Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 1 Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 83 Sonnabend, den 15. Juli 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Erstes Blatt. Wochenrüchblich. In der abgelausenen Woche ist wieder etwas mehr in hoher Politik gemacht worden. Anlaß dazu gab der Empfang des französischen Deputierten und früheren Ministers Stienne durch den Kaiser und den Reichskanzler, Reisen von Monarchen, geplante Zusammenkünfte von Staatsmännern, die Spannung zwischen den Vereinigten Staaten und Japan und die Haager Friedenskonferenz. Mit Herrn Etienne sollen allerlei Abmachungen getroffen worden sein, so in der Marokko= und anderen Fragen, auch in finanziellen. Daran scheint auch der französische Botschafter in Berlin Cambon geglaubt zu haben, über dessen Kopf weg diese Verhandlungen geführt worden wären, wenn— sie überhaupt stattgefunden hätten. Herr Cambon hat sich deshalb nach Paris begeben, wo man ihn beruhigt hat. Natürlich wird man sich mit Herrn Eitenne nicht bloß über das Wetter unterhalten haben; aber wenn auch politische Dinge den Gegenstand der Unterhaltung bildeten, so sind das noch keine diplomatischen Verhandlungen und von da gar zu Abmachungen ist ein weiter Schritt. Der Besuch unseres Kaisers in Dänemark und die begleitenden Umstände lassen das Verhättnis zwischen dem deutschen Reiche und Dänemark im allgemeinen in einem freundlichen Lichte erscheinen. Ganz ohne Schatten ist es indessen wohl nicht, wie einzelne dänische Preßstimmen beweisen. Diese haben in Deutschland an mihreren Stellen die Besürchtung hervorgerufen, daß wir der dänischen Agitation in Nordschleswig gegenüber doch zu sehr die Waffen aus der Hand gegeben haben. Ein Besuch unseres Kaisers in England in Verfolg einer Einladung des Königs Eduard ist für den Herbst in sichere Aussicht genommen. In denjenigen französischen Kreisen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein Verblühen des chauvinistischen Funkens zu verhüten, ist man wenig entzückt davon und bemüht sich deshalb, die Bedeutung des Besuchs dadurch abzuschwächen, daß man die Initiative dazu einzig und allein dem deutschen Kaiser zuschreibt. Wir lausen nach wie vor niemand nach, nehmen aber die freundlich gebotene Hand gern an, reichen auch selbst die Hand, wenn wir wissen, daß sie von der anderen Seite freundlich ergriffen wird. Der Streit darüber, von wem in dem einen oder dem anderen Falle die Initiative zu einer freundschaftlichen Begegnung ausgeht, erscheint danach recht müßig. Eine Zusammenkunft unseres Kaisers mit dem Zaren ist wahrscheinlich; am letzten Ende hängt das aber von den inneren Verhältnissen Rußlands ab, die ja noch immer nicht stabil sind, obgleich schon eine erhebliche Besserung eingetreten ist. Der Zar hat gegenüber den Wünschen seines Volkes das weiteste Entgegenkommen biwiesen; daß eine auf Grund eines lberalen Wahlrechts gewählte Volksvertretung sich als arbeitsunfähig erwiesen hat, dafür kann er nicht. Vielleicht findet die Begegnung der belden Kaiser schon in nächster Zeit zur See statt, vielleicht auch erst gelegentlich einer von der Zarenfamilie in Aussicht genommenen Reise nach Darmstadt bezw. Wolfsgarten. Der österreichisch=ungarische Minister des Auswärtigen Frhr. von Aehrenthal reist am Sonnabend nach Desio, wo er mit dem italtenischen Minister des Auswärtigen Tittoni zusammentrifft. Von da begeben sich die beiden Staatsmänner nach Schloß Racconigi zum Könige Vikter Emanuel. Im Anschluß an diese Begegnungen ist von einem Balkan=Dreibund zwischen Oesterreich=Ungarn, Italten und Rußland die Rede. Es ist jetzt Mode geworden, jede Verständigung einzelner Staaten über Spezialfragen als Bündnis zu bezeichnen. Der Pariser „Figaro“ behauptet, es handle sich bei der Zusammenkunft Aehrenthal=Tittoni u. a. darum, England von den zukünftigen Einvernehmen über die Balkanhalbinsel auszuschließen, und zwar auf Anstiften des Berliner Kabinetts. Und das„Giornale d'Italia“ findet wieder die Bedeutung der Zusammenkunft darin, daß sie Beweis dafür gebe, daß zwischen Rom und Wien ein direkter Weg existiere, der nicht notwendigerweise über Berlin führen müsse. Aus beiden Auslassungen spricht eine unfreundliche Gesinnung gegen Deutschland, im übrigen aber stehen sie sich diametral entgegen, sodaß ihre Nebeneinanderstellung erheiternd wirkt. Deutschland hat sich bisher nicht in die Balkan=Angelegenheiten gewischt und wird wohl auch künftig keine Veranlassung dazu haben. Daran wird auch dadurch nichts geändert, wenn Fürst Bülow den Besuch des Frhrn. von Aehrenthal, wie ein Wiener Blatt ankündigt, im Herbst erwibern sollte. Das Vorgehen der kall fornischen Regierung gegen die Japaner(erst die Ausschließung jopanischer Schüler von den Schulen in San Franzisko, dann die Schlechterstellung der Japaner gegenüber weißen Einwanderern bei der Ausstellung von Pässen und andern Maßnahmen) hat die Gemüter in Japan derart gereizt, daß die Vereinigten Staaten es für nötig besunden haben, sich gegen einen etwaigen Angriff Jopans vorzusehen. Sie hat daher ihre Flotte nach der pazifischen Küste geschickt— zu Uebungszwecken. Hoffentlich bleibt es bei der Manöverübung. Beide Regierungen sind redlich bemüht, den Ausbruch eines Krieges zu vermeiden. Aber die Unionsreglerung hat kein Mittel, die kallfornische Partikularregierung an Maßnahmen zu hindern, die innerhalb ihrer Kompetenz llegen, und die japanische Regierung hat einen schweren Stand gegenüber den erregten Massen des japanischen Volkes, daß sich nach der Niederlage Rußlands für unbefiegbar hält. Die Haager Friedenskonserenz kann natürlich noch nicht mit endgiltigen Beschlüssen aufwarten. Es werden noch fortgesetzt neue Vorschläge vorgebracht. Auch von deutscher Seite liegen eine Reihe solcher vor, die beweisen, daß es Deutschland ernst ist mit seiner Mitarbeit an den großen Kulturaufgaben, deren Lösung zur Zeit im Haag versucht wird. Wunderliche Anschauungen müssen übrigens hier und da über den Zweck der Haager Konferenz bestehen, da mehrfach an sie Anfinnen gestellt werden, so jüngst von einer korranischen Delegation, die sich auf friedlichem Wege garnicht berücksichtigen lassen würden. Von inneren deutschen Angelegenheiten war es namentlich die Affäre des Dr. Peters, die das Publikum in Alem hielt. Hier enragierte Petersseinde, dert begeisterte Petersfreunde, die sich erhitzt gegenüberstehen. Dazwischen eine bunte Schicht, die gegen die Schattenseiten des Dr. Peters ebensowenig blind ist, wie sie seine Verdienste verkennt. Richtig ist, daß mit dem Tuckerbrief s. Zi. Stimmung gegen Peters gemacht worden ist und daß ohne diese Stimmungsmache manches anders gekommen wäre, und richtig ist ferner, daß dieser Tuckerbrief nicht exlstiert und nie existert hat. Bebel hat, als er im Reichstage diesen Brief anführte, mit bodenloser Leichtfertigkeit gehandelt. Die Urtelle des Diszlplinargerichts gegen Dr. Peters werden aber durch die Taisache der Nichtexistierens jenes Brieses nicht aus der Welt geschafft. Der Kaiser hat sich sämtliche auf Peters bezügliche Akten vorlegen lassen; vielleicht ergibt eine Nachprüsung derselben, daß ein Wiederaufnahmeverfahren angezeigt ist. Darüber läßt sich natürlich auf Grund dessen, was der Offfentlichkeit vorliegt, ein Urteil nicht abgeben. Velitische Jebersitzt. Poutsches Reich. Die Nordlandreise des Kaisers ist vom Wetter wenig begünstigt; Donnerstag abend herrschte zum erstenmal klares Wetter. Freitag früh ging die„Hehenzollern“ von Bodoe aus in See und sollte gestern abend in Tromsoe eintreffen. Der vorgestern in Berlin eingetroffene chinesische Vertreter am Berliner Hofe Shung Pro Ki wurde von einem Mitarbeiter des„Berl. Lok. Anz.“ interviewt. Er sagte u. a.: Die Studienkommission, die ja auch in Berlin war, hat für die vorzuberettende Verfassung gerade aus Deutschland viel Material heimgebracht. Ein anderes sehr wichtiges Material, das für die Resorm unserer Schulen, verdanken wir ebenfalls den Studten, die die Kommission in Deutschland gemacht hat. Wir wissen von Ihrem Land, daß es die Heimat der Schulpflicht ist. So haben sich unsere Blicke wie auf Ihr Heer, so auf Ihr Unterrichtswesen gelenkt. Aber noch vor der Armee muß die Schule kommen, denn ein tüchtiges Heer kann nur von kenntnisreichen Männern gebildet und geführt werden. So ist also der Unterricht unsere vornehmste Sorge. Fragen über Heer, Flotte und Eisenbahnen beantwortete der Gesandte sodann dahin, daß bezüglich der Armee es nicht zutreffe, daß an eine allgemeine Wehrpflicht gedacht werde. Noch herrsche das alte System vor, wenn auch auf bessere Elemente bei der Werbung gesehen werde und jeder Soldat mit seinem Nationale in Listen eingetragen werde. Für die Flotte sehle es z. Z. an den rechten Mitteln, aber mit dem Bahnbau gehe es vorwärts. Unter anderm baue die Regierung eine Stecke Peking—Kalgan, die später bis zur sivirischen Grenze fortgesetzt werden soll. Der Gesandte schloß: er werde stolz und gläcklich sein, die Beziehungen zwischen China und Deutschland so eng und innig gestaltet zu haben, wie er es für seine Aufgabe betrachtete. Der„Berliner Korrespondenz“ zufolge haben der Finanz= minister und der Minister des Innern beschlossen, auf Grund dis§ 77 Abschnitt 3 des Kommunglabgabengesetzes von 1898 die Erteilung der Zustimmung zur Genehmigung von Gemeindebeschlüssen, wodurch a) direkte oder indirekte Gemeindesteuern neu eingeführt oder in den Grundsätzen verändert, b) Abweichungen von den vorgeschriebenen Verteilungsregeln und c) Zuschläge über den vollen Satz der Staatseinkommensteuer hinaus angeordnet werden, im weiteren Umfange als bisher auf die Oberpräsidenten bezw. Regierungspräsidenten zu übertragen, und veröffentlichen einen diesbezüglichen Erlaß. Die deutsche Hochseeflotte hat gestern früh von Kiel aus ihre diesjährige Sommerreise nach den nordischen Gewässern unter dem Kommando des Prinzen Heinrich, der sich an Berd des Flaggschiffs„Deutschland“ befindet, angetreten. Die Fahrt geht um Skagen nach Norwegen. Londoner Blätter bringen die Meldung, daß das vierte englische Kreuzergeschwader in der Zeit vom 16. bis 22. Juli mit der deutschen Hochseeflotte in Bergen zusammentriffen werde. In einer konservativen Versammlung in Dresden äußerte der Legationsrat v. Nostiz=Wallwitz, der das besondere Vertrauen des Ministers Grafen Hohenthal genießen soll:„Es ist wahr, es haben sich in den letzten Jahren auf den Gang der Staatsmaschine Sachsens Einflüsse geltend gemacht, die an sich nicht rechtswidrig waren, die aber doch lähmend wirkten. Ihnen stand kein Rechtstitel zur Seite. Die Betreffenden besaßen kein Amt, das ihnen diesen Einfluß eingeräumt hätte. Wenn nicht alles täuscht, dann ist diese Zeit jedoch vorbei. Was diese Nebenregierung gerade unter den Besten unseres Volkes für Bitterkeit erzeugte, wie sehr sie das Vertrauen zum konservativen Gedanken erschüttert hat, das ist bekannt. Die konservative Partei muß sich ihren Platz an der Sonne sichern, aber unter ehrlichem Verzicht auf alle Wege und Kanäle, die das Sonnenlicht nicht bescheint!"— Die „Disch. Tageszta“ erklärt diese Ausführungen für unerhört. Der schwerste Vorwurf werde darin aber nicht den konservativen Führern, sondern der Staatsregierung selbst gemacht, nämlich der, daß sie eine Rebenregierung geduldet habe und sich ihrer nicht verwehren wollte oder konnte. Der Vorwurf reiche eigentlich noch höher hinauf. Im übrigen bekämpft die„Disch. Tageszia“ die neue sächsische Wahlrechtsvorlage auf das schärfste. Der Entwurf trage im allgemeinen das Gepräge einer starken Zurücksetzung des platten Landes und der kleinen Städte. Er sei sowohl vom agrarischen wie vom konservativen Standpunkte aus abzulehnen. Vem konservativen Standpunkte aus stelle er sich dar als Verstoß und Vorstoß gegen die staatspolitische Auffassung des Konservatismus. Die Sozialdemokratie dürfe nicht in den Landtag, sie sei zugestandenermaßen antimonarchisch und wer ihr als Vertreterin des Proletariats die Türe zum Landtage bewußt öffne, der gefährde die monarchische Grundlage und damit den Bestand des Staates.„Wir wissen“, sagt das Blatt,„daß die überwiegende und maßgebende Mehrheit der konservativen Partei Sachsens die Wahlrechtsvorlage durchaus verwirft, und daß auch in maßvollen nationallberalen Kreisen die lebhaftesten Bedenken dagegen obwalten. Soviel kann heute schon mit aller Bestimmtheit gesagt werden, daß der Entwurf die erforderliche Zweidrittel=Mehrheit weder in der Ersten, noch in der Zweiten Kammer finden wirv. Das Königreich Sachsen geht schweren Zeiten einer starken Erschütterung entgegen. Das hätte vermieden werden können und müssen. Wenn man einmal eine Reform des Wahlrechts für notwendig erachtete, so hätte man an das Bestehende und geschichtlich Gewordene organisch anknüpfen müssen.“— Wie die Leipziger Neueste Nachrichten hören, beabsichtigt die Konservative Fraktion der sächstschen Zweiten Kammer, sofort nach dem Zusammentreten des Landtages die Regierung über die Worte des Legationsrats v. Nostiz=Wallwitz zu interpellieren. Holland. In der gestrigen Sitzung der Unterkommission erklärten bei der Fortsetzung der Diskussion über die Kriegserklärung Großbritannien, Amerika und Jopan, die in der vorhergehenden Sitzung bezüglich des Prinzips Vorbehalte gemacht hatten, daß sie sich dem französischen Vorschlage anschlössen. Hierbei wies der Vertreter Amerikas noch darauf hin, daß nach der Verfassung der Vereinigten Staaten das Recht einer Kriegserklärung dem Kongresse zustehe, daß dies aber kein Hindernis für den Beiteitt bilde. Der Artikel des französischen Vorschlages wur de mit allen gegen zwei Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Oesterreich-Ungarn. Nach langwierigen Verhandlungen ist die Sprachenfrage für das österreichische Parlament folgendermaßen geregelt worden: Tschechische Anträge und Interpellailonen werden im Originaltixt und in deutscher Uebersetzung den stenographischen Prolokollen einverleibt. Tschechische Reden wird ein hierzu bestellter Beamter im Sitzungssaale aufnehmen und den Zeitungen im Originaltixt und gleichzettig in deutscher Uebersetzung übermitteln. Im amtlichen Protokoll werden die tschechischen Reden jedoch nicht aufgenommen. Amerika. Das Verhältnis Japans zu Amerike nimmt noch immer einen breiten Raum der politischen Erörterungen ein. Man erwartet in der nächsten Zeit eine Erklärung des Präsidenten Roosevelt, daß die Beziehungen zu Japan nichts zu wünschen übrig ließen. Auch der apanische Botschafter in Washington, Aoki, der gegenwärtig in New=York weilt, erklärte, wie dem Daily Telegraph aus New=York gemeldet wird, es bestände keine Differenz oder irgend ein Uebelwollen zwischen den Regierungen von Japan und den Vereinigten Staaten. Alles Gerede von einer eventuellen Störung der Beziehungen der beiden Länder sei ein bloßes Phantom. Der japanische Botschafter wendete sich ferner gegen gewisse Aeußerungen der Presse, daß Deutschland zwischen Amerika und Japan hetze. Shina. Wie das Reutersche Bureau aus Peking meldet, sind dort Erlasse veröffentlicht worden, durch die eine Anzahl Reformen auf dem Gebiete der Provinzialverwaltung und der Gerichtsbarkeit bewirkt werden. Es handelt sich um die Errichtung eines öffentlichen Sicherheitsdienstes, um die Einsetzung höherer Industriebehöcden und um die Schaffung moderner Gerichtshöfe. Diese Reformen sollen vorerst in den mandschurischen Provinzen sowie Tschili und Kiangsu zur Einführung gelangen. Die Beamten und die Bevölkerung sind aufgefordert worden, sich auf die Einführung einer konstltutionellen Regierung vorzubereiten. Aus der Parteibewegung. Der Christlich=soziale Parteitag findet am 9. und 10. September zu Elberfeld statt. Es sollen folgende Themata behandelt werden: Erfahrungen aus den letzten Wahlen(Referent Reichstagsabgeordneter Dr. Buckhardt) und Englische Vorbilder zum sozialen Frieden (Referent Reichstagsabgeordneter Behrens.) Die Begrüßungs= und Schlußansprachen wird Abgeordneter D. Stöcker halten. In der nach Schluß der Verhandlungen stattfindenden öffintlichen Versammlung wird Reichstagsabgeordneter D. Stöcker über das Thema: Sozialpolitik im neuen Reichstage sprechen. An den Parteitag wird sich am 11. September ein christlich=sozialer Kursue zur Instruktion für Mitarbeiter anschließen, der zu Barmen abgehalten werden und den ganzen Tag in Anspruch nehmen wird. Der Parteitag der Freisinnigen Volksparte wird in der Zeit vom 12. bis 16. September in Berlin abgehalten werden. Unter den bis jetzt eingegangenen Anträgen zum Parteitage befindet sich auch ein Antrag betr. das Zusammenwirken der Freisinnigen Volkspartei mit anderen Parteien im Parlament. Lokales und Provinzielles. Gütersloh, 18. Juli.[Parademustk] findet heute Sonnabend abend 7½ Uhr vor dem Rathause statt. Herr Musikdirektor Koch hat dafür folgende Programmnummern gewählt: 1. Ouverture z. Op.:„Orpheus in der Unterwelt"....... Binder. 2. Jugendträume. Walzer.... Waldteufel. 3. Gruß ans Herzliebchen. Konzert=Polka für Pision....... Böhme. 4. Fantasie aus„Lohengrin"... Wagner. 5. Husarenfieber. Marsch Pittrich. Sütersloh, 18. Juli.[Der Turnverein Gütersloh] seiert morgen bei Austrun sein 28. Stiftungsfest, das heute abend durch einen im Saale des Herrn Pollkläsener stattfindenden Kommers, an dem auch Damen teilnehmen können, eröffnet wird. Nach dem FrühschoppenKonzert im Garten des Hotel Barkey und entsprechender Mittagspause tritt der Verein morgen nachmittag um ½2 Uhr an der städtischen Turnhalle(Moltkestraße) zum Festzuge an. Das Konzert und Schauturnen auf dem Festplatze nehmen um 4 Uhr ihren Anfang und wird das Fest mit dem um 8 Uhr abends beginnenden Festdalle sein Ende finden. Darf man sich auch von der Witterung nich das Beste versprechen, so wird man doch allseitig wünschen, daß es wenigstens von oben her trocken bleiben möge. Die Bürgerschaft ersuchen wir auch diesmal wieder, aus Anlaß des Festes es an dem gewohnten Flaggenschmuck der Häuser nicht fehlen zu lassen. : Sütersloh, 13. Juli.[Der Eisenbahn=Verein macht morgen und am nächstfolgenden Sonntag mittels Extrazuges einen Ausflug nach— Oerlinghausen. Die Abfahrt erfolgt mittags 12 Uhr 41 Min.; Ankunft in Bielefeld 1½, Abfahrt 12., Ankunst in Oerlinghausen 1". Die Rückfahrt ab Oerlinghausen erfolgt abends 81, ab Bielefeld 84, Ankunft hierselbst 910 Uhr. 18. Juli.[Sonntagsrückfahr= karten.) Auf Antrag der hiesigen HandelskammerMitglieder hat sich die Eisenbahn=Direktion bereit erklärt, vom 21. Juli ds. Is. ab Sonntags=Rückfahrkarten von Station Gütersloh nach Rheda, Oelde, Halle i. W., DissenRotenfelde, Brackwede, Herford, O yahausen, Oeilinghausen, Detmold und Horn=Meinberg verabfolgen zu lassen. Hoffentlich ist dies Entgegenkommen der Eisenbahn=Direktion nicht nur ein vorübergehendes und bleibt die Ausgabe der vorbenannten Sonntagsrückfahrkarten dauernd bestehen, webei besonders zu bedenken ist, daß der diesjährige naßkalte Sommer nicht so sehr zu Vergnügungereisen und Ausflügen reizt und die Karten darum weniger begehrt werden dürften. S Nieherst, 13. Juli.[Das traurige Verkommnis,] das sich Donnerstag früh in der Nähe des Kolenats Kodusch abgespielt hat, wird die Gemüter nech lange in Aufregung halten, zumal der Schuhmachermeister Berwinkel Freitag abend 11 Uhr im Krankenhause zu Gütersloh an den Folgen der erhaltenen Verletzungen gestorben ist, nachdem er am Nachmittag erst noch von einer Gerichtskommission vernommen worden war. Sehr wahrscheinlich wird die Staatsanwaltschaft eine Obduktion der Leiche veranlassen, damit die eigentliche Todesursache genauer festgestellt wird. Der Vermessungsverarbeiter R. Wienchol, welcher die Schüsse abgegeben hat, befiadet sich zur Zeit im Amtsgerichtsgefängnis zu Gütersloh in Untersuchungshaft; ob ihn ein Verschulden trifft oder ob er wirklich in Noiwehr gehandelt, das festzustellen muß dem Gericht überlassen bleiben. Wie der mitbeteiligte Brennereiarbeiter Goldbeck, auch Dopheide genannt, der Redaktion dieser Zeitung mittellt, könne, soweit er in Betracht komme, von einem Ueberfall nicht die Rede sein, denn er sei erst auf Wienchol zugelaufen, nachdem auf seinen Freund Berwinkel geschossen worden sei; auch dann sei er mit W. nicht zusammengeraten, weil dies durch den Knecht des Herrn Kovusch verhindert worden sei. Ob Berwinkel, bevor die Schüsse auf ihn abgegeben wurden, mit Wienchol etwas gehabt habe, will Goldbeck nicht bemerkt haben, auch nicht wissen, wodurch er selbst die Kopswunde erhalten, auf die er erst, als das Blut hervorquoll, ausmerksam gemacht worden sei. Wir nehmen auf Wunsch des Goldbeck von dieser Darsteliung Notiz; wiewelt er an der ganzen Sache beteiligt ist, wird durch die eingeleitete Untersuchung und spätere Gerichtsverhandlung schon festgestellt werden. * Asselharkk. 12. Juli.[Kreisausschuß.] Unter dem Vorsitz des Herrn Landrats Geh. Reg.=Rais von Ditfurth wurde gestern nachmittag in Bielefeld eine Sitzung des gemeinsamen Kreisausschusses für Land= und Stadkkreie Bielefeld abgehalten, in der auch der Ausbau der Mairikelstraße von Isselhorst über Hollen nach Niehorst beschlossen und der vorgelegte Bauplan genehmigt wurde. Bei der Provinz soll die Bewilligung einer Neubauprämte beantragt werden.— Die Uebertragung der Unter=Empfangsstelle der der Kreissparkasse in Isselhorst an den Kaufmann A. Schmalhorft wurde genehmigt. Vielefeld, 12. Juli.[Kreisturnfest.] Der geschäftsführende Ausschuß für das Kreisturnfest versammelte sich am Mittwoch abend im Restaurant Modersohn zu seiner ersten Sitzung nach dem Fest. Das finanzielle Ergebnis ist trotz des unfreundlichen Wetters an den Festtagen günstig zu nennen, da nach der Westf. Zig. ein Defizit nicht vorhanden ist und deshalb der in opferfreudiger Weise gezeichnete Garantlefonds nicht in Anspruch genommen wirden braucht. Das Fest kann in allen Teilen als gut verlaufen bezeichnet werden. Herford, 12. Juli.[Der 8 Uhr= Ladenschluß ist mit 22 Stimmen Majorität gesichert. Die Frist zur Erhebung von Einsprüchen war gestern abgelaufen. Wie die Herf. Zig. vermutet, wird die Verfügung vom Regierungspräsidenten so zeitig zurückkommen, daß schon ab 1. August die Läden um 8 Uhr abends zu schließen sind. Münster, 12. Juli.[Zum Kaiserbesuch.] Der Einzug des Kaisers am Nachmittag des 29. August wird sich nach dem„M. A.“ überaus glanzvoll gestalten. Am Bahnhof findet kurzer militärischen Empfang statt. Eine große Triumpspforte wird am Servalilplatz errichtet. Dort wird der Kaiser von der Stadt Münster, ihrem Oberbürgermeister, Magistrat und den Stadtverordneten impfangen und begrüßt. Ueber die Salzstraße wird sich dann der Einzug zum Prinzipalmarkt und von da zum Domplatz fortsetzen, wo die Geistlichkeit mit dem Bischof an der Sp te und die Universität dem Landesherrn den Willkommgruß entbieten werden. Vom Domplatz aus fährt der Kaiser über Spiegeltuim und Frauenstraße zum Schloß. Am Morgen dis 30. August begibt sich der Kaiser im Autemobil durch die Promenade zum Paradefeld, wo er gegen 10 Uhr eintrifft. Die Inhaber von Tribünenkarten sind gehalten, von 8 Uhr an auf ihren Plätzen zu beharren. Die Tribüne ist so angelegt, daß sie von allen Reihen und Plätzen aus einen freien Ueberblick über das ganze Paradegelände gestattet. Von der Parade kehrt der Kaiser gegen 12 Uhr zu Pferde an der Spitze der Truppen über die Hammerund Ludgertstraße, über Domplatz und Frauenstraße zum Schloß zurück. Bei der Illumination am Abend dieses Tages wird der Kaiser eine größere Rundfahrt durch die Straßen der Stadt unternehmen und hierbei die Königstraße und voraussichtlich auch den Roggenmarkt, Bogenstraße und Spiekerhof passieren. Herue, 12. Juni.[Der hiesige Vaterländische Frauenverein] hat vom Oberpräsidenten die Erlaubnis erhalten, im September eine Lotterie zu veranstalten. Die Gewinne haben einen Gesamtwert von 2650 Mark. Der Reinertrag ist als Geundstock für die Errichtung eines Vereinslazaretts mit 20 Betten bestimmt. Die Kaiserin hat dem Verein ein Bild„Flötenkenzert Friedrichs des Großen in Sanssouel“ für die Verlosung geschenkt. Remscheid, 12. Juli.(Erstochen.] Aus geringfügiger Ursache hat in Hengsten ein italienischer Erdarbeiter seinen Landsmann erstechen. Der Täter ist geflehen. Innerhalb winiger Wochen ist das schen der dritte Tetschlag unter den hiesigen Itallenern. Duisburg, 12. Juli.[Ein schwerer Unglücksfall] ereignete sich heute mittag auf der Schiffswerft von Berninghaus. Dem Arbeiter Johann Kirches fiel aus beirächtlicher Höhe ein Prosileisen auf den Kopf, wodurch ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. Der Tot trat sofort ein. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit mehreren unmündigen Kindern. Kohlenz, 12. Juli.(Im Rheine ertrunken ist gestern nachmittag der eiwa 18 Jahre alte Sohn eines Dienstmanns von hier. Der Ertrunkene wollte sein kleines Brüderchen, das an der Pfaffendorfer Eisenbahnbrücke von den Rheinanlagen aus in den Rhein gefallen war, retten und fand hierbei selbst den Tod, während der Bruder von einem des Weges kommenden Herrn gerettet werden konnte. Vermischtes. * Mainz, 12. Juli. Eln in einem hiesigen Gasthof beschäftigtes Küchenmädchen hatte mit Chlorkalium gegurgelt, dabei aber einen Teil der Flüssigkeit geschluckt. Es erkrankte unter starken Vergiftungserscheinungen und starb schon am nächsten Tage. * Marienburg, 18. Juli. Der Gutsbesitzer Federan in Willenberg, der infolge des Marienburger Bankkrachs 45000 Mark verloren hat, wurde irrsinnig. Der Schlossermeister Neubert aus Marienburg, der durch das Fallissement der Privatbank gleichfalls größere Verluste erlitten hatte, starb an Herzschlag.— Der Fehlbetrag der Marienburger Bank erhöht sich unter Hinzurechnung des ebenfalls verlorenen Aktenkapitals auf 10174000 Mark. *[Steh' ich in finsterer Mitternacht...] Eine tragikomische Jahnenflucht beschäftigte das Kriegsgericht der vierten Division in Hohensalza. Der Musketier Wilhelm Krakauer von der ersten Kompagnie des 140. Inkanterteregim ents wurde des Nachts auf Posten vom Heimweh und von der Sehnsucht nach seiner Braut erfaßt. Er veranlaßte das Mädchen, ein Telegramm an ihn abzusenden, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß seine Schwester gestorben sei. Diese Angabe war natürlich nicht wahr. Der Kompagniechef gab ihm fünf Tage Urlaub, und Krakauer fuhr nach Felgeleben bei Schönebick in Sachsen ab. Hier gefiel es ihm so gut, daß er nach Ablauf der fünf Tage in einem Brief, der die gesälschte Unterschrift seines Vaters trug, um weitere fünf Tage Urlaub hat, die ihm wieder bewilligt wurden. Auch diese fünf Tage vergingen. Aber Kralquer hatte keine Lust, wieder zur Kaserne zurückzukehren. Er stahl das Sparkassenbuch des Vaters, hob 400 Mark ab und fuhr mit einem Mädchen des Ortes nach Magdeburg wo er sich mit Zivilkleidern versah. Die Uaisorm übersandte er dem Dorfschulzen nach Felgeleben. Von Magdeburg ging es über Dresden nach Wien, an die schöne blaue Donau, wo das Geld schnell ausging. Das Mädchen schrieb an die Eltern um Geld, und so wurde der Aufenthaltsort des Desserteurs bekannt. Der Dorfschulze schrieb an das Regiment, Krokauer wurde verhastet und in Oesterreich zunächst zu 48 Stunden Kerker verurteilt, weil er sich in der Kaiserstadt unangemeldet aufhielt. Dann wurde er nach Preußen abgeschoben, wo ihn ein Feldwebel empfing. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. *(Junge französische Arbeiter] in Diedenhofen, die noch nicht zwanzig Jahre alt und militärpflchtig sind, wurden von der Behörde angewiesen, sich naturalisieren zu lassen oder außer Landes zu gehen. * London, 12. Juli. Fridijof Nansen, der berühmte Nordpolfahrer, der bekanntlich seit der Trennung Norwegens von Schweden das erstgenannte Königreich am Hofe von St. James als Botschafter vertritt, wird, wie die englische Zeitschrift,„The Bystander“ zu melden weiß, demnächst von seinem Posten abberufen werden, und zwar weil ihm das Hof= und Gesellschaftsleben und besonders die englische Gesellschaft durchaus nicht gefällt. Er hat selbst daraus kein Hehl gemacht, sondern wiederholt erklärt, daß ihm das einfache Leben, wie er es in seiner Heimat gewohnt sei, besser zusage, und daß es ihm am allerbesten überhaupt auf den Eisfeldern des hohen Nordens gefallen. Ueber die weiteren Pläne Nansens verlautet vorläufig nichte. „ *[Darum.]„Weshalb bringst Du denn so schricklich viel Wasser, Fritzchen? Ich bat Dich doch nur um ein Glas!“—„Ja, ich dachte, Sie brauchten mehr, weil meine Schwester gestern gesagt hatt, Sie wären der trockenste Geselle, den sie je kennen gelernt hätte! Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Observatorium Nachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 15. bis zum Abend des 14 Juli: Morgen meist trocken, aber ziemlich trübe; veränderliche Winde; am Tage etwas wärmer. F 10 Mark umsonst. Bis zum 1. Jan. 1908 vergüte ich jedem meiner Kunden 10 Mk., der mir 250 Stück meiner Spar-Rabattmänzen zurückbringt. Otto Honcamp Nachf., Berlinerstrasse 170. Petristift in Höxter. ½10 Uhr: Pastor Kley. ½10 Uhr: Bikar Steinle. Kirchliche Nachrichten Etangelischer Gottesdienst. 7. Sannuag nach Teiahatst. Kollekte für Neue Kirche Alte Kirche Neue Kirche ½. Uhr: Kindergottes dienft Pastor Seippel. Alte Kirche nachmittags 8 Uhr: PastorSeippel Kinderlehre. Montag, den 15. Juli. Abends 8½ Uhr: Bibelstunde des blauen Kreuzes im Vereinshause. Dienstag, den 16. Juli. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des Jänglingsvereins im Vereinshause. Freitag, den 19. Juli. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Kley. Sonnabend, den 20. Juli. Neue Kirche 10 Uhr: Beichte. Pastor Nr. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 14. Juli. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Resse mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 8 Uhr: Todesangstbruderschaft und Predigt. Heute schenkte uns der Herr ein gesundes Töchterchen. Stadtbaumeister Schluckebier u. Frau Anna geb. Rump. Gütersloh, den 12. Juli 1907. Die Verlobung ihrer Nichte Frieda mit dem Postassistenten Otto Weinkold in Geestemünde beehren sich anzuzeigen Wilh. Pricke u. Pran da geb. Dommröse. Gütersloh, im Juli 1907. Frieda Kippterling Otto Weinhold Verlobte. Geestemünde Ludwigstr. No, 10. Deich No. 21. Bekanntmachung. Die nach§§ 19 und 20 der Städte= Ordnung vom 19. März 1856 berichtigte Liste der Gemeindewähler liegt vom 15. bis 80. Juli d. Je. im Rathause, Zimmer 5, zur Einsicht offen. Etwaige Elnwendungen gegen die Richtigkeit der Liste sind während dieser Zeit bei uns auzubringen. Gülersloh, den 15. Juli 190. Der Magistrat. Mangelsdorf. H.A.Birk holz, Tischlermstr. schräg gegenüber der Post. Lager in selbstgefertigten Eichen-, Kiefern- und Tannen-Särgen. Einsätze zum Verlöten mit und ohne Scheibe. Metallsärge noch haltbarer wie Eichensärge. Ausstattungen jeder Art. Glück lich macht ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und blendend schöner Taint. Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd-Lilienmilch-Seife v. Bergmannamp; Co. Radeben! mit Schutzmarke: Steckenpferd. à St. 50 Pfg. bei B. Daltrop, Reste-Siamosen, garantiert waschecht, für ein Kleid passind, Mk. 3,75. Carl Müller. Statt Karten. Die Verlobung ihrer Kinder Mimi und Konstant beehren sich hierdurch anzuzeigen Königl. Ober-Bahn-Assistent H. Brotte u. Frau geb. Drüke. Gütersloh i. W., im Juli 1907. Frau Schiffskapitän Christine Ketels Süderende a. Föhr, Im Juli 1907. Himi Brotte Konstant Ketels Königl. Landmesser Verlobte. Gütersloh Bielefeld z. Z. Süderende a. Föhr. Bekanntmachung. Zwecke der gemäß§ 20 des Gebäud Für die Zwecke der gemäß§ 20 des Gebäudesteuergesetzes vom 21. Mai 1861 zu bewirkenden, am 1. Januar 1910 in Kraft lretenden Revision der Gebäudesteuerveraulagung ist es erforderlich, daß in allernächster Zeit von jedem einzelnen Gebäude hiefiger Stadt Beschrelbungen nach einem bestimmt vorgeschriebenen Formular gemacht werden. Dieselben können, wenn sie auf Richtigkeit Anspruch machen sollen, nur auf Grund örtlicher Ermittelungen angefertigt werden. Mit der Aufstellung dieser Gebäudesteuer=Beschreibungen ist Herr Kanzleirat Wetzmüller hierselbst beauftragt, welcher in allernächster Zeit zu diesem Zweck Haus bei Haus gehen wird. Die Hausbesitzer werden in ihrem eigenen Juteresse ersucht, Herrn Wetzmüller nicht nur das Betreten ihrer Grundstücke zu gestatten, sondern demselben auch jede für die Zwecke der Steuerrevision erforderliche Auskunft zu erteilen. Gülersloh, den 12. Juli 1907. Der Magistrat: Mangelsdorf. Inventur=Ausverkauf! Um zu räumen, verkaufe ich eine Anzahl Schürzen: Weisse und Siamosen-Kinder-Schürzen, weisse, schwarze, Siamosen-Damen-Träger-Schürzen, schwarze und Siamosen-Damen-Reform-Schürzen mit 25% Rabatt. Auf alle anderen Arttkel gewähre ich bis zum 21. Juli = 10% Rabatt. Carl Müller. Gras-Verkauf. Am Montag, den 15. Juli, morgens 10 Uhr anfangend, lasse ich ca. 200 Morgen vorzügliches Gras meistbietend gegen einjährigen Kredit verkaufen. Stromberg, im Juli 1907. Frau Ostberg. Gras-Verkauf. Montag, den 15. 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Es zeigt sich alse, daß der Gedanke, eine solche Wohlfartseinrichtung zu schaffen, auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Und darüber können wir uns freuen, denn außerordentlich segensreich ist die Tätigkeit dieser vom Geboie der Nächstenliebe durchdrungenen Süiftung. An lausenden und einmaligen Beiträgen flossen ihr im Jahre 1905 95760 Mark zu; in 862 Fällen wurden 26400 Mark als Unterstützungen gezahlt, von denen 198 Fälle mit 11800 Mark Töchter von Unterbeamten und Arbeitern betrafen. In 40 Fällen war die Zuwendung zum Ankauf von Nähmaschinen, in 105 Fällen zur Ausbildung für eine Erwerbstätigkeit, in 90 Fällen zur Unterstützung in Krankheitsfällen, in 75 Fällen zur Beseitigung sonstiger Notlagen, in 21 Fällen zur Ausrüstung mit Wäsche und Kleidung behufs Eintritts in eine Anstalt oder Stellung und endlich in 81 Fällen zur Zörderung der Erwerbstätigkeit, Ausrüstung mit Winterbekleidungsstücken, Aufnahme in Anstalten und als Beihülfe zur Erziehung bestimmt. Außerdem wurden 326 kränkliche Mädchen— davon 268 Töchter von Unterbeamten und Arbeitern— mit einem Kostenaufwande von 14135 Mark in Kurorte und Echolungsstätten entsandt. Acht junge Mädchen, die sich dem Lehrerinnenberufe widmen wollen, haben in dem dem Vaterländischen Frauenverein in Schleswig unterstellten Marthahause und im dortigen Lehrerinnenseminar Aufnahrze gefunden. Wenn wir berücksichtigen, daß der Töchterhort am Schlusse des Jahres 1908 erst ein Vermögen von 188000 Mark besaß, und daß im Jahre 1908 nur in 91 Fällen Unterstützungen gewährt wurden, so legen die oben angegebenen Zahlen ein erfreuliches Zeugnis für die segenereiche Weiterentwicklung der Stiftung ab. Um ihrer Aufgabe in der Zukunft noch besser als bisher gerecht werden zu können, trägt sich die Stiftung zur Zeit mit dem Gedanken, ein eigenes Töchterheim zu erbauen, das einerseits Mädchen für einen künftigen Beruf ausbilden, anderseits dauernd erwerbsunfähigen Mädchen Aufenthalt und Verpflegung gewähren soll. Eine bedeutsame Förderung hat dieser Gedanke neuerdings dadurch erfahren, daß unser Kaiser der Stiftung für besagten Zweck einen Betrag von 40000 Mark aus dem Allerhöchsten Disposiltionsfonds überwiesen hat. Den Eisenbahnern kann nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, auch ihrerseits, sei es laufend, sei es einmalig, je nach ihrem Vermögen ein Scherflein an den Töchterhort abzuführen. Werden doch bei den Wohltaten des Töchterhorts in erster Linie die Töchter solcher Bediensteten berücksichtigt, deren Väter Beitröge geleistet haben. Niemand aber, der jetzt noch glaubt, für die Seinigen genügend sorgen zu können, kann wissen, ob ihn der Tod dermaleinst zu einer Zeit hinwegraffen wird, wo seine hinterbliebenen Töchter noch auf die Hälfe anderer angewiesen sind. Und wenn dieser Fall auch, was wir allen wünschen möchten, bei keinem von ihnen eintritt, so ist der geopferte Beitrag doch nicht nutzlos hingegeben; denn er kommt den Töchtern der Kollegen zugute, denen das Geschick weniger gütig gewesen ist. Lokales und □ Süterslob. 9. Juli.[Der Verband der westsälischen Sanitätskolonnen) hielt am Sonntag in Dortmund seine erste Haupiversammlung ab. Der in Hagen gegründete Verband besteht jetzt ein Jahr. den Virstand wurden gewählt anstelle des nach Arnsberg versetzten Inspektors Rumpf Regierungssekretär MeieringMünster, und für den Postinspektor Ott in Dortmund Oberbergrat Salomon in Dortmund. Als nächster Versammlungsort wurde Siegen bestimmt. Geheimer Medizinalrat Dr. Hensken=Siegen hielt dann einen Vortrag über die neue Kriegssanitätsordnung. Die Hauptaufgabe des Sanitätspersonals soll nach der neuen Ordnung die Verhinderung der übertragbaren ansteckenden Krankheiten sein. Eine neue Erscheinung im Felde ist auch die Ausrüftung eines Feldröntgenwagens zur Feststellung von inneren Beschädigungen und Knochenverletzungen. Nach der neuen Oednung sollen die freiwilligen Sanitätskolennen nur innerhalb der operierenden Armee in Ausnahmefällen Verwendung finden; ihr Arbeitsfeld liegt hauptsächlich im Etappengeblet. Schließlich teilte Medizinatrat Hensken noch mit, daß die 22000 Mitglieder des Verbandes jetzt bei der Stuttgarter Gesellschaft für den Betrag von 2200 Mark versichert seien. 6. Juli.[Ein frecher Betrug wurde hier gestern abenb ausgeführt. Kommt da gegen 9 Uhr abends ein junger Mann in ein hiesiges Geschäftshaus, stellt sich als ein Bekannter aus Ostenfelde vor und vorgt von der anwesenden Ehefrau des Geschäftsinhabers 25 Mark unter dem Vorwande, daß er auf der hiesigen Station eine Leiche, und zwar die seines Bruders, welcher beim Militäc gestorben sei, einlösen müsse. Das sichere Auftreten des Gauners veranlaßte denn auch die Frau, das Geld herauszugeben, worauf derselbe dem Bahnhofe zufleuerte. Aber auch die betreffende Frau ging zum Bahnhof, kam aber in dem Augenblicke als der Zug und mit ihm der Leichenabholer abdampfte. Die sofort angestellten Ermittelungen ergaben dann, daß die Angaben über die fragliche Leiche erfunden waren. Leider ist es bis jetzt nicht gelungen, des Burschen habhaft zu werden, doch hat man einige Anhaltspunkte, welche wohl zur Ermittelung des Täters führen werden. Mänster, 8. Juli.[Die Kalsertage] werden der Stadt Mänster außer dem Herrscherpaare auch den Besuch von Peinzen und Prinzessinnen des kaiserlichen Hauses bringen. U. a. werden hier weilen der Kconprinz, Prinz Eitel Friebrich mit Gemahlin, Peinz Oskar; ferner Prinz und Prinzessin Schaumburg=Lippe und Prinzgemahl Heinrich der Niederlande. Der Kronprinz wird im Hofe des Grafen Korff=Schmiesing zu Tatenhausen(Neubrückenstraße) Wohnung nehmen. Peinz und Prinzessin Eitel Friedrich sind Gäste des Gebdrosten v. Droste=Vischering in dessen prächtigem Hofe an der Salzstraße. Prinz Oskar quartiert sich bei Landeshauptmann Dr.[Hammerschmidt ein. Prinz und Peinzessin von Schaumburg=Lippe werden beim Regierungspräsidenten wohnen, Prinz Heinrich der Niederlande steigt im Hofe des Erbkämmerers Grafen von Galen(Neuplatzstraße) ab. Reheim, 8. Juli.[Unterschlagung?] In der hiesigen Stadtkasse sind Fehlbeträge in angeblicher Höhe von etwa 40000 Mark festgestellt worden, die zum Telle sehr lange Zeit zurückliegen. Der 67jährige Rendant ist verhaftet und nach Arnsberg gebracht worden. 6. Juli.[Rohelt.] In der vergangenen Nacht haben hier bis jetzt noch nicht ermittelte Minschen auf einer Viehweide im Stadtbezirk eine Kuh abgeschlachtet und einen Teil des Fleisches gestehlen. Die Täter haben außerdem fünf Tiere surchtbar zugerichtet. Einer Kuh durchschnitten sie die Sehnen der Hintersüße, anderen brachten sie Stiche in den Leid bei, sodaß die Eingeweide heraustraten. Duisburg, 8. Juli.(Ein schweres Schiffsungläck ereignete sich heute abend gegen 6 Uhr auf dem Rhein 200 Meter oberhalb der Essenberger Fähre. Beim Einziehen eines Schleppkahns in den Hafen sank der Hafenschleppdampfer Heinrich der Firma Geriges. Der Kapitän des Dampfers, Peler Gertges, und der Maschinist sind ertrunken. Nach der Rh. W. Z. kann als feststehend angenommen werden, daß das Schiff gekentert ist. Das Unglück ist umso unerklärlicher, als Kapitän Geriges ein alter erfahrener Schiffer war. Der ertrunkene Maschinist hinterläßt Frau und acht Kinder. 8. Juni.[Hoher Besuch.] Heute nachmittag traf hier Handelsminister Dr. Delbrück ein, um einen Eindlick in die biesige Seidenindustrie zu nehmen. Vermischtes. * Braunschweig, 7. Juli. Ein in der zweilen Etage eines Hauses in der Johannisstraße in Helmstädt wohnhaftes junges Mädchen, das erst zu Ostern eingesegnet worden ist, war von seiner Mutter zu Stubenarrist verurteilt worden. Zur selben Zeit hatte die Kleine aber mit ihrem„Schatz“ ein Rendevous vereinbart. Als die Geltebte nicht erschien, begab sich der junge Donjuan zu ihrer Wohnung, um eine Zinsterpremenade zu machen. Als die Inhaftierte ihres Galans ansichtig wurde, öffnete sie das Fenster und sprang kurz entschlossen auf die Straße. Schwerverlitzt fiel sie ihrem Verehrer zu Füßen. * Berlin, 8. Juli. Am 22. Juni de. Is. belästigte der kaiserlich russische Kollegienrat Mccislaw Schankaweky der frühere Generalgouverneur von Turkestan, der sich im Auftrage der russischen Regierung auf einer Reise nach Berlin befand, in einem Berliner Stadtbahnkoupee eine ihm unbekannte 17jährige Dame in einer nicht einmal andeutungsweise wieder zugebenden schamlosen Weise. Ge wurde von einem Polizeikommissar, dir zufällig Zeuge des Vorganges war, auf der Stelle verhaftet. Am Sonnabend erhielt der Herr Kollegsenrat vom Amtsgericht 3 Wochen Gefängnis. *[Ein frecher Bankraub) wurde Sonntag nachmittag um 2 Uhr auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin mit Grfolg verübt. Im nördlichen Tell der Bahnhefohalle liegt die Wechselstube des Bankhauses von K. Puli, die von dim Bankbeamten Klöß verwaltet wird. In der kleinen Wechselstube war der Beamte damit beschäftigt, Banknoten zu zählen. Pötzlich und ohne daß der Beamie es sah, schob sich durch das halb hochgeschobene Schalterfenster der Oberkörper eines Mannee. Dieser entriß dem Bankbeamten aus der Hand 4700 Mark, die er in drei Eintausend= und 17 Hundertmarkscheinen zusammenhielt. In eiligen Sätzen rannte der Räuber nach der Bedürfn'sanstalt neden der Wechselstube und entkam so, trotz sofortiger Verfolgung. * Hamburg, 8. Juli. Gegen den Pollzelassistenten Neuhaus in Allona, der als ehemaliger Unteroffizier der Kilimandscharostation im Petersprozeß vernommen wurde, ist das Disz plinarverfahren eingeleitet worden, weil er sich hinter dem Rücken seiner Vorgesitzten mit B.bel in Verbindung gesetzt hatte. Der Verteidiger des soz. Redakteuts# Gruber verlas in der Verhandlung einen Brief, den Neuhaus vor 10 Jahren an Bebel geschrieben hatte und den letzterer der Mänchener Post zur Versügung gestellt hatte. Wenn Neuhaus jetzt um seine Stellung kommt, so kann er sich bei Bedel dafür bedanken. * Leipzig, 7. Juli. Die Vereinigung deutscher Marinevereine nahm hier auf ihrem Abgeordnetentage einen Antrag an, den Stz der Vereigigung von Klel nach Bremen zu verlegen. Man hofft, daß die Verlegung nach Bremen, das den größten Verein der Vereinigung besitzt, für die Entwicklung der Vereinigung von Vorteil sein wird. * Meseritz, 6. Juli. Das hiesige Schwurgericht verurtellte den Pferdeknecht Kosicki, der vor elwa einem Jahre die Eheleute Greiser und deren Tochter aus dem Vorwerk Wiebelshof bei Bomst ermordet hat, zum Todund wigen Unterschlagung zu zwei Monaten Zuchthaus. * Ludwigshafen, 8. Juli. Beim Holzholen im Walde wurde ein Fuhrmann aus Nußdorf von Hornissen, deren Nest er unfreiwillig zerstört hatte, überfallen und derart zugerichtet, daß er sein Leben einbüßte. * Eisenach, 6 Juli. Ein furchtbares Gewitter, das von schwerem Hagelschlag begleitet war, ist gestern über die hiesige Gegend niedergegangen. Von allen Seiten treffen Meldungen über großen Schaden ein. * Breslau, 8. Juli. Im großen Warenhause Pantiel brach heute morgen infolge einer Störung in der Gasanlage Großfeuer aus. Ein großer Seitenflügel mit wertvollen Stoffen ist fast vollständig vernichtet. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verwundet. * London, 7. Juli. Die Admiralität macht bekannt, daß gestern morgen um 2 Uhr 40 Min. in der Mündung der Tyne ein Zusammenstoß stattfand zwischen dim englischen Kriegsschiffe„Assistance“ und dem deutschen Dampfer „Marie". Letzterer sank und die Frau des Kapitäns ertrank. Der Rest der Besatzung bifindet sich an Bord der „Assistance“. * London, 8. Juli. Bei den Vorbereltungen, die für den Empfang des Königs bei der Feier des Ritterordens von St. Patrick in Dublin getroffen wurden, stellte sich heraus, daß die königlichen Insignien des Oedens, die auf dem Schloß Dublin ausbewahrt wurden, und einen Wert von 50000 Pfund Sterling hatten, gestohlen sind. Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtestelle des Deutschen Landwirtschaftsratvom 2. bis 8. Juli 1907. Während im Osten bis vor einigen Tagen die schöne Witterung anhielt, stellten sich in den Abrigen Landesteilen bereits am Schlusse der letzten Woche heftige Gewitter ein, die von wolkenbruchartigen Regen begleitet waren. Wo letztere das Getreide gelagert haben, dürfte eine mangelhafte Ausbildung der Körner zu erwarten sein. Andererselts muß als Folge der andauernd kühlen und nassen Witterung sowohl bei uns als auch besonders in Frankreich mit einer ernsten Verzögerung der Ernte gerechnet werden. Die Erwägung, daß bis zum Erscheinen der neuen Ware noch starke Bedarfsansprüche zu befriedigen sein dürften, hat den Einfuhrhandel Englands und Frankreichs zu umsangreichen Erwerbungen im Auslande angeregt. Da gleschzeitig eine starke Verminderung der argentinischen Ausfuhr gemeldet wurde, nahm der Welimarkt eine ziemlich feste Haltung an, zumal man auch In Ungarn und Süd=Rußland eine Beschädigung der Ernte durch Hitze besorgt. Während sich diese Verhältnisse auf dem Berliner Markte für Weizen durch einen Ausschlag von 1 Mk. für Juli und 3¾ Ml. für September zum Ausdruck hrachte und Roggen seinen letzten Stand immerhin gut behaupten konnte, blieben die Abrigen deutschen Märkte von der festeren Stimmung unberührt, namentlich im Osten, wo die Witterung im allgemeinen günstiger war. Wo man die Wirkung der Niederschläge ungünstiger beurteilte, gab sich die Kauflust mehr für Herbst=Lieferung kund, deren Minderbewertung vielfach einen Anreiz zur Erwerbungen dietet. Eine Belebung des Geschäftes in greifbarer Ware war nirgends zu beobachten, ebensowenig eine Vermehrung des Angebots. Im Hafergeschüft hat sich der Absatz von feineren Qualitäten etwas gehoben, während die reichlicher angebotene Mittelware wenig Beachtung sand. Futtergerste per Heröst wurde von Rußland zeitweise billiger offeriert, nahe Bieserung dagegen blieb fest. Der lebhafte Absatz von Miis, namentlich in gedarrtem Mixed, hält an; auch 9a Plata und Donau=Mais finden zuletzt bessere Aufnahme. Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Marktage in Mark pro 1000 kg je nach Qualttät an den nachgenannten Orten, wobel as Mehr(+) bezw. Weniger(—) gegenüber der Vorwoche in Berlin Hamburg Hannover Münster Düsseldorf Köln Weizen 209(+-1) 200½(— 209(—. —(—) —(—) —(—) Neue Gütersloher Zeitung Femsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 83 Schmäling& 1g K ohlbroch, Sütersloh. Sonnabend, den 13. Juli 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Zweites Blatt. Deue Eisenbahn=Signalordnung Nach der Bekanntmachung in Nr. 29. des ReicheGesetzblatts tritt am 1. August d. J. eine neue EisenbahnSignalordnung in Kraft. Diese im Reichs=Eisenbahn=Amte bearbeitete und mit Kommissaren der beteiligten Bundesregierungen durchberatene Ordnung weist verschiedene Fortschritte bezüglich der Vereinheitlichung des deutschen Signalwesens auf. Unter anderem soll künftig die Ablenkung vom durchgehenden Hauptgleise den Zügen allgemein durch mehrflügelige Hauptsignale angezeigt werden. Für die Weichensignale, für die bisher nur eine sehr allgemein gehaltene Vorschrift bestand, die die Anwendung der verschiedensten Formen zuließ, ist jetzt eine einheitliche Form vorgeschrieben. Neu eingeführt wird das sogenannte Gleisperrsignal, das als Sondersignal in verschiedener Gestalt dei einzelnen Verwaltungen schon bieher im Gebrauche war, für das aber jetzt allgemein die bieher in Bayern übliche Form angewendet werden soll. Bei den Verhandlungen über diese Neuerungen wurde allerseits große Bereitwilligkeit kundgegeben, die beträchtlichen Kosten für die Umänderung der den neuen Bestimmungen nicht entsprechenden Einrichtungen im Interesse der Elnheitlichkeit aufzuwenden. Lokales und Provinzielles. s1 Gütersloh. 18. Juli.[Warnung!] Das das Abschießen der Brieftauben, die der Militärbehörde zur Verfügung gestellt sind, gesetzlich verboten und deshalb strafbar ist, wird im allgemeinen wenig oder garnicht beachtel. So steht jetzt ein Fall, der gerichtliche Konsiquenzen in mehrfachen Fällen zeitigen wird, bevor. Nämlich ein Einwohner von Kattenstroth ist dabei von einem Mitgliede des hiefigen Briestaubenvereins ertoppt worden, wie er auf einen Schwalm Beiestauben schoß. Es wurde sofortige Haussuchung gehalten und Riste der bereits am selbigen Tage verzehrten Tauben vorgesunden, ebenso eine fremde Taube mit Fußringen. Der Taubenbraten wird voraussichtlich dem Taubenschützen sehr, jeuer zu stehen kommen, denn der Schütze muß den Besitzer der Tauben entschädigen. Ferner ist mehrfach und wiederholt darüber Klage laut geworden, daß derartige Tauben vor den Schlägen der Brieftaubenliebhaber verscheucht werden. Auch bieses ist strafbar! Meistentells sind es schlecht erzozene Kinder, die sich ein Vergnügen daraus machen, mit Steinen hinter den Tieren her zu werfen.§ 858 des Bürgerlichen Gesetzbuches besagt, daß, wer den Besitzer ohne dessen Willen im Besitze stört, sich verbotener Eigenmacht schuldig macht. Trotz wiederholter Warnung an die Eltern wird den Liebhabern der Brieftaudenzucht lustig weiter Schaden zugesügt. Es liegt nur an dem Wollen dieser Liebhaber und eine Schadenersatzklage könnte auch in diesen Fällen eingeleitet werden. Uebrigens gibt§ 859 des B. G. B. demjenigen, der im Eigentumsbesitze ohne dessen Willen gestört wird, das Recht, sich dessen mit Gewalt zu erwehren und da braucht sich zuletzt derjenige nicht zu wundern, wenn er bei ertappter Tat den Buckel gebläut bekommt. Auch sollten die Herren Lehrer stets doch das Moralgefühl bei der Jugend wicken, wenn dieses in einigen Familienkreisen vernachlässigt ist, zum Wohle für die Allgemeinheit. * Sütersloh, 18. Juli.[Hafipflichtversicherung für Landwirte.) In Westfalen haben bekanntlich die Landwirtschaftskammer und der Westfällsche Bauernverein einen Versicherungsverein gegen Hastpflicht für Landwirte der Provinz Westfalen gegründet. Der Verein erhielt 1906 die staatliche Genehmigung, nachdem der Provinzialverband eine Bürgschaft von 150000 Mark übernommen hatte. Nach seinen vor einiger Zeit an das Landes=Ockonomie=Kollegium gesandten Berichten ist er In fortwährend günstiger Entwickelung begriffen, die ihren Hauptgrund mit darin finden soll, daß er sehr mäßige Prämien erhebt und trotzdem die Kurkosten bei Unfällen des Gefindes, soweit sie nach der Gefindeordnung und dem B. G. B. dem Arbeitgeber zur Last fallen, ersetzt. Der Verein, welcher seine Tätigkeit auf die Provinz Westfalen und die niedertheinischen Kreise Rees, Mühlheim a. d. Ruhr, Dutsburg und Essen ausdehnt, und nur Mitglieder des Westsälischen Bauernvereins oder eines der der Landwirtschaftskammer angeschlossenen landwirtschaftlichen Vereine zur Veisicherung aufnimmt, gewährt bis zur Höhvon 20000 Mk. für jede Person und 60000 Mk. füc des Ereignis Ersatz derjenigen Entschädlgungsbeträge, welche ein Versicherungsnehmer auf Grund gesetzlicher Hatpflichtbestimmungen zu zahlen verpflichtet ist. Vielsfeld, 18. Juli.[Denkmals#enthüllung.) Der Kaiser und die Kaiserin haben für den 29. August ihr Erscheinen in Bielefeld in Aussicht gestellt. Es soll dort an jenem Tage ein großes Denkmal Kaiser Wilhelme I. enthüllt werden, dessen Aufstellun, sitzt im wesentlichen beendet ist. Das Reiterbild erhebi sich neben dem neuen Rathause und ist mit dessen Archliektur harmonisch verbunden. Der Schöpfer, Architekt Baron v. Tettau=Berlin, hatte den Auftrag durch einen Wettbewerb erhalten; als Mitarbetter stand ihm Bildhauer Albrecht zur Seite. Das ganze Werk, dessen Marmorausführung nach einem Modell in halber Größe Cajal=Friedenau anvertraut war, ist aus einem neuen, wetterfesten grauen Material hergestellt, das bei Iseo unweit des Gardasees gebrochen wird und die Bezeichnung Bardigllo=Marmor führt. Auch in seiner eigenartigen Gestaltung weicht das Denkmal von den sonstigen Werken dieser Art ab: Das stufenlose, etwa 4 Meter hohe Pestament wird oben mit einem Lorbeerfries abgeschlossen und gehi völlig zusammen mit dem Reiter, den es trägt, in der Weise, daß die Huse des Rosses in den Block hineinwachsen und der Hermelin, der des Kaisers Gestalt umhüllt, in großen Linten einen Teil des Postaments bedeckt. Auch die Figur des Herrschers, der etwa in der Zeit der Reichsbegründung dargestellt ist, hat eine Höhe von vier Meiern. Seine Rechte trägt das Zepter, die Linke faßt die Zügel des Pferdes. Das Haupt des Heldenkaisers schmückt vergoldeter Lorbeer. Auf eine Inschrift hat der Künstler verzichtet. Das Werk ist architektonisch streng durchgeführt; der Reiter setzt sich als eine Art Fugenbau aus mehreren Teilen zusammen. Am gleichen Tage werden auch zwei Hermenbüsten Goethes und Schillers enthüllt, die nach Modellen von Rauch und Dannecker auch in Bardiglio=Marmor von Casal ausgeführt sind. Die Werke, gestiftet von einem Bürger Bielefelds, erhalten ihren Platz gegenüber dem Theater in nächster Nachbarschaft des Kaiser Wilhelm=Denkmals.— Die Stadtverordneten(mit Ausnahme der sozialdemokratischen Fraktion) bewilligten 8000 Mark zur Ausschmückung der Straßen und des Schillerplatzes aus Anlaß der Anwesenheit des Kaiserpaares am 29. August. Abbenbüren, 11. Juli.[Die verlorenen Passagiere.] Ein heiterer Zwischenfall ereignete sich gestern nachmittag auf der Teutoburger=Wald=Eisenbahn. Als nämlich der Nachmittagszug gegen 4 Uhr in die Station Brochterbeck einlief, machte man die Entdeckung, daß nur die erste Hälfte des Zügerl's eingetroffen sei. Flugs machte sich deshalb der Lokomotivführer auf die Suche nach den Ausreißern, die etwas unterhalb der Statin auf dem Geleise standen. Die Passagiere hatten die so schmählich auf der Strecke im Stich gelassenen Wagen verlassen und sich inzwischen zu Fuß nach Brochterbeck begeben. Der Unfall ist durch Zerreitzen einer Kuppelung entstanden. Portmund, 11. Juni.[Kirchliches.] Hier wurde gestern von etwa 200 geladenen Vertrauensmännern ein Märkischer Gauverband der rheinisch=westfälischen Vereinigun, der Freunde des kirchlichen Bekenntnisses ins Leben gerufen. Der Gauverband hat den Zwick, dem in der Mark entbrannten Kampfe der kirchlich Liberalen gegen das tirchliche Betenninis eine Abwehr entgegenzusetzen, indem er in den einzelnen Gemeinden der Mark durch Wort und Weiter ziehn die Nachtigallen, Wenn die Rosen sind verblüht, Und die Lieder, sie verhallen, Die erfreuten das Gumüt. Auch des Waldes bunter Reigen Klinget aus in tieses Schweigen Denn es ziehn die Nachtigallen, Wenn die Rosen sind verblüht. Und des Liedes Engel scheidet, Wenn die Liede Abschied nahm; Schweigend durch die Seele schreitet Dir das Unglück und der Gram; Nur Erinn'rung singt noch leise Ihre traurigeschöne Weise— Denn des Liedes Engel scheidet, Wenn die Liebe Abschied nahm. Fräulein Sturmwind. Roman aus der Gesellschaft von T. Tschürnau. (7. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Nadine schritt rasch weiter, blieb aber wie vom Donner gerührt stehen, als auf einmal eine bekannte Stimme neven ihr sagte: „Fräulein von Helldorf— ist es möglich? Sie hier und ganz allein?“ Wie eine ertappte Sünderin— verlegen, heißerrötend — stand Nadine vor dem eleganten Herrn im langen englischen Ueberzieher, der sie so virdutzt ansah, als könne er noch immer seinen Augen nicht trauen. Willy Ereling— das hatte noch eben zu allem Unheil gefehlt! Nadine würde in diesem Augenblick viel darum gegeben haben, wenn die Erde sich unter ihr ausgetan und sie verschlungen hätte. Natürlich hätte dieses Naturwunder sich etwas früher ereignen müssen, denn jetzt hatte es keinen Zw ck mehr. Jetzt hatte er sie gesehen und nun konnte die Katastrophe nicht ausbleiben:— die Mama erfuhr alles. Mit dem Bewußtsein dieses unabwendbaren Unglücke kam Nadine auch ihre Kaliblätigkeit zurück. „Ich hatte einige Besorgungen zu machen,“ sagte sie in einem Tone, als sei das, was sie ihm da eben berichtete, das allernatürlichste von der Welt. Und während sie neben ihm weiter ging, fuhr sie fort: „Natürlich beglellete mich Johann, aber er ist mir im Gedräng= abhanden gekommen und so bin ich jetzt auf mich allein angewiesen. Ich will die Straßenbahn benutzen. Da kommt eben eine. Beeilen wir uns!“ Herr von C eling hiell sie zurück. „Ich bilte Sie, gnädiges Feäulein, tun Sie es nicht,“ sagte er.„Ihre Frau Mutter würde es keinesfalls billigen, wenn Sie dis Abends allein auf der Elektrischen führen, und wenn ich auch natärlich nur allzuglücklich sein würde, Sie begleiten zu dürfen „Nein— danke,— die Mühe können Sie sich sparen,“ fuhr Nadine mehr offenherzig als höftlich dazwischen. „Ich würde auch nicht gewagt haben, es Ihnen anzubieten,— es scheint mir unpassend. Vielleicht erlauben Sie gütigst, daß ich Sie zu einer Droschke bringe.“ Mit verdrießlichem Gesicht gab Nadine ihre Zustimmung. „Gut denn,— eine Droschke,“ sagte sie und mit einer Ungebuld, die für ihren Begleiter nicht eben schmeichelhaft war, fügte sie hinzu:„Wenn wir nur bald eine fänden! Wissn möchte ich nur, wo alle Droschken stecken! Keine einzige ist zu sehen!“ „Well es gerade die Theaterstunde ist. Um diese Zeit sind die Droschken meist unterwegs. Ich hoffe aber, daß wir bald eine finden werden.“ Im stillen hoffte er freilich das Gegentell, aber er hütete sich wohl, das auszusprechen. „Ich freue mich, zu sehen, mein gyädiges Fräulein, daß Ihre Gesundheit weniger angegriffen ist, als ich nach dem Berichte Ihrer Frau Mutter annehmen mußle,“ sagte er mit einem Lächeln, für das Nadine ihm mit Vergnügen die Augen ausgekratzt hätte. Sie haßte den stattlichen Mann mit dem hübschen, nur etwas blasierten Gesicht in dieser Stunde, in der sie sich gewissermaßen in seiner Gewalt wußte, mehr, als sie ihn je vorher gehaßt hatte, und sie dachte gar nicht daran, ihm das zu verbergen. „Ihre Frau Mutter erzählte, daß Sie durch Unwehlsein gezwungen wären, das Zimmer zu hüten.“ setzte Herr von Creling inzwischen mit dem nämlichen empörenden Lächeln hinzu. Die Ausflucht, daß sie allerdings nicht wohl gewesen sei, daß sie aber gemeint habe, ein Spaziergang in frischer Luft werde ihr gut tun, lag für Nadine sehr nahe, aber es fiel ihr garnicht ein, zu diesem Auskunftsmittel zu greifen. Sie zog es vor, alle Brücken hinter sich abzubrechen. „Ich bin gesund wie ein Fisch im Wasser," sagte sie mit einem trotzigen Blick auf ihren unerwünschten Nachbar, „Mama hat die Rotlüge gebraucht, um mein Ausblelben zu entschuldigen. Ich hatte nämlich keine Lust, mitzukommen!“ „Will Sie mir auswelchen wollten?“ Nadine zögerte einen Moment mit der Antwort. Der strenge Befehl ihrer Mutter fiel ihr ein: Höfllich sollte sie Herrn von Creling behandeln, ihm allerhöchstens auf seine Weise bemerklich machen, daß seine Bewerdung aussichislos sei Wie sollte sie das ansangen? Sie hatte keine Idee davon. Am liebsten hätte sie ihm gesagt: „Ich kann Sie nun eimal auf den Tod nicht ausstehen Bitte, lassen Sie mich in Frieden!“ Das ging aber nicht an; so sagte sie denn ausweichend: „Ich verabscheue Schmeicheleien und Sie überhäufen mich damit, wenn wir zusammen sind. Da dürfen Sie sich denn nicht wundern, wenn ich Ihnen so viel als möglich aus dem Wege gehe.: Ich habe nun einmal die Aversion—“ „Gegen Sie!“ hätte sie der Wahrheit gemäß hinzufülgen müssen, aber das verschluckte sie noch im letzten Augendlick. Die Antwort des eleganten Willy erhöhte noch ihre Ungeduld. „Ich habe nie die Adsicht gehabt, Ihnen Schmeichele#en zu sagen," versicherte er.„Ich habe nur meine aufrichtigen Empfindungen ausgesprochen.“ „Dann hälten Sie dieselben lieber für sich behalten sollen!“ „Da ich Sie aber so sehr bewundere—“ „Das mögen Sie halten, wie es Ihnen beliebt, nur müssen Sie es mir nicht immer sagen. Das ist gar zu langweilig. Ach,“— der Ton ihrer Stimme verriet innerliche Schrift Aufklärung geben und die Liebe zum Bekenntnis der Kirche fördern will. Als Hauptredner traten Superintendent D. Nelle in Hamm und der Leiter des Studtenhauses, Lic. theol. Meyer, in Bonn auf. 18. Juli.[Nachkläng= zur DynamitKatastrophe von Annen.] Die Staatsanwaltschaft in Bochum erhob Klage auf Grund der Ergebnisse der Voruntersuchung gegen die Leiter und Besitzer der zerstörten Roburitfabrik in Annen, und zwar wegen fahrlässiger Tötung und fortgesetzten Vergehens gegen die Bestimmungen über Sprengstoffabrikation. Der Strafprozeß, dissen Dauer auf mehre Wochen berechnet wird, kommt im Herbst zur Verhandlung. Essen, 12. Juli.(Bergmannslos.] Gestern früh verunglückte auf der Zeche Eintracht Tiefbau der Anschläger K. M. aus Horst, indem er von der fünften Sohle aus 90 Meter tief in den Schacht stürzte. Er wurde total verstümmelt als Leiche ans Tageslicht befördert. Der Unfall soll nach der Rh. W. Zig. dadurch entstanden sein, daß der Förderkorb zu früh aufgezogen wurde und M. durch Ausgleiten abstürzte. Krefeld, 12. Juli.[Vor der hiesigen Strafkammer] hatte sich der Fabrikant Wilhelm J. aus Uerdingen zu verantworten, dem drei strafbare Handlungen zur Last gelegt wurden. Er halte einen Arbeiter nicht zur Krankenkasse angemeldet und ihm eine Zeit lang wöchentlich 40 Pfg. abgehalten, ohne diese Beträge zu Versicherungszwecken, für die sie bestimmt waren, zu verwenden. Die dritte Straftat bestand in der Verwendung von bereits entwerteten Versicherungsmarken. Die unterlassene Verwendung der Beträge für Versicherungszwecke konnte als eine Nachlässigkeit aufgesaßt werden, weshalb er von dieser Anklage freigesprochen wurde. Im übrigen wurde er unter Annahme Erleichterung,—„da drüben an der Ecke steht eine Droschke Endlich! Gott sei Dank! Gute Nacht, Herr von Ereling.“ Aber er blieb dennoch neben ihr. „Das Fahren lohnt sich nicht mehr,“ sagle er,„wir sind schon an der Parkstraße!“ „Das schadet nichts!“ Und Nadine hastete nur um so schneller vorwärts. „Sie haben kaum noch drei Straßenviertel bis zu Ihrer Wohnung!“ Keine Antwort. „Uebrigens ist das gar keine Droschke, sendern ein Privatwagen, das Coupee eines Arztes wahrscheinlich. Sie sehen, das Schicksal will mir noch einige Minuten des Glücks gönnen!“ Nadine fand sich in ihr Schicksal, aber sie war entschlossen, daß er nicht viel Vergnügen von diesen gewonnenen Minuten haben solle. Stumm und hochmütig ging sie neben ihm her.(Fortsetzung folgt.) von mildernden Umständen zu einer Geldstrafe von 160 Mark verurteilt. 12. Juni.[Ueberfahren.] Ein mit Kühen bespanntes Fuhrwerk scheute und überrannte in dem Saardorf Rappweiler einen Kinderwagen. Ein Kind ist lot, ein zweites und das Kindermädchen wurden schwer verletzt. Vermischtes. * Berlin, 18. Juli. Die Landesversicherungsanstalt Berlin eröffnet am 1. Januar nächsten Jahres eine eigene Zahnklinik, in der die Herstellung künstlicher Gebisse für die Berliner Arbeiterschaft bewirkt werden soll. Die Aufwendungen der Versicherungsanstalt für diesen Zweck laufen sich auf über 100000 Mark jährlich. Für die Erhaltung der Erwerbsfählgkeit und die Verhütung vorzeitiger Dienstunbrauchbarkeit ist diese Maßnahme der Versicherungsanstalt von größter Bedeutung. * Metz, 12. Juli. Bei einer hier abgehaltenen Kavallerie=Sprengübung wurden durch zu weit geschleuderte Sprengteile ein Offizier vom Dragoner=Reglment Nr. 18 und ein Unterosfizier vom Plonier=Batallion Nr. 16 schwer, aber nicht lebensgefährlich, ferner ein Dragoner des genannten Regiments recht bedenklich verletzt und zwar sämtlich an den unteren Gliedmaßen. Ob es sich um einen unberechenbaren Zufall handelt, oder ob die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln nicht ausreichende Beachtung gefunden haben, kann erst die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben. * Mutterstadt, 12. Juli. Als der Bäckermeister Kreiselmeler sein Kind strafen wollte, wurde er von seinem eigenen Hunde, dem Spielgenossen des Kindes angefallen und so arg zugerichtet, daß er schwer krank darniederliegt. * Bensberg, 12. Juli. An Vergistungserscheinungen erkrankt sind hier etwa 50 Personen, welche von ein und derselben Konditorei Waren genossen hatten. Eine Witwe ist bereits gestorben. Die Obduktion der Leiche ist angeordnet. * Dreden, 12. Juli. Die Stadtverordneten bewilligten für die im Jahre 1909 stattfindende Photographische Ausstellung 40000 Mk. und für die Hygienische Ausstellung 1910 300000 Mk. * Straßburg, 12. Juli. Nach Unterschlagung von Dienstgeldern hat sich der Wachtmeister Krämer vom Feldartillerieregiment in St. Avold mittels Revolvers auf dem Schießplatz in Hagenau erschossen. * Mänchen, 12. Juli. Im Forstenrieder Park geriet heute vormittag ein Wildschwein unter das Automobil einer Sanitätskolonne. Das Automobil kam von der Straße ab, stürzte um, explodierte und verbrannte vollständig. Der Chauff ur wurde schwer verletzt. 2 Sanltätsleute leicht. * Toulouse, 12. Juli. In dem zwischen Toulouse und Bayonne verkehrenden Schnellzuge wurde gestern in einem Abtell dritter Klasse ein junger sapanischer Beramann während des Schlafes durch einen Mitreisenden erdolcht. Der unbekannte Mörder sprang aus dem Zuge und entkam. Es ist bisher nicht gelungen, den Beweggrund zu dieser Tal festzustellen. * Petersburg, 12. Juli. Von den Räubern, die am 12. Juni einen Ueberfall in einem Leihhaus im Petersburger Stadtteil verübt hatten, sind drei gehenkt worden. Die Hinrichtung eines vierten wurde verschoben, da seine Mutter sein Alibi nachweisen will. Standesamts=Nachrichten für die Zeit vom 6. Juli bis 12. Juli 1907. Stadt Gütersloh. Geburten: Söhne: Kaufmann Franz Zumbansen. Töchter: Nachtschutzmann Heinrich Giljohann. Weber Gerbard Dickfeld. Auf gebote: Seminarlehrer Friedrich Dudt hier und Alma Junge in Ahlhausen. Ster befälle: Ehefrau Wilhelmine Dorothea Friederike Retzlaw geb. Harbaum, 26 Jahre alt. Fuhrknecht Heinrich Gustao Fabrieius aus Enger, 25 Jahre 4 Monate alt. Witwe Katharine Luise Fülling geb. Kornfeld, 76 Jahre 10 Monate alt. Amt Eheschließung: Weber Gottlieb Limberg mit Luise Stockhecke, beide zu Sundern. Sterbefälle: Zugführer a. D. Wilhelm Neu zu Pavenstädt, 72 Jahre 2 Monate alt. Kolon Ludwig Fislake gnt. Krümpelmann zu Blankenhagen, 74 Jahre 10 Monate alt. Ratharina Benjakob zu Pavenstädt, 16 Jahre 6 Monate alt. Märkte. 16. Juli. Gütersloh: Vieh= und Pferdemarkt. „ Heepen, Beckum: Kram= und Biehmarkt. „ Paberborn: Schaf= und Hammelmarkt. „ Lübbecke, Münster: Viehmarkt. 17. Juli. Neuenkirchen, Petershagen: Kram= und Viehmarkt. „ Warendorf, Stadthagen, Osnabrück: Blehmarkt. 18. Juli. Halle, Bückeburg: Biehmarkt. „ Lippstadt: Kram= und Biehmarkt. Gute gesunde Kost ist unerläßliche Vorbedingung, wenn Badeund Erholungsreisen„anschlagen“ sollen. Besonderes Gewicht ist dabei auf den Wohlgeschmack zu legen. Wo dieser zu wünschen übrig läßt, hilft überraschend ein kleiner Zusatz der altbewährten MaggiWärze. Sie fördert zugleich Appetit und Verdauung, ohne zu reizen, wie die ärztliche Wissenschaft wiederholt nachgewiesen hat. Auch die Maggischen Bouillon=Kaspeln sind zur Mitnahme auf die Sommerreise sehr zu empfehlen. Handlich und leicht, sowie steis gebrauchsfertig, ermöglichen sie allerorts eine bekömmliche Kost, die geeignet ist, die Wirkungen der Heilfaktoren des Bades oder der Sommerfrische (Wasser, Lust und Licht) wesentlich zu unterstützen. Zahnziehen Künstl. ZahnErsatz, auch ohne Gaumenplatte, Plombieren usw. billigst. Kassenmitglieder werden von mir auch behandelt. G. Schemmel, Zahntechniker, Gütersloh, Baumstr. 823. Gegündet 1886. * Fr. Schrewe Gütersloh, Bleisfelder Chaussee Spezial-Betten-Geschäft. Grosses Lager echteiner, schr sorgfällig gereinloter Bettfedern u. Daunen, a. Bettsatin, Daunenköper und Barchend in allen Breiten und Preislagen. Reiche Auswahl in Bett-Damast,-Kattune und Möbel. Vorzügliche Bezugsquelle für Bett-, Tisch- u. Leibwäsche. Lieferung fertiger Betten Fabriklager In Gütersloher Nessel, Hemdentuch u. Halbleinen. Sorgältige Reinigung alter Bettledern geschicht auf vorberige Armeldong. 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