Neue Gütersloher Zeitung. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Maik inkl. Botenlohn. Insertionspreis: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pf. Reklamen 25 Pf. Wöchentliche Gratis-Beilage: Fernsprech-Anschluß Nr. 32. Illustrierte Neue Lesehalle. Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Samstag abend. Redaktion und Expedition: Schulstraße 733. Nr. 121. Druck unnd Verlag: Schmäling& Ohlbrock in Gütersloh. Sonnabend, den 8. Oktober 1904. Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 15. Jahrgang Die heutige Rummer umfaßt 8 Seiten. Bestellungen auf die Neue Gütersloher Zeitung mit der achtseitigen reie illustrierten Wochen=Gratisbeilage Neue Lesehalle werden jederzeit entgegengenommen von allen Postanstalten, Landbriefträgern, unsern Zeitungsbolen und der Expedition dieser Zeitung, Schulstraße 733. Woczenrückblick. Der Kaiser hat das Jagdhaus Rominten wieder verlassen und sich zunächst über Königsberg nach Danzig begeben, woselbst er die feierliche Einweihung der neuen technischen Hochschule vollzog. Damit erhält Preußen eine vierte technische Hochschule; da es deren im Reiche zehn gibt, so ist Preußen in dieser Beziehung etwas zurückgeblieben. Es ist bekannt, welches rege Interesse der Kaiser dem technischen Hochschulwesen entgegenbringt. Eine fünfte technische Hochschule soll in Breslau entstehen. Auch in Posen hat die Einweihung eines Kulturwerks stattgefunden, nämlich des Kaiser Friedrich=Museums, welches zusammen mit anderen Institutionen der Förderung des Deutschtums in unseren Ostmarken dienen wird. Der Bundesrat hat seine Sitzungen nach der Sommerpause wieder aufgenommen; ihm ist ein Protest der Schaumburg=Lippeschen Regierung gegen die Uebernahme der Regentschaft im Fürstenlum Lippe durch den Sohn des verstorbenen Grafregenten Ernst, den Grafen Leopold zur Lippe=Biesterfeld, zugegangen. Auch der Kaiser hat dem Grafen Leopold die Anerkennung als Regent von Lippe versagt. Die Lippesche Regierung erklärt dagegen, die Regentschaft des Grafen Leopold für durchaus rechtmäßig, weil auf lipp ichem Landesgesetz beruhend. Sie hat den lippeschen Landtag zu einer außerordentlichen Tagung einberufen und diesem zwei Vorlagen in der Regentschaftsfrage unterbrettet, deren eine energische Verwahrung gegen Mißachtung der lippeschen Landesgesetze einlegt, während die andere eine Ergänzung des bestehenden Regentschaftsgesetzes bezweckt. Beim Bundesrat beantragt die lippesche Regierung schiedsgerichtliche Entscheidung. Der Landtag überwies die Vorlagen an eine Kommission zur schleunigen Vorberatung; an seiner Zustimmung ist kaum zu zweifeln. Es ist übrigens noch ein dritter Regentschaftskandidat da, das ist der Graf Erich zur Lippe=Biesterfeld=Weißenfeld. Dieser hat einen Protest gegen die Regentschaft des Grafen Leopold an den Landtag zu Detmold gerichtet und erklär daß er die Regentschoft übernommen und bereits einen Bivollmächtigten zum Bundesrat in der Person des Dr. Vollmar von Wurmb in Zoppot ernannt hat. Es ist anzunehmen, daß die lippesche Regentschaftsfrage auch diesmal auf schiedsrichterlichem Wege ihre Erledigung finden wird. Ein wenig erbauliches Schausplel bot während der letzten Zeit die Wahlbewegung für eine Ersatzwahl zum Reichstage in dem durch den Tod des Fürsten Bismarck erledigten Wahlkreise Jerichow dar. Der Wahlkreis gehört seit einer längeren Reihe von Jahren bereits zum konser vativen Besitzstande, und so hätte man nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Billigkeit wohl annehmen können, daß die staatserholtenden Parteien bei der starken Bedrohung des Wahlkreises durch die Sozialdemokratie sich von vornherein auf einen konservativen Kandldaten einigen würden. Statt dessen brach die deutsche Reformpartei, einer von dieser Seite schon mehrfach geübten Gepflegenheit zufolge, alsbold mit Aufstellung einer eigenen Kandidatur in den kenservativen Besitzstand ein, und ebenso haben sich auch die Nationalltberalen und die Freisinnigen abgetrennt, um ihre besondern Wege zu gehen. Bei dieser Zersplitterung der Kräfte ist die Gefahr eines sozialdemokratischen Sieges bedenklich in die Nähe gerückt. In diesen Tagen fand in Dresden die Tagung der 17. Generalversammlung des Evangelischen Bundes statt. Eingeleitet wurde sie mit einem Begrüßungs abend, dem am Dienstag eine geschlossene Mitgliederversamm lung folgte. In dieser referierte Senior D. Dr. BärwinkelErfurt über die Frage: Hat der Evangelische Bund politische Aufgaben? In fünf großen öffentlichen Abendversammlungen sprachen Professor Dr. A. Böthling=Karlsruhe über das Thema: Römisches, päpstliches oder deutsches Recht?, Professor Dr. Tschackert=Göttingen über„Das echte Lutherbild“, Vikar Monsky=Krems über„Den religtösen Gehalt der evangelischen Bewegung in Oesterreich“, Oberpfarrer Dr. Koitzsch=Chemmitz über„Die Jugend im Evangelischen Bunde“ und Lic. Everling=Krefeld über„Konfessionelle Friedensstimmen und evangelische Bundesarbeit“. Die nächste General=Versammlung soll in Hamburg stallfinden. Aus Deutsch=Sü dwestafrika kommt die erfreuliche Kunde, daß der Widerstand der Hereros gebrochen ist. Maharero ist mit seinen Anhängern ins Sandfeld ausgewichen, wo es freilich für unsere Truppen nicht möglich st, in großen Abteilungen zu operieren. Major Estoiff hat dic Verfolgung dorthin übernommen. Aus den an das deutsche Schutzgebiet angrenzenden portugiesische Besitzungen werden Unruhen gemeldet. Eine portugiesische Truppenabteilung, die zur Dämz ung dieser Unruhen im südlichen Tille von Mussamedes avgesandt worden war, wurde von den Eingeberenen überfallen und großenteilstells vernichtet. Ven 499 Mann wurden 254 darunter 15 Ossiziere, ge31 und 50 verwundet. Die Berichterstattung vom ostastatischen Kriegsschauplotze zehrt augenblicklich im wesentlichen von den so hartnäckigen und blutigen Kämpfen, die in den Tagen vom 19. bis 23. September um die Außenwerke im Nordwesten von Port Arthur gefährt wurden. Nachrichten darüber lauten widersprechend; je nachdem sie russichen oder sapanischen Quellen entstammen. Jedenfalls haben die Japaner dabei furchtbare Verluste erlitten, die zu den Früchten der Kämpfe in keinem rechten Verhältnis stehen. Die Berichte stimmen darin überein, daß mit beispielloser Erbitterung und Wut gekämpft wurde. Große Verheerung unter den Japanern richteten Pyroxylin=Bomben an, die von den Russen geworfen wurden. Ueber den Erfolg eines neuen Durchbruchs=Versuchs der russischen Port Arthurflotte ist noch nichts bekannt.— Seit der Schlacht bei Liaujang sind vier Wochen verflossen; zu der bei Mukden zu erwartenden Schlacht ist es aber noch immer nicht gekommen. Die Annahme, daß die Japaner die Offensive aufgegeben hätten, ist trotzdem unwarscheinlich; der bisherige Verlauf des Krieges hat bewlesen, daß sich die Japaner nicht übereilen, sondern sich sorgsam für jeden Schlag vorbereiten, den sie zu führen gedenken. Sie haben Verstärkungen herangezogen und daneben eine„Miliz chinesischer Freiwilliger“ in der Mandschurei organisiert. Das französlsch=englische Abkommen hatte soweit es Marokko betraf, den Widerspruch Spaniens herausgefordert. Nun ist zwischen Frankreich und Spanten ein Vertrag über die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären abgeschlosser worden. Dieser Vertrag wird von französischer Seite als ein großes Entgegenkommen Frankreichs gegenüber Spanten hingestellt; in Spanien ist man entgegengesetzter Meinung. Was richtig ist, läßt sich nicht erkennen, da der Vertrag eine Reihe geheimer Festsetzungen enthält. Jedenfalls soll von einer Auftellung Marokkos augenblicklich nicht die Rede sein. In Marokko selbst sind wieder Unruhen im Gange. Der Prätendent hat eine Truppenabteilung des Sultans geschlagen und die Feste Ain Muluk erobert. Politische Aebersicht. Deutsches Reich. Der Kaiser, welcher vorgestern abend in Huvertusstock eingetroffen ist, hat mit seiner Vertretung bei der Eröffnung der Akademie für praktische Medizten in Köln a. Rh., welche am Montag statlfindet, den Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen beauftragt; außerdem wird u. a. auch der Kultusminister Dr. Studt der Feler beiwohnen. Durch die Blätter gehen Notizen über angebliche Pläne des Kaisers, die Wintermonate Im Süden zu verbringen. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, bestehen solche solche Absichten nicht und ist erst recht die Behauptung unwahr, daß das B finden Seiner Majestät einen Winleraufenthalt im Süden wünschenswert mache. Sollte sich der Kaiser überhaupt zu einer neuen Fahrt im Mittelmeer entschließen, so könnte dafür erst das Frühjahr in Betracht kommen. Der Kaiser vollzog am Donnerstag die Eröffnung der technischen Hochschule zu Danzig mit einer Rede, in welcher er sagte: Es gereicht Mit zu hoher Befriedigung, heute eine neue Bildungsstätte für technische Wissenschaften eröffnen zu können. Von der Erkenntnis durchdrungen, daß bei dem Wettlauf der Nationen in der kulturellen Entwickelung der Technik ganz besondere Aufgaben zufallen und deren Leistungen für das künftige Wohl des Vaterlandes und die Aufrechterhaltung seiner Machtstellung von größler Bedeutung sind, halte Ich es für eine Meiner vornehmsten landesherrlichen Pflichten, für die Verbreitung und Verliesung der technischen Wissenschaften einzutreten und auf eine Vermehrung der technischen Hochschulen hinzuwirken. Denn die ungeahnte Entwickelung, welche die deutsche Technik seit dem Beginn des Zeitalters der Eisenbahnen nach allen Richtungen erfahren hat, haben wir nicht zufälligen Entdeckungen und glücklichen Einfällen, sondern der ernsten Arbeit und dem auf dem festen Boden der Wissenschaft fußenden, systematischen Unterricht an unseren Hochschulen zu verdanken. Die Mathemalik und die theoretischen Naturwissenschaften haben die Wege gewiesen, auf denen der Minsch in Gottes allgewaltige Werkstatt der Natur immer tiefer einzudringen vermag. Die angewandte Wissenschaft hat diese Wege kühn beschritten und ist zu staunenswerten Erfolgen erlangt. Den Technischen Hochschulen liegt es ob, theoretische und angewandte Wissenschaft zu fruchtbarem Zusammenwirken zu vereinigen, und zwar mit der umsossenden Vielseillgkeit, die das auszeichnende Merkmol des in Deutsch= land entstandenen Typus dieser Anstalten bildet. Sie stellt in ihrer Eigenart eine wissenschaftliche Universitas dar, die mit der alten Universilät umsomehr verglichen werden kann, als ein nicht unbeträchtlicher Teil des Lehrgebietes beiden Anstalten gemeinsam ist. Die Gleichartigkeit und Ebenbürtigkeit derselben habe Ich Mich bemühl, auch noch außen hin zum Ausdruck zu bringen, indem Ich den Technischen Hochschulen die gleiche hohe Stellung, wie sie die Unsversitäten sett langem behaupten, in Meinen Landen eingeräumt und ihnen das Recht beigelegt habe, akademische Grade zu verleihen. Dieses Recht soll auch der neuen Hochschule zustehen, welche auch im übrigen mit ihren älteren Schwestern in allen Stücken gleichgestellt ist. Die Kaiserin ist mit der Prinzessin Viktoria Luise im Neuen Palais bei Potsdam wieder eingetreffen. Der Provinzialausschuß der Provinz Westfalen hat in seiner Sitzung vom 3. ds. Mis. nachstehendes Telegramm an den Kaiser gerichtet:„An des Kaisers und Königs Mojestät, Berlin. Der zum ersten Male nach der Verlobung seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen heute zu einer Sitzung versammelte Provinzial= ausschuß der Provinz Westfalen gestattet sich alleruntertänigst seinem geliebten Landesherrn, Herzog und Markgrafen die innigsten Wünsche zu dieser glückverheißenden Verbindung darzubringen und freudig das Gelöbnis unwandelbarer Treue zu erneuern“.— Hierauf hat der Kaiser durch Herrn von Lukanus antworten lassen:„Seine Majestät der Kaiser und König lassen dem Provinzialausschuß der Provinz Westalen für den treuen Huldigungsgruß und für die freundichen Glückwünsche zur Verlobung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hohelt des Kronprinzen vielmals danken". Die Rheinisch=Westfälische Zig., welche wie fast die gesamte deutsche Presse die Kaiserdepesche an den Grafen Leopold von Lippe=Biesterfeld einer scharfen Kritik unterzogen, schließt heute einen„Kaiser und Lanzler“ überschriebenen Artikel mit folgenden Sätzen: Eine Kanzler= krise wird uns ja erspart bleiben, aber wir können die Befürchtung nicht los werden, daß die ganze Instilution der Reichskanzlerschaft sich längst in einem krisenhaften Zustande befindet und daß diese Krisis sich allmählich von oben herab auch auf das Reichsgefüge übertragen wird, solange nicht klar festgestellt ist, welche kaiserlichen Kundgebungen in das Geblet der Verantwortlichkeit sallen und welchen lediglich der Wert der Privatmeinung innewohnt. Der Mangel der Gegenzeichnung des Kanzlers allein tul's nicht. Er wird heute mehr als ersetzt durch die überragende Stillung, welche sich die Persönlichkeit des Kaisers zu verschaffen gewußt hat und durch das laute Echo, welches seine Kundgebungen regelmäßig im deutschen Volke finden. Ob dieses Echo nun zustimmend oder widersprechend ist— auf keinen Fall ist dieser Zustand auf die Dauer haltbar. In der Bundesrats=Sitzung vom Donnerstag wurde, nachdem der Vorsitzende des Hinscheidens des Regenten des Fürstentums Lippe gedacht, der Antrag des Fürstlich Schaumburg=Lippischen=Ministeriums betreffend die Thronfolge im Fürstentum Lippe, sowie eine den gleichen Gegenstand betreffend Eingabe des Grafen Erich zu Lippe=Weißenfeld den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Auch wurde einer Vorlage, betreffend Gestaltung und Ausprägung der Fünfzigpfennigstücke, zugestimmt. Der lippische Landtag tritt eist am Montag zusammen, da die Kommission ihre Vorberatungen gestern noch nicht beendet hatte. In den Kommissionsberatungen, in denen heftig gesämpft wird, ist ein greifhares Resultat noch nicht erzielt worden. Die Lage scheint sehr ernst zu sein, da der Führer der Konservativen, Schemmel, Schwierigkeiten machte. Die Verhandlungen des Landtages werden wahrscheinlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Erregung im Volke ist groß. Für morgen Sonntag nachmittag ist eine Volksversammlung in Lage angesetzt, die sich mit dem Kaisertelegramm und dem Protestantrage der Staatsregierung beim Bundesrat befassen wird. Auf dem Bremer Parteitage suchte Pfannkuch die freien deutschen Gewerkschaften für einen Kontertanz mit der Sozlaldemokratie zu engagieren; sie möchten sich doch ruhig„sozialdemokratische“ Gewerkschaften nennen. Ueberall hat er mit selner Einladung nicht Glück, die deutschen Buchdrucker wenigstens tanzen nicht mit. Ihr Organ, der„Kerrespondent“, schreibt:„Nachdem die Anschauung von den Gewerkschaften als Rekrutenschulen der sozlaldemokratischen Partei vor Jahren über Bord geworfen ist, will man die Hand aufs Ganze legen. Da kann von gewerkschaftlicher Seite nur kräftig gestoppt werden, umsomehr, als is zleiglich deutlich wurde, daß man die Gewerk schaften, unbekümmert um deren Lebens= und Tagesfragen, in erster Linie zur Finanzierung einiger Aktionen der politischen Bewegung gebrauchen will, welche heißen: Generalstreik und Maifeier. Das kann es nicht geden... Wo uns die Fragen der Taktik nicht trennen, werden Gewerkschafts= und politische Bewegung einträchtig nebeneinander marschieren, sonst aber ist und bleibt der Grundsatz in Geltung„Suum cuique“ und damit basta Oesterreich-Ungarn. Im Böhmischen Landtag sprach vorgestern der Statthalter im Namen der Regierung die Hoffnung aus, daß die stellenweis unerträgliche Notlage die streitenden Deutschen und Tschechen einander näher bringen werde. Die Regierung glaube klar zu sehen, daß der Wunsch nach Frieden auf beiden Seiten sich rege, weil die Landbevölkerung dringend Hilfe sordere und Industrie und Handel den nationalen Frieden als sichere Grundlage für ihre Tätigkeit erwarten. Daher habe die Regierung den Landtag einberufen. Im Laufe der Sitzung setzten die Deutschen einen Obstruktionsantrag auf namentliche Abstimmung über ein Urlaubsgesuch durch; nach Vornahme der Abstimmung wurde die Sitzung unterbrochen. Gegen Schluß der Verhandlung erklärten die Tschechen, die Regierung sei schuld an der gegenwärtigen Lage, da sie die sprachliche Gleichberechtigung nicht gewähre, die Schule zu Germanssierungszwecken mißbrauche, und die wirtschaftliche Krisis zur Lahmlegung der tschechischen Opposition ausnätze. Die Tschechen seien stets bereit gewesen, zum Friedensschluß das Ihrige zu tun, die Rechte des tschechischen Volkes könnten sie aber nicht preisgeben und selen daher entschlossen, den Kampf gegen das herrschende System fortzusetzen, wenn den Rechten und Bedürfnissen des Landes und des tschechlschen Volkes nicht entsprochen werde. Amerika. In St. Louis wurde am Donnerstag der Deutsche Tag festlich und glänzend begangen; es hatten sich ungefähr 20000 Deutsche aus allen Teilen der Union beteiligt. Die Feier galt der Erinnerung an den Zeitpunkt(6 Okt. 1683), wo die ersten deutschen Kreselder Mennoniten in Amerika landeten. Die Teilnehmer am Feste zogen in feierlichem Zuge durch die Straßen der Stadt mit Fahnen, auf denen geschrieben stand:„Tut eure Pflicht gegenüber dem alten Vaterlande, wie dem neuen“, und sangen die dentsche Nationalhymne, sowie das„Star splangled banner“. Der deutsche Botschafter v. Sternburg hielt an die Festteilnehmer eine Ansprache, und betonte, daß das Vaterland stolz sei auf die Leistungen des deutschen Amerika und wies auf das lebhafte Interesse hin, das Kaiser Wilhelm an ihrem Wohlergehen nehme, wie er das auch in seinem Telegramm an sie bekundete. Dieses Telegramm des deutschen Kaisers lautet:„Den wackeren Bürgern Amerikas, die gewollt haben, daß der Weltausstellung in Saint Louis die Feier eines Deutschen Tages nicht fehlen soll, entbiete Ich zu diesem Feste Meinen Kaiserlichen Gruß und Glückwunsch; möge der Tag in ungetrübter Freude begangen werden als ein würdiges Zeugnis dessen, was in der erstaunlichen Entwickelung des großen transallantischen Freistaates die deutsche Einwanderung bedeutet. Wilhelm I. R.“ Krieg zwischen Japan und Rußland. In Tokio hat Graf Okuma dieser Tage in einer Rede erklärt, die Nation müsse sich auf einen längeren Krieg vorbereiten, dessen Dauer man unmöglich voraussehen, der sich womöglich zwei Jahre lang hinziehen könne und eine Ausgabe voi zwei Millionen Yen verursache. Japan werde im nächsten Jahre 500 Millionen Yen auf dem Anleihewege aufbringen müssen. Redner mahnte die Nation, mit ihren Hilfsquellen hauszuhalten und sprach sein unerschütterliches Vertrauen zum Sieg Japans aus. Das Reutersche Telegraphen=Bureau meldet aus Toklo: Die Port Arthur blocklerende japanische Flotte brachte eine Dschunke mit Lebensmitteln auf, welche in den Hafen einzufahren suchte. Aus Aussagen der Mannschaft geht hervor, daß eine aus 80 Dschunken bestehende Flolte existiert, welche gebildet ist, um von der Umgegend von Tfingtau aus die Blockade zu brechen. Trotz der Wachsamkeit der Blockadeschiffe erreichen viele Dschunken die russischen Linien. Auf der unteren Halbinsel befindet sich eine Anzahl Landungsstellen. Die Dschunken fahren des Nachts ein. Die russischen Geschütze und die Minenfelder gewähren ihnen einen Vorteil vor den Blockadeschiffen. Die Japaner hegen den Verdacht, daß auch Munition eingeschmuggelt wird. Bisher ist aber in den durchsuchten Dschunken, deren Zahl sich auf mehrere Hundert beläuft, keine Munition gefunden worden. Dasselbe Bureau erfährt aus Toklo: General Hasegawa, zuletzt Kommandeur der kaiserlichen Gardedivision, ist nach Korea abgereist, um das Kommando über die dortigen japanischen Truppen zu übernehmen. Wahrscheinlich wird die koreanische Armee aufgelöst oder unter japanisches Kommando gestellt. Der„Dally Mail“ wird aus Tschifu berichtet: Die Japaner schafften vier der schwersten Belagerungsgeschütze von Dalnis nach Takuschan und treffen auch sonst Vorbereitungen für einen neuen Angriff auf Port Arthur. Da französische Schiffe, angeblich von Tienisin aus, Versuche machten, die Blockade zu durchhrechen, machen japanische Torpedobootszerstörer zwischen Tschifu und Tienfin Beobachlungsfahrten. Die Russen sind eifrig mit der Reparatur der Festungswerke von Port Arthur beschäftigt. Die Chinesen müssen ohne Bezahlung Kulidienste tun, erhalten aber dafür zweimal täglich Essen. Die Wasserzufuhr soll nicht abgeschnitten sein. Wie der„Dally Telegraph“ aus Tschifu erfährt, wurde ein angesehener, in Port Arthur ansässiger Deutscher durch eine Granate getötet. Die Granate flog durch das Dach des Lagerhauses bis in den Killer, obgleich man gegiaubt hatte, daß das Dach bombensichet eingedeckt war.— Den Kaufleuten in Port Arthur ist der Verkauf der Mehlbestände abgenommen worden. Das Mehl wi. jetzt durch den Stadtrat verkauft, der für ein Pud 8,50 Mark verlangt, während die Kaufleute den Preis auf 21 Mark geschraubt hatten. Die Soldaten der Garnison überreichten General Stössel eine Adresse, worin sie ihre respektvolle Bewunderung für ihren tapferen Führer zum Ausdruck bringen und erklären, sie würden seinem Beispiel folgen. Port Arthur könne dann niemals fallen. Mukden, 6. Oktober. Admiral Alexejew ist hler eingetroffin, um mit: Kuropatkin eine Besprechung herbeizuführen. Die Japaner organisieren in der Mongole in den Gegenden westlich von Mukden, die an der Grenze liegen, zahlreiche Chungusenbanden, die von den Japanern befehligt werden, um zu versuchen, die Eisenbahn zu zerstören und zu verhindern, daß die Russen sich in der Mongolel verproviantieren. Aus Deutsch=Südwestafrika. Vom General Trotha ging am 6. Oktober folgende Meldung in Berlin ein:„Ich ging mit Estorff, Volkmann und Mühlenfels auf Epata vor, das in eiliger Flucht von den Herero den Elseb abwärts geräumt wurde. Nach Aussagen von Patrouillen und Gefangenen sollten die Kapltäne Saltiel, Timotheus und andere noch bei Osombo=Windimbe, einer bisher noch unbekannten Wasserstelle 18 Klm. nordöstlich von Epata sitzen. Ich setzte sofort mit Gewalt in Nachtmärschen die Verfolgung fort und stieß bei OsomboWindimbe auf die schwache feindliche Nachhut, die nach kurzem Widerstande flüchtete. Ich beschoß hierauf mit der Artillerie den Ciseb abwärts nach Nordosten abziehende Staubwolken. Am 29. klärte ich nordöstlich weiter in der Umgebung von Osombo=Windimbe zahlreiches Vieh und Samuel Mahareros Massen, aber ohne die vorausgeflüchteten Kapitäne. Sie sollten nach den Aussagen von Gefangenen einen Tagemarsch weiter östlich vom Eiseb bei ErindiOmbako sitzen. Dorthin wurde am 30. September früh 1 Uhr die Verfolgung fortgesetzt. Weiteres zahlreiches eingefangenes Vieh, ergriffene Gefangene und zurückgelassene Weiber und Kinder bestärken die früheren Aussagen der Gefangenen, daß der Widerstand des Feindes gebrochen ist. Uneinigkeit soll unter den Kapllänen herrschen. Ein Teil des Volkes möchte sich ergeben, fürchtet aber die Erschießung und Bestrafung. Der Feind soll schwer unter Wassermangel leiden. Leute selbst besseren Standes sollen zahlreich verdurstet sein. Entgegen allen bisherigen Schilderungen ist im Sandfeld keinerlei Mangel an Weide und auch frisch aufgemachter Wasserlöcher. Mit stärkeren Abteilungen daselbst zu operieren, ist aber unmöglich. Die Abteilung Estorff wird die Verfolgung des ins Sandfeld ausgewichenen Feindes übernehmen. Ich vermute, daß der größte Teil des Feindes wieder nach Westen zurückzugehen versuchen wird, andere Teile nach Ganas burchbrechen werden. Ich besetzte daher die Wasserstellen des Epukiroflusses von Oijimanagoube bis Epuktro, in nordwestlicher Richtung von Sturmfeld bis Okosondusu und hieran nördlich anschließend den Omurambafluß durch die Abteilungen Fiedler und Volkmann bis Oljituo. Das Kommando geht zunächst nach Epukiro. Lokales und Provinzielles. 0 Gütersleh, 8. Okt.[Kirchliches.] Von morgen ab beginnt in den evangelischen Kirchen der Hauptgottesdienst wieder um 10 Uhr vormittags. Der Kindergottesdienst nimmt um 1¼ Uhr nachmittags seinen Anfang. § Sütersloh. 8. Okt.[Der hiesige Musik= verein] wird auch in diesem Winter wieder zwei Sinfonsekonzerte mit der Bielefelder Kapelle veranstalten und zwar Freitag, den 14. Oktober cr. und Freitag, den 10. Februar 1905 und ladet die hiesigen Musikfreunde zum Abonnement darauf ein. Karten für beide Konzerte zu 2 Mark sind im Vorverkauf in der Buchhandlung von Tigges und bei Herrn Michael zu haben, für ein Konzert zu 1,25 Mk. in der Buchhandlung von Tigges und an der Abendkasse. ? Ekterslob. 8. Okt.[Unterrichtskurse.] Für Damen und Herren sollen hier bekanntlich demnächst Unterrichtskurse in Buchführung, Schnell= und Schönschreiben, sowie in praktischen Kontorwissenschaften eröffnet werden. Prospekte hierüber sind in der Expedition dieser Zig. zu haben, woselbst auch Anmeldungen enlgegengenommen werden. §* Gütergloy. 8. Oklober.[Kauf.] Herr Buchhändler Mohn kaufte zu dem schon erworbenen früheren Beckmannschen Grundstücke in Nordhorn das unmittelbar daran anstoßende 8 Morgen große Grundstück des Herrn Zumbaum, um auf dem nunmehr 12 Morgen großen Landkomplex Obstbaum= und Parkanlagen herrichten zu lassen. Amt Gütersleu. 8. Okt.[Sitzung.] Am Donnerstag nachmittag fand im Amtshause eine Sitzung der Gemeinde=Verordneten statt, die sich durch hohen Besuch und zum Teil wichtige Beratungsgegenstände auszeichnete. Anwesend waren außer dem Herrn Landrat ein Regierungsrat und ein Departements=Tierarzt aus Minden. Der Herr Regierungsrat legte einen mit der Firma Vogt& Woif abgeschlossenen Vertrag vor, wonach letztere alljährlich 8400 Mi für Fleischbeschau an die Gemeindekasse zu zahlen hat. Von diesen 8400 Mark erhält jeder der vier bei der Firma angestellten Fleischbeschauer ein Jahresgehalt von 2000 Mk., nur 300 Mk. erhölt Herr Tierarzt Wulfhorst und 100 Mk. verblelben der Gemeinde für Ergänzungsschaugebühr, Stempelund Schreibgebühr. Die Fleischbeschauer sind gehalten, keinen Nevenberuf zu führen und dürfen täglich nicht mehr als 15 Stück Vieh untersuchen. Der Vertrag hat rückwirkende Kraft vom 1. April 1903 ab. Im Erkrankungsfalle eines Fleischbeschauers bezieht dieser kein Gehalt und fälle letzteres für die Dauer der Krankheit Herrn Tierarzt Wulshorst zu, welcher die Vertretung übernimmt. Daß dieser Vertrag den Herren Gemeinde=Vertretern etwas gegen die Schnur ging. kann man sich denken, wohl oder übel haben sie demselben aber bis auf Widercuf zugestimmt.— Zu Punkt 2 der Tagesordnung beschließt die Nersammlung die Auflassung einiger Grundstückteile aus öffentlichen Wegen an die=Teutoburger Wald=Eisenbahn=Gesellschaft.— Für den Erwerb, die Erbreiterung und Befestigung eines Zufuhrweges zur Haltestelle Sundern der T. W E. wird eine Kommission gewählt, bestehend aus den Herrn Meier Raßfeld, Diestelkamp und Neuhaus, welche mit den Interessenten in Verhandlung treten sollen.— In den Armenverstand, welcher von 12 auf 15 Mitglieder erhöht wird, werden außer dem Amtmann und den Herren Pastor Siebold und Paster Meinshausen auf die Dauer von 6 Jahren gewählt für Blankenhagen Neuwöhner Schmäling, Seiler Strothotte und Kolon Piepenbrock, für Nordhorn Kolon Epke, Kolon Osterhellweg und Hermjakob, für Pavenstädt Kolon Loerpabel jun., Detmersander jun. und Westerhelweg, für Sundern Diestelkamp, Buschfranz und Kuhlmann.— Die Beratung der Erhebung einer Hundesteuer wird nochmals vertagt, dagegen außerhalb der Tagesordnung beschlossen, daß die Bepflanzung und Einfriedung des Schulgrundstücks in Blankenhagen sowie die Abschlüsse der alten Friedrichsdorfer Landstraße an Kolon Bockschatz erfolgen soll. Rheda, 8. Okt.[Goldene Hochzelt.) Gestern feierten die Eheleute Kammerrat Borgemann hier in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Bielefeld, 8. Okt.(Unglücksfall oder Verbrechen?] In vergangener Nacht kurz nach 12 Uhr wurde die Ehefrau des Arbeiters P. hier, Webereistr. 16, auf dem Hausflur ihrer Wohnung mit einer etwa 4—5 Zim. langen Kopswunde aufgefunden. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Wie sich die Frau diese tötliche Verletzung zugezogen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde vorläufiz in der Leichenhalle am Johannesfriedhof untergebracht. 7. Okt.[Erstickt.] Der Arbeiter Heinrich Wullbrandt in Uffeln ist gestern morgen in seinem Brunnen, als er diesen reinigen wollte, erstickt. Die sofort angestellten Rettungsversuche blieben erfolglos. Ein Arbeiter wurde nochmals an einem Seile heruntergelassen, um den Unglücklichen zu retten, mußte aber jedes Mal nach kurzer Zeit wieder heraufgezogen werden, weil die Gase ihn dem Ersticken nahe brachten. Gegen 7 Uhr abends gelang es endlich den toten Wullbrandt mit einem Haken herauszubefördern. Münster, 7. Okt.[Tötlicher Unglücksfall.] Von einem Neubau an der Warendorfer=Straße, stürzte gestern nachmittag der in den zwanziger Jahren stehende Zimmermann Schlüter so unglücklich ab, daß er, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, nach kurzer Zeit seinen Geist aufgab. Das Unglück geschah beim Holzaufziehen. S. stand auf dem Gerüst der 3. Etage an der Standbohle, an welcher sich der Flaschenzug befindet, um das in die Höhe gezogene Holz in Empfang zu nehmen. Plötzlich brach die Stondbohle, an die S. sich stützte und kopfüber fiel er in die Tiefe, seinen Kameraden vor die Füße. Sofort herbeigerufene ärztliche Hülfe konnte den Tod, der nach etwa ½ Stunde eintrat, nicht abwenden. S. wollte in kurzer Zeit hetraten. Essen, 5. Okt.[Im Waschsaß ertrunken] ist im benachbarten Borbeck das zweijährige Töchterchen des Bergarbeiters Augustin. Die Mutter des Kindes hatte dasselbe einen Augenblick ehne Aussicht in der Stube allein gelassen. Als sie zurückkehrte, fand sie ihren Liebling tot im Waschsaß vor. M.=Gladbach, 7. Okt.[Streik in Aussicht.) In der Maschinenfabrik von A. Monsorts ist ein Plakat ausgehängt, worin die Arbeiter infolge einer Versammlung des christlichen Metallarbeiterverbandes aufgefordert werden, aus dem Verbande auszutreten. Bis morgen(Sonnabend) früh 8 Uhr sollen diejenigen, die dem Verbande angehören, eine Bescheinigung vorbringen, daß sie sich mittelst einer eingeschriebenen Postkarte abgemeldet haben.„Ich dulde weder einen christlichen noch einen unchristlichen, oder einen sozialdemokratischen Verband in meinem Betriebe“, so hieß es zum Schluß in dem Plakat. Infolge dieses Vorganges st auf heute abend eine große allgemeine Arbeiterversammlung anberaumt worden, in der zu dieser Angelegenheit Stellung genommen werden soll. Vermistztes. * Berlin, 7. Okl. Bei Schönellguth wurde ein Landfuhrwerk vom Zuge erfaßt. Die Frau des Landwirtes ist ums Leben gekommen. Der Kutscher wurde schwer verletzt. * Dessau, 7. Okteber. Wie der Anhaltische Staats= anzeiger meldet, ist in dern Braunkohlenwerk zu Gerlebogk durch Einbruch= von Wasser= und Schlammmassen eine Strecke von 1000 Metein gestern verschlammt worden. Die Belegschaft ist zum Teil abgeschnitten. Man befürchtet, daß 18 Mann umgekommen sind. * Elbing, 7. Okt. Die Rosenburger Wurst= und Fleischwaren=Verkoufsgenossenschaft, welche vor etwa 10 Jahrer n den Großgrundbesitzern des Kreises Rosenberg g gründet worden war, mußte laut„Elb. Zig.“ den Konkurs anmelden, weil der Leiter sich große Veruntreuungen und Unterschlagungen zu schulden kommen lleß. Die Unterschlagungen betragen angeblich 40000 Mk. * Basel, 7. Okt. Heute fröh, brach Feuer im hiesigen Stadttheater aus. Der Innenraum war gegen 4 Uhr total ausgehrannt. Die Feuerwehr war machtlos, so daß die anstoßende Kunsthalle schwer gefährdet wurde. Ein Feuerwehrmann erlitt schwere Verletzungen. 1* Antwerpen, 7. Oktober. Heute morgen fand im Pulvermagazin des Forts„Sainte Marie“ in Calloo eine Explosion statt. Es explodierten 3 Geschosse, wedurch das ganze Pulvermagazin zerstört wurde. 11 Soldaten wurden getötet, viele andere, darunter 2 schwer, verwundet. *(Eine Kesselexploston] hat gestern abend in Zavidovic bei Serajewo in einem Etablissement für ForstIndustrie stattgefunden, wodurch sechs Arbeiter getötet und mehrere verwundet wurden. Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 9. Oktober. Kollekte für die deutsche evangelische Seemannsmission. Neue Kirche 10 Uhr: Pastor Seippel. Alte Kirche 10 Uhr: Past. Meinshausen. Neue Kirche 1¼ Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Seippel. Alte Kirche nachmittags 3 Uhr: Pastor Siebold. Montag, den 10. Oktober Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des blauen Kreuzes im Vereinshause. Dienstag, den 11. Oktober. Abends 8¾ Uhr: Bibelstunde des Jänglingsvereins im Vereinshause. Mittwoch, den 12. Oktober. Abends 8½ Uhr: Bibelbesprechstunde im Konfirmandenhause. Freitag, den 14. Oktober. Alte Kirche 10 Uhr: Pastor Seippel. Honnabend, den 15. Oktlober. Neue Kirche 10 Uhr: Beichte Pastor Seippel. Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 9. Okttober. (20. Sonntag nach Pfingsten.) Morgens 6 Uhr: 1. hl. Messe. Morgens ½8 Uhr: 2. bl. Messe mit Predigt. Morgens 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 8 Uhr: Rosenkranzandacht. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, Donnerstag nachmittag 6 Uhr meine innigstgeliebte Tochter, Schwester, unsere gute Nichte und Ekelin Johanne Buer nach langem, schwerem Leiden im Alter von 20 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Dies zeigen mit der Bitte um stille Tellnahme tiefbetrübt an Frau Wwe. Marie Buer geb. Ulhoff u. Tochter. Gütersloh, 7. Okt. 1904. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 5 Uhr vom Trauerhause, Berlinerstraße 382, aus statt. Der altbekannte Tiroler Kappnsschneider Alois Wachter trifft am 11. d. Mis. hier ein und werden Bestellungen in der Wirtschaft Elbracht, Domhof 98, entgegengenommen. Fr. Ch. Montag, ½8 Uhr, Eintrach., Feuerversicherung. Die Vertretung einer konkurrenzfähigen alten deutschen FeuerversicherungsGesellschaft, die seit mehr als 20 Jahren ⅜8 der Prämte als Dividende an die Versicherten zurückvergütet, ist an einen respektablen Herrn, der auch in besseren Kreisen eingeführt ist, zu vergeben. Gefl. Offerten unter M. D. 1054 an Haasenstein& Vogler, A.=G., Köln erbeten. Revernahme zum Verkauf: 1 weniggebrauchtes Plüschsofa 3 Bettstellen mit Matratzen, 1 Kückenschrank und 1 Tisch. H. Scharwitz, Alter Kirchhof. 100 Zentner prima Wurzeln Zentner a 1,75 Mark hat zu verkaufen Fr. Schrewe, Niehorst 50. Dienstag morgen von 8. Uhr ab wird bei Bäcker Breenkötter in Pavenstädt friches Schweinestist à Pfund 45 Pfg. verkauft. Statt beso Anzeige. Es hat Gott dem Herrn gefallen, heute morgen ½12 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Wwe. Hambrink geb. Wüllner nach kurzem Leiden im Alter von 76 Jahren zu sich in ein besseres Leben abzurufen, welches mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen Die trauernden Hinterbliebenen. Gütersloh, den 8. Oktober 1904. Die Beerdigung findet am Dienstag nachmittag 3 Uhr, vom Trauerhause, Schulstrasse 682, aus statt. Es hat Gott dem Herrn gefallen, Freitag morgen 6 Uhr unsern lieben Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Wilhelm Ohlbrock nach kurzem Leiden im 78. Lehensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen. Pavenstädt, 8. Oktober 1904. Die Beerdigung findet am Montag nachmittag um ½4 Uhr vom Trauerhause, Pavenstädt Nr. 6, aus statt. Die Feler Im Hause beginnt um 8 Uhr. Vogt& Wolr a. c. in Gütersloh. Die Herren Gesellschafter werden hiermit zu der am Honnerstag, den 3. November cr., nachmittags 5 Uhr, im Hotol Schmale in Gütersloh statlfindenden ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Gesellschafter, die an der Generalversammlung teilnehmen wollen, haben gemäß§ 16 der Statuten ihre Aktien, oder die darüber lautenden Hinterlegungsscheine der Reichsbank bis zum 25. Oktober bei der Westfällschen Bank in Bielefeld, bei dem Bankhause Delbrück, Lee& Co. in Berlin oder bei der Geschäftskasse zu hinterlegen. Tages=Ordnung: 1. Vorlage des Geschäftsberichts des Vorstandes und des Berichts des Aussichtsrates. 2. Vorlage der Jahresbilanz und der Gewinn= und Verlustrechnung; Beschlußfassung über deren Genehmigung und über die Gewinnverteilung. 8. Beschlußfassung über die Entlassung des Vorstands und des Aussichtsrates. 4. Ersatzwahl für die belden ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Vorstand. Wilh. Vogt. Tüchtiger Tischlergeselle für dauernde Beschäftigung gesucht. W. Mahne, Kaltenstroth. Möbliertes Wohnund Schlafzimmer an 1 oder 2 Herren zu vermieten. Neue Reihe 202. Alle ehemaligen Husaren werden zur Gründung eines Husaren=Vereins auf Sonntag, den 9. d. Mts., zur näheren Besprechung freundlichst eingeladen. Zusammenkuuft nachmittags 5 Uhr auf dem Teutoburger Bahnhof. Die Einberufer. Bei Drüsen, Skrofeln, englischer Krankheit, Hautausschlag, Rheumatismus, Hals= und Lungen=Krankheiten, Erkältung, altem Husten, Stickhusten, zur Stärkung und Kräftigung schwächlicher blutarmer Kinder empfehle jetzt wieder meinen beliebten, ärztlicherseits viel verordneten Allgemein als der beste und wirksamste Lebertrau auerkannt. Wirkt blutbildend, säfteerneuernd, appetitanregend. Hebt die Körperkräfte in kurzer Zeit. Allen ähglichen Präparaten und neueren Medikamenten vorzuziehen. Geschmack fein und milde, daher von Groß und Klein ohne Widerwillen genommen. Jahresverbrauch stetlg steigend, bester Bewels für die Güte und Beliebtheit. Viele Atteste und Danksagungen darüber. 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Reklamen 25 Pf. Wöchentliche 1 Illustrierte Gratis-Beilage: G### Neue Lesehalle. Nr. 32. ... Erscheint wöchentlich dreimal: Dienstag, Donnerstag und Samstag abend. Redaktion und Expedition: Schulstraße 733. Nr. 121. Druck und Verlag Schmäling& Ohlbrock in Gütersloh. Sonnabend, den 8. Oktober 1904. Verantwortlicher Redakteur: Johannes Vogt in Gütersloh. 15. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Erhebungen zur Handwetkerfrage. Nachdem das sogenannte„Handwerkergesetz" vom 26. Juli 1897, das die Organisation des Handwerks in wichtigen Punkten neu geregelt hat, nunmehr seit mehreren Jahren seinem vollen Umfange nach in Kraft getreten ist, hat sich das Bedürfnis herausgestellt, über seine seitherigen Wirkungen durch umfassende stattstische Erhebungen ein zuverlässiges Bild zu erhalten. Aus diesem Grunde, zugleich, um einem wiederholt vom Reichstag ausgesprochenen Wunsche Rechnung zu tragen, sind im Reichsamt des Innern eingehende Fragebogen— je einer für die freien und die Zwangsinnungen, für die Innungsausschüsse und die Innungsverbände, die Handwerkskammern und die höheren Verwaltungsbehörden— aufgestellt worden. Neben den eigentlichen Organisationsfragen sind insbesondere Ermittelungen über die Einrichtungen auf dem Gebiete der Lehrlingshaltung, der Gesellenprüfungen, der Einigungsämter und Schiedsgerichte, des Schul= und Herbergswesens, der Arbeitsnachweise, der Kranken=, Sterbe= und Unterstützungskassen, der gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebe u. a. m. ins Auge gefaßt. Die Ausfüllung dieser Fragebogen, deren Verteilung an die zuständigen Körperschaften und Behörden bereits erfolgt ist, soll im Februar bezw. März nächsten Jahres bewirkt werden, worauf dann die Aufarbeitung des eingegangenen Materials im Kaiserlichen Stautstischen Amte alsbald in Angriff genommen werden wird. Aus der zu erwartenden sorgfältigen Beantwortung dieser Fragen werden wertvolle Aufschlüsse über den gegenwärtigen Stand des deutschen Handwerkerwesens zu entnehmen sein. Konkursstatistik. Nach der vorläufigen Mitteilung des Kaiserlichen Statistischen Amts zur Konkursstatistik gelangten im zweiten Vierteljahr 1904 im Deutschen Reich 2466 neue Konkurse zur Zählung, gegen 2332 im zweiten Vierteljahr 1903. Es wurden 439 Anträge auf Konkurseröffnung wegen Mangels eines auch nur die Kosten des Verfahrens deckenden Massebetrages abgewiesen und 2027 Konkursverfahren eröffnet; von letzteren hatte der Gemeinschuldner in 1235 Fällen ausschließlich die Konkurseröffnung beantragt. Beindet wurden im zweiten Vierteljahr 1904: 2106 (zweites Vierteljahr 1908: 2161) Konkursverfahren, und zwar durch Schlußverteilung 1510, durch Zwangsvergleich 422, infolge allgemeiner Einwilligung 87 und wegen Massemangels 187. In 840 beendeten Konkursverfahren war ein Gläubigerausschuß bestellt. Lokales und Provinzielles. . Gütersloh, 8. Oktbr.[Personalten.] Die Notiz in vor. Nr. d. Zig. ist dahin richtig zu stellen, daß nicht Herr Postassistent Husemann, sondern Herr Schlingmann zum Ober=Postassistent ernannt worden ist.— Herrn Lademeister Müscher, welcher in den Ruhestand getreten, wurde das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. §§ Gütersleh, 6. Okt.(Schöffengericht.] Versitzender Herr Amisgerichtsrat Paleske; als Schöffen woren berufen die Herren Färber Fritz Schröder von Isselhorst und Kolon Christoph Jacobfeuerborn von Kattenstroth. In folgenden Sachen wurde verhandelt: 1. Der Kaufmann H. M. in Brackwede hat in Liemke ein Zweiggeschäft eingerichtet. Am 4. Juni d. J. sind in dem Geschäfte zwei Dezimalwagen ihrer Unvorschriftemäßigkeit wegen beschlagnahmt und dementsprechend gekennzeichnet. M. ist angeklagt, die beiden betr. Waagen von der Stelle abgeholt und somit der Verstrickung entzogen zu haben. Dem Antrage des Amtsanwalts gemäß wurde der Angeklagte zu 8 Tagen Gesängnis verurteilt.— 2. Der Kolon J. E. zu Liemke ist angeklagt, am 9. Juni d. J. an Orten, an denen zu jagen er nicht berechtigt ist, die Jagd ausgeübt zu haben und zwar nachts und zur Schonzeit. Der volle Beweis für die Straftat konnte nicht erbracht werden, es erfolgte daher Freisprechung. km. Pheda. 7. Oktbr.[Der Verein amtlicher Fleischbeschauer des Kreises Wiedenbrück) hielt am Sonntag, den 25. September, im Saale des Hotel Allerbeck hierselbst eine seiner vierteljährlichen Generalversammlungen ab. Zu derselben waren erschienen der Ehrenvorsitzende des Vereins, Herr Kreistierarzt Flindt aus Wiedenbrück, das Ehrenmitglied Herr Tierarzt Wulfhorst aus Gütersloh und 71 Mitglieder. Nachdem um 5 Uhr nachmittags vom Vorsitzenden Herrn F. Meyer=Wiedenbrück die Versammlung eröffnet war, überreichte derselbe dem Herrn Ehrenvorsitzenden im Namen des Vereins ein Diplom. Herr Flindt stattete dafür seinen Dank ab und gab hierbei in einer an die Versammlung gerichteten Ansprache zu erkennen, daß ihn die Ehrung sehr freue, er aber doch in einer noch so kurzen Zeit seit Bestehen des Vereins eine solche Anerkennung nicht verdient habe; deshalb sei er auch ganz überrascht. Bis heute habe er für den Verein noch nichts besonderes leisten können, freue sich aber, daß unter den Fleischbeschauern des Kreises mit so reger Anteilnahme der Verein gesördert werde und die Interessen desselben von jedem Mitgliede so eifrig wahrgenommen würden. Er habe die Ueberzeugung, daß jedes Mitglied sich seiner Pflichten bei dem so verantwortungsvollen Amte voll bewußt sei und mit regem Interesse an der Tätigkeit auf dem Gebiete der Fleischschau teilnehme. Für seine Person aber wolle er alles aufbieten, was in seiner Macht liege, den Verein zu unterstützen und jedem Mitgliede mit Rat und Tat gern zur Seite stehen. Der Verein möge blühen und gedeihen. Hierauf stimmten die Anwesenden in ein dreimaliges Hoch ein. Es wurde dann vom Herrn Kreistierarzt ein Vortrag über Einführung von Freibänken gehalten und die Vorteile derselben eingehend besprochen. Dem Kassenführer des Vereins Herrn W. Beckmann=Gätersloh wurde nach Prüfung der Rechnungen 2c. Entlastung erteilt. Auf besonderen Antrag wurde sodann über Beschaffung von Acelylen=Laternen für die Fleischbeschauer verhandelt. Dieser Antrag wurde mit Recht damit begründet, daß besonders den Beschauern auf dem Lande die Untersuchungen bei Lampenlicht noch viel durch zu spärliche Beleuchtung erschwert würden. Es wurde der Vorstand beauftragt, von zwei Fabrikaten je 8 Stück Laternen zur Probe zu beschaffen und dieselben auf ihre Güte auszuproben. Die meisten Mitglieder waren bereit, hiernach eine Laterne sich zuzulegen und sollen dieselben, wie alle anderen Instrumente und Utensilien, vom Verein beschafft werden. Nach Erledigung dieses Punktes machte Herr Husemann=Gütersloh, welcher als Delegierter des Vereins zum Verbandstage des Landesverbandes Preußischer Fleischbeschauer nach Berlin beordert war, über alles Gehörte wissenswerte Mitteilungen und Erläuterungen und wurde danach die Versammlung vom Vorsitzenden mit dem Wunsche auf ein frohes Wiedersehen in Wiedenbrück geschlossen. Herford, 5. Okt.[Blutvergiftung.] Gestern nachmittag verschied im katholischen Krankenhause unter ungeheuren Schmerzen ein 13jähriger Bäckerlehrling, welcher sich in der Eir quartierungszeit in die Hand geschossen hatte. Die zuerst nicht beachtele Wunde nahm bald eine Wendung zum schlimmern. Es trat Blutvergiftung hinzu, und den ärztlichen Bemühungen gelang es nicht, das junge Menschenleben zu retten. Münster, 7. Okt.(An Unterstützungen,) Beihilfen und Prämien zur Förderung des Kreis= und Gemeindewegebaues im Jahre 1905 hat der Provinzial= Ausschuß bewilligt: 1. An Unterstützungen für Wege im Regierungsbezirk Arnsberg 42891 Mark, 2. an Beihilfen für Wege im Regierungsbezirk Münster 335214 Mark, an Beihllfen für Wege im Regierungsbezirk Minden: 134 445 Mark, an Beihilfen für Wege im Regierungsbezirk Arnsberg 271028 Mark, 3. an Prämien für Wege im Regierungsbezirk Minden 45.056 Mark, an Prämien für Wege im Regierungsbezirk Arnsberg 8970 Mark, im Ganzen: 837004 Mark. Im Herbst. Bald fällt von diesen Zweigen Das letzte Laub herab; Die Büsch und Wälder schweigen, Die Welt ist wie ein Grab. Wo sind sie denn geblieben? Sie sangen einst so schön. Der Reif hat sie vertrieben, Weg über Tal und Höh'n. Die Vögel sind verschwunden, Der Lenz ist anderswo; Nur, wo sie den gefunden, Da sind sie wieder froh. Dein Frühling kann nicht schwinden, Steis gleich bleibt dein Geschick; Du kannst den Frühling finden Noch jeden Augenblick. Der Sohn des Sträflings. Roman von F. Arnefeldt. (29. Fortsetzung.)—(Nachdruck verboten.) „Aber, Cephise, Du kannst nie seine Gattin werden", stellte ihr tief erschüttert der Vater vor.„Du kannst nicht erwarten, daß wir je unsere Zustimmung zu Deiner Verbindung mit dem Sohn eines Mannes geben, der „Schuldlos ist!“ fiel sie ein,„der viel gelitten hat und dissen Schuldlosigkeit noch an den Tag kommen wird". „Aber Kind, bedenke, es sind seitdem mehr als dreißig Jahre vergangen“, stellte ihr der Vater vor.„Hätte Maxime Fouret sich schuldlos gefühlt, er würde eine Wiederaufnahme des Verfahrens verlangt und mit den ihm zu Gebote stehenden reichen Geldmitteln auch durchgesetzt haben. Daß er es nicht getan, ist der stärkste Beweis gegen ihn“. Cephise zuckte ganz leicht die feingeformten Schultern. „Welche Gründe ihn zu seiner Handlungsweise bestimmt haben, vermag ich natürlich nicht zu sagen; eins aber weiß ich bestimmt: Herr Guignolle und Anne Delpit hätten nicht an ihm festgehalten, wenn er ein Verbrecher gewesen wäre; sein Sohn könnte nicht mit einer so schwärmerischen Liebe und Verehrung an dem Vater hängen, wenn in dessen Leben ein so schwarzer Fleck zu finden wäre". Baron und Baronin von Mornard sahen ein, daß ihre Tochter in diesem Augenblicke der höchsten Erregung zu keiner anderen Anschauung zu bringen sei, und nur der erstere hoffte, daß die Zeit und die fortdauernde Einwirkung sich anderen Sinnes machen würde. Die Baronin kannte ihr Kind besser. Unter Cephise's zarter Hülle, unter ihrem sanften, anschmiegenden Wesen barg sich ein hoher Grad von Festigkeit, eine über das Leben hinausreichende Treue. Wohl würde sie, davon war die Mutter überzeugt, nie einen Schritt tun, der den Eltern Gram und Kummer bereitete, aber auch nie sich dazu verstehen, einem anderen Manne ihre Hand zu reichen als Alfred Fouret. „Endigen wir diese Unterredung, die schon zu lange gedauert hat, die Mitternachtsstunde ist vorüber“, sagte mit einem Blick auf die auf dem Kamin stehende, leise tickende Bronze=Uhr, der Baron.„Du wirst anders denken lernen". Cephise schüttelte recht bestimmt den Kopf. „Laß Zeit vergehen, mein Kind,“ bat die Baronin, „kehre jetzt In Dein Schlafzimmer zurück.“ Sie selbst führte die Tochter dahln, bettete sie weich und verließ sie erst, als ihre Augen sich geschlossen hatten. Der Glaube des jungen Mädchens war so fest, daß alle Unruhe von ihr gewichen war und sie zu schlafen vermochte. Als die Baronin zu ihrem Gatten zurückkehrte, fand sie ihn an ihrem kleinen Schreibtisch sitzen und eifrig schreibend. Bei ihrem Eintritt drehte er sich um und sagte, ohne die Feder aus der Hand zu legen: „Verzeihe den Einbruch, liebe Adelaide, aber ich wollte ungesäumt an Fouret schreiben.“ „War das so eilig?“ fragle sie mit einem trüben Lächeln. „Ja!“ erwiderte er eifrig,„der Bote soll den Brief morgen ganz früh auf das Postamt bringen. Der junge Mann wartet darauf und ich— ich möchte die Sache gern schnell beendet haben.“ „Beendet!“ wiederholte sie, indem sie zu ihm trat und ihm die Hand auf die Schulter legte,„hoffst Du da wirklich, Armand? Ich fürchte, sie wird uns noch viel zu schaffen machen.“ „Nicht doch! Eephise ist unser gutes, gehorsames Kind.“ „Sie wird es bleiben, und— und sich daran verbluten!“ seufzte die Baronin, wehrte ihrem Gatten, der etwas erwidern wollte, mit der Hand und verschwand im Schlafzimmer. Er starrte eine Weile, den Kopf in die Hand gestützt, düster vor sich hin, dann murmelte er: „Noblesse oblige!“ nahm die Feder wieder auf, vollendete den Brief, folgte dann seiner Gemahlin und begab sich zur Ruhe. Der junge Frühlingstag war lange ausgebrochen, als das Ehepaar noch wachend auf seinem Lager lag. Alfred Fouret hatte auf Zureden Paul Guignolles sein Hotel verlassen, in der Avenue Montaigne, nur wenige Schritte von Paul entfernt, eine elegant möblierte Junggesellenwohnung gemietet und auch einen Diener für seine persönliche Bedienung angenommen. Die Auswahl der Wohnung und die Einrichtung in dieser hatte den ersten Tag der Wartezeit, zu der er durch Baron von Mornard verurteilt worden war, ausgefüllt, und Paul ließ es sich angelegen sein, ihn über die anderen hinwegzuhelfen. Er flanierte mit ihm auf den Boulevards, besuchte mit ihm sogar eine der dichtgesüllten Kirchen, wo gerade einer der beliebten Prediger seine berühmte Fastenprebigt hielt; im Gegensotz dazu führte er ihn dann in seinen Klub und ruhte nicht eher, als bis Alfred sich zu einer Partie Baccarat herbeigelassen hatte. Aber alle Zerstreuungen verfehlten ihren Zweck. Alfreds Gedanken waren fern von Paris bei Ciphise, und mit immer steigender Ungeduld erwartete er den ihm verheißenen Brief des Barons von Marnard. Seine Geduld sollte indes nicht auf eine zu harte Probe gesetzt weden. Vom Frühstück, das er im Restaurant Durant eingenommen, nach Hause zurückkehrend, überreichte ihm seln Diener einen Brief, der nach dem Hotel Continentale Lochum, 5. Okt.[Bestrafter Fahrraddieb.) Die Strafkammer verurteilte den Schlosser August Gerwer aus Gelsenkirchen wegen mehrfacher Fahrraddiebstähle zu einem Jahre Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und zur Stellung unter Polizelaussicht. Gerwer gehört zu der Kategorie der gewerbsmäßigen Fahrraddiebe. Lütgendortmund, 6. Okt.[Vom Herzschlag getroffen] wurde die Ehefrau des Bergmanns Wächter von hier in einem Wagen der elektrischen Straßenbahn. Sie wollte sich wegen eines Herzleidens zum Arzte begeben. Als der Wagen vor dem Hause des Arztes hielt und die Frau sich erheben wollte, brach sie bewußtlos zusammen und mußte in die Wohnung des Arztes getragen werden, der jedoch nur mehr den eingetretenen Tod konstatieren konnte. Uerdingen, 6. Okt.[In große Trauer] wurde eine hiesige Familie versetzt. Der Vater, sonst ein nüchterner, strebsamer Mann, war im trunkenen Zustande der Polizeiwache zugeführt und dort zur eigenen Sicherheit in einer Zelle untergebracht worden. Als man ihn wieder auf freien Fuß setzen wollte, fand man ihn erhängt in seiner Zelle vor Vermischtes. * Berlin, 7. Oktober. Die Aufführung von Oskar Blumenthals„Der tote Löwe“ im Berliner Theater ist aus ordnungspolizeilichen Gründen verboten werden. In der bezüglichen Verfügung heißt es:„Die Behandlung des gewählten Stoffes macht trotz der würdigen Form, die ihm von dem Verfasser gegeben ist, wegen der unverkennbaren Darstellung bestimmter Vorgänge aus der zeitgenössischen Geschichte das Verbot gerade in der Reichshauptstadt notwendig, wo die Erinnerung an die selbst erlebten Ereignisse eine unmittelbare ist“. *[Treue eines Hundes.] Ein Kaufmann zu Münden besitzt einen Terrier, ein äußerst wachsames und anhängliches Tier, das nur den einen Fehler hat, durch adressiert gewesen und ihm von dort in seine jetzige Wohnung nachgeschickt worden war. Alfred wog den in einem elfenbeinweißen Kouvert mit der siebenzackigen Krone und den Buchstaben A. M. steckenden Brief in der Hand, und sein Herz klopfte zum zerspringen. Er kam aus Pierrefond und brachte die Entscheidung über sein Schicksal. Nicht um die Welt hätte er vermocht, ihn in des Dieners Gegenwart zu öffnen, ihn unter dessen Augen zu lesen. Er eilte in sein Zimmer, verschloß dessen Tür, obwohl er eine Ueberraschung garnicht zu fürchten hatte, und konnte sich dann doch nicht entschließen, das Couvert aufzuschneiden. Zögernd hielt er es noch einige Minuten in der Hand. Mit einem einzigen Schritt war er dann am Schrelbtisch, ließ sich schwer in den davorstehenden mit braunem, bunt gepreßten Leder bezogenen Lehnstuhl fallen, ergriff das eiselierte Paptermesser und zerschnitt mit demselben das Kouvert. Ein sehr starker elfenbeinweißer Briefbogen, ebenfalls mit Krone und Monogramm kam zum Vorschein. Nochmals zögerte Alfred, ehe er ihn entfaltete, und als er dies endlich tat und sich zum Lesen anschickte, war es ihm, als lege sich vor seine Augen ein Nebel, der ihn am Sehen hinderte. Auch das ging vorüber, und nun las er— las das Schreiben einmal, zweimal, ein drittes Mal und vermochte seinen Augen nicht zu trauen, die Wahrheit des Gelesenen nicht zu fassen, nicht zu glauben. Baron von Mornard wies seinen Antrag ab. In sehr glatten, sehr höflichen, aber auch sehr bestimmten und sehr kalten Worten, ohne Angabe eines überzeugenden Grundes. Seine Tochter sei noch zu jung, und er habe auch für die Zukunft andere Pläne mit ihr. Kein freundlich milderndes Wort, das vielleicht noch einer Hoffnung Raum gewährt hätte, keine Wendung, die ein Bedauern ausgedrückt, die die Aussicht auf eine Wiederbegegnung gelassen hätte. Alles so eisig, so abwehrend. Der glatte Brief glich einer kalten Marmorwand, die sich zwischen ihn und die Geliebte schob, um sie auf immer zu irennen.(Fortsetzung folgt.) fortgesetztes Bellen die Nachbarn zu stören und zu Klagen zu veranlassen. Insolgedessen hat der Besitzer den Hund wiederholt verkauft, doch das treue Tier ließ sich nirgende halten; sobald man ihn losließ, eilte er sofert wieder nach Münden zurück und sand sich voll Freude bei seinem Herrn wieder ein. Neuerdings wurde nun der Hund an einen Gastwirt verkauft, und dieser verhandelte ihn nach Breslau. Nun hielt man ein Wiederkommen für ausgeschlossen. Kaum aber war das treue Tier in Breslau, so wurde von dort auch schon gemeldet, daß es wieder verschwunden sei, und als letztmorgens das Dienstmädchen seines früheren Herrn in Münden die Haustür öffnete, stand der Hund davor, der alsbald seiner Freude, wieder daheim zu sein, den lebhaftesten Ausdruck gab. Wie es dem treuen Tiere möglich gewesen, den weiten Weg von Breslau bis nach Münden zurückzufinden, das wird wohl sein Geheimnis bleiben, an der Taisache ändert das nichts. Jetzt aber hat sich sein Herr doch entschlossen, den Hund nicht wieder zu verkaufen. *[Man muß sich zu helfen wissen.] Einem Schuhmachermeister in Oldenburg war das Malheur passiert, daß ein junger Mann, der ihm den Betrag für ein Paar Stiefel schuldete, spurlos verschwunden war. Dieser Tage nun bestellte der Schuldner wieder ein Paar Stiefel, die er unter Postnachnahme erbat. Dem Meister aber lag daran, zunächst einmal seine alte Forderung gezahlt zu erhalten. Er verpackte zwei Torssoden in eine Pappschachtel, die unter Nachnahme zum Versand gebracht wurde. Da die Sendung vom Adressaten angenommen worden ist, hat der Schuhmacher auf diesem ungewöhnlichen Wege sein Geld bekommen. *[Einegefährliche Freifahri] machte vor einigen Tagen ein 23 Jahre alter Pole namens Johann Pichotek. Der junge Mann, der nur polnisch spricht, suchte in Deutschland Arbeit. Als er bis Frankfurt a. d. O. gekommen war, ging ihm das Geld aus. Um nun doch Berlin, das Ziel seiner Sehnsucht, möglichst bald zu erreichen, setzte er sich in Frankfurt a. O. heimlich hinten auf den Puffer eines Courierzuges, der ohne Aufenthalt bis zum Schlesischen Bahnhof durchfährt. Hier aber wurde der„blinde Passagier" bei dem Versuche, unbemerkt vom Bahnhof zu entkommen, ertappt und zur Feststellung seiner Persönlichkeit nach der Polizetwache gebracht. Er war so bestaubt, daß man in ihm kaum noch einen Menschen erkannte. Jetzt wird er die Fahrt nachträglich wohl noch ziemlich teuer bezahlen müssen, aber er ist wenigstens in Berlin. * Hamburg, 5. Okt.„Ich werde Sie gleich von meiner Gegenwart befreien". Mit diesen Worten zog ein 34jähriger Mann, der sich gestern abend in den Anlagen am Hohenwall auf eine Bank gesetzt hatte, auf der zwei Liebespaare Platz genommen hatten, die den Fremden als unangenehmen Störenfried ansahen, einen Revolver aus der Tasche und gab einen Schuß auf seine Schläse ab. Die Kugel drang ins Gehirn und hatte den sofortigen Tod zur Folge. Im Besitz des Selbstmörders fand man Papiere, die auf den Namen eines Graveurs aus Leipzig lauten. * Karlsruhe, 6. Oktober. Archttek! Friedrich Benzinger, der Vorsitzende des Haus= und Grundbesitzervereins, wurde heute nacht in einer Versammlung dieses Vereins, in welcher über die neue Wasserordnung eine lebhafte Diskussion stattfand, mitten in der Rede von einem Herzschlag getroffen, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. * Posen, 7. Oktober. Der kleine Graf Kwieleck aus Wroblewo ist, wie man weiß, immer noch Gegenstand eines Gerichtssolles, da die aus dem Berliner Prozeß bekannte Weichenstellerfrau Meyer den kleinen Grafen als ihren Sohn reklamiert. Sie ist vom Posener Gericht in erster Instanz abgewiesen worden, will aber die weiteren Instanzen in Anspruch nehmen und hat zu diesem Zweck das Armenrecht nachgesucht. Das ist ihr jetzt, wie man hört, bewilligt worden. *[Prinzessin Luise von Koburg.] Das Wiener Oberhofmarschallamt hat beschlossen, die sofortige abermalige Prüfung des Geisteszustandes der Prinzessin Luise zu bewilligen. Zur Beschlußfassung über die Durchführung dieser Untersuchung wurden der Advokat Dr. v. Feistmantel als Kurator der Prinzessin und Regierungsrat Dr. Bachrach als Anwalt des Prinzen Philipp von Koburg für den 8. Oktober zum Oberhofmarschallamt berufen. Dem Kurater wurde freigestelli, auch den Nawalt der Prinzessin, Dr. Stimmer, hierbei zuzuziehen. * London, 7. Okt. Infolge eines starken Sturmes sind die telegraphischen Leitungen zum Norden sast sämtlich zerstört. Das Fischerboot 21 ist gesunken, die Mannschaft erirank. * New=York, 7. Okt. Ein Automobil, werin sich 5 Frauen und 3 Männer befanden, stürzte in der Jerome Avenue einen 80 Fuß hohen Abhang hinunter auf das Gleis der Zentralbahn, wo ein Zug heranbrauste. Das Automobil wurde zertrümmert, zwei Insassen getötet, die anderen tötlich verletzt. Humer und Witz. [Auch ein Gnadenlohn.]„Seh' mal, Sepperl, habt ihr Immer noch den alten Metzzergesellen im Geschäft?“ —„Ja, dem gibt jetzt der Vater die Gnadenwurst". *[Unerwartete Aufklärung.] Dame(von auswärts zum ersten Male in einer großen Kaffeegesellschaft der Residenz): Sagen Sie, Frau Doktor, sind Sie nicht zuweilen eifersüchtig auf die Patientinnen Ihres Herrn Gemahls?— Frau Doktor: Ganz und garnicht— mein Mann ist Tierarzt. *[Kein Abstinenzler.]„Ist der Bierle aber ein wütender Wasserseind!"—„Ja, in dessen Behausung trägt jedes Wassergefäß die Aufschrift„Aeußerlich!“ *(Glaublich.]„Ich möchte’ne neue Wirtschaft bauen, weißt du keinen passenden Platz dafür?“—„O ja, baue draußen dicht neben die Trinkerheilanstalt... Die entlassenen Patienten haben immer einen Riesendurst". *(Triftiger Grund.]„Warum wollen Sie nicht aus jenem elenden Neste fortziehen, Herr Meier?“—„Ich bin dort der einzige Meier am Orte“. Standesamts-Nachrichten für die Zeit vom 1. bis 7. Oktober 1904. Stadt Gütersloh. Geburten: Sohn: Zigarrenmacher Heinrich Poggenpohl. Tochter: Bremser Friedrich Wilhelm Kuhlmann. Aufgebote: Zimmergeselle Daniel Petersen Schmidt und Dienstmagd Elise Wilhelmine Voßpeter, beide in Hadersleben. Weber Johann Heinrich Sewerin hier und Spulerin Laura Schliphake in Pavenstädt. Kaufmann Friedrich Wilhelm Hermann Voß hier und Florentine Johanne Ida Schlink in Brackwede. Malergehülfe Wilhelm Lohmann und Haushälterin Johanne Hustert, beide in Nordborn. Schlachter Ludwig Kosfeld und Scheererin Sofie Diekötter, beide hier. Sterbefälle: Ernst Hermann Wixsorth, 10 Monate alt. Johanne Katharine Agnes Buer, 19 Jahre 11 Monate alt. Amt Geburten: Sohn: Fabrikarbeiter Hermann Schlüpmann zu Sundern. Töchter: Webermeister Heinrich Siekmann zu Sundern. Bremser Heinrich Lohmann zu Blankenhagen. Aufgebote: Bahnarbeiter Friedrich Krümpelmann zu Nordhorn mit Näherin Friederike Kampmann zu Blankenhagen. Maler= und Glasergehülfe Wilhelm Lohmann mit Haushälterin Johanne Hustert, beide zu Nordhorn. Eheschließungen: Sägemüller Gustav Bollweg mit Dienstmagd Charlotte Tappmeier, beide zu Nordhorn. Lagerarbeiter Ludwig Flöttmann zu Sundern mit Näherin Wilhelmine Marten zu Pavenstädt. Schneider August Rehage mit Elisabeth Müterthies, beide zu Sundern. Lagerarbeiter Wilhelm Wixsorth zu Pavenstädt mit Dienstmagd Henriette Westhoff zu Bielefeld. Hausknecht Heinrich Kornfeld zu Gütersloh mit Minna Strathoff zu Sundern. Sterbefälle: Katharine Softe Fissenewert zu Sundern, 70 Jahre 8 Monate alt. Eine Totgeburt. Märkte. 10. Oktober. Soest: Viehmarkt. 11.„ Bielefeld, Ibbenbüren: Viehmarkt. 12.„ Isselhorst: Blehmarkt. Oelde: Kram= und Viehmarkt. 18.„ Lengerich i. W.(Stadt): Kram=, Vieh= und Haufmarkt. 14.„ Schildesche: Viehmarkt. Oeynhausen: Kram= und Viehmarkt. CESI Giebtschönste Wäsche Bekanntmachung. Zum mindestfordernden Verdinge der Arbeiten und Lieferungen zu dem Neubau von zwei inklaingen katholischen Schulen zu Liemke und einer einklassigenevangelischen Schule zu Schloß=Holte, sämtlich mit Lehrerwohnungen und Stallungen ist Termin auf Dienstag, den 18. Oktober d. J., nachmittags 3½ in der Gastwirtschaft von Mensendiek zu Schloß=Holte, anberaumt. Die Neubauten sind zu 19150 bezw. 18500 bezw. 19770 Mark veranschlagt. Unternehmungslustige werden zu diesem Termine mit dem Bemerken geladen, daß die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen auf dem hiesigen Amtsbureau während der Dienststunden zur Einsicht der Reflektanten offen liegen. Verl, den 5. Oktober 1904. Der Amtmann: Rohden. Allein echt zu haben bei: M. Pollkläsener, Heinr. Hill und L. Grabemann. Zur Verhütung von— Haarausfall, Haarfrass, Haarspalte, bewährt sich allein und am besten Vorzüglichen Speck und Schinkenstücke sehr billig bei Bernh. Meyer. Nur ächt mit Marke„Wendelsteiner Kircher!“. Flasche Mk. 0.75 und Mr. 1.50. Bekanntlich das einfachste, unschäblichste alterprobte Mittel, kräftigt den Haarboden, reinigt von Schuppen und kühlt wohltuend die Kopfhaut. Befördert bei täglichem Gebrauche ungemein das Wachstum der Haare Alpina Seise à 50 Pfg.— Zu haben in Apotheken und Drogerien, in Gütersloh bei Drog. Ernst Hoffschildt, Löwendrog. Grabdenkmäler und Einfassungen, Renovieren alter Denkmäler billigst bei Carl Schmitz am neuen Friedhof. aller FArt samkbilligsten und in großer Auswahl bei Otto Honcamp Nachf. Eisenbahn=Fahrplan vom 1. Oktober 1904. Berlin—Köln. Die Zelt von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ist durch Unterstreichen der Minutenzahl bezeichnet. 217 838 930 1052 110 1115 1120 1134 7 Köln—Berlin. Stationen Schn. Pers. Schn. Pers. Pers. Pers. Schn. Pers.[0=Zug Pers. Schn. 0 Zug Wagenklasse 1—3 1—4 1—8 1—4| 1—4|1—4 1—3/—4 1—3 1—4| 1-3 1-2 Köln Dortmund Hamm Heeßen Ahlen Vorhelm Neubeckum Oelde Rheda Gütersloh Isselhorst Brackwede Bielefeld Brake in Westf. Herford Löhne Oeynhausen Porta Minden Bückeburg Hannover Berlin Lehrter Bahnhof an „ F r i e d r i c h s s t r. 940 810 639 650 721 737 845 745 1009 — 433 1202 1200 200 185— 740 546/1014 007/1222 053|1247 245 409 315 167 633 614 857 657 925 710 935 718 730— 730— 749— 800— 815— 520 830/1016 535 839 549 833 601 907 /1030 611 917 023 937 630 980 646 1005 700 1024 711/1087 723/1050 845/1213 — 1240 — 644 1052 1103 1111 1125 1137 1226 918 1002 1013 1022 1030 105 1109 1120 1130 1150 1207 1216 Rheda—Münster. Rheda ab Herzebrock„ Clarholz Beelen„ Bohren„ Warendorf Klauenberg„ Raestrup=Ew., Telgte Jägerhaus„ Handorf„ St. Mauritz„ Münster an Bielefeld—Brackwede—Osnabrück. Münster—Rheda. Herford—Detmold—Altenbeken. Altenbeken—Detmold—Herford. Bielefeld Brackwede Quelle Steinhagen Künsebeck Halle in Westf. Borgholzhausen Westbarthausen Dissen=Rothenfd. Hilter Hankenberge Wellendorf Otto=Schacht Oesede Malbergen Osnabrück Genabrück—BrackwedeOsnabrück Malbergen Oesede Otto=Schacht Wellendorf Hankenberge Hilter Dissen=Rothensd. Westbarthausen Borgholzhausen Halle in Westf. Künsebeck Steinhagen Quelle Brackwede Bieleseld 750 807 812 818 820 10 Löhne—Genabrück—Rheine. Löhne ab Kirchlengern„ Bünde Bruchmühlen, Melle Westerhausen, Wissingen„ Lüstringen„ Osnabrück an „ ab Lotte Velpe Laggenbeck Ibbenbüren Hörstel Rheine Wiedenbrück-Sennelager. Wiedenbrück Jägerheim Lintel Rietberg=Neuenk. Westerwiehe Westerloh Nordhagen Delbrück Ostenland Sennelager„ Sennelager Ostenland Delbrück Nordhagen Westerloh Westerwiehe Rietberg=Neuenk. Lintel Jägerheim Wiedenbrück Rheda Wiedenbrück Batenhorst Langenbergi.“ Benteler Lipper=Bruchb Lippstadt Rheda—Lippstadt. Morgens Nachmittags. 1117 1123 1129 1136 1112 1146 1158 1272 Rheine—Genabrück—Löhne. Rheine ab Hörstel Ibbenbüren Laggenbeck Velpe Lotte Osnabrück „ ab Lüstringen„ Wissingen„ Westerhausen, Melle Bruchmühlen, Bünde„ Kirchlengern„ Löhne an Padervorn-Schloß Holte-Brackwede. Paderborn Neuhaus Sennelager Klausheide Hövelhof Liemke Schloß Holte Kracks Windelsbleiche Brackwede 8.17 8.32 8.40 8.52 9.01 9.13 9.27 Lippstadt ab Lipper=Bruchb.„ Benteler Langenberg i. W. Batenhorst„ Wiedenbrück Rheda an Lippstadt—Rheda. Morgens Nachmittags 856 910 915 922 931 936 940 954 1002 1007 1016 6.44 6.58 7.10 7.19 7.28 7.36 7.44 Beckum—Nenbeckum. Beckum ab 6.15/7=38/8=21|11.15/2.14/4.28/7.30 Friedrichsh.„ 6.2417.47/8.8011.24/2.284.87/7.39 Neubeckum an 6.28/7.51/8.3411.28/2.27/4.48/7.43 Nenbeckum—Beckum. Neubeckum ab 6.41/8.06/8.42/12.00s2.42/5.30s8.21 Friedrichsh.„(6.46/8.11/8.49/12.05/2.47/5.87/8.26 Beckum an 6.54/8.19|9.02/12.13/2.555.50s8.34 Kleinbahn Vielefeld—Schildesche—Werther. Löhne ab Oeynhausen„ Vlotho Oldendorf Hameln an Löhne—Hameln. Morgens Nachm. Abends 9.58 10.09 10.19 11.11 11.30 Hameln, ab Oldendorf Vlotho„ Oeynhausen„ Löhne an Hameln—Löhne. Morgens Nachm. Abends Lage Lemgo Barntrup Hameln Lage—Lemgo—Hameln. Hameln Barntrup Lemgo Lage Hameln—Lemgo—Lage. ab Bielefeld Kleinbyf. an Schildesche=Rettash. ab Schildesche Bahnhf. ab Gellershagen ab Babenhausen ab Dornberg ab Isingdorf ab Werther ab 7.10 87.00 47.00 450.51 26.46 56.40 56.33 6.25 11.50 11.46 11.30 11.28 11.23 11.17 10.08 11.00 10.00 10.05 10.12 10.17 10.22 10.35 10.44 10.55 9.55 10.00 10.06 10.10 10.15 10.25 10.34 10.44 Gütersloh Blankenhagen Marienfeld Harsewinkel Niedick Versmold Müschen Laer Iburg Lienen Höste Lengerich Personenbahnhof an Lengerich Personenbahnhof ab Lengerich Stadtbahnhof„ Tecklenburg Brochterbeck Bocketal Ibbenbüren an Ibbenbüren. Brochterbeck ab Dörenthee Saerbeck(Hafen) an utoburger Mald-Wisenbahn. Abbenbüren-Gütersloh. Ibbenbüren ab Bocketal„ Brochterbeck Tecklenburg Lengerich Stadtbahnhof Lengerich Personenbahnhof an Lengerich Personenbahnhof ab e. Müschen Versmold„ Niedick Harsewinkel Marienfeld„ Blankenhagen Gütersloh an Zweigstrecke Prochterbeck—Saerbeck(Hafen). 5 8 8 809 SSS- 24½ Ean 400 FUge 455 Saerbeck(pasen) an 9.42 9.59 10.40 10.50 10.57 7.05 8.01 8.35 8.40 8.55 9.31 9.17 B Gütersloh—Hövelhof. Gütersloh Sundern Barensell Verl Kaunitz Höpelhof 850 S 904 S F 915 Hönelhof Kaunitz Verl Barensell Sundern Gütersloh Empfehle eine Auswahl moderner Sofas zu billigstem Preise. H. Scharwitz, Alter Kirchhof Nr. 159, Möbel=, Polster= und Dekorations=Geschäft. Kurse Buchführung, Schnell=, Schönschreiben, prakt. Kontorwissenschaften 2c. werden hier wie bereits vor einigen Jahren binnen kurzem für Damen und Herren eröffnet. Sicherer Erfolg streug garantiert. Ausführl. illustrierte Prospekte kostenfrei in der Erv. d. Bl. zuhaben. Anmeldungen nimmt der gegenwärtig hier wellende Geschäftsföhrer Herr„Fr. 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