Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 76 Druck und Verlarr und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Zum bevorstehenden Quartalsmechse! laden wir hiermit freundlichst ein zum Abonnement auf die Gütersloher Dieselbe sollte von jedem gelesen werden, der über die Vorgänge in Stadt und Amt Gütersoh sowie der näheren Umgebung unterrichtet sein will. Wie diesen so schenkt die Gütersloher Zeitung“ auch allen wichtigen Vorkommnissen im Inund Auslande gebührende Aufmerksamkeit.— Anzeigen jeder Art finden durch die „Neue Güterrloher in der auch die amtlichen Bekanntmachungen der Behörden veröffentlicht werden, weiteste Verbreitung. Bestellungen auf die„Neue Gütersloher Zeitung“ nehmen jederzeit sämtliche Postanstalten, Landbriefträger, unsere Boten und die Geschäftsstelle dieser Zeitung, Schulstraße 788, entgegen. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die den Anfang des neuen Romaus enthaltenden Nummern kostenlos zugestellt. Bezugspreis einschließlich der achtseitigen reich illustrierten „Neuen Lesehall=“ vierteljährlich 1 Mk. 20 PfgUm Empfehlung der„Neuen Gütersloher Zeitung" in Freundes= und Bekanntenkreisen werden unsere Leser freundlichst gebeten. Redaktion und Verlag der neuer Sütersloher Zeitung. Vom Caze Infolge des Revirements in den oberen Regierungsstellen sind weitere Personalveränderungen erfolgt. Der Oberpräsident von Hessen=Nassau von Windheim ist als Nachfolger des zum Minister des Innern ernannten Herrn von Moltke zum Oberpräsidenten von Ostpreußen, Unterstaatssekretär im preußischen Staatsministerium Hengstenberg zum Oberpräsidenten von Hefsen=Nassau und der Vortragende Rat im Staatsministerium Geh. Rat Dr. von Günther zum Unterstaatssekretär im Staatsministerium ernannt worden. Zum Nachfolger des neuen Donnerstag, den 27. Juni 1907 Kultusministers Dr. Holle als Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten und Leiter der Wasserbauabteilung soll der jetzige Regierungspräsident von Arnsberg Dr. Frhr. v. Coels von der Brügghen bereits ernannt worden sein, nachdem vorher auch der Regierungspräsident in Düsseldorf Schreiber genannt worden war. Zum Vizepräsidenten des preußischen Staatsministeriums ist Herr von Bethmann=Hollweg ernannt worden und nicht Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben, der als Minister am längsten im Amte ist. An diese Tatsache sind allerlei Kombinationen geknüpft worden; man hat daraus auf eine Uebergehung und in weiterer Konsequenz auf eine baldige Verabschiedung des Ministers Frhrn. v. Rheinbaben schließen wollen, wobei natürlich der Wunsch der Vater des Gedankens war. Mit Recht weisen die„Kölnische Zeitung“ und die„Kreuzzeilung" demgegenüber darauf hin, daß die Besetzung des Vizepräsidiums des Staatsministeriums nicht nach Anciennetätsgrundsätzen, sondern nach politischen Erwägungen erfolgte, von einer Zurücksetzung des Frhrn. von Rheinbaben also keine Rede sein könne. Die„Kreuzzeitung“ sagt:„Im vorliegenden Falle wäre, da die Kombination Flnanzminister— Vizepräsident dem Plane einer Verbindung des Vizepräsidiums mit dem maßgebenden Reichsamte nicht entsprach, die Trennung des Finanz= ministers von seinem jetzigen Ressort die Vorbedingung für seine Heranziehung gewesen. Die Schwierigkeiten einer Neubesetzung dieses gerade unter den heutigen Verhältnissen besonders wichtigen und von Frhen. von Rheinbaben in trefflicher Weise ausgefüllten Amtes scheinen uns eine ganz ungezwungene Erklärung dafür zu bieten, weshalb die Wahl nicht auf ihn gefallen ist.“ Die Erörterungen über„Posadomskys Sturz“ spinnen sich weiter. Wir halten es für völlig unangebracht, jedesmal von einem„Sture“ zu sprechen, wenn ein Minister seinen Abschied nimmt, sei es, weil er amtsmüde ist, sei es, weil er glaubt, der ihm vom Monarchen gegebenen politischen Direktive seiner Ueberzeugung nach nicht folgen zu können, sei es, weil er sich nicht mehr im Einverständnis mit seinen Kollegen in der Regierung weiß. Das ist eine Unsitle, mit der gebrochen werden sollte. Das führende Zentrumsblatt, die„Germanio" behauptet„rein persönliche Gründe dis Reichskanzlere" hätten den Grafen Posadowsky „gestürzt“, in demselben Alem föhrt das Blatt aber unter Berufung auf„gut unterrichtete Kreise“ an, Graf Posadowsky sei„über seine Zentrumsfreundlichkeit“ gestürzt. Das wäre doch aber kein„rein persönlicher“, sondern ein politischer Grund. Der Rücktritt des Grafen Posadowsky von seinem Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Posten als Staatssekretär des Innern wird, wie wir schon hervorgehoben, allgemein lebhaft bedauert. Auch von denen, die nicht immer und in allen Punkten mit ihm übereinstimmten. Wie meist in solchen Fällen drängen sich dem scheidenden Staatsmann jetzt Leute als Freunde und Verteidiger auf, bei denen er, solange er amtlich tätig war, nicht nur keine Unterstützung fand, sondern sogar auf heftigen Widerstand stieß. Graf Posadowsky will übrigens, wie übereinstimmend versichert wird, kein öffentliches Amt mehr annehmen. Sein Vorgänger im Amt, Herr von Bötticher, übernahm bekanntlich nach seinem Rücktritt von der Leitung des Staatssekretariats des Innern das Oberpräsidium der Provinz Sachsen. Graf Posadowsky will sich ins Privatleben zurückziehen, seinen Wohnsitz nach Naumburg a. d. Saale verlegen und während der nächsten Jahre größere sozialpolitische Studienreisen machen. Da ein Mann wie Graf Posadowsky solche Studien nicht als bloßen Sport betreibt, sondern als bewußte Mitarbeit an den Kulturfortschritten der Menschheit, so wird seine gewaltige Arbeitskraft dem deutschen Volke nicht verloren sein, auch wenn er kein offizielles Amt mehr bekleidet. Politische Aebersiczt. Peutsches Reich. Beim Besuch der sapanischen Kreuzer im Kieler Hafen richtete der Kaiser an die japanischen Offiziere folgende Worte:„Meine Herren! Ich heiße Sie und Ihre Schiffe in meinem Namen wie im Namen meiner Flotte und meines Landes in diesem Hafen herzlich willkommen. Ich weiß die gütige Absicht seiner Majestät des Kaisers von Japan bei der Entsendung dieses Geschwaders nach Kiel in hohem Maße zu würdigen. Ich beglückwünsche Sie zu dem Aussehen Ihrer Schiffe und Ihrer vortrefflichen Mannschaften, und ich vertraue und hoffe, daß die sopanische und die deutsche Flotte stets als gute Freunde und Kameraden zusammen wirken mögen, sowie daß ihre Flaggen stets Seite an Seite wehen mögen zur Erhaltung von Frieden und Ordnung in der Welt.“ Fürst Bülow empfing gestern den aus Königsberg in Berlin eingetroffenen Minister des Innern von Moltke. Am Dienstag sah der Reichskanzler den Flnanzminister v. Rheinbaben sowie den Staatssekretär des Innern v. BethmannHollweg und den neuen Kultusminister Holle bei sich. Der Reichsanzeiger veröffentlicht amtlich, daß der Kaiser dim Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Grafen von Posadowsky=Wehner die nachgesuchte Dienstentlassung erteilt und denselben von der allgemeinen Stellvertretung des Reichskanzlers entbunden und Fräulein Sturmwind. Reman aus der Gesellschaft von 2. Tschürnau. (Anfang.)—(Nachdruck verboten.) Frau von Helldorf war nach dem Tode ihres Gatten nicht mittellos. Sie besaß ein Barvermögen von etwa hunderttausend Mark und ihre nicht unbedeutende Pension als Witwe eines Brigadegenerals. Immerhin genügte ihr Einkommen nicht zu einem standesgemäßen Auftreten in den Gesellschaftskreisen, in denen sie bisher mit ihren Töchtern verkehrt hatte. Sie verließ deshalb mit ihrer Familie die Residenz und siedelte nach einer Provinzialstadt über, die wegen ihrer schönen Lage und ihrer billigen Lebensmittel das Eldorado pensionierter Generäl= und Geheimräte war. Eine kleine, an der Promenade gelegene Villa war eben billig zu vermieten. Der Besitzer war gestorben und die Erben wünschten, das Haus, das nach Bestimmung des Erblassers nicht verkauft werden durfte, in guten Händen zu sehen. Der Abschluß des Kontrakts stieß mithin nach beiden Seiten auf keine Schwierigkeiten. Seit acht Jahren bewohnte Frau von Helldorf schon mit ihren drei Töchtern die Villa, zu der ein nicht großer, aber baumreicher und gut gepflegter Garten gehörte. Das Haus, welches nur ein Stockwerk halte, machte mit seiner Doppelreihe hoher Fenster und dem breiten Mittelbalkon einen vornehmen Eindruck und vornehm war auch der Stil des ganzen Haushalts. In den weiten, hohen Räumen nahmen sich die zwar nicht modernen, aber sehr gediegenen Möbel gut aus, und der Reichtum an kostbaren Teppichen, Decken und Vorhängen tat das seine dazu, den feudalen Eindruck des ganzen zu erhöhen. Ueberull lagen und standen in den Zimmern zahlreiche Kunftgegenstände, Mappen mit wertvollen Kopien und Skizzen, zierliche Statuetten, Majolikas, Vasen und Schalen aller Art. Gute Bilder hingen an den Wänden, Blumen blühten in der Nähe der Fenster, Palmen und Blattpflanzen waren zu reizenden Gruppen zusammengestellt, Vögel zwitscherten in einer blitzblanken Voliere und alles almete jene vornehme Behaglichkett, die einem schönen Hauswesen erst die rechte Weihe gibt. Auch ein Diener fehlte in diesem vornehmen Haushalt nicht. Der alte Johann war schon vor Herrn von Helldorf's Verheiratung bei diesem als Bursche gewesen und nach und nach unentbehrliches Faktotum geworden. Er folgte der Familie in die neue Heimat und übernahm außer seinen eigentlichen Funktionen auch noch die des Haushälters und Gärtners. Außerdem war noch eine Köchin da und ein Hausmädchen, das im zierlichen Hamburger Häubchen und mit blütenweiser Schürze zugleich auch Kammerjungferdienste zu verrichten hatte. Die kleinbürgerlichen Familien von G. vermieteten ihre Töchter gern in das Hilldors'sche Haus, obwohl den jungen Mädchen dort für wenig Lohn eine große Arbeitslast aufgebürdet wurde. Jedenfalls lernten sie viel dabei, aber wenn sie genug gelernt hatten, gingen sie gewöhnlich fort, um ihre Kenntnisse anderweitig bisser zu verwerten. Frau von Hilldorf und ihre Töchter gehörten zu den tonangebenden Damen der Stadt; sie verkehrten nur in vornehmsten Zirkeln, machten zahllose Bälle und Gesellschaften mit und gaben selbst wiederholt während des Winters kleine Feste, die sich durch ihren vornehmen Stil und die Gediegenheit des Gebotenen vor vielen anderen auszeichneten. Wie die Helldorss derartiges ermöglichten, verstand man nicht und viele meinten, es müsse doch bedeutend mehr Vermögen da sein, als man bisher geglaubt hatte. Dem war aber nicht so. Frau von Helldorf verstand es nur ausgezeichnet, mit geringen Mitteln viel auszurichten und ihrem Haushalt den Anschein einer Wohlhabenheit zu geben, die in Wirklichkeit garnicht vorhanden war. Daß dieser glänzende äußere Schein durch manche heimliche Entbehrung erkauft werden mußte, läßt sich denken; jedes der kleinen Feste ließ eine tiefe Ebbe in der Haushaltungskasse zurück, die dann durch peinlichste Sparsamkeit wieder ausgeglichen werden mußte. Frau von Helldorf und ihre beiden älteren Töchter ertrugen das mit stoischem Gleichmut; sie würden noch ganz andere Opfer gebracht haben, wo es sich um ih scharf ausgeprägtes Standesbewußtsein handelte. „Nur nicht herabsteigen!“ Dieser Grundsatz war bei ihnen förmlich zur fixen Idee geworden. Margarete, die älteste der Helldors'schen Töchter war jetzt schon achtundzwanzig Jahre alt; sie fing bereits an zu verblühen und ihr Gesicht bekam einen verkniffenen, altjüngferlichen Zug, der sie wis leidete: Trotz ihrer Rehnlichkeit mit der einst so schönen Mutter war sie nie ein besonders hübsches Mädchen gewesen und ihr stark ausgeprägtes Selbstbewußtsein, ihr Hochmut und die scharfe Art, mit der sie über die Schwüchen anderer Leute aburteilte, machten ihr viele Feinde. So kam es denn, daß sie noch nie begehrt worden war. Seit einiger Zeit hatte sie sich der Schriftstellerei zugewandt und es störte sie durchaus nicht, daß ihre Manuskripte ihr in den meisten Fällen mit bestem Dank zurückgesandt wurden. Einige kleinere Sachen wurden von Frauenund Modeblättern akzeptiert; das gab ihr Mut und sie zweifelte nicht, daß sie einst zu den ersten Größen auf belletristischem Gebiete gehören werde. Man mußte nur Geduld haben. Die hatte sie denn auch. Ihr Schreibtisch, den niemand außer ihr selbst birühren durfte, lag steis voll eng beschriebener Zettel und Konzeptbogen, und der Papierkorb neben dem Lutherstuhl füllte sich im Laufe der Woche bis zum Rande mit zerknüllten Popieren. Boshafte Zungen behaupteten, daß Fräulein Margarete von Helldorf das winierliche Heizmaterial für ihre Zimmer einzig und allein durch wertlos gewordene Manuskripte bestreite. Annemarse, die zweite der Schwestern, war das verjängte Ebenbild ihrer Mutter. Ihre hohe, schlanke Gestalt, das edelgeschnittene Gesicht, die großen, stolzblickenden grauen Augen, die lichtblonde Haarkrone und der überaus zarte Teint machten sie zu einer sehr anziehenden Erscheinung. Sie war vierundzwanzig Jahre alt und seit drei Jahrn den Staatsminister Dr. von Bethmann=Hollweg zum Staatssekretär des Innern ernannt hat.— Der Staatsanzeiger publiziert, daß dem Staatsminister Dr. Grafen von Posadowsky=Wehner und dem Staatsminister und Minister der geistlichen, Unterrichts= und Medizinalangelegenheiten Dr. von Studt unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers die nachgesuchte Dienstentlassung erteilt und letzterer zugleich aus besonderem Allerhöchsten Vertrauen auf Lebenszeil in das Herrenhaus berufen, ferner daß der Staatsminister Dr. v. BethmannHollweg unter Entbindung von der Verwaltung des Ministeriums des Janern zum Vizepräsidenten des Staatsministeriums, der bisherige Oberpräsident der Provinz Ostpreußen von Moltke zum Staatsminister und Minister des Innern und der bloherige Unterstaalssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Dr. Holle zum Staatsminister und Minister der geistlichen, Unterrichtsund Medizinalangelegenheiten ernannt und dem Staatsund Iinanzminister Freiherrn v. Rheinhaben der Orden vom Schwarzen Adler verliehen worden ist. Der bisherige Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Graf von Posadowsky=Wehner verabschiedete sich Mittwoch früh mit einer Ansprache von den Beamten seines Ressorts. Namens der Beamten widmete ihm der Unterstaatssekretär herzliche Abschiedsworte. Kurz nachher übernahm in gleicher Weise der zum Staatssekretär des Innern ernannte Staatsminster Dr. von BethmannHollweg die Amtsgeschäfte des Reichsamts des Innern und ließ sich die Beamten des Ressorts vorstellen. Der Chef des Admiralstabs der Marine Admiral Büchsel wird im Herbst von seinem Posten zuräcktreten und, wie verlautet, durch Vlzeadmiral Graf Baudissin ersetzt werden. Graf Ballestrem erhielt zu seinem fünszigjährigen Offiziersjublläum folgendes Telegramm vom Kaiser: „Ich freue mich herzlich, Ihnen meine Glückwünsche am heutigen Tage auszusprechen, an welchem Sie seit 50 Jahren die Uniform meiner Leibkürassiere tragen. In diesem gewichtigen Zeitabschnitt haben Sie in Krieg und Frieden, im Sattel und auf dem Präsidentenstuhl des deutschen Reichstages Ihre hervorragenden Gaben energisch für das engere und weitere Vaterland eingesetzt. Dafür danke ich Ihnen herzlich und hoffe, daß Sie noch lange den Ihrigen, dem Regiment und Ihrem Könige erhalten bleiben.“ Das preußische Staatsministerlum hielt gestern unter Vorsitz seines Präsidenten, des Fürsten Bülow, eine Sitzung ab, in der die Einführung des neuen Kultusministers Holle erfolgt sein dürfte. Die angekündigte Teilung des Reichsamts des Innern und Schaffung eines besonderen Reichsarbeitsamts wird von einer Berliner Korrespondenz bestätigt; hinzugefügt wird, daß Geh. Rat Dr. Paasche oder Freiherr von Gamp für die Leitung ausersehen sein soll. Nach Meldung schlesischer Blätter hat die königliche Regierung in Oppeln im Auftrage des Kultusministers 28 Volksschullehrer des Regierungsbezirks durch Geldstrafen und Eatziehung ihrer Deputate gemaßregelt. Die Maßregelungen erfolgten, weil die Lehrer Artikel gegen den Bremserlaß in die linksstehende Presse gebracht hatten. Gleichzeitig verbot ihnen die Regierung jede weitere Bedienung der Presse. Oesterreich- Ungarn. Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde vorgestern die Präsidentenwahl vorgenommen. Es wurden im ganzen 480 Stimmzettel abgegeben, darunter waren 24 leer und drei ungültig. Von den gültigen Stimmen entfielen auf Weißkirchner(Christlichsozial) 851 Stimmen, Pernerstorfer(Soz.) erhielt 101, Susterfie(Slowene) 1 Stimme. Weißklrchner ist somlt gewählt, er nahm auch die Wahl dankend an und richtete dabei eine Ansprache an das Haus, in der er hervorhob, alle Völker der Monarchie knüpsten an das erste wirkliche österreichische Volkshaus die größten Hoffnungen und erwarteten von ihm positive soziale Reformen. Erst durch Erfüllung dieser Hoffnungen werde die Wahlreform die Weihe des Erfolges erhalten. Der Präsident appelliert an die Arbeitswilligkeit des Hauses, an der er nicht zweifle; dann werde die Arbeitsfähigkeit nicht mangeln. Unter voller Wahrung der persönlichen Ueberzeugung werde Redner fortan völlig frei und unbefangen in vollster Objektivität seines Amtes walten. Seine Treue und und Zugehörigkeit zum deutschen Volke werde ihn nicht hindern, Gerechtigkeit gegenüber anderen Nationen zu üben. Für die Leitung mit einem Affessor verlobt, der nur auf seine Ernennung zum Regierungsrat wartete, um sie heiraten zu können. Nadine, die Jüngste des Hauses, zählte siebenzehn Jahre und war erst vor drei Monaten heimgekommen aus einer Pension, in die man sie gesteckt hatte, um sie zu ändern und zu bessern. Um den Pensionsaufenthalt zu ermöglichen, hatte Frau von Helldorf eins ihrer wirtvollsten Schmuckstücke verkauft. Das Opfer war groß und noch deru erwies es sich als ganz vergeblich. Fräulein Nadine von Helldorf kam heim, grazlös, reizend, mit einer Unmenge von konsusem Wissen in ihrem hübschen Kribbelkopf, aber im übrigen ganz unverändert, das heißt, als die nämliche wilde Hummel, als die sie fortgegangen war. Sie rafte nach wie vor die Treppen auf und ab, riß die Türen auf, als ob ein ganzes Heer böser Geister hinter ihr dreinkäme; sie sang, trällerte, stellte das Haus auf den Kopf, machte sich lustig über alle Leute, die ihr komisch vorkamen und zeigte ihre Zu= und Abneigungen mit einer Unverfrorenheit, die ihre Mutter in einem Zustande fortwährender nervöser Spannung hielt. Der Gedanke:„Was wird sie jetzt zunächst wieder tun?“— ließ dieser geplagten Frau von früh bis spät keine Ruhe.(Fortsetzung folgt.) und Führung der Geschäfte bittet Redner um Nachsicht, bei der Varteidigung des Ansehens des Hauses um volle rückhaltlose Unterstätzung. Redner schließt mit der Hoffnung, daß durch ein genninsames Zusammenwirken das Haus gewissenhafte und gedeihliche Arbeit für das Volk leisten werde.— Sodann wurden zum ersten Vizepcäsidenten Zacek(Tscheche) mit 329 Stimmen und Starczynsk!(Pole) mit 270 Stimmen zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Im Dezember nächsten Jahres feiert Kaiser Franz Joseph den Tag, an dem er vor 60 Jahren die Regierung der österreichisch=ungarischen Monacchie übernemmen hat. Die Frage, in welcher Art der Gedenklag am wärdigsten begangen werden könnte, beschäftigt die weitesten Kreise. So haben bereits einzelne öffentliche Körperschaften, beschlossen, die Erinnerung an den 2. Dezember 1908 durch Werke der Menschenliebe für alle kommenden Zeiten festzuhalten, und auch von anderen Seiten werden Vorbereitungen getroffen, diesen Tog durch Schaffung gemeinnätziger und wohltätiger Einrichtungen zu feiern. Die Wiener Abendpost ist zu der Mitteilung ermächtigt, daß seine Mojestät mit hohem Wohlgefallen von diesen Absichten Kenninie genommen haben und es als das schönste Unterpfand treuer Anhänglichkeit ansehen würden, wenn die freudige Tellnahme der Bevölkerung bei dem bevorstehenden Erinnerungstage ebenso wie in früheren Fällen vornehmlich in Akten werktätiger Menschenliebe ihren Ausdruck sände. Insbesondere entspräche es dem Allerhöchsten Wunsche, daß von größeren festlichen Veranstaltungen Abstand genommen wird, damit die aus diesem Anlaß bewilligten Mittel möglichst unverkürzt der Allgemeinheit zugute kommen und den Bedürftigen voll erhalten bleiben. Frankreich. Einige hundert von den Meuterern des 17. Infanterie=Regiments sind an Bord zweier Panzerschiffe nach Tunis eingeschlfft worden. Die Vorgänge belm 17. Infanterie=Regiment in Agbe und bei anderen Truppentellen haben bei der französtschen Regierung und bei der Mehrhitt der Deputterlenkammer Bedenken über die Zweckmäßigkeit der sofortigen Verabschiedung des Gesetzentwurfs beir, die Abschaffung der Kriegsgerichte entstehen lassen, die denn auch zur Vertagung der Beratung des Entwurss geführt haben. Der Deputierte Ribot sprach in der Kammer die Ansicht aus, daß der jetzige Zeitpunkt für die Beratung der Vorlage ungelegen sei. Der Ministerzräsident schloß sich dieser Ansicht an, indem er folgende Ausführungen machte: Es haben sich mehr oder winiger bekannte Vorkommnisse ereiquet, die uns bezüglich der Dieziplin des Heeres Besorgnisse eingeflößt haben. Das ist, unumwunden gesagt, ein Gegenstand der Angst für allguten Franzosen; denn wenn die Dioziplin im Heere nachäßt, dann ist es um Frankreich geschehen. Die Vorlage würde in keiner Weise die Disziplin mindern, wir fühlen uns aber nicht im Besitz der nötigen Unbefangenheit, um die Vorlage zu beraten. Wir hätten auch nicht Zeit genug, die Beratung vor den Ferien zu Ende zu fähren. Diejenigen, die Feinde unnätziger Kundgebungen sind, werden mit uns für die Vertagung der Beratung bis zum Wiederzusammentritt des Parlaments sein. Marcellin Albert, der Führer des Winzeraufstandes, hat sich dem Gerichte gestellt. Da es ihm nicht gelungen ist, eine Versöhnung zwischen der französischen Regierung und den Winzern herbeizuführen, hat die Reglerung sich an einen Depulierten der Gironde, Cazeaux=Cazalet, gewandt, der den Auftrag annahm, im Süden zu vermitteln. Marcellin Albert scheint infolge seines vermittelnden Eingreifens die Sympathie der Winzer verscherzt zu haben. Er wurde in einer Versammlung von Delegierten des Winzerschutzkomitees in Argelliers heftig angegriffen und aufgefordert, sich binnen 48 Stunden dem Gericht zu stellen. Aus Tiflis kommt die Nachricht von einem gestern erfolgten Bombenattentat im Zentrum der Staht. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Attentat mit einem räuberischen Ueberfall im Zusammenhang steht, der gestern früh auf einen von 5 Kosaken und 2 Soldaten eskortierten Wagen verübt wurde. In diesem Wagen befanden sich 250000 Rubel, die von der Post nach der Reichebank=Filiale gebracht werden sollten. Als der Wagen din Erlwanplatz erreicht hatte, wurde eine Bombe geschleudert, die mit surchtbarer Gewalt zersprang. Das auf dem Platze anwesende zahlreiche Publikum floh in wildem Schrecken auseinander. Um die Verwirrung noch zu erhöhen, schleuderten die Räuber im ganzen 8 Bomben, die sämtlich explodierten. Die Zahl der Opfer ist noch nicht festgestellt. Bisher ist nur bekannt, daß 2 Soldaten getötet und zwei Reichsbankbeamte aus dem Wagen geschleudert wurden. Der Wagen mit den Geldsäcken ist, ebenso wie die Räuber, spurlos verschwunden. Das Mittelmeerabkommen der Der Texl der zwischen Spanien einerseits und Frankreich und England anderseits gewechselten Noten ist nunmehr bekannt gemacht worden. Im Eingange der identischen Noten ist der Wunsch ausgedrückt, den gegenwärtigen Besitzstand im westlichen Mittelmeer und an der atlantischen Küste aufrecht zu erhalten und damit dem Frieden zu dienen. Darauf erklärte jede der drei Regierungen: 1. daß sie fest entschlossen ist, ihre Rechte über ihre insularen und maritimen Besitzungen in der erwähnten Gegend unberührt zu erhalten; 2. daß sie im Falle von Umständen, die den status quo verändern könnten, mit dem andern vertragschließenden Teil(also Spanien mit England und Frankreich und umgekehrt) in Verbindung treten will, um sich, wenn ihr das wünschenswert erscheine, über gemeinsame Maßregeln zu verständigen. Schon bei flüchtigem Lesen hat man den Eindruck, daß hier Verpflichtungen in sehr unbestimmter Form eingegangen sind. Um so aufälliger ist es, daß die französische Presse bishe: den Notenwechsel als einen Garantievertrag und sogar als Allanz bezeichnet hat. So hieß es z. B. im „Matin":„Frankreich und England garantieren Spanien die Unverletzlichkeit seiner Kösten und der benachbarten Besitzungen. Spanien garantiert England Glbraltar und den Weg nach Indten. Spanien garantiert Frankreich die Freihelt seiner Beziehungen zu Algier und den Senegal und die Möglichkeit, im Kriegsfalle seine mittelländischen und atlantischen Geschwader in Verbindung zu setzen.“ Von allen diesen Gerantien steht nicht ein Wort in dem jetzt bekannt werdenden Texl, sondern dieser besagt talsächlich nur, daß jeder behalten will, was er hat, und daß man im Falle sich ankündigender Veränderungen nicht garantieren, sondern konzertieren will. Was bei diesem Konzerl in jedem einzelnen Falle herauskommen wird, darüber albt der Notenwechsel nicht den geringsten Anhalt; er überläßt vielmehr alles der Zukunft. De von allen Seiten das Bestehen geheimer Klauseln abgeleugnet wird und der Text der Noten tatsächlich alles enthalten soll, was abgemacht worden ist, so hätte die franösische Regierung klüger getan, wenn sie den Versuchen, der Abmachung eine Spitze gegen Deutschlond zu geben, entgegengetreten wäre. Deutsche Interessen werden in der Tat durch das Abkommen nicht berührt. Lokales und Provinzielles. Mäteralab. 27. Juni.[Der SiebenschläferTag,] der auf den heutigen 27. Juni sällt, ist in Norddeutschland wohl der bekannteste unter den sogenanuten „Los= oder Lurttagen“ der Witterung, d. h. denjenigen Tagen, an welchen sich das Los der Witterung auf läng.. Zeit entschelden soll.„Regnel's am Siebenschläsertag, regnel's noch sieben Wochen hernach,“ lautet eine von den alten Bauernregeln, und wenn sonst die Bauern=Wetterregeln in der heutigen Großstadt meist wenig bekannt sind, so ist es um so merkwürdiger, daß man gerade dem Siebenschläfer und seinem Wetter selbst in gebildeten Kreisen sehr vlelfach mit einem geroissen abergläubischen Bangen entgegensteht, als ob es sich an diesem Tage enscheiden müsse, ob die nahe Relsezelt verregnen werde oder nicht. Die auf den Siebenschläfer kezügliche Bauernregel ist notärlich nicht begründeter als alle die zohllosen ähnlichen Regein, die in manchen Jahren eben zutreffen, in manchen nicht, indem sie vereinzelte Vorkommnisse sälschlich zum metcorologischen Gesetz verallgemeinern. Sie blasiert im letzten Grunde= auf der richtigen Wahrnehmung, daß um Ende Juni oder Anfang Juli ostmals die entscheidende Gestaltung der Witterung sich vollzieht, welche dem Wettercharakter des kommenden Hochsommers sein Gepräge verleiht. Die Verknüpfung der Bauernregel mit dem Siebenschläfer ist eine rein zusällige; In Italien, Polen und Süddeutschland spricht man dem Johannistag(24. Juni), in Frankreich dem Feste Peter und Paul(29. Juni) die gleiche loskündende Bedeutung zu, wie in Norddeutschland dem Siebenschläser. Daß speziell diesem Tage durchaus nicht die Bedeutung zukommt, welche der Volksaberglaube ihm zuschreibt, hat die Erfahrung oft genug erwiesen, auf manchen schönen 27. Juni folgle ein gründlich verregneter Sommer, so z. B. 1888, 1896 und 1902, und auch umgekehrt hat mancher prachtvolle Sommer sich an den Regen des voraufgegangenen Siebenschläfertags durchaus nicht gekehrt. Am gründlichsten wurde die alte Wetterregel jedensalls blamiert, als der berühmten sechswochigen. großen Dürrepersode des Sommers 1904 der letzte Regenfall an vielen Orten Norddeutschlands ausgerechnet am Morgen des 27. Juni voraufging.— Daher traue man der Witterung des heutigen Siebenschläsers keine übernatürliche Kraft zu und gebe nicht alle Hoffnung für das Reisewetter auf, wenn der Tag einen Regenguß oder mehrere beingen sollte. Sütersloy, 27. Juni.[Die Turnfahrt unseres Gymnasiums) ist dech besser vom Wetter begünftigt gewesen, als wan hier ahnen konnte. Mit allzu rosiger Stimmung sind die Schüler gewiß nicht in der Frühe des Morgens ausgezogen, als sie einen Blick zu dem bedeckten Himmel richteten und nachdem schon während der Reveille der Regen hoffnungsstörend auf die Jugend eingewirkt hatte. Aber dennoch, je näher sie dem Ziele kamen, besto freudiger durften die Blicke nach oben gerichtet werden und nur zwei unbedeutende Regenschauer, die am Mittag resp. Nachmittag niedergingen, hatten die Schüler an ihrem Freudentage zu verzeichnen. Während die jängeren bereite in Nienhagen den Eisenbahnzug verließen, um sefort den Marsch zum Hermannsdenkmal anzutreten, fuhren die älteren Schüler bis Leopoldsthal weiter, um von hier aus unter Führung ihrer Lehrer die wichtigsten und bekannteften Punkte der historischen Gegend aufzusuchen. Auf dieser Tour langten sie dann in der ersten Nachmittagsstunde gleichfalle beim Hermannsdenkmal an, um hier nun zunächst wie dies die zuerst angekommenen Schüler bereits getan, sich an einer guten Mittagstisch zu erquicken. Bei dem Konzert der Schülerkapelle und den verschiedensten Spielen nahmen dann die Nachmittagsstunden einen fröhlichen Verlauf, bie die Stunde des Ausbruchs heranrückte. In geordnetem Zuge gings am Abend durch die Stadt Detmold am Schloß vorbei zum Bahnhof, von wo das Dampfroß die frohgestimmte Schar dem lieben Gütersleh wieder zuführte. Hier hatte sich wie immer bei der Ankunft am Bahnhof ein zahlreiches Publikum eingefunden, um die Schüler zum Gymnasium zu gelelten, wo nach einer auch den Tagesverlauf schildernden Ansprache des Anstaltsgeistlichen Herrn Pastor Möller und der Rede eines Prinzaners mit dem Liede „Nun danket alle Gotl“ die Turnfahrt ihr Ende erreichte. s8 Gütersloh, 27.[Ausflug.] Seminar und Seminar=Uebungsschule machen heute nachrotttag einen Ausflug nach Venkord in Blankenhagen. Auch andere Schulen benutzen den heutigen sonnigen und regenfreien Tag zu einem Ausflug; so sah man heute vormittag auf bekränzten Leiterwagen mehrere Klafsen unsere Stadt durchellen. * Sütersloh, 27. Juni.[Besitzwechsel.) Die an der Berlinerstraße gelegene Besitzung 428 des Herrn Karl Harbaum ging durch Kauf zum Preise von 18000 Mark in den Besitz des Herrn Wilh. Wagener ebendaselbst über. 11 Süterolet, 27. Juni.[Hundesperre aufgehoben.] Da der Tellwutverdacht bei dem Hunde des Lehrers Koke in Blankenhagen sich nicht bestättgt hat, wird durch amtliche Bekanntmachungen die Hundesperre aufgehoben. Die Hunde dürfen also von jetzt an wieder frei und ungehindert umherlaufen. Prockhagen, 26. Juni.[Jahresfest.] Letzten Sonntag feierte der hlesige Blaukreuzverein auf dem Hofe des Kolonen Franz Ordelheide unter zahlreicher Beteiligung seitene der Gemeinde und der Nachbarblaukrenzvereine Herford, Gütersloh, Isselhors, Brackwede, Steinhagen, Borgholzhausen und des jängsten Vereins, unseres Kreiseo, Versmold, sein zweites Jahresfest. Die eigentliche Feier wurde von der etwas ungünstigen Witterung vollständig verschont und konnte daher ganz im Freien auf dem schön geschmückten Festplatze abgehalten werden. Durch Vorträge des hiesigen Posaunenchors und des Borgholzhausener gemischten Chors wurde die Feier wesentlich gehoben. Als Festredner waren Kantor Saeger aus Ovenstädt und Pastor Ostermann aus Brackwede erschlenen, beide als tüchtige Arbeiter in der Trinkerrettung bewährt. Der Verein zählt Zeit 50 Mitglieder und erfreut sich immer mehr des Wohlwollens vieler Gemeindeglieder. Kirchleugern, 25. Juni.(Tötlich verunglückt ist hier der Kolon Künkerneid nebst Ehefrau, die von einem mit Stroh beladenen Wagen infolge Durchgehens des Gespanns zu Boden geschleudert wurden. K. gab nach 10 Minuten seinen Geist auf und die Ehefrau K. llegt an den schweren Verletzungen hoffnungslos darnteder. Der Sohn, welcher als dritter auf dem Wagen saß, kam bei dem Unfall mit leichteren Verletzungen davon. Rheine, 27. Juni.(Fabrikbrand.] In der Spinnerei von Kumpers u. Cle. an der Ibbenbürenerstraße brach gestern früh 8 Uhr Feuer aus. Dichte Rauchwolken schlugen aus dem Mittelstock der Fabrik und machten es der Feuerwehr nur unter dem Aufgebot äußerster Anstrengung möglich, an den Feuerherd heranzukommen. Im Verein mit der erfolgreicher arbeitenden Dampfmaschine der Spinnerei gelang es der Wehr indessen, gegen 2 Uhr des Feuers, das bei dem herrschenden Winde das ganze Werk ernstlich gefährdete, Herr zu werden. Der Mittelstock ist völlig ausgebrannt, so daß sich ein bedeutender Matertalschaden ergibt. □ Schledehansen, 27. Juni.[Das Sanatorium Schledehausen] dei Osnabrück erfreut sich dank seiner vorzüglichen, allen Ansprüchen genügenden inneren Einrichtungen und seiner herrlichen Lage eines so zahlreichen Besuches, daß sich die Direktion veranlaßt sah, noch einen zweiten Arzt zu berusen. So ist während dieses Sommers neben dem bewährten Anstaltsarzte Herrn Dr. med. E. Buchholz als Assistenzarzt Herr Dr. med. F. Sturmhösel, bisher Assistenzarzt bei Heren Dr. med. Ziegelroth im Sanatorlum Zehlendorf, tätig. Alle Besucher bezeichnen die Anstalt als eine der besten ihrer Art und rühmen insbesonderer die bequemen und geräumigen Baderäume, die durch die Erweiterungsbauten des Hauses derartig zweckmäßig und komfortabel ausgestattet sind, daß sämtliche modernen Kurmittel in der besten Weise zur Anwendung gelangen können. Kranke und Erholungsbedürstige finden im Sanatorium Schledehausen, das sich stetig wachsender Beltebthait erfreu, die beste und zwickmäßigste Pflege. 25. Juni.[Verbrannt.] Hier wurde die Ehefrou Epplinghaus beim Haarewaschen von einem Krampfanfall betroffen. Sie fiel hierbei auf eine brennende Petroleumlampe und erlitt so schwere Brandwunden, daß sie denselben erlag. Der Ehemann, der ihr zu Hilfe kommen wollte, verdrannte sich ebenfalls erheblich. h. Pochum, 27. Juni.[Kriegsmarine=Ausstellung.) Eine einzigartige, hochinteressante Veranstaltung, eine Kriegsmarine=Ausstellung, wird augenblicklich vom Verband der Marine=Vereine von Rheinland und Westsalen vorbereitet. Die Ausstellung findet gelegentlich des ersten deutschen Marine=Appells in Bochum statt, und zwar in der Zeit vom 29. Juni bis einschließlich 14. Juli 1907 in der Tenhalle. Die Ausstellung wird bei ihrer einzigartigen Zusammenstellung und ihrer besonderen Bedeutung nicht nur den Besuchern des Marine=Appells eine Fülle des Interessanten und Anziehenden bieten, sie ist auch geeignet, in weiteren Kreisen das Verständnis für unsere Flotte zu sördern und das Interesse für das Seewesen zu heben. Bei der großen Sorgsalt und Sachkenntnis, mit der diese seltene und kostspielige Ausstellung zusammengesetzt ist, bei der rasch wachsenden Volksiümlichkeit der Marine, die durch den Marine=Appel in Bochum eine außerordentliche Förderung erfahren wird, kann man auf einen starken Besuch der Ausstellung mit Bestimmtheit rechnen. Bemerkt sei noch daß die Ecklärung der Ausstellungs=Gegenständ= und die Führung des Publikums von Marine=Offizieren und Mannschaften freundlichst übernommen ist. Zudem wird ein ausführlicher Katalog mit eingehender Beschreibung der einzelnen Teile herausgegeben werden. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß eine besondere Glanznummer der Veranstaltungen anläßlich des Marineappells das Brillanifeuerwerk am Abend dis 1. Juli werden wird, dei Matrosenkonzert abgebrannt von der bekannten pyrotechnischen Firma C. Lippold in Elberfeld, welche steie bei den ersten und höchsten Festen engagiert wird. Ein derartiges Kriegsseuerwerk, wie aus dem großen Teiche des neuen Stadtparkes mit einem Kostenauswand von mehreren tausend Mark veronstaltet, ist im Industriegebiet noch niemals geboten und schon eine Reise nach Bochum wert. Hoffentlich zeigt der Himmel ein freundliches Gesicht. Lothum, 25. Juni.[Entschädigungsklage.] Vor dem hiesigen Landgericht standen heute die Entschädtgungsklagen zweier Wittener bezw. Annener Bürger gegen die Roburitfabrik und mehrere Versicherungsgesellschaften zur Verhandlung. Seweit die Roburitsabrik in Frage kommt, wurde das Verfahren ausgesetzt bis nach Erledigung des gegen sie schwedenden Strafprozesses, zu dem soeben die Verhandlungen zu Ende geführt sind. Bezüglich der Versicherungsgesellschaften wurde die Verkändung des Urteils auf den 2. Juli festgesetzt. Sppendorf d. Bochum, 25. Juni.[Bergmannslos.) Auf Zeche Hasenwinkel in Dahlhausen wurde dem verheirateten Bergmann Wilh. Arnold von hier von dem hochgehenden Förderkorb in dem Augenblick, als er von der 5. Sohle Ausschau nach ihm hielt, der Schädel zertrümmert und die linke Brustseite gequetscht. Der Tod trat auf der Stelle ein. Witten, 25. Juni.[Das Ermittelungsverfahren] in der Angelegenheit der Explosion auf der Roburitfabrik in Annen ist abgeschlossen. Die eingeforderten Gutachten lauten zu ungunsten der Roburitgesellschaft. Der Justizminister hat vor einigen Wochen die Akten eingefordert. Darauf ist von der Bochumer Staatsanwaltschaft das Vorverfahren gegen die Roburitgesellschaft eingeleitet worden.— Köln, 26. Juni.[Der Spielteufel) hat wieder ein junges Leden vernichtet. Der etwa 30jährige Kaufmann Ziegler, der Sohn einer achtbaren Familie, der eine Vertrauenostellung bekleidete, besuchte auswärtige Spielorte, wo er in der letzten Zeit große Spielschulden machte. Am Sonntag abend kehrte er nach einem Verlust von 85000 Mark von Ostende zurück und begab sich nach dem Friedhof, wo er durch einen Schuß in die Schläfe seinem Leben ein Ende machte. Trier, 26. Juni.[Ueberfahren.] Von einem einfahrenden Güterzuge wurde auf der Eifelstation Speicher der Stationsvorsteher Böwen erfaßt und vollständig zerrissen. Gerichtssaal. Essen, 26. Juni. In der heutigen Strafkammer= sitzung wurde gegen den Hülfsdremser Sch. aus Gelsenkirchen verhandelt, der am 21. Februar d. Is. versäumt hatte, die Wegeschranken an der Eisenbahn zu schließen und dadurch den Tob zweier Personen verschuldete. Er wurde zu 2 Wochen Gesängnis verurteilt. Als mildernder Umstand wurde angenommen, daß der Angeklagte 10 3/ Stunden ununterbrochen Dienst getan hatte. Er wird der Begnadigung empfohlen werden. Beuthen, 24. Juni. Die Ehefrau des vom letzten Schwurgericht wigen Mordes zweimal zum Tode verurtellten Roßschlächters Liverka wurde heute von der Strafkammer wegen drei wissentlicher Meineide, die sie im Mordprozeß ihres Mannes geleistet halte, zu 11 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust ver##rteilt, unter Einrechnung der bereits wegen Beihlise an den Morden erkannten 5 Jahre Gesängnis. München, 26. Juni. Vor dem hiesigen Amtsgerichte spielt sich zur Zeit der Prozeß Karl Peters gegen den verantwortlichen Redekteur der„Mänchener Post“, Gruber, wegen Beleidigung durch mehrere Arlikel von dem genannten Blatte, in denen u. a. die bekannten Vorwürfe gegen Peters wegen willkürlicher und ungerechter Hinrichtung eines schwarzen Dieners und einer jungen Negerin wiederholt wurden. Der Zuhörerraum ist stets überfüllt und in großer Anzahl sind die Zeugen geladen. Dr. Peters selber erklärte, er habe die Klage eingereicht, um sich vor der breiten Oeffentlichke an Gerichtsstelle einmal rechtfertigen zu können. Verschiedene Sachverständige bestäligen, daß kein Expeditionsführer in Afrika ohne gewisse Strafbesugnis auskomme. Die Prügelstrafe sei auch in der Eingeborenengruppe in Anwendung gewesen. Früher sei auch das Prügeln von Weibern gestattet gewesen, daß jetzt verbeten sei. Strafen wie Ketten, Prügel und Hängen seien in der ganzen grabischen Welt üblich und notwendig. Unter den Sudanesen und Askbris habe es als ehrenvoll gegollen, die Prügelstrafe ohne Laut und Klage zu erdulden. Bloße Gefangensetzung werde von den Schwarzen nicht als Strafe empfunden. Die Eingeborenen verlangten von selbst, daß andere Eingeborene mit Prügel bestraft würden. Auch Pater Acker erklärt, der Schwarze könne nicht ohne Stock erzogen werden, aber ein Fehler sei es oft, daß die Schwarzen nicht wüßten, weshalb sie geprügelt würden. Bei Lügen und Stehlen müsse man den Stock anwenden. Vermischtes. * Berlin, 26. Juni. Eine entsetzliche Brandkatastrophe trug sich gestern abend auf dem Fabrikgrundstück Weiezener Straße 38 zu. Der 26jährige Kutscher Franz Wendt und der 20jährige Arbeiter Karl Erdmann hatten von ihren Arbeitgebern den Auftrag erhalten, mehrere Fässer Oel nach der Ractzchen=Weberel in der Wiezener Straße 83 zu transportieren. Als die beiden jungen Leute ein großes Faß Oel in den Keller schaffen wollten, schlug dieses so heftig auf die Steintreppe auf, daß es entzwei ging und sich die ganze Flüssigkeit über W. und E. ergeß. Unglücklicherweise brannte unmittelbar an der Unfallstelle Gas, wodurch das Oel entzündet wurde. In wenigen Sekunden standen die beiden Männer in hellen Flammen. Die Aermsten rasten vom Keller nach dem Hof hinaus. Dort befindet sich ein Bassin mit heißem Wasser, das zu Fabrikzwecken gebraucht wird. In dem Glauben, daß das Wasser kalt sei, sprangen die beiden in das zwei Meter tiese Bassin und verschwanden unter dem heißen Wasser. Jetzt eilten Fabrikarbeiter hinzu und holten nach langen Bemühungen die Verunglückten heraus. In bewußtlosem Zustande wurden sie in das Lazarus=Krankenhaus eingeliefert, wo sie hoffnungslos danlederliegen. * Berlin, 26. Juni. Heute nachmittag entstand ein großer Brand in dem Viktoria=Speicher, dem Lagerhause in der Köpenickerstraße, wo die Berliner Omnibus= gesellschaft große Stallungen und Futtervorräte unterhält. Bei der Ankunft der Feuerwehr standen drei große vierstöckige Gebäude in Flammen, die bald ein einziges großes Flammenmeer bildeten und nach und nach vollständig eingeäschert wurden; 600 Pferde konnten nur mit Not in Sicherheit gebracht werden. Ein Stallknecht und ein Knabe werden vermißt, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß beide bei der großen Verwirrung unbemerkt entkamen. Das Feuer entstand vermutlich beim Abladen von Stroh durch einen Kurzschluß an einem elektrischen Aufzug. Verbrannt sind große Vorräle an Mais, Hafer, Stroh und Heu, zwei Automobll=Omntbusse, viel Geschlrr und Einrichtungs= gegenstände. Große Benzin= und Spititusvorräte, der Spirltuszentrale gehörig, welche zwei Meter unter der Erde unter Kohlensäure verschlossen lagern, sind gerettet. * Hamburg, 27. Juni. Die Pollzei entdeckte umfangreiche Unterschlagungen, die ein Lagermeister mit einem großen Netz von Helfershelfern seit langem betrieb, indem er von Getreide, das nach den Lagerhäusern bestimmt war, große Mengen verschwinden ließ, die dann nach Dänemark und Holland verkauft wurden. In einzelnen Fällen sind ganze Schutenladungen im Wirte von 2000 Mark verschwunden. Der Schaden, den die Firmen erleiden, ist jetzt schon über 100000 Mark festgestellt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. * Vilbel(Hissen), 26. Juni. 44 Kinder der hiesigen höheren Töchterschule erkrankten unter schweren VergiftungsErscheinungen, die durch auf einem Ausflug gemeinsam gegessene Cremeschultten verursacht waren. Den Bemühungen zweier Aerzie gelang es, die Kinder außer Lebensgefahr zu bringen. * Thoen, 26. Juni. Orkanartige Gewitterstücme brausten in den letzten Tagen über den Osten dahln und richteten großen Schaden an. Dächer wurden abgedeckl, ganze Häuser umgeworfen, eine Menge Bäume entwurzelt, Telegraphen= und Telephonleitungen zerstört; auch der Verlust von Menschenleben ist zu beklagen. Die Gewalt des Sturmes war in Thorn so groß, daß an der elektrischen Straßenbahn die Bägel heruntergedrückt wurden, so daß die Wagen keinen Strom bekamen und stehen blieben; Ankertaue wurden zerrissen und die Kähne in den Stcom hinausgetrieben. Auch durch Blitz und Hagelschlag wucde viel Schaden angerichtet. * Dirschau, 26. Juni. Ein vom Felde heimkehrender 12jähriger Knabe fiel von dem plötzlich scheuenden Pferde und blieb im Steigbügel hängen. Er wurde zu Tode geschleift. * Breslau, 25. Juni. Die Strafkammer zu Waldenburg verurteilte den vorbestcaften Vertreter der „Internalionalen Vereinsbank“ zu Kopenhagen, Bankagenten Leopold Müller zu Waldenburg, wegen fortgesetzten Betrugs, begangen durch Massenvertrieb von Serten= und und Anteillosen der Internationalen Vereinsbank Kopenhagen zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. * Rom, 26. Juni. Gestern abend entgleiste in dem Tunnel zwischen Bardoneochla und Modena ein Pirsonenzug. Der Zugführer und ein Schaffner wurden getölet, zwei andere Personen schwer verletzt. * Newyork, 26. Juni. Durch den in der vergangenen Nacht erfolgten Einsturz eines Mietshauses wurden neun Personen getötet, mehrere verletzt. Alle Betrofsenen sind Itallener. Geffentlicher Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Obseroatorium Nachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 27. bis zum Abend des 28. Juni: Nach vorübergehenden Regenfällen morgen trocken bei wechselnder Bewölkung, mäßige Westwinde, etwas wärmer. Getreide-Wochenbericht der Preisberichtestelle des Deutschen Landwirtschaftsratvom 18. bis 24. Juni 1907. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst. Freitag, den 28. Juni. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Seippel. Honnabend, den 29. Juni. Neue Kirche 10 Uhr: Beichte. Pastor Seippel. Katholischer Gottesdienst. Sonnabeno, den 29. Juni. Peter und Baul. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 3 Uhr: Andacht mit Segen. Statt besonderer Anzelge. Mit Gottes Hilfe wurde □ uns heute ein gesundes Jöchterlein## geboren. August Goldstein Anna Goldstein geb. Tigges. Gütersloh, den 20. Juni 1907. In unser Handelsregister Abt. A No. 30 ist heute bei der offenen Handelsgesellschaft unter der Firma Schürmann& Schulze zu Gütersloh eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erleschen. Güteroloh, den 20. Juni 1907. Königliches Amtsgericht. In unser Handelsregister Abt. A No. 178 ist heute die Firma Wilhelm Schulze mit dem Sitze zu Gütersloh und als deren Inhaber der Kaufmann Wilhelm Schulze zu Gütersloh eingetragen. Gütersloh, den 20. Juni 1907. Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Nachdem sich endgültig herausgestellt bat, daß der Verdacht der Tollwut bei dem Hunde des Lehrers Koke in Blankenhagen unbegründet war, wird die durch die Bekanntmachung vom 26. April er. getroffene Anordnung der Festlegung der Hunde für den Bezirk der hiesigen Stadt hierdurch außer Kraft gesetzt. Gütersloh, den 27. Juni 1907. Die Polizeiverwaltung. In Vertretung: Der Beigeordnete. Güth. Bekanntmachung. Da der Verdacht der Tollwut bei dim Hunde des Lehrers Koke zu Blankenhagen sich nicht bestätigt hat, wird die am 24. April er. angeordnele Hundesperre wieder aufgehoben. Gütersloh, den 26. Juni 1907. Die Polizeibehrrde des Amtes Gütersloh: Villaret. H Holdselig macht ein zartes Gesicht ohne Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, daher gebrauchen Sie die echte Steckenpferd-Lilienmilch-Seife St. 50 Pfg. bei Erust Hoffschildt. Küchenschränke 80, 85, 42 bis 70 Mark. W. Epke, Möbelmagazin. Habe noch guie rote Esskartoffeln abzugehen. Wilh. Schwarze, Friedenstr. S Umpfarrungsurkunde. Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichtsund Medizinal=Angelegenheiten und des Evangelischen Ober=Kirchenrates, sowie nach Anhörung der Beteiligten wird von den unterzeichneten Behörden folgendes hierdurch festgesetzt: § 1. Die Evangelischen der Stätten Nr. 27, 86 und 78 in Blankenhagen. Kreis Wiedenbrück, von welchen 1. Stätte Nr. 27 und 36 die Parzellen Gemarkung Gütersloh Land Flur 17 Nr. 18, 20—23, 28—88, 192/89, 40, 194/41, 188—135, 143: 2. Stätte Nr. 78 die Parzellen Gemarkung Gütersloh Land Flur 17 Nr. 42—45 umfassen, werden aus der Kirchengemeinde Gütersloh, Synode Bielefeld, in die Kirchengemeinde Isselhorst, derselben Synode, umgepfarrt. § 2. Diese Urkunde tritt am 1. Juli 1907 in Kraft. Münster, den 31. Mai 1907. Minden, den 12. Juni 1907. „(L. S.) Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen= und Schulwesen. Dr. Kruse. Neumüller. (L. S.) Konsiste Königliches Konsistorium der Provinz Westfalen. v. Sydow. Münsterischer Anzeiger Münster i. 38. Täglich zweimalige Versendung. Anflage 28675 Bezugspreis: für die 3 Monate Juli, August und September 1 Mt. 50 Pse. Inserate finden wirksamsten Erfolg. Sanatorium Schledehausen bei Osnabrück. Bahnstation: Wissingen. (Sanf erium, Jungborn, Semmerfrische). Prachtvolle Lage in reinster Waldluft. Gesamtes Naturheilverfahren: Licht, Lutt, Wasser, Massage, Gymnastik. Elektr. Licht- und Wasserbäder. Elektromagnetismus. Diätetische und Regenerationskuren. Zentralheizung; elektr. Beleuchtung. Vorzügliche Vergung. Preise: Täglich 4,50 bis 7 Mark. Dirig. Arzt: Dr. med. E. Buchhelz. Prospekte durch die Direktion frei. Wer probi— lobt Eckstein’s DACAPO Zigaretten. Unübertroffen in Qualität und hergestellt nach orientalischer Art bieten sie völligen Ersatz für die teuer gewordenen importierten Zigaretten, die der deutsche Raucher weit über den wirklichen Wert bezahlt. Preis 10 Stück 35, 40 und 50 Pfg. A. M. Eckstein& Söhne, Dresden(über 800 Arbeiter). In Zigarrenhandlungen zu haben. Vertreter: B. Henneböhle, Gütersleh. Anasbängige nationale Perliner Tageszeitung für soziale Referm. Bezugspreis bei allen Pestanstallen vierteljährlich 4. 85 28., monatlich 95 Pf., bei treier Zusteillung ine Haus oserteljährlich 42 Ff., monatlich 14 Pf. mehr. Ous Reich in täglich 12 Seiten stark und bringt Lonntagt eine reich illusirlerte, s Seiten zlarke Unterhaltungs=Beilage. Probenummern versendet underechnet = die Geschättustelle: Perlin 8W 11, Königgrätzer Straße 40. Gras-Auktion. Am Montag, den 1. Juli d. Is., nachmittags punkt 6 Ahr anfangend, läßt der Gutsbesitzer Ernst Kobusch in Niehorst in seinen Wiesen 40—50 Abteilungen gutes Gras meistbietend auf Kredit verkaufen, wozu Käufer hierdurch einladet Brsockhagen, den 21. Juni 1907 Heinrich Bröel. Naturheilverein. Sonntag; den 80. Juni: Familienausflug. Abfahrt mittags 1212 Uhr nach Brackwede, von dort bis zum Bielefelder Sanatorium, darauf gemeinschaftliches Kaffeetrinken im Afsapheum. Mitglieder und Freunde des Vereins sind zu diesem Ausfluge freundlichst eingeladen. Teilnehmer wollen sich frühzeitig auf dem Bahnhof einfinden. Bei Regenwetter findet der Ausflug nicht statt. Der Vorstand. Missionsfest in Bünde Mittwoch, 3. Juli, Anfang 9½ Ahr morgens. Alte Kirche. Neue Kirche. Kirchhof. Burgdacher= Münster. Thiele=Witten. Seippel=Gütersloh. Möller=Gütersloh. I Hausleiter=Barmen. Missionar Hoffmann. Nachmittags 2 Alte Kirche. Neue Kirche.i Kirchhof Volkening- Jöllenbeck. Sogemeier=Bergkirchen Lnolle=Bielefeld. 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