Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 35 schmäling& Ohibroch, Tüterzleß. Sonnabend, den 23. März 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 8. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Wochenrüchblick. Ferien! Dieses Wort übt jetzt wieder auf die Schuljugend seine Wirkung aus und mancher Erwachsine, der überarbeitet und nervös die beiden Osterfeiertage zu seiner Erholung herbeisehnt, mag den Wunsch hegen: Ach könntest Du es noch einmal so gut haben wie diese! Und doch gibt es im deutschen Reiche 397 Männer, die schon am Mittwech in die Osterferien gegangen sind und erst am 10. April die Arbeit wieder aufnehmen: Die Herren Reichstagsabgeordneten. Zwar haben die meisten von ihnen außerdem einen Beruf; da ein Mandat aber nur der übernehmen kann, der sich für die Session mehr oder weniger frei von seiner beruflichen Tätigkeit zu machen vermag, so bedeuten die drei Wochen parlamentsloser Zeit für die Mehrzahl von ihnen Osterferten im schönsten Sinne des Wortes. Vier Wochen hat der neue Reichstag getagt und in dieser Zeit vollständig erledigt die beiden kolonialen Nachtragsetats, den Entwurf betreffend den HinterbliebenenVersicherungsfonds, die Vorlage üder die Berufs= und Betriebszählung, den Vertrag über den Beitritt Luxemburgs zur norddeutschen Brausteuergemeinschaft, das Eiats=Reigesetz für April und Mai und die Kontingentierungsvorlage für Brennereien. In erster Lesung wurde der Etat sowie der Ergänzungsetat für 1907 und die Maischbottichsteuernevelle beraten, weiter wurden 12 Interpellationen behandelt, von denen die Regierung nur die über die Wahlbeeinflussungen und den polnischen Schulstreik nicht beantwortete. Auch für das preußische Abgeordnetenhaus haben am Donnerstag die Osterferten begonnen. Es beschäfligte sich in der vergangenen Woche mit dem Kaliusder Besprechung des Antrags wegen Einführung der fachmännischen Schulaussicht zu heftigen Angriffen gegen den Kultusminister von Studt; namentlich ging der Fährer der Freikenservativen, Freiherr von Zedlitz scharf mit ihm ins Gericht. Herr von Studt schien selbst das Gefühl zu haben, daß die Tage seiner Ministerzeit gezählt sind; wenigstens war seine Entgegnung, in der er die Hauptleistungen seiner Ministerlausbahn aufzählte, auf einen sehr elegischen Ton gestimmt. Eine freudige Nachricht traf wieder aus Südwest afrika ein: Oberst Deimling meldete, daß auch der letzte nech im Felde befindliche Stamm Franzmann=Hottentotten, mit ihrem Führer Simen Copper die Waffen gestreckt habe. Nachdim jetzt der letzte organisierte Widerstand der Eingeberenen gebrochen und entsprechend der kaiserlichen Ordre mit dem 31. März der Kriegszustand auch offiziell als beendet erklärt worden ist, kann nuumehr frisch ans Besiedlungswerk gegangen werden. Mit Freude zu begrüßen ist die vorsichtige zielbewußte Art, in der Kolonialdirektor Dernburg die Besiedlung leiten will. Um die zahlreichen Ansiedler, die in der letzten Zeit, getragen von kolonialer Begeisterung und im Vertrauen auf die Zukunft unserer Kolonten, den Entschluß gefaßt haben, sich in Südwestafrika niederzulassen, vor Mißerfolgen und Kapitalverlusten möglichst zu schötzen, wird ihnen, selbst wenn sie das notwindige Kapltal nachweisen, von der Regierung Land erst dann überlassen, wenn sie bei einem ansässigen Farmer in einer sechsmonatigen Lehrzeit sich eine gewisse Kenninis der klimatischen und der Bodenverhältnisse verschafft haben. Eine sofertige Anfiedlung wird die Kolonialverwaltung nur solchen Männern gestatten, die sich diese Kenntnisse schon durch die Kämpfe der letzten Jahre erwerben haben. Als Resultat der breitägigen österreichisch=un garischen Ausgleichsverhandlungen hat sich ergeben, daß diese Verhandlungen als gänzlich gescheitert anzusehen sind. Es wird überhaupt nicht mehr über einen Ausgleich verhandelt werden, sondern nur noch über ein auf mehrere Jahre abzuschließendes Handelsproviserium. Anfang Apri sollen die gemeinsamen Verhandlungen über einen solchen proviserischen Vertrag in Wien wieder aufgenommen werden. Der, Fertbestand der Koalition und des Ministeriums Wekerle erscheint infolge des Scheiterns der jetzigen Verhandlungen ernstlich gefährdet. Wir in Deutschland können naturgemäß kein Interesse an einer österreichisch=ungarischen Zelltrennung haben, die den Zusammenhalt des österreich= ungarischen Reiches schwächt, dennoch dürfen wir uns der heute in Oesterreich herrschenden Stimmung, die der Regierung in ihren Verhandlungen mit Ungarn den Rücken stärkt, aufrichtig freuen. Wenn etwas die kleinen Gernegroße in Ungarn zur Raisen bringen kann, so ist es jene vor keinerlei Konsequenzen zurückscheuende Festigkeit, man in Wien früher den Madjaren gegenüber leider oft hal vermissen lassen. In der russischen Reichsduma verlas am Dienstag der Ministerpräsident Stolypin die schon seit längerer Zeit mit Spannung erwartete Ecklärung der Regierung. Kemmen all die schönen Pläne, die in diesem Regierungs frogramm entwickelt sind, zur Ausführung, dann wird Rußland ein moderner konstitutioneller Staat, der aufgehört hat, gegenüber den anderen europäischen Staaten um mehr als hundert Jahre in der kulturellen Entwicklung zurück zu sein. Um nur einige Punkte aus diesem umfangreichen Programm herauszugreifen, seien die Maßnahmen zur Besserstellung des Bauernstandes, die Einführung des allgemeinen Volksschulunterrichts, die Inangriffnahme einer sozialpolitischen Gesetzgebung, die Gewährung von Gewissensfreiheit, der Freiheit des Briefwechsels und der Unverletzlichkeit der Person erwähnt. Die Regierung scheint jetzt tatsächlich, wie Stolypin feierlich erklärte, von der unerschütterlichen Absicht beseelt zu sein, das alte Zarenreich in einen konstltutionellen Staat umzuwandeln. An der Duma wird es daher sein, die Regierung hierbei tatsächlich zu unterstützen und durch ernste gesetzgeberische Arbeit zu zeigen, daß das russische Volk für diese modernen Reformen bereits die ersorderliche Reise besitzt. In Rumänen hat die jahrelange gewissenlose Ausbeutung der Bauern durch die Gutspächter, die in der Mehrzahl Juden sind, zu einem gewaltigen Bauernkrieg geführt. Im ganzen Gebiete der oberen Meldau tobt bereits der Ausstand. In hellen Hausen ziehen die Bauern durch das Land, mehrere Ortschaften sind bereits gänzlich erstört, besonders wird das Hab und Gut der jädischen Pächter und armer jädischer Leute vernichtet, diese selbst werden geschlagen und verjagt. Starke Truppenmassen unter General Tell sind zur Unterdrückung der Revolte in das Ausstandsgebiet gesandt. Weiter hat der Ministerrat unter Vorsitz des Königs die sosortige Ausarbeitung eines Gesetzes gegen den von der jädischen Familie Zischer begründeten Trust der Pächter, der die gewaltige Erbitterung mit verursacht hat, beschlossen: Die Pachtzeit soll auf fünf Jahre beschränkt werden, auch soll die Anzahl der Gutsjachten festgesetzt werden, die ein einzelner im Höchstfalle lbernehmen darf. Ob dieses Gesetz jetzt, wo der Kampf schon solche Dimensienen angenommen hat, noch irgend eine Wirkung auszuüben vermag, kann nur die Zukunft lehren. Volitische Aebersiczt. Leutsches Reich. Der Kaiser und die Kaiserin legten am gestrigen Geburtstage Kaiser Wilhelm I. im Mausoleum zu Charlettenburg einen prächtigen Kranz am Sarkophage des großen Kaisers nieder. Nachmittags nahm das Kaiserpaar an der Trauerfeier für General v. Werder zu Berlin teil. Nach der„Frankf. Zig.“ wäre die Abreise des Reichskanzlers nach Ropalle wegen Unwohlseins des Fürsten Bülow um einige Tage verschoben worden. Tatsächlich befindet sich aber Fürst Bülow beim besten Wohlsein und hat gestern vormittag eine Reihe von Konferenzen abgehalten. Falls die Reise wirklich aufgeschoben ist, müssen wohl andere Gründe vorliegen als die von der„Franks. Zig.“ angeführten. Kolonialdirekter Dernburg widerspricht in einer Zuschrift an ein Breslauer Blatt sehr entschieden der Meinung, daß er seine Stellung nur als Durchgangsposten ansehe. Er wünsche seine ganze Kraft der Aufgabe der Förderung und Entwickelung unserer Kolonien zu widmen. — Herr Dernburg wird sich voraussichtlich am 20. Mai in Lissabon nach Deutsch=Südwestafrika einschiffen. Hier wird er in Swakopmund an Land gehen und dem„B. T.“ zufolge von da nach Ottawi fahren, sich dann nach Lüderitz bucht wenden und dort das Schiff nach Kapstadt besteigen. Von Kapstadt gedenkt er mit der Bahn Lorenjo=Marquez zu erreichen. Erst in Dar=es=Salam wird er mit den Reisegenossen zusammentreffen, die mit ihm Ostafrika bereisen sollen. Gemeinsam mit ihnen wird er mit der Uyandabahn die Uyanzaseen aufsuchen und dann durch das Kilimandscharogebiet nach Dar=es=Salam zurückkehren. Dem Bischof Damion Schmitt ist die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung als Bischof von Fulda erteilt worden. Die Urkunde ist dem Bischof am 19. März d. J. durch den Oberpräsidenten der Provinz Hissen=Nassau ausgehändigt worden, nachdem der Bischof den durch die Verordnung vom 18. Februar 1887 vorgeschriebenen Eid abgeleistet hat. Der Lippische Landtag hat die Vorlage über die Erhöhung der Beamtengehälter definitiv angenommen. Die neuen Gehaltssätze treten am 1. April in Kraft. Die Meldung, wonach der Braunschweiger Regentschaftsrat den Herzeg Johann Albrecht zu MecklenburgSchwerin dim Landtage als Rigenten des Herzegtums vorzuschlagen beschlessen hade, scheint verfrüht zu sein; von amtlicher braunschweigischer Seite wird erklärt, daß eine entscheidende Stellungnahme bezüglich des Vorschlags und der Wahl eines Regenten noch nicht stattgesunden habe. Die Budgetkommisston des Abgeordnetenhauses lehnte die gehobenen Stellen für die Gerichtssekretäre als Etatsposition ab und beschloß einstimmig Zuweisung der hierbei in Betracht kommenden Summe an den drei Millionen=Unterstützungsfonds für Unterbeamte. Ein Antrag auf Gleichstellung der Gerichts= und Verwaltungssekretäre wurde mit 13 gegen 4 Stimmen anzenommen. In der ersten Sitzung nach den Ferien wird der Etat der Anstedlungskommission beraten. Rumänien. Wie schon in unserem heutigen Wochenrückblick erwähnt, ist die Lage in Rumänien plötzlich recht ernst geworden. In weit auseinanderliegenden Bezirken ist es zu groben Ausschreitungen der Bauern gekommen, die nicht mehr als Unruhen, sondern als Revolten bezeichnet werden mässen. An mehreren Stellen mußte das Militär von der Waffe Gebrauch machen, wobei es Tote und Verwundete gab. Der gleichzeitige Ausbruch der Exzesse und das einheitliche Zusammenwirken der Bevölkerung sprechen für das Vorhandensein einer Organisation. Die rumänische Regierung hat sosort eine große Energie entfaltet. Es wurden alle versügbaren Truppen in sie Gebiete der Ruhestörungen entsendet und im Bereiche des Jassyer Korpskommandos auch die Reservisten unterzüglich einberufen, als die Bewegung dort größeren Umsung gewann. Nicht zuletzt darf die Bewegung als eine In denverfolgung angesehen werden. Die Judenfrage ist für Zumänien von hervorragender wirtschaftlicher Bedeutung, vinn man bedenkt, daß über 250 000 Juden im Lande wihnen, und daß in der Moldau, dim Hauplberde der jetzigen ausständischen Bewegung, die jüdischen Gutspächter 37 Prozent der Gesamtzahl der Pächter bilden und 45 Prozent des verpachleten Bodens in Pacht haben. Gegen diese jüdischen Pächter wendet sich in erster Linie die Wut der Bauern, da sie die Biegenschaften der Großgrundbesitzer pachten und diese in einzelnen Parzellen an Bauern so teuer wie möglich verpachten. Die Scharen der Bauern, die Haus und Hof verlassen haben, und plündernd und raubend das Land durchziehen und sogar die Städte angreifen, sind, wenn man den Meldungen Wiener Blätter Glauben schenken darf, nach Zehntausenden beziffert. Die Stadt Dorogoi ist von den Bauern vollständig ausgeplündert und niedergebrannt; die Bevölkerung ist geflüchtet. In Cucuteni, wo viele Ungarn wohnen, fand ein Zusammenstoß zwischen Rumänen und Ungarn statt, bei dem vier Ungarn getötet und 80 verwundet wurden. In Belgestie kam es zu einem Kampf zwischen Bauern und Truppen; hierbei wurden 14 Bauern gelötet. Auch der Bezirk Folkschann ist in Aufruhr; die Ortschaft Sulice ist vollständig zerstört. Bisher wurden, wie aus Czernowitz gemeldet wird, mehr als 80 Gutshöse an der rumänischen Grenze verwüstet. Die Zahl der obdachlosen jüdischen Familien wird auf 10 000 Köpfe geschätzt. Die Flucht nach Oesterreich nimmt eine ungeheure Ausdehnung an. 4000 Menschen kampleren im Freien. Die aufständischen Bauern planen für Sonntag den Hauptschlag. In vielen Orten herrscht Nahrungsmangel. Das Vieh stirbt vor Hunger. Nach den neuesten Mitteilungen richtet sich die Wut der rumänischen Bauern auch bereits gegen die christlichen Grundbesitzer.— Einer Meldung aus Bukarest zufolge ist gestern nachmittag über den gesamten Moldaubezirk das Kriegsrecht verhängt worden. Die Königliche Präfektur in Valay ist durch einen Bauerntrupp eingeäschert. Die beiden Obersekretäre der Präfektur wurden von den Bauern erschossen. Der Präfekt ist flüchtig. Koloniales. Deutsch=Südwestafriko. Die evangelische Gimeinde=Versammlung in Windhuk hat die Inangriffnahme der Vorarbeiten zum Kirchenbau beschlossen. Die Bauleitung wurde dem Regierungs=Baumeister Redecker übertragen. (Herr Reg.=Baumeister Redecker hat, was unsere Leser vielleicht interessieren dürste, bei einem Gütersloher Meister seine Lehrjahre zurückgelegt und sich dann durch strebsamen Elfer und fleißiges Studium zu seiner jetzigen hohen Stellung emporgearbeitet. Heute noch steht er mit Gütersloher Familien in engster verwandschaftlicher Beziehung und ist schon seit Jahren ein treuer Abonnent der Neuen Gütersloher Zeitung. Die Red.) Lokales und Provinzielles. Gütersloh, 28. März.[Kirchliches.] Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß morgen nachmittag nach beendetem Passionsgottesdienst in der alten Kirche wie an den Freitag=Nachmittagen Beichte und Abendmahlsfeier stattfindet. f. Sütersloh, 28. März.[Trauerfeier.) Unter außerordentlich starker Beteiligung von nah und fern hat am Donnerstag nachmittag die Beisetzung der irdischen Hülle des verstorbenen Herrn Gymnasialdirektors Prosessor Dr. Länzner auf dem hiesigen Kirchhofe stattgefunden. Nach beendeter Trauerfeier im Sterbehause wurde der mit Blumen und Kränzen reich geschmückte Sarg unter den Klängen des Cherals„Jesus meine Zuversicht" von Primanern aus der Direktor=Wohnung in die Aula des Gymnasiums getragen, wo der Sarg vor dem Altar niedergesetzt und eine weitere Trauerfeier abgehalten wurde. Eröffnet wurde dieselbe von den Gymnasialschülern mit dem Gesange des Liedes„Weinet nicht" und einem gemeinschaftlichen Gesange der zahlreich erschienenen Trauergemeinde. Alsdann hielt der Anstaltsgeistliche Herr Professor Pastor Möller die Gedächtenisrede unter Zugrundelegung des Tixlwortes Psalm 62, V. 2 und 3. In ergreifenden Worten schilderte der Geistliche, wie ernst der Versterbene es als Christ mit dem Leben und seinem Beruf genommen, mit welch inniger Liebe er stets an seinen Schülern gehangen habe und wie im besonderen auch während der Leldenstage des Verstorbenen es offenbar geworden sei, daß rechtes Christentum in ihm gelebt habe. Nach beendeter Trauerfeier ordnete sich vor dem Gymnasium der Leichenzug, den die Schüler der Anstalt mit ihrer Trauerweisen spielenden Kapelle eröffneten und in welchem Kränze von gewaltiger Größe und wunderbarer Schönheit sowie der dem Verschiedenen verliehen gewesene Rote Adler= Orden 4. Kl. dem Leichenwagen voraufgetragen wurden. Hinter demselben schritt mit den nächsten Angehörigen das große Trauergefolge, in welches neben den Vertreiern der städtischen Behörden und Verwaltungen die Geistlichen beider Konfessionen und die Lehrer aller hiesigen Schulen, sowie auch viele auswärtige Freunde und Verehrer des Verstorbenen sich eingereiht hatten. Am offenen Grabe sprach dann Herr Pastor Siebold das Schlußwort und Gebet, woran sich noch einem gemeinsamen Gesange des Trauergefolges noch einige kurze Scheideworte von einzelnen dem Verstorbenen nahe stehenden Leidtragenden schlossen, womit dann die Beisetzungsfeier ihr Ende fand. — So ruht denn wieder ein verdienstvoller Mann aus der Vo#iie unserer Bürgerschaft im kühlen Schoß der Erde, ein Mann, dessen Hinscheiden besonders schwer von unserm Gymnasium empfunden wird und an dessen frischen Grabe der Wunsch wohl berechtigt war, daß nun ein Nachfolger gesunden werden möchte, der unser weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus berühmt gewordenes Gymnasium in demselben Geiste leiten möge, wie es der zur ewigen Ruhe Heimgegangene allezeit getan hat. + Sätersloh, 29. März.[VII. Mivereins=Konzert.) Das gestrige Konzert wurde mit einer Suite in C-Dur von Julius O. Grimm eröffnet. Es ist das 2. Opus, welches der Musikverein von dem vor 3 Jahren gesterbenen Komponisten brachte. In der vorigen Saison hörten wir die seinsinnige A-Dur=Sonate op. 14. Diese Suite zeigt uns ihn als denselben liebenswärdigen Meister, als den man den greisen Mann mit dem schönen weißbehaarten Charakterkopf schon vor Jahren— wenn auch erst nur im intimen Kreise— schätzte. Diese Suite mit den reizvollen kanonartigen Sätzen ist ein echtes Stück dautscher Symphoniemusik. Besenders anheimelnd ist der 2. Satz(Andante lento) mit der stark hervortretenden Führung des Cellos. Die Wiedergabe dieser Suite durch das Bielefelder Orchester zeugte von eifriger Arbeit. Hoffentlich wird Herr Christiansen, dem ja persönliche Bekanntschaft mit dem Komponisten die Verbreitung seiner Kunst zur Pflicht der Pietät macht, noch häusiger Werke von Grimm zu Gehör bringen.— Als 2. Nummer folgten 3 Lieder für Sopran, vorgetragen von Frl. Emmy Christern aus Hamburg. Die Sängerin verfügt zwar über eine zlemlich klare und hohe Stimme, dech wollte sie uns häufig durchaus nicht ganz rein erscheinen. Vor allem aber vermißte man in der Litanei v. Schubert und in dem Albert Beckerschen Liede„Mache mich selig9 Jesu“ den tiefen Gefühlsausdruck, der in den beiden Liedern Reckt; sie ließen darum ziemlich kalt. Entschieden besser glückte der Sängerin das„Ave maria“ ven dem französischen Koponisten Bizet, dem Verfasser der„Karmen“. Dies wurde mit großer Innigkeit und tiefer Empfindung vorgetragen. Die Solostellen im Requiem von Brahms, die Frl. Christern gleichfalls sang, ragten nicht über das Durchschnittsmaß hinaus.— Die größere Hälfte des Konzerts war Johannes Brahmo gewidmet. Zuerst sang Herr Rudolf Gerhard aus Köln„vier ernste Gesänge“ von Brahms. Er verfügt über einen kräftigen, ausgeglichenen Bartton. Sein Vortrag zeugt von guter Schulung.„O Tod, wie bitter bist Du“, welches wir auch in dem letzten Kirchenkonzert gehört hatten, war von ergreifender Wirkung. Den Schlus bildete das große„Deutsche Requiem“, welches auch in früheren Jahren schon mehrmals gesungen ist. Die Chöre hatten ein außerordentlich gründliches Studium genossen; das verriet die fast tadellese Wiedergabe. Das bange Zagen, den Eingangschören sowohl wie auch die begeisterte Zuversicht, die in den Schlußchören zum Ausdruck kommt, gelangen vorzüglich. Und das Orchester fügte sich dem ganzen erganisch ein, sodaß eine harmonische Leistung zustande kam. Daß in einigen Stellen das Tempo ein wenig zu schleunig wurde, lag wohl an der großen Begeisterung, mit der der Cher und das Orchester, vor allem aber der Dirigent, ihre Aufgabe erfaßten. Die sugenartige Stelle„Der Gerechten Seelen sind in Gettes Hand“ mag wegen ihrer glänzenden Durchführung besonders erwähnt sein. Herr Christiansen wurde als Dirigent wieder mit großem Beifall ausgezeichnet. Der verhältnismäßig schwache Besuch lag wohl an der neuerdings vergenommenen abermaligen Erhöhung des Eintrittsgeldes. X) Sütersloh, 25. März.(Geschäftssubi läum. Am 1. April ds. Is. begeht die Firma Gebr. Bartels hier die Feier ihres 50jährigen Bestehens. Wie wir hören, reranstalten die Firmeninhaber aus diesem Anlaß ein Festessen, an dem auch eine Abordnung der Arbeiter teilnimmt; für das Arbeitspersonal soll eine spätere Feier, verbunden mit Ausflug, in Aussicht genommen sein.— Gleichzeitig begeht auch Herr Carl Janssen das 50jährige Jubiläum als Angestellter der Firma Gebr. Bartels. K).( Sütersleh, 29. März.[Besitzwechsel.] Die Cl. Austrup'sche Besitzung in Kattenstroth ging vorbehaltlich der Konzessionserteilung durch Kauf in den Besitz des Kleinhändlers und Kötters Niestattkötter in Lintel über. p. Sutersloh. 23. März.[Telephonische Berichtigung.]) Bei Nr. 261 ist für Gustav Homberg zu setzen: Nr. 261. Fislake u. Co., G. m. b. H., Zementwarenfabrikation und Baumaterienhandlung, Wilhelmstraß 547. Bei Nr. 247. Fielake u. Co. ist am Schluß nachzutragen Avenwedde. 22. März.[Zwei Gauner] wellten bei einem Althändler ein gestehlenes Fahrrad zu Gelde machen. Als er aber nach Name und Ort frug, ließen sie ihre Beute im Stich und suchten das Weite. Minden, 21. März.[Einjährig= FreiwilligenPrüfung.] Die gestern ver der Prüfungskommissien der stesigen Kgl. Regierung beendete Prüfung zum einjährigreiwilligen Dienst haben von 18 Prüflingen nur 3 bestanden. Lünds, 21. März.[Gewerbliches.] Die Westfälische Fleischwarenfabrik Wolff u. Co. G. m. b. H. in Bünde und Osnabrück is in eine Aktlengesellschaft mit 450 000 Mk. Grundkapltal umgewandelt worden. Mänster. 21. März.(Für den Kaiserbesuch. Die Stadtverordneten gewährten in ihrer gestrigen Sitzung u der für Straßenpflasterungen anläßlich des Kaiserbesuchs bereits bewilligten Summe von 825000 Mk. noch 240000 Mk. unter der Bedingung, daß die Regierung auch die Deckung dieser Summe aus Anleihemitteln gestattet. Zur besseren Bewältigung des Verkehrs an den Kaisertagen wurde die Herstellung einer Gleisverbindung im Drubbel in Höhe von 5000 Mk. genehmigt. 22. März.[Durch einen Fußtritt ötet.] Der Holländer H., der bei dem Invaliden M. als Kostgänger wohnte, bekam mit seinem Kostwirte Streit. Im Laufe desselben gab er ihm einen Fußtritt vor den Unterleib, wedurch M. so schwer verletzt wurde, daß er alsbald starh. Der Täter wurde verhaftet. Ziltrep, 28. März.[Karambolage.] Gestern morgen fuhren im hiesigen Bahnhof zwei Züge zusammen, worüber folgende amtliche Meldung vorliegt: Gestern um 5 Uhr 12 Min. vormittags fuhr der Güterzug 6469 auf den im Bahnhof Hiltrop stehenden Güterzug 9752 auf. Es entgleisten die Maschine und 7 Wagen des ersteren Zuges. Der Materialschaden war erheblich. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen bis 12 Uhr 30 Min. aufrecht erhalten. Vom Zugpersonal wurden zwei Personen unerheblich verletzt. Büsseldorf, 22. März.[Selbstmord.] Heute morgen sollte vor der hiesigen Strafkammer gegen den hier wohnenden Arzt Dr. Weisbrod wegen Erpressungsversuchs verhandelt werden. Die Verhandlung fiel jedoch der Vertagung anheim, da der als Hauptbelastungszeuge geladene Amtsrichter Dr. Heimuth aus Vialla in Westpreußen auf schreckliche Weise Selbstmord verübte. In der Nähe der Hauptbahnhofs warf er sich heute vor einen Schnellzug, der den Körper des Ungläcklichen in zwei Teile zerschnitt. Weisbrod soll Erpressungsversuche an dem Selbstmörder begangen haben, und zwar auf Grund von Briefen, die er infolge seiner Beziehungen zu der Frau des Toten in Händen hatte. 22. März.[Ueberfahren.] Hier beging eine ältere Frau Selbstmord, indem sie sich vor einen Güterzug warf. Der Ungläcklichen wurde der Kopf vom Rumpf getrennt. Militärisches. Minden, 25. März. Die beiden Infanterie=Regimenter der 20. Brigade(Infanterie=Regiment Nr. 15 und 55) rücken vom 6. bis 29. Juni d. J. zum Truppenübungsplatz Senne aus, um in dieser Zeit das Bataillons=, Regiments= und Brigade=Exerzieren, sowie die größeren Schleßübungen abzuhalten. Das Feldartillerie=Reglment Nr. 58 ist vom 22. Juni bis 20. Juli im Sennelager anwesend und hält in dieser Zeit seine gefechtsmäßigen Schleß= und Geländeübungen ab. Brandwunden heilen schmerzlos, Kr“s. sort mit Hausnafalan(Retortenmarke) behandelt werden. Rp. Nafalan 50, Lanolin 15, Paraffin 15, Zinkweiß 20. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Palmsonntag, den 24. März. Kollekte für die Bibelgesellschaft. Neue Kirche 10 Uhr: Pastor Sieboid. Konfimation der Mädchen vom Lande. Es wird gebeten, die Bänke im Mittelschiff und Seitenschiff hinter denen der Konfirmandinnen für die Angehörigen frei zu lassen. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Seippel. Alte Kirche nachmittags 4 Uhr: Pastor Kley. Passionsgottesdienst u. Abendmahlsseier. Gründonnerstag, den 28. Neue Kirche 10 Uhr: Paftor Meinshausen. Beichte und Abendmahlsfeier. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Kley. Beichte und Abendmahlsfeier. Karfreitag, den 29. März. Neue Kirche 10 Uhr: Pastor Siebold. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Seippel. Neue Kirche 4 Uhr: Pastor Kley. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 24. März. Palmsonntag. Morgens 6 Uhr: Hl. Messe. „ ½8 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. „ 9 Uhr: Palmweihe, Prozession und Hochamt. Nachmittogs 3 Uhr: Fastenpredigt und Kreuzwegandacht. Gründonnerstag, den 28. März. Morgens 7 Uhr: Beginn des Gottesdienstes; Anbetungsstunden bis 3 Uhr nachmittags. Abends 7 Uhr: Andacht. Charfreitig, den 29. März. Morgens 7 Uhr: Gottesdienst; Nachmittag 3 Uhr: Kreuzwegandacht. Charsamstag, den 30. März. Morgens 6 Uhr: Beginn der Weihungen; ½8 Uhr: Hochamt. Zu Karfreitag Schellsisch, Steinbutt, Zander, Hecht, Schoslen, Rotzungen, Seezungen etc. in nur hochseiner lebendfrischer Qualität. Bestellungen erbitte baldigst. Indwig Grabemann. Statt besonderer Anzeige. Es hat Gott dem Allmächligen gefallen, Donnerstag morgen 7 Uhr unserinnigstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen Hanna nach kurzer Krankheit im Alter von 5 Monaten 2 Tagen zu sich in sein Himmelreich zu neymen. Tiefbetrübt zeigen dies mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Eltern: Wilh. Oblann. Frau Anna geb. Truse nebst Kinder. Nordhorn, den 22. März 1907. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Nordhorn 156, ½4 Uhr vom Bahnhof aus statt; die Vorfeier im Hause 8¾ Uhr. Trauerbriefe liefern in sauberer Ausführung Schmälinz& Ohlbrock. Rattitot. Schon 86 Ratten in einer Nacht: getötet!! Unschädl. f. Menschen u. Haustiere! Streup.„Bum“ (ges. gesch.) Radikalmittel gegen Schwaben, Kakerlaken, Ameisen 2c. Gar. Erfolg. Alleinverkauf bei Ernst Hoffschildt, Löwen=Drogerie Es hat Gott dem Herrn gefallen, heute morgen 10½ Uhr unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Johanne Kramme geb. König nach längerem Leiden im 56. Lebensjahre in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Tellnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Nordhorn, den 23. März 1907. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag ½4 Uhr vom er. Krankenhause aus statt. Bekanntmachung. Es wird zur Kenntnis der beteiligten Einwohner gebracht, daß das Amt des städtischen Armenarztes für die Zeit vom 1. April 1907 bis dahin 1908, dem Herrn Geheimen Medizinal=Rat Dr. Schlüter übertragen ist. Güterslob, 20. März 1907. Der Magistrat. gez. Mangelsdorf. Bestellungen auf Schellsisch usw. für Charfreitag erbittet baldigst 5. F. Fornemann. Bruteier, von rassereinen rebhuhnf. Italienern, per Stück 10 Pfg. empfiehlt Kolon Hellweg, Katten stroih. Zwangsversteigerung. Am Dienstag, den 26. März, vormittags 10 Uhr versteigere ich im Auktionslokale Blessenstätte 77 hier gegen Barzahlung: 1 Telterswasser Apparat und 1 blauen Kastenwagen. Gütersloh, 23. März 1907. Bäsmann, Gerichtsvollzieher. Hochseine Messina=Apfelsinen u. Zitronen. Frau Auna Wohnung von 4 Räumen nebst Zubehör zum 1. Oktober zu vermieten. Wo, sagt die Geschäftsstelle d. Zig. Wohne setzt Schulstrasse Nr. 682. 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Für die von auswärts zugezogenen Kinder ist ein Taufschein vorzulegen. Gütersloh, den 23. März 1907. Der Rektor. hark. Hierdurch zeige ich den Empfang der Neuheiten für die bevorstehende Frühjahrssaison an und lade höflichst zum Besuch meiner sehr reichhaltigen Modellhut-Ausstellung ein. Johanna Langbein. Seminarschule. Die Aufnahme der zu Ostern. d. Is. schulpflichtig werdenden Kinder des Seminarschulbezirks findet Mittwoch, den 27. März von 11½ bis 12½ Uhr statt. Der Seminardirektor. Ebers. aele e eeel Einen Riesenerfolg erzielt jeder Landwirt und jeder Tierzüchter wenn er in der bereits seit 21 Jahren bestehenden u. vorzüglich eingeführten Tierbörse, BERLIN S. 42, Luckauersrasse 10 mit den Beiblättern: Landwirtschaftlicher Zentralanzeiger; Deutscher Kaninchenzüchter; Unser gefiedertes Volk; Unsere Hunde; Der prakt. Landwirt; Unterhaltungsblatt iuseriert. anzeigen per Zeile 30 Pfg. 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August 1904 bringe ich diesen Antrag mit dem Bemerken zur öffeatlichen Kenntais, daß gegen denselben von den Eigentümera, Nutzungs=, Gebrauchsrerechtigten und Pächtern der benachbarten Geundstücke innerhalb einer Ausschlußschrift von 21 Tagen bei dem Kreisausschuß zu Wiedenbrück Einspruch erhoben wirden kann, wenn der Einspruch sich auf Tatsachen begründen läßt, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Ansiedlung den Schutz der Nutzungen benachbarter Geundstücke aus der Land= oder Forstwictschaft, aus dem Gartenbau, der Jagd oder Fischerei gefährden werde. Gütersloh, den 23. März 1907. Der Gemeinde-Vorsteher. Maas. Lehrling mit guten Schulkenntnissen auf sofort oder zu Ostern für das Kontor eines Fabrikgeschäftes gesucht. Selbstgeschriebene Offerten unter B 500 befördert die Geschäfteftelle dieser Zeitung. Streng reelle u. billigste Benuelle! In mehr als 150.000 Familien im Gebrauche! # Bezugsquelle! In mehr als 150.000 Fa Gänsefedern, Gänsedaunen und alle anderen Sorten Bettsedern. 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Fernsprecher nr. 32 Wöchentliche Gratisbeilage: Illustrierte Neue Lesehalle. Fernsprecher Nr. 32 Die Neue Gütersloher Zeitung erscheint wöchentlich dreimal: Dienslag, Donnerstag und Sonnabend abend. Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1.44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 35 Druck und Verlag: Schmäling& Ohlbrock, Gütersloh. Sonnabend, den 23. März 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Die heutige Rummer umfaßt 8 Seiten. Zum Abonnement auf die „Neue Gütersloher Zeitung“ für das am 1. April beginnende zweite Vierteljahr 1907 laden wir hiermit freundlichst ein. Der Bezugspreis beträgt einschließlich der reich illustrierten achtseitigen Wochenbeilage„Neue Lesehalle“ pro Vierteljahr 1 Maik 20 Pfg. Unsere Geschäftostelle, Schulstraße 738, unsere Boten, wie die Kaiserlichen Postanstalten und die Landbriefträger nihmen zu diesem Preise jederzeit Bestellungen entgegen. In der„Neuen Gütersloher Zeitung“, die allerwegen treu zu Kaiser und Reich steht, werden wichtige Fragen in gemeinverständlichen Leitar#tkeln besprochen, die Vorkommnisse im Staatsleben des In= und Auslandes in einer sachlich gehaltenen politischen Uebersicht mitgeteilt und über die Sitzungen des Reichstaas und preußischen Landlags kurz gehaltene Berichte veröffintlicht. Durch Abmachungen mit dem zuverlässigsten offizlösen TelegraphenBureau sind wir in die Lage gesetzt, wichtige Tagesereignisse schnellstens zur Kenninis unserer Leser zu bringen. Besondere Beachtung schenkt die„Neue Güters lober Zeitung“ den Vorgängen in Stadt und Land Güterslob mit nächster Umgebung; sie bringi eingehende Mitteilungen aus der Provinz und den Nachbarländern, vermischte Nachrichten in reicher Fülle, wichtige Gerichte Entscheidungen. Neues aus dem Verkehrswesen, Mittellungen über Heer und Marine, Haus=, Land= und Gartenwirtschaft, Literarisches 2c. sowelt der zur Versügung stehende Raum es zulätzt. Anzeigen jeder Art finden durch die„Neue Gütersloher Zeitung“, in der auch die amtlichen Bekanntmachungen der Behörden veröffentlicht werden, weiteste Verbreitung. Unsere bisherigen Abonnenten bitten wir um Empfehlung der Zeitung in ihren Freundes= und Bekanntenkreisen und um Unterstätzung durch Mittellung allgemein interesfierender Nachrichten. Probe=Nummern stehen auf Wunsch gern zmi Versügung und werden die bis zum 1. April noch erscheinenden Nummern kostenlos zugestellt. Redaktion und Verlag der Neuen Sütersloher Zeitung Arbeitsverhältnißse der Angestelten im Handelsgewerbe. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen=Verband, Sitz Homburg, hat unlängst an die Gemeinde=Verwaltungen eine Eingabe gerichtet, die wir auf Wunsch von interessierter Seite hiermit zum Abdruck bringen: „Der unlerzeichnete Deutschnationale HandlungsgehilfenVerband, jurist. Persen, Sitz Hamburg, mit mehr als 91000 Mitgliedern über ganz Deutschland verbreitet, gestattet sich, der verehrlichen Gemeinde=Verwaltung die Bitte zu unterbreiten: „Die Gemeinde=Verwaltung wolle auf Grund des § 189 c Absatz 2 der Reichs=Gewerbe=Ordnung anordnen, daß die Ruhezeit in offenen Verkaufsstellen, in denen zwii oder mehr Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden, für die mindestens 11 Stunden betragen muß. Weiter ersuchen wir die verehrliche Gemeinde=Verwallung, von den ihr in den Verschriften der GewerbeOrdnung,§ 105 b(Sonntagsruhe),§§ 128 und 189 1(Lehrlingswesen),§ 189g(Einrichtung und Unterhaltung der Geschäftsräume) gegebenen Besugnisse Aberall dann Gebrauch zu machen, wenn dies zur Abstellung bestehender Mißstände geboten erscheint, oder wo es sich darum handelt, die Ortsverhältnisse den Zuständen in den Nachborgemeinden und namentlich in den größeren Städten anzupassen.“ In den letzten Jahren macht sich in den arbeitnehmenden Kreisen der verschiedenen Erwerbsstände mehr und mehr eine gewisse Landflucht geltend. Ein gleich starker Zug nach der Großstadt ist auch im Stande der Handlungsgehilfen zu beobachten. Die Ursachen dieser Flucht der Handlungsgehilfen aus kleineren Gemeinden finden fast ausschließlich ihren Beweggrund in der Tatsache, daß die Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen in den kaufmännischen Betrieben der Städte über 20000 Einwohner durchschnittlich bessere sind als in ähnlichen Unternehmungen kleinerer Gemeinden. Das hat seine Ursachen vorwiegend darin, daß die 11 stündige Mindestruhezeit durch die Vorschriften des§ 189 c der G.=O. für Städte mit über 20 000 Einwohnern gesetzlich vorgeschrieben ist, und ferner in der Einführung des 8 Uhr=Ladenschlusses in zahlreichen Städten gleicher Größe. Bis zum 1. Januar 1907 war der 8 UhrLadenschluß erst in 127 Kleinstädten(unter 20000 Einwohner) eingeführt. Das ist nur etwa der fünfte Teil der Gemeinden, in denen die beklagenswerten Folgen der Landflucht der Handlungsgehllsen für die kaufmännischen Betriebe in die Erscheinung treten. Darauf hat bereits die Handelskammer in Stolp in einer Eingabe an den Präsidenten des Deutschen Handelstages hingewiesen. Die Handelskammer klagt darüber, daß Handlungsgehilfen in Manufakturwaren= und Konfektionsgeschäften die von ihnen angenommenen Stellen vielfach nicht antreten, weil ihnen inzwischen anderwärts eine bessere Stellung geboten wurde. Klagen auf Ersatz des entstandenen Schadens gegen solche Handlungsgehllfen seien mit großen Schwierigkeiten verknüpft, well der Schaden oft nicht genau nachgewiesen werden könne und selbst im Falle einer Verurteilung des Gehllfen sich öfter dessen Zohlungsunfähigkeit herausstellen könne. Weiter hebt die Handelskammer in ihrer Eingabe hervor, daß die beklagte Erscheinung namentlich in den kleineren Orten mit weniger als 20000 Einwohnern zu beobachten sei. Wir mißbilligen die beklagte Handlungsweise auf das Schärfste und entziehen vertragsbrüchigen Handlungsgehllfen, soweit sie Mitglieder unseres Verbandes sind, die Mitgliedschaft in unserem Verbande. Tun wir so einerseits gewiß Alles, um der beklagten Erscheinung entgegenzuwirken, so sind wir aber auch verpflichtet, den Ursachen nachzugehen, die das Aufkommen derartiger Vorkommnisse begünstigen. Und dabei kamen wir zu der festen Ueberzeugung, daß die örtlichen Verhältnisse und die selbständigen Kaufleute nicht schuldles sind an der Abneigung der Handlungsgehilfen, in Kleinstädten Stellung zu nehmen. Schon die in Gemeinden unter 20000 Einwohnern kürzer bemessene Mindestruhe, der Mangel an Kaufmannsgerichten, schließlich die so ost sehr mangelhaften Einrichtungen der Arbeits=, Wohn= und Schlafräume und die persönliche Unfreiheit sind Gründe genug, selbst den Handlungsgehilfen, die eine Kleinstadt der Großstadt vorziehen, die Annahme einer Stellung dort zu verlelden. Wenn die selbständigen Kaufleute und die GemeindeVerwaltungen sich entschließen würden, den Wünschen unseres Verbandes mehr Entgegenkommen zu zeigen, als das meistens in solchen Gemeinden der Fall ist, um z. B. durch stalutarische Einführung der elfständigen Mindestruhezeit, Ein führung des 8 Uhr=Ladenschlusses, Verbesserung der Sonn tagsruhe, Errichtung von Kaufmannsgerichten usw. die sozialen Verhältnisse in den Kleinstädten zu bessern, so würde damit dim Zuge in die Großstädte mit Erfolg entgegengewirkt werden. Wir sind in der Lage, für unsere Anschauungen Stimmen aus den Kreisen der selbständigen Kaufleute anzuführen, die unsere Ansicht bestätigen. So wandten sich die Inhaber der Ladengeschäfte der Stadt Thern mit einer Eingabe am 30. Juli 1906 an die Handelskammer Thorn, worin sie folgendes ausführten: „Wir möchten noch auf einen Nachlell aufmeiksam machen, den das Fehlen des 8 Uhr=Ladenschlusses zur Folge hat. Wie der Handelskammer ja bekannt ist, wird es für die Geschäfte hier im Osten von Jahr zu Jahr schwerer, tächtiges Personal zu erhalten. Da die Handlungsgehilfen Städte mit 8 Uhr=Ladenschluß bevorzugen, so ist es in letzter Zeit verschiedentlich vorgekommen, daß Handlungsgehilfen unter Hinweis auf diesen Umstand es abgelehnt haben, eine ihnen von hier aus angebotene Stelle anzunihmen.“ Derartige Vorkommnisse werden sich im selben Verhältnis mehren, als in den Kreisen der Handlungsgehilfen die Erkenntnis zunimmt, daß es eine soziale Pflicht der selbständigen Kaufleute ist, ihre Geschäftsbetriebe so einzurichten und die Arbeitszeiten so zu regeln, daß die Angestellten gegen eine Gefährdung ihrer Gesundheit geschützt und die Aufrechterhaltung der guten Sitten und des Anstandes gesichert werden. Namentlich obliegen derartige Pflichten auch solchen Prinzipalen, die ihre Angestellten in die häusliche Gemeinschoft ausgenommen haben, wie das vielfach noch in den kaufmännischen Betrieben kleinerer Gemeinden üblich ist. Ihnen legt der§ 62 Absatz 2 des Handels=Gesetz=Buches die Verpflichtung aus, in„Ansehung des Wohn= und Schlafraumes, der Verpflegung sowie der Arbeits= und Erholungszelt dlejenigen Einrichtungen und Anordnungen zu triffen, welche mit Rücksicht auf die Gesundheit, die Sittlichkeit und die Religien des Handlungsgehilfen erforderlich sind.“ Die Aufsicht darüber ist den Polizei=Behörden übertragen, die in kleineren Orten in den Händen der GemeindeVerwaltung ruht. Ihr ist ferner durch die Bestimmung des§ 189 g der Gewerbe=Ordnung die Besugnis gegeben, „im Wege der Versügung für einzelne Verkaufsstellen diejenigen Maßnahmen anzuordnen, welche zur Durchführung der im§ 62 Absatz 1 des Handels=Gesetz=Buches enthaltenen Grundsätze in Ansehung der Einrichtung und Unterhaltung der Geschäftsräume und der für den Geschäftsbetrieb beUmmten Vorrichtungen und Gerätschaften sowie in Anehung der Regelung des Geschäftsbetriebes erforderlich und nach der Beschaffenheit der Anlage ausführbar erscheinen.“ Wir glauben, wenn die verehrliche Gemeinde=Verwaltung einmal in eine Prüfung darüber einträte, ob die Verhältnisse der dortigen Geschästsbetriebe es erfordern, Maßnahmen im Sinne der vorstehenden Bestimmungen zu erlassen, daß dann mancher Mißstand beseitigt werden könnte, dissen Vorhandensein die Handlungsgehilfen veranlaßt, ihnen angebotene Stellungen am dortigen Platze nicht anzunehmen. Man kann es den Handlungsgehilfen nicht verargen, daß sie sich vor Antritt einer Stelle über die Verhältnisse an ihrer künftigen Wirkungsstätte erkundigen. Demgemäß llegt es im ureigensten Interesse der selbständigen Kaufleute an allen Orten des Deutschen Reiches, ihren Geschästsbetrieb so einzurichten, daß keine Gründe vorliegen, die Handlungsgehilfen veranlassen können, ihnen angebotene Stellungen nicht anzunehmen. Und wo— wie auf dem Gebiete der Regelung der Arbeitszeit, des Ladenschlusses, der Sonntagsruhe, der Mindestruhezeit, der Mittagspause u. s. f.— ein gleiches Interesse aller selbständigen Kaufleute an einem Orte vorliegt, diese Regelung einheitlich und gleichmäßig für alle kaufmännischen Betriebe zu treffen, da soll und muß die Gemeinde=Verwaltung eingreifen, um diese Regelung— sowelt dies angängig und möglich ist— auf dem Wege des Ortsstatutes herbeizuführen. Dieser Weg ist stets zu beschreiten zur Herbeiführung einer erweiterten Sonntagsruhe, zur Einführung der 11stündigen Mindestruhezeit für die Angestellten offener Verkaufsstellen und für die Errichtung eines Kaufmannsgerichtes. Was namentlich die statutarische Festlegung der 11 ständigen Mindestruhezeit auf Grund der Bestimmungen des§ 189 c der Gewerbe=Ordnung in Gemeinden mit unter 20000 Einwohnern anbetrifft, so bedeutet sie nichts anderes als einen Akt ausgleichender Gerechtigkeit für die in solchen Gemeinden im Kleinhandel tätigen Angestellten. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß die Gründe, die den Gesetzgeber seiner Zeit veranlaßt haben, diese Ausnahmen für die kleineren Gemeinden zuzulassen, in der Proxis bereits widerlegt sind. Bereits in 127 Gemeinden unter 20000 Einwohnern ist der 8 Uhr=Ladenschluß eingeführt, was in der Regel gleichbedeutend ist mit einer Verkärzung der Arbeitszeit. Lassen es schon die angeführten wirtschaftlichen und sozialen Gründe notwendig erscheinen, den von uns vorgetragenen Wünschen nachzukommen, so sprechen Erwägungen über die gesundheitlichen Verhältnisse und die berufliche Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses noch in besonderem Maße für die Ersüllung unserer Forderungen. Beide müssen unter einer allzu ausgedehnten täglichen Arbeitszeit, die nicht durch das erforderliche Maß von Ruhe unterbrochen wird, Schaden nehmen. Wir versagen es uns, auf die vielgestaltigen Zusammenhänge zwischen der Arbeitezeit eines Menschen, seiner Arbeitsleistung, seines körperlichen Zustandes und seiner beruflichen Leistungsfähigkeit näher einzugehen, da wir die Kenntnis dieser Wechselwirkungen heutigentags als Gemeingut aller einsichtigen Kreise voraussetzen dürfen. Nicht aber wollen wir es unterlassen darauf hinzuweisen, wie der Zug nach der Großstadt auch insofern verhängnisvoll wirkt, als das vom Lande gekominene Menschenmatertal für den Staat rasch entwertet wird. Das allgemeine Musterungsergebnis in Deutschland weist nach, daß bei der Bevölkerung aus ländlichen Gemeinden und kleineren Städten von den Wehrpflichtigen durchschnittlich ein weit höherer Prozentsatz waffenfähig ist, als von der großstädtischen Bevölkerung. Es fteht fest, daß durch die fortschreitende Landensvölkerung auch unsere vaterländische Wehrkraft ständig abnimmt. Einen nicht unerheblichen Anteil hat hieran auch der Handlungsgehllfenstand. Darum liegt es auch im nationalen Interesse, der fertschreitenden Landflucht der arbeitnehmenden Bevölkerung durch geeignete Maßnahme entgegenzuwirken. Für den Stand der deutschen Hondlungsgehilfen kann und muß dies in erster Linie durch die Erfüllung der von uns vorgetrogenen sozialpolitischen Forderungen geschehen. Wir vertrauen auf den sozialen Sinn und die wirtschaftliche Erkenntnis der deutschen Gemeinde=Verwaltungen, wenn wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß alle heteiligten Kreise zusammenwirken werden, um die hohen Aufgaben zu erfüllen, die ihnen nationale Erfordernisse stellen“ Lokales und Provinzielles. " Ekterslok, 2d. März.(Palmsonntag— Konfirmation.] Wieder ist der Palmsonntag und mit ihm die Zeit der Konfirmationstage gekommen, die sich zu einem Familienfeste im engeren Kreise von Jahr zu Jahr mehr ausgebildet haben. Wer wollte nicht in freudiger Hoffnung teilnehmen an der ernsten Feier, die der geliebten Jugend gilt! Das innere Leben in den jungen Ehristen, das noch ungeformt in den Tiefen des bildsamen Herzens verschlossen liegt, ist gleich dem schlummernden Frühling in der Erde Schoß. Wie der linde Hauch vom Himmel ihn weckt und Blüte und Früchte gestaltet, so beten wir über unsern Konfirmanden, daß der Hauch des ewigen Gettes, der Geist des lebendigen Heilandes um sie schweben, und daß seine Kraft und Gnade mehr und mehr den jungen Kindern in lebendiger Erfahrung offenbar werde— dann werden gute Früchte nicht ausbleiben und von diesen Tagen, über dielsoviel Glanz und Schönheit ausgebreitet llegt, wird ein Reisen für die himmlische Herrlichkeit ausgehen. Lieblich ist die Konfirmationsfeier. Auf den Gesichtern der Kinder feierliche Freude, die Eltern sie umfassend mit ihren Segenswünschen und vor Gottes Angesicht sich all ihrer Liebe zu ihnen bewußl flehen: Ach, daß mein Kind sich und uns zum Heil leben möchte!— O, ihr Eltern und Kinder, laßt doch die heilige Würde dieser Feier ein lebendiges Wahrzeichen für die kommende Zeit sein! Heilig sei die Jugendzeit! Der Schulzwang ist abgetan, die Tore der Kinderstube öffnen sich der goldenen Freiheit entgegen. O, du teure Jugend, verliere dich nicht selbst, verscherze nicht dein ewig Teil. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bleibe dankbar den Eltern und Lehrern, erhebe dich nicht über Gottes Wort, denn dieses ist das Steuerruder, das unserm Lebensschifflein selbst im wildesten Sturme die rechte Richtung gibt, nämlich die auf den rechten Weg des Guten, der Ehre und der Pflicht. Wer mit Gebet und Gettes Wort aus dem Hause geht, mit dem geht ein leitender und schützender Engel. Und wer aus seinem Vaterhause geht mit Gebet und Gottes Wort, dem ist, als ginge das Vaterhaus immer mit ihm, er bleibt im Geiste darinnen, kein Heimweh kommt in seine Seele und kein Verzagen, kein Wanken im Guten, und, was die Hauptsache ist, die Klauen des Verführers fassen ihn nicht, Ehre und Gewissen bleiben rein und gesund. Und wenn einer auch einmal straucheln und fallen sollte, an diesem Stabe kann er sich wieder aufrichten; wenn er non der rechten Bahn abirren sollte, dieses Steuer lenkt ihn wieder in den richtigen Kurs. Wohl darum allen Eltern und Pflegern, die solch Stad und Steuer ihren Kindern und Pflegebefohlenen mit auf den Lebensweg geben! Und Heil allen jungen Chriften, die jetzt von heiliger Stätte, wo sie das Taufgelübde erneuern, die Mahnung und Losung für ihr Herz und Beben mit hinwegnehmen: Geh' ohne Stab nicht durch den Schnee Und ohne Steuer nicht zur See; Geh' ohn' Gebet und Gottes Wort Niemals aus deinem Hause sort! § Gütersloh, 23. März.[Versetzungen.] An Stelle des von hier nach Posen versetzten Herrn Postinspektors Lindemann tritt zum 1. April Herr Postinspektor Friesen aus Kiel. Gleichfalls zur Oberpostdirektion Posen versetzt ist Herr Oberpostpraktikant Ludolph von hier. Nach Detmold versetzt wurde Herr Oberpostasfistent Lange. Seine Versetzung von hier nach Oberschöneweide bei Berlin erhielt Herr Postassistent Hoopmann, während Herr Pestasfistent Kanne in Mettmann an das hiesige Pestamt versetzt wurde. §. Sütersloy, 23. März.(Gesellenprüfung. An der gestern nachmaittag von 3 Uhr ab im kleinen Saale des hiesigen Vereinshauses stattgefundenen MetallhendwerkerGesellenprüfung waren 9 hiesige und 4 auswärtige Lehrlinge beteiligt; dem Berufe nach: 1 Elektrotechniker, 1 Rietmacher, 1 Klempner, 1 Kupferschmied, 2 Schmiede, 7 Schlosser. Unter den Prüfungsarbeiten sahen wir ein großes Dimon Krations=Glektroskop für Schulen, einen eisernen Rosenzweig von elf Blättern und drei Blumen, täuschend der Natur nachgeahmt, ein sehr vollkommenes und feinst ausgeführtes Schloß, mehrere Werkzeuge, z. B. Gewindeschneidekluppe, Bohrwalze 2c. Die Werkzeichnungen waren in manchen Exemplaren ganz exatt und ließen den genossenen wertvellen Unterricht unserer gewerblichen Fertbildungsschule erkennen. Die Prädikate waren durchgehends gut. Das Beiragen der Prüflinge war laut Schul= und Lehrzeugnissen während ihrer Lehrzeit ein gutes und in manchen Fällen ein sehr gutes. p. Suterslon, 28. März.[Telephonisches. Es ist zum Sprechverkehr mit Gütersloh zugelassen: Hafselt, Niederland; Gesprächegebühr: 1,50 Mk. Pheda, 22. März.[Versetzungen.] Herr Rektor Müller, welcher 5 Jahre hindurch die hiefige evangelische Volksschule und die mit derselben verbundenen Oberklassen geleitet hat, ist vom Kuratorium des Gymnasiums der Stadt Sobernheim an der Nahe(Rheinland) für die dortige vakante Oberlehrerstelle zum 1. Mai d. J. gewählt worden. — Die Lehrerin Amalie Knatz aus Stieghorst ist zum Aprll d. J. für die vakante Lehrerinstelle an hiefiger ev. Volksschule berufen worden.— Herr Eisenbahnvorsteher Christiani aus Ronnenberg bei Hannover ist zum 1. April d. J. nach hier versetzt worden. Minden, 20. März.[Pfarrer Bachsein.] Das Militär=Wochenblatt veröffentlicht die Pensionierung des Herrn Divisienspfarrers Bachstein zum 1. Aprll d. Jo. Bekanntlich wird Herr B. nunmehr die Pfarrstelle in Wolkcamshausen übernehmen und aus Minden scheiden, wo er der evangelischen Militärgemeinde ein treuer Seelsorger gewesen ist. Alle, die ihn kennen gelernt haben, wissen seine lautere Gesinnung, seinen geraden Charakter und sein treu=deutsches Wesen zu schätzen. Als Zeichen besonderer Hochachtung wurde nach dem M. L. K. Herrn Bachstein seitens der Herren Offiziere in der evangelischen Garnisongemeinde als Andenken eine Ehrengabe überreicht. Beckum, 20. März.[Bahnbau.] Unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Schmitz=Wiedenbrück tagte gestern im Hotel Jürgens hier eine Sitzung des Ausschusses zur Vorbereitugg des Bahnbaues Hamm=Lage. Von den interessierten Octschaften waren vertreten Lage, Oerlinghausen, Heepen, Senne II, Verl, Druffel, Wiedenbrück, Stromberg, Sünninghausen, Beckum, Heeßen und Dolberg. Herr Hahn, Vertreter der Kontinental=Baugesellschaft=Berlin, berichtete über die Aussichten der in Rede stehenden Bahn. Beschlossen wurde, daß gleich nach Ostern durch Angestellte der Baugesellschaft die ganze Strecke bereist werden soll, um die ungefähre Trace festzustellen. Darnach soll die Erörterung der Finanzierung des Unternehmens bezw. die vorläufige Beschlußfassung über diesen Gegenstand seitens der Stadt= und Landgemeinden stattfinden. Der Vertreter der Baugesellschaft übernahm die Ausführung der der Gesellschaft übertragenen Verpflichtung. Günstig für das Zustandekommen des projektierten Bahnbaues ist u. a. der Umstand, daß demnächst der Abau der Kohlenlager bei Dolberg stattfinden soll, wobei weniger auf einen Kohlenabsatz nach dem kohlenreichen Westen, als auf einen solchen nach dem kehlenbedürftigen Osten gerechnet wird. Dozu wäre die neue Bahn sehr geeignet. Schwerte, 22. März.[Aus Furcht vor einer Operation,] die infolge einer Blutvergiftung nötig wurde, hat sich im hiefigen evangelischen Krankenhause ein 86: jähriger Krankenwärter erschossen. Es sollte ihm eine Hand abgenommen werden. Ein anderer Kranker, der ihn an dem Selbstmorde verhindern wollte, wurde kurz vor der Tat von dem Selbstmönder durch einen Schuß aus vem Zimmer gejagt. Elberfeld, 22. März.(Waldschule.] Der Elberfelder Verein für Gemeinwohl richtet in diesem Jahr mit einem Kostenaufwand von 20000 Mark im königlichen Ferst Burgbolz eine Waldschule ein. M.-Sladbach, 22. März.[Die Einigungs= verhandlungen] zur Beindigung des Streiks in der Gladbacher Wollindustrie sind gescheitert. Den Webern war von der Einigungskommission der Vorschlag einer 5prozentigen Lohnerhöhung zu dem vollen Lohne und einer besonderen Vergütung für minderwertiges Webematerial gemacht worden. Dieser Vorschlag wurde von den Streikenden abgelehnt. Die Textilindustriellen beschlossen daraufhin, an dem Beschlusse der Generalaussperrung der Textilarbeiter festzuhalten. Essen, 22. März. Wegen Unterschlagung im Amte verurteilte das Schwurgericht heute den früheren Weichensteller erster Klafse Heinrich Josef Wegen aus Herbede zu 7 Monaten Gefägnis. Der Angeklagte, der zuletzt auf der Siation Herbede beschäftigt gewesen ist und den Fahrkarten= und Frachtschalter bediente, wurde unter Zubilligung mildernder Umstände für schuldig befunden, in der Zeit von Anfang 1905 bis Herbst 1906 Gelder in Höhe von insgesamt 759,50 Mk., die er in amtlicher Eigenschaft empfangen, sich zugeeignet und in Beziehung auf die Unterschlagung unrichtige Eintragungen in den amtlichen Büchern gemacht zu haben. Glegau, 22. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 23jährigen Bauernsohn Gustav Tschacher aus Dohms(Kreis Sagan) wegen Ermordung seiner Geliebten, der Bauerngutsbesitzerstochter Auguste Ritschke, zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.— Der Kämmerer Hannadt aus Steinau wurde wegen schweren Verbrechens im Amte und Betrugs zu vier Jahren Zuchthaus und sechs Jahren Ehrverlust verurteilt. den deutschen Kolonien gingen(3186) nicht einbegriffen. Auf die deutsche Auswanderung entfallen 8821 Personen, sie erhöhte sich gegen das Vorjahr um 1698 Köpfe. Trotzdem die Gesamtauswanderung in diesem Jahre eine Höhe erreicht, wie nie zuver, hat die deutsche Auswanderung nur eine Zunahme von 1810 Personen zu verzeichnen. *[Kaiser Wilhelm=Kanal.] Im Monat Februar d. Js. haben 1878 Schiff:(gegen 2269 Schiffe im Bebruar v. J.) mit einem Nettoraumgehalt von 288 771 Registertons(1906: 389750 Registertons) den Kaiser Wilhelm=Kanal henutzt und nach Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung gebrachten Elbletsgeldes, an Gedühren 145 217 Mk.(1906: 196 913 Mk.) entrichtet. Der Unterschied gegen das Vorjahr ist auf die Eisverhältnisse zurückzuführen. * Leipzig, 22. März. Das Reichsgericht verwarf die Revisien des Bauunternehmers Grasmus Rückgauer aus Stuttgart, der am 20. Oklober v. Is. vom Landgericht Tübingen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Zuwiderhandlung gegen die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst zu 6 Monaten Gefängnie verurtellt worden ist. R. sollte bekanntlich den Hauseinsturz in Nagold verschuldet haben. * R e i c h e n b a c h i. S c h l., 2 2. M ä r z. D e r V e r b a n d der Textilarbeiter hat gestern abend in einer Versammlung beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Wie der Gauleiter mitteilte, soll sich diese Lohnbewegung über ganz Schlesien erstrecken. *(Einfuhr=Verbet.] Mit Räcksicht auf das Auftreten der Maul= und Klauenseuche in den östlichen Kantonen der Schweiz hat das Ministerium für Elsaß=Lothringen die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvteh und Ziegen aus der Schweiz verboten. *(Verurteilung eines Automobilisten.] Das Zivilgericht in Caen verurtellte den Grafen de Noaikles, durch dessen Automobil in Villers=sur=Mer der Oberstleutnant Crolzei getölet worden war, zur Zahlung einer Schadenersatzsumme von 200000 Franken an die Hinterbliebenen des verunglückten Oberstleutnants. * Innsbruck, 22. März. Gestern sind in Nordtirol neue Schneefälle eingetreten. Die Lawinengefahr ist hierdurch gesteigert. Nach einer Meldung aus Plans wurde das Wächterhaus des Wasserstandswerkes für die elekirische Kraftanlage in Wiesberg durch eine Lawine verschüttet. InParnauntale sind zahlreiche Lawinen niedergegangen. Die Wiederaufnahme des Arlbergbahnverkehrs ist noch unbestimmt. Der Postverkehr ist größtenteils unmöglich. Heute ist schönes Wetter. Es taut. * Odessa, 22. März. Eine furchtvare Katastrophe hat sich hier während einer Wohltätigkeitsverstellung in dem Hotel St. Petersburg abgespielt. Man führte das Schauspiel„Schneeflocken“ auf. Eine Anzahl Kinder im Alter von 10 Jahren wirkten bei der Aufführung mit. Plötzlich singen die Wattenflocken, die unaufhörlich niedergingen, Feuer, und in wenigen Augenblicken war die ganze Bühne ein einziges Feuermeer. Unter den Zuschauern brach eine surchtbare Panik aus. Es spielten sich erschütternde Szenen ab. Als es mit großer Mühe gelungen war, des Feuers Herr zu werden, wurde festgestellt, daß 9 Kinder verbrannt und 10 schwer verletzt waren. Eine Frau wurde vor Schrick wahnsinnig. Vermischtes. * Mainz. 21. März. Eine außererdentliche Bergänstigung ist hier einem Arbeiter zuteil geworden. Er verbüßt gegenwärtig seit kurzem eine längere Gefängnisstrafe. Da nun schon vor wenigen Monaten seine Hochzeit auf einen der letzten Tage anberaumt werden war, gewährte ihm der Staatsenwalt auf seine Bitte hin einen 24ständigen Urlaub für die Hochzeit, damit er ver dem Staadesamt und dem Altar in den Stand der Ehe treten könne. * Berlin, 28. März. Die Stadtverordneten=Versammlung beschloß mit 65 gegen 54 Stimmen die Einführung einer Wertzuwachssteuer für bebaute und unbedaute Grundstücke, wenn der gegenwärtige Erwerbspreis bezw. der gemeinnätzige Wert den für den früheren Eigentumswechsel in Betracht kommenden um mehr als 10 Prozent übersteigt. *( S c h u l u n t e r r i c h t i m K r a n k e n h a u s e.] I m neuen Auguste Viktoria=Krankenhaus in Schöneberg bei Berlin ist für leichtkranke Kinder die Einrichtung getroffen, daß sie täglich von einer Lehrerin unterrichtet werden, damit die Hauptfächer in der Schule ohne allzu große Schwierigkeit nachgeholt werden können. *[Auswanderung.] Dem amtlichen Bericht über das Auswanderungswesen im Jahre 1906 ist zu entnehmen, daß die Auswanderung über Bremen stärker als je zuver war. Es wanderten 208848 Personen aus, darunter 1665s deutsche Reichsangehörige. Die Zunahme gegen das Vorjahr beträgt 21489 Personen. Ueber Hambure gingen im Jahre 1906 im ganzen 148121; in diese Zah sind jedoch Kajütenreisende(28226) und Deuische, die nach für die Zeit vom 16. bis 22. März 1907. Stadt Sütersloh. Geburten: Söhne: Drogist Ernst Hoffschildt. Eine uneheliche Geburt. Töchter: Geschästsreisender August Klocke. Kaufmann Johann Derichsweiler. Schneider Wilhelm Elebracht. Malergehilfe Walter Abelphy. Aufgebete: Weber Friedrich Osthus und Ida Rammelkamp, beide hier Bureaugehilfe Johannes Kirchhof in Bonn und Macia Sophie Degenhart, hier. Sterbefälle: Weber August Heinrich Plaßzmann, 21 Jahre 1 Monat alt. Gymnasialdirekter Prosesser Dr. Ernst Friedrich Ferdinand Länzner, 64 Jahre 8 Monate alt. Amt Sütersloh. Geburten: Söhne: Fliesenleger Karl Adam zu Nordhorn. Tagelöhner Ludwig Heitmann zu Nordhorn. Ackerer Hermann Fülling zu Blankenhagen. Straßenmärter Otto Geisenhanslüke zu Blankenhagen. Töchter: Architekt Heinrich Schierdaum zu Sundern, Ackerer Friedrich Wilhelm Heinrich Fissenewert zu Blankenhagen. Eine uneheliche Geburt. Aufgebete: Landwirt Wilhelm Kornfeld zu Blankenhagen und Charlotte Oesterhelweg zu Nordhorn. Weber Hermann Kramme zu Pordhorn und Wilhelmine Volkmann zu Hameln. Febrikarbeiter Friedrich Wörmann und Lisette Tiemann, beide zu Nordhorn. Ster befälle: Fabrikarbeiter Friedrich Hornberg zu Blankenhagen, 35 Jahre alt. Hanna Oblau zu Nordhorn, 5 Monate 9 Tage alt. Witwe Charlotte Niewe geb. Lütgert zu Sundern, 79 Jahre 8 Monate all. Eine Totgeburt. Pärkte. März. Bielefeld, Hamm: Viehmarkt. Delbrück: Kram= und Viehmarkt. „ Oelde: Schweinemarkt. Lippstadt, Warstein: Kram= und Viehmarkt. Wohnungswechsel unserer Abonneuten bitten wir rechtzeitig zur Kenntnis unserer Geschäftsstelle zu bringen, damit eine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung vermieden bleibt. Die Expedition. WilhelmGrafahrend = Spezialgeschäft. Grösstes Lager hier am Platze in Herren-, Knaben- u. Arbeiter-Bekleidung. Neuheiten für Frühjahr und Sommer trafen in größter Auswohl ein. 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Der Abonnements=Preis beträgt pro Quartal: 1,20 M. einschließlich Botenlohn; durch die Post bezogen und durch den Briefträger frei ins Haus bestellt 1,44 Mark. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklamen 25 Pfennig.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle des Inseratenteils übernehmen wir keine Gewähr. Redaktion und Expedition: Schulstraße Nr. 733. Nr. 35 Druck und Verlac Schmäling& Ohlbrock, Güte ersloh. Sonnabend, den 23. März 1907 Verantwortlicher Redakteur: Johannes vogt in Gütersloh. 18. Jahrgang Drittes Blatt. Preußischer Landtag. Berlin, 21. März. Der preußische Landtag ist heute dem Reichotag in die Osterferien gefolgt. Wann das Herrenhaus wieder zusammentritt, ist unbestimmt, jedenfalls nicht vor dem 25. April. Die Ferten des Abgeordnetenhauses dauern wie die des Reichstag bis zum 10. April. Das Herrenhaus nahm die Beamten=Pensionsgesetze unverändert an und erledigte den Beiicht über den Betrieb der fiskalischen Montanwerke durch Kenninienahme, wobei Operberghauptmann v. Veisen mittellte, daß das Grubenunglück zu Si. Johann wahrscheinlich durch einen Fehler in der Seilkonstruktion verschuldet sei.— Das Abgeordneten haus erledigte das Kapitel Elementarschulwisen das Kultusetats und nahm einen Anirag Rzienitzek (freik) an, wenach die Ostmarkenzulagen auch den Lehrern Oberschlesiene gewährt werden sollen. Lokales und Provinzieles. hk. Gutersloh. 23. März.[Eisenbahn= Verkeyr.] Aus der Handelskammer zu Bielefeld wird uns feigendes geschrieben: Von verschiedenen Seiten ist die Befürchtung ausgesprochen, daß das Schnellzugspaar 17 und 18 der Strecke Gütersloh=Berlin mit dem Inkrafttreten der Personentartfreferm auch dem Schnellzugszuschlag unterworfen werden würde. Auf eine persönliche Vorstellung der Handelskammer Bielefeld wegen dieser Angelegenheit im Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist der Kammer mitgeteilt, daß die Züge 17 und 18 ebenso wie das Schnellzugpaar 19/20 Hannover=Köln und das Schnellzugpaar 1/2 Berlin=Köln von Zuschlägen frei bleiben werden. Ferner hat die Kammer aus zuverlässiger Quelle erfahren, daß nicht die Absicht besteht, von den über Bieleseld verkehrenden D= und Schnellzügen das eine oder andere Zugpaar über eine andere Strecke zu leiten und daß die von der Kammer gegebene Anregung, in der Richtung Bielefeld=Hannover zwischen den Schnellzügen 17(Bielefeld ab 552) und D 21(Bielefeld av 1048) einen neuen Lokatschnelzug einzulegen, in wohlwollende Erwägung gezogen wird. * Gütersloh, 23. März.[Paketverkehr in der Osterzeit.] Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 24. bis einschließlich 31. März im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Pakete besondere Begleitpopiere auszufertigen. hattingen, 23. März.[Schwergeprüfte Familie.] Auf Zeche Friedlicher Nachbar wurde der jung verheiratete Bergmann Franz Kötterfeld aus Niederwenigern durch hereinbrechendes Gestein erschlagen. Die Eltern des Verunglückten haben binnen Jahresfrist drei Söhne durch den Tod verloren. Vermischtes. * Cuxhaven, 22. März. Heute vormittag traf der Postdampfec Eena Woermann mit einem Truppentransport aus Deutsch=Südwenafrika, bestehend aus 22 Offizieren sowie 400 Unteroffizieren und Mannschaften ein. * Berlin, 22. März. Ein trauriges Ende hat gestern abend die 27jährige Lehrerin Leonore H., die bei ihrer Mutter in der Christianiastraße 14 wohnte, gefunden. Fräulein H. halte schon seit längerer Zeit an einer Krankheit zu leiden und kürzlich scheint ihr die Gewißhelt geworden zu sein, daß sie keine Heilung mehr finden werde. Die Ungläckliche zog es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Sie erhängte sich in der mütterlichen Wohnung. * Berlin, 23. März. In Berlin ist eine Bewegung der Abhaltung einer Weltausstellung im Jahre 1913 in Berlin im Gange. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller wird in seiner Sitzung am Montag über eine Resulution beschließen, wonach das Präsidium beauftragt werden soll, an den Reichskanzler eine Petition zu richten, Jahre 1913 zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers eine Weltausstellung in Berlin zu veranstalten. * Antwerpen, 20. März. Eine Maßregel, die speziell auch im Interesse der zahlreichen über Antwerpen reisenden Deutschen auss freudigste zu begrüßen ist, hat der energische neue Bürgermeister Hertogs ergriffen. Seit etwa 14 Tagen ist er nämlich damit beschäftigt, die nach hunderten zählenden berüchtigten Case's mit Damenbedienung eines nach dem andern schließen zu lassen. Es vergeht kein Tag mehr, an dem nicht in 4—5 dieser Caft's ganz unerwartet mehrere Polizeibeamte erscheinen, die ohne weitere Umstände die servierenden„Damen“ mit nach der Polizeiwache nehmen und gleichzeitig das Cafe schließen. Auf diese Weise sind bis jetzt über 50 Cafe's unschädlich gemacht und weit über 100 Frauenspersonen nach der Polizeiwache geschleppt worden, von denen etwa die Hälste direkt nach dem Hespital transportiert werden mußte. Allein aus diesem Umstande erhellt zur Genüge, was für eine schreckliche Gefahr jene Cafe's, in denen übrigens auch so mancher Besucher in der schmählichsten Weise ausgeplündert wurde, speziell für unerfahrene junge Leute bildeten, und umsomehr ist daher das Vorgehen des Bürgermeisters zu loben. Bemerkt sei übrigens, daß von den geschlossenen Case's sich viele in deutschen Händen befanden und daß die bedienenden„Damen“ sich sogar der großen Mehrzahl nach aus Deutschen zusammensetzten. Allen diesen Frauenzimmern blüht wahrscheinlich das Schicksal, daß man sie ausweisen wird, und in diesem Falle wird man sich vor allem in der Rheinprovinz voraussichtlich auf einen starken Zuzug von dergleichen Persönlichkeiten gefaßt machen können. Denn noch wird das große Reinigungswerk unentwegt weiter fortgesetzt, und die Morgenzeitungen bringen regelmäßig neue Berichte von abends vorher geschlossenen Cafes und unter ungeheurem Lärmen und Gejohle des herbeigeströmten Publikums nach der Wache gebrachten „Damen“. Daß die Maßregel sich allein oder vorzugsweise gegen die Deutschen richte, also einen Akt politischer Gehässigkeit darstelle, wie jetzt mitunter behauptet wird, davon kann nicht im entferntesten die Rede sein. Sie wird vielmehr in durchaus unpartetischer Weise gegen alle Inhaber und Insassen derartiger Cafes durchgeführt und die hiesige deutsche Kolonie hat am allerwenigsten Ursache zur Klage darüber, daß sie von diesen unsauberen, den deutschen Namen schändenden Elementen jetzt befreit wird. v. St. * Rom, 22. März. Der Flecken Medolage(Previnz Bergamo) wurde durch eine Feuersdrunft verwüstet. 80 Steinhäuser und 8 Meierhöse sind eingeäschert. 800 Menschen sind obdachlos. Den Keufirmanden. Rimmst Du heut Abschied von den Kinderjahren, So laß' Dein kindlich Herz doch nicht zurucke, Denn seine Lauterkeit schützt vor Gefahren Und führt dereinst zu wohlverdientem Glücke! Sein Dämon. Roman in zwei Abteilungen von Franz Treiler. (10. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) So gut, wie es gehen wollte, lebte Hohental mit seiner Frau, deren Schönheit in vollem Glanze strahlte, zusammen, und seine imponterende Ruhe wußte alle äußeren Stirungen fern zu halten. Er trug sein Schicksal mit Würde. Ihre Sucht, zu kokettieren und immer neue Bewunderer an ihren Triumpswagen zu spannen, die ihm an der jungen Frau, deren Besitz sicher war, als harmlose Freude am Dasein erschienen war, deren Arußerungen er lächelnd zuschaute, erschten ihm jetzt in anderem Lichte und nur seine mannhafte Festigkeit, der unerschütterliche Mut, den er bei mehreren Gelegenheiten gezeigt, und das stolze Ehzgefühl des Offiziers und Gentlemans, das jeden Flick auf der Ehre mit Blut abzuwaschen bereit ist, hielt Ausschreitungen nach dieser Seite hin fern. Seine persönliche Beltebtheit, die Achtung, die man ihm enigegenerachte, ihre vlendende Erscheinung und seinen Manieren erhielten ihnen ihre gesellschaftliche Stellung, wenn man auch heimlich über das sonderbare Paar den Kopf schüttelte. Da erschien in Rockesville ein junger Dandy, Arthur Vas couver, der einer der reichsten Familten des Ostene entstämmte und von dem man wußte, oaß er ebenso liederlich ale reich war. Ein neiorischer Wüstling, als solcher galt Arthur Barcouver, hat, besonders wenn dieser Ruf durch äußere Erscheinung— und er war, trotz seines durch Ausschweisungen verwüsteten Aeußern immer noch ein interessanter Mann— von Reichtum und dem souveränen Bewußtsein, als Steger aufzutreten, unterstätzt wird, für manche Frauen unwiderstehliche Reize. Zu diesen gehörte Hohenthals Frau, die den wohlhabenorn und vornehmen Deutschen nur genommen hatte, um eine passinde Versorgung zu haben, was bei dem Rufe in dem ihr Vater stand, nicht ganz leicht war. Jane Hohenthal war mit siebenundzwanzig Jahren schöner als je. Mit einer ganz unvergleichlichen Kunst wußte die weltgewandte, an den Salen gewöhnte jungFrau, deren körperliche Reize freilich ungewöhnisch waren, den Wästling in ihre Schlingen zu ziehen. Und ihm dem Wetterfahrenen, wurde die schöne Spanierin, die seiner leichtfertgen Bewerbung mit den Formen liebenswürdiger aber kähler Ablehnung begegnete, immer begehrenswerter. Nichis verlockt zu Eroverung mihr als Widerstand und der würdige Nachahmer des Don Juan hatte es sich in den Kopf gesetzt, den Namen dieser klugen Schönen seinem Register einzuverleiben. An ihr hatte er eine Gegnerin, die nicht leicht zu besiegen war, und Vancouver bemerkte endlich, daß seine vergeblichen Bemühungen um diese spröde Schöne ernstlicherer Natur waren, als ihm je einem Weive gegenüber begegnet war. Erscheinung, Manieren, leichte Lebensauffassung, stürmischer Hang die Freuden des Lebens zu genießen, stinmten harmonisch zu seinen Anschauungen. Mrs. Hohenthal war ihm in jeder Beziehung sympatisch. Und dieses Weib war nicht zu gewinnen. Ihren Gatten, den ersten, männlich schönen Hohenthal, beachlete er gar nicht oder behandelle ihn mit einer herablassenden Nonchalance, die sinem mehr als einmal das Blut in die Schläfen nieb. Als Hohenthal bei einem großen Feste bel einem Nachbarn einmal seine Frau und Vancouver in einem Beisammensein überraschie, bei dem er in leidenschaftlicher Weise auf sie einredete, bot er seiner Frau den Arm, führte sie hinweg und kehrte zu Vancouver zurück. „Ich ersuche Sie, Sir,“ sagte er mit dem ganzen Hochmui des deutschen Offiziers,„Ihre Ausmerksamtelt anderen Damen zuzuwenden, ich wurde sonst Maßregeln ergreisen müssen, um meine Frau vor Zudringlichkeiten zu schützen.“ Vancouver, der keineswegs ein Held war, erbebte vor der drohenden Miene Hohenthals, sagle aber mit der ihm zur Natur gewordenen Frechheit:„Der Ton, den sie mir gegenüber anzuschlagen belieben, Sir, ist mir nur dadurch erklärlich, daß Deutsche nur selten eine Ahnung von den Verkehrsformen haben, die in guter Gesellschaft zu Hause sind“ „Ich werde mir die Freiheit nehmen, Mr. Vancouver, die Grenze zwischen dem, was Sie gute Verkehresoimen nennen, und dern, was ich meiner Frau gegenüber für schicklich halte, selvst zu ziehen und ein Ueberschreiten der Grenze gebührend zu ahnden.“ „Pah, Sie drohen, Sir?“ Vancouver zuckte verächtlich die Achseln.„Wollen Sie sich mit Gewalt lächerlich machen?“ Der Frechheit des Mannes gegenüber stieg in Hohenthal der Zorn auf. „Ich glaube, Sie werden die Lektion, die ich Ihnen gegebenen Falles erteilen werde, wenig lächerlich finden.“ Var couver wandte ihm den Rücken und äußerte zu einigen Gästen, die zufällig die beiden Herren gesehen hatten:„Der Deutsche scheint mir geisteskrank zu sein.“ Hohenthal erwartete eine Forderung, aber sie blieb aus. Er halte wiederholt den Gedanken an eine Scheidung erwogen, aber sein feiner Sinn schauderte vor der Oeffentlichkeit eines Scheidungsprozesses zurück, auch wollte er den Knaben, an dem er mit ganzer Seele hing, nicht der Gefahr aussitzen, Zeuge einer Trennung der Eltern zu sein, die aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Mutier ein Durchbrechen der Schranken zur Folge haben würde, welche ihr jetzt noch die konventionellen Verhättnisse zogen. So ertrug er mit Geduld, was ihm beschieden war. Oogleich ihr der Gedanke einer Scheldung mindestens ebenso nahe lag wie ihm, wußte das kluge Weib doch recht gut, daß sie ihre Stellung in der Gesellschaft damit aufgeben würde und zugleich all die Vorteile, die ihr der Besitz von Contenthouse vot. Das war es allein, was sie von der Trennung zurückhielt. Er ersuchte sie nach dem Vorfall mit Mr. Vancouver ernst, diesen in die gebührenden Schranken zurückzuweisen und sie erwiderte ihm:„Mr. Vancouver ist ein vollkommener Gentleman und weiß, was sich zlemt, und auch ich weiß, was ich mir gestatten darf. Bei Leuten, die in kleinlichen Verhältnissen ausgewachsen sind, kann man nur kleinliche Anschauungen voraussetzen.“ Daß das Verhältnie zwischen ihr und dem jungen Lebemann immer vertraulicher wurde, wußte er nicht. Vancouver war nach und nach von einer wirklichen Leidenschaft für das kluge, kühle und doch dämonisch schöne Weib ergriffen worden. Merkwürdig war es, daß Gerüchte auftauchten, daß Mr. Hohenthal an geistiger Störung leide, die eine ungewöhnliche Reizbarkeit seines Nervensystems zur Folge hätten, die Nachsicht verdienten. Sie drangen selbst bis zu Dr. Ellinghaus, der nicht ohne Besorgnis war, bis er seinen Freund wiedergesehen hatte, was ihn dann über dessen Gesundheitszustand vollkommen beruhigte, nicht aber über die Gefahr, welche diese zerstreuten Gerüchte zur Folge haben konnten. folgt.) Eisenbahn=Fahrplan vom 1. Oktober 1906. ne Zot von 5 Uhr ahends bs 5 ühr mirgent ih uunch ünterteichen der Miuutengll bneschaet. Rheda Herzebrock Clarholz Beelen Bohren Warendorf Klauenberg Raestrup=Ew. Telgte Jägerhaus Handorf St. Maurih, Münster al Rheda—Münster. 1048 224 Münster—Rheda. Herford—Detmold—Altenbeken. Altenbeken—Detmold—Herford. 259 812 817 Sielefeld—Grackwebe—Penchafict. ab 536 854 1109 Brackwede„ 518 904|1117 Quelle„ 529 9101122 Steinhagen„ 556 917/1129 Künsebeck„ 602 928 1134 Halle in Westf.„ 608 930 1140 Borgholzhausen„ 621 944|1154 Westbarthausen„ 626 940 1200 Dissen=Rothenfd., 636 958 1212 Hilter„ 645 1000 1221 Hankenberge„ 654 1014|1281 Wellendorf„ 701 1022 /1238 Otto=Schacht„ 707 /10291245 Oesede„ 718 1035 125 Malbergen„ 717 1045 1255 Osnabrück an 735 1050 112 Wiedenbrück-Feunelager. Oenabrück—Prackwede—Bielef. Löhne—Osnabrück—Rheine. Pheine—Osnabrück1058 1112 1117 1123 1129 1136 1112 1146 1158 1200 1212 1237 1225 Wiedenbrück Jägerheim Lintel Rietberg=Neuenk. Westerwiehe Westerloh Nordhagen Delbrück Ostenland Sennelager Fennelager-Wiedenbrück. Rheda—Lippstadt. Morgens Nachmittags. Rheda ab Wiedenbrück„ Batenherst Langenberg i. W. Benteler Lipper=Bruchb.„ Lippstadt an Beckum—Neubeckum. Lippstadt ab Lipper=Bruchb.„ Benteler Langenberg i. W. Batenhorst Wiedenbrück„ Rheda an Lippstadt—Rheda. Morgens Nachmittags 6.40 6.54 7.06 7.15 7.24 7.30 7.44 Brackwede-Schloß Brackwede Windelsbleiche Kracks Schloß Holte Liemke Hövelhof Ostenland Sennelager Neuhaus Paderborn Nord Paderborn Paderborn Paderborn Paderborn Nord Neuhaus Sennelager Ostenland Hövelhof Liemke Schloß Holte Kracks Windelsbleiche Brackwede Schloß Seite. Prachwede. 527 511 5 758 603 251 910 □ 5 922 937 930 946 955 1003 1005 1017 Neubeckum—Beckum. 626 7.40/8 80 11.20 2 2 11 897 48 13.44 an Neubeckum ab 6 41/806s 42 12 95|3 45 5 80/8 38 10.28 6.29/7.46/8.27/11,28/2.18/4.88 7.40 10.08 ab Friedrichsh.„ 16.45/8.10/8.49|12.09/2.49 5.87/8.2910.32 6.15/7.88/8.19|11. 15/2.10/4.25/7.82/10.00 ab Beckum, an 6.52/8.17/9.02|12.16/2.565.50/8.36/10.30 Löhne ab Oeynhausen Vlotho Oldendorf Hameln, an Löhne—Hameln. Morgens Nachm. Hameln—Löhne. Morgens Nachm. Abends 9.42 9.59 10.40 10.50 10.57 Lage Lemgo Barntrup Hameln Hameln—Lemge—Lage. Kleinbahn Vielefeld—Schildesche—Werther. 9.2012.10/3.08/7.28 9.40 9 25/12,150 l 9.32/12.22 9.41|12.31 9 46/12.80 8150 86.55 57.02 27.11 57.16 57.22 9.52/12.42 731025 3.34 3.40 8.40 87.80 10.0912.593.57 7.28 9.45 7.85 9.52 7.44/10.01 7.4010.06 7.55/10.12 8.04/10.21 8.12/10.29 ab Bielefeld Kleinbyf. an „ Schildesche=Rettgsh. ab „ Schildesche Bahnhf. ab „ Gellershagen ab „ Babenhausen ab „ Dornberg ab Isingdorf ab an Werther ab Lage. 8.54 8.50 8.44 8.34 8.29 8.23 8.14 5.25/8.05 11.49 11.45 11.39 11.29 11.24 11.18 11.09 11.00 9.50 9.55 10.02 10.07 10.12 10.25 10.34 10.45 Kleinbahn Vielefeld—Schildesche—Enger. 6.50 27.00/10.08 ab Bielefeld Kleinbhf. an u 6.17„7.28/9. 56.55 87.0510.13„ Schildesche Retigsh. ab S6.13|87.24|9. S7.9212 7.11/10.19„ Schildesche Bahnhf. ab 96.07/ 27.18/9. 57.07/87.10/10.24]„ Theesen ab 85.58|87.11/9. 27.12|87 21/1029„ Kahlerkrug ab 95.53|27.06s0. 57.24/57.31/10.40„ Jöllenbeck ab 55.42s86.55|9. 57.33/u7.8910.49„ Ringsthof=Pödingh. ab u5.32146.45/8. 7.44/87.49|11.00 an Enger ab 85.20% 6.33/8. Lage Wissentrup Ehlenbruch Helpup Oerlinghausen Ubbedissen Hillegossen Bleleseld=Ost Vieleseld Lage—Bielefeld. Hamm—Unna—Schwerte—Lagen—Elberfeld. Hagen—Schwerte—Unna—Hamm. 9.40 10.36 11.10 11.14 11.29 10.00 9.50 9.50 9.43 9.38 9.27 9.17 9.05 11.25 11.50 11.54 12.20 12.41 12.53 1.89 1.49 12.20 12.27 12.49 12.5 1.0 1.2 1.2 1.4