em ∆ Herner Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne, Hermann=Göring=Straße 8, neden der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger7 Gerther Anzeiger Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 230.— bei töblichem Berufsunsall nach Maß gabe besonderer Bedingungen, die in unserer Geschäftsstelle erhältlich snd. Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfg., Arbeits und Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumböbe, im Reklameteil 20 Pfa. Der au die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtticher Klage hinsällig. Fernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 32511 Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne. Nr. 229(Erstes Blatt) Freitag, den 29. September 1933 29. Jahrgang Außenpolitische Amschau Japan im England befindet sich in schwerer Sorge, denn es steht unumstößlich Vorstoß fest, daß Japan ihm den Waren!*“P trieg auf dem Weltmarkt erklärt hat. Die Größe der Gefahr wird ersichtlich durch das britische Zollgesetz, welches kürzlich in Kraft getreten ist, und nach dem verschiedene englische Märkte gegen die japanischen Waren vollkommen blockiert werden. Durch dieses Vorgehen ist Japan nicht unerheblich getroffen worden und hat nunmehr seinerseits mit umfangreichen Geldmitteln und einer groß angelegten Propaganda den Entschluß gefaßt, denenglischen Export in seiner ureigensten Domäne zu verdrängen. Wie es kürzlich führende Exporteure in Osaka offen zugegeben haben, gehen die Bestrebungen darauf hinaus, den latein=amerikanischen Markt zu erobern. Dieses Unterfangen ist, wie der Chef der Handelsabteilung im Auswärtigen Amt in Tokio kürzlich ausführte, durch die politische Aktion gegen japanische Importeure in Indien unbedingt notwendig geworden, und die japanische Regierung hat wenia Hoffnung— und nicht den Willen— eine diplomatische Beilegung des Handelskrieges zu erreichen. Der Kampf gegen England ist bereits im Gange und wird mit der bekannten japanischen Zähigkeit und Energie auf Biegen und Brechen geführt werden. Der Mitsui=Konzern, eines der größten Handelsunternehmen auf der Welt, hat jetzt eine umfangreiche Gruppe von Handelssachverständigen nach Südamerika geschickt, um in Buenos Aires die amerikanische Hauptniederlassung einzurichten. Die MitsuiGruppe, die fast sämtliche japanische Bergwerke, Banken, Fabriken und Schiffahrtsgesellschaften kontrolliert, steht an der Spitze des japanischen Warenkampfes gegen England. Sogar das Handelsministerium hat verschiedene Millionen bereitgestellt, woraus hervorgeht, daß Japan fest entschlossen ist, den Konkurrenzmpf mit allen Mitteln durchzuführen. * 15 Der grone Vorteil in dem Kampf wrade i Japan=ungland ist dabei die BilJapan“, ligkeit der japanischen Waren. So werden jetzt die Märkte bereits mit Anzügen und Stoffen überschwemmt, deren niedriger Preis selbst unter den günstigsten Zollbedingungen von den englischen Erporteuren nicht eingeholt, geschweige denn unterboten werden kann. Den besten Beweis für den sicheren Erfolg der japanischen Kampagne zeigen die Exportzahlen aus der ersten Hälfte des Jahres 1933, nach denen die Ausfuhr gegen den gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres um 15 Prozent gestiegen ist. Sogar in England selbst ist die japanische Konkurrenz deutlich sichtbar, und an Stelle des einstens so gefürchteten „made in germany“ wird nunmehr das„made in japan" treten. Eine riesige Menge japanischer Waren überschwemmt England, und trotz aller Gegenmaßnahmen sieht sich die englische Industrie außerstande zu konkurrieren. Von Fahrradreifen und Strümpfen angefangen bis zu Glühbirnen schleudern die japanischen Kaufleute alle nur denkbaren Gegenstände auf den englischen Markt. Und nach diesen niederschmetternden Ergebnissen im eigenen Lande und in Südamerika überrascht die Meldung aus Australien, daß der japanische Export dort um ein Vielfaches angewachsen ist, und zwar fast ausschließlich auf Kosten des englischen, keineswegs. Die Aktivität des japanischen Volkes verbürgt, daß Japan die englische Vormachtstellung im Welthandel brechen wird, und daß das„made in japan" über„britisch made“ den Sieg davontragen wird. * Marvonal“. Londoner Konferenz nicht nur in unterwegs fernöstlicher Richtung undurch9“ sichtig. Es genügt, auf die Annaherung Paris=Moskau hinzuweisen, um eine Fülle der Krisenfragen aufzurollen. Zweifellos wird Macdonald, der in Paris erwartet wird, nicht nur das Abrüstungsproblem erörtern. Immerhin wäre es vorteilhaft für seinen eigenen Plan, wenn er auf französischem Boden sich Klarheit über die„Sicherheit“ Frankreichs verschaffen würde. Wenn er sehen könnte, was er nicht sieht, müßte er erkennen: Die französische Riesenarmee steht hinter einer Festungslinie, wie sie die Weltgeschichte noch nie sah. Die französische Grenze zu Deutschland zählt gerade 367 Klm. Deutschlands ungeschützte Grenze zu seinen kriegerischen und mit Frankreich verbündeten Nachbarn im Westen und Osten aber zählt mehr als 3000 Klm. Deutschlands Industrie ist jedem Massenangriff ausgesetzt. Frankreichs Industrie ist dezentralisiert oder befindet sich in Uebersee. Die Motorisierung der französischen Armee ist gerade im soeben zu Ende gegangenen Manöver erfolgreich ausprobiert worden. Flotte und Luftflotte, Kolonial= armee und Ostverbündete, unerschöpfliche Rohstoffgebiete und unausschöpfbares afrikanisches Menschenreservoir: eine Macht, die solche Streitkräfte unterhält, muß automatisch zu einer Bedrohung des Weltfriedens werden. Denn es ist ein offenes Geheimnis, daß die französische Rüstungsindustrie einen ungeheuren politischen Einfluß ausübt und lieber heute als morgen zum Interventionskrieg aufbrechen würde, um neue Geschäfte zu machen. Der Macdonald=Plan war gewiß keine Ideallösung für Deutschland. Aber er schlägt immerhin eine Vereinheitligung der Heere vor, welche die furchtDr. Goebbels spricht zur Weltpresse Der Ruf nach Objektivität„ Deutschland ist ein ehrlicher Kontrahent Bereit, am Frieden Europas mitzuarbeiten Genf. 28. September. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels empfing heute im Hotel Carlton die gesamte internationale Presse. In dieser Fühlungnahme mit der jetzt zu der Bundesversammlung versammelten Weltpresse lag einer der wesentlichsten Beweggründe für den Genfer Aufenthalt des Reichspropagandaministers. Das Hotel Carlton zeigt ein ganz außergewöhnliches Bild. Selten ist die internationale Zeitungswelt so vollzählig zu einem Empfang erschienen. Auf Grund persönlicher Einladungen hatten sich über 200 Journalinten aus allen Ländern eingefunden. In dem großen Glassaal des Hotels sitzen in langen Reihen die Korrespondenten der großen englischen, französischen, amerikanischen und italienischen Blätter und Agenturen und der übrigen Presse. Vor dem Rednerpult steht der Reichspropagandaminister, neben ihm seine engsten Mitarbeiter, die Ministerial= direktoren Jahncke und Hanke und sein persönlicher Adjutant Prinz Schaumburg sowie die Herren der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes mit Geheimrat Aschmann. In dem anliegenden Raum haben die gesamte deutsche Abordnung mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neuratb an der Spitze, der Untergeneralsekretär des Völkerbundes, Trendelenburg, die deutschen Beamten des Völkerbundssekretariats, die maßgebenden Persönlichkeiten der Kolonie und die gesamte deutsche Presse Platz genommen. Im Saal herrscht eine fühlbare Spannung. Dr. Goebbels ist international nicht nur als hervorragender geistig vollendeter Redner, sondern als einer der geistigen Führer und Träger der nationalsozialistischen Bewegung bekannt. Kurz nach 15 Uhr betritt Dr. Goebbels das Rednerpult. Mit Schmerz und Enttäuschung, so begann der Minister, hat das deutsche Volk in den vergangenen Monaten die Beobachtung gemacht, daß das Werden des nationalsozialistischen Staates und seine positive Rückwirkung auf die wirtschaftliche und politische Gestaltung der deutschen Nation in der Welt vielfach Verständnislosigkeit, Mißtrauen oder gar Ablehnung gefunden hat. Der Minister verwies darauf, daß schon vor der Machtübernahme die nationalsozialistische Bewegung die weitDer Kanzler an die Reichsstatthalter Eine Aussprach in Berlin Berlin, 28. Sept. 1933. Amtlich wird mitgeteilt: Die Reichsstatthalter waren heute in Berlin zu einer gemeinsamen Aussprache versammelt, die bereits am Vormittag im Reichsministerium des Innern begann und am Nachmittag in der Reichskanzlei ihre Fortsetzung sand. Hier sprach Reichskanzler Adolf vitler in mehrstündigen Ausführungen über die politische und wirtschaftliche Lage und umriß die beonderen Ausgaben der Reichsstatthalter, die in jedem Falle die Reichsautorität wahren und für die absolute Sicherbeit der Verwaltung Sorge zu tragen hätten. Die Reichspolitik müsse aufgebaut werden auf den Faktoren, die die heutige Zeit repräsentieren. Dies gelte insbesondere auch für das Verhältnis zwischen Reich und Ländern, zwischen Staat und Partei. Alle revolutionären Erscheinungen, die sich in wilder Form ohne nationalsozialistische Zielsetzung äußern, müßten restlos beseitigt werden. Der Reichskanzler legte den Reichsstatthaltern die seelische und geistige Erziehung des Volkes als eine Hauptaufgabe besonders dringend aus Herz und betonte die Grundsätze. nach denen die Reichspolitik von dieser Erkenntnis aus geführt werden müsse, für deren Innehaltung die Reichsstatthalter ihm gegenüber verantwortlich seien. An der Tagung nahmen sämtliche Reichsstatthalter, Reichsinnenminister Dr. Frick und die Staatssekretäre Dr. Lammers und Funk teil. Winterschlacht gegen die Arbeitslosigkeit Der Generalplan 7 Staatssekretär Reinhardt über die verjügbaren Mittel Jeder muß seine Pflicht tun Berlin, 28. Sept. 1933. Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium. Reinhardt, verbreitete sich über die bisherigen Maßnahmen und die weiteren Aussichten für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zum Schluß gibt Staatssekretär Reinhardt über die voraussichtliche Entwicklung der Arbeitslosenziffer im kommenden Winter folgende Voraussage: Die Arbeitslosenziffer ist in den früheren Jahren in den Wintermonaten regelmäßig stark gestiegen, weil in den Außenberufen Volksgenossen frei wurden, denen nicht in den Innenberufen eine entsprechende Zunahme gegenüberstand. Die Zunahme betrug im vorigen Jahr vor Ende September bis Mitte Februar rd. 1 Million. Im diesjährigen Winter werden wir von dem jahreszeitüblichen Ansteigen der Arbeitslosenziffer verschont bleiben, wenn alle Volksgenossen und Volksgenossinnen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ihre Pflicht tun. Werden die durch Abschnitt 1 des zweiten Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933(Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden) zur Verfügung gestellten 500 Millionen RM. in der vorgeschriebenen Weise in Anspruch genommen, so bedeutet allein diese Maßnahme Arbeit für die 1 Million Volksgenossen, um die in früheren Wintern die Arbeitslosigkeit regelmäßig anstieg. Für die bevorstehende Winterschlacht gegen die Arbeitslosigkeit stehen zur Verfügung: 1. Die 500 Mill. RM. für Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten, die, wenn alle Hauseigentümer ihre Pflicht tun, zu 2000 Mill. RM. Umsatz in den Monaten Oktober bis März führen werden. 2. Die Steuersenkungen vom 21. September 1933, soweit diese aus die Monate Oktober bis März entfallen. 3. Noch etwa 500 Mill. RM. aus dem Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933. Dazu gehören die 125 Mill. RM. für Bedarfsdeckungsscheine, die im Winter den Bezirksfürsorgeverbänden zur Gewährung zusätzlicher Leistungen an die Hilfsbedürftigen zur Verfügung gestellt werden. 4. Etwa 150 Mill. RM. Aufkommen an freiwilliger Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. 5. Monatlich rd 200000 Ehestandsdarlehen für die Ausscheidung weiblicher Arbeitskräfte aus dem Arbeitsmarkt und für die weitere Erhöhung der Beschäftigtenzahl in der Möbelindustrie und in der Hausgeräteindustrie. 6. Das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen, das zur weiteren Erhöhung der Beschäftigtenzahl in der Maschinenindustrie und deren Vorindustrien führen wird. Die Reichsregierung hat das Ihre getan. Alles weitere bestimmt sich nunmehr nach dem Tun der einzelnen Volksgenossen und Volksgenossinnen. Wir müssen und werden die bevorstehende Winterschlacht gegen das Wiederansteigen der Arbeitslosenziffer gewinnen, wenn jeder Volksgenosse im Rahmen des Jahresplans der Reichsregierung seine Pflicht tut. Adolf Hitler verkörpert die politische Voraussetzung für das Gelingen des Planes, und jeder einzelne Volksgenosse hat im Rahmen seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten das zu tun, was ihm der politisch untermauerte Generalplan Adolf Hitlers vorschreibt. bare Einseitigkeit der binneneuropäischen Machtverteilung auflockern würde. Deutschland hat sowohl dieser Vereinheitlichung als auch jeder Abrüstung und Heereskontrolle zugestimmt, wenn sie auf voller Gegenseitigkeit beruht und Deutschland gegenüber seinen Nachbarn die gleichen Kontrollrechte gewährleistet, wie sie die andern gegenüber Deutschland fordern. Frankreich hat jedoch dieses deutsche, bereits bis an die Grenze des Möglichen gehende Zugeständnis in den Wind geschlagen und bemüht sich augenblicklich in Genf, durch eine Politik übertriebener Forderungen und raffinierter Verschleppungen Deutschland wieder einmal zum„Schuldigen“ zu machen. Frankreich torpediert damit nicht nur die Abrüstung, sondern den Völkerbund und schließlich den Weltfrieden. Unsere Vertreter in Genf werden an dieser klaren Sachlage nicht rütteln lassen. Scheitert Genf, so fällt die Alleinschuld auf Frankreich. Und sollte, was Gott verhüten moge, die Politik der Abrüstungssabotage durch Frankreich zu einer Krise des Weltfriedens infolge unerfüllbarer, weil unserer völkischen Ehre zuwiderlaufender französischer Forderungen führen, so wird Deutschland als der einzige Staat Europas, der heute eine revolutionäre und in ihrer Auswirkung übernationale Idee verwirklicht, einer solchen Auseinandersetzung zwar mit vollem Ernst, aber auch mit Zuversicht entgegensehen. Es gibt welthistorische Epochen im Leben der Völker, wo nicht die Gewalt der Waffen, sondern die Macht der Ideen den Sieg entscheidet. aus größte und einskußreichste Partei des parlamen. tarischen Deutschlands wurde. Sie wurde legal in die Verantwortung gerufen und sie hat weiterhin legal ihre Machtposition ausgebaut. Sie hat durch eine Befragung des Volkes sich auch die Sicherheiten geschaffen, die im Rahmen des demokratischen Staates für ihre spätere Aufbauarbeit notwendig waren. Von Terror= und Gewaltanwendung konnte dabei keine Rede sein. Es hat in Deutschland niemal: eine Regierung gegeben, die sich so wie die nationalsozialistische auf ihre Uebereinstimmung mit den breitesten Volksmassen berufen konnte. Würden wir nach den Regeln der Demokratie das Volk aufs neue befragen, so würden mindestens 75 bis 85 v. H. der deutschen Nation sich in freiem Willen zu dieser Regierung bekennen. Weiter führte Dr. Goebbels aus, daß die Machtübernahme in einem Zeitpunkt erfolgte, in dem die Arbeitslosigkeit ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hatte, in dem der Bolschewismus drohend vor den Toren des Reiches stand. Wenn die deutsche Regierung das Volk vor dem Schicksal der chaotischen Anarchie bewahrte, wenn sie ihre asozialen Träger aus der Gesamtheit des Volkes ausschloß und in Konzentrationslagern wieder zu brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft zu erziehen versuche, so sei das ein Akt der Notwehr, der in Anbetracht der Größe der akuten Gefahr doch noch mit den humansten Mitteln durchgeführt wurde. Dr. Goebbels führte die Aeußerungen neutraler Beobachter an, die mit Mißtrauen deutschen Boden betraten und schließlich versicherten, daß das hervorstechendste Merkmal für den deutschen Zustand die Tatsache sei, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit wieder mit gläubigem Vertrauen hinter seiner Regierung stehe und daß die deutsche Regierung auf dem richtigen Wege sei. Die Welt hat allen Grund, sich ehrlich und unvoreingenommen mit dieser neuartigen Erscheinungsform der Staatsgestaltung auseinanderzusetzen. Diese Art der Staatsgestaltung ist nicht so undemokratisch, als es auf den ersten Blick erscheinen möchte. Sie hat eine neue Form des Zusammenlebens zwischen Regierung und Volk gefunden. In ihr wird die Regierung zwar vom Volk beauftragt, nicht aber in der Durchführung dieses Auftrages von einem Konglomerat von Parteien kontrolliert. Wir regieren nicht gegen das Volk und auch nicht ohne das Volk, wir sind nur seine Willensvollstrecker. Auf die Judenfrage eingehend erklärte der Minister. nachdem er das Ueberhandnehmen des jüdischen Einflusses im öffentlichen Leben in Deutschland geschildert hatte: Wenn die deutsche Regierung die Auseinandersetzung mit der Judenfrage auf gesetzmäßigem Wege vornahm, so wählte sie dabei die humanste und loyalste Methode. Nichts liegt dem Nationalsozialismus ferner, als eine billige Rache zu nehmen. Es würde nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt zum Segen gereichen, wenn die Kritik an den Vorgängen in Deutschland sich auf das wirklich Tatsächliche beschränkte und von vornherein jede gesinnungsmäßige Antipathie ausschaltete. Wir haben in keiner Beziehung die Wahrheit zu scheuen. Weiter wies der Redner den Vorwurf zurück, das neue Deutschland betreibe eine geistige Expansionspolitik, die nur der Vorbereitung für eine spätere machtmäßige Expansionspolitik darstellen solle. Die Welt sollte jeden Versuch begrüßen, der mit neuartigen Methoden an die Lösung der großen Zeitprobleme herangehe, um damit dazu beizutragen, daß Vernunft und Klarheit wieder Einzug halten im Bereich einer allgemeinen Verwirrung und geistigen Auflösung. Es ware gut, wenn die Worte Revanche oder Krieg aus der Unterhaltung der Völker vollende verschwinden würden. Man möge eine einzige Handlung des Kanzlers oder seiner Regierung neunen, die auch nur den leisesten Verdacht rechtfertigte, daß sie sich mit kriegerischen Gelüsten trage. Ihr ganzes Aufbauwerk sei von dem Geist des Friedens getragen. Es liege nicht im Interesse irgend eines Volkes, daß Deutschland weiterhin als Nation zweiten Rauges betrachtet werde und ihm die Möglichkeit seiner Verteidigung benommen bleibe, die es zur Aufrechterhaltung seiner nationalen Sicherheit nötig habe. Ungerecht und verletzend aber wirke es. die Begleitumstände der innerdeutschen Umwälzung als Argumente auszumünzen gegen die Forderungen deutscher Sicherheit. die nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern im Interesse der ganzen Welt erhoben werden müßten. Am Schluß seiner Rede erklärte Dr. Goebbels: Was hat das junge Deutschland der Welt zu bieten: Es garantiert einen stabilen Zustand im Innern mit einer festen Zentralgewalt. die verhandlungsbereit und verhandlungsfähig ist. Es hat die bolschewistischen Zündstoffe. die ganz Europa gefährdeten, aus sich ausgeschieden und sich zu einer einheitlichen und geschlossenen Willensentfaltung zusammengetan. Der Wall, den wir gegen die Anarchie aufbauten, ist unzerstörbar. Dieses Deutschland kann keine Verträge unterchreiben, die unerfüllbar sind. Verträge aber, die es unterschreibt, weil sie erfüllbar sind, ist es zu halten entschlossen. Dieses Deutschland ist ein ehrlicher Kontrahent in der Behauptung der Interessen der Welt, wenn man ihm das Recht auf seine Ehre und das Recht auf sein tägliches Brot gibt und erhält. Der Nationalsozialismus als neue und moderne Art der Staatsgestaltung in Deutschland ist ein Phänomen, mit dem sich abzugeben verlohnt. Hinter den für den Laien manchmal verwirrenden Erscheinungen seiner Idee und seines Systems verbirgt sich die nüchterne Klarheit wider der Ernst der Situation. in der Deutschland und Europa sich befinden. verbunden mit der festen Entschlossenheit, nicht vor der Krise zu kapitulieren, sondern sie anzufassen, um sie am Ende auch zu meistern. Mögen alle, die guten Willens sind, sich vereinigen in der edlen Absicht, die Sorgen der Völker zu mildern und * Notizen Zwischen einer deutschen Interessentengruppe und dem zur Zeit in Berlin weilenden Prasidenten des königlichungarischen Außenhandelsstaates. von Winchkler. ist am Donnerstag ein Abkommen üder den Bezug von Leinlagt aus Ungarn unterzeichnet worden. * Der Reichsoräsident dat der Witwe des verstordenen Reichoministers a. D. Dr. Bracht in einem berzlichen Telegramm sein Beileid ausgesprochen. * Der amerikanische Gewerkschaftsführer Green gab bekannt. daß leit März dieses Jahres etwa 2.8 Millionen Arbeiter wieder eingestellt worden seien. Trondem betrage die Zahl der Erwerbslosen zur Zeit noch etwa el Millionen. Im August seien 3½ Millionen Familien an die Wohlfahrt angewiesen gewesen. Es sei zu befürchten, daß diese Zisser im kommenden Winter wahrscheinlich auf 4½ Millionen anschwellen werde. * Das ägoptische Kadinett ist am Mittwoch neu gebildet worden und hat sich bereits dem König Fuad vorgestellt. Ministeroräsdent und Außenminister ist der bisberige Senatspräsident Bebia Pascha. * Am Donnerstagvormittag startete das Luftschiff„Graf Zeppelin zu einer Fahrt über Oberbavern. um u. a. die Linie der Reichsautobahn zu besichtigen. An Bord befanden sich u. a. Stabschef Röhm. SS.=Reichsführer Himmler und die Staatssekretäre Körner und Milch. Heiterkeit im Reichsgerichtssaal Vernehmung der Zeugen zu Tubbes Brandstistungen dem Allgemeinwohl zu dienen. Was Deutschland betrifft. so ist es aus ehrlichstem Herzen bereit, am Frieden Europas mitzuarbeiten. Die Rede des Reichsministers ist im Wortlaut festgelegt und wird gleichzeitig in französischer und #glischer Sprache an die Presse verteilt. Im Kreuzieuer der Presseleute Dr. Soebbels gibt weitere Erklärungen Gens. 28. September. Die große Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebdels vor der internationalen Presse sand ein sehr starkes Echo. Am Schluß der Rede brach die Weltpresse in spontanen Beifall aus. Wahrend einer Stunde bildete dann der Reichspropagandaminister den Mittelpunkt einer Gruppe von etwa 50 bis 60 ihn dicht umringenden Journalisten, die ihn mit Fragen verschiedenster Art bestürmten. Polen. Tschechen, Rumänen, Engländer, Amerikaner. Franzosen, Südslawen ließen sich Dr. Goebbels vorstellen, der bereitwilligst, oft mit Witz und Humor alle Fragen beantwortete. Die Presse stand allgemein unter dem Eindruck der ungewöhnlichen Persönlichkeit Dr. Goebbels und war tief beeindruckt von der Stellungnahme Dr. Goebbels zu den großen internationalen Fragen. Für einen großen Kreis verständlich erklärte Dr. Goebbels mit Nachdruck nochmals. es handle sich bei den Vertretern der nationalsozialistischen Bewegung nicht um Ideologen und Phantasten. Wenn es heute der deutschen Regierung als Göttern zustehen wurde. Europa neu aufzuteilen. würde sie zweifellos eine andere Verteilung treffen, weil vieles unklug gemacht wäre. Auf eine Anfrage über seine Ansicht über die deutsch=polnischen Beziehungen erklärte Dr. Goebbels, daß Deutschland die außenpolitischen Fragen nicht gefühlsmäßig behandele, sondern in diesem Punrr ganz nuchtern denke. Er gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß genau wie zwischen Danzig und Polen auch zwischen Deutschland und Polen ein modus vivendi geschaffen werden könnte, wenn auf beiden Seiten mit der notwendigen Offenheit und Ehrlichkeit an diese Fragen herangegangen würde. Lebhaft war natürlich das Interesse der internationalen Presse an der Judenfrage. Dr. Goebbels meinte hierzu, daß diese Frage jetzt im Rahmen des Möglichen geleöst sei. Eine endgültige Lösung könnte erst dann in Angriff genommen werden. wenn sie von jedem Rassentiment befreit sei, vor allem auch die Weltöffentlichkeit, die gegenwärtig in dieser Frage offiziell gegen uns eingestellt sei. Deutschland könne nicht unter dem Druck der Weltöffentlichkeit für eine neue Lösung eintreten. Hinrichtung in Braunschweig 1933. Leipzig. 28. Sept Am heutigen siebenten Verhandlungstag werden zunächst die Brandstiftungen des van der Lubbe weiter behandelt werden. Es sind nun auch die ersten Tatzeugen geladen. Das Bild vor dem Reichsgericht ist heute etwas lebhafter, als an den Tagen zuvor. Am Eingang des Reichsgerichts hat SA. zum erstenmal seit der Prozeß läuft, einen Doppelposten gestellt. Als um 9.43 Uhr der Gerichtshof erscheint, wird festgestellt, daß die heute geladenen Zeugen noch nicht erschienen sind. Das Gericht kann deshalb in die Verhandlung nicht eintreten und zieht sich wieder zurück Senatspräsident Dr. Bunger erläutert die Grunde für die Ladung der Zeugen als Hilfsmaßnahme gegen die Indolenz van der Ludbes. Vorher eien ja die Dispositionen des Gerichtshofes anders gewesen. Man hätte die ganze Zeugenvernehmung in Berlin durchführen müssen. Angesichts des Verhaltens van der Ludbes aber sei es notwendig, alles hier festzustellen, was mit dem Auftreten van der Lubdes in der Voruntersuchung zusammenhänge. Die eingelegte Pause ist nur von kurzer Dauer. Um 9,50 Uhr bereits sind die Zeugen erschienen und es kann in die Verhandlung eingetreten werden. Das Gerücht, daß die Zeugen oder ein Teil von ihnen aus der Schutzhaft vorgeführt werden, bestätigt sich nicht. Sämtliche Zeugen. die soeben mit dem Berliner D=Zug eingetroffen sind, sind frei erschienen. Als der Senat den Sitzungssaal betritt, schließen sie sich ausnahmslos. wiewohl ein Teil von ihnen nur zögernd, dem allgemeinen Hitlergruß an. Es wird dann als erster Zeuge Polizeioberwachtmeister Karl Albrecht vernommen. Der Zeuge wird kurz zu der Brandstiftung bei der Zweignelle des Neuköllner Wohlfahrtsamtes am Mittelweg gehört. Der geplante Kommunisten=Uebersall Der Vorsteher der Zweigstelle, Stadtinspektor Frank schildert einen höchst bemerkenswerten Vorgang: Zwei Tage vor der dortigen Brandstiftung, an einem Donnerstag, erhielt er durch einen ihm bis dahin fremden Mann persönlich die Mitteilung, daß die Zweigstelle von einer kommunistischen Zentrale aus überfallen werden solle, und zwar von einem Verkehrslokal der Kommunisten, das einem gewissen Schlaffke gehörte. Er wurde dann am nächsten Tage auch telephonsich über den Abmarsch der Truppe unterrichtet. Vom Fenster seines Dienstzimmers aus konnte er beobachten, wie sich die Leute in Gruppen von zwei, drei und vier Mann der Zweigstelle näherten. Ein Polizeihauptmann und acht Beamte waren rechtzeitig in der Zweiastelle angetreten. Es fiel auf, daß hier an diesem Vormittag in den Gängen und Warteräumen der Zweigstelle sich mehr Publikum aufhielt als sonst. Dann wurde bekannt, daß das Verkehrslokal von Schlaffke ausgeboben worden sei. Die Gänge und der Wartewährsmann hatte noch mitgeteilt, daß neun Kommunisten mit Wafsen ausgerüstet seien. Diese neun sollen sich auch in der Zweigstelle aufgehalten haben. Der Vorsteher bezeichnet zwei der heutigen Zeugen und zwar den Angestellten Walter Jahnecke und den Kellner Kurt Starker als die Drabtzieher, die an der Zweiastelle am Mittelweg das Publikum immer gegen die Beamten aufgehetzt haben. Ueber den Charakter der Gastwirtschaft von Schlaffke befragt sagte der Zeuge, er habe gehört, daß Jahnecke und Starker in diesem Lokal eine Beschwerdestelle eingerichtet hatten Es ist auffallend, mit welch gespanntester Aufmerksamkeit der bulgarische Angeklagte Dimitroff diesen Schilderungen, die ihn nach seinen bisherigen Behauptungen doch eigentlich gar nichts angehen, folgt. Zwischendurch macht er sich Rotizen. Zeuge Frank: Mein Gewährsmann, der mich gewarnt hatte, ist nachher verwundet worden. Er hat mir mitgeteilt, daß, nachdem die Aktion in sich zusammengebrochen war, die Beamten des Wohlfahrtsamtes einzeln nach Schluß überfallen werden sollten. Es sollten aber nicht nur die Beamten mißhandelt werden, sondern auch ihre Wohnungen sollten zerstört werden. Senatspräsident Dr. Bünger: Hat Ihr Gewährsmann, der heutige Zeuge Hinze, Ihnen auch gesagt, daß etwa 50 Mitglieder ausgewählt worden seien, die durch die Zentrale der Kommunistischen Partei in Neukölln mit Wafsen versehen werden sollten? Wo sind denn diese Waffen geblieben? Zeuge Frank: Das ist mir unbekannt. Die Leute mit den Waffen waren bereits in meiner Zweigstelle des Wohlfahrtsamtes. Sie sind aber offenbar vor dem Eintreffen der Polizei rechtzeitig gewarnt worden. Es wurde mir schließlich noch gesagt, daß in dem Lokal von Schlaffke 35 Schußwaffen eingelagert gewesen seien. Zu dem Rathauskellerbrand am 25. Februar gibt Maschinenmeister Niekbusch eine Schilderung von Umfang und Auswirkung des Brandes im Schlafzimmer seines Sohnes. Der Zeuge ist der Braunschweig, 28. Sept. Am Donnerstagmorgen wurde der im Juni zum Tode verurteilte 19jährige Maurer Walter Schafranzki im Hofe des Braunschweiger Kreisgefängnisses mit dem Handbeil hingerichtet. Schafranzki hatte im Mai einen Kraftwagen gemietet und den Fahrer Bosse auf der Landstraße zwischen Klein= und Groß=Rhüden ermordet und seiner Barschaft in Höhe von etwa 20 Mark beraubt. Umgestaltung des Strafrechts Vorschläge des preußischen Instizminist ers für ein nationalsozialistisches Strafrecht Berlin, 28. Sept. Der preußische Justizminister hat soeben eine Denkschrift übergeben, die eine umfassende Umgestaltung des deutschen Strafrechts im Sinne des nationalsozialistischen Staates vorschlägt. Von dem nationalsozialistischen Grundgedanken ausgehend, daß der einzelne ein organischer Teil der Gemeinschaft des Volkes is., stellt sie den Grundsatz in den Vordergrund, daß der Schutz der Gemeinschaft erste Aufgabe des Strafrechts bilden muß. Auf diesen Grundsatz ist es zurückzuführen, daß der Teil der Denkschrift, der von Rasse und Volkstum handelt, die meisten neuen Anregungen dringt. So finden sich in der Denkschrift zum ersten Mal Vorschläge für einen strafrechtlichen Schutz gegen die Zersetzung der deutschen Rasse. Weiter enthält sie völlig neue Vorschriften zum Schutz des geistigen und sittlichen Gedankengutes der deutschen Blutsgemeinschaft. Vorschriften über den Schutz von Rasse und Volkstum sollen ergänzt werden durch Bestimmungen über den Schutz der Organisation, die sich die Volksgemeinschaft gegeben hat. Nach nationalsozialistischer Auffassung ist das schwerste Verbrechen überhaupt der Landesverrat. Er gehört daher nach den Vorschlägen des Justizministers an die Spitze des künftigen Gesetzes, das bei den diesbezüglichen Strafbestimmungen auf die Todesstrafe nicht verzichten dürfe. Eine grundsätzliche Neugestaltung ist auch hinsichtlich der Vorschriften gegen den Hochverrat vorgesehen. Von den zahlreichen interessanten Vorschlägen der Denkschrift ist insbesondere auch hervorzuheben die Behandlung des Zweikampfes. Es wird betont, daß im nationalsozialistischen Staat die Ehre das höchste Gut des freien Mannes sei und es entspreche alter deutscher Rechtsauffassung, sich für verletzte Ehre mit der Waffe Genugtuung zu verschaffen. Hiergegen mit Mitteln des Strafrechts einzuschreiten, habe der Staat nur dann Veranlassung, wenn durch den Zweikampf die öffentliche Ordnung gestört werde. Das sei aber nur der Fall bei tödlichem Ausgang und bei Uebertretung der Kampfregeln. Einen besonderen Raum nimmt in der Denkschrift der Schutz von Ehe und Familie ein. Niederziehende Angriffe auf Ehe, Mutterschaft und Familie, wie sie in der vergangenen Zeit an der Tagesordnung waren, könne der nationalsozialistische Staat nicht dulden. Die Denkschrift schlägt daher eine neue Strafvorschrift vor gegen Schmähung der Ehe. Ausdrücklich empfiehlt sie sie auch, den Schutz des Kindes wirksamer zu gestalten als bisher, und zwar sowohl hinsichtlich des keimenden Lebens als auch bezüglich des heranwachsenden Kindes Ganz neue Wege schlägt die Denkschrift ein, wenn sie auch einen Schutz der wirtschaftlichen Grundlagen der Familie empfiehlt. Der Schutz des Staates. des Volkstums und der Familie wird in den Vorschlägen ergänzt durch einen Schutz des Volksgutes. d. h. der wirtschaftlichen Güter der Nation. Auch hier geht die Denkschrift neue Wege, wenn sie den Schutz der nationalen Arbeitskraft vorsieht. Ebenso sollen die materiellen Werte des Volkes unter besonderen Schutz gestellt werden. Unter anderem wird vorgeschlagen, auch den sogen. wirtschaftlichen Landesverrat künftig unter Strafe zu stellen. Entsprechend der Forderung des nationalsozialistischen Staates, daß rücksichtslose Bereicherung des einzelnen auf Kosten seiner Mitmenschen unterbunden werden müsse, wird eine strenge Bestrafung unsozialen Eigennutzes gefordert. Pensionar Schoufelder, dem Dache des Stadtschlosses ge gierungsdauobersekretär Ernst Se wesentlichen die bekannten Tatdest Reim Ansicht, daß das Feuer sich in einer halben Stunde über die ganze Wohnung und angrenzende gebreitet haben würde. Die an den Löscharbeiten zum Schluß beteiligten zwei Feuerwehrleute fanden nach ihren Aussagen Kohlenanzunder in dem Dachzimmer. Der Fensterrahmen war zum Teil stark ausgebrannt. Zeuge Pensionär Schonfelder, dem die Laube auf dem pem.#######fasses gehört, und nn Schulz bestätigen Tatbestände. Die Zeugenaussagen zum Schloßzdrand gipfeln in der Feststellung, daß sich im engen Umkreis von 50 Meter eine ganze Reihe von Wohnungen definden.„—„ Zeuge Pfeister aus Neukölln weiß, daß am Mittwoch vor dem Schloßbrand eine Anzahl Personen zusammengekommen sind. Pfeisser ist der Wohlfahrtspfleger, der dem Lubbe einen Mautel geschenkt hatte. van der Ludbe war auch zu Schlaffke gekommen. Der Zeuge wird mehr und mehr ins Verhör gezogen, weil in zunehmendem Maße der Eindruck entsteht, daß er nicht alles sagt, was er weiß. Landgerichtsdirektor Parisius hält ihm vor, daß in der Gastwirtschaft und auch an anderer Stelle van der Lubbe eine ziemlich große Kenntnis über die kommunistische Bewegung und ihre Ziele an den Rechtsanwalt Dr. Sack beteiligt sich an dem Kreuzverhör. Es trat dann eine kurze Pause ein. Nach Schluß der Pause wird die Vernehmung der Zeugen zu den Vorgängen am Wohlfahrtsamt am 22. Februar wieder ausgenommen. Zunächst ist diese Vernehmung für die Oefsentlichkeit kaum von Interesse, weil Neues nicht zur Sprache kommt. Der Zeuge Panknin, der am 6. März auf Grund eines Plakates an der Anschlagsaule über die Person van der Lubbes eine Anzeige gemacht hatte, schildert die mehrfach erörterte Unterredung am Vormittag des 18. Februar vor der Zweigstelle der Wohlfahrtsamtes am Mittelweg. Van der Lubbe fiel ihm durch seine Sprache auf. Die Bemühungen des Vorsitzenden, die Unterhaltungen möglicn Wort für Wort zu rekonstruieren, werden durch das gute Erinnerungsvermögen des Zeugen und seine Fähigkeit, klare und bestimmte Aussagen zu machen, wesentlich unterstützt. Es wird festgestellt, daß van der Lubbe erzadlt dat. er sei schon überall gewesen, besonders in Moskau, in Budavest und in Frankreich und hätte die kommunistische Bewegung studiert. Vorsitzender: hat er auch davon gesprochen, daß man mit Gegenaktionen vorgehen müßte und dat er auf die russische Revolution dingewiesen? Zeuge: Ja, er sagte, jetzt dürfte nicht mehr gewartet werden. Jetzt müsse man Revolution machen. Jetzt müsse man mit Bränden einsetzen. Zachow hat darauf zu Bienge erklärt, es müßten Staatsgebäude angesteckt werden, ). B. Siemens Elektrizitätswerke, das Schloß und der Reichstag. Das alles hat van der Lubbe verstanden und mit lebhaftem Interesse versolgt. Er bat mitgeredet und seine Frage, ob er da nicht mitmachen könne, hat Zachow veranlaßt, den Bienge anzustoben und ihm zu sagen:„Der Junge ist gut, den können wir gebrauchen!“ Hier meldet sich der Angeklagte Toraler zum Wort und fragt den Zeugen, welcher Partei er denn in den letzten Februartagen dieses Jahres angehört hätte. Zeuge: Der Deutschnationalen Volkspartei. Auf Fragen der Verteidiger Dr. Seuffert und Dr. Sack erklärt der Zeuge, daß Lubbe bestimmt nach der kommunistischen Zentrale gefragt habe, daß er das Gespräch nicht als eine„Verabredung mit bestimmten Vorsätzen". sondern als eine„sehr erregte Unterhaltung" angeseden habe und daß es mehr von Zachow und Bienge ausging. Es wird dann der Arbeiter Zachow ausgerufen. Vorsivender: Sind Sie Kommunist? Zeuge Zachow: Nein, Herr Rat! Vorsitzender: Sind Sie Kommunist gewesen? Zeuge: Ja, aber auch nicht in der Partei. Ewollte mich jemand zum Eintritt in die Rote Gewerkchaftsovvosition veranlassen. Ich bekam ein Stück Papien und sollte Mitglied werden. Ich gab ihm aber 20 Pfg. und sagte ihm:„Hier kannste dir ne Molle für kaufen!“ Vorsitzender: Haben Sie sich denn nun als Mitglied der RGO. betrachtet? Zeuge: Ich bin eingetreten, weil mir gesagt wurde, daß dann andere Arbeit bekommen, nicht aus politischen Ueberzeugung. Die Aussagen Zachows haben Heiterkeitserfolge. Zachow ist jedoch bestrebt, seine von anderen Zeugen bestätigten Worte, so über die SA., über das Anstecken öffentlicher Gebäude in Abrede zu stellen. Einmal bricht er sogar in Weinen aus.„Ich habe nichts vom Feueranstecken gesagt. Davon habe ich in meinem Leben noch nicht gesprochen“, sagt er. Bei dieser Erklärung schütteltsich der Angeklagte van der Lubbe in auffallender Weise, gerade als ob er über die Aussage und über das Benehmen Diel Jlücksnummer Von Mie-Leonore Schönberg Verlar Pressebüro„Durchbruch“ Bonn 14. Fortsetzung. Hanna Schwarz begoß die Blumen und freute sich, wie immer, an ihrem Blühen und Gedeihen. Da kam Frau Luise mit der Post herein. Sie zog einen dicken Brief, der unter verschiedenen Drucksachen lag, hervor und setzte sich behaglich auf ihren Lieblingsplatz. Mehrere Bogen nahm sie aus dem grauen chlag, die mit Bleistift eng beschrieben waren. „Heute hast du aber viel Zeit gehabt!“ dachte sie und begann zu lesen, erst mit einem frohen Lächeln, das aber immer mehr und mehr verschwand; immer ernster wurden ihre Züge. „Meine hochverehrte Beschützerin! So hell und sonnig war wohl kaum ein Morgen meines ganzen Aufenthaltes hier gewesen, als der des vergangenen Dienstags. Zwei Tage darauf wollte ich meine Koffer packen und heimwärts fahren. Heim, zu meinem Glück! Sie haben mich auf eine harte Probe gestellt. Glauben Sie mir, daß es nicht immer leicht war, sich nicht einfach auf die Bahn zu setzen und überraschend vor Ihnen zu stehen! Denn die Ungewißheit ist immer schwerer zu ertragen Der Mann, dessen Telephonscherz sein Lebensschicksal werden sollte, hat die Probe glänzend bestanden, nicht wahr? Und, wie er dies niederschreibt, knirschte er mit den Zähnen, denn eine dumme Bewegung, die er machte, ließ ihn von Schmerz aufstöhnen... Nun ists heraus, teuerste Freundin! Ich bin für mindestens sechs Wochen„gebrauchsunfähig!", liege so festgenagelt, wie es nur bei einem hilflosen Krüppel, der ich seit drei Tagen bin, möglich sein kann! ind ich muß noch dankbar sein, daß es nicht schlimmer geworden ist. Ein Ausgleiten, ein unglücklicher Sturz und Günter Sanden liegt mit gebrochenem Oberschenkel im Krankenhause, allein in der Fremde und muß geduldig warten, bis er wieder zusammengeheilt ist. Wie kam denn alles? sehe ich Ihre großen lieben Augen mich verwundert fragen? Ich will Ihnen... au!... das war wieder ein furchtbarer Stich... gerne genau berichten und, wenn ich doch noch etwas Glück habe, dann sitzt mein blauäugig Elfenkind neben Ihnen und Sie werden die Wege bahnen, daß seine Gedanken zu mir armen Dulder gehen. Doch nun zur Sache: Am Dienstag holte mich die Sonne früh aus den Federn. Sie schien so warm durchs offene Fenster auf mein Gesicht, bis ich blinzelnd die Lider öffnete, mit einem Blick nach der Uhr, mich aber zur Wand drehte, um weiter zu schlafen... aber, man entgeht nirgends dem, was bestimmt ist. Sie ließ mich nicht in Ruhe und rasch entschlossen stand ich auf, einen Frühspaziergang zu machen, den man mir täglich angeraten hatte. Leise, damit ich die andern Pensionsgäste nicht störte, ging ich hinunter und war sehr verwundert, daß aus dem Frühstückszimmer schon laute Stimmen schallten. Ich trat ein und wurde von der mir bekannten Gesellschaft, sieben Personen, die mich schon immer mitnehmen wollten, freudig begrüßt. Ich hatte nicht gedacht, daß man so viel Wert auf meine Gesellschaft legte... „Ei, Herr Doktor! Endlich machen Sie uns doch das Vergnügen!" „Das ist recht, daß Sie heute früh mit von der Partie sein wollen!“ „Famos, Doktor, daß Sie uns so überraschen!“ Und die schlanke, rassige Greta Mühlmann, die Tochter des reichen Deutsch=Amerikaners, die mich so gerne an ihren Triumphwagen gespannt hätte und bis zuletzt wohl umsonst darauf wartete, reichte mir strahlend die Hand:„O. Herr Doktor! Daß Sie mir doch noch diese Freude machen! Ich danke Ihnen!" Ich wollte schon wieder verschwinden.„Nein“ sagen, aber.. aber.. die liebe Eitelkeit war erwacht.. sie ist mein Verhängnis geworden! Wir setzten uns bald in Bewegung, Fräulein Mühlmann blieb an meiner Seite und war nicht abzuschütteln. Ob ich immer höflich war, ist mir zweifelhaft. Es war ein prachtvoller Morgen. Tiefdunkle Schatten lagen noch auf den Felsen, auf deren Spitzen Neuschnee gefallen war, hie und da rötlich oder gelblich glitzernd, dort, wohin sich ein Sonnenstrahl schon gewagt hatte. Wir gingen, über uns den wolkenlosen Himmel, langsam bergauf, auf einem schmalen Weg, der ehe er steil in die Höhe führte, noch über eine kleine sonnige Halde sich hinzog. Sie war bedeckt mit leuchtenden Alpenrosen und ich beschloß, mir am nächsten Tage noch einen Strauß zu holen. Die Natur war so schön, daß ich kaum noch auf das Gerede der Stimme neben mir acht gab. Ich hing frohen Zukunftsgedanken nach... So gingen wir über die grüne Bergwiese. Da plötzlich.. meine Begleiterin hatte einen Busch besonders schöner Alpenrosen entdeckt, der hart an einem steilen Geröllabhang stand und weiß, der Himmel, was ihr einfiel.. sie lief auf die Blumen zu.. schrie auf.. Was dann kam, weiß ich heute nicht mehr.., jedenfalls war ich in der nächsten Sekunde bei ihr, riß sie zurück und machte selbst bei der heftigen Bewegung einen Fehltritt.. ich rutschte aus, versuchte mich zu halten, vergebens.. ich überschlug mich und stürzte, mir schien es ins Bodenlose.. ich fühlte nur einen rasenden Schmerz.. dann vergingen mir die Sinne. Sie haben mich dann mit einer Rettungskolonne geholt, als ich aufwachte, lag ich in einem festen Verband und der Arzt stand neben meinem Bette:„Ein doppelter Oberschenkelbruch, Herr Doktor! Wir sind dankbar, daß nicht noch größeres Unglück geschah.“ So liege ich nun, vorläufig auch noch mit einigen Pflastern im Gesicht, für Wochen fest, muß geduldig sein und kann darüber nachdenken, wie wunderlich das Schicksal oft mit den Menschen umgeht! Herr Mühlmann übernimmt alle Kosten mit dem Ausdruck seines tiefsten Bedauerns! Seine Tochter sei untröstlich, da sie doch die Ursache zu meinem Unglück gewesen sei, indem ich sie rettete!“ Mag sie es sein! Mir hilft das nicht mehr und ich will diese Dame nie mehr sehen! Der Doktor hat jeden Damenbesuch, auf meine Bitten, strengstens verboten! Jeden Tag schickt man mir das Beste, was man sich denken kann.. Leckerbissen.. Wein.. Blumen. Herr Mühlmann erscheint pünktlich und erkundigt sich nach meinem Befinden und noch spricht er nicht von Abreise. Sie können sich nun die nächsten Wochen meines Lebens vorstellen.. Wie lange wird es dauern, bis ich ganz geheilt bin? Aber, wie dem auch' sei, mehr denn je sollen meine Gedanken der Zukunft gehören! Ob das Los unterdessen doch gewinnt? An mich denke ich nicht dabei, das wissen Sie, ich habe mein Auskommen, einer geliebten Frau ein sorgloses Dasein zu bereiten. aber meinem Elsenkinde würde ich gönnen, daß es doch die große, große Freude hat.. und wenn es nicht sein soll? Ich lächle dann ganz selig vor mich hin, will ich versuchen, sie mit meiner Liebe, in meinen Armen die große Entt#uschung vergessen zu lassen! Das wird mir sicher gelingen!! Ich werde glücklich sein, wenn Nachricht von Ihnen in meinen Händen ist... In tiefer Verehrung und Dankbarkeit Ihr ergebenster Günter Sanden.“ Hanna Schwarz sah vor sich hin:„Ein Glück, ja. daß alles so gut ablief.. Gott sei Dank!“ Und doch machte ihr ein banges Ahnen das Herz plötzlich schwer.. Sie hatte keine Erklärung dafür.... Einige Tage später wußte sie warum... Das Telephon auf ihrem Schreibtisch klingelte. „Hier Schwarz.“ „Tante Hanna?“ „Ja, mein Elsekind? Ob du kommen kannst? Aber gewiß und bleibe den Sonntag über bei mir. Auf baldiges Wiedersehen!" Die Verwachsene wußte, daß es da wieder etwas zu trösten gab. „Armes Kind, wann wirst du endlich froh sein dürfen? Günter Sanden, heute werde ich dein rechter Anwalt sein!“ Hanna Schwarz mußte vergebens auf Else warten. Spät erst am Abend erhielt sie einen kurzen, telephonischen Bescheid von Gerber selbst, daß seine Tochter leider verhindert sei, heute oder morgen zu kommen. Sie habe keine Zeit mehr gehabt, anzurufen. Ehe die Ueberraschte näheres fragen konnte, hatte Gerber angehängt. „Das fehlte noch, daß die Schwarz dazwischen kommt,“ murmelte er, das Geschäft, in dem er gesprochen, verlassend... Mit leichterem Herzen kam Else nach Hause. Zwei Tage bei Hanna, das war schön. Sie wollte sich nur schnell umziehen, und zu ihr fahren... „Nun, Elschen, da bist du ja!“ Die Mutter küßte die heimkehrende Tochter besonders zärtlich. „Was hast du?“ fragten Elses verwunderte Augen. „Komm Kind, ich habe etwas sehr Schönes für dich, etwas, das mich so glücklich macht.“ Sie zog Else ins Zimmer.„Denke dir, wir fahren heute, du und ich, zu Direktor Hacker. Er will uns seinen Besitz zeigen. Um drei Uhr holt uns sein Auto ab.“ (Fortsetzung folgt.) Nr. 229(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 29. September 1933 Unbekanntes von den Bergschäden am Rhein=Herne=Kanal Durch Bodensenkungen ist der Kanal leistungsfähiger geworden.— Ausgleich durch Wasserspiegelsenkung statt durch örtliche Hebungen.— Teilweise Spundung des Kanals angestrebt.— Abbau unter dem Kanal möglichst einheitlich. in die dumpfe Atmosphäre der Großstadt und den niederdrückenden Zustand der Arbeitslosigkeit zuruch Wer dennoch trotz der Möglichkeit des Verbleibens an seiner bisherigen Arbeitsstelle zurückkehrt, muß unbedingt damit rechnen, daß er keinerlei Unterstützung mehr erhält. Wir haben dieser Tage gelegentlich der Besichtigung der Schleuse Vll in Herne durch die Presse auch über die Bergschädenfrage im Bereich des Rhein=HerneKanals berichtet. Nicht nur entstehen Risse und Senkungen an den Bauwerken, es sinkt auch oft das Kanalbett mitsamt den Brücken, so daß der Wasserspiegel steigt und die Durchfahrtshöhe der Brücken sich verringert. Die Wiedergutmachung dieser Schäden geschieht auf Kosten der Zechen, in deren Grubenfeldbereich die Senkung eingetreten ist. Es ist daher natürlich, daß das Kapitel Bergschäden am Kanal die Zechenverwaltungen und den„Verein für die bergbaulichen Interessen" lebhaft beschäftigt. In der jetzt zum 75jährigen Bestehen des Vereins herausgegebenen Festschrift„Der Ruhrbergbau im Wechsel der Zeiten“ werden zu diesem Thema Ausführungen gemacht, die einige überraschende Neuigkeiten enthalten. Wir lesen dort: „Besondere Sorgen bereiten die Bergschäden am Rhein=Herne=wanal. deren Kosten in starkem Maße anstiegen und zu einer ganz bedenkichen Höhe anwachsen mußten, falls es nicht gelang, das von der Wasserstraßenverwaltung verlangte Verfahren zur Beseitigung der Bergschäden am Kanal abzuändern. Die Wasserstraßenverwaltung forderte nämlich, daß jede Senkung am Kanal durch eine örtliche Heung beseitigt werden sollte. Gegen dieses Verfahren wandte sich der Verein von vornherein, obwohl seine Bedenken von der Wasserstraßenverwaltung als unbegründet abgelehnt wurden. Die Wasserstraßenverwaltung erkannte die Vorschläge des Bergbauvereins erst als richtig an, als er ihr auf Grund einer ganz eingehenden Bearbeitung aller einschlägigen Fragen — wobei die Grubenbilder der unter dem RheinHerne=Kanal abbauenden Gruben, die bisherigen Abbaue, die vorhandenen Höhenmessungen, die späteren Abbaumöglichkeiten, die daraus zu erwartenden Senkungen sowie die wasserbautechnischen Verhältnisse des Kanals eingehend berücksichtigt wurden— sorgfältig begründete Vorschläge vorlegte, wonach der Wasserspiegel der einzelnen Haltungen des Kanals im Bedarfsfalle für sich abgesenkt werden sollte. Durch diese grundsätzliche Aenderung des Verfahrens sind die sonst auf die Dauer untragbaren Bergchädenkosten am Kanal ganz wesentlich gemildert worden. Außerdem hat die Einführung einer alljährlichen Kanalbefahrung, bei der zwischen den Vertretern der Wasserbaudirektion und der Zechen die im Laufe des Jahres nötigen Arbeiten besprochen werden, dazu geführt, daß die beiderseitigen Verhandlungen reibungsloser verlaufen. Es muß auch von uns anerkannt werden, daß die Wasserbaudirektion in den letzten Jahren angesichts der wirtschaftlichen Not nur die für die Aufrechterhaltung des Kanalbetriebs unbedingt erforderlichen Arbeiten verlangt hat. Es ist zu hoffen, daß die neuerdings auftretenden Schwierigkeiten bald behoben werden. In einer sehr wichtigen grundsätzlichen Frage stehen sich die Meinungen freilich noch schroff gegen Es bor über. handelt sich darum, ob dem Bergbau auf Grund der seinerzeit von den Behörden vor und bei der landespollzeilichen Prüfung abgegebenen Erklärungen ein Spielraum von 1 Meter in der Wassertiefe ebenso zusteht, wie in der lichten Brückenhöhe. Die vom Verein zur Beseitigung dieser Meinungsverschiedenheiten vorgenommenen Untersuchungen und Berechnungen führten uns zu der Erkenntnis, daß die Schaffung eines dauernden Spielraums in der Wassertiefe und damit eine wesentliche Milderung der auch jetzt noch vorhandenen Schwierigkeiten am besten durch eine teilweise Spundung des Rhein=Herne=Kanals erreicht werden könnte. Die Kanalbaudirektion hielt die ihr vorgetragenen Gedanken für technisch richtig und empfehlenswert. Der Verein entschloß sich daher, einen Vorschlag zur keilweisen Spundung des Kanals auszuarbeiten, der in einem„Antrag auf Durchführung von Arbeiten zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Rhein=Herne=Kanals" niedergelegt und den zuständigen Ministerien überreicht worden ist. Hierin wird der Nachweis geführt, daß der Kanal seine große Leistung, die weit über das bei der Planung vorgesehene Maß hinausgeht, nur dadurch erreichen konnte, daß er durch bergbauliche Senkungen auf 5/6 seiner Länge vertieft und verbreitert worden ist. Obgleich die Vorschläge von der Kanalverwaltung als technisch möglich und zweckmäßig bezeichnet worden waren, scheiterte der Antrag. Das dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, daß angesichts der wirtschaftlichen Notlage vom Staat keine Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten. Von großer Bedeutung für die Höhe der Bergschäden ist der Umstand, ob der Abbau unter dem Kanal einheitlich geführt wird oder nicht. Bei der außerordentlichen Verschiedenartigkeit der geologischen Verhältnisse unter dem rd. 40 Km. langen Kanal ist ein vollkommen gleichmäßiger Abbau natürlich nicht möglich. Auf Grund von Vorschlägen des Vereins haben sich die Kanalzechen zusammengeschlossen mit dem Ziel, den Abbau, soweit tunlich, miteinander in Einklang zu bringen.“ Eltern, laßt Eure Kinder in den landwirtschaftlichen Stellen! Kein Jugendlicher dart leine Stellung auf dem Lande aufgeben. Mahnung des Arbeitsamtes Herne Das Arbeitsamt Herne teilt mit: Die Bemühungen der Vermittlungsstellen des Arbeitsamtes haben im Lauf der vergangenen Monate einen großen Erfolg aufzuweisen gehabt, der nicht zuletzt auch in dem steigenden Arbeitswillen und dem sich steigernden Drange zum Schaffen in unseren Jugendlichen begründet ist. In erster Linie war es die„Landhilfe“, die zu diesem Erfolge führte. Ueber den erzieherischen Wert der Arbeiten auf dem Lande braucht an dieser Stelle nicht gesprochen zu werden. Er ist bekannt genug, wenn es auch noch immer Jugendliche gibt, die glauben, auch weiterhin auf Kosten der Allgemeinheit sich„ausfaulenzen“ und auf Kosten der Oeffentlichkeit einen guten Tag machen zu können. Glücklicherweise ist das ja heute nicht mehr die herrschende Anschauung, sondern vollste Bereitwilligkeit zur Arbeit und freudiger Schaffenswille setzen sich immer mehr durch. Aus dem Arbeiksamtsbezirk Herne wurden seit Frühjahr d. J. annähernd 5000 Burschen und Mädchen in die Landwirtschaft vermittelt, von denen die meisten in Westfalen z. B. Gütersloh, sehr viele in Niedersachsen z. B. Nienburg Capitol 4 er „Die Sonne des Südens hat es gut gemeint“ Liane Hald sptelt die Hauptrotte in dem Usa-Tonfilm Der„Stern von Valencta" und Vechta, Pommern und Ostpreußen ihre Arbeitsstellen gefunden haben. Nach den im Arbeits amt vorliegenden Briefen von einzelnen Landhelfern und nach Berichten der auswärtigen Arbeitsämter ha ben die allermeisten von ihnen gute Arbeitsplätze gefunden und sind mit Unterkunft und Verpflegung und weiter mit der Behandlung seitens des bäuerlichen Ar beitgebers zufrieden. Mancher hat ein Heim gefunden, wie es ihm seine Eltern in der übewvölkerten Großstadt nicht bieten können. In den landwirtschaft lichen Gegenden hat sich der größte Teil der Bauern bereit erklärt. die Arbeitsverträge mit den Landhelfern, die ursprünglich auf sechs Monate begrenzt waren, zu verlängern und die städtischen Hausgenossen als Arbeitskräfte auch über die Wintermonate zu behalten. Diese Bereitwilligkeit bedeutet in der augenblicklichen Notzeit einen hohen Grad von Opferwillen und Opfermut, der seinen tiefen Sinn in der Volksverbundenheit zwischen den schaffenden Menschen der Maschine und denen der Scholle hat. Die Landhelfer stehen fast durchweg diesem Anerbieten sympathisch gegenüber. Leider ist aber in manchen Fällen zu beobachten, daß gerade die Angehörigen in der Heimat in unverantwortlicher Verkennung der Sachlage einen Einfluß auf ihre Familienmitglieder dahin ausüben, daß sie sie in die ungesunde Atmosphäre des Unterstützungsempfängers zurückholen wollen, weil sie glauben, daß sich die wirtschaftliche Lage des Industriegebietes derart gebessert hat, daß es leichter ist, hier in Arbeit und Brot zu kommen, als auf dem Lande. Wenn auch durch die Initiative der Reichsregierung eine starke Verringerung der Zahl der Arbeitslosen in den Städten eingetreten ist und auch weiter eintreten wird, so ist an eine Einreihung aller Jugendlichen in den Arbeitsprozeß in diesem Rahmen vorerst— namentlich in dem übervölkerten Industriegebiet— noch garnicht zu denken, da vor allem die Verheirateten und davon wiederum die langfristigen und kinderreichen Erwerbslosen hier in Arbeit und Brot gebracht werden müssen. Es ergibt sich daher die unbedingte Notwendigkeit, daß unsere Jugend. lichen auf ihren Arbeitsstellen auch über den Winter verbleiben müssen, um in der Heimatstadt nicht der Allgemeinheit zur Last zu fallen. Man kann es gut verstehen, daß in den einzelnen Familien die Sehnsucht nach den Angehörigen durch die längere Abwesenheit groß geworden ist. Auch unsere Bauernschaft reicht den Arbeitnehmern in den Städten die Hand zum gemeinsamen fruchtbringendem Arbeiten. Jeder erfüllt daher eine Verpflichtung gegenüber Reich und Vaterland, wenn er am gemeinsamen Aufbau mithilft. Keiner rede sich damit heraus, daß für ihn nach Beendigung der Arbeitsverträge keine weitere Verpflichtung mehr bestände. Eltern, wirkt auf Eure Kinder ein, daß sie in gesunder Luft und gesunder Arbeit bleiben! Holt sie nicht Morgen letzter Termin für Steuergutscheine! Eine Vereinbarung mit der Stadtverwaltung. Der Einzelhandelsverband Herne teilt mit: Am 14. 9. 33 veröffentlichten wir in der Tagespresse einen Artikel über den bevorstehenden Endtermin für die Ausgabe von Steuergutscheinen. Wir bitten unsere Mitglieder in ihrem eigenen Interesse dringend, dafür zu sorgen, daß die steuergutscheinfähigen Steuern, nämlich staatliche Grundvermögenssteuer, Zuschlag zur Grundvermögenssteuer, Gemeindezuschlag zur Grundvermögenssteuer, Gemeindegewerbesteuer, Gemeindelohnsummensteuer, Umsatzsteuer am 30. 9. 33 restlos gezahlt sind. Für die Steuerbeträge, die nach dem 30. 9. gezahlt werden, gibt es selbst dann keine Steuergutscheine mehr, wenn die Beträge ordnungsmäßig gestundet waren. Die Geschäftsführung hat mit der Stadtverwaltung folgende Regelung getroffen: a) In den Fällen, in denen der Steuerpflichtige nicht alle Steuern zahlen kann, kann er bestimmen, daß die Teilbeträge auf steuergutscheinfähige Steuern verrechnet werden. b) Alle Forderungen der Steuerpflichtigen gegen die Stadt aus Warenlieferungen, Mieten oder sonstigen Rechtsgründen werden auf Antrag spätestens am 30. 9. 33 dem Steuerkonto des Steuerpflichtigen gutgeschrieben. Auf diese Weise soll erreicht werden, daß der Steuerpflichtige in den vollen Besitz der Steuergutscheine gelangt. Bis heute mittag 12 Uhr Anmeldung zur gemeinsamen Speisung am 1. Oktober An die Herner Bevölkerung! Um Unklarheiten wegen der gemeinsamen Speisung am 1. Oktober zu beseitigen, wird nochmals folgendes bekanntgegeben: Alle Erwerbslosen und Hilfsbedürftigen, die sich bei den Ortsgruppenwaltern der NS-Volkswohlfahrt melden, bekommen ohne Bezahlung einen Ausweis. Dieser Ausweis berechtigt den Erwerbslosen, am Sonntag. dem 1. Oktober, in einem noch zu bestimmenden Saal unentgeiriich zu essen. Diese Maßnahme muß getroffen werden, damit die NSVolkswohlfahrt feststellen kann, wieviel Portionen am 1. Oktober bereitgestellt werden müssen. Die Herner Familien, die noch in Arbeit und Brot stehen und auch an diesem Essen teilnehmen wollen, müssen pro Person 25 Pf. zahlen. Damit jeder weiß, wo die Anmeldung stattfindet und die Entgegennahme der Ausweise erfolgt, werden nochmals die Adressen bzw. Büros der Ortsgruppenwalter der NS-Volkswohlfahrt bekanntgegeben: 1. Alt-Herne: Rektor Luesse, Siepenstraße 16, Büco: Wirtschaft Mumme. 2. Herne=Mitte: Werner Kratsch, Neustraße 51. Büro: Wirtschaft Cramer. 3. Herne=Nord(Baukau und Horsthausen): Gustav Petereit, Josefinenstraße 53, Büro: Strünkederstraße, neben der Wirtschaft Grünendahl. 4. Herne= Sodingen, Holthausen und Börnig: Lehrer Joest, Börsinghauser Str. 65, Büro: Amtshaus, Zimmer 12. Die NS-Volkswohlfahrt und die Stadtverwaltung erwarten, daß der Termin der Anmeldung, der Freitag mittag 12 Uhr abläuft, strikte innegehalten wird. Die Säle in den einzelnen Ortsgruppenbezirken werden am Samstag im Generalanzeiger- Rote Erde. in der Herner Zeitung und im Herner Anzeiger bekanntgegeben. Gegessen wird von 12 bis 13.30 Uhr. Herne. den 28. September 1933. NS-Volkswohlfahrt: Stadtverwaltung: Der Kreiswalter.* Der Oberbürgermeister. Katholische Kirche und Erntedankfest Die Reichsregierung ruft zum 1. Oktober auf. ein Erntedankfest zu begehen als Gegenstück zum Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai. Es soll das alte Erntedankfest wieder aufleben lassen und Stadt und Land einander näherbringen. Es geziemt sich, den Tag auch kirchlich zu feiern zum Dank gegen Gott, dessen Gabe eine gesegnete Ernte ist, zur Mehrung des Vertrauens auf die göttliche Vorsehung und zur Besinnung auf die Pflichten jedes einzelnen gegen die Allgemeinheit. Deshalb wird verordnet, daß am Sonntag, dem 1. Oktober d. J., beim Hochamt das Allerheiligste ausgesehzt und nach demselben das Te Deum(lateinisch oder deutsch) gesungen wird. Die Predigt und die Nachmittags- oder Abendandacht sind in den Gedanken des Erntedankfestes zu stellen. Paderborn, am 27. September 1933. Erzb. Generalvikariat. Der Herr Reichspräsidenk Generalfeldmarschall von Hindenburg begeht am 2. Oktober seinen S 6. Geburtstag. Wir ordnen hierdurch an, daß aus diesem Anlaß am 2. Oktober auf den kirchlichen Gebäuden geflaggt und außerdem am 1. Oktober des Geburtstages in der Predigt oder im Gebei gedacht wird. Paderborn, am 27. September 1933. Erzb. Generalvikariat. Flaggen heraus zum Erntedanksest! Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Ministerpräsident und Preußische Minister des Innern Göring an sämtliche Oberpräsi denten, Regierungspräsidenten und alle staatlichen. Polizeiverwaltungen folgenden Funrspruch gerichtet: Aus Anlaß des deutschen Erntedanktages sind auf Beschluß des Staatsministeriums die staatlichen und kommunalen Dienstgebäude, die Gebäude der übrigen Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie die Gebäude der öffentlichen Schulen am Sonntag, dem 1. Oktober 1933, mit der schwarz=weißen, der Hakenkreuz= und der schwarz=weiß=roten Flagge zu ber flaggen. Die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Gemeindevorsteher wollen die Einwohner ihrer Gemeinden am 29. September aufrufen, sich dem Vorgehen der öffentlichen Verwaltung anzuschließen und damit der Verbundenheit des ganzen Volkes mit dem deutschen Boden und seinem Bauerntum feierlichen Ausdruck zu verleihen. * Katholische Arbeiter= und Knappenvereine und Erntedankfeier Die katholischen Arbeiter- und Knappenvereine von St. Bonisatius, Herz-Jesu, St. Marien und St. Joseph sammeln sich am Sonntag von 13.30 Uhr ab am Jugendsaal an der St.-Bonisatius-Kirche. Der Abmarsch vom Jugendsaal muß spätestens 14 Uhr erfolgen. Die Werkjugend sowie der Arbeiterverein von St. Joseph erscheinen mit ihren Sturmbannern. Die Arbeiter= und Knappenvereine von BörnigSodingen und Holthausen schließen sich dem dortigen Festzuge an. Es wird möglichst zahlreiche Beteiligung erwartet. Die Bezirksleitung. Beflaggung der preußischen Amtsgebäude am 2. Oktober Das Preußische Statsministerium hat beschlossen, daß aus Anlaß des 86. Geburtstages des Herro Reichspräsidenten auf den staatlichen und kommunalenDienstgebäuden, den Gebäuden der übrigen Körverschaften des öffentlichen Rechts sowie den Gebäuden der öffentlichen Schulen am 2. Oktober d. Is. die schwarz=weiße, die Hakenkreuz= und schwarz=weiß=rote Flagge zu setzen sind. Die Früchte der Antigreuelpropaganda des„Herner Anzeigers Flucht aus Sowjetrußland.— Wieder 20 Familien nach hier zurückgekehrt. Nachdem vor einiger Zeit 30 Herner und WanneEickeler Familien, die vor einem Jahre nach Rußland auswanderten, wieder zurückgekehrt sind(wir haben darüber eingehend berichtet), sind nun im Anfang der Woche wieder 20 Familien aus der hiesigen Gegend nach hier zurückgekehrt. Wie bei allen zurückgekehrten Rußlandfahrern sind auch ihre Eindrücke und Erlebnisse geradezu erschütternd. Ein großer Teil ist erst im Herbst vorigen Jahres durch Vermittlung der sowjetrussischen Handelsvertretung ins Sowjetland gefahren, und schon nach einigen Tagen bedauerten sie den Schritt. Allzugern wären sie kurze Zeit darauf wieder nach Deutschland zurückgekehrt, sie fürchteten sich aber, wie sie berichten, vor den„Greueltaten der nationalen Revolution", wovon die sowjetrussischen Zeitungen ganze Spalten berichteten. Selbst deutsche Kommunisten, die in führenden Stellungen in der Sowjetunion sind, warnten eindringlich vor einer Heimreise nach Deutschland, da die Nationalsozialisten ihnen den Kopf kürzer machen würden. Dieser Ueberredungskunst und den Greuelmärchen standen sie jedoch ein wenig skeptisch gegenüber, und da man an ihnen durch die verlockende Schilderung der Lebensweise und der blendenden Arbeitsmöglichkeiten in dem Sowjetparadies schon einmal schändlichsten Betrug verübt hatte, so glaubten sie den russischen Behörden, die angaben, die wahren Zustände in Deutschland zu kennen, nicht recht. Sie schrieben daher ihren Bekannten hier in der Heimat und baten sie, ihnen doch über die Sachlage und das Leben hier, ganz besonders aber über die Tätigkeit der Nationalsozialisten, zu berichten, da es von dieser Berichterstattung abhänge, ob sie wieder nach Deutschland zurückkehren könnten. Die Bekannten hier in der Heimat haben nun, wie uns von Beteiligten erzählt wird, seit den Tagen der nationalen Revolution bis in die jüngste Zeit hinein fast jede Woche die täglichen Ausgaben des„Herner Anzeigers“ zu deutschen Familien ins Donezgebiet geschickt, damit sie ein klares Bild von der Lage in Deutschland bekämen. Erst dadurch schöpften sie neuen Mut und konnten die Greuelpropaganda der russischen Presse widerlegen. Sehr viel Freude hat es ihnen gemacht, wie sie sagen, als der H. A. von den großen Maifeiern in Deutschland und dem Sinken der Arbeitslosenziffern berichtete. Trotzdem sie völlig verarmt sind, wollen sie lieber vorläufig in Deutschland stempeln, als in Rußland arbeiten. Schauburg Jenny Jugo als„Lixie" in dem Eine Allianz-Tonfilm der Ufa„Ein Lied für Dich“ LIEE E HIE AL und für Herne Der Stadt. Chor hat schon 326 Mitglieder Anmeldungen nur noch bis heute abend Die Anmeldungen zum Städtischen Chor sind in so überraschender Anzahl erfolgt, daß der Chor schon in der ersten Prode unter der anregenden Leitung des Herrn Musikdirektor Rellius 326 Mitglieder aufweist. Angesichts dieser stattlichen Zahl von Mitgliedern sieht sich die Leitung veranlaßt, die Frist für Neuanmeldungen, die ursprünglich bis zum 15. Oktober ds. Irs. zugelassen werden sollten, zu verkürzen und mit der Probe am Freitag, dem 29. ds. Mis., zu beenden. Nach Fristschluß finden Aufnahmen von Mitgliedern nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger Eignungsprüfung durch Herrn Musikdirektor Rellius statt. * 2 2 Die Grundung des Wests. Landestheaters Sitz soll in Padervorn sein. Unter dem Vorsitz von Landesleiter Dr. Hoß(Bochum) fand in Paderborn die Gründungsversammlung des Westfälischen Landestheaters e. V.,statt, das bekanntlich auch Herne bespielen wird. Nach Eröffnung der Sitzung durch Bürgermeister de Voys erstattete Dr. Hoß einen Bericht über die bisherigen Verhandlungen und über die Organisation des neuen Theaterunternehmens, dem die Aufgabe zufällt, die theaterlosen Städte Westfalens und Lippes mit wirklich guten, einwandfreien Bühnenstücken zu versorgen. Es handelt sich um ein sogenanntes Wandertheater, das von der Regierung gestützt und gefördert wird und seinen Sitz in Padervorn erhält. Die künstlerische Leitung liegt in den bewährten Händen des Intendanten Hamblock, der sich sowohl als Schauspieler, wie auch später als Intendant der Freilichtbühne Wienkopp bei Bochum einen achtbaren Ruf erworden hat. Ihm zur Seite wird als Dramaturg der bisher in gleicher Eigenschaft am Stadttheater in Bochum tätige Dr. Munkenbruck wirken. Das Personal der Bühne besteht aus 18 ausübenden Künstlern, zu denen noch eine Anzahl technischer Kräfte kommt. Ein ausreichender Bühnenfundus ist vorhanden, er wird in zwei großen Lastautos untergebracht und befördert. Die Satzungen wurden mit geringen Aenderungen angenommen. Landesleiter Dr. Hoß dankte der Stadt Padervorn für das dem neuen Unternehmen bewiesene Entgegenkommen und sprach von der hervorragenden Bedeutung des Theaters für die Kulturaufgaben des nationalsozialistischen Staates. Die Eröffnungsvorstellung ist auf den 10. Oktober festgesetzt und wird im Padervorner Stadttheater stattfinden. Zur Aufführung gelangt Heinrich von Kleists„Hermannsschlacht". Bei der Vorstellung werden ein Vertreter des Kultusministeriums und des Oberpräsidenten und die Gaukulturwarte von Westfalen u. a. anwesend sein. ** 2 Großes Mandolinen= und Cherkonzert 200 Mitwirkende. Die Mandolinen-Konzert-Gesellschaft(Ma.Ko.Ge.) veranstaltet am Sonntag, dem 1. Oktober, abends 6 Uhr im Saalbau Strickmann ein großes Mandolinen=Orchester= und Chorkonzert. Dieses Konzert der vier vorbildlichen Orchester der Ruhr= und Wuppertales wird sich zu einem einmaligen und seltenen Ereignis für Herne gestalten. Die Qualität der mitwirkenden Orchester bietet die Gewähr für Spitzenleistungen auf mandolinistischem Gebiet. Ein erstklassiges Programm wird jedem Geschmack Rechnung tragen. Es kommen Werke für Männerchor und Orchester, Solovorträge und Massenchöre von Verdi, Brahms, Suppe, Strauß, Ritter und Althoff zur Aufführung. Mitwirkende sind der Männergesangverein„Hroysinn"(Leitung Chormeister Merkelbach, Gelsenkirchen), Bernhard Fleae, SoloGitarre, die Mandolinen=Konzert=Gesellschaften(Ma Ko.Ge.) Dortmund, Essen, Elberfeld und Herne, das sind 140 Marn Orchester einschl. Holzbläser, Hörner und Pauken, und insgesamt 200 Mitwirkende Nach dem Konzert findet eine Nachfeier mit buntem Programm und deutschem Tanz im gleichen Saale statt, zu der alle Konzertteilnehmer und Mitwirkende herzlichst eingeladen sind. Auch die Nachseier wird durch die Gediegenheit der Aufführungen alle Besucher befriedigen. Trotz der hohen Unkosten beträgt der Eintrittspreis im Vorverkauf 60 Pf., an der Kasse 75 Pf.(Siehe morgiges Inserat.) *** Erfelgreiche Razzia. Bei einer am Mittwoch gehaltenen Razzia zur Bekämpfung des Bettlerunwesens wurden 9 Personen wegen Bettelns. 10 Personen wegen Gewerdevergebens und 1 Person wegen Uebertretung der Maß= und Gewichtsordnung festgenomaen bezw. zur Anzeige gebracht. * 7 politische Verhaftungen in Herne. In Herne wurden 6 Personen wegen kommunisticher Umtriebe und 1 Person wegen Vorbereitung zum Hochverrat festgenommen. *** Neue Tarissätze für kaufm. Angestellte Schaffung eines Tarifvertrages für Herne. Der Einzelhandelsverband Herne teilt mit: „Am Montag, dem 25. 9., fand in der Industrieund Handelskammer Bochum eine Sitzung statt, zu der die Vertreter sämtlicher Einzelhandelsverbände des Kammerbezirks Bochum, mit Ausnahme Gelsenkirchens, sowie die Vertreter der Angestelltenfront erschienen waren. Den Vorsitz führte für den Treuhänder der Arbeit Westfalen bzw. dessen Sonderbeauftragten Dr. Rechlin, Essen. Zweck der Zusammenkunft war, für den Treuhänder der Arbeit einen Ueberblick über die Lohnverhältnisse der kaufmännischen Angestellten zu schaffen, um diesem notfalls die Grundlage für eine von ihm im Wege der Verfügung vorzunehmende Tarifregelung zu geben. Als Grundlage wurde die Tarifverfügung des Treuhänders der Arbeit für Dortmund genommen. Nach dem Verlauf der Verhandlungen zu urteilen, werden für Bochum die gleichen Gehaltssätze wie die für Dortmund bestimmten gelten, während die Mittelstädte, darunter auch Herne. voraussichtlich 10 Prozent unter diesen Sätzen liegen. Herne hat in der Nachkriegszeit keine. Tarifverträge mit den Angestellten gehabt. Wir haben stets mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß dieser tariflose Zustand nicht dahin führen dürfe, Unterbezahlungen vorzunehmen. Wir haben vielmehr stets darauf gedrängt, Mindestgehälter zu zahlen, die höchstens 10 Prozent unter den Bochumer Satzen liegen sollten. Der Vertreter der NSBO Herne erklärte jedoch in der Kammer, daß die Bezahlung der kaufmännischen Angestellten weit unter diesen oben bezeichneten Sätzen gelegen habe und daß ihm das gerade Veranlassung gegeben fordern. habe, den Abschluß eines Tarifvertrages zu Der Amzugstag! Nieder stedt der 1. Okroder, der Tag des großen Umsiedens vor der Tür. Eine Völterwanderung im kleinen setzt ein. Die Wanderung von der einen Wohnung in die andere. Versetzungen. Beförderungen. Neueinstellungen. Peusionierungen dringen Wodnungswechsel mit sich. Dem einen int seine jevige Wodnung zu gros. er sucht eine kleinere, der andere eine größere. Dieser ziedt auss Land. sener in eine andere Stadt. Für alle. die einen Umzug vor sich baden, ist der 1. Oktoder ein Tag der Aufregung. der Geschattigken. der Unordnung und der Nervenwannung. Schon Wochen vorder beginnen die Sorgen. Werden die Gardinen, die man eden erst getauft hat, auch in der neuen Wodnung passen? Sind die Teppiche für die kleinen Zimmer der neuen Wodnung nicht zu groß? Und das gute. sorgfältig gebütete Porzellon. ob es alle heil in der neuen Mohnung ankommt? Kisten und Körde werden besorgt. Der Inbalt des Bücherschrankes wird bei dieser Gelegenbeit einmal aus seinem Dornrörchenschlaf geweckt. Man staunt. üder der Menge Zeitschriften. Broschuren um., di: anselommelt worden sind. ohne daß sie gelesen wurden Man stellt sest, daß so Büchertisten furchtbar schwer sind. Kondensierter Geist gebt ins Gewicht! In der alvon Modnung wird es immer ungemütlicher. Die Bilder sind vont den Wänden genommen. die Teppiche sind schon aufgerollt. Ueberall steden Koffer. Kisten und Korde im Wege. Am schrecklichsten in der letzte Toa. Keine Gardinen mehr an den wvenstern, auch die Lamven sind schon abgenommen. Das Essen ist primitiv und das Nachtlager noch primitiver. Die Hausfrau träumt von Riesenbergen zerbrochenen Vorzellans. Am anderen Morgen erscheint dann in aller Frübe die kleine Armee der Modeltrager. kräftige. roduste Gesellen in blauen Schürzen. Die Hausfrau bekommt Angst um idre kostbaren, verdrechlichen Dinge und um idre ompfindlichen Mödel. Aber wenn de erst die kräftigen Gesellen bei der Arbeit siebt. kegt sich allmädlich ihre Sorge. Denn zärtlicher kann keine Mutter mit idrem Babr umgeben. wie die Mödelträger mit den Schränken. Sesseln. Spiegeln. Vitrinen ulw. Es in ihre Berussehre. alles odne Bruch und Schaden an Ort und Stelle zu bringen. Die schwersten Mödelstücke werden sicher die steilen Treopen derunterbefördert. Ein Zimmer nach dem anderen verschwindet in dem vor der Tür stebenden Möbelwagen und es dauert nicht lange, dann is schon die Hälfte des gefürchteten Umzuges überstanden. Die gronen Türen des Möbelwagens werden geschlossen und es gebt dem neuen Heim zu. Das Ausnacken gebt schnellstens von statten. Bald stebt alles auf dem vorgesebenen Platz und in Kürze bat man wieder ein gemütliches Heim. Auch der gefürchtete Umzugsrag gebt vorüder. N. **** Ortsgruppe Herne der„Deutschen Frauenkultur“ wählle i ihrer ersten Kautsch und Frau Kolbe sitzenden. Die Wahl konnte in schöner Einmütigkeit vor sich gehen, da man überzeugt war, daß die Bestrebungen des Verbandes hier mn besten Händen liegen. Es wurde auch sogleich unter Beweis gestellt, wie sehr sich die Herner Ortsgruppe aller der Dinge annimmt, die deutschem Frauentum wichtig erscheinen. Sie pflegt die kulturellen Aeußerungen unseres Volkes, bringt Neues aus diesen Gebieten an ihre Mitglieder heran, vertieft und bearbeitet die Kenntnis der uns erwachsenen Werte. Zugleich aber beschäftigen sie auch volkswirtschaftliche Fragen, und den Forderungen jetziger Notzeit antwortet sie mit freudiger Tatbereitschaft. So fand die Vorsitzende warme Zustimmung zur Mitarbeit am Wintervilfswerk, wie auch zum Programm der diesjährigen Vortragsreihe, das nach Themen und Persönlichkeiten ungewöhnliche Anregungen zu bringen verspricht. Innerhalb der Mitgliedschaft wird man sich außerdem zu Stunden zusammenfinden, die der bildenden Kunst, der Musik, der Dichtkunst gewidmet sind. Wie lebendig auch im großen Verband gearbeitet wird, konnte Frau Imhoff und Frau Kolbe in zwei fesselnden Referaten schildern. Die Berichte von der Würzburger Tagung des Verbandes und von der Dässeldorfer Führerinnen=Insammenkunft brachten lebhaft zum Ausdruck, wie stark die Frauenkultur seit ihrem Bestehen deutsches Wesen und frauliche Eigenart gepflegt hat, wie ihre Arbeit getragen wurde von tiesem Volksbewußtsein und Verantwortungsgefühl diesem Volk gegenüber, auch in den Zeiten, als solche Dinge verpönt waren. Ein Flugblatt, das s. Zt. auf der „Gesolei“ nicht verteitt werden durfte, weil es deutsche Frauen aufforderte, deutsche Arbeit zu unterstützen, legte befonders beredies Zeugnis davon ab. Nach dieer durch Jahrzehnte gepflogenen Haltung war die Eingliederung in die nanonalsozialistische Frauenfront ohne weiteres gegeden. Die Vorkämpferinnen der „deutschen Frauenkultur" dürfen nun dankbaren Hers sehen, wie ihrer Ardeit durch die machwolle Tat B0) zens Adolf Hitlers unendlich breiterer *** den bereitet ist. * Keine Schlleßung der städt. Dieuststellen nachmittog. Das städt. Presseamt teilt mit: Die Austragung des Zählmaterials für die Personenstandsaufnahme 1933 findet heute nachmittag nicht statt. Eine Schlietzung der Dienststellen der städt. Verwaltung erfolgt daher am heutigen Nachmittage nicht. Der neue Termin der Austragung wird noch bekanntgegeben. * Der Verkauf von Tabakerzeugnissen unter Sieuer seichengrete. Am 21. 9. 33 wurde ein„Gesetz über das Verdot des Verkaufs von Tabakerzeugnissen unter Steuerzeichenpreis" verabschiedet. Der Inhalt des Gesetzer ist durch den Namen schon genugend gekennzeichnet Es mag nur noch bemerkt werden, daß auch keinerlei Rabatte auf Tabatwaren gegeben werden dursen. Gestattet ist nur ein Nachlaß bei Abgabe von Kisten in Höhe dis zu 3 Prozent. Preisermäßigungen sind auch zulässig im Falle der Geschäftsaufgabe oder des Konkurses oder bei eingetretener Minderung der Beschaffenheit der Ware. Hier muß aber das Hauptzollamt nach Einvernehmen mit der Vertretung des Einzelhandels die Genehmigung erteilen. * Verbesserung des Sportplatzes am Der städtische Sportplatz am Stamm wird gegenwärtig von Mitgliedern des Sportv. Schwarz=Weiß, die das Benutzungsrecht des Platzes besitzen, einer gründlichen Ausbesserung unterzogen und gleichzeitig um 3 Meter vergrößert. Neven neuen Torpfosten, die mit einem Netz versehen sind, wird ein Geländer um den Platz gebaut. Die Arbeiten, für die die Stadt die Materialien stellt, werden freiwillig ausgeführt. * Herner SS-Männer als Wachmannschaften ins Konzentrationslager. Am hiesigen Hauptbahnhof hatten sich gestern morgen ca. 30 SS=Männer mit gepacktem Tornister eingefunden, die mit dem Zuge 8,02 Uhr gen Osten fuhren, um als Wachmannschaften in einem Konzentrationslager in Pommern für längere Zeit Betätigung zu finden.— * Unverbessersich. Auf einer Bank im Park an der Behrensstraße saßen zwei junge Männer, die sich zagarettenrauchend die Zeit vertrieben und im Verlaufe der Unterhaltung ällig über das Erntedankfest äußerten. Ein SSupfa verbe hrer sorgte für die Festnahme der beiden sserlichen. abf Trups Un * Vermißle hausangestellte Wie berichtet, wurde seit dem 24. 9. die gestellte Maria Hennes, Wilhelmstraße wohnhaft gewesen, vermißt. Sie ist inzwischen bei Verwandten in Herne ermittelt worden. * Jahrroddiebstähle. Wie erst jetzt angezeigk, wurde am 11. 9., gegen 22.30 Uhr, an der Luisen= Ecke Eschstraße ein Damenfahrrad, Marke Stricker. Nr. unbekannt, gestohlen. In der Nacht zu gestern wurden aus den Kellerräumen eines Hauses in der Cranger Straße durch Einbruch ein Herrenfahrrad.Marke Rubin, Nr. 131 129 und ein Herrenfahrrad, Marke Opel. Nr. 936143 gestohlen. Außerdem wurden vier Flaschen Johannisveerwein entwendet. * Vom Hund gebissen. Das 4jährige Mädchen der Familie L. aus der Neustraße wurde gestern nachmittag von einem Schäferhund so heftig in die Hand gebissen, daß die Ueberführung in das Krankenhaus notwendig wurde. * Einheitsfront und Kampf für Großdeutschland! Die Ortsgruppe Börnig=Holthausen des Oesterreich.= Deutschen Volksbundes veranstaltet am Sonntag, dem 1. Oktober, im Lokale Kasino Teutoburgia eine Großdeutsche Werbeversammlung. Es spricht Herr H. Lange, Essen. Alle Angehörigen des früheren Oesterreich=Ungarn, ganz gleich welchem Staate sie jetzt angehören, ferner aber auch alle, die für ein Groß=Deutschland kämpfen wollen, sind herzlichst willkommen.— Die Ortsgruppenleitung gibt gleichzeitig bekannt, daß sich die Zahl der Ortsgruppenmitglieder innerhalb der letzten 2 Monate verfünffacht hat.— Beginn der Versammlung 3 Uhr nachmittags. Der Eintritt ist frei. * Deutscher Werkmeisterverband, Ortsgr. Herne. Die monatliche Versammlung ist auf den 8. 10., morgens 9.30 Uhr, verlegt.(S. Vereinskalender.) Dieser Platz erwartet Dich! Zum Theaterlpiel der„Deutlchen Bühne“! Er gewährt Dir beste Sicht- und Hörmöglichkeit! Er sichert Dir große Vorteile bei billigster Vormiete! Er gibi Dir Gelegenheit, sechs Vorstellungen beizuwohnen! Du siehst aus nächster Nähe das Westfälische Landestheater und das Hagener Stadttheater spielen! Willst Du zu denjenigen gehören, die nachher ihre Unschlüssigkeit zu bereuen haben? Alle beeile Dich! Noch ist es Zeit! Also heute noch zur Deutschen Buchhandlung. Bernhard Ewert, Bahnhofstraße 7. und Deine Anmeldung zur„Deutschen Bühne“ vollzogen! Der Rluge baut vor! * Männergesangvereine„Sangeslust 1865“ und „Heideblünichen 1897“ Herne. Eine außerordentliche Generalversammlung obige. Vereine findet am 3. Oktober um 21,30 Uhr statt (Siehe Vereinskalender.) *„Die sichere Existenz" Es sei nochmals auf die am Sonntag abend in Rahmen des 44. Stiftungsfestes des Gesellenvereins Herne=Zentral stattfindende Uraufführung der dreiaktigen Tragikomödie„Die sichere Existenz“ von Franz Semglaty hingewiesen. Da es sich um ein recht zeitgemäßes, geschickt, spannend und humorvoll gebautes Stück handelt, dessen Gestalten voll Blut und Leden sind, und da ferner die Rollen mit tüchtigen und erprobten Kräften besetzt sind, dürfte die Aufführung ein besonderes Ereignis werden. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pfg. * Verein heimattreuer Ofl. und Westpreußen Hern. Die am vergangenen Sonntag stattgefundene Versammlung wurde von dem Ortsgruppenführer, Landsmann Schiffke, mit Begrüßungsworten eröffnet. Zunächst gedachte man der bei Solingen verunglückten SA=Männer und der in der Heimat verstordenen Landsleute Doberstein und Frau Koschntk. Dann berichtete der Ortsgruppenführer über die Jugendfahrt nach der alten Heimat. Er übermittelte die Grüße der Landsleute aus dem Osten und schilderte, mit welcher Begeisterung, mit welcher Freundlichkeit und Gastfreiheit die Jugend in der Heimat ausgenommen worden sei. Aus der Fülle der Erlebnisse griff er die Ankunft in Marienburg, den Empfang und die Veranstaltungen in Danzig, Zoppot, Elbing, Königsberg, Goldap, Angerburg, Lötzen, Ortelsburg, Allenstein und Marienwerder heraus. Die Dampferfahrt durch die Masurischen Seen sei leider verregnet. Ganz groß sei aber das Erleben der nationalen Feierlichkeiten im Tannenbergdenkmal gewesen. Man habe das Gluck gehabt, die Führer des neuen Deutschlando, den grein Feldmarschall und Reichspräsidenten, den Volkskanzler und den Ministerpräsidenten Preußens an der denkwürdigen Statte zu sehen u. mit Hunderttausenden von Volksgenossen ihnen zuzujubeln. Die Fußballmannschaft der Jugendgruppe habe mit ihren Leistungen überall ganz beworragend und ehremoll abgr mitten. Mit Ausnahme von zwei Spielen, die unter ungünstigen Umständen stattgefunden hätten, seien sämtliche gewonnen worden. In Kurzebrack an der Weichsel und schon früher in Danzig sei der Jugend die Unsinnigkeit und Tragik der durch den Versailler herstellung vernünftiger Grenzverhaumisse—— deutlich gemacht worden. In seinem Schlußwort stellte der Vortragende nochmals den Wert und die Bedeutung dieser Ostlandfahrt unserer kommenden Generation heraus.— Zu den Organisationsfragen im Verbande machte der Führer bekannt, daß am 1. Oktoder 1933 der Uebergang des Hauptverbandes heimattreuer Ost= und Westpreußen in den Band Deutscher Osten vollzogen werde. Die Vereine blieben in ihrer Eigenart underührt, jedoch sollten sie in Stadtgemeinschaften zusammengeschlossen werden. Von den Mittetlungen des neuen Verbandsführer, Redakteur Tries, Oberhausen, wurde Kenntnis genommen. Mit einem Sieg=Heil auf die Ostmark und das deutsche Vaterland schloß der Ortsgruppenführer die Versammlung. * Geschäftsübernahme. Herr Mar Sprenger übernimmt mit dem heutigen Tage das frühere Schuhgeschäft Hauser, Bahnhofstraße. Das gesamte Personal der früheren Firma wurde mit übemnommen.(Siehe Anzeige.) Ersolge der NS. Volkswohljahrt in Wanne=Eicke : In den letzten Tagen hat die Ré. Volkswohlfahr in Wanne=Eickel wieder einen starken Zuwachs durch Neuanmeldungen erhalten. Auch an Spenden sind wieder namhafte Beträge eingegangen. Die am Samstag und Sonntag anläßlich des Parteitages durchgeführte Büchsen. sammlung der NSB. hat eine Summe von über 644 Mark erbracht. Die Kaisers Kafseegeschäfte werden für die Wintermonate Oktober 1933 bis März 1934 monatlich 300 Pfund Lebensmittel zur Verfügung stellen, also inssamt 18 Zentner und zwar auf 1=Pfund=Gutscheine der SDAP. Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die am 12. 9. beendete große Haupt- und Schlußziedung der 41.(267.) Lotterie hat mit ihren zahlreichen und hoden Treffern den glücklichen Gewinnern viel Freude und Wodlstand gedracht. Zu der nächsten 42.(268.) Lotterie mit einem gleich günftigen Gewinnplan ist der Lospreis auf N0 120.— d. 1. zu 3.— pro Achtel und Klasse herabgesetzt worden. Die Ziedung 1. Klasse findet am 20. und 21. Oktoder statt. Für die bisherigen Spieler werden die gebadten Lose bis zum 2. Oktober bei den zuständigen Lotterie-Einnehmern aufbewahrt. Es wird empfohlen bis zu diesem Tage die Lose abzuholen oder jedenfalls mitzutellen, daß die Lose weiker gespielt werden, wenn deren Bezahlung anch erßt später vor Beginn der Ziehung erfolgt. Vereinskalender Krieger= u. Landwehrverein 1865 herne. Zur Teilnahme an der Kundgebung am Erntedanktag treten die Kameraden Sonntag, den 1. Oktober, 13.30 Uhr im Vereinsheim H. Knapp, Bahnhofstr. 1. an. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet.— Die Teilnahme an den Festgottesdiensten wird den Kameraden empfohlen. Der Führer. K. K. V. Stammverein Auf die heute abend 8,30 Uhr stattstodende Versammlung im Vereinsheim Hotel Schmitz wird hiermit besonders hingewiesen. Der Vorstand. Jung-KKV. Herne Heute abend, pünktlich 8.30 Uhr, im Heim Versammlung. Die Mitglieder werden zahlreich erwartet. Die Führerschaft. Deutscher Werkmeisterverband, Ortsgruppe herne. Aus Anlaß des Erntedanktages findet die Versammlung nicht wie gewöhnlich am ersten Sonntage im Monat, sondern am 8. Oktober, morgens 9.30 Uhr im Lokale Köhlhoff. Wilhelmstr., statt. Generalversammlung der Männergesangvereine„Sangeslust 1868" und„Heideblümchen 1897“ Herne. Zu der am 3. Oktober d. J., abends 21,30 Uhr im Vereinslokal Georg Hirdes, Ostentor, stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung der Männergesangvereine„Sangeslust 1868" und „Heideblümchen 1897“ werden sämtliche aktiven und passiven Mitglieder beider Vereine herzlich eingeladen. Allen aktiven Mitgliedern wird der Besuch dieser Versammlung zur Pflicht gemacht. Krieger= und Landwehrverein Baukau. Sonntag, den 1. Oktober(Erntedankfest) Antreten zum Festzug um 13.45 Uhr im Vereinsheim. Der Vereinsführer. Tanzkursus. An dem Tanzkursus Freitag abend um 8 Uhr im Kath. Gesellenhause können noch einige Damen und Herren teilnehmen. Honorar für Damen 10.—, für Herren 12.— RM. Tanzichter Güntder =" 8 1 12.7 S 02 R8SAETESEASRRNSSE *.=anPabao..a. F 3 525 SUS3 G•— 1. 35 *: en KFER 18579 S S terprobe.— Am kommenden Sonntag, dem 8. Oktober, seiern wir unser 4. Stiftungsfest. Jungmännerverein. Montag Heimabend der Sturmschar; DonnersGott Dank zu sagen für die glücklich eingebrachte Ernte, ziehen wir am Tag des Erntedankes mit der Erntekrone, mit den Früchten des Feldes, die uns die Erde nach Gottes heiligem Willen gespendet hat, in unsere Gotteshäuser. Es ist der erste Oktober. Der Tag des Bauern! Der Tag der Gottesmutter! Könnte es eine schönere Verbindung geben? Uns Frauen des deutschen Landes hat dieser Tag mit seiner„Krone". die wir vor den Altar des Höchsten tragen, manches zu sagen. Der Kranz, gewunden aus den Früchten des Feldes— das Ergebnis leiblicher, mühevoller Arbeit— ist gleichsam die sichtbar gewordene Krone unseres Dankes, unserer Liebe, unserer Verehrung, die wir auch der Gottesmutter zu Füßen legen wollen. Unsere irdischen Früchte sind nun in Scheune und Stall geborgen. Die heilige Mutter, die Kirche, ruft uns zu neuem Sammeln und Ernten auf. In den kommenden Monaten der Stille wollen wir für unser geistiges und für unser Familienleben in die Scheuern unserer Seelen sammeln! Wir wollen einen neuen Erntekranz zu winden beginnen aus Früchten, die uns der Rosenkranzmonat bringt. Mögen die Aehren ebenso voll und ebenso schwer sein wie die, die der himmlische Vater in seiner großen Güte draußen auf den Feldern hat reifen lassen! Wir weben auch hier hinein unsere Sorgen, unsere Mühen, unser Leid und unsere Freude und wollen auch der Menschen gedenken, die fern von uns sind; Die Katholische Schulorganisation gibt als neue Folge von Elternhaus. Schule und Kirche eine Monatsschrift für die katholische Pfarrgemeinschaft veraus unter dem Titel:„Kirche und Volk“, die verdient, in jede katholische Familie Eingang zu finden, die es ernst meint mit deutschem Volkstum und kirchlichem Leben. Ihr entnehmen wir folgenden Aufsatz zum Erntedankfest: „Du kronent das Jahr!“ Nun fahrt der Sommer dahin. Raschelnd fallen die Früchte vom Baum. Und ein letzter leerer Sommerwind weht über die Stoppeln draußen vor den Toren der Stadt. In den Bauerngärten leuchten jetzt die Astern und Georginen ihren schönsten Farbengruß. Die blauen Wegwarten stehen still am Wegrand, und blasse Herbstzeitlose schmücken noch den verblichenen Wiesenrain. Das letzte Fuder des Erntesegens ist herein. Mit lautem Juchhe und Juchhei und überschäumendem Erntebier haben sie es glücklich durch Wetter und Regen in die Scheuer gebracht. Aus Blumen, Laub und Aehren ist der Erntekranz gewunden und mit bunten Schleifen und Bändern geschmückt Und die Mägde haben ihn dem Bauer überreicht mit Spruch und Wunsch: „Wir bringen dem Herrn die Krone von Korn. Sie ist gewachsen unter Distel und Dorn. sie ist gewachsen unter Hagel und Regen, wir wünschen dem Herrn einen großen Segen!" Und nun feiert auch die Kirche und mit ihr der rechte Christenmensch Erntedankfest, um aufrichtig und schlicht dem zu danken, der Samen, Wachstum und Frucht gegeben, der Brot wachsen läßt aus der Erde und Wein, der des Menschen Herz erfreut. Erntedankfest ist sichtbarer Ausdruck stillergebenen Dankes für all das, was aus Knospen und Blühen, aus heißer Arbeit und Mühe, aus Erwartung und Befürchtung herausgewachsen ist und nun wieder den Tisch uns decken läßt. Erntedankfeste sind so alt wie die Religion selber. Wie klopft und schwingt freudig unser Herz mit, wenn wir im goldenen Buche der Psalmen die Erntedanklieder des alttestamentlichen Gottesvolkes lesen, wo der Psalmist in überströmendem Dankgefühl die ganze Erde, Berae und Hügel, Quellen und tag Sturmscharabend und Führersitzung im Vereinszimmer; Samstag Spielabend. Jungfrauenkongregation. Dienstag Gesangabend; Mittwoch Handarbeitsabend. wir wollen gedenken der Not und des Elends, das draußen in den Städten und auf den Dörfern selbst mit wuchtigen, schweren, unbarmherzigen Schritten einhergeht und manchem Menschenschicksal den Stempel der Heldengröße aufdrückt und manches niederdrückt, wie der Sturm und der hagel das korn auf den Feldern. Der erste Oktober, der Tag der deutschen Erde — der Tag der Gottesmutter! Das ewige, heilige Gesetz der Verbindung von Mutter und Acker, der ruhende Grund jedes Volkes, gehegt und gehütet von allen, der ewig jung und fruchtbar bleibt, von Gott in seinem Schöpfungsplan gegeben. Der Acker, der uns Gut spendet, Mütter, die uns das Leben geben! Beide führen uns zurück zu den Quellen alles Seins. Eine tiefe Ehrfurcht erfaßt uns alle an diesem Tage zu unserem kostbaren Gut, zur Erde, die durch unsere Hände rinnt, wie die Perlen des Rosenkranzes, die durch unsere Finger gleiten. Wir deutschen Mütter und Frauen, die„Scholle" sind und sein werden, in die Gott der Herr seinen Samen gelegt, die der Herr zu„Erntehelfern auf sein Feld bestellt hat"; wir feiern am ersten Oktober unser Fest: Das Fest der größten und schönsten aller Mütter und Frauen, das Fest der himmlischen Mutter und das Fest unseres irdischen Ackers! Können wir nicht jubeln, uns freuen und danken, daß uns dieser Tag geschenkt worden ist? Orpha Fahl, Freiburg i. Br. Meere, Vögel und Wild und alles Getier aufruft, den Schöpfer zu preisen: „Jauchzet Gotte alle Lande— lobsinget seinem Namen— rühmet ihn, Berg und Tal! Das Land hat seine Frucht gespendet, es segne uns Gott, unser Gott— Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest unser Getreide wohl geraten, Du tränkest des Landes Furchen und feuchtest sein Gepflügtes— Du krönest das Jahr mit Deinem Gut. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.“ Das ist der tiefe Sinn des Erntedankfestest ein Besinnen auf das ewige Schenken Gottes an unsere Erde, ein Aufblick, eine Mahnung und ein eindringlicher Anruf, daß der Mensch sich nicht hinsetzt und die Gewinne zusammenrechnet und plant und ratet und überlegt, ohne des Gebers zu gedenken. Danken heißt denken. Denken, daß nicht unserer Hände Werk uns Früchte gibt, sondern Gottes Hände, die den Acker und die Saat gesegnet, die das Brot wachsen lassen aus Sonne und Regen und Wind, die den Keim aus dem Dunkel der Erde zu Wachstum, Frucht und Fülle führen und die Trauben schwellen und reifen lassen zum Licht. Und danken heißt schenken, heißt opfern und geben, mitteilen und wohltun den Nächsten, denn Gott, der seine Sonne scheinen läßt über Gerechte und Ungerechte, will, daß alle satt werden an seinem Tisch, auch die Verachteten und Geringen, und es ware eine Schande vor Gott, wenn Menschen, die sich Christen nennen, feiern, prassen und Dankeslieder singen, während ihre Brüder und Schwestern hungern und darben.(Und es hungern heute noch immer ungezählte Tausende von Brüdern!) Und dieses dürfte der tiefste Sinn des Erntedankfestes sein, daß alles, auch Korn und Brot und alle Frucht des Feldes, nur Gleichnis und Geheimnis ist, ein Wort von Gott und ein Gruß von Gott: der lebendige Keim, das Weizenkorn muß in der Erde sterben, wenn die Saat sprießen soll. Brot ist umes Leben, gewachsen im Licht, gereift in der Glut, hingemäht und hingeopfert in hartem Schnitt, zermahlen und zerrieben und wieder neu geeint „Stirb und werde!“ das ist die Stimme, der Ruf des Erntedankfestes. Und selig, die das Brot essen im Reiche Gottes, die Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt und als reise Garbe befunden werden am Erntedankfest der Ewigkeit. Das ist die stille Predigt des Erntedankfestes: Was der Mensch sät, wird er ernten. Saat und Ernte sind die Grundlagen unseres Lebens. Und wir Menschenkinder sind Gottes große Ernte. Daß Gott den Acker unserer Seele segne und eine köstliche Saat aus unserer Hände und Herzen Arbeit emporwachse zu reicher, hundertfältiger Frucht, daß jeder Tag uns reifer werden läßt für den Tag der Garben, das ist das Gebet des Erntedankfestes. Erntedankfest ist ein Tag, der stark, lebendig und laut zum Menschenherzen spricht. Man hat ihm vielerorts eine seine, ans Herz greifende, beseelte Form gegeben. So sah ich eine Erntedankfeier im Süden unseres Vaterlandes, wo die ganze Gemeinde sich am frühen Sonntagmorgen in einer Feldkapelle sammelte und nach Erntelied und digt in feierlichem Zuge— voran der grüne Erntekranz von Madchenhand getragen— in die Pfarrkirche einzog, wo der Bürgermeister, der Dorfälteste, den Kranz als Weihegabe am Altare niederlegte mit einem Gelöbnis für die Armen! Und am Nachmittag vereinte eine fröhliche Gemeindefeier alle auf dem Dorfanger mit Festspiel, Volkstänzen und allerlei ländlicher Kurzweil, fern vom Wirtshaus, ohne Alkohol, Couplets und sonstigem Stadtquark! Und in Schlesien hat man jüngst aus dem Erntedankfest ein Opferfest gestaltet. Mit Blumen des Feldes und der Garten die Kirche geschmückt, Lauvgewinde an den Pfeilern und den Erntekranz in der Mitte des Dorfkirchleins und an der Seite ein Opfertisch, umkränzt mit Laub und Blumen, wo alle ihre Gaben niederlegten für die Armen und Hungernden in den großen Städten. Und je höher der Gabentisch sich türmte, desto lauter die Freude und der Jubel im gemeinsamen Geven und Sichfreuen. Es ware an der Zeit, daß wir auch in der Großstadt dem Erntedankfest im Rhythmus des Kirchenjahres wieder mehr Wärme, Klang und Farbe geben würden. Eine große und feine Aufgabe der Kirche wäre es, in Verbindung mit der Gemeinde, mit der katholischen Jugend vor allem, in rechter Vermählung von Liturgie und Volksfrömmigkeit dem Erntedankfest in Stadt und Land eine Form und Feier zu geben, die seinen tiefen Sinn allen Christen neu enthüllen und deutlich machen würde, die die Gebundenheit von Gott, Natur und Mensch wieder lebendig in das Bewußtsein aller rückte. Und wenn heute, wo Stadt und Land noch oft so kühl, mißtrauisch und beziehungslos zueinander stehen, am Erntedankfest die Schicksalsgemeinschaft des Städters und des Bauern, das Treuverbundensein aller im Volke neu aufleuchtete und lebendig wieder erlebt würde, so wäre auch damit eine wertvolle Frucht in die Scheuer gebracht. Ein katholisches Hospiz in Berlin. Was uns Katholiken so lange in der Hauptstadt fehlte, ist nunmehr durch den Johannesbund(Sitz Leutesdorf) ins Leben gerufen worden: ein ganz neuzeitlich eingerichtetes, von katholischen Schwestern geleitetes Hospiz. das allen nach Berlin kommenden Katholiken ein trautes, vornehmes Heim zu billigsten Preisen dietet. Es ist das Christkönigshaus in der Petersburgerstraße 77. Auf nichtkatholischer Seite wurden schon längst in allen Großstädten des In= und Auslandes ähnliche Hospize gegründet, aber wir deutsche Katholiken waren hierin noch immer im Rückstand geblieben. Gerade in der Weltstadt Berlin war ein fühlbares Bedürfnis für ein derartiges katholisches veim vorhanden, wo Priester und überzeugte Katholiken freundliche Aufnahme und alle Bequemlichkeiten finden, die ihnen ein modernes Hotel dieten kann, außerdem aber Anschluß an Glaubensgenossen aus Berlin und dem ganzen Lande. Das Heim bietet bei Vermeidung jedes überflüssigen Luxuses allen Komfort: fließendes kaltes und warmes Wasser, Warmwasserheizung modernsten Typs, Lichtsignale und sogar Radioanschluß auf jedem Zimmer. In einer der schönsten Ringstraßen des Ostens gelegen, ist es vom Alexanderplatz mit der U=Bahn in wenigen Minuten zu erreichen. Eine große Annehmlichkeit bietet die öffentliche Kapelle, die von Künstlern der Abtei Maria Laoch ausgemalt ist, und in der Johannesschwestern ständige Sühneanbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten halten. Nähere Auskunft erteilt die Schwester Oberin des Christkönigshauses in Berlin O 34, Petersburgerstraße 77 Was eine Frau zum Erntedankfest meint Kirche und Volk DIss 130.— 5 „ T e h T SBSOSREES 3 S 3 S S 2.89 " S—• *— Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Büttner. Herne Fernsprecher 51784 13. Jahra. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Uhr mittags. Sonntag, 1. Oktober 1933 Nachdruck der Original-Artikel verdoten. Druck: Koetbers& Röttsches. Herne. H.=Göring=Str. 8 Nr. 40 Nachrichten für alle Pfarreien Katholilche Jugend Herne Für die männlichen Vereine. Betr. Teilnahme am Festzuge aus Anlaß des Erntedanktages. Die männlichen katholischen Jugendvereine beteiligen sich am Sonntag geschlossen an dem Festzuge aus Anlaß des Erntedanktages. Alle Jugendlichen versammeln sich mit ihren Bannern vor den Kirchen ihrer Pfarreien und ziehen geschlossen zum Jugendsaal hinter der Bonifatiuskirche. Die Mitglieder der Vereine von Bonisatius versammeln sich auf dem Jugendsaalplatz. Der gemeinsame Abmarsch zum Adolf=Hitler=Platz erfolgt pänktlich 2 Uhr über die Behrensstraße. Alle Jugendvereine führen ihre Banner mit. Die Führer der einzelnen Gruppen werden gebeten, für eine zahlreiche Beteiligung der Mitglieder Sorge zu tragen. Die Jugendverbände bilden die Kolonne 8 im Festzuge; diese findet ihre Aufstellung auf dem Fahrdamm vor dem Amtsgericht. Marschiert wird in strengster Ordnung und Disziplin. Den Anordnungen der Leiter muß Folge geleistet werden. Kochkursus. Nochmals sei hingewiesen auf den neuen AbendKochkursus, der Anfang Oktober in unserer Kochküche am Jugendsaal beginnen soll. Derselbe wird von einer geprüften Hauswirtschaftslehrerin geleitet und erstreckt sich über 3 Monate bei vier Kochabenden wöchentlich. Durch gründliche praktische und theoretische Unterweisung im Kochen, Braten und Backen erhalten die jungen Mädchen eine gute Ausbildung für ihren späteren hauswirtschaftlichen Beruf. Anmeldungen mögen umgehend erfolgen beim Präses der Kongregation, Marien= straße 1, oder bei Frl. Stahl, Vinckestr. 17. Sturmschar des Jungmännerverbandes. Wir treten Freitag abend 8.15 Uhr am Jugendsaal zur Michaelsfeier und Sonntag, den 1. Oktober, 1.30 Uhr zum Erntedankfest am Sturmscharheim Herz Jesu an. Alle Banner sind mitzubringen. Seid zur alle Stelle. Treu=Heil! Die gesamte Deutsche Jugendkraft beteiligt sich am kommenden Sonntag geschlossen am Erntedankfest. Wir treffen uns um 2(14) Uhr nachmittags am Jugendsaal(hinter der kath. Kirche) und marschieren von dort aus zum AdolfHitler=Platz. Fahnen und Wimpel führen wir mit. Tanzkursus. An dem Tanzkursus Freitag abend um 8 Uhr können noch einige Damen und Herren teilnehmen. Honorar für Damen 10.—, für Herren 12.— Mark. Tanzlehrer Günther. Verband der kath. Jungmännervereine, Bezirk Herne. Sonntag, den 1. Oktober, nehmen wir geschlossen an der Erntedankfeier teil. Wir treffen uns mit Bannern und Wimpeln um 13.30 Uhr am Jugendsaal und marschieren dann geschlossen zum Aufmarschplatz. Es wird nochmals an die Zusammenkunft der Frontposten am Samstag abend um 20.30 Uhr erinnert. Wir wollen die Durchführung der Werbeaktion für Sonntag, den 8. Oktober, festlegen. Wir machen jetzt schon auf den nächsten Ausspracheabend, der heute in 14 Tagen in St. Marien stattfindet, aufmerksam. Der Abend mun von Vereinsveranstaltungen freigebalten werden. Diözesanleiter Ernst Winkelmann, Bochum, wird an diesem Abend zu uns sprechen. Mit herzl.„Treu=Heil". Der Bezirksvorstand. St. Bonifatius=Pfarrei Gottesdienltordnung Sonntag. den 1. Oktober— Rosenkranzfest. 6 Uhr erste hl. Messe: 6.30 Uhr hl. Messe mit voln. Gesang: 7.15 Uhr Frühmesse mit Predigt; 8.20 Uhr hl. Messe für die höheren Schulen; 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Aussetzung und Segen; 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Rosenkranzbruderschaftsandacht mit Prozession und Segen. 6 Uhr feierliche Eröffnung der Rosenkranzandacht mit Predigt, Aussetzung und Segen. Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Knaben der Schule Wilhelmstraße, das Männer= apostolat, alle Männervereine, der Gesellenverein, der Kreuzbund und der poln. Rosenkranzverein. Die Krankenwoche hat Herr Vikar Heimbrodt. Im Oktobermonat ist jeden Abend um 6 Uhr Rosenkranzandacht mit Aussetzung und Segen. Als gute Katholiken wollen wir das wirksame und segensreiche Rosenkranzgebet hochschätzen und es gern und fleißig beten, um uns in den Anliegen und Nöten unserer Zeit die Hilfe und Fürsprache der Rosenkranzkönigin zu erflehen. Aus jeder Familie sollte wenigstens ein Mitglied täglich an der Rosenkranzandacht teilnehmen. Donnerslag ist von 5—7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Freitag abend 6 Uhr ist Herz-Jesu-Andachl, die mit der Rosenkranzandacht verbunden wird. Aus den Vereinen Jungfrauenkongregation. Donnerstag, den 5. Oktober, abends 8 Uhr, ist Sitzung des Vorstandes und der Bezirksleiterinnen im Konferenzzimmer. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten Der Mütter= und Elisabethverein lädt seine Mitglieder und Freunde herzlich zu dem Unterhaltungsnachmittag am Mittwoch, dem 4. Oktober, 3.30 Uhr im Gesellenhause ein. Da eine tüchtige Rednerin gewonnen ist und sich viele Damen in den Dienst der guten Sache gestellt haben, können wir allen Besuchern angenehme Stunden bei guter Unterhaltung versprechen. Kaffeekarte 50 Pf. Kinder zahlen die Hälfte des Eintrittspreises.— Kuchen ist im Saale zu haben Kath. Gesellenverein Herne-Zentral. Wir feiern Sonntag unser 44. Stiftungsfest. Wie es sich für echte Kolpingssöhne gehört, beginnen wir mit der Generalkommunion in der St.= Bonisatius=Kirche. Danach gemeinsames Kaffeetrinken mit unseren Ehrenmitgliedern im Gesellenhause. Die Saalfeier beginnt um 7 Uhr. Kolpinigsorchester, Kolpingschor und unsere Turnabteilung helfen die Feier verschönern. Unser allverehrter Ehrenpräses, Herr Pfarrer Eggenwirth, hat die Festrede übemommen. Den Abschluß bildet die Uraufführung der Tragikomödie„Die sichere Eristenz“ von Franz Semglaty. Wir laden die ganze Kolpingsfamilie, Freunde und Gönner hierzu herzlich ein. Eintrittspreis 30 Pf. Ehrenmitglieder frei Karten nicht vergessen. Montag abend 7.30 Uhr ist unser beliebter Tanzabend. Auch hierzu sind alle treundlichst eingeladen Jungmännerverein. Heute um 8 Uhr Jungenschaftsabend. Montag außergewöhnliche Führerschaftssitzung. Dienstag Heimabend der Sturmschar. Unser Stiftungsfest rückt immer näher beran Montag abend wollen wir den Verlauf des Fester noch einmal miteinander besprechen. Alle müssen zur Stelle sein. In der nächsten Woche erhält jeder Mitglied einen Rundbrief. Wir bitten, denselben wohl zu beherzigen. Wir haben uns so oft das Wort„Treu=Heil" zugerufen. Jetzt liegt es an euch. das Wort wahrzumachen. Durch Treue zum Heil Jeder muß sich verantwortlich fühlen für den gesamten Verein. Dieses Verantwortungs= und Gemeinschaftsgefühl soll am Tage unseres Stiftungsfestes, am Sonntag, dem 8. Oktober, so recht einmal wieder zum Ausdruck kommen. Zuerst des Morgens an der Kommunionbank, dann aber auch des Nachmittags bei der Familienseier un großen Gesellenhaussaal. Jeder von uns, der noch aus lebendigem Glauben in die neue Zeit hineindenken kann, weiß, was an diesem Tage seine Pflicht ist Irgendwo ist vor kurzem einmal gesagt worden. die katholische Jugend beständ nur noch aus Organisationen, Verbandshäusern und Fahnen. Jugend wär keine da. Beweise du das Sonntag an der Kommunionbank und im Gesellenhaussaal. Auch an die Eltern unserer Jungen, an alle Freunde und Gönner des Vereins richten wir die dringende Bitte, von unserem Kartenverkauf rege Gebrauch zu machen. Der Verein ist durch die ungünstigen Zustände der letzten Wochen in große Schulden geraten. Wir stehen wirtschaftlich ganz für uns selber. Darum müssen alle uns helfen, das stolze Werk des Jungmännervereins über die Wochen der Not hinüberzuretten in eine bessere Zukunft. Auf daß für uns Wahrheit werde das Wort des großen deutschen Dichters Goethe:„Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten". Mit„Treu=Heil". Der Präfekt Schlesischer St.-Johannes-Verein herne. Alle Mitglieder, die in unserer letzten Monatsversammlung nicht anwesend waren, setzen wir hiermit über den Verlauf derselben in Kenntnis. Nach Eröffnung mit dem üblichen Gebet wurde die Ersatzwahl des Vizepräses vorgenommen. Einstimmig wurde unser langjähriges, rühriges Vorstandsmitglied Lorenz Pusz gewählt. Er übernahm den Posten und dankte den Versammelten für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach. seine ganze Kraft für das Wohl des Vereins einzusetzen. Der hochw. Herr Präses übergab dem neuen Vizepräses den Vorsitz und dieser leitete die Versammlung in ruhiger und sachlicher Weise zu unserer aller Zufriedenheit. Zum Danke wollen wir alle mitarbeiten zum Wohle unseres Verein Bei der nächsten Generalversammlung sollen alle Vorstandsmitglieder durch jüngere Kräfte ersetzt werden, damit in unserem Verein wieder frisches Blut pulsiert im Sinne der heutigen Zeit und in Anbetracht des Wahlspruches„Treudeutsch und gut katholisch“. Wir bitten unsere Mitglieder, doch ihre Söhne dem Verein zuzuführen, damit sie mitarbeiten am Aufbau unseres Vereins. Das waite Gott Herz=Jesu-Pfarrei Gottesdienltordnung Sonntag, 1. Oktober, 17. Sonntag nach Pfingsten Rosenkranzfest— Erntedankfest. 6.30 Uhr hl. Messe: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse: 10.15 Uhr Festhochamt mit Te Deum anläßlich des Erntedankfestes. 2.30 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen Gründung des DDAC. Der Deutsche Automobilklub“. 7 Ueber einkommen zwischen REKK. und ADAC. Unter Anerkenung der dem RSKK diniort gebührenden Führung aller die deutsche Kraftfahrt umfassenden Belange. haben am Tage nach der„2000=Kilometer=Fahrt“ der DAC., AVD., RDA. und DXC. mit dem RSKK. vereinbart, die genannten Klubs abzulösen zugunsten eines einbeitlichen Automobilklubs und ihr Wirken auf dieses Ziel einzustellen. Das völlig selbständig bleibende Nationalozialistische Kraftfabr=Korps(RSKK.) erblickt die Gewähr fur das gesunde Gedeihen eines solchen im Geiste der neuen Zeit wirkenden großen Automobilklubs nicht im plötzlichen Zusammenschluß aller Verdände, sondern am sichersten im organischen Aufbau. Als dessen organisatorische Grundlage gebührt dem ADAC. in Würdigung seiner geordneten Einrichtungen und seines hoben Mitgliederbestandes der Vorrang. Aufbauend auf dieser Grundlage und entsorechend dem zwischen RSKK. und ADAC. getroffenen Uebereinkommen wurde nunmehr„Der Deutsche Automobil=Club“ (DDAC.) mit dem Sitz in München gegründet, in den der ADAC. hiermit aufgeht. Aufgabe des DDAC. ist es. zemeinsam mit dem NSKK. die Motorisierung Deutsch= lands zu fördern und die Belange der deutschen Kraftsadrer durch Zusammenschluß aller geeigneten Kräfte zu vertreten. Wie notwendig dieses Ziel wurde, beweist die Tatsache, daß es zwar eine unerträgliche Vielbeit von Klubs gibt, daß aber in deren Reihen nur etwa der zehnte Teil der Kraftabrer organisiert und obendrein infolge der Zersolitterung dauernd geschwächt worden ist. Die nunmehrige Gründung des DDAC. beseitigt diesen unhaltbar gewordenen Mißstand. Das RSKK. mit den Motorstürmen der SA und SS. wird als im langjährigen Kampf ervrobter Wadrer des nationalsozialistischen Ideengutes und als alleiniger Träger des Kraftsvortes die Führung der deutschen Kraftfahrer verkörpern und deren Kräfte vereinen. Der DOAC. als maßgebende Organisation der übrigen deutschen Kraftfahrer widmet sich neben gewissen sportlichen Aufgaben den wirtschaftlichen, touristischen und technischen Belangen. Seine Einrichtungen letztgenannter Art stellt der DDAC. auch den RSKK.=Mitgliedern zur Verfügung. Ebenso wird der DDAC. durch die regelmäßige Abgabe eines Beitragsanteils den Kraftfahrgeländesport des RSKK. fördern. Die Entscheidungen in wichtigsten Maßnahmen des DDAC. ersolat in stetem Einvernehmen mit dem Korosführer des REKK., der als der Beaustragte des Kraftfahrivortes und in seiner Eigenschaft als der Präsident der Obersten nationalen Svortbehörde auch die kraftjahrsport= lichen Angelegenheiten Deutschlands bestimmt. Der DDAC. wird als sichtbaren Ausdruck seines vom nationalsozialistischen Geiste durchdrungenen gesamten Wirkens in seiner Flagge das Sombol des neuen Deutschland tragen und jeden deutschstämmigen Kraftfahrer aufnehmen. der sich dieser Auszeichnung würdig erweist. An die Automobilklubs und insbesondere an die große Masse der bisher noch nicht organisierten Kraftfahrer ergebt heute der Ruf:„Schließt die Reihen! Jeder ist nunmehr in der Lage, am gemeinsamen Ziel mitzuwirken und sich seiner Eignung oder Reigung entsorechend im RSKK. oder DDAC. einzugliedern, um an Stelle der bisberigen Zersolitterung den Zusammenschluß zu jeven zugunsten der deutschen Kraftfahrt und der deutschen Kraftfabrer. In dem zwischen dem RSKK. und dem ADAC. getrofsenen Uebereinkommen beißt es: Alle Aktiven und Passiven des— alsdann bisherigen — ADAC geben auf den DDAC. über. Dadrurch sind auch sämtliche organisatorischen Einrichtungen des ADAC. dem DOAC. übertragen worden. Das Präsidium des DDAC. besteht aus dem Präsidenten Fulle und den Viseoräsidenten Filler und Krotb vom ADAC. Weitere Vizeoräsidenten sind der stellvertr. Korosfüdrer des RSKK.. Pros. Opvermann, und ein noch zu bestimmender bedördlicher Vertreter. Die Gauleitungen und sonstigen wichtigen Außenstellen des DDAC. werden im Einvernehmen mit dem Korpsfüdrer des RSKK. vom Präsidium des DDAC, bestimmt. Das Personal des ADAC. wird vom DDAC. zu den bisherigen Bedingungen übernommen, und zwar zunächst bis zum 31. Dezember 1933. Mitte November 1933 wird über die endgültige Uebernahme eine Vereinbarung zwischen DOAC. und Personal getroffen. Bis zur endgültigen Ernennung eines Verwaltungsdirektors des DDAC. wird Major a. D. Guth vertretungsweise mit der Führung der Geschäfte beauftraat. Sämtliche Verrragsabschlüsse der aDAC. einschließlich solcher üder Betriedsstoffe gelten hiermit als gekündigt 9DAC. wird nach eigenem Ermessen bestimmen, od und wie weit neue Verträge getätigt werden sollen. Die Mitglieder des ATKC. werden vom DDAC. übernommen mit Ausnahme der nichtariichen ADAC.=Mitglieder. Die Beitragsdöbe des DDAC. ist die bisberige des ATAC., nämlich jährlich Gruppe 1(Kraftwagen) 30 Mark. Gruope 2 (Motorrad) 20 Mark, Gruope 3(Motorboot) 30 Mark und Gruppe 4(Wirtschaftsmitglieder) 10 Mark. Aufnahmegebühr in allen Abteilungen 5 Mark. Den Mitgliedern des DDAC. werden die gleichen Leistungen wie bisder beim ADAC. geboten: eine Steigerung dieser Vorteile der Mitgliedschaft gebört zu den Hauptpflichten des DDAC. Satzung und Savungsänderungen des DDAC. bedürfen der Bestätigung des Korpsführers des NSKR. DDAC fördert den Kraftsadr=Geländesport des RSKK durch Abgabe eines regelmäßigen Beitragsanteils, und zwar in einer bereits vereinbarten Höde. Die bisderigen Ortsarupven des ADAC. werden die offiziellen Ortsgruppen des DDAC. Die Aufnahme anderer Verbände und dergleichen sowie Abkommen mit ibnen unterliegen grundsätzlich der Entscheidung des Korosfüdrers des RSKR. Pferdesport Reunen zu Rarlodorft. 1. Ookar=Oeblschläges= Jagdrennen: 1. Stall Nemos Palfreo(Oehme). 2. Proamos, 3. Derwisch. Sieg 19:10. Platz 14, 37:10. Ferner: Pesver, Loierschwanz, Polastwache. 2. Jungsern=Hürdenrennen: 1. Graf C. A. Wutbenaus Marschall(Adr). 2. Honortus, 3. Rbeinfahrt. Sieg 21:10. Platz 12, 17. 13:10. Ferner: Goldene Aue, Lampade. Heimwehr, Pilotin. Tasmania, Schumi Marizza. 3. Echo=Flachrennen: 1. Ch. Halltwells Chilos(Völkel), 2. Abendgeläut, 3. Parademarsch. Sieg 40:10. Platz 22, 49:10. Ferner: Minas. 4. Berolina=Jagdrennen: 1. P. de Nullo=Browns Rekrut (Wolff). 2. Trovoatore, 3. Manuskript. Sieg 33:10, Platz 14, 18, 37:10. Ferner: Schwarzwaldreise, Bamberg, Explosion. Inge. 5. Kott=Flachrennen: 1. Dr. v. Kleefelds Scolaro (Böhlke), 2. Marland, 3. Violine. Sieg 57:10, Platz 16. 17, 14:10. Ferner: Pollux, Jawort, Galgenvogel, Amarant. Sonnebura Ratsberr. 6. Herbst=Preio: 1. Heinz Stadle Crcofin(Hauser). 2 Mausi, 3. Drusus.„Sieg 22.10, Plaz 12. 19:10 Herner: Morvianaus. Wisa Gloria. 7. Cassius=Flachrennen: 1. Stall Heindurgs Wolkenlos (Sauerland). 2. Melampos, 3. Jagdiunker. Sieg 51:10 Platz 20, 28. 26:10. Ferner: Chinaseuer, Soll und Haben, Komödiant, Konluela, Luxus. Doppelwette 3. und 5. Rennen: 211:10. Neunen iu Enahien. 1. Rennen: 1. Fortunio(Tremeau). 2. Gerbert. 3 Belmar. Sieg 22:10. Platz 15. 25. 39:10. Ferner: 5 Pferde 2. Rennen: 1. Manteau de Savoie(Hieronimus), 2 Unic, 3. Macon. Sieg 19:10, Platz 13. 21. 25:10. Ferner: 5 Pferde. 3. Rennen: 1. Argentanais(Lock), 2. Double Deur 3. Manolyta. Sieg 25:10, Platz 13. 24, 15:10. Ferner: 7 Pferde. 4. Rennen: 1. Compere Guilleri(Niaudot). 2. An Mitrailleur, 3. Partbebopia. Sieg 75:10. Platz 26, 30, 19:10. Ferner: 7 Pferde. 5. Rennen: 1. Mousquetaire(Chaussour), 2. Paray le Monial, 3. Sautos. Sieg 27:10, Platz 15. 23. 18:10 Ferner: 6 Pferde. 6. Rennen: 1. Louppo(Ncel), 2. Fortunatus. 8. Suzerain. Sieg 26:10, Platz 14, 16, 20:10. Ferner6 Pferde. Witterungsbericht 1 Unter dem Einfluß zusammensinkender herrscht über ganz Mitteleurova heiteres oder wolkenlose: Wetter. Innerbalb der über diesen Gebieten lagernden leuchten Warmluft konnten sich bei der starken nächtlichen Ausstrahlung und infolge der gexingen Lustbeweg##ng frühmorgens starker Nebel oder Dunst bilden. Der Wirde! der Biskaya hat sich verstärkt, bringt aber nur noch Weitküste Frankreichs leichten Regen und teilweise Gewitter. Im übrigen Frankreich setzt sich der über der luß des olteuroväischen Hochdruckgebietes durch. Bei der über Westdeutschland derrichenden östlichen Luftströmung wird diese Störung außer hoher Bewölkung zunacht keine Wetterverschlechterung bringen. Das Wetter dleibt daber heiter und warm, zumal auch die ozeanischen Störungen noch immer gegen Nordosten abwandern. Vorhersage für Freitag: Bei geringer Lustbewegung noch leichter Frühnebel. Aufkommende hode Bewölkung Sonit Fortbestand des warmen Wetters. Danksagung Für die uns beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter überaus zahlreich erwiesene Anteilnahme, für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die große Beteiligung zur letzten Ruhestätte, besonders auch seitens des Mütter-Vereins Herz-Jesu, sprechen wir hiermit unsern tiefgefühlten herzlichen Dank aus. Herne, den 28. September 1933 Heinrich Körner und Kinder Für den Rosenkranzmonat! Rosenkränze in allen Ausführungen vorratig. 15, 30, 40, 70, 90 Pl., 1.10, 1.60 Mk. und höher. Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Strehe 8— neben dem Postemt. ingeniet Elektrote lehrtobr Inngeineurschule Umenau i. Thür. Elektrotechnik, Maschinen-, Auto- und Flogzeugbau lehrfobrik für Praktikanten, Werkmeisterabteilung Flogbetrieb im Fliegerlager backen Sie schnell und sauber mit elektrischem Hörncheneisen zu 9— RM. und dem elektrischen Waffel=Eisen zu 12.— RM. Julius Berke Bahnhofstraße 77 Ruf 513 05. 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Da wäre ich sofort weggegangen.(Große Heiterkeit. in die auch die Angeklagten einstimmen, und auch vander Lubde, der den Kopf weiterhin gesenkt hält. scheint zu schmunzeln.) Vorsitzender: Sie sollen gelagt daben:„Der Mann paßt, den können wir gebrauchen.“ Zeuge: Aber Herr Hoher Rat, das soll ich gelaut daben?(Erneute Heiterkeit.) Ich din ja in gar keiner Partei. Der Zeuge bleibt unveretdigt und wird unter Umständen bei der Verhandlung in Berlin nochmals gedort werden. Die Sitzung wird dann auf Freitag. vormittag 9.30 Uhr zur Vernehmung der übrigen Zeugen zu diesem Fragenbereich vertagt. Von Samstag bis Mittwoch keine Verhandlung Leipzig. 28. Seot. Der Reichstagsbrandstiftervrozeß wird am Samstag bis einschließlich Dienstag aus Anlaß des vierten Deutschen Juristentages unterbrochen werden. Vermischtes Der verbannte Maharadscha Der Madaradscha von Alwar ist in England eingetrofsen. In seinem Staat. der 750 000 Einwodner zählt. ist ein Aufruhr ausgebrochen, und zwar lehnten seine Untertanen sich gegen die zu hoben Steuern auf. Mit britischer Hilfe wurde der Aufstand unterdrückt, der Maharadscha mußte aber darein willigen, sich für zwei Jahre sern von seinem Land auszuhalten. Er wird diesen „Urlaub“ zum Teil in London verbringen. Es dat sich gezeigt, daß die Finanzen seines Staates in großer Unordnung sind und daß sicherlich sieben bis acht Millionen ersorderlich sein werden. um die Angelegenheiten wieder in Fluß zu bringen, denn der Maharadscha hat außerordentlich große Ansprüche gestellt, während seine Einnadmen im Grunde gering waren. Das Merkwürdige an diesem Madaradscha ist, daß er sich selber für eine Reinkarnation des Propheten Mohammed und des Hindu=Gottes Rama hält und demgemäß den Versuch gemacht hat. die Mohammedaner und Hindus in Indien zu versöhnen und zu vereinigen. So lange der Mabaradscha in seinem Palast in Alwar lebte, der nicht sehr weit von Delhi entsernt ist, ließ er sich jeden Morgen zwischen vier und fünf Uhr von einem Diener durch einen Lodgesang auf die Götter wecken. Dann badete er in einem großen Wassergefäß und besuchte, nur gans leicht bekleidet. den Tempel. um zu den Göttern zu beten. Hierauf kleidete er sich an und begab sich in den Audienzsaal. wo er stundenlang Bittsteller empfing und sich Berichte über Gerichtsentscheidungen vortragen ließ. Denn bekanntlich dat der Maharadscha Leben und Tod seiner Untertanen in der Hand. Man verurteilt dort aber sehr selten einen Verdrecher zum Tode, sondern beschränkt sich meist darauf. ihn ledenslanglich einzukerkern. Später am Vormittag unternahm der Maharadscha dann eine Fahrt mit einem der zahllosen Autos, die ihm zur Verfügung standen und die er so liebte, daß er sie auch für den kürzesten Weg denutzte. Nach dem Lunch hielt alles im Palast Mittagsrude. Erst um fünf Uhr nachmittags begab sich der Madaradscha in sein Büro. um hier seine verschiedenen Finanzgeschäfte zu erledigen. Schon vor einigen Jahren wurde er davor gewarnt. allzu lururiös zu leben. er richtete sich jedoch nach dem Beispiel der reicheren Fürsten Indiens. die ja über erstaunliche Reichtumer verfügen: „Werk und Volk“. 28. Sept. 1933. eruf dem 14. Deutschen Bergmannstag hielt Reichswirtschaftsminister Schmitt eine Ansprache, bei der er ausführte: Neben der deutschen Landwirtschaft hat wobl der Bergbau am meisten unter den Einflüssen der Nachtriegspolitik gelitten. Wir erlebten ein beispielloses Absterben der Initiative und der wirtschaftlichen Unternehmungslust. Wir hatten eine Sozialvolitik, die nur von politischen Tagesfragen geleitet wurde. In einer Zeit buzerster Kapitalarmut erfolgte eine ungevure Flucht in die Maschine. Dabei fehlte es an jeglicher Reserve für den Fall niedergebender Konjunktur. Ueberkapazität der Produktion und Minderverbrauch. Diese Lage mußte zu einer Massenarbeitslosigkeit führen, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Aber ebenso klar ist auch, daß ein Wiederaufbau unserer Wirtschaft ohne Verwendung der technischen Fortschritte unmöglich ist. An die Spitze unseres Aufbauprogramms setzen wir die beiden Worte:„Werk und Volk“. Wir seben den deutschen Arbeiter und sein wirtschaftliches Schicksal untrennbar verbunden mit dem Schichal leines Werkes. Der deutsche Arbeitgeber muß wissen, daß die Wirtschaft nicht wieder ausgebaut werden kann auf Not und Elend der Arbeiter. Obne leistungsfähige Wirtschaft keine gesunden Arbeiter und ohne einen leistungsfähigen Arbeiter keine gesunde Wirtschaft! Kein Stand, keine Klasse, kein Wirtschaftszweig kann gesunden auf Kosten der Arbeit. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich der Grundgedanke für die Wirtschaft im neuen Reich, der Leitsatz, daß der Nutzen des einzelnen nichts bedeutet gegenüber dem Wert der Arbeit und der Wert der Arbeit nur nach dem Nutzen für das Gesamtwohl eingeschätzt werden darf. Nach diesem Gedanken zu handeln, ist die Forderung des Tages und der Zukunft. Der deutsche Berabau ist vor eine besonders chwere Aufgabe gestellt. Gerade hier im Ruhrbezirk ist die Arbeit besonders schwer und grog. Nehmen Sie von hier die Ueberzeugung mit, daß sich Ihre Arbeit in Zukunft gründen kann auf eine klare und gesunde Wirtschafts= und Finanzpolitik unseres Volkes. Ich bitte Sie. von mir als dem verantwortlichen Minister die Versicherung in Ihren täglichen Arbeitskampf mitzunehmen, daß die Zeit, in der für die staatliche Wirtschaftspolitik der Tageserfolg richtunggebend war, vorbei ist und daß vom Staate aus nichts geschehen wird, was nicht auf lange Sicht gesehen, der Wirtschaft und dem deutschen Volke dienen soll. (Lebhafter Beifall.) denn bekanntlich gibt es in Indien mehr Millionäre als in der ganzen übrigen Welt zusammengenommen. Von dem Nizam von Hoderabad zum Beisviel weiß niemand. wie reich er in Wirklichkeit ist: man gibt schätzungsweise seinen Reichtum aus etwa acht Milliarden an. Der Inder Thakkar hat erst vor kurzem die Lebensweise der Füsten scharf angegrissen und ihnen Verschwendungssuch vor: geworfen. Er behauptet, daß in vielen Fällen 50 Trosent des Staatseinkommens und mehr für den Fürsten und eine Familie ausgegeben werden. Im ganzen scheint es. als ob auch die indischen Fürsten Schwieri keiten haben werden. ihre Throne aus die Dauer zu behalten Rundfunk=Programm nika. 20. Im Sommer 21. Die Zeit. 22. Von den Freitag, den 29. September 1933. 6,00 Morgenrns. 1. Benedictus(Perosi). 2. Spruch des Tages. 6,05 Morgenkonzert. I. Tetl. 1. Ungartsche Rhapsodie Nr. 4(Liszt). 2. Matrosenchor aus der Oper„Der fliegende Holländer“(Rich. Wagner) 3. Ouvertüre zur Oper„Zar und Zimmermann"(Lortzing). 4. Espana, Walzer(Waldteufel). 5. Querschnitt durch die Operette„Die Geisha"(Jones). 6. König=KarlMarsch(Unrath). 6.00 Wiederholung des Spätberichts. 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7.00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,03 Wiederholung des Morgenrufs.— Anschließend: Morgenkonzert. II. Teil(Schallplatten). 8,00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10,10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Richard Heinemeyer:„Was ist los im Sport?"] Horst Slesia:„Schlagbäume rings“ (Von der Kleinstaaterei in Deutschland). Dr. Roch:„S.O.S. aus Brasilien". 11,00 Französischer Schulsunk fur die Mittelstufe höherer Lehranstalten. Une excursion de vacance. 11.58 Wettervorhersage. 12,00 Unterhaltungskonzert. Frisch gespielt und froh gesungen. Leitung: Kneip. Mitwirkende: Frau Flecken(Sopran), Marga Bäuml(Gitarre), Heinz Schlebusch(Tenor), Jacob Schumacher(Bandoneon), die 6 frohen Sänger, der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Josef Breuer, Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 1. Rheinische Kirmes. 2. Die Tiroler sind lustig. 3. Das braune Maidelein. 4. Das Ringlein 5. Die Eiseler. 6. Bettlerlied. 7. Laß mich schlummern. 8. Abendsegen. 9. Liebeswechsel. 9a Zwei Kurzgedichte. 10. In der Marienkirche. 11. Stirb. Lieb und Freude. 12. Hans Spielmann, der hat eine einzige Kuh. 13. Et sall mich ens verlange. 14. Ueber die Berge mit Ungestüm. 15. Tanzlied 16. Der Postillon. 17. Morgenlied der Zigeune.. 18 zwei Hasen. 23. Vogelhochzeit. zwei Hasen. 23 13.15 Mittagsbericht l. 13,30 Mittagskonzert. Das Städtische Orchester Münster, Leitung: Werner Göhre. 1. Ouvertüre zum Schauspiel„Der Erlenhügel“(Kuhlau). 2. Norwegischer Brautzug im Vorüberziehen(Grieg). 3. Melodien aus der Oper„Mignon"(Thomas). 4. Zigeunerliebe, Walzer(Lehar). 5. Rhapsodische Fantasie (Urban). Gegen 14,00 Mittagsbericht II. K 4 15,00 Hermann Leusner: Deutschlands Hochseesischerei. 15.20 Stimme der Bewegung. 15,30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Jugendsunk. Jungen. 16.30 Ein Erlebnisbericht— im Hintergrund: Die Völkerkunde. Unter Menschenfressern und Kopfjägern. Pater Kirschbaum erzählt von 25jähriger Tätigkeit im ehemaligen Deutso=Neu=Guinea. Ein Museumsleiter hat noch etwas Nützliches hinzuzufügen.. 17,00 Besperkonzert. Mozart. Klarinetten=Quirett in 17.30 Musikalisches Kunterbunt. Die fröhlichen Fünf, Solistin: Else Kau, Begleitung: Egbert Grape (Klavier), Karl Oehl(Akkordeon), (Saxophon), Emil Hösel(Schlagzeug). 18,15 Dr. Aenne Baier: Die Landhilfe kehrt in die Stadt zurück. Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. Präsident Dr. Schlange: Die preußisch=süddeutsche Staatslotterie und ihr neuer Spielplan. 19,00 Reichssendung: Stunde der Nation. WilhelmBusa=Stunde. Hörfolge von Heinz Schwitzke. Musik: Hans Joachim Sobanski. Spielleitung: Werner Pleister. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.05 Operette ist Trumps. Leitung: Kneip. Musikalische Leitung Kühn. 1. Das Liedespfand. Kurzoperette von Hermann Bredehöft. Musik von Gustav Kneip. 2. Das Große Los. Kurzoperette von Hermann Bredehöft. Musik von Gustav Kneip. 3. O rühret nicht daran. Gesammelte Schwächen von Theo L. Görlitz und Gustav Kneip. 22,05 Spätbericht. 22.30 Was gibt's nächste Woche in Westdeutschland? 18.30 18,40 16. Der Postillon. 11. Morgenlied der Ilgeuner. 10.—„—„ Zigeunerchor. 18a Kurzgeschichte. 19. Ziehharmo= 22,45 Allerlei Musik. Die fröhlichen Fünf. Dollar in Berlin: 2.777 gegen 2.752 vorher(Parität 4.198 Mark). Bjund in Berlin: 13.07 gegen 13.02 vorher(Parität 20.429 Mark). Holländisches Gemüse auf Berliner Müll Das Gemüse=Paradies auf Brandenburger Sand? Ein großer Versuch zur deutschen Selbstversorgung Keine Boykottmaßnahmen gegen Warenhäuser Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland, Börger, hat folgende Anordnung erlassen: Trotzdem am 7. Juli 1933 eine Verfügung des Stellvertretenden Führers der NSDAP., Pg. Rudolf Heß, in bezug auf den stillen und offenen Kampf gegen Waren= und Kaufhäuser ergangen ist, laufen beim Reichsarbeitsminister wie auch in meinem Treuhänderbüro immer noch Beschwerden der schaffenden Volksgenossen in diesen Betrieben über stillen und offenen Boykott ein. Ehe ich von polizeilichen Mitteln Gebrauch mache, gebe ich hierdurch noch einmal eine letzte Warnung mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung des Stellvertretenden Führers Pg. Rudolf Heß bekannt: Die Einstellung der NSDAP. zur„Warenhausfrage“ ist im Grundsätzlichen nach wie vor unverändert. Ihre Lösung wird zu geeigneter Zeit im Sinne des NS. Programms erfolgen. Im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftslage hält die Parteileitung vorerst ein aktives Vorgehen mit dem Ziel, Warenhäuser und warenhausähnliche Betriebe zum Erliegen zu bringen, für nicht geboten. In einer Zeit, da die NS. Regierung ihre Hauptaufgabe darin sieht, möglichst zahlreiche arbeitslose Volksgenossen zu Arbeit und Brot zu verhelfen, darf die NS. Bewegung nicht dem entgegenwirken, indem sie Hunderttausenden von Arbeitern und Angestellten in Warenhäusern und den von ihnen abhängigen Betrieben die Arbeitsplätze nimmt. Den Gliederungen der NSDAP. wird daher untersagt. bis auf weiteres irgendwelche Aktionen gegen Warenhäuser und warenhausähnliche Betriebe zu unternehmen. Andererseits ist es den Mitgliedern der NSDAP. verboten, für Warenhäuser zu werben. Am 7. Juli 1933. Rudolf Heß. Stellvertreter des Führers. Im Interesse der Erhaltung der fraglichen Unternehmungen als Arbeitsstätten einer sehr großen Zahl deutscher Angestellter und Arbeiter und als Arbeitsvermittler für eine noch weit größere Zahl von ihnen sind Boykott= und andere Maßnahmen, die sie am Geschäftsverkehr mit ihren Lieferanten oder ihren Abnehmern behindern(wie zum Beispiel Aufstellung von schwarzen und weißen Listen, Nichtaufnahme in Bezugsquellenregister, Inseratensperre, Abschrecken der Kundschaft durch Postenstehen, Flugblätter, Plakate), im Sinne der Aufgabe bestimmter Warenarten oder Betriebszweige von jedermann uunterlassen. gez.: Börger Treuhänder der Arbeit Rheinland. Bilanz von„Ewald“ und „König Ludwig“ Die Gewerkschaften„Cwald"(Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks„Ewald". Herten i. W.) und König Ludwig"(Gewerkschaft„König Ludwig, Recklinghausen) legen ihre tertlich fast gleichlautenden Geschäftsberichte für das Jahr 1932 vor. Es wird hier ausgeführt, daß das Berichtsjahr durchweg im Zeichen einer rückläufigen Entwicklung stand, die im zweiten und dritten Vierteljahr den Tiefstand erreichte. Das holländische Gemüse ist zwar sehr beliebt in Deutschland, aber die Umstände zwingen uns leider dazu, uns in diesem Genuß nach Möglichkeit zu beschränken. Wir müssen uns selbst helfen und die Fortschritte der deutschen Gemüsewirtschaft sind in den letzten Jahren so groß gewesen, daß wir für das holländische Gemüse vollwertigen Ersatz auf eigenem Boden ziehen können. In der Nähe von Berlin, in der sandigen Mark Brandenburg, der Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches, wurde in schwerer Arbeit eine Sumpfgegend, die vor noch nicht allzulanger Zeit nur mit Kähnen befahren werden konnte, in ein Paradies der Fruchtbarkeit verwandelt. Der in Agrarkreisen sehr bekannte Dr. Arthur Schurich hat dort auf dem großen, Latifundienbesitz des Fürsten Lynar ein Werk geschaffen, das ohne Beispiel in Europa, vielleicht der ganzen Welt, ist. Hunderttausend Morgen sind fast restlos mit Gemüse bestellt und die großen Felder sind durchweg gedüngt mit Berliner Mull. Ebenso weite, üppig grünende Felder sind mit wundervollem Blumenkohl, Rosenkohl, Norkohl, mit Erbsen und Bohnen bestanden. Arthur Schurich, der im vergangenen Jahr gestorben ist, wurde wegen dieses Werkes der Doktorhut ehrenhalber verliehen. Er kam zu seinem Wirtschaftsplan durch die Erwägung, die ausländische Konkurrenz möglichst vom heimischen Markt fernzuhalten und durch Einlagerung des geernteten Gemüses bis zu den Monaten, in denen bisher der deutsche Verbraucher auf die Einfuhr holländischen und belgischen Gemüses, besonders auf Blumenkohl, angewiesen war. den Import allmählich abzudrosseln. Von Blumenkohl wird hier allein soviel gebaut, daß auf jeden Berliner Einwohner ein Kopf kommt. Etwa vier Millionen Blumenkohlköpfe und etwa 300 000 Zentner Kohl werden von dem Betrieb Schurichs in die Berliner Markthallen geliefert. Es ist klar, daß auf diesem umfassenden landwirtschaftlichen Gediete mit den modernsten maschinellen Hilfsmitteln gearbeitet wird. Aber trotzdem, ja vielleicht gerade deswegen, finden hier jahraus jahrein tausend Arbeiterfamilien Lohn und Brot. Die Reinigung des Mülls von unbrauchbaren Bestandteilen ist freilich eine arge Schmutzarbeit. Etwa 25 Paggons zu je 20 Tonnen Müll werden von der Stadt bei den Schurich=Betrieben täglich frei gelieferl. Hierfür gibt es drei Abnahmebahnhöft, die inmitten der Feldfluren liegen. Aber wie die Hausfrau alles, was sie nicht mehr brauchen kann, in den Müllkasten wirft, Matratzen. Weinflaschen, Badewannen usw., so liefert die Müllabfuhrgesellschaft alles weiter.. Diese Dinge müssen ausgesondert werden. Die letzten Spuren sogar von Eisen sind innerhalb Jahresfrist zerfallen. Der Müll einen humusreichen, außerordentlich fruchtbaren Ackerboden, in dem sich gerade die für die Landwirtschaft wichtigsten Bestandteile, besonders Stickstoff, Phosphorsäure und Kali, in ausreichender Menge befinden, aber auch diejenigen Salze, die den Boden aufschließen und ihm die für den Anbau günstige Struktur geben. Etwa zehn Prozent des Berliner Mülls werden von dem Betrieb ausgenommen. Diese landwirtschaftliche Verwertung des Mülls ist ohne Zweifel die idealste und ausgiebigste, aber bei der großen Ausdehnung Berlins würde es finanziell zu große Opfern erfordern, wenn noch größere Müllmengen auf das eine Gut geliefert werden würden Eingepaßt in das Gemüsewirtschaftssystem ist eine große Schweinezucht. Etwa 6000 Borstentiere werden in dem Schurich=Betrieb großgezogen. Die Tiere leben hier völlig naturgemäß. Die Muttertiere nähren sich fast ausschließlich auf der Weide. Kurz bevor sie Mutterfreuden entgegengehen, werden sie in die Wochenhäuser eingetrieben und bleiben dort, bis das Jungvieh entwöhnt ist. Dann werden die Kleinen in besondere Boren getan und die Sauen ziehen wieder auf die Weide. Durch die Angliederung der Schweinezucht wollte Dr. Schurich die Fettnot beseitigen helfen und zugleich eine wirtschaftliche Verwertung der beim Gemüsebau abfallenden Pflanzenreste erreichen. Leider ist die Fortführung des Schurich=Betriebes in Frage gestellt. Dr. Schurich hatte das Sumpfgelände, das damals wertlos war, vor zehn Jahren gepachtet und wertvolles Kulturland daraus gemacht. Jetzt plant die Lynarsche Gutsverwaltung, die Pachtverträge zu lösen und eine große Getreidefarm auf dem Gelände zu errichten. Infolge der durch die Notverordnung von Dezember 1931 angeordneten Preissenkung um etwa 10 Prozent ist bei den beiden Gewerkschaften gegenüber dem Vorjahr ein Ausfall im Erlös von rund je 1.8 Mill. RM. entstanden. Die Erhöhung der Umlage des Kohlen=Syndikats hat der Gewerkschaft„Ewald“ eine Mehrbelastung von 930000. der Gewerkschaft„König Ludwig“ eine solche von 657 000 RM. gebracht. Dieser durch Erlösminderung und Umlageerhöhung verursachte Ausfall beträgt bei„Ewald" 17,5 Prozent und bei„König Ludwig“ 16,6 Prozent des im Vorjahr erzielten durchschnittlichen Nettoerlöses. Es wird betont, daß sich die Grubenverwaltungen mit Erfolg bemüht haben, den Einnahmeausfall durch Einsparungen im gesamten Betrieb so weit wie möglich auszugleichen. Es dürfe nicht erwartet werden, daß über diese Einsparungen hinaus noch wesentliche Betriebsersparnisse gemacht werden könnten, es sei denn, daß eine fühlbare Senkung der sozialen Lasten und Abgaben eintrete. Für soziale Lasten und Abgaben wurden im Berichtsjahr von„Ewald“ 3,70 und von„König Ludwig“ 3,48 Mill. RM. verrechnet. Bei der Gewerkschaft„Ewald" stellte sich die Gesamtbelegschaft einschließlich der StickstoffFabrik, jedoch ausschließlich der Beamten, im Jahresdurchschnitt auf 3598 Mann(gegenüber 5174 Mann im Vorjahr). Es wurden insgesamt 930 709 Arbeiterschichten verfahren. Bei der Gewerkschaft„König Ludwia" betrug die Gesamtbelegschaft ausschließlich der Beamten im Jahresdurchschnitt 3573 Mann(gegenüber 3652 Mann im Vorjahr). Es wurden insgesamt 902 428 Arbeiterschichten verfahren. Die Abschlußrechnung der Gewerkschaf.„ Wulo“ verzeichnet für das Jahr 1932 einen Verlust von 2.79 (3.52) Mill. RM., sodaß sich der rund 8(4.48) Mill. RM ausmachende Verlustvortrag aus 10.79 Mill. RM. erboht Bei„König Ludwia“ verbleibt ein Gesamtverlust von 11,42 Mill. RM. Berliner Börse: Still Berlin, 28. Sept Mit Rücksicht auf die am Samstag fallende Entscheidung über die Neuzulassung der Makler war die Börse heute denkbar still. Die Spekulation nahm vereinzelt Realisationen vor. Auch das Publikum benutzt teilweise das in den letzten Tagen stark erhöhte Kursniveau zu Gewinnmitnahmen oder Tauschoperationen. Die Grundstimmung war aber weiter nicht unfreundlich. wobei auch ein Bericht des Konjunkturinstituts über die Verlängerung der Arbeitszeit im August eine Rolle spielte. Das Hauptgesprächsthema bildeten weiter die neuen Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes, für die bisher nur eine Lombardfähigkeit vorgesehen ist. In informierten Bankkreisen glaubt man, daß in dieser Frage bald eine zufriedenstellende Regelung erfolgt. Einige Nebenwerte lagen heute fester. Stöhr unter Hinweis auf die Beschäftigungslage+— 2. Braubank auf der Bonus erneut+ ½. Tietz stiegen von 12 auf 13¾, Lokalbahn waren 2 Prozent befestigt, dagegen litten Lahmeyer (— 2) auf die verringerte Ausschüttung weiter unter Realisation. Gut gehalten waren Bekula und Siemens. Farden waren 1 Prozent schwächer. Montanwerte verloren ½ Prozent bis 1½ Prozent. Rheinische Braunkohlen 179¼ bis 178½(178) waren ansangs gefragt. Bayerische Motoren verloren 2, Berger 1¾. Durch feste Haltung fielen Feldmühle(+ 2½) auf. Am Rentenmarkt waren Neubesitz bevorzugt. Altbesitz lagen ruhiger. Reichsbahnvorzugsaktien konnten den Parikurs nicht ganz behaupten 27er Krupp=Obliaationen waren## Prozent höher. Reichsschuldbuchforderungen bröckelten um ¼ Prozent ab. Tagesgeld versteifte sich zum Ultimo auf 4X. teils 4¾. Am Valutenmarkt lagen die angelächsischen Valuten weiter freundlich, wobei anscheinend die Stabilisierungsgerüchte und die Wahrscheinlichkeit. daß in Amerika im Augenblick keine neuen inflatorischen Maßnahmen durchgeführt werden, die Hauptrollen spielen. Pfunde gegen Mark 13,06, der Dollar in Berlin 2,78, London=Kabel 4,71¾.„ Der Schluß war auf abgeschwächter Basis dehauptet. Interesse bestand für Neubesitz, die auf 11,30 anzogen und nachbörslich mit 11¼ zu hören waren. Ferner nannte man Schultheiß 91½. Krupp=Obligationen 83¼. Mittelstahl=Obligationen 75¾. Vereinigte Stahl=Aktien 31, Gelsenkirchen 45¾, Oberkoks 67 ½, Conti=Gummi 133. Ver.=Stahl=Obligationen 60, Farben 116 1/8, Gesfürel 72½, Schuckert 88½, Elektrische Licht 90¼. Mannesmann 51, Buderus 641.. Rhein=Braun 179¾4. Berliner Kraft & Licht 113, Hamburger Elektrowerte 105. Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99¼ bis 100, 1940er 85½ bis 86,62, 1945er bis 1948er 82,62 bis 83.87. Essener Börse Essen, 28. Sept. 1933. Die Essener Börse eröffnete in abwartender Haltung für Aktien und Renten. Wintershall wurden auf leicht befestigter Bosis gehandelt. Am Kohlenmarkt wurden Deutschland=Kuxe etwas niedriger umgesetzt, während Ewald und Graf Schwerin ihre Kurse befestigen konnten. Der Braunkohlenmarkt blieb umsatzlos. Am Kalimarkt gingen Beienrode etwas fester um. Wintershallkuxe wurden auf gestriger Basis aus dem Markt genommen und BurbachAktien etwas niedriger umgesetzt. Der unnotierte Markt wies bei unveränderten Notizen keine Umsätze auf. Die Börse schloß ohne Kursveränderungen in abwartender Haltung. Warenmärkte Dortmunder Getreidebörse. Wests. Weizen, neu 19—19.25, westf. Roggen. neu 15.75 bis 16.00. Pommerscher Hafer, neu 16.75—17.00. Osttrieischer Hafer, neu 16.50. neue Wintergerste ohne Angebot, Russengerste 18.00—18.20. Plata=Mais 18.60. Cinquan= tino=Mais 19.60. Weizenmehl, Bäckermehl 26.75—27.00 Roggenmehl, 70%iges 23.25—23.50. Ostdeutsches Roggenmehl 22.25—22.50, Weizenkleie 9.50—10.50. Roggenkleie 8.50—8.75. Trockenschnitzel 9.00—9.75, Zuckerschnitzel 11.00. Tendenz: stetig. Handelsklasse ohne Angebot. Hamburger Warenmarkt. Reis: Markt ruhig. Zu letzten Preisen findet das übliche Bedarfsgeschäft statt. Gewürze: Markt= und Preislage unverändert. Brastl=Kaffees: Die Offerten der brasilianischen Ablader wurden um 6 bzw. 10 Dollarcents ermäßigt. Am Platze herrscht kleines Bedarfsgeschäft zu unveränderten Preisen. Schmalz: Unverändert, stetig. Baumwolle: Ruhig. Miodling Universal loko 11.30 Dollarcents. Hülsenfrüchte: Othenashis weiter fest. Das Inland für Schmalzbohnen ist weiter fest. Am Lokomarkt börte man letzte Preise. Raudsutter: Unverändert. Oele und Fette: Bei schleovendem Geschäft neigte die Tendenz am Oelmarkt leicht zur Schwäche. Kokosöl Ceylon September=Oktober 16/—/—, Sojabobnenöl September Oktober 24,50 Mark, Erdnußöl September Oktober 24.00 Mark. Uebrigens unverändert. Zucker: Effektiv= und Terminmarkt weiter ruhig. Preise für den Effektivmarkt unverändert. Viehmärkte Gelsenkirchener Schlachtviehmarkt. Dem Schlachtviehmarkt in Gelsenkirchen darf Vieb an den Markttagen selbst weder auf dem Bahn= noch auf dem Landwege zugebracht werden. Auf dem Landweg darf Vieb Sonn= und Feiertags überhaupt nicht. Samstags nur bis 18 Uhr eingeführt werden. Die Ausnahme für das Vieh aus dem Stadtkreis Gelsenkirchen wird hiermit aufgehohen. Für Vieh. das nicht innerhalb der Marktzeit auf dem Markt aufgetrieben und unter Ausstellung des vorgeschriebenen Schlußscheines verkauft wird. ist vom Metzze: der Ausgleichszuschlag zu entrichten. —** CAPTTOL Ein Meisterwerk spannender Ton-Pilm-Unterhaltung Zum ersten Male das heute noch so brennende Motiv Mädchenhandel von der„Ufa“ im Dienste der menschlichen Gesellschaft ganz groß aufgerollt.- S Punkte sind es, die dieses Riesenwerk turmhoch über Filme gleicher Art erheben.————— Punkt 1. Trotz all. Sensation, Spannung. Abenteuer. Hass und Verbrechen ist der Film voll Humor- Liebe- Zartheit und köstliche Stimmung. 1 2. Aussergewöhnliche. lebensechte Schauplätze, zu Wesser und zu Lande, wie sie in dieser Schönheit der Film bis heute noch nicht entdeckte. Punk! 5. Ein Massenaufgebot ebenso schöner Frauen, wie gestalturngsstarker Künstler. Punki 4. Eine seiten leidenschaftliche Tonmalerei und wumdervoller Melodienreichtum der Schlager. Punki 5. 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