Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Bezugspreis balbmonatlich Mark 1.08, monatlich Mark 2.16, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatlich Mark 2.— einschließlich 48 Pf. Postzeitungsgebühr, bierzu Bestellgeld 36 Pf.— Postscheckkonto: Dortmund 1007. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gertber Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches, Herne Hermann=Göring=Straße 8. neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböde 4 Pf., im Cextteil 26 Pf. Vereinskalender(im Cextteil) se mm 10 Pf. Bäder= und Sommerfrischenanzeigen se mm 3½ Pf. Zisser= und Auskunftsgebübr 26 Pf.= Fernsprecher: Sammol=Nummer 62541 Drabtanschrift: Anzeiger Herne. Nr. 81(Erstes Blatt) S Samstag, den 4. April 1936 K 32. Jahrgang Außenhandelswege Der deutsche Außenhandel schloß im Jahre 1935 mit einem Ausfuhrüberschuß von 111 Millionen RM. ab, das bedeutet gegenüber einem Einfuhrüberschuß von 284 Millionen RM. im 1934 eine Besserung im Gesamtbetrag von 395 Millionen R M. Diese erfreuliche Tatsache ist der straffen „ Durchführung des„Neuen Plans“ zu L danken, der in der zweiten Hälfte des Jahres 1934 in die Wege geleitet wurde und nach dem Einfuhr von Waren nur in dem Umfang erfolgen darf, insoweit sie durch Ausfuhr gedeckt ist. In Anwendung dieses Grundsatzes ist die Ausfuhr gegenüber 1934 um 103 Millionen RM. gestiegen, die Einfuhr hat sich hingegen um 295 Millionen RM. vermindert. Die Einfuhrminderung beruht in erster Linie auf der verringerten Einfuhr entbehrlicher Fertigwaren; sie ist allein um 190 Millionen RM., also fast zwei Drittel des Einfuhrrückganges gesunken, nachdem sie im Jahre 1934 einen unerwünscht hohen Stand erreicht hatte. Die dadurch in der Devisenbeanspruchung eingetretene Entlastung machte größere Beträge frei für die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen und Nahrungsmitteln, die trotz steigender Preistendenz auf dem Weltmarkt für den durch die gebesserte Konjunktur gestiegenen Inlandsbedarf in ausreichendem Umfang aufrecht erhalten werden konnte. Allein für die Rohstoffeinfuhr stand für jeden Monat des Jahres 1935 ein Betrag von mehr als 200 Millionen RM. zur Verfügung. Trotz des scharfen Wettbewerbes, dem wir auf dem Weltmarkt durch die großen Industrieländer mit herabgesetzter Währung ausgesetzt sind, hat sich die deutsche Ausfuhr dank der hohen Qualitätserzeugnisse nicht nur behaupten, sondern sogar erweitern können, was in einer Absatzsteigerung von 103 Millionen RM. gegenüber dem Vorjahr zum Ausdruck kommt. Wesentlich dazu beigetragen hat die Möglichkeit, größere Geschäfte im Austauschverkehr zu tätigen. Das gilt vor allem für die Eisenindustrie und Maschinenindustrie, und die chemische Industrie hat den Vorteil, daß sie ihren gesamten Absatz geschlossen verrechnen kann. Bei den Verbrauchsgüterindustrien liegen die Verhältnisse nicht so günstig, doch sind auch hier Erfolge erzielt worden, insbesondere ist die Ausfuhr von Leder, von Glas und Glaswaren, Papier und Papierwaren, elektrotechnischen und feinmechanischen Erzeugnissen, Kinderspielzeugen, Ton= und Porzellanwaren gestiegen. Die Ausfuhrsteigerungen der Industrie konnten allerdings nicht ohne große Opfer in Form von wenig lohnenden Preisen erreicht werden, da die wichtigsten Wettbewerbsländer auf dem Weltmarkt wie England, die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan durch die Abwertung ihrer Währung in der Kostengestaltung bedeutenden Vorsprung haben. Die Preiszugeständnisse mußten naturgemäß um so größer sein, je stärker die betreffenden Ausfuhrgüter dem Wettbewerbskampf ausgesetzt waren, je geringer also ihr wirtschaftlicher Monopolcharakter war. Demnach wurden am stärksten die Massenwaren betroffen, während sie sich bei den Erzeugnissen der chemischen Industrie, bei Maschinen, bei der Warengruppe Kesselund Maschinenteile in verhältnismäßig engen Grenzen hielten. Als regionales Ergebnis der Ausfuhrentwicklung läßt sich feststellen, daß die Ausfuhrsteigerung ausschließlich auf Uebersee entfällt mit einer Zunahme um fast ein Viertel gegenüber 1934. Der Anteil der Ueberseeländer an der deutschen Gesamtausfuhr stieg von 23 v. H. im Jahre 1934 auf 28 v. H. im Jahre 1935 und hat damit den höchsten Stand in der Nachkriegszeit erreicht. An dieser Steigerung sind in erster Linie Süd= und Mittelamerika beteiligt, nach denen sich die Ausfuhr um ein Drittel erhöht hat. Von den südamerikanischen Ländern ist Brasilien der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Waren geworden, auch Argentinien, Chile, Columbien, Mexiko, Peru, haben 1935 mehr deutsche Waren gekauft als im Vorjahr. Es handelt sich also vorwiegend um Gebiete, aus denen Deutschland Rohstoffe bezieht und die nun ihrerseits im Verrechnungsverkehr deutsche Waren einführen. Von den asiatischen Ländern haben Britisch=Indien, China, Japan und die Türkei seit 1933 in steigendem Umfang deutsche Waren bezogen. Der Ausfuhrsteigerung nach diesen außereuropäischen Ländern steht ein Ausfuhrrückgang von 4,1 v. H. nach den europaischen Ländern gegenüber. Das Rückgangstempo hat sich im Vergleich mit den beiden vorhergehenden Jahren bedeutend verlangsamt. Charakteristisch ist die Gewichtsverlagerung der Ausfuhr von den Industrieländern zu den südosteuropäischen Agrar= und Rohstoffländern. Trotz der auch hier bestehenden Devisenknappheit konnte die Ausfuhr nach diesen Ländern. Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien, Griechenland, Ungarn, seit 1933 insgesamt um fast zwei Drittel gesteigert werden. Auch nach den nordischen Ländern, Schweden, Norwegen und Dänemark, die zur Zeir eine günstige Konjunkturentwicklung aufweisen, hat Deutschland seine Ausfuhr erweitern können. Dagegen ist die Ausfuhr nach jenen Ländern, in denen eine deflationistische Wirtschaftspolitik bestimmend ist und deren Wirtschaftsvolumen noch weiter schrumpft, wie die Niederlande, Frankreich und die Schweiz um 13—16 v. H. zurückgegangen. Immerhin eröffnet ein kürzlich abgeschlossenes Handelsund Zahlungsabkommen mit den Niederlanden auch für diesen Markt günstigere Zukunftsaussichten. Das Gesamtergebnis des deutschen Außenhandels im Jahre 1935 kann dahin zusammengefaßt werden. daß Deutschland den Anschluß an die bisher zwar noch schwache Belebung des Welthandels wiedergefunden hat und zu erwarten ist, daß mit einer Besserung der Weltkonjunkturlage sich auch eine weitere Steigerung unserer Ausfuhrtätigkeit und damit eine Erleichterung unserer Devisenlage durchsetzen wird. Dr. Liener. Das Urteil Edens über den deutschen Friedensplan 7 Die Aussprache im Unterhaus London, 3. April. Vor vollbesetztem Hause und in Anwesenheit fast der gesamten Regierung gab Außenminister Eden am Freitagvormittag die angekündigte Erklärung über die deutschen Friedenspläne und die Generalstabsbesprechungen ab Die Ereignisse der letzten Tage, führte Eden aus, zerfallen in zwei Teile. Der erste Teil bezieht sich auf die Mitteilungen der deutschen Regierung vom 1. April an die britische Regierung, der zweite Teil auf die zwischen der britischen, der französischen und der belgischen Regierung ausgetauschten Mitteilungen über das Weißbuch von 1900, Nach einem kurzen Hinweis auf den Besuch des Botschafters von Ribbentrop anläßlich der Ueberreichung der deutschen Antwort fuhr Eden fort: Gestern hatte ich eine weitere Unterredung mit dem deutschen Vertreter, in der ich Herrn von Ribbentrop mitteilte, daß die britische Regierung, obwohl sie bisher nur Zeit für ein Vorstudium hatte, die letzten Vorschläge Hitlers als höchst bedeutsam ansehe, und daß sie eine sorgfältige Prüfung verdienten, was wir jetzt zu tun beabsichtigen. Die unmittelbare Frage lautet, welcher Art der nächste Schritt sein soll. Es war klar, daß wir mit den anderen Regierungen in Verbindung treten müssen. Das bedarf einige Zeit, und in der Tat glaubt die britische Regierung, daß in diesem Augenblick eine Pause wertvoll ist(Beifall). Ich betonte Herrn von Ribbentrop gegenüber, daß unser Ziel in der gegenwärtigen Lage dasselbe ist, das es von Anbeginn gewesen ist, nämlich die Verhandlungen über eine endgültige Regelung in Fluß zu halten zu versuchen. Ich bat Herrn von Ribbentrop, dem deutschen Kanzler zu versichern, daß die britische Regierung in dieser Hinsicht keine Bemühungen scheuen würde. Gleichzeitig fühle ich mich verpflichtet, ihm gegenüber darauf hinzuweisen, daß die deutsche Regierung in bezug auf den Uebergangszeitraum, für den die britische Regierung ganz besonders um einen Beitrag gebeten hatte, nicht in der Lage gewesen ist, uns entgegenzukommen. Infolgedessen bleibt die Schwierigkeit, in Europa eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, was eine wesentliche Vorbedingung für erfolgreiche Verhandlungen ist, noch bestehen. Der Außenminister wies in diesem Zusammenhang auf die Verpflichtungen hin, die England eingegangen Der Ministerrat hat das Wort Der deutsche Friedensplan von der französischen Botschafterkonserenz in allen Einzelheiten geprüft Ministerratenscheidung am Montag Paris, 3. April. Die französische Regierung entwickelt angesichts der deutschen Friedensvorschläge eine außergewöhnlich rührige Tätigkeit. Nachdem bereits der ganze Donnerstag mit der Prüfung der deutschen Note und mit verschiedenen Besprechungen ausgefüllt war, wurden die Beratungen heute fortgesetzt. Die Besprechung der französischen Botschafter mit dem Außenminister und dem Ministerpräsidenten, an der auch der Generalsekretär des Quai d’Orsay. Leger, teilnimmt, hat mit etwas Verspätung begonnen, da der französische Botschafter in London, Corbin, nicht rechtzeitig eingetroffen war. An zuständiger Stelle ist man in der Beurteilung der Lage nach wie vor zurückhaltend. Da die französische Regierung die deutschen Vorschläge zur Zeit noch, wie allgemein betont wird, sehr sorgfältig prüft, scheinen alle Pressenachrichten über die künftige französische Haltung und etwaige Gegenvorschläge verfrüht. Der Zeitvunkt der Locarnobesprechung ist, wie man an unterrichteter Stelle versichert, noch nicht festgesetzt, ebensowenig der Ort. In Paris ist man der Auffassung, daß London der Locarnobesprechung grundsätzlich zustimmt. Die Botschafterbesprechung, an der außer den Botschaftern von Berlin, London, Rom und Brüssel Ministerpräsident Sarraut und Außenminister Flandin, Völkerbundsminister Paul=Boncour und die hohen Beamten des Außenministeriums teilnahmen, hat von 15 bis 18.40 Uhr edauert. Eine Mitteilung über die Besprechung ist biser nicht ausgegeben worden. In gut unterrichteten Kreisen erfährt man, daß der deutsche Friedensplan in allen Einzelheiten geprüft worden ist, um die französische Antwort vorzubereiten, über die der Ministerrat am nächsten Montag entscheiden wird. Nach Beendigung der Pariser Botschafterbesprechung verlautet zunächst nur, daß die französische Regierung bei den beteiligten Regierungen auf den Zusammentritt der Vertreter der 4 Locarnomächte im Laufe der kommenden Woche bestehen werde. Ruhigere Beurteilung in Paris Größere Zurückhaltung 7 Wachsende Verhandlungsbereitschaft Paris, 3. April. Nach der ersten, wahrscheinlich etwas oberflächlichen Prüfung der deutschen Friedensvorschläge, die am Donnerstag zu einer starken Nervosität und grundsätzlich ablehnenden Haltung der Pariser Presse führte, kann man heute eine wesentlich ruhigere Beurteilung der Lage feststellen. Wenn sich auch nichts an der Auffassung geändert hat, daß die deutschen Gegenvorschläge in ihrer augenblicklichen Form unannehmbar(!!) seien, so muß doch festgestellt werden, daß die Blätter wahrscheinlich unter dem Eindruck der Beschlüsse der Regierung und nicht zuletzt auch in Anbetracht der wesentlich günstigeren Aufnahme des deutschen Planes in London sich größerer Zurückhaltung befleißigen und die Lage sehr viel ruhiger betrachten Das Hauptaugenmerk der Blätter richtet sich heute auf die Zusammenkunft der Locarnomächte, die nach französischer Ansicht am kommenden Mittwoch in Brüssel oder Paris stattfinden könnte, obgleich eine endgültige Antwort der englischen Regierung noch nicht vorliegt. Die Uebergabe des englischen Garantieschreibens an die Botschafter Belgiens und Frankreichs hat außerdem nicht unwesentlich zu einer Entspannung beigetragen. Aus den Besprechungen, die der französische Außenminister am Donnerstag zunächst mit dem Ministerprasidenten und später auch mit dem englischen Botschafter in Paris hatte, wollen die Blätter den bestimmten Eindruck gewonnen hoben, daß die französische Regierung die deutse Vorschläge weder rundweg ablehnen noch annehmen werde. Es sei vielmehr beschlossen worden, daß Flandin auf der geplanten Konferenz der Locarnomächte die deutsche Denkschrift einer sehr ausführlichen Kritik unterziehen und eine Reihe von Gegenvorschlägen machen werde, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf der mittleren Linie zwischen den Forderungen der Locarnomächte vom 11. März und der deutschen Antwort vom 31. März liegen dürften. Die französische Regierung, so heißt es, werde mit besonderem Nachdrua auf den Abschluß von gegenseitigen Beistandspakten nicht nur im Westen Europas, sondern auch mit den anderen Nachbarn Deutschlands bestehen und im übrigen den Grundsatz der kollektiven Sicherheit im Rahmen des Völkerbundes verteidigen. Es sei anzunehmen, daß vor dem Zusammentritt der Locarnomächte sehr eingehende diplomatische Besprechungen zwischen Paris und den Mächten der Kleinen Entente stattfinden würden, als deren Sprecher Frankreich ebenfalls aufzutreten wünsche Die Notwendigkeit von Verhandlungen wird auch vom„Petit Journal“ unterstrichen. Eine Weigerung, die deutschen Vorschläge zu prüfen unter dem Vorwand. daß sie für Frankreich unannehmbar seien, sei nicht angangig. Es sei leicht, zu sagen, diese Vorschläge seien unannehmbar und man müsse sie„en bloe“ zurückweisen. Man müsse sich aber auch fragen, was dann werden soll. Man müsse sich vor allem fragen, was werden solle, wenn Frankreich auf lange Sicht jede Fühlung mit Deutschland abbreche. Die Haltung der französischen Diplomatie sei vollkommen klar. Frankreich müsse sobald wie möglich eine Zusammenkunft der Locarno=Mächte hervorrufen und eine gemeinsame und genaue Prüfung der deutschen Vorschläge vornehmen. Dann mußten Gegenvorschläge ausgearbeitet werden, und schließlich müsse der Führer unterrichtet werden, daß man bereit sei, zu verhandeln unter der Bedingung, daß diese Verhandlungen im Rahmen des Völkerbundes stattfinden. In der radikalsozialistischen„Republique“ fordert der ehemalige Generalsekretär der Radikalsozialistischen Partei, Eduard Pseiffer, die französische Regierung auf: Unter keinen Umständen Verhandlungen abzulehnen und auf die deutschen Vorschläge einsach mit„Nein“ zu antworten. Es würde den französischen Interessen widersprechen, wenn die französische Regierung dem Führer eine ablehnende Antwort geben würde. Man müsse sich einmal die Frage vorlegen, was Frankreich eigentlich tun solle, nachdem es„nein“ gesagt habe Die englische Presse fordere Paris schon jetzt auf, die deutschen Vorschläge zumindest als Verhandlungsgrundlage anzuerkennen. Ein französisches Nein würde nur Nachteile haben. Frankreich würde sich von England entfernen und darüber hinaus die gesamte Weltöffentlichkeit verstimmen, die heute den Eindruck habe, daß Hitler den Frieden wolle. während Frankreich sich ihm widersetze. Außerdem müsse berücksichtigt werden, daß eine Weigerung Frankreichs, zu verhandeln, dazu führen könne, daß England das Locarno=Abkommen, in Frage stelle, und das sei das Schlimmste, was Frankreich zustoßen könne. Endgültige Vereinigung aller deutsch=französischen Meinungsverschiedenheiten Forderungen der Feuerkreuzler. Paris, 3. April. In Paris fand am Donnerstag eine Versammlung der Feuerkreuzler statt, auf der die Haltung der französischen Regierung scharf kritisiert und eine endgültige Bereinigung aller deutsch=französischen Meinungsverschiedenheiten gefordert wurde. Einer der maßgebenden Führer der Bewegung erklärte unter großem Beifall der Anwesenden, daß das Schicksal Frankreichs immer noch in den Händen derselben alten Mannschaft liege, die sich gegen das Ausland auflehnen wolle, obgleich sie bisher alles geduldet habe. Das französische Volk wünsche den Frieden und die Ehre. Es werde keinen dauerhaften Frieden in Europa geben, solange die ewigen deutsch=französischen Meinungsverschiedenheiten keine Lösung gesunden hätten In Sartrouville bei Paris und in Tarbos in SüdwestFrankreich, wo ebenfalls Versammlungen der Feuerkreuzler stattsanden. kam es zu heftigen Zusammenstößen mit linksgerichteten Elementen, wobei es auch auf beiden Seiten Verletzte gab sei und erwähnte dabei besonders die Besprechungen zwischen den Generalstäben, die im Interesse dieser Verpflichtungen stattfinden sollen(Beifall). Es muß betont werden, so sagte er, daß sich diese Besprechungen nur auf die Zwischenperiode beziehen; sie werden einen rein technischen Charakter haben und unsere politischen Verpflichtungen nicht vermehren. Dementsprechend übergab ich gestern dem französischen und dem belgischen Botschafter je ein Schreiben, denen ich eine weitere Mitteilung beifügte, dessen Inhalt ich dem Hause verlesen werde: „Ich habe die Ehre, Ew. Exzellenz einen Brief auszuhändigen, wie er in dem Text der Vorschläge vorgesehen ist, die am 19. März von den Vertretern Belgiens. Frankreichs, Englands und Italiens entworfen worden sind. Ew. Exzellenz werden zu würdigen wissen, daß die Absendung dieses Brieses in keiner Weise bedeutet, daß nach Ansicht der britischen Regierung die Versöhnungsbemühungen, auf die in diesem Briese Bezug genommen wird, gescheitert sind. Wie Sie wissen, haben wir heute von der deutschen Regierung gewisse Vorschläge erhalten, die wir Ihrer Regierung mitgeteilt haben und denen wir unsere sofortige Erwägung schenken. Inzwischen ist die britische Regierung in Uebereinstimmung mit§ 3 der Vorschläge bereit. ihren Generalstab anzuweisen, umgehend mit dem französischen bzw. belgischen Generalstab in Verbindung zu treten, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen. unter denen die in jenem Paragraphen genannten Verpflichtungen im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes durchgeführt werden sollen Im Auftrage der britischen Regierung habe ich die Ehre, mitzuteilen, daß dies dahin zu verstehen ist, daß diese Fühlungnahme zwischen den Generalstäben für keine der beteiligten Regierungen irgendeine politische Verpflichtung auswirft noch irgendeine Verpflichtung bezüglich der Organisation der Landesverteidigung. Ich würde mich freuen, von Ew. Exzellenz die Bestätigung zu erhalten, daß Ihre Regierung der gleichen Auffassung ist. Die britische Regierung schlägt vor, daß die Besprechungen zwischen den Generalstäben der beiden Regierungen, die für die Herstellung der fraglichen Fühlungn ihme notwendig sind, in London begonnen werden sollen Ich sende gleichlautende Briese an den französischen bzw. den belgischen Botschafter.“ Nach der Verlesung des Brieses fuhr Eden fort: Wie man sieht, besassen sich diese Mitteilungen mit drei verschiedenen Punkten: 1. Ich machte es klar, daß die Absendung dieses Brieses in keiner Weise bedeutet, daß nach Ansicht der britischen Regierung die Versöhnungsbemühungen, auf die dieser Brief Bezug nimmt, fehlgeschlagen sind. In dieser Verbindung werden die Unterhausmitglieder erkennen, daß ich die Aufmerksamkeit auf die jüngsten Vorschläge der deutschen Regierung lenke, die soeben eingetroffen waren 2. Die beiden Botschafter wurden dahin unterrichtet, daß die britische Regierung gewillt ist, umgehend die in § 3 des Weißbuches vom 19. März vorgesehenen Stabsbesprechungen zu autorisieren. 3. Ich legte ein Einvernehmen darüber fest, daß diese Fühlungnahme zwischen den Generalstäben für keine der beteiligten Regierungen irgendeine politische Verpflichtung noch eine Verpflichtung hinsichtlich der Landesverteidigung aufwirft. Die britische Regierung hat nunmehr von dem französischen und dem belgischen Botschafter die Mitteilung erhalten, daß auch ihre Regierungen dieser Auffassung beitreten. Das Unterhaus wird ferner feststellen, daß die vorgeschlagenen Generalstabsbesprechungen in London stattfinden sollen. Auch hiermit haben sich die Regierungen Frankreichs und Belgiens einverstanden erklärt. Ein Zeitpunkt für diese Zusammenkunft ist noch nicht festgesetzt. Aber sie wird stattfinden, sobald die notwendigen Vorkehrungen getrofsen worden sind. Die hierauf bezügliche Korrespondenz wird noch heute mittag in einem Weißbuch veröffentlicht werden. Wie ich schließlich wiederholen muß, ist sich die britische Regierung vor einiger Zeit schlüssig geworden, daß sie ihrerseite einen Beitrag zur Wiederherstellung des Vertrauens leisten muß, das eine wesentliche Vorbedingung für erfolgreiche Verhandlungen ist. Dies war der Hauptgrund, warum die britische Regierung Stabsbesprechungen mit Frankreich und Belgien beschlossen hat. Diese Besprechungen können nach Meinung der britischen Regierung in keiner Weise als eine Präjudizierung der Regelung angesehen werden, deren Verwirklichung wir alle wünschen. Die Erklärung des Außenministers Eden wurde mit lautem Beifall begrüßt. Kurze außenpolitische Aussprache An die Eden=Erklärung schloß sich eine kurze Ansprache an. Lloyd George stellte folgende Frage: Kann der Außenminister dem Unterhaus und dem Volk in bezug auf die Militärbesprechungen versichern, daß nicht deabsichtigt ist, irgend einen dieser Militärpläne in dem bedauerlichen Falle eines Scheiterns der Verhandlungen wirksam werden zu lassen, so lange nicht ein nicht herausfordernder Angriff deutscher Streitkräfte auf belgischen oder französischen Boden vorliegt, das heißt ein tatsachlicher Einmarsch in Frankreich oder Belgien? Eden bejahte diese Frage. Eine weitere Frage des konservativen Abgeordneten Astor, ob auch die Regierungen der Dominien bei den Stabsbesprechungen vertreten sein würden, beantwortese Eden mit der Bemerkung, daß die Dominien über jede Phase der Stabsbesprechungen auf dem Laufenden gehalten würden Der Führer der Arbeiterpartei, Attlee, erkundigte sich hierauf. ob diese Tatsache nicht ein Grund sei. die Basis der Verhandlungen durch Hinzuziehung der Völkerbundsmächte zu verbreitern, daß sonst die Mitglieder des britischen Weltreiches abseits stehen würden Eden schloß sich dieser Ansicht an und fügte hinzu, er sei für eine Verbreiterung der Basis, aber das Unterhaus Notizen Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath empfing em Freitag den bekannten englischen Sportflieger Lord Semvill. um ihn zu seinem neuesten Erfolg zu beglückwünschen. In aller Stille war Lord Sempill am Donnerstag in einem sogenannten Motorsealer nach 1lstündigem Flug von Croydon, dem Flugplatz Londons kommend. in Tempelhof glatt gelandet. * Außenminister Eden empfing den rumänischen Außenminister Titulescu und den italienischen Botschafter Grandi. Auch Botschafter von Ribbentrop hatte mit ihm eine kurze Unterredung. * Der deutsche Dampfer„Wurher Ruß“ wurde von dem lettischen Dampfer„Aija“ in der Rigaer Bucht gerammt. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. * König Eduard VIII. von England nahm im Buckingham=Palast die Treukundgebung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie von Vertretern verschiedener öffentlichen Körperschaften entgegen. Zwischen Rumänien. der Tschechoslowakei und Rußland wurde ein Vertrag zur Regelung des Flugverkehrs Moskau— brag unterzeichnet. * Im Libanon=Gebiet kam es zu religiösen Unruhen. wobei 5 Personen getotet wurden. * In verschiedenen Gegenden Griechenlands sind Streiks ausgebrochen, die auf eine kommunistische Propaganda zurückzuführen sind. * Der Wirbelsturm, der, wie berichtet, die kleine Stadt Cordele im Staate Georgia verwüstet hat, hat flach den bisherigen Feststellungen 38 Todesopfer gefordert. 700 Personen wurden mehr oder weniger erheblich verletzt Der Sachschaden in den fünf Staaten der amerikanischen Südostküste, durch die der Wirbelsturm seinen Weg genommen hat, wird auf drei Millionen Dollur geschätzt. werde es zu würdigen wissen, daß der Ursprung des vorliegenden Falles die Aufkündigung des Locarno=Vertrages sei. Die Frage des konservativen Abgeordneten Sanfys, ob auch Italien ähnliche Briefe an die französische und belgische Regierung richte, wurde von Eden mit dem Hinweis beantwortet, daß er hierüber keine Mitteilungen vorliegen habe. England wünscht in Ruhe den Friedensplan zu prüsen London, 3. April. Gegenüber französischen Wünschen, daß mit größter Beschleunigung nunmehr alle weiteren Verhandlungen zwischen den Locarno=Mächten folgen sollten, wird Preß Association zufolge von englischer Seite erklärt, daß die britische Regierung keine besondere Eile habe. Das gelte auch für die vorgeschlagene Konferenz der LocarnoMächte in Brüssel. Die britische Regierung wünsche genügend Zeit, um die Antwort Hitlers zu studieren. und zwar kühl und nicht mehr unter dem unmittelbaren Einfluß der Ereignisse. Es wird als wünschenswert bezeichnet, daß der diplomatische Meinungsaustausch nunmehr verlangsamt wird. damit die Gesamtlage in einer ruhigeren Atmosphäre überprüft werden kann. Niederlage der englischen Regierung im Oberhaus Innerhalb von 48 Stunden hat die englische Regierung zum zweiten Male eine varlamentarische Niederlage erlitten. Diesmal wurde sie im Oberhaus überstimmt., als die Vorlage über die Arbeitslosenversicherung landwirtschaftlicher Arbeiter beraten wurde. Bei der Abstimmung über eine Zusatzbestimmung wurde sie mit 33 gegen 9 Stimmen geschlagen. Geheimdokumente in einer rumänischen Flugzeugmotorenfabrik geraubt Bukarest, 3. April. In der großen rumänischen Flugzeugmotorenfabrik I. A. R. bei Kronstadt wurde am Donnerstag ein aufsehenerregender Dokumentendiebstahl festgestellt. Als die zuständigen Beamten nachmittags in ihre Diensträume kamen, fanden sie die Stahlschränke erbrochen. Sämtliche geheimen Dokumente und Pläne waren geraubt. Unter den geraubten Papieren befinden sich die Pläne für alle rumänischen Militärflugzeuge und Motoren sowie alle Lizenzverträge mit ausländischen Flugzeug= und Motorenfabriken. Die Polizei und der Generalstab wurden sefort verständigt. Umfassende Untersuchungen sind eingeleitet. Englische Mahnungen an Frankreich Wachsendes Verständnis für den deutschen Plau London, 3. April. Die Londoner Morgenblätter zeigen, daß das Verständnio für den deutschen Standpunkt in England im unehmen begriffen ist. Das geht vor allem aus dem indruck hervor, den die überscharfe Ablehnung der deutschen Antwort durch Frankreich in London gemacht hat Sämtliche Blätter mit Ausnahme der„Morningpost“ lassen erkennen, daß sie die französische Haltung zwar verstehen, aber nicht billigen können. Die„Times“ begrüßt in ihrem Leitartikel die dreiwöchige politische Pause, die Dr. Goebbels in Deutschland angekündigt habe und erklärt, es gebe keine bessere Propaganda fur den Frieden in diesem Augenblick. Was jetzt benötigt werde, sei Zeit für eine ruhige Erörterung und Prüfung des umsangreichen Materials. das auf dem Tisch liege. Das beste Heilmittel für die Neurasthenie und die Erregbarkeit der europäischen Politik sei eine nüchterne und ruhige Prüjung der Heilmittel, die für die Krankheit vorgeschlagen worden seien. Der erstaunte Engländer, der einige der gestrigen Kommentare der Pariser Presse gelesen habe. werde bei ihnen zum mindesten eine Art „klinisches Thermometer“ anwenden müssen. Diese aufgeregte Haltung lei natürlich völlig wertlos. Eine Lösung für die Lage finde man jedoch in den wenigen gemäßigten französischen Stimmen, die zugeben, daß die deutschen Anregungen die Grundlage für eine Erörterung abgeben könnten wenn man des deutschen guten Glaubens sicher sei. Alles läge natürlich in dem„wenn". Wenn man unter allen Umständen und für immer ableugne, daß es so etwas wie einen guten Glauben Deutschlands gebe, so könne dies nur zur Katastrophe führen. Wenn Deutsch land sich angeboten haben würde, sich einer erniedrigenden Buße zu unterwersen, um der Sache der Heiligkeit der Verträge zu dienen, hätten die berussmäßigen Kritiker immer noch der Welt versichern können, daß dies ein Manöver sei, um die britische öffentliche Meinung zu beeindrucken. Es sei in Wirklichkeit völlig unwesentlich, ob Hitlers letzte Bedingungen dazu berechnet seien, einen Eindruck in England zu machen. Wenn die britische össent. liche Meinung von ihnen beeindruckt werde, was sicherlich der Fall sei, so geschehe das nicht deswegen, weil die Keine Billigung des französischen Standpunktes Engländer stärker geneigt seien als ihre Nachbarn, sich täuschen zu lassen. Es sei sicher, daß der einzige praktische Weg für eine Prüsung der deutschen Zusicherungen der sei, daß man sie annehme. Ganz energisch wenden sich die„News Chronicle“ gegen Frankreich. Unter der Ueberschrift„Was will Frankreich eigentlich?“ weist das Blatt darauf hin, daß Frankreich seit Beendigung des Krieges immer wieder versichert habe, daß es Sicherheit wünsche. Frankreichs Militärbündnisse im Osten hätten lediglich die Gejahr vermehrt, gegen die es sich zu schützen wünsche. Es sei ihm bieher nicht gelungen, die britischen Garantien zu erhalten, die es als ausreichend ansehe. Jetzt sei Frankreichs Gelegenheit gekommen. Indem Frankreich den deutschen Plan als Verhandlungsgrundlage annehme, könne es eine Lage schaffen, in der es wahrscheinlich die erwünschten Garantien eher erhalten würde als jemals seit Kriegsende oder jemale in Zukunft. Wenn Frankreich wirklich Sicherheit wünsche, dürfe es, wenn es klug sei, sich die Gelegenheit nicht ent. schlüpfen lassen. Wenn das, was Hitler angeboten hobe, nach Frankreiche Meinung„phantastisch“ sei, wollten dann seine Staatsmänner vielleicht nicht zum mindesten erklären, was sie denn eigentlich zufrieden stellen würde? Der„Daily Herald“, schreibt unter der Ueberschrift „Ruhe halten", daß Furcht und Aerger nicht geeignet seien. Europa aus seinen Wirren und Gefahren herauszuführen. In Hitlers Angebot sei zweisellos einiges enthalten, was für französische Nerven höchst aufreizend sei, aber derartiges sei auch in dem Weißbuch für Deutschlands Nerven enthalten gewesen. Der Aerger des Augenblicks dürfe aber nicht die Zukunft einer ganzen Generation gefährden. Man müsse die Vergangenheit ruhen lassen. In Hitlers Vorschlägen sei zum mindesten eine Gelegenheit gegeben. Und könne irgend jemand mit gesundem Menschenverstand sich ohne Bedauern und Scham dessen erinnern, wie in den vergangenen Jahren eine Gelegenheit nach der anderen vertan worden sei? Hier sei eine neue Gelegenheit gegeben. Die Vorschläge Hitlers seien versöhnlich und nicht herausfordernd. Sie müßten in vielen Punkten aufgeklärt werden. Diese Aufklärung sei eine Arbeit, die Ruhe verlange. Die Verluste am Aschangi=See 1200 Tote und Verwundete bei den Italienern Hohe abessinische Würdenträger angeblich gesallen Asmara, 3. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB) Die italienischen Verluste in der großen Schlacht im Gebiet des Aschangi=Sees wurden am Donnerstagabend im italienischen Hauptquartier mit etwa 1200 Toten und Verwundeten bezissert. Auf abessinischer Seite sollen zahlreiche hohe Würden träger gefallen sein. Unter den Gefallenen sollen sich der Postminister Wolde Markos, der Oberhofzeremonien= meister Ligaba Tasse, der die kaiserliche Garde befehligte, und der Führer des Stammes der Asdo Galla, Awera Tela, befinden. Der Stamm der Asdo Galla ist teilweise auf italienische Seite übergetreten. Er beteiligte sich seinerzeit u. a. an der Verfolgung der flüchtenden Truppen des Ras Mulugeta. Was das abessinische Hauptquartier meldet Addis Abeba, 3. April. Das abessinische Hauptquartier meldet: Seit dem 31. März finden in der Gegend bei Mai Cio. südlich des Amba Aladschi, und in der Gegend von Debar schwere Kämpfe statt. Die von Abessinien eingeleiteten Kämpfe spielen sich unter der Führung des Kaisers ab. Den abessinischen Truppen gelang es, am 31. März sieben befestigte Stellungen des Gegners, am 1. April vier befestigte italienische Stellungen zu nehmen. Am 1. April begann die Schlacht um 5 Uhr morgens und dauerte bis zum Abend. Im Laufe der beiden ersten Kämpfe fielen von den italienischen Truppen 36 weiße Offiziere und 700 Soldaten, ferner an die 2000 Mann der eritreischen Truppen. Die Zahl der Verwundeten ist noch unbekannt Die Abessinier erbeuteten viele Waffen, Kanonen, Maschinen= gewehre und sonstiges Kriegsmaterial, insbesondere Munition. Die Verluste auf abessinischer Seite betrugen in dem gleichen Zeitraum 887 Tote und 350 Verwundete Die amtliche Verlautbarung des Hauptquartiers hebt besonders hervor, daß die abessinischen Truppen sich außerordentlich tapfer geschlagen hätten und vorgerückt wären trotz des ungewöhnlich starken Artillerie= und Maschinengewehrfeuers, trotz des ungeheuren Fliegerbombardements und des Abwurfs von Gasbomben. Die Schlacht scheint noch in vollem Umfang anzudauern. Aequatortaufe im„Hindenburg“. Eine fröhliche Nacht über dem Atltantischen Ozean An Bord des Luftschisses„Hindenburg“, 3. April (Funkbericht des Sonderberichterstatters des DRB.) Am Donnerstag. um 20 Uhr, hatten wir insgesamt 3786 Seemeilen zurückgelegt. Der Nordnordostwind, der in Stärke 9 bis 10 wehte, begünstigte die Fahrt. Am Freitagfrüh 2.43 Uhr MEZ wurde der Aequator passiert. Der Luftgott Aeolus erschien persönlich und taufte die Fahrgäste, die sämtlich mit dem Luftschiff „Hindenburg“ zum ersten Male die Mittellinie der Erde überflogen. Die dienstfreien Offiziere, die dem lustigen Gott als Ehrengeleite dienten, verteilten kunstvolle auf den Namen ausgestellte Tan'scheine und silberne 3Nadeln. Backbord voraus leuchtete auf etwa 20 Himmelsgrad das Kreuz des Südens in unwahrscheinlicher Pracht Niemand konnte sich der Stimmung dieser herrlichen Tropennacht entziehen Hell erleuchtet zog der Zepp ruhig und majestätisch seine Bahn während die Gestirne auf dem dunkelblauen Ozean funkelten. Das Fest der Aequatorweihe wurde am Abend durch ein„Aequator=Essen“ eingeleitet, bei dem alles, einschließlich der Gerichte. in jeder Weise stilecht war. Es gab„Acolue"=Vorspeisen. Lendenschnitte„Aequator“, „Linien"=Gemüse,„Monsum“=Kartoffeln und„Z“=Auflauf. Kommandant Lehmann hielt eine launige Ansprache für die Mintstertatrat Thomas vom Verkehrsministerium im Namen der Fahrgäste mit herzlichen Worten dankte. Im übrigen herrschte Freude bis in die tiese Nacht hinein, da es zum Schlasen ohnehin zu heiß war. Den Aequator passierten wir auf 30 Grad. 36 Min westl. Länge und steuerten bei leichtem Seitenwind auf die Insel Fernando Noronha zu. Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 150 Kilometer erreichten wir die Insel am Freitagmorgen Gegen 12 Uhr MEZ. standen wir über Recise. Unser Schisf zog mehrere große Schleifen über der Stadt. die uns einen beispiellosen Empfang bereitete. Alle Schiffe grüßten durch Sirenen und Dippen der Flaggen, mit Fahnen winkte man herauf zu dem Märchenschiff, das im Sonnengefunkel majestätisch seine Bahn zog Die Stimmung an Bord ist weiterhin großartig. Die Fahrgäste sind eine einzige große Familie. Dr. Frank spricht in Rom Rom, 3. April. Reichsminister Dr. Frank hielt am Freitag auf Einladung des Faschistischen Kulturinstituts seinen mit größter Spannung erwarteten Vortrag über„Gesetzgebung und Rechtspflege des Nationalsozialismus. Das Rednerpul: war flankiert von der Hakenkreuzfahne und der italienischen Flagge. Im uberfüllten Saal bemerkte man Justizminister Solmi. Staatssekretär Alfiert, den Leiter des Faschistischen Kulturinstituts, Professor Marpirati, viele führende Persönlichkeiten des italienischen Geisteslebens, besonders der Rechtswissenschaft, den deutschen Botschafter von Hassell mit den Herren der deutschen Botschaft, die Gattin des italienischen Botschafters in Berlin, Frau Attolico, und den Kreisleiter der NSDAP Italien=Süd, Kirn. Die Ausführungen des Reichsministers wurden mehrmals von stürmischem Beifall unterbrochen. Besonders seine Darlegungen zur Judenfrage fanden lebhaftestes Interesse. Als er sich mit der Wiedererlangung der deutschen Wehrhoheit bejaßte, gaben die Zuhörer durch Beifall ihrer Zustimmung Ausdruck. Die gesamte römische Presse widmet dem Aufenthalt des Reichsministers Frank in Rom eingehende sympathisch gehaltene Artikel, die zum Teil von Photographien begleitet sind. Neben der eingehenden Schilderung des heutigen Tagesprogramms wird darin ganz besonders Nachdruck auf die Persönlichkeit des Gastes im geistigen Leben des nationalsozialistischen Deutschland gelegt. Reichsminister Dr. Frank legte im Beisein des deutschen Botschafters von Hassell und den Herren seiner Begleitung am Freitagvormittag in feierlicher Weise je einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Grabmal der faschistischen Gefallenen auf dem Capitol in Anwesenheit einer Ehrenkompagnie nieder. Von italienischer Seite nahmen der Präsident Centile, der Direktor des faschistischen Kulturinstituts, Professor Marpirati, und je eine Abordnung von Faschisten und von Offizieren der italienischen Armee an den feierlichen Akten teil. Der Reichsminister wurde von einer zahlreichen Menschenmenge mit Händeklatschen lebhaft begrüßt. Anschließend wurde Reichsminister Dr. Frank vom König von Italien in Audienz empfangen. Am Schluß der Audienz ließ sich der König auch die Herren der Begleitung des Reichsminister, den Direktor der Akademie für deutsches Recht, Dr. Lasch, den Reichsgeschäftsführer des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen, Dr. Hauber, und den Chef des Ministeramtes, Dr. Bühler, vorstellen. Danach wurde Reichsminister Dr. Frank von Mussolint im Palazzo Venezia zu einem längeren Besuch empfangen. Dem Vortrag Dr. Franks vor dem faschistischen Kulturinstitut über„Gesetzgebung und Rechtspflege des Nationalsozialismus“ wohnten auch der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Marconi, und der Präsident des Kassationsgerichtshofes. d'Ameglio, bei. Dr. Frank sprach frei in fließendem Italienisch. Zum Abendessen hatte Reichsminister Dr. Frank eine Einladung des italienischen Justizministers angenommen. Drei neue Vorstandsmitglieder bei der Deutschen Reichsbahn Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn hat auf seiner Tagung am 25. März 1936 den Reichsbahndirektionspräsidenten Werner Bergmann. bis vor kurzem Reichsbahndirektionspräsident in Essen. den Reichsbahndirektor Alfred Prang und den Direktor der Reichsbahn=Oberbetriebsleitung West, Paul Treibe, zu Direktoren und Mitgliedern des Vorstandes der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft ernannt. Direktor Bergmann ist betraut mit der Leitung der Maschinentechnischen und Einkaufs=Abteilung, Direktor Prang mit der Leitung der Finanz= und Rechtsabteilung und Direktor Treibe mit der Leitung der Verkehrs= und Tarisabteilung der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn. Die drei Herren hatten bereits auftragsweise die Leitung der genannten Abteilung inne. Scheinwerfer— auf Annemarie Ein Pilmroman von CURT J. BRAUN 17. Fortsetzung. „Oh, entschuldigen Sie,“ murmelte der Produktionsleiter und wurde wirklich verlegen,„wollen Sie meinen Wagen haben?“ Wißmann pfiff ein Taxi heran.„Danke, nicht nötig.“ rief er.„der hier ist ebenso schnell, und außerdem geht es dem Jungen Gott sei Dank besser. Auf Wiedersehen morgen! Ich bin um neun im Büro.“ Das Mädchen und Frau Leuthoff kamen gleichzeitig an die Haustür, als er klingelte. „Wie geht es Herbert?“ rief er. „Gut,“ sagte Frau Leuthoff.„gut. und er wartet schon so sehr auf Sie!" Wißmann lief die Treppen hinauf. Da oben öffnete sich eine Tür. Man hatte wohl sein Kommen gehört. Eine freundliche Krankenschwester mit einem mütterlich runden, blassen Gesicht nickte ihm zu, aber noch ehe er sie ansprechen konnte, hörte er die Stimme eines Jungen, der ihn rief: „Vati! Vati!“ Was für ein piepsiges Stimmchen, dachte Wißmann, und da schoß ihm doch wirklich das Wasser in die Augen, mein Junge, mein kleiner Pimpf! Um eine Rührung nicht merken zu lassen, arinste er heftig und wußte selber, daß er nur eine scheußliche Grimasse zog. Aber dem Jungen, an dessen Bett er trat, war das gleichgültig. „Vati,“ sagte der Junge und griff mit beiden Händen zu, als ihm Wißmann die Hand hinstreckte „Vati—“ " Witmann sagte gar nichts. Er hätte beim besten Willen jett kein vernünftiges und verständliches Wort herausbringen können, als er dieses bleiche, eingefallene Kindergesicht vor sich sah. „Vati.“ saate der Pimpf sehr aufgeregt.„das ist aber sein, daß du wieder da bist Weißt du was ich heute zu Mittag gehabt habe? Taubchen! Werden Brieftauben auch geschlachtet? Das ist doch keine Brieftaube gewesen. was?“ „Es war bestimmt keine Brieftaube!“ beruhigte ihn Wißmann. Der Pimpf war sichtlich froh darüber.„Das hat Schwester Helene auch gesagt,“ erklärte er,„weißt du, sonst hätte es mir doch leid getan. Und dann hat mir Schwester Helene die neuen Briefmarken ins Album geklebt, weißt du, zuerst hat sie es gar nicht gekonnt, aber jetzt kann sie es schon, Vati, und gestern hat sie mir ein paar Marken von Argentinien mitgebracht, die ich noch gar nicht hatte!“ Wißmann blickte sich nach der Krankenschwester um, die etwas verlegen im Hintergrund stand. Man muß der Schwester Helene eine große Freude machen, dachte er, denn der Junge hat es gut gehabt, danke schön Wißmann hatte das Gefühl, als wäre er selbst einer großen Gefahr entronnen. Er blieb noch eine Weile an dem Bett sitzen. Es dauerte ziemlich lange, ehe der Junge sich die wichtigsten Dinge heruntergeredet hatte, die sich während der Abwesenheit seines Vaters in seinem Herzen aufgespeichert hatten, aber allmählich wurde er müde. Wißmann hörte es an der Stimme, die schließlich nur noch stockend von diesem oder jenem berichtete, und er erhob sich. „Ich komme gleich wieder!“ sagte er. „Fährst du weg?“ fragte der Sohn. „Nein, nein, ich bleibe heute zu Hause.“ Der Junge lächelte beruhigt, und Wißmann verließ den Raum. Auf dem Schreibtisch fand er die erwarteten Berge von Post und die Namensliste derer, die angerufen hatten. Er begann die ersten Briefe zu öffnen, aber bald schob er sie wieder achtlos beiseite. Man müßte Bianka anrufen, dachte er, und streckte die Hand nach dem Telephon aus. Dann zog er sie wieder zurück. Nein, nicht jetzt. Das hat Zeit. Plötzlich lachte er zornig. Er griff wieder zum Hörer, aber ehe er die Nummer wahlen konnte, hörte er draußen eine helle Stimme. Gleich darauf flog die Tür auf, und Bianka stand auf der Schwelle. Sie sah schöner aus denn je. Bjianka kam stürmisch herein.„Erich!“ rief sie, ich hatte heute vormittag hier angerufen und hörte daß du kommst. Wir haben uns ja sooo lange nicht gesehen! Warum gibst du mir keinen Kuß?" Er küßte sie gehorsam. Sie schlang die Arme um seinen Hals und erwiderte seine Küsse mit einer Leidenschaft, die bei ihr ungewöhnlich war. Endlich löste sie ihr Gesicht von dem seinen. Sie sah ihn vorwurfsvoll an:„Du bist ein ganz schlechter Mensch! Nicht ein einziges Mal hast du mir geschrieben! Hast du gar keine Sehnsucht nach mir gehabt?“ „Ich wußte doch nicht, daß du wieder in Berlin bist.“ „Schon lange! Seit fünf Tagen sitze ich brav zu Hause und warte jeden Tag, ob der Herr vielleicht anrufen oder wenigstens eine Karte schreiben werden!" Sie fuhr ihm mit der Hand durch das Haar.„Du,“ sagte sie zärtlich,„gehört sich das?“ Erich Wißmann betrachtete sie wie einen ganz fremden Menschen. Das also, dachte er, ist die Frau, die ich geliebt habe. Oder immer noch liebe. Was für eine Komödie sie spielt! Und ich würde ihr jedes Wort glauben, wenn ich es nicht jetzt durch Zufall besser wüßte. Er bemühte sich, gleichgültig zu erscheinen, aber seine Stimme war doch nicht ganz sicher.„Wie war es in Schierke?“ fragte er. „Danke, recht nett. Ein bißchen langweilig.“ „Waren viele Menschen da?“ „Nicht sehr.“ „Hast du wieder im„Fürst Stolberg' gewohnt?“ Sie sah erstaunt auf.„Ja, natürlich—“ Er blies das Zündholz aus, legte es mit umständlicher Sorgfalt in den Aschenbecher und ging ein paar Schritte durch das Zimmer. Dann wandte er sich zurück.„Liebe Bianka,“ sagte er,„warum belügst du mich?“ Bianka bewegte sich nicht. Dann fragte sie:„Wie meinst du das?“ „Ich habe am Abend meiner Abreise in Schierke angerufen und erfahren, daß du dort weder wohnst noch gewohnt hast.“ Bianka rührte sich nicht. Es wurde so still in dem Raum, daß Wißmann das Schlagen seines Herzens hörte. Wenn es noch gut gehen soll, dachte er schmerzhaft, muß jetzt ein Wunder geschehen. Aber es wird keines geschehen. Es ist aus, dachte er, aus, sie hätte längst antworten müssen. Vielleicht waren nur Sekunden vergangen, viel leicht Minuten, dann richtete er sich auf.„Du warst gar nicht in Schierke?“ Bianka hob das Gesicht und sah ihn groß an: „Nein.“ „Wo warst du?“ „In Paris.“ Sie sprach mit einer Ruhe, die ihn bestürzte. „Was hast du in Paris zu tun?“ „Kent aus Hollywood ist vorübergehend drüben. Ich wollte mit ihm wegen eines Engagements sprechen.“ „Warum hast du es mir nicht vor der Reise gesagt?“ „Weil wir nur Streit bekommen hätten. Du glaubst ja nicht an mich als Schauspielerin. Deshalb tust du ja auch nichts für mich.“ „Und— hatte es Zweck?“ „Vielleicht. Das wird sich noch finden. Kent wird sich für mich bemühen.“ „Mit wem warst du drüben?“ Sie hob die Augenbrauen.„Was für eine Frage! Allein!“ Er verlor seine mühselige Selbstbeherrschung, trat ganz dicht vor sie hin und schrie:„Das ist nicht wahr! Du fährst doch nicht aufs Geratewohl nach Paris zu Herrn Kent, den du gar nicht kennst und der drüben anderes zu tun hat, als sich um Engagements zu kümmern!" streisteihre Hanoschuhe auf, und zum ersten M sah er an der Hast ihrer Bewegungen, daß sie a nervös war.„Wenn du mir nicht glaubst, kannst sa Kent in Paris anrufen.“ gund ion fragen, wer dich bei ihm eingefü hat?“ Seine Stimme zitterte vor Wut:„Danke den Rat. Mein Bedarf an Blamage ist gedeckt.“ „Adieu.“ sagte Bianka. Sie zog den Pelz ammen und ging zur Tür. Dort, die Hand auf Klinke, zogerte sie noch einen Augenblick. Da k Wort von ihm kam, blickte sie sich noch einmal u Wenn du wieder vernünftig bist,“ sagte sie,„kan du mich sa anrufen.“ Er schwieg erbittert, und sie verließ den Raum. " zelleicht int sie doch im Recht, dachte er, und Gedanken schmerzten, vielleicht zue ich ihr unre vielleicht ist alles ganz harmlos. Unsinn, nichts harmlos, was für eine Lüge schon diese Begrüßu die Jartlichkeit des schlechten Gewissens, p# ###n ur voch im Recht? Was für Dum nen i### wihie er zornig, man könnte anspeien, so schwach ist man. (Fortsetzung folgt.) Nr. 81(Zweites Blatt) Herner Anzeiger hamstag, den 4. April 1936 Die älteste Bebauung der Kaiser=Wilhelm=Straße Häuser aus Hernes erster Entwicklungszeit Die Häuser auf der Nordseite Die Kaiser=Wilhelm=Straße ist diejenige Seitenstraße der Bahnhofstraße, die schon in den ersten Jahren ihrer Entstehung die stärkste Bebauung aufwies. Noch heute zeugen eine ganze Reihe kleiner ein= und zweistöckiger Häuschen von jener Zei. Die Straße ist durch den zwischen Mühlen= und Marienstraße sich erstreckenden Grundbesitz des Hofes Schlenkhoff gelegt worden. Dieser Grundbesitz wurde zu einem erheblichen Teile von einem Hochwald eingenommen, dessen Mitte heute die Schulstraße und dessen nördlichen Zipfel die Kaiser=Wilhelm=Straße durchschneidet. Auch Heinrich und Schaeferstraße liegen zum größten Teil in diesem ehemaligen Waldgebiet. Entstanden und bebaut worden ist die Kaiser=Wilhelm=Straße hauptsächlich in den Jahren 1870—75 und zwar von der Bahnhofstraße an. Das erste Haus, an das man von der Bahnhofstraße aus an der Nordseite kommt, ist das Haus Nr. 1, neben Hotel Schlenkhoff, ein einstöckiger Backsteinbau. Die Parzelle wurde im Jahre 1871 von dem Schreiner Adolf Lütgendorf für 592 Taler der Witwe Heinrich Rensinghoff gt. Schlenkhoff jr., Alwine geb. Weusthoff(später wiederverheiratet mit Fabrikant Albert Sickel), abgekauft und mit dem jetzt noch stehenden Hause bebaut, zu dem sich noch ein Hinterwohnhaus mit Stallung gesellte. Im Jahre 1879 kam das Grundstück durch Zwangsversteigerung an den Kaufmann Julius Meimberg, dessen Sohn es heute noch besitzt. Das Nebenhaus Nr. 3 ist 1911 anstelle eines vorher dort erbaut gewesenen kleinen Hauses entstanden. Das Grundstück hatte der Zimmermeister Johann Kämper als Acker 1869 von der Witwe Rensinghoff gt. Schlenkhoff, Alwine geb. Weusthoff, Für 247 Reichstaler gekauft. Vorher, 1868, hatte er schon das Grundstück des Hauses Nr. 5 für 437 Taler erstanden. Das auf dem Grundstück Nr. 3 entstandene Wohnhaus ging 1876 auf den Auktionskommissar Joseph Kämper in Oelde über, kam aber noch im gleichen Jahre an den Zimmermeister Johann Kemper. Dessen Frau heiratete in zweiter Ehe den Bergmann Joseph Pawlik. Im Jahre 1911 wurde der Bauunternehmer Kreppel Eigentümer. Dieser ließ das alte Häuschen abbrechen und erbaute den jetzigen hohen Neubau. Im folgenden Jahre erhielt ihn die Ehefrau des Kaufmanns Wilh. Vollminghoff, Else geb. Kreppel, sie verkaufte aber das Besitztum noch im gleichen Jahre(1912) an den Schreinermeister Heinrich Greve. Das Grundstück des Hauses Nr. 5 ging von Kämper im Jahre 1874 auf den Anstreicher Karl Gronefeld über, der es zwei Monate später an den Schuhmachermeister Georg Probst veräußerte. Dieser baute darauf ein Haus. Doch kam das Besitztum 1878 zur Zwangsversteigerung und fiel an den Zimmermeister Johann Kemper. Dieser verkaufte es im gleichen Jahre an den Bäcker Heinrich Eisermann. Als dieser es 1880 durch Zwangsversteigerung veror, kam es an Johann Kemper, den Hauptgläubiger, zurück. Die Witwe des Johann Kemper heiratete in zweiter Ehe den Bergmann Joseph Pawlik, der 1899 als Eigentümer eingetragen wurde. Auch dieses Haus irwarb 1911 der Bauunternehmer Kreppel, der es 1912 abbrechen und dafür den jetzigen großen Bau irrichten ließ. Ueber die Ehefrau Vollminghoff, Else geb. Kreppel, wurde 1912 der Schreinermeister Heinrich Greve Eigentümer. Das nun folgende Haus Nr. 7 ist erst 1929 von Pott erbaut worden. Vorher stand auch hier ein kleines Haus, das der Bergmann Bernhard Röttger 1870•71 erbaut hatte, nachdem er das Grundstück von der Witwe Heinrich Rensinghoff gt. Schlenkhoff jr. für 400 Reichstaler erworben hatte. Im Jahre 1871 kaufte die Witwe des Maurers Karl Kaiser Haus und Grundstück für 2550 Taler, von der der Besitz 1898 auf die Ehefrau des Ansteichermeisters Karl Gronefeld, Caroline geb. Kaiser, überging. Zwei Werkstätten wurden dem Hause angefügt. Im Jahre 1919 wurde der Kaufmann Wilhelm Goebel(Cafe Goebel) Eigentümer, 1927 der Elektromeister Wilhelm Pott, der anstelle des alten Hauses 1929 den jetzigen Neubau errichten ließ. Das Nachbarhaus Nr. 9 ist dagegen noch in seiner alten Gestalt vorhanden(es ist das erste Haus auf dem Bilde). Von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff wurde das Grundstück 1875 an den Bergmann Ferdinand Hartmann verkauft, der das Haus erbaute. Im Jahre 1890 kam es an die Eheleute Bergmann Joseph Drewes und Gertrud geb. Geldermann. Die letztere verheiratete sich in zweiter Ehe 1896 mit dem Bergmann Albert Gerdes. Auch das Haus Nr. 11, das zweite auf dem Bilde, ist noch das alte. Der Maurer Heinrich Wulff hat es erbaut, nachdem er das Grundstück(einstmals Waldgebiet, daher unter der Flurbezeichnung„Busch“ geführt) im Jahre 1874 von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff gekauft hatte. Im Jahre 1923 eing es auf seinen Sohn, den Maurer Wilhelm Wulff, über. Das nächste kleine Haus Nr. 13, entstand ebenfalls im ehemaligen Busch. Das Grundstück war aber schon 1874, als es der Bergmann Wilhelm Heiermann von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff kaufte und bebaute, Acker. Im Jahre 1925 wurden die Kaufleute Wilhelm und Hans Heiermann Eigentümer, die darin wie ihr Vater ein Kohlengeschäft unterhalten. Bei der Katasteraufnahme im Jahre 1877 hörte mit dem Heiermannschen Hause die Bebauung auf der nördlichen Straßenseite zunächst auf. Bald danach entstanden aber— unter Freilassung des Grundstücks Nr. 15(Baurichter)— die Häuser Nr. 17(Groß) und Nr. 19(Dickhoff). Das Haus Nr. 19 mußte aber 1896 dem Durchbruch der Schulstraße weichen. Die große unbebaute Lücke, die 1877 auf das Heiermannsche Haus folgte, erstreckte sich bis zum Ostbach(genannt Wiescher Mühlenbach), auf dessen Westufer die Gebäude des Hauses Nr. 35 standen. Das als Weide in der Flur„Busch" bezeichnete Grundstück hatte im Jahre 1875 der Maurer(später Gastwirt) Christian Zelle von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff gekauft und mit Wohnhaus, Einliegerhaus und Stallgebäude bebaut. Im Jahre 1896 wurde der Maschinist Karl Niermann als Eigentümer eingetragen, 1911 erhielt es der Klempner Karl Niermann jr. Das Niermannsche Haus liegt gleich neben der Schule. Oestlich neben Niermann floß einst im offenen Bett der Ostbach durch, heute ist davon nichts mehr zu sehen, da er unterirdisch durch Kanalrohre fließt und die Oberflächengestaltung völlig verändert ist. An der anderen Seite des Baches gab es zunächst wieder eine Lücke, dann kamen die aneinanderstoßenden Häuser Nr. 45 und 47. Sie sind zu gleicher Zeit(allerdings erst kurz nach der Katasteraufnahme) erbaut worden. Am 2. Mai 1879 kaufte der Bergmann Hermann Wenzel von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff das als Acker auf der„kleinen Vöde" bezeichnete Grundstück des Hauses Nr. 45 und 40 Jahre Bochum-—Gelsenkirchener Straßenbahnen Die Straßenbahn Herne- Bochum war der Grunditock Der 4. April 1896 ist in der Entwicklungs= und Verkehrsgeschichte der Bochum—Gelsenkirchener Straßenbahn ein Tag von grundlegender Bedeutung. An diesem Tage gelangte die Straßenbahn Bochum— Herne, die alteste Straßenbahn im hiesigen Industriebezirk, aus dem Betriebsvertrag der Firma Siemens u. Halske, Berlin, an die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn AG. Die Bahn Bochum—Herne von der Wirtschaft Kortländer in Bochum am Einlauf der Herner Straße bis zum Bahnhof Herne wurde als eigenes Gesellschaftsgebilde zum Grundstock der heutigen Bochum—Gelsenkirchener Straßenbahn. Die von der Firma Siemens u. Halske, Berlin, erbaute und in Pachtvertrag genommene Straßenbahnlinie war schon im Jahre 1881 von Amtmann Schaefer in Herne als Pferdebahn, die später auf Dampfbetrieb umgestellt werden sollte, angeregt worden. Aber die Herner Gemeindevertretung wollte nichts davon wissen. Sie lehnte alle ihr gemachten Vorschläge ab, so daß schließlich im Jahre 1892 Stadt= und Landkreis Bochum sowie die Provinz mit je ein Drittel Beteiligung den Bau der Bahn beschlossen. Als nunmehr die Herner Vertreter beschlossen, sich zu beteiligen, war es zu spät. Die drei genannten Gesellschafter bauten die Bahn und verpachteten sie an Siemens u. Halske. Erst beim Ausscheiden Hernes aus dem Landkreis Bochum kaufte Herne diesem einen kleinen Anteil der Bahn ab und hatte so wenigstens einen kleinen Einfluß auf die Bahn. Mit dem Uebergang der Pachtung der Straßenbahn Bochum—Herne auf die Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn AG. im Jahre 1896 setzte ein Zeitpunkt regen Neu= und Ausbauverkehrs in dem weiten Netzgebiet der Bochum—Gelfenkirchener Straßenbahn ein. Infolge der kräftigen Aufwärtsentwicklung der heimischen Industrie hatte sich in den Gemeinden der Stadt= und Landkreise Bochum und Gelsenkirchen in den Jahren 1895 bis 1906 eine außerordentlich lebhafte Bautätigkeit entwickelt, die auch in den kommenden Jahren sich kräftig fortsetzte. Diese Entwicklung bildete die Voraussetzung für den Bau neuer Straßenbahnlinien, die bei dem Mangel von Eisenbahnverbindungen geradezu eine dringliche Verkehrsnotwendigkeit waren. Damit erhielten u. a. die beiden aufstrebenden Industriestädte Bochum und Gelsenkirchen und die dazwischenliegenden Wohn= und Siedlungsbezirke ihre erste Schienenverbindung. So wurde ein Gebiet dem Verkehr erschlossen, das eine Bevölkerungsdichte von 1½ bis 1¾ Millionen Einwohner in den Städten Bochum, Gelsenkirchen, Buer, Herne, Wanne=Eickel, Wattenscheid aufwies, und das nach Schaffung des Gemeinschaftsverkehrs mit Recklinghausen und Witten noch weitere bedeutsame Verkehrs= und Wohnbezirke zwischen Ruhr und Emscher in verkehrspolitischer Beziehung einander näherbrachte. Nach dem Kriege erwarben die Städte Bochum und Gelsenkirchen sowie das RWE die Aktienmehrheit des Unternehmens. Mit dem Jahre 1927 umfaßte das Straßenbahnnetz der Bochum—Gelsenkirchener Straßenbahnen eine Bahnlänge von 213 km, die sich im Jahre 1928 durch den teilweisen zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Wanne und durch das letzte Stück des zweigleisigen Ausbaues nach Herne noch erhöhte. Gleichzeitig mit dieser Bahnentwicklung erfolgte eine ständige Vergrößerung des Wagenparkes. Aus den fünf Motorwagen, mit denen die älteste Linie Bochum—Herne in Betrieb genommen worden ist, waren um 1930 weit über 300 Motor= und Anhängerwagen geworden, die zwei Riesenbetriebsbahnhöfe in Gelsenrikchen und Bochum— letzterer ist wohl der größte Westdeutschlands— bequem aufzunehmen vermögen. Während im Jahre 1900 1 401 000 Personen befördert wurden, waren es im Jahre 1926 bereits 41 306 819 beförderte Personen. Dank der seit der Machtübernahme des Führers wieder einsetzenden fortschreitenden Gesundung des Wirtschaftslebens und der damit verbundenen Steigerung des Verkehrs hat die Zahl der gefahrenen Rechnungskilometer und der beförderten Personen einen weiteren Aufstieg genommen. Das Straßenbahngebiet der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahn AG. stellt heute eines der größten zusammenhängenden Straßenbahngleisnetze in Deutschland dar. der Bergmann Theodor Engelke das des Haues Nr. 47. Beide bauten dann zusammen. Das Wenzelsche Besitztum kam 1906 an den Bauunternehmer Franz Kraus und 1930 an den Zechenstellwerkswärter Johann Koßmann, das Besitztum von Engelke, an die Ehefrau Martin Swajczyk über. Hinter den Häusern Nr. 45 und 47 liegt versteckt ein kleines Haus, das seit der Durchlegung der Goethestraße die Nummer Goethestraße 93a führt und von dieser Straße aus zugänglich und sichtbar ist. Das Grundstück war bei der Auseinandersetzung in der Familie Rensinghoff gi. Schlenkhoff 1876 an den Fabrikbesitzer Albert Sickel, der die Witwe des Heinrich Rensinghoff gt. Schlenkhoff jr. geheiratet hatte, gekommen und von diesem bebaut worden. Im Jahre 1908 wurde es an die Ehefrau des Schreinermeister: Wilhelm Koester aufgelassen, 1910 an den Auctionatol Wilhelm Kogelheide, 1919 an den Dreher Bernhard Glomm, den jetzigen Eigentümer. Der Köhlhoffsche Besitz. Aelter, als es den Anschein hat, ist auch die Geschichte der Wirtschaft Köhlhoff an der Ecke der Kaiser=Wilhelm= und Goethestraße. Vor dieser Wirtschaft stand hier ein kleines Haus, das die Geschwister Rensinghoff gt. Schlenkhoff um 1877 hatten erbauen lassen und das 1896 mit Grund und Boden für 13000 Mark an den Sandformer und Wirt Karl Dietrich Köhlhoff verkauft wurde. Dieser ließ es 1898 abbrechen und durch den jetzigen Wirtshausneubau ersetzen, an den 1899 noch der Saal angefügt wurde. Der Kauf durch Köhlhoff war nur eine nachbarliche Expansion. Die Köhlhoffsche Wirtschaft war namlich ursprünglich in dem alten Hause nebenan. Dieses Haus ist, wie man dem bretterverkleideten zweistöckigen(in jüngerer Zeit durch einen Backsteinbau westwärts erweiterten) Gebäude ansieht, das älteste Haus der Kaiser=Wilhelm=Straße. Es ist von Feldmann erbaut worden. Der Großvater von Sanitätsrat Dr. Feldmann, der Faßbinder Joh. Hermann Feldmann vom Steinweg, besaß auf der„Kleinen Vöde“ Ackerland. Im Jahre 1850 erbte es sein Sohn Hrch. Friedrich Feldmann. Um diese Zeit war bereits das Haus auf dem Ackerstück vorhanden, denn Friedrich Feldmann versichterte es mit Wirkung von 1. 1. 1850 mit 600 Talern in der Feuersozietät. Aus dem Feldmannschen Besitz erwarben am 29. Nov. 1850 die Eheleute Schneider Heinrich Georg Knapp und Maria Catharina(später wird sie Anna Maria genannt) Trösken aus Baukau einen 1 Morgen großen Acker auf der Kleinen Vöde„nebst dem darauf erbauten Hause.“ Hrch. Georg Knapp war 1854 bereits tot. Er hatte zwei Kinder hinterlassen, von denen das älteste, Friederike(geb. 1850) im Jahre 1857 starb, während der Sohn Heinrich Georg Wilh. sein Leben auch später im Hause verbrachte.(1885 ist er noch in einem Uebertragsvertrage erwähnt). Die Mutter heiratete im Jahre 1854 in 2. Ehe den Weichensteller Heinrich Wilhelm Köhlhoff, mit dem sie vier Kinder hatte. Der älteste Sohn Wilhelm starb 1880 im Alter von 25 Jahren, der zweite. Karl Dietrich, wurde später Haupterbe, die Tochter Friederike heiratete den Bergmann Fritz Bolte in Baukau, die jüngste Tochter Elisabeth heiratete den Schlossermeister Wilh. Boos. Der Vater Köhlhoff starb am 22. 7. 1868, worauf der Bahnwärter Georg Köhlhoff Vormund über die Kinder wurde. Die Witwe heiratete 1870 zum dritten Male und zwar den Bergmann Paul Bildstein, der aus Mausbach bei Aachen stammte. Auch diesen überlebte sie. Da Bildstein schon 1873 als Wirt bezeichnet wird, muß damals schon die Köhlhoffsche Wirtschaft bestanden haben. Im Jahre 1890 wurde das Besitztum unter Abfindung der Ehefrauen Bolte und Boos(der nicht mehr enwähnte Stiefbruder Heinrich Knapp war offenbar gestorben) an den Sohn aus 2. Ehe, Karl Diedrich Köhlhoff(Sandformer, dann Wirt genannt) übertragen. Dieser war es, der 1896 auch das Nachbargrundstück, die jetzige Wirtschaft Köhlhoff. kaufte. Dr. Leo Reiners. Anzeigepflicht bei größeren Entlassungen Eine Erinnerung des Treuhänders der Arbeit. Die Verpflichtung zur Erstattung einer Anzeige bei größeren Entlassungen bringt der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westsalen mit nachstebender Mitteilung nachdrücklichst in Erinnerung: Nach§ 20 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit ist der Unternehmer eines Betriebes verpflichtet. Auf zu neuer Tat! Die NSV ruft Dich am 4. und S. April, wenn lie die bunten Schmetterlinge verkauft. Der März verschwand — April entstand Stichel- und Stachelverse. Von Stichel=Stacheldorn. 1. Vorbemerkung. Nun ist der März im Ruhestand Und der April zieht durch das Land, Nun führt er hier sein Regiment. Das man ja aus Erfahrung kennt. Er stellt sich vor in Frühlingskraft, Doch ist er manchmal launenhaft, So wie es uns oft selber geht Wenn etwas zur Entscheidung steht. 2. Die Zeppelinfahrt. Wir sah'n den neuen Zeppelin Durch alle deutschen Gaue ziehn, Auch über Dortmund. Bochum. Witten Ist er im Flug hinweggeglitten, In Herne tönte sein Geknatter Als Gruß mal lebhaft, mal auch matter Er zeigte sich in seiner Pracht Am hellen Tag und in der Nacht, Bald langsam aber auch bald schneller Ertönten dauernd die Propeller, Und wenn man dies Geräusch vernommen, So hieß man freundlich ihn willkommen. Man fand, als er zurückgekehrt, Der Zeppelin hat sich bewährt. Nun ist er auch schon aufgestiegen. Um nach Amerika zu fliegen, Recht gute Fahrt zum fernen Süden Sei ihm auf seinem Weg beschieden. Das Luftschiff wird, wie allbekannt. Von nun an„Hindenburg“ genannt, dem großen Feldmarschall zur Ehre zerkundet es zu Land und Meere, Was deutscher Geist zuerst erdachte Und hinterher zustande brachte. 3. Feld- und Gartenarbeiten im April. Wenn die Aecker scheckig werden, Gibt es Arbeit und Beschwerden, Denn der Garten und das Feld Werden für die Saat bestellt. Alle Leute müssen graben. Wenn sie einen Garten haben, Und der Bauer pflügt das Land Für den neuen Saatenstand. Morgens, wenn die Hähne krähen, Muß man pflanzen schon und säen, Und so gehts bis abends spät, Wenn die Sonne untergeht. Jeder muß auch seinen Rücken Bei der Arbeit häufig bücken, Ohne Brücken geht es nicht Bei der ganzen Tagesschicht. Kinder werden kleine Elfen, Wenn sie bei der Arbeit helfen, Ist die Arbeit auch nur leicht, Sieht man, wie der Eifer steigt. Wechseln Sonnenschein und Regen, Kommt allmählich auch der Segen. Immer größer wird die Freud'. Wenn dann alles gut gedeiht. So vergehen viele Tage Unter Arbeit, Müh' und Plage Bis man nach der Arbeit dann Auch den Segen ernten kann 4. Der Garten auf dem Balkon. Der Balkon ist oft nur klein, Doch er kann ein Gärtchen sein. Wenn man hier die Blumen hegt Und sie stets mit Liebe pflegt. Schön ist schon das zarte Grün, Schöner, wenn die Blumen blühn, Doch am schönsten, wenn die Pracht Freude und Vergnügen macht. Wenn nun aber der April Sie nicht recht begießen will, Nun, dann hilft man selber nach. Wie der Wirt von Bacharach. Aber Vorsicht! wenn man gießt, Daß auch nichts hinunterfließt, Den das macht oft mehr Verdruß Als ein Guß von Pluvius. 5. Wohnungswechsel. Wer die Wohnung wechseln muß, Tut es manchmal mit Verdruß, Manchmal tut ers's auch mit Fleiß, Weil er eine bessire weiß. Wer die Wohnung wechseln soll, Findet dieses manchmal toll, Mit der Miete steht es mau, Darum soll er aus dem Bau. Wer die Wohnung wechseln kann, Dünkt sich ein gemachter Mann, Eins ist dabei wesentlich: Er zieht um, verbessert sich. Wer die Wohnung wechseln darf Der betont dies äußerst scharf, Er versichert dann und prahlt: Meine Miete stets gezahlt. Wer die Wohnung wechseln mag Tut es gleich am ersten Tag Denn er denkt vielleicht dabei: Besser ist ein frisches Ei. Wer die Wohnung wechseln will, Tut's am besten im April. Wird er aber angeführt. Weiß er, wers ihm eingerührt. Wohnungswechsel— eine Freud', Wenn der Himmel dabei bläut, Wohnungswechsel— eine Plag', Regnet es den ganzen Tag. 6. Die Frau als Feldherr beim Umzug. Der Umzug ist ein Kriegszustand, Ob in der Stadt, ob auf dem Land, Der Feldherr aber ist die Frau, Ob jugendlich, ob alt und grau. Die Frau entwirft den Schlachtenplan, Sobald die letzten Tage nahn, Sie kommandiert das ganze Heer Und schneidet ab die Gegenwehr. Der Feldherrnstab ist, wie bekannt, Der Klopfer in der rechten Hand, Dann geht es los, und wie mit Dampf Entwickelt sich dann Kampf um Kampf Bei diesem Kampf entfaltet sie Die Leib= und Seelenenergie. Sie sieht und hört und wendet dann Die Mittel als Strategin an. Genau verfolgt sie jeden Sturm, So wie der Hahn den Regenwurm, Verfolgt die Sache stets in Ruh Und schlägt zur rechten Stunde zu. Sie übersieht als Feldmarschall Die Aktion von Fall zu Fall, Und neben ihr der Adjutant Geht immer mit ihr Hand in Hand. Wenn dann nach der bestimmten Frist Der letzte Sieg errungen ist, Dann kann sie auf den Lorveer'n ruhn Und sich auch was zugute zun. 7. Kinder heifen beim Umzug. Kindern macht es stets Vergnügen, Wenn sie was zum Spielen kriegen, Auch ein Umzug. hört man viel, Ist ein schönes Kinderspiel. Lieschen schiebt an Umzugstagen Ihren Puppenkinderwagen, Fritzchen trägt sein Ritterschwert Und sein neues Schaukelpferd. Klärchen sammelt ihre Puppen, Wie der Feldherr seine Truppen, Karlchen trägt ein Märchenbuch Und des Vaters Deckelkrug. Aennchen trägt die Violine Und die Puppennähmaschine, Päulchen aber snitt den Mund Und führt Moppi, seinen Hund Kinder fahren an den Tagen Gerne auf dem Möbelwagen, Manchmal geht es, manchmal nicht, Weil man keinen Platz mehr kriegt In der Wohnung angekommen, Wird sie in Besitz genommen, Und schon weiß ein jedes Kind. Wo die schönsten Ecken sind. 8. Stimmen der Natur. Am Weidenstrauch das Käßchen lacht: „Das hat April mir mitgebracht.“ Schneeglöckchen läutet:„Bimbambom! O lieber Frühling, komm doch, komm!“ Die Narzisse läutet still: „Traue einer dem April!“ Das Veilchen meint in seiner Pracht „Ich bin dem Himmel nachgemacht.“ Auf dem Dache singt der Star: „Der April ist doch ein Narr“ Die Schnepfen rufen in dem Busch: „Der Jäger kommt! Huschhusch, hust husch!“ wenn er grödere Entlassungen vornehmen will dem Treudänder der Arbeit schriftlich Anzeige zu ernatten. Ich muß immer wieder seltstellen, daß diese Bestimmung in den Betrieben nicht bekannt ist. Ich weise deshalb nochmals darauf bin, daß alle Betriebe und Verwaltungen im Sinne des§ 4 des AOG zu dieler Anzeige verpflichtet sind und dah davon alle Betriebe betroffen werden, die in der Regel zehn Gefolgschaftsmitglieder beschäftigen. In Zweffelsfällen empiedle ich. sich durch die Rechtsberatungsstellen der DAI tür Unternehmer eingebend über die Bestimmungen unterrichten zu lassen. Insbesondere weise ich darauf bin, daß die Frage. ob ein Betrieb Sailon= oder Kampagnebetrieb is. nicht von dem einzelnen Unternehmen selbst zu entscheden ist und daß auch dort eine Anzeige bei größeren Entlassungen sich in jedem Falle empfieblt Aus und für Herne Sonntagsgebanken Wie ein Film ziehen jetzt wieder die traurigen Bilder an unseren Augen vorüber, die vor 2000 Jahren in jener Stadt Wirklichkeit waren, wo ein Gottessohn an das Kreuz geschlagen wurde. Von einer Station zur anderen gehen wir jetzt, vom Palmsonntag über Golgatha. Rauy wird der Weg, Dornen liegen auf demselben, steilt geht's zur Höhe empor, zum Golgathahügel und zur Kreuzesstätte. Ein Kreuz ragt dort oben auf. Auf dem Weg dorthin macht der Gottessohn seinen Schmerzensgang. Oft bleibt er stehen und schaut uns fragend an. Passionszeit ist Bußzeit. Bußer sein beißt Kämpfer sein. Die Sünde hat schon ganze Völker zu Boden geworfen und andere zu Tyrannen gemacht. Die große Passion der Menschheit ist noch nicht vorüber. Horchen wir auf die Zeit und folgen wir der ewigen Liebe, dem Kreuzesträger, der uns ein Beispiel gab. Unendlich viel hat dieses Kreuz auch heute noch den Erdenvölkern zu sagen. Auch wir standen viele Jahre sinnend und fragend vor seinen Balken. Und der Herzschlag dieses ganzen deutschen Volkes sprach von Sehnsucht nach Erlösung, und Millionen Hände strecken sich auch jetzt wieder aus nach der wahren Versöhnung. Ein unbeschreibliches Hungern nach Frieden und Völkerglück geht durch alle Menschenseelen. Nur einige wenden sich ab von diesem Kreuz und zählen ihre Silberlinge und rechnen, wie der Unfriede der Menschen diese vermehren könnte. Genau so, wie einst der Verräter von Getbsemane. Die Frage der Menschen an dieses Kreuz bleibt auch heute nicht ohne Antwort. Sie ist richtend, mahnend und tröstend. Dort, von der Höde dieses schauerlichen Richtplatzes, wo einst ein Haupt voll Blut und Wunden auch für uns sich neigte, ruft es heute noch so laut und deutlich wie vor 2000 Jahren zur Einkehr und Umkehr. *** In die Handwerksrolle eingetragen st. Die Architekten, Bauunternehmer und sonstigen Auftraggeber werden darauf hingewiesen und gebeten, keine Arbeiten an Schwarzarbeiter zu vergeben, sondern nur an solche Handwerker, die im Besitze einer Handwerksrolle sind. Herner Arbeitsdienstrekruten fuhren nach Mecklenburg Gesiern morgen fand sich der Rest der diesjährigen Arbeitsdienstrekruten aus den Städten Herne. WanneEickel und Castrop=Rauxel auf dem Hofe der Wirtschaft Strickmann ein. Es waren insgesamt 232 junge Leute, die sich mit Koffern und Paketen dem Meldeamtsleiter Diepenbea zum Spatendienst stellten. Ihr Ziel war Mecklenburg, wo sie in verschiedenen Lagern untergebracht werden. Nach der Einteilung der Transportgruppen trafen Oberbürgermeister Meister mit Stadtoberinspektor Koppe sowie Kreisleiter Nieper ein. Der Oberbürgermeister stellte den jungen Leuten in einer Ansprache die Bedeutung des Arbeitsdienstes als eines idealen Dienstes am Vaterlande und einer wertvollen Schulungs= und Erziehungsstätte vor Augen und wünschte ihnen im Namen der drei Emscherstädte alles Gute. Danach formierte sich der Zug, der unter Vorantritt der Gauinspektionskapelle zum Bahnhof marschierte. Bald entführte das Dampfroß die jungen Arbeitsdienstler den zum Abschied winkenden Angehörigen und Freunden, während die Kapelle das Lied„Muß i denn muß i denn“ intonierte. Achtung! Fahrt nach Reustrelitz Bekanntlich genügen z. Zt. eine ganze Reihe Söhne unserer Stadt ihrer Militärpflicht in Neustrelitz. Von verschiedenen Vätern ist nun der Wunsch geaußert worden, ihre Jungen einmal dort zu beuchen. Bei genügender Beteiligung soll am 15. Mai eine fünf= bis sechstägige Autobus=Tour nach Neustrelitz gemacht werden. Der Fahrpreis beträgt 25 Mark. Vater oder Mütter, die Interesse haben, sich an der Reise zu beteiligen, wollen sich bei Milchhändler August Schröder in Sodingen(in der Schadeburg) oder beim Wirt Paul Krehl(Hotel Schmitz) erkundigen. Vom Regiment werden schon jetzt Vorbereitungen getroffen, den Herner Vatern genußreiche Tage zu verschaffen. Die Fahrt geht über Paderborn, den Teutoburger Wald, Bad Pyrmont, Hameln, Hannover; sie bietet im schönen Monat Mai alles, wa: Auge und Herz erfreuen kann. Am 14. April, abends um 8 Uhr, findet im Restaurant Krehl eine weitere Besprechung statt. Schulungsvortrag im Einzelhandel Am Donnerstag abend hatte die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ihren dritten in Verbindung mit der DAF durchgeführten Vortragsabend im Hotel Schmitz Nach den Begrüßungsworten des stellv. Ortsgruppenleiters Vorthmann sprach Dr. Stamm, Bochum, Die Né=Volkswohlfahrt ruft dich! haussammlung, Büchsensammlung und Schmetterlingsverkauf. 3 1935 36 seinen Abschluß gefunden. Der Kampf gegen Hunger und Kälte ist siegreich beendet. Damit aber sind nun alle Krafte der NSV für die neue Sommerarbeit frei geworden. Man braucht hier nicht zu betonen, wie groß und verantwortungsvstaden Sam aeld mi. Reichsstroßensommlung Der Polizeipräsident Bochum teilt mit Nach einer Anordnung des Herrn Reichs= und Preußischen Minister des Innern sind am Palmsonn= tag öffentliche Tanzlustbarkeiten gestattet. ** Letzte Veranstaltung der Rs Kulturgemeinde Aufführung der„Jiedermaus“ am 23. April. Als letzte Vormieteveranstaltung der NS=Kulturgemeinde findet am Donnerstag, dem 23. April 1936, in der Lichtburg ein großer Operettenabend statt. Zur Aufführung gelangt durch das Hagener Stadttheater die klassische Operette„Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Die RS=Kulturgemeinde hofft, mit der Wahl dieser beliebten Operette den Wünschen aller Herner Theaterfreunde besonders entgegengekommen zu sein. Weitere Mitteilungen über Kartenvorverkauf und Preise der Plätze erfolgen demnachst an dieser Stelle *** Zwölf Kof-Wechenendfahrten von Herne aus „Wohin 1936?“— Ein Verzeichnis der geplanten Urlaubsfahrten Die NSG„Kraft durch Freude". Gau WestfalenSüd, hat ein überreich mit herrlichen Photographien ausgestattetes Heft herausgegeben, das den Titel trags:„Wohin 1936?“ Es enthält die im Gau Westfalen=Süd vorgesehenen Fahrten mit der Eisenbahn, mit Autobussen doer dem Schiff in die schönsten deutschen Gaue. an die See und aufs Meer. Ferner sind 6—14tägige Wanderungen vorgesehen. Ganz großzugig ist der Wochenend=Ausflugsverkehr der Kreise ausgebaut. Der Kreis Herne plant nicht weniger als 12 Wochenendfahrten und zwar am 10. Mai nach Elberfeld, am 31. 5. bis 1. 6. nach Detmold. am 7. Juni nach Arnsberg, am 28. Juni zur Möhnetalsperre, am 5. Juli nach Attendorn, am 19. Juli nach Schallsmühle, am 26. Juli nach Burg a. d. Wupper, am 2 August zum Hönnetal, am 9. August nach Ludenscheid am 23. August nach Brilon, am 30. August nach Plettenberg und am 6. September nach Letmathe. Das empfehlenswerte Heft ist für 25 Pf. bei den KdF.= Dienststellen zu haben. Ein zweites Heft der NSG„Kraft durch Freude" ist den sonstigen Veranstaltungszweigen wie Sport Theater. Musik. Variete. Literatur, Schönheit der Arbeit und dergleichen gewidmet. * Neuer Kraft durch=Freude=Sportkursus Jiu-Jitsu nun auch für Frauen. Bekanntlich ist Jin=Jitsu wohl die wirksamste Selbstverteidigungkunst, den auch eine Frau besonders die Berufstätige zu ihrem Vorteil betreiben kann. Der Starkste kann durch Jiu=Jitsu kampfunfähig gemacht werden und zwar von einem weit an Kraft unterlegenen Gegner. Dieses ist natürlich nur durch vielseitige Tricks möglich Der neue Iin=Jitsu=Sportkursus der NSG.„Kraft durch Freude“ findet am morgigen Sonntag vormittag in der Turnhalle des Oberlyzeums an der Hermann=Löns=Straße statt und zwar für Manner und Frauen. Der Sonntagvormittag ist gewahlt worde damit alle Berufsschichten und vor allem solche die sonst schlecht abkömmlich sind. an diesem Kursus#erlnehmen können. Der Kursus beginnt vorm. um 11 Uhr. Anmeldungen dortseldst beim Sportlehrer „* Keine Arbeiten an Schwarzarbeiter vergeben! Die Reichskammer der bildenden Künste, Landesleitung Westfalen=Süd, weist darauf hin, daß nach den Bestimmungen der Dritten Verordnung zum Aufdau des Handwerks vom 18. 1. 35 ein Handwerk nur von dem ausgeübt werden darf. der Gr NSU voll die Aufgaben sind, die die NSV für das ganze deutsche Volk zu leisten hat. Denn jeder Deutsche kennt sie und weiß, was in den letzten Jahren allein auf den Gebieten Mütterverschickung des Hilfswerks „Mutter und Kind“, der Kinderlandverschickung, der Jugendlichen=Erholungsfürsorge, der Hitler=Freiplatz=Spende u. a. m. geleistet worden ist. Die Durchführung solcher Aufgaben aber ist nur möglich durch die Einsatzbereitschaft aller Volksgenossen. Wenn sich deshalb am Sonnabend und Sonntag, dem 4. und 5. April, die Helfer und Helferinnen der NSV in Herne an Euch wenden und bei der Listensammlung in den Häusern, der von Reichsluftschutzbund, Techntscher Nothilfe und NSV durchgeführten Büchsensammlung auf den Straßen um ihre Spende bitten, so wird es niemanden geben, der sich dieser Bitte verschließt, denn von dem Ergebnis dieser Sammlung hängt das Ausmaß der Leistungen im Sommer av. Besonders schön und reizvoll sind ja auch diesmal die Abzeichen, die zum Preise von 20 Pf. zum Verkauf gelangen, bunte Schmetterlinge aus Porzellan. Herne hat 15000 Stück davon erhalten, aber es müssen noch zu wenig sein. Für den 4. und 5 April gibt es nur eine Parole: „Alle tragen den Schmetterling der NS-Volkswohlfahrt!“ üder die Behandlung und Lagerung pflanzlicher Lebenomittel. Zunächst faßte er kurz die Ausführungen einer beiden voraufgegangenen Vorträge zusammen wobei er besonders die volkswirtschaftliche Bedeutung pflegticher Behandlung der Lebensmittel hervorhob dann erlauterte er im einzelnen die Gesichtspunkte, die bei der Bewertung. Lagerung und Behandlung von Oelen, Muhlenfabrikaten Backwaren, Konserven, Zucker, Süßwaren, Kaffee, Tee usw. gekannt und beachret sein müssen. Der Vortrag war für alle Anwesenden sehr aufschlußreich. *** Kundgebung der Kreisbetriebsgemeinschaft Handel Im Evgl. Vereinshaus veranstaltete die Herner Kreisbetriebsgemeinschaft Handel am Donnerstagabend eine Kundgebung. Für die Kreisbetriebsgemeinschaft eröffnete Pg. Brinkmann die Veranstaltung und erteilte, da der angekündigte Redner noch nicht erschienen war, Studienassessor Schlüter das Wort, der über die Zeit von 1914 bis zum Memorandum 1936 sprach. Er streifte die salsche Wirtschaftspolitik der alten Regierungen und die Jahre der Scheinblüte, die er durch Beispiele aus dem lokalen Geschehen verdeutlichte. Er nahm weiter den Versailler Vertrag, den Dawes= und Youngplan und schließlich den Locarnovertrag unter die kritische Lupe. Inzwischen war der Gauschulungswalter der DAF. Dr. Leorecht, Bochum, erschienen. Er hatte am selben Tage bereits in drei Versammlungen geredet. In seinen Ausfübrungen entwickelte er aus der Volksgemeinschaft die Forderungen für die Wirtschaftsgemeinschaft. Im großen Getriebe der Wirtschaft sei jeder nur ein Rädchen, aber einer sei gleich wichtig dem anderen, so daß es verwerflich sei, den Beruf eines anderen geringer einzuschätzen. Der Redner behandelte dann den Begriff der Arbeit, die Achtung vor dem Arbeiter und den Adel der Arbeit Zum Wahlerfolge Stellung nehmend, bat er, dei— 29. März kein Strohfeuer sein zu lassen, sondern den Nationalsozialismus, dem man durch seine Stimme die Treue bekundet habe, auch im Kreise der Arbeitekameraden in die Tat umzusetzen. Ein dreimaliges Sieg=Heil auf den Führer beendete die Kundgebung. *** Die Zungarbeiterkundgebung mit Baldur von Schirach fällt aus Auf Grund der vom Reichsmintster für Volksaufklärung und Propaganda angeordneten Versammlungsruhe muß die für Sonntag, den 5. April, vorEine Araufführung des Städt. Chors „Requiem“ von Bernhard Friedhoff. Ein Ereignis, das weit über den engen Rahmen heimischer Kunstgeschichte hinaus bedeutsam ist, steht den Herner Musikfreunden bevor. In Anwesenbeit des Komponisten bringt der Stadtische Chor am 26. April, 20 Uhr. im Strickmannschen Saalbau das„Requiem“ für vier Soli, gemischten Chor und großes Orchester von Bernhard Friedhoff zur Uraufführung. Der hochbetagte, zweiundsiebenzigjährige Komponist hat mit dieser seiner jüngsten Komposition ein Meisterwerk geschaffen, das ohne Zweifel die herrliche Krönung seiner Ledensarbeit darstellt; ein Werk, das ihn in die allererste Reihe der lebenden deutichen Vokal=Komponisten von Format rückt. Dies sein Requiem ist die wundersam kostbare Gabe eines gottbegnadeten Melodikers. Ergreifend. erschütternd, erhedend setzt sich hier ein ganz großer westfälischer Künstler mit den letzten Dingen des Daseins auseinander. In einer fachlich durchaus gemeisterten, edlen, in ihrer Grundhaliung jedoch einfachen und ungekünstelten, daher besonders eindringlichen Ton=Sprache rührt er an die tiefsten Tiesen der Menschenseele. Streckenweise. insbesondere in dem geradezu grandiosen„dies irae“ reckt sich dies „Requiem“ zu einer Größe empor, die einen Vergleich mit den bekannten Vertonungen des gleichen Stoffes durch Mozart, Cherubini, Liszt, Verdi u. a geradezu herausfordert. Friedhoffs Werk bedeutet unstreitig eine Bereicherung der Chorliteratur und wird ganz ohne allen Zweifel in den deutschen Konzertsälen schon bald den ihm gebührenden Platz einnehmen. Unter stets wachsender innerer Anteilnahme und mit steigender Begeisterung haben die Mitglieder des Stadtischen Chors seit zwei Monaten das Werk studiert und sich in seine nicht geringe Schwierigkeiten bietenden Eigenheiten derart hineingesungen, daß eine auf beachtlicher Höhe stehende Aufführung in Aussicht stehen dürfte. Als Solisten wurden verpflichtet: Hilde Wesselmann, Barmen(Sopran), Eva Jürgens, Barmen(Alt), Hans Sträter. Solingen(Tenor), Kammersanger Ernst Everts, Barmen(Baß), Dina van Ryk, Essen (Harse). Dazu das Herner Sinfonie=Orwester in Starke von 52 Musikern. Die geringen Eintrittspreise(0,50 M., 1.— M., 2.— M., Schülerkarten 0,30 M.) ermöglichen es einem jeden Volksgenossen, das Konzert zu besuchen. Vorverkauf: Buchhandlung Ewert. Bahnhofstr., und Buchhandlung Knaden, Bahnhofstr. Steigende Geburtenziffern Aufschlußreiche Zahlen aus westdeutschen Städten. gesehene Jungarbeiterkundgebung auf der Kokereianlage des Dortmund=Hörder Hüttenvereins, Werk Hörde, auf der der Reichsjugendführer Baldur von Schirach sprechen sollte, ausfallen. Die Ausstellung„Schaffende Jugend“ wird am kommenden Sonntag im„Haus der Kunst“, Königswall, eröffnet. ** Wenn Kinder mit Streichhölzern spielen Am Donnerstag mittag gegen 12.25 Uhr entstand, wie wir bereits berichteten, in einem Stall hinter dem Hause Bochumer Straße 187 ein Brand, durch den der Dachstuhl vollständig niederbrannte. Der alarmierten Feuerwehr gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf andere Gebäude zu verhindern. Es ist ein beträchtlicher Sachschaden entstanden. Wie die Ermittlungen ergeben haben, ist der Brand durch zwei 4 und 6 Jahre alte Kinder, die mit Streichhölzern gespielt haben, verursacht worden. *** Wer gehört zur NSKOV7 Mitglieder der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung(RSKOV) als des der Nationalsozialistichen Deutschen Arbeiterpartei(RSDAP) angeschlose senen Soldatenbundes, sind nicht nur die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen(Witwen, Waisen, Eltern), die eine Kriegerente beziehen, sondern alle Frontsoldaten und Ehrenkreuztragen.— Alle Baltikum= und Freikorpskampfer stehen selbstverständlich ebenfalls in den Reihen ihrer Kriegskameraden und der Hinterbliebenen der Gefallenen. Angeschlossen sind dem Frontsoldatenbund, wie ihn NSKOV verkörpert, auch alle im Kampf um das Dritte Reich verletzten Kämpfer und die Hinterbliebenen der 400 Toten der nationalsozialistischen Bewegung.— So stellt die RSKOU als Soldatenbund der feldgrauen und braunen Iront die geschlossene und vorbildliche Kameradschaft aller dar. Ihr anzugehören ist Ehrensache jedes aufrechten Kämpfers. Es gilt, den kriegsbeschädigten Kameraden und den Kriegerhinterbliebenen zu beweisen, daß gerade ihre Leistung und ihr Opfer alle vereint, getreu dem Gedanken der Front und des Nationalsozialismus: Einer für alle und alle für einen. Ausdrücklich wird noch darauf hingewiesen, daß die RSKOV der einzige gesetzlich berechtigte Soldatenbund zur Vertretung der Interessen aller Frontsoldaten unw. vor den Versorgungs= usw. Behörden st.— Bis zum 30. d. M. wird keine Aufnahmegebühr ernoben. Anmeldungen werden täglich in der Geschäftsstelle, Franz=Seldte=Str. 21, entgegengenommen. Herne an 6. Stelle Mit welchem Erfolg der nationalsozialistische Staat den Kampf gegen den Volkstod gefuhrt hat, der sich in dem geradezu katastrophalen Gevurtenrückgang n den letzten Jahren vor der Machtübernahme vorstellte, beweist die vom Statistischen Amt der Stadt Essen für die Arbeitsgemeinschaft der statistischen Aemter westdeutscher Stadte herausgegebene Uebersicht über die Zahl der Lebendgeborenen in den westdeutschen Stadten im Jahre 1935. Ein Vergleich mi: dem Jahre 1933 gibt hiervon ein aufschlußreiches Bild. " So erhohte sich die Zahl der Lebendgeborenen in Köln im Jahre 1935 auf 12 601(1933: 9297), in Essen auf 12 127(8989). in Dortmund auf 9333(6861), in Düsseldorf auf 8319(5603), in Duisburg auf 9343 (6780). in Wuppertal auf 6083(4433), in Gelsenkirchen auf 6894(5546), in Bochum auf 5846(4533), in Oderbausen auf 4391(3128), in Krefeld=Uerdingen auf 2681(1875), in Aachen auf 3048(2371). in Mulheim=Ruhr auf 2200(1593), in M.=Gladbach auf 2694 1940), in Remscheid auf 1577(1152), in Herne auf 1945(1513). in Wanne=Eickel auf 1698(1354), in Recklinghausen auf 1877(1315), in Rheydt auf 1234 (953), in Trier auf 2207(1678), in Koblenz auf 1476 (1010) und in Neuß auf 1140(853). Die Stadt Oberhausen hatte mit 21,9 Lebendgeborenen auf 1000 der mittleren Jahrresbevolkeiung den höchsten Durchschnitt, gefolgt von der Stadt Duisburg mit 20.7, der Stadt Trier mit 20,4, der Stadt Recklinghausen mit 20,1. der Stadt Gelsenkirchen mit 19,9 und der Stadte Herne und M.=Gladbach mit je 19.3. In den übrigen westdeutschen Stadten lauten die Durchschnittszahlen wie folgt: Köln 15.6, Essen 18,0, Dortmund 16.9, Düsseldorf 15.9, Wuppertal 13.5. Bochum 17•2 Krefeld=Uerdingen 15.8. Aachen 15,3, Mulheim=Ruhr 16.0. Remscheid 13.2, Wanne=Eickel 18.4, Koblenz 17,8. K SA-LEIA CLLLIEEET Küchenzettel für die Woche vom 6.—13. April(Osterwoche). (Mitgeteilt vom Deutschen Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft— Hauswirtschaft). Montag: Schweinebraten, Blumenkohl und Kartoffeln. Dienstag: Fischfrikassee, Salat und Kartoffeln. Mittwoch: Pfefferpotthast, Stampfkartoffeln und Rote=Beeten=Salat. Donnerstag: Spinat mit Ei und Kartoffeln. Freitag: Krautersuppe, Stockfischrollen und Kartoffelialat— Rhabarberkompott. Samstag: Erbsensuppe. Sonntag(1. Feiertag): Ochsenschwanzsuppe Lammbraten, Mirabellenkompott, Kartoffeln— Schokoladenflammeri und Vanilletunke. Montaa(2. Feiertag): Weinsuppe, Reste vom Lammbraten, Büchsengemüse und Kartoffeln— Tutti=Frutti. Mätne Artsches Unternehmen— Annahme von Ehes tandsdarleben. in moderner und zeitloser Art sowie geschmackvolle ∆2 0"* stets vom Reichhallige Auswan:— Unverbindlicher Besuch erbeten. Herne Bahnhol- Ecke Bismaickstrasse 2 inzlicher Leisführungen zusammen Bedeutung hervorhob spunkte, die indlung von Konserven, nnt und bealle Anwemeinschaft die Herner Donnerstagsbetriebsgen die Verigte Redner Schlüter Is zum MeWirt= die Jahre ius dem loweiter den ingplan und die kritische swalter der n. Er hatte nlungen geelte er aus ir die Wirtder Wirter sei gleich lich sei, den n. Der RedArbeit, die der Arbeit #at er, dei sondern den ne Stimme der Arbeitedreimaliges kundgebung. gn für VolksVersammApril, vorr Kokereiins, Werk Baldur wird am *“, Königsspielen Ihr entstand, Stall hinter srand, durch nnte. Der Uebergreifen hindern. Es en. Wie die Brand durch StreichhölKriegsopfermalsozialistiangeschlose die Kriegs(Witwen, eziehen, sonEhrenFreikorps= in den Reiiterbliebenen nbund, wie mpf um das Hinterblieistischen Beeldgrauen chaft aller e jedes aufsbeschädigten nen zu bed ihr Opfer Front und en. wiesen, daß echtigte Solaller Frontv. Behörden Aufnahmerden täglich tr. 21, ent***** Nr. 81(Drittes Blatt) Herner Anzeiger den 4 April 1959 Häuser im Frühlingssturm Der sorgsame Hausvater sieht sich um.— Rechte Heifer in der Not.— Stolze Freude am schönen Besitz erwoche). iwerk, chaft). 1 und KarKartoffeln. rtoffeln und artoffeln. n und Kar. hwanzsuppe. artoffeln— e. Reste vom artoffeln— trasse 2 Mit dem Herannahen der warmeren Jahreszeit setzt für alle, die ein Grundstück ihr Eigen nennen, eine Fülle neuer Arbeit ein. Pinsel und Farbe führen das Regiment. Der Gartenzaun, Türen und Fensterkreuze, vielleicht gar das ganze Haus soll mit einem neuen Anstrich ein neues Gewand bekommen. Dabei geht es aber nicht um das äußere Ansehen. Der Winter war mit Nässe und Kälte, mit Schnee und Eis eine schwere Belastungsprobe für jedes Grundstück. Nun gilt es, die Augen offen zu halten und sorgsam zu prüfen, wo jeden einzelnen Handschlag die feinsten Unterscheidungsmerkmale in Betracht. Was dabei für das ausgedehnte Berufswissen des Dachdeckermeisters eine Selbstverständlichkeit ist, muß für den Selbstzimmerer immer ein Kapitel unzulänglicher Laienkenntnis bleiben. Welche grundsätzlichen Unterschiede sind allein schon in der Frage gegeben, ob es sich um ein wasserdichtes oder ein wasserleitendes Dach handelt. Wie oft trifft man auf die irrige Ansicht, Dachpappe dichte das Dach Ausbesserungsarbeiten am Platze sind. Mancher unter ab. In Wirklichkeit gehört das pappgedeckte Dach zu den Grundstücksbesitzern hat ja ein beneidenswertes den wasserleitenden Deckungsarten. Pappdächer müssen Glück. Er läßt Jahr und Tag nichts machen und daher so verlegt werden, daß sie noch genügend geneigt kommt trotzdem bei seinem Haus immer noch um sind. Ein mit unzureichender Neigung oder gar völlig folgenschwere Schäden oder gar um regelrechte horizontal verlegtes Pappdach wirkt nicht mehr wasserKatastrophen herum. Andere sind nicht so glücklich leitend, ist also auch in keiner Weise regensicher. Wie daran. Geringfügige Vernachlässigungen rächen sich soft wird gegen dieses Gesetz beispielsweise bei Dachdurch eine Kette verhängnisvoller Folgen. Was bei ausbauten gesündigt! Die falsch verlegten Dachpartien rechtzeitiger Ausbesserung noch mit geringem Aufwand bleiben dann fürs erste sich selbst überlassen. Nachabzutun gewesen wäre, stellt hinterher dann empfind=sher wundert man sich, wenn man plötzlich vor schweren liche und ganz unerwartete Anforderungen an den Durchfeuchtungen der benachbarten Holz= und MauerGeldbeutel. Iteile steht. Kann man ein ausbesserungsbedürftiges Sinnend und prüfend steht der Besitzer vor seinem Dach noch über Frühling und Sommer ohne die Pflege Grundstück. Sein Blick geht aufwärts: Wird das Dach der fachkundigen Hand lassen? Der erfahrene Grund## a c h s t ü c k s b e s i t z e r i s t s i c h d e r m i t e i n e m s o l c h e n W a g n i s v e r auch den Frühlingsstürmen standhalten? Mannigfach sind die Angriffe und Gefahren, die einem Wohnhaus oder Zweckbau durch Naturgewalten drohen. Fast alles aber richtet sich in erster Linie gegen das Dach, das den ersten und schweren Angriff abwehren und den Bewohnern Schutz bringen muß. Der Sturmwind möchte das Dach abdecken. Beim„Landregen“ will die Nässe von oben her ihren Einzug halten. Es sind harte Proben, die der„Schirm des Hauses" zu bestehen hat und in jedem einzelnen Fall, ob bei einem Frühjahrswetter der Sturm heult und tobt, ob Hagelschauer niedergehen oder ob es Bindfaden regnet, zeigt sich, was gute Arbeit und gute Instandhaltung ist. Die Zahl derer, die sich beim Hausbau das Dach selbst „zimmern“, ist ja in den letzten Jahrzehnten bis auf verschwindende Ausnahmefälle zurückgegangen. Groß aber ist die Zahl der„Selbstzimmerer“ immer noch auf dem Gebiet der Ausbesserungsarbeiten. Wie oft zeigt sich dann an den Folgen, daß aller Erspamiswille und alle Liebesmühe umsonst waren! Gerade im Bau und in der Unterhaltung des Daches kommen für bundenen Gefahren wohl bewußt und kümmert sich um zeitige Vorsorge. Wenn die Kuh ern zum Stalle Herner Allerlei * Nachkirmes. Den Schaustellern auf der diesjährigen Herner Frühjahrskirmes, die wegen ihrer Reichhaltigkeit einen starken Besuch zu verzeichnet hatte, sind noch denn heute und morgen noch ein fröhliches Kirmestreiben auf dem Platz an der Kirchhofstraße entwickeln. Das mit dem Monat April begonnene unbeständige Wetter scheint sich ja auch holder zu zeigen * 25jähriges Jubiläum Der Dreher M. Schröder, Flottmannstraße konnte auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Flottmann AG. zurückblicken. Sein Arbeitsplatz war geschmückt worden und die Direktion bedachte ihn nach dem Festessen mit der goldenen Uhr und den üblichen Ehrungen. * S i l b e r n e s B e r u f s s u b i l ä u m. Sein silbernes Berufsjubiläum konnte in diesen Tagen der Katastersekretär Amen vom Herner Katasteramt begehen. Von den ersten Jahren seiner Katasterlaufbahn an war er in Herne tätig. Dem wegen seiner Sachkenntnis und Freundlichkeit bei Mitarbeitern und Publikum allgemein geschätzten Beamten auch unserseits herzlichen Glückwunsch * F e i e r s c h i c h t e n. Die Verwaltung der Hibernia hat für die Gefolgschaft der Zeche Shamrock am heutigen Tage eine Feierschicht eingelegt. Gestern feierte die Gefolgschaft zeitige Vorsorge. Wenn die Kuh erst zum Stalle Feierschicht eingelegt. Gestern draußen ist, sagt der Volksmund, ist es zu spät. Mehr der Zeche Friedrich der Große. und mehr setzt sich aber auch bei Schäden, die nicht so grell nach außen wirken, das Bewußtsein durch, daß im Hausbesitz ein richtiges Teil des gesamten Volksvermögens belegen ist, für dessen sorgsame Unterhaltung der Grundstückseigentümer in sich die Verantwortung der ganzen Nation gegenüber trägt. Nie wohl ist der Besitzer eines Grundstücks so lebhaft von allen beneidet, als wenn draußen der Garten sich mit dem ersten Grün bedeckt und die freundlich lächelnde Sonne es jedem einzelnen der Vorübergehenden zuzurufen scheint: sieh da, welch schöner Besitz! Der Besitzer freilich selbst wird immer sein gutes Teil an Fürsorge aufzuwenden haben— das ist die andere Seite, an die nicht jeder der Vorübergehenden denkt. Schließlich aber ist es mit allem menschlichen Besitz so: Freude vermag nur der daran zu haben, der für seinen Besitz auch zu sorgen weiß. Ein Begrifl von weittragender Bedeutung Der„polizeimäßige Zustand“ eines brundstückes Allgemeine Pflicht des Grundstückseigentümers zur Erhaltung des Grundstücks im polizeimäßigen Zustand Der Haus= und Grundbesitzerverein für den Stadtkreis Herne teilt uns folgendes mit: Die Pflicht des Grundstückseigentümers zur Erhalrung des Grundstücks in polizeimäßigem Zustand bedeutet, daß der Eigentümer nicht nach Willkür ohne Rücksichtnahme auf die Interessen anderer, insbesondere der Allgemeinheit, verfahren darf(OBG. 45,404) Nach§ 20 Abs. 1 PolverwG. vom 1. 6. 1931 ist der Eigentürmer für den polizeimäßigen Zustand verantwortlich. Es handelt sich bei diesem Grundsatz um eine dem Eigentum an sich innewohnende und entschädigungslos zu duldende Schranke im Sinne des Art. 153 Abf 1 RVerf.(im Gegensap zu der einen Anspruch auf Entschädigung gewährenden Enteignung nach Abs. 2 daselbst). Durch polizeiliche Verfügung, welche die Herstellung polizeimäßiger Zustände fordern, wird dem Grundstückseigentümer demgemäß nicht eine Beschränkung seines Grundeigentums neu auferlegt, sondern nur eine ihm bereits obliegende Verpflichtung geltend gemacht(OVG. 24, 399). Auch wenn ein polizeiwidriger Zustand jahrelang bestanden hat. kann die Polizei seine Beseitigung verlangen ohne Rücksicht darauf, ob er ihr bisher verborgen geblieben oder schon bekannt war(OVG 31, 359). Der Begriff des polizeimäßigen Zustandes ist je nach den örtlichen Verhältnissen verschieden, er hängt ferner ab von der Art der Bebauung des Grundstücks und ist dem Wechsel der allgemeinen Anschauung unterworfen; es kann daher ein vor Jahren polizeil. gebilligter Zustand heute von der Polizei gemäß den jetzt üblichen gesteigerten Anfonderungen auf dem Gebiete des Feuerschutzes oder Hygiene für polizeiwidrig und abänderungsbedürftig erachtet werden. Jedoch würde die Forderung einer rechtlich oder tatsächlich unmöglichen Leistung über das, was die Polizei berechtigterweise verlangen kann. hinausgehen und daher unzulässig sein. Der Grundstückseigentümer kann grundsätzlich immer für die Herstellung ploizeimäßiger Zustände auf seinem Grundstück in Anspruch genommen werden. Die Pflicht des Eigentümers besteht ohne Rücksicht darauf, ob die vorhandene Polizeiwidrigkeit durch ihn selbst, durch einen Dritten oder durch höhere Gewalt herbeigeführt ist Der Eigentümer vermag daher nicht auf Grund des Nachweises seiner Schuldlosigkeit oder der alleinigen Urheberschaft eines Dritten Befreiung von der Verpflichtung und die polizeiliche Heranziehung des Dritten zu beanspruchen. Wohl aber trifft neben dem Eigentümr auch den Dritten, der die Polizeiwidrigke: herbeigeführt hat, als„Urheber“ oder„Verursacher" die pol zeiliche Verpflichtung den ondnungsmäßigen Zustand wieder herzustellen(§ 19 Abs. 1 PolVerwG) Nach§ 19 Abs. 2 PolVerwG, ist für das polizeimäßige Verhalten von strafunmündigen Kindern auch derjenige verantwortlich, dem die Sorge für diese Kinder obliegt Zw'schen meyreren vorhandenen Polizeipflichtigen oder„Störern“ hat die Polizeibehörde die grundsätzlich freie pflichtmäßig zu treffende Wahl lungen verlangen(OVG. 24, 406), z. B. beim Abbruch eines Hauses die zur Verhütung des Einsturzes eines Nachbarhauses erforderlichen Schutzmaßnahmen, oder die Lieferung von Wasser seitens eines Wasserwerks ungeachtet unterlassener Wassergeldzahlung bei Feuersgefahr. Eine besondere Rolle spielt dabei die Obdachloseneinweisung, die auch als Wiedereinweisung in geräumte Wohnräume ungeachtet eines gerichtlichen Räumungsurteils stattfinden kann(OVG. 75,342) Keine Notlage liegt vor, wenn die Polizei rechtzeitig durch Anmietung oder Bau eine notdürftige Unterkunft hätte schaffen können. Gegen die polizeiliche Verfügung einer Orts= oder Kreispolizeibehörde hat der Betroffene das Recht der Beschwerde; sie ist innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung bei derjenigen Stelle einzulegen, welche die Verfügung erlassen hat(§ 45 PolVerwG.). Gegen eine abweisenden Beschwerdebescheid findet binnen zwei Wochen die Neue Autgaben erfordern neue Einlatzbereitichaft. Denkt an die Reichsltraßenlammlung der NSV am 4. und S. April. Klage beim Bezirksverwaltungsgericht statt(§ 49 PolVerwG.). Die Klage kann nur darauf gestützt werden, daß der angefochtene Bescheid den Kläger in seinen Rechten beeinträchtige, weil der Bescheid das geltende Recht verletze. Eine unrichtige Anwendung der geltenden Gesetze liegt auch dann vor, wenn die Tatsachen nicht gegeben sind, die ein Einschreiten der Behörde gerechtfertigt haben würden(§ 50 Pol VerwG.). Gegen die Entscheidung des Bezirksverwaltungsgerichts findet das Rechtsmittel der Revision beim Oberverwaltungsgericht statt(§ 51 PolVerwG.). Neuregelung der Familienunterstützung für die einberufenen Wehrmachts- und Arbeitsdienltpflichtigen *„Kraft durch Freude" bei der Flottmann 2G. Drei große Autobusse werden heute mittag um 1 Uhr vom Neumarkt aus einen Teil der Gefolgschaft nach Köln fahren, wo der„fröhliche Samstagnachmittag" besucht werden soll. * Kanalisation des Schmiedesbaches. Gegenwärtig ist man dabei, den Abschnitt des Schmiedesbaches von der Stickstoffanlage der Hibernia bis zur Holsterhauser Straße einzurohren. a Ein Motorrad bestohlen. In der Nacht zum 30. 3. 36 wurde vor der Wirtschaft Ecke Strünkeder= und Roonstraße von einem Motorrad eine Knieschutzdecke, außen schwarz, innen mit hellbraunem Futter versehen, gestohlen. Wer kann bezüglich des Täters Angaben machen? Tödlicher Grubenunfall. Im Untertagebetrieb der Zeche Shamrock erlitt der Hauer P. Schiemann aus der Rottbruchstr. einen Unfall durch hereinbrechende Gesteinsmassen. U. a. trug er eine schwere Kopfverletzung davon, die die Ueberführung ins Bergmannsheil notwendig machte. Dort ist Sch. am Donnerstagabend seinen schweren Verletzungen erlegen. * Unter Steinmassen geraten. Die Bergleute B. aus der Bergstraße und N. aus der Kolonie Constantin waren in einem Streb der Zeche Lothringen in Hiltrop mit dem Gewinnen von Kohlen beschäftigt, als sich Steinmassen lösten, von denen sie getroffen und schwer verletzt wurden. Sie fanden Aufnahme im Krankenhaus. * Auto fuhr in eine Wiese. Zu einem Autounfall, der noch einmal glimpflich abgelaufen ist, kam es gestern morgen an dem Bahnübergang der Rattbruchstraße. Dort fuhr ein Auto, bei dem die Steuerung versagte, mit hoher Geschwindigkeit in eine Wiese, wobei der Zaun umgerissen wurde. Sonst verlief der Unfall jedoch ohne Schaden. * Mit dem Schrecken davongekommen. Eine auf der Flottmannstraße wohnende Frau B., die ohne Brille nicht gut sehen kann, wollte gestern morgen nach dem Aufstehen auf ihrem Gasherd Kaffee kochen. Sie öffnete dabei versehentlich den Hahn vom Backofen dann entfernte sie sich, um ihre Brille zu holen. Bei der Rückkehr zündete sie ein Streichholz an und im gleichen Augenblick explodierte der Gasofen. Auch in der Zimmerdecke entstand ein großer Riß. Die Frau kam glücklicherweise ohne Schaden davon. * Arbeitsunfall. Einen erheblichen Schaden erlitt der Arbeiter Hrch St. aus der Bismarckstraße, der auf einem hiesigen Werk beschäftigt ist. In Ausübung seines Berufes fiel er in eine Vertiefung, wobei er sich einen linken Beinbruch zuzog. Mit dem Rettungsauto wurde er dem Evgl. Krankenhaus zugeführt. * Zu weit mit der Nase vorgewagt. Das Kind der Eheleute H. der Shamrockstraße wurde auf der Kirmes an der Kirchhofstraße, als es sich zu sehr einem Glücksrad näherte, von dem Drehzeiger mit voller Wucht gegen die Stirn getroffen. so daß es sich eine erhebliche Verletzung zuzog. Nachdem ein Sanitäter einen Notverband angelegt hatte mußte es zum Arzt gebracht werden. Amtlich wird mitgeteilt: Die Unterstützung der Angehörigen der einberufenen Wehrpflichtigen und Arbeitsdienstpflichtigen ist durch das am 1. 4. d. Is. in Kraft tretende Familienunterstützungsgesetz vom 30. März 1936 nebst Familienunterstützungsvorschriften und Durchführungserlaß des Reichsministers des Innern und des Reichsfinanzministers neu geregelt worden. Das neue Gesetz ordnet das Aufgabengebiet für den gesamten Personenkreis einheitlich. Es beseitigt die unterschiedliche Regelung für die Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Arbeitsdienstpflichtigen einerseits(Unterstützung bisher durch die Stadt= und Landkreise), der zu kurzfristiger Ausbildung oder zu Einen unbeteiligten Dritten vermag die Uebungen der Wehrmacht einberufenen Wehrpflichtigen Polizei wegen der Beseitigung oder Verhinderung andererseits(Unterstützung bisher durch die Arbeitseines polizeimäßigen Zustandes nur dann zu belan=samter). Die gesamte Familienunterstützung wird nun gen, wenn ein polizeilicher Notsland vorliegt. Die Polizei kann in den Fällen eines pol zeilichen Nostandes von Nichtpolizeipflichtigen vorübergehend icht nur ein Dulden o###. mehr durch die Stadt= und Landkreise als übertragene staatliche Aufgabe durchgeführt Die zur engeren Familie des Einberufenen gehörenden Angehörigen(Ehefrau, die ehelichen oder für ehelich erklärten und die vor Aushändigung des Gestellungsbefehls setzung abhängig, daß der Einberujene bis zur Aushändigung des Gestellungsbefehls ganz oder zu einem wesentlichen Teil der Ernährer gewesen ist. Diese Voraussetzung ist nach dem Durchführungserlaß dann als erfüllt anzusehen, wenn der Einberufene während des letzten halben Jahres vor der Aushändigung des Gestellungsbesehls insgesamt mindestens die Hälfte der tatsächlich aufgewendeten Kosten des Lebensunterhalts des Angehörigen aus eigenen Mitteln und Kräften getragen hat. Zu dieser zweiten Gruppe gehören folgende Angehörige: 1. die schuldlos geschiedene Ehefrau, der der Einberufene nach§ 1578 des Bürgerlichen Gesetzbuches Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist, 2. Enkel. Pflegekinder und die nicht mit der Ehefrau des Einberufenen zusammenlebenden Stiefkinder, 3. uneheliche Kinder, wenn den Einberujene seine Vaterschaft nach§ 1718 des Bürgerlichen Gesetzbuchs anerkannt hat, oder wenn seine Unterhaltspflicht in einem vollst reckbaren Titel festgestellt ist 1. Verwandte der aufsteigenden Linie(Eltern, Großeltern usw.), Adoptiveltern, wenn sie den Einberufenen vor der an Kindesstatt angenommenen Kinder des Einberufenen, Aushändigung des Gestellungsbefehls an Kindesstatt an serner die mit her Icheirananmmenienen ferner die mit der Ehefrau zusammenlebenden Stiefkinder des Einberufenen) sind ohne weiteres unterstützungsberechtigt, soweit ihr notwendiger Ledensbedarf während der Dauer der Einberufung nicht oder nicht ausreichend gesichert ist. . Für eine zweite Gruppe von Angehörigen ist die Unterstützungsberechtigung von der weiteren Vorausgenommen haben, Stiefeltern und Pflegeeltern Die Familienunterstützung ist auch nach dem neuen Gesetz von dem Unterstutzten nicht zurückzuerstatten. Die Unterstützungsgrundsätze entsprechen im wesentlichen den Grundsatzen, nach denen die von den Stadt= und Landkreisen disher durchgefuhrte Familienunterstutzung zu bemessen war Brieskasten C. 100. Die Eichenmöbel reinigt man durch Bepinseln mit Bier, worin geldes Wachs und etwas Zucker ausgelöst worden ist. Mit einem Wollappen kräftig nachreiben. Sauerland. Ihre Anfrage ist ohne Angabe des näheren Familienstandes nicht zu beantworten. SIE ZU: KE SONNTAG, den S. April geöffna: von 1330.18 Uhr ** Feldzug gegen das Borgunwesen Handwerker=Rechnungen und Frühjahrs=Ultimo.— Unterredung mit dem Reichshandwerksmeister. Reichshandwerksmeister Schmidt gewährte einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros eine Unter redung Frage: Herr Reichshandwerksmeister. Sie haben im vorigen Jahre mit dem Feldzug des Handwerks gegen das Vorgunwesen begonnen, und Sie legen Wert darauf. das man getade jetzt, bei diesem wichtigen FrühjahrsZahlungstermin am Aprilansang, auch die Schulden beim Handwerter nicht vergißt. Woran liegt es eigentlich, daß gerade der Handwerker soviel als Bantier mißbraucht wird) - 4mart: Man kann sagen: Gerade deshalb, weil der Handwerker von Hause aus kein Bankier ist und sich daher entgegenkommender verhält, als ein bantmäßig geschulter Geldverleiher. Wo ist denn sonst ein Kredit zu haben, der nicht genügend oder gar nicht gesichert ist und der womöglich noch zinslos und ohne feste Zahlungs termine gegeben wird? Dazu kommen die menschlichen Beziehungen zwischen Kunden und Handwerker: manche Kunden berujen sich auch in Zahlungssachen auf Belanntchaft und Freundschaft. Ja. es gibt— ähnlich wie die Frau Direktor im Film„Traumulus“— noch heute Volksgenossen beiderlei Geschlechts, die dem Handwerker drohen, zum Konkurrenten überzugehen, und so ihre Machtstellung als„Seine Majestät der Kunde“ rücksichts los mißbrauchen. grage: Und dann hängt das Borgunwesen im Hand work wohl auch damit zusammen, daß der Handwerker zum grogen Teil Lieferungen und Leistungen ausführt, die längere Zeit erfordern. Antmort: Sie haben recht. Der Kleinverkauf über den Ladentisch, bei dem meistens bar bezahlt wird. bildet nur einen kleinen Teil der handwerklichen Gesamtumsätze, und auch da entstehen noch Unzuträglichkeiten und Verluste dadurch, daß die Hausfrauen anschreiben lassen und die aufgelaufenen Beträge nicht zu festen Terminen begleichen. Wenn dann noch der Kunde umzieht oder gar exmittiert wird, kommt der Handwerker beion ders schwer oder gar nicht zu seinem Geld. Die meisten Schäden und Verluste entstehen aber bei längeren Lieferungen und Leistungen. Da läßt der Kunde die Rech nung liegen und rührt sich auch auf mehrsache Mahnungen hin nicht. Oder aber er nimmt auch da Bezahlungsbedingungen in Anspruch, wo es gar nicht nötig oder sinnvoll ist. Oder er läßt sich vom Handwerker von vornherein die Zuscherung geben, daß die Bezahlung„keine Elle habe“. Antwort: Zunächst wende ich mich an den Hand werker selbst mit einer planmäßigen Auftlärung und Erziehung. Der Handwerker muß wissen, daß es meist ein Gewinn ist, einen schlecht zahlenden Kunden zu ver lieren. Wo er es nicht vermeiden und es andererseits verantworten kann, Kredit zu geben, da muß er klare. genaue Zahlungsbedingungen vereinbaren. Vor allen Dingen muß der Handwerker seine Rechnungen selbst pünktlich ausschreiben. Denn gerade durch verspätete Rechnungen entstehen Meinungsverschiedenheiten und Un zuträglichkeiten. Und wenn er die Rechnung herausgeschickt hat, dann muß er dem Kunden ein wenig Zeit lassen, damit er die Rechnung prüfen und das Geld be reitstellen kann. Wir werden von der Handwerksorganisation einen Handwerker, der selbst säumig in der Rech nungserteilung ist, nicht unterstützen. Frage: Und mas sagen Sie zu den anderen Volksgenossen? Antwort: Der Kunde mug wissen, daß es keine Unbescheidenheit und keine kränkende Handlung des Handwerters. sondern ein ganz normaler Wirtschaftsvor gang ist, wenn der Handwerker sein erarbeitetes Geld einfordert. Der Kunde mun sich daran gewöhnen, auch in Zahlungsdingen den Handwerker als Volksgenossen zu behandeln. Wer einen Handwerker auf die erarbeiteten Beträge warten läßt, der nimmt ein Zwangsdarlehen von einem Mann, der durch die Häufung solcher Außenstände trotz aller Tüchtigkeit zugrunde gerichtet werden kann— wie es ja alle Tage im Leben vorkommt. Frage: Welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen erwarten Sie von einer Besserung der Zahlungssitten Antwort: Um mit wenigen Worten das Wichtigste anzudeuten: der Handwerksbetrieb wird beweglicher, kann mehr neue Aufträge annehmen und sie schneller durch jugren; das dient der Arbeitsbeschaffung. Der Hand werker kann seine eigenen Schulden bei seinen Lieferanten bezahlen und damit deren Lage erleichtern. Totes Kapital kommt in Bewegung, das Geld wird schneller umgeschlagen, der Blutkreislauf der Wirtschaft beschleunigt. Ein Herd der Störung und Hemmung wird beseitigt. Der mannigfachen volkswirtschaftlichen Wirkungen wegen arbeiten auch andere Stellen in der gleichen Richtung wie wir: die Reichswirtschaftskammer sowie die Organisationen der Frauen, der Bauern, der Haus= und Grundbesitzer, des Einzelhandels und der Beamten. Wir Handwerker selbst wollen vor dem nächsten Vierteljahrstermin die Oeisentlichkeit mit einem ganz neuartigen Auftlärungsverfahren überraschen, über das natürlich heute noch nichts Näheres gesagt werden kann. Jedenjalls bin ich überzeugt, daß hier Auftraggeber und Auftragnehmer eine Gemeinschaftsarbeit leisten müssen, um ein Hemmnis im Aufbauwerk des Führers zu beseitigen und auch auf diesem Gebiet die Wirtschaftsmoral des anständigen Volksgenossen durchzusetzen. Vertrauensratsamt- Ehrenamt Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westsalen teilt mit: Auf Gruno meiner Erjahrungen kann ich mit Freude seststellen, daß die Vertrauensratsmitglieder aus der Gesolgschaft veinlich darauf bedacht sind, ihr Amt als Ehren amt zu führen und sich keinerlei Vorteile irgendwelcher Art zu verschaffen versuchen. Ich beobachte aber neuerdings. daß eine übertriebene Aengstlichkeit besteht. gegen den Grundsatz des Ehrenamtes zu verstoßen. So haben sich Vertrauensmänner an mich gewandt mit dem Antrag. sie von ihrem Amt zu entheben, da sie eine Werkswohnung beziehen können. in eine höhere Gehaltsgruppe einrücken oder vom Arbeiter zum Vorarbeiter bzw. Angestellten auf rücken sollen. So scharf an dem Grundsatz des Ehrenamtes festgehalten werden muß. so unberechtigt wäre es. Gefolgschaftsmitglieder, die als Vertrauensmänner tätig sind. in ihrem Fortkommen zu behindern. Das an sich mit viel Arbeit verbundene Amt eines Vertrauensmannes soll das betreisende Gesolgschaftsmitglied ja auch in seinem Vorwärtskommen nicht benachteiligen. Wenn also ein Vertrauensratsmitglied Meister oder Vorarbeiter geworden wäre oder eine Werkswohnung in der vorgesehenen Reihenfolge erhalten hätte, auch wenn es nicht dem Vertrauensrat angehörte, so bestehen keinerlei Bedenken, gegen eine solche Beförderung bzw. Zuteilung einer Werks wohnung. Selbstverständlich ist eine bevorzugte Berück sichtigung eines Gefolgschaftsmannes lediglich wegen seiner Zugehörigkeit zum Vertrauensrat durchaus unstatthaft. Kampf gegen unzuverlässige Kraftsahrzeug führer Führerscheinentziehung bei Trunkenheit. Die Polizeipressestelle Recklinghausen teilt mit: Der in immer größerem Umfange sich ausdehnende Verkehr mit Kraftfahrzeugen erfordert im Interesse der öffentlichen Sicherheit gebieterisch ein strenges Vorgenen gegen alle solche Kraftfahrzeugführer, die sich die allgemeinen Bestimmungen über die Pflichten eines Kraftfahrzeugführers nicht zu eigen machen wollen und durch ihr pflichtwidriges und häufig grob fahrlässiges Verhalten die öffentliche Sicherheit in außerordentlich hohem Maße gefährden. Besonders scharf muß gegen die Kraftfahrzeugführer vorgegangen werden, die dabei betroffen werden, wenn sie in angetrunkenem Zustande ein Kraftfahrzeug führen. Die Entziehung des Führer scheins auf Zeit oder für immer ist daher am Platze. So mußte die Volizei wieder gegen einen Kraft= fahrzeugführer einschreiten und hat ihm den Führerchein entzogen Dem Kraftfahrzeugführer war der Führerschein schon einmal auf die Dauer eines Jahres entzogen worden, da er durch grobfahrlässiges Verhalten einen tödlichen Unfall verursacht hatte. Vor dem Strafrichter ist der betreffende Kraftfahrzeugführer seiner Zeit noch mit einem blauen Auge davongekommen, da das Strafverfahren auf Grund des Amnestiegesetzes eingestellt worden war. Im Dezem ber vergangenen Jahres wurde der Kraftfahrzeugführer erneut dabei ertappt, wie er in angetrunkenem Zustande ein Kraftfahrzeug führte. Eine von ihm entnommene Blutprobe hat ergeben, daß der Fahrzeugführer durch den Alkoholgenuß nicht mehr in der Lage sein konnte. sein Fahrzeug sicher im Verkehr zu bewegen. Hierdurch wurde die öffentliche Sicherheit im Straßenverkehr in außerordentlich hohem Maße gefährdet und der Fahrzeug führer hat dadurch bewiesen, daß er den an einen solchen in bezug auf Zuverlässigkeit zu stellenden Anforderungen nicht genügt. Prujungen für den Reiterschein Die Prüfungen für den Reiterschein im Bereich der SA=Gruppe Westfalen werden weiter wie folgt abgehalten: Am 6. 4. 36 um 9 Uhr in Senden, Reitplatz des SA=Reitersturms Senden, an der Straße Amel: büren—Münster, Meldeplatz dortselbst. Am 6. 4. 36 um 15 Uhr in Werne a. d. L., Reit bahn auf Tenverghof, Hornstraße 6, Meldeplatz dortselbst. Am 7. 4. 36 um 9 Uhr in Ahlen, Reitplatz an der Straße Ahlen—Beckum bei der Wirtschaft Buttersloh, Sammelplatz dortselbst. Am 7. 4. 36 um 15 Uhr in Wadersloh, platz Esterschulte, Dorfstraße 85, Meldeplatz dortselbst Am 8. 4. 36 um 10 Uhr in Warendorf, Reit bahn Gestüt Warendorf, Meldeplatz dortselbst. Am 14. 4. 36 um 10 Uhr in Münster, Reitund Fahrschule Münster, Albersloherweg, Sammelplatz dortselbst. Am 14. 4. 36 um 15 Uhr in Greven, Reitplatz an der Chaussee Greven—Hansell, Meldeplatz dortselbst. Am 15. 4. 36 um 10 Uhr in Rheine, Reithalle Kümpers, Meldeplatz dortselbst. Am 15. 4. 36 um 15 Uhr in Burgsteinfurt, Reithalle, Meldeplatz dortselbst. Am 16. 4. 36 um 10 Uhr in Ahaus, Stahlpark am Westausgang Ahaus—Gronau, Meldeplatz dortselbst. Am 16. 4. 36 um 15 Uhr in Stadtlohn, Reitplatz am Kirmesplatz, Meldeplatz dortselbst. Am 17. 4. 36 um 10 Uhr in Coesfeld, Reitplatz an der Stadthalle, Meldeplatz dortselbst. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Prüflinge nach Möglichkeit mit eigenen Pferden erscheinen sollen. Wo dieses aber aus irgendeinem Grunde nicht möglich ist, kann der Prüfling auch ohne Pferd erscheinen. Dieser Prüfling wird dann durch die zur Verfügung gestellten Pferde beritten gemacht. Besser als alle Worte überzeugt ein Probebezug von den Leistungen des„Herner Anzeigers“. Ohne Verpflichtung können Sie diese fortschrittliche Tageszeitung eine Woche lang kostenlos erhalten, um sie kennen zu lernen. Wir sind sicher, daß Ihr Urteil günstig ausfallen wird und daß Sie sich dann für einen dauernden Bezug entscheiden werden. Schreiben Sie wegen des Probebezugs eine Postkarte an unsere Geschäftsstelle: Hermann=Göring=Straße 8. neben dem Postamt. Auch die Botinnen nehmen Bestellungen an. Bestellschein Dem Boten übergeben oder der Geschäftsstelle Hermann-Göring-Straße 8 einsenden. Her Frau Beruf: Wohnung: bestellt hiermit den Herner Anzeiger.— Mitlieferung der Wochen Illustrierten„Der Feuerreiker" zum Sonderprese, von 7 Pf. je Nummer ist erwünscht— nicht erwünf Bitte an Belannte weitergeben! Alle jungen Männer der Jahrgänge 1911—1918, die eine Ausbildung im Reiten, sowie einige Erfahrung im Fahren nach Achenbach haben, können sich zu dieser Prüfung melden. Die Gaststältensperre um zwei Jahre verlängert Vorlmunder Pferdemarkt Dortmund, 2. April. Auftrie b: 388 Pferde und 13 Wagen ailer Art. Der Handel war mittel. Es kosteten: a) Kaltblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 1000—1300 RM., zweite Arbeitspferde 800—1000 RM., dritte Arbeitspferde 400—750 RM, zweijährige Pferde 600—800 RM., einjährige Pferde 400—600 RM.; b) Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 900—1150 RM., zweite Arbeitspferde 550—850 RM., dritte Arbeitspferde 350—550 RM.; c) Kreuzungen: beste Arbeitspferde 750 bis 1000 RM., zweite Arbeitspferde 500—700 RM., dritte Arbeitspferde 300—500 RM. Beste Tiere wurden über Nötiz bezahlt. Der nächste Markt findet am Freitag, dem 17. April, statt. Neue Möglichkeiten für Ausnahmen. Wegen des Ablaufes der Errichtungssperre für Gast= und Schankwirtschaften ist vom 1. April ab eine Neuregelung erforderlich geworden, die der Reichsund Preuß'sche Innenminister nunmehr bekanntgibt. Danach durfen bis zum 1. April 1938 in Preußen Erlaubnisse für neuzuerrichtende Gast= und Schankwirtschaften grundsätzlich nicht erteilt und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden. Die Errichtungssperre wird also um zwei Jahre verlan gert. Von besonderer Bedeutung sind die Ausnahmen die der Genehmigung des Regierungspräsidenten bedürfen. Bei der Neuerrichtung von Gast= oder Schankwirtschaften ist die Genehmigung u. a. zulässig, wenn eine neue Gast= oder Schankwirtschaft anstelle einer vorhandenen durch den bisherigen Inhaber er richtet wird, wenn eine Erlaubnis erloschen ist und für die gleichen Räume innerhalb von sechs Monaten die gleiche Erlaubnis beantragt wird, wenn eine Schankerlaubnis für eine Kantinenwirtschaft beantragt wird, sofern der Betrieb wenigstens 100 Personen ständig beschäftigt, wenn eine Schankerlaubnis für einen Betrieb beantragt wird, in dem keine alkoholhaltigen Getränke ausgeschenkt werden, wenn die Erlaubnis für den Fremden= oder Ausflüglerverkehr von außergewöhnlicher Bedeutung ist, wenn die Erlaubnis für einen Gast= oder Schankwirtschaftsbetrieb beantragt wird, der lediglic auf diesen beschränkt bleibt, und schließlich wenn: durch das Fehlen von Gast= oder Schankwirtschaften augenscheinliche Mißstände ergeben haben. Dieses letzte könne für Orte zutreffen, in denen sich bisher keine Wirtschaften oder nur solche nicht arischer Inhaver befanden, für Orte, in denen Garnisonen eingerichtet oder stillgelegte Werke wieder in Betrieb gesetzt worden sind, oder wenn durch größere Um= und Neubauten eine Veränderung in der Be urteilung der Bedürfnisfrage eingetreten ist, ebento bei der Erschließung neuen Baugeländes und der Errichtung neuer Siedlungen. unhauserbund Vereinskalender Krieger=Landwehr-Kameradschaft Alt-Herne. Gegr. 1865. Zum Kameradschaftsappell am Sonntag. d. 5 April, nachmittags 5 Uhr, im Lokale Heinrich Knapp lade ich die Kameraden hiermit ein. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge; 2. Neuaufnahmen; 3. Parole Bestimmungen; 4. Verschiedenes.(974a Der Kameradschaftsführer. Frauenbund d. Deutschen Kolonial=Gesellschaft, Abtl. Herne, im Reichskolonialbund und im Deutschen Frauenwerk. Der Arbeitsnachmittag am 1. Montag d. April fällt aus Dafür am 23. 4. 1936, nachm. ½4 Uhr in der Westfaleno schänke Jahresfeier mit schönem Frühlingsprogramm. Um reges Erscheinen wird gebeten. Karten im Vorverkauf. Heil Hiller! Bunte Schmetterlinge verkünden den Einzus des Frühlings. Die NSV verkauft lie am s. und S. April im ganzen Deutlchen Reiche. Ratholische bottesdlenftordnung. Sonntag, 5. April 1936.— Palmsonntag. St.-Bonilatius-Pfarrei Sonntaa: 6 Uhr erste hl. Messe: 6.30 Uhr hl Messe mit poln. Gesang: 7.15 Uhr Frühmesse mit Predigt: 8.20 Uhr hl. Messe; 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt: 10.15 Uhr Hochamt: vor dem Hochamt findet die Polmenweitze und Palmenprozession statt; 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt: 14.30 Uhr Rosenkranzbruderschaftsandacht mit Prozession und Segen; 18 Uhr Kreuzwegandacht mit Segen. Gemeinschaftliche hl. Osterkommunion haben die Kinder der Schule Schulstraße, das Männerapostola:. alle Männervereine, der Gesellenverein, Kreuzbund und der voln. Rosenkranzverein Die Krankenwoche hat Herr Vikar Bitter Mittwoch ist von 17—19 Uhr Gelegenheit zur hi. Beichte Herr-Jesu-Pfarrei 6.30 Uhr hl. Messe: 8 Uhr Fruhmesse und Passion; 9.15 Uhr Schulmesse: 10.15 Uhr Hochamt und Predigt: 14.30 Uhr Andocht für alle Schulkinder: 17 Uhr Feierliche Passionsandacht. Zugleich Andacht für die Herz=Jeju=Bruderschaft und den Verein der h milie Vor dem Hochamte findet die Weihe der Palmen und die Palmprozession statt Gem. hl. Osterkommunion für das Männerapost lat. Herz=Jesu=Bruderschaft. Verein der hl. Familie und die beiden Arbeitervereine Im Constantinstift ist um 7.45 Uhr bl. Messe mit Passion Die Krankenwoche hat Herr Vikar Steden Für die Karwoche. Am Mittwoch von 15 Uhr ab beichten alle Schulkinder, die bereits zur hl. Kommunion gegangen sind. Von 17 Uhr ab beichten die Erwachsenen St.-Marien-Plarrei 6.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und gem. hl Kommunion des Kirchenchores: 7.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang für die polnisch sprechenden Pfarrangehorigen: 8.30 Uhr dl. Messem: Volksgesang. Predigt und gem. hl. Kommunion der Mädchen der Schule Bismarckstraße. des St. Josefs=Arbeitervereins und des Männerapostolates: 10 Uhr Hochamt; vor dein Hochamt ist Palmenweihe mit anschließender Prosion.— Die Kinder der Schule Bismarckstraße bei chen die dl. Messe um 8.30 Uhr. die Kinder der Sch ile Jorellstraße das Hochamt Messe in der Kleinkinderschule an der Hafenstraße, 15 Uhr Kreuzwegandacht für Kinder und Erwachsene, 16 Uhr dieselbe Andacht für die Polen. Mittwoch: 17—18 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. St.-Josephs-Pfarrei 6.30 Uhr Beichtgelegenheit: 7 Uhr Frühmesse mit Verlesung der Leidensgeschichte und gem. hl. Kommunion der Manner und der Madchen der Schule 10; 8.15 Uhr Polenmesse mit gem bl. Kommunion des St.=Josef=Vereins und der Rosenkranzbruderschaft; 9.30 Uhr Palmenweihe und Prozession, darauf Hochamt mit Verlesung der Leidensgeschichte und Austeitung der hl. Kommunion. 14.30 Uhr Christenlehre; 15.30 Fastenandacht für die Polen; 18 Uhr Fastenpredigt und Andach: Mittwoch 20 Uhr Anddacht mit Lamentatidnen, eine halbe Stunde vorher Beichtgelegenheit. Peter- und Paul-Pfarrei Börnig-Sodingen 6.15 Uhr hl. Messe mit Passion: 7.15 Uhr hl. Messe mit Passion: 8.30 Uhr Palmenweihe. Hochamt mit Prediat: 0 45 Uhr hl. Messe mit Predigt; 10.30 Uhr bl. Messe mit Predigt: 14.30 Kreuzwegandacht; 18 Uhr Andacht mit Predigt. Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Männer und der Kinder der Wilhelmschule Dreitaltigheits-Pfarrei Holthausen. Sonntaa: 7 Uhr Frühmesse: 8.30 Uhr hl Messe mit Passion; 10.30 Uhr Hochamt mit Passion. Palmenweihe und=prozession: 13.45 Uhr Andacht für die polnische Rosenkranzbruderschaft: 14.30 Uhr Kreuzwegandacht.— Gem. hl. Osterkommunion der Mitglieder des Arbeitervereins und aller übrigen Männer der Pfarrei sowie der Mittelklassen der Friedrichschule. Plarrvikarie zum hI. Joseph. B.-Hiltrop Palmsonntag: 7.30 Uhr Frühmesse mit hl Kommunion der Mutter. 10 Uhr Palmenweihe und Hochamt: 18 Uhr Fastenandacht St.-Elisabeth-Plarrei B.-Gerthe Palmsonntag: 7 Uhr hl. Messe mit Passion gem. hl. Kommunion des Männerapostolates und al ler Männer sowie der polnischen Rosenkranzbruderschaft und des Vereins„Einigkeit“. 8.30 Uhr bi Messe; 9.45 Uhr Palmenweihe mit Prozession durch! ** 4 die Kirche; 10 Uhr Hochamt; 14.30 Uhr Leidensan dacht: 3.15 Uhr polnische Andacht mit Predigt: 18 Uh: Fastenpredigt mit kurzer Andacht und Segen. Haus Nazareth. Wanne-Eickel Sonntag: 7 Uhr Frühmesse mit Passion und Osterkommunion der Männer: 9 Uhr Kindermesse mit Predigt: 10.30 Uhr Hochamt mit deutscher Passion, vorher Palmenweihe; 15 Uhr Fastenandacht; 18 Uhr Andacht für die Polen. St.-Franziskus-Pfarrei Wanne-Eickel Sonntaa: 7 Uhr hl. Messe: 9 Uhr Hochamt, vorher Palmenweihe und=prozession: 10.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt; 18 Uhr Fastenpredigt mit An dacht. Mittwoch: 17—19 Uhr Gelegenheit zur Beichte St.-Franziskus-Pfarrei Riemke Sonntaa: 6.15 Uhr hl. Messe, gem. hl. Kom munion des poln. Rosenkranzes: 7.15 Uhr hl. Messe gem. hl. Kommunion der Alten Schule, des Männerapostolates, des Bergmanns= und St.=Josephs=Ver eins; 8.30 Uhr hl. Messe; 9.30 Uhr Palmenweihe und Hochamt. 11 Uhr letzte hl. Messe: 14.30 Uhr Kreuzweg andacht: 16 Uhr poln. Rosenkranzandacht. Wochentags: 6.15, 7.10, 8 Uhr hl. Messen. Mittwoch: 5—7 Uhr Beichtgelegenheit Baukau Palmsonntag 8 Uhr Konfirmation(Westbezirk). Pfarrer Niedermeier; 10.30 Uhr Einsegnung der Konfirmanden des Ostbezirks, Pfarrer Barner; 12.15 Uhr Taufen. Coangelische Gottesdienstordnung. Palmsonntag, den 5. Apris 1936. Herne Hauptkirche: Frühgottesdienst 8 Uhr. Pfr. Scha# Konfirmation der Kinder des Horsthauser Bezirks Haupigottesdienst 9.45 Uhr. Pfarrer Helmich(Konfir mation der Kinder des Westbezirks); Kindergotte: dienst 11.30 Uhr Pfarrer Heimich: Taufen 12.30 Uh Pfarrer Kiehl(die Taufen sind in der Woche vorh bei dem Bezirkspfarrer anzumelden); masurisch Gotteadienst 13 Uhr Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst. Pfar rer Steil. Holsterhausen(Tausen); 11.15 Uhr Kinde: gottesdienst. Waldschule Constantir: 10 Uhr Gottesdienst. Pfar rer Kiehl; 11 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottes dienst. Cogl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Goutesdienst. Pfa rer Kichl. Lutderhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst. Pastor St mann; 11 Uhr Kindergottesdienst; 11.45 Uhr Tausen Sodingen. Sonntag 930 Uhr Konfirmation der Kinder des 2. Bezirks(Frauenhilfschor); 12 Uhr Tauffeier: 5 Uhr Abendmahlsfeier der Konfirmierten des 1. Bezirks und ihrer Angehörigen. Bladenhorst rmation(Mitwirkung des Habinghorster Posaunenchors). Holsterhausen(Eickel II) tmo 8 un. Passionsgottesdienst mit hl. Abendmahl Eiche Palmsonntag 8 Uhr Vikar Gossing; 10 Uhr Pator Kurras(Konfirmation); 10 Uhr Krankenhaus. Vikar Gossing: 12.30 Uhr Kirchentaufen, Pastor Renter. Kirchentrauungen in der Karwoche finden nicht statt. Lrange esdienst(Konfirmation). Pastor Brenne. Wanne Palmonntag: Christuskrche: 8 Uhr Frühgottes#en Varrer Li: Naunin: 10 Uhr Hauptgottesdienst. Pfarrer Bunte: 11.15 Uhr Taufen. Palmsonntag: Lutherkirche: 10 Uhr Hauptgottesmenn. Pfarrer Liz. Raunin(Beichte und Feier des Anendmahls): 11.15 Uhr Tahifen: 14 Uhr masurtscher Gouesdienst. Pfarrer Liz. Nannin. tswoche vom 5 bis 11. April; Pfarrer Enge FelveWi O Herne Bahnhol: Ecke Bismaickstrasse 2 *7 Mögen und Können Ratschläge für die Berufswahl In seinen„Sittentafeln für den Handlungslehrling") tert außerordentlich die Entscheidung. Man kann dann stellte vor hundert Jahren etwa der deutsche Kauf= durch„negative Auslese“ zu einem endgültigen mann und Handelsherr Ernst Wilhelm Arnoldi fol- Urteil gelangen. Das ist vor allen Dingen leicht, wenn gende Gebote auf:„Um Dir Menschenkenntnis zuses sich um körperliche Schwachen handelt, um Kurzerwerben, lerne Dich selbst erst kennen. Willst Du frei sichtigkeit, Schwerhörigkeit, Neigung zur Lungen sein, beherrsche Dich selbst. Willst Du immer genug haben, lerne entbehren. Willst Du gebieten, lerne ge* hrchen.— Beharrlichkeit übt sich an Hindernissen. Hältst Du die Zeit zu rate, so hast Du Zeit; suche nicht bloß zu erwerben, sondern auch zu erhalten; erspart ist erworben", und schließlich:„Sammle das Gute in Deinen Lehrjahren, damit Du nicht in geistiger Armut und sittlicher Blöße Deine Wanderjahre antreten mußt Das sind gute Ratschläge für den jungen Menschen, der in der Frage der Berufswahl bereits eine Entscheidung getroffen hat. Schwieriger aber ist es, festzustellen, ob seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten ausreichen, um den Ansprüchen des kommenden Berufes nach jeder Richtung hin gerecht werden zu können. Eine ganze Reihe experimenteller Hilfsmittel stehen zu diesem Zweck heute zur Verfügung. In vielen Fällen mögen sie sich bewährt haben; in anderen wieder ist die Frage noch nicht geklärt. Wer große und schwere Hände hat, ist für eine feinmechanische Tätigkeit sicher nicht hervorragend geeignet, selbst, wenn er Lust und Liebe zur Sache aufbringt. Ohne Eignung kann keine berufliche Tätigkeit zum Erfolge führen, und diese Tatsache sollten sich alle Eltern und Erzieher stets vor Augen halten. Leider wird sie zu oft vergessen, besonders dann z. B., wenn der Vater aus einem gewissen Stolz heraus seinen Sohn trotz mangelnder Begabung in eine Laufbahn hineindrängen will, die von gewissen Kreisen als dem väterlichen Beruf gleichklassig angesehen wird. Gewöhnlich sind die Väter sehr schwer davon zu überzeugen, daß sie etwas Unmögliches wollen. In solchen Fällen sollte nan sich jener Stellen aus„Hermann und Dorothea“ erinnern, in denen Goethe auseinandersetzt, daß man Kinder nicht nach seinem Wunsche formen kann, daß man sie vielmehr mit offenen Herzen so hinnehmen müsse, wie das Geschick sie bildete. Vereinzelt treten allerdings auch Fälle auf, in denen die Eltern einer anscheinend tiefen Berufsneigung selbst bei vorhandener Eignung nicht nachgeben wollen. Aus Mangel an Verständnis stellen sich hier die Eltern dem möglichen Berufserfolge des Kindes in den Weg.— Jetzt entsteht die Frage: Wann ist die Begabung für einen Beruf wirklich vorhanden? Die Neigung, eine bestimmte Laufbahn einzuschlagen, muß nicht notwendig ein Anzeichen für die Eignung des jungen Menschen sein. Oft genug ist der Berufswunsch eher ein Ergebnis zufälliger Eindrücke oder gewisser Modeinteressen, die im Augenblick gerade vorherrschen. Oft hat der Jugendliche nur einen sehr unvollkommenen oder gar falschen Eindruck von der gewünschten Tätigkeit. In solchen Fällen muß genau geprüft werden, wie tief die geäußerte Berufsneigung tatsächlich in der werdenden Persönlichkeit verankert ist. In einer ganzen Reihe von Berufen wirkt die Neigung zu gewissen Talenten bestimmend. Das ist vor allem bei den künstlerischen Berufen der Fall. Nur solche Talente pflegen sich in der Regel schon ziemlich früh zu äußern; auch die technische und die mathematische Begabung(natürlich auch ihr Fehlen) ist nicht sehr schwer festzustellen. Eine andere Frage tritt hier hinzu nämlich die, ob das Talent ausreicht, in der Zukunft Tüchtiges zu schaffen. Dabei sei eingeschaltet, daß es in manchen Fällen leichter möglich ist, die Berufe anzugeben, für die sich der jugendliche Anwärter nicht eignet; aber auch eine solche fortschreitende Beschränkung der Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Berufen erleichschwindsucht oder andere Gebrechen. Ein Kurzsichtiger wird sich nicht zum Uhrmacher oder zum Feinmecha niker eignen, und ein Schwerhöriger ist für das Maschinenfach ebenfalls ungeeignet, wo es sich oft darum handelt, Geräusche zu erfassen, die zum gleichmäßigen Lauf eines Rades oder einer Kurbelwelle gehören. In den meisten Fällen ist es aber so, daß für die Beurteilung der Eignung wirklich sichere Grundlagen fehlen, weil der junge Mensch weder im Hause noch in der Schule die Fähigkeiten hat beweisen und entwickeln können, die für die Ausübung des künftigen Berufes von entscheidender Bedeutung sind. Hier gibt die psychologische Eignungsprüfung der Berufsberatung des Arbeitsamtes oder der großen Betriebe ein Mittel an die Hand, um über die wirklich vorhandenen berufswichtigen Eigenschaften eine einigermaßen sichere Auskunft zu verschaffen. Wenigstens in den meisten Fällen. Wichtig ist auch, daß man sich die Frage vorlegt, ob eine gewisse Wahrscheinlichkeit vorliegt, daß die erworbenen Berufskenntnisse spater auch praktisch ausgewertet werden können. Viel wirtschaftliches Unglück des Einzelnen hat seine Quelle in den sogenunnten verfehlten Berufen... In der zweiten jener oben angeführten Sittentafeln eines alten deutschen Kaufmanns heißt es unter anderem:„Beharrlichkeit führt zum Ziel Sei nicht verzagt; Das größte Hindernis Deiner Ausbildung und der Erfüllung Deiner Pflichten ist Verdrossenheit: meide sie, bei freudigem Eiser gelingt jedes Bemühen, jede Arbeit leichter.— Entschlossenheit wirst Du immer weniger haben, als brauchen. Im Drange der Geschäfte wird Deine Geistesgegenwart und Deine Umsicht geprüft. Lernst Du um kleinen Kreise besonnen und entschlossen handeln, so wirst Du einst auch in einem umfassenden Wirkungskreise nicht leicht den Kopf verlieren, wenn anders Du überhaupt Kopf zu Deinem Berufe mitbringst.“ Und zum Schluß der dritten Tafel heißt es:„Du sollst um Deiner selbst willen Deinem Lehrherrn gehorsam sein. Von manchem, was Du jetzt lernen und üben mußt, wirst Du erst später Gebrauch und Nutzen einsehen; darum folge willig der reiferen Einsicht...“ Man muß berücksichtigen, daß das zu einer Zeit geschrieben wurde, als die Arbeitszeit noch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang währte; also im Sommer von 5 Uhr früh bis neun Uhr abends und im Winter von sechs bis sieben oder acht Uhr. Gesellen und Lehrlinge nahmen auch ihre Mahlzeiten im Hause des Meister gemeinschaftlich ein und alles „Räsonieren über das Essen“ war verboten... Unser bester Arzt— der Schlaf Ein Drittel unseres Lebens ist nächtliche Ruhe— Niemand kann wach sein. länger als 231 Stunden hintereinander Der Mensch verbringt ein Drittel seines Lebens schlasend. Wenn man also 75 Jahre alt wird, verschläft man 25 Jahre. Das wird manchem als eine übermäßig lange Zeit erscheinen, aber dennoch läßt sie sich nicht wesentlich kürzen, da sie unbodingt nötig ist, um den Menschen in den andern fünfzig Jahren gesund, frisch und leistungsfähig zu erhalten. Der Schlaf ist unser vorzüglichster Arzt, und noch dazu ein kostenloser! Die Natur hat ihn uns mitgegeben. Aber bei manchen be dauernswerten Menschen bewährt er sich nicht im erfor derlichen Maße. Dennoch trifft es nicht zu, daß alle Menschen, die über Schlaflosigkeit klagen, wirklich nicht schlafen, glücklicherweise nicht. Ein gewisser Dr. Johnson von der Universität Ohio hat im Laufe von sechs Jahren den menschlichen Schlaf studiert und kinematographische Aufnahmen von den Schläfern gemacht. Durch diese Bilder wird bewiesen, daß ein Mensch, der behauptet, die ganze Nacht wie ein Stein geschlafen zu haben, meist ebenso im Irrtum ist wie ein anderer. der kein Auge zugetan zu haben glaubt. Im Durchschnitt verändert auch der feste Schläfer im Laufe eines achtstündigen Schlafes seine Stellung 35 Mal. d. h. er reckt sich, legt sich auf die andere Seite, rollt sich zusammen und dergleichen mehr. Diese 35malige Unterbrechung des festen Schlafes kommt ihm aber nicht zum Bewußtsein. Würde der Schlaf ohne diese Lageveränderungen verlaufen, so wäre das durchaus kein gutes Zeichen, sondern ließe auf bestimmte innere Störungen schließen. Auf der andern Seite wurden auch Personen beobachtet, die an schwerer Schlailosigkeit zu leiden vorgeben. Wenn es bisweilen Berichte von Männern und Frauen gibt, die seit Jahren nicht geschlafen haben sollen, so können diese Berichte nicht auf Tatsachen beruhen, denn es ist festgestellt worden, daß der Mensch nicht länger als 231 Stunden hintereinander vollkommen schlaflos sein kann. Wird diese Grenze überschritten, so treten Störun gen ein, und fortgesetzte Schlaflosigkeit führt zum Tode Viele berühmte Persönlichkeiten sind mit sehr wenig Schlaf ausgekommen, da ihre Zeit ihnen zu kostbar erschien, um zu schlafen. Zu diesen gehören Napoleon und Edison. Sie hatten die Fähigkeit, gelegentlich einmal einen„Nicker“ zu machen. d. h. sie schliefen zehn Minuten lang fest und tief, um dann wieder weiterzuarbeiten, und diese zehn Minuten Schlaf bedeuteten ihnen dasselbe wie andern Leuten ein bis zwei Stunden. Man erzählt von Edison, er sei plötzlich in seinem Laboratorium eingeschlafen und nach zehn Minuten vollkommen erfrischt wieder ausgewacht. Menschen, die als Opfer der Schlaflosigkeit gelten, bleiben nur dadurch gesund, daß sie eben in solchen kleinen Perioden schlafen. Die bisweilen lang andauernde nächtliche Schlaflosigkeit erzeugt in ihnen die Ueberzeugung, daß sie überhaupt nicht schlafen. Es kommt ihnen dann selber nicht zum Bewußtsein, wenn sie einschlafen. Das alte Volkswort:„Ein gut Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen" erweist seine Wahrheit; Wissenschaftler bestätigen, daß nichts so schlafstörend ist, wie ein schlechtes Gewissen. Auch Furcht und Aufregungen irgendwelcher Art hindern den gesunden Schlaf. Hat man einmal aus irgendwelchen Gründen einige Nächte nicht schlafen können, so muß man sich nicht einbilden, daß man nun eine besonders lange Zeit schlafen müsse, um den Verlust wett zu machen. Der normale Schlaf einer einzigen Nacht wird die Schäden vorhergehender Schlaflosigkeit ausgleichen. Es ist berechnet worden, daß neun Stunden Schlaf durchaus genügen, um den menschlichen Körper für 60 Stunden der Schlaflosig keit zu entschädigen. Zu viel zu schlafen ist dem Menschen ebenso unzuträglich wie zu viel zu essen. Im allgemeinen schläft der Mensch sofort fest ein, und nach einer Stunde hat der Schlaf seine größte Tiefe erreicht. Nach zwei Stunden läßt die Festigkeit des Schlafes nach, und in den nächsten fünf Stunden geht man allmählich wieder in den Zustand des Wachseins über. Folglich sind die ersten beiden Stunden der wertvollste Teil des Schlafes. In diesen Stunden träumt man niemals Während dieses Schlafes gehen die Augbälle nach oben und nach auswärts und die Pupillen ziehen sich zusammen. Der Blutdruck ist vermindert, und das Herz schlägt langsamer. Das Blut wird weniger alkalisch, die Gifte im Körper werden aufgezehrt und die„Batterie“ wird all mählich für die Arbeit des nächsten Tages geladen. Alte Leute schlafen durchschnittlich sehr ruhig. Frauen brauchen im allgemeinen 30 Prozent mehr Schlaf als Männer. Um sich einen guten und gesunden Schlaf zu sichern, wird empfohlen, in erster Linie auf gute irische Luft im Schlafzimmer bedacht zu sein, sodann sich warm, aber leicht zuzudecken, vor dem Schlafengehen ein Glas warmer 11sch zu minten und far ein rugiges Gewat zu orgen Man darf sich nicht zu sehr ermuden“ hat man besonder: anstrengende Arbeit zu leisten, so sou man wahrend der lages ein Schlaichen machen; man wird dann merkwürdigerweise auch während der Nacht besser schlafen Paul Becker. Himmelsrundschau im April Der April steht im Zeichen der zunehmenden Tages. länge, die bei keinem anderen Monat so stark in Erscheinung tritt wie in ihm. Der Tagbogen der Sonne die am 21. aus dem Zeichen des Widders in das des Stiers. übergeht. vergrößert sich von 122. Stunden am I. auf 14. Stunden am 30. Auch am Sternenhimmel macht sich der Beginn des Sommerhalbjahres weiter bemerkbar. Stier, Orion und Großer Hund verschwinden ganz oder teilweise, der Schlangenträger mit dem Hauptstern Alphard kommt neu über den Osthorizont. Ueber diesem leuchten(Anfang April um 23. Mitte um 22. Ende um 21 Uhr) Herkules, Nördliche Krone und Bootemit dem gelben Arctur. Am Südosthimmel schließt sich an ihn die Jungfrau mit der weißen Spiea an. Darunter erscheinen Waage und weiter südlich Wassermann Rabe und Becher als wenig auffallende Lichtpunkte während darüber in halber Himmelshöhe Regulus, der Hauptstern im sichelförmigen Bilde des Löwen steht. Am Westhimmel strahlen Procyon im Kleinen Hund. Kastor und Pollux in den Zwillingen und Kapella im Fuhrmann als Reste der winterlichen Herrlichkeit, die sich in den Vormonaten unterhalb dieser Bilder unseren Blicken darbot. Den nördlichen Teil des Firmaments endlich füllen die bekannten Gruppen des Großen und Kleinen Bären, des Kephaus und der Kassiopeia aus, und die schon gut sichtbaren Sterne der Leier und des Schwans bilden den Uebergang zum Herkules und schließen damit den Ring des Himmelsbildes in diesem Monat. Von den Planeten bleiben im April vier— Venus. Mars. Saturn und Uranus— unsichtbar, trotzdem ist der Monat aber für die Wandelsternbeobachtung von Bedeutung, denn der schwer sichtbare Merkur erreicht im letzten Drittel eine Stellung am Abendhimmel, wie sie ähnlich günstig das ganze Jahr nicht wiederkehrt. In der Abenddämmerung kann er(kurz nach 20 Uhr) am westnordwestlichen Horizont mit Erfolg ausgesucht werden. Jupiter schiebt seine Aufgangszeit in die Stunde vor Mitternacht und bleibt dann in langsan zunehmender Helligkeit mit dem Sternbild des Skorpions bis zum Morgen als Herrscher unter den Sternen sichtbar. Im Löwen kann endlich Neptun mit Hilfe eines kleinen Fernrohrs die ganze Nacht aufgesucht werden. Von besonderen Himmelserscheinungen sind der um den 15. eintreffende Sternschnuppenschwarm der Luriden (mit scheinbarem Ausstrahlungspunkt in der Leier) und etwa gleichzeitig der weitere der Virginiden(Ausstrahlungspunkt in der Jungfrau) zu erwähnen, von denen namentlich letzterer sich durch langsame Bahnen der Einzelschnuppen auszeichnet. Von Interesse ist weiter die Bedeckung des Sternes My in den Zwillingen durch den Mond. die am 25. nach 22.30 Uhr eintritt und bereits im Feldstecher gut verfolgt werden kann. Allerdings wird die Erscheinung möglicherweise dadurch beeinträchtigt werden, daß sie sich nur wenig oberhalb des Hortzontes abspielt. Die Hauptphasen des Mondes fallen im April auf folgende Zeitpunkte: Vollmond am 6. um 23.45 Uhr, letztes Viertel am 14. um 22.30 Uhr, Neumond am 21. um 13,30 Uhr und Erstes Viertel am 28 um 12.15 Uhr. Dr. W. P JIET e E AETEEE Alleinverkauf: Friedr. Köller Stammhaus, bestehend seit 1835 Bahnhofstrasse zegenüber Hino Lichtburg Foto-Schlüter Herne, Bahnhofstraße 77 Bequeme Ratenzahlung: IE SEE EE den S. April geöf - er este Ja. es hat sich mancher schon über unsere grosse Auswahl gewundert. Ob es sich nun um Stotle lur Wasche, Schurzen oder Waschkleider, um Handtücher, Strumpte, Trikotagen oder Taschentucher, um Tischdecken oder Beiten handelt. Klem sind eben nur die Preise— sehr klein Thomas Start zur deutschen Fußballmeisterschaft Schalle 04, Fortuna Düsseldorf und der Kölner CfR des Wesiens Stützen Mit der Vorrunde tritt der Kampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft in sein entscheidendes Stadium. Vom 5. April bis 17. Mai erstreckt sich der Spielplan der Vorrunde. ausgenommen sind nur die Osterfeiertage. Am 24. Mai soll die Vorschlußrunde stattfinden und am 14. Juni das Endspiel durchgeführt werden. Für Sonntag, 5. April, lautet der Spielplan wie folgt: Gruppe 1: F6. Schalke 64— Berliner 6V. 92 unterschätzt werden darf. Die Gruppe 3 dürfte im 1. FC. Nürnberg ihren Favoriten haben, doch wird der„Club“ bei seinen auswärtigen Spielen in Jena und Stuttgart eine recht schwierige Ausgabe zu lösen haben. Sein Vorteil ist, daß er nicht den gefährlichen Weg nach Worme anzutreten braucht, denn die Begegnung Nürnberg gegen Worms kommt in Frankfurt zum Austrag, wahrend die Rückdegegnung in Augsburg vor sich gehen witd. Wir erwarten Schalle 04. XSV. Eimsbüttel, den 1. FC. Nürnberg und Fortuna Düsseldorf(oder SV. Waldhof) als Gruppensieger. Gellenkircen: Glückauf=Kampfd.— Ehlendeck=Hilden). Polizei SV. Chemnitz— Hindenburg Allenstein (Cdemniz: PSN.=Plaz— Wronna=Oppeln). Gruppe 2: 1S8. Eimsbüttel— Vorwärts Rasensport Gleiwitz Hemburg: Viktoria=Plaz—. Potting=Bieleseld). SV. Werder Bremen— Viktoria Stolp (Bremen: Weser=Stadion— Fink=Frankfurt a. M.). Gruppe 3: 1. FC. Nürnberg— Stuttgarter Kickers (Nürnberg=Stadion— Retterer=Hanau). Wormatia Worms— 1. 6B. Jena (Worms: Wormatia=Platz—. Keller=Rarlsruhe). Gruppe 4: Fortung Düsseldorf— FC. Hanau 93 (Duioburg: Stadion— Forst=Köln). EB. Waldhof— Kölner CiR. (Karlsruhe: Phönig=Platz— Weingärter=Ossenbach). Von den 16 Gaumeistern des vergangenen Jahres vermochten sich diesmal nur sechs Mannschaften für die Endspiele zu qualifizieren, und zwar Schalle 04. Vorwärts Rasensport Gleiwitz, Polizei SV. Chemnitz. TSV. Eimsbüttel, der 1. SV. Jena und der FC. Hanau 93. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem fünf Mannschaften erstmalig an den Titelkämpfen teilnahmen, sind es diesmal nur zwei, die sich als„Neulinge“ um die Viktoria bewerben, und zwar Wormatia Worms als Südwestmeister und der Meister des Gaues Mittelrhein, der Kölner CiR Man hat auch in diesem Jahre davon Abstand genommen, die Meister von Westjalen und vom Niederrhein, die bei der ersten Einteilung in einer Gruppe spielten, zusammenzubringen. Dafür ist aber wieder der Mittelrheinmeister, der Kölner CfN., der den BfR. Köln ablöste, mit dem Niederrheinmeister, Fortuna Düsseldorf, die den VfL. Benrath verdrängte, in einer Gruppe zu finden, die zusammen mit Schalke 04 Westdeutschland in den kommenden schweren Kämpfen zu vertreten haben. Die Aussichten der westdeutschen Vereine in ihren Gruppen als Sieger hervorzugehen und sich für die Vorentscheidungen zu qualifizieren, kann man eigentlich nur bei Schalke 04 als sehr gut bezeichnen, da der Deutsche Meister als einzigen gefährlichen Geaner nur den Sachsenmeister, Polizei Chemnitz. aus dem Wege zu räumen hat. während Fortuna Düsseldorf und der Kölner CiR. mit dem badischen Meister. SV. Waldhof, und dem Nordbessenmeister, FC. Hanau 93, immerhin einige Schwierigkeiten haben werden, zumal sich die beiden westdeutschen Mannschaften gegenseitig hart bekämpfen werden. Fortung Düsseldorf, die in entscheidenden Kämpfen doch stärker zu bewerten ist als der Kölner Club für Rasenspiele. hat das Pech, sämtliche Spiele der ersten Runde auswarts bestreiten zu müssen, wenn auch das Treffen gegen Hanau 93 am kommenden Sonntag mit dem Austragungsort Duioburg im engeren Heimatbezirk durchgeführt wird In Gruppe 2 sind Eimsbüttel und Werder Bremen die ernsthaftesten Anwärter. wenn auch die Svielstärke des Schlesienmeisters. Vorwärts Rasensport Gleimig, nicht Grupne 1: Schalke 04— Berliner 6B. 92 Der Titelverteidiger und zweimalige Deutsche Meister trifft im ersten Spiel der Viererrunde auf den brandenburgischen Meister, den Berliner SV. 92, der sich in einem prachtvollen Endspurt, allerdings auch vom Glück begünstigt, für die Endspiele qualifizierte. Schalke 04 hat damit allo einen weitaus schwereren Start als im vergangenen Jahre gegen den Pommernmeister, den Steitiner SC., den er mühelos mit 9:1 abfertigte. Jedenfalls werden die Reichshauptstädter die Knappen auf eine sehr harte Probe stellen zumal die Berliner in der Lage sind. in stärkster Belezung antreten zu können, während Schalle immerbin auf seinen bewährten Sturmführer Pörtgen. der verletzt ist. verzichten muß. Dann darf man nicht vergessen, daß der BSV 92 Weihnachten in einem Gesellchaftsspiel seinen dieemaligen Gegner mit 2:1 zu schlagen vermochte. Die„Storcde“. wie der BSV genannt wird. sind eine technisch gute Mannschaft, wenn sie auch nicht ganz die spielerische Reite der Weitfalen besint. Schalke wird in bester Form sein müssen, um den Berliner SV 92. die einstmals so stolze Britannia. niederringen zu wollen Polizei Chemnitz— Hindenburg Allenstein Wie im Vorjahre, so hat es die Polizei Chemnin auch diesmal in ihrem ersten Spiel mit dem Ostpreußenmeister zu tun, nur mit dem Unterschied daß jetzt nicht Dork Insterburg sondern Hindenburg Allenstein der Gegner ist. Die Gäste waren vor zwei Jahren bereits bei den Gruppenspielen zu finden gewesen und sorgten mit dem #1=Sieg über Hertha VSC. Berlin damals für die große Ueberraschung. In Chemnitz halten wir die Militärmannschaft spielerisch aber nicht für stark genug, um sich gegen die bessere Klasse der Ordnungshüter erfolgreich durchsetzen zu können. Gruppe 2: TSV. Eimsbüttel— Vorwärts Rasensport Gleiwitz Beide Mannschaften haben sich ganz überlegen die Gaumeisterschaft erkämpft, die sie bereits im vergangenen Jahr davontragen konnten. Während Eimsbütel wieder der Gruppe 2 zugeteilt wurde, spielten die Schlesier vor einem Jahr in der ersten Gruppe, in der sie mit Hertha BSC. und Polizei Chemnitz stärkere Gegner antrafen, als es diesmal mit Eimsbüttel, Werder, Bremen u. Viktoria Stolp der Fall sein dürfte. Die Gleiwitzer verfügen über einen durchschlagskräftigen Sturm und eine ausgezeichnete Abwehr, so daß sie nicht so leicht zur Kapitulation zu zwingen sein werden. Der TSV. Eimsbüttel hat in den Gruppenendspielen nie die Form erreicht, die er in den Kämpfen um die Nordmarkmeisterschaft zeigte. Sein Können sollte aber immerhin ausreichen, um in Hamburg die Gleiwitzer knapp zu schlagen. EV. Werder Bremen— Viktoria Stolp Nach zwei Jahren stellt sich Werder Bremen wieder als Niedersachsenmeister vor. nachdem sie zuletzt Hannover 96 den Vortritt überlassen mußten. Genau so verhält es sich mit Viktoria Stolv. die im vergangenen Jahr vom Stettiner SC. abgelöst worden war. Werder Bremen wird sich die Gelegenheit kaum entgehen lassen, zu Hause den Pommernmeister abzufertigen und die ersten Punkke an sich zu bringen. Viktoria Stolp gilt zwar als eine kampfkräftige Mannschaft, die aber noch nicht das nötige technische Rüstzeug besitzt, um sich in diesen schweren Kämpfen behaupten zu können. Gruppe 3: 1. FC. Nürnberg— Stuttgarter Kickers Im Nurnberger Stadion kommt es gleich zu einem Großkampf erster Ordnung, der 1. FC. Nürnberg trifft auf die Stuttgarter Kickers. In der bayerischen Gaumeisterschaft erwies sich der„Club“ unbestritten als die beste„Mannschaft, die sich denn auch ungeschlagen den Titel erkämpfte und nun auf die sechste„Deutsche" zusteuert. nachdem die Nürnberger im vergangenen Jahr in Düsseldorf mit 2:0 gegen Schalke den erstmalig durchgeführten Vereins=Pokalkampf für sich entscheiden konnten. Ganz ohne Zweisel muß man dem„Club“ auch in seiner Gruppe die ersten Chancen einräumen, aber man hatte in dem zuletzt in Düsseldorf gegen Fortuna ausgetragenen Gesellschaftstreffen, das die Nürnberger bekanntlich mit 0:2 verloren, doch den Eindruck, daß sich der Altmeister nicht mehr ganz auf der Höhe befindet, so daß er von den Schwaben die sich erheblich verbessert haben, unter Umständen das Nachsehen haben könnte. Vorläufig glauben wir aber noch an die Tradition des Club“, der in entscheidenden Kämpfen doch noch den Vorzug verdient. Wormatia Worms— 1. 6B. Jena Während sich Wormatia Worms erstmalig an den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft beteiligt, ist der 1. SV. Jena schon öfters an den Endspielen beteiligt gewesen. Es wäre aber salsch, daraus etwaige Schlüsse über den Verlauf und Ausgang dieser Begegnung, die in Worms stattfindet, zu ziehen. Der Südwestmeister hat in seinem(au immerhin so bewährte Mannschaften wie Eintracht Frankfurt, FK. Pirmasens und FSV. Frankfurt hinter sich gelassen, und er wird mit seinem durchschlagskräftigen Sturm. in dem sich auch der Nationalspieler Fath befindet, auch für Jena eine große Gefahr bedeuten Gruppe 4: Fortung Düsseldorf— FC. Hanau 93 Im Duisdurger Stadion kommt es am Sonntag bereits zu einer wichtigen Entscheidung. Der Sieger aus diesem Kampf zwiichen Fortuna Düsseldorf und dem FC. Hanau 93 dürfte schon einen guten Vorsprung gewonnen und sich als ein ernster Anwärter auf die Gruppenmeisterchaft herausgeschält haben. Die Düsseldorfer haben sich zahlenmäßig ganz klar die Meisterschaft am Niederrhein erkämpft, aber ihre Leistungen waren nur wenig überzeugend. besonders gegen Schluß, als Fortuna der Titel nicht mehr zu nehmen war zeigte die Mannschaft erhedliche Schwächen, was aber mir Rücksicht auf die jetzt bevorstehenden Endkämpfe immerhin verständlich ist. Daß Fortuna in bester Besetzung doch noch viel zu leisten im Stande ist, das hat der Deutsche Meister von 1933 zuletzt im Freundschaftskampf gegen den 1. FC. Nürnberg bewiesen, obwohl auch hier noch auf den kranken Wigold verzichtet werden mußte. In diesem Spiel erhielt Fortung aber einen wichtigen Fingerzeig. nämlich den mit der Aufstellung des jugendlichen Heibach als Mittelstürmer. Gerade dieses Problem bedurfte bei den Düsseldorfern noch der Lösung, und wahrscheinlich ist jetzt auch diese Krise beendet, was sich natürlich auf die ganze Mannschaft zum Vorteil auswirken dürfte. Das Schlußdreieck und die Läuferreihe werden allen Anforderungen gerecht, so daß Fortuna in Ruhe den kommenden Ereignissen entgegensehen darf. Der FC. Hanau 93 konnte nach schärfstem Kampf mit Borussia Fulda als knapper Sieger aus der Nordhessenmeisterschaft hervorgehen. Hanau ist im Reigen der Endspiel=Teilnehmer kein Unbekannter. Die Mannschaft hat sich bereits im vergangenen Jahr ganz ausgezeichnet geschlagen, und sie glaubt auch diesmal an ihre Chance. die man den Nordhessen wirklich nicht absorechen kann. Hanau mag auch in technischer wie überhaupt in svielerischer Hinsicht nicht ganz an Fortuna heranreichen. allein seine Kampfkraft und Energie stempelt die Elf zu einem schwer zu schlagenden Gegner. der als erster geeignet ist, in der Gruppe 4 für die Ueberraschung zu sorgen. GV. Waldhsf— Kölner Als erstmaliger Endspielteilnehmer wird der Kölner CiR. in seiner Eigenschaft als Mittelrhein=Gaumeister gleich vor eine sehr schwere Aufgabe gestellt. In Karlsruhe haben die Rheinländer den badischen Meister, den SV. Waldhof. zum Gegner. Die Kölner haben in ihrem Gau wirklich nicht allzu viel zu schlagen gehabt, wenn auch die Konkurrenz den Rasenspielern die Meisterschaft erheblich erschwerte und der CfR. erst in seinem letzten Spiel den Titel an sich bringen konnte. Als technisch gute Mannschaft ist von den Kölnern auch in Karlsruhe ein ansprechendes Spiel zu erwarten aber ob sie den Kampf gegen den plötzlich wieder sehr starken SV. Waldhof zu ihren Gunsten entscheiden werden, muß als äußerst fraglich bezeichnet werden, da die Kölner nicht über die unbedingt erforderliche Erfahrung in solchen Spielen verfügen. Ein Unentschieden müßte den Rheinländern schon Deutsche Billardmeisterschaft in Bochum 1. Klasse kleines Billard cadre Der erste Spieltag brachte wohl spannende Kämpfe aber die Leistungen blieben zum Teil hinter den Erwartungen weit zurück Bei Spielern und Zuschauern wollte auch keine richtige Stimmung auskommen. Es sehlte der richtige Rahmen, ein zahlreiches und mitgehendes Publikum, das einmal dem Raum die richtige Wärme, dann aber auch den Spielern die richtige Stimmung gebracht hätte. So machte der schöne große Saal des Tonhallen=Varietees einen kahlen und kalten Eindruck. Es wäre zu wünschen, daß der Besuch an den letzten Tagen sich noch gewaltig steigern wird, schon allein der Spieler wegen. Die Ergebnisse: 400:152 P. 21.07 D. 400:397 P. 9.76 D. Rudolph— Janzen Lemberg— Bläser Wegmann— Schulten Stirnberg— Hens Rudolph—. Bläser Janzen— Lemberg Wegmann— Hens 400:259 P. 14.29 D 400:321 P. 13.79 V. 400:251 P. 12.50 D. 400•224 P 14.29 D. 400:250 P. 16.00 D. 122 5S 98 58 Die Vorschlußpaarungen für Köln Die Deutschen Amateur=Boxmeisterschaften 1936 nähern sich allmählich dem Höhepunkt. Für den VorschlußrundenKampfabend am Wochenende in Köln wurden bereits die ersten Paarungen aus der Zwischenrunde von Bochum und Wuppertal zusammengestellt. Die ersten Paarungen für Köln lauten: Fliegengewicht: Graaf Hamburg) gegen Kaiser(Gladbeck). Strahl(Danzig) gegen Priesnitz(Dresden). Federgewicht: Miner(Breslau) gegen Ostländer(Aachen). Arenz(Berlin) gegen Rustermeier(Köln). Weltergewicht: Murach(Schalke) gegen Knoth(Düsseldorf) Ulderich(Köln) gegen Campe(Berlin). Halbschwergewicht: Moser(München) gegen Krumm(Köln). Jost(Frankfurt) gegen Jaspers(Stettin). Nachdem die bekannten Paarungen für die Vorschlußrunde in Köln bereits festliegen, stehen nun auch die Kämpfer der restlichen 4 Gewichte fest. Es kommen aus dieser Zwischenrunde— Essen und Duisburg— folgende Boxer zusammen: Bantamgewicht: Rappsilber(Frankfurt) gegen Wilke(Hannover) Stasch(Kassel) gegen Westhoff(Elberfeld) Leichtgewicht: Schmedes(Dortmund) gegen Büttner 1(Breslau) Jakubowski(Bochum) gegen Fluß(Köln) Mittelgewicht: Stein(Köln) gegen Loibl(Ulm) Baumgarten(Hamburg) gegen Rennard(Duisburg) Schwergewicht: Fischer(Nürnberg) gegen Schnarre(Recklinghausen) Runge(Elberfeld) gegen Kyfus(Wünsdorf) Rundfunk=Programm 18 30 Heut spielen und singen wir von allerlei 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche. Samstag, den 4. Avril 1936. 6.00 von Stuttgart: Choral. Anschließend Leibesübungen. 6.30 von Breslau: Fröhlich klingt's zur die drei lustigen Gesellen des Reichssender: Köln mit ihrer Laterna magica. die Herren „Wenn und Aber“ und„Hat und Hätt' ich“ zu Besuch. Morgenstunde. Morgenkonzert des Landes= 18.00 Wir sagen den neuen Monat an. Das gruppenorchesters des RLB. Schlesien und funkische Kalenderblatt. der Funktanzkapelle. Mitwirkend: Gebbardt 19.00 Zum Feierabend. 45 besinnliche Minu(Harsenzither). 7.00 Nachrichten— Choral— Morgenruf 8.00 Kalenderblatt: anschl.: Zeit. Wasserstand. 8.10 Bremus: Frauenturnen. 10.00 Zen, Nachrichten. Wasserstand. 10.15 Hoppe: Kindergarten. 10.45 Heinemener: Was ist los im Sport? 11.50 Bauer, merk auf! 1200 Musik am Mittag. Die Werkvause des Reichssenders Köln. Was sich die Arbeiter d.s Sendegebietes wünschen 1300 Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 13 15 von Stuttgart(aus Karlsrube): Buntes Wochenende. Eckert: Romantische Serenade Fries: In der Pußta, Bold: Marionetten Grünwald: Bavrische Hochlandklänge de Micheli: Aegyptischer Tanz/ Reich: Wasserspiele 4 Robrecht: Laß uns träumen Smetak: Am Soringbrunnen 1 Brusso: Herbstgold] Obermaier: Nippfigur Siede: Ewiger Frühlina Scheer: Bravourwalzer Leuschner: Die Marsralete.— Es spielt das Kleine Badische Funkorchester. Solisten: Gertrud Cello(Koloratursovran). Scheer (Aktordeon). Christian und Kilaus(Zither). 7400 Mittagemeldungen. 14.15 Wochenendkonzert auf Schallplatten. 15.15 gur unsere Kleinen: Fünf bunte Ringe 15 45 Wirtschaftemeldungen. 16 00 Der Frohe Sametag=Nachmittag des Reichesendere Köln. Kläre Hansen(Sopran). Leiseifer(Tenor). Riedel(Tenor=Busso). Schneider(Baß=Bariton). Grave(Klavier). der Kammerchor des Reichssenders Köln das Große Orchester des Reichssenders Köln. ten. Ausführende: Lore Fischer(Alt). Prof. Böll(Orgel). Werter, 19.4“ Momentaufnahme. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Heut tanzen wir. Der Tanzabend des Reichssenders Köln. Mitwirkende: Das Kleine Orchester. das Berliner Trio an drei Flügeln. Engels(Tenor). Schneider(BaßBariton) und Marita Gründgens. 22.00 Zeit. Wetter. Nachrichten. 2230 Aus der Rheinlandhalle Köln: Deutsche Amateur= Bormeisterschaften(Vorschlußrunden). 23.00 von Leipzig: Und morgen ist Sonntag. Das frohe Wochenende mit Karin PfeilRoeßler(Sopran) Reinecke(Tenor). dem Mannerchor des Reichssenders Leipzig. der Kavelle Fuchs. der Mandolinen= u. Gitarregesellschaft„Harmonie". Sonntag, den 5. April 1936. 6.00 von Hamburg: Hasenkonzert an Bord des Dampfers„Cav Arcona". 1 Glocken— Choral. Wenn ich ihn nur habe— Weckruf II. Blon: Pervetuum mobile# Supve: Ouvertüre zu„Flotte Bursche# Lincke Amina Sylva: San Lorenzo 7 Oblsen:]—.— Lotosblumen Dostal: Es wird in hundert 16.00 Nette Sachen aus Köln. Jahren) Hruby: Rendezvous bei Lehar Friedemann: Kaiser=Friedrich=Marsch Stork: Hochzeitszug des Maharadscha Wil linger: Für dich.## Parademarsch Fetras: —. Walz=— lustigem Getier. Zusammenstellung: Jung madel aus Gelsenkirchen=Buer. 19.00 Was wir essen und trinken: Der Fisch. Eine„zeitgemäße“ Hörfolge von Leusner. 19.30 Tag des deutschen Rudersports Westdeutschland fertig zum Start. 19.50 Svortvorbericht. 20.00 Anno dazumal. Heitere Melodien von gestern u. vorgestern. Resi Kubel(Sopran): legrand(Tenor): Hoersch(Tenor): Kirsch (Bariton): Schneider(Baß=Bariton): Jansen(Akkordeon): die sechs frohen Sänger: der Kammerchor des Reichssenders Köln: das Kleine Orchester des Reichssenders Köln r Nachrichte Dortmunder Westfalenhalle: Deutsche Amateur=Vor=Meisterschaften.(Endrunden). 23.00 von München: Nachtmusik. Es spielt das Tanzsunk=Orchester. Veilchen am Wege. Rhein. Walzer 7 Bähre: Unser Heinrich Schlenkhoff it Lieiening ab Lager Gredenstr st Hohlen #I. Brikerts Aul Aathraztt 50241 8 00 Meldungen. Anschl.: Funk in Blaue. 9.00 Ein Palmsonntag auf Rüschhaus. Gesichte und Tröstungen einer Dichterin. Aus den Briesen und Gedichten der Annette Droste zu Hülshoff 10.00 von Königsberg:„Pflua und Schwert". Worte: Dzudzek. Weisen: Job Hermann. 10.30 Musik am Sonntaamorgen. Es spielt das Jaßbender=Trio. Händel: Oriolo— Bach: Gavotte— Couverin: La Precieuse— Beeiboven: Menuett— Haydn: Menuett— — Beetboven: An Elise— Pergolesi: Aria — Dussek: Rondo— Chovin: Nocturno— Kublau: Walzer. 11.00 von Hamburg: Reichssendung: Hundert Jahre deutscher Rudersport. Uebertragung####0 Leit Metter Nachrichten der Feierstunde am Tage des deutschen Ru g. 2Leiter Nachrichten. dersports 1936 in Hamburg. Es spricht der.####n, Reichssportführer von Tschammer und Osten Anschl.: Musik von Schallplatten. 12.00 von Berlin: Musik am Mittag. Musikkoros Jagdgeschwader Richtdosen. Husadel: Jagdgeschwader= Richtbosen=Marsch Stieberitz: Aufbruch der Nation 7 Lincke: Ouvert. zu„Im Reiche des Indra“/ Husadel: Fansarenmärsche Husadel: Militärsignale Strauß: Morgenblätter 7 Kaempfert: Hallorenmarsch Prager: Rheinische Rhapsodie Rath: Flieger=Parade 4 Hanfstgengel: Jugend marschiert 13.00 Ein Wort an die Hörer. 13.10 Glückwünsche. 13.15 Schallplattenkonzert. 14.00 Für unsere Kleinen: Besuch beim Oster14.30 Der lustige Rätselfunk des F:.. 1=6ech: Ou#### Mehers Zauberwald Wald Köln. Franzichus-Pfarrei Riemkshode: Im Krug zum gru15.0 Alle Raucher mal berbärs-Franziskus-Pfaffe, mgls: Wenn der erste Flieder schichten vom blauen Dunste lonntaa: 6.15 Uhr hl. Mesann: Duftende Rosen Musik.—.— Von des poln. Rosenkranzes: 7.36, wie bist du so schön 2 hl. Kommunion der Al Berliner Trio an drei Flügelnolates, des Bergmanns= und 9# kordeon): das Große Orchester 8.30 Uhr hl. Messe; 9.30 Uhr blatt. enders Köln. samt. 11 Uhr letzte hl. Messe; 14 k, den Rüchenzettel Frontsoldate. acht; 16 Uhr poln. Rosenkranza Wasserstand. Wchenrags: 6.15, 7.10, 8 Uenturnen. Rittwoch: 5—7 Uhr Beichtg Montag, den 6. Aoril 1936. 6.00 von Stuttgart: Choral, Anschließend: Leibesübungen. 18.00 vo 6.30 von Frankfurt: Frühkonzert. Lautenschläger: Die Freude gibt uns Kraft/ Löhr Lachender Lenz, Blume: Melodie im Früb- 1000 ling Kockert: Ein Morgen in Sanssouci Rönnfeld: Aufwärte zur Sonne. 13.15 von Hamburg(aus Hannover): Schloßkonzert. Das niedersächsische Sinionieorchester. Mitw.: Ist Karma Baldzun(Sopran): Baldzun(Tenor): Goblisch(Violine).— Supve: a) Ouvertüre aus der Overette„Die schöne Galathee". b) Das Erwachen der Galatbee Richartz: Kapriziöser Walzer, Goblisch; Menuett und Scherzo für Violing und Orchester Kling: Klänge aus der Bastei Hoffmann: Slawischer Tanz. 14.00 Mittagsmeldungen. 14.15 Kleine Musik. Die Funkschrammeln— Por: Steinriegler=Marsch Pachernegg: Praterbummel Joh. Strauß: An der schönen blauen Donau Eilenbera: Das erste Herzklovien Joh. Strauß: FledermausWalzer 2 Lindemann: Schwäbischer Liedermarsch. 14.45 Schlachtviehmarktberichte. 15.45 Wirtschaftsmeldungen. 16.00 Der Erzahler. Zwei Stunden Plauderei und Musik. 17.55(## Uhr Konsermalion der Rino 12 Uhr Tauffeier: t. 7.00 Nachrichten. Morgenruf. Anschließend: Choral— Kommunion der Alten Sch“ Ausführungs Musikzug Laukien wirke ter 2 Ban 3 19.45 K Köln. 20.00 E 20.10 B Klein die 2 21.40 R sen. Reich #4g 10 Uhr Hauptgottesdienst. rk der Alle Bücher u. Zeit: besorgt schnell. er Sportsonntag? r Bauer. Buchandlung Keethers Gvangelische Gottesdien gresz, Dte. Wgie Arbeite: Herman- Sbrine- Straße 1. aebe Palmsonntag, den 5. Apt. wünschen. mation(Kirchenchor). 22.00 3Passionsgottesdienst mit hl 22.30 24 C.Ju Beern 23.00 voag 8 Uhr Vikar Gossing; Beutl Orche Mi s Abend n: 10 Ulr irmation); 10 Uhr Kranke“. asto estorsauungen in der Karwoche finde" M Duni ron „Per Strau Naros 1s ch auf #ag 10 Uhr Hauptgottesdienn— E 1 NKREISER NORA-Undine für Wechseistrom ab RA 144.75 mit Rohren 2 WEIKREISER NORA-AIDA rückkopplungsfrerm. Schaftenuiser für Wechselstrom FR RA23U.5O, NORA-E Hauptkirche: Frühgottesdienst 8 firmation der Kinder des Hol ptgottesdienst 9.45 Uhr, Pfarre. ion der Kinder des Westbezirks); Kindergotte: ist 11.30 Uhr Pfarrer Helmich: Taufen 12.30 Uhr. rrer Kiehl(die Taufen sind in der Woche vorher dem Bezirkspfarrer anzumelden); masurischer ttesdienst 13 Uhr Kapelle Horsthausen: 9.45 Uhr Gottesdienst. Psar (Taufen): 11.15 Uhr RA 317.25 Steil. Holsterhausen(Tausen mit allem Bestesdienst. komfort für N Waldschule Constantin: 10 Uhr Gottesdienst. Prar Kiehl; 11 Uhr Taufen; 11.15 Uhr Kindergottes ist. Eogl. Krankenhaus: 8.45 Uhr Gottesdienst, PfaKichl. Lutherhaus: 9.45 Uhr Gottesdienst. Pastor Stuhl nn: 11 Uhr Kindergottesdienst; 11.45 Uhr Tauser Ich empfehle: Skoi-Portorico (Krüllschnitt) 50 S 20 P8 50 S 3988 50 K 40 Pig. 100 8 Alfred Grote Brüchost. * K 100 g 40 100 g 50 100 L outine(Dupuit), 2. Intrepibe, o. go1:10, Platz 12, 13:10.— Ferne Pferde.— Lg.: KK.— ½— 5. 5. Rennen: 1. Le Titien 3(Duputt), 2. Duples Hors Bord.— Sieg 74:10, Platz 22, 21, 20:10.— Fe r: 9 Pferde.— Lg.:%— K.— 2. 6. Rennen: 1. Miß Kopi(Vonwill), 2. Allusio Croix de Lorraine.— Sieg 63:10, Platz 20, 30, 22:1 Ferner: 6 Pferde.— Lg.: 1½—%— H 7. Rennen: 1. Artaxerxes(Brethes), 2. Coup udre, 3. Magicienne.— Sieg 19:10, Platz 11, 12:1 Ferner: ein Pferd.— Lg.: 1½— 2½— 3. stientin und entfernte den kranken Teil des Gehirn der Operation, die sechs Stunden dauerte, war d hwester bei vollem Bewußtsein und unterhielt sich ga hio mit dem Bruder über die möglichen 4 Reizender Man tönen mit modert Taftschleife. Der Manie.#### Serge gefötten 1273 S Elegantes läckchenkleid aus Krepploretta mit flotter, bunf gemusterter Bluse u. einem modernen, lose fallenden löckchen: in modern. Farbkombinationen 2075 6 Fesches Sportkleid ous Mattkrepp In nebartigem Hahnentrittmuster mit vier Täschchen und Hlofter Knoptpartie, Größe 38 bis 44 1073 7 Reizendes Frühlohrsk ald aus apart gemustertem Mattkrepp mit gezogener Schulterpartie und hübschen Rock, in vielen Farben 1276 A I SONNTAG, den S. April geöffnet von 1330.18 Uhr Ein Veierherz hei euigehört zu schlegen, Bescheiden wer Dein Leben, Nie dechtest Du en Dich, Nur für die Deinen streben, Mieltst Du für Deine höchste Pflicht. Gott dem Allmächtigen hat es getellen, Donnerstag abend 11 Uhr nech langem, schwerem Leiden unsern lieben, guten Vater, Schwiegervaler, Grohvater und Onkel, den wohlechtberen Berginvaliden Vinzenz Rduch Im Alter von 67 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesekrementen, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnehme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Herne-Sodingen, den 3. April 1936. Die Beerdigung findet am Montag, dem 6. April, nechmittags ½4 Uhr vom Sterbeheuse, In der Falsche 16c, aus statt. Das Seelenamt ist Montag morgen 7 ¼ Uhr In der Pferrkirche Börnig-Sodingen. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese Anzeige als solche. Höhere private Lehranstalt für Knaben und Mädchen. Anmeldungen für Sexte und die anderen ederzelt. Nichtversetzte Schüler höberer stalten und Altere Volksschüler finden IndlFörderung In kleinen Klassen. Nichtautg Sextaner werden angenommen. Täglich“ richtsstunden von staatl, geprüften Lehdas höhere Lehramt. Religlonsunterrich Turnen, Sport und Schwimme Schulgeld 20.— RM mona“ Herderschule Mauritiusstr. 13.— Nähe Der Leiter: G verEndrts EimsIm en erstdiesmal ia beestmeister Iner CiR. nd genomBin zu den lolgenden kaufm. Berufskrankenkassen des V. K. B. wie: Berutstrankenk. Deutscher Techniker(9 T v.) weibl. Angestellten IVWA.) Büre* Behürdenangest.(Gede) „ der Hautmannsgchillen B. K. „ der Werhmeister#.W.I Kaufm. Krankenkasse Halle# 4. Saale Barmer Erastzkasse Krankenkasse 4 Aath haufm Verbandes K..T.) zugelassen. H. Dienhart Staatl. gepr. Dentist Herne, Bahnhofstr. 143 Miele Staubsauge Lieterung 38 55 135. 0 4R tiner SC., den er mühelos mit 9:14 werden die Reichshauptstädter die harte Probe stellen zumal die Be.! in stärkster Besetzung antreten zu kör immerhin auf seinen bewährten der verletzt ist. verzichten muß. 2 vergessen, daß der BSV 92 Weihna schaftsspiel seinen diesmaligen Gegn vermochte. Die„Störche“, wie der sind eine technisch gute Mannschaft ganz die spielerische Reife der West wird in bester Form sein müssen, un die einstmals so stolze Britannia. ni Polizei Chemnitz— Hinden Wie im Vorjahre, so hat es die diesmal in ihrem ersten Spiel mit d mi: dem Unterschied die Meister von Westfalen und vom Niederrhein, ei der ersten Einteilung in einer Gruppe spielten, menzubringen. Dafür ist aber wieder der Mittelmeister, der Kölner CfR., der den BfR. Köln abmit dem Niederrheinmeister, Fortuna Düsseldorf, en BfL. Benrath verdrängte, in einer Gruppe zu i, die zusammen mit Schalke 04 Westdeutschland in ommenden schweren Kämpfen zu vertreten haben. e Aussichten der westdeutschen Vereine in ihren den als Sieger hervorzugehen und sich für die Voreidungen zu qualifizieren, kann man eigentlich nur schalke 04 als sehr gut bezeichnen, da der Deutsche er als einzigen gefährlichen Geaner nur den Sachsenr. Polizei Chemnitz. aus dem Wege zu räumen hat. nd Fortuna Düsseldorf und der Kölner CjR. mit badischen Meister. SV. Waldhof, und dem Nordmeister, FC. Hanau 93, immerhin einige Schwierighaben werden, zumal sich die beiden westdeutschen schaften gegenseitig hart bekämpfen werden. ForDüsseldorf, die in entscheidenden Kämpfen doch stärbewerten ist als der Kölner Club für Rasenspiele. 1s Pech, sämtliche Spiele der ersten Runde auswärts iten zu müssen, wenn auch das Treffen gegen Hanau n kommenden Sonntag mit dem Austragungsort durg im engeren Heimatbezirk durchgeführt wird ruppe 2 sind Eimsbüttel und Werder Bremen die saftesten Anwärter. wenn auch die Spielstärke des stenmeisters, Vorwärts Rasensport Gleiwitz, nicht Fahrräder in großer Auswahl v. 33.— an Laufdecken"„ 1,20„ Luftschläuche„ 0.70 sowie sämtliche Zubehörteile von Neumann Von-der-Heydt-Strasse 1 Weitgehendste Zahlungs-Erleichterung. Rundfunk=Pro Verlobungs-, Vermählungs- und Geburts-Anzeigen sowie alle anderen FamilienDrucksachen liefert schnell u. preiswert die Buchdruckerei Koethers& Röttsches Hermann-Göring-Str. 6. neben dem Postamt Neue Erfindung! Wir Iängen und weiten Ihre Schuhe bis zu 2 Nummern: Garantie für jedes Paar. Spezialltäl: s-A-Stlefe! 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Nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen vom 29. März sind insgesamt 740 Abgeordnete gewählt worden. Davon entfallen auf die 35 Wahlkreise insgesamt 723 und auf den Reichswahlvorschlag 17., Abgeordnete. Der Führer steht an der Spitze der im Wahlkreis 24 (Oberbayern=Schwaben) gewählten Abgeordneten, während der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß. den Reichswahlvorschlag anführt. An erster Stelle der einzelnen Wahlkreislisten stehen die Reichsleiter. Reichsminister, Gauleiter und Stellvertretenden Gauleiter Von bekannten Persönlichkeiten gehören außerdem— nach Wahlkreisen geordnet— dem neuen Reichstag u. a an: Wahlkreis Ostpreußen: SA=Obergruppenführer Litzmann, Ministerialrat Dr. Usadel; Wahlkreie Berlin=West: Reichshauptamtsleiter feld, Staatssekretär Körner, Graf Ernst zu Reventlow= Potsdam, der Leiter der Bauernschule in Goslar Freiherr von Wangenheim, SA=Gruppenführer Wilhelm WeißBerlin, Berlin=Ost: der Adjutant des Führers Obergruppenführer Brückner, SS=Obergruppenführer Daluege, der tellvertretende Präsident des Werberates der Deutschen Wirtschaft, Dr. Hunke, Reichskulturwart Hinkel, SAObergruppenführer von Jagow=Berlin, Hauptschriftleiter Kampmann=Berlin; Wahlkreie Potsdam:„Amtsleiter der NS Kulturgemeinde Dr. Stang=Berlin, Generalarbeitsführer Dr. Decker=Potsdam. General der Infanterie a. D. Litzmann, SA=Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen, Botschafter v. Ribbentrop, Gouverneur a. D. Dr. Schnee; Wahlkreie Frankfurt Oder: Stabsleiter des Stellvertreters des Führers Bormann; Wahlkreis Pommern: Reichsarbeitsdienstführer Hierl, eichsjugendführer von Schirach; Wahlkreis Breolau: Stabschef der SA Lutze, Prof r. Freiherr von Freytagh=Loringhoven=Breslau; Wahlkreis Oppeln: Amtsleiter des Rassepolitischen Amtes Dr. Groß; Wahlkreis Magdeburg: Reichssportführer von Tschammer und Osten; Wahlkreis Merseburg: Reichsführer der Technischen Rothilfe, SA=Gruppenführer Weinreich=Berlin; Wahlkreis Thüringen: Reichsstatthalter Sauckel, Amtsleiter des NS Studentenbundes Derichsweiler, Ministerpräsident Marschler, Ministerialrat im Reichsinnenministerium Dr. Metzner; Wahlkreis Schleswig=Holstein: Staatssekretär Dr Freisler; Wahlkreis Süd=Hannover Braunschweig: Minister= präsident Klagges=Braunschweig, der stellvertreter des Reichsjugendföhrel# Lauterbacher, Staatslekretär Willikens; Wahlkreis Westsalen=Nord: Chef des SS=Hauptamtes SS=Gruppenführer Heißmeyer; Wahlkreis Westsalen=Süd: Chef der Kanzlei des Führers Bouhler. Reichsobmann des Reichsnährstandes Meinberg, Generaldirektor Dr. Vögler=Dortmund; Wahlkreis Hessen=Nassau: Präsident der Industrieund Handelskammer für das Rhein=Mainische Wirtschaftsgebiet Lüer; Wahlkreis Köln=Aachen: Leiter des Hauptamtes für Beamte Neef. Reichsführer der RSKOV Oberlindober Reichsinspekteur der NSDAP Schmeer, Hauptschriftleiter Winkelnkemper=Köln; Wahlkreis Düsseldors=Ost: SS=Gruppenführer u. Chef des SS=Hauptamtes Heydrich, Staatsrat Di. Fritz Thyssen=Mülheim; Wahlkreis Düsseldors=West: Rechtsanwalt Pros. Dr Grimm=Essen; Wahlkreis Oberbauern=Schwaben: Reichosleiter Verlagsdirektor Amann, Reichsstatthalter Ritter von Epp. Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler=München. SSBrigadeführer Schaud. Reichsleiter Reichsschatzmeister der NSDAP Schwarz, Ministerpräsident Sieber=München; Wahlkreie Niederbayeen: SS=Obergruppenführer Jos. Dietrich. Korpsführer des RSKK Hühnlein; Wahlkreis Franken: Verleger Bruckmann=München, Vorsitzender d. Obersten Parteigerichts Grimm-München; Wahlkreid Pfalz: Hauptamtsleiter Klaus Selzner, Reichsärzteführer Dr. Wagner; Wahlkreie Leipzig: Reichspressechef der RSDAP Dr Otto Dietrich, Stadtrat Emil Maurice=München; Wahlkreis Würktemberg: Gauleiter der Auslandsorganisation der RSDAP Bohle: Wahlkreis Baden: Hauptschriftleiter Berchthold=Mün. chen. der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen Keppler, der badische Ministerpräsident Köhler. Gruppenführer Kraftfahrinspektor Ost des RSKK Offermann; Wahlkreie Mecklenburg: Staatsrat Dr. von StaußBerlin. Auf den Reichswahlvorschlag wurden außer, dem Stellvertreter des Führers noch gewählt: Staatssekretär i. R. Dr. Bang. Justizrat Heinrich Claß, Herzog von Coburg. Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Everli=Berlin, Landwirt Oslar Farny, Stadtrat Ullrich Graf=München. der Polizeiprasident von Berlin Graf Helldorf. Geheimer Finanzrat Dr. Hugenberg, Gesandter von Papen, der Führer des Kyffhäuserbundes SS=Oberführer Reinhard Rechtsanwalt Schaper=Magdeburg, Geheimrat Dr. Schmitz Ludwigshafen, Freiherr von Schorlemer=Volvershausen Reichsminister Seldte. Professor Dr. Martin SpahnKöln, Land= und Volkswirt von Wedel=Parlow=Berlin. Aus Westfalen und Rheinland Schuhmacherhandwerk und Volksgesundheit Eine Ausstellung des westsälischen Handwerke. Dortmund, 2. April. Obgleich der Fuß einer der meist beanspruchten Teile des menschlichen Körpers ist, wird der Frage der Fußgesundheit vielfach nicht genugend Beachtung geschenkt. Fußkrankheiten werden darum von Fachärzten in hohem Prozentsatz festgestellt. Häufig versu Fußkrankheiten vorzubeugen oder der Oeffentlichkeit Gelegenheit zu gLeistungen des Schuhmacherhandwer technischer Berater des Arztes und kranken Volksgenossen überzeugen zu Vielseitigkeit der Krankheiten, ihr lung oder Milderung darzustellen, ve innungsverband des Schuhmacherhal Westfalen, eine Leistungsschau aus,.. des Maß= und orthopäden Schuhmacherhandwerks im Handwerkskammergebäude in Dortmund. In seiner Eröffnungsansprache hob Bezirksinnungsmeister FischerDortmund den Zweck und den Sinn der Ausstellung hervor, wobei er sich besonders gegen die Modetorheiten gerade beim Damenschuh, die vielfach zu Fußkrankheiten führten, wandte. Nach weiteren Ansprachen erklärte Landeshandwerksmeister Schmidt, daß ebenso wie in den Schulen Zahnuntersuchungen vorgenommen werden, auch Fußuntersuchungen eine Notwendigkeit darstellten Noch immer lei der handwerksmäßig hergestellte Schuh beste, und auch in bezug auf den Prei. könne er sich neben dem fabrikmäßig hergestellten sehen lassen. In der Ausstellung selbst, die bis zum 11. April dauert, ist die Abteilung„Modetorheiten aus fünf Jahrhunderten" wohl die interessanteste. Beim Spielen mit der Schußwasse getötet Soest, 2. April. Der 11jährige taubstumme Sohn der Familie Loer aus dem benachbarten Wippringsen hantierte mit einem kleinkalibrigen Gewehr. Im Scherz richtete der Junge die Waffe auf das 8 Jahre alte Töchterchen der Familie Romberg. Plötzlich entlud sich die Waffe und die Kugel traf das Mädchen ins Herz. Der Tod trat auf der Stelle ein. Eintressen der neuen Arbeitsrekruten Meppen, 3. April. Auf den emsländischen Bahnhösen traf am Mittwoch und Donnerstag die Mehrzahl der neuen Arbeitsdienstmanner ein, die in den zahlreichen Emslandlagern im Dienste der Nation ihre Arbeit aufnehmen werden. Auf dem Bahnhof in Meppen wurden die neuen Arbeitsdienstmanner durch den Gaumusikzug 2 des Reichsarbeitsstationiert ist, mit der alten ind schon da" begrüßt und durch ndgruppe 1, Arbeitsführer van ißen. In einzelnen Gruppen di zum Meppener Lager geführt. den einzelnen Lagern zugeteilt sieg sast restlos vernichtet Bezdorf Sieg. 5. April. Im bis weit hinunter über Wissen hinaus Wochen das Wasser ständig rotbraun We dicke schmierige Schicht lagert sich aus# ab, die offenbar von Chemikalien herrüh eser Einführung von Säuren in die Sie Seises Absterben der Fische. Was nichtdi ozug in Nebengewässer dem Verenden# vamm schon nach ein paar Tagen tot aus In den klaren Bergflüßchen, die links u Sieg münden, sah man die Fische in hell mucht suchen vor der drohenden Gefahr u warts dürfte kein lebender Fisch mehri## treffen sein Für die Fischereibesitzek das ein nicht übersehbarer Scha den. Verbrecherbande hinter Schloß und Riegel Herford. 3. April. Wie berichtet, wurde am Sonntag vor acht Tagen ein Raubüberfall auf die Menkhauser Mühle bei Oerling= hausen in Lippe versucht. Die vier Täter, die im Kraftwagen gekommen waren, wurden durch die Hilferufe der Müllerin an der Ausführung ihrer Pläne gehindert und konnten durch die Polizei festgenommen werden. Die Ermittlungen ergaben, daß man es mit einer Bande von mehreren jungen Leuten zu run hat die in verschiedenen Orten des Kreises Herford wohnen und in den letzten Monaten planmäßig auf Raub auszogen. Insgesamt sind jetzt secho Personen verhaftet. Neben dem Oerlinghausener Raubüberfall kommt ein Ueberfall auf das Haus Möller in Hausheide bei Diebrock(Krs. Herford), der am 3. Dezember ausgeführt wurde, auf ihr Konto. Damals drangen die Purschen gegen Mitternacht mit Gewalt in das Haus ein. Die Bewohner konnten nachdem von seiten der Räuber mehrere Schüsse gefallen waren, durch ein Hinterfenster fliehen und Hilfe herbeiholen. Weiter wird der Bande ein Einbruchsdiebstahl bei Menninghuffen und ein Ueberfall auf das Haus des Landwirts Sundermeier in Schwarzenmoor am Weihnachtsabend des vergangenen Jahres zur Last gelegt. Einbrecher erschossen Siegburg, 3. April. In einem Konfektionsgeschäft in Himberg war vor einigen Tagen eingebrochen worden. Die Spitzbuben hatten das Diebesgut im nahen Walde versteckt. Ein Polizeibeamter legte sich nun auf die Lauer. um die Täter beim Abholen der Beute zu fassen. Bei Anbruch der Dunkelheit kamen auch vier Männer, die sich an dem Diebesgut zu schaffen machten. Als sie auf die Haltrufe des Beamten die Flucht ergriffen, machte der Beamte von seiner Schußwaffe Gebrauch. Dabei wurde einer der Diebe, ein 63jähriger Straßenhändler aus Köln durch einen Lungenschuß tödlich verletzt. Lebensretter tödlich verunglückt St. Wendel, 3. April. Auf der Provinzialstraße St. Wendel—Ottweiler riß ein Mann aus Oberlinxweiler ein Kind im Augenblick höchster Gefahr vor einem heranbrausenden Lastkraftwagen von der Fahrbahn zurück, rutschte aber dabei aus und kam zu Fall. Obwohl der Fahrer des Wagens sofort alle Bremsen in Tätigkeit setzte, konnte er nicht verhindern, daß der hochherzige Lebensretter sellg überfahren wurde, der so schwere Verletzungen erlitt, daß er im Krankenhaus stard. Pferdesport Rennen zu Saint=Clond. 1. Rennen: 1. Parsisal(Lavialle), 2. Moon Stone, S. Kerdous.— Sieg 41:10, Platz 17, 16, 26:10.— Ferner: 6 Pserde.— La.: H.— KK.— K. 2. Rennen: 1. Le Drac(Duforez), 2. Faraud, 3. Thebes. — Sieg 63:10, Platz 24, 16:10.— Ferner: 4 Pferde.— Lg.: 4— ∆— 5. 3. Rennen: 1. Carpia(Lollierou), 2. Flora, 3. buffade.— Sieg 46:10, Platz 18, 16:10.— Ferner: 3 Pferde.— Lg.: 5— KK.— 3. 4. Rennen: 1. Routine(Dupuit), 2. Intrepide, 3. Folle Passion.— Sieg 21:10, Platz 12, 13:10.— Ferner: 2 Pferde.— ra.: KK.— ½— 5. 5. Rennen: 1. Le Titien 3(Dupuit), 2. Dupleix, 3. Hors Bord.— Sieg 74:10, Platz 22, 21, 20:10.— Ferner: 9 Pferde.— Lg.:%— K.— 2. 6. Rennen: 1. Miß Kopi(Vonwill), 2. Allusion, 3. Croix de Lorraine.— Sieg 63:10, Platz 20, 30, 22:10. — Ferner: 6 Pferde.— Lg.: 15—%— K. 7. Rennen: 1. Artaxerxes(Brethes), 2. Coup de Foudre, 3. Magicienne.— Sieg 19:10, Platz 11, 12:10. — Ferner: ein Pferd.— Lg.: 13— 2½— 3. Der Mann, der den künstlichen Gummi erfand „Von Chemie verstehst Du nichts!“— Professor Dr. Fritz Hofmann erzählt. „Hofmann. Du bist vielleicht ein ganz guter Turner. (ber von Mathematik und Chemie verstehst Du nichts!“ In einer alten Thüringer Klosterschule saß in der letzten Bank ein Junge, der durch den wiederholten Tadel seines gestrengen Lehrers wieder einmal zum Gespött der ganzen Klasse wurde. Wirklich, es ging ein wenig hart mit dem Lernen, zweimal schon durfte er nicht aufrücken und der Vater hatte ihm wütend gedroht, ihn Steinklopfer werden zu lassen, wenn er sich nicht bessere. Nun. Fritz Hofmann, der Bürgerssohn aus dem thüringischen Städtchen Kölleda, wurde auch später nicht gerade ein Musterschüler, immerhin erwarb er sich das Reifezeugnis und holte sich an der Universität Rostock den Doktorhut. Hätte es damals schon eine Hochschule für Leibesübungen gegeben, wäre er vielleicht Sportdozent geworden, so aber zog es ihn zur Pharmazie.„Vom Apotheker zum Chemiker ist ja kein weiter Weg und wenn in meiner Schulzeit die Lehrer mich für zu ungeeignet hielten, um in die Geheimnisse dieser Wissenschaft einzudringen, so reizte mich ein Jahrzehnt später dieses Gebiet dafür umso mehr.“ Das Fläschchen als Andenken. Der Mann. der uns das alles erzählt und dem wir in seinem kleinen Privatlaboratorium gegenübersitzen, ist kein Geringerer als der Erfinder des künstlichen Gummis, Professor Dr. Fritz Hofmann, dessen jahrzehntelangen Forschungen es Deutschland verdankt, daß heute Autoräder auf den Landstraßen dahineilen. deren Reisen nicht ein Milligramm ausländischen Fahstoff mehr enthält.„Es war für mich und meine Mitarbeiter ein denkwürdiger Augenblick". fährt Professor Hofmann fort, der als früherer Direktor des Breslauer Kohlenforschungs=Institutes der Kaiser=Wilhelm= Gesellschaft jetzt im wohlverdienten Ruhestand lebt.„als der Führer bei der Eröffnung der Berliner Autoausstellung verkündete, daß es Deutschland zum ersten Mal praktisch gelungen sei. künstliche Autareifen herzustellen. die nach den Ergebnissen der Versuche um 30 Prozent leistungsfähiger sind als die aus Naturaummi. Es war ein unendlich langer und mühsamer Weg. der harher zurückgelegt werden mußte. Hunderte von Reichsatenten. welche die von Zeit zu Zeit erzielten FortKitte schützen sollten, bildeten die Meilensteine dieses schwierigen Weges, der bald bergauf. bald wieder jäh bergab ging und viele Millionen Mark verschlang! Der deutsche Chemiker C. Harries war der erste, der natürlichen Kautschuk in seine Einzelelemente zerlegte. Das war der Anfang. Und als es Professor Holmann 1909 gelungen war. aus Steinkohlenteer durch Erhitzen das „Isopren“ chemisch herzustellen, konnte man endlich sagen, daß der künstliche Gummi erfunden sei. Fritz Hofmann war damals im Laboratorium der Elberfelder Farbenfabriken von Bayer& Co., den späteren I. G. Farbenfabriken als Chemiker tätig. In einem Schrank des Erfinders steht heute noch ein kleines leeres Fläschchen Es enthielt das erste, von ihm künstlerisch hergestellte Isopren, eine sehr leicht verdunstbare Flüssigkeit. Aus ihrem farblosen Gas entsteht der weiße, glasglänzende Kautschuk, der zum praktischen Gebrauch dann noch vulkanisiert und bearbeitet wird. „Im Jahre 1912 tagte in Elberfeld eine Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. Damals führte ich zum erstenmal ein paar Gummireisen aus synthetischem Kautschuk vor, die ich selbst in den Saal schleppte. Ich hielt einen kleinen Vortrag über meine Experimente und als ich behauptete, daß diese Reisen schon annähernd 100 00 Kilometer gelaufen seien, erntete ich dafür nur ungläubiges Gemurmel. Da zog ich einen Gummiball aus der Tasche, warf ihn auf den Boden und als er bis zur Decke hinaufsprang, sagte ich so nebenbei:„Nun, meine Herren, auch das ist nichts weiter als— deutsche Steinkohle!“ Freilich besaß dieser Kautschuk noch nicht die Eigenschaften des natürlichen; er war nicht elastisch genug und brach schneller.“ Ein hartes Eramen. Auch ein tragisches Mißgeschick blieb dem Forscher nicht erspart. Als der synthetische Kautschuk 1913 in den Handel kam. kostete das Kilogramm Rohgummi ungefähr 30 Mark. Einige Zeit darauf erfolgte ein wilder Preissturz. durch den der Preis bis auf 4 Mark heruntersiel. Dadurch war die Fabrikation des künstlichen Gummis unrentabel geworden. Erst während des Weltkrieges wurde sie wieder ausgenommen, als es uns an ausländischen Rohstoffen mangelte. Nach dem Kriege hatte es keinen Zweck, die Herstellung fortzusetzen, da der Plantagenkautschuk im Preis außerordentlich niedrig stand und sich das Kilo kaum noch auf 70 Pfennige stellte. Erst in den letzten Jahren der Devisenverknavvung wurde das Problem der künstlichen Kautschukherstellung wieder brennend. Man war sich dabei von vornherein darüber klar, daß kein „Ersatzstoff“, erzeugt werden dürfe, sondern ein sunthetischer Gummi, der dem Plantagenerzeugnis nicht nur voll und ganz entspreche, sondern vielleicht in seinen Vör“ zügen noch übertreife. So hieß es, neue Formeln zu finden, zu erforschen, zu entdecken, bis jenes Produkt entstand, das nun in der ganzen Welt berechtigtes Aufsehen erregt. Zahlreiche schwere und leichte Kraftwagen und Motorräder wurden mit diesen neuen Reisen ausgestattet, eine ganze Kompagnie legte mit diesen bei einer Durchschnitts geschwindigkeit von 50 Kilometer bis zu 600 Kilometer täglich zurück. Gebirgswege wurden befahren, man suchte sich die schlechtesten Straßen heraus, fuhr bei größter Hitze und stärkster Kälte, streute Nägel auf die Fahrbahn, trak tierte den Gummi sogar mit Messerstichen, marterte die Reifen auf glühenden Kohlen, jagte sie mit ungeheuter Geschwindigkeit über weite Rennstrecken und um jähe Kurven und setzte sie organischen Lösungsmitteln aus Ueber ein Jahr lang hielten diese Versuche an— aber all diese Torturen konnten dieser Großtat deutschen Erfindungsgeistes nichts auhaben. Alfred Heueck. Patientin und entfernte den kranken Teil des Gehirns. Bei der Operation, die sechs Stunden dauerte, war die Schwester bei vollem Bewußtsein und unterhielt sich ganz ruhig mit dem Bruder über die mäglichen „Wie eine Fackel verlosch ihr Leben. Die merkwürdigen Folgen einer Gehirnoperation.n Zwei Jahre wurden zum Höhepunkt eines Daseins.19 Als vor zwei Jahren Dr. Wilder Penfield, Direktor des Neurologischen Instituts in Montreal und einer der„ bekanntesten Gehirn=Spezialisten AmerikaSchwester Marjorie eine Gehirnope nahm, verfolgte die gesamte medizinisch Experiment zur Rettung eines dem siche fallenen Menschenlebens mit größtem: 43jährige Schwester des Chirurgen litt an an der Vorderseite des Gehirns. dem sogen lappen“, und man hatte die Hoffnung, sie erhalten, bereits ausgegeben. Die einzi Marjorie zu retten, bestand darin, diesen hirns herauszuoperieren. Es ist bis hei erforscht, welche Funktionen dieser Gehi man nimmt an, daß hier der„Sitz“ der des Temperamentes und des Unternehm suchen ist. Umso gewagter und in seinem Resu mußte der operative Eingriff sein, den Penfield auszuführen entschloß. Er nah lokale Betäubung vor, öffnete die e benso schnef einer Naman u—. Les- esche ee eier a. e s sesle Seaute in ich blhe ie ich. e. s cs e e * Ilandel und Gewerbe: Aktien fester, Renten freundlich Berliner Börse. Die Börse eröffnete auch heute wieder in überwiegend sterer Haltung. Einige der in den letzten Tagen bevorgten schweren,Werte gaben auf teilweise Glattstellungen lerdings leicht nach. so u. a. Farben um Prozent If 164¾8. Siemens um 1 Prozent. Ebenso zeigten einige tromversorgungswerte eher nachgebende Tendenz, inssondere HEW mit minus ¾ Prozent, was mit einer geblich beabsichtigten Strompreissenkung in Verbindung bracht wird. Durchschnittlich: P. ozent fester eröffneten gegen Montanwerte. Mansfelder gewannen sogar 2½, uderus 2 und Max=Hütte 1¾ Piszent. Von Braunblenwerten sind Leopold=Grube mit plus 1½ und Einacht mit plus 1 Prozent zu erwähnen. Kaliwerte kamen st durchweg 1—1". Prozent hoher an. Bei den Gummid Linoleumaktien erhält sich Interesse für Conti Gummi lus 1). Deutsche Linoleum(plus 1) und Conti Lino um(plus 2½ Prozent). Gut erholt waren am Auto arkt BWW mit plus 13, gesucht waren hier auch timler(plus 1½ Prozent). Am Markt der Maschinenbriken konnten Muag unter Hinweis auf den pidendenvorschlag der Demag um ca. 3 Prozent anben. Die Dividendenerbohung bei Zellstorf Waldhof tte sowohl bei dem Papier selbst als auch bei den tigen Werten des Marktes Steigerungen von ca Prozent zur Folge. Von Verkehrswerten blieben AG. für Verkehr sowie Eisenbahnverkehr weiter beachtet; erstere kamen ca. 1¾, letztere 1 Prozent über Vortagsschluß zur Notiz. Schiffahrtsaktien waren weiter erholt, insbesondere Norddeutscher Llond um 2 Prozent. Im Verlauf wurde die Entwicklung etwas uneinheitlich. wobei indessen nach wie vor eher leichte Kursbesserungen überwogen. Am Rentenmarkt zeigte sich wieder geringes Anlageinteresse. Reichsaltbesitz kamen ¾ Prozent höher mit 111½ aufs Tableau, die kommunale Umschuldungsanleihe erholte sich um ¼ Prozent auf 87. verschiedene variabel gehandelte Industrieobligationen zogen um ca ∆ Prozent an. Blankotagesgeld erfuhr eine weitere Verbilligung auf 3—3¼ Prozent Am Valutenmärkt errechnete sich das englische Pfund in Berlin mit 12.33, der Dollar mit 2.487 Zu Beginn der zweiten Börsenstunde trat an den Aktienmärkten eine allgemeine Abschwächung ein Farben ermäßigten sich gegen den ersten Kurs um 1° Prozent auf 1636. Siemens verloren 2¼, Harpener 2. Reichsbank 1. Hoesch 1½, Zellitoff Waldhof 1 Prozent. Am Rentenmarkt waren nennenswerte Veränderungen nur in einselnen Werten zu beobachten. Auch in einzelnen Hypothekenpfandbriefen traten geringe Eindußen ein Stadtanleihen zogen vereinzelt an. Privatdiskontsatz unverandert 3 Prozent Die rückläufige Bewegung hielt an den Aktienmärkten an. Farden gingen mit 1630 aus dem Verkehr. Reichsbank=Anteile ermäßigten sich um insgesa mann um 1. AE6 um ¾ Prozent waren Siemens mit einer Einbuß 3½ Prozent. Nachbörslich blieb es still Der Dollar wurde amtlich mit Pfund mit 12,325 notiert. Stärter ein Buch zu schreiben. Rheinisch=Westsälis. Stahlbond= zu. Von Industrieag:(feundlich. Alt. eenommen.“ Zebesserten Kursen gug Pen wurden aste e. ater ae P An der heutigen Rheinis Geschäft wieder recht ledhaft. Die g.89,war das nach. Der##,# Heinrich gad###tschland wurk betrugen durchschnittlich 9—1 P#ozent und gingz##ugen fest. Zu Umsernkuren nm Umsatz 100 Ros einzelt noch daruber hinaus. m“ und gingen ver, zu gestrigen###en, kam########7 lag auch heute mai: Auf dem Montanaktienmarkt Tkam 2a a.##.„ stärker gesr Preiten. Von nur in Gute vom Eisenmarkt bei regeren Almsätzen zu 3., Berichte um 15 Koz X Dei lebhaften Um Daren Beig Kursbesserungen. Dahlbusch Fetzten 1# beachtlichen 100 Ggl,„ Auch Wintershall.hen stieg der0de bewegung mit plus 2 Prozeng und Man#Auswärts. Umsatze n videndenvorschlag der H. Mloschinen= segten Kursen en w und Rheinste au 3. alag sehr fest, schmis.etteren Börsenn== irkt bei Umsarc in##. ptotent höher undun##ein Gegen veklauf trate auptet Von Lestragsten und HoldMuag wurden 2 bezahlt. Chemiemarkt schmidt knapp beha Felten um ¾ Prozent erhoht nlätzen waretvon b. 2½ Wintershall zunachst 1 Prozent bestigt# Naliwerten! 93 numh gebend jedoch leicht gewinnen, gall pater ab, migz Rabel Rhenz: 1n“! war munle 14 Preies###n- sonnien###r)9b. W###ne#burden 1X Uner mebriochen Anisuen Harsogn der..: Auszrg. V.3 Deusche Crdül s. P p,Zhlbeus i p. hie Dorüb* Kassamarsen und Goldsahma: mitt mühle 124 Prozent gewinnen Dortlnga,(ennten Feld, I; Ktagt, Schiet a7, 9) Prozenz haz.:„Anzlehend Paat Mashtaaste, Aausteis taus ziu 2 bis, verde Wal Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöftnet! I Der Frühling ist der grosse Erneuerer. Alles macht er neu- und wir Menschen kleiden uns neu von Kopf bis Fuss. Fangen wir bei den Füssen an. 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ForDüsseldorf, die in entscheidenden Kämpfen doch stärbewerten ist als der Kölner Club für Rasenspiele, 1s Pech, sämtliche Spiele der ersten Runde auswärts iten zu müssen, wenn auch das Treffen gegen Hanau n kommenden Sonntag mit dem Austragungsort zurg im engeren Heimatbezirk durchgeführt wird druppe 2 sind Eimsbüttel und Werder Bremen die saftesten Anwärter. wenn auch die Svielstärke des stenmeisters, Vorwärts Rasensport Gleiwitz, nicht Glert in der EinheitsLe kurzschrift erteilt Ammermann, Sod H.=Löns=Str. 39 Ru Runkeln lal und Stroh hat laufend zugeben. abRundfunk=ProVerlobungs-, Vermählungs- und Geburts-Anzeigen sowie alle anders N Betten in Ordnung durch Betten vellen und Poro, Landwirt Schmidt Börnig. Wohnzimmer Büffet, Kredenz, Auszieh-Tisch, 4 Polster-Stühle (Eiche m.Nußb.) für 385.- RM. zu verkauten. Möbel-Borgmann Bochum, Brückstresse 19—61. G un Paletots, hofen sow. neue spottbillig. Gesellschaftsanzüge, Zylind. leih weise. 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