erner Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches, Herne, Hermann=Göring=Straße 8. neden der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gertbei Anzeiger Kostenlose Unsallunterstützung von Mk. 250.— bei töblichem Berufsunfall nach Maßgade besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erdältlich snd. Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfa., Arbeite und Wodnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 20 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. 7 Fernsprech=Anschluß: Gammel=Rummer 52541 7 Telogramm=Adrosse. Anzeiger Horne. Nr. 210(Erstes Blatt) Donnerstag, den T. September 1933 29. Jahrgang Im Tagesspiegel Die Gesundung des deutschen Hanten= Wirtschaftslebens fordert als untersuchung sesstzege. Kre sft. un Geldwesen. In dieser Hinsicht kommt der Bankenenquete, die am Mittwochnachmittag unter Vorsitz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht begonnen hat, eine ganz besondere Bedeutung zu, die zu beachten man in der Oeffentlichkeit allen Anlaß hat. Die Verfassung des deutschen Bankwesens ist schon seit Jahrzehnten lebhaft umstritten. Die Falschund Ueberorganisation des deutschen Bankwesens, die Gestaltung der Bankenpolitik im Geiste liberalistischer Wirtschaftsauffassungen führte im Jahre 1931 zu einem schweren Zusammenbruch, unter dem die deutsche Wirtschaft zum Teil noch heute zu leiden hat. Wenn es damals gelungen ist, das schwerste Unheil abzuwenden, so haben die leitenden Bankgrößen das geringste Verdienst daran; andere Kräfte waren es, die schon damals die Ichsucht aus diesem Wirtschaftszweig zu einem erheblichen Teil ausgeräumt und Wege angedeutet haben, die zur Bereinigung des deutschen Bankwesens hätten führen können. Wenn die Männer des neuen Deutschlands nun darangehen, nach Mitteln und Wegen zu suchen, die auf diesem Gebiet endgültig zur Lösung führen, so werden sie im Volk nicht nur Verständnis, sondern freudige Zustimmung finden. Man weiß, daß die im Geist der neuen Zeit arbeitenden Persönlichkeiten, die sich eine Gesundung des deutschen Bankwesens zum Ziel gesetzt haben, sich nicht mit Resolutionen und Entschlüssen begnügen werden. Sie geben die Gewähr dafür, daß ihre Arbeit erst ein Ende findet, wenn überlebte Auffassungen auch in der Bankenpolitik beseitigt sind und an ihre Stelle etwas getreten ist, was dem gesunden Empfinden des Volkes und der Aufgabe entspricht, die die Banken im neuen Staat inne haben. Die Arbeiten des Ausschusses werden in voller Oeffentlichkeit geführt, weil sie das Licht der Kritik nicht zu scheuen brauchen. Der Wille der Ausschußmitglieder und der Arbeitsplan bieten die Gewißheit, daß der Reichsregierung noch im Laufe dieses Jahres brauchbare Vorschläge für die Reform des deutschen Bankwesens unterbreitet werden. An Anregungen und Vorschlägen fehlt es nicht. Man darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese Bankenenquete gründliche und erfolgreiche Arbeit leistet mit dem Ziel, ein gesundes und richtig funktionierendes Bankensystem zu gestalten, das nicht dem Kapitalismus, sondern dem Volksganzen dient und an dem das Volk daher ein vitales Interesse hat. Kinderreiche Familie im Mittelpunkt ger Propagandaund Aufklärungsfeldzug von bisher nicht gekannten Maßen über bevölkerungspolitische und erbbiologische Fragen einsetzen. In den Monaten September, Oktober und November soll das deutsche Volk über die äußerst wichtigen Aufgaben gerade auf diesem Gebiete aufgeklärt und mit den einfachsten Grundsätzen des erbbiologischen Denkens vertraut gemacht werden. Das ist deshalb notwendig, weil das ganze staatliche und völkische Leben in Zukunft durch stärkste Einwirkungen des bevölkerungspolitischen und erbbiologischen Denkens beeinflußt werden soll. In einzelnen Zeitabschnitten wird das deutsche Volk über die Notwendigkeit der Bekämpfung des Geburtenrückganges, die Bekämpfung des erbkranken Nachwuchses und die Herstellung der Rassereinheit aufgeklärt werden. Verbunden mit dieser Aufklärungsaktion ist eine Hilfsaktion für die kinderreichen Familien vorgesehen, die in der kommenden Steuergesetzgebung stark bevorrechtigt werden sollen, während kinderarme und kinderlose Familien zugunsten der kinderreichen freudig Opfer auf sich nehmen sollen. Es ist nicht 1 viel gesagt, wenn man feststellt, daß die erbgesunde kinderreiche Familie in Zukunft der Mittelpunkt aller staatlichen und gesundheitlichen Fürsorge sein wird und daß in der Familie wie im öffentlichen Leben in Zukunft die Mutter wieder den ihr gebührenden Platz einnehmen wird. Bauernaufgabe Zu den Aufgaben, mit denen sich die Reichsregierung beschäftigt, gehört nicht zuletzt die Sorge um das deutsche Bauerntum. Wenn man in den letzten Wochen von dieser Arbeit nicht mehr so viel gehört hat wie vorher, so kann das nicht zu der Auffassung führen, als betrachte die Reichsregierung die Frage der Schaffung gesunder Lebens= und Existenzverhältnisse für den deutschen Bauern als eine Angelegenheit von untergeordneter Bedeutung. Es ist richtig, daß die Reichsregierung eine Gesundung der landwirtschaftlichen Verhältnisse nicht mit Systemen herbeiführen will, wie sie im Laufe der vergangenen Jahrhunderte üblich waren. Die Frage der Preisestaltung hat eine große, aber nicht die enteidende Bedeutung. Es wird der Reichsregierung sinngemäß viel stärker darauf ankommen, die Ursachen der Krankheit zu beseitigen, als an den Krankheitssymptomen herumzukurieren. Dem rationalistischen Denken, das dazu geführt hat, daß die Scholle zur Handelsware wurde, stellt der nationalsozialistische Staat den Kampf um ein neues deutsches Boden= und Bauernrecht entgegen, das die Verschuldung und den schuldlosen Verlust von Grund und Boden unmöglich macht und dadurch allein die Grundlage eines deutichen Staates von Blut und Boden bildet. Die manSäuberung des Bankwesens Eine Banken=Enquete„ Staatliche Einflußnahme? Bedeutsame Ausführungen Schachts, Kepplers und Feders Berlin, 6. Sept. 1933. Der für die Durchführung der Bankenquete gebildete Untersuchungsausschuß tagte heute erstmals unter Vorsitz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Dr. Schacht begrüßte die Mitglieder des Untersuchungsausschusses und ging in seiner Ansprache von der Tatsache aus, daß das deutsche Bankwesen durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen eine schwere Beeinträchtigung erfahren hat und daß dieses Bankwesen gegenüber den Problemen, vor die uns die wirtschaftliche und nationale Umwälzung gestellt hat, in seiner gegenwärtigen Gestaltung nicht zureicht. Es ist zu hoffen, daß die Bankuntersuchung an die wir jetzt herantreten, einen rascheren Verlauf nimmt, als die in den Jahren 1927 1930 vom Parlament veranlaßte und im wesentlichen von parteipolitischen Gesichtspunkten beherrschte Enquete. Die nationalsoziastische Regierung wird— dafür hürgt die Zusammensetzung des Ausschusses— aus den Untersuchungen die nötigen Folgerungen auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Verwaltung ziehen. Die Frage, wieweit das Bankwesen durch Freditschöpfung das fehlende Leihkapital ersetzen kann, wird ebenfalls Gegenstand der Untersuchungen sein müssen, weil diese Bestrebungen in besonders starkem Umfang die Währungspolitik beruhren. Denn die Reichsbank mit ihrer Notenpresse bildet heute die einzig wirkliche verfügbare Notenreserve für das Kreditsystem der deutschen Wirtschaft. Die sorgfältige Handhahung der Notenpresse aber ist entscheidend für alle Wirtschaftspolitik auf dem Gebiet der Löhne und der Preise, sowie der öffentlichen und privaten Haushalte. Diese Zusammenhänge haben vielfach die Beisetzung des Bischofs Dr. Schreiber Massenanteilnahme der Berliner Bevölkerung Zahlreiche hohe Trauergäste Berlin, 6. September 1933. Heute vormittag fanden in Berlin die Beisetzungsfeierlichkeiten für den Bischof Dr. Christian Schreiber statt. Als Vertreter des Reichspräsidenten von Hindenburg war Reichspost= und Reichsverkehrsminister von Eltz=Rübenach, als Vertreter der Reichsregierung Reichsjustizminister Gürtner, für Ministerpräsident Goering Kultusminister Rust, für die preußische Staatsregierung Staatssekretär Grauert und für Vizekanzler von Papen, der heute nicht in Berlin weilt, von Savigny, erschienen. Der päpstliche Nuntius war anwesend. Vom deutschen Episkopat gaben Erzbischof Groeber=Freihurg, die Bischöse BerningOsnabrück, Hil.frich=Limburg, Ehrenfried=Würzburg. Kaller=Ermland, Legge=Meißen und Prälat Dr. Hartz=Schneidemühl das letzte Geleit. Der Bischof von Danzig hatte zwei Domherren entsandt. Die zahlreiche Beteiligung von deutschen hohen Kirchenfürsten ist ein Zeichen für das große Ansehen, das sich der Verewigte erworben hatte. Das Innere der Hedwiaskirche ist in großen Trauerschmuck gekleidet. Die hohen Säulen, flankiert von Lorbeerbäumen, sind schwarz verhüllt, ebenso der marmorne Thron des Bischofs auf der Evangelienseite und marmorne Einfriedung des Chorraumes. Ueber dem Altar ist ein schwarzes Tuch mit einem großen weißen Kreuz ausgespannt, den Durchblick zum marmornen Sakramentshäuschen freilassend. Von der Decke hängen schwarze Tücher, jedes einen großen Lorbeerkranz traoend. Auf der Epistelseite steht, in schwarz gehalten, der Thron für den päpstlichen Nuntius. Noch einmal sind die Katholiken Berlins und aus dem Bistum, die bereits in den letzten drei Tagen in großen Scharen, es werden 100000 geschätzt, von morgens bis abends an dem Sarg ihres so früh abgerufenen Oberhirten vorbeigezogen waren, in einem Massenaufgebot erschienen, wie es Berlin bei einer katholischen Veranstaltung wohl noch nie bisher gesehen hat. Schon in den frühen Morgenstunden stand das Viertel zwischen der Behrensstraße und Unter den Linden ganz im Zeichen des großen Trauergeleits. Die Flut des Verkehrs, der sich sonst bereits auf die Straße Unter den Linden ergießt, ist umgeleitet. Die anliegenden öffentlichen Gebäude haben zum Teil die Reichs= und Landesflaggen auf halbstock gesetzt. Um 8,30 Uhr setzt sich der lange Tranerzug von der Domkirche zur Heiligen Hedwig durch die Behrensstraße langsam zur bischöflichen Kurie in Bewegung, an der Spitze ein Prozessionskreuz, getragsvon Meßdienern in schwarzen Chorröcken. Um 9 Uhr begannen die feierlichen Exequien in der Hauskavelle, die Dompropst Dr. Steinmann in Anwesenheit sämtlicher Bischöse, die mit Mitra und langem, schwarzem Mantel. genannt Pluviale, bekleidet waren, vornahm. Um den Sarg standen die nächsten Anverwandten. Zu Füßen des Sarges. der mit der weißen Mitra geschmückt war. lagen die Kränze des Reichspräsidenten und der übrigen Behörden, darunter der Kranz des vreußischen Ministerpräsidenten aus weißen Rosen mit Hakenkreuzund schwarz=weißer Schleife. Während der Dompropst die Einsegnung vornahm. sang auf der Straße der Domchor. Der Zug bewegte sich dann durch die Behrensstraße bis zur Wilhelmstraße, die Wilhelmstraße hinauf bis zur Straße Unter den Linden. auf der zu beiden Seiten der Mittelpromenade die Schulkinder und die Jugendvereine Aufstellung genommen hatten. Sie grüßten ihren verstorbenen Bischof mit erhobener Rechten. Als der Leichenwagen zur Kathedrale abbog. mischte sich in die Trauermusik die Totenklage der Kirchenglocken. In der Katbedrale waren u. a. der Landesbischof Dr. Müller, der Chef der Heeresleitung. General Hammerstein, für die Marine Vizeadmiral Frhr. von Freyberg. Oberbürgermeister Sahm und die früheren Minister Stegerwald und Dr. Schmidt anwesend. Die Fahnen und Wimvel, die im Trauerzuge gingen. nahmen im weiten Rund Aufstellung. Der Sarg wurde von 8 Kaplänen hereingetragen und vor dem Altar niedergestellt. Kardinal Bertram legte am Bischofsthron die Meßgewänder an und begann das feierliche Requiem. Nach dem Evangelium hielt Domorovst Dr. Steinmann die Trauerrede. Bischof Schreiber, sagte er. ist ein Volksbischof gewesen und deshalb ist überall die Trauer groß. Aber nicht nur Trauer wollen wir heute zeigen, sondern auch unsere Dankbarkeit beweisen. Ein ehrenvolles Andenken wird dem Toten beschieden sein. Sein Charakter war Offenheit und Geradheit. verbunden mit Milde. Zusammenfassend kann gesagt werden:„Bischof Christian hat keinen Feind. aber viele Freunde gehabt.“ Sein Glaube und seine Ergebenheit in den Willen Gottes auch während des langen Leidens sind vorbildlich gewesen. Die Rede des Dompropstes wurde durch Lautsprecher auf den Kaiser=Franz=Joseph=Platz übertragen, wo eine unübersehbare Menge Kovf an Kopf stand. Nach Ende der Rede wurde auf der Straße vor dem Haupteingang eine stille heilige Messe gelesen. In der Kirche schloß sich Libera am Sarge an. Sodann wurde der Sarg. nur gefolgt von der Geistlichkeit und den nächsten Angehörigen. durch ein Spalier von Polizei. Soldaten und Jugendlichen in die Unterkirche getragen. Hier ruht nun der erste Bischof von Berlin neben dem. dem sein erster Besuch in Berlin sogleich nach seiner Ankunft aus Meißen galt. dem Weibbischof Joseph Deitmer. nigfachen Probleme können von der Seite der Preispolitik her, die dem Landwirt vielleicht eine Galgenrist zu geben vermag, nicht allein gelöst werden. Bei allen Arbeiten der nächsten Zeit wird man davon ausgehen, daß der deutsche Bauer eine doppelte Aufgabe hat, nämlich blutmäßig und ernährungswirtschaftlich die Voraussetzungen für ein gesundes Volk und eine gesunde deutscho Zurunft zu schaffen. Verlängerte Einzelhandelssperre? zelthandel st. anntlich bis zum I. November ds. Is. befristet. Man rechnete aber bisher allgemein damit, daß die Sperre bis mindestens Ende 1934 verlängert werden würde. Eine Verewigung des Sperrgesetzes ist freilich von keiner verantwortlichen Stelle gefordert worden, denn auch in den Kreisen des Einzelhandels ist man sich über ihren Charakter als Notstandsmaßnahme durchaus klar. Man wollte aber die Zeit des Schutzgesetzes dazu benützen, um das Eindringen berufsfremder, häufig unkontrollierbarer und organisationsunfähiger Elemente in den Einzelhandel für die Zukunft dauernd zu unterbinden. Es ist nun wenig wahrscheinlich, daß ein alle Teile befriedigendes Gesetz über die Vorbildung des kaufmännischen Nachwuchses und den Ausschluß ungenügend oder gar nicht Vorgebildeter von jeder kaufmännischen Betätigung schon bis zum 1. November ds. Is. zustande kommen wird. Bisher ist der Einzelhandel daher einstimmig für eine vorläufige Verlängerung des zur Zeit geltenden Sperrgesetzes eingetreten. Jetzt wird plötzlich von einer dem Einzelhandel sehr nahestehenden Stelle her scharfer Widerspruch gegen die Verlängerung des Sperrgesetzes laut. Der Zentralverband Deutscher Haus= und Grundbesitzervereine stellt nämlich fest, daß die ihm zugegangenen Berichte aus allen Teilen des Reiches eine einzige große Klage über die außerordentlich schweren Schädigungen darstellten, die dem Hausbesitz durch die Sperre der Geschäftserrichtungen zugefügt werden. Diese seien so groß, daß eine Verlängerung des Gesetzes über den 1. November hinaus einfach untragbar sei. Es wird deshalb vorgeschlagen, daß die Sperre nur noch für Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte usw. aufrechterhalten werden soll. Die Hausbesitzer behaupten sogar, daß die Geschäftserrichtungssperre in ihrer heutigen Gestalt die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitsbeschaffung durch Instandsetzung der Häuser empfindlich behindere und schon aus diesem Grunde unverzüglich aufgehoben werden müsse. Es ist anzunehmen, daß der Reichsstand des deutschen Handels sich baldigst mit dieser Eingabe der Hausbesitzer befassen wird. Bisher ist es diesem immer gelungen, innere Interessengegensätze einzelner Handelsgruppen auf dem Wege der Verständigung zu beseitigen. Man darf annehmen, daß dies auch jetzt gelingen wird Forderung nach einer Verstaatlichung des gesamten Bankwesens entstehen lassen. Die Frage wiro zu prüfen sein, ov das An- und Aus leihen von Kapital und die Kreditvermittlung der privaten Händen grundsätzlich zu entziehen ist und alldiejenigen, die ihr Geld ausleihen wollen oder Kredite in Anspruch nehmen möchten, hierbei an der Staat gebunden sein sollen. Es wird jedoch daran festzuhalten sein, daß die Lei stung des einzelnen Menschen auch auf materiellem Gebiet die Grundlage des Staates bildet. Wenn die Untersuchung zu dem Ergebnis kommer sollte, daß das private Bankwesen nicht grundsätzlich aus zuschließen, andererseits aber auch eine Einflußnahme des Staates nicht zu entbehren ist, so werden die Grenzen zwischen beiden Faktoren eindeutig abzustecker sein. Bisher hat die Unzulänglichkeit des Bankwesen: gegenüber der heutigen Notzeit den Staat in einer für ihn höchst kostspieligen Weise in das private Bankweser verstrickt. Die Aufgabe einer nationalsozialistischen Po litik wird es sein müssen, auch das Bankwesen, über den in der Nachkriegszeit der Unstern der liberalistischen Wirtschaftsauffassung geschwebt hat, wieder an der innersten Lebensnotwendigkeiten des ein zelnen Volksgenossen, wie des ganzen Volkes zu orien tieren. Es wird eingehend zu prüfen sein, wie das ganze System, die Gewinnspanne auf dem Wege von Konzentration, Fusion und Expansion zu suchen und die zusammengeschrumpften eigenen oder aus der deutschen Wirtschaft anfallenden Gelder durch Hereinnahme ausländischen Leihkapitals zu ersetzen, auf ein vernünf tiges Maß zuruckgefuhrt werden kann. Dabei werden wir am wenigsten die personelle Seite des Problems außer acht lassen dürfen. Ich denke dabei vor allem an die verhängnisvollen Folgen der Schematisierung und formularmäßigen Spezifizierung der Bankarbeit, die die Beschaffung eines geeigneten Nachwuchses für die Leitung großer Bankunternehmungen immer schwieriger machte und infolgedessen zur Ueberalterung der leitenden Posten geführt hat. Neben den erwähnten Problemen läuft eine ganze Reihe weiterer wichtiger Fragen(Zinsgestaltung, Kreditverteilung) usw., sowie Einzelprobleme, die das Arbeitsprogramm berücksichtigen wird. Alle diese Fragen werden in völliger Freimütigkeit und im Lichte der Oeffentlichkeit unter deren Mitarbeit erörtert werden. Wir können und werden diese Enquete in absoluter Ruhe und ohn Störungen des Bankwesens vornehmen, weil die moralische und politische Konsolidierung in Deutschland unter nationalsozialistischer Führung eine Atmosphäre des Vertrauens und der Gemeinschaftsarbeit geschaffen hat, die den Erfolg unserer Arbeit und die Lösung unserer Aufgabe verbürgt. Der Beauftragte für Wirtschaftsfragen, Wilhelm Keppler, betonte: Die Frage des Bankwesens ist selbstverständlich keine politische, sondern eine wirtschaftliche. Es muß aber in den Beschlüssen des Ausschusses der Geist des neuen Staates wiedergegeben sein. Das Führerprinziv. das wir rückhaltlos in der Politik anwenden, muß auch auf dem Gebiet der Wirtschaft und des Bankwesens zur Geltung kommen. Wir müssen Institute schaffen, die für die einzelnen Persönlichkeiten voll übersehbar sind und wo daher der einzelne die Verantwortung übernehmen kann und muß, denn die Unklarheit. wer letzten Endes der Verantwortliche ist, hat es mit sich gebracht, daß manches unterlaufen ist, was nicht hätte unterlaufen dürfen, daß die Begriffe von Moral und Sauberkeit versagten. Der Führer hat stets betont daß für den Staat die Wohlfahrt des Volksganzen oberstes Gebot sei, daß die Wirtschaft Diener des Staates sein muß und das Kapital wiederum der Wirtschaft zu dienen hat. Diese Verhältnisse sind im letzten Jahrzehnt auf den Kopf gestellt worden. Käufe von Aktienpaketen, Kämpfe um Generalversammlungsmehrheiten waren an der Tagesordnung, obgleich derartiges nicht zum Aufgabenkreis der Banken gehören kann. Man war häufig bemüht, den Banken eine Majorität in Vorständen und Aussichtsräten zu schaffen. Es ist dies ein unbedingter Beweis für den Mißstand, daß oft den Aufsichtsräten die Sorge des von ihnen zu betreuenden Unternehmens weniger am Herzen lag. als die eigenen Interessen. Die Regierung wird weiterhin gegen jede zuweitgehende Organisierung und die durch unnötigen Bürokratismus bedingte Schwerfälligkeit ankämpfen. Man hatte bei der Konzentration des Bankwesens nicht bedacht daß die Ausschaltung vieler unternehmender Einzelköpfe und deren Rückwirkung auf die einzelnen Betriebe einen großen Verlust für die Wirtschaft bedeutete. Der Nationalsozialismus sieht das Schwergewicht der ganzen Wirtschaft in den produzierenden Betrieben. Ihnen müssen Handel und Banken unterstützend zur Verfügung stehen. Die amtliche Statistik zeigt, daß das Warenverteilungssystem des Handels heute etwa 25 v. H. des Umsatzes mehr verschlingt, als in Friedenszeiten. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Kreditverteilungssystemen der Banken. Wir müssen daher mit größter Beschleunigung daran arbeiten, daß das Bankwesen seine große volkswirtschaftliche Aufgabe, einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Volksvermögens zu verwalten, mit einem arbeitssähigen Verteilungsapparat wieder voll erfüllen kann. Hierzu gehört auch eine Dezentralisation des Verfügungsrechts. Die Sparkassen, bei denen häusig der Wunsch vorlag. ihr Geschäft zum richtigen Bankinstitut auszubauen, müssen die Aufgabe bekommen, sich jeden unnötigen Risikos zu enthalten. Wir sehen die beste Anlage für den Spar: groschen weiterhin darin, daß der Arbeiter wieder ein eigenes Heim bekommt. Weiterer Beachtung bedürfen wohl die Staatsbanken. Sie sollen dem Staat zur Verfügung stehen und so stark sein, daß sie in Zeiten der Not der Wirtschaft helfen können. Aus Anlaß des ständischen Aufbaues hört man häufig, daß besondere Bauken ab * * für die einzelnen Ständs geschaffen werden sollen. Ich sehe hierin aber keine gewünschte Neuchaffung. Weiterhin wird uns das Prodlem der Zinssenkung beschäftigen müssen. Nach Keppler naym das Wort zu einigen grundsatzlichen Ausführungen Staatssekretär Feder. die er. wie er betonte, nicht in seiner Eigenschaft als Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums, sondern als Vertreter der Theorie des Nationalsozialismus machte. Ausgangspunkt der Gedankenwelt des Nationalsozialismus sei im Jahre 1919 das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft gewesen. Er habe dann in einem weiteren grundsätzlichen Werk die Grenzen aufzuweisen versucht zwischen Staat und Wirtschaft. Damals habe auf der anderen Seite der Marxismus gestanden mit seiner Forderung zur Verstaatltchung der ganzen Wirtschaft, auf der anderen Seite hade der Liberalismus jeden Einfluß des Staates abgelehnt. Der Nationalsozialismus habe versucht, eine Kläruna in der Richtung zu finden, auf welchen Gebieten der Staat formgebend sein solle und auf welchen er sich nicht einmischen dürfe. Die Wirtschaft lasse sich trennen in drei große Gebiete: Produktion, Zirkulation und Konsumtion. In der Produktion sei die schopferische Personlichkeit ausschlaggebend. Daher musse eine Verbeamtung in der produktiven Wirtschaft abgelehnt werden. Der Nationalsozialiemus lehne auf dem Gebiete der Produktionswirtschaft irgendwelche Sozialisierung ab. In der Zirkulation lägen die Verhältnisse anders Die Geldwirtschaft sei ein Verkehrsmittel. Hier habe das private Interesse zurückzutreten. Die Großbanken hatten gänzlich versagt, das Händlerische sei in den Vordergrund gerückt, Profitinteresse ausschlaggebend geworden. Während die Produktion nicht verstaatlicht werden dürfe, sei in der Zirkulation also auch im Geldwesen das schöpferische Privatinteresse nict mehr ausschlaggebend. Hier müßten höhere Gesichtspunkte obwalten. Bei dem Bestreben nach Verstaatlichung werde zu unterscheiden sein nach den verschiedenen Bereichen und Bezirken des gesamten Geldund Kreditwesens. Man müsse unterscheiden zwischen der Geldschöpfung als solcher und dem Geldverkehr, Geldschöpfung sei allerdings Sache des Staates. Den Realkredit zu verstaatlichen liege im Bereich der Möglichkeit, hinter dem Personalkredit jedoch musse man ein Fragezeichen machen. Der Nationalsozialismus habe von vornherein gewünscht, daß zur Versorgung der Bevölkerung mit Kreditmitteln ein starker Privatbankierstand wieder aufgerichtet werde. Der Redner führt dann noch einige Zielsätze für den Untersuchungsausschuß an und nannte an erster Stelle eine Vereinheitlichung des Giralwesens. Er erwähnte weiter, daß die eigenen Mittel der Banken im Verhältnis zu den Kreditmitteln immer weiter zurückgegangen seien von 8.6 v. H. im Jahre 1927, auf 8.7 v. H., im Jahre 1933. Zum Schluß bemerkte der Redner, daß der Nationalsozialismus niemals darau gedacht habe, neues Geld zu schaffen. Der Ausdruck„Feder=Geld“ sei eine vom politischen Gegner ersundene Bezeichnung gewesen. Geldschaffung sei allein Sache des Staates. Es komme darauf an, daß sie reproduktiv und begrenzt sei. Dann könne von einer Inflation keine Rede sein. In der Nachmittagssitzung des Untersuchungsausschusses wurde der Arbeitsplan durchgesprochen. Nach regem Gedankenaustausch wurden die vorbereiteten Referate festgelegt, die sich in drei Gruppen gliedern. Die erste Gruppe soll den derzeitigen Krisenzustand des deutschen Bankwesens und seine Ursachen klarstellen. Die zweite Gruppe befaßt sich mit den bisherigen Sanierungsversuchen. Kanzlerund Wehrmachtengverbunden Ansprache des Generalobersten von Blomberg Ulm, 6. September 1933 Im Anschluß an die Uebungen gedachte Reichswehrminister von Blomberg des scheidenden Truppen kommandeurs UI. Generals Freiherr Seutter von Lötzen, und überbrachte ihm die persönlichen Grüße und Glück wünsche des Reichspräsidenten. Er wandie sich dann an den Reichskanzler und führte aus: „Wir haben die Ehre und Freude, in unserem Kreise den Herrn Reichskanzler zu haben. Ich glaube. Ihrer aller Wollen zu entsprechen, wenn ich aus diesem Anlaß über das Verhaltnis der Wehrmacht zum Herrn Reichskanzler spreche. Sie haben alle erlebt, wie die Zustimmung. Begeisterung und Liebe des Volkes zu diesem Manne kundgetan wurde. Wir haben auch erlebt, daß unlere Soldaten in derselben svontan begeisterten Weise den Herrn Kanzler in unsrer Mitte begrüßt haben. Das dürfte kein Wunder sein. denn wir sehen in diesem Manne den Soldaten, der während des Weltkrieges vier Jahre Frontkämpfer war. der dann 14 Jahre lang in polittschen Kämpfen zum Wohle Deutschlands der Führer war und jetzt Führer des deutschen Volkes geworden ist. Wir verdanken ihm viel, denn er hat im neuen Reich der Wehrmacht den Platz angewiesen, der ihr gebührt. Er gab uns die alten ruhmreichen Fahnen und Kokarden wieder, brachte uns, als er die Regierung übernahm, vollftes Bertrauen entgegen. Wit nehmen es auf und geden es zurück. Wir sehen die Sorge, die Arbeit, die Verantwortung und die Entschlußfreudigkeit dieses Führers und fragen uns Was geben wir? Nun, wir geden unser vollstes Verrrauen, ruckhaltlose Zuverlässigkeit, unerschütterliche Hingave an unseren Beruf und den Entschluß, in diesem neuen, neugeformten und neudurchgluteten Reich zu leben, zu arbeiten und, wenn nötig, zu sterden. Diesem Gelübde wollen wir Ausdruck geben in dem alten Schlachtruf, der über Hunderte von Schlachtfeldern brauste: Adolf Hitler, des Deutschen Reiches Kanzler, des deutschen Volkeo Führer, Hurra!“ Der Ranzler dankte dem Reichswehrminister mit sehr herzlichen Worten, die seine innere Verbundenheit mit der Wehrmacht erkennen ließen. Dem Reichskanzler und dem Reichswehrminister wurde daraufhin der Ehrenbürgerbrief von Munsingen überreicht. Anschließend begab sich der Kanzler wieder nach Ulm zurück und verließ am frühen Nachmittag im Kraftwagen aufrechtstehend und nach allen Seiten grüßend das Hotel„Russischer Hof", vor dem sich eine unübersehbare begeisterte Menschenmenge eingefunden hatte, die sich in endlosen Heilrufen erging. Auch Ministerpräsident Goering hat Ulm im Kraftwagen verlassen. droht mit Rücktritt Englische Krisenmeldungen über Oesterreich London, 6. Sept. 1933. Ein Neutertelegramm aus Wien besagt, daß zwar die amtlichen Kreise Oesterreichs Rücktrittsabsichten des Bundeskanzlers Dr. Dollsutz dementiert hätten, offensichtlich habe aber Dollsuß in der Hitze einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitominister Fey wegen der Frage der Beteiligung deutscher Katholiken an dem internationalen Katholikenkongreß, der am Donnerotag in Wien eröffnet wird, mit seinem Rücktritt gedroht. Man müsse auch zugeben, daß Vollfuß wegen der verschiedenen Ansichten von Fey, Baugoin, Winkler und Rintelen ernsten Schwierigkeiten im Kabinett gegenüberstehe. „Napoleon Dollsuß Bundeskauzler von Oesterreich“, so schreibt der„Surin Expres“ in großer Aufmachung,„nähert sich schnell seinem Belle Alliauce und die Blucher müssen sich nun bald entschließen, wenn sie nicht zu spät kommen wollen.“ Dollsuß, so sagt man, lei zum Rücktritt bereit, da er der fortgesetzten Reibungen in seinem Kabinett überdrussig und durch den Kampf gegen die anwachsende national: sozialistische Bewegung völlig nervös geworden sei. Dollfuß habe feststellen müssen, daß ausländische Hilfe und ausländisches Geld nicht gewährt werden, wenn die Negierung eines Landes nicht mehr die volle Unterstützung ihres Volkes habe England wolle wohl die Unebhängigkeit Oesterreichs aufrecht erhalten, aber hierbei fühle sich die englische Regierung keineswens sehr wohl, weil sie auch ihre Handelsinteressen bedroht säbe. Lang und ernst habe das Kabinett am Dienstag über die österreichische Lage beraten. „Daily Expreß" steht im übrigen im Gegensatz zu den amtlichen englischen Stellen auf dem Standpunkt, dah mit der Genehmigung einer Miliz für Oesterreich der Friedeusvertrag durchbrochen sei, wie dies auch von dem keineswegs deutschfreundlichen„Manchester Guardian“ zu geben wurde. Helft den Kinderreichen! Appell an alle Vereine und Verbände 7 Es geht um Leben und Sterben unseres Volkes Die dritte Gruppe endlich soll die bisherige Politik der Reichsbank gegenüber dem Bankwesen klarstellen. Ferner ist vorgesehen, die Arbeiten des Ausschusses durch Sammlung des Materials über die Gesetzgebung des Auslandes auf dem Gebiete der Kreditbanken durch eine Literaturübersicht zu den gegenwärtigen Problemen des Bankwesens und durch statistisches Material zu unterstützen. Pfarrer Hossenfelder wird Bischof von Brandenburg Berlin, 6. September 1933. Der Kirchensenat der altvreußischen Union, der Mittdoch unter dem Vorsitz von Präses Dr. Werner=Berlin zusammentrat, hat entsprechend dem von der Generalynode vorgebrachten Wunsch Pfarrer Joachim Hossenfelder zum Bischof von Brandenburg berufen. Er ist damit gleichzeitig geistlicher Vizepräsident des evangelischen Oberkirchenrates und der ständige Vertreter des Landesbischofs von Preußen. Aufruf der Reichsregierung zur bevölkerungspolitischen Aufklärungsaktion Die seit längerer Zeit vorbereitete bevölkerungspolitische Aufklärungs= und Hills. aktion wird von dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Provaganda mit folgendem Aufruf an alle Orgauisationen. Verbäude und Vereine im Deutschen Reich eingeleitet: Einer der grundlegend wichtigsten Programmpunkte der nationalsozialistischen Bewegung war von jeher Durchdringung des politischen und wirtschaftlichen Lebens mit erobiologischen Gedanken. Nach der Machtergreifung ist es mithin selbstverständliche Pflicht der nationalen Regierung, dieser programmatischen Forderung der Kampfjahre zum Durchbruch und Sieg zu verhelfen. Das ganze staatliche und völkische Leben wird in Zukunft durch stärkste Einwirkung bevölkerungspolitischer und erbbiologischer Gedanken beeinflußt und gestaltet werden. Erbbiologisches Denken weist über den Kreie des Einzelindividunms und seiner Enge hinaus in die Weiten von Generationen, von Jahrbunderten und Jahrtausenden. Es ist klein und erbärmlich, die eigene, winzig kleine und bedeutungslose Person, das eigene Wohlergehen in Gegensatz zu stellen gegen das Leben und die Entwicklung der Nation. Denn bei aller Zuversicht zu dem gesunden Kern im deutschen Menschen und in der deutschen Seele wollen wir uns der bitteren Erkenntnis nicht verschließen, daß es um Sein oder Richtsein, um Leben ooer Sterben des deutschen Volkes Darum muß das zum selbstverständlichen Allgemeingut des ganzen Volkes werden, was jetzt schon die Wissenden und Denkenden längst kennen und fühlen. Die einsachsten Grundlagen erbhiologischen Denkeus müssen ebenso dem Bewußtsein jedes einzelnen eingehämmert werden, wie die statistischen und volkswirtschaftlichen Tatsachen das ganze Volk erfassen und erschüttern müssen. Dazu ist eine großangelegte Aufklärungsaktion notig, die nicht nur in der täglichen geistigen Nahrung der Tagesvresse, des Rundunkvrogramms und der Zeitschriftenlektüre gelegentlich mit dahinplatschert, sondern die wie eine Sturm: welle das Land durchzieht, aufruttelt und wach macht. Zwei Forderungen richten wir an alle die vielen Organisationen, Verbande und Vereine, zu denen sich der deutsche Mensch freiwillig organisiert, einordnet und zusammenfindet. Hier zahlt er freiwillig in Form seiner Beiträge nicht unerhebliche Summen an indirekten Notizen Eine Abteilung amerikanischer Gendarmen wurde auf der Jolo=Insel(Philippinen) von Moro=Eingeborener überfallen; bei dem Kampf gad es 17 Tote. Die Landesorganisation der[cwedischen Gewerkschaften hat den Vonkott deutscher Waren erklärt. Bei 18 Prozent der badischen Ortskrankenkassen wurden die Beiträge die zu 1.2 Prezent gesen!t. * Oberpräsident Kube hat dem preußischen Innenminister mitgeteil,t daß die Provinz Grenzmark Posen=Westpreußen als zweite preußische Provinz frei von Arbeitslosen set. * Bundesführer Starhembera. der am Dienstag von Mussolini empfangen wurde, besuchte am Mittwoch den Papst in Privataudienz. * Nach dem schweren Wirbelsturm, der uber Texas hinwegging, wurden bisher 56 Todesopfer geborgen. Steuern. Bevölkerungspolitisches Denken verlangt Senkung aller Lasten für die Väter und Mütter von Kindern. Die deutschen Vereine jeder Art und Prägung sollen vorangehen mit einer Enklastung ihrer kinderreichen Mitglieder durch prozentuale Senkung der Beiträge! Außer dieser Mahnahme in ihrem Eigenleben werden aber auch alle Verbande und Vereine aufgefordert, praktische Mitarbeit zu leisten bei der großen Aufklarungsund Provagandaaktion, die das erbbiologische Deuken in die Gebirne und Herzen aller Deutschen hineintragen soll Jeder Vorstand muß es als Ehrenpflicht anseben, mit dem Aufklärungsmaterial. das effiziell berausgegeben wird, jeder Mitalied der ihm unterstellten Organisation zu erfalsen. Der gemeinsame Bezug in Sammelbestellungen muß folgerichtie und zielbewußt organisiert werden. Anmeldungen des Bedarse sind ortlich an die zustandige Ortegruspe der NSDAP. zu richten, die die Bestellungen an die NS.= Volkswohlfahrt als Treubänderin weitergibt. Bei richtiger Organisationsarbeit können die entstehenden Koiten s verteilt werden, daß auf den einzelnen ein geringer Psennigbetrag entfallt. Der Erfolg für die Gesamtheit und für die Zukunftsentwicklung wird aber von größter Bedeutung sein, wenn es gelingt, jeden Deutschen bis ine letzte Dors hinein mit dieser Aufklärung zu erfassen und innerlich zu durchdringen. Gleichzeitig wird diese Provaganda=Aktion zu einer praktischen Hilfe für Kinderreiche. denen der Ueberschuß der Einnahmen über die Herstellungskosten der Aufklärungsarbeit zugute kommt. Provaganda, die sich aber nur an den Verstand wendet. kann nie eine durchgreisende Wandlung der geiltigen und sittlichen Struktur des deutschen Menschen erzielen, wenn sie nicht gleichzeitig die Herzen erobert. Das berrliche. hobe Wort:„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ist fast schon abgegriffen im Munde allzu vieler. Hier gilt es mehr denn je und muß das Sinnen und Trachten jeder Menschen völlig erfüllen. Der trotzige Kampfruf:„Sieg oder Tod“ gilt vom Standpunkte der Erbbiologie gesehen für diesen Kampf mehr als in einem Krieg mit den üblichen Waffen. Die Männer und Frauen, die Verantwortung tragen für das Wohl und Webe der ihnen unterstellten Organisationen, seien sie auch im Nahmen des Ganzen noch so klein und bedeutungslos, sie alle tragen mit der Aufgabe, die ihnen heute zuerteilt wird, eine gewaltige Verantwortung, der sie nicht entrinnen können. Nur wenn sie ihre Pflicht freudig mit ganzer Hingabe erfüllen. werden sie das Ziel erreichen, das wir alle zusammen mit hochster Anspannung unserer Kräfte erreichen mussen wenn Deutschland leben soll. 500 rhein.=westf. Fleischermeister un Kempen, 6. September 1933. Der Bezirksverband Rheinland und Westfalen im Deutschen Fleischergewerbe=Verband versammelte hier unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden. Obermeister Plankermann(Wanne=Eickel), rd. 500 Fleischermeister aus ganz Rheinland und Westialen. In der Begrüßungsansprache verwies der Vorsitzende auf die unumgänglich notwendige Tatsache des berufsständischen Zusammenschlusses, gegebenenfalls im Wege des Zwanges. Bereinigung der Innungen, zunstgerechte Befähigung zur Ausübung des Handwerks. Entsernung wesensfremder Elemente aus dem Gewerbe und Hebung des ganzen Berufsstandes. Vorträge hielten Obermeister Vsertant über den ständischen Aufbau, Ludwig Hausmann(Essen) über den Stand der Häutewirtschaft, und der Geschäftsführer teilte mit, der Reichsverband der deutschen Fleischer habe angeordnet, daß schon jetzt die Pflichtorganisationen gegründet werden sollen. Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten. 34. Fortsetzung. Suhuhuh— suhuhuh— suhuhuh— sihihih— sihihih— sihihih——.— Immer lauter wurde das Singen, scharf und grell tönte es jetzt in die Ohren, daß der ganze Kopf schmerzhaft mitsang. Ueberhaupt dieses entsetzliche Kopfweh! Eugen hob den schmerzenden Kopf ein wenig und öffnete die Augen. Schwarze Finsternis, undurchdringliche Finsternis, so weit er die Augen aufreißt! Ach und so schwer war der Kopf, so schwer, so schwer... Was war denn eigentlich los? Warum ist es eigentlich so finster? Eben schien doch noch die Sonne!... Wo war er denn eigentlich? Tastend griff er um sich. Feuchte Erde? Verstandnislos schüttelte er den Kopf. Jetzt schmerzte er noch mehr und es summte in ihm wie die Telegraphendrähte im Sturme. Mochte es sein, wie es wollte, erst wollte er schlafen, denn er war furchtbar müde. So elend und müde! Wie er es dachte, war er schon eingeschlafen. Und schlief und schlief.—— Die Fliege war schon zu frech! Kaum hatte er sie von seiner Hand weggejagt, war sie schon wieder da. Aergerlich schlug er mit der Hand darnach. So, du Biest, jetzt habe ich dich endlich! Mit einem Wehlaut zog er die Hand zurück, weil er einen stechenden Schmerz im kleinen Finger spürte. Und wurde wach. Hörte noch, wie etwas ins Dunkel huschte. Langsam sich dehnend und reckend richtete Eugen sich auf. War das ein gesunder Schlaf gewesen! Pudelwohl war ihm jetzt, das Brummen im Kopf war ganz verschwunden. Nur kolossalen Hunger hatte er, einen geradezu unbändigen Hunger und Durst. Daß es immer noch nicht Tag war! Er mußte doch schon lange geschlafen haben. Mit wohligem Gähnen legte er sich wieder um. Wieviel Uhr mochte es eigentlich sein? Er wollte nach der Uhr greifen, die er im Unterstand immer neben sich liegen hatte. Seine Hande griffen feuchte Erde. Erschrocken fuhr er wieder in die Höhe. Wo bin ich denn eigentlich? Ich war doch gerade noch in meinem Unterstand. In staunendem Sinnen rieb er sich die Augen, dabei schmerzte die Nase. Er faßte darnach und fühlte klebrige Flüssigkeit. Blut? War das eine Dunkelheit! Was sind denn das für grüne Lichter da drüben? Gedankenlos griff er neben sich, erwischte ein paar Erdbrocken und warf sie nach den grünen Lichtern. Ein Huschen und Rascheln, schon waren die Lichter auf der anderen Seite. Aha. eine Ratte! Na, daran war man ja gewöhnt hier am Vauquois, aber es war nicht nötig, daß einem so ein Biest im Schlaf übers Gesicht lief. Jean, der Bursche, soll eine Falle stellen. Der Kerl hatte ja sowieso nichts zu tun. „Jean!" Nichts rührte sich. „Jean!" Wieder nichts.„Donnerwetter, wo blieb denn der Kerl!“ „Jean, wo stecken Sie denn?“ Ein hohles Echo, ein wenig Erde rieselte von der Wand herunter, ein Steinchen schlug auf den Boden, dann wieder Totenstille. Was war denn los? Er stand auf und tappte sich vorwärts. Geradeaus mußte die Tür zu Jeans Verschlag sein. Schon stieß er gegen eine Wand. Erde, feuchte kalte Erde. Also mehr rechts! Wieder nichts als Erde! Herrgott, was war denn das?! Soweit er tastete, Erde! Angst und Schrecken fielen ihn plötzlich an. War er denn verschüttet? Es konnte gar nicht anders sein! Wahrscheinlich ein Volltreffer auf den Unterstand. Im Schlaf. Er suchte nach seiner Taschenlampe, sie war irgends zu finden, soviel er auch mit Streichhölzern den Boden absuchte. Schließlich gab er es auf und leuchtete im spärlichen Lichtschein die Wände ab. Eine Erdhöhle von der Größe eines Zimmers. Kein Zweifel, er war verschüttet. Eugen schnupperte die Luft mit der Nase ein, Gott sei Dank, die war nicht schlecht, das beruhigte ihn, denn es mußte dann irgendwo ein Loch sein, daß er herauskommen konnte. Und wenn nicht, wars auch nicht schlimm. Man würde ihn schon wieder herausbuddeln. Griffon würde schon dafür sorgen. Aber Zeit wars allmählich, denn der Magen knurrte empfindlich und Gaumen und Zunge waren trocken und klebrig. Wie viel Uhr war es eigentlich? Er griff in die Westentasche, die Uhr stak dort, aber sie stand. Auf neun Uhr zehn. Neun Uhr zehn? Neun Uhr zehn?? Wie war denn das? Gewaltsam nachdenkend hielt er sich die Stirne. Neun Uhr zehn, da war doch etwas los gewesen! Neun Uhr zehn??!! Wie wenn eine dunkle Wand hinweggezogen wird und helles Licht alles plößzlich überflutet, so plötzlich kam bei Eugen das Erinnern. Schlagartig wurde er #ch seiner Situation bewußt. Ja, er war verschüttet, aber im Vauquois verschüttet! Nicht durch einen Volltreffer in seinem Unterstand, sondern durch die deutsche Sprengung. Sein Opfer war nicht angenommen worden, er lebte noch! Zuerst machte ihn diese Erkenntnis willens= und teilnahmslos, lähmte ihm Arme und Beine, daß er sich setzen mußte, dann drang lahmendes Entsetzen auf ihn ein. Die Verzweiflung gewann Herr über ihn, schüttelte seinen Körper, rüttelte das Hirn durcheinander, daß alles Denken haltlos wurde. Daß nur ein gebrochenes um Gnade winselndes Menschlein übrig blieb! „Herrgott, was willst Du denn noch von mir. Warum läßt Du denn mich nicht zur Ruhe kommen? Vier Jahre hetzt Du mich von einer Schuld in die andere, jetzt läßt Du mich nicht einmal sterben!“ Er schrie es heraus, daß es schaurig gellte, dann sank er in sich zusammen, stierte dumpf gedankenlos in die Dunkelheit, lange, lange, bis der Durst unerträglich plagte. Dieser gräßliche Durst überwand die Verzweiflung. Alles Jammern half nichts, er mußte daran gehen, sich einen Ausgang zu graben. So rasch wie möglich, denn dieses Brennen in Mund und Schlund. im ganzen Körper, hielt kein Mensch lange aus, ohne wahnsinnig zu werden. Der Selbsterhaltungstrieb erwachte, zwang an Rettungsversuche zu denken, an Möglichkeiten, aus dem Grabe herauszukommen. Systematisch leuchtete er die Wände ab. Er beklopfte sie, trat mit den Füßen dagegen. Ueberall kompakte Erdmassen, nirgends ein hohler Ton. Er führte überall brennende Streichhölzer direkt an die Wände, ob irgend ein Durchzug wäre. Nichts. Er stampfte auf den Boden. Hart, unnachgiebig. Zuletzt leuchtete er die Decke ad. Ueberall das gleiche. Nur in einer Ecke war es ihm, als flackere das Streichholz unruhig. Sofort schopfte er neue Hoffnung. Hier mußte eine Oeffnung sein. Die Luft war doch noch gut, die Streichhölzer brannten hell und lustig. Wiederholt suchte er an die Decke heranzukommen. Immer wieder rutschte er an der Wand ab. Aber er gab nicht nach, bis er völlig erschöpft war. Es ging und ging nicht. Er kam nicht bis zu der Stelle, wo er ein Loch, eine Undichtigkeit in der Decke vermutete. Ermattet setzte er sich nieder. Wie lange war er eigentlich schon in dem Loch? Die Uhr zeigte immer noch neun Uhr zehn. Im Moment der Sprengung war sie stehen geblieben. Eugen zog sie auf, sie lief sofort wieder. Ihr seines Ticken beruhigte ihn etwas, gab ihm neuen Mut. Sie kam ihm wie ein lebendes Wesen vor. Was sollte er tun, um herauszukommen? Rufen? Natürlich rufen! Durch die Decke mußte irgendwo Luft hereinkommen und wo Luft war, waren auch Menschen. Vielleicht sogar Deutsche! Nein, sogar sicher. Das Ende des Stollens, wo er den Tod erwartet hatte, befand sich ja direkt unter der deutschen Stellung. Ganz plötzlich bekam er wieder Mut, wurde froh, vergaß den fürchterlichen Durst. Ihm war jetzt ganz klar, warum er gerettet wurde. Der Stollen war von vorn, von der französischen Seite, zugeschüttet. Dagegen war an seinem Ende, wo er sich befand, durch den Druck der Sprengung eine Verbindung mit dem deutschen Stollen hergestellt. Daß er nicht gleich garan gedacht hatte!—-Er hielt den Atem an, horchte.... War ganz Ohr, war bereit, jedes noch so feine Geräusch in sich einzufangen wie ein sicherndes Tier. Nichts, aber auch gar nichts rührte sich! Todesstille umfing ihn. Schon wollte er wieder mutlos werden, da belebte ihn ein neuer Gedanke. Vielleicht ist es Nacht, es schläft alles. Also schreien. Lärm machen, rufen! Und er rief:„Hallo!“ Dumpf echote es zurück. Er horchte, keine Antwort. Und ein zweites Mal, mit Aufwand all seiner geschwächten Kräfte:„Hallo!“ Wieder dasselbe Spiel. Er wurde aufgeregt, ängstlicher, er sing an um Hilfe zu schreien:„Hilse! Hilfe!“ Immer wieder schrie er das Wort, bis Zunge und Gaumen vor Trockenheit versagten. Erschöpft, schweißgebadet gab er es auf, legte sich dann zum Ausruhen nieder. (Fortsetzung folgt.) * Nr. 210(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Donnerstag, den 7. September 1933 Appell des Herner Arbeitsamtes an unsere Hausfrauen! Keine hausgehilfinnen vom Lande nehmen.— Umschulung erwerbsloser Mädchen aus der Stadt in landwirtschastlliche Veruse.— Gegen Schwarvorbeit und Loppetverdievertun der Frauen.— Rückgang der weiblichen Arbeitsuchenden in den letzten Monaten um 56 Prozent. Eine Besprechung mit den FrauenOrganisationen. möglich, für mehrere Arheitslose die Unterstützung zu sparen, wenn einem Familienmitgled Arbeit und Brot wiedergegeben wird. Allerdings müsse individuell vorgegangen werden. Auf Einladung des Arbeitsamtes Herne sand vor einigen Tagen eine Besprechung mit den RS=Frauenschaften und Vaterländischen Frauenvereinen über Fragen des weiblichen Arbeitsmarktes statt. Die Aussprache erstreckt sich auf folgende drei Punkte: 1. Maßnahmen gegen die Land-Stadtwanderung weiblicher Arbeitskräfte, 2. Umstellung weiblicher Kräfte aus anderen Berusen für landwirtschaftliche Tätigkeit. 3. Kampf gegen Doppelverdienertum und besondere aber auch die Hausfrauen, durch intensive Schwarzarbeit der Frauen. Aufklärungsarbeit für die vorgetragenen GedankenEinleitend wies der Direktor des Arbeitsamtes, Re= gänge zu gewinnen. Der Anregung, auf Versammder stechsen Trheitzmarg. zin, dah es troß Ardoisamts auftlärende Vorträge, halten zu lassen, wurde seitens des Arbeitsamtes gern zugestimmt. Die Fälle von Schwarzarbeit weiblicher Untertützungsempfänger, wie sie besonders bei Iriseusen, Schneiderinnen, Butzmacherinnen u. a. vorkommen, müssen energisch bekämpft werden. Auch hier ist die Mitarbeit der Frauenverbände dringend erwünscht. die nur mit Grundförderung. d. b. mit einem verlorenen Hessentlichseit i Zuschuß von bis zu 3 Mark pro Tagewerk, gesördert wererklärten sich ihrerseits bereit, die Oeffentlichkeit, ins den. Da av 1. August der Zuschuß für die Wohlfahrtserwerbslosen für neue Maßnahmen nicht mehr von den Gemeinden getragen zu werden braucht, sondern von der Erneuerungsarbeiten an drei Schulen der Stadt Siegen(Gesamtkosten 255.000 Mark). drei Erweiterungsbauten an Brücken und Uebersührungen im Landkreis Recklingbausen(160 000 Mark). Instandsetzung der Kanalanlagen der Stadt Bieleield(250000 Mark). Errichtung von vier landwirtschaftlichen Gehöften durch die Dortmunder Wasserwerksgesellschaft im Ruhrtal(128000 Mark). Erweiterung der Wasserleitung in Meinersbagen (66000 Mark), Erweiterung der Kanalisation und Kläranlage in Blomberg in Lippe(16 450 Mark): insgesamt werden dadurch 325 Arbeitslose Arbeit finden. Neben diesen kleineren Projekten ist als größere Maßnahme der Umbau der Kleinbabn Piesberg— Rbeine von Schmalspur auf Regelspur, der gleichfalls genehmigt ist. von besonderer Bedeutung(Gesamtkosten 2.1 Millionen). Hier finden allein 250 Arbeitslose auf die Dauer von 10 Monaten Beschäftigung. Mit dieser Bewilligung wird ein Projekt von großer wirtschaftlicher Bedeutung, das seit 10 Jahren immer wieder an Finanzschwierigkeiten gescheitert ist, endlich zur Durchführung gelangen. Daneben laufen aber unabhängig vom ReinhardtProgramm die reinen Rotstandsarbeiten der Reichsanstalt, in der Landwirtschaft immer noch einen Mangel an weiblichen Arbeitskräften gibe. Aus leicht begreiflichen Gründen ist das Mädchen vom Lande leicht dazu geneigt, Arbeit zu einem städtischen Haushalt aufzunehmen, weil die häuslichen Arbeiten leichter sind und das städtische Leben mehr Zweite Stappe der Arbeitsschlacht in Westsalen. Bewilligung von Maßnahmen aus dem ReinhardtAbwechslung bietet. In den Kreisen der Hausfrauen Programm.— Im August außerdem 128 Anträge herrscht vielfach auch die Ansicht, daß man mit einer Hausgehilfin vom Lande besser arbeiten könne, als mit einem Mädchen aus der Stadt. Diese Auffassung ist aber insofern irrig, als die Hausgehilfin vom Lande nach einem gewissen Zeitraum bestimmt dieselben Ansprüche zu stellen gewohnt ist, wie die städtische Hausgehilfin. Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hatte es nun den breiten Schichten des Mittelstandes unmöglich gemacht, noch weiterhin die bisher gewohnten Hausgehilfinnen zu beschäftigen. Um den Hausfrauen die Miedereinstellung von Hauggehilfanen zu erleichtern, hat die Reichsregierung bekanntlich weitgehende geldliche Vergünstigungen gewährt. Die Hausgehilfin ist heute von der Ardeitslosenversicherung und Arbeitslosenhilfe befreit und die Inpalidenversicherung ist herabgesetzt worden. Ferner wird die Hausgehilfin in Bezug auf Steuerermäßigung wie ein Familienmitglied angesehen. Natürlicherweise haben sich diese Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt sehr günstig bemerkbar gemacht. Andererseits treten aber jetzt unerwünschte Nebenerscheinungen ein, die vom arbeitsmarktpolitischen Standpunkt aufs schärfste bekämpft werden müssen. Gemäß alter Tradition, wenn auch bis jetzt erst vereinzelt, holt sich die Hausfrau wieder ihr Mädchen vom Lande.. schwächt damit die Landwirtschaft um fachkundige Arbeitskräfte und zwingt die Arbeitsämter, dem fühlbar auftretenden Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande wiederum durch Ueberführung von städtischen Mädchen aufs Land abzuhelfen. Durch eine solche falsche Handlungsweise werden die Maß nahmen der Reichsregierung durchkreuzt und öffentliche Mittel zweclos verausgabt. Es muß daher Aufgabe der RS=Frauenschaften und der übri gen Frauenverbände sein, aufklärend zu wirken und die hausfrauen davon zu überzeugen, daß das Gemeinwohl empfindlich geschädigt wird, wenn sie derartig falsch handeln. Aus diesem Grunde sollte bei Bedarf an Hausgehilfin nen stets das Arbeitsamt benutzt werden, das sowohl den Bedürfnissen der Allgemeinheit wie der Hausfrau bei der Vermittlung Rechnung tragen wird. Um die Arbeitslosigkeit unter den weiblichen Arbeitnehmern zu vermindern und gleichzeitig dem Mangel an weiblichen Arbeitskräften auf dem Lande abzuhelfen, sind die Arbeitsämter dazu übergegangen, auch weibliche Arbeitslose aus anderen als landund hauswirtschaftlichen Berufen auf diese umzuzustellen. Insbesondere kommen hierfür arbeitslose Verkäuferinnen und Handwerkerinnen aller Art in Betracht. Die zum Teil gegen eine solche Maßnahme vorhandenen Widerstände, die häufig stärker bei den Eltern als bei den Mädchen zu finden sind, müssen überwunden werden! Auch bei diesem Umstellungsprozeß, der nur durch Mithilfe der öffentlichen Meinung wirkungsvoll durchgeführt werden kann, müssen die Frauenverbände ihren Einfluß geltend machen. Wie stark die weibliche Arbeitslosigkeit im Arbeitsamtsbezirk Herne schon durch die vom Arbeitsamt eingeleiteten Maßnahmen abgenommen hat, beweisen die Zahlen. Seit März bis jetzt ist die Zahl der weiblichen Arbeitsuchenden von 3388 auf 1474, also um weit über die Hälfte, gesunken. In Bezug auf die Frage des Doppelverdienertums und der Schwarzarbeit der Frauen führte der Vortragende aus, daß hier noch mancher Mißstand abzustellen sei. Im Interesse der Allgemeinheit muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß Arbeitsplätze, die von Doppelverdienern— namentlich Frauen— eingenommen werden, für männliche Unterstützungsempfänger geräumt werden müssen. In vielen Fällen ist auf Notstandsarbeiten bewilligt. Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westsalen teilt mit: Am 1. Juni ist mit dem Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit das große Arbeitsheschaffungsprogramm von einer Milliarde(Rheinhardt=Programm) verkündet worden. Die Mittel sind aber bisher nur in geringem Maße eingesetzt worden, denn sie sollten zum Einsatz bereitstehen, um die natürliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes aus jahreszeitlichen Gründen im Herbst und Winter aufzufangen. Die Vorbereitungsarbeiten nehmen überdies je nach der Art der Maßnahme eine kürzere oder längere Zeit in Anspruch. Während noch immer zahlreiche Anträge auf Zuschüsse oder Darlehen eingehen, sind in diesen Tagen vom Kreditausschuß der Oeffa(Gesellschaft für öffentliche Arbeiten) bereits die ersten Bewilligungen ausgesprochen worden. sodaß demnächst mit der Arbeit begonnen werden kann. Es handelt sich hier zunächst um folgende Arbeiten: den Heimweg nach Altenhösen an. Zur gleichen Zeit wollte ein alter Mann, der sich allzulange bei seinen Kindern in der Stadtmitte aufgehalten hatte, nach einer kleinen Familienfeier denselben Weg heimwärte machen. In einer Aktentasche trug er eine Portion aus der Fischbratstube mit sich. Der betrunkene junge Mann traf ihn, half ihm unaufgefordert 200 Meter weit die Aktentasche tragen, die eigentlich noch für ein Kind leicht genug war. Dann entriß er sie dem alten Mann auf einmal und flüchtete. Jetzt kam ein anderer junger Heimkehrer, der den Dieb kannte, hinzu. Nach einer Weile kam der Dieb zurück und war die geöffnete Aktentasche— die Fischportion hatte er verloren— dem alten Herrn wieder hin und drang auf den bekannten jungen Mann ein. Es kam zur Boxerei. Der Angegriffene wurde an seiner Kleidung beschädigt, dafür schlug er auf dem Dieb einen Besenstiel entzwei. Mittlerweile war die Polizei alarmiert worden, und als der Beamte eiligst auf dem Rade daherkam, sah er den betrunkenen Straßendieb besinnungslos vor der Haustür seiner elterlichen Wohnung liegen. Später, als der Täter wieder etwas zur Besinnung gekommen war, schien man sich einigen zu wollen. Bis zur Gerichtsverhandlung hat der Täter jedoch keinerlei Entschädigung gezahlt. In der Verhandlung meinte der alte Herr spöttisch.„Ja, der dachte sich wunders zu bereichern!“ Der Angeklagte wollte sich auf nichts mehr besinnen, da er alles im alkoholisierten Zustande begangen habe. Der andere junge Mann hatte kein Interesse an einer Strafverfolgung. Der Täter gelobte reumütig Besserung, und er mußte eine eidesstattliche Erklärung vor Gericht Reichsanstalt übernommen wird, sind auch hier große unterschreiben, dem Helfer des alten Mannes innerMöglichkeiten der zusätzlichen Arbeitsbeschaffung für die halb eines Monats 25 Mark Schadenersatz zu zahlen. langfristigen und sozial bedürftigsten Erwerbslosen er= Daraufhin stellte das Gericht das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. Ilgo. öffnet. Wie diese Möglichkeit benutzt wird, zeigt die Zunahme der Anträge bereits im ersten Monat nach der Neuregelung. An reinen Notstandsarbeiten wurden im Monat August vom Landesarbeitsamt Westsalen 128 Anträge mit rund 580 000 Tagewerken bewilligt. Hierfür ist eine Grundförderung in Höhe von 1.7 Millionen bereitgestellt. Durch diese Maßnahmen ist für 3745 Rotstandsarbeiter auf die Dauer von durchschnittlich 3.6 Monaten Arbeit beschafft. Unter diesen ist als größte Maßnahme das LörmeckeProjekt mit allein 130000 Tagewerken zu erwähnen: es bezweckt die Wasserversorgung der wasserarmen Dörser am Haarstrang in den Kreisen Lippstadt und Soest. Daneben sind an größeren Maßnahmen von 10 000 bis 20 000 Tagewerken zu erwähnen: Vorslut= und Hochwasserschutzanlagen im Emstal(Kreis Steinfurt). Entwässerung der Floth=Niederung(Kreis Lüdingbausen). Meliorationsarbeiten in Schötmar(Livve), Kultivierungsarbeiten in Bega(Livve). Vlotho(Kreis Herford). sowie Wegebauten in den Kreisen Meschede und Warendorf. Als Rüstung für die zweite Etavve der Arbeitsschlacht, die den Zweck hat, den Winter über die Arbeitslosigkeit aus dem bisher erreichten niedrigen Niveau zu halten. kommt diesen Arbeiten eine erhebliche Bedeutung zu. Mit einer weiteren Ausdebnung der Notstandsarbeiten kann gerechnet werden. Die Beamtenschaft des Wohlfahrtsamtes von Verdacht gereinigt Der Jahlkartenbetrug vor Gericht.— Rund 500 M. an Unkerstützungen durch Jahlkartendiebstahl und sälschungen abgehoben.— Ferner für 500 M. Lebensmittelscheine gestohlen und umgesetzt.— Wenn man wichtige Formulare unverschlossen läßt. Abbau der kommunalen Fürsorgelasten zur Erleichterung der Arbeitsbeschaffung. Einen wesentlichen Schritt zum Abbau der kommr nalen Fürsorgelasten bedeutet eine vom Reichsarbeitminister getroffene Maßnahme. Nach den bisher geltenden Bestimmungen waren die bei Rotstandsarbeiten gewährten Zuschüsse. die sogenannte Grundfürderung für die von Krisenunterstützungsempfängern geleisteten Tagewerke, zu einem Fünftel vor den Gemeinden, für die von Wohlfahrtsunterstützungsempfängern geleisteten Tagewerke völlig aus Mitteln der öffentlichen Fürsorge zu zahlen. Runmebt ermächtigt der Erlaß des Reichsarbeitsministers der Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, bei allen Notstandsarbeiten die Grundförderung für die von bisherigen Empfängern der Krisen= oder Wohlfahrtsunterstützung nach dem 31. Juli 1933 geleisteten Tagewerke in vollem Umfange auf die Mittel der Reichsanstalt zu übernehmen. Die Inangriffnahme öffentlicher Notstandsarbeiten unter Heranziehung aller Arten von Unterstützungsempfängern wird nach dieser neuen Regelung erheblich erleichtert sein. sodaß der Erlaß des Reichsarbeitsministers auch als wesentlicher Beitrag zur Arbeitsbeschaffungspolitik der Reichsregierung zu werten ist. Vor mehreren Monaten wurde entdeckt, daß beim scheine gestohlen hat. Nach der Zählung müssen es Wohlfahrtsamt auf gefälschte Zahlkarten Auszahlun= fünfzig gewesen sein. W. behauptet jedoch es seien gen erfolgt und gefälschte Lebensmittelscheine einge= weniger gewesen. Die Lebensmittelscheine wurden fügung stehenden Mittelv zu helsen versucht. In Ueberreicht worden waren, auf die Geschäftsleute Waren ausgefüllt und von allen drei Angeklagten in Waren einstimmung sind die Arbeitsämter in den landwirtschaftWas wird aus den Landheifern im Winter? Zahlreiche Eltern haben in anerkennenswerter und verständiger Weise ihre arbeitslosen Söhne und Töchter in diesem Sommer als Landhelfer der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Nun stehen sie vor der besorgten Frage, was aus diesen Jugendlichen im Winter werden soll. Es ist ein besonderes Verdienst der nationalen Bewegung, daß sie auch dieser Frage ihre Beachtung schenkt und besonders den Bauernstand mit allen ihr zur Verausgegeben hatten. Das damals noch existierende Herner sozialdemokratische Blatt schrieb von einem Schaden von 10000 Mark, außerdem teilte es mit, daß wahrscheinlich Beamte des Wohlfahrtsamtes an den Machenschaften als Helfershelfer beteiligt sein müßten. Wir teilten schon damals mit, daß das noch nicht erwiesen sei und daß auch die Schadensfumme sich nur auf mehrere hundert Mark belaufe. Diese Darstellung wurde jetzt vor Gericht bestätigt. Als Angeklagte standen vor dem Herner Schöffengericht die Erwerbslosen P., M. und W. aus Sodingen. Die beiden ersten wurden aus dem Bochumer Gerichtsgefängnis vorgeführt, wo sie längere Freiheitsstrafen abzubüßen haben. W., der schon wegen Diebstahls von Lehensmittelscheinen bei der evgl. Kirchengemeinde vorbestraft ist, befand sich auf freiem Fuß. Bis zur Gerichtsverhandlung hatten P. und M. ein Geständnis abgelegt, bei dem P. den W., bei dem er übrigens gewohnt hat, belastete. Vor Gericht glaubte er aber diese Belastung nicht mehr aufrechterhalten zu können. umgesetzt. P. gab das zu und zählte selbst die 37 lichen Aufnahmebezirken z. Zt. bemüht, die WeiterScheine auf, die er gefälscht hat. W. indes leugnete, beschäftigung der jugendlichen Landhelfer zu sichern RR B P— 00 A•— □LAE GATf Wvrrvonis.r.ri. Jannse his hetrotsenn. für den Rest der Lebensmittelscheine die Fälschung be sorgt zu haben. Der Schaden, der der Stadt durch die gefälschten Zahlkarten und die gefälschten Lebensmittelscheine entstanden ist, beträgt je rd. 500, also zusammen rd. 1000 Mark. Wegen der Weigerung des W., für die Fälschung der restlichen Lebensmittelscheine die Verantwortung zu übernehmen, wurde die Verhandlung, trotzdem alles übrige geklärt war, auf nächsten Dienstag verErfreulicherweise können die betreffenden Aemter berichten, daß die Landwirtschaft fast restlos bereit ist, die Jugendlichen auch während des Winters zu halten. Damit sind die Ektern dieser jugendlichen Landhelfer der Sorge um die in der Landwirtschaft tätigen Jugend. lichen während des Winters enthoben. Notwendig is nur, daß die Eltern selbst Vernunft annehmen und ihre Kinder nicht ohne triftigen Grund zurückrufen. Das Arbeitsamt richtet deshalb an alle Eltern die dringende Bitte, sich dem großen Ziele, das die Regietagt. Es soll ein Schriftsachverständiger hinzugezogen rung sich mit der Landhilfe gesteckt hat, nicht entgegenwerden, der prisen sol. od. die Eintragungen auf den frktelez, londern mitzehelsen, dath dos Elend der Atheitz. restlichen Lebensmittelscheinen von der Hand des W. stammen. * Die Verwirrung der Ehemoral. Ein junger Witwer, dessen Frau vor 2 Jahren an den Folgen einer Abtreibung starb, hatte sich jetzt vor den Herner Schöffen wegen Beihilfe zu verantworten. wese esengen wordh,“ Vr. Sion inr e i belsze sciet or sch Hding brache zrächt baster 2 Kueterstishunger sose ere sien e e e##: sagen des Bruders und der Schwägerin des Angesoändigen Basnerz 2 eines Tages im Iigm,„%,8 klagten. Beiden gegenüber soll sich der Angeklagte eingendigen..J## baer Se####### mitsamt seiner Frau noch in der Brautzeit des Brueines N7######—, Ling num für#der Z9hgsg ders erbötig gezeigt haben, ihnen mit Abtreibungsshaut, und diese Gelegenheil ben zge. P. 17. Ich in sieser Femdshosft, Der Angelagte, waicse. auf de -ch Burch un udhendin Wiche Ae ie, ch chheee e eie eiche losigkeit in der Großstadt nicht unnotiger Weise anwächst und daß den Landwirten auch im Winter Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Ganz besonders sei zur Aufklärung der Eltern darauf hingewiesen, daß mit der sechsmonatigen Tätigkeit in der Landhilfe kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung erworben wird. das aus Castrop herbeigeholt ho“ Seine Frau ist Gesd aussohlam zu Tgskau 92 g. 2#8 Per, Ung, lich Lu, als er auf der Zeche war, an den Folgen des Eingriffs Geld auszahlen zu lassen. Auch W. sollte einen Ten gestorben. Das Schöffengericht erkannte gegen den der Karten zur Einlösung übernehmen, aber er hat, s“ geklagten auf eine Gefananisstrafe von wie P. nunmehr vor Gericht aussagte, erklärt, er habe 3 Monaten. Es hielt ihm strafmildernd zugute, jetzt kein Geld nötig. Hinterher soll er aber zu P. einen Knaben geschickt haben, um auch einen Teil des ergaunerten Geldes mitzubekommen. P. hat sich aber geweigert und da hat W. mit einer Anzeige gedroht. Aus Wut darüber will P. später, als die Sache herauskam, bei der Vernehmung auch den W. mit hereingerissen haben. W. bestritt diese Darstellung und erklärte sie für unwahr. Nun ist aber W. derjenige gewesen, der auf dem Wohlfahrtsamt in Sodingen, als es der Beamte wiees erfahrungsgemäß der an der nötigen Vorsicht fehlen ließ, Lebensmitteldaß 1929 eine gewaltige Propaganda gegen den Paragraphen 218 durch die Linkspresse eingesetzt und leider eine verhängnisvolle und volksschädliche Verwirrung der Moral in vielen Gemütern hervorgerufen habe. * „Ha, der dachte sich wunders zu bereichern!" Ein junger Mann wurde am 2. Juli von seinen Freunden in einem Konzertlokal über Gebühr traktiert und trat arg besäuselt gegen 4.30 Uhr morgens 70 000 Kriegsurkunden. Nach dem neuen Beamtengesetz hatten bis zum ersten September die Beamten den Nachweis zu erbringen, daß sie den Krieg als Frontkämpfer mitgemacht haben. Das Zentralnachweisamt in Spandau hatte im August eine Rekordarbeit zu leisten. Im Laufe des Monats sind rund 70 000 Gesuche von ehemaligen Kriegsteilnehmern um Bestätigung ihrer Kriegsleistung eingelaufen und erledigt worden. Die Zahl der Gesuche ist von Monat zu Monat gestiegen. Im Mai waren es 20 000, im Juni 30.000 und im Juli 45000 Gesuche, die bearbeitet werden mußten. Etwa 14 Millionen Deutsche standen im Krieg unter den Waffen. 2 Millionen sind auf den Schlachtfeldern gefallen, weitere 2 Millionen sind in den vergangenen 15 Jahren nach Kriegsende in der Heimat gestorben. Die noch lebenden 10 Millionen deutsche Soldaten haben den Wunsch, eine Urkunde zu besitzen, die ihnen bestätigt, daß sie während des Krieges ihre vaterländische Pflicht erfüllt haben. Viele von ihnen werden das allerdings nicht nötig haben, weil sie noch im Besitz ihres Militärpasses sind, in dem genau verzeichnet ist, an welchen Schlachten und Gefechten der Inhaber des Passes teilgenommen hat. Wer den Paß nicht mehr besitzt, braucht den Auszug aus der Stammrolle, die man vom Zentralnachweis erhält auf Grund der gesetzlichen Vorschriften, die im neuen Deutschland Gültigkeit haben. Eine ganze Anzahl von Leuten verlangen die behördliche Bestätigung ihrer Kriegsleistung nur. um sie als Dokument der Familiengeschichte beizulegen. MAGG G WURZE SUPPEN FLEISCHBRUHE deutsche ualitäts=Erzengnisse Aus und für Herne Der letzte Zerientag. Selbst die langste Freudenzeit nimmt einmal ein id selbst für eine so herrlich lange Ferienzeit, wie sie die Herbstferien im Leden der Jugend dartellen, kommt einmal der letzte Tag. Heute ist er da Unerbittlich erinnert er daran, daß morgen wieder der Ernst des Studierens und Lernens beginnt. Zwar ist die Lunt dazu noch nicht groß. Viel zu schön ist noch das Wetter. Die Sonne scheint so prächtig sommerlich, daß es einem gar nicht in den Sinn passen tungsauto dem St Martenhofpital zugeführt werden, wo die Kugel bis jetzt noch nicht entfernt werden konnte. Die Beteiligten wurden in hast genommen *** Rückkehr enttänschter Vor einigen Tagen kehrten aus Sowjetrußland ca. 30 Herner und Wanne=Eickeler Vergleute, die im Sommer vorigen Jahres ausgewandert waren, nach hier ner Oftstraße derart ungsüicklich, daß er druch sowie Verstauchungen davon trug und ins Krankenhaus geschafft werden mußte. * Einen schweren Arbeitsunfall erlitt gestern nachmittag der Schlosser B auf hiesigen Werksgelände. Er geriet unter schwere Rohre, wobei er einen Beinbruch, schwere Quetschverlegungen am Rücken und innerliche Verletzungen davon trug. Er wurde ihn bedenklichem Zustande dem Krankenhaus eingeliefert. will, daß die Schule schon wieder anfangen soll. Denn frühere Betriebsratsvorsitzende zurück. Bei den Zurückgereorten handelt es sich frühere Kommunisten. U. a. gehört zu ihnen der here Betriebsratsvorsitzende Herm. Niemeier dieser Schulanfang bedeutet doch den Beginn der von Constanrin 4=5. Geradezu erschütternd sind die kan denkt sogleich an November##richte über ihre Erlebnisse und die im Hintergrund stehen. Und Sowjetparadies, die derart in sei drenden * Besetzung von Stellen im Volksbücheretwesen Den Volksbüchereien fallt für die geistige und seelische Erneuerung unseres Volkes und seine künftige Erziehung im nationalsozialistischen Geiste eine tige Aufgabe zu. Der Staatssekretar im Preußischen Kultusministerium Dr. Stuckart ersucht daher in einem Runderlaß an die Ober= und Regierungspräsidenten im Einvernehmen mit dem Preußischen Minister der Innern nochmals, bei Besetzung von Stellen im Volksbüchereiwesen nur solche Persönlichkeiten von den Gemeinden auszuwählen, die persönlich geeignet, sachlich vorgebildet und politisch zuverlässig sind. In diesem Erlaß wird gleichzeitig dem Erwarten Ausdruck geeben, daß die Gemeinden und Gemeindeverbände auf * Sturz von der Straßenbahn. Beim Besteigen einer nach Bochum fahrenden geden, das die Eemene.—.— Straßendahn rutschte der Reisevertreter Rudolf A. dem Gebiete der Volksbüchereien ihren Verpflichtun aus der Kruppstraße in Bochum derart unglücklich gen sic nicht entziehen. er rücklings auf die Aufsteigtritte der Stro, g. Mrguftuhruug im Areuzbung herz=Jesu wieder nach Oenichund arhchnen Praniernhnd grchafl. un uchn Deutschland zurückzuge= zerung Wirbelrisse festgestellt wu aus, daß er rücklings auf die Auffteigtr indrücke in dem sbhenhahn auschlug und sich. bedegflich verieptt. Er en einer Gehirnerschütterung Wirbelrisse festgestellt wurden. Winterperiode und Weihnachten, die im„ Eccitlsuturl dabei ist doch Herz und Gemut noch so voll von der daran setzten, Sonnenseligkeit herrlicher Ferientage. Seit langem langen nicht mehr hat es der August so gut mit den Ferien= 9 is Verkehrounsall. om wan en den Hugrn,IHpohien ps wprng, Lien siungz Luiugn.— Venspsichos dr 15 ur gein dn Zertigk u. S U, B. dur S=sen golden und bräunend die Sonne, konnte man sich von billigten Speisefette. stießen am Dienstag gegen 7.30 Uhr der Radfahrer rüh bis spat draußen tummeln im Sand, im Wasser.] Wie der Amtliche Preutzische Pressedienst mittelt. 9. aus Tteainenaw u. L##er#urce seschtere### konnte man sich nach Herzenslust ergehen in Spielen wird in einem gemeinsamen Runderlaß des Preußi= I4742—— 9—4—.— gigem Snis Wepe und Wandern. Mancher ist weit weg gereist in einen schen Ministers des Innern und des Mmisterz für apschurgggg,##. gr vm. eigg Ferienausenthalt auf dem Lande und erst in den letz= Wirtschaft und Arbeit um Einvernehmen mit dem wurde. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. ten Tagen, gesundet und gestärkt an Leib und Seele, Reichsardeitsminister nochmals darauf hingewiesen,# Wirtschaftseinbruch. zurückgekehrt. Aber jegt muß die Umstellung voll; daß eine Ausschließung der Konsumgenossenschaften—.—.—————— zogen werden. Schulranzen und Bücher müssen mn von der Annahme der Fetterbilligungsscheine raumen der Wirtschaf M. in der Jean=Vogel=Straße Ordnung gebracht werden, man wird auch einmal Minderbemittelte umer den jetzigen Verhältnissen nicht kur4 Dachschlieben Ligarren. Ligaretten und ein ineinschauen, um die Erinnerung aufzuwecken an mehr gebilligt werden kann Erwaige Maßnahmen, Dartz—iniel geitohlen. Bei den Liaarren danden bie Bettionen bei henen man uenen geblieben im. hte mit bieten Grumblänen micht in Einflang hieben Kartenspiel gestohlen. Bei den Zigarren dandelt die Lektionen, bei denen man stehen geblieben ist. die mit diesen Grundsätzen nicht in Einklang stehen, Die Mütter müssen Kleidung und Wasche sauber her= sind aufzuheben. richten für den ersten Schultag, und dann wird es,— erns 1— morgen mit frischer Kraft erneut an die Arbeit gehen! Freiw. Spende zur Förderung der heute aber darf noch einmal der letzte Tag ausgekostet Arbell. werden. Reudeutsche Zungen aus Herne im Zeltlager ein„Krone r den Fonds der 14 Tage lang haben 36 Jungen der Herner Neudeutschen Gruppe„Sturmvogel“ in Bruchhausen in echter Lagergemeinschaft gelebt.—— Neudeutsche Zeltlager haben ihre Art. Spiel und Sport, Geländeübungen, Lied= und Arbeitskreise wechseln miteinander ab. Schlichte Abendfeiern hinterlassen tiese Eindrücke. Immer Luft, Sonne, köstliche Freiheit! Aber auch Zucht, manniche Härte tadellose Sauberkeit! Ueberall fühlt man starkes Wollen zu eigener Gestaltung. Das ganze Lager hat Stil. Den Mittelpunkt bildet das mächtige Lagerkreuz. Dahinter ragen riesige Flaggenmasten mit dem Christusbanner und den deutschen Hoheitszeichen empor. Solche Art hatte auch das Herner Lager. Wer als Fremder kam und Referate hörte:„Der feine Junge", „Gemeinschaft und Vaterland“, wer Abendfeiern miterlebte:„Jugend und Natur“,„Aufruf zur Tat“, der horchte auf. Er befand sich in einem Jungenlager, in dem neuer, starker Geist zum Durchbruch gelangt. Reudeutsche Jugend hat eine Geisteshaltung, die ganz vom Katholischen durchdrungen ist. Neudeutscher Jugend ist eine Liebe zu allem Echten und Schlichten. ein Verbundensein mit der Zeit und iorer Nor ganz selbstverständlich Wer die Jungen in opferbereiter, aber doch bescheidener Bereitschaft, mitzuhelfen am Aufbau Deutschlands, sah, der fand den Glauben an die Zukunft wieder. Der Vogelzucht= und Kanarien zeichnete den Betrag von 10 Mark nationalen Arbeit. * Schwerer Unglücksfall bei Pflichtarbeiten. Gestern nachmittag ereignete sich an der Ecke Hermann-Göring=Straße und In der Helle, wo die städt. Pflichtarbeiter die bei der Abtragung des alten Rummelplatzes gewonnene Erde ankippen, ein schwerer Unglücksfall. Ein Kippwagen stürzte, als er entleert werden sollte, die Böschung hinab und riß die beiden Arbeiter Adolf Sch. aus dem Rohde und Karl D. aus der Flottmannstraße mit sich. D. erlitt Rückenverletzung und Quetschungen, die anscheinend leichter ein es sich um etwa 300 Stück lose Zigarren, um eine Kiste der Marke Juwel und um eine Kiste Bremer Lloyd. Aus der Kasse des Lokals wurden 5 Mark in Kupfergeld gestohlen. * W e g e n B e d r o h u n g f e s t g e n o m m e n. Am Dienstag gegen 20.45 Uhr wurden verschiedene Bewohner eines Hauses in der Eckstraße von einem in angetrunkenem Zustande zurückkehrenden Mieter mit einem offenstehenden Taschenmesser bedroht. Er wurde von hinzugerufenen SA=Leuten festgenommen und der Polizei übergeben. Das offenstehende Messer wurde noch in einer Hosentasche bei ihm vorgefunden. Wer kennt nicht den großen trischen Bußer Marh Talboth von Dublin? Ihm hat Franz Bosbach, Herne, ein großes, 4aktiges Schauspiel gewidmet, da: am 17. September im Kreuzbund Herz Jesu seine Ur aufführung erleben soll. Es zeigt den Weg, den Maih Talboty ging. vom Schlemmerleben zur Einrehr, um dann 40 lange Jahre hindurch bis zu seinem Tode im Jahre 1725 im schlichten Arbeiterrock ein heiligmäßi ges Leden zu führen. Wer ein tiefes Erleben koster will, der komme und sehe. Der Kreuzbund Herz ist unter der bewährten Regie von Josef Donney=Herne eifrig an der Vorbereitungszeit. Die Generalprode, die zugleich als Vorführung für die Kinder zum Eintittspreis von 10 Pf. gedacht ist, findet am Tag: vor der Hauptaufführung, also am Samstag, dem 1 September, um 5 Uhr statt. Die Aufführungen beide im großen Saale des Ledigenheims, Düngelstraße 29. Der Eintritt kostet 50 Pf., für Erwerbslose 40 Pfennig. * Letzte Etappe der Reichsberufsprüfung im RAB In den letzten Tage wurde die endgültige Auswahl getroffen für die Teilnahme an der letzten Etappe der Reichsberufsprüfung im Jugendbund des VerbandeKKV. Die Prüfung wird in Essen, am Sitz der Verbandsleitung, abgehalten, während die Auswahl * Verbesserung der Kläranlagen von Mont-Cenis „—. Jeche Mont=Cenis piante die Neuanloge g#“ sehrer und andere Herren des Verbandes ab der Klärbecken zwischen dem Bahndamm der Hafen men werden. Sonntag abend wird auch die gelegentlich einer Sitzung in Schloß Harkotten, dem Ferienaufenthalt des Jugendbundes, getroffen wurde 30 derjenigen Jung=KKVer, die bei der Gauberufsprüfung am besten abschnitten, werden sich am 16 September in Essen zur gemeinsamen Arbeit treffen Die mündliche Prüfung wird am zweiten Tage. Sonntag, den 17. September, durch DiplomhandelsSeptember, Herren der Sonntag abend wird auch die enom Iu Natur sind, Sch. dagegen einen Beinbruch sowie bahn und dem Uhlendruch. Zu owrsen—. feier mit Bekanntgabe der Ergebnisse sein. Die TeilKopf= und Quetschverletzungen. Beide wurden durch einige Fachwerkhauser, die im Tal stehen, abgebre= nehmer aus dem ganzen Reich haben inzwischen die das herbeigerufene Rettungsauto dem St.=Marien=en werden. Man ist aber jetzt von diesem Vlan Benachrichtigung erhalten. Sie werden nach erfolg Hospital zugeführt.. labgekommen und hat den Fassungsraum des alten 4— af###— ich Eiauns eine Rescheinigung * Sturz beim Fußball. Beim Fußballspiel auf einem Jechengelände stürzte dliche W abgekommen und hat den Fassungsraum des alten reichem Abschluß der letzten Etappe eine Bescheinigung Beckens vergrößert. Die bisherigen Dämme, die nur über die Bereiligung an der Reichsberufsprüfung ereine geringe Höhe hatten, sind zu diesem Zweck um halten. gestern gegen abend der JugendliZilli Gr. aus ger zwei Meter erhoht und zur Festigung gegen Durchbrüche mit Rasenplatten versehen worden. Neuer Führer im Westf. Sängerbund Oberbürgermeister Malzbender. Dortmund, vom Deutschen Sängerbund als Führer eingesetzt.— Der gesamte bisherige westfälische Bundesvorstand seiner Aemter enthoben. * Des Wanderpreisschießen des Kreiskriegerverbandes Herne fand am Sonntag in der traditionellen Weise auf dem Schießstand Wilhelm Tell in Holthausen statt. Es nah men 23 Vereine daran teil. Pokalverteidiger war der Krieger= und Landwehrverein Horsthausen. Er konnte aber nur noch die 5. Stelle belegen. Sieger wurde, wie bereits mitgeteilt, der Verein ehem. gedienter Jäger und Schützen mit 278 Punkten. Den 2. Platz belegte der Krieger= und Landwehrverein Das städtische Presseamt Dortmund teilt mit: lals neuen Führer des Westfälischen Sängerbundes Holthausen mit 269, den 3. der Gardeverein mit 250, Der Westfälische Sängerbund ist seit dem Rücktritt vorzuschlagen. Diesen Vorschlag hat der Führer des den 4. der Krieger= und Landwehrverein Alt=HernOberbürgermeister Dr. Eichhons von seinem Amt als Deutschen, Sängerbundes, Georg Brauner=Berlin, mit 264 Bunkten. Die beste, Togesleistzgg die Erwartungen, die die katb. Welt auf den 1. Vorsitzender des Bundes ohne Führung. Dieser angenommen und Oberbürgermeister Malzbender in= Kam. Leo Vogt vom Verein ehem. Iper Herne mi Neudeutschen Bund setzt, haben wohl ihren höchsten führerlose Zustand trat besonders gelegentlich des zwischen zum Führer des Westfälischen Sängerbundes 56 Ringen, Ausdruck gefunden in den Worten des Hl. Vaters bei Westfälischen Sängerbundesfestes der Romreise des Bundes Ostern 1930:„Sagen Sie angenehm in die Erscheinung.## in Dortmund un„—. angenehm in die Erscheinung. Mehr denn je bedarf allen Ihren Freunden, was Ihnen der gemeinsame der Westfälische Sängerbund gerade heute einer starVater sagt, daß Wir nämlich dem gütigen Gott dan; ken Hand, um seiner Größe und kulturellen Bedeueil Wir den Bund Neudeutschland für eine=„ ken. weil Wir den Bund Neudeutschland für eine tung entsprechend erfolgreich am Werk des deutschen große Wohltat nicht nur für Deutschland, sondern be= Wiederaufbaues mitwirken zu können. sonders für die deutsche Kirche und die gesamte katholische Kirche halten." Eu=Hey. Planmäßige Ausbildung aller jugendlichen Arbeitslosen. Wie der Preußische Pressedienst der NSDAP meldet, wird erwogen, während des kommenden Winters sämtliche jugendlichen Arbeitslosen in sonderen Kurzen planmäßig weiterzubilden. Der Zweck der Kurse sei einmal, die Jugendlichen von der Straße zu bringen, zum anderen, ihre Berufskenntnisse zu erweitern, damit sie beim Wiedereintritt ins Berufs= und Wirtschaftsleben vollwertige Arbeitskräfte sind. Die Jugendlichen sollen dabei das sichere Gefühl haben, die bei der Schulung gewonnenen Berufskenntnisse in absehbarer Zeit auch nutzeringend verwerten zu können. ** 2 Um dem Widerstreit der Meinungen und Interessen um die Person des neuen Bundesvorsitzenden endgültig ein Ende zu bereiten und eine den hohen Anorderungen gerecht werdende, beständige Leitung des ernannt. Der gesamte bisherige Westfälische Sängerbundes # Bei den Endschüssen erreichte er dreimal die volle 12. Abends fand bei Wiegmann in Sodingen die Preisverteilung statt, die Oberbergrat von ist#einer Aemter mit sofortiger Wirkung Zelsen nach einer Rede, in der er dez, Sedantages und enthoben worden.(Von Herne gehören ihm be= des Ereignisses von Nürnberg gedachte, vornahm. kanntlich Studiendirektor Pesch als stellv. Vorsitzender und Rektor Konsek als Geschäftsführer an. D. Red.) Die lausende Geschäftsführung des Westfälischen Sängerbundes wird ebenfalls ab heute bis * Operettenabend des 1. Herner Theatervereins 1894 e. B.„Der Juxbaron“. Am kommenden Sonntag erfolgt die Aufführung rette„Der Jurbaron“ von Walter Kollo durch der Operette zur endgültigen Einberufung des neuen Bundesvor= den 1. Herner Theaterverein. Niemand sollte den Gestandes durch Oberbürgermeister Malzbender vom nus dieses Abends versäumen. Die tolle UnverfroWestfälischen Sängerbundes in nationalsozialistischem Kampfbundleiter und Vorsitzenden des Sängergaues renheit eines Blaukehlchens(Willi Schäfer) muß man Geiste zu erreichen, hat der neue Gauvorstand des Dortmunder Sängergaues in seiner am Freitag verangener Woche stattgefundenen Vorstandssitzung bein Gemeinschaft mit dem Kampfbund für Kultur Pg. Oberbürgermeister Malzbender P. gangener 2 den schlossen, in be= deutsche K Dortmund, Dr. Marquardt, übernommen. Die miterlebt haben. Nicht unerwähnt seien auch die Mitgliedsvereine des Westfälischen Sängerbundes herrlichen Melodien, u. a.„Wenn ein Mädel einen werden gebeten, alle Zuschriften künftig nur an fol- Herrn hat",„Kleine Mädchen müssen schlafen gehn“ gende Adresse zu richten: Westfälischer Sangeround, deren einwandfreie musikalische Wiedergabe durch ein Dortmund, Stadthaus. 15 Mann starkes Orchester verbürgt ist. Da der Ber ein über anerkannt gute Einzelkräfte verfügt, kann Zungmanner-Triduum in Herz=Zesu. Auf das Triduum, das Herr P. Bungert(Haus Razareth) aus Anlaß des Silberjubiläums des Jungmännervereins von Herz=Jesu in der Herz=Jesu=Kirche halten wird und das heute abend 8 Uhr beginnt, werden die Mitglieder nochmals aufmerksam gemacht. Die Predigtthemen sind folgende: Donnerstag: Der Jungmann und sein König: Freitag: Der Jungmann und seine Schutzherrin; Samstag: Der Jungmann und seine Brüder(Gedächtnis der Gefallenen und Verstorbenen). Möge sich auch die kath. Jungmannschaft der ganzen Stadt zahlreich beteiligen! für einen genußreichen Abend garantiert werden. De — H 7*□* 4.—- 4—A.4 H(mit einem vollen Haus zu rechnen ist, ist es ratsam. Das Pfingstunglück auf der Bochumer Straße Ein Bochumer Arzt und der mitscholdige Radfahrer vor Gericht.— Vom Pfingstausflug in den Tod. Der tödlich verlaufene Kraftwagenunfall, welcher shöchstens 40 Kilometern haben. Im Glauben, einen sich am Pfingftmontag an der Ecke Bochumer und ungeschlossenen L Wechsel der Leitung bei Mont Cenis. Wie wir erfahren, findet bei der Zeche Mont Cenis am 1. Oktober ein Wechsel in der Leitung statt. Der bisherige technische Leiter, Bergassessor Meier, der in kurzer Zeit eine völlige Wandlung im Aussehen des Betriebes herbeigeführt und die schon von der Stillegung bedrohte Anlage regeneriert hat, wird nach einer über 40jährigen Tätigkeit im Bergbau in den Ruhestand treten. Sein Nachfolger wird der bisherige Leiter der den Ver. Stahlwerken gehörenden Zeche„Erin“ in Castrop=Rauxel, Vergassessor Hotzel. Ein verhängnisvoller Schutz. Beim Zerlegen eines Revolvers lebensgefährlich verletzt. Ortsteil vor sich zu haben, fuhr er mit Hermann=Göring=Straße zutrug, hatte am Dienstag erhöhter Geschwindigkeit. Eine andere Verfehlung ein Nachspiel vor dem Bochumer Schöffengericht. Ein auf Seiten des Arztes lag darin, daß er in KreuBochumer Arzt befand sich an dem Unglückstage mit zungspunkten verkehrsreicher Stramehreren Kindern auf der Fahrt nach dem Halterner ßen nicht überholen durfte, zumal er nicht Stausee. An der Einbiegung der Hermann=Göring= wissen konnte, ob der Radfahrer nicht doch, wie er es und Hiberniastraße tauchte plötzlich auf der Bochumer auch getan, vor seinem Wagen in eine Nebenstraße Straße vor dem von dem Arzt gesteuerten Kraft= einbiegen wurde. Der Radfahrer verstieß insowagen ein in gleicher Richtung fahrender Radfahrer fern gegen die Kraftfahrverkehrsordnung, als er es auf, der plötzlich in die Hiberniastraße abbiegen wollte. unterließ, wie es erforderlich ist, dem KraftwagenUm den Radfahrer nicht anzufahren, warf der Arzt führer durch Zeichen in genügender Weise anzudeuseinen Wagen herum, prallte aber mit großer Wucht ten, daß er in die Seitenstraße einbiegen wollte. Der gegen einen Stromleitungsmast. Die Karosserie seines Zusammenprall entstand also, weil der Radfahrer die Wagens wurde schwer beschädigt, zwei der Kinder Hupensignale des Kraftwagens überhört und auch wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten derartig lassig die Hand zur Seite gehalten hatte, daß schwere Verletzungen. Das dritte der Kinder, der der Arzt dieses Handzeichen nicht genügend wahrSchüler Karl Seltzer aus Bochum, fand man im Wa= nehmen konnte. So führten eine Reihe widriger Umgen eingeklemmt mit außerordentlich schweren Ver= stände zu diesem Unglück. Der Arzt erlitt infolge der letzungen vor. Er wurde in ein Herner Krankenhaus Auswirkung des Unglückes einen Nervenchock, der ihn transportiert. Rettung war nicht mehr möglich. Nach für mehrere Wochen berufsunfahig machte. einigen Stunden schon trat der Tod ein. Auch der„— nme Arzt erlitt durch den Anprall nicht unerhebliche Ver= a.###.—k, uut2 Tag“ gugrgrtragt, Sgen dan Radfahrer letzungen. Der Radfahrer, der gestreift und zu P#- Geldstrafe von 500 Mark und gegen den Radfahrer eine solche von 100 Mark. Er war der Ansicht, daß letzungen. Der Radfahrer, der gestreift und zu Bo wird hach, swaren die Verletzungen h., nur leichter die Versehlungen beider Angeklagten mit einer Gelddoch waren die Verletzungen bei ihm nur leichter strafe hinreichend gesühnt sein würden. Das Gericht Satnt.(verurteilte den Arzt zu 250 Mark Geldstrafe Es standen nun vor dem Schöffengericht sowohl der und den Radfahrer zu 10 Mark Geldstrafe. Bochumer Arzt wie auch der Radfahrer unter der falenschänke), im Kath. Gesellenhaus und bei den Mu gliedern erhältlich sind. * Wirtschaftseröffnung. Herr Ernst Goerke übernimmt mit dem heuti gen Tage das Restaurant„Zum Rhein=Herne anal“. Strünkeder Straße 187. Das Lokal wird heute nachmittag nach vollständiger Renovierung er (Siehe An öffnet. Inzeige.) 140 000 Kleinwohnungen durch Ehestandsdarlehen notwendig. Die Reichsregierung rechnet mit rund 300000 an geschobenen Ehen in Deutschland und hofft, durch die Heiratsspende etwa 150000 Eheschließungen in diese Jahre zuwege zu bringen. Rechnet man, daß 5 v. der neuen Ehen in Untermiete bei Eltern oder sonst wohnen werden. so ergidt sich eine Nachfrage n 140 000 Wohnungen, wohl in der Hauptse Kleinwohnungen. Es wird also von hier aus ein großer Anreiz für den Baumarkt ausgehen. Man kann annehmen, daß die Finanzierung von Kleinwohnungsbauten gegenwärtig bei den gesunkenen Baukosten nicht nur möglich ist, sondern daß sich auch eine gesunde Rentabilität solcher Wohnungsbauten erzielen läßt Der Anreiz zur Unterteilung größerer Wohnungen wird ebenfalls verstärkt werden. Da der Staat hierfür Mittel zur Verfügung stellt, ist zu erwarten, daß von dieser Möglichkeit verstärkt Gebrauch gemacht wird. Dadurch könnten viele Wohngebäude, die heute keinen Ertrag mehr aufweisen, wieder einigermaßen rentabel gemacht werden. Beschuldigung, durch Außerachtlassung der Bestim mungen der Kraftwagenverkehrsordnung diesen schwe ren Unfall herbeigeführt zu haben. Die Beweisaufnahme beleuchtete eingehend den Hergang des Unfalles. Aus ihr ging hervor, daß der angeklagte Arzt zu ichnell gefahren ist. Der Arzt wie Ein verhängnisvoller Unglücksfall, dem ein blühen=sarch der Radfahrer wurden als vorsichtige Fahrer des Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich geschlidert. Zur Zeit des Unfalls— gegen 1 Uhr Dienstag abend gegen 19,55 Uhr in der Wohnung mittags— zeigte die Straße geringen Verkehr. Der der Familie H. in der Poststraße. Der 22jährige Sohn Radfahrer befand sich wie der Wagen des Arztes in Kurt hantierte im Beisein zweier Freunde mit einem Richtung Herne. Der Arzt gab mehrfaches HupenRevolver, welcher wegen Ladehemmung zerlegt wer= signal, um dem Radfahrer zu zeigen, daß er ihn zu den sollte, da eine Kugel im Laufansatz festsaß. Als überholen beabsichtige, jedoch bog der Radfahrer plötz einer der Freunde die Waffe in die Hand nahm, löste lich kurz vor der Straßenkreuzung in weitem Bogen sich plötzlich die gespannte Hahnseder, wobei der Schuß in die Hiberniastraße ein, wurde aber von dem Kraft losging und dem nebenstehenden Kurt H. in den Hals wagen des Arztes noch gestreift und zur Erde gedrana. die Luftröhre durchschlug und im Nacken=schleudert. In bedenklichem Zustande] Der Arzt durfte auf der Straße in eschwin Nach harter Acbeir wirbelknochen stecken blieb. In bedenklichem Zustande mußte der Aermste durch das herbeigerufene Ret einem geschlossenen Orte nur eine Fahrgeschwindigkeit von folgt die Gemütlichkeit im eigenen Heim. Eine Kanne Kaffee und ein goldbraun gebackener Oetker- Kuchen schafft die schönste Stimmung! Stewssen, daß Dr. Oetker'’s Beckpulver„Backin“ sowie Dr. Oetker's Puddingpulver und Vanillinzucker infolge des großen Umsatzes überall stets frisch zu haben ist.— Auf die Schunzmarke Geller Cont““ bitte * * * 8 8 X = —= * * 5 # 2 — O 22* * □ G ∆— 3 D 0 " 2 5 12 (D 0 S 955 * 9 5 ##### Der alte Kaufmann Von Theoder Engelmann. Bös hatte ihm das Schicksal mitgespielt. Kaum konnte man es glauben, daß dieser mude, menschencheue alte Mann einst Seniorchef der Weltfirma Hinrich G. Bolten gewesen war. Von dem großen „Königlichen Kaufmann". dessen Werk ehemals die halbe Erde umspannte, und von dessen Entschlüssen Hunderte von Existenzen abhingen, war nur ein armer, zermürdter Greis übrig geblieben, der es noch immer nicht fassen konnte, wie ihm Krieg und Krankheit, Inflation und Wirtschaftskrise Stück für Stück von seinem Geschäfte, seinem Vermögen, seinem Ansehen hatten rauden können.„Bertha“, sagte er zuweilen bekümmert zu der ihn liebevoll betreuenden Schwester. „ich verstehe diese Welt nicht mehr, aber ich mag auch nicht an die Vergangenheit erinnert werden!" Jedoch Erinnerungen lassen sich nicht so lenken und„disponieren“ wie Kaufmannsgüter und Kaufmannsgeschäfte. Sie kommen und bleiben und gehen, ob man es will oder nicht. Auch der alte Herr Hinrich G. Bolten vermochte sie nicht zu bannen, die Gedanken, die 50 Jahre lang in seinem Kopfe ein= und ausgegangen waren, die Erinnerung an seine Vergangenheit, die er doch vergessen wollte. Bald wie döse Feinde, bald wie listige Kobolde überfielen ihn diese Erinnerungen, überall und jederzeit; es gab kein Entrinnen! Schon am frühen Morgen fing es an. Rasselte der Wecker in der Nachbarwohnung. Wand an Wand zu dem ärmlichen Schlafzimmer, da durchfuhr jedes Mai den alten Kaufmann ein schreckhaftes Erinnern an sein erstes Geschäft, das er als blutjunger Reisender für eine deutsche Exportfirma gemacht hatte: um einen großen Probeauftrag für mehrere hundert Wecker handelte es sich und er hatte die amerikanische Konkurrenz unterboten, daß ihm die Bestellung übertragen wurde, jedoch unter der Bedingung, daß diese Wecker auch gut funktionierten. Ohne Wissen seiner Firma hatte er jene Bedingung angenommen und war nun monatelang im Drucke, ob die Garantie auch erfüllt und ihm nicht sein erster großer Auftrag annulliert werde. Und dieser„Jugendkomplex“ hatte ihn sein sanzes Leden durch verfolgt und ihm manchen Morgenschlaf verdorben. So auch heute wieder. Geht es dann an die bescheidene Toilette, so kommen auch sofort wieder die Erinnerungen und damit ungewollt die Vergleiche zwischen der glanzvollen Vergangenheit und dem trübseligen Heute. Damals, ja damals in Afrika war es eine ganze Schar von fardigen Dienern, die ihn, den reichen Plantagenbesitzer, schon frühmorgens umgad. der eine rasierend, der andere massierend, ein dritter frottierend und der Rest dem Bana=Kude. dem„großen Herrn". auf jede nur mögliche Weise dienend. Nur ein winziges Stuckchen aus dieser Zeit war ihm zufällig geblieden: ein sogenannter Loofah=Schwamm. Und jedesmal, wenn er ihn zur Hand nahm, mußte er seines Ursprungs gedenken! Im Innern Afrikas reisend und vor Durst fast am Ende, stößt einer seiner Diener auf eine kürbisähnliche Frucht, deren saftreiches Fleisch die Verschmachtenden wunderbar erquickt. Bei näherer Untersuchung der fremdartigen Frucht ergibt sich, daß ihre Schale aus einem schwammartigen Stoffe besteht, der, getrocknet, sich wie ein Waschschwamm verwenden läßt. Und aus diesem Zufalls=Funde entstand dann unter seiner Leitung die erste Loofah=Gesellschaft, die durch Ausbeutung jener Früchte glänzend prosperierte und erst durch Krieg und Raub vernichtet wurde. „Lieber nicht daran denken“, murmelte der alte Mann. Aber auch beim bescheidenen Frühstück, das Bolten mit der Schwester zusammen einnimmt, verlassen ihn die jetzt aufgescheuchten Erinnerungs=Schwärme nicht. Ist doch fast alles, was so zum Frühstückstisch gehört, irgendwie mit seinem kaufmännischen Berufsleben verknüpft gewesen: Tee, Kaffee und Kakao hatte seine Firma jahrzehntelang in großem Maße eingeführt; Zucker hatte er selbst in Mittelamerika gepflanzt und in eigener Raffinerie verarbeitet; die Marmelade erinnerte ihn an seinen erfolgreichen Versuch, den englischen Jam=Fabriken in Deutschland Konkurrenz zu machen; und endlich Brot und Butter— auch die waren selbst erzeugt worden auf jenem großen Mustergute in Holstein, das er, als Krönung seines Kaufmannslebeus, sich als Alterssitz geschaffen hatte. Kurz vor dem Weltkriege war das gewesen, und sein Lebensabend schien so heiter und wolkenlos,— da kam das Unglück, Schlag auf Schlag, und so unbarmherzig hart waren die Schläge, daß er nicht glaubte, sie je überstehen zu können.... Und doch war ihm schließlich auch das gelungen— unter vielem Opfern. Verzichten. Sichbescheiden! Nur das Vergessen konnte er nicht lernen.„Ist auch übermenschlich schwer, ein mit Arbeit und Erfolg. Sorgen und Freuden ausgefülltes langes Leben so einfach aus dem Gedächtnis auswischen zu wollen.. Wie er so sinnt und grübelt, der arme alte Mann, da klopfts an der Tür und hereinstürmen die beiden Enkel, die er so sehr liebt. Die werden ihn auf andere Gedanken bringen!—„Großvater. Du wolltest uns doch von Indien erzählen und wie Du da mit dem Löwen gekämpft hat!"—— Rein, es gab einfach kein Entrinnen vor der Vergangenheit! So reißt sich denn der alte Mann zusammen,— die Jungens dürfen nicht sehen, wie feucht seine Augen geworden sind— nimmt seine Lieblinge auf die Knie und erzahlt ihnen die lang versprochene Geschichte. Atemlos und mit heißen Wangen durchleben die Jungens jede Minute dieser Jagdtat, die ihr Großvater vollbracht hat: wie er, furchtlos den anspringenden Löwen erwartend, ihn im Sprunge zu Boden streckt,— ein Meisterschuß, davon noch lange im Dschungel gesprochen wurve.... Jetzt ist der alte Mann mit seiner Geschichte zu Ende, die ihn für eine halbe Stunde belebt und abgelenkt hat. Und schon steigen wieder die Schatten der leeren, grauen Gegenwart auf. die helle, lebensstarke Vergangenheit zurückdrängend.„So, Jungens, jetzt müßt Ihr wieder nach Hause gehen". murmelt er müde, da beugen sich zwei glühheiße Knabengesichter über ihn, und aus ihren glänzenden Augen leuchtet etwas, was er lange nicht erlebt hat: freudiger Stolz. einen solchen Großvater zu besitzen! „Bitte, erzähle uns mehr von Dir, schick' uns jetzt nicht fort!“— so flehen die heißen, ganz ernst gewordenen Kinderaugen. Da gleitet ein glückliches Lächeln über das gramzersurchte Gesicht des alten Kaufmanns, und schon hat er, sich selbst kaum bewußt, den Faden der Erzählung wieder aufgenommen und weitergesponnen. Von Indien und Afrika weiter zu den Indianern in Südamerika, mit denen er Kautschuk gesucht und Tauschhandel getrieben hatte; weiter nach Mexiko, wo ihn die Silbergruben gelockt und bereichert hatten; dann nach Kanada, dessen Reichtum an Holz und Pelzwerk seiner Firma eine neue Erwerbsquelle brachte. Und so fort fast über den ganzen Erdball. Und in jedem Lande entstand eine Niederlassung, lauter Glieder in der großen Kette, mit der die Firma Hinrich G. Bolten, seine Firma, die Welt umspannte. Dazwischen fahren die eigenen und gecharterten Handelsschiffe, die deutsche und Hamburger Flagge auf allen Meeren zeigend. Und er selbst, der Seniorchef dieses Welthauses,— er ist heute in Hamburg, morgen in London, dann wieder in Neuyork oder Buenos=Aires und lenkt von dort aus die Geschicke dieses gewaltigen, weitverzweigten Unternehmens. Wahrhaft ein königlicher Kaufmann! Erschreckend fährt der alte Mann auf; hatte er das gesagt, dies alles erzählt?— oder war er eingeschlafen und im Traumland der Erinnerung gewesen?— Rein, in den leuchtenden Augen des Knabenpaares da spiegelt sich noch der Glanz dieser vergangenen Zeiten und zugleich der Stolz. Enkelkinder eines solchen Mannes zu sein!— Leise tritt die Schwester in das dunkelgewordene Zimmer, freundlich mahnend. es sei sehr, sehr spät geworden für die Jungens.„Verzeih". flüstert der Bruder noch halbverwirrt,„ich habe mich unversehens beim Erzählen ganz in die Vergangenheit verloren.“—„Ja, das ist gut so und ich freue mich darüber", erwidert leise die Schwester— mit einem glücklichen Blick in des Bruders feuchtglänzende Augen.„Du weißt gar nicht, wie reich Du bist, und wie ich Dich beneide um Deinen Schatz solcher Erinnerungen!“ DIE BUNTE WELT Die mondsuchtige Millionarin Neuyork hat wieder einmal ein„Sensatiöncher“. Dieses Mal handelt es sich um eine ganz mysteriöse Sache, die noch der Enträtselung harrt. Zwei Nachtpolizisten auf Coney Island beobachteten, wie im Mondschein eine nur mit einem Hemd bekleidete Frau mit erhobenen Armen über den breiten Strand in den Ozean hineinschritt, ohne zu socken. Im Laufchritt eilten sie hinzu und bargen die Frau, die schon bis zum Hals im Wasser stand und zweisellos ertrunken ware wenn die Beamten nicht dagewesen wären. Zu ihrem Erstaunen machten die beiden Polizisten die Feststellung, daß die Frau schlief, als sie sie aus dem Wasser trugen. Kaum hatten sie sie behutsam auf dem Strande niedergelegt und ihr einen Mantel umgelegt. als sie die Augen ausschlug und sich entsetzt umsad. Es stellte sich heraus, daß sie von ihrem Spaziergang ins Meer nicht das geringste wußte. Es handelt sich um die Gattin eines bekannten Neuyorter Millionärs. der in Coney Island ein Sommerhaus besitzt. Offenbar in einer Art von Mondsucht muß die Frau das Haus verlassen und sich zum Strande begeben haben. Die mondsuchtige Millionärin, eine der glänzendsten Erscheinungen der Neuvorker Gesellschaft, wurde natürlich der Gesprächsstoff der gesamten Presse der Hudsonmetropole. Ihr Gatte hat sein Sommerhaus jetzt mit einer ständigen starken Wache umgeben, um zu verhindern, daß seine Frau noch einmal„ausbricht". Den beiden Polizisten hat der Krösus eine Belohnung von je 20000 Dollar übergeben. woraus der Schluß zu ziehen ist, daß ihm die Gattin sehr viel wert ist, was bei amerikanischen Millionären verhältnismäßig selten der Fall zu sein pflegt. Raviater Badezeltbesitzer Zu einer Szeue, die für die Zuschauer komisch, für den Betroffenen aber recht aufregend war. kam es in einem dänischen Badeorte, in dem am Strande Zelte aufgestellt waren. Ein junger Mann, der baden wollte, hängte seine Kleider in einem unbenutzten Zelt auf und ging dann ins Wasser. Als er wieder herauskam, waren seine Kleider verschwunden. Nach etlichen Erkundigungen bei anderen Badenden hörte er, daß ein älterer Mann die Kleider aus dem Zelt mitgenommen habe. Der junge Herr glaubte zunächst. man wolle sich mit ihm einen Scherz machen, aber als er sich an den Mann wandte, hörte er, daß dieser für die Rückgabe der Kleidungsstücke, ohne die der junge Mann sich doch nicht sehen lassen konnte, vier Kronen verlangte. Er glaubte zu dieser Forderung ein Recht zu haben, weil der junge Mann, ohne um Erlaudnis zu fragen, die Kleider in seinem Zelt ausgehängt hatte. Der junge Mann war jedoch mit dem Jahlen nicht so rasch bei der Hand, sondern ließ die Polizei rusen, die den Alten zwang. die Kleider ohne Entschädigung herauszugeben. Inzwischen hatte sich natürlich eine große Menschenmenge angesammelt, die den geschäftstüchtigen Alten mit nicht gerade schmeichelhaften Zurufen bedachte. Beliedt hat er sich jedenfalls durch sein Verhalten nicht gemacht. Variefé Am Ne. 100* Uuterbaltungsbeilage zum Heener Auzeiger“. „Ja!“ „Hat dieser Larsen wieder telegraphiert?" „Rein, gnädiger Herr.“ „Haben Sie stets ein Auge auf diesen Menschen Er ist ein verdächtiger Schnüffler. Vielleicht war sogar er es, der den mystischen Anruf gemacht hat.“ „Jawohl, gnädiger Herr.“ „Was ist das?“ ertönte plötzlich die Stimme von Klappe 107 mit dem deutlichen Unterton des Schreckens.„Unser Alarmzeichen ist in Tätigkeit. Es st jemand in unserem Gang. Schluß!“ Das Gespräch brach säh ab. Auch der rätselhafte Lauscher hatte es plötzlich sehr eilig. Er sprang zur Lampe und drehte das Licht ab. Eine Tür ging... Arvid war am oberen Ende des Schachtes angelangt. Er sah nur einen langen Gang, der rechter Hand vom Schlund des Schachtes weiterführte. An beiden Seiten dieses Korridors gab es je drei Türen Der Däne leuchtete den Gang ab und trat dann vorsichtig auf den mit Matten belegten Grund. Unschlüssig glitt sein Auge von einer Tür zur anderen. Er sah, daß über den einzelnen Eingängen Nummertafeln angebracht waren und las: 104. 105, 106. 107... Behutsam drückte er die Klinke von Tür Nr. 104 nieder. Die Tür ging auf. Arvid stand in einem Zimmer, das, wie er sich beim Schein der Taschen lampe überzeugte, als Kontorraum diente. Er trat an einen Schreibtisch und öffnete die Laden. Es waren eine Anzahl Briefdurchschläge, die er fand. Er legte sie auf die Tischplatte und begann zu lesen. Er hörte nicht, daß hinter ihm eine in der Wand eingelassene verkappte Tür aufging „Hands up!“ ertönte unvermittelt eine scharfe Stimme in seinem Rücken Arvid fuhr herum. Plötzlich flammte Licht auf. Der Eingetretene hatte die lektrische Lampe angedreht. Der Däne stand einem hochgewachsenen, schlanken Mann gegenüber, dessen Gesicht von einer Maske verdeckt war. In der Rechten hielt er einen Revolver, der drohend auf Arvid gerichtet war. Hinter der Maske drang ein trockenes Lachen hervor. „Ah. Sie sind es! Wir haben gehört von Ihnen. Sie werden uns nicht mehr stören. Legen Sie Ihre Waffe weg," befahl er Arvid zögerte. „Wollen Sie kalt gemacht werden. Mensch?“ zischte der andere.„Sofort den Revolver auf die Tischplatte!“ Der Däne gehorchte. Sein Gegner trat heran und steckte die Wasse zu sich. „So ist es recht“, sagte der andere mit ironischer Anerkennung. Arvid wollte seinen Ohren nicht trauen. Diese Stimme ähnelte in der Tat der des Inders. Und doch wieder nicht. Sie war härter, metallischer. Rein, es war nicht der Radscha, der vor ihm stand „Umdrehen!“ kommandierte der Mann mit der Maske. Und als Arvid nicht gehorchen wollte, verlieh der Gegner seinem Befehl dadurch Nachdruck, daß er die Mündung seines Revolvers dem Dänen in die Rippen setzte. Was blieb da übrig als nachzugeben? Kaum hatte Arvid dem Maskierten den Rücken gekehrt, als aus der verborgenen Tür ein zweiter Mann hereintrat. Er war breiter gebaut als der erste. Auch sein Gesicht war verhüllt. In der einen Hand trug er einen Gummiknüttel. Der Mann mit dem Revolver gab seinem Komplicen einen Wink. Dieser trat leise hinter Arvid und hob seinen Knüttel. Der Däne fühlte noch einen schweren Schlag auf sein Hinterhaupt niedersausen, dann schwanden ihm die Sinne. „Fesseln!“ befahl der Mann mit dem Revolver Der andere kniete neben dem besinnungslos auf dem Boden Liegenden nieder und drehte den Körper des Niedergeschlagenen um. Er band ihm die Hände auf dem Rücken zusammen und fesselte auch seine Füße. „Lassen Sie ihn in den Schacht hinunter. Jenkins“, befahl der eine.„Er soll bis morgen im Eang liegen bleiben, damit er sich nicht mit dem Viscount verständigen kann.“ Der Helfershelfer schleppte ein Seil herbei, schlang es um die Hüften des ohnmächtigen Dänen und ließ ihn dann in den Schacht hinab. „Liegt er unten, Jenkins,“ fragte der Mann mit dem Revolver. „Ja, Sir.“ „Dann kommen Sie. Jenkins, wir müssen den andern verständigen.“ Die geheime Tür ging auf. Das elektrische Licht wurde ausgeschaltet und die beiden verschwanden. Als Arvid wieder erwachte, lag er auf einem Sosa. Er blinzelte mit den Augen, wollte den Kopf aufrichten. Aber ein heftiger Schmerz am Hinterhaupt zwang ihn, sich wieder auf das weiche Kissen niedersinken zu lassen. Seine Augen fielen zuerst auf einen Tisch, der mit einer Menge von Büchern bedeckt war. Ueber ihm hing eine brennende elektrische Lampe. Er ließ den Blick weiter wandern, da wurde er in einer Ecke einen Herrn gewahr, der, den Rücken ihm zugekehrt, an einem kleinen Tischchen saß und schrieb. Der Herr hatte graue Haare. „Wo din ich?“ fragte Arvid. Seine Stimme klang heiser. Der Herr wandte sich um „Oh. Sie sind endlich wach?" fragte er. Der Däne erkannte erstaunt Professor Jürgens. Der Gelehrte erhod sich und trippelte an das Sofa heran. „Sie haden lange gebraucht, um aus Ihrer Ohnmacht zu erwachen. Muß ein döser Sturz gewesen sein, den Sie da erlitten haben. Ich habe schon nach dem Arzt senden lassen. Aber der muß eben einen Verwundeten operieren, da die Gefahr einer Blut vergiftung besteht, ließ er mir sagen.“ „Ja, wie komme ich denn hierber?" Professor Jürgens zuckte die Achseln „Da fragen Sie mich zuviel, bester Mr. Larsen Ich war gerade über der Abfassung des zweiten Kapitels meines Werks, da hörte ich vor meiner Tür ein Geräusch. als ob man etwas Schweres niederlege. Ich stehe auf und öffne und— da liegen Sie draußen auf der Matte.“ „Sonderbar.“ „Richt wahr?— Darf ich Ihnen einen neuen kalten Umschlag machen?" Arvid griff an den Kopf. Jetzt erst fühlte er, daß sich um sein Haupt ein Verband legte. „Bitte“, sagte er. Und während der Professor behutsam den Verband wechselte, fragte Arvid: „Und Sie haben nicht gesehen, wer mich vor Ihre Tür legte?“ „Rein. Es war niemand draußen. Der Gang war ganz leer.“ „Aber— warum hat man mich denn gerade vor Ihre Tür gelegt?“ „Ja, das weiß ich auch nicht. Vermutlich wollte man Sie in irgend eine Obhut geben.“ „Aber dann hätte der Betreffende doch ebenso gut mit Ihnen sprechen können.“ „Richtig. Aber er tat es nun einmal nicht.“ Der Professor besah das Hinterhaupt Larsens Heimkehr des Joachim Aus der Holzschmitttolge„Das Marmeieben“ von Albrecht Durer „Süsssss“, machte er bedauernd. Ddie Seschwul# nimmt noch immer zu. Wo sind Sie denn da gefallen?" „Ich glitt auf einer Leiter aus und stürzte hir ab“, log Arvid „Na, nun bleiden Sie die Nacht bei mir und morgen, wenn Sie sich kräftig genug fühlen sollten. werde ich Sie auf Ihre Radine bringen lassen—“ Arvid nickte. „Wenn Sie etwas brauchen sollten, dann ditte er nur zu sagen. Reden Ihnen steht übrigens ein Glas eisgekühlte Limonade. Wollen Sie trinken?“ „Bitte.“ Der Professor stützte seinen Pflegling und setzte ihm fürsorglich das Glas an den Mund. Arvid mußte unwillkürlich lächeln. als er von dem alten Herrn wie ein kleines Kind gepäppelt wurde. „Se“, sagte der Gelehrte.„Und nun legen Sie sich wieder zurück.“ „Wie spät ist es.“ fragte Arvid „Drei Uhr. Aber ich gehe erst um vier Abe schlafen. Ich muß noch ein Kapitel zu Ende schreiden Sie entschuldigen mich nun wohl?“ fragte er ängstlich und schielte verlangend nach seinem Schreibpult hinüber.„Wie gesagt, wenn Sie etwas brauchen, einen neuen Verband oder so. ditte es mir nur zu sagen Ich werde jedenfalls das Licht abblenden.“ „Danke“, sagte Arvid. Der Professor nahm ein Tuch und verhangte damit die Lampe nach jener Seite hin, wo Larsen lag Als der Professor wiedek über seinem geliebten Werte saß. hob Arvid die Hände und besah sie. Um die Knöchel zogen sich Striemen. Er war also gefesselt gewesen. Seine Gedanken verwirrten sich wieder sein Un## Nahrungsautarkie Deutschland ist Venn wir an die bösen Geurschland isr Kriegsjähre zurückdenken, so auf dem Wege erinnern wir uns auch, , welche Sorgen und Schwierigkeiten der deutschen Kriegsleitung damals das Ernährungsproblem bereitete. Denn die Ernährung der deutschen Zivilbevölkerung war vor dem Kriege zum großen Teil auf ausländische Zufuhr von Getreide, Fleisch, Fetten usw. eingestellt. Alle diese und auch manche andere Nahrungsmittel wurden daher im Kriege knapp, und es mußte zum Kartensystem gegriffen werden. Künftig wird sich Deutschland mit solchen Sorgen nicht mehr herumzuplagen brauchen, denn die Ernährung des deutschen Volkes aus heimischen Nahrungsquellen ist heute bereits im wesentlichen sichergestellt. Das Institut für Konjunkturforschung hat soeben in seinem Wochenbericht festgestellt, daß schon im Jahre 1932 rund 87 Prozent aller in Deutschland verzehrten Nahrungsmittel im Inlande erzeugt wurden. Seitdem haben die Autarkiebestrebungen auf dem Gebiete der Nahrungsversorgung noch bedeutende Fortschritte gemacht. Man braucht zum Beweise hierfür nur auf die Neuordnung der Getreide= und der Fettwirtschaft durch die nationale Regierung hinzuweisen. Bei der Bewertung der Erfolge, die in der Richtung einer völligen Unabhängigkeit der Ernährung des deutschen Volkes von ausländischer Zufuhr erzielt worden sind, darf man allerdings zwei Tatsachen nicht außer acht lassen. Die eine besteht darin, daß derjenige Teil der deutschen Nahrungsmittel, der aus dem Auslande eingefuhrt wird und der noch immer auf 13 Prozent des gesamten Nahrungsmittelbedarfs beziffert wird, auch eine Reihe von Nahrungsmitteln umfaßt, die auch heute nicht ohne Schwierigkeiten durch in Deutschland erzeugte vollkommen zu ersetzen wären. Allerdings befinden sich unter den 13 Prozent überwiegend solche Nahrungsmittel, die mehr als Genußmittel zu bezeichnen sind und auf die daher im Notfalle auch ganz verzichtet werden könnte. Dazu gehört z. B. die Einfuhr von Südfrüchten, Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen, Tabak usw. Eine große Rolle spielen innerhalb der deutschen„Nahrungsmitteleinfuhr die Oelfruchte einschließlich der aus ihnen hergestellten Oele und Fette, die teils zur Margarinefabrikation, teils in der deutschen Viehhaltung als Kraftfutter Verwendung finden. Diese Einfuhr, die seit dem Jahre 1929 bereits von 617 auf 249 Millionen Mark zusammengeschrumpft ist, wird voraussichtlich durch die schon erwähnte Umstellung der deutschen Fettwirtschaft auf eine noch weit geringere Menge reduziert werden. In engem Zusammenhange mit der Einfuhr von Mais, von Oelkuchen und anderen Futtermitteln steht das Problem der Ernährung des deutschen Viehs. Wenn oben gesagt wurde, daß Deutschland schon im Jahre 1932 seinen Nahrungsbedarf zu 87 Prozent auf der eigenen Scholle gewinnen konnte, so bezieht sich das ja nur auf die Nahrungsmittel, die der menschlichen Ernährung dienen. Man muß aber auch die Tatsache berücksichtigen, daß ein großer Teil unserer Inlandsprodukte von Fleisch, Butter, Eiern, tierischen Fetten usw. nur mit Hilfe eingeführter ausländischer Futtermittel möglich ist. Zieht man auch diese mittelbare Nahrungszufuhr aus dem Auslande in Betracht, so hat Deutschland nach den Berechnungen des Konjunkturinstituts nur 79 Prozent seines Nahrungsbedarfs im Jahre 1932 aus der eigenen Erzeugung decken können. Für die Frage, ob Deutschland die Ernährung seiner Bevölkerung unabhängig vom Auslande sicherstellen kann, ist es aber letzten Endes gleichgültig, ob es Nahrungsmittel in Form von Fertigwaren oder in der von Rohstoffen für die Viehwirtschaft, also in Gestalt von Oelkuchen, Futtergerste und Mais einführt, die dann im Inlande zu Butter, Eiern, Schmalz usw. umgewandelt werden. Doch auch wenn man diesen Umstand berücksichtigt, sind die Aussichten auf eine Herstellung der deutschen Nahrungsautarkie günstig. Ist doch der Anteil der einheimischen Erzeugung am deutschen Nahrungsmittelbedarf auch unter Einrechnung der Futtermitteleinfuhr nach den Angaben des Konjunkturinstituts von 67 Prozent im Jahre 1927 schon auf 79 Prozent im Jahre 1932 gestiegen. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er sich im Jahre 1933 noch weiter erhöhen wird. Die deutsche Agrarpolitik hat sich nach dem politischen Umschwung restlos und mit ganzer Kraft in den Dienst dieser Nahrungsautarkie gestellt. Durch entsprechende Umstellung wird die deutsche Landwirtschaft dazu gebracht werden, nicht nur den Anbau von Brotgetreide, sondern auch den von Futtergerste, Oelfrüchten und Viehfutterpflanzen aller Ant erhedlich zu steigern, Deutschland kann, wie das Konjunkturinstitut nachweist, heute schon seinen Bedarf an Brotgetreide, Zucker, Milch. Fleisch und Kartoffeln so gut wie vollkommen aus der Inlandserzeugung decken. Es kann deren Anteil an der Deckung des Bedarfs an Gemüse und Obst wesentlich steigern. Es kann ferner noch bedeutende Anstrengungen machen, um nicht nur die Deckung des Bedarfs an Fleisch, Butter, Käse und Eiern aus inländischer Erzeugung sicherzustellen, sondern auch die erforderlichen Futtermittel in der Hauptsache im Inlande zu gewinnen. Wir sind in Deutschland jetzt auf dem Wege zur Herstellung der vollen Nahrungsautarkie und werden das Ziel, wenn wir auf diesem Wege unbeirrt fortschreiten, in verhältnismäßig kurzer Zeit erreichen. * Mussolinis sleben Jahren eine gewonnene Schlacht Gegnern und nicht selten auch bei Freunden spöttisches Lächeln hervorrief. Man glaubte nicht an seine „theatralischen und etwas einfältigen“ Formeln. Aber er wußte, daß man das italienische Volk nur mit klaren, schmetternden Schlachtrufen zu neuen Arbeiten mitreißen könne. Er sollte sich nicht täuschen. Allen Anfeindungen und Schwierigkeiten zum Trotz gewann er die Getreideschlacht: 1913 mußte Italien 84 Millionen Doppelzentner Weizen einführen, um seine Bevölkerung zu ernähren, 1932 nur noch 45 Millionen Doppelzentner. In sieben Jahren konnte Italien seine Getreideerzeugung nahezu verdoppeln. Mussolini begnügte sich nicht nur damit, brachliegende Besitzungen zu enteignen und zu kolonisieren. Er ging daran, die unwirtlichen Gegenden der Campagna, Romana und Venetiens urbar zu machen, neues Ackerland zu gewinnen, einen neuen Kleinbauernstamm zu schaffen. Dieses Werk der Urbarmachung ist nicht etwa eine Erfindung des Faschismus. Aber zwischen der Bonification“ vor und unter Mussolini besteht ein tiefgehender Unterschied. Früher hatte man die Bevölkerung vor den schädlichen Einflüssen der Sumpfgegenden schützen, d. h. ein Problem der Volksgesundheit lösen wollen. Mussolini will mehr als das. Er strebt danach neue Grundeigentümer zu schaffen, den alten italienischen Bauernstand neuerstehen zu lassen. Gelegentlich einer Versammlung von Vertretern der großen landwirtschaftlichen Korporationen hielt der Duce unlängst eine Rede, in der er seine Anschauungen darlegte. Das„Goldene Zeitalter des Kapitalismus“ habe Hunderttausende von Bauern in die Städte gelockt. Die Wirtschaftskrise warf den größten Teil von ihnen auf die Straße. Können diese ehemaligen Bauern, diese jetzt erwerbslos gewordenen Industriearbeiter wieder auf das Land zurückgebracht werden? Die Erfahrungen in zahlreichen Ländern beweisen, daß dies in den meisten Fällen unmoglich ist. Die Industriearbeit hat den Menschen fast immer für die Landarbeit untauglich gemacht. Wohl alle Staaten werden daher auf längere Zeu mut einem größeren oder kleineren Kontingent von Arbeitslosen zu rechnen haben. Aber Mussolini versuchte schon 1926, mit allen Mitteln die Rückkehr aufs Land zu fördern, die großen Städte von dem naturwidrigen Zuzug zu befreien, der sich onne Unterlaß aus den Dörfern in sie ergoß. Diese Politik soll fortgesetzt werden. aber der Duce selbst errannie an, daß andere Maßnahmen notwendig wurden, um das Gleichgewicht zwischen Land und Stadt wiederherzustellen: die Landevolkerung muß auf dem Lande gehalten werden. Zu diesem Zwecke mussen die Bauern als lement erster Klasse in der Volksgemeinschaft behandelt werden. Der Landwirt hatte als erster unter der Wirtschaftskrise zu leiden; er erholt sich als letzter. Die Verschuldung der Landwirtschaft ist in allen Staaten. in Deutschland wie in Amerika wie in Italien, ungeheuer. Auch Mussolini sah sich gezwungen, gewisse radikale Mittel wenigstens teilweise anzuwenden, um der Not der Bauern zu steuern: zwangsweise Herabsetzung des Hypothekeneinsfußes, Zahlungsstundungen, ja selbst Verbot, Bauernhöfe zu versteigern. Der Staat selbst griff der Landwirtschaft unter die Arme, indem er ihr insgesamt dreiviertel Milliarde Lire in Form von Krediten, auf mehrere Jahre verteilt, zur Verfügung stellte. Die wahre Rettung der Landwirtschaft liegt nach Mussolinis Auffassung in der Erhöhung der Preise der landwirtschaftlichen Produkte, was nicht durch währungspolitische Experimente erreicht werden kann, sondern nur durch allgemeine Wiederbelebung der Geschäfte. Dazu aber ist eine enge Zusammenarbeit aller Völker, eine Atmosphäre des guten Willens aller notwendig, und diese Vorbedingungen scheinen heute weiter entfernt denn je... Spiel= Turnen= Sport Der Gordon=Vennett=Flug Deutschland an dritter Stelle. Nach dem vorläusigen Ergednis des Gordon=BennettWettiluges belegt der amerikanische Ballon unter Führung von Marineleutnant Settle mit 1206 Kilometer den ersten Platz. Dann folgt der belgische Ballon mit 442.5 Kilometer vor Ballon„Deutschland 1"(Korner= Schütz) mit 394.2 Kilometer und dem franzonschen Ballon mit 233.3 Kilometer. Handball im Gau Westsalen Die neue Bezirks= und Kreiseinteilung. Nachdem der Reichssportführer in der Durchführung der Handballsvielreigen Klarbeit geschaffen bat, wurde vom Gauspielwart Ruppel=Hagen zusammen mit dem Gaudanddallobmann Wasmutd=Weiter folgende Bezirksund Kreiseinteilung vorgenommen: 1. Westfälischer Industriebezirk: Kreis Bochum. Kreis Dortmund. Kreis Hagen. Kreis Gelsenkirchen. 2. Bezirk Münster: Kreis Münster: Stadt= und Landkreis Münster. Kreis Beckum. Kreis Warendorf. Kreis Recklingdausen. Kreis Steinfurt. 3. Bezirk Minden: Kreis Minden. Kreis Bieleseld. Kreis Livve und Kreis Paderborn. 4. Bezirk Arnsbera: Kreis Hamm: Stadtkreis Hamm. Kreis Soest. Kreis Livpstadt. Landkreis Unna. Kreis Arnsberg: Kreis Arnsberg. Kreis Brilon. Kreis Meschede. Kreis Iserlohn: Stadt= und Landkreis Iserlohn. Stadtkreis Lüdenscheid. Kreis Altena. Kreis Siegen: Stadt= und Landkreis Siegen. Kreis Wittgenstein. Kreis Olve. Studentenweltspiele in Turin Deutschland schlägt Italien 6:9. Dienstag abend kamen in der Schwimmballe zu Turin zwei Wasserhallsviele zum Austrag. Im ersten Treffen standen sich Ungarn und Belgien gegenüder. Die Ungarn waren technisch und taktisch weit besser und siegten überlegen mit 6:0. 3:0. Im zweiten Sviel traf Deutschland auf Italien. und auch hier blieben die Deutschen mit 6:0. 3•0 fiegreich. Die Tore für Deutschland erzielten Dr. Schurger und Schweizer, je drei. Das Stellungsspiel war ganz ausgezeichnet. Pferdesport Trabrennen zu Hamburg. 1. Rennen: 1. Roland D., 2. Kobalt. 3. Virginius Toto: Sieg 30. ital. 69. Platz 18. 21. 21:10. 2. Rennen: 1. Walküre. 2. Norman Axwortho, 3. Johann K., 4. Bandola. Toto: Sieg 35. ital. 101. Platz 18. 27. 324. 50:10. 3. Rennen: 1. Corda. 2. Angele. 3. Guy Adele. Toto: Sieg 33. ital. 76. Platz 18. 24. 29:10. 4. Rennen: 1. Dollyrod Cortella. 2. Marte Watto, 3. Loblied. 4. Landito. Toto: Sieg 41. ital. 51. Platz 14. 13. 38. 14:10. 5. Rennen: 1. Maimädel. 2. Nutwood Belwin, 3 Däumling. Toto: Sieg 37. ital. 75. Platz 12. 12. 12:10 6. Rennen: 1. Guv Derbo. 2. Kudrun. 3. Mina. Toto: Sieg 33. ital. 60. Plavz 13. 16. 13:10. 7. Nennen: 1. Miß Dusso. 2 Wilhelm Tell. 3. Jean D. 4. Irma Pluto. Toto: Sieg 30. ital. 118. Platz 14. 23 13. 16:10. 8. Rennen: 1. Lunte. 2. Glosso Silk. 3. Cyklop. 4 Morgengruß. Toto: Sieg 37. ital. 47. Platz 16. 17. 27 22•10. Nächster Renntag in Gelsenkirchen Sonntag. den 19. September 1933. Grober Preis von Gelsenkirchen. Nennen zu Dortmund. 1. Edelstabl=Rennen: 1. W. Niggemeiers Silberser (I. Starosta), 2. Sturmfahne. 3. Hasso. Sieg 21. Platz 13. 24. 20:10. Ferner: Peladoros. Wellenberg. Einborn. Heldensage. Lieder Kerl. 2. Phönix=Jagdrennen: Frau A. Ohlmeiers Rosen krieg(H. Weder), 2. Feudal, 3. Lasso. Sieg 20. Platz 17. 21:10. Ferner: Oberland. Audi. 3. Hochosen=Nennen: 1. A. u. C. v. Weinbergs Faland (O. Schmidt), 2. Losung. 3. Tarauinia. Sieg 15. Platz 14. 18:10. Ferner: Corax. Jungmanne. 4. Kartellrennen der Dreijährigen: 1. A. u. C. v. Wein. bergs Gregorovius(O. Schmidt), 2. Blitz. 3. Leidensweg Sieg 12. Platz 10. 13:10. Ferner: Gnom. Polarstern. Orbino 5. Preis der Roten Erde: 1. P. Seegers Bekas(W. Genz), 2. Uxfaust, 3. Wappenschild. Sieg 25. Platz 15. 15. 17:10. Ferner: Schwarzwaldfürst. Atbos. Stauff. Binse. 6. Hoesch=Rennen: 1. K. Krahmers Roterberg(K Bude), 2. Rusalka. 3. Goldsucher. Sieg 100. Platz 29. 16:10. Ferner: Grünrock. 7. Stahlwerk=Hürdenrennen: 1. A. Tosbergs Strua. (Kusserow). 2. Jan van Wertd. 3. Pralinee. Siea 72 Platz 22. 27. 30:10. Ferner: Schwerthieb. Avitus. Hat Parabel. Auswahl. Sauewind. Blondlind. Tagesdoopelwette 4. und 5. Nennen: 36:10. Nennen zu Chantilln. 1. Rennen: 1. Saqui(Verre), 2. Emissaire. 3. Brieiz Sieg 148. Platz 38. 21. 66:10. Ferner 14 Pferde. 2. Rennen: 1. Charlatana(I. Thomvson). 2. La Preste, 3. Croir de Feu. Sieg 31 Platz 16. 30. 28:10. Ferner 5 Pferde. 3. Rennen: 1. Macestar(Elliott). 2. Verdure 3, 3. Zenodore. Sieg 19. Platz 12. 13:10. Ferner 2 Pferde 4. Rennen: 1. Keohte(Bridgland). 2. Chamvina 3. Libertad. Sieg 264. Platz 42. 14. 29:10. Ferner 5 Pferde. 5. Rennen: 1. Fantoche(H. Semblat). 2. Brunanburh 3. La Vestale. Sieg 59. Platz 15. 15. 13:10. Fernei 6 Pferde. 6. Nennen: 1. Alexandroona(Johnstone), 2. Angelico. 3. Caoture. Sieg 103. Platz 22. 16. 14:10. Ferner 11 Pferde. — Rundfunk=Programm Donnerstag, den 7. September 1933. 6.00 Morgenrus. 1. Choral:„Ich bete an die Macht der Liebe“. 2. Spruch des Tages. 6,.05 Morgenkonzert. 1. Teil. 1. Ouvertüre zum Schauspiel„Preziosa“(Weber). 2. Ein Bursch und ein Mägdlein flink und schön. Volksweise. 3. Melodien aus der Oper„Tiefland"(d'Albert). 4. Abendstern. Walzer(Lanner). 5. Ich hab' amal a Räuscher! g'habt. Wiener Lied(Kappeller). 6. Beim Becherklang, Rheinländer(Uschmann). 7. Des Großen Kurfürsten Reitermarsch, Armeemarsch 3, 89 (Moltke) 6.40 Wiederholung des Spätberichts. 6.45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 7.03 Wiederholung des Morgenrufs. Anschließend aus Bad Meinberg: Morgenkonzert, 2. Teil. Ausgeführt von Mitgliedern des Osnabrücker Stadttheaters. Leitung: Kapellmeister Otto Erich Steeger. 1. Torgauer Marsch. 2. Ouvertüre„Rosamunde".(Schubert). 3. Cavalleria rusticana (Mascagai). 4. An der schönen blauen Donau (Strauß). 5. Potpourri„Vogelhändler“(Jeller). 6. Mein Meinberg, Marsch(Steeger). 8,00 Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandomeldungen. 8.03 Für die Frau. 8.15 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. 10,00 Frühbericht, Zeitangabe u. Wasserstandsmeldungen. 10.05 Kindergarten. 10,30 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Heinz Heike:„Wir reisen auf Frachtbrief mit der Kiste X9 1000“. R. A. SchaffnitBergholz:„Flußlauf und Flußbett des Rheines. — Das Rheinwasser aus den Alpen". Heinrich Runte:„Stambul“. 11.58 Wettervorhersage. 12.00 Unterhaltungskonzert. Die fröhlichen Fünf. 12.50 Mittagsbericht 1. 13.00 Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1. Preußens Gloria. Regimentsmarsch d. Ins.=Regt. 64(Piefke). 2. Theseus(König von Athen), Ouvertüre(Zeh). 3. Aus dem Reich der Sonne, Suite(Yoshitomo). 4. Frauenherz, Mazurka(Strauß). 5. Fest=Polonäse(Svendsen). 6. Szenen aus der Oper„Rigo letto"(Verdi). 7. a) Wiegenlied(Godard), b) Ständchen(Heykens). 8. Kaiserwalzer(Strauß). Gegen 14.00 Mittagsbericht 2. 15,00 Kinderstunde. Wir lernen fliegen und bauen einen Doppeldecker. 15.30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Familiengemeinschaft aus dem Dorse. Ein Pfarret erzählt... 16.05 Haus Haaß: Klavier. 16.10 Ungedruckte Dichter. Peter Kremer: Die Geschichte vom lebendigen Brot. 16,35 Natechismus der Deutschen. Hausspruch von Wilhelm Schmidtbonn 16.45 Volk erzählt. Friedrich Saatkamp: Dat Straofexempel. Ne waohre Schoulbegiebenheit ut aoller Tied 17,00 Operetten und Tanz(Schallplatten). 17.30 Stimme der Bewegung. 17.40 Haus Haaß: Klavier. 17.45 Deutsche Sprecherziehung. Universitätslektor Dr M. Weller: Technik des Sprechens. 18.00 Feierabendkonzert. Westdeutsches Kammerorchester Leitung: Wilhelm Keiper. 1. Ouvertüre zur Oper „Hänsel und Greiel“(Humperdinck). 2. Ich suche dich, Walzer(Eßlinger). 3. Frühlingssuite(Revin). 4. Erinnerung an Capri(Becce). 5. Ungarischer Marsch(Berlioz). 6. Fantasie aus der Operette„Paganini“(Lehar) 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19,00 Reichesendung. Stunde der Nation. Erbkrank— erbgesund. Rassenhygienisches Lehrspiel von Dr. Konrad Duerre. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.05 Alte Kammermusik. Hans Haaß(Cembalo), Robert Grote(Gambe). 20,30 Königin Elisabeth. Zu ihrem 400. Geburtstag. Eine Hörfolge aus Dokumenten und Zeitberichten von Else Pfaff. Leitung: Curt Baumgarten. 21,30 Sinsoniekonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. 1. Ballett=Suite Nr. 1(Gluck=Mottl). 2. Sinjonie Nr. 8, F=Dur (Beethoven). 22.15 Spätbericht. 22,35 Nachtmusik und Tanz. Leitung: Eysoldt. * Handel Gewerbe= Industrie# Dollar in Berlit. 2.907 gegen 2.897 vorher(Parität 4.198 Mark). Bjund in Berlin: 13.26 gegen 13.29 vorher(Parität 20.429 Mark). Nachener Standardware Aachen, 6. September 1933. Nachdem die Aachener Textilindustrie mit der Abchafjung des Doppelstuhl=Systems zunächst eine wichtige Vorbedingung für die Wirtschaftsbelebung geschaffen hat, ist sie jetzt einen Schritt weitergegangen durch die Gründung einer Aachener Maxken; Tuchgemeinschaft. deren Aufgabe es ist, eine Aachener Standatd=Ware zu schaffen, die hinsichtlich Rohstoffausrüstung, Appretur und besonderer spezifischer Eigenschaften, z. B. auf Dehnbarkeit und Lichtechtheit, bestimmte Normen erfüllt. Jedes Stück Ware, das diese Bedingungen erfüllt, soll, bevor es zum Verkauf gelangt, von einer unparteiischen Stelle geprüft und mit einer bestimmten Schutzmarke gestempelt werden. Der Markenwert wird also nicht durch das einzelne Unternehmen bestimmt, sondern durch die Verkaufs= und Gebrauchserjahrungen der gesamten Marken=Tuch=Gemeinschaft, die Rese Dinge weitestgehend überprüft. Ziel dieser Aktion st. die Konkurrenz des sogenannten original englichen Tuches vom deutschen Markt endgültig zu verdrängen. Bekanntlich wurde das englische Tuch dadurch begünstigt, daß aus England wegen des Gewichtszolls iur die hochwertigen Qualitäten eingeführt wurden, da ich nur bei diesen die Einfuhr lohnte. So kam es, daß der Abnehmer wußte, wenn er original englische Tuche aufte, erward er eine hochwertige Qualität. Diese hoch vertige Qualität, die in Aachen immer schon fabriziert wurde, soll nun durch ihre besondere Kennzeichnung der englischen Ware an die Seite gestellt werden um eindeutig zu beweisen, daß deutsche Produkte in jeder Weise konkurrenzfähig sind. Berliner Börse: Freundlich Berlin, 6. September 1933. Die Börse war heute erstmals wieder nicht nur rein stimmungsmäßig, sondern auch kursmäßig etwas freundlicher. Das Angebot hatte wesentlich nachgelassen, sodaß die Spekulation vereinzelt Deckungen und kleinere Meinungskäufe auf dem ermäßigten Niveau vornahm. Die Verkäufe der Emigranten, die Liguidationen, die angesichts des Ausschlusses von 121 Börsenfirmen zweifellos erfolgt sind, und die Entlastungsverkäufe, die in den vermehrten Ansprüchen der Wirtschaft ihren Ursprung fanden, konnten naturgemäß, an der Börse nicht spurlos vorübergehen. Teilweise ist hierbei aber wohl auch die Kursregulierung nicht ganz glücklich gehandhabt worden. Der Börsenvorstand hat sich gestern mit einer Reihe von führenden Bankfirmen über die augenblickliche Situationen unterhalten, und die Börse glaubt, daß diese Besprechungen eine aufmerksamere Beobachtung für die nächste Zeit erwarten lassen. Das Geschäft blieb heute aber nach wie vor klein Farben 115—115¾(114½) waren etwas angeregt. Siemens erholten sich um 2 Punkte. Montanwerte waren bis 1 Prozent gebessert, Gelsenkirchen gewannen 1“. Autowerte konnten von den Mitteilungen der Handelskammer über die Lage in der Autoindustrie prositieren Daimler 25% nach 24¼, Bayerische Motoren 120½ nach 118½. Von Verkehrswerten gewannen Lokalbahn 2 Prozent. Berger waren 2¼ höher. Von Tariswerten waren Licht und Kraft 1¾ niedriger. Dortmunder Union holten einen Teil ihres gestrigen Verlustes wieder auf. Am Rentenmarkt konnten sich Reichsschuldduchforderungen um ¾ Prozent befestigen. Für Altbesitz waren 15 Pfg. höher. Tagesgeld war heute unverändert mit 48—42, zu hören. Am Valutamarkt war dos Pfund wieder schwächer und zwar gegen Paris 80.71, gegen Merk 13.26½, gegen Zürich 16.36½, gegen Kabel 4.56½. Der Dollar war mit 2.91 RM. in Berlin zu hören. Der Schluß war wenig verändert und meist gehalten. Interesse bestand für Alt= und Neubesitz. Nachbörslich hörte man: Farben 115. AEG 17¾. Siemens 130¼. BEW 56. Schultheiß 92¾, Erdöl 94. Rütgers 47¼, Lloyd 12½. Schlesisches Gas 86¾. Daimler 25. Harpener 81¾, Berliner Kraft und Licht 102¼, Buderus 63, Mannesmann 53¾, Rheinstahl 74¾, Neubesitz 9¾8, Altbesitz 77½. Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99¾, 1940er 84½ bis 85¾, 1946er bis 47er 77½ bis 78¾. Essener Börse Essen, 6. September 1933. Die Essener Börse hatte lebhaftes Geschäft bei leicht erhöhten Kursen. Wintershallaktien wurden ziemlich rege auf letzter Basis gehandelt. Am Kohlenmarkt erzielten Deutschland. Ewald und Diergardt einige Umsätze. Von Braunkohlenwerten waren Vestakuxe im Handel. Der Kalimarkt wies einige Umsätze in Beienrodekuren zu steigenden Kursen auf. Ferner wurden noch einige Burbachaktien umgesetzt. Von unnotierten Werten gingen Kabel Rheydt um. Die Börse schloß zu gut behaupteten Kursen bei stillem Geschäft. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Burma meldet stetige, Siam etwas festere Tendenz. Sehr ruhiges Abzugsgeschäft zu unveränderten Preisen. Gewürze: Lokopreise allgemein unverändert. Brasil=Kaffee: Brasil=Offerten unverändert bis 6 Pence höher.— Gewaschene Kaffees: Guatemala und Salvador bieten Kleinigkeiten auf unveränderter Basis an. Columbien weiter stetig und zum Teil um ½ Dollar höher. Der Konsum interessiert sich zur Zeit wieder mehr für die niedrigeren Preislagen. worin regulärer Abzug besteht Schmal:: Im Preise unverändert stetig Kautschuk: Ruhig, Sheets loko 3 27/32, Oktober 3 13/16, November 3 15/16 Pence per lbs. Baumwolle: Ruhig. Middling Universal loko 10.40 Dollarcents. Hülsenfrüchte: Markt im allgemeinen recht lustlos. Interessant ist lediglich eine Meldung aus Königsberg, wonach für deutsche Viktoriaerbsen cif Rhein 21,00 RM. per Zentner erzielt worden sind. Rohkakao: Der Markt ist kaum behauptet, bei sich nur langsam entwickelndem Bedarfsgeschäft auf etwa folgender Basis: Accra good fermented Haupternte loko 17.25 bis 17,00 je nach Qualität, schwimmend je nach Qualität 24/6 bis 241— cif, Zwischenernte September= Oktober Abl. 21/3 cif, neue Haupternte November= Januar Abladung je nach Position und Güte des Verschiffers 23/3 bis 22/9 cif. Lagos sag alte Ernte loko 16.50 RM., neue Ernte Oktober=Dezember Abladung ca. 22/— cief, Superior Thome auf Approbation 25/1 bis 26/— cif, je nach Position, erste Marken SeptemberOktober Abladung 29•6 cfr, Superior Epeca Arriba nominell September=Oktober Abladung 11 Dollar per 50 Klgr. Rauhfutter: Lustlos, unveränderte Preise. Zucker: Terminmarkt ruhig, geschäftslos bei wenig veränderten Kursen. Effektivmarkt ruhig abwartend, Preise unverändert. Oele und Fette: Zwar lauten die Forderungen für Leinöl unverändert, doch werden Untergebote von 75 Pfg. akzeptiert und Großposten sind mit 35.25 cotl. mit 35,00 RM erhältlich. Palmkernöl wurde um 25 Pfg. im Preise erhöht, während Erdnußöl um 50 Pfg nachgegeben hat. Uebrige Artikel bei allgemein sehr ruhigem Beschäft unverändert. Palmkernöl September= Oktober 22.25 RM., Erdnußöl September=Oktober 26.75 RM. Allgemeine Nachrichten Weitere leichte Erhöhung der Großhandelsrichtzahl. Im Monatsdurchschnitt August stellt sich die vom Statistischen Reichsamt berechnete Richtzahl der Groß indelspreise auf 912(1913= 100): sie hat sich gegenüber dem Vormonat(93.9) um 0.3 p. H erhöbt NSBD. und Arbeitssront Abgrenzung der Kompetenzen Berlin, 6. September 1933. In einer Anordnung Dr. Leus heißt es: Die NSBO ist der Hort des nationalsozialistischen Gedankenguts, das durch dauernde Schulung in ihr vertieft werden soll. Von hier aus soll dieses Gedankengut übertragen werden in die Arbeitsfront. Die Aufgaben des Arbeitsschutzer und Arbeitsrechtes obliegen den Verbänden der Arbeitsfront. Die RSBO. hat sich von diesen Dingen fernzuhalten. Ihr obliegt die Schulung von Führermaterial für die Arbeitsfront. Um Klarheit in die Beitragsveryaltnisse zu bringen, wird augeordnet, daß alle NSBO.=Mitglieder den entsprechenden Beitrag ihres Verbandes leisten. Ein besonderer NSBO.=Beitrag wird nicht mehr erhoben. Die Organisation der NSBO. erhält einen vom Schatzmeister der Arbeitsfront festzusetzenden Etat. Die Amtswalter der NSBO. werden mit den entsprechenden Amtswaltern der Arbeitsfront in ihren Bezügen gleichgestellt. Träger der Propaganda ist die NSBO., der die Organisationen der Arbeitsfront zur Verfügung stehen. Zum Schluß der Anordnung wird dem Verlangen Ausdruck gegeben, daß nunmehr das underechtigte Eingreisen einer Organisation in die andere onterbleibe. Keine überflüssigen Eingriffe bei öffentlichen Aufträgen Berlin, 6. September 1933. Vor einiger Zeit erschienen in einem Sondererlaß des Reichswirtschaftsministeriums Richtlinien über die Vergebung öffentlicher Aufträge, sowie über deren Durchführung. Insbesondere wurde darauf bingewiesen, daß die Auswertung der Angebote bei den staatlichen Vergebungs stellen durch nichtamtliche Stellen oder Organe ausgeschlossen in soll. Sachverständige sollen, soweit sie im Einzelfall benötigt werden, binzugezogen werden, wobei nach den Vorschriften der Verdingungsordnung verfahren werden wird. Da anläßlich der Einführung der Einheitstracht durch den Arbeitsdienst von verschiedenen Seiten versucht wird, diese Anordnung in dieser oder jener Form zu durchbrechen, steht sich die Reichsleitung des Arbeitsdienstes veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß auch bei den Beschaffungen im Arbeitsdienst die Anordnung des preußischen Ministervräsidenten maßgebend ist, wonach jede„Kontrolle der Staatsverwaltung oder gar Eingriffe in sie durch außenstehende Personen verboten ist". Zusammenfassung der Konsumvereine in der Reichsverbrauchergenossenschaft Berlin, 6. September 1933. Der Führer der Arbeitsfront, Dr. Len, beschäftigt sich m der RSK. mit den Konsumvereinen. Es heißt darin, Dr. Len trage sich mit dem Gedanken, die 1290 Einzelkonsumvereine in eine Reichsverbraucher=Genossenschaft zusammenzufassen, in der die bieherigen Rechte und Anprüche der Mitglieder erhalten bleiben. Diese Reichogenossenschaft soll ihre Läden an den Mittelstand verpachten mit der Maßgabe, von der Zentralgenossenschaft GEc. einzukaufen. Zu erwägen sei dann, ob man die Edeka mit dieser Zentralgenossenschaft 6EG. vereine, um zu einem aus Verbrauchern und Händern zusammengesetzten gemischt=genossenschaftlichen Unternehmen zu gelangen. Mit dieser Einrichtung habe der Staat dann aber auch das erreicht, was er für Zeiten der Not und der höchsten Krastanstreugung der Nation brauche. Er habe damit eine Zentrale in der Land, die über einen organisierten Verteilerapparat garantiere. Wenn nun noch diese Zentralgenossenschaft verpflichtet werde, in erster Linie Produkte des Handwerks über die Handwerksinnung zu kaufen, so sei damit auch dem Handwerk ein stabiler Absatzmarkt gesichert. Zum Schluß ordnet Dr. Ley rücksichtslose Bestrafung und gegebenenalls Entfernung aus der Partei für jeden an, der von nun an in unverantwortlicher Art Eingrisse in die Konsumvereine unternimmt. Evangelische Akademie in Essen Essen, 6. September 1933. Nachdem sich das evangelische Kirchenvolk bei den Kirchenwahlen in seiner überwältigenden Mehrheit für die Glaubensbewegung„Deutsche Christen" entschieden hat, sollen nun von dieser Bewegung die volksmissionarischen Aufgaben, der den Hauptbestandteil der Arbeiten der Glauben=bewegung„Deutsche Christen“ bilden, durchgeführt werden. Es kommt darauf an, weiteste Kreise des evangelischen Volkes mit dem evangelischen Glaubensgut zu durchdringen und zu festigen. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ siebt sich deshalb veranlaßt, in den größeren Städten, die als Zentren gewisser Gebietsteile gelten. evangelische Akademien zu errichten, worin durch Einzelvorträge und Arbeitsgemeinschaften die Grundlagen für die volksmissionarischen Aufgaben geschaffen werden sollen. Die Eröffnung der evangelischen Akademie in Essen wird voraussichtlich in der zweite Hälfte des Monats Oktober erfolgen. Zum Direktor dieser Akademie wurde Pg. Pfarrer Lic. Graf von Korff bestimmt. Jeder evangelische Volksgenosse kann Hörer dieser Akademie werden, um sich so das Rüstzeug zum volksmissionarischen Dienst zu erwerben. Gegen Doppelverdiener Aufruf des Verbandes der rheinisch=westsälischen Presse. Essen, 6. September 1933. Der Vorsitzende des Verbandes der rheinisch=westsälischen Presse. Graf von Schwerin, erläßt an alle Mitglieder folgenden Aufruf: „Die Pflicht, auch unsererseits für eine möglichst weitgehende Arbeitsbeschaffung zugunsten der stellungslosen hauptberuflichen Journalisten Sorge zu tragen, liegt auch dem Verband der rheinisa=westälischen Presse und seinen Mitgliedern od. Der Versandsvorsitzende macht es daher den Mitgliedern des Verbandes der rheinisch=westfälischen Presse zur Pflicht, von jeder Form der Doppelverdienerei Abstand zu nehmen. Er bittet deshald, sämtliche im festen Arbeitsverhältnis stehenden Journalisten in Rheinland=Westfalen ihr Arbeitsverhältnis zu anderen Zeitungen und zu Korrespondenzbüros jeder Art zu lösen. um dadurch stellungslosen Kollegen und freien Journalisten die Möglichkeit journalistischer Arbeit zu verschaffen. Bei Lösung dieses Arbeitsverhältnisses sind den Zeitungen und Korrespondenzbüros stellungslose Journalisten namentlich anzugeben, die in der Lage sind, die Arbeit zu übernehmen. Im neuen Reiche und im Zeichen der vom Reichskanzler Hitler eingeleiteten Arbeitsbeschaffungsaktion ist es unmöglich, daß ein Mitglied des Verbandes der rheinisch=westfälischen Presse nach dem 1. Oktober seinen stellungslosen Kollegen noch dadurch Arbeit wegnimmt, daß er für andere Zeitungen und Korrespondenzbüros Der Vorsitzende wird nach dem 1. Oktober gegen alle Mitglieder des Verbandes disziplinär einschreiten, die sich dann noch der Doppelverdienerei zum Schaden ihrer arbeitslosen Kollegen schuldig machen.“ Italienischer Staatsmann besichtigt Deutschland Köln, 5. September 1933. Der italienische Korvoratiominister Exzellenz Bottai hat in Begleitung des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Len. eine große Besichtigungsfahrt angetreten, die den italienischen Staatsmann durch Deutschland führt. Am kommenden Sonntag wird Exzellenz Bottai nach Köln kommen, um ganz besonders die hier zusammengesaßzten wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen zu studieren. Der Minister wird mit Dr. Ley weiterdin an einer Reide von Kundgebungen teilnehmen, die die NSBO. am kom, menden Sonntag veranstaltet. Im Kölner Rathaus ist ein feierlicher Empfang des jaschistischen Vertreters durch die Stadtverwaltung und die Parteileitung, in Anwesenheit von 100 rbeinischen RSBO.=Leitern, vorgesehen. Die Schlußtage in Trier Erzbischof Dr. Klein unter den Pilgern 7 Unerwartet großer Andrang aus Frankreich, Luxemburg und Belgien Bedauernswerte Unglückssälle Sen! ezählt lger 1938 wurden, zum Hl rafen in 34 Sonderzügen ein, unter dite Sonderzug der Reichsestammten aus Lothringen Trier, 6 Wahrend am Montag 63000 Pilger wallfahrteten am Dienstag rund 70 Rock. Die Pilger trafen ihnen der tausen bahn. Acht Zugund fünf aus waderdorn. Die Pilgerfahrt der Westfalen leitete Erzbischof Dr. Caspar Klein=Pader= born. Er war bereits am Montag in Trier eingetroffen und zelebrierte am Dienstag in der Liebfrauenkirche ein Pontifikalamt. Der Einlaß in den Dom dauert jetzt über 100 Stunden ununterbrochen an und immer noch drängen neue Wallfahrer in langen Prozessionen zum Domplatz. Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß in der letzten Zeit Pilger aus Frankreich, Luxemburg und Belgten in einer Zahl kommen, die die kühnsten Erwartungen übertressen. Es wurden am Dienstag allein in den Morgenstunden auf der Luxemburger Chaussee über 50„französische Grotomnibusse mit Wallfahrern gezählt. Die aufklärenden Artikel französischer Pilger in ihrer Heimatpresse über die vorbildliche Ordnung und Sicherheit in Trier und im neuen Deutschland haben sich offenbar doch wirkungsvoller erwiesen, als alle Versuche der Greuelpropaganda. Ueber das religiöse Erlednis hinaus hat die Trierer Heiligtumsfahrt eine hervorragende Bedeutung für die Förderung gegenseitigen deutsch=französischen Verständnisses und brüderlicher Gesinnung. sasser und In der Nähe von Ruwer bei Trier sürzte am Dienstagfrüh ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen aus Dierscheid(Eisel), der eine Kranke zur Anrührung des Hl. Rockes nach Trier bringen sollte, infolge Ver sagens der Steuerung eine Böschung hinab auf das Gleis der Moseltalbahn. Dabei erlitt die Mutter der Kranken so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf verstarb. Der Kraftwagenführer und zwei männliche Inen erlitten schwere Verletzungen, während die Kranke eine Verwandte unverletzt blieben. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier fanden die drei Schwerverletzten Aufnahme. Bei der Toten handelt es sich um eine Frau Losbrand aus Binsfeld(Eisel). In der Nähe der Kreisstadt Bitburg fuhr der Kraftwagen eines Ehepaares, das nach Trier zur Verehrung des Hl. Nockes fahren wollte, in voller Fahrt gegen einen Chausseebaum. Die Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Sie wurden von einem vorbeifahrenden Lieferwagen nach Trier ins Krankenhaus gebracht Ein dritter Unfall ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Trier=West. Ein siebenjähriger Junge stürzte aus einem fahrenden Sonderzug und trug schwere Gesichtsverletzungen davon. Der Vater des Jungen sprang aus dem Zuge und stürzte so unglücklich, daß er mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die„Aktennotizen“ Heinz Lahusens Sechster Verhandlungstag im Lahusen=Prozeß 1933. ungstages wurde zu r Aktennotizen das war, Bremen, 6. September Zu Beginn des sechsten Verhandlu nächst wieder auf den Komplex von Heinz Lahusen zurückgegriffen. Sein Bruder legte dar, daß Heinz Lahusen unter dem Eindruck der Ereignisse damals völlig zusammengebrochen sei. In diesem Zustand habe er die Notizen und die Aufzeichnungen gemacht, die unter dem Einfluß, ja, man könne sagen auf Besehl der Danat=Bank entstanden seien. Der Erste Staatsanwalt warf ein, daß die Angeklagten sich immer wieder mit dem Verhalten der Danatbank zur Zeit des Zusammenbruchs entschuldigten. Da aber die Verhältnisse schon in den Jahren 1928 bis 1929 katastrophal lagen, so könne diese Rechtfertigung zeitlich nicht stimmen. E. Carl Lahusen bestreitet auf entschiedenste, daß die Lage im Jahre 1928—29 so wie die Anklage annehme. Carl Lahusen erklärte bei der Erörterung des Verhältnisses Limitada=Nordwolle, daß ihn kein Vorwurf so schwer getroffen habe wie der, daß er die Lahusen u. Co. bevorzugt habe. Heinz Lahusen äußerte sich noch einmal zu der am Vortage besprochenen Aktennotiz und erklärte, daß diese von ihm als reine Information für seinen und Dr. Kulenkampff=Pauli's Gebrauch geschrieben worden sei. Bei dem Zusammenbruch sei alles auf ihn, Heinz Lahusen, eingeprasselt, da Carl Lahusen im Auslande weilte. Es kam darauf ein Brief an die Limitada zur Erörterung, in dem die NWK. einen Kursverlust von 1379710.60 RM., der ihr durch die Drei=Tage=Sichttratten entstanden sei, reklamiert. Gegenüber den Vermutungen des Vorsitzenden, es habe sich nur um ein Buchungsmanöver gehandelt, ist der Angeklagte Carl Lahusen der Auffassung, daß es sich um eine ernstgemeinte Ueberweisung bzw. Rückbuchung gehandelt habe. Das Gericht ging dann zu einem neuen Fragenkomplex über: zu Transaktionen zwischen Ultramare und Neudeck. die zur Verbesserung der Neudecker Bilanz dienen sollten. Die ganze Korrespondenz bewegt sich in den gleichen Formen, wie die zwischen Nordwolle und Hum. O. Lahusen erklärte zunachst, daß er nicht wisse, von welchen Gesichtspunkten aus er die Erörterungen geben solle, ob vom Standpunkt der Nordwolle oder des tschechischen Betriebes oder vom Standpunkt der Hum. Der Direktor von Neudeck, Semmler, habe ihm den Vorschlag gemacht, bei der Ultramare einen Verlust von Neudeck vorzutragen. Ein solcher Vortrag sei wohl nach deutschen Gesetzen nicht statthaft, wohl aber nach den tschechischen Gesetzen, die hier allein in Frage kamen. Der Angeklagte erklärte abschließend noch einmal, daß der Grund lediglich in den steuerlichen Belangen von Neudeck lag. daß die Hum herangezogen worden sei, um die Vortragung eines Verlustes zu ermöglichen. Die Abdeckung hätte in Kürze erfolgen kön nen, da das Neudecker Werk noch heute vollauf beschäftigt sei. Heinz Lahusen vermag sich nicht an diese Vorgange zu erinnern. In längeren Ausführungen ging der Angeklagte Carl Lahusen auf das Werk Neudeck selbst ein, das infolge der Valutadifferenzen um etwa 40 v. H. billiger arbeitete und die Gesamtproduktion der RWK. um 10 v. H. billiger stellte. Es galt, soviel von dem tschechischen Werk nach Deutschland herüberzuholen, wie möglich war. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde betont. Neudeck habe im Abhängigkeitsverhältnis zur Nordwolle gestanden und Carl Lahusen habe durch seine persönliche Verbundenheit mit Neudeck einen starken Einfluß ausgeübt. Er erklärte dazu, daß man ihm daraus keinen Vorwurf machen könne, sondern er habe dafür ein Lob verdient. Es sei sein Recht als deutscher Unternehmer gewesen, keine größeren Beträge in Neudeck anzusammeln, sondern sie vielmehr so schnell wie möglich dem deutschen Unternehmen zuzuleiten. Aus diesem Grunde habe er sich eine absolute Stellung bei dem Werk Neudeck geschaffen. Carl Lahusen vertrat den Standpunkt, daß die Vorgänge völlig normal gewesen seien. Man habe das Werk Neudeck zur Finanzierung der eigenen Rohwolle heranziehen wollen. Es wurde dann eine Reihe weiterer Transartionen in Gesamthöhe von 520000 Pfund Sterling Erörtert. Es wurde gegen Carl Lahusen der Vorwurf erhoben, daß diese Transaktionen vorgenommen worden seien, um die Liquidität des Debitors Ultramare güntiger erscheinen zu lassen. Die Anklage nahm weiter an. daß die entsprechenden Buchungen auf mündliche Anordnung von Carl Lahusen ausgeführt seien. Dieser erwiderte dagegen, daß die Buchungen auf völlig korrekte Weise zustande gekommen wären. Bei einem großen Konzern könne man immer etwas finden, was eine solche Deutung zulasse. Der Vorsitzende wandte ein, daß hier der Kernpunkt der Anklage liege. Die Rohwolleinkäufe von Neudeck wurden durch die THC. finanziert. Die Vergütung wurde an die Hum geleistet. Das sei geschehen, um die Liquidität der Hum und damit die der Nordwolle zu verbessern. Man habe ein Interesse daran gehabt, um den Debitor Ultramare nicht zu hoch anschwellen zu lassen. Carl Lahusen erklärte diesen Vorgang als korrekt. Der Grund liege in geschäftlichen Erwägungen. Die Senkung des Debitors Hum sei nur eine angenehme Begleiterscheinung gewesen. Der Vorsitzende vertagte die Sitzung auf Donnerstagfrüh. Die Urkunde im Grundstein Aussebenerregende Enthullungen über die Mitzwirtchaft bei der Kölner Handwerkskammsr. Köln, 6. September 1933 Die Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen den ebemaligen Sondikus Dr. Engels und die übrigen Mitglieder der alten Handwerkskammer Köln wegen der Mitwirtschaft haben einen neuen aufsehenerregenden Fall zutage geförde::. Bei den Nachvrufungen stiet man auf eine Summe von 110000 RM., über deren Verbleib weder die Bücher etwas auswiesen noch Quittungen oder sonstige Unterlagen vorbanden waren. Der Sondikus Dr. Engele besatz nun in Rodenkirchen ein Grundstück und eine Villa, deren Wert mit 100000 RM. angeschlagen worden war. Engels behauptete stets, Grundstück und Villa aus eigenen Mitteln und aus der Mitgift seiner Frau zu haben. Er gab ferner an, daß über die Besitzverhältnisse eine Urkunde Aufschluß gebe, die bei der Grundsteinlegung der Villa eingemauert worden sei. Eigenartigerweise wollte er sich aber nicht mehr an den Inhalt der Urkunde erinnern können. Die Kriminalpolizei hat nun den Grundstein aufgebrochen und die Urkunde herausgeholt. Dabe stellte sich zur größten Ueberraschung beraus, daß das Hauaus Mitteln der pandwerkskammer errichtet worden ist und jedenfalls in ihm die fehlende Summe von 110000 RM. investiert wurde. Der Mord an dem Tankstellenwärter Köln, 6. September 1333 Die Obduktion der Leiche des in der Nacht zum Montag ermordeten Tankstellenwärters hat ergeben, daß Schmitz außer dem tödlichen Stich in die Halsschlagader noch drei weitere Stiche in die Brust erhalten hat, von denen zwei in die Lunge gedrungen sind. Außerdem hat er zwei kleinere Verletzungen am Kopfe, wahrscheinlich fehlgegangene Stiche erhalten. Nach dem ärztlichen Gutachten rühren die Stiche von einem schmalerer Messer als dem eigentlichen Mordinstrument her. Blutunterlaufene Stellen an der linken Hals= und Kopfseite und an der Oberlippe sind, wie die Kriminalpolizei vermutet, dadurch entstanden, daß dort eine ziemlich kräftige Hand zugepackt und gedrückt hat, wahrscheinlich um Schmitz am Schreien zu hindern. Dieser Befund und insbesondere die Verschiedenartigkeit der Stichverletzungen. vor allem aber die festgestellte Tatsache, daß Schmitz bei unverschlossener Tür sich in seinem Raume aufhielt lassen den Schluß zu, daß unbedingt zwei Täter beteiligt gewesen sein müssen. Die Kriminalpolizei betreibt die Nachforschungen nach den Mördern mit allem Nachdruck, und ihre Beobachtungen erstrecken sich bereite auf einen bestimmten Personenkreis, sodaß angenommen werden kann, daß dieses ruchlose Verbrechen bald aufgeklärt sein wird. Erequatur für Generalkonsul Maus erloschen Köln, 6. September 1933. Das dem Kaiserlich=Javanischen Wahlgeneralkonsul in Köln, Heinrich Maus. namens des Reiches unter oem 16. Dezember 1930 erteilte Erequatur ist erloschen. 2200 Neueinstellungen bei den HumboldtDeutzmotoren Köln, 6. September 1933 der Humboldt=Deutzmotoren A.G. Köln war es seit 1. Januar d. J. 2200 Arbeiter neu einzuDie Gesamtbelegschaft einschließlich der Angebeläuft sich auf 6500 Personen. m Gegen 12 Kommunisten die Todesstrafe beantragt Düsseldorf, 6. September 1933. Das Düsseldorfer Schwurgericht befaßte sich in einer außerordentlichen Sitzung in dreitägiger Verhandlung mit einem kommunistischen Feuerüberfall auf Nationalsozialisten am 20. Juni 1932 in Erkrath. Der Ueberfall war nach einem vorbereiteten Plan von etwa 15 Gerresheimer Kommunisten planmäßig zusammen mit 3 Erkrather Kommunisten durchgefühtt worden. Hierbei wurde der SS.= Mann Kurt Hilmer aus Erkrath getötet und der SS.=Mann Groß schwer verletzt. 12 der Täter konnten anfangs dieses Jahres gesaßt werden. Heute hielt der Staatsanwalt sämtliche Angeklagten auf Grund der Beweisaufnahme im Sinne der Anklage für überführt und beantragte gegen alle 12 die Todesstrafe. Das Urteil ist am Donnerstagvormittag zu erwarten. Herriot Oberst der bolschewistischen Armee Paris, 8. September 1933. Nach einer Warschauer Meldung der Agentur„Sudest" hat der russische Volkskommissar im Kriegsministerium gelegentlich einer intimen Feier dem ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Herriot den Titel eines Oberst der Roten Armee verliehen. Herriot soll angeblich sichtlich bewegt gewesen sein und in seiner Erwiderung auf die Auszeichnung daran erinnert haben, daß er selbst der Sohn eines ehemaligen Offiziers sei. Dieser neue Beweis der Freundschaft des großen russischen Volkes. so erklärte er ferner, gehe ihm sehr nahe und er werde fortfahren, die russisch=französische Verständigung zu fördern, um dem Frieden der Demokratie zu dienen. Das„Journal des Debats“ erinnert daran, daß auch die französischen Kommunisten Doriot, Cachin und Vaillant Couturnier zu höheren Offizieren in der Roten Armee ernannt worden seien. Mit der Ernennung Herriots vervollständige man dieses Offizierskoros. Die Ernennung entbehrt auch insofern nicht eines gewissen Reizes, als bekannt. lich der deutsche Kommunist Thälmann im Rang eines Reitergenerals der Roten Armee steht und somit Vorgesetzter des früheren französischen Ministerpräsidenten Herriot ist. Sarraut Kriegsmarineminister, Dalimier Kolonial= minister Parie, 6. September 1933 Wie vorauszusehen war wurde der bisherige Kolonialminister Sarraut mit der Nachfolge Leoques' betraut. Zum Nachfolger Sarrauts im Kolonialministerium wurde jedoch nicht, wie ursprünglich angenommen. der bisberige Handelsmarineminister Frot berufen, sondern Daladier berief dazu einen seiner Freunde aus der Radikalsozialistischen Partei, den Abgeordneten und ehemaligen Minister Dalimier. Eine Autostraße durch den Montblanc geplant Mailand, 6. September 1933. Italienischen Blättermeldungen zufolge ist dem italienischen Ministerium für öffentliche Arbeiten ein neuer Plan eines Durchstiches des Montblanc zugeleitet worden. Das neue Projekt sieht die Schaffung einer Autostraße vor. Der Durchstich würde zu Dreiviertel auf französischem, zu einem Viertel auf italienischem Boden liegen. 23 Todesopfer bei einem Eisenbahnunglück in Amerika Neunork, S. September 1933. Bei Binghampton fuhr ein Neuyorker Milchzug auf den Chitago=Neuyorker Expreßzug der Erie=Eisenbahn= gesellschaft auf, der auf die Freigabe der Einfahrt in den Bahnhof wartete. Bei dem Zusammenstoß wurden 23 Personen getötet und 190 Personen zum e Bei glich stellen. stellten Lyzeumsklasse bei der Hühnerjagd angeschossen Sieben Mädchen verletzt. Stade, 6. Sept. 1933. Die Klasse III 0 des Stader Oberlyzeums geriet## einem Ausflug zwischen Elstorf und Moisburg in eine Hühnerjagd. Gerade als die Jäger auf eine Hühner schossen, gingen die Mädchen vorüher. Von den Schrotladungen wurden sieben junge Mädchen getroffen Die Verletzten wurden sofort nach Burtehude geschafft. wei der verletzten jungen Mädchen mußten dem Stader rankenhaus zugeführt werden. schwer verletzt. Sultan Mkwawa findet im Grab nicht Ruhe Die Wiederauffindung des Skeletts des Sultans Mkwawa, des Tanganvika=Häuptlings. der sich seiner Zeit gegen die Deutschen erhob und dann Selbstmord begangen hatte, ist, wie ein Brief im „East=African=Standard" andeutet, wahrscheinlich schon vor 12 Jahren erfolgt, aber bisher gebeim gehalten worden. Im Versailler Friedensvertrag war bestimmt, daß dieses Skelett von Deutschland ausgeliefert werden solle, und trotz der Versicherung der deutschen Behörden, daß es sich gar nicht in Deutschland befinde, haben immer wieder Verhandlungen darüber stattgefunden. in veren Verlauf Deutsch. land auch böser Wille nachgesagt wurde. Malcolm Roß, ein Land= und Häusermakler in Tanga. berichtet jetzt, daß er schon im Jahre 1921 in seiner Eigenschaft als Sachwalter ebemaligen Feindgutes in der Wohnung eines Bezirksbeamten des Bukoba, worin sich früher die Geschäftsräume der Firma Bahr& Co. befanden, eine Kiste entdeckte, in der wieder in einer zweiten Kiste ein Skelett eingepackt war. Er könne zwar nicht ganz bestimmt sagen, ob dieses Stelett Mkwawa war. aber auffallend wäre die sorgfältig: Art der Verpackung gewesen. Der„Times"=Bericht sagt. daß, wenn dieses Stelett das des Sultans Mkwawa gewesen sei, dies die deutsche Behauptung beweisen wurde, daß nämlich das Stelett niemals aus Deutsch=Ostafrika berausgebracht worden sei. Dieses Eingeständnis sucht der Bericht erstatter dann aber sofort abzuschwächen, indem er meint. daß das erwähnte Stelett vielleicht auch ein archäologischer Fung geweien sei Deutsche Woche in Essen Gleichzeitig Jubiläumsausstellung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen In Essen wird vom 9. bis 17. September eine Deutsche Woche durchgeführt. Der Leitsatz lautet:„Ehr die deutsche Arbeit, kauft deutsche Waren und ihr schafft Arbeit und Brot". Zur gleichen Zeit findet in Essen die Jubiläumsausstellung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen statt, die aus Anlaß des 100jährigen Bestehens dieser größten landwirtschaftlichen Organisation des Rheinlandes veranstaltet wird Es war ein glücklicher Gedanke, diese beiden großer Veranstaltungen zu verbinden, haben sie doch beide in Grunde genommen das gleiche Ziel. Wie man dieses hohe Ziel erreichen will und auch erreichen wird, zeig das Programm, das hier einmal kurz umrissen werden soll. Eingeleitet wird die Deutsche Woche am Freitag 8. September, 20 Uhr, durch einen Festabend im Großer Saal des Städtischen Saalbaues, bei dem der Oberpräsident der Rheinprovinz. Freiherr von Lüninck. die Festrede hält. Samstag wird um 11 Uhr die Jubiläumsausstellung eröffnet. Samstag abend finden ein Grenzlandabend des Rheinischen Vereins für ländliche Wohlfahrt und Heimatpflege und die 1. Gautagung der N.S.Hago statt. Weiter veranstalten die Vaterländischen Vereine und Schützenvereine einen Fackelzug zum Stadtgarten, wo ein Zapfenstreich mit Festkonzert statrfindet. Für Sonntag ist ein großer Festzug angesetzt, an dem sich Landwirtschaft. Handwerk, Handel und Gewerbe mit Wagen=, Reiter= und Fußgängergruppen in gewerblichen und historischen Trachten beteiligen. Vorher werden bei einem Feldgottesdienst auf dem Adolf=Hitler= Platz 150 Fahnen der N.S.Hago durch den N.S.HagoReichsführer Dr. von Rentelen geweiht. Zur gleichen Zeit versammelt sich das rheinische Jungbauernvolk im Großen Saal des Städtischen Saalbaues, wo der Landesbauernführer, Freiherr von Eltz=Rübenach, spricht. Wer nicht gezwungen ist, am Rheinischen Fischereitag oder am Rheinischen Imkertag teilzunehmen, wird nachmittags das große Reitturnier auf dem neuen Turnierplatz an der Ausstellung besuchen. Der Abend des Sonntags wird mit einem Festball im Saalbau und mit einem Festkonzert der Schützenvereine im Stadtgarten beschlossen. Für die folgenden Tage ist eine Reihe von Tagungen vorgesehen, deren Teilnehmer jeden Tag vielerlei Abwechslung finden; z. B. werden Montag. Freitag und Samstag große Reit=. Spring= und Fahrturniere durchjeführt, an denen sich die Kavallerieschule Hannover Olympiareiter), hollandische Offiziere von der Reitschule lmersfort, berittene Schutzpolizei. SA. SS und Stahlhelm, erste Privatställe der Spring=, Vielseitigkeits= und Dressurställe beteiligen. Weiter werden Tierschauen der Landwirtschaftlichen Jubiläumsausstellung ein buntbewegtes Bild geben. Die Essener Schützen haben Montag im Stadtgarten ihr Königsschießen und Dienstag den Krönungsball. Samstag kommen sie zusammen zu einem Schützenkommers, und zum Schluß der Woche findet am Sonntag ein großer Schützenschlußball statt. Der Mittwoch hat die Bezeichnung„Tua der Frau“ erhalten, denn vormittags wird der Rheinisch=westfälische Landfrauentag von der Westdeutschen Landfrauenvereinigung veranstaltet, und nachmittags treffen sich die Stadtund Landfrauen auf den Gruga=Terrassen zu einer festlichen Stunde. Samstag treffen die Teilnehmer an der Zielfahrt des Nationasozialistischen Kraftfahrerkorps vor der Ausstellung ein. Platzkonzerte des Städt. Orchesters und der Essener Männer=Gesangvereine in allen Stadtteilen. Feuerwerk und Illuminationen, Anstrahlung öffentlicher Gebäude. Flaggenschmuck an den Häusern und in den Straßen, eine großzügige Schaufensterwerdung werden der Stadt Essen an allen Tagen ein festliches frohes Bild geben. * Reitturnier und landwirtschaftliche Ausstellung in Eisen vom 9. bis 17. September. In einer Pressebesprechung am Dienstag in der Essener Reithalle an der Wittekindstraße machte Oberleutnant Bissinger interessante Ausführungen über die Meldungen zum Reitturnier, die schon auf 850 Teilnehmer angestiegen seien. Frau Irmgard v. Opel wird mit„Nanuk“ antreten, der Romsieger Oberl. Sahla wird ebenfalls erscheinen und sich beteiligen. Größen der Kavallerieschule Hannover werden weiteren Anreiz zum Turnierbesuch geben. Der Sinn und Zweck sei, die Liebe zum Pferde bis in die untersten Volksschichten hineinzutragen. Schaustücke wie„Reiterfest der Postillone" aus der Zeit von Thurn und Taxis bis zur Gegenwart, antike Reiterkunststücke in römischen Tuniken, Königsspringen über 7 und weitere Pferde sollen auch den Essener Sportverbänden die Beteiligung ermöglichen. Die Dressurpferde„Alp“ und„Gimpel“ zeigen Dressurkünste. Ein Appell an die Jugend wird durch jugendliche Reiter. die hier voltigieren, verwirklicht. Die SA und SS soll sich durch einen Aufmarsch beteiligen. Herr Kellner von der RSKK berichtete von einer Sternfahrt nach Essen, woran sich auch unsere Herner RSKK beteiligen kann. Es werden alle deutschstämmigen Motorradfahrer zur Beteiligung aufgefordert. Nicht die weiten Entfernungen werden hier mit Preisen ausgezeichnet, sondern die größten Formationen, die eintreffen. Dr. Becker berichtete dann über die schwierige Arbeit, die von Wohlfahrtserwerbslosen und dem NS=Arbeitsdienst geleistet worden ist, um das Gelände des Turnierplatzes herzustellen. Die landwirtschaftliche Schau werde einen Auftrieb an Zuchtvieh bringen, dessen Besichtigung sich schon allein lohne, abgesehen von der Maschinenschau. Stallschau usw Die Halle 1 bringe eine Lehrschau über Markt= und Landwirtschaft, Ackerbau, deutsche Düngerindustrie Saatbau, milchwirtschaftlichen Wettbewerb usw. In der Halle 2 ist ein Kino eingerichtet, in dem Filme einschlägigen Inhalts gezeigt werden. Die Halle 4 zeigt eine Geflügel= und Kaninchenschau, die Halle 3 Industrieerzeugnisse, Erzeugnisse der Jagd, Fischerei. Hauswirtschaft und eine Lehrschau für Maschinen und Elektrizität. In der Halle 6 werden die Pferde und Rinder untergebracht, Halle 7 wird Obst=, Gemüse=, Blumensorten und Gartenbauliches mit Samereien aufweisen. Die Stall=Lehrschau bringt Abteilungen wie den Jungviehstall, den Schweinezuchtstall und Schweinemaststall usw., die besonders unseren Kleinviehhaltern viel sagen werden. Eine Meliorations Lehrschau vervollständigt das Ausstellungsgut. Stadt Wanne=Eickel. Aus der Wanne=Eickeler Schützenwelt (3) Preisschießen des Bürgerschützenbundes„Freischütz“. Unter großer Beteiligung veranstaltete die 3. Kompagnie des Bürgerschützenbundes„Freischütz“ ihr erstes Preisschießen woran sich auch die 1. und 2. Kompagnie rege beteiligte. Die 3. Kompagnie verstand die drei ersten Preise für sich zu erringen. Den 4 Preis erhielt die 2. Kompagnie, die nächsten drei Preise die 1. Kompagnie. Die anderen zehn Preise verteilen sich auf die drei Kompagnien. Das Preisschießen verlief in großer Harmonie und löste allgemeine Zufriedenheit aus. Die Vorbereitungen zum Schützensest des Bürgerschützenbundes Holsterhausen wurden in der im Kompagnielokal Schlenkoff abgehaltenen Monateversammlung, die von Hauptmann Scharpwinkel eröffnet und geleitet wurde, eingehend erörtert. Das Schützenfest wird voraussichtlich in den Tagen vom 23. bis 25. September in einem großen Festzelt an der Rottbruchstraße stattfinden. Die Schützen Otte, Benner und Stufft wurden zum Fahnenkommando gewählt. Als Delegierte im Bataillon wurden die Schützen Peters und Hegeler in Vorschlag gebracht. (:) Im Haushalt schwer verletzt wurde die Hausangestellte Erika M. aus der Unser=Fritz=Straße, die im Haushalt eines Kaufmanns auf der Dorstenerstraße bechäftigt ikt. Beim Anbringen des Steckers für das elektrische Bügeleisen stürzte die Bedauerswerte vom Stuhl, chlug mit dem Kopf auf den mit Fliesen belegten Fußboden und mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Krankenhaus geschafft werden. s) Gedauseiern der nationalen Verbände. Die Ortsgruppe Röhlinghausen des Stahlhelms und der Gardeverein Wanne gedachten des Sedantages in würdigen Festveranstaltungen. Der Stahlhelm. Ortsgruppe Röhlinghausen, stellte in den Mittelpunkt seines Deutschen Abends, der von Oxtsgruppenführer Schmidt mit herzlichen Grußworten an die zahlreichen Festgäste eröffnet wurde. die Festansprache von Kamerad Kahmeier. Der Redner schilderte deutsches Soldatenleben vom Mittelalter bis zur Gegenwart und mahnte zu treuer Pflichterfüllung im Dienste am Aufbau des deutschen Vaterlandes. Es folgten ein abwechslungsreicher, von Musikweisen umrahmter Unterhaltungsteil und ein spannendes Preisschießen.— Der Gardeverein hatte seine Kameraden in den Anlagen der„Flora“ mit seinen Angehörigen zu einer Sedanseier versammelt, in der Vereinsführer Wendt auf die Bedeutung des denkwürdigen Tages von Sedan hinwies. Ein„Sedanschießen“ eröffnete Kamerad Haverkamp mit einem Ehrenschuß und dreifachem Sieg=Heil auf Hindenburg und Hitler. Am Nachmittag kamen auch die Kleinsten zu ihrem Recht. Die nationale Arbeitsbeschaffung will der Gardeverein durch Ankauf von 60 Losen fördern. (9) Wohltätigkeitokonzert des Zupforchestero Wanne. Eickel in der Stadthalle. Zur Förderung der nationalen Arbeit veranstaltete das Jupforchester Wanne=Eickel bei recht gutem Besuch am Sonntagabend ein Wohltätigkeitskonzert in der Wanne=Eickeler Stadthalle, dus mit einem ausgesuchten Programm auswartete. Das bekannte, 25 Mann starke Orchester, durch Holzbläser, Hörner und Pauken verstärkt, bot künstlerisch hervorragende Leistungen. Der Männergesangverein„Harmonie“, der unter Chormeister Mols u. a. mit zwei eindrucksvollen Chören mit Orchesterbegleitung auswartete, trug sehr zum Erfolg des genußreichen Abende bei. (s) Der Wanne=Eickeler Flugsport marschiert! Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Luftfahrtverbandes hatten sich zu einer Arbeitssitzung eingesunden. Mit der Leitung der neuen Ortsgruppe Wanne=Eickel des Deutschen Luftfahrtvereins wurde Pg. Dipl.=Ing. Garthmann betraut. Es wurde mitgeteilt, daß die Motorliegerstaffel 3/17 aufgelöst wurde. Die Segelsliegerei soll wieder eine stärkere Belebung erfahren Mit der technischen Leitung der Segelfliegergruppe wurde Bauleiter Kuhn betraut. Ferner ist eine Reihe von Schulungsvorträgen vorgesehen, die ein früherer Fliegeroffizier Pg. Dr. med. dent. Hubert Kesseler übernehmen wird. Der Wanne=Eickeler Ortsgruppe des Luftfahrtverbandes soll in Kürze eine Gruppe von Interessenten für Ballonaufstiege angegliedert werden, die sich auch als fördernde Mitglieder betätigen können. Zum Geschäftsführer der Ortsgruppe wurde Stadtobersekretär Julius Schaat ernannt. In Kürze ist eine große Werbeaktion für die Fliegersache in Wanne=Eickel geplant. Von besonderem Interesse dürfte die Mitteilung sein, daß auch Wanne=Eickel demnächst im Fliegerlager Borkenberge mit einer Flughalle vertreten sein wird. deren Bau bereits im kommenden Frühjahr begonnen werden soll. Der ehemalige Gefangene im neuen Staat. Als erster Schritt zur Einigung aller deutschen Frontkämpfer= und Soldatenbünde hat die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgesangener e. V. ihre Angliederung an den Deutschen Reichskriegerbund„Kyffhäuser“ auf der großen Hamburger Tagung beschlossen. Nach dem Willen des Führers soll der Deutsche Reichskriegerbund„Kyfshäuser“. als der größte der Soldatenbünde, die Führung übernehmen. Die N. e. K. hat bereits im Jahre 1927 zur Einigung aller Frontkämpferverbände ausgerufen. Jetzt ist die Stunde da, daß alle Frontkämpfer= und Soldatenbünde unter Wahrung ihrer Sonderaufgaben sich zu gemeinsamer Arbeit die Hand reichen müssen. Durch den Zusammenschluß soll dem Führer neben den politischen Kampfbünden der SA. SS und des Stahlhelms und der bereits geeinten Kriegsopferbewegung ein weiterer in sich geschlossener soldatisch erzogener Bund als Werkzeug für die Erneuerung unseres Volkes und seine Erziehung zum nationalsozialistischen Staat zur Verfügung gestellt werden. Dieser Zusammenschluß muß ferner der wirtschaftlichen Stützung der Frontkämpfer und alten Soldaten dienen und ein gegenseitiges Durchdringen der verschiedenen Soldatenbünde mit ihrem Gedankengut erreichen#. Die Reichsvereinigung ehem. Friegsgesangener ik als,) einzige Kriegsgefangenen=Organisation anerkannt und hat ihre Sonderaufgaben nach wie vor zu erfüllen. Wer von den ehem. Kriegsgefangenen im neuen Staate mitarbeiten will, hat sich in die zuständige anerkannte Fachorganisation einzufügen. Für alle ehem. Kriegsgefangenen ist diese nunmehr einzig und allein die„Reichsvereinigung ehem. Kriegsgesangener e. V.(Auskunft: Gauleitung Westsalen=Lippe der N. e. K.: Kam. Joh. Tölle, Elsen bei Paderborn). Aus unseren Spezial-Abteilungen Käse u. Delikatessen Speisequark t###lich trisch Pfund Alpenkräuterkäse 25% heldlet........ Schachtel Harzer Häse pikant Pfund Sahneschichtkäse 1 Pfd. Frischgewicht Paket Allg. Limburger 20% halbfeit......... Pfund Allg. Stangen-Limburger ohne Rinde 1½ Elund Ostpreußen Tilsiter 45—50% volnlen Pfund Holländer 40% volllett Pfund 0.18 0.20 0.25 0.35 0.38 0.50 0.68 0.78 Heringsalat Pfund Oelsardinen Oose 0.50, 0.35. 0.25, Fettheringe in Tomaten „ Dose 0.35, Appetithappen o ¾ Pfund Seelachsscheiben Lachse satz. getarbt.....% Pfund Dollheringe 10 Stück Schweinekleinfleisch mit Knochen Dose Rheinaal im Schnitt trisch geräuchert......% Pfund 0.15 0.15 0.25 0.25 0.35 0.38 0.40 0.70 Frisch eintreffend: Räucherfisch Fettbückinge, Lachsheringe, Seelachs, Fleckheringe, Schelllisch, Lachs i. Schnitt RECKLINGHAUSEN zu haben in der Buchhandlung Koethers& Röttsches s Hermann=Göring=Straße 3— neben dem Postamt Aufobus fährt Freitag, den 8. September 13 Uhr ab Neumarkt nach Vogel-Warte und Gruga, Essen. Fahrpreis Hin-u. Rückfahrt 1.10 Kinder d Hälfte Sonntag, den 10. September 12 Uhr ab Neumarkt zum Stausee nach Haltern. Fahrpreis Hin- und Rückfahrt 1.40 Kinder die Hälfte. haus Ruf 52561. 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September 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinnüber 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 a. 11929 6 Geminne zu 6000 M. 125606 196816 200979 12 Gewinne zu 3000 M. 28664 129789 148908 191341 252817 291389 46 Gewinne zu 2000 M. 20967 31226 82260 51550 57949 60036 61933 62793 89972 104408 118935 126977 173536 188826 191407 227272 233328 239764 246938 254960 335432 346400 369437 124 Gepinne mu 1000 a. 7019 8486 12130 13422 13544 15179 20022 21026 22669 29000 25326 27246 30631 45502 52465 57896 68106 66232 82789 87110 94346 104506 108379 114883 114964 116196 122664 131751 137365 137933 139723 141132 167858 170235 173429 173914 184082 196360 217960 228806 261565 253431 259818 264222 269279 272566 261247 292838 286039 298087 306900 307959 314843 916733 321784 331807 335020 340565 340659 360782 370661 384183 140 Oepinne zu 600 d. 14500 15220 16334 17329 19001 19266 21634 23299 29602 86785 39796 43317 59405 61867 76346 81553 83419 90756 91899 99239 102209 104034 107894 119117 119221 124494 125186 128749 138245 142333 147282 160133 163829 192054 209866 216801 223993 228690 238970 264865 266150 266638 279214 282153 296603 295863 297116 299279 302684 308481 327390 329009 347360 348648 363778 364844 370382 372635 373193 374696 376759 378718 381811 385039 392224 In der deutigen Zochmitogpsedung wurden Gentunt über 400 M. gezogen * Oertane r 600000 f. 390700 2 Oeptane zu 10000 G. 280013 6 Gepiane zu 5000 M. 42668 124630 276539 16 Oepinne m 3000 G. 26141 83632 135461 200870 261931 280851 365920 378625 50 Gewinne zu 2000 M. 3791 4637 32491 35581 83099 107671 148754 204938 206237 219936 226614 238013 243117 271327 290452 284600 286755 291476 299576 311677 332384 363567 366634 371534 398670 88 Oepiane m 1000 f. 13654 13899 19061 23296 23355 42471 47065 49680 68614 69182 67149 74239 74599 78843 88562 93277 96372 98722 103023 114844 120966 126118 133123 134031 136141 148462 154448 169261 169951 175853 180169 188259 188653 190392 239179 318163 320168 342840 354196 358704 361537 371041 380778 387742 80 Geminne zu 500 Jfl. 1939 12602 16224 22637 33853 34199 40249 40489 44377 48949 62878 66769 76666 76864 82426 90097 90277 90571 91891 96645 97604 99658 100099 100486 107487 160687 154826 167566 167917 163052 171480 176042 180211 185621 191534 192165 194403 194654 194915 196203 196585 196072 196669 203279 204132 208415 213975 218979 220631 221266 2 2522 224279 232752 241021 243796 248658 2607 1 256045 263448 274287 276186 290230 2937 4 293777 308573 314610 317774 321672 321827 330651 334890 347667 360212 361269 353089 363486 364784 366987 368346 361095 362591 371077 372284 377037 380661 382167 384425 386419 390760 395711 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien se 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 winne zu je 50000, 2 zu je 25000, 44 zu je 10000. 34 zu je 3000, 162 zu se 2000, 482 zu je 2000, 944 zu je 1000, 1526 zu je 500, 4814 zu je 400 M.