Neue Gütersloher Zeitung Nr. 100 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Donnerstag, den 22. Rugust 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbeilage Neue Lesehalle werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 783. Morenga. Augenblicklich richten sich wieder mehr unsere Blicke nach Südwestafrika und auf den Rebellenführer Morenga daseltst. Unter den Führern der Hottentotten während des Aufstandes war Morenga derjenige, der unseren Truppen in Südwestafrika das meiste zu schaffen machte. Es glückte ihm, über die Grenze zu entweichen. Die Behörden der brilischen Kapkolonie setzten ihn zwar fest, lehnten aber das deutsche Verlangen seiner Auslieferung ab. In Kopstadt war man der Meinung, daß Morenga als politischer Verbrecher oder als kriegsührende Partei Anspruch auf das Asylrecht habe. Von London aus wollte man nicht eingreifen; bei dem Ansehen, daß das Asylrecht in England genießt, fürchtete man unbequeme Anfragen im Parlament, wenn Morenga ausgeliefert würde. Dies war ein Fehler; das gemeinsame Interesse der weißen Bevölkerung in Südwestasrika hätte über die Bedenken siegen müssen. Nach Beendigung des Ausstandes konnte Morenga nicht länger gefangen gehalten werden, jedoch ordneten die Kapbehörden seine Ueberwachung an. Die Polizei war aber nicht wachsam genug, um die Rückkehr Morengas auf deutsches Gebiet zu verhindern. Hier soll er sich mit Sigmund Kopper, einem anderen noch nicht unterworfenen Häuptling, vereinigt haben. Das nötigt uns von neuem militärische Maßregeln im äußersten Südosten des Schutzgebietes auf. Die Haltung der englischen Presse und Erklärungen in den Parlamenten von London und Kapstadt beweisen unzweideutig, daß dieser Verlauf der MorengaAngelegenheit ehrlich bedauert wird. Die englische Regierung hat auch nicht gezögert, der deutschen ihr Bedauern auszudröcken und jede mögliche Unterstützung gegen Morenga zu versprechen. Diese Haltung erklärt sich aus zwei Gründen: Einmal empfindet man es peinlich, daß eine zu weit getriebene, falsch angebrachte Humanität die Ursache neuen Blutvergießens sein wird. Dann aber möchte man die Besserung in den Beziehungen beider Länder nicht gestört sehen. Es soll kein Schatten auf das günstige Ergebnis des Besuchs des Königs Eduard in Wilhelmehöhe fallen und die Freude an dem für den November bevorstehenden Besuch des deutschen Kaiserpaares in England nicht getrübt werden. Aergerlich bleibt natürlich das Auftauchen Morengas für uns doch. Immerhin können wir die englischen Versicherungen gelten lassen in der Hoffnung, daß eintretenden Falles tatsächlich volle Unterstützung bei der Verfolgung und Ereifung Morengas geleistet wird. Politische Aebersicht. Peutsches Peich. Der Kaiser, der am Dienstag die Truppenbesichtigung bei Malnz vorgenommen hatte, traf Mittwoch vormittag gegen 11 Uhr mit der Prinzessin Karl von Hessen Im Automobil, von Schloß Friedrichshof kommend, auf der Saalburg bei Homburg ein, wo er nach dem Frühstück in Schloß Homburg die neuerbaute Erlöserkirche besichtigte. Die Abreise des Kaiserpaares von Wilhelmshöhe nach Schwerin ist auf Sonnabend, den 24. August festgesetzt worden. Die Prinzessin Viktoria trifft mittags in Potsdam ein. Für die Teilnahme des Kaisers an den Herbsimanövern der Flotte ist folgendes Programm aufgestellt: Nach der Herbstparade des Gardekorps fährt der Kaiser am Abend des 2. September von Berlin ab und trifft am 3. September in Wilhelmshaven ein. Er begibt sich sogleich an Bord der Jacht„Hohenzollern“, um die Parade über die Hochseeflotte abzunehmen. Die Manöver in der Nordsee finden am 4., 5. und 6. September statt. Den Schluß bildet ein Angriff auf Wilhelmshafen. Am 7. September wird die neue Kaiser Wilhelm=Brücke, die die größte Drehbrücke Europas ist, in Gegenwart des Kaisers eröffnet. Auch soll den neuen Kasernen im oldenburgischen Vorort Heppens ein Besuch abgestattet werden. Sonntags reist der Kaiser wieder ab. An den Manövern der Flotte, die Prinz Heinrich zum ersten Male kommandieren wird, beteiligen sich 90 Schiffe, darunter 55 Torpedoboote. Zum ersten Male nimmt das aus 22 Booten bestehende Minengeschwader an den Uebungen teil. Der belgische Thronfolger Prinz Albert, der à la suite des 2. hannoverschen Dragonerregiments steht, dessen Chef sein verstorbener Vater, der Graf von Flandern war, kommt am 28. August zur Kaiserparade nach Hannover. In Norderney werden bei dem Reichskanzler zu politischen Konferenzen außer dem Führer der Konservativen, Herrn v. Normann, Berliner Meldungen zufolge auch die Freifinnigen Dr. Müller=Meiningen und Dr. MüllerSagan zum Besuch eintreffen. Daß die Blockpolitik Gegenstand der Besprechungen sein wird, ist nicht schwer zu erraten. Staatssekretär Dernburg ist auf seiner Reise nach dem Vikloriasee über die englische Ugandabahn (Mombassa— Port— Florence) und mit Benutzung der englischen Seedampser in Muansa(Deutsch=Ostafrika) eingetroffen. Von hier aus soll heute der Marsch nach Tabora angetreten werden. Während der Fahrt nach Muansa wurde Entebbe als Hauptstadt des englischen Protektorats Uganda angelaufen und die deutsche Station Bukoba besichtigt. Der Besuch ergab die glänzenden Verhältnisse Bukobas, das unter Hauptmann v. Stimmer schnell emporblüht und große Ueberschüsse abwirft. Der Staatssekretär empfing die Sultane der stark bevölkerten Umgebung dieser Station, die mit großem Gefolge anrückten, und gab ferner einer Einladung des sechs Stunden von Bukoba ansässigen Sultans Kahini Folge. Der Staatsanzeiger veröffentlicht amtlich die Ernennung des bisherigen ordentlichen Professors der Theologie und Konsistorialrats D. Gustav Kawerau in Breslau zum Propst an St. Petri in Berlin und zugleich zum Mitgliede des Evangelischen Kirchenrats im Nehenamt unter Verleihung des Charakters als Oberkonsistorialrat. Dr. Stoecker wird auf den Wunsch des Arztes am christlich=sozialen Parteitage in Elberfeld nicht teilnehmen, um die Kur nicht zu unterbrechen. An demselben Tage, an dem in Bromberg der „Deutsche Tag“ abgehalten wurde, veranstalteten die Polen in der Nachbarstadt Hohensalza eine polnische Demonstrationsversammlung, die von über 1000 Polen aller Stände, Getstlichen, Edelleuten, Bauern und Bürgern besucht war. Die Versammlung nahm nach heftigen Reden eine Resolution an, in der„angesichts Gottes und angesichts der ganzen Kulturwelt“ gegen die Bestrebungen unserer Feinde, auf dem bereits seit tausend Jahren unsere Vorfahren lebten und starben und auf dem wir und unsere Nachkommen leben und als Polen sterben wollen, ausschließen und enteignen wollen, als einen„unerhörten Gewalisakt“,„ein zu Golt um Rache schreiendes Verbrechen“ protestiert wird. Für das höhere Lehrfach in Preußen eröffnen sich anscheinend keine guten Aussichten. Nach den letzten stattstischen Veröffentlichungen dauert nämlich der Zudrang zu den Prüfungen für das höhere Lehrfach unausgesetzt an. In den Jahren 1900 bis 1906 hat die Zahl der Prüflinge von 850 auf 1066 und die Zahl der mit Erfolg geprüften Kandidaten von 278 auf 757 sich gesteigert, ohne eine Unterbrechung in einem der Jahre zu erfahren. Infolge Fräulein Sturmwind. Reman aus der Gesellschaft von T. Tschürnau. (24. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Leider war die Notiz der Zeitung nur kurz und Nadine suchte nach neuem Stoff zum Vorlesen, immer mit dem geheimen Wunsch:„Könnl' ich doch fort!" Diese gezierte, geschminkte, aufgetakelte Person unterhalten zu sollen, das war eine Aufgabe, der sie sich nicht gewachsen fühlte. Da sagte die Stafi plötzlich: „Finden Sie nicht, Fräulein von Helldorf, daß Baron Wangenheim sich sehr— wie soll ich sagen— sehr seltsam gegen mich benimmt?“ Nadine wurde glührot. Die Arme— sie hatte es also bemerkt; sie fühlte sich gekränkt, verletzt; sie zog es vieleicht vor, das Feld zu räumen. Obwohl sie die Stafi nicht leiden mochte, stieg doch ein gewisses Mitgefühl in ihr auf und ihre Verlegenheit war grenzenlos. „Ich— weiß nicht!“ stammelte sie. „Es sollte mich wundern, wenn Sie es nicht bemerkt hätten,“ fuhr die Stasi mit sanftem Lächeln fort.„Er weicht mir aus und wenn er das nicht kann, ist er ungeduldig abstoßend!“ Nadine's Verlegenheit wuchs; sie wagie gar nicht mehr, auszusehen. Da legte die Staft ihre Hand auf die des jungen Mädchens. „Können Sie schweigen?“ fragte sie in feierlichem Tone. „Jetzt reiß' ich aus! dachte Nadine und laut sagte sie „Ja,— ich— das heißt—“ Sie wußte buchstäblich nicht, was sie auf die ihr höchst unbehagliche Frage antworteten sollte, und die Staft ließ ihr auch keine Zeit dazu. „So will ich Ihnen ein Gehelmnis anvertrauen,“ sprach sie in dem nämlichen feierlichen Tone weiter:„Er liebt mich noch immer!“ Nadine öffnete ihre blauen Augen weit in namenloser Verwunderung. „Wer?“ fragte sie. „Baron Wangenheim!“ Unwillkürlich rückte Nadine ein Stückchen von der Gröhling hinweg; sie begann sich der Ansicht zuzuneigen, daß die Stafi plötzlich den Verstand verloren habe. „Er hat nämlich einst eine große Leidenschaft für mich gehabt,“ fuhr diese, die nichts davon warnahm, fort.„Das Schicksal riß uns aus einander,— ich kann Ihnen das hier nicht so erzählen,— kurz, wir entsagten und er schloß eine Vernunftehe. Die Lotte ist ja eine herzensgute Frau und so ist er wenigstens nicht unglücklich geworden, aber daß er das Einst nicht vergessen kann, das merke ich immer von neuem, wenn ich wieder einmal hier bin. Ich habe längst überwunden, er nicht. Mein Ideal ist jetzt ein ganz anderes. Nur geistige Größe kann mir noch imponieren, aber ihn hält das:„Es war einmal' noch immer gefessel!!“ In Nadine's Gesicht zuckte und wetterleuchtete es; sie gab sich die größte Mühe, ihre Fassung zu bewahren, aber als die Stafi das„es war einmal' mit langgezogenen, sentimentalen Tönen hervorflötete, da war ihre Widerstandskraft zu Ende. Sie brach in ein Gelächter aus, so hell, so toll, so unauslöschlich, daß sie gar nicht wieder zu Alem kommen konnte. Die Stafi saß neben ihr, ganz versteinert vor Empörung. „Ich verstehe nicht, mein liebes Fräulein von Helldorf, was Sie an der Sache so komisch finden,“ sagte sie sehr gemessen, als Nadine wenigstens einigermaßen wieder zu sich gekommen war. Die kleine Sünderin kämpfte noch immer mit einem erneuten Anfall ihrer Heiterkeit. „Ich bitte um Verzeihung,“ brachte sie mühsam hervor, „es war sehr ungezogen von mir, aber— wenn ich mir den Onkel Max vorstelle, mit einer unglücklichen Liebe behaftet, dann— dann—“ Sie preßte ihr Taschentuch vors Gesicht, aber hinter demselben klang doch ihr halbersticktes Lachen hervor, für das die tiefbeleidigte Stafi sie am liebsten umgebracht hätte. „Sie sind noch so jung, mein gnädiges Fräulein,“ sagte sie mit giftdurchtränkter Liebenswürdigkeit,„solche Herzensstürme muß man erst an sich selbst erfahren haben, um sie begreifen zu können. Graf Derenberg kann davon erzählen. Ihm hat eine unglückliche Leldenschaft die schönsten Jahre seines Lebens zerstört!“ Wenn die Stafi darauf gerechnet hatte, Nadine durch ihre Worte eine unangenehme Ueberraschung zu bereiten, oder in ihr doch eine bittere Erinnerung wachzurufen, so sah sie sich enttäuscht. Nadine war heilfroh, daß sie endlich jemand fand, der ihr näheres über diese geheimnisvolle Liebesgeschichte mitteilen konnte. Sie ließ das Tuch sinken; ihre Augen, aus denen sie eben noch die letzten Lachtränen getroknet hatte, hingen gespannt an dem Gesicht der Stafi. Neugierig sah sie aus, aber betroffen,— nein nicht im mindesten. „Was wissen Sie darüber?“ fragte sie angelegentlich. „Nur, was alle Welt weiß!“ sagte die Staft kühl. „Dann bitte, erzählen Sie mir's doch!“ drängte Nadine.„Ich selbst weiß nämlich nichts als die Tatsache, daß die Gräfin Jutta seine Jugendliebe gewesen ist, Heinz spricht natärlich nicht darüber, daheim wollten sie mir auch nichts verraten und die Lotte oder Onkel Max mag ich nicht danach fragen. Warum haben sie sich nicht geheiratet, wenn sie sich so sehr liebten?“ „Warum?“ wiederholte die Stafi.„Du lieber Himmel, es ist eben immer dieselbe Geschichte! Die schöne Jutta Malten war blutarm und der Heinz war damals höchstens wohlhabend zu nennen; reich ist er erst durch das Majorat geworden.“ Nadine's Augen blitzten. „Wenn sie ihn deshalb ausgeschlagen hat, so tat er unrecht, sich um ihren Verlust zu grämen,“ sagte sie geringschätzig. dissen hat sich auch das Prüfungsergebnis verschlechtert. Während 1900 noch 78 Prozent aller Geprüften das Examen bestanden, waren 1906 nur 71 Prozent so glücklich. Es ist also in den Prüfungen selbst Hand in Hand mit der Vermehrungen der Prüflinge eine Verschärfung eingetreten. Infolge des großen Andranges ist es daher leicht möglich, daß sich die guten Aussichten, die sich seit Jahren den angehenden Lehrern für höhere Schulen in Preußen bieten, bald wieder verschlechtern. Die Zahl der auf Grund des Unfall= und des Invalidenversicherungsgesetzes fortlaufende Entschädigung beziehenden Rentner ist gegenwärtig auf über 2 Millionen angewachsen. Nach dem letzten Geschästsberichte des Reichs=Versicherungsamtes belief sich die Zahl der Personen, die im Jahre 1906 auf Grund der Unsallversicherungsgesetze Unterstützungen bezogen, auf 1082670. Davon waren 1085725 Personen Rentner, d. h. Verletzte, Witwen, Kinder oder Verwandte Getöteter, die fortlaufende Entschädigung erhielten. Von Renten, die auf Grund des Invalidenversicherungsgesetzes gezahlt werden, liefen anfangs 1907 überhaupt 962277. In beiden Versicherungszweigen gab es anfangs 1907 bereits 1 998002 Rentner. In der Zwischenzelt ist die kleine an der zweiten Million fehlende Zahl bei der bisher immer noch zu beobachten gewesenen Steigerung der Rentenzahlen überhaupt sicherlich nicht nur erreicht, sondern auch überschritten worden. Man kann es deshalb als gewiß annehmen, daß es gegenwärtig über 2 Millionen Personen in Deutschland gibt, die auf Grund der staatlichen Arbeiterversicherung eine Rente beziehen. Bedenkt man, daß seit dem Inslebentreten des ersten Unfallversicherungsgesetzes noch nicht 22 Jahre, seit dem des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes aber erst 17 Jahre verflossen sind, so wird man ein solches Ergebnis als ungeheuer bezeichnen können. Gesterreich-Ungarn. Durch eine Verordnung des ungarischen Ackerbauministers Daranys sind zwei wichlige sozialpolitische Gesetze ins Leben getreten. Das Gesetz, das die Rechtsverhältnisse zwischen Landwirten und landwirtschaftlichen Arbeitern zum Gegenstand hat, stellt Arbeitgeber und Arbeiter rechtlich gleich und bedroht Uebergriffe gegen Bedienstete mit Strafe. Es ordnet im Interesse der Bediensteten Schutzmaßregeln an; so hebi es das häusliche Züchtigungsrecht Dienstboten gegenüber auf, verlangt für sie gesunde Wohnungen und fordert, daß der in Gestalt von Naturalleistungen zu zahlende Lohn erstklassig sei. Ehefrauen sowie Kinder unter 12 Jahren müssen im Falle einer Krankheit auf Kosten des Arbettgebers während eines Zeitraumes von 45 Tagen ärztliche Pflege erhalten. Zahlreiche Bestimmungen berechtigen die Bediensteten im Falle nicht entsprechender Behandlung, unpünktlicher Lohnzahlung oder schlechter Verpflegung zur sofortigen Kündigung des Dienstvertrags. Das zweite Gesetz handelt von staatlicher Beihllfe zu landwirtschaftlichen Arbeiterhäusern und bezweckt, die Arbeiter durch Bezahlung des bisherigen Hauszinses in den Besitz des Hauses gelangen zu lassen. Rutzland. Im Anschluß an die Kaiserzusammenkunft vor Swinemünde war behauptet worden, daß dabei auch die Aufnahme einer russischen Flottenanleihe Gegenstand der Besprechung gewesen sei. Als darauf bekannt wurde, daß der russische Finanzminister eine Reise in das Ausland antrete, hieß es, daß diese Reise mit den Anleiheplänen in Verbindung stehe. Von amtlicher russischer Seite wird das jitzt als reine Erfindung erklärt mit dem Hinzusügen, daß es sich lediglich um eine Erholungsreise handle. Frankreich. Ministerpräsident Clemenceau, der zur Zeit in Karlsbad weilte, fuhr gestern im Automobil nach Marienbad, wo er vom König von England empfangen wurde. Heute kehrt Clemenceau nach Paris zurück. Marokko. Die Lage in Marokko scheint täglich Um die schmalen Lippen der Gröhling spielte ein Lächeln wie das Gespenst einer erwürgten Bosheit. Am liebsten hätte sie gesagt: „Wollen Sie mir vielleicht vorreden, daß Sie gar nicht an den Reichtum des Grafen Derenberg gedacht haben, als Sie sich mit ihm verlobten? Sie hatten die Wahl zwischen einem eben erst geadelten Millionär und einem andern aus altem Geschlecht. Da wähllen Sie natürlich den letzteren!“ Da sie diese ihre Meinung jedoch nicht aussprechen konnte, so sagte sie statt dessen: „Beurteilen Sie die Gräfin Julta nicht zu streng. Sie handelte unter einem Zwange, als sie gegen ihre Herzensneigung den älteren Bruder wählte.“(Forts. folgt.) Moderue Nachrichtenübermittelung. In der Erfindungsausstellung, die gegenwärtig in den Ausstellungshallen am Zoologischen Garten zu Berlin stattfindet, sind nebeneinander eine Reihe von Apparaten zur Nachrichtenübermittelung aufgestellt, welche recht eigentlich als Erzeugnisse modernen Erfindungsgeistes gelten können. Als vor nunmehr zwei Menschenaltern der elektrische Telegraph seinen Einzug in das Verkehrsleben hielt, bedeutete das die erste fiegreiche Ueberwindung des Raumes. Mit Hälfe des elektrischen Stromes war es möglich geworden, den Raum, in welchem sich sonst unser ganzes irdisches Leben avspielt, gewissermaßen auszuschalten. Man konnte Nachrichten in wenigen Sekunden um den halben Erdball jagen und stand staunend an der Schwelle eines neuen Zeitalters. Es vergingen wenige Jahrzehnte, und wir bekamen das Telephon. Ein neues Wunder war geschehen. Man brauchte sich nicht mehr mit einer umständlichen Zeichenschrift mühsam zu verständigen. Das lebendige Wort selbst wurde von den Schranken des Raumes befreit und flog über hunderte von Meilen am Draht entlang. Was dem einen Sinn recht ist, sollte aber dem anderen billig sein. Sehr bald nach der Erfindung des Telephons trat daher das Problem des elektrischen Fernsehers in den Vordergrund. Man träumte von einem Apparat, der ferne kritischer zu werden, seitdem der Bruder des Sultans und Statthalter von Marrakesch, Muley Hafid, sich zum Sultan hat ausrufen lassen. Einer französischen Blättermeldung aus Casablanca zufolge soll Mulay Hafid an der Spitze von 6000 Mann mit Artillerie auf dem Marsche nach Casablanca sein. Das Kritische der Lage geht auch daraus hervor, daß der französtische General Drude abermals Verstärkungen erbeten hat, die ihm jedoch in einem in Parie stattgefundenen Ministerrat nicht bewilligt worden sind; auch hat der Maghsen die Konsuln und alle anderen Europäer in Fees ersucht, die Hauptstadt zu verlassen, da die Wesire Ruhestörungen befürchten.(Der„Magbsen“ in Marokko ist eine repräsentative Vertretung der Adelsfamilien des marokkanischen Reiches, durch die der Sultan in seinen Regierungsgeschäften verfassungsgemäß erheblich beschränkt wird und aus der fast alle höheren Staatsbeamten, Minister usw. hervorgehen. Koloniales. Der britische Minister des Aeußeren hat den deutschen Geschäststräger in London in einer Note benachrichtigt, daß zwischen der Kapregierung und dem kaiserlichen Generalkonsul in Kapstadt ein Nachrichtenaustausch über die Bewegungen Morengas eingerichtet worden sei. Nach neuesten Meldungen soll Morenga bei der Gamsibkluft dicht an der Grenze, unbestimmt auf deutschem oder englischem Gebiet, sitzen; zuverlässige Nachrichten über die Zahl seiner Gefolgsleute liegen auch jetzt noch nicht vor. Lokales und Provinzielles. 0 Gütersloh. 22. Aug.[Ihren 92. Geburtstag] begehl heute die in Kattenstroth(Brüggenhof) 89 wohnende Frau Witwe Wilhelmine Kramer. Trotz ihres hohen Alters erfreut sich Frau Kramer noch eines verhältnismäßig guten Wohlbefindens, sodaß sie ohne sonderliche Beschwerden noch mancher Hilfeleistung im Hause fähig ist und selbst leichte Erträgnisse des Ackers einholen kann. Möge sie sich solcher Gesundheit noch lange Jahre erfreuen und ihr dann auch die Freude der Feier des hundertsten Geburtstages beschieden sein. Für heute herzlichste Gratulation! ( Süterslotz. 22. Aug.[Kaiserparade bei Mänster.] Während der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers in Münster i. W. in der Zeit vom 29. August bis 1. September d. J. insbesondere am 80 August, dem Tage der Kaiserparade, ist, wie schon in der Sonnabendnummer von uns berichtet wurde, auf dem Bahnhofe in Mänster ein sehr starker Personenandrang zu erwarten. Um bei der Rückbeförderung Stockungen an den Fahrkartenschaltern in Münster tunlichst zu vermeiden, muß darauf hingewirkt werden, daß die Reisenden, die an den genannten Tagen nach Münster fahren und die Rückreise am Tage der Lösung der Fahrkarten oder spätestens am folgenden Tage antreten wollen, schon bei Antritt der Hinreise Doppelkarten oder, wenn solche nicht verausgabt werden, zwei einfache Fahrkarten, von denen eine bei der Ausgabe als zur Rückfahrt gültig gekennzeichnet wird, lösen. Die Fahrkartenausgaben sind beauftragt, die betreffenden Reisenden auf die Lösung von Doppelkarten oder für die Rückfahrt gültigen Fahrkarten ausdrücklich aufmerksam zu machen. Auf hiesiger Station sind Doppelkarten zu haben. (S) Sütersloh, 22. Aug.(Landwirtschaftlicher Lokalverein.] Bekanntlich sollte Versammlungsbeschlüssen zufolge am 12. September d. Is. hier das Lokal=Tierschaufest stattfinden und war für dasselbe die Veranstaltung einer Verlosung, für welche innerhalb des Vereinsbezirks 4000 Lose abgesetzt werden sollten, bei der zuständigen Behörde beantragt worden. Wie wir hö en, hat nun diese Behörde der Verlosung ihre Genehmigung versagt mit der Begründung, daß ein Bedürfnis für VerBilder ebenso zeigte, wie der Fernhörer, das Telephon, eine entfernte Rede. Man dachte etwa, daß sich auf einer Maltglasscheibe in Berlin getreulich das zeigen könne, was sich etwa vor einer ähnlichen Scheibe in Petersburg oder Paris absplelte. Diese Idee hat sich bis zum heutigen Tage nicht verwirklichen lassen. Auf dem Wege zum Fernseher aber hat man die Fernschreiber oder Telautographen und den Fernphotographen gesunden. Wir besitzen Apparate wie die Telautographen von Grzanna und Cerebotani, mit deren Hülfe eine Zeichnung oder Schrift, die wir hier anfertigen, facsimilegetreu an einem hundert Meilen entfernten Ort entsteht. Wir haben den Fernphotographen von Professor Korn, welcher eine vorhandene Pholographie mit allen Tönen und Halbtönen getreulich hundert Meilen weit überträgt. Mit diesen Apparaten sind die modernen Verkehrsmöglichkeiten aber noch bei weitem nicht erschöpft. Seit einigen Jahren lautet ja die Losung: Weg vom Draht. So haben wir die drahtlose Telegraphie, welche Botschaften bis zu Entfernungen von 3000 Kllemetern frei durch den Raum sendet. Auch hier ist dann auf die Telegraphie die Telephonie gefolgt. Auch das Wort wurde vom Draht befreit und flatterte in elektrische Wellen umgeformt weit durch den Raum, um viele Mellen entfernt sich im Gestänge einer Empsängerstation zu verfangen und wieder in Form artikulierter Rede vernommen zu werden. Solche Stationen der elektrischen oder Wellentelephonie wurden von der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie, sowie von dem Berliner Physiker Ernst Ruhmer erbaut und erreichen mit verschiedenen technischen Mitteln befriedigend ihren Zweck. Ernst Ruhmer formte das Wort aber auch In Lichtwellen um. So eilt die gesprochene Rede im Lichtbündel einer lönenden Bogenlampe weithin durch den Raum, und wo das Bündel den Spiegel einer Empfängerstation trifft, da wiederholt ein Telephon getreulich, was man mehrere Meilen entfernt der gesprächigen Lampe erzählte. Im Gegensatz zur Telephonie mit elektrischen Wellen haben wir hier die Lichttelephonie, welche besonders für Kriegszwecke und für die Verständigung zwischen den Schlachtschiffen einer Flotte Bedeutung gewinnen dürfte. Erwähnen mehrung der Tierschaufeste nicht vorliege! Diesen ablehnenden Beschiid wird man hier kaum so ohne weiteres hinnehmen, well erstens der hiesige Landw. Lokalverein bereits zweimal unbeanstandet ein Tierschaufest mit Verlesung gefeiert hat und ja auch andere Orte des Kreises ohne Rücksicht auf das Kreis=Tierschaufest ihre Lokal=Tierschaufeste mit Verlosung abhalten. Ein Tierschaufest ohne Verlosung aber entbehrt eines gewissen Reizes und was die Bedürfnisfrage betrifft, so muß da doch wohl der veranstaltende Verein in erster Linie mit entscheldend sein. Die vergangenen Jahre resp. die hier bereits abgehaltenen zwei Lokal=Tierschaufeste haben jedenfalls das Bedürfnis zur Genüge dargetan, wenn man von solchem überhaupt reden will. Die Angelegenheit wird jedenfalls noch eingehender in einer am Sonntag nachmittag 5½ Uhr beim Wirt Remke in Blankenhagen(Restaurant zu Tanne) stattfindenden Vereinsversammlung erläutert werden und seien die Mitglieder auf diese Versammlung auch an dieser Stille besonders aufmerksam gemacht. Auf der Tagesordnung steht u. a. auch noch die Wahl eines ersten Vorsitzenden, weshalb ein zahlreicher, aber auch pünktlicher Besuch der Versammlung durchaus im Interesse des Vereins liegt. k“ 8 Sütersloh, 22. Aug.(Bullenversteigerung. Der Rindvieh=Zuchtverhand Minden=Ravensberg läßt am Montag, den 26. d. Mis., mittags 12 Uhr, in Gütersleh in der Vereinsreitbahn bei Meier Merklinghaus neun ostpreußische Bullen versteigern. Im Interesse der Hebung der Rindviehzucht im Kreise Wiedenbrück wäre es dringend zu wänschen, wenn die Landwirte dieses Bezirkes eine möglichst große Anzahl der zum Verkauf kommenden Bullen erwärben, da sie als erstklassiges Zuchtmaterial anzusehen sind und da sich die aus Ostpreußen eingeführten Vatertiere bisher durch ihre vorzüglichen Eigenschaften und durch ihre gute Vererbungsfähigkeit besonders ausgezeichnet haben. 88 Sütersloh, 22. August.[Diebstahl.] Einen Lilligen Braten wollte sich am Dienstag nachmittag ein Ziegeleiarbeiter aus Liemke bei Verl dadurch verschaffen, daß er ein abgewogenes Stück Rindfleisch im Gewicht von 7½ Pfd. aus dem Laden des Metzgermeisters Gehring an der Wilhelmstraße entwendete. Die Polizei erfuhr aber bald von diesem Diebstahl und verhaftete den Mann, der, nachdem er am andern Tage dem Kgl. Amtsgericht vorgeführt war, wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Den Unterschied zwischen Dein und Mein wird dem Manne demnächst das Gericht klar machen. de. Güterslon. 22. Aug.[Schiffsjungen für die Kaiserliche Marine.] Die Bezirkskommandos haben Anweisung von der Inspektion des Bildungswesens erhalten, neue Meldungen zur Schiffejungenlaufbahn in der Kaiserlichen Marine trotz des Ablauss des Schlußmeldetermins bis auf weiteres noch anzunehmen. Diese Maßnahme ist notwendig, well noch nicht genügend bekannt ist, daß in diesem Jahr zum ersten Male die Einstellung im Herbst(Anfang Oktober) stattfindet, und weil infolge der durch die Aenderung notwendig gewordenen zweimaligen Einstellung an Schiffsjungen in diesem Jahre ausnahmsweise der außerordentlich hohe Gesamtjahresbedarf von 1600 Jungen vorliegt. Die zum Dienst in der Kaiserlichen Marine sich meldenden jungen Leute müssen ein Lebensalter von nicht weniger als 14½ und nicht mehr als 18 Jahren haben. Sämtliche Kosten für ihre Bekleidung, Verpflegung und Weiterbildung trägt von der Einstellung ab die Marine. Durch den gesetzlich sichergestellten weiteren Ausbau der Flotte liegen die Beförderungsverhältnisse in der Marine bekanntlich sehr günstig. Halle, 21. Aug.[Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich gestern abend gegen 7 Uhr auf der Langenstraße. Der Mäller Allerdisse aus Künsebeck, welcher mit einem beladenen Wagen vor dem Hause des Herrn Wiedey wir endlich noch lautsprechende Telephone, welche in ihren Empfängern so empfindlich, in ihren Gebern so kräftig sind, daß sie nicht mihr an bas Ohr oder den Mund genommen zu werden brauchen, sondern daß man sich mit ihnen irgendwo im Zimmer stehend, wie mit einer lebendigen Person unterhalten kann. Und nennen wir noch den Cerebotanischen Typendrucker, auf welchem auch der Laie sofort Depeschen absenden kann, so haben wir einen kurzen Ueberblick über die wichtigsten Apparate der Nachrichtenübermittelung, welche unserer Zeit ihr Gepräge geben und gegenwärtig in der Erfindungsausstellung vorgeführt werden. Die Gesamttendenz geht dahin, mit den geringsten Mitteln den größten Effekt zu erreichen. Wo eine doppelte Drahtleitung notwendig ist, wie bei dem Grzanna'schen Fernsprechschreiber, da kann man auf derselben Leitung aber auch gleichzeitig telephonieren. Es können also beispielsweise zwei Leute einen notariellen Vertrag telephonisch besprechen und dabei fortwährend schriftliche Mittellungen austauschen, so daß sich schließlich beide Kontrahenten im Besitze je eines von beiden unterschriebenen Vertragsexemplares befinden. Wo eine Leitung notwendig ist, wie bei der Korn'schen Fernphotographie und dem Cerebotanischen Telautographen, da kann man diese wenigstens abwechseln zur Uebertragung von Bildern und Zeichnungen und facsimilegetreuer Schrift oder aber nach Anlegung eines Umschalters zur telephonischen Verständigung benutzen, so daß also auch hier schriftliche Verständigung und mündlicher Verkehr durcheinandergehen. Wo endlich auch der letzte Draht gefallen ist, wo die Verbindung drahtlos erreicht wird, ist heute bereits die Uebertragung von Schrift und Wort möglich, wobei unter Schrift freilich nur die bekannten Schriftpunktzeichen das Morsealphabeten zu versind. Denkbar ist ens, daß auch hier in sehr absehbarer Zeit drahtlose Telautographen erfunden werden, welche die intsendung von Bildern und Schriftzügen in elektrische Willen umgeformt durch den freien Raum gestatten. Auf um Geblete der Erfindungen galt also jedenfalls noch immer das alte Wort des versterbenen Heinrich von Stephan, daß wir im Zeitalter des Verkehrs leben. D). hielt, wollte eben den Wagen besteigen, als das Pferd plötzlich anzog. Durch den Ruck wurde der schon bejahrte Mann jedoch zurückgeschleudert und erlitt er bei dem Sturze eine derartig erhebliche Gehirnerschütterung, daß er kurz darauf in der Wohnung des Herrn Dr. Japing, der sofort zur Stelle war, verstarb. Die Frau des so säh ums Leben Gekommenen ist vor etwa 2 Jahren verstorben. Vielefeld, 22. Aug.[Unglücksfall.] An dem Neubau der Firma Gundlach in der Ravensbergerstraße stürzte ein Teil eines Gewölbes ein und erschlug einen dort beschäftigten Maurer aus Brake. Der Ungläckliche war sofort tot. Bückeburg, 21. Aug.(6. Riedersachsentag.] Am 7. und 8. Oktober ds. Is. findet hier der 6. Niedersachsentag statt. Den Ehrenvorsitz hat Staatsminister Frhr. v. Feilitzsch, dessen Name in der Heimatschutzbewegung einen guten Klang hat, übernommen. Die Leitung der Veranstaltungen ruht in den Händen der Herren Konsistortalbaumeister Mohrmann, Professor an der Technischen Hochschule zu Hannover, sowie Professor Dr. Kettler, Direktor des städtischen Statistischen Amts zu Hannever, und Geh. Sanitätsrat Dr. Weiß zu Bückeburg; Geschäftsvorsteher des Bückeburger Ortsausschusses ist Landrat v. Hinüber zu Bückeburg, an den auch alle Teilnahme=Anmeldungen zu richten sind. Die Teilnehmerkarten kosten 2 Mk. Der erste Verhandlungstag des Kongresses ist der Heimatkunde gewidmet, der zweite den Heimatschutzbestrebungen. Ferner findet am ersten Abend der diesjährige„Niedersächsische Dichterabend“ statt, am zweiten ein„Niedersächsisches Konzer!". Der Dichterabend bringt ausgewählte Dichtungen zeitgenössischer heimatlicher Dichter, in beiden Sprachen unseres Landes, hochdeutscher wie plattdeutscher. Beteiligung plattdeutscher Dichter aus Westfalen, Hannover und Schleswig=Holstein, sowie aus den von diesen Ländern eingeschlossenen anderen Gebieten ist gleichmäßig erwünscht; die Einsendung plattdeutscher Gedichte muß bis 1. September erfolgen, an Prof. Dr. A. Keitler in Hannover. Ueber die Aufnahme solcher entscheidet die ständige Plattdeutsche Kommission des Heimatbundes Niedersachsen. Soest, 21. August.[Nach 14 Jahren.] In eine dunkle Angelegenheit scheint jetzt endlich nach 14 Jahren Licht zu kommen. Im Oktober 1898 wurde beim Schonekind in der Gräfte die Ehefrau Dohle von hier tot aufgefunden und alle Zeichen deuteten darauf hin, daß die in keinem guten Ruf stehende Frauensperson gewalisam vom Wall gestürzt worden ist. Die Angelegenheit verlief damals im Sande, da keine Beweise vorlagen. Jetzt ist das behördliche Ermittelungsverfahren wieder aufgenommen worden. Die jetzige Frau eines damals in Soest in Garnison liegenden Artilleristen vom Feldart.=Regt. Nr. 22, die zurzeit das Ehescheidungsverfahren beantragt hat, hat jetzt ihren Mann als den Täter bezeichnet, wishalb die Behörde sich der Sache wieder angenommen hat. Odmnkirchen, 21. Aug.[Mord.] In Würselen wurde ein mit ihrem Bruder zusammen wohnendes 35. jähriges Fräulein in der Wohnung tot aufgefunden. Es besteht der Verdacht, daß sie von ihrem Bruder, der verschwunden ist, ermordet wurde. Zwischen beiden soll es zu Zwiftigkeiten wegen Erbschaftsangelegenheiten gekommen sein; nach einer anderen Lesart hält man den Mörder für geistesgestört. Parmen, 21. Aug.[8 Uhr=Ladenschluß.] Auf Antrag von zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber hat der Regierungspräsident nach Anhörung der Gemeindebehörde angeordnet, daß im Stadtbezirk Barmen der 8 UhrLadenschluß für die offenen Verkaufsstellen der Fleischer an allen Wochentagen mit Ausnahme der Samstage besteht. Die Anordnung tritt sofort in Kraft. Elberfeld, 20. Aug.(Ein schwerer Unglücksfal!] ereignete sich gestern nachmittag in der Eisengießere von G. und J. Jäger, Varresbeck. Als ein Arbeite flüssiges Metall in eine Gießpfanne goß, speitze dieses vermutlich weil die Pfanne nicht trocken wur, wieder heraus und traf sechs Arbeiter, welche schwere Brandwunden erlitten. Fünf Arbeiter begaben sich sofort in ärztliche Behandlung, während der letzte so schwer verletzt worden war, daß er vermittelst Tragbahre zum Krankenhaus gebracht werden mußte. Haus= und Landwirtschaft. Obst ist vor dem Genuß zu waschen. Eindringlich sel in jetziger Obstzeit darauf hingewiesen, daß jederlei Obst vor dem Genuß zu waschen ist! Der Anblick des Waschwassers macht einem oft erschricken über die Menge von Staub und sonstigem Schmutz, der dem Obste anhaftet, und man kann sich denken, daß auch viele Reime und Bazillen dabei sind, die, in der Luft dahinfliegend, sich auf dem Obste niederließen oder beim Pflücken, Verpacken, Versenden, Verkaufen, darauf gekommen sind. Will man auf Wanderungen Obst gleich frisch gepflückt genießen, so reibe man die Früchte einzeln mit einem sauberen Tuche ab oder schäle sie, wenigstens Aepfel und Birnen. Im übrigen soll man freilich die Schalen mitessen, denn sie enthalten in der Regel zwar weniger Säuren, aber bedeutend mehr Nährsalze. Zur Anlage eines Erdbeerbeetes sollten nie die alten Stöcke, weder ganz noch geteilt, verwendet werden; diese haben weder Kraft noch Lebensdauer in sich. Von den Ranken, die den Sommer über von den Erdbeerstöcken entfernt werden müssen, rekrutiert sich das Pflanzenmaterial, durch sie vermehre die Sorte; bildet ja doch die Ranke ein Stück des Stockes. An den Knoten der Ranken bilden sich Blattrosetichen, die oft schon von selbst Wurzeln schlagen. Man nimmt die Ranke vom Mutterstock und schneidet sie etwa einen halben Zinger lang über der Rosette ab. Diese verstopfe auf ein in guter Dungkraft stehendes Beet. Es ist erforderlich, diese jungen Pflanzen, die teilweise noch sehr schlecht bewurzelt sind oder in vielen Fällen noch keine Wurzeln haben, vor der glühenden Sonne zu schützen; Ausspannen von Sackluch oder Auflegen von Papierfenstern lut gute Dienste; öfteres Bespritzen ist nöttg. Die so verschulten(pikierten) Pflanzen sind das beste und schönste Material; kräftige Pflanzen können nur Enttäuschung und Aerger sparen. Trotz aller Vorsicht kann es freilich vorkommen, daß einzelne Pflanzen nicht angehen. Das zur Ernährung der Ziegen bestimmte Futter darf niemals über dem Stalle oder in unmittelbarer Nähe desselben gelagert werden, denn jedes Futter, das auch nur im geringsten Ziegengeruch hat, wird von den Ziegen nur mit Wlderwillen gefressen. Das Vorlegen des Futters soll täglich 8—4mal geschehen; die einmal bestimmten Futterzeiten müssen aber pünktlich eingehalten werden. Getränkt wird im Tage zweimal mit frischem Wasser. * Bremen, 21. Aug. Der Senat beantragte bei der Bürgerschaft die Bewilligung weiterer 8 Millionen für die Hafenbauten in Bremerhaven. Vorher waren bereits 16 Millionen bewilligt worden. Die Ausführung des gesamten Planes erfordert 47 Millionen Mark. * Stuttgart, 21. Ein gestern in dem Pfarrdorfe Darmsheim bei Böblingen ausgebrochener Brand griff infolge des sturmartigen Windes so rasch um sich, daß in kurzer Zeit 68 Gebäude niederbrannten, darunter die Gasthäuser zum Adler und zum Lamm, ferner das Haus des Bürgermeisters und das Pfarrhaus. Die Kirche, von der bereits der Turm brannte, das Rathaus und das Schulhaus konnten gerettet werden. 58 Familien sind obdachlos; sie wurden von den übrigen Ortsbewohnern ausgenommen. Der durch das Feuer angerichtete Schaden wird auf 1 Million geschätzt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen, dagegen ist viel Vieh, Mobillar und Bargeld verbrannt. Die Versicherung des zerstörten Inventars ist mangelhaft, namentlich waren die großen Erntevorräte nicht versichert. *(Eine neue Art von Einbrächen] in der letzten Zeit in Berlin sehr häufig geworden. Sie wird unter dem Schutze der Schaufenstervorhänge betrieben. Manche Geschäftsleute verhängen ihre Schaufenster schon Sonnabends für die Kirchzeit des nächsten Sonntags. Die Einbrecher schlagen nun im Vorübergehen nachts gegen den Vorhang und zertrümmern die Schelbe. Dann gehen sie ruhig weiter. Wenn sie sehen, daß niemand auf sie und ihr Treiben aufmerksam geworden ist, so kommen sie zurück, langen hinter dem Vorhang durch das Loch die besten Sachen aus dem Schaufenster heraus und verschwinden mit der Beute. *[Ein unangenehmes Abenteuer] erlebte in Merseburg ein Hallescher Kaufmann durch einen Gendarmen, mit dem er mehrere Stunden verschiedene Gastwirtschaften besucht hatte. Er hatte den Gendarmen zufällig in einem Lokale am Biertisch kennen gelernt und zechte schließlich mit ihm so lange, bis der letzte Zug nach Halle abgefohren war, sodaß der Kaufmann einen Gasthof in Merseburg aufsuchen mußte. Der Gendarm trank auch dort mit ihm weiter. Als der Kaufmann bezahlte, fiel dem Gendarmen, der sich die ganze Zeit über hatte freihalten lassen, die wohlgefüllte Geldbörse auf, und— jedenfalls wirkte der Alkohol schon mit— in ihm tauchte der Verdacht auf, daß das Geld seines unbekannten Freundes gestohlen sein müsse. Der Hallenser verbat sich entschieden solchen Verdacht; sein uniformierter Zechkumpan setzte aber plötzlich die Amtsmiene auf, visitierte ihn und brachte ihn zur Polizeiwache. Als der Wachehabende ihn fragte, warum der Mann sistiert, sei, erklärte er, das werde er morgen erledigen. So spozierte denn der Kaufmann in die Arrestzelle. Als der Gendarm sich andern Tags nicht meldete, schickte man zu ihm; da ergab sich denn die Haltlosigkeit der Verhaftung. Der Uebergriff ist jetzt Gegenstand der Untersuchung. * Schweidnitz, 21. Aug. Unweit Floriansdorf am Fuße des Zobtenberges wurde die Frau eines Steinarbeiters, als sie abends von der Feldarbeit heimkehrte, von einem Automohll überfahren. Sie erlitt einen Schädelbruch, so daß der Tod sofort eintrat. * Metz, 21. Aug. Nachdem schon längere Zeit neue Wirtschaftskonzessionen nur unter der Bedingung erteilt worden sind, daß an Soldaten kein Braantwein abgegeben werden dürfe, ist jetzt seitens der Polizeldirektion im Einverständnis mit der Milltärbehörde sämtlichen hiesigen Wirten bekannt gegeben worden, daß fernerhin an Soldaten überhaupt kein Schnaps mehr abgegeben werden darf. Die Militärbehörde beabsichtigt, alle Wirtschaften, die gegen dieses Verbot verstoßen, für das Militär zu verbieten. * Straßburg, 21. Aug. Eine Familientragödie spielte sich in Mutzig ab. Der 22jährige Josef Klotz, der wegen seines liederlichen Lebenswandels von seiner Mutter gerügt wurde, bedrohte die alte Frau mit dem Messer. Als der Vater schützend dazwischen trat, tötete ihn der Sohn, der sich in trunkenem Zustande besand, mittels zweier Messerstiche. *[Hamsterplage.] In der Provinz Rheinhessen herrscht eine solche Hamsterplage, wie sich seit Menschengedenken noch nicht gezeigt hat. In der Gemeinde Hechtsheim allein wurden bis jetzt 27000 dieser gefräßigen und schädlichen Tiere abgeliefert und aus der Gemeindekasse rund 1900 Mark für Fanggeld bezahlt. Die Zahl der in der genannten Gemarkung befindlichen Hamster ist aber immer noch enorm.— Wie ungemein zahlreich die Hamster in der Altmark und Provinz Sachsen vorkommen, geht aus einer Meldung aus Aschersleben hervor. Dort hat die Ueberlassung des Hamsterfanges in der städtischen Flur an den Wildhändler und Kürschner Hermann Räthel in Aschersleben der Stodtkasse für das laufende Etatsjahr ein Pachtgeld von 2000 Mark erbracht, wozu noch eine Ersparnis von 4400 Mark tritt, die für Vertilgung dieses schädlichen Nagers durchschnittlich im Jahre ausgegeben wurden. In der sechswöchigen Frühjahrskampagne wurden von dem Pächter 19 Fänger beschäftigt, die 14 840 Hamster gefangen haben. * Augsburg, 21. August. In Ingenried bei Schongau hat ein Knecht des Oekonomen Ziegler dessen Tochter nach kurzem Wortwechsel mit der Heugabel erstochen. *(Ein Kongreß der Notare Deutschlands und Oesterreichs] ist durch gemeinschaftliche Einladung des deutschen unb des österreichischen Notarvereins auf den 7: September ds. Is. nach Wien in den Festsaal der Universität derufen. Es handelt sich um Anbahnung der im Interesse des Verkehrs erforderlichen Einheitlichkeit des Notariats. * London, 21. Aug. Ueber eine Todesfahrt im Automobil, bei welcher der bekannte amerikanische Millionär Root und seine ganze Familie ums Leben gekommen ist, wird aus Massachussets berichtet: Root und seine ganze Familie unternahmen eine Automobilfahrt, bei welcher der Millionär den Wagen selbst lenkte; diesem überkam die unglückselige Idee, mit einem Eilzuge um die Wette zu fahren. Plötzlich kam das Automobil an eine scharfe Kurve, wo die Eisenbahn die Straße überschreitet, was Root aber nicht wußte. Da er die Warnungssignale des Lokomotivführers nicht hörte, da Root sowohl wie auch die übrigen Wageninsassen taub waren, machte der Lokomotivführer einen letzten Versuch, die Katastrophe zu vermeiden, indem er mit Volldampf die kritische Stelle früher zu erreichen suchte. Als Root dieses bemerkte, gab er auch seinem Wagen die größte Geschwindigkeit und es erfolgte der unvermeldliche Zusammenstoß. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert, Root und sein Sohn kamen unter die Lokomotive und wurden sofort getötet. Die Mutter und Schwester wurden weit ins Feld hinaus geschleudert und blieben ebenfalls tot liegen, eine Tochter Rools wurde lebensgefährlich verletzt. *[Das Eheexamen.] Aus New=Orleans wird gemeldet: Den heiratolustigen Amerikanerinnen droht ein fürchterliches Schicksal. Sie sollen künftighin nicht mehr ohne Kontrolle in den Ehestand hineinflirten, ein hochnotpeinliches Examen sollen sie vorher ablegen und beweisen, daß sie den Pflichten des Mutterberuses auch wirklich gewachsen sind. Und wer von ihnen das zu fordern wagt, das ist kein idealtstischer Schwärmer, sondern ein Mann der amerikanischen Wissenschaft, ein offizieller Beamter gar. Dr. C. H. Irion vom Gesundheltsamt hat in einer seiner Vorlesungen diese Forderung energisch erhoben. 90 von 100 aller Verbrechen in der Welt verschulden die Frauen, sagte Dr. Irton; und nur dadurch, daß sie so miserabel kochen. Unter hundert Frauen weiß nicht eine ein Kind richtig zu ernähren, und 75 Prozent aller Kinder, die unter fünf Jahren sterben, fallen als Opfer von Leiden, die verhindert werden könnten. Und darum sollen sie känftig ins Mutterexamen steigen, die heiratsfähigen Töchter der neuen Welt. Humor und Witz. [Auch ein Samariter.] Herr:„Haden Sie sich des Betrunkenen angenommen, der unten im Torweg liegt? — Diener:„Jawohl; ich habe eine Laterne daneben gestellt, damit diese Nacht keiner über ihn fällt.“ [Fatal.] Junger Untersuchungsrichter:„Sind Sie verheiratet?“— Angeklagter(gemütlich):„Na, das müssen Sie doch wissen, Herr Assessor.. Sie sind ja meiner Frau noch 2 Mark für Wäsche schuldig!“ *[Sie hat keine Schuld.]„Ich muß mich über das Mehl beklagen, daß Sie mir gestern verkauft haben. Es war zäh,“ sagte die junge Frau.—„Zäh, gnädige Frau?“ stammelte der Krämer.—„Ja, zäh. Ich machte eine Pastete davon, und mein Mann konnte sie kaum durchschneiden.“ Oeffentlicher Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Observatorium Aachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 22. bis zum Abend des 23. August: Morgen veränderlich, mehrfach Regenfälle; gege Westwinde, Unter den vielen Carbolineumsorten, die in den Handel kommen, hat sich unstreitig die Originalmarke„Avenarius“ einen Weltruf erworben. Es liegen Gutachten vor, wonach Hölzer, die mit Avenarius Carbolineum imprägniert wurden, nach 25 und 80 Jahren noch vollständig gesund waren, trotzdem während dieser Zeit Neuanstriche nicht vorgenommen wurden. Die billigen Konkurrenzprodukte dagegen werden vielfach durch den Regen ausgewaschen und machen dadurch ein Nachstreichen schon nach kurzer Zeit notwendig. Avenarius Carbolineum ist zu beziehen von der Firma R. Avenarius & Co., Köln, Stuttgart, Hamburg und Berlin C., und durch deren Niederlagen: Aug. Westheermann, Zimmermeister, Gütersloh H. Lütkemeyer, Kaufmann, Wiedenbrück, Ernst Pohlmann, Baugeschäft und Baumaterialien, Rheda, H. und J. Schröder, Baugeschäft, Verl, H. Nordbrock Wwe., Kolonialwaren, Kaunis H. Heuger, Schreinermeister, Harsewinkel. Neueste Nachrichten. W. Wilhelmshöhe, 22. August. Durch Ausgleiten auf dem durch Regen erweichten Erdboden kam gestern nachmittag Ihre Majestät die Kaiserin zu Fall und erlitt dabei eine Aderverletzung am linken Bein. Für Allerhöchst. dieselbe ist infolgedessen die Innehaltung einer Ruhelage auf längere Zeit notwendig. Ihre Majestät hat daher die Teilnahme an den Reisen nach Schwerin, Hannover,(Bielefeld) und Münster leider absagen müssen. In ganz Westfalen, wo man dem Besuch belder Majestäten mit großer Freude entgegensah, wird man diese Nachricht mit liefstem Bedauern entgegennehmen, zugleich aber auch den Wunsch hegen, daß Ihre Majestät den Unfall gut und ohne dauernden Schaden überstehen möge. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Freitag, den 23. August. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Siebold. Sonnabend, den 24. August. Neue Kirche 10 Uhr: Beichte. Pastor Siebold. Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens beehren sichanzuzeigen Wilh. Eickhoff u. Fran Lieschen geb. Vess. Bielefeld, 22. August 1907. Zwangsversteigerung. Am Sonnabend, den 24. d. Mts., vorm. 10 Uhr, versteigere ich im Auktionslokale Blessenstätte 77 hier meistbietend gegen Barzahlung: 1 2tür. Kleiderschrank, 15 Bände Wrochhaus Texikon u. 1 Kommode. Am Freitag, den 23. ds. Mis., ebenda 2 komplette Betten mit Bettstellen. Gütersloh, den 22. August 1907. Bäsmann, Gerichtsvollzieher. Von der Reise zurück! Dr. Oebbeke, Spezialarzt für Magen=, Darmtrankheiten u. Ernährungsstörungen. — Bielefeld, Viktortastr. 35.— Neue diesjährige Konserven wie: Spargel, Erbsen, Bohnen etc. etc. empfiehlt Ludwig Grabemann. schöne neue Muster. W. Epke, Dreieksplatz. Kindermehl Kufekes Nestles stets in frischer Füllung. W. Küster. (oanee Scherer In allen Preislagen. Hervorragende deutsche Marke. Preise auf den Etiketten. Scherer& Co. Langen.(Frankf. a. M. Alleinverkauf: Clemens Müller, Gütersloh, Berlinerstrasse. Neue Sendung vorzüglichen echten Tilsiter und Limburger Käse. W. Küster einen schteu. rechten, guten alten Tropfen Ileht, dertrInk er ist und bieib der beste Kornhranntweln überall! ####r. Anno 1682. Isgelhorst k Woslk. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute früh 5¾ Uhr rief Gott der Herr meine liebe Frau, unsere treue Mutter und Grossmutter, die Frau Auguste Riemer geb. Drehkopf nach schwerem Leiden im Alter von 56 Jahren in die ewige Heimat ab. Gütersloh, den 21. August 1907. Wilhelm Riemer. Ida Heissmann geb. Riemer. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. August, nachmittags 420 Uhr, mit Herrengefolge vom Sterbehause, Lindenstrasse 503, aus statt. Die Feier im Hause beginnt um 4 Uhr. Amt Gütrsich. Bekanntmachung. Auf Grund der Vorflutspolizei=Verordnung vom 8. Oklober 1898 (A.=Bl. S. 325) werden die Uferbesitzer hierdurch aufgefordert, die gründliche Räumung der Bäche und Gräben im hiesigen Amtsbezirke bis zum 10. September er. zu bewirken, namentlich Ansandungen, Kraut, Schilf und das noch an den Ufern stehende Holz und Gesträuch zu entfernen, die Ufer vorschriftsmäßig abzuschrägen und wieder in ordentlichen Zustand zu setzen, auch die Breite und Tiefe der Wasserläufe so herzustellen, daß sie der Vorflut entsprechen. Brücken, Stege, Waschbänke usw. müssen vorschriftsmäßig angelegt sein. Säumige verfallen in eine Polizeistrafe bis zu 30 Mark und erfolgt die Räumung außerdem auf ihre Kosten. Gütersloh, den 20. August 1907. Die Polizeibehörde des Amtes Gütersloh. Dr. Villaret. Das Jahresfest der Anstalt Bethel I, so Gott will, in diesem Jahre am Sonntag, den 25. August 1907, geseiert werden. Festprediger: Vormittags 10 Uhr: Superintendent Krebs=Breslau. Nachmittags 8 Uhr: Entweder General=Superintendent Kaftan=Kiel, oder General=Superintendent Möller=Kassel. Bei günstiger Witterung finden beide Feiern im Anstaltswalde statt. Alle Freunde unserer Anstalt werden hierdurch zur Teilnahme herzlich eingeladen. Bethel bei Bielefeld, den 15. August 1907. F. v. Bodelschwingh, Pastor em. Wein! Wein! Wein! ff. Rotwein. 60 Pfg. bis 1,50 Mk. per Flasche. „ Wrißwein 65„„ 1,30„„„ „ Rüdesheimer nur 1,30„„„ „ Alter Vortwein 1,30„„„ „ Alter Samos 0,80„„„ Prima Krankenweine! Eisenkraft-Rotwein 1.40 Mk. p. Flasche Blutwein 1.40„„„ Medizinal-Tokayer-Ausbruch 0,70„„„ Wer also wirklich guten und doch billigen Wein trinken will, kaufe seinen Bedarf in nur Berlinerstrasse 248. Wirte u. Wiederverkäufer erhalten hohe Prozente. Sanatorium Klushügel osnabrück Alle mod. Hellmittel, auch elektr. Wasserbäder, elektr. Vier-Zellen-Bäder nach Dr. Schnée. Blllige Praise, vorz. Verpfl. Prosp. d. Dr. med. WIIh. Grosskopfl. entwickelten————„ glänzendes## S#T ist Reichtum Zu erreichen durch Wendelsteiner Häusner’s Brennessel-Spiritus nur ächt mit„Wendelsteiner Kircher!" und„Brennessel“. Hüten Sie sich vor Unterschiebungen und Nachahmungen! 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Mts., nachmittags 5½ Uhr, bei Wirt Carl Remke, Blankenhagen. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorsitzenden. 2. Beratung über das diesjährige Tierschaufest. 3. Ankauf von Zuchtbullen vom Rindviehzuchtverband MindenRavensberg bei Gelegenheit des Verkaufs in Gütersloh am Montag, den 20. cr. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Oelbermann's Fussbodenlack ist der beste. Derselbe trocknet über Nacht, ist geruchlos und glänzt wunderbar schön. Leinöl, Terpentin. Siccativ, Möbellacke, Bohnerwachs, Tapeten und Borde in allen Preislagen, Rolle von 10 Pfg. an. Broncen, Beizen, Pinsel, Schwämme und Fensterleder. Ernst Hoffschildt, Löwendrogerie und Filiale. Wer probt-— lobt F. Eckstein’s * BACARO K1 Zigaretten. Unübertroffen in Qualität und hergestellt nach orientalischer Art bieten fie völligen Ersatz für die teuer gewordenen importierten Zigaretten, die der deutsche Raucher weit über den wirklichen Wert bezahlt. reis 10 Stück 35, 40 und 50 Pfg. U. M. Eckstein& Söhne, Dresden(über 800 Arbeiter). 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