erner Anzei Druck u. Verlag: Koetbers& Röttsches. Herne, Hermann Oöring=Straße 8, neden der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis halbmonatl. Mk. 1.08, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionellen Ceil: Dr. Leo Reiners, fur den Anzeigen= u. Reklamsteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gertber Anzeiger Kostenlose Anfallunterstüdung von Mk. 250.— bei lödlichem Berufsunsall nach Maß gabe besonberer Bedingungen, die in unserer Geschäftsstelle erhältlich#nd. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfg., auswärts 8 Pfa., Arbeite und Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkurson und gerichtlicher Klage binsdllig. 7 Vernsprech=Anschluß: Sammol=Mummer 526 41 Celegramm-Adresse: Anzeiger Home. Nr. 188(Erstes Blatt) Samstaa, den 12. Auaust 1933 29. Jahrgang Im Tagesspiegel Dotemkinsche Die Bolschewisten haben Hotemtinsche früher einmal hohnvolle Scherze Dörfer über den General Potemkin und *““ s e i n e D ö r f e r g e m a c h t. A l s b e sagter Potemkin der Zarin Katharina U. im Jahr 1787 auf einer Reise nach der Krim ein Bild blühenKI den Wohlstandes zeigen wollte, täuschte er sie durch Hauserkulissen. Die Zarin sah Dörfer, die nicht existierten. Seitdem hat es viele Fürstendiener und Politiker gegeben, die ihren Herren und Anhängern Potemkinschen Kulissenzauber vorgegaukelt haben. Die Bolschewisten, die am lautesten diese Haltung anzeprangert hatten, sind heute Meister in dieser zweielhaften Kunst. Sogar dort, wo sie Neues mit unleugbarem Elan aus dem Boden gestampft haben, ist nur ein großartige Kulisse geblieben. Im Donezgeviet stehen Maschinenkolosse, sind Schächte nach neuestem Verfahren abgeteuft. Aber diese Arbeitsstätten verzehren Arbeit, ohne dem Arbeiter Brot zu schaffen. Es sind prunkhafte Kulissen, die Wohlstand vortäuschen. Am deutlichsten ist das Versagen Stalins und seiner Fünfjahresdiktatoren in der Landwirtschaft festzustellen. Niemand berichtet schonungsloser darüber— als die russische Presse. Sowjetrußland hat den Bauer ausgemerzt, Kollektivs befohlen und„Musterguter“ geschaffen. Diese Sowjetgüter, von Sträflingen gebaut, sind Potemkinsche Dörfer; die Dorfkollektive nicht minder.„Ein System, grausam wie die Hölle“, schrieb vor kurzem ein deutscher Siedler aus der Gegend von Nowosibirsk. Die Dörfer sind verschuldet und leben, so nahe am Boden, der Getreide trug, von versaulten Kartoffeln und Brennesseln. Weil das Wahrheit ist, weil das ganze Land diesseits und jenseits von Moskau hungert, ist jetzt den ausländischen Journalisten das Reisen in Rußland verboten worden. Gestern traf die Nachricht ein, daß den Vertretern der Auslandspresse das Verlassen der Hauptstadt ohne Genehmigung„feierlich“ verboten worden ist. Der Moskauer Vertreter der„Köln. Zeitung“ schreibt dazu u. d.: „Handelt es sich rechtlich um einen unhaltbaren Willkürakt, so bedeutet dieses Reiseverbot volitisa eine der größten Unklugbeiten, die ein diktatorisches Regime der Gegenwart zu begehen vermag. Fragt man sich nach den Gründen für das Verbot, auch wenn von amtlicher Seite solche nicht angegeben werden, so muß man ja wohl zu der Ueberzeugung kommen, daß die Räteregierung Moskau und Umgebung für einen goldenen Käfig hält. während jenseits der Gitterstäbe Dinge vor sich gehen, die zweckmäßig dem Anblick durch kritische Augen entzogen werden. Gerade die volkreichsten und für die Getreidewirtschaft wichtigsten Landstriche. die Ukraine. der Nordkaukasus, das mittlere und untere Wolgagebiet, dann aber weiter auch Zentralasien und Kasakstan, haben in diesem Jahr schlimmen Hunger gelitten, der gewaltige Menschenovfer gefordert hat. Ein zahlenmäßiger Ueberblick ist vorläufig unmöglich. Es mag also der Räteregierung gegenwärtig nicht erwünscht sein, die dort autaglichen Bilder des Elends und Grauens offenen ausländischen Augen darzubieten. Aber auch Reisen in Gegenden. die nicht zu den Hungergebieten rechnen, werden kurzerhand verweigert. Zwingend drängt sich der Schluß auf, daß auch die Sicherheit des ausländischen Reisenden nicht mehr gewährleistet und daß der Behördenavparat zur Ueberwachung und Geleitung solcher Reisenden nicht mehr fähig ist.“ Wer das aus Moskau schreibt, wird seine Gründe und Beweise haben. Das Hungerelend soll hinter Kulissen versteckt werden. Besonders ernst ist die Bemerkung zu nehmen, daß die Sicherheit außerhalb der Stadt nicht garantiert erscheint. Keine Zeit mehr In unserer gestrigen AusKeine Jen weg=, gave konnten wir ausführfür Atopien lich über die Haltung des Wer Reichsinnenministeriums zu einigen Plänen auf dem Kreditmarkt und zu Reformideen berichten. Es war immer so, daß in Krisenzeiten die Welt= und Geldverbesserer Hochkonjunktur hatten. Entweder bildeten sie eine Sekte oder (in jüngster Vergangenheit) eine Partei. Wenn Organisationen bemüht sind, durch Ausbau ihrer Geldinstitute Werte zu schaffen, kann man den guten Willen anerkennen, muß aber nach der Bankenkrise volles Verständnis für das Nein Dr. Schmitts haben. Interessant ist die entschiedene Ablehnung der Freigeldtheorie Silvio Gesells durch Feder. Wir wollen vorab bemerken, daß die Argumente der Freigeldbewegung nicht mit einigen Schlagworten zu erledigen sind. Sie kann für ihre Diskussion zunächst die Tatsache ins Feld führen, daß alle großen Erschütterungen der Wirtschaft vom Altertum an bis zur Gegenwart mit einem Durcheinander auf dem Geldmarkt verbunden waren. Aber nur zunächst gelten solche Hinweise. Mit dem automatisch entwertenden Schwundgeld eine so totale Krise heilen zu wollen, das wäre eine Eisenbartkur. Diese Theorie ist oft genug widerlegt worden. Soll man es auf eine Inflation ankommen lassen? Noch weniger ernst sind die Leute zu nehmen, die das Geld durch Arbeitsbeschaffungsschecks ersetzen wollen. Feder hat Recht, wenn er darüber zur Tagesordnung hinweggeht. Es mag durchaus lokale Erfolge(wir hörten am Rundfunk davon aus Amerika) mit solchem Ersatzgeld geben. Der Rückweg zum primitiven Tausch ist kein Ausweg für 1933. Man liest, daß in der Umgegegnd von Berlin Gemeinden bereit sind, Siedlungsland mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsschecks zur Verfügung zu stellen. Der Wille ist gut. Die Einsicht schwach 2 O' Duffy läßt morgen marschieren Hochspannung in Irland 7 Der Marschbefehl an die Blauhemden Dublin, 11. August 1933. Der irische Staatsrat hielt am Freitag eine dreistündige Sondersitzung ab, in der die gespannte politische Lage erörtert wurde. Ob die Regierung beschlossen hat, den Aufmarsch der faschistischen Blauhemden am Sonntag zu verbieten, wurde noch nicht bekanntgegeben. Der Führer der Blauhemden, General O'Duffy, hat alle Vorbereitungen für die Kundgebung getroffen. Er erließ am Freitag den endgültigen Marschbefehl, aus dem hervorgeht, daß er de Valeras Verbot einer uniformierten Parade nicht beachten will. Die Marschteilnehmer müssen folgende Uniform tragen: Blaue Hemden, schwarze Krawatten, schwarze Bridgehosen, Mütze (oder unbedeckter Kopf). Mitglieder, die noch keine Uniform besitzen, müssen eine besondere Armbinde tragen. In dem Marschbefehl heißt es weiter: Die Offiziere haben allen Teilnehmern die unerläßliche Notwendigkeit klarzumachen, daß der Marsch fortgesetzt wird. General O'Duffy erklärte am Freitag, er glaube nicht, daß de Valera die Kundgebung verbieten werde. Er werde die an dem Aufmarsch teilnehmenden 15 Kompagnien aus ganz Irland selber anführen. Ferner werden Mitglieder des Reichstages an der Spitze des Zuges marschieren. Nach der Kranzniederlegung am Todesdenkmal Sir Collins, Griffins und O'higgins wird sich der Zug nach dem Friedhofe begeben, wo diese begraben liegen. Hier wird General O'Duffy eine Ansprache halten, worauf die Blauhemden nach dem Stadtinnern umziehen werden. General O'Duffy erklärte über seine zukünftigen politischen Pläne, daß er ein parlamentarisches System der fortgeschrittensten Art schaffen wolle, ohne daß eine Diktatur beabsichtigt sei. Die Parteien und Wahlkreise müßten abgeschafft werden. Statt dessen würden ständische Vertretungen für Landwirtschaft, Wissenschaft, Industrie usw. geschaffen werden. Durch Massenversammlungen wolle er das irische Volk mit Hilfe von 100 000 jungen Leuten in zwei bis drei Jahren zum faschistischen System erziehen. General O'Duffy, der Begründer und Führer der faschistischen Armee in Irland „Faschistische Internationale“ Französische Warnung vor den„Folgen des Viermächtepaktes“ Paris, 11. August 1933. Senator Armbruster gibt in einem Brief an den Außenminister der Meinung Ausdruck, daß infolge der Zurückweisung der Deutschland von Frankreich und England gemachten Vorhaltungen der Viermächtepakt bei seiner ersten Belastungsprobe die bereits früher geäußerten Befürchtungen gerechtfertigt habe, da in dem Pakt keinerlei Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung übernommener Verpflichtungen durch die Unterzeichner vorgesehen seien. In der nationalistischen„Liberte" warnt der bekannte deutschfeindliche Senator Lemery mit dem Zweck, der Regierung den Rücken zu stärken, vor den Folgen des Viermächtepaktes, da sein Urheber das Ziel verfolge, den Faschismus auf internationalem Gebiet triumphieren zu lassen. Es trete eine Propaganda in Tätigkeit, die eine Umformierung der inneren Verfassung der mitteleuropäischen Staaten und eine Abänderung der gebietsmäßigen Lage durch zwingende Kundgebungen gewandt geleiteter und gut organisierter Volkswillen anstrebe. Wenn das Ergebnis gereift sei, werde durch Anwendung des Artikels 19 des Versailler Vertrages der Zustand verankert werden, denn dann würde durch die Gärung der Geister eine„internationale Lage entstehen, deren Fortdauer den Frieden der Welt in Gefahr bringen könnte". Mit Beweisen in der Hand werde man den Nachweis erbringen, und Frankreich werde sich beugen müssen und die Leitung der Angelegenheiten Europas und der Welt der faschistischen Internationale überlassen müssen. Das erniedrigte Frankreich werde dann nicht einmal mehr die Kraft haben, sich dem Ausbau seines überseeischen Reiches zuzuwenden. Die Revision des Kolonialbesitzes werde unwiderstehlich folgen. Wie klein erschienen die armen Finasserien des Quai d'Orsay vor diesem Spiel großen Stils. Zusammen mit England sei es noch nicht zu spät, der Propaganda, die den Frieden bedrohe, Halt zu gebieten. Das Vaterland wartet auf uns „Unsere katholischen Aufgaben von heute“ Maximilian Kaller, Bischof von Ermland, spricht über diese Parole ausgezeichnete Gedanken(im neuerschienenen Heft 3 von„Zeit und Volk", Verlag Kösel und Pustet) aus, die einer weiteren Verbreitung wert sind. Er sagt da u. a.: „Jetzt wird das Reich neu gezimmert. Haben wir Katholiken zum Reichsgedanken, zum Staatsgedanken etwas zu sagen, gibt es ein katholisches Staats= und Reichsideal? Wir brauchen nur die Enzyklika Leo XIII. über die christlche Staatsauffassung„Immortale Dei“ zur Hand zu nehmen, in der der unvergleichliche apostolische Lehrer die ganze Herrlichkeit des christlichen Staatsgedankens entrollt. Die Wirtschaft wird geschaltet. Können wir Katholiken zu diesem Bau wertvolle Bausteine beisteuern? Greife nach der„Quadragesimo anno“ Pius XI.: Dort ist das Idealbild katholischer Wirtschaftslehre helleuchtend dargestellt. Auf berufsständischer Grundlage soll das neue Deutschland aufgebaut werden. Ist dieser Gedanke uns so fremd? Ist er nicht schon, ich möchte sagen, Gemeingut des katholischen Denkens geworden, wenn auch vorläufig nur in der Theorie? Die Jugend soll neu gestaltet werden. Wir wissen, daß die neuen Machthaber auf der Religion aufbauen wollen. Es ist unsere heilige Pflicht, mitzuarbeiten und die Grundsätze der christlichen Erziehung, wie sie in der Enzyklika„Divini illius Magisteri“ stehen, ins helle Licht setzen. Der Staat will die religiösen Kräfte ausgewertet wissen— und wir wollen zögernd zurückhalten? Noch spreche ich von der Last, die mit der Pflicht verbunden ist. Aber hoffentlich wird bald diese lastende Pflicht uns lieb und teuer sein. Solange wir nur das Wort unseres katholischen Glaubens im Munde führen, ist es Schall und Rauch, solange wir diese Gedanken nicht brennend im Herzen tragen, im glühenden Verlangen, sie in die Tat umzusetzen, wird unser Mühen umsonst sein, wird man auf uns nicht hören. Heilige Begeisterung aber wird die rettende Tat vollbringen So manche, die diese Zeilen lesen, mögen sich im stillen ganz beschämt fragen: Ja, was weiß ich denn über diese Fragen, ich habe noch nie etwa davon gehört, daß die katholische Kirche Grundsätze aufgestellt hat über das Staatsleben, über das soziale und wirtschaftliche Leben, ich weiß noch nichts von der berufsständischen Ordnung. Ich kenne nicht genau die Erziehungsgrundsätze der Kirche. Es wird Zeit, daß wir uns mit diesen Fragen, die unaufschiebbar sich jetzt in den Vordergrund stellen, nachhaltig beschäftigen. Vieles muß nachgeholt werden. Jederfühlt, daß wirineiner großen Zeit leben. Diese große Zeit ist eine Gnade Gottes. Wir wären dieser Gnade nicht wert, wenn wir nicht mit aller Freude und Begeisterung an die Lösung dieser Fragen herangingen. Wir leben in einer großen, Halbheiten verabscheuenden, ganz radikalen Zeit. Auch wir müssen radikal sein. Radikal katholisch, begeistert katholisch. Man wirft uns Katholiken vor, daß wir von einer Zeit in die andere mitgehen, daß wir abwarten und korrigieren, daß wir aber nicht schöpferisch und führend tätig sind. Wir handelten auch jetzt noch nicht entscheidend, universell katholisch. Man sagt von uns, daß wir bisher dem deutschen Vaterlande nur Krankenhilfe geleistet hätten, daß wir unsere Pflicht getan hätten wie ein berufener Wärter, der mit Aufopferung, Mühe und Geduld den Kranken umgibt. Wir seien aber nicht der rettende Arzt, der dem Kranken neues Leben schenken kann. Man sagt sogar von uns, daß wir abwarten, ungebührlich lange, bis wir ein Glied nach dem anderen verlieren, warten auf Eingriffe von Seiten Gottes und hierüber unsere Pflicht vergessen. Diese Vorwürfe dürfen nicht wahr sein. Aktivisten wollen wir sein. Der Heilige Vater verlangt von uns die Ausbreitung und Verwirklichung unserer katholischen Grundsätze. Das Vaterland wartet auf uns. Wahrhaftig, wir wären nicht wert, daß wir lebten, wenn wir jetzt den Augenblick verstreichen ließen. Wohlan, ans Werk! Aus katholischem Geiste, mit katholischer Begeisterung!“ Diktator in Kuba Gerüchte um Machado Havanna, 11. August 1933. Freitag nachmittag hat Präsident Machado gand plötzlich das Präsidentenvalais unbekannten Zieles verlassen. Seinen Wagen begleiteten fünf Autog mit Maschinengewehren und bewaffneten Soldaten. Auffallend ist, daß die Soldaten, die seit Donnerstag die wichtigsten Punkte der Stadt besetzt hielten, darauf zurückgezogen wurden. Gerüchte durchschwirren Havanna, die dies und jenes wissen wollen. Das Glaubwürdigste ist jedoch, daß Machado bereits seine Rücktrittserklärung unterzeichnet hat diese aber erst bekannt geben wird, nachdem er sich durch einen Vorsprung an Zeit in Sicherheit gebracht hat. Mit dem plötzlichen Verschwinden Machados bat somit die Entwicklung auf Kuba ihren Höhepunkt erreicht. Washington, 11. August 1933. Washingtoner Regierungskreise erhielten die telephonische Meldung, daß in Havanna die Garnison gegen Machado revoltiere und daß sich Machado nach Camp(Columbien) in Sicherheit gebracht habe. Ein hier verbreitetes Gerücht will wissen, daß Machado dem Kriegsminister Herrera die Regierungsgeschäfte übergeben habe. Havanna, 11. August 1933. Drei von der kubanischen Polizei verhafteten amerikanischen Pressephotographen sind wieder freigelassen worden. Havanna, 11. August 1933. Der bisherige Kriegsminister Herrera ist Militärdiktator von Kuba geworden. Er hat die Diktatur vorläufig für 72 Stunden inne. Machado bleibt in dieser Zeit auf seinem Präsidentenposten und führt die Verhandlungen zur Lösung der Krise fort. Prof. Piccards Gondel explodiert Ein Todesopfer, mehrere Verletzte. Brüssel, 11. August 1933. Der beabsichtigte Stratosphärenflug Professor Piccarde hat ein tragisches vorzeitiges Ende gefunden. Bei dem letzten Versuch auf dem Prüfstand war Luft in das Innere der Gondel gedrungen, was auf einen Konstruktionsfehler an der Eingangstür zurückgeführt wurde. Gegen diese Behauptung wandte sich die Konstruktionsfirma entschieden. Um ihre gegenteilige Auffassung unter Beweis zu stellen, wurde die Kugel erneut einer Belastungsprobe unterzogen, bei der ein außerordentlicher atmosphärischer Druck in Anwendung kam. Der übersteigerte Druck gegen die verhältnismäßig dünnen Metallwände führte plötzlich zu einer Sprengung der Kugel. Durch die auseinandergeschleuderten Metallteile wurde ein Arbeiter gerotet. eine Anzahl anderer wurde mehr oder weniger schwer verletzt. Cosyn, der den Aufstieg durchführen wollte, blieb unverletzt. Lindbergh in Julianehaab London, 11. August 1933. Am Freitagfrüh um 2 Uhr traf in London eine Meldung aus Kovenhagen ein, die besagt, daß sich Oberst Lindbergh wohlbehalten in Julianehaab auf Grönland befindet. Die Gerüchte über einen Absturz Lindberghs, die überall größtes Aufsehen hervorriefen, sind anscheinend auf einen verstümmelten Funkspruch zurückzuführen, der von einem grönländischen Sender ausgegangen ist. In Neuyork traf die Falschmeldung gerade ein, als die Abendzeitungen auf den Straßen erschienen. Es wurden sofort Sondermeldungen herausgegeben, die in riesigen Mengen gekauft wurden. Ende des Streiks in Straßburg Paris, 11. August 1933. In Straßburg hat die Straßenbahn am Freitag den Verkehr in vollem Umsange wieder ausgenommen. In der Rüllabfuhr und Straßenreinigung sind weitere Besserungen in der Arbeitsaufnahme festzustellen. Im Elektrizitätswer! waren alle Arbeiter, im Gaswerk ein Teil der Arbeiter zum Dienst erschienen. Dankgottesdienst in St. Hedwig Aus Anlaß der Ratifizierung des Konkordats. Berlin, 11. August 1933. Wie der„Angriff“ meldet, findet am Sonntag nach der Ratifizierung des Konkordats im St.=HedwigDom ein Dankgottesdienst statt. In Gegenwart des päpstlichen Nuntius Orsenigo werden zum erstenmal SA.=Männer geschlossen mit ihren Sturmfahnen am katholischen Gottesdienst teilnehmen, um ihr Treuebekenntnis zur katholischen Kirche abzulegen. Amtsantritt des Landesbischofs Berlin, 11. August 1933. Landesbischof Müller hat am Donnerstag seine Amtsgeschäfte im Evangelischen Oberkirchenrat übernommen. Zu seiner Begrüßung versammelten sich die Mitglieder, Beamten und Angestellten des Evangelischen Oberkirchenrats im Plenarsitzungssaal. Dr. Werner und Oberkonsistorialrat Rapmund richteten ein herzlich gehaltenes Wort des Willkommens an den neuen Landesbischof. auf das dieser mit Dank erwiderte. Hierauf ließ sich der Landesbischof die Mitglieder, Beamten und Angestellten der obersten Kirchenbehörde persönlich vorstellen. Notizen Am Sonntagvormittag 11 Uhr spricht miniser Schmitt aus dem Gürzenich in Köln über alle deutschen Sender über das Thema:„Arbeit am deutschen Rhein". Am Donnerstag sand in Horta eine militärische Gedenkfeier für den verungluckten Fliegerleutnant Squaglia vom Balbogeschwader statt. * Das Balbo=Geschwader, soll am Samstag um 5.30 Uhr ME3. zum Flug ohne Zwischenlandung nach Rom starten. * Der Landessicherheitsdirektor von Oesterreich meldet einen angeblichen Anschlagsversuch gegen den Bundesführer des Heimatschutzes. Starbembera. bei dem es sich offenbar um bestellte Arbeit handelt. * In Wien forderte die Hire am Freitag acht Todesopfer. * Landesdischof Müller bat am Donnerstag seine Amtsgechäfte im Evangelischen Oberkirchenrat übernommen. * Die sächsische Landessynode wählte Pfarrer Coch zum Landesbischof. * Das Luft#chi#„Eraf Zeppelin“ ist am Donnerstag in Rio de Janeiro 10.05 Uhr ME3. zu seiner Rückreise nach Eurova gestartet. * Die beiden französischen Weltrekordflieger Codos und Rosli sind am Donnerstag kurz vor Mitternacht in Marseille eingetroffen. * Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. August 4 483 278 gegenüber 4521 106 am 1. Juli. * Die englisch=sinnischen Handelsvertragsverhandlungen sind in London erfolgreich abgeschlossen worden. In der wweiten Juli=Hälfte ist der Arbeitsmarkt erneu von fast 400000 Krisenovfern entlastet worden. Die Potsdamer Kriminalvolizei beschlagnahmte am Freitag einen Personenkraftwagen mit großen Mengen kommunistischer Flugblätter, die ins Reich gebracht werden sollten. * Gestern sand der erste vommersche Fischtag satt: er soll sich zu einem großen Erfolg gestaltet haben. * Das außenpolitische Amt der NSTAP. empfing im Hotel Adlon 25 Mitglieder des Verbandes rumänischer Germanisten. Dr. Silverberg hat sein Amt als Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Reichseisenbahngesellschaft niedergelegt. * Der Bauer Heinrich Göckenjan(Sollen bei Burgsteinfurt) M.d.R. und landwirtschaftlicher Gaufachberater des Agrarpolitischen Apparates des Gaues WestfalenNord der RSDAP. wurde zum Präsidenten der Westfälischen Landwirtschaftskammer ernannt. EA.=Männer für Erntearbeit Berlin, 11. August 1933. Die oberste SA=Führung teilt mit: Nachdem aus allen Teilen Bayerns dem Staatssekretariat für Landwirtschaft Klagen zugehen, daß es an landwirtschaftlichen Arbeitskräften für die Einbringung der Ernte fehlt und durch die ungünstige Witterung die Erntearbeit auf eine sehr kurze Zeit beschränkt ist, daher in kurzer Zeit sehr viele Hilfskräfte gebraucht werden, sind alle arbeitslosen SA=Männer auf dem Lande den Bauern für die kommende Ernte gegen Entschädigung zur Verfügung zu stellen. Der Chef des Stabes 1. V. gez. von Krausser, Obergruppenführer. Hörsing ohne Pension entlassen Berlin, 11. Aug. 1933. Der preußische Minister des Innern hat den früheren sozialdemokratischen Oberpräsidenten der Provinz Sachsen. Otto Hörsing. auf Grund des Berufsbeamtengesetzes mit sofortiger Wirkung aus dem Staatsdienst entlassen. Hörsing erhält vom 11. August d. Is. ab keinerlei Bezüge mehr aus der Staatskasse. Neubildung deutschen Bauerniums 12-15000 Siedlerstellen im Jahre 1934 7 Großzügige Landbeschaffung Von unserer Berliner Redaktion.) Berlin, 11. August 1933. Der Siedlung und damit der Arbeitsbeschaffung wird im Reichvernährungsministerium jetzt ein weit großeres Augenmerk geschenkt, als dies früher der Fall war. Bekanntlich hat Minister Darre sofort nach seinem Amtsantritt zwei Sonderbeauftragte bestellt, die eine doppelte Aufgabe zu lösen haben. Im Bereich des Reichsernährungsministeriums, des preußischen Landwirtschaftsministeriums und der freien Landwirtschaftsorganisationen haben sie dafür Sorge zu tragen, daß auf dem Gebiet der Siedlung eine einheitliche Arbeitsrichtung durchgeführt wird. Weiter haben sie die Voraussetzungen zu schaffen zur Neubildung des Bauerntums, eine Aufgabe, die durch Gesetz zur Reichssache geworden ist. Die zum Zweck der Siedlung angekündigte Landbereitstellung dürfte nicht auf Hemmnisse stoßen, die vor nicht allzu langer Zeit noch im Wege zu stehen schienen. Der Reichsernährungsminister will dafür sorgen, daß noch in diesem Jahr eine größere Zahl Bauernhöse geschaffen wird. Für das Jahr 1934 sind 12= bis 15 000 Siedlerstellen in Aussicht genommen. Eng verbunden mit dieser Neubildung deutschen Bauerntums ist die Arbeitsbeschaffung Man braucht nur daran zu erinnern, wieviel Baumaterial neuer erforderlich ist, um einige tausend Bauernhöfe zu schaffen. Ee ist von den sachverständigen Kreisen errechnet worden. daß beispielsweise für 19 000 neue Bauernhöfe folgendes Material benötigt wird: 250 Millionen Mauersteine, 4.2 Millionen Festmeter Rundholz. 300 000 Sack Zement und ungefähr 140 000 Haus= und Stallsenster. Auch die Lohne, die gezahlt werden müssen, sind von erhedlicher Beden tung. Bei den erwähnten 10000 Bauerngehöften würden die Baukosten rund 50 Millidnen Mark ausmachen, wovon 30 Millionen auf die reinen Löhne kamen. Außerdem müßten für die Herstellung des Materials ebenfalls beträchtliche Summen an Löhnen gezahlt werden. Auf diese Weise wird durch die Siedlungen nicht nur bevölkerungspolitisch Wertvolles geleistet, sondern auch Handwerk und Gewerde finden eine begrüßenswerte Befruchtung. all diese Fragen werden von einem der Sonderbeauftragten des Reichsernährungsministers, Dr. Kummer, in der nationalsozialistischen„Landpost“ eingehend erörtert. Darüber hinaus weist Dr. Kummer auf die Pflicht der Siedlungsgesellschaften hin, alle Vorbeceitungsarbeiten, die nicht durch Frost behindert werden, auch während der Wintermonate durchzuführen. Dieser Hinweis ist insofern sehr wichtig, weil dadurch die von Reichskanzler Hitler angekündigte zweite Welle zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit wesentlich gestärkt wird. Der große SS.=Appell Berlin, 11. Aug. 1933. Wie der„Völkische Beobachter“ meldet, sind die Vorbereitungen für den großen Aufmarsch der SS=Gruppe Ost, der von Freitag bis Sonntag in Döberin stattfindet, in vollem Gange. Das Lager wird 400 Zelte fassen. 38 Feldtuchen werden anfahren, sowie 23 Wasserwagen, die jeder 1500 Liter fassen. Die Eisenbahn schaltet völlig ans. Auf Anordnung des Gruppenführers Daluege haben die Motorstaffeln der SS die Kameraden ihrer Standarten mit eigenen Kraftwagen zu transportieren. Die ersten SS=Abteilungen werden am Freitag spät abends eintreffen. Für den Samstag sind in erster Linie sportliche Wettkämpfe vorgesehen, ferner ein Appell der Spielmannszüge und Musikzüge, die nachmittags auf dem Königsplatz in Berlin ein Konzert geben werden. Am Sonntagvormittag wird die SS zum Deutschen Stadion marschieren, wo nach dem Generalappell der Vorbeimarsch vor dem Stabschef Röhm und dem Reichsführer der SS. Himmler, stattfindet. Es folgt dann der große Marsch durch Berlin zum Lustgarten, von wo aus die Heimfahrt angetreten wird. Warenhaussteuer in Anhalt eingeführt Dessan, 11. Aug. 1933. Das anhaltische Staatsministerium hat durch Verordnung mit Rückwirtung vom 1. April die Warenhaussteuer eingeführt; es werden Großbetriebe, die Einzelhandel mit Waren betreiben, sowie Einheitspreisgeschäfte und Kleinpreisgeschäfte durch einen Zuschlag zur Gewerbesteuer für Täglich 40000 pilger in Trier Ein Pilgerzug aus Lothringen Chinesischer Bischof verehrt den Hl. Rock Trier, 11. August 1933. Der Zustrom der Pilger zu der Ausstellung des Hl. Rockes hält unvermindert an. In dieser Woche weilt in Trier Bischof Luyun ho, apostolischer Vikar aus Dachow in der chinesischen Provinz Sze zur Verehrung des Hl. Rockes. In seiner Begleitung befand sich P. Laroche aus dem Mutterhaus der Patres für auswärtige Missionen in Paris, wo sich der Bischof seit einigen Wochen aufhält. Der Bischof reiste in einem lothringischen Pilgerzug von 1000 Personen. Bei einem Empfang durch Bischof Dr. Vornewasser sprach sich Msgr. Ly yun ho voller Begeisterung über die in Trier empfangenen Eindrücke aus und bezeichnete den Hl. Rock als das Sinnbild der weltumspannenden katholischen Gemeinschaft. Ueber 1,5 Millionen weiterer fester Pilgeranmeldungen liegen bei der Trierer Wallfahrtsleitung vor, sodaß auch in den kommenden Wochen Tag für Tag durchschnittlich 40000 Pilger am Hl. Rock im Hohen Dom vorüberziehen und in Andacht die kostbare Reliquie verehren werden. Für die Wallfahrtsleitung, für Reichsbahn und Verkehrsamt und für alle Stellen, die zu ihrem Teil zu einer glatten Abwicklung des Verkehrs beitragen, war es eine Riesenaufgabe, die Organisation dieses Riesenbetriebes zu bewältigen. Aber alles klappt bis in seine letzten Einzelheiten ganz vorzüglich und so ziehen die Prozessionen in bester Ordnung von morgens 4 Uhr bis tief in die Nacht hinein von den Stationskirchen zum Hohen Dom. Und jede dieser Prozessionen, die einen in ihrer Schlichtheit und Einfachheit, die anderen in schmucken Gewändern und mit flatternden Fahnen, bedeuten ein Erlebnis für sich. Walljahrt der taubstummen Kinder Ein besonderes Erlebnis bedeutet die Prozession der taubstummen Kinder. Im dämmerigen Frühlicht eines wunderbar klaren Sommermorgens— es ist 4 Uhr— öffnet sich die Klosterpforte des St.=Helenenhauses. Die taubstummen Kinder ordnen sich mit ihrem Seelsorger. ihren Lehrern und Lehrerinnen, den Schwestern und allen, die sie betreuen, zur Wallfahrt zum Hl. Rock. Vertrauensvoll beben die taubstummen Kinder die Blicke zum blutgetränkten Heilandskleid und beten still, wie sie es in diesen Wochen geübt:„O Jesus, um deines heiligen Gewandes willen, das wir lieben und verebren, erbarme dich unser." Jeder dieser kleinen Kreuzträger darf das heilige Kleid des Herrn berühren. Wie dankbar sind die taubstummen Kinder für diese Gnade! Sie danken besonders dem Hochwürdigsten Herrn Bischof, der ihnen diese Gunst gewährte. Sie wissen, daß Gnade und Kraft vom Kleid des Herrn ausgeht und ihre Seelen weit öffnet für die Liebe Gottes, wenn auch ihr leibliches Ohr verschlossen bleibt. * Schwindel mit Festabzeichen Köln, 11. August 1933. Wie der Polizeipräsident von Köln mitteilt, vertreiben unbekannte Personen in den nach Trier fahrenden Pilgerzügen Gutscheine für ein Festabzeichen zu 40 Pfg. Hierbei wird angegeben, daß jedes Geschäft in Trier diese Scheine einlöse. Es bandelt sich um kleine weiße, mit Schreibmaschinenschrift hergestellte Zettel. Vor Ankauf der Gutscheine wird gewarnt, da das Vorgehen auf Schwindel beruht. Bayerische Brauer und Vierpreisprüfung München, 11. August 1933. Am Freitag wurde in München der 1. Bayerische Brauertag seit der nationalen Erhebung abgehalten. Bei den Beratungen spielte besonders die Frage der Sentung des Bierpreises und der Bierbesteuerung eine Rolle. Staatssekretär Stocker erkännte an, daß auch er die Zurückführung der Bierbesteuerung auf ein vernünftiges Maß für angebracht halte. Er sprach aber die Erwartung aus. daß bald auch ohne diktatorische Maßnahmen eine Senkung des Bierpreises eintrete. Die Versammlung nahm schließlich eine Entschließung an, in der erklärt wird, daß eine Bierpreissenkung, die ohne die entscheidende Mitwirkung des Fiskus vorgenommen werden würde, einzig und allein auf Kosten der Lebensfähigkeit des Braugewerbes und des Gastwirtsstandes ginge. Der Weg zu einer durchgreifenden Senkung des Bierpreises könne erst freigemacht werden, wenn im Rahmen der kommenden Finanzreform die Viersteuerlast einen starken Abbau erEinziehung des Vermögens der Berliner sozialdemokratischen Verlage Berlin, 11. August 1933. Das Geheime Staatspolizeiamt hat, wie der Parlamentsdienst der Telegraphen=Union der betreffenden Bekanntmachung entnimmt, auf Grund des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung staats= und volksfeindlichen Vermögens das Vermögen der„Vorwärts“= Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co. und die Geschäftsanteile der„Vorwärts"=Verlags G. m. b. H. für den preußischen Staat, vertreten durch den Minister des Innern, eingezogen und auf die allein dem preußischen Staat gehörige Konzentrations=Aktien= Gesellschaft übertragen. Eine gleiche Uebertragung ist erfolgt hinsichtlich der entsprechenden Grundstücke und hinsichtlich des Vermögens der Volksfunk G. m. b. H. Konzentrationslager Breslau aufgelöst Breslau, 11. August 1933. Skandalöser Grenzzwischenfall An der bayerisch=österreichischen Grenze7 Belästigung des Statthalters Murr Stuttgart, 11. August 1833. einen Heren der Gesellschaft, Dr. Friedrich Menzel, auf. Unter dieser Ueberschrift berichtet der„RS=Kurier" sein Parteiabzeichen abzulegen. Die Gesellschaft entfernte über einen Grenzzwischenfall, der sich kürzlich an der sich darauf in der Richtung des bayerischen Hoheitsbaverisch=österreichischen Grenze in der Nähe zeichens. Nach etwa 20 Meter Entfernung rief ein Schüler von Traunstein zugetragen hat. Der württembergische aus München, der sich bei der Gesellschaft befand. dem Reichsstatthalter Murr, der dort seinen Urlaub Heimwehrmann zu:„Heil Hitler". Der SS=Mann verbringt, begab sich in Begleitung mehrerer Beamter bei Benz aus Stuttgart beobachtete die Wirkung auf den einem Ausflug an die bayerisch=österreichische Grenze in Heimwehrmann und sah. daß dieser mit seinem Karabiner die Nähe von Klobenstein. Als man an die dort errich= im Anschlag ging. Nach kurzer Zeit fiel dann auch ein tete Gedenktafel zur Erinnerung an die Anschlußabstim= Schuß in der Richtung des SS Mannes Benz. mung kam, bemerkte man, daß diese entsernt worden war.] Als die Gesellschaft die nächste Krümmung des Weges Darauf winkte die Gesellschaft einen österreichischen Heim= erreichte, stellte sie fest, daß der Heimwehrler noch immer wehrmann herbei und fragte ihn, warum die Tafel ent= im Anschlag stand. Um jede Weiterung zu vermeiden, befernt sei. Er gab die Antwort, daß dies auf höheren mühte sich die Gesellschaft, dem Heimwehrmann nicht mehr Befehl geschehen sei. Nach der genauen Grenzlinie be= in die Nähe zu kommen. Zum Glück wurde durch den fragt, gab er diese an und forderte merkwürdigerweise Schuß niemand verleßt. Am Donnerstagabend wurden 343 Lagerinsassen des Konzentrationslagers in Breslau=Dürrgoy verladen, um nach Osnabrück übergefuhrt zu werden. Damit ist das Breslauer Konzentrationslager aufgelöst. Landrat Dr. Jaenecke in Schutzhaft Göttingen, 11. August 1933. Der frühere Landrat des Kreises Uslau, Dr. Jaenecke, der Schwiegersohn des früheren Reichspräsidenten Ebert. wurde in Schutzhaft gesetzt und einem Konzentrationslager zugeteilt. Ueber die Gründe der Verhaftung ist bisher nichts bekannt geworden. Selbstmord Projessor Neubecks Leipzig, 11. August 1933. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, wurde Professor Dr. Neubeck, der am Donnerstag in Verfolg der bekannten Untersuchungen im deutschen Rundfunk in Polizeihaft genommen worden war, am Freitagfrüh in seiner Zelle erhängt aufgefunden. Professor Dr. Neubeck, der frühere Intendant der Mitteldeutschen Rundfunk=Gesellschaft, ist vom Landestheater Braunschweig nach Leipzig gekommen. Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Maaz, Regensburg. Nachdruck verboten. 8. Fortsetzung. Eugen überlegte, ob er diesen durch den Kellner rufen lassen sollte. Aber er hatte das Gefühl, er würde gegenwärtig stören und stand deshalb davon ab. Das Gespräch ging an dem Tisch noch kurz hin und her, bis der Sprecher von vorhin aufstand und seinen Mantel anzog. Charles und noch einige Gäste des großen Tisches brachen mit ihm auf. Eugen folgte ihnen mit den Augen, wie sie durch das Lokal dem Ausgang zuschritten. Man merkte jetzt, daß die Kleidung der meisten abgenutzt, zum Teil armlich war. Der gut angezogene Fabrikant stand in krassem Gegensatz zu seinen Begleitern. Eugen wollte ihn im Vorbeigehen anrufen, aber er unterließ es, weil Charles es ebenso wie seine Freunde sehr eilig zu haben schienen. Der Abend verlief noch besser, als Eugen gedacht hatte. Er ging in ein Theater und hörte sich ein Lustspiel an, bei dem man viel lachen konnte. Im Foyer traf er einige Bekannte von der Hochschule, mit denen er nach Schluß des Theaters zu Abend aß und dann noch in einem Boulevard=Restaurant Musik hörte. Beim Rotwein verschwanden Bedenken und Hemmungen, die weiche Musik hüllte in wohliges Genießen und sie wurden alle sehr vergnügt. Als Eugen sich um zwei Uhr zu Bett legte, pfiff er gut gelaunt und leicht beschwiptt vor sich hin. So schlimm war es ja gar nicht, was die in Berlin von ihm verlangten. Man konnte es schon aushalten in Paris; besonders jetzt, wo es Winter wurde. Jedenfalls war es besser, als Rekruten drillen. Thea allerdings, ja Thea,— hm, das war schon unangenehm— ach was, die mußte halt warten! Aber ein süßes Madel war und blieb sie doch. Froh lachelte er vor sich hin und so schlief er ein und schlief traumlos bis zum Morgen. Am nachsten Tage fand Eugen beim Mittagessen m„Temps“ ein Bild des Sozialistenführers Jaures, der gestern abend in der Kammer eine Rede gegen den französischen Militarismus gehalten hatte. Auf den ersten Blick erkannte er in ihm den Mann, der ihm im Café aufgefallen war. Nachdenklich besah er sich den imponierenden Kopf mit den lebendigen Feueraugen. Plötzlich pfiff er durch die Zähne nickte mit dem Kopfe. Jetzt wußte er auf einmal, woher Charles' Pazifismus kam. Der reiche, elegante Fabrikbesitzer aus Rubaix, dieser Genießer, war Sozialist! Das war wirklich zum Lachen! Charles, der Nichtstuer und Schlemmer, der seine Direktoren schaffen ließ und sich um gar nichts kümmerte, der manchmal in einer Nacht mehr verbrauchte, als einer seiner Arbeiter im Monat verdiente,„machte“ in solchen Ideen! Je mehr Eugen darüber nachdachte, desto merkwürdiger kam ihm dieser Salonsozialist vor. Na ja, Theorie und Praxis! Und es gab halt allerlei in unseres Herrgotts Tiergarten, woran man nie denken würde! Als Eugen einige Tage später am Spätnachmittag von der Hochschule nach Hause kam, fand er Charles auf seinem Sofa liegend vor. Faul drehte er bei Eugens Eintritt den Kopf und gähnte. „Tag, Eugen! Entschuldige, bitte, daß ich so ohne weiteres in deine Bude eingebrochen bin, aber teils wollte ich dich begrüßen, teils hatte ich eine unbezahmbare Lust zu einem Mittagsschläschen. Und zu meiner Wohnung war’s mir zu weit. Also gas Angenehme mit dem Nützlichen verbinden! Ueberhaupt mein Prinzip.“ Langsam reckelte er sich hoch und gab Eugen die Hand. „Seid gegrüßt, König der Streber! Wie geht es Euer Gnaden? Mensch, wenn du so weiter machst. sehe ich es kommen, daß eines Tages vor lauter Weisheit dein Kopf zerplatzt und das ware doch zu schade. Schon von wegen der Mädchen.“ Eugen lachte:„Ich dachte schon, du seist gestorben, weil du dich noch nicht sehen ließest, aber jetzt bin ich vollkommen beruhigt. Du bist und bleibst der Alte.“ Wahrend Charles am Spiegel unter Stöhnen und Gähnen seine Krawatte ordnete, holte Eugen Likör herbei. Sie stießen auf die alte Freundschaft an Charles schlürfte genießerisch das scharfe Getrank und fragte dann: „Na, wie war's im Creuzot?“ „Danke, sehr interessant. Ich habe viel gesehen und viel gelernt. Der kleine Dicke seufzte:„Ja, du!! Du lebendig gewordenes Pflichtgefühl!“ Seine kleinen Aeuglein wurden einen Moment traurig.„Was bin ich für ein Trauerklos dagegen.— Aber was will ich machen, ich kann doch nichts dafür, daß ich viel Geld habe, daß der Wein aut schmeckt und daß mir ein junges Mädel lieber ist als ein Dutzend alte Weiber — und als sämtliche Professoren der ganzen Technischen Hochschule! Ja, man hat's nicht leicht.“ Eugen, der ihn lächelnd von der Seite betrachtete, fand dies richtig; denn das Bäuchlein hatte sich noch mehr gerundet. Aber der moralische Katzenjammer war rasch vorüber, Charles wurde munter. „Weißt du schon das Neueste? Nicht? Ist richtig, du kannst es ja nicht wissen. Also. dann will ich dir's sagen: Ich habe heute schon eine schwere Arbeit hinter mir. Ich habe nämlich meinen Namen geschrieben.“ „??“ „Sieh mich nicht so blöd an! Du darfst es glauben, es war die größte und schwerste Arbeit meines Lebens.“ Charles war wieder ernst geworden Eugen wußte nicht recht, sollte es ein Ulk sein oder steckte wirklich etwas dahinter. Na, ich will dich nicht länger auf die Folter spannen. Du kannst die Neuigkeit ja sowieso heute noch in jedem Abendblatt lesen. Ich habe eben den Vertrag unterschrieben, durch den ich dem französischen Staat meine Fabriten um zehn Millionen Franken übereigne. Brauchst nicht aufzufahren, es ist nichts mehr zu machen. Uebrigens eine schöne und glatte Sache! Barscheck auf die Bank von Frankreich!“ „Allerdings“, fuhr er zögernd fort,„die Brüder Meunier würden sich, glaube ich, im Grabe umdrehen, wenn sie es wüßten.“ Eugen hatte sich von seiner Ueberraschung erholt und streckte ihm die Hand hin: „Ich für meine Person gratuliere herzlich. Gott, was bist du für ein Krösus!" „Nichts zu gratulieren. Weißt du,— es ist doch eigentlich merkwürdig. Mein Großvater war noch ein armer Schlucker, wie er als Schlossermeister mit ein paar Arbeitern ein Ladchen aufmachte. Schon er starb als wohlhabender Mann. Seine Söhne aber wurden Industriekapitane. Leider ist nun der Enkel schon wieder zu degeneriert, um das Erbe nur erhalten zu können, geschweige denn weiter in die Höhe zu führen.—— Es ist doch etwas Merkwürdiges um den Auf= und Abstieg der Generationen! Aber deswegen keinen Trübsinn nicht! Gib mir noch einen Genever, dann wollen wir in ein schönes Lokälchen gehen und ein paar Flaschen Sekt auf das Wohl des französischen Staates trinken. Der mag jetzt in Roubaix Kanonen fabrizieren, soviel er will. Ich hätte es nie getan. Wenn man daran denkt, daß damit auf lebendige Leiber geschossen werden soll, nee, brr!! Also, Schluß.“ Viertes Kapitel. Vorfrühling 1914. Einer der schönen Märztage, wo die Sonne vergnügt spitzbübisch in sich hineinlacht, weil sie dem Winter und den Menschen zugleich ein Schnippchen schlägt. Dem Winter, weil sie weiß, daß es mit ihm bald endgültig vorbei ist. Den Menschen, weil diese glauben, der Sommer sei bald da, wenn sie ihnen mitleidig für ein paar Stunden etwas weiche wohlige Wärme durch ihre Strahlen herunterblinzelt. Doch schon Nachts erfährt man, daß es noch weit bis dahin ist. Auch gibt's manchmal am nächsten Tage statt des frohen Sonnenscheins wieder einen häßlichen Schneeregen. Aber schön sind sie doch diese Märzsonnentage. Sie sind das Anpochen des Frühlings, der vor der Türe steht und immer ungetümer Einlaß fordert. Auf den Pariser wirkt die Frühlingssonne besonders stark, er ist eben Optimist. Noch mehr auf die Pariserinnen. Vor wenigen Tagen liefen sie noch in Pelze vermummt herum, heute haben sie schon die duftigsten und leichtesten Toiletten an— und der Sommerhut ist da. Ganz schlagartig geht das, ohne jeden Uebergang. Sie lieben nun einmal das Plötzliche, Wetterwendische. Einige ganz Kühne tragen sogar schon den Sonnenschirm. Wohl mehr der Dekoration als des Teints wegen. Er macht sich gut und gibt, wenn man ihn zu handhaben weiß, einen reizvollen Hintergrund für hübsche Gesichter! Man pilgert oder fährt ins Bois. Dort sind die Arbeiter eben mit dem Entfernen des dürren Laubes fertig geworden. Die Kastanienknospen fangen an zu quellen, der Flieder zeigt schon kleine, spitze, grüne Blattchen und die Veilchen sind schon ganz unbescheiden geworden vor lauter Blauen und Duften. (Fortietzung solat Nr. 188(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 12. August 1933 S Arbeitsmarktbericht für die Zeit vom 1.—31. Juli 1933— umfassend die Städte herue, Wanne=Eickel und Castrop-Rauxel. In der Berichtszeit ist eine erfreuliche Beledung des Arbeitsmarktes für Handarbeiter festzustellen. Insbesondere ist es gelungen, eine große Anzahl von Jugendlichen aus dem Industriegebiet auf das Land zu vermitteln. Auch den Freiwilligen Arbeitsdienst konnte eine nennenswerte Anzahl von Einweisungen vorgenommen werden. Dagegen ist der Arbeitsmarkt der Angestellten nach wie vor stark gedrückt. Zahlenmäßig wirken sich insbesondere die Entlassungen von weiblichen Kraften aus, für die teilweise allerdings wieder männliche Kräfte eingestellt wurden. Als günstiges Zeichen muß man es auch betrachten, daß eine Reihe von Handwerkern ihr Gewerde neu anmeldeten. Gegenüber 30 320 Arbeilsuchenden am 30. 6. 1933 slehen nur 29 453 Arbeitsuchende am 31. 7. 1933, das bedeutet eine Abnahme von 867= 2,9 Prozent. 7989 Hauptunterstükungsempiängern am 30. S. 1933 stehen 7759 Hauptunterstützungsempfänger am 31. 7. 1933 gegenüber, so daß auch hier 230 2,9 Prozent Abgang zu verzeichnen ist. Wenn die Zahl der ausgeschiedenen Arbeitsuchen— den geringer ist als die Zahl der tatsächlich Vermitlelten, so ist das darauf zuruckzufuhren, daß sich eine Reihe von nicht Unterstützten aus dem Grunde arbeitsuchend meldeten, weil Neueinstellungen auf Anordnung der Reichsregierung grundsätzlich nur noch unter Mitwirkung der Arbeitsamter erfolgen sollen. In der Berichtszeit wurden im Arbeitsamtsbezirk in der Aln 1056 männliche und 179 weibliche und in der Kru 6328 männliche und 196 weibliche unterstützt. In die Landwirtschaft konnten 685 männliche und 208 weibliche Arbeitsuchende vermittelt werden, davon waren 456 männliche und 165 weidliche Landhelfer. Bei den Männlichen besteht nach wie vor starke Nachfrage nach Melkburschen. Es besteht auch laufend die Möglichkeit, solche Burschen in kleiner Zahl unterzubringen, die den ehrlichen Willen haben, landwirtschaftliche Arbeiten zu erlernen. Nach Landmädchen besteht eine so große Nachfrage, daß diese trotz aller Anstrengungen nicht immer zu befriedigen ist. Im Bergbau machen sich die ersten Zeichen einer langsamen Belebung bemerkbar. So konnten auf der Zeche Graf Schwerin in Castrop=Rauxel 64 Mann durch unsere Vermittlung angelegt werden. Durch die inzwischen getroffenen Maßnahmen des Bergbauvereins werden weitere Arbeitsplatze freigemacht werden können, so daß für den kommenden Monat mit einer Reihe von Belegschaftsverstärkungen zu rechnen ist. Im Metallgewerbe setzt sich die günstige Entwicklung immer mehr durch. Eine größere. Anzahl von Einstellungen für Montagearbeiten erfolgte in Wanne=Eickel. Eine Reihe von stellte einzelne Leute ein. Im Holzgewerbe fanden mehrere Schreiner wieder dauernd Arbeit. Auch im Nahrungsmittelgewerbe konnten wir einige Vermittlungen tätigen. Im Bekleidungsgewerbe ist die Arbeitsmarktlage bei den Weiblichen ausgeglichen. Dagegen konnten von männlichen Personen 6 vermittelt werden und 2 sich selbständig machen. 9 Friseure wurden für regelmäßig wiederkehrende Beschäftigung an bestimmten Wochentagen vermittelt. Im Baugewerbe sind Neueinstellungen nicht erfolgt, da aber mit baldiger Ausführung von Vorstadtsiedlungen zu rechnen ist, werden auch hier demnächst Einstellungen erfolgen können. In Gastwirtschaftsbetriebe wurden 58 Aushilfskellner vermittelt. An weiblichen Kräften konnten 13 in Dauerstellungen untergebracht werden. Die Nachfrage hat aber wesentlich nachgelassen, da die Einstellungen als Ferienaushilfe wohl zum größten Teil abgeschlossen sein dürften. Im Verkehrsgewerbe wurden von der Eisenbahn Oberbauarbeiter ausgewechselt und Güterdodenarbeiter eingestellt. Im Kraftverkehrsewerbe machen sich die ersten Anzeichen iner leichten Belebung bemerkbar. An weiblichen Kräften mußten 6 Packerinnen die Arbeitsplätze verlassen. on der hauswirtschaftlichen Vermittlung herrschte eine sehr starke Bewegung. Entlassungen erIn folgten, weil die Familien in die Ferien gehen. Sie wurden aber reichlich durch Aufnahme berufsfremder Arbeit, insbesondere Landarbeit, ausgeglichen. Aus Holland besteht zurzeit keine Nachfrage Verhältnismäßig wenig erfreulich sieht es immer noch am Arbeitsmarkt der Ungelernten aus. 65 Einweisungen von Notstandsarbeitern und die Vermittlung von 22 Mädchen zur Anlernung in einem Spinnereibetrieb in Württemberg spielen gegenüber der immer noch sehr großen Zahl an Arbeitsuchenden keine ausschlaggebende Rolle. Wie schon eingangs betont, sieht es auf dem Arheitsmarkt der Angestellten noch nicht besonders hoffnungsvoll aus. Zugang und Abgang sind knapp ausgeglichen. Entlassungen von 27 Verkäuferinnen treten zahlenmäßig nicht hervor, da infolge scharfer Nachprüfung der Hilfsbedürftigkeit ebensoviele aus der Unterstützung ausschieden und sich dann auch nicht mehr als Arbeitsuchende meldeten 9 Stenotypistinnen wurden von Behörden entlassen, um Stellen für Manner frei zu machen. 3 3 Musiker wurden in Aushilfsstellen vermit telt. Großse germanische Viereckhäuser festgestellt Wissenschaftlich außerordentlich wichtige Neuentde ckungen bei Siedlungen im Best den Ausgrabungen der germanischen Bekanntlich finden schon seit längerer Zeit auf der Siepenheide in Hochlarmark durch unser städt. Museum Ausgrabungen größeren Umfanges statt Man hat mehrere germanische Siedlungen festgestellt mit zahlreichen oval=runden Wohnhausgrundrissen (Wohnmulden). Die jetzt schon vorliegenden Befunde sind außerordentlich wichtig. Doch ist in diesen Tagen unter der persönlichen Leitung von Dr. Stieren(Münster) die wichtigste Feststellung geglückt. Man stieß nämlich in etwa 0,70 Meter Tiefe auf der Oberfläche des gewachsenen Sandes auf meh rere Pfostenlöcher und auf dunkle Bodenverfarbungen. Zunächst konnte nicht festgestellt werden, um was es sich handelte. Daß es etwas sehr Wichtiges war, ergab sich aus der Stellung der Pfostenlöcher. Nachdem man nun große Sandmassen ausgehoben hatte, um den Verlauf der Pfostenlöcher festzustellen, ergab sich einwandfrei, daß diese Löcher ein gewolltes System verkörperten. Nach umsangreichen Planierungen wurden vier Reihen Pfostenlöcher festgestellt, und zwar zwei kürzere und zwei längere; die kürzeren waren die Schmalseiten und die längeren die Längsseiten eines einräumigen Hauses. Es war etwa 9 Meter lang und 7 Meter breit. Die Höhe der Wände kann man nur schätzen. Sicher daß zwischen den senkrecht stehenden Hauptpfosten echtwerk gewunden war, und zwar wahrscheinlich felderweise, wie bei unseren älteren Bauernhäusern. Das Flechtwerk war von beiden Flächen mit Lehm beworfen, so daß eine Lehmflechtwerkwand mit entstand. Reste dieses Lehmbewurfes hat man auf der Siepenheide häufiger gefunden und sogar noch mit den Abdrücken der etwa 1 Zentimeter dicken gewundenen Zweige. In der Mitte des Hauses, mehr der östlichen Längswand zu, lag eine ovale, etwa 2,50 lange dunkle kleineren Firmen Mulde, die etwa 0,80 Meter in den gewachsenen kleineren Firmen Sand hinein vertieft war. Sie enthielt die Reste von Tongesätzen. Weitere Untersuchungen müssen noch ergeben, ob in dieser Mulde etwa die Herdstelle gewesen ist, was an dem eotl. Vorkommen von Holzkohlen leicht zu erkennen ware. Die westliche Längswand überschneidet eine ältere ovale Wohnmulde. Daraus ist zu ersehen, daß das Haus später als die Wohnmulde angelegt worden ist. Wahrscheinlich aber in ein und derselben Kulturperiode, das heißt in der spätesten vorgeschichtlichen Eisenzeit, den ersten 4 Jahrhunderten nach Christi. Außer diesem bisher ausgegrabenen Viereckhaus scheinen mindestens noch zwei dieser Art vorhanden zu sein, wie verschiedene sichere Bodenverfärbungen auszuweisen scheinen. Diesen Spuren wird in den nächsten Wochen nachgegangen, und es wäre für die westfälische Vorgeschichtsforschung ein unschaßbarer Gewinn, wenn noch weitere dieser sonst so seltenen Viereckhäuser nachgewiesen würden. Ueberhaupt kennen wir nach Dr. Stieren aus dem geamten Westfalen nur zwei dieser Häuer; jetzt kommen die neuentdeckten von der Siepenheide hinzu. Es ist erfreulich, daß die Erforschung unserer Heimat so überaus gute Fortschritte macht, und wir wollen wünschen, daß diese im Allgemeininteresse liegenden Forschungen auch weiterhin erfolgreich sind. Nach dem neuesten Ausgrabungsstand kommen soauf der Sievenheide ovale Wohnungen mit Wohnmulden vor und dann die richtigen elurdumigen Biereckhäuser, die den Urtyp der nieversachsischen Bauernhäuser darstellen. Anderseits zeigen die Befunde, daß den Germanen mehrere Bauweisen von Räumlichkeiten bekannt waren. Bewiesen wird schließlich auch aufs neue, daß unsere Heimat uraltes Siedlungsland ist. Das Ehestandsdarlehen Seine Beschaffung, Verwendung und Tilgung. Ehestandsdarlehen werden nur für den Fall einer Verheiratung gewährt. Deshalb ist die erste Voraussetzung für eine Bewilligung die Bestellung des Aufgebotes. Wer das Darlehen wünscht, läßt sich vom Standesamt ein Antragsformular aushändigen, in das die gewünschte Summe des Darlehens und der künftige Wohnort der Verheirateten einzutragen ist. Es muß auch angegeben werden, ob Gütertrennung beabsichtigt ist. Das Formular ist von beiden zukünftigen Ehegatten zu unterschreiben. Danach wird es bei der Verwaltung derzenigen Gemeinde abgegeben, in der der Ehemann zur Zeit der Antragstellung wohnt. Beigefügt wird die Bescheinigung des Arbeitgebers der Frau, daß sie zwischen dem 1. Juni 1931 und 31. Mai 1933 wenigstens 6 Monate lang in einem Arbeitnehmerverhältnis„ gestanden hat. Es ist nicht nötig, daß diese Dienstleistung bei ein und demselben Arbeitgeber erfolgt ist; aber sie muß im Deutschen Reich erfolgt sein. Zu beachten ist weiter, daß der Arbeitgeber nicht verwandter aufsteigender Linie, z. B. Vater, ist. Adoptiv= und Stiefeltern sind den Ascendenten gleichgesetzt. Es emp fiehlt sich daher, einen solchen Hinweis in der Bescheinigung aufnehmen zu lassen. Zweckmäßig ist es, wenn gleichzeitig noch eine Bescheinigung der Krankenkasse über das Arbeitnehmerverhältnis vorgelegt wird, die gebührenfrei ausgestellt werden muß. Auch dürfte ein polizeiliches Führungszeugnis nichts schaden. Bei kränklichen Personen ist es ferner ratsam, ein amtsärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand beizufügen, aus dem hervorgehen muß, daß eine Verheiratung der Volksgemeinschaft nicht abträglich ist. Wenn auch das Darlehen nur an Inländer gewährt wird, so ist ein Staatsangehörigkeitsausweis für den Antrag nicht nötig. Ueber die Staatsangehörigkeit unterrichtet die Bescheinigung des Standesamts von dem beantragten Eheaufgebot Erst wenn alle erforderlichen Unterlagen beigebracht sind, prüft die Wohnortsgemeinde des Ehemannes den Antrag. Diese Prufung kann einmal die Ablehnung bedeuten. Sie muß erfolgen, wenn ein Teil der Ehegatten nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist, oder wenn nach der politischen Einstellung eines Ehegatten anzunehmen ist, daß er sich nicht jederzeit für den nationalen Staat einsetzen wird, und wenn voraussichtlich die Rückzahlung des Darlehens ausgeschlossen sein dürfte Lehnt die Gemeinde den Antrag ab, so wird dies dem Ehemann ohne Angabe des Grundes mitgeteilt. Eine solche Entscheidung ist endgültig. Die Prüfung kann aber auch zu einer Befürwortung führen. Dann gibt die Gemeinde den Antrag unter Angabe der von ihr befürworteten Darlehenssumme an das Finanz= amt des zukünftigen Wohnortes weiter. Hier fällt die endgültige Entscheidung. Wenn nicht nach der Vorprüfung durch die Gemeinde noch Tatsachen be kannt werden, die eine Nichtgewährung rechtfertigen. so ist mit der Bewilligung durch das Finanzamt grundsätzlich zu rechnen; höchstens in der Höhe des Darlehensbetrages kann noch eine neue Entscheidung getroffen werden. Die Bewilligung wird den Antragstellern mitgeteilt, und zwar bei beabsichtigter Gütertrennung beiden Eheleuten. Für den Empfang ist die vollzogene Eheschließung Bedingung. Deshalb muß bei der Abhebung des Darlehens, die an der zuständigen Finanzkasse gegen Quittung zu erfolgen hat, vom Standesamt eine Bescheinigung beigebracht werden, die gebührenfrei erteilt wird. Ferner muß die Ehefrau durch eine Erklärung des Arbeitgebers nachweisen, daß sie, wenn sie beim Antrag selbst noch in einem Arbeitsverhältnis gestanden hat, nunmehr„mit Rücksicht auf ihre Eheschließung ihre Stellung aufgegeben“ hat. Ohne diese Bescheinigung kann das Darlehen nicht ausgezahlt werden. Das Darlehen wird nicht in bar, sondem m Bedarfsdeckungsscheinen gewährt, die über 10 und 100 Mark ausgestellt werden. Sie sind nur gültig, wenn sie den Stempel des ausgebenden Finanzamtes tragen. Eine Uebertragung an andere Personen ist nicht statthaft: sie würden ihre Ungültigkeit zur Folge haben. Um einen Mißbrauch zu verhüten, ist bestimmt, daß der Käufer auf der Rückseite des Scheines beim Kauf seinen Namen und Wohnort einträgt. Es empfiehlt sich hier, dem Verkäufer den Bewilligungsschein zu zeigen Wenn das auch nicht Vorschrift ist, so kann sich jedoch der Verkäufer bei späteren Zweifelsfällen darauf berufen, daß er die Scheine von einem erhalten hat. dem das Darlehen rechtmäßig zustand. Erworben werden können nur Möbel und Hausgerät; hierzu gehört neben Wäsche alles das, was zur Einrichtung eines Haushaltes erforderlich ist. Näheres darüber enthalten die Richtlinien, die dem Antragsteller bei Gewährung des Darlehens ausgehändigt werden. Grundsätzlich steht den Eheleuten die Wahl eines Geschäftes aus der Reihe der zur Annahme der Bedarfsdeckungsscheine von der Stadtverwaltung genehmigten Firmen frei. Nicht immer wird der Kaufpreis mit dem Betrage des Scheines übereinstimmen. Deshalb ist Barauszahlung eines überschießenden Teiles möglich, jedoch nicht über 1 Mark hinaus. Bei der Bewilligung des Antrages wird den Eheleuten durch Vermerk auf dem Schein mitgeteilt, wie hoch sich die monatliche Tilgungsrate, die 1 Prozent des Gesamtdarlehens betragen soll, stellt. Bei Lohn= usw. Empfängern werden die FinanzLebensrecht der Heimatpresse Schutz vor Eingriffen und mechanische Gleichschaltung Reichsstatthalter Röver erklärte nach einen Bericht der„Oldenburger Nachrichten für Stadt und Land": „Keine Zeitung. die mitarbeiten will, soll ausgeschlossen oder bedrängt werden. Das ware gegen den Willen unseres Führers. Keine Eingriffe in die Wirtschaft und keine mechanische Gleich schaltung! Es wird nur danach gewertet, wieviel Arbeit geleistet wurde! Die RSDAp will den örtlichen Organen der Heimatpresse keine Konkurrenz machen, der Führer würde das für ein Verbrechen halten. Er verlangt aber, daß die Presse die Regierung unterstützt: denn nur ein geschlossenes„Hinter=die-Regierung-treten" kann unser Land und Volk, unsere Kultur und Wirtschaft vor dem Untergang retten.“ Freud und Leid in der Ferienzeit (Schluß.) Ssichel- und Stachelverse Von Dr. Stichel=Stacheldorn. 6. Der Landmann und die Ferien Der Landmann weiß in dieser Zeit Wohl mit den Ferien Bescheid, Doch wenn sie kommen, dann hat er Es mit der Arbeit äußerst schwer. Dann ist im Lande weit und breit Für ihn die große Erntezeit, Dann steht er in dem Sonnenbrand Mit Schweiß bedeckt auf seinem Land, Dann heimst er in dem Sonnenschein Den Segen seiner Arbeit ein, Dann wirkt er schon beim Morgenrot Für uns und unser täglich Brot, Bis er dann schließlich abends spät Ermüdet schwer zu Bette geht, Dann schläft er wie ein Murmeltier Die Nacht hindurch bis morgens vier, Und dann fängt dieser Arbeitsmann Sein Tagewerk von neuem an. So hat er denn von Tag zu Tag Viel Arbeit jetzt und große Plag'. Denn was er tut und was er schafft, Erfordert große Arbeitskraft, Indes, die Arbeit ist ihm Pflicht, Und Ferien, die gibt's jetzt nicht, Der Sonntag nur bringt kurze Rast Für ihn nach seiner Arbeitslast. Erst später, in der Winterzeit, Dann ist er endlich auch so weit, Dann tritt er seinen Urlaub an Wie sonst im Sommer jedermann, Dann ruht er aus an seinem Herd Und raucht sein Pfeischen unbeschwert, Dann sitzt er da und denkt und sinnt, Was er im neuen Jahr beginnt, Wie er bis dahin munter bleibt, Und wie er sich die Zeit vertreibt, Und was er tut und was er macht Am Abend nach der Hasenjagd, Und ganz im stillen denkt er dann: Der Urlaub strengt gewaltig an. 7. Der Kaufmann und die Ferien Daß viele jetzt im Urlaub sind, Das merkt ein jedes Menschenkind, Der Kaufmann merkt insonderheit Den Ausfall in der Urlaubszeit. Er steht im Laden stets bereit In Hoffnung und Geschäftigkeit, Er wartet hier erwartungsvoll Auf etwas, was noch kommen soll Indessen geht im Zeitverlauf Die Tür gewöhnlich selten auf. Und selten nur ein Mensch erscheint, Der's gut mit seinem Laden meint. Ein Pfündchen Zucker, nicht zu knapp, Wiegt er für den und jenen ab, Ein Viertel Kaffee nimmt Frau Schmidt Gelegentlich im Laden mit. Ein wenig Senf, ein Seifenstück Ein Bücking tragen bei zum Glück, Und etwas Butter oder Fett Holt Nachbars Kind Elisabeth Ein Liter Oel, ein bißchen Zimt Und etwas Mehl der eine nimmt, Der andere tritt eben ein Und wünscht ein Püllchen Apfelwein. So steht er da und wiegt und mißt, Bis es dann endlich sieben ist, Dann schließt er ab und überdenkt, Was Gutes ihm der Tag geschenkt. Wenn er dann schließlich Kasse macht Nach dieser großen Tagesschlacht. Dann klappt er zu und denkt bei sich: Die Ferien sind fürchterlich. 8. Der Dieb und die Ferien. Die Ferien sind jedem Dieb Recht zeitgemäß und äußerst lieb, Dann bricht er ohne Urlaubsschein Des Nachts in eine Wohnung ein. So hat er schon in mancher Nacht Sein schlimmes Handwerk hier vollbracht. Er fühlt sich immer ungestört, Weil niemand seine Schritte hört. Er geht im unbewachten Haus Des Nachts gewöhnlich ein und aus. Und was ihm paßt wird annektiert, Wenn er dann schließlich abmarschiert. Der Dietrich dient zum Handgebrauch, Und den benutzt er fleißig auch, Kein Schloß ist sicher, denn der Dieb Hat all die schönen Sachen lieb. So räumt er denn im Zeitverlauf In mancher Wohnung gründlich auf, Und was er nur gebrauchen kann, Das eignet er sich immer an Für jeden, der in Urlaub mach Ist Vorsicht darum angebracht, Denn andernfalls wird er belehrt Wenn er vom Urlaub wiederkehrt Denn was der Dieb so heimlich### Das geht gewöhnlich immer gut, Er liebt darum die Urlaubszeit Und die verlass'ne Räumlichkeit 9. Das Alter und die Ferien. Wenn das Alter langsam naht. Fehlt die Kraft zu großer Tat, Und dann tritt von ganz alleir Für das Alter Urlaub ein. Großmama sitzt da und strickt, Großpapa ins Blaue blickt. Großmama noch etwas näht, Großpapa spazieren geht. Großmama die Ohren spitzt, Großpapa im Sessel sitzt, Großmama das Kind bewacht, Großpapa ein Schläfchen macht. Ihre Kräfte lassen nach, Ihre Augen werden schwach, Und sie sitzen da und ruhn, Können selten nur was tun. Großmama und Großpapa! Nun ist euer Urlaub da, Nun ist Urlaub eure Pflicht, Stimmt es oder stimmt es nicht? 10. Ferien vom„Ich“ Die Hausfrau: Die Ferien vom Ich Sind für mich kümmerlich, Ich habe täglich Pflichten Und muß darum verzichten Der reiche Pro Die Ferien vom Sind für mich eigentlich, Ich kann mir so was leisten, Das können nicht die meisten. Der arme Schlucker: Die Ferien vom Ich Sind für mich jämmerlich, Sie sind zwar da, indessen, Ich kann sie doch nicht essen Der Erwerbslose: Die Ferien vom Ich Sind für mich fürchterlich. Ich möchte lieber schaffen Mit meiner Hände Waffen Der Geschäftsmann: Die Ferien vom Ich Sind für mich wesentlich Ich möchte mal vergessen Geschäftliche Int'ressen. Der Beamte: Die Ferien vom Ich Sind für mich freiheitlich, Des Dienstes gleichgestellte Uhr Geht anders, aber einmal nur. Der Briefbote: Die Ferien vom Ich Sind für mich tröstiglich, Ich brauche nicht zu wandern Von einem Haus zum andern. Der Richter: Die Ferien vom Ich Sind für mich königlich, Ich lebe und kann schlafen Nun ohne Paragraphen. Der Student: Die Ferien vom Ich Sind für mich sonderlich, Ich muß mich tüchtig stärken Zu neuen, schönen Werken. Der Rentner: Die Ferien vom Ich Sind für mich lächerlich, Ich habe sie ja immer, Mal schöner und mal schlimmer Der Zufriedene: Die Ferien vom Ich Sind für mich heimatlich, Ich bleibe hier in Herne Und denk nicht an die Ferne Der Unzufriedene: Die Ferien vom Ich Sind für mich schauerlich, Erst Regen, dann die Hitze, Dann Donner und die Blitze Schluß: Die Ferien vom Ich Sind oft absonderlich, Denn viele sind hienieden Damit noch nicht zufrieden 9.:* .* imter die Abtretung des Gedattsretler verlangen. Sobald ein Kind geboren ist, ermäßigt ich die Schuld um je 25 Prozent. Gleichseinig besteht die Möglichkeit, einen Tilgungsaufschub bis zu 12 Monaten zu bekommen. Ein dahingehender Antrag ist unter Beifügung der Gevurtsurkunden an das Finanzamt zu stellen. Zu beachten ist, daß die Herabsetzung der Darlehensschuld anläßlich einer Gevurt nicht zu einer Verminderung der Tilgungsraten führt. Wer also bei 1000.— Mark Darlehen, die den pochstbetrag darstellen, allmonatlich 10 Mark tilgt. und dem bei Gevurt eines Kindes 250.— Mark erassen werden, hat auch weiterhin 10 Mark, und nicht K Aus und Sonntagsardanken „Wer sich selbit erhohet, der wird erniedrigt weren. und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöht verden.“ So lesen wir im Evangelium des heungen Sonntags. Und was wollen diese Worte?— Es ist dir nicht verboten, in die Höhe zu steigen, aber nur auf einen Tavor, wo sich der Himmel dir aufrut. Auf den Ber gen des Hochmutes aber gehi kalte, eisige Luft; da zucken Blitze des göttlichen Zornes, während unten im Tale der Demut stiller Feierabend ist und Gnadensonne einen hellen Lichtschein hineinwirft. Bergwege, sei's abwarts oder sei es aufwärts, muß man genau kennen, sonst kommt man in große Not Bortes Wort ist der beste Wegweiser hierfür. Schlicht und einfach sollst du deinen Weg gehen, auch wenn er dich über das Volk hinauffuhrt. Nicht nur äußersich darfst du bergan schreiten, sondern auch deine Seele muß mirkommen. Denn je höher einer auf den Berg steigt, wo Licht und Sonne Gottes scheint, um so kleiner wird sein Ich und umso tiefer geht es dann hinab in das Tal der Demut Doch nicht jeder, der auf die Kniee fällt, ist ein rechter Beter, nicht jeder, der an seine Brust schlägt, st in seinem Herzen zerknirscht, nicht jeder Gebückte ist demütig und nicht die, die in den Kirchen die ersten Plätze einnehmen, müssen gerade die Besten sein. Und auch jene gefallen nicht dem Heiland nach seinem heutigen Evangelium, die nur immer danken, daß sie nicht sind wie andere Leute. Doch gibi es ein Dankgebet dafür, daß man nicht in gleiche Tiefen gesunken ist, wie andere. Aber es darf keine Verachtung sein der Gefallenen. Denn aus dem Hochmut gibt es viel schwerer einen Weg, als aus all den Sünden, die genannt werden, daß sie von anderen begangen werAotz 7.20 Mork zu zahlen. Der Vortell ans dem Nachlaß besteht daher nur in einer früheren Beendigung seiner Tilgungsverpflichtungen. Eine gerichtliche Beitreibung bei Verzug findet nicht statt: eo finden vielmehr die Vorschriften der Reichsabgabenordnung Anwendung, so daß es lediglich der Anweisung des Finanzamtes an den Vollstreckungsdeamten bedarf, der ohne weiteres Pfändung vornehmen kann. Da die Reichsabgabenordnung einen pfändungsfreien Lohnteil nicht kennt, kann sich also der Schuldner auf dieen bei der Gehaltspfändung nicht berufen. Ein Wohnungswechsel wahrend der Tülgungszeit ist dem Finanzamt anzuzeigen. für Herne Versteck kommuntitischen Schriftenmaterials aufgedeck! die Ermittelungen der politischen Poltzei führten zur Feststellung eines großen Lagers kommunistischer Heßschriften hochverräterischen Inhalts in der Hermannstraße in Bochum. Unter den Dachziegeln einer Mansardenwohnung hatte ein kommunistischer Funknionar mehrere Plakate marristischen Propagandamaterials. Heßschriften, Organisationsanweisungen, sowie Papier zur Herstellung von Flugblättern und Rundschreiben vervorgen gehalten. Um an das Versteck zu kommen, mußte mit Hilfe eines Dachdeckers ein Teil des Daches abgetragen werden. Das gesamte Material wurde sichergestellt. Die Ermittelungen sind noch im Gange Festgenommen wurde in Herne eine Person wegen Beleidigung des Reichskanzlers und eine Person wegen Bedrohung und undefugten Waffenbesitzes; in Castrop=Rauxel eine Person wegen Berächtlichmachung der Reichsregierung und eine Person wegen Verdachtes der Vorbereitung zum Hochverrat und staatsfeindlicher Umtriebe. ** Reugestaltung der sozialen Bauhütten Eingliederung in die mittelstandische Banwirtschaft. Die Führer der Reichsfachverdände des Haupt= und Nebengewerdes im Bauwesen haben unter Führung des Vorsitzenden des Reichsverbandes des deutschen Handwerks, Handwerkskammerpräsident Schmidt=Wiesbaden, zusammen mit dem beauftragten Leiter des Verbandes sozialer Baubetriebe. Franz Strasser, über musuähten Zrimmenarbett bei der Neugestaltung und Ginalieberung der sozialen Bauhütten in die mittelständische Bauwirtschaft verdandelt. Mit dieser Um stellung der Bauhütten wird das Ziel verfolgt, in Zukunft die Ausfüdrung von Bauvothaben wieder dem selbständigen Bauhandwerk zuzufuhren und zu sichern. Reden Franz Strasser=Berlin und Schmidt=Wiesbaden ist mit der Durchführung der Umstellungsmaßnahmen auch der Vorsitzende des Reichsbundes des deutschen Baugewerdes, Oppermann=Königsberg. deauftragt. Im Hindlick aus diese Regelung und auf eine vom Führer der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Robert Ley, am 7. Juli 1833 ergangene Verordnung nach welcher die Bauhütten in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert sind und nicht sabotiert werden dürfen, wird erwartet. daß alle Angrifse gegen die soztalen Bauhütten unterlassen werden. ** Beamte als Zimmervermieter Im Anschluß an eine Anordnung des Finanz= und Wirtschaftsministeriums hat auch der badische Unterrichts minister Dr. Wacker für Lehrer und Beamte seines Ge schäftsbereichs eine Verfügung erlassen, nach der das Vermieten von Zimmern durch Beamte oder mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft wohnende Familien= angehörige nur nog ausnahmsweise zulässig ist. Diese Verfügung war notwendig, um einer Bevölkerungsschicht, die durch ihre mißliche Wirtschaftslage auf das Vermieten von Zimmern geradezu angewiesen ist, eine Verdienstmöglichkeit zu geben und auch, um auf die Interessen des Hotel= und Gastwirtsgewerdes Rücksicht zu nehmen. Soweit an Kur= und Fremdenplätzen ein Interesse daran besteht, daß auch Beamte ihre Zimmer für den Fremdenverkehr zur Verfügung stellen, sind die erforderlichen Ausnahmen vorgesehen Weitere Ausnahmen waren nötig fur Beamte, die selbst nur über ein geringes Einkommen verfügen und für solche Beamte, die als Neuhausbesitzer in Not geraten sind. ** Keine Warenhaussteuer in Preußen Aber Zweigstellensteuer. Im Anschluß an die vor einigen Tagen ergangene Verordnung über die Durchführung der Warenhaussteuer haben der preußische Innenminister und der Finanzminister einen Erlaß veröffentlicht, in dem festgesetzt wird, daß die preußische Staatsregierung von der Ermächtigung des Reichsgesetzes über die Warenhaussteuer, eine solche Warenhaussteuer einzuführen oder den Gemeinden die Einführung zu gestatten, keinen Gebrauch gemacht habe. Die Einführung einer Warenhaussteuer ist somit in Preußen im Rechnungsjahr 1933 in jedem Falle unzulaslig. Hinsichtlich der landesrechtlichen Filialsteuer verbleidt es bei den bisherigen preußischen Bestimmungen, wonach es den Gemeinden gestattet ist, die Zuschläge zur Uns wird bange, wenn wir einen Menschen in schwindelnder Höhe sehen, auf Bergesfelsen oder auf einem Kirchturmdach. Umso mehr sollte uns aber Angst werden, wenn Hochmut und Stolz einen Menschen ersaßt und ihn in sinnverwirrende Höhen geführt hat. Denn Hochmut ist noch immer vor dem Foll Wallfahrt nach Trier die Eisenbahnfahrkarten können von heute ab gegen Umtausch der provisorischen Karte bei ihren Ausgabestellen in Empfang genommen werden. Mau bewahre sie sorgfältig auf und vergesse sie bei der Abfahrt nicht! Zur Bestellung einer Unterkunft in Trier ist es notwendig, daß diejenigen Pilger, die eine solche wünschen, es bei der Abholung der Fahrkarte angeben. Sie müssen dabei bemerken, ob sie eine Unterkunft in Massenquartieren(1.— M.) oder ein Einzel= oder Doppelzimmer in einem Privathause(1.50 Mark und höher pro Bett und Nacht) oder in einem Gasthofe(2.— M. und höher pro Bett und Nacht) wünschen. Die Uebernachtungspreise verstehen sich ohne Frühstück. Erst nach Feststellung der Zahl und Art der Wohnungen können die Wohnungsscheine beim Trierer Verkehrsamt ausgestellt und nach hier gesandt werden. Jeder Pilger, der eine Unterkunft bestellt hat, erhält alsdann seinen Wohnungsschein, mit dem er nach der Ankunft in Trier seine Wohnung aufsuchen kann. Für die Ausstellung des Scheins fordert das Verkehrsamt eine Vermittlungsgebühr von 10 Pf., die beim Empfang des Scheines abzuliefern sind. Es wird darum gebeten, die Anmeldung sogleich zu besorgen, damit wir die Wohnungsscheine rechtzeitig bekommen. Wünscht ein Kranker den Hl. Rock zu berühren, so muß er vom Arzte einen Fragebogen ausfüllen lassen. Man melde sich daher umgehend bei seinem Pfarrer an, der den Fragebogen des Kranken zusendet. Außer dem ärztlichen Zeugnis ist noch ein pfarramtliches Zeugnis erforderlich Die Einsendung der beiden ausgefüllten Zeugnisse gilt als Anmeldung. Nach Eingang der Zeugnisse in Trier entscheidet der dortige Krankenausschuß über die Zulassung und stellt dem Kranken eine Ausweiskarte aus, die zugleich mit dem allgemeinen Pilgerbüchlein und Pilgerabzeichen vorzuzeigen ist. Zu welcher Stunde die Kranken den hl. Rock berühren, wird ihnen bei der Ankunft in Trier noch bekanntgegeben. in der Regel ist es die Zeit von 5—6 Uhr früh. Kranke, die in einem Krankenhause zu übemnachten wünschen, ist Gelegenheit dazu geboten und kostet die Uebernachtung mit Frühstück 1,50 M. Constantin teuft die 6. Sohle Da der Abbau der Kohlenflöze auf der Schachtanlage Constantin 415 zwischen der dritten und vierten Sohle in einigen Jahren erschöpft ist und die fünfte Sohle schon die Hauptfördersohle bildet, ist die Betriebsführung nun dazu übergegangen mit dem Ausbau der sechsten Sohle zu beginnen. Das sonst übliche Tieferteusen des Schachtes hat man hier nicht vorgenommen, da der in Frage kommende Schacht 5. der bis zur funften Sohle reicht und eine Tiefe von 625 Meter hat, eine doppelte Förderung hat. Mit Ruck sicht auf die durch das Teusen eintretenden Förderstörungen hat man im nördlichen Feld, unweit des Schachtes 5 auf der fünften Sohle ein 96 Meter tieses Gesenk geschaffen, das vor einigen Tagen die erforderliche Tiefe bis zur sechsten Sohle erreicht hat. Nun wird von diesem Gesenk=Blindschacht in südlicher Richtung ei Querschlag in einer Länge von ca. 70 Metern vorgetrieben um dann einen Aufbruch hochzuschießen, der dann den Schacht 5 erreicht, wodurch die Verbindung des Schachtes mit der sechsten Sohle hergestellt ist. Während auf der fünften Sohle die Kohlenflöze: Präsident, Dickebank, Mathilde und Huzo ziemlich mit im Süden lagen, werden sie nun auf der sechsten Sohle in unmitteldarer Nähe des Schachtes iegen. Dazu kommt noch neu hinzu das 5 Fuß starke Flöz Sonnenschein, das auf der vierten Sohle an der Brenze lag. Die sechste Sohle, die eine Tiefe von ver 700 Meter haben wird, kann erst in einigen Jahren in Betrieb genommen werden, da die Ausbauarbeiten Jahre in Anspruch nehmen, und die Kohenvorräte auf den bisherigen Sohlen vorläufig der Förderungsquote genugen. Großer Aufmarsch des SS=Sturmbann 1/30 in Sodingen Heute und morgen werden die Träger der schwarzen Uniform dem Straßenbild Sodingens ein besonderes Gepräge verleihen. Der SS=Sturmbann I/30 rückt ins Manöver, und mit ihm wird die Bevölkerung ziehen. Der Samstagabend bringt im Lokal Borgmann einen Deutschen Abend, auf dem die rühmlichst bekannte SS=Sturmbannkapelle Hagen den musikalischen Teil übernimmt. In dem reichhaltigen Programm ist u. a. eine Festansprache des Herrn Dr. Martin(Bochum) vorgesehen. Sonntagmorgen werden die SS Gruppen an den Gottesdiensten beider Konfessionen teilnehmen. Anschließend werden die Abteilungen zum Volkspark abrücken, wo in der Schlucht zwischen dem Volkspark und dem Holthauser Friedhof eine große Gasschutzübung stattfindet, die sicherlich eine riesige Menschenmenge als Zuschauer finden wird. Sodann führt der SS=Reitersturm auf dem Sportplatz im Volkspark ein Turnierreiten vor. In den Mittagsstunden kon zertiert auf dem Hindendurgplatz die Sturmbannkapelle. Zu einem großen Propagandamarsch werden auf dem Hindenburgplatz 1000 SS=Männer am frühen Nachmittag Aufstellung nehmen. Der Zug wird sich durch folgende Straßen bewegen: Mont=Cenis=, Uhland=, Querstraße. Am Kricken, Horst=Wessel=, Ring=, Börsinghauser, Castroper=, Baare=, Schade burg=, Dorf=, Kirch=, Freiheit=, Gerther Straße, Amtshaus. Hier findet der Vorbeimarsch vor den Führern statt. Den Abschluß dieser beiden Festtage für den Stadt teil Sodingen bilden Manöverbälle in mehreren Lo kalen. An die Bevölkerung ergeht die Bitte, die Häu ser an den beiden Tagen zu beflaggen Schöffengericht Herne. Jahrlässige Tötung Wegen fahrlässiger Tötung eines Bergmanns wurde der Anschläger Br. vom Herner Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt. Das Urteil fiel aus folgenden Gründen milde aus: Br. hat eine tadellose Vergangenheit hinter sich und ist seiner Pflicht als Anschläger bisher in hervorragender Weise nachgekommen. Am 26. April dieses Jahres hatte Br. einen schweren Arbeitstag hinter sich. Familiäre Hiobsbotschaften deprimierten ihn seelisch während der ganzen Schicht. Der Zuruf eines Kumpels am Schacht verwirrte ihn und er gab zur falschen Zeit das Zeichen. der Korb zog an und der Bergmann Ma. verunglückte dabei. Ein Bergrat stellte dem Angeklagten als Sachverständiger das denkvar günstigste Zeugnis aus. * Ein betrügerischer Betriebsführer zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Als das Projekt des Ostschachtes der Zeche MontCenis entstand, wurde die Schachtbau A.=G., Sitz Essen, mit der Abteufung beauftragt. Diese sicherte sich eine bewährte Kraft, den Betriebsführer Wilhelm Kl aus Hannover, der im Abteufen einen guten Ruf genoß, für die Arbeiten. Kl. hatte seine Familie in Hannover wohnen und führte in Sodingen einen zweiren Haushalt. Als„Strohwitwer“ kannte er im Geldausgeben als bereits 47jähriger keine Grenzen und führte ein gutes Leben, und war bei Sodinger Wirten nach und nach tief in die Kreide kommend. Bei der Arbeit lernte er einen Bergangestellten der Zeche Mont=Cenis kennen. Es war am 1. Dezember 1931, als er diesen, da er hörte, der Bergangestellte hätte eine Erbschaft von über 4000 Mark gemacht und möchte sie nußzbringend anlegen, um die Summe von 4000 Mark anging und auch erhielt. Und zwar bekam er die Summe unter der Vorspiegelung, er ar beite an der Erfindung einer Pumpe. die mit Preß luft arbeite. Es handelt sich um eine selbsttätige Schachtpumpe, die besonders bei der Leuteförderung von Wert sei, da beim eventuellen Tieferhängen des Förderkordes in den Schachtsumpf Vergleute der un teren Etagen ertrinken könnten. Dem würde dadurch vorgebeugt. Die 4000 Mark sollten als kurzfristiges Darlehen, reichlich verzinst, vorgestreckt werden. Später wurde der Vergangestellte noch einmal um 200) Mark angepumpt. Als der Schachtvau zum 1. 1. 31 beendet war, wurde dem pumpenden Betriebsführer, da sich ein Auftrag für die Schachtbau=A.=G. in Essen zerschlug, gekündigt. Er verschwand nach Saarbrücken, war aber, als der Vergangestellte seine Forderungen auf Rückzahlung des Geldes erhob, auch von dort verchwunden. Angeblich, weil der Bergangestellte ihn dort angeschwärzt habe. Wenn er es getan, geschah es mit Recht. Es gelang, nachdem die Kriminalpolizei Kl. suchte, ihn in Essen festzunehmen, nethdem im Mai 1932 die Anzeige erstattet worden war. Seitdem saß er im Herner Gerichtsgefängnis in Untersuchung, fast ein Vierteljahr lang Der vorgeführte Betriebsführer Kl. kam nun mit folgenden Entschuldigungsgründen: Er habe zunächst an die Verwertung seiner Erfindung geglaubt. Dann hätte er für 2 Jahre keinen Urlaub erhalten, dafür hätten ihm 900 Mark, d. i. ein Monatsgehalt, gezahlt werden müssen. Weiter sei ihm keine Deputatkohle geliefert worden, für die er auch eine Entschädigung zu verlangen hatte und zum Schluß führte der Angeklagte eine noch nachzuzahlende Sonderprämie für die vor Zeit getätigte Erstellung des Schachtes Ost an, die ihm der Direktor der Schachtbau=A.=G. versprochen habe. Alles in allem, hätte er mit diesen Nachforderungen mit Leichtigkeit seine Schulden abtilgen können. Zunächst wurde der Sohn des Direktors der Schachtbau=A.=G., ebenfalls Direktor, vernommen. Dieser mußte während der Verhandlung mit seinem in Mülheim weilenden Vater telephonieren, ob dieser dem Angeklagten tatsächlich eine Sonderprämie versprochen habe. Der verneinte es und bezog seine Aeußerung nur auf die übliche monatliche Leistungsprämie, die der Angeklagte stets erhielt. Eine Sonderprämie hätte er nicht erhalten, da er ja kein Mitgesellschafter war. Bezüglich der Deputatkohle hieß es. daß Mont=Cenis Erfüllungsort war. Mit Hannover hatte man nichts zu tun. Es habe dem Angeklagten freigestanden. Deputatkohle während seiner Beschäftigung zu verlangen. Eine solch große Menge nach Hannover zu schicken, konnte die Gefahr bergen, daß die Kohle weiterverkauft würde. Also war auch dieer Anspruch des Angeklagten hinfällig. Bezüglich der Prämie wollte der Angeklagte einen Zeugen, einen Infpektor der Essener Schachtbau=A.=G. festnageln, daß der sich ihm gegenüber bei einer Zusammenkunft in Essen geäußert hätte, er, der Angeklagte sei dumm gewesen, er hatte noch 5000 Mark aus der Schachtbau=A.=G. herausschlagen können, also sei es doch was mit der Prämie. Doch dieser Zeuge leugnete. diese Aeußerung getan zu haben. Bezüglich der Erfindung sagte ein Ingenieur aus, daß er ein befreundetes Patentbüro in Essen aufgesucht habe, wo er bereits ein Patent gleicher Art, wie ihm der Angeklogte durch Zeichnungen vorgewiesen, fand. Es sei schon eine gleiche Erfindung im Jahre 1875 von einem Engländer gemacht worden. Auf den Urlaub. so wurde festgestellt, hatt; der Angeklagte freiwillig verzichtet. Der betrogene Bergangestellte sagte aus, daß der Angeklagte gleich Tage nach Erhalt der 4000 Mark seine Schulden davon mit wenia##s 2000 Mark bezahlt habe. Vernommen wurde noch ein Wirt, dem der Angeklagte noch 1300 Mark schuldet. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten des Betruges für schuldig und beantragte 6 Monate Gefängnis. Der Angeklagte bat um Freispruch, eine Reihe unglücklicher Zufälle habe ihm die Möglichkeit genom men, seine Schuld zu tilgen. Das Schöffengericht erkannte gegen ihn auf 4 Monate Gefängnis bei Anrechnung der Untersuchungshaft. Der intelligente Angeklagte habe sich der Tragweite seiner Handlung bewußt sein müssen. Ilao Gewerdesteuer für Versicherungs=, Band. Krediz und Warenhandelsunternehmungen, die im Gemeindebezirk Zweiastellen unterhalten, ohne in ihm ihren Hauptsin zu haden, bis zu einem Fünftel über die sons in der Gemeinde festgesetzten Hundertsätze hinaus zu erhöhen Die zur Einführung oder Erhöhung der Filialsteuer erforderliche Genehmigung wird den Regierungspräsidenten übertragen. Gleichzeitig wird in dem Erlaß mitgettilt, daß die Regierung von der Ermächtigung, alle Gemeinden zur Einführung einer Filialsteuer zu verpflich ten. nicht allgemein, wohl aber hinsichtlich der Filialen von Warenhausunternehmen, Einheits= und Kleinpreisgeschäften Gebrauch gemacht habe. Die entsprechende Verordnung ist vor einigen Tagen veröffentlicht worden Für diese Unternehmen gilt, daß sich die Hundertsäne der G; werbesteuer für diese Zweigstellen, ohne daß es eines besonderen Gemeindebeschlusses bedarf. umein Fünftel erhöhen. * Victoria-Versicherungen werden ausgewertet. Der Anzeigenteil enthält eine Bekanntmachung der „Victoria zu Berlin“, aus der zu ersehen ist, daß die Volksversicherungen zur Aufwertung ge langen. Wir raten unseren bei der Victoria versichert gewesenen Leser, die Bekanntmachung in dieser Ausgabe zu beachten und ihre Ansprüche sofort anzumelden. Ein großer Wasserrohrbruch entstand gestern auf der Mont=Cenis=Straße gegenüber unserer Geschaftsstelle im Stadtteil Sodingen. Die Straße mußte bis zur Hälfte gesperrt werden Der Schaden wurde im Laufe des Tages behoben. * Vom Erntewagen gestürzt. Gestern nachmittag stürzte ein etwa 5jähriger Junge auf der Gysenbergstraße von einem Erntewagen. Er zog sich hierbei Kopf= und Beinverletzungen zu, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. * Doppeltes Pech. In die Straßenbahnschienen geriet mit dem Fahrrad auf der Mont=Cenis=Straße ein junger Mann. Er flog kopfüber aufs Pflaster und trug eine erhebliche Verletzung davon. Zu allem Unglück gab es auch noch Scherben, da ein Steingutbehälter, den er auf dem Gepäckträger hatte, dabei in Trümmer ging. * Ehrliche Finderin. Eine einkaufende Frau hatte auf dem gestrigen Wochenmarkt ihre Geldbörse mit einem ansehnlichen Inhalt verloren. Sie hatte den Verlust gar nicht bemerkt und war erstaunt, als ihr die Geldbörse von einem jungen Mädchen nachgebracht wurde. Die ehrliche Finderin lehnte einen Findelohn ab. * Kindliche Unvorsichtigkeit. Ein noch nicht schulpflichtiges Mädel aus der Schillerstraße fuhr gestern morgen in einem Sportwagen sein einjähriges Brüderchen spazieren. An den Abhängen des Ostbaches glitt der Wagen dem Mäde aus der Hand und stürzte mit dem Kind ins Wasser Das Kind lag bereits einige Minuten im Wasser, ehe es von Passanten herausgezogen wurde Es war ein Glück, daß der Bach einen niedrigen Wasserstand auf weist, sonst wäre das Kind unweigerlich ertrunken. * Eine leidige Unsitte. In der Neustraße hatten sich gestern mittag zwei Radler an einem Kraftwagen angehangt. An der Mittelstraße ließen sich beide im vollen Tempo los und übersahen dabei einen entgegenkommenden Kohlenwagen. Einem Radler gelang es noch auszuweichen, während der andere davor rannte. Er erlitt dabei Verletzungen an Kopf und Händen und zog mit einem zertrümmerten Rad betrübt nach Hause. * I m K a n a l e r t r u n k e n. In den Spätnachmittagsstunden des geftrigen Tages ertrank unterhalb der Kanalbrücke an der Strünkeder Straße ein junger Mann aus der Hillerheide im Alter von ca. 25 Jahren. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Eigentümer gesucht. Bei der Kriminalpolizei, Zimmer 230, ist ein großer Kinderroller mit hellblauem Anstrich, gelben Felgen, Gummireifen und Tretvorrichtung sichergestellt, der vermutlich aus einem Diebstahl herrührt. Der Eigentümer hat sich bisher nicht ermitteln lassen. Der Roller kann bei der eingangs genannten Dienststellbesichtigt und vom rechtmäßigen Eigentümer in Empfang genommen werden. * J o l g e n d e F a h r r ä d e r w u r d e n g e s t o h l e n: Am Donnerstag gegen 10 Uhr vor der Reichsbank in Herne ein Herrenfahrrad Marke Meister, Nummer unbekannt; am gleichen Tage gegen 11 Uhr vor dem Wohlfahrtsamt am Adolf=Hitler=Platz ein Herrenfahrrad Marke Opel, Nummer unbekannt. * Frauenbund der Deutschen Kolonial-Gesellschaft. Abteilung Herne. Montag nachmittag findet im Stadtgarten=Restaurant eine Zusammenkunft statt, bei der ein Referat über die Lage in Südwest gehalten wird. Ferner steht eine Aussprache über das Kolonialfest im September auf der Tagesordnung. Gleichzeitig seien die Mitglieder des Frauenbundes schon jetzt darüber informiert, daß auch die hiesigen Kolonialverbände zu einem einheitlichen Verband zusammengeschlossen werden.(Siehe Vereinskalender.) * Blankenburg in Herne! Vom Reichsbund ehem. Militärmusiker, Ortsverein Herne. wird uns geschrieben: Am 1. September wir#. der Marschkomponist H. L. Blankenburg ein Konzert der„Ehemaligen Militärmusiker“ im Strickmann'schen Garten dirigieren. Wie erinnerlich, konzertierte Blankenburg im vorigen Jahre schon einmal in Herne. Das schlechte Wetter mag damals viele abgehalten haben. Wer gut informiert sein will über alle lokalen Ereignisse, die Vorgänge im Reich und im Ausland, liest den Herner Anzeiger. Geringe Kosten, halbmonatlich nur RM. 1,08. Nr. 188(Drittes Blatt) Herner Anzeiger Samstag, den 12. August 1933 50 Jahre St. Marien-Hospital Zum goldenen Jubelfeste unseres St. Marien-Hospitals 1883—1933 50 Jahre sind heute verflossen, seitdem unser St.Marien=Hospital in seinem ursprünglichen Bau die feierliche Weihe erhielt und damit seiner Bestimmung, das Leid der Kranken zu mildern, ihnen Genesung und Heilung zu verschaffen, mit einem Worte eine Stätte der Karitas zu werden, übergeben wurde. Das ist fürwahr ein Jubeltag im Sinne des psalmistischen Wortes:„Dies ist der Tag, von Gott gemacht; lasset uns an ihm freuen und frohlocken!“ Die verflossenen 50 Jahre bekränzen das Marienhospital mit dem goldenen Chrenkranze; Freude und Dank triumphieren an dieser Heilstätte, sie erfüllen aber auch die Herzen aller Pfarrangehörigen von St. Bonisatius und der Tochtergemeinden. So darf der 12. August nicht versinken in den Strom der Zeiten, ohne daß wir das Ehrenbuch aufschlagen und den Werdegang des Hospitals von seinen unscheinbaren Anfängen bis zur gegenwärtigen Stunde in kurzen Zügen darlegen; nur skizzenhaft soll das geschehen; denn allein der göttliche Samaritan weiß, was 50 Jahre karitative Arbeit für die leidenden Brüder und Schwestern unserer Gemeinde in sich schließen.— Mit dem Einzug der Industrie in das Ackerdörflein Herne— die erste Zeche Shamrock 1/2 wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts abgeteuft— regte sich ein pulsierendes Leben; Arbeiter strömten aus allen deutschen Gauen, selbst aus dem Auslande, nach hier. Dieser frische Zug der Wirtschaft konnte einerseits begrüßt werden, andererseits hielt das Schicksal mit ihm gleichen Schritt. Der bergmännische Betrieb war mit Gefahren verbunden und brachte viel Leid für das Leben der Schaffenden, und je mehr die heimische Industrie durch Anlage neuer Zechen(von der Heydt, Julia, Mont=Cenis und einiger Eisenwerke) sich erweiterte, nahmen die Unglücksfälle zu. Am häuslichen Herd konnten die vom Unglück betroffenen Knappen und Arbeiter allein nicht Hilfe und Heilung erlangen; es stellte sich die Notwendigkeit heraus, die Opfer der Arbeit benachbarten Krankenhäusern(Bochum, Recklinghausen u. a.) zuzuführen, da Herne trotz der sich stetig steigernden Zahl der Bevölkerung einer Krankenhausstätte entbehrte. Aber welche Umstände und Unannehmlichkeiten waren mit dem Transport Verletzter nach auswärts verbunden! Da erhebt sich die Frage: Warum kam Herne nicht zur Errichtung eines Krankenhauses, obwohl es doch von einem Kranz bergwerklicher Betriebe umgeben war, die fast äglich Leid und Weh im Gefolge hatten? Bei der Beantwortung dieser Frage haben wir nur die katholische Gemeinde im Auge. War sie imstande, in jener Zeit(1855—1870) ein Hospital zu errichten? Erst am 31. Oktober 1858 als Missionstation wieder ins Leben gerufen, mußte sie in den ersten Dezennien alle Kraft anwenden, für ihre weit zerstreuten Angehörigen die notdürftigsten kirchlichen Angelegenheiten(Notkirche, Schule) zu regeln, und als sie in den 70er Jahren einigermaßen erstarkte, da erbrauste ein gewaltiger Sturm, der sog.„Kulturkampf“, der sogar gewaltsam in das rein kirchliche Leben eingriff. Es steht hier nicht zur Aufgabe, die trüden Wirrnisse für die Missionsgemeinde in jener Zeit näher darzulegen; nur muß betont werden, daß unter ihrem Einflusse— der einzige Geistliche, Herr Kaplan Gerhard Strickmann, war 5 Jahre der Gemeinde verwiesen und durfte keinerlei Seelsorge ausüben— nichts für den Ausbau der an und für sich armen Gemeinde geschehen konnte. Auch als im Winter 1880 der„verbannte" Seelsorger wieder seiner Herde zurückgegeben wurde, hatte er ein überreiches Maß an Arbeit der Förderung des religiösen Lebens zuzuwenden. Nichtsdestoweniger beseelte ihn, ungehindert der speziellen Seelsorgearbeit, der Gedanke, ein Hospital für die Kranken zu errichten. Freilich stellten sich hier finanzielle Schwierigkeiten in den Weg Wie konnte sich eine Missionsgemeinde, die das Gepräge der Dürftigkeit an sich trug, zur Ausführung eines olchen Projektes ausschwingen. Indes, der Missionszeistliche Strickmann, der bislang schon so Großes vollbracht hatte— wir denken an den Bau der St.= Bonifatius=Kirche—, fand Mittel und Wege, das erwähnte Ziel zu erreichen. Zwei angesehene Bürger seiner Gemeinde, die Herren Bauunternehmer Heinrich Dickhoff und Kaufmann Julius Meimberg, waren seine treuen Mithelfer. Sie leisteten zunächst Bürgschaft bei dem Erwerb eines mehrere Morgen großen Grundstückes von den Erben Schlenkhoff(gelegen an der Schulund Marienstraße, damals noch unausgebaute Feldwege), und am 9. August 1882 konnte Das Marien-Hospital nach der letzten großen Erweiterung Die Aufnahme läßt deutlich das vor einigen Jahren neu aufgesetzte 3. Stockwerk erkennen. ter Glockenklang eine bis dahin kaum gesehene Prozession zum St.=Marien=Hospital zog, voran die zehn Schulklassen mit ihren Lehrpersonen, dann die Geistlichkeit von hier und den benachbarten Gemeinden und die kirchlichen Vertretungen, es folgten die drei von dem Mutterhause der Vinzenztinerinnen in Paderborn für das neue Hospital entsandten Schwestern Aloisia, Heriberta und Alfonsa, von denen erstere als Leiterin bestimmt war; den Schluß bildeten ungezählte Angehörige der Missionsgemeinde, denen sich auch viele Mitglieder anderen Bekenntnisses anschlossen. Es war ein Jubel- und Dankestag ohnegleichen. Auf der bekränzten Treppe zum Hauptportal nahmen Geistliche und Schwestern Aufstellung, und Herr Rektor Klagges aus Bochum(späterer Dechant in Letmathe) feierte in tiefempfundener Ansprache die karitative Bedeutung des Hauses für die Kranken und Altersschwachen, denen nunmehr eine Heimstätte geschaffen sei. Sein Schlußwort galt den drei Töchtern des hl. Vinzenz von Paul, besonders der Oberin Aloisia; für sie erflehte er den Segen des Himmels, auf daß an diesem Orte das Werk der Karitas immerfort blühe und reiche Früchte trage. Dann erklang aus vieltausendfältigem Munde der Hymnus:„Großer Gott, wir loben dich!“, während Kaplan Strickmann die kirchliche Weihe vollzog. Die eindrucksvolle Feier ging allen Teilnehmern zu Herzen; sie verfehlte auch ihren Eindruck auf Andersgläubige nicht. Ohne Namen zu nennen, waren wir Zeuge, wie hiesige evangelische Landwirte sich bereit erklärten, dem neuen Krankenhause— dem ersten in Herne— Kartoffeln und Gemüse zur Verfügung stellen zu wollen. Am Spätnachmittage füllte sich der Saal des Gasthofes August Schmitz(Bahnhofstraße) mit vielen Freunden und Gönnern des Krankenhauses der erste Spatenslich zum Krankenhause getätigt werden. Eine Bausumme für den bald beginnenden Bau war freilich nicht vorhanden. Die genannten Herren hatten zwar die Konzession erwirkt, aber die Kosten mußten durch mildtätige Spenden aufgebracht werden. Der zu diesem Zwecke von dem Herrn Kaplan begründete Sammelverein erbrachte allmonatlich erhebliche Erträge, auch von Karitassreunden außerhalb von Herne, so daß der Grundstock stetig wuchs und die benötigte Summe für Grunderwerb und Bau(30000 Mark) sichergestellt wurde. Rüstig schritten die Bauarbeiten, die in den Händen des Bauunternehmers Heinrich Dickhoff lagen, voran, und als der August des Jahres 1883 ins Land zog, stand das Haus vollendet da. Es ist der Mittelbau des Hauses an der Schulstraße. Für die damalige Zeit war das entstandene Krankenhaus ein repräsentatives Gebäude, das Raum für 28 Betten gewährte. Rühmlichst muß hervorgehoben werden, wie die Wohltätigkeit allerseits, auch von Andersgläubigen, einsetzte, um die erforderlichen Inventarstücke im Innern des Hauses zu beschaffen. So nahte der 12. August, der für die Einweihung bestimmt war. Eine Nachmittagsandacht als Dank für das unter dem Segen des Allerhöchsten gechaffene Liebeswerk leitete den Akt ein, worauf unzu einer weltlichen Feier, zu der auch insbesondere die Direktoren der umliegenden Zechen erschienen waren. Der„Männergesangverein 1862“ verschönte die Feier durch Liedervorträge, und in mannigfachen Ansprachen wurde zum Ausdruck gebracht, wie bedeutungsvoll der heutige Tag für die Leidenden sich erweisen würde.— Mit dem 12. August 1883 war das St.=MarienHospital seiner Bestimmung übergeben, und die Schwestern erlebten die Freude, schon nach wenigen Tagen Werke der christlichen Liebestätigkeit ausüben zu können. Zu den ersten Insassen zählte die Witwe Johanna Sandkuhl, die, an Altersschwäche leidend, den Abend ihres Lebens im Hospital verbringen wollte. Als Entgelt vermachte sie eine kleine Summe Geldes und sonstige Habseligkeiten dem Hause. Als sie nach mehreren Jahren das Zeitliche segnete, da setzte ihr das Kuratorium aus Dankbarkeit ein Denkmal, das bis vor kurzem ihre Grabstätte zierte Wie sehr das Krankenhaus als Pflegestätte für alte Leute in Anspruch genommen wurde, erhellt daraus, daß bald wieder zwei Insassen dauernden Aufenthalt fanden: die hochbetagte Jungfrau Margarethe Schnelle und der Buchbindermeister Oskar Boskamp. In den ersten Jahren hatte das St.=Marien=Hospital mehr einen privaten Charakter, indem es auf den Namen der beiden Bürgschafter stand. Erst später erhielt es die Rechte einer juristischen Person. Kaplan Strickmann galt als Leiter; ihn unterstützte ein Kuratorium, das sich anfänglich also zusammensetzte: Bauunternehmer Dickhoff, Rentner Herrgott. Kaufmann Meimberg. Zecheningenieur Marcks. Kaufmann Wilhelm Albring sen. Nach dem Ableben des Herrn Herrgotts trat Buch halter Peter Norpoth ein, der dann auch die Kassengeschäfte bis zu seinem Tode 1907 erledigte. Als erster Arzt fungierte Herr Dr. med Wittkamp sen., der allerdings wegen Kränklichkeit nur kurze Zeit das Amt zu verwalten vermochte Da das Haus viele kranke Bergleute zu versorgen hatte, so drang der Knappschaftdirektor Gerstein darauf, zwei Stationen(eine innere und eine chirurgische) einzurichten und die Herren Dr. med. Cremer und Dr. med. Kalthoff mit der Ausübung der Praxis zu betrauen Im Laufe der drei ersten Jahre wurde das St.= Marien=Hospital so sehr in Anspruch genommen, daß es räumlich den Anforderungen nicht mehr genügte. Eine Erweiterung war unausbleiblich. Zu diesem Zwecke mußte zunächst ein anschließender Baugrund. die sog.„kleine Bredde“, von den Erben Schlenkhoff in Größe von einem Morgen durch Beschluß des Kuratoriums vom 24. Februar 1887 erworben werden. Bereits am 12. März wurde mit dem Anbau des Südflügels begonnen und so beschleunigt, daß schon im Herbst die Einweihung stattfinden konnte. Herr Pfarrer Vaester aus Gelsenkirchen hielt die Weiherede. Dieser neue Flügel barg in sich auch ein Kapellchen mit einem schlanken Türmchen, in welchem das Glöcklein aus der Notkirche(von der Heydtstraße) seine Klänge zum Gottesdienste und zu den kirchlichen Tageszeiten erschallen ließ; es war zugleich ein Mahner an jene Zeit, da die Missionsgemeinde noch in den Anfängen ihrer Wirksamkeit lag. Noch ein Ereignis reihte sich an den Neubau: die Schwester Oberin Aloisia konnte auf eine 25jährige Wirksamkeit im Dienste der Barmherzigkeit zurückschauen. Viele Ehrungen wurden ihr zuiell. Das Kuratorium übermachte ihr ein Harmonium für den gottesdienstlichen Gebrauch in der Kapelle. Mit dem Erweiterungsbau des St.=Marien= Hospitals entstand auch ein Haus an der Schulstraße, das ebenfalls zum Hospital gehörte und insonderheit für eine Kinderbewahrschule(Kindergarten) und eine Nähschule bestimmt war. Die Schwestern des Krankenhauses übernahmen die Leitung beider Institute, die sich in ethisch=sozialer Hinsicht zur Freude vieler Gemeindeangehörigen auswirkten. Die Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre erheblich zunehmende Industrie übte auch einen Einfluß auf das Marien=Hospital aus. Man sah die Notwendigkeit der Angliederung eines Nordflügels ein, so daß mancher Raum für die Aufstellung von 120 Betten geschaffen war. Dieser Erweiterungsbau, im Frühjahr 1892 begonnen, stand anfangs Juni desselben Jahres im Rohbau fertig da, zu einer Zeit, als der eigentliche Gründer und Förderer des Karitasbaues, Pfarrer Strickmann, auf dem Krankenbett lag. Dennoch ließ er sich eines Tages zu einem Fenster seiner Wohnung führen, von wo aus er den Neubau erblicken konnte. Wehmut erfaßte sein Herz, die in dem Sehnsuchtsrufe ihren beredten Ausdruck fand: „Du hast es mit Augen geschaut, aber wirst nimmer hineinkommen!“ Die Arbeiten im Innern vollendeten sich zusehends, aber der Mann, dessen Herz an dem Werke hing, rang mit dem Tode und trat am 17. Juni schon den Gang in das bessere Jenseits an. Personell sei erwähnt, daß der Krankenhausarzt Dr. med. Kalthoff bereits vorher das Zeitliche gesegnet hatte; er wurde ersetzt durch Dr. med. Krabbel. Da am 1. Januar 1891 Dr. med. Cremer die ärztliche Tätigkeit am Krankenhause niederlegte, so wirkte fortan der erstere als alleiniger Hausarzt als Internist und Chirurg. Eine Autorität auf medizinischem Gebiete und insonderheit ein treuer Sachwalter des Hauses, sank auch er zu früh um die Jahreswende ins Grab. Sein Nachfolger wurde Dr. med. May vom„Bergmannsheil“, in Bochum. Durch Tod und Wegzug schieden aus dem Verwaltungskörper die Herren Kaufmann Meimberg und Ingenieur Marks. An ihre Stelle traten Kaufmann Waldemar Rochol und Rechtsanwalt Hölscher. Um diese Zeit — 1902— verließ uns die Oberin Alosia nach 19jähriger, opferwilliger Arbeit. Sie wurde zunächst Leiterin des Hospitals in Geseke und wirkte dann noch in manchen Stellungen bis ihre Kräfte erlahmten. Die dankbare Gemeinde Herne hat die erste Oberin nie vergessen; man gedachte ihrer gelegentlich des 50jährigen Ordensjubiläums und zuletzt noch bei ihrem Hinscheiden im Juni d. J. Von den 90 Jahren ihres Lebens hat sie 70 dem Vinzenzwerk gewidmet. Ihr An denken soll gesegnet werden.— Am 22. April 1902 faßte das Kuratorium unter dem Vorsitze des Herrn Pfarrers Schaefer den Beschluß, zu einem neuen, großzügigen Erweiterungsbau des Hospitals im Zuge der Marienstraße zu schreiten der sich bei der großen Seelenzahl der Gemeinde aldringend erwies, obgleich im Laufe der letzten Jahre die evangelische Gemeinde auch ein Krankenhaus errichtet hatte. Nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Menken führte die Firma Gebr. Senger den Bau aus, der eigentlich durch seine den hygienischen Anforderungen völlig entsprechenden Einrichtungen den Mittelpunkt des Marienhospitals darstellte. Wir brauchen nur auf die Lage der Krankenzimmer, nack Süden gelegen, und die geräumigen Gänge mit ihren Tagesräumen u. a. hinzuweisen. Das Bauobjekt bezifferte sich auf rund 225000 Mark, die Anzahl der Betten stieg auf 180. Auch das Aeußere des Baues erhielt angenehm wirkende Formen, vor allem das Hauptportal. Ueber die Architektur und die vorteilhafte Hygiene ließe sich noch manches Wort sagen. Wir haben indeß vorzugsweise die geschichtliche Entwicklung des Hauses nach dem inneren Leben im Sinne. Pfarrer Schaefer, später Dechant, war ein treusorgender Vater seines Spitals, unterstützt besonders von der emsig waltenden Oberin Luciana, die 1919 zum Bedauern von hier schied, und von den Verwaltern der Rendantur: Peter Norpoth(f 1907), Schwester Borgia(bis 1919) und von da ab Konrektor Meerpohl bis zum heutigen Tage. Hier müssen wir erwähnen, daß während der Kriegszeit das Haus als Laza ret stark belegt war. Dechant Schaefer, der langjährige Vorsitzende, ging am 11. Februar 1924 zur ewigen Ruhe. Das Kuratorium dankte ihm mit den Worten:„Er hat das Marien=Hospital aus kleinen Anfängen zu seiner jetzigen Größe und Bedeutung sich entwickeln sehen und ihm stets mit vollster Hingabe seine Kräfte geschenkt. Selbst von echter Nächstenliebe durchdrungen, war sein Streben und seine väterliche Sorge in erster Linie den Kranken gewidmet. In dem Marien=Hospital erkannte und ehrte er eine Anstalt von höchster karitativer Bedeutung, und in diesem Sinne eiferte er jederzeit für die Weiterentwicklung des Hauses". Pfarrer Heinrich Wüseke, der Nachfolger des Dechanten Schaefer, schenkte vom ersten Tage seiner hiesigen priesterlichen Wirksamkeit an sein volles Interesse und seine ganze Kraft dem Marienhospital. Auf weite Sicht schauend, war es sein Bestreben, der Ausführung des Projektes der Knappschaft, in Herne ein eigenes Heim für ihre verletzten Knappen zu errichten, durch neue Ausbauten des Hauses zuvorzukommen. So wurde 1926 eine Erweiterung des Baues an der Marienstraße bewerkstelligt. Im Jahre 1928 erfolgte die Aufstockung des Hauses an der Schulstraße, wodurch eine wuchtig wirkende Frontfläche erzielt wurde. Der Eindruck erhöhte sich durch die südwärts erfolgende Angliederung eines Anbaues als Fortsetzung, der im Erdgeschoß ein Atrium im kolonadenförmigen Stil, in den oberen Stockwerken aber geräumige Veranden aufweist. In denselben Jahren 1928•29 erfolgte die nach der Hofseite errichtete Isolierstation mit der über derselben liegenden großen und prächtigen Kapelle, auf der ein Türmlein mit dem alten Glöcklein tront. Das Marienhospital konnte nach Vollendung der letzten Erweiterungsbauten über 350 Betten verfügen und somit mit den größeren Häusern des Industriegebietes in Parallele gestellt werden. Und dem imposanten äußeren Bau entspricht in allen Teilen die innere Einrichtung, die in höchster Vollendung die Hygiene in moderner Form zum Ausdruck bringt. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen. Die ärztliche Versorgung beispielsweise ist so eingerichtet, wie sie einem erstklasfigen Krankenhause eigen sein muß. Es wirken 2 Chefärzte für die innere und chirurgische Station, ein Frauenarzt, sodann Fachärzte für die verschiedensten Leiden. Ehe wir die Ausführungen zum Jubelfest schließen. sind Dankespflichten zu erfüllen. Dankend sei des langjährigen Hausarztes S.=R. Dr. med. May gedacht, der in langen Jahren seine reife Kunst an den Leidenden ausübte. Rühmend heben wir das Walten der Pfarrer Strickmann, Schaefer und Wüseke hervor, nicht minder das der Schwester=Oberinnen: tAloisia, fLuciana, Anakleta, Cornelia und der gegenwärtig noch tätigen Gerburgis. Verschwiegen sollen auch nicht werden so manche Förderer, deren Namen eine lange Reihe ausmachen würden. In dieses Lob= und Dankeslied schließen wir selbstverständlich die Schwestern ein, die hier gewirkt haben und noch wirken. Viele von ihnen haben den Lohn der Barmherzigkeit schon empfangen; sieben schlummern auf unseren Kirchhöfen: Katharina, Adeline, Rgalda, Concordia, Agneta, Damia, Alvera und Fakuldina. Ihre schlichten Kreuze mahnen uns zu einem innigen Memento:„Requiescat in pace!“ Der höchste Dank sei heute aber dem Allerhöchsten dargebracht. der von Anfang an das Haus gesegnet, seinen steten Fortgang gefördert und alle Wirrnisse, die ihm drohten. glücklich abgewandt hat. 50 Jahre Krankenstarre:— Wer mag den Inhalt dieser Worte völlig erkennen? Wer die die Tausende und Abertausende zählen, die hier Pflege, Heilung und seligen Frieden gefunden haben? Wer die Ungezählten, die alltäglich während der „Winterhilfe“ gespeist wurden? Ein neues Dezennium beginnt für das Marien= Hospital. Möge dieses weiterhin blühen und gedeihen unter dem Schutze und Segen des barmherzigen Samaritans, damit es bald erglänze im Schmucke der diamantenen Krone! Das walte Gott! Rektor J. Knust als Zeuge der Einweidung vor 50 Jahren Spiel= Turnen* Sport Pferdesport Trabrennen zu Gelsenkirchen Sonntag, den 13. August. 15 Uhr. 3=Kilometer=Rennen. Zu all den glanzvollen Entscheidungen. die in diesem Jahre bereits auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn ausgetragen wurden. gesellen sich am Sonntag zwei neue. und swar das„Drei=Kilometer=Rennen". eine Vorprüfung für das längste Rennen Westdeutschlanos, das„Fünf=Kilometer= Rennen". und das„H.=Rohe=Gedächtnis=Rennen“. eine Zuchtprüfung zur dreijährige Inländer, die nach einem Mitgründer des Vereins benannt wurde. Für diese wertvolle Prufung hat Herr Rohe(Mengede) einen wundervollen Ehrenvreis gestiftet. den der Besitzer des Siegers neben dem hohen Geldpreis in Emofang neben kann Das„Drei=Kilometer=Rennen" sieht 11 Pferde als Starter vor und alle werden sich an diesem schweren Rennen beteiligen. Es lausen: Alleta Guv. 3000(W. Meincke) Flitter. 3000(A. Lohmann) Goldkind. 3020(P. Meußen) Angelmaid. 3020(A. Teßmann) Doornkat. 3020(C. Forthmann) Reoue. 3020(E. Koshold) Neckar. 3040(F. Weller) Adda. 3040(W. Heier) Jay Lee ur., 3100(K. Gillar) Adelfried. 3120(A. Freundt) Chorknabe. 3120(W. Rabkob) va die Rennbahn 1200 Meter lang ist, passieren die Lierde dreimal das Ziel. sodaß die Besucher das ganze Feld vahrend der langen Fahri ständig genau beobachten können. Schade um den hohen Geldpreis. wird mancher sagen venn in dem großen Zuchtrennen des Tages dem.„H.=Robebedächtnis=Rennen“, nur fünf Pferde am Start erscheinen. Grafschaft konnte in bescheidener Klasse ebenso wie Fela roch nicht viel zeigen. Etwas besser schon gefällt uns Prinies Guy. die mit einer Leistung von 1:33.3 über den Kiloneter in diesem Jahre bereits zwei Rennen gewann. Ein chnelles Pferd ist Baroneß Dugout, aber nach der letzten Vorstellung eine etwas unsichere Kandidatin. die sich im Rennen ab und zu hilft. In einem Zuchtrennen bat man auf solche Sachen gewöhnlich ein scharfes Auge. Es wurde uns freuen, wenn es dem passionierten Besitzer der Dugout. Tochter gelingen sollte. die Stute in schneller Fahrt und inwandfreier Gangart über die Bahn zu bringen. Die Klasse in dem kleinen Felde wird vertreten durch die schnelle Rotschimmelstute Komtesse Mia, die der Serie ihrer Erfolge in diesem Jahre nun einen neuen Sieg hinzufügen sollte. Steber ist die kleine Katze genug. um über 2300 Meter allen anderen das Nachsehen zu geben Sechs Rennen umrahmen die beiden Haustprüfungen bedauerlich, daß durch die Abwesenheit sehr vieler guter Traber, die sich in Hamburg befinden, in manchem Rennen das Feld etwas schwach ausfallen wird. Trotzdem heißt die Laxole am kommenden Sonntag auf der Rennbahn Gelsenkirchen:„Kampf bis zum Aeußersten und dem besten Pferd eer Sieg!" Unsere Voraussagen: 1. Zennen: Pbähra. Bernstein, Landrichter. 2. Nennen: Grafschaft, Rheinlied. Miese B.. Allerton 1. 3. Rennen: Flitter. Peru. Major Jackson 4. Rennen: Komtesse Mia. Baroneß Dugout. Prinzeß Gur 6. Rennen: Jaylina. Adelfried. Peter Mochester. 6. Rennen: Bajazzo. Druien. Miß Dolly. 7. Rennen: Jan Lee zr., Angelmaid. Chorknabe. Rennen: Melanie. Ostermann. Horrido. Die Rennen beginnen um 15 Uhr. Rennen zu Hoppegarten. 1. Howpegartener Ehrenpreis: 1. Hauptgestüt Gradin Lord Nelson(Grabsch), 2. Schwede. Sieg 10:10. Zwei liefen. 2. Zama=Rennen: 1. In totem Rennen Wagners Rosenfürst(Tarras) und Ziegenbeins Herzog(Svehla), 3. Faland. Sieg 6 und 37:10, Platz 10 und 13:10. Ferner: Sigismund. 3. Trachtenberg=Rennen: Graf v. Arnims Mon plaisir (Ludwig), 2. Goldrubin, 3. Fuchsjagd. 4. Marquis. Sieg 43:10. Platz 12. 26. 26, 12. 15:10. Ferner: Conte, Kohinor, Chianti. Inländer, Cythera, Prablerei. Arabba, Sicambria. 4. Flibustier=Rennen: 1. Gest. Erlenhofs Marcus Antonius(Hiller), 2. Lysias, 3. Attache. Sieg 33:10, Platz 14. 27, 20:10. Ferner: Luftklappe, Pontiser, Melampos. Meistervolier, Everone, Cusco. Ilos. Sternkarte. 5. Nenard=Rennen: Für zweijährige Stuten, 5500 Mk. 1000 Meter: 1. Hauptgest. Graditz' Legation(Grabsch), N. agante. 8. Boceröde. Sies I/IU. Czs I. 9e. 10/70. herner: Nemesis. Cortina, Inland, Schwarzliesel, Sist. 5. Gulliver=Z=Rennen: 1. Irb. S. A. v. Oppenbeims Schwadroneur(Saigik), 2. Liberto, 3. Ostermädel. Sieg 26:10. Plav 15, 16:10. Ferner: Sextus, Bittsteller. 7. Sieger=Rennen: 1. Stall Binks Feliciter(Ludwig), Varro. 3. Wallv. 4. Dvorne. Sieg 50:10. Plavz 25. 23. 20, 22:10. Ferner: Dominikaner, Kameradschaft, Helmbusch, Atman, Potdia. Rigoletto. Nerner, Roman, Fundus, Island. Explosion Tagesdoppelwette: 4. und 5. Rennen: 47:10. 1. Rennen: 1. Sidon(Robson), 2. Sonardiere, 3. Marsianz. Sieg 122:10, Plav 32, 28. 25:10. Ferner: 5 Pferde. 2. Rennen: 1. Gaston(Elliott), 2. Sdining Tor, 3. Mas Antides. Sieg 51:10, Plav 17. 14. 60:10. Ferner: 8 Pierde. 3. Rennen: 1. Sparklet(Johnstone), 2. Melichar. 3. Partdian. Sieg 81:10, Platz 19. 17, 22:10. Ferner: 5 Pferde. 4. Rennen: 1. Laque d'Or(Cordell), 2. Steeole, 3. Mary Tudor. Sieg 279:10, Platz 59, 23. 39:10. Ferner: 9 Pferde. I. Nennen: 1. Da Vinci(Bridgeland), 2. Vala, V. Laricio. Sieg 57:10, Plav 17, 19. 35:10. Ferner: 6 Pferde. Rundfunk=Programm 6.00 6.05 6.40 6.45 7.00 03 Samstag, den 12. August 1933. Morgenrus. 1. Der aber die Herzen forschet. Fuge aus der Motette für zwei Chöre:„Der Geist hilft unster Schwachheit auf"(Bach). 2. Spruch des Tages. Morgenkonzert. 1. Teil: 1. Ouvertüre„Die Felsenmühle"(Reißiger). 2. Sphärenklänge, Walzer (Strauß). 3. Vom Singen und Wandern, Wanderlieder=Potpourri. Geht doch hinein, Duett aus der Operette„Der Obersteiger“(Zeller). 5. Die schöne Polin, Polka=Mazurka(Millöcker), 6. Fröhliches Wandern, Marsch(Woitschach). 7. Das blaue Regiment(Marsch des ehem. 4. Garde=Regts. zu Fuß) (Schrader). Wiederholung des Spätberichts. Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. Wettervorhersage und Zeitangabe. Wiederholung des Morgenruss. Anschließend: Morgenkonzert. 2. Teil: 1. Ouvertüre zur Oper„Das Liebesverbot“(Wagner). 2. Blumenwalzer aus dem Ballett„Der Nußknacker“(Tschaikowsky). 3. a) Arie des Sängers aus der Oper „Der Rosenkavalier"(Rich. Strauß), 5) Postillon= Lied:„Freunde, vernehmet die Geschichte", aus der Oper„Der Postillon von Longjumeau"(Adam). 4. Erstes Puccini=Potpourri. 5. Ballettmusik aus der Oper„Undine"(Lortzing). 6. Zwei ViolinSoli: a) Ungarischer Tanz Nr. 5 in G=Moll (Brahms), b) Allegretto(Boccherini). 7. Sängerlust, Polka(Joh. Strauß). 8. Frohsinn! Parademarsch des 107. Regiments(Hauschild). Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. Frühbericht, Zeitangabe u. Wasserstandsmeldungen. Kindergarten. Meusch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Max Bense:„Allerlei vom Löß“— Dr. Schmitt:„Mit Kelle, Blei und Wasserwaage“(Von Männern auf dem Baugerüst)— Fritz Schöner: „#is Hausierer unterwegs“— Hans MüllerSchlösser:„Diese Trabanten!“(Das Kind in der niederrheinischen Volkssprache). Unterhaltungskonzert. Die fröhlichen Fünf. Mittagsbericht 1. Mittagskonzert des Westdeutschen Kammerorchesters Leitung: William Keiper. Gegen 14.00 Mittagsbericht 2. 14,30 Wochenend=Konzert. Schallplatten. 15,30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. Soldaten, die Geschichte machten. Oswald Gerhardt: Von der Goltz=Pascha. Zur 90. Wiederkehr seines Geburtstages. Stimme der Zeit. Volk erzählt. Laurenz Kiesgen:„Hännesge käuf nix un studeet op Nievkooche.“ Zwei ahl Schleutcher. Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Erich Bockemühl: In der Drevenacker Heide. Mozart. 1. Divertimento Nr. 4 in B=Dur für Flöte, Klarinette und Fagott. 2. Divertimento Nr. 8 in F=Dur für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagorr und 8.00 8.15 10.00 10.05 10,30 12.00 12.50 13,00 15.50 16.10 16,15 16,35 17.00 Horn. 3. Divertimento Nr. 14 in B=Dur für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und 17,80 Deutsch für Deutsche. 17.45 Eo war einmal— wir erzählen eine alte westfälische Sage. 18,00 Feierabendkonzert. Die fröhlichen Fünf. 18.45 Meldungen: Wetter, Sport, Wirtschaft. 19,00 Reichssendung. Stunde der Nation. Ostpreußisches Gold. Bericht und Dichtung von der Bernsteinküste. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20,05 Aus dem Kölner Stadion: Deutsche LeichtathletikMeisterschaften(Wachsplatten). Sprecher: Dr. Ernst — Dr. Maus. 20.15 Mit einem rheinischen Regelklub an der Mosel! 21,00„Ruck=zuck— die Schaltung". Deutschlandsender und Westdeutscher Rundsunk spielen zum Tanz. Die Kapellen: Rodert Gaden— Leo Eysoldt. 22.15 Spätbericht. 22.40 Liederstunde und Klavier. Marga Reith=Ernst (Sopran). Hans Haaß(Klavier). 23,00„nzun— die Schaltung". Deutschlandsender und Westdeutscher Rundfunk spielen zum Tanz. Die Kapellen: Robert Gaden— Leo Eysoldt. Sonntag, den 13. August 1933. 6,15 Hamburger Hasenkonzert. Die Glocken vom Großen Michel. Ave Maria(Schubert). 1. Schneidige Truppe, Marsch(Lehnhardt). 2. Ouvertüre zur Oper„Die lustigen Weiber von Windsor"(Nicolai) 3.„Behüt' dich Gott", Lied aus der Oper„Der Trompeter von Säckingen“(Neßler), 4. Alte Kameraden, Marsch(Teike). 5. Zum Walzer zurück. Walzerpotpourri(Rodrecht). 6. Die Post kommt (Eilenberg). 7. Dur und Moll, Potpourri(Schreiner). 8. Mit Eichenlaub und Schwertern, Marsch (Blon). 9. Ein Sommertag in Norwegen, Fantasie (Wilmers). 10. Augen rechts, Marsch(Kühn). 8.15 Wiederholung der Abendmeldungen und Landwietchaftliche Rundschau. 9.30 Des Sonntags in der Morgenstund'(Schallplatten) 10,00 Evangelische Morgenseier Deutscher Christen. SASturmführer Pfarrer Dr. Oberheid. k. Konsistorialrat, Koblenz. Kampfchor der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“, Gau Köln=Aachen, Leitung: Erich Dörlemann. Trompeten, Fanfaren, Rührtrommeln der SA., SS., HJ. Gesamtleitung: H. Lauterbach. 1. Pfarrer: Glaubensbekenntnis. 2. Festliches Vorspiel. 3. Kampfchor: Choral: Ich weiß, woran ich glaube, 3. Strophe(Worte von E. M. Arndt). 4. Pfarrer: Schriftlesung. 5. Pfarrer: Gebet. 6. Bekenntnis der Helden. Pfarrer— Sprechchot— Worte von Ernst Wiechert, über den Rhythmus alter Feldinstrumente. 7. Pfarrer: Ansprache an SA., SS., HJ. 8. Kampfchor: Choral der Reformationszeit: Wach auf, wach auf,'s ist hohe Zeit! 9. Pfarrer: Schlußwort, Vaterunser. Segen. 10. Kampfchor: Festlicher Ausklang: Weihespruch von Ernst Bertram. Musik: Ottmar Gerster. 11,00 Schumann op. 44. Quintett in Es=Dur. 11,30 Fansaren des Dritten Reiches. Revolution der Erziehung: Alfred Beck. K. 00 Sirhemantn der Frroherrnhaut. Tromperen korvs der 7. Bayr. Nachrichten=Abteilung, Leitung Obermusikmeister L. Kießling. 1. Kurassier=Marsa (Simon). 2. Ouvertüre zur Oper„Preciola“(We der). 3. Fantasie aus der Oper„Tosca“(Puccini) 4. Gnomenschliche. Intermezzo(Rhode). 5. Badne: Madln, Walzer(Komzak). 6. Regimentskinder Marsch(Fucik). 13.00 Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt. 1. Heil Pots dam. Marsch(Teike). 2. Maritana, Ouvertüre (Wallage). 3. Der Schmetterling(Bendix). 4. Lyrische Suite(Grieg). 5. Arabische Nächte, lang samer Walzer(Proses). 6. Szenen aus der Ope Undine"(Lortzing). 7. Ave Maria(Bach=Gou nod). 8. Gedicht(Fidich). 9. Ouvertüre zur Operette„Prinz Methusalem"(Strauß). 45 Generaldirektor Bökenkamp: Der Tischler im Westdeutschen Wirtschaftsraum. 1.00 Rechtsanwalt Dr. Lenz: Das neue Erbhofrecht und die Versorgung des bäuerlichen Nachwuchses. 20 Die fröhlichen Fünf. Solistin: Marita Gründgens .00 Kleine Reise nach Mallorca. Eine Hörfolge mit Schallplatten von Heinz Kohlhaas. 30 Besperkonzert. Karl Delseit(Klavier), Toni Faßbender(Geige), August Schreiber(Cello), Friedrich Schmidt(Klarinette). 1. Sonate in B=Dur für Violine und Klavier(Mozart). 2. Sonate in CDur(Mozart). 3. Klarinetten=Trio in B=Dur (Beethoven). 4. Waldstein=Sonate(Beethoven). 5. Trio Nr. 5 in G=Dur(Haydn) 45 Silentium für Götz von Berlichingen. .00 Bei den Deutschen Leichtathletik=Meisterschaften (200=, 800=. 1500=Meter=Lauf. 4mal=100=Meter= und 4mal=400=Meter=Staffel). Sprecher: Ernst— Maus. (Wachsplattenbericht.) 80 Lebendige Oper. Opernmusik aus drei Jahrhunderten. .45 Sportvorbericht. 1.00 Leichte Musik in allerlei Gestalt. Solistin: Annelies Schaefer(Sopran), Begleitung: Hans Haaß (Klavier). Solist: Toni Faßbender(Geige), Ralph Sommerfeld(Klavier), Else Statz(Klavier). 1. a) Walzer a. d. Operette„Die Fledermaus“(Strauß). b) Puppentanz(Kaper). 2. a) Blumen allerwege. b) Am Fenster, c). Hold gefangen(Ramrath). 3. a) Clown=Tanz, b) Karo Bube von Hennings(Sommerfeld). 4. a) Der Spielmann(Hildach). d) Kußwalzer(Arditti). 5. a) Capriccioso(Nies). b) Scherzo(Dittersdorf). 6. a) Silberne Nacht, 5) Leise Klinglarei(Ramrath). 7. a) Siciliano Rigaudon(Couperin). b) Spanische Serenade(Chaminade). 8. a) Lützows wilde verwegene Jagd (bearbeit, von Hiller). 5) Marsch(Rachmaninow). ,00„Der gestohlene Soldat". Hörspiel von Gustan Herrmann(nach Quellenforschungen von Paul Renovanz). Spielleitung: Wilhelm Wahl. 22.00 Spätbericht. 22,30 Uebertragung vom Gelände der Weltausstellung in Chikago: Deutsche=Tag=Feier. 1. Kurze Ansage und Tannhäuser=Marsch. 2. Begrüßungsansprache des Präsidenten Vernard Devry. 3. Massenchor: a) Die Abendglocken rusen(Abt), 5) Waldmorgen (Koelluer). 4. Festrede von Georg Seibel. 5. Die Vereinigten Damenchöre von Chikago und Besuchende vom Neunorker Sängerbund, Leitung:# H. Rehberg.(Wachsplatten.) 23,80 Tanzmusik aus dem Eden=Hotel. Kapelle: O. Joost 21 Heinrich Schlenkhoff L. Hohlen — Hok: LI. Brikett: Kut: starung ut Lager Luabangtr 16 Mülfct! 50241 hui Beim Etnkauf einer Telefunkenschallplatte wird Ihre alte, nicht zerbrochene Platte, einerlei welches Fabrikat: mit 60 Pig. in Zahlung genommen bis zum 8. September 1933. Radio-Stakemann, Herne, Bahnhofstraße 18a. Handel? Grwerbr: Industrie Dollar in Berlin: 3.097 gegen 3.097 vorher(Parität 4,198) Mark. Pfund in Berlin: 13.90 gegen 13.90 vorher(Parität 4,866) Mark. Aufruf zur Mitarbeit Berlin, 11. August 1933. Die Industrie= und Handelskammer Essen äußert sich u. a. folgendermaßen zur Arbeitsbeschaffung: In kurzer Zeit ist die Zahl der Arbeitslosen um 2 Millionen gesunken. Dieser außerordentliche Anfangserfolg hat im deutschen Volke und in der deutschen Wirtschaft eine große Beruhigung und hoffnungsvolle Zuversicht ausgelöst. Jetzt muß ober auch jeder Unternehmer, jeder Kaufmann, jeder in der Wirtschaft an verantwortlicher Stelle Stehende erkennen, daß die schöpferische private Initiative den Angriff gegen die schwerste Gefahr für Staat und Volk weitertragen und bis zum siegreichen Ende führen muß. Während der schweren Krisenjahre sind Aufwendungen für die Verbesserung des Produktionsapparates, für die Verbesserung der Organisation der kaufmännischen Betriebe fast völlig unterblieben. Es gilt jetzt, die Leistungsfähigkeit des einzelnen Betriebes auf den besten Stand zu bringen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf dem Weltmarkt, der höhere Anforderungen stellt als je, bis zum äußersten zu erhöhen. Das politisch geeinte und damit gestärkte deutsche Volk muß sich auch wirtschaftlich zu einer lebendigen, geschlossenen Einheit zusammenfügen, in der jeder Deutsche von höchster Liebe zu Volk und Staat getrieben, danach eifert, mit dazu beizutragen, daß die deutsche Nationalwirtschaft, die bestorganisierte, bestausgebaute, leistungsfähigste und damit gesundeste wird. Wir fordern ferner jeden, der dazu in der Lage ist, auf. Spendenscheine zur Förderung der nationalen Arbeit zu zeichnen. Damit kann jeder seinem Willen zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft lebendigen Ausdruck geben. Wieder Arbeit in der Wenzeslaus=Grube Breslau, 11. August 1933. Am Donnerstagnachmittag begaben sich der Vertreter des Oberpräsidenten. Vizepräsident Freiherr von ZedlitzNeukirch, in Begleitung des Oberregierungsrats Dr. Westram und des Landrats Dr. Kühn nach der Wenzeslaus=Grube bei Neurode, um sich über den Zustand der wieder in Betrieb genommenen Anlagen der Wenzeslaus=Grube zu unterrichten. Frhr. v. Jedlin wurde von dem Vorsitzenden der Betriebsgemeinschaft, Gratzke. empfangen, der ihn bei der mehrere Stunden dauernden Besichtigung der Grubenanlagen über alle Einzelheiten aufklärte. Zur Zeit sind bereits 100 von 2400 Genossen der Betriebsgemeinschaft beschaftigt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Belegschaft in etwa acht Monaten 1000 Mann betragen wird. Der Vorsitzende überreichte darauf zum äußeren Ansdruck der DankGetreideschlacht in Ostpreußen Bauer und Gläubiger sollen Disziplin wahren 7 Sicherung der Brotversorgung Königsberg, 11. August 1933. Am Donnerstag fand in Königsberg eine Besprechung statt, die die Bewegung der jetzt einkommenden Ernte betraf. Die Besprechung erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß die Reichsstelle für Getreide in Berlin durch ihren Direktor Meisner und weiterhin der Leiter der Finanzabteilung des Deutschen Landhandelsbundes, Dr. Klingspor, zugegen waren. In einer bisher noch nicht dagewesenen Uebereinstimmung wurde unter Zurückstellung aller Sonderinteressen der vertretenden Stellen zur vollsten Befriedigung des Landesbauernführers Otto allseitig erklärt, daß alle wirtschaftlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den jetzigen Tiefstand der Getreidepreise zu überwinden. Insbesondere wurde festgestellt, daß wir im Augenblick die entgegengesetzte Getreidebilanz. wie im Vorfahre besitzen. Die in diesem Jahre zu erwartende Getreideernte steht ein Bedarf gegenüber, der unbedingt eine Steigerung der Preise mit sich bringen muß. Zur Erzielung einer möglichst günstigen Verwertung der Getreideernte für den ostpreußischen Bauern wurden folgende Gesichtspunkte besonders herausgestellt: Der Bauer hat in seinem ureigensten Interesse unbedingte Verkaufsdisziplin zu bewahren Demgegenüber ist nicht weniger wichtig, daß die äubiger sich der großen Verantwortung bewußt werden müssen, die sie tragen und daß sie deshalb im Interesse der Gesamtheit ihrerseits äußerste Gläubigerdisziplin zu wahren haben. Soweit darüber hinaus die Ausfuhr in Roggen nicht erhebliche Bestandteile der ostpreußischen Ernte abziehen wird, steht die Reichsstelle für Getreide jederzeit zum Spitzenausgleich auf dem Posten. Es soll dadurch der ostpreußische Bauer Gewißheit erhalten, daß nichts unterlassen ist, um unter erschöpfender Ausnutzung aller vorhandenen Möglichkeiten Ostpreußen im Ringen um eine Gesundung des ganzen deutschen Volkes voranzustellen und ihm die Gewißheit zu geben, daß nicht nur die Arbeitsschlacht in Ostpreußen erfolgreich geschlagen wird. sondern bestimmt auch die Getreideschlacht. Es ist zu hoffen, daß diese Regelung auch Vorteile für den Verbraucher bringt. Der Reichsernährungsminister hat ja keinen Zweifel darüber gekassen, daß schließlich das Ziel der Versorgung unseres Volkes und die Sicherung dieser Versorgung ist. Beständigkeit auf dem Getreidemarkt bedingt eine gesicherte Brotversorgung. barkeit für die durch den Oberpräsidenten Brückner zur Wiedereröffnung der Grube bewiesenen tatkräftigen Initiative ein Stück Steinkohle, das aus der ersten Förderung seit der Neueröffnung stammt. Sicherung der Pflaumenernte Berlin, 11. August 1933. Gerade im richtigen Augenblick werden jetzt auf Veranlassung von Reichsminister Darre Schutzmaßnahmen getroffen, um den Absatz der deutschen Pflaumenernte sicherzustellen. Im„Reichsanzeiger“ erscheint heute eine Verordnung, die eine Erhöhung der Zölle für frische und getrocknete Pflaumen und für Pflaumenmus bringt. Der Zoll für frische Pflaumen wird von 10 auf 30 Mark je Doppelzentner, der für Trockenpflaumen in Säcken ebenfalls von 10 auf 30 Mark und der für Trockenpflaumen in Kisten von 20 auf 50 Mark je Doppelzentner erhöht. Die bisher geltenden Zollsätze waren im deutsch=französischen Handelsvertrag gebunden. Diese Bindungen sind jetzt gekündigt worden, sodaß sie ab 16. August in Fortfall kommen. Zu diesem Zeitpunkt werden also die neuen Zollsätze wirksam. Für den deutschen Gartenbau ist dadurch eine Maßnahme von nicht zu unterschätzender Bedeutung getroffen worden. Die Wirkung dieser Zollerhöhung auf den Absatz der deutschen Pflaumenernte kann garnicht ausbleiben, wenn man sich vergegenwärtigt, daß zu den bisherigen unzulänglichen Zollsätzen im Jahre 1932 264000 Doppelzentner Trockenpflaumen und 214000 Doppelzentner Frischpflaumen eingeführt wurden. Eine wertvolle Ergänzung erfahren diese Schutzmaßnahmen durch die gleichzeitige Erhöhung des Zaslee für Frischmus von 10 auf 60 Mark je Doppelzentner. Dadurch wird die Obstverwertungsindust rie in die Lage versetzt, in großem Umfange Pflaumen aufzunehmen und zu verarbeiten. Auch dieser Weg wird zu einer fühlbaren Entlastung des Pflaumenmarktes führen. Gleichzeitig mit dieser Verstärkung des Schutzes für den deutschen Gartenbau sind weitere Maßnahmen zum Schutze der deutschen Leinölerzeugung getroffen worden. Berliner Börse: Leicht erholt Berlin, 11. August 1933. Die Börse war wenig verandert. Man hatte anfangs befürchtet, daß die gestrigen Abschwächungen von einigen Spezialitäten heute weiteres Angebot nach sich ziehen würden, doch waren die ersten Kurse relativ behauptet Farben. die man vorbörslich unter 130 angenommen hat, eröffneten bei Aufnahmen der Hauptbank des Konzerns unverändert und waren im Verlauf ½ Prozent befestigt. Vereinzelt lagen noch kleine Publikumsabgaben vor. Auch soll noch etwas Auslandsware an die Märkte gelangt sein, doch wurden auf der anderen Seite Käufe für Rechnung der Stillhaltegläubiger beobachtet, sodaß im Verlauf ein fester Unterton nicht zu verkennen war Schwacher lagen Schuckert, die bei 10.000 Mark Umsatz 2½ verloren. Schultheiß waren wieder 1 Prozent niedriger. Die Dividendentaxen lauten jeg auf 4 Prozent. Erdai— wurden angeblich von holländischer Seite gegeben. Braunkohlenwerte lagen nicht einheitlich. Ilse waren um 3 Prozent erholt. Eintracht verloren 1½. Linoleumpapiere waren wieder offeriert Canti Linoleum verloren X. Am Elektromarkt waren Siemens gut gehalten. Elektra Schlesien gewannen 1. Akkumulatoren waren 31- niedriger. Die Generalversammlung ist nunmehr auf den 14. September einberufen. Für Zellstof=Werte bestand etwas Nachfrage, wohl im Zusammenhang mit der Belebung in der Papierindustrie. Auch Feldmühle waren unter Hinweis auf besondere Ergebnisse gefragt. Am Kunstseideaktienmarkt wurde der Antrag auf Auflösung des Kunstseidesyndikats erörtert. Aku und Bemberg litten unter Realisationen. Für Montanwerte bestand vereinzelt Interesse. Gelsenkirchen gewannen 1. Vereinigte Stahl X. Renten lagen ruhig. Späte Schuldbuchforderungen wurden höher bezahlt. Auch für Vereinigte Stahlobligationen bestand etwas Aufnahmeneigung. Alt= und Neubesitz waren unverändert. Geld war weiter leicht. Tagesgeld stand mit 4X. vereinzelt auch mit 44 zur Verfügung. Valuten waren wenig verändert. London=Kabel 4,49, der Dollar in Berlin 3.09, das Pfund in Paris 84,59, die Mark in London 13,88½. Der Schluß war ausgehend von Farben(+2) freundlicher wobei auch Erwartungen auf die Sonntagsrede des Reichswirtschaftsministers mitsprachen, Nachbörslich blieben Farben mit 132 gesucht. Ferner hörte man Berliner Kraft und Licht 108¾. Feldmühle 57¾, Reichsbank 151¼, Schuckert 98 ¾, Rütgers 58, Papag 12, Lloyd 12½, Dassauer Gas 114¾. RWE 80½, Charloten= burger Wasser 68, Oberkoks 79, Neubesitz 11, Altbesitz 77¼, Reichsbahnvorzugsaktien 99½.„ Reichsschulbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99,62, 1940er 83,12—84,0; 1946—48er 77½—78,37. Düsseldorser Börse Die Düsseldorfer Börse hatte zum Wochenschluß einige Umsätze in Wintersball=Aktien und den Werten der Stahlvereinsgrunve auf etwas ermäßigter Basis. Am Kohlenmarkt wurden Konstantin=. Diergardt= und Deutschlandkure umgesetzt. Ferner gingen einige Dahlbusch=Aktien zu schwächerem Kurs um. Von unnotierten Werten wurde ein Spitzenbetrag in Westfalia=Dinnendahl=Aktien umgesetzt. Die Börse schloß behauptet bei anbaltender Gechäftsstille. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt Reis: Die Märkte sind im Osten unverändert Nach Zentralamerika und Afrika besteht kein Exvortgeschäft während die zweite Hand über ganz zufriedenstellende Abschlüsse nach dem Inlande berichtet. An den Preisen hat sich nichts geändert. Gewürze: Das Geschäft staaniert. Lokomarkt unverändert. Brasilkaffee: Brasilofferten unverändert. Bis zur Stunde hat sich heute kein Geschäft entwickelt. Das Ausland halt sic zurück, Lediglich gestern nachmittag konnte nach dem Inlande einiges verkauft werden. Lokomarkt völlig unverändert samalz: Tendenz: stetig bei unveränderten Preisen. Hülsenfrüchte: Da Anregungen, feblten, zeigt der Markt ein unverandertes Aussehen. Lediglich am Konsummarkt berricht weiter gutes Interesse für neue Ernte. Lokobreise unverändert Oele und Fette: Leinöl eher etwas schwacher, aber von den Harburger Mühlen unverandert offeriert. Kokosund Palmkernöl dagegen, leicht im Preise erhöht Uebrige Artikel unverändert. Geschäft allgemein rubig Terminmarn abwartend. bei etwos tärkerem Angebot. Effcktivmarkt ruhig bei weiter knavvem Angebot. Preise unverandert. Deutsche Kristalle, prompt K 1.- Sept. 8/ 2½ 1o. per 30 Klg 2 ## Egag FOSA ——— ——.* * 20 801 32. 58 S75 95 3—* ### e 136 ** S• 8 ** 21 . S 486 S8 as * 8 Sägs □—* 155 — 15%39 S 8833 * 5. * 4.— — 50•.### " LE“ S3 5 # STSETT #ESn D PSSSPE Aesn S K S 7" „PS Do E“ Jern ehn. 88— 89551e:„BaT BaBTSTET S " 5581s9n a—S. 3 SSpSabEG ua B 5 8 — — X 88—SJaADE -oo „„ gvn S#stg“S 83—ESEg S•f-SunSagg “ SABLTNEgS EBayoosGfn. r— *0 K Der tolle Schuster En en taiis en Sa# Er saß in seiner Werkstatt und grübelte, während die Rechte mechanisch allerlei Worte auf ein vor ihm liegendes Blatt schried, das zwischen seinen Geräten auf dem Tisch wenig Platz hatte. Aber das kümmerte ihn nicht. Da hatte man ihm zu Weihnachten die „Heidenwelt" geschenkt, bearbeitet vom guten alten Meister Herold. Und nun überstürzten sich die Ideen in ihm, immer neue Gestalten erstanden vor seinem inneren Blick und unerschöpflich breiteten sich die Stoffe vor ihm hin. Welche Weisheiten, welche Beziehungen zu jedem Gefühl, zu jeder menschlichen Eigenschaft und Leidenschaft flossen ihm zu, und wie die alten Götter sich dem irdischen Leben zugewandt und ihre göttlich gesteigerten Fehler und Tugenden ausgenutzt hatten, das beschäftigte ihn seit Wochen unaufhörlich. Das Fastnachtsspiel, das er der Meistersingerschule versprochen hatte, mußte warten, denn die Stimme des großen Meisters, der hinter all seinem poetischen Tun stand, gab ihm so viel Lieder und Spruchgedichte ein, daß er kaum mit der Niederschrift folgen konnte. Endlich sprang er auf: er wollte hinaus in die frische Luft, mochte auch ein scharfer Nordwind blasen und die Straßen hoch voll Schnee liegen. Aber er brauchte Bewegung. Kopf und Brust mußten freiwerden.. „Feierabend!“ sagte er laut. Gesellen und Lehrburschen schauten auf— da war er schon aus der Tür. Was nur mit ihm los sei?, flüsterten sie untereinander Der älteste Geselle tippte sich auf die Stirn.„Es hat ihn wieder“, meinte er. Das verstanden sie. Ihr Meister war nicht gerade krank; doch selten so, wie sie es sich gewünscht hätten: nur auf die Arbeit und ihr Tun achtend. Bei ihm aber merkten sie, daß er sie oft weder sah noch hörte und seine Aufträge zuweilen wie im Traum gab. Dennoch achteten sie seine Art. Hieß er doch in der Stadt ein Dichter, spielte eine gewaltige Rolle in der Bürgerschaft und konnte schreiben— schreiben, viel schneller, als sie nähten und klopften. Aber was sie von dem Geschriebenen hörten, das verstanden sie meistens nicht, wenn es sich nicht um ein Lied für die Singschule handelte. Der Meister hatte sich, als er merkte, wie düster es in den Straßen schon sei, die Mütze vom Kopfe gerissen. Ein ehrsamer Bürger durfte so etwas bei Tageslicht nicht tun; man hielt streng auf Sitte und Anstand Reister. Meister. Ihr soßt mich um!“ klang eine lachende Stimme neden ihm Er drehte sich zurück und sah ein weiches, junges Gesicht, von einer Pelzhaube umfangen, dicht vor sich Braune Augen leuchteten und auf den sugen, roten Lippen schmolz der Schnee rasch, e heiß mochten sie sein. Er verneigte sich tief. Was schaffte die schöne Witwe des Ritters von Ehrdurg noch so spät auf der Straße? Darauf antwortete sie nicht, sondern begann mit ihm vom schonen Brunnen zu reden, vor dem sie standen, und wie prachtig die Gestalten der Kurfürsten und Helden sich mit den weißen Linien aus Panzern und Helmen ausnahmen:„.. recht, als ob sie lebten— „Er hat sich nur junge Männer gewählt, der Behaim", erwiderte der Dichter lächelnd.„Man darf ihm nicht gram deswegen sein— wir Alten werden grauslich zum Anschauen.“ „Ihr doch nicht. Meister“, beteuerte sie eifrig und sah ihm in die schönen, nachdenklichen Augen. Und fuhr fort, während ihre Blicke doch ein wenig umherschweiften, als suche sie jemand, daß ein älterer Mann soviel voraus habe vor den Jungen, besonders die Beständigkeit— und dann die Zuverlässigkeit. Worauf sie ein wenig seufzte und traurige Augen bekam. Sie Mnimtiiiim Ras Scherenschnitt von Rudolf Schneider MIATRRMMMEEMNRARNAN BERERENRNANTAERRRMRDMRRRETTMZNAMRRRERRUMRIR vertraute ihm an, daß ihr Ritter nicht viel von diesen Tugenden besessen habe und man nie wissen könne, ob wieder einer aus demselben Stande— Sie schaute dabei aufmerksam in eine Richtung, wandte sich darauf energisch dem Meister zu und meinte, sie sei viel eher geneigt einem tüchtigen und besonders auch älteren Bürger sich anzuvertrauen Einem Burge“. Ihr Zuhörer betrachtete sie verwundert. Weshald betonte sie das Wort? Und weshalb bekamen ihre frischen Wangen tiese Grüdchen und ihre Augen solch einen schelmischen Ausdruck? Was bedeutete das? Ihm wurde warm, und plötzlich sprang ihm das Blut in den Kopf. Verwirrt wurde er, wie er sein Lebtag noch nie gewesen war Wortreich und verführerisch spann sie an diesem Traum weiter, daß sich die Jugend dem Alter verbinden müsse, um Schutz und Halt in dieser argen Welt zu finden— und vielleicht das Alter sich durch solch einen Bund Herz und Phantasie neu beflügeln lasse. Er griff in das feine Gitter des Brunnens und suchte Fassung. Da drehte sich zwischen seinen Fingern der kunstvoll eingeschmiedete, lose Ring... War das nicht wie eine— eine Prophezeiung? Er zog fast erschrocken die Hand zurück. Sie trat näher, erkannte das Wahrzeichen, von dem alle Handwerksburschen berichten mußten, zum Zeichen, daß sie in Nürnberg gewesen seien, drehte auch am Ring und sagte übermütig:„Seht Ihr! Ein Ring! Das Schicksal will's so, mit Euch und mit mir...“ Er wagte nicht, sich zu rühren und starrte auf die kleine Hand, die den feuchten Samthandschuh abgestreift hatte. Daher hörte er auch nicht, daß sich in diesem Augenblick von der anderen Seite über den Marktplatz her Schritte näherten. Aber ihre Ohren waren scharf; sie wandte den Kopf. öffnete in atemloser Spannung die Lippen und hob geschwind die reizende, kleine Hand, auf die der Dichter immer noch verzückten Blicks schaute, um dem sie nicht Bemerkenden hastig zu winken. Ein junger Ritter trat schnell auf sie zu, und ohne sich im geringsten um ihren Begleiter zu kümmern, ergriff er sie am Arm und zog sie fort. Schmollend, aber doch schon halb versöhnt, hörte der Dichter sie sagen:„Ihr kamt so spät, ich hätte nicht eine Minute länger gewartet— und ich will jetzt nicht... Aber sie ging doch fort, blickte sich auch kein Mal um und verschwand bald im immer stärker werdenden Schneefall. Zuerst ein wenig detroffen, dann sich besinnend und schließlich lachend stand der Meister da und ließ sich die Flocken in Bart und Haar fallen. Dann drehte er eine Weile am Ring im Gitter:„damit er in die alte Lage käme“— und er sich klar würde, welch ein Esel er gewesen sei: die Ungeduld einer Frau und eine dadurch entstandene Laune hatte er wahrhaftig für Ernst genommen— er, der alte Mann... „Wer war Euer Begleiter am Brunnen?“ fragte der junge Ritter seine Auserkorene im Laufe des Abends.„Muß ich eifersüchtig werden?“ „Nur der tolle Schuster!" erwiderte sie schelmisch „Er ist gar nicht zu verachten, und ich habe ihm gesagt, daß ich nie mehr einen Jungen wolle...“ Ein Kuß schloß ihr den Mund. Der tolle Schuster aber, wie man ihn in Nürnberg nannte, erhod sich zeitig am nächsten Morgen und schrieb voll Selbstironie ein Gedicht:„Der junkdrunn". Darin vermählten sich die Gestalten aus der„Heidenwelt“ mit dem kleinen Erlednis an Meister Behaims Brunnen, und noch immer fröhlich über sich selbst spottend, ließ er es in den Reim ausklingen: „Meins verjüngens ich selber lacht, dacht: kein kraut ist auf ert gewachsen mich zu verjüngen und Hans Sachsen.“ Der Hagestolz Es ist doch so: Die Jungens spielen viel länger mit den Bleisoldaten als die Mädchen mit den Puppen. Leute, die sehr weise tun, sagen das anders: Frauen sind früher reif als Männer. Ein Madchen kann mit siebzehn Jahren schon heiraten, ein Junge zieht dann erst die lange Hose an und findet Rasierseife unterm Weihnachtsbaum. Kurt Herdrand war so einer. Er saß daheim, Brütete eine Gleichung mit zwei Undekannten aus und hobelte dann einige Bretter zurecht, um ein Paddelboot zu bauen. Plotzlich klingelte es. Die Mutter ging öffnen: Eine Dame stand da, blaß und verhärmt, begehrte Einlaß, bat um eine Unterredung. Mutter Herbrand wußte: Diese Dame ist Frau Rothe aus dem Nachbarhaus. Man kannte einander, aber man hatte sich, wie das oft ist in der Großstadt, nie gegrüßt! In der Wohnstube schüttete die Besucherin ihren Kummer aus, und dieser Kummer war absonderlich, war hart, man mußte schon selber Frau und Mutter sein, um ihn in seiner letzten Schwere zu begreisen. Frau Rothe sagte nämlich:„Meine Tochter Luise liegt im Sterben. Eine Blutkrankheit. Drei Aerzte hatten wir. alle haben sie aufgegeben. Ich flehe Sie an, Frau Herbrand, teilen Sie das Leid einer Mutter, erfullen Sie meiner Tochter die letzte Bitte: Schicken Sie Ihren Sohn, wenn er meine Luise auch nicht Von Heinz Steguweit. kennt. Aber das Mädchen hat ihn immer gern gesehen, hat ihn immer beobachtet, hat oft und viel von ihm gesprochen... Mutter Herbrand griff nach der Hand der Weinenden, holte Luft:„Warten Sie, meine Liebe, warten Sie,— ich werde mit Kurt sprechen!"— Und Mutter Herbrand sprach mit Kurt, der sich, da er das Paddeldoot zimmerte, soeben einen Fingernage: blau geklopft hatte. Dem Jungen blieb die Stimme weg. Aber nur zwei Herzschläge lang. Dann sagte er:„So was Komisches!“— Diese Antwort umschloß die ganze Haltung des Siebzehnjährigen, freilich auch seine Kraft, seine Reinheit. So was Komisches! Das war sein Urteil über die Sehnsucht einer Sterbenden, die nicht älter war als er, vielleicht aber reifer und wacher, obzwar sie im Erlöschen lag. Und Kurt Herbrand ging ungelenk, stumm und ahnungslos, während er den blau geklopften Fingernagel betrachtete. Bald stand der Junge am Bett der Kranken. Das Gesicht des Mädchens war gelb, Lippen und Wangen schienen ohne Blut. Dennoch: Luise Rothe hatte dafür gesorgt, daß man sie wusch und frisierte. Also lächelte sie schmerzhaft, war aber zu schwach, die Hand zu reichen oder den Mund zu öffnen. nur Mutter Rothe, die alle Erschütterung tapfer verbarg. sprach eamunternd auf sie ein:„Nun freue dich Luise, dein Freund und Nachbar ist ja gekommen!"— Kurt Herbrand rang zwar nach einem Wort, doch fand er es nicht, dafür tupfte er einmal auf Luisens Arm, errötete aber dabei, als habe er etwas Ungeziemendes getan. Eine Viertelstunde saß man so beieinander. Dann schlief die Kranke, die der geringen Anstrengung nicht gewachsen war. ein, und ihr Gesicht schien friedlich, ein seines Lächeln schlüpfte drüber hin,— was mochte das Mädchen nun träumen?— Daheim erzählte Kurt seiner Mutter nur das Nötigste. Viel wichtiger war ihm, zu wissen, daß Luise Rothe wirklich nichts Ansteckendes habe Dann widmete er sich wieder dem Paddelboot, den Briestauben und der Flobertbüchse, während er den Krankheitsfall im Nebenhaus für erledigt hielt. Denn, so dachte er, man braucht nur dann zu kommen, wenn man gerufen wird. Oder nicht? Na also!— Die Gnade wollte es, daß Luise nach einigen Wochen genas. Zur Zeit der Maikräuter aber promenierte sie mit einem Studenten Arm in Arm durch den Volkspark, just dort, wo der Weg am einsamsten war. Beide sahen frisch und schneidig aus,— das Frühlingserwachen persönlich! Jedoch: Kurt Herbrand begegnete dem Paar blieb stehen, grüßte ungelenk, wurde indessen nicht wiedergegrüßt.— Da schüttelte er den Kopf:„So was Komisches—— Daheim wußte Mutter Herbrand nicht, warum ihr Sohn sehr ernst, sehr still, sehr gedrückt war Also doch!— S 2 D — 9•4 3 K „*MEn ** S a u s □. S SggSgn AEEE „ B 6g0·-5TT SSSB##gSEEO5 nan.“W •5SX.— " B. 2 3— W.•——."—."———„ #.— a rag! 3 6—50 ∆ G *** Am Herdieuer# Nr. 93• Tnterballungsbeilage zum Heener Auzeiger= 1033 Feuilleion-Vertrieb durch A. F. Rohrbecher-Verlag, Berlin-Lichterteld Roman von Walther Hjalmar Kotas Hasselfelder Weg 11 Nachdruck verbolen Herr Treitsche stürzte auf die beiden los „Gu'n Ahmd“, grüßte er glückselig.„Ich din so froh. deß'ich wieder eemal mit Ihn' zusamm' sein gann Stellen Se sich vor—“ der Sachse fuhr sich in die Haare.„meine Caroline dat schon wieder nen neien Fimmel. Se bildet sich nämlich uff eemal dardu ein, deß se gut franzeesch gann. Un an sitz##n ne geschlagene Stunde bei ihr un muß ihr zuheeren, wie se egal mit der Mademosellje Sowasch quasselt. Die Franzeesin heilt die ganze Zeit. Nu weeß ich nich, od aus Melankelie oder ieber das scheene Franzeesch von meiner Garoline. Och. gomm' Se doch n bissel zu uns. Mir wachsen ja vor lauter Langweile schon Gleeßchen im Gebirn.“ Er bugsierte die beiden an seinen Tisch heran Dort erklärte eden Frau Garoline der kleinen frauzosischen Golfmeisterin: „Wu nö lö grojeh da, scheta dudafäh kongfondüh." „Helas, belas“, seufzte die Franzonn und tupfte sich mit einer Puderquaste die Tränen von den diskret geschminkten Wangen. Sie wandte sich an Herrn Treitsche und versuchte ihn ins Gespräch zu zieden. „Einerr so schöne Dame“, sagte sie in ihrem reizend schlechten Deutsch,„einer so klücklisse Dame. And we sein sie jeß? Jeß sie sein la prisonnière de brigands. Cest terridle.“ „Ach ja, Herrjemerschnee“, nickte der Sachse.„Awer sollu mer nu de ganzen Zeit Driedsal blasen von wejen der indischen Ferschtin?“ „D. wie Sie könn' so sprecken!“ empörte sich Mademoiselle Sauvage.„O Mondieu, was sein die Männer ohne Sentiment.“ Garoline nickte bedeutungsvoll und verdrehte die Augäpfel, als könne sie auch ein Lied von der Empfindungslosigkeit des stärkeren Geschlechts singen Herr Treitsche wagte im Bewußtsein, daß je Sutkurs anwesend war, zu seiner Gattin die sarkastische Bemerkung: „Du schiddel nich mit dem Gobd, Garoline. Erschtens bringste de Etaschen von deinem Budikopf egal durchenanner un zweetens werd der Gandhi in deinem Hirngasten davon seegrang!“ Garoline warf ihrem Gatten einen vernichtenden Blick zu. „Aber nun sagen Sie mir doch. Mademoiselle". fragte Arvid die Französin in ihrer Muttersprache, „warum Sie über das Anglück so fassungslos sind Es ist ja gewiß schrecklich, aber Sie lassen sich diese Geschichte so zu Herzen gehen, als ob die Inderin Ihre leibliche Schwester wäre.“ „Wie? Ist es nicht traurig zu denken, wie die arme Frau hilflos diesen rohen Männern preisgegeben ist? Wer weiß, was sie mit ihr vorhaben. Und sehen Sie“, fuhr sie naiv fort,„ich habe Frankreich verlassen. um Abenteuer zu erleden. Ich sehne mich nach einem bißchen Räuberromantik, ich bin unverheiratet und mir kann so etwas nicht passieren! Diesem Manne. der seine Frau über alles liebt, wird sie geraudt. Und ich, die ich für mein Leden gern so einen Piraten in der Nähe gesehen hätte, erlebe nichts. Ist das nicht ein Malbeur?" Die Wirkung dieser ungeschminkten Erklärung war verschiedenartig. Arvid und Hilde konnten sich eines fröhlichen Lachens nicht erwehren, Frau Garoline jedoch bekam Stielaugen und ging ernstlich mit sich zu Nate, ob es auch klug von ihr gewesen sei, sich mit so einer„derfersen Berson“ einzulassen. „Ra, Mademoiselle“, entgegnete Larsen, nachdem er sich von seinem Heiterkeitsausbruch erholt hatte,„ich weiß nicht, ob Ihnen eine wirkliche Begegnung mit diesen Frauenräubern gefallen würde.“ „Oh. Sie lachen“, repiizierte die Französin.„Sie glauben, es ist mir nicht ernst. Aber ich din ein Sportgirl. Golfmeisterin von Frankreich. Ich würde den Leuten schon zeigen, wie sich eine Frau zu wehren weiß!“ „Mit Kratzen, Beißen und Strampeln“, bemerkte Larsen ein wenig ungalant „Ah non!“ entgegnete die Franzosin und ihre Blicke schossen Feuer,„mit einem Rick und einem Uppercut. Mit einem Knodk=out, mon der.“ „Donnerwetter!“ sagte der Däne anerkennend.„Ich furchte aber, die Piraten sind mit den Gesetzen des Boxkampfes nicht so vertraut, wie sie voraussetzen, und werden sich bei diesem Kampf einige Negelwidrigkeiten zuschulden kommen lassen, die für Sie ein arges Handicap bedeuten." „Od. Sie sind ein Spotter“, schmollte Mademoiselle Sauvage. Sie wippte beleidigt mit ihrem kleinen, zierlich gedrechselten und doch standfesten Fuß und las mit der Hand Brotkrümchen zusammen „En ganz abscheiliches Wetter", versuchte Herr Treitsche die Konversation an sich zu reißen „Oh. eine schöne Wetter“. protestierte die Französin.„Die ristike Wetter für mir. Iss lieden so ssa sspassier auf der bord. wenn die Meer smeist ihre Wellen errauf.“ „Na, ich danke für das Vergungen", bemerkte Larsen.„Es ist wirklich ein zweiselhaftes Vergungen. bei schwerer See auf Deck herumzuschwanken." „Ad non, c’est un plaisir, Monsieur", erklarte die Französin.„Ich gehe jetzt wieder hinauf und werde in die Wellen schauen, wie sie aufschäumen. Oh. das ist herrlich“ „Und die Seekrankheit fürchten Sie nicht?“ „Ich?— Ich bin aus einem Segelboot ganz allein von Marseille nach Tunis gefahren", sagte Mademoiselle Sauvage stolz. „Alle Achtung! Das stand naturlich auch in der Zeitung, wie?“ „Ja, aber leider habe ich eine Rivalin, Madame Delahaye. Sie ist zur gleichen Zeit in einem Kajak rund ums Mittelmeer gefahren. Oh, ich babe gewutet. als ich das hörte!“ „Schrecklich!" bedauerte Larsen. „Jawohl", bekräftigte die Französin.„Und als ich dann zurückkam, da brachte man mir nur fünf Buketts und Madame Delahaye erhielt zwanzig und wurde Ehrenmitglied des Pariser Ruder= und Jachtklubs. Und mich hat man vergessen.“ „So etwas muß ganz entsetzlich sein“, bemerkte der Däne kopfschüttelnd, während ein verstohlenes Lächeln um seine Mundwinkel zuckte. „Aber ich habe revanchiert. Auf meine Weise", erklarte Mademoiselle Saunage stolz„Ich wurde Colfmeisterin.“ „Gratuliere". sagte Arvid mit verdachtigem Ernst „Merci Monsieur!" Die Franzssin erbod sich machte noch ein paar Striche mit dem Lippenstift, um die vom Essen und Schwatzen etwas derangierte Mundlinie wiederherzustellen und wandte sich dann zum Geben. Wohin, meine Dame?“ fragte der Nordländer. „Auf Deck“ „Ader, Mademoiselle, bei diesem Wetter“, wandte Larsen nochmals ein Herr Treitsche versetzte ihm unter dem Tisch einen Puff und raunte ihm zu: „Ih. so lassen Se se doch schon mal gehn" „Mich schreckt solches Wetter nicht“, sagte die Franzosin, schon im Geden.„Au contraire, das Schönste muß es sein, wenn ein Schiff auf einer Klippe auffährt.“ „Sie haben fromme Wunsche“, rief ihr Larsen nach Ihr delles Lachen klang noch zuruck, dann war sie über die Treppe verschwunden „So'n dämliches Frauenzimmer“, bemerkte Herr Treitsche. „Ich finde die Kleine ganz amüsant. Ein richtiges Kind unserer Zeit", sagte Larsen. Das Gespräch kam nun wieder etwas mehr in Fluß. da alle vier Partner sich daran beteiligten. Mau deschloß endlich, noch eine Partie Bridge zu spielen und die kleine Gesellschaft zog sich in den Spielsalon zuruc Die Luken des Saals waren zum Teil geöffnet, sodaß man von draußen das Grollen des Meeres und das Fauchen des Windes hören konnte. Plötzlich legte Larsen die Karten weg „Haben Sie gedört?“ fragte er die anderen. „Nee, ich hab' nischt gedeert", entgegnete Herr Treitsche, ganz in sein Blatt vertieft.„And daß de mer nich immer Coner nachspielst", wandte er sich verweisend an seine Gattin. Larsen horchte gespannt hinaus „Mir war, als hätte ich jemand rufen hören", sagte er. Er war unruhig geworden. Auch Hilde verfolgte nun mit verringerter Teilnahme das Spiel. Aber es mochte doch wohl eine Täuschung gewesen sein. In diesem Sturm konnte sich ja gar kein anderer Laut durchringen. Höchstens#a es eine im Wind kreischende Rabe gewesen. Auf der Donaubrücke Gemälde von Moritz von Schwind(1804 bis 1871 Großer Fuhrerlehrgang des Gaues Westsalen in Littseld=Sieg Unter Leitung des Gauoberturnwartes Eick(Wetter) findet in der Zeit vom 13.—20. August in Littfeld ein großer Lehrgang für Vereinsringwarte statt. Bekanntlich sind neuerdinas 8—10 dicht zusammenliegende Turnvereine zu einem sogenannten Vereinsring zusammengefaßt worden. Weit über 100 Führer dieser Vereinsringe werden beim Littfelder Lehrgang theoretisch und praktisch eingehend geschult Samtliche Gaufachwarte der einzelnen Fachgebiete stellen den Lehrkörper des Lehrgangs dar. Ringlport Herne 1920— Essen 30. Kommenden Sonntag trifft im Vereinsheim Finkemeyer die 1. Ringermannschaft des Kraftsportvereins Herne bei den Aufstiegsmeisterschaftskämpfen der Oberliga auf die kampfstarke Mannschaft des Kraftsportvereins Essen 88. Beim Vorkampfe in Essen konnte Herne einen knappen Sieg für sich buchen. Ob den Hernern die Wiederholung des Sieges gelingen wird, muß sich Sonntagabend entscheiden. Essen 88 hat seine Mannschaft durch Zugänge wesentlich verstärkt, so daß kaum eine schwache Seite in der Mannschaft vorhanden ist. Herne tritt mit Stank, Schareina, Nehring, Märtin, Hölscher, Schafraniak und Aeugle an. 31. Sammer Turn= und Spielfest am 2. September. Das diesjährige Hammer Turn= und Spielfest, das bislang schon zu den größten DT=Veranstaltunsen Westfalens zählte, scheint in diesem Jahre an Imfang alle vorherigen Feste zu übertreffen. So sind die üblichen Dreikämpfe im Volksturnen und volkstümliche Wettkämpfe im Gelände und Hindernisturnen, im Schwimmen, Ringen, Fechten, Paddeln und Tennis erweitert worden. Westfalens Reichswehr und Schutzpolizei, ebenso die SA. SS. Hitlerjugend, Stahlhelm und FAD sind zur Mitwirkung aufgefordert worden und haben bereits ihre Meldung abgegeben. Sportsensation am Halterner See 24 Stunden Dauerschwimmen der Weltrekordinhab erin Lu Koch. Bochum Training für die Durchschwimmung des Aermelkanals Vom kommenden Samstag nachmittag eis Sonntag nachmittag Der Halterner See wird am kommenden Samstag und Sonntag das Interesse der Sportwelt auf sich lenken Die bekannte westdeutsche Schwimmerin, Fräulein Lu Koch. Bochum, ist nämlich im Begriff, ior Training für das Durchschwimmen des Uermelkanals zwischen Dover und Calais zu beenden. Gie wird einen ganzen Tag lang, volle 24 Stunden, nämlich vom Samstag nachmittag 5 Uhr bis Sonntag nachmittag 5 Uhr ununterbrochen im Halterner See schwimmen. und zwar in dem schier unmöglich scheinendem Temps von 3 Kilometer je Stunde. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß diese unerhörte Leistung Fräulein Koch auch gelingen wird. Hat sie doch planmäßig auf die Erreichung einer solchen Höchstleistung trainiert. Schon vor Jahren schwamm sie in der Ruhr 12 Stunden, dann 24 Stunden, durchschwamm den Rhein von Neuwied dis Köln, also auf einer Länge von 80 Kilometer, und im vergangenen Sommer schwamm sie bei Herberde an der Ruhr sogar 50 Stunden und 12 Minuten, wodurch sie den von der englischen Kanalschwimmerin Mercedes Gleitze gehaltene Damen=Weltbestleistung im Dauerschwimmen von 46 Stunden erheblich überbot. Am Mittwoch unternahm Fräulein Koch im Halterner See ihre ersten Trainingsversuche. Gie war so begeistert, daß sie in aller Zuversicht am Samstagnachmittag an den Start gehen wird. Eine ganz hervorragende Trainingsstrecke für die Schwimmerin und auch für die Zuschauer ist ausfindig gemacht worden, nämlich der frühere Steverlau im Zuge des Seedammes, gegenüber dem Seehof. In diesem Teile des früheren Steverlaufes, der tiefes und kühles Wasser führt, wird die Rekordschwimmerin hin und her pendeln. Vom hohen Damm wird sie ständig beobachtet werden können. Selbstverständlich wird das Schwimmen von Sportzeugen Tag und Nacht beobachtet. Der Start beginnt Punkt 5 Uhr vom Seehof aus. Hier Lu Koch, Bochum oll Punkt 5 Uhr das Schwimmen auch beendet werden. Die Kameraden der Schwimmerin von der NSKK Bochum und natürlich auch die Bochumer Schwimmvereine werden Fräulein Koch begleiten. Die SA=Kapelle von Bochum wird durch Konzertveranstaltungen am Seehof unterhalten. Voraussichtlich wird die bekannte Sportfliegerin, Fräulein Hoffmann, Gelsenkirchen, ihre Bochumer rtkollegin Fräulein Koch mehrmals im Flugzeug besuchen und über dem Halterner See und dem Seehof Kunstflüge ausführen. Heimstätten hat, di Sportpresse spendet für die nationale Arbeit. Der Verein Deutsche Sportpresse Berlin hat der Spende für die Nationale Arbeit den Betrag von 2000 Mark überwiesen Tretet dem Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen bei Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen erläßt folgenden Aufruf: Nach 13jährigem schweren Ringen hat der Nationalsozialismus sich das Reich erobert. Hunderte der Besten von uns fielen in dem Kampf gegen die Marxisten. Die Irrlehre des Marxismus zu bekämpfen, war eines unserer Hauptziele. In düsteren Straßenzügen und den Steinwinkeln der Großstädte, ohne Licht und Sonne gedieh die Irrlehre des Marxismus. Dort wuchs ein Menschengeschlecht heran, das jeglichen Sinn für die deutsche Erde und die deutsche Heimat verloren hatte, weil es eben keine Verbindung mehr mit ihr besaß. Die Kraft eines Volkes liegt in seiner Verbindung mit der Scholle. Darum sollt Ihr uns helfen, der deutschen Jugend in der freien Natur schaffen, damit sie Gelegenheit , die deutsche Heimat wieder kennenzulernen. Der Marxismus soll nie wieder Gelegenheit haben, das Herz nur eines einzigen deutschen Jungen oder Mädels zu entslammen. Helft uns darum, daß die deutsche Jugend wieder mit dem deutschen Boden verwurzelt werde! Tretet deshalb dem Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen bei! Helft ihm, der deutschen Jugend das Erleden der deuteimat zu ermöglichen! Ihr werdet damit am besten den Rest des Marxismus bekämpfen. Ein kleiner Jahresbeitrag allein genügt. um Euren Kindern die glücklichsten Stunden zu verschaffen. Schenkt ihnen Sonne und Frohsinn durch Euren Beitrag! Sonstige Svertnachrichten Walter Neusel nach US1? Aus Paris wero uns gemeldet, daß der deutsche Schwergewichtsboxer Walter Neusel mit seinem Betreuer Paul Damski Schiffskarten für Amerika bestellt t. Die Ueberfahrt nach den Vereinigten Staaten soll nde dieses Monats angetreten werden. Besselmar Aus Bukarest wird Meister Axioti für den 25. August zu einem Kampf gegen den Kölner Besselmann verpflichtet wurde. Da Besselmann am 25. August in Berlin kämpfen wird, dürfte somit Axioti sein Gegner sein. en gegen Axioti? Sep=es, daß der rumänische Zusammenschluß zweier Vereine. Zwei alte Münchener Fußballvereine, der Deutsche Sportverein und Teutonia, haben beschlossen, sich unter dem Namen Fußball=Club München zu vereinigen. Der Zusammenschluß erfolgte aus der Erkenntnis heraus, daß sich in der neuzubildenden Gauliga nur starke Vereine behaupten können. Binner wieder Schwimmwart des DS9.? Oberstudiendirektor Walter Binner soll wieder in ein Amt als Verbandsschwimmwart des Deutschen Schwimmverbandes eingesetzt werden. Es sind Bestrebungen im Gange, den international sehr geschätzten Fachmann wieder mit diesem Amt im DSB zu betrauen. Plerdespor! Unsere Boraussagen. Frankfurt am Main. 1. R. Stall Benfer— Stall Buchmüller: 2. R. inor— Ramkau: 3. R. Strohfeuer— Sans pareil; R. Bochus— Terra: 5. Mussolini— Fantasia; 6. R. Arlecchino— Pralinee. Halle 1. R. Vergaser— Hampala; 2. R. Tanne— Stall Clauß; 3. R. Domfalke— Beryll; 4. R. Müschen— Ziska: 5. R. Palastwache— Turnierfehde; 6. R. Rogau— Jagdjunker; 7. R. Rusalka— Chinafeuer. Bernay. 1. R.: Keffren— Hallile; 2. R.: Jorga— Divan; 3. R.: Cled Or— Heppyland; 4. R.: Eadhild— Alestro II: 5. R.: Montsoie St. Denis— Olympie: 6. R.: Essendieras— Rosy Legend; 7. R.: Sidonia — Dallilor. Sonntag. Neuß.„„ 1. R.: Berna— Ordensschwester; 2. R.: Modesta — Perlmuschel: 3. R.; Corax— Daland; 4. R.: Wappenschild— Stall Rößler 5. R. Athanasius— Ausschreibung: 6. R. Gassenjunge— Tolentino; 7. R Problem— Blondkind. Doppelwette: Wappenschild— Athanasius. Spez. Athanasius. Halle. 1. R.: Karfunkel— Opal; 2. R.: Hitomi— Garde 3. R.: Lauderis— Eisack; 4. R. Herpoler— Sonnenklar: 5. R.: Altona— Loe: 6. R.: Komm vorar. — Liverius: 7. R.: Lordmajor— Marschal. Frankfurt. 1. R.: Tarquinia— Reichsmark; 2. N.: nicht 5s. fentlich: 3. R.: Morke— Was ihr wollt: 4. R.: Brigosch— Blitz: 5. R.: nicht öffentlich; 6. R.: Traumulus— Strohfeuer; 7. R. Widerhall— Cassius: 8. N. Siegfried— Mogul; 9. R.: nicht öffentlich. Karlshorft. 1. R. Bamberg— Gardekommandeur, 2. R. Stad von Horn— Khedive, 3. R. Peter Vork— Schwarz= waldreise, 4. R. Nobel— Hyksos, 5. R. Wolkenpflug — Ipstlanti, 6. R. Ostfranke— Edelstein, 7. R. Feli citer— Metullus. Hannover. 1. R. Moorau— Angelika, 2. R. Goldener Ehrenschild— Hergesell, 3. R. Letzter Versuch— Thermider. 4. R. Ginsterblüte— Edelknabe. 5. R. Merkur 11— Grenzwall. 6. R. Dominikus— Kriegsflagge, 7. A Himmelgeist— Marcianus. Deauville 1. R. Maldonne— Brillantine. 2. R. Biriaz— Delighied, 3. R. Le Cacique— Bipeal, 4. R. Chevolier Printemps— Quatrain, 5. R. Hillah— Ironside, 6. R. Knigt of Malta— Voila. Herr Ad. A. Pactow, der seit vielen Jahren in allen Städten Redekurse veranstaltet, hatte zu de ttwochabend in das Lokal Biermann zu einer Probestunde eingeladen Tron der Fertenzett und trotz der sommerlichen Hite wei der Besuch recht gut. Herr P. dielt zunächst ein Referat über das Thema:„Ist Reden erlerndar!" Er führte Hand recht guter Beispiele aus, daß die Fertigheit der freien Rede von jedem zu erlangen sei durch— Uebung und wiederum Uebung. In dem Vortrag zeigte er, daß Nichtredenkönnen durchaus nicht etwa geistiger Defett sel, vielmehr in den meisten Fällen eine Hemmung darstelle, die nicht schwer zu beseitigen set. Sodann gab der Redner einige interessante Kostproden aus den einzelnen Unterrichtssitzungen, die mit lebhaftem Beisall aufgenommen wurden. Ein Kursus soll— wie wir dören— am kommenden Mittwoch beginnen. Vereinskalender Frauenbund der Deutschen Kolonial=Gesellschaft, Abtl. Herne. Montag, den 1e. 8., nachm. 4 Uhr, Zusammenkunft im Stadtgarten=Restaurant. Referat über die Lage in Südwest. Bei gutem Wetter bleiben wir im Garten. Es wird gebeten, recht vollzählig zu erscheinen und Gäste mitzubringen! Kolonialsest im September steht zur Aussprache. Der Vorstand. 2 Be den nenen Heronmodet. len konzentriert sich das modische Interesse auf Schulter, Hals und Armel. Besonders bervorstechend ist die breite Schulterlinie, die fast an allen Kleidern, Mänteln und Kostümen gezeigt wird. Damit in Zusammenhang steht meist die Art, wie das Modell um den Hals herum gearbeitet wird und auch die Armellinte ist abhängig von der Art der Schulterverdreiterung. Es gibt unterlegte, wie am Herrenjackett gearbeitete Armel, Armel mit abgenähten Tüten und Garniture., die in Verlängerung der Schulterlimze angebracht sind, große flache Kragen, die ein Stückchen über die Armelnaht überstehen, Armeleinfassungen aus gefaltetem Stoff und aus Pelz, Schluppen und Schleifen von manchmal recht beträchtlichem Ausmaß, manchmal sogar abstechend in Farbe und Material. Der Ausschnitt an den Kleidern ist klein, oft sogar gar nicht vorhanden. denn man liebt hochgeschlossene Kleidformen, die entweder glatt am Halse abschließen oder den Hals in weichen Falten rahmen. An den Abendkleidern ist manchmal im Rücken ein tiefer Ausschnitt, während vorn der Stoff hoch zum Hals hinaufgeführt wird. Auch die Abendkleider Unstein=Schuttt K 5882. Die schlichte, aber ehr modtsche Form des Mantelkleides: Übereinanderge nieue B9 ulle gen 5 chluß. autgen gerrrittKuebeiger Revers, keulenformige Arme aufgesetzte To schen, betont geArmetnähte# die derattensticher Merkmale dieses Wollstoffmantels haben durch Armelansätze und Schultergarnituren die breite Schulterlinie. Im Gegensatz zu der breiten Schulter wirkt die Taille sehr schmal und zierlich. Diese Wirkung wird noch betont durch Gürtel in unendlicher Vielfalt. Man trägt sie aus jedem erdenklichen Material mit besonders fantasievollen Schließen und Knebeln geschlossen. Daneben gibt es auch gürtellose Formen, entweder durch Nähte tailliert oder weit und lose fallend wie der Raglanmantel des Herrn. Die Röcke sind alle schlank und gerade und bergen die nötige Schrittweite oft in einem breiten Überschlag. Der Pelzbesatz ist entweder sehr reich— abnehmbare große Pelzkragen, Pelzwesten, Pelzpassen— oder er beschränkt sich auf ein schmales Streifchen, das außen am Armel entlang geführt wird, flach auf einem großen Kragen liegt oder sich als kleine Krawatte um den Hals schlingt. Es gibt auch auffallend viele pelzlose Mäntel und Kostüme. Diese Mäntel und Jacken haben dann meist sehr große flache Kragen, die vorn übereinander geknöpft werden und ziemlich hoch am Hals mit Knöpfen, Schnallen oder Knedeln schließen. Heddy Hedank. K 5863. Neu an diesem Kleid sind die eng gefalteten tette als Garnttur, der hohe Schluß am Halse und der mantelartige Kleidverschluß vorn seitlich Material ist soltder Wollstoff Ullstein=Schutt M 2082. Dieser Montel dat die neue Schulterverbrettetung durch patonentaschenartig zusammengesaltete Stoffteile über der Armelnadt. Schmale vorn geschlungs ne Belzkrawatte timets=Schuft K 5859. Ein Ullstein=Schutkt 1428. Kost1 Ormt abgenübten Armel zeigt, daau don auch dei Kleidern deanderzesommenen Mantelverschluß, bier seitlich gebunden nen in Rippen gewedgem Wüellstoff. Auch dier der sehr breite und flache gen, der vorn als Revers weitergeführt wird. Knebelverschluß, drus Armeiturn W Die neuesten Mllstein-Schnitte und Moden-Refte finden Nie stets bei 0 Den Wanderstab zur Hand, es geht durchs Sauerland! Im Gebiet der unteren Lenne. Noch ist die blühende, goldene Zeit, O du schöne Welt, wie bist du so weit! O. Roquette. In Hohenlimburg steigen wir gleich hinter der Bahn in ½ Stunde zum Schloß bergan. Vom Wehrgang des malerischen Schloßhofes aus genießen wir das „Lenne=Heidelberg“, ehe wir gegenüber dem Eingang zum Schloß das weiße liegende Kreuz der Hauptwanderstrecke 1 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins suchen. Wir gehen dem Zeichen links allmählich ins Nahmertal nach. Der anfangs schöne Waldweg verliert sich bald zwischen Fabriken und Wiesen, bis er hinter dem„Lahmen Hasen“ in einem schattigen Waldtal wieder aufwärts steigt. Hinter Gehöft Wörden wird die Landstraße nach Wiblingwerde erreicht. Die gesamte Steigung vom „Lahmen Hasen“ bis zu diesem hochgelegenen Kirchdorf beträgt 300 Meter, die Wanderzeit vom Schloß Hohenlimburg an sast Stunden. Bei guter Sicht versäume man nicht, den nahen, eine gute Rundsicht bietenden Lohagen(492 Meter) zu besteigen, der die gleiche Höhe mit der Kirchturmspitze hat. Auch unterwegs auf dem breiten Höhenweg zum Gehöft Sassenscheid erfreuen uns schöne Fernblicke. Dann fällt der Waldweg stärker und stärker, bis nach 1¼ Stunde. 300 Meter tiefer, die Kreisstadt Altena vor uns liegt. Wir berühren nur den vornean liegenden Bahnhof und queren die Lennebrücke. um dann gleich links auf Hauptwanderstrecke 5 abzubiegen. Bei genügender Zeit sollte der viertelstündige Aufstieg zur Burg auf steilem, schmalem Bergkegel unternommen werden, um sich von dem harmonischen Zusammenklang des Burginnern, des Heimatmuseums und des Ausblicks auf das enggewundene, an den Berghängen hochkletternde Städtchen beglücken zu lassen. Auf dem gleichen Treppenweg würden wir dann zum Ausgangspunkt der Straßenbahn zurückkehren. Nun verfolgen wir, wie gesagt, Hauptwanderstrecke 5. Erst gehts unten an der Lenne entlang. dann hinter den Fabriken Linscheid in den Wald des Wirberges. Er sächelt uns beim Anstieg zum Gipfel(445 Meter) Kühlung zu. Die Kuppe selbst mit einem hölzernen Aussichtsgerüst liegt etwas rechts ab vom Wege. Es verlohnt sich aber der Abstecher von 5 Minuten dorthin. Besonders überrascht wird jeder über den Tiefblick auf Altena und die Burg sein(Bis zum Turm kann man von Altena aus 1¼ Std. rechnen). Durch Wald und zwischen Wiesen verläuft unser Weg weiter auf der Höhe bis Hilkenhohl, dann hinab ins obere Grünetal. Nach einer Stunde verlassen wir es bei Dannenhöfer, um halbrechts in den schönen Iserlohner Stadtwald einzubiegen. Nach weiteren 40 Minuten stehen wir am Danzturm(392 Meter). Gerade gegen Abend ist der Rundblick von ihm aus am wirkungsvollsten. Welch eine Fülle grünen Waldes umrauscht uns hier in meilen. weiter Runde! Bis zum Ardeygebirge und den Hagener Bergen reicht der Blick im Nordwesten. Dann wandern wir in ½ Stunde bequem am Rupenteich vorbei zum Westbahnhof von Iserlohn, wo unsere lohnende, wenn auch nicht ganz anstrengungsfreie Wanderfahrt endet. Blatt 2 Iserlohn der Sauerlandkarte 1:50000 vom Sauerland=Verlag verzeichnet den Hauptteil, Blatt 1 Hagen das Anfangsstück. selbst dann, wenn der Moselwein seinen berühmten Zauder noch nicht ausgeüht dat. Nach Burg Arras, unweit von Alf, liegt Kaimt in der großen Schlinge der Mosel, weiter stromab Reil, saubere Orte im typischen Bausti! der Mosel. Landeinwärts im Ueßbachtal Bad Bertrich im Kranze herrlicher Wälder. Die Reihe berühmter Weinorte reißt nicht mehr ab Auf dem linken Ufer die alte Residenz Cröv, dann Uerzig. Lieser, Kesten und Piesport, dessen Goldtröpschen zu den erlesensten Kindern der staatlichen Moselweinsamilie gehört. Das rechto User zählt nicht minder ruhmvolle Namen auf: Erden, Zeltingen, Graach, Bernkastel, Brauneberg. Wintrich, Dhron und Neumagen. Eine südliche Lebensinnigkeit liegt über dem Tal. Unter diesem Himmelsstrich reisen die besten Gewächse des Moselweins in Lagen wie Graacher Himmelreich und dem Bernkasteler Doktorberg. Die Bilder der Orte im Saum der umgebenden reichgegliederten Landschaft sind von eindrucksvollem Reiz, allen voran die alte. noch ganz in urväterlicher Stimmungswelt lebende Stadt Bernkastel, um derentwillen allein sich schon eine Moselreise lohnt. Im Biggetal bei Olpe Bäder und Hurorte Ein Multer-Schwimmbad Das schöne Bad Rothenfelde, an den Ausläufern des Teutoburger Waldes gelegen, in zunehmendem Maße von alt und jung aufgesucht, erfreut sich seit einiger Zeit einer Anlage, die ein Anzietzungspunkt ersten Ranges geworden ist. Auf einer Anhöhe gelegen, von der aus man einen wunderschönen Ueberblick über Rothenfelde, dessen nähere oder weitere Umgebung bis zu den verblauenden Bergen genießt, finden wir hier ein großes weiträumiges Schwimmbassin von hinreichender Tiefe nebst einigen kleineren Bassins. Das Wasser ist in angemessener Temperatur gehalten und mit kräftigender Sole durchsetzt. Das Ganze umgeben von großen, sorgfältig gepflegten Liegewiesen. Saubere Zellen zum An= und Auskleiden, ein Sprungturm, Duschen mit salzfreiem Wasser, eine Wasserrutschbahn, eine Gaststätte für Erfrischungen— alles ist dazu angetan, diese neuzeitliche Musteranlage zu einem Ganzen köstlicher Art zu gestalten. Ein fröhliches Leben und Treiben entwickelt sich hier. Niemand versäume es, sich das Schwimmbad Rothenfelde anzusehen, das man nicht mit Unrecht als ein„Stück Nordsee" bezeichnet hat. Rothenfelde, ein Jungborn für alt und jung, für groß und klein! In vielen Windungen zieht sich das Biggetal von der Grenze des Oberbergischen mit dem Sauerland nahe bei Rothemühle bis Finnentrop hin. Dort vereint sich das Flüßchen mit der Lenne. An ihr liegen die einstigen Hansastädte Olpe und Attendorn. Erstere ist heute Kreisstadt, während Attendorn durch seine Tropfsteinhöhle erst seit einem Vierteljahrhundert wieder bekannter geworden ist. Das Biggetal weist zahlreiche liebliche Talbilder auf. Hampf der Bäderpolizei gegen die Bädermarder Zur Sommerzeit, wenn all die Bäder und Kurorte mit Erholungsbedürftigen und Zerstreuungssuchenden gefüllt sind, ist zugleich auch die Zeit der Hochkonjunktur für eine gewisse Species unerfreulicher Mitmenschen, die man mit mehr oder weniger Berechtigung die„Bädermarder" nennt. Sie treten in mancherlei Gestalt auf: als unfehlbar. Glücksspieler, als Schwerenöter, mit besonders scharfen Blick für das Geld und den Schmuck von Damen, die allein in die Ferien gefahren sind; schließlich aber betätigen sie sich auch als gewöhnliche Hoteldiebe. Am gefährlichsten und verbreitesten sind sie als Glücks spieler. Man wird sie freilich in Swinemünde oder Wiesbaden nicht als solche erkennen können, denn sie haben sich in Gewandung und Auftreten die Maske des Vertrauen erweckenden Biedermannes angeeignet, so verstehen sie es meisterhaft, sich in das Vertrauen ahnungsloser Erholungssuchender einzustehlen. Wie gerissen und schlau diese gefährlichen Indivi duen vorgehen, kann man schon daran erkennen, daß die nötigen Bekanntschaften mit den nachherigen Opfern oft schon im Zuge zum Bad geschlossen werden. Erfahrungs gemäß lassen sich nämlich Bekanntschaften besonders leicht im Eisenbahnzug anknüpfen und es kostet dann meist kaum große Anstrengung, weiter eine solche„angenehme Reisebekanntschaft", im Hotel fortzusetzen. Ganz zwanglos ergibt sich dann der Anlaß zu einem Spielchen, wobei natürlich Gelegenheit gegeben ist, auch den Dritten im Bunde vorzustellen. Denn dieser Dritte ist unentbehrlich: Bislang blieb er im Hintergrund und hat von da aus die Entwicklung der Dinge, die Eigenheiten der Personen beobachtet und studiert. Ein klein wenig Pokerspiel eine Woche hindurch genügt meist, um die Erholungsreise, die auf vier Wochen angesetzt war, wegen akuten Geldmangels vorzeitig abzubrechen. Oft muß man dann noch obendrein ein oder das andere Wechselchen unterschreiben, auf daß man noch lange an seine Erholungsreise zurückdenke. Das zurückbleibende Duo hat aber inzwischen schon neue Bekanntschaften geschlossen und neue Opfer gefunden. Man wundert sich chließlich über die zahlreichen vorzeitigen Abreisen... Schon seit vielen Jahren kümmert die Kriminalpolizei sich besonders gründlich um dieses Treiben. Bei verdächtigen Anzeichen wird der eine oder andere Spezialist in ein bekanntes Bad geschickt, unauffällig sieht er sich seine Pappenheimer näher an, vergleicht ein paar Gesichter mit denen auf den mitgebrachten Photos, und am Ende tritt dann der Delegierte des Präsidiums seine Rückreise in Gesellschaft an... Eine derartige diskrete Ueberwachung verdächtiger Gäste liegt zugleich auch im Interesse der Badeverwaltungen selbst. Sie, die Verwaltungen, sind es auch meist, die die wertvollen Winke bei derlei Beobachtungen geben. denn das Auge eines Kellners oder Geschäftsführers sieht meist ungewöhnlich scharf. Die Eigenart dieses„Fledderertums auf Badereisen", wie man es nennen könnte, bringt es mit sich, daß es kaum allein ausgeübt werden kann. Fast stets sind zwei Verbrecher dazu nötig, und sehr oft wird auch eine Frau in den üblen Bund hineingezogen. Ihre Aufgabe ist, alleinstehende Herren, die„nach Geld auslehen", an die Schlachtbank, will heißen, an den Spieltisch, zu führen. Es vergeht auch kein Sommer, ohne daß zahlreiche Verhaftungen solcher Badefledderer erfolgen. Es sind fast immer dieselben Dunkelmänner, deren man hierbei habhaft wird, denn dieses recht einträgliche„Gewerbe“ erfordert viel Weltkenntnis und Erfahrung und kann nicht von jedem ixbeliebigen Ganoven ausgeübt werden. Es ist schon vorgekommen, daß eine solche Bande vierzigbis fünfzigtausend Mark in einem Sommer„verdient" hat, ehe sie für lange Zeit hinter die schwedischen Gardinen gesetzt und unschädlich gemacht werden konnte. Fröhliches Moselland Von Dr. Josef Saal. Die allegorischen Darstellungen von der Hochzeit des Vater Rhein mit der Mosel, vielfach abgewandelt in Bild und Stein, haben einen tiefen symbolischen Sinn. Neben der überwältigenden männlichen Schönheit des weltberühmten rheinischen Stromtales steht das Idyll der Mosel wie ein Pastorale im Pastellhauch zarter schmetchelnder Farben. Unverkennbar hat die Mosellandschaft einen sanften fraulichen Zug. Aus der heiteren Bildung der Hügelkronen und Rebenhänge, den eigenwilligen Krümmungen des blitzenden Flußbandes spricht in allen Abstufungen fraulicher Wesensart die Stimmung ins Sprudelnde und wieder weiche mit einem Lebensschwung, der die Kanten des Daseins spielend überspringt. Sommer an der Mosel, das sind Tage unbekummerter Lebenslust, die den Flüchtling aus den engbrüstigen Steinkästen der großen Städte zurückführen zu einer saftdurchströmten Erde im farbigen Gewande üppiger Wälder, von Wasser, Wein und Bergen. Unter dem südlichen Himmel dieses Tales ist schon manche trockene Gewichtigkeit vor einer besseren Einsicht in den Sinn des Daseins ohne Verlust untergegangen. Man vergißt die Sorgenchleppe des Jahres an den Ufern der Mosel, in den gevinkelten Gäßchen weinseliger Nester, in dämmrigen verchnörkelten Stuben, wenn durch die Butzenscheiben der Roselsommer aufmunternd ins verlende Glas schaut. Schon die alte Residenz am Deutschen Eck hat einen Hauch dieser verführerischen Lockung, sie wird stärker mit edem Schritt, der weiter südwärts in den leichten Schnitt des Tales hineinführt. Nach Güls, dem Kirschblutengärtchen erster Maitage, das weinfrohe Winningen, das mit seinen Winzerfesten alljährlich einen ruhmvollen und erfolgreichen Feldzug gegen den Griesgram jeder Schattierung veranstaltet. Am anderen Ufer unter dem Turmfinger der Carolahöhe das alte Lay, weiter abwärts Dieblich und sein sagenhafter Berg, auf dem mittelalterliche Chronisten unter der verzeihlichen Einwirkung des Moseltropfens die Moselhexen tanzen sahen. Im Klang ländlichen Lebens Niederfall und Oberfall, Kobern im Kranz seiner Burgen und Alken mit Thuraudt, der wehrhaften Feste. deren Geschichte die unwiderstehliche Wirkung des Moselweines für alle Zeiten belegt. Es folgen Brodenbach, Burgen und auf der linken Moseleite Hatzenport und Moselkern, Ausgangspunkt einer reizvollen Wanderung durch das schöne Eltztal zur Burg Eltz und weiter zur Burg Pyrmont. Ueber Carden, Pommern und Clotten führt der Weg nach Cochem, das unter seinem burggekrönten Berg seine alten Häuserzeilen malerisch am Flußufer lagert. Das Bild des Ortes zeigt zahlreiche geschichtliche Erinnerungen, sehenswert sind vor allem das alte Rathaus, der Aufgang zum Kloster, die Torschenke und der historische Marktbrunnen. In Cochem beginnt auch der großte Tunnel Deutschlands, der in einer Länge von über vier Kilometer unter einem mächtigen Bergrücken durchführt, während der Fluß in vielen Windungen den Bergfalten ausweicht. Bekannte Weinorte am rechten Ufer sind Treis mit den Ruinen der Treisburg und Wildburg in einem zerklüfteten Seitental und Valwig. In Cond darf man den Besuch der Bririadenstube nicht vergessen. Bruttig und Fankel sind uralte Moselorte mit einer Reihe alter Bauten in der verschollenen Stilart frühester Jahrhunderte. Auch Beilstein mit den Ruinen der Burg Metternich blickt auf ein ehrwürdiges Alter zurück. Ganz nahe drängen sich die Berge an den Fluß, sodaß kaum noch Raum bleibt für eine Siedlung. Die Raumfrage wird zuweilen so brennend, daß zu kühnen Lösungen geschritten werden muß, wie etwa in Beilstein, wo der Marktplatz in den Felsen gehauen ist. Aber es ist kein Zweifel, daß diese enggeduckten Moselnester gerade aus diesem Charakter der Landschaft von einer ansprechenden heimlichen Stimmung erfüllt sind, die nicht nur der Kunstfreund zu würdigen weiß. Hinter Bullay beginnt mit Zell die klangvolle Reihe der Namen, die jedem Kenner deutscher Weine, und sei es auch nur von der Weinkarte her, geläufig sind. Zell selbst, die Heimat der weitbekannten„Schwarzen Katz“ liegt wundervoll in der Moselbucht, hat Jugendherberge und einen prächtigen Schloßbau und ist Hauptausgang zu Streifzügen in die herbe abseitige Schönheit des Hunsrückberglandes. Weiter Pünderich, Burg, Enkirch, Starkenburg. Traben=Trarbach, Orte. deren Namen schon beste Empfehlung bedeuten, reich an Vorzügen der Lage und baulichen Sehenswürdigkeiten. Am linken Ufer Alf und mitten in einer Schleife der Mosel. nahezu im Kreise vom Flußband umflossen Marienburg, von wo aus der erstaunte Wanderer die Mosel gleich zweimal erdlickt, Sommerdäste finden frdl. Aufn. in kl. Pension in Ostholstein, Nähe der Ostsee. Gute Verpfl., 4 Mahlz. Preis 2,80 u. 3.— M.; monakl. 75— 80 M.(14175 Frau E. Schlüter, Lütsenburg i. H., Hindenburgstr. 15. Pensionäre find. in sehr schön. gesund., gebirg. u. waldr. Geg. liebevolle Aufn. 2.60 Nu pro Tag. Vier Mahl., 360 Meter doch. Becker, Wünnenberg (Kreis Büren) Höhenluftkurort Monkabaur. Dr. Verpflegung, 4 reichl. g. Mahlz. 3 RM., keine Nedenk. Garn. Frühstück, einz. Service. Metzgerei, Gasthof. Jos. Hannappel. Telefon 486. 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Man muß einmal gesehen haben, mit welcher Energie der Komponist das Orchester meistert. Viele sind der Marschmusik wegen ihres martialen, strengen Rhythmus nicht zugetan. Wer gehört hat, welchen Impuls der Marschkönig dem Orchester gibt, mit welch begeisternder Kraft er die Musiker fortreißt, dürfte vielleicht belehrt werden. Das Programm wird neben Blankenburg=Märschen einige leichte Ouvertüren bringen und dürfte somit allgemeinverständlich sein. Denjenigen, denen die Musikfolge vielleicht zu allgemeinverständlich sst, empfehle ich dennoch ihre Resistenz zu brechen und ich das Konzert anzuhören. Es lohnt sich wirklich! Außerdem verdienen die außerordentlichen Bemühunsen des hiesigen Vereins der„Ehemaligen Militär= nusiker“, von Erfolg gekrönt zu werden. Heraus zur großen Deutschen Saarkundgebung am liederwald-Denkmal.— Erleichterte Verkehrsbedinjungen. Der Saarverein Herne schreibt uns: Nur noch mnige Wochen trennen uns von der diesjährigen deutschen Saarkundgebung. Man hat in diesem Jahre ils Tagungsort Rüdesheim am Rhein(Bingen) ge pählt. An den Stufen des National=Denkmals wersen tausende Deutsche, vor allem Saarländer, sich reffen und erneut Ausdruck geben von der Verbunsenheit der Saar mit dem Reich. Die Reichsbahn äßt einen Sonderzug fahren mit 60 Prozent Fahrtverbilligung, welcher Sonntag früh fährt. Eine große Anzahl Vertreter werden aber schon die Vertreteragung am Samstag, dem 26. August, besuchen wolen. Es empfiehlt sich, auf Vorschlag der Reichsbahn. dier Gesellschaftsfahrten mit 40 Prozent Ermäßigung zusammenzustellen. Wer dann Sonntags mit dem Sonderzug zurückfahren will, erhält auch für diesen Zug voraussichtlich 60 Prozent Ermäßigung. Die Benutzung des Sonderzuges wird sehr empfohlen. Außerdem fahren dann noch die beliebten Autobusse des Saarvereins Herne nach Rüdesheim. Die Saarvereine des rheinisch=westfälischen Industriegebietes werden gebeten, die Tagung am 26. und 27. August zahlreich zu besuchen. In allen Angelegenheiten erteilt der Saarverein Herne und der Verkehrsverein bereitwilligst und kostenlos Auskunft. Als wichtigster Punkt steht die Neubesetzung des 1. Vorsitzendenpostens auf der Tagesordnung. Auch nicht Saarländer können den Sonderzug benußen und in Rüdesheim die Tagung besuchen. Es ist nur noch eine kurze Spanne Zeit bis zur Abstimmung über die Rückgliederung des Saargebiets zum Reich. Die Rüdesheimer Tagung, am Fuße der Germania, muß ein überwältigendes Bekenntnis der Saarländer zum neuen Reich werden. Darum nochmals: Heraus zur Kundgebung am National=Denkmal! * An alle Theatervereine, konfessionelle Theaterabteilungen, Volksmusikgruppen und Tanzzirkel der Stadt Herne!. Sämtliche Theatervereine, Theaterabteilungen der konsessionellen Vereine. Volksmusikgruppen. Volkstanzkreise und Puppenspiele der Stadt Herne werden hiermit von dem Unterzeichneten aufgefordert bis spätestens zum 20. August ein namentliches Mitgliederverzeichnis unter besonderer Bezeichnung des Vorstandes, bzw. der geschäftlichen und künstlerischen Leitung, an die Adresse des Unterzeichneten in der Kreisleitung Herne der NSDAP., Rosenstraße 10 einzureichen. Die konfessionellen Theatergruppen werden angegangen, zu erklären, ob sie in ihrer Gruppe Sprechchöre unterhalten. Laut Verfügung unterliegen die künftig aufzuführenden Theaterstücke der konfessionellen Theaterabteilungen ebenfalls der Kontrolle. Sämtliche in Zukunft zu spielende Bühnenwerke sind von jetzt ab dem Unterzeichneten vor der ersten Probe zur Begutachtung vorzulegen. Dasselbe gilt natürlich auch für die anderen theaterspielenden Vereine. Den Volksmusikgruppen wird zur Pflicht gemacht. den Unterzeichneten frühzeitig über den Inhalt der beabsichtigten Konzerte in Kenntnis zu setzen. Das Material kann an die Adresse des Unterzeichneten in der Kreisleitung abgegeben werden. I. Balzer, Kreiskulturwart, Fachberater für Volkskunst. * Gleichschaltung bei den Einheitskurzschriftlern in Herne. Donnerstog. den 10. August fand in der„Westfalenschänke“ eine außerordentliche Versammlung des Vereins für deutsche Einheitskurzschrift e. V. Herne statt, die einen guten Besuch aufwies und sich in der hauptsache mit der Gleichschaltung befaßte. Zu Beginn der Versammlung wurde eingehend Bericht über die Tagung des Gesamt=Verbandes rheinisch=westfälischer Stenographen in Düsseldorf gegeben. Diese Tagung stand ganz im Zeichen eine Neubelebung der Einheitskurzschrift. Der Festvortrag wurde von dem Beauftragten der RSDAP fü. Kurzschrift, Bezirksschulrat Lana, Kulmbach, gehalten. Herr Lang, welcher in der Vertreterversammlung an die Vereinsvertreter einen Appell richtete, betonte, daß das politische und wirtschaftliche Leben einen allgemeinen Aufschwung zeige. Es sei kein Wunder, daß auch das stenographische Leben von diesem Hoffen und Vertrauen beeinflußt worden sei. Wie im öffentlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben der Einheitsgedanke zum Durchbruch gekommen sei, so sei auch auf stenographischem Gebiete der Einheitsgedanke zur Tatsache ge worden. Wer heute gegen die Einheitskurzschrift spricht und schreibt, der stellt sich gegen die Regierung. Die Reichsregierung hat offiziell anerkannt, daß die Einheitskurzschrift die Forderung einer leicht erkernbaren, deutlichen und gut wiederlesbaren Kurzschrift erfüllt und hat den NS=Lehrerbund offiziell beauftragt, alles zu tun, um die Einheitskurzschrift zur wirklichen Staatskurzschrift zu machen. Alle Versuche der Gegner, hier etwas zu ändern, sind aussichtslos. Alle Vereine haben Anfängerunterricht nur noch in der deutschen Einheitskurzschrift zu erteilen. Die Vereine haben sich in die zu gründende Deutsche Stenographenschaft einzuordnen.— Die Aufforderung des Herrn Lang, aktiver zu werden, soll auch hier befolgt werden. Im Herbst sollen neue Kurse in der deutschen Einheitskurzschrift(Anfänger=, Fortbildungsund Redeschriftkurse) eingerichtet werden.— Bevor zur Gleichschaltung übergegangen wurde, wies der Hier baut Mussolini eine Stadt - Sc So sah es noch im Jahre 1930 im Gebiet der Pontinischen Sümpfe aus, wo setzt die Grundsteinlegung für die neue Stadt Sabaudia erfolgte. Vorsitzende darauf hin, daß seit dem 30. Januar 1933, Tadem Tage der Regierungsübernahme durch unseren Volkskanzler Adolf Hitler, schon manches sich geändert habe. Wie auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete große Veränderungen eingetreten seien, so sei auch auf stenographischem Gebiete eine völlige Klarheit geschaffen worden. Die Reichsleitung des NSLehrerbundes hat sich durch die Herausgabe der Denkschrift entschieden auf den Boden der Einheitskurz= Truppenteilen unterstützt entstand der Waffenring der Nachrichten=Truppen. Er überreichte der jungen Vereinigung Herne eine Tischflagge, gestiftet von einer begeisterten Anhängerin des Kadenach's Gedanken aus Koblenz, dem früheren Standort des T. B. III. Es würde zu weit führen, innerhalb dieses Berichtes alles Schöne des Abends wiederzugeben, es sei aber jedem Kameraden der früheren Nachrichten=Truppen einschl. der Feld=Formationen empfohlen, sich der Ka schrift gestellt. Den Verfassern der Denkschrift gebühre denach anzuschließen.— Im Laufe der Versammlung ganz besonderer Dank. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat nun die Reichsleitung des NSLehrerbundes mit der Gleichschaltung aller Kurzschriftvereine= und Verbände auf die Einheitskurzschrift beauftragt. Von der Reichsleitung des NS=Lehrerbundes wurde Oberregierungsrat Dr. Blauert zum Fünrer des Deutschen Stenographenbundes Dresden, dem Träger der zu bildenden Deutschen Stenographenschaft, bestimmt. Als Vorsitzender des Gesamtverbandes wurden Otto Saak und des Industrie=Verbandes Gustav Briesen, Essen, bestätigt. Die Vereinsvorstände werden von den Mitgliedern gewählt, müssen aber das nahm Kam. Hellwig die Führerwahl vor. Die Wahl war einstimmig für den Kam. Markhoff. Die weiteren Mitarbeiter werden in der September Versammlung vom Führer bestimmt werden. 4 Kameraden meldeten sich neu an. Eine Sammlung für die Beschaffung von Uebungsmaterial für den Nachrich ten-Sturm der hiesigen SA. brachte einen schönen Er trag und wurde von den SA.=Kameraden mit Dank in Empfang genommen. Mit einem Sieg=Heil für den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hin denburg, unsern Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang des Deutschland= und Horst=Wessel=Liedes Vertrauen des Vorsitzenden haben. Der Vorstand setzt schloß Kam. Hellwig die Versammlung. Die Kamerasich nun wie folgt zusammen. 1. Vorsitzender August den waren dann noch lange im Austausch alter ErGüth, 2. Vorsitzender Joachim Soltys, 1. Schrift= innerungen und Erlebnisse zusammen, bis dann die wart Karl Knefelkamp. 2. Schriftwart Willi Scheidestunde für die auswärtigen Kameraden kam Klinkliek, 1. Kassenwart Gertrud Schirm. 2.]Mit einem herzlichen„Gut Funk“ und„Siuck auf“ Kassenwart Willy Günther, Bücherwart Hermine trennten sich die Kameraden, nur von dem einen Ge Die. Rassenleyre mehr und mehr begreift, besonders Wehnes, Beisitzer: Friz Scheiding, Franz danken be## mitzuarbeiten an einem einigen, stan=nsbe Wald, Ella Kommescher. Der Vorsitzende rief ken und freien Deutschland. I. Ein reichhaltiges Beiprogramm ergänzt einen Spielplan, allen Mitgliedern zu„Treue um Treue". Nach Erledigung einiger interner Vereinsangelegenheiten, wie e Capite. Die Direution schreibt Das Programm dieser Woche bringt eine ganze Reide sationeller Namen, die bisher im Film noch nicht genannt wurden, und Namen, deren Berühmtheit in aller Welt bekannt ist. In diesem Doppelprogramm sind zweFilme enthalten, die beide in ihrer Eigenart etwas gan, Be sonderes darstellen. In„Kampf“, dem neuen Uso-Film, ge rät das Publikum wie nie zuvor in den Bann sportlicher Ereignisse. Der Schauplatz ist zum Teil der Nürburg-Ring, und die Darsteller, die hier mitwirken, sind z. T. die berühmtesten der Rennfahrer, die die Welt kennt. Der Hauptdarsteller, den wir dier zum 1. Male in einem Groß füm nicht nur als Sportgröße ersten Ranges. sondern auch als Filmstar bewundern können, ist der jugendliche Manfred von Brauchtisch, dessen sensationellen Erfolge auf den Renndahnen, Presse und Rundfunk in alle Welt verkündeten. Die Usa hat das Wagnis unternommen, diesen Mann der schon heute ein Liebling des Publikums geworden ist. in einem Großfilm von Bedeutung herauszubringen. We tere Darsteller sind Kurt Bespermann, Lucie Höflich, Eve line Holt, Alfred Abel, Blandine Edinger, Lia Eibenschät und ein neues Gesicht— G. H. Schnell— der den Partner von Brauchttsch stellt und im Gegensatz zu diesem jungen eleganten Sportmann einen wahren Hünen an Gestalt, den Gewaltmenschen im Sport verkörpert. Ferner die AutoSvortgrößen: Caracciola— Stuck— Chiron— Varzi Aber nicht nur die Sensation des Kampfes der Größten unter den Größten bringt der Film„Kampf“ sondern aua einen hochdramatischen Konflikt zwischen Mann und Weio und in die spannende, aufregende Handlung hineingewo den eine Fülle von Lustigkeiten, drastisch komischen Sze nen und derden Späßzen, die mehr als einmal die Lachorka ne aufdranden lassen. Es ist alles da, die Ufa hat in der üblichen Weise an nichts gespart. Die Ausstattung ist usahaft prachtvoll, jede Szene durchgeseilt und der gan ze Film technisch von optischer und akustischer Wirtlich eitstreue erfüllt. Die Original-Aufnahmen auf dem Rür durgring sind selten gut geraten, und fügen sich geschmack voll der Handlung ein. Der Film ist also im großen und ganzen nicht nur für den Sportsmann berechnet, sonder: ein Werk, das jedem faszinierend in seinen Bann ziehen wird, jeder Darsteller am richtigen Platz, jede Rolle auf das sorgfältigste durchgearbeitet und jede Szene mit größ ter Liebe gestellt. Das Dublikum geht mit, der Erfolg deFilmes„Kampf“ ist wieder ein ganz großer Ufasieg. Der andere Großfilm bringt einen Darsteller, der nich nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt als einer der schönsten Männer und zugleich einer der erfolgreichsten Schauspieler und Sänger gilt: Ramon Novarro. Durch „Ben Hur“ ist er bekannt und berühmt geworden. Diesmal spielt er in einem Film, in dem seine persönliche Eigen art besonders zur Geltung kommen kann„Der Sohn des Rajah“. Indien ist der Schauplatz und in der Handlung des Fülmes kommt der Zauber, das Geheimnisvolle, die glut volle Leidenschaftlichkeit und auch das Grauen dieses Lan des zur Geltung. Ramon Novarro, der geborener Merikaner ist, fügt sich als Inder wahrheitsgetreu in das Wesen Assens ein. Sein„Sohn des Rasah“ ist glaubwürdig. Besonders kommt ihm zugute, daß er eigentlich Sänger war und in Berlin in sechsmonatigem Studium seine leßzte Ausbildung dekommen hat. Die Erlebnisse zweier Liebes leute ganz entgegengesetzter Rassen im fernen Osten und die daraus entstehende Tragik des Geschehens wird jeden rühren und die lautlose Stille in den Häusern, in denen der Film bisher lief, legt Zeugnis davon ab, wie ergriffen das Publikum war. Der Film ist in der Zeit, in der das Vol die Rassenl= den die Direktion wieder nach ihrer Devise zusammengeInteressengemeinschaft westdeutscher Volksmusiker, stellt hat:„Capitol-Filme sollen für sich selbst werben“. Im Saalbau Strickmann findet am Sonntag, dem Bemerkt sei noch, daß in der schon an und für sich erstklassi—"—„ N Ausflug, Reisekasse etc., wurde die Versammlung mit.3 August, ein Volksmusikfest statt. Ein reichhaltiges gen Tonfilm=Wiedergabe Neuerungen ausgeprobt und ein einem dreifachen Sieg=Heil auf den greisen Feldmar= 13. Augun ein Voirsmusicsen statt. Ein reichhattiges gehaut murden, die das Anhören eines Conkilmes im Ca schall und Reichspräsidenten von Hindenburg und un„, aux—. #fang 4 Uhr, Eintrittspreis 30 Pf Programm wird jeden Besucher zufriedenstellen. An- gebaut wuroen, die das Anhören eines Tonfilmes im Ca * Geschäftsverlegung. Die Firma Walter Rau hat ihre Geschaftsraume von Hermann=Göring=Straße 2 nach Bahnhofstraße 50 verlegt.(Siehe Anzeige.) seren Volkskanzler Adolf Hitler mit dem Deutschlandund Horst=Wessel=Lied geschlossen. * Außerordentliche Versammlung des Männergesangvereins„Sangeslust" Herne, Neubildung des Vorstandes auf Grund der Gleichschaltung. Vergangenen Dienstag hielt der MGV.„Sangeslust 1868 Herne, unter Leitung des 1. Vorsitzenden Stadtinspektor M. Tillmann, im Vereinslokal Gg. Hirdes, Ostentor, eine außerordentliche Versammlung ab, um die vom Kreiskulturwart der RSDAP. Kreisleitung Herne, geforderte Gleichschaltung zu vollziehen. Nachdem der 1. Vorsitzende den Zweck der Gleich Ausflugslokal„Zum Feldkamp schaltung klargelegt. trat der gesamte Vorstand zurück. Sangesbrüder, Schneidermeister Heinr. Schulze nahm durch Stimmzettel die Wahl des Führers vor. Durch einstimmigen Beschluß wurde zum Führer des Vereins Stadtinspektor Max Tillmann(RSBA) gewählt. Der Führer bestimmte Sangesbruder Heinr. Schulze (NSDAP und KdgM.) zu seinem Stellvertreter, Wil pitol zu einem wirklichen Genuß machen. Auch in tech nischer Beziehung beweist die Leitung des Theaters, daß sie unter allen Umständen dafür sorgt, daß das Capitol in je der Beziehung in de: Reihe der ersten Theater marschiert Empfehlenswerte Gaitstätten auf deren Anzeigen in der heutigen Ausgabe wir aufmerksam machen. Schauburg schreibt: Sonntag ist wieder Künstlerkonzert mit Tanz Mittwoch ist großes Kinder= und Schützenfest und Schützenfestnachfeier. Restaurant Düppe-Korte Morgen nachmittag ist Konzert mit Tanz Freien. helm Brecht(RSBA) zum 1. Kassierer, E. Kleine= Restaurant Jos. Cramer. Herne=Sodingen Angenehmer Familienaufenthalt. Künstlerkonzert Restaurant„Jum Kanonengarten“. Heute findet der vaterländische Abend der gen Sechs" statt. Schrä Stadt Wanne=Eickel. Bußmann(NSBO) zum 2. Kassierer, Ernst Braun(NSBO) zum 1. Schriftführer, v. Oppenkowik:(RSBA) zum 2. Schriftführer. Die Mitglieder nahmen die Wahl an und versprachen, im Sinne des Führers Adolf Hitler am Wiederaufbau des geliebten deutschen Vaterlandes zu wirken. Sodann sprach der Führer des Verein von der großen Aufbauarbeit im deutschen Vaterlande; daß gerade das Deutsche Lied dazu angetan sei, daß Deutsche Volk in nationalem Sinne zu erziehen. In Zukunft soll gerade die„Sangeslust" als ältester Verein in der Stadt Herne Pionierarbeit für das Deutsche Lied leisten, um als starke Stütze der Kultur dem Vaterlande zu dienen.— Mit Begeisterung wurde unter der bewährten Leitung des Dirigenten Musikdirektor Adolf Prümers, das Deutschland=Lied und die erste Strophe des Horst=Wessel=Liedes gesungen. Mit einem dreifachen„Sieg=Heil“ auf das neue Deutschland und seine Führer wurde die Versammlung geschlossen. * K a m e r a d s c h a f t l i c h e V e r e i n i g u n g e h e m a l i g e r N a c h richten-Truppen„Kadenach“ Herne. Obige Vereinigung hatte zu einer weiteren Versammlung die Mitglieder auf Mittwoch, den 9. August in das Hotel Meinhardt eingeladen. Anwesend waren als Gäste: der Gründer der Vereinigung Kam. Hellwig(Unna), Kameraden des Nachrichten=Sturmes der SA, sowie die Kadenach 5 Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen in stattlicher Anzahl. Nachdem die erste Wiedersehensfreude sich gelegt hatte, eröffnete Kam Markhoff die Versammlung und begrüßte die Erchienen, insbesondere den Führer der Landesgruppe mäß dem Vorschlag des Deuuischen SvorkassenverbandeKam. Hellwig, sowie einen akt. Kameraden aus Kann= gat die hiesige Stadtsparkasse die Hypothekenzinsen ab Bezirkstressen der katholischen Sturmscharen Die Sturmscharen der Städte Wanne=Eickel und Herne versammelten sich am Sonntag zu einem Be zirkstreffen in der Eickeler St.=Marienpfarre. Um 7 Uhr leitet eine Gemeinschaftsmesse mit Gemeinschaftskom munion die Tagung ein, anschließend ist gemeinsames Kaffeetrinken. Die Arbeitskreise nehmen um 9 Uhr ihre Beratungen auf. Vor dem Jungenschaftskreis spricht Diözesanführer Franz Legge(Bochum) über Führer und Gefolgschaft, vor dem Jungmannschaftskreis Bezirksführer Anton Kiwit(Wanne=Eickel) über jungmann schaftliche Aufgaben. Um 12.30 Uhr ist gemeinsames Mittagessen, darauf Versammlung der Jungscharabtei lung Wanne=Eickel, 2.30 Uhr Singstunde, 4 Uhr Organi — Mouirks. 5 Uhr Schlußandacht in der Die Direktion Eine besondere Note erhält das diesmalige Schauburg programm durch das persönliche Auftreten des ehemaligen Stadttheaterdirektors von Herne, Hans Schneider. Han: Schneider ist bis vor kurzem mit großem Erfolg am Frank furter Sender als Rundfunksänger tätig gewesen. AlPartnerin bringt Herr Schneider die ebenfalls in Herne dekannte Künstlerin, Frl. Titi Krahe, mit. Diese beiden Künstler werden zu dem Film„Im weißen Röss'l“ die be kannten Schlagerlieder der berühmten Operette persönlich zum Vortrag bringen. Der Film selbst wurde an den Originalstätten, also am Wolfgangsee ausgenommen, und wurim den für die Besetzung der Hauptrollen Liane Haid und Maz Hansen bestimmt. Das große Filmwerk„Tod über Schanghai“ führt uns in ein ganz neuarkiges Milien, nämlich in das Kampfgebiet der ostasiatischen Wirrnisse. Dem Publikum bleibt es überlassen, zu entscheiden, weshalb wohl dieser Film zweimal verdoten war. Auf jeden Fall zeigt die Handlung in sehr krasser Form das Leben und Treiben in und hinter der Front der ewigwährenden Grenzstreitigkeiten zwischen China und Japan. Dieser aktuelle Abenteurerroman ist von ungebeurer Wirkung.— Im reichhaltigen Beiprogramm wird unker anderem auch das große deutsche Turnfest in Stuttgart gezeigt.— Es dürfte nochmals darauf hingewiesen werden, daß die Vorstellungen pünktlich um 3.30 Uhr beginnen und abends 8.10 Uhr die letzte Abendvorstellung einsetzt.— Erwerbslose bezahlen bis 5 Uhr 40 Pfennig. Lagergeld im Konzentrationslager Dranienburg sation des neuen Bezirks Eickeler Krankenhauskapelle (s) Zinssenkung bei der Wanne=Eickeler Stadtspar= kasse. Bei der Senkung der Zinssätze und eines Herab setzung der Nebenkosten hat sich die Stadtsparkasse WanneEickel nicht mit der Zinssenkungsaktion vom Dezember 1931 begnügt, sondern seither, vor allem im letzten HalbGGestadt auf das herzlichste. Kam. Hellwig gab interessanten Bericht über die ersten Zusammenkünfte im Jahre 1906/07, welche dann zur Gründung der Kadenach's führte. Vom Kriegsministerium sowie den artine mühungen um die Zinssenkung sollen fortgesetzt werden 1. Juli ds. Is. von 5% Prozent auf 5½ Prozent und die Zinsen für Personalkredite, Kontokorrentkredite und Dar lehn von 7 Prozent auf 6°. Prozent ermäßigt. Die Be„„—„ Das von der Leitung des Konzentrationslagers Oranienburg herausgegebene Lagergeld wird den Häftlingen gegen Reichsgeld das sie von ihren Verwandten erhalten. eingetauscht und dient zum Einkauf in der Lagerkantine. Demen- Strümpte, künstliche Weschseide, plett. 0.75, Damen- Strümpfe, künstliche Weschseide, mod. 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Auch Stocky habe genug Schlauheit besessen, um u erkennen, was gespielt wurde und habe sich durch einerlei Hemmungen der Geschäftsmoral zurückhalten lassen. Mönnia habe sich dagegen, obschon er auch wußte, um was es sich handele, im Schlepptau von Maus und Stocky befunden. Die erste Verteidigungsrede Auf die Anklagerede des Staatsanwaltschaftsrats Thomas folgte die erste Verteidigungsrede. Prosessor Grimm=Essen sprach für den Angeklagten Mönnig über die wirtschaftlichen Hintergründe der zur Aburteilung tehenden Delikte. Indem er an einigen Bemerkungen in der Aussage des Zeugen Industriellen Dr. Hackelsberger anknünfte, die sich auf die Jahre 1928 und 1929 bezogen hatten, kennzeichnete er die vor allem für die Anfänge der Görreshaus=Unternehmungen in Frage kommende Evoche als eine Zeit der Scheinblüte und des ProsverityTaumels und dem es zuzuschreiben sei, daß man ein so großes Haus erworben habe und eine Großdruckerei mit einem riesigen Maschinenpark habe aufziehen wollen, was dann schließlich zum Zusammenbruch geführt habe. In dieser wirtschaftspolitischen Hinsicht seien in der Nachkriegszeit drei Etappen zu unterscheiden, die bei Kriegsende begannen, durch die Rbeinlandräumung, das Londoner Abkommen und den Doungolan von einander getrennt seien. Dazwischen trete noch der Dawesolan. der nicht nur über Deutschland, sondern auch über die anderen Länder nicht weniger einen Goldstrom aus. geschuttet hätte, nur mit dem Unterschied, daß das aus. gesogene Deutschland davon später berührt worden sei als die anderen Länder. So sei die Scheinblüte in Deutschland päter in die Erscheinung getreten, indem sie zu maßlosen Finanzierungen in Wirtschaft, Industrie und Kommunen verleitet habe. Eo sei festzustellen, daß alle großen Wirtchaftler sich über die Entwicklung der Weltwirtscheft absolut getäuscht hätten. In diesem Rahmen seien auch. so schloß Professor Grimm, die Vorfälle im Görreshaus zu betrachten. Er wolle keine Schuld beschönigen, aber den allgemeinen Zusammenhängen müsse man bei der Aburteilung der Dinge auch Rechnung tragen. Die Fortsetzung des Plädoyers wurde dann auf Samstag vertagt. Mitangeklagter verübt Selbstmord Köln, 11. August 1933. Fleck sichtbar. Diese Wahrnehmung wird nunmeh auch von der Potsdamer Sternwarte bestätigt. Der Fleck der nach den Potsdamer Messungen etwa ein Drittel der Länge und etwa ein Fünftel der Breite des Planetendurchmessers hat, taucht am westlichen Rande des Planeten auf und zieht in etwa fünf Stunden über die Saturn=Scheibe dahin. Schon mit einem kleinen Beob achtungsfernrohr soll diese seltene Erscheinung gut beob achtet werden können. Der nächste Durchgang über die Mitte der Scheibe erfolgt am 1T. August gegen 2.30 Uhr früh und gegen 23 Uhr abent# Ob die Annahme der englischen Astronomen zutrifft, daß es sich um den Ausbruch eines Vulkans mit riesenhaften Ausmaßen handelt, kann noch nicht gesagt werden Neue katholische Zeitung in München München, 11. August 1933 Der Münchener„Bayerische Kurier" wird mit dem 31. August zum letzten Male erscheinen. Der katholische Presseverein hat ein neues Unternehmen gebildet, das am 1. September eine neue katholische Zeitung, die „Münchener Preise“. unter einer neuen Redaktion herausgeben wird. Eine große Auflage hat im Münchener Bezirk die katholische„Augsburger Postzeitung“. Neue Gasmaske erfunden London, 10. Aug. 1933. Der sozialistische„Daily Herald“ meldet, daß eine Gruppe englischer Wissenschaftler eine Gasmaske hergestellt habe, die eine Stunde lang gegen das neueste und tödlichste Giftgas, das sogenannte Pfefsergas, Schutz gewahre. Die Messenherstellung der Gasmaske habe bereits begonnen. Chemikern anderer Länder sei es bisher nur gelungen, die Träger ihrer Gasmasken auf fünf Minuten gegen die Wirkungen des Pfeffergases imun zu machen. Blitz reißt 150 Kinder um Zwei Tote. Paris, 11. August 1933. Die Handwerkswerbewoche Vorbereitende Besprechungen der Spitzenorganisationen Vom 15. bis 21. Oktober Berlin, 11. August. Wie das BD3=Büro meldet, fand am Mittwoch eine Besprechung der Vertreter der Spitzenorganisationen des Handwerks über die Durchführung der Handwerks=Werbewoche vom 15. bis 21. Oktober statt. Dabei wurde mitgeteilt, daß ein Abzeichen, eine Handwerker=Werbeschrift und ein künstleriches Plakat geschaffen werden sollen. Das Abzeichen soll in verschiedenen Ausführungen zu einem Preise von 10 und 50 Pfg. abgegeben werden. Ein Vertreter des Reichspropagandaministeriums gab zahlreiche praktische Anregungen und sagte die Unterstützung des Ministeriums für die Werbewoche zu. Er empfahl ein Rundfunkhörspiel über das deutsche Handwerk, das über alle deutschen Sender verbreitet werden könnte, u schuffen. Auch hielt er es für zweckmäßig, daß die Kultusminister der einzelnen Länder den Schulen der Besuch der Handwerksbetriebe während der Propagandawoche zur Pflicht machen. Am Schluß der Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die mit Genugtuung feststellt, daß es den heißen Bemühungen der Reichsregierung in wenigen Monaten gelungen ist, in großen Gebieten des Reiches die Arbeitslosigkeit mit Erfolg zu bekämpfen. Die anwesenden Vertreter des Handwerks begrüßten einmütig die Initiative ihrer maßgebenden Führer zur erfolgreichen Durchsetzung der Aktion„Segen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen, gerade auf den einzelnen kommt es an“. Alle Anwesenden erklärten sich bereit, getreu der Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks an den großen Taten Adolf Hitlers mitzuarbeiten, damit die Wirtschaftskrise und der gesamte Berufsstand besseren Zeiten entgegengeführt wird. Erfolge im Arbeitskampf In Brandenburg Berlin, 11. August 1933. Im Zusammenbang mit den Bestrebungen des Obercasidenten Kube zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in en Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen=Westsreußen werden nun Zahlen über den Stand der Arbeitslosigkeit in der Provinz Brandenburg bekannt. Ende Januar waren in der Provinz Brandenburg außer Berlin 237 000 Arbeitslose vorhanden, die in den Monaten Februar bis 31. Juli um 105 000 Kövse(46 v. H.) vermindert werden konnten. In Berlin betrug die Zahl der Arbeitslosen Ende Januar 655 000. Ende Juli 581 000. Hier ist also während des gleichen Zeitraumes eine Verminderung um 78 800 Köpfe(12 v. H.) eingetreten. An einzelnen besonderen Bauvorkaben sind zu nennen: der Ausbau des Hochwasserschutzes an der Lausitzer Neiße und Bober und Ergänzungsarbeiten an den Spreewälder Fließen. Hier werden 2800 Arbeiter auf sechs bis neun Monate beschäftigt werden können. In Württemberg Wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, bat der Kreditausschuß der deutschen Rentenbank=Kreditanstalt (RKA.) am Donnerstag grundsätzlich— vorbehaltlich der Klärung einiger Einzelfragen— einer großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Landes Württemberg zugestimmt, die im Rahmen des neuen Arbeitsbeschaffungsprogrammes ausgeführt werden soll. Es handelt sich um einen Neckardurchstich zwischen Eßlingen und Plochingen. dessen Gesamtkosten auf rund eine Million RM. veranschlagt sind. Die Zahl der anfallenden Tagewerke wird etwa 100 000 bis 115000 betragen. In Schlesien Breslau, 11. August 1933. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Schlesien hat in rein landwirtschaftlichen Bezirken zu großen Erfolgen geführt. In den industriellen Bezirken war der Erfolg weniger groß. Immerhin stand Schlesien am 15. Juli 1933 mit einer Verminderung von 126000 Arbeitslosen= 25.8 v. H. gegenüber der Höchstzahl im Frühjahr 1933 an dritter Stelle bezüglich des Rückganges der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Landesarbeitsamtsbezirken. Die Höchstzahl der Arbeitssuchenden betrug im Februar 1933, wie aus dem Bericht des Landesarbeitsamtes Schlesien hervorgeht, rund 488000 Personen. Damit stand Schlesien an sechster Stelle der Höchstzahl in den 13 Landesarbeitsamtsbezirken. Die Entlastung des Arbeitsmarktes machte sich wiederum besonders in der Landwirtschaft und im Baugewerbe bemerkbar. Die Vergebung der Rechte aus dem Sofort=Programm nähert sich übrigens auch bei der RKA nunmehr ihrem Abschluß. Der Kreditausschuß der Anstalt hat in seinen beiden letzten Sitzungen wieder Arbeitsbeschaffungsdarlehen von über acht Millionen RM. aus diesem Programm bewilligt. In der Ostmark Königsberg, 11. August 1933. Bei Oberpräsident Koch=Königsberg ging vom Arbeitsamt Elbing folgendes Telegramm ein:„Industrie= stadt Elbing heute frei von Arbeitslosen. Frühjahr noch 11 700, 1. Mai 9950, 1. Juli 8800 Arbeitslose. Auch nicht anerkannte Wohlfahrtserwerbslose(Erwerbsbeschränkte usw.) untergebracht.“ Strafanträge im Görreshaus=Prozeß 5 Jahre Gesängnis für Maus, 4 Jahre für Stocky, 2 Jahre für Mönnig beantragt Köln, 11. August 1933. Im Görreshaus=Prozeß gab nach einem ausführichen Plädoyer Staatsanwaltschaftsrat Thomas folzende Strafanträge bekannt: Gegen den Angeklagten Maus wegen Betruges, unrichtiger Angabe zum Register, Untreue, einfachen Betruges und verspäteter Konkursanmeldung eine Geamtstrafe von fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust, gegen den Angeklagten Stocky wegen der gleichen Vergehen eine Gesamtstrafe von vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust, gegen den Angeklagten Mönnig wegen Betrugs, falscher Angaben zum Register, Untreue, Nichtziehung der Bilanz und verspäteter Konkursanmeldung zwei Jahre Gefangnis, gegen den Angeklagten Bankdirektor Dr. Brüning ebenfalls wegen Betruges, falscher Angaben zum Register und Untreue und Untreue gegenüber der Deutschen Bank fünf Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, gegen den Angeklagten Konrad wegen Beihilfe in zwei Fällen eine Gesamtstrafe von zehn Jahren Gefängnis. Die Anklagerede den Ausführungen, die Staatsanwaltschaftsrat Thomas seinen Strafanträgen zugrunde legte, wies er auf die bodenlos leichtsinnige Kreditaufnahme und die Aufbauschung des Betriebes in den Görreshaus=Gesellschaften hin, die in den Jahren 1926 bis 1932 einen Gesamtverlust von 6,153 Millionen Reichsmark verursacht hätten, sodaß der Konkursverwalter schließlich vor einem Trümmerfeld gestanden habe. Bezüglich der Geschäftsführung sei festzustellen, daß die Angeklagten Maus, Mönnig und Stocky ohne Kapital in das Unternehmen eintraten, dort mit fremdem Geld arbeiteten und die früheren Inhaber verdrängten. Sie hätten sich trotz der schlechten Geschäftslage jeder jährlich 42000 RM. Einkünfte zugeschanzt, und zwar auch noch zu einer Zeit. als sie zum Nachteil ihrer Angestellten Soziallasten in Höhe von 50 000 RM. schuldig blieben. An dem letzten Vergehen sei Mönnig nicht beteiligt. Schon 1929 hätte ein Sehender dem Unternehmen keinen Pfennig mehr gegeben. Was so nicht möglich gewesen wäre, hätte auch nicht auf dem Umweg über die Aktiengesellschaft geschehen dürfen. Die Aktionäre seien daher durch die Behauptung, es handele sich um eine Bargründung sowie auch durch die Werbeschreiben über die wahre Lage gründlich getäuscht worden. So hätten sie die Aktionäre um vier Millionen RM. betrogen und alle hätten über die wesentliche Tatsache der Täuschung Bescheid gewußt. Maus sei der Drahtzieher gewesen, dem jedes Mittel recht gewesen sei und der in dem Angeklagten Brüning (Bankier) einen Gegenspieler gefunden habe, mit dem er sich auch ohne ausführliche Vereinbarungen beraten Der 50jährige Otto gury. ein Mitangeklagter im Görreshaus=Prozeß, hat in der Nacht zum Freitag im Untersuchungsgefängnis seinem Leben ein Ende bereitet. Gedenkfeier für ein Opfer der Franzosenzeit Wanne=Eickel, 11. August 1933. Die zehnjährige Wiederkehr des Tages. an dem in Wanne=Eickel der Schreiner Gustav Werner durch französische Besatzungstruppen beim Ueberschreiten eines Bahnüberganges ohne Anruf grundlos erschossen wurde, soll hier am Sonntag durch eine eindrucksvolle Gedenkfeier begangen werden, zu der Gottesdienste in den Kirchen beider Konsessionen den Auftakt geben. Am Nachmittag wird sich ein riesiger Umzug in Bewegung setzen, zu dem sämtliche Formationen der NSDAP.. sowie die nationalen Verbände und Vereine über 10 000 Teilnehmer gemeldet haben. Der aus einem mächtigen Findling inmitten von Grünanlagen an der Mordstelle aufgerichtete Gedenkstein wird anschließend durch Oberbürgermeister Meister. M. d. L. Herne. seine Weihe erhalten. Eine Kranzniederlegung am Grabe des Volksgenossen Werner und die Massenkundgebung auf dem Soortplatz am Goebbelsbaus beschließen das ernste Gedenken an ein Opfer der Besatzungszeit. Der Verband der katholischen Gesellenvereine Westdeutschlands, dessen Mitbegründer der Erschossene war. nimmt an der Gedenkseier, aus deren Anlaß sämtliche Kolvingshäuser Westdeutschlands halbmast flaggen werden, besonderen Anteil Bei Cherbourg schlug ein Blitz in eine Gruppe von 150 Kindern ein, die sich dort zum Ferienaufenthalt befanden und gerade im Begriff waren, Frei— bungen zu machen. Die Kinder wurden zu Boden geworfen. Glücklicherweise erhoben sich die meisten bald nach dem Schrecken, doch blieben etwa 20 liegen. Ein 12jähriger Knabe und ein 19jähriger Begleiter waren auf der Stelle tot. Die übrigen kamen mit leichteren Verletzungen davon und sind außerhalb jeder Lebensgefahr. 1000 jüdische Arbeiter aus Deutschland nach Palästina Jerusalem, 11. August 1933. Die Mandatsregierung von Palästina hat als Vorschuß auf die Einwanderungsquote des nächsten Halbjahres 1000 Einreisebewilligungen für jüdische Arbeiter aus Deutschland, die das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, erteilt. Eine Begräbnissteuer Santiago de Chile, 11. August 1933. Die chilenische Regierung hat nach langwierigen Erwägungen beschlossen. Begräbnisse zu besteuern. Der Steuersatz stellt sich bei billigeren Begräbnissen auf 25 vom Hundert, bei teueren auf 50 vom Hundert. Begräbnisse unter 400 Mark sind jedoch steuerfrei. Die aus der Steuer eingehenden Gelder sollen zugunsten der chilenischen Krankenhäuser verwandt werden. Treuhänder der Arbeit über Kündigungen Königsberg, 11. August 1933. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Ostvreußen teilt mit: Es ist notwendig, daß Entlassungen von Arbeitnehmern, soweit solche gänzlich unvermeidbar sind, vorläufig nur unter Einhaltung der gesetzlichen Kundigungsfrist von 14 Tagen für gewerbliche Arbeitnehmer und der gesetzlichen Kündigungsfrist von sechs Wochen vor Quartalsschluß für Angestellte ausgesprochen werden. Von tarifvertraglichen, betrieblichen oder privaten Regelungen, die kurzere Kündigungsfristen vorsehen, soll während des Kampfes gegen die Arbeitslosig. keit nur im zwingendsten Notfall Gebrauch gemacht werden. Nur der Arbeitgeber, der sich nach diesen Gesichtspunkten einstellt, beweist, daß er es ernst meint mit dem Kampf für Arbeit und Brot.“ Brand in einer Irrenanstalt Epileptiker setzt eine Getreidescheune in Brand. Bremen, 10. August 1933. Am Donnerstagabend gegen 21 Uhr entstand in der Bremischen Heil= und Pflegeanstalt Ellen ein Brand der von einem dort untergebrachten Epileptiker verursacht worden war. Seit den frühen Nachmittagsstunden vermißte man in der Anstalt einen Epileptiker, den man schließlich gegen 21 Uhr auf dem Dach eines Hauses des Gutsbetriebs der Heil= und Pflegeanstalt entdeckte. Man versuchte ihn mit Wasser herunterzuholen und alarmierte zu diesem Zweck die Anstaltsfeuerwehr. Der Kranke begann jedoch nunmehr das Dach abzudecken und mit Dachziegeln zu wersen. Schließlich steckte er das Dach an und im Nu stand die mit Getreide gefüllte Scheune in hellen Flammen. Die Bremische Feuerwehr rückte mit zehn Fahrzeugen an und bekämpfte das Feuer mit etwa 15 Schlauchleitungen. Die Scheune konnte aber nicht mehr gerettet werden und brannte vollständig nieder. Weiterer Gebäudeschaden entstand jedoch nicht. Verbrannt sind 35 Fuder Heu und 31 Fuder Roggen, sowie wertvolle landwirtschaftliche Maschinen. Den vereinten Bemühungen des Pflegepersonals und des SA=Sturms gelang es, des flüchtigen Kranken unverletzt habhaft zu werden. Tomatenkrankheit in Hessen Wie die„Wandelhalle“ meldet, hat der Assistent an der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen, Dr. Küth, festgestellt, daß in Hessen eine ansteckende Krankheit unter den Tomatenkulturen ausgebrochen ist. Schon sind in einer einzigen Gärtnerei 600 Pflanzen, der ganze Bestand, ihr zum Opfer gefallen. was einen Schaden von mindestens 300 Mark verursacht. Es ist die Tomatenstengelsäule; sie stammt aus Amerika. In den befallenen Pflanzen stirbt ein Blatt nach dem andern von unten her ab, bis schließlich die ganze Pflanze eingeht. Um ein Weitergreifen der Seuche zu verhüten, müssen die erkrankten Pflanzen sofort vernichtet werden. Entweder vergräbt man sie möglichst tief in den Boden, auf dem sie stehen, noch besser, man verbrennt sie, jedenfalls niemals auf anderes Land werfen oder gar auf den Komposthaufen bringen, denn so verbreitet man den Erreger auf den ganzen Garten. In den ersten Jahren dürfen keine Tomaten auf dasselbe Beet gepflanzt und immer nur Samen von vollständig gesunden Pflanzen verwendet werden. Vulkanausbruch auf dem Saturn? Potsdam, 11. Aug. 1933. Nach Beobachtungen des Berliner Liebhaberastronomen Dr. Weber, die übrigens auch von englischen und amerikanischen Gelehrten gemacht wurden, ist seit einigen Tagen auf dem Saturn ein großer weißer Rechtsprechung neben den Gesetzen Einen grundlegenden Bruch mit dem Buchstabenrech. machte kürzlich ein englisches Gericht. Hier stand ein sehr interessanter Fall zur Entscheidung. Eine Stenotypistin wandte sich an ihren Chef. den Inhaber der Firma, klagte ihm aufgeregt, daß ihre Mutter schwer erkrankt und nur durch sofortige Operation zu retten sei. Sie bat ihn deshalb um einen Vorschuß von 50 Pfund. Unbegreiflicherweise schlug der Chef dieses Gesuch ab. Am selben Tage gingen bei der Firma durch die Post 50 Pfund ein, und das junge Mädchen nahm das Geld, um die Mutter zu retten. Die Unterschlagung wurde entdeckt, der Chef verklagte das Mädchen. Nun aber geschah das Merkwürdige: das Gericht verurteilte nicht das junge Mädchen, das gewissermaßen in einem Akt geistiger Notwehr gehandelt hatte, sondern den Chef und zwar wegen Anstiftung zum Verbrechen! Nicht die Art des Verbrechens war allo entscheidend, sondern die Motive, aus denen es begangen wurde. Man ging so weit, eine Unterlassungssünde, durch die ein anderer Mensch ins Unglück kam, zu bestrasen.— Natürlich sind die Versuche der Richter, die Strafe dem Vergehen anzupassen, oft nicht ganz ohne Komik. Besonders drollig ist ein Fall, der sich in Siam zugetragen hat. Hier versuchte der Führer einer politischen Partei, eine Revolution anzustiften. Die Behörden kamen in Verlegenheit, da sie nicht wußten, welche Strafe ihn zu treffen habe, und entschlossen sich endlich, den Angeklagten selber zu fragen, welche Strafe er geeignet finde. Nebenbei bemerkt, handelte es sich natürlich nicht um einen Eingeborenen. Der Angeklagte meinte, daß man ihn des Landes verweisen müsse. Demgemäß wurde das Urteil gefällt, und er reiste mit seiner Frau nach Europa ab. Da diese Reise aber als Strafe ihm zwangsweise auferlegt war, so zahlt die siamesische Regierung ihm noch die Reisekosten!— In Afghanistan wurden vor kurzem böswillige Gerüchte über eine im Süden des Landes ausgebrochene Revolution verbreitet. König Nadir Khan ließ drei der Schuldigen verhaften und erteilte ihnen keine andere Strafe, als daß sie, unter Bewachung, eine lange Fußwanderung durch den Süden von Afghanistan machen mußten, wo nach ihrer Behauptung ein Aufstand ausgebrochen war, um sich durch Augenschein zu überzeugen, daß dort alles in größter Ruhe sei. Man kann dies nur als ein wirkliches Volksurteil bezeichnen. Ein amerikanischer Richter beschreitet bei seinen Strafen ebenfalls einen sehr klugen Weg. Wenn jemand wegen Vergehens gegen die Verkehrsvorschriften vor Gericht steht, so wird er verurteilt, die umfangreichen Gesetze und Vorschriften der Vereinigten Staaten über den Autoverkehr sorgfältig abzuschreiben. Der Richter nimmt an, daß sich damit seinem Gedächtnis die nötigen Tatsachen schon einprägen werden.— Ein englischer Lehrer hat die Gewohnheit, undotmäßige Knaben nicht durch das früher übliche Nachsitzen zu strafen, sondern indem er sie einen Nachmittag Gartenarbeit tun läßt. Witterungsbericht Kaltluft, die auf ber Rückseite des über Finnland liegenden Wirbels in den Kontinent befördert wurde, hat zanz Norddeutschland überflutet. In Westdeutschland gingen dabei die Temperaturen um etwa 6 Grad zurück. In Frankreich und Süddeutschland dagegen liegen sie immer noch sehr hoch. Der Kern des Hochdruckgebietes hat sich in nordöstlicher Richtung verlagert und liegt jetzt über der Nordsee. Westdeutschland bleibt daber im Bereiche einer frischen Ostströmung. Die über England lagernde Kaltluft wird päter auch in Westdeutschland einbrechen. Daber werden die Temperaturen nicht weiter ansteigen Vorbersage für Samstag: Bei frischen um Ost schwankenden Winden weiterhin wolkiges bis heiteres Wetter. Temperaturen unverändert Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Bewölkungszunahme. sonst wenig Aenderung. Später aufkommende Gewitterneigung. * —— Volk sversicherungen der Victoria leinschl. der Versicherungen nach Tertt 0. U u. L. Un werden aufbewertel, venn sie am 14. Februar 1924 noch in Kratt weren. oder wenn die bis dahin fällig gewesenen Versicherungsensprüche überhaupt noch nicht oder in der Zeit vom 15. Juni 1922 bis 14. Pebruar 1924 gesahlt worden sind Die eus solchen Versicherungen berech ngten Personen der Provinz Westtalen werden gebeten ihre Policen mit dem Konnwort „Westfalen“ der Autvertungsstelle bei der Victoria zu Verlis Berlin SW68, Lindenstr. 20-25 im Laufe der Monate Juli und August unter Angebe der Anschritt einsureichen. Wir bitten, sich die Nummern der eingereichten Policen aufsuschreiben Nach der Verordnung vom 29. Dezember 1932(R. G. Bl 1832 Teil 1 Nr 84 weren wir an sich berechtigt, die Zahlungen bis zum 3I. Desember 1934 hinauszuschieben gleichwohl werden wir aber die Anme ungen mit größter Beschleunigung erledigen und Zehlungen leisten, ohne damit die Fälligken der Forderung anzuerkennen Da viele Teusende von Brieten erwartet werden, ist eine sofortige Briedigung nicht möglich. Erinnerungen vor Ablmit von 2 Monaten storer nur die Briedigung und sind zwecklos Ansprüche, die vor dem 15. Juni 1922 entstanden und noch nicht reguliert sind, müssen zur Vermeidung des Ausschlusse. spätostons bis zum J1. März 1934 bei unserer Autwertungsstelle unter Einsendung der Pollcen angemeldst werden. 2970= Berlin den 20. Juli 1933. VICTORIA ZU BERLIN Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellscheft W Seemann ppe. 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August keine Ziehung statt. Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu e 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 12 zu je 50000, 30 zu je 23000, 174 zu je 10000, 458 zu se 5000, 902 zu je 3000, 2640 zu je 2000, 5358 zu je 1000, 8864 zu je 500, 26562 zu je 400 M. *