Lippische taatszeitung W Pücot nihent. vud. ellungen der Zeitung können S zum 25, des laufend. wronats für den kommenden Monat ippischer Kurler Amtliches Organ des Gaues Amtliche Nationaler Landesregierung Se Petung Westfalen Nord der A6 DAR Anzeigenvreise: Die 22=mm=Zeile 9 Rck. für Familienanzeigen 7 A0. Textanzeigen, 77 mm breit, 40 J###. Zur Zeit ist Preisliste 6 gültig. Die Lseitige Beilage 10 mu das ausend, se weitere 2 Seiten 5 20 mehr. Bezugspreise: Der Bezugspreis beträgt monatlich bei Zustellung durch Boten einschl. Bestellgeld 2 2K. bei Zustellung durch die Post 2.42 Du einschl. 81 Nee Postgeb. Die Bebinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Nr. 53 Detmold, Donnerstag, 23. Februar 1939 11.(173.) Fahrgang Ausbürgerung von Fremdenlegionären Berlin, 22. Februar. Die Zugehörigkeit deutscher Staatsangehöriger zur französischen Fremdenlegion dien! Interessen, die dem deutschen Volke völlig fremd sind und läuft damit dem deutschen Volksempfinden zuwider. Der Eintrilt in die Fremdenlegion oder der Verbleib darin schädigt die Wehr= und Arbeitskraft des eigenen Volkes und kann durch nichts mehr entschuldigt oder wieder gutgemacht werden. Aus diesem Grunde hal der Reichsminister des Innern nunmehr angeordnet, daß jedem Deutschen, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sich für den Dienst in der Fremdenlegion verpflichtet oder seine Verpflichtungszeit verlängert, die deutsche Staatsangehörigkeit abzuerkennen ist. Das gleiche gilt für die nach Deutschland zurückgekehrten ehemaligen Fremdenlegionäre, die sich verbotswidrig in das Ausland begeben. Beauftragte des Führers für die Durchführung stüdtebaulicher Maßnahmen. Berlin, 22. Februar. Der Führer hat den Gauleiter des Gaues Schwaben der NSDAP., Karl Wahl, beauftragt, die vom Führer bestimmten besonderen städtebaulichen Maßnahmen für die Stadt Augsburg zu treffen. Den gleichen Auftrag erhielten für die Stadt Bayreuth der Gauleiter der Bayrischen Ostmark, Fritz Wächtler, für Breslau Gauleiter Josef Wagner, für Dresden der Reichsstatthalter Martin Mutschmann, für Graz Gauleiter Dr. Siegfried Uiberreiter, für die Hansestadt Hamburg Reichsstatthalter Karl Kaufmann und für Würzburg Gauleiter Dr. Otto Helmuth. Appell der Nemel=DAg. 3000 Anmeldungen in zehn Tagen. Memel, 22. Februar. Die Memeldeutsche Arbeitsfront hielt am Dienstagabend einen Appell ihrer Memeler Bezirksleiter und Zellenwarte ab, auf dem der Organisationsleiter, Landeedirektor Monien, wichtige Mitteilungen machte. Er gab u. a. bekannt, daß im Laufe von zehn Tagen bereits 3000 Eintrittsgesuche in der Hauptgeschäftsstelle der Memeldeutschen Arbeitsfront eingelaufen seien. Das bedeute, daß das schaffende memeldeutsche Volk den Ruf des Zusammenschlusses verstanden hat. Von Fall zu Fall würden auch weiter die alten Verbände übernommen werden. Der Sprecher gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß in der verhältnismäßig kurzen Zeit des Neuaufbaues Gewaltiges geleistet worden ist. Das Marschtempo moge beibehalten werden, damit der organisatorische Aufbau dem Willen Dr. Neumanns entsprechend am 1. April dieses Jahres als abgeschlossen angesehen werden können. Herzog von Koburg in Warschau Warschau, 22. Februar Heute morgen traf in Warschau der NSKK.=Ober= gruppenführer General der Infanterie Herzog von Sachsen=Koburg=Gotha in seiner Eigenschaft als Präsident des ständigen Internationalen FrontkämpferKomitees und der deutschen Frontkämpferverbände zu einem offiziellen Besuch ein. In seiner Begleitung befinden sich u. a. Gauleiter Oberpräsident SchwedeKoburg, Reichskriegerführer Generalmajor Reinhars und ein Vertreter des Reichskriegsopferführers Oberlindober. Nach dem Empfang auf dem Bahnhof legte der Herzog von Koburg mit den Herren seiner Begleitung unter militärischen Ehren am Grabe des unbekannten Soldaten in Warschau einen Kranz nieder. Anschließend legte der Herzog von Koburg im BelvedèreSchloß, der Arbeitsstätte Marschall Pilsudskis, einen Kranz nieder und besichtigte das nach Polen übergeführte Magdeburger Häuschen des Marschalls. Nach einem Ausflug nach Wilanow wurde die deutsche Abordnung von Marschall Rydz=Smigly, anschließend der Herzog von Koburg, den der deutsche Botschafter von Moltke begleitete, vom Staatspräsidenten Moscicki emfangen. An diesen Empfang schloß sich ein Essen im Schloß, dem Sitz des Staatspräsidenten. Zwischenfall in Fernost Japanische Bombe fiel auf britisches Gebiel. Toklo. 22. Februar. Das japanische Kriegsministerium gab um 16 Uhr ein Kommuniqué heraus, in dem mitgeteilt wird, daß japanische Militärflieger am Dienstag um 11 Uhr die Grenzstadt Schumchun an der Kanton=Kaulun=Bahn angegriffen hätten, wobei ein Flugzeug irrtümlicherweise eine Bombe auf britisches Gebiet fallen ließ. Die Bombe traf die Lokomotive eines dort ankommenden Zuges. Die japanische Armee ließ durch den japanischen Generalkonsul in Hongkong den britischen Behörden ihr Bedauern wegen des Vorfalles ausdrücken. Sie hausen wie die Räuber Das rotspanische Untermenschentum in Frankreich— Verzweiflungstelegramm eines Bürgermeisters— Sachschaden beträgt 2 Millionen Franken (Eigener Bericht.) Paris, 22. Februar. Der Bürgermeister von Argeles hal an den Innenminister ein Verzweiflungstelegramm gerichtet, in welchem er die sofortige Räumung seiner Gemeinde von den spanischen Flüchtlingen fordert. Er schätzt den Schaden, den die Rotspanier bisher angerichtet haben, auf mindesteas zwei Millionen Frank. Aehnliche Hilferufe sind aus den übrigen Pyrenden=Gemeinden, die unter der rotspanischen Ueberschwemmung zu leiden haben, nach Paris gerichlet worden. Gemüse- und Getreidefelder sind vernichtet, in den Weinbergen die Stöcke umgeschlagen und verdrannt worden, ganze Wälder abgeholzt und Jelder und Aecker kllometerweit mit den Leichen gefallener Tiere und verschmutzter Wäsche verpestel. Aehnliche Beschwerden über das Treiben und das skandalöse Verhalten der Flüchtlinge laufen aus allen Teilen des Landes ein. In Rouen, wo 3 400 Flüchklinge untergebracht sind, verweigerten diese die Annahme des Frühstücks, indem sie Schokolade statt Kaffee oder Milch verlangten. Aus zahkreichen Städten wird berichtet, daß ganze Gruppen von spanischen Bolschewisten und Anarchisten aus den Konzentrationslagern oder den Flüchtlingstransporten entwichen sind und das Land unsicher machen. Der tollste Fall aber wird aus Toulouse gemeldet. Die Polizei hat festgestellt, daß die aus Barcelona geflüchteten Leiter des marxistisch=bolschewistischen Gewerkschaftsverdandes, ERT genannt, mit Hilfe der Toulouser Kommunisten und Marxisten dort ein Geheimbüro eröffnet haben. Seit geraumer Zeit schon hätten die geflüchteten spanischen Bolschewisten in der südwestfranzösishen Provinzhauptstadt eine lebhafte Tätigkeit entfaltet und schon Vorbereitungen getroffen, ihre Agitation auf andere französische Gebiete auszudehnen. Sie bereiteten sogar schon die Herausgabe eines Blattes in spanischer Sprache vor, das in den Konzentrationslagern verteilt werden sollte. Unerwünschte Einwanderer Ulex'ko soll 100 000 Spaulen-Marxisten aufnehmen. Bilbao, 22. Februar. Wie aus Madrid bekannt wird, ersuchten die dortigen Bolschewistenhäuptlinge ihren zur Zeit Amerika bereisenden Agenten Prieto, mit der Regierung von Mexiko, besonders mit Präsident Cardenas, über die Einreise von über 100 000 spanischen Marxisten nach Mexiko zu verhandeln, da der Zusammenbruch unvermeidlich sei. Aehnliche Aufträge erhielten die sowjetspanischen Vertreter bei den Staaten Südamerikas. Letztere lehnten jedoch die Einreiseerlaubnis ab. Auch die roten„Botschafter“ in Paris und London werden eingeschaltet. Sie sollen versuchen, von Frankreich und England die Zusicherung zu erhalten, daß beim Zusammenbruch eine große Zahl von Auslandsschiffen in die roten Mittelmeerhäfen gesandt werden, wo sie die roten Bonzen an Bord nehmen sollen. Telegrammwechsel zwischen Franco und Mussolini zur Siegesparade in Barcelona. Rom, 22. Februar. General Franco hat an den Duce folgendes Telegramm gerichtet: „Nach Beendigung des katalanischen Feldzuges und Abnahme der Parade des siegreichen Heeres, dem die tapferen italienischen Legionäre angehören, hat das spanische Volk beim Vorbeimarsch dieser glorreichen Truppen dem italienischen Volk und seinem Duce gehuldigt. Zusammen mit dem begeisterten Gruß des spanischen Heeres für seine italienischen Kameraden sende ich Ihnen meine eigenen aufrichtigen Grüße. Franco.“ Der Duce hat wie folgt geantwortet:„Ich danke Ihnen für die den Legionärstruppen gewährte hohe Ehre, in dem für das große, geeinte Spanien wieder eroberten Barcelona vor Ihnen aufzumarschieren. Ich erwidere mit größter Herzlichkeit Ihren kameradschaftlichen Gruß, indem ich Ihnen bestätige, daß die italienischen Legionäre bis zum endgültigen Siege Ihrem Befehl gehorchen werden. Mussolini.“ Deserteure als Eisenbahnattentäter Paris, 22. Februar. Nach dem vor einigen Tagen versuchten Eisenbahnanschlag bei St. Etienne, dessen Urheber rotspanische Deserteure waren, die von der Polizei verhaftei werden konnten, meldet der„Petit Parisien“, daß ein neuer derartiger verbrecherischer Eisenbahnanschlag auf die Linie Clermonl — Ferrand— Nimes verübt worden ist. Zwei Kilometer vom Bahnhof von Courdes entfernt haben bisher unerkannt gebliebene Verbrecher fünf schwere Eisenbahnschwellenschrauben in eine Weiche geklemmt. An dieser Stelle führt die Eisenbahnlinie auf einem fünf Meter hohen Damm in einem großen Bogen über den Fluß Allier. Glücklicherweise entgleiste der erste diese Strecke befahrende Personenzug nicht, weil die Lokomotive die Schraubenbolzen zur Seite schob. Eine Entgleisung an dieser Stelle hätte ein unabsehbares Unglück herbeiführen können. Als Täter kommen auch hier rotspanische Deserteure in Frage, die ständig dreister und frecher auftreten und sich immer mehr zu einer schweren Landplage auswachsen. Polizei und Gendarmerie verfolgen bereits eine bestimmte Spur. „Wir werden sie in Schreckenjagen“. Chamberlain über die englische Aufrüstung— Eine Rede des Ministerpräsidenten London, 22. Februar. Chamberlain hielt am Mittwochabend in Blackburne eine Rede, an deren Anfang er das Shakespeare=Wort stellte: „Mögen die drei Enden der Welt in Waffen kommen, wir werden sie in Schrecken jagen!“ Man empfinde den Sinn dieses Wortes, fuhr Chamberlain u. a. fort, wenn man bedenke, daß die englischen Aufrüstungsvorbereitungen nur die Anfänge Englands darstellten, und daß dabei die Beiträge, die im Notfalle von den großen Dominien oder von den Verbündeten Englands und seinen Freunden außerhalb des britischen Empire geleistet werden könnten, noch nicht in Rechnung gestellt worden seien. Die gewaltigen Zahlen des Aufrüstungsvoranschlages seien ein Beweis für die ungeheuren Finanzkräfte Englands, die es ihm ermöglichten, nicht nur so kollossale Summen aufzubringen, sondern sie auch zu verausgaben. Es sei der größte Wunsch seines Lebens, den Frieden und das Vertrauen auf fester dauerhafter Grundlage wieder hergestellt zu sehen. „Wenn ich mich nicht täusche“, sagte Chamberlain im weiteren Verlauf seiner Ausführungen,„werden wir die Belohnung für unsere Außenpolitik nicht nur in einer größeren Beruhingung der Gemüter, sondern auch in einem größeren Befestigungsgrad in unserem Volke finden.“ Er glaube nicht, erklärte der Redner schließlich, daß ein Grund dafür vorliege, für die Zurunft des Arbeitsmarktes im allgemeinen oder des Exporthandels im besonderen pessimistischer Ansicht zu sein. Die Polizei hatte vor der Halle, in der Chamberlain sprach, umfangreiche Absperrmaßnahmen getroffen, um Personen, die nicht im Besitz einer Einlaßkarte waren, am Eintritt zu verhindern. Mehrere Personen, die Koffer bei sich führten, wurden von der Polizei am Eingang aufgefordert, ihre Koffer zu öffnen. Diese Maßnahme ist zweifellos auf die Befürchtungen zurückzuführen, daß die Gelegenheit dazu benutzt werden könnte, Bombenanschläge zu verüben. „Gesandter“ Vérard Eine bemerkenswerte Havas=Meldung. Paris, 22. Februar. Wie Havas aus St. Jean de Luz meldet, wird Senator Bérard, den die offiziöse Agentur bereits als den„außerordentlichen Gesandten der französischen Regierung bei der Franco=Regierung" bezeichnet, noch nicht am heutigen Mittwoch, wie ursprünglich angekündigt, sondern erst im Laufe des Donnerstags wieder nach Burgos fahren. Botschaftssekretär Saint ist am Mittwoch früh in St. Jean de Luz eingetroffen und hat Senator Bérard über seine Besprechungen in Paris Bericht erstattet. Senator Bérard erklärte Pressevertretern, daß er mit dem spanischen Außenminister Jordana eine Reihe von Fragen verhandeln werde, die schon in einer früheren Aussprache angeschnitten worden seien. Er hoffe, seine Besprechungen am Freitagabend zu beenden. Nicht ausgeschlossen sei es, daß sie zu einem Abkommen führen würden. Anschließend fahre er, Bérard, sofort nach Paris. Wahrscheinlich werde am Sonnabend von der französischen Regierung ein Beschluß gefaßt werden, der die Wiederaufnahme der offiziellen Beziehungen zwischen Paris und Burgos endgültig gestatte. „Unsere Walte ist die laee“ Das Vermächtnis Horst Wessels. Als am 14. Januar 1930 der rote Mörder Ali Höhler den ihm ahnungslos öffnenden Horst Wessel in seiner Wohnung mit einem Pistolenschuß niederstreckte, ahnten nur wenige Nationalsozialisten, wem dieser Mordanschlag der Kommune galt. In Berlin war der SA.=Sturmführer Horst Wessel bekannt, sein unsterblich gewordenes Lied sang der SA.=Mann vereinzelt auch im Reiche, aber wer der Mann war, den die Fremdenlegionäre Moskaus beseitigen wollten, das offenbarte sich erst später. Kaltblütig— nein: zynisch— beschloß man in der Berliner Befehlsstelle der Komintern, im Karl=Liebknecht=Haus, den Mann umzubringen, der es unternahm, als Student mitten unter die verhetzte Arbeiterschaft zu gehen und sie für die Idee Adolf Hitlers zu gewinnen. Die Kommune wußte, welche Gefahr Horst Wessel für sie war, der in ihre rote Domäne eindrang und sie von innen her zu erobern begann. In der späteren Verhandlung gegen die Mörder unseres unvergeßlichen Sturmführers stellte es sich heraus, mit welchen abgeseimten Mitteln Moskau in Deutschland damals arbeitete. Horst Wessel war der vom Karl=Liebknecht=Haus„langgesuchte“ Gegner, den man endlich zur Strecke brachte, indem man ihm eine Horde Verbrecher in die Wohnung sandte, um ihn dort einfach zu meucheln. Anders konnte man ihm nicht mehr entgegentreten, Moskaus Mittel waren erschöpft. Hier offenbarte sich die abgrundtiese Erbärmlichkeit des Bolschewismus, der sich gegenüber der Stoßkraft der nationalsozialistischen Idee machtlos sah. Seine geistigen Waffen waren morsch, und so griff er zum Mord. Wir erinnern uns noch der kommunistischen Mordparole„Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“ und haben sie als das gewertet, was sie tatsächlich war: Die weltanschauliche Bankerotterklärung des Bolschewismus! Freilich, auch wir schlugen zu, aber niemals meuchelten wir. Horst Wessel wurde uns Vorbild dafür, daß man seine gefährlichsten Gegner mit der Idee überwinden konnte. Horst Wessel ist uns Inbegriff unserer gemordeten Kameraden geworden. Hat er geahnt, welches Ende er nehmen würde, war ihm bewußt, welches Opfer er bringen sollte, als er sein Kampflied dichtete, das heute zur Hymne der Nation geworden ist? Wohl keiner unserer Kameraden ist so vom Haß der roten Unterwelt verfolgt worden wie gerade er, aber keinem schlug dafür die Liebe und das Vertrauen seiner Männer so gläubig und bedingungslos entgegen wie gerade dem Sturmführer Horst Wessel. Hier witterte die Unterwelt ihren Gegner und den Ueberwinder der roten Pest. Deshalb mußte er weg, koste es, was es wolle! Man überfiel ihn in seiner Wohnung, man schoß ihn brutal zusammen, man versuchte, den im Krankenhaus mit dem Tode Ringenden erneut zu überfallen und endgültig umzubringen, man machte unbarmherzig Jagd auf jeden seiner Männer und verfolgte haßerfüllt seinen erschütternden Todeskampf. Als dann am 23. Februar 1930 die Nachricht kam, daß Horst Wessel endlich nach unmenschlichen Qualen ausgelitten hatte, da gab Rotmord noch lange keine Ruhe. Lichtscheue Verbrecher versuchten, bei der Ueberführung zum Nikolaifriedhof den Leichenwagen zu stürmen und den Sarg aufs Pflaster zu werfen. Die Beerdigung spielte sich unter geradezu widerlichen Erscheinungen ab. Die gesamte Unterwelt war aufgeboten worden, im Namen Moskaus gegen einen Toten zu demonstrieren. Selbst im Grabe war Horst Wessel noch nicht sicher vor der Rache der Kommune; wochenlang mußten Kameraden Tag und Nacht Wache halten, weil mit Spaten bewaffnete Rotmord=Kolonnen wiederholt versuchten, sich an seiner Leiche zu vergreifen. Idee gegen Mord! Das war Horst Wefsels Parole und Inhalt seines Kampfes gewesen. Und ausgerechnet er, der seinen Männern immer wieder predigte, den Gegner zu gewinnen, seine Seele zu erorbern, nicht aber an ihm billige Rache zu nehmen, dem roten Terror unsere Idee entgegenzustellen, er mußte Opfer bringen, er wurde gemeuchelt, er mußte sein Leben hingeben, damit die Idee Adolf Hitlers um so stärker leuchte. Und wahrhaftig: Sein Märtyrertod war der größte ideelle Sieg über den Bolschewismus. Seinen Kameraden ein vorbildlicher Führer und Kamerad, war Horst Wessel ein sanatischer Kämpfer, dessen Glaube den Gegner überwand und die wertvollen Kräfte gewann. Er war der Typ des politischen Soldaten Adolf Hitlers. Ob im Kampf auf der Straße oder in Saalschlachten, ob in der Versammlung als Redner, ob als Kamerad im Sturmlokal, stets strömte er Vertrauen aus, das seine Männer packte und mit fortriß. Einige klassische Sätze seines gläubigen Bekennt nisses sind uns erhalten geblieben:„Der Wille, der uns zwingt, unserem Führer zu gehorchen, ist der Wille zu Deutschland. Jene schreien China den Chinesen, aber Deutschland den Deutschen zu rusen, haben sie vergessen! Unsere Wafse ist die Idee, die unser Führer erkämpfen will. Auch wir, die wir uns aus allen Schichten des deutschen Volkes zusammensetzen, haben diesen Weg beschritten, Deutschland zu helfen und zu nützen. Wir tun es nicht nur aus Begeisterung, sondern aus Pflichtgefühl. Die Uniform soll uns nur ein äußeres Zeichen sein, soll nur die Stärke der Partei verkörpern. Aber das Idol, das wir erkämpfen wollen, muß in unseren Herzen leben, und wir müssen lernen, es mit der Zunge dem Volke einzuhämmern.“ Rormord machte diese Zunge stumm. Sein Lied aber brauste nun als Gebet zum Himmel, als Anklage und Verpflichtung zugleich. Es zwang uns immer wieder zum Einsatz, zum Kampf getreu seiner Mahnung: Die Fahne hoch! Robert Keßler. „Ein prüfstein für jede Nation“ Schweizer Stimmen über die Arbeitslosigkeit. (Eigener Bericht.) Gens. 23. Februar. Das Organ der eidgenössischen Aktion„Die Neue Politik“ schreibt zum Problem der Arbeitslosigkeit u. a.:„Arbeitslosigkeit ist nur dort möglich, wo die öffentliche Solidarität gefährdet ist und der Zerfall der öffentlichen Moral bereits eingesetzt hat. Die Arbeitslosigkeit ist nur ein Problem des guten Willens und der rührigen Organisation. Ihre Behebung muß zur Gewissensfrage des letzten verantwortlichen Bürgers gemacht werden. Die Arbeitslosigkeit ist ein Faustschlag ins Gesicht der sittlich gesunden Jugend und des ehrwürdigen Alters. Der Zustand dauernder Arbeitslosigkeit spricht allen unseren kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen Hohn. Der Grad der herrschenden Arbeitslosigkeit charakterisiert eine Nation zutreffender als alle politischen Schlagworte.“ Schweiz wehrt Emigranten ab Konzentrationslager für Jnden. (Eigener Bericht.) Gens, 22. Februar. Auf der Tagung der schweizerischen Polizeidirektoren in Bern, die unter dem Vorsitz des Vorstehers der eidgenössischen Fremdenpolizei stattfand, wurde beschlossen, die Maßnahmen gegen die Emigranten zu verschärfen. Die Grenzkontrolle und Anzeigepflicht wird bereits in den kommenden Tagen schärfer gehandhabt werden. Ueber die in der Schweiz versammelten Emigranten wird eine besondere Lifte angefertigt werden, die einen raschen Weitertransport dieser Emigranten erleichtern soll. Man hat außerdem für Emigranten, die nicht schon bald abgeschoben werden können, besondere Konzentrationslager in Aussicht genommen. In den letzten Wochen haben zahlreiche Grenzkantone ihre Polizeikräfte verstärkt. In Genf allein wurde der Bestand an Beamten der Geheimpolizei auf 75 Mann erhöht. Wie„beliebt“ sich die jüdischen Emigranten in der Schweiz gemacht haben, ist allein schon daraus ersichtlich, daß sich vor kurzer Zeit die sozialdemokratische St. Gallener „Volksstimme“ gezwungen sah, die jüdischen Emigranten zu verwarnen. Das Blatt erklärte, daß diese infolge ihres arroganten Auftretens im Begriffe seien, sich die letzten Sympathien zu verspielen. Anzulässige Beschränkungen beim Kartoffelverkauf Berlin, 22. Februar. Mehrfach ist bekanntgeworden, daß der Einzelhandel die Abgabe von Speisekartoffeln auf unbestimmte Mindestmengen beschränkt, zum Beispiel auf die Abnahme von mindestens 5 kg. Der Reichskommissar für die Preisbildung weist in einem Erlaß darauf hin, daß derartige Beschränkungen des Verkaufs eine Schlechterstellung des Verbrauchers bewirken und einen Verstoß gegen die Preisstopverordnung darstellen. Sie sind daher unzulässig. Das gleiche gilt für die übrigen Waren des täglichen Bedarfs auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft. Torpedoschüsse auf den Frieden Unverantwörtliche Hetze eines amerikanischen Abgeordneten— Rüstungsagitation im Dienste geschäftlicher Interessen— Repräsentantenhaus als Tummelplatz zügelloser Hysterie Washingion, 22. Februar. Während der Unterhausdebatte über die Anforderung von 53 Millionen Dollar für die Errichtung beziehungsweise den Ausbau von 14 Marine=Flugzeugstützpunkten umriß der Vorsitzende des Marineausschusses, der Abgeordnete Vinson, die amerikanische Politik im Zusammenhang mit der unerhörten Aufrüstung in den Vereinigten Staaten. Zu den kriegshetzerischen Ausführungen Vinsons, auf die— wie bereits berichtet— der Senator Reynolds im Versauf der diesbezüglichen Senatsdebatte eine scharfe Abfuhr erteilte, werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Danach erklärte Vinson, die Interessen der Vereinigten Staaten verknüpften Amerika mit England und Frankreich. „Es könne keine Basis für die Auseinandersetzung zwischen einer Demokratie und einer Diktatur geben außer der Uebergabe der ersteren.“ Vinson erklärte weiter, Amerika müsse darauf vorbereitet sein, allein zu stehen. Die nationale Verteidigung sei„in diesem chaotischen Stadium der Menschheitsgeschichte“ von größter Wichtigkeit für Amerika und die westliche Halbkugel. Niemand dürfe glauben, wo die Welt von Diktaturmächten— Deutschland, Italien in Europa und Japan im Fernen Osten— überlaufen sei, daß es nicht das Wichtigste sei, daß Amerika sorgsam auf die Verteidigung achtgebe. Es sei nicht nur notwendig, daß Amerika auf seine eigene Verteidigung achte, sondern es sei zum Vorteil Amerikas selbst,„jenen anderen großen Demokratien, England und Frankreich, Flugzeuge zu liefern, damit sie nicht von den Diktaturmächten zerstört wrden“.(!) Jeder„richtigdenkende“. Amerikaner billige in diesem Falle die Entscheidung der Regierung, denn, falls England und Frankreich unvorbereitet seien, würden sie sicherlich zerstört(!) und der letzte Hort der Demokratie werde diese Halbkugel(Amerika) sein, wobei die Vereinigten Staaten die Last tragen würden. Mit sichtlicher Anspielung auf die Politik Chamberlains wies Vinson darauf hin, daß es Leute gebe, die glauben, daß die„Leiden dieser wahnsinnigen Welt" durch Konferenzen und Verträge zwischen Demokratien und Diktaturen geheilt werden könnten. Jeder würde solche Schritte begrüßen, falls sie für die„Rückkehr zur Weltgesundheit“ und das Wiederaufleben der„guten altmodischen Grundsätze der nationalen Ehre, Moral und Achtung" Verpflichtungen bedeuten würden. Jede bisherige Zusammenkunft mit Diktatoren habe jedoch die unzweideutige Kapitulation bedeutet, und ein Friede auf Grund von Bedingungen der Diktatoren sei ein„karthagischer Friede“.(!) A. P. Es ist typisch für alle Kriegshetzer der demokratischen Welt, daß sie den autoritären Staaten Angriffsund Zerstörungsabsichten in die Schuhe schieben, die völlig unhaltbar und verantwortungslos sind. Für jeden ehrlich denkenden Menschen wirken diese Märchen geradezu lächerlich. Das trifft auch für die Erklärungen des Abgeordneten Vinson vor dem amerikanischen Unterhaus zu. Es bleibt nur die Frage offen, was wollen die Kriegshetzer jenseits des Ozeans mit den ständig wiederkehrenden aggressiven Angriffen bezwecken? Für den Kenner der amerikanischen Verhältnisse ist es klar, daß man mit diesen Ablenkungsmanövern einmal dem Volke selbst Sand in die Unser Türkdienst meldet: Wechsel in der Leitung des Fachamtes Bergbau Reichsleiter Dr. Ley hat mit der Leitung des Fachamtes Bergbau in der DAF. mit sofortiger Wirkung anstelle des bisherigen Fachamtsleiters Bergbau, Albert Padberg, den Gauobmann Ernst Stein, M.d.R., Bochum, unter gleichzeitiger Belassung in seiner bisherigen Dienststellung beauftragt. Gründung einer Reichshedammenschaft. Der Reichsinnenminister hat die Reichsfachschaftsleiterin Frau Hanna Conti mit den Vorarbeiten für die Begründung der Reichshebammenschaft beauftragt. Bis zur Begründung werden die Aufgaben durch die Reichsfachschaft deutscher Hebammen wahrgenommen. Die Schulungsburg des Sudetengaues eröffnet. Gauleiter Konrad Henlein übergab Mittwoch nachmittag m Gegenwart zahlreicher Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht die Schulungsburg des Sudetengaues in Reichenberg ihrer Bestimmung. „Haus der Mode“ in Wien eröffnet. Das„Haus der Mode“ in Wien wurde Mittwoch vormittag von Bürgermeister Dr.=Ing. Neubacher in Gegenwart des Ministers Dr. Fischböck von Dr. Keller vom „Haus der deutschen Mode“ in Berlin und zahlreicher Vertreter von Partei und Staat eröffnet. Das neue belgische Kabinett vereidigt. Das neue belgische Kabinett leistete am Mittwochabend vor dem König den Eid auf die Verfassung. Die Kammer ist auf Donnerstag nachmittag einberufen worden, um die Regierungserklärung entgegenzunehmen. Brifische Haudelsbilanz passio. Die britische Handelsbilanz für das Jahr 1938 schließt nach den vom Handelsamt veröffentlichten Zahlen mit einem Unterschuß von 55 Millionen Pfund ab. Die Einnahmen der Schiffahrt allein zeigten einen Rückgang von 30 Millionen Pfund. Anerkennung Francos durch den Balkanbund Nach Abschluß der Tagung des Ständigen Rats des Balkanbundes teilte Außenminister Gafencou mit, der Ständige Rat habe im Prinzip beschlossen, General Franco de jure anzuerkennen. Die Art und Weise der Anerkennung bleibe jedem Mitgliedsstaat überlassen. Wiederaufnahme der Beziehungen Frankreich— Jran. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Iran sind offiziell am 21. Februar wieder ausgenommen worden. Unterhaus beschließl Anleiheermächtigung. Das englische Unterhaus beendete am späten Abend des Dienstags die Aussprache über Erhöhung der Anleiheermächtigung. Ein Abänderungsantrag der Opposition, den Anleihebetrag von 800 Millionen Pfund auf 799 Millionen Pfund herabzusetzen, wurde mit 310 gegen 127 Stimmen abgelehnt. Mißzerfolg der Palästina-Konferenz. Die Mehrzahl der Londoner Blätter berichtet ganz deutlich darüber, daß die Palästina=Konferenz zu einem Mißerfolg geführt hat und daß es jetzt Sache der britischen Regierung sei, mit ihrem eigenen Plan herauszurücken. 70 000 Soldaten in Italievisch-Oftafrika. Auf verschiedene Anfragen im englischen Unterhaus über die italienischen Truppenbewegungen in Nordafrika antwortete Unterstaatssekretär Butler, daß in Italienisch=Ostafrika die offiztelle Truppenzahl mit rund 70000 angegeben werde. Diese Zahl verändere sich natürlich von Zeit zu Zeit, aber sie scheine sich in den letzten Monaten vergrößert zu haben. Ind Grünbaum wieder auf freiem Fuß! Der Jude Gründaum, der nach seinem tötlichen Angriff auf den Führer des Amerika=Deutschen Volksbundes, Fritz Kuhn, am Montag verhaftet und im Schnellverfahren zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, ist am Dienstagabend wieder freigelassen worden. Eine jüdische Organisation hatte für ihn Bürgschaft geleistet und die Geldstrafe gezahlt. Augen streuen will und zum anderen die Kriegs= und Rüstungsindustrie auf volle Tourenzahl zu bringen versucht. Immerhin ist es eine Anmaßung sondergleichen, wenn ein maßgebender Mann in amtlicher Eigenschaft Erklärungen abgibt, die von einer Zerstörung Frankreichs, Englands — und schließlich Amerikas wissen wollen. Hier muß einmal offen gesagt werden, daß diese bewußt falschen Behauptungen tatsächlich eine sehr ernste Gefahr für den Frieden darstellen. Das Verwerflichste an ihnen aber ist die Tatsache, daß man in Wirklichkeit diese infame Hetze dazu benutzt, um das amerikanische Volk von der eigenen wirtschaftlichen Katastrophe abzulenken. Denn das Geschrei aus dem Weißen Haus will weiter nichts bezwecken, als den Rüftungskonzernen eine neue Konjunktur zu bescheren. Wir dürfen bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, daß die 10 Millionen Erwerbslosen dadurch bestimmt nicht in Arbeit und Brot gebracht werden. Was bedeutet es aber, wenn Binson angibt, die Vereinigten Staaten hätten als letzter Hort der Demokratie die Last zu tragen? Wir wissen nur noch zu genau, wie diese„Last" vor rund 25 Jahren aussah, wissen, daß Amerika bei dem entsetzlichen Völkerringen des Weltkrieges ein fettes Geschäft gemacht hat, das dazu führte, daß die Goldschätze der anderen Staaten in die Tresors der Vereinigten Staaten wanderten. Man hätte drüben allen Grund, von Humanität und Menschlichkeit zu schweigen, wenn man selbst die größte Katastrophe der Menschheit zu einem Schachergeschäft gemacht hat. Will man dieses Spiel wiederholen? Wir können uns nicht denken, daß die„richtigdenkenden“. Amerikaner damit einverstanden sein können. Der Gipfelpunkt der Frechheit kann darin erblickt werden, wenn Vinson von einer„Rückkehr zur Weltgesundheit“ faselt. Gerade die autoritären Staaten haben bewiesen, daß sie in ihren Ländern Ruhe, Ordnung, Arbeit und Frieden geschaffen haben. In den„Demokratien“ sind immer noch Arbeitslosigkeit, Not, Elend, Streiks und politische Zusammenstöße an der Tagesordnung. Es ist also eine glatte Verdrehung der Tatsachen, wenn Vinson die Ordnung und Friedensliebe als ein„Leiden dieser wahnsinnigen Welt“ bezeichnet. Wir müssen uns derartige Anspielungen auf das entschiedenste verbitten! Erfreulich ist es, daß in Amerika immer mehr Menschen aufstehen, die den Kriegstreibern die Maske vom Gesicht reißen. Denn davon dürfen Hetzer vom Schlage Vinsons Kenntnis nehmen: Das Weltbild von 1939 ist ein anderes als von 1914. Kein noch so lautes Geschrei und kein Bluff demokratischer Prägung kann diese Tatsache aus der Welt schaffen. Das Steuer der Weltpolitik ist fest und sicher in die Hände der aufbauwilligen Staaten gelegt worden. „Rooseveltsche Raserei“ Rom, 22. Februar. Die Verleumdungs= und Hetzkampagne der nordamerikanischen Staatsmänner gegen die autoritären Staaten wird von der gesamten römischen Presse als ein Provokationsprogramm schärfstens gebrandmarkt. Die Zeitungen unterstreichen, daß der Wahn Roosevelts für den europäischen Frieden immer gefährlicher werde. Nach dem Präsidenten Roosevelt habe, wie„Tribuna“ erklärt, nunmehr auch Senator Pittman das Wort ergriffen, der zweifellos die Absichten des Präsidenten wiedergebe. Senator Pittman wolle einen Krieg zwischen den europäischen Völkern und wäre zufrieden, wenn die amerikanischen Provokationen gegenüber dem einen oder anderen europäischen Staat dazu führen könnten, Amerika in diesen Krieg hinein zu verwickeln. Sein Programm könne man wie folgt zusammenfassen: Die europäischen Staaten auseinander zu hetzen unter dem Vorwand, daß eine Lösung der Probleme, die das europäische Leben vergiften, unmöglich oder gar unmoralisch sei, und die totalitären Staaten zu provozieren, damit sie gegen Amerika zu Felde ziehen. Die bolschewistische Raserei werde von einer neuen, der„Rooseveltschen Raserei“ abgelöst. Studenten wallfahren zu Schiller Jenas akademische Jugend hulchigt dem Dichter— Historische gz. Weimar, 22. Februar Altem Brauch gemäß rüstet die Jonaer Studentenschaft für den 24. Februar wieder zu einer Weimarfahrt, deren künstlerischer Höhepunkt in einem Besuch des Deutschen Nationaltheaters liegen wird. Man spielt diesmal den„Wilhelm Tell“, denn diese Fahrten sind seit jeher eine Huldigung für den Genius Schiller, zu dem die studentische Jugend Jenas in besonderen Beziehungen steht, seit der Dichter Schiller in den„Räubern“ gegen die Tyrannei und alles Gemeine zu Felde zog und seit der Professor Schiller vom Jenaer Lehrstuhl herab über Gewalt und Größe der Geschichte sprach. Seit den gleichen Tagen aber haben sich die Jenenser Studenten auch das Recht genommen, Schiller auf eine besondere Weise ihre begeisterte Zustimmung im Theater kundzutun. Die Kluft zwischen Zuschauerraum und Bühne und zwischen Spiel und Leben bildet für sie kein unüberwindliches Hindernis. Noch immer, wenn im vierten Akt der„Räuber" die Spießgesellen ihren rauhen Sang vom freien Leben anstimmten und die Jenenser das Haus füllten, erklang der Kampfruf:„Silentium, das können wir besser!" Die Bühne schwieg und die Studenten sangen! Auch bei der diesjährigen Schillerfahrt wird den Jenensern das alte Vorrecht nicht beschnitten werden, obwohl diesmal der„Tell“ auf dem Spielplan steht. Wenn der Schwur auf dem Rütli die Herzen aufrüttelt und zusammenschweißt, dann werden die Studenten zum Ende einfallen und werden das Trutzlied des nationalsozialistischen Studentenbundes zur Bekröftigung singen. Ein alter Brauch erhält damit neuen, vertiefenden Sinn und Gegenwartsnähe. Man hat den Studenten nicht von allem Anfang an solche Vorrechte zugebilligt. In den Annalen der Weimarer Theatergeschichte findet sich mancher Beweis dafür, daß man im studentischen Brauch amtlicherseits zunächst eine Anmaßung erblickte, die mit allen Mitteln bekämpft wurde. Nachdem am 13. Januar des Jahres 1782 Schillers„Räuber“ zu Mannheim aus der Taufe gehoben worden waren, gelangte das Werk unter dem 30. November 1784 erstmalig in Weimar zur Aufführung. Die Intendanz lag damals noch nicht in Goethes Händen. Der Truppo des Theaterdirektore „Räuber“-Fahrt nach Weimar Bellomo war das Privileg erteilt worden, in dem Komödienhaus zu spielen. Das Haus, das unter Goethes Leitung umgebaut wurde, stand an der gleichen Stelle, an der das heutige Nationaltheater steht. Die Aufführung der„Räuber“ erregte besonderer Aufsehen und zog die Jenenfer Studenten alsbald an. Erschien das Werk auf dem Spielplan, so zogen sie zu Pferd oder zu Wagen über die Berge des Mühltals die Schnecke hinauf gen Weimar. Dort fielen sie mit großem Hallo ein, besuchten zunächst einmal die Wirtshäuser, und schließlich saßen sie, geladen voll Uebermut und Begeisterung, vor der Bühne. Die„Räuber" haben auch während des folgenden 19. Jahrhunderts laufend auf dem Spielplan gestanden. Aus den Aufzeichnungen des Nationaltheaters geht hervor, daß das Werk regelmäßig alle drei bis fünf Jahre, wenn auch meist nur mit einer Aufführung, in Szene ging. Kurz vor dem Weltkrieg, am 9. Mai 1914, konnte zu Schillers Todestag die 100. Aufführung stattfinden, und bald nach dem Kriege sind die Räuber=Aufführungen wieder ausgenommen worden. Für das Jahr 1922 läßt sich die erste Räuberfahrt der Jenenser Studenten in der heutigen Art und Weise nachweisen, und es sind dann in längeren Abständen weitere gefolgt. Letztmalig gingen die Räuber vor den Studenten im Jahre 1935 in Szene. Hier knüpft die diesjährige Schillerfahrt an, und wie man hört, soll der alte Brauch nun wieder ohne Unterbrechungen aufgenommen werden. Alljährlich sollen und wollen die Jenenser Studenten einmal herüberkommen, um Schiller zu huldigen. Das ist eine Absicht, die zu begrüßen ist, denn ebenso wie Jena und Weimar zusammengehören, sind Schillers Geist und die studentische Jugend eine Wesenseinheit, und sie wird es bleiben, solange die Jugend sich der Idee der deutschen Freiheit, Größe und Heiligkeit verschworen fühlt. Egbert Grape am Reichssender Frankfurt. Egbert Grape, der den Hörern des Reichssenders Köln in vielen Sendungen als ausgeezichneter Pianist bekannt geworden ist, wurde zum 1. März als Konzertpianist an den Reichosender Frankfurt verpflichtet. Das Amt des Konzertpianisten war bisher am Reichssender Frankfurt nicht besetzt. Der Führer im Münchener Gärtnerplatz-Theater Mänchen, 22. Februar Der Vorstellung der Operette„Die lustige Witwe“ von Franz Lehär im Staatlichen Operettentheater am Gärtnerplatz wohnte am Mittwoch auch der Führer sowie in seiner Begleitung u. a. Reichominister Dr. Goebbels bei. Die hervorragende Aufführung der ewig jungen Meisteroperette fand den begeisterten Beifall des festlichen Hauses. Die temperamentvolle Inszenierung des Intendanten Fred Fischer, die einzigartige Ausstattung von Prof. Ludwig Sievert und die hervorragenden sängerischen, schauspielerischen und tänzerischen Leistungen der Besetzung sicherten dem Werk Franz Lehärs einen neuen großen Erfolg. Besonderen Anteil daran hatten die Hauptdarsteller Johannes Heesters, Lisa Herzog, Ruth Gerntholtz und Hans Fetscherin. Riesenbeifall fanden vor allem auch die tänzerischen Darbietungen der Geschwister Heidi und Margot Höpfner sowie der Tänzerinnen Marion Daniels, Dorothy von Bruck, Micky Bratz und des Tanzpaares Brunau, sowie insbesondere auch das Tanzballett unter der Leitung von Werner Stammer mit den Solisten Gabriele Falken und Sylvia Prillinger. Die musikalische Leitung hatte Franz Willi Strauß, während Peter Kreuder die musikalische Einrichtung besorgt hatte. Zum 25. Male Bluncks„Kampf um Neuyork“ aufgeführt. In der Berliner Volksbühne wurde in Anwesenheit des Verfassers zum 25. Male Hans Friedrich Bluncks„Kampf um Neuyork“ gegeben. Der große Erfolg der Dichtung beruht nächst der bedeutsamen Aufführung mit Kayßler und Kuhlmann auf dem Motiv des Stückes, das die frühamerikanische Unabhängigkeitsbewegung unter dem Pfälzer Jakob Leisler darstellt, zugleich aber auch den ersten tragischen Zusammenstoß zwischen deutscher und englischer Weltauffassung in der Zeit des Barock zeigt. Neuer Intendant für Troppau. Zum Intendanten des Troppauer Stadttheaters wurde Franz Stoß berufen. Trotz seines jugendlichen Alters von 29 Jahren ist er bereits seit längerer Zeit als selbständiger Theaterleiter tätig. Auch als Schauspieler ist er schon mehrfach erfolgreich hervorgetreten. Deutsch-rumänisches Austauschkonzert In der Reihe der repräsentativen internationalen Austauschkonzerte, die 1934 auf Anregung von Richard Strauß eingerichtet und seitdem in allen beteiligten Staaten eine immer größere kulturelle und völkerverbindende Bedeutung und Wertschätzung bekommen haben, folgte jetzt in der Berliner Singakademie das deutsch=rumänische Austauschkonzert. Die Programmfolge vermittelte durch zwei feinempfundene, volkstümlich gestaltete Cellowerke von Dimitresco leider nur die Bekanntschaft mit einem Komponisten aus Rumänien, das aber in dem Geiger Emescu und in dem Begründer der Bukarester lyrischen Oper Otescu Komponisten von Ruf besitzt, deren Werke man bei dieser Gelegenheit gerne kennengelernt hätte. Dafür konnten die Besucher der Singakademie aber einen ausgezeichneten Cellisten, Georges Cocea, hören, der außer in den beiden obengenannten rumänischen Stücken in Cellowerken von Valentini, Boccherini, Bach, Chopin und Albeniz mit warmem, aufblühendem Tone und virtuoser Technik eine hohe musikalische Kultur zeigte. Dem interessanten Konzert wohnten auch viele prominente Persönlichkeiten der rumänischen Kolonie bei. P. Haslinde. Neuer Intendant in Elbing. Als Nachfolger von Otto Kirchner, der als Intendant nach Aachen berufen worden ist, wurde Dr. Walter Falk mit der Leitung des Elbinger Stadttheaters beauftragt. Dr. Falk war zuletzt als Oberspielleiter an der Breslauer Oper tätig. Vorher bekleidete er u. a. verantwortliche Stellungen an der Rhein=Mainischen Landesbühne in Frankfurt a. M. und an der Bayrischen Landesbühne in München. Neuer Intendaut für Regensburg. Intendant Dr. Egon Schmitt, der Leiter einer Reihe von bedeutenden Festspielen, wie der Hohentwiel=Festspiele, der Säckinger Schloßpark=Spiele und der Luisenburg=Festspiele, wurde zum Intendanten des Stadttheaters Regensburg berufen. Ein neues Stück von Billinger. Der ostmärkische Dichter Richard Billinger, dessen Schauspiel„Am hohen Meer“ soeben im Berliner Staatlichen Schauspielhaus seine Uraufführung erlebte arbeitet zur Zeit an einer Komödie. Das Stück soll den Titel„Csardas“ tragen. Die Handlung spielt in Ungarn Donnerstag, 23. Febeuar 1333 Unterhaltungsblatt Lippische Staatszeitung Mmm (43. Fortsetzung) Ein qualvoller Aufschrei. Das Haus begann zu brennen! Da knatterte ein Maschinengewehr durch die Nacht. Was war das— wieder ganz nahe das hart absetzende Feuer... Was konnte das sein? Nur ein paar Augenblicke stutzten die Massai, dann stürmten sie in wilder Flucht davon, schreiend das Vieh im Stich lassend. Die Pilatusfarm schien vergessen zu sein. Das war kein Gefecht, das Maschinengewehrfeuer galt den Räubern. Thomas sprang vom Dach, rüttelte am Tor, brüllte, rief, weinte vor Freude. „Lena, Christoph, Jan! Gerettet, gerettet! Eine deutsche Mé.=Abteilung ist da— Himmel— sperrt auf—!“ Der Bur erschien langsam in der Türöffnung. Ein breiter Streifen gutmütigen Lachens zog sich auf diesem Gesicht von einem Mundwinkel zum andern. Die eiserne Maske, zu der Jans Züge während des Kampfes erstarrt waren, hatte er rasch abgelegt. „Gliek wird de Husbord all upgahn“, wies er zur Tür,„de Kastens sin man gliek weggerümpelt", und dabei steckte er sich die langentbehrte Pfeise zwischen die blanken Zähne. Wie nach einem Gewitter lehnte er sich ins Fenster und schnupperte die Luft der Befreiung ein, die frisch heranflutete. „Das war'n lütt“ Orlog“, kaute er hinter dem Pfeifenbeißer heraus, während er den Tabak gemächlich wie immer in Brand setzte. Noch bebend vor Erregung schüttelte ihm Thomas die Hand. Freilich, das war der treue Jan de Vries. Thomas konnte nicht erwarten, bis die Tür von den Barrikaden frei wurde. Er sprang durchs Fenster, rief nach Lena, nach Christoph, nach Jokele, Cahigi und den braven Schwarzen. Alle lebten, Gott sei Dank! Lena schlug ihre Arme um ihn, küßte ihn. Er nahm den Jungen auf den Arm und stammelte vor Aufregung und Glück:„Herrgott, diesmal war's aber Zeit.“ Mehr brachte er nicht heraus. Jan de Vries räusperte sich:„Allerhand war das.“ Thomas hörte ihn nicht, sah nur seiner Frau ins Gesicht.„War der Schrecken arg?“ Sie schüttelte selig den Kopf:„Du bist ja da!“ „Gott sei Dank.“ Er richtete sich hoch:„Aber jetzt heißt es abfahren von hier. Das siehst du nun wohl ein.“ „Ja“, antwortete sie still,„jetzt müssen wir fort.“ Da sah Thomas seinen nahezu fassungslosen Jokele kommen, ein Taschentuch über die Backe gebunden. „De richten sich man hüslich in“, bemerkte Jan mit einem Blick zum Fenster hinaus auf die Soldaten, die im Hof Posten bezogen. Dreißig Mann etwa hatten sich auf dem Hof verteilt, ein paar an der Zufahrt, einige beim Stall, mehrere vor der Veranda, auch drüben am Lagerschuppen einige. Bevor Thomas ans Fenster treten konnte, klopfte es an die Tür. Ein englischer Offizier trat, von zwei Soldaten begleitet, ein. Er stellte sich vor:„Captain MacLaglen vom siebenten King=Rifles=Regiment aus Nairobi!“ Thomas war wie vom Schlag getroffen... Das also war die Rettung— das war ein englisches Maschinengewehr gewesen... Er fand kein Wort der Erwiderung. Lena war bleich auf einen Stuhl niedergesunken. Fast bereute es der Captain, so bald und unerwartet in den Raum gekommen zu sein. Auch er war überrascht, den Farmer, dessen Besitz er retten wollte, in voller deutscher Kriegsausrüstung vor sich zu sehen. Kühl faßte er sich, und mit der dem Engländer eigenen Nüchternheit erklärte er freundlich: „Mister Hoffingott, I am sorry— aber es ist meine Pflicht... Sie sind mein Gefangener...“ „Nein“, entfuhr es Thomas in unwillkürlicher Abwehr. Dann schüttelte er den Kopf, starrte wortlos den Offizier an, konnte es nicht fassen, konnte es nicht verstehen. Der englische Offizier da, das war— wo hatte er ihn gesehen, diese Stimme gehört— ein Ausdruck von Erstaunen legte sich auf Thomas' Gesicht. Der Engländer sah es. Der Offizier, das war jener Burenfarmer, der ihn in Lambeni hatte ausfragen wollen, damals, am Tag nach der Ermordung des Erzherzogs. Thomas sah ihn fragend an:„Sind Sie denn englischer Offizier geworden? Sie haben mir doch damals gar nichts davon gesagt.“ Der Offizier lächelte:„Herr Hoffingott, ich war nie etwas anderes.“ „Und damals in Lambeni?“ „Da hatte ich nur für ein paar Tage Zivil angezogen, um nachzusehen, was Ihre Regierungsstellen vorhatten. Es war Soldatendienst.“ „Man kann so etwas auch anders nennen. Aber was wollten Sie auf Pilatus?“ Thomas' Stimme war voll Bitterkeit. „Ihren Besitz vor diesem schwarzen Gesindel retten.“ „Warum schicken Sie es erst ins Land?“ „Haben wir nie getan!“ Der Offizier trat näher in die Stube.„Natürlich interessierte mich Ihre Farm. Hätte ich gewußt, daß ich Sie in Uniform treffe...“ Er schien zu überlegen. „J am sorry... aber es ist Krieg... ich kann nicht anders handeln, da ich Sie als Soldat hier finde.“ Er ging dicht an Thomas heran.„Es gäbe eine Möglichkeit, Sie auf Ihre Farm zu entlassen. Eine einzige. Wollen Sie sie ergreifen?“ Fragend, ungläubig starrte ihn Thomas an. „Geben Sie mir Ihr Wort, daß Sie nicht mehr für Deutschland kämpfen werden. Dann können Sie bleiben. Ueberlegen Sie sich den Vorschlag. Sie haben Frau und Kind, eine blühende Farm. Wägen Sie ruhig ab, überlegen Sie, ich lasse Ihnen Zeit. So möchte ich jetzt auch nicht weiter stören...“ MacLaglen grüßte, ließ Thomas und Lena allein. Lastendes Schweigen blieb in der Stube. Das Prasseln der Flammen drang vom brennenden Stall herüber, die Soldaten MacLaglens schütteten Eimer um Eimer in das Geschwel, sie halfen Jan beim Löschen. „Er hat gesagt... wenn du nicht mehr kämpfen würdest, Thomas...“Tonlos murmelte es Lena. „Jokele! Komm her!“ Zana!“ Jokele wendet Thomas den offenen Blick großer Aufmerksamkeit zu, nickte verstehend zu dem, was ihm Thomas zuflüsterte. „Geh hinaus, Jokele, hilf Wasser holen. Aber nicht gar zu lang. Dann schaust du, unbemerkt wegzukommen Lauf auf den Sonnenbichlpfad hinüber, gegen Leitgebel zu. Wart auf der Straße. Es werden dir vier Askaris begegnen von unserer Schutztruppe. Sag ihnen, sie sollen nicht nach Pilatus kommen, sag ihnen, wer du bist, daß ich dich schicke. Bleib bei ihnen. Haltet euch in der Nähe, wenn es sein kann. Aber laßt euch nicht von dem Engländer sehen. Hast du mich verstanden?“ „Ja, verstanden. Bana!“ Thomas schaute ihm durchs Fenster nach, er wagte es jetzt nicht, Lena ins Gesicht zu sehen. Lenastrat an ihn heran: „Was meint er damit: wenn du nimmer kämpfen wirst...?“ Eine Weile war es still. Dann sagte sie leise:„Du hast recht, Thomas, das geht nicht, um diesen Preis nicht.“ Dankbar, schweren Herzens, aber befreit sah Thomas auf. „'s wär' nicht das Rechte, Lena... Freilich, könnt“ ich wieder dableiben, bei uns da und bei dir.. ich glaub', es wär' aber gar kein Segen dabei. Schau, die andern alle, die sind auch fort, die sind auch dort, wo ein Mannsbild jetzt hingehört.“ „Verzeih mir, Thomas...“ „Lena, man wär' ja kein Mensch, wenn einem das nicht ans Herz greifen tät“!“ Wortlos hielt sie seinen Hals umfangen. Die furchtbare Ungewißheit ließ ihm keine Ruhe: „Ich will's ihm lieber gleich selber sagen...“ Zwei englische Wachen, die vor der Tür postiert waren, begleiteten ihn „Zum Captain!“ Der stand vor der Boma und sah den Löscharbeiten zu, das Feuer ließ nach. Der Stall war zwar verloren, aber das Wohnhaus gerettet. Thomas konnte sich eines merkwürdigen Gefühls nicht erwehren. Was waren doch diese Engländer für merkwürdige Menschen? Sie bespitzeln und bekriegen uns, dann tun sie wieder so, als wollten sie helfen. Sie haben das Wort von dem ehrlichen Spiel geprägt, hatte Peter Pier erzählt, aber was sie selbst tun... war das immer fair play?? Lässig stand der Offizier da und betrachtete seine Tommies und Askaris. Thomas konnte sich nicht helfen — irgendwie war dieser Engländer doch ein vornehmer Gegner. Vielleicht hatte er ihm wirklich helfen wollen. „Captain, ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. Sie haben mir Frau und Kind und Farm gerettet.“ „Das war selbstverständliche Menschenpflicht. Außerdem sind wir doch alte Bekannte.“ Mac Laglen schaute Thomas prüfend an. „Captain, ich hab' mir's überlegt.“ „Hören Sie, Mister Hoffingott. Wir wissen, daß Sie am Kilimandscharo gekämpft haben Sie kennen den jetzigen Standort des Detachements und wissen auch, welche Orders der Oberst gegeben hat. Wenn Sie uns Auskunft geben können, sind Sie frei...“ Thomas schüttelte lächelnd den Kopf. „Bedenken Sie, wie viele Menschen Sie durch ein paar Worte retten könnten. Bedenken Sie, was auf Ihrer Farm heute nacht hätte geschehen können. Sie brauchen Schutz und Hilfe!“ „Seit wann bekommt man die vom Feind?“ „Ich gebe Ihnen die ausdrückliche Versicherung, daß wir Sie, Ihre Familie und Ihr Eigentum beschützen werden, wenn Sie unsere Interessen vertreten... Ueberlegen Sie sich's!“ „Da gibt's nichts zum Ueberlegen, Captain! Nur eine Bitte habe ich: Gewähren Sie meiner Frau Schutz vor den Massai!“ „Das können wir hier nicht. Ihr Entschluß hindert uns daran!“ „Müssen die Unschuldigen umkommen, weil ich kein Verräter sein will?“ „Ihre Frau und das Kind werden wir auf englisches Gebiet bringen lassen. Dort sind sie außer Gefahr.“ „Ich danke Ihnen, Captain!“ Nein, Mister, man trägt nicht zuerst eine Fahne auf einen Berg und kommt dann zurück, um sie zu verraten. Lena kam mit dem kleinen Christl heraus, es dauerte ihr zu lange, sie hatte Angst, sie könnten ihn schon wegführen. Heitere Ecke „Zu meiner Zeit waren die Männer sehr viel höflicher, mein Herr!“ „Und die Frauen sicher viel jünger, meine Dame!“ Rätselspiel Die Abendgesellschaft war recht lungweilig, die Gäste saßen gähnend in der Runde. Die Gastgeberin versuchte daher, die Stimmung etwas zu beleben, indem sie die Frage auswarf: „Was sollen wir denn als nächstes machen? Kennt jemand ein nettes Gesellschaftsspiel?“ „Hm“, meinte ein junger Mann,„ich kenne ein nettes Rätselspiel: Also, ich gehe als erster weg, und jeder von Ihnen verbringt dann den Rest des Abends damit, zu raten, warum ich weggegangen bin!“ Wahre Liebe Fräulein Duthé hatte einen ihrer Liebhaber verloren, ein Ereignis, das Aufsehen erregte. Ein Herr, der sie daraufhin besuchte, fand sie beim Harfespielen und sagte überrascht: „Wie?— Ich dachte, Sie in Verzweiflung zu finden.“ „Oh“, sagte sie pathetisch,„da hätten sie mich gestern sehen sollen!“ Dann allerdings „Du hast also deine Arbeitsstelle aufgegeben, Karl?“ „e!“ „War denn dein Chef nicht erstaunt, als er hörte, daß du weggingst?“ „Nee, er wußte das schon vor mir!“ Sehr einfach Professor:„Warum kommen Sie denn heute zu spät, Herr Stoll?“ Student:„Weil Ihre Vorlesung schon angefangen hatte, bevor ich hier war!“ Mit ehrlichem Mitgefühl schaute der Engländer auf Thomas und auf das nichtsahnende Kind im Arm der erschütterten Frau, der man die Sorgen und Schrecken der letzten Ereignisse deutlich anmerkte. „Sie wollen also freiwillig Ihren Besitz, Ihre Familie, Ihre Freiheit aufgeben?“ „Nein, Captain, freiwillig nicht. Sie zwingen mich dazu. Gerade weil ich meine Freiheit verteidigen will, muß ich dieses Opfer bringen und auf die von Ihnen angebotene Freiheit verzichten.“ Mit ruhigem Blick, in dem ein Entschluß unwandelbar feststand, schaute Thomas den Engländer an: „Würden Sie an meiner Stelle anders handeln?“ Langsam hob MacLaglen seine rechte Hand und reichte sie dem Deutschen. (Fortsetzung folgt.) Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Gespräch mit drei jungen Mädchen: Erste Begegnung mit„Ihm“. Die jungen Mädchen von heute haben dieselben Sorgen wie die jungen Mädchen von Anno dazumal. Sie gestehen nur nicht, daß sie heiraten wollen, und setzen eine Leidensmiene auf, wenn die Mütter immer wieder vom Heiraten sprechen. Junge Mädchen von heute sind aber anders als vor fünfzig Jahren. Sie sind selbständiger, üben einen Beruf aus und treiben Sport. Sie sitzen nicht etwa zu Hause und häkeln Spitzen und Deckchen und warten dabei auf den Mann. Aber die Mütter führen sorgenvolle Gespräche.„Man weiß nicht, wie man es anstellen soll, damit sie einen netten jungen Mann kennenlernt. Sie verstehen — einen netten, jungen Mann, der in Frage kommt. Zu unserer Zeit...“ Tiefer Seufzer! Ja, zur Zeit der Mütter! Damals wurden die Mädchen von ihren Müttern auf einen großen Ball geführt. Eine Schar junger Männer, die alle bereits ganz gute Stellungen im Erwerbsleben einnahmen, stellte sich vor. Man tanzte viel und plauderte ein wenig. Am nächsten Sonntagvormittag„machte man Besuch". Und— ja, alles Weitere ergab sich dann von selbst. Aber heute führen die Mütter sorgenvolle Gespräche im Winter und fragen nach den Heiratsaussichten... Wir sprachen mit drei jungen Mädchen, die seit Weihnachten verlobt sind und bald heiraten werden. Es waren drei ausgesprochen moderne Mädchen: eine ärztliche Sprechstundenhilfe, eine Büroangestellte und eine Sportlehrerin. Die drei haben, wie wir glauben, unsere Frage aufrichtig beantwortet:„Wie, wann und wo haben Sie Ihren Verlobten kennengelernt?“ Die Sprechstundenhilfe:„Nur Liebesheira!!“ Sie ist 23 Jahre alt und interessiert sich für alle Gebiete der Medizin. Das bringr ihr Beruf mit sich. Sie ist nicht einmal besonders hübsch. Vor einem Jahr hätte sie sich beinahe mit einem älteren Amerikaner verlobt. Sie fand ihn an den Gestaden der Ostsee. Wirklich: sie fand ihn! Er hatte sich nämlich den Knöchel verstaucht und saß nun auf englisch jammernd und sehr hilflos in einem einsamen Strandkord. Das Mädchen trat auf ihn zu, wechselte mit ihm ein paar Worte und untersuchte den schmerzenden Knöchel. Auf sie gestützt, wankte der ältliche Pankee in sein Hotel zurück, und die Sprechstundenhilfe verordnete Umschläge mit essigsaurer Tonerde. Das imponierte dem Amerikaner. Ein paar gemeinsame Autotouren folgten, dann hielt er um die Hand des Mädchens an. Aber die Sprechstundenhilfe sagte einfach:„Nein! Ein deutsches Mädchen heiratet einen deutschen Mann!“ Und erklärte ihren Eltern(den enttäuschten Eltern), daß sie nur aus Liebe heiraten wolle. Ein selbständiges Mädchen darf es sich vielleicht leisten, aus Liebe zu heiraten... Die zweite Chance ihres Lebens war eine große Prüfung. Als Krankenschwester. Vor ihr stand ein junger Mediziner, der vielleicht mehr Angst hatte als die Kandidatin. Er stellte seine Fragen, und sie sahen sich abwechselnd in die Augen. Das war der Anfang einer guten Freundschaft. Und nun haben die beiden beschlossen, diesmal eine gemeinsame Prüfung abzulegen, die große Prüfung des Lebens.„Wir werden bald heiraten...“ schloß das junge Mädchen. Büreangestellte:„Märchen der Wirklichkeil“. Die zweite Braut— Büro, englische Korrespondenz— antwortete uns:„Ich kann nicht angeben, wann ich ihn kennengelernt habe.“—„Aber Sie werden doch wissen, wo Sie ihn zum erstenmal gesehen haben?“ Achselzucken:„Wenn man täglich um sieben Uhr früh aufstehen muß und meist nicht vor sieben Uhr abends aus dem Büro kommt, dann hat man wenig Lust, am Abend auszugehen. Wo sollte ich daher meinen Zukünftigen kennenlernen? Im Büro natürlich. Dort ist er mir eines Tages aufgefallen. Uebrigens haben wir beide schon ein ganzes Jahr im gleichen Büro gearbeitet. Und um dieselbe Zeit dürfte ich ihm— na, sagen wir: aufgefallen sein. Zuerst richteten wir es so ein, daß wir beide zufällig gleichzeitig das Büro verließen. Dann hatten wir beide zufällig noch Lust, irgendwo einen Kaffee zu trinken. Wir gingen in das kleine Kaffeehaus um die Ecke. Und dann hatte er einen Film noch nicht gesehen, den ich mir zufällig auch ansehen wollte...“ „Und so haben Sie sich mit ihm verlobt?“ Energischer Widerspruch:„Nein, ich habe mich noch nicht mit ihm verlobt. Ich dachte sogar: so geht es nicht weiter. Der Mann wird mich bestimmt nicht heiraten, und ich habe ihn doch so lieb, daß ich seine Frau werden möchte. Deshalb, dachte ich mir, muß man Schluß machen. Wissen Sie, mein Verlobter ist nämlich...“ Uns stockte der Atem: das Märchen beginnt. Und wir fragten:„Ihr Verlobter ist doch nicht am Ende der Sohn Ihres Chefs?“ Das Mädchen lachte:„Rein, ich erzähle Ihnen doch keinen Film. Mein Bräutigam ist nur— der Neffe des Cheie“ Und die Geschichte dieser Verlobung ist natürlich riesig einfach, sie erscheint nur den Beteiligten verwickelt. Zuerst machte das Mädchen also„Schluß“, weil es dachte, daß der Neffe des Chefs keine ernsten Absichten habe. Dann kränkte sich der Neffe des Chefs, bat um Urlaub, machte eine Reise, konnte das Mädchen nicht vergessen, kehrte zurück und machte statt einer zweiten beabsichtigten Reise dem Mädchen einen Heiratsantrag. Und nun wurde doch alles wie ein Film. Denn der Chef, vielmehr der Onkel Chef, gab seinen Segen und sucht jetzt eine neue Bürokraft, Hauptfach englische Korrespondenz. Aber seine frühere Korrespondentin darf sich erst ins Privatleben zurückziehen, wenn eine Ersatzkraft vorhanden ist. Das ist Bedingung. „Eine schwere Bedingung“, sagt uns die zukünftige Nichte, „denn Sie wissen doch auch, wie knapp wir mit Arbeitskräften sind, noch dazu in diesem Fach!“ Die Sportlehrerin:„Teuniskurnler wird Schicksal“. Die dritte Braut, das sportliche Mädchen, trafen wir im Winterraum des Tennisklubs. Ein eisiger Wind fegte über die leeren Tennisplätze, und das Mädchen verschwand beinahe in einem schrecklich weiten roten Pullover.„Ich warte auf Bob. Er will nach dem Büro noch eine Stunde mit mir Tischtennis in der Halle spielen“, sagte die Braut. Bob heißt natürlich Rovert. Aber das Sportmädchen nennt ihn Bob, das klingt schicker als Robsi. Und Robert ist anscheinend kein sportlicher Name... „Unsere Verlobung? Rekordtempo: Bob kam, sah und siegte. Er siegte nämlich im Tennisturnier. Es war übrigens ein unverdienter Sieg. Der Schiedsrichter ließ ein paar Ausbälle als richtig gelten. Jedenfalls: Bod fiegte. Ich hatte eine große Wut und...“ „Einen Augenblick: wo, wann und wie haben Sie Bod kennengelernt?“ „Ich spielte heuer zum erstenmol in einem richtigen Turnier. Im Dameneinzel verlor ich in der zweiten Runde, aber im gemischten Doppelspiel hatte ich einen glänzenden Partner, und wir brachten es bis zur Schlußrunde. Dort traten wir gegen Bob und seine Partnerin an. Bob kam, lachte freundlich, sah mich überhaupt nicht an, gab mir immerfort geschnittene Backhandbälle, die ich nicht nehmen konnte, und— zuletzt siegten er und seine Partnerin. Aber der Schiedsrichter drückte für die beiden, sonst hätten sie nie und nimmer...“ „Und dann verlobten Sie sich mit Bob?“ „Nein, erst vier Wochen später. Zuerst gab es einen großen Ball für die Turnierspieler. Bob und ich tanzten viel miteinander. Wir tanzten nämlich beide schlecht, und so tanzten wir gern zusammen, weil wir uns voreinander nicht genierten. Und Bob sagte:„Sie können ja geschnittene Backhandbälle nicht nehmen. Das sollten Sie aber trainieren!“ Er war so freundlich, mit mir am nächsten. Tag zwei Stunden Tennis zu spielen. Und so spielten wir vier Wochen lang jeden Nachmittag Tennis, gingen abends spazieren, und dann sagte er mir, ich sei ihm viel lieber als das Mädchen, mit dem er im Turnier gespielt hatte. Ich spiele zwar um zwei Klassen schlechter als das Mädchen, dennoch... Ja, obwohl er das sagte, verlobte ich mich mit ihm!“ Nachdem uns diese drei Bräute die Geschichte ihrer Verlobung erzählt hatten, dachten wir eine Weile nach: Wo liegen die Heiratsaussichten für die Mädchen von heute? Und wir sind darauf gekommen, daß wir in einer gewaltigen Zeit leben. In einer Zeit, in der man die Heiratsaussichten nicht mehr suchen soll. Denn sie sind überall. Man muß nur mit offenen Augen und offenem Herzen durch unser aufgeschlossenes und aufgerütteltes Leben gehen. Und man darf nicht auf die sogenannte große Chance warten, etwa im Ballsaal, bei Vormittagsbesuchen. Vorbei, vorbei! Die kleine Chance im Betrieb, im Büro, auf dem Sportplatz dürfte genügen. Es kommt nur auf die Menschen an. Und auf ein bißchen Glück! IRAT h Gistmisckerei unteem Sonnerkönig Dle Zelt Ludwigs XIV.— einmal anders gesehen Von Wilhelm Peck IV. „Nein“, bestätigte sie,„aus Weichlichkeit werde ich es nicht tun, sondern nur, wenn ich es nötig habe und Sie es mir gestatten, aber ich glaube, das wird nicht sein. Zum Abendessen aber soll man mir eine solche ringen und gegen 11 Uhr noch eine zweite. Diese aber soll etwas kräftiger gemacht werden wie gewöhnlich und sie wird mit zwei frischen Eiern, die ich während der Folter nehmen kann, genügen, um den morgigen Tag zu überstehen.“ Der Abbé war entsetzt über so viel Kaltblütigkeit und es schauderte ihm, wie sie angesichts der grausamsten Folter, die damals vom Parlamentsgericht in Paris verhängt wurde, die selbst den Tapfersten erbleichen ließ, mit solcher Ruhe dem Kexkermeister ihre Weisungen gab. Dann wandte sie ihre Sorge, es ist dies wieder einer ihrer rätselhaften Züge, ganz ihrem Gatten zu. Es dünkte dem Priester, als oo sie sich mehr um seine als um ihre eigene Zukunft sorge. Um sie prüfen, meinte er:„Mir scheint, als ob Ihr Gatte wenig aus Ihrem Schicksal macht!“ Ueberrascht schaute ihn die Marquise an:„Herr Abbé!“ erteilte sie ihm dann eine zurechtweisende Antwort—„man soll über gewisse Dinge nicht vorschnell urteilen, wenn man sie nicht genau kennt. Ich kann Herrn von Brinvilliers bis zum heutigen Tage nur den!“ Dann verlangte sie eine Feder und schrieb an ihren Gatten einen in seiner Art bemerkenswerten rief. Als der Abbé den Brief las, meinte er:„Frau Marquise, was Sie da über Ihre Feinde schreiben, ist nicht am Platze.“ Sprachlos schaute ihn die Marquise an.„Weshalb, Herr Abbé, sind diejenigen, die meinen Tod gewollt, nicht meine Feinde? Und ist es nicht ein christliches Gefühl, ihnen diese Verfolgung zu verzeihen?“ „Frau Marquise, niemand will Ihren Tod! Sie aber sind schuldig geworden, haben bewußt den Tod vieler Menschen herbeigeführt. Darum sind Sie dem strafenden Arm der gottgewollten Obrigkeit verfallen, Aufgabe der Obrigkeit ist es, darüber zu wachen, daß das göttliche Gebot: Du sollst nicht töten! geachtet werde. Die Diener der Obrigkeit sind darum nie Feinde, sondern Freunde aller rechtschaffenen MenDie Marquise macht bei dieser Erklärung ein sehr erstauntes Gesicht. Die Worte des Abbé waren für ne eine Ueberraschung, die sie nicht verbergen konnte. Pirot, dies bemerkend, sprach um so eifriger auf sie ein und entlockte der großen Sünderin heiße Neuetränen. Zweimal läßt der Staatsanwalt anfragen, ob sie bereit sei, vor den Richtern ein Geständnis ihrer Verbrechen abzulegen, ihre Mitschuldigen und die Zusammensetzung der Gifte zu nennen, Frau von Brinvilliers aber erklärt beide Male, daß sie nicht in ihrer Vorbereitung auf den Tod gestört werden wolle. Morgen sei sie bereit, ein volles Geständnis abzulegen. Dabei blieb sie auch dann noch, als der Abbé sie ebenfalls darum bat. Der letzte Gang der Marquise Am nächsten Morgen wurde ihr Urteil verkündet. Sie ließ es sich zweimal vorlesen und zeigte eine gewisse Unruhe dabei. Welcher Art sie war, geht aus ihren späteren Erklärungen hervor. Nicht die Todesfurcht erzeugte sie, sondern die verletzte Eitelkeit. Es war ihr zu schrecklich, einen Karren besteigen zu müssen. Ihr ganzer Stolz lehnte sich dagegen auf, und sie konnte die Fortsetzung des Urteils aus diesem Grunde nicht weiter anhören. Nach der Urteilsverkündung führte man die Gesangene in die Folterkammer. Als sie die Vorrichtungen h, erklärte sie mit ruhiger, fester Stimme:„Das ist unnötig, meine Herren! Ich werde alles ohne Folter sagen, doch nicht, weil ich glaube, dieser entgehen zu knnen, denn sie steht ja in meinem Urteil. Bisher leugnete ich, um mich zu verteidigen, und ich glaubte, nicht verpflichtet zu sein, etwas auszusagen. Abbe Pirot hat mich aber eines Besseren belehrt. Hätten Sie ihn mir schon vor drei Wochen als meinen Beistand zugewiesen, hätten Sie schon vor ebensoviel Wochen erfahren, was ich Ihnen jetzt lagen werde.“ Dann legte sie mit lauter Stimme ein Geständnis ab. Nachdem sie dasselbe beendet, hatte sie die grausame Wasserfolter zu erdulden. Sie bestand darin, daß risige Mengen Wasser durch einen zwischen die Zähne gesteckten Trichter in den Magen eingeführt wurden. Dieses Wasser, das sich rasch im ganzen Körper ansammelte, verursachte die qualvollsten Schmerzen. Hatte es Abbé Pirot durch seine sanften, eindringlichen Worte, durch das Betonen von Neue und Buße verstanden, den eisernen und hochmütigen Charakter der Marquise allmählich zu beugen und die Verurteilte gefügig und mit ihrem Schicksal ausgesöhnt den Richtern überantwortet, so sand er sie nach der Folter wieder gänzlich verändert vor. Unter den Qualen und der rohen Gewalt fühlte sie sich gedemütigt und in ihrem Empfinden tödlich verletzt. Ihre ursprüngliche, ganz aus Stolz zusammengesetzte Natur gewann wieder die Oberhand, und alle bösen Instinkte lebten wieder auf. Man hatte sie auf eine Matratze gebettet und diese ans Fenster gerückt. Von Haß und Trotz erfüllt, funkelten ihre Augen ihn an. Das Gesicht war fieberhaft gerötet, die Lippen heiß und vertrocknet. „Gebt mir Wein!“. Der Abbé läßt welchen bringen, von dem sie aber nur nippt. Mit größter Mühe gelingt es Pirot, sie wieder umzustimmen. Die Hinrichtung schreckt sie nicht, doch beschwert sie sich bitter über die schmachvollen Zugaben, die man dem Urteil beigefügt; so über die öffentliche Abbitte, die in den Wind gestreute Asche usw. „Frau Marquise!“ redet der Priester auf sie ein, „für Ihr Seelenheil ist es ganz gleichgültig, ob man ihren Leichnam in die Erde legt oder ob er vom Feuer verzehrt wird“ So beruhigt, tröstet und ermahnt Abbé Pirot sein Beichtkind, und er gewinnt wieder Gewalt über ihre ungestüme Natur. Parfet in das grobe Leinenhemd der Verurteilten e Büßerkerze in der einen, das Kruzifix in der anderen Hand haltend, trat die Marquise ihren letzten Gang an. Als sie die Kapelle verließ, stieß sie auf einen größeren Kreis der vornehmen Gesellschaft, die alle hergekommen waren, sie zu sehen. Ihr Stolz, der in so kurzer Zeit wohl unterdrückt, nicht aber ausgerottet werden konnte, wurde durch dieses Gebaren ihrer Standesgenossen erneut aufs höchste verletzt. Mit blitzenden, zornigen Augen musterte sie die Gesellschaft und sagte dann laut und vernehmlich zu ihrem Beichtvater:„Das nenne ich eine höchst unzeitige Neugier, Sie nicht auch, Herr Abbe?“ Langsam setzte sich der kleine Schinderkarren, auf dem kaum alle Platz hatten, in Bewegung. Die Straßen waren schwarz von Menschen und die Fenster belagert von Neugierigen. Die Marquise litt schwer. Wieder verzerrte sich das immer noch anmutige Gesicht, und aus den Augen leuchtete tiefste Qual:„Ist es möglich, Herr Abbé““— wendet sie sich an ihren Beichtvater—„daß nach all dem, was sich hier abspielt, Herr von Brinvilliers weiterhin den Mut besitzen wird, in der Gesellschaft zu verkehren?“ Solcher Art waren die Sorgen der Marquise auf der Fahrt zur Richtstätte, und es wundert nicht groß, daß daher die Antwort des Abbé ohne Wirkung auf die Gefangene blieb. Sie stand im Augenblick ganz unter dem Bewußtsein der Schmach, gegen das ihr empfindsames Naturell stark revoltierte. Die Brauen start zusammengezogen, die Augen finster dreinblickend, das ganze Gesicht Empörung, Zorn und Haß zum Ausdruck bringend, war sie so entstellt, daß man sie kaum wiedererkannte. Die Abendnebel senkten sich bereits über Paris, als ihr Haupt unter dem Streich des Henkers fiel. Nachdem sie die öffentliche Abbitte geleistet, ging sie, begleitet von ihrem Beichtvater, gefaßt und mutig in den Tod. Der Leichnam wurde verbrannt und die Asche in alle Winde zerstreut. Das Volk aber sammelte die Reste der verkohlten Knochen, und nicht wenige, die in der Nähe des Schaffotts gestanden, versicherten, einen Heiligenschein um das Haupt der Hingerichteten erblickt zu haben. So verbreitete sich mit Riesenschnelle bei dem abergläubischen Volk die Mär, die Marquise sei eine Heilige gewesen. Die Einsetzung der„glühenden Kammer“ Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß der Prozeß und die Hinrichtung der Marquise von Brinvilliers abschreckend gewirkt hätten. Im Gegenteil, man könnte eher sagen, daß sich die Giftmischerei in Paris nun erst recht ausdehnte und ein regelrechter Geschäftszweig der Wahrsagerinnen wurde. Es kam tatsächlich so weit, daß der Polizeipräsident von Paris, La Reynie, der erst durch die Giftmordtragödien in den Rang eines Ministers aufrückte, den denkwürdigen Ausspruch tat: „Das Menschenleben ist zu einem Handelsartikel geworden!" Das Gift war beinahe das einzige Mittel, zu dem man bei allen Familienschwierigkeiten griff. Gotteslästerungen, Tempelschändereien, Greuel aller Art waren an der Tagesordnung. „Fast alle möchten Witwe werden!“ Es ist gegen Ende des Jahres 1678, als der junge Advokat Maitre Perin einer gewissen Vigoureux, der Frau eines Damenschneiders, einen Besuch macht und zu Tisch geladen wird. Es sind noch andere Gäste zugegen. Der Wein fließt in Strömen, und es herrscht eine heitere, ausgelassene Stimmung. Scherze fliegen hin und her. Besonders ist es eine dicke, stämmige rau mit vollem Gesicht, die sich riesige Mengen von urgunder zu Gemüte führt und vor Lachen oft zu ersticken droht. Sie nennt sich Marie Bosse, ist Witwe legerin und Wahrsagerin,— devineresse— wie man damals zu sagen pflegte. Wieder einmal war das schallende Gelächter der Dicken über einen zweifelhaften Witz verklungen, als sie aufgeräumt, aber mit einem gewissen Nachdruck plötzlich ausruft:„Sagt, was ihr wollt, ein famoses Handwerk ist's, was ich betreibe! Ihr glaubt gar nicht, was für hohe Herrschaften mir in meiner Bude ihre Aufwartung machen. Herzoginnen und Marquisen, Prinzen und adelige Herren zähle ich zu meinen Kunden. Und interessant ist das Gewerbe auch. Die meisten Besucherinnen wollen wissen, nachdem sie mich zum Mitwisser ihrer Herzens= und Familiengeheimnisse gemacht haben, ob sie bald Witwe würden. Denn fast alle sehnen sich danach, den Mann ihres Herzens heiraten zu können. Und wo es angebracht und ratsam erscheint, und— das ist für uns das Ausschlaggebende— verlohnt, da müssen eben ein paar Liebespülverchen nachhelfen. Ihr könnt mir's glauben, ein solches Geschäft ernährt seinen Mann. Noch drei bis vier solcher„Beratungen“ und ich habe mein Schäschen im trockenen!“ Eine neue Lachsalve belohnte die komisch wirkende Dicke, als sie geendet. Maitre Perrin aber hatte an dem raschen, finsteren Stirnrunzeln der Frau Vigeureux gemerkt, daß die Angelegenheit gar nicht so spaßig und harmlos war. Da er mit dem PolizeiHauptmann Desgrez bekannt war— es war derselbe Offizier, der die Brinvilliers verhaftet hatte—, erzählte er diesem den Vorfall. Noch am gleichen Tage schickte dieser die Frau eines seiner Schergen zu der Bosse mit der Weisung, sie solle sich über ihren Mann beklagen und sie um ihre Hilfe bitten. Die Bosse hörte die Klagen der Frau an und versprach zu helfen. Bei ihrem nächsten Besuch schon gab sie ihr ein Fläschchen Gift mit. Damit war eine der furchtbarsten Giftmörderinnen in die Falle gegangen. Nunmehr ließ der Polizeipräsident La Neynie am 4. 1. 1679 die Dame Vigoureux, Marie Bosse, ihre Tochter und ihre beiden Sohne verhaften. Gleich beim ersten Verhör wurde ein Verbrechen aufgedeckt, das nicht weniger Aufsehen erregte als die der Marquise von Brinvilliers. Die Untersuchung belastete auch eine gewisse Katherine Deshayes, Ehefrau des Antoine Monvoissin, eines Juwelenhändlers, und man schrin am 12. März desselben Jahres zu ihrer Verhaftung. Mit der Festsetzung der Voissin hatte man eine der größten Giftmischerinnen und Verbrecherinnen, deren Name in der Geschichte Erwähnung finden, unschädlich gemacht. Man verhaftete sie, als sie von der Messe kom, der sie in Notre Dame=de Bonne=Nouvelle beigewohnt hatte. Auf ihren Spuren weiterforschend, deckte Polizeipräsident La Reynie eine Welt von Verbrechen auf, die einem das Blut erstarren lassen und deren Dreckspritzer selbst den Thron des Sonnenkönigs besudelten. Der König greift ein Groß war die Ueberraschung des Königs und seiner Minister, als sie durch den Polizeipräsidenren La Reynie den ersten Bericht über die Vernehmung der Giftmischerinnen und ihr gemeingefährliches Handwerk Leicht angedooft Heinz Rühmann. Verschmitzt und stets in tausend Aengsten, Phlegmatisch— brich nichts über's Knie, Mann! Sein„Mustergatte“ lief am längsten: So präsentiert sich uns Heinz Rühmann! Joachim H. Wohl. (Zeichnung Eberbard Cyran. Scherl=M.) erhielten. Daß das Giftmordverbrechen einen solchen Umfang angenommen hatte, erfüllte alle mit Schrecken, und das Entsetzen war um so größer, da Aerzte und Chemiker nicht in der Lage waren, Gift in den Leichen der Hingeopferten festzustellen. Eines aber erkannten alle sogleich, nämlich, daß es nötig war, der Giftmischerei und Zauberei durch strenge Maßnahmen und ein scharfes und schnelles richterliches Verfahren recht bald den Garaus zu machen, wenn sie nicht zu einer ernsten Gefahr für den Staat und die Gesellschaft werden sollten. So setzte Ludwig XIV. denn einen besonderen Gerichtshof ein, die sogenannte„glühende Kammer“, deren Methoden das Urteil mit der Wurzel ausrotten sollten. Ihr Präsident war der spätere Kanzler Graf von Comtaus, Louis Boucherat, dem in Gemeinschaft mit La Reynie, der als Untersuchungsrichter fungierte, die Berichterstattung an den König oblag. Am 10. April 1679 trat die Kammer zum ersten Male zusammen. Die Sitzungen waren nicht öffentlich. Die Verdächtigen wurden durch königlichen Geheimbefehl verhaftet, und jeder geladene Zeuge mußte erscheinen. Den Angeklagten wurde hinsichtlich ihrer Verteidigung keinerlei Zwang auferlegt. Daß die Folter auch Anwendung fand, lag in den Anschauungen der damaligen Zeit begründet. Das Urteil der Kammer war unwiderruflich, nur die Gnade des Königs konnte es mildern. Als die Kammer am 21. 7. 1682 ihre Pforten wieder schloß, hatte sie über Hunderte von Angeklagten entschieden. Gegen einen Teil der Allerschuldigsten aber konnte aus Gründen, die später noch Erwähnung finden werden, der eigentliche Prozeß gar nicht geführt werden. Nicht klein war die Zahl der Damen der vornehmen Gesellschaft, die als Angeklagte vor ihr zu erscheinen hatten. Welcher Art die Verbrechen waren, die durch die glühende Kammer ans Licht des Tages gebracht wurden, ist aus nachstehenden, charakteristischen Beispielen zu ersehen. Die geistreiche Madame Poulaillon Denke dir, Madeleine, die glühende Kammer hat einen Haftbefehl gegen Frau von Poulaillon erlassen!“ Mit diesen Worten begrüßte Louis de Nivelle seine Gattin. Fragend schaute ihn die Frau an, und wiederholte dann mechanisch:„Frau von Poulaillon?“ „Erinnerst du dich nicht der jungen, hübschen Frau vom letzten Hoffest, deren reger, scharfer Verstand die Männer bald mehr bezauberte als ihr reizendes, vornehmes Wesen?“ „Jetzt erinnere ich mich! Ist es nicht die Gattin des Oberforstmeisters der Champagne, Alexanders von Poulaillon? Ein recht ungleiches Paar, das überall auffiel.“ „Vor allem aber wegen des Altersunterschiedes, denn der Oberforstmeister ist um vieles älter als seine aus einer adeligen Familie Bordeauxs entstammende Frau, die, es fiel doch allen sichtbar auf, dauernd umschwärmt wurde von einem gewissen La Reviere.“ „Ja, Louis, ich erinnere mich gut. Aber sag, was wirft ihr die Anklage vor?“ „Was wohl anders wie Giftmord!—— Gibt es bei der glühenden Kammer noch andere Anklagen——?“ „Weißt du Genaueres?“ (Fortsetzung folgt. 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In seiner Begrüßungsansprache gab der Reichsarbeitsminister seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den Erlaß des Führers vom 21. Dezember 1938 die große Organisataon des Arbeitseinsatzes nunmehr unmittelbar zum Reichsarbeitsministerium gehöre. Dadurch verfüge sein Ministerium jetzt über einen besonders festgelegten und einsatzbereiten Unterbau. Demnächst würden die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter unmittelbare Reichsbehörden werden. Weiter dankte der Reichsarbeitsminister den Arbeitseinsatzbehörden, insbesondere Staatssekretär Dr. Syrup, für die großen Leistungen, die von ihm bisher in der planmäßigen Regelung des Arbeitseinsatzes vor allem während des Jahres 1938 vollbracht worden seien. Der Minister wies sodann auf die überaus große Bedeutung des Arbeitseinsatzes hin, dessen Aufgabe wesentliche Bestandteile der allgemeinen Staatspolitik seien. Die bitteren Erfahrungen der Kriegs= und Nachkriegszeit hätten gezeigt, daß die Regelung des Arbeitseinsatzes nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen bleiben könne, sondern der ordnenden Hand des Staates bedürfe. Der Reichsarbeitsminister behandelte sodann einige vordringliche Fragen des Arbeitseinsatzes: Die Arbeitseinsatzbehörden stünden in der Berufsnachwuchslenkung vor besonders schwierigen und verantwortungsvollen Aufgaben, nachdem auch die Lehrlinge, Volontäre und Praktikanten wie alle sonstigen Jugendlichen unter 25 Jahren bei ihrer Einstellung der Zustimmungspflicht des Arbeitsamtes unterlägen. Nachwuchspolitik verlange Beständigkeit. Ihre Zielsetzung erhalte die Nachwuchslenkung aus den staatspolitischen Notwendigkeiten. Bei der zunehmenden Verknappung des Nachwuchses, die noch bis in das Jahr 1947 anhielte, könnten wir uns keinen Luxus im beruflichen Einsatz mehr leisten. Dennoch wollten wir auf die Freiheit der Berufswahl nicht verzichten; allerdings handelte es sich nicht um eine schrankenlose Freiheit, sondern um eine Freiheit, die sich ihrer Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft bewußt sei. Hier gelte es, die richtige Synthese zu finden. Der Minister wies weiter auf die Schwierigkeiten in der Versorgung der Landwirtschaft mit Arbeitskräften hin Er betonte dabei, daß die Arbeitseinsatzbehörden für sich das Verdienst in Anspruch nehmen könnten, an den großen Erfolgen der Erzeugungsschlacht wesentlich beteiligt gewesen zu sein. In diesem Jahr müßten die Bemühungen, der Landwirtschaft zu helfen, verstärkt werden. Das Reichsarbeitsministerium werde bestrebt sein, durch Hereinnahme ausländischer Arbeitskräfte die Lage für die Landwirtschaft zu erleichtern. Das dürfe uns aber nicht hindern, eine organische Lösung der Landarbetterfrage aus eigener Kraft anzustreben. Aus diesem Grunde begrüßt der Minister besonders die großen Bemühungen der H3., durch den Landdienst zu einer Ueberwindung der Unterbewertung der Landarbeit zu kommen. Er gab auch seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Appell des Stellvertreters des Führers„Freiwillige vor!“ gute Erfolge zeitigen werde. Zum Schluß seiner Ausführung betonte der Minister, daß die Arbeitseinsatzverwaltung eine Sozialverwaltung sei, d. h. eine Verwaltung, deren größte Sorge das persönliche und berufliche Wohl des schaffenden Menschen sei. Immer wieder müsse man sich vor Augen halten, daß von dieser Verwaltung Menschen= und vielfach auch Familienschicksale beeinflußt und gestaltet werden würden. Je größer die Machtvollkommenheiten seien, um so größer müsse das menschliche Verständnis und das soziale Mitgefühl bei der Durchführung der Arbeiten sein. Bürokratennaturen seien dabei in jeder Weise fehl am Platze. Staatssekretär Dr. Syrup dankte dem Reichsarbeitsminister für die Anerkennung der geleisteten Arbeit und gab dann einen Ueberblick über die Geschichte der deutschen Arbeitsverwaltung bis zum Erlaß des Führers vom 21. Dezember 1938. Staatssekretär Dr. Syrup entwarf anschließend ein Bild von der vorzubereitenden organisatorischen Neuordnung der Arbeitsverwaltung und deren Aufgaben in der kommenden Zeit. In der darauf folgenden Besprechung wurde diese Frage nochmals eingehend erörtert, insbesondere im Hinblick auf die vom Führer aufgestellten nationalen Ziele. Ein Schlag für Pariser Waffenschieber Auswirkungen der Besetzung Hainans— Französische Kriegslieferungen an China erschwert Der Volkswagen im Weltecho Im Mittelpunkt der Betrachtungen der ausländischen Presse zur Internationalen Automobil=Ausstellung in Berlin steht der deutsche Volkswagen. Es ist interessant, die Urteile der Zeitungen anderer Länder zu vergleichen. Mögen die einen die soziale Bedeutung, andere die technische Seite des Volkswagens oder die Aussichten für den Auslandsabsatz untersuchen— der Grundton aller Stimmen läßt eine allgemeine Anerkennung dieses großzügigen Werkes erkennen. Sogar in der französischen Presse hat der Volkswagen eine gerechte Würdigung gefunden. Der „Excelsior“, der ausführlich das Sparsystem und die soziale Errungenschaft eines Massen=Kleinwagens darstellt, findet lobende Worte für die Konstruktion und das schnittige Aussehen. Aehnlich äußert sich das„Journal“, das sich außerdem eingehend mit der Rede des Führers zur Eröffnung der Berliner Schau befaßt. Vielfach finden sich in den französischen Blättern Hinweise auch auf den Besuch des Führers in der französischen Abteilung. In England— wo die Typen=Inflation unerfreuliche Ausmaße angenommen hat— hat der Volkswagen ebenfalls starke Beachtung in Presse und Oeffentlichkeit gefunden.„Daily Mail“ fordert die englische Regierung auf, eine „autofreundliche Politik“ zu beginnen, wie dies in Deutschland der Fall sei, wo man die Kraftwagen nicht durch Steuern unrentabel mache, sondern die Steuern gestrichen habe. Deutschland sei von der fünften Stelle unter den Hauptfabrikationsländern für Kraftwagen an die dritte aufgerückt und stehe unmittelbar hinter den Vereinigten Staaten und England.„Daily Mail“ beschäftigt sich mit der Möglichkeit, daß Deutschland den Volkswagen zu einem Hauptausfuhr=Erzeugnis machen könne, wozu er dank seiner ungeheuren Billigkeit ganz besonders geeignet erscheine. Das Blatt fordert für England nach dem deutschen Vorbild bessere Straßen und eine Beschränkung der Typen. In den übrigen europäischen Ländern, besonders in Südosteuropa, hat der Volkswagen ein außerordentliches Echo gefunden. In Polen, das bereits seit Jahren viele deutsche Kleinwagen gekauft hat, ist das Interesse— wie aus der Presse hervorgeht— äußerst lebhaft. Auch in der Tschecho=Slowakei, die durch die Autobahn Breslau=Wien und durch die übrigen geplanten Verbindungen in engen automobilistischen Kontakt mit dem Reich kommen wird, ist dem Volkswagen eine sympathische Beurteilung entgegengebracht worden. Bezeichnend dafür ist ein Urteil der Prager„Narodny Listy“, die den Volkswagen als„schön in der Form und zukunftweisend in der Konstruktion" bezeichnet. Die Berliner Autoschau zeige den deutschen Willen, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Die deutschen AutoAusstellungen ragen nach Ansicht des tschechischen Blattes weit über ähnliche Veranstaltungen in anderen Ländern hinaus. Die„Bremen“ in Valparaiso Starkes Interesse der chilenischen Bevölkerung. Santiago de Chile, 22. Februar. Mittwoch vormittag traf der Transozeandampfer „Bremen“, des Norddeutschen Lloyd mit zahlreichen Reisenden in Valparaiso ein. Aus Anlaß der Ankunft des Dampfers, der sich auf einer Südamerika=Reise befindet, gab die Vertretung des Norddeutschen Lloyd einen Empfang, an dem eine Reihe von Mitgliedern der chilenischen Regierung, der Verwaltung sowie Vertreter von Wirtschaft und Industrie teilnahmen. Das Interesse der Bevölkerung an dem deutschen Schiff ist außerordentlich stark, da ein Dampfer vom Ausmaß der „Bremen“ bisher noch nie in Valparaiso anlegte. Hochzeitsgesellschaft überfallen Ein Toier, zehn Verletzte. Warschau, 22. Februar. Einen blutigen Ausgang nahm eine Hochzeitsfeier in dem Dorfe Olszyny in der Nähe von Krakau. Während die Hochzeitsgäste sich mitten im Vergnügen befanden, überfielen mehrere Personen, die mit Revolvern, Aexten und Knüppeln bewaffnet waren, den Hof des Bauern und begannen wie wild in die Hochzeitsgesellschaft zu schießen und auf sie einzuschlagen. Nach der Verwüstung der Räume verschwand die Bande wieder, nachdem sie einen Hochzeitsgast getötet und zehn schwer verletzt hatten. Bis jetzt konnte noch nicht festgestellt werden, ob es sich um einen Raubüberfall oder um den Racheakt eines verschmähten Liebhabers handelt. Mit 20 Jahren 55 Straftaten Hoffnungsvolle Zwillinge. London, 22. Februar. Die beiden Angeklagten vor dem Jugendgericht in Taunton(England) sahen sich ähnlich wie Zwillinge— und waren es auch. Nicht nur äußerlich glichen sie sich, sondern auch in ihren etwas großzügigen Ansichten über den Unterschied von mein und dein. Die beiden Zwillingsbrüder Lawday waren zwar erst 20 Jahre alt, hatten aber bereits 55 Straftaten auf dem Kerbholz, meist Diebstähle und Betrügereien. Ihre Haupteinnahmequelle suchten sie darin, unter fingierten Namen Postsparkonten zu entrichten, die Sparbücher zu fälschen und dann die Beträge abzuheben. Das Gericht steckte die hoffnungsvollen Zwillinge in Zwangserziehung, in der sie eine ganze Reihe von Jahren verbleiben müssen. Ob das ausreichen wird, die beiden von dem einmal beschrittenen Wege abzubringen, muß allerdings erst die Zukunft lehren. Das Nachtleben störte sie Die Puddingsdorfer gegen das„helle Lich!“. London, 21. Februar. Den Einwohnern von Pudding Norton geht das Nachtleben auf die Nerven. Diese Nachricht überraschte die englische Oeffentlichkeit, die den nahrhaften Namen dieses Dorfes in der Grafschaft Norfolk noch kaum einmal gehört hatte. Die Meldung klingt auch einigermaßen erstaunlich, wenn man erfährt, daß dieses Dorf weder ein Geschäft noch ein Gasthaus, geschweige denn ein Kino oder ein Nachtlokal besitzt. Wohl aber verfügt Pudding Norton über— eine Straßenlaterne, und diese repräsentiert das anstößige Nachtleben. Sämtliche Einwohner des„Dorfes haben durch den Gemeinderat der Elektrizitätsgesellschaft der nächstgelegenen Großstadt die dringende Bitte unterbreiten lassen, diese Straßenlampe nicht mehr so hell brennen zu lassen, weil ihr blendendes Licht Bennruhigung schaffe und die Bewohner störe. (Eigener Bericht.) Paris, 22. Februar. In den Kommentaren, in denen die französische Presse ihrer Verärgerung über die Besetzung der Insel Hainan durch Japan Luft macht, findet sich ein Hinweis, der wohl der Oeffentlichkeit— soweit es sich nicht um Berufsgeographen handelt— entgangen sein dürfte. Die Tatsache nämlich, daß Hainan nicht nur strategisch den Golf von Tonking beherrscht und damit die Kontrolle der gesamten Küste der französischen Kolonie Indochina ermöglicht, sondern auch die der kleinen, fast unbekannten französischen Kolonie Kuang=Tschu=Wan auf der Halbinsel Luitschu, genau auf halbem Wege zwischen Kanton und dem französischen Hanoi gelegen. Ein Blick auf die Karte genügt, um zu erkennen, welche Bedeutung Kuang für China besitzt, nachdem Kanton in japanische Hand gefallen ist. Kuang und Hanoi waren seit dem Falle Kantons die Häfen, über die China sich mit Waffen und Munition versah. Es ist natürlich Unsinn, daß die Besetzung Hainans— wie es die Pariser Presse hinzustellen beliebt— eine Bedrohung der französischen Ostasienbesitzungen darstelle. Sie unterbindet aber brüsk jede weitere Versorgung Chinas auf dem Seewege— deshalb die lebhaften Proteste in Paris, Proteste, die um so seltsamer wirken, wenn man weiß, in welchem Umfange gerade über die französischen Häfen Material aller Art nach China gegangen ist. So bestätigte erst dieser Tage eine Meldung der„République", daß gegenwärtig in Hanoi nicht weniger als 1400 Lastkraftwagen amerikanischer Herkunft lagern, die nach Yünnan weiterbefördert werden sollten. Die Eisenbahnlinie Hano— Dünnan stellte bisher für ihre französischen Besitzer ein Bombengeschäft dar. Seitdem aber diese Linie, soweit sie auf chinesischem Gebiet verläuft, durch die Besetzung Hainans in den Bereich der japanischen Flugwaffe gelangt ist, dürfte es mit diesem Geschäft vorbei sein. Großaktion in Schanghai gegen chinesische Terroristen. Schanghai, 22. Februar. Am Mittwochmorgen stand Schanghai im Zeichen einer großangelegten Aktion gegen chinesische Terroristen, Rauschgifthändler und Glücksspieler, die gemeinsam von der Polizei der internationalen Niederlassung und japanischen, itaBudapest, 22. Februar. Anläßlich der Vorstellung der neuen Regierung im Abgeordnetenhaus am Mittwochvormittag erklärte der neue Ministerpräsident Graf Teleki, daß das Programm auf inner= und außenpolitischem Gebiet vollkommen mit dem Programm der vorangegangenen Regierung identisch sei. insbesondere betonte Graf Teleki die unveränderte Beibehaltung des bisherigen außenpolitischen Kurses. Teleki führte u. a. aus, daß die ernste und ruhige öffentliche Meinung Ungarns eine rasche Entwicklung und weitgehende radikale Reformen münsche. Ueber diese Reformen zu entscheiden, sei die Gesetzgebung, oder wenn notwendig, die Nation selbst berufen. Die von der vorangegangenen Regierung vertretenen Reformen seien notwendig für die Entwicklung der Nation gewesen und deshalb habe er, Teleki, den Posten des Ministerpräsidenten mit dem Programm, den Mitarbeitern und der Partei der vorangegangenen Regierung übernommen. Die von dieser Regierung unterbreiteten Vorlagen, darunter das Judengesetz und die Bodenvorlage, wurden aufrechterhalten. Ungarn habe schon vor 20 Jahren, d. h. gleich nach dem Sturz der kommunistischen Herrschaft, die Notwendigkeit einer Lösung der Judenfrage erkannt. In Ungarn sei die Zahl der Juden größer als in allen übrigen europäischen lienischen und britischen Truppen durchgeführt wurde. Im ganzen waren etwa 500 Mann aufgeboten. Im Verlauf der Aktion kam es zwischen den Polizeimannschaften und chinesischen Banden zu lebhaften Schießereien. Zwei chinesische Polizisten, ein chinesischer Zivilist sowie eine Frau und ein Kind wurden dabei getötet. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht bekannt. Ein Polizeiauto, das mit englischen und chinesischen Detektiven besetzt war, erhielt 14 Treffer, wobei ein Chinese tödlich verwundet wurde. Der steigende Ernst, mit dem man die Lage in Schanghai in japanischen Regierungskreisen beurteilt, kommt besonders durch ein Telegramm zum Ausdruck, das den Sekretär der japanischen Botschaft in Schanghai, Morishima, in der vergangenen Nacht zur sofortigen Berichterstattung nach Tokio beorderte. Morishima hat am Mittwochmorgen Schanghai mit dem Flugzeug verlassen. „Besser spät als gar nicht“ Frankreichs neue Devise Rom, 22. Februar Frankreichs neue Devise gegenüber Franco lautet am Mittwoch, wie die römischen Abendblätter nicht ohne Befriedigung feststellen:„Besser später als gar nicht!“, wobei betont wird, daß sich Paris bewußt werde, daß die Anerkennung einer Regierung keine Handelsware sei. Der Pariser Vertreter der„Tribung“ unterstreicht, daß die französische Diplomatie vor Franco kapituliert habe. Frankreich werde ohne jegliche Forderung den Gang nach Burgos antreten. Der gallische Stolz habe den schwersten Schlag in der jüngsten Vergangenheit der französischen Politik erlitten. Bérard habe anstatt die angekündigte Geschichtsstunde zu erteilen, selbst eine derart bittere Lektion erhalten, daß er sie bestimmt nie vergessen werde. So seien nun alle Hoffnungen von Paris und auch von London auf Azana gesetzt, d. h. in jenen Rücktritt des falschen Präsidenten, dessen Abdankung den Zusammenbruch des letzten bolschewistischen Widerstandes zur Folge hätte. Die Westdemokraten hofften, General Franco durch ihren Druck auf Azana einen Dienst erweisen zu können, um in Burgos nicht allzu kühl empfangen zu werden. Staaten. Gegenüber der starken Kundgebung des nationalen Willens lasse sich die Vorlage nicht mildern. Die rein wirtschaftlichen Fragen der Bodenreform würden durch die Vorlage in richtige Bahnen gelenkt und eröffneten die Möglichkeit weiterer Entwickelungen. Fliegerpech der ASZ. Ein verunglückter Geschwaderflug. Pensacola(Florida), 21. Februar. Ein Geschwader von zwölf Marineflugzeugen wurde während eines nächtlichen Ausbildungsfluges von großem Pech heimgesucht. Sieben der Maschinen mußten infolge plötzlich aufgetretenen starken Nebels und wegen Erschöpfung der Benzinvorräte notlanden; teilweise stürzten sie ab. Ein Flugzeug ging in Flammen auf, wobei ein Leutnant ums Leben kam. Die Insassen der anderen Maschinen konnten sich alle durch Fallschirme in Sicherheit bringen. Keine Kursänderung in Angarn Teleki über sein Regierungsprogramm Kandelt Industrie Weiter sehr stilles Berlin, 22. Februar Da es auch heute an besonderen Anlässen für eine Wiederbelebung des seit Tagen außergewöhnlich stillen Geschäftes fehlte, erhielt am Aktienmarkt nur etwa die Hälfte aller im Schwankungsverkehr gehandelten Werte eine Anfangsnotiz. Wieder waren es nur Prozentbruchteile, über die die Veränderungen nach beiden Seiten nicht hinausgingen Von variablen Renten ermäßigten sich Reichsaltbesitz um ¼ Proz. auf 129/6, während die Gemeindeum chuldung mit 93,15 wieder unverändert blieb. Am Geldmarkt nannte man wie gestern BlancoTagesgeldsätze von 2¾ bis 2½ Proz Im Börsenverlauf traten nur geringe Wertschwankungen ein. Das Geschäft erfuhr keine Belebung. Durch einen stärkeren Rückgang fielen lediglich Farben auf, die um 1¼ Proz. auf 150½ nachgaben. Auch Stöhr waren im gleichen Ausmaß auf 111¾ abgeschwächt. Ferner verloren Ver. Stahlwerke und AEG. je ½ Prozent, während Dt. Waffen im gleichen Ausmaß anzogen. Am Kassarentenmarkt war gleichfalls eine Umsatzschrumpfung zu verzeichnen. Pfandbriefe und Kommunal=Obligationen sowie die meisten Reichs= und Länderanleihen blieben völlig unverändert. Amtliche Devisenkurse vom 22. Februar 1939 Viehmarkt in Lehrte Lehrte, 21. Februar Auftrieb: 226 Stück Ferkel, 324 Stück Läuferschweine und 13 ältere Futterschweine. Es kosteten(Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise): a) Ferkel: 5—0 Wochen alt bis 24 RM., 6—8 Wochen alt 24—27 RM., 8—10 Wochen alt 28—33 RM., 10—12 Wochen alt 33—38 RM.; b) Läuferschweine: über 3—5 Monate alt 38—50 RM.: c) ältere Futterschweine: bis 70 RM. (Abfallende Ware entsprechend niedriger, ausgesuchte Spitzenware entsprechend höher.) Marktverlauf: Langsam.— Nächster Markt: Dienstag. 28. Februar. Siegerbulle„Ado“ auf der 119. Zuchtviehversteigerung. Hamm, 21. Februar. Nach einem wohlgelungenen Züchter= und Kameradschaftsabend herrschte am Freitagmorgen in den Städtischen Ausstellungshallen ein sehr reges Leben, als die 119. Zuchtviehversteigerung der Westfälischen Herdbuchgesellschaft für die Zucht des schwarzweißen Tieflandrindes mit der Prämiierung der Tiere begann. Von den 175 aufgetriebenen Bullen waren bei der Körung nicht weniger als 47 gestoßen worden. Somit kamen 128 gekörte Bullen wie auch die 34 angelieferten Kühe und Rinder in den Ring. Bei der Leistungsprämiierung konnten 26 Bullen mit Preisen ausgezeichnet werden, davon 16 mit ersten Preisen. Sieger wurde der Herbuchbulle„Hacker“ der Fürstlichen Domänenverwaltung Corven mit 511,6 Punkten. Die Prämiierung nach Form hatte das Ergebnis, daß 24 Bullen sowie 4 Kühe und 9 Rinder Preise erhielten insgesamt also 37 Tiere. Allein 7 Bullen konnten mit ersten Preisen bewertet werden. Der Siegerpreis in der Formprämtierung wurde dem Bullen„Udo“, einem„Ulrich“=Sohn aus dem Besitze des Züchters Graskamp=Große=Frie in Beckum zuerkannt. Bei sehr starkem Besuch nahm die Versteigerung einen flotten Verlauf mit dem Erfolge, daß der ganze Auftrieb von 162 Tieren restlos geräumt wurde. Der Siegerbulle„Udo“ stand dabei in sehr scharfem Wettbewerb mit dem„Füselind"=Sohn„Fedor“ des Züchters Franz Lütkewitte in Westenholz bei Paderborn, beides Bullen mit sehr starkem Fundament. Den höchsten Preis erzielte wieder ein„General“=Sohn, der aus dem Stalle des Bauern Dietrich Schulze Schwefe in Schwefe bei Soest stammende„Gebhard“, der der Zucht des Kreises Soest dadurch erhalten blieb, daß ihn ein Privatzüchter dieses Kreises erwarb. Ein japanischer Fuchs in Württembergs Wäldern. Heilbronn. In einem Jagdrevier im Kreise Heilbronn wurde ein Tier geschossen, das allen Beteiligten zunächst ganz unbekannt war. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß es sich um einen japanischen Seefuchs handelt, der demnächst in einer Jagdausstellung in Gundelsheim gezeigt werden wird. Wie das Tier in den württembergischen Wald gekommen ist, blieb ungeklärt. Die heutige Ausgabe umsaßt 12 Seiten. Verlag: Livvtsche Staatszeitung nS.=Verlag G. m. 5 Detmold. Paulinenstraße 14. Gernruf 2840. Verlagsleiter: Eduard Preißler. Hauptschriftleiter: August Prüßner. Stellvertretender Hauptschriftleiter. August Koch. Chei vom Dienst Max Hiemisch. Verantwortlich für Außen= und Reichspolitik: August Prußn==, für Lokales Unterdaltung u Beilagen Aua Koch für Nachbargebiete u Bewegung: Max Hiemisch: für Kunst Kultur u. Wirtschaft: Erich Meinhard: für Sport: Alb. Hev(i. V.: Walter Liedtke); für den Bilderdienst: die Ressortleiter Verantwortliche Anzeigenletter: Ludwig Meier sämtlich in Detmold Baulinenstraße 14. Berliner Schriftleitung: Dr. Hans Seel, Berlin SW. 68 Auslandsdienst: Graf Reischach. Berlin Durchschnittsauflage im Januar 1939: „Livvische Staatszeitung". Detmold 25 041 „NS.=Volksblatt“. Hörter 4 011 Gesamtauflage der im Verlag erscheinenden Zeitungen... e e::: 99 059 ** Ein englisches Robot-Flugabwehrgerät. Mit Sondergenehmigung des englischen Kriegsministeriums wurde auf der soeben eröffneten britischen Industrieschau erstmalig das„technische Gehirn“ des englischen Robot-Flakgeschützes gezeigt. Das Gerät berechnet die Höhe, die Richtung und die Schnelligkeit eines Flugzeuges und übermittelt automatisch die für die Einstellung notwendigen Berechnungen für Flakegeschütze. Hierdurch soll eine verhältnismäßig sichere und hohe Feuergeschwindigkeit erreicht werden.(Associated-Preß-Autofleu.) Köln baut um für den Zukunftsverkehr Straßendurchbrüche zum Rheinuter— Zweitgrößte Hängebrücke Europas im Bau Parteiforum und Kdf.-Hotel geplant— Der Hauptbahnhof soll umziehen Weizen aus der Nordsee Eine Provinz wird dem Meere abgerungen (Eigener Bericht.) Kiel, 22. Februar. Ueber den Stand der Landgewinnungsarbeiten an der deutschen Westküste liegt jetzt ein aufschlußreicher Bericht vor. Insgesamt konnten bisher rund 10 500 Hektar Neuland dem Meer abgerungen und an Siedler vergeben werden. 389 Erbhöfe und fast 100 Siedlerstellen sind hier errichtet worden. Weiter gelang es, 458 Anliegerstellen hinter den Deichen zu vergrößern und sie damit lebensfähig zu machen. 2375 Bauern, Landarbeiker und ländliche Gewerbetreibende haben in den seit 1933 trockengelegten Kögen eine neue Heimat und ausreichende Lebensmöglichkeiten gefunden. Schätzungen nach kann dieser fruchtbare Boden im Jahre 550000 Zentner Weizen hervorbringen, ein ausreichender Ertrag, um für 150000 Menschen Brot zu schaffen. Gleichzeitig bedeutet das eine Einfuhrersparnis von 5,5 Millionen RM. Das im Rahmen des Lohse=Planes in den letzten sechs Jahren besiedelte Neuland kann demnach die Einwohner der Köge und dazu noch die Städte Flensburg, Neumünster und Itzehoe mit Brotgetreide versorgen. Diese Ergebnisse stellen jedoch erst den Anfang dar in der gewaltigen Aufgabe, eine neue, fruchtbare Provinz der Nordsee zu entreißen. Aerzte tot— patient lebt! Seitsames medizinische Tragödie in Finnland Helsinki, 22. Februar. Der Bericht darüber erschien zunächst in dem kleinen Lokalblatt des Ortes. In der Klinik arbeiteten zwei Aerzte, die allgemein als tüchtige Operateure galten. Man wußte von einer gewissen Rivalität der beiden, aber da sie ihre ärztliche Kunst verstanden, sah man über diese kleinen menschlichen Schwächen gern hinweg. Nun wurde eines Morgens in die Klinik ein schwerkranker Patient eingeliefert. Beide Aerzte stellten ihre Diagnose. Sie kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß der Kranke nur durch eine sofortige Operation gerettet werden könnte. Nur über die Art der Operation konnten sich die beiden nicht einigen. Der eine Arzt wollte einen Blasenschnitt vornehmen, um den Kranken zu retten. Der andere Arzt erklärte dies für Wahnsinn. Nach seiner Auffassung kam nur ein Bauchschnitt in Frage, wenn nicht das Leben des Patienten gefährdet werden sollte. Da man die Meinungsverschiedenheiten nicht vor den Ohren des Schwerkranken austragen konnte, zogen sich die Aerzte aus dem Operationssaal in einen Nebenraum zurück. Hier prallten ihre verschiedenen Meinungen immer härter gegeneinander. War der Streit zuerst rein sachlich und wissenschaftlich gewesen, so nahm er in dem Maße an Heftigkeit und Unsachlichkeit zu, wie er sich in die Länge zog. So schleuderten sich die beiden Aerzte bald in ihrer Erregung die wildesten Beleidigungen ins Gesicht, die mit dem Gegenstand des Streites nichts mehr zu tun hatten. Schließlich drohten sie beide handgreiflich zu werden. In diesem Augenblick verließ einen der Aerzte völUg die Besinnung. Er riß die Schublade seines Arbeitstisches auf, in der sein Revolver lag, und streckte seinen Kollegen mit einem tödlichen Schuß nieder. Als die Krankenschwestern in das Zimmer stürzten, erblickten sie den Mörder, wie er in höchster Erregung mit dem Revolver vor der Leiche herumsuchtelte. Er rief immer wieder:„Er hätte den Kranken getötet, wenn ich nicht geschossen hätte. Ich mußte einen Mord verhindern. Er durfte die Operation nicht durchführen...!“ Aber so plötzlich die Tat war, so plötzlich brach der Arzt zusammen. Auf einmal sank er vor dem Toten in die Knie. Ehe eine der Schwestern hinzuspringen konnte, setzte er seinen Revolver an die Schläfe. Der zweite Schuß traf ihn selbst tödlich. Auch der tragikomische Schluß zu der Tragödie fehlt nicht. Bei dem schwerkranken Patienten, der nach dem grauenvollen Zwischenfall nicht operiert werden konnte, trat nach einigen Stunden auch ohne Operation eine Besserung ein. Wenn nicht alles täuscht, kann er in wenigen Wochen die Klinik als Gesunder verlassen. Er wäre danach der einzige Ueberlebende eines Dramas, das zwei Menschen das Leben kostete. Goldfunde unter Alaska=Eis Minenarbeiten bei 63 Grad Kälte Montreal, 22. Februar. Weit im Norden des alten Goldgräberlandes Alaska, das einmal, gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, Tausende von Glücksrittern aus aller Welt anzog, scheint man einem neuen Goldlande auf die Spur gekommen zu sein. Es liegt weit über den Yukon hinaus im Innern des Landes am„Großen Sklaven=See“, etwa 900 Kilometer nördlich der Stadt Edmonton im Staate Alberta. Im vergangenen Jahre stieß man bei Grabungen am nördlichen Ufer des Großen SklavenSees(Great Slave Lake) auf eine Goldmine, die sich als recht ertragreich erwies; jetzt wurde eine zweite erschlossen, die nicht minder reich sein soll. Die beiden Minen, für deren Ausbeutung umfangreiches Maschinenmaterial bis in diese entlegenen und durch Schnee und Eis fast unzugänglichen Gebiete des Nordens des amerikanischen Kontinents gebracht werden mußte, sind ein Beweis dafür, wie schnell in letzter Zeit die Erschließung des weiten Landes vor sich geht. 1931 wurden zum erstenmal hier, tief im Herzen Alaskas, Radium und Silber am Great Bear Lake(Großen BärenSee) gefunden. Im Vorjahre kam dann der Fund der Goldmine an dem etwas südlicher gelegenen Großen Sklaven=See. Im April unternahm man die ersten erfolgreichen Bohrungen— zehn Monate später war die Erschließung der Mine mit allen maschinellen Hilfsmitteln der Neuzeit bereits in Angriff genommen. Noch liegt das weite Land im Lorden tief unter Eis und Schnee vergraben, während bereits die moderne Technik mit ihren Maschinen den Angriff auf das Gold begonnen hat. Noch in der letzten Woche wurden in diesen Bezirken Kältegrade bis zu 63 Grad gemessen. Niemand kann sagen, welche Schätze möglicherweise noch in diesen entlegenen Gebieten unter der Erde ruhen. (Eigener Bericht.) Köln, 22. Februar. Die Stadt Köln rüstet schon jetzt zur großen Internationalen Verkehrsausstellung im nächsten Jahre. Große Projekte schweben oder sind in Angriff genommen worden. In der Domstadt hat man schon zahlreiche Straßenzüge verbreitert, Durchbrüche sind vorgenommen worden. Der neuzeitliche Verkehr fordert gebieterisch Neugestaltung. In den nächsten Tagen schon wird die Hindenburgbrücke für den gesamten Fahr= und Personenverkehr gesperrt sein. Erweiterungsarbeiten müssen aufgenommen werden, man denkt an eine künftige Brückenbreite von etwa 28 Meter. Neue Gehwege und Fahrwege werden angelegt, die Pfeiler, die die Hängebrücke tragen, harren ihrer Verstärkung. Die Hindenburgbrücke, seinerzeit die größte Europas, ist schon seit langem als Hauptträgerin des Westostverkehrs durch Köln nicht mehr gewachsen. Ihre jetzt in Angriff genommene Verbreiterung Auf offener Straße erhängt Paris. Eine unheimliche Entdeckung machte zu früher Morgenstunde eine Polizeistreife im Pariser 7. Arondissement. Mitten auf der Straße hing an einem Kabelträger die Leiche eines älteren Mannes. Der Unglückliche hatte sich sogar noch, um seinen Selbstmord auf jeden Fall„todsicher“ zu machen, eine Kugel in den Mund geschossen. Lastkraftwagen zertrümmert sieben Läden Paris. In Nordfrankreich hat sich ein eigenartiges Kraftwagenunglück zugetragen. Bei der Einfahrt in den kleinen normannischen Ort Gaillon versagten plötzlich die Bremsen eines schweren 16=Tonnen=Lastkraftwagens. Mit unheimlicher Wucht raste der Wagen die Hauptstraße entlang und rasierte nicht weniger als sieben Läden hinweg. Ein wirres Trümmerfeld bedeckte die Straße und machte für mehrere Stunden jeden Verkehr unmöglich. Wie durch ein Wunder forderte das Unglück jedoch keine Menschenleben. Der Lenker des Kraftwagens kam mit einer Beinverletzung, sein Begleiter mit einer leichten Gesichtswunde davon. steht mit dem großen Westostdurchbruch im Stadtkern im Zusammenyang. Der Verkehr aus der Grenzmark soll künftig reibungslos in das rechtsrheinische Gebiet hinübergeleitet werden. Zu den großen Zukunftsplanungen gehört die Verlegung des Kölner Hauptbahnhofs auf die rechtsrheinische Seite. Aber hier sind so schwierige Probleme aufgetaucht, daß an eine Verwirklichung in naher Zukunft wohl noch nicht zu denken ist. Aber dafür beginnt schon in den nächsten Tagen die Montage der neuen Autobahnbrücke bei Rodenkirchen, die nach der Reichsautobahnbrücke bei Hamburg die größte Hängebrücke Europas werden soll. Weiter denkt man daran, die Autostraße Köln— Bonn zur Reichsautobahn umzugestalten. Zu den Zukunftsprojekten gehört auch die Errichtung eines ausgedehnten Parteiforums mit großem Aufmarschplatz, weiter der Bau eines KdF.Hotels, einer neuen Flugzeughalle, von zwölf Instituten der Kölner Universität und mehreren Krankenhäusern. Portugals farbige Kolonialarmee Paris. Nach Mitteilungen französischer Zeitungen befinden s.ch in der portugiesischen Kolonialarmee mit geringen Ausnahmen nur noch farbige Einheiten. Ausschließlich eine Dragonerschwadron, eine Batterie und die Maschinengewehrkompanien sind in stärkerem Maße mit weißen freiwilligen Soldaten besetzt, die sich für den Kolonialdienst gemeldet haben. Insgesamt besitzt die vortugiesische Kolonialarmee mit Offizieren und Unteroffizieren eine Stärke von etwa 10000 Mann. 50 Prozent des Schweizer Schnapses gefälscht Geuf. In der Schweiz wurden im Laufe des abgelaufenen Jahres mehrere hunderttausend Liter Spirituosen von den Polizeibehörden beschlagnahmt, da sie durch Zusatz von Alkohol oder Wasser gefälscht worden waren. In Zürich werden sich 31. Firmen wegen Schnapsfälschung zu verantworten haben. In dieser Stadt wurden allein 72000 Liter Spirituosen von der Polizei beschlagnähmt. In den anderen Schnaps fabrizierenden Kantonen, wie Schwyz, Luzern, Basel=Land und Der rasende Musikus!: Stechend und beißend gegen den Kapellmeister Berlin, 22. Februar. Wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung und Beleidigung verurteilte die 24. Berliner Strafkammer den 34jährigen Hans Trautmann zu insgesamt sieben Monaten Gefängnis und 120 RM. Geldstrafe. Der Angeklagte war Mitglied einer Musikkapelle, die in einem Berliner Gaststättenbetrieb der Innenstadt spielte. Seit längerer Zeit bestanden zwischen ihm und dem Kapellmeister Spannungen, weil T. sich dessen Anordnungen wiederholt widersetzt hatte. Als er am 13. August von dem Kapellmeister eine Anweisung erhielt, gab er eine patzige Antwort und weigerte sich auch später, die Beleidigung zurückzunehmen. Der Kapellmeister wollte die Angelegenheit in durchaus angemessener Weise aus der Welt schaffen und forderte T. nach Beendigung des Dienstes nochmals auf, sich zu entschuldigen. Der rabiate Angeklagte beschimpfte ihn aber von neuem, zog ein Messer aus der Tasche und ging mit drohenden Worten auf den Kapellmeister los, der sich dem Angriff nur durch die Flucht entziehen konnte. Als T. am nächsten Tage wieder zum Dienst erschien, wurde er ersucht, sofort seinen Posten zu verlassen. Er ging auch, hielt sich aber in anderen Räumen des Betriebes auf und begegnete schließlich wieder dem Kapellmeister, mit dem er nunmehr in ein Handgemenge geriet, bei dem er einen Aschenbecher zum Schlagen benutzte. Im weiteren Verlauf der Schlägerei biß der Angeklagte seinen Gegner in den Mittelfinger der linken Hand. Die Verletzung war so schwer, daß der Finger abgenommen werden mußte. Der Kapellmeister ist dadurch besonders schwer betroffen, denn er kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Für den Angeklagten dürfte der Fall noch ein zivilrechtliches Nachspiel haben. „Förderer der Wissenschaft“. Todesschuß ins Herz— gefilmt Neuyork, 22. Februar. Der vierzigjährige Raubmörder John W. Derring in der Todeszelle des Gefängnisses von Salt Lake City hat wenige Tage vor seiner wohlverdienten Hinrichtung seine höchst lobende Erwähnung als„Förderer der Wissenschaft" im Tagesrapport der Gefängnisverwaltung lesen können. Derring war nämlich der erste Todeskandidat, der einer wissenschaftlichen Kommission gestattete, einen Röntgenfilm von seiner Herztätigkeit während seiner eigenen Erschießung aufzunehmen. Im Staate Utah wird die Todesstrafe nicht durch den elektrischen Stuhl, sondern durch Gewehrschüsse vollzogen. Der Delinquent sitzt auf einem Stuhl festgeschnallt vor den Mündungen von vier Gewehren, die genau auf sein Herz zielen und durch einen Kontakt vom Scharffrichter gleichzeitig abgefeuert werden. Derrings Hinrichtung wurde nun röntgenphotographisch gefilmt. Der elektrische Kontroll= apparat registrierte 180 Herzschläge in der Minute, als der Delinquent auf dem Hinrichtungsstuhl saß. Die Todesangst hatte also die Herztätigkeit beinahe auf das Dreifache des Normalen gesteigert. Wenn die Aerzte einige Worte an Derring richteten, wurde der Herzschlag unregelmäßig. 15½ Sekunden nach dem Todesschuß hörte die Herztätigkeit ganz auf, ohne daß sie sich vorher verlangsamt hätte. Die offizielle Feststellung des Todes konnte erst 2½ Minuten später gemacht werden. Bern, sind die Untersuchungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Doch steht bereits fest, daß 50 Prozent aller schweizerischen Spirituosenfabrikanten sich wegen Fälschung vor den Gerichten zu verantworten haben werden. Pariser„imperiale Wochen“ Paris. Am 5. März beginnen in Paris die schon seit geraumer Zeit angekündigten„imperialen 15 Tage". Alle Geschäfte der französischen Hauptstadt, vom kleinsten Kramladen bis zum Luxusgeschäft, werden Produkte der französischen Ueberseebesitzungen ausstellen und solche, die in Frankreich selbst direkt für den Verbrauch der Kolonien hergestellt werden. Die Werbeaktion steht unter der Schutzherrschaft des jüdischen Kolonialministers Mandel. Maskenkostüm aus Glühlampen Neuyork. Einen Einfall zu finden für ein ausgefallenes Kostüm, das in Amerika noch auffällt— das ist wirklich ein schier hoffnungsloses Unterfangen. Miß Margie Niece aus Newark im Staate New Jersey hat aber trotzdem einen Geistesblitz gehabt, der ihr ein an Originalität schwer zu überbietendes und außerdem noch preiswertes Maskenkostüm verschaffte. Sie behängte einfach den ganzen Körper mit ausgebrannten Blitzlichtglühbirnen und erreichte damit den gewünschten Erfolg: die amerikanischen Zeitungen stürzten sich auf das Bild der„Blitzlichtkönigin“. Diesmal Rekordmesse in Wien Wien. Die Ausstellungszahlen der Wiener Frühjahrsmesse, die vom 12. bis 18. März in sieben Großhallen durchgeführt wird, weisen auf eine Rekordmesse hin. Die Beteiligung der Aussteller am Landmaschinenmarkt wird 50 Prozent und die der Baumesse um 100 Prozent höher sein als im Herbst. In der Elektrotechnik rechnet man mit einem Angebot, das sogar um 150 Prozent höher liegt. Bei der Ahnenforschung den Vater gefunden Berlin. Ein jetzt dreißigjähriger Mann, dessen Mütter früh verstorben war und der bisher nicht wußte, wer sein Vater ist und wo er ihn finden könnte, ist durch die Ahnenforschung mit dem Vater zusammengeführt worden. Er befand sich im Hinblick auf seine bevorstehende Hochzeit auf der Suche nach den Daten zum Nachweis seiner arischen Abstammung. Dabei entdeckte er unter den Nachlaßpapieren die Anschrift eines Mannes, der als entfernter Verwandter seines Vaters festzustellen war. Dieser entfernte Verwandte ermöglichte nun dem Heiratskandidaten, seinen Vater, der sich von der Mutter getrennt hatte, endlich persönlich kennenzulernen. Schwerer Kampfwagen in der Autoschau. Auf dem Stand der Wehrmacht der Automobil- und Motorradausstellung in Berlin sicht man auch diesen gewaltigen deutschen Kampfwagen, einen besonders eindrucksvollen Zeugen unserer Wehrlaftigkeit.(Scherl-Bilderdienst-M.) Neues aus aller Welt 2d. Febeuar 1933 Lippische Staatszeitung Gerechtigkeit erhöhet ein Volk Eisenbahnräuber Milting vor dem Schwurgericht Ein gemeingefährlicher Schwerverbrecher zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt— Entmannung und Sicherungsverwahrung für einen unverbesserlichen Banditen— Gerechte Strafe für den Ueberfall auf die Verkäuferin Lieselotte Dimm aus Bielefeld Bereits zwei Stunden vor Beginn der von der Bevölkerung des Lipperlandes mit großer Spannung erwarteten Verhandlung vor dem Schwurgericht hatten sich vor dem Gerichtsgebäude mehrere hundert Personen eingefunden, die Einlaß in den Schwurgerichtssaal begehrten, aber nur zum Teil den erhofften Platz auf den beiden Tribünen fanden. Viele mußten sich daher während der mehr als vierstündigen Verhandlung mit einem Stehplatz im Treppenhaus und vor dem Gerichtssaal begnügen und warteten hier auf den Ausgang des Prozesses. Als wenige Minuten vor 9 Uhr vormittags der Angeklagte Wilhelm Milting gefesselt von zwei Beamten der Schutzpolizei in den Gerichtssaal geführt wurde, hatten mehr als zehn Pressevertreter an ihren Tischen Platz genommen. Kurz darauf erschien der Offizialvertreter des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Steller, der sich bis zum Erscheinen des Gerichts mit seinem Klienten unterhielt. Der Angeklagte Milting musterte mit scheuen Blicken die Zuhörer auf den Tribünen, sah dann zu den Pressetischen hinüber und betrachtete dann den Oberstaatsanwalt, der in die Anklageschrift vertieft war. Pünktlich um 9 Uhr vormittags erschienen die drei Richter und sechs Geschworenen im Saal. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Ostmann, schritt sofort zur Vereidigung der Geschworenen, Darauf wurden die acht Zeugen aufgerufen und auf die Bedeutung des Eides hingewiesen. Eine Erklärung des Verteidigers Vor Eintritt in die Verhandlung machte der Offizalverteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Steller, folgende bemerkenswerte Mitteilung: „Der Angeklagte hat mir soeben erklärt, daß er bereit ist, sich freiwillig entmannen zu lassen. Ich bitte, diese Erklärung bei der Beweisaufnahme zu berücksichtigen.“ Der Lebenslauf des Angeklagten Der Vorsitzende verlas darauf die Personalien des Angeklagten, der bereits 7mal vorbestraft ist. Einen Teil seiner Jugend verbrachte Milting im Fürsorgeerziehungsheim in Eckardtsheim. Zweimal ist er von der Strafkammer in Detmold wegen Sittlichkeitsverbrechen an Kindern zu erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt worden.„Der Angeklagte entstammt", so führte der Vorsitzende aus,„einer minderwertigen Familie. Der Vater Heinrich Milting und sein Bruder Walter Milting sind wegen Blutschande und Sittlichkeitsverbrechen vorbestraft.“ Nachdem dem Angeklagten die Handfesseln abgenommen waren, stellte der Vorsitzende an Milting die Frage: „Angeklagter, Sie haben gehört, was Ihnen zur Last gelegt wird. Bekennen Sie sich schuldig?“ Angeklagter Milting:„Ja!“ Unter Ausschluß der Öffentlichkeit Das Schwurgericht befaßte sich dann zunächst mit den Sittlichkeitsverbrechen des Angeklagten. Auf Antrag des Vertreters der Anklage wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Nach der Räumung der Tribünen gab der Angeklagte zu, die ihm zur Last gelegten Straftaten an einem 11 Jahre alten Schüler ausgeführt zu haben und erklärte auf eine Frage des Vorsitzenden: „Ich kann nicht anders, ich weiß nicht, wie es kommt!“ Nach der Klärung dieser beiden Fälle wurde die Oefentlichkeit wiederhergestellt. Wie es zu dem Aberfall kam... Landgerichtsdirektor Ostmann:„Angeklagter, nun erzählen Sie uns mal, wie es zu dem Ueberfall auf Fräulein Dimm kam. Aus welchem Grunde sind Sie nach Detmold gefahren?“ Angeklagter Milting:„Ich wollte mir Geld verschassen!“ Vorsitzender:„Sie hatten doch vom Amtsgericht in Horn eine Aufforderung zum Strafantritt erhalten (Milting war am 10. Januar d. J. wegen Diebstahls und Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von 1 Monat und 1 Woche verurteilt) und eine Kostenrechnung über 50,66 RM.“ Angeklagter:„Ja, das stimmt. Ich sollte das Geld innerhalb einer Woche zahlen.“ Vorsitzender:„Und weil Sie kein Geld zum Bezahlen hatten, sind Sie auf den Gedanken gekommen, einen Menschen zu überfallen!“ Ohne wesentliche Niederschläge Reichswetterdienst, Ausgabeort Hannover. Vorhersage für Donnerstag: Nachts Frost um 3 bis 5 Grad, nach Frühdunst tagsüber meist wolkig, zunächst noch ohne wesentliche Niederschläge, Tagestemperatur- wenig geändert, etwas auffrischende Winde aus Süd bis Südost.— Am Freitag meist stärker bewölkt, zunehmende Neigung zu Niederschlägen, Temperaturen auchs tagsüber um 0 Grad. Witterungsübersicht vom 22. Februar, 8 Uhr früh: Die Reststörung über Polen ließ auch am Dienstag die schmale, von Skandinavien nach Frankreich reichende Hochdruckbrücke nicht ostwärts vorrücken. So blieben wir auf ihrer Ostseite und hatten dabei andauernd Zufuhr feuchtkalter Luft aus Nord. Die Bewölkung brach daher nach Frühdunst auch tagsüber nur vorübergehend auf, während die Temperatur nicht über 4 Grad den Gefrierpunkt überschritt. Heute nacht hatten wir Frost bis zu 3 Grad. Ein von Irland nach Südfrankreich reichendes Teiltief baut den Hochdruckrücken in seinem südlichen Teil stark ab und sucht über Süddeutschland vorzudringen. Das nunmehr über Mittekeuropa lagernde Resthoch leistet jedoch noch kräftigen Widerstand, zumal die Störung über Polen nicht abzieht. Das über Skandinavien lagernde Hoch scheint außerdem liegenzubleiben, so daß mit dem Eindringen des Tiefs nach Süddeutschland das Einsetzen einer östlichen Luftzufuhr zu befürchten ist, die auch im Flachlande niedrige Temperaturen und später Schneefälle verursachen kann. 24. 2. Sonnenaufgang 7.00 Uhr Sonnenuntergang 17.28 Uhr Bei stärkstem Publikumsandrang begann am Mittwochvormittag vor dem Schwurgericht in Detmold die Hauptverhandlung gegen den 24 Jahre alten landwirtschaftlichen Arbeiter Wilhelm Milting aus Detmold, der sich wegen versuchten Mordes und schweren Naubes, begangen am Abend des 1. Februar in einem Eisenbahnabteil zwischen Detmold und Nienhagen, sowie wegen zweier Sittlichkeitsverbrechen zu verantworten hatte. Zu der Verhandlung, die im ehem. Landtagssitzungssaal stattfand und von Landgerichtsdirektor Ostmann geleitet wurde, waren 13 Zeugen und zwei medizinische Sachverständige geladen. Vertreter der Anklage war Oberstaatsanwalt Dr. Tornau, der am Abend der Bluttat die Nachforschungen nach dem Täter aufnahm, der, wie seinerzeit ausführlich berichtet, bereits am nächsten Tage nach einer aufregenden Flucht festgenommen werden konnte und bald darauf ein umfassendes Geständnis ablegte. Zu der Verhandlung vor dem Schwurgericht war auch Generalstaatsanwalt Schnoering aus Celle erschienen. Außerdem hatten vor den weit überfüllten Tribünen im Gerichtssaal zahlreiche Vertreter der Justizbehörden, Rechtswahrer und Polizeiführer Platz genommen. Nach Verlesung der Anklageschrift und Vernehmung der Zeugen erstatteten die Sachverständigen ihre Berichte. Anschließend nahm Oberstaatsanwalt Dr. Tornau das Wort, der die brutale Bluttat in schärfster Weise geißelte und den Antrag stellte, den Schwerverbrecher zu lebenslänglichem Zuchthaus zu verurteilen und gegen Milting außerdem Entmannung und Sicherungsverwahrung auszusprechen. Nach knapp einstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Ostmann, das Urteil und verkündete die Strafen, die der Vertreter der Anklage beantragt hatte. Der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Angeklagte Milting nahm das Urteil ohne sichtbare Erregung auf. Angeklagter:„Ja!“ Vorsitzender:„Hatten Sie die Absicht, einen Menschen zu töten?“ Angeklagter:„Nein, das war meine Absicht nicht!“ Vorsitzender:„Warum haben Sie dann den schweren Hammer in die Manteltasche gesteckt?“ Angeklagter(etwas zögernd):„.. das war mir gleich. Wenn die Gelegenheit paßte, wollte ich die Gelegenheit warnehmen!“ Der Angeklagte schilderte darauf die Fahrt von seiner Arbeitsstätte in Hörstmar und die Ankunft in Detmold. Milting hatte die Absicht, hier ein Kino zu besuchen, gab diesen Plan aber wegen Ueberfüllung des Kinos auf und trank in einer Gastwirtschaft 1 Glas Bier und 2 Wacholder. Kurz nach 21 Uhr begab er sich zum Bahnhof, wo er auf dem Bahnsteig die Verkä Lieselotte Dimm im Gespräch mit einem Untert ah. Wir haben über diese Vorgänge bereits ausf lich berichtet. Miltina hat an dem fraglichen Abend in letzter Minute das Abteil des Zuges bestiegen, in dem Fräulein Dimm Platz genommen hatte. ich das hübsche Mädchen say...“ Vorsitzender:„Und unn erzählen Sie mal über die Vorgänge im Eisenbahnabteil.“ Angeklagter:„Als ich das hübsche Mädchen sah. Vorsitzender:„Erzählen Sie weiter. Was haben Sie Angeklagter:„Ich wollte das Mädchen gebrauchen, weil es ein hübsches Mädchen war!“ Vorsitzender:„Haben Sie das Mädchen angesproden?“ Angeklagter:„Ja, ich stellte eine Frage; was, weiß ich nicht mehr, worauf das Mädchen mir sagte, sie würde in Nienhagen dem Schaffner Bescheid sagen!“ Vorsitzender:„Und was geschah dann?“ Angeklagter:„Da habe ich den Hammer genommen und zugeschlagen!“ Vorsitzender:„Haben Sie sich über die Folzen der Schläge keine Gedanken gemacht, dachten Sie nicht daran, daß das Mädchen darau eventuell sterben konnte?“ Angeklagter:„Es kann wohl sein, daß sie darnach sterben mußte!“ Das Gericht stellte dann verschiedene Fragen, die mit den weiteren Vorgängen im Eisenbahnabteil im Zusammenhang stehen. Es handelt sich um eine unsittliche Berührung der auf dem Boden in einer Blutlache besinnungslos liegenden Lieselotte Dimm und den Raub der Handtasche und Geldbörse, in der sich ein Betrag von etwa mehr als 20 Reichsmark befand. Der Angeklagte schilderte dann das Verlassen des Zuges in Nienhagen sowie den Weg, den er an diesem Abend bis zur Endstation der Straßenbahn in Pivitsheide zurücklegte. Nachdem Milting unterwegs die Handtasche und die entleerte Geldbörse in den Teich beim„Kohlvott“ geworfen und sich schließlich des Hammers entledigt hatte, warf er auch die in Hörstmar gelöste Eisenbahnrückfahrkarte fort, die ihm bereits am folgenden Tage zum Verhängnis werden sollte. Milting sprach dann über die Fahrt nach Detmold und schließlich über die Autofahrt nach Lage, wo er nach der Bluttat mit einem Bekannten in einer Gastwirtschaft etwa 2 bis 8 Biere und 5 bis 6 Wacholder getrunken t. Nach der Schilderung der Vorgänge am nächsten Milting aussagte, daß beim Frühstück „Lippischen Staatszeitung" über orgen, wobei über den Bericht der„—.. den Eisenbahnüberfall gesprochen worden sei, fragte der Vorsitzende:„Haben Sie zu dem Schweizer gesagt, der Soldat solle gesagt haben: Schaffner, passen Sie gut auf das Mädel auf, damit nichts passiert, das sei verdächtig?“ Angeklagter:„Ja, das habe ich gesagt!“ Der Vorsitzende sprach dann über alle Einzelheiten der Verfolgung des Täters und schließlich über die Verhaftung des Angeklagten: Vorsitzender:„Angeklagter, unn frage ich Sie noch einmal, hatten Sie die Absicht, das Mädchen zu töten?“ Angeklagter:„Rein!“ Vorsitzender:„Sie haben die Schläge mit dem Hammer sehr heftig ausgeführt, konnte daran jemand sterAngeklagter(etwas zogern):„Das mag schon sein!“ Das Gericht schritt darauf zur Vernehmung der Zeugen Als erster Meier aus tungen auf dem Zeuge wurde der Hilfsschaffn Detmold vernommen, der sei ner ne bekanntgab und dann Friedrich Leobachüber Bahnhof in Nien des Zuges mit s igeben, igen, wo Milting sich nach Verlassen tellen Schritten, ohne die Fahrkarte abzugehen, entfernte. Ein weiterer Zeuge, der Bildter Heinrich Austhof aus Bad Salzuflen, und der Gendarmeriehauptwachtmeister Stork aus stmar schilderten ihre Eindrücke beim Besteigen des Eisenbahnabteils in Lage, wo die schwerverletzte Dimm in einer Blutlache aufgefunden wurde. Dann wurde die Ehefrau Emilie Böhmann aus Lage vernommen, die am Abend nach der Bluttat Milting und dessen Bekannten in der Gaststätte die bestellten Getränke gebracht hatte. Ein weiterer Zeuge, der Gespannführer Wilhelm Arend aus Hörstmar, erklärte, daß er am Am Wochenende Bühnenball Künstler des Theaters laden ein. Noch einmal weisen wir auf die am kommenden Sonnabend stattfindende festliche Veranstaltung der Künstler des Lippischen Landestheaters hin. Der inzwischen traditionell gewordene Bühnenball findet in diesem Jahre erstmalig in sämtlichen Räumen des Hotels„Stadt Frankfurt“ statt und verspricht mit seinen vielen Ueberraschungen und Darbietungen recht fröhlich und anregend zu verlaufen. Drei Kapellen spielen an verschiedenen Stellen zum Tanz auf. Im ersten Stock des Hauses werden bekannte Solisten an diesem Abend in verschiedenen Räumen hinter, den Bartischen stehen, während die anderen Künstler für kunterbunte Unterhaltung sorgen. Wir weisen noch einmal darauf hin, daß nur eine beschränkte Anzahl Karten zum Verkauf gelangen, um eine Ueberfüllung der Räumlichkeiten zu vermeiden. Eintrittskarten sind an der Theaterkasse zu haben. K EC-EEETETEIEE NEElternabend der Hiller=Jugend. Der Standort Detmold der Hitler=Jugend veranstaltet wie im vergangenen Jahre so auch jetzt wieder einen Elternabend, der am kommenden Wochenende im Neuen Kruge stattfinden soll. Der Verkauf der Eintrittskarten erfolgt durch das Jungvolk und hat bereits eingesetzt. Es empfiehlt sich, die Karten rechtzeitig zu kaufen, da die Wahrscheinlichkeit besteht, daß an der Abendkasse nur noch wenige Volksgenossen die Möglichkeit haben werden, eine Eintrittskarte zu lösen. Der Saal wird um 19 Uhr geöffnet. Sinsonie=Konzert im Landestheater. Es wird ganz besonders auf das am Freitag, 24. Februar, 20 Uhr, stattfindende einmalige volkstümliche Sinfonie=Konzert „Musik der deutschen Ostmark“ hingewiesen, das in seiner Auswahl und Zusammenstellung der zur Aufführung gelangenden Werke jeden wahren Musikfreund begeistern wird. Dirigent: Günther Wand; Solist; Lorenz Pfaffenbach.— Sonntag, 26. Februar, 19.30 Uhr, zum unwiderruflich letzten Male die JohannStrauß=Operette„Die Fledermaus“ in der Originalbesetzung. Widerstand leisten! Appetitlosigkeit, Blutarmut, Schwäche und Müdigkeit lähmen die Widerstandskraft und machen empfänglich für Krankheiten. Schaffen Sie sich Spannkraft und frisches Aussehen durch das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferein. Bioferrin leistet besonders Kindern vorzügliche Dienste. Städtische Oberschule für Mädchen. Die feierliche Entlassung der diesjährigen Abiturientinnen findet am Freitag, 24. Februar, 12 Uhr, in der Turnhalle der Anstalt statt. Die Eltern der Schülerinnen und alle Freunde der Arstalt sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Morgen nach der Bluttat Milting in der Schlafstube angetroffen habe, als dieser seinen Mantel reinigte. Auf eine Frage, was er da mache, habe Milting gesagt:„Ach. das ist weiter nichts!“ Mittags habe Milting für ihn in der Dorfwirtschaft zwei Glas orn ausgegeben. Hier kam im Laufe einer Unterhaltung das Gespräch auf den Raubüberfall, wobei Milting u. a. sagte, die Unterhaltung, die der Unteroffizier mit dem Mädchen auf dem Bahnsteig gehabt habe, scheine ihm keine reine Butter zu sein. So versuchte er, den Verdacht von sich abzuwälzen. Nach Rückkehr auf den Hof, sei ein Gendarmeriebeamter in die Nähe gekommen, worauf Milting sofort weggelaufen sei. Der Zeuge schilderte dann den Verlauf der Verfolgung. Ein weiterer Zeuge, der Bauer Konrad Meier aus Hörstmar Nr. 1, erklärte auf eine Frage des Vorsitzenden, daß Milting„in der Arbeit nicht schlecht gewesen“ sei. Er habe als landwirtschaftlicher Arbeiter bei voller Kost und Unterkunft monatlich noch rund 54 RM. bar ausbezahlt bekommen. Dann erfolgte die Vernehmung des Kriminalkommissars Middeke aus Detmold, der über besondere Nachforschungen in dem Eisenbahnahteil Auskunft gab. Nach einer eingehenden Schilderung aller Vorgänge seit der Bluttat bis zur Verhaftung des Täters wurde noch der Zeuge, Gendarmeriemeister Dickewied aus Remmighausen vernommen, der über die Verhältnisse der Familie Milting sprach. Das Schwurgericht kam darauf zur Verlesung der Aussage der überfallenen Verkäuferin Lieselotte Dimm aus Bielefeld, die sich zur Zeit noch im Krankenhaus in Lage befindet. Aus dem Protokoll war zu entnehmen, daß Milting im Eisenbahnabteil, nachdem Fräulein Dimm sich jene Annäherung verbeten hatte, erregt die Worte gesprochen hat:„Was wollen Sie aussteigen?“ Und schon sei es zu dem Ueberfall gekommen. Das Mädchen hat weiter ausgesagt, daß ihre Schmucksachen, zwei goldene Ringe im Werte von 105 RM. eine goldene Armbanduhr im Werte von 90 RM., sowie eine kleine goldene Kette und ein goldener Armreif von dem Täter nicht berührt seien. Das Gutachten der Sachverständigen Als erster medizinischer Sachverständiger wurde Dr. med. Buchholz aus Lage vernommen, der nach der Bluttat die erste Hilfe leistete, im Krankenhaus in Lage die Operation durchführte und erklärte, daß die Wunden außerordentlich schwer gewesen seien. Auf eine Frage des Oberstaatsanwaltes: „Konnten die Hammerschläge tödlich wirken?“ erklärte Dr. Buchholz:„Davou bin ich fest überzeugt!“ Der nächste Sachverständige, Dr. Medizinalrat Dr. Augener, erklärte, daß bei dem Angeklagten der Schutz des§ 51 nicht zur Anwendung gebracht werden könne. Wörtlich erklärte der medizinische Sachverständige:„Milting ist ein außerordentlich triebhafter Mensch.“ Auf die Frage des Vorsitzenden:„Wie denken Sie über die Entmannung des Angeklagten?“ erklärte der=ständige:„Ich halte die Entmannung des Augeriägten, der ein schwerer Sittlichkeitsverbrecher ist, für angebracht, um ihn von seinen Trieben zu heilen.“ Der Oberstaatsanwalt hat das Wort Unter allgemeiner Spannung nahm darauf der Vertreter der Anklage, Oberstaatsanwalt Dr. Tornau, das Wort und führte aus, daß am Morgen des 2. Februar, nachdem die Oeffentlichkeit durch Schlagzeilen in der Zeitung von der verabscheuungswürdigen Bluttat Kunde erhalten habe, die Bevölkerung des Lipperlandes und im angrenzenden Westfalen und hannoverschen Gebieten größte Empörung empfunden hätte. Die Oeffentlichkeit habe sofort die Todesstrafe verlangt, aber das Gericht habe die Aufgabe, gerecht zu entscheiden. Im Mittelfenster dieses Saales stehe unter der Justitia der schöne Satz, der schon oft in diesem Saale durch den Spruch des Schwurgerichts Wahrheit geworden ist: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk! Auch diesem Angeklagten soll Gerechtigkeit werden! Aber eine Gerechtigkeit, die einerseits frei ist jeder rachsüchtigen Stimmung, andererseits aber auch sich frei weiß von jeder weichlichen und sentimentalen Rücksichtnahme auf das persönliche Schicksal des Angeklagten. Denn im nationalsozialistischen Staat ist Gerechtigkeit, was dem Volke frommt, und diese Gerechtigkeit verlangt, daß der Angeklagte rücksichtslos unschädlich gemacht und aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen wird. Oberstaatsanwalt Dr. Tornau ging dann auf die Bluttat näher ein, schilderte die brutale Veraulagung des Angeklagten der mit einem 800 Gramm schweren Hammer die Schläge ausgeführt habe, durch die ein junges und blühendes Menschenkind für immer entstellt worden sei. Der Angeklagte habe diese Tat mit vollem Vorsatz ausgeruhrt. er verdiene als siebenmal Vorbestrafter nicht die geringste Milde. Der Vertreter der Anklage kam dann auf die einzelnen Punkte der Anklage zu sprechen und beantragte gegen Milting wegen Sittlichkeitsverbrechens in zwei Fällen eine Gesamtstrafe von 5 Jahren Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren und die Entmannung, und schließlich wegen versuchten Mordes und schweren Raubüberfalles lebenslängliches Zuchthaus und Sicherungsverwahrung als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher. Wörtlich erklärte der Oberstaatsanwalt:„Ich bitte Sie, meine Herren Richter und Geschworenen, diesen meinen Anträgen zu entsprechen. Geschieht dies, so werden Sie einmal damit dem Opfer des Angeklagten eine persönliche Genugtnung geben, andererseits aber auch abschreckend auf alle jene Elemente wirken, die vielleicht gesonnen sind, ähnliche Taten wie der Angeklagte zu vollbringen. Ihr Urteil wird dann zur Beruhigung der Oeffentlichkeit beitragen, und in diesem Sinne noch einmal: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk! Der Verteidiger spricht Der Offizialverteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Steller, erklärte, es könne nicht seine Aufgabe sein, eine Tat zu beschönigen, an der nichts zu beschönigen sei. Von einem Mordversuch könne seiner Ansicht nach keine Rede sein. Der Angeklagte müsse bestraft werden, aber das Gericht habe es in der Hand, ob ihm Milde zuerkannt werdenk önne. Sicherheitsverwahrung brauche nicht verhängt zu werden. weil bei der Länge der zu erkennenden Freiheitsstrafe das Gericht gar nicht abschätzen könne, ob nach der Verbüßung eine Sicherungsverwahrung noch notwendig sei, denn das Gericht müsse prüfen, ob die Sicherungsverwah rung noch angebracht sei zu der Zeit, ars der Angeklagte seine Freiheitsstrafe verbüßt habe Das letzte Wort des Angeklagten Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er noch etwas zu sagen habe, erklärte Milting:„Ich bitte um eine milde Strafe. Wenn meine Entmannung früher gekommen wäre, dann stände ich heute vielleicht nicht hier. Ich weiß nicht, wie ich zu der Tat gekommen bin.“ Nach dieser Erklärung zog sich das Gericht zur Urteiloberatung zurück. Nach einstündiger Beratung wurde folgendes Urteil des Schwurgerichts durch den Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Ostmann, verkündet: Der Angeklagte Wilhelm Milting wurde wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub in Uebereinstimmung mit dem Strafantrag des Oberstaatsanwaltes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Ferner wurde auf Entmannung und Sicherungsverwahrung erkannt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angeklagten auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Wegen der beiden ebenfalls unter Anklage stehenden schweren Sittlichkeitsverbrechen wurde der Angeklagte zu einer Gesamtzuchthausstrafe von fünf Jahren verurteilt. Zu der Urteilsbegründung Uhrte der Vorsitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsor Ostmann, etwa aus: Da die Staatsanwaltschaft im Plädoyer den Hergang der Tat ausführlich geschildert hat, braucht hier nicht mehr auf die Einzelheiten eingegangen zu werden. Der Angeklagte ist ja auch geständig. Bei den unzüchtigen Handlungen, die der Angeklagte an einem Jungen begangen hat, war die Frage zu prüfen, oo es sich um eine fortgesetzte Handlung oder um einzelne Taten handelte. Das Gericht ist der Auffassung der Staatsanwaltschaft gefolgt, daß es sich um zwei Taten handelt. Dabei ist das Schwurgericht auch der neuen Rechtsprechung gefolgt und der Angeklagte ist in beiden Fällen verurteilt worden. Das Gericht ist auch ferner der Meinung, daß er erforderlich ist, daß der Angeklagte als gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher zu entmannen ist. Bei der zweiten Straftat war zu prüfen, handelt es sich um einen Raub in Tateinheit mit einem Morder den Hammer mitgenommen habe, um nicht nur den Widerstand zu brechen, sondern nötigenfalls Menschen zu töten. Das Verhalten am Bahnhof selbst, das Spionieren, bis er die einzelne Person in den Wagen hat einsteigen sehen, das Verhalten während der Tat, zunächst der Schlag vor den Kopf und dann, als das Mädchen noch Lebenszeichen von sich gab, das erneute Ergreifen des des Mädchens ein Mordversuch vorlag. Ueberlegung von vornherein gehabt und die Tat von langer Hand vorbereitet. Raub liegt ohne weiteres vor; es handelt sich um einen schweren Raub mit Anwendung einer Waffe und in einer Eisenbahn. Es handelt sich um einen besonders schweren Raub nach§ 251 StGB., in Verbindung mit schwerer Körperverletzung(§ 224), wodurch eine dauernde, erhebliche Entstellung verursacht wurde. Bei der Strafzumessung konnte auf eine Mindeststrafe von 10 Jahren beziehungsweise eine höchste zeitliche Zuchthausstrafe von 15 Jahren oder auf leb rafe erkannt werden. die Scheußlichkeit der Tat ist Gericht der die lebenslä die Volksgem en. Der Ang lebensnur die böchst zuläk zusstrafe, am Platze rnd vor dem Angek! war, um dauernd vor dem Angeklagten zu schützen. Der Angeklagte ist ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, und es ist deshalb auch auf Sicherungsverwahrung zu erkennen. In Uebereinstimmung mit dem Antrage der Staatsanwaltschaft hat das Gericht auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Höchstdauer von 10 Jahren erkannt. Der Angeklagte, der bereits während der Vernehmung der Zeugen und Aussagen der Sachverständigen sowie des Plaidoyers des Oberstaatsanwaltes ohne sichtbare Erregung auf seinem Platze saß, nahm das Arteil des Schwurgerichts gelassen auf. Er wurde vom Vorsitzenden auf die Möglichkeit einer Nevision des Urteils hingewiesen und dann von den beiden Beamten der Schutzpolizei in das Gerichtsgefängnis zurückgeführt. Während sich das Gerichtsgebäude langsam leerte, standen viele hundert Volksgenossen auf der Straße und gaben ihrer Genugtnung über den Urteilsspruch des Schwurgerichts Ausdruck. Das Gericht hat gesprochen, die schwere Bluttat im Eisenbahnabteil zwischen Detmold und Nienhagen hat die verdiente Sühne vefunden. Der Eisenbahnräuber und Sittlichkeitsverbrecher Wilhelm Milting ist zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, er wird entmannt und ist damit für immer aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen. Das Schwurgericht konnte kein anderes Urteil fällen; nur die schwerste Strafe konnte dieses verabschenungswürdige Verbrechen fühnen!=Ko.In 50 RM. Geldstrafe verurteilt. Wir berichteten am Freitag voriger Woche von einer 17stündigen Gerichtsverhandlung vor dem Detmolder Einzelrichter, die sich mit Mitglieder der D-Komparie der Schützengesellschaft Donnerstag, den 23. Februar, abends 8½ Uhr Preisschießen im Gasthof„Zur Krone“. einer Beleidigungsklage gegen W. aus Detmold befaßte. Gestern morgen um 10 Uhr erfolgte die Urteilsverkündung. Der Angeklagte wurde wegen Beleidigung nach Paragraph 185 Str. G. B. zu einer Geldstrafe von 50 RM. und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Silderne Hocdzeit. Die Eheleute Wilhelm Herzog, Johannaberg, feierten am vergangenen Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. Nachträglich herzliche Glückwünsche.(45) Central=Lichtspiele „aokerade. Dieser Ufa=Film Willy Forsts findet in den Central=Lichtspielen seine Wiederholung. Die Idee des Films geht auf eine Affäre zurück, die sich vor vielen Jahren während des Faschings in Wien abgespielt hat. Zeitlich gesehen paßt der Film also gut in die jetzigen Tage. Es geht hier um das Bild einer schönen Frau der Gesellschaft, und zwar ohne Hülle, nur mit Maske und Muff. Eine abwechslungsreiche Handlung sieht in den Hauptrollen Paula Wessely, Adolf Wohlbrück als den Zeichner Heideneck, Olga Tschechowa und Hilde von Stolz; ferner wirken mit Walter Janssen, Peter Petersen, Hans Moser und Fritz Imhoff. Allein diese Namen sind Garanten für den ForstFilm, der unbedingt sehenswert ist und bestens unterhält.— Im Beiprogramm läuft ein Film von den Mannesmann=Werken. Im Bergischen Land, wo seit alter Zeit der Schmied das Eisen zum Stahle zwingt, gelang es, ein Rohr nahtlos aus einem Block von Stahl zu schmieden. Hier erwuchs Deutschland ein gewaltiges Werk mit Zechen, Hochöfen und Hütten, geboren aus der Idee der Erfinder. Ein sehenswerter Kulturfilm, der das Prädikat künstlerisch wertvoll und volksbildend trägt. Ortsgruppenversammlung. Die nächste Ortsgruppenversammlung findet am Mittwoch, 1. März, 20.15 Uhr, in der„Reichskrone" statt. Es spricht der Gauredner Kreisschulrat Kaul über das Thema„Rasse und Politik“. Deutsches Rotes Kreuz, Bereitschaft w. Zusammenkunft aller Helferinnen heute, Donnerstag, 20.15 Uhr, in der Aula der Freiligrathschule. Die Helferinnen haben außerdem auch am Sonntag, 26. Februar, morgens 9 Uhr, in der Freiligrathschule zu erscheinen. Und am Sonnabend gehen wir zum Maskenball der Liedertafel Lage von 1851 im Amthaus Deutsche Arbeitsfront. Am Freitag, 24. Februar, 20 Uhr, findet in der„Reichskrone“ der Schulungsabend des Monats Februar statt. Teilzunehmen haben Betriebsführer, Betriebsobmänner, Vertrauensratsmitglieder, Zellen= und Blockobmänner sowie der Ortsgruppenstab der DAF. Silberne Hochzeit. Der Gastwirt August Hanning und seine Ehefrau Lina, geb. Kalkreuter, konnten am Dienstag das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir gratulieren nachträglich! Wittekind=Lichtspiele „Tanz auf dem Bulkan.“ Die Handlung des Films zeigt uns einen kurzen abschnitt französischer Geschichte des Jahres 1830, des Jahres, in dem König Karl X. ri Thron gestürzt wurde und nach England floh. Der despotische König hatte kein Verständnis für die elementarsten Forderungen des Volkes, deshalb wurde er vom Volke gehaßt. Sein erbitterster Gegner war Debureau, ein bekannter und beliebter Schauspieler. Spottverse werden auf den König verfaßt; der Polizeipräfekt kann diesem Treiben keinen Einhalt bieten; denn der Herausgeber und die Verteiler der sogenannten Flugzettel sind nicht bekannt. Geheimnisvolle Kräfte arbeiten am Sturz des Königs. Debureau haßt den König auch aus einem zweiten Grunde, denn beide lieben die Gräfin Heloise. Zunächst steigt ein stiller, verbissener Kampf hinter den Kulissen, der zu einem ungeheuren Skandal im Theater vor dem König führt. Debureau singt und tanzt vor dem König und beleidigt ihn mit der scharfen Waffe seines Geistes. Daher der Titel„Tanz auf dem Vulkan“. Es folgt seine Verhaftung, die Hinrichtung ist bereits vorbereitet, aber in der letzten Stunde bricht die Revolution aus. Die Hauptfigur des Films ist Gustaf Gründgens, er spielt den Debureau so formvollendet, daß es eine Freude ist, diesem Spiel zuzuschauen. Ralph Arthur Roberts verkörpert den König Karl X. Auch die übrigen Hauptrollen sind mit Hans Leibelt, als Prinz Ludwig Philipp, Theo Lingen als Graf Cambouilly, Sybille Schmitz als Gräfin Heloise, Gisela Uhlen als die Schauspielerin Angele sehr gut besetzt. Dieser Film hat eine interessante Handlung und gewinnt noch durch die sehr gute Darstellung. Zu diesem Hauptfilm kommt noch ein reichhaltiges Beiprogramm. Recht eindrucksvoll sind die Bilder der Wochenschau vom Stapellauf des Schlachtkreuzers„Bismarck“ in Hamburg.(79) Bestandene Prüsung. Seine Gesellenprüfung im Klempner= und Installationsgewerbe bestand Helmut Gronemeier von hier.(79) Deutsches Notes Kreuz, Bereitschaft(w), Lemgo 2, 2. Zug(Schötmar). Heute, 20 Uhr, Pflichtabend im Kolonnenheim. Alle Helferinnen und? gärterinnen haben pünktlich zu erscheinen. Papier Bleistift mitbringen. Ferner ist der Nachweis üver Deutschblütigkeit und die Verpflichtungs=Erklärung abzugeben. *** Vor dem Detmolder Schöffengericht Gefängnis und Geldstrafe für Untreue, Unterschlagung und Betrug Freisprechung von der Anklage der fahrlässigen Tötung P. R. aus Lage war vom 1. Oktober 1922 bis zum 31. März 1933 Angestellter und seit dieser Zeit bis zum 20. Januar 1939 Betriebsleiter der Molkerei Lage. Anfang des Jahres 1938 war in der von dem Angeklagten zu führenden Molkereikasse ein Fehlbetrag von etwa 1 500 RM. entstanden. Um diesen Fehlbetrag abzudecken, verbuchte der Angeklagte mehrere Zahlungen nicht als Einnahme, sondern verwandte sie zur Ausgleichung des Fehlbetrages. Auch nahm er mehrere fingierte Buchungen vor, insbesondere fügte er auf einem von der Kreissparkasse in Lage für die Molkerei in Lage ausgestellten Kontoauszug vom 30. 9. 1938 nachträglich mit einer Schreibmaschine einen Betrag von 312,26 RM. hinzu. Die auf diese Weise von dem Angeklagten unterschlagene und veruntreute Summe beläuft sich nach den Feststellungen des Verbandsprüfers auf 1 421,02 RM. Der Angeklagte ist geständig, gibt jedoch an, sich selbst kein Geld davon angeeignet zu haben. Infolge der vielen Zahlungsarten an Mitglieder der Molkerei und der zahlreichen Pfändungsbeschlüsse sei ihm die Arbeit über den Kopf gewachsen. Das Schöffengericht hielt den Angeklagten der fortgesetzten Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung sowie außerdem der Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug in zwei Fällen schuldig und verurteilte ihn deshalb zu einer Gesamtgesängnisstrafe von acht Monaten und zu einer Geldstrafe von 200.— RM., eventuell weiteren 20 Tagen Gefängnis. * h. W. in Lothe hatte sich wegen Beleidigung zu verantworten. In einem Briefe an den Kreisleiter der NSDAP. in Detmold vom 11. Juli 1938 hatte er u. a. behauptet, der Ortsgruppenleiter der NSDAP. in Lothe habe mehrfach infame Lügen über ihn(Angeklagten) verbreitet und ihn übel verleumdet. Der Angeklagte gibt zwar zu, diesen fraglichen Brief geschrieben zu haben, bekennt sich aber nicht im Sinne der Anklage schuldig. In der Hauptverhandlung mußte der Angeklagte sich darüber belehren lassen, daß er in seiner Ausdrucksweise entschieden zu weit gegangen ist. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten deshalb zu einer Geldstrafe von 100 RM., eventuell zwanzig Tagen Gefängnis. Der ehemalige Leiter der Ziegler=Krankenkasse in Detmold, P. Schr., der sich bereits seit dem 25. Januar 1938 in Untersuchungshaft befindet, saß nunmehr auf der Anklagebank, weil er sich der Untreue und des Betruges schuldig gemacht hatte. Der Angeklagte war seit dem 15. Februar 1937 als Angestellter bei der Ziegler=Krankenkasse in Detmold tätig. Am 1. Januar 1938 wurde er zum Leiter bestellt. Der Angeklagte hat Reisen nach Berlin, Hamburg, Hannover, Bielefeld usw. unternommen, wofür er mehr Tage= und Uebernachtungsgelder in Rechnung stellte und auch erhielt, als er auf Dienstreisen tatsächlich unterwegs war. Er schädigte auf diese Weise das Vermögen der Ziegler um 312,60 RM. Inzwischen erwarb die ZieglerKrankenkasse auch einen Personenkraftwagen, um, wie er hieß, die auf auswärtigen Ziegeleien beschäftigten Ziegler aufzusuchen und diese für die Ziegler=Krankenkasse zu werben sowie dort auch Betriebskontrollen auszuüben. Für diese Arbeit wurde ein Angestellter eingestellt, der die größte Zeit mit dem Dienstkraftwagen unterwegs war. Es hat sich aber hinterher ergeben, daß diese nach Saarbrücken, Zehdenick, zum Schwarzwald, zum Bodensee und nach Oesterreich ausgeführten angeblichen Dienstreisen auch Reien privater Art waren, wodurch die Ziegler=Krankenkasse erheblich geschädigt wurde, zumal solche Reisen wirklich nicht im Interesse der Ziegler=Krankenkasse ausgeführt sein konnten. Der Angeklagte als Leiter der Kasse hätte solche Fahrten nicht dulden sollen. Er gibt jetzt seine Verfehlungen zu, für die er als Leiter auch verantwortlich zu machen ist. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Untreue in Tateinheit mit Betrug zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten und zu einer Geldstrafe von 200 RM., eventuell weiteren zwanzig Tagen Gefängnis, worauf ihm zwei Wochen der bislang erlittenen Untersuchungshaft angerechnet wurden. * Der schwere Verkehrsunfall am 13. September 1938 auf der Lageschen Straße, gegenüber der Werkstatt Feldmann in Detmold, wobei auch ein Menschenleben zu beklagen war, war jetzt Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Angeklagt war H. Sch. aus Bad Pyrmont, der sich der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit einer Uebertretung der Straßenverkehrsordnung zu verantworten hatte. Die an Ort und Stelle vorgenommene Besichtigung und Beweisaufnahme ergab jedoch, daß den Angeklagten kein Verschulden an dem sehr bedauerlichen Unglücksfall trifft, jedenfalls konnte das Schöffengericht nicht feststellen, daß der Tod des in Lage wohnhaft gewesenen Landwirts Hilbrink auf ein schuldhaftes Verhalten des Angeklagten zurück zuführen ist. Der Angeklagte wurde deshalb auf Kosten der Reichskasse freigesprochen. Blomberg. Schauburg=Lichtspiele Was kun, Sybille? Jugend spielt sich selbst, junge, unkomplizierte Menschen leben ihr Leben vor uns, lassen uns teilnehmen an ihren Freuden und Nöten und erobern nicht nur die Herzen der Jugend, sondern auch derer, die innerlich jung geblieben sind. Ein rätselhafter Diebstahl während des Unterrichts in einer Mädchenklasse wird zum bewegenden Motiv der Filmhandlung, wird zum Prüfstein für die Kameradschaft. Die spannende Handlung schlägt sofort alle in ihren Bann, und man sagt nicht zuviel, wenn man feststellt, daß man am Schluß restlos begeistert ist. Es ist ein Bild der heutigen Jugend, die durch Kameradschaft und Charakterfestigkeit auch diejenigen überzeugt, die abseits stehen und Moral predigen. Ein gehaltvoller, menschlich stark fesselnder Unterhaltungsfilm von hohem Niveau. Die Lauterkeit seiner Gesinnung, seine dramatische Spannung und die hervorragenden darstellerischen Leistungen machen ihn zu einem mächtigen Appell an Herzen und Gefühle. Im Beiprogramm wird die Wochenschau und der Kulturfilm allen gefallen, so daß man einen wertvollen Abend erlebt.(—) Meisterprüfung. Die Meisterprüfung im Autoschlosserhandwerk bestand der Volksgenosse Hermann Hache mit dem Prädikat„gut". Nachträglich herzlichen Glückwunsch. (42) Vom Baumarkt. Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit scheint auch in diesem Jahre der Baumarkt eine starke Belebung zu erfahren. Nachdem bereits mehrere Anund Durchbauten vorgenommen sind, ist an der Jahnstraße mit einem Neubau begonnen worden. Nach den vorliegenden Baugesuchen zu urteilen, ist mit der Errichtung einer Anzahl Neubauten zu rechnen.(42) Horst-Wessel=Gedenkseier. Heute abend um 8.15 Uhr findet anläßlich des Todestages Horst Wessels am HorstWessel=Stein eine Gedenkfeier statt, wozu die Einwohnerschaft hiermit eingeladen wird.(42) Barntrup Auflegung des Opferbuches Am kommenden Sonnabend, 25. Februar, um 17 Uhr, findet im Rathaus im Dienstzimmer des Bürgermeisters die Auslegung des Opferbuches„Großdeutschland“ statt. Die Bevölkerung ist hierzu herzlich eingeladen. Trage jeder nach seinen Kräften durch ein Opfer mit dazu bei, daß der Erfolg der OpferbuchAktion auch in Barntrup sicher ist.(39) Geburtstagsecke. Der Fuhrmann Christian Höltke konnte bei bester geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 77. Geburtstag feiern. Noch täglich geht unser Mitbürger seinem schweren Berufe als Fuhrmann nach Dem alten Herrn nachträglich unsere herzlichsten Glückwünsche!(42) Theaterabend. Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" bringt im Rahmen ihrer Winterveranstaltungen am heutigen Donnerstag wieder einmal etwas ganz Besonderes: Die große Operette„Fledermaus" von Johann Strauß gelangt durch das Lippische Landestheater zur Aufführung. Wer möchte wohl nicht dabei sein, diesen Operettenabend mitzuerleben. Für die Besucher, soweit sie der Kulturgemeinschaft nicht angehören, ist es ratsam, sich rechtzeitig Eintrittskarten in der Geschäftsstelle der Deutschen Arbeitsfront zu besorgen. Die Aufführung findet im„Deutschen Haus“ statt und beginnt pünktlich um 20.15 Uhr. Das Damenschneiderhandwerk auf der Leipziger Frühjahrsmesse. Wie immer in den letzten Jahren wird das Damenschneiderhandwerk auch bei der Frühjahrsmesse in Leipzig anwesend sein. Im Textilmeßhaus wird auf Stand Nr. 225 diesmal eine Kollektion von original Wiener Fertigkleidungsmodellen gezeigt, die durch das Damenschneiderhandwerk in der Ostmark entworsen und angefertigt wurden, und für den Einzelhandel gedacht sind. Da die Kleidungsstücke, es handelt sich um Kleider, Mäntel, Kostüme und Blusen, echt Wiener Genre von Eleganz, Geschmack und Kleidsamkeit darstellen und außerdem noch besonders preiswürdig sind, ist zu erwarten, daß diese Aktion des Damenschneiderhandwerks für die Arbeitsbeschaffung im ostmärkischen Damenschneiderhandwerk einerseits Erfolge zeitigen wird, andererseits aber auch die Modelle einem Bedürfnis in den Kreisen des Einzelhandels entgegenkommen werden. Gerade das flotte Wiener Kleid, das fesch geschnittene Wiener Kostüm, der leicht sportliche elegante Wiener Mantel und das schicke Wiener Bluserl sind heute Objekte stärkster Nachfrage, die besonders begehrt sein dürften, weil die einzelnen Stücke auch trotz ihrer Eleganz und hübschen Ausarbeitung sehr preiswert sind. Besonders interessant wird aber für das Damenschneider= handwerk selbst und auch für die interessierten Besucher der Leipziger Messe aus den Kreisen der Fertigkleidungsindustrie die große Modellschau der Modezentrale des Damenschneiderhandwerks sein, die am 6., 7., 8. und 9. März 1939 im Capitol=Kino in Leipzig, nachmittags um 2.30 Uhr stattfinden wird. Besonders am letzten Tag ist Gelegenheit für Fremde gegeben, die Veranstaltung zu besuchen, da es an diesem Tage besonders ermäßigte Sonderfahrkarten zur Leipziger Messe gibt.— Es werden 60 neueste Modelle der Modezentrale, von den besten Modellschöpfern aus allen Teilen des Reiches unter anderem auch aus Wien angefertigt, zur Vorführung gelangen. Die Modezentrale, die seit Jahren ihre Kollektionen auf Anfordern des Leipziger Meßamtes offiziell im Rahmen der Leipziger Messe zeigt, bringt auch diesmal wieder eine Auswahl von nicht nur sehr modischen, sondern auch tragbaren Modellen. C JAA LELLEEAFETEIEE LINCTCE 3 Würfel 9 Pf. 1Stonge(GWürfel) 18 PE. 1810 Donnerstag, 23. Februar 1339 Lippische Staatszeitung 11. Jahrgang Hansa=Lichtspiele In den Jahren einer verantwortungslosen Filmproduktion sind wir mit mehr oder weniger interessanten PußtaFilmen geradezu übersättigt worden, so daß ein Filmwerk über das Ungarland und seine Bewohner heute manchmal mit einer gewissen Skepsis ausgenommen wird. Dieser nach dem gleichnamigen Roman Michael Zorns unter der geschickten Regie von Geza von Bolvary gedrehte Film der ungarischen Filmproduktion liefert den Beweis, daß man auch ohne schmalzige Zigeunerszenen und überelegante Honved=Leutnants die anheimelnde Welt der Pußta und ihrer Menschen schildern kann. Die Theiß, ihre Schiffer, Ufer und Umwelt bildet den Hintergrund einer Handlung, die durch Charakter und Schicksal Menschen zueinanderführt beziehungsweise entfremdet. Attila Hörbiger als ruheloser Freund der Landstraße dringt schicksalhaft in das bis dahin geruhsame Leben eines Fischerdorfes ein, weitet das Blickfeld dieser primitiv denkenden Menschen, stört aber auch ungewollt ihren Frieden, insbesondere den einer jungen Fischersfrau, die von Heidemarie Hatheyer mit größtem Feingefühl und tiefem Verständnis gespielt wird. Das verderbenbringende Treiben einer heißblütigen Zigeunerin und die durch sie heraufbeschworenen Konflikte schaffen ein spannendes Moment, das den Verlauf der durch das natürliche Spiel aller Darsteller zu einem inneren Erlebnis werdenden Filmhandlung wesentlich bestimmt. Ein Sonderlob für den Kameramann, der den Reiz und die eigenartige Schönheit der ungarischen Landschaft— Strom, Ufer und Steppe— in charakteristischen Bildausschnitten eingefangen hat. Die Begleitmusik paßt sich dem schwermütigen, tiefinneren Charakter der ungarischen Fischer und Hirten bestens an. Das Beiprogramm bringt einen sehenswerten Kulturfilm über Geschichte, Wesen und Bedeutung der Hansestadt Lübeck, den lustigen Kurztonfilm„Gestörter Wochenendfrieden“ und die aktuelle Wochenschau. Albert Hey. Die Damenschneider laden ein Frühjahrsmodellschan am 11. März in Lemgo. Wie alljährlich, so veranstaltet die DamenschneiderInnung Lemgo auch in diesem Jahre eine Frühjahrsmodellschau, und zwar findet sie am 11. März statt. Stets ist es das Bestreben der Damenschneider der Alten Hansestadt und Umgebung gewesen, ihre Kunden durch die Eleganz, Kleidsamkeit und den richtungweisenden Geschmack, nicht zuletzt durch die geschickte Auswahl der vorgeführten Modelle, von dem Bemühen zu überzeugen, allen diesbezüglichen Wünschen gerecht zu werden. Wir sind überzeugt, daß die Frühjahrsmodellschau in Lemgo eine reiche Auswahl von nicht nur sehr modischen, sondern auch vor allem tragbaren Kleidern, Mänteln, Kostümen und Blusen bringen wird. Lustig soll's werden... ... auf dem Ellernabend des Deutschen Jungvolks Mit dem kommenden Wochenende nähern sich auch die Stunden, da die Lemgoer Pimpfe ihren sicher in großer Zahl erscheinenden Eltern zeigen werden, was sie im Deutschen Jungvolk betreiben, und mit welcher Freude und Kameradschaft sie im strammen Dienst, bei Spiel und Sport, Gesang und Musik dabei sind. Da werden sie marschieren, schießen, ihre Kräfte im Ringkampf und Reiterkampf miteinander messen, von den„ungarischen Husaren“ und dem„Käpten, der Stürmann“ singen, Heimspiele und Prellen aufführen, Bodenturnen zeigen und zu guter Letzt ein lustiges Spiel von Peter Squenz aufführen. Und wer noch immer glaubt, daß es auf dem Elternabend des Deutschen Jungvolks am Sonnabendabend im„Schützenhaus“ nichts zu sehen gibt, der komme und staune. Jeder wird seine Freude haben, wenn die Lemgoer Pimpfe ihren Eltern zeigen, was sie im 25. gelernt haben. Siedlungsbauten der RSKOV. Ein langgehegter Plan soll verwirklicht werden. Seit längerer Zeit hegt die Kameradschaft Lemgo der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung bereits den Plan, auf dem Siedlungsgelände an der Johannisstraße Siedlungshäuser für Mitglieder der RSKOV und verdiente Kämpfer der Bewegung zu errichten. Nachdem die Stadt Lemgo das benötigte Siedlungsgelände zur Verfügung stellte, sind die aufgenommenen Verhandlungen nunmehr soweit gediehen, daß die zuständigen Stellen der RSKOV. die Errichtung der geplanten Siedlungshäuser bewilligt haben, so daß damit gerechnet werden kann, daß der Bau der ersten Siedlungshäuser der RSKOV. in Lemgo in kurzer Zeit in Angriff genommen werden. Abschied vom Lehrerberuf Am Dienstag dieser Woche trat ein vorbildlicher Lehrer und Erzieher, der Gewerbeoberlehrer Karl Wendiggensen, Schötma, in den wohlverdienten Ruhestand. Das Lehrerkollegium der Berufsschule Bad Salzuflen=Schötmar hatte dem scheidenden Berufskameraden im schön geschmückten Zeichensaal eine schlichte, aber würdige Abschiedsfeier bereitet. Wie sehr die Arbeit des Jubilars anerkannt worden ist, ging aus den Worten der berufenen Vertreter von Partei und Staat hervor. Zunächst sprach Schulleiter Hilker im Namen der Schule den Dank für die geleistete treue Mitarbeit aus. Herr Wendiggensen gehöre mit zu den alten Volksschullehrern, die die Berufsschularbeit in Lippe unter den schwersten Verhältnissen aufgebaut und bis zu der heutigen Höhe weitergeführt haben. Er habe seine ganze Kraft diesem Werk, worauf er stolz sein könne, uneingeschränkt zur Verfügung gestellt. Im Namen des Kollegiums überreichte der Schulleiter einen Sessel. Landrat Gruner, der die Grüße und Wünsche des Kreises Lemgo überbrachte und die Verdienste des Scheidenden um die Entwicklung des Berufsschulwesens im lippischen Westen, die zur Errichtung der vorbildlichen Berufsschule Bad Salzuflen=Schötmar geführt habe, schilderte, überreichte dem Jubilar ein schönes Bild der Schule. Kreisamtsleiter Stiller würdigte nunmehr im Namen des Amtes für Erzieher in der NSDAP. das vorbildliche kameradschaftliche Verhalten des Scheidenden gegenüber seinen Berufskameraden und dem NS2B., seine kerndeutsche Gesinnung und seine Verbundenheit zu Heimat und Vaterland. Mit den besten Wünschen für einen langen Lebensabend überreichte er ihm das Buch Rosenbergs„Kampf um die Macht“. Berufsschuldirektor Köller(Lage) überbrachte die Wünsche der Landesregierung. Er feierte in seinen Ausführungen den Idealisten Wendiggensen und unterstrich noch einmal dessen Verdienste um den Aufbau des Berufsschulwesens. Als Vertreter des Bürgermeisters war Ortsgruppenleiter Hillebrenner erschienen. Sichtlich bewegt nahm nunmehr Gewerbeoberlehrer Wendiggensen das Wort, um allen, die seiner so freundlich gedacht hatten, herzlichst zu danken. Gleichzeitig verabschiedete er sich von seinen Schülern, die er mit den besten Wünschen entließ. Eine gemütliche Kaffeetafel hielt alle Anwesenden dann noch mehrere Stunden beisammen.(6) Auflegung des Opferbuches Am Sonnabend, 25. Februar, 15 Uhr, erfolgt die feierliche Auslegung des Opferbuches im Rathaussaale. Der Einwohnerschaft ist also auch schon am Sonnabendnachmittag Gelegenheit gegeben, sich mit einer Spende in das Opferbuch einzutragen. Auch am Sonntag ist zu diesem Zweck das Rathaus geöffnet. Es wäre sehr erfreulich, wenn schon in den ersten beiden Tagen die Opferbereitschaft unserer Einwohnerschaft in der rechten Weise zum Ausdruck käme.(79) Bereits morgen Transportverpflegung. Die für die Verpflegung des Transports Sudetenkinder mit Begleitpersonal eingeteilten Helfer und Helferinnen werden darauf hingewiesen, daß der Transportzug bereits morgen, also Freitag, um 19.40 Uhr auf dem hiesigen Reichsbahnhof eintrifft. Die Helfer und Helferinnen müssen spätestens um 7 Uhr im Bahnhofsgebäude sein.(79) Kammer=Lichtspiele „In geheimer Mission“ Gegenstand der Handlung dieses Filmabenteuers, zu dem der Roman„Viel Lärm um Severin“ von Edmund Sabott den Stoff lieferte, ist ein Vertrag zur Erlangung eines Weltmonopols. Viele unsaubere Kräfte sind an dem Vertrage interessiert. Da ist u. a. der Herr Branting, der den Vertrag in Händen hat, und die kleine Ruth Martens, die eigentlich als Erbin ihres verstorbenen Vaters Besitzerin des wertvollen Dokumentes sein müßte, und endlich treten noch die Agenten des berüchtigten Herrn Norrow auf, die den Auftrag haben, den Millionenvertrag in ihren Besitz zu bringen. In Marseille fährt ihnen der Steuermann Jan Senssen in die Parade, der die Sicherung des Vertrages und damit die Gefahren in Kauf nimmt, die ihm dann in verschiedener Form begegnen. Das Stück hat Tempo und sehr spannende Momente. Die Hauptrolle des Jenssen spielt Gustav Froelich; in den übrigen bedeutenden Rollen sehen wir Paul Wegener als Morrow, Aribert Wäscher als Guanato, Paul Bildt als Branting, Camilla Horn als Marion, Ruth Hellberg als Ruth Martens, Erich Fiedler als Hartwig, Theodor Vogler als Concha und andere. Besonders ausführlich und eindrucksvoll schildert die Wochenschau den Stapellauf des Schlachtschiffes„Bismarck". Ein Film vom„Winterzauber im Schlesierland“ führt in einen schönen Teil deutscher Heimat.(79) Betr. Gauappell in Bielefeld. Sämtliche Politischen Leiter der Bereitschaft Bad Salzuflen fahren am nächsten Sonntag zum Gauappell nach Bielefeld mit dem fahrplanmäßigen Zuge entweder ab Schötmar um 12.36 Uhr, oder ab Bad Salzuflen um 12.41 Uhr. Da noch Verschiedenes bekanntzugeben ist, müssen die Politischen Leiter zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges auf dem betreffenden Bahnhof sein.(79) Minn der NSDAP Ortsgruppe Detmold=Nord, Zelle 3(Alf). Morgen, Freitag, 20.15 Uhr, Zellenabend im Gastbaus„Zum grünen Jäger“, Meiersfelder Straße. Es spricht Ortsgruppenleiter Betz. Ortsgruppe Asemissen. Tagung der Politischen Leiter bei Pa. Wehmeter(Asemissen), morgen, Freitag, 20.45 Uhr. Eine halbe Stunde vorher ist Besprechung der Gemeinderäte. Ortsgruppe Humfeld. Am kommenden Sonnabend um 19 Uhr feiert die biesige Ortsgruppe ihr zehnjähriges Bestehen. An diesem Abend spricht Gauredner Hiemisch, Detmold. Bereitschaft Bad Salzuslen. Alle Politischen Leiter der Bereitschaft Bad Salzuflen, umfassend die Ortsgruppen Salzuflen, Schötmar, Wüsten, Retzen, Lockhausen, fahren am Sonntag zum Gauappell nach Bielefeld mit dem fabrplanmäßigen Zuge entweder ab Schötmar 12.36 Uhr oder ab Bad Salzuflen 12.41 Uhr. Jeder Teilnehmer vat mindestens 10 Minuten vor Abgang des Zuges auf dem betreffenden Bahnhof zu sein, da noch Verhaltungsmaßregeln bekanntzugeben sind. Anzug: beller Rock und Stiefelbose, schwarze Stiefel, breites, hellbraunes Kopvel, einwandfreie Mütze, Brotbeutel und Feldflasche. Soweit Pistole verliehen ist, ist dieselbe anzulegen. Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß jeder an diesem Gauappell teilzunehmen hat, der im Besitz eines bellen Dienstanzuges ist. Ortsgruppe Blomberg. Heute um 20 Uhr treten sämtliche Politischen Leiter und Parteigenossen sowie Angehörigen der Formationen und Gliederungen zur Horst=WesselGedenkfeier aus dem Marktplatz an. DAF. Ortswaltung Hagen. Morgen, Freitag, 20 Uhr, Mitaliederversammlung bei Kablenberg. Die Parteigenossen erscheinen ebenfalls. Vor dem Lemgoer Einzelrichter: Silvester=Ausklang wenig schön Wegen Betruges verurteilt— Einspruch in und ohne Erfolg Der 28 Jahre alte Erich Kr., der in der Systemzeit arbeitslos wurde, fand schließlich bei seinem Vetter in Entrup Aufnahme, wo er ein anderes Handwerk erlernte Im September des Jahres 1936 ließ er sich dann als selbständiger Geschäftsmann in Ehrsen nieder, wo er seitdem für sich und seine Ehefrau den Lebensunterhalt verdiente. Als regelmäßigen Kunden belieferte er u. a. den Händler W. in Brake, von dem er am 28. August 1938 100 RM. Vorschuß erhielt mit dem Versprechen, das Geld durch Lieferung von Waren in den folgenden Wochen zurückzubezahlen. Vergeblich wartete aber der Händler auf die versprochenen Lieferungen, von Woche zu Woche ließ er sich vertrösten, und als er wieder einmal bei Kr. in Ehrsen vorsprechen wollte, war dieser bereits nach Chemnitz verzogen. W. stellte daraufhin Strafantrag wegen Betruges, worauf Kr. einen Strafbefehl erhielt, gegen den er Einspruch erhob. In der Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter in Lemgo bestritt der Angeklagte Kr., sich des Betruges schuldig gemacht zu haben, da er nach aufgenommener Tätigkeit in Chemnitz den geliehenen Betrag zurückbezahlen wollte und inzwischen auch zum größten Teil zurückerstattet habe. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Vertreters der Anklage an und verurteilte Kr. wegen Betruges nach § 273 StGB. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu 70 RM. Geldstrafe und Zahlung der Kosten des Verfahrens. In der Urteilsbegründung betonte der Einzelrichter, daß dem Angeklagten noch einmal Gelegenheit gegeben werde, seiner Arbeit nachzugehen, ein ordnungsgemäßes Leben zu führen und seinen Verpflichtungen nachzukommen. * Ohrseigen und Schläge im Alkoholrausch Ernst N. gedachte in einem Lemgoer Hotel das Jahr 1938 mit einer feuchtfröhlichen Silvesterfeier zu beschließen und befand sich bereits in angeheiterter Stimmung, als er zu seinem seit geraumer Zeit verlassenen Platz zurückkehren wollte, dort aber bereits eine andere, ihm unbekannte Tischgesellschaft vorfand. Ein Mißgeschick wollte es, daß N. drei Sektgläser umstieß. Er erklärte sich sofort bereit, den entstandenen Schaden wieder gutzumachen und bestellte drei Glas Sekt. In den dennoch entstehenden Meinungsstreit mischte sich plötzlich der an einem Nebentisch sitzende Herbert P. ein und schlug N. ins Gesicht. Dieser ließ sich jedoch beruhigen und wollte nach Hause gehen, als ihm P. abermals bei der Garderobe begegnete. Begegnung, Wortwechsel und Schlägerei waren das Werk weniger Minuten, und ehe man wußte, was geschah, lag P. blutüberströmt und mit einer Armverletzung am Boden, während N. das Lokal verließ... Während Herbert P. den gegen ihn wegen Körperverletzung erlassenen Strafbefehl in Höhe von 35 RM. bezahlte, erhob Ernst N. gegen den am 21. Januar d. J. erlassenen Strafbefehl von 50 RM. Einspruch. Die Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter in Lemgo ließ jedoch keinen Zweifel darüber, daß N. sich in fahrlässiger Weise durch überreichen Alkoholgenuß in einen Rausch versetzt und den P. geschlagen hatte. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Vertreters der Anklage an und verurteilte N. wegen Vergehens gegen§ 330 a in Verbindung mit§ 223 StGB. zu einer Geldstrafe von 50 RM., an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfall eine Gefängnisstrafe von zehn Tagen tritt. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Allabendlich mit Niven-Creme die Hau gescmeidig machen. Denn votzt sie Wind und Wetter, ohne spröde zu werden. In der Urteilsbegründung hob der Richter die Pflicht jedes Volksgenossen hervor, sich auch nach dem Genuß von Alkohol stets noch so in der Gewalt zu haben, daß er sich nicht zu Gewalttätigkeiten hinreißen läßt. * Ceerer Streit um Worte und„Beleidigungen“. Der unbeteiligte Zuhörer fühlte sich in die Amtsstube eines überwundenen Bürokratismus zurückversetzt, als er den leeren Streit um Worte und„Beleidigungen“ anhörte, den Privatkläger, Angeklagter und Verteidiger in der Privatklage des August St., Niedermeien, gegen den Verwalter M. ausfochten. Ursache dieser Klage war eine beleidigende Aeußerung, die M. am 7. Januar d. J. über St. in seiner Werkstatt genacht haben sollte, während dieser sich wiederum zu einer ähnlichen„Beleidigung" verleiten ließ. Der Einzelrichter dachte vernünftig und versuchte zunächst, die nichtige Angelegenheit durch eine vergleichsweise Regelung aus der Welt zu schaffen. Als dies nicht gelang, wurde die Privatklage laut Gerichtsbeschluß eingestellt. Die Gerichtskosten hat der Angeklagte M. zu tragen, während die übrigen Kosten jede Partei selbst zu tragen hat. Das mag allzu empfindlichen Volksgenossen eine Mahnung sein, jedes Wort nicht gleich auf die„Goldwaage“ zu legen und stets reiflich zu erwägen, ob eine leichtfertig ausgesprochene Beleidigung Grund genug ist, einen Volksgenossen vor die Schranken des Gerichts zu zerren.=ah.S „Zwei Künstler sehen Heimat und Volkstum.“ Unter diesem Geleitwort zeigen zur Zeit unsere heimischen Künstler, die Gebrüder Robert und Karl Henkel, in einer Sonderausstellung im Städtischen Museum in Bielefeld Gemälde, Lithographien, Aquarelle, Plastiken, Holzschnitte usw. Insgesamt sehen wir rund 100 verschiedene Arbeiten der Künstler. In Anwesenheit beider Künstler und vieler Gäste wurde am Sonntagvormittag die Ausstellung durch den Leiter des Städtischen IE SENTE t Museums, Dr. Schoneweg, eröffnet. Daß beide Künstler gerade mit der Heimat und dem Volkstum eng verbunden sind, zeigt diese Ausstellung. Wer in den nächsten Tagen gelegentlich nach Bielefeld kommt, sollte sich unbedingt diese Ausstellung unserer Horner Künstler, die bis zum 26. März geöffnet bleibt, ansehen.(22) Beissegune Deutsches Frauenwerk. Ortsstelle Detmold=Nord und=Süd. Heute um 15 Uhr gemeinsam mit dem Roten Kreuz Nähen in Gellers Gaststätten. Ortsstelle Pivitsbeide V. H. Heute, 20 Uhr, Gemeinschaftsabend bei Berkenhoff. Gäste sind herzlich willkommen. Ortsstelle Nienhagen. Morgen, Freitag, 16 Uhr, Gemeinschaftsnachmittag in der Schule. Handarbeiten mitbringen! Hitler=Jugend. Standort Detmold(5J., DJ., BDM., IM.). Freitag abend treten alle Einheiten des Standortes um 19.30 Uhr am„Neuen Krug" zur Generalvrobe an. Die Karten sind Freitag abzurechnen. Stamm 1/55. Die Züge 1, 2 und 3 der Stammgefolgschaft treten heute um 20 Uhr zur Chorprobe am Gymnasium an. Bannspielschar 55. Sämtliche Scharen treten heute, Donnerstag, um 20.15 Uhr an der Jugendherberge zum Ueben an. Motorgefolgschaft 1/55. Heute um 20 Uhr treten die Scharen 1, 2 und 3(Detmold) am Gymnasium an. Marinegefolgschaft 1/55(Detmold). Die Gefolgschaft tritt morgen um 20 Uhr an der Mädchenschule in der Gerichtsstraße an. Nachrichtengefolgschaft 1/55(Lemgo). Heute treten beide Scharen um 20.15 Uhr zum Kursus auf dem Kastantenwall an. Marinegefolgschaft 1/55. Schar 3(Bad Salzuslen). Die Schar tritt morgen. Freitag, um 20.15 Uhr an der alten Schule an. BM. Sinaschar. Die Mädel der Singschar sind heute, Donnerstag, um 20.15 Uhr an der Jugendberberge. Das Opserbuch wird aufgelegt. Die Auflegung des Opferbuches erfolgt am Sonnabend, 25. Februar, im Sitzungssaale des Rathauses durch den Ortsgruppenleiter. Wenn der Führer die Erwartung aussprach, daß der Erfolg des Winterhilfswerkes der geschichtlichen Größe des Jahres 1938 entsprechen möge, so glauben wir, daß sich auch die Bevölkerung der Stadt Horn dieser Worte bewußt ist. An alle Volksgenessen ergeht die Bitte, durch ein wirkliches Opfer mitzuhelfen, daß diese Aktion auch in Horn ein voller Erfolg wird. Bisher hat die Bevölkerung unserer Stadt jederzeit bewiesen, daß sie beim Spenden mit an erster Stelle im Lipperlande steht. Um dieses nun auch weiterhin zu zeigen, heißt es, bei dieser letzten großen Sammlung mitzuhelfen. Das Opferbuch liegt am Sonnabend von 15 bis 18 Uhr, am Sonntag von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr und in der gleichen Zeit auch an den Werktagen bis zum 10. März auf.(22) „Unser Kamernn.“ Wohl noch nie zuvor wurde die koloniale Frage häufiger besprochen als gerade jetzt. Um jedem Volksgenossen Gelegenheit zu geben, Land und Brauchtum unserer ehemaligen Kolonie Kamerun kennenzulernen, veranstaltet die Ortsgruppe der NSDAP. im Hotel„Zur Post“ demnächst einen Filmabend„Unser Kamerun“.(22) Altmaterialsammlung wird fortgesetzt. Die gestern von der Horner Schuljugend durchgeführte Sammlung von Altmaterial wird auch heute, Donnerstag, und am morgigen Freitag fortgesetzt. Die Bewohner werden noch einmal gebeten, alles Altmaterial bereit zu halten, damit der Erfolg dieser Sammlung gewährleistet ist.(22) Beratungsstunde im Kindergarten. Die Beratungsstunde des Gesundheitsamtes findet am Freitag, 24. Februar, 15 Uhr, im NS.=Kindergarten, Kleiner Saal, statt, und nicht, wie bisher, im Rathaus.(22) Wichtige Besprechung. Im Hotel„Zur Post“. findet heute um 20.15 Uhr eine Besprechung wegen der Auflegung des Opferbuches statt. Daran nehmen alle Politischen Leiter, die Führer der Gliederungen, der Bürgermeister, die Beigeordneten, die Gemeinderäte sowie die Ortsbauernführer teil. Dieses gilt für den Bereich der Ortsgruppe Horn, also auch für die Orte Heesten und Bellenberg.(22) Unsere Alten. In diesen Tagen feiert der Volksgenosse Conrad Lahme, Heerstraße, seinen 79. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters erzählt er noch gern aus den alten Zeiten, vor allen Dingen vom Soldatenleben. Wir wünschen dem Jubilar für die Zukunft alles Gute!(22) Die Geflügelhaltung in Westfalen Der Hühnerbestand auf 5,69 Münster. 22. Februar. Die günstige Entwicklung der deutschen Geflügelhaltung findet ihre Bestätigung durch die jetzt vorliegenden Einzelheiten der Erhebung vom 3. Dezember 1938. Vor allem weisen danach die Hühnerbestände, als der wichtigste Zweig der Geflügelhaltung, eine erhebliche Steigerung auf. Im Reich hat der Gesamtbestand an Hühnern auf 88,53 Millionen zugenommen, womit nicht nur die im vorhergegangenen Jahre eingetretenen Verluste— der Bestand war auf 85,50 Millionen gesunken— wieder ausgeglichen, sondern auch die Bestandsziffern von End: Dezember 1936 mit 88,42 Millionen noch überschritten wurden. An der Zunahme des deutschen Hühnerbestandes ist die Hühnerhaltung in Westfalen und Lippe ebenfalls beteiligt gewesen. Hier stieg der Gesamthühnerbestand von 5,44 Millionen Stück Anfang Dezember 1937 auf 5,69 Millionen Stück am Stichtag der letzten allgemeinen Viehzählung. Hinter dem Bestand von 5,78 Millionen zur entsprechenden Zeit des Jahres 1934 bleibt der westfälische Hühnerbestand demnach nur noch um ein geringes zurück. Allgemein gesehen, hat der Legehennenbestand im vergangenen Jahre eine erfreuliche Verjüngung erfahren, so daß also auf dem hauptsächlichsten Gebiet der deutschen Geflügelhaltung wieder gute Fortschritt gemacht wurden. Mit der Verjüngung des Legehennenbestandes wird angestrebt, einen höheren Eierertrag bei gleichem Futteraufwand zu erreichen. Hier war die Entwicklung des vergangenen Jahres günstig, nachdem im Jahre 1937 bekanntlich ein stärkerer Rückschlag eingetreten war. Es sind jetzt vor allem wieder die„alten Damen“ vom Hühnerhof in den Kochtopf gewandert, und das Verhältnis der Junghennen zu den Althennen, Runc um Mitlionen Stück angewachsen das als beachtenswertes Kennzeichen für die qualitative Zusammensetzung des Hühnerbestandes zu betrachten ist, hat eine gegenüber dem Vorjahre merkliche Verbesserung erfahren. Neben der Hühnerhaltung hat in Westfalen auch die Gänsezucht wieder eine Besserung erfähren. Es sind am Stichtag des 3. Dezember vergangenen Jahres hier 119 000 Gänse gezählt worden gegenüber 115 000 vor einem Jahr. Der Bestand an Enten ist dagegen mit 84000 etwa der gleiche geblieben, wie er am 3. Dezember 1937 ermittelt worden war. Drei Todesopfer Vom Sommerweg gegen einen Baum geprallt. Emsdetten, 22. Februar. Auf der Landstraße zwischen Neuenkirchen und Emsdetten ereignete sich etwa zwei Kilometer vor der Stadt Emsdetten ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Personenwagen, der mit drei Personen besetzt war, fuhr gegen einen Baum, wobei der Metzgermeister Rengers und sein Geselle Terstiege sofort tödliche Verletzungen erlitten. Der Fahrer des Mietwagens, Karl Jansen, ist später im Emsdettener Krankenhaus gestorben. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß nach dem Ueberholen eines Fuhrwerks der Fahrer plötzlich einen mit Holz beladenen Wagen vor sich sah, der auf der Straße stand. Beim plötzlichen Ausweichen ist der Wagen wohl zu weit nach links geraten, in den Sommerweg gekommen und dabei vor den Baum geprallt. PinnerPnstl Großfeuer in Hagen Eine 48ährige erlitt den Flammentod Hagen, 22. Februar In der Nacht zum Mittwoch brach im Haus der Schwenke=Schenke, Ecke Adolf=Hitler= und Elberfelder Straße, ein Brand aus, der sich zu einem Großfeuer entwickelte und dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Allem Anschein nach entstand das Feuer durch einen Kaminbrand in einem Mansardenzimmer. Der Kaminbrand wurde zu spät bemerkt, und im Augenblick stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Die Hagener Feuerwehr war in kürzester Zeit zur Stelle und verhinderte ein Umsichgreifen des Feuers auf die Nachbargebäude. Nicht alle gefährdeten Hausbewohner konnten gerettet werden. Eine 40 Jahre alte Gastwirtsangestellte fand in den Flammen den Tod. Der Möhnesee fließt über Aus 113 Bogenöffnungen stürzt das Wasser hinab. Körbecke, 22. Februar. Der Möhnesee, Westdeutschlands größte Talsperre, ist in diesen Tagen das Ziel vieler Fremder. Seit einigen Tagen fließt der See über. Der gewaltige Zustrom von Wassermengen in den vergangenen Wochen hat den See so weit gefüllt, daß er keine neuen Wasser mehr zu fassen fähig war und nun von seinem Vorrat abgibt. Aus den 113 Bogenöffnungen der 600 Meter langen Staumauer stürzen die befreiten Wasser dröhnend die 40 Meter hohe Mauer hinunter in die Ablaufgräben, von wo das Wasser in die Möhne abgeleitet wird. Ein prachtvolles Naturschauspiel bietet sich jetzt den Tausenden von Besuchern, die von nah und fern herbeigeeilt sind, um dem brausenden Tosen der herabstürzenden Fluten an der Sperrmauer zuzuschauen. Wie eine große weiße Wand, an der es sprudelt und quirlt und sprüht und dröhnt, steht das gewaltige technische Bauwerk der Sperrmauer jetzt haltgebietend vor den drängenden Fluten. Ein Bild von hinreißender Schönheit und wilder Kraft. Bald wird dieses Schauspiel noch gewaltigere Formen annehmen; denn die immer noch nachdrängenden Wassermengen werden in absehbarer Zeit nicht versiegen und mit ihrer gewaltigen Kraft alles über die Mauer drängen, was zuviel im See vorhanden ist, um sich selbst einen schäumenden Weg in die 40 Meter tieferen Ablaufgräben zu bahnen. Vorerst wird das schäumende und glitzernde Spiel der Wasser über die Kaskaden nicht beendet sein, und der milchig=weiße Gischt der Sturzbäche der überfließenden Wasser wird weiterhin einen wirkungsvollen Gegensatz zu der endlos gestauten grünschillernden Seefläche bilden. Der Ueberlauf des Möhnesees 1939 reiht sich dem der Jahre 1928, 1931, 1935 und 1937 würdig an. Austausch von Erfahrungen Tagung der niederdeutschen Kulturreferenten. Münster, 22. Februar. In der Gauhauptstadt Münster fand vom 18. bis 21. Februar die Arbeitstagung der Kulturreferenten der Reichspropagandaämter in den niederdeutschen Gauen statt, die bekanntlich vierteljährlich mit wechselndem Tagungsort durchgeführt wird. Neben der Besprechung über interne organisatorische Fragen sah die Tagung den Austausch der Erfahrungen auf den Gebieten des kulturellen Lebens vor. Die kulturellen Belange des niederdeutschen Raumes standen naturgemäß im Mittelpunkt der Zusammenkunft. Die Hauptsitzung fand im Haus Rüschhaus statt, wo Prof. Dr. SchulteKemminghausen die Gäste begrüßte. Nach einer kurzen Erklärung über die Geschichte des Hauses führte der Hausherr die Gäste durch die Räume, die einst Deutschlands größte Dichterin bewohnte. Die Kulturreferenten wurden als besondere Ueberraschung anläßlich des Mittagessens durch Seine Tollität Kurt l. empfangen und mit dem Hausorden ausgezeichnet. Mit dem Erlebnis des Rosenmontagszuges war der offizielle Teil der Tagung abgeschlossen. Herlord-Stadt und-Land Hersord. Ein gefundenes Geschoßexplodierte. Ein als Landhelfer beschäftigter Mann fand ein verrostetes Revolverkanoneneschoß und machte sich daran zu schaffen. Dabei explodierte das Geschoß. Durch ein Sprengstück erlitt der Mann schwere Verletzungen, die den Verlust der Sehkraft auf einem Auge zur Folge hatten. Bünde. Ein Bünder erhielt das Deutsche Motorsportabzeichen. Bei der Verleihung der Deutschen Motorsportabzeichens erhielt auch der bekannte Rennfahrer Walter Bäumer aus Bünde diese hohe sportliche Auszeichnung. Kreis minden Minden. Sudetendeutsche SA.=Männer sind eingetroffen. Die ersten SA.=Männer aus dem Sudetenland, die im Rahmen der Adolf=Hitler= Freiplatzspende einen kurzen Erholungsurlaub erhielten, trafen bereits in Minden ein. Dehme. 78jähriger bei einem Zusammenstoß schwer verletzt. Ein 78jähriger Mann, der mit einem Pferdefuhrwerk unterwegs war, versuchte mit diesem die Straße zu überqueren, als im gleichen Augenblick ein Personenkraftwagen das Fuhrwerk überholen wollte. Die Ueberholung gelang nicht mehr, der Personenwagen fuhr gegen das Pferdefuhrwerk, wobei der Wagen umschlug. Der Mann, der sich auf dem Wagen befand, wurde auf die Fahrbahn geschleudert und blieb dort mit schweren Verletzungen liegen. Petershagen. Die Nadel im Bein. Einen eigenartigen Unfall erlitt ein Schneidermeister. Als er im Schrank nach einem Muster suchte, verspürte er plötzlich unterhalb des Knies einen heftigen Schmerz. Als auch Schwellungen eintraten, wurde der Schneider ins Krankenhaus gebracht. Bei einer Röntgenaufnahme stellte sich heraus, daß eine Nadel in das Bein eingedrungen und darin verschiedentlich gebrochen war. Die Nadelstücke konnten auf operativem Wege entfernt werden. Schaumburg-Lippe Bückedurg. Tod in den Flammen. Auf einer Baustelle der Reichsautobahn war ein Arbeiter mit dem Reinigen einer Lampe beschäftigt, als diese plötzlich explodierte. Innerhalb kurzer Zeit stand die Bauhütte in Flammen. Der Arbeiter, dessen Kleider Feuer gefangen hatten, erreichte wohl noch das Freie, brach dann aber zusammen und kam in den Flammen um. Bückeburg. Tolles Stück eines Lehrlings. Ein Lehrling stahl einem Gesellen, der einige Tage vorher von der Bank einen höheren Betrag abgehoben hatte, dessen Sparbuch und das darin aufbewahrte Geld, begab sich auf die Sparkasse und hob weitere 220 RM. ab. Mit einem Betrag von fast 900 RM. machte sich der Bursche auf die Socken. Er ließ sich nach Stadthagen fahren und konnte bis heute noch nicht gefunden werden. Kreis Holzminden Holzminden. Waschbären in den Weserbergen. Wie schon vor längerer Zeit berichtet wurde, waren in den Weserbergen Waschbären gesichtet worden. Nun entdeckten dieser Tage Pimpfe bei einem Spiel eine Waschbärenfährte. Im Verfolg dieser Fährte brachten die Jungen einen Bären auf, der sich dann in einem Tannendickicht verkroch. Kreis Hönter Hörter. Tödlicher Sturz mit dem Moterrad. Ein Mann aus dem benachbarten Bosszen stürzte nachts mit seinem Motorrad auf einer abschüssigen Straße. Fußgänger hörten Hilferuse und brachten dem Schwerverletzten erste Hilse; er starb aber bereits am nächsten Tage im Krankenhaus. Ju Kürze Hotiert Durch Leichtsinn in den Tod. elhaus. Statt nach Feierabend sofort ins Elternhaus zurückzukehren, glaubte der siebzehnjährige Mechanikerlehrling Josef T. aus dem neuen Ahle, durch schneidiges Hin= und Herfahren sowie Kreisen mit dem Fahrrad auf der Straße mit seinem Freunde seine hohe„Fahrkunst“ zeigen zu müssen. Ein Zusammenprall mit einem vorschriftsmäßig zu Fuß gehenden Arbeitsinvaliden war die Folge. Bei dem Sturz auf die Straßendecke zog sich der junge Mann einen Schädelbasisbruch zu, an dessen Folgen er drei Stunden später starb. Bayreuther Bund im Kreis Emscher=Lippe. Gelsenkirchen. Durch die Initiative von Kreisleiter Scholdra ist in Gelsenkirchen, Buer, Gladbeck und Bottrop je ein Ortsverband des Bayreuther Bundes, dem die Pflege des Erbes Richard Wagners und anderen besten deutschen Kulturgutes obliegt, ins Leben gerufen worden. Doppeltes Verkehrsunglück Witten. An der Kreuzung Ardey=, Pferdebach= und Johannisstraße in Witten ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei junge Menschen zu Tode kamen. Ein Lieferkraftwagen wurde von einem Motorradfahrer angefahren. Durch den Anprall kippte der Lieferkraftwagen um, der Motorradfahrer und sein Soziusfahrer stürzten auf die Straße. Kurz darauf fahr ein Personenkraftwagen über die auf der Straße liegenden beiden Motorradfahrer hinweg. Der Soziusfahrer war sofort tot, der Motorradfahrer erlag einige Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Zwei Tote bei einem Autozusammenstoß Essen. An der Ecke Herwarth= und Saarbrücker Straße kam es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einem Lieferkraftwagen und einem Personenauto. Während der Lenker des Personenkraftwagens und sein Bruder, der hinter ihm im Wagen saß, mit leichten Verletzungen davonkamen, erlitten zwei weitere Insassen, die 25 Jahre alten Kanoniere Franz Rolland und Eduard Post, beide aus Essen, so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus starben. Ein junges Mädchen, das neben dem Wagenführer saß, blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Baugeschichte an der Kirchenwand Der Kunstmaler hilft dem Fremdenführer. Herford, 22. Februar. Einen neuen Weg hat man in Herford eingeschlagen, der geeignet ist, die Bestrebungen des Verkehrsamtes zu unterstützen und der den Vorteil hat, Fremden die Bedeutung einer der schönsten westfälischen Kirchen nahezubringen, der„Herforder Marienkirche“ auf dem Stiftberg. Bekanntlich finden sich in dem alten, schönen Herford vor allem im Sommer aus benachbarten Städten viele Fremde ein. Es ist nicht möglich, Einzelpersonen oder kleinen Gruppen jeweils Führer mitzugeben. Nunmehr hat man einen beachtlichen Ausweg gefunden. Man hat durch den Bielefelder Kirchenmaler Seele auf die Wand der Vorhalle das Wichtigste aus der Baugeschichte„aufschreiben“ lassen. So wird man in einprägsamen Sätzen durch die Jahrhunderte geführt und liest unter anderm, daß die Kirche im Jahre 1011 von der Aebtissin Gottesdiu erbaut worden ist. Interessant ist eine andere Auslassung, die besagt, daß 1925 der 600. Kirchweihtag gefeiert worden ist. Die nS.-Deibemehlfehrt verübichte bieher lan 2 MiIIIenen AInd zur Erhelung und gas ihnen Jemit frohe Ferientege. Diesem Werh hennn Da Dienen Durch Deine Mitgliebschen zur DsD. uns durch Spenden von Freiplähen. Turnen, Spiel und Sport Blickrichtung Helsinki Zimmer mit Frühstück 150 Finnmark. Die Hotelbesitzer in Helsinkt haben dem Olymvia=Quar= tieramt einen Vorschlag gemacht, nach dem sie die Hälfte der im Sommer 1940 verfügbaren Hotelzimmer in Helsinkt durch Vermittlung des Olympia=Quartieramtes vermieten würden. Insgesamt ist zu diesem Zeitvunkt, einschließlich der geplanten Neubauten, mit rund 2000 Hotelzimmern in Helsinkt zu rechnen. Für eine Uebernachtung mit Frühstück haben die Hoteliers einen Preis von 150 Finnmark pro Person für die erstklassigen Hotels vorgeschlagen. Das Quartieramt hat seine Entscheidung noch nicht getroffen, zumal es die Absicht hat, sämtliche Hotelzimmer für sich in Anspruch zu nehmen. Ausschmückung des Olumpiastadions. Finnlands Unterrichtsministerium hat von den 12 Millionen Finnmark, die für den Ausbau des Olympiastadions bereitgestellt sind, einen Betrag von 150000 Finnmark für ein Preisausschreiben des Bildbauerverbandes ausgesetzt. Die preisgekrönte Skulptur des Wettbewerbs soll später in unmittelbarer Nähe des Olymviastadions ihren Platz finden. Olymvisches Büro zieht um. Dem Organisationskomitee sind die im Hause Mikonkatu 15 nach der Gründung bezogenen Räume zu eng geworden. Es ist daher ein Umzug nach der Kasernenstraße 23 (Kasarminkatu) beabsichtigt, wo zur Zeit 36 Zimmer freistehen. Hier erledigte bisher nur der Ausschuß für die olvmpischen Reitsportwettbewerbe seine Arbeiten. Alle vier Tage ein Eisenbahnwagen. Das Eisenbahnwerk Pasila bei Helsinkt bat mit Beginn des Jahres sein Olympiaprogramm in Angriff genommen. Es werden 71 Personen=, 15 Schlaf= und 8 Speisewagen gebaut. Die Arbeiten werden so beschleunigt, daß ab Mai d. J. alle vier Tage ein fertiger Wagen das Werk verlassen kann. Estlands Olvmpiakämpfer wohnen in Reval. Das estnische Olvmpische Komitee hat beschlossen, daß nach Teilnahme an der Eröffnungsfeier in Helsinkt alle Aktiven, die nicht sofort anzutreten brauchen, wieder nach Reval zurückkehren, von wo aus sie zu ihren jeweiligen Wettbewerben wieder rechtzeitig nach der finnischen Hauptstadt befördert werden. Damit beschreitet Estland den gleichen Weg wie Schweden, denn bereits vor einigen Wochen wurde bekanntgegben, daß die schwedischen Olvmpiakämpfer nicht in Helsinki, sondern in einem Svortlager in der Nähe von Stockholm ihr Standauartier aufschlagen werden. Flugzeuge werden sie täglich nach Helsinki bringen. 4. Winterkampfspiele der HJ. eröffnet Niederrhein und Westfalen im Eissport vorne. Die olymvische Wintersportkampfstätte von GarmischPartenkirchen ist in diesem Jahre Schauplatz der vierten Wintersportkämpfe der 53. Der Ort hat nach nur kurzer Pause zum zweiten Male reichen Flaggenschmuck angelegt, nur sind es diesmal nicht die Fahnen des NSRL., sondern das leuchtende Rot=Weiß=Rot der HJ.=Banner, neben denen die Fahnen des Großdeutschen Reiches das Bild verschönern. Unsere großdeutsche Sportjugend aus 83 Gebieten— es fehlen nur Hamburg und Nordsee— ist in einer Stärke von rund 1100 Teilnehmern mit 200 Kampfrichtern vertreten und wird eine Woche lang nicht nur die Straßen des Ortes, sondern auch alle verfügbaren Kampfplätze beherrschen. Im Olympia=Skistadion absolvierten die HI. der Klassen A und B sowie die Jungvolkspringer ein Ausscheidungsspringen, wobei lediglich 15 Hitlerjungen unter rund 100 Teilnehmern ausschieden. Bei den Jungvolkspringern bewiesen alle ihre Qualifikation. Im Olympia=Eisstadion begann die Pflicht im Kunstlaufen. 24 Jungmädel und 11 Pimpfe zeigten durchweg verbessertes Können. Die ersten Entscheidungen sielen im Eisschnellausen auf dem Nießersee in Gegenwart des Reichsjugendführers. Eisschnellaufen HI., Klasse A: 1. Ublig(Düsseldorf) 5915; 2. Bublitz(Ostland) und Bönsch(Westfalen) je 60.5: 4. Hofmann(Hochland) 60,8; 25 Teilnehmer. Eisschnellaufen der HI., Klasse B: 1. Wirth(Wien) 29,5; 2. Leberzammer(Franken) 29.6; 3. Geuer(Mittelrhein) 29,9; 17 Teilnehmer. Eisbockevvorrunde IV.: Hochland— Franken 2:1, Düsseldorf— Berlin 4:0.— 5J.: Kärnten— Berlin 3:2. Pfitzner(Karlsbad) pfeift in Dresden Schlesiens Vertretung gegen Bayern. Als Schiedsrichter für das Pokal=Finale in Dresden ist der Schiedsrichter Pfitzner(Karlsbad) bestellt worden. Schlesien hat schon jetzt seine Mannschaft für den großen Kampf gegen Bavern bekanntgegeben. Sie spielt in folgender Aufstellung: Mettke: Koppa, Kobus: Hydra, Nossek(alle BfR. Gleiwitz), Langner(Breslau 02); Plener, Pischzek(beide VfR. Gleiwitz), Pawlitzki(Breslau 02), Schaltzki(VfR. Gletwitz), Renk(Sportfreunde Klausberg). Die Mannschaft tritt also in unveränderter Aufstellung an, nur spielt als Rechtsaußen Plener von Gleiwitz für den Hindenburger Obstoj. Am Englands Fußballpokal Zu London wurden die letzten noch ausstehenden PokalWiederholungsspiele erledigt. Chelsea besiegte diesmal Sheffield Wednesdan mit 3:1 sehr sicher. Auf dem neutralen Arsenal=Platz in Hiahburn unterlag Sunderland gegen Blackburn Rovers mit 0:1. Für die sechste Runde am 4. März stehen die Paarungen der„letzten Acht“ endgültig wie folgt fest: Chelsea— Grimsby Town, Wolverhampton Wanderers— Everton, Huddersfield Town— Blackburn Novers und Portsmouth— Preston Northend. Ausscheidungsturnen zum Länderkampf gegen Ungarn. Zum Ausscheidungsturnen für den Länderkampf gegen Ungarn. das am 4. und 5. März in München stattfindet, bat der Reichsmännerturnwart Schneider folgende 14 Turner zusammengezogen: Beckert, Krey, Friedrich, Krotzsch, Müller, Plodra. Karl und Willi Stadel, Innozenz. Stangl, Steffens, Stute, Renner, Volz und Wurm.— Olympiasieger Schwarzmann kann nicht teilnehmen, da er dienstlich verbindert ist.— Auf Grund der hier gezeigten Leistungen wird die Ländermannschaft zum Länderkampf gegen Ungarn zusammengestellt werden, der am 19. März in Passau zur Durchführung kommt. Im übrigen veranstaltet auch Ungarn für den Länderkampf ein Ausscheidungsturnen vom 3. bis 5. März in Budapest, an dem folgende Turner teilnehmen: Keczkemett, Toth, Moggyorotty, Hegedüs, Ramaki, Gaal, Santha, Nemere und Haldu. VfL. Salzuflen ausgeschaltet Der Gau=Fachamtsleiter hat bereits entschieden. Der Gau=Fachamtsleiter hat bereits seine Entscheidung betr.=der Pokalentscheidung zwischen BV. Lemgo und BfL. Bad Salzuflen getroffen. Wie nicht anders zu erwarten war, wird das Pokalsviel für BV. Lemgo als gewonuen gewertet, da die Spieler des BiL. Bad Salzuflen den Spielabbruch verschuldeten. Der Spieler Jünemann(Salzuslen) wird außerdem wegen Beleidigung des Schiedsrich= ters und Aufforderung zum Spielabbruch bis einschließlich 18. Juni d. J. gesperrt. BV. Lemgo ist damit Lipvischer Pokalmeister 1939 und wird die lipvischen Fußballinteressen in den weiteren Pokal=Ausscheidungsspielen im Gau Westfalen vertreten. Unsere besten Wünsche begleiten sie! Schiedsrichter=Untergruppe Lage. Sonnabend Belehrungsstunde bei Schröder. Abtla. Heidenoldendorf— 2V. Hillentrun 5:4(5:2). Die Turner aus Hillentrup waren Gäste der Heidenoldendorfer und mußten sich der besseren Gesamtleistung der Platzelf beugen. Entgegen ihrer Leistung vom Vorsonntag gegen die Detmolder Soldaten war der Angriff der Platzleute am letzten Sonntag wieder bedeutend besser. In der Läuferreibe will es in der letzten Zeit nicht recht klappen, dagegen gibt sich das Schlußtrio alle Mühe, jedoch mangelt es hier teilweile am richtigen Stellungsspiel. Die Gäste aus Hillentrup hatten in ihrem Schlutzmann eine vorzügliche Stütze. Die Hintermannschaft fand sich erst sehr spät, und im Sturm wurde man auch erst dann wach, als es bereits hinten fünfmal eingeschlagen hatte. Sofort vom Anpfiff läuft das Spiel der Angriffsreibe der Gastgeber volle Touren. Die Hintermannschaft der Hillentruper ist sehr unsicher, und ebe sie sich versahen, lagen die Heidenoldendorfer mit drei Toren im Vorsprung. Sprenger, der rechte Halbstürmer der Platzleute, zeichnet für alle drei Tore verantwortlich. Die Heidenoldendorfer sind weiterbin tonangebend, müfsen sich aber ein Gegentor gefallen lassen. Durch wuchtige Würfe holen die Platzleute das 5:1 heraus, können aber nicht verbindern, daß der Gegner. der die letzten Minuten der ersten Halbzeit gut ins Spiel kommt, auf 5:2 abschwächt. In der zweiten Halbzeit legt Hillentrup mächtig los. Kurzer Angriff der Platzleute, und dann antworten die Hillentruver mit wuchtigen Gegenangriffen. Die Hintermannschaft der Platzelf hat bange Minuten zu überstehen. Ein Strafwurf für die Gäste und es beißt 5:3, dann branden Angrisse gegen das Tor der Gäste, aber die Hillentruver sind nun vom Glück gesegnet. Sechsmal in kurzen Abständen wersen die Heidenoldendorfer die Torpfosten an. Die Gäste können das 5:4 herausholen, und dann hätte auch der Ausgleich fallen können. Freistebend wird der Ball neben das Tor der Platzleute gesetzt. Die Hillentruper drängen stark, aber zum Ausgleich langt es nicht mehr.(11) Schötmar— Holzbausen 5:6. Eine durchaus gleichwertige Partie lieferten sich Sonntag morgen auf dem Jahnplatz in Schötmar zwei„Nachbarn“. Es ging im allgemeinen dabei ganz gemütlich zu; denn von sonderlichem Tempo kann nicht die Rede sein. Die Schötmaraner, die ohne Torwart Steinmann und von Sassen antreten mußten, zeigten zwar vor der Halbzeit einige Ansätze, das Sviel auseinander zu zieben, ließen es aber später bei diesen Versuchen bewendet. Das 2:2 bei der Pause legt ja auch Zeugnis ab von der Stürmerarbeit... Die Holzbauser hatten seit langer Zeit wieder Verkemann dabet, der sich mit drei schönen Toren in Erinnerung brachte, sonst aber, wie seine übrigen Kameraden im Sturm, nichts Ueberragendes zeigte. Dagegen hatte die Hintermannschaft der Holzhauser Gelegenheit genug, ihr solides Können, das übrigens auch nicht bar kleiner Härten war, erneut unter Beweis zu stellen. In Schötmars Sturm stel Niebaus durch seinen Rieseneifer angenehm auf, doch wurde er zu wenig bedient und konnte Zählbares nicht berausholen. Gefallen konnte neben der Verteidigung auch der linke Läufer. Sonst aber— nichts Besonderes: höchstens noch, daß der Ersatztorwart seine Sache gut machte! Zwar hatte er bei dem ersten Treffer der Holzhauser Pech, da der Ball erst an der Latte und später von seinem Rücken ins Tor abprallte. Bröker vermochte später gleichzuztehen und seine Mannschaft in Führung zu bringen, doch bolten die Holzhauser durch Berkemann den Ausgleich. Später hieß es dann 3:2 für Holzhausen, 3:3, 4:3. 4:4, 5:4, 6:4, und kurs vor Schluß dann abermals durch Bröker 6:5.(78) Was der Svortler liest. Hellmut Lantschner und Hermann Harster:„Skischule von A bis 3“. Verlag Knorr& Hirtb, München.(Mit 181 Photos. Preis kart. 2 RM.) Mit diesem Lehrbuch hat man einen neuen Weg beschritten, den Anfänger in die weiße Kunst einzuführen und fortgeschrittenen Läufern den Weg zur letzten Vollendung zu ebnen. Die Erfahrungen eines der besten Skiläufer der Welt werden in konzentrierter Form verwertet und durch eindrucksvolle Filmstreifen, die ausschließlich die Technik zeigen, untermalt. Die letzten Geheimnisse werden entschleiert, nicht in einem dickbauchigen Werk, auf knapp 90 Seiten mit 181 Photos. Die Abfabrtstechnik von heute, die Hellmut Lantschner virtuos beberrscht, wird meisterhaft aufgezeichnet und ist selbst für Leute vom Fach kaum zu verbessern. Ein wertvolles Buch für Skibasen sowohl als auch für die Leute vom Bau. W. 2. Brief=Kasten A. 100(betr. Bürgersteuer): Wenn Sie im Jahre 1937 ein steuerpflichtiges Einkommen von insgesamt mehr als 2599 RM. bis 4799 RM. gehabt haben, so erfolgt die Veranlagung zur Bürgersteuer nach einem Steuermeßbetrag von 4 RM. unter Berücksichtigung der drei minderjährigen Kinder. Dazu kommt der Hebesatz der Gemeinde. Luhmann, Siegfriedstr. Führer und Reichskanzler(zugl. Oberster Befehlshaber der Wehrmacht) Adolf Hitler. Unter seinem Befehl steht das Oberkommando der Wehrmacht. An r Spitze des Stabes des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel(Reichsminister). Im Range eines Reichsministers stehen der: Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder.— Oberbesehlshaber der Luftwaffe: Reichsluftfahrtminister und Ministerpräsident Generalfeldmarschall von Göring.— Reichsminister Rudolf Heß, Stellvertreter des Führers.— Präsident des Geheimen Kabinettsrates zur Beratung des Führers in der Führung der Außenpolitik: Freiherr von Neurath.— Mitglieder des Geheimen Kabinetts: Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop; preußischer Ministerpräsident, Reichsminister der Luftfahri und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall H. Göring: Stellvertreter des Führers Rudolf Heß: Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. I. Goebbels; Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Hans Heinrich Lammers; Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Walter von Brauchitsch: Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. e. Erich Raeder: Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Wilhelm Keitel.— Reichsaußenminister: von Ribbentrop. Reichsinnenminister: Dr. Frick. Reichsfinanzminister: Graf Schwerin von Krosigk. Reichswirtschaftsminister: W. Funk. Beauftragter für den Vierjahresplan: Generalfeldmarschall Hermann Göring. Reichsarbeitsminister: Dr. Franz Gürtner. Reichspostminister: Dr. Ing. Ohnesorge. Reichsverkehrsminister: Dr. Ing. Dorpmüller. Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft: R. Walter Darré. Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda: Dr. I. Goebbels. Reichsjägermeister und Reichsforstmeister: Generalseldmarschall Hermann Göring. Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung: Bernhard Rust. Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten: Hanns Kerrl. Reichsminister, Führer des Rechtswahrerbundes: Dr. Hans Franck. Reichsminister: Dr. Hialmar Schacht. Reichsminister: Dr. Lammers. Staatsminister, Chef der Präsidialkanzlei: Dr. Meißner. E. S., Delwold. Die Renten von Unfallbeschädigten werden üblicherweise nicht auf den Arbeitslohn angerechnet. Wenden Sie sich notwendigenfalls einmal an die Deutsche Arbeitsfront, die zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsführer vermitteln kann. 25 B. in W. Wenn Sie mit dem Rechtsanwalt einen Vertrag gemacht haben, durch den die bestehende Schuld erlassen wird, erlischt das Schuldverhältnis gemäß§ 397 BGB. Sie müssen sich gegebenenfalls hierauf berufen. Außerdem kann gemäß§ 196 Abs. 1 Ziffer 15 BGB. Verjährungseinrede geltend gemacht werden. Die Verjährungsrist beträgt zwei Jahre. Sie beginnt mit dem Ende des hres, in dem der Anspruch entstanden ist. Hilden. Wir empfehlen Ihnen, sich zunächst einmal mit der zuständigen Kreishandwerkerschaft, Detmold, Paulinenstraße 16, in Verbindung zu setzen. Wenn diese feststellt, daß es sich um einen Handwerksbetrieb handelt, können Sie ihn, ohne im Besitz des Meistertitels zu sein, nicht übernehmen. Die übrigen Fragen werden von der Kreishandwerkerschaft beantwortet. J. S. in hi. Es kommt hier auf die örtlich geltende Beitragsordnung an, aus der sich die Beantwortung Ihrer Fragen ergeben muß. Erkundigen Sie sich notwendigenfalls bei der Gemeindeverwaltung. ACHTUNG Die Gaufilmstelle zeigt: „Vetermann iR dagegen“ heute, Donnerstag, 28. L., in Remmighausen; morgen, Freitag, 24. 2., in Berlebeck. heute, Donnerstag, 23. 2., in Diestelbruch; morgen, Freitag, 24. 2., in Jerxen=Orbke. „Junges Blut“ heute, Donnerstag. 28. 2., in Lockhausen: morgen, Freitag, 24. 2., in Wülfer b. Schötmar. „Musketier Meyer III“ heute, Donnerstaa. 23. 2., in Leovoldshöbe; morgen, Freitag, 24. 2., in Knetterbeide. Oerlinghausen Horst=Wessel=Gedenkfeier. Am heutigen Donnerstag um 20.30 Uhr findet im Saale des„Essener Hofes“ ein Appell der SA. zum Gedenken Horst Wessels statt. Die Gliederungen und angeschlossenen Verbände nehmen an diesem Appell teil(41) Zahlreiche Geburtstagskinder. Dieser Tage vollendete Heinrich Scheele, Bahnhofstraße 9, sein 75. Lebensjahr, während Karl Lohweg, AdolfHitler=Straße 25, 88 Jahre alt wurde. Weitere Geburtstagskinder sind: August Holzkamp, Tönsbergstraße 6, der sein 73., und Fritz Garnjost, Pieperweg, der sein 85. Lebensjahr vollendet. Dann feiern noch Wilhelm Brettmeier, Hermannstraße 1, seinen 73., und Frau Justine Haverich, Im Boksiek, ihren 81. Geburtstag. Wir gratulieren!(41) Neuigkeiten aus den Ortsbauernschaften Orbte. Verkehrsunfall. Auf der Landstraße nach Lage in der Nähe der Gaststätte Belfort fuhr ein Motorradfahrer auf einen Wagen der Wehrmacht auf. Es entstand nur Sachschaden. (—) Kreutruv. Geburtstaa. Am heutigen Tage kann die„Witwe Karoline Strunk in Heipke ihren 74. Geburtstag feiern. Wir gratulieren!(17) Schuckenbaum. Unsere Alten. Am Dienstag konnte Frau Karoline Koch ihren 74. Geburtstag feiern, während gestern der Tischlermeister Fritz Altekrüger 79 Jahre alt wurde. Nachträglich herzlichen Glückwunsch!(17) Werl. Große WHW.=Veranstaltung. Am Sonnabend, 25. Februar, veranstaltet die Zelle Werl der Ortsgruppenführung Schötmar ein großes Fest zugunsten des Winterhilfswerkes. Das Fest findet im Gasthaus Knie und in dem umgebauten, großen Zelt statt. Es ist ein ganz ausgezeichnetes Programm für dieses Fest zusammengestellt worden. Das Unterhaltungskonzert wird ausgeführt Die Anmeldungskarten zur Generalversammlung der Gewerbebank Blomberg sind unverzüglich abzuschicken. Kosten für Mittagessen entstehen nicht. von der Bauleschen Musikkapelle. Abends ist großer Tanz. Eine Verlosung wird besonders regem Interesse begegnen; denn der Hauptgewinn ist ein Kalb, das der Gewinner des Abends gleich mitnehmen kann. Es wäre zu wünschen, daß dieses schöne Fest der Volksgemeinschaft sehr gut besucht würde. 178) Humfeld. Sängerfest. Der MGV.„Teutonia“ feierte am Sonnabend in der Gastwirtschaft Wehrmann sein Stiftungsfest. Obwohl es zeitweilig in Strömen regnete, hatte sich doch eine große Anzahl von Sangesfreunden aus nah und sern eingefunden, so daß der große Saal dicht besetzt war. Die schönen Liedervorträge des Vereins sowie die hervorragenden Darbietungen der Kapelle Baule und die sonstigen Darbietungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Die Sangesbrüder und die Mitglieder der Kapelle taten alles, um den Besuchern einige genußreiche Stunden zu bereiten, und man kann wohl sagen, daß ihnen dies voll und ganz gelungen ist. Nach dem Konzert kam dann der Tanz zu seinem Recht, der alt und jung noch recht lange in ungetrübter Freude und Kameradschaft vereinte.(89) Elbrinxen. Reichsberufswettkampf. Auf dem Gehöft des Ortsbauernführers Glietz fand der Reichsberufswettkampf, Gruppe Nährstand, für den Bereich der Bezirksbauernschaft Rischenau statt. Rund fünfzig Jungen hatten sich aus diesem Bezirk eingefunden. Es nahmen auch sämtliche Insassen des Landdienstlagers daran teil. Nach der feierlichen Flaggenhissung, die auf dem Schulhof stattfand, wurden die Teilnehmer in Gruppen eingeteilt. Anschließend fanden die Prüfungen im Praktischen und Theoretischen statt. Mittags wurde im Niermannschen Saale gemeinsam das Essen eingenommen, das von der NS.=Frauenschaft zubereitet worden war. In den Abendstunden noch wurde den Teilnehmern das Ergebnis bekanntgegeben.(15) Kalldorf. Silberne Hochzeit. Die Eheleute Fritz Begemann und Marie, geborene Staasmeier, Nr. 37, feierten am 21. Februar den Tag ihres 25jährigen Ehejubiläums. Nachträglich herzlichen Glückwunsch!(73) Kalldorf. Unsere Alten. Am 21. Februar feierte Frau Emma Bartling, Nr. 7, ihren 73. Geburtstag. Der Jubilarin nachträglich herzlichen Glückwunsch!(73) Kalldorf. Aus der NS.=Frauenschaft. Am Dienstag, 28. Februar, findet innerhalb der Ortsgruppe ein Fischkoch=Kursus statt. Die Beteiligung ist so stark, daß nachmittags und abends ein Kursus durchgeführt wird.(73) Kalldorf. Ehrenkrenze der deutschen Mutter. Alle Mütter von vier und mehr Kindern, die vor dem 21. 5. 1869 und vor dem 21. 5. 1874 geboren wurden, wollen sich bis zum 4. März 1939 beim Bürgermeister melden. Unterlagen zum Nachweis der Geburten sind mitzubringen.(73) Was der Rundsunk bringt Deutschlandsender Welle 1571 Gleichbleibende Werktags=Sendungen. 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetter.— 6.10: Eine kleine Melodie(Schallplatten). 6.30: Frühkonzert; dazw. 7.00: Nachrichten.— 8.00: Sendepause.— 9.00: Sverrzeit.— 9.40 (nur Mo., Mi. u. Fr.): Kleine Turnstunde.— 11.00: Normalfrequenzen.— 11.15: Seewetterbericht.— 11.30: Dreißig bunte Minuten(Schallplatten). Anschl. Wetter.— 12.55: Zeitzeichen.— 13.00: Glückwünsche. 13.45: Nachrichten.— 14.00: Allerlei von zwei bis drei.— 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte.— 19.00(außer Mo.): Deutschlandecho.— 20.00(Mo. 19.50): Nachrichten.— 22.00 (Mo. u. Mi. 22.15, Di. 21.50): Nachrichten.— 29.45(Di. 22.50, Mi. 23.45, Do. 22.30): Seewetterbericht. Deutschlandsender: Donnerstag, 23. Februar 10.00: Volksliedsingen. 12.00: Breslau: Musik zum Mittag. 15.15: Hausmusik. Anschl.: Programmbinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause 17.00: Die Burg meiner Väter. Erzählung von Friedrich Bubendev. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.10: Landsknecht oder Soldat? Eine Betrachtung zu dem Buch vom deutschen Freikorpskämpfer. 18.30: Zeitgenössische Klaviermusik. 19.15: Quadratur der Liebe. Kleine Hörfolge. 20.10: Begegnung mit einem Dichter: Herybert Menzel. 20.35: Orchesterkonzert. 22.45: Einführung in die folgende Genbung. 22.55: Rom: Ernani(3. Akt). Oper von Verdi. 23.20:„Verdi“, oder„Die Macht des Schicksals". Aus dem Roman von Hans Nowak. 23.40: Ernani(4. Akt). Deutschlandsender: Freitag, 24. Februar 10.00: Breslau: Ein Gang durch eine Kinderklinik. 10.30: Hamburg: Wintersport ohne Berge. Rundfunkberichte von der„Sportebene". 12.00: Bremen: Musik zum Mittag. 15.15: Aus der Arbeit einer Kindergärtnerin. 15.30:„Die Amsel singt ihr Früblingslied.“ Ein Jungmädelspiel. Anschl.: Programmbinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause 17.00: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00:„Der Ritter von der traurigen Gestalt.“ Eine Don=Qutjote=Sendung. 18.30: Was uns der Talmud verrät. 18.50: Beetboven: Ouvertüre iu„Camont“.(Aufnahmen.) 19.15: Lustiges Geemannsgarn. 20.10: Friedrich Silcher. Ein Meister des Volkslieds. 21.10: Erdachtes Gespräch. Friedrich Nietzsche und Maximilian von Meriko. 21.30: Musikalische Kurzweil. 22.80: Eine kleine Nachtmusik. 23.00: Beethoven: Dritte Sinfonie(Eroica).(Aufnahme.) Deutschlandsender: Sonnabend, 25. Februar 10.00: Hamburg: Heraustreten— wer plündern will!— 10.80: Fröblicher Kindergarten. 12.00: Königsberg: Musik zum Mittag. 15.15: Bunres Wochenende.(Aufnahmen.) Anschl.: Programmbinweise. 16.00: Stuttgart:„Wie es euch gefällt.“ 18.00: Sport der Woche. 18.15: Musikalische Kurzweil.(Aufnahmen.) 18.80: Maria Müller singt— Das Karlsbader Kurorchester spielt.(Aufnahme.) 19.15: Bunte Auslese. 20.10: Buntes Allerlei. 22.30: Eine kleine Nachtmusik.— 23.00:„Liebe, du Himmel auf Erden.“(Aufnahme.) Reichssender Köln Welle 455.9 Gleichbleibende Werktags=Sendungen: 6.00: Morgenlied. — 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. Durchsprüche für den Bauern.— 6.10: Knie—e beugt!— 6.30: Freut euch des Lebens!(Schallpl.)— 6.55: Morgenlied u. Morgenruf.— 7.00: Nachrichten.— 7.10: Frübkonzert.— 8.00: Wetter, Wasserstand, Kalenderblatt.— 8.10: Frauenturnen. — 8.80: Morgenmusik.— 9.45: Nachrichten.— 10.30(Di. 11.00, Nr. 10.45): Gendevause.— 11.55(außer Mo. u. Di.): Wetter.(Mi. u. Sa.: Marktberichte des Reichsnährstandes.) — 13.00, 14.00(außer Mo.), 20.00(Mi. 19.50) u. 22.00: Nachrichten.— 19.55(außer Mo., Mi. 19.45): Und heute? Köln: Donnerstag, 23. Februar 9.30: Vom Fisch und seinen Artgenossen. 10.00: Volksliedsingen. 11.45: Deutschlands Aussichten im Walfang. 12.00: Musik am Mittag. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Gendepause. 16.00: Recklinghausen: Musik am Nachmittag. Dazw. 17.00: Hans Carossa: Wirkungen Goethes in der Gegenwart. 17.55; Von der Kunst, Jugend zu führen. 18.20: Der schöpfertsche Mensch: Karl der Große. 18.40: Musik für Cello und Klavier. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Zwei Stunden fürs WSW. 21.00: Thomas Paine. Hörsptel von Hanns Jobst. 22.15: Musik von Schallplatten. 22.35: Stuttgart: Volks= und Unterhaltungsmusik. Köln: Freitag, 24. Februar: 8.30: Nun geht's auf Ostern zub 10.00: Breslau: Ein Besuch in einer Kinderklinik. 10.80: Hamburg: Wintersport ohne Berge? Rundsunkberichte von der„Sportebene“. 11.45: Die dorfeigene Schule. 12.00: Die Werkpause. 13.15: Saarbrücken: Musik am Mittag. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.15: Pbilipp Faust: Leutnant Komman. 17.30: Das deutsche Lied. 18.00: Bildnisse deutscher Komponisten: Heinrich Schütz. 18.15: Das Recht des Alltags. 18.30: Arbeitsmänner und maiden singen. 18.45: Rund um den Familientisch. 19.00: Die WöW.=Stunde. 20.10: Wenn die Soldaten... 21.00: Aus dem Kulturleben unserer Nachbarn. 4. Die Schweiz. 23.00: Königsberg: Kurz vor Mitternacht. Köln: Sonnabend, 25. Februar 9.15: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 10.00: Leipzig: Der Auszug nach Leipzig. Hörszenen aus dem Kampf um die deutsche Untversität in Prag. 11.45: Die Bedeutung der diesjährigen Reichsnährstandsausstellung. 12.00: Wien: Musik am Mittag. 14.10: Wochenendkonzert. (Schallplatten.) 15.30: Fröhliches Nüsseknacken bei unseren Jungmädeln. 16.00: Bunte Melodien. 18.00: Die bunten Blätter. 18.45: Major a. D. Curt von Klüfer spricht über die Erstürmung von Fort Douaumont am 25. Februar 1916. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Zwei Stunden fürs W5W. 21.00: Berlin: Fest des Rundfunks 1939. Festliches Konzert. 22.15: Nachtund Tanzmusik. 24.00: Zur Unterhaltung und zum Tanz.(Schallplatten.) 2.00: Stuttgart: Nachtmusik. Kalldorf. Ortsgruppenversammlung. In der am Montag, 20. Februar, veranstalteten Ortsgruppenversammlung wurden wieder rote Mitgliedskarten ausgegeben. Schulungsleiter, Arning machte darauf aufmerksam, daß am Mittwoch, 8. März, um 20 Uhr bei Gastwirt Dannhäuser eine öffentliche Versammlung stattfindet. Es wird ein bekannter Redner über die Kolonialfrage sprechen. Der Ortsgruppenleiter und Schulungsleiter sprachen dann über die Bedeutung der weltanschaulichen Schulung. Nachdem noch bekanntgegeben war, daß die nächste Mitgliederversammlung am Montag, 13. März, um 20 Uhr bei Gastwirt Dierkes stattfindet, wurde die Versammlung geschlossen.(73) Sonneborn. Generalversammlung. Am letzten Sonntag hatte die Kameradschaft des Reichskriegerbundes Kyffhäuser zu ihrer Generalversammlung eingeladen. Vereinsführer Pulver begrüßte zunächst einige Kameraden der jungen Wehrmacht und nahm sie als Mitglieder in die Kameradschaft auf. Kassenführer Bürger erstattete den Kassenbericht. Er hob hervor, daß dank der geleisteten Arbeit der Blockwarte keinerlei Außenstände vorhanden sind. Nach Erledigung interner Fragen hielt ein Kamerad einen Vortrag über das Freimaurertum, der mit großem Beifall aufgenommen wurde.(8) Kalldors. Das Alte stürzt. Ein altes Wahr. zeichen der Gemeinde Kalldorf ist verschwunden. Das über zweihundert Jahre alte Wohnhaus des Bauern Redeker auf dem Daubstein ist abgerissen und soll, weil es ein altes Fachwerkhaus ist, im Sauerland wieder errichtet werden. Wie verlautet, soll auf dem Daubstein der neue Sportplatz eingerichtet werden.(73) Jund Sie güe dasei? Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Adtetlungen I und II 15. Ziehungstag 21. Februar 1939 In der heutigen Vormittagszlehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10 000 RM. 101822 2 Gewinne zu 5000 RM. 260831 4 Gewinne zu 3000 RM. 34558 240066 zu 2000 RM. 34513 146814 171181 199339 199732 210247 218329 223506 268307 294064 303559 62 Gewinne mu 1000 RM. 30559 87799 60129 95893, 100279 118695 162077 166223 161000 174726 198206 206248 210735 218686 233459 236289 261295 254596 254699 260089 263931 268268 270030 297064 301716 815560 819281 320196 335140 368526 386941 92 Gewinne zu 500 RM. 4615 16312 22626 33964 39885 42112 62778 62462 90401 82336 83079 88399 95070 98259 110261 124929 127201 132513 142023 146560 150906 162568 155329 156768 167284 168966 195282 216752 221146 246391 263983 281865 288573 289055 296911 307348 320687 324826 329363 330677 334074 340574 354973 363436 368614 369163 190 Gewinne mu 300 RM. 4659 6172 7898 9621 16907 23367 27753 26636 33768 38706 43446 45460 49316 63123 53645 54420 54516 61771 62022 69822 72679 73423 74033 86193 88928 97131 102787 119619 121825 124661 120009 126349 131508 139590 149344 160805 163999 187103 159644 160693 167494 170876 189963 196694 197267 217187 224824 225534 227644 232244 232520 233675 241386 249477 759582 262185 262916 263212 265117 265804 266409 267326 269376 270707 272082 272248 277150 277993 290786 261385 282781 283670 286066 291404 296653 308041 307139 309025 814005 316468 316969 819536 819637 840923 349016 362170 366870 883333 38313! 366523 867544 M7a14s 875663 Außerdem wurden 4626 Gewinne zu je 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20 000 RM. 173761 2 Gewinne zu 10 000 RM. 33870 8 Gewinne zu 5000 RM. 21493 98258 292146 806418 6 Gewinne zu 3000 RM. 27960 295787 966579 12 Gewinne zu 2000 RM. 27146 61824 91411 144411 343194 351610 40 Gewinne zu 1000 RM. 14244 21815 69636 91350 96301 170490 213101 223295 241443 275536 301142 343260 351454 369787 871797 374263 375314 380184 883559 893282 76 Gewinne zu 500 RM. 10385 13484 14046 21619 22269 49282 50467 67580 69683 70045 76691 76435 92647 96558 109767 140830 144241 166110 167721 181362 189653 196345 218972 251656 262968 263678 274753 293537 297640 812257 818695 323214 325061 840067 346800 359135 366557 370698 186 Gewinne zu 300 RM. 698 1418 11672 15383 17199 18384 23574 27668 28598 28790 41368 48489 61906 67037 58212 65469 78936 60872 81486 83757 87444 91744 111564 112426 118621 126931 145632 150201 150652 150906 158666 160114 161787 166328 167847 170713 180589 191766 193405 202684 203445 204656 210144 221854 227631 228188 234631 235636 236682 238838 243741 246405 248214 248401 251765 258096 259128 260595 274125 275660 279639 288087 289076 309173 309370 312483 319376 324535 324620 326186 328997 333708 338033 344294 361199 361916 359422 362789 36645 369579 370825 873266 373837 373984 875581 385468 387725 390315 391814 393571 395000 396164 396365 Außerdem wurden 3668 Gewinne zu se 160 RM. gezogen Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000 RM, 2 zu se 200 000, 2 zu se 50000, 8 zu se 30 000, 6 zu se 20 000, 56 zu je 10000, 74 zu se 5000, 160 zu se 3000, 460 zu se 2000, 1438 zu se 1000, 2404 zu se 500, 4802 zu je 300 und 105 586 Gewlune zu je 150 RM. Nach Beratung mit den Stadträten und Ratsherren wird gemäß§ 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935 und Ziff. 3 Abs. 1 und 2 der Ausführungsverordnung zum Gesetz über das Schulgeld an den öffentlichen höheren Schulen(Schulgeldgesetz) vom 15. Mai 1938 folgende Schulgeldordnung für die Städtische Oberschule für Jungen in Bad Salzuflen erlassen: § 1. Als Schulgeld wird der alljährlich von der Obersten Landesbehörde für die staatlichen höheren Schulen festgesetzte Betrag erhoben. S 2. An Sondergebühren werden erhoben: a) Aufnahmegebühr in Höhe des jeweils für die staatlichen höheren Schulen festgesetzten Betrages. Eine Aufnahmegebühr wird nicht erhoben von Kindern versetzter Beamten, Angestellten öffentlicher Behörden und bei einer Versetzung der in der RSDAP. sowie ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden und im Reichsardeitsdienst hauptamtlich tättgen Erziehungsberechtigten, soweit deren Kinder vor der Versetzung schon eine höhere Schule besuchten. b) Für die Erteilung eines Abgangszeugnisses eine Gebühr in Höhe von 1 RM. 3. Erziehungsberechtigten mit mehreren Kindern wird Geschwisterernäßigung gewährt noch den Bestimmungen des Gesetzes über Schulgeld an öffentlichen höheren Schulen(Schulgeldgesetz) vom 15. 5. 38(Lipp. Gesetzsammlung 1938 S. 169—178) und den dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen. § 4. Für die Begabtenförderung werden 10 v. H. des Sollbetrages des Schulgeldes(nach Abzug der für Geschwisterermäßigungen benötigten Summen) festgesetzt. Die Verwendung dieser Mittel erfolgt sinngemäß nach den Bestimmungen des lippischen Schulgesetzes und den dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen. § 5. Das Schulgeld wird in monatlichen Teilbeträgen im voraus erhoben und ist bis zum 15. jeden Monats an die Stadtkasse Bad Salzuflen zu entrichten oder auf deren Postscheckkonto zu überweisen. Bei nicht pünktlicher Einzahlung erfolgt Mahnung und Einziehung auf Kosten des Erziehungsberechtigten. Die Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes erfolgt mit dem Beginn des auf den Monat folgenden Monats, in dem die Abmeldung dem Schulleiter zugegangen ist. § 6. Bei Schulwechsel wird für die Zeit kein Schulgeld erhoben, für die es an der bisherigen Schule zu entten war. Diese Vorschrift gilt: a) nur für reichsangehörige Schüler, b) für außerlippische Schüler nur bei Verbürgung der Gegenseitigkeit, e) nur für den Uebergung von einer öffentlichen höheren Schule. Versäumt ein Erziehungsberechtigter die rechtzeitige Abmeldung aus der bisherigen Schule und muß an dieser Schule noch Schulgeld gezahlt werden, ohne daß der Schüler in dem fraglichen Monat die Schule besuchte, so besteht für den gleichen Monat ein Anspruch auf Erlaß des Schulgeldes an der hiesigen Schule nicht. § 7. Das Schulgeld ist eine öffentliche Gebühr und kann nach den für die Beitreibung öffentlicher Gebühren geltenden Vorschriften eingezogen werden. Wird nach erfolgter Mahnung das Beitreibungsverfahren eingeleitet, so ist der Schüler, für den das Schulgeld nicht gezahlt ist, bis zur erfolgten Zahlung oder Beitreibung des Rückstandes von dem weiteren Besuch der Schule auszuschließen. Bei längerer Dauer einer Ausschließung kann die Wiederaufnahme von dem Anstaltsleiter abgelehnt werden. Auf die Folgen des Zahlungsverzuges sind die Eltern bzw. sonstigen Erziehungsberechtigten eine Woche vor Einleitung des Beitreibungsverfahrens besonders aufmerksam zu machen. Zu Stundungen bzw. Erlaß von Schulgeld ist der Schulleiter nicht befugt. Etwa eingehende Anträge sind dem Schulleiter vorzulegen, der sie mit seinem Gutachten versehen an den Bürgermeister weiterleitet. Dieser trifft die Entscheidung. Im Falle der Erkrankung eines Schülers kann das Schulgeld auf Antrag erlassen werden, wenn die Erkrankung mindestens einen Kalendermonat dauert. S 8. Gegen die Heranziehung zur Schulgeldzahlung steht dem Schulgeldpflichtigen innerhalb eines Monats nach Empsang der Mitteilung über die Heranziohung der Einspruch bei dem Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen zu. Gegen dessen Entscheidung kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Beschwerde bei der Schulaufsichtsbehörde erhoben werden. Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet endgültig. S 9. Im übrigen finden die Bestimmungen des genannten Schulgeldgesetzes und die Ausführungsbestimmungen sinngemäß Anwendung. § 10. Diese Schulgeldordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1938 ab in Kraft. Bad Salzuflen, den 17. November 1938. Der Bürgermeister. Breimann Genehmigt! Detmold, den 17. Dezember 1938 Der Reichsflatthaller für Lippe und Schaumburg-Lippe (Landesregierung Lippe) — Abt. III— Im Auftrage: (gez. Unterschrift) Oberschulrat. Verössenllicht: Bad Salzuflen, den 20. Februar 1939. Der Bürgermeister. In Vertretunge Hillebrenner, 1. Stadtrat. ∆ 8 ∆ □ 8 8 S 00 ∆ — — ∆ □ — □ □ □ □ □ 9 FRIX-Brannesselwaster ATR Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme deim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. Im Namen aller Hinterbliedenen Gustav Leßmann Rachtenhausen, den 23. Februar 1939. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Am 20. Fedruar, 20.15 Uhr, verschied im festen Glauben an ihren Heiland infolge Herzschlages unsere treusorgende, herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großzmutter Wwe. Lina Schmidtpott im Akter von 75 Jahren. In tiefem Schmerz: Lina Rohbrahn, ged. Schmidtpott August Schmidtpott und Frau, ged. Ludwig Guftav Schmidtpott und Frau, geb. Osterheld Frieda Schmidtpott Wilhelm Rohbrahn und 8 Enkelkinder Lage, Hamburg. Altes Lager und Unterrieden. den 23. Fedruar 1939. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 24. Fedruar, nachmittags um 14 Uhr vom Trauerhause, Hagensche Straße 1, aus statt. Trauerfeier vorher. Heute abend 9¼ Uhr entschlief nach langem Leiden mein lieber Alann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Landwirt August Austermann im 8d. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Luise Austermann ged. Niederbracht Talle, den 21. Fedruar 1939. Die Beerdigung findet Sonnabend, 25. Februar, nachmittags ½9 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Am Dienstagmorgen ist unser lieber Bruder Gustav Hokamp im 52. Lebensjahre still von uns gegangen. Geschwister Hokamp Ahmsen. den 22. Februar 1935. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 25. Februar, nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Ahmsen Nr. 26, aus statt. Heute morgen um 8 Uhr entschlief sanft und gottergeben unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großzmutter und Tante, die Lisette Becker geb. Hinghaus im 88. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet Familie Otto Becker Fellensiek bei Lage i. L., den 22. Februar 1933. Die Beerdigung findet statt am Sonnabend, 25. Februar, nachm. um 4 Uhr, vom früher Beckerschen Hofe in Hilter. Trauerfeier ¼ Stunde vorher. Die Feier im Trauerhause Becker vormitttags um 10 Uhr. — N Wegen Famllienfeler bleibt mein Geschäft am Freitag, dem 24. Februar geschlossen. Heinrich Tappe. Leopeldsial Kolonialwarenhandlung. Dauerwellen onne Strom. das und Wasserdampi Oamensalon Lohscholder, Lage, Bergstr. 7 Küchen und Schlafzimmer gegen Kasse zur laufenden elerung gesucht. Angebote mit Angabe des äußersten Preises und welche Menge pro Woche geliefert werden kann, unter Nr. 920 an die Lipp. Staatszeitung. Drucksachen liefert die Lipp. Staatsztg. addiermaschine mit Tastenbedienung und Subtraktion, Preis RM. 150-, gibt ab Elmar Wessel, Detmold Lange Straße 7, Ruf 3403 KLISCHEE USTEMPEL Beamten-Eigenheime Oeffentliche Beamte, die ein Eigenheim bauen oder kaufen wollen, oder denen die Restfinanzierung von bereits errichteten Eigenheimen Schwierigkeiten macht, erhalten wertvolle Auskunft, kostenlose Beratung und Unterstützg. durch günstige Finanzierung u. Sofort-Darlehen. Beratungsstelle Westdeutschland des Beamtenheimstättenwerks, Essen-Stadtwald, Leveringstraße 9, Telephon 41 121 Schinken bleiben stets nOn frisch, niemals kommen Fliegen, Eler, Maden daran, wenn Sie mit „Wibo“-Schinkenpulver einstreuen. Der Beutel wird gespart □rmmdronete Wilh. Borsdort Lage Langentr. 54 Die Schwester dimton Leven K 1.— 1.43 Specfl. 1.23 in apethehen u. Oregerien. Detmold: Drog. Petri, Bruchstraße 10 Drog. Danjes, Lange Str. 3 Drog. Kaul, Lagesche Str. 1 Drog. Nagel, Paulinenstr. 29 Drog. Windel, Lange Str. 61 BadMoinberg: Drog. Franken Schlangen: Drog. Poppe derlinghausen: Dreg. Schlaike Brake: Dregerie Temp Lage: Drog. Borsdorf Lemgo: Drog. Bobe Salzutlen: Drog. Heikaus Horn: Drog. Schmitt Barntrup: Drogerle Sürig Diess Paesee * Handwaschbürsten Stück 0,25 0,19 0,10 U, Staubpinsel n 25 Stück 1.00 0,75 0.50 U, L0 Anstreicherpinsel R 15 Stück 0.50 0, 39 0, 25 0, 196, IU Welßqunsten 4 nn Stück 2,50 1,33... 1,00 Bernst.Fubbodenlackterbe 4 nn 900 Gramm Dose 1,00 Fußbodenluckfarbe 1 20 best. Bernsteinlack, Kilodose Türenlackfarbe 1 80 mod. Farben, Kilodose 1, 00 Schtgrün Lackfarbe für Gartenzäune, Kilod. I. Emaille Welßlack Black 4 70 Kilodose 1,10 Spirituslack nAE 100 Gramm Flasche U, LU Seilenhaus Dessses Beimels, Ruf 3117. Lange Str. 39 Hotel„Krummes Haus“ Detmold. Am Freitag, 24. Februar 1939 wegen Familienieler beschlossen Eechenbruch Zu dem am Sonnabend, dem 25. Februar, stattfindenden Kameradschafts-Abend ladet treundlichst ein Stützpunkt der NSDAP. und Gastwirt Pg. Ernst Sprute Anfang 20 Uhr Kreibank auf dem slädt. Schlachthof in Detmold Freitag, 24. Februar, 2 bis 3 Uhr K Kranke, selbst jahrrehntelange und ich, wurden durch ein leicht anzuwendendes Mittel von dem Leiden befreit. Verlangen Sie kostenlos Prospekt und Dankschreiben und Sie werden lasen, was mir viele über die Wirkung schreiben, Ich sende Ihnen keine Mittel, diese müssen Sie aus der Apotheke selbst beriehen. Erdbeer-Plantage Edwin Müller. Nirschfelde Anteh. Zittau 8 Abt. Heilmittelvertrieb Stellenmarkt Wir suchen zum 1. April 1939 1 Verkäufer u. Lageristen ferner einen[Ungeren Verkäufer mit guten Fachkenntnissen der Eisenbranche. Bewerb. mit Lichtbild, Zeugnisabschrift. u. Gehaltsanspr. erbet. Lagemann& Schelken, Minden in Westfalen Für eine mittlere Ziegelet dei Tanten (Niederrhein) wird für sofort, spätestens bis zum 1. April d. J., ein zuverlässiger Ziegelmeister gesucht. Dauerstellung. Erzeugnisse: Verblender. Hartbrand- und Mauersteine. Freie Wohnung, Brand, Licht, sowie Garten= und Ackerland vorh. Eilangebote mit Gehaltsansprüchen, Lebenslauf und Zeugnisadschriften erbeten an Heinrich Stork Ursel bei Tanien(Niederrhein). 5 Arbeiter für den Schieferberg und 1 Brenner für zwei Schichten sofort gesucht. Unterkunft und Verpflegung auf dem Werk. Ziegeleibetrieb Ewald Klotz Laugenberg=Rhld.(Nierenhof). Suche für Jahresbetrieb nach Mülheim=Ruhr zum 1. März Otenselzer unndd Ebenfalls eine Köchin für die Küche zum Kochen. Woche 18 Mark. Putzfrau vorhanden. Wilhelm Grabbe sen., Leese b. Lemgo Wir suchen für diesjährige Saison folgende Leute: 2 Mann als Hagensetzer 1 Mann beim Koller, leichte Arbeit 1„ als Abnehmer(Halbautomat) 1 losen Mann 2 Mann im Lehmberg 1 Auskarrer(Akkord) 4 Jugendliche. Hammer Ziegelwerke Hamm(Westf.) Meldungen erbittet: Ziegelmeister Julius Hesse Hamm(Westf.), Ackerstraße 80 b. Für die vielen Beweise lieben Gedenkens beim Heimgang unseres teuren Entschlafenen danken wir auf diesem Wege von ganzem Herzen. Im Namen aller Angehörigen: Frau Julie Mühlenhoff und Kinder Marie Mühlenhoff. Detmold. den 22. Februar 1939. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Wilhelm Hüls und Kinder. Höntrup, den 22. Februar 1939. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Fritz Tegeler und Angehörige Bentrup, im Februar 1939. Für Wirtschaft und Haushalt I. Kraft gesucht. Alter 20 bis 30 J. Lohn nach Vereinbarung W. Wittenborn, Bielefeld, Mühlenstraße 2. Wirb durch Anzeigen! Frost an Händen und Fühen besettigt in 2 Tagen Beriben- Srostereme! nuc Apotdeker Bheisser Zu haben bei: Hahne, Detmold, Weinbergstr. 10 Ofenleute Seher Ein= u. Auskarrer für rheinische Ziegelei Anfang April gesucht. Schriftl. Anfragen unter Nr. 0112 an die Lipp. Staatszeitung, Lemao. Jüngerer zum 1. März oder später gesucht. Brinkmeler. Hardissen. Suche zum 1. April 1939 tüchtigen verheirateten Gensandeerfälleren Frau Mathilde Sander Domäne Aerzen über Hameln Gesucht zu sofort belernter Kammschleiser in Dauerstellung für nordwestdeutsche Fabrik außerhalb des lippisch. Landes. Angeb. mit den nötigen Einzelheiten erbeien unter Nr. 919 an die Lipp. Staatszeitung Junger Mann aus der Lebensmittelbranche, welcher Ostern die Lehre beendet hat, nach Bad Salzuflen zum 1. April gesucht. Schriftl. Angebote unter B. 195 an die Geschäftsstelle Bad Salzuflen. Züng. Kontoristin zum 1. April oder später gesucht. Schriftl. Angeb. unter Nr. 258 an die Geschst. der Staatszeitung, Schötmar. Orbentliches Mädchen zur Erlernung von Küche und Haushalt zum 15. März gesucht. Lehr zeit 1 Jahr. Frau Wilhelm Oppermann Holel„Zur Post“, Horn I. Lippe. Junges Mädchen zur Erlernung der Küche und des Haushaltes zum 1. März oder 15. April gesucht. Bewerbungen an das Schülerheim der Fr. v. Bodelschwinghschule, Bethel v. Bisld. Erfahrene Kinderplegerin für Privathaushalt gesucht. Schrittliche Angebote unter Nr. 915 an die Lipp. Staatszeitung Brennholz-Verteilung Am Sonnabend, dem 25. Februar 1939, nachmittags 1½ Uhr, sollen im Menkhauser Berge etwa 100 rm Buchen-Brennholz verteilt werden. Treffpunkt: Kolonat Wächter, unter dem Menkhauser Berge. Menkbausen b. Oerlinghausen, den 22. Febr. 1939. Die Gutsverwaltung. Statt Karten a Unser Udo hat ein Schwester“ chen bekommen. Armin Augustin und Frau Hildegard, gen. Lampe Linderbruch, den 22. Februar 1939 Post Bösingfeld Die Krlegerkameradschaf Verken-Orbke teiert am Sonnabend, 25. Februar, ihr diesjähriges Stistungslest im Saale des Gastwirts Meier, Belfort. Anfang 7 Uhr Hierzu ladet frdl. ein: Der Kameradschaftsführer hmtliche Bekannimachungen Antragsformulare betreffend Verleihung des Ehrenkreuzes für kinderreiche Mütter können im Rathaus, Zimmer Nr. 2, entgegengenommen werden. Es werden zunächst die Anträge für Mütter, die über 70 Jahre alt sind, danach für Mütter von 65—70 Jahren und für Mütter von 60—65 Jahren bearbeitet. Diese haben den erforderlichen Antrag umgehend zu stellen. Bad Salzuflen, den 22. Februar 1939. Der Bürgermeister. Ladung Der Wehrpflichtige Heinrich Schierholz, geboren am 23. 1. 1916 in Bad Salzuflen, zuletzt wohnhaft in Bad Salzuflen, jetzt in Zutphen, Oude Wand 23 a(Holland), wird beschuldigt, im Jahre 1938 sich den mehrfachen Aufforderungen des deutschen Generalkonsulats für die Niederlande in Amsterdam, sich zur Wehrkartei zu melden, vorsätzlich entzogen und dadurch als Wehrpflichtiger vor Erfüllung der aktiven Dienstpflicht mit dem Vorsatz, sich der Erfüllung der Wehrpflicht zu entziehen, nach Erreichung der wehrpflichtigen Alters in Holland, also außerhalb des Reichsgebiets, aufgehalten zu haben. — Vergehen nach§ 140 StGB.— Termin zur Hauptverhandlung ist auf Mittwoch, 29. März 1939. 10 Uhr, vor dem Schöffengericht(Amtsgericht) in Lemgo bestimmt. Die Hauptverhandlung findet auch beim Ausbleiben des Angeklagten statt, und das Urteil ist vollstreckbar. Detmold, den 20. Februar 1939. Der Oberstaatsanwalt. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 24. Februar 1939, vorm. 10 Uhr, ollen im„Tivoli“ in Schötmar zwei Tresen mit Schubächern, Herrenwäsche, Damenstrümpfe, Inlett, Kleiderstoffe, Mantelstoffe, Binder, Klavier, Herrenräder, Damenräder, Fahrraddecken, Ladenschrank, Schreibmaschine, Standuhr, Herrenzimmer, Eßzimmer, Klubgarnitur usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Bad Salzuflen, den 22. Februar 1939. Boß, Obergerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung Am Freitag, dem 24. d. M., vorm. 10 Uhr, kommen im Versteigerungslokal, Bahnhofstraße 3, nachstehendGegenstände öffentlich meistbietend gegen Barzahlung zum Verkauf: ein Büfett, zwei Liegesofas, ein Ausziehtisch, vier Stühle, ein Teppich, ein Serviertisch, ein Radioapparat, ein Schreibtisch. Bad Salzuflen, den 22. Februar 1939. Wischhöfer, Obergerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung Am Freitag, 24. Februar 1939, vorm. 10 Uhr, werde ich in Bad Meinberg, Mittelstraße 28, zwei leichtere Ackerwagen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Horn i. L., den 22. Februar 1939. Schöning. Obergerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung Am Freilag, dem 24. Februar 1939, 10 Uhr, soll im Eichenkruge in Pivitsheide eine dorthin geschaffte eichene Schlafzimmereinrichtung öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Detmold, den 22. Februar 1939. Drewes, Obergerichtsvollzieher. Stadtforst Lemgo Freihändige Abgabe von Breunholz. Eichen-Pfähle, Iichlen-Stangen. Montag, den 27. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Schützenhaus zu Lemgo. Bredaerbruch. Distr. 73 o: Nr. 1636—37, 1644, 1652—1664= 16 Eichen=, Bu.=Langhf. Dören. Distr. 7 b: Nr. 2461—2478, 2482— 1½ rm Ei.=Pfähle, 50 rm Ei.=Knpl.; das. Distr. 1: Nr. 3100 bis 3119, 3124—3130, 3135—3142, 3145—3148, 3153 bis 3167, 3171—3179, 3182—3190, 3194—3198= 35 rm Ei.=Pfähle, 90 rm Ei.=Klo. u. Knpl. Lindenbruch, Distr. 17 b: Nr. 3494—3507= 5 rm Ei.=Pfähle, 12 rm Ei.=Knpl., 1 Erl.=Langhf. Rieperberg. Distr. 12 c: Nr. 3589—3635= 546 Fi.=Stangen, Kl. 10—35. Feenberg. Distr. 58: Nr. 2550—2584— 60 rm Bu.=Knpl. Teufelsküche, Distr. 58a: Nr. 2684—86, 2704—2889— 100 rm Bu.=Klo.,=Knpl., 118 Bu.=Langhf. Brokhausenh. Distr. 55: Nr. 3007, 3020—3076= 120 rm Bu.=Klo., Kupl. Sinionie-Könzert im Lipp. Landestheater Freitag, 24. Febr., 20 Uhr, außer Dauermiete Volkstümliches Sinionie-Konzert „Muslk der deutschen Ostmark“ Einheits-Eintrittspreis 1.- RM. Sonntag, 26. Februar, 19.30 Uhr Zum unwiderruflich letzten Male: „Die Fiedermaus“ Operette von Johann Strauß