9 Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 37 Schmäling&am; Shibrock, Fütersloß. Donnerstag, den 28. März 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Erstes Blatt. Zum Abonnement auf die „Neue Gütersloher Zeitung“ für des am 1. April beginnende zweite Vierteljahr 1907 laden wir hiermit freundlichst ein. Der Bezugspreis beträgt einschließlich der reich illustrierten achtseitigen Wochenbeilage„Neue Lesehalle“ pro Vierteljahr 1 Mark 20 Pfg. Unsere Geschäftsstelle, Schulstraße 733, unsere Beten, wie die Kaiserlichen Postanstalten und die Landbriefträger nehmen zu diesem Preise jederzeit Bestellungen entgegen. In der„Neuen Gütersloher Zeitung“, die allerwegen treu zu Kaiser und Reich steht, werden wichtige Fragen in gemeinverständlichen Leitartikeln besprochen, die Vorkommnisse im Staatsleben des In= und Auslandes und läßt die Macht der Liebe von dieser Stätte in sich hineinfluten, lernt demätig sein und fühlt sich seiner eigenen Schuld bewußt. Und eine solche Selbstbesinnung ist eine Netwendigkeit für unser ganzes Volk, an die uns alljährlich der ftille Freitag der Karwoche in ernster Sprache erinnert. in einer sachlich gehaltenen politischen Uebersicht mitgeteilt und über die Sitzungen des Reichstaas und preußischen Landtags kurz gehaltene Berichte veröffentlicht. Durch Abmachungen mit dem zuverlässigsten offiziösen TelegraphenBureau sind wir in die Lage gesetzt, wichtige Tagesereignisse schnellstens zur Kenntnis unserer Leser zu bringen. Besondere Beachtung schenkt die„Neue Gütersloher Zeituns“ den Vorgängen in Stadt und Land Güterslob mit nächster Umgebung; sie bringt eingehende Mittellungen aus der Provinz und den Nachbarländern, vermischte Nachrichten in reicher Fülle, wichtige GerichtsEntscheidungen. Neues aus dem Verkehrswesen, Mitteilungen über Heer und Marine, Haus=, Land= und Gartenwirtschaft, Literarisches 2c. soweit der zur Verfügung stehende Raum es zulätzt. Anzeigen jeder Art finden durch die„Neue Güterslober Zeitung“, in der auch die amtlichen Bekanntmachungen der Behörden veröffentlicht werden, weiteste Perbreitung. Unsere bisherigen Abonnenten bitten wir um Empfehlung der Zeitung in ihren Freundes= und Bekanntenkreisen und um Unterstützung durch Mitteilung allgemein interessierender Nachrichten. Probe=Nummern stehen auf Wunsch gern zur Verfügung und werden die bis zum 1. April noch erscheinenden Nummern kostenles zugestellt. Wer den Anfang des Romans„Sein Dämon“ nachgeliefert zu haben wünscht, welle dies bei der Bestellung ausdrücklich bemerken. Die Nachlieferung geschieht unemgeltlich. Redaktion und Verlag der Neuen Sütersloher Zeitung Karfreitag. „Durch manche Länderstrecke trug ich den Wanderstab, von mancher Feisenecke schaut' ich ins Tal hinab, doch über alle Berge, die ich auf Erden sah, geht mir ein ftiller Hügel, der Hügel Golgatha!“ Der Todestag des Erlösers ist ein Tag tiefer Trauer für die Christenheit, der uns das erschütterndste Bild der Weltgeschichte von neuem aufrollt, er ist aber auch ein Tag des Triumphes, da an ihm das große Erlösungswerk vollendet wurde, das die Menschheit wieder mit Gott versöhnte. In ftlller Einkehr und ernster Selbstprüfung fordert uns darum der ftille Freitag auf zur Dankbarkeit gegen Gott, zur Betätigung wahrer Nächstenliebe und zur Duldung, zum Vergeben und Verzeihen. Tiefe Stille herrscht ringeumher, verstummt sind alle weitlichen Freuden, und von dieser Stille, über der ein Hauch des Ewigen schwebt, von der düsteren Majestät, die von Golgatha ausgeht, bleibt kein fühlendes Herz unberührt. Es stellt sich unter Christi Kreuz auf Golgatha Die Haager Friedenskouferen; soll zum zweiten Male auf Vorschlag Rußlands zusammentreten, und zwar im Juni dieses Jahres. Die russische Regierung hat ein Programm ausgearbeitet, das mehrere wichtige Gegenstände des Völkerrechts, wie die Frage des Seebeuterechts, Anwendung der Genfer Konvention auf den Seekrieg, Verbesserung des Haager Schiedsabkommens, enthält und somit reiche Gelegenheit bietet, für Humanität und Völkerfrieden zu wirken. Auf der Konferenz sollen 46 Staaten vertreten sein. Indessen sind die Vorverhandlungen noch nicht beendigt. Wie man aus Erklärungen englischer Minister weiß, wünscht England dim Programm noch einen Punkt hinzugefügt zu sehen, die Erörterung der Abrüstungsfrage. Die liberale Regierung glaubt, ein Verprechen einlösen zu müssen, das ihre Leiter, als sie noch n der Opposition waren, gegeben hatten. Der Premierminister Campbell Bannermann veröffentlichte kürzlich einen Artikel, in dem gesagt war, daß die Uebermacht der englischen Flotte kein Hindernis für die Behandlung der Abrüstungsfrage auf der Konferenz bilden könne, da die englische Flotte nicht als Kriegswerkzeug, sondern nur als Kulturträgerin zu betrachten sei. Gewiß erscheint ein Abkommen über die Begrenzung der Rüstungen nur möglich auf der Basis allgemeinen Vertrauens. Wenn selbst alle von dem ausschließlichen Kulturzwick der englischen Flotte überzeugt wäre, so ist doch in dem bunten Durcheinander der Beziehungen der Völker und Staaten so viel Mißtrauen und so viel Sorge um die eigene Selbsterhaltung vorhanden, daß man nicht weiß, wie ein Abkommen über die Abrästung zustande gebracht, und wie gar seine Durchführung gesichert werden könnte. Die Führer der konservativen Opposttion in England spotten über den Anspruch des Premierministers, daß sich das Ausland von dem Vertrauen in die englische Flotte leiten lossen solle, und selbst aus dem liberalen Lager sind Stimmen laut geworden, die in der Besprechung der Abrüstungsidee eher eine Gefahr als eine Förderung nätzlicher Arbeit auf der Konferenz erblicken. Auch in der französischen Presse wird betont, daß man sich im Haag doch lieber mit der Fortbildung des Völkerrechts begnügen, statt eine Frage aufwerfen solle, die ohne Berührung der bestehenden politischen Gegensätze nicht zu behandeln und ohne bedenkliche Eingriffe in die Souveränität der Staaten praktisch nicht zu lösen wäre. Es bleibt abzuwarten, ob alle Staaten an einer Diskussien teilnehmen würden, die im allerbesten Falle nur Wert hätte. Einstweilen hat die Londoner Regierung amtlich nach außen noch nicht kundgegeben, wie sie sich die Sache denkt, auf welcher Grundlage und in welcher Begrenzung sie eine Erörterung besürworten will. Die deutsche Regierung hat daher auch noch keine bestimrute Stellung genommen. Erst wenn ein englischer Vorschlag gemacht ist, wird sie sich zu entscheiden haben, ob sie sich zum Schutze gegen Verdächtigung ihrer Friedensliebe beteiligen oder die Partei der ehrlichen Leute ergreisen und sagen will: Ich lue erst mit, wenn die Frage besser geklärt und vorbereitet ist. Politische Tebersicht. Peutsches Reich. Der Kaiser hat an die Witwe des verstorbenen Geh. Rats v. Bergmann ein längeres Kondolenzielegramm gerichtet, das in warmen Worten gehalten ist und worin es u. a. heißt: Welches Maß der Anerkennung, Dankbarkeit und Liebe ihm für sein unermädliches Wirken und Schaffen als Arzt, Lehrer und Ferscher von der Mitwelt gezollt wird, hat der Verewigte noch jüngst bei Vollendung seines siebzigßen Lebensjahres selbst erfahren dürfen. Seine Lebensarbeit sichert ihm aber auch bei der Nachwelt den unvergänglichen Ruhmeskranz und einen Ehrenplatz in der Geschichte der Chirurgie. Neben seinen großen Verdiensten in Kriegs= und Friedenszeiten gedenke ich mit besonderer Wärme und Dankbarkeit der treuen Dienste, welche der teure Entschlafene mir und meinem Hause als Arzt und Mensch geleistet hat.“ Ferner ließ der Kaiser durch den Regierungspräsidenten v. Meister ein Blumenstück am Totenlager v. Bergmanns in Wiesbaden niederlegen. Auch die Kaiserin und die Großherzogin von Baden sprachen der Witwe v. Bergmanns telegraphisch ihr Beileid aus. In der Nacht zum Freitag wird die Leiche v. Bergmanns nach Berlin gebracht und im Langenbeckhaus ausgebahrt, wo am Karfreitag nachmittag eine große Trauerfeler stattfindet. Anschließend daran erfolgt die Ueberführung der Leiche nach Potedam zur Beisetzung in der Familiengruft daselbst. Die Sektion der Leiche hat bestättgt, daß der Tod durch Darmverschluß mit nachfolgender Bauchsellentzündung herbeigeführt worden ist, aber nicht durch Krebs, wie mehrfach in der Presse angegeben wird. Die Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow und dem italienischen Minister des Auswärtigen Tittoni in Rapallo hat wegen leichter Erkrankung Tittenis einen Aufschub erfahren. Der amtliche„Reichsanz.“ widmet dem versterbenen Geh. Rat Prof. v. Bergmann einen warmen Nachruf, in dem es v. a. heißt:„In tiesster Trauer steht die wissenschaftliche Welt heute an der Bahre des großen Toten. Aber die Gefühle des Schmerzes über den jähen Verlust des bis zur letzten Stunde schaffensfreudigen Gelehrten treffen zusammen mit den Gefühlen innigster Dankbarkeit für alles, was er in rastloser Arbeit als Ferscher, Lehrer und Arzt geleistet hat.“ Die Vorlage zur Verbreiterung des Kaiser Wilhelm=Kanals ist dem Bundesrate zugegangen. Die Gesamtkosten stellen sich auf 220 Millionen Mark und werden auf Anleihe übernommen. Eine Uebertragung der Verwaltung des Kanals vom Reicheamt des Innern auf das Reichsmarineamt, wovon kürzlich mehrfach die Rede war, ist an zuständiger Stelle nicht beabsichtigt. Der braunschweigische Landtag hat am Dienstag den Protest des Herzogs von Cumberland gegen den Bundesratsbeschluß vom 28. Februar der staatsrechtlichen Kommission überwiesen und dann in vertraulicher Sitzung über weitere Schritte der Gestaltung der Regierungsverhältnisse des Herzoglums beraten. Danach vertagte sich der Landtag auf unbestimmte Zeit. Difinitive Vorschläge für die Regentenwahl hat sich der Regentschaftsrat vorbehalten. Vorwegen. Der König und die Königin werden gegen den 24. Mai dem Präsidenten Fallieres in Paris einen offiziellen Besuch abstatten. Der Aufenthalt in Paris wird zwei oder drei Tage dauern. Rußland. Die Duma hat vorgestern den Antrag des Präsidenten, zur Prüfung des Antrages betreffend Abschaffung der Feld=Kriegsgerichte eine Kommission von 16 Mitgliedern zu wählen, mit überwältigender Mehrheit angenommen. Nach Schluß der Debatte erklärte Ministerpräsident Stolypin, das Gesetz über die Feld=Kriegsgerichte sei ein zeitweiliges und könne nicht eher als einen Monat nach der Einbringung des Antrages bei dem Dumapräsidenten abgeschafft werden. Der Staat müsse die außergewöhnlichsten und energischsten Maßregeln ergreifen, wenn er in Gefahr sei. Es gebe keine Gesetzgebung, die der Regierung verbiete, die normale Ordnung der Dinge zu unterbrechen, wenn der Organismus des Staates bis in seine Grundfesten erschüttert werde. Es gebe im Leben des Staates verhängnisvolle Augenblicke, wo die Notwendigkeit gebieterischer sei als das Recht. Das Gesetz über die Kriegs= und die Feldgerichte sei dazu bestimmt, die Flut des Verbrechens zu brechen und dann zu verschwinden. Die Regierung könne aber noch nicht die Ruhe gewährleisten, ohne zu außergewöhnlichen Maßnahmen zu greifen. Frankreich. Ein neuer französisch=marokkanischer Zwischensall hat sich dieser Tage ereignet. Der französische Gesandte Regnault hat die Nachricht erhaltev, daß der französische Arzt Mouchamp in Marrekesch von Eingeborenen ermordet worden ist. Die französischen Kreuzer„Jeanne d' Arc“ und„Lalande“ sind sofort nach Marokko entsandt worden. Die französische Regierung, verlangt als Genugtuung für die Ermordung des Dr. Mauchamp; Bestrafung der Mörder, Absetzung und Bestrafung des Gouverneurs von Marrakesch, Geldentschädigung für die Familie Mauchamps, Bürgschaften für die Sicherheit der französischen Staatsangehörigen in Marokko, Durchführung der vom Maghzen durch Spezialverträge mit Frankreich sowie durch die Akte von Algeciras übernommenen Verpflichtungen und schließlich Hintanhaltung von Unruhen, Räubereien und Einfällen in Mauretanien. Rumänien. Das Amtsblatt hat eine Kundgebung der Reglerung veröffentlicht, in welcher behufs Wiederherstellung der Ruhe, Sicherheit und des Friedens zur patriotischen Mithilfe aller aufgefordert und die Vorlegung von Gesetzentwürfen angekündigt wird. Die Linderung der Not der Bauern soll erreicht werden durch Erleichterung der Beschaffung des Pachtgeldes, durch eine Reform der Besteuerung des kleinen Grundbesitzes, durch eine Revision der Bestimmungen der landwirtschaftlichen Verträge über den Umfang und die Art der von den Bauern zu leistenden Arbeit, ferner durch Festsetzung eines Moxlmalzinssußes für die den Bauern zu gewährenden Vorschüsse, schließlich durch Beschränkung des Besitzes des Pächtertrusts. Die Regierung werde alles ausbieten, damit die Gesetze peinlichst befolgt werden; sie sei entschlossen, die Unruhen energisch zu unterdrücken und diesenigen streng zu bestrafen, die aus den Verwüstungen Vorteil ziehen.— Die Kammer hat bereits alle Gesetzentwürfe der Regierung angenommen. Inzwischen dauern die Unruhen fort. Die Stadt Bukarest triffl Vorbereitungen zum Empfang der aufständischen Bauern. Der Kommandeur der in der Gegend der Moldau gelegenen Truppen richtete an diese eine Proklamation, wonach bei Unterdrückung des Aufstandes die Insanterie nach den gesetzlich vorgeschriebenen Aufforderungen nur scharse Schüsse abgeben und die Kavallerte direkt in die Haufen der Aufständischen einretten und bei dem geringsten Widerstand von dem Säbel Gebrauch machen werd. Lokales und Provinzielles. ( Sütersloh, 28. März.[Städtisches.] Die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag nachmittag hat dim Antrage bezw. dim Bericht der Finanzkommission hinsichtlich das Einkommen der städtischen Beamten zugestimmt und festgesetzt, daß erstens allen Beamten ein Wohnungsgeld in der bisherigen Höhe als Wohnungsgeldzuschuß weiter gezahlt werde, daß zweltens den verheirateten Beamten und Unterbeamten, soweit ihr jährliches Elnkommen 4200 Mark nicht übersteigt, für das Etatsjahr eine nicht pensionsfähige Zulage gewährt werde, und zwar den Beamten in Höhe von 150 Mark, den Unterbeamten in Höhe von 100 Mark; ferner wird eine gemischte Kommission, bestehend aus den Herren F. Bartels, L. Lohmeyer, Professor Mäller und W. Wolf, gewählt, welche in Verbindung mit dem Magistrat eine genaue Besoldungsordnung für die städtischen Beamten festsetzen soll. Der Haushaltsplan für 1907 wurde endgültig in Einnahme und Ausgabe auf 305084,61 Mk. festgesetzt. Das Defizit im Betrage von 97 435,66 Mark soll aufgebracht werden durch Zuschlag von 75 Prozent zur Einkommensteuer und 100 Prozent der Realsteuern einschließlich der Betriebssteuer. Die zu den fingierten Normalsteuersätzen von 2,40 und 4,00 Mark Eingeschätzten sollen in derselben Weise herangezogen werden. Schließlich wurde noch von der Vorlage des Rechnungsabschlusses der städtischen Sparkasse für 1906 Kenninis genommen und der Freude Ausdruck gegeben, daß die Kasse einen Reingewinn von 98 926,08 Mark erzielt hal, wovon, wie zu erwarten steht, demnächst die Hälfte mit 49 468,04 Mark für städtische Zwecke zur Verfügung gestellt werden kann. §: Sttersloh. 28. März.[Vom Gymnasium.] Der neugewählte Direktor unseres Gymnasiums, Herr Oberlehrer Wilhelm Bruns in H.=Münden, ist im Jahre 1869 geboren, hat 1898 im Examen pro facultate docendi die Lehrbefähigung für die alten Sprachen, für Religion und Hebräisch erworben und bekleidet seit 1898 eine Oberlehrer= stelle.— Herr Professor Zander, welcher bekanntlich mit Schluß des Schuljahres in den Ruhestand getreten ist, nachdem er 43 Jahre die Lehrtätigkeit am hiesigen Gymnasium ausgeübi, erhielt den Kronenorden 3. Klasse.— Nach dem von Herrn Professor Zander erstalteten Jahresbericht über das Schuljahr 1906/07 zählte unser Gymnasium am 1. Februar d. Is. 288 Schüler, davon waren 260 evangelisch, 25 katholisch und 3 Juden; 184 waren Einheimische, 181 Auswärtige und 23 Ausländer. Das neue Schuljahr beginnt am 25. April und sind Anmeldungen bis zum 13. April an den Anstaltsgeistlichen Herrn Professor Möller zu richten. 0 Süterslon, 26. März.(Arbeitsjublläum. Am heutigen Tage feiert der Weber Wilh. Witte aus Sundern 127 sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Er ist der Fünfundzwanzigste von denen, welche dieses Jubiläum bis her bei der Firma Greve u. Güth haben felern können. Ein Sparkassenduch über 300 Mark wurde dem Jubilar ausgehändigt. + Amt Güterslob. 28. März.(Sitzung.] Die Amts= und Gemeinde=Vertreiung entsprach in ihrer gestrigen Sitzung dem Antrage des Hauptlehrers Ruwwe auf Entschädigung für im Obstgarten angepflanzte Obstbäume unter der Bedingung, doß die Bäume in den Besitz der Gemeinde übergehen.— Eine Restsorderung des Tischlers Heißmann in Pavenstädt für Arbeiten am Schulbau Pavenstädt II betreffend, wurde beschlossen, die Arbeiten nochmals von der Kommission nachpiülfen zu lassen.— Dem Antrage auf Aufnahme einer A#leihe über 4000 Mk. für Ausgaben, welche zu Wegebauzwicken im Rechnungsjahre 1906 aus den laufenden Geldern der Gemeindekasse bestritten sind, wurde zugestimmt.— Wegen Ansprüche, welche der Kolon Zumhagen in Blankenhagen auf ein Gemeindegrundstück macht, beschließt die Versammlung, die Angelegenheit einstweilen auf sich beruhen zu lassen. + Spbeslob. 27. März.[Verbrannt.] Am vorigen Sonnabend nachmittag spielte das etwa 4 Jahre alte Kind des Heuerlings Lohmann hierselbst, während die Eitern draußen waren, im Bett mit Streichhölzern. Dabei geriet das Bett in Flammen. Die herbeigelaufene Mutter riß das brennende Bett, in dem das Kind lag, heraus, und gewahrte, daß das Kind sehr stark verbrannt war, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mutzte. Hoffentlich wird das Kind bald wiederhergestellt sein, doch glbi dieser Fall den Eltern aufs neue die Mahnung, die Streichhölzer so zu verwahren, daß Kinder sie nicht erreichen können. Vielefeld, 27. März.[Verschledenes.] Der Wochenmarkt auf dem Slegfriedplatze fällt am Karfreitag aus; auch Sonnabend findet kein Wochenmarkt statt.— Der Schornsteinbauer Hesse aus Braunschweig, der hier einen Fabrikschornstein der Firma Eick in der Oelmühlenstraße baut, stürzte gestern abrnd gegen 6 Uhr, kurz bevor er Feierabend machen wollte, etwa 25 Meter hoch vom Schornstein herab. Er ist schwer verletzt, hat einen Bickenbruch und Quetschungen erlitten. Mannschaften der Brandwache transportierten den Verunglückten zum städtischen Krankenhause. Teckleuburg, 27. März.[Der Besuch des Kaiserpaares] und damit die 200 Jahr=Feier der Grafschaft Tecklenburg findet, wie nunmehr feststeht, in Verbindung mit der Anwesenheit des Kalserpaares in Mänster, also im letzten Drittel des Monats August statt. Man rechnete bekanntlich erst damit, daß der Kaiserbesuch im Mai von Bückeburg aus erfolgen würde. Blaukenstein, 27. März.[An Blutvergiftung) starb hier das fiebenjährige Söhnchen des Steinmetz Dietz. Es handelte sich dabei um eine kleine, unscheinbare Wunde am linken Fußballen, entstanden durch den Druck der Schuhklappe. Als das Bein anschwoll und Kopsschmerz und Seitenstechen eintrat, schickten die Eltern zum Arzt, leider war aber alle Hilfe zu spät. Gelsenkirchen, 27. März.(Vom Zuge überfahren] wurde auf der Strecke Bochum=Essen ein Schüler, der auf den Bahndamm gegangen war, um nach drei vermißten Schafen zu suchen. Ohne daß er es bemerkte, brauste ein Schnellzug heran, der den Jungen erfaßte und sofort tötete. Essen, 27. März.[Blutvergiftung.] Ein hiesiger Barbier schnitt dem Wirt Huppe aus Spillenburg beim Rassieren ein kleines Geschwür auf. Der Verletzte achtete wenig auf die Wunde und wandte sich erst nach zwei Tagen an einen Arzt, als das Gesicht bereits start angeschwollen war. 24 Stunden später nun ist der Bedauernswerte unter großen Schmerzen an Blutvergiftung gesterben. Duisburg, 26. März.[Ertrunken.] Infelge nervöser Ueberreizung ist gestern nachmittag der Buchhändler E. aus Duisburg bei Kaiserswerth in den Rhein gesprungen. Seine ihn begleitende Ehefrau wollte ihn zurückhalten, was ihr jedoch nicht gelang. Sie wurde mit in den Strem gerissen und beide ertranken. Vermischtes. * Saarbrücken, 28. März. Das Ergehals der über die am 16. d. Mis. im Matbildenschacht der Grube „Gerhard" bei Saarbrücken durch Seilbruch erfolgte tötliche Verunglückung von 22 Birgleuten stattgefundenen amtlichen Untersuchung liegt jetzt vor. Danach riß das Förderseil, als am Förderkorb, an dem das Seil befestigt war, zum ersten Male mit der vollen Belastung, also 22 Mann, eingehängt wurde, und zwar etwa 90 Meter oberhalb des Korbes, als dieser in einer Tiese von ungefähr 200 Meter gekommen war. Vorher waren mit demselben Kotbe 11 Mann eingelassen worden. Eine nach dem Unglücksfall vorgenommene Untersuchung eines unmittelbar über dem Förderkorb befindlichen Seilstückes ließ nicht erkennen, daß das Seil durch den bisherigen Betrieb gelitten hatte. Die mit einigen Drähten ausgeführten Biegungs= und Zerreißungsproben hatten ein ähnliches Ergebnis wie die Proben vom 19. Fibruar. Dagegen stellte sich bei einer genauen Prüfung des Seilstückes 8—10 Meter oberhalb der Biuchstelle heraus, daß das Seil dort stark mitgenommen war. Die Drähte waren an den nach außen tretenden Stellen erheblich abgerieben, und zwar vielfach in dem Maße, daß sie sich an den betreffenden Stellen mit der Hand leicht brechen ließen. Diese Schäden dürften auf Druck und Reibung, welche die einzelnen Drähte beim Auf= und Abwickeln, des Seils auf die Trommel gegenseitig ausüben, zurückzuführen sein. Sie sind von dem mit der täglichen Revision des Seils betrauten Beamten und den am Schacht beschäftigten Arbeitern nicht bemerkt, und hätten wohl nur nach sorgfättiger Reinigung des Seils von der teerartigen Masse, mit der das Seil zur Schonung häufig geschmiert wurde, gesehen werden können. Ob übrigens die für die Seilfahrt vorgeschriebenen täglichen Sellrevisionen regelmäßig ausgefährt wurden, erscheint nach den bisherigen Zeugenaussagen noch fraglich. Die von der Staatsanwaltschaft und dem Bergrevierbeamten geführte Untersuchung dürfte jedoch erst nach ihrem Abschluß hierüber, sowie überhaupt über die Frage, ob und welchen Beamten etwa ein Verschulden an dem Unglücksfall zur Last zu legen ist, Bestimmtes abgeben. Das gerissene Seil ist behufe genauer Untersuchung von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Der Bericht schließt mit dem Hinweise, daß die Oberbergämter zur Aeußerung darüber aufgefordert sind, unter welchen besonderen Bedingungen die weitere Benutzung von Bandseilen zur Menschenförderung noch gestattet werden kann. * Goslar, 25. März. Ein Quartaner, der Sohn eines hiesigen Kaufmanns, war am Sonnabend nach Schulschluß, weil er nicht versetzt worden war, nicht nach Hause gegangen. Heute vormittag wurde er nach langem Suchen tol in einem Steinbruche gefunden, in dem er abgestürzt war. * Lübeck, 25. März. Mit einer sehr scharfen Strafe belegte das hiesige Landgericht eine hier bei der letzten Reichstagswahl vorgekommene Wahlsälschung. Ein Arbeiter Dose, ein wegen anderer Vergehln vielfach vo bestrafter Mensch. übte für einen anderen erkrankten Brbeiter das Wahlrecht aus. Das Gericht verurteilte ihn trotz seines Einwandes, daß er das Strafbare seiner Handlungsweise nicht gekannt habe, zu drei Monaten Gesängnis. Der Staatsanwalt hatte nur sechs Wochen beantragt. *[Die Kindesentführung in Altona) hat durch die polizeiliche Nachforschung soweit eine Auftlärung gefunden, daß der Vater des Kindes einen Direkter eines hanneverschen Detektlobureaus mit der Entfährung beauftragte, der das Kind nicht aus der Villa, sondern von der Landstraße aus in seinen Wagen nahm. Ueber den Verbleib des Kindes ist noch nichts bekannt. *[Einen schrecklichen Tod) hatte ein Aufseher der Zementfabrik Unterterzen am Walensee. Als er die Nachtrunde machte und in den Hochofen eingestiegen war, wars ein heftiger Windstoß die schwere Eisentär hinter ihm zu, die nur von außen geöffnet werden kann. Er war in dem Qualm und der Hitze der aufsteigenden Dämpfe eingesperrt und seine Hilferufe drangen durch die dicken Wände des Hochofens nicht nach der Außenwelt. Erst als er vermißt wurde, forschte man nach und fand den Unglücklichen tei hinter der geschlossinen Türe. Er war erst 33 Jahre alt und Vater von 3 Kindern. *[Sechs Personen verbrannt.] In Gehnsderf brach beim Stellenbesitzer Beer eine Feuersbrunst aus, bei welcher die Ehefrau, vier Kinder und eine Magd umkamen. * Wien, 27. März. Gestern nachmittag wurden hier Verhandlungen abgehalten zwischen den beiden Lohnkomitees der Damenschneider. Es kam zu einer Verständigung. sodaß der Streik der Schneiderinnen heute beendigt wurde. * Cherbourg, 27 März. An Bord des im Arsenal liegenden Torpedobootes 147 ereignete sich eine Explosion, bei der zwei Personen verbrüht wurden, davon eine schwer. Die Ursache war das Platzen eines Dampfrohres. Meine Wohunng befindet sich von Dienstag, den 2. April ab in dem Hause des Herrn Oberpostschaffners Carl Kosfeld Kahlertstraße 851 neben der Gärtnerei von Ludwig Witte. Charlotte Landwehr, Hebamme. Bringe meine gut abgelagerten und Tabake in empfehlende Erinnerung. Ferner eine große Auswahl in Pleisen, Zigarrenspitzen, Etuis, Spazierstöcken, Schirmen, Pertemonnaies etc. etc. Wilh. Uekmann, Schulstraße 723 Eier=Farben— à Paket 5 Pfg. in großer Auswahl W. Küster. Luise Rolfsmeyer, Gütersloh Berlinerstraße 544. Zeige den Empfang sämtlicher Neuheiten der Saison ergebenst an. Elegante Modellhüte stehen zur gest. Ansicht. Aparte Sachen. Billige Preise. Echte Monnikendamer Bratbücklinge empfiehlt Clemens Müller. Echten Groninger Honigkuchen mit und ohne Succade in der beliebten Qualität. W. Küster. 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Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 P Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 37 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Donnerstag, den 28. März 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes Dogt in Sütersloh. 18. Jahrgang — Zweites Blatt. Das amerikanische In den Vereinigten Staaten von Amerika tritt am 1. Juli d. J. ein neues Einwanderungsgesetz in Kraft. Danach wird die für jeden Einwanderer zu entrichtende Kopfsteuer von 2 auf 4 Dollar erhöht. Ausgeschlosfsen von der Zulassung sind nach wie vor: Blödsinnige, Geisteskranke, Arme, Personen, die der Oeffentlichkeit zur Last fallen könnten, mit ekelhafter oder gefährlicher ansteckender Krankheit Behaftete, Proiistuierte, Polygamisten, Verbrecher, Kaaisgefährliche Elemente usw., sowie Kontraktatbeiter. Niu ißt die Bestimmung, daß die Einwanderungsbehörde berechtigt ist, als unerwünschte Einwanderer auch solche Personen zu bezeichnen, die nach einem Attest des Untersuchungsarzi### geistig oder körperlich so geschwächt erscheinen, daß ihre Erwerbsfähigkeit als beeinträchtigt angesehen werden kann; ferner die Bestimmung, daß kein Einwanderer landen darf, dessen Fahrschein oder Ueberfahrt mit dem Gelde eines anderen bezahlt worden ist, oder der mit Unterstätzung anderer ins Land gekommen ist, wenn nicht in unzweideutiger Weise nachgewiesen wird, daß der Fahrschein oder die Ueberfahrt nicht, sei es direkt oder indirekt, von einer Korporation, einem Verein, einer Gesellschaft, einer Stadtgemeinde oder einer fremden Regierung bezahlt worden ist. Ausländern, die auf dem Festland der Vereinigten Staaten auf Grund von Pässen landen wollen, die für irgend ein anderes Land als die Vereinigten Staaten oder deren Besitzungen oder die Zone des Panamakanals ausgestellt sind, kann der Präsident die Zulassung verweigern, sofern er überzeugt ist, daß die Einwanderung dir mit solchen Pässen versehenen Personen den Interessen der amerikanischen Arbeiter zuwiderläuft. und Provinzielles. Sütersloh, 28. März.[Telephonisches. Es ist zum Sprechverkehr mit Güterslob zugelassen: Eschershausen(Kr. Holzminden); Gesprächogedühr 50 Pfg. p. Suterslon. 28. März.(Pakete mit Fleischwaren nach Orten des Königsreiche Sachsen.] Nach dm sächsischen Gesetz vom 25. Mai 1852 haben die sächsischen Steuerbehörden von zollvereinsländischem Fleischwerk eine Uebergangsabgabe von 5 Pfg. für das Zollpsund (½ kg.) zu erheben. Infolgedessen müssen die Postananstalten gemäß einer zwischen der Königlich Sächsischen Zell= und Steuerdirektion und den Oder=Postdirektionen in Sachsen getroffenen Vereinbarung alle über die Grenzen Sachsens eingehenden Pakete, die als aus Fleisch bestehend deklartet sind, der Steuerbehörde zuführen. Als Fleischwerk im Sinne des Gesetzes gelten Würste aller Art, ferner frisches, geräuchertes, gepökeltes oder sonstwie zubereitetes Fleisch der Rinder, Kälder, Schweine und Schafe sowie Fett(einschließlich des Inhalts, jedoch ausschließlich des eingeschmolzenen Feites von Rind= und Schaspleh sowie der nur zum Gewerbegebrauche bestimmten Fettsorten) und Kleinodien von solchem Bleh. Neuerdings ist es wiederhalt vorgekommen, daß sächsische Gerichte gegen Versender, die Pakete mit Fleischwaren nicht als übergangsabgabepflichtig gekennzeichnet und dadurch verschuldet hatten, daß die Sendungen den Empfängern ohne Einziehung der Abgabe ausgehändigt wurden, wegen Hinterziehung der letzteren vergangen sind. Es liegt doher im eigensten Interesse der Absender, die nach Orten Sachsene bestimmten Pakete mit Fleischwerk sowohl auf der Paketadresse als auch auf der Sendung silbst als solche deutlich zu kennzeichnen. Dies würde beispielsweise durch Niederschreibung des Vermerks „Inhalt 4 kg. Wurst“ geschehen können. kv. Wiedenbrück. 28. März.(Zuchl viehmarkt.) Schon seit Jahren sind von den landwirtschaftlichen Vereinen des Kreises Wiedenbrück gute Zuchtbullen des schwarzdunten westsälischen Niederungsschlages hauptsächlich aus Ostfriesland eingefährt worden, um die heiwische Rindviehzucht zu heben. Neuerdings sind diese von großen Erfolg gekrönten Bestrebungen durch die Gründung von Zuchtgenossenschaften und von Kontrollvereinen wesentlich gefördert worden. Die Viehzucht im Kreise ist hierdurch derartig verbessert, daß in zahlreichen Beständen Tiere vorhanden sind, welche mit Recht als erstklassiges Zuchtmaterial bezeichnet werden können. Auch die Zucht des Minden=Ravensberger veredelten Landschweins befindet sich schon seit längerer Zeit in großer Blüte. Der landwirtschaftliche Kreisverein hat sich deshalb entschlossen, am 25. April d. J. wie im vergangenen Jahre in Wiedenbrück einen Zuchvlehmarkt für Rindvleh der schwarzbunten westsällschen Niederungsrasse und für Schweine der MindenRavensberger Zuchtrichtung abzuhalten. Der Auftritt von Tieren wird veraussichtlich ein recht starker sein. Der Besuch des Marktes kann daher allen Freunden der Viehzucht nur auf das Wärmste empfohlen werden. Auswärtige erhalten jede gewünschte Auskunft bei dem Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Kreisvereins, Wiedenbrück, am Markttage bei der zuständigen Marktkommission. hk. Zielefeld, 28. März.(Der deutsche Handelstag] tritt am 9. und 10. April d. Is. in Berlin zu einer Boklversammlung zusammen. Am 9. findet im Anschluß an die Beralungen ein Festmahl statt, zu dem sich dem Vernehmen nach der Reichskanzler angemeldet hat. Auch der Direkter Dernburg gedenkt dem Festmahl belzuwohnen. Als Vertreter der Handelskammer zu Bielefeld nehmen an den Verhandlungen des Handelstages teil die Herren Gustav Bertelsmann, Kommerzlenrat Wilh. Böckelmann und Dr. Frhr. v. Ascheraden. 28. März.[Bismarckbund.] Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalika am 1. April(Ostermontag) im Hotel„Kaiser Friedrich“ in Hausberge statt. Die Tagesordnung ist bekannt gegeben. Vor Beginn der Tagesordnung, etwa gegen 3¼ Uhr nachmittags, soll vom Garten des„Kaiser Friedrich“ aus ein Ausstieg zur Bismarcksäule unternommen und nach Biendigung der Verhandlungen eine Feier des Bismarcktages veranstaltet werden, zu der alle Verehrer des Altreichskanzlers herzlich eingeladen sind. Selbstverständlich wird auch an Bismarcks Geburtstage das Höhenseuer auf der Säule angezündet. Münster, 28. März.[Der westfälische Bauernverein] wählte an Stelle des versterbenen Landesökonomierats Winkelmann den bisherigen Vizepräsidenten des Vereins, Frhrn. v. Twickel auf Stovern, einstimizig zum Präsidenten. Frhr. v. Twickel steht im 48. Lebensjahre. Herstmar, 25. März.[Opfer des Alkehols.) Die Frau des Pflasterers V. hierselbst wurde in ihrer Wehnung als Leiche aufgefunden. Eine Schüssel mit noch etwa ¼ Liter Branntwein stand neden ihr. Der Kutscher einer Brennerei, der die Leldenschaft der Frau nicht kannte, hatte ein Faß Schnaps in gewohnter Weise für einen Dritten zum abholen an dem Hause abgeladen. Die Frau hatte alsdann das Faß geöffget und von dem Inhalt so Es gibt kein Schloß, auch noch so groß, Kein Hüttchen noch so klein, Ein Kreuz birgt es in seinem Schoßz, Das will getragen sein. Richt einem jeden steht man's an Das Leld, das ihn bedrückt; Gar oft am schwersten trägt der Mann, Den Ehr' und Reichtum schmückt. Und wenn der Mensch sich sträubt und wehrt, Zu tragen die Kreuzeslast, Dann wird sie ihm erst recht erschwert, Ja, sie erdrückt ihn fast. Glaubst du auch oft, dein Kreuz sei schwer, Wie keins auf Erden hart, Dann schau zum Kreuz auf Christus her, Der unser Retter ward. Sieh, spricht der Heiland, ich trug einst Das Kreuz für deine Schuld; Was sträubst du dich und klagst und weinst In schwacher Ungeduld? Du weißt, wie ich am Kreuze stard, Mein Leben gab für dich, Wie ich dir ew'ges Heil erward; Was leidest du für mich? So trage drum mit gläub'gem Sinn Das Kreuz, das Gott dir schickt; Es führt zum ew'gen Ziele hin, Wenn man auf Jesus blickt. Sieh, kurz nur ist die Lebenszeit, Die dir beschieden ist, So kämpfe mit Beharrlichkeit Und treu zu jeder Frist. Trägst so dem Herrn das Kreuz du nach In Demut fort und fort, Erfüllt am Auferstehungstag An dir sich einst sein Wort: Du folgtest mir in Kreuz und Leid, In Schmach und Spott und So nimm auch teil an meiner Freud', Der Himmel sei dein Lohn. Sein Roman in zwei Abteilungen von Franz Treller. (12. Forisetzung.)—(Nachdruck verboten.) „Stelle es Dir nicht so leicht ver, in Deine alte Positien zurückzukehren,“ setzte Dr. Ellinghaus seine Rede fort.„Der Schuft Hayking und wahrscheinlich noch ein anderer haben durch ihre Zeugnisse Deine Ueberführung nach Towertown veranlaßt. Der Beweis, daß sie wider desseres Wissen gehandelt haben, ist nicht leicht zu führen. Mr. Stone, der Direktor von Towertown, hat Dich umgegebracht und ich zweifle nicht, daß dies in gesetzmäßiger Form vor sich gegangen ist, zweifle auch nicht, daß Mr. Weller unter dem Steine ruht, der Deinen Namen trägt. Aber das alles bedarf der Aufklärung, wenn Du mit Nachdruck in Rockesville auftreten willst. Ich bin seit einigen Monaten von dort sort und auf der Suche nach Dir, die mich durch die weite Unton führte und viel Zeit und Vorsicht beanspruchte. Wir wissen nicht, was alles in der Heimat vorgegangen ist. Vierzehn Tage vor Deiner Befreiung habe ich erfahren, daß der Schurke in Tewertown Deinen Namen auf einen Grabstein gesetzt hat und erst meine Nachforschungen hier brachten mir die tröstliche Gewißheit, daß jene Inschrift leg. Doch das alles sind bei dem hiesigen Rechtsverfahren schwerwiegende Umstände. Deine Frau hat sich heimlich mit Henry entfernt, ehe noch festzustellen war, ob Du einfach eine Reise angetreten hättest, ermordet seiest oder ein Unfall vorliege. Als ich die Ueberzeugung halt=, daß man Dich in einem Jerenhause untergebracht habe, eine hier zu Lande begueme Art für reiche Leute, sich überlästiger Angehöriger zu entledigen und selbstverständlich beschloß. Dich zu suchen, begab ich mich, bevor ich abreiste, zum Sherlff, sagte dem, daß ich nach Deinem testamentarisch niedergelegten Willen für den Fall Deines Ablebens Testamentsvollstrecker sei und ersuchte ihn, ein wachsames Auge auf Contenthouse zu haben. Das versprach er. Was nun aber in der Zeit und besonders seildem man Dich begraben hat, geschehen ist, weiß ich nicht. Meine Aufgabe war, Dich zu suchen. Sage nun selbst, ob wir nicht gut tun, zunächst die Fälschungen aufzudecken und Dich dann erst gesund und frei den Lebenden wieder zuzugesellen.“ Welch ein Gewirr von bestialischen Maßregeln, um mich ins Verderben zu stürzen! Aber sage mir, was konnte das Weib dabei haben, mich auf diese Wise zu beseitigen, es war doch einfacher, mich umbringen zu lassen, wenn sie mich los sein wollte, um mit ihrem Galan in das Weitte gehen zu können.“ „Der Mordversuch auf Dich war nicht geglückt. Damals glaubte ich, Vancouver sei der, der den Mauchelmörder ausgesandt habe, ich bin jetzt anderer Meinung.“ Sie!“ „Jal sie mochte fürchten, daß die Wiederholung und das Gelingen eines solchen Attentates den Anbeter doch stutzig machen könnte und griff zu dem Mittel, Dich lebendig zu begraben.“ „Aber dann— dann—?“ „Die Antwort gibt Dein Leichensteln. Wir werden genauere Einblicke in dieses ganze Treiben gewinnen. Ich will Dich nur überzeugen, daß es nicht richtig wäre, ohne weiteres nach Rockesville zu gehen.“ Nach einigem Nachdenken sagte Hohenthal:„Du hast gewiß recht, aber mein Henry—!“ „Habe ich Dich ausfindig gemacht, Arnold, werden wir auch Deinen Henry finden, obgleich ich benken sollte, daß seine Mutter sich nicht sträuben würde, ihn Dir zu überlassen.“ „Sie haßt mich und kennt meine Liebe zu dem Kinde, sie weiß, wie sie mich am schwersten treffen kann.“ „Gib Dich nicht unnötigen Sergen hin, Du bist der Gefahr entronnen und alle Hindernisse auf Deinem ferneren Lebenswege werden sich beseitigen lassen.“ „Ich will es mit Dir hoffen.“ Am anderen Tage begab sich Dokter Ellinghaus nach Covingten und von dort in einem Wagen nach Marylodge, hatte sich aber zur Versorge einen Sheriffsbeamten mitgenommen. Nicht wenig war er erstaunt, als ihm der Pföriner auf sein Verlangen, Mr. Bolion zu sprechen, erwiderte, daß dieser seit vierzehn Tagen Marylodge verlassen habe, nachdem er seine Anstalt an Dr. E. Harding verkauft habe. Ellinghaus schickte hierauf seine Karte an Mr. Harding, der ihn alsbald in sein Arbeitszimmer kommen ließ. Ellinghaus sand einen Herrn in mittleren Jahren vor sich, dessen Aeußeres Vertrauen erweckend war. Der Dokter empfing ihn mit großer Höflichkeit. „Ich komme, um Erkundigungen nach einem Ihrer Patienten, Mr. Weller einzuziehen,“ eröffnete Ellinghaus die Unterredung. „Weller? Würde gern zu Diensten stehen, Sir,“ erwiderte Mr. Harding,„aber ein Mr. Weller befindet sich unter den mir anvertrauten Patienten nicht. Doch schwebt viel zu sich genommen, daß sie ihre Leidenschaft mit dem Tode büßen mußte. Essen, 27. März.[Ueberfahren und gelstet wurde gestern abend auf der Eppinghoferstraße ein Arbeiter aus Vordeck. Er hatte ein Mödelfuhrwerk bestiegen, stärzte aber, durch das plötzliche Anziehen der Pferde aus dem Gleichgewichte gebracht, auf die Erde und fiel so unglücklich unter den Wagen, daß ihm die Räder über den Kapf gingen. W ur stektbs. Die Beschittung der 21. Wanderansstelung der Deutschen Landwirtschafts=Geselschaft zu Büsseldorf mit Tieren. bg. Auch die diesjährige, 21. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, welche in der Zeit vom 6.—11. Juni in Düsselderf stattfindet, wird eine reiche Beschickung aufweisen; denn es werden 550 Pferde, 936 Rinder, 271 Schafe, 668 Schweine und 248 Zlegen in der Tierabteilung zur Stelle sein. Da die Ausf lungen im Durchschnitt eine Beschickung von 389„fferden, 961 Rindern, 558 Schafen, 447 Schweinen und 63 Blegen gebracht haben, ergibt sich, daß vor allem die Pferde=, Schweine= und Ziegenabteilung reichlich werden beschickt werden. Die Rinderabteilung entspricht dem Durchschnitt, dagegen steht die Schafabteilung gegen andere Jahre erheblich zurück. Zu diesen Beschickungsziffern kommen noch das auszustellende Geflügel und die Fische, für die der Anmeldetermin noch nicht geschlossen ist. Die Pferdeabteilung wird in der Haupisache, wie es dem Charakter Rheinlands und Westfalens entspricht, mit Arbeitspferden beschickt werden, welche etwa 75% der gesamten Anmeldung ausmachen, so daß auf Reit= und Wagenpferde etwa 25% entfallen. Von den Rindern, die zur Ausstellung kommen, gehören 282 den Gebirgs= und Höhenschlägen und 704 den Tieflandschlägen an. An der Ausstellung der Höhenschläge beteiligen sich vorwiegend die Provinz Hannover, aber auch mir vor, daß ich den Namen in den Personalakten, die mir Mr. Belten überliefert hat, gelesen habe und wollen gleich sehen, was diese berichten“ Er nahm die Akten aus dem Schranke und fand bald William P. Weller. Ellinghaus las:„Aufgenommen am 10. April 18bisher in der Heil= und Pflegeanstalt Mr. Woods in Tewertown. Leidet an Monomanie, ist Anfällen gefährlicher Tobsucht unterwersen.“ Augenscheinlich später war hinzugesügt;„Sein Zustand hat sich wisentlich gebessert, konnte am 21. Oktober als vorläufig genesen entlassen werden.“ Das war alles. Der 21. Oktober war der Tag, an dem Hohenthal Marylodge verlassen hatte. „Das ist alles,“ sagte Mr. Harding, der selbst überrascht schien von dem Lakonismus der Eintragungen. „Ich habe erst kärzlich,“ fügie er hinzu,„die Anstalt käuflich erwerben, und man hat mir die Patienten gelassen, deren Krankheitsgeschichte freilich eingehender behandelt ist als die dieses Mr. Willer.“ „Und,“ fragte der durch das kühne Raffinement Belten verbläffte Ellinghaus,„wo befindet sich Mr. Bolton?“ „Er ist nach dem Osten verzogen, doch kenne ich seinen Aufenthaltsort nicht, auch bestehen keinerlei Beziehungen mehr zwischen uns, da Maryledge durch glatten Kauf an mich übergegangen ist. Mr. Bolten sagte mir, daß er seiner Familie und besenders seiner Tochter wegen die Proxis in einer einsam gelegenen Anstalt aufgebe und auf seine alten Tage der Ruhe pflegen wolle.“ (Fortsetzung folgt.) Bayern, Baden und Heffen. Die Tieflandschläge kommen, soweit Ostelbien in Betracht kommi, in erster Linie aus Schleswig=Holstein, aber auch Ostpreußen, Pommern und Brandenburg werden vertreten sein. Von den nustelbischen Gebleten nehmen die Rheinprovinz mit 540 Haupt und Westfalen mit 110 Haupt die ersten Stellen ein. Aus Hannever und Oldenburg werden 90 Tiere erscheinen. Die Schafe kommen aus dem mittleren Deutschland, jedech sind auch Mecklenburg und Schlesien daren beteiligt. In der verhältnismäßig großen Schweinzausstellung beanspruchen die veredelten Landschweine mit 384 Stück den größten Raum, weiße Edelschweine werden nur 215 ausgestellt werden. Die übrigen verteilen sich auf schwarze Edelschweine und Landschweine. Die Ziegen stammen vornehmlich aus Hessen, aber auch die Rheinprovinz, Hannever und Westfalen werden in dieser Gruppe auf dem Platze sein. Der Schluß des Anmeldetermins für Geslügel ist auf den 15. April festgesetzt. Dementsprechend müssen Interessenten, welche ausstellen wollen, sich sofort die Anmeldepapiere von der Hauptstelle der Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft, Berlin SW., Defsauer Straße 12, einfordern, damit sie den ordnungsmäßigen Anmeldeiertain nicht versäumen. Zur Ausstellung kommen Hühner, Enten, Gänse, Truthühner, Perlhühner, Tauben und Darstellungen von Aügelzüchtereien sowie Einrichtungen für ländliche Geflügelhaltung. Die letzteren sind mit lebendem Geflügel besetzt auszustellen. Alle die genannten Ausstellungsgegenstände stehen unter Preisbewerb. Bußer Preisbewerd werden serner zugelassen Darstellungen zur Förderung der Geflügelzucht, wie Modelle von Stallungen und von ganzen Geflügelhösen, Brut= und Aufzuchtseinrichtungen für natärliche und künstliche Zucht oder für beides, Eiertransportbehälter, Gerätschaften sowie wissenschaftliche Darstellungen und Lehrmittel. *[Ueber Gründonnerstag und Karfreitag) lesen wir in den Mitteilungen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins das Folgende: Die Bezeichnung des Donnerstags ver Ostern als grün kommt schon im Mittelhochdeutschen vor; man hat sie verschieden zu erklären gesucht. Denn weshalb gerade grün? Weil der Tag ins Frühjahr fällt, wo man leicht die ersten grünen Kräuter auf den Tisch zu bringen vermag? Kaum; die Sitte, an diesem Tage frisches Gemüse, gränen Kohl, Gründonnerstags=Kohl zu essen, dürfte sich vielmehr erst aus dem Namen selbst entwickelt haben; nicht etwa hat umgekehrt eine uralte derartige Sitte den Namen veranlaßt, auch wohl nicht die Tatsache, daß das Osterlamm der Juden nach dim Gesetze mit grünen Kräutern zubereitet oder gegessen werden mußte. luch braucht ja der lateinische Name„dies viridium“, wie das Hermann Schrader nach Grimm in seinem„Wundergarten der deutschen Sprach=“ einmal so hübsch ausgeführt hat, gar nicht„Tag der grünen Kräuter“ zu heißen, er heißt nur„Tag der Grünen". Mit„grün“ wird dann hier das bezeichnet, was frisches, neues Leben, was Heil bringt;„diejenigen, welche in der Fastenzeit öffentliche Kirchenbuße getan hatten und durch die Asche des Aschermittwochs Graue geworden waren, wurden an unserem Donnerstag wieder Grüne, Reine, Sündlose, und— fügen wir hinzu— Hoffnungs= und Auferstehungsfreudige. Diese feine und finnige Erklärung wird bestätigt dadurch, daß Fischart den Tag den grunen oder weißen(also den unschuldigen) Donnerstag nennt, daß auch die Franzosen Ihn jeudi saint ober jeudi absoln, auch jeudi de l’absoute (Donnerstag der Absolution, der Lossprechung) nennen, und daß die Engländer für ihn die Bez ichnung Sheer Thursday haben, was den klaren, lauteren, reinen Donnerstag bedeutet(sheer ist unser schier). Auch die Bezeichnun „Guter Donnerslag“ kommt vor und zwar schon recht früh, wie man denn auch die anderen Tage der Woche vor Ostern und diese selbst die gute nennen hören kann. Häufiger aber ist der Ausdruck Karwoche, und Karreitag für den Todestag des Herrn, den hinwiederum sie Engländer nur Good Friday neunen. Woher dieses Kar, oder wie man auch noch häufig lesen kann, Char? Es ist ein urdeutsches Wort, das uns allerdings sonst nur vereinzelt erhalten ist: kara, chara, die Sorge, Trauer, stille Wehklage; im Mittelhochdeutschen noch karmen — klagen, eine Nebenform von kar-n; im Englischen care die Sorge, der Rummer. Man sagt auch kurz Kartag statt Karfreitag; in den deutschen Gemeinden der Venediger Alpen aber nennen sie Kartag überhaupt jeden„Tag, an welchem ein Verstorbener unter Klaggeschrei beerdigt, und dann das Leschenmahl gehalten wird"; ferner steckt unser kar noch in dem schweizerischen Ausdruck„Karsammer“ (ursprünglich Totenklage, jetzt Lärm.) (Nach J. E. Wülfings Sprachl. Plaudereien„Was mancher nicht weiß". Jena, Costenoble, 1905.) *[Die Kaiser=Dacht Hohenzellern.] Der Umbau der Kaiser=Yacht„Hohenzellern“ ist jitzt beendet werden. Er hat 1¼ Jahre gedauert. Während dieser Zeit wurde die„Hamburg“ der Hamburg=Amerika=Linie als Dacht des Kaisers benutzt. Die Veränderungen, die an der Dacht vorgenommen wurden, sind mancherlei Art und weisen vielfache Ergänzungen und Verbesserungen auf. Am 15. Apri wird das Schiff die Flagge hissen und seine Probefahrten unternehmen, die auf das genaueste ausgeführt werden müssen. Das Schiff wird in diesem Jahre eine Nordlandsreise und eine Reise nach Cowes zur Regatta unternehmen. * Bremen, 27. März. Der Norddeutsche Lloyd hat bei der Werst der A.=w. Wiser einen großen Passagier= und Frachtdampfer in Auftrag gegeben. Der Dampfer soll ein Deplazement von 27000 To., eine Länge von 186 Meter und Maschinen mit 15000 Pferdekräften erhalten. Durch eine große Breite soll eine besondere Gerdumigkeit der für 500 Kajüt= und Zwischendeck=Passagiere sowie 400 Mann Besatzung berechneten Wohnräume erzielt werden. Die Geschwindigkeit soll 12 Knoten betragen. * A u g s b u r g, 2 7. M ä r z. N a c h e i n e m S t r e i t e m i t seiner Frau schlug der Bäckermeister Meitinger in Balzhausen gestern seinen beiden Stiefkindern, einem fünfjährigen Mädchen und einem vierjährigen Knaben, mit einem Beil die Schädel ein. Dann ergriff der Mörder die Flucht; er konnte bis jetzt noch nicht festgenommen werden. *(Einen Konfirmanden im Gewichte von 270 Psund] dürste es bisher wohl noch nicht gegeben haben. Am vergangenen Sonntag ist ein solcher in der Kirche in Grünheide bei Erkner eingesegnet worden. Es ist der 14jährige Sohn des Gastwirts Fielitz. * Prag, 27. März. Einem Arbeiter konfiszierte die Polizei kürzlich ein Los der sächsischen Staatslotterte. Wie sich jetzt herausstellt, ist das Los mit 40000 Mk. gezegen. Der Arbeiter erhält den Gewinn nicht und muß nech Strafe zahlen. Glacd-Handschube in schwarz, weiß und fardig. feinstes weiches Leder. 1 Paar 2.50 Mk. 8 Paar 6,75 Mk. Carl Müller. 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Lebensjahre, dürfen an öffentlichen Tanzlustbarkeiten nicht teilnehmen, auch in den zum Aufenthalte für die Tellnehmer an solchen Lustbarkeiten bestimmten Räumen nicht verweilen. § 2. Wenn der Vorschrift des§ 1 zuwider jugendliche Personen der bezeichneten Art bei öffentlichen Tanzlustbarkeiten oder in den gedachten Räumen betroffen werden, so haben sie, ebenso wie der Veranstalter der beireffenden Lustbarkeit und der Wirt, eine Geldstrafe bis zu 60 Mark verwirkt, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechende Haft tritt. § 3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Minden, den 9. März 190.. Der Rezierungs-Präsident. I. V.: v. Wochenspielplan des Bielefelder Stadttheaters. Oper= und Operetten=Saison. Sonntag, 81. März(1. Feiertag): Lohengrin. Romantische Oper in 8 Akten von Richerd Wagner. Montag, 1. April(2. Feiertag): Die Jauserstöte.(Mozart). Dienstag, 2. Aprll: Carmen.(Bizet). Mittwoch, 8. April: Zar und Zimmermann.(Lortzing). Donnerstag, 4. April: Lohengrin.(Richard Wagner). Freitag, 5. April: Die lustige Witwe. Operette in 3 Akten von Viktor Leon und Leo Stein. Musik von Franz Lehar. Sonnabend, 6. April: Einmalige Opern=Vorstellung zu kleinen Preisen. Der Freischütz.(Carl Maria von Weber). Anfang dieser sämtlichen Vorstellungen 7½ Uhr. Der Vorverkauf für die drei ersten Vorstellungen beginnt Mittwoch, 27. März, 10 Uhr. Für die anderen Vorstellungen der ersten Spielwoche Sonnabend, 80. März, 10 Uhr. Aussteuer-Artikel Fertige Betten Betttedern u. Daunen Inlettstoffe. Eiserne Bettstellen in nur allerbesten Qualitäten zu billigsten Preisen. Meine: Dampf-Bettiedern-Reinigungs-Maschine empfehle beim Umfüllen gebrauchter Betten. Durch sergfältiges Entstäuben und Dämpfen werden die Federn wieder wie nen. Betten- und Aussteuer-Geschäft J. H. Manecke. 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