Ar S ruer Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne, Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklamsteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 250.— bei ködlichem Berufsunsall nach Maßgabe besonderer Bedingungen, die in unserer Geschättsstelle erhältlich#nd. Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböde lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfa., Arbeito und Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkorson und gerichtlicher Klage hinfällig. Fernsprech=Anschluß: Sammel=Rummer 52591 TelegrammAdresse: Anzeiger Horne. Nr. 199(Erstes Blatt) Freitag, den 25. August 1933 29. Jahrgang Im Tagesspiegel Immer mehr verstärkt sich der Eindruck, daß Frankreich gegenüber ItaRomreise lien in der Donaufrage ins Hinter“ t r e f f e n g e r ä t u n d i h m l a n g s a m d i e Führung entgleitet. Die Initiative Mussolinis tut ihre Wirkung. Wenn noch vor vier Wochen eine Meldung aus Rom gekommen wäre, daß der tschechoslowakische Außenminister Benesch die Absicht habe, nach Rom zu fahren, um mit Mussolini zu verhandeln, so hätte man diese Meldung ohne weiteres als phantastisch beiseite gelegt. Heute aber liegen die Dinge anders und die römische Nachricht über einen unmittelbar bevorstehenden Besuch von Benesch wirkt als Sensation. Wäre es der Fall, daß die angekündigte Romreise des Herrn Benesch den Zweck verfolgt, für die Tschechoslowakei Anschlußan die Donauplane Mussolinis zu suchen, dann hätte Mussolini eine außenpolitische Durchbruchsschlacht gewonnen, dann wäre es ihm gelungen, Bewegung in die Fronten der Donaustaaten zu bringen, die seit Jahren erstarrt liegen. Nach der römischen Auffassung liegt dies durchaus im Bereich des Möglichen. Es wird von unterrichteter römischer Stelle erklärt, daß der Besuch Beneschs in Rom möglich ist, nur könne er nicht sofort stattfinden, da Mussolini erst Ende des Monats, etwa am 29. August, aus den Manövern zurückkehrt. Nach wie vor ist Italien absolm gegen eine Donaukonföderation nach französischem Muster, in der Oesterreich und Ungarn ihre politische Selbständigkeit verlieren würden. Aber bei voller Aufrechterhaltung und Stützung von Oesterreichs und Ungarns Unabhängigkeit und bei voller Gleichberechtigung dieser beiden Staaten ist man in Rom geneigt, eine weit größere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Oesterreich, Ungarn und den anderen Ländern der Kleinen Entente, vor allem der Tschechoslowakei zu begünstigen. Eine solche wirtschaftliche Zusammenarbeit in größerem Rahmen würde sich keineswegs gegen Deutschland richten, sondern geht im Gegenteil von der prinzipiellen Auffassung aus, daß Deutschland genau so wie Italien daran beteiligt sein müsse, da ohne diese beiden wichtigsten Nachbar= und Donaustaaten der Plan einer weitumfassenderen wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Mitteleuropa nicht gelingen könne. Darum hat Mussolini auch die Vermittlerrolle gegenüber Deutschland übernommen. Die engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und Ungarn ist nach den Verhandlungen in Rom und Riccione schon eine werdende Tatsache. Wie weit sich eine wirtschaftliche Zusammenarbeit dieser Länder mit den Staaten der Kleinen Entente, wie sie jetzt plötzlich auch in den Kommentaren der italienischen Presse gefordert wird, wirklich ermöglichen läßt, und zwar unter Beteiligung nicht nur Italiens sondern auch Deutschlands, das soll sich erst in den wahrscheinlich bevorstehenden Verhandlungen mit Benesch zeigen. Es heißt, daß Benesch für solch eine Zusammenarbeit aus vielerlei Gründen geneigt, daß aber der rumänische Außenminister zunächst dagegen sei. Die Stellungnahme Jugoslawiens sei noch unbekannt. Die endgültige Stellungnahme dieser drei Staaten hängt aber am Ende von Frankreich ab. Darüber will der Korrespondent der Turiner„Stampa“ erfahren haben, daß das offizielle Frankreich zur Unterstützung eines solchen Planes geneigt sei. Die wirtschaftlichen Interessen der Tschechoslowakei in Deutschland sowohl wie in Oesterreich und in Ungarn lassen eine bedingungslose Aufgabe der tschechoslowakischen Politik an die Politik in Paris nicht ohne weiteres zu. Da es bisher aber in Paris immer verstanden wurde, einer endgültigen Entscheidung im Donauraum aus dem Wege zu gehen, andererseits die französischen Pläne nicht über theoretische Erörterungen hinausgingen, bestand für die Tschechoslowakei keine Veranlassung, ihr eigenes Interesse am Donauraum zu bekunden. Nur als die deutsch=österreichische Zollunion erörtert wurde, wagte Außenminister Benesch in einer Rede eine Auffassung zu vertreten, die sich nicht ganz mit der französischen deckte, die aber schon verriet, daß die Tschechoslowakei einer Ausschließung Deutschlands aus dem Donauraum nicht zustimmen könnte. Soviel Wahrscheinliches die römische Auffassung für sich hat, daß Benesch als erster von den Staatsmännern der Kleinen Entente sich davon überzeugt hat, daß Mussolini den richtigen Weg an der Donau geht, so läßt sich doch nicht ohne weiteres die Möglichkeit von der Hand weisen, daß Benesch gewissermaßen in französischer Sondermission nach Rom fahren will. Vielleicht möchte er in Rom nur erkunden, was man dort überhaupt will. Aber wie es auch sei, an der Tatsache, daß der französischen Politik die Führung entgleitet, kann so oder so nicht mehr gezweifelt werden. Deutschland= küungen Autobahn München—Salzburg Sie kommt als zweite Strecke des großen Netzes zur Ausführung Festlegung der Linienführung Berlin, 24. August 1933. Amtlich wird mitgeteilt: Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Diplomingenieur Dr. Todt, hat bestimmt, daß als zweite Strecke des geplanten Reichsautobahnnetzes die Straße von München nach Salzburg zur Ausführung kommen soll. Während die Ingenieure zwischen Frankfurt und Mannheim die letzten Vermessungen durchführen und während für diese rund 100 Kilometer lange Straße der Grunderwerb zu Ende geführt und die Bauwerke entworfen werden, ist jetzt in Bayern die Linienführung für die zweite deutsche Reichsautobahn München— Salzburg in einer Länge von rund 120 Kilometer projektiert worden. Der Reichskanzler hat sich über die Möglichkeiten der Linienführung wiederholt durch Herrn Dr. Todt berichten lassen und hat die maßgebende Entscheidung über die zu wählende Linie selbst getroffen. Die Strecke verläuft von München in der Richtung nach Rosenheim und von dort an dem bisher nur sehr wenig erschlossenen Südufer des Chiemsee entlang über Siegsdorf nach Salzburg. Bei der Auswahl der Linie, die zunächst in Richtung aus die bayerischen Alpen und dann an diesen entlang führt, wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Streckenführung so zu wählen, daß die landwirtschaftlichen Schönheiten des bayerischen Landes voll zur Geltung kommen. Die Straße erschließt das deutsche Alpengebiet zwischen Isar, Inn und Salzach. Sie wird den Auftakt bedeuten zu einer vom Führer geplanten großzügigen Erschließung des gesamten deutschen Alpenlandes, die besonders für unseren deutschen Fremdenverkehr von ganz außerordentlicher Bedeutung sein wird. Sofortiger Baubeginn bei Salzburg München, 24. August 1933. Eine am Donnerstag ausgegebene amtliche Verlautbarung besagt: Es steht nunmehr fest, daß die zweite der im Rahmen des großen Arbeitsbeschaffungsprogramms der nationalen Regierung von der Deutschen Reichsbahn zu erbauenden Reichsautobahnen in Bayern gebaut werden wird. Auf Wunsch des Reichskanzlers Adolf Hitler wird sofort an die Errichtung der Reichsautobahn MünchenLandesgrenze bei Salzburg gegangen werden. Siedlungswerk der Arbeitsfront Beratungen des Kleinen Arbeitskonvents Berlin, 24. August 1933. Wie das Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, trat unter dem Vorsitz des Führers der Deutschen Arbeitsfront. Staatsrat Dr. Robert Ley, am Donnerstag um 10 Uhr der Kleine Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront zu einer Tagung zusammen. Von der umfangreichen Tagesordnung wurde besonders eingehend das Problem der Konsumvereine behandelt und die notwendigen Maßnahmen für die Umgestaltung der Konsumvereine erörtert. Das soziale Problem wurde eingehend durchberaten. Es wurde vollstes Einvernehmen über die einzuschlagende Linie erzielt und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Behörden und den Stellen der Deutschen Arbeitsfront festgestellt. Eingehend wurde die am 15. September beginnende große Propaganda und die Werbeaktion der Deutschen Arbeitsfront besprochen. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront wird zusammen mit den Amtsleitern vom 15. September bis zum 1. November zahlreiche deutsche Betriebe besichtigen, in Belegschaftsversammlungen zu den schaffenden deutschen Menschen sprechen und ferner die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront und der NSBO inspizieren. Dr. Ley machte Mitteilung, daß die Deutsche Arbeitsfront auch ihrerseits mit aller Kraft am deutschen Arbeitsprogramm tätig mithelfen will. Als eine der ersten positiven Aufgaben in diesem Sinne wird die Arbeitsfront in enger Verbindung mit den zuständigen amtlichen Stellen ein großartiges und großzügiges Siedlungswerk in Angriff nehmen. Weiter umriß Dr. Ley die kulturellen Aufgaden der Deutschen Arbeitsfront, die nach Feierabend dem schaffenden deutschen Menschen Gelegenheit geben soll und muß, sich zu belehren und für die schwere Arbeitszeit neue Kraft zu sammeln. Entsprechende Pläne sind in Ausarbeitung. Die Frage der Resorm der Versicherungen stand zur Erörterung. Ein Arbeitsausschuß wird die entsprechenden Arbeiten in Kürze soweit fertigstellen, daß mit einer baldigen endgültigen Regelung gerechnet werden kann. Eindeutig wurden die Aufgaben der einzelnen Verbände und Abteilungen der Deutschen Arbeitsfront von Dr. Ley bestimmt. Während die Deutsche Arbeitsfront als Organisaiton aller schaffenden Menschen über die politische Linie in weitestem Sinne wacht, erledigen die Verbände die verwaltungstechnischen Arbeiten und die NSBO bildet das Rückgrat der Deutschen Arbeitsfront und das Reservoir für den Führernachwuchs. Weiter hat die NSBO große erzieherische Aufgaben zu erledigen. Zum Schluß der arbeitsreichen Tagung wurde bestimmt, daß am 2. Mai jeden Jahres der Große Arbeitskongreß zusammentritt, während halbjährlich eine Sitzung des Großen Arbeitskonventes stattfindet. Die nächste Sitzung des Großen Arbeitskonvents wird nach Beendigung der Propagandaaktion am Ende dieses Jahres stattfinden. 1000=Mark=Sperre für Studenten aufgehoben Reichsdeutsche können sich zum Studium in Oesterreich melden Berlin, 24. August 1933. Die Bundesführung des NSDSt. erläßt, wie die NSK. meldet, folgenden Aufruf: Das österreichische Unterrichtsministerium hat in einer eben erlassenen Verordnung den Anmeldeschluß für Ausländer, die im kommenden Wintersemester 1933=34 auf österreichischen Hochschulen studieren wollen, worunter auch Reichs= und Auslandsdeutsche fallen, auf 1. September 1933(auf der Universität Wien 15. September 1933) festgesetzt, um die Ueberfremdung der Hochschulen zu verhindern. " Diese Verordnung ist wahrscheinlich auf die kürzlich überreichte Denkschrift der Deutschen Studentenschaft zurückzuführen, die sich gegen die dauernd wachsende jüdische Invasion auf den österreichischen Hochschulen wendet. Wir machen alle Kameraden, die im kommenden Semester beabsichtigen, in Oesterreich zu studieren, darauf aufmerksam, obigen Termin nicht zu versäumen, da eine spätere Anmeldung abgelehnt wird. Die deutsche Regierung hat entgegenkommenderweise die 1000=R M.=Sperre für Studierende aufgehoben, um eine wissenschaftliche und geistige Zusammenatbeit der deutschen Stämme zu gewährleisten; auf dieser Basis scheint auch die obige Verordnung des österreichischen Ministeriums für Unterricht zu fußen. Auskünfte über die Studienverhältnisse und Lebensbedingungen gibt das Reichsdeutschenamt der DTS. Oesterreich, Wien I, Universität. auch die Beschränkungen des Versailler Diktats flug 1933 verwehren, die Stellung im * Flugwesen einzunehmen, die Deutschland entsprechend seinem Anteil an der technischen und sportlichen Entwicklung des Flugwesens gebührt, so soll doch der große deutsche Flugwettbewerb, der Deutschlandflug, der heute in Berlin beginnt, den Beweis dafür liefern, daß die deutsche Fliegerei nicht stillsteht sondern von unzerstörbarer Lebensfähigkeit ist. Auf dem Tempelhofer Feld herrscht reger Betrieb schon seit Dienstag. Was m Flugwesen einen Namen hat, ist dort vertreten. An dem Wettbewerb beteiligen sich alle bekannten deutschen Flugzeugführer. Der Kommandant des Dornier„Do. X“, Ministerialrat Christiansen vom Reichsluftfahrtministerium, führt die Liste an. In ihr fehlen nicht der deutsche Kunstflugmeister Gerhard Fieseler, Udet, der Segelflieger Wolf Hirt, Thea Rasche, der Afrikaflieger Schwabe, Theo Osterkamp, Reinhold Post, Amerikaflieger Richter. Und neben dieser Liste glänzender Namen sind alle Chefpiloten der deutschen Flugzeugwerke und die Konstrukteure in Tempelhof anwesend. Aus Stuttgart erschien eine Kette von drei rot angestrichenen Klemmflugzeugen, aus Kassel ein Schwarm von fünf neuen FieselerEindeckern. Der deutsche Kunstflugmeister erklärte bei der Meldung vor der Sportleitung, daß er selbst die soeben eingetroffene Fieselerstaffel während des ganzen Deutschlandfluges als geschlossene Formation führen werde. Bekanntlich sieht die Ausschreibung für das Fliegen im Verbande besondere Gutpunkte vor. Die Strecke des ersten Tages führt von Berlin über Stettin, Danzig und Königsberg wieder nach Berlin. Das ist der Treuegruß des Reiches an den bedrängten Osten. Am Samstag geht die Reise nach Westen zum deutschen Rhein. Die leichten Flugzeuge wenden bereits in Münster i. W., während die beiden schweren Klassen erst in Düsseldort wenden. Es ware abwegig, den Deutschlandflug 1933 etwa mit den Europaflug=Wettbewerben vergleichen zu wollen. Technische Leistungen standen bei den letzteren im Vordergrund, während bei dem Deutschlandflug das fliegerische Können unter Beweis gestellt werden soll. Der Ministerprasident und Luftfahrtminister Hermann Goering kennzeichnete diese erste große sportliche Veranstaltung des nach den Grundsätzen der Regierung Adolf Hitlers neu gebildeten Deutschen Luftsportverbandes wie folgt: „Der Wettbewerb ist kein Rennen der besten Flugzeuge und der besten Führer, er soll vielmehr dem jungen Nachwuchs die Möglichkeit geben, zu zeigen, was er gelernt hat und was er mit starkem Willen auch auf älteren Flugzeugen leisten kann. Der Deutschlandflug bedeutet somit auch eine Prüfung der Flugbereitschaft der Vereins= und Privatflugzeuge und des Könnens der Flugwarte.“ Daß es an Nachwuchs in der Fliegerei nicht fehlt, daß der in Goerings Worten betonte starke Wille vorhanden ist, davon zeugt am besten die überaus starke Beteiligung am Deutschlandflug, davon zeugen am besten auch die großen Erfolge auf dem eben abgeschlossenen RhönWettbewerb. Darum freie Bahn für die Fliegerei, Gleichberechtigung auch im Flugwesen. Die umfangreichen Vorarbeiten wurden bereits in Angriff genommen. Unter Führung des von Adolf Hitler ernannter Reichsinspekteurs für das deutsche Straßenwesen Ingenieur Todt, haben am Mittwoch der General direktor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Dor# müller, der Präsident der Deutschen Reichsbahngesellschaft, von Siemens. sowie Staatsminister Esser mit einem größeren Stab von Fachreferenten die geplante Linienführung einer ersten Vorbesichtigung unter zogen. In heller Begeisterung über die Schönheit des von der Reichsautobahn zu erschließenden bayerischen Alpenlandes versammelten sich die Fahrtteilnehmer in Bad Reichenhall. um ihrer Freude Ausdruck zu geben, an neuen Werk mitarbeiten zu dürfen. Namens der bayerischen Staatsregierung begrüßte Staatsminister Esser die Führer der Reichsbahngesellschaft: Dr. Dorpmüller und von Siemens. sowie den Reichsinspekteur Todt und dankte vor allem Reichskanzler Adolf Hitler für die Initiative zu dem neuen großartigen Werk, das von ungeheuer verkehrspolitischer Bedeutung für das Land Bayern sei und über zwei Jahre Zehntausende von Volksgenossen wieder in den Arbeitsprozeß eingliedern werde, ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Gewinn für das durch die neue Autobahn zu erschließende Alpenland. Bei der Durchführung des gewaltigen, der neuen Zeit würdigen Planes könne es keine Schwierigkeiten geben. Für die Reichsbahngesellschaft unterstrich der Präsident des Verwaltungsrats, von Siemens. die Ausführungen des Ministers und gab die Erklärung ab, daß die Deutsche Reichsbahn ungesäumt an die Ausführung der vom Reichskanzler gestellten großartigen Aufgabe gehen werde. Die Reichsbahn werde durch die Errichtung der neuen Autobahn beweisen, daß sie Verstandnis habe fur die Forderungen einer neuen Zeit und vor allem auch für die Notwendigkeit, die gewaltigen Errungenschaften der Technik auf dem Gebiete des Automobilwesens nicht in einen die gesamte Wirtschaft lähmenden Existenzkampf mit der Eisenbahn auslaufen zu lassen, sondern nutzbringend in die gesamte Verkehrswirtschaft einzugliedern. Mit einem Treuebekenntnis für den Führer und das neue Deutschland schloß die Fahrt ab. Weitere 25 Mill. RM. Aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm bewilligt Berlin, 24. August 1933. In der letzten Kreditausschußsitzung der Deutschen Ge sellschaft für öffentliche Arbeiten Aktiengesellschaft wurden, wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt. im Arbeitsbeschaffungsprogramm vom 1. Juli 1933 weitere Darlehnsanträge im Betrage von rund 25 Millionen Mark bewilligt.„Davon entfallen 4 Millionen Mark aus den Weiterbau des Mittellandkanals und weitere 2.2 Millionen Mark auf Inangriffnahme der Arbeiten am Elster=SaaleKanal(Südflügel des Mittellandkanals). Der Freien und Hansestadt Hamburg wurden für Instandsetzungsund Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden weiter800000 Mark bewilligt, der Freien und Hansestadt Bremen für mehrere Maßnahmen rund 1.8 Millionen Mark. Auf das Land Sachsen entfallen Darlehen in Höhe von 5.4 Millionen Mark, davon erhalten die Dresdener Gas=, Wasser= und Elektrizitätswerke 2.2 Millionen Mark und die Stadt Leinzig rund 1.8 Millionen Mark. An größeren Darlehen wurden weiterhin für Städte der Provinz Sachsen rund 2 Millionen Mark. für die Brücke bei Krefeld=Uerdingen rund 1.8 Millionen Mark, für das Gebiet des Landes Baden rund 2.2 Millionen Mark und für Thüringen rund 600 000 Mark bewilligt. 8.8 Millionen RM. für den Ausbau der süddeutschen Wasserstraßen Berlin, 24. August 1933. Nach Mitteilung des Reichsverkehrsministeriums wurden im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms nach dem Gesetz vom 1. Juni 1933 für den Ausbau der süddeutschen Wasserstraßen Mittel in Höhe von rund 8.8 Millionen Mark bereitgestellt. Von diesem Botrag entfallen auf Arbeiten zur Fortführung der Mais= Kanalisierung zwischen Aschaffenburg und Würzburg 4.5 Millionen Mark. auf den Weiterbau der NeckarKanalisierung unterhalb Heilbronns 3.6 Millionen Mark und auf die Ausführung des Neckardurchstichs bei Deizisau 700000 Mark. Die Arbeiten, die demnächst beginnen und während des Winters mit kurzer Unterbrechung fortgeführt werden. sind in hervoragendem Maße geeignet. die Arbeitslosigkeit gerade in den Wintermonaten zu verringern. Wahrscheinlich Viermächtepaktkonferenz in Rom Berlin, 24. August 1933. Der„Matin“ hat sich aus Rom melden lassen, daß in dortigen politischen Kreisen erneut Gerüchte im Umlauf seien, daß die Außenminister Deutschlands. Frankreichs und Englands sich in der zweiten Hälfte des Monats Oktover nach Rom begeben würden, um mit Mussolini zu verhandeln. In Berlin ist von einer solchen Verabredung noch nichts bekannt. Immerbin hat die Meldung eine gewisse Wahrcheinlichkeit für sich, denn nachdem die Unterzeichnung des Vierervaktes bereits einige Wochen zurückliegt, besteht begreiflicher Weise bei Mussolini der Wunsch, nun diesen Vierervakt auch tatsächlich zur Anwendung zu bringen. Der Umstand, daß der Vierervakt noch nicht ratifiziert ist, sviele dabei keine Rolle. 1 Notizen Die Hauptversammlung des Deutschen und Oeste reichischen Alvenvereino findet am 24. September in Vaduz oder in Schaan in Liechtenstein statt. * Das brennende Munitionslager bei Air ur la Los wurde mit Dynamit in die Luft gesprengt. * Die Schlafkrankheit hat im Gebiet von St. Louis 23 Todesopfer gefordert. * In Niederbühl bei Rastatt brach ein Großfeuer aus, dem 3 Wohnhäuser, 4 Scheunen und Stallungen zum Opfer fielen. * Prinz Wolsgang von Hessen, der Bruder des Oberpräsidenten der Provinz Hessen=Nassau, ist zum kommissarischen Landrat des Obertaunuskreises ernannt worden. * Bei Haussuchungen in Breslau wurden bei Kommunisten 150 Feuerwassen gesunden. * Staatskommissar Engel kündigte radikale Maßnahmen gegen Schwarzarbeiter und Doppelverdiener und die Einführung eines Arbeitspasses in besonders von Schwarzarbeitern überlaufenen Arbeitszweigen an. Die französische Regierung hat am 22. August 1933 gemäß Artikel 5 Absatz 2 des deutsch=französischen Handelsabkommens vom 28. Dezember 1932 für eine Reihe von Deutschland zugestandenen Zollbindungen und Zollermäßigungen die Kündigung zum 5. September 1933 ausgesprochen. * Der Kommissar des Reichsministers des Innern für Berufs= und Verbandsfragen im Heil= und Heilmittelwesen. Dr. Hörmann, ist von seinem Auftrage entbunden worden. Damit erlöschen auch die Befugnisse der von ihm beauftragten Kommissare und Unterführer. Keine Interventionen für politische Häftlinge Berlin, 24. August 1933. Der Chef des Geheimen Staatspolizeiamts bat an alle Reichs= und preußischen Staatsministerien ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: „In der letzten Zeit haben sich in auffallender Weise die Fälle gemehrt, in denen höhere Staatsbeamte ohne dienstlichen Auftrag Auskunft über den Aufenthaltsort und die Gründe der Festnahme politischer Häftlinge verlangten. Hierbei habe ich feststellen müssen, daß sich diese Anfragen fast ausschließlich nur auf Häftlinge beziehen. die nicht dem Arbeiterstande angehören. Ich vermag kein Verstandnis dafür aufzubringen, aus welchen Gründen solche Häftlinge eine bevorzugte Behandlung erfahren sollen. Es sei darauf hingewiesen, daß der Herr Reichskanzler Adolf Hitler wiederholt gegen dieses Unwesen Stellung genommen hat. Der Umstand, daß höhere Beamte sich bereitgefunden haben, auf Bitten der Angehörigen der Schutzhäftlinge sich für diese einzusetzen, hat zur Folge, daß neuerdings um Auskunft bittende Personen oft dazu übergehen, mit Interventionen von Ministern. Staatssekretären und höheren nationalsozialistischen Führern zu drohen. Es ist dafür Sorge getragen, daß alle vom Geheimen Staatspolizeiamt zu untersuchenden Fälle— insbesondere selbstverständlich Haftsachen— ohne Ansehen der Peron der Betroffenen mit tunlichster Beschleunigung geprüft werden. Der baldige Abschluß der Ermittlungen in jedem Fall kann aber nur dann gewährleistet werden, wenn die Dienststellen ungestört arbeiten können. Es liegt daher, ganz abgesehen davon, daß es auch aus arbeitstechnischen Gründen völlig unmöglich ist, den fernmündlich und mündlich vorgetragenen Ersuchen nachzukommen, im Interesse der Häftlinge selbst, wenn ich die Anordnung getroffen habe, daß während des Schwebens der Ermittlungen keinerlei Auskunft erteilt werden darf. Das Geheime Staatspolizeiamt weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, daß es ebenfalls als unstatthaft angesehen wird, wenn sich Angehörige der RSDAP für Schutzhäftlinge verwenden. Dillenburger Polizeikommandeur von Berlin Berlin, 24. August 1933. Durch Erlaß des vreußischen Ministers des Innern ist Polizeioberst Dillenburger zum Kommissar der Berliner Schutzpolizei ernannt worden. Durch seine rege Tätigkeit als Vorsitzender der Vereinigung der Polizeioffiziere Preußens und Deutschlands ist Dillenburger hinreichend bekannt. Bis 1929, als er aus politischen Gründen aus dem Polizeidienst ausschied, war Dillenburger Gruppenkommandeur der Schutzpolizei Berlin. * Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten. (Fortsetzung folgt.) Ivonne schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte. So erregt hatte sie Eugen noch nie gesehen. „Liebling!“ tröstete er sie.„Nicht weinen!" Aber in seinem Kopfe wirbelten die Gedanken durcheinander. Ruhig werden jetzt, ruhig! Sie zeigt dir ja selbst den Weg. Es darf nicht sein, weil Krieg ist. Weil er einen betrügen würde, der draußen für sein Vaterland kämpft, der sein Liebstes in arglosem Vertrauen geborgen glaubt. Drüben in Deutschland wartete eine auf ihn, die ein heiliges Anrecht auf ihn hat. Außerdem gehörte er jetzt dem deutschen Vaterland, das im Kampfe um Sein oder Nichtsein stand. Mit einem Male fuhr Ivonne empor.„Ich kann diese Lüge nicht länger ertragen. Eugen— wenn Gaston in Urlaub kommt, werde ich ihm alles sagen. — Er muß mich freigeben. Er wird mich freigeben. Und dann.. „Und dann?“ Eugen wollte das Herzblut stocken. Ein ungeheurer Gedanke durchzuckte ihn.„Und dann?“ fragte er tonlos. „Dann...“ Ivonne warf sich an seine Brust und schlang ihre Arme um ihn,„dann wirst du mir ganz gehören und ich dir. Wir werden Mann und Weib.“ Mit einem Schlage war Eugen jäh ernüchtert. Heiraten?! Ivonne heiraten? Sich hier binden? Er der deutsche Offizier? Welchen Wirbel von Verwicklungen! Unmöglich. Gott, er wird sie enttäuschen müssen dieses liebe, kleine Herz!— Ueberall Lüge! Auch diese hier mußte er betrügen. Er wird sie nie heiraten können! Eugen schwindelte. Ivonnes Liebesworte und Liebkosungen überhörte er. Nur nicht denken und überlegen jetzt! Sie las in seinem Gesicht und merkte den jähen Wechsel. Mit großen verwunderten Augen sah sie zu ihm auf. Wie draußen in der Villa am Bois, Wahrheitssucher oder Hetzer? Warum verweigert der„internationale Ausschuß“ sein Material zum Reichstagsbrand H. Berlin, 24. Aug.(Eig. Drahtder.) Von unserer Berliner Schriftleitung Nach Abschluß der Voruntersuchung des Reichstagsbrandes werden die Akten jetzt an den 4. Strafsenat und an die Verteidiger weitergeleitet. Zur Prüfung des Aktenmaterials stehen diesen Instanzen noch beinahe vier Wochen zur Verfügung. Schon die Voruntersuchung hat bewiesen, daß es sich nicht, wie im Ausland mitgeteilt wird, um einen politischen Prozeß handelt, sondern um einen reinen Kriminalprozeß gegen Leute, bei denen politische Beweggründe maßgebend gewesen sein mögen, die jedoch nur nach den Paragraphen des Strafgesetzbuches beurteilt werden können. Bei dem Prozeß, der offiziell in Leipzig durchgeführt wird, für den aber Lokaltermine und Zeugenvernehmungen in Berlin notwendig sind, wird es zu einer sehr eingehenden Beweisaufnahme kommen, um keine wesentliche Frage außer acht zu lassen, die etwa zur Klärung beitragen könnte. Nach dem ersten Schreiben des Oberreichsanwalts an die Mitglieder des internationalen Untersuchungsausschusses in Sachen Reichstagsbrand, Branting und Romain Rolland, hätte man erwarten können, daß das Material, über das dieser Ausschuß angeblich verfügt, dem Reichsgerichtshof zur Benutzung unterbreitet worden wäre, um auf diese Weise ebenfalls zur Ermittlung der vollen Wahrheit beizutragen. Will der internationale Untersuchungsausschuß, dem bekannte Juristen aus vielen Ländern angehören, tatsächlich dazu beitragen, Täter und Schuld sorgfältig zu ermitteln, so hätte er die moralische Verpflichtung, das ihm bekannt gewordene Material den deutschen Stellen zugänglich zu machen. Die Verantwortung der Mitglieder dieses ausländischen Ausschusses wachst ins Riesenhafte, wenn tatsächlich Material vorliegen sollte, das dem Reichsgericht verheimlicht wird und diese höchste Gerichtsstelle gleichsam hindern würde, die unzweideutige Wahrheit zu ermitteln. Unter gewissen Bedingungen scheint der schwedische Rechtsanwalt Branting geneigt zu sein, dem Oberreichsanwalt das Material zur Kenntnis zu bringen. Ob sich jedoch die anderen Mitglieder dieses Ausschusses von der gleichen Auffassung leiten lassen, ist zur Stunde unbekannt. Die Aeußerungen des Oberreichsanwalts in seinem Antwortschreiben an Branting sind so klar, daß dadurch alle Bedenken bei dem Ausschuß geschwunden sein könnten. Fast möchte man sagen, die Antwort des Oberreichsanwalts sei zu entgegegenkommend gegenüber der Anmaßung des internationalen Ausschusses, der sich dazu berufen fühlt, einen Prozeß, der nur Deutschland angeht, sich zu eigen zu machen. Es ist aber nur gut, daß sich der Oberreichsanwalt nicht zu Bemerkungen hat hinreißen lassen, die eigentlich am Platze gewesen wären. Denn jetzt können die Mitglieder des internationalen Ausschusses nicht die gekränkte Unschuld spielen, sondern müssen der überlegenen Sachlichkeit, mut der der Oberreichsanwalt die Angelegenheit behandelt hat, unbedingt Beachtung schenken. Geschieht dies nicht, so zeigt der Ausschuß, daß es ihm nicht darum zu tun ist, das ungetrübte Recht festzustellen und die volle Wahrheit zu ermitteln, sondern daß er lediglich eine Hetze betreiben will, die von den im Ausland verbreiteten Greuelmärchen in keiner Weise absticht. Noch haben die Ausschußzmitglieder zu zeigen, ob es ihnen mit der Verwertung des angeblichen Materials ernst ist. Unterlassen sie den unbedingt notwendigen Schritt, dann haben sie sich in den Augen der ganzen Welt gerichtet. ReichstagsbrandstisterProzeß am 2a. September Leipzig. 24. August 1933. Der Präsident des Vierten Strafsenats hat in der Reichstaasbrandsache Termin zur Hauptverhandlung auf Douuerstag, den 21. Seplember ds. Is., vormittags 9 Uhr, anberaumt. Die Hauptverhandlung findet in Leipzig statt. die Beweisausnahme jedoch mit Rücksicht auf die notwendige Augenscheinnahme und darauf, daß die meisten Zeugen in Berlin wohnen, im Reichstagsgebäude. Die Reichstagsverwaltung wird ungesäumt die notwendigen Vorbereitungen für diese Prozeßverhandlung treffen. Als Verhandlungsraum wird voraussichtlich der größte Ausschußsaal des Hauses, in dem früher der Haushaltsausschuß des Reichstages tagte, dienen. Da im Reichstagsgebäude gegenwärtig keinerlei Sitzungen stattfinden, stehen auch zahlreiche andere Räume den Mitgliedern des Reichsgerichts, den Anklagevertretern und den Verteidigern zur Verfügung. Ein Lokaltermin in dem ausgebrannten Sitzungssaal bietet keinerlei Gefahren mehr, da die Trümmer weggeräumt sind und eine Einsturzgefahr nicht mehr besteht. Auch vor den Unbilden der Witterung ist der rauchgeschwärzte Saal gesichert, da die Reichstagskuppel bereits vollständig mit Glas wieder eingedeckt ist. Die endgültige Entscheidung über alle Maßnahmen im Reichstagsgebäude trifft natürlich der Reichstagspräsident. 110 Zeugen und Sachverkändige Leipzig, 24. August 1933 Zur Verhandlung gegen die Reichstagsbrandstifter kann folgendes mitgeteilt werden: Angeklagt sind wegen Vorbereitung eines dochverräterischen Unternehmens und anderer Verbrechen der Holländer van der Ludbe, der früdere Reichstagsabgeordnete Torgier, die bulgarischen Staatsangebörigen Dimitroff, Povoff und Taneff. van der Lubbe. der Hauptangeklagte, hat gleich bei Eröffnung der Voruntersuchung voll zugegeben, daß er nicht nur den Reichstag in Brand gesteckt habe, sondern„um Rache am internationalen Kapitalismus zu nehmen", auch schon vorder Brandstiftungen in Berlin verübt habe So habe er versucht, das Wohlfahrtsamt in Berlin=Neukölln anzuzünden, ebenso das Stadtschloß in Berlin und das Berliner Ratbaus. van der Lubbe ist nach der Brandlegung im Reichstag auf frischer Tat ertappt worden. Man hat ihn festgenommen, als er den Reichstag verlassen wollte. Seine Kleider hatten bei der Brandstiftung Feuer gefangen. Die Spuren wiesen eindeutig auf seine Täterschaft hin. Sie waren so überzeugend, daß er dies auch nicht mehr leugnen konnte. Für das Verfadren sind 110 Personen als Zeugen und Sachverständige vorgesehen. Diese Ziffer kann sich noch wesentlich erhöhen. Es wird zunächst eine Woche lang in Leipzig verhandelt werden, dann nach der Vernehmung der Zeugen und nach der Lokalbesichtigung in Berlin werden die Schlußvorträge der Anklagebehörde und der Verteidiger wieder in Leipzig zu hören sein. Protest gegen die Annullierung des Memelabkommens Der litauische Gesandte im Evangelischen Oberkirchenrat. Berlin, 24. August 1933. Der litauische Gesandte Dr. Saulys erschien am Donnerstag im Oberkirchenrat der evangelischen Kirche der altpreußischen Union, um eine an dessen Präsidenten gerichtete Note zu uverreichen. In dieser Note wird mitgeteilt, daß die litauische Regierung beschlossen habe, das mit dem Evangelischen Oberkirchenrat am 31. Juli 1925 unterzeichnete Abkommen betr. die evangelische Kirche des Memelgebietes als am 24. August 1933 außer Kraft gesetzt zu betrachten. „Unter anderen Gründen, die zu dem erwähnten Beschluß geführt haben,“ so wird in der Note ausgeführt, wurde auch der Umstand in Betracht gezogen, daß durch die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 11. Juli 1933 sowie durch die der Annahme dieser Verfassung vorhergegangenen Regierungsmaßnahmen die Rechtslage der evangelischen Kirche der altpreußischen Union, mit der das oben erwähnte Abkommen vom 31. Juli 1925 abgeschlossen worden war, wesentlich abgeändert worden ist." Der Vertreter des abwesenden Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats protestierte gegen diese Annullierung des Abkommens, da er die einseitige Lösung des einen Vertragspartners nicht anerkennen könne, zumal die Begründung des Beschlusses von völlig irrigen Voraussetzungen ausgehe. Zugleich behalte sich der Oberkirchenrat alle zur Wahrung seiner Rechte erforderlichen Schritte vor. flüsterte sie:„Eugen!“ Mit ihrer weichen lockenden Stimme. Und wie damals übte das eine Wort seinen Zauber aus, daß Vergangenheit und Zurunft wie Nebel zerrannen und nur die Gegenwart blieb. Diese hieß Ivonne. Die nächsten Tage verbrachte Eugen in einer Art Dämmerzustand. Noch mächtiger als das erstemal war die Leidenschaft über ihn gekommen. Mechanisch machte er seinen Dienst beim Regiment, mechanisch aß und trank er und mechanisch schrieb er in der Nacht seine Berichte. Es gab für ihn nichts Wichtiges mehr außer Ivonne. Minuten und Stunden zählte er darnach, wann er wieder mit ihr zusammen sein konnte. Die Worte Krieg und Sieg, Tod und Niederlage verhallten ohne Eindruck an seinem Ohr, sie drangen nicht in sein Gehirn. Da schlug wie ein Fanfarenstoß das Wort Marne an sein Ohr. Aufgerüttelt horchte er auf. Die Deutschen an der Marne, dicht vor den Toren von Paris! Ein Zittern gleich einem Erdbeben ging durch Paris, durch ganz Frankreich. Die Regierung auf dem Wege nach Bordeaux, die Armee im Rückzug, die Deutschen vor Paris! Die Lazarettzüge spieen Tausende von Verwundeten aus, die Schreckensdinge von der Front berichteten; im Nu waren die Spitäler überfüllt. Ueberall stand auf ernsten Gesichtern die Angst vor etwas Furchtbarem, Unfaßlichem und doch Unabwendbarem. Die Kirchen füllten plötzlich fromm gewordene Menschen, die aus bedrängten Herzen heiße Gebete gegen den Himmel sandten. An einem dieser Tage— es war der 4. September — ging Eugen zum ersten Male nicht hinaus zum Stelldichein im Waldchen. Zu wuchtig waren die sich überstürzenden Nachrichten auf ihn eingestürmt. Er fuhr wieder an die Bahnhöfe und sah Zug auf Zug von der italienischen Grenze kommen und nach Norden rollen. Sein Gehirn kam ins Arbeiten. Was ging hier vor? Instinktiv ahnte er eine Wendung im Verlauf des Krieges. Statt zur Schäferstunde ging Eugen in seine Wohnung und schrieb alles nieder, was er gesehen und gehört hatte. In später Abendstunde gav er den Bericht noch zur Post. Als er heimkam, wartete ein Ordonnanz auf ihn. Sie brachte den Befehl, sofort feldmarschmäßig in die Kaserne zu kommen. Das Regiment werde noch in der Nacht verladen. Lange stand er in Gedanken in seinem Zimmer, dann pakte er ein paar Kleinigkeiten zusammen, steckte alles Geld zu sich und kleidete sich vollständig an. Für seine Wirtin legte er einen großen Geldschein mit ein paar erklärenden Worten auf den Tisch. Noch einmal sah er sich in den Zimmern um, die zwei Jahre seine Heimat gewesen waren, dann machte er die Türe hinter sich zu. Eine Autodroschke brachte ihn in die Kaserne. Hier herrschte eine Aufregung wie in einem gestörten Ameisenhaufen. Soldaten rannten Trepp auf — Trepp ab, befehlsgewohnte Stimmen durchhallten das Haus, dazwischen ertönte eine Glocke, die zum Essenfassen rief; bald klapperten die Kochgeschirre und es trat etwas Ruhe ein, die Leute aßen. In der Kompagniekanzlei traf Eugen seinen Kapitän an, der in bester Stimmung war; er schien nicht ganz nüchtern zu sein. Jovial klopfte er seinem Unterleutnant auf die Schulter. „Höchste Zeit, daß Sie kommen! Der Alte hat schon zweimal nach Ihnen geschickt. Gehen Sie rüber und hören Sie, was Sie ausgefressen haben!" Kaum hatte er ausgesprochen, da erschien zum dritten Male eine Ordonnanz, die den Unterleutnant sum Obersten bestellte. Eugen ging sofort mit. Der Oberst war etwas ungeduldig wegen des Wartens geworden, sonst aber sehr gnädig. Er stand in feldmarschmäßiger Uniform in seinem Büro. Als Eugen sich meldete, sah er den jungen Offiizer einen Augenblick scharf prüfend an, dann nickte er kurz und sprach: „Ich brauche einen tüchtigen und zuverlässigen Adjutanten. Ich habe mir in den paar Wochen ein Bild von meinen Offizieren machen können, meine Wahl ist auf Sie gefallen. Sie sind von jetzt ab beim Regimentsstab zu meiner Verfügung. Teilen Sie es Herrn Kapitän Topier mit!" Eugen dankte und salutierte. Sein Inneres war voll heimlichen Jubels Bei einem Stab war er glücklich, wenn es zunächst auch nur ein Regimentsstab war! Aber es war ein Pionierregimentsstab und diese waren draußen den ganzen großen Verbänden zugeteilt; zum mindestens einem Armeekorpsstab. Besser konnte es sich für ihn nicht treffen. Noch in derselben Nacht verließ das zweite Territorialpionierregiment in drei Zügen Paris. In dem letzten Zuge befand sich der Regimentsstab mit dem Adjutanten Charles Meunier alias Leutnant d'Effroi von dritten Bayer. Pionierbataillon in Ingolstadt an der Donau Der Papst einem Unglück entgangen der Bupn v.n.. Leasg. ue. uuns 193 Wie die.293 au Aoen Ungsüg zum Ooser gedeute vormittag beinabe einev..42m bag Automobil. kallen. Wenig. 2.e tx i; leiner Begleitung auf der in dem sich der Poy#. 2(astel Gaudolso nach Rom Rücfahrt von dem Ooxianpfng die Stelle passiert datte, besand, bei dem Dorf Cion.... in den TelegraphenKürzte emn Militärslugzeng, do: zu die Straße. Wie drähten verlangen 2 L.; Ossiser, der sich in dem Fluzzeug besand, mit leichten Verlezungen Bischof Dr. Schreibers Besinden verschlechtert Berlin, 24. August 1933. Das Befinden des den lezten Tagen dedeutend xezrgieghe, as v. 2. Füntius dat bereits den Kranken besucht Königsberger Messe- ein voller Erfolg Königsberg, 24. August 1933. Ueber das Ergebnis der 21. das Königsberger Messeamt einen amtlichen Schlußbericht heraus, in dem es heißt: Die Ausstellerzahl habe die der Jahres 1928 überschritten, die Steigerung gegen o# Wor jahr betrage annähernd 50 v. H. Auch bei dem Absatz dürfte man im ganzen mit einer Steigerung von etwa 50 v. H. gegen das Vorjahr rechnen konnen. Gute Avschlüsse waren besonders in der Textilmunermesse zu verzeichnen, daneben in der Lederbranche und Hauswirtschaftsartikeln, auch die ostpreußische Industrie war recht zufrieden. Die Landwirte haben relativ viele Maschinen, darunter auch viele größere geDie Deutsche Ostmesse als Wirtschaftsbarometer dürfte schtunggebend auch für die Tendenz der Leipziger Messe mungslust bemerkbar. Alles in allem darf man den starken Erfolg der 21. Ostmesse als den Beginn eines stetigen Wirtschaftsaufschwungs ansehen und als den untrüglichen Ausdruck der Belebung der gesamten deutschen Wirtschaft unter na tionalsozialistischer Führung. Retzekreis frei von Arbeitslosen Schneidemübl. 24. August 1933. Durch den unermüdlichen Einsatz der verantwortlichen Stellen ist Donnerstag mittag der Nevekreis„Grenzmark Posen=Westvreußen", von Arbeitslosen vollkommen frei geworden. Die Arbeitslosen haben in der Landwirtschaft bei Meliorationsarbeiten. Straßenbauten und anderen Arbeiten Beschäftigung gesunden. Kommunistische Bibliothek auf dem Transport ins Ausland abgesangen Berlin, 24. August 1933. Durch die Aufmerksamkeit eines Transvortarbeitero gelang es den Beamten des Gebeimen Staatsvolizeiamtes, Donnerstag morgen auf der Schloßbrücke einen großen Transvort kommunistischen Schriftenmaterials abzufangen. Es handeit sich um 20 Kisten im Gewicht von 35 bis 40 Zentner, die ins Ausland transvortiert werden sollten. Der Inhalt bestand aus einer großen Menge kommunistischen Schriftenmaterials und marxistischer Literatur. Es handelt sich wohl um die wertvollste und vollständigste marxistische Bibliotbek, die in der letzten Zeit gesaßt werden konnte. Der Besiver der Kisten konnte noch nicht festgestellt werden. Auch die Staatsanwaltschaft legt Revision im Görreshaus=Prozeß ein 4 Köln, 24. August 1933 Nachdem bereits die Hauptangeklagten im Görresbaus Prozeß, die Verleger Maus und Stocky, sowie Bankdiret tor a. D. Dr. Brüning, durch ihre Rechtsbeiständ Revision eingelegt haben, hat nun auch die Staatsam waltschaft, und zwar gegen das Gesamturteil. Revision angemeldet. Rohstofseinfuhr um 27 v. H. gestiegen Berlin, 24. August 1933. Im neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunktur forichung wird als Beweis für die Belebung der deutschen Wirtschaft angeführt, daß von Mai bis Juli 1933 die ausländische Rohstoffeinfuhr um 27 v. H. zugenommen hat. Der Zug ratterte eilig durch die Nacht. Die Wagen waren wegen der Fliegergefahr vollkommen unbeleuchtet. Eugen war allein in seinem Abteil, nebenan schlief der Oberst, dem er sich zur Verfügung halten mußte. Grübelnd schaute er hinaus ins Dunkel, in dem in regelmäßiger Folge die gespenstischen Umrisse der Telegraphenstangen auftauchten. Seine Gedanken kreisten. Wohin wird die Fahrt gehen? Was wird die nächste Zeit bringen? Für ihn, für Deutschland, für Frankreich? Er vermochte sich keine Antwort zu geben. Die Zukunft lag so dunkel vor ihm wie draußen die Nacht. Seine Gedanken wanderten zuerst zu Ivonne. Das Herz zog sich ihm schmerzhaft zusammen, daß er keinen Abschied von ihr hatte nehmen können. Er wollte an sie schreiben— vielleicht gab es auch im Kriege Urlaub? Sicher gab es das, wenn er länger dauerte. Aber bis Weihnachten war man sicher wieder zu Hause. Dann wollte er bei ihr in Paris sein. In Paris? Nein, in Ingolstadt mußte er dann sein! Unter einem deutschen Christbaum, den Arm um das blonde Mädel. Natürlich mußte er das! Aber schreiben wollte er doch noch einmal an Ivonne. Die war die Süße, Thea die Reine. Lieb haben mußte man sie beide. Jede in ihrer Art, die Süße und die Reine Süße— Reine, Süße— Reine, sangen die Räder: immer rascher, immer leiser— Eugen war eingeschlafen. Im Traume lächelten ihm ein paar Frauenaugen zu, doch ihre Farbe wechselte dauernd. Bald waren es die blauen Augen Theas, bald die dunkelschwarzen Ivonnes. Zuletzt stand nur noch Ivonne vor ihm in ihrer lockenden Schönheit. Ihre weiche Stimme, der er nicht widerstehen konnte, rief ihn. Von Leidenschaft erfaßt, eilte er auf sie mit offenen Armen zu. Aber als er nach ihr greifen wollte, stand plötzlich ein jähes Entsetzen auf ihrem Gesicht, ihre Augen, die über ihn hinwegsahen, schienen aus den Höhlen quellen zu wollen. Mit wildem Aufschrei entfloh sie ihm, wobei sie immer wieder angstvoll zurückblickte. Betroffen sah er sich um. Grauen erfaßte ihn ebenso wie Ivonne. Vor ihm stand Professor Daumier mit wutverzerrten Zügen, in den Händen schwang er einen großen Schmiedehammer. Noch ehe Eugen ausweichen konnte, sauste der mit zerschmetternder Wucht auf seinen Kopf nieder. Er schrie vor Schmerz und Todesangst laut auf. Und erwachte. (Fartietzung folgt.) Kr. 199(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 25. Auaust 1933 Luftschutz ist keine Kriegsrüstung Landesverräterische deutsche Hetzer in Amsterdam.— Das Recht Deutschlands. Niemand würde sich darüber wundern, wenn die aus Putschland ausgerissenen Marxisten im Ausland in sachseise in ihrer Presse die deutsche Reichsregierung bekämpfen würde. Das wäre verständlich. Aber unverständlich und verdrecherisch ist es, wenn aus Deutschlandgeflüchtete Sozialdemokraten in ihrem Presse=Organ Nachrichten aus Deutschland veröffentlichen, die frei erfunden sind und in landesverräterischer Weise dem Deutschen Reiche schwersten Schaden zufügen. Da bringt zum Beispiel die in Amsterdam erscheinende Zeitung„Freie Presse“ einen Artikel„Bombenangriff als zeitgemäße Sonntagsvergnügen“. In diesem Artikel werden die harmlosen Luftschutzübungen in Deutschland als Kriegsvorbereitungen hingestellt und die Aufrichtigkeit des Friedenswillens Hitlers in Zweisel gezogen. Bei diesen Luftschutzübungen handelt es sich aber um Raßnahmen, die nach dem Versailler Vertrag Deutschland ugestanden sind. Frankreich hat über 3000 Milifärflugzeuge, Belgien 308 Flugzeuge, die Tschechoslowakei 387 und Polen über 700 Militärflugzeuge. Man schätzt die Militärflugzeuge im Kriegsfalle in Frankreich auf 1500, England 2000. Rußland 3000, Italien 1500, Belgien 400. Tschechoslowakei 950, Polen 1200. Dagegen besitzt Deutschland kein einziges Militärflugzeug. Rings um Deutschland starrt die Welt in Waffen, die ausländische Kriegsindustrie arbeitet mit Hochdruck ungehindert und unkontrolliert. Deutschland ist aber nicht berechtigt, seine Industrie in irgend einer Weise auf die Anforderungen des Krieges vorzubereiten. Das unbewaffnete Deutschland ist von einem Walle bis an die Zähne bewaffneter Gegner umgeben. Auf Deutschland richten sich die Mündungen ungezählter Geschütze, Maschinengewehre, Tanks, Minenwerfer usw. Unser unbewaffnetes Vaterland liegt schutzlos preisgegeben swischen den hochgerüsteten Staaten, den Hochdruckgebieten des Rüstungswahnsinns. Bis jetzt ist die Gleicherechtigung Deutschlands abgelehnt worden. Deutschland hat nicht etwa seine Aufrüstung, sondern die Abrüstung der übrigen Staaten, die im Versailler=Vertrag Deutschland zugesichert ist, gesordert. Bis jetzt hat die Abrüstungskonferenz versagt. Das schutzlose Deutschland kämpft um seine Gleichberechtigung, um seine Sicherheit und um die Abrüstung der Welt. Die sozialdemokratische„Freie Presse“, deren Hintermännern diese Tatsachen wohl bekannt sind, die sich als Pazifisten ständig überschlagen, schreibt nicht eine einzige Zeile über diesen Rüstungswahnsinn, sondern stellte fälschlicher= und landesverräterischer Weise harmlose Luftschutzübungen als Kriegsvorbereitungen Deutschlands hin. Diese Vaterlandsverräter seien darauf hingewiesen, daß die Luftschutzübungen von keinem anderen als dem früheren Preußischen(sozialdemokratischen) Innenminister Severing durch Erlaß vom 14. Mai 1931 allgemein angeordnet worden sind. Severing hat diesen Erlaß persönlich unterzeichnet. Gedachte Herr Severing damals etwa Kriegsvorbereitungen zu treiben? der Gesamtheit zu machen. Richt das Materielle, nicht der nackte Egoismus stehen dabei im Vordergrunde, sondern die Aktion ist getragen von dem Bewußtsein, mit ihr eine befreiende Tat für die ganze deutsche Volksgemeinschaft zu vollbringen. Handwerk und Arbeitsbeschaffung Man spricht so viel von der großen Bedeutung des Handwerks. In weiten Kreisen aber ist man sich erfahrungsgemäß nur selten dessen bewußt, daß 70 v. H. der gewerblichen Betriebe in Deutschland noch heute zur Handwerkswirtschaft gevören. Etwa 8 Millionen Menschen leben als selbtändige Betriebsinhaber, Gesellen, Gehilfen, Arbeiter, Lehrlinge, Angestellte, mithelfende Familienangehörige und Kinder vom Handwerk! Das sind rund 12 v. H. der gesamten Bevölkerung des Reiches. 20 Milliarden beträgt der Umsatz der Handwerkswirtschaft bei 134 Milliarden Umsatz der gesamten deutschen Wirtschaft! Es leuchtet daher ohne weiteres ein, daß das Handwerk einen wichtigen Faktor allein als Verbraucher für die Arbeitsbeschaffung darstellt. Und als Erzeuger schließlich gibt das Handwerk unmittelbar als Arbeitgeber und mittelbar als Verbraucher von Rohstoffen Hunderttausenden Arbeit und Brot. Treffender ist das wirtschaftliche Gewicht eines Berufsstandes kaum zu belegen. Das Handwerk gibt Aufträge und schafft Arbeit. Darum aber verlangt es das gleiche von den anderen Berufsständen. Arbeitsbeschaffung um jeden Preis, das ist heute die Parole. Das Handwerk ist sich seiner Aufgabe als Wirtschaftssaktor und seiner ganzen Bedeutung für die Kultur und für den Ausgleich der sozialen Gegensätze allzeit bewußt gewesen. Es litt, wie alle anderen Wirtschaftsgruppen, unter Krieg, Inslation und der ganzen Misere des damaligen inner= und außenpolitischen Lebens— und konnte doch keine Subventionen oder sonstige Hilfsmittel des Staates in Anspruch nehmen. Desto beachtlicher ist die Aktivität, mit der dieser oft so stiefmütterlich behandelte Berufsstand stets hervorgetreten ist und es spricht auch gegenwärtig wieder für die schöpferischen Kräfte im Handwerk, daß es gerade jetzt mit einer zroßzügig aufgebauten Aktion zur Bekämpfung der Arheitslosigkeit an die Oeffentlichkeit tritt. Es bemüht sich. in zäher aufreibender Kleinarbeit Aufträge bei allen Schichten der Bevölkerung zu mobilisieren, den Wohlsabenden wie den schlechter Gestellten zum Arbeitgeber Deutsche Arbeitsfront In welchem Verbande der„Deutschen Arbeitsfront“ müssen sich Musiker, Schauspieler, Artisten usw. organisieren? Auf Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront Pg. Dr. Ley und des Führers des„Gesamtverban= des der deutschen Angestellten". Pg. Albert Forster, ist der„Verband der deutschen Theaferangestellten und ähnlicher Berufe“ die Berufsorganisation, in der alles Bühnenpersonal, Schauspieler, Sänger, Tänzer, Chorsänger, Artisten, Musiker, Musiklehrer und Filmschafsende ersaßt werden. Nach einer Anordnung der„Deutschen Arbeitsfront“ umfaßt der Gesamtverband der deutschen Angestellten, dem der Verband der Theaterangestellten unterstellt ist, alle deutschen Volksgenossen, welche gemäß§ 1 Abs. 1 und 2 des Angestellten=Persicherungsgesetzes in die AngestelltenVersicherung gehören, auch wenn sie infolge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr versicherungspflichtig sind Staatsbürgerliche Pflicht für die Angehörigen der künstlerischen Beruse ist es, sofort ihre Aufnahme beim Verband der deutschen Theaterangestellten und ähnlicher Berufe zu beantragen. Aufnahmegesuche nehmen alle Geschäftsstellen der Angestelltenverbände entgegen. Die für unsere Stadt zuständige Geschäftsstelle befindet sich in Dortmund, 1. Kampstr. 88/94,„Haus der Arbeit", Zimmer 44. Telephon 33701. Von hier kann Aufklärungsmaterial usw. direkt angefordert werden. Keine unnötigen Vorschläge Die Oberste Leitung der P. O., Kommunalpolitische Abteilung teilt mit: In letzter Zeit haben Parteimitglieder den Aussichtsorganen von Gemeinden und Gemeindeverbänden Vorschläge für die Umgestaltung von Gemeinwesen, Vereinsachung und Verbilligung von Verwaltung usw. unterbreitet. Die Einheitlichkeit der Kommunalpolitik unserer Bewegung erfordert dringend, daß derartige Fragen ihrer allgemeinen und grundsätzlichen Bedeutung wegen zur Vermeidung unnützer Belastung von Regierungsstellen zuerst der hierfür zuständigen Stelle der Reichsleitung zugeleitet werden. Alle Parteigenossen, soweit sie nicht bei Regierungsstellen amtlich mit derartigen Ausarheitungen beauftragt sind, haben deshalb Vorschläge obiger Art zunächst der Kommunal= politischen Abteilung bei der zuständigen Gauleitung vorzulegen. Keine Unterstützung bei Wiedereinstellung Der Präsident der Reichsanstalt hat an die Landesarbeitsämter folgenden Erlaß herausgegeben: In dem dankenswerten Bestreben, örtliche Bezirke von Arbeitslosen freizumachen, sind in großem Umfange Arbeitslose in Betrieben der Industrie, des Handwerks, der Landwirtschaft und in der Hauswirtschaft zusätzlich eingestellt worden. Dieses Verfahren ist nach den mir vorliegenden Berichten neuerdings mehrfach dadurch begünstigt worden, daß Arbeitslosen, die vor der Einstellung Empfänger von Arbeitslosenhilfe waren, die ihnen zunehende Unterstützung ganz oder teilweise durch Vermittlung der Arbeitgeber in Anrechnung auf den Lohn nach der Einstellung in die Betriebe weitergezahlt wurde. Die Arbeitsämter haben für die Empfänger von Arbeitslosen= und Krisenunterstützung mangels einer gesetzlichen Grundlage derartige Unterstützungszahlungen nach erfolgter Einstellung der Arbeitslosen in die Betriebe mit Recht abgelehnt. In einem Schreiben des Herrn Reichsministers der Finanzen an den Herrn preußischen Minister des Innern hatte bereits der genannte Herr Reichsminister darauf hingewiesen, daß Wohlfahrtserwerbslose nach Einstellung bei einem Arbeitgeber nicht mehr als anerkannte Wohlfahrtserwerbslose für die Gewährung von Reichszuschüssen gezählt werden dürfen und hatte den Herrn preußischen Minister gebeten, das Notwendige bei den Bezirksfürsorgeverbänden im Wege der Gemeindeaussicht zu veranlassen. Bei der Bedeutung der Entscheidung habe ich in den letzten Tagen nochmals die Stellungnahme der beteiligten Reichsministerien herbeigeführt. Dabei hat sich die übereinstimmende Auffassung dahin ergeben, daß die Weitersahlung der Unterstütung nach erfolgter Einstellung der Arbeitslosen die Uebernahme eines beträchtlichen Teiles der Löhne der privaten Wirtschaft auf öffentliche Mittel bedeute und daher aus wirtschaftlichen Gründen sehr bedenklich sei. Außerdem sei im Interesse der Axbeitsvermittlung eine gleichmäßige Behandlung aller Arbeitslosen nötig. sichtvermerkszwang für Reichsangehörige eingeführt worden ist. Diese Bestimmungen werden bei Auslandsreisen immer noch nicht hinreichend beachtet. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Reichsangehörige an der Grenze mangels eines solchen Sichtvermerks am Grenzübertritt gehindert wurden. Dem reisenden Publikum entstehen hierdurch nicht nur unnötige Kosten durch die Rückreise, sondern es geht ihnen auch erhebliche Zeit verloren. Die Sichtvermerksbehörden der Grenzbezirke sind auch nicht immer in der Lage, den fehlenden Sichtvermerk zu erteilen, da in den meisten Fällen die zuständige Heimatbehörde erst befragt werden muß. Eine Umgehung der genannten Verordnung ist strafbar. Nach§ 1 Ziffer 1 der Verordnung über die Bestrafung von Zuwiderhand. lungen gegen die Paßvorschriften vom 6. 4. 1923(Reichsgesetzblatt 1 Seite 249) in Verbindung mit der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 23. 11. 1923(Reichsgesetzblatt 1 Seite 1117) wird mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft, wer die Reichsgrenze überschreitet, ohne im Besitz eines nach den geltenden Bestimmungen erforderlichen Vermerks zu sein. Für„Nichtreichsangehörige ist ein Sichtvermerk zur Ausreise nicht erforderlich. Die Einreise in das Reichsgebiet für Nichtreichsangehörige regelt sich nach den Bestimmungen des§ 43 der Paßhekanntmachung vom 7. 6. 1932(Reichsgesetzblatt 1 Seite 257). Auf die genaueste Beachtung dieser Bestimmung wird daher nochmals hingewiesen. Der Ausreisesichtvermerk bei Auslandsreisen Es wird erneut darauf hingewiesen, daß durch Verordnung vom 1. 4. 1933(RGB. 1 S. 160) der AusreiseHitler auf der Führertagung in Godesberg am Rhein Der Führer auf einer kleinen Rheinfahrt Ein Gesetz zur Regelung der Wandererfürsorge? Der Deutsche Verein für öffentliche und privat Fürsorge hat den zuständigen Stellen einen Antrag unterbreitet, wonach ein Wandererfürsorgegesetz erlassen werden soll. Der Antrag wird damit begründet, daß die Krise ein starkes Anschwellen des Stromes mittelloser arbeitsuchender Wanderer zur Folge gehabt habe. Da in der Mehrzahl der Provinzen und Länder die Einrichtung einer geregelten Wandererfürsorge noch fehle, könnten sich die von einzelnen Ländern und Provinzen vorgeschriebene Wanderordnung und die Einführung eines Wanderbuches nicht voll auswirken Eine reichsgesetzliche Regelung sei daher notwendig um das Wandern im ganzen in geordnete Bahnen zurückzuführen. Die Notwendigkeit und Bedeutung einer geordneten Wanderfürsorge gehe weit über die engere Aufgabe hinaus, den Wanderern vorübergehen Obdach und Verpflegung gegen Arbeitsleistung zu gewähren. Sie sei ein unentbehrliches Mittel, um beim Abklingen der Wirtschaftskrise schwere Störungserscheinungen zu verhüten, sie sei aber auch notwendig, um die wanderunfähigen und asozialen Elemente aus dem Wanderstrom auszuschalten. Keine Rundfunkstörungen! Warum? Die Zahl der Schäden an Rundfunkanlagen während der Gewitterzeit ist erheblich. Am häufigsten kommen solche Schäden auf dem Lande vor. Dies hängt zum Teil mit den oberirdisch verlegten Starkstromleitungen zusammen. Die meisten Schäden können aber vermieden werden, wenn die Vorschriften für den Bau von Außenantennen beachte werden. Dabei ist besonders wichtig, daß die Abspannpunkte der Antenne(Masten, Dachständer) nach§ 7 der„Vorschriften für Außenantennen“, geerdet sein müssen. Wiederholt ist festgestellt worden, daß die Anbringung von Antennen an Gebäudeblitzableitern. hohen Schornsteinen und Kirchtürmen bedenklich ist. Bei der Kreuzung der Antennen mit Starkstromanlagen dürfen blanke Antennenleiter nicht über blanke Starkstromleitungen(für Licht oder Kraft) hinweggeführt werden. Nach Möglichkeit ist die Kreuzung überhaupt zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, dann müssen unbedingt der Antennenleiter und die Antennenableiter als Gummiaderleitung mit wetterfest getränkter Beflechtung verlegt werden. Der nach§ 12 der Vorschriften erforderdliche Ueberspannungsschutz ist außen am Gebäude anzuIm Anschluß an die Tagung der Stabsführer der SA., SS. und des Stahlhelm unternahm der Reichskanzler Adolf Hitler am Sonntagabend mit den Führern auf Dampfer „Vaterland“ eine Rheinfahrt. An der Fahrtstrecke hatten sich überall die Bevölkerung, die SA., SS. und Hitlerjugend sowie die Kriegervereine an den Ufern versammelt, um dem Führer und seinen Begleitern einen herzlichen Gruß zu entbieten. Helft mit an der Verbreitung einer guten Tageszeitung. Empfehlen Sie Ihren Freunden und Bekannten den Herner Anzeiger! Gelesene Nummern bitte weitergeben! sein Möchten Sie gern Jollbeamter sein? Interessante; aus dem Leben des Grenzjägers. Oben in Friesland, etwa dreißig Kilometer von der holländlichen Grenze. Geschäftliche Angelegenheit erforderte, daß wir mit unserem Auto oft eine bestimmte Straße entlang fuhren und an einer Wegkreuzung nach rechts abbiegen mußten. Und jedesmal stand an dieser Wegkreuzung ein Mann. der, mit einem Notizbuch in der Hand, unserem Wagen nachblickte und anscheinend unsere Nummer notierte. Wir erwarteten ein Strafmandat wegen angeblich zu schnellem Fahren oder so ähnlich. Indes nichts dergleichen geschab. Einige Wochen später trafen wir diesen Mann in einer Gastwirtschaft. Wir kamen ins Plaudern und versuchten ihn natürlich auch über seine uns rätselhaft erschienenen Notizen auszuhorchen. Der Fremde machte aus seiner Tätigkeit kein Hehl. Er wäre Zollbeamter, und seine Aufgabe bestände darin, ab und zu eine oder zwei Wochen lang die Nummern sämtlicher, die Wegkreuzung passierenden Kraftwagen festzustellen. Die übergäbe er dann dem Amt, dieses wieder stelle die Besitzer der Wagen fest, und daraus ermittle man leicht, in welcher Angelegenheit bestimmte Autos diese Straße benutzten. Liege ein Fall schleierhaft, so würde der Wagen schärfer beobachtet, denn es gäbe genug Kraftwagen, die hier Schmugglerware nach der Grenze zuführten. Gewitz führen sie nicht selbst über die Grenze; sie setzten vielmehr ihre Waren einige Kilometer vor dieser an einen Geschäftsmann ab, der dann das Weiter besorge. Bei Nacht und Nebel zumeist. Wir hatten verstanden, benutzten aber die Gelegenheit, bei einigen Grogs über den an der holländischen Grenze von jeher blühenden Schmuggel noch einige Einzelbeiten zu erfahren. Soweit er hierzu berechtigt war, gab unser Mann bereitwilligst Auskunft. Denn. so meinte er, auch das Publikum müsse einsehen, daß die Arbeit der Grenz= und Zollwächter keine bloße Schikane oder überflüssige Herumsteberei sei, sondern daß sohr wichtige volkswirtschaftliche Gründe diese Arbeit veranlaßten, denn seit Generationen würde hierzulande ebenso fleißig wie raffiniert geschmuggelt. in manchen Familien vererbe sich diese, vom Staat mit Strafe bedrohte Angelegenheit geradezu vom Vater auf den Sohn. Und wenn hier auf den benachbarten friesischen Inseln und an der Küste die Vorfahren in früheren Jahrhunderten um einen„gesegneten Strand“ gebetet hätten. womit sie meinten, daß draußen auf dem Meere sich möglichst viele Schiffbrüche ereignen möchten, und also viel Strandgut heranschwimmen moge, so wären deren heutige Nachkommen vielfach scharf auf lohnenden Grenzschmuggel. In erster Linie würden natürlich Gegenstände geschmug. gelt, auf denen ein hoher Zollsatz stehe, denn das Gewerbe müsse sich lohnen. So Fleisch in lebendem oder totem Zustande. Kleidungsstücke, Teppiche, Tabak, Tee. Spirituosen und ähnliche Waren. Selbstredend auch Kunstgegenstände, wie Bilder, Perlen usw. Die Arbeit der Grenzbeamten wäre hierbei nicht leicht. Im Durchschnitt komme auf einen Kilometer Raum ein Zollposten, während drüben auf holländischer Seite in dem gleichen Abschnitt fünf Beamte ständen. Die meisten Schmuggler, so erzählte der Beamte weiter. machen ihre Arbeit in der Nacht. Es kommt dabei häufig zu Zusammenstöben zwischen Schmugglern und Grenzern. Die alte Romantik ist noch keineswegs ausgestorben. Aber auch am Tage wird geschmuggelt. Einige Beispiele: Ein D=Zug steht an der Grenzstation. Es ist nachts, viele Passagiere ruhen in den Betten des Schlafwagens. Es hilft nichts, alles muß aufstehen, die Betten werden durchsucht. Ergebnis: unter einigen Bettlaken sand man teure orientalische Tewpiche, die geschmuggelt werden sollten. Woanders: Mehrere Säcke mit Bohnen werden anstandslos an der Sverre gemeldet. Der Zollsatz ist nicht hoch. Ein Sack wird geöffnet, alles in Ordnung; der zweite ebenfalls. Beim britten aber stellt der Beamte fest, daß der Bohnensack in seinem Innern besonders genähte Abteilungen hat, in denen sich mit einem wesentlich höheren Zollsatz bedachtes Weizen. mehl befindet. Daß die Schmuggler fest zusammenhalten und es idnen. sobald ein Komplice bei der Polizei oder auf dem Gericht in die Enge getrieben wird, auf zuverlässige Alibibeschaffung, ein paar Meineide usw. nicht ankommt, liegt nahe. Ein Beispiel: Ganz einwandfrei war durch Vervseisen der Be hörde bekannt geworden, daß an einer anderen Stelle mehrere Schafe über die Grenze getrieben seien. Landeinwärts. In der Verhandlung beschworen Nachbarn des Angeklagten, dieser habe schon immer Schafe besessen, wahrscheinlich seien die fraglichen von einem Hund hinübergescheucht worden und bei der Zurückholung habe es ausgesehen, als ob ihr Besitzer sie eingeschmuggelt habe. Freispruch! Beim Einschmuggeln von Vieh kann es übrigens auch noch Strafe absetzen wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz. Nicht auf ordnungsmäßigem Wege eingeführtes und also nicht tierärztlich untersuchtes Vieh hat schon mehrfach Seuchen hereingebracht. An der Grenze blüht noch ein anderer Handel. Die Zollverordnungen sehen gewisse Quantitäten vor. Was unter einer bestimmten Ziffer ist, gilt als zollfrei. So dürfen Zigarettenpackungen von fünfundzwanzig Stück mit über die Grenze genommen werden, wenn eine davon angeraucht ist. Auf fünfzig Gramm Kaffee steht Zoll. Die Folge ist, daß sehr viele Leute über die Grenze reisen mit je einem Päckchen von neunundvierzig Gramm. Diese kleinen Geschäfte werden freilich weniger von routinierten Schmugglern als von Badegästen. Sommerfrischlern usw. gemacht. Ebenso ist es mit Tee und Kognak. Wenn in Bremen, Wilhelmshaven und Hamburg die aus Helgoland kommenden Dampfer anlegen, so kommen die Beamten an Bord. Helgoland liegt— ein altes Vorrecht der eigensinnigen Bewohner— außerhalb der deutschen Zollgrenze. Die meisten Saisonschmuggler bringen nun etwas von den verbotenen Früchten, die man aus dem roten Felseneiland billig erstehen konnte, mit. Wer nicht geschickt genug ist, die Ware zu verbergen, der muß sich mit einem kleineren und angebrochenen Quantum behelfen. An der deutschen Wassergrenze sind allerlei Wachschiffe und=boote postiert, kreuzen kleine, mit Zollvolizei besetzte Küstenfahrzeuge, um den Schmuggel zu unterbinden. Daß also der Grenzschmuggel noch immer in alter fröblicher Weise blüht und daß der Beruf des Grenzjägers durchaus kein uninteressanter ist, das hatten wir aus der Unterhaltung mit dem die Kraftwagennummern notierenden Zollbeamten in der kleinen Grogstube aufs amüsanteste erfahren. Gewollte Schiffskatastrophen Die Versicherungsgesellschaften, bei denen Schiffe versichert sind, müssen auf der Hut sein, denn in vielen Fällen ist ein Schiffsunglück nur die letzte Phase in einem sorafältig durchdachten Plan eines Betrügers. Alte Schiffe. die nichts mehr wert sind, sollen auf diese Weise wenigstens die hohe Versicherungssumme hereinbringen. Man hat ein Beispiel dafür an einem Schiff, das von einigen Griechen angekauft und dann hoch versichert wurde. In Smyrna sollte es die angeblich überaus kostbare Ladung einnehmen. In der Tat aber wurde das Schiff dort von den Besitzern mit wertlosem Kram beladen. worauf der Kavitän abfuhr, nachdem er die Weisung bekommen hatte, das Schiff im Mittelmeer stranden zu lassen, und zwar nicht allzu weit der Küste, sodaß er und die Besatzung sich in Sicher. heit bringen könnten. Aber der Kavitän hatte bei diesem Unternehmen kein Glück. Entweder war das Wetter ungünstig, sodaß die Rettungsaussichten für ihn und die Mannschaft allzu schlecht gewesen wären, oder es waren andere Schifse in der Nähe. die seine Manöver hätten beobachten können. Es blieb ihm also nichts übrig, als das Schiff wohlbehalten nach Gibraltar zu bringen, wohin sich die Besitzer begeben hatten, um hier die Nachricht von dem Untergang ihres Schiffes abzuwarten und dann die Versicherungssumme in Empfang zu nehmen. Die Enttäuschung der Gauner war natürlich groß, als sie ihr Schiff wiedersahen, aber nun vertrauten sie auf den zweiten Teil der Reise, versahen den Kavitän nochmals mit den nötigen Weisungen und ließen ihn abfahren. Doch auch jetzt herrschten die gleichen Verhältnisse und das Schiff traf unversehrt in London ein. Damit war die große Prämie verfallen. Das Schlimmere aber war, daß beim Löschen der Ladung der Betrug an den Tag kam und die Besitzer nicht nur um ihre Prämie von 20 000 Pfund kamen, sondern auch noch ins Gefängnis wanderten. Auch der Grieche Denis Anghelatos hat sich als Versicherungsbetrüger einen gewissen Namen gemacht. Eins seiner Schiffe nach dem andern wurde leck und ging unter, und Anghelatos. dem nichts nachzuweisen war, strich die ungeheuren Summen ein. Schließlich aber kam man doch einmal hinter seine Schliche und damit war die Gefahr für die Versicherungsgesellschaft erledigt. Ein anderer Grieche ließ sein Schiff im Schwarzen Meer versenken, und zwar behauptete er. er sei auf eine Mine gelaufen, dann wurde aber nachgewiesen, daß die Anwohner nicht das geringste von der angeblichen Explosion gehört hatten. Diese Fälle zeigen deutlich, wie berechtigt es ist, wenn die Versicherungsgesellschaften den gemeldeten Schiffbrüchen mit allex nur erdenklichen Steusis gegenüberstehen. bringen. Die Erdungsschalter und Antenneneinführungen müssen in sicherer Entfernung von leichtentzündlichen Gegenstanden angebracht werden. Bei Nichtgebrauch sind die Rundfunkgeräte vollständig von Antenne und Erde und die Retzanschlußgeräte auch vom Neß zu krennen.(Stecker aus der Dose nehmen!) Damit ein Ueberspringen eines Blitzes sicher vermieden wird, muß der Apparat mindestens 1—2 Meter von der Antenne, der Erde oder der elektrischen Leitung entfernt aufgestellt werden. und für Herne Herbstliche Vorboten Frühe Dämmerung, die überraschend einfällt, fraue Nebelschwaden in der Frühe und kühle Regenchauer, die nach wärmenden, schützenden Hüllen Auschau halten lassen, bringen uns immer sicherer zu der Erkenntnis, daß der Sommer von seiner Höhe herabgeglitten ist, und daß es nun unaufhaltsam und mit Eilschritten hineingeht in den Herbst. Einmal aufmerksam geworden auf die Wandlung, die sich da draußen in der Natur allmählich in den verflossenen Wochen vorbereitet haben mag ohne daß wir Acht darauf hatten, suchen wir nun eilig und ein wenig ängstlich nach Zeichen und Merkmalen, die uns andeuten, und versichern mögen, wie lang die Gnadenfrist noch ist, die uns von der beklemmenden Härte der kommenden Jahreszeit trennen mag. Begierig forscht das Auge und entdeckt am rankenden Wein der Vorstadtvillen die ersten emporzüngelnden Feuerbänder. Die Sonnenblumen drehen langsam reife, fruchtdunkle Räder, und mit purpurroten leuchtenden Troddeln winken in allen Anlagen und Gärten die Ebereschen, darin die Vogelwelt ein frohlockendes, übermütiges Fest feiert. Nun merkt man auf die lustigen bunten Farbtupfen, die draußen vor der Stadt hoch über den Straßenzeilen in der Luft sich wiegen. Die Wingvögel sind es, die hineingehören in diese Kategorie herbstlicher Merkmale, untrügliche Vorboten, die Jahr für Jahr mit unbedingter Sicherheit sich einstellen, wenn herbstliche Winde die Glut des Sommers zum Verweben bringen. Aus allen Blumenläden leuchtet der Prunk bunter Dahlien und Astern, die über Rosen und Nelken und sonstigen sommerlichen Blumenflor triumphieren. Der flatternde lose Zierrat bunter Sommergewandung ist aus den Straßen geschwunden, die eintönig, regen= und nebelfeucht daliegen. Es herbstet sehr, übermächtig ist schon der Ansturm des Herbstes, zu dieser Erkenntnis bringt uns alles, was die aufmerksamen Sinne wahrnehmen. Sonnendurchgoldete Toge, die uns vielleicht doch noch beschert sein mögen, sind aufzufassen als freundliches pätes Geschenk, das aber den Aufbruch des Herbstes nicht mehr aufzuhalten vermag. den. Das beziehe sich insbesondere auf das vielfach zu beobachtende sinnlose Abholzen von Baumgruppen oder Wegschlagen von Gehölz und Strauchwerk längs der Flüsse und Bäche. Evtl. soll die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen eingreisen bzw. ihr Rat angefordert werden. * F e s i g e n o m m e n w a r d e n v o n d e r in Herne eine Person wegen undefugten Was senbesitzes und eine Person wegen Beleidigung des Reichspräsidenten; m Wanne=Eickel eine Per son wegen kommunistischer Umtriede. Roch einmal ins Blaue! veranstaltet auf Das Reichsbahn=Verkehrsamt Essen 1 vielfachen Wunsch 3. September d. 3. noch eine Fahrt ins Blaue. Die Fahrt beginnt in Gelsenkirchen=Hdf. 6.56 Uhr, in Waune=Eickel=Hbf. 7.13 Uhr und endet zwischen 23 und 23,30 Uhr. Der Fahrpreis beträgt für Hin= und Rückfahrt ab Buer=Süd 4.90, RM. Gelsenkirchen=Hbf 4.30 RM., Gelsenkirchen= Rotthausen 4.40 RM. Der Sonderzug führt Mitropa=Wirtschaftsbetrieb. Egibt also Kaffee, Milch, Bier, Frühstück usw. 1.5 Millionen Mark Reichszuschüsse für den Regierungsbezirk Arusberg. Auf Grund des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit hat der Reichsarbeitsminister für den Regierungsbezirk Arnsberg 1 526 000 Mark bewilligt Von dieser Summe wurden bereits 886000 Mark überwiesen. Die Gesamtsumme verteilt sich auf die verschiedenen Gruppen wie folgt: Umbauzuschüsse 926000 Mark, Zuschüsse für landwirtschaftliche Betriebe 300000 Mark. Die Bereitstellung weiterer Mittel ist zwar in Aussicht genommen, von einer Verteilung wurde jedoch Abstand genommen, da in den letzten Wochen die Baustoffpreise und die Preise der Arbeiten der in Frage kommenden Art zum Teil durchaus ungerechtfertigt gestiegen sind. Als besondere Neuerung wird der„Westdeutsche Rundsun! während der Fahrt einen Hörbericht geben. der den Daheimgebliebenen die frohe Stimmung der „Blaufahrer“ mithören läßt. Einige Teilnehmer werden kostenlos zum Sprechen zugelassen werden. Der Hörbericht wird unter dem Titel„Aus dem Schwarzen durchs Grüne ins Blaue“ voraussichtlich gegen 12 Uhr gegeben werden. Der Fahrkartenverkauf beginnt am Freitag, den 25. d. Mts., bei den bekannten Verkaufsstellen. Also eilen Sie, daß Sie noch eine Karte bekommen, weil bei der großen Beliebtheit dieser Züge die Fahrkarten stets am ersten Verkaufstage vergriffen waren. Auch für ein gutes Mittagessen ist gesorgt. Die Karten hierür kosten 1.25 RM. ausschl. Bedienung und sind ebenfalls an den gleichen Stellen zu haben. Weitere Ueberraschungen am 3. September ** 2 Verstärkter Tierschutz Der preußische Justizminister verweist auf die Verschärfung der Strafen wegen Mißhandlung oder Quälerei eines Tieres. Nicht um des Tieres willen sei früher die Terquälerei bestraft worden, sondern zum Schutze der Gefühle zuschauender Menschen. Diese Auffassung entspreche dem Empfinden der heutigen Zeit nicht. Wie der Mensch, so sei auch das Tier ein Wesen, dessen Leben Achtung gebühre. Daher erwachse ihm als dem Stärkeren die Pflicht, es vor unnötigen Qualen zu bewahren. Die Strafverfolgungsbehörden sind ersucht worden, diese Gesichtspunkte mit Nachdruck zur Geltung zu bringen. *** Schutzwaffen in Kinderhand Katholische Arbeiter= und Knappenvereine Quadragelime anno In dankenswerter Weise bringt die Katholische Jugendgemeinschaft Herne heute abend 8.30 Uhr, in der Aula des Oberlyzeums einen Lichtbildervortrag: „Die berufsständische Ordnung". als Neuordnung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Heilsplan der Frohbotschaft Christi im Sinne der Enzyklika Pius XI.„Quadragesimo ann". Alle Mitglieder der katholischen Arbeiterund Knappenvereine sind herzlichst eingeladen, um das von der Jugend begonnene Werk zu unterstützen. Als Eintrittsgeld werden 10 Pf. erhoben. Katholische Jugendgemeinschaft An die katholische Jugend von Herne. Hierdurch wird nochmals auf den heute abend stattfindenden Lichtbildervortrag über die Enzyklika „Quadragesimo anno“ aufmerksam gemacht. Der Lichtbildervortrag ist in der Aula des Lyzeums auf der Hermann=Löns=Straße und beginnt pünktlich um 8.30 Uhr. In klarer und verständlicher Form zeigen uns die Lichtbilder die große Bedeutung der sozialen Enzyklika. Es wird versucht, in einer Bilderfolge in lebendiger Art das Werk der Enzyklika breiten Volkskreisen verständlich zu machen. Die katholische Jugend muß diesen Abend besuchen, um sich noch stärker mit den Ideen und Werten der Enzyklika„Quadragesimo anno“ vertraut zu machen, damit bei der Neugliederung der Wirtschafts= und sozialen Verhältnisse in unserem Vaterlande auch katholisches Gedankengut mitwirken kann. Es ist Pflicht eines jeden Katholiken, insbesondere der Jugend, den Gedankengängen unseres hl. Vaters Gehör zu schenken und für eine Verwirklichung der in der Enzyklika niedergelegten Gedanken zu arbeiten und zu wirken. Um allen Katholiken Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, dafür soll und will der Lichtbildervortrag wirken. Neben der katholischen Jugend sind selbstverständlich auch deren Eltern und Angehörigen herzlich eingeladen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Betrag von 5—10 Pf. erhoben. Es kommt immer wieder vor, daß Eltern bei ihren Kindern Schußwaffen dulden, durch die Unglücksfälle herbeigeführt werden. Neuerdings hat sich die Unsitte verbreitet, Scheintodpistolen zu durchbohren, um sie für die Aufnahme von Patronen geeignet zu machen. Eine solche umgearbeitete Pistole kann zur gefährlichen Waffe werden und schweres Unheil anrichten. Die Handhabung von Schußwaffen, insbesondere von Pistolen, erfordert eine eingehende Schulung. Die Eltern sollten daher Schußwaffen bei ihren Kindern nur dann dulden, wenn diese über eine für eine vorschriftsmäßige Handhabung notwendige Schulung verfügen. Diese Schulung wird durch eine eingehende Beschäftigung mit der Waffe unter der Anleitung sachverständiger Personen erreicht werden können. Schutz den Naturschönheiten der Heimat Bei den zuständigen Behörden in der Provinz Westfalen ging soeben ein Erlaß des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ein, in dem diese Stellen darauf hingewiesen werden, bei der verstärkt betriebenen Meliorationstätigkeit durch Heranziehung des Freiwilligen Arbeitsdienstes sowohl als auch bei den sonstigen Kulturbauarbeiten aller Art den Interessen des Natur= und Heimatschutzes ganz besondere Beachtung zuzuwenden. Insbesondere sei darauf zu halten, so sagt der Erlaß, daß durch die Arbeiten Naturdenkmäler nicht gefährdet oder beschädigt werden und daß bestehende Naturschönheiten und Seltenheiten, wie das für die betreffende Gegend charakteristische Heimatbild überhaupt gewahrt bleiben. Es dürfe darum bei der Plangestaltung und bei Ausführung der Arbeiten nicht ausschließlich nach technischen Rücksichten verfahren werden, vielmehr müsse, wo es die Erreichung des Hauptzwecks des Unternehmens zulasse, die notwendige Rücksicht auf Naturschutz und Landschaftspflege genommen wer* 2* * Arbeitseinstellungen sind auf der Zeche Recklinghausen in Hochlarmark vorgenommen worden. Es handelt sich um ca. 50 Neuanlegungen unter Tage. * F e i e r s c h i c h t. Anhaltende Absatzschwierigkeiten veranlaßte die Verwaltung der Zeche Friedrich der Große 1/2 und 3/4, für die Belegschaft am gestrigen Tage eine Feierschicht einzulegen. * Arbeitsvergebung deim Gas- und Elektrizitätswerk. Die beiden Gasbehälter sollen entrostet werden und einen neuen Anstrich erhalten. Angebote von Handwerksbetrieben müssen bis zum 2. September eingegangen sein.(Siehe Bekanntmachung.) * A u s d e r F r a u e n f r o n t a u s g e t r e t e n. Der Bund Königin Luise gehört seit dem 4. August 1933 der„Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Frauen verbände“ an, die dem Herrn Reichsminister des In nern untersteht. Durch den Eintritt in diese sind für den Bund Königin Luise alle anderen Bindungen gelöst worden. * S e h r l o b e n s w e r t. Bei dem Fußballspiel, welches Samstag nachmtttag zwischen dem Sportverein Sodingen und DIK Arminia auf dem Sodinger Platz ausgeführt wird, hat sich zuvorkommender Weise die Kapelle des Kavallerievereins Sodingen unter Leitung des bewährten und allseitig beliebten Kapellmeisters Bludau zu einem Konzert während der Spieldauer unentgeltlich zur Verfügung gestellt. * R i c h t u n t e r d e r h a n d k a u f e n. In einer Altwarenhandlung hatte vor längerer Zeit eine Frau aus der Baukauer Straße einen Kinderwagen gekauft. Diesen verkaufte sie vor einigen Tagen an eine Bekannte. Nun stellte sich heraus, daß der Wagen gestohlen und an den Altwarenhändler verkauft worden war. Die Frau ist das Geld und den Wagen los. Es ist wieder eine Warnung, nur in einschlägigen Geschäften zu kaufen. * Arbeitsunfall. Der Anstreichergehilfe Karl Sch. zog sich auf seiner Arbeitsstelle in Holsterhausen durch Ausrutschen einer Leiter, auf der er arbeitete und die ihm gegen den Leib schlug, innere Verletzungen zu, die seine Ueberführung ins Krankenhaus notwendig machten. * Einen Verkehrsunfall erlitt der Arbeiter Chr. M. aus der Düngelstraße, als er beim Ueberschreiten der Wiescherstraße von einem Personenauto erfaßt wurde. Mit einer KopfSchulter= und Armverletzung wurde er dem Krankenhause zugeführt. * D u r c h h e i ß e s W a s s e r v e r b r ü h t und dem Krankenhause zugeführt wurde die 17sährige Erna Gl. aus Riemke, die bei einem hiesigen Geschäftsmann in Diensten stand. * Einen unglücklichen Sturz vom Erntewagen machte der Fuhrmann Emil Z. von hier. Der Bedauernswerte schlug derart mit dem Kopf auf die Wagendeichsel, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und ins Krankenhaus geschafft werden mußte. * Grudenunfall. Von einem bedauerlichen Gruvenunfall wurde auf einer hiesigen Schachtanlage der Grubenbeamte E. betroffen. Als er sich auf einer Streife durchs Revier befand, wurde er von einer Grubenlokomotive erfaßt und gegen den Stoß gedrückt, wobei er derart schwere Quetschungen davontrug, daß er dem Bergmannsheil in Bochum zugeführt werden mußte. * Geschäftseinbruch. Am 24. 8. gegen 1,30 Uhr drangen unbekannte Täter durch Einsteigen in die Räume des Lebensmittelgeschäftes J. in der Behrensstraße ein. Vermutlich sind sie gestört worden, denn sie haben sich ohne Beute entfernt. Stadt Wanne=Eickel. Der Stadtverband der Kleingartenvereine. kam bei starker Beteiligung zur ernen erweitert u lung zulammen,# P;I. Puitz„inerft n satorischen Zusammenschiusses. Er versprach, für Wasser. geld= und Pachtpreisermäßigung eintreten zu wollen und betonte, daß es Pflicht jedes Kleingärtners sei, die Verbandszeitschrift zu halten. Die Stadtpolizei hat den Kleingärtnern das Recht eingeräumt, sich durch Nacht wachen vor Dieben zu schützen. Die vgchhgngogen##em gärtner sind durch abgestempelte Armbinden gekenn zeichnet. * J a h r r a d d i e d e r w i s c h t. Es gelang der Kriminalpolizei, den erwerbslosen R. aus der Von=der=Heydt=Straße auf frischer Tat dabei abzufassen, als er ein gestohlenes Fahrrad mit sich führte. Der Bestohlene hatte sich die Nummer sei nes Rades gemerkt und so gelang es ihm, den Dieb zu überführen. * 1. Deutscher Postzeihundverein. Sonntag, den 27. August, hält der 1. Deutsche Polizeihundverein, Zweigverein Bochum=Nord, eine interne Polizei= und Schutzhundprüfung im Zillerta., an der Stembergstraße, ab. Vorgeführt werden: 4 Polizei= und 10 Schutzhunde. Da der Verein über gutes Hundematerial verfügt und außerdem sich die besten Führer aus Herne und Bochum zur Verfügung gestellt haben, kann mit einer interessanten Vorführung gerechnet werden. Ein Ueberfall auf ein Geldtransportauto soll unseren vierbeinigen Freunden Gelegenheit geben, ihre Kunst und Nützlichkeit zu beweisen. Nach der Veranstaltung findet die Preisverteilung mit anschließendem gemütlichem Beisammensein in der bekannten Gartenwirtschaft Dietr. Möller, Herne, Bödestraße, statt. Alle Volksgenossen und Freunde des Hundesports, die einen interessanten Nachmittag in den herrlichen Zillertalwaldungen verleben wollen, kann die Vorführung nur wärmstens empfohlen werden. * S a u e r l ä n d i s c h e r G e b i r g s v e r e i n. A b t e i l u n g H e r n e. Sonntag, den 27. d. M., wandert der S. G. V., Abteilung Herne, in die Heide. Die Heide ruft! Sie will sich nun zeigen in ihrem Festkleid. Komm auch du, deutscher Wanderfreund, zieh' mit uns durch Wald und Feld. Lerne deine Heimat kennen. Du wirst bestimmt den Alltag vergessen beim Anblick dieser Na turherrlichkeit. Ueber dir der blaue Himmel, inmitten eines blühenden Meeres kannst du träumen. Darum komm! Wir marschieren 6,45 Uhr ab Hotel Meinhardt, fahren 7,33 Uhr ab Recklinghausen=Süd(Sonntagsfahrkarte) nach Haltern. Frisch auf! Erklärung! Um den zahlreichen in der Stadt umlaufenden Gerüchten, die vielfach auch durch Veröffentlichungen in der Presse einen Nährboden gefunden haben, entgegenzutreten, bittet uns Herr Litzig um Aufnahme folgender Erklärung: Die gesamte Veranstaltung des Rekordversuchs ist mit Wissen der verschiedensten Behörden, Pressen und des Rundfunks geschehen, so daß ausreichend Zeit gewesen wäre, den Versuch zu unterbinden. Meine Frau hat persönlich vier Tage und drei Nächte die Verpflegung und Betreuung meiner Tochter ausgeübt. Sie hat nicht den geringsten Einfluß geltend gemacht, daß sich meine Tochter gegen ihren Willen langer im Wasser aufhalten sollte. Es bleibt hierbei zu berücksichtigen, daß sich meine Tochter von vornherein auf einen Versuch von 100 Stunden eingestellt hatte. Meine Frau hat sich dauernd persönlich von dem Zustand meiner Tochter überzeugt. Auf der Fahrt im Auto zum Krankenhaus hat sich meine Frau mit meiner Tochter über Kleiderfragen unterhalten. Sie mußte also den Eindruck gehabt haben. daß meine Tochter bei vollem Bewußtsein war. Auch im Krankenhaus haben meine Frau und meine Tochter die verschiedensten Angelegenheiten erörtert. Bei dem vorzüglichen Verhältnis, das zwischen meiner Frau und meiner Tochter bestanden hat, muß ich betonen, daß meine Frau auch bei den geringsten Anzeichen einer Gefahr eingegriffen hätte. Es ist daher sehr bedauerlich, daß man den Schmerz einer so schwer geprüften Mutter unberechtigt dadurch vergrößert, indem man die widersinnigsten Gerüchte und Verdächtigungen über sie ausstreut, zumal sich ja die in Frage kommenden Stellen mit der Angelegenheit beschäftigen, um die Schuldfrage zu klären. Jedenfalls werde ich jede weitere Verleumdung nicht ungeahndet lassen. Litzig. Soweit diese Erklärung. Wir selbst wollen unin diesen Streit der Meinungen nicht einmischen, da sich die zuständige Behörde mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Frau Litzig und Standartenführer Heßler sind nicht verhaftet, wohl aber beide gestern vernommen worden. Die Leiche ist bereits seit Mittwoch spätnachmittag in Herne. Die Beerdigung findet am Samstag statt. Wir betonen aber nochmals ausdrücklich, daß wir gestern nur mit Frau Litzig gesprochen haben, nicht mit Standartenführer Heßler, ebenso haben wir die Tote nicht gesehen. Als wir mit Frau Litzig sprachen, haben wir erfreulicherweise feststellen können, daß Frau Litzig nicht, wie eine auswärtige Zeitung schrieb und auch teilweise in der Stadt erzählt wurde, erblindet ist. Natürlich macht Frar Litzig einen niedergebrochenen Eindruck und hat entzündete Augen. Wir wollen hier nur eines feststellen, im vorigen Jahr beim ersten Versuch hielt man sich darüber auf, daß Frau Litzig nicht anwesend war, durch ihre diesmalige Anwesenheit soll sie nun den Tod ihrer Tochter verschuldet haben. Wie sallte es denn nun Frau Litzig machen? Am 22. 8. zwischen 16—18 Uhr wurden aus einer Bohnung in der Friedgrasstraße durch Nachschließen der Eingangstür ein braungestreifter Herrenanzug. ein Paar fast neue Herrenhalbschuhe, ein Paar braune ungetragene Herrenschnürstiefel Größe 44, gestohlen. Vor Ankauf der Sachen wird gewarnt. Wer kennt die Täter? 9676— (s) Umsangreiche Instandsetzungsarbeiten lichen Gebäuden. mn Rahmen des programms wird es der Stadtverwaltung Wanne=Eickel moglich sein, an den öffentlichen Gebäuden, vor allem an unseren Volksschulen größere Ipstandsezuggzarbeiter durchführen zu lassen. In erster Linie handelt es sich hier um Anstreicherarbeiten, die schon seit Jahren aus finanziellen Gründen hatten zurückgestellt werden mussen aber nunmehr bereits an einigen Schulen in Angris# genommen worden sind. Diese neuen Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung werden zweifellos vom WanneEickeler Handwerk mit Freuden begrüßt. Auf dem WanneEickeler Hauptbahnhof, insbesondere bei den Eisenträgern der Bahnsteige, hat bereits seit einigen Tagen eine gründliche Ueberholung begonnen. Diese Arbeiten werden gleichfalls durch das heimische Handwerk ausgeführt. Petroleum aus Heringen Woher das Petroleum stammt, ist eine Frage, die bisher noch keine einwandfreie Beantwortung gefunden hat. Es muß, nimmt man an, organischen Stoffen entstammen, und es gibt Gelehrte, die behaupten, daß es ein Zersetzungsprodukt von tierischem Fett sei. Nun in vor paar Jahrzehnten an der Küste von Alaska ein Schiff untergegangen, das mit Heringen voll beladen war. Vor einiger Zeit sind dem Meeresboden an der Stelle, an der der Untergang erfolgte, Proben entnommen worden und man sand eine merkwürdige, wachsähnliche Masse. Das Geologische Landesinstitut der Vereinigten Staaten hat diese Masse untersucht und festgestellt, daß dieses Wachs ein Konglomerat aus Zersetzungsprodukten von Heringsfett und Kalzium= und Magnesiumsalzen des Seewassers war. Unter hoher Temperatur hat man die Masse destilliert, und sie lieferte merkwürdigerweise ein Oel. das in vieler Hinsicht Aehnlichkeit mit dem Petroleum besitzt. Nun haben natürlich die Gelehrten, die das Petroleum von tierischen Fetten ableiten. Oberwasser. Sie behaupten, daß unter bestimmten Bedingungen ähnliche Wachse aus Verbindungen mit Fettsäuren, die bei der Zersetzung von Fischen frei wurden, mit den Mineral= salzen des Seewassers in den Meeren der geologischen Vorzeit entstanden sind. Während der Jahrmillionen, die inzwischen vergangen sind, habe sich dann eben das Petroleum gebildet; es haben in diesem ungeheuren Zeitraum eben Umwandlungen stattgefunden, die das gleiche Resultat hatten, wie die schnelle Destillation bei hoher Temperatur im Laboratorium. Die Auffassung ist jedenfalls interessant, nur kann der Laie sich schwer vorstellen. daß die ungeheuren Mengen von Petroleum, die Jahr um Jahr aus der Erde herausgeholt werden, alle von Fischen aus grauer Urzeit stammen sollen. Wieviele Milliarden Tonnen von Fischen müßten da zugrunde gegangen sein, um Oelreservoire zu bilden, wie sie in Rumänien, in Südrußland, in Mittelamerika festgestellt worden sind? Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußssch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verdoter Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar se auf die Lose gleicher Rummer in den Adteilungen I und II 23. August 1933 13. Ziehungstag In der heutigen Vormtttagsziehung wurden Gewinnüber 400 M. gezogen 2 Oebtuns zu 200000 G. 280897 2 Oeptnne zu 10000 G. 65241 14 Gewinne mu 5000 G. 5674 134298 340623 345596 367188 394256— 22 Gewinne mu 3000 G. 2282 2560 12296 18707 81633 191277 194572 203129 228304 293470 393821 44 Cewinne m 2000 d. 68048 81060 88032 96168 106041 156716 169090 185358 199819 224476 256726 268037 281870 283621 322041 333496 341632 342626 351068 356314 366946 381807 128 Oeminne zu 1000 Ct. 9848 16748 39783 46747 63225 70144 73448 97919 102063 102861 109229 118486 119420 126382 142412 146020 148744 156775 166841 166918 172394 175943 176918 183242 187571 190043 191675 192560 197851 198768 201592 201694 205044 215520 217606 226268 228939 233612 240620 246594 247288 254552 266123 257346 261247 261742 264181 265975 267212 270883 275483 281986 282171 294534 308913 314528 326964 327463 333941 340899 365543 385498 388036 388415 208 Gewmne mu 500 M. 618 2784 3376 3516 12397 16788 18134 18513 23939 28306 29118 31060 39408 40658 44752 45667 46009 66212 66726 63090 65291 66583 69596 72189 77037 80697 82487 91699 94787 99152 103296 106106 110366 114763 117889 125418 133922 137671 143311 159559 160389 170200 180513 181966 186248 191401 192513 197651 200624 208532 209671 217172 218668 229700 232338 232695 236387 239065 243382 248156 252765 263000 253764 267134 267151 260765 262743 263108 264600 264772 272409 277974 287022 296377 296481 297092 297166 300406 304590 306505 307431 310664 322584 831202 346937 348976 365996 366711 367262 359423 369663 363905 364064 365467 368377 368548 375299 384449 386310 388559 393608 395289 396296 399223 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen zu 10000 a. 140111 ma 5000 M. 70460 103984 2 8 4 369544 16 Oertum m 3000 G. 70382 760445 260751 269142 268765 316406 348217 48 Cemtune zu 2000 S. 12664 26226 91740 163788 154122 164633 189420 245014 266083 288944 293596 299665 333741 345610 351876 356750 360663 372273 383877 390055 62 Gewinne zu 1000 M. 166 13006 33889 86116 93552 103935 106383-— 121327 164267 154625 213664 242736 263265 259204 263511 276897 278262 300144 302002 311849 320180 376130 150 Gewinne zu 500 G. 183 25039 27876 33807 34620 47076 47499 53668 64048 66269 76572 94935 96467 105002 112706 126959 132239 147302 147606 151381 168087 158152 163695—.—— 193002 193109 209498 218697 220202 224769 233737 241962 243206 245274 262287 264877 277060 280060 280594 306962 315400 326280 336188 345929 360299 361491 366836 370158 370830 376233 383127 392339 393324 399818 112668 242200 7788 217496 331968 361998 114237 216396 270669 303178 49462 14696 224371 276157 30650 181696 182004 210801 213943 236893 255857 293221 342335 367386 387935 30047 113367 161489 188406 215922 241842 257749 296141 343066 367432 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu se 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu se 100000, 2 zu se 75000, 8 zu je 50000, 22 zu 1 25000, 118 zu je 10000, 268 zu je 5000, 520 zu se 3000, 1584 zu je 2000, 3210 zu ie 1000, 5184 zu R 500, 15892 zu r 400 M. a—T 72 535-55565585 Jo-qs 5bön S 4 BR Bb-J3buJccht Aus den Vereinen Frauen- und Mütterverein 4 Uhr Standesvortrag in der Kirche Jungmännerverein. Mittwoch abend 8 Uhr Versammlung im Heim St. Franziskus, Wanne=Eickel renwärter durch das Portal des Domes und ging nach der Empore, um dort vor dem hl. Rocke, dem gottlichen Wundertäter, ihre Danksogung auszurechen. Das waren herzergreifende Augenblicke. Kein Auge der Anwesenden blieb trocken, besonders rannen dem Mann der Geheilten, der vor mir kniete, Tränen der Freude und des Dankes aus den Augen. Nachher konnte ich feststellen, daß die Geheilte aus der Eifel stammte, 41 Jahre war, und 18 Jahre am ganzen Körper gelähmt gewesen war Diese Augenblicke an dem Gnadenorte werde ich nie vergessen. Es sei zu diesem Bericht folgendes bemerkt: Wenn auch die Heilung außer Zweifel steht, so braucht man dennoch darin kein Wunder zu sehen: der Katholik weiß, daß die Kirche in der Beurteilung solcher Ereignisse sehr zurückhaltend ist und erst nach Jahren dazu Stellung nehmen wird Saltesdenlerinung Sonntag. den 27. August. 7 Uhr hl. Messe mit Predigt: 9 Uhr Hochamt mit Predigt: 10.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt: 2.30 Uhr Sakramentale Andacht: 4 Uhr Andacht für den Frauen= und Mütterverein. Gemeinschaftliche dl. Kommunion für den Frauen= und Mütterverein und den 5. Jahrgang der Schulkinder. Donnerstag nachmittag von 5—7 Uhr Gelegenheit zur Beichte. Freitag morgen 6 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten. 7 Uhr Hochamt mit Segen. Abends 8 Uhr Herz=Jesu=Andacht. Pfarrei Riemke Gottesdentterinung Sonntag, den 27. Auguft. 6.15 Uhr dl. Messe, gemeinschaftliche hl. Kommunion des Müttervereins. 7.15 Uhr hl. Messe mit Predigt, gemeinschaftl. hl. Kommunion der Provitzer Schule; 8.30 Uhr hl. Messe mit Predigt; 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt. 11 Uhr letzte hl Messe mit Predigt.— 2.30 Uhr Andacht. In den hl. Messen predigt ein Pater aus Haus Nazareth und bittet um ein Scherflein für die Missionen. Wochentags: 7.10 und 8 Uhr hl. Messen. Mittwoch: 6.30 Uhr Gebetsapostolat Donnerstag: 5.30 Uhr bis 7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte wegen des Herz=Jesu=Freitags. Freitaa: 5.30 Uhr Andacht zum hl. Herzen Jesu. Aus den Vereinen Gesellenverein. Sonntag seiern wir um 19 Uhr bei Vorhoff das Namensfest unseres Präses. Wir laden dazu die Mitglieder und Ehrenmitglieder mit ihren Angehörigen herzlichst ein.— Donnerstag Versammlung mit Vortrag. Freitag Spielabend und Theaterprode Jungmännerverein. Montag um 20 Uhr Führerabend im Vereinszimmer. Donnerstag Heimabend der Sturmschar und literarischer Abend. Samstag Schachabend. Jungfrauenkongregation. Dienstag Gesangabend. Mittwoch Handarbeitsaben Heilung durch Berührung des hl. Rockes in Eine Herner Augenzeugin dieses großen Wunders gibt uns über die Heilung folgenden Bericht: Ich war am 23. August, morgens ½6 Uhr zur Verehrung des hl. Rockes im Dom. Da sah ich, wie eine vollständig gelähmte Frau von 2 Krankenwärtern die zirka 20 Stufen zu dem weithin sichtbaren hl. Rock hinaufgetragen wurde. Beim Anblick des hl. Rockes beiete sie mit vernehmbarer Stimme die flehenden Worte:„Jesus, Barmherzigkeit und Jesus, vergib mir meine Sünden.“ Dann wurde sie von den Krankenwärtern zur Berührung des hl. Rockes hoch gehoben. Als sie die Reliquie des Herrn berührte, hörte ich einen Aufschrei und sah zugleich eine Erschütterung des Körpers. Die Frau stand geheilt vor dem hl. Rocke. Zwei geistl. Herren und die beiden Krankenwärter gingen mit der Geheilten in ein Nebenzimmer, um das Geschaute zu Protokoll zu geben. Die Verehrung des hl. Rockes wurde einige Minuten ausgesetzt. Nach kurzer Zeit kam die geheilte Frau in Begleitung der beiden KranMit Meßkoffer und Kleinauto durch die Diaspora Ostpreußens Von Bischöfl. Geheimsekretär Es ist noch nicht lange her, da wurde in der „Stunde der Nation“ vom Ostpreußensender den Hörern im Reich ein Ausschnitt von Volk und Land der noch vielfach unbekannten Provinz Ostpreußen gegeben. Mancher Arbeitslose in Stadt und Land hat mit Interesse gehört von den Hochmooren mit den Elchrevieren im Norden der Provinz an Litauens Grenze, von der edlen Pferdezucht des Gestütes Trakehnen, von der romantischen Rominter Heide und der im Zentrum Oftpreußens gelegenen ehrwürdigen ehemaligen Bischofsstadt Heilsberg. Sicher hat der eine oder andere im stillen gehofft, dieses deutsche Land im Fernen Osten einmal kennen zu lernen. Schneller, als man je geahnt, sollte dieser Wunsch durch die großzügige Organisation unserer Regierung in Erfüllung gehen. Aus dem weiten Westen Deutschlands wurden in wenigen Wochen weit über 100000 deutsche Arbeiter, Studenten und Arbeitslose nach Ostpreußen berufen, und fanden hier gastliche Aufnahme in den verschiedenen Arbeitslagern und auf den Bauernhöfen. Es ist im Volksinteresse sehr zu begrüßen, daß durch diese Maßnahmen der Osten und Westen einander näher kommen, daß so das salsche Wort von der„Insel Ostpreußen" Lügen gestraft wird. Die beiden großen Bekenntnisse des Deutschen Reiches haben mehr denn je Gelegenheit, einander kennen zu lernen, ist doch unter den West=Ostwanderern ein großer Prozentsatz katholischen Bekenntnisses in Gegenden mit fast ausschließlich evangelischer Bevölkerung gekommen und auch umgekehrt. Nach ungefähren Feststellungen sind allein 22000 ostpreußische Landhelfer und zirka 5000 Abiturienten in Ostpreußen bisher untergebracht worden. So hat der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in kürzester Zeit zu gigantischen Erfolgen geführt. Die materielle Befriedigung vieler Tauender scheint auf lange sicher gestellt zu sein. Aber Dr. Joh. Quink, Frauenburg Hand=in=Hand mit ihr muß auch die seelische Aktivierung der großen Volksmassen vorwärtsschreiten. Den beiden christlichen Bekenntnissen erstehen ganz neue Aufgaben der seelsorglichen Betreuung der in den Arbeitsprozeß, Ostpreußens überführten Jugendlichen. Besonders die katholische Kirche hat hier die bedeutend schwerere Aufgabe in der Seelsorgsbetreuung, weil ja vier Fünftel der Provinz Oftpreußen evangelischen Glaubens ist Exzellenz Maximilian Kaller, Bischof von Ermland, hatte als Erster dieses neue Aufgabengebiet erkannt und zielsicher in Angriff genommen. Für die schätzungsweise 10.000 katholischen Landhelfer und Landhelferinnen sowie die Lagerinsassen wurden erstmalig 3 hauptamtliche Geistliche bestimmt. Der Generalvorstand des Bonisatiusvereins zu Paderborn sagte bereitwilligst seine Mitwirkung bei der Finanzierung dieses Missionsfeldzuges zu. Die weite Diaspora Ostpreußens wurde in drei Seelsorgsbezirke geteilt, von denen der Teil nördlich des Pregel mit den Kreisen Darkehmen und Goldap mir zufiel. Am 8. Juni rief mich Seine Exzellenz in sein Arbeitszimmer und eröffnete mir den neuartigen Plan der Seelsorge. Mit Freuden stellte ich mich zur Verfügung. Was in den nächsten Tagen geschah, vollzog sich sozusagen am lausenden Bande: Beschaffung der notwendigen Ausweise, Autofahrschule, Erwerb des Führerscheins, die Herrichtung eines Meßkoffers usw. Für den 13. Juli wurde der Start für die Fahrt zum ersten Hauptquartier Tilsit festgelegt. Tilsit ist eine Pfarrei mit 880 Dörfern. Da konnte ich gleich am ersten Tage meines Aufenthaltes mitten in die Arbeit hineinsteigen. Auf fast endlosen Landstraßen trug mich mein treuer Weggenosse BMW. in die entlegensten Dörfer und auf die Bauernhöfe, um die zu ein und zweit untergebrachten kathoLeienS veoner Mnunthan zur Wallfahrt nach Trier zum„Heiligen Rock“(Juli-September 1933) Domkapitular Kammer: Der hl. Rock in Trier Geschichte und religiöse Bedeutung des hl. Gewandes Christl. Mk. 2.— Dr. Richard Wirtz: Der Trierer hl. Rock und die Haiserin Helena 30 Neurath: Dom hl. Rock in Trier Zur Ausstellung im Jahre 1933.......... 35 Trier und seine Heiligtümer 52 Seiten mit zahlreichen Bildern 20 Buchhandlung Hoethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Straße 8, neben dem Postamt. Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Büttner, Herne Fernsprecher 51734 13. Jahrg. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Ahr mittags. Sonntag. 27. August 1933 Nachdruck der Original=Artikel verboten. Druck: Koelbers& Röttsches. Herne. H.=Oöring=Str. 8 Nr. 35 Nachrichten für alle Pfarreien Ausflug des Kreuzbundes Herne. Die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen versammeln sich am Sonntag mittag um 1 Uhr am Caritasbüro an der Bonisatiuskirche zu einem Ausflug zum Giesenberg. Nur bei günstigem Wetter wird der Spaziergang gemacht. Alle Mitglieder sind freundlichst eingeladen. Dritter Orden. Die Abfahrt des Pilgerzuges am 27. August nach Neviges erfolgt: Wanne=Eickel ab 8.24 Uhr, Hordel ab 8.30 Uhr, Ankunft in Neviges 9.15 Uhr. Rückfahrt: Neviges ab 18.32 Uhr, Hordel an 19.24 Uhr, Wanne=Eickel an 19.31 Uhr. Fahrpreis 1.60 Mark. Fahrkarten sind zu haben im Herner Anzeiger. Abfahrt von Herne 7.35 oder 8.00 Uhr. Verband der katholischen Jungmännervereine. Bezirk Herne. Der Bezirksverband grüßt seinen Generalpräses Ludwig Wolker zu seinem Namenstage am 25. August mit einem dreifachen kräftigen TreuHeil! Was können wir ihm schenken? Ein zeitgemäßer Vorschlag: Unsere Vereine halten gemeinSt. Bonifatius=Pfarrei Gottesdienftordnung Sonnlag, 27. August, 12. Sonntag nach Pfingsten. 6 Uhr erste hl. Messe: 6.30 Uhr hl. Messe mit poln. Gesang: 7.30 Uhr Frühmesse mit Predigt; die hl. Messe um 8.20 Uhr fällt in den Ferien aus: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt: 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Sakramentsandacht 4 Uhr Andacht mit Predigt für den Frauenund Mütterverein. 8 Uhr Bonisatiusandacht mit Segen. Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Kinder der Schule Neustraße und die Mitglieder des Frauen= und Müttervereins. Die Krankenwoche hat Herr Vikar Heimbrodt. Donnersrau— am Tage vor dem HerzJesu=Freitag— ist von 5—7 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Aus den Vereinen Frauen- und Mütterverein. Sonntag nachmittag 4 Uhr ist Andacht mit Predigt für die Mitglieder des Frauen= und Müttervereins. Jungfrauenkongregation Servierkursus. Anfangs September soll für die Mitglieder der Kongregation ein Kursus im Servieren, Tischdecken und Anstandslehre stattfinsam eine Betstunde vor dem Herrn im Sakrament, um Christus, unseren höchsten Führer, unserem Generalpräses, unseren Jungmännerverband, all seine geistlichen Führer und Jungführer sowie alle Mitglieder im glaubensstarken Gebet zu empfehlen. Deswegen nehmen alle Vereine Montag abend 8 Uhr an der feierlichen Betstunde in der Krankenhauskapelle teil. Alle müssen zur Stelle sein! Die Christusbanner bringen wir mit. Nach der Andocht marschieren wir geschlossen zur Feierstunde im Gesellenhaus. Unsere Wallfahrt nach Altenberg ist vorüber. Es muß Ziel eines jeden Jungmannes sein, einmal nach Altenberg zu wallfahren. Von der Madonna in Altenberg ist sehr viel Gnadensegen auf unser Jungvolk ausgegangen. Altenberg ist nicht gemacht und erfunden, es ist aus Gnade geworden. ind was uns geschenkt ward, wollen wir weiter schenken. Darum wollen wir die innere geistige Verbundenheit all unserer Jungen und Jungmänner mit Altenberg wecken und pflegen. Es ist marianische Kraft, die davon ausgeht und Heil weckt. Die Altenbergwallfahrer haben den 12. September als unseren Lichttag festgelegt. Wir begehen an diesem Tage eine marianische Feierstunde. Wir wollen uns Montagabend näher darüber unterhalten. Mit herzlichem Treu=Heil Der Bezirksleiter. den. Der Kursus wird an zwei Abenden abgehalten. Die Kosten für die Teilnahme betragen 2.— Mark. Anmeldungen mögen umgehend erfolgen an den Präses der Kongregation, Marienstraße 1. Turnabteilung. Freitag, den 25. 8., abends 8 Uhr, ist Turnstunde in der Turnhalle des Realgymnasiums. Kath. Gesellenverein Herne-Zentral. Am Sonntag, dem 27. August, und Sonntag. dem 3. September, abends 8 Uhr, bringt unsere Theaterabteilung unter Leitung von H. Pollmann die dreiaktige komische Opfer„Der Waffenschmied" von Albert Lortzing zur Aufführung. Wochenlange intensive Proben der Mitwirkenden geben die Gewahr für eine gute Wiedergabe dieses allgemeinverständlichen und kernig=deutschen Bühnenwerkes. Den musikalischen Teil bestreitet das Zimmersche Orchester, so daß auch die die bekannten Lortzingschen Melodien wohlklingend das Ohr des Besuchers berauschen. An alle Leser ergeht die herzl. Einladung und Bitte, durch Besuch und Empfehlung sich in den Genuß dieses Stückes zu versetzen und durch Zahlung von 50 Pf. Eintritt unsere Kasse über die hohen Unkosten hinwegzuhelfen. Treu=Kolping! Der Vorstand. Schlesischer St.=Johannes-Verein Herne. Am Sonntag, dem 27. August, findet unsere Monatsversammlung statt. Da sehr wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Wir fangen um 4.30 Uhr an, die Kassenrevisoren und der Vorstand wollen eine Stunde früher erscheinen. Der Vorstand. St.-Barbara-Knappenverein. Sonntag nachmittag um 5 Uhr haben wir im Gesellenhause Generalversammlung. Da im vergangenen Monat die Versammlung ausfallen mußte, so wird in dieser Versammlung die Tagesordnung um so reichhaltiger. Wir müssen einen Rückblick in das Vergangene und einen Fortblich in die Zukunft halten. Also ist es für jedes Mitglied eine selbstverständliche Pflicht, in der Versammlung am Sonntag zu erscheinen. Auch die Frauen sind freundlichst eingeladen Die Abrechnung der Vertrauensmänner ist morgens um 11 Uhr. Herz=Jesu-Pfarrei Sstteschenbertsung Sonntag, 27. August, 12. Sonntag nach Pfingsten. 6.30 Uhr hl. Messe: 8 Uhr Fruhmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt; 10.15 Uhr Hochamt mit Predigt. 2.30 Uhr Andacht für alle Schulkinder. 3.30 Uhr Poln. Rosenkranzandacht. 8 Uhr Andacht für die Armen Seelen. Im Constantinstift ist um 7.45 Uhr hl. Messe mit Predigt. Gemeinschaftliche fl. Kommunion der Kinder der Schule Düngelstraße. Die Krankenwoche hat Herr Vikar Wiegardt. Die Kirchenkollekte ist vom hochw. Herrn Erzbischof für verschiedene arme Gemeinden destimmt Aus den Vereinen Mütterverein. Am Mittwoch nachmittag 3.30 Uhr ist Sitzung des Vorstandes und der Beförderinnen. St. Josephs-Arbeiterverein. Am Sonntag, dem 27. August, findet bei gutem Wetter unser diesjähriger Familienausflug statt. Um alt und jung Gelegenheit zu geben, dar: an teilzunehmen, wird ein Waldfest im Constantiner Wald veranstaltet. Für Unterhaltung und billige Getränke wird gesorgt. Abmarsch 1.30 Uhr vom Vereinshaus St. Joseph. Kinder der Mitglieder, die bis Samstag mittag nicht gemeldet sind, werden nicht berücksichtigt. Bei schlechtem Wetter findet um 5 Uhr nachmittags unsere halbjährigGeneralversammlung statt. Arbeiterverein St. Franziskus. Sonntag 4 Uhr Vorstandssitzung und um 5 Uhr Monatsversammlung im Vereinslokal Voß. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Langfrauenkongregatlon Der Unterrichtskursus fällt aus, doch werden sämtliche Gruppenabende während der Ferien der Präses gehalten. Der Hathol. Gesellenverein Herne-Central esrherzichenur Autirug. Der Waffenschmied!“ eine komische Oper von A. Lortzing am Sonntag, dem 27. August und Anfang 8 Uhr: Eintritt 50 Pfg. S. September 190., im grossen Saale des katholischen Gesellenhauser urnen* Sport: ∆ Zum Länderkampf Deutschland=Schweiz in Basel Drei aussichtsreiche deutsche Teilnehmer: Von links: Paul=Stuttgart(800 Meter Laus), Welscher=Frankfurt a. M.(110 Meter=Hürdenlaus) und Helber=Stuttgart (5000=Meter=Lauf). Am Sonntag findet in Basel der traditionelle Länderkampf Deutschland—Schweiz statt. der jährlich abwechselnd in Deutschland und in der Schweiz ausgesochten wird. Bei dem letztjährigen Kampf in Weimar siegte Deutschland überlegen mit 91:45 Punkten. In diesem Jahre sind, um Reisekosten zu sparen aus Deutschland fast ausschließlich süddeutsche Mannschaften gemeldet. Auch der Gau Westfalen komplett Nur 10 Vereine genehmigt Der Gauführer Emil Becker hat nun endlich nach langwierigen Verhandlungen die Einteilung der westsälischen Gauliga sowie der Bezirksklassen vornehmen können. Das lange Rätselraten, welche Vereine der Hauliga zugeteilt wurden, ist jetzt gelöst. Eine Zwölferliga in Westfalen wurde abgelehnt. Der Gau IX wurde indgültig aus folgenden Vereinen zusammengestellt: Schalke 94, Westbeutscher Meister, Arminia Bielefeld, Westfalenmeister, Hüsten 09, Südwestsaleumeister, Viktoria Recklinghausen, wests. Pokalmeister, SB. Höntrov, Ruhrhezirks=Hruppenmeister, Sp. Vg. Herten, Pestsalen=Gruppenmeister, Germania 06 Bochum, Preußen 06 Münster, Vereinigung Hagen(05=11), Vereinigung Dortmund(Sp. Fr.=95). Die Bezirksklasse wurde in 5 Gruppen einzeteilt und besteht aus insgesamt 56 Vereinen. Diese and: Industrie=Bezirk: Gruppe 1: Tus Bochum, Preußen 7. Preis von Grunau: 1. H. Bergers Nedukadneiar (Stein), 2. Emschi. 3. Meistervolier. 4. Consuela Sieg 74·10. Platz 15. 13. 15. 23:10. Ferner: Wanda. Honorlus Luxus. Mascagni. Noxana. Rbeinsels. Seula Tedesca. Bochum. Westfalia Bochum. VfL. Hörde, Arminia Marten. SXV. Werne, Westsalia Wickede, MBV. Linden, Wetter 1910, Vorussia Dortmund und SC. Dahlhausen (11 Vereine), Industrie=Bezirk, Gruppe 2: Union Gelsenkirchen. SpV 08 Erle, SV. Rotthausen 12, SXV HorstEmscher, Schwarz=Gelb Gladbeck. VfB. Bottrop, Westfalia Herne. Germania Herne, Castrop 02, Gelsenkirchen. 07. Falke(DöK.) Gelsenkirchen(11 Vereine). Bezirk Minden, Gruppe 3: 10 Vereine. Bezirk Münster, Gruppe 4: 12 Vereine. Bezirk Arnsberg, Gruppe 5: 12 Vereine. Die ersten Termine: In der Gauliga spielen am 3. September: Vag. Dortmund— Sp.Vgg. Herten, Preußen Münster— Hüsten 09. Schalke 04— Germania Bochum, Viktoria Recklinghausen— Vergg. Hagen, Arminia Bielefeld— SV. Höntrop. Bezirksklasse: Erle 08— Falke Gelsenkirchen. Alle übrigen Meisterschaftsspiele beginnen am 10. September. Der 24. September ist für den Geländesport freigelassen. Pferdesport Rennen zu Hoppegarten. 1. Preis von Rahnsdorf: 1. Stall Halmas Eligius (Kussatz). 2. Visir. 3. Edelweiß. Sieg 17:10. Platz 10. 13. 14.10. Ferner: Elch. Offerte. Pucelle. Sofie. Fernseherin. 2. Preis von Friedrichsbagen: 1. Graf H. Arnims Mon Plaisir(Ludwig), 2. Reisetasche. 3. Manifesto. Sieg 13:10. Platz 10. 10:10. Ferner: Elektron. Ratsberr. Cortina. 3. Preis von Hirschgarten: 1. Chr. u. I. Petzoldts Varro (Reibl). 2. Roman. 3. Kameradschaft. Sieg 27:10. Platz 13. 13. 15:10. Ferner: Dianthus.„Flirtland. Rosegger. Garde. Demut. Drusus. Island. Mailänder. 4. Falkenhausen=Rennen: 1. Gest. Erlenhofs Forsothia (Rastenberger). 2. Landzunge, 3. Trapertin. Sieg 23:10. Platz 12. 14. 16:10. Ferner: Medikus. Matzoni. Pelovonnes. Vockerode. 5. Preis der Müggel: 1. O. Turgels Leidensweg(Harro Schmidt). 2. Terra, 3. Liberto. Sieg 274:10. Platz 43. 23. 19:10. Ferner: Sextus. Bittsteller. Ormelia. Ginsterblüte Menas. 6. Preis von Erkner: 1. Dr. von Kleefelds Wanderlied (Staroste). 2. Navoleon. 3. Orsini. Sieg 37•10. Platz 15. 15:10. Ferner: Amön. Ritterkrone. Maiennacht. signo Doppelwette 2. und 5. Rennen: 1037:10. Nennen zu Deauville. 1. Zennen: 1. Voila(S. Smitd), 2. Sandoz. 3. Mar. v. Sieg 32:10. Platz 16. 22. 37:10. Ferner: 8 Pferde 2. Rennen: 1. G. Mac Hombonn(Rabbe). 2. Piau Hardy. 3. Farol. Sieg 93:10 Platz 21. 19. 13:10. Ferner: 6 Pferde. 3. Rennen: 1. Minestrone(Dusorez). 2. L’Oriflamme 3. Fee Esterel. Sieg 26:10. Platz 12, 11:10. Ferner: ein Pferd. 4. Rennen: 1. Chios(Dusorez). 2. Annabella 2. 3. Fidelita. Sieg 13:10. 5. Rennen: 1. Lovettaz(Robson). 2. Archimede 2. 3. Orpbino. Sieg 44:10. Platz 22. 25. 28•10. Ferner: 16 Pferde. Keine vorzeitigen Preiserhöhungen Nur Mehrarbeit und erhöhte Umsätze können heisen Der Industrie= und Handelskammer zu Bochum sind Klagen darüber vorgebracht worden, daß in den letzten Wochen und Monaten der nationalen Ankurbelung der Wirtschaft Lieferanten von Waren, insonderheit Vorund Zulieferanten, Preiserhöhungen gruppenweise oder einzeln fordern, die die Uebernahme und Ausführung von Festaufträgen, die nur bei schärfster Kalkulation zu er. halten sind. unmöglich machen. Derartige vorzeitige Preiserhöhungen stören die Belebung der Arbeitsbeschaffung und sind deshalb scharf abzulehnen. Die Erholung und Gesundung der Wirtschaft führt im gegenwärtigen Zustande nicht über Preisheraufsetzungen, sondern nur über Mehrarbeit und erhohte Umsätze. Witterungsbericht ( Die Störung, die gestern dem gesamten nördlichen Deutschland verbreitet Niederschläge brachte, liegt jetzt mit ihrem Kern über Polen. Westdeutschland befindet sich innerhalb der herangeführten Kaltluft. Da außerdem in der letzten Nacht verbreitet Aufheiterung einsetzte erreichten die Temperaturen ihren Tiefstand und betrugen im westdeutschen Flachlande stellenweise nur 9 Grad. Da über Westeuropa die Luftmassen wieder zusammensinken, heitert es zunächst stärker auf. und die Temperaturen werden etwas ansteigen. Jedoch wird die Wetterberuhigung nicht von langer Dauer sein, da ein neuer umsangreicher Wirdel südwestlich von Island angekommen ist. Vorhersage für Freitag: Schwache. wechselnde Luftbewegung, verbreitet aufgeheitert. Temperaturen stärker ansteigend. Rnudfunk=Programm 6.00 6.05 6.40 6.45 7.00 7.93 8.00 8.03 8.15 10,00 10,05 10,30 12.00 12,30 12.50 13,20 Freitag, den 25. August 1933. Morgenruf. 1. Choral:„Christus ist das Leben“ (Weber). 2. Spruch des Tages. Morgenkonzert. 1. Teil. 1. Präludium(Järnejeldt). 2. Lagunenwalzer, aus der Operette„Eine Nacht in Venedig"(Ih. Strauß). 3. Wie's daheim war(Wohlgemuth). 4. Ouvertüre zur Oper„Der Wildschütz"(Lortzing). 5. Murmelndes Lüftchen (Jensen). 6. Frauenherz, Polka=Mazurka(Jos. Strauß). 7. Fröhliche Heinzelmännchen. Humoreske (Shori). 8. Flotte Postillone, Charakterstück (Rathke). 9. Pepita=Marsch, Armeemarsch II, 160 (Neumann). Wiederholung des Spätberichts. Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. Wettervorhersage und Zeitangabe. Wiederholung des Morgenrufs.— Morgenkonzert. 2. Teil. Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandomeldungen. Für die Frau. Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. Frühbericht, Zeitangabe u. Wasserstandsmeldungen. Ferienmusik auf Schallplatten. Meusch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Ardeitslose. Richard Heinemeyer:„Was ist los im Sport?“— Eduard Neuland:„Vom Stein der Weisen“— Josef Friedrich Perkonig:„Besuch beim Freiherrn vom Stein“. Schallplattenkonzert. Rheinische Weisen. Leitung: Kneip. Lore Paxmann(Sopran), Engels(Tenor), 6 frohe Sänger, Männer=Chor, Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kneip. Begleitung: Hans Haaß. 1. Möhnewibbel, rheinischer Volkstanz mit Chor. 2. Rheinische Kirmes. 3. Kirb. 4. Die Eifeler, Volkstanz aus Scheven. 5. Leichtfertiger Abschied. 6. Rübentanz. 7. Gib mir die Blume. 8. Et sall mich ens verlange, wat de Drickes säht. 9. Ziehharmonika. 10. Wie kumm ich en de Pooz erenn. 11. Es steht sich auf unserer Wiesen. 12. Bambelröckchen. 13. Das Funkenlied. 14. Verstohlen geht der Mond auf. 15. Die Blümelein, sie schlafen. 16. Kehraus. Mittagsbericht 1. Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1. LoreleyOuvertüre(Wallace). 2. Liebesgruß(Elgar). 3. Ballgeflüster(Meyer=Helmund). 4. Szenen aus der Pantomime„Das Wunder“(Humperdinck). 5. Wiegenlied(Järnefeldt). 6. Minnesold, BallettSuite(Fresco). 7. Amorettenständchen(Kockert). 8. Melodien aus der Operette„Der Mikado“(Sullivan). 9. König=Karl=Marsch(Nurath). Gegen 14,00 Mittagsbericht 2. 15,00 Dr. Wendenburg: Umwandlung von Unterstützun, in Lohn(3). 15,15 Dipl.=Ing. G. Schwierch: Als Werkseedent auf der Lokomotive. 15,30 Wirtschaftsbericht. 15.50 Jugendsunk. Geländespiel. 16,30 Junge deutsche Dichtung. Friedrich Deml: Ganz in die Nacht. Eine Erzählung. 17,00 Zur Unterhaltung. Die fröhlichen Fünf. 17,30 Dr. Hermann Schultz: Faschistische Siedlungspraris. 18,00 Feierabendkonzert. Else Suhrmann(Sopran), Mogel(Klarinette), Marga Bäuml(Gitarre), Mitglieder des Orchesters des W. R. Leitung: Kneip. 1. Marsch(Haas). 2. Ländler für Klarinette mit Gitarre(Kneip). 3. Volkslied(Reger). 4. Körbeltanz, böhmischer Volkstanz, für Violine, Klarinette und Gitarre. 5. Drei Gedichte. 6. Intermezzo für kleines Orchester. 7. Seit ganz mein Auge(Reger). 8. Ländler für Klarinette. Violine und Gitarre. 9. Kurzgeschichte. 10. Heimat(Reger). 11. GehPolka für Klarinette, Violine und Gitarre. 12. Rosentanz für Bläser=Quintett. 13. Menuett für Violine und Klavier(Beethoven). 14. Das Mägdlein und der Spatz(Reger). 15. Drei Gedichte 16. Meine Mutter. 17. Serenade für Klarinette und Gitarre. 18. Stopp=Galopp. 18.45 Meldungen: Wetter, Sport. Wirtschaft. 19,00 Reichssendung: Stunde der Nation.„Reims.“ Hörspiel von Friedrich Bethge. Spielleitung: Gerd Fricke. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,05 Funk=Rummel. Es rummelt. Es funkt. Frau Atmosphäre greift ein. Herr Aether zerspringt. Es donnert. Es blitzt. Es rasselt. Petrus schüttelt den Kopf. Ueberraschungen. Das war noch nicht da. Das kommt nicht wieder. Das Mikrophon auf dem Adreßbuch.—„Marmelade wird zubereitet und dargeboten.“ Eingeführt von Rolf Sievers. Die Abänderung der Abänderung des Programms. Die Badewanne. Reporter in Nöten Die alte Zeit. Die neue Zeit. Hörspiel, Geräusche, Musik— alles zu gleicher Zeit. Mitwirkende ohne Zahl. Musik von Karl Knauer. Leitung: Max Bing. 22.00 Spätbericht. 22.30 Was gibt es nächste Woche in Westdeutschland? 22,45 Tanzmusik aus London— Budapest— Frankfurt. 1. Aus London: Englische Tanzmusik. 2. Aus Budapest: Zigeunermusik. 3. Aus Frankfurt: Wiener Schrammelmusik. Handel Gewerbr. SHBUITPIR& Dollar in Berlin: 3.032 gegen 3,067 vorher(Parität 4,198 Mark). Pfund in Berlin: 13.78 gegen 13.825 vorher(Parität 20,429). Berliner Börse: Weiter schwach Die Börse war weiter schwach. Zu den ersten Kursen lag fast wieder überall Angebot vor. das allerdings, wie schon in der letzten Zeit. kein nennenswertes Ausmaß erreichte. Durch die dauernden Rückgänge sind naturgemäß Devots schwach geworden, die neuen Verkaufsdruck auslösen. Soweit Bankiers die Kundschaft um Nachschüsse bitten. werden Verkaufsorders von dieser Seite exteilt. Auch sprach man beute von Schwierigkeiten einer Bremer Bankfirma, für die man teilweise schon gestern Exekutionen beobachten wollte. Nach den ersten Kursen war die Tendenz. ausgehend von kleinen Meinungskäufen der Spekulation. etwas erholt. In diesem Zusammenhang wurde auf Meldungen über eine weitere Besserung der Industriebeschäftigung auf Grund der„Mitteilungen der Industrie=Bgrichterstattung des Statistischen Reichsamtes verwiesen. Die Kurse. die anfangs vereinzelt ½ bis 1½ schwächer lagen, konnten sich geringfügig erholen. Unter weiterem Druck lagen„Dessauer Gas. die trotz der letzttägigen scharfen Rückgänge nochmals 4 Prozent verloren. Auch die Bank elektrischer Werte(minus 3¼) waren stärker gedrückt. Berger verloren 4. BMW. 3. Holzmann 4½. Goldschmidt 32. Erdöl 3¾. Rheinstahl 3½8. RWE. 3. um die stärksten Rückgänge zu nennen. Von Montanwerten unterschritten Ver. Stahl(minus 1⅛) den Kurs von 30 Prozent. Orenstein und Engelhard=Brauerei erschienen mit Minuszeichen. Beide Aktien gaben um je 2 Prozent nach. Farben notierten 126¼— 125¾— 126½,(127). Hamburg= Süd konnten aus den schon mehrfach erwähnten Gründen weiter anziehen. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten waren die festverzinslichen Werte teilweise freundlicher. Altbesitz wurden 45 Pfg. höher bezahlt. Neubesitz konnten die zum gestrigen Schlußkurs eingetretene Exholung behaupten. Mittelstahl=Obligationen und„Krupp=Obligationen waren etwas höher, dagegen gaben Ver. Stahl=Obligationen um 1% nach. Tagesgeld erforderte 4¾ und teilweise 4¼. Von Valuten waren Pfunde und Dollar schwach. Pfund=Amsterdam 8.14. Pfunde=Paris 83.90. Pfunde=Mark 13.78. London= Kabel war mit 4.55= einer Berliner Parität für den Dollar von 3.03 RM. zu hören. Der Schluß war nach Aufhören der Exekutionen allgemein beruhigter und erholt. Man bemerkte erstmals wieder kleinere Meinungskäufe. Neubesitz zogen auf 9°. Prozent an. Nachbörslich hörte man Siemens 149. Altbesis 77¼. Ver., Stahl=Obligationen 54. Reichsbahnvorzugsaktien 99¾, Schultheiß 102½. Reichsbank 147. Farben 126 1/1, Buderus 60½., Mannesmann 51¾. Muag 35. Berliner Kraft und Licht 101½. Aku 28¼ Waldhof 33¼. Elektr. Lieferungen 80. Phönix 30½. Ver. Stahl 30¼. Gelsenkirchen 48%„Reichzschuldbuchforderungen netierten solat: 134er 99¾. 1940er 84.12—85.12. 10027—18er 79.57. Essener Börse Essen. 24. August 1933. Die Börse hatte lephafteres Geschäft bei zu„Beginn neist schwacheren Kursen. Im Verlauf setzte sich auf verschiedenen Märkten eine leichte Erbolura, durch Devisenregelung für den Schiffsverkehr Die neuen Richtlinien für Reisen auf ausländischen Schiffen Berlin, 24. August 1933. Den„Devisenbewirtschaftungsstellen sind nunmehr die neuen Richtlinien, die für die Behandlung von Anträgen inländischer Vertretungen ausländischer Schiffahrtslinien Anwendung zu finden haben, bekanntgegeben worden. Danach werden diesen Pertretungen augemeine Genehmigungen zur Entgegennahme von Beichsmarkzahlungen für Passagen auf ausländischen Schiffen ohne Begrenzung auf einen Höchstbetrag erteilt werden. Soweit solchen Firmen bereits früher Transfergenehmigungen erteilt worden sind, werden ihnen diese allgemeinen Genehmigungen ohne besonderen Antrag zugestellt werden, andernfalls werden sie auf Antrag erteilt. Auf Grund dieser allgemeinen Genehmigungen dürfen auch Inländer Reichsmarkzahlungen für Passagen auf ausländischen Schiffen genehmigungsfrei an die inländischen Vertretungen der ausländischen Schiffahrtsgesellschaften leisten. Die Passagen müssen auf die auf den Schiffen entstehenden Kosten beschränkt sein. Rückerstattungen für nicht oder nicht voll ausgenutzte Passagen dürfen nur im Inland in Reichsmark erfolgen. Eine Anrech= nung der Passagen auf die Freigrenze oder einen dem Reisenden etwa genehmigten Betrag findet nicht statt. Patzeintragung ist nicht vorgeschrieben. Die von den inländischen Vertretungen ausländischer Schifffahrtslinien vereinnahmten Beträge werden zur Bezahlung inländischer Verpflichtungen ausländischer Schifffahrtslinien oder ihrer inländischen Vertretungen freigegeben. Die Freigabe kann auch in allgemeiner Form erfolgen. Grundsätzlich werden ferner auf Antrag Genehmigungen zur Transferierung von Beträgen aus vereinnahmten Schiffspassagen erteilt werden, soweit die Passagen in Devisen bezahlt worden sind. Diese Voraussetzung ist gegeben, wenn Ausländer die Zahlungen aus eingebrachten Devisen leisten oder wenn die Zahlungen durch Inländer erfolgen, die die Devisen auf Grund einer ihnen erteilten Genehmigung erworben haben. Im übrigen werden von den Devisenbewirtschaftungsstellen in eigener Zuständigkeit Genehmigungen zur Transferierung von vereinnahmten Passagebeträgen insoweit erteilt werden, als die im Laufe eines Kalendermonats vereinnahmten Passagen nach Abzug der im Inlande geleisteten Zahlungen 50 v. H. des Betrages der im gleichen Kalendermonat des Jahres 1932 vereinnahmten Passagebeträge abzüglich der seinerzeit geleisteten Inlandszahlungen nicht übersteigen. Die Entscheidung über Anträge, mit denen die Transferierung höcherer Beträge nachgesucht wird, hat sich der Reichswirtschaftsminister vorbehalten. Der vorerwähnte Satz von 50 v. H., bis zu dem die Devisenbewirtschaftungsstellen selbständig Transsergenehmigungen erteilen können und der nicht die Höchstgrenze für den zulässigen Tansfer darstellt, erklärt sich einmal aus der Tatsache, daß in den Vergleichszahlen des Jahres 1932 erhebliche Beträge von in Devisen gezahlten Passagen enthalten sind, für die nach dem oben Gesagten aber Transfergenehmigungen ohne weiteres erteilt werden, ferner aus dem allgemeinen Rückgang des Passageverkehrs. Wintershallaktien lagen anfangs 2 Prozent schwächer und im Verlauf ½ Prozent befestigt. Der Kurenmarkt wies bei ebenfalls gedrückten Kursen nur geringe Umsätze auf. Am Kohlenmarkt gingen einige„Deutschland=Kure sowie ein Ewald=Kur auf ermäßigter Basis um. Ferner wurden einige Lothringen=Aktien gehandelt. Von Braunkohlenwerten war nur ein„Bruchdorf=Nietleben=Kur im Handel Ebenso wurde am Kalimarkt ein Habighorst=Kur umgesetzt Am unnotierten Markt wurden Kabel=Rheydt gehandelt Die Börse schloß zu behaupteten Kursen bei stillem Geschäft. Warenmärkte Dortmunder Getreidebörse. Wests. Weizen. neu. 18.50, wests. Roggen. neu. 15 bis 15.25, wests. Hafer—. vomm. Hafer, neu.—. ostfrief Hafer, neu. 15. neue Wintergerste 15.50. ostvreuß. Gerste kleie 8.50—9. Roggenkleie 7.50 7.75. Trockenschnitzel 8 25 bis 8.50, Zuckerschnitzel 9.50—9.75 Mark. Tendenz: rudig (Die Preise sind Großhandelspreise und verstehen sich per 100 Kilegramm waaae ei Vertmund in La#ngenr* 15000 Kilogramm. bei Mehlen zu Müblenkonventionsbedingungen.) Hamburger Warenmarkt. Reis: Die Lage hier im Osten ist völlig unverändert. Dasselbe gilt in bezug auf die Preise. Gewürze: Pseifer auf Abladung tendierte seit gestern nachmittag wieder fest. wovon Lokoware allerdings unberührt bleibt. Auch die übrigen Artikel sind ruhig und unverändert. " Brasilkassees: Lokoware ruhig und unverändert. Santos. extra. wezial 40—13. desgl. Prime 38—40. Santos Prime 36—38. Santos Surerior 33—36. Santos Good 31—33 und Rio und Minas 28—33 RM. per 50 Klg. Schmalz: Tendenz fest. Amerik. Steamlard 18½ Dollar. Purelard. raff. 19½—20 Dollar. Hamburger Schmalz 158 RM. " Kautschuk: Tendenz stetig. Shetts loko 3¾. nom Sept.=Okt. 3 13/16. Okt.=Nov. 3 7/7 pence per lbs Baumwolle: Tendenz ruhig. Middling Universal loko 10.70 nom. Dollarc. Hüljenfrüchte:„Othenaibis=Bohnen. August. erste Halfte September Abladung. sind mit 7/1706 bezahlt worden, was die gektrigen Feststellungen bezüglich der Rest ende in alter Ernte nur zu bestätigen scheint. Im übrigen ist das Geschäft in Erbsen und Bohnen nur als ruhig zu bezeichnen Preise jedoch behauptet. Rohkakao und Halbfabrikate: Tendenz ruhig. Preise unverandert. Rauhfutter: Tendenz sehr still. Preise unverändert. Fette und Oele: Außer Sojabahnenöl, das stimmungsmäßig einen Schatten schwächer tendierte, preislich aber unverändert ist. ist die gesamte Markt= und Preislage gegenüber gestern unverändert. Zucker: Terminmarkt ruhig. abwartend. bei kaum veränderten Preisen. Efsektivmarkt ruhig. abwartend. Preise ebenfalls unverändert. Allgemeine Nachrichten Freiwillige Spenden zur Arbeitsbeschaffung. 25000 Mark wurden als freiwillige Spende für die Förderung der nationalen Arbeit von der Gesamtbelegschaft und der Direktion der Thlorodont= Fabrik Leo=Werke E. m. b. H. gezeichnet. Außerdem haben sich die LeoWerke zur Zahlung von 12500 Mark jur die Adolfvitler=Spende der deutschen Wirtschaft verpflichtet. Die neue amerikanische Melodie Man kann aus der abgebildeten Karikatur, die wir einem amerikanischen Wirtschaftsmagazin entnehmen, deutlich ersehen, daß die Amerikaner selbst sich über die Maßnahmen ihres neuen Präsidenten, soweit sie die Abwertung des Dollars betreffen, genau so ihre Gedanken machen, wie wir das als entfernte Zuschauer in Europa tun. Die schwarzen Notenköpfe auf der Tafel, deren Melodie Roosevelt auf der Dollar=Harmonika zu spielen scheint, sollen die verschiedenen Warenpreise darstellen. um deren Hebung sich die Regierung so sehr bemüht(Baumwolle, Weizen, Mais Stahl, Kupfer und Gummi). * Flußbarrikaden auf der Dise Paris, 24. August 1933. Während es der Gendarmerie im Verein mit Marinesoldaten in der Umgebung von Paris gelungen ist, die auf der Seine hergestellten Sperrungen zu sprengen und den Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen, haben die streikenden Schiffer der Oise in der Nähe von Pontoise in dieser Nacht einen Handstreich durchgeführt, der die Behörden vor eine harte Aufgabe stellen wird. Nachdem die Streikenden in der vergangenen Nacht die Oise bei Eragny zwischen Pontoise und der Mündung der Oise in der Seine durch 19 aneinandergefügte Kahnreihen vollkommen versperrt haben, sind die Behörden zu der Ueberzeugung gelangt, daß sie ihre Streitkräfte erheblich verstärken müssen, ehe sie den Angriff auf diese Flußbarrikaden unternehmen, zumal nicht weit von der großen Sperre eine sünfreihige Kahnkette quer über den Fluß gelegt ist. Die Seine ist nach wie vor freigehalten. Damit die Streikenden hier keinen neuen Streich spielen, sind die meisten Kähne von den mit Marinesoldaten besetzten Schleppern in einen toten Arm abgeschleppt worden. Bei Berry au Bac auf dem Ardennenkanal wurde inzwischen von Gendarmen, die aus Reims und Laon zuengezogen waren, eine Kahnbarrikade besetzt und auseinandergenommen, sodaß dort der Verkehr wieder möglich ist. Unangenehme Aeberraschung für die Weizenkonferenz London, 24. August 1933. — Meldungen der„Daily Mai!“ zufolge sind in Amerika Alötzlich 60 Millionen Bushel„Weizen in den verschie*N densten Teilen Amerikas entdeckt worden, die sich in den Händen der Farmer befinden und von diesen gehortet wurden. Diese Entdeckung habe bei den Mitgliedern der Weizenkonferenz erhebliches Unbehagen hervorgerusen, weil damit alle bisherigen Berechnungen zur Beseitigung des Weizenüberschusses über den Hausen gestoßen worden seien. Hinzu käme, daß man in diesem Jahre in uropa eine Rekordernte erwarte. Blauhemden übergehen das Verbot Sonntag große Parade Dublin, 24. August 1933. General O' Dufso hat sich durch das Verbot seiner Blauhemden=Organisation nicht einschüchtern lassen, sondern hat seine Werbetätigkeit im Lande sofort neu ausgenommen. Er begab sich am Mittwochnachmittag nach Cootehill. wo auf einen geheimen Besehl hin sich eine größere Zahl seiner Anhänger versammelt hatte. Sie trugen sämtlich Blauhemden und machten einen entschlossenen und mutigen Eindruck. Bei seiner Ankunft in der Stadthalle wurde O'Duffy stürmisch begrüßt. Die Polizei griff nicht ein, sondern verhielt sich beobachtend. Im Verlause seiner Ansprache erklärte O'Duffy, daß seine Nationalgarde jetzt 45000 Mitglieder habe, von denen etwa 4 Fünftel aus der Grafschaft Munster stammten, während die Rekrutierung in der Grafschaft Cork am langsamsten vor sich gehe. Zur Ueberraschung und Freude aller Anwesenden teilte er dann mit, daß am kommenden Sonntaa eine große Parade der Blauhemden in Cork stattfinden soll, bei der 40000 Mann anwesend sein sollen. Die Bevölkerung hat im allgemeinen das Verbot der Blauhemden ruhig ausgenommen. Die Stimmung wendet sich, wie politische Beobachter berichten, gegen de Valera, der von jetzt ab mehr in der Defensive als in der Offensive sein wird. Man rechnet damit, daß er der Organisation der Nationalgarde eine Gnadenfrist von einigen Tagen gewähren wird. um ihr die Möglichkeit zu geben, sich selbst aufzulösen, daß er aber im Falle, daß dies nicht geschieht, zu Verhaftungen schreiten wird. O'Dusso hat bereits ausgesprochen, daß er seine Verhaftung erwartet, die er anscheinend selbst wünscht, um Stimmung für seine Sache zu machen. In Dublin sind größere Truppenmassen zusammengezogen worden, die dafür bestimmt sind, den Ueberwachungsdienst in den Konzentrationslagern zu übernehmen, in die die Blauhemden nach ihrer etwaigen Verhaftung gebracht werden sollen. Japanisches Zehnjahresprogramm Tokio, 24. August 1933. Die Bestrebungen maßgebender politischer Kreise, eine dauerhafte Grundlage für eine feste und unbeirrbar fortzuführende nationale Politik wenigstens für die kommenden 10 Jahre zu schaffen, haben am Donnerstag durch eine Unterredung des Präsidenten der Miniseito, Wakasuki, mit dem Ministerpräsidenten Saito greifbare Formen erhalten. Der Unterredung war am Mittwoch eine Zusammenkunft des Ministerpräsidenten mit dem Präsidenten Suzuki der anderen großen Partei Japans, Seinkai, vorausgegangen. Diese Besprechung erbrachte ein moralisches Uebereinkommen über die Notwendigkeit der Schaffung einer wahrhaft nationalen Politik. Der unmittelbare Zweck der Besprechung war, daß die auf lange Sicht berechnete nationale japanische Politik durch keinerlei Kabinettsänderungen gestört werden dürfe, aus welchem Grunde man bestrebt ist, das derzeitige japanische Kabinett auf nationaler Grundlage derart umzubilden, daß die Führer der beiden Parteien diesem Kabinett als Minister ohne Portefeuille angehören sollen. Leon Blum fordert mehr Internationalismus Die Ohumacht der Zweiten Internationale(für Annäherung an den Kommunismus) Paris, 24. August 1933 Auf der Mittwochnachmittagssitzung der Zweiten Internationale bekämpfte der Führer der französischen Sozialisten. Leon Blum, besonders die Ausführungen Renaudels. Der Erfolg einer Doktrin, lo sagte Blum. übe immer eine gewisse Anziehungskraft aus. So lei es detsvielsweise mit der saszistischen Ideologie gewesen. Diese Anziebungskraft mache sich aber gerade in dem Augenblick bemerkbar. in dem man einen Rückgang der Einflusses der Internationale und den Zusammenbruch ihrer stärksten Sektion. nämlich der deutschen Sozialdemokratie, seftstellen müsse und in dem Augenblick. in dem der Kavitalismus geneigt sei. sich auf den nationalen Boden zurückzuzieben. Der Sozialismus dürse dem Kavitalismus bei diesem Rückzug aber nicht folgen. Er brauche nicht, wie es die Anhänger Renaudels behaupteten. größeren Nationalismus, sondern mehr Internationalismus. Die zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus llegenden Versuchsformeln dürften nicht den sozialistischen Stempel tragen, denn es dürse nicht Aufgabe des Sozialismus sein. Zwischendinge zu schaffen. sondern man müsse den Ravitalismus verstören. um in den Sozialismus einzutreten. Man müsse den Verzicht der nationalen Oberbobeit vor der internationalen Autorität anerkennen. Ein wirksamer Kampf gegen den Faszismus und die Wiederberstellung des Vertrauens der Arbeitermassen in die sozialistische Internationale lei nur möglich, wenn recht bald die Vereinigung zwischen der Zweiten und Dritten Internationale dergestellt werde. Diese Aufforderung Leon Blums rief auf verschiedenen Bänken lebhaften Protest dervor. Besonders der elsässische Abgeordnete Grumbach erklärte, daß man erst jetzt wieder bei der Streikbewegung in Straßburg habe feststellen können, daß die Kommunisten den Sozialisten in den Rücken fielen. Leon Blum blied jedoch bei leiner Ansicht. daß dies ein Grund um so mehr sei. die von ihm gesorderte Vereinigung der beiden Internationalen nach Kräften zu begünstigen. Schwere Unwetterschäden hagelschlag in Südslawien Belgrad, 24. August 1933 Aus verschiedenen Teilen Südslawiens werden schwere Gewitter, verbunden mit Hagelschlägen, gemeldet, durch die überall großer Schaden angerichtet und auch mehrere Menschen getotet wurden. In Slovenien sind sehr starke Wolkenbrüche niedergegangen, die die Feuerwehren in zahlreichen Städten zum Eingreisen zwangen, um gefährdete Menschen aus überschwemmten Wohnungen zu retten. In Slavonien fielen verheerende Hagelschläge, die in Osijek allein über 3000 Fensterscheiben zertrümmerten. Auf der MurInsel waren alle telegraphischen und telephonischen Leitungen unterbrochen. Mehrere Bauern wurden dort vom Blin erschlagen. Uuch die Umgebung von Agram hat schwer gelitten. Die Aussichten für die Mais= und Obsternte, besonders aber für die Weintraubenernte, hat sich in vielen Gegenden um 70 v. H. vermindert. Orkan an der Ostküfte Amerikas Neuyork, 24. August 1933. Von einem heftigen Orkan und tropischen Regengüssen wurden Neuyork, New=Jersey und der Staat Virginia heimgesucht. Die Schiffahrt ruht. Auch der Verkehr auf dem Lande mußte vielfach unterbrochen werden. Meldungen aus Südvirginia berichten von Ernteschäden, die bereits die Summe von fünf Millionen Dollar erreicht haben. Die Hauptstadt Washington lag längere Zeit infolge Versagens der Straßenbeleuchtung in Dunkel gehüllt. In den Badeorten an der Küste sind die Uferpromenaden größtenteils zerstört. Die Ueberseedampfer trafen mit Verspätung ein. Neuyork, 24. August 1933. Die schweren Gewitterstürme zerstörten vorübergehend eine große Zahl elektrischer Leitungen. Zum erstenmal seit dem Jahre 1886 verlöschte die Fackel der Freiheitsstatue. Die Gesamtzahl der durch das nwetter Getöteten wird mit 20 angegeben. Der Sachschaden und der Ernteschaden wird auf viele Millionen Dollar geschätzt. Erdbeben in Ricaragua Neuyork, 24. August 1933. Die Hauptstadt von Nicaragua, Managua, und die umliegende Provinz wurden von einem Erdbeben heimgesucht, das großen Schaden anrichtete. Die Stadt Leon in der Nähe von Managua wurde teilweise zer stört. Nähere Einzelheiten fehlen noch. 2000 Chinesen ertrunken London, 24. August 1933. Hochwasser des Gelben Flusses hat, wie die„Times“ aus Peking melden, weite Bezirke in der Provinz Honan überschwemmt. In der Gegend von Hwashien stehen 500 Dörfer unter Walser. 300000 Menschen sind obdachlos. Es fehlt an Nahrungsmitteln und Kleidung. In der Stadt Liulin ertranken 2000 Menschen. In Paoteh steht das Wasser über drei Meter hoch in den Straßen und Hunderte von Häusern sind eingestürzt. Brückeneinsturz am Potomac=Fluß Schnellzug Neuvork—New=Orleaus entgleist.— Drei Wagen abgestürzt.— Vier Tote. Neuvork, 24. August 1933. Der Schnellzug Neuvork—New=Orleans ist in der Näbe von Washington entgleist. Der Unfall war eine Folge des Einsturzes der über den östlichen Arm des Potomac= Flusses führenden Eisenbahnbrücke. Der Brückeneinsturz war durch das anhaltende furchtbare Unwetter herbeigeführt worden. Drei Wagen des Zuges stürzten in den Flußz. Nach den bisherigen Feststellungen sind vier Personen getotet worden. Die Passagiere flüchteten in ihren Nachtkleidern aus den umgestürzten Wagen und wurden in einem Rettungszug nach Waihington gebracht. Der Nationalsoziakismus in Lettland Das lettländische Parlament gegen die Bekämpfung des Nationalsozialismus. Riga, 24. August 1933. Das lottländische Parlament lehnte am Mittwochabend alle Anträge der lettischen Sozialdemokratie ab, die von der Regierung eine scharfe Bekämpfung des lettischen Nationalsozialismus verlangten. Durch die Ablehnung sämtlicher Anträge der„Sozialdemokraten haben diese eine empfindliche Schlappe in ihrem mit gronem Aufwand betriebenen Kampf gegen den lettischen ationalsozialismus erlitten. Bemerkenswert ist, daß Vertreter zahlreicher bürgerlicher Parteien sich für eine Aenderung der Verfassung aussprachen. Ehemaliger südslawischer Minister Neudörser durch Revolverschüsse getötet Belgrad, 24. August 1933. In Zlatavi bei Ugram wurde Donnerstag nachmittag ein Revolveranschlag auf den ehemaligen südslawischen Minister Neudörser verüht. Der Minister wurde von drei Revolverkugeln in den Rücken getroffen und war sofort tot. Der ehemakige Minister Neudörfer, der trotz seines deutschen Namens ein Kroate war, gehörte der ehemaligen Raditschpartei an. Nach der Verkündung der Diktatur am 6. Januar 1929 verließ er jedoch die Partei und bekannte sich zur neuen Regierung. Im Kabinett Siwkowitsch war er als Landwirtschaftsminister tätig Seine Ermordung ist vermutlich ein Nacheakt für den kürzlich erfolgten Anschlag auf den kroatischen Volksführer Predawetz. Keine Geschwindigkeiten Das Ergebnis der Geschwindigkeitsprüfung beim Deutschlandflug Berlin, 24. August 1933. Das Ergebnis der Geschwindigkeitsprüsung entsprach infolge der schlechten Witterung nicht den Erwartungen. Die volle Punktzahl von 100 erreichten die Flieger Schade, Zinner, Dietrich und Koch. Pilot Eugen erzielte auf der schnellen Darmstadt D 22 nur eine Höchstgeschwindigkeit von 288. Er kam damit an die Sollgeschwindigkeit der Maschine nicht heran und konnte nur 54 Punkte erreichen. Der bekannte Europaflieger Seidemann erreichte mit seiner Heinkel eine Geschwindigkeit von 225 Kilometer und bekam 88 Punkte. Mandatsniederlegung im Preußischen Landtag Berlin, 24. August 1933. Der preußische Landtagsabgeordnete Schlossermeister Langewand, der früher der Zentrumsvartei angehörte und im Wahlkreis Weser=Ems gewählt worden war. hat, wie der Parlamentsdienst der XU. erjährt, sein Mandat ohne Angabe von Gründen niedergelegt. Transser von Geldern reichsangehöriger Juden nach Palästina Berlin, 24. August 1933 Amtlich wird mitgeteilt: Die in der gestrigen Ausgabe verschiedener Zeitungen gebrachte Nachricht über ein Abkommen zwischen der Reichsregierung und einer Treubandgesellschaft über die Durchführung des Tranosers von Geldern reichsangehöriger Juden nach Palästina ist in dieser Form nicht zutrefsend. Die Verhandlungen##nd noch nicht gans abgeschlossen. Eine Mitteilung über ihr Ergebnis wird zu gegebenen Zeit erfolgen. Unbesugtes Tragen von Unisormen des alten Heere: ist verboten Berlin, 24. August 1933 Das Reichsministerium des Innern nimmt Veranlassung. darauf hinzuweisen, daß nach§ 360. Zifser 8 des Reichsstrafgesetzbuches das unbesugte Tragen von Uniformen des alten Heeres oder der alten Marine strafbar ist und daß hierunter auch das Tragen von Uniformen mit geringen Abänderungen und von Phantasie=Uniformen fällt, die in ihrem Gesamteindruck Anlaß zur Verwechse lung mit Uniformen des alten Heeres geben. Warenhaussteuer in Hamburg Hamburg, 24. August 1933 Der Senat hat aus Grund des vorläufigen Geseve zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reiche von 31. März 1933 ein Gesetz über die Erhebung einer Warenhaussteuer in Hamburg beschlossen. Diese Steuer besteht in einem Zuschlag zur Gewerbesteuer in Höbe von 20 v. H. Diese Bestimmung findet auf Einheitsvreisgeschäfte und Kleinvreisgeschäfte entsorechende Anwendung. Das Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. Avril 1933 in Kraft. Ein drittes Todesopfer in Alvensleben Neuhaldensleben, 24. August 1933. Das schwere Explosionsunglück, das sich am Montag in Alvensleben. Kreis Neuhaldensleben, ereignete, dat nock ein drittes Todesopfer gefordert. Der schwerverletzte Rudol Walter ist am Donnerstagvormittag im Neubaldenslebener Krankenhaus gestorben. Im Zusammenhang mit diesem Unglück wurde in Alvensleben eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht. Der Sohn des jetzt verstorbenen Dreschmaschinenbesitzers Walter heizte den Dampfkessel der Dreschmaschine, die auf dem Acker hinter seinem Hause stand. Unverändert zeigte das Manometer aber den gleichen Druck an. Trotz weiteren Heizens war keine Zunahme des Dampfdruckes festzustellen. Eine Untersuchung des Manometers zeigte, daß an der Stelle, wo das Manometer aufgesetzt wird, eino Auswechslung vorgenommen war. An Stelle des durchlochten Zwischenstückes fand man eine volle Bleischeibe aufgesetzt. Das kann nur ein Fachmann gemacht haben. Die Angelegenheit ist der Landjägerei übergeben worden. In Dorfe hat eine neue große Erregung Platz gegriffen, da man diese Entdeckung mit dem schweren Explosionsunglück am Montag in Zusammenhang bringt. Zum siebenten Male Brandstiftung auf einem Hof Salzwedel, 24. August 1933. Die Ortschaft Mardorf wurde in der Nacht zum Donnerstag abermals von einem Großfeuer beimgesucht Zum siebenten Male brannte es auf dem Hose des Gutsbesitzers Walter Schulz. Diesmal wurde ein altes Wohnhaus und ein Stallgebäude vollkommen eingeäschert. Die Untersuchung ergab, daß wiederum einwandfrei Brandstiftung vorlag. Gutsbesitzer Schulz befindet sich seit längerer Zeit in Untersuchungshaft; durch zwei neue Brände nach dieser Zeit ist die Angelegenheit immer noch rätselhafter geworden. Dem Gutsbesitzer gehört der ganze westliche Teil des Ortes, der Brandstelle neben Brandstelle zeigt. Die Erregung unter den Einwohnern ist außerordentlich groß, da es bis jetzt nicht gelungen ist. auch nur eine Spur des geheimnisvollen Brandstifters zu entdecken. Wassenlager des Reichsbanners in Nürnberg Nürnberg, 24. Aug. Der politischen Polizei gelang es, in der Gartenstadt bei Nürnberg ein großes Waffenlager des Reichsbanners auszuheben. Das Versteck befand sich in einem Wald und bestand aus einer Grube, die mit Holz und Erde verdeckt war. Man fand im ganzen ein schweres Maschinengewehr, drei leichte Maschinen gewehre, 12 Ersatzläufe, einen Gurtfüller, einen Gurt kasten mit Gurt und 500 Schuß Munition sowie verschiedene Zubehörteile. Lindbergh auf den Schottland=Inseln Kopenhagen, 24. August 1983. Oberst Lindbergh ist am Donnerstag um 16 Uhr auf den Schottland=Inseln eingetroffen. Es steht jetzt mit größter Sicherheit fest, daß das Fliegerehepaar in den nächsten Tagen nach Kopenhagen kommt. Dampfer„Madison“ mit zwei Toten in Norfolk eingetrossen Neunork, 24. August 1933 Wie aus Norfolk(Virginia) gemeldet wird, ist der amerikanische Dampfer„Madison“, der, wie gemeldet, in einem schweren Sturm in Seenot geraten war. im Hasen von Norfolk eingetroffen. An Bord befanden sich zwei Tote und zwei Verletzte. Die Geschwindigkeitsprüfung beim Deutschlandflug Zwei bekannte Flieger Der Münchener Flieger Max Seiffer (rechts) erklärt dem Afrikaflieger Karl Schwabe den neuen Sportflugmotor BMW Aa der Bayerischen Motorenwerke, der 60 PS. leistet und 73 Kilogramm wiegt. Der Deutschlandflug nahm am Donnerstag mit der Geschwindigkeitsprüfung seinen Anfang. Die 125 Teilnehmer, die bis Mittwochabend in Berlin eingetroffen waren, standen bereits um 6 Uhr in Tempelhof startbereit. In 20 Reihen zu sechs und den fünf Schlußleuten waren die Maschinen auf dem Tempelhofer Feld aufgestellt. Kaum hatte der Regen gegen 8 Uhr aufgehört, da ertönte das Startkommando, und ein Flugzeug nach dem anderen ging auf die Reise. Wenige Minuten später wurden in Staaken die Formationen schon wieder neu aufgestellt, um nun auf den Start zum eigentlichen Geschwindigkeitsflug zu warten. Doch auch hier wartete man noch etwas länger als geplant, denn die 50=Klm.=Strecke. die die Flugzeuge abzufliegen hatten. lag noch zum Teil in Nebel, zum Teil waren die Wolken so niedrig, daß man es nicht verantworten konnte, die in Berlin unbekannten Flugzeugführer auf die Strecke zu schicken. Am 9.40 Uhr konnten endlich in Abständen von 10 bis 20 Sekunden die Deutschlandflieger den Flugplatz verlassen. Schon stand fast das ganze Feld geschlossen auf dem Platz, als die ersten von der Geschwindigkeitsstrecke zurückkehrten, in Staaken das Zielband überflogen und nun ohne weitere Landung nach Tempelhof zurückkehrten. Bei dem Geschwindigkeitsflug kommt es darauf an. daß die Flieger möglichst die Geschwindigkeit, die durch die Konstrukkion bekannt m. überschreiten. Nach dem Ergebnis der Geschwindigkeitsprüfung wird die endgültige Einteilung der Flugzeuge in drei Klassen des Wettbewerbes erfolgen. In die erste Klasse kommen die Maschinen bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 135 Kilometer in der Stunde, in der zweiten Klasse werden die Maschinen fliegen, die eine Höchstgeschwindigkeit bis 180 Kilometer in der Stunde haben, und die noch chnelleren Maschinen bilden die dritte Klasse. Beim Streckenflug, der in den nächsten drei Tagen durch ganz Deutschland führt, wird das Ergebnis der Höchstgeschwindigkeitsprüfung zugrunde gelegt, um die Reise geschwindigkeit zu beurteilen, die aus dem Streckenflug herausgeholt wird Auch ein Windmühlenflugzeug nimmt teil Der einzige deutsche Autogire (Windmühlenflugzeug), der nach den Plänen des spanischen Konstrukteurs de la Cierva von den Focke=WulfWerken in Bremen gebaut wurde und im Deutschlandflug von dem bekannten Travemünder Piloten Hagen(im Bilde rechts) gesteuert wird. — Gokt dem Allmächtigen dat es in seinem vuerforschlichen Ratschlusse gefallen, Mittwoch, abends 11½ Uhr, meine innigstgeliedte Frau, die Ehefrau iner geb. Trysoyfzah, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 67 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Thomas Hausleitner. Herne-Holthausen, den 25. August 1933. Die Beerdigung findet am Samstag nachmittag 4 Uhr, vom Krankenhaus in Börnig aus, statt. Das Seelenamt wird bei der Beerdigung bekanntgegeben. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuGus, diene diese Anzeige als 15625 Moderner Reise Omnibus macht am 28., 29. und 30. August eine Stägige Tour nach Hamburg. Fahrpreis 15.— RM. Abfahrt 6.30 Uhr von Bochum Hbf.(Es sind noch einige Plätze trei).— Anmeldung bei Fr. Rennkamp jr., Herne, Heinrichstr. 11, Ruf 51477. 15630 Am 22. ds. Mis. verschied plötlich infolge Herzschwäche unser Vorsißender und lieber Kollege, Herr Versandleiter Wilhelm John. Der Verstorbene hat seit dem jahre 1920 bis zur Eingliederung des Verbandes in die Deutsche Arbeitsfront die Geschicke des Bezirksvereins Herne in vorbildlicher Weise geleitet und seine reichen Erfahrungen in uneigennüßiger Weise in den Dienst seiner Kollegen gestellt. Die Geradheit und Lauterkeit seines Charakters sowie sein stets hilfsbereites Wesen haben ihm viele Freunde erworben, die mit uns von dem frühen Hinscheiden dieses als Mensch und Kollege vorbildlichen Mannes schmerzlich berührt sind. Er wird in unseren Herzen weiterleben. Vezirksverein Herne Abwickelungsstelle. Moderner Reise-Autobus jährt am Sonntag, dem 27. August und Mittwoch, dem 30. August 1933 zum hl. Rock nach Trier am schönen Rhein und herrlichen Moseltal vorbei. Preis 10.— Mark. Vorverkauf Zigartengeschäft Meyer, Bahnhofstraße 32. 1561b Omnibus-Fahrten nach Trier u. Hevelaer Meldungen:(2791a) Leo Kowalski, Herne, Bahnhofstr. 107 Ruf 50000 eigener Herstellung liefere ich in Tannen, Kiefern und Eiche. 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