Fernsprecher nr. 52 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 40 Druck und Verlat rlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Donnerstag, den 4. April 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Blatt. Aus der Verwaltung des Gefängniswesens in Preußen. I. bo. Die Verwaltung des Gefängniswesens ist in Preußen zwischen dem Ministerium des Innern und dem Justizministerlum geteilt. Dem Justizministerium sind 1058 Gesängnisse unterstellt, die zur Aufnahme von Untersuchungsgefangenen und Strafgefangenen(Gefängnisstrafe, Hast und geschärste Hast) dienen. Zuchthausgefangene sind gänzlich ausgeschlossen. In diesen Gesängnissen befanden sich im Jahre 1905 im Tagesdurchschnitt 30 845 Gesangene. In der Verwaltung des Ministeriums des Innern stehen 33 Strafanstalten zur Aufnahme der zu Zuchthausstrafe Verurteilten und 20 größere Gesängnisse zur Aufnahme von Gesängnis=, Haft= und Untersuchungsgefangenen. In diesen 58 Anstalten waren am 81. März 1906 23022 Gefangene untergebracht; von den kleinen Gefängnissen desselben Ministeriums, den Korrektionshäusern und Asylen sowie von den in Zwangs= oder Fürsorgeerziehung befindlichen Personen ist hierbei abgesehen worden. Für jene 58 Strafanstalten und größeren Gefängnisse nun llegt in einem umfangreichen Druckwerke eine sehr sorgfältig bearbeitete Statistik für das Rechnungsjahr 1905(1. April 1905 bis 31. März 1906) vor, die in manchen Beziehungen lehrreiche Einblicke in die Gestaltung des preußischen Gefängniswesens gewährt. Nachstehend teilen wir aus dem reichhaltigen Material einiges über die Zahl und den Arbeitsbetrieb der Zuchthausgefangenen sowie über die Fürsorge für die entlassenen Gesangenen mit. Bei einer Gesamtzahl von 22002 Zuchthausgefangenen betrug im Jahre 1905 deren täglicher Durchschnitisbestand 18684 und die Zugangszahl 4612. Wenn dieser Zugang der Zuchthäusler zu demjenigen Telle der Bevölkerung in Beziehung gesetzt wird, der überhaupt zu Zuchthausstrafe verurteilt werden kann, so erhält man auf 10000 Köpfe die Ziffer 2,28. Die Ziffer ist niedriger als in irgend einem der Vorjahre bis hinauf zum Jahre 1869. Hierbei ergibt sich, daß die schwere Kriminalität, nach einer Senkung von 1869 bis 1871, mit geringen Schwankungen bis zum Jahre 1881/82 gestlegen und dann bis zum Jahre 1899 stetig gefallen ist, Im Jahre 1900 ist eine geringe Steigung wahrnehmbar; seitdem ist sie wieder gesunken und erreicht im Jahre 1905, wie bereits bemerkt, den niedrigsten Stand mit 2,28. Der Arbeitsbetrieb der Gefangenen ist nach festen Grundsätzen geordnet. Zunächst sind alle Bedürfnisse sowohl der einzelnen Anstalten als der gesamten Gesängnisverwaltung, soweit irgend möglich, durch Arbeit der Gefangenen zu befriedigen; die Herstellung von Gebrauchsgegenständen für Reichs= und Staatsbehörden wird möglichst gesärdert, die Ueberlassung der Arbeitskräfte der Gefangenen on Unternehmer immer mehr eingeschränkt, insbesondere mit Rücksicht darauf, daß dem Handwerk keine Zonkurrenz geschieht. Ferner sind mit Landeskulturarbeiten Gefangene in möglichst großer Zahl, soweit dies ohne Schädigung der Zwicke dis Strafvollzuges geschehen kann, zu beschäftigen. Dazu werden verwendet: Zuchthausgefangene, wenn sie mindestens ein Jahr ihrer Strafe verbüßt, sich gut geführt haben und der Strafrest nicht mehr als ein Jahr, ausnahmsweise zwei Jahre, beträgt; Gesängnisgefangene mit ihrer Zustimmung, wenn sie sechs Monate, ausnahmsweise drei Monate, ihrer Strafe verbüßt, sich gut gefährt haben und wenn der Strafrest nicht mehr als zwei Jahre beträgt. Zuchthaus= und Gefängnisgefangene dürfen nicht zusammen arbeiten; von freien Arbeitern müssen sie getrennt gehalten werden. Um ein Schädigung der freien Arbeiter zu verhindern, darf diese Verwendung von Gefangenen nur dann stattfinden, wenn die Arbeiten unterbleiben würden, weil freie Arbeiter nicht dafür zu haben sind oder die hohen Löhne der freien Arbeiter die Anlage unrentabel machen. Unter diesen Landeskulturarbeiten steht die Kultivierung von Mooren, um Anfiedler darauf als Rentengutsinhaber, Elgentümer oder Pächter einzusetzen, oben an. Unter den gleichen Voraussetzungen können Gefangene auch zu landwirtschaftlichen Arbeiten gestellt werden. Pelitische Tebersicht. Deutsches Reich. Fürst Albert von Monaco ist gestern früh in Berlin eingetroffen und war, ebenso wie der Fürst und die Fürstin von Thurn und Taxis zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar geladen. Nach einer der Rh.=W. Zig. zugehenden Meldung findet eine Begegnung des Fürsten Bülow mit dem österreichischen Minister des Auswärtigen, Baron von Aehrenthal, Ansangs Mai in Berlin statt, wohln sich der Minister begibt, um sich Kaiser Wilhelm vorzustellen. Als das Ergebnis der Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow und dem italtenischen Minister des Auswärtigen Tittoni in Rapallo am OsterSonntag wird gemeldet, daß vollständige Uebereinstimmung und volles Einvernehmen in den Ansichten der beiden Staatsmänner herrscht. Durch Entschließung des Prinz=Regenten ist der bayerische Landlag aufgelöst worden. Die Neuwahlen wurden auf den 31. Mai festgesetzt. Der bayerische Minister des Innern, Dr. Graf v. Feilitzsch, hat dem Prinz=Regenten Luitpold von Bayern sein Abschiedsgesuch unterbreitet, welches von letzterem genehmigt wurde; an seiner Stelle wurde Regierungspräsident v. Brettreich zum Minister des Innern ernannt. Graf v. Feilitzsch steht im 78. Lebensjahre. Schon jetzt treffen die Katholiken aller Länder Vorbereitungen zur nächstjährigen Feier des goldenen Priester=Jubiläums Papst Pius X. und erlassen Aufrufe zu Beiträgen für eine Festgabe. Am 16. September 1858 empfing in der Haupikirche von Castelfranco Josef Sarto die hl. Priesterweihe. Am 10. November 1884 wurde Sarte zum Bischof von Mantua ernannt und am 4. August 1903 bestieg er als Plus X. den päpstlichen Stuhl. Die vom Staatssekretär Grafen Posadowsky angekündigte Denkschrift über die von den Organisationen der Privatangestellten im Oktober 1908 angestellten Erhebungen über die wirtschaftliche Lage der Privatangestellten stellt fest, daß die grundlegenden Ergebnisse der Erhebungen mit Vorsicht aufzunehmen seien, da sie vielsach auch nicht annähernd mit den Zahlen der Berufs=Stalistik von 1895 Abereinstimmen. Der zweite Teil der Denkschrift beschäftigt sich mit den Kosten einer Pensions= und Hinterbliebenen=Versorgung der Privatangestellten. Wird diese Versorgung nach den für die Reichs= und Staatsbeamten maßgebenden Grundsätzen geregelt und außerdem noch eine Heilfürsorge nach den Bestimmungen des Invalidengesetzes eingeführt, so wäre hierfür als Jahresbeitrag 19 Proz. des jeweilig bezogenen Diensteinkommens zu erheben, wenn man die Gehaltssteigerung mit in Rechnung ziehl. Es würden dann gewährt werden können: nach 10 Dienstjahren eine Invalidenpensien von 525 Mk., eine Witwenrente von 210 Mk. und eine Waisenrente von 42 Mk. für jedes Kind; nach 20 Dienstjahren 875, bezw. 850, bezw. 70 Ml.; nach 30 Dienstjahren 1225 bezw. 490 bezw. 98 Mk. und nach 40 Dienstjahren 1575 bezw. 680 bezw. 126 Mk. Ueber einen etwaigen Reichszuschuß äußert sich die Denkschrift nicht. Der kürzlich von dem preußischen Minister des Krieges, des Innern und des Kullus herausgegebenen Erlaß betr. den Milltärdienst der geistig Minderwertigen wird auf dem dieser Tage in Charlottenburg stattfindenben Verbandstag der Hilfsschulen Deutschlands einer eingehenden Erörterung unterzogen. Der Erlaß bezweckl, zu verhüten, daß Milllärpflichtige zum aktiven Dienst ausgehoben werden, bei denen ein solcher Grad von gelstiger Beschränktheit vorliegt, daß er die Ausbildung oder die Ausübung des militärischen Dienstes verhindert, ferner gewisse Kautelen zu treffen hinsichtlich der Einstellung solcher Leute, die zwar in geringerem Grade schwachsinnig, trotzdem aber für den Heeresdienst zunächst tauglich sind. Neuerdings hieß es, England beabsichtige, die Abrüftungsfrage auf einer besonderen Konferenz oder doch von einer besonderen Kommission der bevorstehenden Haager Konferenz beraten zu lassen. Der deutschen Reichsregierung ist noch keine Mitteilung darüber geworden. Deuischland erachtet die Beratung des bisher für die Haager Konferenz aufgestellten Programms für wichtig und es wird schwerlich zulassen, daß dieses bisherige Programm durch die Abrüstungsfrage in den Hintergrund gedrängt wird. Seitens Englands sind überhaupt noch keine offiziellen Schritte geschehen, um die Abrüftungsfrage auf das Programm der Konferenz zu bringen. Bei den Erörterungen über die Frage, ob für das Jahr 1918 eine Weltausstellung in Berlin veranstaltet werden soll, wird insbesondere beiont, diese Ausstellung solle zugleich auch als Zeier des fünfundzwanzigjährigen Regierungssubtläums Kaiser Wilhelms II. gelten. Die B. P. N. können auf das bestimmteste versichern, daß der Kaiser vor noch nicht langer Zeit, als die Frage an ihn herangebracht wurde, sich ganz entschieden gegen eine internationale Weltausstellung in Berlin im allgemeinen und gegen eine solche Ausstellung zur Feier seines Regierungsjubiläums im besonderen ausgesprochen hat. Der Kaiser hat hierbei auch Gelegenheit genommen, die Gründe, die ihn zu dieser ablehnenden Haliung bestimmen, darzulegen. Die Pelersburger Telegraphen=Agentur meldet: Die diplomatischen Vertreter Rußlands im Auslande sind heute ersucht worden, den Mächten eine Zirkularnote über die zweite Friedenskonferenz zuzustellen. Die Mitteilung konstatiert, daß das im vorigen Jahre ausgearbeitete russische Programm für die Arbeiten der Konferenz von allen Mächten angenommen worden ist, und gibt die Vorbehalte an, die bezüglich des Programms von den verschiedenen Mächten gemacht sind. 8 Regierungen, nämlich die der Vereinigten Staaten, Spaniens und Großbrittanniens schlagen vor, das russische Programm durch die Abgrenzung der Rüstungen zu vervollständigen. Die amerikanische Regierung fügt dem noch die Frage der Art und Weise der Deckung der Staatsschulden hinzu. EinigStaaten behalten sich serner das Recht vor, der Konferenz Vorschläge über solche Fragen zu unterbreiten, die auf das russische Programm Bezug haben, in diesem aber nicht besunders aufgeführt sind. Die englische und die japanische Regierung erklären, daß sie sich freie Hand darüber vorbehalten, in einer Beratung über Punkte des russischen Programms, die ihrer Ansicht nach zu einem befriedigenden Ergebnisse nicht führen können, sich nicht zu beteiligen. Deutschland und Oesterreich=Ungarn machen in der allgemeinsten Form denselben Vorbehalt in dem Wunsche, sich jeder Diskussion zu enthalten, welche nicht zu einem praktischen Auswege führen könne. Die russische Regierung erklärt, indem sie ihrerseits diesem letzteren Vorbehalte ähnliches bekannt gibt, daß sie ihr ursprüngliches Arbeitsprogramm der Konserenz aufricht hält. Die Zirkularmitteilung kündet schließlich an, daß der russische Vertreter im Haag beauftragt wurde, an die niederländische Regierung das Ersuchen zu richten, die Konferenz für den 15. Juni d. Is. einzuberufen. Als vor etwa 14 Tagen die zweite Tochter des Zarenpares entkleidet wurde, fand man, wie erst jetzt bekannt wird, am Saume des Oberröckchens einen Brief, der die Abresse der Zarin trug. Darin war die Drohung ausgesprochen, daß der Zar von Frauenhand fallen werde, wenn er nicht schleunigst dem Standrecht ein Ende mache. Rumänien. Die Besserung der Lage hält an. Neue Fälle von Brandstiftungen oder Pländerungen werden nicht mehr gemeldet. Ueberall werden die Unruhestifter, Rädelsführer oder Verdächtigen den Gerichten übergeben. Die Wiederherstellung des Einvernehmens zwischen Gutsbesitzern, Pächtern und Bauern macht in allen Teilen des Landes Fortschritte. Es besteht begründete Aussicht, daß mit zunehmender Beruhigung die Feldarbeiten wieder ausgenommen werden. An verschiedenen Orten bringen die Bauern freiwillig geraubtes Gut und Vieh den Elgentümern zurück. Aus dem Distrikte Blaschka wird gemeldet, daß sie bei der Wiederaufrichtung der zerstörten Baulichkeiten behilflich sind. In Tanger wurde vorgestern für den ermordeten französischen Arzt Mauchamp eine imposante Trauerfeier veranstaltet, die programmäßig verlief. Der französische Gesandte Regnault hielt eine Ansprache, die Strandbatterie feuerte Salut. In Marrakesch ist die Gründung eines Hospitals für Eingeborene beschlossen worden, das den Namen Mauchamp=Hospital führen soll.— In Marrakesch, wo der französische Arzt Mauchamp ermordet worden ist, ist jetzt auch ein eingeborener Gehllfe des französischen Gelehrten Gentil dem Fremdenhasse zum Opfer gefallen. Gentil selbst, der sich auf der Rückreise von Marrakesch nach Mazagan befindet, wurde von Angehörigen des Dukalastammes angehalten und konnte erst nach Zahlung einer gewissen Geldsumme seine Reise fortsetzen. Gentil erklärt, die Lage in Marrakesch sei sehr ernst, und es seien Unruhen zu befürchten, wenn nicht unverzüglich energische Maßnahmen getroffen würden. Koloniales. Südwestafrika. Der Kapitän der FranzmannHottentotten Simon Kopper, der sich mit seinem Stamm unterwerfen und die Waffen abgeben wollte, hat sein Wort gebrochen und ist mit seiner Werft wieder in die KalahuriWüste zurückgekehrt. Major Pierer ist ihm sofort gefolgt, um bedingungslose Waffenstreckung zu erzwingen. Lokales und Provinzielles. 2. Aprll.[Aus Anlaß seines 50jährigen Dienstsubtläums] sind dem Herrn Bürgermeister Mangeledorf Glück= und Segenswünsche in reicher Zahl zugegangen. Mittwoch früh 7 Uhr brachte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr dem Jubilar ein Ständchen und unmittelbar darauf erschten eine Deputation der städtischen Beamten und Angestellten, um ihrem Chef, dem der Glückwunsch schon zuvor durch Telegramm übermittelt war, ein Gruppenbild Aller mit Wldmung überreichen lassen. Gestern abend hatten sich an der Wohnung des Jubllars die vereinigten Männergesangvereine unter Leitung des Herrn Lehrer Tegtmeyer zusammengefunden, um das Stadtoberhaupi durch den Vortrag der Lieder„Bis hierher hat mich Gett gebracht“, Heil'ge Nacht, o gieße Du“ und „hab oft im Kreise der Lieben“ zu erfreuen. Wie für die Ovationen am Morgen, so dankte der Herr Bürgermeister auch tiefgerührt für diese Ehrung und betonte, daß mit Lob und Dank er auf seine 50jährige Dienstzeit zurückblicken könne, wenn auch die Straße nicht immer glatt gewesen sei, auf der er habe wandeln müssen. Sütersloh, 4. Aprll.[Das 50jährige Geschäftslubiläum der Firma Gebr. Bartels) hat die jetzigen Firmen=Inhaber zu einer hochherzigen Stiftung veranlaßt; es sind 25000 Mark, welche mit 5 Prozent von der Firma verzinst werden und deren Zinsen in besonderen Fällen bedürftige Arbeiter oder Arbeiterinnen erhalten sollen. Die Verwaltung dieses Fonds soll durch eine geneinsame Vertretung der Arbeiter und der Firma erfolgen. Aus gleichem Anlaß hat Frau Kommerzienrat Bartels der evangelischen Gemeinde 10000 Mark für ein zu erbauendes Schwesterheim geschenkt.— Die Feter des 50jährigen Besteheus der Firma nahm bereits am Dienstag früh ihren Anfang, indem sowohl den Chefs als auch dem Mitsubilar der Firma Herrn Janssen von einem Posaunenchor ein Festgruß dargebracht wurde. Die Inhaber der Firma beglückwünschten Herrn Janssen in seiner Wohnung, worauf sich eine kleine erhebende Feler in der Winherei anschloß. Die hier Beschäftigten hatten es sich nicht nehmen lassen, den Jubilar neben einigen Photographien durch Ueberreichung eines schönen Tafelaussatzes zu ehren. Gegen Mittag wurde der Jubilar von Angehörigen der Familie Bartels per Wagen zum Privathause in der Kirchstraße geholt, woselbst in den angrenzenden Kontorräumen sämtliche Angestellte sowie eine Abordnung der Arbeiter sich eingefunden hatten, um ihren Chefs und ihrem Mitarbeiter zu dem Ehrentage ihre Glückwünsche darzubringen. Als ein Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung überreichte das Personal nach einer Ansprache des Betriebsführers Herrn Hasler den Chefs eine hübsche Standuhr mit Widmung. Herr Ferdinand Bartels gab in bewegten Worten seiner Freude Ausdruck über das gewidmete Angebinde und dankte allen Mitarbeitern für die bewiesene Treue in der Arbeit. Herrn Janssen überreichte er unter ehrenden Worten eine goldene Uhr mit Keite. Herr Fabrikant Feitz Güth übermittelte die Glückwünsche befreundeter Fabrikanten. Namens der Angestellten und Arbeiter sprach Herr Ernst Brocke dem Jubilar Janssen herzliche Gläckwünsche aus unter Hervorhebung seiner unermädlichen vorbildlichen Schaffensfreudigkeit und überreichte ihm eine Bowle mit eingravierter Widmung. Mit einem Hoch aus das fernere Blühen und Gedeihen der Firma fand die Vormittagsseier ihren Abschluß. Am Dienstag abend vereinigte ein ven der Firma gespendttes Festessen in der Gesellschaft Erholung die männlichen Glieder der Famllie, deren nächste Anverwandte und Freunde, die auswärtigen Vertreter der Firma, viele langjährige Geschäftsfreunde, sowie sämtliches Kontor=Personal und je eine Deputation der Untermeister und Arbeiter, Der Festsaal war auf das finnigste geschmückt und das ganze Arrangement verriet sehr viel Geschick und guten Geschmack. Während man sich zur Tafel begab, eröffnete ein Teil des engagierten hiesigen Stadt=Orchesters die Feier durch einen Festmarsch. Herr Pastor Siebold sprach das Tischgebet. Nachdem die Ouverture über den Choral„Ein feste Burg ist unser Gott“ verklungen, hielt Herr Ferdinand Bartels die Begrüßungs=Ansprache. Mit bewegten Worten gedachte er der Gründer der Firma und entfaltete in kurzen Zügen ein Bild über den Werdegang des Geschäftes. Im Namen der Firma dankte er allen Mitarbeitern für die treue Mithlife, im besonderen gedachte er der stattlichen Schar derjenigen, die schon seit 25 bis 40 und noch längeren Jahren treu für die Firma gearbeitet haben. Auch dankte er für die vielen Beweise der Liebe und Treue, die der Firma zum Jubiiäum entgegengebracht wurden, sodann wandte er sich dem kaiserlich und königlichen Schirmherrn des deutschen Handels zu und mit patriotischen Worten begeisterte er die Festteilnehmer zu einem brausenden Hoch auf unsern geliebten Kaiser und König, werauf die Nationalhymne gesungen wurde. Hierauf sprach der Senior der Fest=Versammlung, ein seit bald 40 Jahren für die Firma tätiger auswärtiger Vertreter, herzliche Worte. Er betonte ganz besonders das freundschaftliche Verhältnis, das zwischen dem selig verstorbenen Herrn Kommerzienrat Ferd. Bartels und ihm bestanden hätte und bedauerte tief, daß es dem langjährigen tüchtigen Chef der Firma nicht vergönnt war, das goldene Geschäftsjubiläum zu erleben. Den jetzigen rührigen Firmen=Inhabern spendete er ermutigende Worte und schloß mit einem Hoch auf die Firma. In schwungvoller Ansprache wandte sich Herr Otto Bartels an die Vertreter der Firma und dankte für das der Firma bewiesene Vertrauen, für ihre Mitarbeit und für die erzielten Erfolge. Hieran anschließend entrollte er ein Bild von der Tätigkeit des Jubilars Herrn Janssen, rühmte dessen unermädliche Schaffensfreudigkeit und exaktes Arbeiten und verdankt ihm ganz besonders seine eifrige und treue Mitarbeit. Dem Jubllar wünscht er einen schönen und gesegneten Lebensabend und bringt ihm ein donnerndes Hoch, das in der Versammlung kräftigen Widerhall fand. Sodann gedachte ein der Familie Bartels nahestehender Verwandter mit ehrenden Worten der zur Kräftigung ihrer Gesundheit im fernen Süden weilenden Frau Kommerzienrat. Er pries die wackere Mutter ihrer zahlreichen Familie und brachte ihr sein Hoch, in welches die Festtellnehmer freudig einstimmten. Mit poesievollen Worten gedachte sodann der Betriebsführer Herr Hasler des Wiedererwachens der Natur und der von lachendem Sonnenschein durchleuchteten Jubiläumstage. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß die edle und soziale Gefinnung des verstorbenen Herrn KomWunsche, daß des Glückes Sonne immerfort über der Zirma leuchten möge, drochte er sein Hoch den jetzigen Chefs dar. Herr Buchhalter G. Brocke beleuchtete im Besonderen das schöne Verhältnis zwischen Chefs und Angestellten und mehrere längjährige Geschästsfreunde und lobte den schönen Verkehr mit der Firma. Herr Fabrikant Fritz Güth sprach im Namen der hiesigen Fabrikanten. Mit humoristischen Worten erwähnte er die besondere Eleganz der edlen Seide, hofft aber gleschwohl, daß auch der Wert der Baumwolle in der Textil=Industrie nicht verkannt werde. Der Weber Herr H. Schürmann anerkannte die soztale Gesinnung, die praktische Nächstenliebe und Arbeiter=Fürsorge des verstordenen Herrn Kommerzienrates und wünscht, daß das schöne Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch fernerhin bestehen möge. Ein hierauf von einem Arbeiter verfaßter und frisch vorgetragener Prolog erntete stürmischen Beifall, worauf ein von demselben Arbeiter gestiftetes Festlied von der Versammlung mit Begeisterung gesungen wurde. Nachdem nun beendeten in jeder Beziehung tadellosen Festessen gelangten zwei von Angestellten der Firma aufgeführte humoristische Kontor=Szinen zum Vortrag; beide gut gespielte Stücke ernteten ungetellten Beifall. Herr Ferd. Bartels dankte hierauf allen Anwesenden für ihre Mitwirkung zur Verschönerung der Feier. In gehobener Stimmung verweilte man noch einige Stunden in ungezwungener Unterhaltung. Die in jeder Beziehung sehr schön verlaufene Feier wird jedem Tellnehmer eine schöne Erinnerung bleiben. Dem Geschäftsunternehmen aber wünschen wir, daß es auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen möze. „ Süterslob. 4. Aprll.[Jubiläum.] Das bereits in voriger Woche erwähnte sechssache Jubiläum im Hause der Firma C. Bertelsmann wurde gestern nachmittag von 3 Uhr an im großen Saale des Vereinshauses in der üblichen Weise gefeiert. Da außer den Familien der Jubilare auch die Frauen der verheirateten Kollegen eingeladen waren, halte sich eine Zahl von 150 Festgästen eingesunden. Nachdem Alles an den festlich gedeckten Tischen Platz genommen, wurde die Feier mit dem Gesang des Liedes„Lobe den Herrn“ unter Posaunenbeglettung eröffget. Hierauf hielt Herr Mohn eine herzliche Ansprache an die Jubilare, die rechts und links zur Seite der Familie Mohn ihre mit Blumen geschmückten Ehrenplätze erhalten hatten, dankte ihnen für die bewiesene langjährige Treue, und überreichte dem Senlor der Jubilare, Herrn H. Jacke, eine kostbare goldene Uhr, während die übrigen bereits am Abend vorher beschenkt worden waren. Ein sehr reichhaltiges Programm von musikalischen und humoristischen Vorträgen sorgte für allgemeine Unterhaltung und Erheiterung. Bei dem herrlichen Wetter wurden dann ein paar Stunden auf dem nahe gelegenen Marktplatz zugebracht, wo namentlich die Kinder und das jüngere Volk sich an allerhand Spielen erfreute. Um 7 Uhr begab man sich wieder in den Saal, wo ein warmes Essen die Gäste erquickte und das Festprogramm weiter: Unterhaltung bot. Viel Verznügen und große Heiterkeit verursachte gegen den Schluß der Feier eine Verlosung, wobei jeder Festteilnehmer einen nätzlichen Gegenstand erhielt. Der Zufall bewirkte da oft eine sehr wunderliche Verteilung. Zum Schluß der Feier sprachen die Jubilare der Familie Mohn sowohl wie allen, die zur Verschönerung des Festes beigetragen, ihren herzlichsten Dank aus. Ohne jede Störung schloß zwischen 10 und 11 Uhr abends die schöne Feier unter dem Gesang des Liedes„Nun danket alle Got“. Möge sie den Jubilaren stets eine schöne Erinnerung bleiben. (0) Sütersleh, 4. Aprsl.[Besitzwechsel.] Die Besitzung des Tischlermeisters Joh.=Zöllner an der Molktestraße ging durch Kauf in den Besitz des Wagenbauers lb. Kreft über. Der Kauspreis beträgt 20750 Mark. Sütersloh, 4. Aprll.(Ein plötzlicher Tod) hat hettte vormittag dem Leben der Ehefrau des Kaufmanns Louis Pölter hier ein vorzeitiges Ende gemacht. Sie befand sich bei bestem Wohlstin im Wochenbett und sollte eben von der Hebamme umgebettet werden, als letztere bei dieser Arbeit eine plötzliche Veränderung im Aussehen der Frau Pötter wahrnahm. Zunächst eine vorübergehende Ohrmmacht vermutend, zeigte sich aber leider gar zu bald, daß hier ein Herzschlag dem Leben ein Ziel gesetzt hatte. Etwas anderes konnte auch der sofort herbeigerufene Arzt nicht konstatieren. Der Trauerfall hat in der Bürgerschaft weitgehendste Teilnahme erweckt. + Güiterslotz, 4. April.[Vereinswesen. Da der Bundessekretär Weber am Montag, den 8. April, abends den hiesigen Jünglings= und Männer=Verein besuchen will, so wird nach Verabredung die Bibelstunde auf Montag abend verlegt und um punktliches, zahlreiches Erscheinen der Mitglieder gebeten. Die Versammlung des Blau=Kreuz=Vereins findet dann am Dienstag abend statt. „ Sütersloy, 4. April.[Der Bau des richts=Gebäudes] an der Königstraße wird nun wehl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ein RegierungsBaumeister ist als Bauleiter bereits hier eingetroffen und wird die Ausschreibung der Arbeiten bereits für die nächst Zeit erwartet. * Gütersloh, 4. April.[Der Feuerwehrtag des Minden=Ravensberg=Lippischen Feuerwehr=Verbandes findet neueren Bestimmungen gemäß am 28. Juni in Vers mold statt. Vorher war der 16. Juni dazu bestimmt gewesen. 2. Apeil.[Erhängt.] Heute morgen wurde der Kaufmann N. von hier erhängt aufgefunden. Er hatte es schon am Samstag versucht, wurde jede# frühzeitig abgeschnitten. Heute hatte er einen Kleiderschran gewählt, um darin seinem Leben ein Ende zu machen. N. Versetzt.] Der Bielefelder rr Kaplan Koch von Bielefeld worauf die Veruntersuchung bereits am Sonnabend durch Vernehmung einiger Belastangszeugen begonnen wurde. Hiervon erfuhr N. und beschloß nun, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. 4. April. Volkszeitung zufolge ist Herr K., nach Gelsenkirchen versetzt worden. Er tauscht mit Herrn Kaplan Becker aus Gelsenkirchen. Minden, 2. April.[Erhängt.) Gestern wurde der Kutscher L., Kutenhauserstraße, erhängt aufgefunden. Streitigkeiten mit seiner Braut sollen den Mann in den Tod getrieben haben. Sagen, 3. April.[Automobilunfall.] Auf dem Wege von Hagen nach Hohenlimburg stieß heute abend ein Automobil mit einem Möbelwagen zusammen. Das Autemobil wurde zerträmmert. Alle vier Insassen wurden schwer verletzt, davon zwei tödlich. Essen, 3. April.[Vom Zuge überfahren.] Im benachbarten Kray wurden an einem Bahnübergang zwei Männer von einem Zug überfahren. Dem einem wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt, dem andern beide Beine abgefahren. Heute morgen gegen 5 Uhr wurde auf der Strecke Bismarck=Dorsten in der Nähe von Gladbeck eine Frau von einem Arbeiterzuge überfahren und sofort getölet. Essen, 3. Aptil. Gestern zündeten Kinder auf dem Felde zwischen Schadow= und Windmühlenstraße beim Spielen ein Feuer an. Hierbei ist die 6jährige Luise Gewiasda dem Feuer zu nahe gekommen und hat so erhebliche Brandwunden erlitten, daß ihre Ueberführung in das Kruppsche Krankenhaus erfolgte, wo sie in vergangener Nacht gestorben ist. Aserlohn, 3. April.[Die Dechenhöhle) blieb während des letzten Winters versuchsweise geöffnet. Sie wurde in der Zeit vom 1. Oktober bis 81. März von beinahe 6000 Personen besucht. Die mit dem Offenhalten verknüpften Unkosten lohnen sich also vollauf, weshalb die Höhle fernerhin stets geöffnet bleiben soll. Steele, 2. Aprll.[Fund einer Kindesleiche.] An der Bahnstricke Steele=Rellinghausen wurde eine Pappschachtel gefunden, in der eine weibliche Kindesleiche steckte. Die Schachtel ist wahrscheinlich aus einem fahrenden Zuge auf den Bahndamm geworfen worden. Nach ärztlicher stellung hat das Kind gelebt. Bilden bei Düsseldorf, 3. April.(Ein blutiger Kampfl hat sich auf dem Forstbach abgespielt. Der Aufseher Hoff beobachtete einige Männer beim Stehlen von Erbsenreisern. Er holte Hülfe herbei und ging gegen die Diebe vor. Es entspann sich ein heftiger Kampf, in dessen Verlaufe einer der Diebe durch Schläge auf den Kopf getötet wurde. Auf der Gegenseite wurden zwei Personen mit dem Messer erheblich verletzt. Mörs, 2. Aprll.[Erstickt.] In der Nähe eines Gitterzaunes erlitt ein stebzigjähriger Mann einen Krampfanfall. Er wollte sich an dem Gitter stützen, dabei verließ ihn aber die Kraft und er fiel mit dem Hals so ungläcklich zwischen zwei Eisenstäbe, daß er erstickte. K#in, 2. April.-[Gerüsteinkurz.] Heute mittag stärzte beim Neubau einer Villa ein Gerüst zusammen, wobei zwel Maurer den Tod fanden. Köln, 3. Aprll. Verdrannt.] Ein sichs Jahre altes Mädchen kam gestern einem auf dem Spielplatz in Nippes von Kindern angezündeten Feuer zu nahe. Seine Kleider fingen Feuer, und das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es kurz darauf starb. merzienrat sich auf seine Nachfolger vererbt habe und 1 soll mit seinem Kindermädchen, einem Mädchen unter 16 dankte für die aus Anlaß des Jubiläums von den jetzigen Jahren, in unerlaubten Verkehr gestanden haben. Die Chifs für ihr Personal gemachte Stiftung. Mit dem Nichterfüllung von Versprechen haben zur Anzeige geführt, Vermischtes. * Berlin, 4. April. Die deutsche Gesellschaft für Chirurgie ist gestern im Langenbeckhause zu ihrer 26. Tagung zusammengetreten. Der Vorsitzende gedachte in seiner Eröffnungsrede in bewegten Worten des versterbenen Professors von Bergmann und stellte dabei u. a. fest, daß dieser den Folgen einer im russisch=türkischen Kriege zugezegenen Ruhr erlegen ist, die zur Abknickung des Darmes und wiederholten Darmverschluß=Anfällen geführt hafte. * Bremen, 2. April. Da der Friede im Schiffsbau nicht hergestellt ist, kündigten die Frerichosche Werst und der Bremer Bulkan auf Sonnabend allen Arbeitern. * Lausitz, 3. April. Gestern abend wurde in dem 10,86 Uhr von Koltbus hier eintreffenden Personenzug ein Brautpaar mit Schußwunden ausgefunden. Während das Mädchen bereits tot war, wurde der Mann noch lebend ins Krankenhaus gebracht, wo er heute früh ebenfalls seinen Verletzungen erlegen ist. Beide gingen, wie aus einem hinterlassenen Briefe hervorgeht, freiwillig in den Tod. * Salzburg, 8. April. An der Eisenbahnhaltestelle Lueg bei Sanki Gilgen rutschte gestern abend unter erdbebenähnlichen Erscheinungen ein 155 Meter langes Stück der Reichsstraße samt dem Bahngeleis in den Abersee, Menschen kamen dabei nicht zu schaden. Ein von Sankt=Gilgen kommender Eisenbahnzug konnte rechtzeitig angehalten werden. Der Bahnverkehr zwischen Sankt Gilgen und Sankt Wolfgang wurde eingestellt; wahrscheinlich muß die Eisenbahn auf dieser Strecke gänzlich verlegt werden.— Die Direktion der Salzkaminergut=Lokalbahn teilt den Vorfall betreffend mit, daß ein Absturz der Reichostraße und des Bahnkörpers bei Lueg infolge eines bedeuteten Bergsturzes stattsand. Die durch den Sturz hervorgerufenen Wellen waren so groß, daß die ein Kllometer entfernt liegende Rade=Hütte in den See stürzte. Der Verkehr auf der Reichsstraße sowie der Eisenbahnverkehr werden voraussichtlich auf zwei Monate unterbrochen bleiben. * Teulon, 3.5 Aprll. Die zur Untersuchung der Explesion auf der„Jena“ eingesetzte Justizkommission hat ihren Bericht veröffintlicht. Derselbe kommt zu dem Ergebnis, daß die Explosion nicht durch Böswilligkeit, sondern durch Selbstentzündung des Pulvers verursacht worden sei. Humor und Witz. *[Wahres Geschichichen.] In eitter norddeutschen Famitie wird eine Verwandte aus Süddeutschland erwartet. Bei ihrer Ankuaft begrüßt sie den kleinen Paul mit den WWorten:„Grüß Gett, Paulchen!“ Der guckt seine Tante erst verwundert an, und meint dann treuherzig:„Jawohl, Lante, ich werd's ausrichten!“ *[In der Sommerfrische.) Bauer:„Das muß aber aufhören, daß mir Ihre Kinder den ganzen Tag hinter den Hühnern herrennen!“ Sommerfrischlerin:„Um Gottes willen, ist denn das so gefährlich?“ Bauer:„Gefährlich oder nit, die Hühner haben andere Sachen zu tun... oder wollen Sie mir vielleicht die Eier legen?“ *[Standesbewußtsein.] Eine zlemlich arme Familie kam unerwartet zu einem Vermögen. Man kaufte eine große Farm mit vielen Hühnern, Kühen und Schweinen. Eines Tages führte die jängste Tochter einen Besucher durch den Hof.„Und legen die Hennen auch viel Eler?“ fragte der Fremde interessiert. Die Kleine aber richtete sich stolz auf:„O“, sagte sie,„sie können wohl; aber in unseren Verhältnissen haben sie das nicht mehr nötig.“ *[Das Gatscheidende.] Feuerwehrkommandan: „Der Blitz hat in Holzhelm und in Weidenbach gezündet. Nach jeder Ortschaft haben wir eine Stunde. Wohln sahren wir?“ Feuerwehrmann:„Fahr'n mer nach Weidenbach, da gibt's a besser's Bier!“ Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reich illustrierten Wochen=Gratisbellage Neue Lesehalle werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsboten und der Expedition Schulstraße 730. venswunsch jeder ist ein schönes Gesicht, rosig. Aussehen. Dies alles erzeugt Dresdener Lana-Seife Marke H. H. D. von Hahn& Hasselbach, Dresden. à Stück 50 Pfg. Erast Hoffschildt, Drog. ele aus einer ersten deutschen Cognac-Brennerei bezogen u. ärztlich empfohlen Deutsch fabrkat Marke“ z.Mk.2.— p.Orig. ¾L tr. Fl. „*„ 2.50 „**„ 3.—„ „***„ 3.50„ empfichlt in ganzen und halben Flaschen H. Schlüpmann, Gütersloh. Ein Vermögen repräsentiert ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, welße, sammetweiche Haut und schöner Teint. Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd-Lilienwilch-Seife v. Bergmann& Co. 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Der Kassenvorstand: Herm. Uekmann, Vorsitzender. auf eigener Chili=Mühl= sein zerrieben. Slese. pehten. rechten. gaten S11•2 Propfan llebt Elmendörfer er Ist und bleibt der beste Kornbranstweln überall! Jähel. Versünd über Millien Vlaschen. Brennerci Elmendort IUMNAEREL MEE Ammoniak=Superphosphat Pern=Guano(Füllhornmarke) Thomasmehl und Kainit empfiehlt Ein= und Verkaufs=Genossenschaft Gütersloh m. b. H. zu Pordhorn bei Gütersloh. Westfälisch-Lippische Vereinsbank Aktiengesellschaft Bielefeld. Zweigniederlassungen: Herford, Minden, Detmold, Lemgo, Bad Oeynhausen. Aktienkapital 7 Millionen Mark. Check- und Depositen-Verkehr unter Gewährung günstiger Zinssätze. Eröffnung laufender Rechnungen. Diskontierung von Wechseln. An- und Verkauf sowie Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Handel in Kuxen und Werten ohne Börsennotiz. Einlösung von Coupons und gelosten ObligaAustéllung von Kreditbriefen. Stahlkammer Auf, auf zur Bielefelder Chaussee! Daselbst beim Wirt H. Kuhlmann am Sonntag, den 7. April Große Volks-Belustigung. Stolzes Falon-Karussel, Ringwerfen, Pauorama und verschiedene andere Buden. Zu zahlreichem Besuch laden freundlichst ein 22 Die Besitzer. Ortskrankenkasse III zu Gütersloh. Zu der am Sonnabend, den 13. April, abends 8½ Uhr, im ev. Vereinshause anberaumten ordentlichen Generalversammlung werden die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer hlermit eingeladen. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Abnahme der Jahresrechnung von 1906 nach dem Bericht der Rechnungsprüfer und Erteilung der Entlastung an den Rechnungsführer. 3. Beratung über die evll. vorzunehminde Lohnklassenveränderung. 4. Verschiedenes. Gütersloh, den 3. Apcil 190.. Der Vorstand. Dünger-Verkauf. Am Dienstag, den 9. April, morgens 10 Uhr anfangend, läßt Herr F. W. Jasper 20 Haufen guten Dünger melstbletend gegen Kredit verkaufen. Gütersloh, den 4. Avril 190.. Carl Hermstrüwer. Ich suche zum 1. Juli ein kräftiges Mädchen für Küche und Hausarbeit. 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Zig. Sonntag, den 7. April 1907: I. Stiftungstest des dramatischen Vereins„Schiller“ im Baale des Herrn Breipchl. Freunde und Bekannte sind freundlichst eingeladen. Der Vorstand. PROGRAMM: 1. Eröffnungsmarsch.... von Leutner. 2. Lustspiel-Ouverture„ Keler-Béla 3. Im Forsthause oder Elternliebe und Kindesdank.— Schauspiel in 4 Akten von Skowronnek. Blis 4. BALL. Anfang 7 Uhr. Saalöffnung 6½ Uhr. Karten im Vorverkauf in dem Zigarrengeschäft zm von Herrn Brüning, Berlinerstr. Nr. 324, für Herren ### 75 Pfg., für Damen 50 Pfg. zu haben. An- und Abmelde-Formulare ikenkasse stets vorrätig in der Buchdruckerei von Schmäling& Ohlbrock, Schulstraße zur Krankenkasse stete Vorläufige Anzeige. Den hochverehrten Bewohnern von Gütersloh und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß in den nächsten Tagen das Mechanische Theater von H. Pottharft hier eintreffen wird, um auf dem Plotze des Herrn Merklinghaus an der Wilhelmstraßzeeinen kurzen Cyclus von Vorstellungen zu geben. Das Theater bringt vieles Neue mit und wird es das Bestreben der Unterzeichneten sein, den verehrten Besuchern nach wie vor einige angenehmen Stunden zu bereiten. Alles Nähere durch fernere Annorcen, Plokate und Austeilzettel. Hochachtungsvoll Die Direktion. * Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an beftimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 40 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Donnerstag, den 4. April 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Zweites Blatt. Zur Einführung der neuen Eisenbahntarifreferm am 1. Mai 1907. Am 1. Mai d. J. wird im Deutschen Reiche der neue vielumstrittene einheitliche Personen= und Gepäcktaris eingefährt. Die Grundlagen des neuen Tarifs sind: Schaffung einer einheitlichen Fahrkarte zur Hälfte des Preises der Rückfahrkarte, Beschränkung der Zuschläg: zu den Schnellzügen möglichst auf die großen durchfahrenden D. Züge, einfache Gepäckabfertigung, Bezahlung der Gepäckbeförderung. Die Hauptpunkte sind folgende: 1. Tarifberechnung: Das Kilometer kostet für die 1. Klasse 7 Pfg., für die 2. Klasse 4,5 Pfg., für die 3. Klasse 8 Pfg., für die 4. Klasse 2 Pfg. Dies ist der bisherige Tarif für Rückfahrkarten. Nach dieser Skala lassen sich die Kosten einer Reise leicht berechnen. Hierzu kommt allerdings noch die Fahrkarlensteuer. 2. Schnellzugszuschläge: Für gewisse Arten von Schnellzügen kemmen Zuschläge in Rechnung; sie betragen für 1 bis 75 Kllometer 50 Pfg., für 76 bis 150 Kllometer 1 Mark, über 120 Kllemeter 2 Mark in der ersten und zweiten Klasse, in der dritten Klasse die Hälfte dieser Sätze. Die Schnellzüge werden vom 1. Mai in zwei Gattungen eingeleilt: zuschlagspflichtige(Schnellzüge genannt) und in zuschlagsfreie(Eilzüge genannt). Die Schnellzüge dienen dem Schnellverkehr und werden mit der Zeit sämtlich in D=Züge umgewandelt werden. Die Eilzüge vermitteln also den Umsteigeverkehr in etwas schnellerer Weise als gewöhnliche Personenzüge, die überall halten. Die Schnellzugszuschläge verteuern das Reisen nicht, da sie an die Stelle der D=Zug=Platzkarten treten. Reisende, die zuschlagspflichtige Züge(der Fahrplan gibt Auskunft, welche Züge dies sind) benutzen wollen, erhalten entweder Fahrkarten für Schnellzüge mit dem bereits eingerechneten Zuschlag oder besendere Schnellzugszuschlagkarten; für letztere wird ein Fahrkartenstempei nicht erhoben. Die besonderen Zuschlagkarten werden auf allen Stationen verkauft; auch sollen die Zugführer solche Karten zum Verkauf immer bei sich führen. 8. Lösung der Fahrkarten: Rückfahrkarten kommen nicht mehr zur Ausgave. Der Reisende kann sich auf der Ausgangsstation aber Doppelkarten lösen; er erhält sodann eine Karte für die Hinfahrt, eine für die Rückfahrt. Letztere wird mit dem Stempe!„Rückfahrt" versehen und darf nur am Lösungstage ober am nächsten Tage nach der Lösung benutzt werden. Die Doppelkarten bleiben steuerfrei, wenn die einfache Karte steuerfrei ist. Die Lösung von Deppelkarten empfiehlt sich also nur bei Markt=, Nahund Ausflugsverkehr; für längere Reise muß man sich schon zweimal Karten lösen. Für die Nord= und Ostseebäder werden noch nach dem 1. Mai Rückfahrkarten nach altem Muster ausgegeben, die soviel kosten wie zwei Doppelkarten. 4. Voraus bestellung von Karten und Plätzen in Schnellzügen: Die Vorausbestellung von Karten für bestimmte Züge wird nicht geändert. Auch Plätze können, obgleich Platzkarten in Wegfall kommen, vorausbestellt werden. Die Vorausbestellung ist nur gegen Vorzeigung einer für den betreffenden Zug giltigen und zur Fahrt von der Ausgangsstation dieses Zuges ab berechtigten Fahrkarte zulässig. Auf Fahrkarten, die an Zotschenstationen gelöst werden, können Plätze nicht reserviert werden. Die Fahrkarten, auf die Plätze bestellt werden, sind mit dem Vermerk„Pl.“ auf der Rückseite zu versehen. 5. Fahrpeisermäßigungen: In der Ausgabe von Monats=, Schüler=, Arbeits=, Kinder= und Sonntagskarten treten Aenderungen nicht ein. Sonntagskarten erhalten insofern eine kleine Begünstigung, als Fahrtunterbrechung und Uebergang in höhere Wagenklassen zugelassen werden. Den Monatskarteninhabern kann die Benutzung von Schnellzügen freigegeben werden; die Direktionen sind aber befugt, einzelne Schnellzüge auszunehmen oder die Benutzung nur gegen Zuschlagskarte zu gestatten. Die für Reisen größerer Gesellschaften bisher gewährten Preisermäßigungen werden mit Ausnahme derjenigen für Arbeitergesellschaften aufgehoben. Wenn öffintliche Interessen in Frage kommen, können wie bisher für Reisen größerer Gesellschaften von mindestens 80 Personen Arbeitergesellschaftskarten für die 4. Klasse ausgegeben werden. Anträge dazu sind an die der Reiseantrittsstation vorgesetzte Direktion zu tichten. Der Fahrpreis wird in diesen Fällen wie bisher auf 1,5 Pfg. für die Person und das Kllometer ermäßigt. 6. Fahrtunterbrechung ist überall gestattet; von ihrer besonderen Bescheinigung soll abgesehen werden. 7. Rückfahrkarten, die vor dem 1. Mai gelöst sind, behalten bezüglich der Benutzungsdauer ihre Gältigkeit auch nach dem 1. Mai. Inhaber von Rückfahrkarten, die nach dem 1. Mai zuschlagspflichtige Schnellzüge benutzen, brauchen keinen Zuschlag für diese Züge bezahlen; auch wird Freigepäck gewährt. Nach dem 15. Juni werden Rückfahrkarten im Eisenbahnverkehr als ungültig betrachtet. 8. Gepäcktartf. Freigepäck wird nicht mehr befördert. Der Gepäcklarlf wird nach Gewichtsabstufungen und Entfernungszenen berechnet. Das Abfertigungsverfahren bleibt dasselbe. Das bisherige Frelgepäck(bis 25 Kllogramm) kostet vom 1. bis 50. Kilometer 20 Pfg., vom 51. bis 300. Kllometer 50 Pfg., darüber hinaus 1 Mi. 26 bis 35 Kilogramm kosten vom 1. bis 25. Kilometer 20. Pfg., bis 50 Kllometer 25 Pfg., bis 100 Kilometer 50 Pfg., für je 50 Kllometer mehr 25 Pfg. mehr. 86 bis 50 Kilogramm kosten bis 25 Kllometer 40 Pfg., bis 50 Kllometer 50 Pfg., bis 100 Kllometer 1 Mk., für je 50 Kllometer mehr 50 Pfg. mehr. Mehr wie einen wird der gewöhnliche Reisende kaum mitführen; die weitere Skala kann deshalb zunächst unberücksichtigt bleiben. Die Abfertigung gestaltet sich nach diesem Tarlf bedeutend einfacher, von einer Verwiegung soll tunlichst Abstand genommen werden. Für die Beamten bedeutet der Tarif eine wesentliche Erleichterung, da sie jetzt mit Tausenden von Frachtsätzen zu rechnen haben. Der Reisende kann die Gepäckfracht leicht kontrollieren, da auf jeder Fahrkarte die Entfernungszone aufgedruckt ist, und der Reisende das Gewicht seines Gepäcks meist kennt. 9. Fahrräder. Unverpackte einsitzige Zweiräder— ausschließlich der Motorfahrräder— werden auf Entfernungen bis 100 Kilometer nach Wahl des Reisenden entweder gegen Lösung von Fahrradkarten oder auf Gepäckschein abgefertigt. Auf Entfernungen über 100 Kilometer erfolgt die Abfertigung stets auf Gepäckschein. Bequemer ist in allen Fällen der Gepäckschein, teilweise segar billiger wie die Radkarte, da der Radler sein Rad dann nicht selbst an den Packwagen zu bringen und auch nicht vem Packwagen abzuholen braucht. Lokales und Provinzielles. Gütersloh, 4. April.[Der Brieftaubenverein„Pfeil“) hat für das Jahr 1907 folgenden Reiseplan aufgestellt: (□) Sütersloy. 4. April.[Mechanisches Theater.] Wie aus dem heutigen Inseratenteile ersichtlich, kommt Pottharst's mechanisches Theater auf einige Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treller. (1d. Ferisetzung.)—(Nachdruck verboten.) Dr. Wood klingelte und befahl einem erscheinenden Diener, den Wärter Willlam zu rufen. Während der Mann seinen Auftrug ausführte, bot der Anstaltsdirektor Tee und Kognak an, die aber abgelehnt wurben. William kam, ein breitschultriger Bursche mit verschmitztem, ja täckischem Gesicht. Er sah fragend seinen Herrn an. „Du wirst die Fragen, die der Herr Sheriff an Dich setzt richtet, der Wahrheit gemäß beantworten“ „Sehr wohl, Sir.“ „Wie lange dienen Sie hier?“ „Fünf Jahr, Euer Ehren.“ „Sie entsinnen sich Mr. Hohenthals, der als Patient hler war?“ „Ach, Sw. Gnaden, wir Wärter kennen selten die Namen der Kranken und bezeichnen sie als den auf Nr. 5 oder 6 und so“ „Aber es ist doch hier vor einigen Monaten ein Patient gestorben?“ „Ganz recht, Ew. Gnaden, ja, und der hatte auch so einen ganz fremden Namen, jetzt fällt mire bei „Und dann war noch ein Mr. Weller hier?“ „Das kann wohl sein, Ew. Gnaden.“ „Sie entfinnen sich dessen auch?“ „Ev. Gnaden, uns Wärtern kommen so viel Leute vor, die bald längere, bald kürzere Zeit hier sind, daß man nicht immer darauf schwören kann, wenn man einen wiedersieht, ob er's wirklich ist.“ Der Bursche war, wie es schlen, sehr gerieben. Dr. Ellinghaus, der auf einen leisen Wink des Sheriffe sich still entfernt hatte, trat jetzt wie auf sein Stichwort mit Hohenthal ein. Des Irrenarztes Gesicht nahm eine undurchdringliche Miene an, der Wärter aber zeigte etwas wie Schricken im Gesicht. „Wer ist denn das, mein Junge?“ fragte der Sherlff. „Ja— Ew. Ehren, mir kommt es vor, als ob ich den Gentlemann gesehen hätte, aber wo und wie, vermag ich nicht zu sagen.“ „Und für wen halten Sie den Herrn, Herr Direktor?“ Der Mann, dessen Gesicht schon von Natur farblos war, wurde noch eine Nuanze bleicher, als er in Hohenthals funkelnde Augen blickte, ob ihn gleich nach allem, was vorhergegangen war, dessen Erscheinen nicht verwundern ducfte. Mit einer staunenswerten Dreistigkeit aber sagte er: „Das ist fürwahr Mr. Weller, den ich einige Zeit in Behandlung hatte und er schelnt wohl und gesund.“ Das war so verblüffend, daß sich alle ansahen. Noch ehe das Erstaunen über diese unerhörte Frechheit sich gelegt hatte, ließ sich aus dem Korridor eine kräftige Stimme vernehmen, bei deren Klang der Irrenarzt zum ersten Mal seine Ruhe verlor. „Ich lasse mich nicht abweisen, Bursche,“ sagte die Stimme,„ich kenne Eure Winkelzüge, öffne oder ich öffne selbst!“. Die Tür wurde aufgerissen und herein trat ein junger Mann von gutem Aussehen und mit zornig erregtem Gesicht. Er flutzte, als er die anwesenden Herren erblickte und Hohenthal fuhr freudig zusammen.„Doktor Warren!“ sagte er laut. Der junge Mann wandte sich zu ihm: „Mein Gott, Mr. Hohenthal, sind Sie denn noch mmer hier?“ „Wer sind Sie, Sir?“ fragte einst der Sheriff und nannte seine amtliche Eigenschaft. „O, das ist mir lieb, Sie hier zu treffen, Sir. Ich bin Dr. Warren, der einige Zeit hier als Assistenzaczt tätig war und plötzlich als unbrauchbar entlassen wurde, well ich diesen Mr. Hohenthal für gesund erklärte.“ „Sie waren mein Retter, Dokter,“ warf Hohenthal ein „Waren Sie noch hier, als Mr. Weller starb?“ „Nein, Sir.“ „Aber Sie hatten Mr. Weller gekannt.“ „Ja, und behandelt.“ „Sah Mr. Weller diesem Herrn ähnlich,“ fragte der Sheriff Mr. Warren und zeigte auf Hohenthal. „Durchaus nicht, Sir, Mr. Willer war ein körperlich herabgekommenes Individium, das an Lungentuberkulese litt, und mindestens zehn Jahre älter als Mr. Hehenthal.“ „Also dieser Herr ist?“ „Ich kenne ihn unler dem Namen Hohenthal.“ „Und Ste hielten ihn nicht für geisteskrank?“ „Nein! Kurz nachdem ich dies Mr. Wood eröffnet hatte, wurde ich Knall und Fall entlassen und mir sogar ein Zeugnis verweigert. Dies zu erzwingen bin ich setzt hier.“ „Sie kommen uns sehr gelegen. Wir hätten Sie zwar gesucht, aber es hätte Mühe gemacht, Sie zu finden.“ Der Direktor zeigte seit dem Erscheinen seines einstigen Assistenten nichts mehr von der bisher zur Schau getragenen Sicherheit unt, uuch er Wärter schaute betroffen darein. „Wir sind hier, um die Identität Mr. Hehenthals nachzuweisen, Herr Doktor, den der Herr Direkter bereits begraben und dem er einen Beichenstein gesetzt hat.“ „Wie?“ „Sie sollen das Nähere erfahren. Würde man nach Ihrer Ansicht die Persönlichkeit Mr. Wellers— der allem Anscheine nach unter dem Namen Hohenthal begraben worden ist— auch jetzt noch nach äußeren Kinnzeichen feststellen können.“ „Ja, Weller trug die Kennzeichen eines Bruches des Röhrenknochens des richten Armes, und sein Schädel muß die Spuren einer Verletzung durch den Hieb mit einem scharfen Instrumente aufweisen, auch fehlen ihm vorn zwei Zähne.“ „Das genügt. Morgen soll die Exhumserung vorgenommen werden.“ Hierauf erhob er sich, nahm seinen kleinen Amtsstab aus der Tasche und sagte: „Mr. Wood, im Namen des Gesetzes der Vereinigten Tage hierher. Es dürfte für viele von unseren Besern eine erfreuliche Mitteilung sein, da sa der reiche Inhalt dieser Vorstellungen für Jung und Alt eine stets freundliche Erinnerung zurückläßt. Halle, 8. April.[Schadenfeuer.] In der Nacht zum ersten Oster=Feiertage brannte in Gartnisch die mit Heu, Streh und Futtervorräten angefüllte Scheune des Kolonen Schulte total nieder. Ein fast neuer Kutschwagen wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Infolge des günstigen Windes und des Eingreisens der schnell erschienenen Freiw. Feuerwehr von Halle konnte das Hauptund einige Nebengebäude gerettet werden. Man vermutet Brandstiftung. Löhne, 2. April.[Die Chejubiläumsmedaille) wurde den Eheleuten Schneidermeister Karl Fischer hierselbst aus Anlaß ihrer gestern stattgefundenen goldenen Hochzeit verliehen und dem Jubelpaare nebst einem Glückwunschschreiben aus dem Geh. Zivilkabinett des Kaisers durch Herrn Paster Schlüpmann überreicht. Damm, 3. April.(Ein trauriges Osterfest erlebte der Rangierer August Brüggemann aus dem benachbarten Westönnen. Er hatte im hiesigen Güterbahnhofe in der Nacht zum 2. Feiertage Dienst. Gegen Morgen wurde er von einer Rangiermaschine erfaßt und zu Boden geschleudert. Ein nachfolgender Wagen trennte ihm einen Arm vom Rumpfe. Staaten verhafte ich Sie als dringend verdächtig der Fälschung und des Mißbrauchs der Ihnen anvertrauten ärztlichen Gewalt.“ Mit leichenfahlem Gesicht erhob sich der Irrenarzt, sank aber in seinen Stuhl zurück. „Mr. Williams, ich verhafte Sie im Namen des Gesetzes als dringend der Beihilfe bei den Krafbaren Handlungen Mr. Woods verdächtig.“ Der Wärter nahm stumpffinnig die Ankündigung hin. „Sie werden gestatten.“ sagte Mr. Wood,„daß ich erst meine Papiere ordne, ehe ich von hier fortgeführt werde.“ „Das wird der Untersuchungsrichter tun, ich werde hier gleich die Amtsfiegel vorlegen.“ Dann wandte er sich an den ehemaligen Assistenten Dr. Woods:„Sind Sie imstande, für kurze Zeit die Leitung der Anstalt zu übernehmen?“ „Ja, Sir.“ „Dagegen protestiere ich!“ sagte der Gefangene heftig. „Es bleibt Ihnen unbenommen, der Behörde einen geeigneten Vorsteher Ihrer Anstalt, der Sie vertritt, zu bezeichnen, da bis dahin aber die Kranken nicht ohne Aufsicht bleiben können, stelle ich kraft meiner Amtsgewalt Mr. Warren an die Spitze Ihres Instituts.“ Der Konstabler wurde gerufen und ihm die Gefangenen übergeben. Der Sheriff versiegelte das Bureau und die Wohnräume des Direktors. Die Herren begaben sich dann nach der Stadt zurück, sich des Erfolges ihrer Missien freuend und Hohenthal herzlich beglückwünschend. (Fertsetzung folgt.) Pertmund, 4. April.[Grubenunglück.] Auf dem der Harpener Bergbau=Aktiengesellschaft gehörigen Schacht Preußen I bei Camen find gestern morgen sieben Bergleute der Nachtschicht tötlich verunglückt. Die Rh. W. Zig. erhält von ihrem zum Schauplatz des Unglücks enisandten Kerrespenbenten folgende eingehende Darstellung: Heute morgen benutzten fieben Bergleute bei der Ausfahrt der Nachtschicht zwischen ½/16 und 6 Uhr einen sogenannten Stapel zwischen der ersten und zweiten Bausohle, etwa 50 Meter von der letzteren entfernt. Einige mußten heute früh zur Kontrollversammlung, und hatten deshalb anstalt in der Frühschicht in der Nachtschicht gearbeitet. Da sie die Schicht etwas lang ausgedehnt hatten, wollten sie auf kärzerem Wege zum Förderkorb gelangen und stlegen in einen Förderwagen der Auffahrt, um nicht die Fahrt heraufkleitern zu müssen. Sie wußten den Bergmann, der den Lusthaspel bediente, einen alten Invaliden, zu überreden, sie nach unten zur zweiten Sohle zu befördern. Als der Förderwagen sich einige Meter gesenkt hatte, riß plötzlich das Drahtsell und die fieben Insassen stürzten etwa 40 bis 50 Meter mit dem Wagen in die Tiefe. Als die Kunde von dem Unglück durch die inzwischen eingefahrenen Bergleute der Frühschicht sich verbreitet hatte, eilte sofert Hülfe herbei. Es war aber zu spät. Fünf Bergleute wurden als Leichen vorgefunden, die beiden anderen Verunglückten starben auf dem Wege zum Schacht. Die Leichen wurden nach eben geschafft und nebeneinander in einer Stube des Verwaltungsgebäudes gebettet, wo sie von ihren Angehörigen besichtigt wurden. Die Identität war leicht festzustellen; nur wenige zeigen äußere Verletzungen am Kopfe. Die meisten haben infolge des heftigen Aufsteßens des abgestürzten Wagens schwere innere Verletzungen und Knochenbrüche erlitten. Das Seil, an dem der Förderwagen hing, ist nicht an der Bruchstelle gefasert, sondern glatt abgerissen, ein Umstand, den man sich umsoweniger erklären kann, als das Seil kurz vorher zur Kohlen= und Steinförderung benutzt worden war. Die Menschenförderung mittels des Lufthaspels ist streng verbeten. Die Toten werden entweder gemeinsam in Camen oder in ihren Heimatsorten beerdigt. Militärisches. Das Mindensche Feldartillerie=Regiment Nr. 58 rückt nicht, wie kärzlich mitgeteilt, vom 22. Juni bis 20. Juli zum Trüppenübungsplatz Senne, sondern nunmehr vom 1. bis 29. Mai d. Is. zum Truppenübungsplatz Munster aus. Der 1. Mai ist Eintreffe=, der 29. Mai AusrückeTag. Das Regiment erreicht den Uebungsplatz mit Fußmarsch.— An Stelle der 15. Feldartillerie=Brigade übt die 12. Feldartillerie=Brigade vom 22. Juni bis 20. Juli auf dem Truppenübungsplatz Senne. Die diesjährigen Brigademanöver finden in den Tagen vor der am 30. August er. statlfindenden Kaiserparade des 7. Armeekorps statt, und zwar ist für die Brigaden der 18. Division das Gelände Münster=Rheine= Gronau=Stadtlohn=Coesfeld=Recklinghausen=Bünen=WerneMünster, für die der 1a. Division, das Gelände MünsterWarendorf= Gütersloh=Delbrück= Lippstadt=Soist=Hamm= Werne=Mänster in Aussicht genommen. Für die dreitägigen Divistonsmanöver der 18. Divisten ist das Gelände Münster=Hamm=Werl= Neheim=Soeßt= Delbrück=GüterslohWarendorf=Münster, für die der 14. Division das Gelände Münster=Hamm=Werl=Reheim=Iserlohn=Länen=Recklinghausen= Corsfeld=Münster vorgesehen. Diese Divisionsmanöver finden in der Woche vom 2. Juli statt. Vermischtes. * Berlin, 3. Aprll. Beim Abbruch eines Schuppens in der Reinickendorferstraße stärzte eine Mauer ein. Verschüttet sind 2 Arbeiter, wovon der eine tei ist. Der andere Arbeiter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft. *[Die Rache des verschmähten Liebhabers.) Ein aufregender Vorgang hat sich am Nachmittag des zweiten Osterfeiertages vor dem Rixdorfer Bahnhof in Berlin abgespielt. Der 42jähriger Metallschleifer E. fiel dort über seine ehemalige Geliebte, die 25jährige Arbeiterin Anna R. her und biß ihr das rechte Ohr vollständig ab. Auf die Schreckensruse der Ueberfallenen eilten Passanten hinzu und lynchten E. Ein Schutzmann eilte sofort mit dem Mädchen und dem Ohre nach dem Krankenhause, doch es war nicht mehr möglich, den Körperteil wieder anzunähen. G. wurde in Untersuchungshaft genommen. * Würzburg, 3. April. In einem auf dem hiesigen Bahnhof=Gepäckbureau lagernden Packet, dem ein widerlicher Geruch entströmte, fand man beim Oeffnen eine in Verwesung Abergegangene Leiche eines neugederenen Kindes. Das Paket war am 27. März in Frankfurt a. M. ausgegeben worden. * Malstatt=Burbach, 3. April. Ein hiesiger Gastwirt sah sich genötigt, einen angetrunkenen Ruhestörer gewaltsam aus dem Wirtslokale zu entfernen. Letzterer stärzte hierbei so unglücklich eine kleine Treppe hinab, daß er auf der Stelle tot liegen blieb. *[Zur Grundsteinlegung des deutschen Sanateriums auf dem Oelberg bei Jerusalem] waren der Gouverneur von Jerusalem, begleitet von dem militärischen Kommandanten, und eine Anzahl anderer Beamten in Uniform erschlenen. Oberhosprediger Dr. Dryander aus Berlin eröffnete die Feier mit einer Ansprache und verlas sodann ein Telegramm vom Deutschen Kaiser und der Deutschen Kaiserin, in welchem beide den an der Feier teilnehmenden Deutschen, den dortigen Behörden und den erschienenen Vertretern anderer Nutionen und Bekenntnisse ihren Gruß entbieten, den Segen Gettes auf das neu zu gründende Werk herabflehen und die Hoffnung aussprechen, aß die Grundsteinlegung glücklich verlaufen und der Bau bald zu einem glücklichen Abschluß gebracht werden möge. Der deutsche Konsul verlas darauf den Entwurs eines Antworttelegramms, das dem Kaiser und der Kaiserin den Dank der deutschen Kolenie für die Anteilnahme an dem Gedeihen der Kolonie ausspricht, und ein zweites an den deutschen Botschafter in Konstantinepel Frhrn. v. Marschall gerichtetes Telegramm, in dem dieser ersucht wird, dem Sultan den Dank für die Erlaubnis zur Errichtung des Sanatorlums zu übermitteln. Die Feierlichkeit schleß mit dreifachen begeisterten Hochrufen auf Kaiser Wilhelm und auf den Sultan. Meine Wohunng befindet sich von Dienstag, den 2. April ab in dem Hause des Herrn Oberpostschaffners Carl Kosfeld Kahlertstraße 851 neben der Gärtnerei von Ludwie Witte. Charlotte Landwehr, Hebamme. Holdselig macht ein zartes Gesicht ohne sprossen und Hautunreinigkeiten, deher gebrauchen Sie die echte Setckenpferd-Lilenmilch.-Seile St 50 Pfg. bei Ernst Hoffschildt. Wer diesen nicht beachtet, versündigt sich am eigenen Leibe; Kaisers Brust-Caramellen seinschmeckendes Malz=Extrakt. Aerzlich erprobt u. empfehlen gegen Husten, Heiserkelt, Katarrh, Verschleimung u. Rachenkatarrhe. 5120 not. begl. Zeugnisse beweisen, daß sie halten, was sie versprechen. Packet 25, Dose 50 Pfg. Kaiser's Flasche Mk. 1.—, beides zu haben bei Wilh. Küfter in Gütersloh Wilh. Husemann„ Strengerstraße. Tannenduft reinigt und kräftigt durch Zerstäuben die Zimmerluft, besonders fur Krankenzimmer seur zu empfehlen. Vorr. à Fl. M. 1—, mit Zerstäuber M. 1,50 nur allein echt zu haben in der Gütersloher Kronenparfümerte Baumstr. 826. Bekanntmachung. Kontroll- Versammlung— Frühjahr 1907— im Vielefeld. Es haben zu erscheinen: a) Alle Jahresklassen der Reserve 1899 bis 1900. b) Alle Jahrasklassen der Landwehr I. Aufgebois 1894 bis 189“. c) Alle Dispositions=Urlauber. d) Alle zur Dispesitien der Ersatz=Behörden wegen Dienstuntauglichkeit oder auf Reklamation entlassenen Leute, sowie sämtliche Halbinvaliden und zeitig Ganzinvaliden. e) Alle Ersatz=Reservisten. 1894 bis 1906. Diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1895 eingetreten sind, sind von den Frühjahrs=Kontroll= versammlungen entbunden und haben zu den Herbst=Kontrollversammlungen zu erscheinen. Die Jahresklasse steht auf dem Militärpaß. Kreis Wiedenbrück. An der Reitbahn des Thefing'schen Meiershofes bei Gütersleh: Aus Stadt Güterslob, die Jahrgänge von 1899 bis einschließlich 1905, am Sonnabend, den 20. April, nachmittags 4 Uhr. Aus Stadt Gütersloh, die Jahrgänge von 1894 bis einschließlich 1898 und sämtliche Ersatz=Reservisten, am Montag, den 22. April, vermittags 9 Uhr. Aus Amt Gütersleb und Gemeinden Friedrichsdorf, Avenwedde, Kattenstroth und Spexard, die Jahrgänge von 1899 bis einschließlich 1900, am Montag, den 22. April, vormittags 11 Uhr. Aus Amt Gütersleh und Gemeinden Friedrichsdorf, Avenwedde, Kattenstroih und Spexard, die Jahrgänge von 1894 bis einschließlich 1898 und sämtliche Ersatz=Reservisten, am Montag, den 22. April, nachmittags 2 Uhr. Herzebreck an der Molkerei: Aus Amt Herzebrock, die Jahrgänge von 1899 bis einschließlich 1900, am Dienstag, den 23. April, vormittags 9 Uhr. Aus Amt Herzebrock, die Jaorgänge von 1894 bis einschließlich 1898 und sämtliche Gesatz=Reservisten, am Dienstag, den 25. April, vormittags 11 Uhr. Rheda am Kriegerdenkmal: Aus Stadt und Amt Rheda, alle Jahresklassen unter a, b, c, d, e am Mittwech, den 22. April, vormittags 8½ Uhr. Wiedenbrück städtische Reitbahn am Rletberger Tere: Aus Stadt und Feldmark Wiedenbrück und Gemeinde Lintel, alle Jahresklassen unter a. b, c: d, e am Mittwoch, den 24. Aprll, mittags 12 Uhr. Hehenselde in der Gemeinde Selhorst: Aus Langenberg, Batenhorst und St. Vit, alle Jahresklassen unter a, b, e, d, s am Mitlwech, den 24. April, nachmittags 2½ Uhr. Rielberg Stadtwall Friedenseiche: Aus Stadt und Amt Rietberg, die Jahrgänge 1899 bis einschließlich 1900, am Donnerstag, den 25. April, vormittags 10 Uhr. Aus Stadt und Amt Rietberg, die Jahrgänge von 1894 bis einschließlich 1898 und sämtliche Ersatz=Reservisten, am Donnerstag, den 25. April, mittags 12 Uhr. Verl, Schützenhalle: Aus Amt Verl, die Jahrgänge von 1899 bis einschließlich 1900, am Freitag, den 26. April, vormittags 10 Uhr. Aus Amt Verl, die Jahrgänge von 1894 bis einschließlich 1898 und sämtliche Ersatz=Reservisten, am Freitag, den 20. April, mittags 12 Uhr. Befreiungsgesuche müssen dem betreffenden Bezirks=Feldwebel bis spätestens 8 Tage vor jeder Versammlung eingereicht werden. In den Gesuchen ist die betreffende Jahresklasse und Waffengattung anzuführen. Das Erscheinen auf einer anderen Versammlung, als wie auf der befehlenen, ist ohne Erlaubnis verbeten. Alle Mannschaften stehen den ganzen Tag, an welchem sie zur Kontrollversammlung einberufen sind, unter den Militärgesetzen. Die Pässe mit den eingeklebten Kriegsbeorderungen oder Paßnotizen und die Führungs=Alteste sind mitzubringen. Königliches Bezicks=Kommande Sielefeld. und Abmelde-Formulare zur Krankenkasse stets vorrätig in der Buchdruckerei von mäling& Ohlbrock, Schulstraße Wer probt-— lobt Eckstein’s DbACAPO Zigaretten. Unübertroffen in Qualität und hergestellt nach orientalischer Art bieten sie völligen Ersatz für die teuer gewordenen importierten Zigaretten, die der deutsche Raucher weit über den wirklichen Wert bezahlt. Preis 10 Stück 35, 40 und 50 Pfg. U. M. Eckstein& Söhne, Dresden(über 300 Arbeiter). Zu haben in Zigarrenhandlungen.“ dlungen— Vertreter: B. Henneböhle, Gütersich.