Neue Gütersloher Zeitung Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher ür 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr.— Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733, Nr. 127 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbroch, Sütersloh. Donnerstag, den 24. Oktober 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Sütersloh. 18. Jahrgang Eestes birr Zur Miüwen= und Waisenversicherung. Im Zolltarifgesetz vom 25. Dezember 1902 ist bekanntlich als Zeitpunkt für das Inkrafttreten eines Gesetzes über die allgemeine Witwen= und Waisenversicherung der 1. Januar 1910 vorgesehen worden. Falls aber bis dahin dies Gesetz nicht in Kraft getreten sein sollte, so sollen die Mehrerträge aus den Lebensmitte töllen gegenüber dem Zeitraum 1898 bis 1903 nebst den Zinsen aus den inzwischen angesammelten Mehrerträgen den einzelnen Landes= Ver sicherungsanstalten zum Zwicke der Witwen= und Waisenversorgung der bei ihnen Versicherten überwiesen werden. Bisher haben sich nun aber noch keine Mehrerträge aus den Lebensmittelzöllen ergeben, die zürückgelegt hätten werden können. Wenn dies ungünstige Ergednis der ersten Zeit nach Einführung des neuen Zolltarifes auch vorübergehend sein wird, so muß man doch ohne Frage mit der Heranziehung von Beiträgen zur Kostendeckung der Versichtrung rechnen. Die Beteiligung des Reiches an der Aufbringung der erforderlichen Mittel dürste bei der ungünstigen Finanz= lage des Reiches in erheblichem Maße nicht durchführbar sein. Die Beiträge können, so wird der Kölnischen Zeitung von sachverständiger Seite geschrieben, wenn die Durchführung dieses neuen Zweiges der Arbeiterversicherung den Landesversicherungsanstalten übertragen wird, wie es den Anschein hat, nur in der Weise erhoben werden, daß die Wochenbeiträge für die Invalidenversicherung erhöht werden. Wie hoch sich da die Versicherungsmarken in den einzelnen Lohnklassen stellen werden, steht noch nicht fist; aber mit einer fünfzigprozentigen Erhöhung im Durchschnitt dürfte man bestimmt zu rechnen haben. Schon bei Einführung der Invalidiläts= und Altersversicherung wurde auf die Ungerechtigkeit nachdrücklich hingewiesen, die in der Form der Beltragserhebung liege. Und in der Tat zeigt die Erhebung nach der Zahl der Arbeitskräfte ohne Rücksicht auf das Betriebskapital und das Einkommen alle Nachteile einer Kopssteuer. Der Millionär, der fünf Dienstboten beschäftigt, zahlt ebensoviel zur Versicherung ein, wie der kleine Handwerker, der füuf Gesellen beschäftigt. Ja, dieser muß in der Regel noch mehr bezahlen, weil die Gesellen in der Regel einer höhern Lohnklasse angehören, als das Gesinde. Noch erheblich stärker als die Industrie wird die Landwirtschaft belastet, die in viel höherm Maße auf die Handarbeit angewiesen ist und daher im Verhältnis zu ihrer Produktion eine höhere Zahl von beitragspflichtigen Menschen verwendet als die vorwiegend mit Maschinen arbeitende Industrie. Daß bei einer weitern Steigerung dieser unzweckmäßigen gund ungerechten Steuer der Widerstand gegen die Mehrbelastung gerade in der Landwirtschaft und ira Mittelstand scharf hervortreten wird, kann wohl als sicher angenommen werden. Und ebenso erscheint der gegenwärtige Augenblick, wo gerade der Mittelstand unter der allgemeinen Teuerung leidet, zur Einführung der Beitragserhöhung mehr als ungeeignet. Aus diesem Grunde liegt die Erwägung nahe, die Einführung der Witwen= und Waisenversicherung jedenfalle so lange hinauszuschieben, bis ein reichlicher Stamm für die Rentenzahlungen durch die Mehrerträge aus den Lebensmittelzöllen gesammelt ist. Daß bis zum Jahre 1910 daven nicht die Rede sein kann, liegt wohl klar auf der Hand. Die Zuschrift der„Köln. Zig" beschäftigt sich des Weiteren mit der Bedürfnisfrage bei der Witwen= und Waisenversotgung und vertritt die Anschauung, daß er richtiger sei, den Kreis der bezugsberechtigten Witwen und Waisen nach Maßgabe des bringendsten Bedürfnisses abzugrengen und hier reichlicher zu geben, als etwa jeder Wime eutschen Reich eine, naturgemäß nur geringe Rente zukommen zu lassen. Durch letztere Maßnahme werde doch nirgends Befriedigung hervorgerufen, sondern nur den sozialdemskratischen Behauptungen über die„lumpigen Wohltaten“ der Arbeiterversicherung Gehör verschafft. Um obiges Ziel, ausreichende Versorgung im Bedürfnisfalle, zu erreichen, wird die Erweiterung der Witwen= und Waisenversorgung im Rahmen der Unfallversicherung vorgeschlagen. Abgesehen von der seemännischen Bevölkerung und den Bergleuten, für die eine Hinterbliebenenversicherung besteht, ist auch durch das Unfallversicherungsgesetz für die Witwen und Waisen der durch einen Betriebsunfall getöteten Arbeiter eine Hinterbliebenenrente nach Maßgabe des Arbeitsverdienstes des Verstorbenen in ausreichender Weise vorgesehen. Hier soll nun, so wird vorgeschlagen, die Witwen= und Waisenfürsorge einsetzen, indim auch andere Todesursachen, insbesondere die Gewerbekrankheiten und alle während der Betriebstätigkeit vorgekommenen Todesfälle, die weder mittelbar noch unmittelbar in der Art, der Tätigkeit im Betriebe ihre Ursache haben, den durch Betriebsunfälle herbeigesührten Tedessällen gleichgestellt werden. Eine Entlastung der Berufegenossenschaften könne andererseits durch Fortfall der kleinen Unfallrenten herbeigeführt werden, die bekanntlich die Gewerkschaften in unverhältnismäßiger Weise vermehren. Peutsches Reich. Der Kaiser hat den Wunsch des Statthalters von Elsaß=Loihringen Fürsten von Hohenlohe=Langenburg, im Hinblick auf sein hohes Lebensalter und aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amte als Statthalter abberufen zu werden, unter dem 18. Oktober genehmigt und an den Fürsten unter Verleihung des Kreuzes der Großkomtüre des Hausordens von Hohenzollern ein in herzlichen Worten gehaltenes Handschreiben gerichtet. Der Kaiser hat 21 Herren vom Norddeutschen Loyd, darunter dem Generaldirektor Dr. Wiegand, sowie den Direktoren Breinerwann, Leist und Walter, die SüdwestAfrika=Denkmünze aus Stahl, als Anerkennung für ihre bei der Entsendung des Marine=Expeditionskorps nach Südw.st=Aftika geleisteten besonderen Dienste verliehen. Aus Anlaß des Geburtstags der Kaiserin haben zahlreiche Verleihungen des Luisenordens und der Roten Kreuz=Medaille stattgefunden. Ferner hat der Kaiser die Umwandlung des bisher von der Kaiserin als Schmuckstück verliehenen Frauen=Verdienstkreuzes in einen Orden befohlen. Der Orden behält den Namen Frauen=Verdienstkreuz und besteht aus zwei Klassen, in Silber und in Gold. Für den Orden in Gold sind nur solche Personen vorzuschlagen, die den Oeden in Silber bereits zehn Jahre besitzen. Ausnahmen werden nur in besonders begründeten Fällen zugelassen. Verliehen wird das Frauen=Verdienstkreuz nur an Frauen und Jungfrauen, die sich durch aufopfernde persönliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Nächstenliebe, auf kirchlichem und sozialem Gebiete, verdient gemacht haben. Im Reichs= und Staatsanzeigers werden zahlreiche aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin erfolgte Verleihunngen des Luisenordens, der Reten=Kreuz=Medaille und des filbernen Frauenverdienstkreuzes bekanntgegeben. Der Staatssekrelär des Innern v. BethmannHollweg und der Handelsminister Delbrück beabsichtigen, sich über die Grundlagen zur Neugestaltung der ArbeiterVersicherung und zur Renderung der Krankenkassen=Gesetzgebung persönlich in unseren wichtigsten Industriegebieten zu informieren und werden sich nach der Neuen Politischen Korrespondenz zu diesem Zwicke in einigen Tagen nach Schlesien und demnächst in die Rheinprovinz begeben. Staatssekretär von Tschirschkiy befindet sich auf Urlaub in Wien. Das Staatssekretariat wird vorlär fig durch den Grafen Pouertales verwaltet, der gegen Ende dieses Monats durch den Unterstaatssekretär von Mühlberg abgelöst wird. Anfang November übernimmtdann Botschafter von Schoeni das Amt des Staats sekretäts Der Botschafter in Madrid, v. Radewitz, blickt am 25. Oktober auf eine 25jährige Tätigkeit als Botschafter zurück. Fürst Wilhelm zu Wied, der frühere Präsident des preußischen Herrenhauses, ist Dienstag vormittag in Neuwied gestorben. Der Fürst war 1845 geboren, hat also ein Alter von 62 Jahren erreicht. Er war erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, General der Infanterte a la suite des Garde=Grenadier=Reglments Nr. 4 und des 4. Garde=Grenadier=Landwehr=Regimenis und Mitglied des Kolonialrats Seit 1871 war er mit der Prinzessin Marie der Niederlande vermählt. Sein ältester Sohn, der jetzige Fürst Friedrich zu Wied, ist 35 Jahre alt, Rittmeister und Eskadronschef im Garde=KürassierRegiment und mit der einzigen Tochter des Königs von Wärttemberg, der Prinzessin Pauline, vermählt. Die Königin von Rumänien ist eine Schwester des verstorbenen Fürsten. Der Bundesrat hal beschlossen, den BrennsteuerVergütungssatz vom 20. Oktober d. J. von 8 auf 6 Mark herabzusetzen. Der Kaisersandte dem zweiten deutschen Arbeiterkongreß auf die ihm zugegangenen Huldigungsdepesche folgendes Antworttelegramm:„Ich versuche den Vorstand, dem zweiten deutschen Arbeiterkongreß für den Ausdruck treuer Anhänglichkeit und nationaler Gesinnung meinen wärmsten Dank auszusprechen. Ich freue mich, daß auf dem Kongreß eine so ansehnliche Zahl patriot'sch fühlender deutscher Arbeiter vertreten ist, und wünsche den Verhand. lungen des Kongresses guten Erfolg zum Segen der Arbeiterschaft wie des gesamten Vaterlands. Wilhelm I. R.“ — Der Rongreß selber wurde Dienstag abend 6½ Uhr geschlossen, nachdem der Vorsitzende Steyerwald das Schlußwort gesprochen hatte. Er dankte dabei auch der Reichsund der preußischen Staatsregierung, die diesmal zum ersten Male Minister zu den Verhandlungen geschickt habe. „Wir hoffen, daß die Herren manche Anregung mitgenommen haben, die zur gesetzgeberischen Verwirklichung reif ist. Unser Programm hat eine bedeutende Erweiterung erfahren, wie unsere Verhandlungen zeigen. Man hat unserm Kongreß mit bestimmnten politischen Strömungen in Verbindung gebracht. Mit Unrecht! Wir sind kein politischer, sondern ein Arbeiter=Kongreß. Aus diesem Grunde hat der Ausschuß und die Redaktiorskommission auch die Behandlung der Wahlrechtsfrage für nicht tunlich erachtet. Wie die Mehrzahl von uns darüber denkt, darüber besteht je kein Zweifel. Aher auf politische Dinge legen wir uns nicht fest. Wir haben gezeigt, daß wir eine selbständige Arbeiter=Organisation sind. Angriffe auf diese Selbständigkeit weisen wir scharf zurück. Unsere Verhandlungen haben unseren Fortschritt gezeigt und den guten Geist unserer Bewegung. Mögen die bürgerlichen Parteien mithelfen, die Arbeiterbewegung in die bürgerliche Gesellschaft einzugliedern. Der Redner schloß mit einem donnernden Hoch auf die christlich=nationale Arbeiterbewegung. Der Kengreß hatte sich erhoben und sang:„Deutschland, Deutschland über alles“ Ueber die Briefdiebstahlsgeschichte im Flotten verein, die nach den Reichslagswahlen so großes Aufsehen erregte, ist nach den Aussagen des kürzlich verstorbenen Kaplans Dasbach der Reichstagsabgeordnete Erzberger in der Lage, Aufklärung zu geben. Erzberger hat jedoch vor dem Untersuchungsrichter die Aussage verweigert, weil er sich sonst einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen könnte. — Das läßt jedenfalls sief blicken! Zu der Meldung, wonach demnächst dem Bundesrate und danach dim Reichstage die Vorlage eines Spiritusmonopols zugehen werde, schreibt die„Voss. Zig.": Auch jetzt glauben wir entgegen anderweiten Ankündigungen zu der Annahme berechtigt zu sein, daß eine Entschllißung über die Einbringung eines Monopolgesetzentwurss noch nicht einmal im Reichsschatzamt erfolgt ist, geschweige denn im Bundesrat. Noch läßt sich überhaupt der Geldbedarf des Reichs nicht übersehen. Erst müssen die vollen Erträge der neuen Steuergesetze abgewartet werden. Wenn das Spiritusmonopol schon in der nächsten Zeit beantragt werden sollte, hätte der Reichskanzler ohne Zweifel darüber bei den zahlreichen Unterredungen mit Parlamentariern verhandelt. Das ist nicht geschehen. Das Befinden des greisen Kaisers Franz Josef beschäftigt fortgesetzt die Oeffentlichkeit. Unterm 22. d. M. macht das Oberhofmeisteramt folgendes bekannt: Der Kaiser war an einer insektlösen, fieberhaften Bronchttis erkrankt. Nachdem jetzt seit 5 Tagen kein Fleber mehr vorhanden ist, nachdem der Appettt in den letzten Tagen zufriedenstellend und der Kräftezustand relativ günstig ist und auch die katarrhalischen Erscheinungen, wenn auch nicht ganz, so doch im Rückgang begriffen sind, so kann man, falls nicht ganz Unvorhergesehenes eintritt, erwarten, daß der Kaiser der Genesung entgegengeht. Durch diese Darstellung soll irreführenden Nachrichten über das Bfinden des Kaisers, welche in den letzten Tagen sich bemerkbar machten, entgegengetreten werden. Am 1. Januar 1908 tritt in Ungarn das neue Wehrsteuergesetz in Kraft. Wer von den Dienstpflichtigen wegen eines körperlichen Gebrechens nicht in das Heer eingestellt wurde und ein Jahreseinkommen von weniestens 1000 Mk. bezieht, ist steuerpflichtig. Die Steuer bet ägt für je 1000 Mk. Jahreseseinkommen jährlich 5 Mk. Ist der Steue pflichtige ein Krüppel, so hat er nur ein Viertel der Steuer zu zahlen. Zur Steuer herangezogen werden die Eltern der Dienstuntauglichen, wenn ihr Einkommen mehr als 8500 Ml. das Einkommen des Sohnes aber weniger als 1000 Mk. ausmacht. Beläuft sich das Einkommen der Eltern auf mehr als 3500 Mk. und das Einkommen der dienstuntauglichen Sohnes auf mehr als 1000 Mk. jährlich, so wird die Hälfte der Steuer von den Eltern, die andere Hälfte von dem Sohne erhoben. Frankreich. In der anläßlich der Kammereröffnung einberufenen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten erklärte Minister Pichon vorgestern in Marokke auf verschiedene Anfragen, daß die Beziehungen Frankreiche zu allen Mächten durchaus wunschgemäß seien. Die französische Regierung erkenne nur den Sultan Abdul Asis an. Die Vertreter Frankreichs, der Gesandte Regnaust, General Liausey und Admiral Philibert seien mit dem Sultan zusammengetroffen, und Frankreich habe ansehnliche Vorteile in Betreff der algerischen Grenze erlangt. Eugland. Lord Klicheners Obe kommando über die indische Aimee ist auf seinen eigenen Wansch um weitere zwei Jahre verlängert worden. Verd Kiichiner möchte se lenge in Indien bitiben, bis basz ven ihm begennehe Weik der Reorganisation der indischen Nimes pöllig durchgeführt ist. Amerika. Die gegenmärtige Lacz elniger Panken hat in Amerika resp. in Niw=Ysik einige Beunruhigung hervorgerusen; dieselbe beeinfluißt das Geschäft auch weiterhin ungünstig, obwohl die nervöse Spannung nachgelassn hat durch das Hitsö#liche Eingreifen des Schatsekretärs Cortelyou, der nach einer Konferenz mit den Vextretern der bedeutendsten hiefigen Banken die Sellärung abgaß, daß das Schatzamt alle seine Hilfsmittel verwenden werde, um die legitimen Geschäftsinteressen auf ide Art zu unterstätzen, und schnell und gründlich vorgehen werde. Coctelyou erklätte weiter. Die Nationalbanken Newyorks seien gegenwärtig außerordentlich gut fundiert, man habe die allgemeine Situation in der Hand. Dies lbe werde von vielen einfluß. reichen Persö tlichkeiten kontrolliert. Marokko. Als ein junger Franzose von einem Spaziergange in die Umgebung von Clsablanc: nicht zurückkehrte, wurden Truppen ausgesandt, die mit den Rabylen in einen Kampf gerieten. Die Franzosen verleren 8 Toie, darunter einen Hauplmann, und 5 Verwundete, darunter einen deutschen Fremdenlegionär. Bald darauf ritt eine Eskadron Kapallerie eine Attacke und brachte dem Feinde einen Verlust von 40 Toten bei. Gehaltskuriosa. Die bestbezahlten Aemter im Deutschen Reiche sind, wie man weiß, die höchsten diplomatischen Posten. Während z. B. der Reichstanzler Fürst Bhlow nur ein Gehalt von 100000 Mark bezieht, in welchem 64000 Mark Repräsentationskosten einbegriffn sind, erhalten mehrere der ihm unterstellten Botschafter jährlich erheblich mehr. Da nach völkerrichtlicher Anschauung die Botschafter nicht nur die Interessen ihres Landes warzun hmen haben, sondern auch die Person ihres Souveräns repräsentieren, sind sie genötigt, einen erheblichen Aufwand zu treiben. Eine Folge dieser Verhältnisse ist die vielleicht nicht uninteressante Tatsache, daß Herr von Schoen, der im Begriff steht, den Botschafterposten in St. Peiersburg mit dem Staatssekretarlate des Auswärtigen Amtes zu vertauschen, sich hierdurch im Gehalt um nicht weniger ls— 100000 Mark verschlechtert. In der Tat beziehen die Vertreter des Deutschen Reiches am Zarenhofe und in London das höchste aller deutschen Gehäller, nämlich 150000 Mark, also um die Hälfte mehr als der Riichskanzler. Das Gehalt des Staalssekretärs des Aeußern beträgt dagegegen nur 50000 Mark, einschließlich 14000 Mark Repräsentationskosten. Der Vorgänger des Herrn v. Schoen, Herr v. Tschierschky, unternmmt den Speung in umgekehrter Richtung. Während er als Staatssekretär, wie eben erwähnt, nur 50000 Mark hatte, wird er in Wien 120000 Mark beziehen. Wie bekannt, sind sowohl Herr v. Schoen wie Herr v. Tschierschky von Haus aus sehr vermögend. Lokales und Provinzielles. * Gütersloh, 24 Oki.[Gewählt.] Aus Brockhagen erhalten wir sorden die Meldung, daß Herr Pastor Kley von hier zum Pfarre: der dortigen Gemeinde gewählt sel. Hier wird man diese Nachricht mit gemischten Gefühlen und gewiß auch mit Bedauern aufnehmen, genoß Herr Pastor Kley hier doch die größten Sympathien. Was die hiefige evangelische Gemeinde in Herrn Pastor Kley verliert, erhält nun die Gemeinde Brockhagen, nämlich einen Seelsorger, der sich nicht nur als tächtiger Kanzelredner ausgezeichnel, sondern der auch lebhaften Anteil genommen hat an den Vorgängen in der Gemeinde, in Haus und Familie. Und darum dari unsere Nachbargemeinde sich zu der getroffenen Wahl beglückwünschen und ihren Erwählten mit berechtigter Freude und größtem Vertrauen aufnehmen, denn letzteres wird, dessen sind wir gewiß, Herr Pastor Kley auch seiner neuen Gemeinde in vollstem Maße zu rechtfertigen wissen. Herr Pastor Kley, der hier nur die Stelle eines Hilfspredigers bekleidete, erhält jetzt eine selbständige Gemeinde, in der wir ihm gesegnetes Wirken in gleichem Maß; wie hier wünschen. v# □ Ektersloh, 24. Oklober.[Versammlung.] Der im Frühjahre ds. Is. neu gegründete Evangelische Bürgerverein hielt am Sonnntag abend im Saale des Vereinshauses die erste Versammlung ab, die in Rücksicht auf die große Zahl der Vereinsmitglieder hätte besser besucht werden sollen. Wenn, wie es in den Satzungen heißt, der Verein dazu dienen soll, durch den Zusammenschluß aller evangelischen Kreise eine Annäherung der verschiedenen Stände zu ermöglichen und zu fördern, so ist es unerläßlich, daß auch die verschiedenen Stände zahlreich zu den Versammlungen kommen. Hoffentlich wird das in Zukunft besser werden. Der Versitz nde, Herr Seminardirekter Ebers, hieß die erschienenen Mitglieder des Vereins herzlich willkommen und wünschte, daß der Verein nicht nur sein Dasein fristen möge, sondern durch freudiges Schaffen und Wiiken und durch unablässiges Bestreben, die sich gestickten Ziele zu erreichen, seine Lebensfähigkeit erweise und zu Nutz und Frommen der evangel. Bürger von Stadt und Land das leiste, was man von ihm erwarte. Redner laitete sodann zu seinem Thema:„Vor hundert Jahrer“ über, indem er ausführte, daß man die Gegenwart mit ihren mannigfaltigen Aufgaben auf allen Gevielen des Levens nur aus der Vergangenheit richtig verstehen lerne. In dieser Beziehung sei die Geschichte die beste Lehrmeisterin des Volkes.— Herr Semlnardirekter Ebers zeigte sich in dem etwa einstündigen Vortrage wiederum als glänzender Redner, der is versteht, in bilderreicher Sprache durch packende Schilderungen der Hauptmomente das Interesse der Zuschauer dauernd zu sisseln. Nachdem er kurz den Niedergang Preußens gestreift, der in der ungläcklichen Doppelschlacht von Jena und Auerstädt und in dem schmachvollen Frieden von Tilfit seine Befiegel: und Mittel te „ Z i n e n wieder einer würdigeren Gesinnung, echter Frömmigkeit und wahrer Mannestreu: Raum. Napoleen, der hoffte, daß die noch vorhandenen Volkskräfte sich nutz'os verzehren würden, hatte sich in dem Punkte stark verrechnet, daß die Idee im Volke unbezwungen war und blieb. Er kannte nicht die Größe und Macht der Vaterlandsliebe und des auf Gottvertrauen sich gründenden Mutes. Nachdem die großen Geistesheroen, namentlich Friedrich von Schiller, vorgearbeitet hatten, traten neue Männer wie Fichte, Schleiermacher und Arndt auf, die den sittlichen, religiösen Geist im Volfe weckten und neu belebten. Der ausgezeichnete Staatsmann Freiherr von Stein, den feurige Begeisterung ürs Vaterland und glähender Haß gegen die Fremdheerschaft veseelte, stellte sich die Aufgabe, Preußen zunächst von den drückenden Lasten des Augenblicks zu befreien und dann die Kicste des Volkes neu anzuregen und gleichsam zu verdopzeln, um eine lebendige Tätigkeit und rege Teilnahme am öffentlichen Wohle zu erwecken. Besonders hervorzuheben ist der Besehl des Königs, durch den die Erbuntertänigkeit zunächst auf allen Krongütern ausgehoben wurde, und sodann die Verordnung über den freien Gebrauch des Grundeigentums und über die persöglichen Verhältnisse der Landbewohner. Zum Schluffe ging der Redner näher ein auf die großen Verdienste des edlen und geistvollen Generals von Scharnhorst, der in Gemeinschaft mit Gneisenau durch eine neue Wehrverfassung die Wehrhaftmachung des ganzen Volkes zum obersten Grundsatze machte.— Der Vortrag wurde mit g oßem Beifall aufgenommen. Nachdem beschlossen war, künftig den Beginn der Versammlungen Sonntags auf 6 Uhr abends anzusetzen, wurden den anwesenden Mitgliedern noch die Mitgliedskarten und Vereinssatzungen eingehändigt. Die Mitgliederzahl dürste unter Hinzurechnung der vielen Neuanmeldungen annähernd 450 betragen. * Süterslon. 24. Okl.[Schaustellungen.) Vom Marksplatz her hört man jitzt zeitweise das Gebrüll der Löwen, ein Zeichen, daß die angekündigte Menagerie nun do:t eingetroffen ist. Sie nimmt einen bedeutenden Raum auf dem Platz: ein und große Reklamebilder an den Straßenecken sowie schon durch ihre Größe auffallende, in die Häuser gebrachte Zeitel machen das Publikum auf diesen„wandernden Zoloogischen Garten“ aufmerksam. Die Sröffanngsvorstellung beginnt heute abend 8 Uhr.— Wie hierauf machen wir auch auf Borra'e Elektro=Biograph, der gleichfalls auf dem Marktplatze aufgebaut ist, nochmals ausmerksam. Näheres ist aus den Inseraten ersichtlich. 88 Gätersloh, 24. Okl.[Feuerwehr=Uebung. Dienstag abend ½9 Uhr ertönten die Signale unserer Freiwilligen Feuerwehr, und die Bürgerschaft mochte im ersten Augenblick wohl aufschrecken, beruhigte sich aber sogleich wieder bei dem Gedanken, daß es sich wohl um die angekündigte Alarmierung zwecks Abhaltung einer Uebung handeln werde. Und so war es auch. Zehn Minuten nach den ersten Signalrufen sahen wir die Wehr bereits auf die Brauerei zueilen, der für die Uedung ausersehinen „Brandstätte". Der Uebung lag folgende Idee zu Grunde: „Im Innern der Mälzerei war Fruer ausgebrochen, das zu ersticken, Sache der Feuerwehr sein sollte. Dem verheerenden Element wurde sofort aus mehreren Schläuchen, die mit den Hydranten verbunden waren, begegnet, doch gelang es nicht, die Mälzerei zu reiten und mußte die Wehr nun ihr Augenmerk auf das Sudhaus und die Picherei richten, auf welche das Feuer inzwischen übergesprungen. Hier war der Erfolg ein voller, denn nach längerer angestrengter Tätigkeit war das Feuer glöscht und konnte nun die Wehr sich zurückziehen.“ Gs ist ja nun selbstverständlich, daß die Wehr im Ernstfalle eine weit schwierigere Aufgabe zu lösen gehabt hätte, als bei dieser Uebung; immerhin hat sie den Beweis erbracht, daß sie mit ihrem reichen Schlauchmaterial und dank der Wasserleitung Großes zu leisten vermag und daß wir darum ruhig zu unserer Feuerwehr größtes Vertrauen haben kögnen. Nach der Uebung versammelten sich die Mannschaften im Hofe der Brauerei, wo der Hauptmann, Herr Westerfrölke, die Uebung kurz besprach und der Wehr für ihr pünktliches und zahlreiches Erscheinen seine Anerkennung zollte. Dann gab er den Mannschaften davon Kenntnis, daß die Direktion der Brauerei die Feuerwhr nach getaner Arbeit zu einem Glase Bier eingeladen habe, wicher Einladung gern Folge geleiftet wurde. Es war noch eine gemötliche Stunde, die nun die Feuerwehr verbrachte. Herr Bürgermeister Mangelsdorf, welcher der Uebung von Anfang beigewohnt, erinnerte daran, daß die Feuerwehr gerade an dem Tage ihre Uebung abhalte, an welchim unsere Kaiserin in ein neues Livensjohr eintrete und sorderte auf ein Hoch auf Ihre Majestät auf, in welches freudig und begeistert eingestimmt wurde. Herr Brauereidirektor Ross nbick sprach sich überaus anerkennend über die Freiwillige Feuerwehr aus und wies u. a. darauf hin, daß wie die Feuerwehr auch die Brauerei auf das Wosser angewiesen sei, daß litztere zur Bereitung eines guten Trunkes aber doch auch noch weiterer Stoffe benötige; mit dem Wunsche, daß das so zubereitete Getränk den Herren munden möge und mit einem Hoch auf die Wehr schloß der Herr Direkter. Herr Hauptmann Westerfrörke sprach seinen Dank füt die freundliche Einladung seitens der Brauerei aus gleichzeitig auf den obersten Chef der Wehr, Herrn Bürgermeister Mangelsdorf, hinweisend, der es sich nicht nehmen lasse, sowohl in ernsten Fällen als auch bei frötlichen Anlässen inmitten der Feuerwehr zu sein. Das Hoch des Redners galt dem Herrn Bürgermeister und der Brauerel. Der Gesang heiterer Kommerslieder belebte die feucht fröhliche Stimmung, die ungezwungen vorherrschte bis zum Abmarsch. 24. Ok.(Oina 2 Se shescen ue hache elie aunr Rieus falt Die Stelle war bekanntlich durch den Tod des Herrn Postere, Posschulte#re gewerven und haiten sich für die Wiederbeseitzung verseiben eihe große Zäßl Bewerber gemeldet. Neun Geistliche hlelten Prodepredigten, u. a. auch Herr Paster Kley aus Gütersleb, der heute mit Majoritäht zum Pastor unserer Gemeinde gewählt wurde. Möge in ihm die Gemeinde Brockhagen den rechten Mann auf rechter Stelle erhalten und die Wahl der ganzen Gemeinde zum Segen gereichen. Zielefeld, 28. Okl.[Vor der Strafkammer hatte sich heute und gestern der Kaufmann W. Stroop aus Nuenkuchen wegen Steuerhinterziehung und Aupreisung seines als Geheimmittels bezeichneten Mittels gegen Krebs=, Magen= und Leberleiden zu verantworten. Das Urteil lautete auf Freisprechung; denn nach den villen Anerkennungsschreiben, so heißt is bezüglich des Mittels, die dim Angeklagten zugegangen von Personen, die allerdings nicht an Kreds gelitten, aber geglaubt hätten, daran zu leiden, sei nicht nachgewiesen, daß er bei seiner Ankündigung sich bewußt gewesen sei oder auch mit der Möglichkeit habe rechnen müssen, daß seine Zusicherungen hinsichtlich der Hellwirkung seines Mittels unrichtig seien, denn die Personen, von denen ihm solche Anerk nnungsschreiben zugegangen seten, seien keineswegs solche, deren Glaubhaftigkeit er habe in Frage ziehen kännen. Herr Geheimrat Dr. Schlüter von Gütersloh, der als Zuge und Sachverständiger vernommen wurde, hatte das ganze Gebahren des Angeklagten als schwindelhaft bezeichnet, und den Ausführungen dieses Gutachtens schleß sich Herr Medizinalrat Dr. Nänninghoff aus Bielefeld an. Unna, 23. Oktober.[Grober Unfuz.] Der Arbeiter=Radfahrer=Verein„Solidarttät“ in Unna feierte im Mai d. J. ein größeres Fest, an dem unter anderen auswärtigen Vereinen auch der Arbeiter=Radfahrer=Verein „Frisch auf" aus Brackel leilnahm. Der letztere Verein hatte während des Umzuges rote Schärpen angelegt und rote Bänder am Hute befestigt. Die Polizei belegte die 8 Mitglieder des Brackeler Vereins mit je 10 M. Geldstrafe wegen groben Unsugs. Das Schöffengericht hat in seiner gestrigen Sitzung die Maßnahme der Polizei als berechtigt anerkannt und die Strafe von 10 Mark ebenfalls verhängt. Schwerte, 28. Okt.(Ein eigenartiges Verkehrshindernis) zwang hier einen Schnellzug und einen Güterzug zur Unterbrechung ihrer Fahrt. Ein Schweinehändler hatte zwei Dutzend Schweine zu. transportieren. Da er Einen über den Durst genommen hatte und sich in mehr als gemütlicher Stimmung besand, kletterte er vom Kutscherbock herab und machte es sich mitten unter den Borstentieren bequem, seinem Pferde die Führung überlassend. Auf einer Eisenbahnüberführung blieb das brave Rößlein mit dem Gefährt stehen. Zum Glück wurde das Hindernis rechtzeitig bemerkt, sodaß die Eisenbahnzüge zum Halten gebracht werden konnten, ehe ein Unglück geschehen war. Hinzukommende Personen spannten das Pferd aus und kippten den Wagen um, sodaß Schweinehändler und Schweine in kteblichem Durcheinander zur Erde kollerten. Der Händler hatte seine liebe Last, seine Fahrtgenossen wieder zusammen zu bringen. Die Sache dürfte für ihn übrigens noch ein übles Nachsplel haben. Dahlhausen, a. d. R. 28. Oktober.(Verbraunt. In der Familie Lyding warf ein 4jähriges Mädchen die drennende Petroleumlampe um. Die Flammen setzten das Kleid des fünsjährigen Schwefterchens in Brand. Es lief lichterloh brennend auf die Straße, wodurch die Flammen nur noch mehr angesacht wurden. Alo sie schließlich burch durch den Vater gedämpft wurden, war das Kind so schwer verbrannt, daß es kurz darauf verschied. Herus, 22. Okt.(Eine englische Studienkommissien,] bestehend aus Mitgliebern der Bergbehörde und des englischen Unterhauses— u. k. befinbet sih auch der Bruder des englischen Kriegsministers Fabei— besucht zurzeit das rheinisch=westsälische Industriegebiet, um die Sicherheitsvorrichtungen im Grubenbetriebe kennen zu lernen, Die auf den Gruben des Ruhrreviers gemachten Erfahrungen sollen für die Vorberettungen befi idlichen uen birspolizeilichen Bestimmungen für England zugrunde gelegt werden. Verbeitz, 28. Ok.[Zelgenschwere Explesten.] Der noch im schulpflichtigen Alter stehende Sohn des Bergmanns Schweizer in Vorbeck bei Essen reinigte das seinem Vatir gehörige Motorrad. Auf noch nicht aufgeklärte Weise geriet der Benzin in Brand. Gs erfolgte eine surchtbare Explesten. Der Knabe erlitt so schwere Brandwunden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der Bergmann Semmel und seine Tochter, die zusahen, wurden ebenfalls schwer verbtannl, und auch der Bergmann Schweizer selbst, der sich in der Nähe besand, trug schwere Brandwunden bavon. Basselderf, 28. Oktoder.(Plötzlicher Tod Oberbürgermeister Drecker=Opladen ist plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Gerithztosaal. Vor dem Berliner Schöffengericht gelangte gestern die Beleidigungsklage des früheren Kommandanten von Berlin, Generalleutnants z. D. Grasen Kuns v. Moltke, gegen den Herausgeber der„Zukunft“, Mox'milian Harden, unter enermem Andrang des Publikums zur Verhandlung. Graf Kune v. Molike hatte s. Bi. Strafantrag gegen Harden wegen Beleidigung gestellt, die Gehebung der öffentlichen Klage wurde jedoch vom Staatsanwalt, Oberstaatsanwalt und Justizminister abgelehnt. Infolgedessen strengte Graf Molike die Peipatklage an. Sie stätzt sich auf einzelne Stellen in acht Artikeln Hardens Dbs se Vo. Brsk 15 grtcälshe, De vis fietischn Beistand des Privatklägers, Justizrat Dr. v. Gerdon, versaßte Klageschrift ist gußerordentlich umsangreich. Sie sucht daß sich Horden der Beleidigung im Siane des# 185 uub 186 schuldig gemacht habs. Ge habe in den Mritkeln zusgeführt, loß der Iheß Philipp zn Eulenburg kraft der Zuzehätigreit zu der Mepenburger Tafelrunde einen schädlichen, Segslußz auf bis Khsser auszuchen sucht und der dem Fürstin Gulenbüth Esonders nehestehend: Privctkläger ihm bei diesem schädlichen Unternehmen behilflich sei. Es sei in den Artik=in weiter ausgeführt, daß in diesem Kreise perverse Gischlechtheit herrsche, und angedeutel, daß zu diesen speziell als pervers gekennzeichneten Mi gliedern dieses Kreises der Privatkläger gehöre und auf dieser Perversien wesentlich mit das Unheilvolle des angemaßten Einflusses beruhe. Abgesehen von dem Inhalt hält der Peivatkläger aber auch überall die höhnische Art der Erwähnung der Tafelrunde und seiner eigenen Person als beleidigend. Graf Moltke und Harden waren persönlich erschtenen; von den geladenen Zeugen waren nicht anwesend, Reichskanzler Fürst Bülow und der Chef des Militärkabinetts Graf Hülsen=Häseler wegen Abwesenheit von Berlin und Graf Lyner wegen Krankheit. Fürst Philipp Eulenburg war trotz seiner Krankheit nach Berlin gekommen, war aber nicht in der Lage, an Gerichtsstelle zu erscheinen. Auch verschiedene von den Parteien geladene Zeugen waren ausgeblieben. Harden, der angab, zweimal wigen Majestätsbeleidigung zweimal mit j 6 Monaten Festung bestraft zu sitr, erkihrtt in den Attikeln, die die Beleidigung enthalten, habe er einen polliischen Zoick verfolgt; er habe nur behauptet, daß der Kläger anermale Empfiadungen habe, den Vorwurf sie widernatürlich betätigt zu haben, habe er nicht erhoben. Nach längerem Hin= und Hergtthandeln, legen. Ich will ungemchnlichen ist. Meine Schu aufgesaßt worden si id. Aber ich gebe zu, er eine strafdure Handn U von iht auch nur bes Maße dim weiblichen huld ist es nicht, daß di hingehend:„Ich pg nicht zur Last upten, daß er im Geschlichte astold e Artikti so falsch diese Artikel sind etwat zweideutig, deshalb würde ich mich bereit finden, im Jateresse des ganzen Bandes hler, einen Vergleich zu schließen.“ Harden lthate Jedoch jeden Birgleich eb, lieher dinge er ins Zuchthaus. Justizrat De. v. Goedon erklätte als Vertreter des Grafen Molike, daß auch für dlesen ein Vergleich unmözlich sei. Darauf wurde die Verhandlung fortgesetzt, wobei es teilweise zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen kam und eine Menge Klaisch und Schmutz breitgetreten wurde. Schließlich vertagte der Vorsitzende die Sitzung behufs Beschlußfassung über Zalässigkeit und Notwendigkeit der Beweisaufnahme. Vermischtes. * Essen(Oldenburg), 22. Ott. In der Bauernschaft Bartmannsholte wurden einem Kinde von einem anderen Kinde mit einer Axt drei Finger der rechten Hand abgeschlagen. * Gotha, 22. Otk. In der Dorotheenstraße wurden set esehashr, Die Todaulsache, K Gaderkzstug. * Hildburghausen, 22. Okt. Ein Arbeiter wollte gestern seine Frau erstechen. Der zufähig dazukommende Sohn der Ueberfallenrm ergelff sofort einen Revoloer und erscheß seinm Sitefozter. Darauf stellte sich der junze Mann der Behörde. * Lyk, 28. Okt. Dem„Ehler Tageblatt“ zufolte wurhin bei einem in Wosczellen bei dem# sitz:t Dzidzitz ausgebrochenen Feuer der Sohn des Besitzers und ein Knecht, die auf dem Heuboden schliefen, verbrannt. * Lissadon, 28. Okt. Der der Hamburz=AmerikaLinke gehörige Dampfer„Gorussta“ kam mit 44 Pafsagieren in Bord aus Beasilien hler an und warf gestern nachmittag im Tajo Rüker. Die Ankerketten rissen und das Schiff geriet bei heftigem Sturm ins Treiben. Die Pissaziere sowie die Mannschaft wurden von Rettungsbooten aufzenommen. Das Wack des Dampfers ist vollständig im Tajo versunken, so daß nicht einmal die Masten mehr aus dim Wasser hervo:ragen. Tot sind, soweit bis jetzt bei den Rettungsarbeiten fest gestellt werden konnte, ein zur Besatzung der„Borussia“ gehötiger Schiffsjunge, sowie ein Dolmeischer der Agentur der Hamburg=Amerika=Liaie. * Tobolsk, 23. Okt. Gestern erfolgte bei der Polizeiverwaltung zu Ischlm, nördlich von Petropawlews, beim Sortieren konfiszlerter Waffen eine Explosion, bei der drei sonen getötet und fünf schwer, sowie zwei leicht verletzt vurden. Die Zillen der Zwangsarbeiter sind teilweise zerstört worden. Wilhelm Grafahrend, Gütersloh. ::: Spezialgeschäft.::: Größtes Lager hier am Platze in Herren=, Knaben= und Arbeiter=Bekleidung. Herren=Paletots, Anzüge und Joppen u. s. w. von 10 Mk. an bis 55 Mk. Erstklassige Fabrikate. von 9 Mk. an bis 55 Mk. von 4 Mk. an bis 25 Mk. Dauerhafte Ware. Vorzüglicher Sitz. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Hottesdienst. Freitäg, den 25. Oktober. 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Platz 25 Pig. Hochachtungsvoll Die Direktion: A. Kreiser. Freese. Es werden 20 gesunde Schlachtpferde Langekauft. von Miß Hellio. dressierten Die: Neue GütersloherZeitung Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briesträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. ustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig, für auswärtige 15 Pfennig; Reklamen 30 Pfennig.— Für die Arsaugme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr.— Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733, Nr. 127 Druck und Verlaa: Schmäling& Ohlbrock, Donnerstag, den 24. Oktober 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Sütersloh. 18. Jahrgang Zweites Blatt. Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbeilage Neus Lesehalle werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 783. Der Anfang des eben begonnenen Romans„Ihr Schicksal“ wird neu hinzutretenden Abonnenten kostenlos nachgeliefert; ebense erhalten letztere die bis zum 1. November erscheinenden Nummern gratis zugestellt. Der Bezugspreis der„Niuen Gülersloher Zeitung" für die Monate November und Dezember ist 80 Pfennig dei freier Zustellung durch unsere Boten. Anfalverhütung. Der neue Jahresbericht der preußischen Regierungsund Gewerberäte für 1906 föhrt lebhafte Klage über die Gleichgültigkeit, mit der die Arbeiter häufig den Unfallverhütungsvorschriften gegenüberstehen. Nur in einzelnen Bezirken ist es gelungen, einen Gefolg in dieser Beziehung zu erzielen. Zum Teil haben die Arbeitgeber dafür gesorgt, daß die Verhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften in regelmäßigen Zwischenräumen bekannt gegeben wurden. Auch dadurch, daß man den Arbeiterausschüssen die Ueberwachung der Innehaltung der Schutzvorschriften übertrug, sind gänstige Ergebnisse erzielt worden. Ferner haben sich Prämien, die sowohl von einzelnen Arbeitgebern als auch Berufsgenossenschaften ausgesetzt wurden, auss beste biwährt. Trotz alledem aber ist die Zahl der selbstverschuldeten Unfälle noch recht hoch, was zum großen Tell auf die Gleichgültigkeit der Arbeiter gegenüber den Betriebsgefahren zurückzufähren ist. Bei grober Fahrlässigkeit, Neckereten u. s. w. wäre daher die Ausübung des Strafrechts durch die Berufsgenossenschaft durchaus angebracht, auf der andern Seite aber auch Belohnung für entschlossenes Handeln im Falle einer Gefahr. Nun ist es zwar nach Lage der Unsallversicherung und Unfallfürsorge für die Renten= oder Pensionsansprüche des Verletzten oder der Hinterbliebenen eines Getöteten ohne Belang, ob der Betriebsunfall durch eigenes Verschulden herbeigeführt worden ist oder nicht. Aber die Nachtelle, die ein solcher Unfall für den davon Betroffenen zur Felge hat, können naturgemäß durch die Rente und den Ersatz der Heilungs= u. s. w. Kosten allein nicht ausgeglichen werden, sie sind zum Teil überhaupt unersetzbar, da sie auf ldealem Gebiet liegen, und deshalb sollte jeder, bevor er sich über die Bestimmungen hinwegsetzt, an seine und der Seinigen Zukunft denken, die durch solchen Schritt in grausamer Weise zerstört werden kann. Im Jahre 1905 sind für 2357 Unfälle Renten auf Grund des Unfallversicherungsgesetzes festgesetzt worden, gegenuver 2171 im Jahre 1904 und 2105 im Jahre 1905. Dabei ist festgestellt worden, daß die Zahl der Verletzungen mit dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit in den letzten Jahren ersreulicher Weise gefallen ist. Sie betrug im Jahre 1896 noch 10,90 auf je 100 vorgekommene Unfäll= und ist allmählich sinkend im Jahre 1905 auf 7,47 herabgegangen. Rehnlich verhält es sich mit der Anzahl der Todesfälle, die von 20,80 im Jahre 1896 auf 16,88 im Jahre 1905 gesunken ist. Zugenommen aber hat die Zahl der Unfälle selbst, für die Entschädigungen festgesetzt sind, ebenso hat zugenommen die Zahl der Verletzungen und Todesfälle, für die nach den Vorschriften der Unfallversicherungsgesetze eine Unfallanzeige erstatten worden ist, ohne Rücksicht darauf, ob Entschädigungen zu zahlen waren oder nicht. Nach gesetzlicher Bestimmung sind in den Betriebsräumen die Unfallverhütungsvorschriften ausgehängt, und es steht leider fest, daß mancher Unfall bei nur geringer Aufmerksamkeit hätte vermieden werden können. Die Mitwirkung der Arbeiter bei der Unfallverhütung ist ein Feld, auf dem noch vieles zu leisten übrig bleibt, auf dem sich jedoch anderseits Erfolge, wie an einzelnen Beispielen bewiesen ist, nicht allzuschwer erreichen lassen. Lokales und Provinzielles. : Gütersloh, 22. Okt.[Zum Zigarettensteuergesetz.] Nach§ 13 der vom Bundesrat erlassenen Ausführungsbestimmungen zum Zigarettensteuergesetz steht es den Verkäufern von Zigaretten und Zigarettentabak frei, beim Verkaus einen höheren Preis zu nehmen, als auf den Packungen angegeben und durch die auf ihnen angebrachten Steuerzeichen gedeckt ist, sofern sie die Steuerzeichen durch Verwendung von Zuschlagssteuerzeichen entsprechend ergänzen. Nach einer vom Finanzminister im Einverständnis mit dem Reichskanzler(Reichsschatzamt) erlassenen Verfügung vom 5. Oktober d. J. ist es nicht erforderlich, daß die Zuschlagsteuerzeichen über die in der Verpackung enthaltene Stückzahl lauten; es genügt vielmehr, wenn die ursprünglich verwendeten Steuerzeichen und Zuschlagssteuerzeichen zusammen die für den erhöhten Verkaufspreisverge schriebene Stzuer ausmachen oder jedenfalls nicht hinter ihr zurückbleiben. Warenderf, 22. Okl.(Ein Jagdunglück) ereignete sich heute morgen in der Bauerschaft Gröblingen in der Nähe des Kolonates Mellage. Als der Affessor Gröning einen Schrotschuß auf einen Hasen abgab, traf er einen hinter den Gebüsch hervortretenden Knaben. Die ganze Schrotladung drang ihm in den Leid. Der Schütze bemühte sich mit dem Kolon Mellage um den Getroffenen und sorgte für die Ueberführung ins Hospital. Ob der Knabe mit dem Leben davonkommen wird, ist fraglich. Folingen, 22. Oklbr.[Ein= Kroatenschlacht.] In der vergangenen Nacht lieferten in Krahenhöhe kroatische Erdarbeiter eine förmliche Schlacht. Sie drangen in das Haus des Kaufmanns Lütigen ein, in dem der Schachtmeister Sertiz mit seiner Familie wohnt und griffen diesen mit Dolchmessern und Stöcken an. In wenigen Minuten sank Sertiz von den Brüdern Josef und Emil Zaermatz gestochen, tödlich zu Boden, um bald darauf zu sterben. Die Kroaten drangen nunmehr in das Ladengeschäft des Lättgen ein, um hier alles entzwei zu schlagen. Diesen Angriff abzuwehren, griffen Angestellie des Lätigen zum Revolver und feuerten mehrere Schüsse auf die wie rasend sich benehmenden Kroaten. Ein Schuß traf den Mörder Josef Zaermatz in den Hals. Der Verletzte ergriff die Flucht, brach aber tödlich auf der Straße zusammen und mußte ins Krankenhaus gedracht werden. Mehrere andere Kroaten sind mehr oder winiger schwer verletzt. Der Emil Zaermatz ist entkommen. Wie weiter gemeldet wird, sind sämtlichen am Bahnbau Krahnenhöhe—Müngsten beschäftigten Ausländern heute mittag Waffen und sonstige gefährliche Gegenstände seitens der Polizei abgenommen worden. Seitens der Behörden ist die Ausweisung sämtlicher Kroaten beabsichtigt. Fünf Haupträdelsführer wurden bereits festgenommen. w. Feost, 22. Okl.(Versorgungshaus.] Am Montag, den 21. Oktober, wurde in Soist das neuerbaute Versorgungshaus für erstgefallene Mädchen unter großer Beteiligung feierlich eingeweiht. Herr Generalsuperintendent Zöllner aus Münster hielt im Anschluß an Lucas 10, 38—34 die Weiherede. Meine Worte geben den tiefsten Grund an für die Arbeit die hier getrieben werden soll. Der Seelsorger des Hauses, Pastor v. Renesse, sprach den herzlichen Dank des Vorstandes aus für alle Liebe, die bisher der Anstalt entgegengebracht sei und versprach, daß das Werk der wollenden Liebe auch ferner im Sinne dessen getrieben werden solle, der gekommen ist zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Nach der eigentlichen Feier Ihr Reman von H. Friedrich. (8. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Die Gräfin, bereits in Reisetoilette, empfing Gabriele nicht besonders gnädig. „Ich meine, es wäre nicht gerade höflich, mich warten zu lassen," begrüßte sie, die Schleppe ihres Trauerkleides in bessere Falten legend, die Stieftochter. „Wir haben ja noch mehr als zwei Stunden Zeit, Abschied zu nehmen!“ erwiderte Gabriele. „Wie sentlmental!“ rief die Gröfin.„Welchen Zwick hätte es, Rührszenen aufzuführen? Kein Ziegel auf und in dem Schlosse gehört uns mehr, dafür haben diese Blutsauger gesorgt, und so wie die Verhältnisse liegen, werden wir nie hierher zurückkehren! Ich muß gestehen, daß ich unter solchen Umständen froh bin, dem Schlosse den Rücken zu kehren!“ „Das glaube ich!“ erwiderte Gabriele mit voller Ueberzeugung und fügte dann leiser hinzu:„Ich komme von Vaters Sarg. Das ist der einzige Platz, den uns keiner, auch nicht der neuet Besitzer streitig machen kann!“ Die Gräfin antwortete nicht sofort. Es schien, als wäre ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihr Bild gerichtet, das ihr der zimmerhohe Spiegel, vor dem sie stand, zurückwarf. Dennoch hatte sie die Worte der Stieftochter vernommen und verstanden. Ein spöttisches Lächeln kräuselte ihre Lippen, und der Blick ihrer grünlichschimmernden Augen flog durch den Spiegel zu dem jungen Mädchen hinüber, das sich am Frühstückstische niedergelassen hatte. „Ich war schon gestern abend dort,“ bimerkte die Gräfin dann, sich langsam umwendend, doch immer noch an ihrer Totlette zupfend.„Du haft dir deinen ferneren Lebensweg nun wohl klar gelegt?“ fragte sie, sich ihrer Stieftochter gegenüber niederlassend. „So ziemlich!“ „Und darf man wissen—“ „Frage nicht,“ unterbrach Gabriele sie,„ich könnte dir doch keine genügende Antwort geben. Du weißt, ich liebe es nicht, über Unfertiges zu reden.“ Die Gräfin fragte auch nicht weiter, dafür aber fuhr sie fort: „Und Ludwig sein letzter Brief war an dich allein gerichtet—“ Der Gräfin lauernder Blick streifte das unbewegliche Antlitz Gabriele's. „Gewiß,“ antwortete diese ganz ruhig, über seine Pläne habe ich nicht das Recht zu reden!“ „Haha!“ lachte die Gräfin kurz auf.„Ihr seid ja merkwürdig selbständig geworden in der kurzen Zeit, das muß man sagen!“ „Klage deshalb die Verhältnisse an,“ sagte Gabriele ernst und erhob sich.„Verzeihe, wenn ich dich allein lasse, ich habe noch manches zu erledigen.“ „Diese Sentimentalität wird dir das Leben in der Fremde schon austreiben!“ spottete die schöne Frau.„Uebrigens— weißt du, daß der Lankowitzer wieder in der Nähe ist,— zurückgekehrt von seinen Weltfahrten?“ Es war gut, daß die Gräfin sich angelegentlich mit ihren Händen beschäftigte, sonst hätte sie gewahren müssen, wie ihre Stieftochter zusammenfuhr und wie eine dunkle Blutwelle deren Gesicht überflutete. Aber Gabriele wußte sich rasch zu fassen. „So?“ sogte sie nur in gleichgültigem Tone. „Nun, du tust doch gerade, als hättest du keine Ahnung von ihm und doch hingest du als Kind fortwährend an seinem Rockzipfel!“ bemerkte die Gräfin spöttisch. „Was weißt du bavon?“ Gabriele stieß es förmlich hervor.„Und wenn es so gewesen wäre, so berechtigte mich dies doch noch ganz und gar nicht dazu, des gereisten Mannes Erinnerung daran zu erwarten. Seine und meine zukünftigen Kreise werden so verschieden von einander sein, daß wir kaum in die Lage kommen können, fühere Beziehungen neu zu knüpfen!“ erwiderte Gabriele herd. „Aber ich habe die größte Lust, einen ehrmaligen Freund des Hauses auss niue an dasselbe zu fessen!" betonte die Gräfin. „Au!“ Gabriele rief es fast, und ein verächtlicher Blick streifte die schöne Stiefmutter, deren rotblondes Haar und weißer Teint durch die Trauerkleidung nur noch vorteilhafter hervergehoben wurden. Das junge Mädchen sah das alles und fie zergliederte das Gesicht der Gräfin wie ein Anatom. Wie sie dieses Gesicht haßte, diese Augen, die ihren Vater so faszinierten und die doch keinen einzigen ehrlichen Blick aufwiesen, den finnlich geschweiften Mund, deren rote Lippen so verführerisch zu lächeln, aber auch solch verhaßte Reden zu führen verstanden, den ganzen Ausdruck dieser Züge, die trefflich zum Modell einer Bachantin, aber nicht zur Gräfin Domst, nie und nimmer zur Gemahlin ihres Vaters gepaßt hatten. Lächelnd und scherzend hatten sie sich den alternden Mann erobert, in dessen Herzen der Johannestrieb so mächtig ausschoß, daß Graf Domst alle gewohnte Vorsicht außer acht ließ und schließlich blindlings dem Willen und den Wünschen seiner Angebeteten nachgab. Lächelnd stellte sie sich zwischen Vater und Kind, lächelnd stieß sie den Sohn aus dem Hause, lächelnd empfing sie die Gäste zu den Zauberfesten, die sie gab, und es war fast auch ein Lächeln, das über ihr Gesicht flog, als Gabriele ihr erklärte, daß sie sich ihr Brot selbst verdienen und niemals mehr mit ihr ein Heim teilen wolle. Freilich, im Grunde war ihr das nur ganz recht. Was sollte denn auch sie, die Lebenslustige, mit der fast puritanisch denkenden und dabei bildschönen Stieftochter ansangen? Sie selbst wollte gesehen, bewundert, geselert werden, wollte erobern, das Leben genießen und glücklich sein— nach ihrer Art. Bei alledem aber konnte sie ein junges Mädchen mit solch strengen Grundsätzen nicht gebrauchen, ein Mädchen, das dazu gemacht war, selbst sie in den Schatten zu stellen, geiftig und körperlich. Es war der Gräfin aus dem Zusammensturz nur ihr eigenes Vermögen geblieben, das sie sich, einem damaligen Impulse folgend, bei der Hochzelt reserviert und sichergestellt hatte. Im Vergleich zu ihrer bisherigen Lebensführung war ihr nunmehriges Einkommen nur klein zu nennen: deshalb fand ein Rundgang durch das Haus statt, der alle sichtlich befriedigte. Die Generalversammlung der Mitglieder des Vereins, der die Anstalt trägt, beschäftigte sich nach dem Geschäfts= und Kassenbericht hauptsächlich mit der Frage, wie die mit dem Neubau erwochsenen Kosten und die laufende Unterhaltungsmittel gedeckt werden sollen. Wohl haben einzelne Wohltäter und eine Anzahl von FrauenVereinen bisher tatkräftig geholfen, aber von vielen wird die Arbeit die in unserem Hause getan wird, noch übersehen, je verurtellt. Und doch handelt es sich um ein Werk, an dem wahre, tiese Liebe nicht vorübergehen darf. Es sei dasselbe darum allen, die ein Herz voll Erbarmen haben für gefährdete Töchter und für hilflose Kinder unseres Volkes, herzlich empfohlen. Gott wolle sich weiter zu dem bekennen, was in dem neuen Hause angestrebt wird: Pflege und Erziehung an denen zu üben, die sonst versinken. Warburg, 22. Okt.(Vom Schnellzug getötet] wurde zwischen den Stationen Grebenstein und Immenhausen(Strecke Cassel—Warburg) der Bahnarbeiter Wilhelm Finis aus Grebenstein. Er wollte einem Güterzuge ausweichen; kaum stand er auf dem anderen Gleis, als der Schnellzug von der anderen Seite heranbraufte und ihn erfaßte. F. wurde zur Seite geschleudert: der Tod trat alsbald ein. Portmund. 23. Oktober.[Neue Verhaftung Unter dem dringenden Verdachte, den Lustmord an der kleinen Bambrink ausgeführt zu haben, wurde auf Veranlassung des Untersuchungsrichters der Gastwirt G. verhaftet. auf dessen Grundstück sich die Scheune, in welcher die Leiche gefunden wurde, hifindet. Der verhaftet. Knecht des G. leugnet nach wie vor. Lottrop, 23. Okt.[Tod im Gesängnis.) Eine hiesige Bergarveitersfrau wurde s. Z. vom Schöffengericht hier zu drei Monaten Gefängnis verurtellt; sie trat diese Strafe am 15. Juli ds. Is. im Gerichtsgefängnis zu Bochum an. Vergebens wartete der Ehemann nach Abfaßte sie schon jetzt den Vorsotz, nicht für alle Zeit allein und unbeschützt zu bleiben. Ihre Wänsche hatten freilich noch keine greifbare Gestalt angenommen, dennoch schwebte ihr in nebliger Ferne die schlanke, muskulöse Gestalt und das charakteristische, feste Antlitz Lankow's vor. Sie kannte ihn besser, als Gabriele wußte. Wenn das junge Mädchen eine Ahnung davon gehabt hätte, daß er, der ritterliche Held, dem einst ihre Kinderträume gehörten und der nun so plötzlich wieder in ihren Lebensweg getreten, einstmals im Banne der grünlichen Augen und des Zauberlächelns Odila von Lemai's gelegen hatte, so würde sie jede Erinnerung an ihn mit rauher Hand aus ihrem Herzen gerissen haben. Aber die Gräfin hütete sich wohl, von ihren früheren Beziehungen zu dem Lankowitzer zu sprechen; sie war auch die einzige, die den wahren Grund kannte, der ihn einst in die Ferne getrieben hatte. „Nun, warum nicht?“ fragte die Gräfig, sich hoch aufrichtend, bei Gabriele's fast entsetztem Ausruf darum denn auch.„Willst du mir vielleicht Vorschriften machen, wen ich empfangen darf und wen nicht?“ Gabriele zuckte die Achseln, als wollte sie sagen: „Du und dein Tun sind mir in der Folge völlig gleichgältig!“ „Nun?“ wiederholte die Gräfin. „Ereifere dich nicht!“ sagte Gabriele gelassen, indem sie der Tür zuschritt.„Du weißt nur zu gut, daß ich mich in deine Angelegenheiten nicht mische, solange du meines# Vaters Namen in Ehren hältst!“ Die Tür fiel hinter dem jungen Mädchen zu. Gräfin Odila war von ihrem Sessel emporgesprungen. „Das werbe ich dir heimzahlen!“ zischte sie Gabriele nach.„Das werde ich dir heimzahlen— mit Zins und Zinseszins!"(Fortsetzung folgt.) lauf der drei Monate, also am 15. Okt er., auf Rückkehr seiner Frau und als diese auch bis letzten Sonntag nicht erfolgte, begab sich der Mann nach Bochum, um bei der Gefängnisverwaltung Erkundigungen nach dem Verbleib seiner Frau einzuziehen. Hier mußte er nun die traurige Wahrnehmung machen, daß seine Frau bereito am 29. September im Elisabeth=Hespttal gesterben sei. Es ist unverständlich, wenn es wahr ist, daß dem Manne von der Krankheit bezw. dem Ableben seiner Frau nicht einmal Mitteilung gemacht worden ist. Milte, 28. Okt.[Schwer getrübt] wurde eine Hochzeitsfeier durch den Tod eines Festleilnehmers. Während man am Verabend in gemütlicher Stimmung beim Abendessen war, wurde der teilnehmende Nachbar Schneidermeister K. vom Schlage betroffen und verschied nach etwa 5 Minuten. Tülick, 22. Okt.(Opfer des Autos.) Auf der Landstraße Aachen Jülich, zwischen Hängen und Mariadorf, überfuhr am Sonntag abend zwischen 10 und 11 Uhr ein unbeleuchtetes Automöbil einen dreiundtänfzigjährigen verheirateten Einwohner aus Siersdorf Die Insassen fuhren unbekümmert weiter. Es gelang auch der telegraphisch benachrichtigten hiesigen Polizei nicht, das unbekannte Automobil aufzuhalten. Der Ueberfahrene wurde schrecklich verstämmelt und war auf der Stelle tot. Vermischtes. * Halle a. d. S., 28. Okt. In Vippachwalde wurde die seit der vorigen Woche vermißte Kaufmannsfrau Müller aus Leipzip mit aufgeschlitztem Leibe tot aufgesunden. Eine neben der Leiche liegende Herrenuhr läßt auf einen Kampf mit dem Mörder schließen. *[Opfer der Leuchttürme.] Auch in diesem Herbst sind wieder zahlreiche Zugvögel auf ihrer Wanderung nach dem Süden dadurch zugrunde gegangen, daß sie durch das grelle Licht der Leuchttürme geblendet, mit großer Wucht an die Fensterscheiben der Türme stießen und zerschmettert herabfillen. Bei allen Leuchttürmen in den deutschen und dänischen Gewässern findet man jetzt eft Hunderte toter Lerchen, Drosseln und anderer Singvögel. Am Skagener Leuchtturme wurden dieser Tage sogar gegen tausend Vögel verschiedenster Art ausgelesen. *(Eine grausame Stiefmutter) hatte sich in der Person der Arbeiterin Hartke in Frankfurt a. O. vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Sie riß ihrer fünsjährigen Stieftochter die Haare strähnenweise aus, übergoß sie mit heißem, fast kochendem Wasser und schlug das Kind derartig, daß an seinem Könper kaum ein heiler Fleck zu finden war. Das Urteil lautete auf 4 Monate Gefängnis. *[Eine Lotteriegewinn von 800000 Mark.] Ganz Leipzig war in den letzten Tagen in gelinder Aufregung, denn nachdem auch am vorletzten Tage der Zlehung in der Sächsischen Lotterie das sogenannte„Große Los“ in Höhe von 500000 Mark nicht gezogen worden war, mußte am letzten Tage auf diesen Gewinn auch noch die Prämie im Betrage von 800000 Mark fallen. Das ist der höchste Gewinn, der in der Sächsischen Lotterie überhaupt gemacht werden kann, ein Fall, der sich überhaupt noch nie zuvor ereignet hat. Es war eine Hoffnung für viele Zehntausende in der Stadt, für vielleicht eine Million Menschen im ganzen Lande. Denn so viele mögen wohl an den 100000 Losen beteiligt sein. Vor dem Lotteriegebäude hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die stundenlang auf das Resultat wartete und, Kopf an Kopf gedrängt, den Hof, die Treppen, die Korridore des Hauses füllte, und den Saal selbst dich besetzt hatte. Stunde auf Stunde verrann, nur noch wenige Nummern waren zu ziehen, da endlich, 5 Minuten vor 12 Uhr, fällt die Entscheidung! Die Nummer 58892 ist’s, die den ungeheuren Gewinn ihren Besitzern zuführ:! Aber die Leipziger sind leer ausgegangen, denn die eine Hälfte der 800000 Mark ging uach Dresden in eine dortige Kollekte, die andere nach Chemnitz. *[Explosion.] In Neusalz ist das in der Nähe der Stadt gelegene Pulvermagazin mit starkem Getöse in die Luft geflegen. Die Untersuchung ergab, daß auf der Schwelle des Pulvermegazins verstreut liegendes Pulver von jungen Burschen angezündet worden war. Einer von diesen Burschen ist dabei schwer verletzt worden. *[ S p u r l o s v e r s c h w u n d e n.]„ D i e F l u c h t d e r Leiterin des Mädchenheims in Nowawes hat am Orte große Beunruhigung hervorgerufen. Es handelt sich um eine Frau Dr. Anita D., die seit einigen Tagen ihre Stellung verlassen hat, nachdem sie einen Teil dio baren Geldes, das zu ihrer Verfügung stand, sich angreignet hatte. In einem Briefe an die Oberin teilte sie mit, daß sie beabsichtige, nach Berlin zu gehen, sie habe sich der Einsachheit halber aus den Geldern bezahlt gemacht. Wie man nun ermittelt haben win, führt Frau Dr.) D. ihren Titel zu Unrecht. Sie soll eine bewegte-Vergangenheit haben. * Wien, 22. Oktober. Einen furchtbaren Ausgang hat in dem Orte Alland bei Baden“ ein Streit zwischen Eheleuten genommen. Der Holzhändler Neuheuser in Alland, der mit seiner Frau in Aufriedenblebte, rwarf, als er nach Mitternacht betrunken heimkehrte, im Streit eine brennende Lampe nach ihr. Diese expledierte, udas Haus gerlet in Brand. Die Frau flüchtete mit schweren Brandwunden, der Mann und die sechs Kinder blieben im brennenden Hause. Als die Feuerwehr ankam, waren der Mann und vier Kinder im Alter von vier bis neun Jahren tot. Die zwei jüngsten Kinder sind gerettet. * Sosnowice(Russisch=Polen), 22. Okl. Heute vormittag fuhr hier ein Personenzug der Weichsel= Zwangoroder Eisenbahn auf einen hier stehenden Güterzug. Dabei gab es 18 Tote und 20 zum teil schwer verletzte Personen. * Lodz(Rußland), 28. Okt. Gestern abend begegnete eine Milltäspatrouille in der Skladowa fünf Männern, die ihr verdächtig vorkamen, und rief ihnen zu:„Die Hände hoch!“ Die Männer ergriffen die Flucht. Die Patrouille schickte ihnen einige Gewehrsalven nach. Sie töteten aber statt ihrer sieben Straßenpassanten, drei Frauen und vier Männer. Die Schüsfe riefen in den umliegenden Straßen eine ungeheure Panik hervor. Ein Beitrag zur Magenfrage. Es wird behauptet, daß die Liebe durch den Magen geht. Dies mag richtig oder unrichtig sein: Tatsache ist, daß die gute Laune und Zufriedenheit im Allgemeinen von einer guten Mahlzeit abhängt. Richt jeder aber hat die Mittel, sich lukullische Genüsse zu verschaffen. Um jedoch seine Mahlzeit hmackhaft und bekömmlich zu machen, ist es nicht mehr notwendig, „besonders tief in die Tasche zu greifen, seitdem die Firma Jurgens & Prinzen, G. m. ö. H., Goch(Rhld.) ihre allgemein beliebte DeltkateßMargarine„Solo in Carton“ in den Handel gebracht hat. Mit dieser Marke ist ein ideales Volks=Nahrungsmittel geschaffen, welches Güte mit Billigkeit vereint. Man braucht nicht mehr die hohen Preise für Naturbutter zu zahlen, weil„Solo in Carton“ die beste Butter ersetzt und die Speisen außerordentlich schmackhaft und bekömmlich macht. Die Herstellung von Marzarine geschieht unter staatlicher Kontrolle und es werden nur die allerseinsten Rohprudukte verwendet. Es ist damit die Gewähr gegeben für eine wirklich einwandsfreie Ware, die über jeden Zweifel erhaben ist und sowohl im einfachsten wie im feinsten Haushalt Verwendung finden kann. Es muß gesagt werden, daß die Delikateß=Margarine„Solo in Carton“ unumschränktes Lob in jeder Beziehung verdient. Tatsächlich wird dieses Fabrikat, für dessen Güte und Frische die Fabrikanten Garantie leisten, auch bereits in den meisten Haushaltungen verwendet und es erobert sich immer mehr weitere Kreise. „Beleuchte Dein Heim“. Ein hell strahlendes, nicht rußendes gerlusch= und geruchlos brennendes, einfach zu handhabendes Licht wird durch die Spiritus=Glühlichtlampen erzielt, welche sich als Arbeits-, Schreibtisch= und Leselampen in Hunderttausenden von Haushaltungen Anerkennung verschafft haben. Wer sich einmal an Spiritus=Glühlicht gewöhnt hat, mag es nicht entbehren. Bei der allgemeinen Verbreitung dieser beliebten Beleuchtung kann man die Lampen und Brenner in jedem Hanshaltungsgeschäft verlangen. Fahrplanänderung. Vom 1. November d. Is. ab verkehrt der Werktags=Personenzug Nr. 240 zwischen Bielefeld und Gütersloh: Bielefeld ab 891 nachm. statt 727 Brackwede ab 83„„ 735 Isselhorst ab 842„„ 745 Gütersloh an 850„„ 752 Der Zug erhält dadurch Anschluß an Personenzug Nr. 440 von HornMeinberg, Personenzug 232 von Hannover und Schnellzug Nr. D22 von Berlin. Bielefeld an 814 und 823. Bielefeld, den 19. Oktober 1907. Königliche Eisenbahndirektion. Neue Hülsenfrüchte grüne Erbsen, gelbe geschälte Erbsen, Langbohnen, Linsen, ganz vorzüglich weichkochend, empfiehlt Elemens Müller= Anzeigen, welche im ganzen Kreise Halle i. W. gelesen werden sollen, veröffentlicht man am zweckmäßigsten in dem in Halle 1 W. täglich erscheinenden, vielgelesenen Haller Kreisblatt. 2 Die Insertionsgebührbeträgt 6 pro 1 spaltige Zeile oder deren Raum 15 Pfg., bei * Wiederholuugen wird end sprechender Rabatt gewährt. U-e M UIAIELING KALMeifer ee ReE WAIEELTEUTE De Ee KANNESE Ke LreeEee IEEENESCEEESE Aee Zu haben in allen Kolonialwaren-, Drogen-Ju.„Seifen-Geschäften. Vom 1. Jannar 1908 an werden alle Spareinlagen mit 4% verzinst. Gütersloh, den 22. Oktober 1907. Städtische Sparkasse in Gütersloh. Lofoden-Dorsch-Leberthran gaßes, Buteröt, stir Graten in bekannter Güte, Flasche 75 Pfg. 1 Palmin in frischer Sendung. W. Küster. W. Küster. Khorn u. buchene Holzwaren. J. F. Zumwinkel.