Neue Gütersloher Zeitung Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 64 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Donnerstag, den 30. Mai 1907 Verantwortlicher Redakteur: sohannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Die englischen Journalisten, welche gegenwärtig in Deutschland weilen, um den Besuch deutscher Vertreter der Prisse in England zu erwidern, sind gestern mittag in Berlin eingetroffen, nachdem sie in Bremen und Hamburg gefeiert worden sind. Sie wurden in der deutschen Reichshauptstadt nicht minder warm begrüßt wie in den Hansestädten. Die offizlöse„Nordd. Allg. Zig.“ hatte ihnen beim Betreten des deutschen Bodens freudigen Willkomm geboten, wie das den Intentionen unserer leitenden Kreise entspricht. Ebenso hatten dies Blätter aller Parteien getan, ein Beweis dafür, daß im deutschen Volke Einmütigkeit in dem Wunsche guter Beziehungen zwischen England und Deutschland besteht. Die„Voss. Zia“ schreibt zur Ankunft der Vertreter der englischen Prisse in Berlin:„Die Bürgerschaft heißt sie herzlich willkommen als die Träger der schönen Mission, an ihrem Teil die Freundschaft zwischen zwei großen, stammverwandten Kulturvölkern zu fördern und zu befestigen, zwischen zwei Nationen, die seit Jahren engherziger Neid oder berechnete Selbstsucht zu entzweien getrachtet hat. Wir begrüßen die brittschen Journalisten um so freudiger, je größer die Macht der Presse jenselts des Kanals ist.“ Ueber einen Mangel an reundschaftlichem Entgegenkommen werden sich die Herren aus England bei uns nicht zu beklagen haben. Ein Ausfluß unsreundlicher Gesinnung ist es auch nicht, wenn hier und da Stimmen laut werden, die vor einer Ueberschätzung englisch=deutscher Besuche und Gegenbesuche warnen. Die Bistte, die uns die englischen Herren von der Feder abstatten, kann zu guten Beziehungen zwischen den beiden Nationen etwas beitragen; aber die Herren machen noch nicht die Politik ihres Landes. Ueber die Ankunft der Herren in Berlin schreibt man uns: Die englischen Journalisten sind Mittwoch mittag von Hamburg kommend auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein getroffen, wo sie rom Arbeits= und Empfangs=Ausschuß empfangen und vom Fürsten Hatfeld, des Präsidenten des Arbeitsaueschusses, durch eine Ansprache begrüßt wurden. Dann wurden die 45 Gäste in 25 Automobilen nach dem Palast=Hotel, wo sie Quartier nahmen und später nach dem Kaiser=Keller geleitet, wo ihnen zu Ehren ein Frühstück gegeben wurde. Hierbei begrüßte Friedrich Derndurg die englischen Kollegen. Von diesen sprachen Mr. Wilson, der Präsident des Institutes of Journalistes, der die Stammesgemeinschaft beider Völker betonte, und Mr. Jones vom Daily Cronscle, der u. a. sagte: Kein vernünftiger und intelligenter Engländer werde semals den Deutschen ihre großen wirtschaftlichen Ersolge mißgönnen. Nach 3 Uhr wurde wieder in 25 Autos eine Rundfahrt durch Berlin Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treller. (38. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten. Die beiden Herren, die nur die Sporen abgelegt hatten, traten im Reltkleid ein. „Ah, Mrs. Walton," begrüßte sie zuvorkommend Stansord,„Sie sind uns immer willkommen. Müssen so mit uns vorlieb nehmen. Gestatten Sie mir, Ihnen meinen jungen Freund, Mr. Hemy, vorzustellen.“ In dem starren Blicke, der auf den sich leicht verbeugenden Henry gerichtet war, lag elwas scheues, das diesen Augen sonst fremd war. Henry sah die schöne Frau, die er von seiner ersten Begegnung mit ihr nicht vergessen hatte, mit einer Aufmerksamkeit an, die diese zwang, von seinem forschenden großen Auge den Blick abzuwenden. Hemry hätte nicht zu sogen vermocht, warum ihn das Gesicht der Dame so fesselte; hatte er jemals ähnliche Züge gesehen? Langsam sogte sie dann:„Mich dünkt, wir haben uns schon gesehen,“ und wandte sich zu Mr. Stansord mit der Frage:„Sie haben einen Ritt durch die Wälder unternommen?“ „Ja, und wir, oder besser Mr. Himy hat die Entdeckung gemacht, daß ein Mitglied der berüchtigten Hunters sich hier herumtreibt. Sagen Sie Mr. Walion, er soll auf seine Pferde acht geben, nach denen greisen diese Burschen zuerst.“ „Ich habe bereits von Miß Clare vernommen,“ sagte sie nach kurzem Schweigen,„daß dieser Herr durch eine seltsame Verkettung romantischer Umstände in diese Familie gekommen ist.“ Ihr Auge traf diesmal voll den Blick Hemys. „Ja und es wird hoffentlich gelingen, diese Umstände aufzuklären und die Keite zu vervollständigen. Einstweilen ist Mr. Henry mein Freund und gehört zu meiner Familie.“ Mro. Walton wiederholte hierauf mit der ihr eigenen Liebenswürdigkeit ihre Einladung und sügte hinzu:„Selbstverständlich ist auch Mr. Heny willkemmen.“ angetreten, welche die Teilnehmer auch nach Charlottenburg führte. Hier legte Mr. Wilson einen Kranz am Sarkophage Wilhelms I. im Mausoleum des Schloßparkes nieder. Am Abend fand in den Festräumen des Zoologischen Gartens ein Bankett statt, das den englischen Journalisten von dem deutschen Empfangsausschuß dargeboten wurde. Nach der Begrüßungsrede des Fürsten Haßfeld, Herzogs zur Trachenberg, ergilff der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. von Mühlberg, das Wort zu einer längeren Ansprache, die nicht ohne tiefen Eindruck auf die Engländer geblieben sein kann. Dienstag vormittag sand in Anwesenheit des Kaiserpaares die Enthüllung der fünf Standbilder der Oranier auf den Schloßterrassen am Lustgarten statt. Es wurden enthällt die Bronze=Standbilder von Wilhelm I., Meritz, Friedrich Heimrich, Wilhelm II. und Wilhelm III. Zur Erinnerung an den 29. Mai 1888, an dem der Kaiser als Kronprinz seinem sterbenden Vater die ihm damals unterstellte 2. Garde=Infanterie=Brigade im Schloßpark zu Charlottenburg vorführte, nahm der Kaiser gestern Gefechtsübung mit seiner Brigade auf dem Doberitzer Truppenübungsplotz vor, denen auch die Kaiserin, der österreichische Chef des Generalstabes Feldmarschallleutnant von Hentzendorf sowie die Abordnung des spanischen Drag.= Regis. Numarcia beiwohnten. Bereits in früher Morgenstunde hatte der Kaiser im Charlottenburger Schloßpark an der histerischen Stätte vom 29. Mal einen Kranz niederlegen lassen. Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg hat sich bereit erklärt, am nächsten Sonnabend im Schlosse Wiligrad eine Deputation des braunschweigischen Landtages zu empfangen, die ihm Mittellung von der erfolgten Wahl machen soll. Die Deputation besteht aus dem Staatsminister Dr. v. Otto, Geheimen Justizrat Semler, Oberbürgenmeister Seitemeyer und Gemeindevorstiher Kley:. Die Zeit des Einzuges des Herzogs in die Residenzstadt Braunschweig steht zwar noch nicht fest, doch soll, wenn möglich, an dem ursprünglich bestimmten Termin, Dienstag, den 4. Juni, festgehalten werden. Auf Einladung des Kaisers ist eine Deputation seines spanischen Numancia=Regiments mit dem Kommandeur desselben Hermann Brandets an der Spitze in Berlin eingetroffen und wird der Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Felde beiwohnen. Im Königlichen Zeughause zu Berlin sollen AnStanford verneigte sich. „Da nun meine Mission ersüllt ist, will ich den Heimweg antreten. Adieu liebes Kind!“ Sie küßte Clare auf die Stirn, grüßte mit einem leichten Kopfneigen Hemy und begab sich, von Mr. Stanford begleitet, zu ihrem Wagen, der gleich davon rollte. „Mrs. Walton muß Ihnen sehr gefallen haben, daß Sie sie sortwährend anblickten, Mr. Henry?“ sagte Clare, als sie mit Henry ganz allein war. „Gesallen,“ erwiderte er nachdenklich,„ich weiß es nicht, aber ich mußte sie immer ansehen, das ist richtig.“ „Sie ist sehr schön, nicht wahr?“ „Das weiß ich wirklich nicht,“ sagte er ganz unschuldig, und Clare lachte. „Nein, es war das nicht. Aber es ist mir oftmals auf meinen Jagdzügen begegnet, daß ich ein Tal oder eine Waldblöße zum ersten Mal erblickte und sicher glaubte, ich hätte sie schon gesehen. Hm, ich weiß es wirklich nicht, aber schon, als ich das erste Mal die Frau erblickte, muß ich das Gesicht immer wieder ansehen.“ Mr. Stanford kam zurück. Er hatte Hemy seine Bitte gern gewährt, auf Milmingion zu erscheinen, aber nicht bedacht, daß er in die Lage kommen könne, den Pflegesohn der Familie Hunter in Gesellschaft zu führen. Das konnte trotz des hohen Ansehens, dessen er sich erfreute, zu Unliebsamkeiten führen. Doch war ihm sein junger Gaft wert genug, um es darauf ankommen zu lassen. „ Einige Meilen von Milmington entfernt lag das glänzende Heim Mr. Waltons in ringsum trefflich angebauter Gegend.- Schon aus der Ferne zeigten das stattliche, mit Flügeln versehene Herrenhaus, die Gärten mit Parkanlagen, die Ställe und Wirtschaftsgebäude, die das Schloß auf der Rückseite einfoßten, daß man uich dem Sitze eines großen Herrn nahte. Auch in der teifflichen Beschaffenheit der Landstraßen und der Pflege der Seitenwege zeigte sich der Eir fluß eines großen Landgebieters. Im Schatten der hohen denkentafeln mit den Namen der in den vaterländischen Krlegen gesallenen oder tötlich verwundeten höheren Offiziere bis einschließlich der Regimentsführer aufgestellt werden. Die Zeuggausverwaltung richtet an die Familien, Kirchenvorstand, öffentlichen und Hausarchive, Bibllotheken und auch an die Behörden die Bitte, durch Mittellung über dort befindliches Material, namentlich aus älteren Zeiten, das Zustandekommen dieses Ehrendenkmals unterstützen zu wollen. Im Abgeordnetenhause brachte Abg. Brütt mit Unterstützung der freikonservativen Partei einen Gesetzentwurf ein, der bezwickt, die im Wasserstraßengesetz vom 1. April 1905 vorgesehene gesetzliche Regelung der Entschädigungspflicht des Staates Preußen als Unternehmer und des Grunderwerbsverfahrens sinngemäß auf den Erweiterungsbau des Kaiser Wilhelmkanals auszudehnen, wo statt Preußen das Reich als Unternehmer in Betracht kommt. Der Allgemeine Nationalliberale Vertretertag, der in der Zeit vom 5. bis 6. Oklober abgehalten werden soll, findet nicht, wie ursp ünglich in Aussicht genommen, in Kassel, sondern in Wiesbaden statt. Der Ortswechsel ist, wie die Nationalliberale Korrespondenz mittellt, durch Gründe allgemein politischer Art veranlaßt worden. Oesterreich-Ungarn. Das neue österreichische Wahlgesetz, auf Grund dessen die jetzigen Reichsratswahlen stattgefunden haben, hat bekanntlich die Wahlpflicht eingeführt, die in den Wahlrechtssystemen der großen europälschen Verfassungsstaaten bisher noch nicht enthalten ist. Aus diesem Wahlzwange ergibt sich auch die enorme Wahlbeteiligung, die bei den Stichwahlen in nicht wenigen Wahlkreisen über 50 Prozent der Wähler an die Wahlurne gesöhrt hat. Trotzdem haben in der Stadt Wien allein noch über 88000, in den Landbezirken Nieder= Oesterreichs cz. 20000 Wähler ihr Wahlrecht nicht ausgeübt. Nach den Bestimmungen des neuen Wahlgesetzes haben alle diese säumigen Wähler, deren Zahl, wenn man die durch Krankheit oder momentane Abwesenheit vom Wohnort an der Ausüdung des Wahlrechts Verhinderten abrechnet, immer noch die Ziffer von 40000 erreichen dürfte, ein Strafmandat in Höhe von 1—10 Kronen— je nach ihrer Vermögenslage— zu erwarten, und zwar wird ihnen nach Ablauf der achttägigen Frist, innerhalb deren sie ihre gesetzlichen Entschuldigungsgründe vorbringen können, einfach seitens des Magistrats das Strafmandat zugestellt. Frankreich. Zu Ehren des Königs und der Königin von Norwegen sand im Elysee ein Festmahl statt, beBäume, die die Landstraße einfaßten, welche den Strom entlang führte, fuhr langsam ein mit zwei Pferden bespannter Phacton, den ein galonierter Neger lenkte. Im Fonds des Wagens saßen zwei Damen. Die jängere war, obgleich sie bleich und kränklich aussah, eine anmutende Erscheinung. Es lag in der leicht in den Wagen zurückgelehnten Gestalt, in dem matten Ausdruck der Gesichtszüge elwas hilfloses, leidendes, das zur Teilnahme an dem zarten Wesen herausforderte. Die Dame neben ihr, deren hübsche Züge, obwohl sie älter sein mochte als ihre Gefährtin, sich viel jugendlich mädchenhaftes bewahrt hatten, nahm durch offenen, freundlichen Ausdruck ihres frischen Gesichts sehr für sich ein. Die junge Dame sah träumend vor sich hin; dann und wann streifte ein zärtlicher Blick ihrer Begleiterin ihre lieblichen Züge, die schönes, aschblondes Haar umrahmten. Nach einiger Zeit sagte die Aeltere: „Ich sürchte, wir werden umkehren müssen, Miß Vikiorta, Mrs. Walton könnte ungehalten sein, wenn sie zurückkehrt und uns noch nicht vorfindet.“ „Mag sein,“ erwiderte die Jüngere und ihre Brauen zogen sich zusammen,„es ist mir gleichgittig.“ „Ja Ihnen, Miß Vicloria, aber ich fürchte, der Zorn Mrs. Walions wird mich treffen, ich din nicht bellebt bei ihr.“ Zärtlich legte das junge Mädchen den Arm um die Schultern ihrer Begleiterin und sagte traurig:„Und ich bin nicht imstande, Sie zu schützen, meine liebe Miß Bolton. Lassen Sie uns noch bis zu dem Bache fahren, dann wollen wir umkehren.“ Lächelnd nickte Miß Bolion. „Ich weiß es wohl,“ fuhr Miß Vicloria Walton fort,„sie mag Sie nicht, weil ich Sie lieb habe. Aber Sie müssen schon meinetwillen Geduld üben, ich bin sonst ganz verlassen.“ „Sie wird nicht so leicht erschüttert werden.“ „Ja, ich weiß es, Sie haben das arme Mädchen lieb, und Sie soll Mre. Walton nicht vertreiben, sie soll erfahren, daß ich nicht gänzlich willenlos bin. Ach, wenn welchem Präsident Fallieres einen Trinkspruch ausbrachte, in dem er ausführte, der Besuch des Königs und der Königin sei ihm ein Unterpfand der Gefühle, welche dieselben bestelten, und ein Betheis für die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen beiden Ländern beständen. Der begeisterte Empfang, der dem König und der Königin bereitet sei, werde dieselben von der allgemeinen Sympathie des französischen Valkes überzeugt haben. Der Präsident trank auf den König, eine glückliche Regierung desselben, auf den Prinzen Olaf und das Wohlergehen Norwegens. In seiner Ecwidirung sagte der König, er beglückwünsche sich zu dem Besuche und danke für die Entsendung eines Vertreters zu seiner Krönung. Ein kostbares Unterpfand sei ihm die Sympathie Frankreichs für Norwegen, und er hoffe auf Fortdauer der guten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Der König schloß mit einem Hoch auf den Präsidenten und die Größe und das Wohlergehen Frankreichs. Nach jedim Toast wurde die betreffende Nationalhymne gespielt.— Dienstag vormittag empfing König Haakon das diplomatische Korps und stattete dann dem früheren Präsidenten Loubet einen Besuch ab. An dem vom König von Norwegen gegebenen Frühstück nahmen Präsident Fallieres und Gemahlin, sowie auch Ministerpräsident Clemenceau und Minister Pichon teil. Abends fand zu Ehren des Königs und der Königin von Norwegen in der Großen Oper eine Galavorstellung statt, der außer dem Königspaare, die Königin von England, Präsiden! Fallieres, die meisten Mitglieder der Regierung, die Diplomaten und zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten beiwohnten. Präsident Fallieres wird im Laufe des September den Besuch des Königs Haakon von Norwegen erwidern. Der Minister des Innern genehmigte die Abhaltung eines Kongresses der Semstwo in Moskau im Monat Juni. Der Kongreß wird 40 Tage dauern. Jede Provinz schickt fünf Delegierte. Er hat sich mit der Reform der Lokalverwaltung und mit anderen Fragen betr. Wirkungskreis der Semstwo zu beschäftigen. China. Bedenkliche Unruhen, die die Erinnerung an den letzten Boxerausstand wieder wachrusen, werden von verschiedenen Seiten gemeldet und haben die europätschen Regierungen veranlaßt, ihren Angehörigen Schutz zu sichern. Zur Verteidigung der Deutschen ist bereits der„Illis“ mit einer um 20 Mann verstärkten und mit Maschinengewehren ausgerüsteten Besatzung nach Packhoi abgegangen. In der Präsektur Tschin=Tschu wurden, wie aus Swatow gemeldet wird, alle bürgerlichen und militärischen Beamten ermordet und die Verwaltungsgebäude verbrannt. Der in Swatow stationierte Oberst und Admiral Li sind mit Truppen nach dem Schauplatze der Unruhen abgegangen. Die Polizei in Swatow hat alle Vorkehrungen getroffen, den Ausbruch von Unruhen in diesem Vertragshafen zu verhindern. Die revolutionäre Gesellschaft in Swatow erklärt öffentlich, daß der Aufstand nicht gegen die Fremden noch gegen die gewöhnlichen Chinesen gerichtet sei. Absicht sei vielmehr, alle Regierungsgebäude niederzubrennen und die Beamten zu töten, um die Regierung zu stürzen. Die Missionen sind nicht berührt, doch verlassen die Missionare die Stationen und flächten nach Swatow. Die Behörden sehen die Lage als ernst an und richteten das dringende Ersuchen an die Regierung in Kanton, Kanonenboote zu senden. Auf der Eisenbahn von und nach Tschautschofu werden die Fahrgäste untersucht. Lokales und Provinzielles. Sütersloh, 30. Mai.[Nachtfröste.] Nachdem schon in der vorigen Woche Gemüse und Feldfrüchte von der Kälte arg mitgenommen wurden, hat die Nacht zum Mittwoch erneut und in verschärftem Maße die jungen nicht geschützt stehenden Früchte angegriffen, sodaß manche als gänzlich verloren zu betrachten sind. Es macht die Nachtkälte überhaupt sich recht unangenehm fühlbar. 0. Gütersloh, 30. Mai.[Konzert.]) Wie wir hören, beabsichtigt der neue Dirigent des Städtischen Orchesters in Bielefeld Herr Mox Cahnbley als Nachfolger des Herrn Musikdirektors Ochs die bisherigen 4 Abonnements=Konzerte im Garten des Hotel Barkey im Laufe des Sommers fortzuführen unter der Voraussetzung hinreichen= der Teilnehmerzahl. Der Preis für vier Konzerte, 8 Mark, soll bestehen bleiben, ebenso bleiben im Fall des Zustandekommens die im vorigen Jahre bereits gezeichneten Abonnements für diesen Sommer in Giltigkeit.— Gewiß werden die bisherigen von einem größeren Orchester ausgeführten Abend=Konzerte noch soweit in angenehmer Erinnerung sein, daß auch in diesem Jahre, zugleich vielseitigen Wünschen entsprechend, die Ausführung ermöglicht wird. sie doch bald wieder auf Reisen ginge und wir mit dem armen Papa allein wären. Bob hat es gut in Westpoint, er kommt nur hierher, wenn Mrs. Walton abwesend ist. Sie hat der liebe Gott mir in der Not geschickt, alle andern sind ihre Kreaturen, die den armen Papa und mich umlauern. Der arme kranke Pa.“ „Vertrauen Sie auf die Zukunft, Miß Vicloria. Ueber kurz oder lang werden Sie einem geliebten Manne die Hand reichen und Ihr eigenes Heim haben.“ „Ach,“ seufzte die junge Dame,„wer wird mich arges krankes Mädchen wohl nehmen?“ „Ihre Gesundheit hat sich merklich gebessert und Sie werden bald die volle Jugendkraft wieder erlangt haben.“ „Gott gebe es, daß ich neue Freude am Leben habe, das verdanke ich Ihnen, ich habe doch ein Menschenherz imfunden, das mich versteht und mit mir fühlt. Papa ist ja gut, aber er ist krank und—“ fügte sie leise hinzu, „fürchtet sich vor dieser Frau. Sie, Miß Bolion, sind mir der beste Arzt gewesen.“ „So habe ich doch etwas von meinem Vater geerbi, der ein sehr geschickter Arzt war,“ sogte lächelnd Miß Bolton. (Fortsetzung folgt.) s Güteroloh, 30. Mai.[Stiftungsfest.) Am Sonnabend dieser Woche, abends 8½ Uhr beginnend, begeht der hlesige Stenographen=Verein Stolze=Schrey im Saale des Herrn(L. Pollkläsener sein 6. Sitftungsfest. Das Programm verspricht den Teilnehmern einen recht unterhaltenden Abend, doch ist es nicht nur das Vergnügen allein, welches hier zu seinem Richte kommt, auch ais Prepaganda für die Stenographie wird das Fest dienen durch eine Ausstellung stenographischer Arbeiten, welche von Mitgliedern des Vereins angesertigt sind und die zum Tell später auch noch gewertet und mit Preisen bedacht werden sollen. Wenn auch nur geladene oder durch Mitglieder eingeführte Gäste Zutritt haben, so wollen wir doch nicht unterlossen, auf das bevorstehende Fest hiermit empfehlend hinzuweisen. Die Festmusik stellt das hiesige Stadt=Orchester. 732 Güterslob. 30. Mai.[Landwirtschaftlicher Lokalverein.] Eine ausnahmsweise gut besuchte Versammlung hielt am Donnerstag nachmittag der landwirtschaftliche Lokalverein in seinem Vereinslokal ab. Erster Gegenstand der Tagesordnung war die Beratung der Frage, oh die Angliederung an den landw. Kreieverein Wiedenbrück in Zukunft bestehen bleiben soll. Die hiesigen Landwirte haben sich mit der Angelegenheit seit langem schon beschäftigt, sodaß schließlich auch die Generalversammlung sich damit beschäftigen mußte. In dieser kam es denn auch zu einer offenen Aussprache, wobei betont wurde, daß nicht, wie schon verbreitet worden sei, konfessionelle Gegensätze im Spiele seien, sondern andere Gründe die Veranlassung zu dem Vorgehen seien. Die Gründe wurden auch nicht verschwiegen; den ersten Anstoß, so wurde gesagt, habe die Neuwahl des Vorsitzenden vom Kreisverein gegeben, den zweiten Grund finde man in der Art der Peämlierung auf den Kreistierschaufesten und als dritter Grund der bestehenden Unzufriedenheit der hiesigen Landwirte wurde die Abstimmung von Nichtmitgliedern gelegentlich der letzten KreisvereinsVersammlung in Gütersloh und das nicht einwandfreie Vrrhalten des Vorsitzenden in dieser Versammlung ins Feld geführt. Den Haupianstoß aber zu dem Vorgehen habe die letzte Reichstagswahl gegeben, wo man es im Kreise Wiedenbrück fertig gebracht habe, einen Sozialdemokraten zu wählen, und es müsse angenommen werden, daß auch Milglieder des Landw. Kreisvereins soztaldemokratisch gewählt hälten. Nachdem so der erste Punkt der Tagesordnung begründet war, setzte eine lebhafte Diskussion ein, in der man auch von gegenteilig gestimmter Seite die erwähnten Vorkommnisse bedauerte, sie aber doch in etwa zu entschuldigen suchte und vor allem davor warnte, Politik in die Versammlungen des Lokalvereins zu tragen. Seitens des Vorsitzenden wurde ein Zusammenhalt der Vereine für erforderlich gehalten und darauf hingewiesen, daß es vielleicht viele Leute gäbe, die den Austritt des Lokalvereins aus dem Kreisverein ganz gern sehen würden. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde auch auf die Vorteile verwiesen, welche aus der Zugehörigkeit zum Kreisverein der Lokalverein ziehe und auf das Tierschaufest, welches für Gütersloh doch auch nicht ganz ohne Bedeutung sein könne. Dem wurde entgegengehalten, daß die vermeintlichen Vorteile nicht so groß seien, daß beispielsweise im letzen Jahre an Beiträgen für den Kreisverein weit mehr aufgebracht sei, als der Lokalverein Zuwendungen durch den Kreisverein erhalten habe und daß bei dem hiesigen Lokaltierschaufest der Lokalpatriolismus in welt höherem Maße könne bekundet werden als bei dem hier alle sechs Jahre stattfindenden Kreistierschaufeste. Nachdem der Meinungsaustausch beendet war, ließ der Vorsitzende eine kurze Pause eintreten, nach welcher zur Abstimmung geschritten wurde. Einem Antrage aus der Versammlung zufolge geschah diese geheim, also mittels Stimmzettel; 28 lauteten für Verbleiben beim Kreisverein, 17 für Trennung von diesem, 2 Zettel waren unbeschrieben. Es bleibt also vorläufig beim Alten.— Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf den Besuch der vom 6.—11. Juni währenden 21. Wanderausstellung der Deutschen Landwirt schafts=Gesellschaft in Düsseldorf. Man beschloß, sich an der Fahrt mittels Extrazuges am Freitag, den 7. Juni zu beteiligen, falls die Rückfahrt zu beliebiger Zeit erfolgen könne. Gegen 30 Mitglieder meldeten sich sofort zur Teilnahme an. Die Bewilligung eines Zuschusses aus der Vereinskasse wurde abgelehnt, nachdem die Ueberzeugung sich Bahn gebrochen, daß ein paar Mark für den Einzelnen keine Rolle spielen könnten, das Geld aus der Vereinskasse aber zu besseren Zwecken Verwendung finden könne. Prackwede, 29. Mai.[Jubiläum.] Heute feierte Herr Pastor Ostermann hier sein 25jähriges Jubiläum als Pastor unserer Gemeinde. Von seiten der Jugendvereine und des Posaunenchors wurde dem Jubllar schon gestern abend ein Ständchen gebracht, während eine allgemeine Feier seitens der Gemeinde heute abend im Vereinshause staltfand. Bielefeld, 29. Mai.[Die Handelskammer) sprach sich in der heutigen Sitzung für eine Weltausstellung in Berlin 1913 aus. Bekanntlich ist die Stimmung maßgebender Kreise im allgemeinen gegen die Weltausstellung, sodaß aus ihr wohl nichts werden wird. Künde, 29. Mai.[Ungläcksfall.) Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern nacht in dem nahen Holsen zugetragen. Der Sohn des Gastwirts Ooelgönner kam dem Lichte zu nahe, die Kleider enizündeten sich und verbrannte der Unglückliche derartig, daß die Haut in Fetzen sich von den verbrannten Körperteilen löste. Auf die Hülferuse drangen Nachbarn in das Haus ein und fanden den gräßlich Verbrannten auf der Deele zusammengebrochen vor. Er wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht, und in mit Oel getränkte Leinentächer zur Herabmindirung des Schmerzes gehüllt. Nach wenigen Stunden erlöste ihn der Tod von seinen furchtbaren Qualen. Gelde, 29. Mal.(Postfahrt=Tarifänderung. Vom 1. Juni ab wird das Personengeld auf dem Personen=Postkurse Oelde=Stromberg nach dem ermäßigten Satze von 7 Pfg.— statt wie bisher von 10 Pfg.— für das Kilometer erhoben. Es gelangen hiernach künftig zur Erhebung für die Reise zwischen Oelde und Bergeler 25 Pfg., zwischen Bergeler und Strombera 20 Pfg. und zwischen Oilde und Stromberg 85 Pfg. Paderbern, 29. Mai.[Ein schweres Unzlück ereignete sich gestern mittog 12½ Uhr kurz vor der Beendigung des Vormittggeschleßens der Artillerie im Sennelager. Beim Schießin der 1. Abteilung des Feldart.= Regiments 28(Coblenz) aus verdeckter Stellung traf ein seitlich herausgeschlagenes Schrapnell die zum Ziehen der beweglichen Ziele bestimmten, zum Feldart.=Regt. 59(Köln) gehörigen Gespanne. Dabei wurde ein Kanonier der 6. Batterie des letzteren Regis. namens Cüppers durch die Schrapnellkugeln sofort getötet, zwei wurden schwerer verwundet, und zwar der Sergeant Ziegler von der 6. Batterie und der Kanonier Mühlinghaus von der 4. Batterie. Zwei andere Kanoniere erhielten geringe Verletzungen. Die Schwerverletzten wurden gegen halb drei Uhr in das Militärlazarett nach Paderborn gebracht. Die Pferde stoben alshalb auseinander, zwei erlitten Verwundungen, so daß sie getötet werden mußten. Das Ziel befand sich östlich der„drei Pappeln“ und wurde vom Taubenteich aus bedient. Das Schleßen wurde sofort eingestellt und auch am Nachmittag nicht wieder ausgenommen. Dem W. Vbl. zufolge besteht für die Verwundeten keine Lebensgefahr. Ueber die Veranlassung des Unglücksfalles schwebt die Untersuchung. Prochterbeck. 29. Mai.[Einen eigenartigen Nistplatz) hat sich hier ein Rotschwänzchenpaar ausgewählt. Es hat nämlich einen Personenwagen der TeutoburgerWald=Eisenbahn für seine Zwecke in Benutzung genommen und fühlt sich hier anscheinend recht wohl. Das Weibchen llegt zur Zeit dem Brutgeschäft ob und läßt sich durch keine Bewegung des Wagens, welcher täglich die Fahrt zur Station Saerbeck und zurück macht, stören. Odenkirchen, 28. Mai.(Wohln der Unfug des„Preisrauchene“ führt,) hat wieder einmal das Stiftungsfest gezeigt, daß der Rauchklub„Blaue Wolke“ aus Güdderalh feierte. Er veranstaltete ein Preis=, Ehrenpreis= und Hauptehrenpreisrauchen, woran sich acht Vereine beteiligten. Ein Aachener Verein war mit dem errauchten Preise nicht zufrieden, sodaß es zu Wortwechsel und Tätigkeiten kam, wobei einer der Aachener Verletzungen davontrug; auch die Fahne blieb nicht unversehrt. Zwei der Festteilnehmer überkam später, offenbar infolge ihrer starken Rauchtätigkeit, das graue Elend, und sie zeigten Selbstmordgedanken. Der eine versuchte sich zu erstechen, der andere sprang an der Roosensmühle in die Niers, um sich zu ertränken. Nur mit großer Mühe konnte er von seinen Mitrauchern gerettet werden. Essen, 28. Mai.[Der Mörder der Miß Lake verhaftet.] Heute morgen kurz vor 6 Uhr wurde auf dem Bahnhofe zu Werden der 20jährige Friedrich Zopp, früher Versicherungsagent, jetzt Hilfsarbeiter bei der Firma Krupp, als Mörder der am 1. Oktober vorigen Jahres im Essener Stadtwalde ermordeten Engländerin Miß Lake verhaftet. Der Verhaftung ging folgende Begebenheit vorauf: Am Freitag vor Pfingsten gegen 5½ Uhr nachmittags überfiel der Genannte in der Nähe der„Platte“ eine 20jährige Arbeiterin, die sich auf dem Wege zur Fabrik befand Zapp ging zuerst an ihr vorüber, kehrte dann aber um und riß sie hinterrücks zu Boden. Auf das Geschrei des Mädchens eilten mehrere Arbeiter herbei. Zapp floh, ohne daß es gelang, seiner habhaft zu werden. Das Mädchen zeigte den Uebersall der Bredener Polizei an, deren Ermittelungen bislang erfolglos blieben. Am vergangenen Sonntag tellte das Mädchen der Polizei mit, daß es den Attentäter auf dem Werdener Bahnhof gesehen habe, als er im Begriffe war, einen Arbeiterzug nach Essen zu besteigen. Das Mädchen begab sich mit einem Polizeideamten zum Werdener Bahnhof. Hier gewahrten sie bald den Anstreicherhilfsarbeiter Friedrich Zapp, den das Mädchen als den Attentäter bezeichnete. Der Beamte schritt sofort zur Verhaftung. Ohne Umschweife gestand Zapp ein, das ihm gegenüberstehende Mädchen überfallen zu haben; als man ihn im Laufe der Vernehmung bezichtete, im Oktober vorigen Jahres im Stadtwalde den Mord an der Miß Lake begangen zu haben, bestritt er zunächst die Tat, gestand jedoch schließlich ein, die Miß Lake genau in derselben Weise überfallen zu haben, wie vor einigen Tagen die Arbeiterin. Seinem Geständnisse fügte er noch hinzu, daß die Miß Lake zu Tode gekommen sel, sei ein bloßer Zusall gewesen, er habe nicht die Absicht gehabt, sie zu töten. Siverseld, 27. Mai.[Der Bezirkserband I (Rheinland und Westfalen) des Deutschen Privat= beamten=Vereins] hielt gestern unter zahlreicher Beteiligung aus beiden Provinzen hier in der Stadthalle Johannisberg seine Vertreterversammlung ab. Das reichhaltige Arbeitsprogramm umfaßte unter anderem die Vorberatungen für die vom 16. bis 18. Juni d. J. in Gotha stattfindenden Hauptversammlungen des Vereins und seiner Versorgungskassen(Pensions=, Witwen=, Begräbniskasse, Krankenkasse). Der Verein, welcher in mehr als 200 Zweigvereinen und Vewaltungsgruppen über das ganze Reich verbreitet ist und dessen ersprießliche Wirksamkeit die lobendste Anerkennung von den höchsten Staatsbehörden und von industriellen und kaufmännischen Körperschaften bei seinem 25jährigen Jubiläum zuteil wurde, wird in stetig zunehmendem Maße von Arbeitgebern zur Versicherung ihrer Angestellten benutzt; auch haben sich große Berufsverbände ihm zum Zwecke der Versicherung angeschlossen. Oberhausen. 29. Mai.[Kann sich Pollack doch deutsch.] Am hiesigen Schöffengericht gab eine als Zeugin geladene Frau polnischer Herkunft an, nicht deutsch sprechen zu können. Da kein Dolmetscher zur Stelle war, so wurde sauf das Zeugnis der Frau verzichtet, zumal der Angeklagte im wesentlichen geständig war. Da auf einmal paßte der Frau eine Aussage des Angeklagten nicht, und ohne doß sie garfragt war, sprach dieselbe dech in deutscher Sprache dazwischen. Run kam beraus, daß die Zeugin doch der deuischen Sprache mächtig war, sie wurde vereidigt und vernommen. Die Frau wurde dann wegen Ungebühr vor Gericht in eine Geldstrafe von 21 Mark genommen. Bässeldorf, 28. Mai.(Gegen die Fletschverjeuerung.] Nach dem Vorbilde der vorgestern in Dutsburg stattgehabten Bürgerversammlung sollen in den nächsten Tegen in weiteren Städten am Niederrhein und im Ruhrgehiel Protestversammlungen gegest die hohen Fleischpreise stattfinden, um Eingaben an das Ministerium vorzuberetten. Gleichzeitig ist von einer Anzahl Kommunen die Einrichtung von Fleischverkaufestellen und Genossenschaftsschlächtereien in Aussicht genommen. Mörs, 27. Mai.[Ein entsetzliches Ehedrama) spielte sich gestern hier ab. Die Frau eines Arbeiters war mit ihrem Kostgänger zur Kirmes in Pünderich gegangen. Auf dem Räckwege entspann sich zwischen dem Kostgänger und dem Ehemann ein Streit. Im Verlauf des Streits wurde dem Kostgänger der Hals vollständig durchgeschnitten. Der Mörder ist flüchtig. Im" Pöplau=Prozeß wurden am Dienstag die Abgg. Bebel und Dr. Arendt vernommen. Bebel hatte vorher im Privatgespräch erklärt, daß er auf Anfragen, die sich auf seine Abgeordnetentätigkeit beziehen, jede Aussage verweigern werde. Pöplau hatte sich auf Bebels Zeugnis wegen der Pensionierung des Hauptmanne Kannenberg berufen. Bebel antwortete auf eine bezügliche Frage, daß er sich mit dieser Pensionierung gar nicht befaßt und von Pöplau kein Matertal erhalten habe. Abg. Dr. Arendt verneinte die Froge, ob ihm einmal amtliche Schriftstücke aus dim Kolonialamt oder Abschriften amtlicher Dokumente zugegangen seien. Nur im Fall Piters seien ihm, wie er selner Zeit im Reichstage mitgeteilt, vom Kolonialdirektor Kayser Ausschlüsse aus den Akten gegeben worden. Bei der Vernehmung des Schrifistellers v. Loßbeig warf Pöplau dem Geh. Leg.=Rat Helbig eine schwere Vurletzung des Arnim=Paragraphen vor. Der in Eberswalde kommissarisch vernommene Geh. Sekretär Schneider hat bestritten, dem Angeklagten direkt oder indirekt amtliche Schriftstücke oder deren Abschriften zugänglich gemacht oder anonym gesandt zu haben. Er will auch weder gehört noch gesehen haben, daß Pöplau Material gegen seine Behörde gesammelt habe. Der Gerichtshof beschloß Schneider vereldigen zu lassen.— Bei Beginn der gestrigen Verhandlung gab es eine längere Eröcterung über die von Pöplau zum zweiten Male geladenen Zeugen. Die unter diesen Zeugen befindlichen hohen Reichsbeamten, darunter Fürst Bülow, haben sämtlich abgeschrieben. Der Verteidiger Pöplaus beantragte generell zu entscheiden, ob die Zeugen zu erscheinen haben oder nicht. Der Gerichtshof beschloß, die Zeugen so lange für entschuldigt zu halten, bis die nehmigung ihrer respektiven Vorgesetzten zur Aussage ergangen sei. Darauf wurde der Artikel der„Deutschen Hochwacht“ verlesen, in dem der Zeuge von Loßberg eine Unterredung mit dem Geh. Rat Hellwig wiedergibt. Im Anschluß erklärt von Loßberg, daß Geh. Rat Hellwig ihm keinerlei Gehelmakten zugänglich gemacht habe. Er habe nur seine persönliche Ansicht über den Fal Peters geäußert. Referent Landgerichterat Pauli v.rliest das Protokoll über die gestern im Sanalorium Drachenkopf bei Eberswalde staltgesundene zweite kommissarische Vernehmung des Zeugen Schneider. Dieser hat seine tags vorher gemachte Aussage in allen Punkten aufrechterhalten und sei vorschriftsmäßig vereidigt. Hieran schließt sich die Vernehmung der vorgeladenen Bureaubeamten, die über den Geschäftsgang und die Behandlung der bei dieser Anklage in Frage stehenden Akten sowie über den Geschäftsgang im allgemeinen Auskunst zu geben haben. Vermischtes. * Stendal, 29. Mai. Gestern vormittag wurde auf dem hiesigen Bahnhof in der Nähe des Einfahrtssignals für die Züge aus der Richtung Magdeburg der 18 jährige Bureauarbeiter beim hlesigen Magistcat Kurt Wendt mit zerschmetterten Kopfe und abgefohrenen Händen tot aufgerungen. Der Getölete hat sich offenhar in selbstmöederischer von einem Zuge überfahren lassen. Berlin, 29. Mai. Vor der hiesigen Strafkammer hatte sich ein gewissenloser Fleischermeister Feitz Sachs, der früher in Charlottenburg und jetzt in Rixdorf eine Schlächterei besitzt, zu verantworten. Was dieser Mensch alles zur Wurst verarbeitete, das läßt sich aus guten Gründen hier nicht anführen. Nur sovlel sei bemerkt, daß Schlächtergesellen, die bei ihm eintraten, sich, als sie das Zeug, das sie verarbeiten sollten, sahen, erbrachen und davonliefen. Einer von ihnen war verständig genug, sofort zur Polizei zu rennen, und eine poltzeiliche Revision der Schlächterei deckte die haarsträubendsten Zustände auf. Dem Kreistierarzt, der diese Revision vornahm, wurde es dabei ebenfalls übel. Merkwürdigerweise fanden die Würste des tschermeisters bei kleineren R.staurateuren in Berlin und Umgegend einen großen Absatz. Der gewissenlose Kerl konnte vor Gericht nichts zu seiner Entschuldigung vorbringen. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesängnis= strafe von 9 Monaten. Die Strafkammer ging jedoch noch über diesen Antrag hinaus, da derartige Patrone, die leichtsinnig mit dim=Leben und der Gesundheit ihrer Mitmenschen umgehen, nicht hart genug bestraft werden könnten. Das Urteil lautete deshalb auf 1 Jahr Gesäggnis, zugleich wurde der Angeklagte sofort im Gerichtssaal verhaftet. *[Der Bäckerstreik] ist Dienstag abend von dem Berliner Bäckergesellen in geheimer Abstimmung mit 1859 gegen 3 Stimmen beschlossen worden und bereits gestern früh in Kraft getreten. In Flugblättern wird das Publikum aufgefordert, nur in den Bäckereien ihre Backwaren einzukaufen, die durch ein Plakat nachweisen können, daß sie die Gesellenforderungen bewilligt haben. Diese lauten: Abschaffung von Kost und Logis beim Meister, Mindestwochenlohn 23 Mk., paritätischer Arbeitsnachweis, ein sreier Tag in der Woche. Es kommen 2500 Betriebe mit eiwa 4000 Gesellen in Betracht. Die gestern heraus gegebene Liste der bewilligenden Firmen weist in Berlin 255, in den Vororten 90 Bäckereien auf. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß die Filialen der Großbäckereien und der Genossenschaftsbäckereien einzeln ausgeführt sind. Die Zahl der bewilligenden Arbeitgeber wird von Arbeit nehmersette auf 230 angegeben. Die Meister rechnen da rauf, daß in den nächsten Tagen aus der Provinz Meistersöhne und andere Arbeitswillige in Berlin eintreffen werden Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, ist eine Stockung in der Lieferung des Frühstücksgebäcks nur in wenigen Fällen eingetreten. * Fürstenwalde(Spree), 29. Mai. Der ehemalige Kassierer des verkrachten Fürstenwalder Spar= und Vorschußvereins, Kaufmann Karl Thieß, wurde von dem Landgericht in Frankfurt a. O. wegen schwerer Urrkunden fälschung in 14 Fällen, Unterschlagungen in 5 Fällen, eines Betrugsfalles und zweier Vergehen gegen das Genossen schaftegesetz zu 4 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehr verlust, ferner zu 300 Mark Geldstrafe, ev. welteren 80 Tagen Gefängnis verurteilt. * Hamburg, 29. Mal Auf eine entsetzliche 2 ist hier der achtjährige Sohn des Arbeiters Boß ums Leben gekommen. Der Junge spielte mit mehreren anderen Kindern Ball; dabei flog der Ball auf das Dach einer Dachpappensabrik. Die Spielkameraden hoben den kleinen Voß in die Höhe, um den Ball herunterzuholen. Da er ihn aber nicht erreichen konnte, schob man mit einem dünnen Besenstiel nach. Plötzlich rutschte der Knabe ab und der Besenstiel drang ihm tief in den Unterleib. Das bedauernswerte Kind starb nach einigen Sekunden qualvollen Leidens. *[Blutvergiftung.] Der Maurer Westphal in Hamburg hatte sich vor einigen Tagen beim Arbeiten im Siel mit einem rostigen Nagel an der rechten Hand eine geringfügige Wunde zugezogen, der er keiner weiteren Beachtung schenkte. Bald schwoll aber die Hand an und verursachte heftige Schmerzen. Der Arzi stellte hachgradig“ Blutvergiftung fest. Der Arm wurde noch abgenommen, jedoch war keine Rettung mehr möglich. Der Maurer stard bald nach der Operation. * Lübeck, 80. Mai. In Sahrensdorf auf Fehmarn äscherte ein in der Mühle ausgebrochenes Feuer das halbe Dorf ein. Der 80jährige Mühlenbesitzer Koll kam in den Flammen um. * Mannheim, 29. Mai, Wegen Lotterievergehene sind hier fünf Inhaber von Serienlosgesellschaften in Untersuchungshaft genommen worden. * Leipzig, 28. Mal. Gestern wurde in Meuselwitz der 24 Jahrc alte Schlosser Leusch verhaftet. Seine Braut, mit der er sich entzweit hatte, hatte der Behörde mitgeteilt, daß Leusch am 16. Dezember v. Is. in Leipzig din Raubanfall auf den Geldbriefträger Rübler verübt hatte Rübler war damals von Leusch niedergeschlagen, schwec verwundet und um siebentausend Mark beraubt worden. *[Begnadigt.] Wie aus Sietlin gemeldet wird, ist die Witwe eines Gutsbesitzers Rhunke aus Löllemin begnadigt worden, nachdim sie 88 Jahre im Zuchthause gesessen hatte. Die jetzt 80 Jahre alte Frau war im Jahre 1873 wegen versuchten Giftmordes zu 10 Jahren und dann wegen vollführten Giftmordes an ihrem Ehemann zum Tode verurtellt worden. Die Todesstrafe wurde in lebenslängliche Zuchlhausstrafe umgewandelt. Jitzt ist die alte Frau wegen guter Führung begnadigt und sofort entlassen worden. * Karlsruhe, 27. Mai. Gestern abend mußte ein Zug auf der Strecke Germersheim—Bruchsal vor der Station halten. Um rascher zum Ziele zu kommen, stiegen zwei Passagiere aus Forst aus dem Zuge. In diesem Augenblick kam ein Personenzug von Bruchsal vorüber und überfuhr beide. Der eine war sofort tol, der andere wurde tödlich verletzt. * Regensburg, 29. Mal. Seit heute nachl herrscht hier allgemeiner Bäckerausstand. Die Zahl der Ausständigen beträgt 200. Heute morgen war in der ganzen Stadt kein feisches Brot zu haben. * Schanghai, 28. Mai. Eine grauenhafte Lyachjustiz wurde hier an einem jungen Manne verübt. Infolge eines unbedeutenden Anlasses entstand ein Wortwechsel zwischen einem jungen Manne und dessen Mutter, in dessen Verlauf der Sohn die Mutter schlug, was hier für die fluchwürdigste Tat gilt. Die empörte Mutter lief eilends in ein nahes Teehaus, wo sie die Tat ihres Sohnes den Gästen erzählte. Eine Anzahl Personen brachen sofort auf, um den ungeratenen Sohn zu ergreisen, was auch gelang. Der junge Mann wurde an einen Baum gebunden und mit Petroleum übergossen, worauf man der Mutter ein Streichholz in die Hand drückle, damit sie ihren Sohn in Brand sticke. Schon streckte sie die Hand aus, um die unmenschliche Tat zu vollbringen, da siegte die Mutterliebe über ihr Rachegefühl und sie warf das brennende Streich= holz fort. Während der folgenden unruhigen Szenen setzte eine andere Person die Kleider des unglücklichen jungen Mannes in Brand, sodaß dieser elendig verbrannte. Briefkasten. H. R. 100. Wenn Sie Eigenbesitzer des angefragten Gegenstandes sind und sich als solcher das alleinige Eigentumsrecht gewahrt haben, kann Sie an der Mitnahme niemand hindern; andernfalls steht dem der§ 946 des B. G. B. entgegen, welcher lautet: Wird eine bewegliche Sache mit einem Grundstück dergestalt verbunden, daß sie wesentlicher Bestandteil des Grundstücks wird, so erstreckt sich das Eigentum an dem Grundstück auf diese Sach. Geffentlicher Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Observatorlum Aachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 30. bis zum Abend des 31. Mai: Morgen trocken bei wechselnder Bewölkung, schwache Lustbewegung, wärmer. Für die nachste Nummer bestimmte Anzeigen bitten wir möglichst schon bis Freitag abend aufzugeben. Die Expedition. Kirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesdienst. Freitag, den 31. Mai. Alte Kirche 10 Uhr: Pasior Meinshausen. Sonnabend, den 1. Juni. irche 10 Uhr: Beichte. Pastor Meinshausen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer teuren unvergeßlichen Mutter sagen wir unsern tiefgefühlten Dank. Geschwister Obloh. Gütersloh, den 30. Mal 190.. T.-42„U Heute abend .. S i n g e n. Holdselig macht ein zartes Gesicht ehne Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, daher gebrauchen Sie die echte Steckenpferd-Lillienmilch-Seile. St 50 Pg. bei Ernst Hoffschildt. Am Sonntag, den 2. Juni findet bei mir Sommerfest verbunden mit BALL statt und lade ich zu zahlreichem Besuch hiermit freundlichst ein A. Ostermann. Hollen. ) An- und Abmelde-Formulare zur Krankenkasse stets vorrätig in der Buchdruckerei von Schmäling& Ohlbrock, Schulstraße. Bekanntmachung. Als zugelaufen ist gemeldet: ein Hund. Der unbekannte rechtmäßige Eigentümer wird aufgefordert, sich behufs Geltendmachung seiner Rechte auf dem hiesigen Polizeibureau zu melden. Güterslob, den 27. Mai 190.. Die Polizeiverwaltung Mangelsdorf. Am Sonnabend, den 1. Juni er., vormittags 10 Uhr, versteigere ich im Auktionslokale, Blessenstätte 77 hier, metstbietend gegen Barzahlung: 1 Glasschrank und 1 mit Bett. Gütersloh, den 30. Mai 1907. Bäsmann, Gerichtsvollzieher. (Faulenzer) 2, 2,75, 3,50 bis 24 Mk.h W. Epke, Möbelmagazin. Glas-Milchsetten J. F. Zumwinkel. Diana FleischfaserhundekuchenHundebrot. Puppybisquit= Welvensutter GeflügelKücken. und Vogel. futter 2c. Nieberlagen: w. Schrewe& Co., Ernst hossschildt, Löwen=Drogerie. Zum 1. Ottober oder 1. November ein ordentliches Mädchen für kleinen Haushalt(2 Personen) gesucht. Reckeweg, Zihnarzt. HHIE Arbeiter zuverlässiger, auf sofort oder bald gesucht. Ludwig Heißmann. 0: S.1 F.KOFR Wer elnen schien. rechten. der trIske Elmendörfer er ist und bleibe der beate Kornbranntwelüberall! Brennerei Elmendort 1sseThorst I. Wertl, 11 Ausverkauf zurückgesetzer Waren und Reste, Damen- Palotots, Staubmäntel, Kostüme, Kostümröcke, Blousen, Sonnenschirme etc. J. H. Manecke. Kuok-Teron(Gp) Freitag, den 31. Mai 1907, abends 8 Uhr, im Saale der Gesellschaft„Erholung“ VII. Musikvereinskonzert (Arapella Chöre) unter Leitung des Herrn Musikdirektors Georg RD Christiansen und unter Mitwirkung des Pianisten Herrn iU Gerard Bunk vom Konservatorium in Bielefeld. Altfranzösische Troubadourlieder. für Chor PROGRAMM: a 0, Mädchen, o komm b) Pasterente c) Cupido....... ohar: Daniel Friderici. d) Amor im Nachen G. Gastoldi Ballade in g-moll on. 24. Klavte... Edvard Grleg. a) Dalekarlisches Tanzlied 1 für Schwedisch. b) Zu Strassburg. Volkslied 1 Chor . a) Des Abenus a. d. Fantasiestücken op. 12. Rob. Schumann. b) Prelnde cis-moll op. B Rachmaninofl. e) Liebestraum Nr. 3 As-dur. Klavier Franz Liszt. 1. a) Wenn ein müder Leib begraben) für Georg Christians### b) In einem kühlen Grunde. Volkslied 1 Chor —. Pause. 6. a) Die Wollust In den Malen n) Abschiedslied c) In stiller Nacht 7. a) Etüde e-moll og. 25, 5 b) Polonaise Es-dur op. 22 Acht Deutsche Tänze mit Klavier für Chor Joh. Brahms. 95 Klavier Fr. Chopin. Franz Schubert Anfang 8 Uhr präzise. Elntrittsprels 2 Mk. Schüller 1 Mk. Einlass für aktive und passive Mitglieder nur gegen Vorzeigung der Legitimationskarte. Karten sind bei Tiggos und abends an der Kasse zu haben. Bilanz Molkerei=Genossenschaft Gütersloh eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hasipflicht pro 31. Dezember 1906. Mitgliederbestand Anfang 1006 7. Zugang 0. Abgang 0. Mitgliederdestand Ende 1906 7. Güterslob. 80. Mai 190.. Molkerei-Genossenschaft Gütersloh E. G. m. b. H. Loerpabel. gcz. M. Güth. Einige Arbeiter Cütersloher Jederwerke. Wir beehren uns, hierdurch bekannt zu machen, daß wir in Wiedenbrück eine Agentur errichtet und dieselbe dem Herrn A. Heinrichs (Auktions= und Kommissionsgeschäft) übertragen haben. Wir bitten, bei Geldgeschäften, namentlich auch bei Anlegung von Kapitalien, sich der Vermittelung des Herrn Heinrichs zu bedienen. Gelde, den 24. Mai 1907. Oelder Bank Zweiganstalt der Westf. Bankkommandite Ohm Hernekamp& Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Auf sofort ein tächtiger Bäckergeselle gesucht. H. Jachke, Isselhorft. Freiwillige Feuerwehr Gütersloh. Sonntag, den 2. Juni a. c., 3.8 Antreten morgens 6 Uhr an der Zeugstätte der Freiwilligen Feuerwehr. Vormittags 11¾ Uhr Autreten auf dem Rathausplatze zum Ausflug über Brackwede, Hünenburg, Peter aus dem Berge, Vierschlingen. Rückfahrt vom Bahnhof Steinhagen, Ankunft in Güterslob 7½ Uhr abends. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Der Hauptmann. Weck=Apparate # bewähren sich! Vertreter: I. F. Zumwinkel, Raucht Eckstein-Zigaretten! Nr. 5 Dieserühmlichst bekannte Zigaretten marke wird auch nach Einführung der Zigarettensteuer in derselben vorzüglichen Qualität u. Handarbeit hergestellt. Preis: 10 Stück 25 Pig. Der enorme Konsum befähigt die Fabrik, die Zigarrenhandlungen stets mit frischer Ware zu versorgen. Man verlange ausdrücklich: Eckstein’s Nr. 5 und prüfe genau, daß jede Zigarette die volle Firma „A. M. Eckstein& Söhne" nebst Schutzmarke trägt. (Arbeiterzahl über 800.) Vertreter: B. Henneböhle, Gütersloh. Trauerbriefe lietern in sauberer Ausführung Schmällng& Ohlbrock. Zinssatz für Spar-Einlagen bei täglicher Kündigung 4% „ Ljährlicher„ 4% „„„ 4½ „ jährlicher„ 4% im Scheckverkehr 4% Westf. Bankkommandite Ohm, Hernekamp& Co. Filiale Oelde. Agentur Wiedenbrück.