorf gehalten, die 400 Gentund Ladies, die mit der„Manhattan“ über den großen Teich zu uns herübergekommen sind und in acht Tagen das ganze Reichssportfeld auf den Kopf stellen wollen. Mitten unter ihnen, schwarz wie der Mohr von Venedig, der eifersüchtige Othello. Jesse Owens, Amerikas größte Olympia=Hoffnung, der allein drei Goldmedaillen davonschleppen soll. Karlchen weiß das alles natürlich nur vom Zeitungslesen. Jetzt schon nach Berlin zu fahren, kann Karlchen sich mit Rücksicht auf seine ohnehin schon geschwächte Kriegskasse nicht leisten. Aber Karlchen wird den schwarzen Teufelskerl schon früh genug zu sehen bekommen. Karlchen ist riesig gespannt, ob der Vursche wirklich noch schneller laufen kann als Nereide, Deutschlands berühmte Wunderstute, die sich ja morgen das Braune Bande von Deutschland holen soll. Ganze 100000 Emchen gibt es bei diesem großen Rennen in München einzusacken. Karlchen hat schon manchmal, wenn ein solch großes Turfereignis auf dem Programm stand, den geheimen Wunsch verspürt, doch auch ein Vollblüter zu sein. Was meinen Sie, meine lieben Herner Freunde, was Karlchen da loslegen und den anderen Mitbewerbern für eine Naht vorlegen würde. Für 100000 Emchen liefe Karlchen sich, da können Sie Gift drauf nehmen, die Lunge aus dem Halse. Aber nach dieser kleinen Abschweifung in das August Lenz, der blonde Borussenstürmer aus Dortmund. Gut, daß er sich von seiner Blinddarmerkrankung so schnell erholt hat, denn der Bursche hat Karlchen bei den Aufstiegspielen mächtig imponiert. Das ist wirklich ein Vollblutstürmer voll Saft und Kraft. Der fackelt nicht lange, sondern geht dran wie Blücher und schießt aus allen Lagen. Karlchen ist mächtig gespannt darauf, wie die Krüger— van Haaren sich im ten Plaudereien machen kann. Karlchen hat wie jeder[Herbst mit ihnen abfinden werden. Uebrigens soll anständig denkende Mensch nur den einen Wunsch,'sich in der westfälischen Bierstadt allerhand tun. Man daß in dem so schwer geprüften Lande der Kastag= serzählt, daß die Borussia im Herbst mit einer Bomnetten bald wieder Ordnung und Friede herrscht, benmannschaft herauskommen werde. Neben SieSollte das bis zum Beginn der olympischen Spiele metsreiter, dem Rechtsaußen von Bayern München, der Fall sein, so wird Karlchen den Spaniern bei sollen noch ein paar andere Kanonen eingetrudelt ihrem Einzug in das Reichssportfeld ein ganz be=sein, die in Dortmund ihr Dienstjahr abkloppen sonders kräftiges Evviva entgegenschmettern. müssen. Nun, Karlchen kann's schon recht sein. Dena Wie im übrigen die Aussichten der Olympiadelse stärker die westfälische Gauliga in der kommenden sind, mit welchen Hoffnungen unsere Leichtathleten, Schwimmer, Ruderer, Turner, Boxer, Radfahrer, Hockey=, Handball= und Fußballspieler, unsere Reiter und Schützen in den Kampf ziehen, alles das wird in den Zeitungen den Lesern ja jetzt tagtäglich in so langen Spalten auseinandergesetzt, daß Karlchen sich einen Kommentar sparen kann. Wir machen uns da keine törichten Hoffnungen, haben uns keine großen Rosinen in den Kopf gesetzt, aber wir werden unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen. Darauf kannst du dich verloten!" wie es in dem schönen Lied der Junggesellen unserer Unannehmlichkeiten Nachbarstadt Bochum heißt. Unsere Jungens und Madels sind auf das beste gerüstet, sie wissen, was sie ihrem Vaterlande schuldig sind, und sie werden das Letzte hergeben, was in ihnen steckt. Darüber herrscht bei Karlchen kein Zweifel. Und das werden auch die Yankees, wird auch der Jesse Owens zu spüren bekommen, wenn er auch dreimal so weit springt, wie der Ostbach an seiner reißendsten Stelle breit ist. Saison am Start erscheint, umso interessanter wird die Geschichte. In den letzten Jahren fing es ja auch bereits an, langweilig zu werden; immer Schalke, Schalke und nochmals Schalke, und dann mit weitem Abstand die anderen. Auch bei den Strünkedern soll ja hoffnungsvoller Zuwachs zu erwarten sein. Na, hoffentlich ist es nicht wieder so ein Onkel aus der Stadt, an der der Fluß mit dem merkwürdigen Namen liegt, wo die Leute anscheinend so schnell Leine ziehen. Die Geschichte hat Karlchen damals allerhand eingetragen. Solche Sprüche hatte er in benachbarten Fußballagern über die Kanone aus dem Norden gekloppt, und als sie los gehen sollte, da war sie schon wieder weg. Kunststück, das Karlchen sich von den anderen machtig verappeln lassen mußte. Also Herrschaften vom SCW, bringt Karlchen diesmal nicht wieder in solche Verlegenheit Entweder den ganzen Kerl oder garnichts. .„—: Doch, um zu unseren Fußball=Olympioniken zuNun hat der Herr Doktor Nerz auch die Namen rückzukommen, also Karlchen gibt ihnen eine reelle deren können auch nur mit Wasser raffinierte Burschen wie damals in g„u.# Gesellen aus Uruguay, die den guten andere Sochen, Harf vo; v 11: zum Gegenstand unter ihnen auch drei Sohne des Kohlenpotts Hans Kalb so in Rage brachten, daß er alle guten seiner sonntäglichen, auf den heiteren Ton abgestell= befinden, die beiden Schalker Urban und Gellesch und Manieren vergaß und den gewissen Korperteil eine: Reich unerfüllter Träume zurück zu unseren olnmer der 22 Fußballspieler bekannt gegeben, die Deutsch= Chanc schen Gästen. Sie sind jetzt fast alle eingetrudell, land im Fußball zu olympischen Ehren bringen sollen von den Spaniern hört man nichts. Die vapen##: Karlchen ist machtig stolz darüber, daß sich Amsterdam, die G# andere Sorgen. Aber das ist eine so kränrige an— Ihnsn guch brei Sohne des Roblenpolte l#nn, Gelb in in der exotischen Fußballjongleure mit dem runden Lederball verwechselte, sind diesmal ja wohl nicht drunter. Kinder, war das damals ein Theater in Amsterdam, als der Schiedsrichter mit dem Fez den Nürnberger vom Platz setzte und zu allem Ueberfluß hinterher auch noch Richard Hoffmann, den nachmaligen Schüßenkönig der sächsischen Fußballfelder, folgen ließ. Karlchen dröhnt noch heute das Geschrei in den Ohren. Hoffentlich verlauft die diesjährige Olympiade friedlicher, und wird in sportlich einwandfreiem Kampf der wirklich Beste ermittelt. Aber über alles das ist Karlchen unbesorgt. Die Olympiade 1936 ist in jeder Beziehung so vorbildlich organisiert, daß da nichts passieren kann. Es wird für jeden Besucher, davon ist Karlchen selsenfest überzeügt, ein Erlebnis werden, daß er es in schönster Erinnerung behält. Schon jetzt der Auftakt, der Fackellauf von Griechenlands geheiligter Olympiastätte durch die sieben Länder zum Reichssportfeld, war derart feierlich und eindrucksvoll, daß Karlchen sich schon im Geist vorstellen kann, wie die Begeisterung im Reichssportfeld emporlodern wird, wenn am 1. August die Nationen ihren feierlichen Einzug halten. Angesichts dessen und im Vorgefuhl dieser Freude fallt es Karlchen auch schwer, sich nach dem Kleinkram im heimatlichen Bezirk umzusehen. Viel hat sich ja hier in den letzten acht Tagen nicht getan. Morgen treten auf der Radrennbahn auf dem Germania-Platz wieder die Ritter des Stahlrosses in die Pedale, werden Runde um Runde ihre Kreise ziehen und durch ihre glanzenden Spurts das Herner Publikum wieder in die rechte Stimmung versetzen. Für Karlchen ist das alles momentan nur ein Vorspiel, ein Präludium für die große Sport=Sinsonie, die in der ersten Augustwoche in der deutschen Reichshauptstadt erklingen wird. Erfreulicherweise hat sich der gute Petrus inzwischen ja auch eines Besseren besonnen, und hat dem Wetter wenigstens in etwa sommerliches Format gegeben. Hoffentlich bildet auch der morgige Sonntag in dieser Hinsicht keine Ausnahme. In dieser Erwartung für heute Schluß mit einem kraftigen: Heil! 8 7 Herner Turner in Bochum Mannschaftskampf des Fachamtes Turnen auf dem Sportplatz an der Krümmede wird in fünf Klassen. Das Meldeergebnis ist sehr gut, so daß es in den einzelnen Disziplinen zu harten Kämpfen kommen wird. Abends vereinigen sich die Suder in ihrem Vereinsheim zu einem Kommers mit Siegerverkündigung und=ehrung. Wer darf zum Harkortbergsest?(Vielseitigkeit für die Winterarbeit des Volksturners Auf dem Sportplatz an der Krümmede in Bochum Von den zahlreich gemeldeten Mannschaften ragen kommt am Sonntagnachmittag für die Vereine des die des Turnvereins Bochum 1848, der Turngemeinde Kreises Bochum der Fachschaft Turnen ein gemischter Ehrenfeld und des Herner Turnklubs hervor. Unter Mannschaftskampf zur Durchführung. Der Kampf umfaßt 9 verschiedene Uebungen und zwar vier volk tümliche(leichtathletische), 4 Gerateubungen am Reck, Barren, Pferd und 1 Bodenübung. Das Meldeergeb nis zu diesem Mannschaftskampf— jede Mannschaft bestehr aus 6 Volksturnern— ist äußerst günstig aus gefallen. Von den Herner Turnvereinen beteiligt sich der Herner Turnklub allein mit zwei Mannschaften. Der Mannschaftskampf, der in seiner Form zum ersten Male innerhalb des Kreises Bochum ausetragen wird. sieht nicht nur, wie bisher üblich, durchweg leichtathle tische Uebungen vor, vielmehr haben die Könner des Nagelschuhs auch an den verschiedenen Geräten vor geschriebene Leistungen zu meistern. Obschon von den Teilnehmern keine hervorragenden Leistungen auf Ausscheldungskämpfe der Harpener Berosungleute Am Sonntag morgen findet auf der Kampfbahn der Zeche Recklinghausen II in Hochlarmark die Ausdiesen drei Genannten sollte auch das Ende liegen. scheidungskampfe der Bergjungleute aller AnlernZwei Mannschaften des Herner Turnklubs lwerkstätten der Harpener Bergbau=AG. statt. AusBesonders stark steht die 1. Mannschaft des getragen wiro ein Fünfkampf, bestehend aus Weit5 T C mit Wietelmann, Stratmann, Schlegel, Suh= hochsprung, Stadweitsprung, Kugelstoßen, Scheuder: ling, Hosberg und Caspelherr Fritz. Auch die 2. ballweitwurf und Laufen. ven Abschluß der Mannschaft mit Thöne, Rether, Rocholl, Zakoll, naltung bilden Massenfreiübungen nach Musik und Heine und Suhling II verfügt über ein gutes durch die Siegerehrung. ichnittskönnen und sollte im Kampf um die Platze einn Wort mureden. Die leichtathlerischen Schalke 04 spielt Sonntag in Süddeutschland Uebungen setzen sich aus dem 100 Meter=Laus, Einweihung des„Willy-Sachs-Stadions in Schweinfurt am Main. dem Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen zusammen. Dazu kommen noch die obenerwähnten Geräteübungen. Die beste Mannschaft aus diesem Leistungskampf, der ohne Zweifel großes Interesse hervorrufen wird vertritt den Kreis Bochum auf dem diesjährigen Harkortbergfest, wo die dem Gebiete des Gerateturnens verlangt werden, sind besten Mannschaften aus den 16 Kreisen trotzdem exakt geturnte Schulübungen, die nach Punkten gewertet werden, erforderlich, um einigermaßen günstig auf die Gesamtleistung der Mannschaft ein zuwirken. Nicht zuletzt soll den Volksturnern durch diese neuartige Maßnahme von Augen geführt werden, wie wertvoll auch das Geräteturnen in seiner Westfalen ine der gleichen Kampfart um den Siegel Westfalen in der gleichen Kampfart um den Siegeslorbeer ringen werden. Gespannt darf man auf das Abschneiden des Herner Turnklubs sein, der in der Mannschaft des Turnvereins Bochum einen äußerst, starken Gegner antreffen wird. Der Konsul, Sturmbannführer z. b. V. im Stabe des Reichsführers der SS, Willy Sachs, erbaute seiner Vaterstadt Schweinfurt ein herrliches, modernes Stadion und schenkte es der Stadt in hochherziger Weise. Das herrliche Stadion wird Sonntag eingeweiht, dabei wird ein Großfußballkampf trotz der Sperre ausgetragen. Gegner sind: Gelsenkirchen-Schalke 04, 1. J. C. Schweinfurt 05. Die Schalker werden dieses Spiel ohne die Olympia=Anwärter Gellesch und Urban austragen. Kraft durch Freude" Sportkurse an Sonntag Der neue Reichssportabzeichen=Vorbereitungskure sus für Frauen und Manner findet am morgigen Sonntag auf dem Westsalia=Stadion und zwar von 8.30 bis 10 Uhr statt. Gebühr 20 Pf. Am heutigen Samstag Kinderschwimmen im Herner Sommerbad vone 19 bis 20 Uhr, anschließend Ana bogtich ue n Dlympiagaste an Bord der An Bord des Schnelldampfers„Bremen“, der mit Fahrausten am der Heimreise begriffen ist, kommen Colonel William Me Garland, Mitglied des amerikanischen Olympischen Komitees, und Jigore Kano vom japanischen Olympischen Komitee über Southampton nach Deutschland. Als Olympiagäste reisen mit dem gleichen Schiff: R. T. Jones, ehemaliger Golfmeister vone UISA., Dr. Peter###esseler, Vizeprasident der Deutsch Amerikanischen Sportvereinigung, John E. Alman, Mitglied des amerikanichen Finanzkomitees für die Olympischen Spiele, R. Bruce Douglas, Sportdirektor Amerika und viele andere beim CB3M in mehr. Wettkämpfe der Höheren Schulen Weitialens Banner=Wettkämpfen Das Radrennen auf der Germania=Bahn Wer gewinnt das 100 Kilemeter=Mannschafterennen? Auf der Kampfbahn Germania, findet am Sonntag eines der interessantesten Radrennen des Jahres statt. Für dieses 100=Kilometer=Rennen ist nur die beste Amateurklasse verpflichtet. Die Herner Radsportfreunde werden wie immer sich eine solche Delikatesse nicht entgehen lassen. Fahrer wie Postler, Schmidt, Klemme, Oberquelle, Niermann, Schievenhövel, Nimptsch, Hornig, Hoffmann, Budenbender, sowie die aus dem Rheinland startenden Tobias, Feldmann, Krüll, Paduschek, Eichler, Knigma, Niermann, Schievenhövel und die Gebrüder Müller aus Münster bieten die Gewähr für ein erstklassiges Rennen. Aber auch Bergmann, Schlegel, Dolle, Langholz werden thre Haut so teuer wie möglich zu Markte tragen Die Paarungen sind wie folgt: Schmidt=Herne— Postler=Bielefeld, Klemme— Oberquelle=Bielefeld, Nimptsch=Dortmund— Hornig=Essen, NiermannMünster— Schievenhövel-Münster, Hoffmann— Büdenbender=Bochum; Paduschek=Köln—. KnigmaBrühl; Eifler=Hürth—. Tobias=Lindenthal, Gebr. Müller=Münster, Feldmann=Viersen— Krüll=Neuß; Langholz=Herne— Dolle=Dortmund, Bergmann— Schlegel=Bochum. Bei diesen guten Paarungen den Sieger anzusagen, wäre gewagt. Soweit die Mannschaften bekannt sind, werden die Plazierten wohl unter den Mann schaften Schmidt Postler, Klemme Oberquelle, Nier Herner Radsports werden. Ein gut besetztes Punktefahren für Jugendliche leitet den Renntag ein. Caractiola schneller als Rosemeyer Offizielles Training zum„Großen Preis“ auf dem Nürburgring. Schon der erste offizielle Trainingstag zum„Großen Preis von Deutschland“ hatte am Donnerstagmorgen einen nach Tausenden zählenden Interessentenkreis zum Nürburgring gelockt. Bei dem schönen Wetter, das eine klare Sicht über die in guter Verfassung befindliche Rennstrecke gestattete, erlebten die Besucher von unseren Meisterfahrern Rekordrunden, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Diesmal war es Rudolf Caracciola, der mit seinem Mercedes den jungen Bernd Rosemeyer übertrumpfte. Caracciola fuhr die Runde in der erstaunlichen Zeit von 10:03,1 Minuten und erreichte damit ein Stundenmittel von 136,2 km. Rosemeyere Rekordrunde vom Vortage stand bekanntlich auf 10:08. Manfred von Brauchitsch war der zweitschnellste Fahrer des Donnerstag mit 10:05. Für den Auto=Union=Fahrer Bernd Rosemeyer wurden 10:07 gestoppt. Morgens, als noch keine offiziellen Trainingszeiten genommen wurden, soll Rosemeyer nach mehreren privat gestopptundenVon den diesjahrigen Banner=Wettrampfen des Höheren Schulen Westfalens in Bielefeld liegt jetzt das genaue Ergebnis vor. Danach ergab sich folgende Reihenfolge: 1. Realgymnatum Soest. 174 Punkte; M sar 171.40. Wrnr 165 99 P.; 4. Hattin Auftakt zur Wurftauben=Meisterschaft 165.31 P.: 5. 2 Auf der Hermann=Göring=Anlage der Deuischen P.; Cocsfeld 159 P., ngyn tn see begannen am Donnerstag die Deutschen Meister= schum 154.1 P.; 12. Bünde 12 3/52 gur, schaften im Wurstaubenschießen, die den Auftakt zur 152,12 P., 14. Siegen 149/99, 8 g m 17 H.Härd: großen Weltmeisterschaftswoche der„Wurftaubenschüt 16. Castrop=naure: 1#0.15„ zen bilden. In acht Serien zu je 25 Schuß mussen 148,14 P.; 18. Lippstadt 146,82 P.; 19. Bottrop 146,12 insgesamt 200000 Schüsse erledigt werden. P.; 20. Lüdenscheid 148 Obwohl am Donnerstag 132 Schützen antraten, 22. Gütersloh 144,49 P., wurde das Tagesprogramm in nicht ganz acht Stunden erledigt. Nach den ersten 100 Schuß liegt der Ungar Alerander von Dora mit 93 Tauben(24, 22, 24, 23) in Front vor Weltmeister Dr. SackDüsseldorf mit 92 Tauben(23, 21, 24, 24). Die wei19. P.; 21. Hamm 145 P.; Dortmund 144,31 P. tere Reihenfolge: 3. Dr. Halassy=Ungarn 92 Tauben; 4. Dr. von Lumnitzer=Ungarn 91 Tauben; 5. Hptm. von der Bongart= Deutschland 90 Tauben; 6. Dr. Schmidt=Deutschland 90 Tauben; 7. Jotzer=Ungarn 90 Tauben: 8. Stoici=Ungarn 90 Tauben; 9. Dr. SchöbelDeutschland 90 Tauben; 10. Jenskiens=England 90 Tauben. Carl Bilz=Hamm wurde geehrt Der Kreisfachamtsleiter des Fachamtes Leichtathletik im Kreis Hellweg, Carl Bilz=Hamm, erhielt jetzt den Ehrenbrief des Reichsfachamtes. Bilz ist ein alter westdeutscher Leichtathletikpionier, der als Aktiver früher im Bergisch=Märkischen Gau und später nach seiner Uebersiedlung nach Bochum oft Gaumeister in den Mittelstrecken wurde. Bilz ist im letzten Jahr als Organisator der Westfalen=Sonderzuge zu den Olympischen Spielen in Berlin hervorgetreten. Trabrennen zu Recklinghausen mann Schievenhövel und Nimptsch Hornig zu suchen ten Zeiten 9:58 erzielt haben, was einem sein. Hornig, der erstmalig wieder an den Start geht, mittel von 140 km gleichkäme. hat schon die beste deutsche Klasse, unter anderem die! Diese Trainingszeiten deuten auf einen erbitterten weltbekannten Lohmann und Bautz, geschlagen. Der Kampf hin. Sie sind die Bestatigung dafür, daß unHerner Schmidt. der sich in Herne zum ersten sere Wagen noch schneller geworden sind. Mal vorstellt, wird bald der erklärte Liebling des— Gedächtnis=Ringen der Einigkeitsringer Einigkeit Herne 1919 e. V.(2. Bezirksliga) gegen Essen=West 03(Gauliga) Der deutsche Meister Neuhaus am Start 1 BSK 30 Sodingen- Vorring Muhlheim Der Kraftsportverein Einigkeit veranstaltet morgen(Ruhl) abend in den Gartenanlagen von Köhlhoff, K.=Wilhelmstraße, zu Ehren seines verstorbenen Kraftsportpioniers Walter Velten, einen Freundschaftsringkampf lden dortigen Borring und hat zu diesem Zweck den kampfstarken Gauligi= Heidkamp; Glebsattel„ nm sten des Gaues X verpflichtet, Essen=West 03, also ei= Drotziniki; Chmielewski— Schmidt: Jaschk, Gerthe Der BSK 30 fährt am heutigen Samstag nachmittag nach Mülheim zu einem Klubkampf gegen Es starten: Schlächter gegen I— Sommer: Leyk gegen gegen Ebertz; Ordziniak— Witzke; Ceranno— Nowaßki: in zwei Hauptkämpfen Burgath— Beich und Stratmann— Mattern. Leichtathletische Vereinswettkämpfe des BU Herne-Süd 1913 Morgen vormittag bringt der B2 Süd seine dies jährige leichtathletischen Vereinswettkämpfe im Lauf, vor Sprung, Wurf und Stoß zur Austragung. nen für Herne sehr gefürchteten Gegner, gewonnen. Wenn die junge Herner Staffel diesen Schritt wagte, so tat sie das in Erinnerung an den Wahlspruch Walter Veltens:„Nur an überlegenen Mannschaften bzw. Kämpfern können wir lernen!" Wie Walter Velten, der Mittelgewichtler und vornehme Kämpfer, dessen ruhmreiches Abschneiden in den Jahren 1927 bis 1928 gegen den Deutschen Mannschaftsmeister „Maxvorstadt Nürnberg“ und die damalige Weltmannschaft„Dan=Kopenhagen“, die mitzubesiegen ihm vergönnt war, noch in bester Erinnerung ist, war nicht nur in solchen Mannschaftskämpfen groß, sondern auch in Einzel= wie Bezirks= und Gaumeisterschaften, bei denen er des öfteren die Lorbeeren für Herne erkämpfte. Möge auch der zu seinem Gedächtnis veranstaltete Kampf dazu beitragen, seinem Ziele, den Kraftsport in Hernes Mauern zu festigen und zu steigern, näherzukommen. Die Paarungen sind folgende: Bantamgewicht: Wawyzyniak(H.)— Kreuz(E.) Federgewicht: F. Schareina(H.)— Maibaum(E.) Leichtgewicht: Ob Herne hier Wiehlert, Helduser oder glanzvollen Abschluß sonst einen Neuling einsetzt, bleibt abzuwarten, da! Während in den Rahmenkonkurrenzen italienider Herner Hülsmann beruflich verhindert ist, lsche, ungarische und französische Pferde am Ablauf Weltergewicht: Willy Schareina(H.)— Neuhaus II erscheinen, wird im Braunen Band nur die französi(E.) ssche Stute Corrida den Kampf mit der deutschen Elite Mittelgewicht: Hier dürfte die Begegnung des Gau= uumneymen. Der italienische Stall del Soldo hat seine meisters Willy Dettmarg(H.) und des deutschen ungeschlagene dreijährige Stute Archidamia gestri—.——„„ gzZx chen, da sie für den Prir de I'Arc de Triomphe vorbereitet werden soll. In England hat man mit Sind aus dem Stall Aga Khan und mit Bel Aethel andere Pläne, während die französischen Ställe sämtlich der Boussac'schen Stute Corrida aus dem Wege gehen. So bedauerlich die schwache Beteiligung des Auslandes im Braunen Band auch ist, so nimmt sie dem Rennen doch nichts von seinem hohen sportlichen Reiz, denn Am kommenden Sonntag setzt der Traberzüchter und Traberbesitzer=Verein in Recklinghausen sein großes Sommer=Meeting fort. Für die sieben Rennen, die auf dem Programm stehen, sind die Nennungen sehr zahlreich abgegeben worden, so daß mit starken Feldern und interessantem Sport zu rechnen ist. Besonders stark wird der einleitende Preis von Suder wich beschickt sein, in dem sich die gewinnarme Klasse auf 1900 Meter trifft. In dieser mäßigen Gesellschaft ist ja immer mit einer Ueberraschung zu rechnen. Nach Form müßten aber Else Lee, Bardame, Mafalda, Arrak und Klärchen D. die Entscheidung unter sich ausmachen. Im Preis von Hillen treffen sich die Zweijährigen. Hansi Watts Wehrmacht, Allax und Feinsliebchen kommen für den Ausgang des Rennens in erster Linie in Frage. Derby und Greif könnten die Ueberraschung bringen. Für die Amateurfahrer ist der Preis von Herten als Ausgleich ausgeschrieben. Adda war letzten Sonntag sehr gut im Bilde und sollte hier mit guten Aussichten an den Start gehen. Ihre Gegner sehen wir in Phädra, Anitas Schwester und Baumberger. Die Internationalen treffen sich im Hauptrennen des Tages, dem Preis von Waltrop, auf 2100 Meter. Diese Prüfung ist sehr offen und verspricht einen interessanten Verlauf und spannenden Endkampf zu nehmen. Die vorderen Pferde, wie Vogel, Maikönig, und Capitän, werden für ein schnelles Rennen sorgen: Der Stall Speckmann ist mit Baroneß Dugout und Duck sehr gut vertreten und sollten als Favoriten starten. Hilde S. und der wiedererstandene Salvator werden ihnen aber das Siegen nicht leicht machen. Herenmeister dürfte die Aufgabe zu schwer sein. Ueberraschen könnte Angelus, wenn er vom Start kommt. Unsere Meinung: Stall Speckmann Hilde S., Capitän und Salvator.— Gestartet1 Der Preis von Gladbeck wird wieder ein Das„Braune Band“ von Deutschland Höhepunkt der Munchener Rennwoche- Auslandische Pferde am Start Mit der Entscheidung des Braunen Bandes von] Voraussichtliche Starter im Braunen Band sind Deutschland, eines mit 100000 RM. dotierten Flach=[Sturmvogel 61½(Printen), Glaukos 58½(Lacina), rennens über 2400 Meter, erreicht die große Mün= Goldtaler 58½(O. Schmidt), Ausonius 58(Staro= chener Rennwoche am Sonntag ihren Höhepunkt und lsta), Corrida 58(Elliot), Contessina 57 Nereide 52(Grabsch), Seine Hoheit 51 Meisters Neuhaus die Sensation des Abends bilden. A=Schwergewicht: Walter Hülsmann(H.)— Oskar oder Franz Bergs. Schwergewicht: Alfred Hülsmann(H.)— Kurbjuhn Auch in der Sommerfrische will jedermann über die Ereignisse in unserer Stadt und der weiteren Heimat, im Reich und aller Welt unterrichtet sein. In ausführlicher Weise unterrichtet Sie darüber die gute Tageszeitung. Lesen Sie den Herner Anzeiger empfehlen Sie ihn bei Ihren Freunden und Nachbarn! Bezugspreis nur RM. 1.08 halbmonatlich. Bestellungen werden täglich angenommen. die Begegnung der beiden Derbysieger von 1935 und 36. Sturmvogel und Nereide, mit der international zur ersten Klasse zählenden französischen Stute Corrida ist eine kurfsportliche Sensation ersten Ranges. Corrida ist eine Klasse besser als Denver, der im vorigen Jahr im Braunen Band versagte, und steht in Frunrreich an der Spiße des freien Ausgleichs. Die Stute hat in Ascot beste englische Klasse geschlagen und auch in ihrer Heimat nacheinander drei klassische Rennen gewinnen können, befindet sich also jetzt auf der Höhe ihrer Form, so daß sie einen ernsten Prüfstein für das Konnen unserer Spitzenpferde abgeben wird. (Zehmisch), (—), Wahn51%(Huguenin), Abendstimmung 50(R. Schmidt) und Famaldina 50(—). fried 51½(Rastenberger), Egmont 51½ Die aussichtsreichsten Anwärter reichen Preis auf den sined neben Corrida, die nach ihren Siegen in England und Frankreich eine allererste Chance haben muß, vor allem Nereide, Sturmvogel, Wahnfried und vielleicht auch Abendstimmung, die in ihrem Stall sehr hoch eingeschätzt wird. Zwischen den drei Spitzen pferden Sturmvogel, Nereide und Corrida hat man keine Elle, da sie erstmalig auseinandertreffen Nereide hat das deutsche Derby in Rekordzeit gewonnen und bisher alle Aufgaben gelöst, die man ihr gestellt hat. Ein Sieg über Corrida ware ihr größter Triumph ine ihrer Rennlaufbahn. In der Arbeit geht die Stute so hervorragend, daß man mit ihr stark rechnen muß. Sturmvogel hat viel Blei 21 schleppen und sein letztes Rennen nur knapp gewinnen können. Für denv orjährigen Derbysieger ist diese Aufgabe jedenfalls sehr schwer. Der Rest hat abgesehen von Wahnfried und Abendstimmung, n Außenseiterchancen. Unser Tip ist Corrida, die wir vor Nereide, Sturmvogel, Wahnfried und Abendstimmung in Front erwarten starkes Feld am Ablauf sehen. In dieser mäßigen Gesellschaft konnte Luitpold zu einem neuen Erfolg kommen, der in erster Linie mit Peter Dooley, Graf Geßler und Herenjunge zu tun hat. Im Preis von Wanne sind die Amateurfahrer wieder unter sich. Rheingold, Brillant. Prinzeß Elisabeth und Regi werden das Ende unter sich ausmachen.— Die Mittelklasse trifft sich im abschließendem Preis von Marl. Tuja Guy, Erna Bacon, Woge, Maikönig, Brauner David und Vogel werden sich einen spannenden Kampf liefern, von denen wir Brauner David, Woge und Tuje Guy für den Ausgang des Rennens in die engere Wahl stellen. Unsere Voraussagen. 1. R. Else Lee— Mafalda— Klärchen D 2. R. Hansi Watts— Allar— Wehrmacht; 3. R. Adda— Anitas Schwester— Baumberger; 4. R. Stall Speckmann— Hilde S.— Capitän; 5. R. Luitpold— Graf Geßler— Peter Dooly: 6. R. Rheingold— Regi— Prinzeß Elisabeth; 7. R. Brauner David— Woge— Tuja Guy. Raffelberg. 1. Rennen: Herkules— Lebensart; 2. Rennen: Lösegeld— Graf Moltke; 3. Rennen: Freiherr— Wellenberg: 4. Rennen: Feldmesser— Sagius; 5. Rennen: Sonny Boy— Laputz; 6. Rennen: Ballonpost— Schloßfrau; 7. Rennen: Chianti— Giazza; 8. Rennen: Ma Clochette— Panorama. Le Tremblay. 1. R. Ornando— Aetha; 2 R. Iman— Schnock; 3. Miß Mothley— Oculina; 4. R. Le Duc— Gold Mint; 5. R. Patatras— Attacus; 6. R. Tornelle— La Gazella. eBildberichte eigener Sonderberichterstatter aus den auslandischen Trainingslagern #iele Seiten zeigen die aussichtsreichsten deatechen Olympia-Wettkämpfer ellie Geschichte aller 100 m-Olympia-Sieger, und was sie heute treiben ·Das schwache L.eschlecht“ als Olympia-Kämpfer elnekenlose Ibersicht aller zur Zeit bestek Olvmpischen Weitrekorde und eine Liste al sten. zweiten und dritten Olvmpischen Leiletik-Sieger seit 1896 mit freiem Raum zutragen der neusten Ergehnisee eOlvmpia-Größen im Privatleben e Warum und wie„Ergänzungs-Arbeit“? ##B#ldberichte vom Weg des Olympischen Feuers. vom Olympischen Dorf und Lageplan des Reichssportfeldes eW a ist„Fünfkamnf: „Staßen— Reilen— Schnullerflaschen“ gut? ** Wie unterscheiden sich Drücken“? Wozu sind Das und vieles mehr bietet auf 100 Seiten miit rund 350 Bildern das große für 1 II1I8I zu haben bei: Hermenn-Göring-Strahe v. Buchna 8, neben dem Postamt. Das deutsche Olymplaaufgebot Nurach=Gessenkirchen dei den Amsteurdotert 6 Die Ruderer Einer: Gustav Schäfer(Dresdner RV.) Doppelzweier: Willy Kaidel(Schweinfurter RK Franken), Joachim Pirsch(Berliner RV. Alemannia). Iweter o. St.: Willy Eichhorn, Hugo Strauß(Mannheimer KU.). m. St.: Gerhard Gustmann, Herbert Adamkki (RV. Friesen=Berlin), Dieter Arend, Sim.(RK. am Wannsee). e minn It: Ruggl Eckstein. Anton Rom, Martin Karl. Asiln Menne(Würzburger RV. 1875) Vierer m. Si.: Hans Maier. Walter Volle. Ernst Gaber(Mannheim Amicitia). Paul Söllner(Ludwigsnasener RV.). Fritz Bauer. Stm.(Amicitia). Achter: Alfred Rieck, Helmut Radach, Hans Kuschke Heinz Kaufmann. Gerd Voels. Werner Koeckle. HansJoachim Hannemann, Herbert Schmidt, Wilh. Mahlow Stm.(RV. Witing=Berlin). Die Türner Deckert(Neustadt). Konrad Frey(Bad Kreuznach). Walter Steifens(Bremen), Alfred Schwarzmann (Wünsdorf). Willi Stadel(Konstanz), Innozenz Stangl (München). Matthias Volz(Schwabach), Ernst Winter (Frankfurt a. M.). Die Turnerinnen Schneemann(Hamburg), Julie Schmitt (München), Erna Bürger(Eberswalde). Isolda Frölian (Dresden). Paula Poehlsen(Hamburg), Anita Baerwirth(Kiel), Trude Meyer(Hannover), Friedel Ibo (Nürnberg). Fliegen: Alfred Graaf(Hamburg), Willy Kaiser (Gladbeck) Bantam: Joseph Schmitz(Dortmund), Wilh. Stasch (Kassel). Feder: Joseph Miner(Brelau), Arthur Büttner (Breslau). Leicht: Karl Schmedes(Dortmund), Willi Dixke(Hamm). Welter: Erich Campe(Berlin), Michael Murach Gelsenkirchen). Mittel: Adolf Baumgarten(Hamburg). Bruno Leibl (Ulm). Halbschwer: Johann Jaspers(Stettin), Richard Vogt (Hamburg). Schwer: Herbert Runge(Elberfeld), Erich Schnarre (Recklinghausen). Trabrennen zu Recklinghausen Am Sonntag setzt der Traberzüchter= und Traberbesitzer=Verein in Recklinghausen sein großes SommerMeeting fort. Für die sieben Rennen, die aus dem Programm stehen, sind die Nennungen sehr zahlreich abgegeben worden, so daß mit starken Feldern und interessantem Sport zu rechnen ist. Besonders stark wird der einleitende Preis von Suderwich beschickt sein, in dem sich die gewinnarme Klasse auf 1900 Meter trifft. In dieser mäßigen Gesellschaft ist ja immer mit einer Ueberraschung zu rechnen. Nach Form müßten aber Else Lee, Bardame, Masalda, Arrak und Klärchen D. die Entscheidung unter sich ausmachen. Im Preis von Hillen treffen sich die Zweijährigen. Hanst Watto Wehrmacht, Allax und Feinsliebchen kommen für den Ausgang des Rennens in erster Linie in Frage. Derbo und Greif konnten die Ueberraschung bringen. Für die Amateurfahrer ist der Preie von Berten als Ausgleich ausgeschrieben. Adda war letzten Sonntag sehr gut im Bilde und sollte hier mit guten Aussichten an den Start gehen. Ihre Gegner sehen wir in Phädra, Anitas Schwester und Baumberger. Die Internationalen treffen sich im Hauptrennen des Tages, dem Preis von Waltrop. auf 2100 Meter. Diese Prüsung ist sehr offen und verpricht einen interessanten Verlauf und spannenden Endkampf zu nehmen. Die vorderen Pferde, wie Vogel. Maikönig und Capitän, werden für ein schnelles Rennen sor gen. Der Stall Speckmann in mit Baroneß Dugout und Duck sehr gut vertreten und sollten als Favoriten starten Hilde S. und der wiedererstandene Salvator werden ihnen aber das Siegen nicht leicht machen. Hexenmeister dürfte die Aufgabe zu schwer sein. Ueberraschen könnte Angelus. wenn er vom Start kommt. Unsere Meinung: Stall Speckmann vor Hilde S., Capitän und Salvator. Der Preis von Gladbeck wird wieder ein starkes Feld am Ablauf sehen. In dieser mäßigen Gesellschaft könnte Luitpold zu einem neuen Erfolg kommen, der in erster Linie mit Peter Dooley, Graf Geßler und Hexenjunge zu tun hat. Im Preis von Wanne sind die Amateurfahrer wieder unter sich. Rheingold. Brillant. Prinzeß Elisabeth und Regi werden das Ende unter sich ausmachen. Die Mittelklasse trifft sich im abschließenden Preis von Merk Tuja Guv Erna Bacon. Woge. Markönia. Brauner David und Vogel werden sich einen spannenden Kampf liefern, von denen wir Brauner David. Woge und Tuja Guy für den Ausgang des Rennens in die engere Wahl stellen. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Else Lee—Masalda—Klärchen D.— 2. Rennen Hansi Watts—Allax—Wehrmacht.— 3. Rennen: Adda— Anitas Schwester—Baumberger.— 4. Rennen: Stall Speckmann—Hilde S.—Capitän.— 5. Rennen: Luitpold —Graf Geßler— Peter Doolen.— 6. Rennen: Rheingold Regi—Prinzeß Elisabeth.— 7. Rennen: Brauner David—Woge—Tuja Guy. 1. Rennen: Tribulation. Rennen zu Chantillu. I. Desdemone(Duforez), 2. Vataga. Tot.: Sieg 30:10. Platz 15. 33. 38:10. 2. Rennen: 1. Mosky(Herve). 2. Panier Perce, 3. Lame. Tot.: Sieg 117:10. Platz 60, 30. 53:10. 1, 1 2½. 3. Rennen: 1. Channel Fog(Bouillon). 2. Mitaflore, 3. Canaletto. Tot.: Sieg 37:10. Platz 17. 17:10. K., 2½. 3. 4. Rennen: 1. Lemnos(Semblat). 2. Alfredo. 3. Master Patrick. Tot.: Sieg 35:10, Platz 14. 14. 19:10. 2, 1½, 1½. 5. Rennen: 1. 4 en Chiffres(Destandau), 2. Smn. 8. Graz Weather. Tot.: Sieg 38:10, Platz 17, 17, 17:10. 4, 1½. 1. 6. Rennen: 1. Tempest(Semblat). 2. Duguay Troin, 3. Serdad. Tot.: Sieg 58:10, Platz 24, 40, 22:10. 2. kK. 1. & Handel. Gewerbe= Industrie neue Hamburger 10 Pfg. Sonst sind noch die alten Reichsbahnschätze mit plus 5 Pfg. und Schutzgebietsanleihen mit 5—15 Pfg. hervorzuheben. Von Industrieobligationen erzielten Aschinger einen weiteren Gewinn von 1 Prozent. Der Privatdiskontsatz wurde bei 2°8 Prozent belassen. Die Börse schloß in freundlicher Haltung Meist konnten Tageshöchstkurse erzielt werden. Farben gingen mit 170½, Vereinigte Stahlwerke mit 112¾4. Deutscher Eisenhandel mit 143¼, Daimler mit 133½ und Siemens mit 206½ aus dem Verkehr. Reichsbahnvorzugsaktien waren gegen den ersten Kurs ebenfalls ½ Prozent höher. Nachbörslich galten Farben 170°; und Vereinigte Stahlwerke 1123/4 Geld. Bei der amtlichen Berliner Devisennotierung wurde das engl. Pfund etwas niedriger mit 12.48. der Dollar dagegen etwas höher mit 2.487 festgesetzt. Von den Goldvaluten ermäßigten sich der holl. Gulden auf 168,93 (168.98). Am Markt der zu Einheitskursen gehandelten Aktien konnten sich Bankaktien nach dem gestrigen Rückgang behaupten. Nur Commerzbank waren nochmals 7/8, Adca, und Ueberseebank 1“ Prozent schwächer. Von Hypothekenbanken ermäßigten sich Bayerische um 1¾ und Meininger um 1 Prozent. Von den Industriepapieren mußten Kraftwerk Thüringen bei einer 5prozentigen Kurssteigerung repartiert werden. Auch in Niederlausitzer Eisenbahn Berliner Börse: Montanwerte bevorzugt Berlin, 24. Juli. Nachdem sich schon im Frankfurter Abendverkehr eine gewisse Erholung der Aktienmärkte durchzusetzen vermochte, kamen zu Beginn der Berliner Börse ebenfalls meist über dem Vortagsschluß liegende Notierungen zustande. Das Publikum war erneut mit allerdings wenig umfangreichen Käufen am Markt, in der Hauptsache lag das Geschäft aber in Händen des berufsmäßigen Börsenhandels. Im Mittelpunkt des Interesses standen heute AEG. Die gemeldete Absicht der Verwaltung, sich am nächsten Freitag über die Sanierungsfrage schlüssig zu werden, wobei ein Zusammenlegungsverhältnis von 3:1 zu Grunde gelegt werden soll, wurde allgemein lebhaft besprochen. Obwohl sich der gegenwärtige Kurs der Aktie mit ca. 39 unter Berücksichtigung des genannten Zusammenlegungsverhältnisses als ziemlich hoch erweist, wenn man in Betracht zieht, daß die Gesellschaft in den letzten Jahren dividendenlos geblieben ist, so zeigte sich doch Kaufinteresse. Infolgedessen stieg der Kurs erneut um ½ Prozent auf 39⅞. Offenbar ist das aus die Erwartung eines besonders günstigen Bezugsrechtsangebots bei der Wiedererhöhung zurückzuführen. Neben dem genannten Papier fanden Montanwerte heute eine stärkere Bevorzugung. wobei Harpener mit plus 2, Buderus mit plus 1° und Mannesmann mit plus 13/8 Prozent die Führung hatten. Vereinigte Stahlwerke zogen bei lebhafteren Umsätzen um 1 Prozent an. In größeren Beträgen wurden auch Laurahütte gesucht, wobei die„Billigkeit“ der Aktie(21 Prozent) mitsprechen dürfte. Von Braunkohlenwerten sind Niederlausitzer mit plus 1 und Eintracht mit plus 1½ Prozent hervorzuheben. Am chemischen Markt konnten sich Farben mit 169° bis 70 nur knapp behaupten; dagegen verzeichneten Goldschmidt einen Gewinn von 1¾ Prozent. Von Tarifwerten zogen HEW um 1°2 Prozent an, während Elektro=Schlesien im gleichen Ausmaß schwächer eröffneten. Von Autowerten waren BMW bei kleinem Bedarf um 1½, Daimler um Prozent fester. Von Maschinenwerten sind Muag mit plus 1¼. von Bauwerten Holzmann mit plus 2* Prozent zu erwähnen. Erholt waren bei den Bahnaktien Allgemeine Lokal und Kraft und bei den Schifffahrtswerten Hamburg=Süd mit je plus 1 Prozent. Schwächer lagen dagegen Reichsbankanteile(minus 1•.). Bremer Wolle(minus 1) und Westdeutsche Kaufhof (minus ¾4 Prozent). Renten verzeichneten nur kleinste Umsätze. Reichsaltbesitz zogen nach zunächst unverändertem Beginn auf 112“ an. Die Umschuldungsanleihe wurde wieder mit 88¼ notiert. Späte Reichsschuldbuchforderungen gaben unmesentlich nach Blankotagesgeld erforderte 2½—2¾4 Prozent. Von Valuten errechnete sich das Pfund etwas schwächer mit 12.48¼4, der Dollar mit 2,4884 leicht befestigt. Zu Beginn der zweiten Börsenstunde flackerte die Kauftätigkeit wieder auf. Sie erstreckte sich vorzugsweise weiter auf Montanwerte, sodaß Vereinigte Stahlwerke einen Kurs von 112¼ erreichten, Rheinstahl und Buderus nachmals je s4i, Mannesmann". Hoesch und Klöckner 1“ hzm. 1. Prozent gewannen. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich; während 28er Duisburger um ½. 26er stellungen nach der dto. um 4. 26er Elberfelder um. Prozent zurückgingen. Kursabschlag von wurden Emdener„- und 28er Elberfelder um 28 Prozentlfreundlich. Altbesitz wurden vereinzelt ½ Prozent höher bezahlt. Von Provinzanleihen kamen Holsteiner in höher bezahlt. Von Industrieobligationen gewannen einzelnen Serien sowie 28er Brandenburger 1—/ Pro=s6prozentige Stahlbonds 2 Prozent, Reichsbahnvorzüge zent hoher zur Notiz. Von Länderanleihen gewannen! Prozent nachgebend Am Kuxenmarkt war das Geschäft heute nicht so lebhaft wie an den Vortagen. Von den Kohlenkuxen waren lediglich Deutschland im Verkehr, die gegen gestern 5 RM. anziehen konnten. Der Braunkohlenmarkt lag gut behauptet, jedoch ohne Umsatz. Von den Kalikuxen verkehrten Beienrode zu gestrigem Höchstkurs. Kaliaktien geschäftslos. Auf dem Kohlenaktienmarkt waren die Umsätze in Bergbau Lothringen wieder sehr lebhaft. Es kam zu größeren Abgaben und vergrößerte sich der Anfangsverlust von 1 Prozent auf 418 Prozent Ewald waren wenig verändert im Handel. Lebhafter gestaltete sich im Verlaufe das Geschäft in Mannesmann und Ver. Stahl, die weiter je?9 Prozent gewannen. Kaufhof holten ihren Anfangsverlust wieder auf. Von den Kassawerten zogen Hochtief 1½ und Dahlbusch riner mit#men######böct gebessert. Bannitine den Schifisführer sofort überfiel, rau# Thamotte erzieltgen Geldbetrag von 180 Mark. Hierabsche Salz bußtench die beiden Gesellen mit einem Nat Homberg. Die Nachforschungen sind im sic fahrer, die zum Nürburgring wollss der brauch zurückg von Lrungspressestelle teilt 8 “* In Verkehrssteigerung anläßlich der Rsgegenwarti Rarp==burgring am 26. Juli empfichlt uc Jahres: der hoben:s neugeschaffenen Radsernweges vos 19 v. H. ge noch leicht Düsseldorf, 2#e langsame mit: Bei der zu per Konsum l gegenwartig (plus 3½) erfolgte Zuteilung. Bei den Kolonialpapieren als sch.rächten sich Kameruner um 5¼ Prozent ab. Steuergutscheine blieben bis auf die Fälligkeit 1935, die 7°. Pfg. verloren, unverändert. hoben: Merhrwerter. Nach eet gist führt diese neue Strecke in Richtustten werden Ahrweiler. Nach der Zufahrt vonl d v. H. höher Rheinisch=Westsälische Börse Düsseldorf, 24. Juli. Die gestrige Abschwächung an der Rheinisch=Westsälischen Börse machte heute einer erneuten Festigkeit Platz. Verhältnismäßig war das Geschäft ruhig. Lebhafter allerdings sind einige bevorzugte Montanpapiere. Die Kursgewinne betrugen vielfach 1—2 Prozent. Auf dem Montanaktienmarkt hatten Buderus arößte Steigerungen mit plus 2½ Prozent. Harpener wurden 138 Prozent, Mannesmann und Deutsche Erdöl 1%8 Prozent und Klöckner 78 Prozent erhöhl gehandelt. Ver. Stahl setzten 7 Prozent höher ein und konnten nach vorübergehender Abschwächung noch) Prozent gewinnen Rheinstahl 28 Prozent gebessert. Schwächer tendierten nur Dahlbusch mit minus ¾8 Prozent. Am Maschinenmarkt gelangten Muag 1¼ Prozent fester zur Notiz. Von Chemiewerten gingen Farbenindustrie zu letzten Kursen um. Elektromarkt ruhig. Schuckert und Siemens zu leicht gebesserten Kursen gefragt. Von den Versorgungswerten verkehrten RWE ¼ Prozent leichter. Am Kalimarkt wurden Westeregeln auf ungefähr letzter Basis, Wintershall ¾ Prozent gebessert gehandelt. Von den Sonderwerten erlitten Westdeutsche Kaufhof nach Glattletzten Aufwärtsbewegung einen Prozent. Festverzinsliche Werte 610 An führt biese NeurErtiten 32Rheinbach und Gelsdorf vorbei nach erausstoß ihner, die diesem neuen Fahrwege folger ohe. Jn er nie hier weder mit Fußgängern nog Verbrauch von zusammengedrängt werden p/Rakao und auch dafug ten vorbehaltene Strecke nachfahrest. Ein Zeichen die Bewältigung gesteigerten Vertei unsere Hausfrauen, vir Sewaltigung vesteige— hen Erzeugnisse den Ve V. A „Der Rhein in Flammen“(10. suli auf der Mittelrheinstrecke von? G#, bei Braubach bis zum Ehrenbreitstit es vom Bau gewerk Deutschen Eck. egenwärtig sind aber!„„ in Lohn und Brot. Bad Godesberschen des Aufschwünroßen Erfolge der beiden Rheinl daß Mitte 1932 76964in in Flammen“ am Niederrhein tigungsmöglichkeir Ubirgsstrecke von Linz bis Bonn, stik des Maler04½0½mdenverkehrsverband Rheinland line Steigerung Um 44 den in Frage kommenden Gem V. A. auch die letzte Rheinbgener um telrheinstrecke von Braubach bessel Soo festlich auszugestaler Einkaufs=Genossenschafte ist so früh gelegt, daß auch ßt. liegt der Absatz unserc ossen daran teilnehmen köjjahr 1936 bereits 13,3 v. H. 1 Uhr bei Braubach und Im Vergleich mit der ersten enz Von Koblenz aus bebgengeschäft um gut ein Dritteiten nach allen Richtungen P. A. zu den voraufgegangener uch zu der Mittelrheinklk ge der Reichsbahn somenmarkt menen Autobusunternehmun. —. A campfer der Köln=Düsseld lagen weiter fest. Auch Stan, an Bord haben, fahren##o#em China teilweise die — allen in Frage kommen Zölle ermäßigt hat. Am Platze verlief der Markt ruhig und ohne Preisveränderungen. Baumwolle: Stetig. Superfine 4,95, Fine Oomra 5,95 Pence per lbs. Kassee: Markt= und Preislage unverändert Schmalz: Stetig. Amerik. Steamlard 27. Purelard 271.—27% Dollar per 100 Klg. Dänisches Schmalz nicht notiert. Fettwaren: Speck, hiesiger Schlachtung, mager, geräuchert 90, dito setter 80—85, roher Speck über 7 Zentimeter 68—70, dito unter 7 Zentimeter 65, Flomen 72, Nierentalg 45—50, deutsches Bratenschmalz 92—95 RM. per 50 Klg Hülsenfrüchte: Markt= und Preislage unverändert. Kautschuk: Ruhig. Sheets loko 7%, Aug.=Sept. 8, Sept.=Okt. 8 1 16 Pence per lbs. „auer: Auf ruhige Auslandsmärkte hin war hier die gleiche Stimmung am Effektivmarkt zu beobachten. Der Terminmarkt lag unverändert. Es wurden folgende Preise genannt: Tschech. Kristalle. Feinkorn, Juli 5 7½. ted. Juli=Sept. 5 8¼. Okt.=Dez. 5/8¼ sh. per 50 Klg British fine granulat Oele und Fette: Die Umsatztätigkeit am deutschen Markt blieb gering. Für holl. Leinöl lauteten die Forderungen etwas niedriger. In der vorigen Woche wurden im Hamburger Freihasen gelöscht: 46000 Sack Erdnüsse, 12 000 Sack Kopra, 14 000 Sack Palmkerne und 26.000 Sack Leinsaat. Ferner trafen 45000 Sack Oelkuchen ein. Holl. Leinöl, prompt 1778. Aug.=Sept. 18, Sept.=Dez. 18¼ hfl. per 100 Klg. Uebriges alles unverändert Gewürze: Die Umsätze blieben auf kleine Bedarfskäufe beschränkt. In der vorigen Woche kamen im Hamburger Freihasen=Gebiet an: 1000 Sack Pfeffer und 1000 Kolli Tee. Im übrigen wurden folgende Preise genannt: Schwarzer Lampong 63° schwarzer Tellicherrn 74, weißer Muntok=Pfesser 79½, weißer Java=Muntok 80, Jameika=Piment 160. Nelken 150 RM. per 100 Klg. Uebrige Preise unverändert. Rohkakao: Markt und Preise unverändert. In der vorigen Woche wurden im Hamburger Freihafen 26 000 Sack Kakao gelöscht. Kakaohalbfabrikate: Markt und Preise unverändert. Rauhsutter: Ruhig. Kleeheu, lose, 1. Schnitt, gut, gesund und trocken 3.00—3,10, dito 2. Schnitt 3.00—3,10, Kleehen, gepreßt in Ballen oder gebündelt. 3.30—3.40, dto 2. Schnitt"30—3.40, Wiesenheu, lose 2,20—2,30, dito handelsüblich 2,00—2,10. Allgemeine Nachrichten Begleitpapiere für Auslandssendungen. Eine Steigerung der Ausfuhr ist unbedingt notwendig. Hierbei soll das von der Industrie= und Handelskammer zu Düsseldorf soeben herausgegebene Merkblatt„Begleitpapiere für Auslandssendungen“(14. Auflage, Stand Mitte Juli 1936) behilflich sein. Die Neuerscheinung berücksichtigt die vielen, seit der 13. Auflage(Stand Ende Juli 1934) eingetretenen Aenderungen für sämtliche europäischen Länder. Die Neuauflage weist außerdem wertvolle Ergänzungen auf. Im übrigen behandelt das Werkblatt, wie bekannt, die Bestimmungen über Ursprungszeugnisse. Rechnungen, Zollerklärungen, Konnossemente, Markierungsvorschriften, Sondervorschriften und Hinweise auf die bestehenden Einfuhrschwierigkeiten. Das Merkblatt ist zum Einzelpreis von RM 0.40 porto= und spesenfrei von der Industrieund Handelskammer zu Düsseldorf zu beziehen. * Rundfunk=Programm br 0.. l. 102E1 11•- Gnnter Snartnachmittag Samstag, den 25. Juli 1936. - S 00 Musik in der Frühe. Es spielen: Das Blasorchester Wottschach. Das Mondo linen=Orchester„Napoli". Mitwirk.: Brau (Sarophon). 6.30 Fruhanmnastik. 7.00 Nachrichtendienst. 8.00 Von Dorf zu Dorf— gesiedelt, gciodelt. aczunft und geblasen mit Mirzl Dreher. den Schwäbischen Dorfmusikanten und der nieder deutschen Bauernkavelle 9.00 Eine kleine Morgenmusik. Charlotte Sonntag, den 26. Jul 600 Musik in der Frühe. D Reichsmusikkammer Fühe. Degtzt hat, ist die Entdegks#)=###st und die enzie im Juli 1793 eindrichte. cuomusik. Ausführ.: Margarete Roll na). Grete Eweler(Violine). Steiner r(am Flügel), daswischen: 16.20 Bunter Sportnachmittag. Zwei bunte Stunden zwischen Start und Ziel. Noch einmal: Das Avusrennen 1935(und was Herr Knöterich dazu meint). Das Derby Hamburg=Horn(und Tante Minnas totsicherer Tiv) Der Fußballkampf Deutschland gegen Ungarn(mit Fietie u. Seppl als Schlachtenbummlern). Der Davis=Pokal(dazu Randbemerkungen vom Korbsesselvlatz). Der Borkampf Schmeling—Louis(und Gespräche in einer langen Nacht). Nürburg=Ring 1930.—„nn. as spielen: Das Kleine 8.00 Sonntagmorgen ohne Sokges. Es Hielen) 463, Von Hamburg: Weltkonareß für Freizeit die Schwäbischen Dorfmusikanten und die Kavelle Hauck— Solist: Jäger 9.00 Sonntägliche Musik. Bach: Aufklang a) Orgelchoral. b) Präludium“ Schubert Streichquartet A=Moll 7 Händel: Orgelausklang: a) Andante larahetto B=Dur. b) Adagio und Allegro G=Dur Pros. Bachem Orgel). Das Streichquartett des Berliner Funkorchesters Jugend in Front). In den Atemvausen: Musik der Kavellen Hauck und des Münunkorchesters aus dem Berliner und Jungherrs AkkordeonTaepfer und Margit Humbrecht(Sopran u.1 Punr H.. Alt). Maria Reuß und Wilhelm Schol geustLanziuntor Pioline und Klavier). Prudentia. Olbrichns. 1 den einen Runden des Nurburg=Kennens. en1. 18.00 Ewald Straesser: Trio, Werk 33. D=Dur. 11.30 von Hamburg: Weltkongreß für Freizeit Diel Das Erich=Rummel=Trio. und Erholung 1936. Bilder und Eindrucke * 1 9 0 T a d. l. S t a i t e l l n( A l a m a r a a i.. a n n a n.. a n n.. u. Noack=Ihlenfeld(Klavier zu vier Händen 10 00 Unterhaltungsmusik. Kavelle Bund: D Schmab. Dorimusikanten: Balalaikaquintett 18.30 Fackel=Staffellauf Olympia=Berlin Sokoloff: Irmi Overhof(Sovran) 12 00 Unterhaltungsmusik, zeitgenössischer deut runkorchester Melodiker 10.45 von Frankfurt: Großer Preis von Deutschland. Vorbericht und Hörberichte von den ersten Runden des Nürburg=Rennens T'as! vom Grotzen Festzug Olnmpische Feuer erreicht Delphi— Weihe=[12.00 Musik am Mittag. Es svielt das Unterstunde im StadionI haltungsorchester des Deutschlandsenders. I Volkslieder— Volkstänze. 6 kanten=Suite. Sechs Orchesterstücke aus! Die Kavelle Steinbock. Mitwirkend: Katel 13.00 von. Frankfurt: Großer Preis von „Friedemann Bach": Ernst Roters: Lans=] Kühl und Hansmaria Dombrowski Dazw.:] Zeutschland. Hörbericht vom Verlauf uite. Werk 23. Hans Bullerian: Rusiche), Horberichte.„.Surhurgegennen Suite. Werk 63, Alois Melichar P####### Kurmachrichten des Drahtlosen Dienstes. 13.30 Das Unterdaltungsorchester des 0.10 vom„Reichssender Hambura: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 3. Tag Wir schlagen die Brücke—.— Frohes Volk aus aller Welt beim gemeinsamen Feierabend in der Hanseatenhalle. Es svielt das Große Orchester des Reichssenders Hamburg Alois Melichar: Bar Neuhaus=Suite. Esspielt das Große Orche des Deutschlandsender= Dazwischen: Hörberichte von den olvmvisch. Traininabahnen. Daimischen: 12.55 Zeitzeichen der Deutschen Secwarte. 13 45 Neueste Nachrichten. 11.00 Allerlei— von Zwei bis Drei. 1500 Serenaden. Serenade G=Dur von Niko= 22.00 Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. laus Recznicek. Serenade von Ermanno####9 15 Tackel=Staffellauf Olompia=Berlin. DaWolis=Ferrari. Serenadc ov. 22 von„Antell] Olymvische Feuer erreicht. Salonika Kammerorchester Karl RistenDvorak. Das part. 600 aus Frankfurt: Großer Deutschland. Trainingsberichte burg=Ring Preie vom von NürWeihestunde auf dem St.=Dimitri=Kirchvlan 22.30 Tanzmusik aus aller Welt(Schallplatten). Unterhaltungskoniert. Navell. Hauck landsenders spielt. 14.00 Bunte Schallplatten. 14.30 von Frankfurt: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht von den letzten „Runden des Nürburg=Rennens 15.00 Unterhaltungsmusik. Es spielt das Mün chener Tanzjunkorchester 16.00 Unterhaltungskoniert mit dem Landes orchester Gau Berlin.— Solinen: Ruth Herrell(Sooran). Drissen(Bariton) In der Pause: 17.00 Ein binchen Lachen. 18 00 Blasmusik. Es svielt das Munkkorvs der Leibstandarte Adolf Hitlen dazwischen 18.1 von München: Hörbericht vom Rennen in Munchen=Niem um das„Braune Band“. und Erholung 1936. 4. Tag. Freut euch b Lebens! Ein deutsches Volksfest im Spiegel der Musik. Es singen: Gertrud Schnitzer Stadelmaier Jakschtat und der Chor des Reichssenders Hamburg. Es spielt: Das Große Orchester des Reichssenders Hamburg dazwischen: 20.50 Bericht vom Konareß. 22.00 Wetter=. Tages= und Sportnachrichten. 22.15 Deutschlandecho. 22.30 Tanz und Unterhaltung. Es svielen da Kleine„Funkorchester. Kavelle Bund Banio=Sinioniker— Mitwirkende Schmitz(Sopran). die Metrovol=Vokalisten 100 Konzert nach Mitternacht. Johannes Brahms. Das Große Orchester des Reichs senders Berlin. Akademische Festonverture Andante aus dem Konzert für Violine und Cello mit Orchester(Solisten: Carl und Adolf Steiner)— Variationen über Thema von Handn 1.55 Für alle Reichssender: Fackel=Staffellan rich(Sopran). Andersen(Tenor). d'Albert: Ouvertüre zu„Die Abreise". d'Albert: a) Wolisemzählung a.„Tiesland". b) Ecklebe, Der Abend dammert auf“.? Zilcher: LustspielSuite aus„Der Widerspenstigen Zähmung“ Verdi: Arten fur Sovran: a) Gebet der Elisabeth. b) Gebet an die Jungirau Recznicek: Rondo aus der„Sinfonischen Suite“. Giusevpe Verdi: Duett aus Othello“:„Nun in der nächtigen Stunde" Nicods: a) Märchen. b) Auf dem Lande c) In der Taberna „Madame Buttersly“ capricctoso, dazwischen berichte. 3.15 Nachrichtendienst. 010 14.00 Aulerlei— von Zwei bis Drei! El“ 15.00 Kammermusik. Reger: Streschauartett Puccini: Duett aus Dvorak: Scher#o Vorolnmvische Hörr ov. 109 7 Brahms: Trio für Klavier. Violine. Waldborn, op. 40. 16.00 Unterhaltungskonzert. Es„spielt das des Deutschland= senders und das Kammer=Sertett Krevela. Solistin: Carla Spletter(Sovran). ein 18.00„Jetzt trag' die Trommel vor une her. Kamerad!" Rundfunksvielschar der OlamnieW— H. glummic Reichsjugendfuhrung singt und musiziert m S u d l i c h e e F e u e r erreicht Belgrad. Weiheitunde an den Horberichte Königsgrabern auf dem Bera Oplenac. 12000 Kurzachrichten des Drahtlosen Dienste110 von Hamburg: Weltkongretz fur Freizent und Erholung 1936. 5. Tag.„Laß doch der Montag. den 27. Juli 1936. 6 ou 8 10 Musik in der Frühe. Kavelle Kauf“ man. Mandolinen=Orchester„Napoli“, daswischen: 6.30: Frühgamnastik. 7 00 Nachrichtendienst. 800 Volkslieder— Volkstanse deutichen Bauernkapelle. der Ravelle Ronock Traut. Rose und Hansmaria Dombrowski 9 00 Zur Unterhaltung spielt das Dan=Lu tett und das Aklordeon Duo Reich 10 00 Solistiiches Musizieren. Hanon: Streich trio für Violine. Bratiche und Cello. on Huber=Anedrach: Zwei Lieder für Tenor löte. Klavier: Traurige Frühlingsnacht Jugend ihren D lauf Rundsunfschar Reichsorchener des Reich senders Hamburg, dasweschen: 20.50 Das Echo des Tages. Wetter., Tages= und Sportnachtichten. 1. Vorolnmpische Streiflichter. Ballettmusiken, urs inielefer entichlandsenders. Schubert: Al Liedesgeschente Gra er: Chora Wiener Tanzsuite aus„Wilhelm Tell“ „Die Puppensee“ Carmen“. Spies Ponchtelli: Tanz der Rossin Ban Inie auf 9 Poge La GioHeinrich Schlenkhoff it — — Hohlen Hohe Briketts IU Authrazt Alle Bücher u. Zeitschriften besorgt schnelistenBuchandlune Koethers& Rottsche: Verasen- bürag Strabe 1. auben den Petiaal. Unterhaltungskonzert der### 1 Musik am Mittag.104 des Reichssenders Berlin. Elisaber Wir horen die Volker der Erde. Alba St Herner Filmschau Lichtburg „Der Kosak und die Nachtigall“. Der scharfe Knall zweier Pistolenschüsse zerreißt die Stille eines klaren Morgens an einem idyllisch gelegenen Platzchen des Mittelmeeres. Ein Duell hat statt gefunden, das mit einer zwar schmerzhaften, aber ungefahrlichen Verletzung des einen der beiden Duellanten seine Erledigung gefunden hat. Die beiden Duellanten sind Militärattaches zweier benachbarter östlicher Länder. Der Grund des Ehrenhandels ist allerdings ziemlich geheimnisvoll und keiner der Beteiligten verrät ein Wort über die Ursache. So ist es möglich, haß sich allerhand Legenden über den Grund dieses Zweikampfes gebildet haben. Eine dieser Legenden(man spricht von einer schönen Frau) dringt auch bis zu den Ohren der Sängerin Vera Starschenska(verkörpert durch Jarmila Novotna, die Wiener „Nachtigall“), welche mit dem Attache Gregor Ogolenski(Ivan Petrovich, der„Kosak“) einem der beiden Duellanten, verlobt ist. Tief verbittert und gekränkt in ihrer Frauenehre wendet sie sich von ihm, und da er diese Trennung nicht so ohne weiteres hinnimmt, sondern sich ihr überall, wo sie auftaucht, in den Weg stellt, um ihre Verzeihung zu erzwingen, sucht sie ihr Heil in der Flucht vor ihm. Sie weilt in Kairo, sie unternimmt eine Nilfahrt, sie fährt nach Athen— immer bemüht, in der Verehrung ihrer Bewunderer die herbste Enttäuschung ihres Lebens zu vergessen. Mancher wertvolle Mann tritt ihr nahe, doch jedesmal, wenn es zur entscheidenden Aussprache kommen soll, verschwindet dieser Bewunderer auf geheimnisvolle Weise. Zuletzt nähert sich ihr einer der mächtigsten Männer des ganzen Ostens, Dschahid Bey (Rudolf Klein=Rogge) der unter der Maske eines Tabak=Großhändlers das einträgliche Gewerbe eines Großwaffenschiebers verbirgt. Sein Einfluß ist fast unbegrenzt, doch auch diesmal gelingt es Ogolenski im letzten Augenblick, diesen lästigsten und mächtigsten aller Bewerber kaltzustellen, mehr noch: ihn als Betrüger großen Stils zu entlarven. Mit Hilfe seines ehemaligen Duellgegners(Siegfried Schürenbexg) reinigt er sich von dem falschen Verdacht und gewinnt das Vertrauen seiner Verlobten zurück. Die beiden Wafsengegner finden sich durch ein schicksalhaftes Geschehen in herzlicher Freundschaft, und weit über das Schicksal der handelnden Persönlichkeiten hinaus, kommt es auch zu einer Verständigung und Versöhnung ihrer beiden bisher seindlichen Völker.— Abenteuer, Spannung, Liebe, Musik und herrliche Landschaftsbilder sind die Merkmale dieses Films, bei dem auch der Humor(vor allem durch Rudolf Carl) zu einem Rechte kommt. Eloria Palast „Mazurka“. Ein spannendes und geschicktes Drehbuch liegt der Handlung zugrunde. Der Film ist schon weit fortgeschritten in ein dramatisch bewegtes Geschehen, und immer noch sind die Zusammenhänge ungeklärt. End lich bringt eine aufregende Gerichtsverhandlung Al klärung und Entspannung. Die Regie ist wieder eine Meisterleistung Willi Forsts, der in der straffen Kom position der Handlung ebenso großzügig wie sorgsam in der Hervorhebung menschlicher Einzelheiten ist. Im Mittelpunkte der darstellerischen Leistungen steht Naa Meari in einer mit dem ganzen Einsatz ihrer k#instlerischen Persönlichkeit gespielten MutterrollWeitere Mitwirkende sind der scharf profilierende 2. precht Schoenhals, der ma,niice Paul Hart. je Ingeborg Theer und nicht zuFriedrich Kanßler als gütiger und abgeklärter Berichtsvortitzender. Der langsame Walzer aus der wirrungsvollen Musik ist schon recht volkstümlich geworden. Alhambra Theater. Die letzten Vier von Santa Cruz“ Dieser spannende Abenteurerfilm erzählt von ei. nem gewissenlosen Betrügerkonsortium, welches um den Preis Geld machen will. Ein biederer Kapitan mit seiner Braut und den engsten Mitarbeitern fahrt mu einer Rotte Getindel als Schiffsbesatzung zu jener bei der der Millionenverdienst liegen soll. Unis, auf der Insel und wieder daheim jagt eine ensation die andere. Eine Reihe der besten Darsteller setzt sich für diesen Film ein. Es lohnt sich, 1Um Sommerichluß. Verkauf das großte Teppich-Spezialhaus des Ruhrgebiets zu besuchen. Einige Preisbeispiele: Kokoslauter## n w. a 1. 65 Kokosläufer## em br. sb 2=75 Haargarnläufer### 1. 65 Velourläufer genb. R 4.50 Weit über 100 verschiedene schöne Läufermuster Im Preise stark herabgesetzt. Bettvorlagen, Diwan-Reisedecken u. Läuferreste besonders billig! Annahme von Ehestandsdarlehn der Reichsregierung. Ganr beart fürichn Steffensmeier Minuten und erreichte Samse von 136,2 km. Rosemeyere Rek rtage stand bekanntlich auf 10:08 uchitsch war der zweitschnellste Fa stag mit 10:05. Für den Auto=Unio Danksagung. m V. Rosemeyer wurden 10:07 gestoppt. 2 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teil-h keine offiziellen Trainingszeiten ge nahme, sowie für die zahlreichen Kranz- ei4o“g gegeigsr nach mehreren privat spenden beim Hinscheiden unserer inngstgeliebten Tochter, sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. was einem Famille Fritz Grünendahl. Herne, im Juli 1936. 58 erzielt haben 140 km gleichkäme. ecrainingszeiten deuten auf einen e : Sie sind die Bestätigung dafür a noch schneller geworden sind. Zuerst das gute Bett Inletts Federn Daunen Hatralzen Stepp- und Daunendecken Metallbetten Hinderbeitstellen Betten-Höster Zum Beerenansetzen Einigkeitsrin in Essen=West 03(Gauligo Sodingen- Vorring Mut (Ruhr) Klare. K 30 fährt am heutigen Samst Branntwein 1 Mülheim zu einem Klubkamz 1 lütgr 2 HHU Borring. Es starten: Schlacht# Tnei 2,00(Glebsattel I— Sommer: Ley Lhmielewski— Schmidt: Jaschk, Niehage Bahnbofstraße Lernt ble#'haltssche Vereinswettkämt ziniak— Witzke; Ceranno suptkämpfen Burgath— B ttern. he VERKAUF 7 ang gra sind die Vortelle, die Ihnen alle zum SormerSchlußverkauf zugeles senen Warengruppen Im Aaufhaus Korium bleten. Prüfen und vergleichen Sie ab Montag unsere Angebole Auto fahren! Haus Klein nur Bahnhofstr 116 524 02 ter C 791. Lest Bücher! Herne-Süd 1913 bringt der BV Süd se hen Vereinswettkämpfei Stoß zur Austragung. KAUFHAUS KORTU BOCHUM raune? eaensgescher Munchener Zl vorsreler (innen) Tauern! Herne, Steinwes 9 Aufarbeitung von Matratzen, Stepp- und Daunendecken von fachgeschulter Hand zu niedtigsten Preisen. Für Brautleute Wohnungseinrichtungen Leichte Hüte Haar- und Wolllilz glatt und rauh in den feinsten Farben Elegante fl. Schembera. N me H.-Sodingen, am Densmal. Die Sreude in Ihrer neuen wohnung ist größer, wenn Sie täglich eine gute Tageszeitung lesen. Bestellen Sie den Herner Anzeiger! Sport- und Straßen-Hüte die große Mode des Olympischen Jahres. Hauptschriftleiter Dr. Leo Reiners, Herne. Verantwortlich für Politik Dr. Arkb Ruppert, Gelsenkirchen, für Kommunalpolltik und Lokales Dr Leo Reiners. Herne. für Unterdaltung Franz Bruns, Gelsenkiichen, für Spoct Jos. Möller. Herne. für Anzeigen Josef Lioomann, Herne Bildverantworkliche: Ressortleiter. Berliner Vertreter De. E. Häfner, Berlin. Beitrage sind an die Schriftleitung(Herne. Hermann=Göring-Stt. 8). nicht an idre einzelnen Mitglieder zu richten. D. A. VI. 36 über 3500.— Druck und Verlag Roether?& mattiches, Herne. J. It. ist Preisliste Nr. 5 göltig.— Mengenstaffel E. lüneiner Riellerna mit und ohne Feder-Ge steck, fesch u. kleidsam von 4.90 5.50 5.90 In schonster Farben-Auswahl Cal Schluckebier terne, Bahnholstraße 49 aus der schönen Hute Einige(26440 Läuferschweine verkauft Cassens, Futtermittelh., Strünkeder Str. 130. Fast neuer Dauerbrandofen (Kuppersbusch) billig zu verkauf. 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Unter der Ueberschrift„Der 11. Juli von katholischer Warte“ veroffentlicht die christlichsoziale„Reichspost“ einen offenbar von Kardinalerzbischof von Wien. Dr. Inn zer. verfaßten Artikel. Einleitend wird darin ertlart, naß der Kriegszustand zwischen Brüdern gleicher Sprache. Kultur und Rasse in Europa für die Dauer unmöglich war. Wenn man von jenen dunklen Elementen der Linkspresse, die immer ein selbstsüchtiges Interesse daran ha ten. die Spannung zwischen Deutschland und Oesterreich moglichst lange zu erhalten, anscue, so seien in diesen Tagen auch in gutkatholischen Kreisen des Auslandes Stimmen des Widerspruches gegen das Abkommen vom 11. Juli laut geworden, die nicht unwidersprochen bleiben konnten.„Der dreijährige Kriegszustand zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich“, so heißt es u a., hat -ur die katholische Kirche und die Religion überhaupt eine nicht geringe Belastung bedeutet. Immer wieder wurden in den sogenannten nationalen Kreisen Oesterreichs für diesen tief bedauerlichen Zustand politischer Spannungen die römische Kirche in erster Linie der Vatikan verantwortlich gemacht. Beide hätten aus religiösen Erwägungen heraus die Verfeindung der Brüder gewünscht und gefördert. Es sei in Oesterreich besonders der politische Katholizismus gewesen. der eine Verständigung immer wieder hinausgeschoben hätte. Rom und damit der Katholizismus und die Geistlichkeit wurde für den Bruderkrieg verani# tlich gemacht. Dieser schwere durch nichts begrün.5. Vorwurf war eine nicht geringe Belastung für den Volizismus. Tausende sind in Oesterreich in diesem — Protestantismus abgefallen, der als die deutals Das ist Tat=Sozialismus! Dreitausend westsälische Arbeitskameraden fahren kostenlos zum Internationalen Weltkongreß für Freizeit und Erholung (NSG.) Mit Begeisterung und Freude nimmt der Gau Westjalen=Nord die Einladung des Reichsorganisationsleiters Pg. Dr. Ley entgegen. Dreitausend Arbeiter fahren kostenlos nach Hamburg Wie war das damals? Tausend Westfalen verbrachten eine herrliche Freizeit auf Einladung Dr. Leys in der Rhön. 300 Kameraden sahen die Sonne des Südens, grüßten fremde Länder und Küsten, fuhren als Sendboten ihres Volkes nach Madeira Wiederum brachte der Sonderzug 1000 Mann nach Nürnberg zum Schatzkästchen des Reiches. 1000 Arbeitskameraden blieben acht Tage dort und sahen das Wunder deutschen Ausstieges, verkörpert in der gewaltigen deer chau Begeistert kehrten sie heim in die Betriebe, voll des Erlebens und willens, diesem gewaltigen Werk„Kraft durch Freude“ ihre Kraft zu schenken. Wieder ergeht der Ruf an Tausende: wach Hamburg! Alle im Werk und Büro, alle, die ehrenamtlich treu ihre Pflicht innerhalb der Deutschen Arbeitsfront erfüllen und nicht in der Lage sind. eine solche Fahrt zu bezahlen, sollen Gäste der Nationalsozialistischen Gemeinschaft„Kraft durch Freude" sein. Dreitausend aus dem Ruhrgebiet, der Textilindustrie und der Tabakverarbeitung sollen einen Tag teilhaben an diesem Geschehen. Zwei Sonderzüge rollen in der Nacht von Samstag auf Sonntag nach Hamburg, und wenige Stunden nach Ankunft der Teilnehmer setzt sich bereits der gewaltige Olympiafestzug des deutschen Volkes in Bewegung. Da ziehen 20000 Menschen aus allen Gauen in ihren Trachten vorüber, da erregt ein Festwagen nach dem anderen die Bewunderung der Zuschauer. Ein großes Volksfest wird den Tagesabschluß bilden, und allen wird dieser Tag ein Erlebnis bleiden Der nächste Sonderzug wird die Teilnehmer zum Abschlußtag des Kongresses nach Hamburg bringen Nach der feierlichen Abschlußsitzung wird die Abschiedestunde der in= und ausländischen Gruppen auf der Festwiese im Zoo stattfinden. Nachmittags beginnt der große Volksflugtag mit der Landung des Zeppelins. Das Korso und Lichtfest auf der Außenalster: Mondnacht auf der Alster mit Riesenfeuerwerk, ist der glänzende Abschluß eines Kongresses, der nicht nur in ganz Deutschland sein wunderbares Werk„Kraft durch Freude“ als große Errungenschaft nationalsozialistischen Wollens zeichnet, sondern Tausenden und Abertausenden von Ausländern eine neue Welt großer Ideale und wirklichkeitsnahe Werte vermittelt. Das größte aber: Nicht hinter verschlossenen Türen. nicht in langweiligen Debatten und sonstigen längst als überflüssig empfundenen Gepflogenheiten wird sich alles voll ziehen Deutschlands Arbeiter fahren selbst aus allen Gauen immer dahin, wo sich entscheidende Stunden deutscher Weltgeltung abrollen. Unsere westfälischen Arbeiter sind wieder dabei. Damals in Nürnberg kehrten wir glücklich heim, warteten stundenlang auf den Führer und erlebten den Reichsparteitag als Gäste. Jetzt geht's nach Hamburg! Legt Eure Werkzeuge beiseite! Von Hamburg, dem Tor zur Welt. tragen wir Freude und Friede hinaus Wir Sozialisten der Tat!, Ihr Arbeitskameraden seid dabei! Dereinst in schicksalhafter Stunde sollt Ihr sagen: Jedes Mal, wenn es galt, für Deutschland zu kämpfen, wurden wir gerufen: Wir waren dabei! ##sonders im Jahre 1927 in Oesterreich von der Kl abgefallen waren und die im christlichen Ständestaat? irgendwie wieder ein religiöses Bekenntnis aufwei wollten, ganze Massen protestantisch geworden. weil zatsächliche Konversion auf katholischer Seite verhält manig gering blieb. Der eigentliche Sieger dieser## „une in der Protestantismus geblieben. Die seeli Erbitterung, die in diesen drei Jahren auch in sehr au Hiierreichischen nationalbewußten Kreisen groß gewor zu. kann nur jener verstehen, der selbst in diesen Krei aufgewachsen ist. Dafür fehlt der Auslandspresse. a wenn ne katholisch ist die Möglichkeit tieferer Einbli Es wird lange dauern und viel Klugheit erfordern uhlt, der durch seine jahrhundertelange niuernes Berührung mit Romanen, Slawen. Ungarn auch eine eigene Charatterformung empfangen hat. Aber niemals wäre es dem wirklich bodenständigen Oesterreicher eingefallen, sich als untinode deutschen Wesens und Träger einer antideutschen Außenpolitik zu betrachten. Wer immer gleichgültig ist gegenüber dem deutschen Schicksal in Europa beweist nur, daß er auch niemals ein wahrer bodenständiger Oesterreicher gewesen ist.“ Der Artikel will dann zwei Strömungen innerhalb des Nationalsozialismus auf dem Gebiete religiöser Weltinschauung feststellen, deren eine bewußt das Christentum betone, während die andere sich als allein berufene Deuverin des nationalsozialistischen Programmes betrachte. In diesem Zusammenhang wird ein Vergleich mit dem Faschiemus gezogen, der in den ersten Jahren unter dem Einfluß Gentiles im starken Gegensatz zum Christentum gestanden habe, während später durch Mussolinis Eingreifen die Lage der Kirche in Italien gewiß eine ertragliche geworden sei.„Wäre es nicht möglich“, so heißt es bann,„daß auch im Deutschen Reich ein ähnlicher Weg zur den Nationalsozialismus gefunden würde. Man könne ein sehr guter Katholik und gleichzeitig ein sehr treuer Sohn der Heimat sein, der sein Volkstum und seine Zugehörigkeit zum deutschen Volk vorbehaltlos besahen dürfe. Das„credo in ecclesiam romanam" bebeute keinen Verzicht auf deutsches Schicksalsbewußtsein und auf den Glauben an eine neue Zukunft des gesamten deutschen Volkes in Europa. In diesem Sinne sei vom Standpunkt des überzeugten Katholiken die Versöhnung der Brüder auf politischem Gebiet zu begrüßen. Zum Schluß wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß der Führung des Nationalsozialismus auch die Verständigung auf religiösem Gebiet mit dem Heiligen Stuhl gelingen möge. Der Artikel schließt:„Niemand würde sich darüber herzlicher und selbstloser freuen als die Katholiken Oesterreichs, denen die Zukunft und Größe des deutschen Volkes in Europa der Gegenstand heißer Wünsche und Gebete ist.“ Handwerk für Hamburg gerüstet! dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung. der e bis 30 Juli 1936 zu Hamburg stattfindet, nimmt laa auf das lebhafteste Stellung, und zwar nicht heoretischen Diskussionen und Entschließungen. nder##n zualeic in Nrarticher Gestaltung des Gemtproblems. Eine Jahrhunderte alte Ueberlieferung mmi dabei dem Handwerk zu gute. Diese erleichtert ne Vertiejung des Gemeinschaftsdenkens, das die erste oraussetzung einer Freizeitgestaltung ist, die von gedueter Freiheit und Freizügigkeit getragen wird. Wenn am kommenden Sonntag im Verlauf des Volksstes„Volk spielt fürs Volk“ auf dem„Platz des andwerks“ am Hamburger Zoo handwerkliche Tanz=, viel= und Singegruppen im Rahmen einer Feierundenveranstaltung des Handwerks aufeten, so werden sie den Beweis antreten, daß das Handerk keineswegs in romantische Schwärmerei zurückfällt. ndern, allerdings bewußt an altes anknüpfend, neuen eist in würdige Form zu kleiden versteht. Diese Ausönjung der Ueberlieferung wird die Mission des Handerks sein, das in vielen Punkten der Freizeitbewegung littel und Wege zeigen kann, die dazu dienen. die Wirkhkeiten des Alltags mit den Kräften neuer Lebensid Schaifensfreude zu erfüllen. Im Olympischen#estzug des deutschen Volkes. r am kommenden Sonntag im Mittelpunkt der Verstaltung des Weltkongresses stehen wird, ist auch das andwerk mit einer großen Reihe schöner estwagen und Fußarupnen aus allen handerklichen Gebieten vertreten, unter dem Motto, daß s deutiche Handwerk nach Weltruf marschiert und e deutschen Handwerker im Dienste der Idee einer planUen Freizeitgestaltung stehen, die von dem Geiste des eeinschaftsgedankens getragen wird Der ehemalige Reichskanzler und Oberpräsident Dr D. Michaelis ist Freitagvormittag im 79. Lebensjahre infolge eines Herzschlages in Bad Saarow am Scharnutzelsee, wo er seit Jahren zurückgezogen lebte, per chieden. Dr. D. Michaelis war nach dem Rücktritt von Bethmann=Hollweg vom 14. Juli bis zum 1. Novemder 1917 Deutscher Reichskanzler Bestfalen und Rheinland Ehrenpreis des Reichssportführers für die Rassehunde=Ausstellung in Recklinghausen. Recklinghausen, 22. Juli. Für die am 2. August in Recklinghausen stattfindende wenjalische Gauausstellung der Rassehunde sind zahlreiche wertvolle Ehrenpreise gestellt worden. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat als Ehrenpreis eine Originalradierung des Führers in Silberrahmen übermittelt. Weiter sind eingegangen Reichs= und Preußische Staatspreise, Staatspreis der Landesregierung Schaumburg=Lippe, Ehrenpreise der Landesbauernschaft Westfalen, des Oberpräsidenten, des Regierungspräsidenten von Münster. des Reichsverbandes für das deutsche Hundewesen, der Städte Recklinghausen und Bochum, des Kreisjägermeisters von Recklinghausen. Großer Züchter=Wanderpreis des Gaues Westfalen des R.D.H., Gaumünzen des Gaues Westfalen im N.D.H., St.=Hubertus=Münzen des Hundesport=Gauwalters für die zwei besten Hunde der Ausstellung. je ein Sonderpreis des Gaues Westialen im R.D.H. für besten Hund und Zuchtgruppe eines ausländischen Ausstellers, ferner über 200 Ehrenpreise der Ausstellungsleitung. der Fachschaften und der Allgemeinen kynologischen Vereine Westfalens. Amerikanischer Besuch in der RGV=Ausstellung Paderborn, 24. Juli. Unter den Besuchern der großen NSV.=Ausstellung „Sozialismus der Tat“ sah man am Mittwoch auch einige Ausländer, namentlich Amerikaner, die sich auf der Reise zu den Olympischen Spielen befanden. Eingehend studierten sie die vielen Bilder und plastischen Darstellungen, die ihnen einen guten Einblick in die praktische Wohlfahrtsarbeit des neuen Deutschland gaben. Mit besonderer Aufmerksamkeit betrachteten sie die grundsätzliche Einstellung des Nationalsozialismus zur Wohlfahrtspflege, die in einer Reihe von Bildern sehr treffend gezeichnet wird. So war es nicht verwunderlich, daß sich die Amerikaner zum Schluß ihres eingehenden Besuches anerkennend und lobend über das neue Deutschland aussprachen. Vierjähriges Kind verbrannt Herbern, 21. Juli. Das 4jährige Söhnchen eines Bauern in Herbern spielte mit einer Zeitung am brennenden Herd. Es steckte die Zeitung in das Feuer und zog sie dann wieder brennend heraus. Plötzlich fingen die Kleider des Kindes Feuer, und im Nu stand es in Flammen. Das Kind erlitt schwere Brandverletzungen, denen es kurz darauf im Krankenhaus erlag. Schwerer Zusammenstoß beim Ueberholen Mocrs, 24 Juli. Auf der Provinziallanestraße in Winterswick wollte ein aus Moers kommender Tankwagen mit Anhänger ein Pferdefuhrwerk überholen. In diesem Augenblick kam aus entgegengesetzter Richtung ein Emmericher Fernlastzug. Die beiden schweren Fahrzeuge prallten zusammen. Während die Fahrer des Tankwagens mit dem Schrecken davonkamen, wurden der Lenker des Lastzuges sowie dessen Beifahrer im Führersitz eingeklemmt. Der Wagenlenker erlag sofort seinen schweren Verletzungen. der Beifahrer wurde in bedenklichem Zustand dem Krankenhaus zugeführt. Radjahrer vom Lastkraftwagen überfahren und getötet Essen, 24. Juli. Gestern morgen ereignete sich auf der Von=der=TannStraße in Essen ein schwerer Verkehrsunfall. Ein etwa 17 Jahre alter Radfahrer wurde von einem in Richtung Markgrafenstraße fahrenden Lastkraftwagen erfaßt und so schwer verletzt, daß er bald darauf seinen Verletzungen im Elisabeth=Krankenhaus erlag. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Schiffspiraten auf dem Rhein Duisburg, 24. Juli. Schiffspiraten statteten nachts dem bei Ehingen vor Anker liegenden Rheinschiff„Harpen 17“ einen Besuch ab. Als der Schiffsführer auf Klopfen hin öffnete, sah er sich zwei Männern mit Halbmasken gegenüber. Wanrend der eine den Schiffsführer sofort überfiel, raubte der andere einen Geldbetrag von 180 Mark. Hierauf entfernten sich die beiden Gesellen mit einem Nachen in Richtung Homberg. Die Nachforschungen sind im Gange. Radfahrer, die zum Nürburgring wollen Düsseldorf, 22. Juli. Die Regierungspressestelle teilt mit: Bei der zu erwartenden großen Verkehrssteigerung anläßlich der Rennen auf dem Nürburgring am 26. Juli empfiehlt sich die Benutzung des neugeschaffenen Radsernweges von Weilerswin nach Ahrweiler. Nach der Zufahrt von Köln nach Weilerswist führt diese neue Strecke in Richtung Heimersheim, an Rheinbach und Gelsdorf vorbei nach Ahrweiler. Radfahrer, die diesem neuen Fahrwege folgen, dienen sich selbst, da sie hier weder mit Fußgängern noch mit Kraftfahrzeugen zusammengedrängt werden vielmehr eine eigens ihnen vorbehaltene Strecke nachfahren. Zudem helfen sie die Bewältigung gesteigerten Verkehrs fördern. „Der Rhein in Flammen“ Am 25. Juli auf der Mittelrheinstrecke von der Marksburg bei Braubach bis zum Ehrenbreitstein und Deutschen Eck. Bad Godesberg, 22. Juli. Die großen Erfolge der beiden Rheinbeleuchtungen „Der Rhein in Flammen“ am Niederrhein und auf der Siebengebirgsstrecke von Linz bis Bonn, haben den Landesfremdenverkehrsverband Rheinland, in Verbindung mit den in Frage kommenden Gemeinden veranlaßt, auch die letzte Rheinbeleuchtung auf der Mittelrheinstrecke von Braubach bis Koblenz besonders festlich auszugestalten. Diese Beleuchtung ist so früh gelegt, daß auch entfernter wohnende Volksgenossen daran teilnehmen können. Sie beginnt um 21.30 Uhr bei Braubach und endet um 22.30 Uhr bei Koblenz. Von Koblenz aus bestehen gute Rückfahrmöglichkeiten nach allen Richtungen. Wie zu den voraufgegangenen Rheinbeleuchtungen fahren auch zu der Mittelrheinbeluchtung wiederum Sonderzüge der Reichsbahn sowie Sonderautobusse der verschiedenen Autobusunternehmungen. Die Dampfer der Köln=Düsseldorfer, die alle Musikkapellen an Bord haben, fahren zur Mittelrheinbeleuchtung von allen in Frage kommenden Stationen. Menschen, die mit den Augen töten Auf Mackenzies Spuren im hohen Norden.— Die Urgroßnichte sucht eine Inschrift.— Eine erfolgreiche Expedition. In den nächsten Tagen verläßt eine interessante Erpedition Quebec. Sie steht unter der Leitung einer Frau Mrs. S. Kirkland Vesey. Diese Frau ist eine Urgroßnichte des berühmten Alexander Mackenzie, der als einer der ersten Pelzjäger und Vertreter der später berühmt gewordenen Nordwestgesellschaft hoch in den Norden vorstieß und zuerst den Verlauf jener Flüsse untersuchte und beschrieb, deren Vorhandensein dis dahin nur aus Indianersagen bekannt war. Darüber sind gut 150 Jahre vergangen Mrs. Besen ist im Besitz all jener Aufzeichnungen, die Mackenzie damals in seinen Tagebüchern niederschrieb die seither nie der Oeffentlichkeit übergeben wurden und jetzt der Urgroßnichte durch eine Erbschaft zufielen. Die Zeiten haben sich seit damals gewaltig geandert im Polarkreis. Wo damals Mackenzie mit vieler Mühe und unter großten Strapazen sich langsam vorwärtsarbeitete kann Mrs. Vesey heute mit dem Zug fahren. So reist denn ihre Expedition, um zum richtigen Startplatz zu kommen, bis nach Waterwans in Nord=Alberta wirklich mit dem Eisenbahnzug. Von hier aus gehr die Fahrt dann weiter mit Flußdampfern durch das Nordwest= Territorium und auf vielen Umwegen endlich in jene Flußgebiete, die zum großen Teil auch heute noch den Namen Mackenzies tragen Die Urgroßnichte hat aus den ihr zur Verfügung stehenden Tagebüchern einige interessante Episoden der Oeffentlichkeit übergeben. Danach stieß damals ihr Urgroßonkel auf Indianer, die noch niemals einen Weitzen gesehen hatten und entsent flohen, als die Expedition Mackenzies sich dem Indianerlager näherte. Dagegen hatte sich das Vorhandensein der Russen an der soge nannten Cook=Einfahrt durch ganz Kanada herumgesprochen. Man berichtete Mackenzie zum Beispiel von Menschen, die mit den Augen töten könnten, eine Angabe. die sich zweifellos auf die Feuergewehre und das Zielen mit den Feuergewehren bezog Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Urgroßnichte gesetzt hat, ist die Entdeckung jenes Felsens, auf den Mackenzie im Juli 1793 einige Worte aufschrieb, die heute noch lesbar sein sollen. Allerdings ist seit damals mit Ausnahme einiger Pelzjäger niemand mehr bis zu jenem Felsen gekommen. Mackenzie hatte nämlich nach seiner eigentlichen Nordfahrt den Versuch unternommen. einen Vorstoß nach Westen zu machen und den Pazifischen Ozean zu erreichen. Sein Boot kenterte. Er kam in äußerst bedrängte Lage. Endlich stieß er auf einen Indianerstamm, der ihm genauere Nachrichten von einem Fluß geben konnte, der nach Westen strömte. Dieser Fluß mußte nach den Berechnungen Mackenzies an den Pazisik munden. Seine Ueberlegungen waren richtig. Er gelangte endlich an den sogenannten Fitzhugh=Sund. Hier suchte er auch jenen großen Felsen aus, auf den er mit einem Gemisch von Zinnober und Fett die Worte schrieb: „Alexander Mackenzie kam am 22. Juli 179. von Kanada aus zu Lande bis hierhin.“ Mackenzie konnte sich damals wegen der seindlichen Haltung der Küstenbewohner nicht sehr lange halten. Er mußte schleunigst versuchen, irgend einen befestigten Punkt, der von Weißen bewohnt war, zu entdecken Jedenfalls glückte es ihm. seine Expedition zu Ende zu führen, ohne auch nur einen Mann verloren zu haben. An jenem berühmten Felsen will nun seine Urgroßnichte eine Bronzeplatte anbringen, um so das Gedächtnis ihres großen Vorfahren ein wenig spät, aber immerhin am gegebenen Platz zu ehren. Ein Eisenbahnzug vom Sturm umgeworsen Santiago de Chile, 2“. Juli. Starker Nordsturm richtete im Hafen und in der Stadt Valparaiso beträchtlichen Schaden an. Die Eisenbahnlinie Vina—Valparaiso ist unterbrochen, da eine Lokomotive und zehn Eisenbahnwagen von den vom Sturm ausgepeitschten Wogen dee großen Ozeans umgeworsen wurden. Die Telefonleitungen sind vielfach zerstört. Bisher sind ein Todesopfer und mehrere Verletzte zu verzeichnen. Der Sturm halt in unverminderter Starke an. Nolizen Die Olymptsche Fackel wurde am Freitag durch das Gedirge des Olymp nach Saloniki getragen. * Der südslawische Abg. Arnautowitsch, der in der Skupschtina einen Anschlag auf Ministerpräsiden: Stojadinowitsch verübt hat, wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. * Ein spanisches Torpedoboot und der spanische Dampfer„Ciudad de Tarragona“ haben außerhalb des Hasens von Marseille Anker geworsen. Der Kapitan der Torpedobootes erklärte, daß er weitere Befehle abwarte, ohne jedoch zu erwähnen, von welcher Seite. * Auch bei der Unterhausnachwahl im Wahlkreis East=Grinstaed konnte die Konservative Partei ihren Sitz behaupten. * Das Luftschiff„Hindenburg“ traf am Freitag früh 5 Uhr(9 Uhr ME3) mit 34 Passagieren in Rio ein * Als erste der internationalen großen Gemeinschaftslager anläßlich der Olympischen Spiele wurde am tag in Berlin=Eichkamp das internationale Sportstudentenlager gemeinsam mit dem Kongreß für körperliche Erziehung feierlich eröffnet. Was geschieht mit den Amnestierten in Oesterreich? Wien, 24. Juli. Unter den am Donnerstag in Oesterreich aus der Haft entlassenen politischen Gefangenen befinden sich zahlreiche ehemalige Staatsbeamte, Aerzte. Rechtsanwälte und Personen, deren Vermögen beschlagnahmt wurde. Ueber die Frage, was mit den Entlassenen geschehen soll, bringt die Nachmittagspresse Mitteilungen von informierter Seite. Danach findet keine Wiedereinsetzung in amtliche Stellen von verurteilten und jetzt amnestierten Staatsbeamten statt. Die Angehörigen dieser Staatsbeamten, die zum Teil die sogenannte Witwenpension oder Gnadengaben beziehen, werden diese solange weiterbehalten, bis es den Männern gelungen ist. eine neue Arbeitsstätte zu finden. Bei Aerzten. Rechtsanwälten und Patentanwälten wird eine individuelle Behandlung der einzelnen Fälle durchgeführt werden, so daß zumindest ein großer Teil von ihnen die Tätigkeit wieder aufnehmen kann. Eine Regelung der Frage der Vermögensbeschlagnahme ist, wie die Zeitungsnachrichten besagen, in Angriff genommen worden. Wo durch die Vermögensbeschlagnahme die ganze Existenzgrundlage beseitigt wurde, soll eine besondere Berücksichtigung stattfinden. Zum Hauseinsturz in Budapest Budapest, 24. Juli. Die Aufräumungsarbeiten an der Unglücksstätte des auf der Rakoczi=Straße eingestürzten vierstöckigen Hauses nähern sich ihrem Ende. Es besteht die Hoffnung, daß außer dem einen bereits aufgefundenen Toten keine weiteren Opfer zu beklagen sind, da sich die in den ersten Stunden vermißten Hausbewohner und Ladeninhaber restlos bei der Polizei gemeldet haben. Wie nunmehr feststeht, ist nicht das ganze vierstöckige Gebäude, sondern nur ein Teil der Vorderfront eingestürzt. Der Streik der Metzer Druckereiarbeiter beigelegt Paris, 24. Juli. Wie aus Metz gemeldet wird, ist auf Grund einer Einigung zwischen den streikenden Druckereiarbeitern und Zeitungsbesitzern der Streik in den Druckereien der in französischer Sprache erscheinenden Metzer Zeitungen beendigt. Der gerissene Leitungsdraht Karlsruhe, 21. Juli. Am Dienstagvormittag ereignete sich in Linkenheim bei Karlsruhe durch das Reißen eines Elektrizitätsdrahtes ein schweres Unglück. Ein Radfahrer namens Heinrich Wetzstein streifte mit seinem Rad den auf dem Boden liegenden Draht und stürzte, vom Strom getroffen, zu Boden. Zwei junge Leute, die 24jährige Tochter des Bahnarbeiters Nagel und der 19jährige Leopold Häuser, die zur Hilfeleistung herbeieilten, wurden bei dem Versuch, den Draht zu entfernen, gleichfalls vom Strom getroffen. Wiederbelebungsversuche blieben bei den drei Verunglückten erfolglos. An der Dreitorspitze abgestürz“ Garmisch=Partenkirchen, 24. Juli. Die Alpine Rettungsstelle Partenkirchen teilt mit Am Mittwoch stürzte auf dem Uebergang vom Ostginfet zum Mittelpunkt der Dreitorspitze der in München wohnende 33 Jahre alte Intendanturrat Elben ab. Der Verunglückte fand den Tod. Er fiel auf österreichisches Gebiet. Die Leiche wird im Laufe des heutigen Tages von österreichischen Bergungsmannschaften geborgen werden. Letzte Sportnachrichten 5. Weltkegler=Turnier Gernhardt=Gelsenkirchen wurde Zweiter Einen großen deutschen Erfolg gab es am Freitag in der Deutschlandhalle, als die Europameisterschaft auf Bohlenbahn für Fünfer=Mannschaften ausgetragen wurde. Die vier deutchen Mannschaften belegten die ersten Plätze vor den beiden dänischen. Der Belgier Wellens sicherte sich den Titel in der Europa=Einzelmeisterschaft auf Scherenbahn mit 1160 Holz knapp vor dem Gelsenkirchener Gernhardt. Berlin und Brüssel trugen einen Städtekampf auf Scherenbahn aus, den die Belgier mit 3141:3080 gewannen. Die deutsche Ländermannschaft bezog auf der Asphaltbahn von der Tschechoslowakei eine Niederlage. Die ausländischen Gäste entschieden den Länderkampf mit 5379:5374 Holz nur ganz knapp zu ihren Gunsten Ergebnisse: Europameisterschaft auf Bohlenbahn für Fünfermannschaften: 1. Deutschland(Wambach=Berlen, Gebhardt=Hamburg. Cornelius=Kiel, Tams=Flensburg, ta land 3754, 4. Deutschland 3742, 5. Dänemark 3120, 6. Dänemark 2980. Europameisterschaft=Einzel auf Scherenbahn: 1. Wellens=Brüssel 1160. 2. Gernhardt=Gelsenkirchen 1154, 3. Lücking=Hagen 1151. Voraussage für Samstaa: Wed frische Winde aus Südwest. vorwiegend bewölkt. noch einzelne Schauer, Temperaturen 20 bis 25 Grad. schwul. Für Sonntag: Weiterhin Wentwinde, noch stark dewollt und einzelne Schauer und warm. Im ganzen nicht unsteundlich. Fahrt zum Nürburgring. Abfahrt heute 17 Uhr und Sonntag nacht 2 Uhr. Fahrpreis 7.— RM. ionntag. den Heute, Samstag, den 25. Jüli: Fahrt zur Loemühle u. Schloß Berge. Fahrpreis 1,25 RM. Ablahrt 14 Uhr ab Behrensstr. 3. Fahrt nach Essen-Stadtwald u. Gruga. Fahrpreis 1.25 RM. Abfahrt 14 Uhr ab Behrensstr. 3. Fahrt Haltern-Stausee. Abfahrt 2 Uhr. Fahrpreis 1,25 RM. Kaffee-Restaurant„Ranonengarten“ Bes. Jos Brune, Horsthauser Strasse 15 Samstag und Sonntag: Konzert und Tanz Mltwirkung des bekannten Masikkomikers Har Bochum 2 Tanzflächen. Eintrnt u Wollten Sie nicht in diesem Jahre ein Fahrrad kaufen? Verlangen Sie sofon unse Angebet. E.& P. Stricker, Fohrradfobrik Brochwede Bielefele 19 26. Juli, ab nachmittags 4 Uhr findet In den Gartenanlagen des „Es ist doch eigentlich wunderbar, daß eine so kleine Anzeige einen so großen Erfolg bringen kann.“„Ich finde das gar nicht wunderbar. Wenn ich nur bedenke, wie viel Tausende jeden Morgen den Herner Anzeiger mit Spannung erwarten und ihn mit sehr großem Interesse lesen!" 2 Uir Inderir Ger Sollen.-„ Kasino Friedrich der Große III/IV Sommer-Fest der Bürgerschützengilde Horsthausen statt. Konzert und Tanz, sowie Belustigungen aller Art für Gross und Klein. Freunde und #eitt frei Beginn: 22.11|1 Für die Sommerreise Neue Erfindung! Wir Iängen und weiten Schriftl. Arbeiten Die Literatur ist die vielseitigste u. vollstandigste Form, in welcher sich das Geistesleben einer Evoche außert. Anfertigung seiner für alle belegenbeiten. Schnelle Lieferung. Niedrige Preise. Buch= und Kunstdruckerei Koethers& Röttsches Herne, Hermann-Göring=Str. 8, neben dem Postamt. Auf nach Schneiders Gar Alt Baukau. 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