* * Erscheint täglich mit Ausnahme der Gonn= u. Feiertags. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Ml. 2.15, frei ins Haus gebracht; durch die Post monatl. 2.— Mk einschl. 48 Pf. Postzeitungsgedühr, dierzu Bestellgeld 36 Pf. Postscheckkonto. Essen 19739.# Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerthei Anzeiger Druck und Verlag: Koethers& Röttsches. Herne Hermann-Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböde lokal 7 Pf., auswärts 8 Pf., Ardettsund Wodnungsmarkt 5 Pf. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pf. Der am die Inserate eingeräumte Nachlat oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binsällig. Fernsprech=Anschluß: Samme! Nummer 32541: Celegramm=Adresse. Anzeiger Herne. Nr. 278(Erstes Blatt) Montag, den 27. November 1933 29. Jahrgang .... Meinungsaustausch paris—Berlin Das Vorsnis! Dem Besuche FrancoisDolspiel Poncets bei Hitler ist der der Botschafter Besuch des deutschen Botschafters im französischen Außenministerium gefolgt. Wir glauben es den Pariser Zeitungen, daß es sich„nur" um einen vorbereitenden Meinungsaustausch handelt. Aber dieses Vorspiel der Botschafterbesuche darf als günstiges Zeichen gedeutet werden. Man geht keinen vorbereitenden Schritt, wenn man nicht das mögliche Ziel nach der Vorbereitung ins Auge gefaßt hat. Mehr als ein solcher Schritt konnte unmittelbar nach dem Regierungssturz nicht erwartet werden. Ob nun auf der Gegenseite die Autorität gewinnt, die Auseinandersetzung mit Deutschland so entschlossen zu führen, wie Hitler es auf der deutschen Seite tun kann? Was wir zwischen Frankreich und Deutschland brauchen, ist Sicherheit, Vertrauen, weite Zielsetzung. Adolf Hitler hat es gegenüber Fernand de Brinon miederholt, was er immer gesagt hat: Deutschand will keinen Krieg, weil es keinen Wahnsinn will.„In Europa besteht nicht ein einziger Streitfall, der einen Krieg rechtfertigt." Das ist ein großes Wort. Korridor, Anschluß, Rüstungsgleichheit, alles schwerwiegende Schicksalsfragen des deutschen Volkes, aber nicht schicksalhaft genug, um das kostbare Blut von Millionen Volksgenossen zu vergießen—„denn es sind immer die Besten, die auf den Schlachtfeldern fallen.“ Hitler ist wie ein kampferprobter Feldherr, der keinen Krieg und keinen Sieg braucht, damit man an ihn glaubt. Er hat Jahre innerpolitischer Bewährung vor sich und kann auf einem unblutigen Schlachtfeld eine Fülle von Lorbeeren sammeln.„Glauben Sie, daß ich meine Arbeit durch einen Krieg zunichte machen will?" fragt er den Vertreter eines Landes, das leider in vielen entscheidenden Einschnitten seiner Geschichte sein Regierungssystem mit außenpolitischen Abenteuern zu festigen suchte. Das Vertrauensvotum des 12. November galt der Friedenspolitik des Kanzlers, nicht der Hoffnung auf erfolgreiche Kriegstaten. Hitler wiederholt, daß es außer der Saarfrage nichts gibt, was Deutschland und Frankreich grundsätzlich trennen könnte. Deutschland ist kein Moloch, dessen Unersättlichkeit Europa beunruhigt, Herr Brinon! „Ich allein entscheide über die Politik Deutschlands, und wenn ich mein Wort gebe, bin ich gewohnt. es zu halten.“ Aber eine Einigung mit Frankreich kann und darf nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit und gleicher Rechte erfolgen. Dann„bin ich bereit, alles anzuhören, alles zu begreifen, alles zu unternehmen.“ Direkten Verhandlungen stehen von deutscher Seite nicht die mindesten Schwierigkeiten im Wege. Drüben ist es leider anders. Seit Thoiry gilt es in Frankreich fast als Landesverrat, sich mit Deutschland allein an einen Tisch zu setzen. Mißtrauen, Hohn, Besorgnis war die Antwort der franzosischen Presse auf Deutschlands Verhandlungsangebot. Mit Aufbietung aller Kraft und mit tätiger Beihilfe der Herren Benesch und Henderson hat man in Genf aussichtslose Versuche wiederholt. Frankreich wird verhandeln müssen, wenn es nicht völlig die diplomatische Initiative an andere Mächte abtreten will. Die Fälschermethode des„Petit Parisien" dient weder der Wahrheit noch Deutschland. * Faschismus die Entwicklung der national #81314 sozialistischen Gruppen in Holland in Holland wird von der Oeffentlichkeit des eeee Landes mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt. Unter diesen verschiedenen Gruppen heben sich zwei Parteigebilde hervor, von denen die eine mehr dem faschistischen, die andere mehr dem nationalsozialistischen Vorbilde folgt. An der Spitze dieser Gruppen, deren Mitgliederzahl auf einige Zehntausend beziffert wird, stehen der Utrechter Professor Gerretson und der Ingenieur Mussert. Während die Partei Gerretsons vorwiegend im katholischen Süden arbeitet, versucht Mussert seinen Einfluß im nördlichen Holland auszudehnen. Beide Bewegungen haben einen stark völkischen Einschlag, der sich gegen das im Lande recht bedeutende Judentum ebenso wohl wie gegen das kolonialindische Farbenelement richtet. Diese Gruppen wehren sich gegen die politische Abhängigkeit des Landes von der belgischen und französischen Politik und treten für eine Annäherung an die autoritär regierten Länder Europas ein. Obgleich angesehene Wirtschaftsführer hinter der Bewegung stehen, ist sie auch in Holland gegen die Uebergriffe des Großkapitals eingestellt, und die Arbeiter und Mittelständler, darunter viele Arbeitslase, sind die wichtigsten Träger der Bewegung. Die Unabhängigkeit der Bewegung von der RSDAP. in Deutschland ist unbestreitbar, handelt es sich doch bei auen führenden Persönlichkeiten um Althollander, deren Vorstellung von einem nationalen Aufbruch völlig auf die besonderen holländischen Verhaltnisse zugeschnitten ist. Sintsspaltung franzosischen Regierung sind. in Frankreich wie unserem heutigen Pariser Bericht zu entnehmen ist, die Sozialisten praktisch ausgeschaltet worden. Diese Tatache kann als Ergebnis einer längeren Abwärtsentwicklung beurteilt werden. Der Zerfall der Sozialistischen Partei Frankreichs ist offenkundig. Nachdem Anfang November die sogenannten Neosozialisten ausgeschlossen worden waren, macht sich jetzt auf dem rechten, noch bei den„Orthodoxen" Leon Blums verbliebenen ParteiPariser Pressestimmen zum Besuch des Botschafters bei Hitler 7 Botschafter Köster im französischen Außenministerium TU. Paris, 26. Nov. 1933. Die Unterredung des Kanzlers mit dem französischen Botschafter in Berlin, Francois Poncet, wird ganz allgemein als Auftakt der deutsch=französischen Verhandlungen bewertet und dementsprechend als bedeutungsvolles Ereignis kommentiert. Der„Paris Soir“ betont, daß es sich um eine Fühlungnahme gehandelt habe, deren Zweck darin lag, den Charakter der künftigen Unterredungen zu umreißen. Die Aussprache zwischen dem Führer und dem französischen Botschafter habe sich sehr günstig aogewickelt und könne greifbare Ergebnisse zeitigen, sobald das französische Kabinett gebildet sein werde.— Der„Intransigeant“ will aus gut unterrichteter Quelle erfahren haben, daß der Schritt Francois Poncets nicht als erster Akt der deutsch=französischen Verhandlungen, sondern nur als Vorspiel anzusehen sei. Es werde aber nicht geleugnet, daß der französische Botschafter mit dem Reichskanzler die internationale Lage geprüft und über die Wege zu ihrer Besserung gesprochen habe. Im Zusammenhang mit der Unterredung zwischen dem Führer und dem französischen Botschafter wird von der Pariser Presse naturgemäß auch die Rede Sir John Simons besprochen. Die„Liberte“ schreibt, England wolle, daß die Versöhnung unter seiner Führung und mit seinem Segen sich vollziehe Die diplomatische Formel„bilaterale Verhandlungen“ andere an dem Stand der Dinge nichts. Hitler habe die Partie schon zu drei Vierteln gewonnen. Der „Temps“ findet in der Rede des englischen Außenministers Punkte, die er als ausgezeichnet betrachtet, und andere, zu denen er formelle Vorbehalte anmeldet. * Eine spätere Meldung läßt erkennen, daß man dem neuen Kabinett Zeit lassen will: Paris. 26. Nov. 1933. Der deutsche Botschafter Roland Köster hat am Samstag dem Generalsekretär am Quai d’Orsay, Leger, einen Besuch abgestattet. Es handelt sich um einen der üblichen Besuche, die der deutsche Botschafter von Zeit zu Zeit dem Quai d'Orsay abstattet. Die Unterredung des Führers mit Francois Poncet, die in der Pariser Presse zunächst als der Auftakt für die kommenden deutsch=französischen Besprechungen bezeichnet wurde, wird heute anscheinend auf höheren Wink lediglich als ein allgemeiner Meinungsaustausch hingestellt. Immerhin betont man, daß dieser Meinungsaustausch zur Klärung der gegenseitigen Absichten gedient habe. Diese vorsichtige Einstellung der Blätter verfolgt den Zweck, jeden Eindruck zu vermeiden, als ob Frankreich die Initiative für die Besprechungen ergriffen habe, um dadurch von vornherein einer späteren Verantwortung zu entgehen. Der„Temps“ legt besonderen Nachdruck auf die Feststellung, daß im Laufe der Unterredung keine Frage ausführlich behandelt worden sei, sondern daß sich der französische Botschafter darauf beschränkt habe, die Auffassung des Führers anzuhören, um sie seiner Regierung zu übermitteln. Deutsche, denkt an das Saargebiet Ein Aufruf des Führers des Bundes der Saarvereine Koblenz, 26. November 1933. Der Führer des Bundes der Saarvereine. Staatsrat Simon, erläßt folgenden Aufruf Deutscher Volksgenosse! Weißt Du, daß 800000 Deutsche an der Saar, vom deutschen Vaterland durch das Versailler Diktat abgetrennt, unter art= und volksfremder Herrschaft stehen? Weißt Du, daß im Saargebiet die aus Deutschland desertierten marxistischen und jüdischen Volksverräter unter wohlwollender Duldung der Regierungskommission unsere deutschbewußten Saarbrüder beschimpfen und terrorisieren, das Deutsche Reich. seine Regierung und den Führer Adolf Hitler öffentlich verleumden dürfen. ja in ihren Zeitungen offenen Landesverrat begehen? Weißt Du, daß dort an der Saar täglich deutsche Arbeiter, weil sie ihr Deutschtum nicht verleugnen, auf die Straße fliegen, punger und Elend leiden samt ihren Familien für Deutschland, für ihr Volk und damit für Dich. deutscher Volksgenosse? Weißt Du, daß trotz aller Bedrückungen, trotz aller Schikanen, allem Terror, trotz Not und Elend das deutsche Volk der Saar und vor allem der deutsche Handarkeiter und Bergkumpel seit 15 Jahren einen heroischen beispiellosen Kampf um sein Deutschtum führt? Deutscher Volksgenosse und was tust Du für Deine Brüder an der Saar? Die Saardeutschen erwarten von Dir Verständnis und Rückhalt in ihrem Kampf! Und sie haben durch ihr 15jähriges treues Ringen um die Rückgliederung an Deutschland ein Recht darauf, daß Du und jeder deutsche Volksgenosse Schulter an Schulter mit dem Deutschtum im Saargebiet stehst, daß nicht ihr Kampf und ihre Not bei uns im Reich vergessen wird. Wir wollen das ganze deutsche Volk aufrufen zur Anteilnahme und Mitarbeit zum Beweis deutscher Schicksalsgemeinschaft und so den Abstimmungstag 1935 zu einem gemeinsamen Bekenntnis der großen deutschen Volksgemeinschaft werden lassen. Jeder Deutsche kann hierzu Mitarbeiter und Mitkämpfer werden als Mitglied des Bundes der Saarvereine, dessen Ortsgruppen sich in allen Teilen Deutschlands befinden. Rudolf heß über Naturheilkunde Lehrstühle zur Ausbildung von Heilpraktikern München, 26. Nov. 1933. Die RS. Fachschaft der bayerischen Heilpraktiker und der Landesverband Bayern im Reichs bund Deutscher Heilpraktiker traten am Sonntag in München zu ihrer ersten Landestagung zusammen, bei der auch der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß. das Wort ergriff, um zu erklären, daß der Nationalsozialis= mus den Heilpraktiker durchaus anerkenne. Viele Volkgenossen würden es nicht verstehen können, daß ei auf dieser Tagung spreche. Das werde so lange dauern so lange noch die alte Generation wirke und die junge, die auf neuen Wegen wandele, nicht an ihre Stelle getreten sei. Rudolf Heß stellte fest, daß er selbst Erfahrungen an eigenen Körper über den Wert und die Wirkung der Naturheilkunde habe machen können. Er stehe nicht an das auch durch die Tat anzuerkennen. Es wäre ein Verbrechen am deutschen Volk, wenn er nicht alles tun würde, damit die Naturheilkunde den Rang auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge erhalte, der ihr zukomme Die Wissenschaft gebe zu, daß ne in eine Sackgasse geraten sei. Nun gebe es nur ein Zurück zum Urquell der Wissenschaft, zur Natur. Die Naturheilkundigen hätten eine große Verantwortung vor dem Volk und vor dem Nationalsozialismus und er, der Stellvertreter des Führers, müßte bitten, daß sie ihm keine Schande machten. Die Kurpfuscher seien auszuschalten unt der Wert, der in einem systematischen Studium liege, sei anzuerkennen. Denn es sei durchaus nicht so, daß die gesamte Schulmedizin nichts tauge.„Wir müssen erwarten, daß die Schulmedizin sich auch die Erfahrungen und Ergebnisse der Naturheilkunde aneignet, um auf diese Weise die Schulmedizin zu regenerieren. Schulmedizin und Naturheilkunde müßten sich gegenseitig ergänzen. Das ist möglich in der Abteilung Volksgesundheit in der RSDAP Rudolf Heß schloß seine mit großem Beifall ausgenommene Rede mit einem Dank an den einstigen Leiter der Abteilung Volksgesundheit, Pg. Dr. Hörmann, und den Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände. Dr. Wagner, die als wirkliche Nationalsozialisten gehandelt hätten. Als Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände erklärtDr. Wagner, in den letzten Wochen sei ein Heilpraktikergesetz ausgearbeitet worden, das dem Reichsminister des Innern vorliege und vom Kabinett bereits genehmigt worden sei. Nach diesem Gesetz würden in Zukunft neven der Aerzten auch die Heilpraktiker staatlich zugelassen, mit Ausnahme von Geburtshilfe, Chirurgie und der Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Heilpraktiker könne nur ein Volksgenosse arischer Abkunft werden. Zu dem Zweck der Ausbildung von Heilprak. tikern sollen in der nächsten Zeit Lehrstühle in Berlin. Köln und München errichtet werden, an denen Heilpraktiker und Mediziner ausgebildet werden. Der Anwärter darf sein Studium frühestens mit dem 20. Jahre beginnen und muß drei Jahre studieren Ein Heilpraktiker muß in Zukunft ähnliche Pflichten auf sich nehmen wie der Arzt. Der Stand bildet eigene Gerichte und sorat für Ordnung und Sauberkeit innerhalb seiner Angehörigen. Die Kurnfuscherei wird in Zukunft gemeinsam mit den Aerzten scharf bekämpft. Wer heil=behandelt ohne Arzt oder Heilpraktiker zu sein, wirk mit Gefängnis bestraft. Im Verlauf der Tagung, die am Sonntagabend schloß nahm auch der Führer der Heilpraktiker. Kommissar der NSDAP Heinrich, das Wort, um in längeren Ausführungen auf die Geschichte und den 50jährigen Kampf deHeilpraktiker einzugehen. Das neue Reichstierschutzgesetz Scharfe Bestrafung von Rohlingen. In dem gestern erschienenen„Reichsgesetzblatt" wird das am 24. November unterzeichnete Reichstierschutzgesetz veröffentlicht, das in seinen wichtigsten Bestimmungen am 1. Februar 1934 in Kraft tritt. Das Quälen oder rohe Mitzhandeln eines Tieres wiro nach dem neuen Gesetz als Vergehen angesehen und unter eine Gesängnisstrafe bis zu wei Jahren oder Geldstrafe gestellt. Es wird hierdurch die Möglichkeit geschaffen, daß Rohlinge ganz besonders nachdrücklich bestraft werden können. Wenn es sich nicht um eine unnötige Tierquälerei und rohe Mißhandlung handelt, so wird als Sühne für vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlung gegen die Vorschrift des Gesepes auf Geldstrafe bis zu 150 Mark oder Haftstrafe erkannt werden können. Neben diesen Strafen kann auf die Einziehung des betreffenden Tieres erkannt werden. Statt der Einziehung kann angeordnet werden, daß das Tier auf Kosten des Verurteilten längere Zeit untergebracht oder verpflegt wird. Diese Nebenstrafen werden haufig einen Täter oder Teilnehmer an einer Tat emp findlicher treisen als eine kurze Freiheits= oder Geldstrafe. Wenn jemand wiederholt wegen vorsätzlicher Zuwiderhandlung rechtskräftig verurteilt worden ist, so kann ihm die Haltung von bestimmten Tieren oder die berufsmäßige Beschäftigung mit demselben auf Dauer oder auf Zeit untersagt werden. Außerdem können die Tiere ihrem Besitzer fortgenommen und auf dessen Kosten untergebracht werden. bis die Gewähr für eine einwandfreie Tierhaltung vorhanden ist. ! In dem Gesetz wird weiter eine Reihe von Verboten sum Schutz der Tiere ausgesprochen. Es soll damit Mie ständen entgegengetreten werden. die erfahrungsgemäß besonderen Anlaß zu Klagen gegeben haben Eine besonders eingehende Regelung hat die Vornahme von Versuchen an lebenden Tieten gefunden. Derartige Versuche sind grundsatzlich verboten worden. um Unberufene, die sich vielleicht mit Tiererverimenten besaßten, ein= für allemal auszuschalten Ein völliges Verdot für Versuche an lebenden Tieren erschien nicht vertretbar. denn ein dahingehendes Verbot würde dem Volk und der Allgemeinheit einen schlechten Dienst erweisen und einen Rückschritt der ernsten wissenschaftlichen Forschungstätigkeit zur Folge haben. Deswegen sind unter schweren Bedingungen Ausnahmen zugelassen für wissenschaftlich geleitete Institute und Laboratorien. sosern die wissenschaftlichen Leiter über die erforderliche sachmännische Ausbildung und Zuverlässigkeit verfügen. In den Strafbestimmungen ist vorgesehen. daß derjenige, der ohne Erlaubnis noch Versuche an lebenden Tieren vornimmt, mit Gesängnis bis zu sechs Monaten und Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft werden kann. Weiter wird verlangt, daß an demselben Trier, das zu derartigen Versuchen verwandt wurde. kein zweiter solcher Eingriff vorgenommen werden darf und daß das Tier nach beendigtem operativen Eingriff alsbald schmerzlos zu töten ist sowie daß Versuche möglichst nur an niedrigen Tieren vorzunehmen sind. Nach dem Gesetz ist auch verboten, ein Tier zu Abrichtungen, Filmaufnahmen. Schaustellungen oder ähnlichen Veranstaltungen zu verwenden, soweit sie mit irgendwelchen Schmerzen oder erheblichen Gesundheitsschädigungen für das Dier verbunden sind. flügel steigende Unzufriedenheit bemerkbar. Diese neue Opposition der 35„Abwartenden“, der „Attentistes“ unter Führung der Deputierten Frossard, Cvrard und Dormoy haben an den Generalsekretär der Fraktion, den Deputierten Vincent=Auriol, ein Schreiben gerichtet, in dem sie sich— wenn auch nicht ausdrücklich— weitgehend mit den Kampfzielen der Jungsozialisten solidarisch erklären. Vor allem wenden sie sich gegen die starre Unbeweglichkeit der politischen Haltung der alten Partei. Nicht weniger scharf ist ihre Einstellung gegen den klassenkampfe rischen Geist des Marriomus. Dem sozialistischen Internationalismus stellen sie die berechtigim ten Forderungen der Nation entgegen und treten dewußt für die nationale Verteidigung ein. Ihrer Stärke sich bewußt, haben sie den früheren belgischen Ministerpräsidenten Bandervelde, den Vorsitzenden der 2. Internationale, aufgefordert, ihren Konflikt mit der Partei zu schlichten, falls diese sich nicht vorher dazu entschließen sollte, sich restlos hinter die von der neuen sammengesegze.#—#un u—.#.#### die Predigten 5 Opposition aufgestellten Prinzipien zu stellen. Da ein drei Geistlichen und uhorgesänge vor. Obgleich die Versolcher Entschluß Leon Blums keinessalls zu erwarten anstalter die Lutherfeier rechtzeitig und unter Einhalist, vielmehr ein Beschluß des Parteigerichtshofes in.— un eer Hollzei angemeldet hal Aussicht steht, der auch die 35„Aktemisten“ in Acht Sonntagfrüh verdieten, ohne irgendwelche Gründe und Bann erklärt, so ist der Zusammenbruch des alten das Verbot anzugeben. Die Feier sollte am Abend in Parteigebäudes nicht mehr auf zuhalten. Jeinem grogen Saal sattfinden. Ein Engländer über Hitler Eine vertrauensvolle Voraussage. London. 26. Nov. 1933 In einem bemerkenswerten Aufsatz im„Observer" gibt Garwin zu, daß Adolf Hitler sich sehr beredt auch an andere Nationen zu venden verstehe. Es sei gar nicht unmöglich, daß die auf ihm ruhende Verantwortlichkeit ihn zu einem konstruktiven Staatsmann und nicht nur zu einem großen Deutschen, sondern auch zu einem großen Europäer machen werde. Man würde Hitler Unrecht tun, wenn man sich weigere, seine Ziele verstehen zu wollen. Garwin spricht dann seine Befriedigung aus, daß die Abrüstungskonferenz, die eine Gefahr für sich selbst wurde. um zwei Monate vertagt ist. Es sei jetzt so gut wie sicher, daß unmittelbare Verhandlungen zwischen Berlin und Paris stattfinden werden. Der Völkerbund in seiner jetzigen Form sei eine überlebte Einrichtung geworden. In Genf lasse sich weder die Abrüstung noch der Frieden regeln. Wenn eine deutsch=französische Einigung über die Abrüstung während der nächsten fünf Jahre bis zur Erreichung der deutschen Gleichberechtigung zustande käme, so würde dies ein unbezahlbarer Dienst für Europa sein Deutschlands wirkliche Gleichberechtigung müsse auf Biegen oder Brechen verwirklicht werden, und zwar werde sie früher kommen, als man allgemein erwarte. Diese Aussicht brauche England nicht zu beunruhigen, obwohl sie eine ungeheure Veränderung der Lage bedeute. Lutherfest in Kowno verboten Kowno, 26. November 1933. In Kowno ist das für den heutigen Sonntag vor gesehene Lutherfest verboten worden. Das Fest sollte von allen lutherischen Deutschen gemeinsam begangen werden. Das Programm war ausschließlich religiös zusammengesetzt. Es sah nur Gebet, die Predigten von * Italien wird am 15. Dezemder für die zu diesem Zeitpunkt fällige Kriegsschuldenrate an Amerika eine Anerkennungszahlung leisten. * Stabschef Röhm versammelte in Feldasing am Starberger Sec die Führer sämtlicher Obergruppen der SA. zu einer großen Besprechung. * Auf dem Bahnhof Pascani in Rumänien hatte ein Dutzend Eiserne Gardisten den Zug ohne Fahrkarte denutzt. Als die Polizei einschritt, verschanzten sie sich in einem Wartesaal und zer#rummerten die Einrichtung. Die Polizei ging mit Tränengas vor und konnte die Täter verhaften. * Die deutsche Kolonie in Kopenhagen verinstaltetc eine sehr stark besuchte Kundgebung zugunsten der Winterhilse, auf der der Reichsführer der Winterhilfe Dr. Hilgenfeld:=Berlin einen Vortrag hielt. * Bei den Wahlen in den Vorstand der deutsch=bal tischen Partei in Estland hat die deutsch=haltische nationalsozialistische Bewegung die Führung innerhalb der Partei übernommen * Das Konsistorium der unierten evangelischen Rirche in Posen hat eine Mitteilung erlassen, wonach am Totensonntag des Opsers von Grauden; gedacht werden sollte und zu dessen Gedächtnis am Schlusse des Gottes dienstes die Glocken läuten sollten. Großbesitze als Erbhöfe Fürst Bismarck und Graf Dohna=Finkenstein Erbhofbauern. Berlin, 26. Novemker 1933. Bekanntlich ist die Bildung der Anerbenbehörden soweit fortgeschritten, daß nunmehr auch das gesetzlich geregelte Verfahren für die Zulassung von Gütern über 25 Hektar durchgeführt werden kann. Wie die„Landwirtschaftliche Wochenschau“ erfährt, gehören zu den ernen größeren landwirtschaftlichen Beinungen(über 125 Hektar), die den Voraussetzungen des § 5 des Reichserbhofgesetzes entsprechen und deshalb als Erbhof zugelassen werden konnen, das Gut Friedrichsrun des Fürsten Bismarck und der Besitz des Grafen Dohna=Finkenstein. Es handelt sich in beiden Fällen um geschlossenen Besitz. Im Falle des Gutes Friedrichs ruh wird die gesetzliche Voraussetzung durch die Tatsache erfüllt, daß es sich um ein Gut handelt, durch dersen Erhaltung ein„um das Gesamtwohl des deutschen Volkes besonders verdienter Deutscher in eigener Person oder in leinen Nachkommen geehrt werden sol!“ Im Falle des Grafen Dohna kann für das Besitztum die Zulassung als Erbhof beantragt werden. weil„das auf dem Hof ansässige Geschlecht dort Werte(z. B. Bauwerke von künstlerischer oder kulturgeschichtlicher Bedeutung) geschaffen hat, die bei einer Größe des Hofes von nicht mehr als 125 Hektar keine genügende wirtschaftliche Grundlage für ihre Erhaltung finden". Verfahren gegen Dessauer am 4. Dezember M. Gladbach, 26. November 1933. Von der Beschlußkammer des Landgerichts ist jetzt as Hauptverfahren gegen Professor Dr. Dessauer und den Geschaftsführer Dr. Kuecht wegen Anstiftung bzw. Beihilfe zur Untreue eröffnet worden. Der Termin für diese Verhandlung ist auf den 4. Dezember vor der: Großen Strafkammer in M.Gladbach ankeraumt worden. Es handelt sich um den Verkauf von Anteilen der Carolus=Druckerei, die in Frankfurt a. M. die„RbeinMainische Volkszeitung“ herausgibt. Professor Dr. Dessauer wird zur Last gelegt, den früheren Direktor des Volksvereinsverlages. Dr. Hohn, angestiftet zu haben. Anteile der Carolus=Druckerei zum Nachteil des Volksvereinsverlages weit unter ihrem wirklichen Wert an Dr. Dessauer abzugeben. Der frühere Privatsekretär Professor Dr. Dessauers, Dr. Knecht, soll Beihilfe geleistet haben. Erneutes Verbot des Kathol. Kirchenblattes in Bochum Bochum, 26. November 1933. Das„Katholische Kirchenblatt für Bochum und Umgegend“ ist erneut auf die Dauer von vier Wochen verboten worden. Das Verbot ist zurückzuführen auf einen in dem Kirchenblatt veröffentlichten Aufruf des Pfarrers Ostermann in Bochum=Linden. Das erste Verhot des genannten Blattes war ebenfalls wegen eines Artikels, der Pfarrer Ostermann zum Verfasser hatte, erfolgt. Spaltungunterden Deutschen Christen Trennung führender Theologen von der Reichsleitung Stuttgart, 26. November 1933. Im Zusammenyang mit den gegenwärtigen Erorterungen über das Verhaltnis von Kirche und Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ haben die Tübinger Theologieprosessoren Weißer und Rückert ihre Beziehungen zur Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ gelöst. Professor Fezer hatte dem Versassungsausschuß der Deutschen evangelischen Kirche als Vertrauensmann der deutschen theologischen Fakultäten angehört. Er hatte kürzlich einen Ruf an die Berliner Universitat abgelehnt. Bei der Wahl des Reichsbischofs auf der Nationalsynode in Wittenberg leitete Professor Fezer die Wahlhandlung * Ueber, die Auseinandersetzungen in der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ liegen folgende Meldungen vor: Die Landesleitung der Glaubensbewegung in Bayern übergibt der Oeffentlichkeit eine Erklärung. n der die von Mittwoch dis Freitag in Weimar stattgefundene Herbsttagung der Glaubensbewegung und die dortige Behandlung der Vorgänge im Gau Berlin charf kritisiert werden. Die Forderungen der banerischen Vertreter waren folgende: Die Glaubensbewegung sollte das, was im Berliner Sportpalast geschehen war, öfsentlich und eindeutig verurteilen, ihre Mitglieder im Sinne des Erlasses des Reichobischofs auf Schrift und Bekenntnis verpflichten und jede Rirchenpolitik untersagen, sollte garantieren, daß Absetzungen künftig nur noch auf Grund eines ordnungomäßigen Gerichtsverfahrens vorgenommen werden dürsen, endlich sollte eine Neubildung der Reichsleitung erfolgen. Der Reichsleiter, der erst sehr spät erschienen sei. habe eine inzwischen veröffentlichte Kundgebung vorgelegt, in der gefordert wurde, daß sich die Amtswalter der Bewegung geschlossen hinter ihn zu stellen hätten. Das sei, so fährt die Erklärung fort. nach allem was geschehen. war. eine Forderung. der die banerischen Vertreter aus ihrem Gewissen heraus widersprechen mußten. Da dieser Standpunkt von dem Reichsleiter entgegen seinen früheren Erklärungen nicht mehr anerkannt worden sei, habe der banerische Landesleiter für das Land Bauern den Austritt aus der Glaubensbewegung„Deutsche Christen" ausgesprochen. Die„Thuringische Staatszeitung“ veröffentlicht eine Bekanntgabe der Landesgemeinde Thüringen der„Deutschen Christen", wonach am Freitagvormittag die Trennung zwischen der Kirchenbewegung der„Deutschen Christen“ Thüringens und der Glaubensbewegung des Bischofs Hossenfelder, Berlin, voll zogen worden sei. Die Führung der bisherigen Glaubensbewegung Deutsche Christen“ in Württemberg, die sich von der Reichsleitung getrennt hat, hat beschlossen, dem Pfarrer=Notbund beizutreten, desgleichen die KirchlichTheologische Arbeitsgemeinschaft. Damit haben rund 800 Pfarrer Württembergs und die hinter ihnen stehenden Gemeinden nach einer Mitteilung des dortigen Evangelischen Pressedienstes mit der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ gebrochen. Der Evangelische Pressedienst für Westfalen und Lippe teilt mit: Die Landesbischöfe für Bayern. Württemberg, Hessen. Pfalz und Baden hätten auf Grund einer Beratung am 24. November in Stuttgart die evangelische Rirchenleitung wissen lassen, daß sie die wertvollen Mitglieder des Pfarrer=Notbundes in ihrem Kampf für die Bekenntnisgrundlage der Kirche nicht im Stich lassen würden. 7I. Berlin, 26. November 1933. Aus verschiedenen Teilen des Reiches liegen Meldungen über eine wachsende Opposition innerhalb der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ gegen die Berliner Reichsleitung vor. Nachdem bereits unmittelbar nach der Weimarer Tagung der„Deutschen Christen" die Landesgruppen Thüringen, Bayern und Württemberg ihre Beziehungen zur Reichsleitung abgebrochen hatten, haben nunmehr auch die führenden Theologen der Glaubensbewegung die Trennung von der Reichsleitung vollzogen. Breslau, 26. November 1933. Der weit über den Kreis der theologischen Wissenschaft hinaus bekannte Theologieprosessor Dr. Friedrich Gogarten=Breslau, der in seiner theologischen Wirksamkeit wiederholt für die Sache der „Deutschen Christen“ eingetreten ist, hat sich von der Berliner Reichsleitung getrennt. Mit ihm haben die hinter ihm stehenden Pfarrerkreise in Schlesien, Sachsen und Thüringen die Trennung vollzogen. . Halle, 26. November 1933. Professor Dr. Schumann, der während der letzten Monate im Stabe des jetzigen Reichsbischofs an dem kirchlichen Reformwerk führend beteiligt war und neben dem schon ausgetretenen Professor Fezer der einstweiligen Leitung der Deutschen evangelischen Rirche bis zur Nationalsynode angehörte, hat seine Verbindung zu dem Reichsleiter der„Deutschen Christen". Bischof Hossenfelder, gelöst. Seinem Protestschritt hat sich Professor Kohlmener von der theologischen Fakultät Halle angeschlossen, ebenso der Tübinger Theologieprosessor Gerhard Kittel. Gießen, 26. November 1933. Durch die Vorgänge auf der Weimarer Reichstagung der„Deutschen Christen“ veranlaßt, haben die in der Glaubensbewegung der„Deutschen Christen" in Hessen führenden Theologen der Gießener Universität. Professor Heinrich Vornkamm und Professor Haehnchen, ihre Beziehungen zur Berliner Reichsleitung abgebrochen Stuttgart, 26. November 1933. Die bisherige Führung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ in Württembera. die sich vor einigen Tagen von der Reichsleitung getrennt hat, veröffentlicht eine Erklärung, in der der Austritt Professor Fezers als eine befreiende Tat begrüßt wird. Weiter wird gemeldet, daß von den etwa 1200 württembergischen Pfarrern sich innerhalb von vier Tagen annähernd 1100 Pfarrer für ihren Landesbischof D. Wurm erklärt hätten. Die Totenfeier der Wehrmacht Generaloberst von Blomberg beim Gedächtnisakt vor dem Reichsehrenmal Berlin, 26. Nov. 1933. Am Totensonntag fand am Vormittag am Ehrenmal Unter den Linden eine Gefallenenehrung der Wehrmacht statt. Tausende umsäumten die Straße Unter den Linden, als die Reichsweyrrompagnie zum Ehrenmal zog und dort in Front Aufstellung nahm. Um 11 Uhr traf Reichswehrminister Generalobern von Blomberg ein, der am Gottesdienst in der alten Garnisonkirche teilgenommen hatte und schritt die Front der Truppe ab. Dann ertonte das Kommando„Präsentiert das Gewehr!" und das Lied vom guten Kameraden klang feierlich unter dumpfem Trommelwirbel auf, während sich die Arme der Zuschauer zur Ehrung der Gefallenen emporstreckten. Im Ehrenmal legte Generaloberst von Blombera einen schlichten Kranz nieder, der die Aufschrift trug:„Der Reichswehrminister". Dann marschierte die Kompagnie im Paradeschritt am Ehrenmal vorvei, um so ihren gefallenen Kameraden die Ehrung zu bezeugen. Der Abmarsch vollzog sich mit Rücksicht auf den Totensonntag ohne Spiel. Berlin im Zeichen des Totensonntags Berlin, 26. November 1933. Die Reichshauptstadt stand am Totensonntag völlig im Zeichen der Totengedenkfeiern. Auf den Friedhöfen, wo schon in den Vormittagsstunden sich zahlreiche Besucher eingefunden hatten, waren bei den Gräbern der Gefallenen der SA Ehrenwachen aufgezogen. In den Kirchen wurden Gedenkfeiern abgehalten und in zahlreichen großen Sälen der Stadt versammelten sich die Massen zu eindrucksvollen Kundgebungen für die im Weltkrieg und im Kampfe für das neue Deutschland gefallenen Helden. In der neuen evangelischen Garnisonkirche hielten im Beisein des Reichspräsidenten und des Vizekanzlers von Paven die Vereine der früheren Truppenteile der südlichen Garnison Berlins ihre Heldengedenkfeier für die auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden ab. Pfarrer D. Wenzel gedachte in seiner Predigt der beinahe 20000 gefallenen Kameraden der Gardereaimenter der zwei Millionen der Armee und der Hunderte von braunen Kämpfern in den letzten 15 Jahren. Vor dem Gotteshause hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden. dis dem greifsen Generalfeldmarschall deim lassen des Gotteshauses begeisterte Ovationen darbrachte. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die am Sonntagvormittag vom Landesverband Kurmark der Nationalsozialistischen Kriegsopserversorgung für die Bezirke Berlin und Potsdam veranstaltete Lotenehrung im Sportvalak. Nach dem Einmarsch der umflorten Fahnen gedachte der Dr#Tr###### d#r Organisation. Oberlindober, in einer Toten und wies darauf hin, daß es die vornehmste Pflicht der Lebenden sei. nicht allein die Gräber zu schmugen. sondern den Geist der Toten lebendig zu erhalten. Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer geschlossen zum Ehrenmal Unter den Linden. wo Landesleiter Pfeil einen großen Lordeerkranz niederlegte. Am Nachmittag fand im Sportpalast eine erhebende Totenfeier der RSBO. statt. Neben den Gaubetriebszellenleitern aus dem ganzen Reich und den Treuhändern der Arbeit nahmen an der Gedenkstunde sämtliche Verbandsleiter der NSBO. teil. Nach dem seierlichen Einzug der rund 100 Fahnenabordnungen aus ganz Deutschland hielt der Leiter der NSBO. Staaisraf Schuhmann die Gedächtnisrede. Er feierte den sieghaften Opfertod als das Heldenepos aller Zeiten. Unsere Toten seien nicht für Parteien gefallen, sondern für ein einiges Deutschland. Reichsbahn fördert Kohlenausfuhr Frachtermäßigung für Ausfuhrkohle in den Küsten. Kohlentarisen. Berlin, 26. November 1933 Im Interesse der deutschen Kohlenausfuhr und zur Unterstützung des Wettbewerbs deutscher Kohle auf dem Auslandsmarkt sind in den Ausnahmetarisen für Kohle, Koks und Briketts von den deutschen Erzeugungsgebieten nach dem Küstengebiet der Nord= und Ostsee im Rahmen der Küsten=Kohlentarife 6 B 11 vom Aachener und Ruhrgebiet, 6 B 12 vom oberschlesischen Gebiet 6 B 13 vom niederschlesischen Gebiet. 6 B 14 von den Braunkohlengebieten besondere Frachtsätze zur Ausfuhr über See nach außerdeutschen Ländern und über die trockene Grenze nach Dänemark vorgesehen, die gegenüber den Ortssätzen der Seehafenplätze im Durchschnitt um 2 RM. pro Tonne ermäßigt sind. Angesichts der durch die Entwertung des englischen Pfundes eingetretenen Verschärfung der Wettbewerbslage auf den ausländischen Kohlenmärkten wird vom 1. Dezember 1933 eine weitere Ermäßigung dieser Ausfuhrsätze in den vorgenannten Tarisen um 0.25 RM. pro Tonne gewährt. Die Ermäßigung wird im Rückvergütungswege nur densenigen Mengen zuteil, die über die bisherigen Ausfuhrmengen hinaus ausgeführt sind. Die Rückvergütung wird dem Vertragsgegner des ketreffenden Küsten=Kohlentarifs nach Ablauf des Abrech= nungsjahres gewährt, sobald der Nachweis der Mehrausfuhr erbracht ist. „Bank der Deutschen Arbeit A.6 Dr. Ley im Aussichtsrat. Berlin, 26. November 1933. In der außerordentlichen Generalversammlung der „Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, AktienGesellschaft", vom 31. Oktober 1933, wurde der bisherige Aufsichtsrat abberufen und zu Mitgliedern des neuen Aufsichtsrats gewählt: Staatsrat Dr. Robert Ley, Führer der Deutschen Arbeitsfront, M. d. R., Berlin: Rudolf Schmeer, stellvertretender Führer der Deutschen Arbeitsfront, M. d. R., Berlin; Staatsrat Walter Schuhmann, Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Arbeiter, M. d. R., Berlin; Staatsrat Albert Forster, Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten. M. d. R., Danzig; Paul Brinckmann, Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront, Berlin. Die Generalversammlung beschloß die Umwandlung der bisherigen Firma in„Bank der Deutschen Arbeit, A.=G.“ Vom neugewählten Aussichtsrat wurden die Herren Bankdirektor Karl Müller, Berlin. und Bankdirektor Karl Rosenhauer, Berlin, zu Vorstandsmitgliedern der „Bank der Deutschen Arbeit, A.=G." bestellt Besristetes Umzugsverbot für die konsessionellen Jugendverbände im Bezirk Köln Die Korrespondenz der Obergebietsführung West der HJ. teilt mit: „Im Hinblick auf die Zwischenfälle am vergangenen Sonntag. den 19. ds., hat der Polizeipräsiden: von Köln mit 24. ds. für den Polizeibezirk Köln den konfessionellen Jugendverbänden für Sonntag, den 26. 11. 1933, verboten: a) Umzüge unter freiem Himmel, b) öffentliches Tragen von Uniformen(Einheitskluft) und von dazugehörigen Ausrüstungsstücken(Schulterriemen, Fahrtenmesser). Am vergangenen Sonntag haben bekanntlich in Köln Angehörige katholischer Jugendbünde das Winterhilfswerk der HI. durch provokatorisches Verhalten und Schmähungen zu stören versucht. So wurde u. a. die öffentliche Nagelung der HJ. für das WHW. als##### Zirkus bezeichnet.“ Es gekt um Fanng Originahoman von Harald Baumgarten Peuilleton-Vertrieb durch A. P. Rohrbacher-Verlag. Berlin-Lichterleide.(Nachdruck verboten.) 7. Fortsetzung. Frau König, die ihrem Gatten an Umfang glich.“ kugelte heran, und übersah mit ihrem Lorgnon den Hintergrund, der allerdings ein etwas merkwürdigeAbbild des Hamburger Hafens darstellte. „Wat denn, Emil—— vor dett Machwerk soll ick mir abbilden lassen? Ick hab dir jleich jesagt, laß uns in Berlin photographieren, da kriegst du bessere Schiffsbilder, wie in ganz. Hamburg.“ Herr Wittkopf, der unterdessen mit heroischen Anstrengungen den Ansturm der drei reizenden Knaben abgewehrt hatte, hielt es nun doch an der Zeit, für das gefährdete Geschäft einzuspringen. Er erklärte Herrn und Frau König einiges von Projektion, Fernwirkung, bildhafter Abtönung, und versicherte zum Schluß, das Bild werde so wirken, als ob die Familie König, Würstchen en gros.— eben im Begriff sei, sich an Bord eines jener majestätischen Ozeanriesen zu begeben, von deren kolossaler Ausdehnung sich der Binnenländer keine Vorstellung machen könne(eine Phrase, die Herr König zwecks weiterer Verwendung am Stammtisch in sein Notizbuch eintrug). Dann gab Wittkopf einige tiessinnige Bemerkungen über Reisen und seine Erfahrungen zum besten, eine Gelegenheit, die König sofort benutzte, um das Gespräch wieder an sich zu reißen.„Iloben Sie man sa nicht, daß wir nich das Jeld jehabt hätten zum Reisen. Jotte nee— dett es doch allens heute so bequem, sagen die Leute. Hat sich watt! Wenn Se jung find. na denn jeht man aus die Tanzböden, dann denkt man nicht dran. Wenn se erst Jeselle sind, denn jehts nich wegen die Kinder. Na— hab ick recht? Und dett wird keen Zeppelin und kein Flugzeug ändern..“ „Herein!“ sagte in diesem Augenblick Fauny Römer wie erlöst, denn ein Pochen an der Tür kündete einen neuen Besucher. Aber die letzte Silbe blieb ihr beinahe in der Kehle stecken, denn niemand anders, als Ralf Peters trat ein. Mit einem freundlichen und gänzlich unschuldigen Lächeln schritt er durch das altmodische Atelier des Herrn Bernhard Wittkopf geradeswegs auf Fanny zu. Geschäftsmäßig sagte er.„Fräulein— ich möchte mich photographieren lassen.“ Bei diesen Worten lachte aus seinen Augen plötzlich der ganze Frühling, die ganze warme Nacht, der volle, süße Fliederduft von gestern. Für Fanny verwandelte sich mit einem Male das Atelier. Sie sah nur noch die Sonne, die breite, goldene Bander über die Sessel warf. Sie empfand, daß Herr und Frau König eigentlich zwei sympathische Menschen waren, und ihre Kinder gar nicht so ungezogene Rangen. Vor lauter Aufgestörtheit, Verlegenheit und innerem Jubel lief sie im Atelier herum, bot bald Frau König, bald Ralf Peters einen Stuhl an, schob das Stativ hin und her, machte sich an den Vorhängen zu schaffen, die die Beleuchtung regelten, obwohl es ganz und gar unnötig war, kurz, benahm sich so verlegen und ungeschickt, wie möglich. Obwohl diese Geschäftigkeit dazu dienen sollte, ihre beglückte Verwirrtheit zu verdecken, kam sie gerade dadurch so deutlich zum Ausdruck, daß selbst Herr Wittkopf, dessen kurzsichtige Harmlosigkeit berühmt war, verwundert den Kopf schüttelte. Glücklicherweise verstand Ralf Peters, sich der Situation anzupassen. Er setzte sich in eine Ecke, und bewunderte die Vorbereitungen des Photographen, um das schwierige Familienbild zustande zu bringen. Als es nach vielen„Bitte, recht freundlich,“ denn Wittkopf bewegte sich bei Porträts noch ganz auf der altmodischen Linie— und manchem ärgerlichen „Bitte, still halten die Kinderchens“, endlich gelungen war, und Familie König das Atelier verlassen hatte, um neue Sehenswürdigkeiten in Hamburg ausfindig zu machen, verschwand der Photograph unter Entschuldigungen in der Dunkelkammer. Die Hände auf dem Rücken schlenderte Fanny auf Ralf zu. Sie hatte einen weißen Kittel an, der sich eng um ihre zierliche Figur schloß. In ihren Augen saß der Schalk, spiegelte in sprühenden Lichtern, als sie jetzt— streng und mit einer eigenwilligen Bewegung des Kopfes fragte:„Also, mein Herr! Wie haben Sie mich entdeckt? Ich habe Ihnen doch absichtlich dieses zeitvergessene Atelier auf der Reeperbahn verschwiegen.“ Fest blickte Ralf Peters in diese klaren Mädchenaugen.„Ich war bei Feldmann, dort traf ich zufällig ein junges Mädchen, das mit Ihnen gut bekannt ist. Sie war so liebenswürdig, mir Ihre Arbeitsstätte zu verraten“ „Und nun wollen Sie sich photographieren lassen?“ „Photographieren— ach ja— natürlich! Wozu käme man denn sonst hierher? Aber, bitte, wenn es geht— nicht auf dem Amerikadampfer!“ Sie nahm das abgebrauchte Buch, in dem die Kunden eingetragen wurden. „Ralf Peters!“— sagte sie. Und plötzlich kan die Erinnerung an die Geschichte, die sie heute mittag Barbel Uhde erzählt hatte. Ein dunkler Schreck stieg ihr in die Kehle. Ein seltsamer Gleichklang zweier Namen. Oder stimmt es etwa nicht, was Sie mir gestern erzählten? Sind Sie doch verwandt mit dem Reeder Ralf Peters?“ Sofort fühlte Ralf die Feindseligkeit des Tones. Es war ihm, als warne ihn eine innere Stimme, die Wahrheit zu sagen, und seine gestrigen Worte, er sei nur ein armer Angestellter, Lügen zu strafen. Die soziale Kluft, die sie beide trennte, kam ihm zu Bewußtsein, und er fürchtete, die Stellung seines Vaters und der Reichtum seines Hauses, auf den er sonst so stolz war, könne hier— diesem Mädchen gegenüber,— einen unüberbrückbaren Wall aufrichten. Da in seinem sonst lo leicht bewegten Herzen der gestrige Abend ein Gefühl von Leidenschaft hervorgerufen, ein Gefühl von Liebe, die sich vorläufig noch mit zarten Schwingen und noch ein wenig unsicher, in einem blauen Himmel voll Glückseligkeit zu schwe ben versuchte, so beschloß Ralf alles zu umgehen, was ihrer Freundschaft irgendwie gefährlich zu werden drohte. „Aber Fräulein Römer“— lachte er—„der Name Peters steht doch in Hamburg an jeder Straßenecke Ich glaube wirklich. Sie haben mich in Verdacht, ich gehöre zu Ralf Peters& Co., und könne über Millionen verfügen. Sehe ich denn wirklich so aus, wie ein verzauberter Prinz? Oder gefällt es Ihnen nicht, daß ich— wie ich Ihnen schon gestern gestehen mußte, nur ein mäßig bezahlter Kommis bin?“ „Sie wissen ja nicht, wie das alles zusammenhängt, Herr Peters.“ Fanny wunderte sich selbst, wie sie beide in dem nüchternen Licht des Ateliers zu der formellen Anrede zurückkehrten, wahrend am vorigen Abend sich schon das vertrauliche„Ralf und Fanny“ zwischen ihnen gesponnen hatte. „Nein, nein,“— fuhr sie fort—„es wäre ja ein sonderbarer Zufall oder eine Art Vorsehung, denn man soll doch nicht für alles, was einem im Leben passiert, den Zufall verantwortlich machen, nicht wahr?" Jede Wendung, die das Gespräch nahm, war Ralf recht, wenn sie ihn nur von einer näheren Auskunft über seine Person entband. Heiter antwortete er. „Nun, wenn das kein Zufall war, daß ich Sie gestern kennen lernte, so war es doch eine sehr reizende Vorsehung.“ Einen Augenblick senkte sie den Kopf. Seine Worte erschienen ihr viel wichtiger und bedeutender, als sie gemeint waren.„Ich will es glauben!" erwiderte sie leise, aber mit solcher Eindringlichkeit, daß Ralf, gewöhnt in Gesprächen auf einer angenehmen Oberflächlichkeit zu schwimmen, sie leicht beschämt ansah. Wie gestern hatte er wieder das Gefühl einer Unzufriedenheit mit sich selbst, denn alles, was er sagte, schien ihm hinterher diesem Madchen gegenüber nicht klug und herzlich genug zu sein. Es war das unsichere Gefühl eines jungen Menschen, der zum ersten Male einem Mädchen gegenübertritt, das— in nem Gefühlsreichtum ihm überlegen— alle guten genschaften des eigenen Ichs anspornt. Bernhard Wittkopf tauchte aus seiner Dunkelkammer auf. In seinem Gesicht lag ein so siegessicheres Lächeln, als er jetzt die Platte hin und her schwenkte, um sie zu trocknen, als sei er es gewesen, der die ganze Photographiererei erfunden habe. „Ein herrliches Bild, Fräulein Fanny! Wie jemalt, die janze Familie— bloß der Kleenste hat natürlich jewackelt, und da kann man sein Jesicht nit erkenne!" Als er das fröhliche Gelachter der beiden hörte, fügte er voll Ironte hinzu:„Watt übrigens ein Glück für den Kopp is. Fräulein Fanny, Sie werden das eben retuschieren. Sie haben ja so e hübsches Geschick zum Zeichnen" Eben so schnell, wie er gekommen, verschwand er wieder hinter der Tapetentür. „Sie müssen sich jetzt aufnehmen lassen.“— sagte Fanny, zoa den Apparat an die richtige Stelle, und versteckte ihren Kopf unter dem dunklen Tuch, um einzustellen. Nr. 278(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 27. November 1933 Herner Streiflichter St. Martins= oder Rikolauszug?— Jachwerkhäuser im Stadtbild.— Entfernt die Wahlplakate!— Radfahrwege in Herne und anderswo.— Um den Kurzstreckentarif bei den Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen. In den letzten Wochen ist in wichtigen Besprechungen mehrfach die Frage aufgetaucht, ob in Herne dem St. Martins= oder dem St. Nikolauszug der Vorzug gegeben werden soll. Von vornherein ist uu sagen, daß der St. Martinszug besonders im Rheinland eine alte traditionelle Einrichtung ist, wahrend man von einem St. Nikolauszug eigentlich erst in jüngerer Zeit etwas hört. Dortmund und Reckinghausen wollen ihn in diesem Jahre veranstalten. Die äußere Form soll im wesentlichen bei St. Martin and St. Nikolaus die gleiche sein: der Bischof im feierlichen Ornat hoch zu Roß, die Kinder hinterher mit elbstgemachten Fackeln. Aber wosteckt denn die iefere Idee? Unzweifelhaft doch beim St. Marinszug. Ihm liegt die große erzieherische, wirkungsvoll verwertbare Idee der Mildtätigkeit, der christichen Nächstenliebe zugrunde, die bei der Ansprache des St. Martin an die Kinder ausgeweitet werden ann zur Idee der Volksgemeinschaft, des nationalen Sozialismus und die sehr schön in Verbindung geracht werden kann zum Winterhilfswerk. Der St. Rikolaus dagegen ist, vom Kinde aus gesehen— und dieser Ausgangspunkt darf allein entscheidend sein—. eine stark egoistische Angelegenheit, eine Angelegenheit des Begehrens, des Wünschens, des Beschenktwerden wollens. Also genau das Gegenteil von dem das Selberschenken vor das Kindergemüt stellenden St Martin. Dieser größere geistige Inhalt kommt auch n der reichen Fülle der St. Martinslieder und St. Martinsbrauche, mit denen der Zug ausgestattet werden kann, zum Ausdruck. Was bei St. Nikolaus in dieser Beziehung dürftig zur Verfügung steht, ist meist noch dem St. Martinsfest entlehnt. Noch ein anderes ist für Herne von Bedeutung.(Von der Tatsache, daß anderswo der Nikolauszug sehr stark als Angelegenheit der Fremdenwerbung unter geschaftlichen Gesichtspunkten gesehen wird, was ihn nur im Wert herabsetzt, sei hier weiter nichts gesagt.) Für Herne ist von Wichtigkeit, daß in diesem Jahre in Börnig=Sodingen und Holthausen zum ersten Male mit dem St. Martinszug der Anfang gemacht worden ist. Jeder, der dabei war, wird sich gefreut haben über das gute Gelingen und das starke Echo in der Bevölkerung. Wenn man also in Herne keinen Gegensatz zum Stadtteil Sodingen hervorrufen will, wird man sich allgemein für den St. Martinszug entscheiden müssen. Nach gelegentlichen anderen Strömungen hat man sich im Verkehrsverein erfreulicherweise auch dahin entschieden, den Gedanken des Nikolauszuges fallen zu lassen und möglichst im nächsten Jahre in allen Stadtteilen schöne, gut vorbereitete St. Martinszüge zu veranstalten. Da wir gerade beim Volkstümlichen und Heimatlichen sind, so möchten wir gleich auf etwas anderes aufmerksam machen. Jeder weiß den Wert der alten Fachwerkhäuser im Stadtbild als Zeugen unserer dörflichen Vergangenheit zu schätzen. Eine im nachsten Jahre stattfindende Sonderausstellung des Heimatmuseums„Das Herner Bauernhaus“ wird da zu beitragen, die Schönheit dieser historischen Denkmaler uns noch stärker zum Bewußtsein zu bringen. Wenn man aber durch die Straßen Hernes wandert, entdeckt man manche dieser alten Fachwerkhäuser, die durch einen auch das Balkenwerk umfassenden tristen grauen Anstrich völlig verschandelt sind. Wie ein Umbau neulich auf der Shamrockstraße bewies, gibt es auch alte Herner Fachwerkhäuser, die später verputzt wurden und überhaupt nicht mehr als Zeugen alter Herner Vergangenheit zu erkennen sind. Hier müßte versucht werden, das alte Aussehen wieder herzustellen. Wenigstens bei den Fachwerkhäusern, die einen grauen Oelanstrich haben, müßte dahin gewirkt werden, diese Sünde wieder gutzumachen. Es wird sicherlich möglich sein, mit Hilfe der Reichszuschüsse für Hausinstandsetzung die Kosten hierfür zu verbilligen. Will das Bauamt diese Angelegenheit nicht einmal in die Hand nehmen? * Noch ein anderer Wunsch ware an gewisse Hausbesitzer zu richten. Man sieht immer noch, trotzdem die und Wetter ankämpfen, wurden wohl gerne die Straßenbahn benußen, wenn ihnen die 20 Pfg. oder mehr nicht zuviel wären bei ihrem kargen Einkommen. Der Kurzstreckentarif hat außer der sozialen eine emment wichtige wirtschaftliche Seite, nicht zuletzt für die Straßenbahn selbst. Darüber ist in der Presse unter Anführung von Erfahrungen, die andere Straßenbahngesellschaften inzwischen gemacht haben, oft gesprochen worden. Die BochumGelsenkirchener Straßenbahnen glaubten bisher die Einführung des Kurzstreckentarifs ablehnen zu müssen, weil sie eine Erschütterung ihrer finanziellen Basis befürchteten. Solche Befürchtungen dürfen sicher nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden. Niemand hat ein Interesse daran, die wirtschaftliche Substanz unserer Bahnen zu erschüttern und damit die Existenz vieler hunderter im Straßenbahnbetrieb arbeitender Menschen zu gefährden. Es liegen aber Tatsachen vor, die für den Kurzstreckentarif sprechen. Daß beisvielsweise kein Einnahmerückgang durch den Kurzstreckentarif zu entstehen braucht, zeigen u. a. die Erfahrungen bei den Kreis=Ruhr= orter=Straßenbahnen, wo der Kurzstreckentarif schon in der ersten Zeit eine Verkehrssteigerung auf der ersten Teilstrecke von 77,7, auf der zweiten Teilstrecke von 59 Prozent bewirkte. Die Erfahrung anderswo hat weiter gelehrt, daß ein erhöhter Betriebsaufwand nicht erforderlich wurde. Am Donnerstag wird die Leitung der BochumGelsenkirchener Straßenbahnen vor der Preise eine Darlegung ihres Standpunktes geben und dabei den gesamten Fragenkomplex einmal gründlich aufrollen. Dem Ergebnis dieser zweifellos aufschlußreichen Pressekonferenz soll nicht vorgegriffen werden. Es gilt, die Dinge sine ira et studio anzufassen. Wie ware es aber mit einer versuchsweisen Einführung des Kurzstrecken= tarifs auf zeitlich eng begrenzte Dauer? Geht der Versuch gut, dann dürfen beide Teile, Straßenbahn und Publikum, zufrieden sein; bewährt sich aber das Publikum nicht und ist ein Ausgleich des verminderten Fahrpreises durch erhöhten Verkehr bei uns nicht zu schaffen, so hat künftig kein Mensch mehr das Recht, der Straßenbahn etwas vorzuwerfen. Das finanzielle Risiko für einen solchen Versuch, etwa für einen Monat, dürfte getragen werden können. Nachlésefahrscheine bei der Straßenbahn Eine begrüßenswerte Neuerung auch für Herne Wie wir von zuständiger Seite erfahren, haben die Vestischen Kleinbahnen und die Straßenbahn Herne=Recklinghausen bezüglich des Nachlösens von Fahrscheinen eine begrüßenswerte Erleichterung eintreten lassen. Wer bisher einen Fahrschein zu einem bestimmten Ziel gelöst hatte, sich aber nachträglich entschloß, über dieses Ziel hinaus weiterzufahren, der mußte für diese Weiterfahrt als für eine neu angetretene Fahrt einen neuen Fahrschein nach dem Tarif lösen, mußte also nochmal die Einsteigegebühr entrichten. Das fällt nach der neuen Bestimmung weg. Wer rechtzeitig nachlösen will(also noch ehe der gelöste Fahrschein abgelausen ist), erhält jetzt einen Nachlösefahrschein im Preise anschließend an den ersten Fahrschein. Dabei ist jedoch zu beachten, daß Nachlösefahrscheine zum Umsteigen nur anschließend an einen Umsteigefahrschein verabfolgt werden können: gleicherweise werden Nachlösefahrscheine im Uebergangsverkehr nur verabfolgt, wenn der zuerst gelöste Fahrschein bereits ein Uebergangsfahrschein ist. Zweifellos wird auch diese Neuerung der Vestischen Kleinbahnen bzw. der Straßenbahn Herne=Recklinghausen in Kreisen der Fahrgaste freudigen Anklang finden. Beschleunigter Fernsprechverkehr herstellung von Jernverbindungen ohne Wartezeit. Die Beschleunigung des Fernsprechverkehrs nach außerhalb, des sogenannten Fernverkehrs, wird von der Deutschen Reichspost größte Aufmerksamkeit gewidmet aus der Erkenntnis heraus, daß die wartezeitlose Herstellung der Fernverbindungen zur Belebung des Fernverkehrs beiträgt Der im Industriebezirk und in der näheren Umgebung einiger Großstädte eingeführte sogenannte Schnellverkehr, bei dem Verbindungen mit den beteiligten Orten sofort hergestellt werden, muß aus technischen und wirtschaftlichen Gründen aus die bisher eingerichteten Verkehrsbeziehungen beschränkt bleiben Im bayerischen Verwaltungsgebiet werden#e# längerer Zeit erfolgreiche Versuche mit der Herstellung von Fernverbindungen durch die Teilneymer selbst mit Hilfe des im Selbstanschlußbetrieb üblichen Wählverfahrens angestellt(Selbstfernwahl). Auch dieses Betriebsverfahren muß aus wirtschaftlichen Gründen zunächst aus einen verhältnismäßig kleinen Umkreis beschränkt bleiben. Die günstigen Erfahrungen mit dem Sofortver kehr haben die Deutsche Reichspost aber seit mehreren Jahren zu Versuchen veranlaßt, auch den Fernverkehr auf beliebig große Entfernungen unter Aenderung der Betriebsformen mit den vorhandenen Fernamtseinrich= tungen und Leitungen zu beschleunigen. Bei der bisher üblichen Betriebsweise wird der Teilnehmer nach Anmeldung eines Ferngesprächs von der Deutschen Reichspost ist es, den weitaus größten Teil des Meldeplatzbeamtin zum Einhängen aufgefordert und erst Fernverkehrs in der beschriebenen Weise zu beschleunigen. nach Bereitstellung der Fernverbindung, d. h. nach mehr! Auch von Herne aus sind schon setzt eine ganze Reihe amtin der Ternnlathaamtin— m.: zweiten Be= Fernverbindungen ohne Wartezeit zu errei„plah-„„ zur Aufnahlr des Ge= chen. Das hängt allerdings davon ab, ob die Leitung zu der sprachs wieder angerufen. Di, neue Betriebsweise, der detrefefnden Stadt gerade frei ist. In der verkehrs beschleunigte Fernverkehr, setzt sich zum Ziel, Fernverbindungen unmittelbar im Anschluß an die Gesprächsanmeldung durch die Beamtin herstellen zu lassen, die die Anmeldung entgegeng. nommen hat. Der günstige Ausfall der Versuche hat nunmehr Veranlassung gegeben, die neue Betriebsweise planmäßig weiter einzuführen. Zur Zeit entspricht etwa die Hälfte der Fernämter den Bedingungen für einen beschleunigten Fernverkehr. Die Anpassung der übrigen Amtseinrichtungen soll, soweit Mittel dafür bereitgestellt werden können, beschleunigt vorgenommen werden. Eine zweite Vorbedingung für die unbeschränkte Ein führung des neuen Betriebsverfahrens ist die Bereitstellung einer genügend großen Zahl von Fernleitungen. Die Vermehrung der Fernleitun gen läßt sich aus wirtschaftlichen Gründen, angesichts der ungünstigen Wirtschaftslage, nur nach und nach durch führen. Es ist daher verständlich, daß die Deutsche Reichs post das neue Betriebsverfahren zunächst nur in den betriebsschwächeren Stunden durchführt und auf die betriebsstarken Stunden in dem Maße ausdehnt wie der Leitungspark vergrößert wird. Ein gleiches oder ähnliches Betriebsverfahren ist auch in anderen Ländern in der Einführung begriffen, so in den Vereinigten Staaten von Amerika, in England, Frankreich Im deutsch=englischen Verkehr ist der beschleunigte Fernverkehr kürzlich zunächst werktäglich von 18 Uhr bis 10 Uhr, ferner Samstags von 15 Uhr bis Montags 10 Uhr ausgenommen worden und zwar versuchsweise zwischen Hamburg und London; er wird auch auf andere Verkehrszentren ausgedehnt, sobald die vorhan denen Fernamtseinrichtungen für das neue Betriebsverfahren hergerichtet sind und die Versuche zwischen Hamburg=London günstig ausgelaufen sind. Das Ziel der Der S. Dezember „Tag des Pferdes“ im Dienste der Winterhilfe Das treue Pferd begleitet den Menschen von der Wiege bis zum Grabe. Es war ein guter Gedanke, das Pferd am 3. Dezember in den Dienst des großen Winterhilfswerkes zu stellen. Alle Pferdebesitzer, alle, die zahlreichen Freunde des Pferdes und die Anhänger des Pferdesportes werden an diesem Tage das treue Pferd zum Mittelpunkt einer großen Feier machen und den Reinerlös aus dieser Reichsveranstaltung dem Winterhilfswerk zuführen. Durch diese Feier wird einmal die Bedeutung des Pferdes in der Oeffentlichkeit erneut hervorgehoben und die Pferdefreunde und Pferdebesitzer dokumentieren, daß sie mit dem Pferde ein persönliches Opfer für das WHW. bringen wollen. Zur Erreichung dieses Zieles ist der Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes mit allen zuständigen Stellen für Pferdezucht, Sport und Pferdehaltung in Verbindung getreten und hat mit Ge nehmigung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, des Reichswehrministeriums, des Preu ßischen Innenministeriums und der SA.= und SS=Führung folgende Richtlinien ausgestellt: Wir wenden uns an alle diejenigen, die Reiter. FahG Sen flehl Anmer Nu, kregsrn. A#ter oder Pferdebesitzer sind, und erwarten von ihnen Wahl schon 14 Tage vorbei ist, Hausfronten, Giebel und daß sie an diesem Tage des Pferdes persönlich in den Mauern mit Wahlplakaten bedeckt. Da sie durch sattel steigen. ein Vierdegespann herausbringen sich zu Reit= und Fahrvorführungen zusammenfinden, um durch eine derartige, Veranstaltung Gelegenheit zu geben, für die Winterhilfe zu sammeln. Auf allen großen Plätzen sollen nach Möglichkeit Platzkonzerte von Kapellen berittener Formationen stattfinden(Reichswehr. Schutzpolizei SA. und SS.). In allen Reitinstituten, sowie Reit= und Fahrschulen soll ein gemeinsames Reiten angesetzt wer den, bei dem jeder Teilnehmer eine bestimmte Summe für die Winterhilfe abführt. Alle Reitervereine, ins besondere die Reiterscharen, sollen ihr Reiten mit einem kleinen Umzug durch die betreffende Ortschaft verbinden: bei dieser Gelegenheit sollen bestimmte Sammler mitgehen und von den Bewohnern besonders Geldspenden einsammeln, aber auch diese Reiter selbst sollen ihr Scherflein beitragen. Alle Reunvereine, die an diesem Sonntage Veranstaltungen abhalten, werden aufgefordert, entsprechende Sammlungen bei sich durchfüh ren zu lassen und durch geeignete Veröffentlichungen auf die Bedeutung dieses Tages hinzuweisen. Solche Rennvereine, die keine Veranstaltungen an diesem Tage abhalten, werden aufgefordert, entsprechend den oben angegebenen Richtlinien sinngemäß zu verfahren. Alle Reiter und Züchter sollen an diesem Tage gleichzeitig Kennwortes die Einwirkung der Witterung oder von Kinderhän den meist schon nicht mehr vollständig sind, verschandeln sie nur das Stadtbild. Viele Hausbesitzer haben die Wahlplakate, die bei ihnen klebten, gleich nach der Wahl mit Wasser und Bürste säuberlich entfernt, wollen die anderen denn warten, bis Wind und Wetter nach Monaten oder Jahren diese Arbeit für sie getan haben? Oder ist es möglich, eine Säuberungskolonne anzusetzen, die für die Entfernung der Plakate sorgt? * Wir haben schon öfters die Anlage von Radahrwegen in Herne angeregt. Geschehen ist aber bis heute noch nichts. In anderen Stadten ist man darin bedeutend fortschrittlicher. In Krefeld z. B. gibt es kaum eine wichtige Verkehrsstraße, die ohne Rad fahrstreifen neben dem Bürgersteig ist. Sogar auf Nebenstraßen, wo ein holperiges Großsteinpflaster den Radfahrer ärgert, sind neuerdings auf dem Fahrdamm neben den Straßenrinnen 1 Meter breite Teerasphaltstreifen aufgetragen, die dort das Radfahren jetzt zu einem Vergnügen machen. Nach einer neueren Siatistik umfassen die Radfahrwege in Köln bereit: 830 Ar, in Duisburg=Hamborn 309 Ar, in Essen 183 Ar. in Düsseldorf 139 Ar. in Bochum 83, in Dortmund dagegen nur 47 Ar. Vergleicht man aber mit diesen Zahlen die von München mit 2290 Ar, Hamburg mit 2108 Ar und Bremen mit 2105 Ar, so sieht man, daß hier im Westen noch sehr viel zu tun bleibt, wobei nicht übersehen werden darf, daß gerade der Westen am verkehrsreichsten ist und das Fahrrad, das Auto des kleinen Mannes, nach den Unfallstatistiken der Polizeipräsidien mit am stärksten an Verkehrsunfallen beteiligt ist. * Indem sie die Straßenbahnfahrpreise für alle Erwerbslosen um 50 Prozent senkten, haben die BochumGelsenkirchener Straßenbahnen zweifellos soziale Aufgeschlossenheit an den Tag gelegt. Die soziale Seite aber, so wichtig sie auch ist, darf nicht als die allein maßgebende angesehen werden. Es gilt, die Zusammenhänge hier ganz allgemein zu sehen. Niemand wird auch die Erwerbslosenkarte ausschließlich als Ausweis für Bedürftigkeit ansehen wollen. Es gibt darüber hinaus große Not in allen Volks kreisen. Mancher Arbeitsmann, der mude vom Pütt oder vom Werk heimkommt, manches gebrechliche alte Mütterchen und manche Frau, die mit schweren Lasten heimwartsstreben und mühsam gegen Wind des Oberlandstallmeisters Grafen Georg Lehndorffge denken, der den Grundstein zu dem stolzen Gebäude von Deutschlands Pferdezucht und Sport gelegt hat und der am 1. Dezember 1833 geboren wurde. Die gewerdlichen Pferdehalter werden gebeten, ihre Gespanne. der Bedeutung des Tages entsprechend, geschmückt am Sonntagvormittag durch die Straßen fahren zu lassen. In allen Schulen in Stadt und Land sollen Vortrage über die Bedeutung des Pferdes für das Wirtschaftsleben und die Kultur des Menschen gehalten werden. Wegen des Einsammelns der Spenden in alles Nähere mit den örtlichen Stellen zu vereinbaren, und zwar den zustandigen Stellen des Winterhilfswerkes bei den Gau= und Kreisleitungen, sowie den Ortsgruppen der * Volkswohlfahrt. die ihrerseits die Sammlung durchgeführt und die onrziellen Sammellisten für diesen besonderen Zweck stellt. An alle Freunde und n hänger des Pferder des Pferoewortes. der Pferdehal tung, ergeht hiermit die Aufforderung, diesen Tag des Pferdes zu einer großen Werbung für das Pfero zu gestalten. aber dieses Betenntnis zum Pierde zugleich mit einem groß angelegten Opserwerk für die Winterhilfe zu verbinden, und damit Dienst am Volke zu tun schwachen Jeit ist es sogar möglich, unmittelbar mit weit entfernten Orten, beispielsweise mit Hannover und erlin von Herne aus verbunden zu werden. Die Bedanach. * Auch in Herne Fernsprech Kundendienit ab 1. Dezember. Der Fernsprechkundendienst, der sich in Teilnehmer kreisen immer größerer Beliebtheit erfreut, war im Bezirk der Oberpostdirektion Dortmund bisher nur im Fernsprechnetz Groß=Dortmund ausgenommen. Den Wünschen der Beteiligten entsprechend, soll er vom 1. Dezember ab bei allen Vermittlungsstellen des Bezirks, mit Ausnahme der Vermittlungsstellen bei Hilfsanstalten(Postagenturen. Hilfsstellen, Poststellen), eingeführt werden. Der Kundendienst soll dem Fernsprechteilnehmer die Möglichkeit geben, der Kundendienststelle seines Fernsprechamtes fernmündlich oder schriftlich bestimmte Aufträge zu geben und sich Anrufe oder Bestellungen, die während seiner Abwesenheit eingehen, später zusprechen zu lassen. Die KD=Stelle(Kundendienststelle) weckt auf Verlangen den Teilnehmer zu einer bestimmten Stunde ooer teilt Anrufern mit, daß er an einer andern Stelle zu erreichen ist. Der Teilnehmer kann sogar nach Vereinbarung eines auswarts gegen Nennung dieses Kennwortes die für ihn bei der heimischen KD=Stelle eingelaufenen Bestellungen abnehmen oder selbst Aufträge erteilen. Zur Auftragserteilung kann jede Teilnehmersprechstelle oder jeder öffentliche Fernsprecher benutzt werden. Verlangt wird am Fernsprecher bei Vermittlungsstellen mit Handbetrieb„Fernsprechkundendienst" oder„KD“. Bei Selbstanschlußbetrieb teilt die Auskunftsstelle die Rufnummer mit, die selbstverständlich auch in die Neuauflage der amtlichen Fernsprechbücher aufgenommen wird. Schriftliche Aufträge sind an die Verkehrsanstalt zu richten, bei der sich die KD=Stelle befindet. Die hauptsächlich in Betracht kommenden (ebühren sind folgende: Eine Auftragsgebühr von 20 Rpf., wenn der Auftrag nur 1 Tag gelten soll, sonst 10 Rpf. für jeden weiteren Tag, eine Zusprechgebühr von 10 Rpf., eine Schreibgebühr von 10 Rpf. für die Niederschrift von Angaben zum Zwecke der Weitergabe, eine Anrufgebühr von 10 Rpf. für den Fall, daß der KD=Dienst einen Teilnehmer anrufen soll. Dazu kommen die bestimmungsmäßigen Gesprächsgebühren für zustandegekommene Schnell= oder Ferngespräche Nähere Auskunft(gebührenfrei) erteilen die zuständigen Vermittlungsstellen. Schuhausgabe auf der Winterhilfe Kleiderkammer Der Gang der Umschuldungsaktion. Die Tätigkeit des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden war bisher durch den Umstand gehemmt, daß die Schwierigkeiten des Gegenstandes mancherlei Aenderungen und Ergänzungen des betreffenden Gesetzeswerkes notwendig machten. Nachdem diese jetzt im wesentlichen durchgeführt sind, ist die Umschuldungsaktion nunmehr auf breiter Front im Gange. Bisher haben mit der erforderlichen Genehmigung der obersten Landesbehörde 600 Gemeinden aus allen Tenes des Reiches ihren Beitritt zum Umschuldungsverband erklärt. Die Größe des sich aus diesen Beitrittserklärungen ergebenden Umschuldungsbetrages kann jetzt noch nicht festgestellt werden, da die Fristen für das Wirksamwerden der Umschuldung zum größten Teil noch laufen. Es schweben noch zahlreiche weitere Beitrittsanmeldungen, deren Gültigkeit von der Genehmigung der obersten Landesbehörde abhängt.— Zur Erleichterung des Geschäftsverkehrs hat der Umschuldungsverband ein Merkblatt herausgegeben, aus dem sich die Interessenten über einschlägige Fragen unterrichten können. ## bei den Kleidersammlungen eingegungenen gebrauchten Bekleidungsstücke und Schuhr langen jetzt. repariert und gereinigt, an Bedürftige zur Verteilung. Unser Bild zeigt das Ver oassen von Schuhwerk, das im Hintergrunde boch aufgestavelt ist Schlecht Wetter droht! smeiense W Zte und naßtaltes Wetter miteinander abwechseln, braucht die Haut besondere Pflege, soll sie nicht rissig und sprode werden. Bei dem Hinausgehen findet die Haut in Leotrem, der tief in die Haut einoriat. einen idealen Schutz gegen alle Witterungseinflüsse. Durch seinen Gehalt an naturechtem Sonnen Vitamin fördert Leokrem zugleich den Aufbau der Haut. Machen Sie noch heute einen Versuch! Dosen zu 90, 50. 22. 15 Pfg. in allen Chiorodont=Verkaufestellen erhältlich. und für Herne Ende der Verbandsivarkasse Dortmund Moldenhauer den Fachschafts=Threngrets. Für die anderen Preisträger, die mit„Sehr gut 1.. Sehr gut 2“.„Sehr gut 3“ und„Sehr gut" abschnitten. Herne hat schon lange kein Interesse mehr daran. Wie wir erfahren, hat die Stadt Dortmund auf Grund eines neuen Gesetzes über Zusammenlegung vor Sparkassen die Uebernahme der Verbandssparfasse Dortmund die Uebernahme der Verbandsspar in eigenen Besitz beantragt. Diese wurden Geld= und Zuschlagspreise gegeben. Die Namen dieser Preistrager sind: Paul Eibner, Johann Wützel, Johann Bauer, Bernhard Sommer, Vernhard Ewald. Richard Moser, Emil Ballweg, Jakob Albrecht. Verbandssparkasse ist noch ein Rest aus der Hinter= Heinrich Frieg. Julius Becking, Oskar Schäfer. Heinlassenschaft des ehemaligen Landkreises Dortmund, dessen Erbschaft die Stadte Dortmund, Herne, Castrop=Rauxel und Lünen angetreten haben. Schon bei der Vermögensauseinandersetzung nach der Eingemeindung Sodingens und der Auflösung des Landkreises Dortmund hatte Herne kein besonderes Interesse an dem Weiterbestehenbleiben der Sparkasse, wohl aber Lünen und Castrop=Rauxel. Auch jetzt wehren sich diese beiden Stadte entschieden gegen die Besitzänderung bei der Verbandssparkasse. Herne dagegen hat sich zustimmend geäußert. Der Grund für diese verschiedenartige Haltung liegt darin, daß nach Lünen und Castrop=Raurel eine sehr erhebliche Zahl von Ausleihungen dieser Sparkasse geflossen sind, nach Herne bezw. Sodingen dagegen nur in beschranktem Maße. Außerdem war für Herne maßgebend, daß auf Jahre hinaus neue Ausleihungen von der Verbandssparkasse nicht zu erwarten sind, ebensowenig Ueberschüsse. Andererseits ist Vorsorge getroffen, daß bei einer Besitzveranderung Ausleihungen, die nach Herne geflossen sind, nicht so bald gekündigt werden. rich Hannemann, Georg Wellbrich. Heinrich Brünger, Heinrich Ossenschmidt, Meinolf Hesser, Friedrich Felm. Leo Palluch und Michel Moser. Selbstmord durch Sturz aus dem Fenster. Am Sonnabend gegen 11 Uhr stürzte sich in der Vorkstraße ein Mann in selbstmörderischer Absicht aus dem Fenster seiner im 2. Stock gelegenen Wohnung auf den Hof. wo er mit zertrümmertem Schädel liegen blied. Es handelt sich um einen 41jährigen Munn aus Herne; er war schon längere Zeit nervenleidend und hinterläßt Frau und Kind. Selbstmordversuch. Am Freitag gegen 20 Uhr brachte sich ein 27 Jahre alter Mann in seiner Wohnung in der Kaiser=Wilhelm=Straße mit einer Rasierklinge einen Schnitt in den linken Unterarm bei, um auf diese Weise aus dem Leben zu scheiden. Er fand im kath. Krankenhause Aufnahme. Lebensgefahr besteht nicht. Das Monr zur Tai ist noch nicht bekannt. ken— denn das Ding hätte ja leicht explodieren können— entpuppie sich dieser Gegenstand zwar els eine verrostete aber noch geladene alte Granate 8—10 cm Dicke und 25—30 cm Lange. Der Finder, Fritz Kloh aus der Friedrichstraaße 185, lieferte die Granate auf dem zuständigen Polizeirevier ab. Wahr scheinlich ist sie in den ersten Nachkriegsjahren dort von jemand, der sie aus dem Felde mitgebracht hal. und sie los sein wollte, vergraben worden. Die neuen Reichstagsabgeordneten Der Wahlkreis 18(Westfalen=Süd) hat bei der Verteilung der Reichstagssitze 25 Mandate erhalten. Die neuen Abgeordneten sind: Bouhler, Bracht, Forschbach. Knickmann, Land. Loewer, Manderbach, Meinberg, Meister, Müller F. W., Riemenschneider. Schepmann, Schleßmann, Stürtz, Vetter, Vögler, Wagner Josef, Römer, Diehl, Giesler, Trumpetter. Stein, Fischer Wilhelm, Sattler, Habbes. Damit hat auch Herne seine Vertretung im wir noch nichts in Erfahrung bringen. Reichstag erhalten und zwar in der Person seines!„„* repräsentativsten und für die nationalsozialistische Bewegung verdientesten Vorkampfers, des Oberbürgermeisters Albert Meister, den wir zu diesem neuen Ehrenamt herzlich beglückwünschen. Schweres Betriebsunglück auf Constantin 4•5 Wie wir erfahren, ereignete sich am Ende der Woche auf der Zeche Constantin 4=5 im Kesselhaus ein schweres Unglück, wobei mehrere Arbeiter verletzt wurden und dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Ueber Einzelheiten des Unglücks konnten Stadtsekretär Paul Wahn: Am 24. d. M. verschied nach schwerer Krankheit der Stadtsekretär und Kolonnenführer der Freiw Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Herne, Paul Wahn. Der Verstorbene war seit vielen Jahren bei der Stadtverwaltung im Fürsorgeamt tätig. Seine langjährige praktische Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge und sein ruhiges und sachliches Wesen erleichterten ihm seinen schweren Dienst in der Fürsorgearbeit. Durch seine amtliche Tätigkeit kam er der Not der bedürftigen Mitbürger sehr nahe. Auf diesem Wege kam er auch mit der privaten Wohlden im Reichsbahnverkehr in allen Verbindungen aus= fahrtspflege und der Ersten Hilfeleistung bei UnglücksResttagsrückfahrkarten zu Weihnachten und Reujahr Die Reichsbahn gibt zu Weihnachten und Neujahr wieder Festtagsrückfahrkarten mir einer Fahrpreisermäßigung von 33 ½ Prozent aus. Die Karten gelten in der Zeit vom 22. Dezember 0 Uhr bis zum 2. Januar 24 Uhr an allen Tagen zur Hin= und Rückfahrt und wergegeben, für die Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs ausgegeben werden. In Verbindungen, für die fertig fällen pp. in Verbindung. gedruckte Sonntagsrückfahrkarten nicht aufliegen, müssen..## Herner Freiw. Sanitätskolonne vom Roten die Karten spätestens zwei Tage vor Antritt der Reise Kreuz ist durch den Tod ihres Kameraden Paul Wahn en. W„ P.. Wraa... l.,ichmerzlichft betroffen worden. Paul Wahn hat lich gelöst oder bestellt werden bereits am 12. Dezember er Vorverkauf beginnt schmerzlichst betroffen worden. Paul Wahn hat sich Bei Benutzung von Eil- lbei der Sanitätskolonne durch sein stets freundliches hnell=, FD=, FFo= und L=Zügen sind die tarifmäßigen und zuvorkommendes Wesen größte Wertschätzung erZuschläge zu zahlen. Platzkarten für D=, FD=, FFa= und worben, die besonders in der Uebertragung der EhrenL=Züge können ebenfalls bis zu zehn Tagen vor dem amter als Kolonnenführer und 1. Kassierer zum AusReisetag gelöst werden Neben den Festtagsrückfahrkarten stehen den Reisenden für längere Reisen die neueingeführten Winterurlaubskarten mit einer Preisermäßigung von 20 v. H. zur Verfügung. Die Geltungsdauer der Arbeiterrückfahrkarten wird gleichfalls zu Weihnachten verlängert. Sie können wie die Festtagsrückfahrkarten vom 22. Dezember bis 2. Januar an allen Tagen zur Hin= und Rückfahrt benutzt werden. druck kam. Die mit diesen Aemtern verbundenen Aufgaben hat er mit viel Geschick und Verständnis erledigt, wodurch er sich um die Sankkätskokonne und den Damm der akten Bahn herrschten wonn„ind#s das Rote Kreuz besonders verdient gemacht hat. Die mit der Spißhacke in 20 cm Tiefe auf einen.., Freiw. Sanitatskolonne vom Roten Kreuz Herne und seisernen Gegenstand. Zu seinem Steunen und enalle seine Kameraden werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. *** * Jerdinand Hölscher Am Freitagabend verstarb nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 66 Jahren der frühere Wirt des „Franziskaners“, Herr Ferdinand Hölscher. Von Osnabrück nach Herne kommend, war er zuerst im Holzgroßhandel tatig und machte sich dann selbständig Später übernahm er das Restaurant„Zum Hindenburg" und 1918 als Nachfolger von Jansen das im schwiegerelterlichen Hause sich befindende Restaurant „Zum Franziskaner“. In den letzten 3 Jahren war er in der Saison in Norderney Geschäftsführer eines großen katholischen Pensionsbetriebes. Der Verstorene, der auch ein leidenschaftlicher Jagdfreund war. erfreute sich in der ganzen Bürgerschaft wegen seiner gewinnenden menschlichen Eigenschaften großer Beliebtheit. Möge er in Frieden ruhen! * Die Verbreitung der Diphtherie. Die letzte Zusammenstellung über die übertragbaren Krankheiten im Regierungsbezirk Arnsberg weist aus, daß in der Woche vom 5. bis 11. November 33 im gesamten Regierungsbezirk noch 101 Krankheitsfälle und 4 Todesfälle an Diphtherie gemeldet waren. Davon entfielen 8 Krankheitsfälle auf Herne. Auch die benachbarten Städte sind von der Diphtherie in Mitleidenschaft gezogen, so Dortmund mit 7. Lünen und Castrop-Rauxel mit 12, Wanne=Eickel mit 11 Krankheitsfällen. Bochum und Witten dagegen waren diphtheriefrei. Von den anderen übertragbaren Krankheiten. sind erwähnenswert die hohen Zahlen der Erkrankungen und Todesfälle an Tuberkulose. Im gesamten Regierungsbezirk waren 54 Erkrankungen und 20 Todesfälle in der obengenannten Woche gemeldet. * Erlöschen des Anspruchs auf Zahlung von Gratifikationen Nach der Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts begründet die wiederholte, vorbehaltlose Gewährung einer Gratisikation einen derartigen Anspruch auch in den folgenden Jahren. Wenn jedoch ein Arbeitnehmer die Nichtzahlung einer ihm bislang gewährten Jahreszulage widerspruchslos und stillschweigend hinnimmt, so muß hieraus nach Ansicht des Reichsarbeitsgerichts angenommen werden, daß der Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Zulage nicht mehr erhebt. Einer späteren Geltendmachung muß daher der Enderfolg versagt bleiben, es sei denn, daß der Arbeitnehmer infolge wirtschaftlichen Drucks aus Befürchtung einer Kündigung geschwiegen hat. * 40-jähriges Ehesubiläum 40 Jahre verheiratet sind am morgigen Dienstag die vor kurzem von Herne nach Essen, Savignystr. 73. verzogenen Eheleute Fritz Müller. Sie gehörten zu den ältesten und treuesten Beziehern des Herner An zeigers. Herzlichen Glückwunsch! * F e i e r s c h i c h t e n Am heutigen Tage muß infelge Absatzmangels die Belegschaft der Zeche Constantin 4/5 feiern.— Aus gleichem Anlaß feiert heute die Belegschaft der Schachtanlage Shamrock die 68. Schicht in diesem Jahr. * Geladene Granate gefunden Ein Mann, der am Samstag in seinem Garten gegenüber dem Stadthafen an der Strünkeder Straße Liehzählung am 5. Dezember Am 5. Dezember d. J. findet die alljährliche Vieh Herne erhielt weitere Reichszuschüsse für Instandsetzungs- und Umbauarbeiten. Der Stadtverwaltung Herne sind zur Gewährung E E SEEEE EET TE TL EEE## von Reichszuschüssen für Instandsetzungs= und Ergänzahlung statt: Sie erstreckt sich auf Pferde(ohne zungsarbeiten weitere 25.000 Mark und für Umbau— Rind= arbeiten weitere 15 550 Mark zur Verfügung gestellt worden. Insgesamt sind bisher nachstehende Beträge bereitgestellt: a) für Instandsetzungs= und Umbauarbeiten 138000 M b) für Umbauten und für Teilung von Wohnungen 56 000 J e) für Instandsetzungs=, Ergänzungs= und Umbauarbeiten für Wohn= und Wirtschaftsgebäude landw. Betriebe 2 500!9 Militärpferde). Maultiere, Esel und Maulesel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Kaninchen, Federvieh (einsch. Tauben), Bienenstöcke und Edelpelztiere Die Zählung dient lediglich volkswirtschaftlichstatistischen Zwecken. Wer vorsätzlich eine Anzeige, zu der er auf Grund der erlassenen Verordnung aufgefordert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird nach§ 4 dieser Verordnung mit Gefangnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 M. bestraft; auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staate verfallen" erklärt werden. zusammen 196 500.4 nicht nur für Arbeiten an Wohngebäuden, sondern auch für gewerbliche Räume pp. gegeben werden. Hierbei sind allerdings Einrichtungen für die Ausstattung von gewerblichen Betrieben ausgeschlossen. Ferner wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die Einrichtung von Luftschutzräumen als Umbau im Sinne der Bestimmungen über die Gewährung von Reichszuschüssen gilt. Der Zuschuß beträgt hierbei 50 v. H. der entstehenden Kosten bis zum Höchstbetrage von 1000 M. Zu dem nicht durch den Reichszuschuß gedeckten Teil der Kosten wird außerdem, wie in allen anderen Fällen, ein Zinsenzuschuß von 4 v. H. jährlich auf die Dauer von 5 Jahren gewährt. Es besteht auch Veranlassung, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß Anträge auf Gewährung Antrage auf Gewährung von Reichszuschüssen von Reichszuschüssen unbedingt vor Beginn Hausmusik Werbrabend der Herner Musikschule. Die Herner Musikschule, Schaeferstraße 1, veranstaltet zur Pflege der deutschen Hausmusik am Donnerstag, dem 30. November, abends 8 Uhr in der Aula des Realgymnasiums einen Werbeabend. Die Schüler der Ober= und Ausbildungsklassen werden diesem Zwecke eine Reihe ausgefeilter und wohlvorbereiteter Stücke für Klavier, Violine, Cello und Gesang vortragen. Bei diesem Werbeabend soll besonders die Pflege des Gesanges stark betont werden. Eine Reihe geeigneter Lieder, Arien und Terzette sollen auf den Wert des deutschen Liedes hinweisen. Geflügelschau des Geflügelzuchtvereins„Gut Zucht“ Horsthausen. Im Saale des Kasinos Friedrichseck hatten die Horsthauser Geflügelzüchter für Sonnabend und Sonntag eine erweiterte Lokalschau ihres reichhaltigen Zuchtmaterials ausgestellt. Der Besuch an beiden Tagen bewies ein starkes Interesse für die Geflügelzuchtbewegung. Die Geflügelschau wurde am Sonnabend durch den Protektor Bergassessor Klein eröffnet, der in seinen Ausführungen auf den Wert der Geflügelund Rassezucht hinwies. Den deutschen Markt von der Einfuhr ausländischer Eier unabhängig zu machen und die innerdeutschen Bedürfnisse allein aus den Erzeugnissen heimischen Geflügels zu decken, sei das erste und anerkennenswerteste Hauptstreben unserer Ge können nach wie vor im Stadtbauamt, Sparkassengebäude 1. Obergeschoß. Zimmer Nr. 3, abgegeben werden. Antragsformulare sind vort vorratig. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Reichszuschüsse der Arveiten gestellt sein müssen. Anträge, die nach Beginn oder sogar nach Fertigstellung der Arbeiten eingehen, dürfen nach den staatlichen Bestimmungen nicht berücksichtigt werden. * Der Jassadenkletterer. In der Nacht zum Samstag durchhallten auf der Baukauer Straße Hilferufe die nachtliche Stille. Von den Anwohnern wurde ein Mann dabei beobachtet, wie er sich auf das Dach des Anbaues zog, dann an der Dachrinne hochkletterte und sich in das des dritten Stockwerkes schwang. Einige beherzte Männer bewaffneten sich mit Knüppeln und Gummischlauchen und verlangten an der„„u. von den„rmeintlichen Einbrecher Einlaß. Als dieser er- Au öffnete, wollten sie schon über ihn herfallen, machten aber erstaunte Gesichter, als es der Hausherr war, worauf ein großes Gelächter ausbrach. Frau war nämlich am Morgen verreist und hatte vergessen, dem auf der Schicht weilenden Mann die Schlüssel zu hinterlegen. * Ein Zusammensloß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie B und einem Lastauto ereignete sich Samstag mittag an der Einfahrt der Zeche Mont Cenis auf der Mont=CenisStraße. Bei dem Zusammenstoß wurde der Straßenbahnwagen erheblich beschadigt und mußte im Depot ausgesetzt werden. * Handtaschendiebstahl Am Freitag gegen 16 Uhr wurde einer Frau aus Recklinghausen=Süd im Geschäft Epa in der Zahnhofstraße eine dunkelblaue Lederhandtasche mit Verschlußkappe gestohlen. In der Tasche befanden sich etwa 23 M. und ein Taschentuch mit rosa Kanken. Die Geschadigte trug die Tasche unter einem Arm: sie hat von dem Diebstahl nichts gemerkt. Wer kann über den Täter Angaben machen? * Wohnungseinbruch Aus einer Wohnung in der Goethestraße wurde am Freitag durch Nachschließen ein Betrag von 26.87 M. gestohlen. * Keine Wartezeit der Notstandsarbetter nach vorübergehender Erntebeschäftigung. Der Präsident der Reichsanstalt hat in einem Erlaß erklärt, daß die Notstandsarbeiter während der Beschäftigung bei Erntearbeiten nur als beurlaubt angesehen werden, sodaß es einer Neuzulassung zu Notstandsarbeiten nicht bedarf und allo auch die damit zusammenhängenden Voraussetzungen nicht verlangt werden können. Die Präsidenten der Landesarbeitsämter sind außerdem ermächtigt worden, zuzulassen, daß die Beschäftigung als Notstandsarbeiter sechs Monate innerhalb eines Jahres übersteigen darf. * S t ä d t i s c h e r C h o r H e r n e Infolge dienstlicher Verhinderung des Herrn Musikdirektors Nellius wird die nächste Probe von Freitag, den 1. Dezember, auf Dienstag, den 28. November verlegt. * Jahresversammlung des Vaterl. Frauenvereins. Am kommenden Mittwoch nachmittag findet im Saalbau Strickmann die Jahresversammlung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz statt. Neben Jahresbericht und Auszeichnung von Hausangestellten enthält das Programm reichhaltige Darbietungen unterhaltender Art, bei denen der FAD des Vaterländischen Frauenvereins(Lieder, Volkstänze), Frau Schumacher(Gesang), ein Mandolinenklub und Frl. Schräder(Gymnastikstunde unserer Kleinsten) mitwirken. Zum Schluß wird ein Einakter „Die Traumtänzerin“ aufgeführt. * 2. SA-Anwärter-Appell Gestern vormittag 10 Uhr fand im Saalbau Strickmann der 2. Appell der SA=Anwärter statt, die in Stärke von 800—900 Mann die Stuhlreihen füllten. Ein Oberscharführer hielt einen mehr als einstündigen Vortrag über Entstehung und Geschichte der SA. Alsdann sprach Sturmbannführer Markfort, der alle Anwärter zu kameradschaftlicher Gesinnung und Opferbereitschaft ermahnte. Er teilte mit, daß bis zum 1. Februar alle Anwärter Uniform besitzen müßten, und bat alle Bessergestellten, den erwerbslosen Kameraden bei der Beschaffung der Uniformstücke zu helfen. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer Adolf Hitler fand der Appell sein Ende. * Verband der Deutschen Theaferangestellten und ähnlicher Berufe. Reichsfachschaft Musik Am Dienstag, dem 28. November, morgens 9.30 Uhr. fur det bei Stemberg an der kath. Kirche eine außerordentliche Versammlung statt. Unbedingtes Erscheinen wird zur Pflicht gemacht. Schöffengericht Herne. der und anerkennenswerteste Hauptstreben unserer Ge: Pex, eler war ein Vermandter amzeßlagt dar es: flügelhalter. Die Schau hatten 19 Mitglieder des I. 15412 msen it, jedach im Unklaren* Vereins mit 164 Tieren beschickt. Man sah 4 Abtei= ion tatig geweien ist, jedoch im Unklaren gehalten ### worden sein will. Das Schöffengericht verurteilte den „Darlehensvermittler“. Ein Bergmann sattelte um und wurde Darlehensvermittler. Ohne hinreichend mit der Materie vertraut zu sein, versuchte er, gleich zwei Herren auf einmal zu dienen. So war er zunächst für die Frankfurter Zwecksparkasse tätig, die das Ziel sar den Sparsinn ihrer Mitglieder anzurgen, und zu Zeit Auslosungen vornimmt, bei denen zogenen ein Darlehen erhalten. Weiter diente neugebackene Vermittler einer hollandischen Firma die als freie Darlehensgeberin auftritt. Der frühere Bergmann suchte nun die Darlehenssucher auf, erzählte ihnen etwas von sofortigem Erhalt von Geldern bei der Frankfunter Zwecksparkasse und ließ sich seine Provision sogleich aushändigen. Die Geldsucher waren natürlich geschädigt, da die Zwecksparkasse gar nicht daran dachle, ihnen Darlehen auf diese Art zu gewähren. Der Vermittler schob bei diesen Manövern immer die Unterlagen der holland'schen Firma vor, die nur an ganz sichere Kapitalsucher Geld verleiht, die Kunden aber dachten immer, es handele sich um die Zwecksparkasse in Frankfurt. Mit dem Vermittler war ein Verwandter angeklagt, der! Personenkredite an das Kleingewerbe. Grundsätze für die Uebernahme von Reichsgarantien für Kredite an das Kleingewerbe.— Einschaltung der gewerblichen Kreditgenossenschaften. Der Deutsche Genossenschaftsverband teilt mit: Der von A bielmehr ein Scheinvertrag vor, oamit sein frühere n die Ge, Schwiegersohn durch jene Frau wieder zu seinen Mö lungen aufgebaut, und zwar der Rassehühner, der Zwerghühner, der Tauben u. Gänse bezw. Puten. An Hühnern waren vertreten: weiße Wyandotten, Plymouth=Roks, Rhodeländer, Welsumer, Holländische Weißhauben, Silbertrakel, Hamburger Silberlack, schwarze Rheinlander, rebhuhnfarbige, silberscheckige schwarze und gestreifte Italiener, Minorkas, dann Zwerghuhner zum Teil derselben Rassen. In der Abteilung Tauben sah man englische Kröpfer, schwarz= Wenn dieser das Verhalten oder die Tat des Verlie worden sein will. Das Schöffengericht verurteilte den ersten Angeklagten zu 3 Wochen Gesängnis wegen Betruges und sprach den Mittäter mangels Beweises frei. Den gegnerischen Anwalt beleidigt. Es gibt genügend Prozeßsüchtige, deren Wut sich bei ungünstigem Ausgang weniger gegen die feindliche Partei, als vielmehr gegen deren Anwalt richtet. weiße Pfautauben, und in der letzten Abteilung Bronzeputen und Emdener Gänse. Das Geflügel wies schöne Zuchtexemplare auf. Preisrichter der Geflügelschau war Herr Bornfeld, Recklinghausen. Es er hielten: Gustav Grothaus die Stadtplakette, Fritz Gdina den Gesamtleistungspreis der Schau, Alfred rers geißelt, so stammen seine Informationen doch immerhin von seiner Partei, und das vergessen die wegen Beleidigung und versuchter Erpressung zu einer meisten. So ging es auch einem älteren Invaliden. Geldstrafe von 90 Mark. Es müsse gebrandmarkt Seine Tochter hatte einen gutgestellten Bankbeamten werden, hieß es in der Begründung, wenn ein Progeheiratet: die Ehe war aber später geschieden worden. zeßverlierer versuche, auf diese unreelle Weise sich an Der Ehemann wollte sich nun seinen Anteil an den den Kosten vorbeizudrücken. Jlgo bezahlten Möbeln sichern, und eines Tages machte eine Frau aus Dortmund einen Anspruch auf die Mobel geltend; sie seien ihr auf Grund einer Forderung, die sie gegen den Bankbeamten habe, von! Der Venische Kineffenschäfttrrtrant m. diesem übereignet worden. Der Invalide glaubte aber Reichsminister der Finanzen ist durch Gesetz ermächtigt nicht an die Richtigkeit dieser Forderung, hier liege worden, Ausfallbürgschaften bis zum Betrage von insvielmehr ein Scheinvertrag vor, damit sein früherer gesamt 10 Pillionen RM. zu übernehmen, wovon * 71#######g, 5 Millionen RM. auf gewerbliche Kreditgenossenschaften entfallen. Nach den jetzt erschienenen Richtlinien soll die Gewährung von Personalkrediten an das Kleingewerbe (Gewerbetreibende und Einzelhändler) durch Reichsgarantie in den Fällen ermöglicht werden in denen ausreichende bankmäßige Sicherheiten nicht gestellt werden können. Die Kredite sollen zur Finanzierung lausender Beträge dienen. Sie können in geeigneten Fällen ausnahmsweise auch zur Erweiterung bestehender Gewerbebetriebe oder zur Ergänzung der eigenen Mittel des Kreditsuchers bei der Neuerrichtung von Gewerbebetrieben gegeben werden. Eine Abngalter Schulden aus den reichsverbürgten Krediten ist in keinem Falle zulässig Die Garantien werden in Form von Ausfallburgschaften unter bestimmten Voraussetzungen übernommen, zu denen insbesondere die Vertrauenswürdigkeit des Kreditsuchers gehört. Im Einzelfall düren die Kredite den Betrag von 5000 RM. nicht überteigen, wobei ihre Laufzeit bei der Gewährung von Betriebskrediten zur Durchführung laufender Aufträge drei Monate betragen sollen. Bei den ausnahmsweise gewährten Krediten zur Erweiterung und zum Aufbau gewerklicher Betriebe beläuft sich diese auf 12 Monate. In beiden Fällen kann sie auf 9 Monate bzw. auf 3 Jahre verlängert werden. An Zinsen und Provisionen dürfen von dem Kreditnehmer nicht mehr als 2½ v. H. über # s a g d e r R e i c h s b a n k( z u r Z e i t a l l o 6½ v. H. genommen werden. Für die mit gewerblichen „P ee e ge#e#eenden Gewerdetreibenden ind Anträge auf Uebernahme von Ausfallbürgschaften entweder bei der Deutschen Zentral= genollenschaftskasse Berlin über die zuständige gewerbliche Zentralkasse oder kei der Dresdnerbank GenossenschaftsBerlin und Frankfurt a. M. zu stellen Srchilgenengetangn 10 am denen an ihre örtliche beln komme. Die Möbel wurden von ihm daher an die Seite gebracht, mußten jedoch später, da er in Bochum den Prozeß verlor, herausgegeben werden. Der Invalide bekam nun erhebliche Kosten aufgeburdet. Daß dies seinen Zorn nur vermehrte, kann man verstehen. Der gegnerische Anwalt muß außerdem in Bochum, auf die Informationen seiner Partei hin, gegen den Invaliden mächtig vom Leder gezogen ha ben. Der Invalide schrieb ihm daher einen Brief beleidigenden Inhaltes, worin er den Anwalt u. a. darauf aufmerksam machte, daß er auch den Landgerichts präsidenten auf den Fall aufmerksam gemacht habe Nun ist ein Landgerichtspräsident auch in gewissem Sinne Vorgesetzter eines Rechtsanwalts. Letzterer bat daher den Invaliden schriftlich, sich noch einmal zu äußern, was er eigentlich von ihm wolle. Darauf verlangte der Invalide(wieder brieflich) die Erstattung der Gerichtskosten, da er, der Anwalt, seine Familie herabgewürdigt habe und schuld daran sei, daß er den Prozeß verloren habe. Das letzte rührte den Anwalt nicht, doch daß er den Prozeß gewonnen hatte, darauf konnte er nur stolz sein. Aber die anderen Beschuldigungen gingen ihm zu weit, und so erstattet er, um seinen Ruf als Anwalt zu wahren. Anzeige gegen den Invaliden wegen versuchter Erpressung und übler Nachrede. Das Gericht hielt dem Invaliden die Erregung zugute und verurteilte ihn * Nr. 278(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Montag, den 27 November 1! Feierabendgestaltung und Sozialpolitik bei den Staatszechen Erster Werksgemeinschaftsabend der Bergwerksgesellschaft hibernia Schon lange, ehe die Feierabendbewegung der deutschen Arbeitsfront angekündigt wurde, hatte die Hibernia die Initiative ergriffen, um diesen Gedanken im Rahmen der Werksgemeinschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Der erste Abend stieg am Freitag vor Stuhlreihen im Saalbau Strickmann. Hierzu waren elle Werksangehörigen der Zeche Shamrock 1=2, des Stickstoffwerkes und der Hauptverwaltung eingeladen worden. In Zukunft sollen jeden Monat derartige Abende aufgezogen werden, mit Humor gewürzt. Die nächsten Veranstaltungen werden in Wanne=Eickel und Recklinghausen für die dort beschäftigten Belegschaften stattfinden. Die Veranstaltung bei Striemann brachte neben zwei Vorträgen, gehalten von Stadtrat Arnold und Herrn Börner vom Sticktoffwerk, zwei hochinteressante Filme. Herr Börner vom Sticksloffwerk einen aktuellen Vortrag über den Wert der Arbeit des Einzelnen innerhalb der Volksgemeinschaft Welche Bedeutung der Kohlenbergbau habe, zeigie er an Hand der Verwendungsmöglichkeiten der Steinkohle. die das Ausgangsprodukt zu Koks. Koksofengas, Teeren, Oelen, Medikamenten, antiseptischen Mitteln, zu Farben(Anilin), zu Treibölen, Imprägniermitteln, Stickstoffen zu Ammoniak. zu Pech. selbst zu keramiWenn uns diese Gedanken bei der Durchführung Pastsggetanden bilde unserer Kameradschaftsabende richtunggebend sino„####3 gasite Programm und die Pausen wurden und wenn wir mit dem Ernst und mit dem Verant“##, Blaskapelle der NSBO=Flottmann mu schöwortungsbewußtsein ans Werk gehen, das dem uns s#####en ausgefüllt. Zum Schlusse des Abends gesteckten Ziel entspricht, so ist der Enderfolg gesichert. Und Sie, meine Herren, bitte ich, diese Gedanken die uns hierbei leiten, besonders zu würdigen und mitzuhelfen an dem Erfolg dieser Abende. Es geht uns nicht um den Namen oder die Person eines Einzelnen, der mit diesem Vortragsabend verknüpft sein soll, sondern lediglich um die Sache selbst, die nach unserer Meinung des Schweißes der Edlen wert ist. Nach diesen Ausführungen wurde der Saal verdunkelt und es lief der Illm„Im Reiche der Kohle". Er zeigte den anwesenden Familienangehörigen der Bergknappen die schwere Arbeit ihrer Väter, Söhne, Brüder und Gatten. Die Grubenaufnahmen sind in Peißenberg in Oberbayern gemacht worden und boten Arbeitsminuten im Querschlag, vor Kohle, den Antransport der Kohle, die Kohlenförderung am Füllort und über Tage. Trickzeichnungen verdeutlichten die Verteilung der Kohlensorten durch die Wäsche und den Waggontransport. Es war ein Film. der eigentlich in allen Lichtspielhäusern gezeigt werden müßte. Nach einer Pause hielt sche leben vom Handel, davon rund 1 Million vom ambulanten Handel. Es war daher nicht verwunderlich, daß beim Tage des deutschen Handels in Braunschweig diese BerufsgrupDer Abend wurde mit einer kurzen Begrüßung durch Bergassessor Behrens eröffnet, der um Entschuldigung bat, daß man die Veranstaltung auf einen Freitag verlegt habe, so daß. Mittagsschicht nicht teilnehmen könne. Der Buß= und Bettag habe bereits L zum Feiern gezwungen und eine zweite Feierschicht habe man auf keinen Fall einlegen wollen. Er über brachte den Gästen die Grüße des von schwerer Krankheit genesenden Oberbergrats von Velsen. welcher sich für diese Veranstaltungen besonders stark einsetze. Stadtrat Arnold zing in seinem Vortrag von dem gigantischen Arbeitskampf an der Ruhr aus, dessen lodernde Romantik nächtlich den Reisenden in ihren Bann schlage. Aber vervorgen blieben dem Fremden die ungeheuren Mühsale des Bergmanns in der Tiefe, der alle diese Giganten mit der Kohle speise. Der Marxismus habe ihm viel versprochen, jedoch nichts gegeben. Diese Verprechungen setze erst unser Volkskanzler in die Wirklichkeit um. Aber der Arbeitsmann müsse sich erst von den Krankheitskeimen der marxistisch=liberalistischen Anschauung freimachen. Die schlechte wirtschaftliche Laae sei vom Volke mitverschuldet worden, da es den Kampf gegen die falsche Seite geführt habe. Das Bürgertum mit seinem„Rube ist die erste Bürgerpflicht, habe sich der kapitalistischen Ausbeutung an erster Stelle gefügt. Nun müsse Schluß gemacht werden damit, daß der Kumpel nur noch eine Markennummer sei. Arnold illustrierte das Erwachen der neuen Zeit am Beispiel verschütteter Stollen und zusammengebrochener Stempel, wo der eingeschlossene Kumpel, dem nur noch etwas Luft zum Atmen verLteibe, auf das Vordringen der Rettungskolonne des dritten Reiches harre, die ihm die Erlösung von Leid, von Not und Unfreiheit bringe. Selbstlose Mitarbeit an der Volksgesundung müsse den ersten Schritt zum Wiederaufbau bilden. Der Redner ging dann auf den Sinn der Veranstaltung ein und führte dazu aus: Wie Sie wissen, geht der Vortragsabend von der Direktion der vereinigten westfälischen Staatszechen aus, zu der Hibernia und Bergag gehören, und soll gewissermaßen den Auftakt bilden zu einer Reihe von Vortragsabenden, die in ihrer Gesamtheit einen wichtigen Faktor darstellen im Rahmen eines umfassenden Sozialpogramms, welches von Seiten der Direktion der vereinigten westfälischen Staatszechen in Angriff genommen worden ist. Welche Ausmaße dieses Programm aufweist, können Sie erkennen, wenn ich kurz die wichtigsten Punkte daraus hervorhebe Sehr großer Wert wird z. B. in Zukunft auf die derufsständige Schulung des jungen Bergmanns gelegt. Sämtliche Jugendliche, die den Bergmannsberuf gewählt haben, machen eine jahrelange Lehrzeit durch, in der sie handwerklich, praktisch und theoretisch so vorgebildet und auch Verbande zu übertragen. Die Gesamtorganisation sportlich so durchgebildet werden, daß in Zukunft ein dient der Erziehung zu Pexsönlichkeiten, die in reeller Bergmannsstand heranreist, der den Typus des auf aita ita tiss rechten, charakterfesten deutschen Arbeiters bilden soll Als ein anderer wichtiger Punkt des Sozialprogramms ist die Werksfürsorge zu nennen, die durch Werkopflegerinnen ausgeubt wird, die mit Rat und Tat in den Fällen der Not den Familienmitgliedern der Belegschaft zur Seite stehen und in Sonderheit ihr Augenmerk auf die Kinderpflege und Erziehung lenken werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist in der Bildung einer großen engen Werksgemeinschaft sehen, die wir auf verschiedenen Wegen anstreben. Ausgehend von dem Standpunkt, daß es nicht der Staatsführung allein überlassen bleiben darf, die große. alle Volksgenossen umschließende Volksgemeinschaft zu fördern und zu pflegen, sondern daß jeder an seinem Platz mit dazu beitragen muß, haben wir es unternommen, innerhalb der Betriebe gesellige und sportliche Vereinigungen zu schaffen, in denen es mit Hilfe der Verwaltung ermöglicht wird, eine ausgedehnte Tätigkeit zu entwickeln und so eine umfassende Volkskameradschaft zu pflegen. Auch für die geistige Pflege der Einzelnen wird gesorgt werden durch den Aufbau von Werksbibliotheken, in denen neben unterhaltender Literatur auch besonders die grundlegenden Werke der nationalsozialistischen Geistesrichtung vermittelt werden. Unsere Kameradschaftsabende, deren erster heute stattfindet und um deren Zustandekommen sich besonders Herr Bergwerksdirektor Dr. Luther und Herr Stadtrat Arnold bemüht haben, sind vorerst allmonatlich geplant. Sie gehen in ihrer Zielrichtung konform mit einem Gedanken, der auch in dem großen Organisationsplan des„Feierabends“ enthalten ist, einem Plan, für dessen Durchführung sich ja in nächster Zeit schon die Arbeitsfront tatkräftig einsetzen wird. Die Adende sollen nämlich einmal zur eelischen Entspannung nach des Tages Mühe und urbeit beitragen und gleichzeitig allen in einer würdigen Form ins Gedächtnis rufen, daß ein jeder von uns ein wertvolles Glied bildet für den Aufbau des Dritten Reiches und daß wir jederzeit zu großem Dank verpflichtet sind dem gegenüber, der es geschaffen hat. Wir sind uns klar darüber, daß die Durchführung solcher Abende mit Schwierigkeiten verschiedener Art verbunden ist und daß besonders der Erfolg, den wir uns letzten Endes von ihnen versprechen, erst längere Zeit auf sich warten lassen wird. Diese Erwägungen sind jedoch im Augenblick nicht maßgebend. Wir gehen vielmehr von dem Standpunkt aus, daß es zunächst schon im positiven Sinne zu bewerten ist, wenn die Abende bei einem Teil der Belegschaftsmitglieder Anklang finden und daß schon ein solcher Anfangserfolg zur Durchführung der Vortragsabende berechtigt und verpflichtet. wurde der Illm„Aus dem Reiche der Arbeit“. der 4 Akte umfaßt, ausgeführt. Wer bisher Musik zu erziehen. Ein Klavierkonzert von Mozar. dirigiert von Lehrer Schneitker, gab Frl Schnettker Gelegenheit, ihr reiches Können am Klavier zu bekunden. Frau Dr. Nordt=Franken sang dann „Das Königskind" und„Meine Mutter hats gewoll!“ von Trunk und weiter„Die Bekehrte“ von Stange „Walzer der Musette aus La Boheme“ von Puccini Die weiche helle und reine Stimme, einfühlend an Klavier begleitet von Frl. Schnettker, wurde von der Zuhörern mit freudigem Beifall ausgenommen Die weitere Aufführung„Kindersinfonie" von Haydn verfehlte in ihrer heiteren Aufmachung ihre Wirkung nicht. Der Beifall wollte kein Ende nehmen In der zum Schluß gegebenen Aufführung brachte die kleinen Schüler und Schülerinnen die Pantomi men in so drolliger Weise, daß ein brausender Beisatl dem die Wiederholung erforderte. Der ganze Abend war Freiwilligen Arbeitsdienst ablehnend ge in seiner Aufstellung sowohl wie oter genübergestanden hatte, wurde durch diesen Film eines besseren belehrt. Er lief unter dem Motiv„Arbeit beseitigt Not, und Arbeit schafft Brot“. Er gab Ausschnitte aus der Kultivierung des Oedlandes, der Moore, vom Ausroden der Wälder zwecks Beschafsung von Neuland für den Bauern usw. Hochinteressant waren die Stellen, die die Verwendung der techdie beste Empfehlung für die Winiertonzeri der Ma Ko=Ber 1918 Herne am 3. Dezember im Saalbau Strickmann. Die Ma=Ko=Ver 1918 wendet sich anlaßlich ihres nischen Hilfsmittel und die Arbeitsvereinfachung zeig für den 3. Dezember geplanten Konzertes mit folgenten, die die hohe Stufe des veranschaulichten. Und dann ben der Jungen, die mit gesunder Luft schaffen und sich nebenbei bei Spiel, us"„„„ a05 Sport und allen möglichen Bewegungsspielen erholen. 11/1.59, umt. dem Kotto„arhton g. u egig. Dem Bauern zu helfen und durch Schaffung von Neu=sschließen, um dieses schone und hehr: Fiel in die—. land die deutsche Volksernährung zu sichern, war der tiese Sinn des prächtigen Filmes. des Wirrwarrs von Wettstreiten, ohne die kein Verein Bergassesor Behrens dankte den Gästen und Kiatbaka==!“ Machthaber im Musikvereinswesen bat um Werbung für die kommenden Werkgemein= 22.900“ 4— imn Munitze,einsu.., schaftsabende, di nicht immer ernsthaft seien, sondern 6½92“7, 20;V Dex beste Beweis in Herne wa demnächst auch eine fröhliche Note erhalten sollen. 1#ar als genußt. Der beste Beweis in Herne war Keine Selbsterzeuger und Bauern mehr auf Wochenmärkten? Das ambulante Gewerbe am Tage des Handels in Braunschweig. die durchaus zwecklose Mandolinen=Interessengemeinschaft 1925, die auch in demselben Jahre regelrecht aufflog. Da die Volksmusik, auch die Mandolinenund Gitarrenmusik, ein wesentlicher Bestandteil der Gesamterziehung des deutschen Volkes ist und auch sein muß, entschlossen wir uns 1931, als Ma=Ko=Ver 1918 den alten Vereinszopf abzuschneiden, aufzubauen und die alte„Harmonie", als Mandolinenorchester umzugestalten. Durch Ausdauer und Fleiß, durch Opferbereitschaft und Gemeinschaftssinn haben wir schon 1931 einen Volksmusikkörper geschaffen, der in „„„„„[Herne und Umgebung führend wurde. Ein VolksUnstreitig gehört der Handel zu den wichtigsten Vernichtung des Bauernstandes nur eine Frage der musikkörper, der es verstand, seine Anhänger. die bei Gruppen der deutschen Volkswirtschaft; erhalten doch Zeit war. Der nationalsozialistische Staat rechnet den den Konzerten stets über 1000 zählten, zur deutschen Millionen Menschen in Deutschland durch ihn ihren Bauer Lebensunterhalt. Ueber 7 Millionen Deuttritt der durch die Autoritätdes Staa=gingen. An dieser Stelle gedenken wir gerne der tes festgelegte Preis. Durch diese Sonderstellung Gründer der alten Harmonie, der heutigen Ma=Kodes Bauernstandes wird auch der Handel mit Pro= Ver 1918, sowie der organisatorischen und musikali„eup= sdukten der bäuerlichen Erzeugung mit der Zeit eine schen Leiter und der jüngsten Mitglieder, die im pe in entsprechender Weise in Erscheinung trat, und andere Form erhalten, und es ist Aufgabe des Bau=Laufe der 15 Jahre an den Aufbau stets selbstlos und es ist nur zu berechtigt im Zusammenhang mit diesen ernstandes, diesbezügliche Vorschläge zu unterbreiten. freudig zu Werke gingen. Tagen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die 4•— o.g„„—„ m 4 sen Gewerbezweig aufzurollen. Im Handel ist es bisher so gewesen, daß besonderer Wert auf diejenigen Verbände und Organisationen gelegt wurde, die die Aufgaben des Handels nicht dem Händler beließen, sondern diese Funktionen selbst übernahmen und ausübten. Durch solche Ueberorganisationen wurde der Aufgabenkreis und die Selbständigkeit des Einzelnen immer mehr untergraben. Durch die Gründung des Reichsstandes des deutschen Handels. in welchem der gesamte deutsche Handel zusammengeschlossen ist, ist die Aufgabe gestellt, eine Rückbildung dieser Entwicklung mit der Zeit zu erzwingen. Gleichschaltung und Neubildung von Berufsverbänden waren unerläßliche Voraussetzung, die sogleich in Angriff genommen wurden. Im Laufe dieser Entwicklung wurde auch der Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Deutschlands einer Neugründung und Zusammenfassung unterzogen. Dem Nationalsozialismus gerecht werdend, wurde es vermieden, kaufmännische Funktionen dem und lauterer Weise ihrem Handel und Gewerbe nachgehen. Nicht Schaffung eigener korporativer Systeme ist Aufgabe unseres Verbandes, sondern Betreuung, Hilfe. Rat und Beaussichtigung des einzelnen Gewerbetreibenden gehört zum engumrissenen Aufgabenkreis der Berufsorganisation. Die überaus starke Individualität des ambulanten Gewerdes stand einer korporativen Entwicklung des Verbandswesens immer fremd gegenüber und hatte teilweise zu einer restlosen Zersplitterung des Verbandes geführt. Daher wird es dem ambulanten Gewerde in dieser Hinsicht nicht schwer fallen, sich auf die Neugestaltung des deutschen Wirtschaftslebens einzustellen, wie denjenigen Organisationen, die als Ueberkombinationen des Wirtschaftslebens anzusehen sind. An der Bekämpfung der Warenhäuser. Einkaufsund Konsumgenossenschaften, der Filialsysteme und Aktiengesellschaften sind wir nur indirekt interessiert und beteiligt. Die Hauptaufgabe, eine Umbildung dieser Systeme zu erreichen, fällt dem Einzelhandel zu. Für uns ist von Bedeutung, daß aufgebaut werden oll auf der Einzelpersönlichkeit des Händlers, der gute Fachkenntnisse besitzt, sein Gewerde in jeder Hinsicht gut übersehen kann und der für jede Handlung voll, mit seiner Person und seinem ganzen In diesem Zusammenhange erhebt sich die Frage.! Auch soll es fernerhin unsere edelste Aufgabe im ob es für die Zukunft noch gerechier= neuen Deutschland sein, mitzuhelfen, das deutsche Volk tigt erscheint, daß der Bauer, dessen Exi- mit seinen Kindern zur Kunst der Volksmusik emporstenzgrundlage jetzt ausreichend gesichert ist. noch zuheben. Auch in der Volksmusik werden wir den als Händler auf Lebensmittelmärkten Allgemeinnutz vor den Eigennutz setzen, und durch der Städte auftritt. Der Verkauf von Le=äußerste Hingabe wollen wir die Freude erleben, daß bensmitteln an den Verbraucher durch den bäuerlichen alle Oberflächlichkeiten und Halbheiten verschwinden. Selbsterzeuger bedarf einer grundsätzlichen Regelung. Sollten wir einstmals atemschöpfend überprüfen, was Bisher war es dem Bauer gestattet, die von ihm er=serreicht wurde, dann wollen wir nur überlegen, was zeugten landwirtschaftlichen Produkte ohne Ein=In•# schränkung auf den Wochenmärkten an den Käufer abzusetzen. Hatte dieses in einer Zeit des wirtschaft= wärts— Aufwärts! lichen Niederganges des Bauernstandes seine Berech tigung, so nicht mehr zu einer Zeit, in welcher diesem Stande die Existenzsorgen genommen worden sind Man kann heute ohne Befürchtung dafür eintreten, daß der Bauer wie der Selbsterzeuger von den Märkten ferngehalten werden oder, daß zu mindest die Frage eines Bedürfnisses für die Zulassung noch im Sinne unseres großen Führers zur Hebung der deutschen Volksmusik zu tun übrig bleibt. VorHeil Hitler! Heimfürsorge als Winterhilfe für die Jugend Westialens Senkung der Pflegesätze. Gemäß dem vom Landesfürsorgeverband gemachdieser eingeführt und der Entscheid hie über der ört= ten Vorschlage haben sich alle Heime ohne Ausnahme lichen Verwaltung anheimgestellt wird. Eine Klärung bereit erklärt, für die Winterszeit ihre ohnehin im ist für den Wochenmarkthandel von außerordentlicher Laufe dieses Jahres schon ermäßigten Pflegesätze um Bedeutung. Der Wochenmarkthändler erwirbt in den weitere 10 bis 15 Prozent zu senken Sommermonaten die Existenzmöglichkeit für den Darüber ninaua aber nanen ne nach die Hälfte der Winter, in welchem der Markt zwei Drittel seiner Bedeutung einbüßt, und gerade in diesen Sommermonaten ist der Bauer oder der bäuerliche Selbsterzeuger, der diesem die Existenzbasis für den Winter zerstört. Dieser vorstehend angeführte Fall steht nicht vereinzelt da, war es doch so, daß der Liberalismus überall und immer wieder versuchte, den Hondel als selb Darüber hinaus aber haben sie noch die Hälfte der jeweils in Anspruch genommenen Sätze zu einem Sondervorzuaspflegesan von 1 bis 1.50 RM. zur Verfügung gestellt. Einen gleich freudigen Widerhall hat dieses Sonderhilfswerk bei den Entsendestellen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege gefunden, namentlich bei Sttecr errfuchle, ern W#ner. ur fuls, den Jugend= und Gefundheitsämtern. Diese Sonderständige wirtschaftliche Funktion zu beseitigen und aktion für unsere westfälische Jugend wurde den westfälischen Entsendestellen wesentlich dadurch erleichtert, daß der Landesfürsorgeverband Westfalen von sich aus größere Zuschüsse zu den ohnehin geringen Pflegekosten bereit stellte. So werden denn durch das einmütige Handinhandarbeiten des Westfälischen Landesfürsorgeverbandes, der Heime und der örtlichen Entsendestellen in diesen Tagen insgesamt rd. 1800 eine scharfe Tennungslinie, was die Gewähr bietet. gesundheitlich stark geschwächte Kindaß der Handel, dem die Warenverteilung obliegt, der unserer Provinz größtenteils aus den Kreisen sein Recht und seine Ehre im neuen Staate erhalten langfristig Erwerbsloser in den Heimen der spezialidiese dem Erzeuger zu übertragen. Von Einzelfällen abgesehen, wird aber der Einzelne entweder ein guter Händler oder ein guter Produzent, selten aber beides zugleich sein. Der Nationalsozialismus erkennt in der Produktion, der Verteilung und dem Verbrauch die grundlegenden Wirtschaftsaufgaben und zieht zwischen diesen wird. Heinrich Landwehr, Gauwart des R. a. G. D.. Westfalen Schüllerkonzert in Sodingen. . Am Samstag veranstaltete Fräulein Luise Schnettter mit ihren Schülern eine Vorspielstunde Vermögen hastet. Unser Kampf gedt dahin, unsere seg Lüte küllenden Besucher, ala im ersten Teil des des Einzelhandels, die statt gegen Mammutbetriebe, welche ihre Daseinsberechtigung verloren haben, gegen uns als wirtschaftlich Schwächere geführt werden, abzuwehren und dem Einzelhandel immer wieder zuzurufen: Deine Aufgabe ist nicht die Bekämpfung des Kleingewerdes und des Wandergewerbes, denn der Ruin dieses Handelsstandes würde die Vernichtung eines weiteren mittelständischen Wirtschaftszweiges bedeuten und dem den Mittelstand bekämpfenden Handels= und Finanzkapital indirekt neue Angriffskräfte zuführen. Der Einzelhandel wie der ambulante Handel vertreten den einzelnen Unternehmer und gehören zusammen im Kampse gegen Mammutbetriebe und unpersönliche Gesellschaften. Statt sich zu bekämpfen, ist eine gemeinsame Front am Platze. Ist der Einzelhandel finanziell gesund, dann auch der ambulante Handel und umgekehrt. Als Berufovertretung des Wochenmarkthandels ist unser Verband an der Sonderstellung der Haupterzeugnisse des deutschen Bauern besonders interessiert. Die Ledensexistenz des Bauernstandes war durch den liberalistischen Staat der Willkür des Marktes ausgeliefert. Derjenige, der dem Betrieb einer Versteigerung der bäuerlichen Erzeugnisse auf einem Grotzmarkte beigewohnt hat, wird davon Zeugnis ablegen können und erkannt haben, daß bei der Folsetzung der angewandten Methoden die restlose andern, auf der Bühne erschien, ihre Kunstfertigkeit am Klavier zu zeigen. Es war eine Freude, zu sehen, wie, von den Kleinsten angesangen, bis zu den ältesten Schülern und Schülerinnen, alle ohne„Lampenfieber“ sich ihrer Ausgabe tadellos entledigten. Die mit dem Alter der Schüler sich steigernden Leistungen wurden von den Besuchern mit reichem Beifall Besonders die beiden ältesten Schülerinnen, Fräulein Ursula Hüls und Gertrud Kock, erstere gab eine„Studie“ von Heller, letztere„Hochzeitstag auf Troldhaugen“ von Grieg, zeigten ein vorzügliches Können. Als Schluß des ersten Teils spielten die beiden Genannten vierhändig einen Marsch von Schubert. Der reiche Beifall, der auch hier gegeben wurde. war beste Anerkennung für die Schule Fräulein Schnettkero, die es versteht, ihre Schüler sowohl technisch zu schulen als auch in die Seele der Musik einzuführen. Der zweite Teil des Abende bot den Gästen einen reichen Kunstgenuß. Schnettker ge dachte zunächst der beiden Opfer der Arbeit auf Mont Cenis. zu deren Ehrung sich die Versammelten erho den. Dann sprach er von der Musik, die die Aufgabe habe, im Dunkel des Alltags die Seele zu wecken und Friedendringerin zu sein sowie durch das Volkslied zur Volkwerdung mit beizutragen. Die Musik solle uns allem Edlen und Schönen näher bringen. Daher sei es die Aufgabe der Alten die Jugend für die sierten Gesundheitsfürsorge für die Jugend für sechWochen ausgenommen werden. * Eine Burg für die Hitlersugend. Das Gebiet Ruhr=Niederrhein der H. J. teilt mit. daß Staatsrak Gauleiter Pg. Terboven die Burg Alten am Niederrhein(Kreis Mörs) mietete und diese dem Gebiet Ruhr=Niederrhein der H. J. als Gebietsführerschule für 5 Jahre zur Verfügung stellte. Hausarbeit an kalten Tagen. Jede Hausfrau macht ihre Hausarbett gern, so schwei sie idr auch mikunter fällt, aber das Unangenehme bei dieser Arbelt in das häufige Waschen der Hände. Mikten in einer Arbett heißt es Kohlen auflegen, da müssen natürlich die Hände gewaschen werden. Kaum sind sie trocken, müssen sie schon wieder gewaschen werden. Sauberkeit im Haushalt, sa. aber das viele Waschen der Hände, besondert In der kalten Jadreszeit, ist der Haut nicht zuträglich. Da wird, wenn nicht vorgebeugt wird, die geschmeidigste Haut mit der Jeit spröde und rissig. Die armen Hände müssen im Winker besonders aut gepflegt werden. Reiden Sie dader nach erledigter Arbeit, mindestens aber am Abend mit etwas Leokrem ein! Das schützt die Haut: sie bleibt steisammetweich und zart und kann nicht raub und rissig werden. Leokrem, ein vorzügliches Erzeugnis der bekannten Chlorodont-Fabrik, enthält Sonnenvitamin, das für die Haut sehr wichtig ist.— Weicheschenken an Bücher denken! Buchhandlung Kocthers& Röttsches * 2 Deutsche Politik aus kafholischem Geist Christentum ohne Kirche? Die Einstellung des Deutschen bringt es mit sich, daß er bereits mitten im Aufvau der neuen Gesellschaft die religiöse Grundlage für den neuen Staat sucht. Wir sehen auf der einen Seite die Bemühungen der beiden christlichen Bekenntnisse, sich nicht nur die dem neuen Staat entsprechende organisatorische Form zu geben, sondern auch die sittlichen Krafte für die neue Gesellschaft zu wecken. Auf der anderen Seite aber macht sich ein Bestreben geltend, neben das Kirchenchristentum ein anderes zu setzen, das mut dem Anspruch der Gleich=, ja der Bevorrechtigung auftritt. Diese Frage ist für den Staat so grundsätzlich, daß man an ihrer Erörterung nicht vorbeikommt. Wir sagen nicht zuviel, wenn wir feststellen, daß sich die deutsche Zukunft daran entscheiden wird. Eine Erörterung dieser Frage ist umso notwendiger, als die Stimmen für die neue religiose Philosophie in Jugendzeitsoriften zum Ausdruck kommen, die von weiten christlichen Kreisen gelesen werden Auch werden Vorträge über dieses Thema gehalten. es gibt Zeitschriften und Zeitungen, die sich damit befassen Die Lage ist von Staats wegen klar: Sowohl das Programm der Staatsbewegung wie auch die Haltung des Führers und die Maßnahmen der Staatsleitung haben entschieden betont, daß das Dritte Reich einchristlicher Staat sein will. Es fragt sich indessen, gegenüber den Versuchen einer „Deutschreligion“, einer„Deutschtheologie“ oder einer„#euen Religion“, ob sie dem Staate entsprechen. Sie können dem totalen Staate der disziplinierten Autorität nur dann entsprechen, wenn sie eine die natürlichen Volkskräfte dienstbar machende, geformte Weltanschauung sind. Ebenso entschieden, wie wir Konfessionskämpfe ablehnen, müssen wir auch darauf Bedacht nehmen, daß in die seelische Grundlage des straffen Führungsstaates keine Anschauungen eingebracht werden, die nur negativ und gegensätzlich wirken können. Graf Reventlow behauptet, in seinem Blatte„Reichswart“ geradezu, in Deutschland würden diejenigen unterdrückt, die sich einer nichtkirchlichen Religiösität ergäben. Er fürchtet, daß sie sogar wirtschaftliche Nachteile erlitten. Er spricht von Gewissensbedenken dieser Menschen. Die Frage aufzuwerfen, heißt schon an sich diese Meinung organisieren. hier haben wir das alte liberalistische Thema: Kirchlichkeit oder nicht? Man kann kirchlich sein oder nicht, sich danach einstellen und die Kirchenchristen gewähren lassen. Was man aber nicht kann, ist christlich sein ohne die Kirche. Das ist genau so widersinnig, als wollte man staatlich sein ohne den Staat. Im liberalen Staat der französischen Aufklärung waren solche„unförmlichen“ Weltanschauungen möglich und diskussionsberechtigt. Der liberale Staat war ja selber nicht anders. Machte er doch keinen Unterschied zwischen nationalen und internationalen Anschauungen, keinen Unterschied zwischen sittlicher und unsittlicher Kulturhaltung. Wir haben die Wirkungen eriebt: Erstauf dem Boden des religiösen Liberalismus sind Freidenkertum und Marrismus zu einem so gefährlichen Gift geworden: Erst dadurch war die Auflösung der Familie, des Standes und der Religion ermöglicht, die die Verbindungsstücke zwischen d Volkskraft und dem Staate zerriß. Der autoritäre und gerormie Staat kann nicht anerkennen, daß unge formte Weltanschauungen das öffentliche Leven beherrschen. Es ist, rein menschlich gesehen, ein Widerspruch. wenn man dem totalen Staate zumutet, die Totalität des christlichen Glaubens nur negativ durch die Beseitigung des alten Freidenkertums herbeizuführen, aber ein neues Freidenkertum unter der Fahne der Religiositat zu gestatten. Das Christentum braucht die geistige Auseinandersetzung darüber nicht zu fürchten. Es hat seine wissenschaftliche Beweiskraft genügend bewiesen, als Liberalismus und Marrismus von allen Seiten auf den christlichen Glauben einstürmten. Ist aber im neuen Staate die geistige Auseiandersetzung darüber möglich, ob Religion kirchlich oder nichtkirchlich sein kann, vor allem, ob es sich dabei um zwei Standpunkte handelt, die der Staat berücksichtigen muß? Wir glauben, diese Frage mit einem Nein beantworten zu müssen. Der Beweis dafür ist schon in den manaels einer Philosophie seiner Entscheidung eiwa das Germanentum für sich reklamieren. Er wird einen geschichtlichen Moment gewissermaßen versteinern. Er wird gar bald eine Diskussion darüber heraufbeschwören, welche historische Periode unserer deutschen Geschichte es verdient, hervorgeholt zu werden. Die germanische Vergangenheit ist aber keine fossile An gelegenheit. Sie ist die Verbindung mit unseren Vorvatern. Aus Germanentum und Christentumistdas Deutschtumalsunser Kulturund Seelenzustand gewachsen. Wer seine Väter nicht als Kette der Vorgenerationen achtet, wer Glieder aus dieser Kette entfernt, unterbricht den Zusammenhang, an dem er selber beteiligt ist. Professor Bergmann aus Leipzig sagte sich ganz logisch in einem Berliner Vortrag über die„Deutschtheologie“ vom Jenseitsgedanken überhaupt los. Unchrist sein wollen führt eben zum Antichrist sein. In dieser Linie liegt ein neuer Kulturkampf, liegt ein neuer Kampf um die Schule. Der Staat hat mit starker Hand diesen unseligen Streit beendet. Er hat die auf eine bezeichnend unehrliche Weise in unser Staatsleben eingeschmuggelte„weltliche"(lies: gottlose) Schule geschlossen. Soll nun ein neuer Kampf darum entstehen, diesmal nicht zwischen Christen und Religionsfeinden, sondern Christen und Freireligiösen? Soll die große Versohnungswelle, die eben wieder mit der Wahlaktion über unser Volk ging. durch die Aussicht auf einen neuen Liveralismus getrubt werden? Wir sollten endlich einsehen, daß diese Fragen nicht in den Geleyrtenstuben, sondern in Herz und Gemüt unseres einsachen Volkes entschieden werden. Auch der Marrismus wollte zunachst nicht gegen das Christentum sein. Aus der Lehre„Religionist Privatsache“ wurde ganz von selbst die immer antichristlichere Gesinnung bis zum gottlosen Freidenkertum. Wir können uns nicht denken, daß ein neuer Liberalismus und ein neues Freidenkertum eine andere Wirkung haben soll als das alte: Entwertung und Loslösung von Seelenkräften, die der straffe Staat wie keiner braucht. Es gibt kein drittes: entweder germanisch=christliches Deutschtum oder religiöser Individualismus. Der Teufel Liberalismus, der durch den Nationalsozialismus zur Vordertüre hinausgesetzt wurde, darf nicht durch die Hintertür als Belzebub mit dem Namen „unchristliche Religiösität" wieder hereinschleichen Wenn der Staat seine Gedanken in feste Formen gießt, dann muß auch die Weltanschauung, die er als notwendige Ergänzung braucht, eine feste Form haben. Darum gibt es nur eins: Christentum oder nichts. Ausbau der Katholischen Aktion rung auch deshalb geboten, weil Katholische Aktion sa nichts anderes ist als die Fortsetzung des kirchlichen Wirkens und die Gegenwartserfüllung der großen Aufgaben, die der Hierarchie übergeben sind. Darum, und in diesem Sinne ist das von der Katholischen Aktion betätigte Laien apostolat auch„Anteilnahme der Laienwelt am hierarchischen Apostolat.“ Es ist die Form für die Betätigung des allgemeinen Priestertums in der katholischen Kirche. Ein letzter Gedanke betrifft die Organisation Wiederholt wurde in offiziellen Kundgebungen, wohl am klarsten durch Kardinal=Staatssekretär Pacelli auf dem Katholikentag in Magdeburg, zum Ausdruck ge bracht, daß es eine einheitliche Organisationsform für die Katholische Aktion nicht gibt. Der Grund liegt darin, daß sich ihre Arbeiten eng anschmiegen mussen an die besonderen Verhältnisse des Landes und der Zeit. So wenig es nun aber eine ausschließliche Organisationsform gibt, so wenig kann sie jedoch zu ihrer Arbeit des organisatorischen Unterbaues entbehren Die Aktion Befürwortern der„nichtkirchlichen Religiösität" selbst geliefert. Man kann nicht Christ oder Unchrist sein. Man kann nur Christ oder Antichrist sein. Wer den unchristlichen Weg wählt, wird keine positiven, sondern nur negatwe Argumente haben, sich von den Christen zu unterscheiden. Er wird seine Weltanschauung von den Fehlern der anderen nähren. Er wird Entwicklung des Gedankens der Katholischen in Deutschland seit dem Magdeburger Karholikentag bis zu Ereignissen der jüngsten Zeit hat erwiesen, daß der Aufbau der Katholischen Aktion nur nach klaren und vertieften Erwägungen und durch wirklich autorisierte Instanzen erfolgen kann. In diesem Sinne haben die Darlegungen von Generalsekretär W. Wiesen im soeben erschienenen Heft der„Seelsorge“(Freiburg i. Br.: Freie Ver einigung für Seelsorgehilfe) in Fachkreisen sofort außerordentliche Beachtung gefunden, sodaß wir einen kurzen Auszug daraus bringen. Zunächst einmal war bei den deutschen Katholiken, nicht zuletzt auch in den führenden Kreisen der katholischen Organisationen, bislang doch stark der Gedanke verbreitet, daß eine Katholische Aktion in dem vollen Sinne des Wortes, wie es die päpstlichen Dokumente dartun, für unsere Verhältnisse nicht notwendig sei. Andere Kräfte fürchteten gar die Katholische Aktion. Nicht nur um ihrer eigenen Organisation willen. Sie glaubten in einer vollkommenen Mißdeutung der großen Absichten, die der Katho lischen Aktion zugrunde liegen, daß die Einfügung und Eingliederung in die kirchliche Hierarchie den Katholizismus letztlich wieder auf jene stille Insel zurückführen müsse, auf der es nur noch Raum gäbe für einen unscheinbar dahin vegetierenden SakristeiKatholizismus. Eine weitere hemmende Ursache lag wohl an unseren Vereinen und Verbänden selbst. Hier scheinen Schwierigkeiten vorzuliegen, begründet einerseits in der Struktur der Katholischen Aktion selbst, andererseits aber auch in der Mentalität eines Vereins= und Verbandslebens, das aus der Ebene bürgerlichen Denkens oder, wenn man will, aus der Aera eines Liberalismus heraus gewachsen ist und oft so stark die Eigenständigkeit auch des sozialen Individiums betont daß die höhere Gemeinschaft darunter leiden muß. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Verbände, die auf den verschiedensten Gebieten eine unbestrittene Führung eingenommen hatten, für die sie die größere Erfahrung geltend machen können, nunmehr diese Führerrolle irgendwie angleichen sollten der Führungsaufgabe, welche die Katholische Aktion für die Fragen des gesamten Katholizismus beanspruchen darf. So kam es, daß für die Katholische Aktion eigentlich wenig Raum blieb. Sie sollte bestenfalls das Verantwortungsbewußtsein pflegen, das Laienapostolat fordern, sollte schließlich dazu berechtigt sein, eine Arbeitsgemeinschaft der bestehenden Tätigkeitsgruppen zu formen. Wer aber weiß, wie wenig und wie viel in der Vergangenheit oft der Begriff einer Arbeitsgemeinschaft bedeutete, der muß zugestehen, daß solche Ergebnisse und derartige Tätigkeiten doch im großen und ganzen, wie begrüßenswert sie an sich sein mögen, doch von zu geringfügiger Bedeutung sind und zu wenig den großen Zielen und weitschauenden Plänen eines Pius X. entsprechen. Nicht zuletzt scheint eben doch hemmend für die kraftvolle Entwicklung der Katholischen Aktion der eine Umstand zu sein, daß es Magdeburg fürchtete, er Katholischen an der nötigen begrifflichen Klarheit über Sinn. Auf gabe und Form der Katholischen Aktion fehlte. Was man auf dem Katholikentage in Ma ist eingetreten: Das Wort d Aktion ist leider„zerredet“ worden. E wurde zum Schlagwort für Veranstaltungen, zum neuen Titel alter Bestrebungen. Es wurde schließlich zum Allerweltswort, mit dem alles und doch wieder nichts gesagt war. Entscheidend ist aber doch das Ziel, das Katholische Aktion nach den vielen Dokumenten und Aeußerungen des Hl. Stuhles hat. Dieses Ziel ist, negativ geschaut, die Bekämpfung des Laizis mus. Positiv ausgedrückt ist die Katholische Aktion darum die Verbreitung des Reiches Gottes und die Anerkennung der Grundsatze Jesu Christi auf allen Lebensgebieten. Die Satzungen der Katholischen Aktion Italiens bringen diesen Begriff in Artikel 1 in folgender Formulierung: „Die Katholische Aktion ist der Zusammenschluß der katholischen Kräfte, organisiert zur Aufrechterhaltung, Verbreitung, Durchsetzung und Verteidigung der katholischen Grundsätze im persönlichen Leben, in der Familie und in der menschlichen Gesellschaft.“ Eine Darstellung im„Osservatore Romano“ sagt von der Katholischen Aktion ebenso kurz wie die Bedeutung derselben prägnant hervorholend:„Sie ist die in der Gesellschaft wirkende Kirche.“ Aus der Zielsetzung ist weiter ersichtlich, wie wenig die religiöse Verinnerlichung als eigentliche Aufgabe der Katholischen Aktion betrachtet werden kann. Sie ist gewiß notwendig, sie ist Voraussetzung, sie ist wertvolle Hilfe, aver der Papst unterscheidet selbst die Karholische Aktion von der Pflege des religiösen Lebens, wenn er rein religiöse Vereinigungen, wie etwa die Marianischen Kongregationen, als kostbare Hilfskrafte der Katholischen Aktion bezeichnet, nicht aber als ihre eigentlichen Faktoren. Aus der Zielsetzung ergibt sich dann positiv, daß die Einheitlichkeit, der Zusammenschluß für das erfolgreiche Wirken der Aktion notwendig ist. Das bedeutet negativ: Schluß mit aller anorganischen Vielheit. Mit der katholischen Eigenbrotelei. Mit dem Kräftevergeuden, zusammenhanglosen Geschaffteln aller möglichen Gruppen! Ein weiteres ergibt sich aus der Ziellenung der Katholischen Aktion: Das ist die Mitarbeit der Laienwelt. Mögen die Krafte, die nunmehr seit Jahren geweckt und gepflegt wurden, in der Stille der Exerzitien, in der liebevollen Pflege des liturgischen Lebens, in der eucharistischen Bewegung der Gegenwart, nicht bei der Sorge um die eigene Seele stehen bleiben, sondern hineinmünden in das Wirken für die Gesamtheit, für das die Katholische Aktion die zeitgegebene Form bietet! Eine dritte Folgerung, die sich aus dem großen missionarischen Plan des Papstes ergibt, heißt Ein gliederung in die Hierachie. Warum diese Eingliederung? Einmal um der Einheitlichkeit. der Geschlossenheit willen. Dann aber ist diese Eingliede Katholische Aktion anderswe Zeitgemäße Beschlüsse der sudelendeutschen Katholiken Unter dem Vorsitz des Domprälaten Dr. G. Grüner fand in Eger eine Arbeitstagung der 1. Sektion der sudetendeutschen Kathol. Aktion der Prager Erzdiözese statt. Als Arbeitsgebiet dieser 1. Sektion wurden laut Beschluß bezeichnet: Die Priesternachwuchs=, Exerzitien=, Missionsund liturgische Bewegung. Veranstaltung von Katholikentagen, größeren Wallfahrten und Pilgerfahrten. soweit diese Veranstaltungen über die Grenzen einer Pfarrei hinausgehen. Zu solchen Veranstaltungen ist von nun an stets die Genehmigung durch die Katholische Aktion einzuholen, ohne diese sind sie kirchlich nicht erlaubt Für den Priesternach wuchs wurden Gebet Auswahl der richtigen Knaben(„Jede Pfarrei sollte wenigstens soviel Priester hervorbringen, als sie selbst braucht") und finanzielle Unterstützung empfohlen. Es wird auf ein besonderes Gebetdüchlein „Bittet den Herrn der Ernte“ aufmerksam gemacht Der Katholische Frauenbund hat ein„Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ geschaffen. Die religiöse Durchbildung soll geschehen durch teilweise Umstellung der katholischen Vereinsarbeit auf das Rein=Religiöse und durch Erweckung der Pfarrgemeinschaft unter Führerbildung im Pfarrausschuß Auf Grund der großeren religiösen Veranstaltungen, die allgemein eine sehr rege Beteiligung, oft über Erwarten, namentlich auch durch viele Männer und viel Jugend aufweisen, wird anempfohlen:„Alle harte Polemik vermeiden, grundsätzliche Darlegung unseres Glaubensinhalts mit Hinweis auf seine Schönheit, seine Vernünftigkeit und besonders auch auf seinen Trostgehalt: Zurückstellen der Politik und stärkeres Heranziehen des Religiösen durch Sakramentsempfang, gemeinsames Gebet und Opfer— kurz: nicht äußeres Prunken, sondern inneres Erstarken zur Christengemeinde, geeinigt in der Lehre, im Opfer, unter der sichtbaren Leitung der kirchlichen Hierarchie, unter der Führung des Christ=Königs.“ Die Ererzitienbewegung soll unter den Gläubigen, jung und alt, als vorzüglichstes Mittel zur religiösen Belebung eifrigst durch die Pfarrausschüsse gefördert werden. Aermeren Gläubigen werden hierzu die Mittel ganz oder teilweise bewilligt. Diese Exerzitien sollen die Führerschule die Katholische Aktion werden. für Ein Erlaß Rudoll Heß Wie der„Völkische Beobachter“ meldet, hat der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, folgenden Erlaß herausgegeben: „Parteigenossen, die ein staatliches Amt bekleiden. sowie Parteidienststellen dürfen auf eigene Faust keine Verordnungen herausgeven, die 1. ein Höchsteinkommen der Bevölkerung oder einzelner Bevölkerungsschichten festlegen, 2. das Doppelverdienertum regeln sollen. 3. der Bevölkerung zwangsweise Abgaben allgemeiner Art über die offiziellen Steuern hinaus auferlegen. Das Recht, derartige Verordnungen zu erlassen. steht lediglich den zuständigen Behörden zu.“ Kardinal Pacelli an Anläßlich der Pilgerfahrt des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands nach Rom, hat Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli in einer Audienz eine Adresse an die katholische Jungmannschaft gerichtet. Die Audienz fand in den gleichen Räumen statt, in denen vor kurzer Zeit die feierliche Unterzeichnung des Konkordates zwischen Deutschland und dem Hl. Stuhl vor sich ging. Dieser historische Rahmen gab dem Empfang eine besondere Feierlichkeit und Bedeutung Die Adresse hat u. a. folgenden Wortlaut: Meine lieben katholischen Jungmänner! Seit Menschengedenken gab es schwerlich eine Zeit, die von der Jugend klarem Blick. an Urteilskraft, an Leistung und Hingabe mehr forderte als diese. In einem geistigen Umgestaltungsprozeß weltgeschichtlichen Ausmaßes. der einem Denker und Weisen Rätsel aufgibt, soll die Jugend wählen, wo ihr Standpunkt. wo ihre Ziele, wo die Wege zu diesen Zielen sind. Die Sendung der Kirche. Die Kirche Christi kennt— gestern und heute und immerdar— nur eines: Die ihr bis ans Ende der Zeiten anvertraute Heilmission an den Seelen. Sie mißt mit dem Maßstabe Christi und nicht mit dem der Welt. Sie läßt dem Staate, was des Staates ist. Solange staatliche Maßnahmen die wirksame und aus eigenem göttlichen Gründungsrecht sich vollziehende Heilsmission der Kirche nicht hindern. so lange der Staat die gottgewollte Harmonie der beiden höchsten Gewalten wahrt oder wenigstens ein freies und ungestörtes Wirken der Kirche sichert. wird er nicht auf kirchliche Widerstände stoßen Die Kirche liebt den Frieden mehr als den Kampf Aber sie liebt die Wahrheit und ihre gottgeborene Freiheit mehr, als den falschen Frieden der Unwahrheit und der Unfreiheit. Und indem sie sich und ihrer Mission treu bleibt, dient sie auch dem richtig verstandenen Wohle des Staates. Nur eine in ihrer Heilemission unbehin—4. G.. oarer dem Stnnt bine- lontiu-gleuhen Vn die deutsche Jugend christlicher Sitte gefestigten Staatsbürger zu schenken, die aus einem innern, auch religiösem Muß heraus ihre Bürgerpflichten erfassen und erfüllen. Diese Bürgerpflichten bejahr die Kirche unterschiedslos für jede Staatsform. Welche konkrete Staatsgestaltung den innern Lebensgesetzen der Nationen im Wechsel der Zeiten an angepaßtesten ist, ist eine Frage, die die Kirche on sich nicht berührt. Darüber hinaus ist sie frei von einer Ueberschätzung des Alten und Hergebrachten, ebenso wie von einer Voreingenommenheit gegen das Neue. Das Papsttum, das der Welt zwei so zukunftsweisende Enzykliken, wie„Nerum Novarum" und„Quadragesimo Anno“ geschenkt hat, braucht sich wahrhaftig nicht mehr gegen den Vorwurf zu verteidigen, daß es sich vornehmlich als„laudator temporis acti“(Lobkünder der vergangenen Zeit) betätige. Nur eines tut die Kirche und wird sie tun bis zum jüngsten Tage: sie wägt und wertet das Alte und das Neue sub specie geternitatis(im Blickpunkt der Ewigkeit) und erzieht ihre Mitglieder dazu. bei aller positiven und tatstarken Hingabe an die pflichtmäßigen Aufgaben des Diesseits, bei aller Freude an den stauneuswerten Fortschritten irdischer Kultur das unsterbliche Heilandswort nicht aus dem Gedächtnis zu verlieren:„Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt aber Schaden leidet an seiner Seele Jugend in die Arena. Ihr. meine lieben katholischen Jungmänner, seid Kinder eurer Zeit. Söhne eures Volkes und als solche werdet ihr wie mit Naturgewalt miterfaßt von der Unruhe und der Problematik der Gegenwart. von dem leidvollen aber auch providentiellen(im Plan der Vorsehung beschlossenen) Ringen, das, wie sonstwo, auch in eurer Umwelt die Geister erfüllt und zu neuen Formen gesellschaftlichen und staatlichen Lebens drängt. Ihr wäret nicht genn ihr nicht mit heitzem Herzen wünichtet. die geistigen Kämpfe und Entwicklungen der Gegenwart nicht auf der Zuschauertribüne, sondern in der Arena selbst mitzuerleben. Ihr waret nicht katholische Jugend, wenn nicht der apostolische Drang in euch flammte, die unentbehrlichen Kraftquellen unseres christlichen Denkens und christlichen Wollens bei der Neugestaltung eures Vaterlandes uneigennützig und freudig einzusetzen. Nicht um euretwillen erwartet und fordert ihr die gleichberechtigte Zulassung eurer jungen und leistungsdurstigen Kräfte zur Bauhütte der Zukunft. sondern um des Werkes selbst willen. und zwar aus der eurem Glauben entspringenden Erkenntnis heraus, daß auch hierfür das Wort gilt:„Wenn der Herr das Haus nicht baut, bauen die Bauleute vergebens.“ Meine innigen Wünsche begleiten euch bei eurer Rückkehr zur Heimat. Laßi euren Weg den eines aufrechten und bekenntnisfrohen Apostolats sein. Laßt ihn, soviel an euch liegt und soweit man von euch nicht die Preisgabe eurer selbst und unverzichtbarer katholischer Grundsätze verlangt, ein Weg brüderlichen und einträchtigen Verstehens sein mit all denen, die euch in ehrlicher Achtung eurer Rechte die Hand reichen zu gemeinsamer Arbeit an der inneren Gesundung und Auswärtsentwicklung eures Vaterlandes. In diesen Räumen, wo ich euch empfange. ist vor kurzem das Konkordat unterzeichnet worden, bei dem der Vater der Christenheit auch gerade eurer in Liebe und Sorge gedacht und staatliche Schutzbestimmungen erwirkt hat, die euch und euren Gemeinschaften Lebensraum und Betätigungsfeld sichern sollen. Möge Christus der König seine schützende Hand über all das halten, was in diesem bedeutsamen Friedenswerke zwischen Kirche und Staat beschlossen worden ist. Möge Er die hochherzigen Absichten, die damals die beiden Konkordatspartner leiteten, immer mehr zum Allgemeingut machen— zum Heil des Volkes und zur Sicherung seiner Eintracht und Stärke Möge Er ench. meine lieben Jungmänner, und der katholischen Jugend aller Völker die Gnade schenken, zusammen mit den Gut gesinnten anderer Bekenntnisse, als Vortrupp Christi des Königs allüberall der Ueberzeugung Bahn zu verschaffen. dau das Heil der Staaten und der ersehnte Frieden der Welt nicht sicherer begründet werden kann, als durch die bewußte und tätige Rückkehr der Einzelnen und der Nae tionen zu ihm, dessen Reich die Christ=Königs=Präsation preist als„ein Reich der Wahrheit und des Lebens. ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Christi Das grove gemeinsame Ziel und Wollen bindet die Gläubigen der Pfarre. Stärker muß diese Gemeinschaft werden, so stark wie einst die junge Gemeinschaft der ersten Christen es war, da man sagte:„Seht wie sie einander lieben!"— Wir wollen unsere Gemeinschaft enger binden! Zuvor durch den gemeinsamen Gottesdienst. durch das gemeinsame Opfer. Gebet und Kirchenlied sollen unserer Zeit in Wort und Melodie entsprechen, damit wir wieder aus der Seele und dem Herzen mitbeten und mitsingen können. Ueber das enge versönliche Bittgebet hinaus wollen wir denken an das Wohl der Gemeinde. an Kirche und Vaterland. Wir ovfern in der Gemeinschaft. Durch ein seines Pfarrsamilienleben soll wieder aufblüben ein natürliches Familienleben das die Grundlage ist für ein gesundes. glaubensstarkes Volk. Singeabende. Adventsseiern werden manches Feine überleiten in die Familie. Darüber hinaus lernen die Eltern an solchen Pfarrabenden das Wollen und die Formen der Jugend kennen und vernehen. Weiter wird klar die Arbeit. die in der Pfarrei am Kinde. en der Jugend geleistet wird. Es wird stärker werden durch solche Abende die Gebundenheit. und dadurch wird wachsen in jedem Einzelnen das Verantwortungsbewußtsein füreinander: Das Gebot der Nachstenliebe wird in einer seinen Psarrgemeinschaft verwirklicht werden. Durch dieses Zusammenstehen werden wir stark im Kampf dem Un= und Irrgläubigen gegenüber. Die Gemeinschaft wird nicht nur erneuert in ihrem eigenen Reich, sie wird vorstoßen können überall da. wo man kämpft gegen unseren Glauben. gegen unser Wollen gegen unser Ziel. gegen Christus. Die Jugend hilft am Aufbau einer solchen Pfarrgemeinschaft durch festere: Zusammenhalten, durch stärkere Arbeit in der Jugendgemeinschaft. H. 3 * Mäßiger Sportbetrieb am Totensonntag Schützenfest der Schalker Langendreer mit 24:0, SSV. Remscheid mit 14:0 geschlagen 668. 67 Remscheld— FC. Schalke 04 0:14 Das Gastspiel des Westdeutschen Meisters am Samslag war für Remscheid ein Ereignis, und über 2000 Zuschauer wohnten dem Treffen bei. Das Spiel stand vollständig im Zeichen der Gäste; die Remscheider konnten nur in den ersten 20 Minuten das Treffen einigermaßen offen halten. Bis zur Pause zogen die Schaller bis auf 4:0 in Front, um nach dem Wechsel innerhalb fünf Minuten das Ergebnis auf 7:0 zu verbessern. Nach BeReben fielen dann bis zum Schluß noch weitere sieben Tore. Der neunte Treffer war ein wahres Kunststück von Ballartistik, und zwar im Anschluß an eine Komdination Szepan=Kuzorra. Szepan war übrigens als Mittelläufer der Mannschaft ganz groß in Form. Die rechte Sturmseite war bei Schalle ebenfalls ausgezeichnet. Langendreer 04 97— Schalke 04 6:24 Am Sonntag spielten die Schalker gegen Langendreer 04/07. Anscheinend war der Torhunger gegen Remscheid noch nicht gestillt, andernfalls kann man nicht glauben, daß die Schalker sage und schreibe zwei Dutzend Tore anbrachten, und die Langendreerer guckten in den Mond. Eine Kritik an dem Spiel zu üben, erscheint unter diesen Umständen wohl überflüssig. 38:0 Tore, ein Ergebnis aus zwei Spielen, wie es wohl kaum eine deutsche Mannschaft jemals zu buchen gehabt hat. Der blonde Szepan amtierte als Mittelläufer und beteiligie sich ebenfalls mit einem Tor an dem hohen Ergebnis. Kuzorra war ganz groß in Form und schoß nicht weniger als zehn Treffer. Zu bemerken ist noch daß die Schalker ohne Valentin antreten mußten. Bei der Pause lagen die Knappen bereits mit 9:0 in Front, bis dahin leisteten die Langendreerer noch heftigen Widerstand. Stadtmannschaft Wattenscheid— Höntrop 1:4 Höntrop zeigte hier ein gutes, geschlossenes Spiel. Die Gleichmäßigkeit der Arbeit sicherte daher den Höntropern auch den Sieg. Die Stadtmannschaft war zu viel auf Einzelarbeit der einzelnen Spieler angeweisen und konnte sich nicht zu einer geschlossenen Handlung aufrafsen. Das Sichverstehen war zu wenig ausgeprägt, wenn auch nicht verkannt werden soll, daß man mit Mut und Tatkraft an die Arbeit ging. Aber gegen Höntrop war dies vergebens. Zwei Reisterschaftsspiele Am Totensonntag wurden im Gau Westfalen von den ursprünglich angesetzten drei Spielen zwei rückständige Meisterschaftstresfen nachgeholt, da die Begegnung zwischen Sportfreunde 95 Dortmund und Germania Bochum infolge des Dortmunder Spiels gegen den V. Saarbrücken wieder abgesetzt worden war. Beide Spiele brachten recht gute Leistungen und die erwarteten Ergebnisse. SuS. Hüsten schlug den DSC. Hagen verdient mit 2:0 und Preußen Münster triumphierte über der Sp.=Vg. erten mit 4:2. Wesentliche Veränderungen sind in der abelle nicht eingetreten. Lediglich Preußen Münster, die in der Tabelle bedenklich nach unten gerutscht waren. konnten ihre Posttion wesentlich verbessern Gelsenkirchen 07 verliert gegen Rotthausen Falke Gelsenkirchen seiert den ersten Sieg Bottrop und Horst auf fremden Plätzen geschlagen Rotthausen 1912— Gelsenkirchen 97 5:2 Die Rotthausener hatten in der Hauptsache den Sturm umgestellt und machten damit die besten Erfahrungen. Von Anfang weg waren die Rotthausener im Angriff energischer. Sie faßten zu, wo sie immer den Ball erreichen konnten. Da die Deckung von 07 auch in diesem Spiel sehr unsicher war. war der Gefahrenpunkt von den Rotthausenern bald erkannt. Dem linken Läufer von 07 war wieder einmal vorbehalten, einen Elser für den Gast fertig zu machen, der vom Mittelstürmer sicher zum ersten Tor eingeschossen wird. Die Gelben greifen wohl verschiedentlich an. aber der Aerger zertaselte doch die Energie der Mannschaft. Zudem hatte der Sturm das Bedürfnis. umzustellen, eine Maßnahme, die vollkommen danebenschlug. Nach verteiltem Spiel läßt der behäbige rechte 07=Läufer die Gasse für den Rotthausener Linksaußen frei, der durchläuft und den Sieg bestätigt. Denn 07 kann nicht mehr ausholen. Nach der Halbzeit leistet 073 Sturm auch weiterhin Filigranarbeit, die nicht bezahlt wird. Wohl kann der Mittelstürmer von 07 ein Mißgeschick des linken Rotthausener Verteidigers zum Torerfolg ausnützen, aber wenige Minuten später zettelt die 07=Verteidigung ein Gedränge vor dem Tor an, das der Mittelstürmer Rotthausens entschlossen ausnützt. Es heißt 3:1 und bald darauf durch den Halblinken, der alles umspielt. 4:1. 07 kommt durch Strafstoß zum weiteren Gegentor. Der Linksaußen von Rotthausen stellt aber die alte Differenz wieder her. Rotthausen hat durch seinen Eiser, Elan und Kampfgeist verdient gewonnen. Falke Gelsenkirchen— 1B. Eickel 2:1 Was lange währt, wird endlich gut. Das kann man auch von den Falkern sagen. Manche Mannschaft hätte schon nach den vielen Verlustpunkten die Flinte ins Korn geworfen. Die Falke=Mannschaft aber kämpfte unverdrossen weiter. Sie sollte zu dem ersten Sieg kommen Wenn der Sieg auch etwas glücklich war, so doch nicht PP P Per. und vor allen Dingen etfriger. Die Eickeler stoppten sich selbst ad. überließen dem Gegner kampflos den Vorteil. wenn sich dieser denselben erkämpft hatte. Die Eickeler zergliederten ihr Spiel, aber keiner der Mannschaftsteile machte ganze Arbeit. Alles war nur ein Stückwerk. Auch war ein äußerer Anlaß zur Verärgerung der Eickeler gegeden. Als der Verteidiger Eichelo den Ball zurück. geden will, lenkt er ihn ins eigene Tor. Von diesem Pech keengt, spielte auch Eickel in der zweiten Halbzeit kleinlich, immer nur nach Erfolgen haschend. Die Falker waren energischer in der Abwehr, aber auch stark im Angriff. Als sie durch den Halblinken durch Kopfball zum zweiten Tore kommen. ist Eickel ganz aus dem Häuschen. Man arbeitet jetzt mit aller Kraft, erkämpft durch den Mittelstürmer ein Gegentor, aber zum Ausgleich langt es nicht. Falke streicht die Punkte ein. Union Gelsenkirchen— Schwarz=Gelb Gladbeck 1:0 Unions Hintermannschaft mußte den Sieg möglich machen. Der Eiser der Gäste hätte schon ein Tor verdient. Aber der Sturm war wie bei Union ein Rapitel für sich. Man lief auf beiden Seiten viel und wild durcheinander, keiner der Stürmer wußte den Ball zu lassen, keiner der Stürmer sah die Gasse. Man stellte sich gedeckt und blied stehen, erreichte den Stürmer der Ball war es nicht möglig, ihn weiter zu entwickeln. Dahinter stand auf beiden Seiten die gute Verteidigung, die alles wegwischte, was sich im Torraum groß machen wollte. Wenn auch Union im ganzen spieltechnisch besser war, so konnte aber kein Sieg hergeleitet werden, zumal der Linksaußen ziemlich ausfiel. Die erste Halbzeit verlief torlos. Nach dem Seitenwechsel kann nach 20 Minuten der Rechtsaußen den Halblinken gut mit einer Ballvorlage bedienen. Der Ball wird von diesem Stürmer dann auch gut eingeschossen. Damit war der Höhepunkt des Spieles überschritten, was jetzt noch folgte, war Geplänkel. die Zeit beanspruchen, aber keine Erfolge einbrachten. Castrop 02— Horst 7:1 Sieg und Niederlage wechseln bei Horst in steter olge. Die Costroper waren den Horstern zu schnell. is sich die ohnedies schwerfällige Mannschaft der Horster auf die Gegenwart besann. waren die Castroper mit dem Ball auf und davon. Wenn auch die Hintermannchaft der Horster anfänglich die Bahn wieder freimachte für neue Unternehmungen, so war doch Castron meist im Vorteil. In der sechsten Minute führte Castrop einen Ballwechsel von rechts nach link durch.#o heißt 1•0. Die Horster Flügelleute werden wohl ins Treffen geführt, aber die Flankenschläge lassen an Genauigkeit zu wünschen übrig. In der 20. Minute kann der Halblinke den zweiten Erfolg für Castrop anmelden. Nach dem Seitenwechsel wird die Platzmannschaft noch lebendiger. Der Halk linke wird wieder einmal schlecht abgedeckt. er erzielt den dritten Treffer. der Linksaußen macht den vierten Erfolg fertig. Wohl kann Horst durch den Halblinken einen Treffer entgegenstellen, aber Halblinks. Linksaußen und Halbrechter erhöhen die Torerfolge. Der Sieg war fraglos verdient für Castrop. Westsalens Ringer schlagen das Rheinland 9:7 In der Stadthalle Mülheim wurde am Sonntagvormittag zum fünften Male der Ringerkampf RheinlandWestfalen ausgetragen, den die Westfalen nach harten Kämpfen mit 9·7 gewannen und damit den ersten Sieg auf fremdem Boden landen konnten. Ein Beweis für die Härte der Kämpfe ist die Tatsache, daß allein vier Treffen unentschieden endeten. Beide Mannschaften traten in der vorgesehenen Aufstellung an. bis auf das Rheinland, dafür den Mülheimer W. Mochel den Bonner Becker eingestellt hatte, der aber versagte. Arthur Heina Olymplakandidat Auf Grund seiner bisherigen guten Leistungen abauch sehr guten Zeiten bei dem Olympiakursus wurde der Gladbecker Arthur Heina vom SV. Gladbeck 13 vom Reichssportführer von Tschammer und Osten zum offiziellen Olympiakandidat bestimmt. Die Benachrichtigung traf Samstag in Gladbeck ein. Pferdesport Neunen zu Neuß. I. Kommandant=Hürdeurennen: 1. Gedr. Nöslererna(X. Brandie),: Zola 3 Mogul. 4 Naekcbe. Sieg 158. Platz 32. 70. 20, 29:10. Ferner: Täuberich aat. Lösegeld. Läufer. Steinbruch. Bastei. Girlande. acchantin. Ordensknecht. Die Heide. 2. Eiger=Jagdrennen: 1. Graf E. v. Bolandts Spring. klut(W. Wolff), 2. Mika. 3. Daland. 4. Spitzweg. Sier 41. Platz 22. 15. 22. 12.10. Ferner: Sunion. Aria medee de Savoie. Mentha. Mabaradscha. Fahrt. Lakai aute. Fortis. Vigna. Inga. —s. Fidelio=Jagdrennen: 1. M. Schönemanns Standarte (W Wolff), 2. Laudandus. 3 Meerjunge. Sieg 20. Platz 14. 31. 35:10. Ferner: Gnom. Lauderis. Eissprosse, Spata. Weltmeister. Lieber Kerl. Mirador. 4. Nicolo=Hürdenrennen: 1. Frhr. K. v. d. Bottlenbergs Fantasia 1H. Weber), 2. Rudolf. 3. Maisant. 4. Eilwerk. Sieg 31. Platz 13. 22. 15, 20:10. Ferner: Yvorne. Henvill. Blumenkönig. Anitus. Stahleck. Audi. Tarauinia, Losung. Heli. Boreas. Livius. Sextus. Leutvogt. 5. Nordvol=Jagdrennen: 1. Frk. M. Jacobs Franziskur (Uhl), 2. Liedeszauber. 3. Georgia. Sieg 67. Platz 24. 17. 47:10.„Ferner; Strohfeuer. Corax. Traumulus. Lasso. Ob Des. Patina. Rosenrot. 6. Diamant=Hürdenrennen: 1. F. Wibschecks Schwerthieb(W. Hauser). 2. Hunding. 3. Hatz. Sieg 106. Platz 29. 18. 72:10. Ferner: Haudegen, Domsalke. Baden Atman. Parademarsch. Chavalier. Peloria. 7. Frohnhof=Jagdrennen: 1. H. Zimmermanns Dasmar(A. Uhl), 2. Jan von Werth. 3. Modesta. 4. Reichsmark. Sieg 83. Platz 23. 20. 27. 23:10. Ferner: Frischling. Maikater. Pralinee. Lorbeerrose. Instruktor. Ilsendurg. Patriotin. Drostei. Liebgart. Freude. Tagesdovvelwette. 4. und 5. Rennen: 239:10. Rennen zu Anteuil. 1. Rennen: 1. Suzerain(H. Hoves). 2. Marsom, 3. Fluton. Sieg 39. Platz 18. 23. 43:10. Ferner 5 Pferde 2. Rennen: 1. Ortegal(I G. Costadoat), 2. Melnitz 3. Storn. Sieg 58. Plav 27. 24:10. Ferner 4 Pferde. 3. Rennen: 1. Barlas(L. Niaudot), 2. Bright Zagreus. 3. Les Champlevois. Sieg 35. Platz 17. 24. 59:10. Ferner 10 Pferde. 4. Rennen: 1. In Nigris(H. Gleizes). 2 Lord Boron 3. Fire Off. Sieg 187. Platz 54. 18:10. Ferner 4 Pferde 5. Rennen: 1. Kohinoor(L. Niaudot). 2. Gin Fizz 2. 3. Poisson d'Avril. Sieg 38. Platz 17. 18 39:10. Ferner 8 Pferde. 6. Rennen: 1. Da Vinci(S. Rochet), 2. Taveur. 3. Corbeille de Noces. Sieg 59. Platz 20. 20. 29:10. Ferner 8 Pferde prozeß gegen Dr. Klinkhammer Kaplan Klinkhammer bestreitet, sich im Einne der Anklage schuldig gemacht zu haben Montag Urteilsverkündung [ Essen, 25. Nov. 1933. In diesen Tagen wickelt sich vor der Großen Strafkammer in Essen ein Prozeß gegen den unter dem Namen „Ruhrkaplan" bekannten Volksredner Dr. Klinkhammer ab. der wegen Beleidigung des Reichskanzlers und der Regierung angeklagt ist. Die eine Beleidigung soll begangen worden sein am 12. März d. Is. in der Hedwigskirche, die andere in der Johanniskirche, beide in Altenessen gelegen. Der Angeklagte soll, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, in diesen beiden kirchlichen Andachtsübungen Redewendungen in die Predigt eingeflochten haben, die sich auf die Arbeit der nationalen Regierung beziehen. Der Angeklagte soll diese Arbeit geschmälert, verunglimpft und dadurch den Erfolg der nationalen Aufbauarbeit gefährdet haben. Gleichzeitig soll er auch dem Reichskanzler Wortbrüchigkeit vorgeworfen haben. Zu der umfangreichen Verhandlung waren etwa 40 Zeugen geladen, die an den beiden ersten Verhandlungstagen restlos vernommen wurden. Der Andrang zu dem Prozeß nahm am zweiten Verhandlungstage Formen an. wie man sie nur aus den größten Sensationsprozessen her kennt. In großer Zahl sah man die Vertreter der katholischen Geistlichkeit, darunter den Vertreter der erzhischöflichen Behörde in Köln, auch die Juristenwelt zeigte ein ungemein starkes Interesse. Ferner sah man maßgebende Führer der nationalsozialistischen Bewegung, den Polizeipräsidenten und sonstige Zuhörer, die kaum alle Platz finden konnten im Sitzungssaale. Der Angeklaate. dem 2 Rechtsanwälte zur Seite standen, bestritt, die ihm zur Last gelegten Beleidigungen in dem Sinne gebraucht zu haben, wie sie ihm zur Last gelegt werden. Er habe gar nicht daran gedacht, ganz allgemein der nationalen Regierung Knüppel zwischen die Beine zu werfen, sondern lediglich Auswüchse bekämpft, die der Reichskanzler selbst inzwischen beseitigt habe. Es moge sein, daß ihm dabei mißdeutete sprachliche Fehler unterlaufen seien. Der Staatsanwalt übte scharfe Kritik an der rednerischen Tätigkeit des Angeklagten und forderte eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren. Außerdem beantragte er Erlaß eine Haftbefehls. Im Anschluß an die Anträge des Staats anwalts, die am Nachmittag des zweiten Verhandlungstages herauskamen, wurde der Angeklagte nach der Verhandlung von der Polizei zunächst für die Dauer es Prozesses in Schutzhaft genommen. Am gestrigen dritten Verhandlungstage war der Andrang noch stärker. Der Tag war der Verteidigung vorbehalten, die die Freisprechung des Angeklagten beantragten Nachdem der Staatsanwalt erwidert und der Angeklagte in einer längeren Schlußrede ebenfalls um seine Freisprechung gebeten hatte. wurde die Verhandlung abgebrochen. Am Montag finden Beratung und Urteilsverkündung statt. Popoff in der Enge Das Rätsel um„Peter“ 7 Dimitroffs Lösung Die geplante Arbeiterfront der KP9. Leipzig. 25. November 1933. Die Verhandlung im Reichstagsbrandstifter=Prozeß wurde am Samstag mit der Vernehmung des Schriftstellers Werner Hirsch, der eine Art Sekretärstellung beim Zentralkomitee der KPD. eingenommen hatte, eröffnet. Bei dem Zeugen Hirsch, der aus dem Konzentrationslager in Brandenburg vorgeführt wird, handelt es sich um den Typ jener intellektuellen Juden, die vom Redaktionstisch der„Roten Fahne“ aus die Arbeiterschaft mit blutrünstigen kommunistischen Artikeln aufhetzten. Hirsch ist in der Hauptsache von 1928 bis Juni 1930 verantwortlich in der Redaktion der„Roten Fahne" tätig gewesen. Er gibt auf Befragen zu, ein guter Bekannter Thälmanns gewesen zu sein unt ihn auf Agitationsreisen mehrfach begleitet zu haben. Im übrigen hat er als Angestellter der KPD. beim Zentralkomitee außen= und innenpolitische Fragen bearbeitet. Seine Behauptung, daß er Popoff erst im März d. J. in der Haft kennengelernt habe, wird von Popoff unterstrichen. Das Reichsgericht beabsichtigt, die Zeugenvernehmung zu dem bisher erorterten Fragenkomplex noch an diesem Samstag abzuschließen und am Montag den politischen Teil in Angriff zu nehmen. In Widerspruch zu der Behauptung Hirsch', der Name Peter“ sei sein Spitzname unter seinen Freunden. nicht aber ein Deckname gewesen. steht die Tatsache, daß er Quittungen mit diesem Namen unterschrieben hat. Er sagt auch selbst, daß er den Namen„Peter“ in diesen Quittungen gebraucht habe, um seine Mitarbeit nicht nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen. Aus dem Februar 1933 liegen allein vier Quittungen vor über insgesamt 313 Mark. Nach vielen Ausreden gibt Hirsch zu, daß er diese Quittungen tatsächlich ausgestellt habe für verschiedene Zahlungen, die er in jener Zeit von dem technischen Leiter des Zentralkomitees der KPD., Bruno Peterson, erhalten habe. Diese Quittungen sind bei Popoff bei dessen Verhaftung gefunden worden Popoff bestreitet, solche Quittungen von Hirsch bekommen zu haben. Er will Hirsch überhaupt nicht kennen. Der Vorsitzende legt nun Popoff die Frage vor wie diese Quittungen in seinen(Popoffs) Besitz gelangten. Popoff. in höchster Erregung und lebhaft gestikulierend: Diese Quittungen sind in meinem Beisein von einem meiner Bekannten mit Namen Peter ausgeschrieben und unterschrieben worden. Vorsitzender: Hat denn der Angeklagte Popoff nicht gehört, daß der Zeuge Hirsch zugegeben hat, diese Quittungen ausgestellt zu haben? Popofs: Das ist für mich ein Mosterium Zeuge Hirsch: Ich kann nur sagen, daß die Handschrift dieser Quittungen eine täuschende Uebereinstimmung mit meiner Handschrift zeigt. Auf eine weitere Frage des Vorsitzenden erklärt Popoff: Diesen Bruno Peterson, von dem in den Aussagen des Zeugen die Rede ih, kenne ich absolut nicht Hirsch: Am 3. März. Ich kann also mit dem Bekannten Popoffs namens Peter nicht identisch sein. weil dieser Bekannte Popoffs nach dem 3. März noch mit ihm zusammengewesen sein soll. Popost, der sagen soll, wer denn dieser Bekannte gewesen ist, erklärt, er kenne den Familiennamen dieses „Peter" nicht. Rechtsanwalt Dr. Teichert: Die Frage ist nur: Hat wirklich der Zeuge Hirsch diese Quittungen mit dem Namen Peter unterschrieben? Hirsch: Die Quittungen, die ich tatsächlich auch in diesen Monaten Januar und Februar ausgestellt habe. waren Quittungen für Honorar, das mir für durchaus legale politische Information und Propagandaartikel gezahlt wurde. Ich muß zugeben, daß die Handschrift auf diesen Quittungen meiner eigenen Handschrift täuschend ähnlich steht. Ich hatte aber schon gleich bemerkt, daß der Inhalt etwas merkwürdig abgesaßt war. Als sich der Zeuge Hirsch und der Angeklagte Popoff hoffnungslos in Widersprüche verwickelt haben, springt Dimitroff auf und sagt Ein gewisser Peter hat Quittungen gegeben. Er weiß nicht wem. Ein anderer Peter hat Quittungen dem Popoff gegeben. Ich erkläre, daß ich diesen anderen Peter gesehen habe. Es ist nicht Hirsch, es ist ein Mann. der Zeitungen und Zeitschriften für uns nach Bulgarien expedieren mußte. Der Zeuge Hirsch hat leider Andeutungen gemacht, als seien diese Quittungen von ihm und das ist nicht wahr. Es ist ausgeschlossen, daß Hirsch jemals mit Bulgaren zusammengekommen ist. Hirsch: Ich kenne den Namen Dimitroff aus Parteiprotokollen usw. als die einer wichtigen Persönlichkeit, aber persönlich kenne ich Dimitroff tatsächlich nicht. Sodann tritt eine Mittagspause ein. In der Nachmittagssitzung werden dem Zeugen Hirsch noch einige Fragen politischer Art vorgelegt, zu denen er sich im großen und ganzen recht ausweichend äußert Einen Hinweis des Vorsitzenden auf die damaligen Einigungsbest rebungen der Kommunisten beantwortet Hirsch, daß die Einheitsfronttaktik angewandt worden sei, um die sozialdemokratischen Arbeiter für eine gemeinsame Kampfaktion Seite an Seite mit den Kommunisten für die kommunistischen Ziele zu gewinnen. Die Frage Dimitroffs, ob die Partei domals einen Aufstand wollte, beantwortet Hirsch dahingehend, daß seines Wissens so etwas nicht geplant war. Reichsgerichtsrat Coenders: Sie wollen also behaupten, daß die Kommunistische Partei eine akute revolutionäre Situation erst dann als gegeben erachtet hat, wenn sie bereits die Mehrheit der Arbeiterschaft hinter sich hatte? Hirsch: Jawohl, erst dann war die revolutionäre Situation gegeben. Oberreichsanwalt Dr. Werner: War es nicht ein unbestrittener Grundsatz, daß die Auseinandersetzung mit der„Bourgeoisie" überhaupt nur möglich war im Wege der Waffengewalt? Hirsch: Selbstverständlich war sich die Kommunistische Partei darüber klar, daß sie ihr Endziel nicht anders als auf dem Wege der Revolution durchführen konnte. Daß aver ein maßgebender Parteiführer die Frage der Machtergreifung um die Jahreswende 1932 bis 1933 als arut angesehen hätte, glaube ich nicht Oberreichsanwalt Werner: Man hat sich wohl gesagt: Zwar müßte die Situation nach unseren Wünschen ganz anders aussehen. aber wenn die Nationalsozialisten erst an die Macht gekommen sind. sind wir auf Jahrzehnte hinaus überhaupt zur Aussichtslosigkeit verurteilt. Man befürwortete wohl eine gewisse Verzweiflungsaktion in diesem letzten Moment, in dem man überhaupt noch etwas machen konnte. Es ist ja auch in zahireichen Flugblättern zu Massenstreiks aufgehetzt und gesagt worden, jetzt sei nun das Endstadium gekommen und gerade in Deutschland habe sich die Lage bis aufs Aeußerste zugespitzt. Hirsch. dem diese Vorhaltungen offensichtlich unangenehm sind, erklärt ausweichend, es sei ihm davon nichts bekannt. Weitere Erörterungen dieser Art bleiben auf Anregung des Vorsitzenden dem eigentlichen politischen Teil der Verhandlung vorbehalten Letzter Zeuge ist der Maurer Richard Schmid! aus Berlin, ein ehemaliger 1930 aus der Partei ausgeschlossener Kommunist, der auf Antrag von Dimitroff geladen ist. Er bestreitet mit Entschiedenheit die Darstellung Grothes, daß in seiner Wohnung in der Reinickendorfer Straße in der Nacht zum 27. Februar oder um diese Zeit herum Mitglieder des Rot=Front=Kämpfer= bundes in einer Art von Alarmzustand zusammengekommen seien. Er wisse nicht, ob er Grothe kenne, der Name komme ihm allerdings bekannt vor. Bei seiner Vernehmung stellt sich übrigens heraus, daß die Polizei bei ihm am 4. März einen Koffer mit zahlreichen gut brauchbaren Pistolen beschlagnahmt hat. Schmidt ist daraufhin vom Schnellgericht Berlin wegen Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden und hat die Strafe auch schon abgebüßt. Er behauptet. der Koffer sei ihm von einem unbekannten Mann in die Wohnung gebracht worden. Man hätte auch nicht gesagt, was dort drin sei und er habe auch nicht nachgesehen. Man hätte ihm gesagt, daß der Koffer bald wieder abgeholt werden würde. Statt dessen sei nach 24 Stunden die Polizei gekommen. Auch Schmidt bleibt unvereidigt Die Sitzung wurde damit geschlossen. Die nächste Verhandlung findet am Montag um 10 Uhr statt. Voraussichtlich wird dann alsbald mit dem politischen Teil des Prozesses begonnen werden können. Nachwehen des Sklarek-Prozesses Stadtbankdirektor Schröder zu 1 Jahr Gesängnis verurteilt. Berlin, 26. November 1933 Die Sechste Strafkammer des Berliner Landgerichts verurteilte am Samstagnachmittag den ehemaligen Stadtbankdirektor Schröder, der Zuwendungen für pflichtwidrige Handlungen von den Sklareks angenommen hatte, wegen schwerer passiver Bestechung zu einem Jahr Gefängnis. Außerdem wurde dem Angeklagten die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. 4660 Mark Bestechungsgelder und außerdem acht Anzüge und zwei Paletots, die der Angeklagte von den Sklareks erhalten hatte, wurden dem Staat für verfallen erklärt. Im Falle des Nichtvorhandenseins der Kleidungsstücke muß der Angeklagte für jedes Stück 100 Mark zahlen Schröder, der von den Sklareks getauscht sein will. hatte es früher weit von sich gewiesen, daß er von den Sklareks Zuwendungen erhalten hätte. Als Zeuge im Prozeß vernommen, räumte er aber den Erhalt von Renngewinnen von mehreren tausend Mark ein. Drei Jahre Zuchthaus für Landrat Dr. Guske Halle, 26. November 1933. Die Strafkammer des Landgerichts Halle verurteilte am Freitagvormittag den früheren Landrat des Kreises Merseburg, Dr. Guske, wegen gewinnsüchtiger Untreue und schwerer Bestechung zu drei Jahren Zuchthaus und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Die Strafkammer erkannte außerdem auf Einziehung der durch die Bestechung erlangten 23000 Mark. Landrat a. D. Dr. Guske war 1918 Gemeindevorsteher bei Berlin; er wurde später zum Landrat des Kreises Merseburg ernannt. An der Universität Halle holte er das Reserendar= und Doktorexamen nach. 1930 wurde er wegen der im Zusammenhang mit der Kreishaus=Angelegenheit von der Presse gegen ihn gerichteten Angriffe versetzt. Er fiel aber die Treppe hinauf und wurde Vizepräsident in Koblenz. Gusse hatte bei dem Neubau des Merseburger Kreishauses den Voranschlag mit mehreren hunderttausend Mark überschritten, und zwar nicht zuletzt deshalb weil die Landratswohnung mit einem geradezu unsinnigen Luxus ausgestattet worden war. Allein die Beschaffung der Gardinen kostete mehr als 7000 Mark, ein Blumenfenster über 5000 Mark. sieben Toiletten mußten in der Landratswohnung vorhanden sein, drei Badeeinrichtungen usw Westfalia Herne Vizespitzenreiter Germania Hand vor einer unmöglichen Autgabe. Westialia Herne- ViB. Bettrop 3:1(1:1) sturmer aus der Luft zum fünften Treffen „„„„ wertvolle Punkte waren der Lohn für die Die Westfalen konnten sich bei dieser Begegnung— tretung scheint demnach unser Nachbarland eine sehr Kunstrurnkampf in Essen stellt. Der Bochum Wilh glücklich= Hand gehoht zu haben. Es starten also am Platzek vertritt Westfalen zum 10. Male, eine Leistung, wie sie wohl einzig dasteht. Im Beiprogramm zeigten die Turnerinnen der Zwei bessere 3. Dezember in der Westfalenhalle: Frankreich mit Lacquehay und Wambst gegen Deutschlanz mit Metze und Moller noch siegreich durchsetzen, trotzdem der Gegner aus Bottrop weit besser war als am letzten Sonntag die Rotthauser. Unsere Befürchtung vom letzten Montag, den 7:1=Erfolg gegen Rotthausen nicht zu hoch einzuschätzen, war, wie der Verlauf des gestrigen Spieles zeigte, vollauf am Platze. Die Westfalen können mit dem Erfolg gut zufrieden sein, die Gäste waren keine 2 Tore schlechter. Wohl hatten sie sich in der ersten Hälfte zu stark verausgabt, denn im Sturm der Gäste war in der zweiten Hälfte das Zusammenspiel nicht mehr so flüssig und abgezirkelt genug, um Torerfolge zu zeitigen. Andererseits muß aber auch anerkannt werden, daß die Herner Läuferreihe und das Schlußdreieck in der Abwehr unermüdlich tätig waren. Im Sturm dagegn waren mehr Schattenseiten als Lichtblicke vorhanden. War der Halblinke am letzten Sonntag nicht besonders gut, so war er gestern auch nicht viel besser. Uebertrumpft wurde er aber noch von dem Mittelstürmer, der, abgesehen von den letzten 10 Minuten, eine recht dürftige Leistung bot. Bei beiden Spielern vermißte man die Freude am Spiel, wer keine Freude mitbringt, dem mangelt es dann auch weiter an dem erforderlichen Eifer. Wer keine Freude und keinen Eifer zeigt, kennt auch kein persönliches Einsetzen, hemmt die Spielhandlungen und verurteilt so die Bemühungen seiner Mitspieler zur Fruchtlosigkeit. Diese Art von Spielweise verrät auch keinen Kameradschaftsgeist. Gut war es daher, daß neben diesen Schattenseiten doch noch Lichtseiten vorhanden waren. Der Halbrechte und der Linksaußen rackerten sich mit noch und noch ab, damit die Punkte in Herne blieben. Ein Mittelding zwischen gut und weniger schlecht war der Rechtsaußen, dieser denkt zu wenig beim Spiel, sein Start ist äußerst mangelhaft, trotzdem sein Nebenspieler ihn mit mundgerechten Vorlagen bediente. Dem Wort Verbindungsstürmer wurde der Halbrechte gerecht, ihn sah man oft zur Entgegennahme des Balles zurückkommen, dabei ist dieser Spieler noch reichlich schwach, aber mit Leib und Seele bei den Handlungen. An etwaigen Torerfolgen ist er direkt oder indirekt beteiligt. Dasselbe gilt auch von dem Linksaußen, der sich trotz seiner Brille wahrlich nicht schont. Sollten sich solche Beispiele nicht befruchtend auswirken können. Wir haben noch den guten Glauben nicht verloren, sind Optimist und erwarten ein freudiges Ja. Das Können der Gäste reichte gut aus, daß sich, besonders in der ersten Hälfte, ein spannendes, mit dramatischen Höhepunkten durchwürztes Spiel entwickelte. Die Gäste zeigten neben ausgereifter Technik einen vorbildlichen Eifer und hatten sicherlich soviel Torchancen als die Herner. Bereits nach 5 Minuten Spielzeit fiel für Bottrop das erste Tor, als der Herner Hüter nach Abwehr eines Balles noch im Vorgelände sich aufhielt und daher einen etwa 30=m=Schuß passieren lassen mußte. Auch in der Folgezeit brauchte sich der Herner Schlußzmann über Arbeit nicht zu beklagen. Bis nach 25 Minuten Spielzeit Hernes Linksaußen mit scharf plaziertem Schrägschuß den Gleichstand holte. Das Spiel wurde ausgeglichener, wobei die Westfalen auch öfter vor dem gegnerischen Tore auftauchten. Unentschlossenheit des Halblinken und des Mittelstürmers ließen klare Chancen ungenutzt verstreichen. In der zweiten Hälfte entschieden die Westfalen eigentlich schnell das Spiel zu ihren Gunsten. Nach 1 Minute trat der Linksaußen unhaltbar das zweite Tor, und nach weiteren 8 Minuten erhöhte der Halbrechte im Anschluß an eine Ecke auf 3:1. Aber mit unverdrossenem Eifer bemühten sich die Gäste um weitere Erfolge. Sie wurden sogar merklich überlegen, konnten aber nicht erfolgreich sein, trotzdem man bei den Westfalen nicht immer mit vollem Ernst bei der Sache war. Aber Hernes Schlutzmann bemühte sich redlich, seinen zu Anfang des Fehler ungeschehen zu machen. Der Mannschaften legMannschaft. Weitere Resultale: Wetter 1910— Westsalia Wickede 4•0 Tus Bochum— Preußen Bochum 4:1 Linden— Westfalia Bochum 2:2 1. Bezirksklalle Tavellenstand vom 20. November. Castrop 02 Westfalia Union Gelsenkirchen 07 Erle 08 Bottrop Rotthausen Schw.=Gelb Gladb. Horst=Emscher T. B. Eickel Falke Germania Steher=Länderkampf Deutschland-Frankreich Frankreich meldet seine Vertretung. Die Auswahl der französischen Vertretung im offiziellen Steher=Länderkampf gegen Deutschland in warte ihre Akten und sonstiges in ihrem Besitze be der Westfalenhalle am kommenden Sonntag= findliches Material dem Unterzeichneten bis zum nachmittag ist nach denselben Gesichtspunkten gesche= 1. Dezember 1933 übergeben. hen wie bei uns. Auch der französische Verband! Das noch vorhandene Schreibmaterial des Gaues stützt sich auf seinen Landesmeister, den derzeitigen Mark wird unter den Kreis Bochum und Reckling Weltmeister Charles Lacquehay, dem er den in hausen geteilt. Die finanzielle Seite regelt Rheindieser Saison besten Winterfahrer seines Landes und Weser. Turnvereinigung ein hervorragendes, mit bunten Lichtern durchgeführtes Keulenschwingen und als Abschluß einen gut gebrachten und mit reichlich Applaus bedachten Walzerreigen. Der Gauoberturnwart Eick nahm anschließend die Siegerehrung vor und verlas die Namen derer, die Westfalens Farben beim 10. Kunstturnkampf in Essen vertreten werden Er dankte dabei allen denen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten, vor allem der HerIn der letzten Ausgabe von„Sturm und Steuer ner Turnvereinigung für den ausgezeichneten Verde- ersita, edain Weir täm## lauf und die vorzügliche Durchführung. In seinen Die neuen Führer des DIK=Kreises Bochum hat der Vorsitzende des Kreises Rhein=Weser sämtliche neuen Kreisführer ernannt. Vorsitzender des Kreises Bochum wurde Vikar Sasse, Bochm: Kreisführer H. Willeke, Bochum; Geschäftsführer Frz. Willeke, Bochum. Mithin hat man dem Wunsche des bisherigen Kreisführers. Lehrer Mertens, Herne, entsprochen und ihn von seinem Amte entbunden. Der Bezirk Herne hat nun endgültig aufgehört zu existieren, ebenso ist der alte Gau Mark aufgelöst worden, so lesen wir in„Sturm und Steuer". Im Auftrage des Kreisvorsitzenden von RheinWeser ist die Neuorganisation des Gaues Mark wie folgt durchgeführt worden: a) Kreisverband Bochum, umfassend die bisherigen Bezirke Bochum und Herne und vom Bezirk Gelsenkirchen Wattenscheid und Günnigfeld; b) Kreisverband Recklinghausen. Da mit dem heutigen Tage der Gau Mark aufgelöst ist, wollen die bisherigen GauBezwinger von Metze und Möller, August Wambst, seinen Bruder des bekannten Sechstagefahrers Georges Wambst, zugeteilt hat. Lacquehay führte sich im Goldenen Rad“ auf der ihm ungewohnten und schweren Dortnunder Winterbahn gut ein, und Wambst fertigte am gleichen Tage in Paris Paillard und Grassin überlegen ab. In der Wahl seiner VerAllen Freunden und Mitarbeitern des Gaues für die jahrelang geleistete Arbeit meinen herzlichsten Dank in der Annahme, daß sich alle der Deutschen Juweiteren Ausführungen wies er auf die Bedeutung von Kunstturnkämpfen in der DT hin, ganz besonders aber auf den kr menden Kampf in Essen. Die DT, die stets für die Volksertüchtigung zum Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes gearbeitet habe, setze sich auch weiter für den Wiederaufbau Deutschlands ein. Das Wort Breitenarbeit sei kein leeres Wort, sondern ein Begriff, der seit Bestehen der Deutschen Turnerschaft Geltun= habe. Sein dreifaches Sieg=Heil galt dem großen deutschen Volke, seinem Reichspräsidenten und dem Volkskanzler Hitler. Vereinsfünrer Siebel dankte nochmals in seinem Schlußwort allen recht herzlich für den guten Verlauf der Veranstaltung und bat mirzuhelfen für die große deutsche Sache der Deutschen Turnerschaft. Anerkennende Worte fand er ch für die Presse, die stettreue Mitarbeit geleistet habe. Wer sich für die DT. einsetze, setze sich auch für Deutschland ein. Mit dieen Worten fand das große Ereignis sein Ende unde wir können nicht umhin der Turnvereinigung 187“ unsere herzlichen Glückwünsche zum glänzenden Verlauf dieser Großturnveranstaltung auszusprechen. Die Söhne der Roten Erde aber begleiten die besten Hoffnungen zum 10. Kunstturnkampf Rheinland—Weststellen. Allen ein Jugendkraft=Heil! Holkenbrink. Westfalenriege bot Hervorragendes Durchweg standen die Leistungen auf hohem Rivcon- Trostheim vor Klinger Nun liegt auch das turnerische Großereignis, das Herne je gesehen hat, hinter uns. Der prächtige Strickmannsche Saal, der schon so häufig der Schauplatz großer Veranstaltungen, besonders in der letzten Zeit. gewesen ist, sah am Sonnabend zum ersten Male wirklich einen Großkampf im Kunstturnen. Die 16 besten westfälischen Kunstturner standen sich in einem letzten Ausscheidungsturnen für den 10. Kampf Rheinland—Westfalen, Deutschlands größter Kunstturnkampf dieser Art, gegenüber. Daß man diesen turnerischen Kämpfen immer wieder großes Interesse entgegenbringt, bewies auch dieses letzte Ausscheidungsturnen, wo die Westfalen vor ausverkauftem Hause ihre endgültige Mannschaft ermittelten. Die organisatorische Durchführung dieser Veranstaltung seitens der Herner Turnvereinigung 1893 war geradezu vorbildlich. Kurz nach der angesetzten Zeit eröffnete der Spielmannszug des Spielleute-Vereins„Gut Spiel“ Herne Baukau den Abend mit dem schneidigen Badenweiler Marsch, der überleitete in den Turnermarsch „Turner auf zum Streite". Unter diesen Klängen vollzog sich der Aufmarsch der Turner durch den bewertet wurden. Durchweg bewiesen die Westfalen, daß sie mit Liebe und Sorgfalt ihre Freiübungen turnten. freie Ueberschläge waren keine Seltenheit. Das Pferdturnen brachte einige Versager. Der Dortmund Trostheim zeigte sich bei dieser Uebung in bester Verfassung, seine Wanderkehren rissen die Zuschauenden zur Begeisterung hin. 40 Punkte waren der Lohn dieser prächtigen Leistungen. Feingeturnte, schwierige Uebungen zeigten die jungen Siegerländer Frisch und Stutte(beide TV Eichen) z8 Punkte, eben so Grüdelbach(Klafeld) und Klinger(Dortmund) 37 Punkte. Platzek Willi(Bochum) und Fink(Horst) brachten es auf 36 Punkte. Bei den übrigen wollten die Wanderkehren nicht so recht gelingen, so daß ein unfreiwilliger Abbruch oder ein schlechter Abgang die Folge waren. Das Barrenturnen brachte wiederum vorzügliches Können der Turner. Die volle Punktzahl wurde zwar an diesem Gerät nicht verliehen, aber wieder waren es die beiden Eichener Stute ist Rheinland-Westfalen am 10. Dezember 1933 folgende: 1. Trostheim, Dortmund; 2. Klinger, Dortmund; 3. Frisch, Eichen bei Siegen; 4. Stutte, Eichen bei Siegen: 5. Seidler, Dortmund; 6. Stracke, Eichen bei Siegen: 7. Platzek I. Bochum; 8. Grüdelbach, Klafeld; 9. Fink, Horst; 10. Lorsbach. Eichen bei Siegen. Ersatzleute: 1. Platzek II, Bochum; 2. Kargol II. Bochum. Sonstige Svortnachrichten und Frisch, die hier Turnen in höchster Vollendung Schlenderhans erfolgreichste Mutterstule eingegangen. zeigten. 39 Punkte erhielten sie für ihre Leistungen.]„ G„„— Es folgten Platzek, Willi(Bochum), Fink(Horst),] In Schlenderhans, dem bewährten deutschen GeStracke(Eichen) und Klinger(Dortmund) mit je 38 stut. ist Deutschlands erfolgreichste Mutterstute, WieSaal zur Bühne. Links und rechts flankierten die Punkten. Auch die Leistungen Seidlers an diesem ner Mädel, jetzt eingegangen. Aus Wiener Madel, Sturmfahnen der DT und die des Hakenkreuzes. Der Gerät waren ansprechend. Bei der 4. Uebung, dem gezogen aus der William ih First=Danubia, gingen u. pieles begangenen dunkle Bühnenhintergrund zierte in Kupfertiefdrucken Pferdsprung, wurden Sprünge in Höhe von 1.30 a. folgende so hervorragende Rennpferde wie Popender Leiter verriet den Schöpfer deutschen Turnens, Friedr. Ludwig und 1.40 M Erle 08- Germania 5:1(3:1) * L u d w i g u n d 1, 4 0 M e t e r n a u s g e f ü h r t. V o n z w e i S p r ü n g e n s t e i n( 1 9 1 7), W e i s d o r n( 1 9 2 2), W a l z e r t r a u m( 1 9 2 6), Jahn, den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde der beste gewertet. Durchweg wurde der Hecht= Wiener Blt(1927) und Wiener Wald(1930) hervorVolkskanzler Adolf Hitler. Vereinsführer sprung ausgeführt. Nur Stracke(Eichen) zeigte den Wiener Mädel selbst gewann von großen Zuchtpru—„„„„„„„„„ Jubilaumspreis, den Hansa=Preis und atoren=Rennen. Wiener Mädels Nachkommen haben insgesamt 1 500000 Mark gewonnen. verschiedentlich Unsicherheit, beide ten auf faires Spielen Wert. und Volkskanzler Adolf Hirter. Vereinsfuhler,sprung audgefahen K.———— Siebel fand herrliche Worte der Begrüßung und Ueberschlag, und Trostheim(Dortmund) eine gut re= fungen den Jubilau hieß alle Erschienenen, besonders die zahlreichen Ver= lungene Brücke, beide über die Pferdhöhe von 1,40 zweimal das Glad wärtiger DT=Vereine, die Kampfrichter, den Wir hatten den Germanen wenig Siegeschancen Gaumännerturnwart zischvach(Lüdenscheid, den mit auf den Weg gegeben, hofften aber trotzdem auf Gauoberturnwart Eick(Wetter) und das Oberhaupt ein annehmbares Resultat. Durch die gestrige Nieder= unserer Stadt. Oberbürgermeister Meister, willlage sind die Hiesigen nun die„Schlußlaterne" der kommen. Oberbürgermeister Meister begrüßte im NaTabelle geworden, da auch die Gelsenkirchener Falkenmen der Stadt Herne die westfälischen Kunstturner und fand anerkennende Worte für den Wert des deutschen Turnens. Kurz vor Beginn des Turnens gab der Gaumännerturnwart einige Erläuterungen. Das Kampfgericht nunmehr ihren ersten Sieg verzeichnen konnten. Die Germanen traten mit einem Ersatztorwart an, der zufriedenstellende Leistungen bot. Mit zwei Ersatzleuten errangen die Erler einen einwandfreien, verdienten Sieg, der allerdings etwas zu hoch ausgefallen ist. Der Platzverein legte gleich mit forschen Angriffen los und brachte das Herner Tor mehrfach in größte Gefahr, da die Verteidigung unsicher arbeitete. Dann ging der Germanensturm geschlossen vor. Eine Linksflanke wurde dem Mittelstürmer vor die Füße gespielt, der durch einen scharfen Flachschuß seinen Verein in Führung brachte. Aber die Freude war nur von kurzer Dauer, denn kaum eine Minute später glich Erles Mittelstürmer aus. Das flüssige und schnelle Spiel des Erler Sturmes schaffte weiterhin bedrohliche Momente vor dem Herner Tor, und in dieser Situation fabrizierte ein Germanen=Verteidiger ein Selbsttor. Das Spiel blieb weiterhin offen, der Herner Sturm konnte sich nicht durchsetzen, dagegen fand die Erler Angriffsreihe ein offenes Loch in der gegnerischen Verteidigung, die überspielt wurde und der Torwart hatte zum dritten Mal das Nachsehen. Deutschlands Tennis-Spitzenspielerin. Hilde Krahwinkel, wird am 28. Dezember den dänischen Tennisspieler Sven Sperling heiraten. Nach der Pause Metern. Die Höchstpunktzahl 40 erreichte nur Klinger (Dortmund mit einem auf ausgeführten Hechtsprung. Auf 39 Punkte kamen Seidler und Kargol Ernst. auf 38 Punkte Trostheim und Stutte. Das Reckturnen zeigte eindeutig, daß dieses Gerät den Westfalen am besten liegt. Doch wurde auch hier die volle Punktzahl nicht vergeben. Bestechend war das Turnen des Altmeisters Platzek an seinem Spezialgerät. ebenso das Der deutsche Hochsprungrekord, Können Grüdelbachs, Strackes und Fritz Platzeks. den Helma Notte=Düsseldors in Amsterdam aufgestellt Neuarnae, mutige Sachen waren keine Seltenheit, harte, wurde jent mie 1.59— anerkannt setzte sich aus altbekannten Turnern, Pulvermacher ebenso als Abgrenzung der freie Ueberschlag vorlings. (Datteln) und Körner(Dortmund), zusammen. Jeder Platzek Fritz vollbrachte prachtig den freien Ueber wertete bis zu 20 Punkten. Mit den Freiübun=schlag rücklings. Trostheu#g brachte es auf 38 Punkte. gen begann das Turnen. Schwung= und Haltübun= Im Schlutzergebnis war Wilhelm Trostheita gen wechselten in rhythmischer Folge. Besonderen Ein=(Dortmund) mit 191 Punkten vor Klinger(Dollmund) druck hinterließ die Uebungsverbindung, die Hermann und Frisch(Eichen) mit je 189 Punkten, Stutte Seidler(Dortmund) zeigte. Geradezu artistisch war(Eichen) kam auf den dritten Planz mit 188 Punkten. sein Können. Die volle Punktzahl 40 wurde ihm zu= Ganz besonders erwahnenswert ist, daß der kleine reil. Auch zeigten Klinger und Trostheim(beide Dort= ländliche Turnverein Eichen bei Siegen mit ungefähr mund) glänzende Freiübungen, die je mit 39 Punkten 200 Mitgliedern allein 4 ausgezeichnete Turner zum Verantwortlich für den Sportteil: Josef Möller. Herne. Bedeutsame prahistorische Funde im Regierungsbezirk Arnsberg Kurs auf den Olumvia=Achter Der deutsche Rudersport hat bei den letzten Olym=s1934“ erhalten. Zur Vervollkommnung dieser Mannpischen Spielen in Amsterdam und Los Angeles in schaften werden unter sämtlichen Ruderern der in wurde die Ueberlegenheit noch Ehren bestanden. Um das Gleiche bei den kommen: Frage kommenden Städte Musterungen abgeklarer. Die Gaste wurden eingeschnürt, ihr Sturm den Spielen in Berlin zu erreichen, ist eine Zusam=shalten. Ruderer, die zur Ergänzung und Verbeskam nur wenige Male über die Mittellinie. Die Erlersmenfassung aller Krafte in dem Maße not serung der Verbandsachtermannschaften geeignet sind, Lauferreihe bediente den Angriff in vorbildlicher Weise. Aber die Herner Verteidigung und ganz besonders der Torwart hielten dem Druck tapfer stand. Da gab Erles Linksaußen einen ziemlich unerwarteten Schuß auf das Tor ab, der Hüter verfehlte den wendig, wie es bisher noch nicht geschehen ist. In bleiben zwar Mitglied ihres alten Vereins, stehen je seinen soeben bekannt gewordenen Anordnungen für doch in der nächsten Zeit ausschließlich zur Verfügung die Olympiaverbreitungen sagt der Führer der deut= des Auswahlachters. Das erfordert viele persönliche schen Ruderer, Reg.=Präsident Pauli=Potsdam darü= Opfer an Zeit und das Zurückstellen der Interessen ber folgendes: Die Ausbildung der Olympiamann= des einzelnen Vereins. Aber Präsident Pauli be Ball bei der Abwehr, an ihm vorbei ging das Leder schaften im Einer, Zweier, Doppelzweier und Vierer tont, daß jedem Mann und jedem Verein, der am zum vierten Male für Erle ins Netz. Nach diesen Er= mit und ohne Steuermann erfolgt vorerst wie bisher Gelingen des Großen Plans, für den Olympia=Achter folgen ließ der Platzverein seltsamer Weise stark nach, durch die einzelnen Vereine. Die Zugehörigkeit einer beteiligt ist, die Ehre für seine Mitarbeit zuteil werim gleichen Maße kamen die Germanen auf. Sie er= Mannschaft zu einem Verein war die Grundlage für den soll. Selbstverständlich brauchen die Vereine, die zwangen nicht nur ein offenes Spiel, sie nahmen auch engste Kameradschaft und stärksten Zusammenhalt. in den anderen Baotsklassen Mannschaften mit Olymdas Heft in die Hand. Verfügten die Germanen über Ohne diese innere Verschmelzung ist im Ruderwett- piareife herausbringen können, keine Ruderer an den einen der Handlung entsprechenden Sturm, dann hätte kampf kein Erfolg möglich. Bei den unbestreitbaren Verbandsachter abzugeben das Spiel zu dieser Zeit noch leicht eine Wendung Vorteilen hat dies Verfahren aber den Nachteil, daß Die Verbandsachter 1934 aus dem ganzen Reichsdie Auswahl unter unerschöpflichen, prächtigen gebiet werden im nächsten Jahr häufig auf den ReMenschen der deutschen Ruderer beschränkt wird. Die= gatten zusammentreffen. Harte Kämpfe werden die se Auswahl— besonders für den Olympia=Achter— Fähigkeiten der einzelnen Mannschaften unter Beweis muß erweitert werden. Hierzu wird folgender Weg stellen. Nach den Ergebnissen der Wettkämpfe 1934 bestritten: wird der Plan des Olympiaachters einer NachprüIm ganzen Reichsgebiet werden auf Grund ihrer fung unterzogen. Insbesondere kann dabei ein WechErle noch einmal vor das Germanentor, einen scharf Leistungen im Jahre 1933 zunächst einzelne Achter sel der Vereine eintreten, die 1935 und 1936 als Ver hereingegebenen Rechtsball verwandelte der Mittel=ausgewählt, die die Bezeichnung: Verbandsachter bandsachter=Mannschaften bezeichnet werden. nehmen können. Aber auch hier war wieder das Versagen vor dem Tore festzustellen. Der Erler Hüter war den meyr oder weniger sanft geschossenen Ballchen jederzeit gewachsen. Schließlich war der Platzverein wieder obenauf, aber dieser zeigte vor dem Tore auch nichts mehr. Kurz vor dem Abpfiff kam Der Pressedienst der Regierung teilt mit: Das wissenschaftliche Ergebnis der auf Veranlassung des Kreises Lippstadt mit Genehmigung der Regierung in Arnsberg in der Höhle„Im hohlen Stein" bei Callenhardt unter sachmannischer Leitung durchgeführten Ausgrabung liegt jetzt frei. Die handwerksmäßigen Arbeisen bei der Grabung leistete eine Kolonne des FAD. Rüthen, dessen fleißige und interessierte Arbeit lobend erwähnt werden muß. In der zweiten Woche der Grabung wurden Funde von großem Interesse gemacht. Aus der oberen eisenzeitlichen Kulturschicht, die aus der Zeit kurz vor Christi Geburt stammt, konnten neben zahlreichem Scherbenmaterial einzigartige Fundstücke geborgen werden. Darunter eine gut erhaltene Gewandnadel(Fibel) aus Bronze und eine Fibel aus Eisen, ferner ein ganz hervorragend schöner Bronzering mit einer Bernsteinperle. eine Bronzenadel und ein Armreif. der aus einem Bronzedraht wellenförmig zusammengebogen ist. Außerdem fanden sich Geräte aus Knochen: ein Knochenpfriem und eine Knochennadel mit Oehr. Sehr bemerkenswert ist auch der Fund einer Handmühle(Korngurtsche) aus Sandstein, bestehend aus der Unterlagsplatte und dem Reibstein.— Die untere Kulturschicht gehört dem Beginn der sogenannten mittteren Steinzeit an(rund 10 000 Jahre vor Christi Geburt). Sie enthält vornehmlich Steinwerkzeuge, aber auch Knochenwerkzeuge, zahllose Messer und Spitzen aus Feuerstein, eigentümliche Geräte aus zerschlagenen Knochen, deren Bedeutung noch nicht geklärt ist. An merkwürdigen Geräten ist zu erwähnen eine Knochenpfeise aus dem Zehglied eines Rehs und ein mit eingeschnittenen Rillen versehener Knochen, der wahrscheinlich der Verarbeitung von dünnen Lederstreifen zu Nähfäden gedient hat Ferner fanden sich sehr schön gearbeitete Knochenpfrieme und ein Stück eines Hirschgeweihs, das zum Griff eines Dolches umgearbeitet ist.— Die Ausgrabung hat zu wissenschaftlich sehr guten Erfolgen geführt. Eine Reihe von Funden sind nicht nur erstmalig für Westfalen, sondern auch für Deutschland * * DUX-Schlenkhoff, Friedrichstr 2 Fernsprecher 50637 Dewithr sich un die ieteruag ihres Uedarte## Litwinow besucht Mussolini Amtliche Einladung] Effektvolle Abschiedsseier in Amerika Rom, 25. November 1933. Der russische Volkskommissar für das Auswärtige, Litwinow, der sich in Neuyork auf dem Dampfer „Conte di Savoia“ zur Rückkehr nach Europa eingeschifft hat, wird am 2. Dezember in Neapel eintreffen und anschließend sich nach Rom begeben, wohin ihn Mussolini zu einem amtlichen Besuch eingeladen hat. Mussolini hat, wie der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ erfährt, den Wunsch ausgesprochen, baldmöglichst mit Litwinow, dem sowjetrussischen Außenkommissar, zusammenzutreffen. Er habe deshalb angeregt, daß Litiwinow sofort nach einer Rückkehr aus Amerika ihn in Rom besuchen solle. Mussolini wolle mit Litwinow sowohl politische als auch wirtschaftliche Fragen besprechen. Der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ pricht in diesem Zusammenhang von den deutschrussischen Beziehungen und der Lage auf dem Balkan. Festessen zu Ehren Litwinows in Washington Washingion, 25. November 1933. Der russische Außenkommissar Litwinow erklärte auf einem großen Festessen im Walldorf=AstoriaHotel in einer Ansprache vor der amerikanischrussischen Handelskammer, der Weltkrieg sei keineswegs der letzte Krieg gewesen, doch sei die Abrüstungskonferenz eine Leiche, die niemand wieder erwecken könne. Bisher sei ihr noch keine Sterbeurkunde ausgestellt worden, weil die Aerzte sich fürchteten, ihr Herz zu untersuchen, das bereits aufgehört habe zu schlagen. Die amerikanisch=russische Verständigung sei die beste Garantie des Friedens. Das Festessen zu Ehren Litwinows war ein glanzvolles Ereignis, an dem 2500 hervorragende Persönlichkeiten teilnahmen, darunter Parker Gilbert, Owen Young, Morgenthau und die bedeutendsten Vertreter der Bankwelt und der amerikanischen Presse. Litwinows Rede wurde im Rundfunk übertragen. Litwinow fährt am Samstag mit dem italienischen Dampfer„Conte di Savoia“ nach Genua. von reichsdeutscher Seite verbffentlichten Ergednis der Untersuchung des Vorsalles, wonach sich der erschossene Reichswehrmann auf reichsdeutschem Boden besunden hat, ist zu bemerken, daß diese Mitteilung auf eine nicht genaue Renntnis des Erenzverlaufs zurückzuführen sein ürfte. von zuständiger deutscher Stelle brmerkt österreichische Mitteilung bestätigt die Der französische Botschafter bei Hitler Berlin, 25. November 1933. Der französische Botschafter Francois Voncet wurde am Freitag vom Reichskanzler Adolf Hitler empfangen. 2 Herriot will nicht Minister werden Das neue französische Ministerium ohne Sozialisten Paris, 26. November 1933. Die Verhandlungen, die am Samstagabend, wie beeits gemeldet, in einer gemeinsamen Sitzung der linken Kammerfraktion über die Möglichkeit einer ausgesprochenen Kartellregierung geführt wurden, haben zu keinem Ergebnis geführt. Sie sind an den Forderungen der Sozialisten gescheitert. Auch die Neusozialisten haben es bisher vermieden, irgendeinen klaren Beschluß zu fassen. Obgleich für den heutigen Sonntagabend eine neue Sitzung der Linksgruppen anberaumt ist, erwartet man in parlamentarischen Kreisen keine wesentliche Aenderung der Lage mehr. Chautemos' Besprechungen sind soweit fortgeschritten, daß man schon jetzt— einige unwesentliche Aenderungen vorbehalten— die Ministerliste aufstellen kann. die wahrscheinlich in den späten Abendstunden veröffentlicht wird. Hiernach würde Ministerpranident Chautemps das Innenministerium behalten. Justizminister: Steeg. Kriegsminister: Daladier. Außenminister: Paul=Boncour. Finanzen und Haushalt: Georges Bonnet. Kriegsmarineminister: Sarraut. Luftfahrtminister: Pierre Cot. Unterrichtsminister: de Monzie. Oeffentliche Arbeiten: Paganon. Arbeitsminister: Frot. Handelsminister: Eynac. Landwirtschaftsminister: Queuille. Handelsmarine= minister: Bertrand. Pensionsminister: Ducos. Kolonial= minister: Pietri. Postminister: Mistler. Gesundheit: Bonnevay. Es handelt sich alse um ein Kabinett der republikanischen Vereinigung unter Ausschluß der Sozialisten und Neusozialisten, in dem der äußerste rechte Flügel durch die Gruppe Pietri vertreten ist. Flandin hat jedoch dem Ministerpräsidenten seine Unterstützung zugesagt. Finanzminister Bonnet hat erklärt. kein Finanzpro= gramm aufstellen zu können ohne gleichzeitig das Haushaltsministerium in Händen zu haben. Diesem Wunsche scheint nachgegeben zu werden. Chautemps hat in den Verhandlungen großen Wert auf die Mitarbeit Herriots gelegt, dem er den besonders zu schaffenden Posten eines Ministers ohne Portefeuille angeboten hat. Er will nämlich dem Außenminister Paul=Boncour bei den kommenden internationalen Verhandlungen eine Persönlichkeit zur Seite stellen, die auf diesem Gebiet über große Erfahrungen verfügt und die der neuen Regierung auch innenpolitisch größeres Gewicht geben würde. Herriot hat jedoch bisher aus Gesundheitsrücksichten(?) abgelehnt. Der neue Ministerpräsident Der vom französischen Staatspräsidenten mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragte bisherige Innenminister C. Chautemos wurde im Jahre 1885 als Sohn des im Jahre 1918 verstorbenen Vizepräsidenten des Senats in Paris geboren. Er hat die Juristenlaufbahn eingeschlagen und sich gleich seinem Vater früh dem Parlament und der Politik gewidmet. Seit dem Jahre 1919 gehört er der französischen Kammer an und zählt zu den führenden Persönlichkeiten der Radikalsozialistischen Partei. Im Jahre 1924 übernahm er in der Kartellregierung Herriots das Innenministerium und im Oktober 1925 unter Painleve das Justizministerium. Später war er in einem Kabinett Briand und im zweiten Kabinett Herriot wiederum Innenminister. Vom 21. bis 25. Februar 1930 hat er als Nachfolger Tardieus schon einmal ein Kabinett gebildet, das sich aber nicht als lebensfähig erwies. Danach hat er in den Kabinetten Steeg, Herriot, Paul=Boncour, Daladier und Sarraut das Innenministerium verwaltet. Dazu wird von Diese amtliche unerhört leichtfertige und unverantwortliche Handlungsweise der österreichischen Gendarmeriepatrouille. Lediglich auf die Vermutung hin, daß von der völlig undewaffneten und weder als Soldaten noch als SAMänner kenntlichen Mannschaft ein Ueberfall erfolgen könnte, ist der tödliche Schuß auf eine Entfernung von etwa 800 Meter abgegeben worden. Diese Vermutung fand in dem Verhalten der deutschen Soldaten keinerlei Begründung, da, wie von der deutschen Gerichtskommission festgestellt, weder Heilruse noch irgendeine Belästigung der österreichischen Patrouille erfolgten Gegenüber der Behauptung, daß der erschossene Schütze Schumacher sich aus österreichischem Boden befunden habe, muß auf die einwandfreie Feststellung der deutschen Gerichtskommission verwiesen werden, nach der sich Schumacher auf reichsdeutschem Boden befand Die Beisetzung des Schützen Schumacher vom Insanterieregiment 21 findet am Montag, den 27. November, um 16.15 Uhr. in Nürnberg statt. An der Beisetzung werden Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg und der Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Freiherr von Hammerstein, teilnehmen. Entente der Hetzer Auch die Saturday Neview“ entlarot TU. Berlin, 25. November 1933. Nachdem erst vor 24 Stunden die verwerfliche maunzen benischen Lessegis aecb, dann glause 16. von ausschlaggebender it hat bereits Vorbilrube, es wäre aber e Vorbilder blind anso in seine eigenen Lügen verstrich weiter kann. Es handelt sich um schrift„Saturday Neview“. Wentworth Day kürzlich ein licht hatte, von dem er behauptete, lhorzeugung### Feder des Reichspropagandaminist„#.*.* Frechheit. Dr. Goebbels um einen ersuchen). Auf ein Dementi von D kommen unterrichtet war an dem schmunigen Verbalten eines Chefredakteurs keinerlei Anstoß nahm und mit dem schwer Belasteten weiter zusammenarkeitete, als ob nichts geschehen sei. Bei dieser Gelegenheit mag noch festgestellt werden, daß es in Pariser Kreisen kein Gebe mnis ist. daß Herr Eli Bois auch dem geflüchteten deutschen Kommunistenführer Willy Münzenberg sehr nahe steht und ihn bei der Herausgabe seiner Hetzschrift„Die Aktion“ mit Rat und Tat unterstützt. Propaganda=Flieger über Paris Paris. 25. Nov. 1933. In den Nachmittagsstunden des Freitags wurden von einem sehr hoch fliegenden Flugzeug über verschiedenen Stadtvierteln Flugblätter abgeworfen, in denen die Bevölkerung auf„den usammenbruch des parlamentarischen Synems in Frankreich“ hingewiesen wird Es ist nicht gelungen, den Urheber dieser Propagansfestzustellen. Der„Temps“ gegen englische Vermittlung Paris. 26. November 1933. Unter Anspielung auf die Rede Simons lehnt den „Temps“ eine Vermittlung Englands zur Regelung des deutsch=französischen Verhältnisses ab. Die Vermittlung Englands zur Unterredung mit Deutschland könnte Frankreich ebenso stören wie die Vermittlung Italiens Deutschland bei der Verhandlung mit Frankreich stören könnte, denn so ein System würde zu Verhandlungen im Rahmen des Viermächtepaktes führen, die die internationale Lage nur verwickeln würden. Sicher seines Rechtes und seiner Mittel, eingedenk seiner Pflicht sishen in denen wir die organi Voraussetzungen zu lösen versucht haben. die notwendie waren, um das Werk tatkräftig in Angriff zu nehmen Der Stellvertreter des Führers. Rudolf heß. en deutschen en Stempel tramit der Behauptung, es handele siüs ausgebend, daß ein Auch diese Behauptung war eine Lü#de. sc das Blatt, das Interview sei angn überlassen soll, son1932 einer literarischen Agentur worden. Dr Goebbels hat aber zu lontige Tagung nanen# Tagebuch geführt, aus dem hervorhrechunge u z; erun kein derartiges Interview gegeber prechungen kattgerunschen! Der„Völkische Beobacht neuen Fälschung fest, Herr Wentw genau wie der„Petit Parisien" der plumpe und unverschämte Fälschun klaren Absicht. die Bemühungen ur europäischen Friedens zu sabotiere#kband zu Verband Fall, der schärfste Anprangerun notwendig macht.— Die rers Adolf Hitler ist schreibt, mit der Aufklärung durch die Statte. wo die der ein Teil der von gewissenlosen Arbeitslebens entmenten gegen Deutschland entfachlehede der Interessen zusammengebrochen. Das national..es: Onieresien die Welt nicht zu sch auseinander abgelung der Arin kurzer Zeit Führer und der zuweisen, zu „In die Reich brauche Unter der Ueberschrift klärt die„Börsenzeitung".„Lüg.— Beine“. Einmal gestellt hale siccteg cher in immer neue Widersprüche Stellung überbrachte der Versammlung die Grüße des Führers Danach sprach der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley. Er ging zunächst auf die Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland ein und gab der Ansicht Ausdruck, daß wir in der nächsten Zukunft wahrscheinlich gezwungen sein würden, aus Konkurrenzgründen das Arbeitstempo, die Arbeitsmethoden, die Mechaninerung und Rationalisierung bestimmter Industrien noch weiter zu erhöhen, daß wir aber gleichzeitig, um die Menschen überhaupt zu erhalten, die Arbeitszeit verkürzen müßten. Die bisherige Entwicklung habe zu folgender Erkenntnis geführt: Entweder man hätte durch ein vernünftiges Arbeitstempo die frühere Arbeitszeit erhalten sollen oder aber man steigert das Arbeitstempo und müsse dann die Arbeitszeit verkürzen oder man verkürzk die Arbeitszeit und sei dann gezwungen, das Arbeit# tempo zu steigern. Den letzten Weg seien wir gegangent Dieser Weg würde aber zum Ruin unseres Volkes füh ren. wenn nicht gleichzeitig dafür gesorgt würde, daß das Volk in seiner Freizeit eine vollige Ausspannung von dem übersteigerten Temvo des Alltags erhalte. Was früher in diesem Sinne versprochen oder angedeutet worden sei. sei nicht gehalten worden. In allen Ländern. außer Italien, seien nur kümmerliche Ansätze zu verzeichnen. Nach einer Skizzierung des faschistischen Dovolavor# schilderte— Dr. Ley vor Wien zum Grenzzwischenfall Der Reichswehrminister nimmt an der Beisetzung teil Wien, 26. November 1933. Amtlich wird mitgeteilt: Die anläßlich des Zwischenfalles an der österreichisch=bayerischen Grenze bei Erpfendorf nördlich von Kitzbühel sofort eingeleiteten Erhebungen haben vorläufig zu nachstehenden Ergebnissen geführt: Eine aus drei Mann bestehende GendarmerieAssistenz=Patrouille, die auf der Eggenalpe im Grenzdienst stand. nahm eine Abteilung von Reichswehrmännern oder SA.=Männern wahr, die unter HeilHitler=Rufen, österreichisches Gebiet beim Grenzstein Nr. 6 betraten. Da gerade auf diesem Gebiet wiederholt Feuerüberfälle und Angriffe auf die im Grenzdienst stehenden österreichischen Organe erfolgt sind, gab die österreichische Patrouille in der begründeten Annahme. daß es sich wieder um einen derartigen Ueberfall handele, Schüsse ab. Einer dieser Schüsse traf einen Reichswehrmann am Kopf. Nach dem Ergebnis des Lokalaugenscheines steht fest, daß sich der Erschossene auf österreichischem Territorium befunden hat, da eine Blutlache auf österreichischem Boden vorgefunden wurde. Zwecks genauer Ueberprüfung des Vorfalles befindet sich eine Gerichtskommission und Organe der politischen Verwaltung am Tatort. Zwecks Mitwirkung wurden auch Geometer und Photographen herangezogen. Zu dem 1 die Erwägungen, die zu dem Plan der deutschen Freizeit# Organisation geführt haben. Ueber allem stehe das von. Führer geprägte Wort:„Wie erhalten wir dem Vokdie Nerven in der Ertenntnis, daß man nur mit eineur nervenstarken Volk Politik treiben kan?" Den Acht stunden- Arbeitstag konnen und wollen wir,## fuhr Dr. Len fort, nicht mehr zurückschrauben; im Gegen teil, wir werden vielleicht gezwungen sein, auf geswissen Gebieten, um überhaupt wieder exportfähig, zu werden, das Arbeitstempo zu steigern. Deshalb wollen un en wir dem schaffenden deutt schen Menschen in seiner Are####n eine völlig Ausspang nung seines Korpers und seines Geistes geben. Wit munen eine Freizeit Organisation schaffen. in der alle Menschen zu Hause sein sollen, vor allem auch den * Unternehmer. der bei dem italienischen Dopolavore völlig fehlt. Die früheren Machthaber Lügen verwickelt. Runmehr habe eltanschauung Bild eines gewissenlosen Brunnenvmannes im grellen Tageslicht geseint ist die Erziehung Zeitung" fragt, ob wohl die„Saten Deutschen zum etwas Neues erfinden werde. Es sod zur naf: andaß man ihrem Herausgeber noch Cnmme zuah falls werde aber die neue Erfindu=n mmt insbesondere Leden haben, als ihre Vorläufer. Zu berufen werden, m unserer SozialEin bestechliches Der„Börsenzeitung“ wird Setriebsführers Sein Aur erzak, Deut olanz, v#####erg Triebttug,, volla sehlt. Die früheren Nachthaber glaubten allein. Eit Poig, der für die a Pirtschaftsordnung ein Helk gut vollen Mögen und auchen glücklich m# jenes Blattes die Hauptverantwort s..—... muu x#marer Siaat hat es nicht einmal ver: weihten Pariser Kreisen schon langgtg Atveiter der rmt, vos vorrecht der Besitzanden auf die Kunst= und und korrrpter Journalist bekannt iseulsche Arbeitsfront dir. Ruiturauter unseten nuteg in wregen. Grundsatz über verschiedene Korruptionserse zum Gelingen desin0 l#### sein Nim vern als solcher hat ein frühere Ministerpräsident Laval ar der ein inneree Bo. ondern nur der. El: Gaig aufe t4. r ein innetes prourfnis vanach hat, ganz aleich Herr Eli Bois aufs schwerste belo sob inn nas Schofeden hal in Warn., monatlich Bestetzungsgelger in Hoyr als Antwori auf zahlreiche gegen Iyn von 30000 Franken angenommen hat. Ein Versuch# nachdrücklichst erklärt, daß Lavals, diese„Zierde“ der französischen Journalistenschaft gerichtete Angriffe nachdrücklichst erklart, daß an weiteren Wirken zu verhindern, mißlang leider, weil zegenwartig keinerlei Venderung seiner Währungsder Herrn Bois offenbar kongeniale Besitzer des„Petit politik beabsichtige.Eine Stellungnahme zu den einParisien", Dupuis, obwohl er von der Angelegenheit voll= zelnen Angriffen lehnte er ab. Es gekt um Fannu Originaloman von Harald Baumgarten Peuilleton-Vertrieb durch A. F. Rohrbacher-Verlag. Berlin-Lichterfelde.(achdruck verboten.) 8. Fortsetzung. Ralf Peters warf sich in Positur, und suchte sich einen lächerlichen Anstrich zu geben. Aber Fanny hatte dafür kein Verständnis. Alles, was mit ihrem Beruf zusammenhing, nahm sie ernst. Und sie wurde böse, als sie seine theatralische Haltung auf der Mattscheibe bemerkte.„Nein, so geht das doch nicht. Wir wollen doch ein richtiges Bild bekommen, nicht wahr?“ Das schwarze Tuch fiel zu Boden. Ihr Gesicht erinnerte ihn an ihre erste Begegnung im Walde. „Lassen wir doch das Bild für ein andermal, Fräulein Fanny. Sagen Sie doch Ihrem Chef mit den wehenden Künstlerlocken. Sie müßten irgend etwas besorgen, und wir fahren noch ein wenig die Elbe hinunter. Uebermütig lachte sie auf.„Sie sind wohl nicht recht gescheit, Herr Peters. Haben Sie nicht gehört, daß ich dem Kleinen einen Kopf retuschieren muß? Morgen müssen die Bilder abgeliefert werden. Entweder wird jegzt die Aufnahme gemacht, oder ich lasse Sie ganz allein. Verschwinde in meinem Arbeitszimmerchen, und lasse Sie von dem Chef mit den Künstlerlocken hinausbugsieren.“ „Dann lieber photographieren! Machen Sie es gnädig, und sagen Sie nicht„bitte, recht freundlich". Das erinnert mich nämlich an Tante Mathilde, die mir das immer in der Jugend gepredigt hat, wenn Leute zu Besuch kamen, die ich nicht leiden konnte.“ „Tante Mathilde, wer ist denn das?“ Schnell lenkte er ab.„Eine alte, im übrigen herzlich unwichtige Verwandte. Aber nun sagen Sie mir doch, wenn Sie dieses schreckliche Atelier verlassen, damit ich Sie wenigstens abholen kann, und wir noch ei wenig plaudern können.“ „Gewiß, das Atelier ist schrecklich. Es ist auch kein Vergnügen, Familie König zu photographieren. Aber es bringt mir meinen Lebensunterhalt ein und hilft einem Menschen, dem ich mehr Dank schuldig bin, als ich jemals werde abtragen können. Sehen Sie, Herr Peters— so ist das!" Wie gern hätte Ralf diesem lieben, bescheidenen Mädel geholfen. Ihre ganze Existenz erschien ihm verstaubt und ihrer ganz und gar unwürdig. Er hätte ihr ein heiteres und genußreiches Dasein schenken mögen. Aber er erkannte sofort, daß alle derartigen Vorschläge bei ihr nicht angebracht waren. Doch plötzlich fiel die ganze steife Förmlichkeit, die das nüchterne Atelier zwischen ihnen aufgerichtet hatte. Voll zärtlicher Liebe griff er nach ihrer Hand. „Ich muß dich heute noch sehen. Fanny. Ich warte heute abend um...?“ „Um sieben Uhr“— erwiderte sie leise. Hastig verabschiedete er sich, ohne daß die Aufnahme zustande gekommen wäre, denn aus der Dunkelkammer klang Herrn Wittkopfs Stimme, der seine Naturaufnahmen entwickelte, und nun aufgeregt nach Fanny rief. Fanny folgte dem Ruf, um die Worte des Chefs, der sie auf die Schönheiten seiner Bilder aufmerksam machte, wesenlos an sich vorübergleiten zu lassen. Während ihre seinen Hände, die kleine, gelbe Stellen vom vielen Entwickeln trugen, die schwarzen Schalen, in denen die Bilder lagen, hin und her schwenkten, sah sie auf jedem Bild das Gesicht aufbrennen, das sie liebte, nach dem sie sich sehnte. Viertes Kapitel. Von einem Rondell knospender Büsche umfaßt, lag an der Alster die Villa des Reeders Ralf Peters. Tagsüber tummelten sich vor ihren Augen die Jachten und die Ruderboote. Spät abends zogen noch die Alsterdampfer wie goldene Raupen über das dunkle Wasser. Manchmal überschütteten sie die Feuerwerke vom Uhlenhorster Fährhaus mit sprühenden, tanzenden Lichtern. Dann blinkten die hohen Spiegelscheiben wie die verzauberten Gläser eines Magiers. Heute strahlte aus den Fenstern schimmerndes Licht, warf sich in breiten Kegeln auf die Einfahrt, auf der die schweren Wagen der Hamburger Großkaufleute mit kautloser Behendigkeit anfuhren. Galonierte Diener rissen die Türen auf, verneigten sich mit automatenhafter Ruhe und geleiteten die Gäste bis zum Portal. Neugierige drängten sich an das schmiedeeiserne Gitter, suchten soviel wie möglich von dem Glanz zu sehen, den das weiße Haus an diesem Festtage ausstrahlte. In dem Zimmer, dicht neben dem großen Empfangssaal, der Diele des Hauses, die mit schweren Klubmöbeln gefüllt den Eindruck des wohlfundierten Reichtums jedem Besucher sofort in die Augen springen ließ, saß der Reeder Ralf Peters. Das wohlwollende Gesicht trug die Merkmale vieler fröhlicher Frühstücke im Börsenkeller. Auf der Nase lag das feine Rot alten Burgunders. Die Wangen glänzten von der Rasur über dem hohen Kragen, den der alte Herr— aller Mode zum Trotz— immer noch trug. Neben ihm thronte, würdig und streng, und ein wenig säuerlich, wie sie ihr ganzes Leben gewesen, seine um fünf Jahre ältere Schwester Mathilde, die seit dem frühen Tode von Frau Peters den Haushalt führte. Sie hatte den Rittmeister von Bergedorf geheiratet, trotz aller Widerstände der Familie. Bergedorf war ein abenteuerlicher Mann gewesen, dem die reiche Mitgift die Mittel an die Hand gegeben hatte, dem Drang seines Blutes zu folgen. Auf wilden Reisen, denen er den Deckmantel wissenschaftlicher Expeditionen umhing, erschöpfte er Lebenskraft und Vermögen. Von einer Reise nach Südamerika war er nicht mehr zurückgekehrt. Die junge Witwe kam mit ihrem damals fünfjährigen Söhnchen Viktor in das Haus des Bruders zurück. Und als Frau Ingeborg Peters bald nach der Geburt ihres Sohnes Ralf starb, trat sie an ihre Stelle. Viktor von Bergedorf stand jetzt im achtunddreißigsten Lebensjahr. In seinem eleganten Frack, ein Symbol vornehmer Männlichkeit, ging er mit schnellen Schritten in dem kleinen Raume hin und her. Nervös strich er sich zuweilen über die Schläfen, an denen das Haar schon leicht ergraut war.„Es ist immer wieder dieselbe Geschichte mit Ralf! Selbst an so wichtigen Tagen, wie dem heutigen, gehen ihm seine Freunde, seine Fahrten nach See, oder wie ihr sonst sein Herumtreiben nennen wollt, über die Interessen des Hauses. Wenn ich auch ganz froh bin, daß er im Kontor sich nicht soviel sehen läßt— denn eine Arbeit verwirrt mehr, als daß sie fördert—, so müßte er doch wenigstens nach außen hin als Juniorchef reprasentieren.“ Der alte Peters ließ ein Knurren hören, das man ebenso gut als Widerspruch wie als Zustimmung deuten konnte.„Tjä,“ sagte er dann schließlich in seinem unverfälschten Hamburger Dialekt, den er nie zu verleugnen suchte,„Tjä, mein Jung', das sind nu mal die jungen Leute! Die toben sich aus, nich mein Deern?" Mathilde, die sich vergeblich Jahrzehnte gegen diese Anrede gewehrt hatte, ohne Erfolg damit zu haben, wurde noch um einige Grade steifer. Mit ihrem grauen Haar. dem enganliegenden schwarzen Seidenkleid, und dem ewig blassen, nie von einer inneren Bewegung überfluteten Gesicht, sah sie aus, wie die Verkörperung eines strengen, aller Freude der Welt abholden Geistes. „Du hast immer Gründe, Ralf in Schutz zu nehmen, lieber Bruder. Ich stelle mir nur vor, was aus unserem alten Hause geworden wäre, wenn nicht Viktor in die Bresche gesprungen ware, und mit seiner seltenen Pflichttreue und Aufopferung das Ruder durch all' die schweren Zeiten geführt hätte.“ Der alte Reeder schien an derartige Aeußerungen so gewöhnt zu sein, daß er ihnen keine weitere Bedeutung beilegte. Er knurrte nur wieder leise, sank noch tiefer in seinem Sessel zusammen, und sagte dann beinahe ärgerlich:„Schwere Zeiten, der Dübel soll sie holen, verstehst du? Ich kann mich eigentlich gar nich erinnern, daß wir— seit Viktor das Ruder führt, mal leichte Zeiten gehabt hätten. Seit der Umstellung zum Dampferverkehr ging das immer doller. Na— und jetzt? Sieht es vielleicht rosig aus um das Haus Peters? Ich kann mich ja um nir mehr kümmern— aber was Viktor mir gestern vorgetragen hat— nee. mein Deern— dat is allens anderes, wie Spaß.“ Er lachte bitter auf.„Und dabei muß man nach außen tun, als schwimmen wir nur so im Golde. Der Kaviar und die Hummern können gar nich genug kosten... Proste Mahlzeit! Wenn dann die Rechnungen kommen, schreit der gute Viktor Zeter und Mordio! Na, mir kann das egal sein, ich speel nich mehr so lange mit.“ Ueber Viktors blasses, verschlossenes Gesicht flog ein aufmunterndes Lacheln.„Du solltest dir diesen Festtag nicht mit Sorgen verderben, Onkel. Schließlich und endlich habe ich in den letzten Jahren schon schwerere Krisen überwunden.“ (Fortsetzung folgt.) Der dreifachen Kindestötung angeklagt Der Konzylo=Prozeß. Unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Tumler begann am Donnerstagvormittag vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen die 27 Jahre alte Ehefrau Konzylia aus Gladbeck, die am 9. Dezember v. Is. ihre drei Kinder in den Kanal bei Essen=Altenessen stürzte. Am 10. Dezember bezichtigte sich die Frau auf der Polizeiwache in Gladbeck selbst der Tat. Die Ermittlungen der Polizei führten bald zur Auffindung zweier Leichen der Kinder, während die dritte nach einigen Tagen ebenfalls aus dem Kanal geborgen wurde. Mit ihren drei Kindern fuhr die Frau am 9. Dezember nach Essen, kaufte ihnen hier Spielsachen und Naschereien und fuhr dann mit der Straßenbahn nach Altenessen Unter der Angabe, es giage zur Großmutter, führte die Mutter ihre Kinder an den Kanal. Zuerst stießz sie das jüngste Kind ins Wasser, dann folgte das alteste Madchen und später das dritte Kind. Alle Kinder kamen elendig im Wasser um, während die Mutter. die sich selbst auch das Leben nehmen wollte, hierfür den Mut nicht aufbrachte. Die Angeklagte gebar in Untersuchungshaft ihr viertes Kind. Bei der Polizei und vor dem Uutersuchungsrichter legte sie ein Geständnis ab und gab auch die Tat zu. widerrief aber ihre Angaben einige Zeit später und gab an, daß ihre Kinder m Kanal ertrunken seien. Sie habe in Essen ein Frl. Stein aus Altenessen getroffen, die ihr den Vorschlag gemacht habe, sie und ihre Kinder bei sich auszunehmen, da sie mit ihrem Mann zu dieser Zeit ein Zerwürfnis wegen seiner hohen Geldausgaben hatte. Aus diesem Grunde habe sie sich auch entschlossen, sich mit den Kindern von ihm zu trennen. Das Frl. Stein habe auch die Kinder mit zu seiner Wohnung genommen, während sie. Gut war es daher, vup diesen Schattenseiten doch noch Lichtseiten vorhanden waren. Der Halbrechte und der Linksaußen rackerten sich mit noch und noch ab, damit die Punkte in Herne blieben. Ein Mittelding zwischen gut und weniger schlecht war der Rechtsaußen, dieser denkt zu wenig beim Spiel, sein Start ist äußerst mangelhaft, trotzdem sein Nebenspieler ihn mit mundgerechten Vorlagen bediente. Dem Wort Verbindungsstürmer wurde der Halbrechte gerecht, ihn sah man oft zur Entgegennahme des Balles zurückkommen, dabei ist dieser * Spieler noch reichlich schwach, aber mit Leib und Seele Albei den Handlungen. An erwaigen Torerfolgen ist er direkt oder indirekt beteiligt. Dasselbe gilt auch 8 von dem Linksaußen, der sich trotz seiner Brille wahrslich nicht schont. Sollten sich solche Beispiele nicht befruchtend auswirken können. Wir haben noch den guten Glauben nicht verloren, sind Optimist und erparten ein freudiges Ja. Das Können der Gaste reichte gut aus, daß sich, esonders in der ersten Hälfte, ein spannendes, mit framatischen Höhepunkten durchwürztes Spiel entvickelte. Die Gäste zeigten neben ausgereifter Technik inen vorbildlichen Eifer und hatten sicherlich soviel Torchancen als die Herner. Bereits nach 5 Minuten Spielzeit fiel für Bottrop das erste Tor, als der Herer Hüter nach Abwehr eines Balles noch im Vorlände sich aufhielt und daher einen etwa 30=m=Schuß issieren lassen mußte. Auch in der Folgezeit brouchte h der Herner Schlutzmann über Arbeit nicht zu beigen Bis nach 25 Minuten Spielzeit Hernes Linksdie Angeklagte, weitergefahren sei. Spater seien ihr aber Bedenken ausgekommen, nie sei wieder zurückgefahren, hätte aber die Wohnung des Frl. Stein nicht wiederfinden konnen. Am nächsten Tage habe sie gehört. daß ihre Kinder im Kanal ertrunken seien. Sie sei jetz zur Polizei gegangen und habe erklärt, sie hätte ihre Kinder in den Kanal gestürzt. Bei dieser Darstellung blieb die Angeklagte auch bei der heutigen Vernehmung. Die von den Sachverständigen vorgenommene Untersuchung der Frau Konzylia auf ihren Geisteszustand hat keinerlei Anhaltspunkt dafür ergeben, daß für sie der § 51 in Frage kommt. Zu der Verhandlung sind 38 Zeugen geladen. In der Nachmittagssitzung des ersten Verhandlungstages im Konzylia=Prozeß wurde der Ehemann der Angeklagten, der 28jährige Bauhandwerker Franz Konzylia. vernommen. Die schweren Vorwürse der Mißhandlung von Frau und Kindern, die die Angeklagte am Vormittag gegen ihn ausgesprochen hatte, vermochte der Zeuge nicht unglaubwürdig zu entkräften. Seine Ausgaben für Allohol hätten sich ebenfalls im Rahmen seines Verdienstes gehalten. Bei einem Wochenlohn von 50 bis 60 Mark habe er auch mal füns Mark ausgegeben; als aber sein Einkommen geringer wurde, habe er eine bis zwei Mark in der Woche für sich verbraucht. Gelegentlich habe er einmal ein Pferd mit 50 Pfennig bei einem Buchmacher gewettet. Hin und wieder sei sogar seine Frau zum Buch macher gegangen. Auf eine Frage des Staatsanwalts gab der Ehemann an. daß seine Frau im Haushalt das Geld gehabt und die Wirtschaft geführt habe. Gegen die Aussagen des Ehemannes erfolgte von seiten der Angeklagten lein Widerspruch. Sie widersprach aber der Aussage ihres Ehegatten, der sie durch die Angabe, sie habe öfter unter seelischen Depressionen und Angstzuständen gelitten, zu entlasten versuchte. Die Aussage ihres Ehemannes, daß sie unter Angstzuständen gelitten hätte, sei völlig unwahr. 7 Nach der Vernehmung de Ehemannes und der Erwiderung der Angeklagten wurde wieder eine Pause eingelegt. Dann wurden der Varer, die Mutter, sowie mehrere Verwandte der Angeklagten vernommen, die aber über ihre Mißhandlungen nicht viel sagen konnten. * Der zweite Verhandlungstag im Prozeß Konzilya brachte keine wesentlichen Momente. Es galt vor allem. die Frage zu klären, ob die Behauptung der Angeklagten. daß ihr Mann einen ausschweifenden Lebenswandel geführt habe, den Tatsachen entspreche. Die erste Zeugin, eine Schwester der Angeklagten, sagte im Sinne der Konzilya aus, während die übrigen Zeugen durchweg nichte Rachteiliges über den Ehemann bekunden konnten. hat z. B. der Wirt, bei dem sich nach den Aussagen der Frau Konzilya zwei Tage vor der Tat ein groger Streit abgespielt haben soll, nicht das geringste von einem Wortwechsel wahrgenommen. Auch eine Hausbewohnerin äußerte sich dahin, daß von heitigen Auseinandersetzun. gen in der Wohnung des Ehepaare: Konzilya nichts wahrgenommen worden sei. Die Leiterin des Fürsorgeamtes Gladbeck erklärte, daß die Angeklagte oft zu ihr ins Heim gekommen sei und auch den Antrag gestellt habe, ihren Mann in eine Trinkerheilstätte unterzubringen. Einmal lei auch der Ehemann zu ihr ins Heim gekommen, um seine Frau akzuholen. Die Leiterin hatte den Eindruck, daß der Mann um seine Frau sehr besorgt sei. Auf eine Frage des Staatsanwalts sagte die Zeugin, Fürsorgeschwester Frl. Bergmann, daß sie den Ehemann Konzilya nie betrunken gesehen habe. Stets. wenn sie zur Herstellung des häuslichen Friedens bei den Eheleuten Konzilya eingreisen wollte, sei die Frau zu ihr gekommen und habe erklärt, wir haben uns wieder vertragen. Die weiteren Zeugenaussagen bewegten sich etwa in gleichem Rahmen. Ein Rektor erklärte noch, er habe nur einen guten Eindruck von Konzilya gewinnen können. Von Bedeutung war die Erklärung der Frau Janson aus Gladbeck, bei der die Frau Konzilhu nach der Tat am 9. Dezember Unterkunft für die Nacht gefunden hatte Vor dem Schlasengehen haßrau Konzilyg über ihren Mann stark geschimpft. Am anderen Morgen sei sie kereits um 7 Uhr frud aufgestanden. Auf de Frage der Frau Janson, wohin si. denn so früh wolle habe Frau Konzilya geantwortet: So kann die Sache nicht weitergehen, ich muß zur Polizei“. Die Konzilya sei dani. auch gleich darhut fortgegangen Aufklärung der Schuler über die Bedeutung der Volksabstimmung und Reiche. tage wahl am 12. November. Der Reichsminister des Innern. Dr. Frick, hat folgenden Erlaß an die Unterrichtominister der Länder gerichtet: Das bei der Volksabstimmung und Reichstagswahl am 12. November zum Ausdruck gebrachte überwältigende Treuebekenntnis des deutschen Volkes zum national. sozialistischen Staate und zu seinem Führer, dem Voltkskanzler Adoli Hitler, stellt ein Ereignis dar, das sich in seiner geschichtlichen Bedeutung und Auswirkung fü Deutschlands künftige Geschicke nicht angähernd übersehen läßt. Das deutsche Volk hat der Welt gezeigt, daß sein Lebenswille ungebrochen und daß es entschlossen ist. seinem Führer einmütig aus dem Wege zu folgen, den er ihm aus den Tiefen der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zersetzung der Nachkriegsjahre zu den Hohen wahren deutschen Volkstums weist. Die deutsche Jugend hat ein Anrecht darauf, daß ihr die Schicksalsbedeutung des 12. November klar vor Augen gefuhrt und verständlich gemacht wird. Diese Aufgabe liegt im besonderen der Schule od. Ich ersuche ergebenst, veranlassen zu wollen, daß die Schüler aller Schulen, soweit dies nicht bereits geschehen in, alsbald entsprechend unterwiesen werden. hen wie bei uns. stützt sich auf sein Weltmeister Charle dieser Saison besten Bezwinger von M seinen Bruder des aes Wambst, zuget „Goldenen Rad“ schweren Dortmun Wambst fertigte an und Grassin überle We Durchweg Schlesischer St. Johannes.Verein Herue. Zur Beerdigung unseres langjährtgen Mitgliedes Vernbard Jansh versammeln sich die Mitglieder em Dienstag, dem 28. Nov., um 2.45 Uhr im Gesellenhause Vollzähliges Erscheinen ist Ehrenpflicht. Der Vorstand. ee. Eir Nuch# Aiaten Spielzeit Hernes Linksißen mit scharf plaziertem Schrägschuß den Gleichind holte. Das Spiel wurde ausgeglichener, wobei Westfalen auch öfter vor dem gegnerischen Tore ifrauchten. Unentschlossenheit des Halblinken und s Mittelstürmers ließen klare Chancen ungenutzt rstreichen. In der zweiten Hälfte entschieden die Westfalen gentlich schnell das Spiel zu ihren Gunsten. Nach Minute trat der Linksaußen unhaltbar das zweite pr. und nach weiteren 8 Minuten erhöhte der Halbchte im Anschluß an eine Ecke auf 3:1. Aber mit werdrossenem Eifer bemühten sich die Gäste um eitere Erfolge. Sie wurden sogar merklich übergen, konnten aber nicht erfolgreich sein, trotzdem man 1 den Westfalen nicht immer—= vollem Ernst bei r Sache war. Aber Hernes Schlutzmann bemühte b redlich, seinen zu Anfang des Spieles begangenen hler ungeschehen zu machen. Der Leiter verriet schiedentlich Unsicherheit, beide Mannschaften legauf faires Spielen Wert. Erie 08„ 3•1) Bekanntmachung Nun liegt auch unser Handelsregister Adt. B. ist heute bei der unter mannsche Saal, dNr. 171 eingetragenen Obstverwertungs=Gesellschaft mit begroßer Veranstalturschränkter Haftung in Herne folgendes eingetragen worden: bewesen ist, sah c. Auf Grund des Beschlusses der Gesellschafterversammwirklich einen Grotung vom 6. Oktober 1933 ist das Stammkapital um besten westfälischen 20 900.— X1 auf 45 000.— Mu erhöht. letzten Ausscheidung: Dem Kaufmann Julius Meimberg funtor in Herne land—Westfalen, Ast om 16. Januar 1933 Prokura ertellt. kampf dieser Art, g Herne, den 20. November 1933. Das Amtsgericht. rischen Kämpfen im gegenbringt, bewies turnen, wo die W. ihre endgültige Ma satorische Durchführ der Herner Turnver bildlich. Kurz nach der ar mannszug des Spiel Baukau den Abend Marsch, der übe: „Turner auf zum gen vollzog sich der Saal zur Bühne. Sturmfahnen der D dunkle Bühnenhinte— den Schöpfer deut Jahn, den Reicht und Volkskanzler Siebel fand herr hieß alle Erschienen. Kaufe stets Möbel Herde, Nähmaschinen etc. Wandhoff, Herne. v. d. Heodtstr. 13. Postkarte genögt Jamohl- als Jutterhelb für alle Tiere auf * R. Orcchmanns S 1„Jwerg=Marde“ gen Zuttertalt=Rischung bes bewahrte Zührsal, und Jütterung stete unc. M Orodu und„Reigeder“. Neue 17.) Ausgade gratts in unseren Verkautenellen oder dirett den M. Btochmann Chem Jobr u.d.5.. B Sächsische eiliedern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode unserer lieben Verstorbenen sowie für die Krenzspenden sagen wir hiermit allen, besonders dem Mütterverein Börnig-Sodingen und Holtheusen, unseren herzlichsten Dank. Familie Fritz Reinart: Familie Wilh. Nordmann. Narne-Holthausen, Im November 1933. Heine Zur Beerdigung unieres Kollegen Ferdinand Hölscher versammeln sich die I Mitglieder Dienstag Inachm. 3.15 Uhr am Sterbehause, Goetbestraße 51. Der Vorstand. Fabrik Paul Hoyer, Delitzsch 3 —1 Prev. Sachsen, Angerstraße 4 sendet Ihnen nur allerbeste, streng reelle Qualita Bchliedern bssrens alse## sarpf.Se ferdet prima BETT-INLETT Prüten Sie selbst u. verlangen Sie Proben u. 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Wer m seinen geschaftlichen Biaßnahmen sich von solchen Wenn und Aber leiten läßt, beweist höchstens, daß ihm eine klare Zielsekung unbekannt ist. Mit solchen fadenscheinigen Ueberlegungen wird niemand Umsaße erzielen. Gewiß: Werbemaßnahmen wollen überlegt sein. Wan wird sich hüten, Werbenuttel ohne Prufung in den Dienst der Verkaufsarbeit zu siellen. Allen jenen Werbemitteln soll man em berechligtes Llißtrauen entgenenbringen, die als die folsicherste Chance zur Verdoppelung des Umsaßes angeboten werden(vom ulkig gebogenen Zahnstocher angefangen bis zu den Sächelchen, die das Zeichen DRÖM tragen). Solche Prutungen sind unerläßlich, wenn der Erfolg im richtigen Verhaltnis zur Geldausgabe siehen soll Es gibi aber noch em Wenn— und wir wollen es nicht überschen. Wenn... die liebe Konkurrenz wirbt, dann muß man schließlich auch werben.: Und wenn die Konkurrenz schweigt, dann wird man auch schweigen mussen. Niemand will aus der Rethe fanzen, froßdem gerade der Einzelganger(erfahrungsgemäßll immer noch die besten Erfolge finr sich buchen kann Diese Einzelgänger sind siets rührige Oeschattsleute, sie kummern sich recht wenig darum, was andere tun, sie werben mit einer Beharrlichkeit, die jede Werbung kronen muß Werten wir endlich die Wenn und Aber über Bord. gehen wir unbeurbar den Weg. den wir im Interesse des eigenen Geschattes für richtig finden. Und ziehen wir jenes Verbemittel verstärkt heran, des sich in allen Zeiten bewahrt haf: die Anzeige im Herner Anzeiger. Unsere Werbeabteilung sicht Ihnen jederzeit mit prak lischem Rat gern zur Seite eres Uimnmer Kost u. Logr m. Abstellgel. auch Außenbe zir n. Offerten unter T. W. 463 an den Herner Anzeiger. Gut möbl. Zimmer zu vermieten. Binckestr. 9, 2. Eta. links monatl. 0— R Schulstr. 71, ptr. (38130) Loden mit Einrichtung s. Kolonialwaten, m. Wohnung zu vermieten.(3789 Binchestr. 22. 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