erner Druck u. Verlog: Koetbers& Röttsches. Herne, Hermann= Göring=Straße 8, neven der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnadme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Geither Anzeiger Kostenlose Anfallunterstätzung von Mk. 250.— bei ködlichem Berufsunfall nach Maß gabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erhältlich slnd. Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfa., Arbeite und Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkurson und gerichtlicher Kloge hinsällig. 7 Fernsprem= Anichluß: Sammel=Nummer 52541 Telegramm=Adresse: Anzeiger Horne. Nr. 214(Erstes Blatt) Dienstag, den 12. September 1933 29. Jahrgang Am Europas Seele Katholikentag in Wien Von unserem Sonderkorrespondenten Pros. Dr. Fr. Schreyvogl. Wien, 10. September. Wie es nun einmal ist, wenn zweihunderttausend Teilnehmer in einer Zweimillionenstadt zusammenkommen: der äußere Rahmen zieht zuerst den Blick der Menge auf sich. Unübersehbar, was sich da alles um den Kern der Hauptversammlungen schloß: Vorstellungen, Konzerte, Zusammenkünfte der Landsmannschaften, Aufmärsche von den Bahnhöfen zu den Kirchen, Standesversammlungen der Bauern, der Handwerker, der Akademiker, Aussprachen der Frauen, der Jungmädchen, der männlichen Jugend. Zu allem noch ein breiter Strom von Türkenfeiern, die sich mehr des strategischen und politischen Gedenktages als der religiösen Bedeutung des Tages entsinnen. In der Mitte solchen Schauspiels, inmitten eines glanzvoll=farbigen, dem Beschaulichen vielleicht allzu farbigen Rahmens aber lebte ein geistiger Kern von solchem reliaiösen Ernst und von solchem Verantwortungsgefühl, daß die Denkwürdigkeit der Tagung feststünde, gäbs auch nur ein Zehntel an Teilnehmern, Versammlungen und stilvoll entfalteter Aeußerlichkeit katholischer Welt zu verzeichnen. Die geistige Umwandlung, in der wir stehen, macht so rasche Fortschritte, daß dem Zeitgenossen bisweilen was noch vor fünf Jahren drückende Wirklichkeit war, weithin entschwundene Vergangenheit scheint. Und doch muß man an die geistige und religiöse Lage Wiens vor fünf und zehn Jahren denken, um richtig einzuschätzen, was sich jetzt auf diesem Kulturboden vollzieht. Die österreichische Sozialdemokratie, die sich nicht ungern die„Internationale Zweieinyalo“ nennen ließ, hat stets aus ihrer allgemeinen Hinneigung zu Moskau die schärfsten kulturpolitischen Folgen gezogen. Das Wiener Rathaus hat sich immer als ein Hauptquartier im Kampf gegen die Religion und die christliche Gesellschaft gefühlt. Eins Mitgliedskarte bei den Freidenkern war die beste Parteiempfehlung. Der Kampf um die straffreie Abtreibung. die ungesetzliche Ziviltrauung von Katholiken, die sich hatten scheiden lassen. der Kampf gegen den katholischen Feiertag, alles das war richtige Ehrensache für die Wiener Machthaber. Gerade jetzt offenbaren die Tagebücher des Prälaten Seivel, wie tief er seinen Kampf gegen die Sozialdemokratie als die Verteidigung christlicher Kultur empfunden hat. Seine Freunde erfüllt es mit tiefer Trauer, daß er diese Tage nicht mehr erlebt. Die Erinnerung an die Türkenbefreiung bedeutet zugleich, daß auch 1933 der Kulturfeind in Wien in seiner Macht zerbrochen ist. Nicht nur wie Wien diesen Katholikentag aufnimmt, sondern wie die Wiener Bevölkerung in den letzten Jayren immer stärker in die Seelsorge drängt, wie überau neue Kirchenbauten notwendig werden, das Laien=Apostolat sich verbreitet, wie hunderttausend Kinder, die der Prälat Wörzinger mit seinem„Kleinen Kirchenblatt“ gesammelt hat, mit heiligem Eifer vollen Glaubenswillen der nächsten Generation versprechen, das läßt den Anbruch einer religiösen Zeitwende auch in Wien nicht bezweifeln. Eineinhalb Jahrzehnte hat der österreichische Katholizismus mit dem Weltfeind christlicher Kultur gekämpft! Das gab ein ganz besonderes Recht zu den weitgespannten Themen dieses Katholikentags. Um nicht weniger geht's heute, als um die Wiederverchristlichung der Welt. Die Grundsätze des Katholizismus sollen den Neuaufbau der Gesellschaft bewirken, die volle Beseelung des nationalen Gedankens und damit schließlich die Ordnung der Völker, die den Frieden Christi zwischen Besitz und Arbeit halten und im Geiste Christi die Pflichten ihres Volkstums erfüllen. Das war die klare Gliederung der Hauptreden. Es wurde von„Freiheit und Bindung des Christen in der Gesellschaft“ gesprochen, vom„Deutschen Volkstum aus der Kraft des Christentums“, von der„Völkergemeinschaft des Abendlandes“ und der „Sendung des deutschen Volkes“ in ihm. Als Abschluß wird das Mittel gezeigt, das zur Erfüllung aller dieser schweren Aufgaben fähig macht: die Gnadenkraft der Kirche. Mag sein, daß auch dieser Wiener Katholikentag nicht nur erkennen darf, daß der Moskauer Kulturfeind für immer aus den Grenzen der Ostmark gebannt ist; die ganze Weltfrage einer Wiedergewinnung der Verlorenen für das Christentum taucht auf. Darum war auch eine der großen Festreden dem Problem:„Von der Glaubensspaltung zur Glaubenseinheit" gewidmet und noch mehr beschäftigt diese großartige und erschütternde Weltfrage in kleinerem Kreis die Geister. Hier wurde einmal das, was sonst die Fachleute der Wirtschaft und die Politiker Europas als eine Machtfrage ansahen, in seiner religiösen Bedeutung aufgerollt. Nicht nur um die Wiedergewinung der russischen Welt für den Kreislauf der Wirtschaft und Politik, um die gemeinsame Gestaltung einer endlich vollendeten christlichen Welt handelt es sich. Im Burgtheater spielen sie in diesen Tagen ein Schauspiel„Cenodoxus von Paris“ des Jesuitenpaters Biedermann. Ein Werk, das die Kraft der Barocke, Uebersinnliches zur sinnlichsten Anschauung zu bringen, in voller Entfaltung zeigt. Auf einer dreigeteilten Bühne geht ein gewaltiger Kampf vor sich: um die Seele des Cenodorus. Oben ist der Himmel, unten die Hölle und ihre Geister. So tausendfältig die Handlung verästelt ist, so bunt und prunkvoll Rede und Gestalt, das ganze ungeheure Spiel hat einen Das Konkordat ist ratifiziert Besondere Verhandlungen über katholische Organisationen und Presse Berlin, 11. September. Der Geschäftsträger der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl hat sich in Vertretung des zur Zeit in Urlaub befindlichen deutschen Botschafters gestern. Sonntag. nachmittag zu Kardinalstaatssekretär Pacelli in den Vatikan begeben. Dort fand in der üblichen feierlichen Form der Austausch der Ratifikatiousurkunden des zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl abgeschlossenen Konkordats statt. Damil ist das am 20. Juli diees Jahres unterzeichnete Konkordat gemäß seinem Artikel 34 in Kraft getreten. Hierüber wird amtlich mitgeteilt: „Das am 20. Juli unterzeichnete Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich ist am 10. September im Vatikan ratifiziert worden. Vor der Ratifikation hat der Heilige Stuhl in mündlicher und schriftlicher Darlegung die Reichsregierung auf eine Reihe von Punkten hingewiesen, die sich auf die Auslegung des Konkordats und seine vorläufige Handhabung beziehen. Sie betreffen vor allem den Bestand, die Bestätigung und den Schutz der katholischen Organisationen sowie die Freiheit der deutschen Katholiken, auch in der katholischen Presse die Grundsätze der katholischen Glaubens= und Sittenlehre zu verkünden und zu erläutern. Die Reichsreaierung hat sich dem Heiligen Stuhl bereiterklärt, über die angeführten Materien baldigst zu verhandeln, um zu einem dem Wortlaut und dem Geiste des Konkordats entsprechenden gegenseitigen Einvernehmen zu gelangen. Bei den im letzten Absatz der amtlichen Mitteilung über das Konkordat erwähnten Materien handelt es sich, wie verlautet, nicht um grundsätzliche Fragen, für die der Artikel 33 des Konkordats anzuwenden wäre. Vielmehr dreht es sich um kleinere nebensächliche Fragen, die aber trotzdem für beide Teile ihre Bedeutung haben. Durch die Ratifizierung des Konkordats ist nunmehr auch die politische Handhabe gegeben, um die zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich noch schwebenden Fragen zu regeln. Als überaus erfreulich muß die Tatsache angesehen Die Blicke vorwärts gerichtet! Erlaß des preußischen Justizministers zum Aufbau der Wirtschaft werden, daß die Ratifizierung des Konkordats m solcher Schnelligkeit erfolgt ist, wenn man bedenkt, daß in anderen Fällen oft Monate verstrichen, bevor die Ratifikationsurkunden ausgetauscht wurden. Graf Clemens von Galen zum Bischof von Münster ernannt Rom, 11. Sept. Der vatikanische„Osservatore Romano“ gibt bekannt daß der Papst zum Bischof von Münster den Grafer Clemens von Galen, Pfarrer der Lamberti=Kirch in Münster, ernannt habe. * Graf Clemens von Galen wurde am 6. März 1871 zu Dinklage in Oldenburg geboren. Nach Ablegung de Reifeprüfung studierte er an der Universität Innsbru Theologie und Philosophie. Am 28. Mai 1904 wurde er in Münster zum Priester geweiht. Er war zunächst Domvikar in Münster, wo sein Onkel, Graf Maximilian von Galen, damals Weihbischof war. 1905 kam er als Kaplaz nach Berlin an die St.=Matthias=Pfarrkirche. 1911 wurder zum Kuratus der St.=Clemens=Kirche in Berlin er nannt. Gleichzeitig war er dort Präses des Katholischen Gesellenvereins. Im Jahre 1919 wurde er zum Pfarrer von St. Matthias in Berlin bestellt. Nach zehnjähriger Tätigkeit wurde er nach Münster zurückberufen und al: Pfarrer an St. Lambertus angestellt, wo er bis hertätig war. Berlin, 11. Sept. 1933. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Justizminister folgenden Erlaß herausgegeben: Mit allen Mitteln hat der Nationalsozialismus sich nach Uebernahme der Macht der Aufgabe unterzogen jene verderblichen Korruptionserscheinungen zu bekämpfen und zu beseitigen, die sowohl in der öffentlichen Verwaltung, besonders in den Gemeinden, aber auch in einzelnen Zweigen der Wirtschaft ein verhängnisvolles Ausmaß angenommen hatten. Heute kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß dieser Kampf sein Ziel im wesentlichen erreicht hat. Das deutsche Volk, nunmehr getragen von nationalsozialistischem Verantwortungsund Pflichtbewußtsein, wird zu verhindern wissen, daß jemals wiederkehren kann, was früher möglich war. Jetzt gilt es die Augen wegzuwenden von den widrigen Auswüchsen einer für immer vergangenen Zeit, vorwärts die Blicke und alle Willenskraft konzentriert auf das große Ziel: Die Gestaltung einer lichtvollen und hoffnungsfreudigen Zukunft für das deutsche Volk! Die Geschichte, so stellte der Führer fest, wird uns nicht danach beurteilen, wie viele Korruptionen des Zweiten Reiches wir aufgedeckt haben, sondern" danach, ob wir dem deutschen Volk Arbeit und Brot beschafft haben. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und der damit verbundene Aufbau der Wirtschaft erfordert, daß auch in der Justiz alle Kräfte dieser Aufbauarbeit und ihrem Schutz zugewandt werden. Ich ordne deshalb an: 1. Alle Staatsanwaltschaften haben ihre erhöhte Aufmerksamkeit darauf zu richten, ob irgendwo Sabotagehandlungen gegenüber dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und den Maßnahmen zum Aufbau der Wirtschaft begangen werden und in solchen Fällen mit allergrößtem Nachdruck und höchster Beschleunigung vorzugehen. 2. Die Weiterbearbeitung der anhängigen Korruptionssachen erfolgt durch die Zentralstaatsanwaltschaft im Justizministerium. Diese hat im Einzelfall zu prüfen. inwieweit die abschließende Behandlung von der Zentralstaatsanwaltschaft unmittelbar oder von den ordentlichen Staatsanwaltschaften durchgeführt werden soll. 3. Die Korruptionsdezernate hebe ich als Sonderdezernate der einzelnen Staatsanwaltschaften auf und danke hiermit den Sachbearbeitern dieser Dezernate für ihre mühevolle und erfolgreiche Arbeit. 4. Künftig etwa zu Tage tretende Korruptionserscheinungen sind innerhalb der allgemeinen Regelung der Geschäftsverteilung der einzelnen Staatsanwaltschaften zu bearbeiten. Erste Gaukulturtagung für Westfalen=Nord Statthalter Meyer über kulturelle Aufgaben Paberborn, 11. Sept. In Anwesenheit des Reichsstatthalters für beide Lippe, Dr. Meyer, fand am Montagnachmittag im hiesigen altehrwürdigen Rathaussaal die erste Tagung der Gaukulturabteilung Westfalen=Nord statt. Ferner waren erschienen Regierungspräsident von Oeynhausen, der Regierungsvizepräsident sowie der Landeshauptmann Kolvow mit 100 Landräten. Bürgermeistern und Amtswaltern der NSDAP. aus Nordwestfalen. Nach der Ankunft vor dem Rathaus schritt Reichsstatthalter Dr. Mever die Front der aufgestellten Formationen ab und hielt eine kurze Ansprache an die Menge, in der er aufforderte, mitzuhelfen, die Ziele, die der Führer wieder erneut auf der großen Tagung in Nürnberg den Amtswaltern und dem deutschen Volke gestellt habe, zu verwirklichen. Nach dem Gesang des Horst=Wessel=Liedes und des Deutschlandliedes gedachte er der toten Kameraden des Unglücks von Solingen, deren Ehrung durch das Spielen des Kameradenliedes erfolgte. Nach dem Einmarsch der Fahnen begrüßte Oberbrügermeister de Voys die Erschienenen. Hierauf ergriff Reichsstatthalter Dr. Mener das Wort und zählte in längerer Rede die Ziele und Aufgaben der nächsten Zeit auf, die dem Gau in kulturpolitischer Hinsicht obliegen. Man würde völlig in die Irre gehen, wenn man den Aufbau des deutschen Kulturlebens ohne des Führers Gedanken und Richtlinien vornehmen wollte. Kultur sei, wie der Führer sage, ein Ausfluß der Kraft des Volkes und seines besten Teiles. der Rasse. Unter der Besinnung auf Blut, Rasse und Volk unseres Vaterlandes müsse die Arbeit auf kulturpolitischem Gebiet im Gau Westfalen=Nord begonnen werden. Es hänge von der Beschaffenheit der Menschen eines Volkes ab, wie seine Kultur gestaltet werde. Sei der Mensch, der deutsche Mensch, blutsrein, dann sei auch die Art rein, dann sei auch der Ausfluß seiner Gedanken rein, dann sei sein Charakter geschlossen, gesund und gefestigt. Sei aber sein Blut nicht rein, dann könne er niemals ein abgeschlossener Charakter sein. Wenn wir Pioniere einer solchen Kultur sein wollten, die nicht von heute auf morgen geschaffen werden könne, die man nicht krampfhaft wollen könne, so müsse zunächst die Arbeit beim deutschen Menschen beginnen. Es sei dies eine Aufgabe, die nach den Richtlinien des Reiches zu erfüllen sei. Arbeitsbeschaffung, Winterhilfe, Erneuerung und Durchführung der Gesetze, das seien die Probleme, die in allernächster Zeit zu verwirklichen seien. Es gebe keine Zusammenarbeit, wenn der Staat und die Bewegung nicht eng zusammen marschierten. Feierliche Staatsrats. eröffnung am Freitag Berlin, 11. September. Die laufende Woche bringt ein politisches En eignis besonderer Art, nämlich die feierliche Eröffnung des neugebildeten Preußischen Staatsrates. Diese Eröffnungssitzung soll bekanntlich am Freitggvormittag um 11 Uhr stattfinden, und zwar in der neuen Aula der Berliner Universität. Die bisher ernannten 67 Staatsräte werden sich im Staatsministerium in der Wilhelmstraße versammeln und sich von dort aus voraussichtlich geschlossen zur neuen Reichskanzlei begeben, um dann über die Straße„Unter den Linden zum Aulagebäude zu gelangen. Dort wird zu diesem feierlichen Staatsakt mit den Spitzen des Reiches das ganze offizielle. Preußen versammelt sein. Einzelheiten über den Verlauf der Eröffnungssitzung sind noch nicht bekannt gegeben worden. Die öffentlichen Gebäude in Preußen werden an diesem Tage Flaggenschmuck anlegen. Feiern bei sämtlichen Behörden und Schulen Berlin, 11. Sept. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, findet zur Eröffnung des Preußischen Staatsrates am Freitag, den 15. September, vormittags 11 Uhr, in der neuen Aula der Universität ein feierlicher Staatsaktstatt. Bereits vorher werden Ehrenformationen der Schutzpolizei, der SA. und der SS. auf dem FranzJoseph=Platz vor dem Gebäude aufmarschieren. Ministerpräsident Goering wird die Front der Ehrenkompagnien abschreiten und anschließend die feierliche Einholung von Polizeifahnen vornehmen. Der Festakt in der Aula, in dessen Mittelpunkt eine große Rede des preußischen Ministerpräsidenten und die Vereidigung der Staatsräte steht, wird durch Rundfunk auf alle deutschen Sender übertragen werden. In sämtlichen preußischen Behörden wird der Dienst von 11 bis 12 Uhr unterbrochen und die Rundfunkübertragung von den Beamten. Angestellten und Arbeitern in einer gemeinsamen Feier mit angehört werden. Ebenfalls werden in dieser Zeit besondere Schulfeiern stattfinden und im übrigen der Schulunterricht an diesem Tage ausfallen. Weiter hat das Preußische Staatsministerium angeordnet, daß aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Preußischen Staatsrats sämtliche preußischen Dienstgebäude am Freitag, den 15. September, zu beflaggen sind. Das Reich hat für alle Reichsbehörden. Reichsstellen und Reichsanstalten, die ihren Amtssitz in Preußen haben, die gleiche Anordnung getroffen. Am Samstag. den 16. September, wird der Staatsrat zu seiner ersten Arbeitstagung zusammentreten. einzigen Beweggrund: die Seele des Menschen. Auch in dem vielstimmigen geistigen Konzert, das dieser Katholikentag bietet, herrscht im Grunde dieser eine schlichte Ton: um die christliche Seele Europas geht es. Nicht um Probleme der Macht, sondern um das Schicksal der Erlösung. Und alles, was in dieser viel bewegten Woche geschieht ist,(hier gibt uns die zweite Festvorstellung ein Werk Calderons, das vom Deutschen Volkstheater gespielt wird, das richtige Stichwort) nichts als eine einzige „Andacht zum Kreuz“. Neben der Bilder= und Gleichnissprache des ersten Tages: dem Empfang des Kardinallegaten und der überwältigenden Huldigung zum Kreuz vor der Karlskirche haben es die Formulierungen der Redner nicht leicht. Und doch gewinnt als Sprecher des Abends der junge Philosoph Anton Böhm die Aufmerksamkeit und auch die Herzen. Er ladet die Zehntausend zu einer Geschichtswanderung ein, achthundert Jahre Geschichte Oesterreichs, die nichts anderes ist ais deutsche Reichsgeschichte. Er sondert das Unvergängliche und Wesentliche von den vergänglichen Formen, mit zwingender Deutlichkeit zeigt sich gerade der Katholizismus Oesterreichs in seiner Darlegung als Frucht seines deutschen Wesens und als Unterpfand seiner Treue. Es ist eine im guten Sinne überpolitische Rede. Sie steht in der richtigen Höhe, um in alle Bewegungen der Politik derart hineinzusehen, daß man ihr auf den Grund kommt. Aehnliches verheißt auch der Plan, den der Erzbischof in der Eröffnungssitzung vollendet hat. Der Wiener Katholikentag hat soviel katholische Intelligenz zu seiner Vorbereitung versammelt, daß solche Sammlung über den Tag hinaus dauern soll! Sie hat dem Oberhirten gezeigt, über welche Fülle katholischer Kräfte Oesterreich verfügt, genug, um die Durchdringung des sozialen. des geistigen, des wissenschaftlichen Lebens mit christlichem Geist zu vollenden Eine Art dauernder katholischer Führerrat soll sich aus den Mitgliedern des Komitees bilden und dem Kardinal zur Erfüllung der nächsten katholischen Zeitaufgaben zur Seite stehen. Es ist mehr als eine organisatorische Maßnahme, die damit geplant ist! Hier wird der Schwerpunkt katholischer Wirksamkeit verlegt. Nicht so sehr auf katholische Parteipolitik wird es fürderhin ankommen, nicht an der Oberfläche, nicht in der politischen Machtsphäre soll der Glaube gestützt werden, sondern umgekehrt, im geistig=kulturellen Gebiet mögen sich alle Kräfte sammeln und dann mit der geistigen Sicherheit, die sie aus religiöser und kultureller Gemeinschaft schöpfen, ihre staatsbürgerliche Aufgabe erfüllen. Keine politische Bindung der Religiösen, aber eine religiöse Bindung de: Politik. So etwa könnte man den Sinn in den Worten des Kardinals umschreiben, die weit über den Tag hinaus österreichische Zukunft bedenken Katholikentag in Wien Der Höhepunkt: Festgottesdiens in Schönbrunn Wien, 11. Sept. Der sonntägliche Festgottesdienst in Schondrunn bildete den Hohepunkt des Katholikentages. Die Teilnahme übertraf alle Erwartungen, sodaß der Schloßpark kaum noch die Massen sassen konnte. An dem Gottesdienste nahmen u. a. der Bundespräsident und der Kardinallegat, der Runtius und die Kardinale Hlond. Seredes=Ungarn und Verviers=Frankreich und Kardinal= Erzbischof Innitzer teil. Unter den Ehrengästen befanden sich auch 12 Mitglieber des Hauses Habsbura. Lautsprecher übertrugen die Feier bis in die entferntesten Teile des Parkes. Die Messe selbst wurde von dem Kardinallegaten zelebriert. Die Festpredigt hiel: Kardinal Innitzer, worauf der Kardinallegat eine italienische Ansprache hielt. Am Nachmittag fand im Praterstadion das Festspiel der katholischen Jugend ntatt. Den Tag beschloß ein Kirchenkonzert im Stefansdom Am Sonntagabend sand noch eine Festversammlung der Franziskus=Tertiaren, d. h. der Minoriten. Franziskaner und Kapuziner, im Rahmen des Katholikentages statt. In der Kirche am Hof versammelten sich die marianischen Frauen=Kongregationen. Bereits am Samstag hatte die sudetendeutsche akademische Bonisatius=Vereinigung ein Theologen=Trefien veranstaltet, an dem hauptsächlich ludetendeutsche Theologen und Priester teilgenommen hatten. Dr. Pfliegler sprach über die zeistige Verpflechtung des Priesters mit dem Volkstum, wobei er als Richtlinie für die Aufgaben des Priesters gab, das Schicksel dessen, auf den er Einfluß nehmen solle auf sich zu nehmen. Nur so werde er Wärme und Liede haben, um an alle Fragen heranzutreten. Der Bußgedanke beherrschte den Montag 11. Gept. Der Katholikentag war am heutigen Montag in einem Grundton auf Gedet und Buße abgestimmt. Für alle Kirchen waren Bußandachten angeordnet. Auch in der Stefanokirche herrschte das schwarie Meßklei? vor. Hier leitete den Butzgottesdienst Bischof Dr. WanTirol ein. in dem er über die Kirchendefretung sprach und dabei besonders der Habsburger gedachte. Nach der Predigt zelebrierte Kardinal Innitzer unter großer nz die Messe. Nach den feierlichen Bußgottesdiensten fand eine Bittprozession zur Kapuzinerkirche statt. Als Abschluß der Sonderveranstaltungen der katholischen Frauenorganisationen sand eine Führerinnenbesprechung unter dem Vorsitz der Präsidentin, Frau Fanny Starhemberg, statt, in der Frau Schulze aus Kattowitz die Gruße von über 10000 im Katbolischen Deutschen Frauenbund zusammengeschlossenen deutschen Frauen in Polen überbrachte. In der Hauptrede wurde die Forderung nach konfessionellen Schulen erhoben und für die geplante berufsständische Neuordnung die Interessenvertretung für die berufeständische Frau und jene Frau gefordert, die den Hausfrauen= und Mutterberuf erwahlt habe. Der Erziehungsgemeinsamkeit war die Feittagung des Vereins„Frode Kindhei!" Oesterreichs der Tschechoslowakei und Rumäniens gewidmet. Hier stellte der Hauptredner die Erziehungsgrundsätze des Rassengedankens und der Individualisten denen der Kirche gegenüber Die zum Ratholikentag in Wien weilenden Tiroler versammelten sich vor der Karlskirche zu einer Geallenenehrung, zu der 2500 Schügen aufmarschierten. Der volksdeutsche Arbeitokreis hielt eine Feierstunde ab bei der der Vertreter der Sudetendeutschen u. a. üder„Die katholische Auffallung des Reichsgedankens" sprach. All' unser volksdeutsches Schaffen, so sagte er, ist beseelt vom großen Reichsgedanken. Wenn wit—.eich“ sagen, so verstehen wir darunter nicht ein eng begrenztes nationaltstisches Gebilde, sondern eine höhere Einheit. eine auf der Grundlage des Christentums ausgebaute Gemeinschaft der Völker Mitteleuropas.„Reich“ ist mehr als Volk und Staat. aus Imperialismus wächst keine Gemeinchaft. Es wäre sicher, so meinte der Redner, eine Verarmung des gesamten Deutschtums, wenn Oesterreich in einem preußisch=zentralistischen Deutschland unterginge. Zur Festtagung der christlich=deutschen Turner waren le viele Teilnehmer erschienen, daß sie in zwei Sälen durchgeführt werden mußte. Auch eine literarische Morgenfeier gab es im Rahmen des Katholiken= tages, die von Dr. Schreyvogl geleitet war. Fahnen auf Halbmast Staatsbegräbnis für die verunglückten SA=Männer 7 Beisetzung voraussichtlich am Donnerstag Schultz, Julius Wohlfahrt, Gustav Schatta, Ferdinand Robert. Bochum, 11. Sept. 1933. Die Stadt Bochum steht ganz im Zeichen der Trauer um die am Sonntag im Bergischen Land tödlich verunglückten SA=Männer. In allen Straßen wehen zu Hunderten die auf Halbmast geyißten Fahnen. Den Hinterbliebenen der Verunglückten wird von allen Seiten aufrichtige Teilnahme entgegengebracht. Die Vorbereitungen zu den Beisetzung lichkeiten, die am Donnerstag stattfinden, sind in vollem Gange. Die Ueberführung der Leichen vom Solinger Krankenhaus nach Bochum erfolgt am Dienstag. Die Solinger Standarte 53 wird dem Lastwagen mit den Särgen bis zur Stadtgrenze das Ehrengeleit geben. Die Aufbahrung der Totenschreine erfolgt in der Turnhalle des neuen Oberlnzeums an der Königsallee in Bochum, wo der Bevölkerung Gelegenheit gegeben wird, die toten SAMänner zu ehren. Ein gemeinsames Grab auf dem Friedhof am Lohberg soll die Toten aufnehmen. Die Trauerfeier wird vom Rundsunk übertragen werden. An der Beisetzung ihrer toten Kameraden wird die gesamte westfälische SA mit Fahnen und Standarten teilnehmen. Der Gauleiter des Gaues Westfalen=Süd der NSDAP, Wagner, hat folgende Anordnung erlassen:„Das Schicksal hat den Gau Westsalen=Süd schwer heimgesucht. Infolge eines Autounfalles fanden acht SA=Männer und ein Hitler=Junge den Tod. 16 wurden schwer und 18 leicht verletzt. Hiermit ordne ich an, daß im gesamten Gaugebiet alle Fahnen solange auf Halbmast zu setzen sind, bis die Beerdigung unserer teuren Toten erfolgt ist“ Dortmund, 11. Sept. 1933. In einer Verfügung hat der Regierungspräsident von Arnsbera mit Rücksicht auf das Autounglück bei Solingen bis einschließlich 14. September 1933 sämtliche Tanzbelustigungen untersagt. Die öffentlichen Gebäude haben bis zum gleichen Tage halbmast zu flaggen. Im Auftrage des Ministerpräsidenten Goering teilte der preußische Staatssekretär Grauert dem SA=Gruppenführer und Polizeipräsidenten in Dortmund Schepmann. telephonisch mit, daß die preußische Regierung für die verunglückten neun SA=Männer ein Staatsbegräbnis bewilligt habe. Gleichzeitig ließ der Ministerpräsident sein Beileid aussprechen Beileidskundgebungen Der Reichspräsident Opfer gefallen sind, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Verunglückten meine herzliche Teilnahme. den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln.“ Weitere Beileidstelegramme sind eingegangen vom Reichskanzler, vom preußischen Ministerpräsidenten und vom Düsseldorfer Regierungsersetzungsseier=[prasiventen. vom Oderpräsidenten Freiherrn von Lüninck, Reichsinnenminister Dr. Frick und Reichsminister Dr. Goebbels. Die Namen der Loten Die Namen der neun bei Solingen tödlich verunglückten SA.=Männer sind, wie wir von der Standarte 17 erfahren, folgende: Böhm(14 Jahre alt), Ldolf Sorck, Hugo Sorck, Georg Arzheimer, August Starr, Karl Bottai und Dr. Ley in Essen Essen, 11. September. Der italienische Korporationsminister Bottai und der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, trafen auf ihrer Fahrt durch die deutschen Wirtschaftsgebiete am Montagmittag in Essen ein. In ihrer Begleitung befanden sich der italienische Generalkonsul, der Gauleiter Staatsrat Terboven, Regierungspräsident Schmidt, Düsseldorf. der Treuhänder der Arbeit für das Wirtchaftsgebiet Westfalen, Dr. Klein. Vor dem ThomaeHaus, dem Sitz der Gauleitung Essen der RSDAP., dem ein kurzer Besuch galt, hatten sich außer den Herren der Gau= und NSBO.=Leitung. der SA.= und SS.=Führung Fahnenabordnungen der Deutschen Arbeitsfront zur Begrüßung eingefunden. Die Gäste schritten unter lebhafter Begrüßung die Front der SA= und SS.=Männer ab, die vor dem Gauheim Aufstellung genommen hatten. Am Nachmittag besichtigten die Gäste die Krupp=Werke, insbesondere auch die Hochosen=Anlagen in Borbeck. Am päten Nachmittag wurde die Reise nach Godesberg fort203 Gebäude eingeäschert Ulmer Pioniere versuchen durch Sprengungen das Feuer in Oeschelbronn einzudämmen hat an den Bürgermeister von Solingen folge Na gendes Telegramm gerichtet:„Tief erschüttert durch die Nachricht von dem schweren Kraftwagenunglück, dem 46 SA.=Leute zum Piorzbeim. 11. Sept. 1930. Nach amtlichen Mitteilungen konnte bei dem Riesen. jeuer in der Gemeinde Oeschelbronn um 12.30 Uhr nachts. nachdem der Wind nachgelassen hatte, die größte Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Brandes beseitigt werden. Insgesamt sind bisher 203 Gebäude, darunter 83 Wohnhauser, eingeäschert worden. Oeschelbronn, 11. Sept. 1933. Wenn auch nach Mitternacht gemeldet werden konnte, daß die größte Gefahr der Ausdehnung des Großbrandes beseitigt war,. so mußte doch zur weiteren Hilfeleistung Reichswehr und die Ulmer Pioniere berangeholt werden. Es wurden Soren gungen ausgeführt. die Umfassungsmanern der abgebrannten Häuser wurden umgelegt, um so der Einsturzaefahr zu begegnen, aber auch Gefahrenberde zu beseitigen. Die Brandgeschädigten blieben die ganze Nacht über im Freien bei ihren Habseligkeiten und ihrem Vieh. Am Montagvormittag dietet der Braudort ein Bild größter Verwüstung. Auf Aeckern und Wiesen lagert der gerettete Hausrat, den Schutzvolizei und SA. durch umsangreiche Absverrungen vor unberechtigten Zugriffen schützt. In großen Feldkesseln der Karlsruber Polizei wird abgekocht. Zum Teil wird auch die Bevölkerung von dieser Seite her verpflegt. Das Bieb ist gegen Morgen in die Scheunen derjenigen Höfe eingestellt wor: den, die vom Feuer unversehrt geblieben waren. Zahlreiche Personen erlitten Nauchvergistungen. H undert Familien mit zusammen 500 Kövfen sind durch den Brand obdachles geworden. Hilfe für die Brandgeschädigten Karlsrube, 11. Sept. 1933. Die badische Regierung hielt am Montagmittag eine Kabinettssitzung ab. in der sie beschloß, zunächst für die Brandgeschädigten in Oeschelbronn eine Landessvende von 20000 Mark zur Verfügung zu stellen. Suderdem bo) v), u vzitze geshohek sie welleren Aet Veileldsdeveiche Aud Mar: v.„ P. vi, BarfümerieArbeitseberverbon) Por.ztuge. 100 Mark. Um ähnliche jabrik Moli& Coon, Korletube..Au geschlat bie Ne. Standtatchtonben Iprt.e ua, einbeitlichere Zulammenvierung, eine straitere„u7luus durchaufübren. allung des badtichen Geueslehpeige Buror Der Brand kann jetzt als de:seden werorn. Stelle wird der Nach Mitellung von zukändior: v. Mghillagr= und Gebaubeschaden auf eine Million. Ernteschaden auf eine halde Million Die Urlache des Brande: liegt zweiselles in Jeprl#ssiatelt. Die ungen haben ergeben, daß der Sohn stein, in deren Scheune das Feuer ausbrach. nender Bleise in der Scheune dat. Der junge Mann wurde mit leine Haft genommen. Stattbalter Wagner bittet in Spenden für d1: Srar½, E5 ume Vermat Städtische Sparkasse in Karlsrude a. Ab. unte „Brandkatastroode Oescheldronn Danziger Windthorstbunde lösen sich selbst auf Austritt des Zustizsenators aus der Zeutrumspartel Danzig. 11. Sept. 1933. Die Erklärung der Danziger Zentrumspartei, wonach der Vornand sich fur den Fortbestand der im Freistaate Danzig ausspricht, dat bereits zu Folgen geführt. So hat der bisder dem Zentrum angebörende Danziger Justizsenator Dr. Wie. Keiser, der für eine Selbstauflosung der Danziger Zentrumspartei eingetreten war. durch ein Schreiben vom 8. d. Mts. seinen Austritt aus der Danziger vartei erklärt mit dem Bedauern, daß ein gemeinsames Vorgeben nicht zu erreichen war. Ferner hat der Landesverband Danzig der Deutsche Windtdorstbunde seine Selbstauflösung beschlossen und eine Gefolgschaft aufgesordert, zur vorbehaltlosen Mitarbeit in den nationalsozialistischen Formationen und im neuen deutschen Volksstaat Danzig. Kundgebung der Mieter Die zu einer Führertagung aus allen Teilen des Reiches in Dresden versammelten Führer der in der Reichsorganisation des Bundes Deutscher Mietervereine zusammengeschlossene Mieterschaft haben folgendes Treuebekenntnis beschlossen: „Der Herr Reichskanzler hat in Nürnberg mit seinem erneuten Aufruf zu nationaler und sozialer Volksverbundenheit einen Widerhall gefunden, der in elementater Wucht aus dem ganzen deutschen Volk als stürmisches Bekenntnis zum neuen Staat zurückschlug. Auch die aus allen Teilen des Reichs am 9. und 10. September in Dresden versammelten Führer der in der Reichsorganisation Bund Deutscher Mietervereine zusammengeschlossenen Mieterschaft bekennen sich freudig und einmütig zu dieser Volksverbundenheit. Dem Herrn Reichspräsidenten und dem Herrn Reichskanzler geloben sie erneut, für sich und ihre Verbände mit allen Kräften am Neuaufbau des Reiches mitzuarbeiten. Gemeinsamer Wille strebt nach neuer und gerechter Ledensform im nationalsozialistischen Geiste. Darum verbinden wir mit dem Treuegelöbnis die Bitte, den nationalen und sozialen Gedanken auch in dem Boden= und Wohnrecht zu verwirklichen, das heutige Recht von artfremden Einflüssen zu befreien und dem deutschen Volk ein deutsches Wohnund Bodenrecht zu geben. Die deutsche Familie, die Keimzelle des nationalen Staates. wird dann auch die Segnungen nationalsozialistischen Gedankengutes empfangen und auch in der Mietwohnung wieder eine Heim“ finden.“ Auswirkung der Arbeitsstreckung Essen, 11. Sept. 1939. Die Belegschaft des Ruhrbergbaus war nach den nu mehr vorliegenden Zahlen Ende August um 2350 Arbe ter höher als Ende Juli. Diese starke Vermehrung einem Monat, der erfahrungsgemäß zu den für den A satz besonders ungünstigen zählt, läßt deutlich die weite Auswirkung der vom Ruhrbergbau vorgenommenen A beitsstreckung auf im Jahresdurchschnitt monatl etwa 20 Arbeitsschichten erkennen. Gegenüder Ende M ds. Is. beträgt die Zunhme mehr als 4000 Mann. D niedrigste Arbeiterzahl des vergangenen Jahres mn 196 595 Arbeitern Ende Sept. 1932 hat sich um insgesar 13 485 Arbeiter auf 210 080 Ende August ds. Is. erhöl Man kann damit rechnen, daß die Zechen des Ruhrber baues zur Zeit etwa 33000 Mann über die eigentli## Beschäftigungsmöglichkeit hinaus durch die getroffen Maßnahmen der Arbeitsstreckung in Arbeit halten Das hohe Spiel Roman von August Frank Urbeberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Maaz, Regensburg. Nachdruck verboten. 39. Fortsetzung. Eugen war mit nur zwei Herren im Abteil. Er stellte sich schlafend, um nicht angesprochen zu werden. Die beiden Mitreisenden machten es ebenso, sie drückten sich in eine Ecke und dösten. Der Schaffner kam, um die Fahrkarten zu kontrollieren. Eugen schnarchte, als läge er im tiefsten Schlafe. Der Kontrolleur betrachtete ihn einen Augenblick nachdenklich, sah die weißen Haare und ließ ihn dann in einer Regung von Mitleid weiterschlafen. In Treuchtlingen stiegen seine beiden Mitreisenden aus. Vorsichtig sah er zum Fenster hinaus, es war schon heller Tag. Ein Soldat der Bahnhofswache betrachtete sich gelangweilt den Zug. Noch war seine Flucht nicht entdeckt, die Bahnhöfe noch nicht alarmiert. Ratternd fuhr der Zug in den Bahnhof Ingolstadt ein, knirschend zogen die Bremsen an. Eugen schnallte um und setzte die Mütze auf. Jetzt nur noch durch die Sperre, dann war es geschafft! Vor Verlassen seines Abetils warf er erst noch einen Blick durch das offene Fenster. Auf dem Perron herrschte eine unverkennbare Aufregung. Ein Feldwebel, anscheinend von der Bahnhofswache, trat zum Zugführer und sprach lebhaft auf ihn ein. Instinktiv lauschte Eugen einen Augenblick. Heißer Schrecken durchfuhr ihn: Deutlich verstand er einzelne Worte„Heute nacht entflohen— Würzburg— Fahrschein nach Rosenheim — weiße Haare— stumm.“ Eugen fuhr vom Fenster zurück. Kein Zweifel, seine Flucht war entdeckt! Was tun? Blitzschnell überlegte er. Hier konnte er unmöglich aussteigen, man wurde ihn sofort verhaften. Aber in München würde es genau so sein. Vielleicht konnte er nachher aus dem fahrenden Zug springen! Rasch rannte er durch den Gang und verschloß sich in der Toilette, damit ihn hier im Wagen eine eventuelle Kontrolle nicht entdeckte. Wenn der Zug dann im Fahren war, woute er hinausspringen. Erregt spähte er durch das Fenster. Nur wenige Leute stiegen ein, zwei Frauen, einige Soldaten und eine Rotekreuzschwester. Der Fahrdienstleiter gab das Zeichen zur Abfahrt, langsam kam der Zug ins Rollen. Eugen verließ die Toilette und spahte den Gang ab. Leider war er nicht leer, fast an jedem Fenster stand ein Reisender. Unmöglich kam er hier ungesehen hinaus. Man würde sein Abspringen bemerken und den Zug zum Halten bringen. Er öffnete deshalb die Türe zum nächsten Abteil um nachzu sehen, ob dieses vielleicht leer sei. Nur die eingestiegene Rotekreuzschwester saß darin. Schon wollte er enttäuscht die Tür wieder schließen, da drehte ihm die Schwester das Gesicht zu. Sofort hatte er sie erkannt— es war Thea Steif, unfähig sich zu bewegen, stand er im Türrahmen. Seine Augen quollen aus den Höhlen, seine Hände schlossen sich krampfhaft, die Atmung blieb stehen. Auch sie hatte ihn erkannt und war aufgesprungen. Bleich, mit blutleeren Lippen und erschreckten Augen, als sähe sie ein Gespenst, starrte sie ihn an. So standen sie eine Sekunde einander gegenüber. Auf einmal quoll ihm ein Schrei aus der Brust, klagend wie der Notschrei eines gehetzten Tieres, zugleich jubelnd wie die Stimme eines Kindes, das sich im Walde verlaufen und endlich seine Mutter wieder gefunden hatte.„Thea!“ schrie er und dann nochmal: „Thea!“—-Eugen d’Effroi hatte seine Sprache wieder Die Erregung war so mächtig in ihm, daß er schwankte. Haltlos klammerte er sich an ihr fest. Mit mütterlich sorgender Gebärde umfaßte sie ihn, setzte ihn auf die Bank nieder und hielt sein Gesicht an ihre Brust gedrückt. Zuerst vergrub er sein Gesicht in ihre Kleider, dann drehte er es ihr zu und sah mit ungläubig glücklichen Augen zu ihr auf. Immer wieder flüsterte er ihren Namen und küßte ihre Hände. Thea hatte noch kein Wort gesprochen, sie mußte immerzu in dieses Gesicht schauen, an das sie vier lange, lange Jahre täglich und stündlich gedacht hatte in diese Augen, die sie jetzt in höchster Seligkeit anstrahlten, auf das weiße Haar, das von übermenschlichem Leid, von Elend und Verzweiflung erzählte. Mit mütterlich liebkosender Gebärde strich sie ihm über die Stirn und Haare. Diese Liebkosung und die kühle Hand gab Eugen das Gefühl völliger Geborgenheit, er versank in wunschlose müde Ermattung.——— Mit einem Male fühlte Thea Tränen auf ihrer Hand. Erschrocken hob sie seinen Kopf und kußte ihn auf den Mund und die Augen, bis alle Tränen fortgeküßt waren. Behutsam legte sie sein Haupt dann in ihren Schoß. „Ruh dich nur aus, Eugen!“. Es war das erste Wort, das sie sprach. Willenlos schloß er die Augen. Nur jetzt nicht denken, nur glücklich sein! So saßen sie, bis die ersten Häuser von München auftauchten, bis der Zug in der schwarzen Bahnhofshalle hielt. Eng an Thea geschmiegt, ging er über den Perron zur Sperre. Er dachte aar nicht mehr daran, daß er ein Flüchtling aus dem französischen Offiziersgefangenenlager in Würzburg war, daß er jeden Augenblick verhaftet werden könnte, so beruhigt und bergend wirkte die körperliche Ruhe der geliebten Frau auf ihn ein. An der Sperre zeigte er seinen Fahrschein vor. Der Fahrkartenschaffner ließ ihn merkwürdigerweise passieren, ohne den Schein oder ihn selbst näher anzusehen, die Begleitung der Rotkreuzschwester legitimierte ihn anscheinend genügend. Schweigend schritten sie zum Karlsplatz. Wie einen Kranken, Schonungsbedürftigen stützte sie ihn. Sie fragte nicht, woher er komme und warum er in dieser Uniform war. Sie sah, er hatte viel, viel gelitten, er litt noch, er war ein hilfsbedürftiger Mensch, das genügte. Sie ließ ihre ganze Liebe auf ihn ausstrahlen wie eine Mutter, zu der das irrgegangene Kind endlich heimgefunden hat, fühlte mit stiller Freude, wie wohltuend und heilend ihre Gegenwart auf ihn wirkte. Beim Warten auf die Straßenbahn am Stachus klärte sie ihn kurz über ihre Tracht auf. Der Vater war im Felde, da hatte sie sich dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Schon über ein Jahr war sie in München am Krankenhaus links der Isar als Schwester, abmechselnd im Operationssaal und auf Nachtmache. Sie hatte zwei Limmer in der Nähe des englischen Gartena in der lea#####nden Wohnung einer Freundin, einer Offizierefrau. deren Mann im Felde war und die in seiner Abwesenheit bei ihren Eltern wohnte. Nur ab und zu fuhr sie nach Ingolstadt, um nach dem Rechten zu sehen, im Haus und Garten: in dem immer noch rote Rosen blühten Ein leises Rot überzog ihr schönes Gesicht, als sie es mit einem scheuen Seitenblick sagte, die erste Spur eines Lächelns stand in ihren Augen. Eugen drückte ihren Arm fester; er sah das stille Gärtchen deutlich vor sich, während der Menschenstrom sie umtlutete. Kaffee und strich ihm die Brötchen, wie sie es ihren Patienten tat. Stillglücklich sah er ihr zu u freute sich an ihrer mütterlich=fraulichen und d so jugendfrischen Kraft. Sie frühstückten zusamm als ware es jeden Tag so gewesen, lachten sich und waren glücklich über das Leuchten in den Aug des anderen. Sie dachten nicht an vier fremde Jah an Krieg, Tod und Elend, nur an die Gegenwo an das Glück, das sie schenkte. Thea räumte ab und setzte sich dann zu Euc auf das bequeme Sofa. Suchend fanden sich il Hände, lange saßen sie wortlos. Thea fragte auch jetzt noch nicht, denn sie wuf er würde schon von selbst erzahlen, erklaren. 1 erriete er ihre Gedanken, fing er zu sprechen Von ganz vorn begann er, er erzählte von Gene Bäßler, von Paris, von Schneider=Creuzot,# Charles, von Daumier, von Ivonne! Ihre Ha die bisher ruhig in der seinen gelegen hatte, zu eise. Mit dem Instinkt des liebenden Weibes ha sie einen unfreien Ton in seiner Stimme beim N nen des Namens gemerkt. Eugen verschwieg nich auch nicht das Schwerste und Schlimmste. sah er sie dabei von der Seite an. Bleich mit tre rigen Augen saß sie da und ein leises Beben ai durch ihren Körper. Stockend berichtete er weit Von seiner Tätigkeit als französischer Offizier u deutscher Spion, von dem Finden des Ahnenschloss von dem Auftritt, der zum Bruche mit Ivon führte. Er merkte, wie sie tief und befreit aufatme Als ware ihm selbst leichter, wurde seine Spra wieder lebhafter, fester. Sie erfuhr seine Versetzu zur Front, an den Vauquois, sein Heimweh, als die deutschen Lieder hörte, seinen vergeblichen Fluc versuch. Sie lernte den braven Alois Huber kenn hörte von seinem Tode. Sie stieg mit Eugen z1 Opfertod in den Berg, war mit ihm lebendig beg ben. Als er zu der Stelle kam, wo er in der B weiflung nach der Mutter schrie, faßte sie sein Arm und preßte ihn fast schmerzhaft. Erlöst arm sie auf, als er erzählte, wie er gefunden wurde u endlich nach Deutschland kam, wie er aber geistiger Krüppel geworden war. Er sah, wie il Augen freudig aufleuchteten, als er in seinem Ele in Würzburg nur in ihr die einzige Rettung erblick Endlich war er zu Ende. (Fortsetzung folat.) * ows u. Nr. 214(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Dienstag, den 12. September 1933 Die Wasserschutzpolizei auf dem Kanal Die Herner Kanäle unterstehen der Wasserschutzpolizei Recklinghausen Aufbau und Tätigkeit Von der Polizeipressestelle hausen wird uns geschrieben: Die jetzige Wasserschutzpolizei ist aus dem ehemaligen Reichswasserschutz hervorgegangen, der am 1. April 1931 auf Grund eines besonderen Vertrages zwischen dem Die Paddler kennen oft die strom= und schiffspolizeilichen Vorschriften nur mangelhaft, sind oft des Schwimmens Reckling= unkundig und bringen sich durch zu nahes Heranfahren an die Fahrzeuge in die größte Gefahr. Die Schiffe werden dann oft gezwungen, langsam zu fahren und zu stoppen, um die Gefahr für die Paddler und Badenden abzuwenden. Es ist schon häufig vorgekommen, daß die Reich und Preußen der Schutzpolizei angegliedert worden Paddler durch Saugwixkung der Schiffsschraube kenterten ist. Die frühere Preußische Hasenpolizei und der ehe malige Reichswasserschutz bilden jetzt die Preußische Wasserschutzpolizei. Die einzelnen Wasserschutzpolizeistellen sind im ganzen preußischen Staatsgebiet an Hasenplätzen und Schifffahrtsknotenpunkten stationiert und unterstehen den örtlichen staatlichen Polizeiverwaltern. Folgende staatliche Polizeiverwaltungen haben Wasserschutzpolizei: Königsberg, Elhing, Pillau, Stettin, Breslau, Berlin, Kiel, Brunsbüttelkoog, Harburg=Wilhelmsburg, AltonaWandsbeck, Magdeburg, Wesermünde, Emden und Recklinghausen. Die Wasserschutzpolizei Recklinghausen ist dem Polizeipräsidium Recklinghausen angeschlossen und gliedert sich in folgende Dienststellen: 1. Zentralstelle der Wasserschutzpolizei beim Polizeipräsidium in Recklinghausen mit der Schiffernachweisstelle im Polizeipräsidium, 2. eine Wasserschutzpolizeiwache am Schiffshebewerk im Dortmund=Ems=Kanal bei Henrichenburg. 3. eine Wasserschutzpolizei in Essen=Delwig(Schleuse 3 im Rhein=Herne=Kanal) und 4. ein Wasserschutzpolizeiposten in Duisburg(Ruhrschleuse). Die Wasserschutzpolizeiwachen am Schiffshebewerk in Henrichenburg und in Essen=Delwig sind mit je einem Polizeiboot ausgerüstet und erstere hat außerdem noch ein Motorrad mit Beiwagen. Die Wasserschutzpolizei Recklinghausen ist zuständig für das ganze nord= und westdeutsche Wasserstraßennetz, und zwar auf dem Rhein=Herne=Kanal von der Einmündung des Unterkanals bei Schleuse 1 in den Ruhrorter Hasen bis zur Einmündung in den Herner Zweigkanal sowie die 2. Mündung des Rhein=Herne=Kanals und unter ein in Schlepp hängendes Fahrzeug gedrückt wurden. Die Unachtsamkeit mancher Paddler geht sogar so weit, daß sie sich auf einzelnen Strecken treiben lassen und dabei einschlafen! Oft hängen sie sich zu mehreren an ein Fahrzeug, behindern dadurch entgegenkommende Fahrzeuge und kommen selber in größte Lebensgefahr. Geradezu unglaublich aber ist das frevelhafte Treiben mancher Badenden, die in großer Zahl die Fahrzeuge erklettern und die Schiffsleute bei der Steuerung des Schiffes und bei den notwendigen Arbeiten sehr beeinträchtigen. Die Schiffer sind gegen die Belästigungen machtlos. Werden den unverständigen Menschen durch die Schiffer Vorhaltungen gemacht, so werden letztere obendrein noch in der gemeinsten Weise beschimpft und, um das Maß der Ungehörigkeit voll zu machen, von den Ufern und von den Brücken aus mit Steinen und Abfallgerät beworsen. Schiffer und deren an Bord wohnende Familienangehörigen haben dabei nicht selten erhebliche Verletzungen davongetragen, die eine sofortige Anlegung eines Notverbandes durch die Wasserschutzpolizei und eine ärztliche Behandlung erforderlich machten. Sonderstreifen. die gemeinsam mit der Landpolizei, vornehmlich belehrend durchgeführt worden sind, bringen leider nur für die Zeit der Anwesenheit der Polizei Abhilfe. Auch die Böschungen und Kanalanlagen bleiben von dem Uebermut und der Zerstörungswut der Badenden nicht verschont. Steine werden herausgerissen und zu allerhand Unsug verwendet. Aushöhlungen werden gemacht, um Sprungbretter anzubringen. Zum Abkochen des Essens werden Steine zusammengetragen, zwischen denen ein Feuer errichtet wird. Das Feuer wird dann von den Paddlern oder Badenden sich selbst überlassen. Da diese unvernünftigen Sportler meistens in der Nähe eines Waldes lagern, ist es schon vorgekommen, daß das Feuer den nahe liegenden Wald zerstörte. Auch die Grasflächen an den Böschungen werden bis zur Unkenntlichkeit abgetreten. Durch dieses frevelhafte Treiben ist die Gefahr der Unterspülung an den Deichaulagen sehr groß. Die Instandsetzung erfordert hohe Kosten. Die künstlichen Wasserstraßen, die unter den größten Schwierigkeiten mit staatlichen Mitteln erbaut sind, erfordern besondere Unterhaltungsarbeit, deren Kosten durch den Frevlerschaden wesentlich erhöht werden. Diese Kosten müssen von der Allgemeinheit aufgebracht werden und diese muß daher auch ein Interesse daran haben, daß der unglaubliche Unfug an den Kanälen, diese schamlose Disziplinlosigkeit und Zerstörungswut, diese Würdelosigkeit gegenDie Einheitsbewertung 1934 Das Ergebnis der mit den westlichen Landesfinanzämtern gepflogenen Verhandlungen. Vom ruhrländischen Haus= und Grundbesitz gend zu warnen. Die Bewertungsverordnung 1931 bedürfe jedenfalls einer Ausgestaltung derart, daß der individuellen Bewertung ein weiter Spielraum Der Haus= und Grundbesitzerverein Herne teilt mit: Ueber die bisherigen mit den Landesfinanzämtern Düsseldorf und Münster geführten Verhandlungen wegen der Grundstückseinheitsbewertung 1934 sprach auf der letzten Tagung des geschäftsführenden Ausschusses des Verbandes der Haus= und Grundbesitzervereine im Ruhrkohlenbezirk der Verbandsgeschäftsführer Dr. Düppe. Wie schon bei der Einheitsvon der Abzweigung aus dem Kanal bis zum Rhein nehst bewertung 1931 seien auch diesmal wieder der kanalisierten Ruhr aufwärts bis zur alten Schleuse Mülheim. Herner Zweigkanal, Dortmund=Emskanal bis zur westfälischen Grenze. Ems=Weserkanal bis zur westlichen Stadtgrenze der Stadt Minden mit dem Osnabrücker Zweigkanal. Weser=Datteln= und Datteln=HammKanal. Die Gesamtstrecke dieses Kanalnetzes beträgt mit der kanalisierten Ruhr und der Abzweigung von Duisburg bis zum Rhein 395 Kilometer die der Bewertungsmultiplikatoren anhand Kaufpreissammlungen ermittelt worden. Auf den provlematischen Wert solcher Kaufpreissammlungen müsse immer wieder hingewiesen werden. Ihre Ergebnisse gestatteten keineswegs genaue Rückschlüsse auf die Wertbildung am Grundstücksmarkt. Namentlich bei den Mietwohnuf dieser Strecke übt die Wasserschutzpolizei in enger häusern mit Kleinwohnungen, die den und Hafen= Hauptteil der Häuser im Ruhrbezirk darstellten, seien aus und unter; die Verkaufsfälle relativ so gering, daß die hierbei ——„„ A.-I.(Arundstn Zusammenarbeit mit den Orts=, Wasserbehörden den allgemeinen Aufsichtsdienst au stützt die für die Ausübung der Wasser Behörden und Organe. Lande, teils auf dem Wasser versehen. Der Streifendienst auf dem Lande erstreckt sich auf die Hafenkanalanlagen und wird zu Fuß, zu Rad oder mit dem zur Verfügung stehenden Motorrad durchgeführt, während der Streifendienst auf dem Wasser mit 2 Polizeimotorbooten versehen wird. Für die Wasserschutzpolizei Recklinghausen gilt sinngemäß auf die Wasserstraßen übertragen das für die Schutzpolizei bestehende Regulativ und es fallen ihr hiernach auf den Wasserstraßen folgende Aufgaben zu: 1. ten konnten. Die zunächst für diese Grundstücksgruppe ermittelten Bewertungsfaktoren mußten darum auch als zu hoch bezeichnet werden. Die Gleichstellung der gemischten(teils Wohn-, teils gewerblichen Zwecken dienenden) Grundstücke mit den reinen Wohngrundstücken sei zu begrüßen, da die Anwendung hoher Multiplikatoren bei den gemischten Grundstücken 1931 zu einer gelassen werde. Es sei dies namentlich im Hinblick darauf erforderlich, daß die Einheitswerte ab 1. 4. 35 auch als Grundlage für die Realsteuern dienen würden, also nicht nur wie bislang als Grundlage für die weniger entscheidenden Reichsvermögenssteuern gälten. Die Sitzung befaßte sich ferner mit der Tatsache, daß eine ganze Reihe von Kirchengemeinden des Verbandsgebietes in den letzten Jahren dazu übergegangen sei, neben den Zuschlägen zur Reichseinkommensteuer Kirchensteuerzuschläge zur Grundvermögenssteuer zu erheben. Abgesehen davon, daß die Grundvermögenssteuer prinzipiell als Grundlage der Kirchensteuer ungeeignet sei, müsse festgestellt werden, daß diese Besteuerungsmethode im Industriegebiet zu besonderen Härten führe. So z. B. wenn die hier zahlreich vorhandenen Knappschaftsinvaliden, Pensionäre und Rentner, aber auch kleinere Gewerbetreibende, trotz nur geringfügigen Einkommens infolge der Grundsteuerzuschläge eine erheblich höhere Kirchensteuer als besser situierte Kreise mit weit höheren Bezügen aufzubringen hätten. Wenn die Kirchengemeinden mit den Zuschlägen zur Reichseinkommensteuer nicht auskämen, was aber natürlich grundsätzlich erwartet werden müsse, sei zu fordern, daß nicht die Grundvermögenssteuer, sondern die auf breileren Schultern lastende Reichsvermögenssteuer mit herangezogen werde. Die Verbandsleitung wurde beüber den zahlreichen ausländischen Schiffern, endlich aufhören. Es ist wirklich beschamend. wenn man sehen muß. dak hinter manchen Personen, um sie zu einem anständigen und gesitteten Betragen zu veraulassen, immer ein Schutzmann stehen muß. Auch die Fahndung nach illegalen Druckschriften und ihre Verbreitung auf den Wasserstraßen, die Bekämpfung des ungesetzlichen Wafsen= und Munitionshandels, sowie die Bekämpfung des Schmugglerunwesens gehören zum Aufgabenkreis der Wasserschutzpolizei. Die Wasserschutzpolizei ist serner ein Helfer der Finanzbehörden. Auf Grund der Reichsabgabeordnung unterstützt die Wasserschutzpolizei die Finanzämter in ihrer Tätigkeit und teilt ihnen Verstöße gegen die Steuergesetze mit. Ferner werden den Finanzämtern auch die Namen der deutschen Schiffer, die auf ausländischen Fahrzeugen fahren und die Namen der ausländischen Schiffer, die auf deutschen Fahrzeugen beschäftigt sind, mitgeteilt. Von Schiffsverkäufen erhält das Finanzamt ebenfalls Mitteilung durch die Wasserschutzpolizei. Die Wasserschutzpolizei entfaltet eine ausgedehnte Fahndungstätigkeit, die oft infolge der Eigenart der Schiffahrtsverhältnisse mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Die Schiffer sind meist schwer zu ermitteln, da sie mit ihren Fahrzeugen von Ort zu Ort fahren und gewöhnlich nur kurze Zeit an dem Orte verweilen. Um eine planmäßige Fahndungstätigkeit zu gewährleisten, ist seit 1928 bei der Wasserschutzpolizei im Polizeipräsidium Recklinghausen eine Schiffernachweisstelle eingerichtet. Diese besitzt eine Schiffer= und Besetzungskartei, in der die im Tätigkeitsbereich dieser Stelle dauernd verkehrenden Schiffer in alphabetischer Reihenfolge aufgezeichnet sind. Die Kartei wird täglich an Hand der Schleusungslisten, die von den einzelnen Dienststellen in Duisburg. Minden usw. übersandt werden, berichtigt. Die Kartei gewährt so einen Aufschluß über den gegenwärtigen Aufenthaltsort oder das nächste Reiseziel der eingetragenen Schiffer. Auf Grund der ausgedehnten und vielseitigen Tätigkeit der Wasserschutzpolizei erklärt es sich, daß sich die verschiedensten Stellen um Auskunft, Zustellung, Vollstreckung und Haftersuchen an die Schiffernachweisstelle wenden. Diese Fahndungstätigkeit wird in engster Zusammenarbeit mit der Zentralfahndungsstelle für der Rhein in Koblenz und der Schiffernachweisstelle in Berlin durchgeführt. So ist es möglich, die Schiffer, die ihre Verkehrsstrecke geändert haben, oder nach einem anderen Orte übergesiedelt sind, ausfindig zu machen. Ueberbewertung geführt hätte. Auch die in Aussicht auftragt, diesbezügliche Schritte bei den kirchlichen genommene Gleichstellung der Villen und und staatlichen Aufsichtsbehörden in die Wege zu leiten. Einfamilienhäuser sei gutzuheißen, da sich Der Verbandsvorsitzende Pützstück schlug sodann Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe. Sicherheit und Ordnung auf den öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, sowie in den Landanlagen der Häfen, sowie an anderen Orten öffentlicher. Art. aus der Unterscheidung dieser beiden Häusergruppen namens des Vorstandes vor, daß der Verband sich an 2. Tig. Tatig,## olitüchen Polizet, der Fremden= vielfach Auseinandersetzungen zwischen Behörden und der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit mit wesens, der Kriminalvolizei, der Feuervolizei und Steuerpflichtigen ergeven hätten. Vor übertriebener einem Betrage von 1000 RM. beteilige, was einstimder Gewerbepolizei. Feu relizei und Schematisierung des Bewertungsverfahrens sei drin= mig genehmigt wurt Bei der Feuerpolizei handelt es sich insbesondere um die Aufsicht über die Aufbewahrung und Beförderung von Strengstoffen, Mineralölen und anderen feuergefährlichen Gegenständen. Das nord=westdeutsche Wasserstraßennetz und insbesondere der Rhein=Herne=Kanal gehört zu den verkehrsreichsten Wasserstraßen Deutschlands. Schiffe holländischer, belgischer, französischer und schweizerischer Nationalität befahren diese Kanäle. Da die Fahndungen nach Schiffsleuten infolge des dauernden Wechsels der Aufenthaltsorte sehr schwierig ist, suchen nicht selten Personen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, mit Vorliebe Unterschlupf auf Fahrzeugen Errichtung eines Anerbengerichts in Herne Sieben Anerbengerichte im Landgerichtsbezirk Bochum sremder Nationalität. Es ist bekannt, daß das Wasser eines der grundlegenden Gesetze des nationalsozialistioft als ein Sammelbecken von Personen benutzt wird, die ein schen Staates angesehen wird, schreibt die Eintragung Interesse daran haben, Beweismittel von strafbaren der zur Ernährung und Erhaltung einer bäuerlichen verschwinden zu lassen. Liegen Familie aus Besitzungen Das Bäuerliche Erbhofrecht, das mit Recht als rates beim Justizministerium, das Erbhofbuch und das Buch der alten Erbhöfe. Der Erbhofrat Interesse varan haben, Beweismittel von strafbaren der zur Ernahrung und Erhallung einer haueriichen####r#ig Aufggbe dem Ontti#miat- ua; der Durch Handlungen aller Art verschwinden zu lassen. Liegen Familie ausreichenden land= und forstwirtschaftlichen# Aufgabe, dem„Zuztizminister bei der Durch bestimmte Verdachtsgründe in derartigen Fällen vor, so Besitzungen in die führung des neuen Erbhofrechtes beratend zur Seite ist es Aufgabe der Wasserschutzpolizei, nach den Gegen=(zu stehen. Er besteht aus dem Reichsbauernführer ständen, die für die kriminelle Untersuchung wichtig sind, Erbhöferolle und zwei von ihm bestimmten Bauern, dem Vorsitin dem jeweils in Frage kommenden Kanalbett zu suchen, vor. Die Eintragung erfolgt in den Landschaften mit zenden der preußisch landwirtschaftlichen Hauptberufs Zu diesem Zweck bedient sich unsere„marinierte Polizei“ Anerbensitte von Amts wegen. Nur für die in die Erb= vertretung und zwei von ihm bestimmten Vertretern ein## geratz, das mit vierzackigen Suchhaken versehen höferolle eingetragenen Höfe gilt die Erbfolge kraft der landwirtschaftlichen Berufsvertretungen, dem Vorist. Die Sucharbeiten dürfen den Schiffsverkehr nicht be= Anerbenrechts. Der preußische Justizminister weist sitzenden des Erbhofgerichts und zwei von ihm bedie vielen Abfallgeräte, die in ungezählter Anzahl und daher in einem Erlaß darauf hin, daß es notwendig stimmten Anerbengerichtsvorsitzenden und aus einem ungezählten Formen auf dem Grunde des Kanals liegen. Ist, mit größtmöglicher Beschleunigung von dem Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbesonders erschwert. Auch für viele Selbstmörder ist das die Anlegung der Erbhöferolle durchzuführen. bildung bestimmten Vertreter der Wissenschaft. Wasser das letzte Ziel. Zur Feststellung, ob Selbstmord. Für die Bildung der Anerbengerichte Das Erbhofbuch von Leichen von besonderer krimineller Bedeutung. Auch gin, daß grundsätzlich bei jedem Amts: hetreisen Zwecke. dienen, alle pirzrpon, hier wird die Wasserschutzpolizei mit dem Suchgerät zum gericht ein Anerbengericht gebildet werden bekreisen, zu sammeln. Es wird vom Anerbengericht Leichensuchen eingesetzt. Die Arbeit der Wasserschutzpolizei soll. Nur soweit in einzelnen Fällen der zu erwarauf kriminellem Gebiet ist hiernach besonders wichtig und tende Geschäftsumfang die Bildung eines Anerbenfür die ordnungsliebende Bevölkerung segensreich. gerichts bei einem Amtsgericht nicht rechtfertigt, ist für Die Konzentrierung vieler Fahrzeuge auf ein ver= den Bezirk mehrerer Amtsgerichte ein gemeinschafthältnismäßig kleines Gebiet infolge der vielen neben= liches Anerbengericht zu bilden. Die Errichtung der Säcar do= Bhein=Suumg### Anerbengerichte ist inzwischen vollzogen worden. Ihre Zahl beläuft sich in Preußen auf 954. Der preußische Justizminister hat auch bereits die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Anerbengerichte ereinander liegenden Häfen— der Rhein=Herne=Kanal hat zum Beispiel auf der 37 Kilometer langen Strecke nicht weniger als 22 Häfen— bringt naturgemäß oft Reibungen zwischen den einzelnen Schiffsbesatzungen und mit der Hafenbevölkerung mit sich. Auseinandersetzungen führen dann oft zu Körperverletzungen und die Wasser= nannt. schutzpolizei wird dann oft um Hilfe ersucht. Auch die Verfolgung von Kohlen= und sonstigen Dieben auf den Wasserstraßen gehört zur Tätigkeit der Wasserschutzpolizei und wird durch Tag= und Nachtstreifen ausgeübt. Bemerkenswert ist noch, daß die Wasserschutzpolizei Recklinghausen im Auftrage folgender Wasserbauämter tätig ist: Wasserbauamt Duisburg=Meiderich, Münster, Hamm, Dorsten, Osnabrück, Rheine und Minden. In dieser Hinsicht handelt es sich besonders um die Kontrolle der Beachtung der vorschriftsmäßigen Bemannung der Fahreuge, ihrer Beleuchtung, Kontrolle der vorgeschriebenen Im Landgerichtsbezirk Bochum wurden sieben Anerbengerichte errichtet, und zwar bei den Amtsgerichten Bochum, Bochum-Langendreer, Herne, Recklinghausen, Wanne=Eickel, Wattenscheid und Witten. Vorsitzender des Herner Anerbengerichts ist der aufsichtsführende Amtsrichter, Amtsgerichtsrat Sluyter, Stellvertreter Amtsgerichtsrat Naubert. Man hätte annehmen können, daß Herne unter die Bezirke mit geringen erbhofrechtlichem Geschäftsumfang fallen würde, da hier außer einigen Höfen in Holthausen, auf Antrag ausgestellt. Wenn ein Hof schon seit über 300 Jahren in der Hand derselben Bauernfamilie ist. so kann er in das beim Erbhofgericht in Celle geführte Buch der sog. alten Erbhöfe eingetragen werden, worüber dem Bauern eine vom Präsidenten des Erbhofgerichts unterschriebene Urkunde ausgestellt wird. Der zweite Teil der Ausführungsverordnung enthält Vorschriften erläuternden und ergänzenden Inhalts zum Erbhofgesetz, so über den Begriff der Ackernahrung, die Verfügungsbeschränkung unter Lebenden, die Aufklärungspflicht der Richter oder Notare bei der Errichtung eines Testamentes oder Erbvertrages durch einen Bauern, über die Grundgedan ken und den Zweck des Erbhofrechts, die Bestandteile und das Zubehör des Erbhofes, die Verhandlung vor den Anerbenbehörden und die Ernennung der Beisitzer und stellvertretenden Beisitzer der Anerbengerichte und des Erbgerichtshofes. Aus der Verfahrensordnung zum bäuer12. Westsälischer Kleingärtnertag In den Tagen des 9. und 10. Septembers fand zu Bochum die ordentliche Hauptversammlung des Provinzialverbandes Westfalen im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands unter zahlreicher Beteiligung aus der Provinz statt. Mit der Tagung war auf dem Schützenhofe eine Musterschar „Der Kleingarten im Ruhrgebiet“ verbunden die an drei Tagen einen großen Zuspruch hatte. Die Tagung wurde am Samstagnachmittag mit einer öffentlichen Kundgebung im Parkhaus eingeleitet. Ansprachen des Vorsitzenden Architekt Müller=Bochum und des Reichsfachschaftsleiters Steinhaus=Berlin behandelten die Ziele der Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler, For derung des Kleingartenbaues und der Kleinsiedlung auf gemeinnützigem Wege nach dem Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Es wurde mitgeteilt, daß der neu geschaffene Reichsbund unter nationalsozialistischer Führung mit folgenden Arbeiten bereits begonnen habe: Ausarbeitung von Vorschlägen für Schaffung eines Gesetzes jur Kleingarten= und Kleinsiedlungsschutz, gerechte Pachtpreisgestaltung, einheitliche Regelung des Versicherungswesens gegen Einbruch. Diebstahl und Feuer in Kleingärten, Bereitstellung von Mitteln zur Förderung von Kleingärten, rechtliche Betreuung der Mitglieder des Reichsbundes, erzieherische Betätigung in der Jugendpflege als eine wesentliche Aufgabe des Kleingartenbaues. Der Reichsbund umfasse gegenwärtig über 2 Millionen Mitglieder. Als Ehrengäste waren anwesend Vertreter der Kommunalverwaltung, der Landwirtschaftskammer Münster. des Ruhrsiedlungsverbandes, weiter Vertreter der Regierungspräsidenten und des Polizeipräsidiums Bochum. Der Präsident des Ruhrsiedlungsverbandes erklärte, daß der Verband dem Kleingartenbau und der Schaffung von Kleinsiedlungen seine größte Aufmerksamkeit widme und in jeder Weise bestrebt sei, diese volksgesundheitlichen Ziele zu fördern. Zum Leiter der Fachschaft Kleingartenbauund=siedlung in Westfalen=Lippe wurde Architekt Müller=Bochum ernannt. In der am Sonntagvormittag abgehaltenen öffentlichen Hauptversammlung wurde der Geschäftsbericht über das letzte Jahr erstattet, der eine gedeihliche Fortentwicklung der Bewegung für Kleingartenbau und Kleinsiedlung in Westfalen erkennen läßt. Die Mitgliederzahl betrug im März d. Is. in zwölf Stadtverbänden mit 122 Vereinen und 27 Einzelvereinen 13 945. Insgesamt sind in der Provinz rund 5000 neue Gärten mit einer Darlehnssumme von 300 000 Mk. entstanden, weitere 1000 Gärten sind noch beantragt. Die Jugendpflege wies im Berichtsjahre eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung auf. Das Jahr 1933 beschließe einen bedeutsamen Abschnitt in der Geschichte des deutschen Kleingartenwesens. Die westfälischen Kleingärtner hätten sich rückhaltslos in den Dienst des neuen Staates gestellt. Sodann wurde eingehend berichtet über die Reichstagung des Bundes in Nürnberg sowie über die Gründung des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands. In besonderen Vorträgen wurden die Aufgaben der Bewegung für die nächste Zeit sowie die Arbeit der Schreberjugendpflege im neuen Stat festgesetzt. Die angenommenen Satzungsänderungen entsprechen der Einheitssatzung des Reichsbundes. Zum Ort der nächstjährigen Tagung wurde Recklinghausen gewählt. Reichsfachschaftsleiter Steinhaus=Berlin sprach über das Thema: Blut und Boden. Der Bodenfrage werde der Reichsbund besondere Beachtung schenken. Die Zeit, in der mit deutschem Grund und Boden Schindluder getrieben worden sei, sei vorbei. Das deutsche Volk müsse wieder erkennen, daß es mit dem Grund und Boden der Heimat verwachsen sei. Die Mitglieder des Reichsbundes seien Vorkämpfer für den Gedanken des Blutes und des Bodens. Die Bodenpreisfrage bedürfe einer besonderen Regelung. Der Reichsbund bekämpfe scharf jeden Bodenwucher. Böris,72, Pauten keum rach Pauernhse vorhzanBadenden und die Ueberwachung der Böschungen und den.v. Doch hat man trotzdem yerne ein Anerben= hofgericht und den Anerbengerichten die für die AnKanalanlagen. gericht zugeteilt. gelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit geltenWährend der warmen Jahreszeit wird die Wasser=] Der preußische Justizminister hat außer den An= den Vorschriften sinngemäß Anwendung finden, und schutzpolizei durch die ordnungen über die Erbhöferollen und Anerbengerichte daß beim Erbhofgericht in Celle nur solche Anwälte Bekämpfung des Bade= und Paddlerunwesens auch eine Ausführungsverordnung und eine Verfah= zugelassen werden, die dargetan haben, daß sie mit den besonders in Anspruch genommen. Immer wieder klagen rensordnung zum bäuerlichen Erbhofrecht erlassen. Erbgewohnheiten der däuerlichen Bevölkerung besondie Schiffer über geradezu unglaubliche Belästigungen„Die Ausführungsverordnung zerfällt in zwei Haupt; ders vertraut sind und Verständnis für die Notwendurch Badende und Paddler. Diese Belästigungen sind zu teile. Die erste enthält die Bestimmungen allgemeiner digkeit der ungeteilten Verervung der Bauernhöfe einem großen Hemmnis des Schiffsverkehrs geworden. Art, insbesondere über die Bildung eines Erbhof=haben Kristablauf für Ablösung der Krastjahrzeugsteuer Es sind Gerüchte im Umlauf, wonach die Kraftfahrzeugsteuer für Lastwagen in absehbarer Zeit beseitigt oder durch Gewährung steuerfreier Wintermonate ermäßigt werde. Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Eine Steuervergünstigung für Altwagen kann nach wie vor nur durch Ablösung erlangt werden. Der Antrag auf Ablösung ist spätestens am 1. Oktober 1933 zu stellen. Eine, Verlängerung dieser Frist wird nicht erfolgen. Der Ablösungsdetrag kann auf Antrag in zwei gleichen Teilen entrichtet werden, und zwar die erste Hälfte bei der Antragstellung und die zweite Hälfte 4 Jahr später. Genaue Auskunft über die Ablösung erteilen die Finanzämter AANTEETLTTA K— Aus und für Herne einer großen Harte für haus. besitzende Knaopschaftsrentenbezieher Vervand der Haus= und Grundbesitzervereine in Ruhrkohlenbezirk, Sitz Essen, wird uns geschrieben Die Reichsknappschaft war in den letzten Jahren dazu übergegangen, den Knappschaftsrentnern, soweit sie Einkommen aus Hausbesitz haben, die Renten zu kürzen oder gar völlig zu entzieden. Hierin lag eine durch nichts zu recht fertigende grobe Harte. Wer in den langen Jahren schwerer Bergmannsarbeit allmonatlich die bekanntlich recht hohen Beiträge an die Knappschaft abführte, hat in wahrsten und besten Sinne des Wortes einen wohlerwordenen Anspruch darauf, daß ihm im Alter die Invalidenrente gewahrt wird. Die Rentenkürzung hat daher auch bei den detroffenen Bergmannsinvaliden eine nur zu berechtigte Erbitterung und Entrüstung hervorgerufen. Es ist wirklich nicht einzusehen, daß ein Rentner, der über ein beträchtliches Barvermögen oder über ein größeres Kapital an Wertpapieren oder dergleichen verfügt, völlig unbehelligt bleibt, wahrend das hausbesitzenden Pensionär die Rente mit der kuriosen Begründung entzogen wird, daß er Einkommen aus einem„nleinehmen“ beziehe und dader die Rentenkurzung nach! 88a ff. und§ 89 f der Reichstnappschaftssatzung vorgenommen werden müsse. Trozdem sind die fortgesetzten nachdrücklichen Vorstellungen des Verbandes der Haus= und Grundbesitzervereine im Ruhrkohlenbezirk beim Reichsarbeitsministerium und der früheren Verwaltung der Reichsknappschaft lange Zeit hindurch ohne Erfolg geblieben. Neuerdings hat sich nun der Verband an den bei der Reichsknappschaft eingesetzten Reichskommissar gewandt, der ihm nunmehr die(von uns im Wortlaut bereits veröffentlichte) Mitteilung zugehen ließ daß er durch eine soeben erlassene Verfügung der Be schwerde mit Wirkung vom 1.9.33 abgeholen hade. Für die Folge ist also damit ein großes Unrecht gegenüber vielen Knappschaftsinvaliden, die m rückliegenden Jahren durch das rigorose Vorgehen der Reichsknappschaft hart betroffen wurden und hier durch teilweise in arge Bedrängnis gerieten, ausgecäumt worden. 2 22 Die Sitlerjugend Die Pressestelle der Reichsjugendführung der Hiterjugend teilt mit: Die Hitler=Jugend ist die Organisation der 10 bis 18jährigen männlichen und der 10= bis 21jährigen weiblichen Jugend. An Organisationen bestehen innerhalb der Hitler=Jugend: Das deutsche Jungvolk als Organisation der 10= bis 14jährigen Jungen, die Hitler=Jugend als Organisation der 14bis 16jährigen Jungen, der Bund Deutscher Mädel als Organisation der weiblichen Jugendlichen im Alter von 10 bis 21 Jahren und die Nationalsozialistische Jugendbetriebszellenorganisation als organisatorische Zusammenfassung der gesamten nationalsozialistischen werktätigen Jugend. Kükengruppen im Alter ab 6 Jahren werden vom Reichsjugendführer aufs schärfte abgelehnt. Kinder im Alter bis zu 10 Jahren gehören restlos der Familie. Für den Aus= und Aufbau der Hitler=Jugend=Organisationen werden keinerlei staatliche Zuschusse verwendet. Für die sportliche Ausbildung stehen lediglich geringe staatliche Mittel zur Verfügung. Die Organisation, der Ausbau= und Aufbau sowie sämtliche inneren Abteilungen, wie z. B. die der Fliegerertüchtigung, Fliegervorschulung, Segelflug, Motor=, Reitund Marinewesen, ebenso wie die 25 Führerschulen im Land werden aus den Mitteln der Organisation selbst bestritten. Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hat der Reichsjugendführer die großen konfessionellen Verdände in ihrer seelsorgerischen Betätigung anerkannt. Sämtliche bestehenden Jugendverbände sind dem Reichsjugendführer unterstellt. Der Reichsjugendfühter hat keine Verbände bestehen lassen, um ihre Tradition und ihr Eigenleben zu schonen, sondern wie z. B. die Kolonialjugend mit Sonderaufgaben innerhalb der Hitlerjugend betraut. * Aufteilung des Zungvolks in Herne=Sud Man schreibt uns: Immer mehr Jungen strömen dem deutschen Jungvolk zu. Durch fleißiges Werben konnte auch im Fähnlein 2 eine Aufteilung vorgenommen werden. Am Sonntag, dem 10. September, trat das Fähnlein auf dem Alten Markt um 7 Uhr morgens an. Die Stärkemeldung ergab die Zahl 280. Unter Vorantritt eines Spielmannszuges marschierte das Fähnlein nach dem Sportplatz Herne=Vöde. Hier teilte der Standortführer Krüger die alten Jungzüge auf. Aus den einstigen 4 Jungzügen wurden 8 gemacht. Daß das Fähnlein gearbeitet hat, sah man schon an den vielen neuen Jungzugfahnen. Durch Berühren mit der alten Standortfahne weihte der Standortführer die Fahnen. Dann wurde eine Musterung der Jungzüge vorgenommen. Bis auf kleine Mängel fiel diese zufriedenstellend aus. Das Herner Jungvolk kann auf sein Fähnlein 2 stolz sein. Mit dem Absingen des Horst=Wessel=Liedes und einem Sieg=Heil auf den Führer wurde die Aufteilung beendet. * Erster Appell von„Fähnlein 1“ nach den Ferien. Am Samstag, dem 9. September, hielt Fähnlein 1 seinen ersten Appell nach den Ferien ab. Auf dem Neumarkt in Herne traten die einzelnen Jungzüge an. Unter Führung von Fähnleinführer Jaschke ging es zunächst zu der vor dem Stadtpark gelegenen Wiese. Nach der Erledigung der Beiträge und Geldangelegenheiten wurde ein Propagandamarsch gemacht. Durch die Stadtteile Mitte und Nord marschierten wir sum Neumarkt zurück Mit einem Sieg=Heil auf den Führer schloß Fähneinführer Jaschke den Appell. Trauer um die verunglückten St Männer Verdol von Festen und Lustbarkeiten Der Polizeipräsident in Bochum teilt mit: Aus Anlaß des furchtbaren Autounglücks, welches die Bochumer SA betroffen hat, werden Musikaufführungen, Tanzlustbarkeiten und Veranstaltungen nach § 33a R60 in öffentlichen Lokalen und die Rummelplätze bis zur Beerdigung der Todesopfer verboten. *** Lehrer als Chordirigenten Der kommissarische Führer des Rheinischen Sängerbundes, Direktor W. Krischer, gibt bekannt, daß der Oberpräsident der Rheinprovinz ihm mitgeteilt habe, daß der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung dahin entschieden habe, daß nach § 11 Nr. 3 des Gesetzes vom 30. 6. 1933 den Lehrern die Genehmigung zur Uebernahme einer Chordirigentenstelle zu versagen ist, wenn sie dadurch in einen den Arbeitsmarkt nachteilig beeinflussenden Wettbewerb mit weiteren geeigneten Personen treten. Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, wird im Einzelfalle geprüft werden. Selbstverständlich soll die Durchführung des Gesetzes nicht zu einer Beschränkung der Pflege des deutschen Männergesanges führen. ** 2 Die Elternvereinigung der kath. Schulen Gneisenau= und Ludwigstr. besuchte das Städt. Museum. Der rührige Vorsitzende der Elternvereinigung der beiden genannten Schulen, Herr Landois, hatte die Eltern in der vorigen Woche zu einem Besuch des Städt. Museums eingeladen. Ziemlich zahlreich wan die Eltern und Kinder erschienen. Interessiert besah man die Schätze des Museums, die allseitige Beachtung und Bewunderung fanden. Manch Elternpaar war ganz verwundert, daß wir in Herne eine solche nach Oarmelshagen statt. Den Eltern wnrd barnnach Näheres bekannt gegeben. Daß eine Elternvereinigung auch zu Unternehmungen wie einem solchen Museumsbesuch greift, ist sehr zu begrüßen. Hoffentlich folgen noch recht niele Elternvereinigungen dem Horsthauser Beispiel. mehrmals wiederkommen. Der erste Besuch, so sagten sie mit Recht, verschaffe nur einen Ueberblick, so daß ein Vertiefung in die Einzelheiten erst nach mehrmaligen Besuchen möglich sei. Im Museum war man gerade dabei, die Ausstellung über das Ritterwesen im Mittelalter aufzubauen. So bekamen die Besucher auch schon einiges von dieser sehr interessanten Schau zu sehen. Große Beachtung fanden besonders die Rüstungen und die über 100 Stück gerahmten Bilder. Auch bezüglich der Ausstellung war man der Meinung, daß diese nach der endgültigen Aufstellung besonders besichtigt werden solle. Der nächste Ausflug findet wahrscheinlich * Jahnen aus halbmast. Anläßlich des tragischen Verkehrsunglückes des Bochumer SA=Reservesturms 3/17 wehen die Fahnen der hiesigen Behörden und Werke auf Halbmast. *„Das walte Gott" statt„Anen“. Wir lesen in verschiedenen Blattern: Aus dem Bestreben heraus, die Liturgie des evangelischen Gottesdienstes zu verdeutschen, wird jetzt der Vorschlag gemacht, auch die hebräischen Bezeichnungen „Hallelusa" und„Amen“ auszumerzen und durch deutsche zu ersetzen. Für das Wort„Amen“ wird„Das walte Gott" oder etwas Aehnliches in Vorschlag gebracht, für„Halleluja“, käme vielleicht„Lobet den Herrn“ in Frage. Gegebenenfalls müßte den Pfarrern eine Wahl zwischen mehreren ähnlich gearteten Formeln gelassen werden, wie sie sich jeweils den vom ltar aus verlesenen Evangeliums= bzw. Epistelstellen am besten anfügen lassen. * A u s z e i c h n u n g. Dem Schüler Hans Renk von der Oberrealschule wurde vom Verbande für Leibesübungen das Deutsche Jugendabzeichen verliehen. Wir gratulieren. * Die ASBO der Feche Shamrock hielt Sonntag morgen im Evgl. Vereinshaus eine Mitgliederversammlung ab. Nach flotten Märschen, die von der Werkskapelle gespielt wurden, eröffnete der Obmann Rennstiel die Versammlung und erteilte dem Amtswalter Beier das Wort. Harter Kämpfe, so führte er aus, habe es bedurft, um zu erkennen, daß das System von Weimar für das deutsche Volk und den Arbeiter verhängnisvoll war. Bereits 1920 habe der Führer Adolf Hitler dem System den Tod vorausgesagt. Von Wahl zu Wahl wuchs die Idee und wuchsen die Erfolge. Um aber zum großen Schlag ausholen zu können, mußten die Betriebe erobert werden, und hier hat die RSBO gewaltige Arbeit vollbracht und geleistet. Der Redner betonte in wei teren Ausführungen, daß der NSBO=Mann Pflichtmensch sein müsse. Weiter konnte der Redner der Belegschaft die freudige Mitteilung machen, daß in Kürze ein Blasorchester der Zeche gegründet werde. Ein begeistertes Sieg=Heil auf den Führer und das HorstWessel=Lied beendeten die angeregt verlaufene Versammlung. * V o n e i n e m A u t o e r f a ß t u n d ü b e r f a h r e n. In der Nacht zum Montag kehrte der Kesselwärter Philipp S. aus der Hiltroper Straße mit dem Fahrrad von einer Gartenfestlichkeit aus Herne heim, als er infolge eines Mißverständnisses von einem überholenden Auto erfaßt wurde und darunter geriet ein hiest Gedenkei der Kriegsbeschädigten! Die Kriegsbeschädigten sind Zeit nicht mchr in Volbeibe der Arwerüchen Hr Der Autobesitzer, jiesiger Geschäftsmann, nahm Der Ausklang der Kolonialtage Die Jubiläumsfeier am Sonntagabend. Unter den Farben unserer ehemaligen Kolonien und des nationalen Deutschland fanden sich die Herner am Sonntagabend wieder in stattlicher Zahl im Saalbau Strickmann ein. Auch die auswärtigen Brudervereine, die sich in Herne sehr wohlfühlten, waren immer noch gut vertreten. Das Treffen so vieler alter Kolonialdeutscher und Afrikakämpfer schuf zunächst einen angeregten Erinnerungsaustausch. Hier und da durfte man Zeuge spannender Erlebnisse sein, die die alten Afrikaner untereinander austauschten. Der Heroismus des Tropenlebens nötigte dem stillen Zuhörer oftmals Bewunderung ab. Stolz konnte so mancher der anwesenden Deutschafrikaner die Teilnahme an großen Ereignissen unserer Kolonialgeschichte nachweisen, so manchen Orden vorweisen, den er sich verdient hatte. Die Khakiuniformen waren auf diesem zweiten Kolonialabend tonangebend. Die Kolonial=Schutztrupplerkapelle unter August Franzrahe förderte die Atmosphäre kolonialer Begeisterung durch forsche Märsche, Fantasien und berauschende Walzer, manche der wiedergegebenen Glanzstücke brachten den Musikern donnernden Beifall ein. Der erste Vorsitzende der Herner Ortsgruppe der Kolonialkrieger, Franz Karney, begrüßte die vielen Festgäste und auswärtigen Brudervereine und hieß als Ehrengäste Oberbürgermeister Meister, Bürgermeister Meverhoff und Rechtsanwalt Dr. Hodmann besonders herzlich willkommen. Weiter galt sein Gruß den anwesenden Herren Polizeioffizieren. Mit einem dreimaligen„Sieg=Heil“ schloß er die Begrüßung, das Deutschlandlied erklang dann mit Wucht durch den Saal. Hochinteressante Ausführungen machte darauf ein aktueller Gast des Abends, der Kolonialschriftsteller Rose. Er hielt einen tiefgründigen Vortrag über die Kolonialschuldlüge und die Kriegsschuldlüge im allgemeinen. Besondere Befriedigung erregten seine Ausführungen über die Stimmung der Eingeborenen in unseren ehemaligen Kolonien. Eine Frage beherrsche sie einzig und allein: Wann kommen die Deutschen zurück? Den jetzigen Kolonialmachthabern ständen die Eingeborenen ablehnend gegenüber, ihre Treue uns Deutschen gegenüber sei beispiellos Man ersehe daraus, daß wir nie die brutalen Herren der Kolnoien gewesen seien, als die uns die neuen Machthaber hinstellen möchten, um ist möglichst lange der geraubten Kolonien erfreuen zu können. Unser guter Ruf unter den Eingeborenen rechtfertigte die alte deutsche Forderung: Gebt uns unsere Kolonien wieder! Als Antwort der Kraft, die wir Deutschen in uns fühlen, sang die Festversammlung machtvoll das Horst=Wessel=Lied. Der Herner Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft hatte sich, voran die Damen Frau Seher, Frau Schrader, Frau Meyer und Frau Proempler, tatkräftig in den Dienst der Veranstaltung gestellt. Ihre Mädchengruppe führte bei mäuschenstillem Saale die Tanpantomime „Kolonien heraus“ auf. Die Jungmädchen entledigen sich mit künstlerischem Geschick ihrer nicht leichten Aufgabe. Die zusammenbrechende Mutter Germania wird von den wiederzurückkommenden 6 deutschen Kolonien gestützt und erwacht aus ihrer Ohnmacht zu neuem Leben, das ist der Grundgehalt der Pantomime. Geleitet wurde diese stark applaudierte Nummer von Frau Reg.=Baurat Meyer. Einen nicht minderen Anklang fand das Keulenschwingen der Turnerinnen von der Turnvereinigung 1873. Sie mußten dieses Keulenschwingen später als Einlage wiederholen. Rhythmische Anmut lag in dem anschließend gezeigten Reigen. Mittlerweile hatten sich folgende Herren als Ehrenmitalieder in den Verein der Herner ehem. Schutztruppler und Kolonialdeutscher aufnehmen lassen: Bürgermeister Meyerhoff, Oberstleutnant von Boemcken, Pfarrvikar Kersting, Stadtverordnetenvorster Bongardt, Kreisleiter Nieper und Ingenieur Arnold. Als fördernde Mitglieder trugen sich ein: Dr. von und zu Wemmer und Dr. Moller. Der erste Vorsitzende gab den erfreulichen Zuwachs den Festgästen bekannt und verpflichtete die Neuaufgenommenen durch Handschlag auf ihre Mitgliedschaft. Das Schlußwort des offiziellen Teiles hatte Stadtverordnetenvorsteher Bongardt. Er gab den scheidenden auswärtigen Kameraden ein herzliches Geleitwort mit auf den Weg. Den Herner Bruderverein stellte er als Vorbild für die andern und manche der nationalen Erhebung hin. So klein er auch sei, so Großes habe er doch geleistet. Wenn alle Vereine ein derartiges Bewußtsein in sich tragen wollten, dann wäre es um das Vereinsleben gut bestellt, denn der Jubelverein handle nach der Devise: Ich will und muß es schaffen! Den scheidenden Brudervereinen gab Bongardt die Bitte mit, Herne nicht zu vergessen und im gleichen Sinne wie die Herner in ihren Städten und Orten zu wirken. Als vorbildlich pries er das gute Einvernehmen zwischen Verwaltung und Verein. Die auswärtigen Kameraden bekräftigten die Ausführungen Bongardts auf das lebhafteste. Die Begeisterung ebte auch dann nicht ab, als für manchen Bruderverein die Stunde des Abschieds kam. Einzeln meldeten sie sich ab. dann erfolgte ein forscher Ummarsch durch den Saal, die Fahnen senkten sich, die Hände der Zurückbleibenden schlugen zum Marsch„Muß i denn“ eifrig den Takt und draußen sauste bild ein Auto nach dem andern mit den Gästen fort in die Nacht. Oberstleutnant von Boemcken aber äußerte wohlgefällig seine Befriedigung und erklärte, daß er einem solchen Kolonialtag selten so froh beigewohnt habe wie in Herne. Und bei seinem Abschied begleiteten ihn die Herner hinaus und baten, er möge doch recht bald wieder Gast in Hernes Mauern sein. Die Zuruckbleibenden aber feierten noch lange in froher Geselligkeit den Ausklang der machtvollen Herner Kolonialtage sich des Verletzten an, ließ ihn notverbinden und schaffte ihn ins Krankenhaus. Da er neben einem Handbruch und sonstigen Verletzungen Kleid davongetragen hatte, reichte 20 Mark und will auch weiterhin für den Verletzt Sorge tragen. * Eine Tänzerin mit dem Messer gestochen. Am Sonntag gegen 23.35 Uhr wurde die, Thefray, ardin Lelie Cehelo e ch e i. er konnte einige Stunden später festgenommen werden. * Verkehrsunfall. Am Sonntag gegen 7.40 Uhr Bahnhof= und Mont=Cenis=Straße ein wagen und ein Motorradfahrer zusammen. wurden nicht verletzt. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. * Gefahrvolle Spielerel. Auf der Kantstraße im Stadtteil gnügten sich gestern nachmittag mehrere Kinder mit dem Ueberklettern des Eisenzaunes. Bei einem Fehltritt stürzte einer der Kleinen ab und zog sich eine erhedliche Wunde am Arm zu, die ärztliche Hilfe no wendig machte. * Schwerer Sturz vom Baum. Im Zillertal hatten Samstag nachmittag einige Schüler, worunter sich der Sohn Otto aus der Flottmannstraße besand, einen Baum bestiegen, um dessen Früchte zu pflücken. Plötzlich brach ein Ast ab und der kleine K. stürzte kopfüber rücklingin die Tiefe. Unglücklicherweise fiel er noch auf Steine auf. Mit einem Armbruch, einer Gehirnerschütterung und Verstauchungen wurde er ins Krankenhaus geschafft. * Durch glühendheißen Kaffee verbrüht wurde Sonntag vormittag das 2jährige Töchterchen Maria der Eheleute O. aus der Roonstraße. Während die Mutter im Keller einigen Besorgungen nachging, hatte die Kleine sich am Kaffeetisch zu schaffen gemacht auf dem frisch aufgeschütteter Kaffee stand. Durch Umstürzen der Kanne wurde die Kleine an Unterleib und Beinen so stark verbrüht, daß Krankenhausbehandlung notwendig war. * Arbeitsunfall. In der gestrigen Morgenschicht wurde der Haner Geora H. aus der Koloniestraße im Untertagebetrieb einer hiesigen Schachtanlage von einem infolge Gebirgsdrucks abspringenden Stempel rücklings getrosfen. Mit erheblichen Verletzungen mußte er ine Krankenhaus überführt werden. * Mit einem reparierten Motorrad verunglückt. Bei einer Probefahrt mit einem reparierten Mo torrad geriet in den gestrigen Nachmittagsstunden der Schlosser Ernst M. von hier auf der Herner Straße durch Gestängedefekt gegen den Bürgersteig und überschlug sich. Notverbunden wurde er zu einem Arzt geschafft, der einen Armbruch und sonstige Verletzungen feststellte und ihn dem Krankenhaus zuwies, während das schwer beschädigte Motorrad abgeschleppt wurde * Regimentstag des Infanterie-Regiments 155 in Dortmund. Zum 30. September und 1. Oktober ruft das in Kriege viel genannte ruhmreiche Infanterie=Regimen. Nr. 155 und sein Tochterregiment Nr. 395 die alter Kameraden nach Dortmund zusammen. Sonnabend den 30. September, 17 Uhr, gibt der Kameradenver ein Dortmund einen Begrüßungsabend im Vereins lokal Kockerbeck, Weberstr. 26. Sonntag, den 1. Ok tober, 9 Uhr, ist dort Antreten zur Kranzniederlegung am Ehrenmal. Um 17 Uhr findet dann die große Wiedersehensfeier im Reinoldihaus statt. Anfragen sind zu richten an Kamerad Fritz Steinbock, Dort. mund, Kielstr. 43. Briefkasten Anfragen an unsern Briefkasten mussen mit Unterschrift## ebenso muß die letzigültige Quttrung beigefügt sein. We der Jas in, erfolgt keine Beantwortung. h. S. S. Kein Verlobter kann ohne wichttge: Grund vom Verlöbnis zurücktreten, ohne sich schadens ersatzpflichtig zu machen. Der Bräutigam muß alst seiner Verlobten den Schaden ersetzen, den diese duro Aufwendungen oder Eingehung von Verbindlichkeiten in Erwartung der Ehe gehabt hat. Er ist ihr auch schadensersatzpflichtig dafür, daß sie in Erwartung det Ehe sonstige, ihr Vermögen oder ihre Erwerbsstellung berührende Maßnahmen getroffen hat. Eine solche Maßnahme ist z. B. die Aufgabe der Stellung auAnlaß des Verlöbnisses. Der Schaden ist nur inso weit zu ersetzen, als die getroffenen Maßnahmen und eingegangenen Verbindlichkeiten den Umständen nach angemessen waren.— Im vorliegenden Falle wird der Schadensersatz darin bestehen, daß der Bräutigam die Möbel gegen Bezahlung des Anteils der Brau# übernimmt. Natürlich müssen auch die sonstigen Aufwendungen, die zum Beispiel zum Zweck des Möbelkaufs unbedingt notwendig waren, ersetzt werden; ebenso ist der Schaden, der durch die Ausgabe der Stellung entstanden ist, in angemessener Höhe zu ersetzen. Verlöbnisgeschenke müssen die Verlobten einander zurückerstatten. Josef G. Die preußische Polizei untersteht dem Minister des Innern, das ist gegenwärtig Ministerpräsident Göring. frisch, gut und billig Marzer. lose Pfund 0.25 Limburger, ohne Rinde, 1¼ PId.-Pak. 0.50 Mergerine, m. u. o. Selz. 1 Pfd.-Pak. 0.70, 0.65 Molländer 40%, vollfett... Pfund 0.78 Ostpr.-Emmentaler, 40-45%, Pid. 0.78 Otsch. Mendelsklasseneler.9 Stück 1.00 Vollreis, neue Ernte, Pfund 0.20, 0.16, 0.12 Mischobst Pid. 0.25 Welzenhaushaltungsmehl 5 Pid 0.90 Selatöl, gienzhell Liter 1.20, 1.05, 0.91 Molkerelbutter, frisch.. Pid. 1.45, 1.30 Bohnen-Kattee. Pld. 3.00, 2.60, 2.20, 2.80 Oelsardinen. Dose 0.50, 0.35, 0.25, 0.15 Fettheringe, in Tometen. Dose 0.35, 0.25 Fellbückinge, läglich frisch, Pfund 0.28 Marinaden, sortiert Oose 0.43 Kochschinken, I. Sch., Hintersch. ¼ Pfd. 0.30 Konsum-Sülze, hennov. Pfund 0.15 Fleischwurst u. Poin. lögl. frisch. Pid 0.69 Kunstspeisefent, bill. Broteutstrich, Pld. 0.6 Leubenheimer, Rheinwein v. Feh, Liter 9.75. Fetter Speck. geröucher... Pfund 0.85 0.71 Terregone, vom Feh. Liter 0.88 Wertl. Schiahenspeck, schnittl. Pfd. 1.10 Tileiter, 45-50%, volllett. Pfund 0.68 Rebhühner, fr. geschoss., St. 1.40, 1.10 Heringsalat.. Piund 0.50 #l. Rauch, klein und ." Pfund 1.20 HCN RECKLINCHAUSEN Nr. 214(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Dienstag, den 12. September 1933 25 Jahre Jungmännerverein Herz=Jesu Für Chrilti Reich und ein Deutiches Reich im neuen Deutichland- Das Bekenntnis zum neuen Staat Bedeutlame Ausführungen von Diözelanpräles Kretichmar Der kirchliche Austakt zum Silbersubiläum[Lonnemann für den Kindheit=Jesu=Verein. Im Von wahrhaft katholischem Geiste beseelt, bereiteten ich die Jungmänner der Herz=Jesu=Gemeinde durch ein dreitägiges Triduum auf das Silberjubiläum hres Vereins vor. Die ganze Pfarrei nahm innigsten Anteil an den Abendandachten und Predigten. Gekrönt wurde diese innerliche Vorbereitung durch die erhebende Generalkommunion am Sonntagmorgen Stunden später füllten Pfarrgemeinde und Jungmänner wieder das Gotteshaus zum Festhochamt. Der Präses des Jubelvereins, Vikar Wiegardt, zelebrierte es unter Assistenz des Diakons Paul Münzner und des Subdiakons Franz Woytas. Beide geistlichen Assistenten sind Mitglieder des Jungmännervereins Herz=Jesu, Subdiakon Woytas war sein früherer langjähriger Senior. Die Festpredigt hielt Dechant Düwell, der Mitbegründer des Jungmännervereins. Er ging von dem Feste Mariä Geburt aus und stellte die Mutter Gottes als die Mutter eines jeden Jungmannes hin, dessen Kindesliebe zu ihr nicht geringer sein dürfe als zur leiblichen Mutter. Sie, die des Weltheilandes Jugend beschirmte und ihm Trösterin ward, werde immerwährende Mittlerin zwischen der Jugend und ihrem göttlichen Sohne sein. Zu ihr müsse jeder Jungmann in Stunden seelischer Not pilgern, denn hier werde ihm Linderung allen Leidens zuteil. Darum müsse ihr der Jungmann, der ihr den Schwur der Treue unter ihrem Banner im Jungmännerverein abgelegt habe, auch immerdar die Treue halten. Gewaltiges Gelöbnis brauste dann unter Orgelklang im„Fest soll mein Taufbund immer stehen" durch die Gotteshalle. Die Sturmschar der Jungmänner, die in ihrer Tracht den Dienst am Altare versah, hob für alle ihre Brüder die Schwurfinger hoch zum Herrn der Heerscharen. Der festliche Gottesdienst ging weiter. Der Cäcilienchor unter seinem Leiter, Organisten Sellung, unterstrich des Hochamtes Schönheit durch den Vortrag von Stehles Messe „Salve Regina". Zum Schlusse brandete das„Großer Gott wir loben dich“ mit Orgelgebraus, begleitet vom ehernen Klang der Turmglocken und dem silberhellen Klang der Ministrantenglöcklein durch den schmucken Kirchenraum. * Die Zubilarenehrung Im Anschluß an das Hochamt fand im großen Saale des Ledigenheimes Herz=Jesu die Ehrung der Jubilare statt. Betrat man den Saal, so wurde der Blick von dem machtigen Bühnenaufbau gefangengenommen. Teppichbelegte Stusen führten zur Statue der Gottesmutter empor. Leuchtende Blumenbeete umsäumten die Stufen. In der Farbe der Hoffnung war ein Säulengang angedeutet, besetzt mit Lorbeerbäumen, ein Blumenflor stand zu Füßen der Himmelskönigin. Und hoch über der Statue strahlte das lichtflutende Christuszeichen. Die liebevoll hergerichtete sinnvolle Dekoration war das Werk des Spielleiters der Jungmänner, Franz Diermann. Die Gründer und Ehrenmitglieder nahmen am Ehrentisch Platz. Unter Herrn Kittels Leitung spielte das gmannsorchester einen Jubelmarsch. Der Präses, Vikar Wiegardt, sprach herzliche Begrüßungsworte. Nachdem man Gott die Ehre gegeben habe, sei es Pflicht, auch den Männern zu danken, die jene Werte schufen, die heute so viele Früchte trügen. Der Präses ging dann kurz auf die Gründungszeit ein. Nicht alle Gründer seien bekannt, aber einer sei an wesend, der frühere Pfarrvikar Düwell, der jetzige Dechant, dessen Geist den Jungmännerverein immer beseelt habe. Einmal habe er ihm gegenüber angedeutet, er wisse nicht, ob ihn die heutige Jugend noch verstehe, sie sei so modern geworden. Aber in der Festpredigt eben habe er den besten Beweis gegeben, wie gut er noch die Jugend verstehe und sie anzueifern vermöge. Nicht umsonst habe er die Geschicke des Jungmännervereins 25 Jahre mitgetragen, zum Danke überreiche ihm jetzt der Präfekt Josef Reitemeier das Silbersträußchen mit der Christusnadel Nachdem dies geschehen, ließ der Präses die Jungmannen auf die Treue des Dechanten ein donnerndes „Treu=Heil“ ausbringen. Der Präses gedachte dann des erst zur Abendfeier erscheinenden 1. Präses, Vikar Klüppel, jetzt Pfarrer in Oberdahlhausen. Er rich tete weiter das Wort an die Jubilare, die er als die Leuchten und Vorbilder für die Jungmänner hinstellte. Er freue sich, sie mit dem Silbersträußchen und der silbernen Christusnadel auszeichnen zu dürfen. Er verlas dann die Namen der Jubilare, denen er ein„TreuHeil“ ausbringen ließ. Die Jubilare: Pfarrer Klüppel, Heinrich Zolper, Theodor Golz, Georg Donnel, Franz Tilly, Franz Verhoeren, Fr. auf m'Kamp, Karl Bannerscheidt, Moritz Teichmann, Fröhlich, Karl Schäfer, Christian Aust, Friedrich Lommers, Rudolf Kirch, Franz Hoischen und Kowalewicz.(Die vier letztgenannten waren am Erscheinen verhindert. Pfarrer Klüppel kam abends und wurde auf der Festfeier dekoriert.) Glückwünsche der Vereine. Nach der Auszeichnung der Jubilare durch den Präfekten Reitemeier nahm Dechant Düwell als erster Gratulant das Wort. Er bedankte sich zunächst für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Er danke aber auch als Pfarrer, denn er wisse die Wirkungskraft ronnemann für den Kindheit=Jesu=Verein. Im Auszeichnungen. Habe die Zeit auch vieles geändert, der Grundpfeiler sei geblieben. Präses Wiegardt dankte für die Geschenke. Der Jungmännerverein brauche so vieles, doch in der Hauptsache freue er sich über die Gesinnung der Gratulanten, die Pfarrjugend werde dem Ideal der Pfarrgemeinschaft, das sich hier so schön offenbart habe, immer nachzustreben suchen. Sie werde streben für Volk und Kirche. Das zu bekräftigen, stand dann alles auf und sang das Sturmlied„Heil'gem Kampf sind wir geweiht“ mit hocherhobenen Schwurfingern. Erwähnenswert sind noch die eingelaufenen Glückwunschschreiben, so vom Bezirksverband der Knappen= und Arbeitervereine Herne=Wanne=Eickel, vom Bezirkpräses Pfarrer Lotz und Arbeitersekretär Weiß unterzeichnet, dann von den Mitbegründern Franz Hoischen und Karl Kowalewicz, weiter vom früheren Präses Vikar Dr. Brill und von Anton Ruttges aus dem Arbeitsdienstlager im friesischen Moor. * Die große Zubelseier Nach der Festandacht am Nachmittag marschierten die Bannerdelegationen der Herner Jungmännervereine unter Marschklängen der Jungmännermusik in den Saal. Der Sturmschärler Bensch sprach darauf vor der hellerleuchteten Statue der Mutter Gottes einen feinsinnigen Vorspruch. Gemeinsam erklang darauf das Lied„Lobt froh den Herrn", und nun nahm der führende Jungmann von Herz=Jesu, Präfekt Josef Reitemeier, das Wort zur Begrüßungsansprache. Er führte u. a aus: Wir wollten nicht nur in der Kirche unser Jubiläum feiern. Wie das Leben und Wirken des Jungmännervereins in der Oeffentlichkeit sich vollzogen hat und vollzieht, so wollen wir auch durch diese weltliche Jubelfeier der Oeffentlichkeit Kunde geben, daß wir ohne Scheu der Arbeit der verflossenen 25 Jahre gedenken, ja, daß wir mit berechtigtem Stolz von ihr sprechen können, daß wir getrost nach dem Worte des Heilandes handeln dürfen, unser Licht leuchten zu lassen und es nicht unter den Scheffel zu stellen. 25 Jahre hat der Jungmännerverein nur das Eine im Auge gehabt, durch sein Gemeinschaftsleben Männer heranzubilden, Männer, die Gott geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Von dieser Aufgabe ist der Jungmännerverein in dem Vierteljahrhundert seines Bestehens auch nicht eine Handbreit abgewichen. Und was die Zukunft auch bringen mag, immer wird katholische Jugend diese Aufgabe erfüllen, immer in unwandelbarer Treue dieses Ziel verfolgen. Das ist der Sinn und die Bedeutung dieser öffentlichen Jestversammlung, zu bekunden, daß katholische Jugend lebt, leben will, leben muß in dieser so schicksalsschweren Zeit des Umbruchs und des Aufbaues, leben muß, weil sie, fest verwurzel im ewigen Boden unserer heiligen Religion und schöpfend aus ihren ewigen Wahrheiten und unrschöpflichen Kraftquellen, aus tiefster religiöser Ueberzeugung heraus, in heißer Liebe Volk und Vaterland dienen und der von Gott gesetzten Obrigkeit gehorsam sein will, weil sie mithelfen kann und will am Aufvau des neuen Reiches, in dem Christus Herr und König ist. Und weil Sie, verehrte Festteilnehmer, dies erkann“ haben, sind Sie hierher gekommen, um mit der Jugend sich des Jubiläums zu erfreuen, um zu zeigen, daß die Herz=Jesu=Gemeinde hinter ihrer Jugend, dem Jungmännerverein und seiner segensreichen Arbeit steht und in aller Zurunft stehen wird. Präfekt Reitemeier begrüßte dann Dechant Düwell, nannte ihn den Vater der Pfarrjugend und ließ ihm ein donnerndes„Treu=Heil“ ausbringen. Weiter begrüßte er den Kirchenvorstand, den ersten Präses des Vereins, Pfarrer Klüppel, dann Pfarrer Schröder sowie alle geistlichen Herren und Präsides der Brudervereine, weiter Lehrer Mertens, Herrn Kurig und Herrn Hartmann als die Vertreter der Herner Jugendorganisationen, die Brudervereine von Herne und Wanne=Eickel, die Pfarrvereine und besonders den Pfarr=Cäcilienchor. Unter musikalischer Begleitung der Jungmannskapelle sang der Cäcilienchor nunmehr unter Organist Sellung Beethovens„Die Himmel rühmen". Starker Beifall folgte diesem Jubelhymnus an den Schöpfer. Präses Wiegardt konnte nachträglich noch den inzwischen eingetroffenen Diözesanpräses Kretschmar und Verleger Röttsches begrüßen Zu einer Ansprache nahm dann Pfarrer Klüppel das Wort, der alte Erinnerungen heraufbeschwor aus der Zeit, als der Jungmännerverein bescheiden anfing, während er heute groß und stark sei. Launig erzählte er, wie man sich nach und nach„herausgemausert" habe. Mit dem Wahlspruch„Christus, Herr der neuen Zeit“, solle man dem Jungmännerverein bis zum Tode die Treue halten. Nach ihm sprach Pfarrer und Ehrenpräses Schröder. Auch er freute sich, wieder an der Stätte alter Erinnerungen weilen zu dürfen Die alten Kämpen van Dillen, Josef Tilly, Albert Sommer begrüßte er mit lautem Zuruf. Der Jungmann, sagte er, brauche Zucht und soldatische Ertüchtigung, aber die Hauptsache sei das nicht das Vaterland brauche auch religiöse Männer, Männer, die fest im Glauben und werkfroh bei der Arbeit seien, und eine solche Zukunftsjugend wünsche er dem Jubelverein für die nächsten 25 Jahre mit dem Verslein: Unseren Jungmännerverein und die ganze Gemeinde Herne=Süd Gott behüt! Es erhielt nun Diözesanpräses Kretschmar das Wort. Dieser überbrachte zunächst Gruß und Heil im Namen der 400000 Jungmänner aus dem Reich und der 56000 aus der Erzdiozese. Jubiläen seien Stunden ernster Besinnung, Stunden des Rückblicks, Stunden des Bekenntnisses zu den alten Idealen und Gelöbnis und Bereitschaft für die Zukunft. Man müsse sich besinnen auf die Werte, die uns die Väter schufen und auf denen das Jugendreich aufgebaut sei. Zu ihnen müsse der Treuschwur für die Zukunft abgelegt werden. In den letzten Wochen und Monaten sei der Name „Trier" durch die deutschen Lande gegangen. Heute seien die Feierlichkeiten zu Ende, nachdem über 2 Millionen Menschen nach Trier gepilgert seien. In jener kath. Stadt des Westens habe man in hl. Ergriffenheit den hl. Rock unseres Herrn Jesu Christi verehrt. Von Heilungen habe man gehört, die wir uns nicht erklären können. Aber den Glauben dürften wir in uns aufnehmen, daß von Trier aus ein Aktivismus ausgehe für Volk und Reich. Schon 1931 habe dort die 6. Reichstagung der katholischen Jugend stattgefunden. Noch schwängen in uns die großen Führerworte unseres Generalpräses nach vom Reich, vom Gottesreich und der Kirche, vom deutschen Reich und den Verpflichtungen ihnen gegenüber. Der Redner erinnerte an die Stunde, da Bischof Bornewasser am Grabe des hl. Matthäus das Licht anzündete und es weiter gab, er erinnerte an den Lichterzug durch Trier. Von Trier sei eine Welle ausgegangen durchs deutsche Land, durch die deutsche Jugend: Für Christi Reich und das deutsche Reich!Ob diese Gedanken venklungen oder alt geworden seien? Auch in diese Weihestunde gehörten sie hinein: Für Christi Reich und ein deutsches Reich im neuen Deutschland! Es bestehe ein Grundsatz: Jedes Reich wird mit den Mitteln und Kräften gehalten, mit denen es gegründet war! Schon die erste christliche Zeit bis zur Refor mation habe ein doppeltes Bekenntnis vertreten, das zu Christus und Maria, und das zu Volk und Vaterland. Damals sei die Blüte des Gemeinschaftslebens aufgegangen. Auch der Jubelverein habe sich unter K guter Führung und Gefolgschaft zu den zwei enntnissen„katholisch" und„deutsch“ 25 Jah re lang bekannt, und lege erneut diesen Treuschwur ab Der Redner sprach dann von der„Lebensschule", dei Arbeitsparole für 1933. In dieser Lebensschule sollten die Schwierigkeiten des Lebens erkannt und Grundsätze aufgestellt werden für den Dienst an Kirche und Staat. Der weltanschauliche Liberalismus, der den Staat von der Kirche trennen wollte und der uns Staat, Volk und Wirtschaft zugrunde gerichtet habe sei vom katholischen Menschen immer abgelehnt wor den. Und mit ihm der Sozialismus(im alten Sinn) der beim katholischen Menschen nie beheimatet gewesen ei. Die Lebensschule verlange Bildung und Formung an sich selbst, Aneignung von Wissen. Der Generalpräses habe Reichskanzler Hitler in einer Unterredung erklärt, daß der Schwur in Bochum: Wir wollen Iu gendgemeinschaft halten, wie es war! unverrückbar sei Im Konkordat habe man einen festen Schutzwall er halten und man hoffe, daß seine Worte nicht nur Pa vier, sondern Leben und Wahrheit würden.(großer Beifall). Das Gottesreich gelte es zu bauen in Verbindung mit Christus in der eigenen Seele wie im Leben der Gemeinschaft. Es gelle aber auch, am deutschen Reiche mitzu bauen! Das sei uns keine Phrase. Es sei uns vielmehr eine hl. Verpflichtung und Aufgabe, die uns zur lebendigen Mitarbeit aufruse. Der Staat brauche die katholische Jugend, er könne auf sie nicht verzichten Er werde nicht groß und stark werden, wenn sie nich mittun würde. Die kath. Jugend habe mit ihrem Blute ihre Bereitschaft zur Mitarbeit am Staate bewiesen. In einer Universitätsstadt hätten z. B. kath Theologen den stärksten Blutzoll von allen in den Krieg gezogenen Studenten gezahlt, über ein Dritte der gesamten Theologen seien im Kampf fürs Vater land gefallen. Es solle nur einer sagen, wir Katholiken seien nicht naiional. Der solle erst beweisen. ob er so national denken könne wie wir Katholiken Im Dienste der Nation zu stehen, zu arbeiten für aktive Bruderliebe, zu streben für Volk und Reich, sei das nicht schon genug, denn, wer der Liebe nicht vol sei, der zerstöre die Volksgemeinschaft. Unser Schwur zum deutschen Reich sei ehrlich und wahr wie das Gelöbnis zu Christus, unserm König im Gottesreich. Das Gelöbnis dieser Stunde müsse gleichen dem Wappen spruch eines alten Adelsgeschlechtes: Ich schlage nicht aus der Art! Nein, wir schlagen nicht aus der deutschen und katholischen Art. Unter des Chriftkönigs Banner legt der kath. Jungmann sein Treuegelöbnis zum Reiche und seiner Führung ab. Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu! Treu Heil! Nach den mitreißenden, anfeuernden Ausführungen des Diözesanpräses sangen alle Festgäste mit den Jungmännern das Sturmlied„Heiligem Kampf sind wir geweiht" und später das Lied der Jungmänner „Wenn alle untreu werden, so bleiven wir doch treu. daß immer noch auf Erden, für euch ein Fähnlein sei“ Der Sprechchor der Sturmschar sprach wuchtig das „Vater unser". Nach manchen Gratulationen schloß ein Festmarsch die eindrucksvolle Feier. Der Montag sollte in einer gemütlichen Familienfeier den Ausklang bringen, doch mußte diese wegen des furchtbaren Unglücks, das die Bochumer SA betroffen hat, abgesagt werden. * Sturmschar, Bezirk Herne-Wanne=Eickel. Hierdurch werden alle zur Führersitzung der en geren Bezirksführerschaft am Dienstag, dem 12. September, und der erweiterten Führerschaft am Mittwoch, dem 13. September, im Jugendheim St. Laurentius, Wanne=Eickel, Luisenstraße, eingeladen. Seid restlos zur Stelle! Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer Die Ausdehnung der Bestimmungen auch auf auslän dische Angestellte. Sepfember es Jungmännervereins besonders gut einzuschätzen r sei in all den Jahren der Sauerteig der Gemeinde, e Stätte religiöser Sammlung und sittlicher Erstaring, die Charakterbildnerin der Jugend gewesen. Er sünsche, daß der Jungmann weiter treu zur Fahne kariens stehe und Mann bleibe in allen sturmbewegn Zeiten, denn die Pfarrgemeinde wisse die Jugend Is den Stützpfeiler der Gemeinde und der Familie schätzen. Und so freue er sich, im Namen des küttervereins der Pfarre gratulieren und ein eldgeschenk überreichen zu können. Die Mütter nd die Söhne gehörten zusammen, ja, die Mütter ien stolz auf ihre Söhne, und sie hofften, daß die Juind immer fromm und religiös und die Stützen der kütter bleiben werde. Es folgte nun ein Verein nach im andern als Gratulant und überreichte seine Juläumsgabe, ein Bild echtester Pfarrgemeinschaft. So vermittelte Vikar Steoen die Glückwünsche der ungfrauenkongregation. Donney sprach für den farr=Cäcilienchor, Bensch für den St.=Josephsrbeiterverein, Wieprzek für den St.=Franziskusrbeiterverein. Kurig für die Arbeitsgemeinschaft r D3K Herne. Bosbach für den Kreuzbund. Amtlich wird folgendes mitgeteilt: Die Bestimmungen, die zum Schutze des deutschen Arbeitsmarktes für die Beschäftigung ausländischer [Arbeiter erlassen sind, finden vom 1. Juli d. J. ab auch auf die ausländischen Angestellten Anwendung. Arbeitgeber dürfen ausländische Arbeiter und Angestellte(mit Ausnahme der Lehrlinge, der Arbeitnehmer in der See= und Binnenschiffahrt und der Angestellten mit mehr als 8400,— RM. Jahresarbeitsverdienst) nur noch beschäftigen, wenn der ausländische Arbeitnehmer entweder einen Befreiungsschein besitzt oder der Arbeitgeber eine Beschäftigungsgenehmigung und der Arbeitnehmer eine Arbeitserlaubnis erhalten. a) Ausländische Arbeitnehmer, die bisher einen Befreiungsschein besessen haben. Die Ausstellung des neuen Befreiungsscheins ist unverzüglich von dem ausländischen Arbeitnehmer bei der Ortspolizeibehörde zu beantragen, in deren Bezirk der ausländische Arbeitnehmer seinen Wohnsitz oder mangels eines Wohnsitzes seine Arbeitsstelle hat. Der alte Befreiungsschein oder die Bescheinigung, die das Landesarbeitamt in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1933 an Stelle eines Befreiungsscheins ausgestellt hat, ist dem Antrage beizufügen. Die erforderlichen Antragsvordrucke werden den Polizeibehörden durch die Deutsche Arbeiterzentrale zugestellt werden b) Genehmigungspflichtige ausländische Arbeitnehmer. (Arbeitnehmer, die bisher weder einen Befreiungsschein, noch eine dem Befreiungsschein entsprechende Bescheinigung des Landesarbeitsamtes besessen haben.) 1. Der Arbeitgeber hat unverzüglich bei dem Arbeitsamt, in dessen Bezirk die Arbeitsstelle liegt, einen Antrag auf Erteilung der Beschäftigungsgenehmigung zu stellen. Der Antraasvordruck ist beim Arbeitsamt erhältlich. 2. Der ausländische Arbeitnehmer oder sein Arbeitgeber hat bei der Ortspollzeibehörde, in deren Bezirk die Arbeitsstelle des ausländischen Arbeitne### rs liegt, einen Antrag auf Erteilung der Arbeitserlaubnis zu stellen. Der Antragsvordruck ist gleichfalls bei dem Arbeitsamt erhältlich. Falls Zweifel bestehen, ob ausländische Arbeitnehmer, die bisher noch keinen Befreiungsschein besessen haben, einen solchen erhalten können oder ob für sie eine Beschäftigungsgenehmigung des Arbeitgebers und Arbeitserlaubnis des Arbeitnehmers notwendig ist, ist bei dem zuständigen Arbeitsamt(am zweckmäßigsten persönlich) anzufragen. Bis zur antscheidung über die Anträge oder bis zur Erteilung eines vorlaufigen Befreiungs scheins oder einer vorläufigen Beschäftigungsgenehmigung und Arbeitserlaubnis behalten die bisherigen Befreiungsscheine und die ihnen entsprechenden Bescheinigung der Landesarbeitsämter, sowie die Beschäftigungsgenehmigungen und Arbeiterlegitimationskarten(Arbeitserlaubnis) ihre Gültigkeit. Ausländische Angestellte, die bisher einen Befreiungsschein oder eine Beschäftigungsgenehmigung und Arbeitserlaubnis nicht benötigten, dürfen gleichfalls bis zur Entscheidung über ihren Antrag oder bis zur Erteilung eines vorläufigen Befreiungs scheins oder einer vorläufigen Beschäftigungsgenehmigung und Arbeitserlaubnis weiter beschäftigt werden Arbeitgeber und ausländische Arbeitnehmer, die gegen die zum Schutz des Arbeitsmarkts geltenden Bestimmungen verstoßen, machen sich strafbar. Zur Vermeidung von Irrtümern in der Oeffentlichkeit wird darauf hingewiesen, daß es sich bei den zurzeit noch in Deutschland befindlichen ausländischen Arbeitern und Angestellten fast ausschließlich um solche Ausländer handelt, die schon seit Jahren, zum Teil schon seit Jahrzehnten, in Deutschland ansässig sind — meist Deutschstämmige— oder um solche ausländische Arbeitnehmer, in deren Heimatstaaten in erheblicher Anzahl deutsche Arbeiter und Angestellte beschäftigt werden oder mit deren Heimatstaat Gegenseitigkeit vereinbart worden ist. Die 2. Monatshälfte steht vor der Tür! Denken Sie daran, zu diesem Zeitpunkte rechtzeitig eine gute Lokalzeitung zu bestellen! Für den geringen Bezugspreis von nur M. 1.08 halbmonatlich erhalten Sie täglich den Herner Anzeiger frei ins Haus gebracht. Wer den Herner Anzeiger liest, ist über alle wissenswerten Vorgänge schnell und zuverlässig unterrichtet.— Benutzen Sie gefl. nachfolgenden Bestellschein Bestellschein. Dem Boten übergeben oder der Geschäftsstelle 8 Hermann-Göring-Straße 8 einsenden Herr Bernt. Wohnung: bestellt hiermit den Herner Anzeiger. Bitte an Bekannte weitergeben! Zwei ganz verschiedene Frauen Für und wider den Arbeitsplan im Haushalt ür mich war es eigentlich nie ein Prodlem, od ich zu meinen häuslichen Arbeiten einen genauen schriftlichen Plan benutzen sollte oder nicht. Ebenso wie ich mein Geld genau überlegt anwende, gebe ich auch meine Zeit aus— sparsam, überlegt, mit klarer vorheriger Disposition. Ich will möglichst wenig Leerlauf und möglichst großen Nutzen. Für mich ist der Haushaltsberuf ein Beruf wie jeder andere, den ich gewissenhaft erfüllen will, von dem ich mich aber auch nach getaner Arbeit abwenden kann, und der nicht immer wie eine Kette hinter mir herschleift. Wohin sollte ich da kommen, wenn ich immer im Kopf haben müßte, wann wieder Fenster zu putzen sind, daß das Silber nun wieder einer gründlichen Auffrischung bedarf, und daß keine Reste im Flickenkorb bleiben. An Hand meines Planes weiß ich ganz genau wann meine freie Stunde ist und habe kein schlechtes Gewissen, wenn abends mein Mann mit mir ausgehen will. Ich bin Herr über meine Zeit und nicht Sklavin meiner Pflichten.“ „Sehen Sie, so habe ich auch einmal gedacht. Ich habe auch eine Zeitlang nach genauen schriftlichen Aufzeichnungen gearbeitet. Das waren die ersten Jahre meiner Ehe, als ich noch nicht alles übersah und mich langsam in die Materie einarbeiten mußte. Ich kann es jetzt nicht mehr, ich werde dadurch erst recht zum Handlanger meiner Pflichten. Und was noch verhängnisvoller war: mein Haushalt wurde mir entfremdet. Ich sah ihn recht eigentlich nicht mehr. Jetzt, seitdem ich ihn wieder frei schaffend beobachte, entgeht mir ganz gewiß nicht, wann hier ein Fenster schmutzig und da ein Stuhlbezug schadhaft wird Ich habe doch Augen im Kopf. Ich din eingesponnen in meinen Haushalt, das wohl. Will ich das denn nicht? Dem Arbeiten nach einem Plan mit der genauen Errechnung:„dann und dann dist du fertig“ liegt der Gedanke zu Grunde: sich freimachen für anderes. Und gerade dieses„Andere“ ist mir von Jahr zu Jahr weniger wichtig, weniger wesentlich geworden. Die meisten Hausfrauen wissen ja auch mit diesem„Anderen“ nicht recht etwas anzufangen. Ihr seelisches Gleichgewicht steht und fällt mit ihrem Hause und den Menschen darin. Ich bekenne mich absolut zu meinem Beruf als Hausfrau, ohne hausbacken zu sein. Ich finde ihn so erzieherisch, so beglückend, so charakterbildend wie kaum einen. Ich will verwachsen mit meinen Pflichten, wenn sie auch manchmal wild um mich herumwuchern, ich will sie natürlich auch meistern, ohne sie mir„vom Halse zu schaffen“. Wie ich das mache? Indem ich von Jahr zu Jahr immer ausgeglichener werde, fließt mir die Kraft zu, immer mehr zu vollbringen.“ gesunde an sollte meinen, daß eine so einfache und ursprüngliche Angelegenheit wie das Schlafen nicht großer Ueberlegungen oder besonderer Maßnahmen bedarf: man wird müde und schläft. Aber gerade das Einsache will uns heutigen Menschen, und besonders den Stadtmenschen, nicht mehr so recht gelingen. Unter gewissen Umständen versagen selbst die natürlichsten Triebkräfte im Menschen, wie zum Beispiel das Schlafbedürfnis oder der Hunger. Es gibt tatsächlich Menschen genug die nach Hunger hungern, und das ist fast noch trauriger als der wirkliche Hunger Die ganze Einrichtung eines Schlafzimmers sollte so einfach und so sparsam möbliert wie möglich sein. Ist sie das wirklich? Nur bei Menschen, die sich der außerordentlichen Kraftquelle einfacher und gesunder Lebensführung ganz bewußt sind. Andere Menschen ziehen ganz andere Gesichtspunkte in Betracht, so vor allem: das Schlafzimmer soll schön, soll möglichst elegant, soll reich aussehen. Sie sind die Leidtragenden, indem sie in ihrem Reichtum, in ihrer Fülle schwitzen müssen, und morgens mit müdem Kopf erwachen. Ein Schlafzimmer sollte, immer im Hinblick auf das Gesundheitsfördernde, um eine reine und recht keimarme Luft zu enthalten. keine staubfangenden Beigaben, wie Teppiche und Polstermöbel beherbergen. In einem Schlafzimmer, für Kinder ebenso wie für Erwachsene, sollte alles bis zur kleinsten Leiste und zum schmalsten Stoffstreifen waschbar, wenn nicht kochbar sein. Es muß duften vor Frische. Gestrichene Möbel, gestrichene Dielen, darauf waschbare kleine Läufer, leichte Gardinen, die wie Blumen prangen, Beleuchtungskörper aus Marmor oder Glas oder Nickel. Wichtig ist die Beschaffenheit der Betten. Es gibt kluge Menschen, die ein Leben lang eine eiserne Bettstelle bevorzugen. Leider sind die Naturen, die mit der Prinzessin auf der Erbse in Wettbewerb treten könnten. Schlafzimmer viel häufiger. Sie glauben ihrem Körper zu dienen, indem sie ihn„in Watte packen“. Aber Abhärtung ist immer noch die beste Gewähr für einen gesunden, unverzärtelten Körper. Es genügt eine feste Matratze, mit Seegras gefüllt und eine Roßhaarauflage und zum Zudecken im Sommer eine Stepp= oder Daunendecke, oder eine waschbare leichte Wolldecke. Bei langsamer Gewöhnung genügt die Daunendecke auch im Winter vollkommen. Da sie Jahre hindurch benutzt wird, ist der Gedanke, sie nicht ründlich reinigen zu können, ein wenig trostlos. Aber da ilst eine neue Erfindung, die Daunendecke mit herausnehmbarer Füllung(die mit einzelnen, in sich abgeschlossenen Säckchen gefüllt wird), die es ermöglicht, den Bezug regelmäßig und gründlich zu waschen. Auch die Matratzen in ihrer Undurchdringlichkeit sind manchem zuwider. Daher muß der Idee einer Füll=Matratze Lob und Förderung zuteil werden. Die Füll=Matratze besteht aus einem Unterteil und einem Stülpdeckel. Durch Abnäher an den Ecken des Stülpdeckels wird eine Klemmwirkung erzeugt. sodaß ohne Bänder oder Knöpfe der Deckel den mit seiner Fichtenwolle gefüllten Unterteil fest umschließt. Bei aller Begeisterung für Hygiene und Sport ist es erstaunlich, wie wenig Menschen heute wirklich Sommer und Winter bei offenem Fenster schlafen. Die einen fürchten Mücken, die anderen Geräusche oder Einbrecher, kurz. es finden sich immer stichhaltige Gründe, um sich mit dem Zuzug frischer Luft durch die schmalen Ritzen großer Rolljalousien zu begnügen. Gewiß, man stirbt nicht von dumpfer Luft. aber wundern wir uns nicht, wenn Jahr um Jahr unser Körper mehr von seiner Spannkraft, die durchaus nicht ein Reservat für unsere Jugendjahre zu sein braucht, einbüßt. Das gesunde Schlafzimmer ist vor allen Dingen das licht= und luftdurchflutete Schlafzimmer, darinnen man einen erquicklichen und leichten Schlaf findet. Ilse Deike. Rechts= und Strafordnung des DFB Die Gaurechtswarte als erste Instanz Mit dem Datum vom 9. September veröffentlichte der Deutsche Fußballbund(Bekanntmachung Nr. 14) folgende Rechts= und Strafordnung: § 1. Für die Erledigung aller Streifragen zwischen Gauen. Bezirken, Kreisen, Vereinen und Mitgliedern der Vereine, die sich aus der Teilnahme am Fußballsport ergeben. ist der DFB. zuständig. Vereine und Sportler, die sich unter Umgehung des hier vorgeschriebenen Rechtsweges an die ordentlichen Gerichte wenden, begehen einen Verstoß gegen die Sportdiszivlin und machen sich strafbar § 2. Die Rechtspflege des DFB. liegt in den Händen der Gaurechtswarte als Einzelrichter erster Instanz und des Bundesgerichts als Gericht zweiter Instanz. Die Aussicht über die gesamte Rechtspflege des DFB. liegt in den Händen des Bundesführers und des von ihm beauftragten Gaurechtswartes. § 3. Die Gaurechtswarte sind als erste Instanz zuständig: a) für die Entscheidung aller Streitigkeiten zivilrechtlicher Art. die sich aus dem Sportverkehr ergeben (Nichtinnehaltung von Verträgen usw.): b) für die Aburteilung von Verstößen gegen die Bestimmung des 3. Teils der Spielordnung und des§ 4 des 1. Teils der Spielordnung. das Bundesgericht als höchster Richter § 4. Die Gaurechtswarte sind jedoch nur zuständig für diejenigen Sachen, in denen alle Beteiligten dem Bereich des betreffenden Gaues angehören. Sie übersenden die Vorgänge dem Bundesrechtswart, wenn die Beteiligten verschiedenen Gauen angehören oder wenn sie persönlich an dem Streitfall interessiert sind. Der Bundesrechtswart beauftragt alsdann einen anderen Gaurechtswart mit der Erledigung des Falles in erster Instanz. § 5. Das Bundesgericht urteilt in allen Fällen des § 3 als zweite und letzte Instanz und zwar in einer Besetzung von drei Mitgliedern. Den Vorsitz führt der Bundesrechtswart oder ein von ihm bestimmter Vertreter, die Beisitzer bestimmt der Bundesrechtswart. Vorsitzender und Beisitzer müssen einem an der Sache nicht beteiligten Gau angehören. § 6. Sämtliche Klagen sind in dreifacher Ausfertigung der zuständigen Gaugeschäftsstelle einzureichen. § 7. Die Gaurechtswarte sind berechtigt und verpflichtet, auch ohne Antrag ein Verfahren einzuleiten. wenn dieses im Interesse des Sports erforderlich scheint. Die Sportwarte sind verpflichtet, dem Rechtswart Vernöße gegen den 3. Teil und den§ 4 des 1. Teils der Spielordnung zur Kenntnis zu bringen. 9 5. Vor Urteilsfällung ist dem Beklagten Gelegenheit zu geden. schriftlich oder mündlich zur Sache Stellung zu nehmen. Gaurechtswarte und Bundesgericht sind berechtigt, die am Verfahren teilnedmenden Personen wie auch Zeugen durch andere Sportverwaltungsstellen vernehmen zu lassen. Eine mündliche Verbandlung ist nicht erforderlich, wenn der Sachverhalt beklärt erscheint § 9. Sämtliche Urteile sind schriftlich unter Beifügung einer kurzen Urteilsbegründung den Beteiligten zuzustellen, außerdem kann Veröffentlichung des Urteils erfolgen. s 19. Jedes Urteil erster Instanz erlangt Rechtskraft. wenn nicht innerhalb 10 Tagen nach Zustellung Berufung eingelegt ist. Die Berufungsschrift ist in vierfacher Aussertigung der Bundesgeschäftsstelle einzureichen unter Beifügung einer Berufungsgebühr von 100 Mark. die bei Erfolg der Berufung zurückgezahlt wird S 11. Ein Urteil des Bundesgerichts erlangt Rechtskraft mit der Verkündung oder, falls eine mündliche Verhandlung nicht stattgefunden bat. mit der Zustellung. 12. Wird bei dem Bundesgericht ein Zivilstreitverfahren anbängig. so hat das Bundesgericht vor Eintritt in die Verhandlung die Parteien aufzufordern, das Bundesgericht als ausschließlich zuständiges Schiedsgericht gemäß§ 1025 fl. der Zivilvrozeßordnung anzuerkennen. § 13. Die Kosten des Verfahrens können den Parteien ganz oder teilweise auferlegt werden. * 14. Verstöße gegen die Bestimmungen des 1. und 2. Teils der Spielordnung(mit Ausnahme des§ 4 1. Teil) abndet der für die Spielleitung allein zuständige Fußballsportwart. Ist er oder sein Verein beteiligt, so hat der zuständige Kreis= oder Gauführer die Entscheidung zu treisen. S 15. Bei allen Verstöben gegen Teil 1 und 2 der Spielordnung hat der Sportwart die Strafe nach eigenem Ermessen zu verhängen. soweit nicht im nachfolgenden eine Straffestsetzung erfolgt ist. Ohne Einleitung eines besonderen Verfahrens hat der Sportwart gegen den schuldigen Verein folgende Strafen zu verhängen: Wegen Richtgestellung eines Linienrichters 1 Mark. Wegen Antretens in unvorschriftsmäßiger Kleidung 1 Mark. Wegen Richtgestellung eines Schiedsrichters 3 Mark. Wegen nicht ordnungsmäßigen Bauens des Spielfeldes. wenn Spielverlust eintrat. 5 Mark. Wegen Antretens ohne Spielerpaß 50 Pfa. Wegen Spielens ohne Spielberechtigung 3 Mark. § 16. Einer Anbörung des Vereins oder Spielers im Strasverfahren bedarf es nicht, wenn die Bestrafung auf Grund einer Schiedsrichtermeldung vorgenommen wird. Jeder Verein bzw. Spieler ist berechtigt, auf Grund einer Schiedsrichtermeldung sofort zur Sache Stellung zu nehmen. § 17. Bei Verhängung von Geldstrafen ist ein Zahlungstermin festzusetzen. Die erfolgte Bestrafung ist dem Betroffenen. seinem Verein und dem DFB. mitzuteilen. die Veröffentlichung im amtlichen Organ des Gaues ersetzt die Mitteilung. § 18. Eine Berufung gegen eine von zuständiger Stelle verhängte Strafe ist nicht zulässig. Glaubt ein Betroffener sich zu Unrecht bestraft, so kann er sich de, schwerdeführend an den der Stelle übergeordneten Führer wenden. Underechtigte Beschwerden zieden erneute Bestrafungen nach sich. 19. Die Strafen können besteben im Verweis. Geldstrafe. Ausschluß auf Zeit oder Dauer. § 29. Der Gaurechtswart ist unter Zustimmung des Gauführers— des Bundesgerichts unter Zustimmung des Bundesführers— berechtigt, bei ernstlichem Verdacht eines Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen aus erzieberischen Gründen einen Verein oder Spieler zeitweise aus dem Sportverkehr auszuschalten. Meldung hat hierüber an die svielleitende Stelle und an den DFB. zu erfolgen. § 21. Alle Vereine, welche dem DFB. beitreten oder ihre Meldung zu den Spielen des DFB abgeben. verpflichten sich durch ihre Anmeldung bzw. Meldung. die Bestimmungen der Verwaltungs=, Spiel=, Finanz= und Rechtsordnung anzuerkennen. § 22. Diese Rechtsordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. gez. F. Linnemann, gez. Dr. Tandry. Die deutschen Kegler siegten überlegen Deutschland—Belgien 11 358:10 179 Der Länderkampf im Kegeln zwischen Deutschland und Belgien kam in der Barmer Kegelhalle zum Austrag. Jede Nation stellte 10 Kegler. Im Gesamtergebnis blieb die deutsche Vertretung, die nur aus Westdeutschen bestand, überlegen mit 11 358:10 179 Holz siegreich. Ein ebenfalls am Sonntag ausgetragener Freundschaftskampf einer deutschen Auswahlmannschaft gegen die belgische zweite Klasse brachte mit einem Gesamtergebnie von 5607:4977 Holz den zweiten deutschen Sieg. Witterungsbericht )( Der letzte Vertreter der noratlantischen Wirbelseri hat das Hochdruckgebiet im Norden umwandert und liegt über dem Barentsmeer. Ueber Südfrankreich geben vielfach Gewitter nieder. Die dort fallenden Niederschläge sind sehr ergiebig. So wird von einer Station am Mittelmeer 63 Millimeter gemeldet. Da über Südosteurova der Druck stärker ansteigt, wird sich das Hochdruckgebiet weiter nach Osten verlagern. Westdeutschland behält somit bei mehr südöstlichen Winden das warme, meist wolkenlose Wetter. Vorhersage für Dienstag: Bei südöstlichen Winden Fortbestand des heiteren bis wolkenlosen Wetters. Temveraturen noch ansteigend. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wärmer, sons keine Aenderung Rundfunk=Programm Dienstag, den 12. September 1933. 6,00 Morgenruf. 1. Choral: Wunderschön prächtige (Goller). 2. Spruch des Tages. 6,05 Morgenkonzert. I. Teil. 1. Ouvertüre zur Oper „Donna Diana"(Reznicek). 2. Loreley=Rheinklänge, Walzer(Joh. Strauß, Vater). 3. Ich bin der arme Jonathan, aus der Operette„Der arme Jonathan“(Millöcker). 4. Fantasie über das Lied „Alle Tage ist kein Sonntag“(Schmalstich). 5. Zwei elsässische Bauerntänze(Merkling). 6. Tscherkessischer Zapfenstreich(Machts). 7. Torgauer Marsch, Armeemarsch II, 210(Friedrich der Große). 6.40 Wiederholung des Spätberichts. 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,03 Wiederholung des Morgenrufs.— Anschließend: Morgenkonzert. II. Teil. Städtisches Orchester Münster, Leitung: Musikdirektor Jochum. 1. Gold und Silber, Walzer(Lehar). 2. Ouvertüre zur Oper„Dichter und Bauer“(Suppé). 3. Ballettmusik aus„Undine"(Lortzing). 4. Melodien aus der Oper„Troubadour“(Verdi). 5. So schön wie's einmal war, Potpourri(Ziehrer). 8,00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandomeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 10,10 Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre. Kathe Martin: Kinderturnen mit Musik. 10,30 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arheitslose. Dr. Hermann Böhme:„Ewiges Eis in Mitteldeutschland“. Wilhelm Schürfeld:„Perlen — ihre Bildung und ihr Verbrauch". Hermann Tölle:„Wo der„Caspar Heinrich' sprudelt". 11,58 Wettervorhersage. 12,00 Unterhaltungskonzert. Frisch gespielt und froh gesungen. 13.15 Mittagsbericht l. 13.30 Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt. 1. Die Nürnberger Puppe(Adam). 2. Vier Ballett=Arien (Erigo). 3. Szenen aus der Oper„Tosca“ (Puccini). 4. Ungarische Rhapsodie(Popper). 5. a) Canzonetta(d'Ambrosio), b) Tamburin(Kossek) 6. Aufforderung zum Tanz(Weber). 7. Von A bis 3. Potpourri(Geiger). Gegen 14,00 Mittagsbericht II. 15,00 Kinderstunde. Küken 15,30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Plauderei. 16,05 Serenade von Handn. 16,10 Syndikus. Sartorius: Bericht über die wirtschaft liche Bewegung in Rheinland und Westsalen im 2. Bierteljahr 1933. 16,30 Stimme der Bewegung. 16.40 Professor Dr. Kötteritz: Blut und Boden. 1. Bauer und Revolution. 17,00 Volkstümliche Duette. Constanze Fischer(Sopran), Karl Fischer(Tenor), Paul Müller(Violine), Hans Haaß(Klavier). 1. a) Verratene Liede (Cornelius). b) Abschied der Vögel(Hildach). 2. a) Mazurka(Mlynarski), 5) Spanischer Tanz (Strasser). 3. a) Fliegendes Blatt(Wolff), b) Agnes, mein reizender Schmetterling(Wolff). 4. Csardas=Szenen(Hubay). 17.30„Die Störche fliegen.“ Gemeinschafts=Hörbericht Köln Königsberg. Vom Vogelzug.— Storch=Versuch der Vogelwarten Rossitten und Essen Ruhr. Leitung: Hans Günther v. d. Burchard und Dr. Bernhard Ernst. 18.15 Deutsche Erzähler. Brüder Grimm: Der Grabhügel. 18.30 Italienische Unterhaltung. Lektor Dr. Jesse. 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19.00 Reichssendung: Stunde der Nation. Werke von Richard Strauß. Das Leipziger Sinfonie=Orchester, Leitung: Generalmusikdirektor Hans Weisbach. Solist: John Glaeser(Tenor). 1. Lieder. 2.„Ein Heldenleben“: a) Der Held b) des Helden Widersacher#c) Des Helden Gefährtin]d) Des Helden Walstatt sel des Helden Friedenswerke] s) Des Helden Weltflucht und Vollendungen. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,05 Es ist keinem recht zu machen. Eine heitere Hörfolge. Zusammenstellung: Josef Tobias. Leitung: Curt Baumgarten. 21,00 Vom Wecken bis zum Zapsenstreich. Ein Tag aus dem Leben des Soldaten. 22.00 Spätbericht. 22,20 Westdeutsche Wochenschau. ———— Funkstille———— * Handel Gewerbe= Industrie# Dollar in Berlin: 2.967 gegen 2.897 vorher(Parität 4.198 Mark) Pfund in Berlin: 13.445 gegen 13.42 vorher(Parität 20,429 Mark). Essener Börse Lustlos Essen, 11. Sept. Die heutige Börse verkehrte in lustloser Haltung bei abbröckelnden Kursen. Wintershall=Aktien gaben im Verlauf etwas nach. Am Kohlen=Kuxenmarkt wurden Konstantin und Deutschland niedriger umgesetzt, während König=Ludwig sich behaupten konnten. Am Braunkohlenmarkt wurden einige Gute=Hoffnungs=Kuxen umgesetzt. Am Kali=Kurenmarkt war ein Neusollstadt=Kux auf letzter Preisgrundlage im Handel. Die übrigen Werte blieben umsatzlos. Die Börse schloß ohne Erhalung n weiter abwartender Haltung. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Preise unverändert. Gewürze: Weißer Muntok 73. weißer BataviaMuntok 74, schwarzer Lamvong 48. schwarzer Singavore 49. Tellicherru 67. Piment 38. Kaneel 0000—0 98—84, Kaneel 1—4 72—70. Cardamon Malabar 303. Cassia lignea 26. Cassia flores 74. Cassia vera 1 67, Cassia vera 3 11. Javan=Ingwer 38. Cochin=Ingwer 56—70, Macisblüte Banda 295, Macisnüsse 82—128. Relken Sansidar 67. Lordeerlaub 22. holl. Kümmel 50. gelde Senfsaat 40 30 Mark per 100 Klg. Banille Bourbon 7—15 Mark per 1 Kla. Baumwolle: Stetia Middlina Universal loko 10.10 Dollareents Rückgang am Farbenaktienmarkt Berliner Börsenstimmungsbild Berlin, 11. Sept. Die Bewegung am Farbenaktienmarkt drückte auch heute wieder der Börse ihren Stempel auf. Jede Erholungstendenz wurde durch den neuen Rückgang der Farbenaktien unterdrückt, und die günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft, insbesondere der Bericht des Instituts für Konjunkturforschung über das Fortschreiten der konjunkturellen Besserung in Deutschland. vermochten daher lediglich nur wieder der Tendenz einen Rückhalt zu geben. Die Abgeber dürften in den gleichen Kreisen wie bisher zu suchen sein. Durch die Rückgänge der letzten Tage sind naturgemäß auch wieder Depots schwach geworden. Wenn Wirtschaftskreise zur Finanzierung von Aufträgen Kredite gegen Effektenunterlage aufgenommen haben, so werden hier durch die Rückgänge der letzten Zeit ebenfalls Nachschüsse erforderlich sein, die volkswirtschaftlich wenig erfreulich sind. Wenn sich auch heute wieder vielfach die Kurspflege der Banken bemerk bar machte, so waren doch eine Reihe von Werten bei größerem Angebot rückgängig. Farden verloren 1¾, Mannesmann waren 1¾, Buderus 2¼, Hoesch 1¼. Klöckner 1¾8. Gelsenkirchen 1½ Prozent schwächer. Ver. Stahl gingen auf 27(28½) zurück. Der Rückgang des Reichsbankanteils kam heute zum Stoppen. Auch Elektrowerte waren relativ gehalten, nur Elektrische Lieferungen minus 2¾. Elektrische Licht minus 1¼. Tariswerte waren relativ gehalten. Kaliwerte bröckelten bei kleinsten Umsätzen ab. Auch Renten waren angeboten. Altbesitz verloren ½, Neubesitz ¼ Prozent, Reichsschuldbuchforderungen ¾. Ver.=Stahl=Obligationen setzten mit 51¼ nach 53 ein. Mittelstahl ermäßigten sich um 1. Von Auslandswerten waren Chade 4½ RM. höher. Anatolische Renten verloren ½ Prozent.— Tagesgeld blieb mit 4½ Prozent unv. steif.— Am Valutamarkt waren Dollar und Pfunde etwas fester. London=Kabel 4.53¼. Pfunde=Markt 13.44. der Dollar in Berlin 2,97, Pfunde gegen Paris 81.90. Der Schluß war unerholt. Von Montanwerten gingen Mannesmann auf 46(50) und Ver. Stahl auf 25%(24½) zurück. Dagegen waren Altbesitz ¼ Prozent höher. Nachbörslich waren Farben mit 105½ angeboten. Reichsbank 135%, Metallges. 51, Dessauer Gas 97, Rütgers 43½, Erdöl 90¼, Bayr. Motoren 117, Lloyd 11. Oberkoks 57½, Hoesch 47¾. Schlesische Gas 81. Rheinstahl 69/4. Schuckert 81°/. Gesfürel 64. Phönix 26½, Ver.=StahlObligationen 51¾. Neubesitz 9°. Altbesitz 75½. Reichsschuldduchforderungen notierten: 1934er 99°. 1940er 824—83¾, 1945er—1948er 75-76" Brasil=Kaffees: Geschäft am Platze bei unveränderten Preisen ruhig.— Gewaschene Kassees: Preisveränderungen sind nicht eingetreten. Schmalz: Stetig. Ametik„Steamlard 18.50 Dollar Purelard 19.50 20.00 Dollat. Hamburger Schmalt 158 Mark per 100 Klg Kautichuk: Stetig. Sbeets loko I Ott. Noo 3 a. Nov. Dez 3“, nence per lbe Hülsenfrüchte: Markt ruhig. Preise unverandert. " Rohkakao: Der Markt ist stetig. Es notieren (5. f. Accm Hauoternte loko 17,00—16.50 Mark, schwimmend 24— cis. Zwischenernte Seot Okt. Abl. 21— ci Lagos sag alte Hauoternte loko 16 Mark. neue Ernte Okt. Dez. Adl. ca. 21 3 bis 210— eis. Suv. Thome auf 7K Frinenan erste Marken cfr. Sept. Okt. Abl. Sup. Evoca Arriba Sept.“ Okt. Abl. nom. etwa 11 Dollar cfr. Raubsutter: Lustlos. unverändert. Oele und Ferre: Bei schlevvendem Geschäft liegt der Oelmarkt schwächer. Auch Talg ist vernachlässigt und entgegenkommender angeboten. Leinöl ist in Großposten zu 30.50 Mark zu kausen. Leinöl prompt Dez. 32.50. Jan. März 33.00. Rüböl Sept. Okt. 45.50. Kokosöl Sept. Okt. 22,00. Kokosöl Ceylon Sept.(Okt. 17/10/—. Soiahohnenöl Sept. Okt. 24.00 Mark. Palmkernöl Sept.]Okt. 21.25 Mark. Rizinusöl 1. Pressung 40.50, dto. 2. Pressung 37.50. Kokosvalmkernöl=Fettsäure 26.00. Schweinesette 25 bis 33. Hammeltala 27—33. RRindertalg orima 29—33. dgl. Sekunda 26—28. Erdnußöl Sept.“Okt. 25.25. ägypt. Baumwollsaatöl 24/10. Duisburger Getreidemarkt. Pomm. Weizen 20.60. rhein Weizen 18.70—18.80. gomm. Roggen 16.50. rhein. Roggen„15.45—15.50. Pommernhaser 15.25—15.50, süddeutscher Haser 14.60 bis 14.75. rhein. Haser 13.60—13.70, Wintergerste 16.50. Sommergerste 17.25—18.50. Weizen ausl. 22.50—24.00. Plata=Mais 17.75—18.00. Cinau.=Mais 19.00—19.25. Weizenmehl. Grundvreis 97proz. 25.25—25.50. Weizenmebl. Grundvreis 70—30proz. 25.75—26.00. Roggenmehl. Konzern 22.25—22.50. Roggenmehl. Ostmehl 21.00—21.50. Weizenbollmehl 10.75—11.25. Weizenkleie 8.50—9.25. Roggenkleie 7.75—8.25. Steisens Zuckerschnitzel 9.60 bis 9.93 Mark. Tendenz: fester. Viehmärkte Essener Viehmarkt. Großvieh 693. davon Ochsen 68. Bullen 274. Kühe 241. de, Ge be e S 922-44 2. 1.-16 Frien; o, i. Bhche. r e. Kalber: A Sonderklasse 65—75. B undere Kälber: a) 50 9 55 H 44—45. c) 38-42. d) 28-32. Lämmer und S 8- 88. J d S..- c.Peea bis 42. a) 36—4.— Verlauf: Großvieb Langsam, Kälber sehbaft Schaie mittel. Schweine mittel. Schluß schlecht. Christentum und Volk Zum Ausbau der protesiantischen Reichskirche Die Liquidation des liberalen Denkens macht auf den verschiedensten Gebieten Fortschritte. Wahrend aber beispielsweise im katholischen Lager nur der sogenannte„politische Katholizismus“ liberale Anschauungen und Praktiken zu liquidieren hatte, die Kirche jedoch von diesen Fragen völlig unberührt bleibt, liegen die Dinge im protestantischen Lager anders. Nach der Liquidation des politischen Liberalismus hat hier die Bewegung auch auf die kirchliche Institution des Protestantismus übergearissen. Schon seit Monaten ist man an der Arbeit, die organisatorische Zerrissenheit des Protestantismus in Gruppen und unzählige Landeskirchen durch die straffere Zusammenfassung zu einer proteutantischen Reichskirche zu überwinden. Diese Gnheitsbewegung, die insbesondere von den„Deutschen Christen“ vorgetragen wurde, hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt. Nachdem am 14. Juli 1933 das Reichskabinett bereits eine einheitliche Verfassung für die„Deutsche Evangelische Kirche“ einstimmig genehmigt hatte, waren die Grundlagen für eine solche Zusammenfassung der protestantischen Einzelgruppen geschaffen. Diese Kirchenverfassung bestimmte, daß an die Spitze der zusammenzuschließenden 29 Landeskirchen ein Reichsbischof mu dem Sitz in Berlin treten oll, der dem lutherischen Bekenntnis angehören muß Ihm zur Seite wird ein geistliches Ministerium treten, das aus drei Theologen, je einem des lutherischen, des reformierten und des unierten Bekenntnisses, und einem Juristen bestehen soll. Diesem Ministerium wieder sollen beratende Kammern zur Seite treten. Daneben wurde schließlich die Institution der Synoden beibehalten. Während nun die Frage der Reichskirche noch ihrer letzten Vollendung harrt, ist dieser Tage die Generalsynode der altpreußischen Union in Berlin zu einer entscheidenden Tagung zusammengetreten. Die Beschlüsse, die hier gefaßt wurden, lassen die Konturen des neuen protestantischen Kirchengebildes deutlicher als bisher zutage treten. Zwei wichtige und grundlegende Maßnahmen lenken dabei die Aufmerksamkeit auf sich: Die Aufteilung des gesamten preußischen Kirchengebietes in zehn„Bistümer“ und die Einführung des Bischofstitels für ihre Leiter und zweitens die Anwendung der Bestimmungen des staatlichen Gesetzes zum Schutze des Berufsbeamtentums und damit auch des Arierparagraphen auf die protestantischen Geistlichen und Kirchenbeamten. Fragen der Lehre, des Glaubens und des Bekenntnisses sind von der Generalsynode nicht angeschnitten worden. Man könnte versucht sein, in der Einführung des Bischofstitels und in der Einteilung des Landes in Bistümer eine Annäherung an katholischhierarchische Auffassungen zu erblicken. Wer sich jedoch ernster mit dieser Frage befaßt, wird feststellen müssen, daß diese Lösung, die die protestantische Bischofsfrage jetzt gefunden hat, im wesentlichen in einer Titelfrage gipfelt. Man wollte die bisherige staatsrechtliche Bezeichnung„Generalsuperintendent“ längst nicht mehr. Sie war niemals volkstümlich gewesen. Vielleicht hoffte man durch den katholischen Titel auch die repräsentative Bedeutung des kirchlichen Vorsteheramtes zu heben. Ausdrücklich betont wurde es aber auf der Synode, daß mit der Einführung des Bischofstitels keineswegs die Schaffung irgendeiner kirchlichen Lehrinstanz beabsichtigt sei. Diese würde wohl schon wegen der Verschiedenartigkeit der Bekenntnisse, die unter den neuen Bischöfen zusammengefaßt werden, auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen. Auch würde sie den ganzen bisherigen protestantischen Kirchenbegriff, der ja auf der Freiheit der Lehre beruht, über den Hausen werfen. Die protestantischen Bischöse, die jetzt an die Stelle der Generalsuperintendenten treten, werden allerdings in organisatorischer Hinsicht, also in allen Fragen, die das äußere Kirchenregiment angehen, eine autoritäre Stellung einnehmen. Während der Generalsuperintendent Mitglied einer kollegialen Behörde, des Konsistoriums, war und über sich den Konsistorialpräsidenten hatte, wird der neue Bischof tatsächlich in allen Fragen, die nicht die Lehre und den Glauben angehen, die oberste Instanz, untergeordnet nur noch dem Landesbischof, sein. Von einer Annäherung an die kirchliche Hierarchie, die im Katholizismus auf göttlicher Einsetzung beruht, kann somit allerdings keine Rede sein, schon deshalb nicht, weil die protestantische Lehre das Sakrament der Priesterweihe nicht kennt. Die Anwendung des Gesetzes zum Schutze des Berufsbeamtentums auf die protestantische Kirche hat auf der Generalsynode zu den schon bekannten ernsten Meinungsverschiedenheiten geführt. Die Generalsuperintendenten ließen eine gemeinsame Erklärung abgeden, daß sie zwar dem Paragraphen 1, dem Arterparagraphen, zustimmen, aber dafür halten, daß die Maßnahmen des Staates nicht einsach auf die Kirchen übertragen werden dürfen. Die Generalsuperintendenten beantragten deshalb die Streichung des Paragraphen 3. wonach Geistliche und Beamte, die nach ihrer bisherigen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat und für die deutsche evangelische Kirche eintreten, in den Ruhestand versetzt werden dürfen. Die Gruppe„Evangelium und Kirche“, meist jungreformatorische Krafte, die bei den leuten Kirchenwahlen meist als einzige Gruppe gegen die„Deutschen Christen“ standen, gaben eine noch schärfere Erklärung ab und verließen dann vor der Abstimmung geschlossen die Synode. Nach dieser Sezession wurden beide Gesetzentwürfe mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit angenommen, und am folgenden Tage bereits hat der Kirchensenat auf Grund dieses Beamtengesetzes sieben Generalsuperintendenten und sieben Oberkonsistorial= räte in den Ruhestand versetzt. Im Hinblick auf die Anwendung des Ariervaragraphen auf die protestantische Kirche dürfte eine Stellungnahme interessieren, die vor kurzer Zeit von einem Führer der jungen protestantischen Generation, Hans Beyer, in der Schrift „Deutschland ohne Protestantismus“ niedergelegt wurde. Beyer schreibt dort u. a.:„Solange es eine christliche Kirche gibt, wird sie ihrem Auftrage gemäß das Evangelium allen Nationen bringen, auch den Juden. Das Christentum verzichtet keineswegs auf die Aufgabe, die ihm im Judentum gestellt ist. Es muß aber zugleich ablehnen, die Mission als eine völkische Angelegenheit anzusehen: aus den von deutschen Lutheranern oder Reformierten missionierten Juden werden keine deutschen Evangelischen, sondern evangelische Juden. Die missionierende Kirche wird sehr sorgsam darauf achten müssen, die wirklichen Zusammenhänge zwischen Volkstum und Glauben klarzustellen, in übrigen aber keinen Zentimeter von dem ihr von Christus vorgeschriebenen Wege abzuweichen. Es ist das Wort des souveränen Gottes. Wer das nicht begreift, gehört nicht auf die Kanzel oder in einen Kirchenvorstand, sondern eher auf den Scheiterhaufen.— Zugleich aber ist zu sagen, daß dies Wort Gottes den einzelnen Völkern gepredigt wird und daß die völkische Eigenart dieser Nationen von der Kirche nicht verändert werden darf oder soll Missioniert die Kirche Juden, so missioniert sie sie nicht dem deutschen, sondern dem jüdischen Volke. Mit diesen missionierten Juden stehen wir in Glaubensgemeinschaft: uns trennt aber das Blut und die völkische Geschichte.“ Soweit die Arierfrage in der protestantischen Kirche. Es ist außerordentlich interessant, daß die Bestrebungen, die auf die Rückkehr zum autoritären Führergedanken auch im kirchlichen Leben hinzielen, gerade im Protestantismus im Wichtigsten, in der Lehre und im Glauben, ihre natürliche, daher unüberwindliche Grenze haben, und daß hier vom Organisatorischen her eine Annäherung an die katholische Hierarchie, die mit dem Primat Petri und seiner rechtmäßigen Nachfolger steht und fällt, kaum möglich erscheint. Obgleich wir die Dinge so sehen, können wir die organisatorischen Vorgänge, die zum engeren Zusammenschluß im protestantischen Lager drängen, nicht so leicht überschätzen. Erst die Zukunft wird zeigen müssen, ob die organisatorische Bewegung im protestantischen Lager auch eine neue religiöse und geistige Bewegung hervorzubringen vermag. In den jungen protestantischen Kreisen sieht man diese Notwendigkeit teilweise sehr scharf. Dort weiß man, daß die Entscheidung über die Zukunft des Protestantismus auf dem Gebiete der Lehre und des Bekenntnisses fallen wird, ohne daß man deshalb die organisatorische Zusammenfassung der Kräfte außer acht zu lassen braucht. Beyer hält darum eine seelische Wandlung auch im protestantischen Lager für unerlaßlich und sagt:„Von der Begegnung des Protestantismus mit dem nationalen Sozialismus wird das Schicksal des Reiches abhängen. Gehen beide Kräfte unverwandelt aus der Begegnung hervor, so wird es auf protestantischem Boden nicht mehr zur Kirchenbildung kommen. Zugleich aber ist der Rückfall der völkischen Bewegung in die Ideen von 1789 gewiß: nur die Kirche kann die völkische Bewegung vor dem rassischen Rationalismus retten, der in ihr verborgen steckt. Eine Verwandlung aber verwandelt beide Kräfte, zerschlägt beim Protestantismus die reaktionär=liberale Verkrustung, beim Nationalsozialismus die liberalen Rudimente im Weltanschauungsgebäude. Auf diese Verwandlung kommt es deshalb an. Und auf diese Verwandlung müssen alle Krafte ausgerichtet werden.“ England für dauernde Rüstungskontrolle Man will Deutschland die Verantwortung zuschieben7 Das Programm für den 18. September Der Adgeordnete Ferry erging sich in heftigen direkten Angriffen gegen Deutschland. Seine Ausführungen ließen an den üblichen böswilligen Unterstellungen nichts zu wünschen übrig. Das Reich habe, so behauptete er, aus der blinden Schwäche Frankreichs den Nutzen gezogen, um sich den Vertragsklauseln zu entziehen. Heute eien Heer und Frout wiederaufgebaut und Deutschland gehe in seiner Kühnheit soweit, die Abrüstung der anderen zu fordern. Es habe das pangermanistische Programm der Vorkriegsjahre wieder ausgenommen und versuche jetzt, die territorialen Klauseln des Vertrages anzugreien. Alle diese Pläne könnten aber nur nach der Vernichtung Frankreichs verwirklicht werden, wie Hitler in seinem Buch„Mein Kampf“ anekündigt habe. Es sei wirklich nicht der Augenblick, auf em Gebiet der Abrüstung auch nur einen Schritt nachzueben, denn um freizubleiben müsse Frankreich stark leiben. In der gleichen Richtung bewegten sich die Ausführungen des Generals Weygandt in Longoy. Mussolini als (Bou unserem römischen Rom, Anfang September. Der Philosoph Busson sagte einmal:„Stil macht den Menschen aus". Mit dem Stil meinte er den Geist. Heute könnte man sagen:„Der sportliche Stil macht den Menschen aus". Die Menschheit von heute glaubt nicht mehr an Romantik und Stimmung und Geist, wie das neunzehnte Jahrhundert; sie glaubt nur noch an Stärke und Muskeln. Auch die Maschine, dieses Wahrzeichen unserer Zeit, ist nur ein in Mechanik umgesetzter Muskel. Es war mithin logisch, daß die großen Männer unserer Epoche Sportsmänner sein mußten. Beispiel: Mussolini. Der Duce war. und das verdient besonders hervorgehoben zu werden, nicht immer ein so begeisterter Anhänger des Sports, wie er es heute ist. Als er noch Direktor des„Avanti“ und in zahllose politische Schlachten verwickelt war, gab es für ihn ausschließlich geistige Betätigung. Sein damals wie von Fieber geschütteltes Dasein spielte sich zwischen seinem Arbeitstisch im Redaktionsgebäude und dem Stuhle ab, auf dem er täglich vier, fünf, sechs Stunden las, die er dem Schlaf abrang. nachdem ihn seine Berufsarbeit zehn und zwölf Stunden lang in Anspruch genommen hatte. Während der Jahre 1919—1922, der Jahre, die dem Marsch auf Rom voraufgingen und den Faschismus aufkommen sahen, empfand Mussolini das Bedürfnis, Sport zu treiben Seine Mailänder Freunde. die damals in enger täglicher Berührung mit ihm standen, erinnern sich noch sehr wohl seiner ersten Fechtstunden, die er nahm, um sich gegebenenfalls im Duell schlagen zu können. Denn der Feldzug, den er unermüdlich mit seiner scharfen Feder im„Popolo d'Italia“ führte, konnte ihn jeden Augenblick einem Gegner gegenüberstellen, dem er allzu heftia in den Spalten seines Blattes zugesetzt hatte, und der Genugtuung forderte Mussolini war ein Musterschüler, wenn man so sagen darf. Jeden Tag übte er sich im Waffensaal, bis er ein Meisterfechter geworden war, der nicht nur wuchtig auszuholen, sondern auch elegant den Gegner aus dem Felde zu schlagen wußte. Nicht zu Unrecht sagt man vom Fechten, daß es ein edler Sport ist. Fechten erfordert gestählte Muskeln, offene Augen, blitzschnelle Entschlußkraft, psychologisches Einfühlungsvermögen, um den Bewegungen des Gegners zuvorzukommen. Aus dem Fechtmeister Mussolini wurde rasch ein vollendeter Sportsmann im wahrsten Sinne des Wortes. Er widmete sich der Reitkunst, lernte Motorradfahren und scheute sich vor Rekordfahrten nicht. Das Auto zog ihn mächtig an; auf den Straßen der Lombardei lernte er den Rausch der Schnelligkeit kennen, hundert und mehr Kilometer in der Stunde einherzubrausen, im Bewußtsein, Zeit und Raum überwunden zu haben. Mussolini wurde Flieger und endlich Schwimmer. Er übte nicht nur Brustschwimmen, sondern auch den Crawl. Und auch das war ein Zeichen der Zeit und ein charakteristischer Zug des Mannes. Mussolini ist ein unermüdlicher Arbeiter; Aehnliches wird vielen Staatsmännern nachgerühmt. Bei Mussolini in es nicht bloß ein leeres Kompliment. Seine engeren Mitarbeiter wissen nur zu gut, welche ungeheure Arbeitskraft in diesem Manne steckt, denn wer von ihnen hätte der Arbeitseinteilung widerstanden, die er ihnen auferlegte? Er steht zu früher Morgenstunde auf. legt sich zu später Nachtstunde nieder, empfängt, spricht, schreibt, kontrolliert ohne Unterlaß, ist unablässig tätig von morgens bis abends. Im Jahre 1927 hatte Mussolini unter einer Magenkrankheit zu leiden. In gewissen Auslandskreisen verSportsmann NT.=Korrespondenten.) breitete sich sofort das Gerucht er sei krebskrank. Einigausländische Zeitungen kündigten eine unmittelbar be vorstehende Operation an. Die Wahrheit war viel ein facher. Der Arzt, der Mussolini behandelte, und de ihn ausgezeichnet kannte, wußte, wie es um ihn stan! und sagte ihm:„Exzellenz. Sie können wieder gesund werden, aber unter einer Bedingung: lange Mona## hindurch müssen Sie sich einer strengen Diät unterziehen sich jeden Tag mit leichtem Gemüsebrei und einem Liter Milch begnügen....“ „Ich werde Ihr Regime getreulich einhalten". erwiderte Mussolini und hielt Wort Nach einem Jahre war er geheilt. und heute ist er besser„in Form“ denn je zuvor. Das dankt der Duce seiner gesunden kräftigen Konstitution und der sinnvollen Art und Weise, wie er die verschiedensten Sports betreibt. Daher seine jugendliche Spannkraft, sein leuchtendes Auge, die Geschmeidigkeit aller seiner Bewegungen In diesem Jahre, da der August ganz Italien und besonders Rom mit qualvoller Hitze schier erdrückt, da ganz Italien wie erstarrt erscheint, änderte Mussolini an seinen Lebensgewohnheiten nichts. In diesem Glutmonat gab es Tage, wo er fünsundzwanzig Audienzen abhielt, manche von höchster Bedeutung darunter; die meisten waren Botschaftern, Ministern, Generälen gewährt. Dreimal nur verließ er die Hauptstadt, um das Wochenende im Kreise seiner Familie zuzubringen. Und das letzte Mal blieb er nicht ganz ungestört; der österreichische Bundeskanzler Dollfuß suchte ihn auf, was Mussolini nicht hinderte, wie gewohnt sein Bad zu nehmen. Denn Mussolini arbeitet überall, in Rom, im Arbeitszimmer, zu Schiff, zu Lande. in der Ebene, im Gebirge. Niemals verzichtet er auf seinen Lieblingssport: Schwimmen. Wenn er in Riccione weilt. vergeht kein Tag, an dem er nicht wenigstens eine Stunde lang im Wasser bleibt und schwimmt. Riccione, die alte kleine Vorstadt des historischen Rimini, berühmt wegen der tragischen Liebe Paul Malo testas zu der schönen Francoise, denen Dante seinen siebenten Gesang des„Inferno" widmete, ist heute ein eleganter Badeort geworden; die letzten Jahre sahen zahllose Hotels und Villen erstehen, von denen nicht wenige Deutschen, Schweizern und Tschechen gehören. Der langhingestreckte Strand lockt zahlreiche Badegäste an, die sich in dem wundervoll feinen Sande gefallen. Das Familienleben Mussolinis in Riccione ist schlicht und einfach. Am frühen Morgen geht er mit seinen Söhnen an den Strand, wo er den getreuen Bademeister der Familie, Pasquale, vorfindet, der auf ihn wartet. Der Duce fragt niemals, ob das Wasser warm sei. Geraden Wegs geht er zum Sprungbrett, um sich seinem Lieblingssport zu widmen. Nur an den Tagen, da das Meer rollt und grollt, als ob es den Menschen das Baden verbieten wollte, sagt der getreue Pasquale zum Duce:„Exzellenz, heute morgen wird das Bad gut sein!" Denn er weiß, wie sehr Mussolini es liebt, zu kämpfen und der Schwierigkeiten Herr zu werden. Von ferne schauen die Leute zu, wie dieser Fünfzigjährige mit der Gewandtheit und Leichtigkeit eines jungen Athleten schwimmt. Nach dem Bade ruht sich Mussolini in der Sonne aus. Sodann versammelt sich die ganze Familie im Hause, um das bescheidene Mittagsmahl einzunehmen Reis. Makkaroni und ein Fleischgericht. Ausgezeichnet, aber bescheiden. Am Nachmittag gönnt sich der Duce einige Ruhe, die freilich nicht selten noch durch dringende telephonische Anrufe unterbrochen wird, und am Montag besteigt Mussolini morgens sein Auto und kehrt nach Rom zurück. wohin ihn des Alltags Last und Sorgen rufen...... Ein„moderner“ Zusammenstoß Das Schienenauto, das modernste der Schnellver kehrsmittel, bleibt auch vom Mißgeschick eines Verkehrsunglücks nicht verschont. In der Nähe von Erquy in Nordfrankreich ereignete sich infolge falscher Signalstellung dieser Zusammen stoß mit einem Eisenbahnzug: im Vordergrund das Schienenauto. Bei dem Unglück waren etwa 20 Opfer zu beklagen. London, 11. September. Der Pariser Berichterstatter der„Times“ veröffentlicht eine Reihe von Einzelheiten über das Programm der englischefranzösischen Besprechungen, die am 18. September in Paris stattfinden sollen. Frankreich werde eine Aufstellung über angeblich unerlaubte Rüstungen Deutschlands zur Sprache bringen. Die englische Regierung teile bis zu einem gewissen Grade die Besorgnisse Frankreichs, werde aber ihren Einfluß dahin ausnutzen. diesen Punkt nicht frühzeitig vorzubringen. England sei arundsätzlich bereit, den französischen Standpunkt bezüglich der Einrichtung einer dauernden zwangsläufigen und regelmäßigen Rüstungskontrolle anzunehmen. Es werde vielleicht auch dafür sein, die Wirksamkeit einer solchen Kontrolle mehrere Jahre lang zu erproben. England werde jedoch seine Zusage von der Versicherung Frankreichs abhängig machen, daß Frankreich seine Rüstungen am Ende dieser Probezeit herabsetze, falls sich das Kontrollsystem bewähren sollte. Eine weitere Vorbedingung sei, daß die Lage in Europa dann hinreichend Vertrauen einflöße. Weiter sei es Aufgabe der englischen und französischen Vertreter, sicherzustellen, daß auf keinen Fall ein Keil zwischen die französische und englische Abordnung in Genf getrieben werden kann. Beide Abordnungen werden dann in Genf den Vorschlag ür eine internationale Rüstungskontrolle lar vorbringen können. Die deutsche Regierung müßte dann ihre wahren Absichtigen zeigen. Sollte sie eine Beteiligung an einem System, das alle Mächte gleichmäßig betreffe, ablehnen, so würde die Verantwortung für einen eventuellen Zusammenbruch der Verhandlungen klar sein. Französische Kriegsreden Paris, 11. September. In Longvy, Nancy und Leaur wurde am Sonntag in Anwesenheit des Oberkommandierenden der französischen Armee. General Weygandt. des Marschalls Petain und des Pensionsministers Miellet der 19. Jahrestag der Marneschlacht gefeiert. In Leauz hielt der Pensionsminister Miellet eine von Unverständnis, Unversönlichkeit und hysterischen Ausfällen strotzende Rede. Miellet erklärte, man habe den Ereignissen des Weltkrieges niemals näher gestanden als heute. Der Geist von 1914 scheine wieder geboren zu werden. Unter dem Namen„das Erwachen eines Volkes" wohne man der Explosion eines übertriebenen Nationalismus bei, der den Ueberlieferungen getreu beweise, daß sich an der Marne nicht nur zwei feindliche Armeen gegenübergestanden hätten, sondern zwei Zivilisationen, zwei Geistesrichtungen und zwei Philosophien des Wissens und des Lebens. Es sei klar, daß sich heute wie gestern derselbe Wille der Hegemonie, der Annektion und des Imperialismus kundtue. Frankreich habe deshalb gegen sich selbst die Pflicht, stark zu bleiben, um dem Angreifer den Weg zu versperren und den ehrgeizigen und abenteuerlustigen Völkern den Mut zu nehmen In Nancy erklärte Marschall Pétain, daß das französische Volk mit seinen gefallenen Soidaten in sich ehen und sich fragen müsse, ob es angesichts der höchen Interessen des Landes bereit sei, den persönlichen Egoismus zu unterdrücken und sich noch einmal, wenn es sein musse, zu erheven, um den eigenen Boden zu verteidigen Westfälisches Dichter= und Schrifistellertreffen Dortmund, 11. Sept. 1933. Hier versammelten sich am Samstagnachmittag die westfälischen Dichter und Schriftsteller zum 1. Westfälischen Dichtertreffen in überaus großer Zahl. Der örtliche Leiter des Kampfbundes für deutsche Kultur, Dr. Marquardt, begann nach kurzer Begrüßung des Oberbürgermeisters Malzbender, des Vertreters der Reichsleitung für deutsches Schrifttum, HagemeierBerlin, und des Gaukulturwarts der NSDAP. Dr. Schwarzschulz. mit einer Erläuterung des kulturellen Programms der Zukunft. Es gelte Fronr zu machen gegen Hohlheit und Phrasentum, gegen den Liberalismus. an dem die Völker zugrunde gehen, es gelte dem Nationalsozialismus einen geistig=kulturellen Unterbau zu geben. Die Dichter seien berufen, neuen inneren geistigen Reichtum, eine neue Seelenhaltung dem Volk zu geben. Das Ziel sei eine Aktivierung des deutschen Kulturlebens. Der Künstler sei ein Künder seines Ichs, ein Erzieher des Volkes. Er müsse sich auf sich selbst besinnen können und gefördert werden, um vor wirtschaftlicher Not geschützt zu sein. Er müsse aber auch etwas zu sagen und zu bringen haben, wolle er geistiger Führer und Erzieher des Volkes sein Zu diesem Dichtertreffen seien 2000 Manuskripte eingegangen bei einer Beteiligung von etwa 200 Personen. Aber 90 Prozent davon sei Schund 9.1 Prozent sehr mittelmäßig, und nur 0.9 Prozent sei wirflich reife Kunst. Die„Künstler“, die nur um ihrer selbst willen Schaffen und sich über andere Menschen dünkelhaft erheben, müßten verschwinden. Der wahre Künstler kenne kein„sowohl— als auch“, nur ein„entweder — oder“. Er bedürfe nicht der Parteiorganisation. Die Gemeinschaft der Künstler, die heute hier gebildet werden solle, sei eine geistig=seelische Gemeinschaft.„Wir werden jeden suchen, werden um jede Seele ringen, bis wir eines Tages alle Seelen, die Reinheit in sich haben. bei uns wissen“, so schloß der Redner seine zündende Ansprache. Er gab sodann bekannt, daß zum Gauleiter der deutschen Dichter und Schriftsteller in Westfalen von der Reichsleitung des deutschen Schrifttums und vom Reichsverband Deutscher Schriftsteller der Dichter Müllerrerichs und zu seinem Stellvertreter der Dichter Fritz lelert ernannt worden ist. Am Abend kamen in einer festlichen Veranstaltung im alten Rathaussaale einzelne westfälische Dichter mit eigenen Werken zu Wort. Ein anschließendes geselliges Beisammensein diente gegenseitigem Gedankenaustausch im Sinne des Gemeinschaftskulturlebens. Dr Schulte=Kemminghausen wies auf den bevorstehenden Westfalentag in Münster hin und gab bekannt. daß auch diese Gelegenheit zu einer einheitlichgeschlossenen Kunst= und Kulturkundgebung Westfalens benutzt werden soll. Die Veranstaltung hat gezeigt, wieviel farbenreicher ein solcher literarischer Abend ist als ein Dichterabend, den ein Autor allein bestreitet. Die Zusammenarbeit der Dichter und Schriftsteller bei den großen deutschen Kulturaufgaben kann nur lebhaft beorüßt werden 1 Weitere Aufteilungen im westfälischen Industriebezirk Die neue 2. und S. Kreis- und die neue Aufnahmehlalle-— Terminlilte Nachstehend veröffentlichen wir die weitere Aufkeilung des westfälischen Industriebezirks in eine neue 2. und 3. Kreis= sowie eine Aufnahmeklasse. Dazu die entsprechenden Termine: 2. Kreisklasse— Gruppe 1: Hordel, BfL Herne, Rasensport Herne, Herne=Süd, Schwarz=Weiß Herne, Wattenscheid 19, Wattenscheid=Ost(DT), Holsterhauen, Herne 16, Eintracht Günnigfeld, Sportfreunde 19 Herne(D3K), Reichsbahn Wanne, Rasensport Wanne. 2. Kreisklasse— Gruppe 2: SpSp. Gerthe, Polizei Bochum, Bochum=West, Concordia Bochum, Reichsbahn Bochum, BfB Langendreerholz. GertheHiltrop, Tus Kornharpen(DT), Stiepel 04, Queren burg, Sportfreunde 07 Gerthe(D3K), Westfalen Langendreer(DIK). 3. Kreisklasse— Gruppe 1: Preußen Herne, Fortung Herne, Constantin Herne, Viktoria Herne, Fortung Wanne, Turn=Club Herne(DT), Tus Wattenscheid(DT), Blau=Weiß Wanne, Falkenhorst Herne (D3K), Blau=Weiß Herne(D3K), Westfalia Günnigfeld(DIK), Centrum=Morgensonne. 3. Kreisklasse— Gruppe 2: Langendreer=Wilhelmshöh, Postsportverein Bochum, Borussia Bochum (DT), Schlägel u. Eisen Langendreer(DT), Fortuna Bochum(D2), Reichsbahn Langendreer, Germania Kaltehardt, Teutonia Stiepel(DT),TuB Hamme 10 (D3K), Jugendsport 06 Bochum(D3K), Tus Wiemelhausen(DIK), Preußen 11 Bochum(DJK). Aufnahmeklasse—. Gruppe 1: Unser Fritz Wanne, SuS Holsterhausen, Grün=Weiß Herne(D2), Union Wanne, EuS Herne, Stadtsport Herne, Postsport Herne, Sportfreunde 17 Wanne=Eickel, Arminia Sodingen, Saxonia Wanne=Eickel, Germania HerneHolthausen, Roland Wanne=Eickel, Hansa Herne(die 5 von DIK). Aufnahmeklasse—. Gruppe 2: Vorwärts BochumHiltrop(D3K), Sportfreunde Linden=Dahlhausen (DJK), Schwarz=Weiß Laer(DJK), Jung=SiegfriedRot=Weiß Bochum(D0K), Schwarz=Weiß Bochum, Werne 26(über die Einteilung des letzgenannten Vereins erfolgt noch Bescheid, da ehemals Arbeitersport), Rasensport 09 Weitmar(DIK), Wattenscheid=Neustadt (D3K), Teutonia 06 Wanne=Eickel(23K), Siegfried 09 Wanne=Eickel(DöK), Bochumer Verein(D2), Tus Bruchstraße(DT). Diese Einteilung ist endgültig. Als Gruppenleiter sind bestimmt: Für 1. und 2. Kreisklasse: Erich Vogt, Wanne=Eickel, Postfach 73; für 3. Kreisklasse und Aufnahmeklasse: Gustav Eckert, Bochum, Düppelstraße 15. * Terminkalender. 1. Kreisklasse— Gruppe B: 17. September 1933: Sodingen— Röhlinghausen; Saxonia— Günnigfeld; Wattenscheid 09— Preußen Wanne; Phönix— Riemke: Wanne 1911— Rasensport; Börnig— RotWeiß Leithe. 2. Kreisklasse— Gruppe A: 17. Sepiember 1933: Hordel— VfL Herne: Wattenscheid=Ost— Schwarz= Weiß Herne: Holsterhausen— Wattenscheid 19; Eintracht Günnigfeld— Rasensport Wanne; Herne 16— Rasensport Herne; Herne=Süd— Sportfreunde 19 Herne. 3. Kreisklasse— Gruppe A: 17. September 1933: Fortuna Wanne— SC Constantin Herne; Viktoria Herne— Centrum=Morgensonne: Westfalia Günniafeld— Fortuna Herne: Blau=Weiß Herne— Tus Wattenscheid: Preußen Herne— Blau=Weiß Wanne; Turn=Club Herne— Falkenhorst Herne. Aufnahmeklasse— Gruppe A: 17. September 1933: Unser Fritz Wanne— SuS Herne; Sportfreunde 17 — Arminia Sodingen: Saxonia Wanne=Eickel— Grün=Weiß Herne: SuS Holsterhausen— Union Wanne: Roland Wanne=Eicke!— Germania Holthausen: Postsport Herne— Stadtsport Herne. Wieder ein Zusammenschluß von zwei Heruer Vereinen. Sportverein Preußen und Postsportverein haben sich unter dem Namen„Postsportverein Preußen" vereinigt. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vereinsführer: Kühne, Ober=Tel.=Sekr., Herne, Oskarstr. 11, Stellvertreter: Pg. Kurt Lindenberg, Herne, Vinckestr. 15; 1. Kassenwart: Wilhelm Busch, Postschaffner, Herne, Schlageterstr. 47; Geschäftsführer und Vereinsanschrift: Georg Tyzack, Herne, Horsthauser Str. 14. zur Ruhr, Dahlhausen. Bedingungen sind durch die Reisevereinigung zu beziehen. Durch eine freiwillige Spende der Mitglieder von 10 Prozent der Preisgelder vom Wettflug ab Oeynhausen konnten dem Hilfsfonds für Opfer der Arbeit RM. 275.— überwiesen werden. Brieftaubenlport Die Brieftauben=Reisevereinigung herne u. Sodingen veranstaltete am Sonntag einen Wettflug ab Wunstorf(ca. 178 Km.). Von den 1617 auf die Reise gesetzten Tauben erreichte die erste Taube bei klarem Wetter und starkem Nordwestwind um 10,08,52 Uhr den heimatlichen Schlag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1300 Meter pro Minute. Die ersten 10 Preise erhielten: 1. Schmidt(Luftbote) 2. Piotrowski(Luftbote) 3. Buzinski(Concordia) 4. Schlüter(Blitz) 5. Maledt(Treue) 6. Piotrowski(Luftbote) 7. Dettke und Handke 8. Klaffki(Frohe Botschaft) 9. Piotrowski(Luftbote) 10. Schmidt(Luftbote). Um 10,19,15 Uhr waren sämtliche Preise vergriffen. Der nächste Wettflug findet am Sonntag, dem 19. d. M., ab Seelze statt. Am 30. d. M. veranstaltet die Reisevereinigung einen freien Wettflug mit diesjährigen Tauben ab Lehrte. worauf wir schon jetzt hinweisen möchten. Teilnahmeberechtigt sind sämtliche Liebhaber der BrietaubenReisevereinigungen von Herne und Umgegend, Bochum=Werne, Mengede, Recklinghausen=Süd, Wanne, Wanne=Eickel, Castrop=Gerthe, Bochum=Ost und Auf Sonstige Svortnachrichten Tennis 1934 ohne Helen Moody. Die genaue Untersuchung der Rückgratverrenun, von Helen Moody=Wills hat den behandelnden Aerz ten Veranlassung gegeben, der Weltmeisterin für 193 jegliches Spielen zu verbieten, so daß die Saison 1934 ohne Helen Moodn vor sich gehen wird. 1935 wirk aber Helen Moody wieder auf den Tennisplätzen zu finden sein. Hockeysieg der Essener SA. In der Dortmunder Kampfbahn„Rote Erde“ fand am Sonntag ein Hockeykampf zwischen einer Auswahlmannschaft der Essener SA und einer Elf des Industriebezirks Ost(Dortmund) statt. Die Essener siegten hoch 7:1(1:1). In der Mannschaft des Industriebezirks wirkte der Herner Thröner I als lk. Verteidiger mit. Handball=Auftakt im Gau 10(Niederrhein). Die Kupferhütte Duisburg empfing den PolizeiSB Düsseldorf und mußte diesem einen verdienten 5:8=Sieg überlassen. Die 03K Union Oberbarmen hatte Alemannia Aachen zu Gast und mußte sich mit 6:10 geschlagen bekennen. Rasensport Mülheim gewann gegen Essen-West 81 mit 6:3(5:3). Bei der DöK Essen=Altendorf weilte der BfB Aachen. Die Gäste landeten einen sicheren 3:9(2:4)- Sieg. Ladoumegue schlägt Purje über 1000 Meter. Auf der Pariser Buffalobohn kam es am Samstagabend zu dem mit Spannung erwarteten Zusammentreffen zwischen dem französischen Weltrekordläufer und dem ebenfalls zum Berufssport übergetretenen Finne Purje. Ladoumegue gewann den 1000. m=Lauf leistt in 2:29,4 Minuten vor Purje 2:31,8 Minuten. Reiscomnihus Fr. Rennkamp ir. Dientag, den 12. Sept. nech Haltern zum Steusee. Abfahrt 2 Uhr vom Neumarkt. Fahrpreis 1.25 RN. Donnerstag, den 14. Sept., zur sehenswerlen Landwirtschaftlichen Ausstellung u. der herrlichen Dahllenblüte in der Gruga. Abfahrt 2 Uhr vom Neumarkt. Fehrpreis 1.— Rf. Freiteg, den 15. Sept., nach Haltern zum Steusee. Abjahrt 2 Uhr vom Neumarkt. Fahrpreis 1.25 R1. Semstag, den 16. Sepi., zur sehenzwerten Landwirtschaftlichen Ausstellung u. der herrlichen Dahllenblüte in der Gruga. Abfahrt 2 Uhr vom Neumarkt. Fahrpreis 1.— 21. Karten im Vorverkauf bei Fr. Rennkamp ir. Heinrichstr. 11 und im Zigatrengeschäft Köhler. Füllhalter Füllbleistifte Schüler=Etuis Notizbücher in großer Auswahl vorrätig. Ferner zu haben: Füllhalter=Tinte Füllhalter=Taschen Koethers& Röttsches 8 Hermann=Göring=Straße 8. neben dem Postamt. Herzliche Bitte! Edle Leserin, edler Leser! Unterernährte Kinder bitten um Brot und Hille. Bitte, helf auch du den Opfern der schweren Zeit. Gott wird es lohnen. Pflege- und Erholungsheim für unterernährte Kinder i. Berlin-Schöneiche Postscheckkonto: Berlin Nr. 44542 „Deutschlands Kolonialhelden“ Jedes Exempler der Bücherreihe„Deutschlands Kolonielhelden“ trägt dezu bei, den Willen des deutschen Volkes, vor allem der deutschen Jugend, zum kolonialen Schetten zu wecken und zu störken. Die Bücherreihe gehört deher in jedes deutsche Haus, vor allem aber in jede deutsche Schule im In- und Auslend. Bend I: Emin Paschas Leben und Sterben von Georg Schweitzer. Mil Geist und Schwert unterwirkt sich der deutsche Student Eduerd Schnitzer aus Neisse els Emin Bey im Herzen Alrikas die Provinz Aequstorien und beherrscht sie als ägyptischer Pascha. Er übersicht den Sturm des Mahdi-Aufstandes und führt dann mit Stenley seine Truppen an die Küste. Dort triftt er euf Wissmann und zieht nun unter der schwarz-weihroten Flagge durch die unerforschten Gebiete Ostatrikes. Bond II. Die Eroberer von Kamerun von Frllz Maywald. Im Jahre 1934 sind es 50 Johre her, seitdem das Deutsche Reich, das Bismerck geschmiedet hette, seine Flagge in Südwest, in Togo und Kamerun entfaltete. Nur 35 Jahre war es dieser ruhmreichen Flagge vergönnt, über dem deutschen Kolonialreich zu wehen. Der Geist aber. der unter ihr die Eroberer von Kamerun vereinte, wer Kempfesmul, Wagelust, Kameredschaft, Autopferungswillen und Pflichterfüllung bis zum letzten. So ist des Buch ein Lied deutschen Heldengeistes, hineingetragen in die eirikenische Wunderwelt. Bend IIR Hermann von Wissmann Der Menn des zwolffachen Verstandes, von Oskat Karsiedt. Dem Gedenken des Deutschen, der Mittelatrike von dem Fluch des Sklavenhandels erlöst het, ist dieses Buch gewidmet. In stemreubenden Zügen und Kämpfen sichert dieser deutsche Offizier den Eingeborenen ein neues Desein, dem deutschen Eroberer aber ihr Vertrauen und ihre Anhänglichkeit. Es zeigt, wie Deutschlands Kolonialherrschaft gleichbedeutend gewesen ist mit dem Kampf gegen Sklevenherrschaft, gegen Seuchen, Hunger, Dürre und vor allem gegen die dumpfe Gleichgültigkeit, die Jahrteusende über Alrikas Menschen gelegen hatte. Band IV(erscheint im Oktober): Die Helden von Südwest von Frltz Maywald. Durch die efendeste Gegend Atrikas führt dieses Buch, von dem gelben Dünentendtraten von Rtolliechbscht-Benkopmand und der Feisküste von Lüderitzbucht über gezeckte Bergzüge und durch die Wüste der Namib in jene unsbsehberen Weiten, die sich wie des Meer un den Menschen eusbreiten. im Jehr der Schlechten von Jene und Auersiedt haben zwei deutsche Männer zum erstenmel einen deutschen Namen m n d i e L a n d k a r t e v o n S ü d w e s t a t r i k e g e s c h r i e b e n, und immer wieder sind neue Deutsche in des ferne Land gezogen, bis es dem deutschen Kolonielreich gewonnen war. Ihr Schaffen und ihre Not, ihre Abenteuer und ihr Sieg werden in dem Buch„Die Helden von Südwesl“ zum Eriebnis. Band V(erschein! im Oktober): Mit Carl Peters in Atrika von Frhir Carl Roegeis. Hell leuchten die Ferben Schwarz-Weih-Rot überall dort, wo sie Cerl Pefers in stürmischen Zügen durch Atrike trägt. Grenzenlos ist die Hingebe dieses Mannes en sein Volk und Land, und kein Hindernis schreckt ihn, wenn es sich auch noch so drohend vor des Ziel stellt Des Ziel eber heiht: Platz für Deutschland in dem etrikenischen Kolonialreich! Aus den Besprechungen: „Ein peckendes Vorbild für das Deutschland und die deutsche Jugend von heute“(„Jambo“).—„Zur rechten Zeit tritt der Verlag mit dieser Buchreihe an die Oetientlichkeit“(„Missionsbole“).—„Zehlreiche Bilder begleiten den kühnen Weg eines vorbildlichen Heldentums“(Des deutsche Buch).—„Ihr Schicksel mag heute wie eine nie wieder zu erlebende Sage klingen, ihr Wille bleibt vorbildlich“(Der Tag).—„Keine Phantesie kann kühnere Talen, größere Opfer und hinreitendere Abenteuer ersinnen“ (Brucke zur Heimet).—„Die Derstellung ist lesseind und drematisch, sie wird vor allem der Jugend sterke Anregungen vermitteln“(Kölnische Volkszeitung).—„Dem rührigen Verleg gebührt besonderer Denk defür, deß er diese Buchreihe in guter Ausstallung zu bescheidenem Preise herausgebrecht hei“ (Schlesische Tegeszeitung). Preis je Band 3.20 RM. Buchhandlung Koethers& Röttsches- Herne 3 Hermann-Göring-Straße 8, neben dem Postamt Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußzisch=Süddeutsche (267. Preuß.) Staats=Lotterie Odue Gewä. Nachdruck verdoter Auf jede gezogene Rummer sind zwei glei dode Gewinne gefallen, und zwar je einauf die Lose gleicher Rummer in den beiden alme ud! 28. Ziehungstag 9. September 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne üder 400 M. gezogen 2 Oeptune zu 25000 u. 198594 4 Gepinne zu 10000 S. 274810 S41599 2 Gewinne un 5000 M. 299447 20 Oepinne iu 3000 S. 19679 56855 62110 76796 115101 152467 156603 183736 331276 465 350 .. 58 Ger nne zu 2000 G. 19777 22496 23609 28460 41993 43971 60651 84643 107436 124936 148077 149560 164601 161502 173254 173433 191371 186624 211083 281371 326230 345294 361262 364626 371270 373103 389491 399608 9497 10035 13675 16713 29701 32496 35133 35542 37217 41543 47666 60302 66106 66775 74680 78382 81897 83735 111056 127096 128326 126769 130492 149314 149933 162292 169671 173775 178960 189264 197964 210923 211291 222151 226812 231928 247659 262248 271969 273846 274277 274925 282388 288265 289602 300463 313949 328167 333320 344358 368127 376927 176 Ceminne mu 500 a. 1417 9676 11246 12689 14845 15638 26477 32468 37460 43066 48400 48435 60058 65324 58528 61427 63258 67873 68694 70229 71885 76937 78727 86662 101831 104048 111831 114191 119554 120429 122228 124272 132810 161264 164730 167908 184299 190626 209698 211061 211228 212865 213097 231322 232962 233623 234417 234454 261267 262769 271127 272182 274676 285432 289611 291893 292449 293170 297799 299141 306130 306462 325447 331670 332744 336936 339979 340802 341335 341770 346875 347621 362554 357413 358060 360395 365564 366473 367430 370499 372831 373279 382445 385521 369967 394967 397298 398010 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Schauburg Am Mittwoch, dem 13. September, nachmittags 3 Uhr, die große Familien-Vorstellung für jedermann mit dem vollständigen Doppel-Spielplan: 1. Wochenschau. 2. Der Traum vom Rhein. 3. Das verschwundene Testament. 4. Knalleffekt. So ist noch nie gelacht worden, wie bei dies em Programm! Kinder und Schüler Saalplatz 20 Pig. Balkon und I. Platz 60 Pig. Erwechsene wie üblich 50 Pfg. bis 1 50 Mk. Kassenölfnung 2,45 Uhr. Anlang 3 Uhr. Schauburg Jeder einmal auf der Westdeutschen Braunen Messe 8.— 17. Sepiember Dortmund, Westfalenhalle Eistrittspreis 0.50 RA., bei Sammelbestellangen 9.39 PM. Jg. Mann, kath., 1.68 m gr., 29 J., berufst. sucht ein katb. Mädchen zw. Heirat kennen zu lernen. Offerten mit Bild unter B. R. 371 a. d. H. Anzeiger. 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