erner ##.A Druck u. Verlag: Koethers& Röttsches, Herne, Hermann-Oöring=Straße 8, neden der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gertber Anzeiger Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 250.— bei töblichem Berufsunsall nach Maßgabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erhältlich slad. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfg., Arbeite und Wohnungsmarkt 5 Pfa. 1 mm Raumböbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkursen und gerichtlicher Klage binsällig. Hernsprech=Anschluß: Sammel=Nummer 52641 Telogramm-Adresse: Anzeiger Ho Nr. 193(Erstes Blatt) Freitag, den 18. August 1933 29. Jahrgang Kulturkampf an der Saar Von Theo Jörg. Die Tatsache, daß aus der Kraft der Idee und den treibenden Kräften einer einheitlichen Kultur vor allem eine Nation erhalten wird, hat sich in den 15 Jahren deutscher Saarpolitik noch einmal nachdrücklich bewiesen. Der wirtschaftliche Kampf an der Saar hatte zunächst die schlechtesten Voraussetzungen. Durch Zollgrenzen, französisches Kapital und die Uebereignung der Saargruben an den französischen Staat wurde hier durch den Friedensvertrag ein wirtschaftliches Uebergewicht zugunsten Frankreichs geschaffen, das zunächst erschreckend sein mußte. Aber elbst bis in den letzten Zweig der Wirtschaft hinein erstreckten sich die Auswirkungen einer einheitlichen deutschen Kulturpflege und Propaganda, die heute am besten darin zum Ausdruck kommt, daß im Saargebiet überall an die Stelle jenes alten Sprichwortes:„Es ist nicht von weit her“ ein anderes getreten ist:„Es ist französische Ware.“ Und umgekehrt, daß man die durch den Zoll verteuerten deutschen Güter nicht besser anpreisen kann, als daß man sagt: Sie kommen aus dem Reich. Das sind nicht nur sachliche Würdigungen, sondern zugleich Würdigungen innerster Art und innersten Wesens. Deutsch sein ist hier auf eine ganz natürliche Weise zum Ausdruck geworden für: gediegen sein, zuverlässig sein, dauerhaft sein, kurz: wertvoll sein. Das danken wir zunächst der deutschen Wirtschaft. Aber hier ist sie ein Stück Kulturgeschichte geworden, man kann sagen ein Stück Charakterbildung. Den saarländischen Parteien und Berufsverbänden ist es zu danken, daß die deutsche Kulturpolitik auch dort ihr natürliches Recht durchsetzte, wo sie in der Völkerbundskommission durch französische Interessenten aufs ernsteste gefährdet war. Das gilt besonders für den Abwehrkampf gegen den französischen Sprachunterricht an der Volksschule und gegen die französischen Grubenschulen, welche nach dem Kriegsende zunächst für solche französischen Kinder gegründet wurden, die mit ihren Eltern, den höheren Grubenbeamten, aus Frankreich hinzugezogen waren. Es ist eine selbst vom amerikanischen Völkerrechtler Borchardt seinerseits vor dem Völkerbund aufgewiesene Tatsache, daß diese Grubenschulen nur dadurch zu rechtfertigen sind, daß die hinzugezogenen landfremden Kinder hier in einem rein deutschsprachigen Gebiet niemand verstanden hätten und von niemand verstanden worden wären. Aber es kam den französischen Machthabern, die sich immer hinter den Kulissen der Regierungskommission versteckt hielten, darauf an, den ungeheuerlichen Betrug Clemenceaus, nämlich, daß das Saargebiet ein zweisprachiges Gebiet sei, nachträglich dadurch aus der Welt zu schaffen, daß man 150000 französisch sprechende Saarfranzosen werben und erziehen wollte, weil sie nicht da waren. Lächerlich genug, um eine Minderheit von 150000 Saarfranzosen völkerrechtlich schätzen zu können,— nur aus diesem Grunde war das Saargebiet vom Reich getrennt worden— sollten ebensoviele erst aus dem Boden geschlagen werden! Diese Absicht bestand und sie besteht noch. Hat sich noch bis in die letzten Tage hinein die französische Presse mit dem Plane beschäftigt, das Saargebiet in zwei Teile zu schlagen und auf diese Weise ein neues Oberschlesien zu schaffen. Die französischen Grubenherren haben ihre wirtschaftliche Macht an ihren Arbeitnehmern, den deutschen Bergarbeitern, an vielen Stellen mit heimlicher Brutalität ausgenutzt. In diesem Kampf um das Recht, den die Bergarbeiter, die Lehrerschaft und alle Parteien führten, hat die Regierungskommission leider immer der Gegenseite geglaubt, den befreundeten Grubendirektoren, die aus begreiflichen Gründen von der Angelegenheit hinterher nie etwas wissen wollten. Aber die Tatsache besteht, daß in Grubendörfern Bergleute ihre Kinder deswegen in eine Schule mit französischem Sprachunterricht als Hauptfach und mit undeutscher Gesinnungsschulung schicken mußten, weil die dringende Gefahr bestand, daß sie andernfalls Arbeit, Wohnung und Fortkommen verloren hätten. Daß heute in allen Grubenschulen kaum mehr als 2000 Kinder gezählt werden,— es gibt 150 000 schulpflichtige Kinder im Saargebiet— ist ein Verdienst gemeinsamer Abwehr, das nach den Bergarbeitern selbst der gesamten Saarbevölkerung zugeschrieben werden muß. Neben Massenkundgebungen, Protestversammlungen, Erklärungen an den Völkerbund, die von allen Gruppen und Parteien betrieben wurden, war auch der Deutsche Sänderbund, der als eine Gemeinschaft aller Berufe und Parteien mit nicht mißzuverstehender Einstimmigkeit deutsches Recht forderte und sang. Die deutsche Wehr ist in das Volkslied eingeflochten und geht von Mund zu Mund. Das Bergmannslied„Glück auf“ erklingt im Saargebiet in dem neuen volkstümlichen Text, den jeder Saarländer kennt:„Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar, und deutsch ist unseres Flusses Strand und ewig deutsch mein Vaterland.“ Umso belustigender muß es klingen, wenn man in der„Liberte“ in Paris mit einem Hinweis auf die wirtschaftlichen Machtmittel im Saargebiet zu französischen Versprechungen an die Bergleute aufruft mit dem Bergmannsspruch: Glüc auf. Die Antwort ist schon gegeben. In jeder Gesangprobe des im Saargebiet stärker wie sonst im Reich gebildeten Sängerbundes(im kleinsten Ort gibt es eine Gruppe) wird diese Antwort zu Beginn und am Schluß als Treuegelöbnis wiederholt: Brüder, das ist des Saarvolks Schwur: Deutsch bleiben Berge, Saar und Flur! Deutsch bleibt das Blut, das uns durchzieht Und ewig deutsch des Saarlands Lied! Wenn neuerdings in die einheitliche Aktion durch kommunistische und sozialistische Presseorgane dadurch ein Keil getrieben wird, daß an der deutschen Politik im Reich eine Kritik geübt wird, die von Hitler mit Recht als Vaterlandsverrat gebrandmarkt wurde, so Der scharfe Kurs in Oesterreich Die Folgen der neuen Verordnungen] Der Berliner Gesandte bei Dollfuß Wien, 17. Aug. Daß der am Mittwoch gefaßte Ministerratsbeschluß über die Beschlagnahme von Vermögen verbotener Parteien hauptsächlich den Zweck verfolgt, durch Entzug der Mittel jede politische Tätigkeit unmöglich zu machen, ergibt sich aus einem Kommentar, den die halbamtliche politische Korrespondenz zu diesem Ministerratsbeschluß veröffentlicht, wobei sie ausdrücklich diesen Zweck des Beschlusses angibt. Aus dieser Mitteilung sind auch die Einzelheiten für die Durchführung dieser Beschlagnahme ersichtlich. Unter Vermögen werden, wenn es sich um Parteivermögen im engeren Sinne handelt, auch einzelne Vermögensstücke zu verstehen sein. Außerdem genügt zur Beschlagnahme und dem darauffolgenden Verfall des Vermögens die Tatsache, daß es sich um Vermögen bzw. Vermögensstücke der verbotenen Partei handelt. Es braucht also eine verbotswidrige Anwendung dieses Vermögens nicht erst nachgewiesen zu werden. Gegen die Beschlagnahme ist eine Berufung möglich; jedoch hat sie keine aufschiebende Wirkung. Während dieses Rechtsmittel von Personen ergriffen werden kann, in deren Verwahrung sich das beschlagnahmte Vermögen befand, ist dritten Personen, die Rechte an das beschlagnahmte Vermögen geltend machen, der Einspruch gegeben. Jedoch wird dieses Recht dadurch eingeschränkt, daß bei einem Zusammentreffen von Beschlagnahme und privatrechtlicher Exekutive die öffentlich=rechtliche Maßnahme die stärkere sein soll. Wie sich die Beschlüsse des Ministerrats auswirken werden, ist aus einer Zusammenstellung des„Oesterreichischen Abendblattes“ zu ersehen, das erklärt, für den Verlust der Staatsbürgerschaft kämen ungefähr 7000 PerEupen—Malmedy wehrt sich Belgischer Vorstoß gegen den deutschsprachigen Unterricht Eupen, 17. Aug. 1933. In Neubelgien, dem Gebiet von Eupen=Malmedy und St. Vith, beschäftigt man sich augenblicklich wieder mit kulturpolitischen Fragen, da vor einigen Tagen bekanni geworden ist, daß gewisse belgische Kreise und Behörden einen neuen Angriff auf die deutsche Sprache, die Muttersprache des weitaus größten Teils der neubelgischen Bevölkerung, planen. Dieses Mal erscheint die Angelegenheit besonders wichtig, weil der Vorstoß auf eine ganz hurmlose Weise geschehen soll, indem man von den Gemeinden einen ihnen eigentlich nicht zustehenden Beschluß fordert, von dem— ahnungslos und in Unkenntnis gefaßt— später gegebenenfalls die Belgier als„von einem Pfeil sprechen könnten, der auf den Schützen zurückkommt!“ Der neue Angriff stützt sich auf das jüngste belgische Unterrichtsgesetz vom 14. Juli 1932, das für die wallonischen Gebiete das Französische, für Flandern das Flämische und für Neubelgien das Deutsche als Unterrichtssprache in den Volksschulen vorschreibt. Gleichzeitig enthält aber dasselbe Gesetz einen besonderen Artikel, nach dem„in den Gemeinden deutscher Sprache Abweichungen, die durch die örtlichen Verhältnisse gerechtfertigt sind, durch einen begründeten und im„Montineur Belge“(belgisches Amtsblatt) zu veröffentlichenden kgl. Erlaß bestimmt werden können.“ Irgendwie ist es nun gewissen Personen, die aus Gründen der„Vaterlandsliebe“ aus Neubelgien innerhalb kürzester Frist ein „richtiges belgisches Gebiet“ machen wollen, gelungen, den derzeitigen belgischen Minister für Unterrichtswesen. Lippens, zu einer„Prüfung der Frage der Unterrichtssprache in Eupen=Malmedy“ zu bewegen und ihn zu der Auffassung zu bringen, daß„nach seinem(des Ministers) Dafürhalten“(nicht nach seiner Anordnung!) das Französische einheitlich vom dritten Volksschuljahr ab zu lehren sei. Mit dieser Meinungsäußerung des Ministers glauben nun die Feinde der deutschen Muttersprache den Sieg schon auf ihrer Seite zu haben. Seitens der Schulinspektion hat man nichts Eiligeres zu tun gewußt, als den Gemeinden von diesem„Dafürhalten“ des Ministers Kenntnis zu geben und die Herbeiführung eines entsprechenden Gemeinderatsbeschlusses zu fordern. Man rechnet mit der Unerfahrenheit mancher Gemeinderäte, die leicht jedes Schreiben„von oben“ als ein Dogma ansehen, gegen das es keinen Widerstand gibt, und freut sich schon auf den Augenblick, wo vielleicht gesagt werden könnte: Die neubelgischen Gemeinderäte haben so beschlossen, sie brauchten es nicht und dürfen jetzt nicht mit Vorwürfen gegen die Regierung kommen wegen einer Sache, die sie selbst beschlossen haben. Die heimattreue Presse Eupen=Malmedys hat die Angelegenheit sofort aufgegriffen und veröffentlicht heute einen längeren Aussatz, der eingeheno zu den Dingen Stellung nimmt. Sachlich aber bestimmt wird darin die Unsinnigkeit und Ungerechtigkeit des Vorhabens bewiesen, in der Volksschule einer rein einsprachigen Gegend vom dritten Schuljahr ab eine Fremdsprache lehren zu wollen. Es wird im besonderen auf das traurige Beispiel im benachbarten altbelgischen Grenzgebiet hingewiesen, von dem gesagt wird, dort gebe es heute schon infolge eines gänzlich verfehlten, unsinnigen Unterrichtssystems eine Unzahl junger Leute, die außer ihrer Mundart überhaupt keine Sprache mehr verstehen, weder das Deutsche noch das Französische. Auch dort habe man, wie man es für Neubelgien vorhabe, begonnen, man habe bei der französischen Unterrichtssprache geendet und das Ergebnis seien Analphabeten. Dann wendet sich die heimattreue Presse mit einem besonderen Wort der Mahnung und Warnung an die Eupen=Malmedyer selbst.„Hüten wir uns“, so schreibt die„Eupener Zeitung",„vor dem Anfang, liebe Landsleute! Reichen wir den Gegnern unserer Sprache nicht den kleinen Finger, damit sie uns demnächst nicht die Hand abnehmen können. Es besteht kein Grund. die deutsche Sprache anders zu behandeln, als die anderen Landessprachen. Man muß immer wiederholen, daß die Muttersprache das kostbarste Gut eines Volkes ist. Möge unsere Hand eher verdorren, als daß wir sie leihen zu einem Anschlag auf die Muttersprache.“ sonen in Frage. Das Blatt führt außerdem eine Liste führender nationalsozialistischer Persönlichkeiten in Oesterreich an, die sich im Auslande aufhalten und in Oesterreich hauptsächlich Grund und Boden besitzen, der einem Zugriff der Behörde offen liegt. Unter diesen Personen befindet sich der ehemalige Landesleiter der NSDAP., Proksch. der bei Linz ein Bauernhaus besitzt, der frühere Gauleiter Oberösterreichs, Bolek, ebenfalls Besitzer eines Grundstücks bei Linz, und der SA.=Obergruppenführer Reschny, der eine Villa in Linz besitzt. Der österreichische Gesandte in Berlin, Ingenieur Tauschitz, ist am Donnerstag in Wien eingetroffen und hat im Laufe des Nachmittags dem Bundeskanzler ausführlich über die gegenwärtige Lage im Deutschen Reich Bericht erstattet. Von hier aus begibt er sich in seine Kärtner Heimat, wo er seinen Urlaub verbringt. Auch der österreichische Gesandte in Rom, Dr. Egger=Möllwald, der hier einen einmonatigen Urlaub verbringen wird, hat dem Bundeskanzler Bericht erstattet. Die deutsche Gesandtschaft in Wien hat mitgeteilt, daß diejenigen Stellen in den Veröffentlichungen der Extraausgabe der„Reichspost“ vom 14. August, die sich auf die Gesandtschaft beziehen, im Benehmen mit dem Bundeskanzleramt einer Prüfung unterzogen werden. Der Gesandte stellte dabei fest, daß von den in der Extraausgabe der „Reichspost“ abgedruckten angeblichen drei Briefen. die diesem Blatte Anlaß zu Vermutungen über die Benutzung der Kuriervost der Gesandtschaft gegeben haben, keiner dem Gesandten bekannt geworden sei und daß er und die Mitglieder der Gesandtschaft darüber erst durch die vorbezeichneten Veröffentlichungen Kenntnis erhalten hätten. Hohe Kerkerstrafen In dem Prozeß gegen diesi Wien, 17. Aug. eben National= sozialisten, die beschuldigt waren, die bekanntlich nicht explodierte Bombe im Kaffee„Produktenbörse“ in Wien gelegt zu haben, wurde das Urteil gesprochen. Von den Angeklagten wurden vier zu schwerer Kerkerstrafe, verschärft durch einen Fasttag vierteljährlich, verurteilt, die von drei Monaten bis zu zwei Jahren gehen. Die Untersuchungshaft ist angerechnet. Drei der Angeklagten wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung wird gesagt, die Behauptung der Angeklagten, es handele sich nur um harmlose Knallpraparate, sei unglaubwürdig. Ein„Geisel“ zu Arrest verurteilt Wien, 17. Aug. Wie aus Innsbruck berichtet wird, ist der Innsbrucker Sportarzt Dr. Fritz Lanschner, der Vater der bekannten Skifahrer=Familie Lanschner, verhaftet und zu sieben Wochen Arrest verurteilt worden. Dr. Lanschner nimmt bei den Innsbrucker Aerzten eine führende Stellung ein und gehört der Nationalsozialistischen Partei an. Verhaftung und Verurteilung sind ein ausgesprochenes Vergeltungsverfahren wegen verschiedener Uebertretungen, hauptsächlich Bemalen mit Hakenkreuzen, bei denen die Täter nicht entdeckt werden konnten. Gasgranatenlager bei Lille brennt Ein„Tatbestand“ für den Völkerbund 7 Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung„ Ein englisches Restlager? Paris, 17. Aug. 1933. In einem unterirdischen Munitionslager in Aire sur La Lys in der Nähe von Lille ist aus unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen, das sich langsam zum Hauptlager durchfrißt. Das Munitionslager, das in erster Linie zur Lagerung von Gasgranaten dient. ist nur 60 Meter von der Landstraße entfernt. Die Militärbehörden von Duoai haben bereits alle Vorsichtsmaßnamen zum Schutz der Bevölkerung getroffen. Es ist interessant, bei dieser Gelegenheit festzustellen, daß Frankreich trotz der Beschlüsse der Abrüstungskonserenz noch ganze Lager von Gasgranaten unterhält. Selbstverständlich ist es, daß sich weder in Frankreich selbst, noch in einem der Basallenstaaten jemand finden wird, der diese Tatsache aufgreift, um den angeblichen„Hüter der Verträge" zur Ordnung zu rufen. Nach einer Meldung des Liller Sonderberichterstatters des„Paris Soir“, soll es sich bei dem Brand des Munitionslagers in Aire fur la Lys nicht um ein französisches Munitionslager handeln, sondern um eine Stelle, an der die Engländer im Jahre 919 Munition vergraben hätten. Der Besitzer des Feldes. unter dem der Brand zum Ausbruch gekommen ist, will sich erinnern, daß die englischen Truppen an der Stelle einen tiefen Granattrichter benutzt hätten, um dort Gasgranaten und Fliegerbomben zu vergraben, um sich ihrer zu entledigen. Er habe seinerzeit dagegen protestiert, sei aber von den englischen Truppen von seinem eigenen Felde vertrieben worden, weil es in den Bereich des englischen Hauptquartiers fiel. Inzwischen schwelt das Feuer unter der Erde weiter. Um die Temperatur zum Sinken zu bringen, hat man die Stelle, an der die Rauchwolken emporsteigen, mit einer dicken Erdschicht bedeckt. Die Gefahr einer Explosion besteht jedoch nach wie vor. Der Verkehr ist in einem Umkreis von zwei Kilometer gesperet. Am Donnerstagabend will man unter Beobachtung großter Vorsichtsmaßnahmen versuchen, den Brandherd freizulegen. Die Zivil= und Militärbehörden sind, in Kenntnis gesetzt worden und haben alle erdenklichen Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung ergriffen. ist das vielleicht ein Zeichen dafür, daß bei einzelnen Gruppen die deutsche Politik doch nicht in Fels verankert war. Aber es muß bedacht werden, daß hier Verbitterung erst eine Psychose geschaffen hat, die sich im Saargebiet gefährlich auswirken kann, gerade weil ein 100prozentiger Erfolg bei der Wahl— er ware nicht ausgeschlossen gewesen— allein der Verlogenheit des Friedensvertrages mit der Kraft der Wahrheit ins Gesicht geschlagen hätte. Um so erfreulicher ist, daß sich jetzt im Saargebiet alle deutschen Parteien, mit Ausnahme der Sozialisten und Kommunisten, zu einer„Deutschen Front“ zusammengeschlossen haben, die sich zur Aufgabe gestellt hat, alle Kräfte der Saarbevölkerung für den Endkampf um die Heimführung des Saargebiets in das deutsche Vaterland zusammenzuschließen. Es ware ein Akt der Klugheit, um der großen Sache willen, wenn alles und von allen getan würde, diese Einheitsfront der Deutschen im Saargebiet zu halten und zu stärken. Alle, ohne Ausnahme, sollen anklagen, gegen den Friedensvertrag. Erfreulich wirkt die Haltung Hitlers den deutschen Parteien gegenüber, die bisher sich der Aufgabe an der deutschen Saar getreulich annahmen. Das führte sogar so weit, daß die christlichen Gewerkschaften im Saargebiet noch nicht gleichgeschaltet wurden mit dem ausdrücklichen Wunsch, wie bisher der Sache an der Saar zu dienen. Das Zinsen- und Schuldenproblem Richtigstellung einer mißverständlichen Verlautbarung zum Schulden- und Zinsproblem. Berlin, 17. Aug. 1933. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: In mehreren Tageszeitungen ist gestern und heute eine Notiz über das Schulden= und Zinsproblem erschienen, in der es heißt, daß seitens der Reichsregierung gesetzliche Maßnahmen über einen allgemeinen Schuldenerlaß oder einen Nachlaß von nicht zu erwarten seien. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß diese Verlautbarung einen besonders gelagerten Fall betraf und sich nur auf bereits fällig gewordene Zins= und Kapitalverpflichtungen beziehen sollte. Freiwillige Vereinbarungen, die zwischen Schuldnern und Gläubigern stattgefunden haben oder beabsichtigt sind, werden von der Notiz in keiner Weise berührt. Es ist weiterhin festzustellen, daß sich die Reichsregierung der überragenden Bedeutung des Zius= und Schuldenproblems bewußt ist und ernste Beratungen darüber pflegt, um in Bälde eine allsettia befriedigende Lösung zu bringen. Ausländische Pilger in Trier Trier, 17. Aug. Die Gesamtzahl der Pilger zum Hl. Rock rückt imm näher an die erste Million heran. Am Mittwoc abend— der Dienstag und Mittwoch brachten rd. 90 00 Pilger— wurden insgesamt 896000 Wallfahrer gezähl Nachdem am Vormittag die ersten Pilgerzüge ar Belgien eingetroffen und von dem Bischof vo Lüttich. der ebenfalls nach Trier wallfahrtete, b grüßt worden waren, kamen am Mittwoch neben zw Sonderzügen aus Luxemburg wiederum zwei ar Belgien. Auch aus Frankreich traf am Mittwo eine erste Pilgerfahrt im Omnibus ein. Es handelt si hier um Walljahrer aus Nancy. All die fremde Wallfahrer aus dem benachbarten Ausland sprathens lobend über die Aufnahme in Deutschland aus. I Namen des Bischofs von Trier wurden die Auslände herzlich willkommen geheißen. Unter den Pilgern al Mittwoch sah man u. a. Bischof von Hohlar Island, Monsignore Meulenderg und die Er herzogin Gabriele von Oesterreich. ** Notizen Aus Mitteln des Arbeitsbeschaifungsvrogramms vom 1. Juni sind nunmehr Darleben in Höbe von 16 Millionen Mark bewilligt worden. * Aus Wrackteilen eines Flugzeuges. die man auf der Bareninsel sand. will man die verschollene Maschine Amundsens erkennen können. Neuer Zollkampf in Europa Zum Scheitern der Konvention von Duchy 7 Ein holländisch=belgischer Vorstoß gegen England Lindbergh vlant einen Flug rund um Island Die amerikanische Luftslotte beabsichtigt. in Italien einen Gegenbesuch zu machen. * Der ungarische Außenminister Kanva weilte am Donnerstag in Wien. Die Vereinigten Staaten haben einem Vorschlag Englands zugestimmt, die Kriegsschuldenverbandlungen im Oktover wieder aufzunehmen. * Der Gewittersturm auf Jamaika hat einen Sachschaden in Höbe von rund 8 Millionen RM. verursacht. * Auf der Hochebene von Montrieur. in der Nähe von Toulon ist ein rieniger Waldbrand ausgebrochen. * In einer Ortschaft unweit Praßnitz(Polen) hat ein Großfeuer, das von Kindern beim Svielen mit Streichhölzern angelegt worden ist. 24 Gehöfte eingeäscher! * Bei einem Kommunisten in Stettin wurde ein Lager von insgesamt einem Zentner Sprengstoff gefunden. Besuch im Konzentrationslager Bremen, 17. Aug. 1933. Großfürstin Maria von Rußland im Bremer Lager. Die Großfürstin Maria von Rußland, die mit der „Europa“ in Deutschland eingetroffen ist, hatte Gelegenheit, mit dem Reichsstatthalter von Oldenburg und Bremen, Röver. neben den Sehenswürdigkeiten der Hansastadt das Konzentrationslager Miesler bei Bremen zu besichtigen. Der Reichsstatthalter gewährte einem Vertreter der Telegraphen=Union im Anschluß an diese Besichtigung eine Unterredung. Er erklärte dabei, die Großfürstin, die vor einem Jahre Deutschland zuletzt besucht habe, habe dem Reichsstatthalter gegenüber aus ihrer Bewunderung für den neuen in Deutschland herrschenden Geist kein Hehl gemacht. Der Unterschied zwischen den damaligen deutschen Menschen und der heutigen deutschen Nation sei ein überaus auffallender gewesen. Heute sei, das habe sie auf den ersten Blick feststellen können. Disziplin, Ordnung und neuer Lebensmut in Deutschland eingezogen. Ein Vergleich von heute mit damals falle entschieden zugunsten des Deutschlands von heute aus. Die Großfürstin ist am Donnerstagnachmittag nach Berlin abgereist. Der Reichskanzler an Valbo Berlin, 17. Aug. 1933. Reichskanzler Adolf Hitler hat an den italienischen Luftfahrtminister Exzellenz Balbo nachstehendes Telegramm gerichtet: „Zur erfolgreichen Vollendung Ihres kühnen Transozeanfluges spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche aus. Zugleich beglückwünsche ich Sie aufrichtig zu Ihrer Ernennung zum Marschall der Lüfte. gez. Reichskanzler Adolf Hitler". Glückwunsch des Kanzlers an Oberpräsident Koch Berlin, 17. Aug. Reichskanzler Adolf Hitler hat an den ostpreußischen Oberpräsidenten Erich Koch folgendes Telegramm gerichtet: Zu der vollständigen Beseitigung der Arbeitslosigkeit in der Provinz Ostpreußen beglückwünsche ich Sie herzlich. Mit bestem Dank für Ihre Meldung hierüber wünsche ich Ihnen gleichfalls Erfolg bei der Arbeit an der Sicherung des erreichten Ziels. Ehrenbürgerrechte nur noch in ganz außergewöhnlichen Fällen Berlin, 17. Aug. Der„Völkische Beobachter“ veröffentlicht folgende Verfügung des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß: Um eine Entwertung des Begriffes der Ehrenbürgerschaft zu verhindern, wird verfügt, daß künftighin nationalsozialistische Gemeindevertretung den Antrag auf Verleihung von Ehrenbürgerrechten, nur noch in ganz außergewöhnlichen Fällen stellen dürfen. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 17. August 1933. Das Scheitern der Konvention von Ouchy bedeutet für eingeweihte Kreise keine besondere Ueberraschung. In dieser Konvention haben sich im Juli 1932 Belgien. Holland und Luxemburg gegenseitig verpflichtet, keine neuen Zollerhöhungen vorzunehmen und die bestebenden Warenzölle während der fünf Jahre, für die die Konvention abgeschlossen war, jährlich um 10 Prozent, insgesamt allo um 50 Prozent, abzubauen. Für andere Staaten stand zu den gleichen Bedingungen der Beitritt offen. Bei Abschluß der Konvention machten sich sofort starke Bedenken bemerkbar, sowobl in Holland als auch bei Großmächten, die an dem Abkommen nicht beteiligt waren. Granrreich sah in der Konvention eine unliebsame Konkurrenz; denn eine Neuorientierung der belgischen Wirtschaft kam ihm äußerst unvassend. Ein weiteres Widerstandszentrum war England, das zwar von Holland das Recht der Meistbegünstigung verlangte, aber in keiner Weise eine Gegenleistung bieten wollte. Aus diesem Widerstand erklärte es sich, daß im Herbst 1932 von der bolländischen Regierung erklärt wurde. Holland werde die Konvention von Oucho nicht rattfizieren, bevor mindestens England, Frankreich und Deutschland ihr Einverständnis mit der sich daraus ergebenden Einschränkung ihrer Meistbegünstigungsrechte erklärt dätten. Man kann daber sagen, daß bereits Ende September 1932 die Konvention als gecheitert angeseben werden konnte. Was jetzt noch geschah. ist lediglich die offizielle Anerkennung eines bereits bestehen. den Zustandes. Sehr sonderbar ist bei der ganzen Angelegenheit die Haltung Englando, das mit seinen Dominien ähnliche Vereinbarungen getroffen hat, wie sie in der Konvention von Ouchs enthalten waren. Was England glaubt anderen Staaten verwehren zu sollen, nimmt es für sich und seine Dominien in Anspruch. Es liegt eben im Interesse der englischen Wirtschaft, aus dem eurovaischen Kontinent keine Wirtschaftseinheit entstehen zu lassen, während es seinen weltumsassenden Wirtschafteraum mit größter Zähigkeit verteidigt. In Wirtschaftskreisen wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß von Holland und Belgien die Rechtsgültigkeit der Wirtschaftsabmachungen Englande mit seinen Dominien. d. b. das Abkommen von Ottawa angefochten wird, und zwar mit der gleichen Begründung, die England gegen die Konvention von Oucho ins Feld führt. Es wird sich bei der Lustragung dieser großen Streitfrage zeigen, ob die bestehenden Meistbegünstigungsrechte abgeschafft und dadurch die Zölle stark herabgesetzt werden können. Einstweilen hat es den Anschein, als ob solche Hoffnungen keine Aussicht auf Erfolg hätten. Die Funkausstellung im Rundfunk Das Eröffnungsprogramm der Sendeleitung Gerlin, 17. Aug. Die Pressestelle der Reichsrundsunkgesellschaft teil: mit: Der feierliche Akt der Eröffnung der 10. Jubiläumsunkausstellung durch den Führer des deutschen Rundfunks, durch Reichsminister Dr. Goebbels, wird am Freitag. den 18. August, vormittags 11 Uhr, vom Deutschlandsender und von allen deutschen Sendern übertragen. Die Rundfunkhörer werden sich bei dieser Uebertragung von dem schöpferischen Neuerungswillen des nationalsozialistischen Rundfunks, der auch in der Gesamtgestaltung der Funkausstellung seinen Ausdruck findet, überzeugen können. Sie werden nicht die bei solchen festlichen Anlässen üblichen Reportagen, den sogenannten beschreibenden Hörbericht vernehmer, sondern sie werden zum erstenmale ohne umständlichen Reporterbericht das Ereignis selbst, nicht geschildert, sondern als gestaltete Nachricht übermittelt bekommen. Wenn längst der Horst=Wessel=Sturm als Ehrenwache auf dem Festplatz Aufstellung genommen hat, wenn die Spielleute und Musikzüge der SA. und des Trompeterkorps der Reichswehr aufmarschiert sind, wenn zu den Klängen des bayerischen Defiliermarsches Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Ausstellungsgelände eingetroffen ist, dann erst werden die Mikrophone eingeschaltet, dann erst beginnt die Uebertragung. Die deutschen Volksgenossen vernehmen nunmehr an ihren Lautsprechern das Ereignis der Ausstellungseröffnung als künstlerisch geformtes Hörerlebnis, genau so wie dieser festliche Akt auch für die Ausstellungsbesucher ein Hörerlebnis wird. Kein Ansager schildert, was vorgeht. Aus künstlerischem Eigenleben wächst die Form der Feier und wird als Hörbild dem Hörer lebendig. Scharf abgerissen im Pianissimo setzt der Trommelwirbel der Spielleute ein und schwillt in harten Rhythmen zum stärksten Fortissimo an. Furioser Auftakt— die Feier beginnt. Jetzt klingen aus dem Raum in akustischer Gliederung die Stimmen von neun Sprechern, die die Heimatorte der deutschen Sender rufen. Ein Sprechchor, gestellt von der SA. und NSBO. antwortet ihrem Ruf:„Hier ist Deutschland!“ Der Ruf wird abgelöst von der Musik, die das Pausenzeichen des Deutschlandsenders, die Weise von„Ueb' immer Treu und Redlichkeit“ intoniert, Klänge, die im deutschen Rundfunk nach den Erlebnissen der Vergangenheit eine neue Melodie sind. An die Musik schließt sich ein Wechselgespräch zwischen Rufern und Chor, worin der Bauer, der Arbeiter, der Soldat, der Dichter, der Staatsmann als Schaffende für uns, für Deutschland symbolisiert werden. Auch der deutschen Brüder im Ausland, die in gemeinschaftlichem Fühlen und Wollen mit dem nationalsozialistischen Geist ihres Vaterlandes verbunden sind, gedenkt der Chor und der Sprecher schließt Heimat und Fremde zusammen mit dem Ruf: „So schwingt des Dritten Reiches Herzschlag durch den deutschen Raum“. Dann setzt ein kurzer prägnanter Trommelwirbel, ein kurzes„Achtung— Trompetensignal“ ein— das Wort hat der Minister. Die erste nationalsozialistische Funkausstellung ist eröffnet, ohne die Festredner und Festberichte, wie sie früher üblich waren, sondern als nationale Weihestunde der deutschen Volksgemeinschaft, als unvergeßliches Hörerlebnis für alle deutschen Volksgenossen.“ Das Urteil in Tondern Alle Angeklagten„wegen Schlägerei“ verurteilt. Tondern, 17. August 1933. Das hiesige Gericht verhandelte unter dem Vorsitz von Richter Stegmann=Ligumkloster über die Vorgänge bei dem marxistisch=kommunistischen Ueberfall auf die deutschen Nationalsozialisten in Tondern. Am Donnerstagvormittag wurde das Urteil gefällt. Danach wurden sämtliche Angeklagten. und zwar sowohl die 12 Nationalsozialisten, als auch die 12 Kommunisten und Marxisten wegen Schlägerei auf öffentlicher Straße, die Nationalsozialisten außerdem wegen Singens von Liedern ohne polizeiliche Genehmigung verurteilt. Es wurden Geldstrafen von 40 bis 60 Kronen verhängt. Einer der kommunistischen Angeklagten, der den Sturmführer der Nationalsozialisten mit einer Zaunlatte über den Kopf gechlagen hatte, sodaß dieser eine Gebirnerschütterung erlitt. wurde der Staatsanwaltschaft zur Anklageerbebung wegen Körververletzung übergeben. Im übrigen hat das Gericht der Tatsache des Ueberfalls keinerlei Rechnung getragen und die ganze Angelegenheit als eine Prügelei angesehen. Dank der Tierschutzvereine Berlin, 17. Aug. Der Weltbund zum Schutze der Tiere und gegen die Vivisektione. V. Berlin und Verband Vivisektionsgegnerischer Tierschutzvereine Deutschlands haben an den Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm gerichtet: „Für das Verbot der gesamten Vivisektion in Preußen, für das wir Jahrzehntelang aussichtslos kämpften, sagen wir im Namen aller Tierschutzler Ihnen Herr Reichskanzler unseren tiefgefühlten Dank. Wir sind überzeugt. daß diese edle Tat auch edle Früchte tragen wird. In treuer Gefolgschaft unserem Führer Sieg=Heil!" Ein zweites Telegramm wendet sich an den preußischen Ministerpräsidenten Goering: .„Das Verbot der gesamten Vivisektion in Preußen ist eine Kulturtat. Im Namen aller Tierschutzler und Millionen gequälter Tiere sagen wir unserer nationalsozialistischen Regierung und Ihnen Herr Ministerpräsident unseren innigsten Dank. Heil Hitler!" Im Spiegel der Presse Politik und Kirche Alfred Rosenbera nimmt im„Völrischen Aeag Stellung, wie sie sich nach dem Reichskonkordat Kirche ergibt. Wir meinen es nicht polemisch, sond sachlich, wenn wir darauf hinweisen, daß der asser den geschichtlichen Weg der Kirche,( o. guch in seinem Buche„Der Mythos des 20. Jayryundg wesentlich anders sieht als der Katholik. hat als solche nie mit dem Liberalismus paktiert. übrigen begrüßen auch wir von neuem die denkwürdige Einigung zwischen Staat und Kirche und stehen zu dem Bekenntnis des Erzbischofs Gröber. Alfred Rosenberg schreibt u. a.: „Es ist vielfach in den letzten Wochen ausgesprochen worden, daß mit Abschluß des Konkordats die Zeit des liberalistischen Kulturkampfes zu Ende gegangen lei. Und das mit Recht. Denn ebenso wie durch das Konkordat das Hinübergreifen kirchlicher Interessen auf das politische Gebiet unterbunden worden ist, ebenso wird sich auch die politische Bewegung aus dem Kampf der konfessionellen Fragen herausziehen... Den Konfessionen stehen zur Austragung der seelischen und geistigen Kämpfe nicht mehr die Machtmittel des Staates, aber auch nicht mehr die Wirkungsmöglichkeiten der Partei zur Verfügung. Aus innerer und ureigenster Kraft müssen die verschiedenen Bekenntnisse um die Seele des Deutschen ringen, und somit wird auch hier ein Leistungsprinzip an sich maßgebend werden, was bisher durch die Stützung des Zentrums z. B. mit Hilfe politischer Koalitionsparteien nicht gegeben gewesen war. Wir glauben, daß alle echten religiösen Persönlichkeiten innerhalb der deutschen Kirchen diese Regelung des Lebens aufrichtig begrüßen werden, wenn auch naturgemäß ein Teil überalteter Führer sich mit der neuen Sachlage noch nicht vertraut gemacht haben wird. Aber darüber wird unsere Zeit zur Tagesordnung übergehen müssen... Der Liberalismus, der Politik und Religion vermischt hat, ist zu Ende, das Mittelalter, das die Konfession über den Staat stellte, ist ebenfalls gestorben, die neue Zeit kündigt sich an durch die jetzige Scheidung der Kompetenzen, wenn auch in dem vollen Ein Valboslug im Kriegssall Die Pariser Presse bezeichnet die Beendigung des Balbo=Fluges als einen Triumph der italienischen Luftfahrt, ohne sich jedoch ganz enthalten zu können, einige Betrachtungen militärischer Natur daran zu knüpfen. So schreibt das„ chode Paris“ u. a., daß die 24 italienischen Flugzeuge, die jetzt den Ozean bezwungen hätten, im Kriegsfall 100 und 200 sein würden und damit einen nicht zu unterschätzenden militärischen Faktor darstellten. Man brauche sich nur einmal auszurechnen, was geschehen würde, wenn Flugzeuge von solcher Geschwindigkeit und solcher Regelmäßigkeit riesige Mengen Explosivstoff mitführen würden. Die Schlußfolgerung, die man aus dem Balboflug ziehen müsse, sei, daß die französische Luftfahrt recht bald daran denken möge, es ebenso, wenn nicht noch besser zu machen. Das„Fournal“ erklärt, daß Frankreich zwar über Männer wie Bleriot, Codos und andere verfüge, daß Italien aber sowohl auf dem Gebiet der Handels= wie auch der Militärluftfahrt eine Lehre erteilt habe, über die man nachdenken musse. Italien habe bewiesen, daß Unternehmungsgeist und Tapferkeit vom Standpunkt des Allgemeininteresses aus betrachtet nichts bedeuteten, wenn sie nicht von einer Richtung gebenden Idee geleitet würden. Die hiesigen Blätter haben nach der Absage der Zwischenlandung in Marseille versucht, die wahren Gründe festzustellen. Man hat sich schließlich dahin geeinigt, daß Ermüdung von Besatzung und Materialsbeanspruchung wohl der Hauptgrund dafür gewesen sein dürfte. Dieser Auslegung haben sich anscheinend aber gewisse französische Militärkreise nicht anschließen wollen; sie versuchen krampfhaft, Deutschland mit ins Spiel zu ziehen. Die Wochenzeitschrift„Aux Eccutes“ schreibt in diesem Zusammenhang, daß eine Reihe sehr gut unterrichteter französischer Militärs fest davon überzeugt seien, daß Italien einem Druck Deutschlands nachgegeben hätte. Man behauptet ferner, daß die Kommentare eines Teils der französischen Presse über die Haltung Italiens im deutsch=österreichischen Konflikt eine gewisse Rolle bei der Absage Balbos gespielt hätten. Dr. Schlösser Reichsdramaturg Berlin, 17. August 1933. Reichsminister Dr. Goebbels hat den kulturpolitischen Schriftleiter des„Völkischen Beobachter", Dr. Reiner Schlösser, zum Reichsdramaturgen im Reichsministerium für Volksaufklärung und Provaganda ernannt. Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten. 14. Fortsetzung. Eugen dachte lange nach, bis ihm alles klar war. Allmählich dämmerte ihm das Verständnis für den geheimen Sinn. Der Geschäftsfreund, das konnte nur der deutsche Botschafter sein. Richtig, Baron v. Schön war ja neulich in Berlin gewesen. Er nickte und war im Bilde. Befreit atmete er auf. Gott sei Dank, daß er selbst bestimmen durfte. Jetzt abreisen, wo er wußte, daß Ivonne ihn liebte— nein! Das konnte, das durfte nicht sein! Aufmerksam las er den Brief nochmals. Was stand hier? Pflichtgefühl?„Dein Pflichtgefühl wird dir den richtigen Weg weisen.“ Unruhig ging er im Zimmer auf und ab. Pflicht! Pflicht? Ihm wurde heiß und schwül, er bekam kaum noch Atem und mußte ein Fenster aufreißen. Liebte er sie? Ja und nein! Er wußte selbst nicht, war es Liebe, war es nur das übermächtige Begehren, das ihn so zu ihr zog. Sie war so ganz anders als Thea, das blonde, deutsche Mädel in ihrer warmen Mütterlichkeit, sei es, wie es wollte— das war ihm Gewißheit, daß er jetzt nicht fort konnte von Ivonne. Das wäre ein Abschied für immer gewesen.— Und doch, war das nicht alles Sünde? Scham ergriff ihn aufs neue. Man appellierte an sein Pflichtgefühl dem Vaterlande gegenüber. Erste Pflicht war, daran zu denken, daß er der deutsche Pionierleutnant d'Effroi war, der im Auftrag des deutschen Generalstabs nach Paris geschickt war, um einen schweren, aber ehrenvollen Auftrag auszuführen; nicht aber im Salon einer hübschen Frau sich herumzudrücken. Pflicht war jetzt heimzukehren, nachdem seine Aufgabe vollständig erfüllt war, heimzukehren und des Königs Rock wieder anzuziehen. Dem König zu dienen, dem er Treue geschworen. Pflicht war. sofort Paris zu verlassen, um nicht schließlich den anstandigen Menschen und vaterlichen Freund da draußen in der Villa am Rande des Waldchens zu betrugen und ihm das Liebste zu rauben! Pflicht war von Berlin nach Ingolstadt zu fahren, das blonde Mädel in den Arm zu nehmen, ihm in die Augen zu schauen und zu beichten!„Verzeihe, ich bin lange frevlerisch am Abgrund gewandelt, gerade, daß es noch gut getan hat. Gern hab ich dich noch immer und wenn es dir recht ist, wollen wir jetzt heiraten.“ Wie er dies dachte, stieg ein warmes wohliges Gefühl in ihm empor. Ja, er liebte Thea noch, trotz der Verirrung! Es war keine heißbrennende und unruhige, schwer in den Gliedern liegende Liebe wie bei der andern, aber sie gab das Gefühl der unbedingten Zuverlässigkeit und Geborgenheit. Allmählich wurde er ruhiger, in seine Augen trat ein harter Ausdruck, sein Gesicht bekam einen energischen Zug. Auf einmal war das scharfgeschnittene Rassegesicht mit den spitzen Mundwinkel wieder da, das seine Leute an ihm kannten, wenn er an der Spitze seines Zuges stand. Alles Weiche, das Pariser Wohlleben und Liebe unmerklich seinem Gesicht als Stempel aufgedrückt hatte, war verschwunden. Er hatte wieder einen klaren Weg; fast war er froh darüber. Hart war dieser Weg, aber richtig und gerade. In dieser Nacht schlief Eugen tief und traumlos. Am nächsten Morgen packte er. Abends wollte er seinen Abschiedsbesuch im Hause Daumier machen. Als ihm Punkt 5 Uhr der Diener öffnete, machte er ein erstauntes Gesicht. „Der Mittwochtee ist abgesagt. Haben der Herr keine Nachricht bekommen?“ fragte er rasch. Eugen schüttelte betroffen den Kopf und murmelte ein Wort des Bedauerns. Sein Gesicht war blaß geworden. Einen Augenblick überlegte er, dann holte er zwei Karten aus seiner Brusttasche und schrieb darauf:„Um Abschied zu nehmen.“ Eine bleierne Schwere drückte auf ihn, nur durchzuckt von den schmerzenden Herzschlägen. Es war hart, sehr hart, daß er die Frau, die für kurze Zeit sein ganzes Sein ausgefüllt hatte, nicht mehr sehen sollte... In dem Augenblick, in dem er sich zum Gehen umdrehte, öffnete sich eine der Zimmertüren und Ivonne trat auf die Diele. Sie trug ein weiches fallendes Hauskleid, das ihre schönen Arme und den herrlichen Hals fast ganz frei ließ. Bei dem unvermuteten Anblick Eugens blieb sie halb erschrocken, halb erstannt stehen. Dieser hatte sich auf das Gerausch der Türe wieder umgedreht und die Dame angestarrt. Endlich verbeugte er sich, war aber unschlüssig, ob er sich entfernen oder bleiben sollte. Sie half ihm aus der Verlegenheit, indem sie ihn ansprach: „Guten Tag, Herr Meunier, es tut mir leid, daß Sie sich vergebens bemüht haben, anscheinend hat Sie mein Bräutigam nicht getroffen; er sollte Ihnen sagen, daß er heute keinen Empfangstag habe. Ich bitte also vielmals mich entschuldigen zu wollen.“ Sie neigte leicht den Kopf und wollte über den Gang in ihr Zimmer. Jetzt konnte es Eugen doch nicht über sich bringen den eigentlichen Zweck seines Hierseins zu verschweigen. „Entschuldigen, mein Fraulein, dann darf ich wenigstens noch Adieu sagen. Ich reise morgen für immer ab.“ Einen Augenblick war es, als schwankte sie, ihr Gesicht wurde kalkweiß. Wie entgeistert starrte sie mit weiten Augen auf Eugen, dann dachte sie an den Diener. Sie gab sich einen Ruck, festen Schrittes ging sie zur Salontüre und forderte Eugen durch eine Handbewegung zum Eintreten auf. In derselben Nische, in der sie sich das erste Mal unterhalten hatten, bot sie ihm Platz. Sie selbst nahm einen Liegefauteuil Schweigend saßen sie sich eine Zeitlang gegenüber. Tausend Fragen drängten hinüber und herüber, über die Lippen kam keine. Endlich fragte sie mit tonloser Stimme: „Wie lange ist es eigentlich her, daß sie das erstemal hier saßen?“ Eugen dachte nach.„Ich glaube vier Wochen, Ivonne, ja richtig, vier Wochen.“ Die schwarzen Wimpern hoben sich einen Augenblick und gaben ein Paar glanztos traurige Augen frei, die blutleeren Lippen murmelten:„Mir kommt es vor, als müßte ich Sie schon immer gekannt haben.“ Dann stand das Schweigen wieder zwischen ihnen wie eine Mauer, über die sie nicht hinweg konnten. Eugen, sonst so gewandt, wußte nichts zu sagen, was über die Situation hätte hinweg helfen können. Er sah, wie Ivonne litt, und tiefes Mitleid mit ihr erfaßte ihn. Tröstend wollte er ihr zureden, aber die Worte blieben ihm im Halse stecken. Nervös zupfte er an seinen Handschuhen. Das Mädchen saß wie eine anrike Statue da und sah an ihm vorbei, gerade aus, nur das seine Zittern der verschlungenen Hände und das Fibrieren der Nasenflügel verriet ihre innere Erregung. Mühsam raffte sie sich zu einer weiteren Frage auf: „Und wohin wollen Sie reisen?“ „Nach Hause, nach Toulouse.“ „Leben Ihre Eltern noch?“ „Mein Vater.“ Sie nickte mehrmals mit dem Kopfe, die Leidenssalten um den Mund vertieften sich. „Sie Glücklicher, Sie haben wenigstens noch jemand. Ich habe gar niemand mehr, ich bin ganz allein!“. Und nach einer Pause nochmals leise:„Ja, ganz allein.“ „Aber, gnädiges Fräulein, Sie haben doch Ihren Bräutigam!" „Ja— meinen Bräutigam!“ Langsam, schwer kamen die Worte, sie enthielten eher einen Zweifel als eine Bestätigung. Eugen, froh etwas Tröstendes sagen zu können, fuhr fort:„Ich weiß doch, wie besorgt Herr Professor Daumier um Sie ist. Mehr könnte es Ihr Vater auch nicht sein.“ Sie nickte lebhaft.„Da haben Sie recht, nur zu Recht. Er ist rührend besorgt um mich. Wie ein Vater im wahrsten Sinne des Wortes und ich liebe, schätze und verehre ihn unendlich deswegen wie einen Vater— aber, aber.. Plötzlich sprang sie auf und schritt aufgeregt auf und ab. Bisher hatte sie langsam, müde, teilnahmslos, wie abwesend gesprochen, jetzt schlug ihre Stimme in das Gegenteil um. Scharf mit Leidenschaft herausgeschleudert, sich überstürzend kamen die Worte: „Was hilft das alles, daß ich an ihm einen väterlichen Freund, aber keinen Mann haben werde. Nein, seien Sie still! Ich weiß, es ist schamlos, wenn ich als Braut das zu Ihnen sage, gerade zu Ihnen, der Sie ein Schüler Gastons sind. Aber ich kann nicht anders, ich kann nicht...!“ Erregt lief sie im Zimmer hin und her.„Ich bin doch eine Frau, eine Frau von Fleisch und Blut und kein Stein! Kann ich dafür, daß ich junges pulsierendes Blut in den Adern habe!?“ Sie blieb vor Eugen stehen, der von dem plötzlichen Gefühlsausbruch ganz benommen war. Sein Blut fing wieder an zu singen, aber mit aller Energie drängte er die Erregung zurück. Endlich setzte sie sich wieder, sie hielt aber das Gesicht von ihm abgewandt. (Fortsetzung folgt!) Nr. 193(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Freitag, den 18. August 1933 Gemeindeselbstverwaltung kommt wieder zu Ehren Viele Jahre lang war die früher so stolze gemeindiche Selbstverwaltung, das große Werk des Freiherrn vom Stein, systematisch entkräftet und ihrer Rechte belaubt. Die Idee wurde sabotiert oder überwuchert von den immer stärker ansteigenden„sinanziellen Röten der Kommunen. Das leidige System der Dotationen hat die in den verflossenen Jahren geschaffene tarke Abhängigkeit der Gemeinden von Reich und Staat nur noch verschärft. Auch hier bringt die neue Zeit neue Hoffnungen. Der Nationalsozialismus müht sich auch hier um die Erneuerung des bedeutsamen alten Ideengutes. In der politischen, geistigen und eelischen Erneuerung des deutschen Volkes spielen die Gemeinden und Gemeindeverbände eine bedeutsame Roll: Bei dem Aufbau des nationalsozialistischen Staates muß den Gemeinden und Gemeindeverbänden wieder ihr naturgegebener Platz eingeräumt werden. Der völkische Staatsgedanke verlangt eine starke Staatsgewalt, darunter aber eine ausgeprägte Dezentralisation, eine weitgehende Gliederung, die die besonderen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse aller Reichsteile zur vollen Entfaltung kommen läßt. Diese Gedanken entwickelt in den neuesten Ausgaben der Organe des Deutschen Gemeindetages, dem„Gemeindetag" und der„Landgemeinde“, der Geschäftsführer des Deutschen Gemeindetages, Dr. Kurt Jeserich. Wenn der nationalsozialistische Staat dem naturgegebenen Aufbau Deutschlands entsprechen soll, so müssen unter einer starten Staatsgewalt lebenskräftige Gemeinden und Gemeindeverbände stehen, die ihrerseits nach dem Führerprinzip organisiert alle eigenen Aufgaben unter voller Selbstverantwortung durchzuführen haben. Eigene Entschlußfähigkeit muß ihnen soweit zugestanden werden, wie dies im Interesse einer einheitlichen Staatsführung möglich ist. Aus diesen Grundgedanken heraus entwickelt Dr. Jeserich eine Reihe von Leitsätzen über die Stellung der Gemeinde im nationalsozialistischen Staat, die auch deswegen besondere Beachtung verdienen, weil die Führung des Deutschen Gemeindetages, dessen Gedankenzüge Dr. Jeserich entwickelt, bei Oberbürgermeister Fiehler, München, liegt, der gleichzeitig als Mitglied der Reichsleitung der NSDAP die kommunalpolitischen Richtlinien der Partei bestimmt: 1. Die nationalsozialistische Staatsidee verwirklicht den völkischen, in seinem Wesen urdeutschen Gedanken der Schaffung einer starken Staatsgewalt auf der Grundlage des Führerprinzips bei gleichzeitig weitgehender Dezentralisation 2. Der Staat lehnt sich in seiner Verwaltungsorganisation an die natürliche soziale Gliederung des Volkes an und bildet die Gemeinden und Gemeindeverbände zu selbstverantwortlichen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und stammesmäßigen Einheiten aus. 3. Die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Wesensart der deutschen Stämme findet ihren verwaltungspolitischen Ausdruck in der Einräumung einer mit dem autoritären Staatsgedanken durchaus zu vereinbarenden Selbständigkeit zugunsten der Gemeinden und Gemeindeverbände. Der nationalsozialistische Staat wird von einem einheitlichen Willen beherrscht, aber in ihm ist auch Platz für die neues Leben erzeugende Tätigkeit seiner Gliederorganisien, der Gemeinden und Gemeindeverbände. 4. Die Gemeinden und Gemeindeverbände entscheiden in abgeleiteter Zuständigkeit alle die Fragen unter eigener Verantwortung, die nicht von unmittelbarem Staatsinteresse sind. vielmehr örtlichen Charakter tragen und aus der Tatsache der nachbarlichen Verbundenheit der Gemeindemitglieder erwachsen. 5. Die Gemeinden und Gemeindeverbände werden von Führern, die das volle Vertrauen der Staatsführung besitzen, unter Heranziehung von Vertretern der Bevölkerung mit beratender Stimme verwaltet. Die Vertreter der Bevölkerung werden zum Teil auf berufsständischer Grundlage ausgewählt. 6. Die Berufsstande erfahren in der Gemeinde ihre erste horizontale Verhindung. Die Gemeinde dient dem Interessenausgleich aller Wirtschafts= und Berufszweige unter dem Gesichtspunkt der örtlichen Schicksalsgemeinschaft, zugleich damit der Verbundenheit der Einzelgemeinden mit dem Volksganzen. Aus diesen Grundsätzen ergibt sich eindeutig die Stellung der Gemeinden im nationalsozialistischen Staat; sie sind dienende. sich dem Volksganzen jederzeit einordnende Glieder dieses Staates, die im Rahmen der durch die Staatsführung gezogenen Grenzen auf der Grundlage der Selbstverwaltung und freien Initiative ihre Tätigkeit auf allen Gebieten des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens fortentwickeln und zur höchsten Entfaltung bringen, immer unter dem Gesichtspunkt der durch die besonderen Verhältnisse ihres Gebietes gegebenen Eigenarten. und für Herne einführung der feierlichen Gerichtssitzungen im Herner Amtsgericht Mit dem heutigen Tage werden die öffentlichen Sitzungen im Herner Amtsgericht nach der Regietungsverordnung zum ersten Male in der feierlichen Form begonnen und durchgeführt. So wird sich das Publikum im Zuhörerraum beim Erscheinen des Gerichts bzw. Richters von seinen Plätzen zu erheben haben. Es grüßt dann den Richter mit erhobener Hand„Heil Hitler!" Der Richter wird in gleicher Weise mit diesem deutschen Gruß antworten. Beim Erscheinen des Gerichts nach erfolgter Urteilsberatung haben sich sämtliche Anwesenden zu erheben. Das Urteil wird vom Richter stehend verlesen. Nach Beindigung der Gerichtsverhandlung schließt der Richer die Sitzung stehend mit dem Gruße„Heil Hitler!" and wieder antwortet ihm alles in gleicher Weise. Diese feierliche Durchführung der Verhandlungen wird alle jene erfreuen, die mit Betrübnis in den letzten Jahrzehnten zusehen mußten, wie Gerichtsverhandlungen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurden. Die Angeklagten nahmen das Urteil meist völlig gleichgültig und ohne innere Teilnahme hin. Manch einer hielt schon Gerichtssitzungen, wie sie so alltäglich und hastig stattfanden, für fast überflüssig. Es fehlte die Wucht, der schwerlastende Bann, der über Gericht, Angeklagte und Zuhörer liegen muß. Wer sich der neuen Verhandlungsweise und=würde nicht anpassen will, der möge auch als Zuschauer künftig den Sitjungen fernbleiben. ** 2 Die Serner SA=Standarte stellte sich ihrem Führer vor Unter den Klängen altpreußischer Militärmärsche marschierten vorgestern abend die SA=Stürme aus den Städten Herne, Wanne=Eickel und Castrop=Raurel zu einem großen Appell der Standarte im Stadion am Rhein=Herne=Kanal auf. Von den Spitzen der Sturmfahnen, die den braunen Bataillonen voranwehten, flatterte leise im Abendwind der schwarze Trauerflor. In den Reihen der kampferprobten Sturmsoldaten marschierte der Geist des vor einigen Tagen von feiger Kommunistenhand erschlagenen Wanne=Eickeler SA=Kameraden Wilhelm Kocziol= lek. dessen sterbliche Ueberreste morgen nachmittag zu Grabe getragen werden. In Tiefkolonnen gestaffelt standen die SA=Stürme der Standarte C, die nun endgültig diese Bezeichnung trägt, in tadelloser Richtung auf dem weiten Platze. Die Sturmführer meldeten ihren Sturmbannführern und diese dem Standartenadjudanten, daß die Standarte C angetreten sei. Der bisherige Standartenführer Hüning nahm von seinen SA=Kameraden Abschied und gedachte in bewegten Worten der Treue, des Opfersinns, der Hingabe und der eisernen Disziplin, die die Herner Standarte beseelt. Er gedachte ferner des ermordeten Kameraden aus Wanne=Eickel, dem er einen ehrenvollen Nachruf widmete. In ein dreifaches„Sieg=Heil!“ auf unsern Volkskanzler Adolf Hitler, das Standartenführer Hüning ausbrachte, stimmten die annähernd zweitausend SA=Männer begeistert ein. Nun trat der neuernannte Standartenführer Karl Rumpf vor die Front und begrüßte die Kämpfer aus dem Emschergebiet. Das erstemal stand er vor der gesamten Standarte und doch waren ihm zahlreiche Gesichter vertraut aus der Zeit, als die hiesigen Stürme noch zu dem Standartenbereich Bochum zählten und zusammen mit den Bochumern kämpften. In seinem Appell richtete der neue Führer an die Standarte die Mahnung, sich der hohen Aufgabe bewußt zu bleiben, Kämpfer des Dritten Reiches zu sein. Dann erklangen die wuchtigen Weisen des Präsentiermarsches, unter denen Standartenführer Rumpf die endlose Front abschritt und jedem SA=Mann die Hand reichte. Tiefes Dunkel lag schon über dem Stadion, als die Stürme abrückten und mit Musik und Gesang den Standorten zuzogen. ** 2# Aus der Segelfluggruppe Sodingen Ein pulsierendes Leben herrscht beim Luftflottenstützpunkt Sodingen, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, Segelflugmodelle zu bauen. Von dem Gelingen dieser schönen Sportbewegung zeugen bereits eine große Zahl von Startversuchen, die an den Abhängen des Giesenbergs und am Sodinger Volkspark vorgenommen wurden und die eine große Zahl von interessierten Zuschauern fanden. Vielfach ist die irrige Meinung verbreitet, daß es sich bei dem Bau von Flugmodellen um eine nutzlose Spielerei der Jugend handelt. Daß dem nicht so ist, wird erneut dadurch bewiesen, daß von höchster Stelle der Bau der Flugmodelle gefördert wird und der Luftfahrtminister einen Preis für das beste Flugmodell aussetzte. Mannigfach sind die erzieherischen Werte dieser planmäßigen Schulung und mannigfaltig die Gebiete, mit denen die jungen Flugsportler vertraut gemacht werden. Die Handfertigkeit erfährt höchste Vollendung bei den Formen all der prazise ausgearbeiteten Teilchen, die der Bau einer Maschine erfordert. Die Startversuche bringen eine Vorübung für den Start zum großen Flug mit sich. Wer sich ein richtiges Bild von dem Geist und dem Opfersinn so einer Segelfliegergruppe machen will, muß Zeuge bei einem Start gewesen sein und die Begeisterung gesehen haben, von der die Sportler beseelt sind. *** Sonntagsrückfahrkarten nach Essen und Münster Essener Jubiläumsausstellung. Die Reichsbahn hat angeordnet, daß aus Anlaß der nachstehenden Veranstaltungen Sonntagskarten ausgegeben werden: Vom 9. bis 17. September 1933 findet die Jubiläumsausstellung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen statt. Aus diesem Anlaß werden von allen Bahnhöfen Sonntagsrückfahrkarten(Blankosonntagskarten) nach Essen für folgende Entfernungen und Geltungsdauer ausgegeben: 1. zur Hinfahrt vom 9. September, 0 Uhr, bis 10. September, 24 Uhr; zur Rückfahrt vom 9. September, 12 Uhr, bis 11. September, 12 Uhr(Antritt der Rückreise). Am 11., 12. und 13. September je von 0 Uhr bis 24 Uhr(Antritt der Rückreise). Zur Hinfahrt vom 15. September, 0 Uhr, bis 17. September, 24 Uhr; zur Rückfahrt vom 15. September, 12 Uhr, bis 18. September, 12 Uhr(Antritt der Rückreise). Am 9., 10., 11., 12. und 13. September werden die Sonntagsrückfahrkarten auf eine Höchstentfernung von 150 Kilometer, am 9. und 10. September außerdem von den im Rheinland liegenden Orten bis 200 Kilometer, vom 15. bis 17. September bis 50 Kilometer ausgegeben. Vor Antritt der Rückfahrt sind die Fahrkarten durch die Ausstellungsleitung mit Stempelaufdruck versehen. Münster, Etappe des Deutschlandfluges. Am Samstag den 26. August, ist Münster als Landeplatz für alle Teilnehmer an dem großen diesjährigen„Deutschlandflug bestimmt. Auf der Etappe Berlin.—Bremen—Münster—Düsseldorf werden in Münster 150 Flugzeuge landen. Aus diesem Anlaß werden von der Reichsbahn Sonntagsrückfahrkarten im Umkreis von 75 Kilometer um Münster mit Geltung vom 26. August, 0 Uhr, bis 28. August, 12 Uhr, ausgegeben. Ein Bischofswort über die Presse „Eine katholische Presse kann nur dann ihre Aufgaben erfüllen, wenn sie auch wirtschaftlich gesichert ist. Diese wirtschaftliche Sicherheit der katholischen Presse erfolgt insbesondere durch Aufgabe von Anzeigen an die katholische Presse und durch Bezug derselben. In unserer Diözese sind von dem wirtschaftlichen Betriebe unserer katholischen Presse mehrere 1000 Familien abhängig. In der Zeit, in der die Reichsregierung es als eine, wenn nicht als ihre Hauptaufgabe, ansieht, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, ist es ernste Pflicht deskatholischen Volkes, nichts zu unterlassen, um die wirtschaftliche Existenz der Presse und dieser tausenden im Dienste derselben stehenden Jamilien aufrecht zuerhalten. Nur dann kann die katholische Presse ihre religiös-kulturelle Erneuerungsarbeit ungestört fortsetzen. Die Reichsregierung ist nach ihren wiederholten Verlautbarungen bereit, alle zur Mitarbeit aufzurufen, die bereit sind, in ihrem Geiste am Wiederaufbau tätig zu sein. Zu diesen Männern gehören auch unsere katholischen Berufsournalisten Darum wenden wir uns an die katholische Bevölkerung mit der eindringlichen Mahnung: „Schützet und erhaltet die katholischen Zeitungen! Sie gehören in jedes katholische Haus hinein.“ Bischöfliches Generalvikariat der Diözese Aachen. mnrume r kapelle und der große Gesangchor werden auch nachmittagda bleiben und ein Konzert geben. Man rechnet auf einen Riesenzustrom von allen Seiten, insbesondere aus dem Ruhrbezirk. Viele Ortsgruppen haben sich bereits Lastautos gesichert, um ihre Mitglieder mit Kind und Kegel zur Hohensyburg zu befördern. Am Hengsteysee befinden sich zwei prachtvolle Badeanstalten. Es ist Gelegenheit zum Baden, Schwimmen, Rudern und für Dampferfahrten gegeben. Eine gleich günstige Gelegenheit, die Teilnahme an einer Kundgebung mit einem wundervollen Ausflug zu verbinden, bietet sich für die Kinderreichen kaum jemals wieder. Hohensyburg in neuerdings auch Eisenbahnstation, und von der Haltestelle bis zum Festplatz ist es nur ein kurzer Weg. * 2** * Von der politischen Polizei festgenommen wurden in Herne zwei Personen wegen kommunistischer Umtriebe. Arbeitsmarkt der Angestellten von Mai bis Juli. Das Landesarbeitsamt Westfalen teilt mit: Der Arbeitsmarkt für Angestellte hat im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen in dem Berichtszeitraum vom 1. Mai bis 31. Juli 1933 eine fühlbare Entlastung erfahren. Nach den Berichten der Abteilungen für Angestellte bei den Arbeitsämtern Bochum Dortmund, Hagen, Münster und Bielefeld verminderte sich die Gesamtzahl der von den Arbeitsämtern in Westfalen und Lippe betreuten arbeitssuchenden Angestellten von 32 869(männlich 23041, weiblich 9828) Ende April 1933 auf 29•692(männlich 21471, weiblich 8221) Ende Juli 1933, d. h., um 3597= 10,78 v. H. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Angestelltenberufen, der sich natürlicherweise wesentlich langsamer vollzieht, als in den gewerblichen Bexufszweigen, ist allerdings nur zum geringen Teile auf Vermittlungen in freie Angestelltenstellen zurückzuführen. In verhältnismäßig zahlreichen Fällen ist die Arbeitslosigkeit durch Uebergang in berufsfremde Arbeit, sowie Einweisung in den Arbeitsdienst und die Landhilfe beendet worden. Inzwischen zeigt aber der in Westfalen ausgenommene Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, besonders durch die Beseitigung des Doppelverdienerunwesens und der entbehrlichen Frauenarbeit, günstigere Rückwirkungen auch auf den Angestelltenmarkt, sodaß mit einer fortschreitenden Erholung der Arbeitsmarktlage für Angestellte gerechnet werden kann. Die Kinderreichen rüsten zur Kundgebung auf der Hohensyburg In den westfälischen Ortsgruppen des Reichsbundes der Kinderreichen rüstet man augenblicklich zur Fahrt am kommenden Sonntag nach Hohensyburg, wo, wie bereits bekanntgegeben, die große Kundgebung für den neuen Staat stattfinden soll. Als Redner sind die Herren Oberbürgermeister i. N. Dr. Dr. h. c. Spexlichkünster und Kreisleiter Lehrer Feldmann=Siegen vorgesehen. Abgesehen davon, daß an der Feierlichkeit ein Orchester aus Witten, ein Sprechchor und ein großer gemischter Chor teilnehmen und die Feier verschönen werden, findet die ganze Veranstaltung in herrlichster Umgebung statt. Das große Kaiserdenkmal auf der Hohensyburg, an dessen Fuß sich die Kinderreichen versammeln. ist ja in ganz Deutschland bekannt, und jeder, der einmal nach Hagen gefahren ist, hat den auffälligen Bergkegel, an dem Ruhr und Lenne zusammenfließen, schon bewundert. Von seiner Spitze grüßen das Denkmal und die beiden großen Restaurants und gewähren einen herrlichen Blick auf die sauerländischen Berge." Nach der Feier marschieren die Kinderreichen in geschlossenem Zuge über die neue Kunststraße, die mit gewaltigen Brückenbogen das Tal überspannt, zum Hengsteysee, wo nachmittags im Kaffeegarten des Fährhauses sich ein zwanglos heiteres Leben entwickeln wird. Die Musik= * 70 Jahre. Frau Maria Kowalewicz, wohnhaft Hoheneickstraße 19a, feiert heute ihren 70. Geburtstag. Herzl. Glückwunsch! * Berufsunfall. Dem Marienhospital mußte vorgestern ein Arbeiter aus der Wilhelmstraße zugeführt werden, der sich bei der Ausübung seines Berufes Kopfverletzungen und einen Schulterbruch zugezogen hatte. &a Selbstmordversuch. Mittwoch gegen 12,30 Uhr versuchte ein Mann sich in seiner Wohnung in der Wiescherstraße durch Einatmen von Leuchtgas zu vergiften. Er wurde noch rechtzeitig aufgefunden und dem Evgl. Krankenhaus zugeführt. Das Motiv zur Tat steht noch nicht fest. * Heil deutschem Wort und Sang. Hernes ältester Männer=Gesangverein von 1862, e. V., hatte am Sonntag, dem 13. August, zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen. Zahlreich hatte sich die Sängerschar eingefunden. Nach den Begrüßungsworten durch den 1. Vorsitzenden wurden erst einige interne Vereinsangelegenheiten erledigt, alsdann ging man zum wichtigsten Teil der Tagesordnung über. Der Vorsitzende gab die Richtlinien der Gleichschaltung bekannt. Auf Versammlungsbeschluß wurde, nachdem der bisherige Vorstand seine Aemter zur Verfügung gestellt hatte, als Versammlungsleiter der Sangesbruder Cam. Chapelie: bestimmt. Mit Dankesworten für die Arbeit des bisherigen Vorstandes bat Sangesbruder Chapelier unter Hinweis auf die Bestimmungen um Vorschläge für den künftigen Führer des M. G. V. 1862. Vorgeschlagen wurde der bisherige Vorsitzende, Sangesbruder Fritz Ongsiek. Seine Wahl erfolgte einstimmig. Hierauf übernahm Sangesbruder Fritz Ongsiek die Leitung und dankte für das Vertrauen, welches ihm durch die einstimmige Wahl entgegengebracht wurde. Er stellte in seiner Einführungsrede fest, daß er sich mit seinen Sangesbrüdern restlos hinter die Reichsregierung und unserem Führer Adolf Hitler stelle. Aufgabe des M. G. V. 1862 sei, auch in Zukunft Pflege des deutschen Männergesanges, als Dienst am Vaterland. Als seine Mitarbeiter bestimmte der Führer des Vereins folgende Sangesbrüder: zu seinem Stellvertreter Aug. Schlechtriemen. zum 1. Schriftführer Heinrich Juhr, 2. Schriftführer Richard Eiternick, 1. Kassierer Jos. Friedrich, 2. Kassierer Jos. Hochgesand, Bücherwart Erich Merkel, Kassenprüfer Jos. Fischer und Karl Bardtel. Zum Fahnenkommando wurden die Sangesbrüder Mundt, Vogt und Nennstiel ernannt. Die Verpflichtung der Mitarbeiter Gleichbleibende Güte, prächtige Schaumbildung undgrößte Wasch-und Reinigungskraft sind ihre Vorzüge. Darum— für die Wäsche und für den Hausputz nur noch die gute SUNLICHT SEIFE porpelsrück WURFEL Auch SUMA, das Waschmittel für den Kochkessel, ist billiger. Das Originalpaket kostet ab heute 30 Pfo. durch den Führer des Vereins klang en den Mugliedern zum Vorvild alle verfügbare Zeit dem Verein zu widmen, zumal der Verein als ntetter Manner=Gesangverein in Herne besonders berufen sei. Förderer und Hüter des deutschen Liedes zu ein. Mit dem Deutschlandlied und einem dreifachen Momentbilder vom Amtsgericht Jahren gegen solche Kriegsandenden vorgehe. Sieg=Heil auf untern Volkskanzler Adolf Hüler fand 4.—u, Nahnbof m scharf auf die Finger geschaut die bedeutsame Versammlung ihr Ende. wirh, nach Sodingen vargogen Naffintert wie sie * Iriseur-Zwangsinnung Herne. Unter storker Anteilnahme der Herner Friseure fand am Montag, dem 7. d. M., im Innungslokal Dorlöchter eine Generalversammlung statt. Nachdem der 1. Obermeister Appelmann dieselbe eröffnet hatte, nahm der 2. Overmeister Reinert das Wort. Der Redner ging von der Zukunft des Handwerks in alter Zeit aus. Nach kurzer Ausführung über die vernichtende Art des Marxismus und das schleichende Gift des Liveralismus, das heute noch nicht ganz ausgerottet sei, ging er auf die Entwicklung des Na tionalsozialismus über, der von den meisten noch gar Wilde Bachmacherei in Sodingen. c Sii#####doch so häufig Aschenbecher aus Blindgangern usw Die wilden Buchmacher haben sich, weil Durst u vorfinden könne. Es nunzse ihm aller Einwand nichts. zu der milden Strase von 10 Mark versind, werden sie sich nicht so leicht fassen lassen. Fassen ließ sich natürlich nur ein Anfänger, der sich etwa 20 Mark für einen notwendigen Anzug zusammengespart hatte, nun eine Gelegenheit witterte und Wetten aner wurde urteilt Bedenkliche Flaxerel. Der alte Herr, eine untadelige Vergangenheit hinter sich bekannt. angesehen und geschätzt, hatte am nahm, als sich andere weigerten, auf ein bestimmtes 19. Juni ein Fest besucht und war in fröhlicher StimPferd Wetten anzunehmen. So nahm er ungefahr mung. Am Gertrudenplatz sah er auf der andern 10 Mark ein, da faßten ihn die Beamten. Seine wilde Seite der Straße einen Mann, den er für einen KomBuchmacherei hatte nur ein paar Minuten gedauert, munistenfreund hielt. Dem wollte er mal durch die Nun hieß es, die bei ihm beschlagnahmte Summe von Blume zu verstehen geden, daß er sich ja schnell dekeh29 Mark hätte sich aus lauter Wettgeldern zusammen; ren mochte. Und er hob die Faust und rief ihm irogeseßt. Gegen diese Auffassung ließ er durch einen nisch zu: Heil Moskau! Zufällig befanden sich städtiogsm m,—.— den meisten noch gar Anwalt Einspruch erheven. Die dortige amtliche Weit; sche Arbeiter in der Nähe. Als Nationalsozialisten nicht recht begriffen würde. Die nationalsozialistische annahme nehme selher nur im ganzen Taa wo doch nahmen sie Anstoß, und der alte Herr wurde schließWelle werde folgerichtig weiter gehen, bis der Stände= hier die ganze Sodinger Wettwelt zusammenstrome, lich zur Wache mitgenommen. Vor den Richter konnstaat erreicht sei. Ausw seitigt, um dem krassen chen. Ständische Gerichte wurden ju.— ehre und Geschaftsmoral eintreten. Hinsichtlich der zieht der Staat von den beschlagnahmten Geldern ein Preisbildung dürfe es kein schmutziges Untervieten! In einem andern Falle handelte es sich um wilde] Das kommt vom„seinen Auftreten". mehr geben. Der Preisschleuderer könne nur leben, Buchmacherei wiederum vorm Herner Bahnhof. Der.] Der junge Handelsvertreter liebte den Verkehr in sten Lokalen, mochte es sein, wo brauchte man Geld. Sein VerBegriff sein. Der Redner ernteie reichen Beifall. Nach= gesunden. Er konnte auch glaubhaft bekunden, daß er dem der geschaftliche Teil erledigt war, schloß der sich nicht um Gesamtwettgelder handele. Hier fiel die M.uoun-lu hestrogt zem, e ,# ein Soste., wmas ch den Obermeister die Versammlung mit dem Horst=Wessel= Strafe wesentlich höher wegen der Vorstrafe des An= k.7.—9rsiähh Lied und ein g. Lieg,P ,. M.e.„hre im Feicher gerlagen aus. Er erhreit 1 Woche Gefäingnis und sen zum Althändier, er kam zu seiner Provisson aber Spannung Kurzweil Bildung Freude alles dietet Ihnen die Lektüre des Anzeigers. Bezugspreis nur M. 1.08 halbmonatlich. Bestellungen zu jeder Zeit bei unseren Boten sowie in den Geschäftsstellen Hermann=Göring=Str. 8 und Mont=CenisStraße 303. rrichtig weiter gehen, bis der Stände= dier die ganze Sodinger Wettweit zusammenstrome, lich zur Wache mitgenommen. Vor den. Richter konnAuswüchse der Freiheit würden be= 60—70 Mark ein und da solle er in den paar Minu; ze der alte Herr sich nicht besinnen, sich so weit verkrassen Eigennutz ein Ende zu ma ten bereits die Hälfte eingenommen haben? Er wur; genen zu haben. Er hat später auch Abbitte geleistet. Gerichte würden für die Standes= de zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt und nur 10 Mark Er kam mit einer Strafe von 30 Mark davon. stsmoral eintreten. Hinsichtlich der zieht der Staat von den beschlagnahmten Geldern ein. rie es kein schmutziges Untervieten!] In einem andern Falle handelte es sich um wilde! Das kommt vom meyr geden. Der Preisschleuderer könne nur leben, Buchmacherei wiederum vorm Herner Bahnhof. Der.]„ indem er andere zerstöre, und sei deshalb ein Schäd den man verhaftete, hatte einen andern für sich duch dem seinsten und touersten ling. Die Kollegialuat musse mehr gepflegt werden machen lassen, nahm dann ebenfalls rund 10 Mark,ossl ziu den amm als bisher. Das Wort Kollege müsse ein ehrbarer ein und bei seiner Visitierung wurden auch 23.50 M. dienst bestand aus Provisipräsidenten. So stand die Versammlung im Zeichen 20 Mark Geldstrafe. Eierhandgranate als Andenken. nationalsozialistischen Geistes. a Sauerländischer Gevirgsverein Herne. In der im Vereinsheim Meinhardt stattgefundenen der Firmeninhaber wartete vergeblich auf die Raten. Als die Sache herauskam, erhielt der Auftraggeber, der den Schaden auf 1100 Mark beziffert hatte, einen dem er der geschädigten Firma faule Wechsel zur Entschädigung gab. Vor Gericht zeigte er kein Einsehen, angeblich war er immer nur der benachteiligte Mann. Bei solchem Verhalten hielt es das Gericht für verfehlt, den jungen Herrn wieder frei in den Tag hinauszuschicken. Es behielt ihn gleich da, nachdem es ihm 5 Monate Gesängnis wegen Untreue zudiktiert Ilgo. Der Angeklagte machte vor 17 Jahren im Felde Teil der sehr teuren Apparate wieder, es blieb imaußerordentlichen Mitgliederversammlung der Abtei= einen Handgranatenkursus mit Aus diesem rettete er merhin ein Schaden von 600 Mark. Der junge Hanlung Herne wurde der bisherige 1. Vorsitzende Wech sich zum Andenken eine leere Eierhandgranate mit delsvertreter setzte seiner Frechheit die Krone auf, in einstimmig zum Abteilungsführer gewählt. An seine einem Zünder in die Heimat hinüber. Die GranaDankesworte knüpfte er die Bitte um treue Mitarbeit, ie lackierte er sich schwarz und zeigte sie Gästen, um eine Verantwortung sei größer geworden, aber mit dann von den Weltkriegserlebnissen zu plaudern. allen Kräften werde er sich für das Gedeihen der Ab- Aber eine Eierhandgranate ist immerhin Heeresgut teilung einsetzen. Als seinen Stellvertreter berief er gewesen und war nach den Verordnungen abzulieBa. Grüschow und zu Vorstandsmitgliedern die fer Das hatte er nicht getan und nun stand er als bisherigen treu bewahrten Mitarbeiter. Im Anschluß Angeklagter vor dem Richter. Er drückte seine Verdaran wurde einstimmig die Annahme der vom wunderung darüber aus, daß man erst jetzt nach 17 hatte. Hauptvorstand aufgestellten Satzung beschlossen und eine Spende zur Förderung der nationalen Arbeit bewilligt. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten gab Herr Weck einen kurzen Ueberblick über die Geschichte unseres Volkes. Zersplittert in viele Stämme hätte das deutsche Volk Zwietracht und Hader tragen müssen, aber auch große Manner in Notzeiten gehabt. Unfaßbare Kräfte schlummerten im Volke, das hätte der Weltkrieg bewiesen, in dem ein hungerndes Deutschland einer ganzen Welt getrotzt. Wir ständen heute an einer Zeitenwende. Unfaßbares sei in den letzten Monaten geschehen. Ein Volkskanzler im edelsten Sinne führe uns, mitzuarbeiten sei unMittel gegen Urlaubskater Wenn das Jahr sich gegen Mitte oder gar Ende August neigt, dann wird es für die meisten Urlauber, Ferienreisenden und Erholungssuchenden langsam Zeit zum bruch. Wind und Sonne haben ihre Pflicht und Schuldigkeit getan, die Gesichter sind braun gebrannt, die roten Blutkörperchen haben sich entsprechend vermehrt, die erndes Deutschland einer ganzen velz. getroßt. Wir Lungen sind aufgefüllt und vor allem die Nerven sind wieder geölt für all den Berufsärger, der einen nun legenheit geben, schöne und undekannte Flecken und Städte unseres Vaterlandes kennenzulernen. Man ist dann viel aufnahmefähiger, als beim Antritt der Ferien, und die Eindrücke, die man davon empfängt und nach Hause trägt, sind dann auch entsprechend haltbarer und dauernder. Die Bochumer Braune Messe Staatsregierung und Reichsleitung der RSDAp nehmen an der Eröffnung teil. Bochums Braune Messe, die am 25. August eröffnet wird, darf aus vielen Gründen die berechtigte Kennzeichnung tragen, die sehenswerte und vorbildliche Messe des westfälischen Ruhrbezirks zu sein. Wohl kaum eine Stadt im Ruhrbezirk weist eine se ideale Lage wie Bochum auf. Aus auswärtigen Ausstellerkreisen werden immer wieder erneut Wünsche laut, in Bochum auszustellen, obwohl immer wieder darauf hingewiesen werden muß, daß in erster Linie die heimische Wirtschaft berücksichtigt wird. Eine große Anzahl bekannter Firmen, die letzthin schon vertreten waren, hat auch diesmal auf der Braunen Messe Plätze von vornherein für sich in Anspruch genommen. Die Schirmherrschaft der Braunen Messe hat Preußischer Staatsrat, M. d. R. und M. d. L. Garleiter I. Wagner(Bochum) übemommen. Zm Eröffnung der Ausstellung werden Vertreter der Reichsleitung der NSDAP sowie Vertreter der Preußischen Staatsregierung anwesend sein. Um allen Kreisen der Bevölkerung den Besuch der sehenswerten Ausstellung zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise sehr niedrig gehalten. Das dören die Hausfrauen gerne! Längst wissen es alle küchtigen Hausfrauen: Es i en Leichtes, Wasche gründlich zu waschen und gut zu pflegen — mit Sunlicht Seife. Und alle tüchtigen Hausfrauen wollen heute sparen. Nun, die gute, altbewährte Sanlicht Seife ist setzt dilliger geworden— um volle 5 Pfennige! Das Doppelstück kostet nur noch 22 Pfennig und der Würsel nur noch 18 Dfennig. Immer gleichbleidende, beste Quolität, größte Wasch= und Reinigungskraft sind die bekanntesten Vorzüge der prächtig schänmenden Sunlicht Seife. dann schloß der Führer des Vereins die Versammlung. = Einheitliche Regelung der Eintrittspreise für die Herner Lichtspiel-Theater. Durch die Filmkammer und die beigeordneten Berufsvertretungen wurden neue Richtlinien ausgegeben, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist. Diese Regelung, die in ganz Deutschland unter Rücksichtnahme auf die örtlichen Verhältnisse der einzelnen Städte durchgeführt wurde, hat amtlichen Charakter und dient dem Zweck, das Kinogewerbe wieder der wirtschaftlichen Gesundung zuzuführen. Insbesondere soll das Außenseitertum damit in der Wurzel getrofsen werden. In Zukunft wird sich jeder Theaterbesit=.... zer, wenn er nicht strengste Strafen gewärtigen nach Hause zurückzufahren, sondern lieber ein paar Tage vor dem eigentlichen Ferienende aufzubrechen und ein Stadt Wanne=Eickel. wieder erwartet. Viele Leute machen es nun so, daß sie. in der Sommerfrische die Koffer packen, ade sagen und Gewerbebankvergleich wiederum vertagt direkt nach Hause, in die Stadt, zurückfahren. Die Folge Bn i an a davon ist der bekannte Urlaubskater, den wohl s Der Vergleich in Sachen Gewerbedank hatte gestern jeder schon einmal gehabt hat. Er rührt ganz einfach einen zweiten Termin vor dem Amtsgericht Wannedaher, daß man die Extreme: Sommerfrische und Eickel, zu dem allerdings nur wenige Gläubiger erolgen läßt, ohne etwag Vernünftiges und Gescheites shienen waren. Als Vorsitzender erklärte Amtogerichtsdazwischenzuschieben. srat Lorenz, daß die Einholung der ZustimmungsMan braucht der Wissenschaft durchaus nicht eine neue erklärung noch nicht beendet sei und daher eine VerDisziplin, nämlich die Urlaubskunde, anzufügen, um ver= tagung gewünscht werde. Als Vertrauensperson ständlich machen zu können, daß es richtig und wohl= führte Bücherrevisor Otto Chrikiansen=GelsenStadt einen Uebergang, eine kleine Pause, einzge kirchen aus, daß eine Reide von zugescherten Zuschieben, ehe man sich in den Wirbel der Geschehnisse stimmungserklärungen, insbesondere die Erklärung des stürzt. Das ist vor allem für die wichtig, die ihren Urlaub größten Gläubigers, der Dresdener Bank. noch nicht einin keinem Weltkurort mit mondänem Leben und allem gegangen sei, sodaß die erforderliche Mehrheit für den nötigen„Betrieb" verbracht haben, sondern für die Masse###n schle unn ein wastssun— a Mochen hder kleinen Urlaubsreisenden, die es mit der Stille, der—gteich fehle und eine Vertagung um 3 Wochen be Natur und der Einsamkeit, der ländlichen Einsamkeit antragt werden müsse. Der nächste Termin wurde auf natürlich, halten. Alle diese Leute tun recht, nicht sofort den 6. September d. J., 11 Uhr, angesetzt. Vereinskalender KKV. Stemmverein Auf die heute abend 8.30 Uhr stattfindende Versammlung im Vereinsheim wird hiermit besonders hingewiesen. Herren, die noch an der Wallfahrt nach Trier teilnehmen wollen, mögen sich in der Versammlung melden. D. 2. K.K. V.-Jugendabteilung Heute abend 8.30 Uhr im Heim Versammlung, Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Führerschaft. i. will, an diese Richtlinien halten mussen, Gleiche, Richt= Kleines; Verühmtesaltes Städichen, wie sie linien sind auch in anderen Sparten festgelegt wor; ja fast in allen Teilen unseres Vaterlandes zu finden den, insbesondere in der Filmproduktion und dem da= sind. zu besuchen. Aber auch eine Großstadt, die mit verbundenen Filmverleih=Gewerbe. Urheber die= man noch nicht kennt, tut fast dieselben ser Maßnahmen, die zur Gesundung des gesamten Dienste. Man sieht etwas Neues und Unbekanntes Gewerbes führen sollen, ist Reichspropagandaminister und gewöhnt sich dabei unmerklich wieder an die eigentITLL P— L U Dr. Göbbels, dem die Gesundung des Filmgewerbes sehr am Herzen liegt. Die nunmehr einsetzende Filmproduktion wird dem Publikum den klarsten Beweis liefern, daß infolge der getroffenen Maßnahmen die Leistungen und das Niveau der Erzeugnisse bedeutend gehoben werden. Die Regierung selbst hat durch Zuwendung eines bedeutenden Fonds gezeigt, wie sehr sie an der Hebung der gesamten deutschen Filmliche städtische Atmosphäre, die einen dann nicht so tumultartig und nervenzerreißend überfällt, wie beim unvermittelten Uebergang. Man nennt das auch Nachferien. Jeder haldwegs geübte und erfahrene Ferienreisende wird sie kennen und schätzen. Der Sinn der Erholung. ihr ganzes Wesen, besteht sa bekanntlich nicht so sehr in der ländlichen Umgebung. der frischen Milch, die man ja überall und den Berhält sademöglichkeiten, die es gleichfalls fast produktion interessiert ist, und erwartet, daß die zur überall gibt, sondern im radikalen Orts= und Umgebungsel. Alle Sinne wollen etwas Neues, etwas Anderes. Verfügung gestellten Gelder für das Reich nutzbrin=wechsel. Alle Sinne wollen etwas Neues, etwas gend angewandt werden. Dadurch hat künftig jeder Eine andere, aber wirklich andere Umgebung bedeutet oft Besucher die Gewähr, künstlerisch hochstehende Dar=schon die halbe Erholung. Nachferien sind vor allem für s Erweiterungsarbeiten der Luftkühlwerke. Die Bochumer Luftkühlwerke wollen in Kürze ihre WanneEickeler Betriebe durch den Bau großer Glashäuser erweitern, in denen auf einer Fläche von etwa 3000 Quadratmeter ein neues Verfahren für Frühgemusekulturen erprobt werden soll. Die Erweiterung der Anlage gewährt rund 50 Arbeitern für etwa 1 Jahr neue Beschäftigung. s 25 Jahre Blaukreuzverein Röhlinghausen. Der seit seiner Gründung unter Vorsitz von Steiger a. D. Wilhelm Berke stehende Blaukreuzverein in Röhlinghausen wird am Sonntag im Böhmichen Saale. die Feier seines 25jährigen Bestehens in einer von Chorvorträgen umrahmten Feier begehen, zu der Pfarrer Dr. Goebel und Pfarrer Tigges als Redner gewonnen sind. Bekanntmachung In unser Handelsregister Adt. A ist deute unter Nr. 703 die Firma„Jentrale für Orthopädie, Leuschner u. Co. in Herne“ eingetragen worden. Persönlich haftende Gesellschafter sind: 1. Bandagist Daul Leuschner in Herne, Vinckestr. 7, 2. Bandagist Walter Roussean in Wanne=Eichel, Hindendurgstraße 162. Herren=Taschenuhr entwendet. Am 13. 8. gegen 17 Uhr wurde einem Invaliden auf der Cranger Kirmes aus seiner Westentasche eine Nickeluhr mit GoldEs kostet für rand(Remontoiruhr) mit Doublegliederkette gestohsempfinbliche Teute v## schon einen ganz schönen Teil der llen. Die Uhr befand sich in einer gelben Blechschachtel. volles Verstandnis für diese Maßnahmen, zumat Expolung, wenn sie acht oder zehn Stunden lang im Zug—. Kcrgse# S 18„„ direktionen für die kommende Saison Vorkeh= durcheinandergerüttelt werden. Gerade solche Leute run Jahrraddiebstahl. Am 12. 8. gegen 8.40 Uhr recht daran, während der Heimreise einen Zwischenauf= wurde vor dem Rathaus am Richard=Wagner=Platz enthalt einzuschieben. Die Nachferien sind es weiterhin, ein Herren=Fahrrad Marke Wehmeier, Nr. 60 549, die neben der eigentlichen Erholung willkommene Ge=entwendet. bietungen sehen zu können. Die Leitungen der Her= alle die wichtig, die ihrer Arzein rech####### weg ner Lichtspiel=Theater erhoffen von ihrem Kunden= empfindliche Leute oft schon einen ganz schönen Teil kreis volles Port##nana fur diese Maßnahmen,z die Direkt rungen getroffen haben, daß nur die besten Erzeugnisse des deutschen Filmmarktes zur Vorführung gelangen. Offene Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft dat am 1. Januar 1922 begonnen. Jur Verkretung der Gesellschaft ist jeder Gesellschafter allein ermächtigt. Herne, den 12. August 1933. Das Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Adt. B ist heute unter Nr. 140 bei der Firma„Epa“ Einheitspreis-Akttengesellschaft.##liale Herne, folgendes eingetragen worden: Dem Dr. Fritz Kühn in Berlin und dem Hogo Udlrich in Berlin ist Prokura erteilt worden. Sie vertreten uu gemeinschaftlich. Die Prokuren für Ewald Weinert und Jean Kraus sind erloschen. Hans Lindemann ist nicht mehr Vorstandsmitglied. Ewald Weinert, Kaufmann, Berlin=Nikolassec, Hermann Mesecke, Kaufmann, Berlin=Nikolassee sind zu Vorstandtmitgliedern bestellt. Herne, den 11. August 1933. Das Amtsgericht Bekanntmachung. In unser Handelsregister Adt. A ist heute unter Nr. 313 bei der Firma Alfred Dader, Nachs. in Herne folgendes eingetragen worden: Die Firma ist erlosche. Herne, den 10. August 1933. Das Amtsger#ht IE l haushaltScheren gute Qualität . Kömer ootisch mit grünem Stiel KohlenkastenRoller verstelldar. radern 68 ServierTablett mit massivem Boden, dell lackiert, 45x30.. 98 Konum-Margarine mit Salz. 1 Pfund .60 Konsum-Margarine ohne Salz.. 1 Psund Schweine-Schmal;„ 80 " 1 P r u n d=. 8 0 Kolosfett..1 Pfund=.54 Süßrahm-Tafelbutter. 1 Pfund 1.30 Oldend. Martenbutter....! Pfund 1.44 Deutsche Irischeier„ 9 10 eic.“. S9 Fettverbilligungsscheine werden in Zahlung genommen Zeines Tafelöl .... 1 Liter=.83 Vollfetter Tilsiter 1 Pfund.7# 40% Gonda 1 Pund*. 0x 40% Edamer 1 Pirns- 0 5 Allg. Stangentäse ohne Rinde.1 Pfund Vollfetter Schweizer 1 Pfund=.99 Volls. Camenbert=0 6 teilig 1 Schachtel“.50 harzer" 0R ... 1 Pfund*.28 Olsardinen Portionsd. 1 2 Clnddosen 50 S 1 45 · Lebensmittel L·IX·LIIILI Bruchreis. 1 Bund=.09 Vollreis... 1 Pfund 2.10 Graupen.. 1 Bfund.14 Boddingpulver 1 Bfund 32 hartweizeugries 5 ........ 1 Pfund.24 Schnittundein 1 Pfand•25 Bruch Maccaroni Beizeumehl Pfund•.32 1 Pfund“. 15 CIL IT 1 Ltr. Apselwein30 1 Lir Deut#ch. Wermutwein 5 1 Der Laudenheimer.80 Ltr. Jngelheimer91•75 1 Ltr. Johannisbeerwein.... 1a 2.80 1 Ltr. span. Bützwein.. 1.— K Sauere Bondons Pfund .15 Mischtaramellen % Pfund=.18 Vollmisch-Schokolade 100 Gramm=Tafel*•10 Creme-Schololade 10 Vollmilch-Nutzbruc.25 % Pfund kocos-Mafronen B#und .17 CNLEEL Weftf. Kochmettwarf. ..... 1 Pfund 2.# 0 Bierwacs .. 1 Pfund 2.08 Wests. magerer Spec 1 Pfund 2.00 Schweinedacken gerauchert. 1 Pfund=.90 Wests. Blockwurst 9— 1 Pfund=.95 Wests. Cervelatwurst .... 1 Pfund 1.18 Westfällsche Sülze„ 28 .! O f u n d. 3 8 Heringssalet. 1 .... 1 Bfund 2.58 Fleischsalat.. 75 Pfund.75 Gekochter Schinten kein Vorderschinten ..... ½ Pfund“. K. Maionnalse Neue 1 Po ge 75 -.36 ein Lelens“ Sums 2. 75 Rheinaal 1 Pfund R.40 Hering in Gelee ... 1 Portion*.19 Hollmose 10 in Maionnatse 1 Stück-.10 Del. Gorten lüß-lauer an gr. Dose 18 St. Indalt 2.56 Neues Sauertraut 1 Pfund 2.10 IXI SLIT I ENII Apparate ortma dell verzinkt, m. Einsatz und B 00 6 Federn 4. Einkoch-Gläser mtt Deckel und Gummiring Liter eng 25. Ltter wen 23 1½ Str.„5 Stc. 1.— Zubinde-Gläser Ler. 1½ Ltr. 2 Ltr 15 3 Ltr. 17. Str. 23. 6 Ltr 30. 39, 50 Einmach-Töpse aus grauem Steinzeug vro Stin 12 9** S u PE5 S 8—5## 5 5 — E 8 5 55 * E S #8 8 S "* 85S E 1S * PESSO —— STEESS •# E G E.——„ • 8UUWS S aSA* 40— S# ** S.s —* S E S 2 * 8 B 5•* 2—— * 5# 2 8 G P — S E* ##8 8 5 E N 2.58 * PO S 255 5 S 5 5 E* 8 5 2 6½—* 5— LiS 7 10— *□ —— * 5 T 2 O:SS 1— S 28 S Sn 8 9.5e S E E S•— 2 S: E2 6 S•ES E9• "* E E·•OITS OSLUmEET S 5•— S•ENT GUcn E ESE "— * E 5 5 5 6 998 *0ES "" 40 s r 8 — 0 1—.—** S• 8 5% — P C ES 5L: *. * 2 EIE 5EE — SEETTBUE ** ——* BUEE ** an arbeitete er noch. Bald wurde er Heim und Mutter verlassen um seiner Sendung willen. Unablässig flog das Schifflein. All ihre Liebe wob die heilige Mutter in das Kleid ihres Sohnes, alle ihr Leid und ihre starke, demütige Ergebenheit. Dieses arme Kleid würde er tragen, wenn er vor die Menschen hintrat, um sie zu lehren, wenn er die Wunder über sie ausgoß. Und wenn er das bittere Leiden auf sich nahm. * Und Jesus trug das schlichte Kleid, das seiner Mutter Hände ihm gesponnen und gewebt hatten, durch die Jahre seines öffentlichen Auftretens. Und er trug es auch, als er sein Kreuz durch die Straßen von Jerusalem schleppte. Da stand seine Mutter am Wege und sah ihn, wie er daherwankte. Sein Antlitz, ein Antlitz der Schmerzen, sein Kleid, das sie ihm in der Stille von Nazareth gewebt hatte, blutdurchtränkt. Die arme Mutter streckte die Hände aus nach dem Sohne. Nun war er das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wurde, nun war er der Mann der Schmerzen, der seinen Rucken den Schlagenden bot und sein Angesicht nicht vor denen verbarg, die ihn lästerten und anspien. O bitterer Schmerz der Mutter, dem Sohne nicht helfen zu können. Und da sie unter dem Kreuze stand und die letzten Worte ihres Kindes auffing, so sah sie, wie die Henkersknechte um die armen Kleider Jesu würfelten. Sie sah den schlichten Rock, ihrer Hände Arbeit, nicht einmal den ließen sie der Mutter. Und aus dem Grau der Jahrhunderte hörte sie eine klagende Stimme:„Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und das Los geworfen über mein Gewand.“ Eine Wolke von Bitterkeit überflutete ihr Herz. Selbst das letzte hatten sie ihm genommen. Da hörte sie Jesu Stimme vom Kreuze: „Mutter, siehe deinen Sohn.“ Und wiederum: „Sohn, siehe deine Mutter.“ Sie horchte auf. Und über Johannes hinweg sah sie auf den Knecht, dem das Kleid ihres Kindes zugefallen war. Mit rohem Lachen schwang er das Gewand, das Gottes Kleid war. Aber auch für ihn stard Jesus, und auch für ihn betete er:„Vater, verzeihe ihnen...“ Was würde der Knecht mit dem heiligen Kleide tun? Es verkaufen, verschachern, verspielen? „Mutter, siehe deinen Sohn...“ O. sie verstand Jesus. Er machte sie zur Mutter der Menschen, legte ihr die armen, verirrten Söhne und Töchter der Erde ans Herz. Und die Mutter der Schmerzen neigte ihr Haupt. So sollte das Kleid den Menschen bleiben. So sollte es sich vererben von Geschlecht zu Geschlecht als ein Zeichen der Liebe Jesu und seiner Mutter. Marga Thomé. das Ideal der Ehe und der Familie wieder in das gebührende Licht gerückt wird. Annabella wird sicherlich manches Würstchen extra gebraten bekommen; aber wird jeder, der da um eine Scheibe Brot bittet, mit genau derselben rührenden Freundlichkeit abgefertigt? Eis! Was es nicht alles für Eisdielen, Eiswagen, Eiskioske gibt in der sommerlichen Zeit! Und Fruchteis und Cremeeis, Eis mit und ohne Schlagsahne! Sind das aber wirklich Leckereien, Näschereien, die ein Volk wie das unserige, das sich nicht ernstlich genug auf seine Kräfte einerseits und Sparsamkeit andererseits besinnen kann, wirklich notwendig hat? Wie viel Verschwendung schon bei den Kindern, bei halbwüchsiger Jugend! Wie oft ist von ärztlicher Seite vor dem Essen des billigen Eises gewarnt worden! Wieviel ernstliche Krankheiten hat der Eisgenuß nach sich gezogen! Und statt dessen läuft man an der gesunden Milch vorbei.„Bei Ihnen in Deutschland trinkt man gar zu wenig Milch, wenn ich bei uns dagegen denke—!“ sagte mir kürzlich höchst verwundert ein Amerikaner. Ja, woran liegt das? Vielleicht im Letzten an der Familienmutter selber, die wohl versucht, ihre Kinder zum Milchtrinken anzuhalten, selbst aber vor dem Milchglas bloß widerwillig den Kopf schütteln kann. Warum? Kann nicht gerade die Mutter, und zwar zu ihrem eigenen Wohlbefinden der Familie, mit gutem Beispiel hier vorangehen? Entsinne ich mich doch, daß daheim im Elternhaus jeden Mittag eine Milchkanne auf dem Tisch stand und der Vater sogar der erste war, der sich ein Glas und ein zweites einschenkte. Also, gewöhne man sich das närrische Eisessen ab und— dafür das Milchtrinken gründlicher an! Ursus. Zeitbilder Kleine Beobachtungen: Berlin fliegt aus!— Ein Vogel ist weggeflogen!— Annabella...— Eis! Eis! Eis! und Milch—? Wir haben in den letzten„Zeitbildern“ ein wenig vom sommerlichen Berlin geplaudert, und an dieses sommerliche Berlin seien ein paar Beobachtungen über den sommerlichen Berliner geknüpft. Ja, dem Berliner hat man mit dem Wochenende wirklich ein großartiges Geschenk gemacht. Wer fliegt nicht alles aus— am Samstag schon oder am Sonntag! Junge und Alte— solche in den flitzenden Automobilen und solche auf den knatternden Motorrädern, solche auf dem Fahrrad und mit den Massenverkehrsmitteln, wie Straßenbahnen und Vorortsbahnen. Am Sonntag ist Berlin leergesegt, sind die Fenster verschlossen, die Straßen öde. Nur im Westen, auf dem Kurfürstendamm und in der Tauentzienstraße ist noch ein bißchen Leben. Man ist eben ausgeflogen! Am liebsten dahin, wo ein Wasserlein plätschert— einer der Havelseen in der Sonne lacht. Und dort wird gebadet, gepaddelt. Wasserball gespielt, sich wochenendmäßig ausgeaalt! Aber bei aller Wochenend= und Sportbegeisterung, die man den Berlinern unumwunden zugestehen muß, sind das durchaus nicht immer gerade die Menschen mit dem„kultivierten Geschmack". Mag das Moderne schön sein— mag es seine bedingte Zweckmäßigkeit haben— für jeden ist nun mal der neumodische Strandanzug nicht geeignet! Am allerwenigsten für die altere Frau von 54 Jahren! Da muß man wirklich über die Berlinerin staunen, daß sie hier, die sonst so geschickt sich dünkende Frau, keinen Grenzstrich zu ziehen weiß! Man vermißt leider nur zu oft am sommerlichen Badestrand, bei den Seglern und Ruderern und Paddelern, daß auch zum Sport eine asthetische Linie gehört! Sonst wirkt er kulturlos!——— Und so eine Dampferfahrt üder den Wannsee ist gewiß etwas Herrliches mit landschaftlichen Schönheiten. Aber daß nun die beiden Berliner Damen hinter einem unbedingt die ganze Fahrt über von den Dauerwellen reden müssen, von ihren Erfahrungen bei den verschiedenen Friseuren— ja, das kann man eigentlich nicht ganz begreifen.———Und das Parchen gegenüber hat genau so wenige Blicke für die schöne Umgebung von Wannsee und Havel, wie diese Dauerwellen=Damen, sondern wühlt ununterbrochen in den„Stullenpaketen" nach Schinken= oder Käsebroten und klappert mit der Thermosflasche.——— Und hat der Berliner wirklich so„viel Sinn“ für Natur, wie er sich so gern beimißt, wenn die Walder am Sonntag nichts anderes sind— als große Papierkörbe? Blaue, graue und braune Düten liegen herum. Zeitungspapier flattert im Winde. Obstreste liegen umhergestreut. Ach, bei aller sommerlichen Begeisterung für das Wochenende— wie wenig gut erzogen wirkt doch noch alles! Und da mag man nun das hübscheste Sommerkleid tragen, die verwegenste Mütze. den niedlichsten Wochenendkoffer — es bleibt noch herzlich viel zu wünschen übrig— was das Wochenende wirklich stilvoll gestaltet und verrat, daß stilvolle Menschen rund um Berlin ins Wochenend gegangen sind!——— Das muß man nur gesehen haben! Die ganze Straße ist in Aufregung. Der Frau Josephine Müller ist ein Wellensittich aus dem Vogelkäfig geflogen— ein allerliebstes, kleines, grünes Dingelchen. Man sieht ihn auf einem Fenstergesimse sitzen— in einen Lindenbaum fliegen— Spatzen verfolgen ihn in ein Strauchwerk— und so geht es schon eine ganze liebe Stunde lang, und alles, was in dieser kleinen Straße Beine hat— das rennt und hüpft und läuft und springt— und ruft und piept— und schreit und redet weise Ratschläge, wie der Ausreißer vielleicht doch noch zu fangen ist— und die Frau Müller steht unbeweglich mit dem offenen Vogelkäfig am Fenster und wartet, ob es dem kecken Flieger nicht vielleicht doch wieder einfallen könnte, reumütig in seinen Gitterpalast zurückzukehren. Ein Taxichauffeur hat bereits seine Jacke ausgezogen und die Hemdsarmel hochgekrempelt und versucht, in den Lindenbaum zu klettern— aber hui! weg ist der Sittich! Und aus den Fenstern gucken die Menschen, und auf den Balkönchen stehen sie, und es geht Hochalarm durch die ganze Straße— der Müllersche Wellensittich ist weggeflogen! Auch so etwas passiert im weltstädtischen Berlin.———— Warum man ihn gerade Annabella genannt hat, weiß ich wirklich nicht. Aber er heißt nun mal Annabella und wird so gerufen und genießt die ganze Liebe von Herrchen und Frauchen und ist zugleich das gescheiteste Hundetier zwischen Nordpol und Südpol. Seiner Art nach ist er eine englische Dogge! Braun, mit mächtigen Zähnen und einem verbissenen Gesicht, das aber immer ein verstecktes und im Grunde wirklich rührend gutmütiges Lächeln um die Schnauze hat. Morgens trägt Annabella Frauchen den Einkaufskorb— abends erwartet Annabella Herrchen vor der Haustür, nimmt ihm Stock oder Schirm ab und trägt ihn selbstverständlich die Treppe hinauf. Annabella ist wachsam und folgsam aufs Wort und außerst verständig. Er wird mit den Koseworten„Liebling“ und„Süßer" beschenkt und fühlt sich geschmeichelt und nimmt sie dankbar und dabei hoheitsvoll entgegen. Es gibt gewiß viele hundert Menschenkinder, denen es nicht annähernd so gut geht in dieser Stadt wie Annabella. Und wenn man an all die Ausstellungen und Feste denkt unter dem bekannten Motto„Die Dame und ihr Hund“— oder„Der Hund im Auto“— oder wie sie alle heißen mögen und dabei bedenkt, welch ein übertriebener Kult mit den Vierbeinigen, die gern unsere treuen Freunde sein sollen, getrieben wird, dann kann man wohl verstehen, wie nachdrücklich vom Staat her wieder an die Familie gedacht und Berusszweisel In einem seiner Briefe schreibt der hl. Franz von Sales an eine in Berufsschwierigkeiten befindliche Person, deren Verhältnisse er allerdings genauer kannte, daß sie sich wie eine Statue betrachten solle, die in der Nische stehen bleibt, wohin man sie gestellt habe. Könnte man das Bild in der Nische fragen: „Warum bist du da?“ so würde es nur antworten: „Weil mein Meister mir diesen Platz angewiesen hat" „Warum bewegst du dich nicht anderswobin?"„Weil er will, daß ich eben hier bliede.“„Für wen stehst du da?"„Nicht für mich, sondern für meinen Herrn, dessen Willen ich zu gehorchen habe.“ „Aber du siehst ihn ja nicht.“—„Gewiß nicht, aber er sieht mich und freut sich, daß ich dort bin, wohin er mich gesetzt hat.“„Wolltest du dich denn nicht bewegen können, um näber bei ihm zu sein?"—„Nur dann, wenn er es gerne hätte.“ Der heilige Johannes der Täufer in der Wüste, der so selten die persönliche Nähe Jesu genießen konnte, aber ferne von ihm in der Wüste treu und beharrlich nach seinem Willen arbeitete, wurde vom Heiland viel mehr gelobt als die Apostel, die immer das Glück seiner Nähe und seines Umganges genießen durften. Werbt für die katholische Sresse! Wir dienen der Nation mit voller Hingebung und sind fest entschlossen, nach Kräften mitzubauen an einer besseren Zukunft. Die Grundlage unserer katholischen Weltanschauung zeigt uns hierzu den richtigen Weg. Du mußt uns helfen, verehrter Leser, daß der Herner Anzeiger mit Kirchlichem Anzeiger bei allen Katholiken in Herne Hausgenosse wird. An Familien, die sich für unser Blatt interessieren, liefern wir unverbindlich für acht Tage Probenummern. Für die Angabe von Adressen sind wir dankvar.— Bezugspreis halbmonatlich nur RM. 1.08 Bestellschein Bitte dem Boten übergeben oder als Drucksache mit Umschlag einsenden an die Geschäftsstelle 8 Hermann-Göring-Straße 8 Herr Frau Beruf: Wohnung besiellt hiermit den Herner Anzeiger mit Kirchlichen Anzeiger. Kirchlicher Anzeiger für die katholischen Pfarreien in Herne, Wanne=Eickel und Riemke Herausgegeben von der Pfarrgeistlichkeit 13. Jahrg. Der Kirchliche Anzeiger erscheint jeden Freitag. Schluß der Redaktion: Dienstag 12 Ahr mittags. Verantwortlicher Schriftleiter: Vikar Büttner, Herne Fernsprecher 51784 Sonntag, 20. August 1933 Nachdruck der Original=Artikel verboten. Druck: Koelbers& Röttsches. Herne. H.-Oöring=Str. 8 Nr. 34 Nachrichten für alle Pfarreien Verband der kath. Jungmännervereine, Bezirk Herne. Sonntag findet unsere Wallfahrt nach Altenberg statt. Wir fahren morgens pünktlich 5 Uhr mit dem Omnibus. Die Jungmänner von St. Bonisatius und Herz=Jesu treffen sich um 5 Uhr an der Bonisatiuskirche, die von St. Marien und St. Joseph kurz nach 5 Uhr an der Schule Bismarckstraße. Das Programm des Tages ist folgendes: Nach unserer Ankunft Begrüßung des Gnadenbildes. Danach Kaffee. Um 9 Uhr Gemeinschaftsmesse, von Herrn Vikar Schulte gelesen. Dann Besichtigung des Hauses mit anschließendem Vortrag von Rektor Heuser. Mittagspause. Gegen 2 Uhr im Dom Sturmandacht zu Maria, der Schutzherrin unseres Verbandes. Dann fahren wir nach Köln. Wir sehen uns den Dom und die Minorithenkirche an. Von Köln aus fahren wir nach Düsseldorf zur Verbandszentrale. Beköstigung bringt jeder selber mit. Auch das Kirchengebet ist mitzubringen. Mit Treu=Heil! Euer Bezirksleiter. Dritter Orden. Sonntag nachmittag 4.30 Uhr ist Andacht mit Proseß und Predigt für den Dritten Orden in der Kapelle des St.=Marien=Hospitals. Zur Beachtung gelegentlich der Fahrt nach Trier. Unbekannte Täter setzen in Pilgerzügen zum Preise von 40 Pf. Gutscheine ab, die in Trier in Geschäften angeblich eingelöst werden. Es handelt ich um kleine weiße Zeirei mut der Maschinenaufchrift:„Gutschein für ein Festabzeichen 40 Pf.“ Sollten sich solche Personen in dem Pilgerzuge zeigen, wird gebeten, dieselben sofort bei den Bahndeamten zur Anzeige zu bringen. St. Bonisatius=Pfarrei Gottesdienftordnung Sonntag. 20. August, 11. Sonntag nach Pfingsten. Mariä-Himmelfahrts-Fest. 6 Uhr erste hl. Messe: 6.30 Uhr hl. Messe mit poln. Gesang: 7.15 Uhr Frühmesse mit Predigt; die hl. Messe um 8.20 Uhr fällt in den Ferien aus: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt: 10.15 Uhr feierliches Hochamt mit Aussetzung und Segen: 11.30 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. 2.30 Uhr Muttergottesandacht mit Segen. 3.15 Uhr Festandacht für die Mitglieder der katholischen Arbeiter= und Knappenvereine des Bezirks Herne 5 Uhr Andacht mit Ansprache für die Teilnehmer an der Pilgerfahrt nach Trier. 8 Uhr Muttergottesandacht mit Segen. Gemeinschaftliche hl. Kommunion haben die Kinder der Schule Schulstraße und die Mitglieder der Jungfrauenkongregation. Die Krankenwoche hat Vikar Büttner. Aus den Vereinen Jungfrauenkongregation. Heute(Freitag) abend 8 Uhr ist Andacht mit Vortrag für die Mitglieder der Kongregation in der Kapelle des St.=Marien=Hospitals Sonntaa, den 20. August, ist in der hl Messe um 7.15 Uhr unsere gemeinschaftliche hl Monatskommunion. Es ist Mariä=HimmelfahrtsFest. Heute ist Maria nach einem Leben voller Mühen und Opfer mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen und zur Königin des Himmels gekrönt worden. An diesem schönen Ehren= und Freudentage der Gottesmutter wollen wir alle ihr von neuem unser Gelöbnis kindlicher Liebe und Treue ablegen und zur Nachahmung ihres herrlichen Tugendvorbildes uns Kraft und Gnade holen in der hl. Kommunion. Kein wahres Marien= kind wird heute vom Tische des Herrn zurückbleiden Die Nachmittagsandacht fällt aus besonderen Gründen heute aus; wir besuchen dafür die Andacht um 8 Uhr. Die einzelnen Abteilungen tagen wie solgt: Montag abend 8—10 Uhr: Volkstanzgruppe im Jugendheim: Dienstag 8—10 Uhr: Gesangabteilung im Zimmer der Nähschule; Donnerstag 8—10 Uhr: Heimabend im Zimmer der Nähschule: Freitag 8—10 Uhr: Turn= und Sportabteilung in der Turnhalle des Realgymnasiums(Neustr.) Gesangabteilung. Sonntag, den 20. August, machen wir einen Ausflug in die Haard. Wir versammeln uns 9.15 Uhr am Bahnhof Herne. Abfahrt gegen 10 Uhr ab Recklinghausen=Süd. Fahrpreis 40 Pf. Auch andere Mitglieder der Kongregation, die an unserm Ausflug teilnehmen wollen. sind uns willkommen. St.-Josephs-Arbeiterverein. Zur Teilnahme an der Jubelfeier des Bezirksverbandes und des Kath. Arbeitersekretariats versammeln sich unsere Mitglieder am Sonntag um 2.30 Uhr im Kath. Gesellenhous. Um 3 Uhr Abmarsch zur Festandacht in der St.=Bonisatius= Kirche. Nach der Festandacht Antreten am Jugendsaal zum Festzuge zum Gesellenhaus, woselbst die Saalfeier stattfindet. Es ist Ehrensache aller Mitglieder, an dieser Feier teilzunehmen Theaterabteilung. Sonntag 2 Uhr Versammlung. Damen und Herren, die gewillt sind dieser Abteilung beizutreten, werden gebeten, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Schlesischer St.=Johannes-Verein Herne. Am Sonntag, dem 20. August, findet die Jubelfeier des Bezirksverbandes und des Kath. Arbeitersekretariats statt, zu der wir alle unsere Mitglieder hiermit dringend einladen. Da nur ein kleiner Festzug stattfindet, und zwar von der St.=Bonisatius=Kirche zum Kath. Gesellenhause, wollen auch die Veteranen unseres Vereins restlos erschei nen. Antreten im Gesellenhaus nachmittags 2.45 Uhr. Der Vorstand. DIK. Sportfreunde 19. Herne. Am kommenden Sonntag, dem 20. August, spielen unsere Fußballmannschaften gegen Viktoria Habinghorst in Castrop=Rauxel. Um 4 Uhr Anstoß der 2. Mannschaft, anschließend um 5.30 Uhr die 1. Mannschaften. Wir geben nochmals unseren Wochenplan bekannt: Jeden Dienstag und Freitag von 7—9 Uhr Geländesport auf dem Elmarplatz: Dienstags 8 Uhr Training der Leichtathleten am Jugendsaal: Donnerstags 8 Uhr Mannschaftsabend im Vereinsheim. Gottesdienltordnung Sonntag. 20. August. Fest Mariä Himmelfahrt. 6.30 Uhr hl. Messe: 8 Uhr Frühmesse mit Predigt: 9.15 Uhr Schulmesse mit Predigt: 10.15 Uhr Levitenamt mit Predigt und Segen 2.30 Uhr Andacht für alle Schulkinder. 8 Uhr Andacht zu Ehren der Muttergottes. Im Constantinstift ist um 7.45 Uhr bl. Messe mit Predigt Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Jungfrauenkongregation und der Erstkommunionkinder der Schulen Düngel= und Graffstraße Die Krankenwoche hat Herr Dechant Düwell. Für die Wallfahrer nach Trier. Am Sonntag nachmittag um 5 Uhr ist in der Bonifatiuskirche Andacht für alle Wallfahrer nach Trier mit Erteilung des Pilgersegens. Aus der Gemeinde Kinder-Ferienausflug Karten für den Schiffsausflug nach Lippholthausen können noch bis Dienstag mittag 12 Uhr im Vereinshaus St. Joseph gelöst werden. Preis einschl. Getränke, Milch und Limonade 40 Pf. Karten für Erwachsene können Dienstag nachmittag daselbst zum Preise von 50 Pf. abgeholt werden Treffpunkt zum Ausflug Mittwoch morgen 8 Uhr auf dem Schulhof Düngelstraße Aus den Vereinen Kirchenchor. Sonntag nach dem Hochamt sehr wichtige Probe. keiner darf fehlen. St.-Josephs-Arbeiterverein Zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Kath. Arbeitersekretariats und des Bezirksverbandes nehmen alle Vereinsmitglieder an dem um 10.15 Uhr stattfindenden Festhochamt in der Herz=Jesu=Kirche sowie an der um 3.15 Uhr in der St.=Bonisatius= Kirche stattfindenden Festandacht teil. Die Saalfeier im Gesellenhause ist um 4 Uhr. Abmarsch vom Vereinshaus um 3 Uhr Jungmännerverein Der Tag unserer Jubiläumsfeier rückt in greifbare Nähe. Drei Wochen sind schnell vorbei Arbeiten sind noch in Menge zu bewältigen. Jeder Junge und Jungmann muß mithelfen! Darum Reise-Omnibus nach Trier zum hl. Rock fährt jede Woche 2 mal Montags u. Mittwochs-erens audes Schmt Ai Rocit Karten im Vorverkauf sind zu haben bei G. Keuper, Teleon####:- Zigarrengeschäft Meyer, Bahnhofstr. 32 * Handel? Grwerbe d Industrie dollar in Berlin: 3.157 gegen 3.137 vorher(Parität 4,198) Mark. Bsund in Berlin: 13.84 gegen 13.845 vorher(Parität 20.429) Mark. Golddecke der Reichsbank verbessert Berlin, 17. Aug. 1933. Nach dem Reichsbankausweis vom 15. August hat die Zunahme der Deckungsbestände auch in der zweiten Woche des Monats angehalten. Sie haben sich trotz Bereitstellung eines kleineren Betrages für die Konversionskasse und Abführung von rd. 5 Mill. RM. Devisen für den Dienst der Younganleihe um 9 Mill. auf 345 Mill. erhöht. Dabei stand einer Goldzunahme um 10 Mill. RM. auf 270 Mill. RM. eine kleine Verminderung des Devisenbestandes um 1 Mill. auf 74 Mill. RM gegenüber. Die Notendeckung konnte sich, zumal die Abdeckung der Ultimoverpflichtungen, wenn auch etwas schwächer, sich fortsetzte und der Umlauf an Reichsbanknoten sich um 50 auf 3328 Mill. RM. verringerte auf 10.4 v. H. gegenüber 9,9 v. p. in der Vorwoche verbessern. Die Gesamtkapitalanlage hat sich auf 3418 Mill. RM. verringert und zwar sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 52 Mill. auf 3009 Mill. RM. zurückgegangen. Dabei verdient Beachtung, daß das Reich sich Betriebskredtt der Reichsbank neuerlich mit einem Gesamtbetrag von etwa 20 Millionen beansprucht hat. Da der Scheidemünzenumlauf um 44 Mill. RM. auf 1409 Mill. RM. abgenommen hat. stellt sich bei einer unwesentlichen Vermehrung des Renkenhankscheinumlaufs der Gesamtzahlungsmittelumlauf Mitte August auf 5295 Mill. gegenüber 5746 Mill. RM. zur gleichen Vorjahrszeit. Maschinenmarkt meldet stärkeres Kundschaftsinteresse Vom Verein Deutscher Maschinenbau=Anstalten. dem Spitzenverband der deutschen Maschinenindustrie, wird geschrieben: Eine leichte Geschäftsbelebung bahnt sich jetzt endlich auch im Maschinenbau an. Im Monat Juli hatten die Maschinenfabriken verstärkten Eingang von Anfragen ihrer Inlandskundschaft zu verzeichnen. Zwar litt die Auftragserteilung noch immer stark unter der Unentschlossenheit der Abnehmer und war sehr wenig einheitlich in den einzelnen Zweigen der Maschinenindustrie. Lebhafter war das Geschäft in Maschinen und Apparaten für die chemische Industrie und in Verbrennungsmotoren. Auftragsrückgänge waren dagegen z. B. in mechanischen Fördermitteln zu verzeichnen. Das Auslandsgeschäft ist aus den bekannten Gründen noch immer sehr schlecht. Wenn die Arbeitsschlacht auch auf dem wichtigen Gebiete der Maschinenindustrie, in der noch fast 400000 arbeitslose Volksgenossen auf Arbeit und Brot warten, weiter günstig fortschreiten soll, so sind vor allem billigere Kredite und Maßnahmen zur Belebung des Exportgeschäftes dringend erforderlich. Außerdem muß übermäßigen Preissteigerungen entgegengetreten werden, wie sie auf manchen Gebieten der Rohund Halbfabrikate sowie der von der Maschinenindustrie benötigten Hilfsstoffe in den letzten Wochen in einem Ausmaß von 30 bis 100 Prozent vorgenommen worden sind. Verwendung von Leinengeweben. deutschen Garnen und deutschem Leder Berlin, 16. Aug. 1933. Der preußische Finanzminister hat an die nachgeordneten Behörden sämtlicher Zweige der preußischen Staatsgerwaltung einen Runderlaß über die Verwendung von Leinengeweben und deutschem Leder gerichtet. In diesem Erlaß, heißt es u. a., daß die von der Reichsregierung getroffenen Maßnahmen zur Förderung des Flachsanbaus zu einem Erfolge nur führen können, wenn auch für einen gesteigerten Absatz der aus dem Flachs gewonnenen Erzeugnisse Vorsorge getroffen wird. Eine erhebliche Verbesserung der Absatzverhältnisse würde erreicht werden, wenn bei der Beschaffung von Uniformen, Dienstkleidung und sonstigen Ausrüstungsgegenständen Leinengewebe in größerem Umfange verwendet werden wurde. Insbesondere ist hierbei an eine verstärkte Verwendung von Leinendrillichanzügen zu denken. Ferner wird im Zusammenhang mit den immer wachsenden Schwierigkeiten, deutsche Ledererzeugnisse auf dem Auslandsmarkt abzusetzen, darauf hingewiesen, daß ein dringendes Interesse daran besteht, die Verwendung von inländischem Leder im Inlande zu steigern, um der deutschen Lederindustrie die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe in möglichst großem Umfange zu ermöglichen. Ferner sind die Beschaffungsstellen der Polizei angewiesen worden, bei allen Beschaffungen von Baumwoll=, Halbleinen= und Leinenstoffen in den Lieferungsbedingungen die Verwendung von Garnen, die in Deutschland gesponnen sind, zu fordern und die Firmen auf diese Forderung besonders hinzuweisen. Auch den Gemeinden und Gemeindeverbänden ist nunmehr durch einen neuen Runderlaß des preußischen Ministers des Innern empfohlen, aus arbeits= und devisenpolitischen Gründen nach diesen Anweisungen zu verfahren. Gegen Regieschmieden in der Landwirtschaft Der langjährige Kampf des Schmiedehandwerks gegen die Einrichtung von Guts= und Regieschmieden in der Landwirtschaft hat jetzt eine beträchtliche Stärkung durch eine Bekanntmachung der Regierung des oldenburgischen Landesteils Lübeck in Eutin erfahren, in der es heißt: „Es wird festgestellt, daß in den letzten Jahren die Einrichtung von sogenannten Hofschmieden und Gutsschmieden überhand nimmt. Teilweise gehen sogar Hofbesitzer dazu über, sich zusammenzuschließen und eine sogenannte Regieschmiede zu errichten. Es widerspricht durchaus dem nationalsozialistischen Staatsgedanken, daß sich Güter und Höfe eigene Schmieden zulegen und den alten eingesessenen Handwerker dadurch um Arbeit und Brot bringen. Die Regierung tut heute ihr Möglichstes, den Bauer in seinem Besitz zu erhalten und dafür Sorge zu tragen, daß der Bauernstand nicht nur lebensfähig bleibt, sondern erstarkt. Die Regierung muß jedoch auf der anderen Seite erwarten, daß nicht nur keine neuen Hof=, Guts= oder Regieschmieden eingerichtet werden, sondern darüber hinaus nach Möglichkeit alle bereits bestehenden Hof=, Guts= oder Regieschmieden so schnell wie moglich aufgelos werden. Die Regierung richtet hiermit, um etwaige Zwangsmaßnahmen zu vermeiden, einen ernsten Appell an alle, die es angeht, und erwartet, daß dieser Appell im Hinblick auf die große wirtschaftliche Aufgabe, die in Deutschland gelöst werden muß, befolgt wird.“ Was für Reklame ausgegeben wird In der„Schöneren Zukunft“ gibt Dr. Eugen Amelung eine Zusammenstellung von Edward Boks wieder, der für die Zeit nach dem Kriegsende die jährlichen Kosten der Reklame in den De sien isten Staaten von Kordamer ite wie folgt berechnet: Zeitungen....... 600 Millionen Dollar Unmittelbare Anzeigen(Drucksachen 1284 Milliarden Dollar In der Berechnung über die Durchschnittslöhne stellt diese Reklame die jährliche Arbeitskraft von 600000 Menschen dar. Bei den Zeitungen nehmen die Anzeigen etwa 40—75 v. H. des gesamten Umfanges ein. Von den in Amerika jährlich verbrauchten 2.6 Millionen Tonnen Papierstoff werden mehr als 1,5 Millionen Tonnen für Anzeigen verwendet. Mehr als 2000 Morgen Waldgelände werden jährlich von einer einzigen Neuyorker Zeitung verbraucht. Nach Stuart Chase besteht mehr als die Halfte aller in Amerika hergestellten Drucksachen aus Anzeigen. Die Reichssteuereinnahmen im Juli 1933 Berlin, 17. Aug. Die Einnahmen des Reiches im Monat Juli 1933 betrugen bei den Besitz= und Verkehrssteuern 300.5 Mill. RM., bei den Zöllen und Verbrauchssteuern 278,8 Mill. RM., zusammen 579,3 Mill. RM. Im Juli waren vierteljährliche Vorauszahlungen auf die Umsatzsteuer der Betriebe mit einem steuerpflichtigen Jahresumsatz von nicht mehr als 20000 RM., sowie die Zölle aus den vierteljährlichen Zoll=Lagerabrechnungen zu entrichten. Im Juli 1932, dem entsprechenden Monat des Vorjahres, waren Besitz= und Verkehrssteuern 287.9 Mill. RM.(12.6 Mill. RM. weniger als im Juli 1933), an Zöllen und Verbrauchssteuern 290,1 Mill. RM.(11,3 Mill. RM. mehr als im Juli 1933) aufgekommen. Im Juli 1933 sind mithin insgesamt 1.3 Mill. RM. mehr aufgekommen als im Juli 1932, der im ganzen 578 Mill. RM. gebracht hatte. Berliner Börse Unentschioden— Schluß behauptet. Berlin, 17. Aug. Die Börse bot das gleiche Bild wie an den vorangegangenen Tagen. Die Tendenz war bei kleinsten Umsätzen ohne belangreiche Veränderungen unent schieden. Nach wie vor zeigte sich etwas Interesse für Reichsschuldbuchsorderungen, die wieder ½ Prozent höher bezahlt wurden. Anscheinend werden hier auch von der Konversionskasse Gelder angelegt. Am Aktienmarkt waren Dessauer Gas auf die Ausführungen in der Generalversammlung über die wesentlich gebesserten Aussichten des Geschäftsfahres 2½ Prozent höher. In einigen Montanwerten lagen Kauforders des Publikums vor. Klöckner gewannen 1½. Mannesmann 1½. Hoesch ½. Rheinstahl 1 Prozent. Bei Hoesch regten außerdem die Mitteilungen des Zulassungsprospektes über eine merkliche Belebung im laufenden Jahre an. Die Werte der„Vereinigten Stabl=Gruvve bröckelten dagegen eher ab. Von Kohlenwerten waren Ilse um einen Punkt erholt. Von Maschinenwerten erbolten sich Miag um 1 Prozent. Dagegen gaben Schwarzkopf um 2¼ nach. Berger waren wieder angeboten und erneut drei Punkte schwächer. Autowerte waren gut, gehalten, wobei auf die starke Produktionsund„Absatzsteigerung im ersten Halbjahr verwiesen wird Schiffahrtsaktien waren heute gut behauptet. HamburgSüd konnten auf die Liquiditätsbesserung bei dem Unternehmen 2 Prozent gewinnen. Am Kaliaktienmarkt sielen Salzdetfurtd(+ 1½) durch feste Haltung auf. Am Auslandsrentenmarkt batte das Angebot in Rumänenrenten nachgelassen. Die 4prozentige war um 5 Psg. erbolt. 13er Rumänen gaben nochmals um 10 Pfg. nach. Tagesgeld ersorderte unverändert 4¾. Der Dollar lag international weiter fest, das Pfund dagegen etwas schwächer. London=Kabel 4.38¼. Pfunde gegen Amsterdam 8.12½. gegen Paris 84.15. Der Dollar in Berlin 3.15. Der Schluß war bebauptet, Veränderungen traten kaum noch ein. Auch nachbörslich hörte man kaum veränderte Kurse. Farben 130½. AEG. 19¾. Reichsbahn 99½. Berger 136. Mannesmann 57. Rheinstahl 86. Ilse 135, Berliner Kraft und Licht 107½. Aku 27¼. RWE 80½. Erdöl 105. Bemberg 45¾. Dessauer Gas 113. Havag 11¾. Llond 12½. Harvener 89¼. Ver. Stahl 342.. Gelsenkirchen 55½.„Reichzschuldbuchsorderungen notierten wie folgt: 1934er 99¾. 1940er 83½. 1946er bis 48er 79¾ bis 80½ Essener Börse Freundlich. Essen, 17. Aug. Die heutige Essener Börse verkehrte in sreundlicher Haltung bei weiter ruhigem Geschäft. Einiges Interesse zeigte sich für Montanwerte, die im Verlauf etwas anziehen konnten.„Wintershall=Aktien lagen bei geringem Geschäft auf Basis des gestriegen Kurses. Am Kohlenkurenmarkt waren Deutschland= und Ewald=Kure auf letzter Kursgrundlage im Handel. Die übrigen Werte lagen bei behaupteten Kursen umsatzlos. Von Kohlenaktien wurden Lothringen= und Niederrheinische BergAktien zu wenig veränderten Preisen umgesetzt. während Dablbusch niedriger notierten. Der Braunkohlenmarkt hatte keine Umsätze aufzuweisen. während von Kalikuren lediglich ein Umsatz in vugo beobachtet wurde. Am Markt der Kaliaktien wurden einige Burbach und Halle=Salz gehandelt. Die Börse schloß bei stillem Geschäft und behaupteter Tendenz. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt Reis: Preise unverändert Gewürze: Markt ruhig. Lokovreise unverandert. Brasil=Kaffee: Brasilosserten kommen um 1— höher. Lokomarkt unverändert. Gewaschener zentralamerikanischer Kassee: Salvador konnte verschiedene Kontrakte für neue Ernte hier placieren. Columbien bietet September=Oktober Verschiffung auf unveranderter Basis an. Hier nennt man bei ruhigem Abzug unveranderte Preise. Schmalz: Tendenz ruhig.„Amerikanischer Steamlard 15.00 Dollar. Purelard raffiniert 17.00 RM., Hamburger Schmalz 150.00 RM.„ Kautschul: Tendenz willig. Sheets loko 3—15/16 nominell. September=Oktober 3—2. Oktober=November 3—¾ vence per lbs. Hülsentrüchte: Auf Othenasbis=Bohnen August cif transito sind 7/—/— geboten worden. Das Gegengebot stellt sich auf 7/5/—. Polnische neue Viktoriaerbsen für den Export sind mit 26.50 Zl. frei Grenze gehandelt worden. Das Angebot mehrt sich. Deutsche neue grune Erbsen finden hier am Platze aus Basis von RM. 16.75 per Zentner Interesse. Lokovreise unverändert.. Rohkakao: Markt etwas abgeschwächt. Einige Preise wurden wie folgt herabgesetzt: Acara good fermented. alte Haupternte. loko je nach Qualität RM. 18.50 bie 18.25, neue Ernte November=Januar 25,3 bis 25.— sb cis. Lagos sag August=September 23/6 cif, neue Ernte September=Oktober 23 6 cif. Uebrige Artikel unverandert. Rauhfutter: Tendenz still. Preise unverändert. Fette und Oele: Leinöl etwas fester. Die Offerten der Harburger Mühlen wurden um 75 Pig. erhöht. Großposten bei RM. 33 erhältlich. Sojabobnenöl und Erdnußöl dagegen um 50 bzw. 75 Pfg. ermäßigt. Uebrige Ulgemein nur unbedeutend. Leinöl prompt per Dezember 34.74, per Januar 35.25 RM. per 100 Klg. Sojabohnenöl vrompt Dezember 25.50 RM. per 100 Klg. Erdnußöl prompt Dezember 27.75 RM. per 100 Klg.„ n Zuaer: Terminmarkt abgeschwächt. geschäftslos Effektivmarkt auf abgeschwächten Auslandsmärkten rubig. abwartend. Preise unverändert. Deutsche Kristalle prompt 8/—. September 8.— bis ¼ per 50 Kla. Dortmunder Getreidebörse. Notierungen der Getreidebörse vom 17. August.(Die Preise sind Großhandelsvreise und verstehen sich per 100 Klg. waggonfrei Dortmund in Ladungen von 15 000 Klg., bei Meblen zu Mühlenkgnventionshedingungen). Westsälischer Weizen(neu) RM. 18.75. Westfälischer Roggen (neu) RM. 15.25. Ostfriesischer Hafer(neu) RM. 14.70. Neue„Wintergerste RM. 15.50. Plata=Mais RM. 19.50 bis 20.00. Weizenmehl(Bäckermebl) RM. 25.25—25.50. Roggenmehl. 70prozent, RM. 22.25—22.50. Ostdeutsches Roggenmehl(prompt alt) RM. 21.25—21.50. Weizenkleie RM. 8.50—9.00. Roggenkleie RM. 7.50—7.75. Trockenschnitzel RM. 8.25—8.50. Zuckerschnitzel RM. 9.75—10.00. Tendenz: ruhig. Handelsklassen ohne Angebot und ohne Gewichtsangabe. Allgemeine Nachrichten Die Müser=Opposition gibt sich nicht zufrieden. Von Dr. Conrad Müser(Bochum=Langendreer) wird uns mitgeteilt: In der Strafsache Bierbrauerei Gebr. Müser AG. werden die Anzeigenden. Dr. Tenhäff=Köln und Dr. Conrad Müser=Langendreer. Beschwerde beim Generalstaatsanwalt in Hamm und preußischen Justizminister wegen Einstellung des seit August 1932 anhängigen Verfahrens erbeben, mit der Begründung, daß eine ordnungsmäßige Untersuchung oder irgendeine sachkundige legale Strafverfolgung auf Grund des urkundlich eingereichten Materials(Verträge mit den Großgläubigern anläßlich der Kavitalerbödung in 1927•28 usw.) nicht stattgefunden hat. Trotz mehrfacher Erinnerung. Hastanträgen usw. sind weder die genannten Zeugen noch Sachverständige vernommen worden. Es wird nunmehr erneut Strafantrag über zusätzliche Vergehen auf Grund neuer Tatsachen gestellt. für die Amnestie nicht in Frage kommt. Vom Westdeutschen Zementverband Bochum. Wie wir hören, hat der konringentmaßige Juli=Absatz eine Steigerung auf 5870 Waggons gegen 5600 Waggons im Vormonat Juni aufzuweisen. Gegenüber Juli 1932. wo 6122 Waggons versandt wurden. ist allerdings eine kleine Abchwächung zu verzeichnen. In den ersten 7 Monaten dieses Jahres(Januar bis Juli) stellte sich der Versand des Westdeutschen Zementverbandes auf insgesamt 31 500 Waggons gegenüber 30030 Waggons in derselben Zeit des Vorjahres. Nach unseren Erkundigungen haben die in Betracht kommenden deutschen Zementverbände(Norddeutscher. Süd. deutscher und Westdeutscher Zementverband sowie der puttenzementverband) die vom Reichswirtschaftsministerium geforderte Entsendung der Vertrauensmänner zwecks Neuordnung nunmehr vorgenommen: demgemäß wurden von jiedem Verbande zwei Herren delegiert. und zwar je ein Geschäftsführer und ein Werksvertreter. Spiel= Turnen= Sport Schwimmen 100 Stunden im Baldeney=See? . Die Herner Schwimmerin Ruth Linzig. die im vorigen Jahre einen Dauerschwimmrekord von 74 Stunden aufgestellt hat will diesen Rekord brechen und hat sich zu diesem Zweck am Mittwochvormittag um 11.30 Uhr zu einem Lauerschwimmen in den Baldeney=See bei Essen begeben. Die Schwimmerin beabsichtigt. 100 Stunden im Wasser auswalten. Richter siegte in Köln Eine kleine Weltmeisterschafterevanche u0 Zuschauer hatten sich in Köln=Müngersdorf zum Großen Fliegervreis von Deutschland, der mit allererster internationaler Besetzung gestartet wurde und eine Revanche GC. Vor. M. Gladbach der 10. Gauligaverein des Niederrheins Durch die Vereinigung zwischen SC. M.Gladbach und Borussia M.Gladbach ist jetzt der SC. Borussia M. Gladbach als zehnter„Gauligaverein vom Führer des Gaues Nieder= rhein bestätigt worden. BV. Altenessen muß also in dieser Saiion in der Bezirksklasse spielen. Motorradsport Der Kleinstfahrzeug=Wettbewerb Am dritten und Schlußtag des ADAC=KleinstjahrzeugWettbewerbs bei Stuttgart wurden an Fahrer und Machinen wieder hohe Anforderungen gestellt. Die Aufgaben wurden aber auch am Donnerstag zur Zufriedenheit aller durchgeführt. Zunächst fand eine Startprüfung statt. die alle, Teilnehmer strafpunktfrei absolpierten. Die erste Beraprüfung, die bekanntlich wegen Versagens des DovvelChronometers am ersten Tage wiederholt werden mußte. brachte zahlreichen Fahrern fünf Strafpunkte. Das Gros der Leilnehmer blieb aber ohne Strafpunkte. Die Fahrt war äußerst schwierig. Die schlechten Straßen mußten bei Steigungen von 15 bis 20 Prozent genommen werden. Die Fahrt wurde noch schwieriger, da Regen einsetzte. trotzdem munten 40 Kilométer gefahren werden. Eine zweite Bergprüsung fand noch zum Schloß Solitude statt, die auf dem Parkolatz vor dem Preisgericht endete. Zum Schluß nahm man noch eine Zustandsprüfung der Fahrzeuge vor. Damit sand der ADAC=Kleinstighriengwettbewerb seinen Abschluß für die Pariser Weltmeisterschaft war, eingesunden. Köln erlebte dann auch einen sehr schönen Sieg des Weltmeisterschafts=Dritten Albert Richter. Einige Enttäuschungen gab es. So schied Lucien Michard schon im zweiten Vorlauf aus. wo Falk=Hausen vor Engel und Michard siegte. Im sweiten Zwischenlauf gab es dann die größte Ueberraschung als ein langer Spurt des jungen Gerardin Engel zwar auf dem Posten sah. aber Scherens überraschte. Der Weltmeister blieb allo auf der Strecke In den drei Vorläufen über je 650 Meter siegte im ersten Vorlauf Gerardin vor Richter und Otzmella. im zweiten Lauf schlug Falk=Hansen Engel und Michard. im dritten Lauf siegte Scherens vor Steffes und Frankenstein. Im ersten Zwischenlauf siegte Richter in 12,4(für die letzten 200 Meter) vor Falk=Hansen, während Steffes ausschied; im zweiten Zwischenlauf siegte Gerardin in 12.8 vor Engel während Scherens auf der Strecke blieb. Ueber 450 Meter wurde dann die erste Vorentscheidung gefahren: Richter chlug in 12.4 Falk=Hansen: in der zweiten Vorentscheidung siegte Gerardin in 12.7 vor Engel. Um den 3. und 4. Platz kämpften Falk=Hansen und Engel. Der Kölner wurde gechlagen und konnte gar nicht gejallen. Im Endkampf um den Sieg zog Richter bei 150 Meter schon ab und siegte ganz klar in 12.2 vor Gerardin. Den Kleinen Fliegerpreis gewann Michard in 12.9 vor Steffes. Scherens und Frankenstein, also auch hier versagte Scherens. Pferdesport Rennen zu Karlshorst. 1. Reitzenstein=Jagdrennen: 1. Lt. von Blottnitz Der Zukünftige(Zehe), 2. Tang. 3. Frag Papa. Sieg 41:10. Platz 12. 11:10. Ferner: Immerzu 2. Sommer=Preis: 1. J. D. Delius' Wolkenflug(H. Müschen), 2. Parademarsch, 3. Palfrev. Sieg 13.10. Platz 12. 19:10. Ferner: Priester. 3. Preis von Züllichau: 1. Lt. von Boths Asta(Bes.). 2. Mangold. 3. Instruktor. Sieg 25:10. Platz 12. 12. 13:10 Ferner: Kaltschale. Atror. Ostkind. Carmen. 4. Preis von Stargordt: 1. H. C. Bodmers Albis (Unterholzner). 2. Horrido, 3. Freibafen. Sieg 239:10. Platz 59. 34. 37:10. gerner: Luckhum, Flugschüler. Locomedes Crasi. Verräter. Elm. Zarewitsch. Posilauti. 5. Preis von Erlenlof: 1. Stall Neuhausens Sperling (Helmuth Schmidt). 2. Violine. 3. Fevo. Sieg 92:10. Platz 18. 20. 17:10. Ferner: Elektron. Paramour. Wieland Pollux. Ninon. 6. Stuten=Jagdrennen: 1. O. Blumenfelds u. R. Samsone Bellow and Black(Hauser). 2. Mila. 3. Courtisane. Sieg 90:10. Platz 22. 21:10. Ferner: Gemma, Feldpost. Wratislavia. 7. Film=Ausgleich: 1. Ahteilung: 1. Dr. A. Bachurs Wunderblume(Printen). 2. Scävola. 3 Fra Diavolo. ieg 24.10. Platz 13. 19. 18:10. Ferner: Fir und Fertig. Flirtland. Marschall. Edelweiß. Partner. Ilos. 2. Abteilung 1. Frl. E. Schravens Wintermärchen(Harry Schmidt). 2 Pvorne, 3. Fra Diavolo. Sieg 43:10. Platz 16. 15. 18:10. Ferner: ADR., Vergißmeinnicht. Mausi. Arbogast. Simson. Drujus. Doppelwette: 726:10. Rennen zu Deauville. 1. Rennen: 1. Le Mont Chevalier(Gallagher). 2. Raincy, 3. Dusk. Sieg 70:10. Platz 26. 29. 45:10. Ferner: 10 Pferde. 2. Rennen: 1. Arepette(Dusorez), 2. Veneration. 3. Arabia. Sieg 25:10. Platz 14. 15:10. Ferner: 2 Pferde 3. Rennen: 1. Flamand(Dusorez). 2. L’Oriflamme. 5. gee Esterel. Sieg 85:10. Platz 38. 29:10. Ferner: 3 Pferde. " 4. Rennen: 1. Annabella 2(Pelat), 2. Ironside. 3. Farol. Sieg 114:10. Platz 28. 23. 19:10. Ferner: 5 Pferde. 5. Rennen: 1. Minestrone(Dusorez). 2. Servolet. 3 Voila. Sieg 55:10. Plan 18 20 19•10. Ferner; 8 Pferde Allgemeines Zahlen vom Deutschen Turnsest Das 15. Deutsche Turnfest war in Wahrheit ein Fest der Deutschen. Haben die Teilnehmerzahlen schon die Erwartungen stark übertroffen, die Besucherzahl geht weit über das hinaus, was wir in Deutschland bei festlichen Vexanstaltungen gewohnt sind. Es waren im ganzen er#a 3 Millionen Besucher zu zählen, die sich wie folgt auf die einzelnen Festtage verteilten: 21. 7. 70 000. 22. 7. 100 000. 23. 7. 250 000. 24. 7. 15000. 25. 7. 15 000. 26. 7, 100 000. 27. 7. 300 000. 28. 7. 400 000. 29. 7. 750 000. 30. 7. 1 000 000. Die Schätzung daß 1 Million Menichen am Sonntag in Stuttgart die Feier miterlebten und die Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler hörten wird schon dadaurch unterstrichen, daß die Stuttgarter Straßenbahn an diesem Tage allein 800 000 Personen befördert hat. Witterungsbericht 1( Auf der Rückseite der Störung. die gestern uneren Bezirk überquerte und jetzt mit ihrem Kern über Südschweden liegt, sind kühle, feuchte Luftmassen in das Festland befördert worden. Infolge der hohen Feuchtigkeit bildeten sich in den gestrigen Abendstunden zeitweise Gewitterstörungen aus. Ein neuer Sturmwirbel liegt mit seinem Kern südlich südlich von Island und wird schnell in östlicher Richtung gegen Skandinavien vorrücken, da auf seiner Vorderseite ein umsangreiches Drucksallgebiet liegt. Eroßbritannien meldet unter dem Einiluß subtrovischer Warmluft allgemein Aufgleitregen. Diese Störungsfront wird rasch ostwärts vordringen und morgen Westdeutschland überzieben. Vorbersage für Freitag: Bei um Südwest schwankenden Winden starke Bewölkungszunahme und aufkommender Regen. Nach vorübergehender Erwärmung wieder leichter Temperaturrückgang. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Meist unbeständig bei vorwiegend nordwestlichen Winden. Rundfunk=Programm 6.40 6.45 7.00 7,03 8.00 Freitag, den 18. August 1933. 6,00 Morgenrus. 1. Choral: O Herr, ich bin nicht würdig, aus der„Deutschen Messe“(Haydn). 2. Spruch des Tages. 6,05 Morgenkonzert. 1. Teil. 1. Ouvertüre„Der Schauspieldirektor“(Mozart). 2. Rüdesheimer Wein, Lied(Hansen). 3. Melodien aus der Oper„Carmen“(Bizet). 4. Der Tanz, Tarantella(Rossini). 5. Walzerklänge von Chopin. 6. Ueber Berg und Tal. Galopp(Sommerfeld). 7. a) König Friedrich Wilhelm III., Armeemarsch 1, 1a, b) Holländischer Ehrenmarsch, Präsentiermarsch der Reichsmarine. Wiederholung des Spätberichts. Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. Wettervorhersage und Zeitangabe. Wiederholung des Morgenrufe. Anschließend: Morgenkonzert. 2. Teil.„Was sich unsere Hörer wünschten“. Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandemeldungen. 10 Minuten für die Frau. Hilde Bremus: Gumnastik für Frauen. Frühbericht, Zeitangabe u. Wasserstandsmeldungen Ferienmusik(auf Schallplatten). Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Richard Heinemeyer:„Was ist los im Sport?"— Adam Auszak:„Ein Arbeitsloser blickt zurück“.— Helmut Rang:„Geheimnisse um Blumen und Blüten“. 12.00 Unterhaltungskonzert. Die fröhlichen Fünf 12.30 Tanzmusik. Das Kleine Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Eysoldt. 12.50 Mittagsbericht 1. 13.15 Mittagskonzert des Philharmonischen Orchesters, Gladbach=Rheydt, Leitung: Richard Keitel. 1. Deutschland allzeit, Marsch(Sartorio). 2. Ouvertüre zur Oper„Der Wildschütz"(Lortzing). 3. Auslese für Bach= und Händelfreunde(Zimmer). 4. Ungarische Tänze Nr. 5 und 6(Brahms). 6. Festouvertüre(Hartung). 6. Konzertino für Posaune (Sachse). 7. Zigeunerfest, rhapsodische Szenen(Heykens). 8. Tanz der Wellen(Catalani). 9. Schatzwalzer(Strauß). 10. Alle Hampelmänner tanzen, Intermezzo(Lindemann). 11. a) Deutscher Rundfunk=Marsch(Kreutzer). b) Tausendkünstler, Marsch (Blankenburg). Gegen 14,00 Mittagsbericht 2. 15,00 Dr. Dackweiler: Erziehung der Jugend zum Rechteempfinden. 15.30 Wirtschaftsbericht. 15,50 Jugendfunk. Alte und neue Naturwunder(Plauderei). 16,30 Katechismus der Deutschen. Gegen die Selbstkritik. Eine Mahnung des Dichters Otto Brües — Bekenntnis des Dichters Werner Beumelburg. 16,45 Deutsche Erzähler. Karl Nils Nicolaus: Der Fahrer vom Autobus 221. 17,00 Musik aus zwei Klavieren. Hubert Mengelbier— Walther Beissel. Variationen und Doppelfuge über ein eigenes Thema, op. 26(Wilh. van den Berg). 17,30 Dr. Hermann Schneider: Der Schmied Roms. 18.00 Feierabendkonzert. Opernmusik auf Schallplatten. 18.45 Stimme der Bewegung. 18.50 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19,00 Reichssendung. Stunde der Nation. Der Heimkehrer. Hörspiel von Friedrich Griese. Spielleitung: Hans Peter Schmiedel mit Kompositionen von Curt Beilschmied. Musikalische Leitung: Curt Schroeder. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20,05 Die schönsten deutschen Volkslieder. Zusammenstellung und Tonsätze von Friedrich Wirth. Solisten des Funschors, Funschor, Funkkapelle. 21,05 Junge Mannschaft. Eine Folge heldischer Dichtung aus unserer Zeit. 22.05 Spätbericht. 22.45 Nachtmusik des Südsunkorchesters. Leitung: Ferdinand Drost. Sinsonie Nr. 5 E=Moll=Tschaikomfky). * X Nichtangriffspakt Rom-Moskau Berlin, 17. Aug. 1933 Die„Berliner Börsenzeitung“ melde: As Moskau: Der russische Botschafter in Rom, Potemkin, hat von seiner Regierung Vollmachten erhalten, Verhandlungen zwecks Abschluß eines Nichtangriffspaktes sowie für die Paraphierung dieses Vertrages zwischen Italien und Sowjetrußland zu führen. Der Vertrag soll, wie in unterrichteten Kreisen verlautet, sieben einzelne Punkte umfassen und dürfte bereits in den nachsten Tagen unterzeichnet werden. Die Tatsache, daß Botschafter Potemkin Vollmacht zur Unterzeichnung erhalten hat, scheint zu bestätigen, daß Litwinow, der zur Zeit in Frankreich zur Kur weilt, nicht, wie ursprünglich angenommen wurde, in die italienische Hauptstadt zur Unterzeichnung kommen wird. Gandhi doch im Hungerstreik Bombay, 17. Aug. Wie sich am Donnerstag herausstellte, hat Gandhi seinen neuen Hungerstreik bis zum Tode nicht abgebrochen. Vielmehr hat er die von der indischen Regierung gestellten Bedingungen im letzten Augenblick abgelehnt, als er bereits die Abendmahlzeit am Mittwoch zu sich nehmen wollte. Die Annahme, daß er den Hungerstreik abgebrochen habe, ist auf eine vollkommene Abschließung Gandhis von der Umwelt und eine mißverstandene Mitteilung der indischen Regierung zurückzuführen, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Sämtliche Zeitungen und Agenturen hatten berichtet, daß ∆ Gandhi die indischen Bedingungen angenommen habe. Die indische Regierung stand am Donnerstag wegen Gandhi in ständiger Verbindung mit London und der Gouverneur von Bombay hatte eine dringende Besprechung mit dem indischen Innenminister. In einer„Verlautbarung der indischen Regierung wird mitgeteilt, daß Gandhi folgende Bedingungen angeboten wurden: 1. Empfang von Zeitungen, ader Verbot jeglicher Presseunterredungen, 2. Empfang von nur zwei Besuchen täglich, 3. Absendung von Beiträgen und Anweisungen an die Zeitung der indischen Parias„Harijan". Abschließend wird bestätigt, daß Gandhi dieses Angebot abgelehnt und seinen Hungerstreik begonnen habe. Grenzkrieg in Nordwestindien Bombay, 17. August. Zu blutigen Kämpfen zwischen britischen Truppen und seindlichen Stämmen kam es am Donnerstag nördlich von Katsai in der nordwestlichen Grenzprovinz Indiens. Die eingeborenen Aufständischen verwendeten zum ersten Male ein Maschinengewehr, was bei den britischen Truppen einige Verwirrung hervorrief. Die Engländer ließen den Feind durch ein Flugzeuggeschwader bombardieren und setzten schwere Artillerie ein. Nach längerem Gefecht gelang es. die Aufständischen, die schwere Verluste erlitten, zu unterwerfen. Die britischen Truppen zogen sich darauf ohne Verluste zurück. Erntesicherung durch Militär Moskau, 17. August. Im Kuban= und Don=Gebiet sind außerordentliche SAumabnahmen beider Einbringung der Ernte notwendig geworden. Privatbauern und ausgeschlossene Kollektivbauern, die in den Kosakengebieten ziemlich zahlreich vorhanden sind, versuchten wiederholt, sich des Kollektivgetreides mit Gewalt zu bemächtigen. Für den Abtransport des Getreides aus den Kollektiven nach den staatlichen Elevatoren sind Schwadronen der benachbarten Reiterregimenter angefordert worden. Handgranatenanschlag auf offener Straße Sosia, 17. Aug. Am Donnerstagmorgen wurde in dem bulgarischen Kurort Tschepino auf den ehemaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Zankoff ein Bombenanschlag verübt. Auf offener Straße schleuderte ein Unbekannter gegen Zankoff zwei Eierhandgranaten, die einen Leibwächter verletzten. Zankoff blieb unverletzt. Der Attentäter konnte entkommen. Professor Zankoff ist als Führer der nationalistischen bürgerlichen Opposition bekannt. Die Gründe zum Anschlag sind unbekannt, man vermutet aber, daß Kommunisten die Hand im Spiele aben. Amundsens Maschine gefunden? Flugzeugtrümmer bei der Bären=Insel. Oslo, 17. August 1933. Wie aus Tromsö verlautet, haben von der Bären=Insel beimkehrende Fischer in ihren Netzen angeblich Wrackteile eines Flugzeuges gefunden. Verschiedene Stücke konnten tron ihres Gewichtes soweit aus dem Wasser gezogen werden, daß ein Irrtum fast ausgeschlossen erscheint. Die Fischer glauben, daß es sich um die verschollene Maschine Amundsens handeln muß, da kein anderes Flugzeug in der Gegend der Bären=Insel verunglückt ist. Auf diese Nachricht hin hat der französische Konsul in Tromsö sofort Nachforschungen ausgenommen und versucht. sich mit den Fischern in Verbindung zu setzen. Die Aufklärung stößt jedoch auf Schwierigkeiten, da die Finder der Wrackteile in ihre entfernten Heimatdörfer zurückgekehrt sind. Auch die norwegischen Behörden interessieren sich leb. daft für die Entdeckung. Einigung in der Heimatbewegung „Reichsbund Volkstum und Heimat“. 7 Das umfassende Programm Berlin, 17. Aug. 1933. Die gesamten führenden Verbände der Volkstum= und Heimathewegung haben sich zur Inangriffnahme der volkskulturellen Aufgaben des Nationalsozialismus in einem großen Bund zusammengeschlossen, der den Namen trägt„Reichsbund Volkstum und Heimat". Der Bund der nicht als Dachverband, sondern als straf durchgegliederter Einheitsbund organisiert ist, ersaßt gegenwartig bereits nahezu fünf Millionen deutscher Volksgenossen. Durch Verfügung des Stellvertreters des Führers. Rudolf Heß, wurde der Reichsbund Volkstum und Heimat, dessen Gründung und Durchgliederung im Einvernehmen mit der Reichsleitung der RSDAV erfolgte als einziger für das Gebiet der Volkstumsarbeit innerhalb der Reichsgrenzen zuständiger und maßgeblicher Bund ausdrücklich parteiamtlich anerkannt und herausgestellt. Damit ist der Reichsbund zu der verbandsmäßig erfaßten Volkstum= und Heimatbewegung innerhalb des Nationalsozialismus geworden. In der genannten Verfügung sind gleichzeitig die Ausaabengebiete des Reichsbundes Volkstum und Heimat umrissen: Außer der grundsätzlichen in das gesamte Volk erzieherisch wirkenden Volkstumsarbeit gehören zum Arbeitsgebiet des Bundes insbesondere die Erweckung zum deutschen Volkstum= und Heimatgedanken die Pflege des Brauchtums, der Volksmusi! und des Volksliedes, das Laienspiel= und Sprechchorwesen, der Volkstanz sowie die Gestaltung volkskultureller Feste und Feiern, des Volkskunstgewerbes, der Heimat= und Naturschutz und die wissenschaftliche Volkstumskunde. Zu gemeinsamem Wirken auf genannten Gebieten sind im Reichsbund aufgegangen u. a. folgende Verbände: Deutscher Bund Heimatschutz, Volksbund Naturschun Fichtegesellschaft, die ehemals in der Gesellschaft für Volksbildung ersaßten Vereine, die Trachtenarbeitsgemeinschaft der deutschen Landsmannschaften, Finken steiner=Bund, Musikantengilde, Bund der Pflege deutschen und nordischen Volkstums(Spielschar), Verband der deutschen Tanzkreise. Außerdem haben sich dem Reichsbund angeschlossen der unter Führung von Ministerpräsident Granzow stehende Verein für ländliche Wohlfahrts= und Heimatpflege, ferner die Abteilung Handwerkskultur im deutschen Handwerksinstitut, sowie die deutsche Volkskunstkommission. Die Führung des Bundes liegt in Händen des verdienstvollen Volkstumsorschers und Historikers, Universitätsprofessor Parteigenosse Karl Alexander von Müller. München, ihm zur Seite treten Ministerpräsident a. D. Pg. Granzow und Landeshauptmann Pg. Haake. Mit der organisatorischen Leitung des Bundes wurde vom Stellvertreter des Führers Pg Werner Haverbeck, Berlin, beauftragt. Der Reichsbund Volkstum und Heimat, in dem nunmehr unter nationalsozialistischer Führung die gesamte Volkstum= und Heimatarbeit zu einer großen Volkskulturbewegung zusammengefaßt ist, sieht seine Aufgabe darin, den für sein Aufgabengebiet maßgebenden Dienststellen der nationalsozialistischen Regierung in der von ihm vertretenden Volksbewegung ein brauchbares Werkzeug für die amtliche Arbeit des nationalsozialistischen Staates zur Verfügung zu stellen. Die noch außenstehenden Kräfte und Gruppen der Volkstumsarbeit, die an der Arbeit des Reichsbundes teilnehmen wollen, wenden sich an die Geschäftsstelle des Reichsbundes: Berlin, Wilhelmstraße 70.(Telephon A! 0026). Roosevelts Generalprobe Washingion, 17. Aug. 1933. Roosevelts nationales Aufbauprogramm macht zur Zeit die stärkste Belastungsprobe durch. Die Stahlindustrie und die von ihr abhängig Braunkohlenindustrie sträuben sich, die von der Regierung angeordneten Maßnahmen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit durchzuführen. Die Großindustriellen Charles M. Schwab und Myron C. Taylor hatten eine längere Besprechung mit Roosevelt. Ueber das Ergebnis ist zwar keine Mitteilung gemacht worden, es heißt jedoch, daß die Unterredung unbefriedigend verlaufen sei. Die Stahlmagnaten hätten sich geweigert, den Arbeitern die gewerkschaftliche Organisierung zuzugestehen, sowie die Arbeitszeit herabzusetzen. Der Ausgang der Verhandlungen wird möglicherweise für das Ankurbelungsprogramm Roosevelts von entscheidender Bedeutung sein. Eine Million Arbeitslose weniger. Der amerikanische Arbeitsminister teilt mit, daß auf Grund des Ankurbelungsprogramms in den letzten vier Monaten über eine Million Erwerbslose wieder Beschäftigung gefunden hätte. In der gleichen Zeit hätten die Lohnzahlungen um 29 Millionen Dollar zugenommen; die Lebensmittelpreise hätten eine Steigerung um 8½ Proz. erfahren. „Für die Slowaken besteht keine Revisionsfrage“ Prag, 17. Aug. 1933. Im Rahmen der Pribina=Feier in Neutra sand die Grundsteinlegung zu einer neuen staatlichen Bürgerschule statt, die den Namen„Pribina=Schule“ tragen wird. Für die Regierung nahm an dieser Feier Unterrichtsminister Dr. Derer teil, der u. a. ausführte: „Unser Staat ist kein zufälliges Gebilde, das bei nächster Gelegenheit in seine Elemente zerfallen würde. Unser Staat und seine Existenz sind in ferner, glorreicher und staatsbildender Vergangenheit verankert. Wir sind kein Volk von Diplomatengnaden, wir sind ein Volk, das seinen Staat, seine Kultur und sein Christentum schon längst hatte, noch ehe die, die ihm nun nach dem Leben trachten, von der christlichen Zivilisation eine Ahnung hatten. Für die Slowakei und die Slowaken besteht keine Revisionsfrage. Um mich ganz klar auszudrücken: Für uns ist die Revision weder eine diplomatische, noch eine wirtschaftliche oder politische Frage; für uns ist die Reytsion einzig und ausschließlich eine militärische Frage. Unsere einzige Vorbereitung zur Revisionsfrage ist, daß wir bestrebt sind, unsere tschechoslowakische Armee zu vervollkommnen und zu verstärken. Heute, da im Westen die germanische Angriffslust wiederum ihr Haupt erhebt, müssen vor allem wir Slowaken daran denken, daß sich die Geschichte nicht wiederhole. Wir müssen unser tschechoslowakisches Leben so einrichten, daß keine deutschungarische Intrige unseren Staat schädigen kann.“ Neuer Gewaltakt der Saarregierung Saarbrücken, 17. August. Die Stadt Saarbrücken hatte beabsichtigt, zur Unterstützung der Saarkundgebung auf dem Niederwald am 27. August ihre Gehalts= und Lohnzahlungen schon am 26. August vorzunehmen. Damit hat sie offenbar das Mißfallen der Regierungskommission erregt, denn diese richtet an sie ein ziemlich bestimmt gehaltenes Protestschreiben, in dem sie die merkwürdige Behauptung aufstellt, daß die Gemeindeangestellten und=beamten gleichzeitig mit den staatlichen Funktionären, d. h. also am letzten des Monats ausgezahlt werden müßten. Ob dieser Eingriff in die Verwaltungsfreiheit der Gemeinden, der offenbar die strenge Neutralität der Saarregierung beweisen soll, seinen Zweck erreichen wird, darf bezweifelt werden. Die Ungarn=Fahrer unterwegs Die Teilnehmer der Hitler=Jugend an der Ungarnfahrt verließen Donnerstag nachmittag im Sonderwagen Berlin. Vorher wurden sie vor dem Gebäude der Reichsjugendführung am Kronvrinzen=User durch den Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach versönlich verabschiedet. Dieser erklärte ihnen, sie sollten in Ungarn zeigen, daß ein neues Deutschland im Entstehen sei. Wahrend der ganzen Reise sollten sie in jedem Augenblick ihrem Vaterland und ihrem Volke Ehre machen. Auf dem Bahnhof brachten die Teilnehmer der Fahrt ein mit großer Begeisterung ausgenommenes Heil auf den Führer des ungarischen Volkes, Horthy, und den Führer des neuen Deutschland, Adolf Hitler, aus. Eine holländische Meldung über Dr. Brüning Der„Völkische Beobachter“ zitiert. Berlin, 17. August. Wie der„Völkische Beobachter“ meldet, soll Dr. Brüning nach dem Bericht der holländischen katholischen Zeitung„Endhovensche Courant“ den Vatikan in einem Schreiben gewarnt haben, bei Abschluß des deutschen Konkordats die nötige Vorsicht walten zu lassen. Dieses Schreiben sei durch einen persönlichen Kurier in die Schweiz gebracht und von dort eingeschrieben nach Rom weiterbefördert worden. Als dann im Verlaufe der Verhandlungen mit dem Vatikan Vizekanzler von Papen auf die großen Vorteile hingewiesen habe, die Hitler der katholischen Kirche angeboten habe, soll ein Mitglied der Kurie erklärt haben:„Was von diesen Versprechungen wahr sei? Es müssen erst die Taten abgewartet werden Wir haben einen Brief von einer sehr angesehenen politischen Persönlichkeit in Deutschland erhalten, die uns gewarnt hat.“ Der„Völkische Beobachter“ spricht zum Schluß dieser Meldung die Erwartung aus, daß Dr. Brüning auf diese Enthüllungen antworte. Hakenkreuze auf alten Funden Minden, 17. August 1933. Die Ausgrabungen im Minden=Ravensberger Gebiet, um die sich der Heimatforscher Professor Langewiesche=Bünde und der Kriegsbeschädigte Wortmann=Bilshausen bei verford große Verdienste erworben haben und die bei Eilshausen zur Freilegung einer germanischen Friedhofsanlage von 68 Brandgrubengräbern geführt haben, förderten dieser Tage bei Obernbeck Scherben mit Strich= und Fingerdruckornamenten zu Tage. Beim Reinigen der Scherben stellte man auf zweien ein Hakenkreuzzeichen fest. In Forscherkreisen ist man der Auffassung, daß es sich hierbei um Eigentumsbezeichnungen handelt. Diese Ansicht wird dadurch bestärkt, daß auf anderen Scherben Zeichen verschiedenster Art festgestellt wurden. Die Ausgrabungen in der Nähe von Löhne förderten neben Gebrauchsgeschirr und Scherben einen menschlichen Schädel mit auffallend niedriger Stirnbildung sowie einen Schulterknochen eines Riesenhirsches zu Tage. Die Forschungsarbeiten im Minden=Ravensberger Gebiet sollen im Laufe des Herbstes verstärkt fortgesetzt werden. De„Braunen Messen“. Berkin, 17. Aug Amtlich wird mitgeteilt: Von der Auseinandergliederung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes in die R. S. HAGO der obersten P. O. und in den G. H. G. werden die Braunen Messen nicht berührt. Diese stehen nach wie vor unter der Aufsicht der Abteilung Ausstellung und Messewesen der N. S. HAGO in der obersten Leitung der P. O. und werden wie bisher vom„Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda“ und seinen Landesbeauftragten durchgeführt. Besonderes Telegrammformular zum Reichsparteitag der NSDAP. Berlin, 17. Aug. Die Deutsche Reichspost wird allen Teilnehmern an der Reichstagung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Nürnberg Gelegenheit bieten, ihren daheimgebliebenen Angehörigen, Parteigenossen usw. aus Nürnberg einen telegraphischen Gruß oder eine Mitteilung zu senden, sowie von diesen in Nürnberg begrüßt zu werden oder eine Nachricht zu erhalten. Zu diesem Zweck führt die Deutsche Reichspost für die Zeit vom 30. August bis einschließlich 6. September ein besonders verbilligtes Telegramm ein. Das Telegramm kann in dieser Zeit von jedermann bei allen Telegraphenanstalten aufgegeben und an einen beliebigen Empfänger in einen innerhalb des Reiches gelegenen Ort gerichtet werden. Das Telegramm wird auf einem besonderen, eigens für diesen Zweck entworfenen Schmucblatt ausgefertigt. Das neue Schmuckblatt zeigt auf der Vorderseite über einem Wald Hakenkreuzund schwarz=weiß=roten Fahnen die kraftvolle Gestalt eines großen fliegenden Adlers. überstrahlt von der Sonne des Hakenkreuzes, die düsteres Gewölk sieghaft durchdringt. Die Gebühr für das Telegramm(10 Gebührenwörter) beträgt 1.50 RM. Jedes weitere Wort kostet 5 Rpfg. Von der erhobenen Gebühr fließen 25 Rpfg. in die vom Reichskanzler ins Leben gerufene Stiftung für Opfer der Arbeit. Nach dem 6. September wird das neue Schmuckblatt(L. X. 9) auch weiterhin zur Ausfertigung von Telegrammen wie jedes andere Schmuckblatt benutzt werden. Kein Stadtparlament in M. Gladbach M. Gladbach, 17. Aug. In der Stadtverordnetensitzung betonte der Oberbürgermeister, daß diese Sitzung wohl die erste und voraussichtlich auch die letzte dieses Stadtparlamentes sei. Mit dem heutigen Beschluß setzte sich die Versammlung gewissermaßen selbst ab. da sämtliche Angelegenheiten, die bisher ihrer Zuständigkeit unterlagen, von jetzt an von dem neuen Beschlußausschuß erledigt werden. Gladbach sei damit die erste deutsche Großstadt, die völlig nach dem Führerprinzip geleitet werde. Was jetzt in M.Gladbach durchgeführt würde, dürfte voraussichtlich bald auch in allen deutschen Städten erfolgen. Durch die Wahl des Beschlußausschusses werde ein entscheidender Schritt zur Verwirklichung der autoritären Stadtverwaltung getan. Der Fraktionsführer benannte darauf die Namen der sieben Stadtverordneten für diesen Ausschuß. und der Oberbürgermeister stellte deren Wahl fest. Gleich anschließend trat der neue Ausschuß zusammen, um über die Bildung der üblichen Fachausschüsse zu entscheiden.— Auch in Krefeld hat man nach der Neuordnung der Dinge einen Beschlußausschuß gewählt, der die Sitzungen des Plenums der Stadte verordneten überflüssig macht. Keine Hospitanten in Münster Münster, 17. Aug. 1933. In einer Stadtverordnetensitzung, deren Tagesordnung mit zwei Punkten in knapp 5 Minuten erledigt war, gab der Fraktionsführer der NSDAP, Landesrat Bommel, eine Erklärung zum Beschluß der Fraktion ab, keine früheren Mitglieder des Zentrums als Hospitanten in ihre Reihen aufzunehmen. In der gleichen Sitzung gab der kommissarische Bürgermeister Hillebrand bekannt, daß gestern der Direktor der Sparkasse der Stadt Münster. Hillekamps, verhaftet worden sei. Diese Maßnahme habe in der Bürgerschaft Aufsehen und Gegenstimmung ausgelöst. Er trage die volle Verantwortung und wisse sich in seinem Vorgehen einig mit der Regierung in Münster und dem Oberstaatsanwalt. Dr. Otto Graf Hospitant der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion Berlin, 17. Aug. 1933. Der frühere Abgeordnete von der Bayerischen Volkspartei, Dr. Otto Graf, Regensburg, ist mit dem heutigen Tage als Hospitant in die Reichstagsfraktion der NSDAP ausgenommen worden. Todesurteil an viersachem Mörder vollstreckt Görlitz, 17. Aug. Im Hofe des Gerichtsgefängnisses Görlitz wurde am Donnerstagfrüh um 5.30 Uhr der Schuhmacher Eduard Just aus Klein=Partwitz(Kr. Hoyerswerda) durch Enthaupten hingerichtet. Just war durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts Gorlitz vom 9. Dezember 1932 wegen Mordes in vier Fällen, begangen im Januar 1930 an seiner zweiten Ehefrau, sowie im September 1932 an den Angehörigen seiner dritten Ehefrau, dem Arbeiter Christian Groba, dessen Ehefrau und des Kindes der beiden, Richard Grober, viermal zum Tode verurteilt worden. Großrazzia in Warschau Die Warschauer Polizei veranstaltete im Stadtzentrum eine große Razzia, wobei 193 meist vorbestrafte oder steckbrieflich verfolgte Verbrecher und Mitglieder der Unterwelt verhaftet wurden. Einstellung des Herzens Eine Aussprache über den Nationalsozialismus. Ueber die Frage„Ist der Nationalsozialismus eine Weltanschauung“ fand in Berlin am Mittwoch ein vom Kampfbund für deutsche Kultur gemeinsam mit dem Bund der nationalsozialistischen Bühnenkünstler veranstalteter Ausspracheabend statt, der mit einer Rede von Staatskommissar Hinkel eingeleitet wurde. Hans Hinkel, der hier als Führer des Kampfbundes für deutsche Kultur sprach, nannte den Nationalsozialismus die Weltanschauung des 20. Jahrhunderts, die sich alle Völker der Erde in der ihnen gemäßen Form erringen würden. Ausgangspunkt der gewaltigen Revolution sei der August 1914. Die neue Schau des Lebens, gewachsen aus dem Fronterlebnis der feldgrauen Kameradschaft, wende sich gegen eine falsche bürgerliche Welt, die den Liberalismus und das materialistische Denken des Spießbürgertums und den Kleingeist in sich getragen habe. Hinkel deutete mit Absicht am lebendigen Beispiel persönlichen Erlebens Ursprung und Kräfte des Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus, der die Vorherrschaft des Geistes bekämpfe und deswegen der Ungeistigkeit bezichtigt wurde, sei vor allem eine Einstellung des Herzens. Die Vorkriegszeit stand im Zeichen einer ziellosen und falschen Volkserziehung.„Standesgemäßes" Denken und Leben beherrschte die damalige bürgerliche Welt. Das Erlebnis des Krieges hatte ein neues Volk gevoren, wenn nicht der Umsturz von 1918 ein schamloser Verrat am Frontgeist gewesen wäre. Die gewaltig sich anbahnende Volksrevolution wurde unterdrückt und in falsche Bahnen gelenkt. Aber das Schicksal des Staates von 1918 war in dem Augenblick besiegelt, wo er den Geist der zwei Millionen Frontsoldaten verleugnete. Wenn auch der Materialismus zunächst triumphierte und darüber der Mensch zu Grunde ging, so blieb doch im Herzen des Volkes der Funke des Nationalsozialismus. Der deutsche Mensch wollte nicht mehr nur an das„Verdienen“ denken, sondern er wollte dienen. Er wollte nicht kompliziertes Denken, sondern schlichte Wahrhaftigkeit. Hitler habe den Funken entzündet, indem er sich mit seinem Herzen an das Herz des Volkes wandte. Für den Nationalsozialismus gebe es 3 Grundwerte, die Persönlichkeit, den Charakter und die Haltung. Es komme ihm nicht auf die äußere Gleichschaltung an, sondern er wolle mit dem ganzen Volk ein gleiches Grundgefühl herstellen. Jeder müsse den großen Rhythmus der Bewegung erkennen und das große Gefühl des Nationalsozialismus in sich aufnehmen. Es gelte, weltanschauliche Erziehungsarbeit zu leisten, die im letzten Grunde bester Dienst an der ganzen Menschheit sei. Ludwig Wüllner 75 Jahre Dr. Ludwig Wüllner. Deutschlands Meister der Vortragskunst, vollendet am 19. August sein 75. Lebensjahr. Ludwig Wüllner, dessen Vater der bekannte Dirigent und Musikvädagoge Franz Wüllner war. studierte zunächst da er einem Wunsch seiner Familie folgend, dem Schauspielerberuf entsagen wollte. Germanistik und war von bis 1887 Dozent an der Akademie von Münster. Dann gab er die akademische Laufbahn auf und wurde Schüler des Kölner Konservatoriums. das unter der Leitung seines Vaters entstand. Hier studierte er Geigenspiel und Gesang. Nach dem Tode seiner Großmutter, der zu Liebe er früher nicht zur Bühne ging. wurde er nun doch Schauspieler und wurde vom Herzog von Meiningen an das Meininger Hoftheater engagiert. Im Jahre 1895 trennte er sich von der Bühne, um als Rezitator und Sänger aufzutreten. Seit dieser Zeit ist Ludwig Wüllner in ganz Deutschland herumgereist, um von beispiellosem Erfolg beglückt, mit dem Wohlklang seiner Stimme Lied und Dichtung zu verbreiten. Als der bedeutendste Schubertsänger erlebte er große Triumphe. Begeisterung weckte er mit seiner großen Vortragskunst, so vor allem als Deklamator im Melodrama. Vorübergehend gastierte er auch am Wiener Burgtbeater als Faust, Lear, Herodes. Natban der Weise und in ähnlichen Rollen. Zu seinen besten Leistungen, die beispiellose Vortragskunst darstellen, gehört der Vortrag des Wildendruchschen„Hexenliedes“. von Rilkes „Weise von Liebe und Tod des Cornets“, von „Enoch Arden“ und des 24. Gesanges der„Ilias“. Erst vor wenigen Tagen erlebten die Hörer des Rundiunks ein Zeugnis der Kunst des 75jährigen Ludvig Wüllner. der im Rahmen einer Mar=von=Schillings=Feier das von Schillings vertonte„Hexenlied“ vortrug. Die Bibliothek der Technischen Hochschule Breslau, mit über 37.000 Bänden und über 10000 Dissertationen eine der größten technischen Büchereien, ist jetzt als geschlossene Abteilung der Staats= und Universitäts=Biblio thek in Breslaus angegliedert worden und der Aufsicht und Führung des Direktors dieser Bibliothek unterstellt. Sie verbleibt aber auch als Unterabteilung der Staats und Universitätsbibliothek in ihren bisherigen Räumen Die Tagung der Arbeitegemeinschaft katholischer Schriftsteller und Jugendführer fand in St. Georgen zu Frankfurt a. M. vom 6. bis 9. August unter Beteiligung namhafter Persönlichkeiten statt. So waren erschienen der Reichsjugendspielführer Walter Blachetta, der Leiter des Kölner Theaterwissenschaftlichen Instituts Prof. Dr. Riessen, der Direktor des Reichsbundes deutscher Freilichtbühnen= und Volksschauspiele, Prälat Marschall und Vertreter aller großen katholischen Organisationen, ebenfalls zahlreiche namhafte katholische Dichter. Leo Weismantel, dessen Spiel„Sonnwend des jungen Deutschland“, aufgeführt von der Jugend der Frankfurter St.= Bernhardus=Pfarre im glänzend geeigneten Naturtheater des Parks von St. Georgen, den Auftakt gab, konnte leider nicht teilnehmen. Zum Aufbau des Gedankens und Zieles der Arbeitsgemeinschaft. Wege zur Erneuerung des liturgischen Gemeinschaftsspiels zu finden, sprach Prof. Dr. Niessen über Zusammenhang und Entwicklung des liturgischen Spiels. Alumnus Walter Adelhoch sprach über die Wirkkraft der Heiligengestalten auf die im Beruf stehende Gegenwartsjugend und Dr. Gentges über „Helden und Heilige im Spiel des neuen Volkes Eine Berliner Handschrift von Walther von der Vogelweide. Prof. Carl von Kreis, der Herausgeber von Lachmanns Walther=Ausgabe. veröffentlicht in der Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur jene Handschriftenfunde, mit denen Prof. Hermann Degering durch seine Meinung, es handele sich hierbei um 7 bisher ganz unbekannte Strophen von Walther von der Vogelweide, vor zwei Jahren die wissenschaftliche Welt überraschte. Es sind Reste zweier Pergament=Doppelblätter. die Pros. Degering unter einer Sammlung vom Einband abgelöster orientalischer Handschriften gefunden hat, mit 44 Strophen oder Strophenteilen. Nach den Untersuchungen von Pros. von Kraus hat sich die erste Meinung als irrig erwiesen. Doch ist die Handschrift, die der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert angehört, für den Text und seine Geschichte sehr wertvoll. Ein Gedicht schreibt der berühmte Münchener Germanist aber dem Walter von Mezze zu. K: Leben: mitte! billig und gut Marganne, m.utc. Sali. Pl.075-045 Deutsches Nierenfett Pfund 0.38 Palmkernfen 1-Pfund-Tafel 0.57 Fetter Speck, geräuchert Pfd. 0.80 bis 0.68 Schweineschmalz, gar. rein Pfund 0.75 Salatoel, glanzhell Ltr. 1.20, 1.05, 0.91 Konsum-Sülze Pfund 0.35 Fleischwurst u. Polnische. Pfund 0.65 Bierwurst, bayrische Art.. Pfund 0.72 Plockwurst, schnittfest... Pfund 0.98 Nusschinken, klein u. mager. Pid. 1.10 Bauernmettwurst, lufttrocken. Pfd. 1.20 Vollreis, n. Ernte, Pid. 0.24, 0.18, 0. 12 Schnittnudeln, lose. Pfund 0.32 Puddingpulver, Van.-Geschm., Pid. 0.35 Mischobst, schöne Mischung. Plund 0.35 Weizenhaushaltmehl. 5 Pfund 0.80 Bohnenkaffee, Pfd. 3.20,2.60, 2. 40, 2.20. 2.00 Kollarsthatter H. edtiscbe l. 128) Erdbeerkonfitüre Pfund 0.50 Apfel-Himbeer-Gelee Pfund 0.50 Zweffrucht-Marmelade, 2-Pfd-Eim. 0.75 Weinessig, rein.Gärungsw. Ltr. o. Fl. 0.40 Frankfurter Apfelwein, v. Faß, Ltr. 0.45 Althoffs Alten„Silber“. Ltr. o. Fl. 2.25 Oelsardinen, Dose 0.50, 0.30, 0.25, 0.15 Fettheringe, in Tomaten, Dose 0.35, 0.25 Düsseldorfer Tafelsenf lose Pfund 0.38 Schweinekleinfleisch, m. K., Dose 0.40 Neue Fettheringe 10 Stück 0.50 Beachten Sie bitte unser „Lebensmittelfenster“ Aus unserer Abteilung „Frischfleisch“ Schweinepfötchen Pund 0.12 Schweinerippchen, leicht ges., Pid. 0.18 Schweineohren..... Pfund 0.22 Gehacktes, halb und halb.. Pfund 0.58 la Suppenfleisc Pfund 0.58 Kalbsbrust Pfund 0.58 Recklinghausen CAPITOL S. elwas Aussergewöhnliches! in Sand“ r#-en rublikum Willi Domgraf Fassbender an dessen kerniger Kraft und Schönheit seines geschulten Baritons sich bisher nur wenige Glückliche in der Opet ertreuen konnten will Dich Liebe ehren! singt Im Tonfilm mit Ery Bos Ein Quo ohnegleichen. Ferner wirken mit: Trude Hesterberg und Paul Westermeler Dieser entzückende Film ist nach dem Roman„Herr Fünf“ gedreht und wer nicht schon am Buche seine helle Preude hatte wird von dem Film überrascht sein. Martha Eaderth In einem Welterfolg Selbst der verwöhnteste Besucher wird bei der phantastischen Aufmachung kaum ein bewunderndes„Ah“ unterdrücken können und Alle werden begeistert von Film und Musik unwillkürlich die Schlager mitsummen:„Mach die Augen zu, Baby!“ und„Die Prau, die man liebt, ist die schönste, die es gibt“. 3. Ein reichhaltiges Belprogramm. Kassenöffnung 4 Uhr: I. Vorstellung 4.30 Uhr 2. Vorstellung 8.00 Uhr Dle Blographie einschlleßl. des neuesten Ozeanfluge: GENERAL BALRO Ela heroisches Leben Auf Grond von Mateniol des stalienischen Luttfohrtministeriem: bat ficchers fouueree dieses Soch verfotst. Eie Seielteor schrteb Reicheministes Vermoge GöRING MAn 18 Tafelbildern i Kupfertiefdruck, 2 Karfenskizzen, kortontert A Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Str. 8 neben dem Postamt Käse billiger! Holländer Käse, 40%" Pfd. 68 Pf. Edamer Käse, 40%"„ 70„ Limburger in Staniol„„ 37„ Dessert-Käse" Stück 5 u. 10„ Herne Sodingen Mehrere erstkl., fast neue Pianos äuß. preisw. unt. günst. Bedingung. abzug. Dianohaus Marks, Bochum, Kaiser-Wilb.=Str. Schauburg Ab heute Freitag: Das monumentale Filmwerk(l. u. II. Teil) D. Läufer ie, Marathon Ein Film von Liebe und Sport mit Brigitte Helm, Hans Brausewetter Spannende Handlung— Unerhörte Aufnahmen von der Olympiade Alles in Allem: Ein Großfilm voll packender Erlebnisse. Außerdem im Beiprogramm: I. Zigenner. Du hast mein Herz gestohlen 2. Der neueste Wochenbericht. Auf der Bühne: Sensations- Gastspiel I. Die Attraktion der Weltstädte: LudioTaRhama Das okkultistische Wunder Experimente von atemraubender Spannung. Eddie Marlo Deutschlands bester Rundfunk-Kunstpfelfer Schfund! Ab heute billigster Platz 50 Pfennig. Auflung. Erwerbslosenkarten kommen It. Bestimmung in Wegtall!—(Siehe gemeinsames Sonder-Inserat!) Meiner verehrten Kundschaft von Herne und Umgegend zur gefl. Nachricht, dass ich vorerst Samstag auf dem Karlsplatz und Donnerstag a. d.Heinrichsplatz meine la. Wurst- und Fleischwaren in bekannter Güte und Preiswürdigkeit zum Verkauf bringe. Ich bitte, mich mit dem bisher auf dem Alten Markt entgegengebrechten Vertrauen auch weiterhin unterstützen zu wollen. Güterslober Fleisch- und Wurstwaren Fr. Harboft Recklinghausen, Steinstr. 13, Teleton 267 Rufh Litzig in I. Lnngenberg': Lares Zeise Autebes fäährt zum Samstag vormittag 10 Uhr " nachmittag 4„ Montag nachmittag 2 Uhr nach Haltern. 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August 1933 In der heutigen Vormitzagsziehung wurden Gewinnüber 400 gezogen 2 Oewinne zu 60000 G. 68408 2 Cewinne zu 25000 m. 81786 18 Oewinne zu 5000 G. 19392 93510 99897 117709 202170 215081 226382 248861 378316 14 Ceminne zu 3000 M. 27691 68365 146802 160976 167729 344882 37869 50 Geminne zu 2000 9N. 4862 39632 47619 62060 76172 66960 146642 161751 162314 194692 236222 244439 254095 283720 286263 29630 304434 315471 331199 341630 362206 336897 371372 384452 397988 104 Oeminne zu 1000 M. 8716 19008 24441 25556 30139 32613 39618 61837 62599 63002 70624 71901 75816 92494 112195 119356 119804 120102 124256 124661 125441 126211 127308 132662 136854 154873 161432 187238 189243 197080 210908 214059 215944 249735 261288 274215 2612.76 318760 324897 328313 330642 333060 339256 347424 348434 361776 36.3096 360653 363155 363385 378105 388122 226 Gevinne zu 300 M. 374 757 10254 16686 16722 22662 23456 24823 32682 34897 36401 43426 47821 60672 63481 58116 58564 60924 61236 61861 64887 68108 73728 77876 78482 80219 83528 86826 86808 87114 87906 87917 94123 98896 105438 106164 120122 129000 134249 137228 143828 145790 148712 159267 162248 171811 173978 175511 177346 178745 184727 192203 192611 192868 196746 198646 204124 206267 210841 220521 230715 232165 232611 234131 237582 237925 240192 240557 241333 241420 259787 260972 261929 264258 265995 268845 271364 273194 286799 299839 310216 313241 813999 318281 322228 322624 332916 334752 334791 335484 341713 345208 361677 365997 362279 363651 365189 366212 366275 368439 371019 374261 376431 360399 381083 382549 386458 386958 393885 396116 396178 398552 399343 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 117959 8 Gewinne zu 5000 M. 17673 171026 216916 291673 175318 207406 29054 10095 217004 250449 305448 14 Gewinne zu 3000 M. 77164 209483 235384 289601 337129 62 Cewinne zu 2000 M. 14951 45073 67962 74801 75304 140794 141237 154819 189258 220273 247931 270469 306271 306615 313310 344108 344937 349780 351093 363360 382530 385116 394559 395540 104 Gewinne zu 1000 A. 447 4530 23643 40879 51224 72812 76039 77444 78465 90273 98820 99474 101621 106344 111365 114896 1226446 132490 140405 163209 206326 207937 208977 221070 247675 248864 249820 267964 269677 278386 291872 305448 315389 321643 321863 334563 341891 373503 374742 379784 381728 393589 162 Gewinne zu 600 M. 2906 7132 28862 36841 37023 37161 42596 61352 56861 64696 64867 67914 70794 71730 73637 93881 99289 101892 110935 117136 134811 135077 145422 153478 154799 159344 159356 160857 162006 165661 176208 177119 181603 193915 196439 217450 217977 221191 228985 231702 238937 256894 260954 263212 266585 301234 307734 319939 335727 348645 363443 364047 356661 360605 366673 367823 369866 371460 386260 391649 392504 222194 223271 249447 250476 287739 345441 367775 33373 123047 247863 316628 376634 37929 84760 106919 142903 219069 257683 310510 347028 34596 K..40 93023 132734 158408 172217 211730 228931 251315 188400 447•92 378501 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 8 zu je 50000, 26 zu je 25000, 158 zu je 10000, 376 zu je 5000, 740 zu je 8000, 22 zu je 2000, 4433 zu je 1000, 7291 zu je 500, 22136 zu je 400 M. 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Billigster Eintrittspreis wird dafür von 60 Pf. auf 50 M. herabgeseßt. DrDifferenz zwischen den Eintrittspreisen der einzelnen Pätze muß mindestens 20 Pf. betragen. Plakataushang-Kunden erhalten zu einem Plakat nur eine Karte für 2 Personen zum billigsten Eintrittspreis(50 Pf. pro Person), mit der Vergünstigung, einen höheren Platz einzunehmen. Polizeibeamte. SA- und SS=Leute in Uniform haben die Berechtigung, für den billigsten Eintriktsprets (50 Pf.) einen höheren Platz einzunehmen. Dasselde gilt für eine weibliche Begleitperson. Oeffentliche Körperschaften u. dergl. dürfen Freikarten nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Kinder= und Schülerkarten (auch für geschlossene Sondervorstellungen) müssen einen Mindesteintrittspreis von 20 Pf. bekragen. Nachaufführungs-Theater(wie Alhambra-Theater, Sodingen) dürfen den Mindesteintrittspreis um 10 Pf. niedriger setzen: im übrigen gelten odige Verordnungen. Odige Maßnahmen kreten laut der Filmkammer(Gesetzliche Körperschaft) ao heute, den 18. 8. 33 in Kraft. Ausnahmefälle sind nicht gestattet. Zuwiderhandlungen werden mit den schwersten Strafen der Filmkammer belegt, die amtliche Befugnisse hat(eotl. Schließung des Theaters). Unterzeichnete sind als Geschäftsleiter für die Durchführung vorstehender Maßnahmen voll verantwortlich. 15165 Für das Cavitol: Für die Schauburg: gez. Otto Trennwolf. gez. Rudolf Heidt. 8. —