Fernsprecher ur. 32 Wöchentliche Gratisbeilage Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abannements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 56 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Sonnabend, den j1. Mai 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Wochrnrückblich. In den Parlamenten wird mit Volldampf gearbeitet. Der Reichstag will am 15. d. Mis. schließen, um erst im Herbst wieder zusammenzukommen. Das preußische Abgeordnetenhaus will auch vor Pfingsten zustande kommen, doch kann deshalb doch der Sessionsschluß nicht vor Pfingsten erfolgen, da das Herrenhaus nach Pfingsten noch tagen will. Der Reichstag ist noch beim Stat. Wesentliche Veränderungen hat der Etat nicht erfahren. Hier und da ist ein biachen was gestrichen worden; aber wenn man das vergleicht mit der Gesomisumme, die die Verwirklichung all der Forderungen kosten würde, die im Verlauf einer Session von Rednern der verschiedensten Parteien gestellt werden, so verhält es sich wie die Mücke zum Elefanten. Im nächsten Winter wird man sich wieder mit neuen Steuerprojekten zu beschäftigen haben. Man darf neugierig sein, ob sich da der Block fruchtbar erweisen wird. Ob es wohl eine spezielle Eigenart der deutschen Volksvertreter sein mag, auf immer neue Ausgaben hinzudrängen, aber keine neuen Einnahmen beschließen zu wollen? Schon heute ist für das nächste Etatsjahr ein ungedicktes Defizit von 100 Millionen geschätzt. Das sind nette Aussichten. Will man laufende Ausgaben auf Anleihe nehmen? Das wäre der Anfang vom Ende. Mit unserem Kredit ist es sowieso schon nicht zum besten bestellt; wir müssen, wenn wir die Pumphosen anziehen, höhere Zinsen zahlen wie Engländer und Franzosen. Preußen ist finanziell besser daran, als das Reich. Aber auch in Preußen fängt es an zu hapern; schon ist das Gespenst einer Erhöhung der Einkommensteuer aufgetaucht. Wohl geben die Eisenbahnen eine erhebliche Mehreinnahme, aber die wird durch Mehrausgaben aufgewogen. Von den Mehrausgaben sind ein gut Teil dauernde; die Einnahmen aber hängen von der wirtschaftlichen Konsunktur ab. Folgt dem großen wirtschaftlichen Aufschwunge eine Depression, und damit muß man rechnen, dann wird die Lage schwierig. Es knistert schon recht bedenklich. Die Kurse unserer Großbanken sind erheblich gefallen und es hat schen etliche Insolvenzen von Börsenfirmen gegeben. Mit ein paar neuen Steuern im Resche und ein bischen Steuernerhöhung in den Einzelstagten ist da auf die Dauer wohl nicht auszukommen; daneben muß gespart werden. An Steuerobjekte, die etwas einbringen, an Bier und Tabak, wagt sich der Reichstag nicht heran: wenn man schon Steuern beschließt, dann sollen sie auch populär sein, Steuern, die auf die„leistungsfähigen Schultern“ gelegt werden. Leistungsfähige Schultern kann man aber auch überbürden und was dann, wenn die zusammenhrechen? Der Grundsatz der„ausgleichenden Gerechtigkeit“ führs, auf die Spitze getrieben, schließlich zum Kommunismus. Sparen ist eine Kunst, die verstanden sein will. Eine Sparsamkeit am unrechten Orte ist Verschwendung; wir haben das in Südwestafrika gesehen: hätte man da rechtzeitig Eisenbahnen gebaut, dann würde der Eingeborenen=Aufstand nicht so viele Millionen verschlungen haben und man wäre mit der wirtschaftlichen Erschließung weiter. Das sind olle Komellen — gewiß! Aber wozu macht man deren üble Erfohrungen, wenn man nicht davon klug werden soll? Freilich, wo zu sparen wäre, da ist es nicht populär. Baron Aehrenthol ist von Perlin nach Wien zurückgekehrt und hat seinem kaiserlichen Herrn Vortrag über seinen Berliner Besuch abgestattet. Von einer Isolierung Deutschlands kann man vernünftigerweise angesichts der intimen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich=Ungarn nicht sprechen. Ob sich in der internationalen Situation etwas geändert hat, läßt sich nicht sagen; wer vermöchte den leitenden Politikern Frankreichs und Englands ins Gerz zu blicken! Jedenfells sind wir durch eine critische Zelt hindurchgegangen und sind vielleicht noch mitten darfn. weig wird die Regentsche##frage als, finden. Als Regent ist Hirzes Jehann Albre de zieh gesehen, wenn gu.— seine Agnaten die unren endalig aufogeter ftiegen hätte. Aber es ist doch wohl hesser so. In Marokko gährt und broddelt us peter.### is das immer so, wenn in einem Lande, das seine SelbALE Sultans, Mulliy Hafiz, zum Sulten machen; der bai indes die Shre und das Vergnögen abgelehnt. Brichen Sregitt. getroffen worden, durch das sich beide Mächte din gegenseitigen Besitzstand garantieren. Der japanische Botschafter in Paris Kurino ist von dem Mitarbeiter eines französischen Blattes gefragt worden, ob Japan geneigt wäre, einen ähnlichen Vertrag auch mit anderen Staaten, mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit Deutschland, abzuschließen. Bezüglich Deutschlands antwortete er: Deutschland besitze in Ostasien kein Gebiet, wie Frankreich, England, Amerika und Rußland. Klautschau sei keine eigentliche Kolonie, es sei ein von China pachtweise überlassenes Gebiei. Deshalb hätte ein Vertrag mit Deutschland, welcher die Erhaltung des beiderseitigen Besitzstandes verbürgen würde, keine Existenzberechtigung. Diese Auffassung erscheint doch recht anfechlbar. Politische Aebersiczt. Der Kaiser hat Mittwoch gegen 8 Uhr nachmittags Karlsruhe mit Gefolge im Ausomobil verlassen, um sich über Speyer, Worms, Mainz, Kastel und Blebrich nach Wiesbaden zu begeben, wo er abends gegen 7 Uhr eintraf. Der Kaiser begab sich durch die festlich geschmückten Straßen sogleich zum Königlichen Schloß. Eine nach tausenden zählende Menschenmenge säumte die Straßen ein, die von den kaiserlichen Automobilen passiert wurden, und begrüßte den Monarchen auf das lebhafteste. Gleich nach der Ankunft im Schloß zeigte sich der Kaiser beim Einbrigen der Fahnen der Garnison auf dem Balkon und wurde von allen Seiten stürmisch begrüßt. Am Himmelfahrtstoge nach beendetem Gottesdienst in der Schloßkirche begab sich der Kaiser nach dem neuen Kurhause zur Besichtigung desselben und fuhr sodann im Automobil in Begleitung des Generaladjutanten General von Scholl und des Leibarztes General= oberarztes Dr. Ilberg nach Homburg v. d. Höhe. Am Freitag unternohm der Kaiser von Wiesbaden aus mit den Herren seines Gefolges im Automobil eine Ausfahrt nach dem Taunusblick, machte dann einen Spoziergang nach Schlangenbad und kehrte hierauf nach Wiesbaden zurück. Der Kronprinz reiste gestern abend nach Düsseldorf ab und wird heute der Eröffnung der Kunstausstellung beiwohnen und tagsüber in Düsseldorf bleiben. Donnerstag vormittag 10 Uhr trat der Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg vom Anhalter Bahnhof in Berlin aus seine Forschungsreise nach Afrika an, deren Dauer vorläufig auf zwei Jahre festgesetzt ist. Die übrigen Teilnehmer an der Expedition triffen einige Tage später in Neapel ein, wo sie von einem Dampser des Norddeutschen Lloyd aufgenommen werden. Der Reichstagspräsident Graf Stolberg nahm das Ehrenpräsidium des deutschen Komitees für den Empfang der englischen Jouxnalisten an. Krisengerüchte schwirrten dieser Tage durch die Lust; die„Nordd. Allg. Zia“ tritt ihnen entgegen mit folgender Erklärung:„Einige Provinzblätter beschäftigen sich mit angeblich in porlamentarischen Kreisen umlaufenden Gerüchten, die von Differenzen zwischen Sr. Majestät dem Kaiser und dem Reichskanzler und von einer Kanzlerkeisis als deren Folge wissen wollen. Wir stellen fest, daß diese Gerüchte jeder tatsächlichen Unterlage entbehren. Ebenso unbegründet ist die Behauptung, daß Fürst Bülow unwohl sei und demnächst einen Erholungsurlaub antrete. Der Reichskanzler wird voraussichtlich erst im Juli den gewohnten Sommeraufenthalt in Norderney nehmen.“ Die Reichstagskommission für das Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika trat gestern nachmittag zusammen. Die Verhandlungen sind vertraulich. In der Sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses vom 8. ds. erfolgte eine Aussprache über die Aufbesserung der Bcamtenbesoldungen. Finanzminister v. Rheinbaben teilte hinsichtlich des veraussichtlichen Geldmehrbedarfs mit: Neben 7½ Mill. die im Jahre 1906 und den 11 Millionen, die 1907 für die Unterbeamten aufzuwenden selen, würden erforderlich für untere und mittlere Beamte 86 Millionen, für obere Beamte 4 Millionen, dazu für die Diäten 8 Millionen. Die Erhöhung der Wohnungsgeld=Zuschüsfe bei den höheren und mittleren Beamten würde die Aufbesserung um 50 Prozent erfordern, gleich 20 Millionen. Ferner würden für die Lehrer mehr erforderlich werden als 30 Millionen und für die Geistlichen werde gleichfalls eine Mehraufwendung von mindestens fünf Millionen erforderlich sein. Endlich würden die Pensionen und Reliklengelder ca. 20 Prozent mehr mit insgesamt etwa 20 Millionen erfordern. Insgesamt würde demnach ein Mehrhedarf von über 100 Millionen erforderlich sein. Für die Deckung dieser Summen werde man in erster Linie auf andere Einnahmen bezw. Verminderung der Ausgabe Bedacht nehmen. Aber aus Eisenbahnen, direkten und indirekten Steuern usw. werde auch nicht annähernd der Mehrbedarf zu decken sein. Teilweise werde daher eine Erhöhung der Einkommensteuer eintreten müssen. Eine vermehrte Verwendung von Pflegerinnen und Krankenpflege=Personal hat, wie die Kieler Neuesten Nachrichten erfahren, die Heeresverwaltung beschlossen. Es hat sich herausgestellt, daß zur Pflege der Schwerkranken die jetzigen Militärkrankenwärter nicht genügen. Hierfür sollen in Zukunft in erster Linie Pflegerinnen verwendet werden. Es kommen etwa 60 Pflegerinnen zur Einstellung. Außer freier Station erhalten die Damen ein jährliches Gehalt von 400 Mark. Der Beirat für Arbeiterstatistik trat am 7. Mai unter dem Vorsitz des Präsidenten des Kaiserlichen Statistischen Amts, Dr. van der Borght, zu seiner 18. Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen Beratungen über die Erhebungen im Fuhrwerksgewerbe, im Fleischergewerbe, im Binnenschiffahrtsgewerbe sowie bezüglich der Plätt= und Waschanstalten. Zum Abschluß der Erhebung im Fuhrwerksgewerbe beschloß der Beirat, von dem Kaiserlichen Gesundheitsamt ein Gutachten über den Einfluß der Länge der Arbeitszeit auf die Gesundheitsverhältnisse der im Fuhrgewerbe beschäftigten Arbeiter einzuholen. Den Beratungen über die Erhebung im Fleischergewerbe lagen ein vom Kaiserlichen Gesundheitsamt bezüglich der Gesundheitsverhältnisse der Fleischergehilfen und Lehrlinge abgegebenes Gutachten sowie die Ergebnisse der Umfrage bei den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnihmer zugrunde. Die Mehrheit des Beirats war der Ansicht, daß die im Fleischergewerbe üblichen Arbeitszeiten im allgemeinen nicht von solcher Dauer wären, daß aus diesem Grunde eine allgemeine Regelung durch Vorschriften des Bundesrats notwendig erscheine. Die in gewissen Betriebsarten in Einzelfällen festgestellten Mißstände, die jedoch nur als Ausnahmen anzusehen seien, könnten durch besondere Vorschriften der Landeszentralbehörden oder solcher Behörden, die zum Erlaß von Polizeiverordnungen berechtigt sind, oder durch Verfügungen im Einzelfall bekämpft und beseitigt werden. Die Berechtigung der Behörden zu einem derartigen Eingreifen müßte durch eine entsprechende Aenderung der Gewerbeordnung herbeigeführt werden. Bezüglich der Sonntagsarbeit wurde eine strengere Durchführung der zur Zeit geltenden Vorschriften sowie das Vurbot des Schlachtens und des Betriebes von Anlagen, in denen ausschließlich Wurstwaren hergestellt werden, an Sonntagen für notwendig erachtet. Frankreich. Marokko scheint sich seiner Verpflichtungen Frankreich gegenüber nicht mehr bewußt zu sein und so hat die französische Regierung denn den Gesandten in Tanger, Regnault, aufgefordert, von den bereits versprochenen Punkten der Genugtuung Akt zu nehmen. Die französische Reglerung hat ihrer Anweisung an Regnault aber die Bemerkung hinzugesügt, daß keinerlei Unterhandlung möglich sei, bevor nicht alle Forderungen ohne Ausnahme bewilligt worden seien. Frankreich beharrt hiermit dabei, die tatsächliche Bestrafung aller derer zu fordern, die an Morden oder Anschlägen gegen seine Staatsangehörigen und gegen die Polizei=Organisation an der marokkanischen Grenze und in den Häfen schuldig sind. Frankreich stimmt der vom Sultan angekündigten Entsendung von marokkanischen Beamten nach Udscha zu, aber unter der Bedingung, daß diese Beamten genügende Vollmachten erhalten, um tatsächlich die Abkommen von 1901 und 1902 zur Anwendung zu bringen. Spanien. Am gestrigen Freitag hat Spanien den ersehnten Thronerben erhalten. In einem an die Gemächer der Königin anstoßenden Saale hatte sich vormittags eine Anzahl geladener Personen eingefunden. Um 12¼ Uhr öffnele der Ministerpräsident Maura die Tür, die zu den Gemächern der Königin führt, und rief mit lauter Stimme: „Meine Herren, ein Prinz.“ Die Versammelten brachen in begeisterte Zurufe aus. Um 11¼ Uhr zeigte der König, den zeremontellen Vorschriften folgend, den Anwesenden den neugeborenen Prinzen. Um 1 Uhr wurde an den vier Ecken die Nationale gehißt, welche von den das Schloß umgebenden Menschenmassen mit stürmischen Zurufen begrüßt wurde. In einer dieser Tage in Manchester gehaltenen Rede berührte der Premierminister Sir Campbell Bannermann auch die kürzlichen Auslassungen des Fürsten Bülow über die Abrüftungsfrage. Es möchte wohl, meinte er, schwierig gewesen sein, und wahrscheinlich sogar unmöglich, eine Formel zu finden, die schließlich zur allgemeinen Annahme geführt hätte. Aber er hätte gehofft, daß doch ein solches Maß gegenseitigen Vertrauens hergestellt worden wäre, das später auf der Konferenz die andern Nationen in den Stand gesetzt hätte, die übermäßigen und unexträglichen Lasten durch eine Abrüstung herabzusetzen, die jetzt eine Geißel Europas seien. Er zweifle jedech nicht daran, daß jetzt noch etwas zu erreichen sei, aber es sei das viel schwieriger, ohne vorherige allgemeine Billigung des Grundsatzes durch alle Großmächte, daß eine Verringerung der Abrüstung wünschenswert und anstrebenswert sei. Wohl wisse er, daß England in den bösen Verdacht geraten sei, Deutschland durch Aufwerfen dieser Frage in Verlegenheit bringen zu wollen. Dieser Verdacht sei ganz unbegründet. Hätte Deutschland nur einen Schritt getan, so wäre England in freundschaftlicher Weise ohne jeden Hintergedanken entgegengekommen. England habe nichts mehr versucht, was andere Regierungen in weniger günstigerer Posttion nicht auch versucht hätten. Die deutsche Regierung scheine zu glauben, daß ein solches Vorgehen mößig und illusorisch sei, und daß sie sich deshalb nicht daran beteiligen könne. Er erkenne mit Achtung die Offenheit an, mit der Fürst Bülow seinen Entschluß kundgegeben habe, sich von der Erörterung der Frage fernhalten zu woller. Koloniales. Deutsch=Südwestafrika. Das Truppen=Kommando in Deutsch=Südwestafrika meldet: Die Verfolgung Simon Koppers, der trotz seines Versprechens, sich zu unterwerfen, in die Kalahart=Wüste zurückgekehrt war, ist nach zweimaligem Versuch infolge Wassermangels erfolglos geblieben. Die Verfolgung wird jedoch zu gegebener Zeit wieder aufgenommen werden, sobald sich Menschen und Tiere an die Tsamassrucht(wasserhaltige Kürbisart) gewöhnt haben. Augenblicklich befindet sich Simon Kopper unmittelbar an der englischen Grenze, wo er von den zunächst liegenden Stationsbesatzungen durch Kamelreiterpatrouillen beobachtet wird. Mit Teilen der Anfang Februar d. J. auseinandergesprengten Bande des Führers Lambert fanden am 20., 21. und 24. April erfolgreiche kleinere Patrouillengefechte statt, in denen der Gegner fünf Tote und eine Anzahl Gefangene verlor. Unsererseits sind Verluste nicht zu verzeichnen. Der Hotteutottenführer Fielding hat sich am 5. April allein gestellt. Ein zu seinem Anhang in die Karasberge entsandter Bote brachte vier Mann ohne Gewehre mit. Auch Morris hat nunmehr das Unterwerfungsabkommen vom 23. Dezember 1906 unterzeichnet und will auf deutsches Gehlet zurückkehren. Etwa tausend Bondelzwarts befinben sich in den ihnen durch die Friedensbedingungen zugewiesenen Lokationen. Die Arbeitsamkeit unter den Hottentotten nimmt zu. Lokales und Provinzielles. Sütersloy, 11. Mai.[Meisterprüfung.] Herr Tischler Heinrich Voß hier hat mit anderen vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Blelefeld unter dem Vorsitz des Herrn Bü germeisters Dr. Stapenhorst die Meisterprüfung abgelegt und bestanden. Herr Voß hat dadurch seine technische Befählgung gemäß§ 188 der R. G. O. sowie in Hinsicht des zu erwartenden kleinen Befähigungsnachweises nachgewiesen und die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit seinem Handwerk erworben. )) Süterslok, 11. Mai.[Ausflug.] Am Sonntag, den 12. Mai macht der Gesang=Verein „Güsersloher Liedertafel“ einen Ausflug nach der Wirtschaft Maßmann in Nord=Rheda. Die Abfahrt erfolgt 2 Uhr nachmittags. Gesangsfreunde dürfen sich demn Verein anschließen. Müterslah. 11. Mai.[Die diesjährige Bismarckfeier) der Westfalen am Hohensyburg=Denkmal findet am 18. Juni statt. Der Abgeordnete Dr. BeumerDüsseldorf wird die Festrede halten. — mtarslan. 11. Mai.[Gastspiel Tertz.] Auf die heute und morgen abend im Saale des Herrn Pollkläsener stattfindenden Vorstellungen des Autosuggestors und Zauberkünstlers Marco Tertz sei hiermit nochmals empfehlend hingewiesen. sv. Gutersloh. 11. Mai.[Schwimm=Verein.)] Laut Anzeige in heutiger Nummer wird der SchwimmVerein Montag abend eine Generalversammlung abhalten, woran die Mitglieder erinnert und zu zahlreichem Erscheinen eingeladen werden.— In der nächsten Woche wird der Schwimm=Verein seine Tätigkeit wieder aufnehmen, womit er zweifellos einem Bedürfnis nachkommt. Namentlich kann unserer Jugend nicht warm genug empfohlen werden, am Schwimmunterrichte teilzunehmen. Wie oft höct man von Aelteren sagen, wäre uns früher eine solche Gelegenheit geboten worden, wir hätten sie mit Freuden ergriffen. Das Schwimmen ist sowohl in gesundheitlicher als auch praktischer Hinsicht zu empfehlen, es verleiht Kraft, Gewandtheit und Mut und stählt den Körper gegen unheilvolle Einflüsse, ganz abgesehen davon, daß der Schwimmer gegen den des Schwimmens Unkundigenz. B. bei Ertrinkungsgefahr eine Fertigkeit besitzt, die ihm unschätzbare Dienste leisten kann. Ein sogenannter Vergnügungsverein ist der Schwimmverein freilich nicht. Er sucht indessen den Unterricht so zu gestalten, daß jeder, der mit Interesse teilnimmt, sich nicht langweilen wird, da besonderer Wert auf die volkstümlichen Uebungen gelegt wird. Jedenfalls sollte jeder, der Interesse für den Schwimmsport hat, nicht versäumen, in den Badeanstalten des Naturheilvereins einem der nächsten Unterrichtsabende beizuwohnen. Wiedenbrück, 10. Mal.(Gegen die Fleischverteuerung.] Insolge Anregung des kath. Männervereins sind seit 8 Tagen mehrere Landwirte, dazu übergegangen, ihre geschlachteten Schweine hier pfundweise, das Pfund zu 60 Psennig, zu verkaufen. Die Sache findet in der Bürgerschaft ungeteilten Beisall, denn es stellen sich stets so viele Kauflustige ein, daß in kürzester Zeit vollständig ausverkauft ist und die Wünsche vieler nicht berücksichtigt werden können. Wie der Wiedenbrücker Zeitung mitgeteilt wird, soll demnächst auch Rindfleisch zu ermäßigtem Preise feilgeboten werden. 1 Asselhers, 11. Mai.[Turnfest.] Der hiesige Turnverein feiert morgen sein 14. Süftungsfest, welches nachmittags 3½ Uhr mit einem Festzuge eröffnet wird. Die unmittelbar an der Dorsstraße, gegenüber der der Post liegende Wiese hat Herr Elmenders in bereitwilligster Weise als Festptatz hergegeben und damit auch den für das Schauturnen in Betracht kommenden Wünschen in bester Weise Rechnung getragen. Hoffentlich begünstigt gute Witterung das Fest, für welches dann auch von auswärts zahlreicher Besuch in sichere Aussicht gestellt werden kann. Vielefeld, 11. Mai.[Technischer Feuerwehr= tag.] Der 3. Feuerwehrtag des Westfälischen Verbandes findei morgen hier statt. Die Vertreter der fremden Wehren werden im„Kaiserhof“ empfangen, von wo mittags 12 Uhr der gemeinsame Marsch zum Kaiser Wilhelmsplatz erfolgt. Dort findet dann eine Schulübung von den Steigern der hiesigen Wehr statt. Hieran anschließend beginnen um 1 Uhr im Konzerthaus die Vorträge. Die gemeinsame Mittagstafel um 3 Uhr im Hotel„Drei Kronen" bildet den Schluß des offiziellen Teiles. 10. Mai.[Maurerstreik.] Hier haben heute morgen 160 Maurer die Arbeit niebergelegt, weil die Unternehmer sich weigerten, den geforderten Lohnzuschlag von 5 Pfg. für die Stunde zu zahlen. Salzufeln, 8. Mai.[Tötlicher Ungläcksfall. Das siebenjährige Mädchen des Hausschlachters Schmiedeskamp verunglückte gestern nachmittag, indem es, auf einen kleinen Handwagen sitzend, eine nur 2 Meter hohe Wegeböschung hinab fiel. Es stieß dabei so unglücklich mit dem Kopfe auf, daß ihm das Genick gebrochen wurde. Vortmund, 9. Mai.[Vom Pferde erschlagen.) Bei Gelegenheit der vorgestern abgehaltenen Pferdemusterung erhielt der Zinkhüttenarbeiter Wilhelm Knapp von einem Pferde einen Schlag und erlitt einen Schädelbruch, an dem er starb. Der Verstorbene hinterläßt Frau und 5 Kinder. Vortmund, 10. Mai.[Entgleisung.) Der Schnellzug 18 ist heute nachmittag kurz vor 3 Uhr vor dem Dortmunder Rangierbahnhof bei Zeche Hansa entgleist. Vier Wagen liegen auf der Dammböschung. Der unbeschädigte Teil des Zuges fuhr nach Uebernahme der Reisenden aus dem verunglückten Teil des Zuges nach kurzem Aufenthalt nach Dortmund weiter. Es haben sich zehn Reisende mit kleineren Abschürfungen als leicht verletzt gemeldet. Gelsenkirchen, 8. Mal.[Zu Tode geschleift.] Auf entsetzliche Weise kam heute morgen der Bäckergeselle Jung zu Tode. Er ritt auf einem Pferde und neckte spielende Kinder; diese warfen das Tier mit Steinen und durch das Aufbäumen des Pferdes wurde Jung aus dem Sattel gewersen, blieb aber im Geschier hängen und wurde von dem wildgewordenen Tier mehrere Meter weit geschleift. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit darauf starb. Essen, 10. Mai.[Diebstahl.] In der Zeit von ern nachmittag 2 Uhr bis heute früh 7 Uhr wurden Kaufhause A. Eick Söhne hierselbst nachstehende Wertsachen mittelft Einbruchs gestohlen: Etwa 200 geldene Herren=Remontolruhren mit Sprungdeckel. Ferner 70 Broschen mit Brillanten, Perlen und Farbsteinen, etwa 350 goldene Ringe mit Brillanten, Perlen und Farbsteinen, mehrere Platin=Halskettchen und Platin=Colliers mit Mittelstück und dazu gehörigen Anhängern mit Beillanten, Perlen und Farbsteinen besetzt, etwa 20 Paar Brillant=Ohrringe, 25 Ketten=Armbänder, zum Teil mit Brillanten und Edelsteinen besetzt, 24 Kravattennadeln mit Brillanten und Farbsteinen, 26 schwere goldene Herren=Uhrketten, Panzerund Ankerform, und 86 goldene Medaillons, zum Teil mit Steinen besetzt. Bon den Tätern fehlt jede Spur. 10. Mai.[Streik.] Nachdem vor acht Tagen über 80 Schreinergesellen in den Ausstand traten und wegen nicht erfolgter Einigung mit den Meistern bis jetzt noch streiken, sind am Mittwoch abend auch etwa 150 Maurer und Handlanger nach abgelaufener vierzehntägiger Kündigungsfrist ausständig geworden. Sie verlangen in der Hauptsache die Anerkennung ihrer Organisation und einen Stundenlohn von 47 Psg. Die Mehrzahl der Streikenden gehört dem christlichen Bauarbeiter=Verband an, doch hat sich auch eine große Anzahl Unorganisierter dem Ausstande angeschlossen. Aus Anlaß der Lohnbewegung beabsichtigen die Unternehmer einen Arbeitgeber=Verband zu gründen. 10. Mai.[Noch beizeiten gerettet.] Auf dem hiesigen Hauptbahnhofe wurde gestern ein auf der Durchfahrt von Leipzig nach Antwerpen befindliches 16jähriges Dienstmädchen aus Weißenfels von einer Vereinsdame des Marlanischen Mädchenschutzvereins angehalten. Das Mädchen sollte in Antwerpen von einem Manne, der ein vereinbartes Abzeichen zu tragen hatte, erwartet und nach London weitergebracht werden. Man vermutet, daß das Mädchen, welches über seine Zukunft vollständig im Unklaren war, das Opfer eines Mädchenhändlers werden sollte. Das Mädchen wurde vorläufig im Dienstbotenheim untergwrcht. Vermischtes. *[Den Fang eines Kanarienvgels mit dem Leben bezahlt) hat in Lübeck ein 16jähriges Dienstmädchen in der Breitenstraße. Das Mädchen wollte einem Kanarienvogel Futter reichen. Hierbei schlüpfte das Tier aus dem Bauer und setzte sich auf den Rahmen des offenen Fensters. Das Mädchen versuchte ihn zu greifen. Dies gelang ihm auch. Im selben Augenblick stürzte es aber kopfüber zum Fenster hinaus und blied tot auf dem Pflaster liegen. Auch der Vogel bezahlte den Sturz des Mädchens mit dem Leben; man fand ihn in der Hand der Verunglückten. *[Die leidige Gewohnheit, im Beite zu lesen,) hat wieder ein Unglück herbeigeführt. In der Nacht hatte das in Kottbus beim Lehrer Franke bedienstete 20jährige Dienstmädchen seiner Gewohnheit gemäß eine brennende Petroleumlampe auf den Knien haltend, im Bette gelesen. Als das Mädchen allmählich einschlief, stürzte die Lampe um und setzte das Bett in Brand. Mit furchtbaren Brandwunden bedickt, wurde das Mädchen in hoffnungslosem Zustande in eine Klinik eingeliefert. * Schwäbisch Gmünd, 8. Mai. Gestern wurden hier der Inspektor und ein Wächter der Wach= und Schließgesellschaft verhaftet. Sie standen im Verdacht, fortgesetzt größere Diebstähle in denen von ihnen bewachten Häusern verübt zu haben. Die Haussuchung förderte ein ganzes Lager gestohlener Waren zutage, die zum Teil auch aus früheren Diebstählen in Cannstatt und Stuttgart herrührten. * Dreiborn(Eisel), 10. Mai. Ein großes Feuer, das gestern nachmittag aus unbekannter Uesache entstand, hat dreizehn Häuser eingeäschert. 14 Familien sind obdachlos. 20 Stück Großvleh und viel Kleinvieh sind dem Brande zum Opfer gefallen. Nur ein geringer Teil des Verbrannten ist versichert. * Posen, 8. Mai. Bei Kempen sind zwei Gehöfte durch Feuer eingeäschert. Bei den Rettungsversuchen kamen die Besitzerin des einen Gehöfts und ihr 17jähriger Sohn in den Flammen um. * Königsberg i. Pr., 10. Mai. Gestern abend entgleiste auf dem Bahnhof Metgethen, anscheinend infolge vorzeitiger Umstellung der Weiche, der um 7 Uhr 58 Minuten nach Königsberg ausfahrende Vorortzug mit zwei Wagen, von denen einer umstürzte. Von den in diesem Wagen sitzenden acht Perionen wurde die Tochter des Feuersozietäts=Direktors Roß getötet. Frau Roß und ihr Sohn, ferner Frau Steuererheber Böttcher, Frau Zolland und Tochter sind verletzt worden. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Augsburg, 10. Mal. Bei einer Kahnfahrt sind in dem Ausflugsorte Burgwalden gestern, weil der Kahn umkippte, vier Mitglieder eines dort weilenden Gesangvereins aus dem Vorort Oberhausen ertrunken. Ein fünfter Insasse konnte gerettet werden. * New=York, 10 Mai. Das erste Konzert des Wiener Männergesangvereins war ein sehr großer Erfolg. Alle Plätze waren im Vorverkauf vergriffen. Der Verein sang unter tellweiser Begleitung des Philharmonischen Orchesters zwölf Nummern, welche die Zuhörer zur Begeisterung hinrissen. Vornehmlich gut gelangen Brahms„Wiegenlied“, ferner Heubergers„Tiroler Nachtwach=“, Othegravins „Leierman“, das Volkslied„Der Scherenschleifer“ und Strauß'„Wein, Weib und Gesang". Diese Nummern wurden stürmisch da capo verlangt, welchem Verlangen der Verein entsprach. Am Schluß wurden den Sängern große Ovationen dargebracht, besenders den Dirigenten Kremser und Heuberger. Die Morgenblätter bezeichnen das Konzert als ein hier einzig dastehendes künstlerisches Ereignis. * San Franzisko, 10. Mai. Ein hiesiger Einwohner namens Heniy Davis wurde plötzlich wahnsinnig und richtete großes Unheil an. Davis erschien auf dem Valkon seines Hauses und fing an, mit dem Gewehr auf die Passanten zu schießen. Als die Polizei kam, um ihn zu entwaffnen, verbarrikadierte er sich in seiner Wohnung und schoß jeden nieder, der in die Nähe kam. Er tötete sechs Menschen und verwundete etwa 15, bevor er überwältigt und verhaftet werden konnte. Der Vorgang spielte sich in den Vormittagsstunden ab, als die Straßen verkehrsreich waren.— Zwischen den ausständigen Straßenbahnern und Arbeitswilligen kam es gestern zu einem Zusammenstoß, bei welchem viele Personen verletzt und 16 Personen gelötet wurden. Geffentlicher Wetterdienst. (Dienststelle Meteorolögisches Observatorium Aachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 11. bis zum Abend des 12. Mai: Morgen fortgesetzt vielfach heiter, nur strichweise Gewitter; schwache Luftbewegung; warm. Fortdauer des jetzigen Witterungscharakters wahrscheinlich. Neueste Nachrichten. 11. Mai. Wie uns soeben kurz vor dem Druck der Zeitung ein Telegramm meldet, ist die Eingemeindung des Amtes Sütersloh in Stadt Gütersloh durch Allerhöchste Ordre vom 26. April ds. Is. genehmigt worden. Reklamationen über unpünktliche Zustellung unserer Zeitung erbitten wir stets direkt an unsere Adresse! Nur dadurch ist es uns möglich, Abhilfe zu schaffen. Die Gepedition. Schulstraße 738. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 12. Mai. Exaudi. Kollekte für das Johannesstift in Paderborn. Neue Kirche ½10 Uhr: Pastor Meinshausen. Alte Kirche ½10 Uhr: Pastor Seippel. Neue Kirche 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Seippel. Alte Kirche nachmittags 8 Uhr: Pastor Siebold. Kinderlehre. Montag, den 13. Mai. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des blauen Kleuzes im Vereinshause. Dienstag. den 14. Mai. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des Jünglingsvereins im Vereinshause. Mittwoch, den 15. Mai. Abends 8½ Uhr: Bibelbesprechstunde im Konfirmandenhause. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 12. Fest des hl. Pancratius, des Patrons unserer Pfarrkirche. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Feierliches Levitenamt mit Predigt und Segen. Nachmittags 3 Uhr: Maiandacht und Firmungsunterricht. Bekanntmachung. Auf dem Rathause, Zimmer 3, ist eine unparteiische, gemeinnützige Rechtsauskunstsstelle eingerichtet, bei der jeder Einwohner zu jeder Zeit unentgeltlich Auskunft über alle mit dem Erwerbsleben zusammenhängenden Fragen auf dem Gebiet der staatlichen u. kommunalen Steuerder Versicherungsgesetzgebung(Kranken=, Alters=, Invaliden=, Unfallsachen der Reichsgewerbeordnung der Vormundschaft, des Militärund Polizeiwesens usw. erhalten kann. Es wird diese Einrichtung der Bürgerschaft zur Benutzung empfohlen. Gütersloh, den 8. Mal 1907. Der Bürgermeister: Mangelsdorf. Zeinsten Kronen=Hummer in allen Dosengrößen. W. Küster. Prima Kopfsalat. Gärtner C. A. Woelfer. Partie-Posten in Wolle, einsach und karriert, Meter nur 1 Mark. Die Reste sind von 2—7 Meter lang und haben einen regulären Wert von 2—, bis 2,50 Mk. per Meter. B. Niehaus, Berlinerstr. Am Montag morgen von 8 Uhr an wird bei E. Brockmann Brüggenhof das Fleischz einer jungen Zuh verkauft, das Pfd. zu 40 u. 459 Am Donners tag, den 16. Mai, von morgens 8 Uhr an, wird bei Bäckermeister Bröckelmann, Wiedenbrücker Chaussee, das das Pfd. zu 55 u. 60 Pfg. verkauft. Ein neues schönes 2stöckiges mit Garten in schöner Lage der Stadt ist fertzugshalber preiswirt zu verkaufen. Näheres in der Geschäftsstelle d. Zig. H.A.Birkholz, Tischlermstr. soräg gegenüber der Post. Lager in selbstgefertigten Elchen-, Klefern- und Tannen-Särgen. Elnsätze zum Verlöten mit und ohne Scheibe. Metallsürge noch haltbarer wie Eichensärge. Ausstattungen jeder Art. Statt besonderer Anzeige. Am Himmelfahrtsmorgen 6¼ Uhr nahm Gott der Allmächtige meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Tante Johanne v. Recklinghausen geb. Schröder nach langer schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Um stille Teilnahme bittet Familie F. v. Recklinghausen. Gütersloh, den 11. Mai 1907. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2½ Uhr vom Trauerhause, Blessenstätte 16a. aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott der Herr erlöste heute morgen 9½ Uhr unsere liebe Tochter und Schwester Paula Woiske von langem schweren Leiden. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gütersloh, den 11. Mai 1907. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 14. d. Mts., nachmittags 4 Uhr statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unsern innigsten Dank. Familie F. W. Barkey. Gütersloh, den 11. Mai 1907. Bekanntmachung betr. die öffentliche Impfung in den Gemeinden Isselhorst, Holtkamp, Hollen, Niehorst und Eöbesloh für 1907. Erst=Impfung und Wieder=Impfung. a) Impfung. 1. Impfbezirk Isselhorn: am Mittwoch, den 15. Mai, nachmittags 2½ Uhr in der Isselhorster Schule. 2. Impfbezirk Holtkamp: am Donnerstag, den 16. Mai, nach mittags 8 Uhr in der Holtkämper Schule. 8. Impfbezirk Hollen: am Freitag, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr in der Holler Schule. 4. Impfbezirk Niehorft: am Samstag, den 18. Mai, nach mittags 8 Uhr in der Niehorster Schule. 5. Impfbezirk Ebbesloh: am Freitag, den 17. Mai, nach mittags 8 Uhr in der Holler Schule. b) Nachschau. 1. Impfbezirk Isselhorft: am Mittwoch, den 22. Mal, nach mittags 2½ Uhr in der Isselhorster Schule. 2. Impfbezirk Holtkamp: am Donnerstag, den 23. Mal, nach mittags 8 Uhr in der Holtkämper Schule. 3. Impfbezirk Hollen: am Freitag, den 24. Mai, nachmittags 8 Uhr in der Holler Schule. 4. Impfbezirk Niehorft: am Samstag, den 25. Mai, nachmittags 3 Uhr in der Niehorster Schule. 5. Impfbezirk Ebbesloh: am Freitag, den 24. Mal, nach mittags 8 Uhr in der Holler Schul. Brackwede, den 3. Mal 1907. Die Volizeiverwaltung. Der Amtmann: Hilvoll. Die noch vorrätigen Dulkten-Hüle verkaufe umzugshalber schon von jetzt ab zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kinderhüte extra billig. Luise Rolfsmeyer, Berlinerstrasse 344. Sommerhandschuhe in grosser Auswahl. 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Der Reichstag nahm heute die Etais des Reichsschotzamts und der Zölle und Verbrauchssteuern und Stempelabgaben an. Die dazu vorliegenden Resolutionen(Mühlenumsatzsteuer, Herabsetzung der Zuckerverbrauchsbabgabe, Einführung von 25 Pfennig=Münzen, Ausdehnung und Erhöhung der Veteranenbeihlifen 2c.) wurden mit Rücksicht auf die Geschäftslage von der Tagesordnung abgesetzt und kommen erst im Herbst zur Beratung. Angenemmen wurde ferner der Stat für das südwestafrikanische Schutzgebiet, wobei sich das Zentrum der Abstimmung enthielt. Auf eine bezügliche Kritik des Abg. Ledebour(Soz.) rechtfertigte hierbei Kolonialdirektor Dernburg die Unterbringung der gesangenen ca. 1700 Hottentotten auf der Haifisch=Insel. Man habe die Leute unmöglich im Rücken unserer Truppen in Windhuk lassen können. Daß der Tod so vieler Hottentotten durch deren Unterbringung auf der Halfisch=Insel verschuldet sei, sei eine unerweisbare Behauptung. Endlich wurde noch unter Zustimmung des Kolonialdirektors eine Resolution angenommen: Der Reichstag erwarte, daß die vom Oktober 1907 ab in Höhe von 4000 Mann in Südwestafrika verbleibenden Truppen nach Maßgabe des fortschreitenden Eisenbahnbaues und der zunehmenden Entwickelung und Beruhigung des Landes verringert werden wird. Berlin, 10. Mai. Der Reichtztag beschäftigte sich heute in zweiter Lesung mit der Entschädigung der Farmer In Südwestafrika, wofür ein Nachtragsetat 7½ Millionen fordert. Die Kommission beantragt, nur 5 Millionen A fonds perdu zu bewilligen unter der Voraussetzung, daß aunderweitige Ansprüche auf Entschädigung gegen das Reich oder die Kolonie aus Verlusten infolge des Aufstandes seitens der Empfänger nicht gestattet werden. Kolonialdirektor Dernburg trat für Bewilligung des vollen Betrags von 7½ Millionen ein; ebenso Abgg. Dr. Paasche(nl.), v. Richthofen(k.) und Dr. Arendt(Rp). Letzterer beantragte für den Fall der Ablehnung der 7½ Millionen 5½ Millionen zu bewilligen zu dem Zwecke, daß alle Schäden bis zu 10000 Mk. voll und die darüber hinausgehenden Schäden bis zu ½ entschädigt werben können. Abg. Groeber(Zir.) sprach gegen eine weitere Entschädigung, Abg. Wiemer(fis. Vp.) für die Bewilligung der von der Kommission beantragten 5 Millionen. Gouverneur v. Lindequist trat der Annahme entgegen, als bedeuteten die gesorderten 7½ Millionen eine volle Entschädigung. Schließlich wurden 5 Millionen entsprechend dem Kommissionsantrage bewilligt. Dagegen stimmten Zentrum und Sozialdemokraten. Der durch Beendigung des Kriegszustandes in Südwestafrika veranlaßte Ergänzungsetat(Erhöhung des Reichszuschusses unter Verminderung der Anleihe) und die Teuerungszulagen werden gleichfalls in zweiter Lesung angenommen. Dann wurde die Stalsberatung sortgesetzt. Zum Etat des Reichstags wurde ein vom Seniorenkonvent gestellter Antrag angenommen, wonach die annähernd in Höhe von 800000 Mark angesammelten Eintrittsgelder für die Besichtigung des Reichstags, die bisher in einem besonderen Fonds durch den Reichstagspräsidenten verwaltet wurden, auf den Stat gebracht werden. Das bisherige Elntrittsgeld von 50 Pfg. bezw. 25 Pfgfür Militärpersonen wird auf 25 Pfg. bezw. 10 Psg. ermäßigt. Die aus den Eintritisgeldern auskommenden Summen sollen zu Unterstätzungen für die Unter= und Hilfsbeamten des Hauses verwendet werden. Nach Erledigung des Etats der Reichsbank und der Mairikularbeiträge wird das Elatsgesetz angenommen, womit die zweite Lesung des Etais erledigt ist.— Morgen: Weltpostvertrag, Interpellation beir. Gruben=Katastrophe. Preußischer Landtag. Herrenhaus. Berlin, 8. Mai. Das Herrenhaus, dem der Präsident ankändigte, daß es zunächst bis Son#abend Sitzungen halten und dann Ende Mai wieder zusammentreten werde, erledigte heute die Etats der Juftlzoerwaltung und des Ministeriums des Innern. Zum Justiz=Elat wurde ein Antrag des Grafen Zieihen=Schwerin auf schärfere Bestrafung von Beleidigungen angenommen. In der Debatte darüber wurde namentlich die Duellfrage behandelt. Darüber, ob das Duell ganz zu beseitigen sei, gingen die Meinungen auseinander. Beim Stat des Innern stellte Minister v. Bethmann neue Bestimmungen gegen das zu schnelle Fahren der Kraftwagen in Aussicht. Berlin, 10. Mai. Das Herrenhaus setzte die Elatsberatung beim Kultusetat fort. Es kam dabei zu einer längeren Debatte über die Polenpolitik und die Franziskaner=Niederlassung in Oberschlesien, sowie über den Schulftreik. Gegen die großpolnische Agitation wandte sich u. a. der frühere Reichstagspräsident Graf Ballestrem. Dem der Pole Fürst Radzswill entgegentrat mit der Behauptung, daß Oberschlesten immer polnisches Land gewesen sel. Weiterberatung morgen. Außerdem: Berggesetz=Novelle. Abgeordurtenhaus. Berlin, 8. Mai. Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute die Abänderung verschiedener Amtsgerichtsbezirke und nahm dann das Wanderarbeitsstättengesetz nach den Kommissionsbeschlüssen, wonach der Staat einen Teil der Kosten tragen soll, und mit einem Antrag v. Schmeling(kons.) an, wonach nicht die Provinzialausschüsse, sondern die Provinztallandtage mit der Errichtung der Arbeitsstätten beauftragt werden, in zweiter Lesung an. Dann wurde in die zweite Beratung des Gesetzentwurss gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden eingetreten. Nach den Kommissionsbeschlüssen sollen die Befugnisse der Gemeindevorstände dadurch beschränkt werden, daß vor jeder Entscheidung Sachverständige zu hören sind. Abgg. Dr. Brandt(nl.), Schmedding(Zir.), von Brandenstein(kons.) und Witzmann(ni.) befürworteten die Kommissionsfassung. Abg. Schmietz(srs. Vp.) hält eine Anzahl der vorgeschlagenen Bestimmungen für zu weit gehend.§ 1 wird in der Kommissionsfassung angenommen, ebenso§ 2 Versagung der Genehmigung von Bauten in geschlossenen Ortschaften, wenn dadurch die Eigenart des Orts= oder Straßenbildes beeinträchtigt würde, und§ 29, der es dem Ortsstatut überläßt, zu bestimmen, daß die Anbringung von Reklameschildern, Schaukästen, Aufschriften und dergl., der Genehmigung der Baupolizeibehörde bedarf. — Das Gesetz wird bis§ 4a erledigt und dann die Weiterberatung auf Freitag vertagt. Berlin, 10. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm heute eine Reihe von Vorlagen betr. Abänderung von Amtsgerichtsbezirken und das Wanderarbeitsstättengesetz einstimmig, die Novelle zum Bergesetz gegen die Freisinnigen und die Mehrheit der Nationalliberalen in dritter Lesung an und führte dann die zweite Lesung des Gesetzentwurfs gegen die Verunstaltung von Orten und landschaftlich h vorragender Gegenden zu Ende. Eine längere Debatte entspann sich über§ 5, wonach die Bauerlaubnis auch außerhalb von Ortschaften versagt werden kann, wenn dadurch eine grobe Verunstaltung entsteht. Schließlich wurde dieser Paragraph mit einigen kleinen Modifikationen in der Kommissionsfassung angenommen und die Einfügung eines vom Abg. Schmidt=Warburg beantragten§ 6 auf Entschädigung der in Frage kommenden Besitzer abgelehnt. Zu dem Gesetze wurden schließlich noch eine Anzahl Resolutionen beschlossen, in dem gefordert wird: enge Fühlung mit den Sachverständigen resp. Künstlern bei Durchführung des Gesetzes, schonende Rücksicht auf die Kosten bei behördlichen Eingriffen und baldige Vorlegung eines Denkmalschutzgesetzes. Morgen: Beamten= und Arbeiterwohnungsgesetz. Der Präsident teilt mit, daß die Pfingstferien am 15. d. Mis. beginnen sollen und daß das Haus nach Leuztraum. (Nachdruck verboten.) Ich hab' den Lenz heut nacht im Traum geseh'n, Leis schwebte er herbei auf Zauberschwingen, Da fühlte ich ein wundersames Wehn Und an mein Ohr drang sanft ein süßes Singen. Ein Blütenkranz war seiner Locken Zier Und Rosenknospen seine Lippen glichen Lind lächelnd neigt' er sich herab zu mir Und küßte mich— dann war das Bild entwichen. Als nun aus sanftem Schlaf ich ausgewacht, Erstrahlte mir die Sonne allenthalben, Hoch über mir in blauer Aetherspracht Da schwehten schon die ersten muntren Schwalben. Heil dir du neuerwachte Lebenslust, Laßt Lenzesboten meinen Gruß euch bringen Es singt und klingt und tont in meiner Bruft, Als müßte sie vor Seligkeit zerspringen. Adoif Drehier sm, Rartranftäht. Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treiler. (80. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) Mr. Stanford atmete auf, so hatte ihn doch der Eindruck, den er von dem jungen Manne empfangen hatte, nicht betrogen. „Halten Sie denn, Madame, dem Kinde etwas christliche Moral beigebracht?“ „Ich habe ihm aus der Bibel vorgelesen, wenn wir allein waren, mein einziger Trost in meinem schricklichen Leben.“ Sie holte tief Atem und suhr dann fort:„Sir, meine Kinder hoben sich nicht gut gegen mich benommen, aber es sind meine Kinber und in einem wilden Leven aufgewachsen. Sir, tut um der Liebe Gottes willen, was Ihe könnt, um ihr Los zu erleichtern“ „Das soll geschehen, mein Wort darauf.“ Sie sank malt in die Kissen zuräck:„Dank Euch.“ „Ihr könnt hier nicht allein bleiben, ich will Such eine meiner Dinerinnen schicken, um Euch zu pflegen, und auch einen Arzt hersenden,“ „Ds wied zu spöl sein, aber ich danke Such, Sir“ „Und nun gehabt Euch wohl.“ Er ging hinaus und murmelte vor sich hin:„Virginien, Contenthouse, ein Deutscher. Hm— das ist nicht viel, aber immer etwas. Wir wollen sehen.“ Die emsige Flußpolizei hatte während seiner Unterredung mit Mrs. Hunter draußen einige geschickt angelegte Verstecke entdeckt und eine Menge gestehlener Güter zutage gefördert. Stansord beirat sein Boot, nachdem er sich von dem Polizeiinspeklor verabschiedet hatte, und fuhr in das Schllf hinein, um den Bach, der ihn nach Milmingten führen sollle, zu gewinnen. Zu seinem nicht geringen Erstaunen traf er auf ein Booi, in dem Monsteur Lielerc, der ihm in seiner Gigenschaft als Vertrauter Mes. Walters wohl bekannt war, mit einem übelbeläumdeten Neger saß. Der virlegene Franzose erklärte auf eine Anfrage, daß er sich auf der Entensagd befinde, eine Aussage, die Mr. Stansord nicht sehr einleuchten wolle. Während Stanford den Bach hinauffuhr, machte Mr. Lielerc, der von der Anwesenheit der Strompolizei, der Aushebung des Diebesnestes und der Verhaftung der Hunters Zeuge gewesen war, kehrt, um den Mississippt zu gewinnen. Stanford suchte vergeblich zu ergründen, was den Franzosen in diese abgelegene Gegend geführt haben könne. Sechs Monate sind ins Land gegangen seit dem Tage, der Mr. Stanford nach der Behausung der Hunters führte. Die alte Frau starb bald darauf. Der alte Hunter wurde des Mordes und Rarbes überführt und gehenkt, sein mit ihm gefangener Sohn als der Beihilfe schuldig zu zwanzig Jahren schwerem Kerker verurteilt. Der andere, Asa, blieb verschollen. Mr. Stansord hatte nicht gesäumt, auf die wenigen Andeutungen hin, die ihm die alte Frau über Henrye Herkunft gemacht hatte, Nachforschungen in Virginien anzustellen, bei denen ihm seine Gigenschaft als Kongreßmitglied sehr zu statten kam. Er hatte Cententhouse bei Reckesville ermittelt und sich von Washington aus selbst dorthin begeben. Was er erfuhr, diente nicht zur Aushillung der Abkunft des jungen Mannes, der ihm die Tochter erhalten hatte. Vor fünf, zehn Jahren hatte freilich ein Deutscher, Mr. Hohenthal Contenthouse als Eigentum besessen und mit seiner Frau und einem fünfjährigen Knaben bewohnt. Aber die Famille, über die verschiedene Gerüchte umliesen, war seit Jahren vollständig verschollen und das Besitztum längst in andere Hände übergegangen. Ueber den Verbleib Mr. Hohenthals, seiner Frau und des Knaben war durchaus nichts zu ermitteln. Ein Jugendfreund Hohenthals, der deutsche Doktor Ellinghaus war nach dem Osten übergesiedelt und sollte in einer der Seestädte leben. Wenn Mr Stanford in dem jungen Manne den Sohn Hohenthals. vor sich hatte, so war dessen Abstammung schwerlich zu beweisen. Bei seinen eifrigen Nachforschungen in Rockesville stieß er auf den Schlosser Becker, der ihm über das Schicksal Hohenthals genügend Auskunft gab, aber von dessen Verbleib oder dem der Mrs. Hohenthal und des Kindes nicht mehr als die übrigen. Er hielt Hohenthal für tot, weil er sonst gewiß ein Lebenszeichen von sich gegeben hätte. Stansord, der jetzt zum ersten Mal genauere Kunde von Mr. Hohenthal erhielt, war von dem tragischen Schicksal, das in des deutschen Farmes Leben eingegriffen hatte, eines Mannes, der sich noch heute der Achtung und Liebe seiner Nachbarn erfreute, bewegt, mußte aber erennen, daß seine Nachsorschungen zu keinem greisberen Ergebnisse geführt hatten. Eine spätere Unterredung mit Hemy zeigte, daß dessen Erinnerungen an die frühere Heimat bis auf einige Arußerlichkeiten, die sich dem kindlichen Gemüt dauernd eingeprägt hatten, geschwunden waren. Nach einer kurzen Unterredung mit ihm hatte er ihn veranlaßt, sich in Greenville mit seiner Unterstätzung niederzulassin, um das versäumte Wissen nachzubolen. Dech sattte der in der Einsamkeit der Wälder und Prärlen aufgewachsene Jüngling erst bewogen werden können, eine Stadt als Aufenthalt zu wählen, nachdem Clore energisch in ihn gedrungen. Mit seinem liebenswürdigen Lächeln hatte Henry dann erklärt, daß er der kleinen Gichkatze nichts abschlagen könne. EE sommentreten soll. Lokales und Provinzielles. „“. Sätersloh, 11. Mai.[Die„brei gestrengen Herren“ des Mai.] Die„drei gestrengen Herrn“ Mamertus, Pankratius und Servatius, die Tage vom 11., 12. und 18. Mai, stehen wieder vor der Tür und Gärtner und Landwirte sehen ihnen gewöhnlich mit Bangen entgegen, weil sie nicht selten Nachtfröfte bringen, weshalb sie auch die„Eisheiligen“ genannt werden. Die Ursachen der um diese Zeit über Europa ziehenden Kältewellen sind noch nicht mit Sicherhelt festgestellt; nur soviel ist erwiesen, daß um Mitte Mai eine Depression im Südosten in Verbindung mit einem Hochdruckgebiet im Nordwesten von Europa einen Kälterückfall herbeizuführen pflegt. Während man früher annahm, daß die Erscheinung sich nicht erheblich über die untersten Luftschichten ausdehnte, ist jetzt infolge ausgedehnter Ballonfahrten festgestellt worden, daß sie bis 10 Ktiometer reichen kann. Mit ihrer Tücke haben die drei Gestrengen schon manche Arbeit des Gärtners und Landwirts, die er mühsam geschaffen, in einer Nacht jä vernichtet. Das hat auch einst Friedrich der Große erfahren müssen. Dieser hielt viel darauf, daß seine prächtige Orangerie im Schloß Sanssouel möglichst früh ins Freie gebracht wurde, erst dann war für ihn der Frühling da. Im Jahre 1769 waren die ersten Tage des Frühlings überaus mild und fast sommerlich, und der König fragte bei einem Spaziergange durch den herrlichen Park ärgerlich den Gäriner, weshalb denn die Orangerie noch nicht im Freien sei. „Det seht nich, Majestät, erscht müssen die Drei vorbei sind,“ antwortete der Gärtner in unverfälschtem Berliner Dialekt und schilderte ihm die Gefahren, die der Vegetation durch die Eisheiligen drehen.„Unsinn!“ entgegnete der König,„was gehen uns die Kerls an? Bringe er die Bäume nur heraus.“ Der Gärtner gehorchte, aber nach ein paar warmen, sonnigen Tagen traten genau mit dem 11. Mai die gefürchteten Nachtfröst; ein, und die Mehrzahl der herrlichen Gewächse des Südens erhielt von ihnen den Todesstoß. Traurig ging der König am Morgen eines dieser Tage zu seiner geliebten Orangerie.„Seine drei Gestrengen“, sagte er zu seinem Gärtner,„lassen wirklich nicht mit sich spaßen. Ich sehe wohl, daß ich vor diesen Kerls mehr Respekt haben muß.“ Nun, wir wollen wünschen und hoffen, daß sie uns in diesem Jahre glimpfliche behandeln. K be. Sütersloh, 11. Mai.[Zur Durchführung der Berufs= und Betriebszählung.] Bei der allgemeinen Berufs= und Betriebszählung am 12. Juni d. Is., die alle bisherigen Erhebungen in der deutschen Stalistik an Umfang übertreffen wird, sollen die Zähler soweit als möglich freiwillig mitwirken. Es wird erwartet, daß eine hinreichende Zahl derselben aus dem gebildeten Teil der Bevölkerung gewonnen werden kann, denn das Zählgeschäft verlangt erhebliches Verständnis. Um die Opferwilligkeit der Zähler nicht allzusehr anzuspannen, sollen dem einzelnen in der Regel nicht mehr als 50 Haushaltungen zur Zählung überwiesen werden. Die Anwerbung und Unterweisung der Zähler erfolgt durch die Gemeindebehörden, die besondere Zählungsausschüsse bilden. Die Zähler walten ihres Amtes ehrenamtlich. Die Männer, die an diesem gemeinnätzigen Unternehmen mitwirken, dienen dem öffentlichen Interesse, indem sie für die Erfüllung der wirtschafts= und sozialpolitischen Aufgaben unserer Zeit neue zuverlässige Nachrichten schaffen. Die Zählpapiere, die von den Zählern verteilt werden, sind: 1. eine Haushaltungsliste für jede Haushaltung, 2. eine Land= und Forstwirtschaftskarte für jeden land= oder forstwirtschaftlichen Betrieb und 3. ein Gewerbebogen für größere, ein Gewerbeformular für kleinere gewerbliche Betriebe. Die Popiermasse, die hierfür gebraucht wird, wird etwa 500000 kg. wiegen und muß von den verschiedenen Statistischen Amtern über das Reich verteilt werden. Zu ihrer Besörderung werden 50 Gisenbahnwagen zu 10 ts oder zwei Eisenbahngüterzüge nötig sein. Wegen der Austeilung, Einsammlung und Prüfung der Zählpapiere erhält der Zähler eine Anweisung, die ihn auf die Bedeutung und richtige Ausführung seiner Geschäfte aufmerksam macht. § Sütersloh, 11. Mai.[Schonet! Pflanzen! Auch die Pflanze hat Leben, wenn auch ein unbewußtes. Darum ist es eine sträfliche Gewohnheit unserer Kinder, unbedacht abzurupsen an Blüten und Zweigen, was ihnen unter die Finger kommt. Immer wieder seien Eliern, Erzieher, ja alle Erwachsenen gebeten, über den Schmuck der Gärten und Wälder zu wachen und Kinder zu wehren, wenn sie mißochten, was grünt und blüht, anstatt zu schonen und Gott zur Ehr und den Menschen zur Freude wachsen zu lassen. Friedrich Rückert kleidete diese Mahnung in folgende Verse:„Du darsst, wenn Du nur willst, von Blumen immer pflücken,— Um Dich, und wen du willst, damit zu schmücken;— Dazu sind Blumen da, von Dir gepflückt zu sein,— Sie selber laden Dich mit Nicken dazu ein.— Nur eines unterlaß ich nicht, Dir einzuschärfen,— Daß Du nicht pflücken darsst, nur um es wegzuwersen — Der schönste Strauß des Frühlings blüht für Dich,— Doch wenn Du ihn nicht brauchst, so laß ihn blühn für sich.“ Auch mancher Erwachsene täte gut, diese Worte des Dichters zu beherzigen. Mr. Stanford hatte einen jungen deutschen Gelehrten gefunden, der eine amerikanische Frau hatte, glücklicherweise kein Schulpendant war, sondern das große wilde Kind, das ihm zur Erziehung anvertraut war, als Gentlemen behandelte und ihm volle Freiheit ließ. Ein angeborener Takt, ein liefer sittlicher Ernst und die männliche und doch bescheidene Haltung des jungen Wilden hatten Mr. Henry, diesen Namen führie er, bald heimisch in der Famllie gemacht. Doktor Wagner ließ ihn, auf den in der ziemlich großen Stadt eine Flut von Eindrücken einstärmte, ruhig gewähren und behandelte ihn Is Freund, ihn fast unmirklich lettend.(Forts. folgt.) Helen, 11. Mai.[Impfung.] Am nächsten . als 17. d. Mts., findet hier in der Schule die mpfung det Kinder statt. Zu derselben haben die Kinder, die 12 Jehre alt werden und solche, die im Jahre 1906 geboren sind, zu erscheinen. Außerdem sind die, welche im vorigen Jahre nicht mit Erfolg geimpft sind, nochmals zu impfen. In Niehorst wird am Sonnabend, den 18. Mai, nachmittag: 3 Uhr, in der Schule gelmpft. 8. Mai.[An Genickstarre verstorbenis im hiesigen Landeshospitale der 16 jährige Haussohn Karl Strins aus dem benachbarten Eisen. Man vermutet, daß die Ansteckung durch polnische Arbeiter auf dem in der Nühe von Elsen gelegenen Gute Ringelsklrch erfolgt ist. Polmarstein, 10. Mai.[Durch Feuer zerstört) wurde am Mittwoc, der Tuelkmannsche Kotten, wobei der elljährige Pflegesohn der Köttersfamilie in den Flammen umkam. Es wiro vermutet, daß der Brand durch den Besitzer selbst zugelegt wurde, der kürzlich aus einer Irrenanstalt entlassen, von seiner Familie aber nicht wieder aufgenammen.war. Tuelkmann ist flüchtig. Münster, 10. Mai.(Entgleist.] Am Himmelfahrtstage entgleiste nachmittags gegen 8 Uhr der Schnellzug Emden=Münster=Kassel bei der Auffahrt auf Bahnhof Greven infolge zu schnellen Durchfahrens scharfer Gegenkrümmungen. Personen wurden nicht verletzt. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Das Gleis war abends 9 Uhr wieder fahrbar. 10. Mai.[Die Kieler Beschlüsse.] Die in den Städten hiesiger Gegend bestehenden Kriegervereine, welche den Kieler Beschlüssen nicht zugestimmt haben, wollen sich zu einem Verbande vereinigen. Es ist ein engeres Komitee von 9 Mitgliedern gewählt, welches demnächst in Dortmund eine Vorversammlung abhält. Eine allgemeine Versammlung soll demnächst stattfinden. Es sind 22 Vereine mit 6100 Mitgliedern, die in Frage kommen. 10. Mal.[Beendete Aussperrung.] Die seit dem 18. April dauernde Aussperrung der Maler in Rheinland und Westfalen ist durch einen in Essen vor dem Einigungsamt abgeschlossenen Tarisvertrag beendet worden. Altena, 7. Mai.[Ein Feuerchen] hatten mehrere Kinder sich in der oberen Werdohlerstraße angefacht. Dabei kam ein Mädchen im Alter von 8 Jahren den Flammen zu nahe und fing Feuer. Das Kind erlitt, ehe Hülfe zur Stelle war, so schrickliche Verbrennungen am ganzen Körper, daß es zu Hause alsbald starb. Vermischtes. * Berlin, 10. Mai. Beim Kilometerberg im Grunewald stürzte ein Automobil, dessen Führer auf der abschüssigen Straße die Gewalt über die Steuerung verloren hatte, um, und begrub seine Insassen unter sich. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert. Der Chauffeur und zwei Insassen sind leicht, ein anderer tödlich verletzt. *[Wie der alte Herr Pastor v. Bodelschwingh redet.] Zum Wanderarbeitsstätten=Gesetz, das am Mittwoch im Abgeordnetenhause zur Betatung stand, hielt der Abg. Pastor v. Bodelschwing eine seiner originillen Reden. Er führte aus: Liebe Herren! Hier kann man sagen: Der Worte sind genug gewechselt. Paßt man auf!(Im Hause ist große Unruhe.) Ich möchte euch nämlich einladen (Große Heiterkeit) mich morgen einmal in Hoffnungstal zu besuchen(Heiterkeit), das gilt nicht so sehr meinen Freunden — Sie, lieber Schmedding, z. B. haben es nicht nötig (Große Heiterkeit), sondern auch den anderen. Der Zug geht morgen 9.16 Uhr ab. Es kostet nur 45 Pfg. (Stürmische Heiterkeit), da gibt es zunächst einen Gottesdienst. Wenn Sie den nicht mitmachen wollen, ist es mir lieber, wenn Sie erst mit dem folgenden Zug um 11 Uhr fahren.(Heiterkeit). Da kommen Sie gerade zum Mittagessen recht.(Heiterkeit.) Das Menu ist einfach.(Heiterkeit). Erbsen und Speck!(Große Heiterkeit). Denken Sie darüber nicht schlecht. Am Sonnabend war der Minister bei uns und er war auch zufrieden.(Große Heiterkeit). Ich sage Ihnen, Hoffnungsthal ist eine Wanderarbeitsstätte erster Klasse. Ich freue mich, daß Berlin so viel dafür gegeben hat, obgleich ich weiß, daß mein Freund Fischbeck nie gern etwas gibt.(Schallende Heiterkeit). Ich sage Ihnen, der Schnaps bekommt durch diese Kolonie einen gewaltigen Stoß.(Heiterkeit). Kommen Sie hin, es gibt einen fröhlichen Tag! Sie können etwas lernen für Ihr ganzes Leben und auch Du, mein lieber Herr Minister.... (Große Heiterkeit— Minister v. Bethmann=Hollweg mach abwehrende Bewegung).— Vizepräsident Dr. Persch: Ich bitte den Redner jetzt aber, zum Gegenstand der Tagesordnung zu kommen.— Abg. v. Bodelschwingb(sortfahrend): Also auf fröhliches Wiedersehen! Der Zug geht 9.16 Uhr, 11 Uhr oder auch noch um 2 Uhr. Tellen Sie mir aber vorher mit, wer kommt. Ich muß die Wagen nämlich schon heute abend bestellen. * Aus dem östlichen Holstein, 10. Mai. Einen Reinfall, fast à la Köpenick erlebten die Einwohner des Ostseebades Grömitz. Dort erschien am Sonntag ein Soldat, der sich überall als Quartiermacher vorstellte. Grömitz sollte Einquartierung erhalten. Die Freude über diese Kunde kann jeder selbst bemessen, wenn er erfährt, daß Grömitz das letzte Mal 1864 Einquartierung hatte. Das Infanterie=Regiment Lübeck sollte auf dem Marsch nach Grömitz und den umliegenden Ortschaften sein. Eo war dies nicht etwa ein gewöhnlicher Uebungsmarsch, sondera, wie der angebliche Quartiermacher erzählte, ein Vergnügungsmarsch, den der fürsorgliche Oberst seinen Mannschaften gewährt haben sollte. Das Regiment sollte über Travemünde, Neustadt nach Grömitz kommen und dann über Heiligenhafen bis nach Düppel wandern. In ganz Grömitz war auch nicht ein Mann vorhanden, der in die Worte des Quartiermachers Zweifel gesetzt hätte. Der Mann lebte den ganzen Tag wie ein Fürst. Wenn die Zeit nicht zu kurz gewesen wäre, wer weiß, was dann noch alles für Vorbereitungen für die braven Keieger getroffen worden wären. Wahrscheinlich lebte heute in ganz Grömitz kein Schwein mehr. Gest als am nächsten Tage der Quartier= macher ausgerückt war, merkten die Grömitzer, daß es mit Spaziergang des Regimenis nach Düppel Essig war. Später gelang es, den Schwindler zu fassen. Es war ein Deserteur des Regiments Läbick. * Ludwigshafen, 10. Mai. In der hiefigen Leimfabrik Zimmermann, deren Arbeiter seit einiger Zeit ausständig sind, kam es gestern abend zu schweren Ausschreitungen. Die Ausständigen und viele andere Arbeiter, im ganzen etwa 3 bis 4000 Mann rotteten sich bei Eintritt der Dunkelheit zusammen und griffen die Fabrik an. Die Menge bombardierte die Fabrikgebäude mit Pflastersteinen und beschädigte sie schwer. Das Aufgebot der gesamten Polizei und Gendarmerie war machtlos. Durch Steinwürfe und scharfe Schüsse wurden vier Schutzleute mihr oder weniger schwer verletzt. Bezirksamtmann Mathäus erhielt durch einen Steinwurf eine schwere Verletzung, sodaß er bewußtlos zusammenbrach. Der Fabrikbesitzer Zimmermann vermochte sich nur durch die Flucht zu retten. Die Zusammenrottung, bei der man die Laternen ausgelöscht und die elektrischen Bogenlampen zertrümmert hatte, begann gegen 8 Uhr und dauerte dis nach Mitternacht. Heute morgen standen noch über 1000 Mann auf dem Kampfplatz. Nur zwei Personen konnten verhaftet werden, da die Polizeimannschaften gegen die ungeheuren Mengen nichts ausrichten konnten. Nentraler (Unter dieser Rubrik gestatten wir unsern Lesern, sachlich freien Meinungsaustausch, lehnen jedoch jede Verantwortlichkeit dem Publikum gegenuver ab: die preßgesetzliche Verantwortung übernimmt selbstverständlich die Redaktion.) Güterslohz, 11. Mai.[Bessere und nähere Verbindung der Neuen Reihe(Hohenzollern= straße) mit der Roltkestraße und dem Marktplatz.] Nachdem durch die Verkoppelung besonders in dem noch wenig bebauten Norden unserer Stadt durch Anlegung verschiedener Querstraßen für die Kommunikation in ausreichender Weise gesorgt ist, wäre es wohl an der Zeit, einem lange gehegten dringenden Wunsche beir. die Herstellung eines bisher mangelnden direkten, kürzeren Verbindungsweges für Fuhrwerke und Viehtransporte 2c. zwischen dem nordwestlichen und dem nordöstlichen Stadtteile zu entsprechen. Bei der bisherigen Situation ist man gezwungen, mit Wagen oder Vleh von der Neuen Reihe aus die nördlich gelegene Bismarckstraße zu benutzen, um durch die Moltkestraße zum Marktplatz und weiter zur Schulstraße zu gelangen oder man mußte den fast ebenso großen Umweg über die Königstraße und südliche Moltkestraße nehmen. Täglich, besonders aber an den Markttagen, ist dies ein so störender und verkehrshinderlicher Uebelstand, daß es notwendig erscheint, je eher desto besser Abhälfe zu schaffen. Dies ist um so leichter zu erreichen, als, wie bekannt, schen früher die Verlängerung der Roonstraße in östlicher Richtung zwischen dem der Stadt gehörigen, von Herrn Bürgermeister Mangelsdorf bewohnten Hause und dem des Herrn Adolf Schlüpmann, weiter bis zur Mollkestraße vorgesehen ist. Hierdurch würde die Verbindung der genannten Stadtteile wesentlich kürzer und bequemer werden, auch der Schulhof würde dann von vielen Fußgängern und kleinen Fahrzeugen entlastet werden, da diese dann zum großen Teil ihren Weg durch die neuanzulegende Straße nehmen würden. Selbst die mit Fuhrwerken sehr überlastete Kölerstraße würde infolge des näheren Weges von der Hohenzollernstraße nach dem Güterbahnhof der Teutoburger Wald=Eisenbahn entlastet werden. Wir richten deshalb an den wohllöblichen Magistrat die ebenso höfliche als dringende Bitte, dieses Projekt recht bald zur Ausführung zu bringen. Mehrere Interessenten. für die Zeit vom 4. bis 10. Mai 1907. Stadt Gütersloh. Geburten: Söhne: Wagenführer Johann Heinrich August Strothenke. Monteur Friedrich Gustav Koch. Kaufmann Venker. Fabrikarbeiter Wilhelm Flöttmann. Töchter: Kaufmann Friedrich Schrewe. Schneider August Ferdinand Willi Wilhelmy. Anigebete: Tischlergeselle August Olderdissen und Witme Karoline Olderdissen geb. Kindermann, beide hier. Weber Friedrich Freitag und Geske Lüdemann, beide hier. Oberfeuerwerker Wilhelm Heddesheimer in Koblenz und Elisabeth Ilges hier. Eheschließung: Weber Wilhelm Osthus in Sundern und Johanne Weftheide hier. Ster befälle: Ehefrau Friederike Dorothes Auguste Barkey geb. Rüter, 48 Jahre 8 Monate alt. Ehefrau Katharine Magarete Johanne von Recklinghausen geb. Schröder, 68 Jahre 3 Monate alt Amt Gütersloh. Geburten: Söhne: Gärtner Wilhelm Strothotte zu Nordhorn. Bahnarbeiter Wilhelm Schröder zu Nordhorn. Töchter: Bahnarbeiter Bartholomäus Netenjakob zu Blankenhagen. Bahnarbeiter Karl Verleger zu Nordhorn. Eheschließungen: Bauunternehmer Karl Stabenow in Avenwedde mit Johanne Boß in Pavenstädt. Schmied Wilhelm Plumpe in Isselherst mit Elise Osthus in Sundern. Sterbefälle: Heinrich Barkei zu Sundern, 1 Jahr 8 Tage alt. Rolon Wilhelm Dreeskornseld zu Blankenhagen, 70 Jahre alt. Arbeiterin Anna Gnegeler zu Blankenhagen, 29 Jahre alt. Ehefrau Selma Spratte geb. Rückelhaus zu Brügge. Eine Totgeburt. Märkte. 14. Mai. Delbrück, Bielefeld, Lübbecke, Münster: Viehmarkt. Ibbenbüren: Kram= und Blehmarkt. 15. Mai. Wiedenbrück: Kram= und Blehmarkt. Warendorf: Viehund Pferdemarkt. Stadthagen, Osnabrück: Biehmarkt. 16. Mai. Kaunitz: Kram=, Bieh=, Hanf= und Kleesamenmarkt. Halle, Bückeburg: Biehmarkt. Lippstadt: Kram= und Blehmarkt. 17. Mai. Oeynhausen, Lengerich i. W.(Stadt): Kram= u. Viehm Gut Heil! Gut Heil! Der Turn-Verein Isselhorst feiert am Sonntag, den 12. Mai cr., sein 14. Stiftungsfest auf der Wiese des Herrn Elmendorf, gegenüber der Post. 8½ Antreten des Vereins zum Festzuge. Nach Beendigung desselben: Konzert, Schauturnen und später Kall. Bei eintretender Dunkelheit: Pyramiden und großes Feuerwerk. Für weitere Unterhaltung, Doppel=Karussell, Kuchenbuden usw ist bestens gesorgt. Die Festmusik wird ausgeführt von der Lemgoer Stadtkapelle unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn E. Krüger. Gute Speisen und Getränke werden zugesichert und kommt ff. Gütersloher Bier zum Ausschank. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Festausschuss. S Prählieht Im Saale der Harmonie(G. Pollkläsener). Samstag, den 11. und Sonntag, den 12. Mai, abends 8½ Uhr: Sensationelles Gastspiel des berühmten und rümlichst bekannten Autosuggestors Marco Tertz. Einzig dastehende phänomenale Demonstrationen und Experimente auf dem vielumstrittenen Gebiete der sogenannten geheimen Wissenschaften. Willensbeeinflussung. Wunderbare, fast an das Unmögliche grenzende Aufführungen. Geheimnisvolle Demonstrationen in fabelhafter, unbegreiflicher Vollendung. Rätselhafte Vorgänge aus dem Reiche der vierten Dimension. Okkultismus. Psychologische Studten. Spiritistische Sitzung. Physikalisches Medium. Materialisation. Uebersinnliches. Ungelöste Rätsel. Gedankenübertragung. Fernwirkung. Telepathie. Marco Tertz ist auch indischer Zauberer, hauptsächlich aber wissenschaftlicher Experimentator, seine Leistungen bilden allerorten das Tagesgespräch. Preise der Plätze: Im Vorverkauf in der Harmouie und bei Th. Garles Sperrsitz 1 Mk., Saal 50 Pfg. Abendkasse 1,20 Mk. und 60 Pfg. igelEige Sige Eglcge ege Gge Ge e ee egeege Frühlingsfeier in Avenwedde. Die diesjährige Frühlingsfeier findet am Sonntag, den 12. Mai, statt. Nachmittags von 4 Uhr ab: Freikonzert. nachbem Ball. Die Musik wird ausgeführt vom Gütersloher Stadt=Orchester. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 3. Jagemüller Wwe. gen. Michelswirth. NB. Für ausreichenden Platz in den Zelten ist Sorge getragen. Dn4 Westfälisch-Lippische Vereinsbank Aktiengesellschaft Bielefeld. Zweigniederlassungen: Herford, Minden, Detmold, Lemgo, Bad Oeynhausen. Aktienkapital 7 Millionen Mark. 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