Neue Gütersloher Zeitung Zernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr.32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Psennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. EE Druck und Verlag: Kr. 50 Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Mittwoch, den 8. Mai 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Blatt. Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbeilage Neue Lesehalle werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 788. Zum Himmelfahrtofeste. Christi Himmelfahrt ist das Siegel auf das Geheimnis Christi. Er ist in die Welt gekommen in menschlicher Gestalt und Erscheinung und war doch Gott von Ewigkeit; er ist heimgekehrt zu dem Himmel, aus dem er stammt, als Goltes Sohn und gleich ewig mit dem Vater. Hierin liegt die Bürgschaft auch für unsere Bestimmung. Unser Herr wird uns nicht verlassen. Er ist erhöhet worden, und nun will er uns alle nach sich ziehen. Menschliche Natur ist Schwäche, Zeitlichkeit, Vergänglichkeit; sie ist Sündenschuld, böses Gewissen und Elend. Aber unser Herr hat für uns genug getan, den Vater uns versöhnt, von der Schuld uns erlöst, aus dem Elend uns befreit, und so hat er unser menschliches Wesen geläusert und verklärt, daß wir mit ihm in den Himmel eingehen, bei ihm in seiner Herrlichkeit wohnen und eines seligen vollkommenen Schauens teilhaftig werden können. Man hört wohl die unverständigen Leute sagen, diese christlichen Anschauungen und Hoffnungen seien hinfällig geworden, seitdem unsere Gelehrten eine neue Auffassung vom Bau der Welten aufgebracht und begründet hätten. Aber die Himmelfahrt Christi hat mit den Lehren der Sternkundigen nichts zu tun, und unsere Hoffnung auf eine jenseitige Verklärung berührt sich nicht mit den Anschauungen von der Beschaffenheit des Raumes, in dem die Himmelskörper ihre Bewegungen vollzlehen. Gewiß haben die Jünger den auferstandenen Herrn in wahrhafter räumlicher Bewegung gen Himmel fahren sehen. Aber dieser Himmel ist nicht der natürliche Sternenhimmel; daran zu denken haben schon die Altvordern einen glaubenswidrigen Gedanken genannt; sondern es ist der Sitz und die Heimat der Seligen, wo der Herr den Erlösten den Anblick seiner Herrlichkeit ven Angesicht zu Angesicht gewährt und mit göttlicher himmlischer Freude die Seelen der Seligen erfüllt. Der Herr ist höher als der Himmel; denn er hat alle natürliche Räumlichkeit überwunden. Er hat triumphierend sein himmlisches ewiges Reich angetreten und herrscht nun in lebendiger Gegenwärtigkeit allerorten mit Macht und Majestät. Nun ihront er zur Rechten Gottes, nicht als wäre das irgend ein bestimmter Ort; es ist vielmehr Gottes Allmacht selber, die Kraft, mit der er Himmel und Erde durchwirkt, und Christus sitzt zur Rechten Gottes, weil er der göttlichen Allmacht und Majestät in gleicher Herrlichkeit mit dem Vater vollkommen und in Ewigkeit teilhaftig ist. So enthält denn Christi Himmelfahrt die Mahnung für uns, zu suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes, und geistlich, nicht fleischlich gesinnt zu sein, damit Gottes Geist in uns wohne. Wenn der Geist dessen, der Jesum von den Toten auferwecket hat, in uns wohnt, so werden wir zu Gottes Kindern, und sind wir Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi. Wie unser irdisches Leben eine Verstufe des ewigen Lebens zu werden bestimmt ist, so ist unser irdischer Leib eine Andeutung der verklärten Leiblichkeit, in der wir bei dem Herrn sein sollen. Diese gesamte äußere Welt, die wir mit den Sinnen anschauen, ist eine Vorahnung des neuen Himmels und der neuen Erde, deren wir harren nach Gottes Verheitzung. Alle Unruhe dieser Zeit ist der Durchgang zur seligen Ruhe im Jenseits, und in jeder Erhebung der Seele, in der uns Gettes Geist berährt, genießen wir einen Vorgeschmack des Friedens, den die Welt nicht zu geben vermag, und der höher ist als alle menschliche Vorstellung. Im Glauben wird uns alles verklärt, im Glauben gehl uns der Sinn und Zweck aller Dinge auf, derer, die draußen um uns find, und derer, die in unserm Herzen verborgen sind. Daß wir so im Glauben unsere Himmelfahrt verbereiten, das wolle uns Gott in Enaden geben. Politische Aebersicht. Dir Kaiser ist mit Gefoilge im Sonderzuge gestern vermittag 10½ Uhr auf dem Hauptbahnhef in Karlsruhe eingetroffen. Zum Empfange waren erschienen der Großherzeg, der Erbgroßberzeg, der kommandierende General dis 14. Armeekerps General der Infanterie v. Bock und Polach sowie der preußische Gesandte v. Eisendecher. Der Käiser und der Großherzeg küßten sich wiederholt auf beide Wangen. Nach der Begrüßung fuhren der Kaiser und der Großherzog im effenen Wagen zum Stadtschloß. Die Stadt ist festlich beflaggt. Auf dem Wige zum Schlosse hatten Vereine mit ihren Fabnen, Chargierte der studentischen Korporationen und Schulen Spalier gebildet. Vor dem Rathause hatten die städtischen Behörden Aufstellung genommen. Der Kaiser und der Großherzog wurden allenthalben von der Bevölkerung mit herzlichen Zurufen begrüßt. Bei der Ankunst im Schlosse wurde der Kaiser von der Großherzegin, der Erbgroßherzegin und dem Prinzen Wilhelm von Schweden begrüßt. Die Braunschweigische Landeszeitung meldet als feststehend, daß als Kandidat für die Regentschaft der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg anzusehen ist und daß vielleicht noch vor Pfingsten die Wahlsitzung des Landlages erfolgen wird. Ueber die bisher geführten zeitraubenden Verhandlungen wird festgesteklt, daß sie zu einem für alle Beteiligten erwünschten Ziele geführt haben. Der Seniorenkonvent des Reichstages trat gestern wieder zusammen, um sich darüber schlüssig zu werden, ob die Sitzungen nach Pfingsten nicht doch noch sortgesetzt werden sollen. Man einigte sich dahin, an der bisherigen Absicht festzuhalten, wonach man am 15. Mai zu Ende kommen und dann bis zum Herbst vertagen will. Die Budgelkommission des Reichstags genehmigte gestern den Etat für Südwestafrika. Der neue Zolltarif, der am 1. April in Südwestafrika in Krast getreten ist, sieht die Zellpflicht für sämtliche alkoholhaltige Getränke, Tabak und Tabakfabrikate, sowie Waffen und Munition vor; daher sind die Einnahmen aus den Zöllen um eine Viertelmillion höher als im Vorjahre veranschlagt. Zur Frage des wirtschaftlichen Wiederaufbaus des Schutzgediets, der eist nach Zahlung der Entschädigungen an die Farmer beginnen könne, teilte der Kolonialdirektor mit, daß er mit zwei Gesellschaften über die Entwicklung der Schafund Viehzucht in Verhandlung stehe. Auf Antrag der Abgg. Frhr. v. Richthesen(k.) und Dr. Semler(ntl.) wurde eine Resolution angenommen, in der eine Verminderung der Schutztruppe mit dem fortschreitenden Eisenbahnbau und der Pazifizierung des Landes verlangt wird. In der Reichstagskommisston für die Beamtenpensionsgesetze hob Schatzsekretär Frhr. von Stengel hervor, daß angesichts der finanziellen Lage des Reiches größte Vorsicht gebeten sei. Die preußischen Finanz= verhältnisse seien bedeutend besser konsolidiert, als die des Reichs. Man dürfe daher in den gegenwärtigen Beschlüssen Preußen nicht noch zu überbieten suchen, zumal der Wechsel zwischen den Beamten des Reiches und Preußens ein fertwährender sei. Ein vorläufiger Ueberschlag ergebe schen heute für 1908 ein ungedecktes Defizit von mehr als 100 Millienen Mark, dieses werde schwerlich durch eine Steigerung der Einnahmen aus den vorhandenen Steuerquellen auszugleichen sein. Wenn neue Steuerforderungen an den Reichstag kommen werden, darf man den verbündeten Regierungen und insbesondere dem Reichsschatzamt keinen Vorwurf machen. Die schwersten Bedenken seien zu erheben gegen die Ausdehnung der Rückwirkung des Pensionsgesetzes auf die Relikten der Kriegsteilnehmer. Zulässig erscheine dies höchstens für diejenigen Witwen, die all' die Sorgen des Krieges mit erlebt haben. Die Relikten der Kriegsteilnehmer sollen durch Zuwendungen aus dem Dispositionsfends unterstätzt werden, wenn ein Bedürfnis dafür vorhanden sei. Schließlich wurde ein Antrag Pichler mit großer Mehrheit angenommen, wonach das Gesetz nur rückwirkende Kraft für diejenigen Witwen von Kriegsteilnehmern hat, deren Ehe schon zur Zeit des Krieges bestand. Die Handelskammer von Dortmund hat an das Kultusministerium in Form einer Denkschrift eine Eingabe gerichtet, in der sie dem lange gehegten Wunsche nach Errichtung einer Technischen Hochschule in Westfalen und zwar mit dem Sitze in Dortmund Ausdruck verleiht. Oesterreich-Ungarn. Der ungarische Ministerpräsident Dr. Wekerle ist gestern früh in Wien eingetroffen. Bevor er mit dem Minister des Auswärtigen, Baron v. Aehrenthal, über das Ergebnis von dessen Reise nach Berlin konferierte, wurde Dr. Wekerle vormittags vom Kaiser einpfangen, um diesem über die innerpolitische Lage Ungarns Bericht zu erstatten. Schweden. In Schweden sich aushaltende russische Sozialisten suchten von Malmö aus die Erlaubnis nach, in der norwegischen Hauptstadt einen Kongreß abzuhalten. Die norwegische Regierung hat abschlägig geantwortel. Hervien. Die Beziehungen zwischen Serbien und Bulgarten, die bereits selt längerer Zeit sehr gespannt waren, haben sich in letzter Zeit so gespitzt, daß in diplomatischen Kreisen ernstlich mit der Möglichkeit des Ausbruches eines Krieges gerechnet würde. Die direkten Ursachen dieser Spannung sind der Terrorismus, den die von Serbien ausgerüsteten Banden auf bulgarische Bevölkerung in Macedonten ausüben, die bulgarenfeindliche Haltung der serbischen Presse und andere Mißhelligkeiten. Lokales und Provinzielles. & Gütersloh, 8. Mai.[Himmelfahrt.] Als Vorhote des lieblichen Pfingstsestes erscheint zehn Tage zuvor das Fest der Himmelfahrt Christi, ein Ruhetag im hastenden Getriebe der Woche. In der schönsten Zeit des Jahres sind wir angekommen, ein schöner Frühling ist uns beschert und die ganze Natur erscheint wie ein großer blühender Garten; Felder, Wiesen und Wälder schmücken sich mit jungem Grün, die kleine gefiederte Welt singt Dank= und Jubellieder und überall regt sich die Wanderlust. Wer mag da seine freien Stunden in engen Räumen zubringen. Hinaus in das Waldesgrün, das ist die gesunde Losung! Wenn die gütige Natur ein Einsehen hat, dann wird der hohe Festtag der Himmelfahrt tausende und abertausende lust= und lichtbedürftige Menschen hinauslocken lns Freie, um sich an dem ewigen Wunder der neuerstandenen Natur zu erfreuen. Der Regen ist der gefürchtete Feind aller Sommerausflügler, der die schönsten Hoffnungen im Keime erstickt, oder gar zunichte macht, und„gut Weiter“ ist deshalb das Haupterfordernis, um die Freude am Himmelfahrtefest zu einer vollkommenen zu machen. Möchten darum alle dahingehenden Wänsche für den morgigen Tag in Erfüllung gehen. .. Stterslok. 8. Mai.[Konzert.] Das hiesige Stadt=Orchester konzertiert morgen nachmittag bei Bergmann in Kattenstroth. 9:: Sütersloh, 8. Mai.[Sonntagskarten für die 2. und 3. Wogenklasse werden auf hiefiger Siation ausgegeben nach Dettgold(2. Kl. 8.80, 8. Kl. 2.50), Horn=Bad Meinberg(4.40 bezw. 2.90), Oenhausen Nord oder Süd(8.10 bezw. 2.10) und Porta(3.70 bezw. 2.50). „I Sütersloh, 8. Mai.(Besitzwechsel.] Herr Architekt Schierbaum verkaufte seine in Sundern Nr. 179 belegene Besitzung(neben Herrn Penner) an den Rentner Pieper in Herne. In der Nähe dieser Besitzung erwarb Herr Schierbaum durch Kauf zwei Bauplätze und außerdem noch zwei Bauplätze im sog. Billenviertel gegenüber der Bleiche. * Süterslohz, 8. Mal.[Sonnenscheu.] Kaum sendet die Sonne ihre ersten warmen Strahlen zu uns herab, so tauchen sofort aufgespannte Sonnenschirme auf den Straßen auf; viele Spaziergänger fliehen die sonnige Seite der Straßen und eiligst werden von der sorglichen Hausfrau die Vorhänge an den Fenstern geschlossen, um der Sonne den Eintritt zu wehren. Die Lichtstrahlen könnten ja den Teppichen, Tapeten und Möbeln schaden, den niuen Straßenhut oder das Kostüm verschießen lassen, oder gar den Teint des Städters verbrennen. Denn auf diese drei Dinge und besonders auf die„fein=“ blasse und weiße Farbe des Gesichts und der Hände ist die Städterin aber auch der Städter ordentlich stolz. Sie unterscheiden sich ja auch dadurch von dem einfachen Volk, das eine „gewöhnliche" rotbraune Farbe hat.— Ob es noch solche Toren gibt, die ahnungslos dem kostenlos zu habenden Segen der Sonne entfliehen und dieser Gesundungsquelle ihr Haus versperren? Aber gewiß, lieber Leser; fleh' dir deine bleichsüchtigen Zeitgenossen und ihr Gebahren nur an, das der Lichtscheu der Höhlenbewohner sehr ähnlich ist. Lache aber nicht über ihre Torheit, sondern mache es besser als sie und lerne den Sonnenschein lieben. — Säterslotz, 8. Mai.[Hundesperre.] Auch über Kattenstroih=Spexard und Avenwedde ist gleich wie über Stadt und Amt Gütersloh die Hundesperre amtlicherseits verfügt worden.(Siehe Bekanntmachung in heutiger Nr.) * Sütersloh, 8. Mai.[Neuer Maschinen= schuppen.] Infolge der gesteigerten Verkehrsverhältnisse und auch in Anbetracht der hier für viele Züge wechseinden Maschinen ist hier die Anlage eines neuen Maschinenschuppens geplant, der vorläufig für 26 Stände eingerichtet wird, dabei aber einen solchen Radius erhält, daß die Erweiterung bis auf 40 Stände ausgedehnt werden kann. Zu diesem Zwick ist laut B. G.=A. bereits ein größerer Komplex Landes von Kolon Rleßzmann an der nördlichen Seite des Bahnhofes von der Bahnverwaltung angekauft worden, der bereits für die Erdarbeiten hergerichtet wird. Mit dem Bau jell sobald als möglich begonnen werden, und ist hier auch die Anlage von Familienhäusern für die Lokomotiv= beamten vorgesehen, damit diesen der weite Weg zur Stadt erspart bleibt. Sütersloh, 8. Mai.[Ueber Herrn Marce Tertz,] der hier am Sonnabend und Sonntag im Saale des Herrn Pollkläsener Vorstellungen gibi, liegen uns eine Reibe zmpfehlenswerter Rezinsienen vor, aus denen wir nachstehend das wiedergeben, was die Darmstädter Nachrichten schreiben; dort heißt es u. a.: Diese psychischen Vorgänge sind übrigens auch längst von der Wissenschaft anerkannt, ohne daß man bisher eine Erklärung dafür gefunden hätte, wie die Gedanken aus dem einen Gehirn in das andere ihren Weg nehmen. Die körperliche Verbindung, in die der Experimentator sich mit den seinen Willen beeinflussenden Personen durch Handauflegen, durch eine Kette oder ein Taschentuch setzt, ist zwar von wesentlicher Bedeutung, vermag aber eine ausreichende Erklärung keineswegs zu geben. Es ist außerdem bekannt, daß ein mit einer so seltenen Fählgkeit ausgestatteter Experimentater sich zwar ganz unter dem Einfluß der beireffenden Personen befindet, aber über den Zustand, in dem er experimentiert, selbst im Unklaren ist, daß auch der in Gedanken Befehlende imstande ist, seine Gedanken in die Form eines zwingenden Besehls zu kongentrieren und sich im gegebenen Augenblick von innerer Zersplitterung freizuhalten. Es erhelli hieraus, daß ein Mißlingen des Experiments auch in der mangelnden Konzentrierfähigkeit der Versuchspersonen seine Erklärung finden kann. Die gestern vorgeführten Sachen gelangen samt und sonders aufs beste, obgleich die Herrn Teitz gegebenen Besehle, die vorher in seiner Abwesenheit auf ein Stück Papier aufgezeichnet waren und nachher dem Publikum verlesen wurden, mitunter recht komplizierter Art waren. Alle besohlenen Leistungen wurden prompt ausgeführt und versetzten das Publikum in nicht geringe Verblöffung, die sich zum Schluß in lauten und wohlverdienten Beifall auflöste. (( Sütersloh, 8. Mai.[Wäschediebstahl. Vom Marksplatze wurde heute vormittag eine HerrenUnterhose gestohlen, die mit anderen Wäscheteilen dortselbst zum Trocknen aufgehängt war. : H p e r a r d, 8. M a i.[ B r a n d.] A u f d e m s o g. Ohlbrock brannte heute nachmittag ein größerer Fichtenbestand. Man vermutet, daß das Feuer durch unvorsichtiges Wegwerfen einer brennenden Zigarre oder eines Streich= holzes entstanden ist. Zielefeld, 8. Mai.[Gendarmerie=Besichtigung. Am Freitag morgen 9 Uhr findet auf dem KaiserWilhelmplatze hier eine Inspizierung sämtlicher Gendarme der Kreise Bielefeld, Herford, Halle und Wiedenbrück durch den Chef der Gendarmerie, Se. Exzellenz General der Kavallerie v. Hennigs=Berlin, statt. Herdecke, 8. Mai.[Personalie.] Dem Seminarlehrer August Witteborg wurde der Titel als Kgl. Musikdirektor verliehen. Siegen, 7. Mai.[Tunnel=Einsturz.] Auf der Bahnstrecke Rothemühle=Freudenberg stürzte der Tunnel ein. Die niedergehenden Erdmassen töteten einen italienischen Arbeiter. Die Staatsanwaltschaft hat die Arbeiten einstellen lassen. Es besteht Gefahr, daß noch weitere Erdmassen niederstürzen. Piedermarsberg, 6. Mai.[Ein Revolverschuß wurde auf den um 8 Uhr 5 Min. nachmittags von hier abfahrenden Personenzug 615 nach Kassel abgegeben, als er etwa einen Kilemeter von Wrexen an dem von Kassel kommenden Eilzug 186 vorbeifuhr. Die Kugel, die effenbar aus dem Eilzuge kam, durchschlug das Fenster eines Abteils 3. Klasse, in dem zwei Herren saßen, und streifte den Hut des einen von ihnen, weiteres Unheil wurde nicht angerichtet. Der Betriebsinspektor von Warburg befand sich zufällig in dem Personenzuge und ordnete bei dessen Ankunft in Scherfede an, daß die Station Bestwig, wo der Eilzug 4 Uhr 12 Min. fällig war, telegraphisch verständigt wurde, um eine Revision vorzunehmen. Dagen, 6. Mai.(Einbrecher verhaftet.] In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurde bei einem Uhrenhändler in Lütgendortmund eingebrochen, wobei die Eindrecher 59 filkerne Herrenuhren erbeuteten. Der hiefigen Kriminalpolizei gelang es gestern, den Hauptbeteiligten der Einbrecherbande am hiefigen Bahnhofe in dem Augenblick zu verhaften, als er zwei Uhren verkaufen wollte. Der Verhaftete, ein Italiener, nennt sich Luigo Borro und gibt an, in Dortmund zu wohnen. In seinem Besitze befanden sich noch 29 Uhren, ferner ein geladener Revolver, ein Dolch und Diebeswerkzeug. Mit dem Rest der gestohlenen Uhren sind zwei Helfershelfer nach Elberseld entkommen. Der Bestohlene erkannte in den beschlagnahmten Uhren sein Eigentum wieder. 8. Mai.[Große Unterschlagungen entdeckt.] Im Wortmunder General=Anzeiger vom 3. d. Mis. lesen wir folgendes: Am 15. August 1903 trat der Wiegemeister Kortus von Wichlinghofen in den Dienst der Zeche„Crone“ in Hacheney. Ihm lag es ob, die Wagen, die zum Versand kamen, zu wiegen und die Nummer derselben dem Versandbureau einzureichen. Kortus hat diese Vertrauensstellung schmählich mißbraucht. Seit dem Jahre 1904 soll er Kohlen waggenweise für eigene Rechnung verkauft und abgesandt haben. In der Mittagszeit, wenn die Herren vom Versandbureau nach Hause gingen, hat K. diesen günstigen Augenblick benutzt, und einem Zuge der um 12½ Uhr die beladenen Wagen nach dem Rheinischen Bahnhofe brachte, seine geschmuggelten Wagen mitgegeben. Das Kohlensyndikat ist hinter diese Betrügereien dadurch gekommen, daß von Zeit zu Zeit ein Beamter auf den Güterabfertigungen die Listen der Abgangswagen kontrolliert. Bis heute abend sind 29 Waggons seitens der Zeche festgestellt, die Kortus für eigene Rechnung versandt hat. Es sollen aber im ganzen 80 bis 90 Waggon sein, genaues läßt sich bis zur Zeit noch nicht feststellen, da die Unterschlagungen bis 1904 zurückreichen. Die Sendungen gingen größtenteils an eine Gütersloher Firma, deren Name noch festgestellt werden muß. Jeder beladene Wagen hatte einen Wert von 150 bis 160 Mark. Wieviel Korlus hierfür eingeheimft hat, ist noch nicht bekannt. Er wurde estern morgen um sichs Uhr auf der Zeche„Ccone“ verastet und zunächst dem Amt Wellinghofen vorgeführt, und dann nach dem Amtsgericht Hörde in Untersuchungshaft abgeführt. Einem jüngeren Beamten fiel es in letzter Zei zweimal auf, daß Kerlus kurz nach 12 Uhr, wenn er an nahm, daß die Herrn schon zu Tisch seien, in das Versandbureau kam, sofort aber Kehrt machte, wenn er sah, daß noch jemand da war. Die Untersuchung wird hoffentlich in diese Betrugsaffäre volles Licht bringen.“— Diese Hoffnung teilt wohl keiner mehr, als die Gütersloher Kohlenhändler, die lieber heute wie morgen festgestellt sehen, daß der Hehler nicht unter den Gütersloher Firmen zu finden ist. Sollte nicht die Möglichkeit nahe liegen, daß die Kohlenwagen wohl nach Gütersleh adressiert waren, hier aber nicht zur Entladung kamen, sondern nach einer anderen Station weiter expediert worden sind? Lünen, 7. Mai.[Zermalmt.] Auf dem Bahnhofe„Guo“ wollte ein Bergmann aus Kamen auf den schon im Fahren begriffinen Zug springen, stürzte ab, geriet unter den Zug und wurde zermalmt. Er hinterläßt Frau und 6 unversorgte Kinder. bei Herne, 7. Mai.[Das Messer.] Gestern morgen gegen 3½ Uhr gerieten auf der Martenstraße im benachbarten Recklinghausen=Süd mehrere Personen, die von einer Festlichkeit heimkehrten, in einen Wortwechsel wegen eines Mädchens, der in Tätlichkeiten ausartete. Ein Bergmann zog das Messer und hieb wie ein Wilder auf die andern ein, wobei er zwei seiner Begleiter schwere, einem Zechenschmied so lebensgefährliche Verletzungen beibrachte, daß er fast tot ins Elisabeihstift gebracht wurde. Alle drei sind nicht vernehmungsfähig. Der Täter wurde auf dem Zechenplatz verhaftet. Lettron. 7. Mai.(Ein scheußliches Verbrechen] wurde hier in der vorletzten Nacht verübt. Das 2 Jahre 9 Monate alte Mädchen der Eheleute Bergmann Ochmann, in einem Hause im Westring wohnhaft, wurde nachts gegen 1 Uhr, als sich außer dem Kinde niemand im Schlafzimmer befand, durch das Fenster geraubt. Der Vater der Kinder begleitete nämlich gerade die Hebamme nach Hause, die seiner Frau beigestanden hatte. Der Täter hat ein Oberlicht eingedrückt und dann das untere Fenster geöffnet, um so zu dem in der Wiege liegenden Kinde zu gelangen. Das Kind ist dann etwa 100 Meter von dem Hause in ein Kornfeld geschleppt und in grausamer Weise vergewaltigt worden. Das Verschwinden des Kindes war sofort von den Eltern gemerkt worden, die sich dann unter Mithilfe der Nachbarn auf die Suche nach dem Kinde begaben. Nach eiwa halbstündigem Suchen fand ein angeblich vom Vorfeld gekommener Mann, der sich Karl Schmitz nannte, das Kind in färchterlichem Zustande in einem Reggenfeld. Dem nur mit einem Hemdchen bekleideten Kinde war der Unterleib vollständig ausgerissen. Der Polizei ist es nun gelungen, den Täter in dem angeblichen Karl Schmitz, der das Kind zuerst auffand, festzustellen. Es handelt sich um den 20jährigen Fuhrmann Josef Fiedeler, der die Untat bereits gestanden hat. Bei der Vernehmung des Verbrechers erklärte dieser auf die Frage, was ihn bewogen habe, sich den nach dem Kinde suchenden Leuten anzuschließen, daß ihm nachträglich das Kind leid getan hätte. (Rh. W. Zig.) Düsseldorf, 7. Mai.[Das Kriegsgericht] der 14. Division erkannte heute gegen den Musketter M. der 1. Kompagnie des 58. Infanterle=Regiments in Kalk wegen dreimaliger Fahnenflucht, Beleidigung von Vorgesetzten, Gehorsamsverweigerung, Einbruchs sowie wegen wiederholter Hehlerei auf insgesamt 8 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust, Ausstoßung aus dim Heere und Stillung unter Polizeiaussicht. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Vermisthztes. * Berlin, 8. Mai. Im Bäckergewerbe scheint hier wieder ein harter Kampf entbrennen zu wollen, nachdem die Innungsmeister dem Oberbürgermeister Kirschner in einer Unterredung erklärt haben, daß die vereinigten Bäckerinnungen Berlins und der Vororte auf Verhandlungen mit den Gesellen unter dem Vorsitz eines höheren Magistratsbeamten nicht eingehen könnten. Zugleich suchten sie nachzuweisen, daß die Meisterschaft die Gesellenforderungen nicht billigen könne. Oberbürgermeister Kirschner hat darauf gestern seine Vermittelungstätigkeit zur Beilegung der Lohnstreitigkeiten der Bäcker eingestellt und den Gesellenverband hiervon benachrichtigt. Eine von 4000 Bäckergesellen besuchte Versammlung beschloß heute nachmittag, die durch die Innungen erfolgte Ablihnung der Vermittelung des Oberbürgermeisters Kirschner mit einern Ausstand zu beantworten, über dessen Beginn am 14. Mai beschlossen werden soll. * Kiel, 7. Mai. Von einer Patrouille des Seebataillons festgenommen wurde während der Nachtzelt in Haarden bei Kiel der Torpedomatrose V., weil er sich in angetrunkenem Zustande ohne Urlaubskarte auf der Straße umhertrieb. Nachdem auf der Werstwache seine Personalien festgestellt waren, wurde ihm befohlen, sich sofort an Bord seines im Werftbassin liegenden Schiffes zu begeben. Er führte diesen Befehl aber nicht aus, sondern versuchte die drei Meter hohe Wersimauer zu übersteigen, um seine Kneiperei fortzusetzen. Hierbei blieb V. mit einem Arm in den Zinken hängen, die sich oben auf der Mauer befinden. Die scharfen Eisenspitzen waren ihm tief durch die Muskein gedrungen, und so hing der Körper zwischen Himmel und Erde. Eine Viertelstunde verging, ehe er aus dieser schrecklichen Lage befreit werden konnte, nachdem der Posten durch die Hilferufe des Unglücklichen aufmerksam geworden war. * Hamburg, 7. Mal. In Sachen der Schadenersatzklage der Firma Woermann gegen 106 Schauerleute, weil diese zu Anfang Februar rechtswidrig von der Arbeit ferngeblieben waren, erkannte das Gewerbegericht durch Zwischenurtell die Ansprüche der Klägerin als dem Grunde nach berechtiat an. * Steitin, 7. Mai. Der Arbeiter August Krause, der in angetrunkenem Zustande während einer Kontrollversammlung im Gliede gesprochen und den abführenden Gendarmen beleidigt hatte, wurde durch das Kriegsgericht der dritten Dioision zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Der Antrag lautete auf drei Jahre. * Ofternburg, 5. Mal. Auf eigenattige Weise kam man einem kürzlich in Morriem verübten Kindesmorde nachträglich noch auf die Spur. Einem kleinen Kinde wurde wegen Ungehorsams von den Eltern angedreht, daß es in den Backosen gesteckt werden sollte. Da meinte das Kind ganz harmlos, ach, da ist ja schon eins drin, und die daraufhin angestellten Nachsorschungen ergaben dann auch, daß eine in dem Hause bedienstete Magd ihr Kind auf diese Weise aus der Welt zu schaffen versucht hatte. Die unnatürliche Mutter wurde hier verhaftet. * Breslau, 6. Mai. Das Kriegsgericht der 11. Division hatte den Gefreiten Kühnel wegen tätlicher Angriff: auf einen Unteroffizier in Südwestafrika zu 10 Jahren Gesängnis verurteilt. Das Oberkeiegsgericht hat jetzt eine neue Untersuchung angeordnet und die Haftentlassung des Kühnel versügt, da er sich nach dem Zeugnisse eines Feldwebels vollständig betrunken hatte. * Straßburg, 8. Mai. Hier wurde gestern als Mörder der 18jährigen Schülerin Georg, deren verstämmelte Leiche vor einigen Tagen aufgesunden wurde, der 69jährige pensionierte Briefträger Richthammer verhaftet. Er wurde am Tage des Mordes am Tatorte gesehen und kannte die kleine Georg genau. Die blutdefleckten Kleider wurden in der Abortgrube gefunden. * Paris, 7. Mai. Die eingeleitete Untersuchung über die Ursacht des Grubenunglücks von Courrieres endete mit Niederschlagung des Verfahrens. * Landau, 7. Mal. Die Strafkammer verurteilte den Weinhändler Seitz aus Rhodt wegen schwerer Weinsälschung zu 4 Monaten Gefängnis. Achtzig Fuder Wein wurden eingezogen. * San Franzisko, 8. Mal. 8000 in der Eisenindustrie beschäftigte Arbeiter sind gestern in den Ausstand getreten. Ihnen schlossen sich auch die Straßenbahn= und die Telephonangestellten an. Der Straßenbahn= und Telephonverkehr ist infolgedessen unterbrochen. Auch die Büglerinnen sind ausständig. Die Eigentümer der großen Warenhäuser drohen zu schließen, falls die Zustände anhalten. Man befürchtet den Ausbruch ernster Unruhen. * Calania, 7. Mai. Das Aeina=Observatorium meldet: Die Tätigkeit des Aetna nimmt zu. Eine Oeffnung im Mittelkrater stößt Rauch und kleine weißglühende Steine aus. Am 4. dieses Monats hat sich noch eine kleinere Oeffnung ausgetan, aus der heiße Lava ausströmt. Vom Observatorium aus hörte man bis gestern fost ununterbrochenes unterirdisches Getöse. Von Nicolosi aus wurden rötliche Rauchwolken beobachtet. * New=York, 7. Mal. Der Ausstand der Hafenarbeiter in New=York und in Brooklyn scheint jetzt größere Ausdehnung anzunehmen. Nach einer„Standard“=Meldung werden die Hafenarbeiter der Hamburg=Amerika=Linie sich heute dem Ausstande anschließen. Die Hafenarbeiter erklären, wenn die Gesellschaften ihre Forderungen nicht bewilligen, werde innerhalb 48 Stunden kein einziger Hafenarbeiter mehr tätig sein. Die Gesellschaften erklären, daß sie die Forderungen nicht bewilligen; inzwischen werden die Schiffe durch Heranziehung von Stewards, Heizern und sonstigen Leuten der Besatzung beladen und gelöscht. Die Betriebsleiter der Docks sagen, sie seien bereits mit der Anwerbung neuer Arbeiter beschäftigt und würden deren bald ausreichend zur Verfügung haben. Gestern ist, da mit Gewalttaten gedroht worden ist, eine starke Polizeiabteilung zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach den Docks von Hodoken gesandt worden. Die Zahl der Ausständigen in den beiden Städten wird auf 5000 Mann geschätzt. Geffentlicher Wetterdienst. (Dienststelle Meteorologisches Observatorium Nachen.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 8. bis zum Abend des 9. Mai: Morgen trocken bei zunehmender Bewölkung; schwache Luftbewegung; etwas wärmer. Drucksachen aller Art für den Geschäfts= wie auch für den Privatverkehr als Prospekte, Formulare, Zirkulare, Rechnungen, Quittungen, Avise, Briefbogen mit Firmenaufdruck, Konverts, Plakate, Eintritts= und Speisenkarten, Programme, Visiten=, Verlobungs= und Vermählungskarten, Hochzeitseinladungen, Trauerbriefe, Beileids= und Dankkarten usw. werden schnell und exakt in jeder gewünschten Ausführung angefertigt in der Buchdruckerei von Schmäling& Ohlbrock. Kirchliche Nachrichten Erangelischer Gottesdienst. Deunerstag, den 9. Mai. Himmelfahrt. Neue Kirche ½10 Uhr: Pastor Klev. Alte Kirche ½10 Uhr: Pastor Stebold. Katholischer Gottesdienst. Dennerstag, den 9. Mai. Christi Himmelfahrt. Morgens 6 Uhr: hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Morgens ½9 Uhr: Prozession, Hochamt, Predigt und Tedeum; Schluß der österlichen Zeit. Nachmittags 8 Uhr: Maiandacht. Bekanntmachung, Von heute ab ist die Friedrichstraße von der Gütersloher Braueret bis zur Gasstraße wegen Neupflasterung für durchgehenden Fuhrverkehr jeder Art bis auf weiteres gesperrt. Gütersloh, 7. Mal. 1907. Die Mangelsdorf. Die Hundesteuerliste der Landgemeinde Gütersleh llegt vom 10. Mai er. ab 2 Wechen lang in der Wohnung des Gemeindevorstehers Herrn Kolon Maas in Pavenstädt zur Einsicht aus. Innerhalb 2 Monate von der Beendigung der Auslegung ab steht jedem Abgabepflichtigen der Einspruch beim Gemeindevorstande zu. Göterslob, den 7. Mai 1907. Der Amtsverwalter. Villaret. Anträge auf Beurlaubung(Entlassung von Mannschaften der Kavallerie und der reitenden FeldArtillerie nach zweljähriger Milltärdienstzeit sind seitens der beteiligten Amtseingesessenen bis zum 1. Juni er. vormittags, während der Dienststunden, im hiefigen Amtshause, Zimmer Nr. 2, anzubringen. Brackwede, den 6. Mal 1907. Der Amtmann. Hilvoll. Zindviehversictzerungeperein für die Bauerschaft Sundern. Zu der am Montag, den 13. ds. Mts., nachmittags 8 Uhr, im Hause des Gastwirts Beckord zu Sundern stattfindenden Sitzung wird hiermit die Generalversammmtlung einberufen. Tagesordnung: 1. Wahl eines Vorstehers. 2. Ergänzung der Statuten. Gütersloh, den 6. Mal 1907. Der Amtsverwalter. ers. Am Samstag morgen von 8 Uhr an wird bei Knufinke am Drei=ckeplatz Rindsleisch verkauft, das Pfund zu 40 und 45 Pfg. Freitag morgen 7 Uhr anfangeno,“ sell bei Knufinke am Driecksplatz das Fleisch einer fetten Kuh das Pfund zu 40 und 45 Pfg. verkauft werden. Statt jeder besenderen Anzeige. Es hat Gott dem Herrn gefallen, am Dienstag nachmittag 5 Uhr meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Auguste Barkey geb. Rüter im Alter von 42 Jahren 4 Monaten nach dreitätigem schweren Leiden infolge Gehirnentzündung zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme tietbetrübt an Familie F. W. Barkey. Gütersloh, den 8. Mai 1907. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Berllnorntrasse 870, aus statt. Gardinen empfehle in grösster Auswahl in allen Breiten und Preislagen, ebenso Rouleauxstoffe, Spachtelspitze, Läuferstoffe, Bettvorlagen, Tischdecken, Teppiche. Carl Bunse, Gütersloh, Berlinerstr. 117. Beckum, Nordstr. 21. Bekanntmachung. Der Herr Reichskanzler hat unter dem 17. Fedruar d. Is. R. Bl. S. 34 eine Bekanntmachung, beir. die Einrichtung und den Betrieb der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Aulagen erlassen, die an Stelle der Bekannimachungen vom 8 Juli 1898(R. G. Bl. S. 218) und 9. April 1905(R. G. Bl. S. 286) mit dem 1. Mai d. Je. in Kraft teitt. Die neue Bekannimachung ist im Stücke 17 des RegierungsAmtsblattes auf S. 101 abgedruckt. Ich mache darauf mit dem Bemerken ausmerksam, daß die nuumehr geltenden Bestimmungen nicht nur auf die fabrikartigen, sondern auch auf alle kleineren Anlagen, in denen zur Herstellung von Zigarren erforderliche Vorrichtungen vorzenommen, oder Zigarren sortiert werden, Anwendung finden, sofern n den Anlagen nicht ausschließlich zur Familie des Arbeitgebers gehörige Personen beschäftigt werden. Wiedenbrück, den 29. April. 1907. Landrat: Engelhard. Acknberg. Ortspolizeiliche Anordnung. Ein tollwutverdächtiger Hund ist in Blankenhagen frei umhergelaufen und verendet. Es wird daher für die Gemeinden Kattenstroht Spexard und Avenwedde, welche in der gefährdeten Entfernung von 4 km belegen sind, auf Grund des§ 20 der Bundesratsinstruktion vom 30. Mai 1895 zur Ausführung der§§ 18, 20 und 38 des Gesetzes vom—Jariss— die Festlegung(: Ankettung oder Einsperrung:) sämtlicher Hunde bis zum 24. Juli 1907 angeordnet. Der Festlegung gleich zu achten ist das Führen der mit einem sicheren Mauikorbe versehenen Hunde an der Leine, jedoch dürfen die Hunde ohne polizeiliche Erlaumis aus dem gefährdeten Bezirke nicht ausgeführt werden. Die Benutzung der Ziehhunde ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen und außer der Zeit des Gebrauchs festgelegt werden. Wird ein Hund diesen Vorschriften zuwider frei umherlaufend betroffen, so werden wir seine sofortige Tölung polizeilich anordnen. Wiedenbrück, den 5. Mai. 1907. Die Polizei-Verwaltung: Murenhoff. Bettstellen 12, 16, 20, 23 bis 38 Mk. W. Epke, Möbelmagazin. Wohnung, 3 große Frontzimmer mit allem Zubehör in besserem Hause an ruhige Familie p. 1. Okt. zu vermieten. Näheres in d. Sxp. Dennerstag, den 9. Mai, nachm. 4 Uhr: Grosses Konzert ausgeführt vom vollständigen Gütersloher Stadtorchester. Eintritt a Persen 30 Pfg. Im Saale der Harmonie(G. Pollkläsener). Samstag, den 11. und Sonntag, den 12. Mai, abends 8½ Uhr: Sensationelles Gastspiel des berühmten und rümlichst bekannten Autosuggestors Marco Tertz. Einzig dastehende phänomenale Demonstrationen und Experimente auf dem vielumstrittenen Geblete der sogenannten geheimen Wissenschaften. Willensbeeinflussung. Wunderbare, fast an das Unmögliche grenzende Aufführungen. Geheimnisvolle Demonstrationen in fabelhafter, unbegreiflicher Vollendung. Rätselhafte Vorgänge aus dem Reiche der vierten Dimension. Okkultismus. Psychologische Studlen. Spiritistische Sitzung. Physikalisches Medium. Materialisation. Uebersinnliches. Ungelöste Rätsel. Gedankenübertragung. Fernwirkung. Telepathie. Marco Tertz ist auch indischer Zauberer, hauptsächlich aber wissenschaftlicher Experimentator, seine Leistungen bilden allerorten das Tagesgespräch. Preise der Plätze: Im Vorverkauf in der Harmonie und bei Th. Garleb Sperrsitz 1 Mk., Saa 50 Pfg. Abendkasse 1,20 Mk. und 60 Pfg. Auf Abzahlung! 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Neue Gütersloher Zeitung Fersprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. lustrierte Neue Lesehalle. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. 17 EE 1 Druck und Verlag: Ar. 90 Schmäling& Ohlbroa, Sütersloh. Mittwoch, den 8. Mai 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Zweites Blatt. Berlin, 7. Mai. Der Reichstag wählte heute den Abg. Kämpf, der sein Amt niedergelegt hatte, weil er am Sonnabend von dem Hause(das aber beschlußunfähig war) in seiner Geschäftsführung desavouiert worden war, mit 192 Stimmen zum zweiten Vizepräsidenten wieder. 184 Zettel waren unbeschrieben. Abg. Kämpf nahm die Wahl an. Dann wurde das Handelsprovisorium mit den Vereinigten Staaten von Amerika in erster Lesung erledigt und an eine 28er Kommissien verwiesen. In der Debatte wurde von verschiedenen Rednern lebhaft bedauert, daß es nicht gelungen sei, weitergehende Zugeständnisse zu erzielen. Amerika gewähre eigentlich nichts weiter, als die Beseitigung von Zollchikanen. Staatssekretär Graf Posadowoky sprach die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, zu einem befinitiven Abkommen zu gelangen, das unseren Interessen mehr entspricht, als der jetzige Zustand. Nach Erledigung dieses Gegenstandes wurde die Beratung des Marine=Etate zu Ende geführt und der Elat angenommen. Der Ergänzungsetat für Erweiterung des Kaiser Wilhelm=Kanals fand einstimmige Annahme; auch die Sozialdemokraten stimmten dafür, obgleich für die Vorlage hauptsächlich militärische Gründe maßgebend sind. Weiter wurde ohne ein Wort der Debatte die Wahl des Abg. v. Richthofen(kons.) für glitig erklärt. Die Wahlpräsungskommission hatte Unglitigkeitserklärung beantragt; Zentrum, Polen und Sozialdemokraten stimmten gegen Giltigkeit. Endlich tourde der Vertrag mit der Schweiz über die Beglaubigung öffentlicher Arkunden in dritter und der Urheberschutzvertrag mit Frankreich in erster und zweiter Lesung angenommen. Mittwoch: Fortsetzung der Statsberatung. Preußischer Landtag. Berlin, 7. Mai. Die Elatsberatung im Herrenhause wird fortgesetzt. Die Etats der Anfiedlungskommission, der Zentralgenossenschaftskasse und der Verwallung der direkten und indirekten Steuern, des Finanzministeriums, der Seehandlung und der Staatsschuldenverwaltung werden ohne Erörterung erledigt.— Beim Etat der Handels= und Gewerde=Verwaltung weist Graf Mirbach darauf hin, daß die Bergwerksgesellschaft Hibernia Arbeiter in den östlichen Provinzen anwerben lasse und ersucht die Regierung, dies zu verhindern.— Handelsminister Delbrück erwidert, daß er dazu keine Macht besitze.— Beim Stat des Bureaus des Staatsministeriums erwiderte auf Beschwerden des Grafen Mirbach Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben, die steuerliche Belastung Preußens sei nicht übermäßig. In Bezug auf weiteren Ausbau des Chekverkehrs stimme er dem Grafen Mirbach zu; er habe angeordnet, daß in Berlin den Beamten das Gehalt möglichst per Check ausgezahlt werden soll. Ein Antrag des Grafen Schulenburg auf Aenderung des Börsengesitzes wird in einer späteren Sitzung erledigt werden. Zum Stat der Eisenbahnverwaltung hal v. Burgsdorff einen Antrag eingebracht auf Wiederaushebung der den Verkehr belastenden Fahrkartensteuer. Minister Breitenbach teilte mit, daß für das Rechnungsjahr 1906 die Verwaltung mit einem Betriebsüberschusse von 700 Millionen, das ist ein Plus von 15 bis 20 Millionen gegenüber dem etatsmäßigen Voranschlage rechne. Die ersten beiden Monate des Jahres 1907 hätten einen Rückgang der Einnahmen gebracht. Die sozialdemokratischen Bestrebungen werde er sergsam überwachen. Zum Etat der Bauverwaltung befürwertet Bürgermeister Dr. Johansen=Minden namens des Magistrats die Versagung der Genehmigung für das Hunte=EmsKanalprojekt.— Nächste Sitzung Mittwoch. Abgeerdurtenhaus. Berlin, 7. Mai. Das Abgeordnetenhaus führte heute die Beratung der Novelle zum Berggesetz zu Ende und nahm sie durchweg nach den Kommissionsbeschlüssen an. Als Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes wurde der 8. Juli 1904 bestimmt. Dann wurde der Entwurf eines Quellenschutzgesetzes an eine 21er Kommission verwiesen und endlich der Antrag der Freikonservativen wegen Verschärsung der staatlichen Maßregeln zum Schutz des Deutschtums in den Ostmarken gegen die Stimmen der Polen, Freisinnigen und des Zentrums angenommen. Mittwoch: kleinere Vorlagen. Lokales und Provinzielles. □ Sütersloh, 8. Mal.(Vogelschutz.] Alle Vöglein sind schon da, alle Vöglein alle eic. Dech halt, eins fehlt noch: es ist der drollige Illegenschnäpper. Wer kennt ihn nicht und wer sah ihn nicht schon auf einem dürren Zweiglein sitzend und Heerschau halten über alles, was da kriegt und fliegt? Und wer hätte ihn nicht schon einem Insekt entgegen= oder nachfliegend gesehn und dieses als sichere Beute dem brütenden Weibchen zubringend, oder die junge Brut zärtlich damit fütternd? Blitzschnell fliegt er auf den alten oder anderen dürren Zweig zurück, um den begonnenen Krieg erfolgreich fortzusetzen. Aber warum kommt er so spät aus dem fernen Säden? wird mancher fragen. Weil er früher wegen Mangel an Futter hier nicht leben könnte. 1905 und 1906 traf er am 10. Mai hier ein. Auch er klagt über Wohnungsnot. Nun, der Vorstand des hiesigen Tierschutzvereins könnte sich verdient machen, wenn er an alle hiesigen Maurermeister die Bitte richtete, bei allen Neubauten im Einverständnis mit dem Bauherrn möglichst öst= oder südöstlich ein paar Gerüstlicher in 2 bis 4 Meter Höhe offen zu lassen als Nistgelegenheit für Retschwänzchen, Bachstelze, Fliegenschnäpper und den Baumeister Zaunkönig. Letzterer, auch ein Virtuos im lustigen Treiben, läßt oft schon im Februar, wenn die liebe Sonne nach Schnee und Eis ein paar erwärmende Strahlen spendet, sein Liedchen hell ertönen, trotzdem er, wenn alles in der Natur erstorden ist, sein kleines Leben vorwiegend mit Spinnen 2c. fristen muß, die er in alten Scheunen und Hausböden mühsam erhascht. Der freche Spatz, der auch die Gerüstlöcher gern bezieht, müßte streng daraus vertrieben und die Löcher müßten selbstredend mit ausgeputzt werden, sodaß sie garnicht auffallen könnten. Wenn man die Wunderwelt Natur versteht, braucht man, um zu genießen, nicht in die Ferne zu schweisen, denn sie bietet eine Fülle köstlicher Genüsse, movon aber die heutige Jugend leider wenig mehr hören will. „“. Ekterslotz, 8. Mai.[Obstbau.) Die letzte Generalversammlung des Obst= und Garienbauvereins war so stark besucht, daß die Teilnehmer in dem Billingschen Saale kaum alle Platz fanden. Zunächst begrüßte der Herr Vorsitzende die Anwesenden, besonders unser Ehrenmitglied, Herrn Bürgermeister Mangelsdorf, welcher darauf in freundlichen Worten dankte und seine Mitarbeit an den gemeinnützigen Bestrebungen des Vereins versprach. Darauf hielt Herr Rekter Kuntze einen längeren Vortrag über die Frage: „Was hat man zu besbachten bei der Pflanzung der Obstbäume?“ Der Redner legte seinen Ausführungen folgende Gliederung zu Grunde: 1. Sortenwahl, 2. Pflanzenmaterial, 8. Bodenbearbeitung, 4. der Baumpfahl, 5. Pflanzung des Baumes, 6. das Baumband, 7. Schnitt und Pflege des Baumes. Diesmal wurden nur die ersten drei Punkte behandelt. Nunmehr entstand eine recht lebhafte Debatte über einen Antrag, der eine Aenderung des Statuts bezweckte; derselbe wurde von der Versammlung abgelehnt; ebenso ein zweiter Antrag, der aus dem ersten hervorging bezw. diesen erweiterte. Ein weiterer Antrag, die Vereinsspritze zur Bekämpfung von Schädlingen im Vereinslokale aufzustellen, wurde angenommen. Mehrere Mitglieder(die Herren Schlingmann, Kottenkamp und Hark) sind bereit, bei Bedarf die erforderliche Spritzbrühe (Bordeaulaiser Brühe) zu liesern und die Arbeiten gegen Himmelfahrt. Der braune Wald wird maiengrün, Wirst um sich zarte Schleier, Die lieben Himmelsschlüssel Vergißmeinnicht am Weiher. Es schmückt die prangende Natur Sich mit dem schönsten Kleide, Und tausendfältig auf der Flur Glänzt es wie Perlgeschmeide. Darum mag auch des Menschen Brust Nun nicht mehr länger warten, Will sich ergehn zu neuer Lust In Gottes schönem Garten. Und der mit Segnen aufwärts fuhr, Zeigt uns den Himmel offen. Run blüht es schöner auf der Flur, Weil Christus unser Hoffen. Run heißt die Losung:„Himmelan!“ Die dunkeln Schatten fliehen— Er, der Durchbrecher, zog voran, Und will uns nach sich ziehen Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treiler. (29. Fortsetzung.)—(Nachbruck verboten.) Hunter stieß einen grimmigen Fluch aus, ließ dann die Büchse fallen und sagte:„Bin ein freier Bürger dieser Staaten und ein Mann, der sich redlich ernährt. Füge mich dem Gesetze, kann mir nichts anhaben, das Gesetz, habe nicht dagegen gesündigt.“ „Gut für Euch, Mann.“ Im Nu hatte er Handschellen an. Keiner der Anwesenden hatte beachtet, wie die kranke Frau, ein Bilo des Leidens und Gatsetzens, in der Tür, die nach dem Nebenzimmer führte, erschienen war. Ein tiefer Seufzer lenkt aller Augen dahin. „Asa“ sagte sie,„geh in Dich, Gott ist gerecht.“ „Geh zur Hölle,“ schrie Hunter in voller Wut und würde auf die Frau losgeeilt sein, wenn ihn nicht die Konstabler gepackt und hinausgeführt hätten. „Es mußte so enden,“ sagte die Frau,„Gott sei ihm gnädig. Geht nicht fort, Sir,“ wandte sie sich an Stanford,„ehe ich Euch gesprochen habe.“ „Ich komme zurück, Madam, will nur sehen, was geschehen ist.“ Draußen traf er einen Polizeiinspektor, der ihn kannte und nicht wenig erstaunt war, ihn aus Hunters Behausung treien zu sehen. Der älteste Sohn Hunters war gefesselt wie der Vater, der andere war in den Wald entkommen. Der Ueberfall war in einem vom Mississippl kommenden Boote mit solcher Geschicklichkeit bewerkstelligt worden, daß die Hunters vollständig überrascht wurden. „Was ist geschehen, Sir?“ fragte Stansord den Inspektor. „Ein niederträchtiger Mord ist in dieser Nacht auf dem Flusse ausgeführt worden, Mr. Sanford. Diese Leute, denen wir schon längere Zeit auf die Finger sehen, stehen im dringenden Verdacht, die Mörder zu sein.“ „Will, Sir, bringt sie vor den Richter. Hatte mit Mr. Hunter ein Gespräch, kann vielleicht der Richter sortsetzen. Auf wen lauten Eure Verhaftungsbefehle?“ „Auf Hunter den Vater und Asa und Ellah seine Söhne.“ „Der eine ist entkommen.“ „Der Asa, leider.“ „Da ist noch die alte kranke Feau drinnen.“ „Tut mir leid, sie stören zu müssen, will gründliche Haussuchung halten. Führt die beiden Gefangenen nach dem Boot und bewacht sie gut, machen sie einen Fluchtversuch, schießt sie nieder.“ Es geschah nach seinem Befehl. Finster und schwelgend schritten Vater und Sohn nach dem Boole der Strompolizel. In Begleitung des Inspektors ging Mr. Stanford in das Zimmer, wo die kranke Frau lag. „Habt nichts zu fürchten, Madame,“ sagte er, wollen eben Haussuchung halten.“ „Tut, was Ihr wollt, ich habe von dem irdischen Richter nichts mehr zu fürchten.“ Der Inspektor durchferschte eifrig mit der Geschicklichkeit eines Polizeimannes die Wohnung, wie es schten, vergeblich, und ging dann wieder hinaus. „Setzt Euch Sir,“ sagte Mrs. Hunter zu Mr. Stanford. Dann fuhr sie fort:„Ich habe gehört, was Ihr mit Hunter spracht, wegen Henrys. Er weiß wohl nicht mehr als ich, und ich will sagen, was ich weiß.“ „Sprecht, Mrs. Hunter, ich meine es gut mit Henry.“ „Er verdient es Sir, ist ein guter Mensch.“ „Was wißt Ihr von seiner Herkunft?“ „Sir, wer seine Eltern waren, vermag ich nicht zu sagen. Aber es sind fünszehn oder sechszehn Jahre her, da hausten wir in Kentucky, waren aber im Begriff nach Kansas aufzubrechen, da der Sheriff hinter uns war. Da kam eines Abends unser Nachbar Stone und sagt zu Hunter: Ich habe einen Jungen, Asa, der mir zur Pflege gegeben worden ist, er ist vornehmer Leute Kind. Anfangs sollte ich ihn hüten, wie meinen Augapfel, bis er mir abgefordert würde. Der Wind scheint sich aber gedreht zu haben, denn jetzt soll er verschwinden— verschwinden für immer. Nimm den Jungen mit nach Kansas, will Dir hundert Dollar geben, wirds ja nicht lange machen, der Knabe.“ Wir nahmen das schwächliche und verschüchterte Kind, aus dem kein Wort herauszubringen war, mit und ich erbarmte mich des hübschen Knaben, ich ließ ihm nichts zu Leide tun, denn ich fürchtete, Gott werde mich dann an meinen Kindern stcafen. Er wurde in Net und Drangsal groß, und Gott hat mir reichlich vergolten, was ich an dem Kinde getan habe.“ „Das lut er stets, aber wißt Ihr sonst nichts von seiner Herkunft.“ „Ich muß mich besinnen, mein Kopf ist schwoch. Ja, Stone sagte, er sei das Kind einer vornehmen Frau aus Virginien, der Vater sei tot. Als der Knabe länger bei uns war und mehr und mehr Vertrauen zu mir faßle, erzählte er in seiner kindlichen Weise, daß er einen Gentleman zum Vater gehabt, der ihn sehr lieb gehabt habe und viel Spielzeug und ein kleines Peny, das ihn 7 Entgelt auszuführen. Dann wurden drei Herren als Mitglieder aufgenommen. Zum Schluß wurden 100 niedrigveredelte Rosen verlest. „§“ Süterslok. 8. Mai.[Appell ehemaliger 7. Jäger in Bäckeburg.] Die Anmeldefrist zu dem am 1., 2. und 8. Juni in Bückeburg stattfindenden Jägerappell ist bis zum 15. Mai verlängert. Anmeldungen nimmt bis zu diesem Tage Hofjäger Robert Rabe in Bückeburg entgegen. Festprogramme werden von diesem Herrn und vom Kanzleisekretär H. Dieck in Bückeburg gern übersandt. hv. Auenwedde, 8. Mai.(Schützen= Ver; sammlung.] Sonntag nachmittag fand hier bei Wirt Sagemüller(Immelwirt) eine Generalversammlung des Schützenvereins Avenwedde=Friedrichsdorf unter zahlreicher Beteiligung statt. Herr Vorsteher Meier Bettenworth als Präses des Vereins eröffnete die Versammlung mit einer trifflichen Ansprache, werin er unter anderm erwähnte, daß wir alle in Liebe und Treue zu Kaiser und Reich steben müßten. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Vergebung der Schenke für das diesjährige Schützenfest, welches Herr Händler Diekmannshenke hierselbst erstand; die Kuchenbude Herr H. Benjakob in Friedrichsderf; den Adler liefert Herr Hensdiek. Alsdann ließen sich mehrere Mitglieder in den Verein aufnehmen. Zum Schluß dankte Herr Bettenwerth für das zahlreiche Erscheinen und hob hervor, daß es der Zweck des Vereins wäre, die Belebung des Gemeinsinnes und der Eintracht unter den Bewohnern zu fördern, und einen sittlich veredelnden Einfluß auf das gesellige Leben auszuüben, wie es ja auch in den Statuten erwähnt würde. Diese Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen, worauf die Versammlung schloß. Das diesjährige Schützenfest findet am 9. und 10. Juni statt. Bünde, 7. Mal.[Bismarckturm.] In der Gesamtsitzung des„Geschäftsführenden und des erweiterten Ausschussetz für die Errichtung eines Bismarckturmes auf dem Reesberge“ wurde Bericht erstattet über den günstigen Stand des patriotischen Unternehmens. Das erfreuliche Ergebnis der bisherigen Sammlungen Mk. 6089,91 einschließlich des auf der Kuppe des Reisberges, diesem herrlichsten Aussichtspunkte unserer Umgebung, gelegenen 400 Quadratruten großen Grundstückes, und bei Mark 485 fahren mußte, ihm geschenkt habe. Wo er zu Hause war, wußte er nicht, aber mitunter sprach er einige deutsche Worte, die er, wie er sagte, von seinem Vater gehört hatte. Späler aber hat er in dem wilden Treiben alles wieder vergessen.“ „Aher is denn gar nichts vorhanden, Schriftstücke, Kleider, mit deren Hilfe man die Identität des Kindes feststellen könnte?“ „Nichts, Sir, nichts!“ „Da ist freilich meine Hoffnung getäuscht.“ „Halt Sir, ja, da fällt mir jetzt ein— er nannte seine Heimat Contenthouse— ich habe den Namen behalten.“ „Nun sagen Sie mir noch eines, Madame,“ fuhr nach einer Weile Mr. Standford mit tiesem Ernst fort, „aber sagen Sie nur die Wahrheit, so wahr Sie hoffen, bei Gett Gnade zu finden.“ „Ja, Sir, ja!“ „Hal der Knabe jemals an Ihrem gesetzlosen Treiben Antell genommen? Nicht, daß ich es ihm hoch anrechnen würde, aber ich will es wissen.“ „Er wurde einmal,“ antwortete die Frau zögernd, „bei einem Einbruch mitgenommen, um Wache zu stehen, war aber dann nie zu bewigen, etwas Unrechtes zu tun, ehe hätte er sich lotschlagen lassen. Es hat Mühe gekostet, das Kind vor dem Zorne der anderen zu schützen, Sir, glaubt mir das, doch machte er sich bald so nätzlich als Jäger, daß man ihn seine Wege gehen ließ. Seine Büchse hat uns oft allein ernährt.“(Fortsetzung folgt.) laufenden Jahresbeiträgen, berechtigen zu der Hoffnung, das edle nationale Werk im Laufe der nächsten Jahre zur Ausführung bringen zu können. An den Magistrat in Bünde, das Amt Ennigloh und die Gemeindevertretungen von Hiddenhausen, Eilshausen und Kirchlengern sind Gesuche gerichtet worden um Beihlifen durch jährliche Beiträge. Militärisches. Die Dispositionen für das Kaisermanöver haben nunmehr die Allerhöchste Genehmigung erhalten. Die Manöver finden am 9., 10. und 11. September zwischen dem 7. und 10. Armeekorps statt, nachdem bereits am 27. August die Kaiserparade über das 10. Korps bei Hannever und am 30. August die über das 7. Korps bei Münster abgenommen. Die Beteiligung anderer Truppenteile an den Kaisermanövern wird zur Wahrung eines möglichst keiegsmäßigen Aufmarsches erst unmittelbar vor Beginn der Manöver festgesetzt werden; jedoch läßt sich nach den allgemeinen Dispositionen annehmen, daß zur Verstärkung dis 10. Korps eine Division eines benachbarten Korps(die schleswig=holsteinische 18.) herangezogen wird, während für das 7. Korps die Entschließungen erst im Beginn der Bewegungen getroffen werden dürften. Vermischtes. * Halle a. S., 7. Mai. Die ausständigen Bergarbeiter des mitteldeutschen Braunkohlenreviers haben heute früh auf allen Gruben die Arbeit wieder ausgenommen, ohne daß die von den Werkverwaltungen wegen der Beteiligung an der Maifeler verhängten Geldstrafen wieder aufgehoben worden wären. *(Für 15000 Mark Uhren und Juwelen gestohlen.] Ein großer Einbruchsdiebstahl ist in der Nacht zum Sonntag in der Rosenthalerstraße 48 in Berlin verübt worden. Dem dort etablierten Uhrmacher und Goldwarenhändler Süß wurde von einer Diedesbande fast der ganze Laden ausgeräumt. Die Täter verschafften sich vom Nebengrundstück aus Zugang zu dem Hause und drangen gewaltsam in den Lagerkeller der Bierglocke über dem sich das Goldwarengeschäft befindet. Aus der Decke schnitten sie ein etwa ein Quadratmeter großes Loch heraus und drangen durch dasselbe in den Verkaufsraum ein. Unter den vorhandenen Lagerbeständen räumten die Einbrecher tüchtig auf. Sie stahlen Herren= und Damenuhren, Ringe und andere Schmuckgegenstände im Werte von 15000 Mark. Auf demselben Wege auf dim sie gekommen, entfernte sich die Bande ungehindert. Die Polizei ist ihr bereits auf der Spur. *[Vom Klöppel der Glocke erschlagen.] In Oberhausen a. d. Nahe löste sich Sonntag vormittag beim Läuten der Klöppel der Glocke und erschlug einen Mann namens Haßner. *[Der Bazillus des Keuchhustens.] In der jüngsten Sitzung der Gesellschaft der Aerzte in Wien teilte, wie dortige Blätter berichten, der Professor für patholegische Anatomie und Prosektor des Wilhelminenspitals Dr. Heinrich Albrecht mit, daß es ihm gelungen sei, den Grreger die Keuchhustens zu finden. Dieser sei mit dem schon lange bekannten Influenzadazillus identisch. Schon seit langem nahm man an, daß der Keuchhusten durch eine spezifische Bakterienart hervorgerufen werde, die bis jetzt nicht näher bekannt war. Bei dem immer mehr an Ausdehnung und Bedeutung gewinnenden Bestreben, alle Infektionskrankheiten durch Seren zu behandeln, legte man naturgemäß auf die Feststellung der Erreger des Keuchhustens großen Wert. In diesem Sinne sind auch die Ergednisse der Forschungen Professer Albrechis zu begrüßen. Professer Albrecht hat auch seinen Mitteilungen zufolge aus den Reuchhusten(Influenza=) Bazillen ein Serum hergestellt, das, Kaninchen eingespritzt, schwere Herzentzündungen hervorrief. Diese Versuche erklären, warum die Influenza gerade auf das Herz des Menschen einen so nachteiligen Einfluß ausübt. für den Monat April 1907. Geburten: Söhne: Kolon Friedrich Elmer in Kattenstroth. Schaffner Peter Güttsches in Kattenstroth. Hülfsbremser Friedrich Bleidorn in Kattenstroth. Töchter: Maurerpolier Johann Pähler in Kattenstroth. Heuerling Conrad Walkenfort in Spexard. Arbeiter Bernhard Kröger in Kattenstroth. Fettwarenhändler Heinrich Krümpelmann in Kattenstroth. Eisenbahnarbeiter Conrad Sudbrock in Kattenstroth. Kötter Heinrich Hemkentokrax in Spexard. Kötter Otto Buschftewecke in Kattenstroth. Aufgebote: Fabrikheizer Conrad Heinrich August Fissenewert in Sundern und Caroline Luise Ellerbeck in Kattenstroth. Tischler Wilhelm Karl August Kramer in Kattenstroth und Johanne Marte Katharine Diekötter in Pavenstädt. Dachdecker Philipp Strüber und Anna Maria Henkenjohann, beide in Kattenstroth. Rangierer Heinrich Hucketewes in Spexard und Maria Elisabeth Wittenstein in Avenwedde. Bäcker Hermann Brei in Vornholte und Maria Wilhelmine Roggenkamp in Spexard. Kötter Johannes Plaßzmann in Avenwedde und Anna Margarete Kaupenjohann in Spexard. Maurer Johann Heinrich Kohlfs in Nordhorn und Sophie Johanne Vollweg in Kattenstroth. Eheschließungen: Ackerer Johann Christoph Wittenbrink in Wiedenbrück und Anna Maria Schulte in Spexard. Rolon Joseph Heinrich Wöstmann in Spexard und Catharina Claßen in Morschenich. Fabrikheizer Conrad Heinrich August Fissenewert in Sundern und Caroline Luise Ellerdeck in Kattenstroth. Tischler Wilhelm Karl August Kramer in Kattenstroth und Johanne Marie Catharine Diekötter in Pavenstädt. Sterbefälle: Witwe Christine Wilhelmine Strothotte geb. Vermpohl in Kattenstroth, 89 Jahre 1 Monat 14 Tage alt. Ehefrau Margarete Merschbrock geb. Kochtokrax in Kattenstroth, 69 Jahre 11 Tage alt. Anton Wiedenlübbert in Kattenstroth, 1 Jahr 7 Monate 25 Tage alt. Joseph Dietrich Feldhans in Spexard, 1 Jahr 10 Tage alt. Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtestelle des Deutschen Landwirtschaftsrnte vom 30. April bis 6. Mal 1907. Soweit klimatische Verhältnisse die Stimmung beherrschen, gaben sie auch während des größten Teils der Berichtswoche namentlich an den nordamerikanischen Börsen und in Budapest dem Preisgang eine steigende Richtung. Bei uns hielt die das Wachstum hemmende naßkalte Witterung in den südlichen und westlichen Landesteilen ziemlich ununterbrochen an, sodaß die damit zusammenhängende Zurückhaltung des Angebots bei lebhaftem Bedarf ein weiteres kräftiges Anziehen der Preise und umfangreiche Erwerbungen ausländischer Ware veranlaßte. Im übrigen vollzog sich in den letzten Tagen ein Umschwung zu zeitgemäßeren Witterungsverhältnissen, doch bleiben für das Gedeihen der ziemlich rückständigen Saaten vor allem warme Niederschläge erwünscht. Ob es als Zeichen für den Umfang der noch in erster Hand befindlichen Vorräte gelten oder dringenden Felbarbeiten ingeschrieben werden darf, daß die günstige Verkaufsgelegenheit bisher keineswegs eine Vergrößerung des inländischen Angebots hervorzubringen vermochte, läßt sich im Moment nicht entscheiden. Jedenfalls blieb dieser Umstand und die erhöhten Forderungen des Auslandes trotz der zuletzt vorsichtigeren Kauflust auch diesesmal nicht ohne preisbessernde Wirkung, namentlich bei Roggen, zumal das Ausland für diesen selbst zu hohen Preisen keinen ausreichenden Ersatz zu bieten vermag, während Nordrußland nicht nur den früher gekauften deutschen Roggen bezieht, sondern auch neuerdings nach Hamburg schwimmenden Russenroggen erworben hat. Der Berliner Lieferungsmarkt war durch Glattstellungen für drei zahlungsunfähige Getreidefirmen äußeren Einflüssen zeitweise entzogen, befestigte sich vorübergehend und schließt unter dem Eindruck sommerlicher Witterung für Weizen per Mai ¾ per Juli 2¼, per September 2 CIk. niedriger: Roggen hat gegenüber der Vorwoche für Mai nur ¼, im übrigen 1½ Mk. eingebüßt. Obwohl der Bedarf für Hafer den hohen Forderungen nur zögernd folgt, sahen sich die Käufer angesichts knapper Vorräte und schwachen Angebots zu Preiszugeständnissen veranlaßt. In Mais und Futtergerste ist greifbare Ware nach wie vor ziemlich knapp, doch gestalteten sich die Anschaffungsverhältnisse infolge nachgiebiger Auslandsforderungen im allgemeinen vorteilhafter. Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Marktage in Mark Hatte Gelegenheit, einen Posten Buckskin-Knaben-Anzüge Größe 1—6 billig zu kaufen. Gebe diese, um schnell zu räumen, per Stück mit nur 3 Mark wieder ab. Haben das Doppelte und mehr gekostet. H. Niehaus, Berlinerstr. Holdselig macht ein zartes Gesicht ohne Sommersprossen und Sautunreinigkeiten, daher gebrauchen Sie die echte Setckeppferd-Lillenmilch-Seife St 50 Pfg. bei Ernst Hoffschildt. Aussteuer-Artikel Fertige Betten Betttedern u. Daunen Inlettstoffe. Eiserne Bettstellen Raucht Eckstein-Zigaretten! Nr. 5 in nur allerbesten Qualitäten zu billigsten Preisen. Meine Tran=Texte werden sauber angefertigt in der Buchdruckerei von Schmäling& Oylbrock. Ich sucht einen zuverlässigen Arbeiter für Fuhrwerk. Carl Stahl. 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