Fernsprecher Nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 52 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr.— Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733, Nr. 144 Schmling&ap Ohlbtock, Süterzleh. Dienstag, den 3. Dezember 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Sütersloh. 18. Jahrgang Erstes Blatt. Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbeilag Neue Lesetzalle werden jederzeit entgegengenommen vo allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 733. Bedersicht. Peutsches Reich. Der Kaiser wird, wie aus London gemeldet wird vielleicht einen oder zwei Toge vor seiner Abreise nach Holland in London verbringen. Der Besuch des Kaisers in Holland ist auf den 18. Dezember festgesetzt. Die Nationalliberalen haben im Reichstage folgende Interpellation eingebracht:„Ist die Königliche Staatsregierung in der Lage, schon jetzt darüber Auskunft zu geben, in welchem Umfange und nach welchen Gesichtspunkten die in der Thronrede verheißene Aufdesserung der Beamtengehälter stattfinden soll?“ Die Petitionskommission des Reichstages hat zahlreichn Petttionen, die auf Aufhebung des bestehende Impfgesetzes hinzielten, verworfen. In den Petitionen wurde behauptet, daß die Impfungen oft Blutvergiftungen nach sich ziehen, daß die Lymphe sehr oft nicht einwandsfrei sei und daß durch Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes ein Gewissensstreit bei vielen Eltern unausbleiblich wäre, ein Streit zwischen Eliernliebe und Bürgerpflicht. Regierungsseitig wurde dargelegt, daß seit Bestehen des Impfzwanges die Pockensterblichkeit rapide abgenommen habe. Die Impfärzte würden durch Medizinalbsamte genau überwacht. Der Antrag der Freisinnigen auf Abänderung des Wahlrechts hat winig Aussicht, noch vor Weihnachten auf die Tegesordnung zu kommen. Die Nationalliberalen, wollen einen eigenen Antrag in der Sache vorläufig nicht einbringen, sondern das Ergebnis der Verhandlung über den freifiunigen Antrag abwarten. Am Sonntag tagte in Posen die Versammlung des Ostmarken=Vereins zum Zwecke der Stellungnahme der Deutschen in der Ostmark zu den Gesetzentwürfen der Regierung. Justizrat Wagner=Berlin hielt einen Vortrag über Enteignungsrecht und Vereinsgesetz und ferner über die weileren Forderungen zum Schutze und zur Stärkung des Deutschtums. Sodann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute in Posen versammelten Deutschen der Ostmark sprechen dem Herrn Reichskanzler und der preußischen Staatsregierung lebhaften Dank und Anerkennung aus für Einbringung der Gesetzesvorlagen zum Schutze dis Deutschtums; sie hegen das feste Vertrauen zur nationalen Gesinnung der Volksvertreter des Reiches und Preußens, daß die Regierung in ihrem Kampfe für für Erhaltung und Förderung des Deutschtums in der Ostmark energisch unterstützen werden. Sie weisen den unerhörten Versuch, vom Auslande aus unsere Gesetzgebung zu beeinflussen, mit Entrüstung zurück.“ Holland. In der Deutschen Kirche in Haag wurde Sonnteg vormittag ein Festgottesdienst aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens der deutsch=evangelischen Gemeinde abgehalten, an dem auch der deutsche Gesandte mit dem Personal der Gesandtschaft teilnahm. Kaiser Wilhelm hat der Gemeinde 10000 Mark gestiftet und verschiedenen Mitgliedern des Kirchenverstandes Ordensauszeichnungen verliehen. Rußzland. Infolge einer tags zuver vom Ministerpräsidenten Stolypin abgegebenen Reglerungserklärung kam es am Sonnabend in der Duma zu ungeheurer Aufregung, welche die Aeußerungen von Roditschew(Kadett) hervorriefen. Dieser hatte die Regierung bei der Besprechung der Erklärung äußerst leidenschaftlich angegriffen, die Bedrückungen kritistert und dabei geäußert, in Zukunft würde man sprichwörtlich eine Galgenschnur ein„Stolypin'sches Halsluch“ nennen. Diese Worte riefen laute Proteste und tobendes Geschrei seitens der Rechten hervor, welche aussprang, den Redner tätlich anzugreifen drohte und zur Tribüne stürmte. Die Glocke des Präsidenten wurde von dem Lärm übertäubt, die Linke ftürmte ebenfalls zur Teibüne und führte Reditschew nach seinem Platz. Während der Lärm fortdauerte, verließen die Präsidenten und Minister mit Stolypin den Saal. Die Sitzung wurde hierauf unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung schlägt der Präsident vor, den Abgeordneten Roditschew für 15 Sitzungen von der Teilnahme an den Beratungen auszuschließen. Roditschew befteigt die Rednertribäne, entschuldigt sich bei der Versammlung und betont, daß er sich bei dem Ministerpräsidenten persönlich entschuldigt habe. Der Antrag des Präsidenten auf Ausschlietzung Roditschews wird mit allen gegen 96 Stimmen der Linken angenommen. Die Duma erhebt sich und bringt dem anwesenden Ministerpräsidenten Stolypin ftürmische Ovationen dar. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. Am nächsten Donnerstag beginnt bei verschlossenen Türen der Hochverratsprozeß gegen 50 sozialistische Mitglieder der zweiten Duma. Amerika. Nach einer Meldung des englischen „Standard“ wird eine Botschaft des Präsidenten Roosevelt an den Kongreß von diesem die Ermächtigung zum Bau von vier Schlachtschiffen größten Umfanges und armiert mit den größten Geschätzen verlangen, sowie gesetzliche Maßnahmen zur Förderung der Schlffahrt beantragen. Deuischer Reithzstag. Berlin, 30. Nov. Der Reichstag, dem das Handelsprovisorium mit England zugegangen ist, setzte heute, nachdem er den Vertrag mit den Niederlanden betreffend die Unfallversicherung definitiv angenommen hatte, die erste Lesung des Eiats fort. Abg. Wiemer(freis. Vp.) widersprach den Bebel'schen Prophezeiungen über den Zerfall des Blocks. Die Frage, ob neue Steuern überhaupt nötig seien, bedürfe noch ernster Prüsung; seten sie es, so kämen für seine Freunde in Betracht Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die Deszendenten und Ehegatten, Reform der Matrikularbeiträge, Aufhebung der Branntweinsteuer=Liebesgobe und endlich direkte Steuer. Reichskanzler Fürst Bülow nahm sodann das Wort zu einer Rede über din Block. Die Blockparteien könnten lange zusammengehen, wenn sie nur die richte Taktik wählten, in allen großen Fragen zusammenhielten und nicht Gegensätze eintreten ließen, die ein weiteres Zusammengehen unmöglich machten. Er halte an unserer bewährten Wirtschaftspolilik fest und setze eine gesunde Sozialpolitik fort, halte aber auch ein Enigegenkommen gegenüber den liberalen Anschauungen für angemessen. Er hoffe aber auch auf Bereitstellung der Mittel zur Deckung des Defizits. Mit bloßen Doklrinen komme man auf so schwierigem Gebiete nicht durch. Auch auf dem Gebiete der Rechtepflige seien Reformen nötig, schärfere Bestrafungen der Roheitsdelikte, Verhütung, daß Fragen ohne Not gestellt werden, deren Beantwortung vor Gericht peinlich und schmerzlich sei, Eindämmung der Schmutzpresse usw. Die Vorarbeiten für Strafrechts= und Strasprozeßresorm sollen beschleunigt, der Strafvollzug, namentlich in bezug auf jugendliche Personen verbessert werden. Die Blockpolttik verlange für die beteiligten Parteien kein Aufgeben ihrer Grundsätze. Er habe alles getan, um die Bahn frei zu machen; jetzt sei es an den Blockparteien, zu zeigen, was sie können. Wenn altpreußische konservative Tatkraft sich mit weilherzigem liberalem Geiste verbinde, werde sich die Zukunft Deuisch lands glücklich gestalten.(Beifals.) Nachdem noch Staatssekretär v. Tirpitz und die Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg(wirtsch. Vg.) und Dr. v. Skarzyngki (Pole) gesprochen, wurde die Weiterberatung auf Montag vertagt. Berlin, 2. Dez. Das Haus setzte heute die Generaldebatte über den Etat fort. Staatssekretär v. BethmannHollweg gab eine Uebersicht der in Vorbereitung befind. lichen bzw. bereits fertiggestellten sozialpolitischen Vorlagen. Er sprach sich, vorläufig wenigstens, gegen eine Teilung des Sekretarlats des Innern aus. Er bestritt, daß im letzten Dezennium eine Stagnation in unserm politischen Leben eingetreten sei; Arbeiterstand und Mittelstand hätten eine für das ganze Volk ersprießliche Revision der sozialen Anschauungen veranlaßt. Redner äußerte die Zuversicht, daß sich eine zu positiver Mitarbeit bereite Arbeiterpartei finden werde, wobei er insbesondere auf die christlichen Arbeitervereine hinwies. Der Gesetzentwurf betreffend Heimarbeit in der Zigarrenindustrie komme morgen im Bundesrate zur zweiten Lesung. Ein Entwurf betreffind Arbeits. kammern liege dem Bundesrate vor; der betreffend Versicherung von Privatangestellten werde nach seiner Fertigstellung veröffentlicht. Eine umfassende Reform unserer sozialen Versicherung werde wahrscheinlich gleichzeitig mit der Witwen= und Waisenversicherung ins Leben treten können. Die Ergebnisse der Enquete über die Handwerkerorganisation werden dem Hause im Januar oder Februar zugehen. Das Koalitionsrecht sei reformbedürftig. Eine Vorlage über unlauteren Wettbewerb, über Konkursfälle und Ausverkaufswesen kommt heute an den Bundesrat. Die Enquete über die Bankfrage soll in naher Zeit erfolgen Insbesondere müsse geprüft werden, was geschehen könne, um den Diskontsatz wöglichst auf einem normälen Niveau zu halten. Endlich kündigte Redner ein Chickzesetz sowie Erwägungen über die Möglichkeit eines Postanweisungsverkehrs an und schloß mit der Bitte um Unterstätzung des Hauses bei seiner Arbeit auf dem weitverzweigten Gebiete eines Ressorts. Die Rede des Staatssekretärs wurde beifällig aufgenommen. Aus dem Hause sprachen Abgg. Schrader(freis. Vg.) und v. Payer(südd. Volksp.), die ein weiteres Entgegenkommen des Reichskanzlers und der verbündeten Regierungen gegenüber dem Liberalismus verlangten. Zimmermann(Resp.), der vermehrte Heranziehung des Großkapitals zu den öffentlichen Lasten verangte, und David(Soz.), der namentlich die preußische Politik und namentlich die ganze Soztalpolitik abfällig kritisierte. Nach Zurückweisung verschiedener Angriffe aus dem Hause und in der Presse durch Kriegsminister v. Einem wurde die Weiterberatung auf morgen vertagt. Vorher Handelsvertrag mit Montenegr. Preußischer Landtag. Berlin, 80. Nov. Das Abgeordnetenhaus führte heute, nachdem es die Einstellung eines Privatklagiverfahrens gegen den Abg. Böhmer(kons.) beschlossen hatte, die erste Lesung der polnischen Enteignungsvorlage zu Ende Abg. Wolff=Lissa(freis. Vg.) sprach sich namens seiner politischen Freunde sehr entschieden gegen die Enteignung aus, die ein Ausnahmegesetz schlimmster Sorte sei. Abg. Lusensky(ntl.) erklärte, daß seine Partei angesichts der gegen die Enteignung sprechenden schweren Bedenken heute noch nicht in der Luge sei, dazu endgültig Stellung zu nehmen. Abg. Dzimbowekie=Pomian bekämpfte vom polnischen Standpunkte aus die Vorlage. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben rechtfertigte sie gegen den Vorwurf, kommunistischer Tendenz zu sein. Es handele sich darum, ob man ruhig zusehen solle, wie alles, was in hundertjähriger Arbeit an deutscher Kultur geschaffen worden, durch eine slavische Flutwelle hinweggeschwemmt werden soll. Abg. v. Dewitz=Oldenburg(freikons.) erklärte, seine Freunde würden auf die Enteignung nur eingehen, wenn die Regierung ein klares Parzellierungsverbot bringe, das die Polen ins Herz treffen mütte. Jedenfalls werde der preußische Staat vor den Polen nicht kapitulieren. Nachdem noch Abg. Müller=Kolberg(Zir.) die Verfassungswidrigkeit der Vorlage behauptet, Justizminister Dr. Beseler sie bestritten hatte, wurde die Vorlage an eine 28er Kommission verwiesen. Nächste Sitzung Donnerstag. Lokales und Provinzielles. Sütersloh, 8. Dezbr.[Im Interesse der Geschäftsleute] machen wir darauf aufmerksam, daß nach einer Verfügung des Herrn Oderpräsidenten die Geschäfte an den drei Sonntagen— also auch schon am nächsten— vor Weihnachten geöffnet sein dürfen und zwar bis 8 Uhr abende. (9) Sütersloh. 3. Bez.[Konzessions=Erteilung.] Dem neuen Besitzer des„Gasthofs zur Krone“, Herrn Pallmeyer, ist seitens des Kreisausschusses die nachgesuchte Konzession zum Wirtschaftsbetriebe erteilt worden. „“ Sütersloh, 3. Dez.[Seminar.] Die Aufnahmeprüfung bei dem hiesigen Kgl. Lehrer=Seminar findet im nächsten Jahre am 5. August und an den folgenden Tagen statt. —“ Sütersloh, 3. Dez.[Der Verein für Geflügelzucht und Tierschutz) hielt aus Anlaß der Ausstellung seine diesmonatliche Versammlung schon am Sonnabend, den 30. Nov., im Ausstellungslokal des Herrn Pollkläsener ab. Der Besuch war ein außergewöhnlich guter. Die Tagesordnung, die zu erledigen war, war nur kurz. Vom Versitzenden wurden einige Schreiben, die in letzter Zeit eingegangen waren, bekannt gegeben und hiernach 5 neue Mitglieder ausgenommen. Ferner wurde der Versammlung davon Kenninis gegeben, das 150 Nummern neue Ausstellungskäfige gekauft seien und auch schon bei der Ausstellung Verwendung gefunden hätten. Für die Anschoffung dieser Käfige war in einer früheren Versammlung 400 Mark ausgesetzt, da es dem Vorsitzenden aber gelungen war, die alten Holzkäfige für 250 Mark zu verkaufen und für dieses Geld neue Käfige angeschafft werden sollten, war der Vorstand dahin übereingekommen, gleich 150 Nummern zu bestellen. Mit einer hierfür notwendigen Mehrausgabe war die Versammlung sofort einverstanden. Hierauf erstattete Herr Lehrer Schwarz einen Bericht über die Arbeit der Kommissien für die Prämtierung der Geflügtlhöfe. Redner führte aus, daß die Anlagen für Geflügelstallungen in den letzten Jahren auch bei kleineren Züchtern mehr Beachtung gefunden hätten und die Kommission fast überall gute und brauchbare Stallungen gesunden habe, gleichzeitig gab er das Resultat der Prämsterung bekannt, das die Leser an anderer Stelle dieser Zeitung finden. Herr Lehrer Meier aus Sundern, der auch an dieser Arbeit mitgeholfen hatte, schilderte diese Arbeit in selbstverfaßten humoristischen Versen, die die Versammlung nicht mehr aus dem Lachen herauskommen ließ. An diese Versammlung schloß sich dann gleich zur Feier des Tages ein Kommers an, bei dem Festreden, Musikvorttäge in bunter Reihenfolge abwechselten. Kein Mißton störte die schöne Feier, die sich bis um 12 Uhr ausdehnie und allen Teilnehmern in guter Eeinnerung bleiben möge. 1 Gütersloh, 3. Dez.[Einbruch.] In der Nacht zum Sonntag sind Diebe in das Fabrik=Kontor der Furma Gebr. Barteis eingedrungen, und haben dort stehende Pulte erbrochen, diese ihres Geldbestandes beraubt und dann unerkannt des Wette gesucht. Etwa 80 Mark sollen den Einbrechern in die Hände gefallen sein. p. Asselherst, 3. Dez.[Obstbauverein.] Die Generalversammlung unseres Vereins vom Sonntag, den 1. Dezember, war von etwa 45 Mitgliedern besucht. Leider hatte der Vorsitzende, Herr Hiby, welcher seit Bestehen unseres Vereins sich mit großem Fleiß den Aufgaben desselben gewidmet hatte, krankheitshalder sein Amt niederlegen müssen. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Meyer zu Hollen, eröffgete daher die Sitzung. Nach Verlesung des Protokolls wurde auf Antrag des stellvertretenden Vorsitzenden der bisherige Schriftführer des Vereine, Herr Pöppelmeyer einstimmig zum Vorsitzenden und Herr Ortmeier als Schriftführer gewählt. Die Herren nahmen die Wahl an. Aus Empfehlung des Vorsitzenden wurde eine Baumspritze angekauft und die Herren Imkamz und Höcker erklärten sich bereit, die Speitze bei den Obstbeständen der einzelnen Mitglieder auf Wunsch zur Vernichtung von Blattläusen und Pilzkrantheiten in Anwendung zu bringen. Auf Antrag der Geschäftsstelle des Obstbau=Verbandes wurde der von unserm Verein bewilligte Garantiesonde im Betrage von 50 Maik durch Beschluß der GeneralVersammlung in einen Ehrenpreis umgewandelt, wilcher für eine von der Geschäftestelle zu bestimminde Aufgabfür die Obstausstellung in Bieleseld 1908 verwendungsbereit ist. Gleich darauf überraschte Herr Oosttichniker Mey unseren Verein mit 100 Mark Staatsbeihülse, welche durch die Kasse des Obstbau=Verbandes überwiesen war. Der Vorsitzende teilte hierauf der Versammlung mit, daß in diesem Frühjahre durch mehrere Gärtner und Gehülfen in 399 Arbeitsstunden 1158 Obstbäume beschnitten oder ausgeputzt und 58 ällere Bäume, minderwertige Sorten, umveredelt sind. Zur Dickung der Kosten sind 100 Mark aus der Kasse bewilligt worden. Empfohlen wurde ferner ein Buch: Pflanzung und Pflege der Obstbäume, von Herrn Obstbau=Inspektor Hagemann verfaßt, wilches bei Bestellung von mindestens 40 Exemplaren zum Selbstkostenpreise von 45 Pfg. abgegeben wird. Zur Beurteilung der für unseren Kreis bestimmten Obstsorten wurde eine besondere Kommission gewählt. Am Schlusse fand eine Verlosugg von„Deutschlands Obstsorten“ statt. Detmold, 2. Dez.[Diebstahl.] Vor einiger Zeit sind bereits ein Fahrkartenautomat und ein Schokoladenautomat auf dem hiesigen Bahnhof erbrochen und beraubt. In der litzten Nacht ist nun der Gepäckraum erbrochen und ein Koffer eines Hutreisenden mit Inhalt gestohlen. Der Wert der gestohlenen Hüte beläuft sich auf etwa 500 Mk. Portmund, 2. Dez.[Ueberfahren.] Der im Rangierdienst beschäftigte Bahnarbeiter Heinrich Coerdt wurde im hiesigen Südbahnhof von einem Wagen überfahren und sofort getötet. Anrath, 30. Nov.(Unglücklicher Sturz.] Ein hiesiger Fruchthändler, der abends spät von einer Geschäftsreise zurückkehrte, stürzie in seiner Wohnung von der Treppe und blieb mit einem Fuße am Geländer hängen. Als seine Jamilienangehörigen hinzukamen, war er bereite 101. Herue, 2. Dez.(Erstochen.] Gestern abend erstach der verhe ratete Bergmann Fischer seinen Kollegen, den Bergmann Schumann. Die Tat geschah aus Rache. Der Täter wurde sofort verhaftet. (Ruhr), 2. Dez.(Im Streite) mit seinem Landsmann Pinzenz Primo zog der tialleoische Bergmann Josef Cordioli ein Dolchmesser, schlitzte dem Primo den Buch auf, sodaß die Gedärme hervortraten und flüchtete mit seinem Bruder. Der Zug, den die beiden benutzten, fuhr aber nur bis Hattingen, und im Wartesaal des Hattinger Bahnhofs wurden die beiden Flüchtlinge von zwei Polizeibeamten, die ihnen mit einer Lokomotive nachgeeilt waren, angetroffen, verhaftet und auf der Lokomotive nach Linden ins Gesängnis gebracht. Primo liegt noch ohne Bewußtsein. 2. Diz.(Verschüttet.] Im benach barten Hutd wurden am Samstag durch herabsallende Erdmassen bei einem im Bau befindlichen Wasserleitungsschacht drei Kinder verschüttet. Während zwei mit geringen Verletzungen davonkamen, wurde das dritte, ein 8=jähriger Knabe, in den Erdmassen aufrecht stehend, lot ausgesunden. 1. Dez.[Geschwisterliebe.) Durch eine Explosion hatte der zwölsjährige Sohn einer hiesigen Familie schwere Brandwunden erlittin, zu deren völliger Heilung gesunde Haut auf die Brandstelle übertragen werden mußte. Da die Operation schnell erfolgen mußte, ließ sich die achtzehnjährige Schwester, um den schwer leidenden Bruder zu retten, die erforderliche Haufläche abnehmen. Köln, 2. Dez.(Pastor Friedrich Wilhelm Schmibt,] Direktor des katholischen deutschen Pilgerhauses in Jerusalem, der am 20. November hierselbst von einem Straßenbahnunfall betroffen und auf dem Krankenbette von einer Lungenentzündung befallen wurde, ist am Freitag abend im Winzenzhosptial gestorben. Die Anverwandten des Verstorbenen erhielten vom Kaiser ein Betleidstelegramm. Lotzal=Junggestügel=Aussteluns 1907. * ar MWmmr Nehng We. Mnd t für Mestäg#### ####waren se#wslus 78 Bummenn###bert ven Schau##ce stellt, ließ eine interessante Ausstellung von vornherein erwarten, aber die Erwartungen wurden doch noch übertroffen durch die ausnahmsles gute Qualität der Hühner und Tauben. Eine kleine Ausstellung für sich bildeten diesmal die Italiener und Minorka und für den Preisrichter wird es nicht leicht gewesen sein, aus dem guten Material nech das Beste herauszusuchen. Auch die Wyandettes, besonders die weißen und goldfarbigen, waren in guten und zahlreichen Exemplaren virtreten, ebenso Mechelner, weiße, gelbe und schwarze Orpingten. Von letzterer Rasse wurden besonders einige Tiere durch die schwere Massigkeit auffallend. Einen schönen Anblick gewährte ferner die schöne Kollektion Lakenfelder, unsere alten westsälischen Landhühner, auch die Hamburger Schwarzlack, Goldlack und Goldsprengel trugen sehr dazu bei, das bunte Bild der Ausstellung zu beleben. Das Wassergeflügel war ja nicht gerade sehr sterk vertreten, dagegen war aber auch hier die Qualität eine sehr gute. Bei dieser Klasse fiel aber das Fehlen der Lausenten sehr auf, zumal doch der Verein gerade von dieser Rasse vor 2 Jahren eine Zuchtstation angelegt hat, folgedessen doch genügend gute Jungtiere vorhanden sein müssen. Auch die Taubenabteilung war mit sehr guten Tieren besetzt, es war nur schade, daß nicht alle Taubenzüchter hier ihre Tiere zeigten. Warum nicht? Der Verein für Geflägelzucht aber kann stolz sein, eine solche Leistung, wie die diesjährige Ausstellung es war, vollbracht zu haben. Anerkannt wurde diese aber auch von den Einwohnern Gütersloh's und Umgegend und den Züchtern aus den benachbarten Orten in vollim Maße, denn der Besuch besonders an den Nachmittagsstunden des Sonntags war geradezu enorm. Die Prämiierung hatte sol endes Ergebeis: A) Für Hühner, Enten, Puten. I. Preise und Zuschlags=Ehrenpreise: Otio Niemöllex, Otto Ruhenstrotb(8 mal), H. Niehaus=Gütersloh, Wilhelm Reckmann, W. Mahne(2mai), Kiebitzhof=Kattenstroth(2mal), Müller Lünstroth=Nieherst, Fr. Wixsorth=Blankenhagen, W. Viertmann=Nordhorn. I. Preise: Otto Niemöller, W. Blaich, Felix Meinberg, Jul. Merkert=Gütersloh, Jos. Rüschkamp, Meier Bultmann (4 mal), Kiebitzhof=Kaitenstroth, H. Mashänser=Bornholte, Varnholl=Sundern, Fr. Wxforth=Blankenhagen, Tischler Jasper=Pavenstädt, Gust. Wolfes jr., Nordhorn, Fritz Güthenke Nordhoen. II. Preise: Paul Niemöller, Otto Ruhenstreih(4mal), Friedr. Hark, I. Stork, Ad. Schlüpmann(2mal), H. Verleger, Jul. Merkert(2mal), Aug. Poppenvurg, W. Nottebrock= Gütersloh, Voßpeter=Nordhorn, Meier Bultmann(7mal), Wilhelm Reckmarn, Jos. Rüschkamp(2mal), Kiebitzhof (6 mal), Kolon Hellweg=Kattenstroth, H. Mashänser=Bornholte(2 mal), Müller Lünstroth=Niehorst, H. BarnholtSundern, Gust. Wolfes jr.,=Nordhorn, Heinrich RedickerBlankenhagen, H. Relling=Sundern, Tischler Jasper= Pavenstädt, H. Terwage=Marienfeld, Gust. Wolfes jr.= Nordhorn(2mal), F. Güthenke=Nordhorn. III. Preise: Otto Ruhenstroth(4 mal), Paul Niemöller, Heinrich Henke, Heinrich Wixforth, Felix Meinderg, H. Niehaus (2mal), W. Blaich(3mal), H. Frey, Lehrer Schwarz, Wih. Brockmann, H. Verleger, Gust. Skomeda(Zmal), Aug. Poppenburg(2mal), G. Pollkläsener, H. HenkeGütersloh, W. Mahne, Meier Buttmann(Smal), Kiebitz hof(4 mal), Kolon Hellweg, Jos. Rüschkamp, W. Fissenewert=Kattenstroth, Müller Lünstcoth=Niehorst, H MaohänserBornholte, Aug. Reckmann=Pavenstädt, H. BöckenhansSundern, Korl Gronebaum=Pavenstädt, W. KeßlerPavenstädt, Ludw. Schmedtmann=Sundern, H. BarnhollSundern(4mal), Heinrich Redecker=Blankenhagen, Tischler Jasper=Pavenstädt, J. Beitenworth=Sundern, W. Viertmann Nordhorn, H. Terwage=Marienfeld, Voßpeter=Nordhorn, Fritz Güthenke=Nordhorn(2mal). Lobende Anerkennungen: Otto Ruhinstroih(2mal), Paul Niemöller, W. Nottebrock, Otto Nlemöller(2mal), Felix Meinberg, J. Sterk (2mal), H. Köker, W. Blaich, H. Frey, Ad. Schlüpmann, Gust. Skomeda, I. Merkert, G. Pollkläsener, H. HenkeGütersloh, Aug. Poppenburg, Kiebitzhof(7 mal), Meier Bultmann(5mal), W. Mahne, Jos. Rüschkamp=Kautenstroth, Reckmann=Pavenstädt(2mal), Karl Gronehaum=Pavenstädt (2mal), Lehrer Meyer=Sundern, W. Keßler=Pavenstädt, Varnholt=Sundern(4mal), Aug. Ramforih=Blanken= hagen, Fr. Wixsorth=Blankenhagen, Hetar. Bettenworth= Sundern, G. Wolfes jr,=Norhorn(2 mal), W. ViertmannNordhorn(8 mal), H. Terwage=Marienfeld, Ludw. Schmedt. mann=Sundern, H. Wixforth=Gütersloh. Anerkennungen: Poul Niemöller(2mal), W. Stratemann(2mal), Friedr. Hark(2mai), J. Merkert(2mal), H. Köker, H. Frei Ad. Schlüpmann, H. Verleger, H. Henke=Gütersloh(2mal), Kibitzhof Amal, Withelm Reckmann, Kolon Hellweg=Kattenstroth(2mal), Ludw. Schmedtmann=Sundern, Lehrer MeyerSundern(2mal), Aug: Ramforth=Blaukenhagen, Fr. Wixforth=Blankenhagen, Gust. Wolfes jun.=Nordhern(2mal), Tischler Jasper=Pavenstädt, H. Reiling=Sundern, Aug. Striewisch=Sundern. B) Tauben. I. Preise und Zuschlags=Ehrenpreise: Alsred Köhler=Gütersloh, L. Welpmann=Avenwedde. I. Preise: Heinrich Henke=Gütersloh, W. Noltebrock=Gütersloh. II. Preise: W. Nottebrock(2mal), Heinrich Henke, W. Matthes, Herm. Niehaus, I. Merkert, Wilh. Herkströter=Gütersloh (Amal) e ildmon montMin Prtr#ß#er Zol#notalG unnd inu ug Wffedt. Kählen(2malhl Wilhöl Mattbes= L##terophg## Ludw. Welpmann=Isselhorst, H. Frey=Gütersloh(Kollektion Versandschachteln) Lebende Anerkennungen: Alfred Köhler, Wilh. Matthes, Heinr. Henke=Gütersloh (2mal). Die Prämiierung der Geflügelhöfe erfolgte nach Punktzahl und zwar gesondert für Stallung, für Tiere und für Auslauf. Für den 1. Preis waren mindestens 90, für den 2. Preis mindestens 70 und für den 3. mindestens 45 Punkte erforderlich. Es erhielten: 1. Preis(Diplom) Otto Niemöller, Joh. Mohn, Otto Bartels. 2. Preis(10 Mark) Niehaus, Otto Ruhenstroth, Ad. Schlüpmann, Meier Bultmann=Kattenstroth, Kolon Hellweg=Kattenstroth, G. Wolfes je. Nordhorn. 3. Preis(5 Mark) Ferd. Bartels, Felix Meinberg, H. Köker, H. Redecker=Blankenhagen, Viertmann=Nordhorn, A. Striewisch= Sundern, H. Varnholt=Sundern, Lehrer Runwe=Sundern, Lehrer Waltking=Pavenstädt, H. Heitmany=Sunderrn. Vermischtes. * K a r l s r u h e, 2. D e z. D e r G r o ß h e r z o g v o n B a d e n hat den wegen Ermordung seiner Schwiegermutter zum Tode verurteilten Rechtsanwalt Hau zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. * Finsterwalde, 30. Nov. Gestern abend wurde der Wagen des Bierverlegers Dobringk an der Strecke Halle—Koitbus vom Schnellzuge erfaßt und zertrümmert. Der Bisitzer und die Pferde wurden getölet. *(Ein Feuerweyrmann als Brandstifter.) Ein Feuerwehrmann nach Stebenlehener Muster hatte sich in der Person des Strumpswirklers Hoffmann aus Jahnsdorf wegen vorsätzlicher Brandstistung vor dem Schwurgericht in Chemnitz zu verantworten. In seiner Eigenschaft als Hornist der Jahndorfer freiwilligen Feuerwehr war er wiederholt von einen Kameraden gehänselt worden, daß er kein richtiges Feuersignal zu blasen imstande sei. Aus verletzter Eltelkeit beschloß nun Hoffmann, der Jahnsdorfer Feuerwehr einen Possen zu spielen. Er steckle am Abend des 10. September ds. Is. einen Strohdlemen in Brand, lief dann schleunigst nach Hause, und holte sein Signalhorn und blies nun in den Jahnsdorfer Gassen das Feuersignal so wundervoll, daß die guten Bürger des Ortes ihre helle Freude daran hatten. Der geständige Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. * R e n d s b u r g, 2. D e z. G e s t e r n n a c h m i t t a g ü b e r fuhr der Dampfer Expreß an der Osereider ein nicht beleuchtetes Boot. Die in letzterem befindlichen beiden Brüder Koch und ihr Schwager Mohr, alle Familienväter, wurden herausgeschleudert und ertranken. * Diedenhofen, 2. Dez. Das Kriegsgericht der 84. Division in Diedenhosen verurteilte den Musketter Bottchen von der 3. Kompagnie des 135. Infanterie=Regiments wegen Straßenraubes zu sünf Jahren und einem Tag Zuchthaus, sowie Ausstoßung aus dem Heere. Wegen unerlaubten Ausbleibens über Zapfenstreich erhielt B. eine Zusatzstrafe von fünf Tagen Mittel=Arrest. Der Angeklagte hatte vor einiger Zeit einen jungen Arbeiter aus NiederJeutz, mit dem er am Abend gezecht hatte, in der Nacht auf dem Nachhausewege in der Nähe des Bahnhofs übersallen und gewaltsam seiner Barschaft beraubt. * Vorst(Lausitz), 2. Dez. Die Firma G. Klemmi, eine der ältesten hiesigen Tuchfabriken, welche über 200 Arbeiter beschäftigt, hat heute den Konkurs angemeldet. * Kairo, 2. Dez. Gestern wurde in Alexandrien die feierliche Grundsteinlegung des neuen deutschen Hospttals vorgenommen. Der Feier wohnte auch der kaiserliche Gesandte Graf Bernstorff bei. Der Khedive war durch seinen Flügeladjudanten vertreten. * Monogahella(Pennsylvanien), 2. Dez. Durch Explosion schlagender Wetter auf der Kohlengrube Naoni sind gestern abend sechzig Bergleute durch große Kohlenmassen, welche herunterstürzten, eingeschlossen worden. Die Eingänge sind versperrt. Man befürchtet zahlreiche Menschenverluste. Nach späteren Meldungen ist es nur einem der Bergleute gelungen, durch den Lustschacht die Oberfläche zu erreichen. Aber dieser fiel sodann infolge der Rauchvirgistung lot nieder. Es ist unwahrscheinlich, daß auch nur einer der zingeschlossenen Bergleute noch lebt. * Wladiwestok, 2. Dez. Von den 208 Teilnehmern an der Meuterei des Marinebataillons am 29. Oklober wurden 20 zum Tode des Erschteßens, 24 zu Zwangsarbeit, 98 zur Versitzung in die Arrestantenabteilung, 59 zur Versetzung in das Dieziplinarbataillon, 2 zu Militärgefängnis und ein Bauer zum Tode durch den Strang verurteilt. 5 Teilnehmer wurden freigesprochen. * New=York, 30. Nov. Ein schweres Eisenbahn= unglück ereignete sich bei Waterbrück. Gin Eisenbahnzug fuhr in einen mit Arbeitern dicht besetzten Wagen der Straßenbohn. 8 Personen wurden getötet, 19 schwer verHumor und Witz. *(Erklärung.]„Du, Feiedrich, was is denn das ne Mischehe?“—„Nu, das is zum Belschsbiel, wen „Er“ aus'm Sächt'schen schtammd und„Sie“ aus Meining'schen.“ *(Parallele.) Tochter(weinend):„Er hat aber geschweren, mich auf den Händen zu tragen!“ Secstpt=Taestesete chsesi l. che Masann gaid nic do dist hosclchfit Bil *[Kleines Mißverständnis.) Herr:„Ich habsorben Ihr Fräulein Tochter um ihre Hand gebeten, und sie hat mich an Sie verwiesen.“— Mutter:„Ach, die Ella, das gute Kind, denkt immer an andere. Nun, Herr Schmid, ich wollte mich zigentsitz nicht mihr vermählen, aber, onen gestanden, ich heite immer eine Zuneigung für Sie, und Ihnen einen Nurb zu s=i k=an.— übers Herz!“ geben, hr nicht Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtostelle des Deutschen Jandwirtschaftsrats vom 26. Nevember bis 2. Dezember 1907. Mit dem langsam wiederkehrenden Vertrauen der Laae des Geldmarktes scheint man in den Vereinigten Staaten die Stattstischen Verhältnisse um so schärser ins Auge zu fassen, als die Beteiligung der übrigen Exportländer an den wöchentlichen WWeizenverschiffungen derart abgenommen hat, daß in der letzten Woche mehe als zwei Drittel der Gesamtleistung auf amerikanischen Weizen entfielen. In Europa war man unter Hinweis auf die argentinische Ernte, deren Schnitt in den nächsten Tagen beginnt und die nuch Ansicht der argentinischen Regierung einen Exportüberschuß von mehr als 4 Millionen Tonnen erwarten läßt, nicht geneigt, den festeren amerikanischen Berichten einen sonderlichen Einfluß einzuräumen. Bei uns war es außer der argentinischen Verkaufsbereitschaft, die allseits gemeldete Zunahme des inländischen Angebots, wodurch der amerikanischen Anregung eine Wirkung auf die Stimmung entzogen wurde. Außerdem war die wieder milder gewordene Witterung geeignet, die Befürchtungen in bezug auf den Wassertransport zu zerstreuen. Die darin zuletzt eingetretene Aenderung vermochte d.m Geschäft indes auch keine Anregung zu bieten. Vielmehr hat die Schwerfälligkeit des Absatzes, wobei allerdings der teure Geldstand mit die Schuld trägt, eine Ermäßigung der Forderungen für sämtliche Getreidearten unvermeidlich erscheinen lassen. Auf dem Lieserungsmarkte gab das verstärkte Warenang=bot gung von 5.25 Di. sie Dezernder und 3.50 Mi. sh. Mai führten. Roggenlieferungen lagen Ktill, enwiesen sich aber widerstandsfähiger, da Mangel an zur Lieferung geeigneter Ware Abgeber vorsichtig machte und Deckungsfrage hervorrief. Während Mai 1,50 Mk. nachließ, hat Dezemder seinen letztwöchigen Stand sogar um 0.25 Mi. überschreiten können. Das heutige Andienungsmaterial fand bei den Mühlen Aufnahme. Der Hafermarkt hat infolge stärteren Angebots bei fehlender Kauflust ein noch unvorteilhafteres Aussehen angenommen. Der Bedarf stellt nur geringe Ansprüche und der Abzug nach draußen stockt, da man am Rhein infolge hoher Wasserfrachten sich aus der nächsten Umgebung zu versorgen sucht, während billigere La Plataund Donau=Offerten das Geschäft mit dem Auslande erschweren. Lieferungen lagen daher matt, für Dezeneber 6 Mk., für Mai 3.50 Mk. schwächer. Einschränkend wirken die dilligen Haferpreise auf den Absatz von Mais, der namentlich von der Donau stärker angeboten wurde, dagegen zeigt sich für Futtergerste bei nachlassenden Preisen immer wieder Begehr. Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualttät an den nachgenannten Orten, wobei das Mehr(+) bezw. Weniger(—) gegenüber der Vorwoche Berlin Hamburg Hannover Münster Aitseher unsere Leser! Humor ist die richtige Würze unseres Alltagslebens. Wer aber hat es besser verstanden, Humor und Freude in das stille und schlichte Leben des Alltags zu tragen, als unser populärster Volksschriftsteller Fritz Reuter! Aus jeder Zeile seiner Werke strahlt uns der urwüchsige Humor, der große Reichtum seines Herzens entgegen, in stillen Stunden erheitert und erfrischt er das Gemüt. Seine Schriften sollten deshalb in keinem deutschen Hause fehlen. Es gereicht uns aus diesem Grunde zu doppelter Freude, daß wir durch Herausgabe von Reuters sämtlichen Werken in einer zweibändigen Groß=Filio=Ausgabe, alls gatem Papier in klarem Drück mit vorzäglich gelungenen Original=Illustrationen erster Künstler, elegant und modern gebunden, dazu beitragen können, unserm urwüchsigen Fritz Reuter Eisigang in jedes Haus zu verschaffen. — Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, offerieren wir unseren Lesern durch unsere Expedition, Schulstraße 733, als Prämie diese vor5.. Ausgabe zu dem enotm hiligen Preise von Mk. 3,50 für Bände, über 1200 Seiten enthaltend, ein Preis, der nur durch Herstellung von Massen=Auflagen ermöglicht wird. Bei dem günstigen Angebei ist es leicht möglich, daß die Gesamt=Auflage in ganz kurzer Zeit ausverkauft ist. Es sollte deshalb niemand versäumen, durch umgehende Bestellung sich sofort Exemplare zu sichern, selbst wenn die Werke erst später für Geschenke verwendet werden sollen. Reklamationen über unpünktliche Zustellung unserer Zeitung erbitten wir stets direkt an unsere Adresse! Nur dadurch ist es uns möglich, Abhilfe zu schaffen. Die Für die Weihnachtsbäckerei empfehle: f. Zucker-Syrup, Honig. Citronen, Mandeln, Rostnen, Korinten, Vitronat, Orangeat, Cardamom, wie sämtliche Gewürze und Essenzen. Clemens Müller. Pache elüihe Haut, beseitigt sofort schmerzlos Apotheker Hammerschmidt's Blandoline, 35 P. Donuerstag: frischen Schellbsch. Wilh. Zusemann. Mbet! Nacken, Flomen usw. empfiehlt Gustav Oldermann. Lederwaren als Akten=, Bank= u. Brieftaschen, Noten= u. Wertpapiermappen, Cigarren, und Eigaretten=Etuis, Visitenkarten=Etuis, Portemonaies u. a. m B. Daltrop. Zum Plätzchen=Bachen: Zuckersyrnp, Citronat. Orangeat, Cacaomasse, che etc. sowie sämtliche Gewürze Ernst Hoffschildt. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode unseres guten Vaters und die reichlichen Kranzspenden sagen wir innigen Dank Familie Heinrich Potthoff. Gütersloh, den 2 Dezember 190.. gut gearbeitet, waschechte Stoffe, neueste Müster, gebe ich bis Weihnachten mit 20 Proz. Rabatt. Glacee-Handschuhe von 2 Mark an. C. Janssen, Kökerstraße 295 Westfälisch=Lippische Vereinsbank Aktiengesellschaft Bielefeld. Unter Hinweis auf die gegenwärtig bestehende, seitens staatlicher und kommunaler Behörden wie der Handelskammern geförderte Bewegung, welche auf eine Ausdehnung des Check-Verkehrs hinzielt, empfehlen wir uns Gewerbetreibenden und Privaten zur Eröffnung eines verzinslichen gebührenfreien Chea=Kontos. Formulare und Kontobücher stehen an unserer Kasse zur Verfügung. S Zum Besuch meiner reichhaltigen, mit vielen Neuheiten gestatteten Weihnachts=Ausstellung lade ich ergebenst ein. C. Schlink Wwe., Größtes Spezial=Geschäft für Spiel= und Lederwaren aller Art. ff. Syrup, Honig, Cardemom, Pottasche, Puderzucker etc. Ludwig Grabemann Photographie=, Briefmarken=, Poesie= und Postkarten=Albumsnar iostern Die al „Bibliothek des allgemeinen und—.—. seitens der Buchhandlung Karl Blo i Handwerker, kurz jeder mitten im Dase freuden nach diesem von berufenen Fachmännern verfaßten Werke sreifen, dessen ungemein knapper und klarer Stil und übersichtliche nung des Lehr= und Lernstoffes, sowie leichtverständliche Darstellungsweise auch der schwierigsten Materie, es für jedermann zu einer unerschöpflichen Fundgrube des Wissens und der Belehrung machen. Weit über 2700 schwarze Illustrationen, Bunttafeln, Modelle, Pläne. und uegasgutztischer Atlas mit Satbinesu Kaihterhenscappödsst fept. Hof ses allgemeinen um# Wunderschöne Tage, voll Licht und Freude sind doch überall die Weihnachtstage unter Armen und Kranken und besonders unter elenden Kindlein. Darum sind wir in Bethel auch sehr glückliche Leute, weil wir so xeich sind an solchen lieben Weihnachtsgästen. Und jedes Jahr wird unsere Freude größer, unser Dank und Lobgesang kräftiger, weil die Zahl unserer Gäste immer am Wachsen ist. Wir durften im abgelaufenen Jahre beherbergen; 2191 Epileptische, 299 Geisteskranke, 189 Nervenkranke; ferner Schwindsüchtige, sowie andere äußere und innere Kranken 1468; Waisenkinder 369; sieche Alte, Heimatlose, Obdachlose und jugendliche Zöglinge 1728.— Da wird es wieder weit über hundert Weihnachtsbäume in mehr als hundert verschiedenen Häusern auszuschmücken und mit Gaben zu versorgen geben. Werden uns anfehlen, die uns zu di es zu Gottes Barmherzigkeit. innigem Dank willkommen! Bethel b. Bielefeld, im Dezember 1907. v. Bodelschwingh, Pastor 3.50 Vorzugspreis 3.50 Keiner sollte versäumen, fet es dis Grschenk, sich den allbeliebten Dichter Ferdinand Freiligrath in der soeben erschienenen neuen Gesamtausgabe anzuschaffen. Wir liefern unseren Lesern bis auf weiteres diese neue illustrierte Ausgabe, die sich durch vornehmste Ausstattung und künstlerische Illustrationen auszeichnet, zum Vorzugspreis von Mk. 3.50, 2 Bände in hochelegantem geprägten Einband.— Erhältlich ist diese Ausgabe nur in unserer Erpedition, Schulstraße 735. 3.50 Vorzugspreis 3.50 Walthers FichtennadelBrustbonbons haben sich vorzüglich bewährt und sind zu haben à 80 und 50 Pfg. bel Ludwig Grabemann. Rheumatisu. Gicht=Leidenden teile ich aus Dankbarkeitumsonst mit, was meiner Mutter von jahrelangen aualvollen Gichtleiden geholfen hat. Marie Grünauer München, Pilgersheimerstr. 2/II Das Aöholen von Schutt, Asche u. dergl. besorgt täglich billigst B. Möller, Kattenstoth 168. Todsie allen Ratten u. Mär bringt— Delicia=Rattenkuchen. austieren unschädlich. 6mal rämtiert. Mehrere 100 Anerkenn. Dos. 0.0 u. 1 Mk. in der Löwen=Drogerie. In der hervorragend ausgestatteten und vorzüglich illustrierten praktischen Wissens“, über welche EN RE-E, T. o. o. e.## in Breslau I., der heutigen Nummer unseres Blattes ein Prospekt beigelegt ist, wird zum ersten Male ein großzügiges literaxisches Unternehmen geboten, das jedem, dem daran liegt, im Interesse seines Vorwärtskommens Wissen und stehende wird mit 4 Zum Wursten empfehle Därme n. sämtl. Gewürze, in prima Qualität stets frisch gemahlen. H. Güthenke Wwe. KeeI Asnte e RAIECE E SCLNE MEZu haben bei: Ernc: Hottschildt, Drogerie in Gütersion. Eine Wäscherin für Herrenwäsche gesucht. Off. Suche auf sofort oder später ein Ungeres Die stmädchen. Frau Ludwig Strothmann, Kattenstroth 196. ver Amzrine Näherei suche ich 2 Lehrmädchen. Fr. Schrewe Jun. vorm. Anna Fingberg. 4. Eine 40pferdige Dampfmaschine mit Rohrleitung, gut erhalten, wegen Vergrößerung des Betriebes billig abzugeben. Ewald Bartsch, Gütersloh, Münsterstraße 190. Zu vermieten verzugshalber frei gewordene Etage(Roonstraße) bestehend aus 4 graden und 4 schrägen Räumen. 30„Mark. Näheres in der Geschäftsstelle d. Ztg. HIIG 81040 werden souber M#TAARN iun GH iibrre ndahtubguntg##nät Exp. d. Zto. Naturheilverein Monatsversammlung Mittwoch, den 4. Dezember. Der Vorsand. Achtung! Schlachte diese Woche mehrere dickfette Pferde Brat 30 Suppenfletsch 20 Pig. H. Schürmann. Strümpfe, Socken, Zeinlängen ermel, Wollgarne, sämtliche Unterzeuge. Anstricken von — Strumpflängen— prompt und billig. Wiülh. Kirchhof. Jede Woche erhalte eine Sendung fette Gänse. Bestellungen bis Donnerstag erbeten. Wilh. Husemann. Sofort verschwinden Husten und Heiserkeit beim Gebrauch von Encalyptus-MentholHonig.Bonbons —.— Paket 50 Pfg.—— Ernst Hoffschildt, Löwen=Drogerie. Flechten. Ich war auf dem ganzen Leibe mit einer Art Flechte behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht nicht in Ruhe ließ. Kein Arzt war imstande, mir das e dafür zu verschreiben. Richtige dafür##een Nach einer Einreibung von kaum 14 Tagen mit Zucker's PatentMedizinal=Seise waren meine Flechten vollständig verschwunden. Deshalb lasse ich es mir nicht nehmen, Ihnen hiermit tausendmal Dank zu sagen, denn Ihre Zucker's Patent=Medizinal=Seife ist nicht Mk. 1.50, sondern Mk. 100 wert. Ich habe und werde, soviel ich kann, jedem dieses wirkungsvolle Mittel empfehlen. Greifswald, 12. April 1907. M., S. In ähnlicher Weise äußern sich viele Tausende, die an Flechten, Hautgeschwüren, Hautjucken, juckenden Hautausschlägen, Furunkeln, Mitessern, Pickeln, Blütten, Wimmerln, Röten 2c. leiden, über die Wirkung von Zucker's PatentMedizinal=Seise, D. R. P., ärztlich empfohlen und tausendfach bewährt, Preis 50 Pfg.(kleine Packung, 15%ig) und Mk. 1.50 kung und die große Macht persönlicher Empfehlung begründen die große Verbreitung von Zucker's Patent=MedizinalSeife. Nicht weniger glänzend sind die Urteile über die nach dem gleichen Patent hergestellte, im Gegensatz zu obiger wunderbar mild wirkende Zuckooh=Seise. Preis 50 Pfg.(kleine Gebrauchspackung) und Mk. 1.50(große Geschenkpackung), sowie über den unnachahmlichen Zuckspb; Erime, den herrlichsten und einzigartigsten aller Hauterémes, Preis Mk. 2.—, Probetobe 75 Pfg. Jeder, der bisher vergeblich hoffte, mache einen Versuch. Für die zarte Haut der Kinder verwendet die denkende Mutter Bitumoor=Kinder=Seise D. R. P., Preis 50 Pfg., und Bitumoor=Kinder=Cröme, Preis 40 Pfg., Doppeldose 70 Pfg., das Beste, Edelste und Reinste für die kindliche Haut. Ueberall zu haben. Wo nicht, direkter Versand durch L. Zucker& Co., Berlin, Potsdamerstr. 73. In Gütersloh echt in der Als praktische Welhnachts-Geschenke empfehle meine so sehr beliebten Bücher= und Notenschränke, Schreibtische und Sessel. B. Daltrop. Wohlfeile Kleiderstoffe. Empfehle einen Posten Hauskleiderstoffe aus Wolle und halbwolle, sehr haltbar, dunkle Farben, jetzt Meter 80 pfg., 1 Mk., 1.20 und 1.40 Mk. Kleinkarierte dunkle Stoffe, für Schulkleider sehr geeignet, jetzt Meter 70, 85, 100 und 150 pfg. Ein posten reinwollener gemusterter Stoffe, nur Neuheiten, schönstes Weihnachtsgeschenk, jetzt Meter 1 bis 2 Mark. 500 Stück Haus= und Rüchenschürzen : prachtvolle neue Muster, nur 80 pfg. bis 2 Uk. Hlfred Köhler. Zu Sonntag empfehle: prima junge Gänse 4 Pfd. 75 Pfg. Bestellung erbitte bis Mittwoch abend. Ludwig Grabemann. Wall= und Hasel=Küsse, Cocosnüsse, Traubenrosinen, Krachmandeln, Biscuits. Löwen=Drogerie Ernst Hoffschildt. Gütersloher Spar= u. Leihbank Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Einladung u der am Donnerstag, den 12. Dezember d. Is., abends 6 Uhr, im Gasthof zur Krone(Blessenstätte) stattfindenden ordentlichen General=Versammlung. Tages=Ordnung: 1. Richtigsprechen der Jahres=Rechnung. 2. Gewinnverteilung. 3. Wahl von Aufsichtsratmitgliedern. Gittersloh, den 2. Dezember 1907. Der Aufsichtsrat. Hermann Saligmann. Manschettenknöpfe, Krawattennadeln, Broschen. Maria Ortjohann. ff. ger. Schellsisch und Bückinge. Ludwig Grabemann. 8 I Dis herabgesetzten Preise für Damenkonfektion in meinem Schaufenster. A. H. Diekötter. 5 Löwen=Drogerie Ernst Adle schildt und Filiale Adler=4 gerie. Das Rettungshaus zu Schildesche dankt aufs herzlichste seinen lieben Freunden, sonderlich auch den Ungenannten, welche Jahr für Jahr helfen, den Wethnachtstisch für unsere Kinder zu decken. Wir haben 168. die auf die Bescherung warten und sich auf das liebe Fest freuen. Darum bitten wir wieder um freundliche Gaben und wünschen allen lieben Gebern viel Segen. Schildesche, 1. Advent 1907. 60 Mangelsdors. P. Alspraktische Weihnachtsgeschenke sehr zu empfehlen: Wärze, S Suppenwürfel, Beulllen-Kapseln Ludwig Grabemann, Bahnhofstr. u. Strengerstr. Ecke 475. LLGE Die beliebten billigen Schürzen sind eingetroffen. 500 Stück Reisemuster. — Es sind dies: Weiße und Siamosen-Träger-Schürzen für Damen, Mädchen und Kinder, weiße u. Siamosen-Kinder-Kittelschürzen, weiße und farbige Zierschürzen, Reform-Schürzen für Damen und Kinder und gebe auf alle 25 Proz. Rabatt. Carl Müller. Von Fritz Reuter's sämtlichen Werken, 2 Bände, elegant gebunden, mit hochdeutschem Wörterbuch, haben wir noch einen kleinen Posten, den wir Unseren Abonnenten zum Vorzugspreise von 3½ Mark beide Bände als Weihnachts=Prämie abgeben. — Erhältlich in unserer Expedition, Schulstraße 733.— Wöchentliche Gratisbeilage: Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. ustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher nr 32 Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr.— Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 144 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Sütersloh. Dienstag, den 3. Dezember 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Sütersloh. 18. Jahrgang Die Veterauenbeihilfe. Vielfach herrscht noch Unklarheit darüber, welche Personen nach dem Gesetz vom 22. Mai 1905 zum Bezuge der Veteranenbeihilfe berechtigt sind. Wir wollen daher kurz einige Aufklärungen darüber geben. Die oft vertretene Ansicht, daß diese Beihilfe nur den Veteranen aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 zustehe, ist irrig, da nach den ergangenen Entscheiden ebenfalls die Teilnehmer an den zur Unterdrückung der Aufstände im Jahre 1848 gelieferten Straßenkämpfe unter dieses Gesetz fallen. Ebenso ist das Gesetz weiter ausgedehnt auf die Teilnehmer an den Kämpfen zur Unterdrückung der Aufstände in der Provinz Posen im Jahre 1848, ferner auf die Inhaber der badischen Gedächtnismedaille, die der Hehenzollerndenkmänze aus dem Jahre 1851, soweit sie nachweisen können, daß sie an einem Gefecht teilgenommen oder bei einem zu einem Feldzuge ausgerückten Truppenteile gestanden haben, sodann auch auf die Teilnehmer an den Bundesexekutionen im Jahre 1868 und 1964 und neuerdings auch auf Angehörige der Schutztruppen und Teilnehmer an der Expedition nach Ostasien. Wie wird nun die Teilnahme an diesen Kämpfen und Kriegen nachgewiesen? Entweder durch den Militärpaß oder, wenn dieser fehlt, und eine Abschrift nicht mehr zu beschaffen ist, durch die Kriegsstammrollen. Aber auch hier entstehen häufig Schwierigkeiten in den Feststellungen. Bei den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 aber gilt außerdem die Kriegsteilnahme als glaubhaft nachzuweisen durch den Besitz des Düppeler Sturmkreuzes, des Alsenkreuzes oder des Erinnerungskreuzes 1864, des Erinnerungskreuzes 1866, oder der Kriegsdenkmünze für 1870/71 aus Bronze(sür Kombatlanten). Die Inhaber der Kriegsdenkmänze für 1870/71 am Kombattantenbande oder der für die Nichtkombattanten sind dagegen nicht zum Bezuge der Beihlife berechtigt. Aus den Kriegen 1866 kommen also diejenigen Veteranen in Betracht, welche zu kriegerischen Zwecken vor dem 2. August 1863 die Grenze eines der gegen Preußen verbündeten Länder, aus dem Kriege 1870/71 solche, die aus gleicher Veranlassung vor dem 2. März 1871 die Grenze Frankreichs überschritten haben oder den Besatzungstruppen in Elsaß=Lothringen zu sener Zeit angehörten. Selbstverständlich umfaßt das Gesetz auch die früheren Angehörigen der Feldlazarette, der Marine usw. Es würde jedoch zu weit führen, hier noch besonders klar zu legen, inwiewelt die letzteren als Kriegsteilnehmer im Sinne dieses Gesetzes anzusehen sind. Aber auch bei nachgewiesener ehrenvoller Krlegsteilnahme— ehrenvoll bedeutet hierbei, daß der Antragsteller während des Krieges nicht mit Ehrenstrafen belegt worden ist— ist der Anspruch auf diese Beihllfe noch nicht berechtigt. Die weiteren Bedingungen sind vielmehr folgende: Der Antragsteller darf nicht bereits gesetzliche Invalidenpension oder entsprechende sonftige Zuwendungen aus Reichsmitteln erhalten. Er muß nach seiner Lebensführung der Beihilfe würdig und im Besitze der Reichsangehörigkeit sein. Aber auch die Erfüllung dieser Bedingung genügt noch nicht. Muß auch die Beihilfe gewissermaßen als ein Ehrensold angesehen werden, der nicht der Beschlagnahme oder Pfändung unterliegt, so bleibt aus Hauptvoraussetzung für die Bewilligung doch die gesetzliche Bedingung, daß der Antragsteller sich wegen dauernder gänzlicher Erwerbaunfähigkeit in unterstätzungsbedürftiger Lage befinden muß. Und gerade diese letzte Bedingung ist bei den meisten Anträgen nicht erfüllt, da einerseits die Erwerbsunfähigkeit nur vorübergehend, andererseits aber durch sie keine unterstätzungsbedürftige Lage geschaffen ist. Hierbei muß besenders hervorgehoben werden, daß zur Beurteilung der Hilfsbedürftigkeit neben dem Einkommen des Antragstellers auch das der in seinem Haushalt lebenden oder zu seiner Unterstätzung verpflichteten Familienmitglieder in Betracht gezogen wird. Ergidt sich nach dieser Prüfung der Verhältnisse, daß von dem ermittelten Einkommen die Kosten des Lebensunterhalts nicht bestritten werden können, so wird der Antragsteller für die Bewilligung der Beihilfe, die bekanntlich jährlich 120 Mk. beträgt und monatlich im voraus gezahlt wird, durch den zuständigen Regierungspräsidenten vorgemerkt. Der Antrag ist bei der Ortsbehörde des Wohnorts zu stellen. Die politische Richtung des Antragstellers ist auf die Bewilligung der Beihllfe ohne jeden Einfluß. Unter den notierten Anwärtern werden in erster Linie die berücksichtigt, die eine Auszeichnung vor dem Feinde erworben haben; in zweiter Linie entscheidet die frühere Feldzugsperiode und zuletzt das höhere Lebensalter. Bei der jetzigen Lage des Fonds kommen jedoch alle notierten Anwärter ziemlich gleich schnell in den Besitz der Beihilfe. Diese kann übrigens, wenn eine der Bedingungen, unter denen sie bewilligt wurde, weggefallen ist, als z. B. bei größerem Vermögenszufall und dergleichen, wieder entzogen werden. Im übrigen erlischt die Beihllse erst am Ende des Sterbemonats, doch kann auch hier wie bei den Pensionen der Betrag für den Gnadenmonat, das heißt dem auf dem Sterbemonat folgenden, bewilligt werden. Lokales und Frovinzielles. §8. Sütersloh, 3. Dez.[Bestätigung.] Die von der Stadtverordneten=Versammlung am 6. Novimber vorgenommene Wiederwahl des Geh. Medizinalrats Herrn D. Schlüter und die Neuwahl des Kaufmanns Herrn Herm. Marten zu Megistratamitgliedern ist auf die gesetzliche sechsjährige, am 1. Januar n. Is. beginnende Amtsdauer vom Herrn Regierungspräsidenten bestätigt worden. 11 Süterslod, 3. Dezember.[Die Versendung mehrerer Pakete] mittels einer Postpakstadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt sich während dieser Zeit für das Publikum in seinem eigenen Interesse die Anfertigung besonderer Begleitpapiere zu jedem Pakete. Halle, 2. Dez.[Einen plötzlichen Todl sond am Freitag nachmitlag der Bruchmeister Indenbirken aus Isingdorf(Amt Werther) im Steinbruche der Flrma Köppen in Künsebick. I. hatte einen Sprengschuß gesetzt und sich nach Abgabe des Warnungssignals mit seinen Arbeitern oberhalb des Bruches in Deckung gebracht. Der Schuß muß aber eine übermäßig starke Wirkung gehabt haben, denn als die Begleiter des I. sich nach Auflösung des Pulverdampfes nach ihm umsahen, gewahrten sie ihren Meister mit zerschmettertem Schädel am Beden liegen. Ein Sprengstück des Gesteins hatte ihn derart getroffen, daß er nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab. s Sechleuburg, 8. Dez.(Präparandenanstalt. Bei der hiesigen Kgl. Pröparandenanstalt beginnt die nächstjährige Aufnahmeprüfung am 27. April. Die Anmeldung hierfür hat spätestens 8 Wochen vorher bei dem Anstaltsvorsteher zu erfolgen. Hamm, 2. Dez.[Ueberfahren] wurde gestern abend auf dem hiesigen Bahnhofe ein Schlosser, der den von Unna herankommenden Zug nicht bemerkt hatte. Der Ueberfahrene war sofort tet. Münster, 2. Dez.[Die Genickstarre] ist bei der 5. Kompagnie des 18. Insanteris=Regiments ausgebrochen und zwar bei einem Lehrer, der dort als Einjähriger dient. Man brachte ihn ins Lazareit, we umfassende Meßregeln getroffen sind, um einem Ausbreiten der Krankheit vorzubeugen. Lettrop, 2. Dezbr.[Lebendig verbrann!) ist am Samstag das zweljährige Söhnchen einer hiesigen Bergarbeiterfamilie. Das Kindchen spielte am Samstag in Abwesenheit der Eltern mit Streichhölzern und setzte so sein Kleidchen in Brand. Eine Arbeitsfrau eilte auf das Ihr Schicksal. Reman von H. Friedrich. (20. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) „Der Himmel hat sich aufgeklärt!“ sogte Ludwig somit stattdessen laut.„Wenn auch der Boden heute noch zu naß ist, so wird die Feuchtigkeit morgen doch so weit verschwunden sein, daß Ste einen mäßigen Galopp werden wagen dürfen!“ Klindes dunkles Gesicht erstrahlte. Sie sah entzückend aus in ihrem schwarzen Tuchkleide, das ihre ebenmäßige Gestalt vorteilhaft zur Geltung brachte. Am Halse schloß eine dunkle, halberblühte Rose das Kleid so dicht unter dem Kinn, daß Ludwig den Widerschein der roten Blüte auf Alindes weißer Haut zu sehen vermeinte. Anstatt des üblichen Zylinders trug sie einen weißen Strohhut mit rotem Bande, der ihr ein ungemein kindliches Aussehen verlieh. Als sie nun voller Freude über seine Worte zu Ludwig ausschaute, mit einem so sanften Blick, wie er ihn höchst selten erst an ihr beobachtet hatte, da kam ihm die Hoffnung, daß die Stunde doch nicht so fern sei, welche die Knospe ersprießen würde. Aber der besellgende Traum sollte jäh unterbrochen werden. Auf einer plötzlichen Wegbiegung vor einem alten Manne, der hier Holz auflas, heftig erschreckend, faßte Alinde mit einem Ruck zu fest in die Zügel, so daß das ohnehin se unruhige Pferd dazu gebracht wurde, sich auf die Hinterbeine zu erheben. Es war das Werk eines Augendlicks, Ludwig aber behlelt kaltes Blut und riß Phylox mit solcher Gewalt herunter, daß er fast in die Knies sank. „Was habt Ihr auch hier zu suchen und die Menschen zu erschricken?" fuhr Alinde den alten Mann zornig an, dem vor Angst) alle Glieder zitterten.„Marsch, hinaus aus dim Park und laßt Euch hier nicht wieder sehen, sonst möchte es Euch übel ergehen! Um Euretwillen den Hals zu brechen—“ „Ist der alte haimlose Mann wirklich daran schuld?“ fiel Ludwig ihr ins Wort, während er das Pferd beruhigend straichelte.„Kann er nur das geringste dafür, daß Ste eigensinnig darauf beharrten, gerade dieses Pferd zu reiten?“ „Kommen Sie mir nur wieder damit!“ fuhr Adeline auf. Seine Worte schlenen aber doch ihre Wirkung auf sie geübt zu haben, denn sie wandte sich, nachdem sie bereits langsam weitergeritten war, noch einmal um und rief dem alten Manne zu: „Meinetwegen könnt Ihr im Park bleiben und Holz suchen!“ „Ich danke Ihnen!“ bemerkte Ludwig leise. WWossia!“ Es war der alte scharfe Ton und noch schärfer war der Blick, mit dem sich das Mädchen nach ihm umdrehte. „Dafür, daß Sie Ihr hartes Wort zurücknahmen!“ erklärte er ihr.„Es bereitet steis Genugtuung, zu wissen, daß man sich in einem andern Menschen nicht getäuscht hat!“ „Spielen Sie nur nicht gar so sehr den Vortrefflichen, Herr Stallmeister, sonst erreichen Sie das Gegenteil dessen, was Sie beabsichtigen!“ spöttelte sie.„Adieu! Holen Sie mich ein, wenn Sie es können!“ Und einer plötzlichen Eingebung folgend, schnalzte sie mit der Zunge, und sofort verfiel Phylax in einen Galopp und griff soweit aus, daß er innerhalb weniger Sekunden samt seiner schönen Last Ludwig's Blicken entschwunden war. Hatte Alinde geglaubt, Ludwig würde ihr sofort folgen, oder sich um sie ängstigen, so sollte sie sich getäuscht sehen. Er beschleunigte die Gangart seines Pferdes nicht; war er doch an die Launen und den Stimmungswechsel Alinde's längst gewöhnt. Wohl dachte er an das unruhige Pferd, welches sie ritt, aber andererseits war Rlinde eine vorzügliche Retterin, sodaß er keine Ursache zur Sorge zu haben brauchte, zumal sie heute gewiß keinen Versuch mehr machen würde, Phylex zu reizen. Nach kurzer Zeit erreichte er den Ausgang des Waldes. Vor ihm lag im glänzenden Sonnenlicht, umsäumt von einer dunkelbewaldeten Hügelkeite, das fruchtbare Tal, dessen Aecker und Wiesen mit nur winigen Ausnahmen Schönberg's Elgenium waren. Bittere Gedanken stiegen in Ludwig auf. Sowelt konnte man einst auch das Besitztum der Domst überschauen, als der Vater noch nicht geblehdet worden war von der falschen Schönheit Odtla's und als sie mit ihrer Verschwendungssucht den alten Mann noch nicht ruiniert hatte. Wie reich und glücklich hatten fie sich gedünkt, wie so bevorzugt vor anderen Menschen! Und nun? Er selbst hier ein Geduldeter und seine teure Schwester ringend und kämpfend um das tägliche Brot! Unwillkärlich richtete er sich in seinem Sattel höher auf. Die Verantwortlichkeit seiner Stellung, die er hier einnahm, war ihm deutlicher denn je zum Bewußtsein gekommen. Wo war Rlinde hingeraten? Mit scharfem Auge Umschau haltend, gewahrte er in zlemlicher Entfernung ein weißes Tuch, das hin= und her= bewegt wurde, aber sonderbarerweise inmitten einer saftig grünen Wiese. Zu sehr von der Sonne geblendet, um genauer schauen zu können, gab er seinem Pferde die Sporen und jagte querfeldein, dem weißen Punkte entgegen. Und je näher er kam, desto größer wurde seine Unruhe, denn er sah jetzt wohl Alinde, aber von dem Pferde konnte er nichts erspähen. Dagegen rief ihm auf zwanzig Schritt Entfernung das junge Mädchen, das totenblaß und erschöpft auf einer kleinen Erhöhung hockte, zu:„Zurück, ich beschwöre Sie, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist!“ „Was ist?“ rief er erschrocken zurück. „Fragen Sie nicht!“ gab sie ihm halb schluchzend zur Antwort.„Es muß hier ein Sumpf sein, von dem kein Mensch eine Ahnung hatte, und Phylax versank vor meinen Augen, kaum daß ich, Unheil ahnend, aus diesen Steinhausen abgesprungen war!“ Und sie schlug die Hände vor ihr Gesicht; Schluchzen erstickte ihre Stimme. Budwig, über das Gehörte tödlich erschrocken, wandte sein Pferd und brachte es auf sicheren Beden und sprang ab. des Kindes herbei.! Es war jedoch zu späl, denn das arme Würmchen hatte bereits derart schwere Brandwunden erlitten, daß es gestern nachmittag verstarb. Dettmund, 2. Dez.[Kroaten und Italtener.] Die auf Zeche Erone arbeitenden Kroaten sind von der Verwaltung sämtlich entlassen und als lästige Ausländer des Landes verwiesen worden. Auch der Hörder Verein beabsichtigt, unter den ausländischen Arbeitern, namentlich soweit Kroaten und Italiener in Frage kommen, eine gründliche Sichtung vorzunehmen. Falls Arbeiterentlassungen in der nächsten Zeit sich als notwendig erweisen sollten, werden dieser Ausländer in erster Linie von der Maßrege! betroffen werden. Lochum, 2. Dez.[Kuhhirtendenkmal.] Ein eigenartiges Denkmal wird untere Stadt demnächst aufzuweisen haben. Bochum war bekanntlich, ehe es zur Industriestadt von Weltruf heranwuchs, ein kleines, unscheinbares Ackerstädtchen. Die eingesessenen Bürger schämen sich dessen nicht, sonst würden sie kaum auf den Gedanken gekommen sein, die Aschenbrödelzeit ihrer Vaterstadt in einem Denkmal zu verewigen. Das Denkmal soll einen Kuhhirten darstellen. Der Bildhauer Schmiemann zeigt uns diese typische Figur des ländlichen Bochum von ehedem in einer kernwestsälischen Gestalt, angetan mit Wams und Kittel, auf dem Kopf die schildbew hrte Kappe, in der Rechten das Tutehorn und in der Linken die Wispelte für seine ungebärdigen Zöglinge. Links neben dem Hirten geht als sein getreuer Begleiter der deutsche Schäferhund. Die orlginelle Gestalt des Kuhhirten steht auf einem Sockel, auf dessen Vorderseite ein Relief angebracht ist, eine weidende Kußherde wiedergebend. Von den Bochumer Urindianern, wie ein Redner in der Stadlverordnetensitzung die Pfahlbürger„Kaubaukums“ humorvoll titulierte, sind für das Kuhhirtendenkmal etwa 5000 Mark aufgebracht worden. Die Kosten betragen rund 10000 Mark. Das Kollegium beschloß, daß der Rest auf die Stadtkasse übernommen werden soll. Das Kuhhirtendenkmal wird seinen Standort auf dem Marktplatz, inmitten der Altstadt, finden. Krefeld, 2. Dez.[Ein großer Ausstand] steht in der Seidenwebindustrie hier bevor. Die Arbeiter haben eine Lohnerhöhung von 10 Prozent für Seide und 10 Prozent für Kunstseidenstoffe gefordert. Diese Forderung Vorsichtig ausschreitend, strebte er hierauf dem Steinhügel zu. „Kommen Sie, Alinde,“ sagte er, als er ihn erreicht hatte, es gar nicht bemerkend, daß er sie mit dem ihm im stillen bereits so vertrauten Vornamen ansprach,„stützen Sie sich auf meinen Arm, ich bringe Sie sicher und wohlbehalten zurück. Sie haben sich doch nicht verletzt?“ Alinde hob das blasse, tränenüberströmte Antlitz. „Nein, mir geschah nichts, aber ach, den Blick des armen Tieres, mit dem es mich um Hilfe anflehte, während es versank, ich werde ihn mein Ledenlang nicht vergessen!“ Sie war unterdessen unter Ludwig's Beistand ausgestanden und lehnte sich jetzt fest an des jungen Mannes sie umschlingenden Arm. Er fühlte, wie ihr schlanker Körper vor Grauen erbebte und empfand den unruhigen Schlag ihres Herzens. „Suchen Sie dieses Bild aus Ihrer Stele zu bannen, Alinde," vat Ludwig, ihren Blick suchend.„Das Pferd ist nicht mehr zu retten, Sie aber müssen so bald aIs möglich nach Hause. Ich bereue ties, daß ich Sie allein reiten lleß—“ „Sagen Sie das nicht, ich bitte Sie!" beschwor ihn Klinde.„Wenn nun auch Sie—— wenn ich nun schuld gewesen wäre, daß Sie—— O, ich hätte es nicht überlebt!“ Und von neuem bedeckte sie ihr Gesicht und schluchzte krampfhaft.(Fortsetzung folgt.) wurde abgelehnt. Die Arbeitererganisationen beschlossen darauf, in vier Webereien zu streiken und zwar morgen früh in diesen vier Webereien die 24ständige Kündigung einzureichen, und am Mittwoch den Streik zu beginnen. Die Fabrikantenvereinigung wird diesen Beschluß sicherlich mit der allgemeinen Aussperrung der Arbeiter in allen Fabriken beantworten. Das Waffenlager russischer Cerroristen in Berlin. Zu dem in Berlin am 25. November Pankstraße 325 Im Hause des früheren sozialdemokratischen Stadtverordneten Emil Kerfin entdeckten umfangreichen Lager des ZentralKomilees der russisch=sozialdemokratischen Arbeiter=Partei wird jetzt amtlich folgendes gemeldet: Es wurden u. a. in Verwahrung genommen: a), Elwa 10 Zentner russischer Zeitungen und Druckschriften sozialdemokratischer Tendenz mit zwei unter der Gewandung zu tragenden weißleinenen Schmuggelschürzen; b) drei Ballen(19000 Bogen) weißen mit geraden Wasserzeichen versehenen Papiers; o) zwei Kisten mit 14 Parabellum=Pistolen und 3000 dazu gehörigen 9 Millimeter=Hohlspitzpatronen; d) ein Elektrometor und mehrere hundert starke Eisenschrauben für Eisenteile. Die Zeitungen und Druckschriften sind zum Tell gestempelt „Zentral=Komitee— Russisch sozialdemokcatische Arbeiterpartel“. Die 19000 Bogen weißen Popiers sind in einer großen deutschen Fabrik auf Bestellung des Buchhalters Wilhelm Günsel vom„Vorwärts“ hergestellt und eignen sich zur Nachahmung von russischen Dreirubelnoten. Die Waffen stammen gleichfalls aus einer großen deutschen Fabrik und sind auf Bestellung von Lüttich her an eine hiesige Mittelsperson, den Schlosser Albert Oberbosfel, Mitglied des 6. sozialdemokratischen Wahlvereins, gesandt. Ueber die Bedeutung des Elektromotors und der Eisenschrauben ließ sich noch keine Gewißheit erlangen. Mieter des betreffenden Lagerraums soll ein Russe Freytag sein, der bis jetzt aber noch nicht ermittelt werden konnte. Wahrscheinlich ist dieser identisch mit einem im Mai d. J. hier ausgewiesenen Russen der bei dem sozialdemokratischen Stadtverordneten Wilhelm Bäumler in Schöneberg eine Geschäftsstelle des ZentralKomitees der russisch=sozialdemokratischen Arbeiterpartei unterhielt und bei dem sozialdemokratischen Stadtverordneten Ernst Obst in Schöneberg wohnte. Bericht an den Herrn Minister des Innern ist von dem Polizei=Präsidenten erstattet. für Haus= und Landwirtschaft. Kleemüdigkeit ist häufig weiter nichts als eine Folge von Phosphorsäuremangel in einem Boden, der durch sortgesetzte Ernten bei alleiniger Stalldüngung allmählich an Phosphorsäure verarmt ist. In solchen Fällen wirkt Thomasmehl Wunder.— Auch zu Zuckerrüben ist ein: kräftige Thomasmehldüngung während des Winters sehr zu empfehlen. Es wird dadurch nicht nur der Ertrag an zuckerreichen Rüben vermehrt, sondern man hat hierdurch auch ein bewährtes Mittel zur Bekämpfung des Wurzelbrandes. Vermischtes. * Berlin, 2. Dez. Wie schon in voriger Nummer erwähnt, ließ Kaiser Withelm am Sonnabend nachmittag die Schulkinder des Ortes Highelisse, etwa 170, im Schulhaus mit Tee und Kuchen bewirten. Der Schulraum war mit deutschen und englischen Fahnen geschmäckt. Die gedeckten Tischchen waren mit Blumen geziert. Der Kaiser mit den Herren der Umgebung erschien gegen 5½ Uhr. Vier kleine Mädchen überbrachten Sträuße. Der Kaiser nahm eine Tasse Tee und etwas Kuchen, sprach auf das freundlichste mit einigen Kindern und schnitt den Riesenkuchen, der auf dem Mitteltisch stand, seldst an, der sodann sogleich verteilt wurde. Der Kaiser verließ unter endlosen Hurras der Kinder das Schulhaus, worauf das Fest seinen Fortgang nahm. *[Internationale Automobil=Ausstellung.) In den neuen Berliner Ausstellungshallen am Zeolegischen Garten wird am Donnerstag vormittag die 7. Berliner Automobil=Ausstellung durch den Prinzen Heinrich als Stellvertreter des Kaisers eröffnet werden. Es wird eine glänzende Feier werden, zu der weit über 1000 Ehrengäste geladen worden sind. An der Spitze der Ausstellung stehen der Präsident des Kaiserlichen Automobil=Klubs, Vikter Herzog von Ratibor und der Vorsitzende des Vereine deutscher Motorfahrzeug=Industeieller, Direktor G. Vischer. Das Protektorat über die Ausstellung hat Prinz Heinrich übernommen. * Paris, 2. Dezember. Der lenkbare Militärballen „Patrie“, welcher infolge einer Siörung am Moter in Verdun landen mußte, hat sich bei den Ausbesserungsarbeiten am Sonnabend bei einem heftigen Windstaß nach einer Schleiffahrt von 40 Metern aus den Händen von 200 Leuten, die ihn vergeblich zu halten versuchten, losgerissen und ist in westlicher Richtung davongeflogen. Sein Aufenthalt ist noch unbekannt, er soll zuletzt an der Nordküste Irlands gesehen worden sein. Im französischen Kriegsministerlum wurde eine Untersuchung darüber eingeleitet, unter welchen Umständen der Unfall bei der„Patrie“ sich ereignete, sowie über die Frage, wen die Verantwortlichkeit dafür treffe. Vorläufig wurde festgestellt, daß die„Patrie“ zu staik mit Gas geladen war, und daß man, anstalt den Ballon wenigstens teilweise zu entleeren, ihn durch 200 Soldaten festzuhalten suchte. Als Ersatz für die„Patrie“ hat der Eigentümer des Lustschiffes„Ville de Paris“, der Großindustrielle Deutsch, dem französischen Krlegsministerium sein Lustschiff angeboten. Die„Ville de Paris“ wird zunächst eine Fahrt nach Verdun unternehmen. Der Ingenteur Julliot wurde vom Kriegsministerium aufgefordert, zwei neue Lustschiffe nach dem Modell der Patrie zu bauen, für welche die Regierung von der Kammer einen Kredit von 500000 Franken verlangt. Aus dem Verlage von Trowitzsch u. Sohn in Berlin SW liegen uns verschiedene Kalender für das Jahr 1908 vor, deren Anschaffung wir hiermit bestens empfehlen. Wir nennen an erster Stelle Trewitzsch's Reichskalender(geb. 1 Mt.). Derselbe wird, wie immer, allenthalden Freunde finden. Und das mit Recht! denn eine vorzügliche Ausstattung und seine prächtigen Erzählungen, sowie der reichhaltige Nachschlagetell machen ihn zu einem gediegenen Hausbuch. Den diesjährigen reichen Inhalt zu charakterisieren, sei in erster Linie ein Lebensbild der Mutter Goethes genannt, deren kluge und gätige Frohnatur wahrhaft erquickend auf den Leser wirkt. Neben gutem Erzählungsstoff finden wir Gedichte, Sinnsprüche, Humoristisches ebenfalls in guter Auswahl. Dazu nun noch die geschmackvollen Illustrationen und drei Vollbilder, und man kann sich nur wundern, was der Kalendermacher alles für den Preis von 1 Mk. in diesen teuren Zeiten leistet.— Trowitzsch's Damenkalender bildet wie immer ein Schmuckstück für den Schreibtisch. Sein netter Einband und die äußerst geschmackvolle Ausstattung stimmen vortrefflich zu seinem literarischen Inhalt. Das Kalendarium hat Raum zum Einschreiben von Geburts= und Gedenktagen oder zur Führung eines kleinen Tagebuches. So bildet der Kalender ein sinniges, bei dem Preis von 1,50 Mk. überaus staatliches Geschenk für unsere Damen. — Für denselben Preis ist zu beziehen Frewitsch's Landwirtschattlicher Kalender. Die prattische Trennung des Kalenders in ein dünneres Taschenbuch und ein Nachschlageheft wurde beibehalten. Alles, was der Landwirt zur Hand haben muß und vieles, was ihn interessiert, findet sich in dem Kalender, den wir als einen wirklich brauchbaren Ratgeber für die Praxis warm empfehlen.— Hierneben seien noch erwähnt Sohurev's Dorskalender und Trowitzsch's Verbesserter Kalender, die zum Preise von 50 Pfg. zu bezieben sind. Anzeigen, welche in eine bestimmte Ausgaße unseres Blattes aufgenommen werden sollen, wolle man uns möglichst am Tage vor dem Erscheinen dir betreffenden Nummer, spätestens edoch am Tage der Ausgabe bis 9 Uhr vormittags zugehen lassen, andernfalls wir eine Aufnahme für die betressende Nummer nicht mehr zuzusagen vermögen. Die Korsetts, Taschentücher, Lavalliers, Vorsteckschleifen, seidene Tücher, Kragenschoner. Maria Ortjohann. Alle Zutaten zum Schlachten in bester Qualität. Wunderpfesfer, weißer Pfeffer, schwarzer pfeffer, Nelken, Cumin, Majoran, Thymian, Bindfaden 2c. Ernst Hoffschildt, Löwen=Drogerie. Cogmee der Rheingauer Cognac=Gesellschaft Scheuer& Co. zu haben in allen Preislagen bei unserm Vertreter Fritz Weingarten, Kattenstroth 226. An der Gratis=Verlosung bei der Junggeflügel=Ausstellung haben folgende Eintrittskarten=Nummern Anteil: 8 92 104 188 318 358 359 397 403 440 442 474 489 507 565 571 576 640 665 813 882 939 967 983 986 998 1100 1122 1123 1169 1177 1182 1228 1249 1250 1313 1356 1418 1456 1498 1510 1540 1563 1600 1668 1679 1690 1725 1766 1776 1780 1796 1809 1817 1828 1901 2129 2136 2144 2153 2165 2170 2326 2331 2357 2384 2408 2411 2466 2485 2638 2653 2668 2730 2797 2799 2843 2819 2926 2931 2987 3026 3036 3057 3086 3096 3100 3165 3314 3315 3318 3324 3350 3385 3486 3490 3501 Die Gegenstände sind bis spätestens Sonnabend, den 6. Dezember bei Herrn G. Pollkläsener abzuholen. Bis dahin nicht abgeholte Gegenstände verfallen zu Gunsten des Vereins. Aussteuer-Artikel Fertige Betten Betttedern u. Daunen Inlettstoffe. Eiserne Bettstellen in nur allerbesten Qualitäten zu billigsten Preisen. Meine Dampf-Bettfedern-Reinigungs-Maschine empfehle beim Umfüllen gebrauchter Betten. Durch sergfältiges Entstäuben und Dämpfen werden die Federn wieder wie nen. Betten- und Aussteuer-Geschäft J. H. Manecke. Gesundheits=Hafer=Zwieback ist der beste Nähr= und Tafelzwieback der Welt. W. Mestemacher. Stärkungsweine, Kräftigungsmittel. Lövendrogerie Hoftschildt. MedizinalLebertran, das Beste, was es gibt. Flasche 1.00 u. 2.00 Mk. Ernst Hofscbildt. Löwendronerie u. Weinhandlung. Prima echten Heidehonig. Güthenke Wwe. Wer *1 gehten. Pechten. guten aIteTropfen 11951 dertrInns Elmendörfer er lat und Sieibe der beste KorzDranutwein überall! Siherst i. Maf