Druck u. Verlag: Koetders& Röttsches, Herne, Hermann=Oöring=Straße 8. neden der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnadme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis balbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Kostenlose Aufallunterstützung von Mk. 250.— bei töblichem Berufsunfall nach Maßgabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erdältlich sind. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfg., Arbeite und Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumböbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. 7 Fernsprech- Anschluß: Sammel=Nummer 52641/ Telogramm Adresse: Anzeiger Horne. Nr. 227(Erstes Blatt) Die Bedeutung der katholischen presse Von Dr. Michael Buchberger, Bischof von Regensburg. Seitdem das deutsche Volk vor mehr als sechzig Jahren sich wieder in einem mächtigen Deutschen Reich zusammengeschlossen hat, ist es über Höhen und durch Abgründe gewandelt, hat Zeiten hoher vaterländischer Begeisterung. treuester und opferfreudigster Brudergesinnung, entschiedener und entschlossener Einigkeit erlebt; mußte aber auch sehen, wie innere Feinde die Liebe zum Volk und Vaterland mehr und mehr untergruben, das Volk in Klassen und Parteien zerspalteten und mit zunehmender Schärfe den Bruderkampf führten. Wir haben Glück und Unglück unseres Vaterlandes in tiefster Seele miterlebt; Weh und Wunden unserer deutschen Heimat waren auch Weh und Wunden unseres Herzens. Was haben wir heißer ersehnt, als daß die Tage der Prüfung abgekürzt und daß wir wieder ein einiges Volk von Brüdern werden! Die 60 Jahre sett der Gründung des Deutschen Reiches waren auch für die katholische Kirche in Deutschland eine Zeit mühevollster Aufbauund Abwehrarbeit, eine Zeit oft harten Kampfes und herber Prüfung. Die katholische Presse hat damals in der vordersten Front gekämpft für Bestand, Freiheit und Rechte der katholischen Kirche, und es war nicht zuletzt ihr Verdienst. wenn der schwere Kampf dank dem Weitblick und Gerechtigkeitssinn eines großen Staatsmannes mehr und mehr zum Stillstand und zum Abbau kam. Aber inzwischen war der katholischen Kirche in Deutschland ein neuer, mächtiger und gewalttätiger Gegner erstanden im Marxismus, der die Religion zuerst aus dem öffentlichen Leben hinausstoßen wollte, um dann zum förmlichen und offenen Kampf gegen jede Religion und jeden Gottesglauben weiterzuschreiten. Von Anfang an bis zu seiner Unterdrückung haben Sozialismus und Kommunismus in der katholischen Kircheihren mächtigsten und zähesten Gegner erblickt und sie daher in der schärfsten und gehässigsten Weise bekämpft. Es war ein Ringen um die Existenz der Kirche mit einem Feinde, der schließlich ein Massenheer aufbot und zum entscheidenden Schlage ausholen wollte. Auch in diesem Kampfe fiel der katholischen Presse im Aufklären und Abwehren eine ganz wichtige Aufgabe zu. Ihr ist es zum guten Teil zu danken, wenn das katholische Volk sich abschloß gegen Geist und Gift des Marxismus und in gleicher Weise der Kirche wie dem Vaterland die Treue hielt Die katholische Presse hat die Gedanken der Päpste Leo XIII. und Pius XI. über soziale und wirtschaftliche Ordnung in die weitesten Volkskreise getragen, hat unermüdlich und trotz heftigster Anfeindung für sozialen Frieden und soziale Gerechtigkeit gearbeitet. Heute, wo die schweren Kämpfe hinter uns liegen, dürften wir den Dank gegen jene nicht vergessen, die mn diesen Kämpfen die größten Opfer gebracht haben. Als der Weltkrieg ausgebrochen war und die heilige vaterländische Begeisterung allmählich bei vielen durch die großen Leiden und Nöten des Krieges erdrückt wurde, hat die katholische Presse sich nicht bloß bis zum äußersten und letzten treu an die Seite der Helden im Felde gestellt, sondern auch alles aufgeboten, um in der Heimat Mut, Vertrauen und Opfersinn aufrecht zu erhalten. Sie hat sich insbesondere auch in den Dienst der katholischen Karitas gestellt, um das Hilfswerk zur Unterstützung der hungernden und frierenden Mitbrüder zu unterstützen. nd nach dem Zusammenbruch hat sie sich mit größter Tapferkeit und Entschiedenheit zur Wehr gesetzt gegen den Bolschewismus, der in der Räterevublik seine Herrschaft aufgerichtet hatte. Dieser Kampf forderte oft einen Mut und eine Opferbereitheit bis zur Selbstaufopferung. Nachdem der Rätebolschewismus im äußeren Kampfe unterlegen war, setzte er mit um so größerem Eifer und Haß den inneren Kampf fort, zwang die Arbeiter massenweise zum Kirchenaustritt, arbeitete für Leichenverbrennung und gottlose Schule, erzog die Kinder in der Organisation der Kinderfreunde zum Klassenhaß und Gotteshaß, schuf eine Freidenkervereinigung, die den Kampf gegen Gott, Christentum und Kirche in größtem Ausmaße und mit den gemeinsten Mitteln führte. Wie hätte die Kirche einem so gefährlichen Feinde mit Erfolg entgegengetreten und standhalten können ohne die Hilfe der katholischen Presse, deren eminente Bedeutung und Notwendigkeit Papst und Bischöfe immer wieder betonten! Die nationale Revolution hat nun den Marxismus und Bolschewismus in Deutschland unterdrückt und damit seinem offenen Kampf gegen Glauben und Kirche Halt geboten. Die Reichsregierung hat zugleich der katholischen Kirche im Reichskonkordat die Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Ausübung der katholischen Religion sowie Beibehaltung und Neueinrichtung katholischer Bekenntnisschulen gewährleistet; sie hat den katholischen Organisationen und Verbänden den Schutz ihrer Einrichtungen und ihrer Tätigkeit zugesichert. eshättic die Aufgaße dertatholischen Presse in vielem geändert, aber ihre Bedeutung und Notwendigkeit ist geblieben. Selbstverständlich kann und wird es die katholische Presse nicht als ihre Aufgabe betrachten, in irgend einer Form, offen oder versteckt, die gesetzmäßige Regierung und staatliche Ordnung zu bekämpfen. Sie kann und wird auch ihre Aufgabe nicht darin erblicken, die früheren Verhältnisse wieder herbeizuführen. Wir leben und arbeiten nicht in der Vergangenheit und für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart und Zukunft. Wir dürfen den Blick nicht nach rückwärts. sondern nur den 27. September 1933 29. Jahrgang Aussprache eert deutschen Abordnung Auch die Vertreter der Saar besprechen sich mit den Reichsministern Gens, 26. Sept. 1933. Von zuständiger deutscher Seite wird mitgeteilt: Zwischen dem polnischen Außenminister Beck, dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath und dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels fand Dienstag mittag eine Zusammenkunft statt, die Gelegenheit zu offenet Aussprache über die deutsch=polnischen Fragen bot. Ferner stattete im Laufe des Nachmittags der Schweizer Bundesrat Motta, der Führer des Departements der Auswärtigen Angelegenheiten, den beiden deutschen Reichsministern einen Besuch ab. Hierbei kam es zu einem freundschaftlichen Gedankenaustausch über die allgemein politischen und die schwebenden deutschschweizerischen Angelegenheiten. Von deutscher Seite wird amtlich mitgeteilt:„Der erste Delegierte der italienischen Regierung auf der Völkerbundsversammlung, der Kabinettschef Mussolinis, Baron Aloisi, stattete am Dienstagnachmittag in Begleitung des Unterstaatssekretärs des Aeußeren, Suvich. dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath einen Besuch ab, um mit ihm über die Abrüstungsfrage zu verhandeln. Anschließend machte Staatssekretär Suvich dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels einen Besuch. Frhr. von Neurath und Reichspropagandaminister Dr. Goebbels empfingen am Dienstag eine Abordnung der verschiedenen Parteien des Saargebiets, die die deutschen Minister über die augenblickliche Lage im Saargebiet und verschiedene aktuelle Fragen eingehend unterrichteten. Die Vertreter des Saargebiets haben ihre Anwesenheit in Genf dazu benutzt, um auch sonst mit den führenden Männern anderer Länder und den leitenden Stellen des Völkerbundssekretariats Fühlung zu nehmen. Der Reichsaußenminister hat am Dienstag auch den Präsidenten der Regierungskommission des Saargebiets, den Engländer Knox, empfangen. Zurückhaltung der Mächte Genf. 26. Sept. 1933. Es besteht in leitenden Völkerbundskreisen der Eindruck, daß die Eröffnung der Hauptaussprache auf Schwierigkeiten stößt, da zunächst noch keine von den Großmächten die Neigung hat, in der gegenwärtigen schwierigen internationalen Lage grundsätzliche Erklärungen abzugeben. Das bisherige Arbeitsprogramm mußte daher geändert werden. An Stelle der ursprünglich vorgesehenen Vollvexsammlung tritt der Rechtsausschuß zusammen. Die Wahlen zum Völkerbundsrat sind auf Montag festgesetzt. Der holländische Antrag auf Behandlung der Flüchtlingsfrage ist auf eine der nächsten Sitzungen des Präsidiums verschoben worden. Gegenwärtig ist ein neuer Plan aufgetaucht, die Flüchtlingsfrage überhaupt nicht im Rahmen des Völkerbundes zu behandeln, sondern die direkte Behandlung dieser Frage zwischen Deutschland, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich. Tschechoslowakei und Polen herbeizuführen. Man erklärt allgemein, daß es sich nur darum handeln könne, die technische Seite, die Unterkunft und Versorgung der 18 Millionen RM. werden zunächst verteilt Berlin, 26. Sept. 1933. Im„Reichsanzeiger“ werden jetzt Richtlinien des Reichsarbeitsministers zur Förderung des Eigenbeimbaues mit Reichsbaudarlehen und zwar für den zweiten Bauabschnitt veröffentlicht. Die neuen Bestimmungen über die Vergebung der Mittel entsprechen im wesentlichen den Vorschriften, die für den ersten Bauabschnitt galten und die sich in der Praxis bewährt haben. Neu ist dei Bestimmung, wonach die kinderreichen oder schwergeschädigten Bauberren gewährten zusätzlichen Reichsbaudarlehen auf das Eigenkavital angerechnet werden dürfen, wobei die Höhe der Anrechnung je nach der Lage des Einzelfalles dem Ermessen der Bewilligungsstellen überlassen bleibt. Wie beim ersten Bauabschnitt werden den Ländern wiederum Nahmenkontingente eingeräumt. Zunächst gelangen 18 Millionen RM. zur Verteilung. Bei der Verteilung wird in erster Linie die Bevölkerungszahl berücksichtigt, aber auch das Ausmaß der Arbeitslosigkeit und der Stand der Abwicklung des ersten Bauabschnittes. Vor allem sollen die kleinen und mittleren Gemeinden berücksichtigt werden. Bauvorhaben. die erst nach dem 31. Oktober 1933 begonnen werden sollen, sollen zunächst zurückgestellt werden. Als äußerster Zeitvunkt Flüchtlinge, zwischen den Mächten zu erörtern. In hiesigen internationalen Kreisen wird die Gesamtzahl der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland auf 50000 angegeben, von denen 27000 in Frankreich und 4000 in Holland sein sollen. von Rheinbaben Vizepräsident des Haushaltsausschusses. Die fünf großen Ausschüsse der Völkerbundsversammlung traten heute vormittag zusammen. Der vierte Ausschuß wählte den deutschen Vertreter, Staatssekretär von Rheinbaben, zum Vizepräsidenten, wodurch zum erstenmal im Rahmen des Völkerbundes ein Vertreter Deutschlands mit diesem Amt betraut wird. Diesem Ausschuß kommt dieses Jahr besondere Bedeutung zu, da in ihm die geradezu katastrophale Finanzlage des Völkerbundes erortert werden soll. * Aenderung des deutsch=französischen Handelsvertrages Stimmungsmache zur Vertragskündigung. Berlin, 26. Sept.(Eig. Drahtber.) Von unserer Berliner Schriftleitun.g Ueber eine Aenderung des deutsch=französischen Handelsvertrages sind auf Wunsch der französischen Regierung Besprechungen in Fluß gekommen. Wenn man der französischen Presse Glauben schenken wollte, müßte mit einer Kündigung des deutsch=französischen Handelsvertrages von seiten Frankreichs zu rechnen sein. Es liegt jedoch kein Anhaltspunkt dafür vor, daß sich die französische Regierung durch diese Presse beeinflussen läßt; die Regierung hat bisher stets stark betont, die handelspolitischen Fragen seien auf dem Verhandlungswege zu regeln. Es wäre auch sehr eigenartig, wenn es durch die Franzosen zur Kündigung des Vertragsverhältnisses käme, ohne daß Frankreich versuchen würde, mit Deutschland zu einer Einigung über die Fragen zu kommen, die es anders als bisher behandelt sehen möchte. Offenbar liegen die Gründe für die Stimmungsmache zur Vertragskündigung auf allgemeinpolitischem Gebiet, und es sollen hiermit bestimmte Zwecke erreicht werden. Wenn in den französischen Zeitungen darauf hingewiesen wird, die Kündigung sei angebracht, weil der deutsch=französische Handelsverkehr für Frankreich passiv sei, so muß darauf erwidert werden, daß an diesem Zustand nicht zuletzt die starke Industrialisierung Deutschlands und die geschwächte Kaufkraft des deutschen Volkes die Schuld tragen. Außerdem zeigen die Zahlen im ersten Halbjahr 1933 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 1932, daß die deutsche Ausfuhr stark zurückgegangen ist. Man wird erwarten können, daß die französische Regierung auch diese Gesichtspunkte berücksichtigt und sich mit Deutschland an den Verhandlungstisch setzt, um zur Neuregelung gewisser Bestimmungen des Handelsvertrages zu kommen. für den Bauabschluß soll der 31. Mai 1934 vorgesehen werden. 5 Millionen für Flußregulierungen Aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung hat der Kreditausschuß der Deutschen Rentenbank=Kreditanstalt in der vergangenen Woche Darlehen im Gesamtbetrag von rund 5 Millionen Mark für Flußregulierung und Meliorationen zur Verfügung gestellt Darleben von je rund 800000 RM. erhielten die Emschergenossenschaft Essen und der LivveVerband Dortmuno zur Weiterführung ihrer hochwertigen Landeskulturarbeiten. Der Oberschlesische Kanal wird gebaut Die Inangriffnahme der Bauarbeiten am Oberschlesischen Kanal(von der Oder nach dem oberschlesischen Industriegebiet) ist vom Reichskabinett auf Anregung des Reichsverkehrsministers beschlossen worden. Zunächst sind 3 Millionen RM. zu diesem Zweck bewilligt worden. Die Länge des Kanals beträgt rund 40 Klm. Die Baukosten werden sich etwa auf 41 Millionen RM. belaufen. Reichsinnenminister a. D. Dr. Bracht 1 Berlin, 26. Sept. Der frühere Reichsinnenminister und Oberbürgermeister a. D. Dr. Franz Bracht ist heute nacht an den Folgen eines schweren Darmleidens in seine Privatwohnung gestorben. Dr. Franz Bracht wurde am 23. November 1877 alt Sohn des Geheimen Sanitätsrats Karl Bracht in Berlin geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums studierte er Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Würzburg und Berlin. Nachdem er 1904 die große Staatsprüfung ablegte, wurde er Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft in Köslin. Seine Eltern entstammen eine alten westfälischen Familie. Er var Staatsanwalt in Essen und Hamm und wurde 1911 Regierungsrat im Reichsversicherungsamt. 1918 wurde er Vortragender Rat im Reichsamt des Innern, 1919 Ministerialdirektor im Polkswohlfahrtsministerium, später Chef der Reichskanzlei. 1924 erfolgte seine Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Essen. auf welchem Posten er ich durch seine hervorragende Sachkunde und seine perönliche Ueberlegenheit sehr bewährte. Am 20. 7. 1932 wurde Dr. Bracht zum Reichskommissar für Preußen berufen. Am 21. 7. 1932 entfernte er den früheren preußischen Innenminister Severing aus seinem Amt mit der Anfrage„durch welches Mittel der Gewalt Severing seines Amtes enthoben zu werden wünsche". Als Staatskommissar für Preußen führte der Verstorbene wichtige Reformen auf dem Gebiete der inneren Verwaltung durch. Am 3. 12. 1932 berief ihn der damalige Reichskanzler von Schleicher in sein Kabinett als Reichsminister des Innern. Am 28. 1. 1933 trat er mit diesem Kabinett zurück. Er unternahm dann eine Reise nach Amerika, von der er krank zurückkam. Ein Mann von hohen geistigen und menschlichen Qualitäten ist mit Dr. Bracht dahingegangen. Er war Beamter von überragenden Fähigkeiten, der aus überlegener Schau und Meisterung der Dinge handelte. Diese Qualitäten machten ihn schon in seiner Eigenschaft als Ministerialdirektor des preußischen Wohlfahrtsministeriums zum geistigen Mittelpunkt dieser Behörde. In der großen Politik verfolgte ihn ein seltsames, fast tragisch zu nennendes Mißgeschick. Sowohl die Zeit, da er unter dem Kanzler Marx die Geschäfte der Reichskanzlei führte, wie vor allem der Abschluß seiner politischen Laufbahn, das Innenministeramt unter Schleicher, waren nicht geeignet zur Entfaltung all der zweifellos hervorragenden Führereigenschaften, über die dieser Mann verfügte. Auf ein besonderes Verdienst aus der um 1923 24 sei noch hingewiesen, das draußen vielleicht niger bekannt geworden ist. Dr. Bracht war in den kritischen Tagen der Liquidation des Ruhrkampfes führender Vertrauensmann des Reiches im Westen und hat sich damals mit seiner großen verwaltungstechnischen Sachkenntnis, wie durch seine ruhige, abgeklärte Verhandlungsart um die Abwicklung dieser Dinge im Sinnder Erhaltung der Reichseinheit hervorragend verdient gemacht. Weltgewandt und auf dem Parkett der Verwaltungsdiplomatie wohl zu Hause, meisterte er die chwierigsten Situationen. In der Zeit seiner Tätigkeit als Staatskommissar und Innenminister in Preußen widmete er sich mit großer Energie der Durchführung der Verwaltungsreform, für die er schon als Oberbürgermeister von Essen manche scharfe Klinge geführt hatte. Unvergessen wird das Andenken Brachts als Essene: Oberbürgermeister bleiben. Hier stand seine kluge, vorsichtige und vor allem sparsame Verwaltungsführung in wohltuendem Gegensatz zu der Praxis mancher seiner westlichen Kollegen. Darüber gibt es im Ruhrgebiet kaum geteilte Meinungen. Bracht gehörte zeitweise dem Zentrum an., ohne sich jedoch parteipolitisch stärker zu binden. Seine Persönlichkeit trat über solche Bindungen weit hinaus. Neue Arbeitsbeschaffung Förderung des Eigenheimbaues mit Reichsbaudarlehen nachvorwärts richten. Wir haben keine Sehnsucht nach dem Kampf und dem Unfrieden der Stände, Klassen und Konfessionen untereinander, sondern wir wollen für Frieden und Einigkeit arbeiten, wollen uns in den Dienst der ausgleichenden Gerechtigkeit und der dienenden Liebe stellen Die eigentliche große und schöne Aufgabe der katholischen Presse wird jetzt sein, das katholische Glaubens=, Geistes= und Kulturleben aufmerksam zu verfolgen und das katholische Volk immer tiefer in dasselbe einzuführen. Verlieren doch viele den Glauben oder mindestens das Verständnis und die Wertschätzung des Glaubens, weil sie ihn zu wenig kennen, weil sie ihm ferne und fremd gegenüberstehen, weil sie nach dem Austritt aus der Schule das Gelernte vergessen und nichts mehr hören und lesen, was den Glauben festigen und vertiefen könnte. Wir nennen die Kirche unsere Mutter und die Christen aller Jahrhunderte haben sie so genannt, denn die Kirche gibt uns als Spenderin der göttlichen Gnade das Leben der Seele und das ewige Leben. Ihr Los und Leid kann uns nicht gleichgültig sein; wir werden es mit der ganzen liebenden Anteilnahme unserer Seele verfolgen und miterleben. Das kann nicht allein in der Kirche und Predigt geschehen, denn dafür reicht die Zeit des Gottesdienstes nicht aus, und die Predigt gehört zuerst der Verkündigung der göttlichen Wahrheit und der göttlichen Gebote. Ihr müßt das Leben und Wirken der Kirche kennen lernen durch die katholischen Tagesblätter und Zeitschriften sowie durch katholische Bücher. Das Gleiche gilt vom katholischen Geistesleben, von den Arbeiten der Kirche auf den Gebieten des Wissens, der Kunst, der Kultur. Wer hat durch alle Jahrhunderte hindurch soviel für die Wissenschaft getan wie die Kirche! Und doch wissen so viele Katholiken von diesem großartigen Wirken nur sehr wenig. Wer hat sich mit größerer Opferliebe der armen und leidenden Menschheit angenommen als die Kirche! Ihr hört oft genug über die katholischen Orden absprechend und feindselig urteilen; wisset ihr auch, was diese Orden nicht bloß für die Kirche, sondern für Volk und Vaterland geleistet und geopfert haben und noch täglich opfern! Verfolgt ihr auch die Arbeiten und Leiden, die unzähligen und unsagbar großen Opfer. das blutige und unblutige Martyrium unserer Mitbrüder und Mitschwestern auf den weiten Missionsfeldern der Erde“ Ich bitte euch, geht nicht gleichgültig vorbei an dem Leben und Wirken eurer heiligen Mutter, der Kirche! Verfolgt es mit pietätvoller Liebe und lernt es immer mehr kennen, indem ihr euch Zeitungen. Wochenblätter und Zeitschriften haltet, die mit Verständnis und Anteilnahme darüber berichten. Betrachtet es auch als eine heilige Ehrenpflicht, wenigstens das eine und andere katholische Buch zu lesen, denn wie soll das katholische Geistesleben sich n hin erhalten können, wenn selbst katholische Familien und insbesondere auch gebildete katholische Kreise kein katholisches Buch mehr kaufen und lesen. Vergeßt nicht, was wir dem Wirken der katholischen Presse in der Vergangenheit verdanken! Bleibt euch bewußt, daß die katholische Presse und das katholische Buch auch in der Gegenwart notwendig sind! Verlasset eure Presse nicht! Sie ist in großer Gefahr, unterzugehen! Nur katholischer Gemeinschaftssinn und Opfersinn kann sie retten. Die katholische Presse hat für die katholische Kirche und das katholische Volk schon viele Opfer gebracht, nun soll sie im Ringen um ihren Fortbestand auch dem katholischen Volkein kleines Opfer wert sein. Gott wird es segnen und lohnen Lubbes drei Brandstiftungsversuche Die Fälle im Neuköllner Wohlfahrtsamt, im Rathaus und im Schloß Er bleibt störrisch Leipzig. 26. September. Am Dienstagmorgen hat sich der große Verhandlungssaal im Reichsgericht schon sehr zeitig mit Zuschauern gefüllt, sodaß schon lange vor Beginn der Verhandlung kein Platz mehr zu erhalten ist. Auch die Presse hat sich wieder zahlreich eingefunden. Ver Beginn der Verhandlung sah man den Verteidiger van der Lubbes, den Leipziger Gerichtsarzt Obermedizinalrat Dr. Schütz und den Oberreichsanwalt Dr. Werner auffallend lange miteinander verhandeln. Bei Eintritt in die Hauptverhandlung um 9.43 Uhr gab dann der Vorsitzende Senatspräsident Dr. Bünger bekannt, daß man eine Umstellung in der Methode der Vernehmung * van der Lubbes habe vornehmen müssen. Der Angeklagte habe anders als in der Voruntersuchung, in der er seine Angaben fließend, eingehend und zusammenhängend machte, in der Hauptverhandlung bisher nur stockend und zum Teil unverstandlich geantwortet. Der Senat hat daher beschlossen, zur weiteren Vernehmung van der Lubbes die früher vernehmenden Personen zuzuziehen. In erster Linie ist das der Untersuchungsrichter Landgerichtsdirektor Hoch, ferner einige Kriminalbeamte. Diese sollen für morgen geladen werden. Es wird dann die Vernehmung van der Lubdes so erfolgen, daß der Angeklagte zwar gefragt wird, was prozessua! notwendig ist, daß aber anschließend gleich die früher vernehmenden Beamten gehört werden. Es ist allerdings damtt nicht gesagt, daß die Aussagen des van der Lubbe bedeutungslos wären. Der Senat ist der Ansicht, daß van der Lubbe alles verneht und daß die mehrtägige Beobachtung klar gezeigt hat, daß er der Verhandlung folgt und die Antworten, die er gibt, im großen und ganzen mit vollem Bewußtsein abgibt. Die Umstellung macht eine Aenderung in den Prozeßdisposktionen notwendig. Es werden heute zunächst die vier einzelnen Brandstiftungsfälle verhandelt. Vörsinender: Hören Sie mal genau zu, was ich frage und geben Sie uns ausführliche Antwort. Wir haben voriges Mal Ihre Tätigkeit bis zum Freitag verfolgt. Was taten Sie nun am Samstag. den 25. Februar. In der Nacht vom Freitag zum Samstag waren Sie ja wohl im Männerheim in der Alexandrinenstraße? Angeklaater van der Lubbe:(laut) Ja Vorsitzender: Wohin haben Sie sich dann begeben! Angeklaater: Ins Zentrum der Stadt. Vorsinender: Sie kamen dabei am Rathaus und am Schloß vorbei? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Wollten Sie damals schon die beiden Gebäude anstecken? Angeklagter: Nein Vorsitzender: Wann ist Ihnen denn der Gedanke dazu gekommen? Angeklagter: Später. Vorsitzender: Haben Sie auch an das Wohlfahrtsamt in Neukölln gedacht, als Sie den Entschluß faßten? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Und wann sind Sie denn nun auf den Gedanken gekommen, die Brandstiftung auszuführen? Van der Lubbe: Samstag. Vorsitzender: Nicht schon am Mittwoch? Sie waren doch an diesem Tage bei dem Wohlfahrtsamt und hatten dort von anderen gehört, es sollten oder es könnten öffentliche Gebäude angesteckt werden? Van der Lubbe: Nein. Senatspräsident Dr. Bünger: Dann haben Sie Streichhölzer und Kohlenanzünder gekauft. Erinnern Sie sich dessen? Van der Lubbe: Ja. Vorsitzender: In welcher Straße? Van der Lubbe weiß das nicht mehr. Senatspräsident Dr. Bünger erklärt an Hand der Akten, daß das in der Nähe der Alexandrinenstraße gewesen ist. Van der Lubbe hat zwei Pakete Kohlenanzunder da gekauft. Diesen Feststellungen stimmt van der Lubbe zu, ebenso den letzteren Feststellungen, daß es sich um einen schnell brennbaren und stark heizenden Stoff gehandelt habe. Dagegen erklärt van der Lubbe, ob er ausdrücklich Kohlenanzünder oder Feueranzünder mit dem Aufdruck rote Flamme“ verlangt habe wisse er nicht. Aber das wisse er noch, daß der eine Kaufmann. bei dem er Kohlenanzünder gekauft habe, ihn gefragt habe, ob er ein Holländer sei und darauf habe er erwidert, nein, er sei ein Rheinländer. Senatspräsident Dr. Bünger: Damals hatten Sie den Entschluß anzuzünden also doch schon gefaßt? Van der Lubde: Richt gänzlich. Vorsitzender: Wohin haben Sie sich nun begeben? Angeklagter van der Lubbe: Zum Hermannsplatz Vorsitzender: Ja, aber doch weiter noch zum Wohlfahrtsamt am Mittelweg in Neukölln. Angeklagter: Ja. Die Brandstiftung am Wohlfahrtsamt Neukölln Vorsitzender: Das ist eine beiläufig 100 bis 120 Meter lange Holzbaracke. Sie haben früher gesagt, daß es zunächst zu hell war, sodaß Sie noch einmal fortgingen. Wie spät war es dann, als Sie wiederkamen? Angeklagter: Das kann ich nicht sagen. Vorsitzender: Etwa 6,30 Uhr? Angeklagter: Ja Vorsitzender: Das Wohlfahrtsamt ist mit einem Drahtzaun umgeben, teilweise mit einem Lattenzaun. Wie sind Sie in den Bezirk des Wohlfahrtsamtes hineingekommen? Angeklagter: Ueber die Latten Vorsitzender: Haben Sie dort nicht ein Fenster offen gefunden? Angeklagter: Das kann sein. Vorsitzender: Haben Sie dann nicht ein haldes brennendes Paket von dem Kohlenanzünder hineingeworfen, das dann später gefunden wurde? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Dieses drennende Paket ist gegenüber an einer geschlossenen Tür liegen geblieben und hat dort eine Weile lang gebrannt. Haben Sie das erkennen können? Angeklagter: Ja, das habe ich gesehen. Vorsitzender: Die Holzwand ist auch etwas angekohlt. Sie find dann auf die Damentoilette gestiegen und haben einen weiteren Teil des Koblenanzünders brennend auf das Dach der Baracke geworfen. Haben Sie nicht gesehen, daß auf dem Dach Schnee lag? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Trotzdem glaubten Sie, daß es brennen würde. Der Angeklagte schweigt. Vorsitzender: Es ist später eine Brandstelle dort gefunden worden. Ein eigentlicher Brandberd ist aber hier nicht entstanden. Haben Sie denn nicht an einem anderen offenstebenden Fenster noch einmal dasselbe versucht? Angeklagter: Rein. Vorsitzender: Sie haben das früher so angegeben und es sind ja auch drei Brandstellen gefunden worden. Vorsivzender: Stimmt das alles so wie Sie es früber ausgesagt baben?(Pause.) Antworten Sie doch mal. Angeklagter:(Nach weiterem Zögern) Ja. Vorsivender: An der zweiten Stelle sind auch Reste von Kodlenanzündern gefunden worden. Die Brandstätte stand nach den Bekundungen der Polizeibeamten und anderer Zeugen in dellen Flammen, obwohl das Dach der einstöckigen dolzbaracke mit Schnee bedeckt war. Der Vorsitzende fragt van der Lubbe. warumer denn nicht eine Scheibe eingeschlagen hätte, das hätte doch näber gelegen, als auf das Dach zu steigen und von außen her einen Brand dineinzulegen. Lubbe erwidert darauf. es wäre ja dann möglich gewesen, daß jemand etwas gebört hätte. Dann wird aus den früheren Bekundungen und unter Bestätigung des Angeklagten festgestellt, daß van der Lubbe schnell fortgelausen und mit der Untergrundbahn zum Alexanderplatz gefahren ist. Von dort ist er die Königsstraße entlang gelaufen und etwa um 19.15 Uhr am Rathaus eingetroffen. Am Berliner Nathaus Vorsitzender: Sie hatten das Rathaus schon vorder am Tage angesehen? Sie hatten da auch bemerkt, daß in den Wobnräumen im Keller ein Fenster offen stand? Angeklagter: Ja Vorsitzender: Sie sind dann in die Ratbausstraße eingebogen und haben in dieses offene Fenster ein Paket brennender Feueranzünder hineingeworfen. Auch bier haben Sie sich schnell wieder entfernt, ohne die Auswirkung abzuwarten.(Van der Lubbe destätigt das.) Uebrigens hat sich dieser Brand etwas intensiver entwickelt, als der im Wohlfahrtsamt. Der Kellerraum, das Schlafzimmer des Sohnes des Maschinenmeisters, bekam ein Loch im Fußboden und ein Kleiverständer und Scheuerleisten brannten an. Auch die Decke hatte Brandspuren bekommen. Rechtsanwalt Dr. Seuffert. der Verteidiger des Angeklagten van der Lubbe: Ich möchte den Angeklagten fragen, ob er erkannt hat, daß das Fenster einem Raum angehört, der als Wohnung von Menschen dient? Der Senatspräsident wiederholt diese Frage gegenüber dem Angeklagten und dieser erwidert nach einigem Zögern mit ja. Am Berliner Schloß Senatsoräsident: Wo sind Sie dann vom Rathaus aus hingegangen? Van der Lubbe schweigt. Senatspräsident Dr. Bünger: Sind Sie nach dem Schloß gegangen? Sie haben das doch früher gesagt. Sie sagten auch, am Berliner Stadtschloß seien Sie gegen 8 Uhr eingetroffen. Angeklagter: Das kann stimmen. Senatsoräsident: Am Schloß war ein Gerüst. Sind Sie am Gerüst emvorgeklettert, an den Leitern oder an den Stangen? Angeklagter: An den Stangen. Senatspräsident: Jedenfallz sind Sie aufs Dach Die deutschen pressevertreter sollen die Sowjet=Lnion verlassen Notizen Rudolf Heß führt in Zukunft nur noch den Titel vertreter des Führers". Un 2 Otober gelangst dus 419 m1! Lgst l; m plar des Buches„Mein Kampf“ von Adolf Hitler zur Auslieferung. Berlin, 26. Sept. 1933. Wie bekannt, wurden Vertreter kommunistischer und sozialistischer Zeitungen zu dem Reichstagsbrandprozeß in Leipzig nicht zugelassen, da auf Grund des Verhaltens der Zeitungen dieser Richtungen bereits vor Beginn des Prozesses eine objektive Berichterstattung nicht erwartet werden konnte. In Verfolg dieses grundsätzlichen Ausschlusses sämtlicher kommunistischer und sozialistischer Zeitungen konnte auch den Vertretern der Sowjet=Presse die Teilnahme am Leipziger Prozeß nicht ermöglicht werden. Zwei Vertreter der Sowjet=Presse in Berlin begaben sich trotzdem nach Leipzig, wo sie sich verdächtig machten und infolgedessen am 22. d. Mts. festgenommen, bereits aber nach einigen Stunden wieder auf freien Fußgesetzt wurden. Die Tatsache, daß trotz der Nichtzulassung zum Leipziger Prozeß diese beiden Journalisten sich nach Leipzig begaben, kann nur als bewußte Umgehung einer Maßnahme, die im Interesse einer objektiven Berichterstattung über den Reichstagsbrandprozeß von den zuständigen Stellen getroffen worden war, gewertet werden. Diesen Tatbestand hat die Sowjet=Regierung zum Anlaß einer schwerwiegenden Maßnahme genommen. Sie hat den deutschen amtlichen Stellen mitgeteilt, daß sämtliche Vertreter der SowjetPresse binnen drei Tagen aus Deutschland zurückgezogen würden und sie hat den deutschen Pressevertretern in Moskau nahegelegt, die Sowjet=Union ebenfalls zu verlassen. Im Interesse der von Deutschland stets gewünschten freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjet=Union ist zu hoffen, daß dieses Ansinnen an die deutschen Pressevertreter in Moskau wieder zurückgenommen wird, umso mehr, als es doch keine begründete Gegenmaßnahme dafür sein kann, daß die beiden Berliner Vertreter der Sowjet=Presse durch eigene Schuld sich der Möglichkeit einer Verhaftung aussetzten. Bei der Beurteilung der von der Sowjet=Regierung getroffenen Maßnahme fällt erschwerend ins Gewicht, daß das Ergebnis der deutscherseits unverzüglich eingeleiteten Ermittlungen nicht abgewartet wurde und diese Maßnahme auch ohne Rücksicht darauf erfolgt ist, daß sowohl vom Polizeipräsidenten in Leipzig als auch von der deutschen Regierung sofort das Bedauern ausgesprochen worden ist. gekommen. Wissen Sie noch, daß Sie auf entlang gegangen sind und dann zu einer Neine von Fenstern gekommen sind, vor denen auben ein wang entlang führte, und was haben Sie auf diesem wang ge Angeklagter van der Lubde, sagen Sie nun einmal von Angetlaster: 36 babe in das offene Fenster geworsen. Es war das Senatepräsiden:: Ee war eine Lüstungsplatte, Angeklagter: Es war nur ein haldes Palet das ich dier bereinwarf..... Gatet dat Senatspräsident: Auch dieleo Pafet, dat intensio gedrannt. Es hat sich Patet zwischen die beiden Dopvelsenster gefallen ist. Aber es bat den Fensterrahmen in Flammen gesetzt. Hier entstand also ein richtiger st. r#. Brandberd, Sie haben sich dann zu einer Laube begeben, die auf dem Dach stebt? Angeklagter: Ja. 6i Senatsorälident: Und in der Laube haben Sie auch Feuer angeleur:— Auch dieses gibt der Angeklagte zu, als ihm das Lichtbild dieser Laube durch den Dolmetscher vorgezeigt wird. Seine Antworten sind leor zögernd und sein Verhalten macht fast den Eindruck der willentlichen Störrigkeit. Warum? Der Vorsitzende fragt nunmehr van der Lubbe: Weshalb haben Sie nun eigentlich diese drei Baulichkeiten angesteckt?„— Angeklagter(nach längerem Schweigen): Aus eigenen Ideen. Vorsitzender: Das muß doch irgendeinen Grund gehabt haben? Was wollten Sie denn damit erreichen! Früher haben Sie bestimmte Angaben gemacht. Ich muß in Ihr Gedachtnis zurückrufen, daß Sie allgemein 3. B. erklärt baben. Sie hätten zeigen wollen, daß„etwas gemacht" werden müsse. Die Ordnung des Staates müsse auseinandergehen und die Arbeiter müßten ihre eigenen Gesetze aufstellen können. Der Angeklagte schweigt. Senatspräsident Dr. Bünger hält ihm darauf seine frühere Einstellung vor, wie sie aus früheren Bekundungen vor dem Untersuchungsrichter hervorging. Damals at er gesagt:„Ich wollte gegen das System protestieren, man kann auch besser sagen, gegen das kavitalistische System. Darunter verstehe ich den ganzen heutigen gesellschaftlichen Aufbau, der schlecht ist und den ich von einer ganz anderen Seite haben will. Das heutige kapitalistische System will ich beseitigen dadurch, daß ich die Klassenkräfte des Proletariats brutal zum Ausdruck bringe. Die Vernichtung des Kapitals kann nicht geschehen durch Stimmzettel, sondern nur durch das tatkräftige Auftreten der werktätigen Klasse. Das ist natürlich die Revolution. Das selbständige Auftreten muß fortentwickelt werden. Meine Handlung im Wohlfahrtsamt in Neukölln war lediglich eine Mitarbeit für die Entwicklung der Revolution.“ Der Angeklagte widerspricht nicht. Der Vorsitzende stellt diese früheren Bekundungen noch einmal fest. Dann tritt eine größere Pause ein. Warum schweigt van der Lubbe? Nach Wiedereintritt in die Verhandlung bestätigt der Angeklagte, die drei Brände allein angelegt zu haben. Vorsitzender: Hören Sie mal zu van der Lubbe: Wie stehen Sie zur Frage der Gewalt? Ihre Verteidigung selbst hat gebeten, daß Sie darauf einmal antworten. Der Angeklagte verharrt weiter in seiner geduckten Stellung. das Gesicht nach unten, und schweigt trotz allen Zuredens, sodaß sich der Vorsitzende schließlich veranlaßt sieht, den Sachverständigen, Obermedizinalrat Dr. Schünz, um eine Aufklärung über dieses Verhalten zu bitten Obermedizinalrat Dr. Schütz: Ich bin der Ueberzeugung, daß der Angeklagte sehr wohl auf die Fragen antworten könnte, wenn er nur wollte. Ich halte sein ganzes Verhalten für eine zielbewußte Verteidigungshandlung. Vorsitzender: Er ist ja allerdings nicht immer unseren Fragen ausgewichen.(Zum Angeklagten): Bitte nehmen Sie doch mal den Kopf hoch. Versuchen Sie es doch mal. Alles gute Zureden des Vorsitzenden hat jedoch keinen Zweck. van der Lubbe verharrt weiter fast unbeweglich in seiner gebeugten Stellung. Noch einmal macht der Vorsitzende den Versuch, etwas Die Glücksnummer Von Mie-Leonore Schönberg Verlag Pressebüro„Durchbruch“ Bonn 12. Fortsetzung. Auf dem schmalen Sofa saßen sie, Elses Kopf lehnte an der Mutter Schulter und sie hörte wie in weiter Ferne, was die Mutter zu ihr sagte:„.. Ich wüßte dich geborgen, mein Kind! Ich fühle es, daß ich nicht mehr allzulange leben werde!“ „Das.. ist die Hilfe! Nun liegt es doch in meiner Hand!“ ging es durch Elses Sinn! Wieder die weiche, bittende Stimme neben ihr: „Mir zu Liebe... schau dir den Herrn wenigstens an. Ich gehe ja mit dir, damit du nicht allein bist?“ „Mir zu Liebe?". Else wehrte sich nicht mehr, als sie der geliebten Mutter Leidensgesicht sah... Aus dem ersten Modesalon der Stadt wurde nach kurzer Zeit eine Auswahlsendung gebracht„Im Auftrage von Herrn Robert Gerber“. Die mitgekommene Verkäuferin hatte die Anordnung, den Damen bei der Auswahl behilflich zu sein. Staunend, voll Schrecken über die teuren Sachen, fügte sich Frau Gerber, Else blieb teilnahmlos. Das Fräulein hatte eine sehr bestimmte verbindliche Art.. die Wahl war bald getroffen, für Frau Gerber ein dunkleres, für das junge Mädchen ein hauchdünnes, weißes Seidenkleid. Else wurde dunkelrot, schwieg aber... Bis zu den Strümpfen und Schuhen war alles gesorgt worden. „Robert Gerber“ hatte guten Auftrag gegeben! „Mutter! Mutter!“. Die Verkäuferin war gegangen. Else schlang die Arme um der Mutter Hals. Es klang so verzweifelt, daß es dieser ins Herz schnitt. „Werde doch ruhig, meine Else! Es wird sicher alles besser, wie du jetzt denkst! Für dich und... für uns! Für... mich mein Kind!“ Robert Gerber war nicht zurückgekommen, um die Seinen an diesem Abend noch einmal zu sehen.. * Pünktlich fuhr das Auto Direktor Hackers vor. Mit jugendlicher Beweglichkeit, soweit ihm seine Körperfülle es gestattete, eilte er zur Wohnung hinauf, die im vierten Stock liegend, ziemlich anstrengend zu erreichen war. Doch heute nahm er gerne alles hin. Bewundernd hing sein Blick an Else, die in tiefer Verwirrtheit neben ihrer Mutter stand. Sie fühlte den Blick des Mannes, sie stand da in ihrem weißen, armellosen Kleide, das nach der neuesten Mode bis zur Erde reichte in ihrer Unberührtheit, die sie wie ein Schutz umgab... Das wußte auch der Mann, der sie schon als sein Eigentum betrachtete.. dessen Eigentum sie schon war, ohne daß sie es ahnte. In diesem Augenblick bereute Direktor Hacker nicht, daß er einen andern Weg eingeschlagen hatte, wie er sonst gewöhnt gewesen war. Else Gerber würde stets in den Rahmen seines Hauses passen, die Frau sein, auf die er stolz sein und um die ihn die andern beneiden würden. Der Tag kam sicher, an dem sie ihm dankte, daß er sie aus ihrer Umgebung herausgenommen hatte, um mit ihm und durch ihn ein anderes Leben zu leben! Sie machte ihm sicher keine Schwierigkeiten.. wenn seine Natur nach Abwechslung verlangte! „Meine Damen, ich danke Ihnen, daß Sie mir die große Freude machen, meiner Einladung gefolgt zu sein.“ Es klang warm und liebenswürdig und nahm die frostige Kühle, die in dem Zimmer zu herrschen schien. „Sind Sie fertig?“. Er griff nach einem Umhang, der auf dem Stuhle lag und legte ihn Frau Gerber um die Schultern. Ehe er Else helfen konnte, hatte diese nach einem weißen Mantel gegriffen und war hineingeschlüpft. Wieder traf sie ein Blick, daß sie erschauerte, aber Direktor Hacker hatte sich sofort wieder in der Gewalt. Er öffnete die Türe und ließ die Damen an sich vorübergehen. Wieder schmiegte sich Else in weiche Wagenkissen. Sie schloß die Augen und meinte, Günter Sanden müsse ihr gegenübersitzen und schaue sie so herzlich an, daß all die Schwere, die sie bedrückte, zu weichen schien... doch... da hielt schon der Wagen. Der Schlag wurde geöffnet... sie schreckte auf! Das war die Wirklichkeit! Sie schritt die teppichbelegten Treppen im Hotel hinauf, ohne recht zu wissen, was sie tat. Direktor Hacker hatte in einem besonderen Zimmer den Tisch bestellt, gedämpft klangen die Weisen der spielenden Musikkapelle in den kleinen, hellerleuchteten Raum. Er machte in liebenswürdigster Weise den Wirt und es gelang ihm. wenn auch nur langsam. Elses Zutrauen zu gewinnen. Erst war sie sehr schweigsam, dann aber sah sie, daß er gütig und herzlich aussehen konnte und ihr kani ein Gedanke, der sie froh machte: Sie wollte ihn sehr, sehr bitten, doch nur die kleine unbedeutende Else in ihr zu sehen, die ihn nie lieben konnte, denn er war doch älter als der Vater. Sein Reichtum lockte sie nicht, denn sie hatte doch ihr Los, das sicher gewann und dann waren die Mittel zur Heilung der Mutter vorhanden. Sie wollte ihm alles sagen und daß man doch den Mann, den man heiratet, sehr lieb haben müsse! Er würde sie schon verstehen!... Arme, kleine Else Gerber! Direktor Hacker bemerkte mit Entzücken, wie das zarte Gesicht sich leicht gerötet hatte, wie die Augen glänzten und Else lebhafter an der Unterhaltung teilnahm. Der Weltmann verstand sich auf Frauen. Leicht wurde es ihm, Marie Gerber davon zu überzeugen, daß Else durch ihn das beste Leben haben würde. Er erzählte von seinem großen Landhause, das in einem mehrere Morgen sich ausdehnenden Park lag und wie ganz selbstverständlich, daß er es ihnen in den nächsten Tagen zeigen wollte. Den Winter verbringe ich stets in Nizza oder Aegypten, sprach von allem mit einer ruhigen Sicherheit, daß in der Mutter Herz eine große Dankbarkeit gegen das gütige Geschick, daß es diesen Mann für ihr Kind geschickt hatte, erwachte und das arme, magere Gesicht sah ganz glücklich aus! Direktor Hackers Art um Else zu werben war sein und ritterlich. Nur manchmal blitzte es in seinen Augen auf, und er mußte sich Gewalt antun, sich nicht zu verraten. Dann senkten sich die blauen Augen, die es Günter Sanden angetan hatten, in einem Gefühl namenloser Angst! Und während Marie Gerber mit ihrer Tochter bei einem auserlesenen Mahle saß, der Tisch mit Orchideen, diesen teuersten Blumen geschmückt, mit Silber und Kristall bedeckt, schlich sich ein Mann durch die dunklen Büroräume der Firma. Zu einem eisernen Schrank, den er nur zu gut kannte und zu dem er die Schlüssel hatte... Die Hand zitterte... endlich war das Schloß offen und an dem Platz, der vor kurzem leer geworden war, lagen jetzt wieder die braunen Scheine:.... „Ich bin kein Dieb... nein! Nein!“ murmelte er vor sich hin und wischte sich den Angstschweiß von der Stirne...„Nein! Nein! Ich hab's aus N getan!... Nur geliehen sollte es sein... ich hal eben Pech gehabt... dir habe ich helfen wolle arme Frau... Kind! Else! Du wirst ja in de neuen Leben sicher glücklich werden!... Frau Gerber wurde müde und Direktor Hack sah, wie krank die Frau war, die neben ihm saß ur mahnte zum Aufbruch. Dieses Mal legte er den Mantel um Elses Schu tern:„Kind! Kind! Du mußt mein werden!“ klang an ihr Ohr und sie konnte sich nicht wehren und dach doch nur an das eine, was sie so beglückt hatt „Wann sehen wir uns wieder, kleine, holde Elfe Ach! Wie anders hatte das geklungen! Hans war noch auf, als sie nach Hause kam und Else schlüpfte in sein Zimmer, nach dem die Mu ter sich zärtlich von ihr verabschiedet hatte... Be Verwunderung sah er auf die Schwester, die in de kostbaren Kleide vor ihm saß und flüsternd erzähl Else alles, was sie heute erlebt hatte und ihre gan Herzensangst hörte er aus ihren Worten heraus. Er schüttelte den Kopf:„Nein, Else! Sei ni ruhig! Das wird schon in Ordnung kommen. Ar Heiraten denkt der alte Mann morgen vielleicht sche nicht mehr und weißt du, du sagst ihm einfach.? habest einen andern gern! „Aber, Hans, das... kann ich doch nicht!“ „Warum nicht?“ Man muß manchmal zu ein Ausrede greifen....“. Er sprach noch lange auf El ein und es gelang ihm auch wirklich sie zu beruhiger Als er wieder allein war, sah er finster vor si hin:„Da stimmt etwas nicht", murmelte er.„de muß einen andern Grund haben!"... Hanna Schwarz hatte an diesem Abend in ihre Garten gesessen und an ihren Liebling gedacht. a das Glück, das sie ihm nicht mit dem Gewinn de Geldes, das sie ihm aber größer und schöner dur Günter Sandens Liebe verschaffen würde. Vor i lagen kzine„ Zeilen:„Bald komme ich hem und he Die Kugel rollte, aber sie war vom Wege abaglitten, war in einen Abgrund gestürzt, ohne da ahnte und verhindern konnte Else war schon lange eingeschlafen, als Mar Gerber noch immer ihrem Manne berichtete (Fortsetzung folgt.) V— Nr. 227(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Mittwoch, den 27. September 1933 Aufruf an die Herner Bevölkerung! Der 1. Oktober und das Winterhilfswerk- Das Eintopfgericht— Große Kundgebung am Samstag abend— Ab Montag Brodenlammlung Die NS=Volkswohlfahrt in Verbindung adtve na mit der Stadtverwaltung und der politischen Leitung der NSDAp erläßt folgenden Aufruf an die Herner Bevölkerung: Der Führer hat für den 1. Oktober folgendes angeordnet: I. In auen Gaststätten ist am 1. Oktober ein Einiopfgericht zu verausgaben. Jeder Gast hat mindestens 25 Pf. an ersparten Kosten an das Winterhilfswerk abzuführen. Die Abrechnung erfolgt durch Gutscheinhefte, die der Wirt von der Kreisleitung der Ns-Volkswohlfahrt erhält. Sie sind abzuholen im Rathaus— Zimmer 17/18. Für des bezahlte Essen hat der Gast einen Gutschein zum Mindestbetrage von 25 Pf. abzunehmen. n jedem Privathaushalt darf an diesem Tage auch nur ein Eintopfgericht gekocht werden. Jede Jamilie hat entsprechend ihrer Kopfzahl die erforderliche Anzahl an Gutscheinen abzunehmen, je Gutschein 25 Pf. Erwerbslose, die sich als solche ausweisen können, oder andere Bedürftige, sind von der Abnahme der Gutscheine befreit. Der Vertrieb der Gutscheine erfolgt durch die SA. SS oder durch die Beauftragten der NSVolkswohlfahrt. Die Verkäufer der Gutscheine haben durch besondere Kontrolle die Kopfzahl in den Jamilien festzustellen. Jamilien, die dieser Anordnung des Führers entgegenhandeln, werden der Kreisleitung des Winterhilfswerks gemeldet: desgleichen werden solche Personen gemeldet, die sich der Einziehung der ersparten Essenbeträge durch Gutscheine widersetzen oder sich weigern, an diesem Tage das Abzeichen für das Erniedankfest zu tragen. Die NS-Volkswohlfahrt behält sich vor, die Namen derjenigen zu veröffentlichen, die sich bewußt der Anordnung des Führers widersetzen, sich also außerhalb der Volksgemeinschaft stellen. 1. Am 1. Oktober essen sämtliche Erwerbslose in den Sälen der Stadt Herue. die noch bekanntgegeben werden. An diesem Essen folge die von Sodingen. Zum Schluß betonte Oberbürgermeister Meister, daß niemand die Befürchtung zu haben brauche, es werde bei der Winterhilfe nicht ehrlich zugehen. Wer auch nur 1 Pfg. unterschlage oder vergeude, dem drohe unerbittlich Staatsanwalt und Konzentrationslager. Die Besprechung schloß mit einer Besichtigung der Volksküche im Rathauskeller. öffentliche Eintopfessen am Sonntag Jeder Teilnehmer muß sich bis morgen anmelden! Bekanntlich findet am Sonntag in verschiedenen Sälen der Stadt eine Speisung der Erwerbslosen und Ermerbaloien haben die Snihen der na####— sonstigen Hilfsbedürftigen statt. Hieran sollen auch, .„#en haben die Spitzen der Heyo#oen um ihrer aufrichtigen und engen Volksverbundenheit anst Lie einzelnen Säle ersalat dur i! Aus)rüt,„7g. geven, die Spitzen der Behörden und die im öffentlichen Leben stehenden Mitbürger teilnehmen. Die genannten zahlen dafür 50 Pf.(25 Pf. f. das Essen und 25 Pf. für den Gutschein). Alle, die an diesen Speisungen teilnehmen wollen, sowohl die(nichtzahlenden) Bedürftigen wie die(zahlenden) Bürger möVerteilung auf die einzelnen Säle erfolgt durch die Ns-Volkswohlfahrt. Die Ausschmückung der Säle mit Blumen und Tischdecken hat der betreffende Wirt auf eigene Kosten zu übernehmen. Wir wollen unseren Erwerbslosen beweisen, daß wir die wahre Volks- 2.— u4 his Hanneratag mitrgs 3 Jc5, 2.: wir seil Jahren gepredigt dem für ihren Wohnbezirk zuständigen Geuppenwalter pree—: melden und zwar: 4. Die Nachmittagsveranstaltungen finden für die Erwerbslosen kostenlos in den Sälen der Stadt Herne statt. Für die Aufstellung eines geeigneten Rundfunkgeräts hat der Wirt Sorge zu tragen. 5. Am Sonnabend. dem 30. September 1933, um 7 Uhr findet auf dem Rathausplatz eine Massenkundgebung statt, zu der die gesamte Bevölkerung der Stadt Herne eingeladen wird. 6. Auch die Nachmittagsveranstaltungen für das Erntedankfest werden auf dem Rathausplatz durch Lautsprecher übertragen. Angabe der Zeit erfolgt noch. 7. Am Montag, dem 2. Oktober, beginnen überall große Massensammlungen(JundBroskensammlungen und Kleidung). Die Sammlungen werden von der SA und SS mit Lastwagen durchgeführt. Die Wagen sind durch geeignete Transparente kenntlich gemacht und besonders geschmückt. Die Ankunft der Wagen wird durch Fanfarensignale bekanntgegeben. Es wird vorausgesetzt, daß das große Winterhilfswerk, das vom Führer befohlen ist, von jedem Einzelnen unterstützt wird. Herne, den 25. September 1933. NS-Volkswohlfahrt: Nieper Kreisleiter der NSDAU. Stadtverwaltung: Meister, Oberbürgermeister. — Besprechung der NS=Volkswohlfahrt im Rathaus Die Organisation der NSBW— Die Durchführung des Winterhilfswerks— Der 1. Oktober. Gestern nachmiktag nach der Stadtverordnetensitzung fand im großen Rathaussitzungssaal eine Besprechung der Amtswalter der NS=Volkswohlfahrt und der Pfleger statt. Auch BdM und HI waren vertreten. Kreiswalter Nieper ging in seinem Referat von der Hagener Tagung, die vor einigen Tagen stattgefunden hat, aus und betonte besonders, daß die Organisierung der NS=Volkswohlfahrt und die des Winterhilfswerks zwei verschiedene Dinge seien. Immer wieder werde das durcheinandergeworfen. Die Mitgliedsbeiträge zur NS-Volkswohlfahrt seien nicht die Spenden für die Winterhilfe. Wer Mitglied der NSVW werde, habe 50 Pfg. Eintrittsgeld und monatlich einen Beitrag von(je nach dem Einkommen) 1 M., 1.50, 2 M., 3 M., 5 M., 10 M., 20 M. usw. zahlen. Der Monatsbeitrag für September sei bei der Anmeldung mit dem Eintrittsgeld zusammen zu zahlen. Der monatliche Mindestheitrag sei 1 Mark, nur für Mitglieder der NSDAP sei er 50 Pfg. Der Anmeldeschein werde über die Gaustelle(Hagen) nach Bersin geschickt, von wo aus dann die Aufnahme als Mitglied ausgesprochen werde. Jedes Herner Mitglied sei Mitglied der Ortsgruppe, in dessen Bereich es wohnt. Die Ortsgruppen hätten über ihre Mitglieder Karteien anzlegen. Neben dieser Organisakion der RSVW gehe das Winterhilfswerk einher. Dieses werde ganz großzügig organisiert. Die Landwirte z. B. müßten ie Einheit 10 Pfund Kartoffeln stiften. Auf den Kopf des Erwerbslosen würden in Herne wahrscheinlich 3 Zentner Kartoffeln und 3 Zentner Kohlen kommen. Die nächste Aufgabe, die durchzuführen sei, sei allerdings das Erntedankten am 1. Oktober. Der Redner schilderte noch einmal in seinen Einzelheiten das Programm, wie es auch im Aufruf der Stadtverwaltung dargelegt ist. Stadtamtmann Quelle ergänzte die Ausführungen darüber. Von dem Ergebnis des Gutscheinverkaufs(25 Pfg. für ersparte Essenskosten) müßten 50 Prozent an den Gau nach Hagen abgeführt werden, 50 Prozent verblieben der örtlichen RSVW. Hagen leite die Hälfte des empfangenen Geldes nach Berlin weiter, die andere Hälfte fließe in einen Ausgleichsfonds für Westjalen. Aus diesem Ausgleichsfonds würden die besonders notleidenden Gemeinden, wozu vor allem Herne gehöre, besondere Zuweisungen erhalten. Auch in den Gastwirtschaften werde es Gutscheine geben, die die Wirte bei der NSVW abholen könnten. Bei den Haushaltungen soll wegen der Gutscheine individuell vorgegangen werden. Besonders sollen kinderreiche Familien rücksichtsvoll behandelt werden. Auch die Erwerbslosen, Hilfsbedürftigen und sonst ihnen Gleichgestellte sollen nicht behelligt werden. Besonders wies der Redner noch auf die am Montag beginnende Pfund= und Brockensammlung hin, die durch SA und SS durchgeführt wird. Außerdem werden Sammellisten beim Einzelhandel zur Zeichnung von Geld, Lebensmitteln, Kleidung usw. vorgelegt werden. Dafür sind besondere Formulare vorgesehen. Gleichzeitig wird durch Mitwirkung der NSBOin den Betrieben gesammelt und die Zeichnung eines Stundenlohnes usw. für das Winterhilfswerk durchgeführt. Oberbürgermeister Meister appellierte in eindringlichen Worten an die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Es müsse vor allen Dingen in die besseren Kreise der Gedanke der strengen Verpflichtung zum Geben hineingetragen werden. Man habe feststellen müssen, daß sich jene Kreise vielfach geweigert hätten. Mitglied der NSVW zu werden. Ein solches Verhalten könnten die erwerbslosen Volksgenossen nicht verstehen. Es gehe nicht, daß einige Kreise bis zum Letzten opferten, während die andern ichsüchtig fernständen. Er werde brutal sein und alle die öffentlich nennen, die sich ihrer Pflicht der Volksgemeinschaft gegenüber entzögen. Selbst vor der Kur eines Konzentrationslagers würde er nicht zurückschrecken. Gerade in Herne müsse Großes zur Ueberwindung der Winternot geleistet werden. Denn wenn auch tausende junger Leute in die Landwirtschaft gekommen seien, die größten Not= und Belastungsfaktoren, die erwerbslosen Familienväter, seien uns geblieben, und hierin werde erst eine Besserung eintreten, wenn auch in Herne Schwerindustrie und Bergbau wieder ein sicheres Wirtschaftsfundament bekämen. Er habe sich immer wieder in Berlin für die Belebung der Schwerindustrie eingesetzt, aber es gehe nicht so schnell. Um so mehr müsse man sich im Winter anstrengen, um die Not zu bekämpfen. Keiner dürfe danach fragen, wie es ihm gehe, sondern auf die Gesamtheit komme es an. Darum sei es nötig gewesen, die Ausführungen in der Presse in scharfem Tone zu halten. Er werde sich auch an die Industrie wenden, um von ihr monatlich größere Beträge zu bekommen. Man habe sich auch an die Herner Landwirte gewandt mit dem Erfolg, daß durch sie die ganze Erwerbslosenspeisung am 1. Oktober finanziert werde(Geld, Kartoffeln, Fett usw.). Außerdem werde Herne ein ländliches Patengebiet zugewiesen erhalten, wahrscheinlich ein Gebiet nicht weit von hier. In der nun folgenden Aussprache wurden noch eine Reihe von Einzelheiten geklärt. Kreiswalter Nieper forderte die Gruppenwalter auf. ihre Stübe möglichst schnell zusammenzustellen. Die bisher beste Gruppe sei die von Rektor Luesse in Herne=Alt, dann Herne=Alk: bei Rektor Luesse(Büro Wirtschaft Mumme, Bochumer Straße); Herne=Mitte bei Pg. Kratsch(Wirtschaft Kramer, Neustraße 33); Herne=Nord bei Pg. Peterreit(Büro Bahnhofstraße 156, Deutscher Arbeiterverband des Baugewerbes): Herne=Sodingen bei Lehrer Joest(Büro Sodingen Amtshaus, Zimmer 12). 30 000 Erntebankabzeichen für Herne Sie müssen restlos abgesetzt werden. An die Herner Bevölkerung! Auf Anordnung des Führers sind Herne 30 000 Abzeichen für das Erntedankfest am 1. Oktober 1933 überwiesen worden. Die politische Abteilung der RSDAP ist verpflichtet, den Vertrieb durchzuführen. Wir wenden uns deshalb an die gesamte Bevölkerung und bitten, in den nächsten Tagen ohne Unterschied von Stand und Beruf diese Festabzeichen für den 1. Oktober zu kaufen. Der Preis beträgt 20 Pf. Es wird vorausgesetzt, daß am 1. Oktober kein Herner Bürger und keine Herner Bürgerin ohne Abzeichen an diesem Deutschen Volksfest teilnimmt. Auch ist es Pflicht der Jugend, dieses Abzeichen zu kaufen. Der Reinertrag ist für das örtliche Winterhilfswerk bestimmt. Kreisleitung der NSDAP: (gez.) Nieper. Die Katholiken und das Winterhilfswerk Die katholische Karitas mit der Regierung Adolf Hitler im Kampfe gegen hunger und Kälte.— Bemerkenswerter Erlaß des Erzbischöflichen Generalvikariats in Köln. Von der RS=Volkswohlfahrt Herne wird uns geschrieben: Der„Kirchliche Anzeiger für die Erzdiözese Köln" veröffentlichte zum Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34 einen Erlaß des Erzbischöflichen Generalvikariats, der ein bemerkenswerter Beitrag und Auftakt zum gemeinsamen Kampf gegen die winterliche und deutsche Volksnot ist. Kirche und Staat werden in diesem grandiosen Hilfswerk gemeinsam marschieren. Dieser Kampf muß zu einer das ganze Volk umfassenden Not= und Brotgemeinschaft werden. Der Erlaß ist auch die Erklärung dafür, daß sich die Karitas unverzüglich in einer deutlichen, volksverbundenen Weise hinter das große Hilfswerk der Reichsregierung stellt. Auch die in diesem Hilfswerk geförderte, über alle Stände und Konfessionen hinwegreichende eole Volksgemeinschaft aller Deutschen wird in diesem Erlaß verständisvoll gewürdigt. Damit ist der gesamten kirchlichen Karitas, mitsamt ihren Vereinen. Anstalten und Einrichtungen der Weg gewiesen zur tatkräftigen Mitarbeit und zur Erweiterung und Vervollständigung des staatlichen Hilfswerkes. Nach dem Willen des Volkskanzlers soll der Winterkampf ein Kampf des gesamten deutschen Volkes sein. Es ist erfreulich, daß auf dem Wege der Bannung der großen Volksnot des kommenden Winters durch die beiderseitigen Kundgebungen eine erfolgverheißende Begegnung von Staat und Kirche offenbar wird. Nachdem die kirchliche Karitas von liberalistischer und insbesondere von marxistischer Seite in der zurückliegenden Zeit nicht selten bedauerlicher Verkennung und Geringschätzung, ja allzuoft offener Feindschaft begegnet ist, wird sie er mit umso größerer Genugtuung begrüßen, wenn sie in dem vom Reichskanzler Adolf Hitler so betont auf christliche Basis gestellten neuen Staat freudige und tatkräftige Mithilfe in dem gewaltigen Feldzug gegen die Volksnot leisten kann. In dem Erlaß heißt es: „In einem großzügigen Hilfsunternehmen, das örtlich auf Arbeitsgemeinschaften in den Landgemeinden und Städten aufbaut, sollen als Ausdruck der Unterstützung der notleidenden deutschen Volksgenossen zusammengefaßt werden. Zersplitterung und Doppelarbeit, Mißbrauch und Doppelunterstützung sollen damit vermieden, Kraft und Umfang der Hilfstätigkeit dadurch gesteigert werden. Da überdies die zuständigen Stellen der Landwirtschaft und der Industrie, des Handels und des Gewerdes, Presse, Rundfunk und Theater, die Berufsorganisationen, die Jugendorganisationen und die Schulen im Dienste dieses einheitlichen Hilfswerkes stehen werden und angenommen werden muß, daß auch bei der Verteilung die Bedürftigen der einzelnen Pfarrgemeinden auf Grund der Mitwirkung der entsprechenden kirchlichen oder karitativen Vertreter ausreichend berücksichtigt werden, so ist von dem bisher üblichen Aufruf zu einer eigenen Karitaswinterhilfe in diesem Jahre Abstand genommen worden. Statt dessen fordern wir die hochw. Geistlichkeit, die Klöster, karitativen Anstalten und Vereine auf, in diesem Herbst und Winter das von der Reichsregierung angeordnete Hilfsunternehmen im Interesse der Notleidenden nachdrücklich zu fördern und freigebig zu unterstützen. Die große und allgemeine, fast alle Schichten unseres Volkes berührende Not fordert ganz besonders ein einmütiges Zusammenstehen und Zusammengehen und gerade ein solch großzügiges allgemeines Hilfsunternehmen kann auch dazu beitragen, die deutschen Volksgenossen in Stadt und Land, ohne Unterschied des Standes und der Konfession, des Alters und des Geschlechts, durch gemeinschaftliche Ausübung der Werke der Nächstenliebe zusammenführen und enger mit einander zu verbinden... Wir verordnen außerdem, daß wie in den früheren Jahren außer der Mitarbeit an Maßnahmen des Winterhilfswerks, wenigstens zweimal im Monat an einem Sonntag in allen Kirchen der Erzdiözese eindringlich gegenüber der leiblichen und seelischen Not so vieler Gläubigen auf die Pflichten christlicher Barmherzigkeitsübung hingewiesen und eine Kirchenkollekte gehalten werde, von der 10 Prozent zum Ausgleich für Notfälle in den ärmsten Gemeinden und für überörtliche karitative Bedürfnisse auf dem üblichen Wege an die Erzbistumskasse einzusenden sind. Von weiteren Anordnungen sehen wir ab, um im Hinbilck auf das große Winterhilfswerk die Gläubigen nicht ungebührlich zu belasten und die besonderen Erfordernisse örtlicher Karitasarbeit nicht zu beeinträchtigen. Das Erzbischöfliche Generalvikariat.“ Einzelbandel und Erntedanktag Die Industrie= und Handelskammer Bochum teilt mit: Bekanntlich soll in ganz Deutschland am 1. Oktober ein Deutscher Erntedanktag in festlicher Form begangen werden. Alle Bevölkerungskreise sollen in diesen Tagen ihre enge, schicksalhafte Verbundenheit mit dem deutschen Bauerntum zum Ausdruck bringen. Der Zweck der Feier ist der, dem deutschen Volk sinnfällig die Bedeutung der Landwirtschaft, insbesondere des deutschen Bauern, vor Augen zu führen. Bekanntlich setzen sich die Reichsregierung und die nationalsozialistische Volksbewegung für die Erhaltung und Stärkung des deutschen Bauernstandes ganz besonders ein, nicht nur wegen der vo anderen stehenden Aufgabe des deutschen Bauern, dem Beschleunigung des Rechtsgangs in Zivilsachen schaffen, sondern auch, weil bei dem ir Boden verwurzelten deutschen Bauern die ewig sich verjüngende Wichtiger Erlaß des Preußischen Justizministers. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Justizminister folgende Anordnung ertassen: Eine erhebliche Beschleunigung des Rechtsgangs ist wesentliches Erfordernis einer von nationalsozialistischem Geist und Willen durchdrungenen Zivnrechtspflege. Manches ist schon geschehen. aber noch nicht genug. Es muß im Rahmen des noch geltenden Rechts grundlegend Wandel geschaffen werden. Von den Richtern, Beamten und Angestellten der preußischen Justizverwaltung wird erwartet, daß sie mit freudiger Entschlossenheit an diese Aufgabe herangehen. Ich bitte aber auch die Rechtsanwaltschaft und alle übrigen an der Zivilrechtspflege beteiligten Stellen, auch ihrerseits die Gerichte zur Erreichung des gestellten Zieles mit Verständnis und gutem Willen nach besten Kräften zu unterstützen. Schon nach gettendem Prozeßrecht läßt sich eine wesentliche Beschleunigung des Rechtsgangs erzielen. sofern nur die bereits gegebenen Möglichkeiten erkannt und ausgenutzt werden. Es muß aufhören, daß die Prozeßverzögerung schon bei der Terminsanberaumung beginnt. Die Vorsitzenden des Gerichts sind persönlich für eine rechtzeitige und sachgemäße Terminanberaumung verantwortlich. Mit dem Vertagungsunwesen muß rücksichtslos gebrochen werden. Der neue Staat kann es nicht dulden, daß Prozesse sich von Termin zu Termin schleppen, zum Nachteil der für das ganze Volk geschaftenen und orbeitenden Rechtspflege, bloß weil es dem einzelnen so gefällt. Wer da glaubt, durch plötzliches neues Vorbringen die Verhandlung vereiteln und Vertagung erzwingen zu können, muß wissen, daß die Gerichte des heutigen Staates verpflichtet und entschlossen sind, hiergegen mit allen vom Gesetz gegebenen Mitteln einzuschreiten, sei es durch Kostenmaßnahmen, sei es durch die Zurückweisung verspäteten Vorbringens. Wer aber der Verhandlung sich durch Säumnis entzieht, muß wissen, daß auch ohne ihn und auch zu seinem Nachteil nach Lage der Akten entschieden werden kann. Beweisaufnahmen brauchen sich keineswegs in die Länge zu ziehen, wenn schon von vornherein bei der Beweisanordnung auf die einheitliche Erfassung aller Beweispunkte und die schnelle und möglichst gleichzeitige Durchführung der Beweiserhebung geachtet wird. Nach beendeter Verhandlung hat das Gericht entschlossen und verantwortungsfreudig seine Entscheidung zu fällen. Es darf nicht vorkommen, daß die Entscheidung grundlos und unnütz auf Wochen und Monate hinausgeschoben oder daß der Entscheidung durch überflüssige und langweilige Wiedereröffnungen der Verhandlung ausgewichen wird. Die Einstellung der Vollstreckung der ergangenen gerichtlichen Entscheidungen, die häufig genug zu bloßen Verschleppungszwecken erstrebt wird, darf nicht formularmäßig und mehr und min der unbesehen bewilligt werden, sondern nur nach sorgfältiger Prüfung aller Voraussetzungen und Fol gen, damit Verschleppungsabsichten von vornherein durchkreuzt werden. Quelle des deutschen Volkstums und der Erhaltung und Stärkung der deutschen Rasse liegt. Insbesondere die Einzelhandelsfirmen können und müssen sich an der Feier beteiligen, um ihrerseits der Verbundenheit zwischen gewerblicher Wirtschaft und Landwirtschaft Ausdruck zu verleihen. Die Produkte Beim Wohnungswechsel wird in der Zustellung des Herner Anzeigers keine Unterbrechung eintreten, wenn der Umzug rechtzeitig dem Boten gemeldet oder der Geschäftsstelle eine diesbezügliche Mitteilung gemacht wird. Nachfolgenden Schein bitten wir auszufüllen Ich verziehe am von Str. Nr. zur Str. Nr. (Unterschrift.) * des deutschen Bauern können bevorzugt in den Schaufenstern ausgestellt und als solche gekennzeichnet werden. Für den Kauf deutscher Erzeugnisse kann erneut mit Nachdruck geworden werden. Die Buchhandlungen können durch Ausstellung geeigneter Bücher über das deutsche Bauerntum usw. auf die Bedeutung des Tages aufmerksam machen. So bestehen die verschiedensten Möglichkeiten der Mitwirkung. Aus und für Herne Wahlen im„kleinen Stadtparlament“ Am 26. September d. J. fand eine Sitzung des Finanzausschusses der Stadtverordnetenversammlung statt. Der Finanzausschuß wählte für den aus der Verbandsversammlung des Siedlung.verbandes Ruhrkohlenbezirk ausgeschiedenen Stadtverordneten Kuhn den Oberbürgermeister Meister. Für den auf Grund des Gesetzes vom 15. 6. 1933 aus dem Aufsichtsrat der Westf. Elektrizitätswirtschaft Gmbh., in Dortmund ausgeschiedenen Oberbürgermeister i. R. Täger wurde ebenfalls der k. Oberbürgermeister Meister gewählt. Als Mitglied des Ausschusses für Leibesübungen und Jugendpflege wurde der in Herne, Goebenstr. 6 wohnhafte Artur Siebel(Vertreter für den Stadtverband für Leibesübungen) gewählt. Frau Buddenborn, in Herne, Schaeferstraße, wurde als Vertreterin der N. S.=Frauenschaft in den Wohl fahrtsausschuß gewählt. Als weiteres Mitglied des Jugendamtskollegiums wurde der Lehrer Wilhelm König, Herne, Mont=Cenis=Straße. gewählt. Ferner wurde als weiterer Schätzer für die Sparkasse der Stadt Herne der Architekt Drolshagen auf jederzeitigen Widerruf gewählt. Die Stadtverordneten Rottmann und Koppenberg sind aus dem Sparkassenvorstand ausgeschieden. An ihre Stelle wurden die Stadtverordneten Krawinkel und Meier gewählt. Spielmannszüge zum Erntedankfest Alle in Herne vorhandenen Spielmannszüge werden nochmals gebeten, sich umgehend beim Kreisprovagandawart Stadtrat Arnold. Bahnhofstraße 133. zu melden, damit ihnen für das Wecken am Sonntag morgen ihr Bezirk zugteilt werden kann. ** 22 Erntedankabzeichen für Schaufensterbekorationen Die Abzeichen, welche auch für Schaufenster=Dekorationszwecke der christlichen Geschäftswelt Verwendung finden können, sind in jeder beliebigen Menge zu haben im Kreisbüro der N.S.HAGO und des H.G. Herne, Wilhelmstraße Nr. 7(Hofeingang Elektro=Haus Wilhelm Pott). Die Reichsbahndirektion Essen hält 2600 Arbeiter Enklassungen zum Winter, wie sonst üblich. *Von der Reichsbahndirektion Essen wurden in Verbindung mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Sommermonate rund 2600 Zeitarbeiter eingestellt. Die Dauer der Beschäftigung dieser Kräfte, die vorwiegend Oberbauarbeiten auszuführen haben, sollte aber in den Herbstmonaten ihr Ende finden. Ein gleiches geschah auch sonst mit den Arbeitskräften der im Bezirk beschäftigten vier Bauzüge, die je Zug eine Belegschaft von gut 60 Mann aufweisen. Zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit wird die Reichsbahndirektion Essen nunmehr die Gesamtzahl dieser Arbeitskräfte nicht entlassen und ihnen damit auch für die Wintermonate Arbeit und Brot geden. * 2* Die organisatorische Vertretung ausgeschiedener Wehrmachtangehöriger Nach einer amtlichen Mitteilung des Reichswehrministeriums hat die Leitung der Deutschen Arbeitsfront erklärt, daß ausgeschiedene Soldaten der Wehrmacht als Angestellte oder Arbeiter nicht in die Or ganisationen der Angestellten oder Arbeiter einzutreten haben, solange sie als Versorgungsanwärter auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen(Anstellungsgrundsätze) bei Behörden im Sinne des§ 4 der An stellungsgrundsätze vorgemerkt sind. In der amtlichen Verlautbarung heißt es dann weiter, daß für diese Versorgungsanwärter und diejenigen abgefundenen Versorgungsanwärter, die noch keine Beschäftigung gefunden haben, allein der Reichsbund der Zivildienstberechtigten(R.d.Z.) die berufliche Vertretung ist. Die erwähnte amtliche Verlautbarung stellt dann noch fest, daß diejenigen Mitglieder des Reichsbundes der Zivilberechtigten, die ihre planmäßige Anstellung als Beamte bereits erreicht haben, oder im sonstigen deutschen Wirtschaftsleben ihre Existenzsicherung bereits gefunden haben, ihre berufliche Vertretung in den ihren Berufen entsprechenden Organisationen finden. Für diese ehemaligen Berufssoldaten ist der Reichsbund der Zivildienstberechtigten also die umfassende große kameradschaftliche Vereinigung. Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten ist nunmehr die unter der Führung des bekannten nationalsozialistischen Coburger Oberbürgermeisters Schwede stehende, in 26 Landes= und bzw. Provinzialverbänden mit 1000 Ortsgruppen gegliederte kameradschaftliche Vereinigung, mit einem Mitgliederbestand von zur Zeit 135000 ehemaligen Berufssoldaten und Polizeibeamten. Der R.d.Z. hat nach dieser amtlichen Erklärung die Pflege echter soldatischer Kameradengemeinschaft und außerdem für die aus der Wehrmacht ausgeschiedenen Soldaten bis zur Anstellung als Beamte die volle berufliche Vertretung durchzuführen. Er ist die Vereinigung aller ehemaligen Soldaten der alten und der neuen Wehrmacht ohne Unterschied des Dienstgrades: der R.d.3. ist zum Reichstreubund ehemaliger Soldaten geworden. ** * V e r v i e l f ä l t i g u n g s a p p a r a t d e r K P D i m R a t h a u s gefunden. Gestern morgen fanden städtische Beamte in einem Versteck des Rathauskellers sorgfältig verpackt einen Vervielfältigungsapparat, der, wie aus den beiliegenden Flugblättern ersichtlich war, zur Herstellung von Schriften der KPD diente. Der Apparat rührt noch aus der Zeit vor der nationalen Revolution her. * V e r k e h r s e r l e i c h t e r u n g z u r Z u c h t v i e h v e r s t e i g e r u n g i n Hamm. Am Freitag, dem 13. Oktober, findet in Hamm in Westf. eine Zuchtviehversteigerung statt. Aus diesem Anlaß werden von allen Bahnhöfen im Umkreise von 100 Km. um Hamm Sonntagsrückfahrkarten(BlankoSonntagskarten) nach Hamm i. W. mit Geltung für den 13. Oktober von 0 bis 24 Uhr ausgegeben. * Vergebung. Die Lieferung der Heizstoffe für die stödt. Gebäude und Schulen sollen für das Jahr 1933/34 vergeben werden. Sie müssen sämtlich von den hiesigen Zechen bezogen werden.(Siehe Bekanntmachung.) * T a u b e n m ü s s e n e i n g e s p e r r t w e r d e n. Auf Grund der Oberpräsidialverordnung vom 16. Mai 1923 müssen die Tauben in der Zeit vom 10. Oktober bis 10. November eingesperrt werden (Siehe Bekanntmachung.) a Silberhochzeit. Die Eheleute Johann Schröter und Frau Jul= chen, geb. Karski, Hiberniastr. 64, seiern heute das Fest ihrer Silbernen Hochzeit. Herzl. Glückwunsch! * D i e A n r e c h n u n g d e r V e r s o r g u n g s r e n t e. Wie die Wohlfahrts=Korrespondenz mitteilt, hat der Spruchsenat für die Arbeitslosenversicherung in einer Entscheidung letzthin den folgenden Grundsatz ausgesprochen: Eine auf Grund des Reichsversorgungsgesetzes wegen einer Gesundheitsstörung gewährte Rente ist nach§ 112a Abs. 1 Nr. 2 und 4 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung auf die Arbeitslosenunterstützung auch dann anzurechnen, wenn der Arbeitslose gemäß § 68 des Reichsversorgungsgesetzes die Rente an einen Dritten verpfändet hat. Hat der Träger der Fürsorge bei ber vorangegangenen Prüfung der Hilfsbedürftigkeit des Arbeitslosen die Versorgungsrente wegen ihrer Verpfändung als Einkommen des Arbeitslosen unberücksichtigt gelassen, so steht dies der Anrechnung der Rente gemäß§ 112a des oben angeführten Gesetzes nicht entgegen(IIla Ar. 90/33). * Tannenbergdenkmal auf Rädern. Zwei junge Arbeitslose aus Ostpreußen zogen Dienstag nachmittag mit einem selbst gebauten Modell des Tannenbergdenkmals durch die Straßen unserer Stadt und lenkten die Bewunderung der Schaulustigen auf sich, die den Stand umlagerten. Die beiden jungen Leute, die schon eine ansehnliche Wegestrecke hinter sich haben, wollen durch ganz Deutschland ziehen und bestreiten ihren Lebensunterhalt aus dem Vertrieb von Postkarten. * J u n g e s M ä d c h e n v e r m i ß t. Seit Sonntag wird die Hausangestellte Maria Hennes, 4. 6. 1914 in Herne geboren, zuletzt Herne, Wilhelmstr. 55 wohnhaft gewesen, vermißt.— Beschreibung: Etwa 1,60 Meter groß, schlank, dunkelblondes Haar(Bubkkopf), Blasses, eingefallenen Gesicht, hohe Stirn, graue Augen, kleine, gradlinige Nase, vollständige Zähne. Bekleidung: Weiße Baskenmütze, schwarzes Seidenkleid mit großem weiben Kragen, braune Strümpfe und braune Halbhe.— Mitteilungen über den Verbleid oder Aufenthalt der Vermißten an die nächste Polizei= oder Landjägereidienststelle erbeten. * J e s t g e n o m m e n w u r d e n: in Bochum eine Person, well sie den„Heil=Hitler Gruß" mit„Heil Moskau" beantwortete, eine Person wegen staatsfeindlicher Umtriebe; in Herne eine Person wegen unbefugten Tragens der SS=Uniform. * Anglerglück.„ Einen guten Fang machte Samstag nachmittag der Invalide Wilhelm S. aus der Von=der=Heydt=Str. In der Nähe des Wanne=Eickeler Hasens fischte er aus dem Rhein=Herne=Kanal einen 6½pfündigen Ueber sein Anglerglück war er begreiflicherweise hoch erfreut. * Auf dem Schiff schwer verletzt. Der Bootsführer Otto H. aus der Jobststraße stürzte Montagabend auf einem im alten Kanal sta tionierten Schiff derart schwer auf einen schmalen Balken, daß er sich die Niere durchschlug. Diese mußte im Kath. Krankenhaus operativ entfernt werden. * Arm gequetscht. Beim Rangieren im Untertagebetrieb einer ört lichen Schachtanlage geriet der Pferdejunge Adolf Ba. aus der Von=Waldthausen=Straße mit dem rechten Arm zwischen die Puffer zweier Kohlenwagen und trug erhebliche Armquetschungen davon. Er fand Aufnahme im Krankenhaus. * V o n e i n e m A u t o a n g e f a h r e n wurde gestern morgen am Kühlturm der Zeche Shamrock eine Frau aus Holsterhausen, die sich mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Herner Wochenmarkt befand. Die erlittenen Verletzungen waren derart erheblich, daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Ferner wurde das Fahrrad stark beschädigt. * Beim Ladendiebstahl ertappt. Am Montag gegen 18.20 Uhr wurde im Geschäft Woolworth ein Mann beobachtet, der von einem Auslagetisch einige Kleinigkeiten an sich nahm und damit verschwinden wollte. Er wurde gestellt und der Polizei übergeben. Es handelt sich um einen 48jährigen Mann aus Herne. * Eine Uraufführung in kath. Gesellenverein herneZentral. Am kommenden Sonntag begeht der katd. Geseilenverein Herne=Zentral sein 44. Stiftungsfest, das unter das Zeichen des Erntedankfestes gestellt werden wird. Die Festrede wird der Ehrenpräses Pfarrer Eggenwirth halten. Außer dem Kolpingsorchester, dem Kolpingschor und der Turnabteilung wirkt die Theaterabteilung mit, die die Uraufführung einer Trogikomödie ie sichere Existeng" Zwei Herner wegen Mordes an einem Landjäger vor dem Schwurgericht Die furchtbare Bluttat in der Herrlichkeit Lembeck- Der Haupttäter zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Einen jähen Abschluß seiner Verbrecherlaufbahn bereitete das Essener Schwurgericht am Montag dem 23jährigen Sodinger Fritz We. Dieser hatte sich wegen Mordes an dem Oberlandjäger Lüttringhaus aus der Herrlichkeit Lembeck, die Ende März geschah und großes Aufsehen erregte, zu verantworten, weiter wegen Beamtennötigung, wegen einiger Einbruchsdiebstähle im Rückfall und wegen Vergehens gegen die Notverordnung betreffs Abgabe von Waffen. Auf der Anklagebank saß noch ein zweiter Sodinger, der Kraftfahrer Hans L., der Begünstigung und der Mittäterschaft bei drei Einbruchsdiebstählen angeklagt. Weich eine gefährliche Persönlichkeit der erhte Angerlagte war, sah man daraus, daß er an der Kette vorgeführt werden mußte, auch war sein ganzes Benehmen nicht dazu angetan, ihm die Sympathie der Geschworenen zu verschaffen. Die Vergangenheit des Fritz We. ist eine kriminell traurige zu nennen. Schon im 14. Lebensjahre brachte ihn ein Diebstahl in die Fürsorgeerziehung. Hier entfloh er, wurde erneut gesaßt und kam für mehrere Monate in die Anstalt zurück. Nach seiner Mündigwerdung verübte er eine Anzahl von Einbrüchen, die er mit Gefängnisstrafen büßte, ohne sich zu bessern. Nun lernte er 1932 zur vorgerückten Jahreszeit den zweiten Angeklagten Hans L. kennen. Es war im März dieses Jahres, als L. den We. zu einer Diebesfahrt in die Provinz einlud und seinen Kraftwagen zur Verfügung stellte. Man behauptete, L. habe geschäftlich nach Saarbrücken fahren wollen, um dort angeblich 200 Mark einzukassieren, aber die Einreise nach Saarbrücken sei nicht erteilt worden, daher habe man Abstand von dem ursprünglichen Plane genommen. In Wirklichkeit war es so: Man hatte sich Diebeswerkzeuge verschafft, u. a. eine Bohrmaschine, ein Beil, einen schweren Hammer, und We. dazu noch eine neue 08=Pistole, Gegenstände, die man später im Wagen vorfand. Die beiden Komplizen haben dann eine Verbrecherfahrt durch Westfalen gemacht. In allen möglichen Orten Westfalens haben die beiden Angeklagten Einbrüche und Diebstähle ausgeführt, von einem Kraftwagen stahlen sie zwei Lederkoffer, beraubten ein Zigarrengeschäft, räuverten eine Wirtschaft nach Spirituosen und Lebensmitteln aus, und tags darauf, am 31. März, geschah die fürchterliche Bluttat. In der Nacht hielten die beiden Komplizen auf der Landstraße zwischen Lembeck und Reken den Wagen an, um sich auszuschlafen. Am Morgen gegen 9 Uhr kam der Oberlandjäger Lüttringhaus auf einer dienstlichen Streife mit dem Rade über die Landstraße Der einsam dastehende Wagen kam dem Landsäger verdächtig vor, er kontrollierte ihn, fand die beiden bereits wach gewordenen Insassen vor und forderte dem L. Papiere ab. Auf sein Verlangen mußte L. auch das schmutzverkrustete Nummerschild hinten am Wagen säubern Bei der Durchsicht der Koffer fand der Oberlandjäger nun die oben erwähnten Einbrecherwerkzeuge und erklärte daraufhin den beiden Komplizen, er müsse die Papiere behalten, gleichzeitig bedeute das das Ende jeglicher Weiterfahrt. We. wartete nun auf eine Gelegenheit, dem Beamten zu entweichen, und als dieser eine Durchsuchung der Gestellten nach Waffenbesitz vornahm, zog We. plötzlich einen Revolver unter seiner Lederjacke hervor. Der Oberlandjäger, der die Waffe auf sich gerichtet sah, mußte unter dem Zwange der Mündung dem L. die Papiere zurückgeben. Er durfte sich auf das Rad setzen und fortfahren. Nun hielt er aber nach 20 Metern wieder an und wollte scheinbar die Nummer des Wagens in sein Notizbuch eintragen. Da krachten auch schon Schüsse aus der Pistole des We. Lüttringhaus entsicherte seine Dienstpistole und schoß zurück. Es sollen etwa 10 Schüsse gefallen sein. We. drang kaltblütig auf Lüttringhaus ein, letzterer traf ihn in den linken Oberarm. Der Beamte ging zurück und wollte in den Straßengraben springen, um dort Schutz zu finden, als ein Schuß aus der Pistole des We. ihn in den Hinterkopf traf. Er fiel mit einer tödlichen Verletzung in den Straßengraben und blieb ohne Besinnung dort liegen. L. erwartete We. im Wagen und nun begab man sich schleunigst auf die Flucht, doch mußte der Wagen mehrfach halten, da We. zuviel Blut verlor und L. ihm schließlich den Arm abbinden mußte. Ihre Absicht war, einen Arzt aufzusuchen. Aber aus der Richtung Wulfen kam ihnen ein Polizeiauto entgegen, das auf die Nachricht von dem Vorfall ihnen entgegengesandt worden war. Das Polizeiauto drehte nach der Vorbeifahrt bei und verfolgte die Verbrecher, überholte sie und stellte sich dann schräg über die Straße. Die Täter wollten jedoch nicht halten, fuhren mit Wucht auf das Polizeiauto auf, in der Hoffnung, es an die Seite zu schieben und dann weiterfahren zu können. Diese Annahme ging fehl. Der Wagen der Täter wurde zum Halten gebracht, mit vorgehaltenen Revolvern wurden sie von den Polizeibeamten festgenommen. In der Beweisaufnahme wurde bekannt, daß We. kurz nach seiner Einlieferung in das Essener Untersuchungsgefängnis einen Ausbruch versuchte, der dank der Wachsamkeit des Gefängnisbeamten mißglückte. Die Zeugenvernehmung ergab, daß We. auf den sich entfernenden Oberlandjäger schoß. Das Leugnen, das beide Angeklagten in der Voruntersuchung an den Tag gelegt hatten, wurde durch die Beweisaufnahme hinfällig. Der Vertreter der Anklage führte aus. We. habe mit kalter Ueberlegung den flüchtenden Oberlandjäger Lüttringhaus„stumm machen" wollen. Er sei vor dem Morde nicht zurückgeschreckt. Er beantragte, da der neue Strafvollzug keine Milde für Mordversuche kenne, die Todesstrafe und wegen der anderen Straftaten 8 Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Gegen den Mitangeklagten L. beantragte er wegen der Einbruchsdiebstähle und Begünstigung der Mordtat 4 Jahre und 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Der Verteidiger hatte einen schweren Stand und pladierte bei We. auf Affekthandlung, ein überlegter Mord liege nicht vor. Durch die Verletzung, die We. erhalten habe, sei er gereizt worden. Geschossen habe er auf Lüttringhaus erst, nachdem dieser seine Pistole entsichert gehabt habe. L. sei kein Mittäter, sondern nur Begünstiger und Hehler. Nach langer Urteilsberatung kam das Schwurgericht zu folgendem Urkeil: We. wurde wegen Totschlags und der anderen Straftaten zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Ehrverlust verurteilt. L. erhielt 3 Jahre Gefängnis wegen Begünstigung und wegen der Einbruchsdiebstähle. Frang Semglatg, Er stelt iu seinem neuen Stück ued Gerich un gemscreteg Gestatten aus dem Handwerks- und Volksieden auf die Bühne und zeigt die eurmeisters, der sich selbständig g machen fucht. eine sichene Existenz zu finden. ressende pfochologische m. wrnchchtlnge eite we dem töglichen Leben sind hier wirkungsvoll unermischt wut herzhaftem Humor, vergapgitrt. aufführung darf daher als für Herne angesehen werden, so daß zu hoffen.— daß der Abend für Autor und Verein zu Erfolg wird. Der Eintrittspreis betragt 30 Pf. * 44. Stiftungssest des St.=Josephs-Arbeitervereins. Der St.=Josephs=Arbeiterverein beging am Sonntag im Saale Neweling sein 41jähriges Feier wies einen guten Besuch auf. Die Hauskapelle leitete die Darbietungsfolge mit dem Marsche„Ver aspera ad astra“ von Urbach ein. Frl. Poner: sprach den Festprolog. Dann hielt der 1. Vorsitzende, Herr Meilenbrock, die Begrüßungsansprache. Sein Willkommensgruß galt der Geistlichkeit, der Lehrerschaft und den vielen Familienmitgliedern und An hängern des Vereins. Er sprach allen Mitgliedern für die Treue, die sie dem Verein troß der Krisenzeiten bewahrt hätten, den herzlichsten Dank des Vorstandes aus. Die vielen Opfer, die gebracht worden seien, werde man von der Leitung aus stets zu würdigen wissen. Nach einem gemeinschaftlichen Liede und einem Walzer fand die Ehrung der Jubilare statt. Auf eine 25jährige Mitgliedschaft können die beiden Jubilare Franz Schudy und Peter Koch zurückschauen. Die Ehrung für sie gestaltete sich recht festlich. Unter dem Vereinsbanner überreichten ihnen zwei weißgekleidete Mädelchen Blumen, dann wurden die Jubilare mit dem Silbersträußchen und der Kettelernadel dekoriert. Die Festrede hielt der Präses, Vikar Enamann. In beredter Weise ging er auf den Sinn und das Ziel der Standesbewegung ein Die soztale Frage sei in den Enzykliken der Päpste Leo XIA. und Pius XI. mutig angeschnitten und durchdacht worden, aber der Liberalismus und der Sozialismus der Marxisten hätten die gerechten Fon derungen der Päpste für den Arbeiter nicht hören wollen. Beiden verkehrten Weltanschauungen gegenüber habe man die christliche Standesbewegung eingesetzt, die zum Pfeiler für Staat und Kirche wurde, die Programme der Gegner überlebte und immerwährenden Bestand haben wird. Der Präses schildert die Rechte, die der neue Staat dem katholischen Deutschland durch die Natifizierung des Konkordates eingeräumt habe. Dieses Konkordat bedeute zugleich die Anerkennung der Werte, die in der christlichen Arbeiter=Standesbewegung enthalten seien. Treu stehe der katholische Arbeiter zum Staate und zur Kirche. Die Festrede klang im Deutschlandlied und dem deutschen Gruße aus. der bewährte Spielleiter, hatte wiederum die Regie. Er und die übrigen Darsteller vermochten sich anerkennenswert in die Bauernseele, überhaupt in dieser kernig=frische Milieu hineinzudenken. Der Chor gefiel mit seinen Liedern. Die Aufführung hinterließ einen guten Eindruck und fand reichen Beifall. * Der Bund deutscher Unteroffiziere hält am Samstag in Bochum seine Führersitzung ab In einer am Sonntag in der Bundesgeschäftsstelle m Herne unter Leitung des Bundesgeschäftsführers Nadelstädt, Herne, stattgefundenen Besprechung sind die letzten Vorarbeiten dazu getätigt worden. Einganze Reihe neue Ortsgruppen werden in die Reiher des Bundes aufgenommen. Die Aufnahmebedingun gen werden für die einzelnen Mitglieder verschärft Weitgehende Organisationsbeschlüsse stehen auf der Tagesordnung. Anschließend findet im Parkhaus in Bochum das Stiftungsfest des Vereins ehem. Unter offiziere Bochum statt. Aus diesem Anlaß werden da Fahnen der Ortsgruppe Castrop=R. und Gladdeck von Bundespräsidenten Kalwa, Bochum, geweiht. Etw50 Kameraden der angeschlossenen Ortsgruppen wen den für Verdienste um den Bund mit dem Bundesehrenkreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Zahlreiche Ehrengäste haben zu der Veranstaltung ihre Teilnahme gemeldet. * Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer e. 2. Kreisgruppe Herne. Die Kreisfunkleitung Herne teilt uns folgendes mit: Wir weisen nochmals auf die heute, Mittwoch. abends 8.30 Uhr im Lokale Bornemann(Ständehaus) früher Volkshaus, stattfindende Versammlung hin.— Das Elberfelder Telegraphenamt hat Sonntag. der 29. 10. 33 wie auch den 5. 11. 33 zur Besichtigung des Langenberger Senders freigegeben. Es können nur jeweils 30 Personen an der Besichtigung teilnehmen Anmeldungen können während der Versammlung w#i auch im Vereinslokale bis 1. 10. 33. erfolgen. Die Fahrtkosten(Autobus) betragen etwa 1.30 RM., do hiermit auch die Besichtigung des Elberfelder Zoo verbunden ist. Der Verein hält allwöchentlich und zwar 10—12 Uhr sowie Freitags von 6—4 Uhr im Lokale Bornemann Sprechstunden über Rundfunkangelegenheiten ab. Während dieser sind auch Rundfunkstörungen zu melden. Gleichzeitia können während dieser Zeiten Anmeldungen für den RDR vorgenommen werden. * Die diesjährige Spielzeit des Dortmunder Siadttheaters Dienstag, den 26. September, mit Beethovens Das Schauspiel eröffnet seine Reihe am Mittwoch, dem 27. September, 20 Uhr mit Schillers „Raubern“. Donnerstag, den 28. September 20 Uhr„Veuinszenierung„der Wildschün“ Freitag 20 Uhr erste Wiederholung„Die Räuber“. Sears Gefaher Duie dern.. Jidelio“. Sonntag Oktober, in neuer Inszenierung„Der Berdent“, Operette von Karl Millöcker ###anz der Dortmunder Stadttheaters teil mit, daß die Preise im allgemeinen gesenkt worden ecee außerdem die bisherige Vorverkaufsgebühr Volkseinkommen hält sich. kommen seit dem Sommer 1929 erstmalig gegenüber dem Stande im Vorjahre nicht mehr gesunken. Das Arbeitseinkommen im zweiten Vierteljahr ist um 500 Mark döder als im erken Vierteljabr 1933. Die Steiarung vom ersten auf das zweite Vierteljahr ist erbeblich größer als in den drei vorbergebenden Jahren. So betrug die Steigerung vom ersten auf das zweite Vierteljahr 1000 nur 01 Milliarden Mark. 1931 nur 0.2 Millia.“ War1932 nur 03 Milliarden Mark und 1933 05 Mark. Wenn das Arbeitseinkommen im Gegenlatz; der Entwicklung der Produktion und der Beschäftiaung zweiten Vierteljahr 1933 noch nicht boder ist als im umd: Vierteljabr von 1932, sondern erst den gleichen Etand—“ weist, so berubt dies auf Lohnse Stand auf. weiten Hälfte 1930— Fentungen in der Re Nr. 227(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Mittwoch, den 27. September 1933 Die Erbreiterung des Dortmund-Ems-Kanals Oberprälident von Lüninck und Regierungsprälident von Stockhaulen in Herne.-— Eine große Preile-Belichtigungsfahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal. P Gestern fand die von uns bereits angekündigte große Presse=Besichtigungsfahrt auf dem Dortmund=EmsKanal statt. Um 10 Uhr, als der Himmel wolkenverhangen und regnend schlechte Fahrt zu verheißen schien— n achher wurde es spätsommerlich schön— hatten sich am Kai des Herner Hafens neben zahlreichen Pressevertretern eine Reihe erlauchter Gäste eingefunden. An der Spitze der Oberpräsident von Westfalen, Frhr. von Lüninck, ferner der Regierungspräsident von Arnsberg, von Stockhausen, weiter der Präsident des Landesarbeitsamtes Dortmund, Dr. Ordemann, die Gauwirtschaftsfachberater von Westfalen=Nord u. Westfalen=Süd, Regierungsrat Dr. Schmidt vom Arbeitsamt Herne, Regierungsräte von der Wasserbaudirektion Münster, Vertreter von Krupp und den Vereinigten Stahlwerken f. a. In dem schmucken Regierungsschiff„Westfalen“ nahmen die führenden Herren zunächst Gelegenheit, grundsätzliche Ausführungen über Arbeitsbeschaffung im allgemeinen und die Erbreiterung des DortmundEms=Kanals im besonderen zu machen. Besonders Oberpräsident Irhr. von Lüninck verbreitete sich über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Westfalen, ihren Sinn als Anlasser des Wirtschaftsmotors und ihre Verteilung auf große Projekte und kleine, die fast jede Stadt und jeden Kreis betreffen. Zu den großen gehöre in erster Linie die Erbreiterung des Dortmund=Ems=Kanals, für die jeßzt 6 Millionen Mark von der Oeffa bewilligt seien(er hoffe, daß es 7 würden) und zwar für den Bauabschnitt Herne— Datteln. Diese Erbreiterung sei von iebenswichtiger Bedeutung für den Dortmunder Wirtschaftsbezirk. Ueber diesen wirtschaftlichen Hintergrund der bevorstehenden Arbeit sprach dann Landesarbeitsamtspräsident Dr. Ordemann. Er führte aus: Der Ausbau des Dortmund=Ems-Kanals is ven ausschlaggebender Bedeutung für das Schicksal des östlichen Ruhrgebiets. Erz und Kohle sind die hauptsächlichsten Massengüter des Kanals; Hüttenindustrie und Bergbau sind von der Leistungsfähigkeit und den Transportkosten auf dem Kanal abhängig. In seiner gegenwärtigen Leistungsfähigkeit entspricht er seit langem nicht mehr den Anforderungen des modernen Verkehrs. Er muß durch den Erweiterungsbau für großere Kanalkähne befahrbar und damit vor dem Veraltern bewahrt werden. Heute sind die Frachten wegen des geringen Fassungsvermögens dei Kunalkähne fast doppelt so teuer wie auf dem Rhein rung. Damals wurde von industriellen Kreisen der der unteren Strecke nördlich Bergeshövede bis Emden Ausbau der Wasserstrecke von Ruhrort über waren nur Schleusen nötig, weil der Kanal zur Ems Münster— Minden— Hannover— Mag=sabsteigen mußte, dann als kanalisierte Ems weiterdeburg befürwortet. Aber wegen der Notlage im geht und im Kreise Aschendorf in der freien Ems veröstlichen Industriegebiet ist damals eine Wasserstraße läuft. Der Dortmund=Ems=Kanal hat den Erwartunvon Dortmund nach Emden gebaut worden, der gen voll und ganz entsprochen. Aber die VerkehrsDortmund=Ems=Kanal. Er wurde 1898 er=entwicklung ist derart gewesen, daß er jetzt den Anöffnet. Im Anschluß hieran sind in den späteren sprüchen nicht mehr genügt. Bei dem neuen Ausbau Jahren die anderen Wasserstraßen gebaut worden sind 2 Teile zu unterscheiden: der südliche und zwar zuerst der Rhein=Herne=Kanal, der Teil von Bergeshövede bis Henrichenburg und Herne 1914 eröffnet wurde, dann der Ems=Weser= und der nördliche Teil von Bergeshövede bis EmKanal von Bergeshövede(nördlich Rheine) nach den. Der südliche Teil ist nicht nur ein Teil des DortMinden(eröffnet zu Anfang des Krieges). Er wurde mund-Ems-Kanals, sondern auch ein Teil des Rheinals Mittellandkanal weiter gebaut nach Han= Elbe-Kanals(d. h. des Weges Rhein=Herne=, Dortnover, jetzt bis Braunschweig und soll von Braun= mund=Ems, Ems=Weser=(Elbe=) Kanäle. Der jetzige schweig bis Magdeburg jetzt beschleunigt ausgebaut Verkehr auf dem Dortmund=Ems=Kanal ist schon durch werden, um die langersehnte Verbindung zwi= den fertiggestellten Mittellandkanal(Ems=Weser=HanZu erhalten(Wea: nover) so angewachsen, daß er den Anforderungen Rhein=Herne=, Dortmund=Ems=, Ems=Weser=(Elbe=) nicht mehr genügt. „ Man hat beim Bau des Kanals aus Sparsamkeit Der Dortmund=Ems=Kanal war eine Tat ersten an vielen Stellen nicht die volle Breite durchgeführt, Ranges. Er war für 600 To.=Schiffe ausrei= besonders bei Ueberführungen wie der Lippe, der chend, das war eine Größe wie sie damals auf kei Stever, Ems, Glane, ferner sind starke Krümmungen nem Binnengewässer vorkam. Von Herne bis zur vorhanden, Engpässe usw. Auch sind verschiedene Abzweigung des Ems=Weser=Kanals bei Bergeshövede, Bauwerke in einem Zustand, daß sie nicht mehr die (= 110 km) ist nur 1 Stufe(bei Münster) vorhanden. näti* Das ist nur dadurch möglich geworden, daß man hohe Kanaldämme in den Niederungen mit in den Kauf genommen hat, so daß dort der Kanal mehr auf dem Gelände liegt, statt in das Gelände eingeschnitten. Auf nötige Sicherheit, besonders auch nicht gegenüber dem nach Norden vorschreitenden Bergbau bieten. Ein Ausbessern der Bauwerke während des Betriebes war nicht möglich, deshalb mußten sog. 2. Fahrten gebaut werden, d. h. ein 2. Kanal neben dem alten. Das ist Hochbetrieb auf dem Rhein=Herne=Kanal Ue Belichfigung der Schleule VII in Herne Bei der Besichtigung der Schleuse VII in Herne hielt Regierungsbaurat Dr. Ostendorf das folgende aufschlußreiche Referat über den Rhein=HerneKanal. Die Schteise Ull bildet die östliche Einfahrt in den Rhein=Herne=Kanal. Von hier aus durchzieht der Kanal in weftlicher Richtung das Rheinisch=Westfälische Industriegebiet; er verläuft nördlich der Städte Herne, Wanne, Gelsenkirchen, Essen, Oberhausen und Duisburg, wo er in den Rhein mündet. In Herne I L—#cserreicht der Rhein=Herne=Kanal den Aus diesem Grunde schwebt seit langem über dem Osl-Anschluß an den Dortmund=Ems=Kanal, revier die drohende Gefahr einer Abwanderung der Hüttenwerke zum Rhein. Eine weitere Zusammenballung am Rhein ware aber in jeder Hinsicht unerwunscht und gefährlich gewesen. Riesige wirtschaftliche Werte wären für immer verloren gegangen, da die stillgelegten Produktionsstätten nichts mehr wert sind; zehntausende mit den Werken seit Jahren verbundener Arbeitnehmer wären für immer brotlos geworden. Und diese Vernichtung hätte ein auch heute noch durch und durch gesundes Geviet getroffen, das sich in der jahrelangen Krise gut behauptet hat. Das kommt so daß von hier aus die Schiffe über Münster nach—.v., J## S.*„—— Emden bzw. über den unterhalb Rheine an den werke des Kanals, den Bodensenkungen folgend, geDortmund=Ems=Kanal angeschlossenen Ems-Weser= unen. Die Schleuse IV des Rhein=Herne=Kanals ist Kanal nach Minden zur Weser und demnächst nach keispielzweise um rd. 1.35 Meter gesunken und um ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Brücke gehoben werden muß. Die Brücken sowohl wie die Widerlager sind auf die Hebung eingerichtet worden. Derartige Brückenhebungen sind bereits an einer größeren Anzahl Brücken vorgenommen worden, einzelne Brücken sind sogar so stark gesunken, daß sie schon zum zweiten Mal gehoben worden sind. Diese Brückenhebungen gehen zu Lasten des Bergwerkes, das durch seinen Abbau die Senkung der Brücke verursacht hat. Wie die Brücken, so sind auch die übrigen BauVollendung des Mittellandkanals bis Magdeburg zur Elbe fahren können, wo der Anschluß an das ostdeut sche Kanälnetz erreicht wird. Der 37 km lange Rhein=Herne-Kanal ist in den Jahren 1907 bis 1914 gebaut worden. Er hat rd. 70 Millionen Mark gekoftet, so daß jeder äh pii. bieher im ötlichen. Repier raege. ore. uuc Kilometer sic auf 2 Millionen. und selitätsfabrikate, die mehr Arveitskräfte erfordern, hergestellt wurden, während am Rhein die Massengüter in Frage kamen. So konnte bisher auf dem Arbeitsmarkt der Nachteil der schlechteren Verkehrsmöglichkeiten sich noch nicht bemerkbar machen. Aber das ohne Ausbau des Kanals nicht so bleiben, weil in der Wirtschaft der Rechenstift gilt. In klarer Erkenntnis dieser Zusammenhänge ist bereits seit langen Jahren der Ausbau des Dortmund=Ems=Kanals als wirtschaftspolitisch und arbeitsmarktpolitisch dringend notwendig gefordert worden. Seit langem ist diese Forderung als begründet anerkannt, aber immer fehtten die Mittel, um die Arbeiten tatsächlich mn Angriff zu nehmen. Jetzt endlich sind wir soweit. Auf dem ersten, für den Dortmund-Ems-Kanal, den MittellandKanal und den Rhein-Herne=Kanal gleich wichtigen Teitstück von Herne dis Datteln werden im Rahmen des Reinhardt=Programms die Verbreiterungsarbeiten in Angriff genommen, die den Kanal wieder in einen modernen Verkehrsweg verwandeln sollen. Der Ausbau des Dortmund=Ems=Kanals bedeutet Arbeitsbeschaffung im besten Sinne des Wortes. Das besonders Wertvolle ist aber daß die Arbeitsbeschaffung nicht mit der Durchführung der Ausbauarbeiten beendet ist. sondern eigentlich erst dann beginnt. Denn: der wieder leistungsfähige Dortmund=Ems=Kanal wird die Extstenz des östlichen Ruhrgebiets auf Jahrzehnte hinaus sichern Nachdem Dr. Ordemann noch mitgeteilt hatte, daß in Westfalen bis Ende August 8000 Notstandsarbeiter zu verzeichnen gehesen seien, man aber hoffe, diese Zahl bis Ende Oktober auf 32—35000 zu bringen Regierungspräsident von Stockhausen das Wort. Er sprach seine Freude darüber aus, am Beginn einer großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu stehen, und hob hervor, daß, nachdem der Overpräsident das Projekt neu aufgegriffen habe, in schönster Einmütigkeit aller Stellen endlich die erste Verwirklichung erreicht sei. Auch in Berlin habe man erkannt, daß es sich um ein deutsches, nicht bloß bezirkliches Problem handle. Gerade um Dortmund herum sei ein besonderes Notzentrum, für das dies große Arbeitsbeschaffungsprojekt besonders willkommen sei. Dem ersten Bauabschnitt würden sicherlich auch die andern folgen. Er schloß mit einem Dank an den Oberpräsidenten und den Landesarbeitsamtspräsidenten für die Veranstaltung der Fahrt. Wasservaudirektor Schmitz voon der Wasserbaudirektion Münster schilderte nun die wasserwirtschaftliche und technische Seite der Arbeit. Der Gedanke des Baues des Dortmund=EmsKanals, so führte er aus, d. h. einer Verbindung von Westfalen zur deutschen Nordsee, läßt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Aber erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die Bestrebungen ernsthafter. 1877 hat die preußische Regierung dem Landtag eine Denkschrift vorgelegt über die preuzischen Wasserstraßen, ihre Ergänzung und Vervesseder Meter auf 2000 M. stellt. Der Höhenunterschied, der von Herne dis zum Rhein zu überwinden war, beträgt 36 Meter. Der Kanal hat dementsprechend 7 Schleusen von je rd. 5 Meter Gefälle erhalten. In den Normalftrecken hat der Kanal eine Breite von 34,50 Meter, eine Tiefe von 3.50 Meter und einen wasserführenden Querschnitz von etwa 91 Quadratmeter. Dank dieser Abmessungen könnenauf dem Rhein-Herne-Kanal Schifte von 80 Meter Länge, 9.20 Meter Breite und 2.50 Meter Tiefgang mit einer Tragfähigkeit bis zu 1350 To. fahren. Die Leistungsfähigkeit des Rhein=Herne=Kanals ist recht groß; der Verkehr ist angewachsen auf rd. 15·000 000 To. Ladung bzw. 35 000 000 Tragfähigkeit. 35—40000 Schiffe befahren jährlich diesen Kanal; davon entfällt etwa 60 Prozent auf den Verkehr vom und zum Rhein, und etwa 30 Prozent auf den Verkehr nach Osten und 10 Prozent ist Durchgangsverkehr. Die Kohle bildet das Hauptverfrachtungsgut; nicht weniger als 15 große Zechenhäsen sind am Rhein-HerneKanal in Betrieb. die alle einen sehr regen Umschlagsverkehr haben. Der größte Kanalhafen ist der Hafen der Hafenbetriebsgesellschaft Wanne=Herne mit einem jährlichen mschlag von über 2000 000 To. Eigene Häsen haben u. a. die Zechen Concordia= Prosper, BergwerksA.=G. Recklinghausen, Hoesch=Köln=Neuessen, Nordstern, Hibernia, Bismarck, Unser Fritz, Harpen, Friedrich der Große und König=Ludwig. Zwei große Hüttenhäfen bestehen am Rhein=Herne=Kanal und zwar der der Gelsenkirchener Bergwerks= und Hütten=A.=G. und der der Firma Krupp m Essen. Außer Kohle. Erz und Schrott werden Holz, Sand, Kies, Düngemittel, Fertigwaren der Eisenindustrie und Lebensmittel auf dem Kanal befördert. Was den Rhein=Herne=Kanal von anderen Kanälen unterscheidet, ist die Konstruktion der Bauwerke und der eiozeinen Bauwerksteile mit Rücksicht auf dlr Bodensenkungen. die durch den unter dem Kanal umgehenden Bergvau hervorgerufen werden. Diese Bodensenkungen nahmen verhältnismäßig große Ausmaßzs an, streckenweise ist das Kanalbett um 2 bis J. vereinzest sogar um 4 bis 5 Meter gesunten; die Baumerre des Kanals. u. a. die Brücken, haben diete Senkung zwangslaufig mitgemacht. Die Folge davon war, daß die Brückenunterkante sich mit zunehmender Senkung dem nicht mitsinkenden Kanatwasserspiegel näherte, und daß die lichte Durchfahrtshöhe, die ursprünglich 5 Meter betragen hat, kleiner und kleiner wurde. Es tritt dann ein Zustand ein, bei dem zu befürchten ist, daß die Schiffe bei der verringerten Durchfahrtshöhe nicht mehr unter der Brücke herfahren können. Dann das entsprechende Maß aufgehöht worden Bei 12stündigem Betrieb hat der Kanal eine theoretische Leistungsfähigkeit der Schleusen von 36 000 000 To. im Jahr. Bisher ist praktisch eine Höchstleistung von 18000000 To. erreicht worden und wir befinden uns gegenwärtig in einer Zeit, die dem Höchstverkehr sehr nahe kommt. Wir haben in den letzten Tagen eine Schiffszahl von 150—170 Kähnen täglich gehabt. Daß der Kanal sozialpolitisch ein lebenswichtiger Faktor auf dem Arbeitsmarkt darstellt, erhellt aus folgendem: Die Zahl der am Kanal tätigen Kopf= und Handarbeiter beträgt etwa 1500 Mann; hierzu gehören die Bediensteten des Wasserbauamtes und des Schleppamtes, das Personal der 22 Häfen und die Schiffer, so daß rd. 2000 Menschen täglich hier ihr Brot verdienen. Die Lohnsumme, für die hier Jahr für Jahr Arbeit in Brot umgesetzt wird, beträgt jährlich etwa 4—5 Millionen Mark. Diese Tatsache verdient es, daß sie einmal deutlich herausgestellt wird. Darüber hinaus sind noch eine große Anzahl von Arbeitern am Kanal tätig für die laufenden Erweiterungsarbeiten, insbesondere auch für die Beseitigung der Bergschäden am Kanal. Hieraus ergibt sich, daß der Bau und die Unterhaltung und der Ausbau von Wasserstraßen im arbeitspolitischen Wirtschaftsleben eine wichtige Rolle spielt und daß der Standpunkt, man solle die Kanale zuschütten, ein verhängnisvoller Irrtum gewesen ist. Es muß wieder Verständnis und Förderwille, wie ehedem, aufkommen für den Bau von Wasserstraßen, durch welche die Wiederaufrichtung des deutschen Wirtschaftslebens wirksam mitermöglicht werden kann. Die im Anschluß an diese Ausführungen vorgenommene Besichtigung der Schleuse VII zeigte zwei große Schleusenanlagen, die der bergbaulichen Einflüsse wegen etwas versetzt zueinander angelegt sind Sie haben lange Schleusenkammern, in denen 2 Kähne von je 1250 To. Platz haben. Diese Schleusenkammern sind aus Beton, der aber der Bodensenkungen wegen in Blöcke von 150 bis 180 Metern Länge geteilt ist. Das Untertor der Schleuse ist ein Schiebetor, das seitlich vor= oder weggeschoben wird, das Obertor ist ein Klapptor, das in der Mitte um eine Achse drehbar ist und umgelegt wird. Darüber ist dann so viel Platz, daß das Schiff darüber hinwegfahren kann. Das Durchschleusen geschieht so, daß das z. B. vom Unterlauf kommende Schiff in die Kimmer einfährt, das Untertor wird vorgeschoben und dann werden im Obertor Schotten geöffnet, die das Wasser in die Kammer einströmen lassen. Ist ihr Wasserspiegel bis zum Wasserspiegel des Oberlaufs emporgewachsen, so wird das Klapptor umgelegt und das Schiff fährt aus Meist wartet dann schon ein Schiff aus entgegengesetzder Richtung, das sofort wieder einfährt und dann durch den umgekehrten Vorgang heruntergelassen wird. Diese Doppelschleusung dauert eine Stunde Allerdings geht durch das Schleusen viel Wasser an den Unterlauf und letztlich an den Rhein verloren. (280 000 chm täglich im ganzen Kanal) Dieses Wasser wird durch zugepumptes Wasser aus der Lippe ersetzt. z. B. in Olfen und bei der Sprengstelle am Emscher düker geschehen. Durch die Verzögerung, die bei wachsendem Verkehr dadurch entsteht, daß auf vielen Stellen Schleppzüge nicht aneinander vorbei können, würde auf die Dauer die Schiffahrt unrentabel wer den. Ferner fahren auf dem Rhein=Herne=Kanal 1350=To.=Schiffe, auf dem Mittellandkanal 1000 To.= Schiffe, und nur das Zwischenstück, der DortmundEms=Kanal, läßt nur 600=To.=Schiffe zu. Das ist un haltbar. Auch deshalb muß die Südstrecke des DEK unbedingt ausgebaut werden. Die Nordstrecke bis Emden bekommt durch den Rhein=Elbe=Kanal wenig Zuwachsverkehr. Dort ist der Küstenkanal vichtiger, der südlich Papenburg zur Unterelbe abgeht Die Nordstrecke würde für Jahre dem Verkehr genügen, wenn nicht das Dortmunder Problem hinzuträte. Kommt das Dortmunder Gebiet zum Erliegen, ist Emden wirtschaftlich erledigt, denn dort leben 90 Prozenti von der Schiffahrt. Bisher ging so viel Kohle herunter, wie Erz hinaufging nach Dortmund. Wenn der Erztransport fortfiele, fiele auch der Kohlentransport, der dann zu teuer wäre, fort. Vom Lippe=Seiten=Kanal ist zuerst die Strecke von Hamm nach Datteln gebaut worden. Sie dient aber nicht nur dem Schiffsverkehr, sondern auch der Speisung der westdeutschen Kanäle. Als der Dortmund=Ems=Kanal noch allein da war war lediglich ein Pumpwerk an der Kreuzung mit der Lippe in Olfen. Als aber die andern Kanäle gebaut wurden, mußte weiteres Wasser beschafft werden. Der Verlust eines Kanals an Wasser besteht in Verdunstung, Versickerung und Verbrauch von Schleusungswasser. Daher wird der Lippe oberhalb Hamm Wasser entnommen, es fließt mit natürlichem Gefälle nach Hamm und weiter, aber auch dieses reicht nicht immer aus. Die Lippe ist im Sommer nicht sehr wasserreich. Daher mußte man weitere Hilfsquellen erschließen. Es wurde das Pumpwerk Olfen in Betrieb genommen. Dann gibt es an der Schleuse Münster ein Pumpwerk, damit man das Schleusungswasser wieder nach oberhalb zurückpumpen kann. Ferner ist bei Minden ein Pumpwerk, um Wasser von der Weser heraufzupumpen. Beim Wesel=Datteln=Kanal ist sogar an jeder von den 6 Schleusen ein Pumpwerk angelegt, durch die zu jeder Zeit Wasser aus dem Rhein heraufgepumpt werden kann. Die Arbeiten am Dortmund=Ems=Kanal beginnen nicht erst jetzt. Schon lange sind an verschiedenen Stellen wichtige Arbeiten im Gange. Zur Zeit werden 2300 Arbeiter und 130 Angestellte daran beschäftigt. Durch den Ausbau Herne— Datteln kommt aber jetzt die entscheidende lange Strecke in Angriff. Die Arbeit wird hauptsächlich darin bestehen, daß der Kanal von der Herner Stadtgrenze gegen Castrop=Rauxel ab um 4—4,50 Meter einseitig erbreitert wird. Dies geschieht zunächst auf der von Herne aus gesehen linken Seite durch Einrammen von Spundwänden in Höhe des Leinpfades, dann wird die Erde zwischen Spundwand und Kanalsohle weggebaggert. Gleichzeitig wird die Kanalsohle um 50 cm vertieft und der Wasserspiegel um 50 cm gehoben, so daß dann eine Wassertiefe von 3.50 Mtr. statt bisher 2.50 Mtr. entsteht. Ferner mussen alle Brücken neu gebaut werden, weiter, breiter und höher. Die Fahrt. Nach diesen Einführungsreden begann die Fahrt. Sie führte den Herner Zweigkanal entlang und dann in den Rhein=Herne=Kanal zurück, wo die Schleuse VII besichtigt wurde.(Darüber ein besonderer Artikel.) Weiter ging es zum Emscherdüker, der in der Besatzungszeit gesprengt wurde. Dort wurde eingehend auch der neue Emscherdüker und die wegen der Sprengung später neu angelegte 2. Fahrt besichtigt. Dann sah man das alte und neue Sicherheitstor an der Wartburg, die neue Brücke im Zuge der Strecke Recklinghausen—Waltrop und gelangte so nach Henrichenburg, wo in zwei Filmvorträgen die Kanalarbeiten bei Bergeshövede und Riesenbeck sowie bei Henrichenburg und Datteln geschildert wurden. Nach eingehender Besichtigung und Befahrung des Schiffshebewerkes ging die Reise weiter nach Datteln und zur 2. Fahrt bei Olfen. Wir begnügen uns heute mit dieser Skizzierung der Fahrt, auf Näheres kommen wir morgen zurück. Katholische Morgenfeiern im Westdeutschen Rundfunk Eine wichtige Neuerung. Vom 1. Oktober ab wird der Westdeutsche Rundfunk regelmäßig an den Sonntagen die katbolischen Morgenfeiern für West= und Südwestdeutschland bringen, während der Stuttgarter Sender für die gleichen Sendegebiete regelmäßig die Uebertragung der evangelischen Morgenseiern besorgen wird. Die Gestaltung und Leitung der katholischen Morgenseiern wurde vom Westdeutschen Rundfunk dem Domvikar Leiwering(Münster) übertragen. Für die Ausgestaltung der Feiern steht der Festchor der Katholiken Münsters zur Verfügung, der seit seinem ersten Auftreten gelegentlich des Münsterschen Katholikentages sich eines besonderen Ruses erfreut. Domvikar Leiwering wird sich aber nicht auf die Mitwirkung dieses Chores, der sich die Bezeichnung „Gregorius=Chorgemeinde" zugelegt hat. beschränken. Bei den Sendungen werden auch Kräfte und Chöre aus sämtlichen übrigen Gebieten des Westens mitwirken. Die Morgenseiern sollen sich als organische Einbeit von Predigt. Rezitat und Gesang darbieten und zwar so, daß alles, was gesprochen und gesungen wird, sich auf das Grundthema der Feiern bezieht. So soll die Morgenfeier in Predigt und in der künstlerischen Gestaltung ein Stück katholischen Missionswerkes in der Not und dem Ringen unserer Tage sein. Fördern bitte auch Die den Herner Anzeiger! Verlangen Sie ihn in allen Wirtschaften, Cafes und Zeitungskiosken, beim Friseur und am Bahnhof. ** 17 Minuten Stadtverordnetensitzung 11 Punkte ohne Auslprache erledigt.— Schnelle Arbeit. Die gestrige Stadtverordnetensitzung hat genau 1711. Von den durch Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln Minuten gedauert. Dabei sind 11 Tagesordnungspunkte erledigt worden, die z. T. von erheblicher Bedeutung waren. Das ist ein Beweis dafür, daß es im Stadtparlament heute kein Hin und Her der Meinungen und Interessen mehr gibt und daß schnelle und entschlossene Arbeit geleistet wird. Die Uebereinstimmung mit der Verwaltung war so groß, daß nicht ein einziger Stadtverordneter überhaupt das Wort ergriffen hat. Die Magistratsmitglieder begründeten die Vorlage kurz, und schon war sie einstimmig genehmigt. Das bedeutet nun allerdings nicht, daß die Stadtverordneten zu den Vorlagen gar nichts mehr zu sagen wüßten, vielmehr erübrigt sich, da alles vorher in der NS-Iraktion durchgesprochen ist und diese die völlig entscheidende Ueberzahl hat, jede weitere Erörterung im Plenum. So entfällt allerdings für den Bürger eine wesentliche Gelegenheit des Sensationseriebens, aber auch ein Mittel kommunalpolitischer Schulung, was sich in dem spärlichen Besuch der Tribunen ausprägt. Man könnte diesen als ein Symptom für das Maß von Interesse an kommuralpolitischen Dingen ansehen, aber anderseits ist diese kurze, knappe Art ein wesentlicher Fortschritt im Sinne sachlicher Arbeit. Besonders beim Vergleich mit dem früheren Parteigezänk und endlosen Gerede im Parlament der Vergangenheit berührt sie geradezu wohltuend und erhebend. Und das Bewußtsein, daß alle am gleichen Strange ziehen und die Politik des Führers auch im kommunalpolitischen durchführen, dürfte die Bürgerschaft mit solchem Vertrauen erfüllen, daß sie den Vorgängen im Parlament heute eben anders gegenüberstehen kann als früher. Es ist das Gefühl:„Die werden's schon schaffen und richtig machen.“ Sitzungsverlauf. Um 4,35 Uhr eröffnet Stadtverordnetenvorstcher Bongardt die Sitzung. Es fehlt entschuldigt ein Stadtverordneter. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Vorsteher der in Kohlfurt auf so tragische Weise tödlich verunglückten Bochumer SA=Männer. Die Versammlung erhebt sich zu ihrem Gedenken von den Sitzen. Dann spricht der Vorsteher dem neugewählten Stadtoberhaupt im Namen der Stadtverordnetenversammlung die aufrichtigen Glückwünsche aus.„Wir Nationalsozialisten“, so führt er aus,„sind stolz darauf, die Führung der Stadtverwaltung in den Händen unseres Vorkämpfers in Herne zu wissen. Denn er ist für uns der beste Garant dafür, daß alle Maßnahmen, die von der städtischen Behörde durchgeführt werden, vom nationalsozialistischen Geist durchdrungen sind. Wir geloben und versprechen, mit all unsern Kräften mitzuarbeiten zum Wohle unzerer Stadt und der Bevölkerung.“ Nunmehr wird in die Tagesordnung eingetreten Punkt 1: Einführung des Stadtv. Meier (Ersatz Koppenberg). Oberbürgermeister Meister verpflichtet Stadtv Meier durch Handschlag und erklärt ihm, er freue sich, daß er wieder in das Stadtparlament einziehe und seine alten langjährigen Erfahrungen auch weiterhin der Stadt zur Verfügung stellen könne. Punkt 2: Vereidiung der unbesoldeten kommissarischen Stadträte Arnold und Hüls. Da Stadtrat Hüls bereits vereidigt ist, wird er nur noch durch Handschlag auf sein Amt verpflichtet, Stadtrat Arnold legt den Eid auf die Verfassung ab. Punkt 3. Umbenennung von Straßen. Ohne Aussprache wird einstimmig beschlossen, beim Polizeipräsidenten zu beantragen, daß die Neustraße in Franz=Seldte=Straße, die Freiheitstraße in Saarstraße, die Jean=Voae-Str. in Kaiser=Wilhelm=Str. die Bachstraße in Jean=Vogel=Straße umbenannt werden. Punkt 4. Fluchtlinienplan für das Gebiet des alten Marktes. Hierbei handelt es sich nicht um die Festsetzung eines neuen Fluchtlinienplanes, sondern um die Anfhehung des im Jahre 1927 beschlossenen alten. Damals wurde beschlossen, daß die Bochumer Straße zur Wiescherstraße durchgelegt werden und die Häuser auf der östlichen Seite der Bahnhofstraße wegfallen solllen, damit aus dem alten Markt ein großer freier Platz entstände. Der Kostspieligkeit dieses Projektes wegen werden diese 1927 beschlossenen Fluchtlinien aufgehoben und die vor 1927 bestandenen wiehergestellt. Die neuen sind aber in Vorbereitung. Sie beziehen sich hauptsächlich auf den Durchbruch der Bochumer Straße, die nicht mehr, wie ursprünglich beabsichtigt, zwischen Goethe= und Straßburger Straße auf die Wiescherstraße münden und in Richtung Sodinger Straße weiterführen, sondern jetzt in die Lönsstraße eingeführt werden soll. Die Vorlage wurde ohne Aussprache angenommen. Punkt 5. Uebernahme von Gewährleistungen für Bauvorhaben. Bürgermeister Menerhof führt hierzu aus, daß es sich um die vorstädtischen Kleinsiedlungen handelt und zwar die 22 Siedlerstellen, die die Bergmannssiedlung hinter der Flottmannstraße erbauen will, und eine Siedlerstelle ebendort von den Eheleute Asche. Für die ersteren sind 41 800 Mk. von den Bauherren aufzunehmen, bei den letzteren 2690 Mark. Für dieses Geld muß die Stadt die sog. kleine Gewähr übernehmen, d. h. sie muß sich verpflichten, die Innehaltung der Verträge durch die Siedler zu überwachen, die Zins= und Tilgungsbeträge einzuziehen und abzuführen und die Siedler zu betreuen und wirtschaftlich zu beraten. Bei der Bergmannssiedlung kommt das auch nur in Frage wenn diese selbst einmal sich auflösen sollte oder ihre Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Damit ist aber kaum zu rechnen. Die Vorlage wird ohne Aussprache angenommen. Die Zeitsetzung der Berufsschulbeiträge. Punkt 6: Berufsschulbeiträg. 1933. Auf Grund des§ 16 Absatz 5 und 11 des Gewerbeand Handelslehrerbesoldungsgesetzes hat der Magistrat nach Anhörung der Industrie= und Handelskammer, sowie der Handwerkskammer folgendes beschlossen: und sonstigen Einnahmen nichtgedeckten laufenden Unterhaltungskosten der Berufsschule des Stadt kreises Herne sind 50 v. H. durch Schulbeiträge aufzubringen. 2. Es sind zu erheben; a)von den Gewerbetreivenden für ihre Betriebsstätten im Stadtkreis Herne 70 v. H. der Grundbeträge der Gewerbesteuer vom Ertrage, 280 v. H. der Grundbeträge der Gewerbesteuer von der Lohnsumme; b) von den nicht ge werbetreibenden Arbeitgebern für jeden von ihnen beschäftigten Arbeiter und Aggestellten, soweit die Jugendlichen der einzelnen bei ihnen beschäftigen Arbeiter= und Angestellten=Gruppen berufsschulpflichtig sind, 5,50 M. Der Heranziehung des einzelnen nichtgewerbetreibenden Arbeitgebers ist die Durchschnittszahl der Arbeiter und Angestell ten, die in dem dem Rechnungsjahre vorangegangenen Kalenderjahre von ihm beschäftigt worden sind, zu Grunde zu legen. 3. Die Schulbeiträge der Gewerbetreibenden, die Werkschulen unterhalten, sind zu ermäßigen nach dem Verhältnis der Hundertsätze, die sich ergeben einerseits beim Vergleiche der Zahl der Werkschüler mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten des Betriebes und andererseits beim Vergleiche der Zahl der Berufsschulpflichtigen mit der Zahl der Arbeiter und Angestellten im Bezirke des Stadtkreises Herne. Die Zahlen der Werkschüler, der Arbeiter und Angestellten der Betriebe, der Berufsschulpflichtigen und der Arbeiter und Angestellten im Bezirke des Stadtkreises Herne sind nach dem Stande vom 10. Oktober 1932 festzusetzen. An diesem Tage waren vorhanden: 15 243 Arbeiter und Angestellte, 2128 Berufsschulpflichtige. 4. Freiwillige Schüler haben für die Jahresunterrichtsstunde ein Schulgeld von 6.— M., freiwillige auswärtige 9.— M. zu zahlen. Auch diese Vorlage wird ohne Aussprache angenommen. Abgabe von Rechten an den Magistrat. Punkt 7: Uebertragung des Rechts, Verzichte auszusprechen, auf den Magistrat. Ohne Aussprache wird nach kurzer Darlegung von Bürgermeister Meyerhoff folgender Beschluß gefaßt „Zur Vereinfachung der Verwaltung wird der Magistrat gemaß§ 30 Abs. 2 der Haushaltsordnung in der Finanzordnung der Stadt Herne ermächtigt, einen Verzicht auf folgende Ansprüche auszusprechen: 1. ohne Begrenzung auf eine bestimmte Höhe: a) Mieten und Pachten jeder Art für städt. Gebäude und Grundstücke, b) Hauszinssteuerdarlehen und Hauszinssteuerdarlehenszinsen sowie Verzicht auf Ausbietung in der Zwangsversteigerung, c) desgleichen dieselben Forderungen aus städtischen Baudarlehen und Darlehenszinsen, d) Forderungen aus Straßenbaukosten aus privatrechtlichen Verträgen, *) Stundungszinsen jeder Art, f) Fürsorgekosten einschl. der vom Fürsorgeamt gewährten Darlehen sowie Kurkosten der Gesundheitsfürsorge, g) Jugendfürsorgekosten. 2. Ansprüche bis zu einer bestimmten Höhe: a) Zinsen und Abträge auf Kapital bis zur Höhe von 1000 M. im Einzelfalle, b) sonstige Ansprüche der Stadt jeder Art allgemein bis zum Betrage von 300 M. im Einzelfalle, mit Ausnahme der Ansprüche gegen Beamte und Angestellte aus Kassen= oder Rechnungsfehlbeträgen sowie Forderungen gegen Beamte, Angestellte oder Arbeiter auf Ersatz von Schäden infolge schildhaften Verhaltens im Dienst 3. Der Magistrat wird weiter ermachtigt, Vertragsstrafen allgemein bis zum Betrage von 500 Mark im Einzelfalle zu erlassen.“ 110 500 M. Arbeitsbeschaffungsdarlehen. Punkt s: Aufnahme von Darlehen für das Arbeitsbeschaffungsprogramm. Bürgermeister Menerhoff teilt mit: Es handelt sich um 11 150 M. für die Abtragung der Höhe nordlich der Langestraße, 63 500 M. für Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten an städtischen Gebäuden(Schulen), 20 850 M. für Kanalbauarbeiten und 15000 M. für die Abtragung der Halde am Gysenberger Mühlenteich. Ob wir die Darlehen bekommen, hängt von der Oeffa ab. Der Beschluß zur Beantragung dieser Darletzen bei der Oefsa wird einstimmig gefaßt. Der neue Stellenplan. Punkt 9: Anhörung der Stadtverordnetenversammlung zum Stellenplan. Bürgermeister Meyerhoff teilt hierzu mit: Nach der Gemeindefinanzordnung ist es notwendig, daß der Magistrat einen Stellenplan aufstellt, der die Stellen enthält, die in Zukunft den Sollbestand der gesamten Stellenbesetzung angeben. Zu dieser Aufstellung ist vor endgültiger Beschlußfassung durch den Magistrat die Stadtverordnetenversammlung zu hören. Sie kann Wünsche und Anregungen äußern. Der Stellenplan hat eine besonders große Bedeutung da durch, weil in Zukunft nach den Bestimmungen der GFO Gehaltsteile nur in den Haushaltsplan aufgenommen werden dürfen, wenn die Stellen im Stellenplan vorgesehen sind. Es können also nicht ohne weiteres neue Stellen geschaffen werden, sondern nur durch Abänderung des Stellenplanes. Der Stellenplan enthält in der letzten Spalte die Zahl der Stellen, die bei Erreichung des Endzweckes durch natürlichen Abbau der überzahligen Stellen vorhanden sein sollen. Er ist also zunächst ein Wunschgebilde. Bei der Aufstellung mußte das Reichsgesetz vom Juli d. I. berücksichtigt werden, wonach Beamtenstellen nur für die Hoheitsverwaltung geschaffen werden dürfen, nicht für die Wirtschaftsverwaltung(z. B. Gas= und Elektrizitätswerk). Dort sind alle Beamtenstellen in Angestelltenstellen umzuwandeln, was natürlich nicht auf die jetzigen Stelleninhaber zutrifft, sondern erst beim Freiwerden der jetzigen Beamtenstellen wirksam wird. Wesentlich ist noch im Stellenplan die künftige Zusammensetzung des besoldeten Magistrats. Er soll besetzt sein: mit 1 Oberbürgermeister, einem 2. Bürgermeister und 1 Beigeordneten. Der Beigeordnete kommt nur in Frage bei Wegfallen der Magistratsratsstelle, die als künftig wegfallend bezeichnet wird. Einwendungen gegen den den Stadtverordneten im Abzug vorgelegten Stellenplan werden nian erhoben. Punkt 10 und 11: Kenntnisnahme von dem Jahresbericht der Hafenbetriebsgesellschaft Wanne=herne, des Gas. und Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn Herne-Castrop-Raurel. Die Geschäftsberichte, über die wir schon vor Monaten berichtet haben, werden zur Kenntnis genommen und Entlastung wird erteilt. Oberbürgermeister Reister dankt zum Schluß Hier habe manlen####rr Eemincchaftslorns dr für das durch seine Wahl zum Oberburgermeister ihm Jugend vorteilhaft auszunutzen. Der Redner wies bier ausgesprochene Vertrauen und verspricht, wie bishern seine Pflicht restlos zu run, und bittet dringend um Mitarbeit. Nach einem kurzen Dankeswort schließt der Vorsteher die Sitzung nach 17 Minuten Dauer. war im Geiste des Stitters der Vinzenzvereine. An den Prasidenten Hüffer=Paderborn wurde ein Gruß übersandt.„ In einem ausgedehnten Reserate gab der Geschäftsführer des Diözesanverwaltungsrates Dr. Bräckling= Paderborn, einen wertvollen Ueberblick über die Entwicklung der Vinzenzvereine in der Erzdiozese Paderborn. Eingangs gedachte er der Loten der letzten Jahre aus der Vinzenzvereinsbewegung des Justizrats Diekamp=Bochum, der 22 Jahre Prasident des örtlichen Verwaltungsrates Bochum gewesen und in der Vinzenzbewegung der Erzdiözese erfolgreich gearbeitet habe, des Mitgliedes des Diözesanverwaltungsrates Be rufsschuldirektors Sarrazin=Paderborn und weiterer 16 Verstorbener, die führend in der Vinzenzarbeit der Diözese tätig gewesen sind. Sodann wies er auf die seit der letzten Diözesantagung in Dortmund 1931 geleistete Karitasarbeit hin. Neue Konserenzen seien seit dieser Tagung in Dortmund=Cörne, Lütgendortmund. Niederbonsfeld. Lippstadt, Witten und Linden entstanden. Mehrere Konferenzen befänden sich in der Vorbereitung. Gegenwärtig zähle die Erzdiözese Padervorn 173 Konserenzen mit 3434 tätigen Mitgliedern und 7963 Wohltätern. Wenn die Zahl der Vinzenzkonserenzen in der Diözese zugenommen, dann noch mehr ihre Unterstützungsarbeit. Diese sei gemäß der großen Not der Krisenzeit um das 2½fache gewachsen. Die Zahl der zu unterstützenden Armen wuchs von 14644 auf 38300. Diese Zahlen geben ein Spiegelbild von der Not des Volkes. 48000 Mark für Armenunterstützung wurden in Sitzungskollekten der Vereine aufgebracht. Die Gesamteinnahme stelle seh auf 163000 Mark, die Gesamtausgabe aber auf 167 400 Mt. Wenn man erwage, daß in den gegenwärtig in der Erzdiözese Paderborn bestehenden 305 Elisabeth=Frauenkonferenzen 350000 Mk. jährlich für Unterstützungen aufgebracht würden, so ergebe sich die Tatsache, daß beide Organisationen in vereinter Nächstenliebe jährlich in der Erzdiözese über ½ Million Mark aufbringen im Dienste der Armen. Die erste Vinzenzkonferenz wurde 1849 in Paderborn ins Leben gerufen, dann folgte Olve. Die erste Konferenz im Ruhrgebiet wurde 1868 in Hamm gegründet, die zweite 1876 in Bochum, dann folgten rasch andere Städte des Industriebezirkes. Wenn auch die Zahl der Konferenzen im Ruhrgebiet in den letzten Jahren zugenommen hätte, so gäbe es doch noch manche Städte und Gemeinden dieses Gebietes, die dringend einen Vinzenzverein recht gut gebrauchen können. In der Folgezeit werde man bestrebt sein. den Vinzenzgedanken auch in den kleineren ländlichen Gemeinden zu befestigen. da die Not der Krisenzeit auch diese Orte erheblich betroffen habe. Die Fastenhirtenbriese der letzten Jahre des Hochwürdigen Erzbischoses hätten auf die dringende Notwendigkeit der Vinzenzarbeit hingewiesen und die Katholiken der Erzdiözese ermuntert, in die Vinzenzund Elisabethvereine zur Steuerung der materiellen und geistigen Not der Volksgenossen sich zu begeben. Arbeiterschaft und Akademikertum seien weit mehr in die Vinzenzarbeit hineinzuziehen, besonders aber die Jungmännerbewegung, um den Vinzenzvereinen den jugendlichen Nachwuchs zu geben. Sodann behandelte Dr. Kuobloch vom Zentrakrat des deutschen Vinzenzvereins. Köln, in instruktiver und warmherziger Weise das zeitlich wichtige Prodlem der Gewinnung der katholischen Jungmännerwelt für die Vinzenzarbeit. Einig sei man in der Bewegung der Vinzenzvereine, die männliche Jugend für diese zu gewinnen. Das könne aber nur geschehen aus der Sicht der Jugend selbst heraus. Diese Idee habe der Leiter des katholischen Jugendamtes in Essen ganz vorzüglich behandelt. Die Jugend wolle jugendgemäße Vinzenz= und Karitasarbeit leisten und zwar hundertprozentig. Sie wolle sie selbst formen aus ihrer Jugendidee. Nach dem Grundgesetz des katholischen Jungmännerverbandes sei sie bestrebt. Bruder= und Nächstenliebe in den Jungmännervereinen wachzurufen und zu belebden. Man brauche die Mitarbeit der Jugendpräsides. Habe man die Jugend gesinnungsgemäß für den Gedanken der Vinzenzarbeit erfaßt, so bedeute das einen ganz gewaltigen Fortschritt. Aus diesem Gesetz der christlichen Bruder= und Nächstenliebe sei die Jugend zu gewinnen nicht auf dem Wege des Zwanges. Der Zentralrat sehe die Idee der Jugendgewinnung für die Vinzenzarbeit als seine wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahre an. Hier habe man die Eigenart des Gemeinschaftsledens der Hundert Jahre karitative Vinzenzarbeit Sakularfeier der Vinzenzvereine der Erzdiözese Paderborn- Die Zugend hinein in die Binzenzarbeit 4 Der Diözesanverwaltungsrat der St.= Vinzenzvereine für die Erzdiözese Paderborn hatte die alle zwei Jahre stattfindende Diözesantagung der Vinzenzkonferenzen für Sonntag nach Bochum einberufen. Diese stand im Zeichen der Jahrhundertfeier des St.= Vinzenzgedankens für die Erzdiözese Padervorn. Eingeleitet wurde sie am Morgen in der Kapelle des Elisabethhospitals durch eine feierliche Messe, die Karitasdirektor Dr. Bräckling=Paderborn las. Propst PetersBochum hob in seiner Festpredigt die vorbildlich uneigennützige praktische Karitasarbeit der Vinzenzvereine in der Vergangenheit, vor allem in dieser großen Notzeit im deutschen Vaterlande hervor. Im Weißen Saale der Bürgergesellschaft reihte sich am Vormittag die erste Diözesantagung des Vinzenzvereins der Erzdiözese Paderborn an. die eine große Zahl von Delegierten aus allen Teilen der Erzdiözese, selbst aus Magdeburg, aufwies. Als Vertreter des Zentralrates der deutschen Vinzenzvereine waren der Präsident desselben. Dr. Bolzau und Dr. KnoblochKöln vom Generalsekretariat der Vinzenzvereine erschienen. Aus der großen Zahl der Ehrengäste nennen wir u. a.: Domkapitular Dr. Bröhling, Bochum, Propst Peters, Bochum, Propstdechant Preising, Gelsenkirchen, den Vertreter des Diözesanverwaltungsrates Landgerichtsrat Koch=Paderborn. Unter den Delegierten befanden sich erfreulicherweise zahlreiche Jugendpräsides. Akademiker und Personen aller übrigen Berufsstände. Vorweg mag vervorgehoben werden, daß im Jahrhundert karitativer Vinzenzarbeit als Dienst an den Armen insbesondere die Frage auf der Diozesantagung praktisch erörtert wurde, wie gewinnt man die katholische Jungmännerwelt für den Apostolatsgedanken zeitgemäßer Vinzenzarbeit. In Vertretung des erkrankten verdienstvollen Vorsitzenden des Diözesanverwaktungrates, Amtsgerichtsrat a. D. Hüffer=Paderborn, leitete die Jubeltagung das Mitglied des Verwaltungsrates Landgerichtsrat Koch, der in seiner Eröffnungsansprache auf die erhöhte Bedeutung katholischer Vinzenzarbeit am deutschen Volke in der Jetztzeit hinwies und die Jahrhunderttätigkeit des Vinzenzvereins auf karitativem Gebiete gebührend bewertete. Er überbrachte die Grüße des Präsidenten Hüffer. Vinzenzarbeit des katholischen Volkes habe besondere Bedeutung für das deutsche Volksganze im neuen Staat bekommen. Sie stelle sich dem von der Reichsregierung begonne nen Winterhilfwerk restlos mit größter Opserwilligkeit und Kraft zur Verfügung. Die Vinzenzarbeit werde das bleiben, was sie ein Jahrhundert hindurch war:„werktätige christliche Nächstenliebe an den katholischen Armen und Volksgenossen Deutschland.“ Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Jahrhunderttagung reiche Früchte zeitigen werde zu weiterer opferwilliger Nächstenliebe für die ärmsten der Armen unseres Volkes. Der Vorsitzende überbrachte dann die Grüße und Glückwünsche des hochwürdigsten Erzbischoses Dr. Caspar Klein zur Jubeltagung, welcher zu seinem Bedauern nicht an der Tagung teilnehmen könne. Sodann verlas er das Schreiben, welches der hochwürdigste Erzbischof eigens der Jubeltagung übersandt hat. In diesem führt der hochwürdigste Herr, nachdem er allen Männern der Vinzenzarbeit herzlichen Dank für ihre Treue, eifrige und hingebende Liebestätigkeit, die sie schon Jahrzehnte hindurch im Dienste der Armen ausgeübt hätten, ausgesprochen, aus: Das ist wahrhaft brüderliche Gesinnung, wie sie den Grundlehren des Christentums und dem Hauptgebot unseres göttlichen Heilandes entspricht, die im Vinzenzverein durch den wöchentlichen Hausbesuch bei den Armen. durch persönliches Bemühen um Linderung ihrer Not, durch eigenes Opfer und durch Inanspruchnahme der Gaben der Vereinsteilnehmer und Wohltäter zur Tat wird. Das ist wahre Volksverbundenheit und echtes Streben, den notleidenden Volksgenossen innerlich zu heben, ihm das Bewußtsein seines eigenen Wertes zu erhalten oder wiederzuschenken und ihn so innerlich der Volksgemeinschaft zu erhalten oder wiederzugewinnen. Mit diesem Dank verbinde ich die innige Bitte an alle Vinzenzbrüder, ihrem Verein und seinem Werke treuzubleiben. Die Notzeit ist noch lange nicht überwunden. Wir müssen der neuen Führung des deutschen Volkes recht dankbar sein, daß auch sie aufruft zur Betätigung der Bruderliebe, zur opferfreudigen Hilfe und daß sie, wee jetzt. bei dem soeben eingeleiteten großen Winterhilfswerk diese Karitastätigkeit so tatkräftig und großzugig unterstützt, wobei sie, wie das Reichskonkordat zeigt. die Selbständigkeit und das Eigenleben unserer karitativen Vereine und Verbände anerkennt und schutzt. Eine besondere Bitte habe ich an die Vinzenzkonferenzen und an die an ihrer Hundertjahrfeier beteiligten kirchlichen Stände und Jungmännervereine: möge man sich doch von beiden Seiten alle Mühe geben, um dem Vinzenzverein neue, junge, frische Kräfte zuzuführen aus der nachwachsenden katholischen Männerwekt, damit die Zentenarfeier nicht nur ein freudiger und dankbarer Abschluß der Vergangenheit zeigt, sondern auch ein mutiger, hoffnungsvoller Beginn einer neuen Zukunft des Vereins im neuen Deutschland. Der Präsident des Zentralrates Dr. Boizau=Koln überbrachte die Grüße des Zentralrates, wobei er die Liebesarbeit der Vinzenzvereine der Erzviözese Paderborn aufs dem Gebiete opferwilligen Armendienstes als vorbildlich bewertete. Man dürfe sagen, daß dieser Diözesanverhand unter allen im deutschen Vaterland relativ an erster Stelle mitmarschiere. Auch der Präsident betonte, daß sich der Vinzenzverein Deutschlands aus anerkennend auf die Entschließungen der Pfingstvertretertagung der akademischen Vinzenzkonferenzen Deutschlands in diesem Jahre hin, welche als Kernstück Jungakademischer Vinzenzarbeit die Familienarbeit bervonheben, insbesondere die Kinderfürsorge in den zu unterstützenden Familien. Diese Entschließungen böten aber auch wichtige Fingerzeige in der Frage der Gewinnung der Jugend überhaupt für den karitativen Vinzenzgemeinschaftsgedanken. Das Referat rief in der Tagung eine mehrstündige. recht fruchtbare Aussprache hervor. an der sich auch geistliche Jugendpräsides lebhaft beteiligten. Grundgedanke der Aussprache war, die Jugend in die Vinzenzarbeit aus sich heraus ohne Zwang hineinwachsen zu lassen. Sie bringe hierfür aktives Verständnis mit. Es wurden beachtenswerte praktische Vorschlöge für die Gewinnung der Jungmännerwelt für die Vinzenzarbeit gemacht, die man möglichst ausnutzen will Nachmittaassitzung der Diözesantagung brachte eine lebhafte grundlegende Aussprache und Orientierung über die Karitasarbeit der Vinzenzvereine den neuen Verhältnissen. Ihren Abschluß fand die bedeutsame, Jahrhundertseien in einer starkbesuchten offentlichen Kundgebung und Festversammlung in der Bürgergesellschaft zahlreich erschienen war. Umrahmt von gesanglichen DarDer a Sogofe Letshn e dek. Prosersiche sakrte Dr. Knobloch=Köln die hundertjährige ovferwillioVinzenzarbeit. In Verhinderung des vorgesehenen Generalsekretärs Pater Wahl richtete der Prälident deZentralrates der Vinzenvereine. Dr. Bolzau einaFerernte he Woerte an die Mastenversammlung, ie arritt und dues Tatarereine darch Beitritt und durch Spenden zu unterstützen Das Schkußwort sprach der Leiter des örtlichen Satrse üe Bochum. derr Schäfer, der allen Dank sagte fur das zur Zentenarfeier Geleistete. In dem meinsamen Liede: Großer Gott, wir loben Dich Versammlung der Zentenarfeier der Vinzenzvereine der Erzdiözese Paderborn ihren Auklarg „Deutsches Unternehmen Angüttige Bescheinigungen Von zatstreichen Firmen wird darüber Klage geführt. linien über die Vergedung öffentlicher Aufträge BeUnternehmen“ und dergleichen erhalten haben— sei es von amtlichen Stellen. sei oder dem Kampfbund für den gewerklichen Mittelstand— auch jetzt noch auf Grund dieser hiervon Nachteile hätten. Das Reichswirtschaftaministerium, bei dem häufig derartige Beschwerden eingegangen sind, wird von den Beschwerdeführern viesfach gebeten, auch ihren Firmen nachträglich eine scheinigung zu geben, die sie als„Deutsches quantfiziert. Demgegenüber stellt der Reichswirtschaftsminister fest, daß nicht nur derartige Bescheir 92r ins hesondetemen vaon aus grundsätzlichen Erwägungen nsbesondere wegen der„ sets gegebenen Gefahr de memaßigen Mißbrauchs v# c 9 amtlichen dent betonte, daß sich der Vinzenzverein Deutschlands aus dem Erlaß der Richtlinien alle bie daß mit innerer Ueberzeugung heraus voll und ganz dem Winter= wem, erteilten Bescheinigungen dieler hilfswerk der Reichsregierung zur Verfügung stelle und standslos geworden sind von Einteilung inzwischen geändert und... Weitialie Herne und TB Eichel zugeteilt Also ist doch innerhalb weniger Tage beim handtall eine Veränderung bei den Gruppeneinteilungen zur Bezirksklasse erfolgt. Die genauen Gruppeneinteilungen— 5 an der Zahl— für den Industriebezirk ehen folgendermaßen aus: Kreis Hagen=Ennepe: But Heil Schwelm, Tog. Milspe, Tgd. Schwelm, Eintracht Hagen, To. Hagen 1910, Germania Eilpe, Reichsbahn Hagen, Tus 03 Hagen. Kreis Hagen-Ruhr: Tura Hattingen, BfL WinzBaak, To. Witten 92, Tgd. Wetter 1861, Herdecke 1930, Hagen 1860, Hagen 1872, Tgd. Witten. Kreis Bochum: Polizei Bochum, Westfalia herne, Tbd. Eickel, Evgl. Gesellenverein Bochum, To. Röhlinghausen, To. Ehrenfeld=Rechen, DIK Arminia Wanne=Eickel, MBV Linden bzw. Tv. Holsterhausen Kreis Gelsenkirchen: Tv. Buer=Erle, Tv. Gladbeck, To. Heßler, Tad. Heßler, Union Gelsenkirchen, Polizei Gladbeck, Gelsenkirchen 07, Schalke 96. Kreis Dortmund: Schw. Wellinghofen, Germania Lütgendortmund, AxV Dorstfeld, Jahn Brechten, Eintracht Dortmund, Dortmund 95. Borussia 09 dortmund, DIK Oespel. Wie aus diesen Einteilungen ersichtlich ist, wurden für Turn=Club Herne und Germania Herne die letztfährigen Gruppenmeister, Westfalia Herne und TB Eickel, eingegliedert. Die Spiele in diesen Klassen beginnen am 8. 10. 33. Nachdem nun für die Bezirksklasse ein gewisses klares Bild geschaffen worden ist, dürfte wohl in den nächsten Tagen die Zuteilung der restlichen Vereine auf die Kreisklasse zu erwarten sein. Wohltätigkeitsspiel Wir berichteten in den letzten Tagen verschiedentlich an dieser Stelle über das Spiel Germania Westfalig komb.— herner Stadtmannschaft. das bekanntlich am kommenden Samstag auf dem Germaniaplatz am Bahnhof Herne stattfindet. Inzwischen wurde auch die endgültige Mannschaftsaufstellung bekannt, sie hat folgendes Aussehen: Germania Westfalia: Böhm (Westf.) Krüger Siemon (Westf.)(Germ.) Schmafe Koiser Kroll (Germ.)(Germ.)(Westf.) Hylla Pschak Krause Joswiak haardt (Westf.)(Germ.)(Westf.)(Wests.)(Germ.) Grochowst! Säger Beisemann Kwakkowstl Best (Süd)(Süd)(PfL.)(Sch.=W.)(Const.) Jink Lammermann Meier (Holth.)(Herne 16)(Fort.) Lipinstl Slgatz (Schw.=W.)(Holth.) Zahner: (Fort.) Stadtmannschaft. Betr. Spielruhe am Sonntag im Gau Westfalen schreibt der Führer im letzten„Jm: Ein generelles Fußball= und Handball=Spielverbot besteht am Sonntag, dem 1. Oktober, nicht. Die Spiele sind tunlichst morgens durchzuführen. An den Orten, wo die Durchführung nachmittags möglich ist, können die Spiele auch nachmittags durchgeführt werden. Anmerk. der Red. Wir empfehlen nur vormittags zu spielen. Volkssportsonntag beim BfB Börnig Bei herrlichstem Sonnenschein traten die Börniger am vergangenen Sonntag um 7.30 Uhr an ihrem Vereinslokal an. Mit Gesang ging es unter Führung ihres Volkssportleiters. Walter Zimmermann, hinaus in die Brandheide. Nach einstündigem Marsch wurde Schloß Bladenhorst passiert, und bald war das Ziel erreicht. Die eingelegte Ruhepause war schnell beendet und mutig ging es an die Arbeit, die recht vielseitig war. Das umliegende Gelände wurde beschrieben, beurteilt und ausgenutzt, Entfernungen wurden geschätzt und die gemachten Schätzfehler an Ort und Stelle ausgewertet. Allzuschnell verging die Zeit. Als man den Hunger gestillt hatte, wurde wieder angetreten und in geschlossenem Marsch erreichte man gegen 12 Uhr den Heimatort. Für alle war es ein chöner Sonntagmorgen. Jugendkraft, Bezirk Zerue An die Abteilungen! In der Tagespresse wurde die Auflösung der zirks in den neuen DIK=Kreis Bochum bekanntgegeben. Die Herner Bezirksleitung läßt mitteilen, daß vorläufig noch alle geschäftlichen Angelegenheiten, wie Paß= und Kassenfrage, durch die Bezirksgeschäftsstelle yerne erledigt werden, für die technische Seite der Spielbetriebs kommt nur der Kreisobmann Lütkehaus, Gerthe, in Frage. Nach endgültiger Regelung gehen den Abteilungen weitere Mitteilungen vom Bezirk zu. Einsendung der Spielberichte. Die Spielberichte der Meisterschaftsspiele gehen an folgende Adressen: 1. und 2. Kreisklasse: Erich Vogt, Wanne=Eickel, Postfach 73; 3. Kreis- und Aufnahmeklasse: W. Lütkehaus. Gerthe, Lothringer Str. 3. Ein zweiter Bericht ist von allen Obmann der Spielerkontrolle: H. Wecker, Herne, Altenhöfener Str. 3, zu senden. Wanne=Eickel, Dorstener Str. 622. Wettsptelabgaben an den Gau Selbst von der geringsten Summe ist bei Wertspieleinnahmen 5 Prozent der Bruttoeinnahme abzuführen. Bei Beträgen unter 1.— RM. kann die Einsendung bis nach dem nächsten Spiel hinausgeschoben werden, sonst muß die Einsendung bis Mittwochs nach dem ausgetragenen Spiel erfolgen. Die enauen Abrechnungslisten müssen monatlich eingeickt werden. Große Elege der 938 Arminia Eickel im Sandball Die DIK Arminia Eickel trug am Wochenende zwei große Handballspiele aus und siegte m beiden Spielen überzeugend. Am Samstag schlugen sie den Ortsgegner und Gauligisten Turnklub Wanne mit 8:3, Sonntag blieben die Eickeler mit 9:6 über Union Gelsenkirchen siegreich. Die beiden Resultate erregten beachtliches Aufsehen, so daß anzunehmen ist, daß die Arminen auch in der höchsten Klasse ihren Mann gestanden hätten. Die 03K Westfalia Welper, welche der Gauliga angehört, schlug den DIK=Reichsmeister Mülheim=Styrum 06 vor 2500 Zuschauern mit 2:1. Spg. Niederraden— Postsportverein Preußen 4:3. Die alten Semester der Vereinigten folgten einer Einladung ins ländliche Niederraden. Bei herrlichem Fußballwetter ging es per Autobus über Lünen— Hamm dem Ziele zu. Vom Gastgeber wurde man herzlich begrüßt, nach einer gemeinsamen Mittagspaufe stellten sich die alten Herren beider Vereine dem Schiedsrichter. Die Preußen hatten den Gastgeber zu leicht genommen, denn bei der Pause lag man mit 4:1 im Hintertreffen. Die Hauptschuld traf leider den Torwart. Die zweite Halbzeit gehörte ganz den Preußen. 2 Tore wurden zwar aufgehokt, aber der mehr als verdiente Ausgleich bließ aus. Nach dem Spiel saß man noch lange gemütlich zusammen, bis die Zeit zum Aufbruch mahnte. Jedem der Teilnehmer dürfte diese Ausfahrt unvergeßlich bleiben. Eintracht Frankfurt nicht in Schalte. Anläßlich der Rhein.=Westfälischen Kampfspiele, die am kommenden Samstag und Sonntag in Gelsendirchen stattfinden, wollte der westdeutsche Meister Schalke 04 ein großes Fußballspiel austragen und hatte sich zu diesem Zweck mit dem deutschen Meister Fortuna Düsseldorf in Verbindung gesetzt. Aber Fortuna mußte wegen zahlreicher Spielerverletzungen absagen. Nun verpflichtete Schallke die Frankfurter Eintracht. Alles schien in bester Ordnung, als Sonntag die Frankfurter Stadtmannschaft in Hamburg katastrophal 7:2 geschlagen wurde. Das Hauptkontingent der Frankfurter Elf wurde dabei von Eintracht gestellt. Nun hat der Führer des Gaues XIII(Südwest) Eintracht Frankfurt nahegelegt, das Spiel gegen Schalke abzusagen. Eine durchaus verständliche Maßnahme, denn in der Hamburger Form hätte Eintracht kaum großen Eindruck i Gelsenkirchen hinterlassen. Aber gegen wen spielt Schatte nan? Die Raliener siegen in Nürnberg. Eine Auswahlmannschaft warde 13:3 geschlagen. Nach ihrer Münchener Niederlage startete die italienische Amateurvoxstaffel am Sonntag in Nürnberg, wo sie vor 3000 Zuschauern über eine kombinierte Nürnberger Mannschaft einen klaren 13:3=Sieg errang. Mittwoch-Rennen zu Horst=Emscher Im Mittelpunkt der Grugo=Preis.— Castroper Husar am Start. Heute findet das Herbst=Meeting des EssenHorster Rennvereins seine Fortsetzung. Der Wochenrenntag steht zwar in qualitativer Hinsicht hinter seinem Vorgänger zurück, verspricht aber dennoch guten Sport, da in sämtlichen Rennen die Beteiligung nichts zu wünschen übrig läßt. Mit dem Gruga=Preis als Mittelpunkt sowie dem Rotgold=Jagdrennen für Dreijährige hat der Mittwoch=Renntag sogar zwei besondere Höhepunkte aufzuweisen. Die Doppelwette läuft über Gruga=Preis und Preis vom Steinernen Schatz. Im einleitenden Preis vom Sauerland (1000 m) kommen sieglose Zweijährige an die Startmaschine. Nach Gesamtform hat man Barolea, Lilla und besonders Castroper Husar in die engere Wahl zu stellen. Petrus muß nach Abstammung auch mehr können, als der Ordensjäger=Sohn bisher gezeigt hat. Vom Rest verdienen noch Finor und Pfalz genannt zu werden. Im Preis der Rüstkammer(1600 m) weist die frische Form auf Pieta hin, die in Krefeld in einem großen Feld hinter der nützlichen Georgette den zweiten Platz belegte. Ein besseres Pferd als die boyant=Tochter scheint jedoch Heldensage zu sein. Rosenrot, Grasfrosch und Sifaro sind erst in zweiter Linie zu nennen. Das Rotgold=Jagdrennen(3000 m) für dreijährige Maiden sieht Weltmeister, Mogul, Eissprosse, Läufer, Olaf, Rosenkönig und Sonny Boy als die chancenreichsten Pferde. Besonders Weltmeister ist längst für einen Sieg fällig. An Flachklasse überragt Mogul seine Gegner, doch scheint es dem Hengst an Herz zu fehlen. Vielleicht gewinnt Weltmeister gegen Rosenkönig und Eissprosse. Im Gruaa=Preis(1800 m) ist Gryllos, der unzweiselhaft die beste Klasse repräsentiert, bei allem Gewicht noch nitht heraus. Der Pergolese=Sohn wurde zwar auf der gleichen Bahn von Urbino geschlagen, hat aber nachher doch seine Rennen gewinnen können. Gemse machte mit Anlasser totes Rennen auf dem zweiten Platz hinter dem leicht siegenden Bekas. Dreiläufer steht hier doch vor einer zu schweren Aufgabe, dagegen muß man Chevalier ein Chance einräumen. Unsere Meinung ist Gryllos vor Chevalier und Gemse. Im Preis vom Steinernen Schatz(2000 m) sollte sich das Ende mn erster Linie zwischen Glanz, Dorita, Corax und Mauser abspielen. Perillo und Dreiläufer, die im Gruga=Preis genannt sind, stehen hier vor besseren Aussichten. Im Preis vom Buraverließ(1400 m) wird Obersteiger mit seiner hohen Bürde kaum in die Entscheidung eingreifen können. Eine gute Chance muß Maekubee haben, der etwa gegen Bacchantin und Stahleck gewinnen sollte. Das Bandola=Hürdenrennen(2800 m) könnte Hunding gegen Schwerthieb und Jan von Werth gewinnen. Unsere Voraussagen. 1. R. Barolea— Castroper Husar; 2. R. Heldensage— Pieta; 3. R. Weltmeister— Rosenkönig: 4 R. Gryllos— Chevalier; 5. R. Glanz— Dorita; 6. R. Maekubee— Bacchantin; 7. R. Hunding— Schwerthieb. Maisons-Laffitte. 1. R.: Sombrero— Ma Kitty; 2. R.: Astor— Amour Secret; 3. R.: Espagnolette— Amenhoteb; 4 R.: Assuerus— Bengal; 5. R.: Echec et Mat— Voila; 6. R.: Epistole— Piqu Hardy; 7. R.: Muttersholßz— Saint Cernin. — und die Mädchen waren auch nicht viel artiger. Darum zieht Mutter sie aber doch immer wieder heil und sauber an, besonders heute, wo man bei k8; A für wenig Geld so nette und haltbare Kinderkleider und=Mäntel bekommt. Dürfen wir Bie auch erwarten? Mittwoch ist unser Kindertag! Praktischer Schulmantel, moderner englisch gemusterter Stoff, mit einer 4#25 Futter-Abseite, 1 In Größe 75 U And.Gr. je75 P. mehro. wen. Reizendes wormes Kindermäntelchen aus mod. strapazierföhig. Flausch. Kragen 1 75 mit Pelz besetzt X in Größe 45 U Weitere Gr. je 50 Pf. mehr Mollig wormer BabyMontel, auf kariert Foncy gefüttert, grau oder modeforbene Töne, Größe 00 And. Größen entsprechend Besonders strabazier fähiger Knaben-Uister, fesche Form, Rundgurt. Fischgrüfmust.,# 275 Größe 8 für 1A 10-11-Jährige and. Größen enfsprechend Fachgeschäft für Damen-, Herren-, Kinder-Kleidena ond Domentien. DORTMUND 7 Ostenhellwer 34 * Die Preise für das Eintopfgericht Drei Gruppen Auf Grund der Besprechung des Reichseinheitsvercandes des deutschen Gaststätten= und Fremdenverkehrsgewerdes e. V. Reichsleitung Berlin mit dem Winterhilfswerk hat der Reichsführer des Winterhilfswerkes angeordnet, daß die örtlichen Führer des Reichseinheitsverbandes die Gaststätten in drei Gruppen einzuteilen haben. In den Betrieben der Gruppe 1, kleine, einfache Gastwirtschaften, beträgt der Preis des Eintopfgerichtes 0.60 R M. Von diesen 0.60 sind 0.10 R M. an das Winterhilfswerk abzuführen. In den Betrieben der Gruppe 2, sogenannte bürgerliche Gastwirtschaften und Hotelbetriebe sowie Speisewagen der Reichsbahn beträgt der Preis des Eintopfgerichtes 1 RM. Davon sind 0,50 RM. an das Winterhilfswerk abzuführen. In den Betrieben der Gruppe 3. Gaststätten erster Klasse, beträgt der Preis des Eintopfgerichtes soviel wie der Preis des sonst normalen Gedeckes. Davon ist der 0,50 RM. überschreitende Betrag an das Winterhilfswerk abzuführen. Bis 17 Uhr darf in allen Betrieben nur das Einheitsessen(Eintopfgericht) verabfolgt werden.— Es können mehrere Eintopfgerichte angeboten werden. Ab 17 Uhr ist dem Betrieb gestattet, die normale Bewirtschaftung wiederaufzunehmen. Die Einführung des Eintopfgerichtes verfolgt nicht nur den Zweck, Geldmittel für das Winterhilfswerk aufzubringen, sondern soll auf Wunsch des Führers vor allem den Armen unseres Volkes zeigen, daß das ganze Volk mit ihnen fühlt und wenigstens einen Tag lang jeder dautsche Mann und jede deutsche Frau ihr schicksal teilen. Starker Rückgang der deutschen Lebensmitteleinfuhr 528 Millionen Eier weniger eingeführt Die agrarpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung haben sich bereits im ersten Halbjahr 1933 erfreulicher Weise erheblich in der Richtung einer Einschränkung überflüssiger Lebensmitteleinfuhr ausgewirkt. Die Einfuhr von Nahrungs= und Genußmitteln einschließlich Vieh und Futtermitteln belief sich im ersten Halbjahr 1933 auf 825.8 Millionen RM. Sie ist somit gegenüber dem Vorjahr um 20,9 v. Hdt. gesunken. Die Einfuhr von Eiern, Butter Schmalz, Talg. Käse. Fischen, Fischzubereitungen, Fleischwaren, Küchengewächsen, Brot= und Futtergetreiden hat gegenüber dem ersten Halbjahr 1932 der Menge nach um insgesamt rd. ein Drittel abgenommen. Auch die Bananeneinfuhr war nicht unbeträchtlich niedriger als im ersten Halbjahr 1932. Die Einfuhr von Kaffee hat sich um 5,3 v. Hdt., von Tee um 10 v. Hdt. und von Kakao um 7.1 v. Hdt. verringert. Verhältnismäßig am stärksten wirkte sich die Drosselung der Eiereinfuhr aus, die gegenüber dem Vorjahr um 528 Millionen Stück oder 41,9 v. Hdt. zurückging. Die Abnahme entfällt ausschließlich auf die Monate April bis Juni. Zwei Ladendiebesbanden gesaßt Essen, 26. September. In den letzten Tagen gelang er den Beamten des Diebstahlkommissariats, zwei Ladendiebesbanden auf die Spur zu kommen und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Ihr Tätigkeitsfeld hatten sie hauptsächlich nach außerhalb verlegt, da ihnen infolge ständiger Kontrolle durch die Kriminalpolizei in Essen der Boden zu heiß geworden war. Es handelt sich durchweg um gewerbsmäßige Ladendiebe, die schon seit vielen Jahren ihr unsauberes Handwerk ausüben und oft ganz erheblich vorbestraft sind. Eine dieser Banden besteht aus zwei Männern und drei Frauen. Das Geschäft dieser Bande war so einträglich, daß ein Personenwagen gekauft und damit Diebesfahrten nach Dortmund. Elberfeld, Köln und Düsseldorf unternomnen werden konnten. Die Frauen suchten die Kaufhäuser auf, während die Männer draußen mit dem Auto warteten und die entwendeten Waren in Empfang nahmen und für die Weiterverdußerung Sorge trugen. Ein Posten gestohlener Waren konnte ihnen und verschiedenen Ankäufern abgenommen werden. Die zweite Bande besteht aus Mutter, Sohn und zwei Schwiegertöchtern. Sie hatten ihr Tätigkeitsfeld hauptsächlich nach Oberhausen. Mülheim=Ruhr, Duisburg und Bochum verlegt. Ihre Diebesbeute setzten sie hauptsächlich in Essen=West unter der Hand ab. Der Mutter gelang es, sich ihrer Festnahme zu entziehen, indem sie beim Nahen der Beamten durch das Schlafzimmerfenster sprang. Razzia gegen Schwarzarbeiter in Essen Essen, 26. September. In den frühen Morgenstunden des Dienstag wurde ganz überraschend das Essener Großmarktviertel von Polizei, SA. und SS. umstellt und eine Razzia gegen Schwarzarbeiter und Schwarzhändler durchgeführt. Etwa 375 Feststellungen wurden getroffen, bei denen ein unkorrektes Arbeitsverhältnis bestand. 135 Schwarzarbeiter, die sich größtenteils hinter Kisten und Körben in Ställen und Lagerräumen versteckt hatten, wurden zum Arbeitsamt an der Bottroper Straße geführt, wo ermittelt wurde, das es großtenteils Unterstützungsempfänger waren. In etwa 30 bis 35 Fällen ist Anzeige erstattet worden. in weiteren Fällen ist damit zu rechnen. Die Arbeitgeber, denen ein grober Verstoß gegen ihre Pflichten nachgewiesen werden kann, werden in Schutzhaft genommen. Die Ermittlungen, an denen Gewerbepolizei und 100 Feststellungsbeamte der Wohlfahrts= und Arbeitsämter beteiligt waren, sind noch nicht abgeschlossen. hirtfieser im Konzentrationslager Essen. 26. Sept. 1933. Der ebemalige preußische Wohfahrtsminister Hirtfiefer ist am heutigen Dienstagvormittag um 7 Uhr in das Konzentrationslager Wupvertal=Bevenburg überführt worden. des Ereignis steht der Gruga=Preis auf der Tageskarte. der ja wohl eine leichte Beute des ausrangierten Waldfreiders Gryllos werden sollte, da der Hengst seine Gegner an Können weit überragt und von Chevalier, Perillo und Orion nicht viel zu fürchten haben sollte. Viel Spannung wird auch das Rotgold=Jagdrennen beim Publikum auslösen, da hier die Dreijährigen unter sich sind und der Ausgang dieser Prüfung recht ungewiß ist. Aber auch die übrigen Prüfungen werden ihre Anziehungskraft auf die westdeutschen Turffreunde bestimmt nicht verfehlen, zumal bei der durchweg starken Besetzung Ueberraschungen wiederum Tür und Tor geöffnet sind. Die Doppelwette läuft über das vierte und fünfte Rennen. Unsere Voraussagen: I. Palastherold—Kastroper Husar—Saxoson. 2. Grasfrosch—Fernpatz—Heldensage. 3. Mogul—Weltmeister—Läufer. 4. Gryllos—Chevalier—Orion. 5. Glanz—Anstifter—Feldscher. 6. Pieta—Milotti—Maekubee. 7. Springslut—Sausewind—Schatzfinder. Rennen zu Hopvegarten. 1. Preis von Biesdorf: 1. Frau J. v. Opels Valetta(Lacma), 2. Markgraf. 3. Languste. Sieg 20:10. Platz 13. 29:10. Ferner: Kameradschaft. Goliath. Sooran 2. Preis von Vogelsdorf: 1. Hauptgest. Graditz Goldrubin(Grabsch), 2. Perlfischer. 3. Mario. Sieg 13:10. Pl. 11. 15, 13:10. Ferner: Paramour. Max. Loval. Narballa. Vendla, Orpbee. Neavolis. 3. Preis von Hönow: 1. Gest. Modlingbovens Gardejäger(Vinzenz). 2. Rusalka. 3. Wilderiob. Sieg 129:10. Pl. 26. 18. 16:10. Ferner: Groll. Herodias. Kavallerist. Heuchler. Nordenbam. 4. Preis von Mahlsdorf: 1. Hauprges,„Orgdiz, Viaduct (Gabsch), 2. Laotse. 3. Cassius. Sieg 18:10. Bl. 10. 10:10. 3. Loppegartener Stutenpreis: 1. Stal (Ludwig), 2. Olearia. 3. Ostermädel. Sieg 14:10. Platz 10. 11:10. Ferner: Terra, Grollenur.### 6. Preis von Kaulsdorf: 1., Gest. Ebdeslobs Agalire (Zachmeier). 2. Landzunge. 3. Hanseat. Sieg 39110. Pl. 14. 13. 18:10. Ferner: Palander. Schwarzliesel. Raspunn. Bitternis. Vockerode. Patent. 7. Preis von Seeberg: 1. S. Sterns N Schmidt), 2. Merullus. 3. Mussolini. Sieg 54:10. Play 17. 33. 18:10. Ferner: Nebukadnezur. Lordmajor. Mailieder. Kerner. A. D. R., Gala. Crasi. Dovpelwette 3. und 6. Rennen: 693:10. Witterungsbericht Spiel= Turnen* Sport Traberjährlingsschau in Gelsenkirchen Im Auftrage der Staatlichen Traberzuchtkommission veranstaltet der Verband Rheinisch=Westfälischer Traber=Zuchtund Rennvereine am Montag, 9. Oktober 1933, 11 Uhr, auf der Trabrennbahn zu Gelsenkirchen eine Traber= Jährlingsschau(Henaste und Stuten) des Verbandsbezirkes Rheinland und Westfalen. Die ZuchtmaterialErhaltungsorämie hat die Staatliche Traberzuchtkommission (Berlin) zur Verfügung gestellt. Zugelassen zur Schau werden nur Trabervollblutpferde, welche in das Register 1 bei der O. B. T. eingetragen sind. Die an der Schau teilnehmenden Jährlinge sind bei den Jährlingsschauen in Berlin und Hamburg nicht teilnahmeberechtigt. Für Jährlinge, welche mit der Eisenbahn nach Gelsenkirchen zur Schau befördert werden und wieder in das Heimatgestüt zurück. geben, werden die Transvortkosten nach Vorlage der Frachtbriefe vergütet. Die Staatliche Traberzuchtkommission hat folgende Herren zu Preisrichtern ernannt: Landstallmeister a. D. Freiberr von Schorlemer, Oberregierungsrat Dr. Pulte, Artbur Knauer. Nennungstermin für die Schau ist am Montag, den 2. Oktober 1933. 16 Uhr. bei der Geschäftsstelle des Verbandes Rheinisch=Westfälischer Traber=Zucht= und Rennvereine, Gelsenkirchen, Weststraße 1, Postschließfach 158, Fernruf 23569. Eine Nennungsgebühr von 3 Mark ist bei der Nennung einzuzahlen. Galopprennen zu Horst=Emscher Nach dem glänzenden Erfolg vom vergangenen Sonntag kann man dem Essen=Horster=Renn=Verein auch für den kommenden Mitwoch eine gute Voraussage stellen, da die einzelnen Prüfungen des Wochentages ein sehr gutes Meldeergebnis gefunden haben, sodaß wiederum starke Felder am Ablauf erscheinen werden. Als tragen)( Mit der über Mitteleurova berrschenden südöstlichen Luftströmung ist warme Mittelmeerluft nach Norden defordert worden. Sie ist in der Hohe gut zu erkennen, denn die mitteldeutschen Berge melden außergewöhnlich dohe Temperaturen. Im mittleren und oulichen„Deutschlano. wo sich auch in der Höbe eine südöstliche Lufturomung durchgesetzt hat, herrscht vielfach beiteres Wetter. während über Westdeutschland bei einer feuchten südwestlichen Höbenströmung der Himmel noch meist bedeckt ist. außerdem wird in diesem Gebiet stärkerer Dunst und Nebel gemeldet. Der Druckanstieg über dem euroväischen genland wird sortschreitende Wetterbesserung vexanlassen, de auch über unserem Bezirk sich die südöstliche Luftströmung in der Höhe durchsetzen wiro. Vorhersage für Mittwoch: Noch vielfach dunstig. aber weitere Bewölkungsabnahme und wärmer. Schwache, ostliche Lustströmung.„„ Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Zunehmende Aufbeiterung. Rundfunk=Programm Mittwoch, den 27. September 1933. 6,00 Morgenrus. 1. Choral: Bis hierher hat mich Gott gebracht. 2. Spruch des Tages. 6.05 Morgenkonzert. I. Teil. 1. Fröhlicher Marsch (Chabrier). 2. Querschnitt durch die Oper„Der Troubadour“(Verdi). 3. Ouvertüre zur Operette „Boccaccio“(Suppé). 4. Lotosblumen=Walzer (Ohlsen). 5. Sternennacht. Lied(de Micheli). 6. Matrosenstreiche, Charakterstück(Rathke). 7. Schwäbische Volksmusik, Potpourri schwäbischer Lieder und Tänze(Esterl). 6.40 Wiederholung des Spatberichts. 6,45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,03 Wiederholung des Morgenrufs.— Anschließend: Morgenkonzert. II. Teil(Schallplatten). 8.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10,10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Horst Slesina:„Schlagbäume rings“ (Von der Kleinstaaterei in Deutschland). Gust. Goertz:„Was ist im Fernen Osten?"] Heinz Dramsch:„Zehn Minuten für den Wanderer". 11,00 Schulfunk für Schüler vom 13. bis 19. Lebensjahre. Dr. Walter Schmidt: Bildnisse deutscher Dichter: Detlev von Liliencron. 11.58 Wettervorhersage. 12,00 Allerlei Musik. Die fröhlichen Fünf, dazu Schallplatten. 13.15 Mittagsbericht l. 13,30 Mittagskonzert des ehemaligen Städtischen Orchesters Remscheid, Leitung: Professor Dr. Felix Oberborbeck. 1. Schlageter=Nationalmarsch(Klein). 2. Ouvertüre zu„Don Pasquale“(Donizetti). 3. Walzer„Die Dynamiden“(Strauß). 4. Concertone C=Dur(Mozart). 5. Melodien aus„Preziosa“ (Weber). 6. Aus„Die sieben Worte“(Haydn). 7. Unter dem Grillenbanner(Lindemann). Gegen 14.00 Mittagsbericht II. 15,00 Bastelstunde. 15,30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Jugendsunk. Geländespiel. 16.30 H. Waterkamp: Der deutsche Niederrhein. 16,45 Frauenstunde. Loni Lauxmann=Kinzelmann Mutter und Jungvolk. 17.05 Besperkonzert. Tanzmusik, Leitung: Kühn. 18,15 Dichterstimmen auf der Schallplatte. Es sprechen: Wilhelm von Scholz, Rudolf G. Binding, Hans Carossa, Ina Seidel, Josef Georg Oberkofler, Hanns Johst und Wilhelm Schäfer. 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19,00 Reichssendung: Stunde der Nation. Motoren Hörspiel von Paul G. Ehrhardt und Dr. Paul Laven. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20,05„Griff ins Leben“ oder„Die Bunte Stunde“. Verantwortlich: Wilfrid Schreiber. Spielleitung: Josef Kandner. 21,05 Abendkonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. 1. Militärmarsch EsDur(Schubert). 2. Heire Kati, Csardas(Hubay). Stipppisite. 3. Wiener Spaziergänge. Potpourri(Komzak). 4 Tanz der Blumen aus dem Ballett„Naila“ (Delibes). 5. Allegro und Andante(Goltermann). 6. Oesterreichische Volkstänze(Pachernegg). 7. Persischer Marsch(Strauß). 22,30 Spätbericht. 22,45 Kammermusik. Kölner Violen=Vereinigung. Marga Bäuml(Laute), Hans Haaß(Cembalo), das Streichquartett des Westdeutschen Rundfunks. Wilh. Strienz(Baß), Begleitung: Egbert Grape (Klavier). 1. Suite G=Dur. Nr. 17(Schein), für 5 Violen. 2. Tänze für Viola da Gamba und Cembalo(Schenk). 3. Suite„Lustige Feldmusik“ (Krieger), für 4 Violen. 2 Oboen, Engl. Horn und Fagott. 4. Walzer für Gitarre und Flöte(Schubert). 5. Fünf Kontretänze(Mozart), für Flöte, 2 Violinen, Cello, Baß und Trommel. Klassisches Lied und Ballade(2). Striez(Baß), Grape(Klavier). 6. Klavier=Quintett(Dvorak). Handel. Geweroe= Industrie Dollar in Berlin: 2.732 gegen 2.757 vorher(Parität 4.198 Mark). Bjund in Berlin: 12.98 gegen 13.03 vorher(Parität 20.429 Mark). Erhöhung des Deckungsbestandes Reichsbankausweis für die deitte Septemberwoche. In der dritten Septemberwoche hat sich die Vermehrung des Deckunasbestandes wieder fortgesetzt. Einem Zugang an Gold um 16,1 Millionen steht ein Abgangandeckungsfähigen Devisen um 11,1 Millionen gegenüber, sodaß der Reinzugang rund 5 Millionen beträgt. Seit Abtragung der Devisenschulden hat jetzt der Deckungsbestand zum ersten Male wieder die Summe von 400 Millionen überschritten. Der Goldzufluß ist diesmal entstanden durch Ankäufe in Paris und dadurch, daß der Reichsbank russisches Gold in London zur Verfügung gestellt wurde. Infolgedessen hat sich auch das Golddepot bei ausländischen Zentralnotenbanken in gleichem Maße wie der Goldbestand erhöht. Die Rückflüsse aus den Kapitalkonten sind mit insgesamt 120,9 Millionen relativ hoch. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß sie in den beiden Vorwochen gering waren. Insgesamt ist im Laufe des Monats die Inanspruchnahme Ende August nicht wieder in die Reichsbank zurückgeflossen. Im einzelnen ermäßigte sich der Bestand an Wechseln um 100,5 auf 2954,3 Millionen, der Bestand an Lombardforderungen um 20,1 auf 66.8 Millionen und an Reichsschatzwechseln um 0.2 auf 7.8 Millionen. Der Notenumlauf ging um 75.8 auf 3308 Millionen zurück. An Scheidemünzen flossen 32,6 Millionen zurück. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf liegt mit 5272 Millionen RM. rund 100 Millionen über demjenigen zur gleichen Zeit des Vormonats. Es macht sich also die Belebung der Wirtschaft in einem größeren Bedarf an Zahlungsmitteln bemerkbar. Gegenüber dem Vorjahr liegt der Zahlungsmittelumlauf immer noch um rund 200 Millionen RM. niedriger. Das Deckungsverhältnis des Notenumlaufs hat sich von 11,7 auf 12,2 v. Hdt. erhöht. Volle Beschäftigung der Kaliindustrie Berlin, 26. Sept. 1933. Wie die Thüringische Staatsbank mitteilt, haben alle kaliwerke, die im Gebiete des thüringischen Staates liegen, die Feierschichten wegfallen lassen. Einzelne Werke berichten, Laß sie auch für Oktober genügend Aufträge desitzen, die den Werken volle Beschäftigung gewähren. Westsälischer Sparkassen- und Giroverband Wie wir erfahren, wurde zum kommissarischen Veroandsvorsteher des Westfälischen Sparkassen= und Giroverbandes Direktor Dr. Rosenbaum, Hohenlimburg. bestellt, zum stellvertretenden Verbandsvorsteher und Ge schäftsführer Direktor Römer. Köln. In den Verbandsvorstand wurden als Kommunalvertreter berufen Bürgermeister Schüler. Dortmund. Oberbürgermeister Dr. Piclum, Bochum. Burgermeister Pagenkopf. Hagen. Landrat Dr. Rieth. Recklinghausen. kommissarischer Größere Amsätze Ausgeglichene Märkte7 Festigung der Kurse Berlin, 26. Sept. Die Börse gewann heute ihre Festigreit wieder zurück, nachdem die Spekulation gestern auf die Schwäche der Farbenaktien Engagementslösungen vorgenommen hatte. Farben, die vorbörslich mit 116½ zu hören waren, eröffneten mit 118¾(116¼). Die Umsätze waren heute wesentlich größer, da die bisher beobachtete Zurückhaltung der Verkäufer nach den letzttägigen großen Kurssteigerungen nachließ, sodaß die Märkte besser ausgeglichen waren, als in den letzen Tagen. Weitere Käufe in Montanwerten verlieben der Tendenz wieder eine Stütze. Auch die Programmrede des Reichswirtschaftsministers vor der NSBO. der Münchener Banken und Versicherungsanstalten regte an. Tariswerte lagen heute ruhiger. Am Rentenmarkt war die Haltung uneinheitlich. Trotz der vorangegangenen großen Steigerungen waren aber keine nennenswerten Abschwächungen zu verzeichnen. Reichsschuldbuchforderungen gaben etwa ½ Prozent nach. Altbesitz gaben ihren gestrigen Gewinn wieder her. Neubesitz verloren 25 Pfg. Dagegen waren Reichsbahnvorzugsaktien weiter gefragt. Von Montanwerten gewannen Hoesch 1¾, Ver. Stahl ½, Rheinstahl X. Harpener X. Verkehrswerte lagen schwächer, Lokalbahn verloren 3 Prozent. Am Elektromarkt stiegen Siemens um 1¼. Schuckert verloren 1. Gesfürel wurden ¾ Prozent höher bezahlt. Die gestern savorisierten Bauwerte bröckelten leicht ab. Tagesgeld stand unverändert mit 4¾. teils 4¼, zur Verfügung. Der Dollar war heute wieder schwächer, da immer noch keine Entscheidung für oder gegen die Inslation in den Ver. Staaten erfolgt ist. Gegen Mark gab der Dollar auf 2.72 nach. London=Kabel stellte sich auf 4,75, das Pfund ging auf 13 RM. und in Paris auf 79,12 zurück. Der Schluß war uneinheitlich. Vereinzelt wurden die niedrigsten Tagesnotierungen überschritten. Siemens schlossen 2¼ höher als gestern. Vereinigte Stahl=Obligationen stiegen auf 60(+ 1½). Nachbörslich hörte man: Bayerische Motoren 124. Erdöl 95½, Oberkoks 67½, Ver. Stahl 31½, Dessauer Gas 98½. Neubesitz 10,7, Altbesitz 80, Berliner Kraft& Licht 112¼. Ilse Genuß 97, Charlottenburger Wasser 65¼. Rheinische Braunkohlen 174. Mannesmann 51 ¾, Buderus 65, Gesfürel 72½3, Farben 117, Schuckert 88¼, Siemens 141. Reichsschuldbuchorderungen notierten wie folgt: 1940er 84,87 bis 86½; 1947er bis 1948er 82 bis 83¼ Düsseldorfer Börse Die Düsseldorfer Börse verkehrte in uneinheitlicher Haltung. Wintershall=Aktien wurden zu gestrigen Kursen gehandelt. Am Kohlenmarkt wurden Deutschland= und Diergard=Kuxen, sowie einige Lothringen= und Dahlbusch=Aktien zu letzten Preisen aus dem Markt genommen. Der Braunkohlenmarkt blieb umsatzlos. Von Kaliwerten wurden Beienrode= und Wintershall=Kuxen niedriger gehandelt, während Neusollstedtkuxen, sowie Burbach=Aktien auf letzter Basis umgingen. Am unnotierten Markt gingen einige Uedringer=WaggonAktien um. Die Börse schloß bei stillem Geschäft und leicht abbröckelnden Kursen. Oberbürgermeister Hillebrand, Münster, Bürgermeister Nolting, Borken, Landrat Dr. Beckhaus, Bielefeld, Oberbürgermeister Kosick, Herford, Bürgermeister Dr. Albitz, Gevelsberg; als Sparkassenvertreter wurden berufen Direktor Kuntzke, Bochum, Direktor Jessen, Dortmund. Hast, Heidenau. Woller, Bielefeld, Tertilt, Münster, ten Holder, Menden. Lebensmittelspende „ Tengelmanns Kaffee=Geschäfte zeichneten für das Winterhilfswerk 2500 Zenrner Lebensmittel im Werte von 50000 Mark. Die Sanierung der Bergbau=A.=G. Lothringen Nachdem die Sanierung der Gewerkschaften„König Ludwig" und„Ewald“ in ihren Grundzügen jetzt fertiggestellt worden ist, soll nunmehr auch der LothringenKonzern saniert werden. Das Sanierungsprogramm ist im Oktober zu erwarten. Die Zusammenlegung des 50 Millionen Mark betragenden AK. der Bergbau A.=G. „Lothringen“— 1929 erfolgte bereits eine Herabsetzung von 80 auf 50 Millionen Mark— soll nun doch eine sehr scharfe sein, entweder 10 zu 1 oder 12 zu 1. Die Wiedererhöhung dürfte ein neues AK. von etwa 20 Millionen Mark bringen. Ueber die Beteiligung bei der Hanomag hinaus sind auch andere unlohnende Beteiligungen bereits abgestoßen worden. Die Kernstücke des Konzerns werden in Zukunft die Zechenbetriebe und das Eisen= und Hüttenwerk in Bochum sein Ruhrgas=A.=G. errichtet zwei Gasometer Die Ruhrgas=A.=G. wollte, um der Steigerung des Absatzes in ihrem östlichen Netz Rechnung zu tragen, und um eine jederzeit greifbare Gasvorratsmenge zu haben, auf Dortmunder Zechengebiet einen Riesengasometer von 350 000 Kubikmeter Fassungsvermögen errichten. Es kam darüber zu Auseinandersetzungen, die indessen nunmehr in der Weise beigelegt sind, daß nicht ein ganz großer Gasometer errichtet wird, daß zwei mittelgroße Gasometer erbaut werden, und zwar einer auf der Zeche „Hansa“ und einer auf der Zeche„Minister Stein"(beide Zechen gehören zur Gruppe Dortmund der Ver. Stahlwerke) mit einem Fassungsvermögen von je 175000 Kubikmeter. Den einen Gasometer baut die Firma Auaust Klönne in Dortmund, den anderen die süddeutsche MAN(wobei natürlich die Materiallieferung und die Montagearbeiten auch für diesen letzteren Apparat dem Ruhrgebiet zugute kommen). Konzernfreie Werke gleichgestellt? Es bestätigt sich, daß in Anlehnung an die entsprechen den Beschlüsse der Rohstahlgemeinschaft und der anderen Eisenverbände auch vom Röhrenverband beschlossen won den ist, den freien Werken beim Röhrenbezug die gleichen Preise und Bedingungen einzuräumen wie den Konzern, werken der Mitglieder des Verbandes. Da dieser Beschluß eine Aenderung des Verbandsvertrages bedingt muß noch, wie die„RW3.“ erfährt, die Zustimmung alles Verbandsmitglieder eingeholt werden, die jedoch wohl in keinem Falle verweigert werden dürfte. Kassee ins Meer... Nach Mitteilung des Nationalen Kaffeerats von Brasilien sind bis zum 15. Sept. 1933 insgesomt 22249 000 Sack Kaffee vernichtet worden gegenüber 241 596 000 Sack bis zum 31. August 1933. Davon entfallen u. a. auf Santos 6759.000(6 663000) Sack. auf Rio de Janeiro 1521000(1 506000) Sack und auf Sao Paolo 12 841 000 (12 326000) Sack. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Indische Märkte ruhig. Die Mühlen berichten über ruhiges Abzugsgeschäft. Das deutsche Inland zeigt fur italienische Sorten einiges Interesse. Preisveränderungen sind nicht eingetreten. Gewürze: Aus dem Inlande liegen vermehrte Anfragen vor. sodaß anzunehmen ist, daß das nunmehr saisonmäßige Herbstgeschäft einsetzt. Lokovreise unverändert. Brasil=Kassees: Die Offerten der brasilianischen Ablader wurden um 1 sh bzw. 20 Dollarcents ermäßigt Geschäft am Platze ruhig. Lediglich fur Santos=Kaffees besteht wegen der günstigen Preislage einiges Interesse. Lokovreise unverändert. Schmalz: Willig. Amerikanischer Steamlard 17¾ Purelard 18½—182, Dollar. Hamburger Schmalz 152 RM, Baumwolle: Stetig. Middling Universaal loko 11.30 Dollarcents. Hülsenfrüchte: Otbenasbis werden vom Ursprunglande kaum noch angeboten, das Interesse konzentriert sich daher auf greifbare Waren für die RM 22.00 bezahlt wurde. Schmalzbohnen stark gesucht, für Lokoware fanden Umsätze zu 34 RM. statt. Auch in den anderen Artikeln bat sich die Nachfrage belebt, ohne daß jedoch Preisveränderungen zu verzeichnen sind. Schmalzbohnen 34, Langbohnen 27½—28½. Mittelbohnen 9—19 ½ Japanbohnen 22. Chile=Bohnen 19½ RM. per 100 Kla. Grüne Erbsen mit Schale 19½—22½, gelbe Viktoria=Erbsen 20½—25¼, grune Erbsen, geschält 25. grüne Solittererdien 23½, kleine Russenlinsen 15. Mittellinsen 17. große Runenlinsen 18—21. Chile=Linsen sag 19, dito extra lange 21 RM vro 50 Klg. Rohkakao: Der Markt ist stetig bei regelmäßigem Bedarfsgeschäft. Accra g. f. Haupternte loko 16 RM schwimmend 23/6 cis., Zwischenernte schwimmend und September=Oktober=Abgladung 21/6 bis 21.— cif. Neue Haupternte Dezember=Februar=Abladung 21/9 cif.. Lagos sag alte Haupternte loko RM 15.25.—15.00, neue Ernte November=Januar=Abladung 20/6 cis., Suverior Thome auf Approbation Oktober=Zezember=Abladung 25/— ei Suverior Bahia Oktober=Novemher=Abladung 24/6 efr. Sup. Evoca Arriba September=Oktober=Abladung erwa 11 Dollar efr.„ Oele und Fette: Im Zusammenbang mit den schwächeren Meldungen für das Rohvrodukt ermäßigten die Harburger Oelmüdlen ihre Leinölpreise auf 28..9 biw 37.75.RM. Im freien Markt sind große Posten bei Gebot. Lieferung im lausenden Jahr zu 26.50. Liesetung im neuen Jahr zu 26.00 zu kaufen. Uebrige Artikel ruhig und im Preis unverändert. Leinöl nompt Dezember 27.75. Januar=Avril RM. 27.77 * über Zweck und Ziek bes Vorgehens van der Lubbes zu hören, aber es ist wieder erfolglos.„Wir können allo nichts machen“, so erklärte er. Der bulgarische Dolmetscher erhält den Auftrag, den bulgarichen Angeklagten, die nicht deutsch können, den Inhalt der Bekundungen van der Lubdes zur Frage, ob er die drei Brandstiftungen begangen hat, bekanntzugeben. Der Angeklagte Popofs erklärt zu den Darlegungen, daß er nicht erkennen könne, in welchem Zusammenhang er zu diesen Brandstiftungen stehen solle. Vorsinender: Die Beteiligung an diesen drei Brandstiftungen ist Popoff auch nicht zur Last gelegt. Die Erklärung des Angeklagten Taness deckt sich inhaltlich mit der Popofse dritte bulgarische Angeklagte, Dimitroff, erklärt in deutscher Sprache: Das Verhalten van der Luddes sei undegreiflich. Wenn er wirklich normal sei, dann gebe es nur eine einzige Hypothese. In diesem Augenblick unterbricht Oberreichsanwalt Werner die Rede Dimitroffs. Auch der Vorsitzende greift ein und weist Dimitroff darauf hin, daß er lediglich die bisherigen Bekundungen des Mitangeklagten van der Ludbe zur Frage der drei Brandstiftungen zur Kenntnis zu nehmen habe. Dimitroff: Das werde ich gleich tun, jedenfalls muß ich erst einmal meine Auffassung geben. van der Lubbe war ein einfacher ziemlich guter Junge und hat dann ein ganz schweres Verbrechen begangen Vorsigender: Sie sind also der Auffassung, daß das Schweigen van der Lubdes aus dem jetzigen Bewußtein seines verräterischen Verhaltens an der Arbeiterschaft zu erklären ist? Dimitroff: Ja! Entweder ist er ein verrückter Mann oder aber er ist normal. Und wenner dann schweigt, so schweigt er nur unter der ungeheueren Lust des Verrats an der Arbeiterschaft. Ich stelle folgende Frage an van der Lubbe: Hat dieser Mann einmal in seinem Leben meinen Namen gehört oder nicht? Der Vorsitzende muß hier nochmals eingreifen und Dimitroff sagen, daß er sich auf die drei Brände beschränken soll. aber nicht abweisen. Er ruft van der Lubbe zu:„Exsollsagen, was wahr ist“ und versucht weitere Fragen zu stellen, bis die Geduld des Vorsitzenden zu Ende geht. Der Senat zieht sich unter seiner Führung zurück, um zu beschließen. Weitere Fragen des Angeklagten Dimitroff werden nicht zugelassen, weil der Angeklagte mit dem Fragerecht Mißbrauch getrieben und seine Fragen nur pellt hat, um kommunistische Agitation zu treiben. Immer noch hält der Angeklagke Aimskroft, nlcht den Mund. Er wagt sogar noch zu erklaren: Im protestiere dagegen. Um 12,30 Uhr wird die Verhandlung geclessen Erdbeben in den Abruzzen Schwere Unwetter im europäischen Südwesten 98= Dimitroff sagt aus. Aus dem Verhör des bulgarischen Angeklagten Dimitroff, den unser Photo vor dem Richtertisch stehend zeigt. Dimitroff mußte, da er äußerst frech im Auftreten war, vom Vorsitzenden wiederholt verwarnt werden. Ausländer bei van der Lubbe Der Eindruck: Ein gesunder normaler Mensch Leipzig, 26. Sept. 1933. Grivatdozent Dr. Södermann von der juristischen Fakultät der Universität Stockholm, ein ehemaliger Mitarbeiter des Staatspolizei=Laboratoriums Lyon, erhielt gemeinsam mit Johann Luger. einem Redakteur des Amsterdamer„Telegraaf“, Gelegenheit, in Begleitung des gerichtlich beeidigten Sachverständigen und Dolmetschers van der Lubdes. Rechtsanwalt Dr. Seuffert, am Dienstagnachmittag den Angeklagten van der Lubbe im Untersuchungsgefängnis zu besuchen. Die beiden Herren haben Gelegenheit gehabt, alles zu sehen, was auf die Verhältnisse van der Lubbes irgend einen Bezug hat. Sie haben ihn im Garten, der für andere Gefangene nicht zur Verfügung steht. spazieren gehen sehen und ihn dort auch längere Zeit allein gesprochen und verschiedene Fragen an ihn gerichtet. Van der Lubbe reagierte vollkommen auf diese Fragen, antwortete ausführlich im Satz und hat überhaupt nach den Schilderungen der beiden Herren aus sie den Eindruck gemacht, daß es sich um einen durchaus normalen und gesunden Menschen handelt, der aber scheu und in sich gekehrt ist und zunächst mit sehr großer Freundlichkeit behandelt werden muß, ehe er aus sich herausgeht. Sie hatten den Eindruck, daß er über jede an ihn gerichtete Frageerst lange Zeit nachdenkt, evor er darauf antwortet. Die Herren sind dann in das Untersuchungsgefängnis gegangen, wobei van der Lubbe sehr lebhaft die Treppe hinaussprang Gebäude einer der modernsten Strafanstalten haben sie sich vor allem die Zelle angesehen, in der van der Lubde als Untersuchungsgefangener untergebracht ist. Auf dem Tisch lag Schokolade, von der van der Lubbe etwas genossen hatte. Auch von Butterbroten mit Wurst, die auf dem Tische lagen, hatte van der Lubbe etwas gegessen. Als van der Lubbe dann selbst in die Zelle kam, fragte ihn Dr. Södermann, ob er sich nicht auskleiden möchte. van der Lubbe war zunächst sehr erstaunt, sogar erschreckt und fragte:„Warum eigentlich?“ Södermann hat ihm dann sagen lassen, daß in der Welt Greuelnachrichten verbreitet würden, er würde geschlagen oder sogar langsam vergiftet. van der Lubbe hat darauf nur gelacht und sich bereitwilligst ausgezogen. Södermann hat ihn eingehend untersucht. Der Körper van der Lubbes ist zwar sehr mager, aber kräftig und muskulös. Er zeigt vor allem keinerlei Spuren irgend einer Mißhandlung. Es ist auch kein Einstich oder dergleichen zu bemerken, auch keine Narbe von Spritzen. Die Frage, ob er Medizin nehmen müsse, hat van der Lubbe lachend verneint. Er würde sie auch garnicht nehmen, erklärte er. Södermann fragte ihn, wie er sich denn fühle, wenn er gegessen habe. ob er sich nach dem Essen auffallend belebt fühle. Van der Lubbe verneinte darauf, er esse aber ziemlich wenig Lange Zeit habe er fast garnichts gegessen, jetzt allerdings wieder etwas mehr. Er fühle sich aber durchaus gleich vor oder nach dem Essen. Van der Lubbe hat dann seinerseits noch einige Fragen an Södermann gerichtet, die einen bemerkenswert intelligenten Eindruck machten und in gutem und ordentlichem Deutsch formuliert waren. Die abermalige Frage, wie er sich körperlich fühle, hat van der Lubbe am Schluß nochmals beantwortet:„Ausgezeichnet gut.“ Rom. 20. Sept. 1933 Dienstag früh um 4.35 Uhr bat in den Abrussen ein schweres Erdbeben stattgefunden, dessen genauer Umsang sich noch nicht überseben läßt. Das Zentrum des Erdbebens liegt etwa auf der Linie zwischen Sulmona und Pescara. Auch in Nom ist der Erdstoß ziemlich stark verspürt worden. Nach der ersten genaueren Angabe, die wir aus dem Erddebengediet in den Abruzzen erhalten, beträgt die Zahl der Verwundeten in Sulmona etwa 20. Die Schäden sind ganz beträchtlich. Da sich aber in diesem Städtchen, das etwa der Mittelpunkt des Erdbebens gewesen zu sein scheint. keine Toten definden, läßt sich hoffen, daß auch im weiteren Erdbebengebiet, das sich bis nach Chieti binziebt, die Zahl der Ovfer geringer ist, als man im ersten Augenblick annahm Allmählich kann man sich ein Bild von der Ausdehnung des Erdbebens in den Abrutzen machen. Das am schwersten betroffene Gebiet ist der südliche Teil der Hauptberge der Abruzzen, nämlich der Gran Sasso und die Majella=Gruppe. Die rund um die Majella=Gruppe liegenden kleinen Ortchaften scheinen größtenteils zerstört. So werden aus Lama dei Pelignie 6 Tote und mehrere Verwundete gemeldet. Oestlich über Sulmona binaus sind die telephonischen und die Eisenbahnverbindungen nach Osten unterbrochen. Weitere Nachrichten werden daher langsam einlauen. Auch in Karlsruhe aufgezeichnet Karlsrube, 26. Sept. 1933. Die Seismographen des naturwissenschaftlichen Vereins im Geodätischen Institut der Technischen Hochschule Karlsruhe registrierten Montag abend und Dienstag früb zwei starke Erdbeben. Das erste Beben begann 20,01 Uhr und erreichte sein Maximum 20,27 Uhr. Die Herdentfernung beträgt ungefähr 6500 Kilometer. Bei dem zweiten Beben erfolgte der Einsatz der Vorläuserwellen heute morgen um 4 Uhr 35 Min. 30 Sek. Das Maximum wurde um 4 Uhr 38,5 Min. aufgezeichnet. Die Apparate kamen gegen 5 Uhr wieder zur Rube. Die Evizentralentfernung dieses Bebens beträgt ungefähr 1000 Kilometer. Sein Herd dürfte in Italien liegen. Rom, 26. Sept. 1933. Wenn nicht noch aus abgelegenen Orten ungünstigere Meldungen eintreffen sollten, kann man die Folgen des schweren Erdstoßes, der am Dienstagmorgen um 4.30 Uhr die Abruszen beimsuchte, noch als glimpflich bezeichnen. Obwohl manche der Beodörfer an der Majella=Grupve sowie die Städte Sulmona und Chieti stark mitgenommen wurden, scheint nach den bisher vorliegenden Nachrichten die Zahl der Toten 15, die der Verletzten 120 nich zu überschreiten. Am schwersten gelitten dat der Ort Lama Peligna, wo allein 6 Tote und 40 Verletzte zu beklagen sind. Der Umsang des Schadens läßt sich noch nicht überblicken, jedoch ist z. B. die telephonische Verbindung zwischen Rom und Sulmano bereits wiederbergestellt. Von Eisenbahnlinien ist nur die von Sulmona nach Süden führende, nicht aber die Hauptlinie nach Pescara unterbrochen. Wie aus dem Erdbebengebiet gemeldet wird, sind einige Dörfer bei Pescara an der Adria ebenfalls vom Erdstoß stark mitgenommen worden. Zahlreiche Häuser fortgeschwemmt Unweter an der italienischen Riviera. Mailand, 26. Sept. 1939. Die italienische Riviera wurde in den frühen Morgenstunden des Dienstags von einem von Hagelschlag und Gewittern begleiteten surchtbaren Unwetter beimgesucht, das mehrere Stunden andauerte. Besonders stark wutete das Wetter in der Umgebung von Savona. Die Gewalt der anstürmenden Wassermassen riß ganze Stucke aus dem Erdreich, überschwemmte Mauern und Hindernisse und ergoß sich reißend in die tiesergelegenen Gebiete, wobei riesiger Schaden angerichtet wurde. In Borgio Verezz# rissen Sturm und Wasser ein Haus ein. Drei Personen sanden den Tod. In Pietra Ligure waren die Einwohner an verschiedenen Stellen vom Wasser gänzlich eingeschlossen. Zahlreiche Häuser wurden duchstäblich weggeschwemmt. Dauerregen und Hagelschlag Anhaltende Unwetter über ganz Frankreich. Paris, 26. Sept. 1983. Die schweren Unwetter, die seit einigen Tagen über ganz Frankreich niedergehen, haben nicht nur großen Schaden angerichtet, sondern auch Menschenleben gefordert. Auf der großen Lanostraße zwischen Sete und Montvellier schlug der Blitz in eine Baubude ein, in der sich mehrere Sack Sprengstoff für Steinbrucharbeiten befanden. Drei Arbeiter, die in der Baracke Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten, wurden buchstädlich in Stücke gerissen. In der Gegend von Toulon wechseln wolkenbruchartige Regenfälle mit Hagelschlägen seit 48 Stunden ununterbrochen ab. Die Braque ist aus den Ufern getreten und hat weite Flächen überschwemmt. Auch die Gegend von Avianon wird von einem Dauerregen heimgesucht. Die Bewohner der Flußgegenden haben bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Tampico eine Ruinenstadt Das größte Unglück, das Mexiko je erlebt hat Deutsche Volksaufklärung bahnbrechend für die Welt Reichsminister Dr. Goebbels über Presse und Kulturfragen Meriko=Stadt, 26. Sept. Der IZyklon, der, wie bereits gemeldet, am Sonntag Tampico heimsuchte, hat nahezu drei Viertel der Stadt zerstört. Den bisherigen Meldungen zufolge sind sämtliche Holzbauten niedergerissen und zahllose Steinbauten schwer beschädigt worden. Gleichzeitig trat eine Riesenüberschwemmung ein. Die Regierung hat zur Verhinderung von Ausschreitungen das Kriegsrecht erklärt. Die Zahl der Toten ist sehr groß. Die Truppen haben bereits helsend eingegrissen. Der Zyklon wütete eine halbe Stunde lang ununterbrochen. Nach allen Meldungen, die von dem vom Wirbelsturm heimgesuchten Gebiet vorliegen, erweist sich die Unwetterkatastrophe als das größte Unglück, von dem Mexiko je in seiner Geschichte betrossen wurde. Die Zahl der Toten und Verletzten wird vom Innenministerium auf 5000 geschatzt. Die Stadt Tampico gleicht einem Trümmerhausen. In einem amtlichen Bericht wird hervorgehoben, daß die erste Verbindung mit der zerstörten Stadt durch den im Hasen liegenden deutschen Dampfer „Aiel“ ermöglicht wurde. Der Kapitän des Dampfers meldete:„Tampico von schrecklichster Tragödie heimgesucht, deren Ausdehnung unmöglich vorzustellen. Stadtteile, die Sturmzerstörung entkamen, drei bis fünf Meter überschwemmt.“ Die Flüsse Tamesi und Pauuco sind infolge der Wolkenbrüche aus den Ufern getreten und haben alles mit sich fortgerissen. Die Eisenbahndämme sind meilenweit überschwemmt. Mehrere Eisenbahnzüge werden noch vermißt. Die Ingenieure rechnen damit, daß alle Verbindungsmittel im Umkreis von 120 Kilo meter zerstört sind und daß mit Flugzeugen nicht vor 24 Stunden und mit der Eisenbahn nicht vor 8 Tagen Genf. 26. September. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels äußerte sich Montag abend im Hotel Carlton vor einem Kreise deutscher Pressevertreter im zwanglosen Gespräch über die grundsätzliche Stellungnahme des nationalsozialistischen Staates zu Presse= und Kulturfragen. In einer höchst lebendigen geistvollen Sprache von un gewöhnlichem Temperament und Willenskraft getragen entwickelte Dr. Goebbels hierbei die Grundgedanken der jetzt angestrebten Regelung der deutschen Presse im kahmen des gesamten, vom Propagandaministerium geführten Kulturwerkes. Der herkömmliche Begriff der Pressefreiheit existiert für Dr. Goebbels nicht. Das Wort Propaganda gewinne jetzt einen vollständig neuen und tieferen Sinn. Dr. Goebbels betonte, daß gerade in dem liberalistischen und demokratischen Staate es niemals eine Pressefreiheit gegeben habe, sondern daß gerade damals die Presse von bestimmten Interessengruppen abhängig gewesen sei und niemals dem Volke, sondern nur einzelnen Interessenkreisen gedient habe. Mit diesem Unwesen habe der nationalsozialistische Staat endgültig aufgeräumt. Ebenso wie der Staat niemals auf die Ueberwachung und Leitung des Volksunterrichts der Jugend verzichten könne, dürfe sich der Staat niemals seines wichtigsten Souveränitätsrechtes in der Führung und richtigen Eingliederung der Presse in den gesamtstaatlichen Aufbau begeben. An dem Beispiel der Winterhille wies Dr. Goebbels nach, daß dieses große Werk nur durchgeführt werden könne, wenn es einheitlich von den gesamten Kräften des Staats getragen werde und daß gerade die Presse die Ideen und Absichten der Regierung aus dem Gefühl der eigenen Mitverantwortung heraus dem Volke vermitteln könnte. Die Führung des Staates liege heute in den Händen der Führer des Volkes, die in allen Fragen von den besten und hervorragendsten Sachkennern beraten würden. Das neue Pressegesetz solle den einzelnen Redakteur gegen selbstsüchtige Ausbeutung schützen und die persönliche Verantwortlichkeit des Einzelnen stärken. Dafür aber habe die Presse die heilige Pflicht, mit freudigem Herzen den Staat mit allen Kräften zu bejahen und die Regierung bei ihrem ungeheuer schweren Werk zu stützen. Gelinge die riesige Aufgabe der Regierung heute nicht, so wäre alles zu Ende und damit vor allem auch die sogenannte Pressefreiheit. Die gleichen grundsätzlichen Erwägungen gelten selbstverständlich auch für Theater, Film und Rundfunk. Zum Schluß erklärte der Minister aus tiefster Ueberzeugung und reichsten Erfahrungen heraus, daß die moderne deutsche Volksaufklärung ohne jeden Zweisel dahnbrechend für die ganze Welt sein werde. In kurzer Zeit werde es sich erweisen, daß die deutsche Regierung gerade auf diesem Gebiete des kulturellen Aufbaues den anderen Ländern weit voraus sein werde Die übrigen Völker müßten versuchen, die gleichen Wege zu gehen. Die innere Gesundung des deutschen Volkskörpers habe jetzt auf der ganzen Linie eingesetzt. Dr. Goebbels beabsichtigt, in den nächsten Tagen auf einen Empfang der internationalen Presse grundsätzliche Ausführungen über die Stellungnahme des nationalsozialistischen Staates zu Kultur und Presse zu machen. Mit großer Spannung sieht man daher in allen internationalen Pressekreisen, in denen bereits die Absicht des Reichsminister bekanntgeworden ist, diesen erstmaligen deutschen grundsätzlichen Erklärungen vor der breitesten Oeffentlichkeit entgegen. Reichskabinett berät Erbhofgesetz Berlin, 26. September. Das Reichskabinett befaßte sich in seiner Dienstagsitzung, wie amtlich mitgeteilt wird, mit den Fragen des deutschen Bauernrechts und erörterte die Maßnahmen, die notwendig sind, um die Scholle dem Bauerngeschlecht zu erhalten. Dazu gehört die Schaffung eines für das ganze Reich gültigen einheitlichen Reichserbhofrechts, das Verschuldung und Zersplitterung durch Erbgang verhindert und die Höfe aus den Zufälligkeiten des wirtschaftlichen Geschehens herauslöst. Hierzu soll auch eine Umschuldung der durch dieses Gesetz zu schaffenden Erbhöfe dienen. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wurde vom Reichskabinett ermächtigt, im Zusammenwirken mit den zuständigen Reichsministern die gesetzlichen Bestimmungen im einzelnen festzulegen. Kirchliches Erntedankfest ebenfalls am 1. Oktober U. Berlin, 26. Sept.(Eig. Drahtber.) Von unserer Berliner Schriftleitung Das bischöfliche Ordinariat Berlin hat für die Diözese Berlin das Erntedankfest. von der bisherigen Regel in der katholischen Kirche abweichend, diesmal auf den 1. Oktober vorverlegt, und zwar unter dem ausdrücklichen Hinweis auf den Tag des deutschen Bauern und das deutsche Erntedankfest, das am 1. Oktober gefeiert werden soll. Das Ordinariat hat den Klerus aufgefordert, dem Wunsch nach einer besonders feierlichen Gestaltung des kirchlichen Erntedankfestes zu entsprechen. Hilfe gebracht werden kann. Auch die Städte Cindad Bictoria und Cindad Balles haben durch den Sturm und Ueberschwemmungen schweren Schaden erlitten. Die Regierung hat das Rote Kreuz und Militär zur Hilfe entsandt. Der Staatspräsident hat einen Aufruf erlassen, in dem die Bevölkerung zu Spenden aufgefordert wird, um die Not der betroffenen Gebiete zu lindern. Der verheerende Wirbelsturm, der die westmexikanische Küste, und insbesondere die Stadt Tampico, heimgesucht hat, soll, den letzten Meldungen zufolge, über 500 Todesopfer gefordert haben. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt. Viele der Opser haben den Tod durch Ertrinken gefunden. Neuyork, 26. Sept. Die vom gewaltigen Wirbelsturm zum größten Teit zerstörte merikanische Hasenstadt Tampico bietet den Anlick einer überschwemmten Nuinenstadt. Die Hasenanlagen sind teilweise vernichtet. Der deutsche Dampfer„Adria“ und der norwegische Dampfer„Mirlo of Tonsberg“ sollen schwer beschädigt sein. Zahlreiche kleinere Dampfer und Schlepper wurden aus die offene See abgetrieben oder an Land geschwemmt. Die nicht zerstörten Amtsgebaude, Kirchen. Hotels und Privat= häuser sind mit Verletzten überfüllt. Ein vollbesetztes Krankenhaus und ein Kraftwerk sind eingestürzt. Die Aufräumungsarbeiten wurden durch die riesige Ueberschwemmung außerordentlich erschwert, da zahlreiche Flußdämme gevrochen sind. Man hegt daher die schwersten Befürchtungen für die kleinen Städte und Dörfer der Umgebung. Ein genauer Ueberblick über den Gesamtschaden ist erst nach Tagen zu erwarten, doch scheint es, daß die Zerstörungen großer sind, als zunachst angenommen wurde. Die in Tampico ankernden Hapagdampfer„Kiel" und„Feodosia“ sind unbeschädigt. Gegen unzulässige Zeitungswerbung Bekanntmachung des Treuhänders der Arbeit, Willi Börger. Köln, 26. September. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland, Willi Börger, erläßt folgende Bekanntmachung: „In meinem Büro laufen noch dauernd Beschwerden über den stillen und offenen Boykott von bürgerlichen Zeitungen ein. Ich muß auf das allerscharfste auf die Erlasse des Reichskabinetts hinweisen, daß der Kampf der Zeitungen nur in anständiger, geistiger Form zu geschehen hat und betone ausdrücklich, daß derjenige, der irgendwie durch Androhung von Maßnahmen Zeitungskunden wirbt, von mir ohne jede Rücksicht zur Verantwortung gezogen wird.“ Unsinnige Behauptungen Deutschland tastet die Unabhängigkeit anderer Staaten nicht an. Berlin, 26. Sept. Der Stellvertreter des Führers gibt, wie der PPD mitteilt, bekannt: In einigen Teilen des Auslandes hat sich die gegen Deutschland gerichtete Propaganda neuerdinas der unwahren Behauptung bemächtigt, die NSDAP. erstrebe auf weitere Sicht die Einverleibung von Teilen der Schweiz. Hollands, Belgiens, Dänemarks usw. So unsinnig die Unterstellung ist, so findet sie nichtsdestoweniger hier und da Glauben. Die Reichsleitung legt daher Wert auf die Feststellung, daß kein ernsthafter Mensch in Deutschland daran denkt, die Unabhängigkeit anderer Staaten auch nur anzutasten. München, den 26. September 1933. gez.: Rudolf Heß. Reichstagung der Beamtenabteilung der RGDAP. München. 26. Sept. 1933. Ueber die Reichstagung der Bamtenabteilung der NSDAP. wird folgender Bericht ausgegeben: Zum fünften Male traten die Gaubeamten=Abteilungs= leiter und Reichsjachschaftsleiter der Beamtenabteilung der NSDAP. zu einer Reichstagung zusammen. diesma! in München im Hofbräuhaus. von dem gewissermaßen der Nationalsozialismus seinen Ausgang genommen hat. Im Mittelpunkt der sehr eingehenden Besorechungen standen zwei großangelegte Referate des Leiters der Beamtenabteilung der Reichsleitung. Pg. Hermann Neef. und des Stabsleiters Pg. Reusch. die alle mit dem Organisationsleben und der Beamtenvolitik zusammenhängenden Prodleme bis ins letzte erörtern. Unt strichen wurde dabei besonders die Notwendigkei der restlosen Durchführung nationalsozialistischer Führung der Beamtenschaft. In allerengster Zusammenarbeit mit der Reichsregierung und den Länderegierungen wird deshalb die Beamtenabteilung der NSDAP. im Rahmen und als Führerin der Gesamtbeamtenorganisation ihre Aufgabe im Sinne der Ideen des Führers leisten: die Erziehung zum Nationalsozialismus, die Erziehung der Beamten für die richtige Wahrnehmung ihrer Sonderstellung unter den Volksgenossen, die Unterstützung der Regierungen bei den beamtenpolitischen Maßnahmen, die Unterhaltung. den Ausund Umbau von Einrichtungen der Beamtenschaft auf dem Gebiete der Selbsthilfe, die als gesund anerkannt werden. die Unterhaltung und Förderung von Einrichtungen, die der Berufsausbildung dienen. Konsul M. 3. Oppenheimer verhaftet Frankfurt, 26. Sept. Der bekannte Rennstallbesitzer Konsul M. J. Oppenheimer ist auf Grund eines richterlichen Haftbefehls unter Anschuldigung des Betruges und des Konkursvergehens. die nach Angabe der Staatsanwaltschaft Millionenbeträge ausmachen, in Untersuchungshaft genommen worden. Konsul Oppenheimer hat Konkurs beantragt. Wie wir hören, ist der Konkurs am Dienstagvormittag eröffnet worden. Oppenheimer beziffert seine Passiven auf 2.6 Millionen RM. Es ist aber nach Abgaben des eingesetzten Treuhänders und von Gläubigerseite darauf hinzuweisen, daß die Schulden mindestens 3.5 Millionen RM. betragen. Davon entfallen nur 160000 RM. auf Banken, während der Rest auf private Frankfurter Familien entfällt. Die Höhe der Aktiven liegt noch nicht fest. Konkursverwalter ist Rechtsanwalt Max Ernst Cuntz=Frankfurt. Die erste Gläubigerversammlung ist auf den 31. Oktober, vor mittags 10 Uhr, einberufen. Lindbergh in Moskau Moskau, 26. Sept. 1933. Der Ozeanflieger Lindbergh landete am Montag. von Leningrad kommend, mit seinem Wasserflugzeug in Moskau auf dem Fluß Moskwa. Er wurde vom Stabsche der Roten Armee, dem ehemaligen Militärattache in Berlin. Kork. empfangen. Lindberab bleibt mehrere Tage in Moskau —— * Vom deutschen Kegelsport Der herner Verband wirbt nochmals um Zusammenschluß sämtlicher Herner Regelklubs Haynes fährt über Winter in seine Okt. Wenn wir Menschen, junge und alte, Frauen und Männer, am Tage in den verschiedensten Berufen unerer Arbeit nachgehen, so sehnen wir uns doch wenigstens an einem Abend der Woche nach dem uns ans Herz gewachsenen Sport und der Fröhlichkeit der Sportkameraden. Wenn der Drang nach körperlicher Bewegung den Sportler im Banne hält, der Körper aber für Höchstleistungen in anderen Sportzweigen nicht mehr in Frage kommt, so bietet der Kegelsport noch ein reiches Feld sportlicher Betätigung. Der Kegelsport stärkt den Körper, die Seele und den Geist. Die Vielseitigkeit bei der Ausübung trifft jede Art der Form und Pflege der Leibesübungen. Der deutsche Kegelsport hat es verstanden, sich durch eine Menge von Vorurteilen zu einer sehr beachtlichen Stellung im Gesamtbetriebe der deutschen Leibesübungen durchzuringen, daß man ihn wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung und in Anerkennung seiner volkserzieherischen Bestrebungen...... 9e 20 g 023 einen gleichwertigen Platz neben anderen Sportarten fur die Zeit vom 28.—30. September 1933 nach Esse eingeräumt hat. Um die Ausübung des Kegelsports einberufen. Die letzte Tagung dieser Art fand im in andere Bahnen zu lenken, haben es die Verbände Heimat USA, zurück. Im Frühjahr wird er voraus= zur Teilnahme vor. sichtlich in Paris für einen größeren französischen meldungen erfolgt. Stall reiten. Anderssohn— Spakow am 1. Oktober. Um die Halbschwergewichts-Europameisterschaft. Der Boxkampf um die Halbschwergewichts-Europameisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Andersson und dem Rumänen Spakow wird, wie uns jetzt der Manager des Schweden mitteilt, endgültig am 1. in Bukarest zur Durchführung kommen. und der Wissenschaft ist naturgemäß außerordentlich groß. Aus allen Bergbaugebieten Deutschlands und auch aus den nach dem Kriege von Deutschland abgetrennten Bergbau=Gebieten, aus Oesterreich, sowie von sämtlichen Bergakademien und Bergbauabteilungen der Technischen Hochschule liegen Anmeldungen Insgesamt sind rd. 1 100 AnXIV. Allgemeiner Deutscher Bergmannstag in Essen 75jähriges Bestehen des Vereins für die bergbaulichen Interessen. Der XIV. Allgemeine Deutsche Bergmannstag ist sich angelegen sein lassen, dem Sport eine Uebungsstätte zu schaffen, wo sich jeder, sei er Gesellschaftskegler oder Sportkegler, wohlfühlt. Um wieviel schöner, herzerfrischender und wohltuender wirken Bahnen, die von der Sonne durchflutet, in sauberem Zustande dem Kegler zur Verfügung stehen, als ruchige, niedrige, nicht mehr den jetzigen Verhältnissen entsprechende Bahnen. Trotz alledem gibt es leider noch Tausende von Keglern, die lieber auf allen möglichen und unmöglichen Bahnen ihren Klubabend tätigen und meistens nur deshalb, weil Unkenntnis über Zweck und Ziel des Deutschen Keglerbundes herrscht. Der Bund unterscheidet genau nach dem Wunsch der einzelnen selbst. Wer aber einmal dem Kegelspiel verschrieben ist, der wird besonders durch das Vorhandensein einwandfreier Bahnen von selbst zu der Ueberzeugung kommen müssen, daß zur Ausübung des Kegelsports auch einwandfreie Bahnen gehören. In der Erkentnis dieses Grundsatzes, muß auch die letzte Ueberbrückung zum Zusammenschluß aller Kegler gefunden werden. Bisher verliefen leider alle Versuche des Herner Verbandes zum Zusammenschluß der Kegler im Herner Keglerverband ergebmislos; es ist eben sehr schwer, jeden Kegler von dem sportlichen Werte des Kegelns zu überzeugen. Aber noch einmal ergeht an alle aufbauwilligen, sportbegeisterten Kegler der Ruf: Tretet ein in den Herner Keglerverband, denn dort wird wirklicher Kegelsport gepflegt und gefördert. Die Meisterschaften auf Scherenund Bohlenbahn stehen kurz vor der Tür, es ist die beste Gelegenheit, um sich in die Idee des Verbandes einzuleben. Nähere Auskunft erteilt: Verbandsgeschäftsführer Heinz Blankenburg. vonder=Heydt=Straße Nr. 4. Senstige Svortnachrichten Haynes wieder in der Heimat. Jockey Everett Haynes, der seine Stellung beim Stall Mülhens verlassen hat und vor kurzem nach Paris gegangen ist, hat nun auch Frankreich den Jahre 1928 in Berlin, die vorletzte 1913 in Breslau statt. Der diesjährigen Tagung kommt besondere Bedeutung zu, weil gleichzeitig der Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken kann. Das Interesse der Fachleute Mittwoch, den 27. September, ist lediglich von Besichtigungen ausgefüllt. Das Programm enthält 3 Hauptabteilungen: Grubenfahrten= Besichtigungen von Tagesanlagen größerer Zechen und Besichtigung sehenswürdiger industrieller Anlagen und Einrichtungen, wie denjenigen der Westfälischen Berggewerkschaftskasse Bochum, der Berggewerkschaftlichen Versuchsstrecke in Derne, der Emschergenossenschaft in Essen, des Ruhrverbandes in Essen, der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Essen, die Besichtigung von Einrichtungen für Bergjungleute(Ankerwerkstätten), Werksfürsorgeeinrichtungen und Siedlungen(Kolonien) usw. Mit den Besichtigungen sind Vorträge verbunden Am Donnerstaa. dem 28. September, wird um 8.15 Uhr der Bergmannstag durch den 1. Vorsitzenden Geh. Bergrat Dr. Ing. e. h. Hilger eröffnet. Im Laufe des Tages werden folgende Vorträge gehalten:„Der neueste Stand der technischen Entwicklung im deutschen Metallerzbergbau“ Referent: Bergwerksdirektor Bergrat Dr. H. v. Scotti, Bad Grund(Harz).„Entwicklung und Stand der Technik im deutschen Braunkohlenbergbau". Referent: Dipl.= Berging. H. Hirz. Halle Saale.„Die Aufgaben des Führertums in der deutschen Wirtschaft". Referent: Professor Dr.=Ing. A. Friedrich, Karlsruhe,„Die deutsche Erdölindustrie— Ein Ueberblick über ihre wichtiasten technischen und wirtschaftlichen Probleme“. Referent: Bergassessor G. Schlicht, Berlin=Schöneberg. „Die Gestaltung des Flözbetriebes im deutschen Steinkohlenbergbau". Reserent: Bergassessor F. W. Wedding. Essen. Am Freitag, dem 29. September, findet im Ufa=Palast(Schauburg) um 10.30 Uhr eine Sitzung aus Anlaß des 75jährigen Bestehens des Vereins für die bergbaulichen Interessen statt, wobei der Geschäftsführer des Bergbauvereins, Bergassessor Dr. Ing. e. h. v. Loewenstein, einen Vortrag„75 Jahre Bergbau=Verein" hält. Der Feuerreiter Wochen- Illustrierte der deutschen Hatholiken Kämpfer für deutsche Art und Frauenehre Jeind mondänen Neuheidentums Sreund weltaufgeschlossenen Geistes Führer hochgemuter Jugend. Jetnster Kupfertiefdruck, Diese beste katholische Illustrierte, die sich den ungeteilten Beitall aller im katholisch-kulturellen Leben führenden Persönlichkeiten erworben hat, können alle Bezieher des Herner Anzeigers zum Sonderpreis von nur 7 Pf. erhalten(frei ins Haus gebracht). Der„Feuerreiter“ erscheint jeden Samstag. Bestellungen werden zu jeder Zeit von unseren Botinnen und in der Geschäftsstelle angenommen. Geschäftsstelle des Herner Anzeigers 8 Hermann-Göring-Strasse 8— neben dem Postamt Steuerkarte 1934 Der Reichsfinanzminister hat den Präsidenten der Landesfinanzämter das Muster für die Steuerkarte 1934 mit dem Ersuchen übersandt, den Druckauftrag nunmehr mit größter Beschleunigung zu erteilen, damit die Ausschreibung der Steuerkarten nach der Personenstandsaufnahme nicht verzögert wird. Die Steuerkarte 1934 ist von hellgrüner Farde. Neu ist gegenüber den Vorjahren, daß bei den Personalien des Inhabers der Steuerkarte die Frage nach seiner Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft gestellt wird. Diese Frage ist erforderlich geworden, weil die Kirchenbehörden vielfach dazu übergegangen sind, unmittelbar auf Grund der nach Ablauf des Kalender= jahres dem Finanzamt einzusendenden Steuerkarte die Kirchensteuer zu verenlagen. Die Steuerkarte 1934 dient auch der Erhebung der Bürgersteuer 1934. Die gesetzlichen Vorschriften über ihre Erhebung werden in der nächsten Zeit bekanntgegeben werden. Der Bürgersteuer für das Kalenderjahr 1934 werden voraussichtlich alle Personen unterliegen. die am Stichtage(10. Oktover 1933) das 18. Lebensjahr vollendet haben. Demgemäß hat der Reichsfinanzminister seine früheren Anordnungen über die Nichtausschreibung von Steuerkarten für die Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn 100 RM. monatlich oder 24 RM. wöchentlich nicht übersteigt, nur insoweit aufrechterhalten, als es sich um Personen handelt, die am 10. Oktober 1933 noch nicht 18 Jahre alt sind. Steuerkarten sind also für alle Arbeitnehmer auszuarbeiten, die vor dem 11. Oktober 1915 geboren sind. Dortmunder Schlachtviehmarkt Dem Schlachtviehmarkt waren zugeführt: 675 Stück Großvieh(darunter 117 Ochsen, 156 Bullen, 334 Kühe, 66 Färsen, 8 Fresser), 404 Kälber, 2 Schafe, 1 Ziege, 1993 Schweine. Der Marktverlauf war bei Großvieh mittel, geräumt; bei Kälbern langsam; bei Schweinen Fettschweinen sehr gesucht, sonst ruhig, voraussichtlich geräumt. Es wurden gezahlt für 50 kg Lebendgewicht: Ochsen: a) 1. 31—33, b) 1. 27—30, 2. 24—26; Bullen: b) 25—27, c) 22—24, d) 20—21; Kühe: a) 28—31, b) 25—27, c) 21—24. d) 18—20; Färsen: a) 30—32, b) 27—29, c) 23—26; Kälber: a) 48—51, b) 43—47, c) 34—42. d) 27—36; Schweine: b) 53—55, c) 51—55, d) 45—50, e) 42—44, g) 44—50. Vereinskalender KKV. Jungmännerring Heute abend, pünktlich 8,30 Uhr, im Heim Versammlung, zu der die Mitglieder zahlreich erwartet werden. Die Führerschaft. Die Eltern müssen, Die Schüler dürfen den Filmsehen: „Reifende Jugend“ Daher: Heute. Mittwoch 3,30 Uhr eine Extra-vorstellung für Real-Gymnasium und Lyzeum. Saalplatz 20° 1. Platz u. Balkon 40. Sperrsitz 50%, Lose 60 galletän Erwachsene, da das Vollständige Prosramm gezeigt wird 50 bis 1.50. Schauburg Desgleichen im Alhambra-Sodingen um 5 Uhr. Ab Freitag in der Schauburg Jeder Volksgenosse mub Rundtunkhörer werden! Der Volksemplänger ist da und kostet nur 76.— RM. Besonders empfehlenswert ist ferner der „Brand“-Dreiröhren-Pernempfänger mit Skala u Stationsnamen, Sperrkreis und wundervollem Preischwinger-Lautsprecher zu 89.50 RM. Es ist nur noch eine beschrankte Anzahl vorhanden. Außerdem sind sämtliche Neuheiten der Berliner Funkmesse eingetroffen wie A E. G. Körting. Mende, Reico, Sebe, Siemens, Schaub, Telefunken. Jeden Tag Vorfunrung der neuesten Modelle ohne Kaufzwang. Julius Berke- Herne- Bahnhofstr. 77 Ruf 513 05 An-, Ab- und Ummeldeformulare 10 Pig. Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Hermenn-Göring-Streße 8, neben dem Postemt. Herzliche Bitte! Edle Leserin, edler Leser! Unterernährte Kinder bitten um Brot und Hilfe. Bitte, helf auch du den Opfern der schweren Zeit. Gott wird es lohnen. Pflege- und Erholungsheim für unterernährte Kinder i. Berlin-Schöneiche Postscheckkonto: Berlin Nr. 445 42 Fahrräder Wochenrate 1.50 (tricke, Miele u. HEILAND, Neme. Bahnhoistr. 332 Hier lese ich wieder des Inserat von Otlo Wicht's Dauerwellen u. Wasserwellen, die ganz erstklassig sein sollen. Deshalb wollen auch wir beide sofort zum Salon Wichl, Vint kesirasse 5, gehen und uns dort Dauerwellen legen lassen. für den backen Sie schnell und sauber mit elektrischem Hörncheneisen zu 9.— RM. und dem elektrischen Waffel=Eisen zu 12.— RM. Julius Berke Bahnhofstraße 77 Ruf 513 05. Graue Haare? Arfa HaarlarbeUrIa Viederbersteller gbe jugendliche Farbe u. Schönheit zurück! Spielend eintache An ventung! Uaschädlich! Sichere Wirkung! Flasche 1.80, 3. 50A. Salon Ringler Bahnhofstr. 6 b neben Cafe Berke. Jammog! Lielerwagen mit Pritsche ** 810.— mit Kasten RN 860.—. Auf Wunsch sämtliche Größ. Ueferd. „AustroDaimler-Puch.“ Motorräder mit elekt. Licht v. KN 710.— an. „Triumph“. Motorräder mit elektr. Licht v. RN 395,— an. Ersatzteile und Reparaturen. Fahrräder von 12 M. an Generalvertretung Reinr. Klein Nachl. Herne. Bahnhofstr. 7a. Teleion 51857 Moderne Hüche 170cmbrett, elfenbein, billig zu verkaufen.(30944 Zu erfragen: H.=Löns-Str. 51, (ptr.) Gebr., guterhalt. schwarz=poliertes bill. zu verkaufen. Zu erfragen im Herner Anzeiger. Einf. möbl. Zimmer zu vermieten. Grenzweg 37. (3092a) Junger gesucht.(17725 Metzgerei Küper, Jobststr. 32. Gesucht In Schmiede oder Autoschlosserei. Vorkenntnisse für Schmiede vorhand. Hans Pfeiffer, Bahnhofstr. 27. (3070a) Möbl. Zimmer eotl. mit Küchenbenutzung zu vermieten. Ebenfalls 2 Zimmer an ruh. Leute zu vermiet. H.=Wessel-Str. 28. (17715) Sie finden gute Stellung Glashandlung SchaufensterVerglasung Herne. Bahnbetstraße 32 Lader Vinchestraße 416 Verncanzarner naudener Dienerchauttleur. Hausmeister. Reisebesleiler. Hammerdiener usw. nech erfolgreichem Besuch der Dienerfachschule Bad Godesberg 15 (Prospekt frei) 7646 Beste Erfolge werden nachgewiesen Junges kinderl. Ehepaar sucht zum I. November oder später 2-ZimmerWohnung Liedike. Roonstr. 7. 2 ZimmerWohnung Stadtmitte, gegen 2-3.=Wohnung sof. oder später zu tauschen gesucht. Offerten unter W. E. 384 an den Herner Anzeiger. 4. od. 5 Zimm.= Wohnung mit Mansarde, v. ruh. Familie zum 1. Nov. oder spät. gesucht. Offerten unter T. W. 379 an den Herner Anzeiger. Zwei gut möbl. Zimmer sepr. Eingang, nur Stadtmitte, per sofort gesucht. Angebote unter U. C. 383 an den Herner Anzeiger. Soeben erschien: . Ernst Preiberr (III von Jungenfeld, der als Offiner und Flieger den Krieg mitmachte, wanderte mit seiner Frau nach Südameriks aum, um sich dort als Siedler eine neuc Existenz zn gründen. Von seinen Erfahrungen und Abenteuern als Pflanzer, Viehzüchter und Hotrhändler, als Arbeitsloser und Zirkusangestellter gibt er nun einen spannenden Bericht. Hier wird nicht nur ein Einzelschicksal, sondern das Schicksal von Tausenden deutscher Auswanderer lebendig. Reichbebildert in Ganzleinen 4 Mark 20 Buchbandlung Koetbers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Straße 8. deutsches Schicksal im Urwald EE A. 162. Auf Grund der Oberpräsidialverordnung vom 16. Mai 1923 sind die Taubenbesitzer verpflichtet, idre Tanden in der Zeit vom 10. Oktober bis zum 10. Novemder 1933 so einzusperren, daß ein Ausfliegen auf die Felder unmöglich ist. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Feld. und Forstpolizeigesetzes vom 21. Januar 1926 mit Geldstrafe des zu Rl 150,— oder mit Haft bestraft. Herne, den 25. September 1933. Der Oberbürgermeister als Orkspolizeldehörde. Verdingung Die Lieferung der Heizstoffe für die städt. Gebäude und Schulen sollen für das Jahr 1933/34 vergeben werden. I Frage kommen Brechkoks I, II und III. Größe 2040, 40 70 und 70 90, Nußkohlen I und II, Anthrazitkohlen II und III. Stück= und Förderkohlen. Sämtliche Heizstoffe müssen unmittelbar von hiesigen Jechen bezogen werden. Entsorechende Angebote über Lieferung frei Verbrauchsstelle sind bis Montag, den 2. Oktober d. Is., vormittags 11 Uhr, iur Stadtbauamt, Zimmer 2,(Sparkassen-Neubau) abzugeben. Herne, den 26. September 1933. A. 163. Der Mogtstrat. Hierdurch mache ich die verehrlichen Spieler der trüheren Lotterie-Einnahme Utsch derauf autmerksam, daß sie ihre Lose m meiner Staatl. LotterieEinnahme einlösen können. Staatliche Lotterie-Einnahme Kraus, Bahnhofstr. 46. 3-ZimmerWohnung 1. Etoge, mit Bad, in herrschaftl. Hause für 35.00 an ruhige, kath. Familte zum 1. Okt. zu vermieten. Anfragen unter D. S. 385 an den Herner Anzeiger. Moderne 3-ZimmerNeubauWohnung zum 1. Oktober vermieten. Zu erfragen Kronprinzenstr. 6 (Büro) Telf. 50300 3 Im. Prirulselale-1an erne 1. W./ Ktchhofstraße. Handelsfächer, Kurzschrift, Maschinenschreiben, Englisch. Beginn Anfang Oktober Ladenlokal mit Regal u. Fenstervorsatz 5.35X3,90 □ groß mit 1 gr. Zimmer 5,30X3,10 □ gr. Gas und Elektrisch, billige Miete, gute Lage, langjähr. Schuhmacherei, sofort od. später zu vermieten. Daselbst billig zu verkaufen: 1 Bierteil=Ago=Presse, 1 Schuhmacher=Nähmaschine, kl. Kopf, 1 Lederwalze. Zu erfragen im Herner Anzeiger. **