erner Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne, Hermann=Oöring=Straße 8, neben der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monall. Plk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19739. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger„ Gerther Anzeiger Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfa., Arbeits und Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der auf die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage hinfällig. 7 Fernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 525 41" Telegramm=Adresse: Anzeiger Herne. Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 250.— bei ködlichem Berufsunsall nach Maß gabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erhältlich sind. Nr. 198(Erstes Blatt) Donnerstag, den 24. August 1933 29. Jahrgang Im Tagesspiegel Der Beschluß des ostWachsende preußischen GroßgrundEinsicht besitzes, zur Neubildung des “ d e u t s c h e n B a u e r n t u m s L a n d z u r Verfügung zu stellen, kann als Zeichen wachsender Einsicht in die Erfordernisse der Zeit lebhaft begrüßt werden. Bei einer Arbeitslosenzahl von mehr als 4,3 Millionen können heute keine Methoden mehr angewandt werden, wie sie früher bei der Abwehr verschiedener Siedlungspläne im Osten des Reiches an der Tagesordnung waren. Die Siedlungsgesellschaften wissen ein Lied davon zu singen, wie schwer es ihnen gemacht wurde, auch nur einen Teil des Landes zu erhalten, das für Siedlungszwecke unbedingt benötigt wurde. Wird der in Königsberg gefaßte Beschluß so in die Tat umgesetzt, wie es der Wortlaut ankündigt, dann werden sich in der östlichsten Provinz des Reiches günstige Voraussetzungen für die Erweiterung des deutschen Bauernstandes schaffen lassen. In der Entschließung, die ohne Zweifel letzten Endes auf die Aufrufe der Oberpräsidenten Koch und Kube zurüazuführen ist, wird leider eine Angabe darüber vermißt, wie die Großgrundbesitzer Teile ihres Landes abtreten wollen. Es kommt bei dem Verzicht auf den Grundbesitz schließlich darauf an, wie der Boden beschaffen ist und zu welchem Preis er den neuen Siedlern zur Verfügung gestellt wird. Die Opferbereitschaft des oftpreußischen Großgrundbesitzes käme am deutlichsten zum Ausdruck, wenn die erforderlichen Grundstücke kostenlos hergegeben würden. Aber auch mit einer geringen Entschädigung könnte man sich abfinden. Ebenso dürfte es keinen Zweck haben, den guten Grundbesitz restlos in der Hand des Großagrariers zu belassen und nur den schlechten und kaum ertragfähigen Boden abzustoßen. Nachdem der Großgrundbesitz durch den Königsberger Beschluß den Willen bekundet hat, am Aufbauwerk der Reichsregierung mitzuwirken, darf man erwarten, daß die entsprechenden Taten in einwandfreier Weise erfolgen werden. Eine Zwangskartellierung der Zwangskaften Zigaretten=Industrie scheint für Zigaretten nahe bevorzustehen. Von amtsd Deo licher Seite wird zwar betont, daß das Reichswirtschaftsministerium in dieser Angelegenheit noch nicht endgültig entschieden habe. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ will dagegen von gut unterrichteter Seite erfahren haben, daß die verhandlungen über das Kartell, trotz dem vereinzelt aus den Kreisen der Zigarettenindustrie erhobenen Widerspruch gegen die Zwangskartellierung, als grundsatzlich abgeschlossen betrachtet werden könnten. Ein Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums sei in der für den Kartellbeschluß maßgebenden Versammlung zugegen gewesen, doch sei dies lediglich zu informatorischen Zwecken geschehen. Ueber die Beweggründe zum Aufbau des Kartells sagt die„Deutsche Allgemeine Zeitung", daß der entscheidende Gesichtspunkt die Regelung der Produktion und der Preise war. Die Frage der vermehrten Heranziehung des Rohtabakhandels ist nach Angabe von führenden Branchekreisen mehr nebensächlicher Natur. Die deutsche Zigarettenindustrie habe freilich ganz überwiegend den Einkauf von Orienttabaken im Ausland gepflogen, aber Spitzenquantitäten von jeher durch den inländischen Handel decken lassen. Es beständen aber vom Standpunkt der Industrie aus keinerlei Bedenken, 25 Prozent des Bedarfs an Orienttabaken durch Vermittlung des inländischen Tabakhandels zu beziehen. In produktionstechnischer Beziehung wird es, falls der Kartellplan behördlich gestattet wird, zu bemerkenswerten Neuerungen kommen, indem sämtliche deutschen Zigarettenfabriren, deren Zahl sich auf 170 bis 180 beläuft, eine Produktionsquote zugeteilt erhalten, die für das Ausmaß der mengenmäßigen Herstellung entscheidend ist. Ueberschreitungen der Quote sind zwar nicht ausgeschlossen, auf ihre Einhaltung wird aber schon dadurch hingewirkt, daß für etwaige Mehrproduktion Ausgleichszahlungen zu leisten sind, die einem Ausgleichsfonds zugeführt werden. Bei den Beratungen war auch die Rede von der Schaffung weiterer Beschäftigungsmoglichkeiten innerhalb der zigarettenindustriellen Betriebe. Die Frage der Maschinenverwendung scheint noch nicht geklärt zu sein. Dem Gedanken der Schaffung neuer Arbeitsgelegenheiten wird aber im Rahmen des technisch Möglichen Rechnung getragen. Die Reichsbank hat seit der vor *e“ sechs Wochen vollzogenen TransferDevisen regelung über zehn Millionen in Goldmehr erworben, während um die gleiche Summe die Devisenbestände des Zentralinstituts sich verringert haben. Die Vermehrung der Goldbestände der Reichsbank entspricht dem von dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht vor kurzem erst verkündeten Programm, wonach der Goldvorrat eine Steigerung und Anreicherung erfahren soll. Nachdem nun aber in der letzten Zeit die Devisen, die vordem als absolut sicher, insbesondere als einwandfrei wertbeständig angesehen worden waren, hinsichtlich ihrer Sicherheit und Wertbeständigkeit ins Wanken gerieten, nachdem insbesondere mit der Abwendung Amerikas vom Goldstandard auch der als fast unangreifbar erachtete Wert des Dollars ins Rutschen kam, ist es erklärlich, daß sich die Reichsbank möglichst rasch von den Devisen zu trennen und sie in Gold umzuwandeln sucht. Das Edelmetall ist jedenfalls wertbestandiger als Am den Reichstagsbrandstifterprozeß Antwort des Oberreichsanwalts an Branting und Romain Rolland Die Rechte der Angeklagten werden gewahrt Leipzig. 23. August 1933. Der schwedische Rechtsanwalt Branting hat auf das an ihn gerichtete Schreiben des Oberreichsanwalts in der Reichstagsbrandsache mit einem längeren Schreiben geantwortet. Er macht darin Mitteilung von der Bildung des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Reichstagsbrandes, führt die Namen der 9 Mitglieder dieses Ausschusses an und meint, es sei ein außergewöhnlicher Schritt, daß eine Anklagebehörde nach Abschluß der Voruntersuchung und nach Fertigstellung der Anklageschrift bei nicht direkt am Prozeß beteiligten Personen wegen weiteren Beweismaterials anfrage. Branting stellt fest, daß die vom Gericht bestellten Verteidiger sich nicht an ihn gewandt hätten und fährt dann fort: Ich persönlich habe nicht das alleinige Verfügungsrecht über das Beweismaterial des ntersuchungsausschusses. Ich zweifle aber nicht daran, daß dieser Untersuchungsausschuß in Uebereinstimmung mit den mir bereits dargelegten Anschauungen das gesamte Material den Verteidigern sofort zur Verfügung stellen wird, falls genügende Voraussetzungen für eine freie und unabhängige Verteidigung der Angeklagten gegeben sind. Als solche Voraussetzungen sehe ich in diesem Falle an: 1. Freie Wahl der Verteidiger durch die Angeklagten; 2. Zulassung der von den Angeklagten bestellten ausländischen Verteidiger; 3. Unbeschränkte Einsicht der Akten durch die Verteidiger und Uebersendung der Anklageschrift an die von den Angeklagten bestellten ausländischen Verteidiger. 4. Volles Recht der Angeklagten zur Aussprache mit ihren Verteidigern, ohne Anwesenheit Dritter. 5. Oeffentlichkeit der Verhandlungen des Gerichts während der ganzen Dauer des Prozesses. 6. Menschenwürdige Behandlung der Angeklagten, sodaß sie körperlich und geistig imstande sind, ihre Verteidigung vor Gericht zu führen. 7. Freies Geleit und Sicherheit des Lebens für die von der Verteidigung oder vom Untersuchungsausschuß benannten Zeugen, sowie Gelegenheit zu ungehinderten Aussagen. 8. Sicherheit des Lebens für die Verteidiger und Sicherheit der ungehinderten Möglichkeit zur Verteidigung durch sie. 9. Ladung der von der Verteidigung benannten oder noch zu benennenden Zeugen. 10. Genehmigung der uneingeschränkten Aussage für die Zeugen, soweit sie sich im Dienste des Deutschen Reiches oder eines deutschen Staates befinden oder befunden haben. Die Antwort des Oberreichsanwalts Auf das Schreiben Brantings hat der Oberreichsanwalt folgende Antwort erteilt: „Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt! Ich bestätige ergebenst den Empfang Ihres Schreibens vom 18. d. M. Ihre darin zum Ausdruck gebrachte Auffassung, meine Bitte um Ueberlassung des im Besitz der Kommission befindlichen Beweismaterials berechtige zu dem Schluß, daß ich das gegen die Angeschuldigten vorliegende Beweismaterial selbst nicht für ausreichend halte, geht fehl. Nach den mir zugegangenen Mitteilungen über die Ziele der Kommission habe ich nicht erwartet und konnte ich auch nicht erwarten, daß ich Material zur weiteren Belastung der von mir verfolgten Personen erhalten werde. Bei meiner Bitte bin ich vielmehr, soweit die von mir angeklagten Personen in Frage kommen, von dem von allen deutschen Staatsanwaltschaften von jeher als vornehme Pflicht empfundenen Bestreben ausgegangen, möglichst restlos alle für die Beurteilung der Schuldfrage bedeutsamen Tatsachen, also auch etwa die zur Entlastung dienenden Momente, dem Gericht zur Kenntnis zu bringen. Darüber hinaus mußte ich nach den Pressemeldungen annehmen können, Material erwarten zu können, das geeignet sei, den Verdacht der Beteiligung am Reichstagsdrand gegen Personen zu begründen, gegen die bisher ein Verfahren nicht anhängig gemacht worden ist. Ich war der Meinung, daß der Sinn meiner Worte nicht mißverstanden werden könne. Mit voller Deutlichkeit ist er jedenfalls aus meinem Schreiben an Herrn Romain Rolland ersichtlich, dessen Inhalt Ihnen, wie ich aus Ihrem Schreiben entnehme, bei dessen Abfassung bekannt war. Sie selbst kennzeichnen entsprechend auch in Ihrem Schreiben das in dem Besitz der Kommission befindliche Material als zur Verteidigung der Anklage dienlich. Im übrigen entnehme ich Ihrem Schreiben mit Genugtuung Ihre Zustimmung zu meiner Auffassung, daß auf die Vorlage des gesamten der Ermittlung der Wahrheit dienenden Materials an das Reichsgericht das größte Gewicht gelegt werden müsse. Wenn Sie dabei erklären, daß Sie es für richtig halten, das Material dem Gericht nicht durch die Anklagebehörde, sondern durch die Verteidigung vorzulegen, so darf ich bemerken, daß der Weg, auf dem das Material dem Reichsgericht zugängig gemacht wird. für mich von untergeordneter Bedeutung ist. Ich bin auch damit vollkommen einverstanden, daß das Material durch Vermittlung der Verteidigung zur Kenntnis des Gerichts gebracht wird. Zum weiteren Inhalt Ihres Schreibens gestatte ich mir folgendes zu bemerken: 1. Den Angeklagten steht nach den Vorschriften der Strafprozeßordnung(§ 138) die freie Wahl des Verteidige:s aus der Zahl der bei einem deutschen Gericht zugelassenen Rechtsanwälte sowie der Rechtslehrer an deutschen Hochschulen frei. 2. Die Zulassung ausländischer Vertei.; diger unterliegt nicht meinem Befinden, sondern ist von der Genehmigung des Gerichts abhängig. Ausländische Verteidiger können nach gesetzlicher Vorschrift(§ 138 Abs. 2 Str. P.O.) nur in Gemeinschaft mit einem deutschen Verteidiger zugelassen Ostpreußisches Land zum Siedeln! Der ostpreußische Großgrundbesitz faßt einen zeitgemäßen Entschluß Königsberg, 23. August 1933. Der ostpreußische Großgrundbesitz trat am Dienstag in Königsberg zu einer Sitzung zusammen, in der folgender hoch bedeutsamer Beschluß gefaßt wurde: „Die heute versammelten Vertreter des alteingesessenen Großgrundbesitzes der Provinz, insonderheit die der Fideikommisse, die in alter Tradition und Pflichterfüllung ihren Königen mit Blut und Gut dienten, stehen voll überzeugt hinter dem Rettungswerk unseres Reichskanzlers Adolf Hitler. Nachdem die Neubildung des Bauernkums von der Reichsregierung begonnen, werden wir freudigen Herzens hieran mitarbeiten und, falls es an Land fehlt, dieses, soweit es an uns liegt, zur Verfügung halten. In Fortführung alter Ueberlieferung wissen wir, daß Besitz verpflichtet und nur der mit dem Boden verwachsene Landstand nach dem Wort unseres Kanzlers das Fundament des nationalsozialistischen Staates nach innen und außen sein wird. Für die Erweiterung des Bauernstandes kommen in erster Linie neben den nachgeborenen ostpreußischen Bauernsöhnen unserealteingesessenen Landarbeiter, unsere treuesten und bewährtesten Mitarbeiter in Krieg und Frieden in Frage. Unser Landes=Bauernführer Otto Rosenau wird gebeten, diesen unseren Willen dem Führer Adolf Hitler, dem Ministerpräsidenten Goering, dem Reichsbauernführer Walter Darré, dem Reichsobmann für die bäuerliche Selbstverwaltung, Meinberg, dem Reichssiedlungskommissar Granzow und allen anderen zuständigen Stellen kundzutun.“ Landspenden im alten Gau Ostmark Frankfurt O., 23. August 1933. Bei einem Besuch der hier stattfindenden ersten Arbeitsdienst=Ausstellung des Arbeitsgaues Ostmark durch den Oberpräsidenten und Gauleiter Kube hob dieser in seiner Ansprache hervor, daß sein Aufruf an die Brandenburger und grenzmärkische Bevölkerung. nunmehr dem Volk durch Landspende die Möglichkeit zur Siedlung geben. bereits am dritten Tage seiner Veröffentlichung aus dem alten Gau Ostmark einen hervorragenden Erfolg buchen könne. Von mehreren kleineren Besitzern sei bereits ein Gebiet von 300 Morgen als Landspende dem vom Oberpräsidenten eingesetzten Kuratorium zur Verfügung gestellt worden. So würde, wie der Oberpräsident weiter betonte. der Ovfersinn des Jahres 1813 dank der genialen Staatsführung Adolf Hitlers im Jahre 1933 neue Wirklichkeit. Devisen, ja im Augenblick gibt es kaum noch eine wertbeständigere Anlage als das Gold selbst. Hinsichtlich des Umfanges des Goldzuwachses bei der Reichsbank ist zu berücksichtigen, daß die zur Goldumwandlung gebrachten Devisen vielfach von Besitzern stammen, die auf Grund, der außerordentlich weitgehenden Vorschriften des Volksverratsgesetzes zur Ablieferung bisher versteckter und verschwiegener Devisen geschritten sind. Darüber hin aus findet aber der Goldzufluß in verschiedenen Goldkäufen der Reichsbank selber seine Erklärung. Für solche Goldkäufe kommt, wenigstens in größerem Umsange, heute nur noch Frankreich in Betracht. Der Londoner bisher für Goldkäufe maßgebende Markt ist infolge starker Zuruckhaltung für umfassende Goldkäufe heute ziemlich verschlossen, umsomehr, als sich neuerdings zeigt, daß die Enaländer wieder in größerem Umfange zum Goldhamst ern übergehen. Eine Rolle für Goldkäufe spielt auch noch der holländische Markt, jedoch ist auch er nicht so frei wie der Markt in Frankreich, da Frankreich augenblicklich das einzige Land mit vollkommen freier und ungehinderter Goldwährung ist. Die von der Reichs bank in Frankreich gekauften Goldbestände sind aber nun nicht in die Tresors von Berlin überführt worden, sondern sie verbleiben in Paris, um dort als Reserve für deutsche Goldverpflichtungen, sei es aus dem Handel, sei es aus dem gegenseitigen Zahlungsverkehr oder dergl., verwandt zu werden. werden. Das Einverständnis des deutschen Verteidigers die Verteidigung gemeinschaftlich mit einem auslän dischen Verteidiger zu führen, ist deshalb Voraussetzung der Zulassung. 3. Der Verteidiger ist nach§ 147 der Str. P.O. zur Einsicht in die dem Gericht vorliegenden Akten befugt. 4. Nach Einreichung der Anklageschrift steht dem Verteidiger nach der Strafprozeßordnung(§ 148 Str. P.O.) das uneingeschränkte Recht der Aussprach mit dem Angeschuldigten ohne Gegenwart Dritter zu. 5. Die Hauptverhandlung vor Gericht ist grundsätzlich öffentlich. Die Entscheidung darüber, ob aus den im§ 172 GVB. angegebenen Gründen die Geffentlichkeit für die Verhandlung oder einen Teil derselben ausgeschlossen werden soll, steht dem Gericht zu. Mir sind keine Umstände bekannt, die mir Anlaß geben könnten, meinerseits einen Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit zu stellen. 6. Die Unterstellung der Möglichkeit, daß die Angeklagten in der Untersuchungshaft nicht „menschen würdig" behandelt werden, weise ich als jeder Grundlage entbehrend mit Nachdruck zurück. 7. Sicheres Geleit kann durch das Gericht nach den Vorschriften der Prozeßordnung(§ 295) nur einen abwesenden Beschuldigten hinsichtlich bestimmter strafbarer Handlungen erteilt werden. Erst wenn mitgeteilt worden ist, für welche Personen und wegen welcher strafbaren Handlungen das sichere Geleit in Anspruch genommen wird, bin ich in der Lage, Gewährung sicheren Geleits bei Gericht zu beantragen 8. Besorgnisse für die Sicherheit des Lebens des Verteidigers oder der von der Kommission genannten Zeugen entbehren jeder Grundlage. Sie können nur erwachsen auf dem Boden unwahrer Tendenzmeldungen, wie sie aus unlauteren Gründen in einem Teil der Auslandspresse verbreitet werden. Ich bin indessen bereit, auch unbegründeten Besorgnissen dadurch Rechnung zu tragen, daß ich mich bei den zuständigen Polizeibehörden für einen etwa gewünschten besonderen Schutz einsetzen werde. 9. Die Entscheidung der Verhörung der von der Verteidigung benannten Zeugen, die zur Aufklärung der Sache dienliche Aussagen zu machen in der Lage sind mit Nachdruck eintreten. Im übrigen hat nach§ 220 Abs. 1. der Strafprozeßordnung der Angeklagte auch das Recht, falls der Vorsitzende des Gerichts den Antrag auf Ladung des Zeugen ablehnt, diesen unmittelbar laden zu lassen. 10. Die Erteilung der Genehmigung an Beamte und frühere Beamte zur Aussage als Zeuge über Umstände auf welche sich ihre Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, ist Sache der vorgesetzten Dienstbehörde(§ 54 Str.P.O.). Deren Entscheidung kann erst herbeigeführt werden, wenn die Person des Beamten und die Umstände mitgeteilt werden, über die sie aussagen soll. Genehmigen Sie usw. Der französische Schriftsteller Rowain Rolland hat in einem Schreiben an den Oberreichsanwalt die Aushändigung des angeblich im Besitz des ausländischen Untersuchungsausschusses befindlichen Beweismaterials von denselben Bedingungen abhängig gemacht, wie Rechtsanwalt Branting. Er stellt fest, daß sich eine internationale Untersuchungskommission gebildet habe, der folgende Juristen angehörten: Großbritannien: D. N. Pritt, Vereinigte Staaten: Artur Garfield Hays, Clarence Darrow. Belgien: Vermeylen, Dänemark: Dr. Bald Huid. Spanien: Professor Luis Jemenez de Asua=Madrid, Frankreic: Gaston Bergery, de Moro=Giafferi, Franzesco Nitti: Holland: Dr. BakkerNordt, Schweden: Dr. Branting, Schweiz: Dr. Johannes Huber. Der Oberreichsanwalt hat darauf in seinem Antwortschreiben an Romain Rolland zu diesen Forderungen im gleichen Sinne Stellung genommen, wie in dem vorstehend wiedergegebenen Schreiben an Rechtsanwalt Branting. Reichstagsbrandstister=Prozeß nicht in Berlin Berlin, 23. August 1933. Verschiedentlich verlautete hier, daß der Prozeß gegen die Reichstagsbrandstifter nicht in Leipzig, sondern in Berlin stattfinden solle, da das Reichsgericht einen großen Teil der Verhandlungen ohnehin in Berlin abhalten müsse. An zuständiger Stelle des Reichsgerichts ist jedoch von einer Verlegung des Sitzes von Leipzig nach Berlin für die Dauer des Prozesses nichts bekannt; allerdings werden der Lokaltermin, wie auch ein Teil der Zeugenvernehmungen in Berlin stattfinden müssen. Wie weiter verlautet, ist zu dem Reichstagsbrandstifterverfahren Rechtsanwalt Dr. Sack als Wahlverteidiger des Angeklagten Torgler zugelassen. Stahlhelmtag abgesagt Reichsführertagung des Stahlhelm erst am 23. September Berlin, 23. August 1933. Wie wir erfahren, hat der Bundesführer des Stahlhelm auf Wunsch des Reichskanzlers Adolf Hitler die für den 9. September anberaumte Reichsführertagung des Stahlhelm in Hannover auf den 23. bis 24. September verlegt. Wegen der durch diese Verlegung bedingten organisatorischen Schwierigkeiten wird die Durchführung des ursprünglich in Zusammenhang mit der Führertagung vorgesehenen Stahlhelmtages abgesagt. Ueber den Umfang und Verlauf der Reichsführertagung sollen in den nächsten Tagen die Befehle erlassen werden Notizen Da es immer noch nicht gelungen ist, die Leute festzunehmen, die kürzlich auf der Nordkette bei Innsbruck ein Hakenkreuz angemalt haben, wurde. wie aus Innsbruck gemeldet wird. der Besitzer des Schlosses Büchsenhaus, der 74 Jahre alte Robert Nißl als eines der bekanntesten Mitglieder der NSDAP. zu drei Monaten Arrest und 2000 Schilling Geldstrafe verurteilt. * Der auch in Bayern bekannte Einsiedler am Thierbera bei Kufstein, Beatus Brettschneider, ein Laienbruder des Serviten=Ordens, wurde wegen„politischer Unzuverlässigkeit" aus Oesterreich ausgewiesen. Der Einsiedler hat bereits seine Klause am Thierberg verlassen und sich nach Deutschland begeben. * Der Gouverneur des Memelgebietes hat an den Vorsitzenden des Konsistoriums des Memelgebiets ein Schreiben gerichtet, wonach die litauische Regierung„das Abkommen betr. die evangelische Kirche des Memelgebiets" — das sogenannte Kirchenabkommen— fur erloschen erklärt.— Drei Mitgliedern der Synode des Memelgebietes in vom Gouvernement das Visum für eine Reise nach Königsberg zur Provinzialsynode verweigert worden. Erhöhter Kraftverkehr Berlin, 23. August 1933. Die vom Statistischen Reichsamt angestellte Erbebung Aber den Kraftfabrzeugbestand bat ergeben, daß die Zahl der Kraftsahrzeuge im Deutschen Reich nach dem Rückgang im vergangenen Jahr wieder zugenommen hat. Am 1. Juli 1933 waren im Verkehr 852 776 Krafträder(gegenüber dem Vorjahre vlus 4.1 v. H.), 522 209 Personenkraftwagen(vlus 5 v. H.). 155 219 Lastkraftwagen(vlus 1.8 v. H.): die Gesamtzahl der in Betrieb befindlichen Kraftfahrzeuge im Deutschen Reich betrug 1 562 823(vlus 4.2 v. H.) Damit ist bei den Personenkraftwagen und den Krafträdern der Stand des Jahres 1931 wieder erreicht bzw. überschritten. Der Bestand an Lastkraftwagen bleibt allerdinggs noch hinter seinem Höchststande im Jahre 1931 um 3.6 v. H. zurück. Beurlaubungen im Hannoverschen Landeskirchenamt Hannover, 23. August 1933. Der Kirchensenat der evangelisch=lutherischen Landeskirche der Provinz Hannover hat den Präsidenten des Landeskirchenamtes. Schramm. den weltlichen Vizepräsidenten im Landeskirchenamt, von Lüpke. und den geistlichen Vizepräsidenten D. Fleisch einstweilen beurlaubt. Die Vertretung des beurlaubten Präsidenten ist bis zur endgültigen Regelung dem Finanzdirektor Schnelle übertragen worden. Für die Opser der Arbeit Berlin, 23. August 1933. Der„Stiftung für Opfer der Arbeit“ haben die Beamten. Angestellten und Arbeiter der preußischen Justizbehörden den Betrag von annähernd 60000 R M. gespendet. Päpstlicher Legat für die Wiener Feiern Rom, 23. August 1933. Für die 250=Jahrfeier der Befreiung Wiens von den Türken hat der Heilige Vater den Kardinal Pietro de Lafontaine, Patriarch von Venedig, zum päpstlichen Legaten ernannt. An den Feiern, die in Verbindung mit dem Katholikentag Anfang September stattfinden, nehmen auch die Kardinalerzbischöfe von Warschau und Estergom teil. Die„Stella Matutina“ nach St. Blasien verlegt Innsbruck, 23. August 1933. Das bekannte reichsdeutsche Gymnasium des Lesuitenordens„Stella Matutina“, das bisher als deutsche Auslandsschule in Feldkirch in Vorarlberg betrieben wurde, ist nach St. Blasien im Schwarzwald verlegt worden. Die Verlegung wurde dadurch veranlaßt, daß die Gefahr bestand. es könnten infolge der politischen Verhältnisse die reichsdeutschen Schüler überhaupt ausbleiben. Gandhi aus dem Gefängnis entlassen London, 23. August 1933. Die indische Regierung hat Gandhi die Reitstrafe bedingungslos erlassen und ihn aus dem Gesäng= nis bereits entlassen. „Halbfaschist“ Renaudel vor der 2. Internationale Für Landesverteidigung und Ordnung Paris, 23. August 1933. Auf der Pariser Tagung der Zweiten Internationale legte am Dienstag der Abgeordnete des rechten Flügels der Sozialistischen Kammerfraktion Renaudel den Standpunkt seiner Gruppe dar und forderte die Internationale zum Schiedsrichter auf. Seine Erklärungen waren sichtlich von dem Bestreben getragen, den Gegensatz nicht zu vertiefen. Renaudel verwahrte sich dagegen, daß man ihn und seine Freunde zu verschleierten Faschisten stempeln wolle. Er sei der Ansicht, daß es nicht genuge, zu predigen, sondern daß man auch handeln müsse. Die Sozialisten hätten die Pflicht, die Demokraten gegen das Vordringen des Faschismus in Europa zu schützen. Er mache aber dabei keinen Unterschied zwischen bürgerlichen und sozialistischen Demokratien, ebenso wie er keinen Unterschied mache zwischen der bürgerlichen Landesverteidigung und der„sozialistisch= internationalistischen“. Landesverteidigung. Es gebe drei Arten von Ländern: solche, in denen die Freiheit nie bestanden habe und wo sie errungen werden müsse, solche, wo die Freiheit abgeschafft und wiederhergestellt werden müsse, und schließlich solche, in denen die Freiheit vorhanden sei und deshalb erhalten werden müsse. Die verschiedenen Herrschaftssysteme verlangten verschiedene Methoden. Gegenüber dem Nationalsozialismus und dem Faschismus ließen sich illegale Handlungen und Gewaltanwendungen verantworten(!), in den anderen Ländern könne man die Tätigkeit des Sozialismus aber nicht durch undurchführbare Formeln verwirklichen. Renaudel verteidigte sich gegen die Anschuldigungen, Nationalist geworden zu sein. Es gebe nationale Lösungen, an denen auch ein Sozialist das Recht habe, mitzuarbeiten, wenn er sich nicht der Beschuldigung des Verrats aussetzen wolle. Wenn im Kriegsfalle durch internationale Organe festgestellt werde, daß Frankreich angegriffen werde, so sei es sein Recht, sein Land zu verteidigen. Es ginge dabei nicht um die Verteidigung des Bürgertums. sondern der hauptsächlichsten Freiheiten. Diesmal. so schloß Renaudel, dürfe man sich nicht mit schwulstigen Erklärungen aus der Affäre ziehen, sondern müsse auf seine Fragen klar und deutlich antworten. Die Ausführungen Renaudels wurden mit großem Beifall aufgenommen. Die Gruppe Renaudel, Marquet und Genossen, die wie erinnerlich, von dem Landesparteitag der französischen Sozialisten getadelt und von Faure und Leon Blum seither unentwegt bekämpft worden ist, veröffentlicht anläßlich der Tagung der Zweiten Internationale in Paris eine formulierte Erklärung. Dahinter stehen 61 sozialistische Abgeordnete und Senatoren. d. h. die Mehrheit der sozialistischen Kammerfraktion. Nach einer Verwahrung gegen die ihnen zugeschriebene Absicht, Nationalsozialismus zu betreiben, wenden sich Renaudel und Genossen dagegen, daß die Sozialdemokratie den Ereignissen tatenlos zuschaue:„Wir wollen nicht, daß man uns auch weiterhin als Reformisten ohne Reform, als Revolutionäre ohne Revolution bezeichnet. Um das allgemeine Wahlrecht und die demokratischen Freiheiten zu retten, rechnen wir weniger auf die Ergüsse einer Pseudorevolution, als auf die tägliche Arbeit an der Wiedergeburt des Staates. um zu modernisieren, was in den Verfassungen und im Parlamentarismus veraltet ist, um die neuen Kräfte des Gewerkschaftswesens und der organisierten Arbeit zu verwenden.“ Die Erklärung schließt mit folgenden Leitsätzen: Für die Ordnung, gegen die Unordnung des Eine Erklärung 7 Otto Wels hetzt Kapitalismus und gegen die Diktatur. Durch die oraanisierte Demokratie und den Sozialismus für das Wohlergehen des Stoates, und durch den Staat für die internationale Solidarität und den Frieden. Am Dienstagnachmittag sprach der deutsche Sozialdemokrat Otto Wels. Er meinte, was die begangenen Fehler anlange, feststellen zu können, daß die Meinungen hierüber sehr geteilt seien.„Wir haben heute“, führte er weiter aus,„das Recht, nicht von unsern, sondern von den Verantwortlichkeiten Europas zu reden. von Verantwortlichkeiten im Hinblick auf die Millionen von Menschen, die wegen des Krieges gestorden sind.“ Die Niederlage, das Versailler Diktat, die Ruhrbesetzung, die Inflation, die Verelendung, die kommunistische Spaltung, der Putsch, die Weltwirtschaftskrise, die 6 Millionen Arbeitslose, die Demoralisierung der Arbeitermassen, durch das Elend mißbraucht— was habe man dagegen nur ausrichten können?„Unsere Sache ist die eurige. helft uns!“ rief Wels seinen internationalen Zuhörern zu und fuhr dann fort:„Hitler behauptet, daß es keine zweite Revolution geben werde Wir glauben, daß es sich diesmal um die sozialistische Revolution handelt. Die Opfer der Nationalsozialisten werden ihre Ketten brechen, und dann wird das vergossene Blut nach Blut rusen. Wir werden unsere gegenwärtigen Kampfmittel nicht vergeuden, aber wir kämpfen. Wir werden so lange kämpfen, bis wir Deutschland wieder zur Zahl der zivilisierten Nationen zurückgeführt haben.“ Der„Temps“ warnt die Emigranten vor Mißbrauch der Sastfreundschaft Paris, 23. August 1933 Der dem Quai d'Orsay nahestehende„Temps“ erteilt den von Frankreich ausgenommenen politischen Flüchtlingen eine deutliche Warnung, da sie augenscheinlich die ihnen bereitwillig gewährte Gastfreundschaft mißbrauchten. Das führende Pariser Blatt schreibt u. a.: „Es versteht sich von selbst, daß unsere Gastfreundschaft in keinem Falle und unter keinem Vorwand den bestehenden Regierungen zum Nachteil gereichen darf. Die Aufnahme eines Verfemten bedeutet nicht, daß er gegen die öffentliche Gewalt des Landes Stellung nehmen kann. aus dem die Flüchtlinge ausgewiesen worden sind oder aus dem sie sich selbst verbannt haben. Die außenpolitischen Beziehungen der Republik sind eine Sache, ihre Mission als Land des Asyls ist eine andere Sache. Jede Verwechselung in dieser Hinsicht würde nur Nachteile und Gefahren mit sich bringen, die die nationale Vernunft Frankreich bisher ersparte. Wenn sich aber unser Land bereit findet, auf das beste in der Welt denen als Zuflucht zu dienen, die sich mit Diktaturen nicht abfinden. so versteht es sich von selbst, daß diese Rolle für Frankreich weder eine Belastung, noch die Gefahr einer Störung des sozialen und moralischen Gleichgewichs mit sich bringen darf. Es ist recht unnormal, daß auf der gegenwärtigen Tagung der Sozialistischen Internationale deutsche oder italienische Marxisten in Paris kaltlächelnd über den Umsturz in Frankreich und über den Sturz der Demokratie verhandeln unter dem Vorwand, daß sie nicht mehr das Recht haben, bei sich darüber zu reden. Unsere Gäste, die sich auf das Naturrecht derufen, haben die unbedingte moralische Pflicht, sich an das französische Recht zu halten. Die kubanische Revolution nicht antikirchlich Der Erzbischof von Havanna in Berlin. Berlin, 23. August 1933. Der Erzbischof von Havanna, Ruiz u Nodriguez, befindet sich zur Zeit mit 14 kubanischen Pilgern in Berlin und hat einem Vertreter der„B3. am Mittag“ eine Unterredung gewährt. Der Erzbischof berichtet u. a., daß er kurz vor Ausbruch der Revolution in Kuba einen Pilgerzug nach Rom zum Heiligen Jahr geführt habe. Die Revolution in Kuba sei im Gegensatz zu den Umwälzungen in Mexiko eine reinpolitische gewesen. Sie habe sich nicht gegen die Kirche gerichtet, da in Kuba eine strenge Scheidung zwischen Staat und Kirche bestehe. Die Kirche kümmere sich nicht im geringsten um Politik und der Staat mische sich nicht in die Dinge der Kirche ein. Zum Schluß erklärte der Erzbischof, der nach kurzem Aufenthalt in Berlin über Paris und London in seine Heimat zurückkehren will, daß Berlin auf ihn und seine Begleiter den besten Eindruck gemacht habe. General 9'Duffy wartet ab London, 23. August 1933. General O'Duffy. der Führer der Blauhemden, hat die Verfügung der irischen Regierung zur Auflösung seiner Organisation mit Ruhe aufgenommen. Er erklärte, daß die Nationalgarde letzten Endes das Urteil des Volkes abwarten werde. Der ehemalige Finanzminister Blothe. der Mitglied der O'Duffv=Organisation geworden ist, sagte, daß die Nationalgarde gefaßt den Verhaftungen entgegensehen werde. Wahlniederlage der Regierung von Neusundland London, 23. August 1933. Die konservative Regierung von Neufundland hat eine schwere Niederlage bei den Wahlen erlitten. Die Liberalen erhielten 21 Sitze und die Konservativen sieben. Zwei Sitze stehen noch aus. Sämtliche bisherigen Kabinettsmitglieder mit Ausnahme von zwei, unter ihnen der bisherige Premierminister Harrington, sind nicht wiedergewählt worden. Der neue Premier= minister wird Angus MacDonald sein; er ist Rechtsanwalt. Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Mans, Regensburg. Nachdruck verboten. 20. Fortsetzung. Eugen nickte und folgte dem vorausgehenden Feldwebel. Der Kommandeur, ein Oberst Bandelop, nahm seine Meldung entgegen. Er war ein älterer sehniger und schlanker Mann mit einem großen Schnauzbart und verwittertem gelbbraunem Gesicht. Offenbar ein früherer Kolonialoffizier. Er begrüßte Eugen mit kurzem Händedruck und wiederholte das, was der Feldwebel schon gesagt hatte. Das Regiment werde erst noch aufgefüllt, vor vierzehn Tagen werde es kaum marschbereit sein. Bis dahin müsse Eugen Ausbildungsdienst machen. Mit einer knappen Verbeugung war er wieder entlassen. Eine Ordonnanz brachte ihn zu seiner Kompagnie Der Kapitän— Topier war sein Name— empfing ihn freundlich und fragte nach seinen persönlichen Verhältnissen. Eugen gab Bescheid. „Charles Meunier aus Roubaix, ehemals Fabrikbesitzer, jetzt Ingenieur.“ Der Kapitän besann sich: „Meunier? Meunier aus Roubaix, gehörte Ihnen die große Maschinenfabrik?“ Eugen bejahte. Mit Genugtuung merkte er, wie er in der Hochachtung des anderen stieg. Aber er wollte sich sofort vergewissern, ob ihm von dieser Seite Gefahr drohe und fragte deshalb, ob der Kapitän auch aus dem Norden stamme. „Nein.“ lachte dieser,„ich bin waschechter Pariser, aber ein Unternehmen wie das Ihre ist auch hier nicht unbekannt.“ Eugen quittierte die Schmeichelei mit einer Verbeugung. Für heute hatte er zur Regelung von Besorgungen dienstfrei. Am nächsten Morgen sollte er Kriegsfreiwillige und Reservisten drillen. Als er die Kaserne verließ und nochmals den Hof überblickte, huschte ein Lacheln über sein Gesicht und in seinen Augen saß jugendhafte Abenteuerlust. Es war doch eine Groteske. die nur der Krieg fertigbrachte, wenn morgen der deutsche Leutnant d'Effroi auf einen Pariser Kaser, nenhof französische Soldaten ausbildete! Rasch fand er sich in seine neue Aufgabe. Er war klug genug die ersten Tage nur allgemeine Anweisungen zu geben und Details nicht zu erwähnen, um sich keine Blößen zu geben. Aber schon nach einigen Tagen hatte er sich, teils durch eine Dienstvorschrift, teils durch Abhorchen auch seltene Kommandos angeeignet, sodaß er sich vollkommen sicher fühlte. Es machte ihm großen Spaß zur Abwechllung seine Korporalschaften ür eine halbe Stunde zusammenzufassen und einheitlich nach seinen Kommandos exerzieren zu lassen Mannschaften und Unteroffiziere bekamen Hochachtung vor dem Können dieses Reserveoffizieres; der verstand ja die Sache besser— als mancher Aktive! Zufällig beobachtete ihn eines Tages der Regimentskommandeur dabei. Der junge Offizier mit seinem bestimmten Wesen und seinen zweifellosen militärischen Fähigkeiten gefiel ihm; er beschloß ihn im Auge zu behalten. Die Wohnung in der Stadt durfte Eugen beibe halten. Zu Mittag aß er mit den anderen Offizieren in dem Kasino. Hier gab es sehr viel Neuigkeiten zu hören. In kurzem erfuhr Eugen, nach welchen Richtungen die einzelnen Armeekorps abgegangen waren. was noch an der Schweizer und italienischen Grenze stand etc. Wenn er nachmittags und abends nach Schluß der Dienstzeit noch eine Rundfahrt zu den verschiedenen Bahnhöfen hinter sich hatte, dann hatte er jeden Tag derart viel Material für seinen Bericht an Vater Meunier beisammen, daß er oft bis spät in die Nacht hinein schreiben mußte. An dem Tag, an dem die Zerstörung von Loewen bekannt wurde, beging er in der Offiziersmesse eine Unvorsichtigkeit. Beim Mittagessen wurde das Er eignis lebhaft besprochen und einstimmig verurteilt Besonders ein Oberleutnant— er war im Zivilberuf Architekt— konnte sich nicht genug tun in Schmahungen und Verwünschungen der Deutschen. Das überschnappende Organ des Mannes irritierte Eugen sowieso täglich und reizte ihn schon lange zu einer bissigen Bemerkung. So ließ er sich bei dieser Gelegenheit verleiten, gegen ihn Stellung zu nehmen. „Verzeihen Sie, Herr Oberleutnant, wenn ich un terbreche. So ganz wie unschuldige Kinder werden sich die guten Loewener auch nicht benommen haben Schüsse von Zivilisten aus dem Hinterhalt würden wir uns auch nicht gefallen lassen.“ In seiner Verärgerung hatte er scharf und laut gesprochen. Einen Moment war es mäuschenstill im Speisesaal, alles sah den jungen Mann erstaunt und argwöhnisch an. Eugen erschrak, als er bemerkte, welche Unvorsichtigkeit er begangen hatte. Der Oberst, der den Vorsitz führte, war seine Rettung. „Meine Herren, Unterleutnant Meunier hat nicht ganz unrecht. Ich war jahrelang in den Kolonien. Da ist man sozusagen immer an der Front. Ich muß schon zugeben, wenn Eingeborene in einer Ortschaft sich etwas gegen unsere Truppen zu Schulden kommen ließen, haben wir auch nicht lange gefackelt, sondern mit der ganzen Bande kurzen Prozeß gemacht. Das ist der Krieg!" Der Oberst trank dem Oberleutnant und Eugen zu. Damit war der Vorfall erledigt. In den Augen des Oberleutnants allerdings funkelte verborgene Wut und Rachsucht. Dies alles aber konnte Eugen das freudige Hochgefühl, in dem er sich befand, nicht rauben. Wenn auch die französischen Kriegsgerichte viel verschwiegen, der Fall von Lüttich und Namur, von Montmedy und Givet konnten nicht geleugnet werden. In den neutralen Zeitungen fand man außerdem manches, woraus man schließen konnte, daß die Deutschen auch von Norden her französischen Boden betreten hatten. Eugens Augen leuchteten, so oft er solche Berichte las. Wenn das so weiter ging, war seine Gastrolle hier als französischer Offizier bald beendet. Es konnte sich nur um einige Wochen handeln, bis seine Kameraden in Paris einzogen. Zuweilen dachte er an Ivonne. Was mochte sie treiben? In Deauville war sie doch sicher nicht mehr. Ob sie nach Paris zurückgekehrt war? Bei dem Gedanken daran erfaßte ihn eine leichte Unruhe, die Sinne wurden wach. Aber das war immer bald vorüber. Seine jetzige Aufgabe nahm ion derartig in Anspruch und war ihm derart wichtig und heilig, daß er etwas anderes daneben nicht brauchen konnte. Eines Tages schlug ihm, als er am Spätnachmittag in sein Zimmer trat, der seine Geruch eines bekannten Parfums entaegen. Nanu, war seine Wirtin vornehm geworden oder...? Eine Blutwelle stieg in sein Gesicht und durchflutete seinen ganzen Körper. Das war Ivonnes Parfüm! Sie war also dugewesen. „mnia trat er zum Schreibtisch um nachzusehen, ob sie einen Brief hinterlassen habe. Richts. In der Der assyrssche Aufstand Gens. 23. August 1933. Die irakische Regierung hat dem General= ekretär des Völkerbundes ein Telegramm übermittelt, das von diesem unverzüglich sämtlichen Mitgliedsregierungen des Völkerbundes zur Kenntnisnahme zugesandt worden ist. In dem Telegramm betont die rakische Regierung mit großem Nachdruck, daß es sich bei dem Aufstand der Assyrier nur um den bewaffneten Aufstand einer kleinen Gruppe von Assyriern handelt, die unter der Führung des bereits deportierten Mar Schimun steht. Der Aufstand sei jedoch von der überwiegenden Mehrheit der Assorier auf das entschiedenste abgelehnt worden. Entgegen einer verleumderischen Hetpropaganda hätten keinerlei Ausschreitungen gegen Frauen oder Kinder stattgefunden. Verluste habe es lediglich auf seiten der Rebellen sowie der regulären Truppen gegeben. Die Ruhe und Ordnung sei innerhalb einer Woche wieder vollständig hergestellt worden. Neue Gärung in Marokko Paris, 23. August 1933. Das„Journal“ meldet aus Madrid, daß in Spanisch= Marokko die bedeutendsten Eingeborenenstämme geheim an der Vorbereitung eines allgemeinen panislamischen Aufstandes auch gegen Frankreich arbeiteten und alle Verhandlungsvorschläge der spanischen Behörden ablehnten. Die Unterhändler, die man zu ihnen geschickt habe, seien gefangen genommen worden. Menscheuleere Dörser in Syrien London, 23. August 1933. Die Gerüchte, daß große Teile in dem französischen Mandatsgebiet Sorien von den Einwohnern verlassen worden sind, haben sich nunmehr bestätigt. Einige Steuerbeamte wurden kürzlich nach einem Gebiet, das östlich des Bezirks von Aleppo liegt, entsandt, um dort rückständige Steuern in ungefähr 300 Dörfern einzusammeln. Die Dörfer waren jedoch vollständig verlassen. Es war auch nicht möglich, festzustellen, wohin sich die Dorfbewohner begeben haden. Amerika für Abrüstungsüberwachung Zugeständnisse an Frankreich Washington, 23. August 1933. Zu den Besprechungen zwischen Roosevelt. Norman Davis. führenden Beamten des amerikanischen Staatsdepartements und der Abrüstungsabordnung wird ergänzend bekannt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten auf der nächsten Sitzung der Abrüstungskonferenz in Genf beantragen werde, daß der französische Vorschlag einer Ueberwachung der Abrüstung grundsätzlich in den Macdonald=Plan mitaufgenommen werden soll. Die französische Forderung nach Sicherheit solle durch Zugeständnisse in der Frage der Verteidigungswafsen, wie Festungsanlagen usw., befriedigt werden. Vorbildliche tonristische Leistung des Erzbischofs von Belgrad Belgrad, 28. August 1933. Eine ungewöhnliche touristische Leistung vollbrachte wie die hiesigen Blätter berichten, der 64jährige Erz bischof von Belgrad Dr. Roalitsch. Er hat den höchsten Berggipfel Jugoslaviens, den Triglow, erstiegen, der 3000 Meter hoch ist, und war auch nach dem Abstieg noch in voller Frische. Andorra protestiert beim Bölkerbund? Paris, 23. August 1933. Trotz des Eingreifens der französischen Gendarmerie ist in Andorra noch immer keine Ruhe eingetreten. Der durch Verfügung des französischen Präsidenten und wahrscheinlich auch des Bischofs von Urgel, die sich in die Oberhoheit von Andorra teilen, abgesetzte Generalrat verweigert nach wie vor die Auslieferung der Schlüssel. Aus spanischer Quelle verlautet, daß er ein Protesttelegramm an den Völkerbund und den Präsidenten von Frankreich sowie den Bischof von Urgel gerichtet habe. Kein Oktobersestessen München, 23. August 1933. Die nationalsozialistische Stadtratsfraktion hat beschlossen, von dem herkömmlichen Festessen, das anläßlich der Eröffnung des Münchener Oktoberfestes regelmäßig in der Ratsbude auf der Oktoberwiese stattfindet und an dem immer die Spitzen der Behörden, des Staates und der Stadt, sowie Vertreter der Wirtschaft, des Handels, der Industrie, des Gewerbes usw. teilnahmen, dieses Jahr Abstand zu nehmen und den hierfür ausgesetzten Betrag von 600 RM. zur Speisung von 100 bedürftigen arbeitslosen Volksgenossen auf dem Oktoberfest zu verwenden. Schale auf dem Tisch? Auch nichts. Verwundert blieb er stehen und überlegte. Mit einem Male fühlte er seine Augen von zwei Händen bedeckt, zwei weiche Arme hatten Kopf und Nacken umschlossen. Ein leises lockendes Lachen war dicht neben seinem Ohr. Es war Ivonne. Hinter einer Portiere versteckt hatte sie ihn die ganze beobachtet. Eugen stand steif, wie gelähmt, ohne sich rühren zu können. Endlich ließen ihn die Hände los, langsam drehte er sich um. Vor ihm stand Ivonne, schöner als je und sah ihn mit lachenden Augen an. Da wars um ihn geschehen. Mit einem Jubelschrei nahm er sie in die Arme und suchte mit fieberndem Mund ihre Lippen. Als der erste Taumel voruver war, betrachtete sie ihn genauer. Wie hübsch ihm die Uniform stand! Und so viel männlicher war er geworden, das Jungenhafte war ganz verschwunden! Sie war ganz toll vor Verliebtheit und umarmte und küßte ihn von neuem. Dann kam sie ins Erzählen. Wie lange sie schon in Paris sei? Schon ganze drei Wochen. Schon mehrere Male sei sie vor seiner Wohnung gewesen und jedesmal wieder umgekehrt. Weil sie glaubte, daß das jetzt nicht mehr sein dürfe, weil— sie stockte und wurde rot— weil doch jetzt Krieg sei und—— weil Gaston im Felde ist. Leise und verschämt kam es heraus. „Im Felde?“ fragte er. „Ja seit vorgestern.“ Ihre Augen flackerten.„Tante Gabriele ist unglücklich, am meisten darüber, daß wir uns jetzt nicht zu einer Kriegstrauung entschlossen. Ich zitterte als sie davon sprach. Aber Gaston schaute mich nur prüfend an, seufzte und sprach von anderen Dingen. Eugen, er ist ein edler Mensch! Ich komme mir oft so schlecht, so erbärmlich vor, daß ich ihn betrüge!“ Eugen gab es einen Stich.„Daumier ist ein edler Mann, du hast recht. Auch ich.. Eine verlegene Stille war in dem Zimmer. Ivonne fuhr leise fort: „Als er Abschied nahm und ich ihn küßte, meinte ich, ich müßte hinausschreien und mich anklagen.— Pfui! Es ist so häßlich die Lüge! So gemein! Eugen, oft wünschte ich, ich hätte Dich nie gesehen oder ich ware tot!“ (Fortsetzung folgt.) * Nr. 198(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Donnerstag, den 24. August 1933 Der Großangriff auf die Arbeitslosigkeit In nicht ganz 7 Monaten ist es gelungen, etwa 2. 5 Millionen erwerbslosen Deutschen wieder Arbeit und üroi zu geben. Damit rangiert Deutschland unter den in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit besonders erfolgreichen Ländern Holland, Vereinigte Staaten, Frankreich, England, Italien etc. an zweiter Stelle. Die besondere deutsche Leistung wird aber erst dann richtig gewürdigt, wenn man berücksichtigt, unter welch erschwerenden Umständen sie erbracht wurde. Unser durch Reparationen, Zinslasten etc. ausgeblutetes Vaterland wurde von der Weltwirtschaftskrise in einem besonders geschwächten Zustand angetroffen und daher viel tiefer und heftiger erfaßt als beispielsweise Holland und Frankreich. Unsere große Kapitalarmut ließ uns viel weniger Möglichkeiten in der Bekämpfung der Krise als den genannten Ländern und insbesondere den Vereinigten Staaten, wo die Ueberzeichnung der letzten Milliardenanleihe dem Präsidenten Roosevelt Möglichkeiten in geradezu unseres Volkes, werden den Probierstein unserer nationalen Kraft, unseres Lebenswillens abgeben. Die bisherigen Erfolge der Arbeitsschlacht sollten aber auch den letzten Deutschen, der heute noch abseits steht, in die Front des neuen Deutschland führen. Nur wenn alle mitkämpfen, wird über alle Schwierigkeiten, alle moglichen Rückschläge im Winter hinweg der große Wurf gelingen. Und es darf keiner seine Mithilfe versagen; denn im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geht es um unser aller Schicksal, geht es um des Reiches Zukunft. F. A. Steinhüser. Neue Kündigungsbestimmungen Der Reichsfinanzminister hat im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister über die Anwendung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums auf Angestellte und Arbeiter neue Bestimmungen erlassen. Ob und inwieweit der Inhalt des Dienstvertrages frei gigantischem Ausmaße erschloß. Zudem erreichte vereinbart oder durch die normativen Bestimmungen unsere Regierung die starke Senkung ihrer Erwerbs= eines Tarifvertrages, einer Dienstordnung oder einer losenziffern auf vergleichsweise einfache Weise— jedenfalls ohne zu dem in ihren letzten Folgen schwer übersehbaren Gewaltmittel einer Inflation greisen zu müssen. Die Verringerung der Arbeitslosigkeit, die m einer ganzen Reihe von Ländern das saisonmäßig erklärdare Ausmaß erheblich übersteigt, ist umso bemerkenswerter, als sie trotz des Scheiterns der Weltwirtschaftskonferenz erfolgte. Die katastrophalen Folgen, die man für den Fall des Mißlingens der Konferenz vorausgesagt hat, sind nicht eingetroffen. Man hat von vornherein den Ausgang der Londoner Verhandlungen mit mehr Skepsis, ja Pessimismus beurteilt, als die von England beeinflußte Weltpresse zugeben wollte. Die Weltwirtschaft alten Schlages, die man in London nach alten liberalistischen Rezepten noch einmal zusammenflicken wollte, galt schon vor der Konferenz weithin als endgültig überlebt. Ebenso wenig glaubte man vielfach noch an die Solidarität der Völker, an die Möglichkeit einer erfolgreichen gemeinsamen Aktion gegen die Krise. Man erhoffte nur noch etwas von der eigenen Initiative, der eigenen Kraft. Und so erhielt die Weltwirtschaftskonferenz für viele Staaten statt der vorgesehenen Ziele praktisch die ganz andersartige Aufgabe, für die rein nationale Abwehr der Krise und ihre Folgen international günstige Voraussetzungen zu schaffen und die Lasten, wenn möglich, anderen Völkern aufzubürden. So kam ein gemeinsames Vorgehen gegen die Arbeitslosigkeit nicht zustande. Vielleicht um eine Illusion ärmer, aber ernüchtert und voll Energie suchten die Staaten nun jeweils für sich und im eigenen Lande der Hydra der Weltwirtschaftskrise zu Leibe zu rücken. Das Scheitern der Londoner Konferenz bedeutet auch die Niederlage jener Auffassung, die in der herrschenden Krise eine„normale“ Krise sah, die sich in dem für den Kapitalismus typischen Wechsel der Konjunkturlagen in einem bestimmten Turnus wiederholt und gewissermaßen die Epoche des Katzenjammers darstellt, in der sich der Organismus der Wirtschaft von den Ausschweifungen der Hochkonjunktur erholt. Die Wirtschaftspolitik, die für eine solche konjunkturelle Krise angemessen ist, hat aber versagt und mußte versagen für den Fall, wo die Krise die Folge gewaltiger Verschiebungen im wirtschaftlichen Raum darstellt, wo eine in ihrem ganzen Aufbau auf internationale Arbeitsteilung eingestellte Wirtschaft durch Auflösung der Weltwirtschaft bis ins Mark getroffen wird. Die Lösung des Problems der Anpassung unserer Volkswirtschaft an die veränderten Verhältnisse der Welt— Verlagerung des ökonomischen Schwergewichtes von der Industrie zur Landwirtschaft, Umstellung auf den verbesserungsfähigen Binnenmarkt— ist die wirtschaftliche Schicksalsaufgabe unserer Nation. Ihre Lösung bedeutet auch die Lösung des Provlems der Arbeitslosigkeit in weitestem Sinne. Diese Aufgabe ist ungeheuer schwer. Sie erfordert viel Kapital und vor allem ungeheure seelische Kräfte. Daß es dem Nationalsozialismus gelang, diese auszulösen und zu organisieren, diese Tatsache sicherte ihm die ersten großen Erfolge in der Arbeitsschlacht. Mut, Entschlossenheit, Aufopferungsfähigkeit, Zähigkeit, Disziplin und ein fester Glaube, das sind die Tugenden, welche das junge Deutschland in besonderem Maße üben muß, will es seine Sendung erfüllen. Wieviel Deutsche werden zeitlebens nicht den erwählten und erlernten Beruf ausüben können? Welche materiellen und seelischen Opfer wird nicht jeder einzelne bringen müssen? Das Schicksal des Siedlers, der darbt und werkt, nur um seinen Kindern wenigstens eine sichere Lebensbafis zu schaffen— wird das Schicksal der lebenden Generation sein: Sicherung des Fortbestandes der Nation, indem wir den kommenden Geschlechtern ausreichenden Lebensraum, eine feste materielle und geistige Existenzgrundlage erringen. Dies ideale Ziel lohnt jeden Einsatz und fordert ihn! Alle Volksgenossen müssen sich zusammenfinden zu einer unlösbaren Gemeinschaft des Geistes, des Willens und der Tat. Die im Ringen um die Sicherung unserer wirtschaftlichen Zukunst in der vordersten Front stehen, die das Siedlerschicksal für ihr Volk in Landwirtschaft und Industrie durchkämpfen, haben Anspruch auf die materielle Hilfe aller Volksgenossen, deren wirtschaftliche Position weniger unsicher und zugleich ergiebiger ist— das ist der Sinn der „Spende für die nationale Arbeit". Sie, als die wahren Helden unserer Zeit, haben auch ein Recht auf moralische Hilfe seitens des ganzen Volkes— das ist der Sinn des deutschen Sozialismus. Die Erfolge in Ostpreußen und Pommern sind leuchtende Zeichen dafür, daß der lange verschüttete Quell deutschen Idealismus wieder fließt. Mit dem krämerhaften Geist der alten Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, der um Pfennigbeträge Streiks und Aussperrungen inszenierte und die Nation in Gefahr brachte, hätten sich solche Leistungen nicht erzielen lassen. Sorge und Aufgabe der Regierung wird es sein, daß sich jener materialistisch=egoistische Geist nicht wieder breit macht. Der gewaltige Einsatz an ideellen und materiellen Kräften in der Arbeitsschlacht darf nicht durch Lokalegoismus, dem es mehr um Senkung oder Abschaffung örtlicher Wohlfahrtslasten als um die Volkswohlfahrt geht, ler nur den engen Bezirk und nicht das ganze Deutschland vor Augen hat, gefährdet werden! Die Offensive gegen die Arbeitslosigkeit muß mit wachsender Kraft fortgesetzt werden. Das Schwerste steht noch bevor. Nicht die dünnbevölkerten Gebiete des Ostens, sondern die menschenreichen Städte des Westens, einst die Stärke, heute die Schwache Betriebsvereinbarung bestimmt ist, ist danach ebenso belanglos wie die Art der Berechnung der Vergütung und die etwaigen Erschwerungen der Entlassung; erfaßt werden daher auch die sogenannten Dauerangestellten der Gemeinden und anderer öffentlich=rechtlicher Körperschaften. Für die Kündigung sollen bekanntlich die„bisher geltenden Vorschriften“ angewendet werden, das sind nach der neuen Anordnung die allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen über die Kündigung von Dienstverträgen, die besonderen Bestimmungen des Tarifoder Einzelvertrages, der Dienstordnung oder der Betriebsvexeinbarung, jedoch mit der Einschränkung, daß Vorschriften, welche die Kündigung von langjährig beschäftigten Dienstverpflichteten erschweren, keine Anwendung finden. Außer dem Kündigungsschutzgesetz finden die Vorschriften der Schwerkriegsbeschädigten=Gesetzer und des Betriebsrätegesetzes, die die Kündigung erschweren. keine Anwendung. Langjährige, Beschättigung ist bei einer Beschäftigung von mindestens sun Jahren gegeben. Demgemäß sind auch bei einem Dauerangestellten einer Gemeinde mit zwölfjähriger Dienstzeit, der zugleich Schwerbeschädigter und Betriebsratsmitglied ist, im Falle der fristlosen Entlassung die bisherigen Bezüge längstens für drei Monate nach Ablauf des Monats zu zahlen, in dem die Lösung des Vertrages erfolgte. Die Kündigungserschwerungen des Kündigungsschutzgesetzes finden auch dann zugunsten des Dienstverpflichteten keine Anwendung, wenn die Bestimmungen des Gesetzes in einen Tarifvertrag, eine Dienstordnung oder eine Betriebsvereinbarung übernommen worden sind. Arbeitgeber, Alle Krankenhauser können Krankenkassenvalienten aufnehmen Religiöse Betreuung der Kranken. Amtlich wird mitgeteilt: Nach§ 371 der Reichsversicherungsordnung in der bisherigen Fassung konnte der Vorstand einer Krankenkasse durch die Kassensatzung ermächtigt werden, die Krankenpflege nur in von ihm besonders bestimmten Krankenhäusern zu gewähren. Dabei durften allerdings Krankenhäuser, die lediglich zu wohltätigen oder gemeinnützigen Zwecken bestimmt oder von öffentlichen Verbänden oder Körperschaften errichtet waren und die Krankenhauspflege zu den gleichen Bedingungen leisteten, nur aus einem wichtigen Grunde und nur mit Zustimmung des Oberversicherungsamtes ausgeschlossen werden. Im Zuge der mittelstandsfreundlichen Politik der Reichsregierung bestimmt jetzt das Gesetz vom 14. August 1933, daß der gleiche Schutz allen Krankenhäusern zuteil wird, die die Gewähr für Das Gesetz sieht ferner ausdrücklich vor, daß den religiösen Bedürfnissen des Kranken nach Möglicheit Rechnung zu tragen ist. Sämtliche Jugendbünde müssen sich melden West der H3. wird, die die Gewähr für ausreichende, heift im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bieten und deren Aufnahnebedingungen angemessen sod. Ihr könnt heisen! Bei der von den Führern der nationalen Bewegung angesetzten Aktion gegen die Arbeitslosigkeit beobachten wir, daß gerade in ländlichen Kreisen erfreulicherweise bereits ausgezeichnete Fortschritte zu verzeichnen sind. Die Eigenart der heimischen Wirtschaft läßt derart schnelle und überzeugende Erfolge nicht zu. Diese Erfolge in den ländlichen Bezirken waren möglich durch den vollen Einsatz des Selbsthilfewillens der gesamten Arbeitsfront, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. An alle Arbeitgeber des hiesigen Bezirks ergeht deshalb die dringende Bitte, sich ebenfalls in den Dienst der Selbsthilfe der heimischen Wirtschaft zu stellen. Vieles läßt sich da ermöglichen, wenn auch die heimische Wirtschaft bei Vergebung von Aufträgen heimische Unternehmungen berücksichtigt, z. B. das Baugewerbe, das Holzgewerbe, das Isoliergewerbe, Maler= und Anstreicher, Tiefbaugewerbe u. dgl. Arbeitgeber Hernes vergeßt bei Vergebung von Aufträgen nicht die örtlichen Unternehmungen, Ihr schafft damit Arbeit und Brot für Herner Arbeitslose. Wieder 11000 Arbeitslose weniger Die Pressestelle der Obergebietsführung teilt mit: „Der Beauftragte des Jugendführers des Deutschen Reiches für Westfalen, Rheinland, Hessen=Nassau, Hessen, Lippe und Schamburg=Lippe, der Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher, Köln=Lindenthal, Innere Kanalstraße 15, gibt folgendes bekannt: Eine große Anzahl von heute noch bestehenden Jugendbünden, vor allen Dingen kleinere Wanderbünde, haben die vom Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, bis zum 15. August angeordnete Meldung, ihre Stärke und ihre Führer usw. anzugeben, nicht durchgeführt. Alle diese Jugendvereine und Jugendbünde werden noch einmal letztmalig aufgefordert, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Alle Bünde, die ihre Anmeldungen bis spätestens 10. September 1933 nicht vollzogen haben, werden nach Rücksprache mit dem Jugendführer des Deutschen Reiches und Genehmigung des zuständigen Regierungspräsidenten als aufgelöst erklärt.“ Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Der zähe Kampf gegen die Arbeitslosigkeit dauert in Westfalen an. In der ersten Augusthälfte konnte die Zahl der Arbeitslosen um 11000. die Zahl der Unterstützungsempfänger um 8000 bis 9000 vermindert werden. Am 15. August waren noch 344000 Arbeitslose vorhanden, von denen rund 310000 Unterstützungsempfänger waren. Vergleicht man den Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem gleichen Zeitvunkt des Vorjahres in den einzelnen Landesarbeitsamtsbezirken, so ergibt sich für Westfalen mit seiner besonders schwierigen Arbeitsmarktkrise im Ruhrgebiet folgendes Bild: Rückgang der Arbeitslosigkeit (Juli 1932 bis Juli 1933) in Prozeuten: Industrielle Bezirke Sonstige Bezirke: Ostpreußen.— Pommern— Niedersachsen....— Bayern 64% 27% 21% 17% Südwestdeutschland— 15% Hessen Nordmark 14% 9 75 der der Mitteldeutschland„— 27% Westfalen— 26% Sachsen— 19% Rheinlano— 12% Schlesien— 12% Brandenburg— 9% Westfalen steht also mit Mitteldeutschland an Spitze der industriellen Bezirke; der Rückgang Arbeitslosigkeit ist ebenso groß wie in dem rein agrarischen Pommern und wird nur durch die Spitzenleistung von Ostpreußen überragt. Für Juli liegen nunmehr auch die Ergebnisse der Krankenkassenstatistik vor. Danach ist die Zahl der Beschäftigten insgesamt im Juli nur noch um 1500 gestiegen: die männlichen Arbeitnehmer haben um 3100 zugenommen. die weiblichen um 1600 abgenommen. In dieser stark verlangsamten Zunahme der Beschäftigten zeigt sich der allmähliche Abschluß des ersten Sturmangriffs auf die Arbeitslosigkeit während der günstigen Frühjahrs= und Sommermonate. Der zähe Kampf um die zweite Stappe, die Behauptung auf dem bisher erreichten Niveau, hat begonnen. In diesem Zusammenhang ist es außerordentlich bedeutsam, daß während des gleichen Zeitraums, in dem die Zahl der Beschäftigten nur noch um 1500 zugenommen hat, die Zahl der unterstützten Arbeitslosen noch um 15000 zurück gegangen ist. Hierin sind die ersten Erfolge des systematischen Kampfes gegen Doppelverdienertum und Schwarzarbeit zu erblicken. Denn erstmalig im Juli hat die Zahl der Unterstützungsempfänger stärker abgenommen, als die Zahl der Beschäftigten zugenommen hat: Unterstützungsempfänger sind also in Arbeit gekommen, Doppelverdiener und Schwarzarbeiter, die nicht unterstützt werden. dafür ausgeschieden. Bis dahin war es umgekehrt, weil neue Arbeitsmöglichkeiten zum Teil den unsichtbaren und den sozial nicht so bedürftigen Arbeitslosen zufielen. Der vom Landesarbeitsamt Westfalen organisierte Kampf gegen die Arbeitslosigkeit durch eine organische Arbeitsmarktpolitik, die sich die rationelle Verteilung der vorhandenen Arbeit als nächstes Ziel gesteckt hat, hat damit seine ersten Früchte getragen. Während der kommenden Monate muß diese Arbeit systematisch und konsequent fortgesetzt werden. Diese Anfangserfolge lassen die berechtigte Hoffnung aufkommen, daß es gelingen wird, während der zweiten Etappe die Zahl der Arbeitslosen auf einem wesentlich niedrigeren Niveau zu halten als im Vorjahre, zumal neben dem Kampf gegen das Doppelverdienertum und die Schwarzarbeit auch die Arbeitsstreckung mit dem Ziele der Mehrbeschäftigung von Arbeitslosen im August erhebliche Fortschritte gemacht hat. Darlehen an Erwerbsbeschränkte Die Hauptfürsorgestelle Westsalen teilt uns mit: Auf Grund einer in den letzten Tagen in der Presse veröffentlichten Mitteilung, daß den Landesfürsorgeverbänden Mittel zur Gewährung von Beschaffungs= und Produktivdarlehen an Erwerbsbeschränkte zur Verfügung gestellt würden, sind bereits zahlreiche mündliche und schriftliche Anträge bei der Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene gestellt worden. Da der Hauptfürsorgestelle bis jetzt jedoch weder die Richtlinien des Ministers des Innern zur Durchführung dieser Maßnahmen. noch die erforderlichen Mittel zugegangen sind, sind zunächst alle Anträge an die Hauptfürsorgestelle zwecklos. Im übrigen sind derartige Anträge auch in Zukunft nur bei den örtlichen Fürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene einzureichen, die diese nach erfolgter Prüfung weiterleiten. Durch die unmittelbare Uebersendung der Anträge an die Hauptfürsorgestelle tritt in deren Bearbeitung nur eine Verzögerung ein. Bei dieser Gelegenheit möchte ich allgemein im Interesse der Kriegsovfer wiederum darauf hinweisen. daß zur Vermeidung von Zeitverlust alle Eingaben. Anträge. Gesuche usw. zweckmäßig stets in Verbindung mit der örtlichen nationalsozialistischen Kriegsovferorganisation an die zuständige örtliche Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene gerichtet werden, die diese nach Prüfung der Hauptfürsorgestelle bzw. den Versorgungsbehörden weiterleiten. Feierlichkeit bei der Eheschließung Der neue Reichsführer der deutschen Standesbeamten Porzig hatte eine Unterredung, in der er erklärte, daß der Standesbeamte nicht nur ein Beamter sei, der den Personenstand beurkundet und Eheschließungen entgegennimmt, sondern der verantwortliche Verwalter eines hohen Kulturgutes, Verwalter der deutschen Familie, die rein und gesund zu erhalten die vornehmste Aufgabe des nationalsozialistischen Staates ist. In den Amtszimmern sollen Blumen stehen, denn die Eheschließung ist nicht eine formelle und nüchterne Sache, die mit der Amtsmiene des gelangweilten Bürokraten vollzogen werden soll. Sie ist das Bekenntnis eines liebenden Menschenkindes und niemand hat das Recht, diese erste Stunde des Gkücks zu entweihen. Vor allen Dingen möchte Porzig erreichen, daß die Tranung nicht, wie bisher, von seiten des Standesbeamten in gewöhnlicher Straßenkleidung, sondern in einer der Feierlichkeit dieser Stunde angepatzten Kleidung vollzogen wird. In anderen Ländern hat der Standesbeamte schon lange eine Amtsrove, genau so wie der Richter und der Staatsanwalt, der eine Gerichtsverhandlung leitet. Da seine Bestrebungen bei den zuständigen Behörden freundlichste Unterstötzung finden, hofft er, den Gedanken der Amtstracht für Standesbeamte sehr bald in die Tat umsetzen zu können. Ueber die praktische Arbeit eines Standesamts von heute erklärte Reichsführer Porzig, daß in der letzten Zeit ein wahrer Ansturm von Leuten zu überstehen war, die aus beruflichen Gründen ooer im Interesse einer gründlichen Familienforschung irgendwelche Urkunden benötigten. Die Aufgebote und Trauungen gehen immer zahlreicher ein. Man fühlt, das Vertrauen zum Staat ist zurückgekehrt, man findet wieder Mut zum Heiraten. Das Grundbuch der Familie, wie es jetzt eingeführt werden soll, stellt nach Ansicht des Reichsführers einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Gesundung unseres Volkskörpers dar. Das Grundbuch der Familie gibt eine Handhabe, das Familienleben und den Geburtenprozeß so zu regulieren, daß kein Schaden entsteht. Wie notwendig das ist, begreifen wir, wenn wir einen Blick in die Anstalten werfen, die von erblich verseuchten Irren und anderen Kranken in einem Maße besetzt sind, wie es aus volkspolitischen Gründen einfach nicht zu verantworten ist. Diese Anstaltshäftlinge, die täglich 7—8 Mark Unterhaltungsgelder kosten, stellen zudem eine mit der Zeit nicht mehr zu tragende Wohlfahrtslast dar, von der wir uns unbedingt befreien müssen. Auch hier ist dem Standesbeamten die Pflicht gegeben, vorbeugend und beratend einzugreifen, bevor es zu spät ist programmatische Aeußerungen einer maßgebenden Behörde vorlägen. Man wird besonders nach den eindeutigen Erklärungen über die Beendigung der Revolution an sich annehmen dürfen, daß eine so wichtige Frage, wie die der Dauer des Besuches der höheren Schule. in voller Ruhe und unter Würdigung aller bestimmenden Faktoren geprüft und gelon werden wird. Der Begriff der jetzt wieder erneut erörterten deutschen„Einheitsschule“ ist nicht in marxistisch=demokratischen Verflachungsbestrebungen begründet, sondern in einem einheitlich völkischen, christlichen uno wahrhaft vaterländischen Geiste, in der Arbeit in der Einheit der Gesinnung, einer Einheit des nationalen Aufbauwillens und einer Einheit in dem großen Erziehungsgedanken Adolf Hitlers. Dieser grundlegende Inhalt der Erziehungs= und Bildungsarbeit ist gebunden an eine äußere, die Gefahr öder Gleichmacherei und nivellierender Annäherung der einzelnen Schulgattungen in sich bergende Gestalt und Organisation. Er hängt vielmehr aufs engste zusammen mit der Leistungshöhe der deutschen höheren Schule. Eine mechanische Verkürzung aus äußeren Rücksichten und Erwägungen, die nicht aus den inneren Erfordernissen der höheren Schule erwachsen würde, bedeutet eine Verkennung des Leistungsprinzips. Die höhere Schule soll im Dritten Reiche noch mehr als bisher Schule der Begabten und Bildungsstätte der Auslese der Nation sein. Sie soll wieder, unter Beseitigung mancher Mängel und ihrer zum größten Teil wirtschaftlich bedingten Uebervölkerung, zu einer Bildungseinrichtung werden, auf die wir, wie früher, auch dem Auslande gegenüber stolz sein können. Der Hinweis darauf, daß das Ausland zumeist keine neunjährige Dauer des Besuches der höheren Schule kennt, verkennt die ganz anders gearteten kulturellen und historischen Gegebenheiten, die für die Schulorganisation in anderen Ländern maßgebend sind. Die wichtigste Aufgabe der nächsten Zukunft werde jedenfalls in der Umgestaltung der Lehrpläne auf ihre nationalpolitische Aufgabe hin und in dem notwendigen Werke der Vereinheitlichung der Schultypen bestehen. Umbildung des rheinisch=westfalischen Milchwirtschaftsverbandes Die Pressestelle der Regierung zu Düsseldorf teilt mit: Nachdem durch Reichsgesetz vom 20. Juli 1933 der Milchhandel in die Zwangszusammenschlüsse nach§ 38 des Reichsmilchgesetzes einbezogen worden ist, hat der vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ernannte Reichskommissar für die Milchwirtschaft, Freiherr von Kanne, auch eine Umbildung des Rheinisch=Westfälischen Milchwirtschaftsverbandes für erforderlich gehalten. Die Umbildung wird durch eine Anordnung vom 14. Ein Strauß schwarzer Rosen Einem Holsteiner Rosenfreund ist es in einer glücklichen Stunde gelungen, den uralten Traum aller Rosenzüchter. eine Rose von schwarzer Farbe zu züchten, zu verwirklichen. Die schwarze Rose(Nigrette) ist eine Kreuzung von Chateau Clos de Fougeot mit der Lord Castlerough Zu sehen ist dieses vielbestaunte Wunder im Rosengarten von Sangerhausen. Häftige Jungens Reunjährige oder sechsjährige höhere Schule? Die Frage der Dauer des Besuches der deutschen höheren Schule wird, was nicht verwunderlich ist, im Zusammenhange mit den großen Schulorganisationsfragen der nationalsozialistischen Revolution in der Oeffentlichkeit in steigendem Maße behandelt, ohne daß allerdings bisher, so schreibt der„Deutsche Städtetag". missen auch kraftig essen. Sie sind nicht wählerisch, bevorzugen aber besonders gut schmeckt. Mutter kann nicht von den guten und nahrhatten Süßspeisen Sie wollen einfach ihren Cetker-Rudding.! Intolge des großen Umsatzes und Dr. Oetker's Poddingpulver, ebenso wir Dr. Oetker's Badpulver und Vammm-Jucker uberall steis frisch zu haben.- Schutzmarke„Heller Koor“ beachten Vas doch, oft genug vorsetzen. □ 4 * do. Mts verfügt. Sie enthält insbesondere eine Umstellung der Verwaltung des rheinisch=westfälischen Milch wirtschaftsverdandes in Essen aus das Führerprinzip Die satzungsmäßige Ausgabe der Kollegialorgane gehe fast ausnahmslos auf den Vorsitzenden des Verbandsvorstandes. Herrn Landwirt Wildelm Kuper zu BochumLaer über. Das Verbandsgebiet wird aus das Land Lippe ausgedehnt. Die Anordnung in ledigsich als ein Nachtrag zur bestehenden Satzung gedacht, die inkraft bleibt. soweit ihre Bestimmungen nicht ausdrücklich durch die Anordnung aufgehoben werden Allen an der Milchwirtschaft beteiligten wersonen ist dringend zu empfehlen, sich moglichst bald mit der Neuordnung vertraut zu machen nach Prenzlau erlikt einer einen Verkehrsunfall. wo- Es handelt sich um einen etsernen, rotlackierten Auto bei das Rad zertrümmert wurde. Sie halsen sich nun mat von der Firma Seitz in der Große MU K— 4 Mi.. 00— 20—. Wer kennt den Tater? und für Herne Begegnung mit dem Herbst mit dem einen Rad aus und kamen auch bis Stet= 80 mal 20 cm tin. Als sie sich aus dem Wohlfahrtsamt zwecks Un=..815, Anstee terstützung meldeten, ließen sie das Rad vor dem 41.— M— 4— Mra#s### en wersen, erforderte Haus stehen, und als sie weitermachen wollten, muß Obstschalen auf den Burgr:..— 1..— Onfer Dei ten sie feststellen, daß es einen Liebhaber gefunden auf der oberen Bahnhofstraße w# Pate, der damit üder ale Berae wor. Mit. verist, Sat)grveiment oberschenkelbruch erik und ine KranVor unseren Augen tanzt ein geldes Blatt durch die Luft, und wie wit es gewahr werden, da durchfährt es uns mit leisem Schreck: die erste Begegnung mit dem Herbst. Jetzt sehen wir auch, die Baumkronen sind nicht mehr ls voll. und durch die gelichteten Zweige flimmert die Sonne auf gelden Blättern Und wieder löst sich eines, von einer Vogelschwinge gestreift, sinkt ein wenig in die Tiefe, sängt sich in einem schwachen Lufthauch und gleitet dann, um sich selbst kreisend, zu Boden. Da liegt es. groß und gelb und leuchtend. Und da trifft es die Geschwister wieder, die schon tags zuvor die Reise in den Herbst antraten und die nun. rötlich gefärbt and braungefleckt und eingedunkelt, sich krümmen und sich zusammenfalten und ihre Ränder einrollen. So faßt sie der Wind noch einmal und weht sie unter das Gebüsch, wo die Amsel drin raschelt oder ein Mäuschen. Kleine rosa Blüten sitzen noch an den Zweigen der Straucher, aber daneben leuchten schon die runden weiten Beeren. und an den Heckenrosenbüschen werden die Hagebutten jeden Tag großer. Ueberall, an Bäumen und Sträuchern, reifen die Früchte heran. Die stacheligen Kastanien wiegen sich in den hohen Kronen. und auf der Straße liegen, vorzeitig herabgesprungen, die doppeltgeflügelten Samenkapseln des Ahorn, die sich die Kinder im Spiel auf die Nase setzen. Wer ein seines Ohr hat für die leisen Stimmen des Herbstes, der hort, wie das sommerlich weiche Rauschen der Blätter spröder geworden ist, und wie es von den Zmeigen herabrieselt. Hinter jedem Samenblätichen aber. das die Erde erreicht, fliegen die kleinen dummen Buchfinken her und meinen, der Himmel lasse Brotkrumen regnen. * 2 2 nen Schuhen sind sie nun gestern wieder bei der Mutter gelandet. * Ein weileres Opfer des Baldeneyer Rekordschwimmens? In der Nacht zum Mittwoch wurde einer der Be kenhaus geschafft werden mußte. * Einen Autounfall erlitt gestern Nachmittag der Beifahrer einer Wanne Eickeler Lieferfirma beim Befahren der oberen Landnächsten Jahres 86 2560000 Mark aufgebracht und der: gleiter der so tragisch aus dem Leben gerissenen Ruth wehr. Infolge Felgenbruchs erlitt derselbe außer arbeitet, was der Wiederbelebung des Bauhandwer= Litzig, der Schwimmsportler Willi Schöneborn, dem Quetschungen einen Knöchelbruch und mußte im Krankes zugute kommt.[Eval.„ *** Wallfahrt nach Neviges. Sonntag, den 27. August, macht der Dritte Orden Krankenhaus mit einer schweren Lungenentzündung zugeführt. * Geschädigte bzw. Feugen gesucht. n Am 9. August sollen sich verschiedene Mädchen undn mnmm eurrnreine Walljahrt nach Neviges. Der Fahrpreis beträgt Knaben am Mühlenteich auf der Wiese am Stadtwald Castroper Straße. Selbige drang in der MorgenfrühRM. 1.60. Karten sind in der Geschäftsstelle des Her= Giesenberg aufgehalten haben und von einem älteren in die Wohnung des Invaliden K. ein, unter dem ner Anzeigers zu haben.[Manne in unsittlicher Weise belästigt worden sein. Vorwand, ihm Essen kochen und die Wäsche reinigen * Ferienausflug der Schulkinder von St. Bonisakins. Die Kinder haben sich bislang noch nicht ermitteln zu wollen, wobei sie die Gashähne aufdrehte. Als Dienataa ben 20 Auguft fahren wir mit dem lassen. Zwecks Aufklärung dieser Angelegenheit wer: Nachparn svater den starken Gasgeruch wahrnahmen Dienstag, den. 29. August, fahren wir mit dem....-. Kinder und deren Eltern ersucht, umgehend.—. die Sran nach dem Grund des starken kenhaus notverbunden werden. * Gasvergiftet und leblos ausgefunden. Einen gemeinen Racheakt verübte die von ihrem Mann getrennt lebende Eehefrau M. K. aus der HREEI, EILis, hrona in her Morgentruhe Dienstag, den S. Augun, sahren wir un,# den diese Kinder und deren Eltern ersucht, umgehend und d nach dem Grund des starken Gasgeru Dampfer nach Olfen. Fahrkarten sind noch zu haben.—— Dimmmer 211 im Roltzeiamt Herne vorzusprechen 4.— 2.2=2.1“ zzs 2.2242#. Der Mann konnte erst nach am Freitag und am Sonnabend von 8.30—10 Uhr hum. Jadim Dachricht Begezan gerne vorzusprechen sches fragten, stüchtete site. Der Teoggo.ge imt; ge be g. vormittags und am Sonntag nach der Andacht von bsw. vuhin Nachricht zu geben. längeren Bemühungen im Krankenhaus ins Leben Z 1g nach der Andacht von 3—4 Uhr nachmittags im Jugendsaal. Außer den Kindern können nur die bereits bestimmten Aufsichtspersonen teilnehmen. * Hinaus aufs Land. * V e r k e h r s a n f ä l l e. Gestern gegen 7,45 Uhr stürzte der Motorfahrer Theodor K. aus Essen=Steele mit seinem Rade, als er in Höhe des Hauses Strünkeder Str. 177 ein Kraftmorgen nerlich miederum em Transpar: dreirad überholen wollte. Er zog sich dabei einen Gestern morgen verließ wiederum em Transpori doppelten Bruch des linken Beines und einen Bruch 40 jungen Landhelfern unsere Stadt, die m die#### linken Oberarms zu. Infolge der durch das Regenwetter verursachten Straßenglätte ist das Motorrad beim Ueberholen auf den Straßenbahnschienen ausgeglitten.— Vor dem Hause Bahnhofstraße 45 längeren Bemühungen— rückgerufen werden, liegt aber noch danieder. Die polizeilichen Ermittlungen sind bereits eingeleitet worden. von Gegend von Stade fuhren. Ein Ständchen im Marienhospital. Auf die Kunde, daß sein musikalischer Führer, Ed mund Konsek, wegen Krankheit im Marienhospital stießen Dienstag gegen 15,05 Uhr eine Radfahrerin sich befand, eilte der M. G. V.„Concordia“ Sodingen und ein Radfahrer zusammen, wobei erstere leichte mit seinem Chor, 74 Sänger, am Sonntagvormittag Hautabschürfungen erlitt. zur Krankenstätte, um seinem beliebten Dirigenten# Gefährliche Körperverletzung. einen musikalischen Sonntagsgruß zu bescheren. Das nennt man echte Sängerkameradschaft, ein schönes Beispiel wahrer Volksgemeinschaft. Wo kommt auch f.4 2.122 g.Tcincpgue, u. ver oer gens;ap„Segrznter, Verband sozialer Baubetriebe zusammengeschlossener diese wohl prächtiger zum Ausdruck als gerade in un 1ch einer Auseinandersetzung von dem ihm dekannten Betrieb, statt. Zweck und Ziel der Tagung ist es, zuDienstag vormittag wurde der Invalide Johann in seiner Trinkhalle in der Behrensstraße gelegent* B e t r i e b s u n f a l l. Von einem schweren Arbeitsunfall wurde auf einer benachbarten Zechenanlage der für eine Bochumer Firma beschäftigte Monteur Willi M. aus der oberen Wiescherstraße betroffen. Infolge Ueberdruck platzte plötzlich eine schadhaft gewordene Hochdruckleitung von deren Bruchstücken M. erheblich am Kopf verletzt wurde, so daß er dem Krankenhause überführt werden mußte. Bauhüttentag in Berlin. Freitag, den 25. August, findet im Plenarsaal der Reichswirtschaftsrates eine Tagung sämtlicher umn Versandleiter Wilhelm Zohn: Wilbelm John durch Herzschlag plötzlich verschieden. Diese Kunde durcheilte in den DienstagAbendstunden unsere Stadt; man konnte es nicht faslen, man zweifelte, und doch war es leider Wahrheit. In Gelsenkirchen, wohin er mit einem Freunde gefahren war, riß ihn der Tod plötzlich aus dem Leben. Der Verstorbene war im wahrsten Sinne des Wortes Beamter. Fast 30 Jahre als Versandleiter bei der Bergwerksgesellschaft Hibernia tätig, bekleidete er diesen Posten mit einem nimmermüden Eifer und seltener Pflichttreue. Er kannte nur Arbeit und Pflicht. Lange Jahre war er Vertreter der Angestellten im Aufsichtsrat der Hibernia. Seine Tätigkeit als Ortsgruppenleiter im V. K. G. wurde hoch geschätzt, wie er hier gearbeitet hat, können nur die ermessen, welche zu ihm in engerer Beziehung standen. Am Tage seines 25jährigen Dienstjubiläums war es gerade der V. K. G., der sich besonders dankbar seinem Vorsitzenden gegenüber zeigte. Vor 2 Jahren feierte er mit seiner Famine das Fest der silbernen Hochzeit. Er hoffte, nun bald einen ruhigen Lebensabend verdient zu haben, aber der Herr hat es anders gewollt. Alle, die den lieben Verstorbenen kannten, schätzten seinen lauteren Charakter, stets war er hilfsbereit, wo es galt, Not zu lindern, er dachte nie zuerst an sich. Der vom Leid so schwer getroffenen Familie bringt man allgemeine Teilnahme entgegen.— Er ruhe in Frieden! wohl prächtiger zum werden. Selbstverständlich brachte der Chor auch den vielen Kranken des Hauses einige Liederspenden zu Gehör, die diese mit viel Freude entgegennahmen und mit dankbarem Beifall quittierten. gerade in un S4reiner Adolf M. mie einer Eisanst=ua= gascinne Betriebe statt. Zweck und Ziel de... — Schreiner Adolf P. mit einer Eisenstange geschlagen nächst eine klare Uebersicht über die nach der Gleicheren Männergesangvereinen, so diese gut geführt 825.—4 an de ine Körverleite am linten merden Selbstnerstandlich brachte der Chor auch den; und dadurch an der linken Körperseite, am linken r Unvorhergesehenes Ende einer Deutschlandfahrt. Vor einigen Wochen waren zwei erwerbslose Jungbergleute aus der Kolonie Friedrich der Große mit ihren Rädern aufgebrochen, um eine Fahrt um Deutschland zu machen. Ende Juli befanden sie sich auf der Fahrt von Hamburg nach Stettin und wurden hier zur Rückkehr gezwungen. Auf der Chaussee Oberarm und am linken Schienbein erheblich verletzt. Gegen den Täter ist Anzeige erstattet. * W e i n t r a u b e n e n t w e n d e t. In der Nacht zum Dienstag wurden von einem Weinstock am Hause Hafenstraße 36 eine größere Menge Weintrauben abgerissen und mitgenommen. * Zigarettenautomat gestohlen. In der Nacht zum 18. August wurde aus der Gaststube der Wirtschaft B., Strünkeder Str. 141, ein Zigarettenautomat mit ca. 27 RM. Inhakt gestohlen. schaltung und der Eingliederung der Bauhütten in die Deutsche Arbeitsfront geleistete Arbeit zu schaffen und der Oeffentlichkeit den Weg zu zeigen, den die deutsche Bauhüttenbewegung im nationalsozialistischen Staat gehen wird. Die Tagung steht unter der Leitung des Beauftragten des Verbandes sozialer Baubetriebe, Gmbh., Architekt Franz Straßer. Eröffnung der Herner Handwerker=Messe im Ständehaus im *„Der Waffenschmied.“ Die Kolpingsgesellen proden seit längerer Zeit an einem Volksbühnenspiel, betitelt„Der Waffenschmied“. neu bearbeitet von Hillmann. Die Spielleitung lieat in den Händen des bekannten Spielleiters H. Pollmann, dessen Technik mn Spiel und Leitung zur Genüge bekannt sein dürfte. Ein vollständig neues Bühnenbild wird uns von Theo Schulte vor Augen geführt. Unter den Spielern sind bekannte Personen wie Frl. Halm, Frl. Schömer und die Herren Haselhorst. Rether, Schulte, Kock und Pollmann zu finden. Kolpingssänger verschönen Spiel und Gesang. Die Musik wird von fachkundigen Leuten ausgeführt unter sicherer Stabführung von Max Israel. Wir Belebung des Baumarktes durch Beramannssiedlungen Die Treuhandstelle Essen für Bergmannssiedlungen hat unter den Bergleuten eine Eigenheimsiedlung eingeleitet, die schon jetzt ganz erfreuliche Ergebnisse zu verzeichnen hat. Die Anmeldungen laufen in großer Zahl ein. So liegen bei der Bergmannssiedlung Bochum bereits über 500 Anmeldungen vor und noch weitere hundert Anmeldungen aus den ihr unterstellten Bergmannssiedlungsgruppen in Herne, Wattenscheid, Castrop=Rauxel und Hattingen. Die Ausführung segt schon im nächsten Winter ein und soll Ende 1934 vollendet sein. Die Bergmannssiedlungsgruppe Gelsenkirchen hat über 600 Anmeldungen von Anwärtern vorliegen. Gleich günstige Anmeldungen haben auch die übrigen Bergmannssiedlungsgruppen des Ruhrreviers mitgeteilt, so daß für den gesamten Bezirk der Treuhandstelle Essen sich die Zahl der zu errichtenden Eigenheime auf rund 5000 stellt. Die Gesamtkosten für ein kleines Eigenheim stellen sich auf 4500 Mark für ein großeres auf 6000 Mark. Für die zur Anmeldung gelangten Eigenheimbauten, sowie für 2000 vorgesehene Bauten in Randsiedlungen werden im gesamten Ruhrbezirke im Laufe dieses und des Im Ständehaus(früher Volkshaus) wurde gestern Qualitätsarbeit des deutschen Handwerks selbst im umter sicherer Stabführung von mur Io###n— nachmittag die Handwerker=Messe der Herner Schrei- Ausland zu hohem Ansehen gelangt, also obliege uns verweisen schon jetzt auf den bereits eingesetzten Karner=Zwangsinnung der Polsterer= und Elektro=In= Deutschen erst recht die Pflicht, das bodenständige und zenverkauf. Den Kolpingsgesellen dürfte ein guter nung vom Herrn Oberburgermeister Meister er=sortsansässige Handwerk zu fördern. Er könne nun Verlanf und ein volle Haus zu wünschen sein. öffnet. viel über die Sehenswürdigkeiten der Ausstellung Obermeister Brinkmann von der Schreiner= sprechen. aber jeder Gegenstand werde selber für sich Zwangsinnung, der Leiter der Ausstellung, dankte für sprechen und auf die Besucher wirken. Er hoffe, daß den zahlreichen Besuch und hieß im Namen der be= sich recht viele Käufer einfinden würden und eröffne teiligten Innungen besonders Oberbürgermeister mit diesem Wunsche auch die Herner HandwerkerMeister und Stadtverordnetenvorsteher Bongardt messe, der er einen recht großen Erfolg wünsche. willkommen. Der Grundgedanke der Ausstellung sei! Die der Ausstellung zu Grunde liegende Idee verder, den arbeitslosen Fachgesellen wieder Arbeit und kündet ein großes Plakat: Volksgenossen! Helft dem Brot zu geben. schwer ringenden herner Schreinerhandwerk. In Stadtverordnetenvorsteher Bougardt dancte Eurer Hand liegt seine Lebensfähigkeit. Macht es boden Veranstaltern, besonders Obermeister Brinkmann, denständig. Obermeister Brinkmann hatte für eine für die Mühe und Arbeit mit der sie eine solch vor- würdige Ausstattung der Messe im nationalen Sinne bildliche Ausstellung durchgeführt haben. Sie sei der Sorge getragen. Das Bild des Herrn Reichskanzlers beste Beweis dafür, daß die Herner Handwerker grüßt die Besucher von der Bühne herab. Eine wunSchritt gehalten hätten mit der Zeit, die ausgestellten dervolle Blumendekoration teilt die Reihen der StänModellstücke wurden die Anerkennung aller Besucher de wirkungsvoll von einander. Ein Rundgang zeigte finden. Er mache zur Pflicht, daß das ortsanfässige eine Fülle von gediegenem Handwerkerkönnen. HerHandwerk nun aber auch nur eigene Facharbeiten ren= und Speisezimmer, Küchen und Wohnküchen für den Käufern anbiete, und nicht herkomme und Fabrik= die Durchschnittsbörse, ein Raum hübscher als der anware verkaufe. Vongardt wies auf die Ehestands= dere, sind dort aufgebaut. Polsterwaren, die praktisch. darlehen des Staates hin. Gerade der Seaat sei der bequem und farbenfroh gearbeitet sind, und eine FülFörderer solcher Schaffenden und sichere ihnen die le von Teppichen, breiten sich vor des Besuchers Augen denkbar möglichste Unterstützung zu. Allen Hernern aus. werde hier Gelegenheit gegeben, sich von der Lei=] Das Herner Schreiner= und Polsterer=Handwerk stungsfähigkeit des einheimischen Handwerks zu über= zeigt hier wirkliche Leistungsarbeit, man hat seine zeugen. Der Redner forderte die Besucherschaft auf, Freude an allen Ausstellungsgegenständen. Daneben gefallen die Dekorationen, wie Leuchter, Bilder. Radiogeräte und was sonst noch alles zur Einrichtung eines gemütlichen und, was die Hauptsache ist, preiswerten Heimes gehört. Hoffentlich findet die Ausstellung in den weiten Bevölkerungskreisen die rege Beachtung, die sie verdient! Für das Herner Handwerk möge sie die besten Früchte tragen! Das sei unser Wunsch! DOPPELSTUCK nur zeugen. Der Redner forderte die Besucherschaft auf, den Herner Handwerkern auch den geschäftlichen Erfolg nicht vorzuenthalten. Nach ihm nahm Oberbürgermeister Meister das Wort. Das alte Sprichwort„Handwerk hat einen goldenen Boden“, habe hohe Geltung zu Großväterszeit gehabt, und vor dem Kriege. nach dem Kriege hätten die Zeitumstände der Handwerkerarbeit ein stiefmütterliches Dasein gebracht. Nun sei aber wieder WÜRFEL nur ... ane konn sich jede Hoostran die gote SUNLICHT SEIFE leisten. Schöffengericht Herne. Schuhkreme verursachte Stubenbrand. Am 11. April dieses Jahres entstand auf der Vonder=Heydt=Straße ein Hausbrand. Kaum, daß dieser von unserer Feuerwehr gelöscht worden war, wurde diese zum zweiten Male zum selben Hause gerufen. In der Küche eines Ledergeschäftes brannten ein Küchenschrank, die Gardinen, das Linoleum, der Fußboden und die Tür. Fußboden und Tür wurden nur versengt, ware aber die Feuerwehr nicht rechtzeitig zurückgekommen, hätte die mit Lack gestrichene Tür das Feuer auf weitere Räumlichkeiten übertragen. Der fahrlässigen Brandstiftung war nun der Inhaber des Geschäfts angeklagt. Die Entstehung des zweiten Brandes schilderte er folgendermaßen: Bei dem ersten Brande war durch das Löschwasser mancher Warenteil verdorben worden. So hatte auch ein Karton mit 144 Kilo Schuhcreme zuviel Wasser mitbekommen. Als er den Karton visitierte, glaubte er, daß die Creme noch zu verwerten sei, wenn er sie trokinen würde. Also stellte er den Karton mit der Schuhcreme auf den weniger befeuerten Teil des Ofens. Plötzlich wurde er in den Laden gerufen, wo man die durch den ersten Brand hervorgerufenen Schäden besichtigen wollte. Vom Laden aus glaubte er den Karton beaufsichtigen zu können. Nun verzögerte sich der Aufenthalt im Laden und auf einmal nahm der Ladeninhaber eine Rauchentwicklung in der Küche wahr. Schnell stürzte er zur Küche und versuchte, den Karton vom Ofen herunterzunehmen und auf den Boden zu stellen. Dabei floß ihm aber die flüssig gewordene Schuhcreme aus. In der Creme befindet sich Terpentin, das leicht entzundbar ist, es ging auch so fort m Flammen auf. Das Linoleum brannte, die Gardinen fingen Fever, dieses griff dann auf den Küchenschrank und die Tür über. Wie schon angeführt, die wieder alarmierte Feuerwehr beseitigte jede weitere Brandgefahr. Das Schöffengericht hatte seine Anklage nur auf die Aussagen des sich selber belastenden Ladeninhabers aufgebaut. Der herbeigerufene Kriminalbeamte machte vor dem Richter eine mit der des Ladeninhabers nicht übereinstimmende Aussage. Das Gericht sah sich darauf gezwungen, eine Ortsbesichtigung mit den Schöffen und dem Angeklagten vorzunehmen. Die eingehende Besichtigung milderte die Fahrlässigkeit des Angeklagten nicht. Der Verteidiger wies zwar darauf hin, daß die verbrannten Gegenstände mit dem Hause nichts zu tun hatten, höchstens die Tür und diese wäre nicht so sehr bei der Feuerverbreitung ins Gewicht gefallen Das Gericht stellte sich jedoch auf den Standpunkt, der Angeklagte hätte die Gefährlichkeit seiner Handlungsweise erkennen müssen. Solche gefährlichen Experimente müßten durch erhebliche Strafen unterbunden werden. Eine Strafe von 100 Goldmark erscheine als angemessene Sühne der fahrlässigen Brandstiftung. Ein Tagebuch gegen die Schutzpokizel. Der angeklagte Kraftwagenführer, bereits einmal wegen Beleidigung der Schutzpolizei vorbestraft, hatte sich erneut vor den Schöffen zu verantworten. Er stellt den Typ des Querulanten dar, der da glaubt, für andere als Beschützer aufzutreten und sich dabei einen Namen zu machen. Von Recklinghausen kom mend, wo er auch wohnhaft ist, wurde er Droschken fahrer am Herner Bahnhof. Früher kamen die Fahrer gut mit den Polizeibeamten aus. Jetzt mischte sich der Angeklagte aber in alle Dienstangelegenheiten der Polizei mit den Droschkenfahrern hinein und führte sogar ein Tagebuch gegen sie. Er bespitzelte sie, ein „kleines Bierchen“ wurde zum„Saufgelage“, berechtigte Anzeigen wegen Fehlens von Winkern oder Aufforderungen, die Droschken in Ordnung zu halten, wurden von ihm als Schikane bezeichnet. Er hatte den sonderbaren Standpunkt, das Leben sei schwer, man solle in solchen Fragen ein Auge zudrücken. Als ihm die Beamten nicht den Gefallen taten, wandte sich der Angeklagte mit Eingaben an die vorgesetzte Dienstbehörde und versuchte die Beamten zu verleumden. Daß es solche Disharmonien zwischen Droschkenfahrern und Beamten am Bahnhof nicht gab, bezeugten zwei Droschkenfahrer vor Gericht. Ja, seitdem dem Angeklagten der Droschkenführerschein entzogen wurde, ist es wieder ruhig am Bahnhof geworden. Die beiden angeschwärzten Beamten ließen sich des lieben Friedens wegen zu anderen Wachen versetzen. Einer ihrer Nachfolger wurde am 29. Mai von dem Angeklagten angehalten und dabei schwer beleidigt, als wenn er der Fortsetzer der Schikanen im Auftrage der früheren Beamten ware. Von diesen behauptete er dem neuen Beamten gegenüber, sie würden„Gott und die Welt gegen ihn zusammenschwören“. Trotz der Zeugenaussagen seiner Kollegen leugnete der Angeklagte die Beleidigungen und berief sich darauf, daß er so etwas nie sagen würde. Das Gericht bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 150 M. Von dem Urteil wird gleichzeitig die Sturmabteilung, der der Angeklagte angehört, in Kenntnis gesetzt. Die Gerichte werden in Zukunft immer so verfahren. Von dem Angeklagten sagte das Herner Schöffengericht in der Urteilsbegründung, es halte ihm seine Jugend (er sei bei Kriegsausbruch 5 Jahre alt gewesen) zugute. In Zukunft solle er seine Worte mehr auf die Goldwaage legen. Der scheinbar nicht zur Einsicht gekommene Angeklagte sagte:„Der Kampf geht wetter!“ Nichts vom Leben gehabt? Ein junger, verheirateter Mann wohnte als Untermieter mit einem anderen Untermieter Wand an Wand. Er war seit Jahren arbeitslos, der andere arbeitete und pflegte seine Ersparnisse im Schrank aufzubewahren. Davon erhielt der andere Kenntnis. Eines Tages nahm er den Schlüssel des eigenen Kleiderschrankes und schlich sich zum Zimmer des anderen Untermieters, öffnete mit dem Schlüssel den Schrank und stahl daraus die Ersparnisse in Höhe von 80 M. Davon kaufte er sich zunächst eine Krawatte, und 30 Mark verjubelte er, denn er bildete sich ein, bisher nichts vom Leben gehabt zu haben und wollte nun das Leben in vollen Zügen genießen. Sein Diebstahl, oder vielmehr sein Einbruch, kam heraus. Da er bereits vorbestraft ist, traf ihn die Strafe von 1 Jahr Gefängnis. Ilgo. Das schöne Bad Rothenfelde. Das bekanntlich nicht nur der Kinderwelt, sondern auch als eine der heilkräftigsten Stätten längst bekannt ist, hat wie schon kurz mitgetellt, einen ganz hervorragenden Anziehungspunkt in Gestalt eines großen musterhaft angelegten Freibades erhalten. Es ist auf einer Anhöbe gelegen und man dat von dort aus einen unvergleichlich schönen Blich auf die nädere und weitere Umgebung Rotdenfeldes, dis an die Berge des Teutoburger Waldes. Ein sehr großes Schwimmdassin, ein kleines für Kinder, Planschdecken, ein Sprungturm mit einer Wasserrutschbahn, geräumige, sorgsam gepflegte Liegewiesen, weiträumige Auskleidezellen, eine hoch oben gelegene Erfrischungsstätte machen das Ganze zu einer Erholungsanlage ersten Ranges. Besonders wertvoll und einzigartig ist die Druchsetzung des Wassers, das stets frisch und klar und in angemessener Temperatur erhalten wird, mit Sole. in der binreichenden Menge von 1 v. H. Diese Musteranlage erfreut sich zunehmender Beliedtheit, nicht nur bei den in ständig steigender Zahl nach Rothenfelde kommenden Kurgösten, sondern auch bei Ausflüglern, die sich immer wieder erfreuen an dem schönen Badeort und im besonderen an diesem herrlichen Schwimmbad. 3 * 0 * *: * S 1 0 0: 2 10 5 3 02 8 ab 3 ∆ ( BB5FSBARRAG „Sa-g grnxgEFTNTRG Se BSTSoSa'n —"HTGRRT .•*„. 8• * 7SgS5E Sn BEIGPE AESAae S b* „.# FORETTBAT ## SS FESSSER ####-TAyS PAE3 ESÄAET FSHETSE S°sgn JTpTSRR SPE KASRRSEE — S •.* 999 05 * 5 S U *• 5" 7 122 B 9 Gangsters auf neuen Wegen Chilagos Verbrecherwelt stellt sich um. Chikagos Verbrecherwelt steht wieder einmal im Mittelpunkt der Oeffentlichkeit. Das brutale Treiben der Verbrecher am Michigansee dat die Bundestegierung zu einem großen Schlag veranlaßt. 300 Polizisten, ausgerüstet mit den Waffen und Hilfsmitteln, baben den Kampf begonnen. Es kam zu einem regelrechten Feuergefecht. aber das Ende vom Lied lautet auch diesmal— wie immer— die Gangsters entkamen! Die Allmacht der Nackets in Chikago scheint unerschütterlich zu stehen. Man hat sich nachgerade daran gewöhnt, aber jetzt, nachdem doch die Prohibition den Verbrechern in Neuyork und Chikago das„Wasser“ so gut wie abgegraben hat, versprach man sich im Stillen grundlegende Aenderung der Dinge. Die Rechnung stimmte nicht. Die„Nacketeers" haben sich umgestellt. Bier und Schnaps sind als Verdienstquellen für die Verbrecher verschüttet. Aus dem=Alkohol ist kein Geschäft mehr zu machen, und was sich etwa noch herausholen läßt, überließen die „Nacketeers“ großmütig den Schmugglern. Sie selbst aber mußten sich nach neuen Geldquellen umsehen. Entführungen, früher Seltenheiten, gehören heute durchaus ins Programm. In aller Erinnerung ist noch der Fall des Kindes Lindbergh, ihm folgten zahlreiche Entführungen. die aber nicht weiter bekannt wurden. Eine Ausnahme bilden die Fälle John Factor und Charles Urshel. Dieser, ein großer Oelmagnat, jener einer der bekanntesten Oelspekulanten, wurden von einer berüchtigten Bande entführt. Wahrend Urshel erst gegen ein Lösegeld von 270 000 Dollar freigelassen wurde, ist man über das Schicksal Factors noch im Unklaren. Wie man sieht, sind die neuen Einnahmemöglichkeiten nicht schlecht. 270 000 Dollar für eine Entführung ist allerhand Geld. Um aber solcher Beute sicher zu sein, müssen große Organisationen aufgebracht werden. Sie können alles, ihnen steht jeder Erfolg offen, denn sie haben die Macht und die brutale Hand. Wenn man jetzt hört, daß die Gangsters von Chikago im Vergnügungsviertel auf der Weltausstellung am Michigansee rund 40 Konzessionen erhalten haben, erkennt man die guten Beziehungen dieser Herren ebenso wie die Gewalt, über die sie anscheinend verfügen und mit der sie zu wirken verstehen. Ein Fall wie dieser scheint ja das Verdrechertum Amerikas geradezu auf die Ausstellungsliste zu setzen. Rein Wunder, wenn jetzt die Bundesregierung alles unternimmt, um das Gangster=Unwesen endgültig zu beseitigen. Die Bekämpfung dauert zwar schon jahrelang, aber der durchschlagende Erfolg läßt immer noch auf sich warten Jeder neue Bürgermeister gelobt. in Chikago auszuräumen, durchzugreisen. Die Polizei bricht auch auf. aber die Gangsters— entkommen immer. Seltsam... Leicht hatten es die Gangsters nie. Früher mußten sich die Armen der Alkoholgeschäfte wegen gegenseitig ermorden, aber jetzt... Jetzt? Man glaubt es kaum! Jegt müssen sie sich schon mit dem erbärmlichen Gewerde. Fensterscheiben einzuwersen, abfinden. Das ist der neueste Schlager und berührt beinahe wie— Dekadenz der Gangsters. Wie ein Witz mutet diese Neuheit an, aber es ist so. Die Gangsters wersen jetzt Fensterscheinben ein, natürlich Schaufensterscheiben, denn mit Kleinigkeiten geben sich solche Leute nicht ab. Und aus den entstandenen Scherben machen sie dann ihr Glück. Die Kaufleute werden nämlich gezwungen, gegen fast unerschwingliche Preise die Scheiben von den Gangsters zu beziehen. Tun sie das nicht, liegen am anderen Morgen die Scherben wieder vor dem Haus. „Kontrolle" noch und noch! Einzelne Verbrechersondikate kontrollieren Wäschereien und Reinigungsanstalten. Automaten, Glücksspiele und vor allem auch die Beerdigungsinstitute Chikagos. So bringt ein Verbrechen das andere, die Erpressungen jagen sich, und die Oeffentlichkeit wird in unglaublicher Weise terrorisiert. Früher konnte man in den Witzblättern Ratschläge für ahnungslose Fremde finden, die den Besuchern Chikagos Panzerwesten empfahlen. Heute braucht man nicht mehr zu lachen, denn inzwischen hat die Zeit bewiesen, daß das wachsende Verbrechertum durchaus ernst gemacht hat. Nicht ohne Schuld ist dabei die verhängnisvolle Prohibition, die im Krieg eingeführt wurde. Die übelste Rolle in der kommenden Entwicklung spielte die Lage der Stadt am Michigansee, der hier eine offene Grenze nach dem„nassen“ Kanada bildet. Auf kleinen Dampfern und Motorbooten wurde der kostbare Alkohol nuchis über den See geschafft, an einsamen Stellen in Lastkraftwagen geladen und so ins Innere des Landes befördert. Dieses Geschäft war zwar nicht ganz ungefährlich, da die Prohibitionsagenten Tag und Nacht und unerbittliche Jagd machten. Die Gangsters hatten aber findige Köpfe und kamen auf die Idee, den riskanten Schmudgel andern zu überlasen während üe selbit mit gutbewaffneten Leuten den Kraftwagentrausporten auflauerten und ihnen den wertvollen„dooze“, das ist Alkohol, abjagten. Um sich gegen diese Ueberfälle zu schützen, bildeten auch die bootleggers ihre „gangs“. Der Bandenkrieg in Chikago war fertig, die Unterwelt hatte ihre Fronten, und unzählige Opfer waren die Folge. Aus diesen Voraussetzungen, die sich im Lause der Zeit zu unerschütterlichen„Notwendigkeiter“ entwickelten, leiten sich auch die heutigen Mißstände noch ab. Gewiß, die Regierung tut alles und neuerdings entschiedener als früher, um dem Verbrechertum entscheidend zu begegnen. Aber wie die neuesten Meldungen wieder zeigen, gehen die gutgemeinten Ratschläge immer wieder ins—„Wasser“. So gelang Fluch und Segen der 302 Bulkaue Die 302 Vulkane auf den Inseln von Niederländisch=Indien geben diesen ihren Charakter. Es ist alles vulkanisches Gebiet, und wie sehr alles Leben auf Inaulinde von den riesigen Kratern beherrscht wird, dafür braucht man ja nur einen einzigen Namen zu nennen, der nur voll Schrecken unter den Einwohnern der Inseln genannt wird. Kratertae. Es ist der schreckliche Vulkan auf einer der kleinen Inseln der Sundastraße. Bei seinem furchtbarsten Ausbruch im Jahre 1883 hat er 40 000 Opfer an Menschenleben verschlungen. Seitdem ist seine Umgebung im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der Erdbeben gewohnten Bevölkerung von dieser nicht wieder bezogen worden. Hier wie in Südamerika hat man das Erdbeben täglich. Zum Glück nicht immer so, daß die Wände einzufallen drohen. Aber einmal zittert der Boden vom unterirdischen Stoß gewöhnlich doch. Des öfteren sind die entsprechend gebauten Häuser über Nacht ein ganzes Stück weitergerückt. Die Vulkane sind das Schicksal, sind der Fluch und Schrecken des herrlichen Landes. Und der Kratertap ist der Geist des Bösen selbst.— Aber nicht nur Unsegen, nicht nur Gefahr und Not und Tod— sondern auch Segen, blühendes Leben, fruchtbares Wachstum, herrliches Gedeihen bedeuten die Bukane der malaiischen Inseln für Niederländisch=Indien. Die fruchtbare Lava ist schwer zu beackern, aber sie bringt dafür reiche Frucht. Und um die Häupter der Vulkane sammeln sich eigenartigerweise die Regenwolken vom Meeresdunst am Aequator zahlreicher und dichter, als sonst im Gebirge. Die mächtigen Kraterseen sind natürliche und mächtige Wasserbehälter. Eine Unmenge von Bächen, Flüssen und Strömen wird daraus unablässig gespeist, und sie bewässern den so überaus fruchtbaren Boden der LavaAsche. Richt nur Fluch, nein auch Segen sind die 302 Vulkane für Insulinde. Gewittererlebnisse Wir haben uns daran gewöhnt, Gewitter im allgemeinen als gefahrlos anzusehen, dennoch belehrees den Gangsters, die hier in einem harten Feuergefecht zu widerstehen vermochten, den Polizeikordon zu durchbrechen und in einem 16=zylindrigen Panzerwagen zu entkommen. Die Organisation der amerikanischen„Nacketeers", der organisierten Erpresserbanden, ist raffiniert ausgebaut, und wo ein„Syndikat“, so nennen die Leute um Capone ihre Verdrecherzentralen, unschädlich gemacht wird, entstehen drei neue. Die Hoffnung, daß die Aufhebung der Prohibition den Gangsters großen Abbruch zue, hat sich nicht erfüllt, sie waren wendig genug. mit der Tatsache zu rechnen und sich— um zustellen. Dennoch darf man erwarten, daß die neuen Maßnahmen auch in Chikago Wandel schaffen. In Neuyork hat sich bereits vieles gebessert. uns die Zeitungen fast täglich, daß irgendwo ein Gewitter beträchtlichen Schaden angerichtet oder Men schenleben vernichtet hat. In der Tat machen wir unkaum eine Vorstellung, wie ungeheuren Schaden ein einziger Blitzschlag anrichten kann. Es sollen deshalb hier einige Beispiele dafür angeführt werden, daß Gewitter viel bedrohlicher sind, als wir uns im allgemeinen klar machen. Vor etwa einem Jahr ging ein Blitz in eine Schafherde bei Cloremont=Ferrand in Frankreich nieder und tötete von den 600 Schafen der Herde 450 Stück. Bei einem andern Gewitter wurden in Australien durch einen einzigen Blitz 42 Eingeborene getötet, die in einer großen, offenen Höhle Schutz gesucht hatten. Im Jahre 1930 schlug ein Blitz in ein Schiff, das auf dem oberen St.=Lorenzstrom fuhr. Das Fahrzeug wurde in Atome zerschmettert und von der Mannschaft von zweiundvierzig Mann wurden einunddreißig auf der Stelle getötet. Die Gelehrten wissen, daß die Kraft eines einzigen Blitzes genügt. 550 Tonnen etwa 1000 Meter hoch zu heben; es ist also ganz begreiflich, daß er unter Umständen auch entsetzliche Wirkungen herbeiführt. Im Juli 1929 wurde ein junger Gärtner in einem Garten in der Nähe von Liverpool vom Blitz getroffen. Als man die Leiche fand, sah man, daß das rechte Hosenbein abgerissen war. Ebenso war der rechte Stiefel vom Fuß gerissen und verschwunden. Man konnte keine Spur von ihm finden. Ein Arbeiter, der eine Bierflasche öffnen wollte, hatte auch ein merkwürdiges Erlebnis. Plötz lich schlug der Blitz in den Schornstein ein und betäubte den Mann. Als er wieder zu sich kam, sah er, daß der Hals der Bierflasche ganz glatt wie mit einem Messer abgeschnitten war. Auch ein Mann, der sich gerade rasierte, hatte ein recht unheimliches Erlebnis. Der Blitz schlug in den Schornstein des Hauses ein, das Rasiermesser wurde dem Mann aus der Hand gerissen und segelte durch das Zimmer. Abgesehen von dem Schreck blieb der Mann unversehrt, aber er brach fast ohnmächtig zusammen, als er sich klar machte, daß ebensogut des Messer ihm die Kehle hätte durchschneiden können Die bunte Zeitung Am Herdieler### Nr. 58* Unterbaltungsbeilage zum Heener Anzeiger= 1033 Feuilleton-Vertrieb durch A. Als die drei Männer allein waren, käusperte sich der Kapitän und begann zögernd: „Dr. Li=Tung, es tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen, aber Mr. Alscott verdächtigt Sie des doppelten Frauenraubs.“ Der Chinese fuhr herum „Mich?“ fragte er und riß die Aeuglein auf.„Mr. Alscott, wie kommen Sie beim Himmel auf solche Gedanken?" Der Amerikaner reckte sich empor wie ein rauflustiger Hahn. „Das werde ich Ihnen sofort erklären, Dr. Li=Tung. Haben Sie nicht selbst ausdrücklich gesagt, daß ich die indische Fürstin ausgeschlossen in der von mir angegebenen Zeit entschleiert sehen werde?" Ja: „Nun, am selben Abend wurde die Fürstin entführt. Wie konnten Sie das voraussehen, ha?“ „Ich habe es gar nicht gewußt.“ „So? Haben Sie nicht? Was hatten dann aber Ihre Worte zu bedeuten, hä?“ Der Knebelbart Mr. Alscotts wippte auf und ab, wie der Schwanz einer Bachstelze. „Aber das ist doch sehr einfach: Ich gab Ihrem Vorhaben deshalb keine Chance, weil ich weiß, daß es einem Europäer unmöglich ist, sich einer orientalischen Dame zu nähern, wenn es ihr Gemahl nicht will.“ Mr. Alscott machte ein Gesicht wie ein Junge, dem ein Ei zu Boden gefallen ist. „Na. und Ihre Aeußerungen wegen der Französin —. Sie wissen schon— Schanghai, Haus der Freude und so weiter", fragte er jetzt schon kleinlaut. „Wollen Sie mir daraus etwa gar nachweisen, daß ich die Französin entführt hätte? Weil ich feststellte, daß es in Schanghai weiße Teemädchen gibt?— Ich bin in der Lage nachzuweisen, daß ich mich zur kritischen Zeit in Verber befand. Ich bin bereit, Ihnen die Namen der betreffenden Personen, mit denen ich dort sprach, anzugeben, Kapitän", wandte sich der Chinese an diesen. Der Offizier machte eine abwehrende Handbewegung. „Ich danke, Ihre Anzeige genügt vollkommen, um so mehr, als wir ganz eindeutige Spuren nach einer anderen Richtung hin haben. Ich bitte die Herren sich nicht weiter zu bemühen.“ Die beiden Gegner traten aus der Offizierskajüte und begaben sich wieder aufs Promenadendeck. „Und wollen Sie etwa auch leugnen, daß Sie mir meine beiden Südamerikageschäfte weggeschnappt haben?“ „Nein, das leugne ich nicht", sagte der Chinese „Wie nennen Sie eine solche Handlungsweise, Sie bolschewistischer Industriespion?" brauste der Amerikaner auf. „Der große Liä=dsü sagt: Wenn du an Mohn vorbeigehst, den ein Narr am Wege gepflanzt hat, pflückst ihn nicht, dann bist du selbst ein dreifacher Narr.“ Und ehe Mr. Alscott noch etwas weiteres sagen konnte, fuhr der Chinese in eindringlichem Tone fort: „Viele Grüße an Ihre Tochter.“ Dr. Li=Tung wandte dem Amerikaner den Rücken und ging. Mr. Alscott aber blieb traumverloren stehen und murmelte: „Meine Tochter— meine Tochter—“. Ein idiotisches Grinsen ging über seine Züge.„Meine Tochter ist in Chicago“, sagte er tonlos. Und seine Schritte wurden schwach wie die eines kleinen Kindes. Im Speisesaal tagte ununterbrochen der Ausschuß des Selbstschutzes. Runmehr hatte jedes Mitglied seine Waffen herbeigebracht, die eifrig untersucht und begutachtet wurden. Als Arvid an seinen gewohnten Nischentisch trat, saß dort bereits Herr Treitsche mit leiner Garoline. Vor ihm lagen zwei mächtige Pistolen, von denen er bald die eine, bald die andere in die Hand nahm und damit herumsuchtelte „Willibald, se wern uff Ja und Nee losgähn", kreischte Frau Garoline. „Och, da sei du gar nich bange. Die sin versichert. Nee, mei' Liewe, uns gann geener mehr. Gu'n Ahmd, Herr Larsen“, grüßte er den Dänen.„Nu, was saachen Se“, fragte er stolz.„Bis uff de Backenzähne unner Waffen! Ru soll mer so'n Glabaudermann iewer mei' Garoline gomm'. Dem schieß ich von oben bis unden Gnopflecher in sein Gorbus. Awer des saach'ch dir", wandte er sich streng an seine Frau,„daß de mer ooch geen Schritt uff Deck gehst.“ „Awer unner Daachs“, wagte Garoline einzuwenden. „Du hast am Daach genau so wenig oben zu suchen wie in der Nacht. Du gommst zum Essen raus und sonst haste Zimmerarrest.“ „Awer Willibald!“ „Stille biste! Ru hab eemal ich de Hosen an un da kannste nu lange lauern, bis ich se wieder runnerzieh!“ Herr Treitsche verstaute seine Pistolen, denn eben wurde die Suppe serviert. Hilde und der Amerikaner waren ebenfalls an den Tisch gekommen, der Inder speiste am rechten Nebentisch. Der Sachse sah während des Mahles bald den Radscha, bald Mr. Alscott mit scheuen Blicken an. Auch er hatte von dem hypnotischen Experiment des Inders gehört und es war ihm in Gegenwart des Amerikaners unheimlich zumute. „Daß dem die Gleeßchen nich im Hals stecken bleim. das wunnert mich". flüsterte er dem Dänen zu. Als das Essen abserviert wurde, warf der Sachse seiner Frau einen gebieterischen Blick zu. „So, Garoline, nu gähste im Saal uff un ab. Moziong mußte machen, von wejen der Verdauung. deß de dir awer nich unnerstähst un mer aus de Oocher gommst.“ „Awer du bist direkte lächerlich. Willibald", erwiderte Frau Garoline „Was, ich lächerlich? Du, das saachste mer nich noch eemal! Ich din Mitglied von's Gomitee. Ich din verpflichtet, uff de Damen uffzepassen. Ich schlauch mei' Läben vor dich in de Schanze und du findest des lächerlich!“ „Awer Willibald, vor de Tiere werd'ch doch noch gähn dürfen?" „Nischt werste! Du gähst zehnmal da uff un ab und denn machste nach deiner Gabine. Und wenn de mer jetzt nich oogenblicklich gehorchst, denn derfste iewerhaupt geen Schritt machen, denn gann mer det ganze Verdauung gestohlen wern!" „Awer Willibald“, zirpte Frau Garoline pikiert und wurde rot wie ein Fliegenhut. Sie erhob sich und promenierte gehorsam im Mittelgange auf und ab. „Sähn Se. nu lern' ich erscht, wie mer mit Weider umgähn muß. Hätt ich das frieher gewußt, wären mer nich nach Indschen gefahren!" Am Nebentisch links, dort, wo sonst der Viscount gespeist hatte, saß nun der neue Passagier, Professor Dr. Jürgens. Er hatte mit Verwunderung dem Getriebe im Speisesaal zugesehen und kopfschüttelnd beobachtet, wie allenthalben Revolver und Jagdslinten ausgekramt und besichtigt wurden Da er gehört hatte, daß an Arvids Tisch die Unterhaltung in deutscher Sprache geführt wurde, stand er nunmehr auf und trat zu der Gesellschaft heran „Entschuldigen Sie“, sagte er,„ich sehe hier überall Waffen. Wird denn da eine Jagd vorbereitet? Wit sind doch mitten auf dem Indischen Ozean.“ „Herrjeses“, rief der Sachse entzuckt aus.„Wiede: eemal ee Deitscher. Gestatten Se. daß ich mich vor stelle. Mei Name is Treitsche, Willibald Treitsche, Inhaber der Firmo Treitsche un Sauerabbel. Leebzich Emilchenstraße, gleich fisafih der sanitären Stazion. Die Waldkopelle Gemälde von Moritz vo Schwind (1804—1871), Iwind ist in Wien Sohn eines voriinen höheren Beten geboren, und ne Kinderzeit siel ade in die Blüteder romantischen hter. In seinen löpfungen ist die e Märchenwelt Romantik noch mal aufgestiegen alter Pracht. als Sänger selbst on lanzst ver Streckenführung im Deutschlandflug 1933 Rennen zu Horst=Emscher Urbino Ueberraschungssieger im Preis der Roten Erde 7 Trainer Pieplow dreimal erfolgreich 7 Meerjunge überrascht im Anfänger=Hürden=Rennen 118 Deutschlandflieger in Tempelhof Rittwoch mittag war der offizielle Eintreffschluß für die am Deutschlandflug beteiligten Flieger. Es trafen bis 12 Uhr in Tempelhof 118 Flugzeuge mit ihren Besatzungen ein. Diese Zahl ist deshalb noch nicht endgültig, weil sich 6 bis 8 Flieger noch auf der Strecke befinden, die wegen Witterungsschwierigkeiten Startverbote bekommen hatten. Es beteht also die Möglichkeit, daß diese Flieger, die durch höhere Gewalt am rechtzeitigen Eintreffen in Tempelhof verhindert wurden. noch die Erlaubnis bekommen. trotz späteren Eintreffens am Wettbewerb teilzunehmen. Die endgültige Zahl der am Deutschlandflug beteiligten Besatzungen wird sich also auf etwa 125 stellen. Damit erreicht dieser Wettbewerb eine Zahl von Teilnehmern, wie sie bisher kein Flugwettbewerb irgendeines Landes aufweisen tonnte. Das neue Deutschland und die neue Luftfahrtführung beweiser mit diesem großzügigen Aufziehen des Deutschlandfluges, daß die deutsche Luftfahrt gewillt ist, sich mit aller Macht gegen vorhandene Widerstände durchzusetzen. Fort vom Rekord! Wer kennt nicht das Wort:„Rekord ist Mord!“ In anserem Zeitalter, da der Körperpflege und Jugendertüchtigung wieder mehr denn früher das Wort gesprochen wurde, ließ es sich naturgemäß nicht verhindern, daß jugendlicher Tatendrang, sportlicher Ehrgeiz die letzten Kräfte anzuspannen suchte, um an die Spitze zu kommen. „Höchstleistung um jeden Preis“ hieß der Schrittmacher, und wie man weiß, verdankt die Sieger= und Meisterliste gerade seinem heißen Atem die reiche Ernte der Erfolge. Jugend ist Kraft, jung sein heißt Wettlauf. Kampf um den Sieg, Nutzung der Talente. Jede Kraftprobe gibt neue Gelegenheit, sich zu bewähren, im Spiel der Kräfte sich zu strecken, die Wette zu gewinnen, die Aufgabe und Ziel stellt. So gesehen liegt die Laufbahn jugendlichen Strebens in gesunder Luft, auf erfrischendem Höhenpfad und leuchtet wie Vorbild. Wenn aber die Entwicklung sich übersteigert, wenn das Streben nach Sieg zur Streberei um jeden Preis wird, dann verliert der hohe Sinn den Glanz der anmutigen und doch straffen Schönheit, dann senkt sich die Kampfbahn in die Niederungen der Sensationsgasse. Das ist nicht der Sinn des Dienstes an Körper und Kraft, der Pflege des Volksgutes: Gesundheit und Ertüchtigung. Gewiß, Spitzenleistungen müssen sein, ergeben sich von selbst, aber wenn der Wille zum Sieg Hörigkeit schafft, dann wird der Starke zum Sklaven und gibt den Adel des sieghaften Herrschers ab. Aus solcher Ansehung heraus hat der Volksmund das Urteil über den Retord gesprochen und setzte ihn gleich mit„Mord". Das heißt, das gesunde Empfinden wehrte sich gegen Unnatur und Uebertreibung. Bittere Erfahrungen rechtfertigten die bittere Auffassung, die den Mißbrauch des gegebenen Gutes damit ablehnte. Rekordwahn ist ein schlechter Dienst an der großen Sache, schädigt das Ansehen des Wettkampfcharakters, und oft genug wurde das Spiel mit den Kräften ein Spiel mit dem Leben. Man kann also verstehen, wenn der ruhige Zeitgenosse von solchen Ueberspitzungen abrückte und nicht ohne Härte das Wortspiel:„Rekord— Mord“ erfand. Es hat nichts mehr mit Sport zu tun. wenn z. B. wie es in diesen Tagen vorkam. eine Schwimmerin nach 79stündigem Aufenthalt im Wasser bewußtlos und in höchst bedenklichem Zustand an Land gezogen werden mußte, um bald darauf ihr Leben zu lassen. Hier kann man nur noch den Kopf schütteln. Selbst der begeistertste Verteidiger solcher Kraftproben kann hier nicht mehr Ja sagen. Das ist kein Sport mehr, das ist Krampf, Wahnsinn. Oder hat das noch mit Sport zu tun, wenn eine Frau vollkommen teilnahmslos im Wasser treibt und nur durch Zurufe, krachende Musikgeräusche und anderen Lärm beim Bewußtsein erhalten bleibt? Sicher nicht! Das ist Unfug und schadet dem Ansehen des Sportes nur. Von einer Werbung, vom Dienst am Sport kann keine Rede mehr sein. Wer das Zeug in sich hat, die Spitze zu führen, zur Vorhut in der Kampfbahn zu gehören, dem sind Gelegenheiten genug geboten, im Rahmen der Voraussetzungen, die Sport= und Körperpflege in ihrem Charakter wahren, seinen Mann zu stellen. Voraussetzung gesunder Körperpflege, belebender Arbeit an sich selbst und damit an der großen Aufgabe, seinem Volk zu dienen, dessen Gesundheit zu stärken, ist aber die organische Betreuung der naturgegebenen Talente. Und jeder hat sie, jedem gilt aber auch der Ruf, seine Kraft auszubilden, seine Gesundheit zu pflegen zum Wohle seiner selbst, zum Glück seiner Familie und damit zur Bereicherung des ganzen Volksgutes. Spitzenreiter kann nicht jeder sein, aber nach vorne zu drängen, ruft die Pflicht. So gilt es, in gesunder Erkenntnis des Möglichen das Möglichste zu tun, um so auf der goldenen Mittelstraße den Kampf zu bestehen. Dann wird der Wettlauf von Mann zu Mann zur blutvollen Einheit, aus der unseren Nachfahren, unserem Volk, das gediegene, gesunde Erbe erwächst. Die Wege zu solcher Volksgesundheit, zum starken Durchschnitt. sind da. Wir kennen ihre fördernde Kraft aus der großen Sportgemeinde Deutschlands, aus all den Vereinen, die ihre Aufgabe darin sehen, gesunde Anlage zu wecken, zu pflegen und zu erhöhen. Neuerdings traten außerdem die Arbeitslager in die große Reihe, die in systematischem Vorgehen unendliche Kräfte zusammenfaßt, die sonst brach gelegen hätten oder zerstreut liegen blieben. Schichten, denen Ausbildung und Beruf oft nur Stubenluft zutrieb, sind nun auch mit einbezogen in den großen Gesundungsprozeß, der unsere Volkskraft mit neuem Leben erfüllt. Die Gemeinschaftslager der Reserendare sind dafür ein Musterbeispiel. In dem Wort „Kamerad Jurist“ sammelt sich treffend der Sinn dieser neuen Bemühungen: einesteils die einzelnen sich näherzuführen, ihre Kräfte miteinander zu verschlingen, gesundes Wechselverhältnis von Körper und Geist zu schaffen, andererseits aus frischer Luft erfrischte Gestalten in das Leben der Nation zu stellen. Menschen, die umeinander wissen, körperlich und geistig stark sind und so erfüllt mit Kraft und Aufgabe dem Ganzen dienen werden. Fort mit dem Rekord! Ruf unserer Tage und unserer Zukunft ist: Dienet dem Sinn des Lebens, lebt eurer Gesundheit, sie ist die Kraft unserer Zukunft! Trotz der ungünstigen Witterung hatte der EssenHorster Rennverein an seinem gestrigen Renntag noch einen guten Besuch aufzuweisen. Wenn auch keine besonders hochdotierte Prüfungen auf dem Programm landen, so brachte der Renntag doch sehr interessanten und abwechllungsreichen Sport. So mußte der Richter zweimal auf totes Rennen erkennen. Die Favoritenwetter kamen diesmal nicht auf ihre Kosten, da in den meisten Fällen mehr oder minder große Außenseiter das Ziel passierten. Im einleitenden Guthoffnungs=Preis war der seltene Fall zu verzeichnen, daß zwei Pferde von einem Stall gleichzeitig den Zielpfosten passierten. Agnat und Carnap, die gleich in der Spitzengruppe lagen, zogen in der Geraden in Front und der innenliegende Agnat schien allein zu gewinnen. als kurz vor dem Ziel zenz Carnap aufbrachte und noch mit Agnat totes Rennen erzwang. Die beiden Außenseiter Castroper Husar und Horus endeten auf den nächsten Plätzen.— Das Matana=Rennen war eine sichere Beute für Rosenkrieg. Der Hengst wurde auf halbem Wege vom Jockey Weber in Front gebracht und hatte dann sein Rennen jederzeit sicher. Lorbeerrose und Struan kamen in größerem Abstand auf den Plätzen ein. Der viel gewettete Feudal kam am vorletzten Sprung zu Fall.— Den Preis vom Schollbruch, in dem eine Anzahl mäßiger Pferde an den Start kam, holte sich Letzter Sioux vor Milotti, Tlaumulus und Panorama. Letzter Sioux, der gleich mit im Vordertreffen gelegen hatte, stieß in der Distanz vor und hatte dann gleich gewonnenes Spiel. Das Hauptrennen des Tages, der Preis der Roten Erde, endete mit einer Ueberraschung. Gryllos vom Stall Rösler, der in dem Feld von sechs Pferden als heißer Favorit an den Start ging. versäumte sich am Ablauf. Urbino wurde von Jocken Br. Wenzel gleich in Front gebracht und behauptete sich dann jederzeit vor Hitomi. Gryllos machte zwar in der Geraden Boden gut. konnte aber trotz seines Speeds die beiden Führenden nicht mehr erreichen. Der Totalisator honorierte die Leistung von Urbino mit etwa siebenfachem Geld. Die Schimmelstute Dorita, die am letzten Sonntag hinter Georgette und Goldsucher als dritte einkam, konnte diesmal im Märkerding=Ausgleich Andreas Hofer und Margott sicher auf die Plätze verweisen. Die Stute ließ sich bis zum Einlauf von Mogul den Weg weisen, zog dann in Front und wies die Angriffe von Andreas Hofer sicher ab.— Ein wohlgelungener Ausgleich war der Hexenkeller=Ausgleich. Bacchantin, die stets im Vordertreffen gelegen hatte, zog in der Geraden in Front und schien sicher zu gewinnen, als Jockey Schramm kurz vor dem Ziel Danklied aufbrachte, die dann noch mit Bacchantin totes Rennen erzwang.— Das abschließende Anfänger=Hürdenrennen endete mit einer Ueberraschung. Ala und Weltmeister hatten anfangs die Führung, im Bogen ging dann Müschen in Front, der dann auch als erster das letzte Hindernis nahm. Auf der Flachen wurde Meerjunge rapid aufgebracht, der dann Müschen noch sicher niederringen konnte. Wäre Jockey Kusserow mit Müschen energisch nach Hause geritten, so wäre ihm der Sieg nicht zu nehmen gewesen. Die wenigen Anhänger von Meerjunge erhielten die ansehnliche Quote von 113:10 ausgezahlt. Die Ergebnisse: 1. Guthoffnungs=Preis: Gest. Mydlinghovens Agn(Lommatsch) und Carnap(Vinzenz), 3. Kastroper Husa. 4. Horus. Ferner: Lilla, Pfalzgraf, Emil. Mooraz Husar, Roselli, Friedenau, Titanic, Ancona. Ri: t. N.1½—1½ L. Zeit: 1.03. Tot.: Sieg 27, Platz 35. 23, 43, 38 2. Montang=Jagdrennen: 1. Fr. A. Ohlmeiers Roser krieg(H. Weber), 2. Lorbeerrose, 3. Struan. Ferner Sans pareil, Birgit, Patriotin, Feudel(gef.). Ri: 5—612 L. Zeit: 4.42. Tot.: Sieg 55, Platz 17, 18, 14. 3. Preis vom Schollbruch: 1. W. Pieplows Letzte Sioux(Buge), 2. Milotti, 3. Traumulus u. Panorame Ferner: Warhau, Santa Clara, Artist, Ordensbanner Auswahl, Rosenrot, Dachmar. Ri: 1—2—t. R. 1:04, Tot.: Sieg 62, Platz 18, 23, 8, 11. 4. Preis der Roten Erde: 1. H. Schweitzer fr. Urbin. (Br. Wenzel), 2. Hitomi, 3. Gryllos. Ferner: Obersteiger, Hagestolz. Charmante. Ri: 2½—11 L. Zeit 1,48. Tot.: Sieg 69, Platz 27, 29. 5. Märkerding=Ausgleich: 1. J. Winters Dorite (Wiebelt), 2. Andreas Hofer, 3. Margot. Ferner. Mogul. Jägermeister, Maekubee. Perlstab. Eisenkönig Ri: 1½—3—3 L. Zeit: 2,13. Tot.: Sieg 30. Platz 13 17 6. Herenkeller=Ausgleich: 1. Dr. H. Lindts Bacchantis (Wiebelt) u. J. Jansens Danklied(Schramm), 3. Medinus. Ferner: Gerlind. Butterfley, Jason. Thesaurus, Wundermaid. Ri: t. N.—3—2 L. Zeit: 1,34. Tot. Sieg 39, 45, Platz 19, 30, 18. 7. Ansänger Hürdenrennen: 1. W. Litz' Meerejunge(F Dietel), 2. Müschen, 3. Weltmeister. Ferner: Agent Lösegeld, Läufer, Ala. Ri: 1½—3—12; L. Zeit: 3.27. Tot.: Sieg 113, Platz 30, 21, 22. * Trabrennen zu Altona=Bahrenfeld. 1. Rennen: 1. Fanal. 2. Prolog. 3. Guy Paulus. Toto: 21:10. Platz 12. 15. 14:10. Ital. 46:10. 2. Rennen: 1. Jettchen, 2. Liebhaber. 3. Ernst Guy. 4. Alerta. Toto: 162:10. Platz 27. 39. 49. 36:10. Ital. 3. Rennen: 1. Dreibov. 2. Ariovist. 3. Maimädel. Toto: 42:10. Platz 16. 18. 19:10. Ital. 52:10. 4. Rennen: 1. Walter Dear. 2. Calumet Buttler. Toto: 18:10. Platz 12. 12:10. Ital. 27:10. 5. Rennen: 1. Yvonne. 2. Belkanto. 3. Mina. 4. Starost. Toto: 31:10. Platz 13. 18. 16. 13:10. Ital. 89•10 6. Rennen: 1. Barbara Pluto. 2. Alma Gun. 3. beide. 4. Mina Todd. Toto: 58:10. Platz 24. 15. 30. 35:10. Ital. 40:10. 7. Rennen: 1. Nire M., 2. Landita. 3. Bajazzo 4. Christa. Toto: 90:10. Platz 23. 26. 15. 15:10. Ital 239:10 8. Rennen: 1. Angelus. 2. Mariett. 3. Holvrood Cortella, 4. Udet. Toto: 118:10. Platz 19. 23. 21. 47:10. Ital. 104:10 9. Rennen, 1. Abteilung: 1. Richbilde. 2. Dainto Worthy. 3. Morgengruß, 4. Lord Fordes. Toto: 49:10. Platz 14. 17. 19. 22:10. Ital. 72:10. 2. Abteilung: 1. Hubertus. 2. Long Florino. 3. Flore. 4. Forina. Toto: 59:10. Platz 14. 15. 12. 18:10. Ital. 78:10. Witterungsbericht ) D e r„ N o r d s e e w i r b e l h a t e i n e n A u s l ä u f e r n a c h Süden vorgeschoben, dessen Kern über Holland liegt. Durch den Zustrom maritim=subtrovischer Warmluft verursacht. fallt über Westdeutschland. Holland und Ostfrankreich ver breitet Aufgleitregen. Auf der Rückseite der genannten Storung, und wieder Kaltluftmassen eingebrochen und veranlassen über Großbritannien und Nordfrankreich verbreitet Schauertätigkeit. Nach Durchzug des Niederschlagsgebietes werden die Winde aus nordwestliche Richtungen drehen, und der anhaltende Landregen wird unter erneutem Rückgang der Temperatur wieder durch Schauertätigkeit abgelöst werden. Vorbersage für Donnerstag: Frische, zwischen West und Nordwest schwankende Winde. Ueberwiegend stärker wolkig und weitere Regenschauer. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Keine durchgreifende Aenderung. aber freundlicher und wärmer. Rundfunk=Programm 6,00 6.05 6.40 6.45 7.00 7.03 8.00 8.05 8.15 10,00 10,30 11,40 12.30 12.50 13,00 Gegen 15.00 Donnerstag. den 24. August 1933. Morgenruf. 1. Choral: Ein' feste Burg ist unser Gott. 2. Spruch des Tages. Morgenkonzert. I. Teil. 1. Vorspiel zum 1. Akt der Oper„Carmen"(Bizet). 2. O schöner Mai, Konzertwalzer(Joh. Strauß). 3. Fridericus Rex. Ballade(Loewe), 4. Leichte Kavallerie, Ouvertüre (Suppt). 5. Liedesgruß(Elgar). 6. Meine Schöne, span. Walzer(Sommerfeld). 7. O meine Sonne, Lied(di Capua). 8. Der Jäger aus Kurpfalz. Wiederholung des Spätberichts. Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. Wettervorhersage und Zeitangabe. Wiederholung des Morgenrufs.— Anschließend Morgenkonzert. II. Teil. Musikzug der 17. SA.= Standarte Bochum. Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandomeldungen. Für die Frau. Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Bauern. Literarisch=musikalische Unterhaltungsstunde von Joseph Lodenstein Konzert. Die fröhlichen Fünf. Solisten: Marita Gründgens(Sopran), Willi Schneider(Baß). Meister ihres Fachs. Walter Gieseking(Klavier). Konzert Nr. 1 in Es=Dur(Liszt). Mittagsbericht 1. Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1. Frühlings Einzug, Marsch(Blon). 2. Ouvertüre zur Operette „Der lustige Krieg"(Strauß). 3. a) Erinnerung (Renée), b) Spanischer Tanz Nr. 4(Sarasate). 4. Aus Schumanns Werken. Fantasie(Urbach). 5. Ave Maria(Schubert). 6. Aus dem Nordlande, Suite(Frederiksen). 7. Mein Juwel, Walzer (Lincke). 8. a) Einzug der Rosenkönigin(Rhode), 5) Marionetten=Brautzug(Rathke). 9. Regimentskinder. Marsch(Fucik). 14.00 Mittagsmeldungen 2. Kinderstunde: Wir helfen bei der Ernte. 15,30 15.50 16.30 16.40 17.00 17.30 17.45 18,00 18.45 19,00 20.00 20,05 21,00 22.05 92.30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. Woher stammt das Deutschlandlied? Kleine Hörfolge mit Schallplatten und musikalischen Beispielen von Prof. Dr. Walter Bombe. Was heißt denn eigentlich„deutsch"? Lebendiges Recht. Plaudereien aus dem Recht der Alltags von Rechtsanwalt Dr. Heinrichs und Dr Max Weller. Franz Bölker singt Wagner. 1. Aus der Oper „Rienzi“: Gebet(Allmächt'ger Vater, blick' herab). 2. Aus der Oper„Tannhäuser": a) Stets soll nur dir, nur dir mein Lied ertonen, b) Romerzählung. 3. Aus der Oper„Lohengrin“: Gralserzählung(In sernem Land). 4. Aus der Oper„Die Walküre": Siegmunds Monolog(Ein Schwert verhieß mir ter). 5. Aus der Oper„Die Meistersinger von Nürnberg": Preislied(Morgenlich leuchtend). Volk erzahlt. O. Runkel: Su schwätzen mir. Anekdoten aus dem Westerwald. Deutsche Sprecherziehung. Universitätslektor Dr. M. Weller: Technik des Sprechens. Feierabendkonzert. Leonie Hähner(Klavier), Therese Sarata=Kuermann(Geige), Matthias Durben(Violoncello). 1. Sonate A=Moll op. 105 Schumann). 2. Variationen über ein Thema von Schumann, op. 9(Brahms). 3. Fantasiestücke ov. 88 (Schumann) für Klavier, Violine und Violoncello. Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. Reichssendung: Stunde der Nation. Aus Berlin? Musikalische Wahrzeichen. Deutsche Städte. Städtemusik aus der Mark Brandenburg, Schlesien und der Ostmark. Trompeten= und Posaunenchor des Kammervirtuosen i. R. Ludwig Plaß, der Berliner Funkchor. Erste Abendmeldungen. Abendmusik des Kleinen Orchesters des West. deutschen Rundfunks. Leitung: Eysoldt. „Stahl und Brot". Hörspiel von Edgar Maria Moog. Spielleitung: Curt Baumgarten. Spätbericht. Nachtmusik und Tanz. Leitung: Eysoldt. 1— * Bandel! wrwernr: Industrie Berliner Börse: Noch unsicher Berlin, 23. August 1933. Die Börse war noch unsicher. Infolge der völligen Teilnahmslosigkeit des Publikums konnten sich die günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft auch heute nicht auswirken. Zu den ersten Kursen lag in einzelnen Werten wieder Angebot vor, das man teilweise als Auswandererware bezeichnete. Durch die Rückgänge der letzten Tage mögen naturgemäß auch Lombards wach geworden sein. Die notwendigen Nachschüsse haben neue Abgaben hervorgerufen. Die Spekulation hielt sich weiter zurück. Einzelne Werte lagen bemerkenswert fest. So konnten Siemens 1½ höher einsetzen; anscheinend wirkt der größere Auslandsauftrag, der in den letzten Tagen keine Beachtung fand. noch nach. Berliner Maschinen. Schwarzkopf, konnten sich auf die Erklärung der Verwaltung, die den Nückgang der Aktien als unberechtigt hinstellt, und darauf hinweist, daß die Belegschaft bis Ende Juli rachsten Jahres beschäftigt ist, um 3½ Prozent auf 57 Prozent erholen. Auch Schuckert waren leicht befesigt. Wieder angeboten waren Daimler 221: nach 227. und Rütgers minus„. aus den schon gestern erwähnten Gründen. Bankaktien gaben um 1 Proz. nach. Schiffahrtswerte lagen etwas freundlicher, insbesondere Hamburg=Süd auf die Mitteilungen in der Generalversammlung. Der Montan=Aktienmarkt war relativ widerstandsfähiger als in den letzten Tagen. nur Rheinstahl verloren 1 Prozent. Dessauer Gas gaben um 1 nach. Auch Farben(minus## waren angeboten. Am Rentenmarkt waren Neu= und Altbesitzanleihen erholt. Reichoschuldduchforderungen lagen dagegen e#was schwächer. Auch Obligationen waren angeboten. Ver. Stahl minus 1 Prozent. Am Auslandsrentenmarkt lagen 03er Rumänen minus ½ schwach. Am Valutenmarkt hörte man London=Kabel mit 4.51; den Dollar in Berlin mit 3.07. Tagesgeld erforderte unverandert 4½, teils 42. Die Belebung der Wirtschaft prägt sich nunmehr auch am Geldmarkt in verstärkten Ansprüchen aus. Der Schluß war unerholt. Teilweise traten noch weitere Rückgänge ein. Rheinstahl gingen auf 76% (80%) zurück. Ver. Stahl ermäßigten sich auf 31(32¾). Nachbörslich waren Neubesitz mit 9,30 nach 8.90 kräftig erholt. Für Farben zeigte sich zum Schlußkurs von 127 Nachfrage. Ferner hörte man Feldmühle 54½, Ver. Stahl 31. Phönix 32, Siemens 152, Schuckert 88¾, Llond 12, Dessauer Gas 98. Schultheiß 104½, Otavi 11, Mannesmann 52¼, Rhein Braunkohlen 192½, RWE. 78½. Conti Gummi 138½, Reichsbahnvorzugsaktien 99 3, Altbesitz 77.3.— Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99¾; 1940er 837—84½, 1946er 78¼—79½. Düsseldorfer Börse Abwartend. Düsseldorf, 23. August 1933. Die Börse hatte auch heute kleines Geschäft bei abbröckelnden Kursen. Wintershall=Aktien wurden 1 Prozent niedriger gehandelt. Am Kohlenmarkt gingen mehrere Heinrich=Kuxe auf letzter Basis um. Feiner wurden Diergardt=Kuxe und Lothringen=Aktien umgesetzt. Von den übrigen Märkten war nur ein Umsatz in Hugo=Kuxe zu beobachten Außerdem wurden Eisenhüttenaktien etwas niedriger gehandelt. Die Börse chloß bei stillem Geschäft in aowartender Haltung. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Die Tendenz ist ziemlich fest, das Geschäft im Osten bedeutungslos. Burmah LRO 905, Bassein 0000 960, Moulmein 000 ausverkauft, Arracan 00.000 990, Stam 000 11,70 RM., Siam 000 13,70, Patna 000 ausverkauft, Bruchreis 1 8,25, Bruchreis II 7,90, Italiener 12.80, Extra Fancy Bluerose 18,30 RM. per Klar. ab Mühle loko, verzollt, inkl. Ausgleichssteuer, inkl. Monopolabgabe per 1000 Klgr. Für glasierten Reis kommt ein Aufschlag von 25 Pfg. per 50 Klgr. hinzu. Gewürze: Der Markt ist sehr ruhig. Brasilkaffee: Lokopreise unverändert.— Gewaschener zentralamerikanischer Kaffee: Zentralamerita bietet nur Kleinigkeiten neuer Ernte auf unveränderter Basis an. Columbien ist mit nur sehr wenig Offerten am Markt, die teilweise um ½ Dollar unter den Forderungen der Vorwoche liegen. Schmalz: Bei stetiger Tendenz unveränderte Preise. Kautschuk: Tendenz ruhig, Sheets leko 3½ nom. Sept.=Okt. 3 3/16, Okt.=Nov. 3½ Pence per Lbs. Baumwolle: Tendenz stetig, Middling Universal loko 10.85 nom. Dollarcents. Hülsenfrüchte: Es stellt sich heraus, daß der Rest der alten Ernte in Othenashis=Bohnen sich in festen Händen befindet, infolge dessen ist für diesen Artikel die Stimmung wieder etwas fester geworden. Die Forderungen lauten 7/15/—(kürzlich noch 706/—), denen Gebote von 710— gegenüberstehen. Im übrigen ist der Markt ruhig und unverändert Rohkakao: Markt ruhig und abgeschwächt, die Forderungen für die Accra, Lagos, Plantations Trinidad wurden ermäßigt, während die übrigen Provenienzen auf unveränderter Basis angeboten wurden. Accra G. F alte Ernte je nach Pos. 26— bis 25/9 cif, neue Ernte Nov.=Jan. 24/— bis 23/9 cief. Haupternte loko je nach Qualität 18.25 bis 18.00 RM., Lagos sag. Aug.=Sept 23/— cif, neue Ernte Okt.=Dez. Abladung 23/3 bis 23.— cif, Plantations Trinidad erste Marken 30 6 c. u. fr. Rauhfutter: Tendenz sehr still. Preise: Roggen stroh in drahtgepreßten Ballen 0.90 bis 1.00, Roggenbundstroh 1.20—1,30, Weizenstroh 0,90—1,00, Gerstenstrol 0.90—1,00, Haferstroh 0,90—1,00, Kleehen 2,60—2,90 Wiesenheu 2.40—2.60, Strohhäcksel 1,25—1,45. Fette und Oele: Leinöl schwächer und um run 1.75 RM. im Preise ermäßigt. Die übrigen Harburger Oele werden unverändert angeboten. La=Plata=Tal schwächer, dagegen nordischer gut gefragt. Geschäft allgemein ruhig. Leinöl prompt Dezember 33,00 RM., des gleichen per Januar 33.50 RM Zucker: Terminmarkt stetig bei etwas um 10 Pfg erhöhten Geldkursen. Efsektivmarkt ebenfalls fester bei leicht erhöhten Forderungen. Deutsche Kristalle prompt 8 1—1/, per September 8/1•—5 2¼. Dollar in Berlin: 3.067 gegen 3.082 vorher(Parisät 4.198 Mark). Pfund in Berlin: 13.825 gegen 13.84 vorher(Barität 20.429) Kirchliche Nachrichten Die Bischöse von Fuloa und Gent in Trier Trier, 23. August 1933 Zur Verehrung des Hl. Rockes trafen in Trier Bischof Schmitt von Fulda und der Bischof von Gent in Belgien, Dr. Coppieter. ein. Beide Herren wurden vom Bischof in Trier empfangen und in den Dom geleitet. Abtrennung des Kreises Wetzlar von der Mözese Trier Trier, 23 August 1933 Wie der Bischof von Trier in einem Erlaß bekannt gibt, hat der Apostolische Stuhl durch Dekret der Konsistorial=Kongregation vom 17. März 1933 den Kreis Wetzlar von der Diözese Trier abgetrennt und der Diözese Limburg mit Wirkung ab 1. Oktober 1933 zugeteilt. Volkstumaufgaben Die Ersgefangenen der Wranger=Insel Leohaus befriedigt Kleinsparer mit 80 Prozent München, 23. August 1933. Das katholische soziale Hilfswerk, das zur Sanierung der Wohlfahrtseinrichtungen des Leohauses gegründet wurde, hat durch zähe Arbeit und Unterstützung seitens des Klerus und der Mitglieder wenigstens die Aermsten vor dem Schlimmsten bewahren können. Das katholisch=soziale Hilfswerk erklärt sich bereit, zur unverzüglichen Befriedigung der Kleinspargläubiger die Forderungen derselben, soweit sie den Betrag von 100 Mark nicht überschreiten, mit 80 Prozent ihres Nennwertes zu übernehmen. Ferner können 80 Prozent endgültige Abfindung alle jene Gläubiger ausbezahlt erhalten, die ihre volle Forderung mit allen sich daraus ergebenden Rechten irgend welcher Art und irgend wel— chen Rechtsgrundes an das katholisch=soziale Hilfswerk e. V. abtreten, auch wenn der Nennwert den Betrag von 100 Mark übersteigt. Ziehung der Frankfurt a. M., 23. August 1933. Am Mittwoch hat in Frankfurt a. M. die Ziehung der ersten Hitlerjugend= Lotterie stattgefunden. Die Lotterie war ein voller Erfolg. Alle 800 000 Lose wurden verkauft. Der erste Hauptgewinn. eine achtjährige Beisteuer zum Studium in Höhe von 20000 RM., die in jährlichen Naten von 2500 RM. ausgezahlt wird. fiel auf die Losnummer Serie D 99432. Die Prämie, ein Kraftwagen im Werte von 5000 RM. fiel auf die Losnummer Serie D 17641. Die nächsten zwei Gewinne. ebenfalls Kraftwagen. fielen auf die Losnummern Serie D 76.633, Serie B 161 129. Der Versand der Gewinnlisten erfolgt in zwei Tagen. Die Gewinne müssen drei Monate nach der Ziehung angefordert sein. Die Hitlerjugend dankt allen Volksgenossen, die sich an dem Verkauf und Kauf der Hitlerjugendlose beteiligt haben. Ruth Litzigs Leiche beschlagnahmt Essen, 23. August 1933. Die Leiche der Rekordschwimmerin Ruth Litzig ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Es findet eine Obduktion statt. Erst nach dieser wird sich ergeben, ob irgendwelche strafrechtlichen Maßnahmen ergriffen werden können. Der Reichssportführer gegen den Rekordwahnsinn Der„Völkische Beobachter“ meldet zum Tode der Herner Schwimmerin Ruth Litzig, daß eine Anfrage beim Büro des Reichssportführers eine absolute Ablehnung und schärfste Geißelung einer derartigen Auffassung von sportlichem Ehrgeiz ergeben habe. Vor allem gab der Reichssportführer von Tschammer und Osten seiner Entrüstung Ausdruck über den unverantwortlichen Leichtsinn und die Unsinnigkeit der sensationsmachenden und geschäftstüchtigen Veranstalter, die durch ihre mit sportlichem Geist nichts gemein habenden Methoden ein junges Menschenleben brutal vernichtet haben. Der Reichssportführer ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, daß derartige Rekord=Wahnsinnsveranstaltungen mit diesem traurigen, zugleich aber auch von geschäftssportlichem Ungeist zeugenden Fall für alle Zeiten ein Ende gefunden haben. Im übrigen überläßt es der Reichssportführer den Gerichten, die Veranstalter zur Rechenschaft zu ziehen. Ueber der Versemung des Deutschen in der Welt, über unserer Verbannung ins Gettho durch ein mißbrauchtes Selbstbestimmungsrecht der Völker, über einer erzwungenen Rationalisierung und Verbürgerlichung des Levens, über einer Verschüttung und Verschwendung unserer Volkskraft in der wahnwitzigen Fron des Versailler Vertrages, nicht zuletzt über der Säkularisierung unserer religiösen Erbmasse, ist uns Die Wrangel=Insel im nördlichen Eismeer ist ein stets sehr gefährdetes Gebiet gewesen. Sie ist während des ganzen Jahres sast vom Eis eingeschlossen, und ihre Bewahrerin des Volkstums auf. Was für Bevölkerung, die sich in der Hauptsache aus Pelztierdas Auslanddeutschtum gilt, die Einheit von Volks= jagern und Fischern und dem Personal einer Funkstation tum und Religion, sie kann auch das Inland= zusammensetzt, erfährt nichts von den Geschehnissen dieser deutschtum nicht entbehren. Ohne religiöse Erneuerung keine echte Erneuerung unseres Volkstums! Hier liegt die erste und vordringlichste Aufgabe im Dienste des Volkstums. Die anderen fließen daraus hervor. Die ewige langsam das Bewußtsein von den Werten und Kräften Quelle des Volkstums ist die Familie. LiveralisKontrolle der Zeitungskloske in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 23. August 1933. herangewachsen, die im deutschen Volkstum vergraben lagen und liegen. Durch die nationale Revolution ist dieser Volkstumgedanke ins politische Feld getreten und öffentliche Wirkung geworden. Der Begriff des Volkstums ist noch nicht endEltig, geprägt, ein sicheres Zeichen seiner Jugend. orff hat ihn umschrieben:„Deutsches Volkstum ist das, was auf Grund der Gemeinsamkeit des Bodens, der Sprache, der Rasse, der Geschichte kraf: eines inneren Wachstumgesetzes auf dem deutschen Volk werden kann und will und soll.“ Zum deutschen Volkstum gehört diese eigentümliche Blutmischung, diese vom Meer, Seen, Wäldern, Hügeln, Bergen und Gebirgen bestellte Landschaft, diese besondere Tierund Pflanzenwelt, dieses kalte, warme, feuchte, im ganzen mäßige Klima, dieser von germanischen Hügelgrävern und römischen Grenzwällen, von mittelalterlichen Domen und herben Industriewerken besäte und durchzogene Kulturraum, gehört das ganze geschichtliche Erleben und Geschehen.„Was in Volkssitte und Volksgebrauch, in Volkskunst und Volksfesten, in Recht und Sprache, in Lied und Spiel, in Sprichwort und Tanz, in Rätsel und Mundart, in Ernährung und Körperpflege, in Heim und Siedlung, in Hausrat und Waffen, in Tiererhaltung und Wirtschaft, in Sage und Tracht, in Gewohnheit und religiöser Vorstellung, in Volksglaube und Glaube, in Kunst und Wissenschaft, in Familie und Genossenschaften, in Kameradschaft und Nachbarschaft, also in jenen überreichen Bezirken volkhaften Seins und Werdens sich zum Brauchtum und zum Leben ringt und sich irgendwie mit eigener Prägung formt: das alles ist Volkstumsausdruck.“ Vom Volkstum aus erwachsen uns vielfältige Aufgaben. Zu den Grunderlebnissen des Volkstums gehört das Religiöse. Die Verhaftung des Volkstums mit dem Religiösen geht soweit, daß das eine abstirbt, wenn das andere erlischt. Für unsere Auslanddeutschen und auslanddeutschen Bezirke ist es Schicksalsfrage, ob das Volkstum noch im Glauben wurzelt oder nicht. Religionspolitik ist hier Volkstumspolitik. Um ein Beispiel zu nennen, sind manche Bezirke des Banater Deutschtums gefährdet, weil die religiöse Haltung lässig geworden ist. Ebenso in Siebenbürgen. Wie im alten Rom das Wohlleben das Volkstum ausgezehrt hat, so bewirkt hier ein überspannter Bauermaterialismus Kinderarmut und damit Vernichtung wertvoller Blutsubstanz, die im Kampf um die Selbstbehauptung nicht entbehrt werden kann. Die katholische Kirche hat schon früh um den Wert des Volkstums gewußt. Das Laterankonzil vom Jahre 1215 bestimmt schon:„Da in manchen Gebieten in derselben Stadt oder Diözese Völker verschiedener Zunge wohnen, die im Glauben eins, aber im Ritus und in den Gewohnheiten geteilt sind, so befehlen wir streng, daß die Bischöfe solcher Städte und Diözesen geeignete Männer anstellen, die in den verschiedenen Riten und Sprachen den Gottesdienst feiern, die Sakramente der Kirche spenden und durch Wort und Beispiel die Leute belehren.“ Damals schon„Religion in der Muttersprache“, diese Forderung des modernen Minderheitenrechts. Die Kirche tritt hier als die mus und Individualismus haben die Urgemeinschaft Familie mitatomisiert. Wie manche ihrer Gesetze atmen eine starke Familienfeindlichkeit, wie manche ihrer Steuern, Tarife, Sozialrenten haben den Familiensinn unterwaschen, indem sie das Individuum zum Empfänger gemacht haben. Aus dem Kinderreichtum unseres Volkes ist Kinderarmut geworden. Es ist ein verdienstliches Beginnen, wenn die nationale Regierung hier entschlossen umkehrt Wir wünschen aber zu der nationalen Begründung der Familie und des Kinderreichtums die noch tiefer und nachhaltiger wirkende reliaiöse Begründung, wodurch erst der Inhalt des Volkstumsgedankens ganz ausgeschöpft wird. Das Blut gehört zu den Wesensmerkmalen des Volkstums. Es ist der natürlich gegebene Boden, auf dem es wächst. Wir sollen und müssen es pflegen und darauf halten, daß seine Kraft erhalten bleibt und unser Volk zur höchsten Entfaltung seiner Anlagen befähigt. Wir brauchen nicht zu dulden, daß fremde Rassen uns an unserer Aufgabe hindern oder sie verdunkeln. Dabei erkennen wir den anderen Rassen zu, daß auch sie eine besondere Aufgabe im Schöpfungsplan Gottes haben und neiden ihnen nicht den angewiesenen Lebensraum. Die Kirche hat auch dem Blut innerhalb des Volkstums stets gegeben, was des Blutes war. Mögen ihre Beweggründe auch andere gewesen sein, das Endergebnis war dasselbe, das in dem Rassengedanken von heute beschlossen liegt. Der kirchliche Kampf gegen die Mischehen ist sicherlich in vielen Fällen unserer Rasse zugute gekommen. Nicht nur Mischung mit völlig fremden Rassen ist verhindert worden. Auch der starken Rassenmischung innerhalb Deutschlands wurde durch das Mischehenprinzip der katholischen Kirche gewisse Grenzen gesetzt, indem die katholischen Landschaftsräume sich gegen die übrigen Lande absetzten. Das katholische Mischehenprinzip hat im neuen Deutschland, das den Rassengedanken so stark pflegt und betont, eine außerordentliche Zeitgemäßheit und wird unsere Arbeit am deutschen Volkstum wirksam unterstützen. Welt. Seit drei Jahren ist es nicht mehr gelungen, die Insel zu erreichen, das Eis türmte so ungeheuerliche Hindernisse auf, daß kein Schiff herankommen konnte. Jetzt will die Sowjetregierung eine neue Expedition ausrüsten, um den Leuten auf der Wrangelinsel Hilfe zu bringen. Die Expedition wird sich von Leningrad aus über Kopenhagen nach Murmansk begeben, dort ihren Bedarf an Kohlen erneuern, und dann versuchen, die Wrangel=Insel zu erreichen. Außer Lebensmitteln werden den Leuten auf der Wrangel=Insel auch noch andere Dinge gebracht. So z. B. neue Apparate für die Funkstation, da die vorhandenen sich als unzureichend erwiesen haben und Fernrohre zur Errichtung eines Observatoriums. Die Expedition hat auch ein Flugzeug an Bord um, falls das Schiff wieder durch Eis aufgehalten wird, auf dem Luftwege eine Verbindung mit den Inselbewohnern herstellen zu können. Regen in der Wüste Der erste Wolkenbruch nach 46 Jahre. Panik unter Menschen und Tieren. Tief in der Wüste Sahara. viele Tagemärsche von der Oase Sina entfernt, dehnen sich, soweit das Auge reicht, trostlose, einförmige Sandstrecken dampfend in der betäubenden Gluthitze. Dieser Wüstenstrich, von allen Karawanen gefürchtet, hat seit Jahrzehnten keinen Tropsen Wasser gesehen, seit 46 Jahren hat es hier nicht geregne.. In diesen Tagen schien der Himmel ein Einsehen zu haben, mit einemmal öffnete er alle seine Schleusen, und ungeheure Wassermassen strömten über das verdurstete Land. Dem orranartigen Wolkenbruch folgte ein heftiges Gewitter, wie man es hier noch nie erlebt hat. Der Regen hier war ein Naturwunder, dessen sich nur die ältesten Bewohner erinnern konnten. Die Kinder, die bisher niemals von der Existenz dieser Himmelserscheinung etwas gehört hatten, liefen schreiend voll Todesangst in die Zelte, sie kannten nur das schale Naß, das in Fellschlauchen weither aus den Zisternen der Oasen herbeigeschafft werden muß. Sie verbargen, von Furcht geschüttelt, ihre Gesichter, hielten sich die Ohren zu vor dem unablässigen Prasseln der Regentropfen. Aber nicht nur die jungen Menschen wurden von Schrecken über dieses kostbarste Naturgeschehen der Wüste gepackt, auch die Tiere gerieten in Entsetzen. Zwei Kamelarawanen, die um diese Zeit vorüberzogen, zerstoben in alle Winde. Die Kamele scheuten, warfen Lasten und Reiter ab und konnten nicht mehr eingefangen werden. Erst allmählich gewöhnten sich die Bewohner der Das deutsche Volkstum kennt keine Grenzen. Ueber!#### aumahlich gewohnten sich die Bewohner der die ganze Welt ist es zerstreut. Man schätzt rund 30 Millionen Auslanddeutsche, von denen aufgefangene Regenwasser wie den kostbarsten Wein, wie fast zwei Drittel katholisch sind. Hier wartet auf den deutschen Katholizismus eine fruchtbare Arbeit am deutschen Volkstum. Glaube und Nation sind Brücken mit Doppelpfeilern zum Auslanddeutschtum. Benützen wir diese Verkehrsmöglichkeiten. Kann es eine nationalere Aufgabe geben, als die Millionen unserer Glaubensgenossen im Ausland vor dem Verlust ihres Volkstums zu bewahren? An dieser Aufgabe kann sich auch der uns innewohnende Reichsgedanke neu entzünden, der über alle staatlichen Grenzen hinweg deutsches Volkstum sammelt und seiner großen universalen Berufung mn der Welt zuführt. Katholischer Universalismus im Dienste des deutschen Volkstums! Allenthalben liegen bedeutungsvolle Volkstumsaufgaben vor. An uns ist es vor allem, die schicksalshafte Verbundenheit zwischen Glauben und Volkstum in der politischen und unpolitischen Ebene darzustellen und den Gemütern einzuprägen. Dr. R. Mai. aufgefangene Regenwasser wie den kostbarsten Wein, wie eine seltene, wunderwirkende Medizin. Stunden, nur kurze Stunden dauerte dieser Wolkenbruch, und dann brannte unbarmherzig wieder die Wüstensonne. Jetzt warten alle und beten und wünschdaß sie nicht Jahrzehnte harren müssen. Die illegale Tätigkeit der KDO Neuorganisierung m Chemnitz verhindert Das Chemnitz, 23. August 1933 Polizeipräsidium teilt mit: Durch umfangreiche Ermittlungen der Polizei und die rührige Mitarbeit einiger SA=Angehörigen wurde festgestellt, daß die KPD in letzter Zeit eifrig an der Arbeit war, sich illegal neu zu Mit Unterstützung von 1000 SA= und SS=Männern organisieren. Es wurden fünf Personen, die sich zu einer führte die Geheime Staatspolizeistelle in Frankfurt eine geheimen Funktionärsitzung zusammengefunden hatten, Durchsuchung aller Zeitungsstände unolfestaenommen. Darunter befand sich eine kommuTrinkhallen nach verbotenen marxistischen und nistische Reichstagsabgeordnete aus Dresden, die schon seit kommunistischen Schriften durch. Die schlagartig an 500 Februar 1933 flüchtig war. Weiter gelang es. fünf AnStellen einsetzende Durchsuchung hatte vollen Erfolg. Es wurde umfangreiches marxistisches und kommunistisches Hetzmaterial gefunden und beschlagnahmt, außerdem eine Armeepistole. Pistolentaschen, Munition und anderes. Eine Anzahl von Personen wurde festgenommen. kommunistischen Funktionären in Südbauern. 1932 wurde er nach Moskau berufen, wo er ebenfalls als führender Mitarbeiter der Kommunistischen Gewerkschaftsinternationale tätig war. Nach seiner Rückkehr nach Deutsch land organisierte er den illegalen Aufbau der Kommu nistischen Partei in Deutschland. Bis zu seiner im Juni erfolgten Festnahme war er als illegaler Instrukteur für ganz Süddeutschland tätig. Stenzer zählte nicht nur zu den gefährlichsten, sondern auch zu den gewalttätigsten kommunistischen Hauptfunktionären. Dr. Hermes aus der Untersuchungshaft entlassen Berlin, 23. August 1933. gehörige des kommunistischen Nachrichtendienstes. die schon vor mehreren Jahren auf der Ziegelstraße ihr Geheimbüro hatten, festzunehmen. Sie hatten sich an ry herg,=macht und diese für die illegale Tätigkeit der Der frühere Reichsminister Dr. Hermes, der im KPD zu gewinnen versucht. Es sollten briefliche Anwei= März ds. es. wegen des Verdacht; der Untreue in Unter sungen und Befehle der NSDAP entwendet werden. Wei= suchungshaft genommen wurde, ist auf freien guß gesetzt Theater= Musik= Vorträge Ausstellung„Literarisches Geistesleben in Westjalen in Vergangenheit und Gegenwart“ Anläßlich des diesjährigen Westfalentages in Münster am 16. und 17. September wird in den Räumen des Städtischen Museums(Annette=von=Droste= Museum) eine Ausstellung„Literarisches Geistesleben in Westfalen in Vergangenheit und Gegenwart“ eröffnet. Besonderes Gewicht wird dabei auf das literarische Schaffen der Gegenwart gelegt, um für das gute westsälische Buch zu werben. Wer Material für diese Austellung(Bücher, Handschriften, Bilder von Schriftstellern, Büsten und dergl. zur Verfügung stellen will, wird gedeten, sich an Dr. Schulte=Aemminghausen in Münster i. W. zu wenden. Italienische Künstler auf der„Westfront 1933“ Essen, 23. August 1933. Von der Ausstellungsleitung„Westfront 1933“ wird ans mitgeteilt: Eine der grundlegenden Erkenntnisse nationalsozialistischer Kunstanschauung ist die völkische und tlutmäßige Gebundenheit aller Kunstschöpfung. Der beste Beweis für diese vom internationalen Aesthetentum stermißachtete oder bestrittene Wahrheit ist die Gegenüberstellung von Werken führender Künstler zweier Nationen. Aus diesem Gedanken heraus hat die„Westfront 1933“ durch Vermittlung der Landesleitung Italien des Kampfbundes für deutsche Kultur, Landesleiter W. Gehlhar, sich mit einer Reihe führender italienischer Künstler in Verbindung gesetzt, die ihre Werke in einer Sonderabteilung der„Westfront“ zeigen sollen. Wie wir hören, ist die Zusage einiger namhafter Italiener bereits von der italienischen Landesleitung gemeldet. Auch der außenpolitische Wert dieser kulturellen Zusammenarbeit Deutschlands mit dem befreundeten faschistischen Staat darf nicht unterschätzt werden. Wie man hört, haben sich auch flämische Künstler für interessiert. Die Ausstellungsleitung der„Westfront 1933“ bittet uns. noch einmal darauf hinzuweisen, daß sie, gezwungen durch die großen Ausgaben der Ausstellungsvorbereitungen, die Ausstellungsbedingungen und Anmeldeformu lare nur noch gegen einen Unkostenbeitrag von 20 Pig versenden kann. tere Erörterungen führten zur Festnahme von drei Spitzenfunktionären der Roten Hilfe. Ferner konnten noch drei Funktionäre der RGO festgenommen werden. Bei diesen wurden die neuesten Mitgliedskarten für diese Organisation in größter Zahl. sowie Klebemarken und anderes Material gefunden. Auch ein Kurier der illegalen Stadtteilleitung wurde ausfindig gemacht und festgenommen. Kommunistischer Funktionär auf der Flucht erschossen München, 23. August 1933. Am 22. August versuchte der schon seit längerer Zeit im Konzentrationslager Dachau untergebrachte kommunistische Hauptfunktionär Franz Stenzer aus Pasing aus dem Lager zu entfliehen. Der Flüchtende wurde jedoch rechtzeitig von einem Lagerposten entdeckt. Als er trotz wiederholter Anrufe nicht anhielt, gab der Posten mehrere Schüsse ab. Stelle. Frühere KP9=Angehörige hören nur noch Langenberg Arnsberg, 23. August 1933. Auf Anordnung der Staatspolizeistelle Dortmund wurden gestern im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg bei allen Angehörigen der KPD, die über Radiogerät verfügen, das sich zur Aufnahme russischer Sendungen eignet, die Radioanlagen beschlagnahmt. Diese Maßnahme war notwendig geworden, weil die kommunistische Feuerwehr auf Schlangenjagd Berlin, 23. August 1933. Die Feuerwehr wurde am Mittwochvormittag nach Wilmersdorf gerufen, wo auf dem Hof des Hauses Koblenzerstraße 8 eine 2½ Meter lange Schlange umherkroch. Sie gehörte einem Zoologiestudenten, der im zweiten Stock des Hauses ein Terrarium eingerichtet hat, in dem sich auch Schildkröten. Eidechsen und sogar Krokodile befinden. Die Feuerwehr fing die Schlange wieder ein und brachte sie dem Eigentümer zurück. Wie die Schlange aus dem zweiten Stock auf den Hof gelangt ist, steht noch nicht fest. Lindbergh auf den Fardern Kopenbagen, 23. August 193. Lindbergh ist am Mittwoch um 17 Uhr auf Faröern eingetroffen. Tankauto in die Luft geslogen Paris, 23. August 1933. Eine folgenschwere Erplosion ereignete sich am Dienstagnachmittag in Bordeaux. Ein großes Tankauto. das nach seiner Entleerung in Reparatur gegeben worden war. explodierte. Die Explosion war so heftig, daß die Eisenteile bis 60 Meter weit fortgeschleudert wurden. Eine Anzahl von Fensterscheiben in der Umgegend ging in Trümmer. Einem Arbeiter, der gerade im Begriff war, mit einer Azetylenflasche eine undichte Stelle zu schweißen, wurde der Arm abgerissen und der Brustkasten eingedrückt. Ein anderer Arbeiter wurde so heftig zu Boden geworfen, daß er schwere innere Verletzungen davontrug. In einer mehrere Meter entfernt liegenden Wohnung wurde eine Frau zu Boden geworfen. In 20 Meter Entfernung wurde das Dach eines Hauses fast vollständig abgedeckt. Die Schuld an dem Unglück dürfte dem Besitzer des Tankwagens zufallen, der vergessen hatte, die Luftverschlüsse zu öffnen nis Neu=Guinea— Land der Abenteuer Einer der wenigen Weltteile, wo man noch heute Wildin Reinkultur findet, ist die große ozeanische Insel Neu=Guinea. deren nordöstlicher Teil bekanntlich unsere alte deutsche Kolonie Kaiser=Wilhelm=Land war. Das Urwaldinnere ist ja noch zum großen Teil unerforscht. Es gibt dort noch viele Eingeborenenstämme. die Menschen„„„ fresser sind. Besonders in den Bezirken in der Näbe der Propaganda des Moskauer Senders von den Anhangern Goldfelder von Marobe ist der Aufenthalt recht gefahrvoll. der KPD. dazu benutzt wurde. Stubenversamm= Erst vor wenigen Monaten wurde ein Schwede in diesem lungen abzuhalten. Den von der Beschlagnahme Be Gebiet getötet. Dennoch machen sich immer neue troffenen wird Gelegenheit gegeben, unter dehördlicher Erveditionen auf den Weg in das undekannte Land, denn die Abenteuerlust ist allzu groß. Neuerdings ist der deutsche Goldgräber Helmuth Baum ein Opfer seiner Abenteuerlust Kontrolle das Radiogerät gegen kleinere Apparate einzutauschen. die lediglich zur Wiedergabe des Langenberger Senders geeignet sind. Diese Abschwächung der getroffenen Maßnahme hat ihren Grund Ein Schuß tötete Stenzer auf der darin, daß nicht beabsichtigt ist, den Anhängern der K PD. die Teilnahme an den deutschen Sendungen unStenzer zählte bereits seit 1926 zu den führenden möglich zu machen. Geschäftshaus in Lörrach Hausbewohner konnten sich nur durch einen Sprung ins Sprungtuch retten Lörrach, 23. August 1933. In der Nacht zum Mittwoch brach in dem im Mittelpunkt der Stadt gelegenen drei Stock hohen HansaHaus ein Großfeuer aus, das die darin befindlichen Geschäfte, Büros und Privatwohnungen zerstörte. Sieben Personen mußten in dunkler Nacht aus 15 Meter Höhe in das von der Feuerwehr und anderen kräftigen Männern bereitgehaltene Sprunntuch hinunterspringen, die große westdeutsche Ausstellung darunter auch vier Kinder im Alter von etwa zwei bis zehn Jahren. Die Jüngeren mußten von Eltern von der Dachrinne aus, wo die durch Feuer und Rauch Bedrohten sich hingeflüchtet hatten, heruntergestürzt werden. Ein Dreijähriger schlug auf die Drähte der elektrischen Straßenbahn und zog sich beim weiteren Fallen einen Oberschenkeldruch zu. Eine Frau schlug so unglücklich in das Sprungtuch auf, dau sie sich die Lione durchbiß und einen Bluterguß auf der rechten Seite zuzog. Ferner erlitt sie Rückenverletzungen. Bewußtlos mußte sie aus dem Sprungtuch genommen und ins Krankenhaus gebracht werden. Das Hansa=Haus ist bis auf die äußeren Mauern ausgebrannt. Freier Brotverkauf in Rußland Moskau, 23. August 1933. zentralen Schwarz=Erde=Gebiet hat der fre Im zen Handel mit Brot und Mehl aus der neuen Ernte be gonnen. Dieses Gebiet hat somit als erstes die Abgabe an den Staat abgeschafft. Das Brot wurde zu einem recht hohen Preissatz verkauft, durch schnittlich zu 1.5 bis 2 Rubel je Kilo. Es findet trot ändern des hoben Preises auten Absan. Sache geworden. Man vermutet, daß er von den wilden KookaKooka=Stämmen ermordet und aufgefressen in. Er hatte elf Träger bei sich, die man alle tot aufgesunden hat, nur der junge Baum ist verschwunden. Als dieser Fall bekannt wurde, warnten die Behörden die beiden Brüder Leahy, die sich in der Nähe befanden, aber die Warnung kam zu pät, die beiden waren schon in die Gefahrenzone hineingekommen. Einer der Brüder, Michael. erwachte eines Morgens von einem Geräusch in der Nähe seines Zeltes. Er erhob sich und sah nach, was draußen los sei. Im selben Augenblick aber bekam er einen Keulenschlag in den Nacken und fiel zu Boden. Seinem Bruder Patrick, der auch wach geworden war, gelang es. den Bruder in das Zelt hineinzuziehen, und nun verteidigten sich die Brüder, so gut sie konnten, gegen die Angreifer. Da die Träger, die anfangs die Flucht ergriffen hatten, schließlich zurückkamen, gelang es ihnen. die Wilden abzuwehren. die schließlich unter Hinterlassung von etwa sechs Toten flüchteten. Der Rückweg nach der Küste mußte dann unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zurückgelegt werden, denn immer waren neue Angriffe zu befürchten, schließlich aber kamen die Bruder Leahy doch in Sicherheit. Auch der Flieger Trist ist den Kannibalen zum Opfer gefallen. Er war in der Nähe von Zenag zur Landung geswungen worden und hatte in seinem Flugzeug eine Nachricht zurückgelassen, daß er sich nach der nächsten Kooka=Kooka=Siedlung begäbe, um sich Lebensmittel zu holen. Seitdem bat man nichts mehr von ihm gehört.: So lange es also nicht gelingt, die Lebenssitten dieser Eingeborenenstämme zu ist das Reisen in Neu=Guinea keine gefahrlose Jagd auf Pilze Haden Ste schon einma! Pilze gesammelt? Wenn nein. dann lassen Sie sich sagen, daß dies eine Beschäftigung ist. spannend der als die von Sberlock Holmes, sportlicher als Reck u. Barren. unterhaltsamer als Skat u. Sechoundsechzig. Dazu kommt aber noch ein richtiger Kampf. Jeder Pfifserling. jeder Steinvilz— von den weniger geläufigen Sorten ganz zu schweigen— hat die Tendenz. sich im Dunke! des Waldes. in der Kühle des Mooses. in Angst um sein Leben zu verstecken. Man muß sie erobern. Aber auch diese Eroberung hat ihre Geheimnisse, ihre sportlichen Gesetze. Man muß ganz weidmännisch gegen die Pilze vorgeben. bart. aber fair, mit scharsem Auge und klarem Verstand, denn eine Pilzvergiftung gehört nun mal gewiß nicht zu den Annehmlichkeiten dieses Daseins. Pilze suchen ist einfach, meinen Sie? Dann— entschuldigen Sie— dann verstehen Sie nicht viel davon. Ein„Sonntagsjäger auf Pilze“ zu sein, dazu gebört allerdings nicht viel. Die wahre Jagd aus Pfifferlinge oder Steinvilze aber ist odne Wissenschaft nicht denkbar. Diese Wissenschaft ist nicht durch Bücher zu erlernen— sie ist zum Teil Erfahrungswissenschaft. Auch dem künstlerischen Einfall ist aus diesem Gebiet freier Raum gelassen. Es genügt zuweilen nicht, die Pilze tahrze! zu haben, ihre Lehensgewohnbeiten bis auss J=Tüpfelchen zu kennen. Manchmal führt nur die geniale Witterung zum Ziel— oder vielmehr: zu jenem verschwiegenen Platz. wo ganze Familien köstlicher Pfisserlinge oder ein einsames zärtliches Steinvilz=Liebesogar es sich unter dem dichtesten Lauddach wohl sein läßt. Diese Idolle in ilggranti au errapoen— das ist das eigentliche Gebeimnis. Und hierzu gehört mehr Erfindergeist. Zäbigkeit. Scharfblick und schnuppernde Neugier, als prosaische Gemüter wohl vermuten möchten. Wir. deren Kindheit noch in die Jeiten der Kriegsnöte fiel, wir wissen vom Pilzsuchen ein kleines Lied zu singen. Erinnern Sie sich an den Kodlrübenwinter? Nun. dann werden Sie auch wissen, welche unschätzbare Bereicherung dann ein paar selbstgepflückte Pilze bedeuteten. Wir Kinder der damaligen Zeit gingen jeden Tag fast. ausgerüstet mit Beuteln von optimistischen Ausmaßen und Pilansendutterbroten, auf die Pilzjagd. Systematisch streiften wir die Wälder hindurch. Wir ersorschten das Geheimnis, daß Pfisserlinge auf seuchtem, braunem. weichem Boden immer in großen kinderreichen Familien wachsen. Uradne. Großmutter. Mutter und Kind dieser na be -Tür Namtlle klaubten wir auf. und wenn es nicht genügte. ergänzten wir unsere Fracht im Beutel durch ein paar Habnekämme oder Schwämme. Auch trafen wir einmal. mitten im Wald. einen weisen alten Mann. der hatte einen grunen Papierschirm zum Schutze gegen das Sonnenlicht in der Küdle des Waldes aus die Stirn geschoben und sprach lange mit uns darüber, daß jeder Steinils„einen Pruder" hätte. keiner wüchse allein für —“ und nun wollen wir erst einmal nach dem Bruder fanden wir auf diese Weise neden Sil vu en. Inbilz. ils und nun —.— Manchmal fanden wir aus die einem alten säden. von Maden zerfressenen veteran einen jungen frischen avvetitlichen brachten auf Grund dieser Weisheit die dovvelte Portion Und dann gab es den kleinen Zwischensall mit Tante Moeller. Tante Moeller war wohl eigentlich nicht unsere„Tante“. sie war eine Freundin des Hauses. und in diesem Sinne eine„Tante“ in wahrdaft klassischem Sinn. Sogar wenn sie mit uns auf die Pilziagd ging. trug sie einen ihrer dohen Wiophüte. An einem dieser Nachmittage stieten wir Kinder nun auf die gute Seele. wie sie. ein wenig bilflos und aufgeregt wie immer, einsam auf einer Lichtung stand. Sie stand etwas gebückt da. ihre Linke umspannte ihr Lorgnon. durch das sie eifrig und mißtrauisch auf einen Gegenstand in ihrer rechten Hand starrte, der sich gesunden Augen als etwas darbot, das nicht die mindeste Familienäbnlichkeit mit einem Pilz Ein kleiner Hund mag wohl vor vielen Monaten W auswies einmal durch diesen II Pald getradt sein.... Und Tante Moeller rief mit ihrer hoben angstlichen Stimme:„Kinder! Kinder! Kommt einmal der! Schaut einmal! Ich glaube. dier gibt es Champignons...." Ob. trov allem waren das schöne Tage.„ Heute sind die Pilzsammler wohl in der Regel urbeitslose, die sich durch ihr tagelanges Bemüden damit ein paar Groschen verdienen. Denen soll man wob! nicht in ihr Handwerk ptuschen?— Aber. ich weiß nicht. wie das kommt— um diese Jahreszeit werde ich doc immer etwas unrubig. Meine Traume sind manchmal bevölkert mit kleinen Pfisserlingen. nicht viel größer als Stecknadelkövse, die steden im Walde. aus einem Bein. und zwinkern mir frech und verständnisinnig zu.... Ich werde wohl einmal in meinem Büro sagen. ich hätte olche Koofschmerzen. und dann ganz beimlich und allein in die großen Wälder gehen. mein zusammengeknünftes Taschentuch in einer Hand und die Augen stetig auf dem Boden. Oder noch besser: Ich möchte einen„eingetragenen Verein deutscher Pilzsucher“ gründen. Einen Vereinsgruß habe ich schon erfunden— er besteht in einem dreimaligen frisch=fröblichen„Gut Pils!“(Mit„5“ am Ende!) Und die Jahresversammlung meines Vereines soll in einem Wettessen mitgebrachter Pfifferlinge givseln.— Anmeldungen zum Beitritt in diesen Verein nimmt die Redaktion entgegen. BG— A Nach Gotfes hl. Willen starb heute unerwartel infolge Herzlähmung mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwager und Onkel, der Versandleiter Herr Wilhelm John im Alter von 57 Jahren. Er wer das Vorbild eines pflichteltrigen, treudeutschen Monnes, der sein Leiztes geb für seine Femilie, seine Freunde und seinen Beruf. Er ging ehrlich und unbescholten einen gereden Weg. Als überzeugter Katholik fühlle er sich stets seinem Herrgott verantwortlich. In fiefer Trauer: Toni John geb. Dunker Heinz John Erich John. Herne, den 22. August 1933. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 25. ds. Mis., nechmittags 3.30 Uhr vom Trauerhause, Grenzweg 54, aus zum Friedhof Herne-Baukau statt. Das feierliche LevitenSeelenamt ist am Freitag morgen 9,30 Uhr in der St.Merien-Kirche. * Golt dem Allmächtigen hat es gelallen, Dienzleg morgen unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grohmutter und Tante, die wohlechtbere geb. Simbowskt nach kurzer Krenkheit, plötzlich und unerwartel im Alter von 66 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnehme bittet Familie Jos. Borowiak. Herne, den 24. August 1933. Die Beerdigung ist Freiteg, den 25. August, nechmitlegs 3.30 Uhr vom Sterbehause, Wiescherstrahe 27, eus. Des Seelenamt ist Freitag morgen 7.15 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche. Omnibus-Fahrten an Trier u. Hevclaer Meldungen:(2791a) Leo Kowalski, Herne, Bahnhofstr. 107 Ruf 50000 Herzliche Bitte! Edle Leserin, edler Leser! Unterernährte Kinder bitten um Brot und Hilfe. Bitte, helf auch du den Opfern der schweren Zeit. Gott wird es lohnen. Pflege- und Erholungsheim für unterernährte Kinder i. Berlin-Schöneiche Postscheckkonto: Berlin Nr. 44542 swangs. Versteigerung Freitag, den 25. Ang. 1933, 10 Uhr, versteigere ich in Wirtschaft Biermann, Bahnhofstr. Nr. 136: 24 Ztr. frisch gedroschenen Roggen, 1 Eßzimmer schwarz, eichen, 80 Flasch. Kopfwasser, Haarwasser, Parfüm. 1 Smoking. 1 Schnellwaage, Ledersofa, Anrichte, Schreibtisch etc.(2800a Kleve, O.=G.=V. ZwangsVerlteigerung Am 25. 8. 10 Uhr w. ich im Pfandlokale Mumme, Bochumer Str. 23 1 Büfekt. 1 Kredenz. 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Standuhr, 2 Klub. sessel, 1 Schreibtisch, 1 Sofa, 1Teppich, 1 elektr. Hängelampe, 1 RadioAnlage, 400 Zeichenblöcke, 50Malund Bilderbücher, 50 Jugendschriften öffentlich meistbietend geg. bar versteigern. Herne, 23. 8 33. Hüper, O.=G.=V. Kaufe stets Möbel Herde, Nähmaschinen etc. Wandhoff Herne. v. d. Heydtstr. 13. Postkarte genögt. Garantiert haltbare Dauerwellen bekommen Sie schon für 4.75 Mark in erstklessiger Ausführung beim Spezialisten im Salon Wicht Vinckestrasse 5. Einige gebrauchte, gut erhaltene Damen- u. Herrenzu verkaufen: Herne, v.-d.-Hepdtstr. 1. (15365) 2 Schafe vorjährig, zu ver kaufen.(2789a Herne II, Hertener Str. 17. Abgeschlossene I. Etage, 3 Zimmer Miete 33 P1, geg. abgeschl. 2-Zimmer Wohnung zu tau schen gesucht. Angebote unter G. B. 342 an den Herner Anzeiger. 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Die Träne fließt zu spst. Dazu:“ Mädehenhänd ler wollen uns verschleppen 7 Der König der Mädchenhändler. brehim El Oerbi, genennt„König der Midchenhäudler“, ist im Gefängais zu Kench(Aegypten) gestorben. Mit ihm verschwindet eine der gefährlichtten Figuren der interectionelen Mädchenhandels.- Sein Vater der Stierenhandler in der Provint Ausuan, hart an der zudanesichen Orenze wer. verfügte über eine große Anhängerschaft von bewetfneten Bedumen, ungefähr 1s0 an der Zehl, die sich bit in die entlegendsten Oegenden der Suden hinautwegen, um dort Mädchen zu fengen und sie dann in Aegypten an reiche Pasches zu verlaufen. Mit geredern ungiaablicher Raffinerte suchen ne in allen Schichten der Bevölkerung ihre Opfer und unzäblige leichtgläubige junge Midchen werden von ihnen entführt. Wochentags: Beginn 5 Uhr— Einlaß 4.30 Uhr. Sonntags: Beginn 3 Uhr— Einlaß 2.30 Uhr. Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich Gewinne gefallen, und zwar je einer die Lose gleicher Rummer in den beiden Adteilungen I und II 12. Ziehungstag 22. August 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 126590 160961 10 Gewinne zu 5000 M. 118637 149919 160098 202608 361793 14 Oewinne iu 3000 au. 41193 128319 166966 196067 258607 350487 364963 68 Geminne zu 2000 G. 8659 19189 25442 49059 49961 55398 60902 65766 69100 76900 99532 122901 176889 180833 181387 191888 207725 215018 215446 241014 252619 263475 263908 265461 279608 297062 302158 312527 317855 324388 325434 353131 382496 386354 134 Oewinne mu 1000 M. 242 14072 19040 47494 52117 54075 66165 68211 70769 76754 88737 94528 96697 112535 117616 119663 120950 123043 123873 127022 130504 135526 150872 155131 157329 157991 159362 160115 167081 168502 170120 172215 177134 192547 213385 225948 241028 242432 247849 250036 251694 261207 265623 265811 271811 275009 280672 282368 283528 288059 289639 294275 307002 310772 323450 333380 337520 340159 357571 360163 372492 378030 378821 385769 392480 397524 398296 178 Gewinne mu 500 M. 296 1840 8697 13466 17867 38746 38752 48113 63484 71764 76258 78227 78835 96957 97650 98757 101495 104611 115476 116745 117844 125636 126485 129398 131578 132574 136078 138395 147278 168235 157918 161106 181520 188592 194832 202256 202585 205874 207812 209445 209634 217188 219384 221176 227083 230586 232129 235291 249498 250651 265880 258950 260416 263246 270332 271391 271443 271699 272448 276693 277251 291710 283283 285791 287752 296124 305896 315802 323305 326108 328147 330201 333718 334449 342437 343171 348505 348721 354287 369355 365959 366014 370051 373020 373863 376850 385811 386153 391246 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gemiue über 400 M. gezogen 6 Gewinne zu 10000 M.„24482 80070 J7TDOB 6 Gewinne zu 5000 G. 36159 93484 392384 20 Gewinne zu 3000 M. 18520 22091 87613 166072 220323 260357 308686 356443 362455 383895 64 Gewinne m 2000 m. 8602 12012 44467 66719 67858 70947 72986 129200 134862 133821 144537 146511 157744 182301 187226 192726 201353 204173 241246 272981 279276 311775 313698 333932 354741 369557 396853 72 Gewinne zu 1000 M. 18492 23554 46023 65880 72918 80295 101864 111381 113699 114687 128868 141625 166965 183749 205334 214647 230325 233767 239240 243930 249149 252100 275455 280738 304685 307207 308073 316756 317135 319196 322782 323920 325841 334364 343592 398173 144 Gewinne zu 600 M. 172 17202 26225 2763e 42984 48730 63268 64707 65330 66321 50900 59307 59435 60710 62787 67411 68590 80448 84446 86301 96387 96307 101367 105299 106719 112720 126133 130962 131467 143016 146341 146632 148213 149059 168800 166000 177726 179139 190481 195545 196825 196541 207308 226710 254600 261130 263263 264968 272427 296790 307712 310179 311390 816067 317237 321364 324761 326714 326201 328380 329770 339226 361942 366877 371263 372215 378372 575344 385765 392164 394316 306519 Jos Gemtuurnte verdliebene 50000 se 500000 und 100 Präntten## winne zu je 500000, 2 zu 200000, 2 zu se 100000 2 50000, 22 zu je 25000, 122 sje 5000, 558 zu r 3000, 1 zu se 1000, 5542 zu je 500, 2 Prämmen z 1 K 8000 2 C5 # se 300000, 2 ga 2= e e e 1076 zu p 2000 3456 2000 zu ie 400 M 80 i jeder berföheung preergert Koethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Strahe 8, neben dem Postomt. Schauburg Heute, Donnerstag, wegen des großen Andranges nochmals Familien-Vorstellung mit dem gesamten Programm. Einlaß 3 Uhr. Schüler 20 Pig. **