Neue Gütersloher Zeitung Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr.52 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1.20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr.— Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 141 Schmäling& Dienstag, den 26. November 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Erstes Blatt. Das neue Gestern ist dem Reichstage der Entwurf eines neuen Vereinsgesetzes zugegangen, dessen einzelne Paragraphen wie folgt lauten: § 1. Alle Reichsangehörigen haben das Recht, zu Zwecken, die dem Strafgesetz nicht zuwiderlaufen, Vereine zu bilden und sich zu versammeln. § 2. Jeder Verein, der eine Glawirkungf öffentliche Angelegenheiten bezwickt, muß Vorstand und Sotzungen haben. Der Vorstand ist verpflichtet, binnen einer Woche nech Gründung des Vereins Sotzungen sowie Verzeichals der Mitglieder des Vorstandes der für den Sitz des Vereine zuständigen Polizeibehörde einzureichen. Ebenso ist jede enderung der Sotzung sowie jede Renderung in der Zusammensetzung des Vorstandes binnen einer Woche nach dem Elntreten der Renderung anzuzeigen. Satzungen sowie Aenderung derselben sind in deutscher Fassung einzureichen. § 3. Wer eine öffentliche Versammlung zur Erörterung öffentlicher Anzelegenheiten veranstalten will, hat hiervon mindestens 24 Stunden vor Beginn der Verhandlung unter Angabe des Ortes und der Zeit der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Für Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahl zu politischen Körperschaften beträgt die Anzeigefrist mindestens 12 Stunden.“ Ueber die Anzeige soll von der Polizelbehörde sofort kostenfreie Bescheinigung ertellt werden. Der Landespolizeibehörde bleibt überlassen, zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen es einer Anzeige nicht bedarf für Versammlungen, die unter Einhaltung der im Absatz I bezeichneten Frist öffentlich bekannt sind. § 4. Offfentliche Versammlungen unter freiem Himmel bedürsen der Genehmigung der Pollizeibehörde. Die Genehmigung ist schriftlich zu erteilen. Das Gleiche gilt von Aufzügen, die auf öffentlichen Straßen oder Plätzen stattfinden sollen. Die Genehmigung ist von den Veranstaltern mindestens 48 Stunden vor Beginn der Versammlung oder des Aufzuges unter Bekanntgabe des Ortes und der Zeit nachzusuchen. Die Genehmigung darf nur versagt werden. wenn aus der Abhaltung der Versammlung oder der Veranstaltung des Aufzuges eine Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit zu befürchten ist. Gewöhnliche Leichenbegängnisse, sowie Züge und Hochzeitsversammlungen, wo sie hergebracht sind, bedürfen der Genehmigung nicht. § 5. Jede Versammlung, für die es der Anzeige, der Bekanntmachung oder der Genehmigung bedarf, muß einen Leiter haben. Der Leiter, oder solange dieser nicht bestellt, der Veranstalter, hat für Ruhe und Ordnung in der Versammlung zu sorgen. Er ist befugt, die Versammlung für aufgelöst zu erklären. § 6. N'umand darf bei einer öffentlichen Versammlung oder im Aufzuge, der auf öffentlichen Straßen oder Plätzen stattfinden soll, bewaffnet erscheinen, es sei denn, daß er vermöge eines öffentlichen Berufes zum Woffentragen berechtigt oder zum Erscheinen mit Waffen behördlich ermächtigt ist. § 7. Die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen sind in deutscher Sprache zu führen. Ausnahmen sind nur mit Genehmigung der Landespollzeibehörde zulässig. § 8. Die Polizelbehörde ist befugt, in jede Versammiung, für die es einer Anzeige oder Bekanntmachung oder Genetzmigung bedarf, 2 Beauftragte zu senden. Die Beauftragten haben sich unter Kundgedung dieser Eigenschaft dern Leiter oder, solange dieser nicht bestellt ist, dem Veranstalter der Versammlung bekannt zu geben. Den Beauftragten muß ein ihrer Wahl nach angemissener Platz eingeräumt werden. § 9. Die Beaustragten der Polizeibehörden sind befugt, vom Leiter, oder solange dieser nicht bestellt ist, vom Veranstalter der Versammlung, für die es der Anzeige, der Bekanntmachung oder Genehmigung bedarf, unter Angabe des Grundes die Auflösung der Versammlung zu verlangen: 1. wenn die Genehmigung nicht erteilt ist(§ 4 Abs. 1—8); 2. wenn die ordnungsmäßige Zulassung der Beauftragten der Polizeihörde verweigert wird(§ 8 Abs. 1—8); 3. wenn Bewaffnete, die unbesugt in der Versammlung anwesend sind, nicht entsernt werden(§ 6); 4. wenn Rednern, deren Ausführungen den Tatbestand eines Verbrechene adir eines nicht nur auf Anteag verfolgenden Vergehens epthalten oder sich verbeiswidrig einer nichtdeutschen Sprache bediensen, auf Aufforderung der Brauftragten der Polizeibehörde von dem Leiter der Versamenlung das Wort nicht entzegen wird. Wird dem Verlangen nicht entsprochen, se sind die Beauftragten der Polizelbehörde befugt, die Versammlung für aufgelöst zu erlläcen. § 10. Sobalh eine Versammlung für aufgelöst erklärt wird, sind alle Anwesenden verpflichtet, sich sofort zu enternen. § 11. Mit Geldstrafen bis zu 600 Mk., an deren Stelle im Unvermögensfalle Haft tritt, oder mit Haft wird bestraft, 1. wer als Vorstand oder als Mitglied des Vorstandes eines Vereins den Vorschriften über die Einreichung von Satzungen und Verzeichnissen(§ 2, Abs. 2—4) zuwider handelt; 2. wer eine Versammlung oder einen Aufzug ohne die vorgeschriebene Anzelge oder Genehmigung(§§ 8, 4, 5, 7) veranstaltet oder leitet; 3. wer unbesugt in einer Versammlung oder bei einem Auszuge bewaffnet erscheint oder sich nach ausgesprochener Auflösung der Versammlung nicht sofort entfernt. § 12. Die Vorschriften dieses Gesetzes finden keine Anwendung auf die durch das Gesetz oder die zuständige Behörde angeordneten Versammlungen. § 13. Welche Behörden unter der Bezeichnung(Polizelbehörde) zu verstehen sind, bestimmt die Landes=Zentralbehörde. § 14. An die Stelle des§ 72 des Bürgerlichen Gesetzvuches tritt folgende Vorschrift:„Der Vorstand hat dem Amtsgericht auf dessen Verlangen jederzelt eine von ihm volizogene Bescheinigung über die Zahl der Vereinsmitglieder einzureichen.(§ 72 des Bürgerlichen Gesetzduches lautet bisher: Der Verstand hat dem Amtsgericht auf dessen Verlangen jederzeit ein Verzeichnis der Vereinsmitglieder einzureichen.) § 15. Aufgehoben wird der§ 17, Abs. 2 des Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag vom 81. Januar 1869 (B. G. Bl., S. 145; R. G. Bl. 1878, S. 168), der § 2. Abs. 2 des Elaführungsgesetzes zum Strafgesetzbuche für das deutsche Reich vom 31. Mai 1870(B. G. Bl., S. 195; R. G. Bl. 1871, S. 127), soweit er sich auf die besonderen Vorschriften des Landenstrafrechts über den Mißbrauch des Vereins= und Versammlungsrechtes bezieht, der§ 6. Abs. 2, Nr. 2 des Einführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung vom 1. Februar 1877(R. G. G., S. 846). Dir sonstigen reichsgesetzlichen Verschriften über Vereine und Versammlungen bleiden in Kraft. § 16. Unberührt bleiden die Vorschriften des Landesrechts über kirchliche und religiöse Vereine und Versammlungen, über kirchliche Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge, sowie über geistliche Orden und Kongregationen, die Vorschriften des Landesrechts in bezug auf Vereine und Versammlungen für Zeiten der Kriegsgefahr, des Krieges, des erklärten Krieges(Belagerungszustand) oder innere Unruhen, Aufruhr, die Vorschriften des Landesrichts in bezug auf Verbindungen und Verabredungen ländlicher Arhziter und Dienstboten, die Vorschriften des Landesrechts zum Schutze der Feier=, der Sonn= und Festtage. Jedoch sind für die Sonntage die nicht zugleich Festtage sind, für Beschränkung des Versammlungsrechts nur bis zu Beendigung des vormittägigen Haupigettesdienstes zulässig. § 17. Dies Gesitz tritt... in Kraft. volitische Vebersicht. Doutsches Reich. Der Londoner„Observer“ meldet aus Highelisse von zuständiger Quelle: Der Katarrh des Kaisers, der chronisch zu werden drohte, ist gänzlich behoben. Die Kehle ist gesund. Trotz harter Tagesarbeit bessert sich das Befinden täglich. Der Kaiser ist völlig zufrieden mit seinem Aufenthalt in Highellffe. Generalmasor v. Deimling scheidet aus dem Verband der Schutztruppe für Südwestafrika aus und erhält in der Armee den Posten des Kommandeurs der 58. Infantertebrigade. Auf Besehl des Kaisers ist gegen den Grafen Hohenau, den früheren Kommandeur des Regiemenle Gardes du Coips, ein ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet worden, das angeblich auch auf den Grafen Lynar aus, edehnt worden ist. Ferner hat der kommandlerende General des Gardekerps, Generaladjutant v. Kessel seinen Abschied eingereicht. Es bedarf keiner besonderen Kombinations= gabe, so schreibt das Berliner Tageblat1, um zu folgern, daß dieses Abschiedsgesuch, das in der Armee bereits seit Wochen erwartet wurde, darauf zurückzuführen ist, daß General v. Kessel im Prozesse Moltke contra Harden unter seinem Eide bekennen mußle, ihm wäre von den Gründen der Verabschiedung höherer Offiziere des ihm dienstlich unterstellten Gardekerps nichts bekannt geworden. Was den Grafen Hohenau betriffi, so soll dieser sich sitttiche Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen. Inwieweit diese Verfehlungen Im Sinne des Gesetzes oder entsprechind der allgemeinen Aufsassung gegen den§ 175 verstoßen, wird die Untersuchung ergeben. Die sittlichen Varfehlungen des Grafen kamen im Molike=Harden=Prozeß zur Sprache, und zwar in jenem Teil des Prozisses, der unter Ausschluß der Offentlichkeit verhandelt wurde. Das Arbeitsprogramm des Reichstages vor Weihnachten ist heute vom Seniorenkonvent ausgestekt werden. Danach sollen für Dienstag und Mittwoch Interpellationen auf die Tagesordnung gesetzt werden und zwar für den heutigen Dienstog die Interpalletion des Grafen Kanitz über den Bankdiskont, für Mittwoch zwei Interpellationen über die hohen Lebensmittelpreise und die Kohlenleuerung. Donnerstag beginnt dann die erste Lesung des Etats und darauf folgt die Beratung des Vereinsgesetzes und der Börsenreform. Am 26. Dezember beginnen die Weihnachtsferien. Am heutigen Dienstag beginnt die neue Session des preußischen Landtages. Die Eröffnung ersolgte im Weißen Saale des Königlichen Schlosses durch den Reichskanzler und Ministerpräsidenten Fürsten Bülow, der die Thronrede zur Verlesung brachte. Die Einberufung ist diesmal bekanntlich früher als sonst erfolgt mit Rücksicht auf die Ostmarkenvorlage, derer Erledigung noch in diesem Jahre im Interesse des erfolgreichen Weiterarbeitens der Anfiedlungskommission dringend nötig erscheint. Fürst Bülew beabsichtigt, wie verlautet, diesen Gesetzentwurf gleich am eisten Tage persönlich im Abgeordnetenhause einzubringen. Dies entspricht der hohen Bedeutung, die der Vorlage im Interesse der Erhaltung des Deutschiums in unseren Ostprovinzen beizumessen ist. Eine weitere wichtige Vorlage bildet die Regelung der Beamtengehälter. Da die Regierung gleichzeitig eine Neuregelung des gesamten Beamten=Organismus plant, wird diese Frage von seiten des Landtages eingehende Beachtung und energische Arbeitsleistung ersordern. Der Etat dürfte dem Abgeordnetenhause erst im neuen Jahre zugehen. Im Zusammenhang damit wird die Deckung der Mehrforderungen für die Gehaltserhöhungen zu regeln sein. Eine Reihe anderer Vorlagen ist außerdem zu erwarten, sodaß belde Häuser einen reichhaltigen Arheitsstoff zu erledigen haben werden. Die bedeutendste Ausgabe des Deutschen Reiches für die Arbeiterversicherung ist der Zuschuß zur Invalidenversicherung. Er betrug im letzten Jahre etwa 50 Millionen Mark. Dieser Zuschuß ist, abgesehen von den letzten Jahren von Jahr zu Jahr gestlegen, meist in Höhe von 8—4 Millionen Mark. Weiter hat das Reich als Arbeitgeber Belträge zur Arbeiterversicherung zu leisten. Es sind im letzten Jahre bezahlt bei der Heeresverwaltung und bei den Relchseisenbahnen jährlich 1 Million Mark, bei der Post= und Telegraphenverwaltung ½ Million Mark. Die Ausgaben des Reid#versicherungsamtes sind in dem neuen Haushaltungsplan matt 2,1 Millionen Mark angesetzt. Der kürzlich erfolgten Veröffentlichung der Liste der bei der Hauptsammelstelle der freiwilligen Krankenpflege zu Hamburg für das Südwestaftt kanische Expeditions= korps bis 15. November eingegangenen Spenden ist die Bemerkung beigesügt, daß auch nach Proklamation des Friedenszustandes für die Schutztruppe in Südwestafrika ein weiteres Bedürfnis nach freiwilligen Gaben vorliegt und daß das Kaiserliche Gouvernement in Windhuk durch den Staatssekretär des Reichskolonialamts angewiesen ist, für Truppenangehörige bestimmte frelwillige Gaben bis zum Ablauf des Jahres 1907 zollfrei und frei von jeder zollamtlichen Behandlung in das Schutzgeblet gehen zu lassen. Der Entwurf eines Vereinsgesetzes ist gestern im Reichstage zur Verteilung gelangt.§ 7, der bestimmt, daß die Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen in deutscher Sprache zu führen, Ausnahmen aber mit Genehmigung der Landeszentralbehörde zulässig sind, wird ira Wesentlichen u. a. wie folgt begründet: Vorbehaltlich der zur Vermeidung von Härten zuzulassenden Ausnahmen darf und muß an die Spitze einer Regelung der Sprachenfrage der Grundsatz gestellt werden, daß gegenüber jedem Deutschen, der innerhalb des Reichsgebiets in öffentlicher Versammlung zu seinen reichsangehörigen Mitbürgern reden will, der Gebrauch der deutschen Sprache zu verlangen und als möglich vorauszusetzen ist. Hierdurch soll nicht etwa ein Ausnahmegesetz geschoffen, sondern lediglich der deutschen Sprache die ihr im nationalen Interesse zukommende Stellung durch ein für das ganze Reich und für alle seine Angehörigen geltende# Recht gewährleistet werden. Dieses umsomehr, als die fremde Sprache vielfach zum Deckmantel deutschseindlicher Absenderungsbestredungen diem. Bei den weitgehenden Verzichten des Entwurss auf polizetliche Eingriffe und um zu verhüten, daß das Recht der Ueberwachung gerade da vereitelt wird, wo es zur Bekämpfung antinalionaler Machenschaften von besonderer Bedeutung ist, muß auf den Grundsatz des§ 7 das größte Gewicht gelegt werden. Die Sozialdemokraten veranstalten in Berlin und Vororten Massenkundgebungen gegen das preußische Dreiklassenwahlrecht. Für heute sind nicht wentger als 47 Versomwlungen mit der Tagesordnung:„Der Wohlrechtskampf angesetzt. Die Königliche Regierung in Harburg hat die in Wilhelmshaven bestehende sozialdemokratische Jugend organisation zwangsweise aufgehoben, weil pokitische Besprechungen in derselben stattgefundenen haben. Auch im Bezirk Lüneburg sind sechs sozialistische Jugendvereine der behördlichen Schließung verfallen. Gesterrein=- Augare. In Brünn fanden am Sonntag große Massenkundgebungen gegen die Lebensmittelteuerung statt. Etwa vier bis fünstausend Personen hielten wegen der hohen Lebensmittelpreise eine Protestversammlung ab, in der soztaldemokratische Führer Ansprachen hielten. Hieran schloß sich ein Umzug durch die Straßen der Stadt. Eine Anzahl Bilder, die die Lebensmittelverteuerung veran'chaulichten, wurden im Zuge getragen. Es soll eine Interpellation über die Teuerung im Abgeordnetenhause wie auch im Brünner Gemeinderat gestellt werden. Holland. Der niederländische Hof ist jetzt amtlich davon verständigt worden, daß Kaiser Wilhelm wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Dezembers zum Besuche im Haag eintreffen wird. Der Kaiser wird auch nach Amsterdam kommen. * Spanien. Bei Erörterung der Marine=Vorlage erklärte in der Kammer der Marineminister, es sei unumgänglich, das Marinebudget dauernd um 25 Millionen Pesetas zu erhöhen, um die Flotte wieder in Stand zu setzen. Marokko. Nach in Nabat eingetroffener Meldung hat ein Kampf stattgefunden zwischen Truppen des Sultane Abdul Asis unter Buchta ben Bagdadt und den Anhängern Muley Hafids unter Muley Raschid. Letzterer behauptete das Feld und setzte seinen Vormarsch fort. Er hatte zwei Vielfache Beschwerden aus unserem Leserkreise wegen verspäteter Zustellung der Zeitung drängen uns zu der wiederholten Bitte an unsere Inserenten, ihre Inserate doch schon am Abend vor dem Erscheinungstage der Zeitung aufzugeben, allerspätestens aber am Tage der Ausgabe bis vormittags 9 Uhr. Nach dieser Zeit eingehende Inserate können für die Folge keine Berücksichtigung mehr finden. Die Erpedition. Lokales und Provinzielles. „* Sütersloh, 26. Nov.[Wahl.] Am Sonntag gist in dem Hauptgottesdienste das Resultat der am 17 d. M. * g e t ä t i g t e n R e p r ä s e n t a n t e n= W a h l b e k a n n t g e g e b e n w o r d e n. Trotzdem man scheinbar der Wahl kein sonberlich großes Interesse entgegengebracht hat, stritten doch zwei Parteten um die Machtstärke; den Sieg trugen die davon, welche die Wahl folgender nunmehr gewählter Herren betrieben hatten: für Gütersloh: Tischler H. Beckstruck, Seminardirektor Eders, Fuhrunternehmer Olto Feicke, Fabrikant Rudolf Niemöller, Schmiedemeister Hirm. Uekmann, Schuhmachermeister W. Schomburg; für Blankenhagen: Lehrer Köster, Neuwöhner Redecker, Neuwöhner Westerhelweg; für Nordhorn: Neuwöhner Elsing, Rendant Hermann Husemann, Buchbinder Arnold Wixforth; für Sundern: Untermeister Herm. Heitmann; für Kattenstroth: Tischler Heinr. Hunke. Als Ersatz für verstorbene Repräsentanten wurden gewählt: für Gymnasialdirektor Dr. Lünzner Kaufmann Fr. Schröder sen., für din Handelsmann Christoph Stedfeld Gärtner Wilh. Stopel, für den Formstecher Gronemeyer Bäckermeister Nottebrock, für Meier Witthoff in Pavenstädt Kolon Karl Hermnottebrock und für Kolon Krümpelmann Kolon Wilhelm Epke in Blankenhagen. :: Suterslon. 26. Nov.[Totensonntag.] Wie alljährlich so sah man auch in diesem Jahre wieder am Totenfeste Alt und Jung in großer Zahl hinauswandern zu den Friedhösen, um, mit Kränzen und anderem Grabschmuck versehen, die Ruhestätten ihrer Toten aufzusuchen und zu schmücken, was vielfach auch schon am Tage vorher geschehen war. Leider wurde der Besuch und das Verwellen auf dem stillen Friedhofsacker gerade in der frequintesten Nachmittagsstunde durch ein stürmisch=regnerisches Wetter unliebsam gestört; trotzdem aber sah man die Friedhofspilger noch bis zum Anbruch der Dunkelheit des Weges ziehen. Für die Gärtner und Blumenhandlungen ist der Totensonntag ohne Zweifel der„goldene Sonntag“ im Jahre, der ihnen gewiß auch von jedermann gern gegönnt wird. ** Sütersloh, 26. Nov.(O v. Bürgerverein.) Auf den morgen abend 8½ Uhr stattfindenden Vortrag des Herrn Gymnasialdirektor Bruns über„Ein Streifzug durch die neueste Liederdichtung“ sei auch von dieser Stelle aus empfehlend aufmerksam gemacht. pe. Gütersloh, 26. Nov.[Schwimmperein. Die am 22. ds. Mis. abgehaltine General=Versammlung wurde gegen 9 Uhr abends durch den Vorsitzenden eröffnet. Aus dem Jahresberichte geht hervor, daß der Verein z. Zi. 80 Mitglieder hat und zwar 80 aktive, 30 Zözlinge und 20 unterstätzende Mitglieder. Das erste Vereinsjahr war ein ziemlich schwieriges. Abgesehen von den Kinderkrankheiten, die jeder junge Verein durchzumachen hat, litt der Schwimmverein, der auf ein offenes Bässin angewiesen ist, sehr unter der Ungunst des Weitters im vergangenen Sommer. Wenn es nun trotzdem möglich gewesen ist, unseren Mitbürgern bei Gelegenheit des Schwimmfestes ein kleines Bild von unsern Bestrebungen zu geben, so ist dieses ein Zelchen dafür, daß die einznen Mitglieder trotz des schlechten Wetters fleißig geübt hatten. Das Schwimmfest, welches ebenfalls bei Regenwetter abgehalten werden mußte, hat dem Verein aber wieder Mut gemacht. Der zahlreiche Besuch bei strömendem Rigen ließ erkennen, daß ein großes Interesse für die Schwimmsache vorhanden ist. Der Kassenbericht sagt, daß einer Einnahme von Mk. 848,18 eine Ausgabe von Mk. 309.65 gegenübersteht. Es bleibt also ein Bestand von Mk. 33,54, zu dem noch Mk. 78,90 rückständige Betträge kommen. Es wurde beschlossen, diese durch einen Boten in den nächsten Tagen einziehen zu lassen. Auf Antrag der Rechnungsprüfer wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Bei der Umwahl des Vorstandes wurde an Stelle des Herrn O. Kern, der eine Wiederwahl leider ablehnte, der bisherige erste Schwimmwart Herr Rendant Herm. Husemann zum ersten Vorsitzenden gewählt. Es wurden ferner gewählt bezw. wiedergewählt die Herren F. Pape(zweiter Vorsitzende), Georg Steinhaus(erster Schwimmwart), C. Flöltmann(zuiter Schwimmwart,) Paul Husemann(Schriftwart), Ruppelt(Kassenwart), Gülheke (Gerätewart). Zum Schluß erstattetete Herr Paul Husemann noch einen sehr interssanten Bericht über das erste nationale Schwimmfest, welches unter dem Ehrenvorsitz des Herrn Regierungspräsidenten Kruse aus Minden, kürzlich in Bielefeld stattgefunden hat. Der Herr Regierungspräsident habe in längerer Rede sich äußerst anerkennend über die Bestrebungen der nationalen Schwimmvereine ausgesprochen und betont, daß die Regierung die Schwimmsache in jeder Beziehung unterstützen und fördern werde. Gerade der Schwimmsport sei in erster Linie mit dazu geeignet, die Kraft und den Mut unserer Jugend zu stählen und so dem Vaterlande körperlich und geistig gesunde und kräftige Männer zu erziehen, auf die es sich in Zeiten der Gefahr verlassen verlassen könne. Um 11 ½ Uhr wurde die Versammlung mit einem kräftigen dreifachen„Guß Naß Hurro“ auf die deutsche Schwimmsache, durch den Vorsitzenden geschlossen. 101 Gütersloh, 26. Nov.[Toi aufgesunden wurde Sonntag früh der bei dem Maurermeister Hollmann beschäftigte Maurer Hesse aus Detmold. H. war bei dem Händler Eggert in Kattenstroth in Logis und von diesem am Sonnabend ersucht worden, einige Körbe von dem Fuhrmann Johann Knecht auf einem Handwagen abzuholen. Als H. nach längerem Warten nicht zurückkehrte, machte man sich auf die Suche nach ihm und fand ihn schließlich nach stundenlangen Umherirren nahe der kalh. Kirche leblos im Chausseegraben liegen. Wie ärztlicherseits festgestellt wurde, ist H. auf dem Wege von einem Schlaganfall betroffen, wobei er dann jedenfalls dem Graben zu nahe gekommen und hineingefallen ist. Der so plötzlich aus dem Leben Geschledene hinterläßt Frau und Kinder. + Sütersloh, 26. Nov.[Besitzwichsel.] Die zur Zest von dem Tischler Birkholz bewohnte Saligmann'sche Besitzung an der Berlinerstraße Nr. 349 ging durch Kauf in den Besitz des Eisenwarenhändlers Kniepkamp über; der Preis soll 28 500 Mark betragen. s Asseiherst, 26. Nov.(Vielfache Ehrungen) sind dem Ehepaare Wilhelm Schwarze aus Anlaß seiner am Sonntag gefeierten goldenen Hochzeit zu tell geworden. Schon Vormittags erfreute das Jubelpaar der Posaunenchor durch Darbringung eines Ständchens, während nachmittags Verwandte, Freunde und Bekannte zur Gratulation resp. Teilnahme an der Feier erschtenen. Bei dieser Feier war auch der Ortsgeistliche Herr Pastor Münther zugegen, der nach der Einsegnung dem Jubelpaare die ihm von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Ehejubiläums=Medaille und eine von der Gemeinde gestiftete Bibel überreichte. Vielsfeld, 25. Nov.(Strafkammer.] Ein Unglücksfall, der sich am 8. September de. Jo. in der Mellerstraße hierselbst abgespielt hat und dem ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen ist, kam am Sonnabend vor der Strafkammer zur Verhandlung. Der 18 Jahre alte Verpacker Eenst Nagel von hier, der beim Militär eintreten wollte, hatie sich ein Gartenteschin angeschafft, um sich im Schießen zu üben. An einem Vormittag hatte er das Gewehr geladen hinter einen Schrank gestellt und, als er eine Radtour unternahm, es vergessen, des Gewehr zu entladen uder zu verschließen. Kaum war er fort, da holte ein etwa 10 Jahre alter Knabe das Gewehr hervor. In Gegenwart mehrerer Kinder entlud sich die Waffe, und der 5 Jahre alte Knabe Olto Fahring brach, tödlich getroffen, zusammen Die Kugel war dem Kinde in der Nasengegend in den Kopf gedrungen. Der Angeklagte Nagel, der das Gewehr sorgsamer hätte aufbewahren müssen, erhielt wegen fahrlässiger Tötung 1 Woche Gesängnis. Minden, 26. Nov.(Vermißt.] Der 57=jährige Schlachter und Vieyhändler Hermann Stmon, Deischhof 28 hierselbst, hat am 20. d. Mis., vormittags 5½ Uhr, seine Wohnung verlassen und hat bis jetzt nicht ermittelt werden können. Nach Lage der Sache muß angenommen werden, daß er im Zustande geistiger Umnachtung sich ein Leid angetan hat. Für die Auffindung des Vermißten, ob lebend oder tot, ist ein Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt worden. 25. Nov.(Raubanfall.] In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde der Dreschmaschinenführer W. von hier, als er sich vom Dorfe nach seiner nur 10 Minuten entfernt liegenden Wohnung begeben wollte, in unmittlelbarer Nähe derselben überfallen und seiner Barschaft in Höhe von ungefähr 450 Mark beraubt. Mit schweren Kopfwunden bedeckt, wurde er heute morgen zum Krankenhaus gebracht. Die Verwundungen sind lebensgefährlich. Leider ist der Täter noch unbekannt. 23. Nov.[Diebstahl.] Ein Fuhrmann einer Ziegelet an der Dingdener=Chaussee wurde gestern um seine Ersparaisse bestohlen. In einem verschlossenen Koffer bewahrte der Mann 279 Mark auf. Von einer Ausfahrt zurückkommend, bemerkte er, daß der Koffer erbrochen und die sauer ersparte Summe gestohlen war. Laugendreer, 25. Nev.[Durch Gestein verschüttet.] Auf Zeche Bruchstraße ist heute mittag der Bergmann Paul Höskens von herabstürzenden Gesteinsmassen verschüttet worden. H. konnte bis heute abend noch nicht gobergen werden. für Haus= und Landwirtschaft. Die Hebung der Viehzucht ist ohne genügend nährstoffreiches Futter undenkbar. Zur Erzeugung desselben ist eine kräftige Düngung der Wiesen und Weiden, der Futter= und Hackfruchtschläge unbedingt nötig. Eine Düngung mit Stallmist und Jauche allein reicht hierzu nicht aus, da es diesen Düngern an Phosphorsäure fehlt. Stallmist und Jauche müssen wenigstens noch durch eine Beidüngung mit Thomasmehl ergänzt werden. In vielen Fällen wird aber neben Thomasmehl auch noch eine Kainitdüngung am Platze sein, zumal bei schwacher Stalldüngung. Vermischtes. * Berlin, 25. Nov. Der ftebjährige Schreiber Georg Szador aus Konychnau bei Rannslau hatte im Gasthause im Kartenspiel sein Geld verspielt und hierauf von seiner. Mutter neues Geld gefordert. Da es ihm verweigert wurde, erwürgte er seine Mutter. Beim Versuch, die Lische im Garten zu begraben, wurde er beobachtet und verhaftet. *(Brandunglück.] In Tettens bei Jever im Oldenburgischen brannte das Wohnhaus eines Arbeiters nieder. Die Frau des Arbeiters kam in den Flammen um. Von dem Inventar konnte nichts gerettet werden. Schweine, Zlegen und Gäase fielen ebenfalls dem Feuer zum Opfer. * R e i m s, 2 4. N o v. I n e i n e r h i e s i g e n W e b e r e i e r folgte eine Explosten, wodurch zahlreiche Arbeiter getötet oder verwundert wurden. Die Fabrik wurde zum größten Teil zerstört. Bisher sind zwei Leichen unter den Trümmern hervorgezogen worden. 500 Arbeiter sind beschäftigungsles geworden. * Barcelona, 25. Nov. Auf der Strecke zwischen Barcelona und Valencia stürzte ein Schnellzug mit vielen Reisenden von einer Brücke in den Riudevanos. Einzelheiten fehlen noch. * Klew, 25. Nov. Einer Petersburger Meldung zufolge ist die Schiffahrt Eises halber geschlossen. Selbstangefertigte elzwaren aller Art. 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Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Gütersloh, den 25. November 1907. findet Donnerstag nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Beerdigung e, Friedrichs 7, aus statt. Statt besonderer Anzeige. Heute nacht um 12 Uhr wurde unsere Tochter und Schwester liebe Hl mma im Alter von 11 Jahren durch einen sanften Tod von ihrem langen schweren Leiden erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen: Hermann Schmedtkord u. Frau Johanne geb. Beckmann und Kinder. Pavenstädt, den 25 November 1907. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2½ Uhr vom Trauerhause, Pavenstädt 55, aus statt. Die Feler im Hause beginnt um 2 Uhr. Die ca. 20 Morgen grosse Besitzung des Neuwöhners Knnfinke Nr. 62 in Pavenstädt wird am am Donnerstag, den 28. d. Mts., nachmittags 2 Uhr anfangend, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend in einzelnen Parzellen oder im Ganzen zum Verkauf ausgesetzt, wozu Käufer einladet Carl Dannenbaum. 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Unter Hinweis auf die gegenwärtig bestehende, seitens staatlicher und kommunaler Behörden wie der Handelskammern geförderte Bewegung, welche auf eine Ausdehnung des Check-Verkehrs hinzielt, empfehlen wir uns Gewerbetreibenden und Privaten zur Eröffnung eines verzinslichen gebührenfreien Check=Kontos. Formulare und Kontobücher stehen an unserer Kasse zur Verfügung. Am Mittwoch nachmittag von 24 Uhr an wird bei August Gnegeler Pavenstädt Nr. 27, das Fleisch eines dicksetten Ochsen, das Pfund zu 55 u. 60 Pfg. verkauft. Anständiger junger Mann erhält gute Kost und Logis Auskunft erteilt die Exp. d. Ztg. Ofenputzbestes und billigstes Mittel zum Reinigen und Scheuern von Herdplatten. Arnold Fricke. Frische Konserven und Hülsenfrüchte. W. Husemann. -e ne SEETTE UISAIETEING RALMGNTE ee TEISEIETE Dre e KANEESE He --ee INNIEENLESAIEEEH Zu haben infalleng Kolonialwaren-, Drogen- u. Seifen-Geschäften Me Ausverkauf dauert nur noch bis Ende dieses Monats. Bis dahin gebe 10 Proz. Rabaut auf alle Waren Auf eine größere Sendung neu eingetroffener Damen-Paletots, Herren-Paletots, Kinder-Paletots mache besonders aufmerksam. J. H. Manecke. Schmitt’s Tanz= und AnstandsKursus in der„Eintracht“ Gütersloh beginnt bestimmt Mittwoch, den 27. d. Mts., abends 8 Uhr. M. Schmitt u. Frau. Von heute ab: Münchener Löwenbrän im Anstich. Wilhelm Falkenreck.“ Evangelischer Bürgerverein. Mittwoch, den 27. November, 8½ Uhr abends: Vortrag des Herrn Gymnasialdirektors Dr. Bruns: Ein Streifzug durch die neueste Liederdichtung Auch die Frauen der Mitglieder sind willkommene Gäste. Der Vorstand. Ebers. Aepfel!!!Schuhwaren Gut gepflückte Grau=Reinetten, Paradisäpfel, diverse gute Sorten Tafeläpfel, Mk. 12, dicke Kochäpfel, Mk. 9, alles per 100 Pfd. inkl. Korb franko Bahnhof Gütersloh gegen Nachnahme versendet Gebrüder Müller, Vennebeck bei Hausberge. 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Sonate für Klavier und Violine c-moll (op. 30.2). 8. Joh. Brahms. Quartett g-moll(op. 25) für Klavler, Violine, Viola und Cello. Bechsteinflügel aus der Niederlage der Firma Th. Mann & Co. in Bleiefeld. Anfang präzise 8 Uhr. Karten àp; 1,50 Hk., Schüler 75 Pfx. sind in der Buchhandlung von Tigges und abends an der Kasse zu haben. ackung, 1.76i0 und Mr. 1,0 große Packung, 35% ig, von stärkter Wirkung). Wunderbare Erfolge, zumal bei gleichzeitiger Anwendung von Zuckvoy-Crème, dem herrlichsten und einzigartigsten aller Hauteremes, Preis Mk. 2.— Probetube 75 Pfg., sowie der nach dem gleichen Patent hergestellten, wunderbar mild wirkenden ZuckohSeise. Preis 50 Pfg.(kleine Gebrauchspackung) und Mk. 1,50 (große. Geschenkpackung), werden zählreich berichtet. Jeder, der bisher vergeblich hoffte, mache einen Versuch. Für die zarte Haut der Kinder verwendet die denkende Mutter Bitumoor=Kinder=Seise D. R. 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Malaga=Feigen, Bozener Maronen, Lambertus= und Cicil. Hasselnüsse Para= und Wallnüsse. W. Küster. und dunkles Spieker=Bier in ½1 ½ und 1/8 Liter=Flaschen. Auf Bestellung frei Haus. Vielseitigen Wünschen entsprechend, habe ich jetzt auch ½ LiterFlaschen eingeführt. BeiHausfestlichkeiten empfiehlt essich, 1/1 Liter=Flaschen zu nehmen, etwa erübrigte Flaschen werden zurückgenommen. J. F. Zumwinkel. Neue Trauben-Rosinen Krachmandeln, Weintrauben, Cocosnüsse, Feigen, Dattein ete Ludwig Grabemann. Stärkungsweine, Kräftigungsmittel. Löwendrogerie Hoffschildt. Margarine - Pfd. 60, 70 und 80 Pfg.— Palmin. M. Sievers, Dreiecksplatz 55. Neue Gütersloher Zeitung Ferntprecher Nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 141 Druck und Verlag: Schnäling& Ohlbrock, Sütersloh. Dienstag, den 25. November 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Sütersloh. 18. Jahrgang Zweites Blatt. Deutscher Reichstag. Berlin, 23. Nov. Der Reichotag, dem drei Interpellationen, davon zwei über die hohen Kohlenpreise und die eine über allgemeine Teuerung zugegangen sind, überwies heute zunächst nach 1½ stündiger Debatte den Vertrag mit den Niederlanden betreffend Unfallversicherung(Verhinderung von Deppelversicherungen und Nichtversicherung) an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Darauf folgte die erste Beratung der Majestäts=BeleidigungsVorlage. Danach soll die Beleidigung forlan nur dann als solche strafbar sein, wenn sie„böswillig und mit Vorbedacht“ erfolgt ist. Bei nicht öffentlich begangenem Delikt soll die Strafverfolgung nur mit Genehmigung der Landesjustizverwaltung eintreten. Kann Bestrafung auf Grund der Majestätsbeleidigungsparagraphen nicht erfolgen, so sollen die allgemeinen Vorschriften über Beleidigung Platz greifen. Außerdem soll schon in 6 Monaten Verjährung eintreten. Staatssekretär Nieberding begründete die Vorlage und teilte dabei mit, daß die Vorarbeiten zu einem neuen Strafgesetzbuch voraussichtlich schon im Laufe des nächsten Sommers zum Abschluß kommen werden. Der vorliegende Entwurf entspringe der Initiative des Kaisers. Es werde hoffentlich im Volke das Vertrauen zur Rechtspflege stärken und zur Befestigung des inneren Friedens beitragen. Abg. Giese(kons.) stimmte im Wesentlichen dem Entwurfe zu, erklärte sich aber namens seiner Freunde dagegen, daß evtl. auf Grund der einfachen Beleidigungsparagraphen in Fällen von Majestätsbeleidigung soll vorgegangen werden dürfen. Abg. Träger(freis. Volksp.) wandte sich ebdenfalls gegen die beireffenden Bestimmungen und verlangte im übrigen statt der Begriffe„böswillig und mit Vorbedacht" objektive Tatbestandsmerkmale. Abg. Osann(natlib.) äußerte sich im gleichen Sinne, ebenso Abg. Kirsch(Zentr.) Abg. Brunstermann(Reichsp.) begräßte die Vorlage, die in dankenswerter Weise den modernen Anschauungen entgegenkomme. Abg. Heine(Soz.) verwarf dagegen den Entwurf, in dem er behauptete, daß dieser absichtlich und bewußt die Parteileidenschaft an die Stellet des Reicheo„setzten. Als Beleidigungen sollten überhaupt nur solche strafbar sein, die den sittlichen Charakter des Betreffenden in Zweifel ziehen. Insofern müßten auch die Majestätsbeleidigungen schlechthin den übrigen Beleigungen gleichgestellt werden. Ein freies Wort müsse gerade guch Fürsten gegenüber möglich bleiden. Staatssekretär Nieberding sprach unter lebhaftem Beifall der Rechten sein Bedauern über die Art und Weise aus, in welcher das Entgegenkommen des Kaisers von den Sozialdemokraten aufgenommen werde. Abg. Graese(wirtsch. Vog.) und Bindewaldt(Ref. Part.) traten für die Vorlage ein, die schließlich an eine besondere Kommission verwiesen wurde. Berlin, 25. Nov. In der heutigen Sitzung nahm der Reichstag die Vorlage betr. die Errichtung von Siiftungen aus dem Nachlasse des Malers Pros. Gustav Müller in erster und zweiter Lesung an und trat dann in die Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation betr. die Lebensmittel=Teuerung ein. Abg. Scheidemann(Soz.) begründete die Interpellation, worauf Staatssekretär v. Bethmann=Hollweg in längerer Rede erwiderte. Gegenüber dem Vorredner wies der Staatssekretär darauf hin, daß die Löhne in den letzten Jahren sogar die Tendenz gehabt hätten, zu steigen. Die Landwirtschaft habe durch den Landarbeitermangel an Prosperität gelitten und ihre Gestehungskosten seien gestlegen; dies und eine ungünstige Welternte habe die Teuerung gesördert. Gerade bei uns sei jedoch die Teuerungslage noch durchaus keine kritische geworden.(Lachen links.) Wie man da gar von Hungerpreisen reden könne, begreife er nicht. Bei Fleisch stehe zweifellos ein Preisrückgang seit dem Vorjahre fest, namentlich bei Schweinen, deren Bestand sich stark vermehrt habe. Mit ihrer Wirtschaftspolitik habe die Regierung neue stabile Verhältnisse für unsere Lardwirtschaft geschaffen und sie werde daran festhalten.(Beifall rechts.) Unsere wirt schaftlichen Grundlagen würden stark erschüttert, wollten wir vorübergehender Zustände wegen die Zölle zeilweilig aufheben. Damit würde auch der Mittelstand geschädigt, der auf die Kaufkraft der Landwirtschaft angewiesen sei. Die Vortelle, die sich die Interpellanten von einer Aufhebung der Getreidezölle versprächen, würden reichlich aufgewogen werden durch die wirtschaftlichen Erschütterungen, die dadurch hervorgerufen würden.(Beifall rechts.) Abg. Roesicke(Bd. d. Landw.) prolestierte gegen das Verlangen nach Aufhebung der Zölle. Der Bund der Landwirte sei stolz darauf, die Gesundung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse herbeigeführt zu haben. Die Interpellation habe das Gute, daß sie die Regierung veranlaßt habe, von neuem auf das Bestimmteste zu erklären, daß sie an der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik festhalte.(Beifall rechts). Abg. Gyßling(frs. Vp.): Die Steigerung der Lebensmittelpreise sei unbestrettbar, andererseits seien aber auch die Löhne gestiegen. Dem Arbeitermangel auf dim Lande werde gerade durch die drohende wirtschaftliche Krisis etwas abgeholfen, ganz beseitigt könne er aber nur durch Abschaffung der jetzigen Gesindeordnung werden. Abg. Hensche!(Rp.): Vor der Schutzzollperlode seien die Getreidepreise oft noch viel höher gewesen als jitzt. Die Teuerung sei im wesentlichen die Folge einer nur mäßigen Welternte. Abg. Dr. Paasche(ntl.): Wenn der Staatssekretär von einer zeltweiligen Suspension der Getreidezölle Nachteile für die Allgemeinheit, auch für den Handel befürchte, so habe er darin durchaus recht. Es handle sich nur um eine vorübergehende Erscheinung. Die Vorräte begännen sich schon wieder zu vermehren. Abg. Herold(Ztr.) trat ebenfalls dem Wunsche nach Suspensien der Getreidezölle entschieden entgegen. Abg. Böhme(wirtsch. Vg.) bekämpfte in längeren Ausführungen den Standpunkt der Interpellation, Abg. Naumann(srs. Vp.) dagegen vertrat diesen unter dem Beifall der Linken.— Morgen 1 Uhr: Kohlenpreis=Interpellationen. Ein Antrag Singer, morgen zunächst die heutige Besprechung fortzusetzen, wurde abgelehnt. Lekales und Provinzielles. 0 Gütersloh, 26. Nov.[Musikperein.] Am kommenden Freitag findet das IV. Musikvereins=Konzert in der„Eintracht" statt. Herr Musikdirektor Christiensen wird mit dem Navensberger Streichquartett einen sehr interessanten Kammermusikabend veranstalten. Zwei Werkvon L. v. Beethoven zieren das Programm. Das erste (op. 8) ist eine Serenade im Stile und Geiste der RokokoZeit gehalten für nur 8 Saiteninstrumente, Violine, Viola und Cello, ein entzückendes Jugendwerk des Meisters aus seiner Bonner Zeit, voll Heiterkeit, froher Laune und Wite, in der Technik und Durchsichtlichkeit ganz im Mozartschim Stil gehalten. Es folgt die C-moll Violin=Klaviersonate op. 32. Eine der großen 12 Violinsonaten Beeihovens ist in Gütersloh noch nicht gehört worden. Von wunderbarer Tiefe ist in diesem Wert das As-dur=Adagie, prickelnd das leicht dahinhuschende Rondo. Stammt doch diese Sonate aus Beethovens produktivstem Schaffensjahr 1809, dim Entstehungsjahr des Ildelto, des G-dur=Klavier=Konzertes und der C.moll=Symphonie. Den Beschluß des Abende macht Brahms G-moll=Klavierquartett, ein Werk voll glänzender Virtuosität, ganz orchtstral gedacht und voll ungarischer Volksmelodien, welche besonders im Rondo(letztem Satz) in dem Z=takligen Tanzthema zum Ausdruck kommen. Herr Musikdirektor Christiansen hal mit diesem Brahmsquarteit kürzlich in seinem Bielefelder Konzert nach Berichten der„Westsälischen Zeitung“ großen Erfolg gehabt und wird es manche Kunstfreunde interessieren, das greßzägige Brahmsquarteit auch in Gütersloh kennen zu lernen. Am schwerstverständlichen ist der erste Satz, da er viel motivisches Material durcharbeitet, geradezu orgelmäßig breit ist der zweite mit seiner schönen Melodik. Ungarische Ihr Schicksal. Reman von H. Friedrich. (17. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) „Frau Gräfin,“ sprach Lankow fast rauh,„gestatten Sie mir, daß ich mich verabschiede!“ „So plötzlich?“ stieß er hervor„Was haben Sie denn nur? Unserer Freundschaft willen,— man vergißt doch nicht, daß man sich einmal nahe gestanden hat. Ab, Sie wollen nicht daran erinnert sein," unterbrach sie sich, als Lankow eine abwehrende Bewegung machte,„aber das hindert nicht, daß ich daran denke und heute noch tief beklage, daß— „Frau Gräfin, das nützt nichts!“ fiel er wieder ein, verloschene Glut kann niemals wieder entfacht werden!“ „O, Sie sind hart, Lankow!“ sprach sie bitter.„Mein ganzes Herz—“ „Das Herz von Oltilie von Lemar hat stets nur am Golde gehangen!“ schnitt er ihr von neuem das Wort ab. War doch das, was die Gräfin da gewaltsam hervorzerrte. bei ihm längst erloschen. „Sie sind richt bitter in dem, was Sie sagen, Herr von Lankow!“ ftieß die Gräfin aus. „Die Wahrhelt ist allezeit bitter!“ gab er ihr schroff zurück.„Leben Sie wohl, Frau Gräfin! Wenn Sie Blumhagen sehen sollten, bitte ich Ste, ihn zu mir zu schicken. Ich interessieretz mich für seine Johrten! War ja selbst einmal solch ein herumziehender Vagabund!“ „Er ist hier?“ Die blassen Lippen der Gräfin kennten kaum die drei Worte formen. „Soviel ich hörte, schon längere Zeit!“ entgegnete er, Gleichmut heuchelnd.„Leider kam er freilich zu spät, um den Grafen Domst vor dem Schlimmsten zu bewahren! Denn er soll als ein gemachter Mann zurückgekehrt sein und ich werde mich jedenfalls freuen, wenn mir die Gelegenheit wird, ihm die Hand zu drücken!“ Und ehe sie ihn noch zurückhalten konnte, war er nach kurzer Verbeugung gegangen, schloß sich draußen die Tür hinter ihm. Das Geräusch schreckte die Gräfin auf. „Eine Gefahr, an die ich zuletzt gedacht hätte!“ sprach sie vor sich hin, erregt in ihrem Boudoir auf= und niederzuschreiten beginnend.„Ich muß Blumhagen unschädlich zu machen suchen. Es kann mir nicht schwer fallen, ihn mir blindlings ergeben zu machen. Aber es heißt rasch handeln, ehe Lankow Zeit gewinnt, sich mit ihm in Verbindung zu etzen!“ Nach kurzer Ueberlegung ließ sie sich vor ihrem Schreibtisch nieder und schrieb in aller Elle ein Billet. „So, nun die Adresse!“ sagte sie dann.„Aber wie lautet dieselbe nur noch? War es nicht eine Fremdenpension? Mein Gott, daß ich den Namen vergessen konnte! Wo soll ich nur nachsehen? Halt, ich hab's! Das Papier, worin der Ueberseelsche das Geld brachte, trug auch seine Adresse!“ Und hastig, wie alle ihre Bewegungen waren, zog sie eine Schublade so rasch heraus, daß fie ihr aus der Hand glitt und auf die Tischplatte fiel, wodurch eine ganze Anzahl Scheine und Goldstück= auf die Erde flatterten und rollten. „Wie ungeschickt!“ murmelte sie und bückte sich nach dem Gelde. In demselben Augenblick wurde rasch nacheinander zwelmal an der Klingel gezogen Die Gräfin, auf der Erde knieend, hob forschend den Ropf. Und nur wenige Sekunden noch und es öffnete sich die Tür und auf der Schwelle erschlen:— Gabriele. Ihr verwunderter Blick streifte die knieende Gestalt der Gräsin, deren elegante Toilette, sowie die ganze kostbare Einrichtung, um zuletzt an dem vielen Gelde hängen zu bleiben. „Woher hast du dieses alles?“ fragte sie erstaunt. Wie eine gereizte Löwin sprang die Gräfin auf die Füße und deckte mit ihrer Schleppe die Scheine und das Gold zu. „Was kämmert das dich?“ herrschte sie das junge Mädchen an.„Ich dächle, du hättest vlelmehr zu erklärenwas du hier zu suchen hast! Sagte ich dir nicht vorausdaß du froh sein würdest—“ Sie brach jäh ab und wich erschrocken um einen Schritt zurück, denn Gabriele war dicht vor die Gräfin hingetreten und sah ihr flammenden Blickes in das verzerrte Gesicht. „Schweig!“ rief sie ihr zu.„Du weißt selbst, daß deine Annahme falsch ist! Ich din gekommen, um mich zu überzeugen, daß die Menschen wahrgesprochen, als sie sagten, die Gräfin Domst schwelge, während die Kinder des verstordenen Gemahls sich ihr Brot in der Fremde verdienen müssen. Die Spatzen auf den Dächern erzählen es sich bereits, was uns ein Geheimnis geblieben war. Aber nun sehe ich's ja mit eigenen Augen. Solch kostbare Einrichtung, solche Toilette, dazu dieses viele Geld, das ein Vermögen zu repräsentieren scheint,“— und Gabriele deutete auf die Scheine in der Schublade, die gänzlich damit angefüllt war,—„woher stammt es? Es kann dein rechtmäßiges Elgentum nicht sein! Sprich!“ Wie eine Richterin stand sie vor der für den Augenblick völlig fassungslosen Frau, die alles andere eher erwartet hätte als diesen unvermuteten Ueberfall von seiten Gabriele's. Doch ihre angeborene Keckheit kam ihr zu Hilfe und mit der Uebung im raschen Ueberlegen, die sie sich in den langen Jahren angeeignet hatte, sagte sie leichthin: „Tant de bruft pour une omelette, meine Siebe! Was du hier fiehst, gehört gar nicht mir, sondern ist Eigentum eines Verwandten, der es mir zur Aufbewahrung gab, bis er in einiger Zeit von der Reise zurückkehrt. Wenn du gedacht hast, deshalb hierbleiben und ein bequemes Leben führen zu können, bist du im Ierium!“ Gabriele, die die letzten Worte überhörte, ließ sich läuschen. Der Schlauheit dieser Frau war sie nicht gewachsen. Die Nonchalance, mit welcher die Gräfin das Geld wieder einpackte und dabei erklärend sagte:„Ich bin sroh, wenn ich der Sorge wieder enthoben sein werde!“ machte das junge Mäbchen vollends irre. So hätten die Minschen der Gräfin unrecht getan? Aber dieser Luxu### Einflässe verrät schon das Intermezzo, aber mehr nech der Schlußsatz. Kritiker, die gern Kannegleßern, seien darauf aufmerksam gemacht, daß sich im dritten Satze(Andante) ein Thema befindet, das wörtlich im zwetten Akt der „Meistersinger“ von Wagner steht. Also auf zur Reminiszenzenjagd! Nur sind solche scheinbare Plagiate so zu verstehen, daß gewisse motivische Wendungen zu jeder Zeit quasi in der Lust hängen und eine bestimmte Stilgattung ausprägen. So finden sich Mozartsche Wendungen(in Cadenzen besonders) zu hunderten bei dem jungen Beethoven, Liezische Motive bei Wagner 2c. Es kommt ferner sehr darauf an, weß Geistes Kind eine solche Stelle ist, halten sich eben für öhre Geisteskrücken an den„Buchstaben“. § Güterslohz, 46. Nov.(Weihnachtssendungen. Die Reichs=Postverwaltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Besörderung leidet. Bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungsfriften einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehmen, wann die Pakete erst am 22. Dezember oder noch später eingeliefert werden. Herford, 24. Nov.[Uebersallen wurde in letzter Nacht auf dem Wege vom Bahnhofe nach seiner Wohnung der hier wohnhafte Rittmeister a. D. S. Mehrere Burschen fielen über ihn her und brachten ihm mehrere Messerstiche bei. Einer der Täter, ein Zimmergeselle, wurde festgenommen. Haite sie es laut gesagt? Es mußte wohl so sein, denn die Gräfin antwortete: „Mit dem größten Telle meines Erbes bestritten Anständig wohnen muß ia,, sonst halte ich es nicht aus!“ Auch diese Worte erschtenen Gabriele so glaubwürdig, baß sie sich veranlaßt fühlte, zu sagen: „Wenn ich dir unrecht tat, so verzeihe! Aber lassen wir dus auch alles jetzt! Wo sind meine Effekten untergebracht? In welchem Zimmer?“ Ein flächtiges Rot huschte über die Stirn der Gräfin und sie wich dem Blick des jungen Mädchen aus. „Ich hatte in der Wohnung keinen Platz dafür. Auf dem Boden in einer Kammer ist alles. Der Diener—“ Gabriele unterbrach sie: „Schon gut, ich werde mich zurechtfinden! Gib mir nur die nötigen Schlüssel und ich werde dich so rasch wie nur möglich von meiner Gegenwart befreien!“ Mit raschem Griff reichte die Gräfin ihr die Schlüffel, um, kaum daß die Tür sich hinter Gabriele geschlossen hatte, von neuem in fieberhafter Hast das Behältnis zu durchwühlen und endlich die gesuchte Adrisse ganz auf dim Grunde unter Briefschaften verborgen auszufinden. In fliegender Eile, mit zitternder Hand schrieb sie die Adresse auf den vorher bereits geschlossenen Brief. Es beseelte sie jetzt nur der eine Gedanke: Blumhagen in ihre Netze zu ziehen und ihn damit unschädlich zu machen. Er mußte schweigen, er durfte nicht ein Wort von dem verraten, was zwischen ihnen vorgefallen war am Tage nach der Beisetzung des Grafen!(Fortsetzung folgt.) 24. Nov.(Inden Kanal gestärzt.] Gestern abend fiel infolge Scheuwerdens des Pferdes der Wagen des Landwirtee Jongebloid bei der ersten Schleuse in den Kanal. Während die Tochter des I. durch einen Sprung sich rechtzeitig retten konnte, fiel J. mit seiner Frau und Schwiegermutter in das eiskalte Kanalwasser. Es gelang zwar, die Personen alsbald ans Land zu bringen, jedoch hatte die alte Frau bereits so schwer gelitten, daß sie nach einigen Stunden im Marienhospital, wovin man sie brachte, verstard. Rauvel, 25. Nov.[Opfer seines Berufs.] Auf der hiesigen Station wurde heute beim Rangieren eines Güterzuges der Schaffner Truppmann aus Hamm überfahren und sofort gelötet. Der Verunglückte hinterläßt Frau und Kinder. 23. Nov.[Die allgemeine Ortskrankenkasse] hat in Werden Land ein größeres Gelände erworben, um darauf ein Genesungsheim für männliche Kassenmitglieder zu errichten. 25. Nov.[Neuer Kaiserpreis.] Der Kaiser überwies dem Verein gedienter Jäger und Schützen das Geweih eines von ihm erlegten Zwölfenders als Wanderschießpreis. Der Preis soll im nächsten Jahre in Remscheid zum ersten Male umworben werden. Eiverfeld, 23. Nov.(Erfroren.] Heute morgen wurde ein 66jähriger italienischer Arbeiter erfroren aufgefunden. Er hatte sich gestern abend in angetrunkerem Zustande im Freien hingelegt, war eingeschlafen und erfroren. Vermischtes. * Berlin, 25. Nov. 1907. Der jüngste Ersolg des Kolonialamts liegt, wie das„Berliner Tageblatt“ mittellt, auf dem Gebiete des Kakaohandels. Mitte November sind aus Südwestafrika in Hamburg mit dem Dampfer„Adolf Woermann“ große Mengen von Schutztruppen=Kakao und Schutztruppen=Schokolade angekommen und weiteres? wird Mitte Dezember erwartet. Das Kolonialamt hatte von deutschen Fabrikanten rund 302 000 Kilogramm Kakaopulver und 600 000 Kilogramm Schokolade gekauft und sie in den Jahren 1904, 1905 und 1906 nach Deutsch=Südwestafrika geschickt. Diese Mengen sind zu groß gewesen, oder der Krieg ist früher beendet worden als das Provlantamt angenommen hat. So kommen nun aus den letzten Lieserungen 150000 Kilogramm Kakaopulver und 850000 Kilogramm Schokolade zurück. Das Kolonialamt hat diese Riesenmengen an die betreffenden Lieferanten zu guten Preisen zurückverkauft. Als die Bestellungen vergeben und die Fabrikate hergestellt wurden, kostete nämlich Rohkakao 100 bis 120 Mk., während er heute 150 bis 180 Mk. pro 100 Kllogramm kostet. Die Kolonialverwaltung hat also bei ihrem Bestellungseifer nicht nur keinen Schaden gehabt, sondern noch einen Gewinn erzielt. * Harburg, 25. Nov. Der Einsturz einer Straßenüberführung bei Harburg hat in der Nacht vom Samstag zum Senntag eine größere Betriebsstörung auf der Linie Hamburg=Köln verursacht. Es brach eine im Bau begriffine Ueberführung kurz vor Mitternacht ein, wodurch eine Rangiermaschine aus dem Gleise gebracht wurde. Der Verkehr mußte für längere Zeit eingestellt werden, der Materialschaden ist bedeutend. * Krankfurt, 25. Nov. Bei der in der. Wohnung einer Schlessersfrau vorgenommenen Haussuchung fand die Kriminalpelizei in dem Keller die Leiche ihres 2½jährigen Sohnes unter Kohlen versteckl. Die Frau gestand ein, das Kind getötet zu haben. * K a i s e r s l a u t e r n, 2 5. N e v. A u f d e m B a h n h o f Germersheim fand ein Zusammenstoß zweier Güterzüge Katt. Ein Heizer ist schwer verletzt. Siebzehn Wagen wurden zertrümmert. Krad, 24. Nov. In der Nähe der Stodt stleß ein Automobil mit einem Bauernwagen zusammen, in welchem sich vier Personen befanden. Der Wagen wurde zertrümmert, drei Personen getötet, die vierte schwer verletzt. Das Automobil setzte in rasendem Tempo seine Fahrt fort, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern. * New=York, 25. Nov. Heute früh brach in einem von Italienern bewohnten Mietshause ein Brand aus, wobei 18 Personen verbrannten und viele verletzt wurden. Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Drutschen Landwirtschaftsrate vom 19. bis 25. November 1907. Amertkanische Exportbestrebungen und ermäßigte argentinische Forderungen in Verbindung mit dem teuren Geldstand hielten den internationalen Getreidemarkt während des größten Teils der Berichtswoche unter Druck. Die gleichen Einflüsse machten sich auch im deutschen Getreidegeschäft fühlbar. Ohne diese wäre in der Vermehrung des inländischen Angebots wohl keine ausreichende Erklärung für die im allgemetnen mattere Stimmung zu finden gewesen, zumal dem Unterkommen der Ware kaum irgendwo größere Vorratsansammlungen hinderlich im Wege stehen. Die amtliche Berichterstattung über die Herbstsaaten, deren Anbau durch Trockenheit und Frost erschwert, stellenweise sogar verhindert wurde, lautet durchaus nicht befriedigend; besonders eindringliche Klagen liegen über das Auftreten tierischer Schädlinge vor, unter denen die Saaten sehr gelitten haben. Mit der winterlichen Witterung haben die Feldarbeiten nunmehr ihren Abschluß gefunden und die Landwirte wenden sich in stärkerem Maße dem Dreschen zu. Es zeigt sich dabel, daß der Roggenerdrusch vielfach nicht den gehegten Erwartungen enispricht und auch in qualitativer Hinsicht zu wünschen übrig läßt, was auch zum Teil zu der schwierigen Verwendung, die das Roggenangebot in der letzten oche fand, beigetragen haben dürfte. Andererseits gehen Käufer aus Furchi vor einer plötzlichen Unterdindung der Flußschiffahrt nur vorsichtig an neue Abladungsgeschäfte heran. Im allgemeinen bestand nur wenig Kauflust. Nur Im Osten, wo sich Absatzgelegenheit nach Rußland bietet, und am Rhein infolge hoher Wasserfrachten konnte das inländische Angebot, ohne eine wesentlichen Preisdruck hervorzurufen, Aufnahme finden. Dagegen sucht das Angebot Pommerns und Mecklenburgs mangels Verwendung an der Küste im stärkeren Maße die inneren Märkte auf. In Berlin waren Roggenladungen einige Mark unter Dezemberwert zu kaufen, was Abgaben veranlaßte, während Mailieferung durch Kaufordres auch seitens des Auslandes gestüzt, einen Report von 3 M. erreichte. Weizen war durch Abgaben, die zum Teil gegen Erwerbungen von argentinischem Weizen erfolgten, gedrückt, erholte sich aber heute im Anschluß an festere Auslandsmeldungen. Im Hafergeschäft wurde trotz teilweise ermäßigter Forderungen keine sonderliche Belebung veranlaßt. In Mais und Futtergerste war das Geschäft bei nachgebenden Preisen gleichfallt Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität an den nachgenannten Orten, wobrt das Mehr(+) bezw. Weniger(—) gegenüber der Vorwoche in Roggen —4) 210 7— —5) 196(— 4) 210— Klammern() Berlin 226 Hamburg 210 Hannover 220 Münster— Dässeldorf 225 210(—4 186 180 170 ** —2) Lekanntmachung. Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen der Gemeinde=, Amtsund Armenkasse vom Amte Gütersloh für das Rechnungsjahr 1908 liegen vom 4. bis einschl. 17. Dezember er., auf dem hiesigen Amtsbureau— Zimmer 5— zur Einsicht aller Einwohner des Amtes offen. Gütersloh, 23. November 1907. Der Amtsverwalter. Dr. Villaret. Alle Zutaten zum Schlachten in bester Qualität. Wunderpfeffer, weißer Pfeffer, schwarzer Pfeffer, Nelken, Cumin, Majoran, Thymian, Bindfaden 2c. Ernst Hoffschildt, Löwen=Drogerie. Zur Wäsche empfehle: Silberseife Ia. Prestoselfe. Stärke und Waschpulver. Arnold Fricke. a. Kristallzucker Pfd. 133 Pfg. Buchthals Kaffee-Magazin Blessenstätte 116. Das Geheimnis der Frauen, sparsam zu wirtschaften, besteht darin, dass sie an Stelle der teuren Naturbutter die beliebte DelikatessMagarine Solo In Carton verwenden. Solo- Margarine schmeckt, duftet und bräunt, wie beste Naturbutter and ist dabei fast um die Hälfte billiger. Wer Solo-Margarine einmal verwendet hat, mag sie nicht mehr entbehren. Man verlange aber ausdrücklich Solo in Carton. Ueberall zu haben! Großer Mobiliar=Verkauf. Donnerstag, den 28. d. Mts., morgens punkt 10 Uhr anfangend, werde ich im Auftrage der Erben folgende, zum Nachlaß des Tod — allen Ratten bringt sicher— Delieia=Rattenkuchen. Haustieren unschädl. 6mal prämtiert Mehrere 100 Anerkenn. Dos. 050 u. 1 Mk. in der Löwen=Drogerie. Ia. westf. Speck, leinere, ca. 2.—5pfündige Stücke, ierfett, offeriere zu Mk. 0,67 pro und. Gustav Oldermann. 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Die Gegenstände sind gebraucht und können am Verkaufstage von 8 Uhr an besichtigt werden. ——— Käufer ladet dazu ein.——— Brockhagen, den 18. November 1907. Heinrich Bröel. Aussteuer-Artikel Fertige Betten Bettiedern u. Daunen Inlettstoffe. Eiserne Bettstellen in nur allerbesten Qualitäten zu billigsten Preisen. : Meine Mioin Dampf-Bettfedern-Reinigungs-Maschine empfehle beim Umfüllen gebrauchter Betten. Durch serg fältiges Entstäuben und Dämpfen werden die Feden wieder wie neu. Betten- und Aussteuer-Geschäft J. H. Manecke.