Fernsprecher Nr.32 Wöchentliche Gratisbeilage Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 D,, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzelgen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 92 Druck und Verlag Schmäling& Ohlbrock, Süterzlod. Sonnabend, den 3. August 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Dogt in Sütersleh. 18. Jahrgang Erstes Blatt. Seitdem mit dim Ausbruch des ostasiatischen Krieges schwere Zeit über Rußland hereingebrochen ist, hat der Zar nur einmal mit einem Monarchen Freundesworte ausgetauscht. Das war vor zwei Jahren im Juli in Björkoe, wo ihn Kaiser Wilhelm auf seiner Ostseereise besuchte. In diesen Jahren der Prüsung ist es stlll geworden um den Zaren, die Fraunde aus besseren Tagen haben sich vorsichttg zurückgehalten, aus Angst, es mit dem „neuen Rußland“ zu verderden, das sie auf den Trümmern der alten Menarchie sich erheben sahen. Unser Kaiser hat es ebense als seine politische Aufgabe wie als seine persönliche Ehrenpflicht angesehen, in den Zeiten des Unglücke fest zum Zaren zu stehen. Wenn Kaiser Nikolaus jetzt, wo die Lage in Rußland ruhiger geworden ist, zum erstenmal wieder sein Reich verläßt, nach Swinemünde kommt und einige Tage als hochgeehrter Gast bei unserm Kaiser verbringt, so stattet er damit vor aller Welt auch seinen Dank ab für gehaltene Treue. Im Ausland empfindet man diese Bedeutung der Zusammenkunft wohl; und namentlich in Frankreich, aber auch in England hat man bereits eingesehen, daß die Haltung, die Deutschland in den vergangenen Jahren dem bedrängten russischen Reiche gegenüber eingenommen hat, würdiger und politisch richtiger gewesen ist als die offene Feindsellgkeit oder die verletzende Lauheit, die sich in Paris und Londen unter stillschweigender Duldung der Regierenden breit gemacht hat. Auf die Zusammenkunft unseres Kaisers mit dem Zaren bei Swinemünde folgt eine solche unseres Kaisers mit dem Könige Eduard von England auf Wilhelmshöhe. Während der ersteren infolge der Gegenwart der leitenden Staatsmänner Deutschlands und Rußlands ein hochpolitischer Charokter anhaftet, trägt die litztere mehr einen somiliären Charakter. König Eduard reist durch deutsches Gebiet nach Marienbad und stattet dabel seinem kaiserlichen Neffen einen Besuch ab. Trotzdem wird man dem Besuch König Eduards auf Wilhelmshöhe auch eine politische Bedeutung nicht absprechen, die sich im Hinblick auf die früher eine Zeit lang bestehende Spannung aus der Tatsache dis Besuches selber erglbt. Man soll die Bedeutung von Monarchenzusammenkünften für die Erhaltung des Friedens nicht überschätzen; es ist vorgekommen, daß gerade erst die persönliche Aussprache zu Differenzen geführt hat. Und ebensowenig wird man die Wirkung der Friedenskonferenzen überschätzen, nachdem wir erlebt haben, daß auf die erste Friedenekonferenz im Haag überaus blutige Kriege gefolgt sind. Zur Zeit scheim aber trotz der neuesten Vorgänge in Marokko zu einem pessimistischen Ausblick in die nächste Zukunft keinerlei Anlaß vorzuliegen. Staatsoberhäupter und Völker haben das Bedürfnis, den Frieden erhalten zu sehen. Freilich gibt es Elemente, die bemüht sind, Unkraut unter den Weizen zu scen, die Saat des Mißtrauens auszustreuen und das Feuer des Chauvinismus immer und immer wieder anzublasen. Diese Elemente sind zumeist revolutionären Charakters, die erwarten, durch die Wirren eines Krieges Oberwasser zu bekommen. Sie haben kein Interesse daran, daß ihr Land genügend gerüstet sei, denn gerade ein unglücklicher Krieg ist ihren Plänen am günfligsten. Es sei nur an die Pariser Kommune und an die letzte russische Revolution erinnert. Während in Bezug auf die Erhaltung des Völkerfriedens ein hoffnungsvoller Ausblick in die nächste Zukunft berechtigt erscheint, ist ein gewisser Pessimismus in wirtschaftlicher Beziehung nicht abzuweisen. Die schwierige Lage des Geldmarktes hält an und sordert ihre Opfer. Wer mit Kredit arbeiten muß— und welcher Geschäftsmann, welcher selbständige Gewerbetreibende muß das nicht mehr oder winiger— ist übel daran. Noch fehlt es der Industrie im großen und ganzen nicht an Absotz; wenn es da aber zu hapern beginnt, ist der Krach da. Auch in Bezug auf unsere innere Politik ist der Ausblick in die Zukunft kein zuversichtlicher. Innerhalb der Blockparteien haben wir Gruppen, die der Blockpolitik in den Rücken zu fallen bereit sind und die bis dahin fleißig am Werke sind, das Gebäude dieser Politik zu unterminieren. Auf der äußersten Linken der Blockparteten sitzen Leute, die annehmen, daß sich die Bleckpolltik gegen die Konservativen, nicht etwa sgegen die Sozialdemokraten zu richten habe. Für sie heißt Blockpolitik nicht Zusammenarbeiten von Konservallven und Liberalen, sondern Bekämpfung der Rechten auf Schritt und Tritt und gleichzeitige Förderung der Sozialdemokratie, der die Hand geboten werden soll, mit Sang und Klang in das preußische Abgeordnetenhaus einzuziehen. Während der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg die Verhältnisse in unserem Schutzgebiete Ostafrika an Ort und Stelle studiert und der neue Gouvernear von Kamerun Seitz zum Antritt seines Amtes dort eingetroffen ist, ist in einer Winkel dieses letzteren Schutzgebiets ein Aufstand ausgebrochen, von dem man hofft, daß er einen großen Umfang nicht annehmen wird. Aus Oesterreich war ein häßlicher, tiefbedauerlicher Vorfall zu melden: der Uebersoll und die Verwundungen Reichsdeutscher durch italtenische Irredentisten in Tirol. Man sollte einen solchen Akt der Roheit bei Leuten, die zum großen Teile den gebildeten Gesellschaftsschichten angehören, kaum für möglich halten. Eine nachdrückliche Bestrafung dir elenden Rowdies folgt hoffentlich auf dem Fuße. Das deutsche Volk verlangt dies mit vollstem Rechte. Wenn aber dos irredentistische Gesindel sich einbilden sollte, die Reichsdeutschen würden nunmehr die schützende Hand von ihren zersprengten Volksgenossen in Wälsch=Tirol zurückziehen, so irrt es sich. Im Gegenteil erscheint es jetzt erst recht als Pflichtgebot für unser Volk, den deutschen Sprachinseln des Trentino die größtmögliche Unterstützung und Förderung zuteil werden zu lassen, und danach wird gehandelt werden. Was die oben erwähnten neuen Vorgänge in Marokko anlangt, so handelt es sich um Unruhen, die in Casablanca anläßlich der dortigen französischen Hafen= und Bahnbauten ausgebrochen sind. Die Eingeborenen wollen von den europäischen Neuerungen nichts wissen und erzwangen vorläufig die Elnstellung der Arbeiten mit Gewalt. Acht Europäer, 5 Franzosen, 2 Italiener und 1 Spanier wurden getötet. Nach den von Dampfern aus Casablanca gebrachten Nachrichten beträgt die Zahl der Ermordeten neun; ein Reichsdeutscher ist nicht getötet oder verletzt. Der Aufruhr richtete sich gegen den Hafenbau; die Feldbahn für diesen Bau wurde zerstört. Auch die Zollkontrolle soll die Habilen gereizt haben. Auf einem Dampfer aus Casablanca befanden sich 400 flüchtige Israeliten. Auf der Reede von Casablanca liegen drei Handelsdampfer für die eventuelle Einschiffung der Europäer bereit, die nötigenfalls unter dem Schutz des französischen Kriegsschiffes Galilee vor sich gehen kann. Der deutsche Konsularvertreter in Casablanca ist beauftragt, alles Erforderliche zur Sicherung der dortigen Deutschen zu tun. Der deutsche Geschäftsträger teilte den Gesandtschaften Frankreichs, Italiens und Spaniens die ihm über die Vorfälle in Casablanca zugekommenen Nachrichten mit und betonte dabel, unter dem Ausdrucke seines Beileids, daß Zusammengehörigkeitsgefühl in solchen Augenblicken. Auch von den Gesandten bezw. Bevollmächtigten der anderen Mächte erhielt der Vertreter Frankreichs in Tanger aus Anlaß der Ermordung der Franzosen in Casablanca Beileidsbezeugungen. Politische Aebersicht. Deutschhes Der Kaiser ist an Bord der„Hohenzellern“ Donnerstag früh im Hafen von Swinemünde eingetroffen. Die Gäste des Kaisers auf der Nordlandreise haben nachmittags die„Hohenzollern“ verlassen. Reichskanzler Fürst Bülow und der Staatssekretär des Reschamarineamts v. Tirpitz trafen nachmittags beim Kaiser in Swinemünde ein. Die Begegnung der Kaiser Wilhelm und Nikolaus sollte heute, Sonnabend mittag zwischen Swinemünde und Misdroy stattfinden. Am Sonntag wird, Kaiser Nikolaus vor Swinemünde erwartet. Dort liegen 25 Panzerschiffe vor Anker. Der Kaiser besichtigte diese gestern früh in Begleitung des Staatssekretärs von Tirpitz und des Admirals Büchsel. Es wird angenommen, daß der Kaiser bis Montag an Bord der„Hohenzollern“ verbleibt. Mit dem Reichskanzler hatte der Kaiser gestern nachmittag sofort nach dessen Eintreffen eine längere Unterredung. Die Kaiser=Entrevue hat einen großen Fremdenzustrom nach Swinemünde geführt. Die offiziöse„Nordd. Allg. Zig.“ widmet dem Zaren zu dessen heutiger Ankunft vor Swinemünde folgende Worte der Begrüßung:„Als willkommener Gast trifft morgen Seine Mojestät der Kaiser Nikolaus von Rußland vor Swinemünde ein, um mit unserem Kaiser einige Tage freundschaftlichen Beisammenseins zu verleben. Indim der Zar die Fahrt in die deutschen Gewässer unternimmt, erwidert er den Besuch, den Kaiser Wilhelm im Juli des Jahres 1905 dem Herrscher des befreundeten Nachbarreiches in den finnischen Schären abgestattet hat. Die Begegnung entspricht einer alten, von belden Seiten gern geübten Gepflogenheit; sie bringt aufs neue die Freundschaft zum Ausdruck, welche beide Monarchen als Vermächinis ihrer Vorfahren überkommen und treu bewahrt haben. Die Swinemünder Tage werden vornehmlich persönlichem Verkehr dienen. Bestimmte politische Zwicke haben die Zusammenkunft nicht veranlaßt. Es llegt somit für niemanden ein Grund vor, die Begegnung der Monarchen mit Argwohn oder Mißtrauen zu beobachten. In Deutsch= land begrüßt man mit Befriedigung in dim Besuche des Zaren die Bekundung der herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Herrscherhäusern und den beiden durch viele Interessen mit einander verbundenen Reichen. Wir wissen uns im Einklang mit den Empfindungen des deutschen Volkes, wenn wir der Monarchenbegegnung einen gläcklichen und ersprießlichen Verlauf wünschen.“ Die Ankunft des Königs Gduard in Wilhelmshöhe erfolgt am 14. August, vormittags 9 Uhr. Auf dem Bahnhof findet ein militärischer Empfang statt. Die Garnison von Kassel, Vereine und Schulen werden vom Bahnhof bis hinauf zum Schluffe Spalier bilden. Reichskanzler Fürst Bälow hat, Berliner Blättern zufolge, durch ein an den preußischen Minister des Innern gerichtetes Schreiben an alle Polizeiorgane des Reiches die Mittellung gelangen lassen, daß er es grundsätzlich allehnt, Strafanträge wegen Beleidigung seiner Person zu stellen. Der Reichekanzler wünscht zwar die Vorlage und Anzeige derartiger Fälle, verzichtet aber von vornherein auf deren Verfolgung. Den Anlaß zu diesem Entschlusse hat das Ersuchen einer mitteldeutschen Polizeiverwaltung auf Strafantrag gegen einen sozialdemokrotischen Redakteur gegeben. Kultusminister Holle hat die Aufsichtsbehörden der Provinz Westfalen angewiesen, bis auf weiteres keine Entscheidung mehr auf Grund des Studischen Bremserlasses über Lehrergehaltserhöhungen zu fällen, bevor nicht ihm, dem Kuttusminister, zuvor in jedem Fall Bericht erstattet worden ist. Der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg ist in Tanga(Ostafrika) eingetroffen, von wo die Reise über Sansibar nach Daressalaam weitergeht. Die Ankunft in Daressalaam wurde für heute, Sonnabend früh erwartet. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, hat die österreichische Regierung dem deutschen Geschäststräger in Wien wegen der irredentistischen Ausschreitungen von denen deutsche Reichsangehörige in Südtirol betroffen worden sind, ihr Bedauern ausgebrückt und mitgeteilt, daß eine Untersuchung eingeleitet sei, und daß die Bestrafung der Schuldigen erfolgen werde. Die französische Reglerung hat das Berliner Auswärtige Amt von den durch die Vorgänge in Casablanca(Marokko) veranlaßten Vorkehrungen in Kenntnis gesetzt. Die Aufnahme, die diese amtliche Mitteilung in Berlin gefunden hat, berechtigt die französische Regierung zu der Annahme, daß ihr deutscherseils in dem Bestreben, eine Sühne für die Mordtaten in Casablanca herbeizuführen, keinerlei Schwierigkeiten werden hereitet werden. Dem sozialdemokratischen Redakteur Wicky in Mählhausen i. E., der eine Freiheltsstrafe bis auf nur noch wenige Stunden zu verbüßen hatte und zu einer Zeugenvernehmung gefesselt vorgeführt worden war, ist auf seine bezügliche Beschwerde ein vom stellvertretenden Landgerichtsprädenten und vom stellvertretenden Ersten Staatsanwalt in Mühlhausen unterzeichnetes Schreiben zugegangen, in dem ausgesprochen wird, daß es sich um einen ebenso unbegreiflichen wie bedauerlichen Mißgriff seitens des verfügenden Richters handle und das sowohl das kaiserliche Ministerium als auch die Vorstände des Oberlandesgerichts sich der Sache sofort angenommen haben. Holland. Die Unterkommission für die Beratung des Schiedsgerichts begann vorgestern die Debatte über die Errichtung eines ständigen Schledeg##ichtshofes, für den Choate, der Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, warm eintrat. Er ermahnte die Konferenz, alles aufzubieten, um zum Ziele zu kommen, da schon sechs Wochen vergangen seten und man nur Veordnungen für den Krieg erlassen, aber nichts getan habe, um ihn zu verhindern. Die Konferenz möge beweisen, daß sie den Friedens=, nicht den Kriegszustand einführen wolle. Die Errichtung eines dauernden Schiedsgerichtshefes wurde dann von dem Vertreter Rußlands, v. Martens, dem Engländer Sir Edward Fry, dem Amerikaner Scott und dem Vertreter Deutschlands v. Marschall empfohlen. Letzterer erklärte, die allgemeinen Grundzüge des amerikanischen Vorschlages für ein ständiges Schiedsgericht anzunehmen. Deutschland betrachte die Einsetzung eines ständigen Schiedsgerichts als einen wesentlichen Fortschritt und werde alles anwenden, um den Hauptzwick der Konferenz zu verwirklichen. Heute soll die Beratung fortgesetzt werden. Korea. Japan hat in Korea wieder einen Schritt vorwärts getan, indem es die koreanische Armee entwaffnete und entließ. Ein koreanisches Batailion hat sich gegen die Entlassungsorder aufgelehnt. Es entspann sich ein Kampf mit den Jopanern, der einige Stunden dauerte und bei dem auch Geschütze zur Verwendung kamen. Der Schauplatz war in der Nähe des Konsulatsviertels in Söul. Von zuständiger Seite wird die Zahl der Toten und Verwundeten bei den Kämpfen auf 60 Koreaner und 40 Japaner angegeben. Bei 8000 Mann, denen je nach ihrem Rang 25—80 Yen ausbezahlt wurden, vollzog sich die Entlassung ohne Störung; als aber bekannt wurde, daß der Komman deur des 7. Bataillons des Schlmarregiments in der Kaserne Selbstmord verübt hatte, griffen die Leute dieses Regiments die japanischen Ofsiziere an, in deren Be## tung sich nur winige Soldaten befanden, und ein Bataillon marschierte nach dem Sädtor des Kasernements, wo dann ein richtiger Kampf entbrannte. In der Verfügung, in der die Entlassung der koreanischen Truppen angeordnet wird, heißt es im Eingang, die koreanische Armee bestehe aus Söldnern, die zur Verteidigung des Landes als nicht geeignet angesehen werden könnten. Marokko. Die neue fremdenseindliche Bewegung in Marokko, die wir schon im vorstehenden Wochenrückblick erwähnt haben, ist im letzten Grunde ein Ausfluß des des mohamedanischen Glaubensbekenninisses. Der Islam erzieht zu einer Feindschaft gegen Andersgläubige und die im Lande eingeführten Neuerungen sind in den Augen der Eingeborenen nichts anderes, als das Symbol der Fremdherrschaft. Das hätten die Franzosen berücksichtigen müssen, als sie ihren„legitimen Einfluß“ auf den Sultan wirksam machten. Sie dursten nicht die Bahnbauten in Angriff nehmen, bevor die Einrichtung der europäischen Polizei im Lande durchgeführt worden war. Durch die Lässigkeit des Betriebs sind die europätschen Arbetter sich schutzlos überlassen worden, das Menschenopfer ist durch einen Fehler der Logik entstanden. Freilich wird sofort in den englischen und französischen Blättern gettend gemacht, Frankreich habe mit Rücksicht auf Deutschland gezögert. Ein seltsamer Gedanke! Von jeher hat Deutschlind beiont, daß es mit Frankreich in Marrkko nicht in einen Wettbewerb um den Einfluß treten will. Es will lediglich die Sicherung der offenen Tür und der handelspolitischen Gleichberechtigung. Speziell die Poltzeifrage ist genau durch die Algecirasakte geregelt. Zur Sache selbst ist noch zu bemerken, daß allgemein die Ansicht besteht, daß der Gouverneur in Casablanca, gegen den schon wiederholt vom diplomatischen Korps Klage geführt worden war, durch seine Nachlässigkeit den Aufruhr verschuldet hat. Die Empörung soll sich sowohl gegen den von Franzosen ausgeführten Hasenbau, wie auch gegen die Beteiligung der Franzosen an der Zollkontrolle richten. Jedenfalls wird der Sultan von Marokko für die Hinmordung ausreichende Genugtuung geben müssen. Zu diesem Zweck senden die französische, die italienische und die spanische Regierung Kriegsschiffe nach Casablanca. Auf Ersuchen des Maghzen hat die marokkanische Staatsbank dem Kriegsminister El Guebbas 50000 Douros zur Entsendung von Truppen nach Casablanca vorgeschossen. Lohales und Provinzielles. )—( Süterslon. 3. Aug.[Ernennung.] Herr Amtsrichter Ostendorf hier ist zum Amtsgerichtsrat ernannt worden. — Sütersloh, 3. August.(Jubiläums= Schützenfest.] In diesem Jahre blickt der hiesige Schützen=Verein auf ein 75jähriges Bestehen und da ist es begreiflich, wenn sowohl bei den Schützen als auch bei den Schützenfreunden der Gedanke sich ausreifte, dieses Jubelfest entsprechend würdig zu begehen. Dies soll denn auch geschehen am 10., 11. und 12. August. Soweit es an dem Vorstand und Festausschuß liegt, sind die Vorbereitungen aufs beste getroffen. Mit der heutigen Nummer geht den Lesern das separat gedruckte Festprogramm zu und morgen nachmittag soll in einer Schützen=Versammlung Eie ganze Festangelegenheit noch einmal gründlich besprochen werden. (□) Gütereleh, *—— hof —.„ 3. August.[Kindergottesdienst.] Die Kinder hoffen morgen den Sonntag nachmittog auf dem neuen Spielplatze des Gymnasiums in der Nähe des Bockskruges feiern zu können. Sie ziehen bei günstiger Witterung pünktlich um 4 Uhr vom Sammelplotze unter Meiers Bäumen dorthin. Gegen Abend wird Missionar Gottschalk etwas erzählen, auch hat Missionar Wulshorst an die Kinder einen Brief geschrieben, den sie dann hören werden. 5 Sütersloh, 3. August.[Ein Schwimmfest ist vom hiesigen Schwimmverein für den 18. August in Aussicht genommen. Wie wir hören, haben auch fremde Vereine hierbei ihre Mitwirkung zugesagt und es ist namentlich der Bielefelder Amateur=Schwimmklub, welcher das Unternehmen mit großem Interesse fördern hilft. Für den gestrigen Uebungsabend des Schwimm=Vereins hatte der Bielefelder Klub mehrere seiner Mitglieder nach hier gesandt und konnten dieselben manche gute Anregung geben. „“ Sütersloh, 3. August.[Schon wieder ein Einbruch.] In vergangener Nacht hat die Diebesbande die Werkstatt des Schuhmachermeisters Schwarze in der Kökerstraße aufgesucht und daraus 8 Paar neue, noch auf Leisten befindliche Schuhe, 2 Paar in Reparatur gegebene Schuhe, 2 Paar Schäfte und ein großes Stück Sohlleder, im Gesamtwerte von 70—80 Mark entwendet. Wie sich feststellen ließ, haben die Diebe beide mal ihren Weg durch die Gärten der Herren Angenete und Westerfrölke genommen; die trennende Mauer war ohne große Mühe zu übersteigen und der Umstand, daß die Oberfenster der Werkstatt nicht geschlossen waren, erleschierte das fast geräuschlose Eindringen in die litztere. Nachdem sie den Raub an sich genommen, haben die Spitzbuben von der Mauer aus durch ein offenstehendes Fenster sich eine Zange und anderes Werkzeug aus der Tischlerei von Ohlbrock und Landwehr genommen, um damit die Schuhe von den Leisten zu lösen; zum Zertellen des Leders hatten sie sich ein nachher zurückgelassenes Schuhmachermesser aus der Werkstatt des Herrn Schwarze mitgenommen. Auch in diesem Falle weist nichts auf die Spur der Einbrecher hin, die sicher, wenn nicht in Stadt Gütersloh selbst, dann doch in unmittelbarer Nähe ihr Lager zu haben scheinen. —“ Prackwede, 3. August.(Ziegen=Ausstellung.] Auf die morgen hier stattfindende erste ZiegenAusstillung der Ziegenzuchtvereine der Kreise Bielefeld, Holle und Wiedenbrück sei nochmals empfehlend hingewiesen. Nachstehende Daten dürften so recht den Wert der Ziegen zucht veranschaulichen: Bei einer Annahme von 2500000 Ziegen für Deutschland würden dieselben einen jährlichen Milchertrag von 150000000 Mark liefern(pro Ziege 500 Liter àp; 12 Pfg gering angenommen). Die Zählung vom 1. Dezember 1900 ergab 8 208 440 Zlegen, deren Durchschniitswert mit Mk. 20.— gewiß nicht zu hoch angenommen ist. Danach wären in den Ziegen mindestens M. 64000 000 angelegt und zwar vorwiegend Spargelder von Arbeitern 2c. Mit diesem Anlagekopital werden jährlich an Gesamterzeugnissen der Ziegenhaltung(Milch, Schlachtziegen, Schlachtlämmer) Mk. 164000000 gewonnen. Ueber die Bedeutung der Ziegenmilch bei der Ernährung der Kinder ein Wort zu verlieren, dürfte sich wohl erübrigen. Die am Sonntag stattfindende Ziegenausstellung, deren Eröffgung der Herr Landrat persönlich vornehmen wird. dürfte ein recht anschauliches Bild von der Ziegenzucht in hiesiger Gegend bringen. Vielefeld, 3. August.[Plötzlicher Tod.] Der Maschinenmeister Braunsberger erlitt gestern nachmittag während der Arbeit im Maschinensaal der Firma Velhagen und Klasing einen Schlaganfall und war sosort tot. Er war 61 Jahre alt und 20 Jahre bei genannter Firma ###e, 2. Aug.(Von einem schweren. Unfalle betrossen] wurde der 18 jährige Sohn Heinrich des Bäckers und Wirts Heidland hierselbst. Bei Verwandten in Dissen zu Besuch weilend, kletterte er dort aus einen Kirschbaum, glitt aus und stürzie aus beträchtlicher Höhe zu Boden. Hierbei zog er sich schwere Kopsverletzungen und eine Gebirnerschütterung zu; außerdem trug er noch Schulter= und Arm=Kontusionen davon. Jbbenbürren, 2. Aug.(Vom eigenen Hund angesallen.] Als der Hofbesitzer H. zu Kattenvenne seinen Hund, der die Kühe biß, vertreiben wollte, wurde er von dem Hund angefallen und derart verletzt, daß er äcztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Der Hund hatte sich an seinem Besitzer so fest gebissen, daß der Knecht zu Hilfe eilen und den Hund vertreiden mußte. Nenmied, 1. Aug.[Hohes Alter.] Hier starb an Altersschwäche die Witwe Johanna Miyer aus Oberbieber(bei Neuwied). Sie war am 5. Mai 1802 gevoren, ist also über 105 Jahre alt geworden. Die letzten Jahre hat sie im Krankenhause verbracht. Fagebrücken, 2. August.[Im Schulzimmer erschossen hat sich heute morgen vor Beginn des Unterrichts der Volksschullehrer Schneider, der seit einiger Zeit nervenleidend war. Vermischtes. * H o m b u r g i. P f., 3. A u g. I n d e r Königsgrube in Mittelbeckbach wurden durch eine Schlagwetter Explosion 18 Vergleute getötet und 11 betäubt und leicht verwundet aus der Grube herausgeholt. * Gießen, 1. August. Anläßlich des 800jährigen Jubiläums der Landesunlversität stiflete der Großherzog für die neue Aula der Universität sein in Oel gemaltes Bild und dem Rektor eine goldene Amtskeite, die dazu bestimmt ist, von dem jeweiligen Inhaber des Rekiorats bei besonders feierlichen Anlässen getkagen zu werden.— Bei den Festlichkeiten ereignete sich ein bedauerlicher Zwischenfall. Ein alter Herr der Verbindung„Chattia“, der an den Festlichkeiten in fröhlicher Stimmung und bei bester Gesundheit teilgenommen hatte, starb plötzlich eines jähen Todes. Die Verbindung hat sich infolgedessen an den Festlichkeiten nicht welter beteiligt. * Zabrza, 2. August. Nach einer Mitteilung der Bergweik dirktion der Grube„Könlgin Louise“ fuhren heute mittag aus dem Ostfelde der Grube von 240 Mann 45 Mann nicht ein. Um 8 Uhr fuhren von 866 Mann nur 56 Mann ein. Das Westfeld der Grube verzeichnet keine Mittagsschicht. * Karlsbad, 2. August.[Vorsicht beim Kirschenessen.] Im Spital verstarb eine Killnerin, die beim Kirschenessen Kerne mit verschluckt hatte. Die Obduktion ergar, daß der Darmkanal mit Kirschkernen verstopft war. * Newyork, 2. Aug. Verbrecherische Ueberfälle auf Frauen und Kinder nehmen hier in erschreckendem Maße zu. Ja litzter Zeit wurden verschiedene Mädchen ermordet und surchtbar entstellt ausgefunden. Der Ebef der erklärt=, die Polizeimacht sei nicht groß genug, um die Virbrechen zu verhindern. Er fordert heute alle Eltern auf, ihre Kinder nicht allein auf die Straße zu lassen. Unter der Bevö'kerung herrscht große Aufregung. Kirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 4. August. 10. Sonntag nach Trinikatis. Kollekte für die Mission unter Israel. Neue Kirche ½10 Uhr: Pastor Kley. Alte Kirche ½10 Uhr: Pastor Seippel. Alte Kirche nachmittags 3 Uhr: Kandidat Meyer. Kinderlehre. Montag; den 5. August. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des blauen Kreuzes im Vereinshause. Dienstag, den 6. August. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des Jünglingsvereins im Vereinshause. Freitag, den 9. August. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Kley. Sonnabend, den 10. August. Alte Kirche 10 Uhr: Beichte. Pastor Wer. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 4. August. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Resse mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. ½8 Uhr: Aufnahme in die Jungfrauen=Kongretation; 3 Uhr Todesangstbruderschaft mit Tedeum. In unser Handelsregister Abteilung A Nr. 78 ist heute bei der Firma Heinrich Briuckmann zu Gütersloh eingetragen: Dem Kaufmann Karl Krull zu Gütersloh ist Prokura erteilt. Gütersloh, 8. August 1907. Königliches Amtsgericht. ff. geräucherte Kieler Bücklinge. Ludwig Grabemann. Suche einen fleißigen und soliden H. C. König. Die Verlobung unserer Tochter Elise mit Herrn Franz Schmitt aus Gütersloh beehren wir uns anzuzeigen Köln, August 1907. #a#m C. Herren u. Frau Elise Herren Franz Schmitt Verlobte. Köln Gütersleh August 1907. 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Stiftungsfest woran auch fremde Vereine teilnehmen werden. Es wird um rege Beteiligung von Seiten der Bürgerschaft gebeten und werden Anmeldungen von den Herren Carl Meyer, H. Laumann, Th. Garleb, Paul Breipohl u. Jos. Meyer gern entgegengenommen. Der Jahresbeitrag beträgt Mk. 3.— und wird ein Eintrittsgeld für das Fest von Mitgliedern nicht erhoben. Mitglieder, welche am Festzug teilnehmen, erhalten noch extra eine Vergünstigung. Der Vorstand. Steuerhebetermin für das Amt Gütersloh. Die für das 2. Quartal 1907 fälligen Staats= und Gemeindeabgaben sowie die Beiträge zur Westf. Provinzial= Feuer=Sozietät und Landwirtschaftskammer und Viehversicherungsabgaben sind vom 5.—10. d. Mts. beim Unerzeichneten zu entrichten. Gütersloh, den 3. August 1907. Kolbe, Reudaut. Zu Fabrikpreisen bei Neuer verbesserter Sterilisier-Apparat zur Frischerhaltung aller Nahrungsmiltel. Unübertrogen, einfach, solld, leicht handlich. Gläser in 6 verschiedenen Höhen können gleichzeitig eingespannt werden. 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Während dieser Zeit wurde der Vogel nur mit Schiffer's Singsutter ernährt und sang bis kurz vor seinem Tode sehr fleißig.— Ein Beweis von der Güte Ihres Singfutters. Hachenburg, 1. Mai 1907. Herren Schiffer& Co., Köln. Vor 8 Wochen war ich dort in Ihrem Geschäft und nahm mir ein Pakeichen Drosselsutter mit und kann Ihnen sagetz, daß dasselbe vorzüglich ist, denn nachdem ich damit meine Schwarzdrossel 8 Tage gefüttert habe, singt sie schön u. laut. Niederlagen bei: Ernst Hoffschildt. Ein Vermögen repräsentiert ein zartes, reines Gesicht rosiges, jugendfrisches Aussehen, welße, sammetweiche Haut und schöner Teint. Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd-Lilienmiich-S eife v. Bergmann& Co, Radeben! mit Schutzmarke: Steckenpferd. à St. 50 Pf. bei B. Daitrop. I.I. Bau-, Maschinenbau-, Ziegler-, Steinmetz-, Helzerschule. Satzungen kostenfrei. Beginr 30. Okt. D. Ferienkurse Abkürz d. Studien. Ing.-Dipl. Schwimm=Verein Gütersloh. Am Montag, den 5. 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Femnsprecher Nr. 52 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenkohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 92 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Sütersloh. Sonnabend, den 3. August 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Süterslo#. 8. Jahrgang Pti S s. Sätersloyz, 1. Auaust.(Schösfengericht.) Vorsitzender Herr Amisgerichtsrat Paleske; als Schöffen waren zugegen die Herren Kolon Christeph Jacodfeuervorn von Kattinstroth und Kolon Hermann Höner von Sundern. Nachstehende Sachen kamen zur Verhandlung: Der Kleinhändler A. W. zu Bornholte steht unter Anklage im Winter 1906/07 die Schankwirtschaft unbesugt betrieben und Glücksspiele in seiner Wohnung geduldet zu haben. Wegen unberechtigten Betriebs der Schankwirtschaft erhielt W. eine Gelostrufe von 30 Mark oder 6 Tage Haft. Die Duldung von Glücksspielen war nicht nachzuweisen, werhalb W. von dieser Anklage freigesprochen wurde.— Der Heubelsmann H. M. aus Driburg stand wegen Geregung ruhestörenden Lärms und Mißhandlung unter Anklage. Er verkaufte am 90. April d. Is. in Verl Glaswaren uund soll wegen Differenzen beim Handel sich der obigen Straftaten schuldig gemacht haben. Auf Grund der Beweisaufnahme erfelgte indes Freisprechung.— In einer Privatklage wegen Bileidigung erfolgte Freisprechung, weil die Verhandlung ergab, daß Beleidigungen von beiden Seiten der Parteien gefallen waren. * Süterslohz, 3. Aug.[Ein Wetturnen von Schülern höherer Lehranstalten] findet am 12. und 18. Oktober d. Is. am Fredenbaum bei Dortmund statt. Bewährt sich die Veranstaltung, so sollen diese Turnspiele jedes Jahr wiederholt werden und zwar unter Beteiligung von 8 Proz. der Gesamtschülerzahl der höheren Lehranstalten Westsalens. Uslettonst, 2. Aug.(Wegen Jagdvergehens wurde ider Prinatier A. D. von der Strafkalomer in Mänster in eine Gildstrafe von 50 Mark genommen; gleichzeitig wurde auch auf Einziehung des bei der Jagd beuntzten Gemchres und der beiden Hunde verkannt. Der Angeklagte war im Oktober v. Is. als er in seiner Privatjotzd jegte, ein fremdes(Marienfelder) Gebiet geraten. Das Schöffengericht hatte uhn freigesprochen, will ues annahm, daß der Angeklagte, ohne sich dessen bewußt zu werden, die Jagbgrenze überschritten hat. Die Strafkammer war dazegen der Ansicht, D. hatte bei einiger Aufmerksamkeit sehen müssen und faktisch auch gesehen, daß er sich in fremdem Revier befand. Zielefeld, 3. Aug.[Kaiserbesuch.] In diesem Monat wird das Kaiserpaar der Stadt Bielefeld abermals die hahe Ehre seines Besuchs zu ztill werden lassen. Die Majestäten werden am 29. August mittags 12 Uhr eintriffen und sich auf dem kürzesten Wege durch die Düppel=, Herforderstraße zum Rathaus begeben. Nach der Einweihung des Denkmals werden die Majestäten durch die Rathaus=, Obernstraße am Kriegerdenkmal vorbei zum Herrn Geheimrat Hinzpeter fahren. Die Rückfahrt erfolgt durch die Oberwallstraße, Herforder= und Düppelstraße. Schulen und Vereine bilden Spalier. Die Veteranen werden mit den Jahnen um den Schillerplatz Aufstellung nehmen und die vereinigten Männergesangvereine, etwa 500 Sänger, bei der Einweihung mitwirken.— Eine Ehrenkompognie wird neben dem Rathause am Eingang der Vikloriastraße Aufstellung nehmen. Der Kaiserpavillon wird dem Rathausportal gegenüber auf dem freien Platze aufgebaut. Begrüßt wird das Kaiserpaar bei der Anfahrt am Rathause durch acht Fanfarenbläser. Darauf wird Herr Geheimrat Bunnemann die Begrüßungsrede halten, während wischer das Denkmal enthüllt wird. Im Anschluß daran folgt das Kaiserhoch. Das städtische Orchester wird auf dem Rathausbalkon Platz finden. Die Sänger werden am Eingang zum Rathaushof zwischen Denkmal und Theater Aufstellung nehmen. Herford, 2. Aug.[Zur Beschlußfassung über die Feier des Sedanfestes und die Einweihung des Jahngedenksteins) hatten sich gestern auf Einladung des Keiegercereins sämtliche Herforder Krieger= und Milltärvereine, sämtliche Verstände der zur deutschen Turnerschaft gehörenden Turnvereine versammelt. Die vorgeschlagene Festordnung, fand einstimmige Annahme. Am 81. August findet nach einem Durchzug durch die Stadt eine Gedächinisfeier am Kriegerdenkmal statt, wobei Herr Pfarrer Niemann hierselbst die Gedächiniarede halten wird. Anndieser Feier sowohl als an der Haupsfeier, die am 1. September erfolgt, nehmen sämtliche Vereine teil. Die Einweihungsrede, hält am Jahngedenkstein Herr Direktor Pros. Dr. Windel. Der Posaunenchor und der Seminargefangchor letten die=Feier durch Vorträge ein und eingemeinsamer Gesang beschließt diese. Anschließend findet im Schützenhofe Konzert statt, während im Saale die einzelnen Turnvereine turnerische Leistungen vorführen. Mänster, 3. August.[Genossenschaftstag.] Der XXIII. Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag der Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften findet in den Tagen vom 8.—10. August d. Is. in Münster statt. Die Togesordnung weist eine große Reihe bedeutsamer Verhandlungsgegenstände auf. Im Anschluß an den Genossenschaftstag findet am 10. August ein Ausflug in das rheinischewestsättsche Industriegebtet statt verbunden mit Besichtigung des Dortmund=Emskanals und greß=industrieller Weike in Dortmund. 2. Aug.[Heiteres von einer Schützenfestseter wird aus Stockum im Amte Körbecke bei Seest gemeldet: Durch einen Kernschuß war der Vogel zertrümmert worden, doch blieben Trümmer an der Stange hängen. Es entstand nun eine Beratung darüber, ob dieser Schuß als Königsschuß zu gelten habe oder nicht. Inzwischen machten sich einige Schützen das Vergnügen, durch Steinwürfe die Vogelreste herabzuholen, was auch gelang, ehe jene Beratung zu Ende war. Nun entstand wieder eine große Verlegenheit, bis man sich entschloß, durch Schelbenschleßen die Königsfrage zur Entscheidung zu bringen. Da auch dies nicht zum Ziel föhrte, so wurde schließlich der Schützenkönig durch„Pinnchenziehen" bestimmt. 1. Aug.[Zu einem erschütternden Vorfall] kam es gestern abend auf dem hiesigen Telegraphenamte. Bei Bedienung der Leitung nach Düsseldorf erhielt die Telegraphengehilfin Fräulein Wegge aus Wetter einen schweren elektrischen Schlag, vermutlich durch einen Blitzstrahl, der die Leitung bei einem in der Nähe Düsseldorfs herniedergehenden Gewitter getroffen hatte. Die Dame brach bewußtlos zusammen und wurde von so heftigen Zuckungen befallen, daß sie mittels Droschke nach Hause gefahren werden mußte. Während sich Kolleginnen um die Verunglückte bemühten, erschten der inzwischen von dem Vorfall in Kenntnis gesetzte Telegraphendirektor Nuck. Dieser wurde durch den Anblick der heftig zuckenden, bewußtlosen Dame so in Aufregung versetzt, daß er einen Schlaganfall erlitt, der eine vollständige rechtsseitige Lähmung zur Folge hatte. Während die Gehälfin sich von dem Unfall erholen wird, liegt der Direktor schwer krank darnieder. Blaukenstein, 2. Aug.(Tödlicher Unfall.] Auf eigenartige Weise ist in Stlepel ein Bergmann zu Tode gekommen. Er war mit dem Zerkleinern von Blockholz beschäftigt und ließ sich die einzelnen Stücke durch einen Knaben herbeitragen. Dabei geschah es nun, daß ein Stück gegen einen nahestehenden Baum flog, sich überschlug und dann den Mann so heftig an den Kopf traf, daß er einen Schädelbruch erlitt und fast augenblicklich tot war. Siegen, 1. Aug.[Gegen die hohen Fleischpreise.] Gestern abend fand eine öffentliche Bürgerversammlung statt, um Stellung gegen die hohen Fleischpreise zu nehmen. Es wurde eine Kommission gewählt, die bei den Metzzern Vorstellungen machen soll, um eine Herabsetzung der Preise um 8—10 Prozent herbeizufähren. Falls die Metzger nicht darauf eingehen, ist die Gründung einer Genossenschaftsschlächterei in Aussicht genommen. 1. Aug.(Erstick!] ist hier ein Bergmannskind, dim ein Stückchen vom Knochen im Haise stecken geblieben war. Ic ging ins Feld— Es gießt die Morgensonne Lichtstrablend Goid auf Blume, chelm und Baum, Ein frischer Hauch voll junger Lebenswonne Erwecket die Natur aus mächt'gem Traum. Buntfarbige Falter gauseln vurchs Getreide Und Bienen schwirren in der lauen Luft, Die Lerche schwingt sich auf ins blaue Weite, Sie grüßt den neuen Tag voll Pracht und Duft. Und überall ein wundersames Regen, Ein seierfroher Frieden, Gott zum Dank. Da trägt ein sanfter Morgenwind entgegen Vom Dorf her hellen Sonntagsglockenklang. Ich grüß' Dich, Ton, mit seligem Gefähle, Denn Uinde läßt Du imte Erinnerung nah'n Oft klangst Du, wenn zu heiterm Jugendspiele Ich fröhlich mich gesellt auf grünem Plan, Ihr Glocken gabt Geleit mir zum Altare, Als ich der Kindheit geldnem Glück entsagt Ihr löntel an des Vaters Totenbahre, Wo meine Seele traurig und verzagt, Doch beld will ich an euerm Klang mich weiden Der Freude bringt und segnet mein Geschick, Wenn zum geschmückten Kirchtein ich werd“ schreiten, Mit ihr vereint— entgegen meinem verbeten.) Avolf Dretzler jun., Markranstädt. Fräulein Sturmwind. Reman aus der Gesellschaft von T. Tschürnau. (16. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Um die Mittagsstunde des nächsten Tages fand Graf Derenberg sich in der Helldorf'schen Villa ein. Er traf nur Nadine im Wohnzimmer an. Die Gräfin lag, wie Johann ihm schon draußen berichtet hatte, mit einer Migräne behaftet zu Bett, und Fräulein Annemarie war von Herrn von Stosch zu einem Spaziergang abgeholt worden. Margareie war allerdings daheim, aber sie hatte sich in ihr Zimmer eingeschlossen, um ein schon dreimal zerrissenes Kapitel ihres Remans zum viertenmal zu schreiben. Derenberg's Besorgnis um seine kleine Koufine schwand bel ihrem Anblick. Sie sah weder unglücklich, noch übernächtig aus; ihr zartes Gesichtchen leuchtete fast in seiner maienhaften Frische und ihre Augen lachten ihm in heller Wiederschensfreude entgegen. Sie war, als Heinz eintrat, aufgesprungen und ihm entgegengelaufen wie ein Kind, und wie ein solches sah sie auch laus in der kühlen Tennisbluse und dem fußfreten Rock. „Wir sind allein,“ sagte sie,„und das ist gut, denn ich muß durchaus unter vier Augen mit dir sprechen. Du bist der einzige Mensch, zu dem ich Vertrauen habe— Johann ausgenommen— und dem kann ich doch nicht alles sagen, denn er ist in raancher Beziehung ein rechter Dummkepf und hat eine Angst vor Mama, die geradezu lächerlich ist. Da,— setze dich,— bitte!“ Sie wies dabel auf einen Sessel und nahm selbst in einem Schaukelstuhl Platz, den sie durch Anstoßen mit den zierlichen Füßchen in wippende Bewegung setzte. „Tante ist krank, wie ich höre?“ fragte Derenberg. „Jawehl," bestätigte Nadine, ohne sich durch das Mitleid mit ihrer Mutter in ihrem Schaukelvergnügen stören zzu kassen,„Mama hat Migräne. Ich war vorhin bei ihr, um mich nach ihrem Befinden zu erkundigen, aber sie ersuchte mich, ihr aus den Augen zu gehen!“ „Du bist also total in Ungnade bei ihr gefallen?“ Nadine nickte gleichmätig. „Das war nach dem gestrigen Abend nicht anders zu erwarten. Annemarie und Margarete strafen mich mit stummer Verachtung. Ich bin Lust für die ganze Familie, — auch für den Fresch, der vorhin hier war. Man sieht über mich hinweg und an mir vorbei, als ob ich gar nicht vorhanden wäre. Daran bin ich nachgerade schon gewöhnt, sch komme aus der allgemeinen Ungnade kaum jemale heraus. Mama hal stets etwas an mir auszusetzen und die Mädel“— sie legte einen ungemein geringschätzigen Ausdruck auf dieses respektlose Wort—„schulmeistern an mir herum von früh an bis in die Nacht hinein. Natürlich schinke sich ihnen auch nichts; du solllest einmal hören, Heinz, was wir uns manchmal gegenseitig für liebenswürdige Dinge sagen! Wir sind eine so friedfertige Famille! Der Frosch hilft auch bei meiner Erziehung! Wie mir mitgeteilt wurde, hat er gestern abend der Mama geraten, mich noch auf ein Jahr in eine strenge Pension zu schicken. Der Vorschlag mußte abgesehnt werden, weil es an Geld zur Ausführung desselben fehlt. Bei uns fehlt es nämlich immer an Geld, das ist bei uns ein chronisches Uebel!“ Die Behaglichkeit, mit der sie sich dabei in ihrem Stuhle wiegte, bewies deutlich, daß ihr dieses Uebel nicht besonders zu Herzen ging. Es hat zwohl heut nacht nach der Heimkehr noch einen schlimmen Auftritt gegeben?" erkundigte Derenberg sich teilnehmend. Nadine bejahte eifrig. „Ganz furchtbar war's! Mama hat die Hände gerungen und geliegt, daß ich sie durch meine bodenlose Schlechtigkeit vorzeitig ins Grab bringe. Margarete sprach ihre Verwunderung darüber aus, daß ein meralisch so niedrigstehendes Geschöpf sich in eine so anständige Familie verirren konnte, und Annemarie behauptete, daß ich sie alle durch mein Betragen in der Gesellschaft unmöglich machen würde. Sie will gestern allerlei abfällige Urtelle über mich gehört haben!“ Derenberg lochte. „Darüber brauche ich dich wohl nicht zu beruhigen. Ganz unter uns gesagt: Ich war stolz auf meine reizende Kousine! Der eigentliche Grund der allgemeinen Entrüstung gegen dich war natürlich der Umstand, daß du dich mit dem Willy Ereling überworfen hast?“ „So ist's! Das verzeihen sie mir nicht! Sie wären mich sogern auf gute Art und Weise lo# geworden!“ „Du übertreibst, Kind!“ Nadine hemmte plötzlich die Bewegung des Stuhles und richtete sich aus ihrer bequee#en Stellung auf. „Nein, sich übertreibe nich.!“ sagte sie und ihr eben noch heiteres Gesicht nahm plötzlich einen tragischen Ausdruck an. Tränen traten ihr in die Augen und rollten wie Glasperlen in immer rascherer Folge über ihre Wangen berab. GAA Prmisches. * Berlin, 2. August. Hogel, Regen und Sturm haben gestern und vorgestern in der weiteren Umgebung Berlins gewaltigen Schaden verursacht. Gestern mittag ging zwischen Königswusterhausen und Fürstenwalde ein Hagelschlag nieder, der geradezu verheerend wirkte. Der Hafer wurde vollständig umgelegt und lag wie gemäht am Boden, der Roggen wurde zerschlagen und das Obst von den Bäumen heruntergerissen. Strichweise ist die gesamte Ernte fast völlig vernichtet. Neben dem Hagel haben wolkenbruchartige Regen verheerende Wirkung ausgeübt. Bei Oranienburg, Sachsenhausen, in den Priegnitzer und havelländischen Kreisen wurden Felder unter Wasser gesetzt und die Kartoffeln freigelegt. Das Dorf Velten glich gestern einem Seeplatz, die Straßen waren weithin unter Wasser gesetzt und konnten kaum noch passiert werden. Bedeutende Wasserschäden werden ferner aus Königswusterhausen, Erkner, Bernau, Nauen und Kremmen gemeldet. Der Sturm, welcher vorgestern die Gewitterregen begleitete, hat ebenfalls vielfach Schaden angerichtet und zahlreichen Windbruch herbeigeführt. In den Waldungen bei Königswusterhausen wurden nicht nur Bäume geknickt, sondern Tannen im wahren Sinne des Wortes entwurzelt. Der in den königlichen und städttschen Forsten jener Gegend angerichtete Schaden dürfte sich auf mehrere tausend Mark beziffern. * Frankfurt a. M., 2. August. Laut Beschluß einer Delegiertenversammlung der an der süddeutschen Tourenfahrt beteiligten Automobilklubs ist die süddeutsche Tourenfahrt infolge des Verbotes der badischen und württembergischen Regierung bis 1909 verschoben worden. Verzweifelt preßte sie ihr Taschentuch vor die Augen. „Es ist so,“ schluchzte sie,„alle sind mir gram. Ich bin ihnen im Wege! Solange ich denken kann, haben sie mich hart und lieblos behandelt. Nlemand hat mich lieb!“ Ganz überwältigt von Mitleld, nahm Heinz ihre freie Hand in die seine. „Und ich, Dina?“ fragte er zärtlich.„Bin ich nicht dein Freund?“ Sie ließ das Taschentuch finken und mitten unter Tränen lächelte sie zu ihm auf. „Ja,“ sagte sie,„es ist wahr, du hast mich immer gern gehabt! Aber was nützt mir das! Du bist weit fort von hier, ich sehe dich manchmal viele Monate lang nicht und inzwischen“— ihre Tränen begannen aufs neue zu fließen—„inzwischen quälen sie mich hier zu Tode!“ (Fortsetzung folgt.) *[Einunangenehmes Erlebniz in der Sommerfrische.] Die Tochter eines Dresdener Geheimrates, der mit seiner Familie auf Sommerfrische in Schmilka weilt, kam zum Fleischer Adolf Seidel in Herrnskretschen, um Fleisch zu kaufen. Auf die Bemerkung der jangen Dame, daß das ihr verabreichte Fleisch wohl nicht ganz frisch sei und sie ein anderes Stück vorziehe, warf ihr der Fleischer unter rohen Redensarten das Fleisch in das Gesicht. Nur durch das Erscheinen einer Frau wurde der Fleischer an weiteren tätlichen Ausschreitungen verhindert. Die junge Dame mußte mit blutbesudeltem Gesicht und blutbefleckter Bluse den Rückweg nach Schmilka antreten. Der Vorfall wird ein gerichtliches Nachspiel haben. * Neckargemünd, 2. Aug. Hier machte der Metzgerbursche Hartenreich seinem Leben dadurch ein Ende, daß er sich eine zum Töten von Schlachtvieh verwendete Schlachtmaske umlegte und die Patrone anzändete. Das Geschoß durchschlug den Leib von einer Seite zur anderen. so daß der gräßliche Verletzte seinen Geist alsbald aufgab. *[Von einem schweren Unwetter) ist der Kreis Neidenburg heimgesucht worden. Ein Hagelschlag in Größe von Taubeneiern ging mit solcher Wucht nieder, daß Vögel und viel Hausgeflügel getötet, der gemähte Roggen förmlich ausgedroschen, Hafer, Erbsen, Gerste und Buchweizen vollständig vernichtet und die Rinde von den Bäumen geschlagen wurden. * Kopenhagen, 1. Aug. Die Hälfte seiner Besatzung verloren hat der finnische Dreimastschuner„Lumparland“, der, von London nach Helsingfors unterwegs, gestern bei Holmlandsklit an der Westküste von Jütland auf Land gesetzt worden ist, da er leck geworden war. Der Kapitän, der Steuermann, ein Matrose und der Koch sind ertrunken, die übrigen vier Mann der Besatzung wurden gerettet. Das Schiff ist völlig wrack. * Kratau, 2. Aug. Wegen Wichselfälschung in der Höhe von 100000 Kronen ist der Graf Potocky hier verhaftet worden. Er entstammt der russischen Linie des genannten Grafengeschlechts. Er hat die deutschen und österreichischen Gerichte schon wiederholt beschäftigt. Vom Wiener Schwurgericht wurde ihm schon einmal das Recht zur Tragung des Grafentitels aberkannt. Standesamts=Nathrichten für die Zeit vom 27. Juli bis 2. August 1907. Stadt Gütersloh. Geburten: Söhne: Klempnermeister August Haneforth. Kupferschmied Gustav Skommeda. Tochter: Zimmermann Wilhelm Severin Auf gebete: „Kaufmann Heinrich Hermann Auguft Diekötter hier und Johanne Julie Auguste Güthenke in Hamm. Fleischbeschauer Friedrich Oblbrock zu Pavenstädt und Marie Schröder hier. Gärtner Heinrich Wilhelm Kersling zu Wietersheim, Kreis Minden, und Iauriette Johanne Auguste Paula Sielemann hier. Eheschließungen: Weber Wilhelm Freitag und Geske Lüdemann, beide dier. Ster befälle: Knecht Friedrich August Kramme, 82 Jahre alt. Hermann Ludwig Kranefuß, 14 Jahre alt. Amt Gütersloh. Geburten: Söhne: Kleinhändler Wilhelm Ottensarenist zu Nordhorn. Maler und Glaser Wilhelm Goldbecker zu Pevenstädt. Maurer Ludwig Vernholt zu Nordhorn(Zwillinge). Töchter: Steinmetz Oswald Trillhase zu Parenstädt. Kolon Karl Seßbrügger ant. Dannenbaum zu Pavenstädt. Aufgebete: Weder Wilhelm Bollmeier zu Nordhorn und Johanne Kramer zu Gütersloh. Fleischbeschauer Friedrich Ohlbrock zu Pavenstädt und Marie Schröder zu Gütersloh. Kolon und Tischler Uekmann zu Blankenhagen und Elise Viertraann zu Niehorst. Sterbefälle: Heuerling Friedrich Weimann zu Blankenhagen, 82 Jahre 4 Monate alt. Witwe Johanne Hoffmann geb. Diekmann zu Blankenhagen, 81 Jahre 8 Monate alt. Heinrich der Gemeinde 1 Isselhorst. Heinrich Kuhlmann Kolen für den Monat Juli 1907. Geburten: Söhne: Schuhmacher Karl Brunemeier zu Karl Baumeister zu Isselhorft. Brennereiarbeiter H# zu Isselhorst. Töchter: Kolon Friedrich Landwehr zu Riehorst. Rangierer August Schweitzer zu Nordhern. Seidenweber August Sewöster zu Hollen. Maurer August Hendelmann zu Isselhorst. Eheschließungen: zu Isselhorst. Karl Ludwitz Nieweg zu Eöbesloh mit Johanne Luise Bille daselbst. Sterbefälle: Friedrich Wilhelm Ottensmann zu Niehorst, 69 Jahre 10 Monate alt. Kolon Hermann August Meinders zu Holtkamp, 67 Jahre 8 Monate alt. — 4. Auguft. Klarholz: Krammarkt. 6.„ Minden: Kram= und Biehmarkt. Münster, Osnabrück: Biehmarkt. 7.„ Stadthagen: Biehmarkt. 8.„ Blotho, Lippstadt: Viehmarkt. X. Waters. Uhrmacher Herzebrockerstr. 108 Glas 25 Pf., Zeiger 15 Pf., neue Feder 1 Mk. Reinigen einer Taschenuhr 1,25 Mk. Für jede Reparatur 1 Jahr Garantie. Habe noch einige getragene, aber gute Uhren billigst abzugeben. 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Vormittags 11½ Uhr: Eröffnung der Ausstellung. Vormittags 11½/—12½ Uhr: Früh=Konzert. Mittags 1 Uhr: Vorführung der prämiierten Liere. Nachmittags 3½ Uhr: Konzert. Nachmittags 7 Uhr: Beginn des Festballes. Preis der Eintrittskarte, welche auch zur Teilnahme an einer Verlosung benutzt werden kann, für sämtliche Veranstaltungen 50 Pfg. Ohne teure Zutaten schmackhaft zu kochen, ermöglicht NENVNNTIe Würzo Man beachte die jedem HVéTe-Wurze. Originalfäschchen beige* gebene Anleitung. Wilh. Husemann, Strengerstrasse 355. Schmitz-Bonn’s## en SLEL 8 Bester Schuhputz. Nicht feuergefährlich, macht das Leder weich und dauerhaft, Egibt, schnell herrlichens Hochglanz.#### Dosen à 15 unds20 Pig. EEEE übertrifft alle im Handel befindlichen Waschmittel. Vollkommener Ersatz für Rasenbleiche, garantiert unschädlich. ½ Pfd.-Pakete à 15 Pig. Beide Fabrikate mit Gutscheinen sind in allen einschlägigen Geschätten zughaben. Fabrikanten: Schmitz-Bonn Söhne, Chem. Fabrik Düsseldork-Reisholz. Vertreter mit Ia. Referenzen gesucht. Generalversammlung am Sonntag, den 4. August, nachmittags 5 Uhr, bei Frau Wwe. Anstrup in Kattenstroth. Tages=Ordnung: 1. Fest=Beratung. 2. Ziehung der Schleßnummern. 8. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Westfälisch-Lippische Vereinsbank Aktiengesellschaft Bielefeld. Zweigniederlassungen: Herford, Minden, Detmold, Lemgo, Bad Oeynhausen. Aktienkapital 7 Millionen Mark. Check- und Depositen- Verkehr unter Gewährung günstiger Zinssätze. Eröffnung laufender Rechnungen. Diskontierung von Wechseln. An- und Verkauf sowie Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Handel in Kuxen und Werten ohne Börsennotiz. von Coupons und Obligationen. Austellung von Kreditbriefen. Stahlkammer