Neue Gütersloher Zeitung Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 52 ustrierte Neue Lesehalle. Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Marh. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 7 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbroc, Gütersloh. Sonnabend, den 15. Juni 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbeilage Neue Lesehalte werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 738. Wotzenrächblich. Der ewige Frieden wird auch diesmal im Haag nicht fundamendiert werden; nichts destoweniger sind von der neuen Haager Konferenz Beschlüsse zu erwarten, die einen großen und wertvollen Fortschritt in der Kulturentwicklung bedeuten. Die Konferenz eröffnet unter günstigen Auspizten. Ihr gingen Besuche englischer Kommunalpolitiker, Journalisten 2c. in Deutschland voraus, bei welcher Gelegenheit der Ausdruck freundschaftlicher Gefühle ausgetauscht wurde. Die Marokko=Angelegenheiten bieten momentan keinen Anlaß zu Differenzen. Der drohenden Sprache gewisser japanischer Kreise gegen die Vereinigten Staaten von Amerika sind jetzt friedliche Versicherungen offizieller Persönlichkeiten Japans gefolgt. So hat der japanische Botschafter Kurino in Paris erklärt, die Vereinigten Staaten und Japan seien völlig einig, nur die Opposition in Japan sei den Amerikanern feindlich gesinnt, aber das hätte keine große Bedeutung. Aehnlich lautende Erklärungen liegen vom Staatsdepartement in Washingion vor. Heißsporne gibt's überall. Wenn es in Jopan eine Partei gibt, die zum Kriege hetzt, so gibt es solche auch in den Vereinigten Staaten, in England und in Frankreich. Solange diese Parteien nicht Oberwasser haben, ist nichte zu fürchten. Die jopanische Regierung hat bisher verstanden, das Heft in der Hand zu behalten; sie wird das wohl auch weiterhin vermögen. Was Besorgnis erregt, ist die wirtschaftliche Lage Auf fette Jahre pflegen magere zu folgen, auf einen wirtschaftlichen Aufschwung ein Niedergang. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß der letztere schon begonnen hat, obgleich in den Generalversammlungen der großen industriellen Aktiengesellschaften die Aussichten auch für das laufende Geschäftsjahr meist als recht günstig bezeichnet werden. Aber an den Börsen gehen die Kurse in Bankund Montanwerten stetig zurück und es ist kein Ende dieser Bewegung abzusehen. Es will doch elwas sagen, wenn die Kurse im Laufe weniger Monate um 10, 20, 50 und mehr Prozent zurückgehen. Dazu lastet der Druck der schwierigen Geldverhältnisse schwer auf unserem gesamten Erwerbeleben. Es knistert ganz unheimlich, Zahlungseinstellungen häufen sich. Wenn angesichts dessen unsere Regierenden und Volksvertreter noch den Mut haben, die Staatsausgaben so zu steigern, daß eine Erhöhung der Einkommensteuer und die Einführung direkter Reichssteuern ins Auge gefaßt werden müssen, so muß der sich darin kundgebende Optlmismus geradezu verblüffen. In der eigentlichen Politik ist mit dem Schluß der Landtagssesslon auch die Sommerruhe eingekehrt. Mit ganz besonderer Befriedigung kann die preußische Beamtenschaft auf die verflossene Landtagssessien zurückblicken. Es hat in dieser Session eine Erhöhung der Richtergehälter sowie eine reichere und zweckmäßigere Ausgestaltung der Pensionn= und Reliktengesetze für Staatsbeamte und Volksschullehrer stattgefunden. In letzter Stunde ist dann auch noch der Unterbeamten und der gering besolbeten mittleren Beamten durch den Nachtragsetat gedacht worden, der eine ansehnliche Summe zur Bewilligung von Teuerungszulagen an diese Beamtenklassen zur Versügung stellt. Für die nächste Session aber wurde durch die Rede des konservativen Führers, des Abgeordneten Dr. v. Heydebrand und der Laso, eine organische Gehaltsaufbesserung der gesamten Staatsbeamtenschaft Preußens gefordert, und von der Regierung ist eine diesbezügliche Vorlage auch fest zugesagt worden. Eine eigenartige Revolution spielte sich in Sädfrankreich ab. Die Weinbauern befieden sich in einer Notlage und verlangen Abhilfe von Regierung und Parlament, und da diese Abhilfe nicht kommt, haben sie eine Art von Anarchie erklärt. Sie bezahlen keine Steuern und die Maires und Gemeinderäte zahlreicher Gemeinden haben ohne weiteres ihre Aemter niedergelegt. Auch die Standesbeamten feiern und in Montpelliere und anderen Orten mässen die jungen Pärchen wieder abziehen, da keiner da ist, der sie nach dem Gesetz zusammentun will. Es wird schwer halten, die gewünschte Abhilfe zu bringen, zumal die Weinbauern ihre Wänsche nicht beftimmt formuliert haben. Der Keim dieser Vorgänge liegt in der Schutz losigkeit der französischen Weinbauern gegenüber der uneorlichen Konkurrenz der Weinsälscher, durch die die Arbeitsprodukte jener entwertet und fast unverkäuflich gemacht werden. Das französische Parlament hat diesem Notstande gegenüber bisher einen unverzeihlichen Mangel an Interesse bekundet. Als am 7. Juni dieses Jahres die Weinbaukrisis auf der Tagesordnung der Deputiertenkammer stand, waren ganze 25 Deputierte anwesend. Die horrende soztalpolitische Rückständigkeit, die einem parlamentarisch=republikanischen Regime mit halbsozialistischer Färbung allemal eigen zu sein pflegt, tritt hier wieder einmal aufs deutlichste in die Erscheinung. In wahrhaft monarchisch regierten Länden, wie Deutschland, würde man längst den Weg der Abhilfe für derartige wirtschaftliche Nöte betreten haben. In Spanien hat das Bombenattentat auf das spanische Königspaar vom 81. Mai v. Is. endlich eine gewisse Sühne gesunden. Der Hauptattentäter Morral hat damals Selbstmord begangen. Drei beteiligte Anarchisten wurden zu je 9 Jahren Zuchthaus verurteilt. Einige andere der angeklagten Anarchisten mußten freigesprochen werden. Politische Bebersicht. Das norwegische Königspaar tritt Mitte Juli von Drontheim aus eine Küstenreise längs des nördlichen Norwegen an, die sich bis nach Vadsö am Varangersjord erstreckt. Bei dieser Gelegenheit wird, wie verlautet, eine Begegnung der Königsfamilie mit Kaiser Wilhelm stattfinden, und zwar entweder in Drontheim oder in den nördlicher belegenen Küstengebieten. Graf Ballestrem, der frühere Präsident des Reichstags, feiert am 24. Juni sein 50jähriges Offiziersublläum. Das Offizierkorps des Leib=Kürassier=Regiments in Breslau. dem der Jubilar igehört, wird diesen Tag durch ein Festessen im Regimentskassino begehen. Der Bundesrat hat die Vorlagen über die Steuerliste, die Behandlung von Zigarettenpapier und die Gewährung von Ersatz für unbrauchbar gewordene Zigarettensteuerzeichen angenomme.. Die Zentralmilstäckommission des deutschen Lehrervereins veröffentlicht jetzt stattstische Angaben über den einjährig=frelwilligen Dienst der Lehrer im Jahre 1905. Eu haben in diesem Jahre von 1862 Lehrern 762 einjährig=freiwillig gedient. Der Prozentsatz beträgt 40,98 gegen 38,80 des Vorjahres. Das deutsch=spanische Handelsabkommen ist auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Frankreich. Ministerpräsident Clemenceau richtete an die Bürgermeister der Gemeinden, die ihre Entlassung gegeben haben, ein Schreiben, worin er es ablehnt, die Entlassungsgesuche anzunehmen, um eine Disorganisation in der Verwaltung des Landes zu verhindern. Clemenceau nimmt in dem Schreiben auf die Maßregeln der Regierung Bezug und sagt weiter:„Die Entlassungsgesuche seien nicht durch die Nachlässigkeit der Regierung und nicht dadurch gerechtfertigt, daß die Regierung es unterlasse, Maßregeln zur Besserung der Lage in den Weinbau treibenden Provinzen zu treffen, sondern sie seien gegen das parlamentarische Regime gerichtet.“ Clemenceau führt dann weiter aus, welche unheilvollen Folgen die Demissionen haben würden, und appelliert an das Pflichtbewußtsein und den patriotischen Sinn der Bürgermeister, um sie von ihrem Entschlusse abzuhalten. Zum Schlufse bittet er die Bürgermeister, nicht der Reaktion oder der Anarchie in die Hände zu arbeiten, und sagt schließlich, die Reglerung sei entschlossen, was auch kommen würde, die Macht in den Händen zu behalten. Das„Echo de Paris“ meldet aus Bezieres: Der Brief des Ministerpräsidenten Clemenceau an die Bürgermeister, die im Zusammenhang mit der Weinbaukrisis ihr Amt niedergelegt haben, sei, wie man versichert, ausschließlich mit Ironie und Aerger aufgenommen worden. Von den 72 Gemeinden des Arrondissements Narbonne haben in 71 die Gemeindebehörden ihre Entlassung gegeben. Das Königspaar von Dänemark ist gestern nachmittag in Paris eingetroffen. Bei seiner Ankunst in Cherburg begab sich Präsident Fallieres mit den Ministern, den Herren der dänischen Gesandtschaft und dem Ehrendienst an Bord der„Victoria and Albert“, wo er vom König Friedrich empfangen wurde, der ihm herzlich die Hand schüttelte. Vor seiner Abreise von Cherbourg nach Paris gab Präsident Fallieres ein Frühstrck, bei dem er das dänische Königspaar willkommen hieß. Belde Staatsoberhäupter wechselten herzliche Trinksprüche und tranken auf das Wohl der Marine beider Länder. Die französische Regierung gab der Regierung Italtens Kenninis von der Unterzeichnung eines Bündni#vertrages zwischen Spanien und Frankreich, durch den beide Mächte sich din gegenwärtigen Stand im Mittelmeere und Im Atlantischen Ozean garantieren. Ein gleichlautender Vertrag wurde zwischen England und Spanien unterzeichnet. Den übrigen Mächten werden heute die gleichen Mitteilungen zugehen.— Im Ministerrat teilte der Minister des Aeußern, Pichon, mit, er habe der japanischen Regierung vorgeschlagen, den nächsten Montag festzusetzen für die gleichzeitige Veröffentlichung des französisch=japanischen Uebereinkommens. Wenn Japan sich mit dem Zeitpunkt einverstanden erkläre, werde er den Wortlaut in der Kammer verlesen. England. Generalfeldmarschall v. Hahnke und die Offizier=Deputation des Infanterie=Regiments v. Goeben Nr. 28, bestehend aus dem Regimentskommandeur Oberst v. Loeben, Major Schwickerath, Hauptmann Volgt und Freiherr v. Hunolstein sowie Oberleutnant Bornhausen und Leutnant Heintzel, sind gestern zur Teilnahme an der auf den 15. Juni festgesetzten Feier der Enthüllung eines Denkmals für den Herzog von Cambridge in London eingetroffen. Während ihres dortigen Ausenthalts werden sie Gäste des Königs sein, der ihnen für diese Zeit den Generalmajor Grierson und Major Russel beigab. Die Herren wurden gestern nachmittag vom König empfangen und waren später zum Frühstück beim Herzog von Connaught geladen. In der hier abgehaltenen Konferenz des Roten Kreuzes verlas der Vorsitzende Ador=England, ein Schreiben von Dr. Nagao Ariga, Mitglied des permanenten Ausschusses der sapanischen Gesellschaft vom Roten Kreuz, welcher die Konferenz einladet, die nächste Zusammenkunft 1912 in Toklo abzuhalten und den ausländischen Delegierten die Gastfreundschaft Jopans anbietet. Die Einladung wurde dem geschäftsführenden Ausschuß überwiesen. Lokales und Provinzielles. 0• Sütersloh, 15. Juni.[Parademusik.] Heute Sonnabend abend 7½ Uhr findet vor dem Rathause Parademusik des hiesigen Stadt=Orchesters statt. Folgendes Programm ist dafür aufgestellt: 1. Borussia=Marsch.... von Teike. 2. Introdu zu„Bastien u. Bastienne von Mozart. 3. Ganz allerliebst, Walzer... von Waldteufel. 4. Schneesternchen, Gavotte... von Gärtner. 5. Patrouille espagnole.... von Deshoyes. Sntersloh, 15. Juni.[Feuerwehrtag.] Am Sonntag, den 23. Juni findet in Versmold der 34. Feuerwehrtag des Minden=Ravensberg=Lippischen Verbandes statt. Die Delegiertensitzung im Saale des Herrn Karl Froböse nimmt um 10 Uhr vormittags ihren Anfang. Hieran schließt sich um 12¾ Uhr die gemeinsame Festtafel Im Lokale des Herrn Gust. Bütröwe. Der Festzug mit nachfolgender Uebung der Versmolder Wehr findet um 8 Uhr nachmittags statt. An diesem Verbandstage wird sich auch die hiesige Freiwillige Feuerwehr beteiligen und die Reise nach Versmold nachmittags ½2 Uhr mittels Sonderzuges antreten. Dieser Sonderzug, der auch noch von dem katholischen Bürgerverein zu einem Ausfluge benutzt wird und 2.18 Uhr in Versmold eintrifft, soll bis Iburg(Ankunft 2.49) durchgeführt werden und steht auch anderen Mitreisenden bei gleichzeitiger Preisermäßigung zur Benutzung frei. Der um 3 Uhr hier abgehende Sonntagszug wird an dem betreffenden Sonntage über Marienfeld hinaus bis Versmold durchgeführt, um abends 6.80 Uhr die Rückkehr erleichtern zu helfen. Die Ankunft dieses Zuges in Gütersloh erfolgt um 7.20 Uhr abende. □ Gülersleu. 15. Juni.[Der Hahn auf dem Turm der neuen Rirche] hat von seiner schwindelnden Höhe herabgeholt werden mässen, um sich einer Reparatur unterziehen zu lassen, die durch den Blitzschlag vom letzten Mittwoch sich als noswendig erwiesen hat. Der vor Jahren von Herrn Dachdeckermeister Volland auf diesem Turm angebrachte Blitzableiter steht mit dem Hahn in engster Verbindung und wäre der Blitzableiter nicht vorhanden gewesen, der Turm würde gewiß heute ein einziger Trümmerhausen bilden. Denn von welcher Gewalt und Wirkung dieser Blitzschlag war, geht allein daraus hervor, daß, als der Blitzableiter den elektrischen Feuerstrahl aufnahm, die Platinaspitze an dem Ableiter sich auflöste, wozu für gewöhnlich gegen 3000 Grad Hitze erforderlich sind. Das Vorkommnis zeigt aber auch aufs neue, wie wichtig es ist, die Häuser mit gut funktionierenden Blitzableitern zu versehen, und wo solche schon angebracht sind, dieselben von Zeit zu Zeit auf ihre Beschaffenheit untersuchen zu lassen. Süterslon, 15. Juni.(Firmung.] Ein besonderer Fest= und Freudentag war für die hiesige katholische Gemeinde der vergangene Donnerstag, an welchem der auf einer Firmungsreise im Dekanat Wiedenbrück begriffene Weihbischof Dr. Gockel hier eintraf. Als derselbe abends um 7 Uhr die Stadtgrenze auf der Herzebrocker Chaussee erreichte, verkündigten dies die Kirchenglocken der harrenden Menschenmenge, welche die Blessenstätte und Chausseestraße besetzt hielt. Begleitet von über 800 Radfahrern auf besonders geschmückten Rädern, von ca. 70 Reitern und einer großen Anzahl Wagen hielt der hochwürdige Herr um 7¼ Uhr seinen Einzug durch die festlich geschmückten Straßen und wurde dann an der Kirche von der Ortsgeistlichkeit und den Gemeindegliedern empfangen. In feierlichem Zuge wurde er darauf zur Kirche geleitet, in welcher er an die versammelte Gemeinde eine Ansprache hielt. Gestern morgen erfolgte die Spendung des Sakraments der Firmung und am Nachmittag die Weiterreise nach Friedrichsdorf, auf welcher gleichfalls geschmückte Radfahrer, Reiter und Gemeindeglieder in Wagen ihm das Ehrengeleit gaben. Gütersloh, 15. Juni.[Verschönerungsverein.] Der Verschönerungsverein hat es sich unter anderem jitzt auch zur Aufgabe gesetzt, schöne, nicht leicht zu findende Wege derart mit Zeichen zu versehen, daß ein Verlaufen eigentlich nicht mehr möglich ist. Es dürfte das wohl um so mehr am Platze sein, als in den letzten Jahren manche reizenden Partien in der Umgebung unserer Stadt der Verkoppelung zum Opfer gefallen sind. Der Anfang ist mit einem Wege zum Marienfelder Bahnhofe gemacht. Die Zeichen führen, vom Kliometerstein 1,2 an der Marienfelder Chaussee anfangend, zunächst das sog.„Nachtigallenpättken“ entlang bis zum„Haus am langen Kamp“. Von da geht der Weg über Schmälings Hof nach einer, nicht mehr viel befahrenen und deswegen festen Landstraße, die er bei Teismanns Hofe erreicht. Dieselbe ist zwar im ersten Teile nicht schattig, wird aber nachher immer schöner. Doch sehe man selbst; zuletzt geht man unter alten Eichen die Lutter entlang. In etwa 2 Stunden ist das Ziel zu erreichen, wo man dann im freundlich gelegenen Waldschlößchen sich ausruhen kann. Von der Ringstraße aus geht man am besten über Strüwers Hof und von der Brockhäger Chaussee kann man in den Weg hinter Strengers Villa einbiegen, der bald hinter dem Obstgarten auf den bezeichneten Weg mündet.— Wandern! Wandern! Es lohnt sich. * Sütersloh, 15. Juni.[Der nächstjährige Verbandstag] des Verbandes westdeutscher Tierschutzvereine findet in Gütersloh statt, sofern sich nicht dessen Abhaltung an dem dem ersten Verhandlungstage des deutschen Verbandstages in Düsseldorf vorangehenden Tage ermöglichen läßt. * Sütersloh, 15. Juni.[„Wärme=Schutz= mäntel") tragen versuchsweise viele Lokomotiven der preußischen Staatsbahnen. Sie sollen nicht gegen Kälte, sondern gegen Wärme schützen und zwar das LokomotivPersonal, das im Sommer ganz besonders unter den Ausstrahlungen des glühendheißen Kessels zu leiden hat. Die in das Führerhaus hineinragenden Flächen des Kessels sind zu dem Behufe mit Asbestmatten ausgekleidet, und dadurch wird eine merkliche Ermäßigung der hier zeitweise herrschenden Hitze herbeigeführt. Die neue Einrichtung wird von den Lokomotiv=Mannschaften angenehm empfunden und hat ihnen schon im vorigen Sommer, besonders auf den TenderLokomotiven, den Dienst wesentlich erleichtert. Auch mit den zum Schutze gegen Abkühlung an den Dampfzylindern und Schiebekasten angebrachten Wärme=Schutzmänteln wurden günstige Erfahrungen gewonnen; hier gilt es, die Hitze beiammen zu halten— zugunsten der Lokomotive, die dann weniger Heizmaterial verbraucht. Im Hinblick auf diese günstigen Betriebsergebnisse hat Minister Breitenbach angeordnet, daß die neu zu beschaffenden Lokomotiven allgemein mit Wärmeschutzmänteln versehen und die BeobachtungsErgebnisse ihm nach zwei Jahren mitgeteilt werden. 88 Sütersloh, 15. Juni.[Verhaftei] wurde hier gestern nachmittag der Arbeiter W. Seydel, weil er In Schersede, wo er zuletzt wohnhaft war, Kleidungsstücke sich in rechtswidriger Weise angeeignet haben soll. Die Verhaftung, die auf Veranlassung des dortigen Gemeindevorstehers erfolgte, geschah gestern nachmittag in dem Augenblick, als S. die per Post angekommenen Sachen hier in Empfang nehmen wollte. Der Verhaftete hatte hier früher schon gearbettet und sich deshalb aufs neue nach hier gewand, um Arbeit anzunehmen. 0 Sütersloh, 15. Juni.(Chausseebau Gütersloh=Steinhagen.] Gestern nachmittag hat durch die Kommissionsmitglieder eine Besichtigung der projektierten Stricke stattgefunden, die das Resultat hatte, daß zunächst eine Absteckung der beiden in Betracht komminden Linien (Kahlertstraße oder an Bäcker Uhlemeyer vorbei) erfolgen und ein übersichtlicher Anschauungsplan aufgestellt werden soll. Sodann sollen die Interessenten wegen ihrer freiwilligen Zeichnungen gehört werden. Ohne die Kommission oder die beteiligten Gemeinden in ihren Entschließungen beeinflussen zu wollen, glauben wir doch sagen zu dürfen, daß der Bau der Chaussee durch die Kahlertstraße die größten Chancen bietet sowohl für Gütersloh selbst als auch die Gemeinden, welche durch diesen Chausseebau mit uns engere Fühlung erhalten sollen. Die Bahnhofstraße würde ungleich lebhafter werden und den zu erwartenden Verkehr sehr gut bewältigen können, wohingegen bei Ausbau der anderen Linie eher eine Belastung ohnehin schon stark in Anspruch genommener Straßenzüge eintreten müßte. § Wiedenbrück, 15. Juni.(Ernennung.) Herr Amtsrichter Kersting hier ist zum Amtsgerichtsrat ernannt worden. s. Prockhagen, 15. Juni.[Schweineglöck) hat auf der landwirtschaftlichen Ausstellung in Düsseldorf der Landwirt und Bäcker Breckenkamp von hier gehabt. Derselbe hatte auf Veranlassung des Ravinsberg. Schweinezuchtverbandes eine tragende Sau zur Ausstellung geschickt, welche daselbst am dritten Tage 9 Junge warf und nun als sorgsame Mutter in der Schweine=Abtellung mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet wurde; wohl keins der Tiere erregte mehr das Gefollen der Ausstellungsbesucher als diese Sau mit den jungen Ferkeln. Die Preisrichter haben denn auch dem Tiere ihre Anerkennung nicht versagt und seinem Besitzer ein Diplom zuerkannt. Am gestrigen Tage sind die Tiere wohl und munter hier angekommen. Clarholz, 18. Juni.(Firmung.] Heute wurde hier in Herzebrock durch den Herrn Weihbischof Dr. Gockel das Sakrament der Firmung gespendet. 115 Radfahrer und 30 Reiter holten ihn von Rheda ab. Die Rhedaer hatten ein Ehrengeleit von 90 Radfahrern aufgebracht. Zielefeld, 15. Juni.[Kaiserbesuch.] Der Kaiser und die Kaiserin treffen am 29. August mittags 12 Uhr hier ein. Um 1 Uhr findet Frühstück bei Exzillenz Hinzpeter statt, worauf um 2½ Uhr das Kaiserpaar nach Münster weiter fährt. Hamm, 18. Juni.[Zwecks Beratung über die Einführung des Wanderarheitsstättengesetzes,) das nach jahrelangen Bemühungen des Pastors Frhr. von Bodelschwingh=Bethel von beiden Häusern des Landtages angenommen worden ist, tagte gestern hier eine Versammlung des Westsälischen Stationeverbandes, an der eine große Anzahl Regierungsvertreter, u. a. Landeshauptmann Hammerschmidt(Münster) und Regierungspräsident Frhr. von Coels(Arnsberg), Landräte, Bürgermeister u. s. w. aus allen Teilen der Provinz teilnahmen. Die Versammlung erklärte sich einmütig für die Einführung des Gesetzes in Westfalen, die bekanntlich den Provinzen freigestellt ist. Graf Schmiesing=Tatenhausen und Pastor Frhr. v. Bodelschwingh wurden mit der Bildung einer Kommission betraut, die die erforderlichen Maßnahmen zur Einbringung des Gesetzes im Provinziallandtag vornehmen soll. Bochum, 14. Juni.(Wahl sälschung.] Für den Bergmann Josef Oleyniczak aus Herne hatte die Reichstagswahl jetzt in übles Nachspiel vor der Strafkammer. Der Angeklagte, welcher noch nicht wahlberichtigt ist, erschien am Stichwahltage in einem Wahlbureau, um auf den Namen eines gewissen Johann Elert zu wählen. Auf Befragen versicherte er, dieser Ehlert zu sein. Durch einen Polizeibeamten wurde aber festgestellt, daß ein Namensmißbrauch vorlag. Die Strafkammer verhängte über den Wahlsälscher eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Barmen, 14. Juni.[Die Handelskammer sprach sich gegen das in gewissen Kreisen schon viel besprochene Projekt aus, im nächsten Jahre in Berlin eine Weltausstellung zu veranstalten, sie lehnte eine Beteiligung ihrerseits schlankweg ab. Sport. In Gegenwart des Kaisers, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich, des Großherzogs und der Großherzogin von Hissen und anderer fürstlicher Persönlichkeiten haben Donnerstag früh bei regnerischem Wetter die Ausscheidungsläufe für das Taunusrennen um dem Kaiserpreis an der Saalburg begonnen. Leider haben sich dabei zwei schwere Unglücksfälle ereignet, abgesehen von leichteren Unfällen. Zwei Fahrer sind schwer verwundet und mußten bewußtlos vom Platze getragen werden. Der Führer eines Adler= Wagens namens Göbel ist tot.— Am Freitag ist die mit so großer Spannung erwartete Entscheidung gefallen und damtt die heiß umstrittene Frage, wer den Preis des Deutschen Kaisers davontragen würde, gelöst worden. Leider war keinem deutschen Wagen der große Erfolg beschieden. Als Sieger aus der großen Konkurrenz geht vielmehr Italien hervor, dessen von Nazzaro gesteuerten Fiatwagen als erster das Ziel erreichte. Den zwelten Kaiserpreis, bestehend aus einer großen prächtigen Vase aus der Kgl. Porzellanmannfaktur erhält Hautvast, der einen belgischen PipeWagen gesteuert hatte. Den dritten Kaiserpreis sicherte sich der Deutsche Jörns, einst ein bekannter Radrennfahrer, auf Opel. Der Kaiser überreichte den dreien persönlich die Preise unter anerkennenden Worten. Vermischtes. * Berlin, 14. Juni. Der Verband Berliner Baugeschäfte hat beschlossen, am 1. Juli d. J. Arbeitswillige zu den alten Lohnsätzen und bei neunstündiger Arbeitszeit wieder einzustellen. * Teplitz=Schönau, 14. Juni. Auf dem MarieAntonlusschachte wurden 3 Bergleute von einer niedergehenden, drei Meter sterken Kohlenwand begraben. Sie wurden tot zu Tage gefördert. * Weilburg(Lahn), 14. Juni. Heute früh kurz nach 10 Uhr sprang der Automobil=Wagen 87A(Metallurglaue) zwischen Weilburg und der Tenne aus der Bahn. Der Führer Hugo Wilhelm wurde aus dem Wagen herausgeschleudert, brach das Genick und war sofert tot. * Frankfurt a. M., 18. Juni. Während eines schweren Gewitters schlug gestern nachmittag bei GroßUmstadt ein Blitz in ein Fuhrwerk auf der Chaussee. Der Besitzer und beide Pferde sind getötet. * Hamburg, 14. Juni. Der 30. Verbandstag des deutschen Fleischer=Verbandes ist gestern abend geschlossen worden. Der nächste Verbandtag wird im Jahre 1908 in Essen stattfinden. * Usingen, 14. Juni. Bei Nerzhausen wurde ein Mann aus diem Publikum von einem Automobil=Tourenwagen, der Depeschen beförderte, überfahren und getötet. * Hanau, 14. Juni. Gestern mittag wülete in der Kaserne des 166. Infanierie=Regiments ein Großfeuer. Der Brand ist in den Kammern, in denen die Bekleidungsstücke aufbewahrt werden, ausgebrochen. Eine große Zahl Bekleidungsstücke und Tornister sind verbrannt. * Templin, 15. Juni. Der Neubau eines Erholungsheims für Postunterbeamte am nahen Lübbesee ist in Angriff genommen worden. 51 Wohnhäuser sind vorgesehen, die je 8 bis 10 Wohnungen enthalten. In diesem Jahre sollen 6 bis 7 Wohnhäuser gebaut werden, sodaß die Anlage der„Kolonte“ etwa 8 Jahre in Anspruch nehmen wird. Jedes Haus ist mit einem Kostenaufwand von etwa 30000 Mark veranschlagt, mithin stellen sich die Gesamtkosten auf etwa 1500000 Mark. Die ersten Häuser sollen bis zum 1. April 1908 fertiggestellt sein. Die Errichtung weiterer Eiholungsheime ist beabsichtigt. * Zürich, 14. Juni. Die Ost=Schweiz ist der Schauplatz schwerer Gewitter gewesen. Im Rheintale und In Vorarlberg gingen so schwere Hagelwetter nieder, daß alle Kulturen zerstöct wurden. Mehrere Stunden nach dem Gewitter bedeckte noch eine dicke Schicht Hagelkörner den Boden. In der inneren Schweiz tobten ebenfalls furchtbare Hagelwetter, so daß selbst die Schiffahrt auf den Seen zu leiden hatte. Der Schaden ist unberechenbar. *(Ueber blinde Telephonistinnen) berichtet die Zeitschrift für Schwachstromtechnik: Ein neuer Erwerbszweig für blinde Mädchen hat sich in nicht unbedeutendem Umfange in New=Yodk mit der Ausbildung und Verwendung der Unglücklichen im Telephondienst eröffuet. Das kam so: Ein Fräulein Isaals in New=York hatte sich einer Augenoperation zu unterzlehen, in deren Folge sie erblindete. Ohne Freunde und Verwandte, war sie in der Klinik der Liebling aller geworden. In dem Spital, dessen Leiter dem jungen Mädchen gern fortgeholfen hätte, wurde zu der Zeit. ein Telephonumschalter eingerichtet. Da schlug einer der Aerzte vor, Fräulein Isaaks die Bedienung zu übertragen In zwei Tagen lernte das blinde Mädchen den Umschalter mit zehn Amtsleitungen und vierzig Sprechstellen mit unglaublicher Sicherheit zu bedienen. Auf Anregung eines Telephonbeamten, der sich bereit erklärte, junge blinde Damen von ähnlicher Leistung anzustellen, unternahm es Fräulein Isasks, Leidensgenossinnen in der Bedienung von Telephonumschaltern zu unterrichten, und führt nun einen ganzen Kurs blinder junger Mädchen in den neuen Beruf der Telephonistin ein. * Santlago de Chile, 13. Juni. Ein heftiges Erdbeben wird aus Valdivia gemeldet. Ein Zollgebäude, eine Pfarrkirche sowie mehrere andere Häuser und zwei Eisenbahnbrücken wurden zerstört: fünf Personen sollen ums Leben gekommen sein. Briefkasten. Herrn E. in S. In der Regierungs=Polizel=Verordnung heißt es:„Sensen müssen, so lange sie nicht benutzt werden, in der ganzen Ausdehnung ihrer Klinge durch einen längs der Scheide befestigten Bügel verwahrt sein. Als Zeit der Benutzung gilt auch die Zeit, in der die Sensen geschärft und in der sie auf dem Grundstücke selbst transportiert werden, dagegen nicht die Zeit, in der sie vom Hofe zu dem zu bearbeitenden Grundstück oder zurück befördert werden. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 20 Mark bestraft.“— Nach dem Wortlaut dieser PolizeiVerordnung macht sich also schon jemand strafbar, wenn er eine Sense ohne Bügel im Hause hängen hat. Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Observatorium Nachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 15. bis zum Abend des 16. Juni: Morgen fortgesetzt trocken bei wechselnder Bewölkung, mäßige südwestliche Winde, warn. Neueste Nachrichten. * Petersburg, 15. Juni. Die von Stolypin verfolgten 16 Duma=Abgeordneten sind bereits verhaftet und in das Gesängnis eingeliefert worden. In der Duma fanden wildbewegte Debatten statt, beinahe wäre es zu einem Kampfe zwischen den Parteien gekommen. Gendarmen drangen in die Duma ein, als gerade eine Nachtsitzung abgehalten wurde. Die Deputierten beschlossen, bis zur gewaltsamen Auflösung im taurischen Palais beisammen zu bleiben. Die Truppen besetzten alle Straßen in der Nähe der Duma, viele Verhaftungen wurden vorgenommen.— Die Auflösung der Duma steht unmittelbar bevor. der Personen- und Schnellzüge von Station Gütersloh. dem Eisenbahn=Fahrplan vom 1. Mai 1907. Die mit einem* bezeichneten Züge sind Schnellzüge, führen also keine IV. Klasse mit sich. Nur an Werktagen verkehren ab bezw. nach Gütersloh noch folgende Personenzüge mit 3.—4. Klasse. Gütersloh ab 548, Isselhorst ab 552, Brackwede ab 608, Bielefeld ab 625 Brake(Wests.) ab 636, Herford an 645. Gütersloh ab 658, Isselhorft ab 708, Brackwede ab 728, Bieleseld ab 733, Brake(Westf.) ab 743, Herford an 752. Bielefeld ab 620, Brackwede ab 629, Isselhorst ab 639, Gütersloh an 646 Sonnabends führt dieser Zug wie folgt: Bieleseld ab 515, Brackwede ab 600, Isselhorst ab 610, Güterslod an 617 Herford ab 708, Brake(Westf.) ab 714, Bielefeld ab 727, Braskwede ab 735 Isselhorft ab 745, Gütersloh an 702. Eiserne Bettstellen. Mossing-Bettstellen. Bettstellen für Kinder. Rosshaar-Matratzen. Kirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 16. 3. Sonntag nach Trinitatis. Missionsfest. Kollekte für die Barmer Mission. Neue Kirche ½10 Uhr: Pastor Meinshausen Alte Kirche ½10 Uhr: Pastor Kley. Kindergottesdienst fällt aus. Nachmittags 8 Uhr: Unter den Bäumen des Meierhofs: Pastor Fliedner=Beihel und Missionsinspektor Spieker=Barmen. Montag, den 17. Juni. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des blauen Kreuzes im Vereinshause. Dienstag, den 18. Juni. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des Jünglingsvereins im Vereinshause. Freitag, den 21. Juni. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Meinshausen. Sonnabeno, den 22. Juni. Neue Kirche 10 Uhr: Beichte. Pastor Meinshausen. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 16. Juni. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 8 Uhr: Dankandach. Bekanntmachung. Die unter dem Schweinebestande des Schriftsitzers Christoph Schmitz hier, Grünstraße 4476, ausgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen, unter dem Schweinebestande des Maurers Fr. Plöger hier, Grünstraße Nr. 447c, aber neu ausgebrochen. Die polizeilichen Schutzmaßregeln sind bei Schriftsetzer Schmitz aufgehoben, bei Maurer Plöger dagegen angeordnet. Güterslob, den 18. Juni 1907. Die Polizeiverwaltung. In Vertretung: Der Beigeordnete. Güth. Bekanntmachung. Die Inspekeon der InsanterieSchulen hat noch Bedarf an Leuten im Alter von 17 bis 20 Jahren, welche bei Unteroffizierschulen freiwillig eintreten wollen. Die Einstellung erfolgt noch zum Herbst d. Is. Junge Leute, im verbezeichneten Alter, welche in eine UnteroffizierSchule einzutreten beabsichtigen, wollen sich unter Vorlage eines Meldescheines zum frelwilligen Eintritt beim diesseitigen Bezirkskommando melden. Bielefeld, den 19. Juni 1907. Königiches Hezittekonmande. Messina=Zitronensaft, garantiert rein und haltbar, in Flaschen à 50. 60, 150 und 250 Pfg. W. Küster. Von hervorragenden Arzten als das Vorzüglichete anerkannt. Wenn Deine Lebensgeister erschlafft, So trinke ein Gläschen Orangen-Saft. Ob Bier Du sonst trinkest oder Wein, Ob Du gehörst zum Blaukreuzverein, Orangen-Saft, das lass’ Dir sagen Darfst Du zu trinken immer wagen. 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Italtener hin und wieder, besonders in der Stadt Gütersloh und näherer Umgebung, wurden vereinzelt Minorka, Langshan, Wyandottes und westfäl. Krüper gehalten, meistens aber nur zu Sportzwecken.“ Das ist allerdings viel gesagt aber lächelnd wollen wir darüber hinweggehen, ernst nimmt ja doch keiner diese Worte. Sollte es aber doch so gewesen sein, dann kann der Verein für Geflügelzucht und Tierschutz allerdings nach dem liebenswürdigen Urteil des Herrn Schrewe mit berechtigtem Stolz wenigstens auf die letzten 8 Jahre zurückolicken. Sie Herr Schrewe, mögen das, was Sie für die„Nutzgeflügelzuchl" geschrieben haben, wohl fest glauben, aber nehmen Sie doch mal den Katalog unserer Lokal=Ausstellung von 1906, die nur von den Mitgliedern unseret Vereins beschickt war, zur Hand, da werden Sie doch staunen, was aus den Landhühnern und einigen Itallenern in 8 Jahren geworden ist. Nicht wahr, ein schönes Resultat. Dann heißt es wetter in dem Artike!„Daß die Landwirte der Geflügelzucht keine Beobachtung schenkten, brauchte niemanden wundern, es kümmerte sich keiner darum, Belehrungen fanden nicht statt.“ Wie man sich doch täuschen kann, immer war ich selsenfest davon überzeugt, daß Mitglieder unseres Vereins, wie z. B. Herr Brinckmann und Herr Hepke, denen man doch nachsagt, daß sie große Kenntnisse auf dem Gebiete der Geflügelzucht besitzen, sich doch wohl etwas um die„Hebung“ bekümmert hätten, aber nein, durch Schrewe werden wir eines andern belehrt, daß selbst diese und noch viel weniger andere Mitglieder dieses getan. So etwas konnte denn Herr Schrewe nicht mehr mit ansehen und eine neue Vereinigung, einen Kreisverband und einige Genossenschaften, G. m. b. H. zu gründen, war das Werk weniger Tage und da gings los. Eine Bewegung ergriff den ganzen Kreis, mit dem Herrn Landrat an der Spitze. In unelgennätziger Weise stellte Herr Schrewe seine Person und sein Wissen in den Dienst dieser Sache und hielt Vorträge in landwirtschaftlichen Versammlungen über nutzbringende Geflügelzucht, diese Vorträge waren denn auch stets„von Erfolg gekrönt.“ So wurde nach und nach ein Werk geschaffen, das„bald zu den größten Deutschlands zählen wird.“ Das wollen wir auch hoffen und Herrn Schrewe den Ruhm gönnen, der ihm zukommt, wenn demnächst in ganz Deutschland neben den jetzigen Gütersloher Spezialitäten Wurst, Schinken und Pumpernickel auch„Gütersloher Küken“ genannt werden. Die erste Stufe auf dieser Ruhmesleiter ist schon erklommen, denn aus der letzten Landwirtschaftlichen Wander=Ausstellung in Düsseldorf wurden aus der großen Kolleklion, die Dank der vielen Bemühungen des Zuchtinspektors Topp, dort von dem hiesigen Kreisverband ausgestellt war, ganze 2 Hähne mit je einem 3. Preis prämtiert. In der Zeit dieser großen Bewegungen gehen derwei!„die anderen Vereine“ ihren alten Gang weiter. Ob's wohl richtig ist? Mehrere Mitglieder des Vereins für Gesügelzucht u. Tierschutz. ele aus einer ersten deutschen Cognac-Brennerei bezogen u. ürztlich empfohlen Deutsch fabrkat. Marke“ z.MR.2.— p. Orig.% Atr.Fl. „**„ 2.50 „**„ 3.— „„ 3.50 empfiehlt in ganzen und halben Flaschen H. Schlüpmann, Gütersloh. Ein gut erhaltener weißer sowie ein Kinderwagen zu verkaufen. Marienselderstr. 812. Wegen Verheicatung meines jetzigen Mädchens suche zu Herbst ein junges Mädchen für meinen Haushalt. Frau August Birkholz, Kökerstraße. Reichsbank-Diskont-Notas sind stets vorrätig bei Schmäling& Ohlbreck. Suche zum 1. Oktober ein Dienstmädchen §. W. Lasper. 2 möblierte Zimmer mit Morgenkaffee auf sofort oder später zu vermieten. We, sagt die Geschäfts. d. Zig. Ein neues Fahrrad mit Freilauf steht billig zum Verkauf. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Zig. Produkten= u. Gütersloh, 15. Juni 1907. 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Juni 1907, nachmittags 1 Uhr. läßt Herr Oekonomlerat Beckmann in Gut Röcking= hausen bei Wiedenbrück den I. Grasschnitt in seinen Wiesen meistbietend gegen Kredit verkaufen. Wiedenbrück, den 13. Juni 1907. Meiergerd, Aukt. Fernsprecher u.v Wöchentliche Gratisbeilage: Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr.: Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Nr. 7 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Sonnabend, den 15. Juni 1907 Verantwortlicher Redakteur: 10 Johannes vogt in Gütersloh.##8. Jahrgung Die heutige Nummer umfaßt S Seiten. Reichoduma=Mitslieder als Verschzwöter. Nach einer Meldung aus Petersburg erhielt der Präsident der Duma, Golowin, gestern nachmittag ein eigenhändiges Schreiben des Ministerpräsidenten Stolypin des Inhalts, er habe der Duma Mitteilungen zu machen, welche keinen Ausschub buldeten, und ersuche ihn, ihm sofort bei der Eröffnung der Duma das Wort zu erteilen, sowie auf Grund des Artikels 44 die Oeffentlichkeit auszuschließen. Diese Mitteilungen beträfen die Zugehörigkeit von DumaAbgeordneten zur revolutionären Kampfesorganisation sowie zu einem Geheimbunde für die Vorbereitung eines bewaffneten Aufstandes. Daraushin sand eine geheime Sitzung der Duma statt. Im Lause dieser Sitzung erklärten sich, wie verlautet, die Sozialisten und Polen gegen den Antrag der Regierung. Von den Kadetten war ein größerer Teil dafür, ein kleinerer dagegen. Die Minorität erklärte, nötigenfalls aus der Partei austreten zu wollen. In der Sitzung verlangte Stolypin die sofortige Verhängung von Strafen über die soztaltstischen Duma=Abgeordneten, sowie die Genehmigung dazu, den größten Teil der übrigen Sozialisten, etwa 55, zur gerichtlichen Verantwortung zu ziehen. Es heißt, daß die Kadetten den Antrag ablehnen werden. Sollt= aber dieser Fall eintreten, wird er die Auflösung der Du Folge haben. Das Duma=Palais ist von einem starken Truppenaufgebot, sowie von Gendarmen und Polizelmannschaften umgeben. Die Ziollpersonen werden von ihnen zum Weitergehen aufgesordert. Gleichzeitig mit Vorstehendem veröffentlicht die Petersburger Telegraphen=Agentur folgendes: Am 18. Mai erfuhr die Petersburger Polizei, daß die Wohnung des DumaAbgeordneten Ohsol, wo die Sitzungen der sozialdemokratischen Partei der Reichsduma stattfinden, auch von Mitgliedern der revolutionären Militärorganisation besucht würden. Diese Nachricht, die später bei der Verhaftung einiger Mitglieder der erwähnten revolutionären Organisation bestätigt wurde, gab Veranlossung zu einer Haussuchung in der Wohnung Ohsols. Bei dieser Haussuchung wurden zahlreiche Schriftstücke gefunden, welche darauf hinwiesen, daß die 55 Duma=Abgeordneten, welche die sozialdemokratische Fraktion in der Duma bilden, sich zu einer verbrecherischen Vereinigung organisiert haben, um die durch Grundgesetze festgelegte Regierungsform mittels eines Volksaufstandes umzustürzen und eine demokratische Republik einzuführen. Zur Erreichung dieser Ziele traf die Vereinigung folgende Maßnahmen: Sie trat in Verbindung mit einer geheimen verbrecherischen Vereinigung, welche sich„Zentralkomitee der Selbstverleugnung. Wenn du den guten Willen hast, Mit andern Freud und Leid zu teilen, ## Zu tragen willig jede Last I Und jede Wunde gern zu heilen, Wenn selbst kein Opfer dir zu groß, Des Nächsten Wohl und Glück zu stiften, Ob auch die Boshelt Stoß auf Stoß 4 Bestrebt, dein Dasein zu vergisten, Dann zeige, deinem Grundsatz treu, Den wahren Adel deiner Seele. Gedurdia trage, was es sei, Der Andern Undank dich nicht quäle. Sei nur gewiß, der Boshel“ Tücke Vermögen kurz nur standzuhalter, Der Pfeil, er wendet sich zurücke Und wird des Schützen Herz zerspalten. Es muß der Freund vor Scham erröten, Daß er nach deinem Glück getrachtet, Hört er statt Fluchens für sich beten, Steht er sein Treiben unbeachtet. Drum halte aus und ohne Wanken, Der Siegespreis, er kann nicht fehlen: Der Selbstverleugnung wirst du's danken, Darfst zu den Edlen du dich zählen. (Rachdruck verboten. J. Blankenhahn, 8öin Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treller. (45. Forisetzung.)—(Rachdruck verboten.) Nach Tisch hatte sich Hohenthal auf sein Zimmer zurückgezegen, das er aber bald verließ, um die einsamen Schatten des Parkes aufzusuchen. Während er finnend die jüngsten Ereignisse in seinem Geiste vorüberziehen ließ und von neuem sich vergegenwärtigte, wie nahe der Todesengel an ihm vorübergeschritten war, dann sich das liebe Bild Miß Bolions, die so unerwartet wieder seinen Lebenspfad gekreuzt, zurückrief, stand bei einer Wendung des umbuschten Weges diese plötzlich vor ihm. Sie war nicht minder über diese Begegnung überrascht als er. Ein Zug herzinniger Freundlichkeit erschlen in seinem Gesicht, als er sie erblickte. russischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ nennt, sowie mit dem Petersburger Komitee dieser Partei und einer ganzen Reihe der dem Zenkralkomitee unterstellten Lokalkomitees. Ferner ordnete sie sich einer Organisation des Lokalkomitees unter, leitete aber selbst zur Vorbereitung eines Volksaufstandes die Tätigkeit der an verschiedenen Orten des Reiches entstandenen Geheim=Komitees. Auch versandte sie an die Geheimkomitees Zirkulare, in denen die Agitatoren beauftragt wurden, das Volk gegen die Regierung, den Adel, die Beamten und die Gutsbesitzer aufzuwiegeln. Weiter beauftragte sie die verbrecherischen Gehelmkomitees, die von ihnen aufgewiegelten Bauern, Arbeiter und Soldaten zu geheimen Vereinen, Iilialen und Gruppen zu vereinigen und alle Gruppen wiederum zu dem Zweck= zu einigen, um Unzufriedenheit und Erregung der ärmeren Volksklassen, zur Inszenierung eines gemeinsamen Ausstandes des Militärs, der Bauern und der Arbeiter auszunötzen. In einem an die Bauern gerichteten Aufruse forderte die Vereinigung diese auf, Vereine zu bilden, und sich mit den Arbeitern in Verbindung zu setzen, um sich zum offenen Kampfe mit der gesetzmäßigen Regierungsgewalt Rußlands und zur Aneignung der Staatsgewalt und Uebernahme dieser Gewalt durch die Volksvertretung bereit zu halten. Mit der geheimen verbrecherischen Vereinigung, die als nächstes Ziel ihrer Tätigkeit die Vorbereitung eines militärischen Aufstandes betrachtete, und sich„Militärorganisatien der russischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ nennt, trat die Vereinigang in direkte Verbindung durch eins ihrer Mitglieder, nämlich durch den Abgeordneten Gerus. Dieser leitete am 12. April in Petersburg eine geheime Versammlung einer der Organisationen der erwähnten Vereinigung. Ferner nahm die sozialdemokratische Parlei der Reichsduma Instruktionen von Angehörigen der Wilnaer und Petersburger Garnison entgegen und empfing einen Abgeordneten der Petersburger Garnison, der sie Mithülfe versprach. Die erwähnte Vereinigung bildete den Mittelpunkt, in dem sich die revolutionären Forderungen des Lokalkomitees, der geheimen Verbände und Gruppen der ärmeren Volksklassen wegen Einberufung einer Constiluante und gewaltsamen Einführung der demokratischen Republik Rußland konzentrierte. Alle Geheimkomitees sandten dieser Vereinigung Berichte ein, sodaß die Vereinigung auf diese Weise über die revolutionären Kräfte und Mittel Buch führen konnte. Sie berief die Vertreter des Geheimkomitees, um ihnen Instruktionen zu erteilen, und entsandte Mitglieder in gesetzwidrige Arbeiterversammlungen, damit sie dort Brandreden hielten. Auch verfügte die Vereinigung über salsche Pässe, womit sie solche Personen versorgte, die sich „O. Miß Nelly, welcher gute Genius führt Sie mir entgegen?“ „Der gute Gensus heißt Mrs. Walton. Sie hat mich meines Dienstes enthoben und Miß Victoria mir Gastfreundschaft auf Milmington gesichert. Mr. Standford hat mich sreundlich aufgenommen, seit vorgestern weile ich hier unter seinem Schutz.“ Miß Bolton wollte nicht hinzufügen, daß, wie ihr Vietoria gesagt, die Begegnung mit ihm wesentlich Schuld an ihrer Verbannung sein müsse. Auch glaubte sie, daß dies nur ein Vorwand sei, um sie, die nicht die Gunst der Herrin von Woodhill genoß, zu entferney. „Sie armes Mädchen!“ sagte er teilnahmsvoll. „Es tut mir auch weh, von Miß Walton scheiden zu mässen, die sehr vereinsamt ist.“ Er schritt langsam neben hin, sich wundernd, daß der Name Mrs. Walton zweimal an einem Tage bedeutungsvoll vor seinem Ohr erklang. Sie sagte nach einiger Zeit: „Doch wie kommt es, daß ich Ihnen hier begegne, Mr. Hohenthal?“ Er erklärte es ihr mit kurzen Worten.„Es wäre mir lieb, da ich einmal als Mr. Wanderer hier vorgestellt bin— ein Name, den ich mir auf meinem Wanderleben beigelegt habe, wenn auch Sie mir diesen Namen für die kurze Zeit meines Verweilens hier geben würden. Es hat keinen Zweck mehr, in der Vergangenheit zu wühlen— Hohenthal ist tot— ich bin ein Wanderer, nichts mehr.“ Nach einer Weile fragte sie: „Und Sie haben keine Kunde von Ihrer Frau und Ihrem Kinde erlangt?“ „Würden Sie mich sonst als Ahasver die Welt durchsuchend finden? Dieses furchtbare Weib hat mich ruhelos auf Erden gemacht!“ Er sah finster aus, als er das sagte. Sie aber fuhr fort:„Und Ihre Verwandten? Ihre Freunde? Alle haben Sie hinter sich geworsen?“ „Es liegt ein bitterer aber gerechter Vorwurf in dem, was Sie da sagen. Aber wie ein fressend Gift, das weiter und weiter um sich greift, nagt der Schmerz an meiner einer Versolgung durch die Obrigkeit entziehen wollten. Gegen 55 Duma=Abgeordnete wurde die Untersuchung eröffnet Sie unterliegen dem Gesetze zufolge der zeitweiligen Ausschließung von den Duma=Sitzungen. 16 von ihnen, welche an der Tätigkeit der verbrecherischen Vereinigung hervorragend Anteil genommen haben, werden auf Verfügung der Staatsanwaltschaft in Haft genommen. Wie oben mitgeteilt, hat die Regierung diese Frage heute in der Duma vorgebracht. Sie kam zu dem Schlusse, daß die 55 Abgeordneten sofort von der Duma auszuschließen seien und beantragte die sofortige Erfüllung der von der Staatsanwaltschaft gestellten Forderungen, daß die 16 Abgeordneten unverzüglich in Haft zu nehmen seien.“ Schiffsjungenlausbahn in der Kaiserlictzen Marine. Durch eine neuerdings erlassene Verfügung der Marineverwaltung ist der Einstellungstermin für Schiffsjungen der Kaiserlichen Marine vom Frühjahr auf den Hebst verlegt worden. Dementsprechend werden Anfang Oktober d. Is. 850 Schiffsjungen zur Einstellung gelangen. Das Einirtttsalter als Schiffsjunge soll durchschnittlich 15½ Jahre betragen, der einzustellende Junge darf aber nicht jünger als 14½ und nicht älter als 18 Jahre sein; die Einstellung unter 15 Jahren Lebensalter setzt besonders kräftige Körperentwicklung voraus. Gleichzeitig mit dieser Neuordnung des Eintritts hat auch der Ausbildungsgang der Schlffsjungen eine Veränderung erfahren. Sie werden in Zukunft für das Winterhalbjahr auf dem in Mürwik bei Flensburg verankerten alten Panzerschiff„König Wilhelm“ untergebracht, um in die Anfangsgründe ihres neuen Berufes eingeweiht zu werden, und treten erst im nächsten Sommer die übliche längere Auslandsreise an. Nach zweijähriger Dienstzeit als Schiffsjunge erfolgt die Ernennung zum Matrosen und nach ungefähr vier welteren Jahren, also in einem ungefähren Lebensalter von 22 Jahren, die Besörderung zum Unteroffizier. Die Marineverwaltung übernimmt ohne Zuschuß von seiten der Eitern von dem Augenblick der Einstellung des Jungen die Sorge für Weiterbildung, Bekleidung und Verpflegung, verlangt aber, daß der Junge sich zu einer über die gesetzliche Dienstzeit von drei Jahren hinauslausenden weiteren Dienstzeit in der Marine als Eutgelt für seine Lehrjahre verpflichtet. Die Snmeldungen für die Schiffsjungeneinstellung sind bis zum 1. August an die zuständigen Bezirkskommandos, die auch über die Einzelvorschriften näheren Bescheid erteilen, zu richten. Seele und treibt mich ruhelos umher. Anfangs hoffend, suchend, später hoffnungslos, fast apathisch— fort und immer sort. Mein Leben ist zerstört, ein neues kann ich nicht beginnen. „Das hätte ich von dem willenskräftigen Mann, der selbst die Schrecken einer Irrenanstalt stoisch ertrug, nicht erwartet.“ Hohenthal sah fie überrascht, fast beschämt an, sie aber fuhr fort:„Einem Manne wie Sie bietet sich die Welt zu neuem Schaffen dar und in der Arbeit wird der Schmerz leichter.“ „Ste haben mich kräftiger gehalten, als ich bin. Des Schicksals Schläge haben mich gebrochen.“ „Nein, Mr. Hohenthal, so dürfen Sie nicht sagen. Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt. Durch ihre Unterredung mit meinem Vater, die ich belauscht habe, ward ein guter Teil meines Innenlebens zerstört, der Zusammenbruch meines äußeren Daseins folgte, und elternlos, arm stand ich im Treiben des Lebens. Aber ich habe nie den Mut verloren und meine bescheidenen Talente ausgenutzt, um mir als Erzieherin eine Existenz zu gründen.“ „Und sind Sie grücklich?“ „In dem Bewußtsein, steis meine Pflicht ganz erfüllt zu haben, ja.“ „Ein großes Wort!“ „Und dieses Glück kann sich jeder verschaffen.“ „Es klingt dies wie ein Vorwurf—“ „Vorwurf, nein! Noch liegt ein langes Leben vor Ihnen—“ „Voll Trübsal.“ „Nein. Wollen Sie nur energisch, und dem Wollen wird Segen folgen.“ Wieder ging er schwelgend neben ihr. „Sie sind ein tapferes Mädchen,“ sagte er dann, und ein Blick der Verwunderung streifte ihr hübsches, jetzt so energisch aussehendes Gesicht,„wäre ich Ihnen doch vor Jahren begegnet.“ „Wenn gute Wünsche ein Lebenslos freundlich gestalten könnten, müßte der Ihre dornenlos gewesen sein— ich habe Ihrer oft voll Teilnahme gedacht.“ Lokales und Provinzielles. Verein.] Auf das morgen stattfindende Stiftungssest des des Kraft=Sport=Vereins machen wir hiermit nochmals aufmerksam. Der nachmittags 2 Uhr beginnende Festzug bewegt sich durch folgende Straßen: Blessenstätte, Feldstraße, Baumstraße, Königstraße, Kökerstraße, Bahnhofstraße, Berlinerstroße, Blessenstätte Chausseestraße zum Festplatz. Die Anwohner genannter Straßen werden gebeten, ihre Häuser zu beflaggen. „!“ Eütersloh, 15. Juni.[Feuerwehrsache.) Für den am 22. Juni in Hagen statlfindenden 17. Westfälischen Feuerwehr=Verbandstag hat die Frelw. Feuerwehr Bielefeld den Antrag gestellt: Der Verbandstag wolle beschließen, den Ausschuß des Verbandes zu beauftragen, an Allerhöchster Stelle die Bitte vorzutragen, daß ein Feuerwehr=Ehrenzeichen für 25jährige freiwillige Dienstzeit gestiftet und an Wehrmänner, gleichviel welchen Standes, verliehen wird. Süteroloh. 15. Juni.[Verband rheinischwestsälischer Stenographen System Gabelsberger. Vom 6. bis 8. Juli findet in Bielefeld die 42. VerbandsVersammlung statt. Das Programm für den Verbandstag ist nunmehr festgesetzt wie folgt: Sonnabend, den 6. Juli, nachmittags 5 Uhr: Vertreter=Versommlung, die sich in der Hauptsache mit inneren Verbands=Angelegenheiten zu beschäftigen hat. Sonntag, den 7. Juli, vormittags 9 Uhr: Oeffentliches Wettschreiben in verschiedenen Abteilungen; gleichzeilig Jahres=Versammlung der Verbands=Lehrerverelne, sowie der rheintsch=westsälischen Mitglieder dis deutschen stenographischen Buchdrucker=Verbandes; vormittags 10 ½ Uhr: Oeffentliche Hauptversammlung. Seitens der Stadt wird die Versammlung durch Herrn Geh. Regierungsrat Oberbürgermeister Bunnemann begrüßt werden. Die Festrede hat Herr Ober=Regierungsrat Pros. Dr. Clemens vom kgl. stenographischen Institut in Dresden übernommen. An die Hauptversammlung schließt sich ein Festessen, danach Besichtigung der Stadt, der Sparenburg und des Johannisberges. 8 Uhr abends: Abendfest. Mit dem Verbandstage ist auch eine Ausstellung stenographischer Arbeiten, Schreibmaschinen 2c. verbunden. Am Montag findet ein Ausflug nach dem Teutoburger Walde statt: Detmold, Hermannsdenkmal, Externsteine 2c. Es stehl zu erwarten, daß die Beteiligung der auswärtigen Verbandsvereine mit Rücksicht auf die gegenwärtige stenographische Lage, Einigungsfrage usw. diesmal eine besonders starke sein wird. SS Asselhorst, 14. Juni.[Blehmarkt.] Bekanntlich ist die Kirmes in unserer Gemeinde stets mit einem Vlehmarkt verbunden. Der Auftrieb an Schweinen und Rindvieh war bedeutend größer als am vorigen Jahre; man zählte gegen 90 Wagen mit Ferkeln, Stangen und Sauen und ebensoviel Stück Rindvieh. Der Handel war nicht sehr lebhaft; allgemein hörte man Klagen über hohe Getreide= und niedrige Schweinepreise. Ferkel kosteten 10—11 Mk., Stangen 20—25 Mk. und alte Sauen zum Mästen geeignet, 80—50 Mk. das Stück(im vorigen Jahr 90—120 Mk.) Milchkühe erzielten Preise von 800—450 Mk. Pünde, 15. Juni.[Das Ravensberger Misstonsfest] wird in altgewohnter Weise am Mittwoch, den 8. Juli, abgehalten. Warendorf, 18. Juni.(Ertrunken.] Wie alljährlich, so weilte auch jetzt wieder Herr Kanzleirat Rol aus Ahlen mit seiner Familie in der Sommerfrische au dem Gute Bockholt in Velsen. Der fünfundzwanzigjährige Sohn Johannes, der in einigen Tagen in ein Kaufmannsgeschäft zu Coesfeld eintreten wollte, erhielt am Dienstag din Besuch zweier Freunde aus Ahlen. Nachmittags um 8 Uhr badeten die drei jungen, des Schwimmens durchaus kundigen Leute in der nahen Ems. Hier muß den Herrn Rolf ein Herzschlag getroffen haben; ohne daß die beiden Freunde es bemerkten, sank er unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Erst am anderen Morgen konnte die Leiche, die inzwischen etwas abwärts getrieben war, geborgen werden. Greven, 18. Juni.[Eine weibliche Leiche wurde heute von einem Fräulein im sog. Mersch hinter der Schöneflieth entdeckt. Dem Anscheine nach handelt es sich um eine Angehörige der besseren Stände. Der Körper trug eine helle Bluse, die vom Wasser zerfressen war, an den Füßen waren Strümpfe und Stiefeletten, sonst war der Körper völlig nackt. Die Person schlen in den 30er Jahren zu stehen und war verheiratet, vermutlich lag die Leiche 8—14 Tage im Wasser. dem Kreise Teckleuburg, 14. Juni.[Di Klebekarten] machen vielen Leuten noch immer Kopfzerbrechen. Daß sogar gewöhnliche Briefmarken anstelle der Beitragsmarken verwandt werden, sollte man aber für unmöglich halten. Und doch ist dieser Tage auf dem Bureau eines größeren Amtes im hiesigen Kreise ein solcher Fall vorgekommen. Ein Klebepflichtiger präsentierte eine schön und sauber mit„richtiggehenden“ 20 Pf.=Marken vollgeklebte Qutttungskarte zum Umtausch. Der Schaden, den der Kleber der Marken erlitt, ist ein recht erhedlicher, da ein Ersatz der vorschriftsmäßig entwerteten Marken unstatthaft war. Pertmund, 10. Juni.[Handwerterkasse.] In der letzten Vollversammlung der Handwerkskammer wurde beschlossen, für den Handwerkskammerbezirk Dortmund eine Krankenunterstützungskasse für selbständige Handwerker zu errichten und ihr als Grundstock 1000 Mark zu überweisen, falls sich mindestens 400 selbständige Handwerker zum Beitritt bereit erklären. Diese Zahl ist überschritten und somit das Zustandekammen der Kasse gesichert. Oberhansen, 13. Juni.[Ein Opfer seines Berufs.] Gestern abend gegen 10 Uhr wurde der Polizeikommissar Eidam aus dem benachbarten Bruckhausen erstochen. Bei einer in Bruckhausen wohnenden polnischen Familie, die ihre Steuern nicht bezahlen wollte, wurden verschiedene Gegenstände gepfändet. Die Eheleute lehnten sich gegen diese Pfändung auf und skandalierten auf der Straße, sodaß ein Straßenauflauf entstand. Die Polizel griff sofort eln und wollte die Menge auseinandertreiben. Allein ein Mann widersetzte sich, und als der Sergeant den Mann abführen wollte, sprang die Frau des Mannes auf den Polizeibeamten ein und zerkratzte ihm das Gesicht, sodaß er den Mann loslassen mußte. Später gelang es, den Widerspenstigen festzunehmen. Inzwischen war der Auflauf stärker geworden, und die Polizei vermochte die Menschenmenge nicht zu zerstreuen. Der Tumuli zog sich allmählich von der Luisenstraße nach der Albrechtstraße zurück. Dort entstand gegen 9 Uhr ein Handgemenge zwischen der Poltzei und den Tumultuanten. Fürchterlich war das Schreien der Weiber. Bald darauf erschten der Kommissar Eidam auf dem Schauplatz der Lärmszenen. Er befahl den Schutzleuten, mit der blanken Waffe vorzugehen. Kaum hatte er diese Worte ausgegesprochen, da sank er leblos zu Boden. Die beiden Schutzleute, die unmittelbar vor ihm hergingen, trugen ihn sofort in die Wirtschaft von Martin, wo ein schnell herbeigeeilter Arzt nur noch den Tod seststellen konnte. Der den Tod herbeiführende Stich war durch die Schläfe ins Gehirn gedrungen. Fünf Personen wurden virhaftet. Wer den lödlichen Stich geführt hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Sofort wurde eine Verstärkung der Schutzleute von Hamborn herbeigeholt, um den Aufruhr zu dämmen. Die betr. Straßen wurden gesperrt. Die Tumultszene dauerte jeboch noch über eine Stunde an. Der ermordete Beamte hinterläßt eine Frau und vier####— Die Obduktion der Leiche hat zu einem posttlven Ergconis nicht geführt. Die Ursache schien nach ärztlichem Gutachten zweifelhaft. Die inhaftierten Personen sind inzwischen wieder freigelassen worden. Die Ermittelungen nach dem Täter, der dem Beamten den tötlichen Schlag versetzt hat, werden fortgesetzt. Remscheid, 18. Juni.[Erstochen.] In einer hiesigen Schleiferei kam es gestern abend nach Feierabend wischen zwei Pliesterern zu einem Wortwechsel, wobei der 3lesterer Mey dem Kollegen Ohle mehrere Misserstiche im sicht, Hals und Brust beibrachte. Der Schwerverletzte konnte sich noch bis zur Treppe schleppen, wo er hinabstürzte und alsbald verstarb. Der Täter flüchtete in den Wald, wo er während der Nacht von Polizeibeamten verhaftet wurde. Düsseldorf. 12. Juni.[Das Defizit] der hier abgehaltenen Landwirtschafts=Ausstellung beträgt rund 17·000 Mark. „Und ich,“ sagte er innig,„habe nie den guten der mich in einer Zeit tiessten Elends vor Verzweiflung schützte, vergessen.“ Eine leise Röte erschien in ihrem Gesicht, die mehr durch den Ton, in dem diese Worte gesagt wurden, als durch diese selbst hervorgerusen wurde. „Lassen Sie uns zum Hause zurückgehen.“ Als sie sich wandte, kam ihnen Miß Clare entgegen, die herzlich den Fremden begrüßte, der so viel Teilnahme an Mr. Hemy zeigte. Am Abend saßen Mr. Stanford, seine Tochter und Miß Bolton mit dem Fremden beisammen in traulichem Gespräch. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte Hohental wieder den Zauber eines Familienkreises, die wohltätige Nähe echter Welblichkeit.(Fortsetzung folgt.) gestellt werden können, 250 886, also 16,2 Proz., Veteranen. Aus der Bundeskasse wurden für Unterstützungs= und Wohlfahrtszwecke in den Jahren 1905/06 ausgegeben: Unterstützungen an Kameraden 841 775 Mark, an Witwen 104709 Mark, Notstandsunterstätzungen 26 630 Mark, aus dem Stockmarrfonde 4789 Mark, besondere Unterstätzungen 615 Mark, Unterhaltungskosten der Waisenhäuser 817 930 Mark. Zusammen 1905/06 796898 Mark. Die Fechtanstalt hatte in dem Jahre 1905 einen Reingewinn von 183860.64 Mark und im Jahre 1906 einen solchen von 150 141,72 Mark zu verzeichnen. Der Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes brachte das Jahr 1906 den größten Zuwachs an Versicherungssummen seit Bestehen der Kasse. Am Ende des Jahres 1906 betrug der Versicherungsbestand 81 082 Versicherungen über 19 538821,26 Mark Versicherungskapital. In den beiden ersten Monaten des Jahres 1907 sind bereits die ersten 20 Millionen an Versicherungssumme Überschritten. Das Kapitalvermögen des Deutschen Kriegerbundes betrug am Schlufse des Jahres 1906: 1 260635,50 Mark. Posen, 14 Juli. Das heute von der 4. Zivilkammer verkündete Urteil in der Kwileckischen Kindesunterschiebungssache schiebt der Gräfin Wencierska Kwilicke folgenden Eid zu: Ich schwöre:„Es ist unwahr, daß mir der am 27. Januar 1897 in Berlin geborene Sohn die Antella Andruszewska aus Krakau beigeschafft hatte“.— Falls die Beklagte sich weigern sollte, den Eid zu leisten, wird das strittige Kind der Klägerin, Frau Cäcllie Mayir, zugesprochen. * Neapel, 12. Juni. Als gestern auf dem Korso Garibaldi durch einen Straßenbahnwagen eine Frau mit ihrem Kinde überfahren und gelötet wurde, geriet das Publikum in größte Erregung und beging Akte des Vandalismus gegen Straßenbahnwagen an dieser und anderen Stellen der Stadt. Zwei Wagen wurden in Brand gesteckt. Polizeimannschaften und Soldaten übernahmen den Schutz der Straßenbahn und vertrieben die Menge. *[Der Bildhauer im Gefängnis.) Aus Rom wird berichtet: Der bekannte italienische Bilbhauer Gisa riello, der sich wegen der Ermordung seiner Frau seit mehr als 18 Monaten in Neapel im Untersuchungsgefängnis befindet, hat nun die Erlaubnis erhalten, seine Kunst auszuüben. Er hat eine Gruppe modelliert, die den König und die Königin gemeinsam mit dem Kronprinzen darstellt. Das Wiik soll in Bronze gegossen und im Gefängnis aufgestellt werden. Die Idee zu der Arbeit entstammt einer Ansichtskarte mit dem Bildnis des kleinen Thronfolgers, die Gifariello ins Gefängnis geschickt bekam. Er begann vor zwei Monaten zu arbeiten; die Bitte des Künstlers, zur Vollendung des Werkes ein Kind als Modell zu ihm ins Gesängnis zu lassen, wurde abgelehnt, und so war Gifartello nur auf die Ansichtskarte angewiesen. Sein Prozeß, dem man mit großem Interesse entgegensieht, wird in kurzer Zeit beginnen. *( J u n g b r u n n e n.]„ S t e h t I h n e n e n t z ü c k e n d— fünf Jahre jünger macht Sie so'ne große Straußfeder!“ —„Wirklich? Und könnte man nicht noch sichs Federn dazu stecken?“ Am Montag, den 17. d. Mis. finden die Bataillonsbesichtigungen des Infanterie=Regiments Nr. 15 auf dem Truppenübungsplatz Senne statt. Zur Teilnahme an den Besichtigungen treffen in der Senne ein: Seine Exzellenz der kommandierende Herr General des 7. Armeekorps, General der Kavallerie Frhr. v. Bissing und Seine Exzellenz der Herr Kommandeur der 18. Division, Generalleutnant von Zwehl. Die Herren nehmen in Begleitung ihrer Adjutanten im Sennelager Quartier. * Nordhausen, 13. Juni. Die St. Johanneskirche in Ellrich ist gestern abend bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Die beiden Türme stürzten nach 8 Uhr zusammen; einer fiel auf das Wohnhaus des Küsters und setzte es in Brand. Die Orgel und das Geläute sind völlig zerstört. 5 Glocken, ein Geschenk Kaiser Wilhelm I., waren aus dem Metall erbeuteter Kanonen gefertigt. Die Stadt war lange Zeit gefährdet. *[Die 27. Hauptversammlung der Deutschen Reichsfechtschule) sand unter Beteiligung der Abgesandten von mehr als 200 Zweigvereinen aus allen Teilen Deutsch= lands am 9. ds. Mis. im Rathaussaale zu Halle a. S. statt. Die Verhandlungen leitete Rechnungsrat Freudenberg Berlin als erster und Geh. Regierungsrat Geib als zweiter Vorsitzender. Wie dem von dem Geh. Justizrat Dr. Schwabe=Magdeburg erstatteten Verwaltungsberichte zu entnehmen war, belaufen sich die zugunsten armer Waisen im Jahre 1906 erzielten Einnahmen auf rund 51000 Mark, so daß die Deutsche Reichsfechtschule nunmehr ein Sammelergebnis von zusammen 2172000 Mark zu verzeichnen hat. In din 5 Heimstätten zu Lahr, Magdeburg, Schwabech, Salzwedel und Niederbreisig a. Rh.— den sogenannten Reichswaisenhäusern— erhalten 240 verwaiste Knaben und Mädchen, und zwar zum größten Teil unentgeltlich, eine gute Erziehung für ihren künftigen bürgerlichen Beruf. Als Tagungsoet für die nächste Haupt versammlung wurde München luestimmt. *[Der Deutsche Kriegerbund) zählte am 1. April 1907 18069 Vereine mit 1 545 279 Mitgliedern. Hiervon waren, sowelt das durch die Beteranenstattstik hat festfür die Zeit vom 8. bis 14. Juui 1907. Stadt Güterslob. Geburten: Söhne: Ober=Postschaffner Karl Kosfeld. Töchter: Weber Wilhelm Thumel. Schriftsetzer Karl Preuß. Aufgebote: Färbereibesitzer Wilhelm Strothotte hier und Alwine Rottbrock, Blankenhagen. Maurer Friedrich Niemann und Ida Matischat, beide hier. Eheschließungen: Oberfeuerwerker Wilhelm Heddesheimer in Koblenz und Elisabeth Ilges hier. Dekorateur und Polsterer Georg Langert und Martha Saalbach, beide hier. Sterbefälle: Witwe Katharine Angenese Uthoff geb. Fauft, 86 Jahre 7 Monate alt. Maurer Johann Friedrich Hermelbracht, 39 Jahre 11 Monate alt. Martha Johanne Pahlke, 29 Jahre 6 Monate alt. Amt Gütersloh. Geburten: Söhne: Fabrikarbeiter Karl Hark zu Sundern. Lokomotivheizer Hermann Bruns zu Sundern. Bahnarbeiter Heinrich Gierhafe zu Sundern. Töchter: Tagelöhner Heinrich Wittreck zu Sundern. Maurer August Hasselmeier zu Nordhorn. Eheschließungen: Steindrucker Friedrich Wagemann mit Johanne Welpotte, beide zu Nordhorn. Fabrikarbeiter Ludwig Strothmann zu Blankenhagen mit Wilhelmine Sielemann zu Pavenstädt. Sterbefälle: Johanne Wixforth zu Gütersloh, 11 Monate alt. Witwe Katharine Strothmann geb. Amtenbrink zu Nordhorn, 65 Jahre 9 Monate alt. Märkte. 17. Juni. Lette: Kram- und Viehmarkt. 18.„ Gütersloh, Bielefeld, Lübbecke: Blehmarkt. Herford, Detmold: Kram= und Viehmarkt. 19.„ Warendorf: Vieh= und Pferdemarkt. Preuß.=Oldendorf Kram= und Vlehmarkt. Lengerich i. W.(Bhf.), Osnabrück, Stadthagen: Viehmarkt. 20.„ Halle, Bückeburg: Viehm. Tecklenburg: Kram= u. Blehm. 21.„ Ennigloh: Viehmarkt. — Königl. Preuss. Staatsmedallle Seidenhaus Michels& Cie. BERLIN SW. 19, Leipziger Strasse 48-44 Deutschlands grösstes Seidengeschäft uis= Seidenskoffe in seiner Krefelder Fabrik und versendet Proben von diesen und anderen erstklasgigen Fabrikaten: Glatte Meter 1.—bis 8.50M. Gemusterte Meter 1,50 bis 15.-M. " sowle Katalog von Seidenen Blusen, Jupons, Morgenröcken umgebend und franks.— Kenner trinken Kronen=Korn oder König'schen Alten Korn. Um unsern Kundenkreis schneller zu vergrössern, liefern wir vom 9. bis 23. d. Mta., nochmals 6 Visit-Photographien zu 2.50 Mk. 6 Cabinett-„ zu 7.— Mk. in anerkannt tadelloser Ausführung. Familienbilder werden fast bis zur Hälfte der sonst üblichen Preise geliefert. Aufnahmen in und ausser dem Hause. — Garantie für Haltbarkeit.— Vergrösserungen werden von jedem Bilde in naturgetreuer Wiedergabe hergestellt. H. Knauf, Münsterstr. 187. Haarausfall! Haarfrass! Haarspalte! Kahlköpfigkeit! 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Probenummern versenden an jedermann umsonst und portofrei Berliner Neueste Nachrichten Hauptexpedition: Berlin SW 11, Königgrätzerstr. 42. der Stadtverordneten versammlung zu Gütersloh am Dienstag, den 18. Juni 1907, nachmittags 5 Uhr. Tages=Ordnung: 1. Antrag des Magistrats auf nochmalige Beschlußfassung bezw. der Gründung eines Gesamtschulverbandes bestehend aus der Stadt Gütersloh, der Landgemeinde Gütersloh und der Bauerschaft Kattenstroth an Stelle der aufzulösenden katholischen Schulsozleät Gütersloh=Kattenstroth. 2. Antrag des Magistrats auf Festsetzung des Einkommens für den am 1. Mal 1908 anzustellenden neuen Bürgermeister. 3. Antrag des Magistrats auf Bewilligung einer Jubiläumsgabe von 300 Mark für die ArbeiterKolonie Wilhelmsdorf an Herrn Pastor Dr. von Bodelschwingh an Stelle des im Haushaltsetats ausgeworfenen Betrages von 100 Mark. 4. Antrag des Magistrats auf unentgeltliche Hergabe des Wassers aus der städtischen Wasserleitung zur Besprengung der neu einzurichtenden gärtnerischen Anlagen auf dem Platz bei der neuen Kirche. 5. Gesuch an den Magistrat bei der Betriebsleitung der Teutoburger=Wald=Eisenbahn dahin vorstellig zu werden, daß dieselbe bei der königlichen Eisenbahnbetriebs=Direktion beantragt, den Tarifzuschlag für den Bahnhof der Teutoburger=Waldbahn fallen zu lassen. 6. Vorlage der Verwaltungsübersicht und der Jahresübersicht betr. den Stand der Stadtkasse am Schlufse des Rechnungsjahres 1906. 7. Vorlage der Uebersicht betr. den Stand der Stadtkasse am Schlusse des Monats Mai. Zu dieser Sitzung ladet ergebenst ein Gütersloh, den 18. Juni 1907 August Niemöller. Fliegenhüte Fliegenkeim Fliegenfänger Fliegengraß Bacherlin. Dalma Insektenpulver. Drogerie E. Hoffschildt. Fr. Schrewe Gütersloh, Bleisfelder Chaussee Spezial-Betten-Geschäft. Grosses Lager ochteiner, sehr sorglällig gereinloter Bettfedern u. 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Juni auf den Wiesen östlich der Lippstadt=Mastholter Chaussee. Anfang wie seither um 10 Uhr an der Fußbrücke am Walde. 2. Dienstag, den 18. Juni auf den Wiesen westlich der Wiedenbrücker Chaussee. Anfang um 10 Uhr beim Wiesenhause daselbst. Mentzelsfelde, im Juni 1907. Gutsverwaltung Mentzelsfelde. Vor und nach dem Verkauf Geldempfang auf der Rentei. Kinder““ Wäsche aller Art am billigsten und in großer Auswahl bei Otto Honcamp Meine: Aussteuer-Artikel Fertige Betten Betttedern u. Daunen Inlettstoffe. Eiserne Bettstellen in nur allerbesten Qualitäten zu billigsten Preisen Dampf-Bettiedern-Reinigungs-Maschine empfehle beim Umfüllen gebrauchter Betten. Durch sorgfältiges Entstäuben und Dämpfen werden die Federn wieder wie neu. Betten- und Aussteuer-Geschäft J. H. Manecke. Fortsetzung des Husverkaufes bis zum 22. ds. Mts. Friedr. Viemann Wwe. Modes! 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Die Musik wird ausgeführt vom gesamten Güterloher Stadtorchester. Uintntte Dnoigeruonzert à Person 20 Pfg. Festkarten für Herren, KINTTIIIS-PTEISR“ weiche gleichzeitig zum Besuch des Frühschoppen=Konzert berechtigen, Miurnis PToido:4 Person 1 Mk., Fesikarten für Damen à 50 Pfg. Konzertkarten à 50 Pfg. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Der Fest-Ausschuss. SITEOEONT-E Spazierstöcke, Schirme und Pfeifen empfiehlt in großer Auswahl Wilh. Uekmann, Drechslerinstr. Schulstraße. Revaraturenprompt u. billig. 29., 30. Juni, 1. Juli. 58 Marine-Ausstellung s## 29. Juni bis 15. Juli Fahrräder, von gets. Private Mk. 65 an. Fabrik, und Händler- von Zubehörteile, Pr von are Mk. 4.—, Luftschläuche von Mk. 2.80 an. Reparaturen, brikaten prompt und billigst. Katalog gratis und franko. Dulsburger Fahrradfabrik „Schwalbe“ Akt.-Ges. Dulsburg-Wanheimerort. Gegründet 1896. Bücherrevisionen, Bücher-Eiarichtungen v. 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