** * ) erner Anzei Drua u. Verlag: Koethers& Röttsches. Herne, Hermann=Göring=Straße 8, neben der Hauptpost. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Feiertage. Bezugspreis balbmonatl. Mk. 1.06, monatl. Mk. 2.15, frei ins Haus gebracht. Postscheckkonto: Essen 19759. 7 Verantwortlich für den redaktionallen Ceil: Dr. Leo Reiners, für den Anzeigen- u. Reklameteil: Carl Bartels in Herne. Kreisanzeiger für den Stadtkreis Herne Sodinger Anzeiger, Gerther Anzeiger Kostenlose Anfallunterstützung von Mk. 250.— bei tödlichem Berufsunsall nach Maß gabe besonderer Bedingungen, die in unserer Oeschäftsstelle erdältlich slad. Anzeigenpreise: 1 mm Raumböbe lokal 7 Pfa., auswärts 8 Pfa., Arbeite und Wohnungsmarkt 5 Pfg. 1 mm Raumhöbe, im Reklameteil 30 Pfa. Der aus die Inserate eingeräumte Nachlaß oder Kassaskonto wird bei Konkurson und gerichtlicher Klage dinfällig. Hernsprech=Anschluß: Sammel=Mummer 52641 Telegramm=Adresse: Anzeiger He Nr. 185(Erstes Blatt) Im Tagesspiegel Mißstimmung annahm.: in Paris matischen Vortellungen durch die Reichsregierung ein starkes Durcheinander der Meinungen hervorgerufen zu haben. Soweit nämlich die Meldungen der offiziellen Nachrichtenbüros und die Kommentare der Pariser und Londoner Presse zu übersehen sind, ist die Beurteilung des am Montag bei der Reichsregierung unternommenen Schrittes und seines negativen Ergebnisses sehr uneinheitlich. In der französischen öffentlichen Meinung war durch die in den letzten Wochen ostentativ verbreiteten Meldungen offenbar der Eindruck entstanden, Deutschland werde ohne weiteres die von der französischen und englischen Regierung vorgebrachten Wünsche annehmen. Man war nicht darauf gefaßt, daß eine starke Regierung, wie es das Kabinett Hitler ist, den Mut aufbringen werde, den französischen und englischen Diplomaten zu erklären, daß die Regierungen in Paris und London von völlig falschen Voraussetzungen ausgingen und daß die Bestimmungen des Viererpaktes überhaupt keine Handhabe für den unternommenen Schritt bieten könnten. Die Antwort der Reichsregierung tat ihre Wirkung. Wie der Pariser Vertreter der„Deutschen Allgemeinen Zeitung“ meldet, beginnt die französische öffentliche Meinung sich darüber Rechenschaft abzulegen, daß gegenwärtig in Europa eine außergewöhnliche diplomatische Lage, und zwar insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland, besteht. Es liege die Nichtannahme des Schrittes durch Deutschland vor, auf die niemand die Bevölkerung vorbereitet habe und an die auch niemand bisher geglaubt habe. Aus dieser Feststellung ist ersichtlich, daß der diplomatische Akt als solcher bei der Beurteilung der Beziehungen Deutschlands zu Frankreich und England so gut wie gar keine Rolle spielt, sondern daß sich lediglich Vermutungen und Kombinationen um die Nichtannahme der Demarche drehen. In Paris scheint man mit dem ganzen Vorgehen der französischen und englischen Regierung nicht einverstanden zu sein. Sowohl kinksgerichtete Politiker wie rechtsgerichtete Scharfmacher bringen unverhohlen ihre Mißstimmung zum Ausdruck. Von links wird darauf verwiesen, wenn schon ein so schwächlicher Schritt auf die Ablehnung Deutschlands stoße, müsse die Lage ziemlich ernst sein; die rechtsgerichteten Nationalisten betonen dagegen, die Ablehnung habe kommen mussen, weil der Schritt zu schwächlich gewesen sei. Offizielle Meldungen aus dem französischen Außenministerium liegen einstweilen noch nicht vor. Offenbar hängt diese Zurückhaltung damit zusammen, daß sich die maßgebenden Männer außerhalb von Paris aufhalten. Voraussichtlich wird die Pariser Regierung zunächst eine abwartende Haltung einnehmen. Vielleicht wird die von einigen Blättern vorgeschlagene Anregung erwogen, die ganze Angelegenheit vor den Völkerbund zu bringen And jetzt der Den Weg über den VölkerAnd jehl Ver bund scheint man auch in EngVölkerbund? land gehen zu wollen. Denn ein diplomatischer Korrespondent des„Daily Herald" berichtet, Deutschland habe eine Anklage auf Grund des Artikels 11 vor dem Völkerbund zu gewartigen, falls es seine Haltung nicht ändere. Die liberale Zeitung„New Chronicle“ findet die Lage sehr ernst und prophezeit die Ablehnung der deutschen Wünsche auf der Abruntungskonferenz. Die Ausführungen dieses Blattes sind insofern sehr interessant, als man daraus Schlußfolgerungen ziehen kann, die überhaupt erst den Grund für die Vorstellung der englischen und französischen Regierung verraten. So schreibt auch die „Morning=Post“, in amtlichen englischen Kreisen glaube man, Deutschland werde sich an das Versprechen des Reichskanzlers in seiner Friedensrede vor dem Reichstag halten. Nach Auffassung des „Daily Telegraph“ sind, die Aussichten für einen Erfolg der Abrüstungskonferenz jetzt sogar etwas gunstiger. Das Blatt glaubt, daß mit einer baldigen Besserungderösterreichischen Beziehungen zu rechnen sei. „Es besteht kein Grund, warum Oesterreich nicht eine nationalsozialistische Regierung haben sollte,“ das ist der Grundton eines Leitartikels im„Evening Standard“ über die deutsch=österreichische Frage. Zwischen den Zeilen wird die englische Regierung getadelt, daß sie sich an den Vorstellungen in Berlin beteiligt habe. Die deutsch=österreichische Frage gehe England sehr wenig an und es sei sehr wichtig, daß England nicht in die Angelegenheit verwickelt werde. Die zum Teil aufgeregten Kommentare der ausländischen Presse können selbstverständlich die Haltung der deutschen Regierung nicht beeinflussen. Deutschland hat durch den Mund seines Kanzlers der Welt nicht nur seinen Friedenswillen bekundet, sondern es hat auch schon durch die Tat bewiesen, daß es nicht gesonnen ist, in irgendeiner Form den Frieden zu stören. Wenn das Ausland glaubt, Deutschlands Regierung von dem einmal eingeschlagenen Wege abbringen zu können, so gibt es sich einer großen Täuschung hin. Die maßgebenden Männer in Paris und London werden schließlich einsehen müssen, daß ein großes Volk wie das deutsche nicht so behandelt werden kann, wie das bei versklavten Kolonialvölkern üblich ist. Taktische Methoden hören da auf, wo die Lebensnotwendigkeiten eines Volkes ihren Anfang nehmen. Mittwoch, den 9. August 1933 29. Jahrgang Der Vorvertrag Danzig=Polen Unterzeichnung im September 7 Eine Wende von geschichtlicher Bedeutung Weitgehende Verständigung Danzig. 8. August 1933. Der Danziger Senat veröffentlichte am Dienstag die am 5. August zwischen Danzig und Polen getroffenen Abmachungen. Diese Abmachungen gelten als ein Vorvertrag. Die endgültige feierliche Unterzeichnung soll Mitte September stattfinden. Es handelt sich: 1. Um ein Uebereinkommen über die Ausnutzung des Danziger Hafens, 2. um ein Uebereinkommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger in Danzig und 3. um einen Schriftwechsel über die Regelung der Streitfragen über Natzifikationeurkunden, Pässe, Exequaturerteilung an Konsuln usw. Das Abkommen über die Ausnutzung des Danziger Hasens durch Polen(Konkurrenz Edingen) hat folgenden Wortlaut:„Der Senat der freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind, von dem Wunsche beseelt, die strittigen Fragen im Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen zu regeln, unter den Auspizien des Hohen Kommissars des Völkerbundes über folgendes übereingekommen: 1. Der Senat der freien Stadt Danzig und die polnische Regierung sind sich darüber einig, daß das vor den Instanzen des Völkerbundes in der Frage der Ausnutzung des Danziger Hasens schwebende Verfahren für die Dauer dieses Uebereinkommens eingestellt werden soll. 2. Die polnische Regierung wird unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen ergreisen, um den Rückgang der eewärtigen Verkehrs(Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr), der gegenwärtig über den Hasen von Danzig geht, unter Berücksichtigung der Quantität und der Qualität der Ware zu verhindern. Die polnische Regierung wird in Zukunft dem Hasen von Dauzia soweit dies in ihrer Macht liegt, eine gleiche Beteiligung an dem seewärtigen Verkehr sichern. 3. Der Senat der freien Stadt Danzig wird im Rahmen der finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der freien Stadt Danzig mit der polnischen Regierung an der Förderung des hirekten seewärtigen Verkehrs zusammenarbeiten. 4. Jede der Parteien behält sich das Recht vor, mit dreimonatiger Frist den Hohen Kommissar des Völkerbundes zu bitten, das vor ihm schwebende Verfahren wieder aufzunehmen. Das Uebereinkommen über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf Danziger Gebiet betrifft den Unterricht und den Sprachgebrauch. Danach werden in Danzig öffentliche Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache errichtet werden, und zwar auf schriftlichen Antrag von Erziehungsberechtigten für mindestens 40 Schulkinder polnischer Herkunft oder Sprache, die in derselben Gemeinde oder in Nachbargemeinden in einem Umkreis von 3,5 Kilometer wohnen. Die öffentlichen Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache sollen nach den Grundsätzen und Bedingungen unterhalten und geleitet werden „Möglichkeit einer Revision“. Danzigs Senatspräsident über den Vertrag mit Polen Das Prinzip des Rechts Danzig, 8. August 1933. In der großen Rede, die Senatspräsident Dr. Rauschning Dienstag über die neuen Danzig=polnischen Abmachungen hielt, machte er noch folgende bedeutsame Ausführungen: Wir stehen vor einer Wende von geschichtlicher Bedeutung in der Politik Danzigs. Bei allem Wunsche, zunächst einmal praktisch zu einem beiderseitigen Erfolg zu kommen, sind wir der Ueberzeugung, daß nunmehr die Gesamtlage Danzigs im großen einer Entscheidung entgegenreift. Es ist in der Geschichte nicht selten, daß derartige Probleme, wie die der Existenz der freien Stadt Danzig, die gleichsam Wunden in zwei Nachbarvölkern offen halten, eine Revision des Verhältnisses beider beschleunigen und daher aus einer anfänglichen schweren Belastung gerade zu einem Garanten des Friedens werden. In diesem Sinne sehe ich in der Tatsache einer aufrichtigen und gerechten Bereinigung der Danzig=polnischen Lebensbeziehungen die Möglichkeit einer Nevision der Beziehungen der großen Nachbarvölker Mittel= und Osteuropas auf dem Boben eines neuen Rechtsgrundsatzes. Eine solche Verständigung ist aber nur möglich, wenn sie einem aufrichtigen Willen beider Vertragsschließenden entspricht und keine inneren Vorbehalte in irgendeiner Richtung zeigt. Rauschning ging auf die vielfach geäußerten Befürchtungen ein, die Polen die Vernichtung des Danziger Hafens und der eigenständigen Wirtschaft Danzigs als unabwendbares Ziel unterstellen und erklärte: Es gibt nur zwei diskutahle Wege für Danzig: Entweder einen Ausgleich mit Polen zu suchen. der Danzig Lebensraum oder Selbständigkeit gibt, und ich sehe in der Befriedung der Danzig=polnischen Streitfälle eine Probe für diesen Weg. Gelingt dies nicht, so sehe ich nur den zweiten Weg, der dem zweifellos deutschen Charakter Danzigs voll Rechnung trägt, nämlich, daß das Danziger Statut eine Abänderung erfährt. Rauschning erörtert dann den Inhalt der einzelnen Abkommen vom 5. August und erwähnte die noch nicht geregelte Frage des Warenverkehrs über die Danzigpolnische Landesgrenze. Eine Bereinigung der Bezie: hungen zwischen Danzig und Polen könne solange nicht als gelungen angesprochen werden, so lange ein so wichtiges Gebiet wie das des wirtschaftlichen Güteraustausches aus dem Stande offenen Krieges verharrt. Abschließend sagte der Danziger Senatspräsident: Wir können nicht erwarten, daß in einem so alten Problem wie etwa dem der Ausnutzung des Danziger Hafen durch Polen ein Vertrag allein die Lösung oringen kann. Neben den Willen der Regierungen muß der Wille der Bevölkerung treten. Nur den gemeinsamen Bemühungen der beiderseitigen Wirtschaftskreise kann es gelingen, zu einem dauernden Ausgleich zu kommen. Wir glauben an den einigenden Zwang der Arbeit. Wir wollen keine wirtschaftlichen Augenblicksvorteile, wir wollen keinen Friedn um jeden Preis. Wir suchen ein Prinzip des Rechts, das unsere gegenseitigen Beziehungen aus der Ebene politischer Streitigkeiten heraushebt zu einer Plattform rechtlicher Ordnungen. wie die öffentlichen Schulen mit deutscher Unterrichts sprache. In den öffentlichen Elementarschulen bzw Klassen mit polnischer Unterrichtssprache werden nur Lehrbücher und andere Lehrmittel in polnischer Sprache verwandt, die nichts enthalten, was das polnische Empfinden verletzt. Betreffend den Privatunterricht können Personen polnischer Herkunft oder Sprache auf ihre eigenen Kosten Privatschulen und Erziehungsanstalten höherer Art und jeden Grades einrichten, leiten, überwachen und unterhalten, sowie Privatunterricht geben, vorausgesetzt, daß die Privatschule nicht minderwertiger ist als die öffentliche Schule. Um den Danziger Staatsangehörigen polnischer Herkunft den Gebrauch ihrer Muttersprache auch bei dem Fortbildungs=Fachunterricht zu gewährleisten, werden Klassen mit polnischer Unterrichtssprache zu denselben Bedingungen wie solche mit deutscher Unterrichtssprache errichtet werden. Technische Hochschulen: Die polnischen Staatsangehörigen und andere Personen polnischer Herkunft oder Sprache werden an der Technischen Hochschule in Danzig dieselbe Behandlung erfahren wie die Danziger Studenten deutscher Nationalität. Diplome: Die freie Stadt Danzig verpflichtet sich, die entsprechenden Zeugnisse und Diplome der höheren Schulen und Lehranstalten, die in Polen erworben sind, anzuerkennen und aus diesem Grunde der Ausübung von Berufen, zu denen diese Zeugnisse und Diplome berechtigen, kein Hindernis in den Weg zu stellen. Sprache: Die freie Stadt Danzig gewährleistet den freien Gebrauch der polnischen Sprache sowohl in persönlichen als auch in wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen. Allgemeine Bestimmungen: Die Danziger Staatsangehörigen, die im Dienste polnischer Behörden und Dienststellen auf Danziger Gebiet stehen, genießen absolute Freiheit hinsichtlich der Auswahl der Schule für ihre Kinder. Seitens der Behörden und Dienststellen darf auf die Auswahl keinerlei Rinfluß ausgeübt werden. Hitler=Jungen fahren nach Polen Danzig. 8. August 1933. Am Samstagabend fuhren 21 Angehörige der HitlerJugend aus Danzig zur Teilnahme an einem zehntägigen Zeltlager in der Nähe von Zakopane. Der Führer ist der Scharführer Otto Wetzel. Begleitet werden sie von einem Vertreter der polnischen Jugendverbände. Die Einladung von polnischer Seite wurde von Minister Papee übermittelt. " Am späten Nachmittag empfing der Präsident des Senats die Jungen. In seinen Abschiedsworten sagte er u. a., daß sie zu einer ganz besonderen Aufgabe ausersehen seien. Sie sollen als Vertreter der Danziger Jugend mit der polnischen Jugend in Berührung kommen, diese kennen und verstehen lernen. Nur durch die Achtung vor dem fremden Volkstum könne eine Verständigung zwischen den Nationen herbeigeführt werden. Unsere Aufgabe sei es, diese Verbindung zwischen dem polnischen und unserem Volk zu suchen. Balbos Ankunft auf den Azoren General Pellegrini wassert als erster bei Ponta Delgata Neuyork. 8. August 1933. Balbo ist mit seinem Geschwader von Shoal Harbour aus um 3.45 Uhr Neuyorker Zeit(8.45 Uhr MEZ.) zum Ozeanflug gestartet. Balbo beabsichtigt. nach einem zweitägigen Aufenthalt auf den Azoren nach Lissabon weiterzufliegen. Von den Azoren wird gutes Wetter gemeldet. Die italienische Kolonie auf den Azoren erwartet die Ankunft des Geschwaders mit großem Judel. Drei Tonnen Post mit besonderen Balbo=Briefmarken wurden auf dem Flug mitgenommen. Horta(Azoren). 8. August 1933. Balbo und sein Geschwader sind hier um 18.55 Uhr ME3. eingetrossen. Von Shoal Harbour bis hierher hat also das Geschwader 10 Stunden und 10 Minuten gebraucht. Nach hier vorliegenden Meldungen von den Azoren ist General Pellegrini mit 8 Flugzeugen um 19.25 Uhr ME3. über Ponta Delgava eingetrossen. Das 9. Flugzeug des Generals Pellegrini ist um 19.49 Uhr ME3. in Horta gewassert. General Balbo mit 15 Flugzeugen ist um 20 Uhr in Ponta Delgada eingetrofsen und gewassert. Somit befinden sich jetzt 23 Flugzeuge des Geschwaders in Ponta Delgada. „Graf Zeppelin“. in der Nähe des Aequators Hamburg, 8. August 1933. Wie die Hamburg=Amerika=Linie mitteilt, befand sich das Luftschiff„Graf Zeppelin" am Dienstagmorgen um 6 Uhr ME3. nördlich von Fernando Noronha in der Nähe des Aequators. Das Luftschiff fuhr mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer. Es befindet sich im Südostvallat Der„Osservatore“ gegen die Greuelpropaganda (Von unserem römischen Mitarbeiter.) Rom, 7. August 1933. Das vatikanische Tagesorgan hat in den letzten Wochen regelmäßig an der Dementierung ausländischer Greuelmeldungen teilgenommen. So wird soeben wieder in Nr. 181 vom 4. August eine Berliner regierungsamtliche Widerlegung jener Meldungen übernommen, die im Auslande über angebliche Unruhen in Nürnberg verbreitet wurden. Der„Osservatore“ nennt den Namen der„Allgemeinen Zeitung" in Wien als Quelle dieser bösartigen Ausstreuungen. Auch die positiven Nachrichten, die das vatikanische Tageblatt in kurzen Auszügen täglich, zum Teil radiotelegraphisch übermittelt, bringt, zeugen von einer durchaus wohlwollenden Einstellung zur politischen Neuordnung in Deutschland. Es ist deutlich der Wunsch zu spüren, den Vorgängen in Deutschland im besten Sinne gerecht zu werden. So trägt der „Osservatore Romano“ unzweifelhaft dazu bei, gerade durch diese kurzen, sachlichen Deutschlandberichte, in denen immer wieder der erfolgreiche Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, den Unglauben und den Bolschewismus mit Zahlen und Tatsachen belegt wird und aus denen die Einkehr von Ruhe und Ordnung in Deutschland überzeugend hervorgeht, die Greuellügen in der Welt wirkungsvoll zu bekämpfen. Hilfspolizei wird aufgelöst Berlin, 8. August 1933. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident und Minister des Innern, Goering, die Hilfspolizei, nachdem sie ihrer Zweckbestimmung in vollem Umfange gerecht geworden ist, mit dem 15. August 1933 aufgelöst. Eine weitere Ausbildung findet daher nicht mehr statt. Die bisherigen Runderlasse treten mit Ablauf des 15. August 1933 außer Gültigkeit. Heilmann und Ebert in Schutzhaft Berlin, 8. August 1933. Das Geheime Staatspolizeiamt hat am heutigen Dienstag die drei früheren Reichstagsabgeordneten Künstler, Heilmann und Ebert, den ehemaligen Chefredakteur der sozialdemokratischen„Brandenburger Zeitung" und Sohn des ersten Reichspräsidenten, in Schutzhaft genommen. Die drei Personen werden noch am Dienstag in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert werden, wo die gesamte Belegschaft zu ihrem Empfang antreten wird. Für diese drei prominenten Marxisten werden sechs verführte Arbeiter, die sich bisher in Schutzhaft befanden. aus dem Oranienburger Konzentrationslager entlassen werden. Notizen In Avenrade Kreit ausgerufen. in Dänemark wurde der GeneralDer preußische Innenminister hat einen Erlaß derauszegeden, in dem die Einrichtung neuer wir: chaftlicher Betriebe durch Gemeinden abgelehut witd. An der deutsch=osterreichischen Grenze, beim Hechtsee. kam es zu einer Schießerei, bei der ein Heimwehrmann todlich verletzt wurde. Das neue Staatsbürgerrecht Nachprüfung der Einbürgerungen der letzten 14 Jahre Ja Rendsburg euer, bei der 1000 entstand im Hafen ein GroßTo. Kohlen in Brand gerieten. Die Lage in Ruba ist weiterhin ernst. Machade ließ aui eine Volksmenge schiegen, wobei mindesten: 10 Personen getotet und 50 schwer verletzt wurden. Hitler=Gruß in den preußischen Schulen Berlin, 8. August 1933. Zu dem Reichsgesetz über den Widerruf von Einbur gerungen und über die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit liefert im„Reichsverwaltungs blatt“, Ministerialdirigent Geheimer Regierungsrat Hering beachtenswerte Erlauterungen. Er detont, das Gesetz vom 14. Juli stelle sich nicht die Aufgade, die Grundlagen des geltenden Rechts anders zu formen, sein Ziel sei nur eine Bereinigung des Reichsvolks von zwei Personengruppen, deren eine bei ordnungsmäßigem Verlauf der Dinge nie der Zugehörigkeit zum Reschsvolk hatte teilhaftig werden können, deren andre diese Zugehörigkeit durch schweren Verstoß gegen die Pflicht der Treue zu Volk und Reich moralisch verwirkt habe Die Frist, innerhalb der Einbürgerungen widerrufen werden können, läuft bis zum 15. Juli 1935. Der Aussatz weist darauf din, daß die lere EinJahre eine —„„„„„„„„„ bürgerungspraxis der vergangenen 14 Der preußische Kultusminister hat eine Verfügung große Zadl döchs unerwünschter Elemente in die Volkspreußischen Schulen sich Leh= gemeinschaft habe dineingelangen lassen, wo iie teils als Schädlinge. teils als Fremdkörver empfunden würden In Scharen stromten 1918 namentlich Osttuden über die ungeschützte deutsche Grenze. wie überdaust das Deurschland der Nachkriegszeit eine verbängnisvolle Anziehungskraft auf zweiselhafte Elemente aus aller Herern Ländern ausübte. Das Fedlen der allgemeinen Wehroflicht lockte Ausländer derbei. die sich in ihrem Heimatland dem Dienst mit der Waffe zu entziehen suchten. Der gute Ausbau der öffentlichen Furiorge und der sozialen Einrichtungen für Minderbemittelte wirkte anziedend aus Perionen ungesicherter wirtschaftlicher Grundlage Es wäre. so führt Hering dann aus. kaatsvolirische Notwendigkeit gewesen. in dieser schlimmiten Zeit der Ueberfüllung des deutschen Raumes mit notlerdenden Deutschen die schärfke Absverrung gegenüber volksiremder Dauereinwanderung durchzufuhren und vor allem Zurückhaltung zu üben gegenüber den Bersuchen erlassen, wonach in den rer und Schüler gegenseitig und untereinander mit Handheden zu grüßen haben. Es werde von jedem Deutschen erwartet, daß er diesen Gruß ohne Rücksicht darauf. ob er Parteimit glied sei oder nicht, als Symbol des neuen Deutschlands anwende. Den Schülern werde diese Verfügung zum Beginn des ersten Schultages nach den großen Ferien wahrend der Schulanfangsfeiern bekanntgegeben. Mehr Rücksicht auf Schwerkriegsbeschädigte Wunsch des Kanzlers. Berlin, 8. August 1933. Der Reichskanzler hat aus Anlaß eines Einzelfalles den Wunsch ausgedrückt, daß der Schwerkriegsbeschädigte von allen Behörden und Dienststellen mit der ihm gebührenden Rücksicht behandelt wird. Dementsprechend hat der preußische Finanzminister zugleich im Namen des Ministerpräsidenten die nachgeordneten Behörden durch besonderen Runderlaß ersucht, hiernach zu verfahren und diesen Erlaß den ihnen unterstellten Beamten bekanntzugeben. Geistlichkeit und Arbeitsdienst Das Bischöfliche Ordinariat in Berlin hat, wie die „Wandelhalle" erfährt, folgenden Erlaß herausgegeben: „Bei der Bedeutung und Wichtigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes für die Behebung der Arbeitslosigkeit werden die Geistlichen dem Freiwilligen Arbeitsdienst und den ihm dienenden Organisationen jede ideelle Förderung angedeihen lassen. Dort, wo Arbeitslager bestehen, legen wir den Seelsorgegeistlichen die Pflicht auf, sich mit den Lagerführern wegen der gottesdienstlichen und seelsorgerlichen Betreuung ins Benehmen zu setzen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Umgliederung des Kampfbundes Um einer irrigen Deutung der gestern veröffentlichten Meldung„Neuordnung im Mittelstand" vorzubeugen, sei betont, daß es sich nicht um eine Auflösung des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand handelt. Die im„Angriff“ veröffentlichte Anordnung Dr. Leys sagt lediglich, der Kampfbund habe jetzt seine Kampfaufgabe in der bisberigen organisatorischen Form erfüllt und werde nunmehr in die nationalsozialistische Handwerks, Handels= und Gewerbeorganisation(Hago) eingegliedert. Auf der Flucht erschossen Detmold, 8. August 1933. Am Montag sollte der seit längerer Zeit in Schutzhaft befindliche sozialdemokratische Schriftleiter Philipp Fechenbach, der ehemalige Privatsekretär Kurt Eisners in München, in das Konzentrationslager Dachau überführt werden. Bei einer Rast in der Nähe von Warburg i. W. versuchte Fechenbach sich dem Weitertransport durch Flutch zu entziehen. Die Begleitmannschaft mußte von der Waffe Gebrauch machen. Fechenbach wurde verwundet und starb nach seiner Einieferung im Krankenhaus. Abteilungen der irischen Republikanischen Armee beabsichtigen, den für Sonntag angekündigten Aufmarsch der Faschisten in Dublin mit Gewalt zu verindern. der kremden Eindringlinge. in Deutschland völlige Sicherbeit gegen fremdenvolizetliches Vorgeden zu erlangen und zu diesem Zweck die Reichsangedörigkeit zu erwerden. Allein in Preußen wurden in den Jahren von 1922 bis 1933 rund 10 500 Ostjuden eingebürgert. Die Zahl aller Fremdstämmigen, die von 1919 bis 1931 in Breußen eingebürgert worden sind. wird auf 15 500 ohne Angehörige geschärt. In Ausführung des Reichsgesetzes vom 14. Juli werden die Behörden die Gesamtheit der Einbürgerungen der 14 Jahre nachzuprüfen und aus ihnen die für den Widerruf in Frage kommenden herauszusuchen haben. Der Widerruf führt zum Verlust jeder deutschen Staatsangehörigkeit. Der Betroffene wird somit staatens. wenn er nicht noch die Zugehörigkeit zu einem fremden Staat besitzt. Eine rückwirkende Kraft hat der Widerruf nicht. Er wird erst wirksam mit der Zustellung der Widerrufsverlängerung. Im Gegensatz zum Widerruf der Eindürgerungen ist für die Aberkennung der deutschen Staatsangehorigkeit eine Befristung nicht vorgesehen. Diese Bestimmungen sollen dauernde Geltung erhalten. Es handelt sich um die erste Vorschrift des deutschen Staatsangehörigkeiterechte, in dem die vornehmste Pflicht des Reichsangehörigen, die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk. in allgemeiner Form ihren Niederschlag gefunden hat. Das Gesetz legt damit die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk als eine allgemeine staatsbürgerliche Pflicht ausdrücklich fest. Es bringt damit in einem entscheidenden Punkt den sittlichen Gehalt des Begriffs Reichsangehörigkeit klar zum Ausdruck, und es darf erwartet werden, daß das neue Reichsangehörigkeitsgesetz diese Linie weiter verfolgen wird. Alfred Braun und Genossen im Konzentrationslager Berlin, 8. August 1933. Auf Veranlassung der Geheimen Staatspolizei sind die in die Korruptionsaffäre beim Rundfunk verwickelten früheren„Größen". Alfred Braun, Direktor Magnus, Intendant Flesch und Ministerialrat a. D. Gieseke in Schutzhaft genommen worden und in das Konzentrationslager Oranienburg überführt. Der frühere Direktor Knöpfke wurde gestern in Oberhof festgenommen und nach Berlin überführt. Da er einen NervenzusammenReichstagung deutscher Tanzlehrer Was sind deutsche Tänze? Bayreuth. 8. August 1933. Auf der ersten Sitzung der Reichsfachschaft deutscher Tanzlehrer(unter dem Vorsitz des Reichsfachschaftsleiters der Fachgruppe Tanzlehrer im Nationalsozialistischen Lebrerbund) wurden nach der Wahl des Reichsausschusses für deutschen Tanz in der Reichsfachschaft folgende Tänze einstimmig als deutsche Tänze anerkannt: In der Gruppe allgemeiner Tanz: 1. der Marschtanz, 2. der Rheinländer in alter und neuer Form, 3. der Walzer in alter und neuer 4. der langsame Walzer, 5. an Stelle des Foxtrotts der„Wechselschrittler“, ein Tanz im Vier=ViertelTakt und 6. der Galopp. In der Gruppe Gesellschaftstanz sollen 1. ein Begrüßungsreigen. 2. ein lustiger kurzfristiger Gesellschaftstanz, der„Friedrichshainer“, 3. ein aus dem Volkstanz übernommener„Gleichschrittler“, eine ganz neue Tanzform, 4. statt der früheren Quadrille der sogenannte„Achter“ getanzt werden. Durch diese neugeschaffenen Tanzformen sollen der Foxtrott, der Questep und der Tange von der Bildfläche verdrangt werden. Ein Wissenschaftslager Berlin, 8. August 1933. Zu der Errichtung des ersten Wissenschaftslagers in Luechentin an der Ostsee, das als neuer Lagertyp die Aufgabe hat, die künftigen studentischen bruch erlitten hat, ist er zur Zeit im Staatskranken haus untergebracht worden. Zu der gemeldeten Inschutzhaftnahme von Alfred Braun, Direktor Magnus, Intendant Flesch und Ministerialrat a. D. Gieseke wird noch berichtet:„Diese Maßnahme sowie die Ueberführung in ein Konzentrationslager sei notwendig geworden, da das Verhalten dieser ehemaligen Rundfunkgrößen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit schamlos bereichert hätten, die berechtigte Empörung der Oeffentlichkeit hervorgerufen habe. Man habe daher für ihre persönliche Sicherheit Vorsorge treffen müssen. Im übrigen dürfte es diesen Volksschädlingen nur dienlich sein, wenn sie sich im Konzentrationslager an etwas primitivere Verhaltnisse gewöhnen.“ Fachschaftsleiter auf ihren verantwortungsvollen Dienst vorzubereiten, erfährt das BDZ.=Büro, daß sich in diesem Lager nicht nur Studenten, sondern auch Hochschullehrer und ferner Arbeiter der verschiedensten Berufe zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden werden. Zwischen Hochschullehrer und Student soll wieder jenes geistige Vertrauensverhaltnis geschaffen werden, das der Kameradschaft im politischen Kampf entspricht. Außerdem soll im Lager, wo sich die Möglichkeit dazu bietet, durch Begegnung der Studenten mit den im Beruf stehenden Arbeitern die Grundlage für eine dem wirklichen Beruf entsprechende Studienreform an der Hochschule geschaffen werden. Gleichzeitig wird der Geist des Arbeitslagers, der aus dem Sozialismus der Ehre und der Leistung kommt, eine entsprechende Vertiefung erhalten. Schließlich soll der künftige Fachschaftsleiter von den Amtswaltern der Führung der Deutschen Studentenschaft in die hochschulpolitische Arbeit eingeführt werden. Frauen mit geschminktem Gesicht der Zutritt verboten Breolau, 8. August 1933. Die Kreisleitung Breslau teilt in einer Bekanntmachung in der nationalsozialistischen„Schlesischen Tageszeitung“ mit. daß Frauen mit geschminktem Gesicht der Zutritt zu allen Veranstaltungen der NSDAP. verboten ist. Die Amtswalter sind angewiesen, eine entsorechende Kontrolle durchzuführen. Im Spiegel der Presse Und der Straßburger Sender? Der„Ercelsior" betont in seinem Artikel über den Schritt in Berlin, daß es dem franzssiche Botschafter sicherlich nicht schwer gefallen sei, die schuldigungen Staatosekretärs von Bülowe bezüglich der deutschseindlichen Propagenda des Straß burger Senders zurückzuweisen. Der Straßburger Sender enthalte sich jeder Provaganda nalsozialiktische Deutschland und beschränke sich darauf von Jeit zu Zeit mit einiger Schlauheit deutsche Pressestimmen wieverzugeben, die es der französischen Oefsentlichkeit ermöglichten, sich einen Begriff von den Gefühlen zu machen, die das nationalsozialistische Deutschland gegenüber dege. Was die Ueberfliegung osterreichischen Gedietdurch deutsche Flugzeuge angehe, so wisse scherseits seor wodl, daß der sehr energische Luftfahrtminister Goering nur ein Wort zu sagen brauche, um diesen Ueberfliegungen ein Ende zu bereiten. Der SA=Aufmarsch in Berlin Die Pariser Blätter berichteten ausführlich den großen SA=Aufmarsch in Berlin, der selbst auf die Sonderberichterstatter der chauvenistischen Zeitungen seinen Eindruck nicht verfehlt hat. So schreibt u. a. das„Echo de Paris“. man habe in den Reiben der SA wunderbare Gestalten gesehen. Groß und klein, alt und jung truge ihre Untsorm mit dem gleichen Stolz. Man müsse zugeben, das der Anblick der Hunderttausend in Reih und Glied aufgestellten Männer geravezu grandios gewesen sei. Das „Journal" stellt fest, daß die Braunhemden nicht mehr kleine Einzelgruppen darstellten wie zu der Zeit. als se für die Revolution kämpften, deute bandele es sich um eine wahre nationale Garde des neuen Regiments. Die der Regeirung nabestebende„Ere Nouvelle" fragt. ob man die hunderttausend SA=Männer nicht in irgendeiner Weise in die Stärkeziffer der Reichswehr oder Polizei einreihen müsse. Zur Neuordnung des Schulwesens schreibt die„Vossische Zeitung"!- Nr. 371 vom 5. August 1933: Die Volksschule soll ihren Eigenwert er: böben als das einheitliche Bildungsfundament für das gesamte Kultur=, Wirschafts= und Berufsleben. Man wird dem Unjugdes Berechtigungswesens ein Ende machen, das die Volksschule entwürdigte und die böberen Bildungslaufbadnen überfüllte, ohne Wahl der Begabung und oone jedes praktische Berufsbedürfnis. Nur der Bejädigte soll zum Aufstieg zugelassen werden. gleichviel aus welchen Ständen er stammt.... Daß man bei all dem nicht nach einem starren Schema verfährt und die ganse Variationsbreite der deutschen Bildung bewahrt, in nach der weitausbolenden Vorarbeit der letzten Monate zu erwarten. Man denkt wobl auch nicht daran. diese Resorm von heute auf morgen durchzuführen. Sie muß organisch ausreisen, wenn die Formkraft des neuen Staates auf diesem wichtigsten Gebiet, dem Feld der Zukunft, fruchtbar werden soll.“ Der totale Staat Alfons Nobel bemerkt in der„Augsburger Postzeitung" Nr. 177: „Der Totalitätsansoruch geht vom Volke aus und sehnt sich nach organischer Verwirklichung. Und es will sich dier etwas verwirklichen, was zur Erreichung neuer Ziele. was zum Aufbau. Aucbau, ja zur Fundamentierung des neuen Staates unbedingt notwendig ist. Den Weg zu solcher Verwirklichung zu finden, mag schwer sein, und man wird ihn nur vorsichtig tastend finden können. Wie man den Weg finden will. zeigt aber eine sehr interessante Maßnahme, die uns überhaupt richtunggebend scheint: Die Bildung einer politischen Körverschaft. in der Neubildung des Preußischen Staatsrats. Die Erfüllung der Totalität muß aus dem Inneren. aus dem Wesen. aus dem letzten Sinn des Volkes und der Nation kommen. Und gerade der Katbolit wird versteben, was gemeint ist. Denn im Bereich des Religiösen ist ja seine Kirche eine Verwirklichung einer ähnlichen Totalität. welche freilich einer andereSodäre als der politischen angebört.“ Das hohe Spiel Roman von August Frank Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, Regensburg. Nachdruck verboten. 5. Fortsetzung. Als der Beifall abgeebbt war, begann ein Diener die einzelnen Namen der neu zu verpflichtenden Studenten in alphabethischer Reihenfolge aufzurufen. Die Aufgerufenen traten zum Rektor und gaben den Verpflichtungshandschlag. Eugen drängte sich langsam vor, der Buchstabe L war vorüber, M hatte begonnen,„Maltier Henri— Maupassant Louis— Meires Andre,“ verlas der Pedell mit monotoner lauter Stimme; jetzt kam sein Name„Meunier Eugen“; rasch trat Eugen vor den Rektor hin und streckte ihm seine rechte hin; im elben Moment merkte er, daß neben ihm noch ein Student stand, der gleichfalls dem Rektor die Hand hinhielt. Dieser schaute etwas verwundert auf die beiden jungen Leute, er war offen einen Moment im Zweifel, wem er zuerst die Hand geben sollte. Der Sachverhalt klärte sich rasch dadurch, daß der Pedell als nächsten Namen ausrief„Meunier Eugen Charles“. Darauf ließ Eugens Nebenmann seine Hand sinken und gab ihm den Vortritt. Es waren also zwei Eugen Meunier an der Hochschule, was ja bei der Häufigkeit des Namens„Meunier" nicht eben verwunderlich war. Im Zurückgehen ließ Eugen seine Augen über die Reihen der Professoren und Ehrengäste schweifen. Sein Blick blieb auf einer jungen Frau haften, die ihn interessiert betrachtete. Anscheinend hatte der kleine Zwischenfall sie auf ihn aufmerksam gemacht. Der Kleidung und Haltung nach gehörte sie den ersten Besellschaftskreisen an. Einen Moment tauchten ihre Blicke ineinander, dann war Eugen an ihr vorüber. Sein Namenskollege Charles war ihm gefolgt und entschuldigte sich wegen des Mißverständnisses. „Da gibts nichts zu entschuldigen,“ antwortete kugen lächelnd,„schuld sind wir beide, weil wir uns bei der Geburt den schönen, aber leider so häufigen Namen Meunier ausgesucht haben.“ Sie unterhielten sich weiter über den Festakt und über die Gäste. Die Dame, die Eugen vorhin aufgefallen war, hatte sich noch ein paarmal unauffällig umgedreht und eingehend die große Studentenschar gemustert. Eugen hatte aber das Empfinden, als suche sie nur ihn, jedenfalls weilte ihr Blick immer langer auf ihm. Da Charles anscheinend in der Kenntnis der Pariser Gesellschaft nicht unbewandert war, wie Eugen aus seinen Bemerkungen über einzelne Festgäste heraushörte, war er versucht sich bei ihm nach der Dame, die auch auf ihn einen tiefen Eindruck gemacht hatte, zu erkundigen, aber ein unbestimmtes Gefühl hielt ihn davon ab. Nach dem Festakt gab es sich wie selbstverständlich, daß die beiden Eugen Meunier miteinander die Technische Hochschule verließen. Sie gingen in ein nahegelegenes Restaurant und aßen zu Mittag. Der Wein und das gut zubereitete Essen schufen rasch eine behagliche und unterhaltsame Stimmung. Eugen erzahlte, daß er der Sohn des ehrbaren Kaufmanns Andre Meunier aus Toulouse und erst vor einigen Tagen nach Paris gekommen sei. Während Charles mit genießerischer Sachkenntnis seine Poularde zerlegte, stellte er sich näher vor. „Ich bin aus Roubaix. Haben Sie noch nie etwas von der großen Maschinenbaufabrik Gebrüder Meunier gehört? Ja? Also der Sohn davon din ich. Natürlich,“ fuhr er lächelnd fort, nur von einem der Bruder. Sie sind übrigens schon alle beide tot. Nun bin ich Fabrikbesitzer. Ich merke aber nicht viel davon, dafür sind ja die Direktoren da.“ Etwas erstaunt sah Eugen ihn an „Sind denn die in allem zuverlässig?“ „Ich denke schon. Geld haben sie mir bis jetzt genug überwiesen. Solange dies der Fall ist, habe ich gar kein Interesse an dem Betrieb. Ich habe keine Lust, das ganze Jahr über in dem stinkigen und rauchigen Roubair zu sitzen. Im Winter ist Paris und im Sommer Deauville oder Azannes schöner.“ Dieser Lebensauffassung entsprach das Aeußere Charles vollständig. Er war mit unauffälliger Eleganz gekleidet, sein Gesicht aber war für seine Jugend schon etwas schlaff. Er machte einen weichen, etwas blasierten Eindruck, dabei schauten aber seine Augen außerst gutmütig drein. Trotz seiner vierundzwanzig Jahre hatte er sich schon ein kleines Bauchlein zugelen „Studierten Sie bisher anderswo?“ fragte Eugen, „weil Sie heute neu verpflichtet wurden“ „Nicht anderswo, aber etwas anderes. Ich bin schon drei Jahre Pariser Student. Wenigstens offiziell. Bisher habe ich an der Sorbonne Rechtswissenschaft studiert. Wie ich mir die Sache aber naher beschauen wollte, merkte i#., daß das ein furchtbar trockenes Zeug ist. Deshalb will ich es jetzt mit der Technik versuchen. Schon deshalb, weil ich möglicherweise die Fabrikleitung doch noch übernehmen muß. Obwohl ichs nicht glaube und auch nicht wünsche. Im Vertrauen“, fuhr er nach einer Pause leise fort, nachdem er einen Schluck Wein genommen hatte,„Der Staat interessiert sich für mein Unternehmen und will es kaufen. Er will Kanonen dort bauen. So lange aber ich Herr bin, werden dort keine gebaut.“ Und nach einer kleinen überlegenden Pause:„Denn ich hasse das Militär und den Krieg.“ Eugen hatte bei den letzten Sätzen Charles betroffen aufgehorcht. Donnerwetter, er hatte Glück; hier gabs Einknüpfungsmöglichkeiten, die für ihn wertvoll waren. Unauffällig sah er Charles von der Seite an. In dessen weichliches Gesicht war plötzlich ein darter verbissener Zug gekommen. Erregt vom Gespräch und Wein zog der junge Fabrikbesitzer den Rauch der Nachtischzigarette durch die Lungen. Das Gespräch stockte einen Moment. Eugen knüpfte es schließlich wieder an. „Haben Sie nicht gedient?“ „Doch. Ich bin Unterleutnant der Reserve bei einem Pionierregiment. Sogar hier in Paris. Gedient habe ich allerdings in Lille. Dem Regiment hier wurde ich erst vor einigen Wochen zugeteilt, als ich Territorialoffizier wurde.“ „Weshalb haben Sie denn diese Abneigung gegen alles Militärische?“ „Warum? Ich für meine Person habe eben gar keine Neigung dazu, mich eines Tages tot oder zum Krüppel schießen zu lassen— für den Zaren von Rußland. Sie werden sehen, daß es noch einmal plötzlich soweit kommt. Besonders, solange Delcasse und Poincare am Ruder sind. Lassen wir übrigens das unerquickliche Thema!“ „Auf Ihre Gesundheit!“ Sie stießen an und tranken Offenbar merkte Charles, daß er zuviel gesagt hatte. Für den Fabrikbesitzer und Reseroeoffizier war Austria Köln. eine neue CB.=Korvoration Wie der katholische deutsche Studentenverband Franconia in Aachen mitteilt, soll jetzt, nachdem die deutschen CVer sich von den Oesterreichern getrennt haben, in Köln eine neue EV.er Korporation aufgebaut werden, in der sämtliche xeichsdeutschen EVer Oesterreichs zusammengeschlossen sind. Die neue Korporation soll den Namen Austria Köln mit den Farben von Austria Innsbruck erhalten. es jedenfalls nicht gut, solche Ansichten öffentlich verlauten zu lassen, vor allem einem Menschen gegenüber, den er erst seit einigen Stunden kannte. Er schien sichtlich verstimmt, allerdings nicht über Eugen. Denn beim Aufbruch verabschiedete er sich sehr herzlich von ihm und sprach die Hoffnung aus, daß sie sich öfters sehen möchten. In der nächsten Zeit trafen sie sich sehr viel. Anfangs in der Technischen Hochschule, dann in Cafes und Restaurants; denn der anfängliche Eifer im Kollegbesuch begann bei Charles bald zu erlahmen. Er blieb oft tagelang der Hochschule fern. Aber fast jeden Tag fand Eugen bei seiner Rückkehr aus derselben ein Billett von Charles auf seinem Zimmer vor, das ihn für den Abend in irgend ein Lokal einlud. Der junge Fabrikbesitzer schien großes Gefallen an ihn gefunden zu haben. Eugen war dies sehr recht, denn er hoffte aus dem Verkehr mit ihm Vorteile für seine Mission ziehen zu können. Daß er seine Fabrik und Direktoren arbeiten ließ und selbst die Früchte dieser Arbeit erntete, diese Lebensauffassung war Eugen allerdings fremd, aber er nahm sie bei Charles hin, wie man den unschuldigen Egoismus eines Kindes hinnimmt. Bei einem weinfrohen Nachtbummel durch die Lokale des Quartier latin am Mont=Parnasse, waren sie schon in den ersten acht Tagen Duzfreunde geworden. „Wir wollen uns Eugen und Charles nennen.“ schlug Charles Meunier lächelnd beim Händedruck vor, „damit wir uns nicht selbst miteinander verwechseln." Eugen ging sehr fleißig in die Vorlesungen. Am meisten zogen ihn die Vorträge des Rektors Daumier an, der ein ebenso hervorragender Chemiker und Physiker wie Ingenieur war. Im Laboratorium war er persönlich mit dem Professor bekannt geworden. Diesen hatten ein paar kluge Antworten auf den Studenten aufmerksam gemacht. Daß er in Eugen einen ausgebildeten deutschen Ingenieur vor sich hatte, konnte er ja nicht ahnen. In der Folgezeit sprach er ihn öfters an und ließ sich von ihm sehr bald bei seinen Experimenten helfen. Den geistvollen Mann, der große Beziehungen zu der französischen Montan= und chemischen Industrie hatte, beschäftigte zur Zeit am meisten das Problem des nicht rostenden Stahls. Er unterhielt sich oft mit seinen Mitarbeitern und Schülern darüber. (Fortsetzung folgt!) Kl B un n We de tig m kat Wi das we gen un sche dar nister sten hörte För in daß gebri daß der und gregt phon einfa rigen Quers Muste lich und Ba ohne recht Ein Cäcili tene, den präses Haßfel des D Stud zur war von des unter anspre Schafe wieder chören Heima Der führun und be der S einer mit Or poniste Freunk Wieder offenba arig Vertret Organ der Cä gäste menge Höhepu ten ist. vorn sp aus, in gung te mern h der heh lahmen und Or sandte telegran Kirchen Oberhirt Mittwoch, den 9. August 1933 7 Nr. 185(Zweites Blatt) Herner Anzeiger Kirche und katholische Presse Ein Aufruf des Bischofs von Trier Der Bischof von Trier. Dr. Franz Rudolf Bornewasser, hat folgenden Aufruf über die Zukunft der katholischen Presse erlassen: Die gesamte Umstellung in den Verhältnissen unseces deutschen Vaterlandes stellt auch die Presse vor neue Aufaaben. Wie das Reichskonkordat beweist, hat die hl. Kirche in ihrer seit Jahrhunderten erprobten Weisheit und Sorge für das Seeienheil ihren Kindern in Deutschland die freudige mitarbeit an der Erneuerung unseres Volkes nicht nur ermöglicht, sondern zur Pflicht gemacht. Unsere katholische Presse hat in den langen Jahren ihres Bestehens stets die Aufgabe erfüllt, für das Wohl des Vaterlandes, für die Achtung vor Gesetz und Recht, oft unter schwierigsten Verhältnissen, einzutreten. Dafür gebührt ihr der Dank des ganzen katholischen Volkes und seiner Führer. Bisher waren die Zeitungen durch die Verhältnisse gezwungen, neben ihren allgemeinen Aufgaben des Nachrichtendienstes und der Pflege der katholischen Weltanschauung einer bestimmten politischen Richtung zu dienen. So hat auch die katholische Presse sich in positiver und staatstreuer Arbeit in den Dienst seiner politischen Führer gestellt. Nachdem die Parteien auf ihre Eigenexistenz verzichtet haben, ist diese politische Einstellung nicht mehr notwendig. Daher werden unsere katholischen Zeitungen in Zukunft sich ganz der religiösen und kulinrellen Ausaabe widmen können. Mancher Anlaß zum Streit und Meinungsverschiedenheit ist jetzt ganz weggefallen. Um so mehr muß das Geistige, unbelastet von politischen Tagesmeinungen, im Lichte der Ewigkeit die Grundlage bilden, auf der unsere katholische Presse, die nach wie vor unentbehrlich ist, arbeiten wird und muß. Es darf dabei nicht übersehen werden, daß die wirtschaftliche Sicherung der Tagespresse wie auch der Sonntagsblätter die unerläßliche Voraussetzung aller geistigen Tätigkeit bleibt. Daher bitte ich meine Diözesanen, den bewährten katholischen Blättern treu zu bleiben und für sie zu werben, ihnen Anzeigen zuzuwenden und sie in jeder Weise zu unterstützen. Die Katholische Aktion bedarf des Apostolats von Buch und Zeitung unbedingt. Dazu kommt, daß in der katholischen Pressearbeit viele Tausende von Jamilien verwurzelt sind. Wenn diese durch Eingehen katholischer Zeitungen ihr Brot verlören, so wäre das auch ein großer Schaden für unser Volk. Unser deutsches Vaterland muß in den gegenwärtigen Zeiten alle aufrufen, die bereit sind, am Wiederaufbau mitzuarbeiten. Zu den hervorragendsten Pionieren dieser Tätigkeit gehören aber unsere katholischen Berufsjournalisten. Sie haben sich um Kirche und Vaterland die größten Verdienste erworben. Es ist darum eine Pflicht der Gerechtigkeit, sie und ihre Familien in ihrer Existen; zu erhalten. Viele Verleger haben die allergrößten Opfer für ihre katholischen Blätter gebracht und dürsen mit Recht erwarten, daß sie von ihren Glaubensgenossen nicht im Stich gelassen werden. Darum richte ich an euch alle, geliebte Diözesanen. die eindringliche Mahnung: Schützt und erhaltet eure katholischen Zeitungen. die Tagespresse wie auch die Sonntagsblätter! In jedes katholische haus gehört auch eine katholische Zeitung. Ich sehe es als eine meiner erustesten Hirlenpflichten an, dafür zu sorgen, daß die religiöse und vaterländische Haltung unserer Zeitungen allen anderen zum Vorbild dienen kann. Trier, 27. Juli 1933. 1 Franz Rudolf. Bischof von Trier. Spitzenverbände geht davon aus, daß die Arbeitsvermittlung den Berufsständen übertragen werden wird. sobald der berufsständische Aufbau durchgeführt sein wird, und sieht vor, daß die Arbeitsämter bis dahin die Arbeitsvermittlung vornehmen sollen. Neuerdings werden von Prof. Dr. H. Weigmann (Rostock) Anregungen dahingehend gegeben, daß die Arbeitslosenversicherung Sache der ständischen Selbstverwaltung und in Gestalt beruflich und regional begrenzter, kleiner aber tragfähiger Gefahrengemeinchaften ausgebaut wird. Krisen= und Wohlfahrtserwerdslosenfürsorge sollen zu einer einheitlichen Staatsbürgerversorgung zusammengefaßt werden. Träger dieser Versorgung bleiben die Gemeinden. Die Organisation der Mittelbeschaffung ist Sache eines kommenden Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Die Staatsbürgerversorgung ist finanziell und sozialpsychologisch nur tragbar, wenn gleichzeitig die Arbeitsbeschaffung und die Wiederbelebung der Wirtschaft energisch in Angriff genommen werden. Aufgaben der Herner Heimatgeschichtsforschung Anfertigung eines Quellen- u. Literaturverzeichnisses.— Durchsicht der Archive. 27. Generalversammlung der Cäcilien vereine der Erzdiözese Paderborn Unter starker Teilnahme der kirchenmusikalischen Kreise der Erzdiözese Padervorn begann vergangenen Samstag in Bochum die diesjährige Generalversammlung der Kirchenchöre und Cäcilienvereine der genannten Erzdiözese. Die Tagung war umrahmt von wertvollen kirchenmusikalischen Choraufführungen, bei denen man bewußt Kirchenkomponisten der gegenwartigen Zeit herausgestellt hatte. Die Tagung hat, das mag schon jetzt gesagt sein, eine mächtige Förderung katholischer deutscher Kirchenmusik gebracht. Generalpräses Joh. Mölders betonte in einer Würdigung des diesjährigen Diözeson=Cäcilienfestes, daß trotz aller materiellen Not heute ein tiefes und weitverbreitetes Interesse der musica sacra entgegengebracht wird. Die Zeit, da die Welt mit Ueberhebung und Geringschätzung auf die kirchliche Tonkunst herabschaute, sei vorbei. Der Diözesanverband könne stolz darauf sein, daß gerade aus seinen Reihen Komponisten hervorgegangen seien, die zu den hervorragendsten Vertretern der neuen kirchlichen Tonkunst gehörten. Studienrat Hoischen(Bochum), der eifrige Förderer der kirchenmusikalischen Tonkunst, erklärte in einer Verlautbarung zum Diözesan=Cäcilienfest, daß auch für die Kirchenmusik eine neue Zeit angebrochen sei. Die Komponisten unserer Tage zeigten, daß bei aller Modernität doch ein Weg möglich sei. der auch den kirchlichen Forderungen gerecht werde und zugleich an die große Zeit der musica sacra den gregorianischen Choral und die klassische Vokalpolyphonie in würdiger Weise anzuknüpfen verstehe, ohne einfach zu kopieren. Die tonschöpferischen Darbietungen des diesjährigen Erzdiözesantages der Cäcilienvereine gaben einen Querschnitt durch die Kirchenmusik. Eine lange Reihe Musterwerke kirchlicher Tonkunst zählte das vorzüglich aufgestellte Festprogramm für gemischte Männerund Frauenstimmen mit und ohne Begleitung auf. Dazu traten Choralsätze und Orgelgaben, so daß man ohne Uebertreibung sagen kann, man suchte allen gerecht zu werden. Einen würdigen Auftakt für die Diözesantagung der Cäcilienvereine gab der am Samstagabend abgehaltene, äußerst stark besuchte Begrüßungsabend. Unter den Ehrengästen bemerkte man den rührigen Diözesanpräses Prof. G. Schauerte aus Padervorn, ferner Dr. Haßfeld von Paderborn und als Vertreter des Klerus des Dekanates Bochum Pfarrer Meier. Bezirkspräses Studienrat Hoischen sprach ein herzliches Willkommen zur Diözesantagung aus. Der gutverlaufene Abend war umrahmt von Volksliedergaben der Kirchenchöre von St. Meinolphus unter Studienrat Hoischen und des Chores des Redemptoristenklosters in Bochum unter seinem Dirigenten Harzheim, wie auch von sehr — ansprechenden Liedern der Konzertsängerine Fräulein Schäfer(Bochum). Der Begrüßungsabend brachte wieder den Beweis, daß in den katholischen Kirchenchören der Erzdiözese Paderborn auch das deutsche Heimat= und Volkslied eine gute Pflegestätte hat. Der Sonntag brachte in den Einzeltagungen Aufführungen kirchenmusikalischer Werke in großer Zahl und bester Wiedergabe. Das feierliche Levitenamt in der St.=Meinolphus=Kirche brachte die Uraufführung einer Messe für 4= bis 8stimmigen gemischten Chor mit Orgel des schaffensfreudigen Organisten und Komponisten dieser Kirche, H. Tacke(Bochum). Für alle Freunde guter neuzeitlicher Kirchenmusik war die Wiedergabe dieser Messe ein Erlebnis. Das Werk offenbart neben seiner herben Schlichtheit eine eigenartige Schönheit. In den Mittagsstunden hatten sich viele hunderte Vertreter von Kirchenchören, Kleriker, Chorleiter und Organisten mit dem Vorstand des Diözesanverbandes der Cäcilienvereine und einer großen Zahl Ehrengäste zu einer glänzenden Festversammlung zusammengefunden, die in ihren Darbietungen wohl als Höhepunkt der diesjährigen Diözesantagung zu bewerten ist. Der hochw. Erzbischof Dr. Klein von Padervorn sprach in einem Schreiben sein tiefes Bedauern aus, infolge einer Augenerkrankung nicht an der Tagung teilnehmen zu können. Er dankte allen Teilnehmern herzlich für die eifrige Pflege und Förderung der hehren Kirchenmusik und bat, darin nicht zu erlahmen. Er übermittelte Klerus, Chorleitern, Sängern und Organisten den Bischöflichen Segen. Die Tagung sandte an den hochwürdigsten Erzbischof ein Danktelegramm, in welchem sie weitere Förderung der Kirchenmusik versprach und baldige Genesung des Oberhirten wünschte. Die nun folgenden inhaltsvollen Reden wurden umrahmt von wertvollen und meist.= haft wiedergegebenen alten Kirchenliedern durch den Baßsolisten Asmuth(Bochum). Diözesanpräses Prof. Schauerte(Paderborn) gab in seiner Rede einen kurzen inhaltsreichen Ueberblick über die Arbeiten des Diözesanverbandes auf kirchenmusikalischem Gebiete. Die Arbeit der letzten Jahre sei dem Bestreben gewidmet gewesen, in den ländlichen Gegenden der Erzdiözese das Verständnis für Kirchenmusik zu erneuern und zu vertiefen. Mit der heutigen Tagung mitten im Herzen des Industriegebietes wolle man den Sinn für Kirchenmusik wieder mal in den Industriebezirk tragen, der von jeher Apostolatsarbeit großen Grades für die Förderung der Kirchenmusik verrichtet habe. Von tiefer Begeisterung und größtem Verständnis für die katholische Kirchenmusik war die großangelegte Festrede des bekannten Komponisten und Organisten Pröpper(Balve) getragen, die mit größter Spannung entgegengenommen wurde und am Schlusse einen wahren Sturm von Beifallskundgebungen auslöste. Sie verbreitete sich grundsatztief und lebendig über die Grundlagen und Aufgaben der heutigen Kirchenmusik und stellte einleitend die Forderung auf, die Pflege der Kirchenmusik bis in die kleinste Dorfkirche der Diözese zu tragen. Unsere heutige Zeit stehe im Zeichen des Königtums Christi, daher müsse die neue kirchliche Kunst eine große christozentrische sein und tief eindringen in das Leben der Kirche. Neuzeitliche Kirchenmusik müsse wahr und schön sein. Zum Schlusse würdigte der Redner das schaffensfreudige Wirken der Cäcilienvereine als eine Tatwerbung für die katholische Aktion. Die Pflege des Kirchenchores und der Kirchenmusik werde sich namentlich in der kommenden Zeit pastoral von größter Bedeutung auswirken. Ein besonders warmes Wort hatte der Redner für die künstlerische Ausgestaltung unserer Volksandachten, der man weit größere Beachtung zu schenken habe. Auch forderte er dringend liturgische Unterweisungen der Kirchenchöre. In diesen werde der Grund und Boden für den wahren Geist des kirchenmusikalischen Lebens gelöst. Nachmittags versammelten sich die Teilnehmer zu der beratenden Jahreshauptversammlung. Die kirchenmusikalische Festandacht, die dieser Versammlung in der überfüllten Meinolphus=Kirche folgte, stand unter dem Motto:„Aus Sion wird der Retter kommen. Er wird die Bosheit von Jakob abwenden. Und das ist mein Bund mit ihnen.“ Dieses dreigeteilte Thema wurde behandelt durch den wirkungsvollen Vortrag von Chorwerken von Palestrina, Schroeder, Lemacher, Haßfeld, Philipp, de Melle, Wöß, Siegl, Lechthaler, Rüdinger und Knüppel. Von dem letzteren hörte man die ansprechende Uraufführung seines Vorliedes „Steigt empor zum Berg die Pfade“ für drei Oberstimmen mit Orgel. Die Tagung erhielt ihren offiziellen Abschluß am Montag mit einem feierlichen Levitenseelenamt in der Meinolphus=Kirche für die verstorbenen Mitglieder des Diözesanverbandes. In dieser Feierstunde erlebte das Requiem in D für 4stimmig gemischten Chor mit Orgel von Knüppel seine große Uraufführung. Auf dem Gebiete der Vorgeschichte unserer Heimat ist das Herner Heimatmuseum in den letzten Jahren für das mittlere Emschergebiet zweifellos führend geworden. Aber wie steht es um die letzten 1000 Jahre, die eigentliche Geschichte Hernes und seiner Bewohner? Hier liegt vieles seit Jahr und Tag im Argen. Und je länger dieser Zustand andauert, um so größer werden die Aufgaben, die zu bewältigen sind. Man hatte bisher immer gehofft und darauf gewartet, daß sich doch noch interessierte Herner der planmäßigen Heimatforschung widmen würden, und zwar aus sich heraus, ohne daß man sie ruft und ihnen ein bestimmtes Arbeitsgebiet zuweist. Wie bei vielen anderen Dingen ist es auch bei der Beschäftigung mit der Heimatforschung notwendig, daß die Betreffenden aus ureigenem Wollen und Trieb ihre selbstgewählte Arbeit ausführen. Heimatforscher, die unter diese Kategorie fallen, haben wir zwar in Herne, aber es sind verschwindend wenige. Und was sind diese wenigen in einer so großen Stadt, abgesehen davon, daß vielerlei Forschungszweige bearbeitet werden müssen. Heute wird bei uns nur die reine Geschichtswissenschaft von mehreren Heimatforschern bearbeitet und dazu noch von einem verhältnismäßig späten Zeitpunkte an. Vornehmlich beschränkt man sich auf die letzten drei Jahrhunderte. Dies hängt aber keineswegs damit zusammen, daß sich von Herne erst seit diesen letzten drei Jahrhunderten etwas berichten ließe Im Gegenteil, unsere Stadt gehört zu den wenigen westfälischen Städten, die im etwa 1000 Jahre alten Werdener Heberegister genannt wird. Von da ab, mit mehr oder weniger großen Unterbrechungen, reißt die Schnur der schriftlichen Ueberlieferungen bis auf unsere Zeit nicht ab. Um das nachzuprüfen, braucht man nur die Veröffentlichungen des Dortmunder Geschichtsvereins für die Grafschaft Mark nachzuschlagen, und man wird erstaunt sein. wie häufig Herne genannt wird, und zwar in Verbindung mit sehr alten Dokumenten. Ferner hat die Vestische Zeitscrift in ihren 39 Bänden sehr viel über und von Herne gebracht, wenn auch meist nur in Form von Dokumentabschriften, Hinweisen, Bezugnehmungen usw. Viel über Strünkede brachte die Zeitschrift„Die Heimat in Vergangenheit und Gegenwart“(Verlag der Recklinghäuser Zeitung). Darin ist so viel Neues und Unbekanntes von Schloß Strünkede berichtet, daß es geradezu unverständlich ist, daß es in Herne nur einen einzigen Dauerbezieher dieser wichtigen und billigen Zeitschrift geben soll.(Jeder Jahrgang kostet nur 1.— bis 1,20 RM.) Es gilt nun, zunächst einmal aus all diesen angeführten und noch vielen anderen Zeitschriften alles das herauszuziehen, was darin von Herne berichtet ist, und wenn es zunächst nur ein Quellen= und Literaturvverzeichnis ist, so daß man überhaupt einmal weiß, wo, wann und was über Herne geschrieben wurde und wer ist der Autor. Ist ein solches Verzeichnis einmal veröffentlicht, dann werden es sich bestimmt viele Herner ausschneiden. aufbewahren und im Bedarfsfalle benutzen. Dieses Literaturverzeichnis müßte dann fortlaufend erganzt werden. Natürlich wird man sagen, das sei alles ganz gut und schön, aber dazu gehöre Geld. Gewiß gehört dies dazu, aber dies ist das wenigste, was dafür benötigt wird, denn durch den Leihverkehr der Städt. Bücherei mit den deutschen Universitäten können alle Zeitschriften, Bücher usw. geliehen werden. Und was tut es schon, wenn ein wirklich interessierter Heimatforscher einige Mark in seine ihm liebe Arbeit steckt; in velen anderen Dingen des täglichen Lebens und in manch anderer Liebhaberei wird manchmal auch das Geldausgeben nicht gescheut. Ohne Zweifel würde ein solches Literaturverzeichnis das Fundament zu allen weiteren Forschungen abgeben. Abgesehen bavon, daß dadurch zwei unaohängig voneinander Arbeitende dieselbe Arbeit unbewußt doppelt verrichten. Anderseits würde man durch das Studium der einschlägigen Literatur mit den Forschungsmethoden bekannt und zu weiterer Arbeit angeregt. Nicht minder wichtig ist es, die Archive der Umgebung planmäßig nach Dokumenten durchzusehen, die Bezug auf Herne nehmen. In Frage kommen besonders das Vestische Archiv in Recklinghausen, die Archive in Wanne=Eickel, Bochum, Gelsenkirchen usw. Der Vollständigkeit halber wäre es natürlich zu begrüßen, daß auch die großen Archive in Münster, Düsseldorf, Berlin usw. berücksichtigt würden, doch die Besuche dieser Archive würden schon Unkosten größeren Ausmaßes verursachen. Neuaufbau des deutschen Schulwesens Die Pläne des Reichsinnenministeriums.— Der Wert der Volksschule muß gesteigert werden. Künftig schärfste Auslese auf den höheren Schulen. Auf dem Wege zu einer Staatsbürgerversorgung Durch berufsständische Arbeitslosenhilfe. Seitens der Reichsregierung ist eine Vereinheitlichung der Arbeitslosenhilfe vorläufig nicht vorgesehen. Es bleibt zunächst bei der jetzigen Gliederung und Organisation. Dem Reichskabinett liegen zur Zeit zwei Entwurfe zur Reform der unterstützenden Arbeitslosenhilfe vor, und zwar vom Reichsarbeitsminister und von den kommunalen Spitzenverbänden. Der Entwurf des Reichsarbeitsministers sieht eine versicherungsmäßige und eine fürsorgemäßige Unterstützung vor, deren Verwaltuna den Arbeitsämtern übertragen werden soll. Zu der fürsorgerischen Unterstützung sollen die Arbeitslosenunterstützung. Krisenunterstützung und die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zusammen gefaßt werden. Das Risiko der Zunahme der Arbeitslosigkeit soll den Gemeinden überlassen werden, eot! soll die Unterstützungsdauer der fürsorgemäßigen Unterstützung oder der Personenkreis eingeschränkt werden. Die Ausgesteuerten sollen der öffentlichen Für sorge anheimfallen. Der Entwurf der kommunalen Der Völkische Beobachter berichtet ausführlich über die Pläne des Reichsinnenministeriums zur völligen Umgestaltung des deutschen Schulaufbaues. Die innere und äußere Neugestaltung der deutschen Schule, so schreibt das Blatt, ist eine der nächsten großen Aufgaben, die das Reichsministerium des Innern im Einvernehmen mit den Unterrichtsverwaltungen lösen wird. Ein Wille wird künftig die einheitliche Gestalt der deutschen Bildungsstätten formen: Der Wille, die Jugend von früh auf in den nationalen Geist und Staat hineinwachsen zu lassen. Jalscher Geltungstrieb und künstlich genährter Aufstiegswahn haben die Volksschule, die Schule des deutschen Volkes, entleert und entwertet. Sie muß wieder zu Geltung und Wert kommen. Der Gesetzgeber wird die erforderliche gesunde Auslese für den Bildungsaufstieg der Begabten regeln. Wie gründlich der neue Staat selbst bei der Stoffsammlung für die vorbereitenden Beratungen über den Neuaufbau des Schulwesens vorgeht, ersieht man daraus, daß das Reichsinnenministerium in den nächsten Tagen eine Druckschrift von nahezu 300 Seiten Umfang herausgibt, die einen statistischen Bericht über den Gesamtstand des höheren Bildungswesens im Deutschen Reich darstellt. Der neue Ständestaat kennt keine vertikale Rangordnung der Volksschichten, also auch keinen Aufstieg und Abstieg im Sinne des alten Klassenstaates, der Uebergang der Nachkommen in einen anderen Stand ist nur ein Wechsel in horizontaler Ebene. Dieser Wechsel vollzieht sich unbevorrechtigt, nur nach Eignung und Leistung. Die Beschränkung der Zulassung nach dem Bedarf sichert jedem Stande sein berufliches Betätigungsfeld. Die Auswahl nach der Eignung bietet der Allgemeinheit Gewähr für die Leistungshöhe jeden Standes im Rahmen der Arbeit, der Arbeit des Volksganzen. Der Staat und das Volk braucht für die Ausübung der Funktionen und die Erfüllung der Aufgaben, die eine besondere Schulung durch Hochschulbesuch und Studium erfordern, nur eine begrenzte Zahl von Personen, die tüchtigsten und in mehrfacher Beziehung besten. Selbst wenn uns die Natur ein Mehrfaches der notwendigen Kräfte zur Verfügung stellen würde, ist es Pflicht des Staates, nur die besten aus dieser Schar in der benötigten Zahl auszulesen und die übrigen in eine andere Berufsbahn abzuleiten. Für die Erfüllung der Aufgaben und Pflichten in den akademischen Berufen sind die am meisten Befähigten gerade gut genug, ganz gleich, aus welchen Ständen sie herstammen. Der Staat wird es sich daher angelegen sein lassen, die Förderung der wertvollen, überdurchschnittlichen Begabungen hinreichend zu unterstützen und zu leiten, wenn sie nach ihrem Herkommen die erforderlichen Mittel nicht selbst aufzubringen vermögen. Die Idee des Stöndestaates fordert, daß jeder Stand aus seinen eigenen Reihen Führer hervorzubringen vermag, die den berufenen Vertretern der anderen Stände an Fähigkeit nicht nachstehen. Die Entvölkerung der Volksschuloberstufe von jeder Begabung ist ein unbedingt auszurottender Krebsschaden. Das akademische Willensgut, das der Volksschullehrer erwirbt, soll er für seine Person fruchtbar machen zur Vertiefung seiner Erziehungsarbeit. Nur so und nicht anders kann die Volksschule ihre Bedeutung und ihr Ansehen wiedergewinnen. Die Tatsache einer Fehlentwicklung infolge ungesunder Verbreiterung des höheren Schulbesuchs ist bekannt; die vielfachen schädlichen Folgen der Bildungsüberspannung liegen offen zutage. Rund 32.000 männliche und 11 000 weibliche Abiturienten je in den Schuljahren 1931 32 und 1932 33 sind eine ungeheure Zahl. Wenn ein Drittel der männlichen Abiturienten ein Studium beginnt, genügen sie zur Deckung des Ersatzbedarfs in den akademischen Berufen. Die Feststellung von Wissens- und Leistungsmangel genügt nicht zur Entfernung der Ungeeigneten. Zwei Drittel auer Sitzenbleiber wiederholen die Klassen— und„ersitzen“ den Aufstieg. Diesem Ballast soll künftighin zum größeren Teile durch eine gesunde, aber strenge Auslese von vornherein der Zutritt zu den höheren Schulen verriegelt werden. Eine weitere wirksame Auslese wird trotzdem noch im Verlaufe der ganzen Schulbahn vonnöten sein. Und schließlich werden die Maßnahmen, die zwischen dem Schulabschluß und dem Studienbeginn eingebaut sind, eine letzte Sonderung herbeiführen. Zwei-Dreiund VierfruchtMarmelade 0 Rezept 4 91d entsteinte Pflaumen, Zweischen, Pfirsiche, Aprikosen, Reinekleuden oder Mirebellen— einzein oder in beliebiger Mischung— sohr gut zerkleinern und mit 4 Pid. Zucker zum Kochen bringen. Mieraut 10 Minuten sterk durchkochen, denn 1 Normaltlesche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren u. in Gleser füllen- Ausfuhrt. Rerepte sowie Eiiketten für Ihre Mermeiedengläse: liegen jeder Flesche bei. Opekte ist nur echt mit Aue Prüchten gewonnen dem 10-Minuten-Topf. Trochen-Opeate ls1 Opekte In Polverform und wirc gerne für kleine Pottlonen von 2 bis 4 Pfund Merme 1ede verwendel, de es schon In Pöckchen zu 13 Plennig und 45 Plennig zu heben Ist.— Peckung für 7 Pund Marmelede 84 Pfennig. Geneue Retepte sind eulgedruckt. Des Opchte-Aeseptbuch, reich bebildert, erhallen Sie 10: 20 Pfennig in den Geschatten Fells vergillien, gegen Voreinsendung von 20 Pfennig In Brleimerken von der OPtkTACESGLLSCMAFTMSN. KOINRN Obekta Aus und für Herne Große Aktion gegen Kommunisten Durch die politische Polizei wurde festgestellt, daß de KP2 in Herne bemutzt ist, ihren Parteikorper teu aufzubauen. In den frühen Morgenstunden burde gestern unter Hinzuziehung der SS eine große Aktion gegen die KPD unternommen. Zahlreiches llegales Schriftenmaterial, Abrechnungen und Mitgliedsdücher der RPD und ihrer Nebenorganisationen konnten beschlagnahmt werden. 14 Personen wurden in Schutzhaft genommen. Ferner wurden in Herne fünf Personen wegen Ueberfalles auf einen SA-Mann und fünf Personen wegen kommunistischer Umtriebe festgenommen. Die Besichtigung der Ausgrabungen auf der Sievenheide, auch der Schall so abgefangen wurde, daß er gar nicht genügend in den Saal dringen konnte, um überall verstanden zu werden. Diesen und anderen Mißstanden, die damals die Theatergemeinde veranlaßten, ins Capitol überzusiedeln, wird jetzt in einem großzugigen Umbau zu Leide gegangen. Das Bühnenhaus wird völlig neu gestaltet. Man hat alles, was nur dazu gehörte, herausgerissen und legt den Boden der Bühne zunachst einmal um einen halden Meter höher, so daß er mit dem Kopf eines Sitenden zum mindesten abschneidet. Weiter werden unter dem Bühnenboden zwei große Garderobenraume gebaut, ferner Toiletten= und Waschräume für Damen und Herren, zu beiden Seiten Aufgange zur Bühne usw. Der Bühnenraum selbst bleibt völlig frei von Nebeneinrichtungen, so daß er voll seinem Zweck dienen kann. Oden werden Rollenzüge und Beleuchtungsanlagen eingedaut. Für den gewöhnlichen Gebrauch der Bühne wird eine stilbühnenmäßige Ausstattung gewählt, die wo bekanntlich durch das Herner Heimatmuseum vier zu beiden Seiten und im Hintergrund von oben herab—-8— wird Der Buhnenausschnitt wird von allen Es germanische Dörfer nachgewiesen worden sind, ist am gelassen wird. Der Bühnenausschnitt wird von allen 29. Juli wegen des regnerischen Wetters ausgefallen.] früheren Verengungen befreit und so etwa 2,50 Meter Sie findet jetzt am Samstag, dem 12. d. M., statt, sbreiter. Er kann dann in seiner ganzen Größe(9.50 Veranstalter ist die Arbeitsstelle für Naturdenkmal= Meter Breite und entsprechende Höhe) wirken pflege Recklinghausen. Interessenten treffen sich um 15.30 Uhr am Haus auf der Siepenheide, hinter dem Holzplatz der Harpener Bergbau=A.=G., nördlich des Bahnhofs Recklinghausen=Süd. Berücksichtigung von Kriegsbeschadigten bei Besetzung von Ehrenamtern Beim Preußischen Minister des Innern ist angecegt worden, bei der Besetzung freier Sitze in den Vertretungskörperschaften und bei dem Ersatz von Ehrenbeamten, deren Stellen auf Grund der Verordnung zur Sicherung der Staatsführung vom 7. 7. 1933 frei geworden sind, nach Möglichkeit auch Kriegsbeschädigte zu berücksichtigen, um auch dadurch die Ebrenstellung der Kriegsbeschädigten in ihrem Volke zum Ausdruck zu bringen. Dementsprechend hat der Preußische Minister des Innern die kommunalen Aufsichtsbehörden durch besonderen Runderlaß ersucht, bei der Wiederbesetzung von Mandaten und Aemtern der genannten Art dieser Anregung entsprechend kriegsbeschädigten Bewerdern bei gleicher Eignung den Vorzug zu geben. steht zu hoffen, daß Herne nach Fertigstellung des Umbaues, an dem mit Beschleunigung gearbeitet wird, in seinem größten Saal auch eine allen Ansprüchen genügende Bühne hat. **** * Bestandenes Examen. Herr Wilb. Botthast, La=Roche=Str. 91, bestand an der Techn. Hochschule in München sein iplomexamen für Maschinenbau und Wärmetechnik mit der Note„gut. Herzl. Glückwunsch! er mit dem Kopf auf eine vorstehende Kante aufschlug daß er zunächst mit stark blutenden Wunden liegen blieb. Als man den Verletzten dann in ein Haus schaffte, konnte ein hinzugerufener Sanitäter feststellen, daß es noch einmal gut abgegangen war. * Beim Jutterschneiden verletzt. Die beiden noch schulpflichtigen Jungen der Familie L. aus der Dorstener Straße schnitten gestern morgen mit einer Sichel Kaninchenfutter. Dabei ließen sie die nötige Vorsicht außer acht, und plötzlich die Sichel einem der Jungen in die Hand g orungen, wodurch er erheblich verletzt wurde. De Junge mußte einem Arzt zugeführt werden. * Die dummen Tauben. Ein Anwohner der Holsterhauser Straße hat seinem Gärtchen eine Laube aus Holz errichtet und auf dem Dach als Wetterfahne eine Taube angebracht. Auf dem gegenüberliegenden Dache ist ein Taudenschlag. Am Abend fehlen im Taubenschlag vier Tauben, die schließlich oben auf der Laube m Gesellschaft der Taubenwetterfahne entdeckt werden. Dieses einträchtige Zusammensein währt schon einige Zeit und hat den Bewohnern der Straße schon viel Spaß bereitet. * J a h r r a d d i e b s t a h l. Aus dem Flur des Hauses Hermann=Göring= Str. 65 wurde Samstag gegen 21—23 Uhr ein Herrenfahrrad Marke Mifa, Nummer unbekannt, gestohlen. * Die letzten großen Wettflüge der Brieftanden. Die beiden Wettflüge waren der Gruppenflug von Riesenburg 857 km. Gesetzt wurden von den Gruppen Bochum 106 Tauben, Wanne=Eickel, 2 Reisevereinigungen, 24 Tauben. Herne=Recklinghausen und Umgegend 63 Tauben, Bochum=Nord 23 Tauben, Hattingen 40 Tauben, Wattenscheid 6 Tauben, Herten 8 auben, Hebewerk 1 Taube, Marl 7 Tauben; insgemenko 155 und seines Tochter-Regtments Nr. 305 den gebeten, ihre Anschriften dem Schriftführer des Kameradenvereins Dortmund, dem Kameraden Frißz Steinbock. Dortmund, Kielstraße 43, mitzuteilen. Welcher alte 155er und 395er wird nicht mit Stolz seines ruhmgekrönten Regiments gedenken! Da ersteht wie der vor ihm die Gestalt des Kommandeurz des Oberstleutnant Preusker, im Regiment„der Graue genannt, der 1918 gefallen ist. Und der Name„Eiserne Brigade“, den es schon seit 1914 führen durfte, wird in ihm wieder lebendig. Manchem alten Regimentsangehörigen ist aber vielleicht noch nicht bekannt, daß der französische Marschall Foch in seinen Memorien dem Regiment ein ehrenvolles Denkmal gesetzt hat, indem er niedergelegt hat, daß am Tage des Waffenstillstandes 1918 die 10. Reserve=Division und mit ihr das Infanterie=Regiment 155 noch vollkampffähige Elitetruppen waren. 155er und 395er kommt zum Regiments=Appell am 30. September und 1. Oktober nach Dortmund! Der Bürgerschützenverein Weidmannsheil samt 278 Tauben, die 55 Preise ausflogen. Aufge* Ferienausflug der Kinder der St.-Josephs-Pfarrei. sann 210.—.—.„ " Daumarstans oder Moche finden lassen wurden die Tauben am Samstag um 5 Uhr. Dienstags und Donnerstags jeder Woche finden Die Führung hatte Bochum. Die 1. und 2. Taube Ferienausflüge statt. Sammelpunkt ist der Heinrichs:— gemeldet aus Hattingen. Die 3. Taube kam platz. Der erste Ausflug ist kommenden Freitag. Ab marsch 13 Uhr. Die Elternbeiratsmitglieder und auch sonstige Interessenten können sich beteiligen. Die Kinder müssen 10 Pf. für ein Glas Milch mitbringen. * R e i c h l i c h e r K a r t o f f e l s e g e n. wurde gemeldet aus Hattingen. Die 3. Taube kam um 9.15 Uhr Sonntag in Herne an.(Besitzer Dörper). Der große Nationalflug war von Insterburg 1100 km Wegen des schlechten Wetters konnten die Tauben erst am Samstag um 4.30 aufgelassen werden. Gesetzt wurden von Wanne=Eickel 544 Tauben, Barmen 582 Die Kartoffelernte fällt in hiesiger Gegend in die= Tauben, Hamm 942 Tauben, Duisburg 179 Tauben, sem Jahr offenbar gut aus. Ein Anwohner des Grenzwegs konnte von zwei Sträuchern nicht weniger als 108 Kartoffeln ernten. Zinssenkung öffentlicher Darlehen * Vom Tode des Ertrinkens gerettet. Montag gegen 15 Uhr lief die Schülerin Maria Der Preußische Gemeindetag hat erneut beim Minister für Wirtschaft und Arbeit beantragt, die Zinsen für die Darlehen aus Mitteln der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge von 4 bzw. 5 auf 3 v. H. zu senken. Der Antrag ist damit begründet worden, daß ein Zinssat von 4—2 v. H. zwar zu einer Zeit gerechtfertigt war, als die auf dem freien Markt ausgenommenen Anleihen eine durchschnittliche Effektivverzinsung von 9—9,5 v. H. aufwiesen. Mit Rücksicht auf die bereits erfolgten Zinssenkungen durch die Notverordnung vom 8. 12. 1931 und die Zinssenkungsbestrebungen des Reiches sei dieser Zinssatz aber nicht mehr angemessen. Es sei gerechtfertigt, die Zinssätze für die Darlehen der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge dem allgemeinen Zinssatz in der Weise anzupassen, daß das Verhältnis, das zur Zeit der Hergabe der Darlehen zwischen dem damals gültigen allgemeinen Zinssatz und dem Zinssatz für die Darlehen aus Mitteln der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge bestand, wieder hergestellt werde. Hiernach wäre für die Regel der Fälle ein Zinssatz von 3 v. H. angemessen. Münster 224 Tauben, Essen 427 Tauben, Düsseldorf 101 Tauben, insgesamt 2999 Tauben, die 749 Preise und 7 goldene Medaillen ausflogen. Die ersten drei Tauben in Bochum hatte Robert Rose, Sadertag und Eickelbeck. In Herne hatten die Züchter Diehl und Jetzen die ersten Tauben. Die erste Taube des Gesamtfluges wurde aus Sterkrade gemeldet. Abschiedsfeier für Kriminalrat Goeke D. aus der Yorkstraße Gefahr zu ertrinken. Beim Baden im Zweigkanal in der Nabe der Langforthbrücke wurde sie plotzlich von Krämpfen befallen und ging unter. Der Jugendschwimmwart Hans Müller Dur Eisalamteregmen ar 255, 2= vom Schwimmverein„Wasserfreunde“ Herne=Börnig, seine Garnison in Ostrowo m der Provinz Posen hatder gerade des Weges kam, sprang mit voller Klei= ze. ist im Weltkriege in enge Beziehungen zum Rheidung ins Wasser und rettete das junge Mädchen vor nisch=Westfälischen Industriegebiet getreten. Bei dem sicheren Tode des Ertrinkens.— Bei dieser Ge= Kriegsausbruch erhielt es seinen Ersatz aus dem hielt Samstag, den 5. d. M., im V.reinen Bier: mann, Bahnhofstraße, seine diesmonatliche Versammlung ab. Der 1. Vorsitzende Bierögel eröffnete um 8.30 Uhr mit herzlichen Willkommensworten die um fangreiche Tagesordnung. Als Punkt 1 wurden die Beiträge geregelt und an den 1. Kassierer E. mann abgeliefert. Nach der Verlesung der letzten Niederschrift, die von der Versammlung gutgeheißen wurde, erfolgte die Aufnahme neuer Mitglieder. Als aktives Mitglied trat Kohlenhändler Karl Tölle und als passives Mitglied Zigarrenhändler Gust. Grote dem Verein bei und wurden einstimmig ausgenommen. Sodann wurde das Gründungsfest, das am 3. September in den Räumen des Wirtes Schneider, La=Roche=Straße, gefeiert werden soll, eingehend besprochen und die erforderliche Vorarbeit hierfür festgelegt. Unter Punkt Verschiedenes erwähnte der 1. Vorsitzende das gut verlaufene Schießen um die Stadtmeisterschaft, bei der er besonders die überaus rege Beteiligung hervorhob und dann betonte, daß Herne als erste Stadt unter allen Vereinen der Umgebung eine derartige Meisterschaft ausgetragen habe. Der Verein Weidmannsheil habe dieses Schießen ins Leben gerufen. Mühe und Arbeit habe es gekostet, es sei aber gern geschehen im Interesse der guten Sache. Es solle vor allem eine Vorarbeit sein für die wehrsportliche Erziehung der Jugend im Alter von 16 bis 21 Jahren. Für treu geleistete Dienste überreichte Major Lang dem 1. Vorsitzenden eine kunstvolle Ehrenurkunde als Anerkennung für seine vielfachen Verdienste um die wirksame Förderung des Vereins Hierfür dankte der Geehrte, der sich hocherfreut über die ihm zuteil gewordene Anerkennung aussprach und erklärte, weiterhin gern dem Verein gegenüber seine Pflicht tun zu wollen. * Appell ehemaliger 155er. Das Infanterie=Regiment Nr. 155, das im Frieden legenheit sei die Polizei nochmals gebeten, auf das Baden an unerlaubten Stellen des Kanals zu achten und gegen die Verbotsübertreter schärfstens vorzugehen. * U n g l ü c k l i c h e r S t u r z. Von einer Mauer stürzte auf der Baukauer Straße ein etwa 10 Jahre alter Schüler, der derart heftig Ruhrgebiet und während der Dauer des Krieges sind immer wieder Söhne aus Rheinland und Westfalen in das Regiment eingereiht worden. Um die alten Kameraden wieder einmal zusammenzuführen, ist für den 30. September und 1. Oktober ds. Irs. eine Wiedersehensfeier in Dortmund vorgesehen. Alle ehemaligen Regimentsangehörigen des Infanterie=RegiGegen die Errichtung unzulässiger Wohnungsbauten Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Finanzminister m einem RundAm 31. Juli veranstaltete die Kriminalpolizei des erlaß an die nachgeordneten Behörden gegen die Erstaatlichen Polizeiamtes Herne eine Abschiedsfeier für richtung unzulässiger Wohnungsbauten Stellung geihren scheidenden Leiter, den als Leiter der Kriminalpolizei des Palizeipräsidiums Oberhausen nach Oberhausen versetzten Kriminal=Polizeirat Goeke. Außer den Beamten der Kriminal=Polizei des Polizeiamtes Herne waren erschienen, Polizeipräsident Sarrazin, Bochum, sein ständiger Vertreter, Staatsanwaltschaftsrat Freisewinkel, der Leiter des Polizeiamts Herne, Regierungsrat Niewiesch und der Leiter der Kriminalpolizei des Polizei=Präsidialbezirks Bochum, Kriminaldirektor Knippschild. Polizeipräsident Sarrazin ließ seine Begrüßungsansprache auf den Reichspräsidenten und auf den Volkskanzler Adolf Hitler, sowie auf das deutsche Volk und auf das Vaterland ausklingen. Sodann erteilte er das Wort dem Polizeiamtsleiter, Regierungsrat Niewiesch, der in Worten höchster Anerkennung dem scheidenden Kriminalpolizeirat Goeke Dank sagte für seine unermüdliche, von großem Können zeugende und von erfreulichem Erfolg begleitete Tätigkeit als Leiter der Kriminalpolizei des etwa ¼ Million Einwohner zählenden Polizeiamtsbezirks Herne. Kriminalpolizeirat Goeke sei für seine Beamten nicht nur Vorgesetzter, sondern Vorarbeiter gewesen, der an sich selbst die höchsten Anforderungen gestellt, aber auch von seinen Beamten größte Pflichterfüllung gefordert habe. Kriminalrat Goeke sei bei allen größeren, namentlich aber bei gefahrvollen Aktionen stets an der Spitze seiner Beamten gewesen und habe sich als unerschrockener, umsichtiger Führer bewährt. Er habe für alle Zweige des Polizeidienstes, nicht nur für die Kriminalpolizei, volles Verständnis gehabt und den Kriminaldienst bei voller Wahrung der berechtigten eigenen Interessen dieses Dienstzweiges, den Gesamtaufgaben der Polizeiverwaltung in feinfühliger, den allgemeinen Polizeidienst fördernder Weise anzupassen verstanden. So scheide Goeke, der über eine umfassende Bildung auf allen Zweigen der Polizeiverwaltung verfüge, von Herne mit dem Dank und der Wertschätzung seiner Vorgesetzten wie mit dem Dank und der Verehrung seiner Beamten, denen er stets ein wohlwollender, gerechter und fürsorglicher Vorgesetzter gewesen sei. Regierungsrat Niewiesch schloß mit dem Wunsche, daß Goeke den Geist, in dem er im Polizeiamtsbezirk Herne stets seinen Dienst versehen habe, in segensreicher Weise auch in seinem neuen Arbeitskreise wirksam werden lassen möge.— Im späteren Verlauf der Feier richtete der ständige Vertreter des Herrn Polizeipräsidenten, Staatsanwaltschaftsrat Freisewinkel, gleichfalls freundliche Worte an den Scheidenden. nommen. In diesem Erlaß heißt es u. a.: Es ist verschiedentlich beobachtet worden, daß in führt werden, welchen Gefahren sie sich bei der Errichtung unzulässiger Wohnungsbauten aussetzen. Der Oberbürgermeister in Berlin hat deshalb bereits eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, in der allen, die ein Grundstück zum Bau eines Wohnhauses namentlich in den Außenbezirken erwerden wollen, Arbeitsverträge zwischen Eheleuten Auf dem Gebiet der in der letzten Zeit die Allgemeinheit besonders stark interessierenden steuerlichen Grundlagen einer Mitarbeit der Ehefrau im Geschäft des Ehemannes hat das Preußische Oberverwaltungsgericht am 1. März 1932 ein interessantes Urteil gefällt. Es handelt sich um die Frage nach der Rechtslage bei einer Mitarbeit zweier Ehefrauen, deren Ehemänner die beiden alleinigen Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft sind. Hier hatten die Ehefrauen einen Vertrag mit der offenen Handelsgesellschaft, nicht mit ihren Ehemännern abgeschlossen. Dennoch entschied das Preußische Oberverwaltungsgericht, dies sei so aufzufassen. als ob der Vertrag zwischen den Ehepaaren untereinander abgeschlossen worden ware. Daher sind die Vergütungen für die Ehefrauen nur dann abzugsfähig als Betriebskosten, wenn die Mitarbeit der Eh fähig als Betriebskosten, wenn die Mitarbeit der Ehefrauen, entsprechend den Lebensverhältnissen der Ehepaare, nicht selbstverständlich ist. Elektrowärme=Ausstellung den Außengebieten namentlich größerer Städte Wohn= dringend geraten wird, sich vor Abschluß eines Kaufes gebäude auf solchen Grundstücken errichtet werden, beim städtischen Tiefbauamt und beim Baupolizeiamt auf denen der Bau von Wohnhäusern nicht zulässig ist, des betreffenden Bezirks eingehend zu erkundigen, ob sei es, weil die Voraussetzungen für die Erteilung der der Bau eines Wohnhauses an der geplanten Stelle Ansiedlungsgenehmigung nicht erfüllt sind, sei es, daß überhaupt zulässig ist. In der Bekanntmachung heißt das Baugrundstück dem ortsstatutarischen Bauverbot es dann weiter Rarhandensein dea Baumertes afe erst nach ai. Nachdem in letzter Zeit die Anbaubestimmungen Vorhandensein des Bauwerkes oft erst nach seiner— als Wohngebäude genehmigt worden sind(Schuppen Ställe usw.), ohne Nachsuchung der dafür notwendigen Baugenehmigung in Wohngebäude umgewandelt. Solchen unzulässig errichteten Wohnungsbauten gegenüber befindet sich die Baupolizei in schwieriger Lage. Eine Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauherren ist rechtlich nicht möglich, weil die Bauten zwingenden gesetzlichen Vorschriften widersprechen. Soweit sie nicht etwa gegen weitere polizeiliche Vorschriften verstoßen, die ihre gänzliche Entfersind, ist nunmehr in fast allen Stadtteilen ausreichende Möglichkeit geschaffen, den bestehenden Vorschriften entsprechende Wohnhäuser zu errichten. Das Entstehen sogenannter„wilder" Siedlungen kann daher keinesfalls weiter geduldet werden. Die Baupolizei wird von Beginn des Jahres 1933 ab gegen neu entstehende vorschriftswidrige Bauten, sowie gegen Bauten, deren Zweckbestimmung vorschriftswidrig geändert wird, mit aller Schärfe einschreiten Da auch anderwärts über die gleichen Schwierigkeiten geklagt wird, empfiehlt der Minister den nachnung notwendig machen, ist die Baupolizei gezwun= geordneten Behörden, auch dort in gleicher Weise vor gen, zum mindesten das weitere Bewohnen zu ver bieten und die Entfernung der wohnlichen Einrichtung zu verlangen. Um die Erwerber von Grundstücken vor diesen Schwierigkeiten zu bewahren, bleibt nur die Möglichkeit, sie rechtzeitig aufzuklären; zugehen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß die baupolizeilichen Erleichterungen für die Errichtung vorstädtischer Kleinsiedlerstellen und für sog. Wohnlauben, die nach den geltenden Vorschriften nicht als Wohngebäude im Sinne des Ansiedlungsgesetzes und des§ 12 des Baufluchtliniengesetzes es muß immer wieder den Siedlern vor Augen ge- anzusehen sind, unberührt bleiben. Der Durchschnittslohn der Bergarbeiter Alle Werbung für eine Ware nützt nichts, wenn sie selbst nichts taucht. Gute Ware empfiehlt sich selbst. Das ist ein alter Erfahrungsgrundsatz im Wirtschaftsleben, dessen Richtigkeit sich bei der ElektrowärmeAusstellung in Essen wieder gezeigt hat. Nachdem kurz nach der Eröffnung und nach der Abreise all' der Ehrengäste eine kleine Flaute eingetreten war— wie sie sich fast bei jeder Ausstellung bemerkbar macht—, stieg die Kurve der Besucherzahlen ununterbrochen, und am Sonntag, dem 6. August, hatten wir mit fast 10000 Besuchern die höchste Zifter. Gleichzeitig ist aber auch festzustellen, daß der Ruf der Ausstellung über die Grenzen Deutschlands hinaus gedrungen ist, so daß auch der Auslandsbesuch ständig steigt. Auch in den letzten Tagen sah man neben dem bebrillten Gesicht des Japaners den Turban des Moslems, scharfgeschnittene Gesichter von Amerikanern, und auf dem stark besetzten Autopark war es interessant festzustellen, wie Wagen aus Frankreich, Belgien, Schweiz Holland und den nordischen Ländern einträchtig nebeneinander standen. Neben den üblichen Auestellungsbesuchern sieht man immer noch sehr viele Fachleute, und eine Rundfrage bei den ausstellenden Firmen hat ergeben, daß das Verkaufsgeschäft rundweg befriedigt. Die Zahl der Besucher einer Ausstellung ist nicht das einzige und nicht das wichtigste Merkmal für den Erfolg der Ausstellung. Immerhin ist bemerkenswert, daß die Besucherzahl 100000 bereits überschritten ist. So hat nun die letzte Woche der ElektrowärmeAusstellung begonnen, und eine Verlängerung, die von mancher Seite beantragt und befürwortet ist, ist ausgeschlassen. Wer diese einzigartige Schau— die größte und bedeutendste Elektrowärme= Ausstellung der Wel— noch sehen will, muß sich in dieser Woche, spätestens am kommenden Sonntag, trotz Sommerhite und Sonnenglut zur Ausstellung bemühen. Keiner ist bis jetzt enttäuscht weggegangen. 0 Eine Klarstellung des Deutschen Bergarbeiterverbandes. Neue Buhne in Strickmanns Saalbau Daß die Bühnenverhältnisse in Strickmanns Saalbau nicht den Anforderungen größerer Veranstaltungen entsprachen, hat die Herner Theatergemeinde im Anfang ihrer Tätigkeit erfahren. Der Bühnenboden ag in so geringer Höhe über den Saalboden, daß sinten Sitzenden die Sicht durch die Oberkörper der vorne Sitzenden fast vollig genommen war. Dazu am. daß der Bühnenausschnitt durch einen Rahmenimbau noch so verkleinert war, daß nicht nur der Der Tagespresse wurde aus dem umfassenden Ma- teljahr 1933 59,4 Arbeitsschichten, wobei die Ueberterial des statistischen Reichsamtes über den Nachweis schichten schon hinzugerechnet sind. Bei 59,4 Arbeitsder Arbeitsverhältnisse und der Löhne in den Haupt=schichten ergibt sich ein Gesamteinkommen je angelegbergbaubezirken Deutschlands in ersten Vierteljahr#ten Arbeiter von 435 Mark, dabei ist je Mann und 1933 ein kurzer Bericht gegeben, der nach einer Ver= Schicht ein Durchschnittslohn von 7,32 Mark zugrunde lautbarung des Deutschen Bergarbeiterverbandes(Sitz gelegt. Das weiter von dem Deutschen ArbeiterverBochum) geeignet ist, die Oeffentlichkeit über die durch= band der Bergarbeiter(Sitz Bochum) aufgeführte schnittlich verdienten Löhne der Bergarbeiter irre zu Zahlenmaterial errechnet für manchen der anderen führen. Ganz willkürlich sind die höchsten Löhne der besten Bergbaubezirke herausgegriffen, ohne ihr die deutschen Bergbaubezirke noch einen wesentlich geringeren Durchschnittslohn für die Vergarbeiter. Der die sehr niedrigen Löhne anderer Gebiete gegenüber= Verband schlußfolgert daraus, wie gering das Einzustellen. So wird u. a. auch von einem Viertel jahresverdienst von 577 Mark für den Vollarbeiter im rheinisch=westfälischen Bergbau gesprochen. In Wirklichkeit weist die Zusammenstellung des Statistischen Reichsamtes einen Vierteljahresverdienst von 345 Mark je angelegten Arbeiter nach. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß in Deutschland der Hauer an der Ruhr und am Niederrhein am besten entlohnt wird. In dem Berichte ist der Verdienstausfall durch Feierschichten ganz außer acht gelassen. Auf einen angelegten Arbeiter entfielen im niederrheini mpau noch so verrleinert war, daß nicht nur der seinen undeiegten Aibenerennnien Raum für die Szenerie unnötig verengt, sondern schen westfälischen Steinkohlenbergbau im ersten Vier kommen der Bergarbeiter augenblicklich ist. Als man unter dem früheren System zu rigorosen Lohnkürzen geschritten ist, habe gerade der Bergarbeiter am meisten bluten müssen. Man habe damals den Lohn des Bergmanns auf eine Grenze gedrückt, die ohne Gefahrdung des Gesundheitszustandes, ja der Existenzmöglichkeit nicht überschritten werden konnte. In Anbetracht dieser Tatsache ist es sehr verwerflich, der Oeffentlichkeit ein falsches Bild von dem wirklich erzielten Einkommen der deutschen Vergarbeiter zu geben. Wallfahrt nach Hardenberg-Neviges Sonntag, den 13. August. Fahrkarten ab Herne 1.50 Mark. Pilgerbuch v. P. Athanasius Bierbaum, Franziskaner. Olfizielle, allein gültige neue Ausgabe. Preis 50 Pf. Buchhandlung Koethers& Röttsches 8 Hermann-Göring-Straße 8 neben dem Postamt 6 9 3 9 *• 0 E. — B E* E 5 32 ** —— **— i G # 5e *.** B# S#: 9 5 5- 2 S 2 0— 9 852 .. S 5 ES ** — 8•8 1"— E 8 8— 5ST! B 2 8 ## 8 * S 8 B "—** 85 00—"• #gs 2 im G ——** * S 2 S= 2 B 2— 8 S 5.5 2 Ps 2 3—* * 8. .5 BEss EFASSPARRSGE * 3 O gehadt. Woyl weiß ich, daß viele Kinder so von ihrer Mutter denken, wohl weiß ich, das meine Mutter ihre Kreise getreulich erfüllt hat und als reise Frucht zur Erde zurückfiel, von der sie genommen ward. Aber es scheint mir, daß sie mit ihrem schwachen Körper, dessen linke schiefgeschaffte Hüfte weit herausstand und von keiner Schneiderinnenkunst zu verhüllen war, die auch das Totenhemd nicht verhüllen kann, Leistungen vollbracht hat, die über das Maß ihrer Kraft gegangen sind. Wahrlich, ich fühle vor diesem ausgemergelten Leib, der mich geboren, etwas in mir schwingen, was ich heute noch nicht in Worten fassen kann... Du hast liebe Mutter, gleich meinem Vater, dem Pflasterer, nicht an meine Künstlerschaft glauben tonnen, denn ihr beide wußtet nicht, was das ist und wozu das ist! Ihr waret nicht schuld, daß ihr das nicht wußtet. Als ich aus euren mühevollen Ersparnissen Lehrer geworden war, da glaubtet ihr schon: nun sei ich auf einer Höhe angelangt, von der aus ich den gutgereiften Samen eurer Herzen hinausstreuen könne in tausend und aber tausend junge Menschenherzen. Ich darf es euch ins Grab nachrufen, liebe Eltern, mein Wurf wächst, eure vereinten Kräfte begehren auf in mir, greisen nach großen Dingen, die euch lebensfremd blieben, und wollen sie nicht zurückhalten lassen. Auch in mir, Vater, tobt und betet ein Wille, der alles ringsum besser machen möchte, der sonderlich religiös gestimmten Menschen etwas sagen möchte, was vielleicht noch nicht so deutlich und so zeitgemäß gesagt worden ist! Auch in mir, liebe Mutter, tobt und betet diesseitige und jenseitige Lust, und beides; religiöse tiese Versunkenheit und diesseits kinderfröhliches Berauschtsein, glaub ich in geläutertem Ausmaß von euch empfangen zu haben als meine Beschwertheit und mein Glück immerdar, meine Hemmung und meine Fördernis, als die geheime Kraft meiner Künstlerschaft. Aber liebe Mutter, so tu doch noch einmal rasch dein Auge auf! Ich bin wieder von weit her gekommen und hab dir dein Enkelkind mitgebracht, sechs Tage alt. Es ist ein Knabe, ganz seinem Großvater aus dem Gesicht geschnitten, aber wenn er schläft wie eben, so ist seine rosige Unterlippe ein klein wenig nach links gezogen. Ade. Mutter, ade Großmutter! Besuch aus den Bergen Eine Geschichte von Richard Billinger. Wieder atmete ich zuhause, sah ich das Antlitz der Wiese, das aus dem Winterschlafe sich stülpte! Blaue Leberblümchen hatte die Märzsonne aus dem noch schneegrauen Grase des Wiesenhanges gelockt. Ich bestieg den Bühel, von dem sich mein Heimatland überschauen läßt. Ich grüßte den schattenschwarzen Tannenwald ich sah den Fluß Inn, der heute seinen silbernen Schlangenleib mir zeigte. Ferne, wie hartes Gewölke schier greifbar, lagen die Berge der Alpen. Ich sah jetzt einen jungen Mann den Bühel emporsteigen. Ich wurde von ihm begrüßt. Karl Angsüßer, der Dorflehrer, reichte mir seine Hand zum Gruße. „Auch wieder daheim?“ frug er. Ich freute mich, den Freundlichen am ersten Tage meines Heimatausenthaltes schon zu sehen. Dem brauchte ich auch nicht gleich mein Eingeweide zu zeigen, der war ein Wortekarger, einer, dem das Schicksal den ehernen Schilo schon gezeigt hatte „Heute wächst das Gebirge wieder“, sagte er, auf die im blauen Lichtbade nacktglänzenden Alpen schauend. Wir setzten uns auf eine Bank, die bei einem alten Bühelkreuze stand. Ein Steinkreuz hatten Bauern einstmals ihren Pestverreckten gespendet. „Ich bin froh, daß das Gebirge so weit von unserem Dorfe liegt", sagte ich. Der Stille nickte. Er wußle, warum ich diese Worte jetzt sagte, ich kannte ja die Geschichte seines Herzens. Karl Angsußer hatte sich in der Stadt Salzburg zum Lehrer ausbilden lassen. Er hatte auch in der Stadt schon einige Jahre als Lehrer gelebt. sich dort mit einem schönen Bürgermädchen verlobt. An einem Märzsonnentage saß er mit seiner Verlobten im Garten eines Klosterbräuhauses der Stadt Salzburg. Er sah die aus ihren dicken, braunroten, harzglänsenden Knospenschalen gekrochenen Kastanien= blatter. Ihm schmeckte das dicke, braune Klosterbier. Wie machte ein guter Trunk doch die noch wintermude Seele froh! Der Karl Angsüßer küßte seiner Verlobten die rosaroten Fingerspitzen.„Hast die zart Gräfinnenhand!“ sagte er mit gesprächiger Zunge. Eine milde Sonne wurde wo vom Frühlinge geboren, sein Kopf war von ihren erwärmenden Strahlen erfüllt. Er beschloß. nun schnellstens zu heiraten. Er wußte auch, der Lehrer Karl Angsüßer, was dieser frohkuhne Beschluß mit sich führte, was er für Folgen zeitigte. Er mußte aus der geliebten Stadt fortziehen, um in einem der elendverlassenen Gebirgsdörfer erster und wohlbestallter Lehrer zu werden, der eine Familie auch ernähren konnte. Er trank auch gleich nach dieser Mühe aus seinem Kruge, er nahm jetzt den Hut von seinem schwarzlockigen Haupte Julie, des Lehrers Angelobte, sah immerfort mit ihren scheuen Augen auf den fremden Mann, der seine Riesenfäuste jetzt ausruhend auf den Biertisch legte. Gar nicht mannsgroß schien der Fremde zu sein, und doch glühte eine Kraft in dem Menschen, die Julie zum Erschauern brachte. Seine Nase war wie die eines Zwerges oder wie die eines Habsburgerkaisers gewaltig, klumpig, schien die enge Stirne aufzusaugen, auszuzehren! Wie die schwarzen Blitze stachen des kleinen Mannes Augen in Julies Herz. Wie eine schon verzauberte saß das Mädchen im Klosterbiergarten, es trank immerfort aus dem Kruge, schien sich dem fröhlichen Rausche heute schenken zu wollen. Julie scherzte mit dem Fremden, lachte, wie aus einer Himmelswolke geschüttelt, sang jetzt ein Lied, das sie mit einem hellen, nie endenwollenden Jodler krönte. Der Beifall der Braut im Lichte der menschlichen Glorie, er glaubte sie nicht mehr zu erkennen. Die Angst ergriff ihn, der Teufel lockte seine Geliebte in seine Hölle, der Fremde umspann Julie mit Blicken, die wie die goldenen Maschen das Mädchenherz umschlossen. Karl Angsüßer erhob sich von seinem Stuhle, führte, ohne den Bergbauern zu grüßen, seine mit den schwanken Füßen die Erde suchende Bruut aus dem Klostergarten. Julie barg die geschenkten Bergblumen in ihrer Kammer, sie nährte die Blüten täglich mit frischem Wasser. Ihr Bräutigam erhielt die Stelle eines ersten Lehrers in meinem Heimatdorfe. Julie sagte kein Wort der Freude über diese Auszeichnung ihres Bräutigams. Ihre Seele war nicht mehr in ihrem Leibe. Die hatte der Bergbauer, in der Stadt, im Klosterbiergarten, sich geholt. Alter Bauernhof Die unverstandene Stimme Er braucht einen Namer Acht Monate lang barg der Winter meist so ein Bergdorf an seinem Schneeherzen! Er blickte auf Julie, seine Braut. Würde das Stadtmädchen dieser Landode, dieser Menschenverlassenheit standhalten. Ein Mann im Gewande der Gebirgsbewohner datte sich grußlos zum Lehrer und seiner Braut gesetzt. Es war der Klostergarten der lieben Märzsonne wegen heute übervoll. ein fremder Tischgenosse auch gar nicht auffällig und besonderer Beachtung nötig. Karl Angjüßer aber. im Uebermute seines dierdetreuten Herzens, begann mit dem Fremden ein Gespräch. „Wer er denn sei? Woher? Od es ihm auch heut auf dieser kotdreckigen Erde gefalle?" Er bekräftigte diese Fragen mit Kruganstoßen, heftigem Bierschlucken. Der Gebirgler nickte immer nur. Ein Sträußlein seltener Frühlingsbergblumen, das auf seinem Filzhute steckte, überreichte er jetzt Julie. Die wachsen jetzt schon bei uns auf den Sonnleithen. Bergwiesen“, sagte der Bergbauer. Er erzählte, plötzlich seiner Stummheit entbunden, von seinen Kühen, vom Ziegenbock, von der ewigharten Arbeit des Bergbauern. Jeds Platzl Mist mußt extra mit deiner Kraxen. auf deinem Rucken, aufs Bergfeld schleppen!“ So sagte der von seinem Alpengewande Geschmückte. Er hatte wohl lange Zeit schon keinen so mächtigen Satz gesprochen Mit einer ungewöhnlichen Klage ist die junge Französin Colombe Aubert gegen die städtische Verwaltung des Versailler Musik=Konservatoriums hervorgetreten. Sie fordert nämlich für ihre unverstandene oder besser noch: mißverstandene Stimme als Schadenersatz von der Versailler Gemeinde nicht weniger als die Kleinigkeit von 60000 Franken. Die Begründung ist folgende: Mademoiselle Colombe hat jahrelang an dem von der Beklagten unterhaltenen Konservatorium für Musik studiert. Ihr Lehrmeister, ein bekannter Musikprofessor vom Konservatorium, hat sie aber ausgebildet im Kontraalt, in einer Stimmlage, die, wie sie behauptet, ihr gar nicht liege; denn sie habe eine Sopranstimme. Diese Verkennung ihres stimmlichen Materials durch den Konservatoriumslehrer habe aber ihre gesangliche Anlange völlig zugrunde gerichtet. Für immer müsse sie nun der Oper und der Operette entsagen, ihre ganze Buhnenkarriere sei hin. Sie hat keinerlei Examen machen können— einzig— so behauptet Colombe Aubert— durch die fehlerhafte Ausbildung im Konservatorium. Ein Kehlkopfspezialist, den die verunglückte Sängerin wegen einer Erschöpfung der Stimmbänder konsultierte, hatte ihr sogleich versichert, daß sie nur Sopran hätte singen müssen Das rumänische Gericht von Cernauzi ist angerusen worden, um über einen ganz eigenartigen Fail zu entscheiden. Ein junger Mann sucht angeblich nach seinem Namen, der ihm nun amtlich zugesprochen werden muß, damit er endlich weiß, woran er ist. Sein Verlangen hat natürlich großes Aufsehen erregt. Es wurde nämlich bekannt, daß der junge Bursche seine Eltern nie gekannt hatte, auch sonst keine Verwandte besitzt. Er ist auch niemals in den Standesamts= oder Taufregistern irgend eines Ortes eingetragen. Der junge Mensch behauptet, im Jahre 1913 als Sohn eines armen Elternpaares geboren zu sein. Bei ihrem frühen Tode blieb er mitetllos zurück und durch das Fehlen jeder amtlichen Urkunde über seine Existenz wurde ihm natürlich das Fortkommen außerordentlich erschwert, denn, niemand wüll ihm auf längere Zeit Beschäftigung geben, weil man nicht weiß, wen man vor sich hat. Die juristischen Schwierigkeiten bei diesem eigenartigen Fall sind ganz ungeheuer groß. Denn es müssen sehr umfangreiche Erhebungen angestellt werden, weil ja die Angaben des jungen Burschen nachgevrüft und bewiesen werden müssen Kous— GnSpSgn SSSS S 5 F G—* 0 0 00 □ S Z.G„* 5a Am nr. 90" Uuterbaltungsbeilage zum Heener Anzeiger= 1033 Roman von Walther Hjalmar Kotas Feuilleton-Vertrieb durch A. F. Rohrbscher-Verlag, Berlin-Lichterfelde, Hasselfelder Weg 11e Nachdruck verbolen fragte die andere Der Funker nahm die Botschaft auf. Las sie aufmerksam durch, schüttelte den Kopf und tat dann etwas Merkwürdiges. Er gab die Botschaft nicht an den Kapitän weiter, sondern nahm das Schiffstelephon auf. „Bitte, Klappe 106.“ Von der anderen Seite der Verbindung ertönte nach einer Weile eine Stimme, deren Ton man anhörte, daß sie das Befehlen gewohnt war. „Wer dort?“ „Funker Dirks. gnädiger Herr“, antwortete der Beamte respektvoll.„Ich erhalte soeben eine wichtige Anfrage aus Marseille und möchte erfahren, was ich erwidern soll.“ „Worum handelt es sich! Stimme kurz. „Ich werde vielleicht den Wortlaut der Depesche vorlesen“, schlug der Funker vor. „Tun Sie das, aber rasch, bitte.“ „Kommando der Hafenpolizei Marseille", las der Funker.„Fragen an, ob sich auf Dampfer„Buitenzorg“ Passagier einschiffte. Engländer, 6 Fuß 2 Zoll, blond, grauäugig, besondere Kennzeichen: Stichnarbe 5 Zentimeter über rechtem Handgelenk. Gesuchter berüchtigter Hochstapler und Scheckfälscher. „De Twentsche Bank“ Amsterdam meldet soeben betrügerisches Akkreditivmanöver, das der Gesuchte vor einigen Wochen unter dem Namen Lord Crowpole begangen hat. Schaden 50000 Hollandgulden. Täter dürfte sich in Holland, wahrscheinlich Rotterdam, eingeschifft haben.“ Der Funker machte eine Pause. „Das ist alles, Munheer“, sagte er dann. „Sehr interessant", ertönte schneidend die Stimme zurück. Und dann:„Funken Sie: Nein!" „Sehr wohl, Mynheer", antwortete etwas verblüfft.„Aber ich erlauben—“ „Ersparen Sie sich Ihre Bemerkungen“, unterbrach ihn die Stimme.„Abhängen!“ Der Funker gehorchte. Und er antwortete dem Marseiller Polizeikommando wie ihm die Stimme befohlen hatte, obwohl er wußte, daß sich an Bord der„Buitenzorg“ ein Reisender befand, der sich Viscount Rutham nannte. Aber das wußte der Mann auf Klappe 106 ebenfalls Kopfschüttelnd setzte sich der Funker wieder zum Empfangsapparat. Bald darauf kam wieder ein neues Signal. Diesmal aus Chicago. „An Mr. F. G. Alscott, dzt. an Bord S. S. „Buitenzorg". Route Rotterdam—Makassar“, las der Telegraphist. Er schrieb die Depesche ab und übergab sie einem herbeigerufenen Boten. Mr. Alscott saß an der Seite seiner Tochter auf dem Promenadendeck. Miß Alscott knadberte an einer Banane und las dazu einen Roman(bei einer Amerikanerin ist nicht das Lesen, sondern das Naschen die Hauptbeschäftigung), während ihr Papa mit zusammengekniffenem Auge seine Stiefelspitzen betrachtete und bemüht war, in ihrem Lackglanz sein schuldbewußtes Antlitz zu spiegeln. Er schob seinen zerkauten Zigarrenstummel non einem Mundwinkel in den andern, spie mehrmals aufs Deck, was ihm einen vorwurfsvollen Blick seiner Tochter eintrug, und brummte von Zeit zu Zeit etwas Unverständliches in seinen Knedelbart. All das deutete darauf hin, daß Mr. Alscott von den schwersten Gemütsbewegungen ergriffen war. Diese verfluchte Geschichte mit dem Chinesen wollte ihm nicht aus dem Sinn. Zwar hatte er zu seiner Erleichterung bereits erfahren, daß der Viscount Rutham außer Verdacht stand. aber die Erkenntnis, daß er den Hauptfaden der Beweisführung in der Hand hatte, daß es ihm ein Wort kostete, um den auf Dr. Li=Tung lastenden Verdacht zu bestätigen, wog schwer auf seinem Gewissen. Aber er konnte nicht, er konnte auf keinen Fall! Die Freundschaft hätte er jetzt bereits gerne geopfert, aber wie sollte er dem Inder gestehen, daß er— er selbst—. der Funker möchte mir zu bemerken Volkslänze einer Mädchengruppe Ausächzend warf Mr. Alscott seinen schweren Körper auf die andere Seite des Streckstuhls. „Well, what's the matter. Pa?“ fragte die Tochter und sah mit blankem Erstaunen von ihrem Buche auf. „Damu the whole trip“, brach der Amerikaner los „Oh. shocking“, war die empörte Antwort. „Shocking oder nicht.“ knurrte Mr. Alscott.„das ist mir Piepe! Verstehst du? Ich sage noch einmal: Da—“ „Oh. don't, dont“, rief die Miß entsetzt und hiel! sich die Ohren zu Mr. Alscott schnob den Fluch, den er nicht aussprechen durfte, ingrimmig durch die Nase aus, spuckte wieder aufs Deck und wälzte sich seufzend auf seine andere Seite. Es war ihm nach wenigen Minuten des Schweigens endlich gelungen, ein wenig einzuduseln und sich für eine Weile von seinen Gewissens qualen zu befreien, als er wieder emporgeschreckt wurde. „Mr. Alscott, Mr. Alscott!“ rief jemand übet das Deck Der Amerikaner schnellte mit solcher Hast aus seinem Streckstuhl empor, daß er beinabe gestrauchelt und wieder zurückgefallen wäre. „Hier bin ich“, antwortete er nicht ohne Unruhe Als er nun gar einen Steward auf sich zukommen sah. begannen ihm die Knie zu schlottern. Sollte am Ende schon alles ausgekommen sein? Hatte man eima den Chinesen gefunden und der gelbe Kerl hatte ihn beschuldigt? Aber der Steward übergad Mr. Alscott nur ein Papier und bemerkte: „Eine Depesche für Sie.“ Mr. Alscott griff mit seinen Wurstfingern nach dem Telegramm und tippte dankend an seinen Tropenhelm. Erleichtert atmete er auf. Es war also doch nichts geschehen. Aber seine Beruhigung wich eben so jäh, wie sie gekommen war. Kaum hatte er nämlich die Depesche geöffnet und ihren Inhalt einmal verständnislos, dann entsetzt überflogen, als er plötzlich blutrot im Gesicht wurde. Seine graublauen Aeuglein blitzten, wie sie noch nie geblitzt hatten, seine Fäuste ballten sich und auf einmal schrie er, daß seine Tochter entsetzt ihr Buch fallen ließ: „Dieser Hallunke! Dieser gottverlassene Hallunke!" „Ader Pa!“ sagte Miß Alscott verstört. Doch ihr Vater hörte nicht auf sie, sondern donnerte weiter. „Dieser Schuft— dieser Alligator! Dieser Kommunist!“ Mr. Alscott hatte den Gipfel seines Schimpfwortschatzes erstiegen. Die Reaktion trat ein. Seine Wut richtete sich gegen sich selbst. „Und ich, ich dreimal vernagelter Esel habe diesem— diesem Prohiditionisten selber den Tip gegeden. Ich idiotischer Waisenknabe, ich! Buster Keaton ist ein Salomo gegen mich! Ein wahres Glück, daß noch kein Selbstohrseigungsapparat erfunden worden ist. Man sollte Edison direkt schreiben, das wäre ein Bedürfnis!“ Miß Alscott hörte den Phantosien ihres Vaters mit offenem Munde zu. 5— wagte sie schuchtern. „Jawohl", wandte er sich an seine Tochter.„Ich lasse einen Selbstohrfeigungsapparat erfinden. Jeden Abend fünf prophylaktische Backpfeifen, damit man sich's am nächsten Morgen überlegt. einen so verdonnerten Blödsinn zu begeden wie ich.“ „Ader was ist denn los. Pa?“ fragte Miß Alscott, dem Weinen nahe Ihr Vater straffte sich „Aber ich werde es ihm zeigen! Ich werde ihm bis auf die Haarspitzen in die Tinte tauchen. Jetzt kenne ich keine Rücksicht mehr.“ Er warf das Telegramm zu Boden und trat darauf herum. Dann schoß er urplotzlich davon wie ein irrsinnig gewordener Kater. Miß Alscott starrte ihm entgeistert nach, mit ausgestreckten Händen, die halbe Banaue noch in den Fingern, dann erwachte ihr praktischer Sinn. Sie duckte sich nach dem zertrampelten Telegramm, bob es auf und las: „Mr. E. G. Alscott, an Bord S. S.„Buitenzorg“ Route RotterdamMakassar. Erhalten soeden Dringdrahtmeldung, daß S. petergruben in Peru und freie Reede in Valparaise von Shanghaier Konsortium gekauft wurden. Unser Offert um fünfzig Prozent überboten. Jenkins. in Fa. E. G. Alscott& Co.“ Politische Voraussetzungen Richtlinien für Auslandestarts und die Aufnahme ehemaliger Marristen. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat neue Richtlinien für den Start deutscher Aktiver im Ausland und für die Aufnahme von Mitgliedern ebemaliger marxistischer Turn= und Sportvereine erlassen. In den Richtlinien über das Auftreten deutscher Sportler im Ausland werden u. a. Anordnungen getrossen, die volitische und rassische Zugehörigkeit der einzelnen Sportler festzustellen. Ehemalige Marxisten dürfen nach dem 1. Oktober 1933 in die neuen Sportorganisationen aufgenommen werden, wenn sie zwei ehemals nicht marxistische Bürgen stellen. die bereits vor dem 1. Januar 1933 einem nationalen Verband angehört haben. „Gau Westsalen“ „Westsälischer Industriebezirk“ Die Gauführer Becker(Essen), Zündorf(Köln) und Ehle(Mülheim=Ruhr) haben jetzt für die Gaue Westfalen, Mittel= und Niederrhein die Einteilung in Bezirke und Kreise vorgenommen: Der Gau Westfalen zerfällt demnach in die Bezirke Industriebezirk, Münster Minden und Arnsberg. Der westfälische Industriebezirk gliedert sich in folgende Kreise: Kreis Bochum, bestehend aus: Stadt= und Landkreis Bochum. Stadtkreis Wattenscheid, Stadtkreis Wanne=Eickel, Stadtkreis Herne.— Kreis Dortmund, bestehend aus: Stadt= und Landkreis Dortmund. Kreis Castrop=Rauxel, Kreis Lünen.— Kreis Hagen, bestehend aus: Stadt= und Landkreis Hagen Ennepe=Ruhrkreis, Stadtkreis Witten.— Kreis Gelsenkirchen, bestehend aus: Stadtkreis Gelsenkirchen, Stadtkreis Bottrop, Stadtkreis Gladbeck. Deutsche Tennismeisterschaften Schomburgk=Schwenker schlagen Lund=Denker. In den Abendstunden konnte die erste Runde des herrendoppels vollständig ausgespielt werden. Die Sensation war die Niederlage des sonst starken norddeutchen Nachwuchspaares Lund=Denker gegen die Kombiation Dr. Schomburgk=Schwenker, die 2:6, 517. 6:2. 6:4 7:5 gewannen. Die Favoriten des Doppels, die Japaner Nunoi=Sato schlugen die Tschechen Malecek=Bpdicka 2:6, 4:6, 6:4. 6:2. 6:2. Stalios=Sperling, Kukuljevic=Puncec und die Engländer Ritchie=Burrows(die Igenepe=Keller ausschalteten), Tuckey=Tinkler waren ebenso wie Fe d'Ostiani=Bacigalupo und R. Menzel=Rohrer, denen Tübben=Statz 2:6, 10:12. 3:6 unterlagen, erfolgreich. Nourney=Eichner schalteten Göpfert=Henkel in fünf Sätzen aus. Die letzten Acht im Herreneinzel stehen fest. Lediglich bei dem Dameneinzel gab es am Dienstag eine Ueberraschung, da die gesetzte Engländerin Stammers etwas unerwartet durch die Französin Adamoff geschlagen und ausgeschaltet wurde. Im übrigen konnten am Dienstag die Einzelspiele außerordentlich gefördert werden. Nachdem schon am frühen Nachmittag bei dem Herreneinzel sechs Spieler das Viertelfinal erreichen konnten, wurden die beiden anderen der letzten Acht in den Abendstunden ermittelt. Der Japaner Jiro Satoh konnte seinen damaligen Sieg im Davispokal Japan— Deutschland über den Berliner Jänicke erneut unter Beweis stellen, da er diesmal wiederum recht eindrucksvoll den Deutschen abfertigen konnte, diesem dabei nie eine Gewinnchance ließ. Von Cramm brauchte sich gegen den Griechen Stalios nicht stark auszugeben. Dr. Dessart schlug sich gegenüber dem Tschechen Roderich Menzel weit besser, als im Ergebnis zum Ausdruck kommt. Frl. Krahwinkel fertigte die Holländerin Dros=Canters nach hartem Kampf mit 7:5, 6:3 ab. während Frau Stuck die in diesem Jahr sehr in den Vordergrund getretene Leipzigerin Frl Ullstein sicher mit 6:2. 6:4 schlagen konnte. Im Damendoppel gaben Frl. Horn Frl. von Ende Pflügner den Damen Trede Münster ein ohne Spiel. Die letzten Acht des Herreneinzel lauten: Gottfried von Cramm, R. Menzel, W. Menzel, Malecek, Ito, Satoh, Nunoi, Fe d'Ostiani. Auch bei den Damen die letzten Acht ermittelt. Da auch Frl. Payot, die vorjährige Siegerin, ihr Spiel gegen die Deutsche Frl. von Ende Pflügner mit 6:1, 6:3 gewinnen konnte, stehen auch im Dameneinzel die letzten acht Teilnehmerinnen fest. Es sind dies die Schweizerin Frl. Payot, die deutschen Spielerinnen Frl. Krahwinkel. Frl. Weihe, Frau Stuck und Frau Schomburgk. die beiden Französinnen Adamoff und Henrotin und die Engländerin Dearman. Schach Um die Kreismeisterschaft des Herner Kreises Das Turnier um die Einzelmeisterschaft des Herner Kreises, das am 25. Juni begann, ist bereits dis zur 3. Runde gediehen. Wie in den Vorjahren erfreut sich das Turnier einer regen Anteilnahme der Schachgemeinde und weist eine vorzügliche Besetzung auf. U. a. wirkt auch wieder Ex=Westsalenmeister Skowronek mit. Die Kämpfe werden in zwei Gruppen ausgetragen. Als einziger Gelsenkirchener Vertreter spielt der SchachUnionist Kolbitz in Gruppe 1 mit. Er trifft hier auf starke Gegner. Zu nennen sind: der Titelverteidiger Rathai 1, Schüßler, Becker und Laskewitz. Favorit der 2. Gruppe ist Ex=Westfalenmeister Skowronek; doch werden ihm Rathai 2. Schröder und Henneböhl den Gruppensieg nicht leicht machen. Der Stand nach der 3. Runde ist folgender: Gruppe 1: Schüßler 2½(—½), Kolditz 2 (—0); Gropel 2(—1); Berisch 2(—1); Laskewitz 1½ (—); Rathai 1 1(—1); Becker ½(—1¾); Hünemann X(—2½); Tubilski 0(—3).— Gruppe 2: Skowronek 3 (—0); Rathai 2 2½(—8); Hennedöhl 2½(—*); Hoffmann 2(—1); Schröder 1½(—*); Hohmann 1 (—2); Spick ½(—1¾); Schmidt A(—2½); Wichert (—2½); Kruck 0(—3). Die 4. Runde steigt am kommenden Sonntag. Man darf auf das weitere Abschneiden von Kolbitz gespannt sein. Pferdesport Rennen zu Strausberg. I. Hohenlohe=Rennen: 1. Bresges Lonsky(Grabsch), 2. Torpedo, 3. Wolgalied, 4. Walmery. Tot.: Sieg 22:10, Platz 12, 17, 21, 51:10. Ferner: Hurrikan, Wieland, Fossa, Transit, Fürst Casimir, Linda, Solneman, Gebersberg, Cythera. 2. Natibor=Jagdrennen: 1. Peters Federbriede(Bes.), 2. Inge, 3. Jota, 4. Glauca. Tot.: Sieg 284:10, Platz 26. 22, 30, 27:10. Ferner: Tristan, Joujou. Pucelle, Monisa, Minenwerfer, Eisack, Campagna, Primel. 3. Podbielski=Ausgleich: 1. Stroths Cobra(Zehmisch), 2. Yvorne, 3. Peiracava, 4. Goldraute. Tot.: Sieg 62:10, Platz 16. 20, 15. 15:10. Ferner: Chryska, Livius, Garde, Palastwache, Schönau, Freiin, Explosion, Puma, Vergaser, Hoheit, Maggi. 4. Pletz=Jagdrennen: 1. Stahls Verräter(Hauser). 2. Lottchen, 3. Hyksos. Tot.: Sieg 58:10, Platz 29. 21:10. Ferner: Silvius, Henriette. 6. Bryndorff=Rennen: 1. Delius Rogau(Printen), 2. Oceanus, 3. Lampado. Tot.: Sieg 21:10, Platz 12, 12:10. Ferner: Trianon. 8. Westphalen=Jagdrennen: 1. Pinses Hebe(Ahr), 2. Cziganyaßzony, 3. Persea. Tot.: Sieg 36:10, Platz 16, 26:10. Ferner: Bonheur, Fasne., 7. Arnim-Ausgleich: Blume), 2. Melampos, Platz 49. 20:10. Rhodesia. 1. Weinbergs , 3. A.D.R. Tot Ferner: Lachteusel, Fra Diavolo Sieg 138:10, Nedukadnezar, Tagesdoppelwette 3. und 6. Nennen: 292:10. Rennen zu Caen. 1. Rennen: 1. Cle d’Or(Johnstone). 2. Poire Cuite, 3. Grelou. Tot.: Sieg 18:10, Platz 16, 51:10. Ferner liefen 3 Pferde. 2. Rennen: 1. Emouska(Rabbe), 2. Jorga, 3. Remauso. Tot.: Sieg 28:10, Platz 15, 21:10. Ferner liefen 4 Pferde. 3. Rennen: 1. Vanikoro(Brethes), 2. Comet's Light. 3. Gabardine. Tot.: Sieg 14:10, Platz 11, 19:10. Ferner Le Centaure. 4. Rennen: 1. Picapiu(Durand), 2. Irritative, 8. Baudreuil. Tot.: Sieg 20:10, Platz 13, 14:10. Ferner: Recordman. 5. Rennen: 1. Oh Boy(Sibbritt), 2. Golden End. 3. Canathos. Tot.: Sieg 37:10, Platz 20, 31:10. Ferner 2 Pferde. Rennen zu Vichn. 1. Rennen: 1. Enserveleuse(Deforge), 3. Ochrida, 3. Priora. Tot.: Sieg 45:10, Platz 17, 13, 17:10. Ferner liefen 5 Pferde. 2. Nennen: 1. Sainte Jehanne(Lassard), 2. Thalna. 3. Rouiba. Tot.: Sieg 29:10, Platz 13, 14:10. Ferner liesen 4 Pferde. 3. Rennen: 1. Cingalaise(Elliott), 2. Jovial 4, 3. P.C.C. Tot.: Sieg 36:10, Platz 17, 33, 39:10. Ferner liefen 5 Pferde. 4. Rennen: 1. Chatte(Adams), 2. Montfort, 8. Outardeau. Tot.: Sieg 75:10, Platz 19, 20, 25:10. Ferner liefen 5 Pferde. 5. Rennen: 1. Thorgrimmer(Bridgeland), 2. Cerasus. 3. Nebuleux. Tot.: Sieg 30:10, Platz 12, 12:10. Ferner liefen 3 Pferde. * B ü n b e l* G e w e r b e. S n b u l f r i r& a m p; dollar in Berlin: 3.112 gegen 3,087 vorher(Parität 4,198) Mark. Bjund in Berlin: 13.90 gegen 13,89 vorher(Parität 4,866) Mark. Elektrowirtschaft Ein Bildbericht von der Stromerzeugung. Von Dr.=Ing. Hanns Georg Voß. 64 Seiten Kunstdruckpapier. 40 Aufnahmen. Erschienen in der Sammlung„Das Bildgut". Fredebeul u. Koenen, Verlag, Essen. Steif broschiert RM. 1.— Man knipst— die Birne brennt. Man schaltet ein — schon fühlt der vom Hexenschuß geplagte Rücken die wohlige Wärme des Heizkissens. Man drückt den Stecker in die Dose— und der Föhn entsendet summend den trocknenden Luftstrom. Man tut dies alles, jahraus, jahrein, ohne sich über die technischen Vorgänge und Zusammenhänge klar zu sein, gewissermaßen gedankenlos. Ach— wird sofort der Einwand laut,— das alles ist ja so verquickt, daß ein Laie doch nicht hinter die technischen Geheimnisse kommt. Und so wird der Erkenntnistrieb unterdrückt, auch wenn man sich dabei nicht ganz wohlfühlt. Von diesem geistigen Unbehagen befreit mit einem Schlage das Bildbuch„Elektrowirtschaft". Man braucht nur das Bild auf dem Umschlag: eine Alpenlandschaft mit gigantischen Leitungsmasten zu sehen, um zu wissen, daß man es hier nicht mit einer trockenen, nur dem Fachmann verständlichen Abhandlung zu tun hat. Es ist vielmehr ein äußerst anschaulicher Wortbildbericht, in dem sich ganz ausgezeichnete große Aufnahmen und ein lebendig erzählender Text zu einem filmartigen Ablauf zusammenschließen. Mit einem nächtlichen Gewitter beginnt der Bericht, macht uns dann mit den grundlegenden Versuchen von Davy und Faraday, Edison und Siemens bekannt, um uns darauf in die heutige Elektrowirtschaft einzuführen. Turbinen und Generatoren, Sperrmanern und Pumpspeicherwerke, Transformatoren und Schaltfelder, Leitungsmaste und Hohlkabel; plötzlich sind es keine geheimnisvollen Gebilde mehr, die den Laien irgendwie bedrücken, sondern sinnvoll legen sich ihm die Zusammenhänge auseinander, so daß er „hinter die Dinge“ sieht. Schließlich mündet der Weg der Erkenntnis in die uns allen vertraute Welt des Lichterspiels in der nächtlichen Großstadt, der surrenden Motoren m Staubsauger und Straßenbahn, den glühenden Drähten in Warmwasserspeicher und Höhensonne. Zugleich mit den technischen Grundzügen der Elektrowirtschaft deckt das Bildbuch auch die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge auf, sich damit in den Dienst der neuen Nationalwirtschaft stellend. Denn im wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands wird der Ausbau der Elektrowirtschaft eine bedeutsame Rolle pielen. Die Sammlung„Das Bildgut“, in der dieses Bildbuch erschienen ist, ist schon genügend bekannt, so daß es nicht not tut, noch viele Worte über die buchkünstlerisch hochstehende Ausstattung, die vorzügliche Wiedergabe der Bilder, die drucktechnische Leistung zu verlieren. Der Preis von RM. 1.— ist so gering, daß jeder diese Gelegenheit, in Wesen und Bedeutung der deutschen Elektrowirtschaft einzudringen, ergreifen sollte. Was ist ein Warenhaus? Durchführungsverordnung zur Warenhauszweigstellensteuer. Berlin. 8. August 1933. Die gestern erschienene Nummer 52 der preußischen Gesetzsammlung bringt eine am 27. Juli verabschiedete Verordnung zur Durchführung des Paragraphen 41a der Gewerbesteuerverordnung(Warenhauszweigstellensteuer). Paragraph 1 dieser Verordnung enthält eine wichtige Learisisbestimmung über„Warenhausunterehmen. Einheitspreisgeschäfte und Kleinpreisgeschäfte“ m Sinn des erwähnten Paragraphen der Gewerbesteuerrordnung. Danach handelt es sich um„Einzelandelsunternehmungen, die mit mehr Is einer der im Paragraphen 2 dieser Verordnung ersciedenen Warengattungen das bestehende werde betreiden“. Vorausgeletzt ist dierbei, daß die in Steigende Beschäftigung im Tiefbaugewerbe Wenn die Entwicklung der Beschäftigung im Tiefbaugewerbe im ersten Halbjahr 1933 nach der Höhe der Gesamtlohnsumme auch etwas enttäuscht hat— sie beträgt rund 55 Mill. Mk. gegenüber 110 Mill. Mk. für das Jahr 1932“)—, so wird doch die konjunkturfördernde Leistung der Bauwirtschaft, die durch die Ungunst der letzten Jahre teilweise aufgehalten wurde, bald wieder stärker hervortreten. Ueberblickt man den Gesamtwert der baugewerblichen Produktion, wie er sich nach der Währungsstabilisierung im Verhältnis zu 1913 entwickelt hat, so ergibt sich, daß für 1933 zwar die hohen Milliardenwerte der Jahre 1928 und 1929 nur zu etwa einem Drittel zu erreichen sein werden, daß aber gegenüber dem Tiefstande von 1932 bereits wieder ein starker Auftrieo zu verzeichnen ist, der zum wesentlichen Teil von dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung ausgeht. dessen Schwergewicht dem Tiefbau zugute kommt. Man wird damit rechnen können, daß auf den Tiefbau im laufenden Jahre rund zwei Drittel der gesamten Bauarbeiten entfallen. Schon in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ist die Beschäftigung ständig gestiegen. Die Zahl der im Tiefbau beschäftigten Personen übertraf Anfang Juni 1933 die Vorjahreszahl um 22 Prozent. Entsprechend stieg auch die Beschäftigung der Lieferindustrien. Neue Arbeitsverträge Die Tiefbauarbeiten nehmen bei den öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen insofern eine besondere Stellung ein. als hier erstmalig eine neue Form der Gestellung von Arbeitskräften zur Anwendung kommen soll. Das zwingt auch den Trägern der Arbeiten und den Ausführenden zu entsprechenden Abwandlungen der sonst üblichen Fassung der Bauverträge; auch die Kalkulation des Leistungsrisikos wird von neuen Momenten beeinflußt. Wichtig ist in Rücksicht auf die Zusammensetzung *) Näheres in Nr. 57 des„lesoau“(Amtsblatt der Tiefbau=Berufsgenossenschaft) vom 19. Juli 1933. der Arbeitskräfte auch die Frage der rechtlichen Verhältnisse bei Minderleistungen bzw. Ueberschreitung der vorgesehenen Tagewerke. Der Reichsarbeitsminister hat sich dazu in seinem Runderlaß vom 14. Juli 1933 an die obersten Landesbehörden geäußert. Die wichtigsten Bestimmungen sind: Als Tiefbauarbeiten(Erdarbeiten) im Sinne des Gesetzes gelten nach§ 14 AB. DVO. Arbeiten insbesondere auf dem Gebiete des Wasserbaues(Kanalbaues. Hafenbaues usw.). die überwiegend Erdbewegungen und nur verhältnismäßig geringen Materialaufwand erfordern. Die einzelne Arbeit muß mindestens 10000 Tagewerke umfassen und ohne wesentliche Heranziehung von Facharbeitern(ausgenommen arbeitslose Facharbeiter) durchführbar sein. Zu den Kosten dieser Arbeiten werden von der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten Zuschüsse und Darlehen gewährt. Die Zuschüsse sind nach § 14 Abs. AB. DVO. auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken. Bei der Bewilligung der Mittel werden solche Arbeiten bevorzugt werden, bei denen die eigene Beteiligung des Trägers besonders hoch ist. Soweit Darlehen gewährt werden, gelten für die Darlehnsbedingungen die Bestimmungen des§ 6 der AB. DVO. Für die bei diesen Arbeiten beschäftigten Arbeitslosen wird nach§ 2 Ziffer 5 ein Arbeits= oder Dienstverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts nicht begründet. Sie erhalten also keinen Lohn. beziehen vielmehr nach§ 2 Ziffer 6 die ihnen zustehende Unterstützung aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung. Krisenfürsorge oder öffentlichen Fürsorge weiter und erhalten außerdem aus Mitteln des Reiches für je vier volle Wochen ihrer Beschäftigung einen Bedarfsdeckungsschein im Werte von 25 Mk. sowie auf Kosten des Trägers täglich eine warme Mahlzeit oder an deren Stelle ein angemessenes Barentgelt. Wegen der Auszahlung der Unterstützung ist auf§ 16 Absatz 2 zu verweisen, wegen der Folgen einer etwaigen Arbeitsverweigerung der Arbeitslosen auf § 15 AB. DVO. Für die Kranken=, Invaliden=, Angestellten= und knappschaftliche Versicherung dieser Arbeitslosen gelten die gleichen Vorschriften wie für andere Arbeitslose des Unterstützungszweiges, dem der Arbeitslose angehört. der Gewerbesteuerverordnung bestimmte Grenze von 400000 Mark Jahresumsatz überschreiten wird. In Paragraph 2 der Verordnung werden vier Warengruppen aufgezählt. Ein Einzelhandelsunternehmen, das sich mit Waren aus mehreren dieser Gruppen beschäftigt, ist als Warenhausunternehmen anzusehen. Die vier Gruppen setzen sich im wesentlichen wie folgt zusammen: 1. Material= und Kolonialwaren. Genußmittel, Tabak, Apothekerwaren, optische, physikalische und medizinische Instrumente, Drogen und Parfümerien. 2. Garne und Zwirne, Manufaktur= und Modewaren Strick=, Web= und Stickwaren. Bekleidungsgegenstände, Wäsche, Betten. Möbel, Teppiche, Sportartikel usw. 3. Eisen= und Stahlwaren, Gerätschaften für Haus, Küche und Garten, Oefen, Glas= und andere keramische Waren und, wie bei Gruppe 2, Sportartikel, Möbel, Teppiche usw. 4. Juwelierwaren aller Art. Kunst=, Luxus= und Papierwaren, Büromöbel, Bücher und Musikalien, Waffen, Fahrräder, Ausrüstungsstücke für Fahren Reiten und Jagd, Nähmaschinen, Spielwaren und weiter Sportartikel wie bei Gruppe 2 und 3 sowie optische, physikalische und medizinische Instrumente wie bei Gruppe 1. Hinzugefügt wird, daß die nicht aufgezählten Waren nicht als besondere Gruppe gelten sollen. Weiter ist Vorkehrung getroffen, daß eine andere herkömmliche Gruppierung von Waren— wie beispielsweise Gummiwaren— nicht als Handel mit mehreren Warengruppen angesehen werden soll. Zweifelsfälle über die Eingruppierung von Waren werden vom Finanzminister entschieden. In Paragraph 3 der neuen Verordnung ist die Betriebsstätte eines Warenhausunternehmens, dessen Betriebsleitung sich nicht im Gemeindebezirk befindet, als Warenhauszweigstelle anzusehen, auch wenn sich ihr Absatz nur innerhalb einer der genannten Warengruppen bewegt. Paragraph 4 stellt einige Grenz= und Zweifelsfälle klar. Paragraph 5 bestimmt in der Hauptsache, daß bei Vorliegen einander wiversprechender rechtskräftiger Heranziehungsbescheide zur erhöhten Warenhaussweigstellensteuer die nächste gemeinschaftliche Aufsichts behör de die Entscheidung trifft. Die Prozesse um die Müser=Brauerei Bochum. 8. August 1933 Die Kammer für Handelssachen hat die Hauptklage der Oppositionearuppe bei der Bierbrauerei Gebr. Müser. A.=G., in Bochum=Langendreer, auf Nichtigkeitserklärung der von der H.=V des Müser=Brauerei gefaßten Beschlüsse auf Herabsetzung und Wiedererhöhung des Aktienkapitals zurückgewiesen und die bereits erfolgte Eintragung dieser Beschlüsse in das Handelsregister als zu Recht bestehend erklärt. Sodann hatte die Oppositionsgruppe ein Urteil des Kammergerichtes auf Anberaumung einer a. o. H.=V. der MüserBrauerei erfochten, das aber im Laufe der weiteren Prozesse gleichfalls zur Aufhebung gelangt ist. Die Oppositionsgruppe unter Führung von Dr. Konrad Müser hatte gegen die Eintragung der Beschlüsse der genannten H.=V. und gegen die Entziehung der Ermächtigung auf Anberaumung einer a. o. H.=V. beim Registergericht des Amtsgerichtes Bochum Beschwerde eingelegt und dabei beantragt, eine amtliche Löschung der Eintragung sowie die Ermächtigung zur Anberaumung einer a. o. H.=V. der Gesellschaft auszusprechen. Das Registergericht des Amtsgerichtes hatte aber diese Beschwerde zurückgewiesen, in der Berufungsinstanz auch das Landgericht Bochum. Gegen die Entscheidung des Landgerichtes Bochum hat die Oppositionsgruppe das Kammergericht angerufen. Der Zivilsenat desselben hat nunmehr die erfolgte Zurückweisung der Beschwerde als zu Recht bestehend erklärt. In der Urteilsbearündung wird angeführt, daß das Landgericht Bochum sich durchaus mit der ständigen Rechtssprechung des Kammergerichtes im Einklang befinde, wenn es erkläre, daß eine Löschung der Eintragung von H.=V.=Beschlüssen vom Amts wegen nur dann erfolgen könne, wenn durch ihren Inhalt zwingende Vorschriften des freiwilligen Gerichtsbarkeitsgesetzes verletzt seien und ihre Beseitigung im öffentlichen Interesse erforderlich erscheine. Beide Voraussetzungen lägen in diesem Falle nicht vor. Ueber 1prozentige Erhöhung der Großhandelsrichtzahl im Juli=Durchschnitt Berlin, 8. August 1933. Im Monatsdurchschnitt Juli 1933 stellte sich die vom Statistischen Reichsamt errechnete Richtzahl der Großhandelspreise auf 9.9(1913— 100). Sie ist gegenüber dem Vormonat(92,9) um 1 v. H. gestiegen. Ausfuhrrückgang in der Schloßindustrie Verbesserter Inlandsabsatz. Die Ausfuhr in Fertigwaren des bergischmärkischen Bezirks kämpft nach wie vor mit außerordentlichen Schwierigkeiten. Von dem in der letzten Wochen eingetretenen, allerdings saisonmäßig bedingten Exportrückgang wird u. a. hauptsächlich die Volmarsteiner pangschloßindustrie betroffen. Eine Belebung sei kaum vor Anfang September zu erwarten. Der früher bedeutende Absau nach Nord amerika falle jetzt völlig aus. Im europäischen Ausland werde in den kommenden Monaten Rumänien als Absatzgebiet fortfallen, da die Schloßeinfuhr neuerdings kontingentiert worden sei. Von Verhandlungen mit den einzelnen Staaten erwarte die Schloßindustrie Erleichterungen der Einfuhrbeschränkungen. Der Ausfuhrrückgang werde durch eine Besserung des Umsatzes im Inland ausgeglichen. Diese Besserung komme besonders dadurch zum Ausdruck, daß teilweise die beste Qualität bestellt worden sei. Berliner Börse: Wenig verändert Berlin, 8. August 1933. Die Börse war ruhig und wenig verändert. Der Ordereingang war wieder außerordentlich gering. Vereinzelt lagen kleinere Abgaben aus Publikumskreisen vor, die das Kursniveau um Bruchteile von Prozenten drückten. Durch weiter feste Haltung fielen lediglich die Aktien der Rhein. Braunkohlen auf, die.. Prozent höher eröffneten. Von den übrigen gestrigen Favoriten waren Dessauer Gas um 1¾ gedrückt, dagegen zogen Braubank um 1 Prozent an. Die Bilanzsitzung der ein befriedigendes Ergebnis vorgelegt werden wird. dürfte nicht vor September stattfinden. Etwas Interesse bestand für Reichsbankanteile, wobei eine Insormation anregte, daß die Dividende der Reichsbankanteilscheine keinerlei Transferbeschränkungen unterworfen sind. Verkehrswerte waren angeboten. Lokalbahn verloren 2, Verkehrswesen 2¼. Am Montanaktienmarkt waren Harpener# niedriger. Hoesch verloren 1. Ver. Stahl 1½. Auch Elektrowerte waren eher etwas schwächer. Siemens verloren 1. Conti Gummi waren 1¼ schwächer, wobei auf die Kündigung des Reifenvertrages verwiesen wurde. Schultheiß gaben bei einem kleinen Baisse=Angebot um 2½ nach. Farben setzten ½ Prozent niedriger ein. Am Rentenmarkt fielen Reichsschuldbuchforderungen(plus 1) bei Käufen eines Privatbankhauses durch feste Haltung auf. Auch für Ver. Stahlobligationen zeigte sich aus den schon gestern erwähnten Gründen Interesse. Ferner waren Altbesitzanleihe im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ziehungstermin gefragt. Tagesgeld stand mit 4¼ zur Verfügung. Am Valutenmarkt war der Dollar etwas fester, gegen Pfunde 4.46, gegen Mark 3,11. Pfunde gegen Mark waren mit 13,89½ zu hören. LondonParis 84,59. Der Schluß war ruhig und wenig verändert. Die höchsten Notierungen konnten sich nicht überall behaupten. Interesse bestand für Gelsenkirchen 58½—60(59¼). Nachbörslich hörte man: Reichsbank 151, Ver. Stahlobligationen 61½, Reichsbahn 99¾, Rheinstahl 89, RWE. 81¾, Aku 31, Hapag 13. Erdöl 111, Phönix 36½, Ver. Stahl 36 1/, Charlottenburger Wasser 69, Farben 130¼, Akkumulatoren 170, Altbesitz 78. Reichsschuldbuchforderungen notierten wie folgt: 1934er 99,62, 1940er 83,62—84,87, 1946er—48er 77,62—78,62. Düsseldorser Börse Die Düsseldorfer Börse verkehrte wieder uneinheitlich und geschaftslos. Wintershall=Aktien lagen etwa 2 Prozent schwächer. Am Kohlenmarkt gingen einige Lothringen= und Dahlbusch=Aktien zu wenig veränderten Preisen um. Von Kaliwerten hatten lediglich BeienrodeKuxe einen Umsatz. Ferner wurden noch einige tausend Westfalia=Aktien gehandelt. Die Börse schloß ruhig und abwartend. Warenmärkte Hamburger Warenmarkt. Reis: Die Märkte im Osten melden festere Tendenz und um 1½ d. höhere Preise. Hier ist das Geschäft ruhig, lediglich die zweite Hand weiß über einige Umsätze zu berichten. Auch für Exportrechnung kamen einige Abschlüsse zustande. Preise unverändert. Gewürze: Der Markt ist allgemein ruhig und die Preise sind unverändert. Von Einzelheiten war lediglich zu erwähnen, daß Nelken auf Abladung etwas schwächen tendierten und auch Canehl wird von draußen etwas billiger gemeldet. Schmalz: Tendenz stetig bei unveränderten Preisen Oele und Fette: Markt still bei kaum nennens wertem Geschäft. Leinöl und die übrigen Harburger Roh öle wurden im Preise ermäßigt. Leinöl in Großposten ist zu RM. 33.25 erhältlich, doch bleibt die zweite Hand noch immer beträchtlich unter dieser Forderung. Im übrigen sind keine Preisveränderungen zu verzeichnen Leinöl, prompt, Dez. RM. 34,75, Jan. RM. 35.25, Kokosöl. roh. Aug.=Sept. 25,.50, Sojabohnen5l. Aug.=Sept. 27 Palmkernöl roh, Aug.=Sept. 23, Erdnußöl, Aug.=Sept. 34.50 RM Zucer: Terminmarkt ruhig abwartend. Effektivmarkt ruhig=stetig. Deutsche Kristalle, prompt 8/—. Aug.Sept. 7/11½ sh. per 50 Klo Aus der katholschen Welt Das Ausland und die Trierer Heiligtumsfahrt Trier, 7. August 1933 Der Glaube kann Berge versetzen Wahre Volksliebe— kann Arbeit schaffen Darum nimm ein Arbeitsbeschaffungslos! Elz und Botschaftorat Kledanowski, der erste Sekretät der deutschen Botschaft deim Hl. Stuhl. An rund 2000 Pilger aus Lothringen richtete Bischof M Beginn der letzten Woche rund 260 000 Dr. Bornewasser Worte herzlicher Begrußung und gab Verebrung s=ze,z, IE. Mi, den der Ailgst partielen, idre Hofnung Kürie und dre Liebe 32; ah doe Voate, sub zu Christus und zueinander als Brüder und Schwestern in die. Nähe der Boote und# v##hungen immer tiefer und treuer machen möge.... Kreuzer werden die Verwundeten verbunden#une Auch der Weihdischof von Mecheln(Belgien), Miar und es. die im Laufe des Tasez, Fch „Emden"=Besatzung an den Leichen der französtschen einde. Salut und Ehrensalven über das feuchte Grad. Die französischen Ozeanflieger französischen Flieger Codos und Rossi. nstag in Neuyork zu einem 12 000 KiloDie beiden die am Samstag meter langen Flug aufgestiegen sind, um einen neuen Weltrekord im Langstreckenflug aufzustellen, sind nach glücklicher Ueberquerung des Ozeans bei Beirut(Syrien) gelandet. Lindbergh über seinen Flug Kopenhagen, 8. August. Wie aus Grönland gemeldet wird ist das Fliegerchepaar Lindbergh am Sonntagnachmittag in Angmagsalik an der Südostküste Grönlands gelandet. Es hat angeblich die Absicht, nach Island zu fliegen Einem dänischen Pressevertreter erklärte Lindbergh, er habe sich zur Aufgabe gemacht, gute Landungsplätze für Landmaschinen zu finden, da Wasserflugzeuge für den Fernverkehr zu langsam und zu teuer seien. Er suche drei Landungsplätze an der grönländischen West= und Ostküste, damit die Flieger die Möglichkeit hätten, je nach den Witterungsverhältnissen den günstigsten Ort auszusuchen. Zunächst werde os sich jedenfalls nur um Post= und nicht um Personenflugzeuge handeln Südlich von Eskimonaes habe er bereits einen vorzüglichen Zwischenlandungsplatz gefunden. Neue Hitzewelle über England London, 8. August 1983. In England herrscht zur Zeit eine ungeheure Hitzewelle. Die Temperaturen stiegen bis auf 35 Grad. Ueber zwei Millionen Londoner sind während des Wochenendes an die Küste gefahren, um sich in den Seebädern zu erholen. Seldst im Zentrum Londons baden Hunderte von Personen in der Themse. Wadrend des Wochenendes ertranken über 20 Personen in England; Hunderte erlitten Hivschläge. hebung der Schätze aus dem Wrack der„Aegypt“ Ein Saugapparat für Soldstücke. London, 8. August 1933. Das italienische Bergungsschi„#####glio“ traf am Samstag mit einer neuen Ladung von Goldmünzen und Silberbarren im Werte von 26000 Pfund. die aus dem Wrack der„Aegvot" geborgen worden sind. in Plomouth ein. Bisder sind danach Gold= und Silberbarren und Münzen im Werte von über 800000 Pfund von der „Aegypt“ geborgen worden. Bei den Bergungsarbeiten wurde zum erstenmal ein Saugavvarat verwendet, der beimersten Versuch 5000 Goldmünzen auflaugte. Die„Artialio“ wird die Bergungsarbeiten fortsetzen, da noch immer rund 200 000 Pfund in dem Wrack liegen. Nachdem zu Pliger dem Hl. Rock ihre Verehrung gezollt, der zweiten Woche die erste halbe Million über schritten. 30 bis 40 Sonderzüge treffen jetzt täglich in Trier ein und die Tage, an denen 40 000 und mehr Pilger gezählt werden, bilden die Regel. Die Stadt Trier gleicht von den frühen Morgenstunden dis spät in die Nacht hinein einem großen Heerlager. Die modernsten Errungenschaften der Technik sind sowohl am Hauptbahnhof wie auch auf den großen Sammelplägen und bei den einzelnen Stationskirchen und nicht zuletzt auf dem Domfreihof selbst in den Dienst der Pilger gestellt, sodaß die Prozessionvordnung ganz vorzüglich eingehalten werden kann. Erfreulich ist die Tatsache, daß das Ausland sich in starkem Maße an der Wallfahrt zum Hl. Rock beteiligt, und daß bei dieser Gelegenheit von beiden Seiten immer wieder die versöhnende und einigende Kraft des KathoEin Teil wagt sich nicht ertrinkt. Godter auf dem von Cauwenberghe, weilte am letzten Freitag mit meh reren belgischen Geistlichen und anderen Pilgern in Trier um dem Hl. Rock seine Verehrung zu zollen. Sechs Pilger Bald darauf konnten die Ueberlebenden der französischen aus Nordamerika(Texas), die eigens zur Ausstellung Besatzung an Bord eines anderen Dampfere gebracht des Hl. Rockes nach Europa herüberkamen, erreichten in letzter Woche ihr Ztel. Sie äußerten sich begeistert über ihren Besuch in Trier und erklärten, daß sie mit großer innerer Zufriedenheit nach Amerika zurückkehren werden Für die Mainzer Pilger, die am Sonntag zu mehreren end in Trier weilten, zelebrierte Bischof Dr. Huber (Mainz) ein Pontiftkalamt im Freien. Weiter trafen liziemus im Leden der Völker zum Ausdruck kommt. Daß u. a. am Sonntag drei Sonderzüge aus Münster(Westdie Grenzlande Elsaß=Lothringen, Luxemburg und Hol land besonders stark vertreten sind, kann nicht weiter wunder nehmen. Aus Elsaß=Lothringen trafen in den letzten Wochen mehrere Sonderzüge ein und Pfarrer Goldschmidt aus Saaralben, der Organisator der lothringichen Pilgerzüge, erklärte, daß nach den disherigen Meldungen 30 000 bis 40000 Katholiken aus Elsaß=Lothrin= gen nach Trier wallfahrten werden. Neden den Luxemburger Seminaristen, die am Montag den Hl. Rock besuchten, trafen am Dienstag 5 Sonderzüge aus Luxemburg ein. Am Mittwoch weilte der deutsche Gesandte in Luxemburg, Baron Ow. Wachendorf, mit lagerung auf. In dankbarer Erinnerung an den Beistand einer Reihe von ausländischen Diplomaten in Trier. der Gottesmutter findet in Overn alljährlich eine ProBischof Dr. Vornewasser(Trier) begrüßte die Diplomaten und ihre Damen auf das herzlichste und führte die hohen Gäste persönlich zur Verehrung des Hl. Rockes. U. a. waren vertreten der italienische Gesandte Bordonaro mit Gattin, der amerikanische Geschäftsträger Platt Waller mit Mutter und Schwester, die Gattin des luxemburgischen Staatsministers Bech, der luxemburgische Finanz= minister Dupon, Kammerpräsident Reuter, der deutsche Gesandte mit Gattin u. a. Eln römischer Bischof über die Trierer Pilgerfahrt falen) ein. Muttergottesprozession in Opern Opern, 8. August 1933 Vor 550 Jahren wurde die Stadt Opern belagert. Die Einwohner hielten zu Ehren Unserer Lieden Frau van Tuine eine Prozession durch die Straßen der Stadt ab, damit durch ihre Fürsprache Gott sich der Stadt erbarmen solle. Tatsächlich wurde das Gebet der frommen Bevölke rung erhört. In kurzer Zeit gaben die Feinde die Be lagerung aus. In dankbarer Erinnerung an den der Gottesmutter findet in Opern allfährlich eine Pro zession zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau statt. In diesem Jahre wiederholte sie sich am Sonntag zum 550. Male. Aus diesem Grunde hatte die katholische Bevölkerung alles aufgeboten, um der Prozession, in der sich neun belgische und französische Bischöfe befanden, ein besonderes prunkvolles Gepräge zu geben. Vom Wassenrock zum Priesterkleid Paris, 8. August 1933. Pfarrer Emile Pierra, der kurz vor seiner PriesterAm Donnerstag weilte der römische Bischof O. Omit, weihe im Juni 1932 Oberst bei der französischen Luftflotte ein gebürtiger Holländer, in Trier zur Verehrung des Hl. Rockes. Ueber seine Eindrücke äußerte sich der hohe Herr u. a.: Der Eindruck, den wir bei unserer Ankunft im Dom gewannen, war überwältigend. Es war gegen 20 Uhr und der Domfreihof war schwarz voll Menschen. Als wir um 10 Uhr abends wiederkamen, war das Bild unverändert. Trier läßt in diesen Tagen einen Vergleich mit der Hl. Stadt Rom zu. die im Zeichen des war, ist zum Schiffsgeistlichen des Schulkreuzers„Jeanne d'Arc“ ernannt worden. Große Danksagungsseier in Lourdes Lourdes, 8. August 1933. Am Feste Mariä Himmelfahrt soll in Lourdes eine große Danksagungsfeier stattfinden, an der alle in Lour werden. Ein schwerverwundeter französischer Offizter bat sich als Erinnerung für das ritterliche Verhalten des deutschen Gegners ein Mützenband der„Emden“ aus. Er erhielt es und starb bald darauf, wie man später erfuhr. Das Mützenband hinterließ er mit einem Dankesgruß an die deutschen Retter, die doch seine Feinde waren Noch einige Zeit ging es in verzweifelten Kreuzfahrten durch die Südsee. Dann kam das große tragische Ende, das die Besatzung lange vorausgesehen hat. Einmal gelang es doch nicht meyr, den überlegenen Streitkräften, die auf der Jagd hinter dem kleinen Kreuzer waren, zu entkommen. Der australische Kreuzer„Sidney“, eineinhalb Mal größer und fünf Jahre jünger und gut gepanzert, lockte das Schiff an den Keeling=Inseln ins Gesecht. Die„Emden“ war nicht mehr vollbemannt. 50 Mann des Landungskorps sehlten und konnten nicht rechtzeitig auf das Schiff zurück. Sie sahen vom Land aus den ungleichen Kampf. Sie sahen den Kampf mit dem überlegenen Gegner, das heldenhafte Sichwehren in verzweifeltem Todesmut. Stück für Stück der„Emden“ sahen sie unter den Einschlägen der feindlichen Granaten über Bord gehen. Detonation über Detonation. Sie sahen, wie der vordere Schornstein stürzte und sich quer über Deck legte. Sie sahen den Fockmast über Bord gehen und wußten, daß die und die Kameraden im Beobachtungsturm gesessen hatten. Ihr Schicksal war entschieden. Die„Emden“ brannte und brannte, aber sie schoß noch. Sie jagte aus den Kanonen heraus, was die Rohre hergeben wollten, bis zur letzten Granate. Und als keine Rettung mehr war, da ließen sie das Schiff auf die Rifse der Reeling=Inseln laufen. Die Wellen spülten ihre Trümmer hinweg. Die übriggebliebene Besatzung, die zum Tod erschöpften Helden nahm die „Sidney“ an Bord. Mehr als die Hälfte, 200 waren gefallen. Die heute noch übrig sind von der Besatzung, kommen nicht mehr los von diesem heldenhaftem Kampf, von diesem Schicksal, das sie mit der„Emden“ betroffen hat. Sie wollen für Zeit und Ewigkeit ihren guten deutschen Namen in Verbindung mit dem Namen„Emden“ genannt wissen. Dieser Wunsch hat im neuen Deutschland Ueberlebenden der Hl. Jahres einen nie gesehenen Fremdenzustrom besitzt. des wunderbar Geheilten, teilnehmen. An diesem Tage greisend ist das Erlebnis im Dom. Vor allem wird man, gepackt von der tiefen Religiosität der Pilger, die in unablässiger Folge von morgens 5 Uhr bis zur mitternächtlichen Zeit am Heiligtum vorüberziehen. Besonders rühmend hob der römische Bischof die großartige Organisation hervor.„Jie Deutschen“, so sagte er,„haben uns in Rom gelehrt, Pilgerzüge zu organisieren, und auch in anderen Organisationsfragen waren sie unsere Lehrmeister. Sie können stolz darauf sein, wir haben viel von ihnen gelernt.“ Gehör gefunden. Jeder einzige der „Emden“=Besatzung wird in Zukunft hinter seinem nird aus die kranzösische Rationalpilgerfahrt tn Lourdes Füe untehörtes Kämosen und Leiden zum Ruhma Deutschlands. M.—P. eintreffen, sodaß man mit einer selten stark besuchten Danksagungskundgebung rechnen darf. Eucharistischer Kongreß in Polen Krakau. 8. August 1933. An dem hier stattfindenden Eucharistischen Kongreß hmen über 100000 Pilger aus nahmen über 100000 Pilger aus Südpolen teil. Der Kongreß wurde mit einer feierlichen Sakramentsprozession racht. Der Fürstbischof von Sarauf sein. wir haben viel von ihnen gelernt. Kongreg wurde mir ein Von weiteren hohen Gästen seien hier genannt: Fürst zum Abschluß gebracht. Der Fürstbischof von Krakau und Fürstin zu Löwenstein=Wertheim(Vorsitzender des Msgr. Sapieka, trug das Sanktissimum und war von Katholikenkomitees), Prinz und Prinzessin Löwenstein, 50 Bischöfen und Prälaten umgeben. Der Hl. Vater hat mehrere Mitglieder der gräflichen Familie Eltz zu Burg! allen Kongreßteilnehmern seinen besonderen Segen erteilt „Trotz Verbot nicht tot“ Wien, 3 August. Wie aus Braunau am Inn berichtet wird, sind auf vem Geburtshause des Reichskanzlers Adolf Hitler in den letzten Tagen verschiedene Zettel mit Hakenkreuzen und den Worten befestigt worden: Trotz Verbot nicht tot“.— Ein Bauernsohn, der überführt wurde, solche Zettel auf dem Hause angeklebt zu haben, wurde zu einer mehrwochigen Arreststrafe verurteilt. 70 Meter hohes Hakenkreuz über Innsbruck Innsbruck, 8. August 1933. In der Nacht vom Freitag zum Samstag wurde auf einer Felswand an der Innsbrucker Nordkette ein riesiges Hakenkreuz aufgemalt, das in der ganzen Stadt und Umgebung weithin sichtbar war. Darauf veranstalteten, wie ein amtlicher Polizeibericht meldet, die Polizei am Samstagnachmittag in den Innsbrucker Schwimmbädern eine Parzia nach ehemaligen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Partei. Es wurden 30 Versonen festgenommen, darunter auch Innsbrucker Geschäftsleute. 27 von ihnen mußten am Sonntag unter Bedeckung von Gendarmen und Heimwehr zur Nordkette absteigen und dort von der Felswand das mit Oelfarbe ausgemalte etwa 70 Meter hohe Hakenkreuz wieder wegputzen. „Steuerbord voraus, eine Rauchwolke in Sicht!“ Tage deutschen Gedenkens 7 Ein Ehrenmal für die Emden=Besatzung Görres=haus=Prozeß Köln. 8. August 1933. Im Görres=Haus=Prozeß wurde gestern im Rahmen der Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung sortgefahren. Zeuge Bankdirektor Herbst wurde nochmals darüber vernommen, daß er die Bescheinigung über das Vorhandensein des Gründungsskapitals in Höhe von 6.6 Millionen Reichsmark ausgestellt hat, obwohl er den Stand des seperaten Kontos kannte. Jezige Lotar Kraus will über die Vermögensverhältnisse der Görres=Haus A.=G. vollkommen im unklaren gelassen worden sein. Zeuge Jouy, Verlagsdirektor bei der Görres=Haus A.=G., bekundete uneidlich, daß er vom Angeklagten Maus angewiesen worden sei, zweierlet Bilanzen aufzustellen. Der Angeklagte Fath, vom Anklagevertreter befragt, erklärt, er habe auf Geheiß von Maus kleine Bilanzrevisionen vornehmen sollen und habe sich auf die Angaben von Maus verlassen. Maus bestreitet dies. Am 1. 9. 1930, dem Gründungstage der A.=G., hat der Angeklagte Direktor Brüning die Korrespondenzabteilung der Dedi=Bank Köln angewiesen, den DHV mit 1.1 Millionen Mark zu Händen des Herrn Reichskanzlers Brüning zu belasten. Der Brief hat die Deutsche Bank nicht verlassen. Brüning erklärt dazu, daß die Eintragung auf den Namen des Reichskanzlers Brüning und nicht des DHB erfolgte, doch der Betrag nur vorgemerkt worden sei. Es wurde dann die Frage der Errichtung eines Separatkontos einer Görres=Haus G. m. b. H. Konsul Heinrich Maus versönlich“ erörtert, das nach außen ein Treuhandkonto war, in Wirklichkeit aber Maus die Möglichkeit verschaffte, über das Konto persönlich zu verfügen. Aus der Verhandlung am Montag ist noch nachzu tragen, daß Rechtsanwalt Clemens für einen Mandanten die Erklärung abgab, der Angeklagte Stocky führe nicht einen Tropfen jüdischen Blutes in sich und sei rein arischer Abstammung. Auf die Frage des Ange klagten Maus. ob der Zeuge Dr. Hackelsberger nicht in einem späteren Stadium über die Uebernahme von Maus und Stocky in einer sanierten Gesellschaft gesprochen habe. erklärte Dr. Hackelsberger: Das ist richtig. Ich wollte die Herren, die ihr Vermögen verloren hatten nicht ganz existenzlos lassen. Ich dachte z. B. daran, Herrn Maus in der Anzeigenabteilung zu beschäftigen gegen ein kleines Gehalt von 300 oder 400 Mark. Dafür hätte er ja wohl die Fabigkeiten gehabt Zum Gedenken an die Holdenfahrt der„Emden" durch die Südsee zu Kriegsbeginn im Jahre 1914 hat die Stadt Emden ein Ehrenmal errichtet. Die Gedenktasel tragt unter dem Bild des Kreuzers folgende Inschrift:„S. M. S. Emden. Kommandant Fregatten= kapitän Karl von Müller. versenkte im Indischen Osean zahlreiche Handelsschiffe, verstörte die Tankanlage von Madras. vernichtete im Hasen von Penang den russischen Kreuzer„Schemtschug“ und den französischen Zerstörer„Mousquet“, wurde am 9. November 1914. verfolgt von einer Uebermacht von Feinden und nach heißem Kampf mit dem australischen Kreuzer„Sidner“ auf den Keeling=Inseln aufgesetzt, fast die Hälite der Besatzung war für das Vaterland gefallen.— Ruhmvolles Schiff— nimmer vergess’ dein die Stadt, deren Namen du trugst um den Erdball.“ Der Indische Ozean liegt im Sonnenaufgang. Die Oberfläche kräuselt sich leicht, ein grauer Kreuzer. vier Schornsteine statt drei(der vierte ist aus Paove), zieht in der leichten Dünung dahin. Vor ihm in guter Sicht die Rauchwolke eines Dampfers, die sich zusebends vergrößert. Die„Emden“ ist bald in Flaggensicht. Signale geben doch:„Stov. wir sind da." Aus der schwarzen Rauchwolke von drüben wird das Antwortsignal sichtbar. „Wer da?“ Kurz darauf geht bei der„Emden" die Flagge hoch. Die stolze Kriegsflagge, die auf allen Meeren gefürchtet ist, mit dem viergeteilten weißen Feld und dem Adler in der Mitte. Der Dampfer stovot. Ein Boot wird ausgesetzt, das Schiff durchsucht, die Mann schaft an Bord des Kreuzers genommen und dann wird dem schwarzen Dampfer, der sich kurz vorher noch so sicher wähnte, das Schicksal der vielen anveren, die der „Emden“ begegneten. Seine Ueberflutungsventile im Maschinenraum sind geöffnet worden, er versinkt erst langsam, kriegt noch einen Gnadenschuß und dann bäumt er sich hoch auf. Das Heck mit Schraube und Ruder starrt einen Augenblick in den Morgenhimmel. Ein letztes Erzittern, und der Dampfer ist verschwunden. Ein trüber Oelfleck breitet sich über seinem Grabe. Beim Baden ertrunken Mülheim=Ruhr, 8. August 1933. Im hiesigen Stadion ertrank beim Baden der 14jäh rige Arbeiter Wensch. Ein hinzugezogener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen, der durch Herzschlag eingetreten sein soll. Duisburg, 8. August 1933 In Duisburg ertranken zwei Personen ebenfallbeim Baden. Es handelt sich um den evangelischen Küster Koopmann aus Meiderich, der im Nichtschwimmerabteil des Strandbades in Wedau anscheinend infolge eines Herzschlages ertrank und um den Chauffeur Harnisch= macher, der im Wambachsce ertrank. Die Leiche des letz teren konnte noch nicht geborgen werden. Oberhausen, 8. August 1933. Am Montagvormittag ertrank im Freibad Klosterhard der 23jähr. Richard Wojahn aus Osterfeld. W., der als auter Schwimmer bekannt war, ist offenbar einen Herzschlag erlegen. Düsseldorf, 8. August. Am Sonntag ertranken in Düsseldorf beim Baden im Rhein nicht weniger als vier Personen. Ein 38jähriger Mann aus Mettmann und ein 35 Jahre alter Mann aus Düsseldorf ertranken vor den Augen ihrer Angehörigen. Bei den beiden anderen handelt es sich um einen 22 Jahre alten jungen Mann und ein 22jähriges Mädchen aus Düsseldorf=Gerresheim. Dinolaken, 8. August. Am Sonntagabend ertrank im Rhein unterhalt des Ausflugslokals„Storchennest“ ein junger Mann aus Hamborn, der mit seinem Vater an verbotener Stelle badete. Die Leiche konnte geborgen werden. So ging es von Dampfern zu Dampfern durch den Indischen Ozean. den Golf von Bengalen und das Gebirge der Malayischen Inseln. Und eines Tages kam der französische Zerstorer„Mousquet“ an die Reihe. der sich vorwitzig der„Emden“ zu sehr genähert hatte. auf Salve wird ihm entgegengeschickt. Treffer Treffer im Achterschiff, hochgehende Munition, eine Wolke von Kohlenstaud, und in wenigen Minuten schwimmen nur noch Trümmer auf der Meeresoberfläche. Und viele Menschen, die mit dem Leben kämpfen. Die„Emden“ hat ihre Boote niedergelassen, um die Ueberlebenden aufzufischen. Es gelingt, eine ganze Reihe Rundfunk=Programm 600 6.05 den Mittwoch, den 9. August 1933. Morgenruf. 1. Choral: Lobe den Herren, mächtigen König, 2. Spruch des Tages. Morgenkonzert. 1. Teil. 1. Serenade(Haydn), 2. Zwei Chöre: a) Frisch gesungen, b) In der Ferne Sticher), 3. Walzer aus der Ballettmusik zur Oper„Margarethe“(Gounod), 4. Ouvertüre„Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“(Suppé) 5. Erwachen der Frühlingsblumen, Serenata (Löhr), 6. Feuerfest, Polka(Strauß), 7. Kavallerie voran!, Fanfaren=Marsch.(Böhme), Wiederholung des Spätberichts. Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. Wettervorhersage und Zeitangabe. Wiederholung des Morgenrufs. Anschließend: Morgenkonzert. 2. Teil des Musikzugs des Hoheitsträgerkorps der NSD AP. Wuppertal=Wich linghausen Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. Für die Frau. Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen. Frühbericht, Zeitangabe und Wasserstandsmeldunerienmusik auf Schallplatten. Mensch und Welt, Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. Helmut Rang:„Wie Tiere sich fortbewegen“— Dr. Otto Dündier:„Wissenswertes über die Verflüssigung der Kohle“— Horst Slesina: Schlagbäume rings(Von der Kleinstaaterei in Deutschland). Unterhaltungskonzert. Mittagsbericht 1. Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt. 1. Prinzeß Goldschuh, Marchen=Ouvertüre(Rust), 2. Hexen6.40 6.45 7.00 7,.03 8.00 8.03 8.15 10.00 10,05 10,30 12.00 12.50 13,00 ritt aus„Hänsel und Gretel“(Humperdinck), 3. Paraphrase über das Lied„Aus der Jugendzeit“ Friedemann), 4. Polka und Csardas aus der komischen Oper„Ritter Pasman“(Strauß), 5. Szenen aus der Oper„Tell“(Rossini), 6. a) Der gelbe Tango(Niemann), b) Ein Ländler(Pachernegg), 7. Im Zirkus, Suite(Lautenschläger), 8. Die Walzer der Welt(Robrecht). Gegen 14 Uhr: Mittagsbericht 2. 15.00 Mia Düssel: Bastelstunde für die Kleinen. 15,30 Wirtschaftsbericht und Zeitangabe. 15.50 Jugendfunk. Schicksalstage an Rhein und Ruhr. 16.30 Stimme der Bewegung. 16.40 Bernhard Dierkesmann: Student ohne Geld. Zwiegespräch. 17,00 Kammermusik auf Schallplatten. 17,30 Stunde der NS.=Frauenschaft. Marga Fuhrmann: Es gab auch 1923 schon nationalsozialistische Frauen. 17,50 Sommer am Niederrhein. Gedichte von Erich Bockemühl 18,00 Feierabendkonzert. Die fröhlichen Fünf. 19,00 Reichesendung. Stunde der Nation. Das beimliche Reich. Hörwerk von Alois Johannes Livol. Musik von Werner Egk, Leitung: Alois Johannes Lippl. 20,00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Darum lob ich mir den Garten. 21,00 Deutscher Tanz in Dichtung und Musik. Musikalische Leitung: Hermann Keiper. Szenische Leitung: Curt Baumgarten„Die fröhlichen Fünf“: Else Pfaff— Paul Henn— Hanns Aug. Herten(Rezitation). 22.00 Spätbericht. 22,30 Nachtmusik und Tanz, Leitung: Eysoldt. Schlag gegen den Kommunismus in Duisburg 96 Festnahmen. Duisburg=Hamborn. 8. August. Seit einiger Zeit versucht die KPD. auch in Duisburg Salde ihren zerstörten Apparat wieder aufzubauen. Es wurden üder deshalb von der politischen Polizei in Verbindung mit dem Nachrichtendienst der SA. sorgfältige Beobachtungen angestellt, die zur Entdeckung zahlreicher getarnter kommunistischer Vereinigungen sowie einzelner Funktionäre führten. Aus diesem Grunde fanden am Sonntag in den Morgenstunden in enger Zusammenarbeit mit der SA. hlagartig zahlreiche Durchsuchungen statt. Es konnte bisher mannigfaltiges Beweismaterial sicher gestellt werden, dessen Sichtung noch im Gange ist. Die Durchsuchung ergab die Auffindung von mehreren Totschlägern, Schlagringen. Musikinstrumenten, Transparenten, Fahnen und Druckschriften. Es erfolgten 96 Festnahmen. Soweit die Festgenommenen nicht wegen Hochverrats zur Anzeige gebracht werden, werden sie in Konzentrationslager überführt. Durch die Aktion ist ein vernichtender Schlag gegen den kommunistischen Parteiapparat in Duisburg geführt worden. 1933. Todesurteil vollstreckt. Hamburg, 8. August Das Todesurteil gegen den Mörder des Polizeihauptwachtmeisters Stephan Kovka. Wilhelm Volk. ist am Dienstagmorgen um Uhr auf dem Hofe des Untersuchungsgefängnisses vollstreckt worden. Witterungsbericht ( Ueber Frankreich und dem westlichen Deutschland sinken die Luftmassen weiter zusammen und es herrscht verbreitet heiterer bis wolkenloser Himmel. In den frühen Morgenstunden bildete sich infolge der nächtlichen Abkühlung über diesen Gebieten allgemein stärkerer Dunst. Die Tiefwerte in der Nacht lagen daher nicht sehr niedrig. Der letzte isländische Wirbel hat auch die Westküste Skandinaviens erreicht. Damit hat die 40. Wirbelserie ihren Abschluß gefunden. Ueber Großbritannien und Frankreich steigt der Luftdruck wieder stark an. Da die skandinavischen Störungen in südöstlicher Richtung weiterziehen, wird über Westdeutschland die kühle nordwestliche bis westliche Luftströmung weiter anhalten. Innerhalb der Kaltluft werden sich in den Nachmittagsstunden zeitweise gewittrige Störungen berausbilden. Strichweise kommt es dabei auch zu Gewitterregen. Im allgemeinen wird der Witterungscharakter aber freundlich bleiden. Vorhersage für Mittwoch: Morgens stellenweise dunstig bei nordwestlichen dis westlichen Winden. Zunachst noch heiteres Wetter. Später stärker wolkig mit einzelnen Gewitterstörungen und etwas sinkenden Temperaturen. Stadt Wanne=Eickel. Jahrraddiebstahl. Samstag zwischen 13,30 und 20,30 Uhr wurde aus dem Flur des Hauses Hindenburgstraße 266 ein Damenfahrrad Marke Kolumbus F. v. W. Nr. 20 256, gestohlen. Verkehrsunfall. Montag gegen 19 Uhr wurde ein Polizeiassistent a. D. auf der Schweinstraße von einem Kraftradfahrer angefahren und leicht verletzt. Schlägerei und Widerstand. Gestern morgen gegen 0,50 Uhr kam es an der Ecke Hindenburg= und verhofstraße zwischen mehreren Personen zu einer Schlägerei, in deren Verlauf ein Beteiligter am Kopfe verletzt wurde. Als zwei Hilfspolizeibeamte einschritten, um dem Vorfall ein Ende zu machen, wurden sie von einer der Personen tätlich angegriffen und an der Feststellung der Personalien der Beteiligten gehindert. Der Verletzte und die Beteiligten sind daher unerkannt entkommen. Der Mann, der die Hilfspolizeibeamten angriff, ist erkannt und zur Anzeige gebracht worden. steller von den Agenten Reisen nach Rotterdam und Paris gemacht. In Paris wurde über die Anträge entschieden. Soweit sie„bewilligt" waren, wurden die Antragsteller benachrichtigt und ihnen dabei mitgeteilt, daß vor der endgültigen Regelung eine Besichtigung der Sicherheitsobjekte durch einen Bevollmächtigten der Bank Kreditbetrug großen Stils Internationale Hyänen des Geldmarktes von der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen gefaßt. Die Polizeipressestelle Recklinghausen teilt mit: Der Landeskriminalpolizeistelle in Recklinghausen ist es gelungen, einem internationalen Kreditschwindelunternehmen das seinen Hauptsitz in Paris hat, auf die Spur zu kommen. Dieses Unternehmen hat zahlreiche General= und Untervertreter im In= und Ausland, vornehmlich in Holland. Es handelt sich um ein Kreditschwindelunternehmen größten Formats das sich fast über ganz Deutschland ausgedreitet hatte. Bei Einreichung der Kreditanträge wurden von den Agenten Bearbeitungsgebühren bis zu 40 RM. erhoben. Auch wurden auf Kosten der Antragin Paris stattfinden müßte. Dafür wurden von den Antragstellern Beträge in Höhe von 50 RM. dis 500 RM. gefordert und in 200 Fällen auch gezahlt. Bei den einzelnen Besichtigungsreisen in Westfalen, Hannover, Oldenburg. Detmold. Magdeburg, Essen, Düsseldorf, Breslau, Saargebiet usw. wurden jedesmal rund 20 Objekte in Augenschein genommen und dabei bedeutende Beträge einkassiert. Bis jetzt sind der Polizei bereite über 400 Fälle bekannt. in denen Geldsucher, darunter sehr viele in bedürftigen Verhältnissen lebende Leute, um erhebliche Beträge geneppt worden sind. Eine Auszahlung der beantragten Kredite ist in keinem Falle erfolgt, obwohl Hunderte von Leuten die Auszahlung der beantragten Geldmittel schon für Oktober und November 1932 bestimmt zugesagt war. Neuerdings taucht das Schwindelunternehmen unter dem Namen „Banque de la France Financiere, Paris“ auf und versucht, bei Einreichung von Anträgen durch die Agenten eine Auskunftsgebühr von 10 RM. zu bekommen. Vor diesem Schwindelunternehmen. das unter Leitung eines gewissen„Direktors“ Claude Alsonso Mayot aus Paris steht, wird eindringlich gewarnt. Mayot wohnt in der Rue de Florence Nr. 8 in Paris. Einem Beamten der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen ist es gelungen, an der holländischen Grenze den holländischen Generalvertreter dieses Unternehmens, einen gewissen Paul Bauboff aus Rotterdam, festzunehmen. Dieser ist an etwa 140 Kreditbetrügereien in Westfalen beteiligt. Im Zusammenhang hiermit wurde von der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen der Kreditmakler Heitkamp aus Münster in Westfalen hinter Schloß und Riegel gesetzt, der ebenfalls an etwa 140 Fällen„mitgearbeitet“ hat. Eine weitere Hyäne des Geldmarktes ist der früher in Essen, jetzt in Montabaur wohnhafte Agent Kurze. der von der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen in Montabaur festgenommen wurde. Auf sein Konto kommen mehr als 200 Kreditbetrügereien übelster Art. Da Kurze vornehmlich in Essen gearbeitet hat, wurde er der dortigen Kriminalpolizei übergeben Falls im Bereiche der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen noch Fälle vorhanden sind, in denen bisher keine Anzeige erstattet worden ist, werden die betreffenden Personen hiermit gebeten, sofort bei der nächsten Polizeidienststelle oder aber bei der Landeskriminalpolizeistelle in Recklinghausen(Polizeipräsidium) Anzeige zu erstatten. Zwei Westsalen entdeckten Amerika 20 Jahre vor Columbus. Seit undenklichen Zeiten lebt in der Bevölkerung des Sauerlandes die Tradition. Christood Columdus. der 1446 oder 47 als Sohn des Tuchwebers Domenico Colombo in Genua geboren wurde, entstamme einer alten sauerländischen Familie, die nach Genua ausgewandert sei. Ursorünglich habe diese Familie Duwe(Taube— columba) gebeißen, und die noch jetzt in vielen Gemeinden des Sauerlandes ansässigen Familien Duwe. Dove. Taube usw. seien Nachkommen dieses alten Geschlechtes. Somit lei auch der Entdecker Amerikas Sauerländer. also Westsale. Entbehrt diese Volkstradition. soweit wir unterrichtet sind, jeder nachweitlichen geschichtlichen Grundlage. so wird neuerdings in der Geschichtsforschung die überraschende Mitteilung verbreitet, daß Amerika— und zwar Nordamerika— von zwei Westsalen entdeckt worden ist. und zwar zwanzig Jahre vor Columbus im Jahre 1472. Hierüber bat der Westdeutsche Rundfunk vor einigen Tagen in seinem Nachrichtendienst unter der Rubrik„Aus dem Geistesleben" das folgende bochinteressante Forschungsergebnis bekannt gegeben „Zwanzig Jahre vor Columbus haben nach den Ergebnissen unserer Geschichtsforschung zwei aus Westsalen stammende Seefahrer das amerikanische Festland erreicht. Sie waren beteiligt an einer Expedition. die die nordwestliche Durchfahrt. also den Seeweg nach Indien auf nordwestlichem Kurs. erzwingen sollte. Die beiden deurschen Seefahrer dietzen Pinina und Pockborst. Sie wurden von dem Könige von Dänemark im Jahre 1472 an der Spitze eines Geschwaders in die arktischen Gewässer entsandt. um einen kürzeren Seeweg nach Indien aufzufinden. Die kamen dis nach Labrador und Neusundland. Von englischen Geschichtsschreibern wurden die beiden kühnen Westfalen wäter sälschlich als Seeräuber gekennzeichnet. Durch die Erforschung ioländischer Urkunden in die Unrichtigkeit dieser Behauptung erwiesen worden." Vereinskalender Krieger= und Landwehrverein Herne, gegründet 1865. Das diesjährige Vereinspreisschießen findet am Sonntag, dem 13. August, 8 Uhr vormittags beginnend, auf dem Wilhelm=Tell=Schießstand in Holthausen statt. Die Kameraden werden gebeten, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. — KKV. Jungmännerring Herne. Heute abend pünktlich 8.30 Uhr im Heim außerordentlich wichtige Versammlung. Da □ 1 bedeutungsvolle Beschlüsse gefaßt werden. müssen die Mitglieder alle erscheinen.— Freitag abend Versammlung der Jugendabteilung im Heim. Die Führerschaft. S Bekanntmachung Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Ver. Herner Lichtspieltheater G. m. b. H. in herne wird eingestellt, da eine die Kosten des Verfahrens entsprechende Masse nicht vorhanden ist. —" 1933. n-„ Herne, den 4. August Das Amtsgericht. Statt Karten Wilhelm Lieneke Betty Lieneke geb. Pitsch Vermählte Herne, den 9. August 1933 Josefinenstr. 3. z. Zt. auf Reisen. 14895) Großes Vaterländisches Konzert. Mittwoch abend 8 Uhr findet in den Gartenanlagen Saalbau Strickmann ein großes statt, unter Leitung von Herrn Kapellmeister Paul Zimmer. 18 Mann großes Otchester. Eintritt 20 Pr. Sayn&a Hüle Glashandlung SchaufensterVerglasung Herne. Bahnbetstrabe#2 Lager Vinckestraße 4/5 Graue Haare? Orta HaariarbeUlId Fiederberstellet gbe jugendliche Parbe u Schönheit zurück! Spielend eintache An vendung! Uaschädlich Sichere Virkung! Flasche 1.80, S. S0f1 Salon Ringler Bahnhofstr. 6 5 neben Cafe Berke. Preiswerte Sport-und Badeartikel Achtung! Theaterbesucher! 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