1. rner Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne. Hermann Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19739. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger Gerther Anzeiger Kostenlose Unfallunterstützung von Mk. 250.— bei töblichem Berufsunsall nach Maß gabe besonderer Bedingungen, die in unserer Geschäftsstelle erhältlich#nd. Anzeiger Anzeigenpreue: 1 mm Raumhöde lokal 7 Alg., auswärts 8 Pfg., Arbeite und Wodnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der au die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. 7 Jernsprech Anschluß: Sammel-Mummer 62541 Telegramm-Adresse: Anzeiger Horne. Nr. 211(Erstes Blatt) Freitag, den 9. September 1933 29. Jahrgang Im Tagesspiegel Nrssr Im Vordergrund des HetzF199e*" seldzuges des AusTügenzentrale landes gegen Deutschland steht noch immer die systematische Greuelhetze, mit deren Hilfe man die demokratischen und pazifistischen Kreise gegen das Reich zu gewinnen sucht. Dabei tut sich nach wie vor die Prager Lügenzentrale besonders hervor. Längst widerlegte und wiederholte Beschuldigungen tauchen auf, wie die Veröffentlichungen des „Manchester Guardian" über die angebliche Denkschrift zum Reichstagsbrand, die der Prager„Neue Vorwärts“ fast vier Monate später als neueste Sensation in großer Aufmachung hinausosaunt. Daneben spielt die Propagierung des wirtchaftlichen Boykotts gegen Deutschland noch immer eine wichtige Rolle. Die„Neue Weltbühne“ hat sämtliche politischen und gewerkschaftlichen Internationalen, Sport= und Frauenorganisationen der internationalen Arbeiterschaft zu einer Konferenz eingeladen,„die neben anderen Maßnahmen die Durchführung eines umfassenden Boykotts gegen die gesamte Einfuhr und Ausfuhr Hitler=Deutschlands beschließen sollen“. Im gleichen Sinne äußert sich die in Prag im dritten Jahrgange erscheinende„Streitschrift für Menschenrechte“. In einer gleichzeitig im Verlage des„Neuen Vorwärts“, herauskommenden Broschüre„Revolution gegen Hitler“ werden die Autarkiebestrebungen der deutschen Regierung als „Hungerblockade gegen die deutsche Arbeiterschaft" und als Wirtschaftsboykott gegen diese gekennzeichnet, welche 15 Millionen deutscher Proletarier zum Hungertode verurteilen. Diesen schamlosen Entstellungen, die die leidenschaftlichen Bemühungen der deutschen Reichsregierung um eine Besserung des Loses der deutschen Arbeiterschaft skrupellos auf den Kopf stellen, reiht sich eine Propaganda würdig an, die sich gegen die angeblichen deutschen Rüstungen zum Revanchekriege richten. Wir sind aus den Tagen der deutschen Rüstungsschnüffelei, einer Denunziantengesellschaft vom Schlage der Herren Gerlach und Friedrich Wilhelm Förster allerhand auf diesem Gebiete gewohnt, aber die planmäßige Rüstungshetze, die heute in den Blättern der deutschen Emigration betrieben wird, um Deutschlands Ansehen herabzusetzen, stellt diese früheren Bemühungen weit in den Schatten. Die planmäßige Registrierung jeder nationalen Ertüchtigungsarbeit unter dem Motto: Verbotene Aufrüstung, die nur auf Verteidigung gerichteten Bemühungen um die Organisierung des deutschen Luftschutzes, ja sogar die Einrichtungen des Freiwilligen Arbeitsdienstes werden zu einer großangelegten Hetze benutzt, um unseren Gegnern Anklagematerial für die Abrüstungskonferenz in die Hände zu spielen und das deutsche Volk als kriegslüstern hinzustellen. Der Ausbau der deutschen Emigrantenpresse im Auslande ist noch nicht beendet. Blätter wie„Der neue Vorwärts“ und der„Gegenangriff“ in der Tschechoslowakei wie„Deutsche Freiheit" in Saarbrücken oder„De Afweer“ in Amsterdam sind Ansätze für einen neuen Zeitungstyp, der eines ernuerfreulichsten Zeichen dieser Zeit ist. Nach diesem Muster erscheint seit einigen Tagen auch in Riga eine deutsche Zeitung unter dem Namen „Europapost“, deren Herausgeber Dr. Fritz Lachmann=Mosse ist und in deren Aufsichtsrat Strohmanner wie Nicolai Popoff, Josef Luhn und HirschSchmehmann sitzen. Daß man im befreundeten Auslande über diese neuen Zeitungsgründungen nicht allu glücklich ist, zeigte bereits vor einiger Zeit eor entschiedene Protest des katholischen„Maasbode“. Auch in der Tschecholowakei wendet sich jetzt das angesehene tschechische Organ„Narodni Listy“ gegen das Treiben der deutschen Emigranten. Auch eine Kontroverse zwischen der„Neuen Weltbühne“ und dem„Gegenangriff“ in Prag ist bemerkenswert, in welcher der antifaszistisch eingestellte„Gegenangriff“, der die Tendenzen der 3. Internationale verfolgt, der„Neuen Weltbühne" ihren trotzkistischen Standpunkt zum Vorwurf machte. Bei der Erfolglosigkeit des kommunistischen Kampfes gegen Faszismus und Nationalsozialismus und angesichts des moralischen Zusammenbruches der Sozialdemokratie beginnt diese trotkistische Richtung, die stark revisionistisch ist, unter den deutschen Emigranten an Boden zu gewinnen. Das„andere Deutschland“ jenseits der Reichsgrenzen fängt an, in seinem Haß gegen das neue Deutschland sich selber zu verzehren, und das Ergebnis seiner Wühlarbeit ist außer der Herabsetzung des eigenen Vaterlandes auch die fortschreitende Diskreditierung der sogen.„besten Köpfe“, die vor einem halben Jahre aus den verschiedensten Gründen bei uns das Weite gesucht haben. Der Umichwung in Kuba erfüllt mit schwed##che rer Sorge für die Zukunft dieses schönen und reichen Landes. Erst drei Wochen ist es her, daß Präsident Cespedes die Erbschaft des entflohenen Diktators Machado übernahm, und schon befindet sich Havanna wieder in höchstem Alarmzustand. Armee, Marine und Polizei, von denen der neue Umschwung ausgeht, stellten als verwöhnte und verhätschelte Leibgarde des Diktators schon in früheren Jahren den entscheidenden politischen Machtfaktor dar, und ihrem Abfall ist es zuzuschreiben, daß Machado dem Ansturm seiner alten Gegner weichen mußte. Die Regierung Cespedes, die sich auf die Unterstützung der Washingtoner Regierung und der Neuyorker Bankenkreise berusen konnte, wurde von einer Gruppe von Intellektuellen und Industriellen getragen, die unter der Diktatur unterdrückt und verfolgt wurden und nun den Augenblick für gekommen Keine Rüstungskontrolle ohne gleichzeitige Abrüstung Norman Davis versetzt Frankreich eine kühle Dusche 7 Erneuter französischer Ruf nach der Militärkontrollkommission für Deutschland Lord Grey+ London, 7. September 1933. Lord Grey oi Fallodon ist in seiner Residenz Fallodon Hall in Northumberland heute um 6,05 Uhr früh gestorben. Grey war 1862 geboren. also 71 Jahre alt. I Berlin, 7. Sept.(Eig. Drahtb.) Von unserer Berliner Schriftleitung. Die französischen Wünsche, die auf Einsetzung einer Militärkontrolle abzielen, scheinen nicht so in Erfüllung zu gehen, wie es gewisse Kreise in Paris gern sehen möchten. Der amerikanische Delegierte zur Abrüstungskonferenz. Norman Davis, hat bei einer Unterredung mit dem englischen Außenminister in London erklärt, die Vereinigten Staaten von Nordamerika seien durchaus bereit, einer Rüstungskontrolle zuzustimmen; sie müßten jedoch verlangen, daß mindestens gleichzeitig eine tatsächliche Abrustung durchgeführt werde. Es ist nur zu gut verständlich, daß die französische Presse über diese kühle Dusche, die sich über ihre chauvinistischen Pläne ergossen hat, sehr wenig erbaut ist. Es wird offenbar, daß die groß angelegte Propaganda der Pariser Blätter doch nicht start genug war, um die Regierung der Vereinigten Staaten vor den deutschseindlichen Wagen zu spannen. Das Abwinken des amerikanischen Abrüstungsdelegierten schreckt jedoch die französische Presse nicht davor zurück, das einmal ins Auge gefaßte Ziel weiter zu verfolgen und sogar noch erneut die Forderung zu erheben, sofort eine Militärkontrollkommission einzusetzen, die selbstverständlich keine andere Aufgabe haben soll, als in Deutschland herumzuschnüsseln. In diesem Zusammenhang sind Ausführungen sehr kennzeichnend, die sich im„Matin“ finden. Das Blatt schreibt. Frankreich sei zwar ziemlich gut verteidigt, was nutze aber die beste Stellung, wenn der Angriff darüber hinweggehe, d. h. in der Luft durch Flugzeuge ausgeführt werde. Aus der Rede, die Paul=Boncour vor einigen Tagen gehalten habe, gehe klar hervor, daß sich Frankreich der Aenderungen bewußt sei, die seit den letzten Abrüstungsverhandlungen insbesondere hinsichtlich der Kräfteverhältnisse in den einzelnen Ländern vor sich gegangen seien. Frankreich werde nicht mehr in der passiven Verteidigungsstellung den deutschen Forderungen und Klagen gegenüber verharren wie bisher. Nicht nach Abschluß einer internationalen Konvention über die Abrüstung müsse die Kontrolle eingerichtet werden, sondern vorher, damit man der Debatte erst eine ernsthafte Basis zugrundelegen könne. Bevor man durch eine Konvention die europäischen Rüstungen festsetze, müsse man die Kräfte, die einem eotl. Gegner zur Verfügung ständen, kennenlernen. Das sei heute nicht der Fall. Sicherlich stimmten die in den Verträgen festgesetzten Ziffern heute nicht mehr. Selbst wenn der„Matin“ sich nicht ganz präzise äußert, so ist doch jedem klar, daß er nichts anderes meint, als daß Deutschland insgeheim Truppen ausbilde und ruste. eine Behauptung, die in Frankreich jeden Tag von neuem erhoben, aber dadurch nicht wahrer wird. Ganz im Gegenteil ist Deutschland in der Lage, auf die Veränderung der Kräfteverhältnisse bei anderen Ländern hinzuweisen. Man braucht nur daran zu erinnern, daß die männliche Jugend Frankreichs vom 6. Lebensjahr an körperlich ausgevildet wird und vom 16. Lebensjahr an eine Schulung erhält, die einer rein militärischen Ausbildung gleichkommt. Es ist richtig, daß die französische Heeresleitung den nicht rein militärischen Dienstbetrieb nicht von aktiven Soldaten versehen läßt, aber man stellt 10000 sogenannte Mobilmachungsagenten, die sich aus ehemaligen Offizieren und Unteroffizieren rekrutieren, für Mobilmachungsarbeiten ein. Hierzu kommen 32.000 Zivilangestellte und 7000 Gendarmen. Die Berufssoldaten, die Offiziere und die Langdienstunteroffiziere wurden stark vermehrt. Das stabile Heer Frankreichs, das etwas über 560000 Mann umfaßt, setzt sich zu mehr als 40 Prozent aus Berufssoldaten zusammen. Bekanntlich hat auch die Ausbildung der französischen Reserve in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, sodaß die französische Presse völlig recht hat, wenn sie von einer Veränderung der Kräfteverhältnisse in einzelnen Ländern spricht. Die französischen Verdrehungen und Entstellungen vermögen offenbar nicht den Beifall Amerikas zu finden. Daraus erklärt sich die etwas reservierte Haltung des amerikanischen Delegierten Norman Davis. Die Behauptungen des„Matin“ ließen sich selbstverständ durch ein weit umfangreicheres Zahlenmaterial widerlegen, als es hier geschehen ist. Aber schon diese wenigen Andeutungen genügen, um den gegen Deutschland geführten diplomatischen Kampf Frankreichs ins rechte Licht zu rücken. Deutschland wird es nicht ablehnen, auf sachlicher Grundlage über die Fragen der Abrüstung, über Wehrkontrolle usw. zu verhandeln. Falls jedoch Frankreich glauben sollte, mit mehr als eigenartigen Methoden einen Druck auf die Reichsregierung ausüben zu können, so gibt es sich einer schweren Täuschung hin. Eröffnung des Katholikentages in Wien Ansprache des Kardinalerzbischofs Dr. Innitzer Wien, 7. September 1933. Donnerstag abend wurden die ersten Feierlichkeiten des Allgemeinen Deutschen Katholikentages in Wien mit einem einstundigen Glockengeläut aller Wiener Kirchen eingeleitet, jedoch schon im Laufe des Tages fanden einige Veranstaltungen statt. So wurde der Künstlermarkt auf dem Stephansplatz von Kardinal Dr. Innitzer eröffnet. Die Marktstände, die sich an der ganzen Front der Stephanskirche entlang ziehen, sind nach den Ideen des Rektors der Akademie der bildenden Künste, Dr. Holzmeister, durchgeführt worden. Bis Mittwochmittag waren nach den Schätzungen der Behörden etwa 20000 Fremde in Wein eingetroffen. Von Rom reist heute die päpstliche Abordnung (geführt vom Kardinaldelegaten La Fontaine). die am Mittwoch vom Papst empfangen worden war, nach Wien ab. Sie trifft am Freitagnachmittag in Wien ein wo sie feierlich empfangen wird. Am Samstag werden in Wien drei Kardinäle eintreffen, und zwar der Kardinalprimas Hlond, der ungarische Kardinalprimas Seredi und der französische Kardinal Verdier. Zur Eröffnung des allgemeinen deutschen Katholikentagen fand am Donnerstagabend im Stephansdom eine Andacht statt, bei der Kardinal Innitzer eine Ansprache hielt. Er sagte dabei u. a.: Feierlich hallen die Glocken von den Türmen der Stadt Wien. Sie begrüßen die Stunde, in der ungezählte Tausende aus allen deutschen Stämmen und ihre Freunde aus nah und fern im Namen Gottes eine Tagung beginnen, von der Heil und Segen ausströmen moge über das christliche Abendland. Der Katholikentag will nicht nur ein religiöses Fest sein, er will und möge eine religiöse Erneuerung, eine religiöse Erhebung unseres katholischen deutschen Volkes bedeuten und einleiten. Es geht um den christlichen Wiederaufbau des Abendlandes, um die seelische und geistige Gesundung und die Wiedererstarkung unseres Volkes. Wir mögen erkennen, daß wir im Geiste und in der Fülle des christlichen Glaubens unsere Kraft einsetzen müssen, damit wieder der Friede Christi ins Abendland einkehre, wieder eine christliche Ordnung der gesellschaftlichen Beziehungen in Europa aufgerichtet werde. Glaubenseinheit, Wiederverchristlichung! So wollen wir mit lebendigem Glauben eintreten in idese Tage des Heils. Der Katholikentag möge uns aufrufen zu einer wahrhaft Katholischen Aktion, die das im privaten und öffentlichen Leben wirksam werden läßt, was unsere Herzen erfüllt. All unser Tun und Wirken möge wieder einzig und allein hingerichtet sein auf das große überirdische Ziel. * Gegen 12000 Arbeitsstunden hat die Vorbereitung der 1007 Veranstaltungen erfordert, die bis zum 17. September stattfinden. 4 Kardinale, 5 Erzbischöfe und 20 Bischöfe nehmen an den Feiern teil. 3500 auswärtige Priester werden täglich an den Altären der Wiener Kirchen die Messe lesen. Rund 100 Sonderzüge bringen die etwa 40000 bisher angemeldeten Ausländer, unter denen am stärksten die Tschechoslowakei mit 18000 vertreten ist, und die 50000 Teilnehmer aus den Bundesländern nach Wien. hielten, dem Lande eine bürgerliche Regierung mit stark faszistischen Vorzeichen zu geben. Aber die revolutionäre Bewegung ist über diese Gruppen hinweggeschritten, und der neue Volksaufstand trägt ausgesprochen linksradikale, um nicht zu sagen kommunistische Züge. Die Unteroffiziere und Mannschaften der Armee und Marine haben gegen ihre militärische Führung revoltiert, der Sergeant Battista hat sich zum provisorischen Heeres= und Regierungschef proklamiert, und ein fünfköpfiger„Vollzugsrat“ hat die Gewalt übernommen. Neuwahlen, eine volkstümliche Verfassung und Beseitigung der alten politischen und wirtschaftlichen Mächte steht auf seinem Programm Die Aehnlichkeit mit den Vorgängen in Mexiko ist unverkennbar. Auch dort folgte 1910 der Beseitigung der langjährigen Diktatur des Präsidenten Porfirio Diaz das Regime der Soldaten und Arbeiter, das sich zuerst gegen Besitz und Privilegien, dann aber auch gegen die Stellung der katholischen Kirche im Lande richtete. Wenn heute Mexikos Regierungsformen nicht weit vom Moskauer Vorbild entfernt sind, so gibt dies einen Anhaltspunkt dafür, wohin die kubanischen Revolutionäre, die zum Teil in Mexiko und in Moskau die Jahre ihres Exils verbracht haben, das Staatsschiff zu führen gedenken. Kuba ist mit seinen 6 Millionen Einwohnern zwar nur ein kleines Land, aber es enthält als Ausfuhrland von Zucker und Tabak große wirtschaftliche Werte, an denen auch deutsche Firmen führend beteiligt sind. Vor allem aber ist es für die Vereinigten Staaten als Etappenstation nach Panama von größter strategischer Bedeutung, und die Entsendung von Kreuzern beweist, daß man in Washington nicht geneigt ist, der weiteren Entwicklung tatenlos zuzusehen Ueber Sir Edward Grey wurde schon viel geschrieben und gestritten, lange bevor er durch seine Haltung im Jahre 1914 in aller Welt von sich sprechen machte. Schon Jahre vorher bedeutete er in der Rechnung der europäischen Politik einen Posten für sich, eine Ziffer zwar, über deren Konstanz selbst die große Politik nicht klar sah. Jedenfalls hat er es verstanden, den Lauf der europäischen Politik stark, ja oft verhäng voll zu beeinflussen. Die Greys gelten von altersher, wie etwa auch die Russels als whiggistisch. Bei dem Familienglied indessen, das seit Anfang 1906 die auswärtige Politik Großbritanniens als Minister geleitet hat, dem am 25. April 1862 geborenen Sir Edward, mag man zweifelhaft sein. ob er es ganz ehrlich gemeint hat, als er bei der Spaltung der alten Partei aus der Stuartzeit(1886) nicht mit dem größeren Teil ihres Anhanges von adliger Art „Unionist“ wurde, sondern im Verbande der„Liberalen“ blieb. Möglich, daß für seine Anschauungen über innere Politik, zumal die irische Frage, die persönlichen Beziehungen ausschlaggebend gewesen sind, die er als Sekretar des Schatzkanzlers Childres mit dessen gladstonescher Parteigenossenschaft angeknüpft hatte. Vorher hatte er freilich, unmittelbar nach seinen Jugendstudien besonders am College Winchester einen gleichen Posten beim Baring (Lord Cromer) innegehabt, der innerpolitisch im anderen Lager steht. Aber seine amtliche Auslandspolitik hat Grey nicht wesentlich verschieden von seinem unionistischen Amtsvorgänger Lansdowne gestaltet, sodaß man zweifeln möchte, ob er sich nicht als Liberalen ausgab, um ir einem liberalen Kabinett unionistische Politik machen zu können. Oder war es ein unmittelbarer Einflu des Königs aduard. der ihm die Hand leitete? Denn Edwards Spur war doch auch unverkennbar in der Amtsjahren Lansdownes, die sich so merklich von Lor Salisburys ursprünglich deutschfreundlicher Richtung ab hoben. Lansdowne hatte bereits mit dem englisch=frauzösischen Vertrage vom 8. April 1904 den ersten Schrit in die„Entente“ hineingetan, die seitdem Großbritanniens Handeln auf der Weltbühne Farbe gegeben hat. Seit im Januar 1906 Erey in Campbell Bannermannz Ministerium saß— er hatte sich für seinen Posten als Auslandsminister in den Jahren 1892 95 als Unterstaatssekretär Roseberys vorbereitet— Unterhausmitglied war er seit 1885—, war er geschäftig bemüht, die engeknüpfte Freundschaft mit Frankreich und den Riß in dem jahr. zehntelangen guten Verhältnisse zum Deutschen Reich zu vertiefen. Erst mit Greys Amtsantritt erweiterte sich die Anfreundung mit Frankreich, die allein das letzte Unionisten=Kabinett gepflegt hatte, zu dem„Einkreisungs= gedanken". der im zweiten Jahrfünft des neuen Jahrhunderts so viel erörtert wurde. Man weiß, wie emsig sich König Eduard persönlich um dessen Verwirklichung bemüht hat. Aber Grey ging ihm bei der Ausgestaltung der Verträge, zu denen sich jene Bestrebungen schließlich verdichteten, eifrigst zur Hand und verriet während seiner Amtsführung nicht das geringste von jener Friedwilligkeit, die seine Partei zur Schau getragen hatte. solange sie„Seiner Majestät allergetreueste Opposition“ darstellte. Der wichtigste Posten in den Rechnungen der dem Weltkrieg zustrebenden englischen Partei war die Neuorganisierung des englischrussischen Verhältnisses. Im Krimkriege hatte man dem Zarenreiche als Feind gegenüber gestanden und ein neues Menschenalter hindurch in Erwartung eines zweiten englisch=russischen Krieges über mittelasiatische Fragen gelebt. Andererseits ließ sich das französisch=russische Bündnis als Sprungbrett einer Verständigung gebrauchen. Auch Lansdowne hatte ja alte Gegensätze überwinden müssen, als er die entente cordiale mit Frankreich zuwege brachte. Dazu kam freilich in dem anderen Falle eine neue Schwierigkeit. Grer hatte als Erbschaft Lansdownes ein englisch=japanisches Bündnis übernommen, und Japan hatte mit Rußland eben erst, als Grey Minister wurde, einen Krieg geführt. Aber das Wunder geschah. Mit englischer Vermittlung verständigten sich Rußland und Japan, und König Eduard konnte zusammen mit Grey am 9. Juni 1908 zu Reval dem„Selbstherrscher“, die Hand bieten. Auch Japan blieb an Englands Seite, so heftig auch Greys Parteigenossen in ihrer Oppositionszeit gegen die politische Freundschaft mit den„Gelben“ Stellung genommen hatten. Alle Hoffnungen, die da und dort an den englischen Thronwechsel am 6. Mai 1910 geknüpft werden mochten, blieben unerfüllt. England trieb unter Grey unaufhaltsam den Kriegen mit Deutschland entgegen. Der Einmarsch der Franzosen in Fez und Deutschlands Antwort darauf. die„Geste von Agadir“, ergaben die zweite Marokko=Krisis. in der Großbritannien noch herausfordernder als in der ersten an Frankreichs Seite trat. Das Säbelrasseln begann. Sogar englische Kabinettsmitglieder von vorgeschritten liberaler Denkart schlossen sich an. Daß der Friede noch erhalten blieb, war nicht das Verdienst eines Engländers. Als mit dem Tripolis=, dem Balkankriege das Verhängnis sich immer drohender gegen den gesamteuropäischen Ruhezustand heranwälzte, schien zwar noch einige Male cc eine Frsedenshand über die Nordsee herübergestreckt zu werden. Bei Haldaues Mission mochte man wenigstens noch an einen guten Willen glauben. Churchills„Weltfeierjahr".— ausgerechnet 1915 sollte die Ehre genießen!— kam aber nicht über den Eindruck eines herzlich schlecht arrangierten Theater=Feuerwerks hinaus. Sollte es eine Demonstration gegen die Erinnerungen des Berliner Kongresses sein, daß Grey die Kleinen vom Balkan 1913 ihr Friedenswerk mit dem bei diesen Herrschaften bräuchlichen Gepolter in London zusammenschustern ließ? Jedenfalls setzte Grey ihnen mit angebrachter Energie den Stuhl vor die Tür und druckte ihnen förmlich die Feder zur Unterzeichnung der Schlußartikel in die Hand. Das war am 30. Mai. Was danach kam, wissen wir alle: Krieg. Llond George über Greu London, 7. September 1933. In seinen jetzt erscheinenden Erinnerungen verurteilt Lloyd Georae stark die Politik Lord Greys in den chicksalsschweren Tagen des Jahres 1914. dem er vorwirft, durch sein verhängnisvolles Zögern nicht gerade geholfen zu haben, die Katastrophe zu verhindern. Die Nachwelt werde Lord Grey wegen der Art, wie er damals die Lage behandelt habe, verurteilen. Reichsgrundbesitzerverband stellt Siedlungsland bereit Dem Beispiele der Großgrundbesitzer im Osten des Deutschen Reiches folgt jetzt auch der Reichsgrundbesitzerverband. In einem an seine Mitglieder gerichteten Aufruf heißt es: Die Neubildung deutschen Bauerntums int neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine der wichtigsten Aufgaben, vor denen die Reichsregierung steht. Zielbewußt wird sie der schnellen Lösung entgegengeführt, zumal die Siedlung im Jahre 1933 gegenüber den Vorjahren einen nicht unbedeutenden Rückschlag erlitten hat Hier mitzuarbeiten, ist vornehmste Pflicht des Reichsgrundbesitzerverbandes. Er ist den maßgebenden Stellen dankbar, daß er bei der Beschaffung von Land herangezogen worden ist. Er unterzieht sich dieser Aufgabe in dem Bewußtsein, daß die Errichtung selbständiger Bauernstellen, die Verbreiterung des Eigentumsbegriffs in unerem Volk eine tiefere Verwurzelung der Landbevölkerung mit dem Boden Forderungen sind, deren weitgehende Verwirklichung er mit Freuden begrüßt. In diesem Sinne hat er die Verpflichtung übernommen, vorerst im Osten, zusammen mit den Landlieferungsverbänden den Siedlungsgesellschaften das Land zur Verfügung zu stellen, das diese brauchen. Der Reichsgrundbesitzerverband begrüßt die Aufforderung des Sonderbeauftragten des Reichsernährungsministers für die Fragen der Siedlung und der Oberpräsidenten an den größeren Besitz, freiwillig Land zur Verfügung zu stellen und for#r seine Mitglieder auf, diesem Rufe ebenso Folge zu leisten, wie es der ostpreußische Großgrundbesitz getan hat. Die Schwierigkeit, die darin besteht, daß infolge der Notlage früherer Jahre kaum ein Betrieb unverschuldet ist und deshalb ohne Zustimmung der Gläubiger Land nicht abgegeben werden kann, muß überwunden werden. Da jetzt endlich die Entschuldung auf Grund des Osthilfengesetzes schneller durchgeführt wird, unterliegt es keinem Zweifel, daß der größere Besitz den Anorderungen, die an ihn gestellt werden. nachkommen kann. Der Großgrundbesitz wird jetzt trotz der unerhört schwierigen Wirtschaftsverhältnisse dem Auf der Regierung freudig folgen und alles tun, was in seinen Kräften steht, um das große nationale Werk zu fördern. Es ware schon im Interesse der Neubildung deutschen Bauerntums sehr zu wünschen, daß diesem Aufruf ein recht starker Erfolg würde. Landeshauptmann Dr. Dieckmann in den Ruhestand Unabhängig von der Nachprüfung der gegen den Landeshauptmann Dr. Dieckmann wegen seiner Amtsführung erhobenen Vorwürfe, wegen derer die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen worden sind. hat der preußische Minister des Innern den Landeshauptmann Dr. Dieckmann auf Grund des§ 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Wunderbare Heilung in Lourdes? Paris, 7. September 1933. Die Pariser Presse berichtet über eine wunderbare Heilung in Lourdes. Danach soll ein dreijähriges schwindlüchtiges Kind, das die Aerzte vollkommen aufgegeben datten. nach dem Genuß von Lourdeswasser vollkommen geheilt worden sein. Als der Arzt seinen schwerkranken Patienten besuchen wollte, fand er ihn nach den Berichten auf der Straße spielend vor. Das Feststellungsbüro in Lourdes soll diesen Fall als übernatürliche Heilung betrachten. Das hohe Spiel Roman von August Frank Urbeberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten. 35. Fortsetzung. Plötzlich schreckte er auf. Er hatte geschlafen und fühlte sich kräftiger, nur der Durst war noch unerträglicher geworden. Neun Uhr! Nun lief die Uhr schon wieder zwölf Stunden. Wieder rief er, bis die Stimme versagte, aber nichts rührte sich. Endlich gab er es auf. Er mußte also doch sterben! Auf eine Art, wie es ihm zustand: Lebendig begraben. Der Herrgott war doch gerecht. Solch ein Tod war richtiger für ihn als ein ehrlicher Soldatentod! Für diesen Schuft, der er war! Diesen Betrüger, Spion, Lügner und Verräter! Erst verdursten und dann von den Ratten gefressen werden! Ganz richtig geschah ihm. Mit einer gewissen Befriedigung, mit einem wollüstigen selbstquälerischen Befühl stellte es Eugen fest. Ohne Gegenwehr ergab er sich jetzt in sein Schickal und legte sich um. Schlafen, um nicht mehr aufzuwachen, wenn dies nur möglich wäre! Eugen versuchte es, aber das Toben in seinen Schläfen, die Schmerzen im Mund und Schlund, das Brennen in den Därmen war unerträglich. Besonders jetzt in den Därmen. Plötzlich erfaßte ihn eine furchtbare Angst, Todesangst, wie er sie nur einmal in seinem Leben gehabt hatte. Als kleiner Schuljunge war er von seinem Vater in den Keller gesperrt worden. In den ganz dunklen Kohlenkeller, wo es Mäuse und Ratten gab. In seiner gräßlichen Angst hatte er mit den kleinen Faustchen an die Kellertür geschlagen und wie wahnsinnig nach der Mutter geschrien. Als man ihn nach einer Stunde aus dem Keller holte, war er ohnmächtig gewesen, die kleinen Fingerchen und Händchen zerschlagen und zerfetzt. Dieselbe Angst befiel ihn jetzt. Aus allen Winkeln kroch sie heran, bekam tausend Arme und Köpfe, drohte mit glühenden Augen und fürchterlichem Rachen, wand sich um seine Füße, daß sie gefühllos wurden, kroch zur Brust und zum Hals. umschnurte ihn, daß Atem und Herz stehen 9 Todesurteile in Düsseldorf Urteilsbegründung: Alle Angeklagten haben vorsätzlich und mit Ueberlegung gehandelt Düsseldors, T. September 1933. Im Mordprozeß Hilmer, in dem der Staatsanwalt am Mittwoch gegen sämtliche 12 angeklagten Kommuninten wegen Mordes an dem SS=Mann Kurt Hilmer aus Erkrath bzw. Mordversuchs an dem SS-Mann Groß aus Erkrath die Todesstrafe forderte, hat das Gericht heute 9 Angeklagte zum Tode verurteilt. Es werden verurteilt: Der ehemalige kommunistische Stadtverordnete Emil Schmidt wegen Anstiftung zum Mord. Mordes und Mordversuchs zum Tode und 12 Jahren Zuchthaus; die Angeklagten Arnstedt. Masgai, Tibulfki, Rohles, Eggert. Riedandt, Herr und Huppertz wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes und Mordversuchs zum Tode und je 10 Jahren Zuchthaus; der Angeklagte Lukat wegen Mordversuchs zu 15 Jahren Zuchthaus. Die Angeklagten Esser und Manz wurden mangeis ausreichenden Beweises freigesprochen. Sämtlichen Angeklagten werden die dürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Gleichzeitig wird Polizeiaufsicht für zulässig erklärt. Die zur Tat benutzten Waffen werden eingezogen. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende u. a. aus: Die Angeklagten haben alle vorsätzlich und mit Ueberlegung gehandelt. Die ganze Tat war militärisch aufgezogen, bis ino letzte durchdacht und organisiert, und jeder einzelne hat sein Bestes zum endlichen Gelingen der Aktion beigetragen: Schießen, Aufpassen und Rückendeckung der Schützen. Die Tat, die vorn geschah, war die Tat jedes einzelnen. Als erwiesen ist anzunehmen, daß Rohles. Arnsted und Masgai geschossen haben und daß auch Tibulski in der vordersten Linie gelegen hat. Mittäterschaft ist auch gegeben bei Eggert, der den Deckungsposten hinter den beiden Linien bezogen hatte. Gleichfalls liegt Mittäterschaft vor bei den Leuten, die in der letzten Linie als Rückendeckung standen. Als erwiesen ist auch anzunehmen, daß Esser und Manz mit dabei gewesen sind. Bei Esser kann aber nicht festgestellt werden, wie weit er mitgegangen ist; bei der Tat selbst ist er in keiner der beiden Linien von irgendeinem Angeklagten gesehen worden. Es besteht also die Möglichkeit, dak er sich während der Tat verdrückt hat. Er ist deshalb freizusprechen, weil dringender Verdacht zur Verurteilung nicht ausreicht. Aehnlich liegt es bei Manz. Starke Indizien sprechen zu Gunsten des Manz. und große Zweifel bestehen an der belastenden Aussage der Angeklagten Herr bezüglich Manz. Seine Entlassung lasse es als plausidel erscheinen, daß er nur harmloser Mitläufer gewesen sei. Aus all diesen Indizien heraus war Manz daher mangels ausreichender Beweise freizuspreen. Soweit die Rolle der Gerresheimer. Was die rkrather anlangt, so hat sich Huppertz in gleichem Sinne wie die Gerresheimer Schützen schuldig gemacht Bezüglich Lukat ist das Gericht der Ansicht, daß er sich nicht des Mordes schuldig gemacht hat, denn Huppert allein hat die Gerresheimer geführt, während Lukat sich auf den Weg machte, die SA aus dem Heim zu locken. Das ist ein schweres Verbrechen, denn wäre es ihm gelungen, so hätte es sicher ein größeres Blutbad gegeben. Er wollte SA=Leute morden und war wegen Mordversuchs zu bestrafen. Schmidt hat als Seele des Ganzen die Sache eingesädelt. Er hat Huppertz den Gerresheimern entgegengesandt und die Neanderkaler Kommunisten alarmiert. Er wußte, was aus dem Spiele stand. Er hat sich also der Anstiftung des Mordes schuldig gemacht. Bezüglich des Strafmaßes betonte der Vorsitzende, das Gericht habe neben dem Mord aber auch den Mordversuch als beständige Handlung angenommen und daher für alle Zuchtheus verhängt. Beguadigung eines Rörders in Bayern abgelehnt München, 7. September 1933. Im Mai ds Is. hatte der ledige Dienstknecht Lorenz Schriefer den SA=Mann Josef Wiesheier in Gaiganz in Oberfranken heimtückisch überfallen, durch Erwürgen bewußtlos gemacht und dann in einen Weiher geworfen, wo Wiesheier ertrank. Das Schwurgericht Bamberg hatte seinerzeit Schriefer wegen Mordes zum Tode verurteilt. Der Reichsstatthalter hat, wie nunmehr amtlich mitgeteilt wird, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. 2 Todesurteile in Königsberg Königsberg, 7. September 1933. In dem Prozeß gegen die Mörder des SA=Mannes Höllger in Groß=Blumenau wurde Donnerstag nachmittag das Urteil gefällt. Es lautete gemäß dem Antrag des Staatsanwalts gegen die Arbeiter Fritz Lange und den früheren Kommunisten Siedelmann wegen gemeinschaftlichen Mordes auf Todesstrafe, gegen den wegen Beihilfe angeklagten Rogalla auf Freisprechung. Weitere Arbeitsmarkterfolge in Westfalen Im August weiterer Rückgang der Unterstützungsempfänger um 27000 Seit Februar 129000 Unterstützungsempfänger weniger 7 Unterbindung von Schwarzarbeit und Doppelverdienertum Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Nachdem nunmehr die statistischen Ergebnisse der Arbeitslosigkeit von Ende August vorliegen, zeigt sich, daß der systematisch und energisch auf der ganzen Linie durchgeführte Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nochmals Erfolge gezeitigt hat, die in dieser späten Jahreszeit kaum noch zu erwarten waren. Im August ist die Zahl der Unterstützungsempfänger in Westfalen insgesamt um rund 27000 zurückgegangen, die Zahl der Arbeitslosen unter dem Einfluß der zunehmenden Notstandsarbeiten sogar um rund 31000. Dieser Rückgang verteilt sich auf die einzelnen Unterstützungsarten in folgender Weise: Arbeitslose am 31. 7. 1933: 355 177, 31. S. 1933: 324 225, Abnahme im Monat August: absolut—30 952, in Prozent—8.7 Prozent. Hauptunterstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge am 31. 7. 1933: 118 371, 31. 8 1933: 108 463. Abnahme im Monat August: absolut — 9 908, in Prozent— 8,4 Prozent. Wohlfahrtserwerbslose am 31. 7. 1933: 199 493, 31. 8. 1933: 182 658, Abnahme im Monat August: absolut — 16 835, in Prozent— 8,4 Prozent. Da die Zahl der gesamten Unterstützungsempfänger Ende Februar 1933, also zur Zeit des winterlichen Höchststandes noch rund 420000 betrug, ist damit in einem Zeitraum von 6 Monaten ein Rückgang um rund 129000 oder 30 Prozent erzielt. Dabei erscheint die jetzige Zahl der Wohlfahrtser werbslosen noch um 13000 überhöht, da aus Gründen der Zählung der Wohlfahrtserwerbslosen für die Ausschüttung der Reichswohlfahrtshilfe in dieser Zahl auch die nicht mehr arbeislosen Arbeitsdienstwilligen, die früher Wohlfahrtsunterstützung bezogen, sowie die gemeindlichen Fürsorgearbeiter und Notstandsarbeiter aus der öffentlichen Fürsorge mitgezählt werden, was bei der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge nicht der Fall ist. Besonders bemerkenswert und erfreulich ist bei der jetzigen Entwicklung der starke Rückgang der Wohlfahrtserwerbslosen, der wie in den vergangenen Monaten, auch im August zu verzeichnen war. Insgesamt ist die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in diesem Jahre bereits um fast 80000 zurückgegangen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist um so höher zu bewerten, als er zum überwiegenden Teil nicht auf eine konjunkturelle Besserung, d. h. auf vermehrte Auftragseingänge zurückzuführen sein dürfte, sondern auf die planmäßigen Bemühungen einer ratiobesonders schwer wiegt, beachtliche Trog, 1 den. Auf Grund des 20= Schichten=ubrom. Kordwet(lo. Stunde send neue Einstellungen von Arbeitslosen, die sich 8 engem Rahmen halten können. Parallel damit schreiten die Versuche auf Ausschaltung unberechtigten Doppelverdienertume fort. Es ist bereits jetzt der Erfolg zu verzeichnen, die Wirtschaft allgemein den Gedanken in positivem Sinne aufgegriffen hat und von sich aus die Ausschaltung des Doppelverdienertums fördert. Einen erheblichen Anteil an den Erfolgen des Monat# August hat der energische Kampf gegen die Schwarzarbeit gehabt. Die psychologischen und moralischen Hemmungen, die jetzt bei Arbeitgebern und Arbeitslosen eingeschaltet sind, haben in Hunderten von Fällen dazu geführt. daß die Schwarzarbeit als regelrechtes Arbeitsverhältnis gemeldet wurde, in Tausenden von Fällen, daß die Arbeitslosen nicht mehr beim Arbeitsamt und Wohlfahrtsamt erschienen sind, um die Unterstützung abzuholen. Diese Maßnahmen haben überall zu einer lebhafteren Inanspruchnahme der Vermittlung der Arbeitsämter geführt, besonders in den Berusen, in denen Schwarzarbeit besonders häufig und typisch ist. Möbelindustrie in der Arbeitsschlacht Noch 3200 Holzarbeiter arbeitolos.— Bekampfung der untertariflichen Entlodnung und der Lehrlingszüchterei. Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westialen teilt mit: Nachdem die Metallindustrie, das Tabak=. Bekleidungsund Spinnstoffgewerbe in Ostwestialen und Lipve den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aktiv ausgenommen haben ist nunmehr auch die Möbelindustrie in die gemeinsame Angriffsfront eingerückt. Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen in Dortmund, Dr. Ordemann, datte die führenden Vertreter der ostwestfälisch=livvischen Holzindustrie zu Besprechungen eingeladen, um Maßnahmen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie zu beraten. Die Verhandlungen sanden unter dem Vorsitz der Prasidenten Dr. Ordemann. im Hauz der Deutschen Arbeit in Herford. statt. Die dortige Möbelindustrie beschäftigt in rund 600 Groß= und Mittelbetrieben mit rvd. 15000 Arbeitern rd. 10 Prozent aller überbaupt beschäftigten Arbeitnehmer. Rund 60 Prozent des gesamten deutschen Rüchenmöbelbedarss und rd. 50 Prozent des gesamten deutchen Schlaszimmerbedarfe werden von der westfälisch=livvischen Möbelindustrie gedeckt. Seit 1930 sind zahlreiche Betriebe in Konkurs geraten und zum Erliegen gekommen. Ende August ds. Is. waren im Bezirk der Arbeitsämter Detmold, Herford. Minden. Paderborn und Güterslob. in dem die Möbelindustrie hauptsächlich bebeimatet is. noch 3200 Holzarbeiten arbeitslos, von denen ½ im Alter bis zu 25 Jahren stand und zum überwiegenden Teil den gelernten Berufen (Bau= und Möbelschreiner) angehört. teilweise sogar die Gesellenprüfung abgelegt bat. In Leonbausen beisvielsweise ist eine besonders Ktarke Lebrlingsbaltung betrieben worden, was die hobe Zahl arbeitsloser gelernter jusendlicher Holzarbeiter beweist. Lebhafte Klage wird von den älteren größeren und mittleren Betrieben über untertarifliche Entlohnung in einigen Randgebieten geführt. wodurch eine unerträgliche Schleuderkonkurrenz entstanden ist. Alle diese Auswüchse sollen nach den Erklärungen der Vertreter der Arbeitsfront und der NSBO. nunmehr tatkräftig bekämpft werden. Durch die Ausmerzung von Doovelverdienern und durch Arbeitszeitverkürzung werden Arbeitsplätze gewonnen. Auch die Möbelindustrie will durch eine Einstellung von Arbeitskräften nach sozialen und arbeitsmarktlichen Gesichts. punkten an der Bekämpjung der Arbeitslosigkeit und damit am Abbau oer überhöhten Steuer= und Soziallasten aktiv mitarbeiten. In welchem Umsange leider auch heute noch Einstellungen ohne Rückicht auf die sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft und die Lage des Arbeitsmarktes erfolgen. beweisen folgende Zissern: Im Bezirk der Arbeitsämter Detmold. Herford. Minden und Paderborn ist in der Zeit vom 1. März bis zum 1. Juli 1933 die Zahl der überhaupt Beschäftigten von rund 122000 auf rd. 149000 gestiegen. d. b. um 27000(22.1 Prozent): in der gleichen Zeit ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der verschiedenen Unterstützungseinrichtungen von 42.000 am 24000. also um 18000(12.8 Prozent) zurückgegangen. Während also rund 27000 Arbeitnehmer in Arbeit gekommen sind. sind nur rund 18000 Unterstürzungsempfänger aus der Unterstützung ausgeschieden. Somit sind in dieser kurzen Zeit 9000 Arbeitnehmer, die infolge ihres günstigen wirtschaftlichen Verhältnisse keine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bezogen haben, aus der sogenannten unsicht baren Arbeitslosigkeit eingestellt worden. Von drei neueingestellten Arbeitern hat durchschnittlich einer in der Zeit der Arbeitslosigkeit keine Unterstützung erhalten. Wäre bei diesen Neueinstellungen in stärkerem Maße auf die in Unterstützung stedenden sichtbaren Arbeitslosen zurückgegrisfen worden, io hätten erbebliche Unterstützungsgelder eingespart werden können An der sich an diese Ausführungen anschließenden Aussprache beteiligten sich außer den Unternehmern und Behördenvertretern auch die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der RSBO.: die Eingriffe in die Wirtchaft ablehnten und die Eigenverantwortlichkeit des Unternehmers betonten. blieben, streckte ihre Köpfe vor sein Gesicht, grinste und höhnte ihn an, gellte ihm in die Ohren. Im Augenblick war sein Körper unter dem Anstarren dieser teuflischen Grausamkeiten starr gelähmt. Auf einmal ging ein Ruck durch diesen gepeinigten Körper: Eugen machte einen Sprung und schrie in einem Schrei auf, der nichts Menschliches an sich hatte, wie ihn die Hölle kennt. Rannte dann irrsinnig von einer Wand zur anderen, zerschlug und zerkratzte sich die Hände, das Gesicht und schrie in tobender Verzweiflung nach derjenigen, nach der wir alle rufen, wenn wir in höchster Not sind. Selbst noch erwachsen und im Alter. Vier Jahre war kaum ein deutsches Wort über d'Effrois Lippen gekommen, jetzt in dieser schwersten Stunde, quoll die Muttersprache wieder in ihm empor und der Name derjenigen, die sie ihm gelehrt. „Mutter, Mutter, Mutter!“ Schaurig gellte das Wort durch die schaurige Grabeshöhle, daß das Echo sich überstürzte. Allmählich wurde die Stimme heiser und leiser, bis sie in einem Röcheln erstarb. Die kleine Höhle im Vauquois füllte nur noch das stille Schweigen des ewigen Todes. Zehntes Kapitel. In einem deutschen Unterstande am Nordhang des Vauquois saßen einige Infanteristen des zweiten bayerischen Infanterieregiments und spielten Karten. Auf einmal hob einer von ihnen, Schmeißerl geheißen, den Kopf und spitzte die Ohren. „Seid a mol staad(ruhig), habts nix ghört? Ich mein', ich hätt rufen hören.“ Die anderen schüttelten die Köpfe. Schon wollten sie wieder weiterspielen, da fuhr Schmeißerl auf. „Jetzt hab ichs aber deutlich ghört. Da hinten ruft einer!“ Er zeigt auf den Stolleneingang, der weiter tief in den Berg führte.„Jetzt wieder! Hört ihrs net?“ Diesmal hörten es auch die anderen Schmeißerl war mittlerweile schon ein Stück in den Gang hineingelaufen. Ganz aufgeregt kam er zurück. „Es ist a Deutscher; er schreit allweil nach der Mutter, daß es einem durch Mark und Bein geht. Rasch, rasch, kommts mit! Wo habts denn a Taschenlampn?“ Der Infanterist Seppl hatte eine bei sich. Er knipste an und lief voraus, die anderen folgten eilig. Merkwürdigerweise wurde das Rufen immer schwacher, je weiter sie in den Berg kamen, trotzdem sie merkten, daß sie ihm näher kamen; schließlich hörte es ganz auf. Sie blieben stehen und horchten mit angehaltenem Atem. Böllige Stille, nur ein Tropfen Wasser klatschte von der Decke,— immer wieder, immer wieder. Schmeißerl unterbrach das Schweigen. „Der kann sicher nimmer. Ihr hättet ihn schreien hören sollen. Grad wie der Franzos, der neulich mit seinem Bauchschuß einen ganzen Tag vor unserem Drahtverhau glegen ist. Brr“, dabei schüttelte er sich fröstelnd.„Es graust mir immer noch, wenn ich drandenk!" Sie mochten noch fünfzig Meter gegangen sein. Auf einmal verschwanden Seppl und Licht. Wie wenn sie weggewischt worden wären. Der Gang hatte ein etwa drei Meter tiefes, breites Loch, durch das Seppl verschwunden war. Gleich darauf ertönte ein Aufschrei von unten: „Jesesmarandjosef, da liegt oaner. Es ist aber kein Deutscher, es ist a Franzos. Mein Gott, sieht dös Mannsbild aus!“ „Lebt er denn noch?“ rief Schmeißerl hinunter. „Ja, er lebt noch, aber nur a bisserl“, kam die Antwort.„Kaum daß er noch schnauft. Holt schnell Kerzen und a paar Strick', daß wir ihn raufbringen!" Der Schmeißerl blieb zurück, während die anderen in den Unterstand zurücktappten, um das Verlangte zu holen. Kopfschüttelnd betrachtete Seppl den vor ihm Liegenden. Lippen und Nase waren eine schwarze Kruste. Das Gesicht war hager und die Backenknochen traten überall hervor: die langen Bartstoppeln ließen es noch schmaler und düsterer erscheinen. Die Hände und Finger waren blutig und die Haut hing in davon. Was Seppl aber immer wieder ansehen mußte und was ihm gar nicht zu der schlanken Gestalt zu passen schien, das war das Haar In den sechs Tagen, die Eugen lebendig begraben worden war, war sein Haar schneeweiß geworden! Unter mancherlei Schwierigkeiten gelang es Eugen und darnach Seppi mit Hilfe der Stricke und einer Zeltbahn hinauf in den Stollengang und in den Unterstand zu bringen. Dort übernahm Schmeißer! das Kommando. Vorsichtig flößte er dem Ohnmächtigen Rum ein, den sie in dieser Stellung reichlich bekamen und immer vorrätig hatten. Zugleich schickte er Seppi zum Bataillonzars Schnaufend kam der dicke Stabsarzt an. Er hieß Teeren und war aus Westfalen. Trotzdem er ein „Preiß“ war, hatten ihn alle gern, weil er ein tüchtiger Arzt war, der selbst im größten Durcheinander seine Ruhe behielt und keine Gefahr scheute, wenn es zu helfen galt. Voll ungläubiger Verwunderung betrachtete er die Jammergestalt da vor ihm auf der Drahtpritsche. Wöhrend er den Puls fühlte und das Herz untersuchte, schüttelte er immer wieder den Kopf. Zwar pochtt das Leben nur ganz schwach in dem geschundenen Körper, machte leise Zuckungen, wie ein verlöschendes Flämmchen, aber es war doch noch vorhanden. Man sollte es nicht glauben, aber es konnte gar nicht anders sein, seit der Sprengung, seit sechs Tagen also, steckt der arme Kerl da unten! Ein Mensch kann viel, viel aushalten! Ueber all seinem Staunen und Kopfschütteln vergaß er die Sorge um seinen Patienten nicht. Er ließ warmes Wasser zum Abwaschen machen, gab Eugen eine Coffeinspritze, dann bestellte er Kaffee. „Und macht ihn recht stark! Was, Bohnen habt ihr nicht? Ich habe genug drüben im Sanitätsunterstand. Los, Seppl, hole schnell eine ordentliche Portion!“ Vorsichtig wurde Eugen gewaschen und in warme Decken gehüllt. Tropfenweise bekam er Rum und Kaffee. Die Spritze tat ihre Wirkung, langsam schlug er die Augen auf. Verständnislos blickte er um sich. Dann schloß er sie wieder mit einem tiefen Seufzer. „Wir haben gewonnen“, triumphierte Dr. Teeren und rieb sich vergnügt die Hände. Sorgfältig verband er Gesicht und die zerschundenen Hände, während ein Sanitäter fortwährend Rum und Kaffee in kleinen Mengen weitergab. Gierig sog Eugen die Flüssigkeit ein. Nach einer Weile schlug er wieder die Augen auf und stierte lange verständnislos umher, bis sein Blick auf ein Kochgeschirr mit Wasser fiel. Voll Gier wollte er aufspringen und sich darauf stürzen, aber er war zu schwach und fiel sofort wieder zurück. Schmeißerl deutete die Bewegung richtig und wollte ihn trinken lassen. Der Stabsarzt wehrte ab. „Nichts da, wollen Sie den Mann umbringen? Es könnte sein Tod sein, wenn er das Wasser jetzt gierig heruntertränke. Machen Sie ihm ein Tuch naß und legen es ihm auf seinen Mund. So! Nun wird ihm schon wohler werden!" (Fortsetzung folgt) * 3 Nr. 211(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 8. September 1933 Klärung von Zweifelsfragen beim Steuer=Abzug vom Arbeitslohn und Einbehaltung der Ehestandshilfe. hält, da Familienermäßigungen auf Grund des oben frau nicht eingetragen werden. Zur Vermeidung von Härten bedarf es auch nicht der Zulassung von Familienermäßigungen auf der Steuerkarte, da das Finanzamt den steuerfreien Lohnbetrag so weit erhöhen kann, daß Härten infolge Nichtzulassung des Abschlages nicht eintreten. Bei Personen, die zum Unterhalt ihrer bedürftigen Eltern usw. seit einem Jahr mindestens ein Sechstel ihres Einkommens aufwenden. Der Reichsminister der Finanzen hat die verschiedenen Zweiselsfragen beim Steuer=Abzug vom Arbeitslöhn und Einbehaltung der Ehestandshilfe in einem umfangreichen Runderlaß wie folgt geklärt: 1. Steuerermäßigung für hausgehilfinnen. Zu den Hausgehilfinnen sind in der Regel auch die sogenannten Haustöchter, das heißt junge Mädchen, die bei gehobener persönlicher Stellung zur Verrichtung häuslicher Dienste in einen Haushalt ausgenommen werden, zu rechnen. Haustöchter, die nur für kurze Zeit zur Ausbildung oder Fortbildung in der Hauswirtschaft in eine häusliche Gemeinschaft eines Dritten ausgenommen werden, fallen nicht unter den Begriff der Hausgehilfin= nicht erhöht worden, weil die Erhöhung wegen Genen. Hierzu gehört immer das Vorliegen eines Dienst= ringfügigkeit der Bezüge bei der Lohnsteuer ohne Wirverhältnisses. Ein Dienstverhältnis wird regeimaßig kung geblieben wäre. Eine Erhöhung des steuerfreien dann anzunehenen sein, wenn für diese Hilfskraft Bei= Lohnbetrages in solchen Fällen ist nunmehr durch§ räge zur Krankenversicherung entrichtet werden und 31 Abs. 1 letzter Satz StA. DB. vom 9. Juni 1933 eine Barentlohnung gewährt wird. Jedoch wird nicht ausdrücklich zugelassen worden. In den Fällen, in dein allen Fällen das Vorliegen eines Dienstverhältnis= nen Anträge auf§ 31 Ad). 1 letzter Satz StA. DB. es zu verneinen sein, wenn kei. Baxentlohnung gestellt werden, ist die Befreiung von der Ehestandswird. Die eigene Tochter des Steuerpflich= hilfe auf der Ste verkarte nicht etwa nur dann zu vertigen kann in keinem Fall als Hausgehilfin im merken, wenn der Steuerpflichtige den Unterhalt seit „%#dent werden, einem Jahr vor Stellung des Antrages geleistet hat Tätigkeit in einem Haushalt ausuben, sind kein= und aus diesem Grunde ein Vermerk über Erhöhung Hausgehilfinnen. 2. Arbeitslohn aus mehreren Dienstverhältnissen (§ 4 Ehr. DB.): Ehemalige Reichswehrangehörige, die Uebergangsgebührnisse beziehen und zur Zeit bei einer Behörde der Reichsfinanzverwaltung als Angestellte beschäftigt werden, haben mehrere Dienstverhältnisse im Sinne der§§ 4 Satz 1, 12 Abs. 4 HyL. 2B. 3. Berücksichtigung des Ablösungsbetrages für die Gebäudeentschädigungssteuer beim Steuerabzug vom Arbeitslohn: Nach dem Runderlaß vom 3. Juni 1932 kann der Ablösungsbetrag, der nach Art. 8 der Verordnung zur Ablösung der Gehäudeentschuldungssteuer vom 11. Februar 1932(Reichsgesetzblatt Teil! S. 67) entrichtet wird, auch bei Lohnsteuerpflichtigen unter den dort genannten Voraussetzungen beim Steuerabzug vom Arbeitslohn durch Erhöhung der lohnsteuerfreien Beträge berücksichtigt werden. Der zur Ablösung der Gebäudeentschuldungssteuer gezahlte Betrag kann beim Steuerabzug vom Arbeitslohn mit je einem Drittel auf dasjenige Kalenderjahr, in dem der Ablösungsbetrag entrichtet ist, und auf die zwei nächsten folgenden Kalenderjahre verteilt werden. Höchstens kann jedoch die Zeit von drei Kalenderjahren berücksichtigt werden. Nach Ablauf der drei Jahre können Ablösungsbeträge bei der Einkommensteuer nicht mehr, auch nicht durch Erhöhung der steuerfreien Beträge, berücksichtigt werden. 4. Gewährung des Abschlags von der Einkommensteuer nach Abschnitt V§ 20 des Gesetzes vom 1. Juni 1933(Reichsgesetzblatt 1 S. 232, 329): Nach Abschnitt V§ 20 des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 gelten die Vorschriften des Artikels I des Zweiten Gesetzes zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom 23. Juli 1928 über die Vornahme eines Abschlages von der Einkommensteuer ab 1. Juli 1933 nur für Steuexpflichtige, denen Familienermäßigungen nach dem Einkommensteuergesetz gewährt werden. Hiemach deckt sich der Kreis der Personen, bei denen der Abschlag bisher wegfiel, nicht mit dem Kreis der Personen, bei denen er auf Grund des Gesetzes vom 1. Juni 1933 wegfällt. Während auf Grund der bisher geltenden Bestimmungen der Abschlag bei allen ledigen Einkommensteuerpflichtigen wegfiel, die ledig im Sinne der Zuschlagsverordnung und nicht von den Zuschlägen befreit waren, kommt der Abschlag auf Grund der jetzt geltenden Bestimmungen nur noch bei den Personen in Frage, denen Familienermäßigungen nach dem Einkommensteuergesetz gewährt werden. Die Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen über den Wegfall des Abschlags wirkt sich wie folgt aus: 1) Alle nicht ledigen Personen, auf deren Steuerkarte aber keine Familienangehörigen eingetragen sind (mitverdienende Ehefrauen, deren Ehegatten in einem Arbeitsverhältnis stehen), erhalten entgegen den früheren Bestimmungen den Abschlag nicht mehr; 9) Personen, die seit einem Jahr zum Unterhalt ihrer geschiedenen Ehefrauen(ihres geschiedenen Ehemanns), ihrer bedürftigen Eltern oder eines bedürftigen Elternteils mindestens 1 Sechstel ihres Einkommens aufwenden und denen deshalb die veranlagte Einkommensteuer nach§ 56 EStG. ermäßigt oder bei der Lohnsteuer der steuerfreie Lohnbetrag erhöht worden war, erhalten nunmehr, obwohl sie von der Ehestandshilfe befreit sind, nicht mehr den Abschlag; 4 verwitwete oder geschiedene Personen, aus deren Ehe inzwischen verstorbene oder volljährig gewordene Kinder hervorgegangen sind, erhalten den Abschlag nicht mehr, obwohl sie von der Ehestandshilfe befreit sind. stellt. Es ist also zur Befreiung von der Ehestandshilfe nicht erforderlich, daß der Steuerpflichtige den Unterhalt 1 Jahr lang nach erfolgter Eintragung des Erhöhungsvermerks in der Steuerkarte geleistet hat Hierbei ist auf Grund des Erlasses vom 12. Juni 1933 zu beachten, daß bei den Personen, bei denen im übrigen die Voraussetzungen für die Befreiung von der Ehestandshilfe wegen des Unterhaltes ihrer geschiedenen Ehefrau oder eines bedürftigen Elternteils gegeben sind, wegen des Arbeitslohnes, der für die Zeit unntienermiüntnungen auf Grund bes ohen. bis zum 31. Dezember 1933 gewährt wird, schon dann genannten Verfahrens auf der Steuerkarte der Ehe= gon der Ehestandshilfe befreit werden, wenn sie im Jahre nur ein Zehntel ihres Einkommens für die genannten Zwecke aufwenden. In den Fällen, in denen ein Arbeitnehmer bisher arbeitslos war und deshalb seine bedürftigen Eltern usw. nicht unterhalten konnte, würde bei enger Auslegung des Gesetzes eine Befreiung von der Ehestandshilfe nicht in Frage kommen, wenn der Steuerpflichtige nunmehr Arbeit erhält und sofort mit der Unterstützung der Eltern beginnt, weil der Steuerpflichtige in dem Falle den Unterhalt noch nicht ein Jahr ge„ s l e i s t e t h a t. I n d i e s e n F ä l l e n k a n n d i e B e f r e i u n g v o n ist bisher zuweilen bei der Lohnsteuer der steuerfreie der Ehestandshilfe auf Antrag gewährt werden, wenn Betrag nach§ 75 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes der Steuerpflichtige glaubhaft macht, daß er während letzten Jahres nur durch seine Arbeitslosigkeit verhindert war, den Unterhalt zu leisten. 5. Besteuerung von Nevenvergütungen, die an preußische Staatsbeamte und Lehrpersonen gezahlt werden: Auf Grund des Runderlasses des Preuß. Finanz= ministers vom 14. März 1931 und auf Grund des Zweiten Teils Kap. III§ 2 der Preußischen Verordnung vom 12. September 1931 sowie des Runderlasses des Preußischen Finanzministers vom 19. März 1932 müssen preußische unmittelbare Staats nes Einkommens zum Unterhalt aufgewendet hat und der Beamte an die Preußische Staatskasse abzuführen daß er nunmehr wegen der Unterhaltspflicht einen hat, wird der Besteuerung nach dem EinkommensteuerAntrag auf Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages gesetz nicht unterworfen. Der Kaufmann im neuen Staat Kundgebung der Ortsgruppe Herne des Deutschen Handlungsgehilfen-Verbandes. In der Westfalenschänke hielt die Herner Ortsgruppe des DHV am Mittwoch abend eine öffentliche Kundgebung ab, die leider schwach besucht war. Der Saal bot den Schmuck nationaler Farben, eine Kapelle unter Max Israel bestritt den musikalischen Teil. Der Herner Ortsgruppenführer Schwerdtfeger begrüßte als den Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters den Stadtverordnetenvorsteher Bongardt, alsdann Regierungsrat Dr. Schmidt. den Leiter unseres Arbeitsamtes, und den Referenten des Abends, Bezirksvorsteher Schröder, Düsseldorf. Dieser nahm dann das Wort zu einem Referat über das Thema„Der Kaufmann im neuen Staat“. Er schilderte den Zusammenbruch des alten Staates. Ein zeitlicher Abstand werde uns erst die Größe der nationalsozialistischen Revolution richtig würdigen lassen. Das deutsche Volk und mit ihm der deutsche Kaufmann dürften trotz der Schwere des Eigenschicksals das Gesamtschicksal nicht aus dem Auge verlieren. Wenn man auf der einen Seite die Revolution als die Befreiung vom Marxismus ansehe, so dürfe man nicht vergessen, daß sie auch eine Ausrottung des Liberalismus, des geistigen Vaters des Marxismus, wolle. Es gebe aber immer noch Menschen, die sich von alten, liebgewonnenen liberalistischen Gewohnheiten nicht trennen könnten. Der Liberalismus habe die falsche Lehre gepredigt, das Wohlleben des Einzelnen werde auch der Allgemeinheit zugute kommen. Die deutsche Wirtschaft habe der gleichen Anschauung gehuldigt. Die Folge davon sei gewesen, daß Interessengruppen gegen Interessengruppen, Parteien gegen Parteien standen und dieser Kampf aller gegen alle habe zum Verderben geführt. Als den Sündenbock für diese Verderbnis habe man immer nur den Mitmenschen angesehen. Die eigentlichen Väter und Vertreter dieses Geistes hätten sich wohlweislich der Verantwortung entzogen, indem sie sich auf den Parlamentarismus und auf die Mehrheitsbeschlüsse gestützt hätten. Da sei Hitler es gewesen, der aus dem politischen und wirtschaftlichen Trümmerfeld ein neues Ordnungsreich geschaffen habe. Er habe restlose Umstellung zu einem neuen Denken gefordert und er werde diese Umstellung vollenden, ohne sich auf Kompromisse einzulassen. Aber er wolle dem ganzen deutschen Volke helfen und nicht wie der Liberalismus verfahren, der gesagt habe:„Wer stehe, der sehe zu, daß er nicht falle. Und wer fällt, dem ist nicht zu helsen.“ Die Juden, die sich durch Einschleichen in die Finanz zum Krebsschaden der deutschen Wirtschaft ausgewirkt hätten, seien ausgemerzt worden, denn die Skandale wie Barmat, Kutisker, Katzenellenbogen Bei den zu a bis c genannten Personen ist die Lohnsteuer aus Spalte 4 der nach den amtlichen Unterlagen erstellten Steuer=Tabellen zum Ablesen des Steuer=Abzuges vom Arbeitslohn und der Ehestandshilfe abzulesen.(Diese Steuer=Tabellen werden zum Preise von je 80 Rpfg. abgegeben durch den Verlag für Reichssteuertabellen m. v. H., Berlin NW 87, Elberfelder Straße 30(Postscheckkonto Berlin Nr. 421). Bei den mitverdienenden Ehefrauen werden die Familienermäßigungen auf der Steuerkarte des Ehemanns berücksichtigt. Ist der Ehemann arbeitslos, so können sich die Familienermäßigungen und die Steuersenkung nicht auswirken. Diese Tatsache kann beim Steuerabzug vom Arbeitslohn nach§ 11 Abs. 2 letzter Halbsatz in Verbindung mit§ 31 StA. DB. berücksichtigt werden: es kann bei der Ehefrau der in§ 7 Abs. 1. Spalte 2 StA. DB. vorgesehene steuerfreie Lohnbetrag erhöht werden. Es wird auch nichts dem entgegenstehen, daß bei der Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrags der Ehefrau gegebenenfalls berücksichtigt wird, daß die Ehefrau nicht nur Kinder, sondern auch den Ehemann unterhält. Eine derartige Erhöhung des steuerfreien Lohnbetrages kann aber nicht dazu führen, daß die Ehefrau den Abschlag nach Art. 1 des erwähnten Gesetzes vom 23. Juli 1928 erund Lahusen hätten zur Genüge gezeigt, welche Wirtschaftsmoral sich breit machte. Wenn auch die Kaufmannsgehilfen an diesen Skandalen unbeteiligt gewesen seien, so hätten sich doch auch unter ihnen Anschauungen breit gemacht, die oft mit Treu und Glauben wenig zu tun hätten. Hier müsse eine gründliche Umgestaltung erfolgen. Und das werde nur möglich sein, wenn sie alle eine wirklich nationalsozialistische Haltung an den Tag legten. Sie müßten sich gleichfalls in die große deutsche Arbeitsfront einreihen. Sinn habe auch das Wirken des Kaufmannsgehilfen nur, wenn er die Volksgemeinschaft damit zu fördern suche. Hitler sage mit Recht:„Das Volk ist nicht für die Wirtschaft und die Wirtschaft nicht für das Kapital da, sondern das Kapital für die Wirtschaft und die Wirtschaft für das Volk.“ Die erste große Aufgabe sei die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Nicht mehr mit Kommissonen, Programmen und Ideen sei hier zu helfen, es gehe um 5 Millionen Menschen. Der Egoismus des Einzelmenschen müsse zurücktreten, die Not des Volkes gehe vor. Gemeinschaftsgeist müsse auch der Handlungsgehilfe zeigen. Das Vorbild echter Kameradschaftsleistung hätten ihm die SA und SS, der Arbeitsdienst usw. gegeben. Der Redner wandte sich dann dem Begriffdes Eigentums zu. Eigentum verpflichte, sage Hitler, und es habe nur Sinn und Bedeutung, wenn es für die menschliche Gemeinschaft arbeite. Das Streben, durch Eigennutz zu hohen Renten und Ditvidenden zu kommen, werde abgelehnt, das Eigentum müsse mitarbeiten, das Leben und die Kultur des Volkes auf eine hohe Stufe zu bringen. Der Eigentumsbegriff könne allerdings nicht von heute auf morgen im Volke gewandelt werden, fest stehe jedoch, daß nicht das Eigentum, sondern der Mensch zum Mittelpunkt der Wirtschaft gemacht werde. Die früheren Tarifkämpfe hätten die Kluft zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vergrößert. Hitler habe auch hier die Interessenvertretungen ausgeschaltet. Täuschen würden sich die Menschen, die glaubten, unter dem Deckmantel der Gleichschaltung ihren Eigennutz weiter verfolgen zu dürfen. Lohn kämpfe, wie sie sich besonders hier im Bergbau abgespielt hätten, dürften nicht mehr vorkommen. Rationalisierungsmethoden und technische Neuerungen, die Menschen überflüssig machten. würden in Zukunft vor der Einführung erst gepruft, ob sie dem Gesamtwohl dienlich seien oder nicht, die Zeit sei vorbei, wo der Mensch nur als Unkostenfaktor gewertet werde. Arbeit sei Pflicht, gött liches Gebot, sage Hitler. Der Führer habe ein 100. prozentiges Bekenntnis zur Arbeit abgelegt und strebe vom Arbeitsplatz her die Volksgemeinschaft an. Die Arbeit solle gemeinschaftsbildend sein. Als Berufsverband erwachse dem DHB dabei eine ungeheure Aufgabe. Der Kaufmannsgehilfe dürfe sich nicht mehr als Teilvollstrecker fühlen, son dern als Schaffer des großen Ganzen. Er müsse die Verbindung zwischen Volk und Staa mitschaffen. Sein Arbeitsplatz müsse ihm das geben, womit er den Unterhalt der Familie bestreiten önne. Seine Freizeit solle ihm zu seinem weiteren Fortkommen Schulungsmöglichleiten bieten. Er solle sich nach seiner Veranlagung weiter entwictel können. Die Versammlungslokale des DHB müßter nationale und kulturelle Pflegestaiten werden. Wenn man auf der einen Seite den Egoismus der Wirtschaft bekämpfe, wolle man als Nationalsozialist auf der andern Seite nicht die Eigengesetze der Wirtschaft mißachten. Solange es Menschen gebe, würden sie im Schweiße ihres Angesichts das tägliche Brot verdienen müssen. Aber die Wirtschaft dürfe nicht mehr glauben, daß sie der Primat habe. Sie werde auch keine Gegensätze mehr zwischen sich und dem Staate aufwerfen dürfen. Die Aufgabe des Kaufmanns im neuen Staate sei, dem Volke neuen Lebensraum zu verschaffen. Der Redner erinnerte an die königlichen Kaufleute, die in die Welt hinausgezogen seien und für ihr Volk gewirkt hätten, sie seien Organisatoren gewesen. Der heutige Kaufmann müsse auch darauf sinnen, den vorhandenen Produktionsapparat dem Volksgesamten nutzbar zu machen. Auch ein Kaufmannsgehilfe könne ein Unternehmer sein. Die Konzerne, Großunternehmen usw. hätten die Persönlich keit des Kaufmanns ausgeschaltet, selbst ein Generaldirektor sei nur Kaufmannsgehilfe für den Anonymus des Aktionärs gewesen. Im neuen Staate müsse der Kaufmannsgehilfe das Bewußtsein wiedergewinnen vollwertiger Kaufmann zu sein. Der Begriff de: Kaufmanns habe neuen Inhalt erhalten. Nicht mehr die Gmbh. und der anonyme Aktionär im Hintergrunde seien zu respektieren, sondern die Persönlichkeit des Einzelnen. Der Kaufmann werde das Bindeglied zwischen Unternehmer und dem handar beitenden Menschen werden. Mit den Methoden der Standesabkapselung werde gebrochen. Der Kaufmannsgehilfe sei genau so wertvoll wie ein General direktor. Arbeit in diesem Sinne werde dem DHA die Anerkennung des Führers bringen. Nach Schröder nahm Stadtverordneten=Vorsteher Bongardt das Wort, der die Grüße des verhinderten Oberbürgermeisters überbrachte. Als Leiter des einheimischen Handels und Gewerbes sowie de: Handwerks freue er sich, vor dem DHV sprechen zu dürfen. Die Aufgabe des DHV sei, im Wetteifern mitzuarbeiten zum Wohle der Nation. Gleichgültiger Abseitsstehen verhelfe nicht zu gebratenen Tauben Die Notwendigkeit der Organisation sei nicht zu verkennen. Der Redner geißelte die Front der Raffen den, den Schaffenden müsse wieder zukommen, was ihnen durch ihre Arbeitsleistung zustehe. Die Raffenden seien die Schaffer eines ungeheueren Proletariat: gewesen. Gewiß sei Geld heute noch eine Macht aber diese Macht werde durch die Einreihung eines jeden deutschen Hand= und Kopfarbeiters in die Ar beitsfront gebrochen werden. Das oberste Ziel des Führers sei doch, den deutschen Menschen von der Knechtschaft des Geldes zu befreien. Der Handlungsgehilfe habe seine eigene Art hochzuhalten, das Artfremde, der Jude, habe den Kaufmannsstand verseucht, seine Ausmerzung werde sich zum Segen des Volkes auswirken. Alle Völker schauten heute auf Deutschland, das sich wieder aus eigener Kraft erhebe. Mit einem dreimaligen„SiegHeil“ auf das deutsche Volk, das Vaterland und unsern Führer Adolf Hitler schloß er seine Ausführungen, die alle in ihren Bann zogen Das Deutschlandund Horst=Wessel=Lied beschlossen die Kundgebung in würdiger Weise. Die Vergebung von Gemeindeaufträgen Stadtverordnete und Gemeindevertreter sollen nicht benachteiligt werden. Eine Erklärung des Preuß. Innenministers In dem bekannten Erlaß des Preuß. Innenministers vom 3. Mai 1933 zur Bekämpfung von Miß ständen in den Gemeinden sind sehr scharfe Bestimmungen über die Vergebung von Gemeindeaufträgen an Gemeindevertreter oder sonstige in den Gemeindeorganen ehrenamtlich tätigen Gemeindebürger und deren Verwandte usw. erlassen worden. Vielfach ist deswegen die Befürchtung aufgetaucht, daß infolge dieser scharfen Vorschriften die Mitglieder ehrenamtlich tätiger Gemeindekörperschaften bei der Vergebung von Gemeindeaufträgen gegenüber anderen Bewerbern, die nicht Mitglieder solcher Körperschaften sind, im Nachteil sein würden. Der Preußische Handwerkskammertag brachte diese Befürchtungen in einer Anfrage vor den Preußischen Innenminister, in der es u. a. hieß:„Nach dem vorbezeichneten Erlaß sollen die in den Gemeindekörperschaften tätigen Personen von allen Aufträgen der betreffenden Gemeinden und Gemeindeverbände ausgeschlossen bleiben. Von einer Handwerkskammer werden wir darauf hingewiesen, daß selbständige Handwerker, die als Stadtverordnete usw. tätig sind und in dieser Eigenschaft dem Bauausschuß oder ähnlichen Ausschüssen angehören, sich von allen Vergebungen der Stadt fernhalten oder andernfalls ihr Amt zur Verfügung stellen müssen.“ Auf diese Frage ging dem Preußischen Handwerkertag unter IV a1 4262 folgendAntwort zu:„Der Runderlaß vom 3. Mai 1933— MBliV. S. 529— will den Gemeinden für die Handhabung des Vergebungswesens und für die Zusammensetzung der Gemeindevorstände, der Deputationen und Ausschüsse mit aller Eindringlichkeit Gesichtspunkte vor Augen führen, die zur Bekämpfung von Mißstanden in den Gemeinden und Gemeindeverbänden zu beachten sind. Er enthält keine bindenden Rechtsformen, sondern lediglich eine Aufforderung an die Gemeinden, die Zielsetzung der Antikorruptions= verordnung, namentlich auf dem Gebiete des Vergebungswesens zu verlebendigen. Welche Folgerungen hieraus für den einzelnen Fall zu ziehen sind, ist in erster Linie der Entscheidung der Gemeinden überlassen, unbeschadet des Rechts der Aufsichtsbehörden, von sich aus nötigenfalls die zur Herstellung eines geordneten Ganges der Verwaltung erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Im übrigen bemerke ich zu den Ausführungen der Eingabe, daß dergenannte Erlaß keineswegs die in den Gemeindeorganen tätigen Personen von allen Aufträgen ausschließt, sondern lediglich deren bevorzugte Behandlung und sonstige unlautere Machenschaften bei der Auftragsvergebung verhindern will. Ich verweise dieser halb insbesondere auf Ziff. 1 des Erlasses." Platz für deutsche Handwerksarbeit! Nach dem Willen unseres Volkskanzlers Adolf Hitle: wird im Herbst d. J. die zweite Welle des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit beginnen. Es ist jedem klar, daß dieser zweite Kampfabschnitt, der Jahreszeit entsprechend, erhöhte Anstrengungen erfordert. Der Entscheidungskampf gegen die Arbeitsnot hat aber auf breiter Front eingesetzt, dank der weitsichtigen Maßnahmen der Reichsregierung. Aber diese können nicht allein zum Enderfolg führen. es muß die nachhaltige Selbsthilfe der Wirtschaft hinzukommen, wenn wir unseren arbeitslosen Volksgenossen wirklich ernsthaft helfen wollen. Das deutsche Handwerk hat, wie die„HandwerksZeitung“ hervorhebt, erkannt, daß es gerade hierauf ankommt, wenn unsere gesamte Wirtschaft und damit auch das Handwerk, wieder gesunden soll. Die vom 15. bis 21. Oktober d J. stattfindende Werbewoche stellt eine großzügige Aktion für das gesamte deutsche Handwerk dar, die Ankurbelungsmaßnahmen der Reichsregierung zu unterstützen und weiterzuführen; denn die Arbeitsbeschaffung ist der Angelpunkt aller Aufbaupolitik des neuen Staates. Es heißt jetzt, alle kleinliche Kritik beiseite zu lassen; alle Handwerker müssen sich in den noch zur Verfügung stehenden 8 Wochen so auf die Werbeveranstaltung einstellen, daß sie zu einem vollen Erfolg wird. Die Presse= und Propagandastelle des Reichsstandes des deutschen Handwerks sowie die Unterorganisationen arbeiten tatkräftig an den Vorbereitungen zu dieser Werbewoche. Das Handwerk muß sich stets vor Augen halten, daß es der Zweck der Veranstaltung ist, die große Masse der Bevölkerung so auf die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Bedeutung des Handwerks für die Gesamtheit hinzuweisen, daß die Vergebung eines, wenn auch noch so kleinen Auftrages an das Handwerk nicht nur als selbstverständlich, sondern als eine Pflicht jedes einzelnen angesehen wird. Wie die geistig=moralische Umformung unserer Tage, so die praktische Tat! Der handwerklichen Arbeit ist heute der Weg geebnet, sich ihrer Bedeutung für die Gesamtheit entsprechend durchzusetzen. Während des Handwerks=Werbewoche gilt es, diese geistige Auflochs rung unserer Bevölkerung so aufzufangen, daß der handwerklichen Wertarbeit erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet wird, zumal die Arbeitsnot im allgemeinen gelindert und die zweite Angriffswelle zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weiter vorgetragen wird. Unterstützt wird die Veranstaltung nicht zuletzt dadurch, daß das Handwerk heute im neuen Staat das Bewußtsein und die Gewißheit hat, von den maßgebenden Reichsstellen versanden zu werden und für seine Bestrebungen im Volke Widerhall zu finden Die Worte des alten nationalsozialistischen Kampf liedes„Gebt Raum der deutschen Arbeit“ sind erst dann voll erfüllt, wenn unser Volk auch die Worte beherzigt „Geot Raum der deutschen Handwerksarbeit!“ Unechte Kombinationsverkäufe als Zugabe Aus Kaufmannskreisen wird uns geschrieben „Nuch§ 1 Abs. 1 der Notverordnung über das Zu gabewesen vom 9. März 1932(RGBL. 1 S. 121) ist er verboten, im geschäftlichen Verkehr neben einer Ware oder einer Leistung eine Zugabe(Ware oder Leistung) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren. Durch das * Reichsgesetz vom 12 Mai 1933(RGBL 1. S. 264) in die bisherige Ausnahmebestimmung des§ 1, Abs. 2e. nach der die Zugabe wieder gestattet war, wenn sich der die Zugabe Gewährende verpflichtete, an Stelle der Zugabe einen festen, von ihm ziffernmäßig zu bezeichnenden Gelddetrag bar auszuzahlen, der nicht geringer als der Einstandspreis der Zugabe sein darf. mit Wirkung vom 1. September 1933 ausgehoben worden. Somit tritt das umfassende Zugabeverbot mit diesem Termin in Kraft. Nach§ 1. Abs. 1. Satz 3. gilt das Zugabeverbot auch, wenn zur Verschleierung der Zugabe eine Ware oder Leistung mit einer anderen Ware oder Leistung zu einem Gesamtpreis angeboten, angekündigt oder gewährt wird. Ueber einen solchen Fall hatte kürzlich ein Amtsgericht zu entscheiden. Der Anklage lag folgender Tatbestand zu. grunde: Ein Kaufmann, der Zuckerwaren vertreibt, hatte in der Presse angekündigt, daß er ein Yo=Yo=Spiel und ein Kartenspiel zusammen mit Zuckerwaren zu einem Einheitspreis von 10 Rpf. verkaufe. Er wurde wegen Verletzung der Notverordnung zu einer Geldstrafe von 30 RM., ersatzweise 6 Tage Gesängnis verurteilt. Das Amtsgericht führt in den Gründen aus:„Das Spiel und das Kartenspiel sind als Zugabe gedacht, denn diese Artikel haben mit den eigentlichen von der Firma geführten Zuckerartikeln nichts zu tun. Sie sind betriedefremde Gegenstände. Ihr Angebot zugleich mit den von der Firma dergestellten Zuckerwaren mu einem Gesamtpreis bedeutet eine Verschleierung der Zugabe. Durch die Ankündigung ist mithin gegen§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Wirtschaft vom 9. März 1932 verstoßen.“ An diesem Urteil ist nach Auffassung des Reichsausschusses für das Zugabeverbot e. B. zweierlei bemerkenswert: Zunächst kommt es bei der Frage, ob eine Verchleierung der Zugabe vorliegt, nicht darauf an, ob der Gewerbetreibende eine solche Verschleierung beabsichtigt hat. Vielmehr ist objektiv zu prüfen, ob nach Lage der Dinge das Vorliegen einer solchen Verschleierung bejaht werden kann. Dies ist, wie das Amtsgericht mit Recht feststellt, insbesondere dann der Fall, wenn betriebsfremde Gegenstände mit betriebseigenen kombiniert werden.“ und für Herne Der erste Schultag Heute geht es zum ersten Male wieder in die schule. Man wird die alten Schulzimmer, die alten Bänke wiedersehen, vielleicht ist inzwischen hier und da neu angestrichen, dies und jenes verbessert worden, denn es sollten ja 65 000 M. für die Renovierung kädtischer Gebaude und Schulen aufgewandt werden, aber im großen und ganzen werden es doch dieselben altvertrauten Räume sein, in denen man sich heute wieder zu ernstem, fleißigem Tun einfinden wird. Die Gesichter zwar werden noch widerstrahlen von der Erholung im Ferienaufenthalt oder vom frohen Spiel In bräunender Sonne, die Körper werden gekräftigt und der Geist erfrischt sein, um mit neuem Mut ans Werk zu gehen. Und wenn auch am ersten Tag die Lust dazu noch nicht recht kommen will, wenn es noch zu viel zu erzählen gibt von Erlebtem und Unternommenem, der Lehrer pädagogisches Geschick wird schon dafür sorgen, daß man wieder ins alte Geleise kommt. Am zweiten Tage wird es schon besser gehen, und in der nächsten Woche wird man schon gar nicht mehr wissen, daß es vor wenigen Tagen noch das süße Nichtstun der Ferienzeit gab. Noch ist ja auch erst Septemberanfang und der schönen Tage noch manche zu erwarten, ehe der kahle Herbst und der rauhe, kalte Winter kommen. Aber auch diese müssen kommen und mit ihnen der Fortschritt in Wissen und Keisen, nicht nur des Osterversetzungstermins wegen, sondern damit das Leben und das Vaterland einst eine tüchtige und kraftvolle deutsche Jugend empfangen können. ** 2 Mahnung zur Vorsicht an alle Kreditsuchenden. Die Mißstände auf dem Gebiete der Darlehns= und Hypothekenvermittlung, sowie des Zwecksvarkassenwesens veranlassen die Industrie= und Handelskammer zu Essen zu einer eindringlichen Mahnung zur Vorsicht an alle Kreditsuchenden. Häufig werden von Darlehnsvermittlern Inserate unter Verschweigung ihres Namens lediglich unter Angabe einer Chiffre= oder Telephonnummer aufgegeben, wobei es sich oft um dieselben Personen handelt, denen es in zahlreichen Fällen nur auf eine Ausbeutung der gegenwärtigen Kreditnot zur Erlangung von Provisionen ankommt. Zur Vorsicht werden die Kreditsuchenden insbesondere ermahnt bei der Zahlung von Vorschüssen, Bearbeitungsgebühren, Gebühden für mehrmalige Inserate, Antragsgebühren oder Gebühren, die unter ähnlichem Vorwand gefordert werden. Vorsicht ist auch bei Hypothekenanträgen am Platze, denn dem unreellen Hypothekenvermittler ist es nicht um die Beschaffung einer Hypothek. sondern nur um das mühelose Einstreichen einer Gebühr zu tun. Auch bei der Unterschrift unter Verpflichtungsscheinen st Vorsicht geboten, denn durch die Unterschrift verpflichtet sich der Antragsteller in fast allen Fällen zur Zahlung einer Provision, also auch für den Fall, daß die Hypothek nicht bewilligt wird. An die Kreditsuchenden ergeht die Mahnung, sich eine ordnungsmäßige Bearbeitung ihres Gesuches zu sichern und sich bewußt zu sein, daß die Bewilligung zweiter Hypotheken heute fast unmöglich ist. An die Zwecksparer ergeht die Mahnung zur Vorsicht bei dem Abschluß von Zwecksparverträgen, insbesondere hinsichtlich der Unterzeichnung der Geschäftsbedingungen und der Festsetzung einer Höchstwartezeit für die Zuteilung eines Darlehens. Schließlich werden betrogene oder sich betrogen fühlende Kreditsuchende und Sparer aufgefordert, die Fälle dem zuständigen Poliseipräsidenten oder der Staatsanwaltschaft mitzuteilen. Rechtzeitiges Eingreifen wird zur erfolgreichen Anfechtung der Provisionszusage des übervorteilten Kreditsuchers führen. und es wird auch der Antrag auf Anordnung der Aussetzung der Verhandlung bis zur Erledigung des Strafverfahrens gestellt werden können. Vor allem aber wird durch eine rechtzeitige und mit Unterlagen begründete Anzeige erreicht, daß der dem geldund kreditsuchenden Publikum entstandene Schaden nicht durch unlautere Elemente noch größer wird. * 2 28 Aufruf zum großen Westfalentag „Neues Lebensgefühl aus dem Bewußtsein der eigenen Art!“ (wp) Der k. Landeshauptmann der Provinz Westalen. Staatskommissar Kolbow, erläßt soeben für den am 16. und 17. ds. Mts. in Münster anberaumten Westfalentag einen Aufruf, in dem er darauf hinweist, daß diese große Kundgebung— die größte, die Westfalen seit dem Kriege, vielleicht überhaupt je erlebte— für das ganze völkische Leben von großer Bedeutung ein wird.„Alle Kreise der Bevölkerung, die ernstlich bestrebt sind. die Zusammenhänge ihres eigenen personlichen Lebens mit der großen Landschaft und dem in ihr verwurzelten Volksstamm zu erkennen und zu durchdringen, sollen“, so heißt es in diesem Aufruf.„sich hier treffen, näher kennen lernen und neben neuen, fruchtbaren Anregungen das Bewußtsein mit nach Hause nehmen, daß ewige und unzerstörbare Kräfte die Menschen zu einer Einheit zusammenketten, derer sie sich bewußt ein müssen. Aus diesem Bewußtsein der eigenen Art oll sich ein neues Lebensgefühl entwickeln: Freude am Leben und an der Arbeit in der Erkenntnis der sinnvollen Eingliederung des einzelnen Menschen in Landschaft. Stamm und Volk. Freude an der Pflege des von den Vätern übernommenen Kulturerbes und Verantwortungsbewußtsein für die Weiterentwicklung dieser ewigen Güter. Was diesem Westfalentage das besondere Gepräge geben soll, das ist die Erkenntnis, was Westfalen für ganz Deutschland bedeutet hat und bedeutet.“ Der Landeshauptmann verweist dann darauf, wie wichtig es ist, daß bei aller landschaftlichen und stammeskundlichen Forschung und Kulturpflege der Blick gewertet bleibt und als Endziel stets das ganze Deutschland umfaßt, wobei aber nicht vergessen werden soll, daß gerade Westfalen, das seine Wurzeln allein in Blut und Boden hat. im vergangenen Jahrhundert einen zähen Kampf zu führen hatte gegen das Vordringen der liberalistischen Weltanschauung, die mit der Industrialisierung des Westens es versuchte, das ganze Land in ihren Bann zu ziehen.„Wir müssen.“ so heißt es zum Schluß,„an diesem Tage die seelischen Kräfte erkennen, die gerade Westfalen befähigt haben, in diesem Kampfe standzuhalten und ein fester Hort des Nationalsozialismus zu werden bis die Schicksalsstunde kam und unser Volk befreit wurde von den Irrlehren des Materialismus.“ Auskunftsbeschränkung und Straftilgung in den vollzeilichen Listen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Minister des Innern in einem Runderlaß an die Regierungspräsidenten(und den Berliner Polizeipräsidenten) folgendes angeordnet: Wird ein Gesuch um vorzeitige Anordnung der Auskunftsbeschränkung oder Straftilgung damit begründet, daß der Verurteilte ein straffreies Führungszeugnis benötigt, um der RSDA P. beizutreten oder darin zu verbleiben, um ein Parteiamt in der nationalsozialistischen Bewegung zu erlangen oder zu behalten, oder um auf Empfehlung von Parteiorganen eine Stelle im Wirtschaftsleben zu erhalten, so ist vor der Berichterstattung an den Innenminister dem zuständigen Gauleiter der RSDAP. Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Zu diesem Zweck sind dem Gauleiter außer dem Gesuch die polizeilichen Ermittlungen sowie der Strafregisterauszug zu übersenden. An Stelle der Strafakten ist eine kurze Darstellung der Straftaten unter Angabe der für und wider das Gesuch sprechenden Gründe beizufügen. Der mit dem Gauleiter geführte Schriftwechsel ist dem Minister vorzulegen, wenn das Gesuch um Auskunftsbeschränkung oder Straftilgung vom Regierungspräsidenten(Polizeipräsidenten) befürwortet wird. Gehört der Verurteilte einer Sturmabteilung(einschließlich Stahlhelm) oder einer Schutzstaffel der NSDAP. an, oder erstrebt er die Mitgliedschaft einer dieser Formationen, so ist an Stelle des Gauleiters der Beauftragte des Obersten SA.=Führers beim Regierungspräsidenten zu hören. Jedes Gesuch, das der Gauleiter oder der Beauftragte des Obersten SA.=Führers befürwortet, auch wenn dessen Stellungnahme vom Regierungspräsidenten nicht geteilt werden kann, ist dem Minister vorzutragen. * 2 Aus der Litler=Jugend. Stabsführer und Organisationsleiter für Niedersachsen, Karl Nagel, herue, zum Abschied. Man schreibt uns: Mit dem 5. September 1933 scheidet der Ig. Karl Nagel, der als Stabsführer und Organisationsleiter im Gebiet Niedersachsen tätig war, wieder von uns. Ig. Nagel, der vom 1. Juli bis jetzt seine ganze Kraft in den Dienst der niedersächsischen Hitler=Jugend stellte, wird den vielen Kameraden, die ihn kennen lernten, stets als pflichtbewußter, guter Vorgesetzter in Erinnerung bleiben. Er hat sich die Herzen der Jungens, die ihn nur ungern scheiden sehen, im Fluge erobert. In seinem ganzen Auftreten war er stets das, was man unter dem Wort„Führer" versteht. So war auch ein ganzes Wesen. Er taugte nicht zum sogenannten Bürogeneral. Schade, daß er die Hitler=Jugend verlaßt. Seine letzte Tätigkeit hier beruhte in der Vorbereitung und Bearbeitung des Transportes zum Reichsparteitag in Nürnberg. Als Transportführer brachte er dann die Jungens gut nach Nürnberg hin und, das hörten die Jungens auf allen Bahnhöfen, der Transport klappte vorbildlich Für seine weitere berufliche Tätigkeit aber begleiten ihn die besten Wünsche der Hitlerjungens aus Niedersachsen. *** Gedenket der Frontsoldaten! Alle Ironksoldaten brachten große Opfer. Die schützten mit ihren Leibern deine Heimat. Bringe auch du ein kleines Opfer und heife den Kriegsopferund Sroatloldaleulaa am 16./17. September verschönern. Jede Art Spenden nimmt die AS. Kriegsopferversorgung Herne. Schulstraße 28. Ruf: 506 24 oder 512 61, Sparkassenkoulo Nr. 2596, dankbar entgegen. *** Wiedereröffnung des Palast Theaters im neuen Gewande. Am Sonnabend wird das Palasttheater, das neu verpachtet worden ist, wieder eröffnet. In den letzten Wochen hat es eine eingehende Renovierung erfahren. Schon der Eingang an der Straße ist sehr hübsch modernisiert. Statt des Tonnengewölbes schließt jetzt eine flache Decke aus Milchglas, hinter der sich das strahlende Licht verbirgt, den Eingangsraum ab. Dadurch hat man an der Hauswand mehr Platz für die Reklamefläche gewonnen. Am meisten überrascht aber der Theaterraum selbst, der durch die Fa. Rodemes sehr geschmackvoll in Farbe gesetzt ist. Der schwachrötliche Ton herrscht vor. Die Deckenträger sind auf der Unterseite mit Silber= und Goldstreifen belegt. Die Bühne ist ebenfalls verschönert. Aus schwarzer Umrahmung, die durch einen tiefblauen Vorhang eingefaßt ist, hebt sich die Leinwand hervor. Die Empore ist durch karierten Rupfen und neuen Anstrich neu belebt. Ferner ist eine moderne geschmackvolle Beleuchtung angebracht, die die neue Farbengebung des Raumes gut zur Wirkung kommen läßt. Das Theater macht in seinem neuen Gewande einen recht vorteilhaften und anziehenden Eindruck. Die Eröffnung erfolgt am Sonnabend um 16,45 Uhr. Die zweite Vorstellung ist um 20,30 Uhr. Als Hauptfilm läuft„Der Sieger“ mit Hans Albers. Dazu ein auserlesenes Vorprogramm. Die Preise werden für jedermann erschwinglich gehalten. * 2* * Grubenunfall. Im Grubenbetriebe einer örtlichen Schachtanlage wurde der Hauer Ernst Kalter aus Wanne=Eickel, der im Streb mit dem Gewinnen von Kohlen beschäftigt war, von Gesteinsmassen, die aus dem Hangenden hereinbrachen, verletzt. Mit einem Beinbruch und Rückenverletzungen mußte der Bedauernswerte dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt werden. * Bestrafte Uebertretung. Trotzdem das Radfahren auf den Kanaluferwegen verboten ist, befuhr ein junger Mann das nördliche Ufer und versuchte, einer Kinderschar, die sich auf einem Ausflug befand, auzuweichen. Er kam dabei zu Fall. Während das Rad ins Wasser fiel und später geborgen wurde, trug er eine empfindliche Kopfwunde und bösartige Schürfverletzungen davon. Böses Ende der Ferien. Als gestern nachmittag der Schüler Erich L. aus der Siebeckstraße bei seinen Großeltern auf dem Feldkamp Gartenerzeugnisse geholt hatte und mit dem Fahrrad heim wollte, kam ihm durch die Vorbeifahrt eines Autos auf der Riemker Straße Staub in die Augen. Der Junge ließ die Tasche mit dem Inhalt fallen und stürzte schwer. Neben erheblichen Schürfwunden am Kopf und an den Beinen hatte er eine Knöchelsplitterung am Gelenk davongetragen, so daß Notbehandlung im Krankenhaus erforderlich war. Erfreuliche Ergebnisse der Arbeitsbeschaffung in Westfalen Die Auswirkungen einer besseren Verteilung der Arbeit— Erfolge im Kampf gegen Schwarzarbeit.— Zweite Etappe der Arbeitsschlacht: Verhinderung eines Anwachsens der Erwerbslosigkeit im Winter. Nachdem nunmehr die statistischen Ergebnisse der Arbeitslosigkeit von Ende August vorliegen, zeigt sich, wie der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen mitteilt, daß der systematisch und energisch auf der ganzen Linie durchgeführte Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nochmals Erfolge gezeigt hat, die in dieser späten Jahreszeit kaum noch zu erworten waren. Im August ist die Zahl der Unterstützungsempfänger in Westfalen insgesamt um rund 27000 zu rucgegangen. die Zahl der Arbeitslosen unter dem Einfluß der zunehmenden Notstandsarbeiten sogar um rund 31 000. Da die Zahl der gesamten Unterstützungsempfänger Ende Februar 1933, also z. Zt. des winterlichen Höchststandes noch rund 420 000 betrug, ist damit in einem Zeitraum von sechs Monaten ein Rückgang um rund 129 000 oder 30 Prozent erzielt. Besonders bemerkenswert und erfreulich ist bei der jetzigen Entwicklung der starke Rückgang der Wohl fahrtserwerbslosen, der wie in den vergangenen Monaten auch im August zu verzeichnen war. Insgesamt ist die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in diesem Jahre bereits um fast 80000 zurückge gangen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist umso höher zu bewerten, als er zum überwiegenden Teil nicht auf eine konjunkturelle Besserung, d. h. auf vermehrte Auftragseingänge zurückzuführen sein dürfte, sondern auf die planmäßigen Bemühungen einer rationelleren Verteilung der Arbeit. Durch Arbeitsstreckung sind besonders im Ruhrgebiet, wo die Depression besonders schwer wiegt. beachtliche Erfolge erzielt worden. Aufgrund des 20Schichten=Abkommenz im Berabau und der Richtlinien von Arbeit=Nordwest(40-Sid Woche) erfolgen fortlaufend neue Einstellungen von Arbeitslosen, die sich allerdings wegen der seit Jahren bestehenden Kurzarbeit auf den meisten Zechen und in allen Hüttenwerken nur in relativ engem Rahmen halten können. Die Arbeitsstreckung hat aber auch bereits auf andere Industriesweige und=bezirke übergegriffen, so daß die Hoffnung besteht, hier in den Herbst= und Wintermonaten weiteres Gelände zu gewinnen und auf diese Weise langfristig Erwerbslose wieder in den Produktionsprozeß einzugliedern. Parallel damit schreiten die Versuche auf Ausschaltung unberechtigten Doppelverdienertums fort. Da alle Fälle individuell geprüft werden, zuweilen auch nicht unerhebliche Schwierigkeiten betriebstechnischer Art zu überwinden sind, eröffnet sich hier für die nächsten Monate ein weiteres großes Betätigungsfeld. Es ist jedoch bereits jetzt der Erfolg zu verzeichnen, daß die Wirtschaft allgemein den Gedanken in positivem Sinne aufgegriffen hat und von sich aus die Ausschaltung des Doppelverdienertums fördert. Einen erheblichen Anteil an den Erfolgen des Monats August hat der energische Kampf gegen die Schwarzarbeit gehabt. Aufrufe und Pressenotizen haben immer wieder auf das Verbrecherische und Volksschädigende der Schwarzarbeit hingewiesen. Ueberraschende Razzien haben die Beweise dafür erbracht, in welchem Umfange bisher noch Schwarzarbeit verichtet wurde. Die psychologischen und moralischen Hemmungen, die jetzt bei Arbeitgebern und Arbeitslosen eingeschaltet sind, haben in hunderten von Fällen dazu geführt, daß die Schwarzarbeit als regelrechtes Arbeitsverhältnis gemeldet wurde, in tausenden von Fällen, daß die Arbeitslosen nicht mehr beim Arbeitsamt und Wohlfahrtsamt erschenen sind, um die Unterstützung abzuholen. Diese Maßnahmen haben überall zu einer lebhafteren Inanspruchnahme der Verminderung der Arbeitsämter geführt, besonders in den Berufen, in denen Schwarz= arbeit besonders häufig und typisch ist. Diese verstärkte Einschaltung der Arbeitsämter hat überdies den Vorteil, daß wirklich die sozial Bedürftigsten bevorzugt eingestellt werden, da nur im Arbeitsamt eine wirklich umfassende Uebersicht über die für die einzelnen Arbeitsstellen zur Verfügung stehenden Arbeitslosen im Hinblick auf Eignung und Grad der Hilfsbedürftigkeit besteht. Mit diesen Anfangserfolgen sind aber die Möglichkeiten einer rationelleren Verteilung der Arbeitsplätze zum Zwecke der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit keineswegs erschöpft. Zielbewußte Führung und aktive Ritarbeit aller Beteiligten lassen vielmehr hoffen, daß es auf diesem Weze gelingen wird, das gesteckte Ziel der zweiten stappe der Arbeitsschlacht zu erreichen, d. h. die während der Wintermonate zunehmende Arbeitslosigkeit in den Saisonberufen durch diese Maßnahmen weitgehend zu kompensieren * Sturz auf der Treppe. Stäbe durch und das Kind stel vg]“ gruch und Ver. derlich war. * Ein Motorrad brannte. Auf der Ludwigstraße geriet gest ein Motorrad in Brand. Der Fahrer Peter Kr. von dier konnte sich noch rechtzeitig in Sicherhezz bri.#n. Das arg beschädigte Motorrad wurde in Reparatur geschafft. * Durch die Bodenluke gestürzt. Als der Schweizer Johann W. aus der Gerther Straße, der bei einem hiesigen Landwirt in Dienste teht, Mittwochabend in der Scheune auf dem Stroh und beithoben arbeiete, dom ur der Botenteie 2 nahe und stürzte hinab. Mit einem An. Fuch.## ren Kopf= und Brustverletzungen wurde er aufgefun den und mit dem Krankenauto dem Krankenhause zu geführt, wo er bedenklich daniederliegt. * V o n e i n e m T o b s u c h t s a n f a l l befallen wurde gestern nachmittag der Invalide I. aus der Mont=Cenis=Straße in einem Geschäftslokal der Bahnhofstraße. Durch einen Sturz, den I. sich zugezogen hatte, wurden Notverbände erforderlich Das schnell herbeigerufene Rettungsauto schaffte den Bedauernswerten ins Krankenhaus. * Ein Kinderfreund. Vor einer Wirtschaft auf der Hermann=Göring. Straße in Holsterhausen stand gestern morgen das Fuhrwerk eines Herner Gemüsehändlers, dessen Besitzer in der Wirtschaft weilte und vom Fenster aus die obsthungrigen Blicke der Kinder sah, die die saf tigen Birnen begierig betrachteten. Kurz entschlosser ging der Händler hinaus und verteilte unter die Kin der fast einen halben Zentner, worauf die Kinder hochbefriedigt über die Freigebigkeit des Spenderabzogen. * Gleichschaltung im Herner Männerchor. In der am Mittwoch stattgefundenen Versammlung des Herner Männerchors wurde Rektor Konsek zum Führer des Vereins gewählt. Er benannte zu seinen Mitarbeitern die Sangesbrüder Pau Schröder und Max Wachholz als Schriftführer, Kar Anton und Franz Raddatz als Kassierer und FrauBunselmeyer als Notenwart, ferner Peter Wilms. Jakob Hoffmann, Wilh. Rampelmann, Alsons Poisz und Rudolf Tubbesing als Beisitzer. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Herbstveranstaltungen besprochen. Der Verein betonte, treu seiner Vergangenheit auch für die neuen nationalen Ziele sich mit bestem Wollen einzusetzen. * Krieger= und Landwehrverein herne. gegr. 1385. Zur Teilnahme an der Jubelfeier des Vereins der Schutztruppler und Kolonialdeutschen werden die Komeraden herzlichst eingeladen. Wegen der nationalen Kundgebung ist vollzähliges und pünktliches Erscheinen Pflicht. Antreten Sonntag 15,15 Uhr im Vereinslokal Knapp. * Der Verband des Nahrungsmiktelgewerdes in der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe yerne. teilt mit: Wichtig für alle Angestellten, Arbeiter und Hilfsarbeiter der Bäckerei=, Konditorei= und Mühlenbetriebe! Am Sonntag, dem 10. September, morgens 11 Uhr findet im Lokal„Zum Dortmunder“, Bahnhofstraße 105, eine Versammlung für sämtliche in obengenannten Berufen tätigen Personen statt. Auf Anordnung des Leiters der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, muß jeder Deutsche organisiert sein; wer nicht organisiert ist, verliert das Staatsbürgerrecht und damit das Recht auf Arbeit. Es ergeht daher der Aufruf an alle bisher unorganisierten Angehörigen obiger Berufe, auch Lehrlinge und sämtliches Verkaufspersonal(auch weibliches), ob stellenlos oder in Arbeit, sich nunmehr restlos und ohne Ausnahme baldigst dem Deutschen Arbeiterverband des Nahrungsmittelgewerbes anzuschließen. * Die Herner Musikschule hat heute den Unterricht wieder ausgenommen und erteilt vollständige Ausbildung in allen Fächern der Musik. Berufsklassen, Kammermusik und Orchester.— Auswärtige Schüler erhalten für die Benutzung der Straßenbahn Schülerfahrkarten. Auskunft und Prospekt kostenlos im Büro der Anstalt.(Siehe Anzeige) Literarisches Stimmen der Zeit. Monatsschrift für das Geistesleben der Gegenwart. Inhalt des Septemder=Heftes 1933: Wissenschaft und Leben(Peter Lippert). Nation, Staat, Kirche(Erich Przywara). Wesensgefüge des Nationaldolschewismus(Hans Richard Mertel). Kreds und Krebsbekämpfung(August Most). Gewissen und Staat (Max Pridilla). Der Faschismus in Spanien(Hubert Becher). Kämpferische Kunst, kämpferische Wissenschaft(Jak Overmans). Die Gründerin der„Christlichen Wissenschaft" (Anton Koch). Besprechungen von Büchern: Zeitfragen: Ethik; Psochologie; Sozialwissenschaften: Lebensbilder.— Briefkasten Anfragen an unsern Brieskasten müssen mit Unterschrift verieden evenso mut die letztgultige Qutttung beigefugt sein Wo dieses : Fas ik, ersolgt keine Heautwort der Fas In, erfolgt keine A. G. 600. Sie haben gemäß§ 462 B6B Ar spruch darauf, daß der Verkäufer das Schlafzimmzurücknimmt und Ihnen den Kaufpreis zurückerstatte Falls der Verkäufer Ihrem Verlangen nicht nadh kommt, müßten Sie ihn beim Amtsgericht auf 1 rücknahme verklagen. Es handelt sich hier wesentlichen Mangel, für den der Verkäufer gema § 459 BGB aufzukommen hat. Vereinskalender Zugendabteilung des Zund-KRV. Versammlung. Erscheinen all ist Pflicht. Die Führerschaft. Krieger= und Landwehrverein 1865 Hern Zur Teilnahme an der 25jährigen Jube feier des Vereins ehem. Schutztrupple und Kolonialdeutscher treten die Mitglider am Sonntag, dem 10. 9. 33. un 3., im Vereinslokal Heinr. Knapp a Vollzähliges und pünktliches Erscheine erwartet Der Führer. Garbeverein herne. Der Verein nimm an der Jubelfeier des Vereins ehemaligSchutztruppler und Kolonialdeutscher al Sonntag, dem 10. 9., teil. 15,30 Uhr fol mieren sich die teilnehmenden Vereine al dem Adolf=Hitler=Platz. Vorher find im Vereinsheim Punkt 14 Uhr die Mi natsversammlung statt. Dunkler Anzu Mütze, Orden und Ehrenzeichen. Restlo Beteiligung erwartet Der Führer Goldfischgläser aus Großmutters Zeiten erinnern wird hier verabreicht. So eine Berliner Weiße— „mit oder ohne“(das heißt mit oder ohne einen Schuß Himbersaft) muß man eben einmal getrunken haben, um überhaupt mitreden zu können! Die alten Berliner Herren hatten sogar ihren WeißbierStammtisch, und die Landree'schen Weißbierstuben waren stadtberühmt. Also— neben der Orangeade und dem Cockteil der neuen Zen— ist wenigstens noch ein Tröpschen Weißbier von damals hängen geblieden... im Sommer Berlins. Große Menschen in dunkler Zeit Es war in einem der Aufnahme=Ateliers der Usa: gerade eine etwas schwierige Aktion— ein Werbefilm für eine Brauerei sollte gedreht werden, aber infolge der Lampenhitze trocknete der Schaum so rasch und gründlich ein, daß der Anblick des Bieres weniger werbend wirkte. Mitten zwischen den schwierigen Operationen trat der Aufnahmeleiter auf mich zu:„Ich kenne auch einen Geistlichen...„den zu früh aufgeriebenen Dr. Sonnenschein!“ Es war mir fast, als ob mitten in einer Wildnis eine Blume, mitten in dunkler Nacht ein Leuchten aufgebrochen wäre. Am nächsten Tag kam ich zur Zentrale einer interkonfessionellen Hilfsorganisation. Die geschäftsführende Diakonisse, die durch ihr Opferleben den Zutritt zu so vielen ihrer Schützlinge hat, wies nach dem zweiten Satz auf das Bild über ihrem Schreibtisch: ein Photo von Sonnenschein! Abends saß ich auf der Berliner Filmbörse. Auch hier wieder die Trümmer der Erinnerung an Sonnenschein, den mir so manche scheu nannten; voll Dankbarkeit, daß Gott ihrem Leben diese Begegnung mit ihm geschenkt hatte, die ihnen Kraft geblieben war. Viele Hunderte strömten täglich zwischen 17 und 20 Uhr hier zusammen; keine Neulinge, nur solche, die bereits einen Vertrag in der Tasche hatten, bereits mehrsach Solodarsteller waren. Alles ausgepragte Typen von 20 bis 60 Jahren; alles aber auch ausgemergelte, ausgehungerte Menschen. Wenn zwei Dutzend aus den Hunderten zur Komparserie, also zu Eintagswerk in Massenszenen, herausgenommen werden,— dann trifft das vielleicht den Durchschnitt dieses Arbeitsmarktes. Wer vor Berlin Grauen bekommen will. wer sich unberufen zu Film und Bühne drängt, wem noch nicht die Hohlheit und Tragik unseres heutigen Kulturbetriedes aufgegangen ist—, der sitze ein paar Stunden an der Filmbörse! Und doch: Leiter und Leiterin dieser Arbeitsnachweise beteuerten als wesentlichsten Eindruck aus all ihrer opfervollen Arbeit: eine ganz große Ehrfurcht vor diesem Leid: vor den Menschen, die das zu tragen vermögen und ihre Persönlichkeit hinwegretten. Darum trotz allem: wir glauben an unsere Zukunft! Eine altere Dame, die bessere Tage gesehen hat, bedauerte einem Jugendlichen von heute gegenüber das Los dieser jungen Menschheit, in deren Leben noch nicht einmal die frohe Erinnerung an Früheres kraftgebend stehe. Er antwortete nur: Gewiß, wir leben in einer verkehrten Welt. Aber wir sind, irgendwie, unter Tränen, stolz darauf, daß wir mit diesen Jahren fertig werden dürfen. Wir hoffen, daß unser Reifealter tiefere, festere Menschen, darum auch glücklichere vorfindet Es wird unter ihnen eine neue Geistigkeit. Ich habe sie den Arbeitslosen in Sachsen, im Ruhrgebiet wie in Hessen, in Baden und Berlin gepredigt; den Jungführern, ergrauten Arbeitern, Vorortmädchen. Bei unseren Kursen lassen wir schriftlich Fragen stellen. Am ersten Tag kommen noch angelernte Ladenhüter von wegen der Gehälter der Geistlichen, deren wohlgenährtem Aussehen, dann die nach dem Segnen der Waffen, wegen der Zulassung des Krieges. Aber schließlich bricht es doch durch; ich zitiere wörtlich:„Wir verlangen einen klaren Jenseitsbegriff, einen lebendigen Gottesbegriff!"—„Was ist Gnade?" Bis zum Hinweis in die Hintergründe der Theologie: Was heißt das:„Und das Wort ist Fleisch geworden?“ Und zuletzt klingt wie von ferne aus der Seele eines Erwerbslosen in der sächsischen Diaspora die tragischste Frage an mich in der letzten Zeit: „Fühlte sich Jesus, als er ausrief:„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ auch verlassen von dem Lebensideal, dem er nachgestrebt?“ Am Anfang meines Priesterlebens stand die Mitarbeit an einer Schrift, welche das Motto trug: „Wie wunderlich— überall fehlt mütterlich Bergendes!“ Dessen Variation hört heutzutage nimmer auf. Die Menschen werden groß in dieser schweren Zeit auch ohne uns: sie werden groß durch Gott Aber die vielen anderen. deren Verlust vielleicht größte Aderlaß für den Katholizismus infolge der der Arbeitslosigkeit ist, die sind uns allen eine Aufgabe! Zum hl. Franziskus kam einmal ein umbrischer Bauer:„Bist du der Bruder Franz?— Dann sieh wohl zu, daß du deinem Namen Ehre machst; denn viele haben ihr Vertrauen auf dich gesetzt, um deines Namens willen. Das kam ich dir zu sagen!“ —„Bist du ein Katholik? Dann sieh wohl zu, daß du deinem Namen Ehre machst; denn viele haben ihr Vertrauen auf dich gesetzt, um deines Namens willen. Das kam ich dir zu sagen!“ P. Rob. Svoboda, O. S. C. Eine Motte Dunkle Nacht. Ein Eisenbahnzug rast durch die endlose Prärie Nordamerikas dem Westen zu. Auf der Lokomotive steht der Führer, gespannten Blickes in das Dunkel spähend, ob nirgends Unsicherheit und Gefahr drohe auf dem Eisenweg da vorne. Doch sieh, was ist das? Der Führer auf der Maschine erbleicht; denn vor der Lokomotive, mitten auf dem hellerleuchteten Gleise, das der Scheinwerfer bestrahlt, tanzt eine riesenhafte Geistergestalt dahin, immer mit den weitausgespannten Armen winiens.„salli Halt!“ Unwillkürlich greift des Mannes Hand nach dem Hebel, der die Maschine zum Stehen bringen kann, und einen Augenblick— da ist die Schattengestalt verschwunden. Es wird eine Täuschung gewesen sein, sagte er sich: und weiter donnerte der Zug Wieder suchen die Augen des Führers das Dunkel zu durchdringen. Da taucht die geisterhafte Gestalt von neuem auf und winkt und winkt. Winkt immerfort mit den grauen, geisterhaften Armen:„Halt! Halt! Ihr fahrt sonst alle in den Tod!“. Doch wie die Hand des Maschinisten zum zweiten Male nach dem Hebel zuckt, da ist die Gestalt zum zweiten Male verschwunden. Nein, seine Sinne müssen den Maschinisten doch getäuscht haben. Weiter, nur weiter! Jede Minute Aufenthalt würde ja eine uneinbringbare Verspätung bedeuten. Aber nach zwei, drei Sekunden tanzt die dunkle Gespenstergestalt wieder auf dem Schienengeleise dahin, auf das der Lichtschimmer fällt, vom Scheinwerfer der Lokomotive. Mit entsetzlicher Geschwindigkeit bewegen sich jetzt die weitausgespannten Geisterarme auf und nieder... Nein, diesem Drohen kann der geängstigte Führer auf der Maschine nicht widerstehen. Der Angstschweiß steht ihm auf der bleichen Stirne. Er reißt den Hebel zurück. Der Zug hält. Im nächsten Augenblick werden die Türen der Wagenabteile aufgerissen, und die Reisenden stürmen hinaus. Stimmen schwirren durcheinander: „Was gibt's? Was soll das? Warum halten wir hier mitten in der Nacht und auf offener Strecke?“ Man stürmt auf den Führer ein mit zornigen, angsterfüllten Fragen. Der läßt die Leute ruhiger werden ringsumher. Dann erzählt er die Geistergeschichte, die er soeben erlebt. Es ist tiefe Stille geworden, wie der Erzähler spricht. Doch horch— was brüllt da vorne durch die Nacht? Was gurgelt, donnert und toft so laut? Einige Männer schreiten voran. Doch nicht hundert Meter weit kommen sie, da prallen sie zurück. Sie kehren um in atemlosem Lauf. Und sie erzählen etwas Entsetzliches: Der Strom braust unmittelbar vor dem Zug durch die Prärie, hoch angeschwollen und reißend, die Ufer weit überschwemmt — und die Brücke, über die sie fahren sollten, ist von der Hochflut zertrümmert worden und verschwunden. Doch sieh! Auf den hellbestrahlten Schienen vor dem haltenden Zug tanzt wieder die geisterhafte Gestalt, von der soeben der Führer erzählte. Aber nun genügen einige Blicke von Einsichtigen, um zu erklären, was das ist. Im Scheinwerfer der Lokomotive hat sich eine Motte gefangen. Das Licht der Lampe hat die Schattengestalt des schwirrenden Insektes hinausgeworsen auf die Schienenbahn, riesenhaft vergrößert, sodaß die zitternden Flügel wie winkende Geisterarme erschienen.— Die Geretteten falteten unwillkürlich die Hände zum stillen Dank an Gott, der durch ein irregegangenes Tierlein ein großes Unheil verhütete. J. Klug. Diasporanot Diaspora heißt Verstreuung. Diasporanot ist Not der Verstreuten, der Einsamen, Ausgewurzelten. vom Leben Vertriebenen und Herumgetriebenen. Sie kommen von der lieblichen Mosel, vom rauschenden Rhein mit den mächtigen Domen, aus Westfalen, dem Eichsfeld.— Sie wandern nach Norden aus den stillen Dörfern Bayerns. vom sonnigen Main, aus dem dunklen Schwarzwald— sie ziehen westwärts aus trautem Familien'reis und alter Dorfgemeinschaft Schlesiens, der Grenzmark, des Ermlandes. Arbeit, Brot, Fortkommen wollen sie haben in Berlin, der Weltstadt, im Industriebecken Sachsens und Thüringens, in den Hafenstädten der Nord= und Ostsee, auf den weiten Flächen der Waterkant von Bremen bis Danzig und Tilsit. Kein katholisches Land, kein katholisches Volk, keine katholische Luft. Kein Kreuz grüßt von Feld und Weg, keine Prozession zieht durch die Straßen, kein Wallfahrtsort, kein Kloster weit und breit. Der katholische Gedanke beherrscht nicht die Geister, das katholische Wort, der katholische Gruß kommt nicht auf die Lippen, das katholische Volksherz schlägt nicht hier. Einsam steht man da mit seinen Heimatbräuchen, seinem Heimatdialekt, seinem Heimatglauben. Man hört Dinge, die man nicht gewußt,— Einwände, denen man nicht gewachsen scheint. Doch— die Heimatwärme im Herzen hält sich eine Zeitlang, aber allmählich wird man kalt und kälter, bis der Glaube in Todesstarre übergeht. Das Heer der Glaubenskranken, der Glaubenssterbenden, der Glaubenstoten! Oder man hält noch zur Kirche— zu diesem vor kurzem in eine Kapelle umgewandelten Saal, ohne Geschichte, ohne Tradition. Selten kann man gehen. vielleicht wohnt man weit ab. Und die Kinder? Sie müssen in die Schule— hören dort: Weihnachten sei ein schönes Märchen,— Christus sei nur ein edler Mensch gewesen.— die Kirche tauge nichts. Ungezählte Kinder gehen auf diese Weise verloren! Viel vergossenes Herzblut, viele Tränen, viel stilles Dulden, heißes Flehen in Beten und Bitten, das ist Diasporanot! P. Georg von Sachsen. SCHOTT In verlchiedenen Ausgaben für jedes Alter! Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Streße 8, neben dem Postami. cher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Büttner, Herne Fernsprecher 51784 13. Jabra. Der Rirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Ahr mittags. Sonntag. 10. September 1933 Nachdruck der Original=Artikei verdoten. Druck: Koetbers& Röttsches, Herne, H.=Göring=Str. 8 Nr. 37 Nachrichten für alle Pfarreien Der diesjährige Tanzkursus im Kath. Gesellenhaus beginnt Freitag, den 22. September, abends 8 Uhr. Honorar für Damen 10 Mark, für Herren 12 Mark. B. Günther. Kreuzbund. Die Monatsversammlung ist am Sonntag nachmittag um 4 Uhr im Gesellenhause. Die Mitglieder sowie auch der Jungkreuzbund sind freundlichst hierzu eingeladen Kath. Karitasverband Herne. Abteilung: Fürsorge für Alkoholkranke. Büro: Bahnhofstraße 30, Fernruf 515 17, Sprechstunden vormittags. Alkoholkranke und deren Angehörige erhalten in allen einschlägigen Fragen kostenlose und vertrauliche Auskunft und Beratung. Im Exerzitienhaus zu Wer! werden in der nächsten Zeit folgende Exerzitienkurse abgehalten: Vom 12. bis 16. Sept. für Jungfrauen(fällt aus); vom 18. bis 22. Sept. für Jungfrauen(die schon früher Exerzitien gemacht haben); vom 25. bis 29. Sept. für ältere Frauen und Witwen; vom 30. Sept. bis 3. Okt. für Männer; vom 4. bis 8. Oktober für Frauen und Jungfrauen des 3. Ordens; vom 9. bis 13. Oktober für ArbeiterSekretäre; vom 14. bis 17. Oktober für Gesellen und Jungmänner; vom 18. bis 22. Oktober für Jungfrauen unter 30 Jahren. Anmeldungen sind zu richten an das Exerzitienhaus Werl i. W. St. Bonisatius=Pfarrei Gottesdienltordnung Sonntag, 10. September— Fest Mariä Geburt. 6 Uhr erste hl. Messe: 6,30 Uhr hl. Messe mit poln. Gesang: 7,15 Uhr Frühmesse mit Predigt; 20 Uhr hl. Messe für die höheren Schulen: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt: 11,30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht zu Ehren der hl. Engel mit Segen; 8 Uhr Andacht um Wiedervereinigung im Glauben mit Segen. Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Mädchen der Schule Wilhelmstraße, der Jungmännerverein, die Werkjugend und die Jugendabteilung des K. K. B Die Krankenwoche hat Herr Vikar Bitter Aus den Vereinen Jungfrauenkongregation. Ausflug. Am Sonntag, dem 10. Septemver, findet unser Vereinsausflug mit dem Dampfer nach Lippolthausen statt. Die Abfahrt erfolgt ½10 Uhr. Wir marschieren kurz nach 9 Uhr vom Jugendsaal ab. Karten zum Preise von 50 Pf. sind noch heute(Freitag) avend im Zimmer der Nähschule zu haben. Mögen sich die Mitglieder recht zahlreich beteiligen. Jungmännerverein. Sonntag ist wieder gemeinschaftliche hl. Kommunion. Sie soll als Vorbereitung dienen für unsern am Dienstag zu feiernden Lichttag. Mögen darum alle Mitglieder vollzählig sich beteiligen! Nach der Schulmesse ist unsere Monat versammlung. in der wir auch über die Gestaltung unseres Lichttages sprechen wollen. Dieser ist seinerzeit von uns in Altenbera auf Dienstag— Mariä Namensfest—, den 12. September, festgelegt worden. An diesem Tage brennen im Altenberger Dom vor dem Gnadenbilde Unserer Lieben Frau unsere Opferlichter. An diesem Abend wollen wir daher eine marianische Feierstunde halten und helles Licht schöner Marienverehrung wieder aus unseren jungen Herzen in das Leben hineinleuchten lassen. Freitag 20 Uhr Heimabend. Treu=Heil! St.=Joseph-Arbeiterverein. Die Monatsversammlung des Arbeitervereins ällt am Sonntag, dem 10. September, aus und indet am 17. September statt. Die Abrechnung der Vertrauensmänner findet ebenfalls am 17. September statt. DIk.„Sportfreunde 19“ Herne Freitag(heute) 19.45 Uhr außerordentliche Versammlung im Vereinsheim. Auf der Tagesordnung stehen wichtige und dringende Punkte. Wir erwarten darum restlose Beteiligung.(Bitte Mitteilungen im Aushangkasten am Vereinsheim beachten.) Jungschar Herne-Mitte. Die Ferien sind beendet. Mit ausgeruhten Kräften wollen wir unsere Arbeit wieder aufnehmen. Sonntag morgen nach der Schulmesse werden alle Jungschärler, welche Wert auf weitere Mitgliedschaft legen, im Jugendsaale erwartet. Mitglieder, die ihre Probezeit bestanden haben, können die Mitgliedskarte vom Verband für 20 Pf. in Empfang nehmen. Bezirksleiter! Beitragshefte mitbringen! Allen als freundl. Willkommengruß ein kräftiges Treu=Heil! Werkjugend. Sonntag ist gem. hl. Kommunion. Keiner darf fehlen. Montag um 8,30 Uhr Gruppenabend. Alles weitere wird dort bekanntgegeben. Also alles pünktlich zur Stelle! Werkjugend Heil! Herz=Jesu=Pfarrei Gottesdienftordnung Sonntag, 10. September— Fest Mariä Geburt. 14. Sonntag nach Pfingsten. 6.30 Uhr hl. Messe mit Generalkommunion des Jungmännervereins: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt: 10,15 Uhr feierliches Levitenhochamt mit Festpredigt. Im Konstantinstift 7.45 Uhr hl. Messe mit Predigt 2,30 Uhr Andacht für alle Schulkinder: 6 Uhr Festandacht In der Schulmesse gem. hl. Kommunion der Kinder der Schule Gräffstraße. Die Krankenwoche hat Herr Vikar Steden. Aus den Vereinen Jungmännerverein. Zum 25jährigen Bestehen Am Sonntag begeht der Jungmännerverein die Feier seines 25jährigen Gründungsjubiläums. Die Feier findet in folgender Weise statt: Donnerstag, Freitag, Samstag 20 Uhr Predigt und Andacht. Sonntag 6,30 Uhr Generalkommunion; 10,15 Uhr Levitenamt mit Festpredigt; 11,30 Uhr Gratulationsfeier und Ehrung der Gründer im Gesellschaftszimmer: 18 Uhr Festandacht: 18.30 Uhr Jubelfeier im großen Saal des Vereinshauses Montag, den 11. September, 8 Uhr feierl. Requiem für unsere verstorbenen Brüder, abends 8 Uhr Familienfeier. Die kirchlichen Vereine werden gebeten, zum Festhochamt und zur Andacht das Fahnenkommando und zur Gratulationsfeier Vertreter zu schicken. An alle Pfarrangehörigen ergeht die Bitte. sich an den Feierlichkeiten zu beteiligen, zu bekunden, daß die ganze Gemeinde hinter der Pfarrjugend steht und sich mit ihr des Jubiläums freut. Alle Mitglieder und auch die Jungen und Jungmanner, die dem Verein nicht angehören, fordern wir auf, sich an allen Veranstaltungen resttos zu beteiligen, insbesondere beim Triduum, der Generalkommunion, dem Levitenamt, der Festandach und der Festversammlung. Zur hl. Beichte gehen wir alle schon Samstag. Ordnung, Dilziplin und Treue fordern wir— wir immer— so besonder: in den Tagen des Festes. Möge unsere Jubelfeier dazu beitragen, daß alle Jungen und Jungmanner mit unwandelbarer Treue und hl. Begeisterung zum Verein und zum Jungmännerverband stehen Treu=Heil!— Heil! Die Führerschaft Jungfrauenkongregation Der Jungmännerverein unserer Pfarrei begeht am Sonntag die Feier seines 25jahrigen Bestedens. Zu diesem Jubiläum ist die Kongregation herzlichst eingeladen worden, und wird daher der Erwartung Ausdruck gegeben, daß recht viele Mitglieder der Einladung folgen und sich zu der Jubelfeier am Sonntag— wie auch am Montag abend— einfinden. Die Gruppenabende finden wie gewöhnlich statt. Kreuzbund. Am Sonntag, dem 10. September, nachmittag4 Uhr Monatsversammlung im Aufrechtendeim Alle Neuangemeldeten wollen sich zur Aufnahme einfinden. Vor allem richten wir einen dringenden Appell an diejenigen Mitglieder, welche in letzter Zeit gefehlt haben, das Versäumte nachzuholen und zur Versammlung zu kommen. Wet nicht kommt, trägt sein Interesse offen zur Schau Auch Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. Ebenso muß der Jungkreuzbund an der Versammlung teilnehmen. Tasse ist mitzubringen. St. Marien=Pfarrei Gottesdienlterdnung Sonntag. 10. Septemder— Fest Mariä Gedurt. 14. Sonntag nach Pfingsten 6.30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang: 7,30 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und Predigt für die voln. sprechenden Pfarrangehörigen: 8.30 Uhr### Messe mit Volksgesang und Predigt. Gemeinich hl. Kommunion der Knaben der Schule Bismarckstraße und des Jungmännervereins. 10 Uhr Hochamt mit Predigt: 8.30 Uhr ist hl. Messe mit Predigt in der Kleinkinderschule. Hasenstraße Die Kinder der Schule Bismarckstraße besuchen die hl. Messe um 8,30 Uhr, die Kinder der Schule Forellstraße das Hochamt Nachmittags 2,30 Uhr Muttergottesandacht für die Kinder: 8 Uhr dieselbe Andacht für die Erwachsenen. Aus den Vereinen Borromäusbibliothek. Wir erinnern nochmals an die noch fälligen Beitragsraten. Unsere Mitglieder mögen sich am Sonntag in der Ausleihestunde das amtliche Gabenverzeichnis geben lassen Ainen!“ Das Kreuz— nun Zeichen des Triumphes, der unvergänglichen Königsherrschaft, aber auch des Gerichtes! Der letzten Scheidung zwischen Getreuen und Ungetreuen, zwischen ewigem Lohn und ewiger Verdammung, zwischen Himmel und Hölle! Von jener ersten Kreuzerhöhung bis zu dieser zweiten geht der Weg der Kirche. Hocherhoben tragt sie das Kreuz durch die Menschheitsgeschichte vom Karfreitag bis zum Weltgericht. Und so ist auch das Leben des Christen eingespannt zwischen die Kreuzerhöhung der Gnade und die Kreuzerhöhung des Gerichtes. Nur dann aber kann er an der gnadenvollen Kreuzerhöhung von Golgatha teilhoben und die schreckensvolle Kreuzerhöhung am Jüngsten Tage bestehen, wenn er gläubig und opferbereit das Kreuz in seiner eigenen Seele er hoht hat. nreuzerhöhung im Christenleben! Auch der einzelne Christ muß in seinem Leben dem Kreuze die Stellung einräumen, die diesem gebührt. Innerlich und außerlich! Den blutigen Opferaltar des Heilandes verehren, heißt ja den Heiland selbst verehren. Andachtig das Kreuzzeichen machen heißt den Glauden an Christus bekennen. In Demint und Vertrauen zum Kreuze aufschauen, heißt vertrauen auf die unermeßlichen Gnaden, die uns aus dem Erlösungsopfer zufließen. Darum soll auch das Kreuz seinen Ehrenplatz in unsern Häusern behalten. Nicht nur in einem vervorgenen Winkel des Schlafzimmers, sondern in der Wohnstube, damit es segnend heraubschaue auf das tägliche Leben der Familie, auf ihr Arbeiten und Ruhen, auf ihr Mühen, Sorgen und Beten, auf ihre Feste ind Feierstunden. Unsere glaubensstarken Vorahren haben es so gehalten. Sie haben dieses heilige Zeichen allen Menschenheils auch auf die Wege hinausgetragen, damit es dort die Wanderer iu kurzem Gevete einlade, zu einem andächtigen Gruße:„Ave, crux, spes unica!— Sei gegrüßt, o Kreuz, du unsere einzige Hoffnung!“ Die alten, ehrwürdigen Wegkreuze, denen wir heute noch an stillem Feldrain oder einsamen Waldpfade begegnen, erzählen uns eindringlich von dieser gläubigen Gesinnung früherer Zeiten. Heute haben die Asphaltstraßen der Großstädte, die Auto=Rennstraßen des modernen Verkehrsnetzes keinen Raum mehr für solche Wegkreuze, weil die in ewiger Unrast hier vorüberjagenden Menschen glauben; sie brauchten den Segen des Gekreuzigten nicht mehr. Einmal freilich tritt die Kreuzerhöhung auch in ihr Leben hinein— dann, wenn alles Hasten und Jagen für sie zu Ende ist, wenn man in feierlicher Ruhe ihnen das hocherhobene Kreuz voranträgt zur letzten Ruhestätte. Eine Kreuzerhöhung, die vielleicht zu spät kommt! Kreuzerhöhung in unserer Seele bedeutet aber auch, daß wir den Geist des göttlichen Kreuztragers in uns stark werden lassen. Den Geist der Leidens= und Opferbreitschaft in der Erfüllung schwerer Pflichten, im Ertragen harten Schicksals, in geduldigen Ausharren unter bitteren Prufungen. Wir brauchen ja das Kreuz nicht zu suchen, heute weniger als je. Es gibt wohl niemand. der nicht irgendwie in dem tiefen Schatten des un geheuren Kreuzes steht, das Gott selbst in der Menschheit aufgerichtet hat. Alle erfahren die Schwere des Kreuzes: die Alten, deren Levensabend durch die Sorge um die Notdurft des Tages verdustert m: die Menschen auf der Höhe des Lebens, die vergevlich nach Arbeit und Brot Ausschau halten: die Jugend, der die Zukunft nicht mehr wie ein bluhender, lockender Weg winkt, sondern wie eine dürre, wasserlose Wüste. Kreuzerhöhung— das ist die Signatur unserer Zeit. Auf den einzelnen Menschen aber kommt es an, ob dieses natürliche Kreuz für ihn zum Kreuze Christi wird, ob er den Schatten dieses Kreuzes zum Lichte wandelt, ob er den bitteren Zwang der Not zur hohen Tugend macht— ob er bewußt und willig dem Herrn das Kreuz nachträgt, das auf seine Schulter gelegt ist. Solche Kreuzesliebe als übernatürliche eidensbereitschaft ist die erhabenste Form der Kreuzerhöhung in uns; denn es gibt keine höhere Ehrung die wir dem Gottmenschen erweisen könnten, als daß wir um seinetwillen das Kreuz unseres Lebens in heiliger Jüngertreue lieben lernen. Das ist der dreifache Sinn des Festes Kreuzerhöhung: Erlösung und Gnade, Gericht und Triumph, Glaube und Leidensbereitschaft. Virilla regis prodeunt! Das Königsbanner wallt hervor — immerfort seit der Karfreitagsstunde bis zur Stunde des Weltgerichtes. Lassen wir es auch über unserm Leben wehen! Als Zeichen unseres Glaudens und unserer Jüngertreue! Als Bürge einstigen Triumphes mit Christus, dem Gekreuzigten— dem Weltenricht H. Faßbinder Tob des Heiligen Kreuzes Ootttried Hasenkamp Hotiend grüße ich dich, Gesenkt in verlangende Erde, Preise ich dich, o Kreuz, Genommen vom Baume des Lebens, Dem die Sünde geraubt Der Früchte goldene Wangen Und das beschattende Laub. Du bist nackt wie der ewige Morder Doch es bereitet sich schon Die Allmacht. Im Orabe verborgen. Neue Sprossen von dir Und rosenwangige Sprüche. Ueberstrahlend prangt Im Glanze ursprünglichen Lichtes Deine neue Oestalt, Das Königsbanner des Reiches. Der erhöht ist an dir, Der Menschensohn, sterbend und lebend, Zicht zum Triumphe hinan. Der umschmilzt Erde und Himmmel, Die Erzitternden uns Aus den schwarzen Bränden des Blutes. Flammenschreitend trifft Die Milde des heiligen Auges Innen das steinerne Herz. Und lauter springen die Wasser Brennend gemeinsamer Reue Und friedenquillender Liebe. Heiliges Kreuz im Licht Du stehst auf dem Berze des Lebens. Dir zu Füßen der Tod Ist Nährer des früchtigen Holzes. Sonne neigen und Mond Dem unerschaffenen Licht. Dessen Gemmen dein Schmuck. Das Recht der vergänglichen Stirnen. Während im stillen Feuer Des göttlichen Odems die Plügel Singen der Cherubim, Der Erzengel, Throne, Gewalten: Heilig. Heilig. Heilig Die menschgewordene Liebe. Mutter des Lebens! Mit dir. Die unter dem Kreuze gestanden Und geschlachtet den Sohn, Gehorsam dem Willen des Vaters (Größer als Abraham, Der den Sohn vom Tode gewonnen), Auf des Herzens Altar, Den Flamme des Opters umkränzet Gott zu lieblichem Dutt— Mit dir, an den Händen der Mutter, Wollen den stellen Wex Des Kreuzes nun gerne wir gehen, Seutzend vor Leiden und Liebe. Da weiß die Nacht nun entschwindet. Grüßen wir dich als das Prührot Des Tag's der Erlösung. Maria. (Mit Erlaubnis des Verlages Herder& Co., Preiburg I. Dr., entnomtten dem Deche„Jugend spricht im Chor“: berausgezeben von Wilhelm Peuler S. 1., 1932.) Gebetserhörung Durch einen römischen Erlaß(Acta Apost. Sedis, vol. 34. Seite 240) vom 7. Juni 1932 wird den Bischöfen eine größere Wachsamkeit über die Veröffentlichung von erlangten Gnadenerweisen, also Gebetserhörungen empfohlen, wie sie besonders in Zeitschriften, die an berühmten Wallfahrtsorten herauskommen, üblich sind,„meistens unter Hinweis auf eine zu dem Zwecke gemachte Spende". Der Erlaß setzt ohne Leiteres voraus, daß die Spenden zu einem an sich lobenswerten Zwecke gesammelt werden, nämlich zur Verbreitung der Verehrung eines Heiligen, zum Bau und zur Verschönerung von Kirchen, zur Schaffung oder zum Unterhalt karitativer Anstalten. Nicht zu billigen ist aber „die Art und Weise, in der nicht selten von solchen erlangten himmlischen Wohltaten berichtet wird, nämlich in unpassenden Ausdrücken und ohne jedes Anzeichen der Echtheit": am wenigsten ist aber zu billigen,„daß in den Berichten ostmals die erlangte Wohltat in einer derartigen Verbindung mit der Geldspende steht, daß zwischen beiden eine Art Abhängigkeitter cheint",„leicht den Anschein schmutziger Gewinnsucht erwecken kann“, besonders bei Leuten, die gegen die katholische Frömmigkeit von Vorurteilen erfüllt sind". Daher müssen solche Veröffentlichungen der kirchlichen Zensur vorgelegt werden, wo die Glaubwürdigkeit zu prüfen ist und darauf geachtet werden muß,„daß jeder noch so leise Verdacht eines Zusammenhanges zwischen Gnadenerweis und Geldspende wegfallt". Wo diese Voraussetzungen nicht zutreffen, darf die Tatsache lediglich ohne nähere Ausführungen unter dem allgemeinen Titel einer erlangten Gnade veröffentlicht werden.— Es ist gut, daß diese Bestimmungen auch den Gläubigen bekannt werden und nicht bloß in den kirchlichen Amtsblättern verborgen bleiven Darüber hinaus ist es aber auch zweckmäßig, eine uralte Katechismuswahrheit näher zu erklären, nämlich, was wir überhaupt von Gebetserhörungen zu halten haben. Nicht nur außerhalb der Kirche Stehende haben darüber falsche Ansichten. Dabei brauchen wir nicht lange darzutun, daß die Hl. Schrift und die Praxis der Kirche in ihrer Liturgie ausdrücklich bezeugen, daß wir nicht nur Gott um Erhörung bitten dürfen, sondern auch, daß Gott tatsächlich, allerdings nicht immer, sondern nach seinem weisen und gütigen Gutdünken unsere Bitten erhört. Vor allem ist hervorzuheben, daß eine Gebetserhörung nicht dasselbe ist wie ein Wunder. Sie kann ein Wunder sein, braucht es aber nicht zu sein, schon deswegen, weil Wunder etwas ganz Seltenes sind, Gebetserhörungen dagegen etwas Alltägliches. wenn wir sie auch meist gar nicht beachten. Diese Hervorhebung ist wichtig, weil manche Einwürfe gegen die Erhörung des Gebetes und deren dankbare Veröffentlichung einfach von der Verwechslung von Wunder und Gebetserhörung ausgehen. Ein Wunder ist meist, wenn nicht immer eine Gehetserhörung; aber die Gebetserhörungen sind meist keine Wunder. Als der Heiland den Aussätzigen heilte, der zu ihm sagte:„Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen“, war das eine Gebetserhörung und ein Wunder. Wenn ich aber um Bestehen eines Examens bete, und ich komme glücklich durch, oder um die Gesundheit einer kranken Mutter, und sie wird tatsächlich wieder gesund, so ist das kein Wunder, wohl aber eine Gebetserhörung. Ein Wunder ist eine Durchbrechung des natürlichen Laufes der Dinge unter momentaner Aufhebung eines Naturgesetzes, wie es bei der Auferweckung eines Toten oder der plötzlichen durch kein geeignetes Heilmittel bewirkten Heilung einer Krankheit u. ä. der Fall ist. Bei der gewöhnlichen Gebetserhörung vollzieht sich aber alles, so weit wir beurteilen können, in den gewohnten Bahnen des natürlichen Geschehens. Das Examen fällt gut aus, weil der Examinand gerade den Stoff gut oder genügend kannte, über den er ausgefragt wurde, und weil die Professoren unbeeinflußt, wie anzunehmen ist, ihn gerade über Dinge prüften, die er konnte, endlich, weil er sich in einer solchen geistigen und körperlichen Verfassung befand, die sein klares Denken nicht störte, worauf ja bei einem Examen auch sehr viel ankommt. Und doch hat der glückliche Examinand Grund, Gott für den Erfolg zu danken; und wenn er vorher um den guten Ausgang gebetet hatte, darf er mit Recht von einer Erhörung seines Gebetes sprechen. Und wenn er seinen Katechismus genügend kennt, wird es ihm nicht im Traume einfallen, seinen Erfolg einem Wunder zuzuschreiben. Der Christ, ja auch der Nichtchrist, der einen einigermaßen geläuterten Gottesbegriff hat, weiß, daß Gottes Vorsehung und Gottes Weltregierung bei allen Geschehnissen der geschaffenen Welt ihre Hand im Spiele hat, auch bei den Handlungen, die vom freien Willen der geistigen Geschöpfe abhängen (z. B. die Wahl der Fragen seitens der examinierenden Professoren). Die freiwilligen Handlungen sind ihm nicht nur im voraus bekannt, sondern auf eine ihm allein bekannte Weise wirkt er dabei auch mit, ohne jedoch die Freiheit des Geschöpfes aufzuheben. Das ist keine Durchbrechung der natürlichen Ordnung, sondern ist der tiefste Grund der natürlichen Ordnung, derzufolge nichts ohne die Mittätigkeit Gottes in der Welt der Körper und der Geister geDarin llegt es ja auch begründet, daß wir Gott in allen unseren Anliegen um seine Hilfe bitten dürfen, in den Anliegen des Seelenheiles sogar müssen, und daß wir anderseits alles, was um und mit uns geschieht, mit Dank oder mit Ergebung in Gottes heiligen Willen hinnehmen müssen. In seiner ewigen Vorschau der zukünftigen Ereignisse, seien sie nun naturnotwendiger Art, seien sie die freiwillige Tat eines geistigen Geschöpfes, sowie bei Veranlagung und Beschließung seines eigenen Wirkens hat Gott auch unser Gebet nicht nur vorausgesehen, sondern auch in Rechnung gesetzt. Nicht als ob er sich durch unser Gebet erst bestimmen oder gar umstimmen ließe. In der Fassung seiner Entschließungen ist Gott vollständig unabhängig. Aber er trägt der besonderen Natur, die er einem jeden Dinge gegeben hat, Rechnung, leitet sie in einer ihrer besonderen Wesensart angemessenen Weise. Er hat den Menschen mit Bedürfnissen geschaffen, er hat ihm ein Begehrungsvermögen gegeben. Dem entspricht, daß der Mensch, je tiefer er von Gottes Macht, Weisheit und Vorsehung überzeugt ist, um so vertrauensvoller sich angetrieben fühlt, um die Erfüllung seiner Bedürfnisse und Wünsche ihn zu bitten. Noch mehr: Gott will, daß wir ihn bitten; besonders ist das Gebet eine Pflicht zur Erlangung der zu unserm Heile notwendigen Gnade und der Verzeihung der Sünden. In allem übrigen ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar empfohlen, ebenfalls Gott um das zu bitten, was nach unserm unmaßgeblichen Dafürhalten unserm ewigen Heite nicht abträglich ist. Und wenn Christus das Bittgebet so dringend empfiehlt, ist als sicher anzunehmen, daß Gott uns manches(was ihm allein bekannt zu sein braucht) nur unter der Bedingung gewährt, daß wir ihn darum bitten. In diesem letzten Falle besteht ein von Gott selbst gewollter ursächlicher Zusammenhang zwischen Gebet und Erhörung. Die Gewährung, besonders auch den Zeitpunkt und die Art der Gewährung hat er sich natürlich vorbehalten, ebenso wie er sich vorbehalten hat, uns auch solches zu gewähren, um was wir nicht bitten. Wenn ich also feststellen kann, daß ich in einem Anliegen gebetet habe, und daß dann mehr oder minder bald das eingetroffen ist, worum ich betete, habe ich ein Recht, von Erhörung meines Gebetes zu sprechen. Gewöhnlich aber kommt uns die Erhörung unseres Gebetes eigentlich so recht nur dann zum Bewußtsein, wenn uns die Sache besonders nahe ging und viel davon abhing, besonders auch dann, wenn unter Betracht der Umstände die Erlangung unseres Wunsches wenig Aussichten hatte. Davon mag es abhängen, daß die oben behandelte Verwechslung von Gebetserhörung mit Wunder auch bei Leuten vorkommt, die besser unterrichtet sein müßten. In der dankbaren Anerkennung einer Gebetserhörung liegt auch keineswegs die vermessene Anmaßung eines besonderen Einblicks in Gottes weise Pläne, als vermeinten wir, Gott habe unsern Wunsch erfüllt, ausgerechnet wegen unseres Gebetes. Denn, so wahr es ist, daß Gott manches uns nur gewähren will, wenn wir ihn vertrauensvoll und mit Ergebung in seinen Willen bitten, so wahr ist es auch, daß wir nie die Ratschlüsse Gottes durchschauen werden, nie in der Lage sind, festzustellen, daß etwas nicht eingetreten ware, wenn wir nicht gebetet hätten. Das weiß Gott allein. Wir wissen nur, daß Gott gebeten sein will, und daß unser in rechtem Geiste verrichtetes Gebei Erhörung findet, entweder so, wie wir es wünschten, oder auf eine andere uns besser zuträgliche Weise. Dr. Gottfried Brunner. * Dein Teben mit der Kirche Sonntag. 10. September: 14. Sonntag nach Pfingsten. semiduvl. Grün. Introitus: Protector noster. Gloria. 2. Gebet vom dl. Nikolaus von Tolentino. Bekenner. Credo. Dreisaltigskeitspräsation. Montag, 11. September: Hll. Protus und Hvazinthus. Märtorer, simpl. Not. Introitus: Salus autem. Gloria. 2. Gebet A cunctis. 3. nach Wahl. Dienstag. 12. September: Heiligster Namen Mariä. dupl. mai. Weiß. Introitus: Vultum tuum. Gloria Credo.„Muttergottespräsation. Mittwoch, 13. September: Vom Wochentag. Messe wie Sonntag. Grün. Kein Gloria. 2. Gebet A cunctis. 3. nach Wahl. Gewöhnliche Präsation. Donnerstag. 14. September: Kreuzerhöhung, duvl. maj. Not. Introitus: Nos autem. Gloria. Credo. Kreuzpräsation. Freitag. 15. September: Sieben Schmerzen der allerbeligsten Jungfrau Maria. dupl. U. class. Weiß. Introitus: Stabant. Gloria. 2. Gebet(nur in Privatmessen) vom hl. Nikomedes. Märtyrer. Sequenz. Credo. Muttergottespräsation. Samstag. 16. September: Hll. Kornelius und Cyprian. Bischöse und Märtyrer. semidupl. Not. Introitus: Intret. Gloria. 2. Gebet von der bll. Eupbemia und Gefährtinnen. Märtyrerinnen. 3. T cunctis. Zeitbilder Das schöne Poisdam.— Wandern! Wandern!— Kinder, die mit Steinen wersen.. Wer in Berlin gewesen ist, muß in Potsdam gewesen sein! Potsdam, die Stadt an der Havel mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten, ihren Schönheiten, ihren eigenartigen Winkeln, ihrer Poesie. Der Geist des Friedericus Rex lebt hier noch immer. Umsponnen von Wäldern und herrlichen Parkanlagen stehen hier die Häuser und Häuschen genau, wie sie vor hundert und zweihundert und mehr Jahren standen. Man muß nicht nur die Schlösser bewundern, Sanssouci, das neue Palais und Marmor=Palais, das Stadtschloß oder die Orangerie und die historische Mühle, nein, es verlohnt sich schon, einen kurzen Bummel zu machen durch die kleinen blitzsauberen Straßen, vorbei an Häusern und Häuschen, die vieles zu erzählen haben von vergangenen Jahrhunderten, von Glanz und Herrlichkeit und großer Geschichte. Da fließt geruhsam mit grünem, trübem Wasser der„Kanal" durch die Stadt, schmal, unbeachtet von den Tausenden von Besuchern. Wer weiß von ihnen, daß sich hier der Fischmarkt allwöchentlich abspielt, die Fischhändler und Händlerinnen an ihren großen, grünen Bottichen stehen mit aufgekrempelten Aermeln und besonders um diese Jahreszeit den dicken, fetten Havelaal verkaufen? Und wie viele wissen, daß auf diesem beinahe schmutzigen, etwas trostlos aussehenden Kanal einst große Blumencorsofahrten stattfanden, an denen sich der ganze Hof, die ganze Garnison und Bürgerschaft beteiligte, in schön geputzten Booten und in noch viel schöner geputzten Kleidern elegant dahinglitten. Das war zur Zeit Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs, des damaligen Kronprinzen. Und die schönen Damen wurden mit Blumen überschüttet, daß die Dienstmädchen oben am Ufer standen mit großen Waschkörden, um die Blumenpracht zu bergen. VBergangene Zeiten— galante Zeiten—— und die berühmte Lange Brücke, die die Innenstadt zum Bahnhof hin verbindet, über die aller Verkehr braust. Straßenbahnen klingeln, Automobile rasen, war einst eine hölzerne Zugbrücke, die, kam ein Schiff die Havel hinauf, hochgezogen wurde. Wer kann sich so recht die Zeit vorstellen, als der „Bassin“, mitten im Herzen der Stadt nichts anderes war als ein Wasser, auf dem man mit Booten fuhr? Daher stammt auch der merkwürdige Name des großen Platzes Am Bassin, berühmt durch das Tabakshäuschen, in welchem Friedrich Wilhelm l. sein Tabakskollegium abhielt. Aber auch die schöne katholische Kirche steht hier und rund um den Platz stehen die reizenden holländischen Häuschen, kleine, rote mit vielen bedeutsamen Jahres zahlen, denn hier war es der Große Kurfürst, der Holländer in seinem kleinen Potsdam sich ansiedeln ließ. Große Geschichte um eine kleine Stadt.—— Ja, wenn das Wandern nicht wäre! Unsere Jugend ist wieder mit ganzem Herzen beim Wandern. Man muß sie nur einmal erzählen hören von ihren „Fahrten"! Das Herz geht einem auf. Man möchte noch einmal jung sein... Da sind NeudeutscheJungen im Böhmer Wald gewesen! Kerle der Großstadt! Kerle, aufgewachsen zwischen Lärm und Getriebe, im Gebraus der Motoren, im Kampf unserer Zeit. Aber wenn sie wandern, so einen Sommer lang, dann kann man kaum glauben, daß sie Großstädter, ach, was, sogar Weltstädter sind! Schlafen in den Scheunen— im molligen Stroh ist tausendmal schöner als im gepflegten Bett! Das Kreuz= und Querlaufen, nicht den artigen Weg entlang, sondern mitten hinein durch Getann und Gestrüpp, gerade da, wo es am steilsten, am undurch dringlichsten ist, das gehört zum Wandern! Die Sonne glutheiß auf dem Rücken haben oder den Regen bis auf die Haut— das ist Wandern! Wandern! Und dann natürlich knipsen! Alle hübschen Bilder, alle launigen Momente festhalten und alles gut notieren für den— Fahrtenschrieb! Die selbst gesuchten Pfifferunge sind eine Delikatesse für den eigenen großen Kochtopf über dem Bauernherd und — für den Magen! Und dann das Liedersingen! Das Klampfen! Und das Geigespielen! Durch Wald und Feld! Abends am flackernden Lagerfeuer und beim Blinken der ersten Sterne. Wandern! o, schönes Wandern! Aber es gibt da noch so manches Muttersöhnchen, auch wenn es schon in Unterprima sitzt, das noch immer nichts weiß vom freien, frohen Wandern, wie es eben z. B. unsere Neudeutschen treiben, das sich lieber zum lächerlichen„jungen Herrr“— auch wenn ihm innerlich und äußerlich noch alles dazu fehlt— ausstaffiert, statt jung und frei und froh zu sein, so lange es nur immer angeht, und hinaus zu schauen in die Gotteswelt und hineinzuschauen in den Bund junger Menschen mit heiligen Idealen. Nicht das Kino und nicht das Radio noch der Sportplatz allein lassen den jungen Menschen zum Mann reifen— sondern der„Zug der Zeit“, wie ihn even die Neudeutschen Jungen schon jahrelang pflegen. Mag mancher Vater und manche Mutter hier beizeiten aufmerken und ihren Jungen schon im frühen Alter den Weg weisen, der zum katholischen Menschen und deutschen Mann führt unter dem Siegesbanner Christi und seiner himmlischen Mutter.— Was es doch manchmal für entrüstete Menschen gibt! Da haben ein paar Kinder mit Steinen geworfen! Gewiß kein sehr artiger oder zur Nachahmung empfehlenswerter Sport, Spaziergänger, die friedlich des Weges kommen, aus dem Hinterhalt mit kleinen Steinen zu bewerfen. Aber daß sich die beiden Frauen, die zu diesen Spaziergängern gehörten, nun gar so sehr aufregten, grob wurden, böse Worte gebrauchten, empörte Anklagen beim Landjäger über diese nichtsnutzigen, spitzbübischen vier kecken Bauernjungen erhoben, das kann man beinahe nicht ganz verstehen. Denn hier warfen nur siebenjährige, übermütige Buben mit Kieselsteinen nach ein paar vorüberwandernden Leuten, ohne sie ernstlich zu verletzen— und im Leben finden große Menschen oft nicht genug spitze und schwere Steine, um sie nach ihren lieben Nachsten zu schleudern.—— Kinderdummheit, Kinderunart auf der einen— Menschenbosheit, Menschentücke auf der anderen Seite! Oder ist etwa ein hartes Wort, eine häßliche und gar zu oft sogar völlig falsche übele Nachrede über andere Menschen kein spitzer Stein! Diese Kieselsteine der Buben daben keine einzige, auch noch so kleine Wunde gelagen. Menschliche Bosheit aber in Worten unzählige Wunden und noch dazu an einer Stelle, an der der Mensch besonders fein empfindlich ist— an der Seele! Wer denkt darüber nach? Keiner! Ueber ungezogene Kinder aber kann man eine ganze Woche lang empört sein und erzählen von Nachbarn zu Nachbarn. Und diese verärgerten Frauen, von denen hier die Rede ist, eilten in ihrem hellen Zorn sogar bis zum Landjäger und brachten ihre Beschwerde über die Kinder an. Wie— wenn nun der gekränkte und verwundete Mensch zum Herrgott liefe und uns dort bitter und schwer anklagte? Mit viel Gerechtigkeitshochmut knien wir oft vor Gott und wissen dabei nicht, daß neben uns vielleicht schon jemand kniet, der uns mit vollem Recht bei Gott verklagt und ihn um Hilfe bittet gegen uns —— Kleinigkeiten! Wie oft haben wir schon von ihnen gesprochen— denn sie haben ihre große und oft sehr tiefe Bedeutung! Kindereien, die wir ernstlich übel nehmen— und ernste Boshaftigkeiten, an denen wir aber gedankenlos vorüverstreichen! Ursus * Jesuskind auf der Tandstraße Seltsam, wie zuweilen auch der Ungläubige innerlich gepackt wird, wenn ihm der eucharistische Herr auf der Straße begegnet! Eine französische Zeitung erzählt folgenden Vorfall: In Paris wurde ein Priester zu einem Kranken in ein als durchaus unchristlich verrufenes Arbeiterviertel gerufen. Er nimmt das Allerheiligste zu sich und ziehl über den Chorrock den Mantel an. So wartet er bei einer Haltestelle auf seinen Wagen. Doch als dieser endlich ankommt, ist er schon überfüllt. Zwei Menschen steigen aus, und der Schaffner ruft:„Nur zwei Plätze!“. Die beiden Plätze sind längst besetzt, bevor der Kaplan bei dem Wagen ist. Versäumt er aber den Wagen, so besteht die Gefahr, daß er zu spät zu einem Sterbenden kommt. Im letzten Augenblick also reißt er den Ueberrock auseinander, sodaß das weiße Chorhemd und die Stola sichtbar werden. Er ruft:„Ich muß zu einem Kranken!" Alles schaut ihn betroffen an, und der Schaffner sagt ruhig:„Steigen Sie ein!“ Man macht dem Priester Platz. Und plötzlich verstummt im ganzen Abteil das laute Reden. Es war, als fühlte jeder: der Herrgott selber ist eingestiegen. Tiefer Ernst herrschte während der ganzen Fahrt. Als endlich der Priester am Ziele anlangte, sagte er:„Ich danke Ihnen, meine Herren!“ Einer bemerkte darauf:„Nichts zu danken, das ist das Mindeste, was man hat tun müssen" * Fliegerlager Borkenberge 5. Westdeutsche Segelflugwettbewerde.— Neue Pläue— Jnteressante Einzelheiten. Zur Vorbereitung des in der Zeit vom 13.—17. September stattfindenden 5. Borkenberger Segelflugwettbewerb hatte die Vorkenberge=Gesellschaft die Pressevertreter zu einer Besichtigung des Fliegerlagers eingeladen. Bei dieser Gelegenheit führte der Leiter der Gesellschaft Dr. ing. Marbach, etwa folgendes aus: Die letzte große fliegerische Veranstaktung am 7. Mai sei mehr eine besondere Demonstration des fliegerischen Gedankens nach außen gewesen. Man habe einmal ganz bewußt eine weitere Oeffentlichkeit auf das Fliegerlager aufmerksam machen wollen. Unter Heranziehung der SS= und SA=Formationen sei er gelungen etwa 40000 Besucher an das Lager heranzubringen und damit sei eine weitere wesentliche Pionierarbeit geleistet worden. Nach dieser großen Demonstration nun gelte es, durch besondere fliegerische Leistungen die einmal erfaßte Oeffentlichkeit weiterhin zur Verbreitung und Vertiefung des fliegerischen Gedankens anzuregen. Diesem Vorhaben gelte im Wesentlichen die Veranstaltung m der kommenden Woche. Es sind das die 5. Westdeutschen Segelflugwettbewerde. Diese sollen ihrerseits wieder einen Ueberblick über den flugsportlichen Stand der fliegerischen Entwicklung gewähren, andererseits einer breiteren Oeffentlichkeit zu zeigen, was im Laufe von 6 Jahren, d. h. in der Zeit von 1927 bis heute, alles geschaffen wurde. In dem genannten Jahr kam man zum allererstenmal ins Lager. 1928 entstand die erste Halle. So fügte sich im Laufe der darauffolgenden Jahre allmählich Halle an Halle, Bau an Bau. Wenn heute, so führte Dr. Marbach weiter aus, neben dem Haus Gelsenkirchen, das mit dem etwa 20 Meter hochragenden Fliegerturm verbunden ist, bereits 16 weitere Hallen im Laufe der Zeiten sichtbar geworden sind, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß die Entwicklung des Fliegerdorfes schon als abgeschlossen betrachtet werden müßte. Vielmehr glauben wir, daß jetzt erst ungefähr die Hälfte der Baumöglichkeiten erschöpft wurde.— Es wurde dann noch bekanntgegeben, was für die nächste Zeit geplant sei: Im Vordergrund steht die Elektrifizierung des gesamten Lagers, die bis zum Oktober d. Is. durchgeführt sein soll. Wenn das bisher noch nicht geschah, so lag das an den bedeutenden Schwierigkeiten, die sich der Versorgung mit Licht= und Kraftstrom entgegenstellten. Dank dem außerordentlichen Entgegenkommen der beteiligten Stellen vor allem des V.E.W. gelang es, eine 3 tm lange Ueberlandstrecke zu überwinden und die dafür nötigen Kosten aufzubringen. Ferner machte der dauernde Aufenthalt von etwa 3 bis 400 Menschen umfangreiche Kanalisationsarbeiten notwendig. die allein schon aus hygienisch=sanitären Gründen nicht zu umgehen waren, vor allem auch im Hinblick auf die Menschenmassen, die zu den Flugveranstaltunzen schon heute hinauszuströmen pflegen. Weiter ist vorgesehen, eine umfangreiche Drainage zur Trokkenhaltung des Geländes, weite Flächen müssen ferner mit Mutterboden und Grasnarbe versehen werden, um bei starken Winden der Staubplage Herr zu werden und Ueberraschungen, wie im vergangenen Frühjahr, durch einen„Samum" nach Möglichkeit ausgeschaltet bleiben. Da wir selber auch das Opfer dieser„Sandstürme“ gewesen sind, können wir diese Vorhaben nur warm begrüßen. Zu den weiteren Absichten der Vorkenberge=Gesellschaft gehört noch die Anlage einer Lagerstraße, die im Halbkreis um den Waustbera die einzelnen Baulichkeiten miteinander besser verbinden soll. Auch hat sich der Bau des Hauses Gelsenkirchen als zu klein herausgestellt, es wurde deshalb ein Erweiterungsbau vorgesehen, der bereits rüstig im Entstehen begriffen ist. Weiter wurde bekannt, daß vor kurzem ein Fliegerlehrgang, der mit 18 Schülern besetzt war, durchgeführt wurde und ein weiterer mit 15 Schülern abgewickelt wird. Der Polizei=Oberleutnant a. D. Kellner ist Kommandant des Flughafens und zugleich Leiter der für die Borkenberge staatlich anerkannten Segelfliegerschule. Inzwischen wurde auch noch eine mit 4 Facharbeitern besetzte Schreinerei angegliedert, die in emsiger Arbeit das zu reparieren hat, was die Flugschüler etwa„verbrochen“ haben. Eine nach dem alten Westdeutschen Flugpionier benannte, neuerrichtete Ernst=August=Schröder=Halle dient der Aufnahme der Flugschüler. Im Weiteren wird die Hitlerjugend sich ebenfalls eine Heimstätte schaffen. Auch ist daran gedacht, ein FAD= Stammlager in das Fiuggelände zu bekommen, um so die bisherigen Kräfte von 85 auf etwa 350 zu vermehren. Von diesem Zuwachs verspricht sich die Leitung eine ganz besonders wertvolle Unterstützung in Bezug auf den Gesamtausbau des Geländes. Städte und Gemeinden. die noch Bauvorhaben durchzuführen gedenken, sind u. a. Herne, Recklinghausen, Hattingen, Buer, Wattenscheid. Insgesamt rechnet man mit der Durchführung von noch etwa 10 Bauvorhaben, so daß in nicht allzuferner Zeit der jetzige Bestand von 16 Hal len auf etwa 30 hinaufgeschraubt werden kann. Damit soll ein gewisser Abschluß erreicht sein und man rechnet dann. Aufenthaltsräume für ungefähr 25 Fliegergruppen mit rund 1000 Jungfliegern zu haben. deren Zahl im Laufe der Jahre sich mindestens erhalten soll, wenn er nicht weiter gesteigert werden kann. Man will damit neben der zu erzielenden rein fliegerischen Leistung junge Leute heranbilden, die charaklerlich besonders geformt sind, erfüllt mit echtem Fliegergeist, der nur dann Großes schaffen kann, wenn ihm die nötigen Voraussetzungen nicht vorenthalten werden. Diese sind durch die Entwicklung in neuerer Zeit freigelegt. Wenn auch, so führte Marbach weiter aus, wir immer von einem gewissen Optimismus beseelt waren, denn ohne diesen ist schließlich kein Werk von wahrhafter Größe zustande zu bringen, so sind wir doch ehrlich überrascht über die staunenswerte Entwicklung die das Borkenbergfliegerlager bis heute durchgemacht hat. Diese Entwicklung ware aber, so fuhr der Redner fort, nicht möglich gewesen, ohne die tatkräftige Mitarbeit der Presse, die stets eine emsige Förderin fliegerischer Ziele gewesen sei. Man könne auf diese Mitarbeit nicht verzichten und bitte um weitere opferwillige Mithilfe, damit der Luftsportgedanke immer weitere und tiefere Kreise im deutschen Volke erfasse, denn, so rief er aus, wir tragen eine hohe ideale Forderung in uns: Wehrhaftmachung unserer Jugend; sie soll wieder bewußt und freudig sich einfugen lernen in ein gemeinsames großes Ganzes und nur für dieses bedeutsame Ziel leven und arbeiten wir, ihm allein gilt unsere ganze opfervolle Tätigkeit.——— Im Anschluß an diese Ausführungen gab dann Direktor Preus einen hochinteressanten Ueberblick über die eigentlich segelfliegerische Tätigkeit in den Borkenbergen. Bes jetzt sind etwa rund 100 Jungflieger 220 Jungflieger 300 Jungflieger 400 Jungflieger 450 Jungflieger 10000 Starts dur über ½ Stunde, 4 über 2 Stunden. und der letzte mit 7½ Stunden Dauer. Den letzteren vollfuhrte Heiderich von der Bestischen Luftfahrtvereinigung, der dafür das blaue Band der Vorkenberge erhielt. Ein weiteres, recht klares Bild ergaben folgende Daten, es waren tätig: 1928: 10 Maschinen 1929: 20 Maschinen 1930: 25 Maschinen 1931: 31 Maschinen 1932: 42 Maschinen man rechnet für 1933: 50 Maschinen 300 Jungflieger Bemerkenswert ist, daß im Jahre 1931 vom Deutschen Luftfahrtverband eine Messerschmidt=Muschine gestiftet wurde; für den Gewinner bestand die Verpflichtung, einen Flug von 5 Minuten Dauer auszuführen, doch im ganzen Jahre 1931 waren alle Bemühungen der Jungflieger vergeblich! Inzwischen ist das allerdings wesentlich anders geworden, denn so „billig“ würde der DLV. den Vorkenbergern wohl kaum noch eine neue Maschine überlassen. 1932 kam es zu den ersten bemerkenswerteren Feruflügen darunter waren 3 mit 16, 21, und 24 km. Für 1933 sieht die Ausschreibung zum 5. Wettbewerb im wesentlichen folgendes vor: Schulungsflüge für Anfänger, Uebungsflüge für Fortgeschrittene und Leistungsflüge mittels Autowindenschlepps, außerdem Sonderwettbewerbe am Hang und Flugzeugschlepp Ferner Thermiksegeln und Direktor Preuß verbreitete sich dann noch ein wenig über die segelfliegerischen Möglichkeiten überhaupt: Das Problem des statischen Segelfluges in all seinen Abarten sei els gelöst zu betrachten. Auf die Frage nach den Grenzen erreichbarer Leistung sei zu antworten: Die Zeit allgemeiner Sensanon im Segelftug sei vordel. In Deutschland sei.(tumer(nach Pros. Dr. Geergii) bei Gewitterflügen (segeln an der Gewitterfront, die dem Flieger den notwendigen starken Auftrieb geben) die höchst erreich bare Leistung 300 km, bieher erreicht 400 km. Die höchsterreichbare Höhe liege bei 4500 Meter bis deutschen Sinn mit drn 4 Buben des deutschen piels verziert ist. Einige recht vergnügte Stunden im Beisein der Vereinsdamen gaben Zeugnis ab von dem harmonischen, familiaren Geist, der in der Interessengemeinschaft herrscht. Dieses wurde auch vom ersten Vorsitzenden in seiner Ansprache gebührend erwähnt, leistung, sowohl physisch, wie psychisch. Bei sol außergewöhnlichen Leistungen spiele die Eignung Geländes die entscheidende, ausschlaggebende R solchen des ausschlaggebende Rolle. Eine ähnliche Ausnahmeleistung bilde auch die der Borkenberg=Rekordmannes Heiderich, der erwa 1000 Kurven insgesamt auszuführen hatte, um die geflogenen 7½ Stunden zu überwinden, was für die Borkenberge deswegen immer noch fast unglaublich klingt, wenn man sich folgendes vor Augen führt: Als man in den Uranfängen stand, dachte man, daß das Gelände zur A=Prüfung vielleicht geeignet sei (Flug von 30 Sekunden Dauer). Die B=Prüfung zu erfüllen, sei dagegen völlig ausgeschlossen, und an die C-Prüfung sei überhaupt nicht zu denken. Das alles sind nun dank der Tüchtigkeit unserer Jungflieger längst überholte Ansichten. Während Preuß nochmals betonte, daß das statische Segelfliegen kein Problem mehr und i wesentlichen als gelöst zu betrachten sei. so sei der dynamische Flug, d. h. das Fliegen ohne Ausnutzung von Windströmungen, mit den heutigen Maschinen noch unerreichbar. Gelänge es, neue Flugzeuge zu konstruieren, die sich im dynamischen Flug bewähren, so sei der Segelfliegerei ein neuer großer Auftrieb gegeben, denn das dynamische Fliegen, sei das schönste in der ganzen Fliegerei. Ueber die Frage nach den weiteren Zielen erklärte Direktor Preuß: Wir erstreben vor allem eine weitere Vervollkommnung und Verfeinerung aller Arten des Segelfliegens. Wir wollen als höchstes, C=Piloten heranbilden, d.h. es werde ein Leistungsabzeichen geschaffen und erworben werden können durch a) einen 5=Stundenflug, b) einen Flug auf 1000 Meter Höhe und c) einen solchen über 50 km Strecke. Diese Auslese von DoN her erreicht 4000 Meter. Bezüglich der Dauer bilde ebenso die zukünftige weitere Zusammenarbeit im die Leistung des SA=Mannes Schmidt mit 36 Stun= Sinne unseres Führers, Reichskanzler Adolf Hitler. den immer eine außergewöhnliche Ausnahme=— Gregorovius gewinnt das Kartellrennen. Mittwochrennen zu Dortmund. Die Mittwochrennen zu Dortmund waren prächtigstem Wetter begünstigt und hatten sich eines recht guten Besuches zu erfreuen. Unter den Zuschauern bemerkte man auch Graf Spreti vom Stall Weinberg, dessen beide Vertreter Faland und Gregorovius von O. Schmidt zum Sieg gesteuert wurden. Faland ging als Sieger des Verkaufsrennens für 2600 Mark in den Besitz des Stalles Westhoff über. Im Mittelpunkt des recht beachtlichen Programme stand das Kartellrennen der Dreijährigen(2400 km), das„Derby des Westens“, zu dem sechs Pferde gesattelt wurden. Urbino setzte sich sogleich an die Spitze und führte bis in den Einlauf. Knapp dahinter lagen Gregorovius und Polarstern, am Schluß folgte Gnom Vor dem Stehplatz kam Blitz nach vorn. Nun setzte zwischen Gregorovius und Blitz ein mörderischer Kampf ein. An der Distanz hatte Blitz den Kopf in Front, zum Schluß zog aber Gregorovius nochmals an und gewann ganz knapp vor Blitz. Einige Längen zurück wurde Leidensweg Dritter. Urbino war zum Schluß zurückgefallen. Eine recht gute Besetzung hatte auch der Preis der Roten Erde, ein mit 2800 Mark dotierter Ausgleich II (1400 m), erhalten. Hier führte zunächst Schwarzwaldfürst kurze Zeit das Siebenerfeld an, dann zog Urfaust, gefolgt von Bekas, an die Spitze. Beide führten mehrere Längen vor dem dichten Rudel, das Schwarzwaldfürst anführte und Athos beschloß. An der Distanz ging Bekas an Urfaust vorbei und strebte einen solchen awer vo im Steue. Drse Ausiese vont ia 1.1410 a. au..— Fliegern soll einmal das große Sammelbecken bilden als leic fer Sie er dem Ziel zu, Jum Schluß lie für die allgemeine Fliegerei, wenn die Einschränkun= Wappenschild hinter Urfaust noch auf den 3. Platz, gen der Pariser Vorortsverträge früher oder später einmal fallen werden und die Kosten für die Anschaffung von Maschinen kein Problem mehr bilden. Der erste Zusammenschluß Schwarz=Weiß herne— Wir tellen mit, daß der S. Cl. Alemannia Herne in seiner am Mittwoch abend stattVersamminn-— gefandenen nmlung einstimmig beschloß, sich u. Die Vorstä Schwarz=Weiß 19 Herne zu vereinigen. Die Vorstände beider Vereine treffen sich Samstag abend im Vereinsheim Wilh. Jäger zwecks näherer Aussprache. Mit wortl. Gruß! Sieg=Heil! 6. Nähl. Jackel, S. C. Alemannig Herne. S. Cl. Schwarz-Weiß 19. Verein ahle L unc Staolsport Herue oabel. ist unerwartet noch ein u zu dem neuen Zusammenschluß hinzugetreten Auch„Stadtsport Herne“ hat sich mit„Schwarz-Weiß“ vereintgt. Bom Reichssportführer=Ring. Die Pressestelle des Reichssportführers teilt mit: Der Reichssportführer wird mit Anliegen von einzelnen Vereinen und Organisationen derart überhäuft, daß er sich gezwungen sieht, folgende Maßnahmen zu treffen:„Alle Anfragen und Anträge sind von den Vereinen direkt an die entsprechenden Fachverbände zu richten. Diese geben sie dann nach Prüfung gegebenenfalls an mich weiter. Direkte Eingaben von den einzelnen Vereinen werden in Zukunft von meinem Büro nicht mehr beantwortet werden.“ gez. Breitmeyen. Spiel u. Sport herne I— Jalkenhorst I 8•0. Dieses Treffen konnten die S. u. S.ler einseitig für sich gestatten. Kingiger! Jung-Siegfried Bochum— Herue 1920 II 20:19 Die 2. Mannschaft von Herne 1920 weilte am Samstag in Bochum als Gast und trug einen Freundschaftskampf aus. Die Refulkole: Bautamgewicht: Matyla=H besiegt Wiesela II, B. in beiden Gängen nach 5 bzw. 4 Min. entscheidend. Jedergewicht: Beseler=H. und Wieseler II. B. trennen sich in beiden Gängen unentschieden. Leichlgewicht: Unterberg=h. besiegt Sparkowski=B. m beiden Gängen nach 3 bzw. 9 Min. entscheidend. Weltergewicht: Naujokat=H. siegt im ersten Gang über SchimanskiB. nach Punkten und verliert im zweiten Gang nach 8 Min. Mittelgewicht: Arndt=h. verliert gegen BalkeB. nach 4 Min. Im zweiten Gang siegt Schafraniaküber Bilke=B. nach 3 Min. halbschwergewicht: aniak=H. verliert gegen Ehlert=B. nach 10 Min. und Arndt=H. verliert nach 4 Min. im zweiten Gang. Schwergewicht: Halfmann=H. verliert gegen Donschen in beiden Gängen nach 4 bzm. 6 Minuten. Rotaper! training zu der am kommenden Sonntag laufenden gestern. Stadtmeisterschaft war und die Fahrer am Schluß der Saison in bester Form sind, wurde vom Start weg ein äußerst scharfes Tempo gefahren. In dauernden Positionskämpfen wurde auf dem ganzen Wege um den Sieg gerungen. Kurz vor Recklinghausen konnte Erkenberg dem Felde enteilen und unangefochten das Ziel passieren. Vierte wurde Binse, die übrigen Pferde hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Im einleitenden Edelslahl-Rennen(1400 m) führte Lieber Kerl bis zum Einlauf vor dem dicht geschlossenen Rudel. Hier ging Wellenberg, der etwa 10 Längen am Start verlor, die er nach und nach aufgeholt hatte, an die Spitze. In der Distanz brach Wellenberg, scheinbar überlegen gehend, nach rechts weg und kam zu Fall. Silberfee konnte nun leicht gewinnen vor Sturmfahne und Hasso. Im Phönig-Jagdrennen(3700 Meter) führte Rosenkrieg über das ganze Rennen; hinter ihm wechselte die Plazierung dauernd. Jedes der übrigen Pferde lag zumindest einmal an zweiter Stelle. Audi, der immer mit dabei war, fiel zum Schluß ganz ab, weil er schlecht sprang. Rosenkrieg gewann überlegen vor Feudal und Lasso. Im Hochofen-Rennen(1600 Meter) führte zunächst Losung mit einer Länge vor Faland, am Schluß lag Jungmanne. Die ganze Gerade herunter kämpften Faland und Losung hart um den Sieg, den schließlich Faland ganz knapp für sich entschied. Dritte wurde Tarquinia. Im Hoesch-Rennen(2400 Meter) ließ sich Noterberg bis zur Distanz von Goldsucher führen, ging dann vor und wies auch einen energischen Angriff von Rusalka ab.— Das abschließende StahlwerkHürden=Rennen(2800 Meter) holte sich Struan vor Jan von Werth und Pralinee.— Die Doppelwette zahlte 36:10. Die Einzelergebnisse brachten wir bereits Unsere Voraussagen. Jontainebleu. 1. R.: La Rochelle— Cle d'Or; 2. R.: Balladeur — Creme Renversee; 3. R.:(Trabreiten); 4. Stall Veil Picard— Homere; 5. R.: Commandeur— Sischemar. F. E#s.## 1###—. Armoise: 6. R.:(Balladeur) Xanbie— Pond Lily: 7. an 10###; geger Erkenberg 4.00.20 Sto. R.: Ging Fizz II— Miß France. 2. Bücker 4,03,20 Std. 3. Herget dicht auf. 4. Quanz dicht auf. 5. Franke dicht auf. 6. Westermeyer dicht! Cpartfilm auf. 7. Zielony 4.14.20 Std. 8. Bühmann 4.15.20]„ Sporisim. Std. 9. Blankenburg, 1 0. Sokol. 11. Wier, 12.] Der Fußballänderkampf Deutschland— Belgien Hackbart. lwird jetzt endgültig am 22. Oktober dieses Jahres m Duisburg zum Austrag kommen.— Ein Kegel-Länderkampf Deutschland Belgien findet am 10. September in Wuppertal=Barmen statt. Jast 3000 Sportabzeichen wurden in den beiden letzten Wochen verliehen, eine Zahl, die die Breitenarbeit des deutschen Sports deutlich sichtbar macht.— Beim Gordon=Bennetflug konnte in der vorläufigen Gesamtwertung Deutschland den dritten Platz belegen.— Skat! Die Interessengemeinschaft der Skat=Clubs„Zum Westf. Bauernhaus", umfassend die Vereine:„Unter uns“,„Gut Freund“ und„Ohne Vieren“. Herne=Horsthausen spielte am Sonntag im Lokale G. Grothaus ihre Bezirksmeisterschaft aus. Bezirksmeister wurde der Skat=Club„Unter uns“ mit 33½ Punkten. Als Anerkennung erhielt er ein Diplom, welches im treuEIINIEILLA LAEEE Burma Vollreis Pfund 0.12 Palmkernfett. 1-Pfund Tafel 0.57 Haferflocken Pfund 0.20 Fetter Speck, geräuchert. Pfund 0.68 Schnittnudel, lose.. Pfund 0.32 Berliner Bratenschmalz, Pfund 0.88 Haushaltmen: 5 Pfund 0.80 Deutsch.Handelskl.-Eier, 9 Stck. 1.00 onnenkaffee, Pid. 2.60, 2.40, 2.20, 2.00 Molkereibutter, fr., deutsche, Pid. 1.34 ALTHOFE RECRLINGHAUSEN Fr. Schweineköpfe. Pfund 0.25 Eisbein, im Ganzen Pund 0.38 Gehacktes, halb u. halb Pfund 0.58 Ia Suppenfleisc Pfund 0.58 Schmorbraten Pfud 0.63 Ia Hammelfleisch, z. Kochen. Pfund 0.08 Vurstwaren Hannoversche Konsum Sülze. Pfund 0.35 Leber- oder Blutwurst Rindfleisch, in agenem Saft Bierwurst, bek. gute Qualität Plockwurst, westf. schnittlest Schinkenspeck, schöne Stücke. Pfund 1.10 Salami, ungar. An Pfund 1.30 Pfund 0.38—m Dose 0.65 Pfund 0.72 Pfund 0.98 Konsitüren Kokostlocken, bum% Pfuud 0.14 Creme Hütchen ¾ Pfund 0.16 Manna, Eisbonvon ¼ Pfund 0.18 Milchkaramellen, gemischt. ¼ Pfund 0.18 Sahne-Schokbiaus 100 Gr.-Tafel 0.20 Burkbraun-Schokolade, 250 Gr.-Tafel 0.50 Ziegler vor Viebahn Sieger im Turmspringen Im Schwimmstadion zu Turin wurden am Mittwochnachmittag die restlichen Konkurrenzen im Schwimmen vor zahlreichen Zuschauern erledigt. Die ungarischen Schwimmer hatten in den Schwimmkonkurrenzen fast keine ernsthafte Konkurrenz und liegen im Gesamtklassement mit 92 Punkten an erster Stelle. Deutschland folgt an zweiter Stelle mit 49 Punkten vor Italien 45. Frankreich 16, England 12, Kanada 11, Tschechei 8, Schweiz 5, Finnland und Belgien je 4 Punkten. Im Turmspringen gab es diesmal einen Doppelerfolg. Der Berliner Ziegler konnte seinen Sieg von Darmstadt wiederholen, und den zweiten Platz belegte sein Landsmann Viebahn. In der 4=mal=200=Meter=Staffel hatten die Deutschen nur wenig zu bestellen und mußten mit dem vierten Platz zufrieden sein. Die ungarische Mannschaft fiegte ganz überlegen in 9:43.9 Minuten O e t Studenten=Weltspiele in Turin Belgien— England 7:9(3.0) Die beiden Wasserballspiele am Mittwochabend Kanden im Vordergrunde der Geschehnisse. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man den italienischen Kronprinzen, den Oderhürgermeister von Turin und den Präsidenten des Olympischen Komitees, Exzellenz Lewald. Vor Beginn des Wasserballspiels Belgien gegen England zeigten die beiden neuen deutschen Weltmeister Ziegler und Viedahn(Berlin) aus Wunsch des italienichen Kronprinzen ihre Künste im Springen. Die beiden Berliner warteten mit großartigen Leistungen auf und wurden stürmisch gefeiert.— Das erste Wasserballspiel bestritten dann Belgien und England. Die Belgier präsentierten sich in ganz großer Form und distanzierten die Engländer mit 7:0 3:0.— In der Pause erschien Weltmeister Ziegler am Turm und auch hier erntete er großen Beifall. Das Hauptwasserdallspiel des Turnters bestritten in päter Abendstunde die führenden Mannschaften Ungarn und Deutschland. Die Ungarn spielten ohne jede Rücksicht und sicherten sich bis zur Pause eine klare 4:0ührung. Sie spielten zeitweise derart unsatr, daß das uhrung. Sie spielten zeitweise derart unsatr, daß das ublikum die Ungarn sogar auspfissen. Kurz vor der Pause mußte dann auch der linke Verteidiger das Wasser verlassen und nach der Pause folgten zwei weitere ungarische Spieler. Zwei deutsche Spieler revanchierten und wurden ebenfalls aus dem Wasser gestellt. Nachdem nun die Ungarn noch mit vier und Deutschland mit fünf Mann im Wasser waren, kamen die Deutschen 13 Minuten nach der Pause durch Diebold zum Ehrentor. Die Ungarn warsen noch ein fünftes Tor und dann war der heiße Kampf beendet. Die deutsche Mannschaft erhielt durch ihr saires Spiel starken Beifall. Der Sieg der Ungarn ist zwar verdient, aber nicht in dieser Höhe. Nennen zu Hoovegarten. 1. Preis von Georgenburg: 1. Hauptgest. Graditz' Dicht. kunst(Krug). 2. Heuchler. 3. Eligius. Sieg 22:10. Platz 12. 14. 12:10. Ferner: Juditta Mikado. Traumkönig Valvoline Meslaling.„ 2 Breis von Brannoberg: 1. T., Herorrg, Ezzi (Stein). 2. Rücktritt. 3. Tillo. 4. Gravor. Sieg 53:10. Plas 15. 18. 36. 25.10, Ferner: Parsenn. Rückert, Frauenfreund. Feldsoldat. Harald. Bambus. Balson. Gebersberg Protest. Meine Freundin. 4. Graditz=Rennen: 1. Stall Halmas Calva(O Schmidt) 2. Rosenfürst. 3. Makarius. Sieg 16:10. 5. Preis von Trakehnen: 1. Stall Nomphenburgs Serti (Streit). 2. Lutzow. 3. Liderto. Sieg 115:10. Platz 38. 27:10 Ferner: Maiennacht. Fra Diavolo. 6. Preis von Celle: 1. Frhr. S. A. v. OppenheimBlinzen(Printen). 2. Lichtnelke. 3. Horchauf. Steg 29:10 Platz 20. 20:10. Ferner: Irrtum. Peloponnes. 7. Preis von Oonabrück: 1. K. Beckers Nobel(Visek) 2. Marie, 3. Paß auf. Sieg 420:10. Platz 46. 17. 15:10 Ferner: Emschi. Silbermöve. Crasi. Creolin. Doppelwette, I. und 5. Rennen: 888:10. Handel Gewerbe= Industrie Dollar in Berlin: 2.902 gegen 2.907 vorher(Parität 4.198 Mark). Bfund in Berlin: 13.23 gegen 13.26 vorher(Parität 20.429 Mark). Berliner Börse Berlin, 7. September 1933. Der Kursentwicklung wurde heute mehr Aufmerkamkeit als in den letzten Tagen gewidmet. Soweit zu den ersten Kursen Angebot vorlag, wurde es ziemlich glatt ausgenommen. Man kann hierin wohl eine Auswirkung der jüngsten Besprechungen zwischen dem Börsenvorstand und den Banken wegen einer besseren Handhabung der Kurspflege erblicken. Nach den ersten Kursen schrumpfte das Geschäft vollständig ausammen. Auch die Anfangsnotierungen kamen infolge des geringen Geschäftes nur zögernd zustande. Die Tatsache, daß das Einkommen aus Arbeit im Zusammenhang mit der Produktionsbelebung vom ersten zum zweiten Vierteljahr 1933 um rund ¼ Milliarde getiegen ist, blieb kursmäßig ohne Einfluß. Montanwerte waren leicht abgeschwächt, obwohl vom eheinisch=westfälischen Eisenmarkt trotz der jahreszeitlichen Ferienstimmung ein behaupteter und teilweise auch gebesserter Beschäftigungsstand gemeldet wird. Angeboten waren Reichsbankanteile(— 1¾), Farden waren unverändert, ebenso Siemens. Schiffahrtswerte bröckelten leicht ab. Etwas Interesse bestand für AEG(+). Von Kunstseidenwerten waren Bemberg 1 Prozent höher, dagegen Aku minus X. Gesfürel ermäßigten sich um 1¼. Kaliwerte waren angeboten und bis zu 3 Prozent schwächer. Am Rentenmarkt waren Reichsschuldduchforderungen ½ Prozent schwächer. Auch Neu= und Altbesitz behaupteten sich nicht ganz. Hoesch=Obligationen ermäßigten sich um 1¼, dagegen waren 27er Krupp gefragt. Am Valutamarkt waren Pfunde weiter schwächer, der Dolar dagegen etwas fester. Pfund in Paris 80.50, gegen Mark 13.22, gegen Kabel 4,55¾. Der ollar in Berlin 2,92. Tagesgeld war mit 4¾ unverändert steif. Der Schluß war ruhiger und nicht ganz gehalten. Reichsbankanteile, minus 2½, waren auf Befürchtungen angeboten, daß im Zusammenhang mit der herauskomm nen würde. Bankenenquete Material Nachbörslich hörte man Farden 115. AKG 18¾. Erdö1 93½, Ver. Stahl 30¼, Schultheiß 92¾, Reichsbank 141. Harpener 82½, Hoesch 53¾, Dessauer Gas 100½, RWE 74¾, Berliner Kraft und Licht 1013/8. Aku 27¾, Charlottenburger Wasser 63¾. Am Anleihemarkt waren Altbesitz mit 76¾ nach 77.40 angeboten. Ferner hörte man Neubesitz 9.60, Reichsbahnvorzugsaktien 98½8, Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99.62. 1940er 84 bis 84.78. 1946er bis 48er 77.37 bis 78¼. Essener Börse Ruhig. Essen, 7. September 1933. Die heutige Essener Börse zeigre geringes Gechäft bei kaum veränderten Kursen. WintershallAktien wurden auf gestriger Basis umgesetzt. Am Kohlenkuxenmarkt waren Konstantin und Diergardt zu gestrigen Preisen im Handel. Die übrigen Werte waren auf letzter Basis genannt, ohne daß auf den verschiedenen Märkten Amsätze zu beobachten waren. Die Börse schloß in ruhiger und aowartender Haltung. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Preise nom. unverändert. Gewürze: Markt vollkommen ohne Anregung und daber unverändert. die Preise haben aus diesem Grunde nur nominellen Charakter. Brasil=Kafsees: Die hrafilianischen Offerten wurden um 6 Pence reduziert. Auf der neuen Basis zeigt sich am Platz einiges Interesse. während sich das Ausland zurückhält. In Lokoware rudiges Geschäft zu unveränderten Preisen. Gewaschene Kafsees: Markt und Preise unverändert. Schmalz: Preise unverändert, stetig. Kautschuk: Preise unverändert, rubig. Baumwolle: stetig. Middling Universal loko 10.40 Dollarcents. Hülsenfrüchte: Othenasbis=Bohnen werden### prompte Verschiffung mit 7/17/6 vergeblich offeriert. Gelbe Piktoriaerdsen unter 20 RM. nicht zu haben, und für grune Erbsen werden 18.20 RM. je nach Qualität bezahlt. Rohkakao: Der Markt bleibt kaum stetig. G. k. Accra, Haupternte. loko notiert 17 RM. schwimm 24/— cif. Zwischenernte. Sept.=Okt. Abl. 21— cif. neue gaupternte. Nov.=Jan., je nach Pos. und Güte des Verschiisers 23/— bis 22/6 cif. Lagos sag. neue Ernte. Okt.=Dez. 21/6 cif. Sup. Bahia. Aug.=Okt. etwa 25/6 cfr. Uebrige Provenienzen unverändert. Raubsutter: Lustlos unverändert. Zucker: Terminmarkt ruhig. aber ohne nennenswerte Kursveränderungen. Tschech. Kristalle vrompt und Sept. 8/4½ sb. per 50 Klg. Oele und Fette: Leinöl ist im Preise wieder auf den Stand vom 4. September zurückgegangen, da auch die Leinsaatforderungen eine entsprechende Reduzierung erjahren haben. Großposten werden heute mit 33.50 RM. offeriert. Im übrigen dat sich nichts Nennenswertes ereignet. Geschäft allgemein still. Leinöl. prompt. Dez. 35 Jan.=März 35.50 RM. per 100 Kla. Dortmunder Getreidebörse. (Die Preise sind Großhandelsvreise und verstehen sich per 100 Klg. waggonfrei Dortmund. in Ladungen von 15 000 Kla., bei Meblen zu Mühlenkonpentionsbedingungen) Wests Weizen. neu 18¼—18½, wests. Roggen. neu 15—15¼. Pommerscher Hafer, alt 16. ostfriesischer Haser, neu 15¼. Platg=Mais 18—18½. Cinquantino=Mais 19½. Weizenmedl—Bäckermebl 257.—26¼, Roggenmehl. 70 Prozent 217—22¼, ostdeutsches Roggenmehl, prompt. neu 21—21¾. Weizenkleie 8½.—9.„Roggenkleie 7¾—738. Trockenschnitzel 8½—8¾. Zuckerschnitzel 9½—10. Tendenz: tetig. Gestern früh 7 Uhr verschied wohlvorbereitet unsere herzliebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante, die wohlachtbare nach kurzer Krankheit im 67. Lebensjahre. Der allgütige Gott schenke ihr die ewige Ruhe! Namens der Trauernden: Edmund Honsck, Reklor. Herne, den 8. September 1933 Bismerckstr. 115. Die Beerdigung findet Samstag, den 9. September, nachmittags 3.30 Uhr, vom Sterbehause. Bismarckstr. 115, aus statt. Die feierlichen Exequien sind Samstag morgen 7.10 Uhr in der St. Marienkirche Hierne-Baukau. Mütterverein St. Marien. Jur Beerdigung des Mitgliedes Franziska Konsek am Samstag(9. 9.) nachm. 3.30 Uhr, vom Sterdehause, Bismarckstr. 115, aus, werden die Mitglieder herzlich eingeladen. D. B. Mädchen n. unter 22 J., im Haushalt erfahren. für sofort gesucht. Anmeld. vormitt. Liedtke, Kaiserstraße 30. (16565) Danksagung. Die uns bei dem Tode unseres innigstgeliebten, teuren Sohnes und Bruders Aloys Schuster erwiesene Anteilnahme, gewährte uns einigen Trost. Wir danken allen für die herzliche Teilnahme, die schönen Kranzspenden und die zahlreiche Begleitung Besonders danken wu dem Kirchenchor, dem Jungmänner-Verein, der D.K. Falkenhorst, der Stumschar und den Vereinen aus Ahlen. Familie August Schuster. Herne im September 1933. □ Schriftl. heimarbei! Verlag Vitalis. Müschen 13 Reiscomnibus Fr. Rennkamp hr. fährt Samstag, den 9 September zum Stausee nach Haltern Abfahrt 2 Uhr vom Neumarkt.— Fahrpreis 1.25 RM. Sonntag, den 10. September zumStausee nach Haltern Abfahrt 9 Uhr vom Neumarkt.— Fahrpreis 1.45 RM. Karten im Vorverkauf bei Fr. Rennkamp ir Heinrichstr. 11 und im Zigatengeschäft Köhler. Hoher Blutdruck Aderverkalkung, Gicht, Rheuma, Verstopfung, Herrheschwerden, Rehute. Aiterser Hleutonsschlag, Dr. Finke's Hnoblauchperten, nur geruch- und geschmacklos,1 4 nn Packung für 1 ganzen Monat! 1.U0 Dr. Finke's Tee Nr. 43... 1- Mk. dito verstarkt Nr. 45 1.50„ Thea Bona 0.90„ Alleinverkauf: Kostenlose Beratung Huscmann, Fach Drogerie m Frider-Salon Kusenberg Herne. Bahnhetstr. 91 gegenüber dem Maseum bekominen Sie die haltbare Dauerwelle und die elegente prima Wasserwelle schon für S.- Mark fir und fertig. 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September 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Oewinne zu 10000 M. 80897 292400 329463 14 Oewinne zu 5000 M. 23163 39132 193309 218026 258661 308972 353275 28 Gewinne mu 3000 G. 8123 17247 106039 131794 179989 180503 220627 244572 259405 307826 316556 329091 346200 354667 .66 Gen nne zu 2000 G. 8208 16094 21629 38961 39994 40103 52823 55282 64447 73758 99785 107677 129542 145960 156757 189606 191124 210022 224406 227924 231835 238665 264784 259335 261821 277561 295447 297661 307452 319618 344974 348990 374950 142 Geminne zu 1000 0. 4890 6161 12905 19594 14638 28411 28890 29530 30388 32388 39032 41619 43390 60788 51337 51778 64579 66472 70705 96766 104136 107203 111996 120082 126141 129222 134376 134892 142185 158580 161203 183606 183891 188661 196165 203259 204206 216261 218842 223084 223574 230524 232505 234573 236485 237936 241372 241835 244513 245840 246750 264377 254416 266444 265719 272477 276748 281633 292246 298850 315274 316280 327769 329428 332503 338341 338881 365996 372401 386675 390530 186 Gewinne mu 500 M. 5048 6479 10281 12975 15259 17389 24010 30194 30276 42162 46145 51227 61911 63819 56027 66718 61289 61570 62622 63570 65799 66980 67550 67928 68459 74706 76170 77159 77478 82111 84427 87633 89479 91562 93252 113603 118997 121504 121719 131768 139746 152513 163465 163735 165390 167195 170942 183354 189296 192280 93740 197017 197541 205547 215899 219052 221079 222688 226261 239424 243205 263418 254655 265629 271136 294653 301615 901980 806608 312594 314137 328977 337015 337309 345927 345992 367403 359499 982962 36306.3 363462 363746 364233 366166 372650 373630 374186 377366 378947 383503 383964 300573 398780 In der werden Cenune gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 147828 2 Gewinne zu 5000(. 362989 14 Gemtune zu 3000 Ml. 9891 97047 100872 222869 259401 346481 348336 44 Geminne m 2000 M. 18943 36863 66313 72524 96634 106901 138003 146248 168627 170036 225109 237466 242326 242996 267744 313228 330610 354825 358361 361546 375889 89.270 72 Gewinne zu 1000 S. 30997 49388 61734 36210 67229 96109 96904 98045 100806 120920 149670 151471 160979 166771 167827 180309 184642 185594 213378 215391 220666 230206 23340: 238925 244262 252053 269567 816140 366745 368102 368299 396506 391305 39483 396176 397804 108 Sehunne zu 500 M. 275 13563 20132 20988 21620 21780 42373 42907 46263 63276 60929 93556 9.007 97048 104091 107162 106608 112794 112380 118763 124986 134586 140609 144313 160199 163619 178735 186881 190613 193381 196913 207486 223047 233630 261992 264665 272668 283762 296888 291625 293720 297732 304019 320921 330696 346563 350639 360933 356696 359787 364962 381548 384692 88□4 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien uu e 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 50000, 2 zu je 25000, 36 zu je 10000. 48 zu je 5000, 120 zu je 3000, 372 zu je 2000 730 zu je 1000. 1232 zu je 500. 3822 zu je 400 Lreisaussehreiben der Mioa e echerscheesnchtn Aulste re e. ce. HIVA, Aschen, Stephanstraße 33 leder erheli etses Bewoders Dreise Ausbildung eiaf lugzeug Auto, Boolsluhrer Freitioon Bosgrger Wan- cce edeien Fa umnen Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußisch=Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten ** * Gruß und Flagge der katholischen Jugendverbände Zwischen den katdolischen Jugendverbänden ist bezüglich der Gruß= und Flaggenfrage nach einem Bericht des KKV folgendes vereinbart worden: Flaggenregelung. An unseren Heimen und Plätzen sind bei allen festlichen Gelegenheiten die Hoheitszeichen des neuen Staates schwarz=weiß=rote Flaggen und Hakenkreuzbanner, zu hissen: daneben die Flaggen des Verbandes. Bei Aufmärschen und öffentlichen Kundgebungen werden die beiden Flaggen an der Spitze des Zuges getragen. Grußregelung. Der deutsche Gruß. Die Hoheitszeichen des Reiches. Schwarz=Weiß=Rot und Hakenkreuzbanner, sind mit dem deutschen Gruß zu grüben. Beim Marsch in geschlossenen Formationen grüßen wir andere Formationen, die die Hoheitszeichen des Reiches führen. Die Kolonne saßt auf das Kommando des Führers.„Achtung". Tritt und wendet die Augen nach der Seite der zu grüßenden Banner. Der Führer entbietet den deutschen Gruß mit der rechten Hand. Der Verbandsgruß untereinander bleibt wie bisber. Wandernde Gruppen grüben sich gegenseitig, auch wenn keine Banner mitgeführt werden. Das Deutschlandlied wird stedend, unter Erbeben des rechten Armes, gesungen. Folgt bei allgemeinen Veranstaltungen das Horst=Wessel=Lied, so ist gleichfalls bei der ersten Stropbe die rechte Hand zu erbeben. Für unser eigenes Leben im Bund behalten wir den Bundesgruß bei. Bei Begegnungen und Fahrten mit anderen Jugendverbänden, insbesondere der Hitler=Jugend. ist Kameradschaftlichkeit äußerste Pflicht. Hilfsbereitschaft gegenseitig ist Forderung unseres Bundesgesetzes und eine Selbstverständlichkeit unserer katholischen Glaubensüberzeugung. Kein Verbot der Neudeutschland=Trachten während Schulzeit und Sottesdienst Eine Richtigstellung. Auf Grund einer vor einigen Wochen von einem Pressedienst verbreiteten Meldung, der zufolge der Landesbeauftraate des Jugendführers des Deutschen Reiches für Westkalen und die Rbeinprovinz den Angehörigen der deutschen Jugendverbände, mit Ausnahme der Hitlerjugend. do: Tragen der Bundestrachten während der Schrlseit, zu der auch kirchliche Unterrichtsstunden sowie Aufmärsche und Wanderungen gehören, die seitens oder unter Aufsicht der Schule durchgeführt werden, untersagt habe, und die Schulleiter und Geistlichen gebeten wurden, die Schulerschaft auf dieses Verbot aufmerksam zu machen, jeder Hitlerjunge aber ermächtigt sein sollte, bei Verstöben sofort die erforderlichen Maßregeln zu treffen und betont wurde, daß sich diese Verfügung besonders gegen die Angehörigen des Katbolischen Schülerbundes„Neudeutschland“ richtet, datte die katholische Jungmännerorganisation an das Reichsinnenministerium eine Anfrage gerichtet, auf die das Reichsinnenministerium in Uebereinstimmung mit dem Reichsjugendführer und dem Landesbeauftragten für Westfalen und die Rheinvrovinz unter dem 6. September der Reichsleitung des katholischen Jungmännerverbandes amt. lich mitgeteilt, daß ein derartiger Erlaß niemals herausgegeben ist und von unbekannter Stelle an die Presse gegeben worden ist. Infolgedessen sind die daraus gezogenen Folgerungen irrtümlich und gegenstandslos. Wissenschaft und Vivisektion Ein Runderlaß des preußischen Ministerpräsidenten Berlin, 7. September 1933. Auf Grund der Vereinbarungen, die in der vom preukischen Ministeroräsidenten und preubischen Minister des Innern, Goering. angeordneten Besprechung zwischen den Vertretern der Tierschutzvereine und den Vertretern der Wissenschaft stattgefunden haben, hat— wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt— der Ministerpräsident bis zum Erlaß des im Entwurf bereits vorliegenden Feichstierschutzgesevzes durch Rrunderlaß an die Regierungspräsidenten und den Polizeipräsidenten in Verlin folgendes angeordnet: 1. Der Begriff der Vivisektion wird dahin festgelegt: Als Vivisektion ist anzusehen die Zerschneidung des lebendigen, unbetäubten Tieres sowie die Overation am lebenden Tier. sosern bei gleichen oder ähnlichen Eingriffen am Menschen allgemeine oder lokale Anästhesie in der Regel zur Anwendung gelangt und sofern die Anästbesie im einzelnen Falle unter den vorliegenden Verhältnissen durch. führbar ist Der Vivisektion sind gleichzusetzen unblutige Tierversuche am unbetäubten Tier. die mit einer Mißhandlung verbunden sind, 2. Da die ernste wissenschaftliche Forschung m Interesse der Erhaltung von Gesundheit und Leben von Menschen und Tieren nicht auf den wissenschaftlichen Tierversuch verzichten kann, wird dieser Tierversuch nicht als Vivisektion angesehen, wenn u. a. folgende Punkte beachtet werden: Wissenschaftliche Tierversuche dürfen nur in wissenschaftlich geleiteten Instituten und nur unter Verantwortlichkeit des Institutsleiters ausgeführt werden. Wissenschaftliche Tierversuche sind, sofern nicht nach dem Urteil des Institutsleiters der Zweck des Versuches eine Betäubung des Versuchstieres unbedingt ausschließt oder der mit dem Eingriff verbundene Schmerz geringfügiger ist als die mit einer Betäubung verbundene Beeinträchtigung des Wohlbefindens des Versuchstieres, durch allgemeine oder örtliche Betäubung schmerzlos zu gestalten. Versuche an höheren Tieren sollen grundsätzlich vermieden werden. Soweit jedoch an niederen Tieren der beabsichtigte Zweck nicht erreicht werden kann, dürfen Versuche auch an höheren Tieren ausgeführt werden. Tierversuche zu Lehrzwecken sind nur gestattet, wenn andere Lehrmethoden, z. B. Bild. Film, Prävarate, Modelle um. nicht ausreichen. Auch diese Versuche bedürfen vorher der Genehmigung der zuständigen Zentralbehörde. Ungeheuerliche Pläne der Saarbrücken, 7. Sept. 1933. Zu den am Saargebiet umlaufenden Gerüchten, daß die Regierungskommission beabsichtige, eine wesentliche Umstellung im saarländischen Polizeiwesen vorzunehmen and den saarländischen Polizeikörper mit Alusländern zu durchdringen, erfahren wir, daß ie Regierungskommission jetzt auch die Luxemburger Regierung gebeten hat, einen Kommissar und fünf Brigadiers zu benennen, die als Keiminalbeamte in Saarbrücken eingestellt werden sollen. Dafür hat die Regierungskommission bereits einen Betrag von 600000 Franken zur Verfügung gestellt. Die Regierungsimmission beabsichtigt demnach, einen sogenanten politischen Ueberwachungsdienst innerhalb einer rein deutschen Bevölkerung einzurichten. Das wäre geradezu eine ungeheuerliche Maßnahme und die Regierungskommission wird sich darüber klar sein müssen, daß trotz der anerkannten Disziplin der Bevölkerung sich zwischen den neuen Beamten und den Bewohnern des Saarlandes Reibungen nicht vermeiden lassen werden. Sie wird weiter einsehen müssen, Regierungskommission daß sie gerade das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen möchte. Wie wenig Grund zu der neuen Maßnahme besteht, geht daraus hervor, daß die saarländischen Landjägerei= und Polizeibeamten ihren bisher nicht leichten Dienst stets in mustergültiger Form geleistet haben und die Ruhe und die Ordnung im Saargebiet bisher nirgends ernstlich gestört worden ist. Sogar französische Zeitungen haben lobend anerkannt, daß im Saargebiet eine Ruhe herrsche, die man sonst in anderen Abstimmungsgebieten nicht gewohnt sei. Die luxemburgische Regierung aber— eine andere Regierung soll das Ansinnen bereits abgelehnt haben— wird gut daran tun, sich genauestens über die Aufgabe zu unterrichten, die ihren Polizeiorganen zugemutet wird. hakenkreuzzettel vom Stephansdom Wien, 7. September 1933. Am Donnerstagnachmittag wurden vom Stephansdom Flugblätter mit einem Hakenkreuz und einem Spottgedicht auf die Regierung hinabgeworfen. Die Polizei konnte die Täter nicht fassen. Eingeschränkte Nebenbeschäftigung der Beamten Wann wird die Genehmigung Der Reichsminister des Innern hat gemeinsam mit dem Reichsfinanzminister Durchführungsbestimmungen für die gesetzlichen Vorschriften über die Nebenbeschäfti gung von Beamten erlassen. Als genehmigungspflichtige Nebenbeschäftigung hat danach jede Tätigkeit zu gelten, bei der durch Arbeitsleistung irgendwelcher Art eine Vergütung erzielt wird. Bei Nebenbeschäftigungen, die im Interesse von Verwandten ausgeübt werden(z. B. Nachlaßangelegenheiten), soll die Genehmigung in der Regel erteilt werden. Von der Genehmigungspflicht sind ausgenommen freundschaftliche Hilfe geringen Umfangs, bei der eine Vergütung in Geld nicht gewährt wird. soweit diese Tätigkeit nicht aus dienstlichen Gründen untersagt ist, einzelne Nebenbeschäftigungen geringen Umfangs, für die Vergütungen im Werte bis zu 30 Mark gewährt werden. Wird eine solche Nebenbeschäftigung mehr als fünfmal im Jahre ausgeübt, so ist die Genehmigung unter Angabe der bisher ausgeübten Tätigkeit und des dafür erhaltenen Entgelts einzuholen. Aerztliche, zahnärztliche und tierärztliche Beamte, und zwar auch Lehrer an öffentlichen Hochschulen, unterliegen den Vorschriften des Gesetzes und der Durchführungsbestimmungen. Bis zu einer besonderen reichsgesetzlichen Regelung kann die oberste Reichs= oder Landesbehörde die Ausübung der Privat= praxis aus dienstlichen Gründen genehmigen. Die Genehmigung zur Ausübung der Kassenpraris kann diesen Beamten nicht erteilt werden. Bei Gesellschaften, Genossenschaften und anderen Unternehmen, die ihrer Natur nach nicht auf Erwerb gerichtet, sondern gemeinnützig sind, fällt der Eintritt in den Vorstand, Aussichtsrat oder Verwaltungsrat oder ein sonstiges Organ nicht unter das Verbot. Die Genehmigung ist jedoch einzuholen. Die Uebernahme eines erteilt, wann wird sie versagt? Schiedsrichteramtes oder einer Gutachtertätigkeit soll nur dann genehmigt werden, wenn ein öffentliches Interesse an der Zuziehung des Beamten besteht oder andere geeignete Personen nicht zur Verfügung stehen. Die Genehmigung soll versagt werden, wenn eine solche Tätigkeit mehrmals in einem Jahre wiederholt werden soll. Bestimmungen für die Uebernahme eines Schiedsrichteramtes oder einer Gutachtertätigkeit durch Richter der ordentlichen Gerichte bleibt vorbehalten. Sofern durch das Haushaltsrecht ausnahmsweise Zulagen und Vergütungen für eine Nebentätigkeit von Beamten zur Verfügung gestellt werden, dürfen diese im Einzelfall 1200 Mark Jahreshöchstbetrag nicht übersteigen. Diese Beschränkung gilt auch dann, wenn Zulagen und Vergütungen an Beamte aus anderen als persönlichen Ausgabetiteln gewährt werden Diese Regelung gilt nicht für Vergütungen bei Ausübung eines Lehramtes an einer öffentlichen Hochschule und für Gebühren bei Teilnahmeaneiner Prufung. Wird einem Beamten für eine Nebentätigkeit im Vorstand, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat oder in einem sonstigen Organ einer auf Erwerb gerichteten Gesellschaft, Genossenschaft oder eines in einer anderen Rechtsform betriebenen Unternehmens oder aus der Uebernahme einer Treuhänderschaft unmittelbar oder mittelbar eine Vergütung gewährt, so kann ihm für den Fall, daß er die Nebentätigkeit auf Vorschlag oder auf Veranlassung seiner vorgesetzten Dienststelle übernommen hat, die Vergütung in begrenzter Höhe als Pauschalaufwandsentschädigung belassen werden. Die Pauschalauswandsentschadigungen dürfen in einem Jahre höchstens betragen: A) für einen Beamten als Mitglied des Aufsichtsrats, Vorstands, als Treuhänder usw. bei einer Gesellschaft usw. 480 RM. bei mehreren Gesellschaften usw. 640 RM. B) für Beamte als Vorsitzende des Aufichtsrates usw. bei einer Gesellschaft usw. 800 RM., bei mehreren Gesellschaften oder als Vorsitzender bei einer Gesellschaft und als Mitglied des Aufsichtsrates. Vorstands, als Treuhander usw. bei einer oder mehreren anderen Gesellschaften usw. 960 RM Neben diesen Aufwandsentschädigungen dürfen den Beamten Sinungsvergütungen nur soweit belassen werden, als dadurch nicht die im Absatz 2 und 3 festgesetzten Höchstbeträge für Pauschalaufwandsentschädigung überschritten werden. Wird keine Aufwandsentschädigung gewährt, so können den Beamten etwa gezahlte Sinungsvergutungen dis zu 30 RM für jeden Tag belassen werden. Die Summe dieser Sitzungsvergütungen darf jedoch in einem Rechnungsjahr die entsprechenden Höchstsätze des Abs. 2 nicht übersteigen Nimmt ein Beamter, der Mitglied mehrerer Aussichtsräte usw. ist, an einem Tage an Sitzungen mehrerer Gesellschaften teil, so darf ihm an diesem Tage auch nur ein Betrag von 30 Mark belassen werden. Für auswärtige Sitzungen und sonstige Reisen, die im Zusammenhang mit der Nebentätigkeit notwendig werden. können den Beamten noch Fahrtkosten sowie Tage= und Uebernachtungsgelder bis zur Höhe der ihnen nach der Reisekostenverordnung für die Reichsbeamten bei Dienstreisen zustehenden Sätze belassen werden. Jede Reise. die der Beamte im Interesse seiner Nebentätigkeit für notwendig erachtet, muß vor der Ausführung nach den für Dienstreisen geltenden Vorschriften von dem zuftändigen Vorgesetzten des Beamten genehmigt werden. Uebt ein Beamter in einem Rechnungsjahr mehrer Tätigkeiten im Sinne der vorstehenden Ausführungsbestimmungen zu den§§ 15 und 16 aus, so können ihm aus den ihm zufließenden Vergütungen im Sinne des § 10 nicht mehr als 1800 Mark als Höchstbetrag belassen werden. Die Zulagen und Vergütungen im Sinne des § 15 sowie die vorstehend festgesetzten Höchstgrenzen für Vergütungen im Sinne des§ 10 unterliegen den Kürzungen auf Grund der Gehaltskürzungsverordnungen. Pauschalaufwandsentschädigungen und Sitzungsvergütungen unterliegen der Kürzung nicht. Die Beamten haben am Schlusse eines jeden Rechnungsjahreihren vorgesetzten Dienststellen eine Abrechnung über die Einnahmen, die ihnen im Rechnungsjahr für eine mit dem Hauptamt verbundene Nebentätigkeit zugeflossen sind. nach besonderem Muster vorzulegen. Für da: Rechnungsjahr 1933 wird übergangsweise bestimmt, das bis 31. Dezember 1933 die Zulagen und Vergütungen die gemäß den§§ 15 und 20 auf Grund des Haushalts rechts gewährt werden oder für die gesetzliche oder andere Verpflichtungen bestehen. eine Kürzung nach vorstehen den Ausführungsbestimmungen nicht erfahren. Für das letzte Vierteljahr des Rechnungsjahres können Zulager und Vergütungen nur in den Grenzen eines Viertelder Höchstbeträge belassen werden. Soweit Beamten Vergütungen im Sinne des§ 10 zufließen, die ihnen nach den vorstehenden Bestimmungen nicht belassen werden können, sind diese unverzüglich nach Erhalt abzuführen Diese Vorschrift tritt am 1. Januar 1934 in Kraft Gewerbliche und berufliche Tätigkeit der Ehefrau des Beamten ist der vorgesetzten Behörde zu melden. „Viereck=Buchung“—,10=November=Millionen“ Siebenter Verhandlungstag des Lahusenprozesses Bremen, 7. Sept. 1933. In der Donnerstagsitzung setzte das Gericht die Erörterung der Jahresendbuchungen fort. Es handelt sich um einen Posten von 10 Millionen Mark. der von der Neudek an die RWK. und von dort zurück nach Neudek überwiesen worden war. Der nächste Fall betraf eine Viereckbuchung vom 31. Dezember 1930 zwischen Neudek. THC.(Textiel Handels=Companie). Ultramare und Nordwolle. Carl Lahusen betonte. aus politischen Gründen sei das alles gemacht worden, um die Neudek nicht zu schädigen. Seitens der tschechoslowakischen Regierung seien die größten Schwierigkeiten bereitet worden. und man habe darauf gesaßt sein müssen, daß die reichsdeutschen Angestellten aus Neudek ausgewiesen werden würden. Darum habe man keine allzu großen Buchungsmanöver zwischen Neudek und Nordwolle aufkommen lassen. Auf Wunsch des Verteidigers Dr. Schmidt wurde im weiteren Verlauf der Sitzung Heinz Lahusen nach seinen kaufmännischen Kenntnissen gefragt, und er gab zu, daß er als Divlom=Ingenieur sich um das Kaufmännische wenig gekümmert habe. Nunmehr berührte das Gericht einen neuen Fragenkomplex. nämlich den der„unzulässigen Saldierungen". In der Bilanz von 1926 erscheint eine Schuld der Hum einem Guthaben der Limitada gegenübergestellt. Dadurch ist die Schuld der Hum herabgesetzt, und es ergibt sich ein günstigeres Bild. als es der Wahrheit entsprach. Carl Lahusen erklärte dazu, daß die Saldierung bei Bilanzen nicht nur erwünscht, sondern unbedingt notwendig sei: materiell ändere sich das Ziffernverhältnis durch die Saldierung nicht. Er habe nach seinem kaufmännischen Empfinden entschieden: ob seine Entscheidungen juristisch gerechtfertigt waren. könne er nicht entscheiden. Dazu habe er seine rechtskundigen Mitarbeiter gehabt. Ein weiterer Angeklagevunkt legte Lahusen zur Last. Bankschulden durch Uebertragung auf die Hum zum Verschwinden gevracht zu haben. In diesem Zusammenhang fragte der Vorsitzende. ob die Ultramare eigene Kredite gehabt habe. Carl Lahusen bejahte die Frage: sie betrugen etwa 500000 Pund. Dazu kamen noch die Kredite. die die Nordwolle verschaffte. Die Art der Behandlung dieser Buchungen sei völlig richtig gewesen, denn die Nordwolle habe für die Kredite nur eine moralische Verbindlichkeit übernommen und keine tatsächliche. Der Vorsitzende stellt nun die Frage. ob nich sämtliche Buchungsausgaben für derartige Kredite. die der Hum gegeben wurden. Kredite waren. die tatsächlich für die Nordwolle bestimmt waren. Carl Lahusen antwortet darauf ausweichend. Schließlich kam das Gericht zur Behandlung der so genannten„10=November=Millionen“, eines Kredits. der die Nordwolle im November 1930 durch Senato: Bömers von der Staatshauptkasse erhalten hat. Dieser Kredit wurde dazu verwandt. den Debitor Nordwolle bei der Danatbank gering erscheinen lassen Carl Labusen behauptete, es sei ausdrückle: Wunsa der Danatbank gewesen. die Höhe der Belast##n zu ver schleiern. Dieser Kredit ging über die Ultramare. ob wohl diese eigentlich nichts damit zu tun hatte. Car! Lahusen meinte, daß kein Grund dagegen spräche, wenn die Hum bei ihrem Effektenbesitz auch ihrerseits derartig Kredite erhielt. Der Erste Staatsanwalt wandte dan ein, daß dieser Vorgang. der im politischen Leben Bremens eine große Rolle gespielt habe, bei der Staatshauptkasse nicht verbucht sei. Carl Lahusen gab an. ihn für einen echten Kredit gehalten zu haben „Ich kann mir vorstellen, daß dieses eine Gefälligkeit der bremischen Staates gegen die Danatbank war.“ Weiter wird gefragt, ob der Angeklagte wisse, in welcher Eigenschaft Senator Bömers. ob als Aufsichtsratsmitglied oder als Finanzsenator Bremens. diesen Kredit gegeben habe Carl Lahusen erwiderte, daß Bömers ihm lediglich mit teilte. diese Abmachung mit der Danatbank getrossen zu haben. Carl Lahusen führte dann weiter aus, daß seiner Ansicht nach der bremische Staat durch die Danatbank für seine Forderung gesichert war. Nach Erörterung der November=Millionen kam der Verkauf von Lager= und Warenbeständen zur Sprache. Waren. die infolge des Koniunkturverlustes abgeschrieben werden sollten. wurden an verschiedene Firmen verkauft. C. Lahusen verteidigte sich damit, daß es sich um echte Verkäuf gehandelt habe. während die Anklage annimmt, daß diese Verkäufe nur aus bilanz. technischen Gründen stattgesunden haben. Darauf wurde die Sitzung auf Montag vertagt. Religionsunterricht in Berufsschulen Die Frage der Einfügung des Religionsunterrichtes in den Lehrplan der Berufsschulen ist neuerdings durch das Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl, Art. 21, dahin geregelt, daß dieser Unterricht nicht nur in den Volks=, Mittelund höheren Schulen, sondern auch in den Berufsschulen ordentliches Lehrfach sein soll. Das Konkordat ist jedoch bisher noch nicht im Reichsgesetzblatt veröffentlicht worden, hat also gegenüber den innerstaatlich Beteiligten noch nicht Gesetzeskraft erlangt. Im übrigen wird es wohl auch nach erfolgter Verkündung im Reichsgesetzblatt erst des Erlasses eines ausführenden Reichsgesetzes bedürfen, welches über den Einbau des Religionsunterrichtes in den Lehrplan der Berufsschulen nähere Bestimmung trifft. Ob es sich dabei um eine sondergesetzliche Regelung nur der Frage des Religionsunterrichts oder um ein umfassenderes Gesetz— etwa nach Art der früheren Reichsschulgesetzentwürfe— handeln wird. bleibt abzuwarten. Solange die Frage des für die Berufsschulunterhaltungspflichtigen verbindlichen Religionsunterrichts nicht von Staats wegen eine gesetzlicht Regelung gefunden hat, besteht für die Schulträger einrechtliche Verpflichtung, Anträgen auf Einführung der Religionsunterrichts zu entsprechen, nicht. Wiederholte Klagen über Nichteinhaltung der Tarislöhne im Baugewerbe haben den Regierungspräsidenten in Münster veranlaßt die nachgeordneten Dienststellen auf die Allgemein: verbindlichkeit des Tarifvertrages für das Bau gewerbe hinzuweisen. Hierbei ist den Ortspolizeibehör den die Anweisung erteilt worden, dem gerügten Miß stand im Benehmen mit den Gewerbeaussichtsämtern nach drücklichst entgegenzutreten und in geeigneten Fällen die Untersagung des Gewerbetriebes aus Grund des§ 39 Absatz 5 RVO. herbeizuführen. — Rundfunk=Programm Freitag, den 8. September 1933. 6,00 Morgenruf. 1. Niederländisches treten zum Beten)(Kremser). Tages. 6,05 Morgenkonzert. 1. Teil. 1. Türkischer Marsch (Mozart). 2. Ouvertüre zur Operette„Der Opernball“(Heuberger). 3. Traumideale. Walzer(Fucik). 4. Wandervogellieder, Potpouuri(bearbeitet von Snaga). 5 Amina, ägyptische Serenade(Lincke). 6. Kleinbahnfahrt. Eisenbahn=Galopp(Rathke). 7. Alexandermarsch, Armeemarsch II, 161(Leonhardt). 6.40 Wiederholung des Spatberichts. 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7.03 Wiederholung des Morgenruss. Anschließend: Morgenkonzert. 2. Teil. Die fröhlichen Fünf. 8.00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht. Zeitangabe u. Wasserstandsmeldungen 10.05 Ferienmusik(auf Schallplatten). 10.30 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Richard Heinemeyer:„Was ist los im Sport?“— Carl Ettling:„Deutsche Flugzeuge auf den Goldfeldern Neu=Guineas“— A. R. SchaffnitBergholz:„Flußlauf und Flußbett des Rheins: Bodensee und Hochrhein“. 11.00 Schulfunk für Schüler vom 15. Lebensjahre an. Als Deutschland kolonisierte. Hermann von Wißmann: Das Vorbild eines deutschen Kolonisators. Zu seinem 80. Geburtstag von Dr. Arthur Berger. 11.58 Wetterworhersage. 12,00 Unterhaltungskonzert. Städt. Orchester Münster. 1. Ouvertüre„Der Waffenschmied"(Lortzing). 2. Norwegische Tänze(Grieg). 3. Die Hydropathen, Walzer(Gungl). 4. a) Träumerei(Schumann). d) Jagdlied(Schumann). 5. Wiener Volksmusik (Komzat) 12.30 Mittagsbericht 1. 13,00 Mittagokonzert, Leitung: Ensoldt. 1. Ouvertüre zur Oper„Die lustigen Weiber von Windsor“ (Ricolai). 2. Aegyptisches Ballett(Luigini). 3. Die Fabeln von La Fontaine(Mouton). 4. Das Lied der Quelle(Amadei). 5. Webers Blütenkranz, Fantasie(Schreiner). 6. Traum=Walzer (Millöcker). 7. a) Vergißmeinnicht(Macbetb). 5) Dalila, Intermezzo(Masin). 8. Via Eupen. Marsa (Creutz). Gegen 14.00: Mittagsbericht 2. 15.00 Hans Schmitt: Die Neugestaltung des deutscher Erfindungsschutzes. 15.20 Stimme der Zeit. 15.30 Wirtschaftsbericht. 15.50 Jugendfunk. Hünefelds Heldenwerden und Heldentaten. 16.30 Peruanische Melancholie. Eine Hörfolge um alte Sagen und neue Schallplatten von Willi Pferdekamp. 17,10 Konzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn. 1. Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte".(Mozart). 2. Ungarische Rhapsodie Nr. 1(Liszt). 3. Suite aus dem Ballet: „Der Nußknacker“(Tschaitowsky). 17.45 Aus dem großen Krieg. Karl August Düppengießer: Deutsche Erde. Eine Erzählung. 18,00 Feierabendkonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn. 1. Genoveva=Ouvertüre(Schumann). 2. Die Romantiker, Walzer (Lanner). 3. Divertimento Nr. 1, Es=Dur(Mozart). 4. Reiter=Marsch(Schubert). 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19.00 Reichesendung: Stunde der Nation. Opernquerschnitt„Undine". Text von Fouque. Musik von E. T. A. Hoffmann. Orchester des Königsberger Opernhauses, der Funkchor. Leitung: Erich Seidler. Einführende Worte: Dr. Kestner. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20,05 Abendmusik. Das Kleine Orchester, Leitung. Ensoldt. 1. Ouvertüre zur Operette„Wiener Frauen"(Lehar). 2. In einer Sommernacht, Notturno(Spies). 3. Csardas aus„Coppelia“ (Delibes). 4. a) Serenade(Pierne). b) Nack, dem Ball(Gillet). 5. a) Rose=Marie, Romanze (Krome). b) Faun und Nymphe(Königsberger) 6. Stürmisches Wetter(Arlen). 7. Heimweh hab ich, langsamer Walzer(Ludwig). 8. Spanische: Marsch(Stauch). 21.00 Die bunte Stunde. Leitung: Kandner. 22,00 Spätbericht. 22,20 Reichsdramaturg Dr. Reiner Schloesser:„Von Baul Ernst bie Hanns Johlt". Die spielplanmäßige Aufgabe des Kulturtheaters. 22.55„Was gibt's nächste Woche in Weitdeutschland?“ 23.05 Nachtmusik auf Schallplatten Dankgebet(Wir 2. Spruch des Ein rhe nisches Mädel L. beim rheinischen Wein. das muß ja der Himmel auf Erden sein SCHAUBURGE „ Es gibt nur einen deaischen Rh-in. hler 1481 man Sorgen Sorgen sein— Ab heute Freitan der schönste und lustigste deutsche Tonfilm Ein herrlicher, Justiger Film, voll rheinischen Humors, voll deutscher Fröhlichkeit, hier in Herne In uraufführung für Westfalen. Sie alle laden wir ein zu dieser fröhlichen, lustigen Rheinfahrt. Der Fllm der neuen Talente: Gay Christie und Eduard Wesener. Text vom rheinischen Dichter Ellenberg. Musik vom Schlagerkomponisten WD. Ostermann. 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SONDER RSe von WEnen W M Herne, Bahnhofstr. 62. Fernspr. 50139. Robert Neumann Herne v. d. Heydtstr. 1. 9. bis 17. September 1933 Deutsche Woche Essen Werbewoche für deutsche Arboit und Erzeugnisse Freitog den B. September, 20 Uhr: Pesttiche Eröffnung der„Deutschen Woche:- im slödlischen Scelban Somslog den 9. September, 11 Ohr: Eröffnung der Jubiläumsausstellung des Landwirtschaftlichen Vereina für Rheinpreußen ab 13 Uhr: Verführung der ousgestellten Zechttiere 20 Uhr: Orenzlandabend des Rheinischen Vereine für ländliche Wohlfahrt und Heimatptlone in der Koupenhöhe Sonnteg den 10. September, 10 Uhr: Peidgottesdienst auf dem Adoll-Aitter-Platz mit Welhe von 150 Fahnen der N. 8. Mago 11—14 Uhr: Croßer Festzug der Deutschen Woche unter Beteiligung von Londwirtscheft, Handwerk, Handel und Gewerbe und der Arbeilerschoft 15—19.30 Uhr Oroßes Reitturnter Rhein. Imkertag— Rhein. Fischereitag Monteg den II. September, 13—18.30 Uhr Oroßes Reitturnter Mittwoch den 13. Sepfember:„Tag der Frau“ vormitlogs: Rheinisch-Wostfällscher LandFrauentag nochmittogs: Treffen der Stadt- und Landfrauen in der Gruge Freitog I Samsteg, Sonnton: Oroßes Reit-, Springund Fahrturnier Somstag den 16. September, 13—18 Uhr: Zleifahrt des Nationalsoziallstischen Krattfahrerkorpe Ziel vor der Ausstellung 9.-17. September: Jubiläumsausstellung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen aus Anlaß seines 100jährigen Bestehens Tagungen— Sonderausstellungen— Plotzkonzerte des stödt Orchesten und der Essener Manner-Gesangvereine in allen Stadtteilen— Schutzenfest im Stoctgarten- Zapfenstreich— Königschießen— Krönungsball— Kommerse— Feverwerk und Illominationen— Anstrahlung Offentlicher Geboude— Schautensterwerbung Kartenvorverkaut für die festliche Eröffnung der„Deutschen Woche“ durch den Verkehrsverein Essen E. V., Essen, Börse Willkommen zun Palast-Theater Neueröfinung Im neuen Glanze ab Sonnabend den 9. Sept. und lolgende Tage Nicht neu um jeden Preis, aber beste Bilder mit vorzüglichen Ton in zwei geschlossenen Aufführungen. Anfführung Aufführung Beginn: 16.45 Uhr 20.30 Uhr Hab Sonne Im Herzen! Es ladet ein: Hans Albers 10 Ein Meisterwerk der Uls mit euserlesenem Vorprogiamm. Kassenöllnung ½ Stunde vor Beginn jeder Aufführung. Wer sich will erbauen, dart sich dem Palast-Thester anvertrauen. Eintrlttspreis 40. 60 und 80 Pig. Das gute alte bleibt oft ewig nen! Besucht die Landwirtschaftliche Provinzial-Ausstellung E SSEN 9. bis 17. September Schirmherr: Reichspräsident v. Hindenburg Die in heutiger Zeit so bedeutungsvolle Schau zeigt: 2500 Tlere, Früchte, Blumen, Jagd, Fischerei, Maschinen Reitturnieream 2, 19., 1S., 16., 17.Sept. SONNTACSKARTEN eren Erstklassige lachmännische Arbeit. Preise bedeutend ermäßigt. Fußpflege 1.— bis 1.50 RM. Beseitigung von Hühnerzugen, Hornhaut durch allererste Fachkräfte. Kein Verkaut v. Einlagen. Salon Ringler, Herne. 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Ein reichhaltiges Belprogramm Kassenöttnung 4 Uhr: I. Vorstellung 4 30 Uhr 2. Vorstellung 8.00 Uhr