staatszeitung Die„Lippische Staatozettung“ erschein wöchentl. 7 mal. Hauptschriftletter: August Prützner, Stellvertreter: August Roch Verantwortlich für Auten= und Reichspolltik: Aug. Prützner, für Landeepolttik, Lokales u. Unterhaltung: August Roch, für Kunst, Kultur und Handel: Grich Meinhard, für Sport: i. V. Aug. Koch, sämtl. in Detmold. Verantwortl. Anzeigenleiter: Ludwig Aleier, Detmold, Paulinenstr. 14. Bildverantwortl.: Ressortleiter. D.=A. Juli 1937: 18863. Druck u. Verlag: NS.=Verlag Lipp. Staatszeitung. G. m. d. H. Detmold. V erlageleiter: Ed. Preißzler. Sprechst. d. Schriftleitung nur 11 bis 12 Uhr Amtliches Organ des Gaues se Nationalesregierung Londes Ferung Westfalen=Nord der M6. DA eitung örden Hauptgeschäftostelle u. Schriftleitung. Detmold. Paulinenstr. 19. Fernruf: Sammel= Nr. 2845. Postscheckkonto 8592 Hannover. Anzeigenpreise: Die 22=Millimeter=Zeile 9 Pf., Textanzeigen, 77 Mülltmeter breit, 40 Ps. Jur Zeit ist Preisliste 5 gültig. Die 2seitige Beilage 10 RAl, das Tausend. se weitere 2 Seiten 5 RAll, mehr. Bezugepreise: Der Bezugspreis beträgt monatlich einschl. Bestellgeld RUll. 2.—, dei Zustellung durch die Post zuzüglich 4s Pf. Bestellgeld. Im Falle höherer Gewalt oder Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieserung, Nachlieferung oder Rückzahlung des Bezugspreises. Nr. 241 Detmold, Mittwoch, 1. September 1937 9.(171.) Fahrgang Das Programm des Reichsparteitages Das Geschehen der Tage vom 6. bis 13. September 1937 Wir veröffentlichen heute das Programm des diesjährigen Reichsparteitages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, das für die Tage vom 6. bis 13. September den folgenden Ablauf der Veranstaltungen in Nürnberg vorsieht: Montag, den 6. September 15.30 Uhr: Empfang der Presse im Kulturvereinshaus durch den Reichspressechef der NSDAP., Pg. Dr. Dietrich. 16.00 Uhr: Eintressen des Führers. 17.30—18.00 Uhr: Einläuten des Parteitages durch die Glocken sämtlicher Kirchen Nürnbergs. 18.00 Uhr: Empfang des Führers und Reichskanzlers in Anwesenheit der Vertreter der NSDAP. und der Reichs= und Staatsbehörden im großen Rathaussaal 19.30 Uhr: Im Opernhaus Festaufführung:„Die Meistersinger von Nürnberg". Dienstag, den 7. September 9.30 Uhr: Vorbeimarsch der HJ.=Baunfahnen vor dem Führer am Deutschen Hof. 11.00 Uhr: Feierliche Eröffnung des Parteikongresses der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Luitpoldhalle. 16.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung: „Nürnberg, die deutsche Staor— Von der Stadt der Reichstage zur Stadt der Reichsparteitage— im Germanischen Museum. 16.00 Uhr: Tagung des Hauptamtes RSBO. und des Hauptamtes„Handel und Handwer!“ im großen Rathaussaal. 16.00 Uhr: Beginn des„Kraft=durch=Freude". Volksfestes am Valznerweiher in der KdF.= Stadt.(Das„Kraft=durch=Freude"=Volksfest findet bis Sonnabend, den 11. September, täglich 16.00 Uhr, statt.) 20.00 Uhr: Kulturtagung im Opernhaus. den 8. September 10.00 Uhr: Appell des Reichsarbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese. 13.30 Uhr: Abrücken zum Marsch durch die Stadt durch folgende Straßen: Zeppelinwiese, Herzogstraße, Bayernstraße, Regensburger Straße, Marientunnel, Bahnhofstraße, Königstor, Königsstraße, platz, Kornmarkt, Jakobstraße, Färberstraße, Färbertor, Frauentorgraben, Bahnhofsplatz, Allersberger Tunnel, Allersberger Straße, Fischbachstraße, Holzgartenstraße, Niebelungenstraße, Wodanstraße, Luitpoldarena, Bayernstraße, Große Straße, Lager Langwasser. 16.00 Uhr: HJ.=Führertagung im großen Rathaussaal. 18.00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 20.00—21.30 Uhr: Standkonzert am Adolf=Hitler=Platz, ausgeführt von den Musikkorps der l. und II. Marine=Unteroffizier=Lehrabteilung. Donnerstag, den 9. September 8.00 Uhr: Tagung des Hauptamtes für Kommunalvolitik in der Kongreßhalle. 10.00 Uhr: Eröffnung der NS.=Kampfspiele und Grundsteinlegung des neuen Stadions durch den Führer. 10.30 Uhr: Vorkämpfe zu den NS.=Kampfspielen im Stadion, auf dem Sportplatz Zabo, auf dem Exerzierplatz Tennenlohe bei Erlangen, auf dem Schießstand in Feucht und auf dem Schießstand in Erlenstegen. 11.30 Uhr: Tagung des RS.=Studentensundes im Kulturvereinshaus. 11.30 Uhr: Tagung des Hauptorganisations=, Hauptschulungs= und Hauptpersonalamtes im Opernhaus. 11.30 Uhr: Tagung des Hauptamtes für Erzieher (NS.=Lehrerbund) im Herkulessaal. 16.00 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 20.00 Uhr: Antreten des Fackelzuges der Politischen Leiter auf der Deutschherrnwiese zum Marsch durch folgende Straßen: Deutschherrnwiese, Kontumazgarten, Ludwigstor, Plärrer, Frauentorgraben, Hauptbahnhof, Königstraße, Kaiserstraße, Fleischbrücke, Adolf=Hitler=Platz. 21.00 Uhr: Vorbeimarsch des Fackelzuges der Politischen Leiter vor dem Führer am Deutschen Hof. Die Gaue marschieren in der Reihenfolge: Spielmanns= und Musikzug Berlin, Gau Berlin, Gau Kurmark. Spielmanns= und Musikzug Essen, Gau Essen, Gau Schleswig=Holstein. Spielmanns= und Musikzug Koblenz=Trier, Gau Koblenz=Trier, Gau Köln=Aachen. Spielmanns= und Musikzug Schwaben, Gau Schwaben, Gau Osthannover. Spielmanns= und Musikzug Württemberg, Gau Württemberg, Gau Düsseldorf. Spielmanns= und Musikzug Westfalen=Süd, Gau Westfalen=Süd, Gau Sachsen. Spielmanns= und Musikzug Bayrische Ostmark, Gau Bayrische Ostmark, Gau Schlesien. Spielmanns= und Musikzug Südhannover=Braunschweig, Gau Südhannover=Braunschweig, Gau Ostpreußen. Spielmanns= und Musikzug München=Oberbayern, Gau München=Oberbayern, Gau Halle=Merseburg. Spielmanns= und Musikzug Main=Franken, Gau Main=Franken, Gau Hamburg. Spielmanns= und Musikzug Danzig, Gau Danzig, Gau Mecklenburg. Spielmanns= und Musikzug Baden, Gau Baden, Gau Thüringen. Spielmanns= und Musikzug Hessen=Nassau, Gau Hessen=Nassau, Gau Westfalen=Nord. (Fortsetzung auf Seite 2) Die Tagung der Auslandsdeutschen Dr. Frank über die nationalsozialistische Rechtsauffassung Dr. Groß über die Grundsätze der deutschen Bevölkerungspolitik Stuttgart, 31. August. In einer eindrucksvollen Kundgebung in der Stuttgarter Liederhalle entwickelte am Dienstagnachmittag Reichsrechtsführer Minister Dr. Frank den auslandsdeutschen Männern und Frauen die Grundsätze der nationalsozialistischen Rechtsauffassung. Aus den drei Grundwerten unseres völkischen Lebens, der Rasse, dem Boden und der Arbeit, leitete der Minister die Grundsätze der nationalsozialistischen Rechtspolitik ab. In seinen weiteren Ausführungen ging Reichsleiter Frank auch auf die im Ausland so oft erhobene Frage ein: Warum Prozesse gegen Priester in Deutschland? Das Gewissen vor unserem Volke zwinge uns, überall mit verbrecherischen Elementen aufzuräumen, in welchem Lager sie sich auch befänden. Der Nationalsozialismus ehre den Glauben jedes deutschen Menschen und sichere jeder christlichen Konfession die Freiheit der Religionsausübung. Der politisierende Geistliche aber, erklärte Minister Frank unter Der nationale Siegeszug nach Asturien Nur schwache Gegenwehr der Volschewisten- Wichtige Bergstellungen besetzt Sautander, 31. August. Die Navarra=Verbände setzen ihren Siegeszug in Richtung Asturien fort. Nur an vereinzelten Stellen ist es zu leichten Gefechten mit den feindlichen Abteilungen gekommen. Der weichende Gegner sieht seine Ohnmacht gegenüber den nationalen Streitkräften ein und zieht sich ohne jeden Zusammenhang in westlicher Richtung zurück. Feindliche Truppenansammlungen werden regelmäßig von nationalen Fliegern sofort festgestellt und in Tiefflügen auseinandergesprengt. Die an der Küste vordringenden Einheiten konnten über die Orte Caviedes und Vallines hinausgehen und beherrschen die Höhen des Bergmassivs Candu im Süden des Hafens San Vicente de la Barquera, der unter dem Feuer der leichten nationalen Artillerie liegt. Auch vom Osten und Süden rücken nationale Streitkräfte an den kleinen Hafenort heran, während die roten in San Vicente de la Berquera befindlichen Truppen befürchten müssen, daß ihnen der Rückzug nach Asturien abgeschnitten wird. Andere nationale Streitkräfte haben im Gebirge Sagra(südwestlich von der Sierra el Escudo) starke feindliche Abteilungen in einen Hinterhalt gelockt und wichtige Stellungen zu den Bergen von Bejos eingenommen. Englische Kampfflieger zusammengestoßen Bisher 91 Todesopfer im Jahre 1937. London, 31. August. In Cambridge stießen am Montag zwei Kampfflugzeuge zusammen, wobei die eine Maschine in Stücke brach und abstürzte. Der Flugzeugführer wurde getötet. Dem zweiten Flugzeug gelang es zu landen. Mit diesem Unfall erhöht sich die Zahl der Unfälle der britischen Luftstreitkraft in diesem Jahre auf 57 und die der dabei ums Leben gekommenen Flieger auf 91. stürmischem Beifall, dürfe in Deutschland niemals wiederkehren. Dr. Frank streifte dann die Grundsätze einer künftigen Gestaltung des Rechts der Auslandsdeutschen. Er erhob den Anspruch, daß die Reichsdeutschen im Ausland auf der Grundlage der Gegenseitigkeit das uneingeschränkte Gastrecht genießen dürften, wie es Deutschland den Angehörigen anderer Nationen seit je gewährt habe. Man müsse diese Reichsangehörigen vor allem rechtlich sicherstellen und ihnen die Möglichkeit der Anteilnahme am Geschehen der Heimat sichern. Das Bekenntnis zum Führer und zum nationalsozialistischen Programm sei heute Inhalt deutschen Bewußtseins geworden und könne daher in keiner Rechtsordnung eines Landes ein kriminelles Delikt darstellen. Der Minister schloß mit der eindeutigen Feststellung, daß die Auslandsorganisation zu Recht bestehe, nirgendwo angreifbar sei und sich niemals und in keiner Weise rechtswidrig verhalten habe. Sie denke gar nicht daran, etwa den Gesetzen eines Gastlandes zuwider zu handeln. Diese unumstößliche Tatsache müßte die unangefochtene Grundlage bilden bei Verhandlungen, die das Recht der Auslandsdeutschen sichern. Mit lebhaftem Beifall dankten die auslandsdeutschen Zuhörer dem Reichsminister für seine Darlegungen. Dann legte der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der RSDAP., Dr. Groß, die Grundsätze der deutschen Bevölkerungspolitik dar, deren Richtigkeit auch die Welt allmählich einzusehen beginne. Am Anfang der Erkenntnis des Nationalsozialismus und im Mittelpunkt der revolutionären Wendung unserer Zeit, so erklärte er, steht das Ringen um die Werte des Blutes und der Rasse. Wer das begriffen hat, ist auf ewig uns verschworen. Wer diese Kräfte nicht erkannte, wird nie den Anschluß an den Geist unserer Tage finden. An der Hand unleugbaren Zahlenmaterials zeigte Dr. Groß die Erfolge, die die neue Bevölkerungspolitik, an deren Anfang wir erst stehen, schon jetzt aufzuweisen hat. Klar kennzeichnete Dr. Groß weiter den Rassenstandpunkt des Nationalsozialismus, der lediglich auf die Bejahung der Verschiedenartigkeit der Rassen hinausläuft. „Wir glauben, daß das Artbewußtsein, der Stolz auf die eigene Art und der Wille zu ihrer Erhaltung nicht nur eine Pflicht aller Völker gegen den Schöpfer ist. Es kann nicht recht sein, wenn man die vom Schöpfer selbst geschaffene Vielfältigkeit der Arten vermischt.“ Die Ausführungen von Dr. Groß wurden ebenfalls mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Frankreichs Interessen in Ehina Von E. v. Ungern=Sternberg. Durch den Frieden von Tientsin kam Frankreich 1885 in den Besitz von Cochinchina, Annam und Tonking. Nach langen Kämpfen hatte sich China zur Abtretung dieser weiten Gebiete entschließen müssen. Seit diesem für China unglücklichen Datum hat Frankreich versucht, sich in Südchina eine Einflußzone zu schaffen und eine wirtschaftliche Vormacht zu gewinnen. Mit französischem Gelde wurden Tschöngtu und Tschunking durch eine Eisenbahn verbunden, ferner plant Frankreich den indochinesischen Hasen Hanoi durch einen Schienenstrang mit Jünnan zu verbinden, um auf diese Art die chinesische Ausfuhr auf einen französischen Hafen abzulenken. Kurz vor, oder richtiger zur Zeit des Ausbruches des chinesisch=japanischen Konfliktes hat Frankreich währc d der Anwesenheit des chinesischen Finanzministers Tr. Kung in Paris der Central Banque of Schanghai nen Extrakredit von 100 Millionen Franken gewährt der auf 200 Millionen erhöht werden kann, gleic geitig haben die französisch=tschechischen Skodawerke hina einen Kredit von 10 Millionen Pfund eingeräumt. Dabei wird betont, daß Frankreich wieder die konstruktive Stellung einnehmen wolle, die es einst in China inne hatte, und daß es alles tun werde, um sein einstiges Ansehen erhöhen zu können. Welche Pläne dabei die Franzosen auf lange Sicht leiten, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen, zumal da die Mitteilungen, die der Oeffentlichkeit gemacht werden, widerspruchsvoll klingen. Man hört zwar, daß die China gewährten Kredite eine antijapanische Spitze hätten, Frankreich wolle, daß sich der japanische Vorstoß totlause, und daß die Gefahr für Indochina dann auf Jahre oder Jahrzehnte gebannt wäre, auch würden die Chinesen als Dank Frankreich Vorteile in der reichen Grenzprovinz Jünnan gewähren. Unterliege aber China, so würde vielleicht Japan mit Frankreich zu einem Ausgleich kommen und Frankreich eine Einflußzene in Südchina überlassen. Das sind natürlich alles Vermutungen, die durch keinerlei Abmachungen gestützt werden. Von amtlicher Seite erklärt man, daß die Dr. Kung gewährten Kredite eine finanzielle, und nicht eine politische Bedeutung hätten. Wenn man die französische Volksfrontpresse verfolgt, so wird man bald davon überzeugt werden, daß die Sympathien Frankreichs auf Seiten Chinas liegen, und liest man gar die„Humanité“, die ja trotz ihrer Moskowitischen Prägung auch zur„Volksfront“ gehört, so erfährt man, daß die Kommunisten, in Uebereinstimmung mit Sowjetrußland zum Kampf gegen Japan hetzen. Es mag hier daran erinnert werden, daß Frankreich schon vor etwa drei Jahren, als sich die ersten chinesisch=japanischen Verwicklungen abzeichneten, vorbeugend gegen Japan Stellung genommen hat. Es ließ damals durch zwei Avisos die französische Flagge auf den Koralleninseln hissen, die allgemein als Niemandland galten, und bisher die Aufmerksamkeit der Mächte nicht auf sich gezogen hatten. Die Inseln liegen zwischen dem siebenten und achten Breitengrade, etwa 500 Kilometer von Annam und von den Philippinen entfernt. Als Erklärung für diesen Hoheitsakt sagte Frankreich, daß es dort einen Leuchtturm zu errichten gedenke, um die Dampfer vor dem Auflaufen auf die Koralleninseln zu schützen. Einen positiven strategischen Wert haben die Koralleninseln nicht für Frankreich, wohl aber einen negativen. Sie liegen mitten auf dem Wege zwischen Japan und Singapore und würden einen vortrefflichen Stützpunkt für japanische Unterseeboote, und als Niederlage für Proviant und Munition abgegeben haben. Auf der größten dieser Inselgruppe, auf Spratly, hatte Japan schon vor einiger Zeit eine Faktorei angelegt und hatte dort Vermessungsarbeiten vorgenommen. Es hatte aber versäumt, durch einen amtlichen Hoheitsakt und durch Hissung der japanischen Flagge, von den Koralleninseln offiziell Besitz zu ergreifen. Dazu gehört gemäß den bestehenden Verträgen, daß eine beamtete Persönlichkeit im Namen des Staates auf einem Niemandsland die nationale Fahne aufzieht, und daß alle Staaten eine amtliche Mitteilung über die Besitzergreifung erhalten. Die Tatsache, daß die japanische Flagge auf der Faktorei wehte, genügte nicht, um die japanischen Besitzansprüche zu rechtfertigen. Der französische Staatsakt löste sofort einen japanischen Protest aus, in dem die Priorität Japans auf den Besitz der Koralleninseln betont wurde, aber Frankreich konnte, sich auf die geltenden Regeln des Internationalen Rechtes stützens, den japanischen Protest zurückweisen, und im Besitz der Koralleninseln verbleiben. Eine gewisse Mißstimmung in Japan ist aber geblieben. Eine weitere Stellungnahme Frankreichs im chinesisch=japanischen Konflikt bleibt der Zukunft vorbehalten, sie wird sich voraussichtlich nach England richten, auch hofft man den toten Völkerbund zu einem neuen Leben galvanisieren zu können. Nachdem der Völkerbund bereits einmal ein Fiasko erlitten und sich in der mandschurischen Frage blamiert hat, ist es kaum anzunehmen, daß eine Genfer Aktion, selbst wenn sie unter französischem Volksfrontprotektorat steht, auch nur den geringsten Erfolg haben könnte, jedenfalls wird sie den französischen Interessen in China kaum * * dienlich sein. Da nun aber Frankreich durch seine ausgedehnten, an China grenzenden Kolonien, stark am chinesisch=japanischen Konflikt interessiert ist, und da es durch seine Linke und die Kommunisten in eine antijapanische Front gedrängt wird, so sieht sich seine Fernost=Politik zu folgenschweren Entscheldungen gedrängt. Schon eine Million Besucher! Anhaltender Zustrom zur Ausstellung „Entartete Kunst“. München, 31. August. Die Zahl der Besucher der Ausstellung„Entartete Kunst", wo noch einmal der dekadente und zersetzende Einfluß vergangener Zeit auf das deutsche Kunstleben eindringlich vor Augen geführt wird, hat Dienstag bereits eine Million erreicht. Seit der Eröffnung reißt der Strom der Menschen nicht ab, die einen umfassenden Einblick in die überwundene Verfallsepoche der deutschen Kunst gewinnen wollten, um die Abkehr und den Neuaufbau voll würdigen zu können. Das Urteil der durch eigene Anschauung zum Richter Gewordenen ist eindentig, so daß die in dieser Lehrschau gewonnenen Erkenntnisse der breitesten Oeffentlichkeit im Ringen des deutschen Volkes um eine große und edle Kunst wieder einen erheblichen Fortschritt bedeuten. Dr. Dietrichs 40. Geburtstag Glückwünsch und Geschenk des Führers. Berchtesgaden, 31. August. Zu seinem 40. Geburtstag erhielt Reichspressechef Dr. Dietrich auf dem Obersalzberg außerordentlich zahlreiche Glückwünsche. Der Führer übergab seinem „treuen alten Mitkämpfer“ sein Bild mit einer herzlichen Widmung. Die NS.=Presse überreichte durch Hauptamtsleiter Dr. Dreßler und Stabsleiter Sündermann eine künstlerische Ehrengabe mit einer Glückwunschadresse seiner Mitarbeiter, der Gaupresseamtsleiter und der Hauptschriftleiter der Parteizeitungen. Sonderparlamentstagung in Brüssel Die Regierung fordert Vertrauensvotum. Brüssel, 31. August. Die politische Lage, die sich durch die NationalbankAngelegenheit zugespitzt hatte, erfuhr am Dienstag eine Entspannung. Ein Ministerrat, der am Nachmittag stattfand, beschloß, dem König die Einberufung des Parlaments zu einer außerordentlichen Tagung für Anfang nächster Woche vorzuschlagen. Der Ministerpräsident wird dann eine Erklärung abgeben über den verleumderischen Feldzug, der gegen ihn geführt wird. Der Finanzminister wird dem Parlament bei dieser Gelegenheit Ergänzungen zu seinem Bericht über die Nationalbank geben und über die Regierungspolitik gegenüber dem Emissionsinstitut sprechen. Schließlich wird die Regierung vom Parlament ein Vertrauensvotum verlangen. Die Kammer wird am Dienstag und der Senat am Donnerstag zusammentreten. Tagung der Kleinen Entente Festhalten an der bisherigen Politik. Bukarest, 31. August. Nach Beendigung der Tagung der Kleinen Entente in Sinaja, die am 30. und 31. August stattfand, wurde ein amtlicher Bericht veröffentlicht. Die drei Außenminister der drei beteiligten Staaten stellten bei ihrem Gedankenaustausch die völlige Uebereinstimmung in allen behandelten Fragen fest. Sie beschkossen, an ihrer bisherigen Politik festzuhalten.„Trotz gewisser beunruhigender Tatsachen“, so heißt es, seien Anzeichen für eine Besserung der internationalen Lage vorhanden. Die Kleine Entente sei fest entschlossen, alles zu unterstützen, was den Frieden durch eine Besserung der internationalen Zusammenarbeit festigen könnte. Die Politik der Kleinen Entente werde weiterhin entsprechend den Grundsätzen des Völkerbundes fortgesetzt werden. Für eine Aenderung der Völkerbundssatzungen liege keine Notwendigkeit vor. Die nächste Tagung des Rates der Kleinen Entente soll im September in Genf gelegentlich der Völkerbundsversammlung stattfinden. Musikfeste im Herbst Der Herbst bringt nicht nur den größeren Städten den Beginn der Konzertsaison, es finden auch noch zahlreiche Musikfeste statt, die mehr als lokale Beachtung verdienen; so am 25 und 26. September das Donaueschinger Musikfest, bei dem alte und neue Orchestermusik, neue Kammermusik und Festmusik für Bläser aufgeführt werden, und das Deutsche Brahmsfest vom 6. bis 15. Oktober in Hamburg, das einen Liederabend, einen Kammermusikabend und drei philharmonische Konzerte unter Leitung von Wilhelm Furtwängler und Eugen Jochum vorsieht. Vom 7. bis 13. Oktober folgt in Berlin das Fest der deutschen Kirchenmusik, bei dem neben Berliner Chören der Leipziger Thomanerchor, der Dresdner Kreuzchor und die Bremer und Magdeburger Domchöre mitwirken werden. Das Fest soll einen Querschnitt durch das kirchenmusikalische Schaffen der jungen Generation geben und wird auch in besonderen Veranstaltungen Fragen der Orgelbewegung, des neuen Kirchenliedes und der Posaunenmusik behandeln. Vom 9. bis 11. Oktober feiert Breslau ein Händelfest mit Kammermusik, philharmonischem Orchesterkonzert und einer Aufführung des„Herakles“. Ein zeitgenössisches Musikfest findet vom 7. bis 9. November unter der Leitung von Generalmusikdirektor Heinz Dressel in Lübeck statt. Dabei sollen Werke von Hans Brehme, Th. Berger, Werner Egk, Renzo Bossi, Max Donisch und anderen zur Aufführung gelangen. Am 4. und 5. Dezember feiert Münster i. W. sein traditionelles Cäcilienfest, bei dem Beethovens„Missa solemnis“, Bachs „Brandenburgisches Konzert Nr. 2, Fedur“, ferner Gesänge mit Orchesterbegleitung und Liszts„Faust=Sinfonie“ erklingen werden. 9 Meisterleistungen auf der Internationalen Filmkunstschau Von der Internationalen Filmkunstschau in Venedig verdient der englische Film„Edge of the World“(„Die Ecke der Welt“) Erwähnung, der unter der Spielleitung von Michael Powel von der Joe Rock Production hergestellt worden ist. Es ist ein ernstes Gemälde in düstergrauen Tönen, aber voll reichstem Stimmungsgehalt, von einer der äußersten Inseln im hohen Norden Schottlands, einer heute verlassenen Oede. Wie die Menschen gegen die Elemente .. 1 Das Programm des Reichsparteitages (Fortsetzung von Seite 1) Spielmanns= und Musikzug Kurhessen, Gau Kurhessen, Gau Saar=Pfalz. Spielmanns= und Musikzug Pommern, Gau Pommern, Gau Weser=Ems. Spielmanns= und Musikzug Franken, Gau Franken, Gau Magdeburg=Anhalt. Spielmanns= und Musikzug Vogelsang, Ordensburg Vogelsang. Freitag, den 10. September 7.30 Uhr: Arbeitstagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP. im Kulturvereinshaus. 8.45 Uhr: Polizei=Auf= und Vorbeimarsch vor dem Führer am Deutschen Hof. 3.00 Uhr: Tagung der Gauschatzmeister und Kreiskassenleiter der Partei(Rechenschaftsbericht 1936) im Opernhaus. 9.00 Uhr: Tagung des Hauptamtes für Beamte im Herkulessaal. ab 10.00 Uhr: Fortsetzung der Vorkämpfe zu den RS.= Kampfspielen im Stadion, auf dem Sportplatz Zabo, auf dem Exerzierplatz Tennenlohe bei Erlangen, auf dem Schießstand in Feucht und auf dem Schießstand in Erlenstegen. 10.30 Uhr: Fortsetzung des Parteikongresses. 13.00 Uhr: Tagung der Presseamtsleiter und Pressereferenten im großen Rathaussaal. 14.30 Uhr: Tagung des Hauptamtes für Volksgesundheit im Herkulessaal. 14.30 Uhr: Tagung der RS.=Kriegsopferversorgung im Kulturvereinshaus. 14.30 Uhr: Tagung der Parteigerichtsvorsitzenden im Opernhaus. 16.00 Uhr: Kundgebung der NS.=Frauenschaft in der Kongreßhalle. 20.00 Uhr: Appell der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiese. Sonnabend, den 11. September 9.30 Uhr: Appell der Hitler=Jugend in der Hauptkampfbahn des Stadions. 11.30 Uhr: 5. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront in der Kongreßhalle. 15.00 Uhr: Hauptkämpfe der NS.=Kampfspiele in der Hauptkampfbahn des Stadions in Anwesenheit des Führers. 16.00 Uhr: Haupttag des„Kraft=durch=Freude". Volksfestes am Valznerweiher in der„Kraftdurch=Freude"=Stadt. 18.00 Uhr:. Fortsetzung des Parteikongresses. 20.00 Uhr: Feuerwerk am Dutzendteich. Sonntag, den 12. September 8.00 Uhr: Appell der SA., SS., des RSKK. und RSFK. in der Luitpoldarena. Anschließend Marsch durch die Straßen: Wodanstraße, Allersberger Straße, Bahnhofsplatz, Frauentorgraben, Plärrer, Ludwigstraße, Kaiserstraße, Fleischbrücke. 11.30 Uhr: Vorbeimarsch am Adolf=Hitter=Platz. Nach dem Vorbeimarsch marschieren: SA. Sebalduskirche links ab: Weinmarkt, Karlstraße, Weintraubengasse, Maxbrücke, Waizenstraße, Fürther Tor, Plärrer, Sandstraße, Tafelfeldstraße, Humboldstraße, Horst=Wessel=Straße, Sperberstraße, Frankenstraße, Bayernstraße, Große Straße, Lager Langwasser. Sebalduskirche rechts ab: Theresienstraße, Innere Laufergasse, Beckschlagergasse, Innere Cramer=Klett=Straße, Laufertorgraben, Prinzregentenufer, Wöhrderta! Uebergang, Bürrenhofstraße, Hainstraße, Wodanplatz, Ludwig, Ruffstraße, Bayernstraße, Große Straße, Lager Langwasser. RSRR.: Theresienstraße, Innere Laufergasse, Aeußere Laufergasse, Feldmarschall=Hindenburg=Platz, Sulzbacher Straße, Aeußere Unterführung Ostbahnhof, Flußstraße, Schmausenbuckstraße, Lager Schäferwiese. SS. Sebalduskirche links ab: — Weinmarkt, Karlstraße, Weintraubengasse, Maxbrücke, Waizenstraße, Fürther Tor, Plärrer, Sandstraße, Tafelfeldstraße, Humboldtstraße, Horst=Wessel=Straße, Sperberstraße, Frankenstraße, Lager Hasenbuck. Es wird marschiert in der Reihenfolge: Oberste SA.=Führung, Hilfswerk Nordwest, SA.= Gruppe Franken, SA.=Gruppe Hansa, SA.=Gruppe Bayrische Ostmark,SA.=Gruppe Ostmark, SA.= Gruppe Ostland, SA.=Gruppe Nordsee, SA.=Gruppe Niedersachsen, SA.=Gruppe Pommern, SA.=Gruppe Berlin=Brandenburg, SA.=Gruppe Nordmark, SA.=Gruppe Südwest, SA.=Gruppe Mitte, SA.= Gruppe Sachsen, SA.=Gruppe Niederrhein, SA.= Gruppe Schlesien, SA.=Gruppe Thüringen, SA.= Gruppe Westmark, SA.=Gruppe Kurpfalz, SA.= Gruppe Westfalen, SA.=Gruppe Hochland, SA.= Gruppe Hessen, Standarte Feldherrnhalle, NS.= KK., SS. Montag, den 13. September 8.00 Uhr: Erste Vorführung der Wehrmacht. 8.30 Uhr: Tagung der Gauamtsleiter des Hauptamtes für Technik im. Sitzungssaal des Rathauses. 9.00 Uhr: Tagung der NSV. in der Kongreßhalle. 9.00 Uhr: Tagung des Amtes für Agrarpolitik im Katharinenbau. 9.00 Uhr: Tagung der Kommission für Wirtschaftspolitik im Kulturvereinshaus. 10.30 Uhr: Tagung des Hauptamtes für Technik im großen Rathaussaal. 11.00 Uhr: Tagung der Gau= und Kreispropaganoaleiter im Herrulessaa.. 3130 Uhlg PrriWir Aom Tagung der Gau= und Kreisleiter im Opernhaus. 14.00 Uhr: Vorführungen der Wehrmacht. Paradeaufstellung der Truppenteile. Meldung an den Führer. Gefechtsvorführungen der Wehrmacht. Es werden u. a. gezeigt: Abwehr von Luftangriffen durch Flakartillerie. Vorbeiflug aller teilnehmenden fliegenden Verbände der Luftwaffe. Vorführungen eines Kavallerie=Regiments=Einfahren und Gefecht eines Panzer=Regiments, Nachrichtendienst auf dem Gefechtsfeld. Kampf von Kradschützen und Panzerspähwagen. Auffahren und Darstellung der Feuerarten bespannter und motorisierter Artillerie. Vorführungen einer PanzerAbwehr=Abteilung. Gefecht der Infanterie unter Einsatz von schweren Waffen, Panzer=Abwehr, Pionieren und Panzerkampfwagen. Vorbeimarsch vor dem Führer. 19.00 Uhr: Fortsetzung und Schluß des Parteikongresseo. 24.00 Uhr: Großer Zapfenstreich der Wehrmacht, ausgeführt von sämtlichen am Reichsparteitag teilnehmenden Musikkorps vor dem dem Führer am Deutschen Hof. Programm: Anmarsch: Badenweiler Marsch. 1. Marsch: Bayerischer Defiliermarsch. 2. Marsch: Fridericus=Marsch. Großer Zapfenstreich. Deutschland= und Horst=Wessel=Lied. Abmarsch: Zapfenstreich=Marsch. Anschließend Abtransport aller Formationen. Der Atlantikflug der„Nordwin?“ Großes Interesse in Neuyork. Neuyork, 31. August. Die Neuyork vorgelagerte Insel City Island, wo das deutsche Katapultschiff„Schwabenland“ ankert, war am Montag der Anziehungspunkt für viele Schaulustige, die von Segel= und Motorbooten aus den Abflug des deutschen Seeflugzeuges„Nordmeer“ und die fast gleichzeitig erfolgende Ankunft der„Nordwind“ mit großem Interesse verfolgten. Wie Flugkapitän von Engel in seiner Unterredung mit dem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros erklärte, ist auch der Flug der„Nordwind“ durchaus normal verlaufen. Abgesehen von einem Gewitterregen während des ersten Flugdrittels habe gutes Wetter geherrscht. Unprogrammäßig sei vielleicht lediglich die schnelle Flugzeit von etwa 15¾ Stunden. Der Abschuß der„Nordmeer“ von dem Katapultschiff„Schwabenland“, sowie das Anbordheben der „Nordwind“, welch letztere vorher noch einen kurzen Abstecher nach Port Washington zur Erledigung von Zollformalitäten gemacht hatte, erfolgten völlig reibungslos. Außer Generalkonsul Borcherts war auch Comman= der Rosendahl, der Leiter des Flughafens Lakehurst, erschienen. Er drückte seine Bewunderung über die neue große deutsche Leistung auf dem Gebiete des transatlantischen Flugverkehrs aus und bekräftigte erneut seine Ueberzeugung über das Zusammenwirken zwischen Luftschiffen und Flugzeugen. Beide Flugmittel ergänzten einander. Rosendahl stellte fest, daß sein Glaube an die Verwendbarkeit des Luftschiffes unerschütterlich sei. Zugunglück im Nebel Schnellzug Brüssel—Köln entgleist. Brüssel, 31. August. Der Schnellzug Ostende—Brüssel—Köln verunglückte im Bahnhof von Saventhem vor Löwen infolge dichten Nebels. Der Lokomotivführer bemerkte plötzlich vor sich eine Rangierlokomotive und zog sofort die Bremsen an. Er konnte dadurch den Zusammenstoß ganz erheblich mildern. 15 Reisende trugen leichte Verletzungen durch Glassplitter usw. davon. Schwerer verwundet wurde nur ein Bahnarbeiter, der inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Kommunistenzentrale in Warschau ausgehoben Warschau, 31. August. Die Kommunisten in Polen hatten die Absicht, am 1. September einen Internationalen Jugendtag mit Straßendemonstrationen durchzuführen. Auch diesmal kam die politische Polizei den Kommunisten zuvor. Es gelang ihr, den gesamten aus 27 Personen bestehenden Organisationsstab der illegalen polnischen kommunistischen Partei sowie Mitglieder des Warschauer Ausschusses des kommunistischen Jugendverbandes und ein Mitglied des Zentralkomitees, das die morgige Kundgebung leiten sollte, zu verhaften. kämpfen und schließlich ihrer Macht weichen müssen, zeigt die Filmhandlung. Die Menschen haben harte Gesichtszüge, klare, wie vom Irdischen abgewandte Augen, sie sind so erfaßt, wie sie leben, ungeschminkt, ganz aus ihrem rauhen Dasein herausgegriffen. Der Beifall bewies, daß zum Erfolge keineswegs immer aufs Aeußerliche gerichtete Anstrengungen erforderlich sind. Der Tobis=Film„Versprich mir nichts“ wirkte durch seine flotte Handlung und vor allem durch die hinreißende Darstellung der Hauptpersonen (Luise Ullrich, Viktor de Kowa). Und wenn Heinrich George im spannendsten Augenblick sehr gewichtige Worte von Kunst und Künstlern ausspricht, so gibt er dem Film ganz unauffällig einen besonderen Ton, der ihn über den Durchschnitt hinaushebt. Dies hat man insbesondere in Venedig gefühlt. Der französische Sache=Guitry=Film„Les Perles de la Couronne“(„Die Perlen der Krone“) nimmt durch seinen originellen Aufbau und seine gläuzende regietechnische Aufmachung gefangen. In flüssigster Erzählung, erfüllt von geistsprühenden Gedanken, reiht sich eine wahre Kette von bezaubernden Bildern aneinander. In den schrankenlosen Flug durch Zeit und Raum wurde die Kamera mit meisterhaftem Können eingespannt. Starken Eindruck machte der englische Dokumentarfilm von der Krönung des Königs Georg VI. Der japanische Kulturfilm Kyoiku Nippon, der ein anschauliches Bild von dem hohen Stand des japanischen Schulwesens vermittelte, war inhaltlich interessant. Deutsche Buchausstellung in Kopenhagen Deutsch=dänische Gemeinschaftsarbeit Nach monatelangen Vorbereitungen wird am 2. September in der dänischen Hauptstadt die Ausstellung„Das deutsche Buch“ eröffnet. Im Zusammenhang mit der Ausstellung wird in einer Reihe höherer Schulen ein Preisausschreiben durchgeführt, für das Stiftungen von der nordischen Gesellschaft vorliegen. Eine Sonderausstellung„Dänemark im deutschen Buch“ soll zeigen, in welchem Maße dänische Literatur ins Deutsche übersetzt wurde. Der deutsche Gelehrte Dr. Ipscher hält Vorträge über die ältesten gefundenen Bücher. Besonderes Interesse dürfte eine arbeitende Buchbinderei in Anspruch nehmen. In Verbindung mit der Buchausstellung sind verschiedene gesellschaftliche Veranstältungen geplant, bei denen u. a. eine Schriftstellerin, ein Buchbindermeister und ein Buchhändler über die Entstehung des Buches sprechen werden. Dr. Goebbels zum Tode Adele Sandrocks Reichsminister Dr. Goebbels richtete an die Schwester der verstorbenen Schauspielerin Adele Sandrock folgendes Beileidstelegramm: Fräulein Wilhelmine Sandrock, Berlin=Charlottenburg. Zum Tode Ihrer Schwester spreche ich Ihnen meine herzlichste und wärmste Teilnahme aus. Mit Ihnen trauern Millionen Deutsche um den Verlust dieser großen Darstellerin, deren reife Kunst viele Jahrzehnte hindurch die Menschen beglückte und erfreute. Mit Hitler=Heil Reichsminister Dr. Goebbels.“ Der Tod der auch in Oesterreich überaus beliebten Schauspielerin hat in Wien allgemeine Anteilnahme erweckt. Die Blätter bringen ausführliche Nachrufe, in denen sie an das Wirken der Künstlerin am Wiener Burgtheater erinnern. Heinrich Schlusnus sang in seiner Heimatstadt. Wie in jedem Jahre, so begeisterte auch diesmal wieder Heinrich Schlusnus in einem Wohltätigkeitskonzert mit Liedern von Beethoven, Schubert und Wolff seine Heimatstadt Braubach. Kommende Uraufführungen. Die Städtischen Bühnen Düsseldorf haben das Volksstück„Der Landarzt“ von Meyer=Düwerth zur Uraufführung erworben, die Städtische Bühne Essen das Lustspiel„Die Erben des gnädigen Herrn“ von Bredehöft und das Stadttheater Stralsund das Schauspiel„Prinz Wilhelm“ von Gustav Frenssen. Eröffnung der Rosenheimer Gemäldegalerie. In Rosenheim wurde unter großer Anteilnahme die Gemäldegalerie feierlich eröffnet, die unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Göring errichtet wurde. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. Reichsleiter Bouhler und vor allem viele Künstler, unter ihnen auch den Schöpfer der Baupläne, Geheimrat Professor Dr. Bestelmeyer München. Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner unterstrich, daß das Vermögen eines Volkes nicht allein aus Grund und Boden, Häusern und Fabriken bestehe, sondern daß der beste Bestand des Vermögens eines Volkes seine Kultur und seine Kunst sei. Sudetendeutsches Bauernmuseum. Nach vollzogener Neuordnung des sudetendeutschen Museumswesens ist nunmehr der Plan gefaßt worden, ein sudetendeutsches Bauernmuseum zu errichten. Wahrscheinlich wird es seinen Sitz in Böhmisch=Leipach erhalten. Zum fünftenmal Musiktage in Kassel. Die Musiktage in Kassel(8. bis 10. Oktober) werden vom Arbeitskreis für Hausmusik in diesem Jahre zum fünften Male seit ihrem Bestehen veranstaltet. Vor den Musiktagen finden gemeinsam mit der Reichsmusikkammer veranstaltete Arbeitstage für Musikerzieher und Musikfreunde(4. bis 7. Oktober) statt. Aufrufe mit näheren Angaben durch die Kasseler Geschäftsstelle, KasselWilhelmshöhe, Heinrich=Schütz=Allee 81. Ein neues Werk von Hans Schwarz. Hans Schwarz, der Dichter des„Rebell in England“ und des bisher an 35 Bühnen mit stärkstem Erfolg gespielten„Prinz von Preußen", wird mit seiner neuen Komödie„Die Flucht ins Geständnis“ am 11. September im Alten Theater Leipzig uraufgeführt.— Die nächsten Erstaufführungen des„Prinzen von Preußen“ finden im Staatstheater Danzig und im Stadttheater Göttingen statt. Erneuerungsarbeiten am Naumburger Dom. In einer unter Vorsitz des Generalfeldmarschalls v. Makkensen abgehaltenen Sitzung des Naumburger Domkapitels wurde über die am Naumburger Dom notwendigen Erneuerungsarbeiten verhandelt. Es wurde vorgeschlagen, das Gestühl durch niedrigere Bänke zu ersetzen und zur besseren Beleuchtung eine oder zwei Kronen anzuschaffen. Die Kanzel im Mittelschiff soll durch die bisher nichtbenutzte Kanzel ersetzt werden, auf der Luther 1542 sprach, als er in Raumbura den ersten Domprediger einführtUeber 20 Bühnen kündigen Möller an. E. W. Möllers Schauspiel„Der Sturz des Ministers“, das am Ende der vorigen Spielzeit in Leipzig und Frankfurt am Main uraufgeführt und anschließend in Königsberg gegeben wurde, ist bis heute von mehr als 20 Bühnen angekündigt worden; u. a. in Berlin(Staatstheater), Bochum, Bremen(Schauspielhaus), Dortmund, Düsseldorf, Freiburg Br., Kiel, Köln, Regensburg, Schwerin, Wiesbaden. Das Staatliche Schauspielhaus Hamburg bringt als erste Bühne dieser Spielzeit den„Sturz des Ministers“ bereits am 4. September. Botschafter von Stohrer Eberhard von Stohrer, der als Nachfolger von General Faupel die Vertretung des Deutschen Reiches bei der nationalspanischen Regierung in Salamanca übernimmt, steht seit dem Jahre 1910 im diplomatischen Dienst des Reiches. Nachdem er von 1909 bis 1913 in Sofia, London, Brüssel und im Auswärtigen Amt tätig gewesen war, wurde er 1913 als Sekretär an die Botschaft in Madrid berusen. Hier verbrachte er die Kriegszeit. Die in diesen Jahren gesammelten Erfahrungen werden Botschafter von Stohrer in seinem neuen Amt von Nutzen sein können. Nach dem Kriege leitete er zeitweise die Presseabteilung der Reichsregierung und später die Personalabteilung des Auswärtigen Amtes. 1926 wurde er zum Gesandten in Kairo ernannt. Dort hatte er ein Jahrzehnt die Interessen des Deutschen Reiches vertreten. Seine langjährige Tätigkeit in Kairo, hat ihn mit den Fragen der Mittelmeerpolitik eng vertraut gemacht. Im September 1935 wurde von Stohrer zum deutschen Gesandten in Rumänien ernannt. Infolge des italienischabessinischen Krieges, der naturgemäß auch starke Rückwirkungen auf Aegypten hatte, wurde er wegen seiner gründlichen Kenntnis der ägyptischen Verhältnisse bis auf weiteres in Kairo belassen. In guter Erinnerung ist noch das Mißgeschick, das ihm im April 1936 widerfuhr, wo er auf einer Fahrt durch die Wüste infolge des Bruches der Autosteuerung 5 Tage verschollen war und nur durch den Einsatz einer britischen Flugzeugstaffel gerettet werden konnte. Von Stohrer war bereits im Juli vorigen Jahres zum Botschafter in Madrid ernannt worden. Die beginnenden Unruhen in Spanien verhinderten jedoch damals seinen Amtsantritt. Der neu ernannte Botschafter des Deutschen Reiches im nationalen Spanien steht im 55. Lebensjahr. Nach welchem Recht lebt die Partei? Die Partei hat bekanntlich eine eigene Gerichtsbarkeit, eigene Richter, ein eigenes Rechtsleben. Es ist aber ein Irrtum, zu meinen, daß schon allein die Tatsache des Bestehens einer eigenen Parteigerichtsbarkeit anzeige, daß das Volk nach einem doppelten Gesetz lebe: die Parteigenossen nach dem ihren, das übrige Volk nach dem seinen. Der oberste Richter der NSDAP., Reichsleiter Walter Buch, beantwortet die Frage, nach welchem Recht die Partei lebe, einmal grundsätzlich in der Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht. Der Führer hat uns— so heißt es in dem Aufsatz— über 1½ Jahrzehnte gelehrt, bei der Beantwortung aller Fragen den Blick in die lebendige Gotteswelt, in die Natur zu wenden. Von da bekam ich auf die Frage:„Was heißt Leben?“ die Antwort: Keimen, Blühen, Früchtetragen, Welken in ewigem Kreislauf! Daß dieser ewige Kreislauf auch für das deutsche Volk gewährleistet werde, dem hat das deutsche Recht zu dienen und in ganz besonderem Maße gilt dieser Satz für das Recht, das in der Bewegung lebendig sein soll. Die ausführliche Antwort, die Reichsleiter Buch nun auf die Frage gibt, wie die Bewegung diesem Recht dient, läßt sich in drei Thesen zusammenfassen: 1. Indem die Bewegung alle die Einheit des Volkes gefährdenden Kräfte dem Volkskörper fernhält, insbesondere die Juden und den politischen Konfessionalismus; 2. indem sie die Auslese und Erziehung der Führerschicht übernimmt, ohne die kein Volk leben kann, 3. indem sie das Gesetz nachlebt, das der Führer vorlebt und damit das Erbe des Führers sichert bis in alle Zukunft. Das Gesetz, das uns der Führer vorlebt, heißt in zwei Worten Liebe und Treue. Deutsches Recht ist daher, was dem deutschen Volke dient. Parteiabzeichen auf der Dienstkleidung der Reichsbahn Berlin, 31. August. Der Reichsverkehrsminister hat durch seinen Erlaß vom 20. August 1937 eine neue Dienstkleidungsordnung für die Reichsbahn genehmigt. Sie gilt für die Deutsche Reichsbahn und ihre Schiffahrtsbetriebe und für die Reichsautobahnen. Das Fachabzeichen— Flügelrad— wird nur noch aus geprägtem Metall geliefert. Die Mützen werden einheitlich mit goldfarbenen Knöpfen versehen. In die Dienstkleidungsordnung sind nun auch Bestimmungen über das Tragen von Orden und Ehrenzeichen aufgenommen worden. Das Parteiabzeichen der NSDAP. ist auf der Mittelfalte der linken Brusttasche zu tragen. Amgestaltung Berlins Neuer Platz an der Technischen Hochschule Berlin, 31. August. Nach einer Mitteilung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt ist mit der Neugestaltung des Ost=WestStraßenzuges vom Brandenburger Tor bis zum AdolfHitler=Platz begonnen worden. Vom Jahre 1939 ab stehen dem Verkehr zwei getrennte Fahrbahnen in verdoppelter Breite zur Verfügung. Im Rahmen dieser Arbeiten wird zur Zeit die Technische Hochschule, eines der repräsentativen Gebäude Berlins, das bisher von Bäumen verdeckt wurde, durch Beseitigung der Baumreihen vor dem Mittelbau freigelegt und damit zu der vom Erbauer beabsichtigten Wirkung gebracht. Durch den Bau des Berliner Aerztehauses an der gegenüberliegenden Seite und durch eine würdige Ausgestaltung des Platzes vor den beiden Gebäuden wird hier eine eindrucksvolle Anlage entstehen. An diesem neuen Platz sollen, wie bereits im vergangenen Jahr, auch weiterhin die Paraden der Wehrmacht vor dem Führer stattfinden. Karl Schwabe verunglückt Ueber der Ostsee abgestürzt und ertrunken. Berlin, 31. August. Der bekannte Sportflieger Karl Schwabe ist am Montag während einer Uebung als Offizier des Beurlaubtenstandes bei der Luftwasse mit dem Flugzeug nordwestlich Stralsund in die Ostsee gestürzt und ums Leben gekommen. Die Bergungsarbeiten sind noch im Gange. * Der Tod Karl Schwabes bedeutet für die deutsche Fliegerei einen herben Verlust, denn Karl Schwabe, der erst 1932 das Fliegen erlernte, war durch seine drei großen Afrikaflüge und seine erfolgreiche Teilnahme am Oasenflug weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Höchste Anerkennung fand 1933 sein kameradschaftliches Verhalten beim Oasenflug, wo er dem mitten in der Wüste notgelandeten Engländer Robson zu Hilfe eilte und trotz des bei der Zwischenlandung erlittene Zeitverlustes die Etappe noch als dritter beendete. Für seinen ebenfalls 1933 durchgeführten Afrikaflug nach Kapstadt wurde Schwabe mit dem für die beste fliegerische Leistung des Jahres ausgesetzten Hindenburg=Pokal ausgezeichnet. Die Japaner in Fort Wusung Auftakt zu größeren Operationen- Starke Bunahms der Gesechtstätigkeit vor Schanghai Schanghal, 31. August. Die Japaner glugen am Dienslag im Raum von Wusung zum Angriff vor und nahmen das Fort Wusung nach Artillerievordereitung. Sie setzten dann ihren Vormarsch fort. Der Angriff auf Wusung wird in Schanghai als die Einleitung zu größeren Operationen angesehen, zu denen die Japaner weitere Truppen gelandet haben. Auch die Chinesen haben vor Schanghai Verstärkungen zusammengezogen. An allen Fronten bei Schanghai hat die Gefechtstätigkeit zugenommen. Japanische Flugzeuge warfen mehrmals auf das Gebiet beim Nordbahnhof und westlich davon Bomben ab. An der Jangtsepu=Front wurden mehrere Brände beobachtet. Japanische Truppen überquerten am Dienstag den Wangpoo und besetzten verschiedene strategisch wichtige Punkte. Die Aktion wurde von japanischen Artillerieabteilungen und von den japanischen Kriegsschiffen gedeckt. China macht mobil London, 31. August. Wie Neuter aus Schanghai meldet, hat die chinesische Regierung die Mobilmachung aller Waffenfähigen angeordnet. Beschleunigter Abtransvort der Amerikaner Warnung an alle amerikanischen Frachtdampfer. Washington, 31. August. Eine amtliche Mitteilung besagt, daß alle amerikanischen Frchtdampfer vor dem Anlaufen Schanghais gewarnt worden sind. Die rund 300 amerikanischen Flüchtlinge, die von dem Dampfer„President Hoover“ aufgenommen werden sollten, werden nunmehr von einem amerikanischen Kriegsschiff abtransportiert. Die beschleunigte Räumung der Stadt von den noch in Schanghai weilenden 2000 amerikanischen Zivilpersonen ist geplant. Das Oberkommando der Flotte glaubt, daß sich in den ostasiatischen Gewässern zur Zeit genügend Schifse aufhalten, um den Abtransport bewerkstelligen zu können. Die ersten Lieferungen Sowsetrußzlands an China Paris, 31. August. Der„Jour“ glaubt zu wissen, daß die ersten Lieferungen Sowjetrußlands an China, die das Blatt aus den Klauseln des zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Paktes ableitet, bis Ende November in Kriegsmaterial bestehen würden, die sich nach Informationen des„Jour“ in folgenden beachtlichen Ziffern ausdrücken: 362 Flugzeuge, davon 150 Jagdflugzeuge und 100 Aufklärungsmaschinen, 200 Tanks, davon 25 besonders schwere, 5000 Pferde, 2000 Kraftwagen, 2500 Motorräder, 1500 Traktoren für die schwere Artillerie, 150000 Gewehre, 120 000 Granaten und 60 Millionen Schuß Insanteriemunition. An Menschenmaterial, so will das französische Blatt wissen, werde Sowjetrußland„Freiwillige“ stellen sowie technische Sachverständige auf allen Gebieten. Es werde sich um von der Nanking=Regierung bezahlte Söldner handeln, für deren Angehörige in Sowjetrußland gesorgt werde. China habe auf der anderen Seite Moskau, 31. August. Der Kampf der Sowjets gegen die sogenannten„Schädlinge der Landwirtschaft“ wird weitergeführt. Wie die„Prawda“ in Ordschonikidse aus Woroschilowst berichtet, wurden dort wegen„feindlicher Einstellung zum Regime und zum System der kollektiven Landwirtschaft" acht Personen zum Tode durch Erschießen verurteilt. Außer diesen Anklagen wurde den Verurteilten auch zum Vorwurf gemacht, den Sturz des Regimes mit bewaffneter Hand angestrebt zu haben. Das gleiche Blatt meldet aus Nowopawdowskaja, daß dort vier Mitglieder der Maschinentraktorstation als Sowjetgegner ebenfalls zum Tode durch Erschießen verurteilt wurden. Ferner habe in Blagodarnoje ein Schädlingsprozeß gegen vier Personen stattgefunden, unter denen sich auch der Vorsitzende der Kollektivorganisation„Diktatur des Proletariats“ befand. In diesem Prozeß wurde ein Todesurteil gefällt und im übrigen auf Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren„erkannt“. Aus dem Wolgagebiet berichtet die Saratower Zeitung „Der Kommunist" von einem Schädlingsprozeß gegen leitende Funktionäre des Petrowsker Bezirks. Dort saßen u. a. auf der Anklagebank der Bezirksparteisekretär und der Vorsitzende des Bezirksvollzugsausschusses. Sie waren beschuldigt worden, die Politik der Kommunistischen Partei in den Augen der Kollektivbauern absichtlich herabgesetzt zu haben. Fünf Angeklagte wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt, während zwei je zehn Jahre Gefängnis erhielten. Verhaftungen sowjetrussischer Staatsanwälte 9000 Prozesse durch Schmiergelder unterdrückt Moskau, 31. August. In Moskau und in anderen Städten wurden in der letzten Zeit zahlreiche Verhaftungen unter den Beamten der Justizverwaltung, hauptsächlich Mitgliedern der Staatsanwaltschaft, durchgeführt. Die Untersuchungen haben ergeben, daß selbst Staatsbehörden und staatliche Industrielle diesen Staatsanwälten Bestechungsgelder gezahlt haben, um unbehelligt gelassen zu werden. So wurden allein im Gebiet Swerdlowsk über 9000 Prozesse festgestellt, die von den bestochenen Staatsanwälten unberechtigterweise niedergeschlagen worden sind.— Der Vorsitzende des Stadtsowjets von Kasan, der Hauptstadt der Tatarenrepublik, Arsenjew, ist ebenfalls verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, die Tätigkeit von Schädlingen und Sowjetfeinden und deren Treiben unterstützt und gedeckt zu haben. Das Land des schweigenden Todes Kaiserslautern, 31. August. Zum Abschluß der Reichstagung des Gustav=AdolfVereins fanden in den Kirchen der Stadt Kaiserslautern Festgottesdienste statt, bei denen der Bischof der deutschen evangelischen Kirche Rußlands, D. Malmgren, der vor einigen Monaten in die deutsche Heimat zurückgekehrt ist, predigte. Die Schilderungen, die der ehrwürdige Märtyrerbischof von den Leiden die Pflicht, an die russische Staatsbank 50 v. H. des Wertes der Lieferungen in Gold einzuzahlen sowie Sowjetrußland in Nordchina eine Reihe von Konzessionen einzuräumen, u. a. den Bau einer chtnesischen Anschlußbahn an die transsibirische Bahn zu gestatten. Auf diese Weise sollen die russischen Waren in dieser Gegend Chinas die japanischen vom Markt verdrängen. „Nur dem Kaiser verantwortlich“ London, 31. August. Der englisch=japanische Zwischenfall wird heure nur von wenigen Blättern erwähnt. Der diplomatische Korrespondent der„Morningpost“ schreibt, daß die britische Regierung mit einem langen und unnachgiebigen Kriege m China rechne. Wenn die Kämpfe noch lange ohne eine Kriegserklärung fortgesetzt würden, so werde die britische Regierung wahrscheinlich gezwungen sein, Schritte zu unternehmen, um wahrscheinliche Mißverständnisse in der Auslegung des Völkerrechts zu vermeiden. „Daily Mail“ meldet aus Tokio, der einzige Punkt, der nach japanischer Ansicht wahrscheinlich Schwierigkeiten bereiten werde, sei die Festlegung einer angemessenen Bestrafung für die Flieger, die für den Angriff auf den britischen Botschafter verantwortlich sind. Man sei der Ansicht, daß em scharses Vorgehen gegen einen Offizier der Luftstreitkraft auf Wunsch einer anderen Macht die japanische Oeffentlichkeit beleidigen würde, die der Auffassung sei, daß Armee und Flotte nur dem Kaiser verantwortlich seien. In einem Leitaufsatz sagt das Blatt, die Erklärungen gewisser englischer Blätter, daß Japan nicht die erforderlichen Hilfsquellen für einen großangelegten Krieg gegen China besitze, seien bedauerlich und enthielten nicht den Geist der Herzlichkeit, der zwischen England und Japan bestehen sollte. Luftangriff auf Kanton Tokio, 31. August. Nach einer Meldung der Agentur Domei haben japanische Bomber einen Luftangriff auf den Flugplatz und die militärischen Anlagen der großen südchinesischen Hafenstadt Kanton durchgeführt. Die in der Stadt lebenden japanischen Staatsangehören einschließlich der Beamten des Generalkonsulats waren vor dem Angriff auf Veranlassung der japanischen Regierung abtransportiert worden. Politische Kreise messen der Bombardierung Kantons erhebliche Bedeutung bei, da auf diese Weise eine Ausdehnung des japanisch=chinesischen Konfliktes auf das brittsche Einflußgebiet in Südchina zu befürchten sei. Ehina bedauert in Washington Ein Toter auf„Presiden! Hoover“. Washinglon, 31. August. Der chinesische Botschafter hat am Dienstag dem Außenminister Hull das tiefe Bedauern Chinas über den Bomdenangriff auf den Dampfer„President Hoover“ zum Ausdruck gebracht. Der Botschafter erklärte Pressevertretern, er habe Hull mitgeteilt, daß die chinesische Regierung die volle Verantwortung übernehme und zu sofortigem Schadenersatz bereit sei. Wie in Washington mitgekeilt wurde, ist eins der sieben schwerverletzten Besatzungsmitglieder des„President Hoover“ inzwischen gestorben. der deutschen Glaubensbrüder in Sowjetrußland gab, machten auf die große Gemeinde einen tiefen Eindruck. Von den 200 deutschen Pastoren, die nach der bolschewistischen Revolution in der Arbeit standen, sind nur noch 2 übrig geblieben. Von 57 jungen Geistlichen, die Bischof Malmgren in den Dienst der Gemeinden stellte, sind ebenfalls nur noch zwei am Leben. Sowjetrußland, so schloß Bischof Malmgren seine Predigt, ist ein Land ohne Gott geworden, ein Land des schweigenden Todes. Wie Generalsekretär D. Geißler bei der Erstattung des Jahresberichtes mitteilte, wurden vom GustavAdolf=Verein im vergangenen Jahre etwa 1,3 Millionen Mark für die evangelische Diaspora ausgebracht. Von den 1280 Gemeinden, denen der Gustav=AdolfVerein seine Hilfe gewährte, liegen je 130 in Oesterreich und im sudetendeutschen Gebiet, 97 in Siebenbürgen, 88 in Polen, 44 im Baltikum, 39 in Jugoslawien, 26 in Südamerika und 21 in Ungarn. Paris, 31. August. Der am Dienstag um 10 Uhr vormittags zusammengetretene französische Ministerrat hat bis um 13.25 Uhr getagt. Nach einem Ueberblick, den Außenminister Delbos über die außenpolitische Lage gab, unterrichtete der Minister für öffentliche Arbeiten, Tueuille, seine Kollegen über die Ergebnisse der Verhandlungen, die zur Bildung der nationalen Eisenbahngesellschaft geführt haben. Die neue Gesellschaft faßt alle Eisenbahnnetze zusammen. Der Minister legte dem Präsidenten der Republik eine Verordnung zur Unterzeichnung vor, die das von der Regierung mit den Eisenbahngesellschaften abgeschlossene Abkommen billigt. Ferner brachte er eine Verordnung zur Annahme, die zu Präsidenten bzw. Vizepräsidenten des Verwaltungsrates der nationalen Eisenbahngesellschaft den Ersten Präsidenten des Rechnungshofes, Ginand, und den Präsidenten des Verwaltungsrates der Staatsbahnen, Grimpert, ernennt. Schließlich nahm der Ministerrat auf Vorschlag des Ministers für öffentliche Arbeiten eine Verordnung über das Transportwesen an. Finanzminister Bonnet brachte eine Verordnung zur Annahme, die die Abgabe von zehn v. H. aus Obligationen der Post, der Amortisationskasse des Bodenkredits, der nationalen Kasse für landwirtschaftlichen Kredit und der Eisenbahngesellschaften ab 1. Januar 1938 aufhebt, sofern diese Obligationen sich im Besitz von physischen Personen befinden. Der Finanzminister und der Unterrichtsminister ließen vom Ministerrat eine Verordnung billigen, auf Grund welcher die französische Buchindustrie in dem Umfang von der Erzeugungssteuer befreit wird, als sie Urheberrechtsgebühren tatsächlich auszahlt. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten wurde eine Verordnung unterzeichnet, die eine Herabsetzung der bisherigen von der Presse zu tragenden Gebühren vorsieht. Kandelt Industrie Landwirtschaft Aktien uneinheitlich Renten leicht abgeschwächt Berlin, 31. August. Das Bild der Börse bot wiederum keine bemerkenswerten Veränderungen. Das Geschäft hielt sich weiter im engen Rahmen, wodurch im wesentlichen eine nach wie vor uneinheitliche Kursbildung bedingt ist. Am Rentenmarkt erfuhr die Altbesitzanleihe eine unbedeutende Abschwächung von 127,90 auf 127¾. Die Kommunale Umschuldungsanleihe behauptete sich bei 94,55.— Blanko=Tagesgeld erforderte wiederum ½ Proz. mehr. Der Satz stellte sich auf 3¼ bis 3½ Proz. Von Valuten blieb der Dollar unverändert 2.494; höher stellten sich das Pfund(12.40), der französische Frank(9,33½), der Schweizer Franken(57,25) und der holländische Gulden(137,56). Im weiteren Verlauf blieb die Kursentwicklung uneinheitlich, wobei sich die Veränderungen nach beiden Seiten etwa die Waage hielten. Erholt bzw. weiter befestigt waren u. a. Farben(plus ½), AEG, Holzmann, Rheinmetall und Goldschmidt je plus ¼ Proz., Hamburg=Süd plus 7 und Deutsche Waffen plus 1¾ Proz. Dagegen stellten sich Gesfürel, Rheinstahl, Kokswerke, Waldhof und Orenstein je ¼, Daimler ¾ Proz. niedriger. Am Rentenmarkt ging die Altbesitzanleihe weiter auf 127,60 zurück. Am Kassarentenmarkt blieben die Kurse bei sehr ruhigem Geschäft im großen und ganzen unverändert. Viehmarkt in Lehrte Lehrte, 31. August. Auftrieb: 1020 Stück Ferkel und 215 Stück Läuferund ältere Futterschweine. Es kosteten(Durchschnittspreise und Durchschnittsqualität): a) Ferkel: 5—6 Wochen alt bis 7,50 RM. 6—8 Wochen alt 8 bis 11 RD., 8—10 Wochen alt 11,50 bis 14,50 RM., 10—12 Wochen alt 15 bis 19 RM.; b) Läuferschweine: über 3—5 Monate alt 20 bis 29 RM.; c) ältere Futterschweine 30 bis 55 RM. Viehmarkt in Dortmuns Dortmund, 31. August. Auftrieb: 743 Rinder(1 direkt), davon 90 Ochsen, 227 Bullen(1 direkt), 288 Kühe(9 direkt), 138 Färsen(9 direkt); 515 Kälber, 124 Schafe(1 direkt), 2917 Schweine(33 direkt), 1 Ziege. Verlauf: Rinder und Kälber zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz, Schafe gut, Schweine zugeteilt. Preise: Ochsen: a) 43—45, b) 40; Bullen: a) 41—43, b) 38—39, c) 82—34; Kühe: a) 41—43, b) 36—39, c) 31—33, d) 23—25; Färsen: a) 42—44, b) 3840, c) 35, d) 28; doppellend. Kälber: 70—78; Kälber(andere): a) 63, b) 57, c) 48, d) 83; Lämmer und Hammel: b 1) 53—55; Schafe: a) 43—47, b) 87—41, c) 20—30; Schweine: über 120 kg 56½. von 100—114½ kg 55½, unrer 100 kg 52½; Sauen: g1) 56¾, g2) 54½. Berliner Viehmarkt Berlin, 31. August. Auftrieb: 1456 Rinder(26 direkt), davon 283 Ochsen, 129 Bullen, 903 Kühe, 141 Färsen; 1901 Kälber, 6325 Schafe, 15145 Schweine, 167 Ziegen. Verlauf: Rinder zugeteilt, Ausstichtiere über Notiz, Kälber, Schafe, Schweine verteilt. Preise: Ochsen: a) 45, 5) 41, c) 36; Bullen: a) 43, b) 39, c) 34, d) 27; Kühe: a) 43, b) 39, c) 33, d) 22—25; Färsen: a) 44, b) 40, c) 35, d) 28; doppell. Kälber: 78; Kälber(andere): a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Lämmer und Hammel: a1) und a2) 53, b 1) 50—53, b 2) 53, c) 45. d) 40—44; Schafe: a) 45, b) 40—44, c) 25—28; Schweine: a), b1) und b2) 54½) c) 53½, d) 50½; Sauen: 1) 54½, g2) 52½; Altschneider: h) 50—52½. Reichsindexziffer für Lebenshaltungskosten im August. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stellt sich für den Durchschnitt des Monats August 1937 auf 126,0(1913/14 gleich 100); sie ist gegenüber dem Vormonat(126,2) um 0.2 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffer für Ernährung hat sich um 0,4 v. H. auf 124,0 ermäßigt, was hauptsächlich auf den Rückgang der Preise für Gemüse und Kartoffeln zurückzuführen ist; die Preise für Eier sind etwas gestiegen. Für Heizung und Beleuchtung(124,0) hat sich die Inderziffer durch Verringerung der Sommerpreisabschläge für Hausbrandkohle um 0.2 v. H. erhöht, für Bekleidung(125.8) hat sie um 0,2 v. H., für Verschiedener (142,6) um 0.1 v. H. angezogen. Die Indexziffer für Wohnung(121,3) ist unverändert geblieben. Der Direktor der radikalsozialen„Republique", Roche, der bereits das Versagen der französischen Fliegerei beklagte, prangert erneut auf der ersten Seite seines Blattes den Niedergang der französischen Fliegerei an. Er erinnert daran, daß die französischen Flugzeuge von den Italienern im Luftrennen Istres— Damaskus— Paris und von den Deutschen in Zürich geschlagen worden seien. Der Niedergang beginne mit dem Jahre 1932. Seit dieser Zeit habe Frankreich ständig an Boden verloren, und nichts sei dagegen geschehen. Während der fünf Jahre habe keiner der einander ablösenden Luftfahrtminister die Stellung zurückzuerobern versucht, die Frankreich früher in der Luftfahrt eingenommen habe. Roche kündigt an, daß er gegebenenfalls Einzelheiten über die„Unordnung, Verschwendung und mangelhafte Leitung“ innerhalb des französischen Flugwesens bringen werde. Gaspreiserhöhung in Paris. Nach einer Bestimmung des Präfekten des SeineDepartements wird in Paris nunmehr auch für die Gasversorgung eine Preiserhöhung durchgeführt. Der Preis se Kubikmeter wird vom 1. September 1937 bis 31. Januar 1938 1,25 Franc betragen. Mit einer weiteren Preiserhöhung ist dann zu rechnen. * „Nordmeer“ auf den Azoren eingekroffen. Dienstag mittag um 12.05 Uhr landete in Horta (Azoren) das Nordatlantikflugzeug„Nordmeer“ der Deutschen Lufthansa, das Montag abend um 20.07 Uhr in Neuyork gestartet war. Die Besatzung benötigte für diesen Flug 15 Stunden 58 Minuten. und kein Ende Immer neue Blutgerichte in Sowjetrußzland Ministerrat in Bildung einer nationalen Eisenbahngesellschaft in Frankreich Parrener Wagen Iystemansch bestohten Zuchthaus für die Täter. Münster, 30. August. m Februar dieses Jahres wurden wiederholt bei ei Diebstähle aus“— der olizei Diebstähle aus parkenden Wagen gemeldet. Polizei Diebst Den umsangreichen Ermittlungen ist es nunmehr in Wilhelmshaven der 23 Wessel, der 24jährige Josef Schüler und der 23jährige danken, daß rige Heinrich 23jährige Adolf Porwoll verhaftet werden konnten. Dem sauberen Kleeblatt war der Boden in Münster zu heiß geworden und sie verlegten ihre Tätigkeit nach Wilhelmshaven. Die Sachen, die sie bei ihren Raubzügen erbeuteten, wurden meist untereinander aufgeteilt oder man versetzte sie. Es kam den Burschen auch nicht darauf an, in einem Geschäft ein Seitenschaufenster aufzubrechen und sich gleich mit einer ganzen Konfektionsladung einzudecken. In Wilhelmshaven, wo sie zunächst beschäftigungslos herumlungerten, legte man auch noch die Zimmervermieterin herein, die man um die Miete prellte. Alle drei Angeklagten waren keine unbeschriebenen Blätter. Da sie als rückfällige Diebe vor dem Richter standen, fielen die Strafen nicht gelinde aus. Wessel erhielt eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und drei Monaten, Schüler muß auf zwei Jahre sechs Monate ins Zuchthaus, während Porwoll mit einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis davonkam. Ein vierter Angeklagter, der sich der Hehlerei in einem Falle schuldig gemacht hatte, erhielt eine Geldstrafe von 30 RM., während eine weitere der Hehlerei Angeklagte freigesprochen wurde. Der Mindener Regierungspräsident Freiherr von Oeynhausen 60 Jahre. Minden, 30. August. Am Freitag feierte der Mindener Regierungspräsident Börries Freiherr von Oeynhausen seinen 60. Geburtstag. Nach der Machtübernahme durch den Führer wurde er am 1. April 1933 in sein Amt als Regierungspräsident des Regierungsbezirks Minden berufen. Von allen Glückwünschen, die ihm zugingen, stand der Glückwunsch des Führers, mit dem er seit Jahren persönlich bekannt ist, an der Spitze. Möge ihm seine Schaffenskraft zum Wohle des gesamten Regierungsbezirks und zum Wohle des deutschen Vaterlandes noch recht lange erhalten bleiben. Durch eigene Schuld in den Tod Recklinghausen, 30. August. Auf dem Hose des Hauses Grullbadstraße 22 in Recklinghausen setzte ein Kraftfahrer seinen Lastkraftwagen zurück, um ihn zu waschen, als ihm plötzlich zugerusen wurde, daß ein Mann unter dem Wagen ge. Der Kraftfahrer hielt sofort und bemühte sich um den Schwerverletzten, doch kam jede Hilfe zu spät. Den Kraftfahrer trifft keine Schuld an dem Unfall. Er hatte sich vorher überzeugt, daß der Weg frei war. Auch beim Fahren beobachtete er noch vom Führersitz aus durch das hintere Fenster die Strecke. Der tödlich Verunglückte war fast völlig erblindet und außerdem noch angetrunken. In diesem Zustand ist er gegen den Wagen gelaufen und überfahren worden. Ein gefährlicher Fund Recklinghausen, 30. August. Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich hier, als mehrere schulpflichtige Knaben in dem Vorfluter zwischen Berghäuser= und König=Ludwig=Straße Alteisen suchten. Die Knaben fanden zwei Trommelrevolver und eine Pistole. Zwei dieser Waffen waren stark verrostet und unbrauchbar, während ein geladener Trommelrevolver offensichtlich erst ganz kurze Zeit im Wasser gelegen hatte. Ohne Ahnung, daß die Waffe noch brauchbar war, hantierten die Kinder damit herum. Hierbei löste sich ein Schuß, der den zehnjährigen Schüler Johann Helsberg aus Recklinghausen so un glücklich traf, daß er auf der Stelle getötet wurde. Letzte Warnung an Kanzelhetzer Gauleiter Terboven auf einer Großkundgebung in Wesel. Wesel, 31. August. Auf dem Kreistag der NSDAP. in Wesel hielt der Gauleiter der Rheinprovinz, Oberpräsident Terboven, im Rahmen einer Großkundgebung eine Ansprache, in der er rückschauend sich mit der Arbeit der Partei beschäftigte und dann auf die politischen Erfordernisse des Augenblicks einging. In diesem Zusammenhang mußte sich die politisierende Geistlichkeit des Gaugebietes und darüber hinaus einige bittere Wahrheiten sagen lassen, die mit dem Hinweis verbunden waren, daß die Partei, sobald sie den Zeitpunkt für gekommen halte, mit rücksichtsloser Gewalt dort einschreiten werde, wo der Wille, das geeinte Volk wieder zu zersplittern, allzu offen zutage trete. Die Ausführungen des Gauleiters fanden bei der Bevölkerung und den mehr als 10000 Männern der Parteigliederungen lebhaften Beifall, der sich vor allen Dingen auf die Warnung an den politischen Katholizismus bezog. Rennwagen rast gegen einen Vaum Essen, 31. August. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich in Beckum i. W. Bei dem Versuch, einem vorschriftswidrig fahrenden jugendlichen Radfahrer auszuweichen, raste der Rennfahrer Erich Lütkemas, der kurz zuvor am Hohensyburg=Dreieckrennen teilgenommen hatte, mit seinem Rennwagen gegen einen Baum. Dabei wurde der Wagen völlig zertrümmert. Während Lütkemas keine ernstlichen Verletzungen davontrug, mußte seine mitfahrende Frau mit lebensgefährlichen Brüchen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der jugendliche Radfahrer, der doch noch vom Rennwagen erfaßt worden war, erlitt einen doppelten Beinbruch. Fensterln mit dem Leben bezahlt München, 31. August. Die in Bayern noch immer nicht ganz ausgerottete Unsitte des Kammerfensterlns kostete einem jungen Angestellten aus Kochheim bei Neuburg an der Donau das Leben. Kurz nach Mittemacht hörte die Schwester des Bauern Müller ein verdächtiges Ge räusch und weckte darauf ihren Bruder. Der Bauer sah sich bald darauf einem Fremden gegenüber, der Anstalten machte, auf ihn loszugehen. Kurz entschlossen schoß er daher den Unbekannten mit einem Flaubert=Stutzen nieder. Der Getroffene starb nach einer halben Stunde an innerer Verblutung. Wie sich herausstellte, wollte der Fremde, der aus einem Nachbardorf stammt, nur bei der Schwester des Bauern fensterln. Müller wurde verhaftet. erobert neue Gebiete Aneinheitliches Geschäst am zweiten Messetag in Leinzig- Aberraschende Fülle auf der Textilmesse- Ausländer warten noch ab Leipzig, 31. August. In den Messepalästen der Leipziger Innenstadt ging es auch am Montag zum Teil wieder sehr lebhaft zu. Das Bild war jedoch nicht einheitlich. Während in einzelnen Branchen eine außerordentlich rege Geschäftstätigkeit und Kauflust festzustellen war, ging es in anderen Branchen wesentlich ruhiger zu. Nach Ansicht des Messeamtes scheint sich für den Inlandsmarkt die Tendenz herauszubilden, daß in denjenigen Geschäftszweigen, die schon seit Jahren im Zeichen der Neustoffverwendung stehen, wie zum Beispiel Textilien und Lederwaren, durchweg vorzügliche Abschlüsse erzielt werden, während in anderen. die erst seit kurzem zur Verwendung von neuen Werkstoffen übergegangen sind, die Geschäftslage uneinheitlich bleiben dürfte. Da in letzteren zur verflossenen Frühjahrsmesse ein ausgesprochenes Voreindeckungsgeschäft zustande kam, wird auf der diesjährigen Herbstmesse ein leichter Rückgang eintreten. Glaswaren und Schmuck stark gefragt. Ueber ein gutes Geschäft am Montag berichten vor allem die Aussteller von Glaswaren und Schmuckwaren. Sehr lebhaft ging es auch auf der Textil= und Bekleidungsmesse zu. Diese von 430 Firmen beschickte Messe zeigt eine überraschende Fülle von Waren, die aus neuen deutschen Werkstoffen hergestellt werden. Wiederum sind es die Ausstellungen der großen Werke I.G.=Farben, Glanzstoff und Bemberg, die die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich lenken. Vor allem ist charakteristisch für diese Schau die Weiterbildung und Verarbeitung der einzelnen Zellwollarten. Als Neuheit in diesem Sinne ist Vistra mit einem neuen gekräuselten Spinnband anzusprechen, das den Vorzug hat, den Arbeitsgang der Wollspinnerei zu vereinfachen. Im Mittelpunkt der I.G.=Farben=Ausstellung stehen technische Erzeugnisse aus Zellwolle und Kunstseide. Die Zellwolle ist nicht nur in die Bekleidung eingedrungen, sondern hat auch andere Gebiete erobert, die bisher nur die sogenannten alten Textilrohstoffe, Baumwolle und Wolle, verwandten. Aehnliches gibt es auch bei Autoreifen. Unzerbrechliche Puppen aus Kunstharz. Die Spielwarenindustrie wartet gleichsalls mit einer ganzen Reihe von Neuheiten auf, die das Weihnachtsgeschäft nicht unwesentlich fördern werden. Bei den Puppen sieht man erstmalig Köpfe aus Kunstharz und aus kautschukähnlicher Masse, deren Unzerbrechlichkeit weitgehend gewährleistet wird. Auch das Kunsthandwerk und Kunstgewerbe sind auf der diesjährigen Herbstmesse mit einer großen Anzahl von Ausstellern vertreten. Die Kollektionen weisen eine größere Reichhaltigkeit auf als auf der vorjährigen Herbstmesse. Es darf vielleicht als ein gutes Zeichen für die wirtschaftliche Lage dieser Gruppe angesehen werden, daß die Kollektionen diesmal nicht mehr fast ausschließlich auf das Weihnachtsgeschäft abgestellt sind, wie auf den Herbstmessen der letzten Jahre. Im Bericht über den Messe=Montag hebt das Messeamt hervor, daß das Ausland, obgleich es stärker als am Sonntag an den Ständen zu Orientierungszwecken vertreten war, noch nicht in das Geschäft in größerem Umfange eingegriffen hat. Die Aussteller vieler Branchen erwarten jedoch namhafte Auslandsabschlüsse für Dienstag. Beachtenswerte Abschlüsse konnten im Auslandsgeschäft bereits in Haushaltsund Glaswaren gebucht werden, vor allem österreichische, italienische, schweizerische, türkische, niederländische, amerikanische und kanadische Einkäufer waren zu bemerken. Neue Werkstoffe auf der Baumesse. Wie schon am Sonntag, herrschte auf der Baumesse auch am Montag ein lebhafter Betrieb. Die vom deutschen Baugewerbe im Rahmen des Vierjahresplanes zu lösende Aufgabe besteht vor allem in der vollständigen Anpassung unserer Bauten an die deutsche Rohstoffbasis. Dabei geht es um die Verpflichtung der Bauwirtschaft zu sparsamstem Verbrauch der vorhandenen Bau= und Werkstoffe sowie zu unbedingter Verwendung der von der Technik geschaffenen devisensparenden Austauschstoffe an Stelle solcher Bau= und Werkstoffe, die in Deutschland nur beschränkt zur Verfügung stehen und zusätzlich oder überhaupt aus dem Ausland beschafft werden müssen. So bietet die Baumesse tatsächlich ein umfassendes Bild von den Fortschritten, die auf dem Gebiete der neuen Werkstofse bislang erzielt worden sind. Neue Weltrekordjagd auf ewigem Englischer Kapitän greif Dieser Tage brach der Engländer Kapitän George Eyston mit seinem Rennwagen nach USA. auf, um einen neuen Angriff auf den Geschwindigkeitsweltrekord für Automobile durchzuführen. Die weiten, flachen und völlig ebenen Salzlager des nordamerikanischen Staates Utah, die sich auch der englische Kapitän Eyston für seine Rekordfahrt ausgesucht hat, sind für die Jagd nach dem Weltrekord für Automobile wie geschaffen. Zu beiden Seiten der vorgesehenen Bahn dehnt sich das Land wie ein Tennisplatz gleichmäßig und widerstandsfrei, so daß selbst ein Wagen, der durch die rasende Geschwindigkeit aus der Geraden ausbricht und dem Steuer nicht mehr gehorcht, keine Geländeschwierigkeiten zu befürchten braucht. Die Vorbedingungen für die erfolgreiche Durchführung eines neuen Vorstoßes auf den Weltrekord sind hier günstiger als auf irgendeiner künstlich geschaffenen Bahn. Der Wagen des englischen Kapitäns George Eyston, der dieser Tage die Reise nach Utah antrat, um die Höchstgeschwindigkeit für Automobile, die bei 484,51 Stundenkilometer liegt, zu überbieten, berechtigt zu den besten Hoffnungen. Die technische Ausrüstung übertrifft alles, was man bisher bei Rennwagen sehen konnte. Nach außen ist das Ungetüm vollkommen gegen Luftwiderstände abgeschlossen. Eine dichte Metallschicht umgibt das Chassis, aus dem nur ein kleiner Buckel für den Kopf des Fahrers herausragt. Am Heck ragt eine mächtige Schwanzflosse empor, um das Geradeaushalten des Wagens zu erleichtern und die Gefahr des Ausbrechens zu vermindern. Als Motoren wurden zwei Rolls=Royce=Zwölf= zylindermotore eingebaut, die zu beiden Seiten der Chassismitte angebracht sind. Die Bohrung der Maschinen beträgt 152 Zentimeter und ihr Hub 36,582 Kubikzentimeter. Die sechs Räder, die den Wagen in der Bahn halten, sind unabhängig voneinander aufgehängt, um eine bestmögliche Federung und Stoßsicherheit zu ermöglichen. Die Spurweite der vorderen und hinteren Räder ist unterschiedlich. Vorn beträgt sie nur 1,60 Meter, während sie hinten um 7 Zentimeter breiter ist. Um der großen Beanspruchung gerecht zu werden, wurde der Durchmesser der Räder mit 1,10 nach dem Siegeslorbeer Meter sehr hoch gewählt. Die Gesamtlänge dieses Ungeheuers, das wie ein Fabeltier aus der Vorzeit anmutet, beträgt 10,5 Meter. Die Höhe dagegen mußte aus Gründen des Luftwiderstandes so gering als technisch nur irgend durchführbar gewählt werden. Mit nur 1,15 Meter dürfte ein Minimum erreicht sein. Auch die Breite beläuft sich nur auf knapp 2,5 Meter. Natürlich muß bei dem starken Brennstoffverbrauch die Fassungsfähigkeit der Tanks außerordentlich hoch sein. Die 180 Liter Brennstoff, die der Wagen mit sich führen kann, dürften den Anforderungen gerecht werden. Auch das Fassungsvermögen des Oeltanks mit 81 Liter reicht für die Fahrt vollkommen aus. Der Sitz des Fahrers befindet sich vor den beiden Motoren in der Mitte des Chassis. Kapitän Eyston hofft, mit seinem Wagen den Weltrekord für Automobile über die 500=Kilometer= Grenze hinaufzuschrauben. Die technische Voraussetzungen für einen erfolgreichen Vorstoß sind jedenfalls gegeben. Auch die Beschaffenheit der„Bahn" dürfte um diese Jahreszeit nicht zu wünschen übriglassen, so daß der Brite sehr wohl den Rekord seines Landsmannes überbieten kann. * Ein Kind ohne Herz in der Brust. Riga, 31. August. Eine wohl einzig dastehende Abnormität enthält die Rigaer Klinik Linas Hazedek, nämlich ein lebendes Kind, das kein Herz in der Brust hat. Ein 20jähriges Mädchen war in der Klinik von einem Kind entbunden worden. Bei dem neugeborenen Mädchen lag aber das Herz außerhalb des Brustkorbes und der Rippen in einem mit der übrigen Haut verbundenen Beutel, so daß man seine Bewegungen sehen, das Herz in die Hand nehmen und seine Schläge fühlen kann. Um das Herz besser zu schützen, haben die Aerzte es mit einer Aluminiumhülle umgeben und es mit einem festen Verband mit dem Körper des Kindes verbunden, das trotz der Anomalie seiner Herzlage ganz gut gedeiht. Die Rippen des neugeborenen Mädchens sind an der linken Brustseite verkürzt und haben darum das Herz nicht umschließen können; die Aerzte hoffen aber, durch operative Maßnahmen das Herz an den rechten Fleck bringen zu können. Die KdF.=Stadt in Nürnberg vor der Vollendung Blick auf die Frankenhalle(rechts) und den Glockenturm in der KdF.=Stadt auf dem Reichsparteitag in Nürnberg.(Weltbild=M.) Einbrecher richtet sich selbst Aufregende Jagd auf einen Dieb.— Bei„Räumung“. der Wohnung überrascht. Berlin, 31. August. Eine tolle Jagd auf einen Einbrecher spielte sich in Eichwalde bei Berlin ab. In einer Gastwirtschaft des Ortes herrschte Hochbetrieb, so daß der Wirt vollauf mit der Bedienung der Gäste beschäftigt war. Diese Gelegenheit machte sich der 25jährige Alfred Niemczyk zunutze und stieg durch das offenstehende Fenster in die hinter dem Schankraum liegenden Wohnraume des Wirtes. Mit der größten Ruhe durchstöberte er alle Schränke und Behältnisse, bis er durch ein plötzliches Geräusch gestört wurde. Er verließ die Wohnung fluchtartig auf demselben Wege, auf dem er hereingekommen war. Dabei wurde er von Gästen entdeckt. Sofort nahmen Wirt, Gäste und Passanten gemeinsam die Verfolgung des Einbrechers auf, der mehrere Schüsse auf seine Verfolger abgab, die aber glücklicherweise niemand trafen. Die aufregende Jagd ging durch mehrere Straßen bis in einen kleinen Park, wo der Verfolgte umzingelt werden konnte. Als er sah, daß es kein Entrinnen mehr für ihn gab, jagte er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Er brach blutüberströmt zusammen und starb nach wenigen Minuten. Todesurteil für Frauenmörder Revision im Lichtenberger Frauenmordprozeß verworfen. Berlin, 28. August. Das Berliner Schwurgericht hatte den 27jährigen Alfred Zimmer im November vorigen Jahres wegen Mordes in Tateinheit mit Notzucht zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt. Z. hatte im Mai vorigen Jahres an seiner Wirtin, von der wie der eigene Sohn behandelt wurde, ein Sittlichkeitsverbrechen verübt, wobei er seinem Opfer einen Knebel in den Mund steckte, der den Erstickungstod der Frau herbeiführte. Auf die Revision des Angeklagten hin hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung an das Berliner Schwurgericht zurückverwiesen. Dieses verurteilte den Angeklagten wiederum wegen Mordes zum Tode und wegen Notzucht zu 15 Jahren Zuchthaus, sowie zu lebenslänglichem Ehrverlust. Das Gericht hielt sich dabei an die Aussagen des Sachverständigen, nach denen der Angeklagte seinem Opfer erst nach Verübung des Sittlichkeitsverbrechens den Knebel in den Mund steckte, um die Entdeckung seiner Tat zu verhindern. Gefängnis für unmenschlichen Stiefvater Siegen, 30. August. Ein erschreckendes Bild moralischer Verkommenheit und Brutalität eines entarteten Stiefvaters ergab eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Siegen, in der sich der 21 Jahre alte W. Klimpel aus Grevenbrück wegen fortgesetzter Kindesmißhandlung zu verantworten hatte. Mit 19 Jahren heiratete der Angeklagte eine gleichaltrige Witwe aus Wissen, die ein 1½jähriges Kind mit in die Ehe brachte. Der kleine, unschuldige Junge mußte unter der Herrschaft seines Stiefvaters, der dem Alter nach fast noch ein Kind war, ein Martyrium erdulden, wie man es sich kaum vorstellen kann. In einem Falle schlug Klimpel dem Kind die Unterlippe auf, ein anderes Mal waren die Finger der Hand des Angeklagten auf der Haut des Kindes abgebildet. Immer wieder setzte es für den kleinen Jungen Schläge ab, so daß sich schließlich Nachbarn seiner erbarmten und den Stiefvater bei der Polizei anzeigten. Der Staatsanwalt führt in seiner Anklagerede aus, daß es fast scheine, als ob der Angeklagte Freude an seinen Quälereien empfunden habe. Wenn man den zwei Meter großen Angeklagten mit seinen Riesenhänden betrachte, so könne man sich vergegenwärtigen, wie schwer die Mißhandlungen gewesen seien. Er beantragte wegen fortgesetzter Kindesmißhandlung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von 14 Monaten.— Das Gericht verurteilte den entarteten Stiefvater zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten. „Kanonen=Fischer“. Metallschätze vom Meeresgrund. Kopenhagen, 31. August. Dänemark, das über keine Erzbergwerke verfügt, ist auf dem besten Wege, ein beachtenswerter Lieferant von Eisen und anderen Metallen zu werden, die allerdings vom Grund der vielen Seehäfen des meerumschlungenen Landes erst heraufgeholt werden müssen. Vor kurzem förderte der Schiffer Jensen von Lynaes mit seinem Frachtdampfer„Johanne“ nicht weniger als dreißig alte Kanonen vom Meeresgrund des Anholter Gebietes ans Licht. Diese Ernte der Taucher und Hebekräne repräsentiert einen stattlichen Metallwert, da es sich meist um gute Bronzekanonen handelt. Der Appetit kam beim Essen; Jensen kreuzt jetzt mit seiner„Johanne“ auf der Köge=Bucht. Er hat die Geschichte der Seekriege studiert und ausgerechnet, wieviel alte Kanonen als Opfer der Seeschlachten von 1677 und 1710 vom Meeresgrund bei Köge gehoben werden können. Bisher sind zwar die gesuchten versenkten Schlachtschiffe noch nicht gefunden worden, aber es hat sich gezeigt, daß der Meeresgrund bei Köge auch sonst an Metallvorkommen recht ergiebig ist. Jensen hat bereits in wenigen Tagen 30 Tonnen Eisen in Gestalt von alten Ankern und Ankerketten„so nebenbei“ auf der Suche nach den versunkenen Kanonen aus dem Meere gefischt. Den Freuns statt den Feind erstochen Budapest, 28. August. In der südungarischen Stadt Szentes spielte sich dieser Tage eine verhängnisvolle Tragödie ab. Der Schuster Johann Magyar war schon seit langer Zeit mit einem Bauern aus dem Dorfe verfeindet. In seinem blinden Haß beschloß Magyar, seinen Widersacher umzubringen. Eines Abends ging der Bauer an dem Hause Magyars vorbei, um einen Bekannten zu besuchen. Magyar schlicht ihm nach und versteckte sich im nahen Walde, um ihn auf dem Rückwege zu überfallen. Einige Stunden später, als es schon ganz dunkel war, sah Magyar eine Gestalt den Weg zurückkommen. Ohne ein Wort zu sagen, stürzte er sich auf den Mann und stieß ihm sein Messer in die Brust, so daß das Opfer tot zusammenbrach. Als dann der Mörder ein Streichholz anzündete, um zu sehen, was er angerichtet hatte, sah er zu seinem Entsetzen, daß er nicht seinen Widersacher, sondern einen seiner besten Freunde erstochen hatte, der zufällig auch diesen Weg gekommen war. Der Mörder stellte sich selbst der solizei. Unterhaltungsblatt Mittwoch, den 1. Geptember 1977 Wessceresterngeer. 4. Jchrgens Rehiiii er " Copyright 1936 by Univereitas Deutsche Verlags-A.-G., Berlin (14. Fortsetzung) Gabriele sitzt da wie im Traum. Ihr scheint dies alles nicht mehr Wirklichkeit zu sein. Es ist grotesk, wie sie mit ihren Verderbern in scheinbar guter Kameradschaft Schnaps trinkt. Während der Neger diese Worte an Gabriele richtet, hat sich Jean zur Seite gewendet, einen Brief aus der Tasche gezogen und ist eifrig mit Lesen beschäftigt. Gabriele denkt: Was ist das für ein Brief? Das Format, das Papier kommt ihr so bekannt vor. Gedankenlos blickt sie über den Tisch. Ein Buchstabe fällt ihr ins Auge, ein„I“. Aber ihr Bewußtsein hat ihn kaum aufgenommen, da ist er auch schon wieder aus ihrer Erinnerung verschwunden, denn Jean hat seine Lektüre beendet, stopft den Brief in die Tasche, rekelt sich, gähnt, dreht sich wieder zum Tisch hin. Der Neger schaut ihn fragend an. Jean, nachdem er eine neue Runde bestellt hat: „Weißt du noch, Germaine, wie nett es auf der alten „Marne“ war?“ Gabriele antwortet nicht. Ihr ist die Kehle wie zugeschnürt. Dieser freche Hohn, mit dem der Grüngelbe sie an den Anfang ihres Elends erinnert. Gabriele möchte aufspringen und ihm ihr Glas an den Kopf werfen. Nur das Gefühl ihrer völligen Ohnmacht hält sie davon ab. Sie ist, solange sie Germaine Choisy heißen muß, diesen beiden Halunken hoffnungslos unterlegen. Wartet nur noch einige Tage, denkt Gabriele, bis die Wirkung meiner beiden Briefe offenbar wird, dann sollt ihr endlich dahin kommen, wo ihr hingehört. Jean betrachtet Gabriele mit einem eigentümlichen Wohlwollen. Vielleicht steht dieser grüngelbe Mischling wirklich so fern von Gut und Böse, daß er nicht einmal begreift, was er dieser Frau angetan hat. Jean nimmt das Wort:„He, Germaine, erinnerst du dich noch an das seine Tier, das wir in Ajaccio an Bord nahmen? Die in der Lotsenkammer wohnte? Erinnerst du dich?“ Gabriele reißt die Augen auf, um sich zu vergewissern, daß es kein schauerlicher Traum ist, der sie narrt. Daß hier von Frau Gabriele gesprochen wird wie von einer fernen dritten Person, trotzdem diese Frau mit am Tisch sitzt. So, fährt es Gabriele durch den Kopf, muß es sein, wenn man von Toten redet. „Sag, Kleine, hättest du wohl Lust, auch mal so ein seines Aas zu sein?“ Gabriele weiß nicht, was sie auf eine solche ungeheuerliche Frage erwidern soll. Aber Jean erkundigt sich ganz ernstlich noch einmal:„Nun, wie ist es? Solch ein Tier hat es doch gut. Möchtest du nicht so eine sein?“ Und der Neger, der einen Blick von Jean aufgefangen hat:„Ja, willst du nicht?“ In Gabrieles Kopf wirbelt es. Was wollen die beiden nur? Sie zum besten haben? Oder, oder... sollten sie...? Gabriele muß sich am Tisch festhalten bei dem bloßen Gedanken, daß diese beiden Halunken womöglich beabsichtigen, ihr Unrecht gutzumachen. „Antwörte“, ruft der Neger,„so etwas wird dir nicht so leicht noch einmal geboten!“ Und der Grüngelbe fügt energisch hinzu:„Entscheide dich! Entweder oder!“ Gabriele kommt sich vor, als ob sie sich in einem Irrenhaus befände. Der Vorschlag scheint bei Gott ernst gemeint zu sein. Sollten diese edlen Brüder wirklich ein menschliches Rühren empfinden, oder sitzt ihnen schon die Polizei im Nacken, oder ist gar, was Gabriele kaum zu hoffen wagt, die„Marne“ in Marseille eingelaufen? Die jetzige Germaine Choisy besinnt sich nun nicht lange. Sie tut, als wenn sie das Spiel mitspielen will und antwortet schnurstracks:„Ja, so angenehm wie die in der Lotsenkammer hätte ich es gern einmal.“ „Gut“, sagt Jaques,„was willst du uns dafür geben!“ Aha, denkt Gabriele, also eine Erpressung. Aber in ihrer Freude, so unerwartet schnell aus ihrem Elend herauszukommen, ist sie gern bereit, einiges Geld zu opfern. „Also wieviel?“ ruft der Neger ungeduldig. Aber Jean beschwichtigt ihn und sagt:„Mir scheint, hier ist nicht der rechte Platz, um Geschäfte abzuschließen. L’addition, garcon!“ „Wohin wollen wir aber dann?“ fragt Gabrtele, die fest entschlossen ist, sich nicht in irgendeine Winkelkneipe verschleppen zu lassen. Jean, als wenn er ihre Gedanken erraten hätte: „Keine Furcht, Kleine. Wir gehen in eins von den Cafés an der Cannebière. Da haben wir unsern Tisch für uns und sitzen draußen.“ Man bricht auf, und während sich die drei durch die auf und ab flutende Menschenmenge bewegen, überlegt Germaine freudig erregt, wieviel sie für die Wiedererlangung ihrer Person bieten soll. Als man dann an einem abseitigen kleinen Tischchen sitzt, ist sie es, die die Verhandlungen eröffnet:„Ich werde euch 6000 Franken zahlen.“ Der Grüngelbe bricht in ein blechernes Gelächter aus:„Verrückt, verrückt. Du wirst doch eine feine Dame mit höllisch viel Geld.“ „Wieviel wollt ihr denn?“ Jean und der Neger glotzen sich an. „Mache gefälligst noch eine Null hinter die 6000“, läßt nach einer kurzen Pause Jean sich vernehmen. 60 000 Franken, das sind 10000 Mark, denkt Gabriele. Der Preis ist mehr als unverschämt. Aber wenn sie auf ihr zerknittertes Röckchen schaut und auf die zerdrückte Bluse, so erfaßt sie solch eine Sehnsucht nach ihren Kleidern und nach ihrem eigenen Leben, daß die Geldfrage keine Rolle mehr spielt. „Also gut 60 000“, spricht sie.„Wann kann ich meine Sachen und meinen Paß wieder haben?“ „Deine Sachen? Deinen Paß?“ seixt der Grüngelbe.„Du meinst Madame Grübères Papiere und Sachen! „Ja, ja“, murmelte Gabriele, obgleich es ihr reichlich seltsam vorkommt, daß man, da das Geschäft doch beinahe abgeschlossen ist, das Theater noch fortsetzt. Der Neger und der Grüngelbe tuscheln miteinander in einer Sprache, die Gabriele nicht versteht. Darauf beginnt Jean:„Heute ist Sonnabend, vielleicht am Dienstag oder Mittwoch.“ „So lange soll ich noch warten?“ ruft Gabriele ungeduldig. „Nichts zu machen, mein Kind, wir müssen das seine Tier erst herlocken. Ist nicht so einfach, wie du dir vorstellst.“ Nun, Gabriele hat solange gewartet, jetzt kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger nicht an.„Also abgemacht, am Mittwoch. Aber wo?“ Wieder tuscheln die beiden miteinander. Danach Jean:„Wie willst du es mit dem Geld halten?“ „Sobald ich alles habe, schreibe ich einen Scheck aus und gebe ihn euch.“ „Das Geld ist in Deutschland. Wir werden lange warten müssen.“ „Höchstens drei Tage.“ „Schön, schön, aber wir sind blamiert und unsere schwierige Arbeit ist umsonst getan, wenn du den Scheck sperren läßt.“ „Ich schwöre euch, daß ich das nicht tun will.“ „Ah, ah, die Weiber sind komisch. Wir müssen es anders einrichten. Erst das Geld, dann alles andere. Wir werden dir am Mittwoch vorerst ein Scheckformular zum Ausfüllen überreichen. Wenn das in Ordnung geht, kriegst du den Paß und die Sachen.“ Gabriele gefällt dieser vorsichtige Handel ganz und gar nicht. Sie sagt:„Und wer garantiert mir, daß ihr mich nicht im Stich laßt, sobald ihr das Geld habt? Im übrigen ist es noch gar nicht heraus, ob die Bank einen solch hohen Scheck, der auf einen ganz fremden Namen lautet, ohne weiteres einlöst. Sie wird wohl vorher bei mir anfragen.“ „Nicht bei dir, mein Kindchen", unterbricht sie Jean,„sondern bei Frau Gabriele.“ „In Gottes Namen, bei Frau Gabriele. Aber ihr seht doch ein, daß es vorteilhafter wäre, wenn ich meine Papiere vorher hätte. Desto eher kommt ihr zu dem Geld.“ Jean kratzt sich den Kopf. Er wird sichtbar unschlüssig. Was Gabriele vorbringt, leuchtet ihm ein. Anderseits ist ihm sehr daran gelegen, diesen großen Fischzug zu landen. Mehrmals mustert er Gabriele durchdringend.„Du wirst uns, wenn du Frau Grübere bist, wahrscheinlich verpfeisen, mein Kind“, spricht er nachdenklich. „Gewiß nicht, gewiß nicht.“ „Ah— bah! Das kannst du heute selbst nicht wissen, was du tust, sobald wir dich zu dem seinen Tier gemacht haben.“ Gabriele strengt ihren Verstand an, um einen Weg zu finden, bei dem beide Teile gesichert sind. Es fällt ihr nichts ein. Endlich Jean, der auch vergebens über eine Lösung nachgedacht hat, mit großartiger Geste:„Wir sind doch alle drei keine Gauner, die sich gegenseitig betrügen wollen. Wir sind doch alle drei reelle Menschen. Also, Germaine, nenne uns deine Wohnung. Am Mittwochabend kommen wir mit Sack und Pack bei dir vorgefahren und etablieren dich fein als Frau Grübère.“ Gabriele will schon ihre Adresse angeben. Besinnt sich aber und sagt:„Es würde soviel Aufsehen erregen. Wir wollen uns lieber irgendwo treffen. Meinetwegen auf dem Postamt. Dort gebt ihr mir den Paß und ich gebe euch den meinen. Das Gepäck aber bringt auf den Bahnhof, wo ich es mir abholen werde, sobald ich ein Hotel habe. Den Scheck schreibe ich euch sofort auf dem Postamt aus und bleibe solange in Marseille, bis er eingelöst ist. Einverstanden?“ Jean und Jaques scheinen zufrieden. Jean bestellt sogar eine Flasche schweren Wein, füllt die Gläser und ruft:„Also auf dein Wohl Germaine, und auf das der guten„Marne“, die uns alle drei so glücklich gemacht hat!“ * Gabriele tritt freudig erregt in Mutter Myrtiles Speisesaal. Etwa ein Duyend Menschen sitzen an der langen Wachstuchtafel. Es riecht nach Knoblauch, Tomaten und Fischsuppe. Aber Gabriele spürt den Dunst kaum. Vier Tage noch, denkt sie, und am fünften um diese Zeit, wohne ich wahrscheinlich schon in einem anständigen Hotel. Sie läßt sich neben Pierre Dorau nieder, der still an seiner Fischsuppe löffelt. Sie möchte am liebsten sofort Pierre ihr Erlebnis mitteilen. Aber das geht doch nicht vor all den fremden Leuten. Zumal vor den beiden Frauen, den Stewardessen der„Conference“, die auch schon am Tisch sitzen, geht das nicht. Immerhin kann Frau Gabriele sich nicht bezähmen, zu ihm zu sagen:„Am Mittwochabend gebe ich dir deine hundert Franken wieder.“ Heitere Ecke Einbrecher(zum Hausherrn, der durch das Geräusch aufgeweckt wurde):„Sie haben wohl ein schlechtes Gewissen, daß Sie so unruhig schlafen?!“ Eine unangenehme Frau. „Ja, das muß ich wirklich sagen, einen schrecklicheren Menschen als Frau Jeserich gibt es doch in der ganzen Stadt nicht!“ sagte Frau Klingebeil. „Ich komme gerade von einem Besuch bei ihr zurück. Und die ganze Zeit über hat sie nur von ihren neuen Teppichen, ihrem neuen Dienstmädchen und ihrem neuen Mantel geredet und von ihrem Gör, das zwei neue Zähne bekommen hat, so daß ich überhaupt nicht zum Sprechen kam, weder von meinem neuen Kostüm, noch von unseren neuen Balkonmöbeln, und auch nicht von unserem süßen Gretchen, das die Masern bekommen hat, und ebenfalls nicht von meinen entsetzlichen Zahnschmerzen! Ist das nicht furchtbar, daß sie sich so wichtig tut mit allem?“ Ganz nach Wunsch Menzel malte einmal eine Dame, die sich alle Mühe gab, durch Zusammenziehen der Lippen ihren Mund zu verkleinern. Endlich wurde der grimmige Menzel der Grimassen überdrüssig: „Geben Sie sich keine Mühe, gnädige Frau!“ knurrte er,„wenn Sie wollen, lasse ich den Mund ganz weg.“ Sieh mal an „Was ist denn mit dir los, du bist ja leichenblaß und zitterst am ganzen Leibe?“ „Denke dir nur, eben habe ich meinen Erbonkel getroffen, und da...“ „Was, hat er dich enterbt?“ „Nein, aber angepumpt hat er mich.“ Auch was wert „Was höre ich, ihr Freund, der Dichter, hat geheiratet?“ „Ja, er wollte seinen Leserkreis verdoppeln.“ „Hast du eine Chance?“ fragt Pierre, ohne vom Teller aufzublicken. „Jawohl! Und was für eine!“ „Gut, gut, erzähle. Wie hast du es angestellt?“ „Später, nach dem Essen. Ich möchte noch ein wenig spazierengehen.“ „Gut, gut, also nachher.“ Pierre löffelt. Er scheiit nicht in besonderer Laune zu sein.(Fortsetzung folgt!) asenueugn n g e e ge ege ete en e e. i. eee aun ui e. Ein Kind kam ins Haus uu Zeueu von Eie Krant Der Dorfschullehrer Wendt gehört zwar zu den besinnlichen Menschen, aber als er sich die Bauerntochter Lisbeth Driesch zur Frau nahm, hat er sich wirklich gar nicht lange besonnen. Rotwangig, fleißig und gesund ist sie gewesen und hat unter dem Flachshaar blitzblanke Augen gehabt. Auch war ihre Liebe so stark, daß man gemeint hat, es reiche wirklich für ein langes und gutes Leben aus. Die kleine Enttäuschung und der große Einsamkeitswinkel im Herzen des Gerhard Wendt kamen dann aber doch, als es Meister Langbein nicht für nötig hielt, dem Herrn Lehrer, der alltäglich zwei Dutzend Buben und Mädchen um sich sah, noch extra ein Kind für seinen ganz eigenen Besitz zu bescheren. Frau Lisbeth war es recht so. Wo nur hätte sie wohl noch die Zeit hernehmen sollen, so ein Kleines zu pflegen, zu päppeln und zu beaussichtigen, wo schon der große Garten, das Kartoffelfeld und das Federvieh im Hofe ihr bereits genug Arbeit mitbrachten? „Hast ja genug Kinder“, war ihre Redensart zu dem Mann, wenn er den Wunsch nach eigenem Nachwuchs nicht verbarg.„Hast ja genug Aerger mit den Dickschädeln in deiner Klasse.“ Ach, es hätte ja, so dachte sich der Herr Lehrer, auch ein schmaler, besinnlicher Bub, wie er selber einst gewesen, da sein können oder ein Mäderle, zart und fein wie Schwester Mariele, die man schon so früh auf den Friedhof daheim im Thüringer Lande getragen. Aber man sprach nicht mehr darüber. Da war nun einmal eine gewisse Härte in der sonst so guten Frau, die nicht einmal wich, wenn der Gerhard Wendt im Sommer ein Ferienkind aus irgendeiner großen Stadt im Lehrerhaus aufnehmen wollte. Immer hatte die Lisbeth ihre Einwendungen und wichtigen Gründe gegen so ein Liebeswerk an fremden Kindern. Nur in diesem letzten Sommer kam sie plötzlich nicht mehr damit durch. Seit der große Benzinwagen mit Musik und Lautsprecher durch das abseits gelegene Dorf gerattert war, um die Menschenherzen auf Höfen und in den Bauernhäusern aufzurütteln für das Elend blasser Großstadtkinder, da war der Lehrer Wendt nach einiger Zeit mit der vollendeten Tatsache vor die Frau Lisbeth getreten, daß zu den großen Ferien ein Platz im Hause bereits für so ein Kleines angemeldet sei. Das gab große Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten seit dieser Stunde, und es war keine sehr gute Stimmung im Hause, als das Ferienkind, ein schmales, dunkelhaariges Mädel von zwölf Jahren, mit einem großen Pappkarton, den es kaum selbst tragen konnte, im Dorfe mit dem Rumpelauto von der entlegenen Bahnstation eintraf. Aber wie es so scheu und blaß in seinem verwaschenen, dünnen Sommerkleide im Hofe stand und der harte Wind von der Ostseeküste her gegen den schmalen Körper ansprang, da nahm doch die Frau Lisbeth ihm wenigstens den großen Karton aus den Händen, und ihr Mann zog das Kind= ins Haus, und es war ein ganz ungewohntes Lächeln um seinen Mund. Er schenkte dem Lenchen die Tassen voll Milch bis obenan.„Davon mußt du jetzt jeden Tag einen ganzen Liter trinken. Und wenn es dir schmeckt, noch mehr“, sagte er dabei.„Und viel Butter mußt du ihr anstatt Mus aufs Brot tun, Lisbeth, bis sie ganz genau so dicke und rote Backen hat wie du“, meinte er zu der Frau, die wortkarg und mürrisch sich plötzlich noch mehr in Haus und Hof und Garten zu schaffen machte als sonst. Aber sie tat doch nach dem Willen des Mannes, läßt dem Ferienkinde an leiblicher Nahrung nichts abgehen, gönnt ihm aber sonst kaum ein geruhsames oder gar mütterliches Wort, wenn es durch das helle Haus wie ein kleiner Schatten hindurchhuscht. Doch wo es nur angeht, drängt der Blick der Frau diesem Kinde nach, das immer dort anzufinden ist, wo sich der Mann aufhält. Hat er nicht auch nach langer Plagezeit Schulferien? Verlangt Körper und Geist nicht nach ungewohntem Nichtstun gleich dem stubenblassen Großstadtkinde, das sich da selig in frischgeschnittenzs, duftendes Wiesengras legt und stundenlang von der lieben Gottessonne bescheinen läßt? Neben ihm der Onkel Lehrer, so daß nach geruhsamer Stille Fragen und Antworten hinüber= und herüberpendeln, dem kleinen und dem großen Menschen in seiner Einsamkeit Richtung und Ziel zu allerlei Freude gebend. Das alles läßt die Frau noch gelten, aber daß da eines Tages auf dem Schreibtisch dieses geliebten Onkels Blumen stehen, zierlich in der kostbaren Kristallvase geordnet, die sonst nur leer und blank geputzt als Prunkstück auf dem Bücherbrett ihren Platz hat, das kann sie auf keinen Fall hingehen lassen. Sie nimmt den bunten Wiesenblumenstrauß, wirft ihn aus dem Fenster und herrscht das Lenchen an. „Wenn du gar meinst, ich werde um dein Grünzeug mir meine besten Vasen verdrecken, dann bist du aber auf dem Holzwege! Sogar einen großen Wasserflecken auf der guten Politur hast du mir gemacht, du ungeschicktes Balg du...“ Von dieser Eifersucht seiner Frau merkte der Lehrer erst am letzten Ferientag, als der große Karton bereits gepackt war und das Lenchen zum Abschied sich mit beiden Armen an den Onkel Lehrer festklammerte, geschüttelt von einem haltlosen Weinen. „Fängt ja früh an mit dem Gehabe und Geschmuse“, meinte die Frau Lisbeth, mit zitternden Händen ein Körbchen mit Obst und Reiseimbiß bis zum Rande vollpackend.„So... soll mir keiner nachsagen, daß ich etwa nicht für das Kind gesorgt hätte!“ Ein schlimmer Tag wurde das im Lehrerhaus. Und schlimme Tage folgten. Das Lenchen war zwar fort und die Frau hatte ihren Mann wieder ganz für sich allein, wenn die Schulstunden im Anbau vorüber waren. Aber es war, doch nicht wie früher. Da half weder Arbeit, noch Trotz, schmeichelnde Bitte nicht, noch Aufbegehren. Der Mann ging der Frau aus dem Wege, wo er konnte. Unduldsam und lieblos schien er plötzlich, so daß es die Lisbeth schier nicht mehr zu ertragen vermeinte und erklärte, zur Mutter heimfahren zu wollen. Er hielt sie nicht zurück Haus, Hof und Garten würden von der alten Thieß betreut werden können, die immer aushalf, wo es not tat, darum könne die Frau ruhig zu den Ihren... Aufschluchzend vor Jammer begann Lisbeth wirklich einen=Koffer zu packen. Riß aus dem Schubfach neben ihrem Bett an Wäsche heraus, was gerade obenauf lag, als ihr plötzlich ein Zettel vor die Füße flatterte, steil, mit einer Kinderhandschrift beschrieben. .. ich danke Nr auch schön, Tante Lehrer, für alles, und bitte, sei gut zu dem Onkel Lehrer, damit er immer froh ist! Dein Ferienkind!“ Eine gute Weile sitzt die Frau, starrt auf die Worte und wendet sich dann wie erschrocken. War es nicht eben huschend leise über die Diele gegangen? So wie zarte Kinderfüße gehen? Wo ist denn das Lächeln geblieben, das vier Wochen um den Mund des Mannes so warm geleuchtet? Wo das Lachen am gedeckten Tisch, wenn das Essen so gut schmeckte und die hagere Hand des Mannes so sacht und väterlich unbeholfen über den dunklen Kinderkopf strich? Lange sitzt sie so, die Liobeth vom Bauernhof auf harter Ostseeinsel, und horcht auf die fremden und ungewohnten Stimmen in ihrer Brust. Und dann packt sie wirklich ihren Koffer, und fährt nach kurzem, hastigem Abschied von dem Manne mit dem Rumpelautobus über Land zur Bahnstation. Aber nicht in der Richtung zum heimatlichen Hofe, sondern entgegengesetzt in die große, laute Stadt. in der das Lenchen Müller wohnt. Und findet es unter vielen Geschwistern in einer engen Hofwohnung bei einer geplagten Großmutter, die nach dem Tod der Tochter dem Schwiegersohn die Wirtschaft führt. Und hat es darum gar nicht schwer, das Lenchen wiederzubekommen als Pflegekind und es dem Manne, dem zuliebe wohl auch ein Opfer leicht gebracht werden kann, wieder mit heim ins Lehrerhaus zu bringen,„damit er immer froh sei“, wie es das Lenchen gewollt hat. Und es ist nicht nur wie früher zwischen Mann Weib im Lehrerhause, sondern viel schöner noch, seit das Ferienkind zum Töchterlein geworden ist, das mit Lachen und Lust sogar die besten Vasen der Frau Lisbeth mit Blumen füllen darf für den Platz des geliebten Onkels. Denn Frau Lisbeth hat ihr mütterliches Herz entdeckt. aus dem jeder neue Liebesfunke einen anderen erzeugt, solange dieses Herz den wahren Sinn einer opferfähigen Liebe erkennt... 75 Jahre Deutscher Sängerbund. Am 18. und 19. September jähren sich zum 75. Male die Tage, an denen in Koburg der Deutsche Sängerbund gegründet wurde. Aus diesem Anlaß ist eine Feier geplant, an der der Bundesführer Meister mit dem gesamten Führerrat teilnehmen wird. g 1 K Ii 15 K 80 11 Turnen, Spiel und Sport Louis wurde Punktsieger Nur 49 090 Zuschauer.— Eine sinanzielle Enttäuschung Der mit so großer Hoffnung abgeschlossene Schwergewichtskampf zwischen den Voxern Louis= USA. und Farr=Wales, der Dienstag früh in New York ausgetragen wurde, hatte kaum 40000 Zuschauer in das New Yorker Pankee=Stadion gelockt. Neben der finanziellen Enttäuschung, die der Kampf bei Veranstaltern und Boxern auslöste, war man in amerikanischen Kreisen auch mit dem sportlichen Ausgang dieser Begegnung wenig zufrieden. Joe Louis konnte als hoher Favorit den britischen Meister Tommy Farr nicht k. o. schlagen und mußte sich nach 15 Nunden mit einem Punktsieg begnügen. Kurz vor Beginn des Kampfes wurden die 6 früheren Weltmeister Jack Dempsey, Gene Tunney, Jack Johnson, James I. Braddock, Max Baer und Max Schmeling im Ring vorgestellt, von denen Max Schmeling als weltbester Schwergewichtsboxer den weitaus stärksten Beifall erhielt. v. Eramm Henkel sind Amerikas Meister Bei den amerikanischen Doppelmeisterschaften wurden BudgesMaco von den Deutschen besiegt. Bei den amerikanischen Tennismeisterschaften in Brooklin siegte das deutsche Davis=Pokal=Paar Sottfried v. Cramm und Heinrich Henkel in drei Sätzen mit 6:4, 725, 6:4 gegen das amerikanische Davis PokalSiegerpaar Budge und Mako und konnte damit die amerikanische Meisterschaft im Doppel gewinnen. Es ist das erste Mal seit zwölf Jahren, daß eine ausländische Mannschaft den stolzen Titel eines amerikanischen Meisters erringen konnte. Deutsche Kunstflugmeisterschaft 1937 Rudolf Lochner Titelhalter. Die Deutsche Kunstslugmeisterschaft 1937 wurde am Sonntag aus dem Dortmunder Flughasen beendet. Ausgezeichnetes Sommerwetter begünstigte die Veranstaltung, die sich reibungslos vor Tausenden von Zuschauern abwickelte. Von der nahen Wasserkuppe, wo der ReichsMotormodell=Wettbewerb der deutschen Jugend abgewickelt wurde, waren zahlreiche Flugzeuge nach Dortmund gekommen: auch der Führer des NSSK., Generalleutnant Christiansen, wohnte dem Endkampf der sechs besten deutschen Kunstflieger, die sich in der Vorentscheidung für den Kampf um den Titel qualifiziert hatten, bei. Ebenso stattete Bernd Rosemever in seiner Maschine dem Flughasen einen Besuch ab. Endsieger und Deutscher Kunstflugmeister 1937 wurde Rudolf Lochner von der Fliegerübungsstelle Lönnewitz mit 567,5 Punkten, der damit endlich nach viermaligem Anlauf sein Ziel erreichte. Deutscher Triumph in Triest Italiens Amateure 10:6 geschlagen. Das reichhaltige Programm unserer Nationalborstaffel wurde am Sonnabend mit einem eindrucksvollen Sieg über Italiens Vertreter eingeleitet. Mit 10:6 Punkten gewannen unsere Amateure den Länderkampf, und leicht hätte der Sieg sogar noch deutlicher ausfallen können, kam doch Murach im Weltergewicht lediglich durch ein Feblurteil um den verdienten Sieg. Ueber 10000 Zuschauer süllten den Burghof des Kastells von San Giusto in Triest, der immer wieder von den echt südläudischen Temperamentsausbrüchen der Italiener widerhallte. Vierstädtekampf in Vielefeld Ueber 2000 Zuschauer wohnten am Sonntag dem Vierstädtekampf zwischen Bielefeld, Dortmund, Bochum und Münster auf der Bielefelder Radrennbahn bei. Im Gesamtergebnis blieben die Bielefelder in dem aus einem Rundenfahren, Mannschafts=Verfolgungsrennen und einem Zeitfahren bestehenden Omnium mit 83 Punkten vor Dortmund, Münster und Bochum siegreich. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß Dortmund nicht mit der stärksten Vertretung anrücken konnte. Gesamtergebnis: 1. Bielefeld 83 Punkte; 2. Dortmund 36 Punkte; 3. Münster 28 Punkte: 4. Bochum 21 Punkte. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen Jachschaft Jußball, Kreisjugendfachwart. Die Vereine Leese und Matorf haben noch eine Jugendmannschaft gemeldet. Sie werden beide der Gruppe 7 (Lemgo), Oruppenleiter Wiebusch, zugeteilt. Da der Meldeschluß mit dem heutigen Tage abläuft, können die Gruppenleiter die Termine festsetzen und sich mit den Schiedsrichtergruppenleitern wegen der Schiedsrichter in Verbindung setzen. Den neu hinzukommenden Mannschaften zur Kenntnis, daß die Formulare für die Pässe der Jugendlichen beim RfL., Fachamt Fußball, Berlin=Charlottenburg 9, Reichssportfeld, anzufordern sind. Das Formular kostet 0.10 RM. und das Geld ist vorher auf 10 RM. und das Geld ist vorher auf Postscheckkonto inzusenden. Bis jetzt haben sich für den Kursus in Lüdencheid gemeldet: Poul Korbach, Hörstmar; August Winter, alter Beckmann, Barntrup. Bis zum 5. September nehme ich noch Meldungen an. Vor allen Dingen mögen die in der vorigen Woche erwähnten Jugendlichen mitteilen, ob sie an dem Kursus in Lüdenscheid(20. bis 26. September) teilnehmen können. Hogrefe. * Auf Anordnung des Gaues findet am 11. und 12. September dieses Jahres in Lemgo ein Kreislehrgang für Fußball statt. Für die Durchführung dieses Lehrganges steht uns die Gymnasiumhalle und der Jahnplatz zur Verfügung. Der Lehrgang beginnt am Sonnabend, dem 11. September, 16.30 Uhr, und endet am Sonntag, dem 12. September, 13 Uhr. Jeder der nachstehend aufgeführten Vereine ist verpflichtet, einen oder zwei Uebungsleiter, oder Kameraden, die sich für die Durchführung des Uebungsverkehrs in den Vereinen gut eignen, zu entsenden. Vereine, die keine Person abstellen, müssen von mir dem Gau gemeldet werden. Nach Möglichkeit sollen die Lehrgangsteilnehmer in der Jugendberberge übernachten. Die Vereine wollen mir sofort die Zahl der Teilnehmer angeben und gleichzeitig mitteilen, ob eine Uebernachtung und ein verbilligtes Abendbrot gewünscht wird. Teilnehmende Vereine: Lüerdissen, Boßbeide, Hasenbrede, Brake, Lemgo, Lemgo=West, Entrup, Leese, Matorf, Schwelentrup, Tv. Humfeld, Sonneborn, Lüdenhausen, Wendlinghausen, Sommersell, Bösingfeld, Barntrup, Silixen, Hohenhausen, Bavenhausen, Kirchbeide, Stemmen, Talle, Winterberg, Westorf, Bentorf, Lieme, Hörstmar. Wahmbeck. Die Lehrgangsteilnehmer haben mitzubringen: Sportzeug und Trainingsanzug, Fußballschuhe und Turnschuhe. Jeder Teilnehmer soll nach Möglichkeit auch einen Fußball mitbringen. Die Meldung muß bei mir erfolgt sein bis spätestens zum 5. September dieses Jahres H. Gausmann, Heidenoldendorf 276 bei Detmold. Meisterschaftsspiele der 3. Kreisklasse. Gruspe 1. 19. September: Luftwasse Detmold— Wöbbel, Märtens=Heidenoldendorf; Horn— Istrup, Müblig=Pivitsbeide; Cappel— Brüntrup, Winter=Istrup; Mosebeck— Grevenbagen, Reopke=Cappel. 26. September: Brüntrup— Mosebeck, Mische=Blomberg: Istrup— Cappel, Kespohl=Mosebeck; Wöbbel— Horn, Sprick=Jerxen: Klüt— Detmolder Luftwaffe, Materner, Detmold. Meisterschaftsspiele der 3. Kreisklasse. Gruppe 2. 19. September: Kachtenhausen— Talle, Bröker=Heiden: Leopoldsböbe— Kirchbeide, Krüger=Schötmar: Hasenbrede— Abmsen, Schulze=Lemgo; Asemissen— Lieme, Cylinski=Oerlingbausen. 26. September: Talle— Lieme, Altböfer=Leese: Hasenbrede— Asemissen, Schmiedeskamp=Hörstmar: Kirchbeide — Abmsen, Hillemeier=Matorf; Kachtenhausen— Leopoldsböhe, Budde=Holzbausen. Meisterschaftsspiele der 3. Kreisklasse. Gruppe 3. 19. September: Silixen—„Barntrup, Sander=Hörstmar: Winterberg— Schwelentruv, Siekmann=Lieme; Stemmen— Bösingfeld, Obernolte=Matorf; Sommersell— Wendlingbausen, Dreier=Brake. 26. September: Barntrup— Wendlinghausen, Siekmann=Lieme: Bösingfeld— Sommersell, HösemannStemmen; Schwelentrup— Stemmen, Weber=Lemao; Silixen— Winterberg, Daubstein=Kalldorf. Die Spiele beginnen im September und Oktober um 15 Uhr, im November und Dezember um 14.30 Uhr. Sämtliche Berichte der 3. Kreisklasse sind zu senden au Wilb. Hofemann, Entrup, Nr. 30, Post Lemgo. * Meisterschaftsspiele der 2. Kreisklasse. Gruppe Nord. 19. September: Hobenhausen— Lemgo=West, Schmiedeskamp=Hörstmar; Sonneborn— Lüdenhausen, KellnerLemgo: Möllenbeck— Westorf, Budde=Holzhausen: Brake — Leese, Schrabe=Pivitsbeide; Matorf— Entrup, LogesSalzuflen. 26. September: Lemgo=West— Entruv, Buse=Lage; Leese— Matorf. Schulze=Bavenhausen: Brake— Westorf, Friedrich=Pivitsbeide; Sonneborn— Möllenbeck, FritzBrake; Hohenhausen— Lüdenbausen, Sander=Hörstmar. Nach jedem Spiel ist der Spielbericht umgebend an meine Adresse zu entsenden. Spielbeginn im September und Oktober um 15 Uhr, im November und Dezember um 14.30 Uhr. Gausmann, Heidenoldendorf 276 bei Detmold. Vereinswettkämpfe in Horn. Am Tage des Volksfestes in Horn wurden die Vereinswettkämpfe des Turn= und Sportvereins ausgetragen, die folgendes Ergebnis hatten: Dreikampf: Männer: 1. E. Gruttmann mit 50 Punkten. 2. Er Brinkmann mit 49 P. 3. E. Tito mit 48 P. und weitere Sieger. Dreikampf: Jugend A: 1. Herb. Voigt mit 52 Punkten. 2. H. Dinger mit 49 Punkten. 3. Schierenberg mit 48 Punkten und weitere Sieger. Dreikampf: Jugend B: 1. H. Bertram. 2. Reinecke. 3. Ellbracht und weitere Sieger. Einzelkämpfe: 100=Meter=Lauf: Männer: E. Brinkmann in 12,8 Sek. Jugend A: H. Voigt in 12,4 Sek. Jugend B: Bertram in 12,5 Sekunden. Kugelstoßen: Männer: E. Tito mit 10.60 Meter. Jugend A: Berghahn mit 10,30 Meter. Jugend B: Reinecke mit 9.90 Meter. Steinstoßen beidarmig: Männer: E. Tito mit 11,60 Mtr. Speerwerfen: Jugend A: Bergbahn mit 33.60 Meter. Diskuswersen: Jugend B: Bertram mit 29,70 Meter. Ferner wurden Sieger im 400=Meter=Lauf für Jugend: Vertram; im 1500=Meter=Lauf siegte Schierenberg; im Hochsprung für Männer E. Gruttmann; Jugend: Lückemeier. Eine Leistungssteigerung wurde auf allen Gebieten des Sportes festgestellt, und wir wollen hoffen, daß die Entwicklung meiter anhält. Die Abnahme der Uebungen für das Reichssportabzeichen bildeten den Abschluß des Wettkampfes. Am Mittwochabend um 7 Uhr soll der 10000=MeterLauf abgenommen werden. Luftwaffensportverein heute gegen RSB. Klüt. Heute um 18 Uhr folgt die 1. Fußballmannschaft des Lw.=Sportvereins einer Einladung des Rasensportvereins Klüt. Der Lw.=Sportverein gibt folgende Mannschaft bekannt: Wiegmann Kandzia Schiller Becker Leonhardt Ermert Ruviever Panczak Dattinger Liebbett Büdenbender Das von den Luftwaffensportlern erzielte Torergebnis von 19:7 in den letzten 3 Spielen gegen Gegner der ersten Kreisklasse und zwei Bezirksligavereine am letzten Sonntag zeugt von der Schußfreudigkeit des Detmolder Sturmes und rechtfertigt die Aussicht auf ein interessantes Spiel. Sind Sie auch dabei? 5. Klasse 49. Preußisch-Güddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II 20. Ziehungstag 30. August 1937 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 5000 RM. 246853 312376 380639 12 Gewinne zu 3000 RM. 73610 85019 103529 116495 157651 217019 22 Gewinne zu 2000 RM. 68530 115819 118279 146475 162061 279424 802684 305088 340031 878625 397452 58 Gewinne zu 1000 RM. 181 11425 19494 49137 61860 84878 109431 116122 118913 122643 179466 209487 213615 229006 237289 248527 259022 262045 263194 274897 279968 290361 286784 333994 335575 861302 365173 873026 393484 110 Gewinne zu 500 RM. 8188 8774 16686 17829 29604 31588 39322 41478 45467 73751 86528 92995 96481 96691 97094 99774 103592 106944 109594 109832 110947 113907 115391 140364 147749 163494 169374 173859 177171 185583 191032 192761 201710 203660 204571 208906 214056 214125 221275 290999 236139 244658 280284 296520 301330 303244 313716 325471 385722 385938 387608 390021 397489 397627 397757 178 Gewinne zu 300 RM. 1974 7921 9255 27571 29081 37808 39830 48397 55371 58396 63067 64363 67449 67804 69028 72567 77445 78373 79864 82426 92142 93155 94499 101964 106022 107640 113904 115633 118226 126358 129632 129957 132726 134761 142817 151130 163265 173787 182915 182968 186637 193766 199503 204384 205780 208803 214532 218856 221495 227901 236590 239428 241206 245437 246863 250006 250146 251818 255562 257517 259553 266647 267197 268877 270823 272965 276541 277693 283556 284261 296603 310394 311736 312537 814330 338212 345644 346924 363849 367301 369504 370474 377806 384763 384965 385586 391462 394826 397173 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 95032 6 Gewinne zu 3000 RM. 60226 168224 215112 22 Gewinne zu 2000 RM. 44284 71689 84367 126366 150703 178499 198463 271973 303090 351444 355591 46 Gewinne zu 1000 RM. 439 8121 40988 60811 69714 71816 79711 88928 128529 164454 195475 204639 220620 255796 266018 285427 317491 332557 345616 358414 361127 872134 396960 74 Gewinne zu 500 RM 5626 14637 18008 28952 69176 71524 81543 85000 97775 154405 167250 172187 173098 173307 197201 206894 207016 216031 233863 244606 245618 250187 260541 273572 276885 279200 281957 284528 286066 34336s se7age 295426 309269 339212 340348 zu 300 RM. 2906 3608 15860 20347 21360 22498 36460 51468 63645 64036 63530 63940 64896 68538 68906 71452 73544 61090 82309 86769 93415 98747 100692 104893 106827 107185 119048 127065 129074 130219 136836 142788 159207 160610 161395 167753 167971 180501 180958 189413 197561 197587 198101 202276 207809 213478 218220 232746 234889 243680 248145 250913 265860 267361 281089 288892 289500 289540 296417 306393 316774 320106 325196 335628 351637 366182 368045 369990 871209 374366 877445 383186 397168 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu se 100000, 2 zu se 50000, 6 zu se 30000, 10 zu je 20000, 26 zu se 10000, 68 zu se 5000, 126 zu je 3000, 282 zu se 2000, 1022 zu se 1000, 1508 zu je 500, 3114 zu se 300, 72820 zu se 150 RM. Der Mittelpunkt aller Moßnehmen im Hilfewerh„Mutter und Rind“ in 81 Anzeigen mit Text gewerbamAßlger Art werden aufgenom Freie Stellen Bankkischler tüchtige, für Akkordarbeit stellt sofort ein Lippische Möbelfabrik, detmold, Klüter Straße. Drei Gehilfe stellt sofort ein Sch Stirtzel, Blomberg. en neidermeister für Geschäftshaushalt Nähe Detmolds gesucht. Familienanschluß, Lohn 30 RM. Zu erfragen unter Nr. 3755 bei der Lipp. Staatszig. Hausdiener für sofort gesucht. Lohn 55 RM., abzugsfrei, und freie Kost und Wohnung. Angebote mit Altersangabe und bisheriger Tätigkeit an Café„Europa“, Bielefeld. Sache sofort oder 15. September Knecht, bei hohem Lohn. Schmidtmeier, Betzen, Post Farmbeck. Sache sofort oder später einen zuverässigen Melker zu 12 Kühen, desleichen einen Gespannführer. düning, Bentrup, Post Brake. Hausgehilfin nicht unter 18 Jahren, sauber und zuverlässig, zum 1. 9. gesucht. Julius Heidemann, Ahmsen 64, Post Herford, Ruf Nr. 3175. Alleinmädchen erfahrenes, für sofort oder später gesucht. Frau Edzard, Fliegerhorst. Gesucht zur Erlernung des Haushalts Mädchen, 15 bis 16 Jahre, am liebsten vom Lande. 15. 9. oder 1. 10. Detmold, Bertastraße 9. Junges Mädchen zum 1. Oktober zur Erlernung oder weiteren Ausbildung in landwirtschaftlichen Haushalt gesucht. Familienanschluß und Gehalt. Frau G. Führing, Leese bei Lemgo. Erkrankung Wegen ikung meiner Hausgehilfin suche ich für sofort zur Aushilfe ein zuverlässiges, kinderliebes Mäden. Stabsarzt Dr. Hengesbach, or den Eichen 4. Selbständiges Alleinmädchen für modernes Einfamilienhaus Düsseldorf, 3 Personen, zum 1. Oktober oder später bei hohem Lohn gesucht. Angebote an Frau Meng, Bad Salzuflen, Königin Luise, Moltkestraße 15. Perfekte Hausgehilfin infolge Erkrankung der jetzigen für Arzthaushalt bei hohem Lohn zu sofort gesucht. Dr. Lux, Schötmar, Schlageterstraße 7. Mädchen junges, für sofort oder 1. 10. für Haushalt u. Laden gesucht. 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Frau Irmgard Schroeder, Fürstengartenstraße 12. evangelische, *(Aurakter 89 eiterer, ruhiger Cha ldung in Kre Ausbildung nicht erforderlich), ranken für gelähmte Dame(Rollstuhl) während ausen gesu“ EvenKur in Oeynhausen gesucht tuell Dauerstellung auch für leichte Hausarbeit. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Photo unter Nr. 3758 Staatszeitung. an die Lippische Stellen-Gesuche Junger Mann 25 Jahre alt, gelernter Schlosser, Führerschein Klasse 3, mit Handelsschulbildung, sucht Stellung, gleich welcher Art. Angebote unter Nr. 391 an die Lippische Staatszeitung, Geschäftsstelle Lage. Ronteristin jüngere, in Schreibmaschine, Stenographie sowie allen Kontorarbeiten bewandert, sucht per sofort oder äter Stellung. Angebote unter r. 3757 an die Lippische Staatszeitung. 5 Mädel 29 Jahre, evangelisch, sucht Stellung. Gute Zeugnisse vorhanden. Ella Kelter, Witten an der Ruhr, Blücherstraße 32. Gebildetes junges Mädchen sucht zum 1. 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Im Namen aller meiner Mitarbeiterinnen spreche ich den lippischen Gastgebern für die gewährten Freiquartiere und kameradschaftliche Betreuung aller Gäste meinen herzlichen Dank aus! Heil Hitler! E. Polster, Gaufrauenschaftsleiterin und Führerin des Deutschen Frauenwerks, Gau Westsalen=Nord. Mit dem Motorrad in den Tod Schwerer Verkehrsunfall in Alverdissen Am Sonntagabend ereignete sich auf der Landstraße kurz vor Alverdissen ein folgenschwerer Verkehrsunfall, dem leider wieder ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Gegen 9 Uhr wollte der Molke. reigehilfe Siegfried Begemann, der seine Eltern in Bega besucht hatte, drei junge Leute überholen. Dabei streifte er mit der Lenkstange des Motorrades einen vor ihm gehenden jungen Mann, der zu Boden gerissen und verletzt wurde. B. kam mit dem Motorrade unglücklich zu Fall und erlitt sehr schwere Verletzungen, die bald den Tod herbeiführten. In die Läneburger Heide Eine Fahrt der NS6.„Kraft durch Freude“ Die NSG.„Kraft durch Freude" startet vom 5. September bis zum 12. September eine Urlaubsfahrt in die Lüneburger Heide. Unterkunftsorte sind Verden, Visselhövede, Kirchlinteln, Rotenburg und Scheessel. Wer in diesen wunderbaren Septembertagen fern von dem Getriebe des Alltags einmal so recht ausspannen möchte, in den Weiten der Lüneburger Heide, jenem einzigartigen Naturschutzgebiet, Erholung finden will, der versäume nicht diese Fahrt. Dies Gebiet gehört zu dem eigenartigsten und reizvollsten, über die wir in Norddeutschland verfügen, das leider immer noch viel zu wenig bekannt ist. Interessenten dieser Fahrt wollen sich umgehend an die Kreisdienststelle der NSG.„Kraft durch Freude“. Detmold, Haus der Deutschen Arbeitsfront, wenden, wo sie alles Nähere erfahren werden. Anmeldungen nimmt außerdem jede KdF.=Dienststelle entgegen. Aufgang der Jagd Die Fischerei im September steigende Werbeumsätze Gleichzeitig mit den Werbeumsätzen für den Monat Juni veröffentlicht der Werberat einen Vergleich der Werbeumsätze des ersten Halbjahres 1937 mit der gleichen Zeit des Vorjahres. Aus dem Vergleich geht hervor, daß im ersten Halbjahr 1937 die gesamten Werbeumsätze um 11,5 Prozent höher liegen als im ersten Halbjahr 1936, und um 22,6 Prozent höher als in der entsprechenden Zeit des Jahrs 1935. Die nennenswerte Umsatzsteigerung ist vor allem zurückzuführen auf die gesteigerte Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, durch Werbefilme und Diapositive. Einen Vergleichsmaßstab für die Beurteilung der Werbeumsätze liefert die Bewegung der Einzelhandelsumsätze, die die Verbrauchsgestaltung zum Ausdruck bringt. Die Ergebnisse bestätigen die bisherige Parallelbewegung, denn im ersten Halbjahr 1937 stiegen die Einzelhandelsumsätze um rund 10 Prozent und die Werbeumsätze um rund 11 Prozent. Erleichterung der Holzeinfuhr Der Reichsfinanzminister hat bestimmt, daß§ 12 Abs. 3 des Zolltarifgesetzes bis auf weiteres nicht mehr anzuwenden ist. Dies bedeutet eine Erleichterung der Holzeinfuhr. Die Bestimmung, die bis auf weiteres nicht mehr anzuwenden ist, besagte nämlich, daß bei eingeführtem Holz, das gelagert wird, der Zollsatz verzinst werden muß. bis woltig (Reichswetterdienst, Ausgabestelle Hannover.) Wetteraussichten bis 2. September, morgens Schwach windig, heiter bis wolkig, morgens neblig oder dunstig. Tagestemperaturen um 23 Grad, nachts um 10 Grad. * Witterungsübersicht vom 31. August Der hohe Druck über Mitteleuropa hat sich weiterhin erhalten. Ein kräftiger Sturmwirbel, der sich südwestlich von Irland befindet, dürfte vorläufig noch keinen Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Ueber Mitteleuropa deutet schwacher Luftdruckanstieg darauf hin, daß auch in den nächsten Tagen die bestehende Hochdruckwetterlage erhalten bleibt. * 2. 9. Sonnenaufgang: 5.11 Uhr Sonnenuntergang: 18.47 Uhr Seit dem 25. August ist schon die Hühnerjagd auf. Ungemein reizvoll ist diese Jagd in der vorherbstlichen Stimmung, die nun schon über Wald und Feld liegt. Hühner jagen mit einem guten Hund, bringt Freuden über Freuden. Am 1. September beginnt die Schußzeit für männliches Elchwild, für männliches Dam= und Sikawild, für Hasel=, Schnee= und Steinhühner und auch der Mäuse= und Rauhfußbussard, Säger und Möven dürfen ebenfalls erst vom 1. September an geschossen werden. Schon am 16. September beginnt die Schußzeit für weibliches Reh=, Not=, Dam= und Sikawild und der Kälber beiderlei Geschlechts. Damit ist die verantwortungsvollste Zeit für den Jäger gekommen, nichts ist schwieriger als der richtige Abschuß des weiblichen Wildes! Er ist wohl die größte Aufgabe während des ganzen Jagdjahres. Von ihm ist alles abhängig, und deshalb muß der Jäger alles daransetzen, dieser Aufgabe in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Der Bockabschuß dürfte jetzt in den meisten Revieren erfüllt sein. Am Anfang des Monats hat deshalb der Jäger Gelegenheit und Zeit genug, um sich so ganz den Reizen der Hühnerjagd hinzugeben. Ungemein interessant ist auch jetzt im September die Jagd auf den Haselhahn, und beneidenswert ist derjenige, der noch Gelegenheit hat, sich den einen oder anderen Hahn heranzubisten. Gegen Ende des Monats tritt der Rothirsch in die Brunft, und damit begibt er sich auf die Suche nach weiblichem Wild, gelangt dabei oft in ganz fremde Neviere, wo ihn zum Leidwesen des Nevierinhabers, bei dem er bis jetzt stand, die Kugel erreicht. Bis dahin führt der Rothirsch noch ein sehr heimliches Wesen, und nur die immer wieder frisch auftauchenden Fährten verraten seine Anwesenheit. Neben diesen angenehmen Seiten darf aber der Jäger die herbstlichen Pflichten auf keinen Fall vernachlässigen. Wie im„Deutschen Jäger“, München, zu lesen ist, sind die Dreschabfälle schleunigst zu beschaffen und an die Vorbereitungen für die Winterfütterung des Reh= und Hochwildes ist schon jetzt zu denken. Gelegentlich der Hühnerjagd ist es dem Jäger leicht gemacht, streunenden Katzen und Hunden das Handwerk zu legen. Im September sind noch alle Fische zum Fang frei. Eine Ausnahme bilden nur die Bachforellen, für die in Bayern in einigen Regierungsbezirken die Schonzeit auf den 15. September verlegt wurde. In der zweiten Hälfte des Monats treten nämlich die Forellen bereits in die Laichzeit. Der Bachsaibling ist ebenfalls schon voll Laich, und dort, wo er großwüchsig wird, ist es zweckmäßig, ihn von Mitte September an zu schonen. Aesche, Barbe, Barsch, Regenbogenforelle, Schied und Zander beißen noch gut. Gute Ergebnisse lassen sich auch beim Schleppfischen auf Hechte erzielen. Ewald Ullands letzter Weg. Der im besten Mannesalter von 45 Jahren unerwartet verstorbene Gastwirt Ewald Ulland wurde gestern unter starker Anteilnahme zur letzten Ruhe beigesetzt. Nach einer Trauerandacht an der Stätte seines Wirkens im „Hotel zum Falken“ an der Hornschen Straße setzte sich der stattliche Trauerzug unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Friedhof in Bewegung. Eine Kriegerkameradschaft und Abordnung der Detmolder Schützengesellschaft marschierten mit ihren Fahnen im Zuge mit. An den Straßen, die der Trauerzug passierte, standen viele Detmolder und entboten dem Toten den letzten Gruß. Das war Glück im Anglück Personenmagen überschlagen— Personen nicht verletzt Gestern nachmittag fuhren zwei Personenkraftwagen auf der Lageschen Straße kurz vor der Stadtgrenze gegeneinander. Der eine der beiden Wagen hatte einen Lastzug überholt und war so auf die linke Straßerseite gekommen. Während das eine Auto lediglich an der linken Seite erheblich beschädigt wurde, flog der zweite Wagen viele Meter weit die Bunte Blätter fallen... Dem leuchtenden Herbst entgegen In diesen Tagen, in denen Sommer und Herbst ineinander überzugehen beginnen, sind wir alle Sonnensucher geworden. Jeder Strahl wird ausgenutzt, und mit ein wenig Wehmut im Herzen sehen wir den großen gelben Sonnenball über den glasklaren Himmel, dem schon die satte Wärme des Hochsommers fehlt, ziehen. Genau wie die Menschen scheinen auch die Blumen zu fühlen, und die ganze Natur bietet sich mit offenen Armen der Sonne dar. Blumen, die schon traurig ihre Köpfe hängen ließen, richten sich noch einmal auf, die leuchtenden Farben ihrer Blüten bekommen eine Kraft, die überwirklich anmutet. Der sachte Wind, der über die Felder streicht und Rauch von Kartoffelfeuern am fernen Horizont durcheinanderquirlt, trägt einen herben Geruch von Acker und Wiese mit sich. Ueber diese Gewißheit täuscht auch die Nachblüte nicht hinweg, die jetzt noch einmal den Balkon belebt. Schon schwirren und tanzen in ungewissem Hin und Her erste braune und gelbe, rote und graue Blätter durch die Luft. „Es herbstet“, sagen die Menschen und fassen in diesen zwei profanen Worten eine Stimmung zusammen, die erfühlt sein will und in diesen Tagen auf Schritt und Tritt in der großen Sinfonie der Natur I.—„„— mitschwingt und klingt. Offene offene Herzen erschließen Geheimnisse, die tiefer und schöner kaum jemals anzutreffen sind. Thema des Tages: Wir würden es begrüßen, wenn jetzt der Hindenburgdamm möglichst täglich während der Morgenstunden gereinigt würde, damit die Zierde der Stadt auch während der Zeit der fallenden Blätter den sonst gewohnten sauberen Eindruck macht. Für vereine u. Gesellschaften fichtenee Pigs Gellers Gaststänen JStusssiasistelg. Straße entlang und landete im Straßengraben, wo er sich überschlug. Er war mit vier Personen voll besetzt, darunter eine 70jährige Frau und ein Kind. Fast unglaublich klingt es, daß keiner von ihnen verletzt wurde und auch die Großmutter gesund und munter aus dem umgestürzten Wagen kletterte. Das nennt man Glück im Unglück! Die Schuldfrage wurde nicht geklärt. In kurzer Zeit hatte sich eine große Menge Schaulustiger eingefunden und viele parkende Wagen standen weithin an der Straße. Wo fährt man Autobahn? Nachstehend veröffentlichen wir ein Verzeichnis der in Betrieb genommenen Strecken und Teilstrecken der Reichsautobahn nach dem Stande vom 1. August 1937: 225 km 184„ 158 140 101 100 9 91 71 60 57 39 98 21 11 die Strecke Berlin—Hannover; von der Strecke Berlin—München, und zwar die Teilstrecke Schkeuditz—Schleiz—Lanzendorf—Bayreuth; die Strecke Bad Nauheim—Frankfurt am Main—Mannheim—Heidelberg—Bruchsal; die Strecke(Berlin) Weißensee Bernau=Süd— Colbitzow(Stettin)—Hornskrug; die Strecke Dresden—Chemnitz— Meerane; von der Strecke München—Landesgrenze, und zwar die Teilstrecke München—Siegsdorf; die Strecke Königsberg—Elbing; von der Strecke Breslau—Berlin, und zwar die Teilstrecke Breslau—Liegnitz—Kreibau; von der Strecke Hamburg—Bremen, und zwar die Teilstrecke Dibbersen— Ohten; von der Strecke Köln—Düsseldorf—Industrie= gebiet, und zwar die Teilstrecke Köln—Ober= hausen; die Strecke Hamburg die Strecke Göttingen—Kassel; die Strecke Halle(Saale)—Leipzig; Stettiner Dreieck— Oberschöneweide Grünheide; von der Strecke Stuttgart—Ulm—Leipheim, und zwar die Teilstrecken Stuttgart=Süd— Unterboihingen= 16 km und Ulm—Dornstadt—Heidenheimstraße= 5 km; die Strecke Gleiwitz—Borsigwerk. Eine ehrenvolle Auszeichnung wurde dem Gerichtsreferendar Pg. Harald Tielker zuteil. Er wurde zum 1. September d. J. in die Kanzlei des Führers (Amt für Gnadensachen) zwecks weiterer Ausbildung nach Berlin berufen. Jeder trägt die Rürnbergpiakette Die NSDAP.=Ortsgruppen Detmold=Nord und =Süd teilen mit: Die Block= und Zellenleiter der beiden Ortsgruppen bieten in diesen Tagen von Haus zu Haus die Plakette für den Reichsparteitag an. Wir bitten die Bevölkerung, durch Kauf dieser Plakette ihre Verbundenheit mit der Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Die wenigen in Detmold angebotenen Plaketten müssen restlos zur Finanzierung der Nürnbergfahrt abgesetzt werden. Jus Krankenhaus überführt. Am Montagabend kurz vor 23 Uhr wurden Passanten auf ein Schreien auf dem Kaiser=Wilhelm=Platz aufmerksam. Ein junges Mädchen schien hier einen Anfall bekommen zu haben. Ein Arzt wurde geholt und das Mädchen mit dem Krankenauto ins Krankenhaus überführt. In einem Jahr 12000 Besucher Hochbetrieb in der Zugendherberge auf dem Biddeser Berge Wer stiftet einen Radioapparat? Einen schönen Beweis dafür, wie beliebt das Lipperland ist und wie gerne die Jugend ihre Ferien in seinen Bergen und Tälern verbringt, liefern uns die Besucherzahlen der im vorigen Jahr auf dem Hiddeser Berge eingeweihten und in Betrieb genommenen Jugendherberge. Die Zahl derer, die sich in ihr eine Nacht oder länger aufhielten, hat die 12000 überstiegen. Allein im Monat Juli sind 3600 Besucher zu verzeichnen gewesen. Der größte Teil der Gäste setzt sich aus HitlerJugend=Angehörigen zusammen, aber auch aus dem Auslande haben schon viele Touristen in dem gastlichen Hause übernachtet. Zahlreiche Schulungen und Lager der HJ. und des BDM. wurden auf dem Hiddeser Berge abgehalten, so weilten Hamburger, Berliner, ostpreußische und Hannoveraner Einheiten wochenlang in der Herberge, ernannten sie zu ihrem Standquartier und unternahmen von dort aus Wanderungen ins Lipperland. Das Haus faßt heute 150 Betten und hat eine moderne Küche, so daß auf Anmeldung jederzeit Verpflegung geliefert werden kann. Bei schlechtem Wetter steht den Wanderern ein großer Unterhaltungsraum mit einer herrlichen Aussicht auf den Teutoburger Wald zur Verfügung. Mit welchem Vergnügen die jungen Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches auf diesem schönen Fleckchen Erde beisammen sind, ist daraus ersichtlich, daß verschiedene Fähnlein des OS. und Hitler=JugendScharen in den Berggarten der Herberge große Findlinge gerollt haben, in die sie zum Andenken an ihren Aufenthalt die Nummern und Namen ihrer Fähnlein und Scharen eingemeißelt haben. Wir können also nach einjährigem Bestehen der Jugendherberge, die im vorigen Jahre von Gauleiter Dr. Meyer geweiht worden ist, feststellen, daß sie zu einem der schönsten westfälischen Sommeraufenthaltsorte unserer Jugend geworden ist und wünschen dem Herbergsvater auch für die kommende Zeit schönen Erfolg. Leider sind die Zufahrtsstraßen und=wege in einem sehr unwürdigen Zustand und bedürfen dringend einer Ausbesserung. Weiter wäre es dankenswert, wenn sich ein Privatmann finden würde, der der Jugendherberge einen Radioapparat, Sportgeräte oder Bücher für die Bibliothek zur Verfügung stellen würde. Der Sternhimmel im September Immer früher bricht jetzt die Dämmerung herein. Die Sonne hat die nördlichsten Gebiete des Tierkreises verlassen und wendet sich gegen Süden. Am 23. September überschreitet sie den Aequator: der Beginn des Herbstes. Jupiter, der helle Planet, der während der vergangenen Monate so schön am Späthimmel leuchtete, beschränkt sich nunmehr auf die erste Nachthälfte. Der rötliche Mars steht in der Dämmerung schon stark westlich. Drei Stunden nach der Sonne geht er unter. Saturn, der bleiche Wandler mit dem Ring, ist die ganze Nacht über sichtbar. Gegen 22 Uhr, wenn die letzten Reste des Tages längst von der Nacht verschlungen sind, spannt sich majestätisch das schimmernde Band der Milchstraße über das Fimament. Im Nordosten beginnend, wo die helle Kapella im Dunst des Horizonts flackert und etwas höher die schöne Perlenschnur des Perseus funkelt, steigt es über das„W“ der Kassiopeia an zum Zenit. Im großen Kreuz des Schwans spaltet sich die Milchstraße in zwei Teile. Hoch im Westen strahlt die Wega, der hellste Stern des Nordhimmels. Unter ihr, tief im Nordwesten, verschwinden Krone und Bootes. Im Osten trifft unser Blick schon die ersten Vorboten des Winters. Ganz tief im Nordnordwesten erhebt sich unter den Sternen des Perseus das zierliche Siebengestirn, und ein wenig später erscheint auch Aldebaran, der Hauptstern des Stieres. In heller Himmelshöhe von Osten nach Süden gestreckt bemerken wir die Andromeda mit dem kaum sichtbaren, im großen Fetnrohr jedoch sich als wunderbares Gebilde offenbarenden Spiralnebel. Daran anschließend das große Viereck des Pegasus. Unter diesem im Sternbild der Fische der Planet Saturn. Nicht vergessen sei der Große Bär, der tief im Norden dahinspringt. Am Morgenhimmel ist wieder einmal Merkur zu sehen. Die Venus erstrahlt noch immer als Morgenstern. In der Morgendämmerung halte man auch Ausschau nach dem sogenannten Tierkreislicht. Als seiner Schimmer erhebt es sich steil im Osten, etwas nach links abgeneigt.— Die Mondphasen: Neumond 4. September, erstes Viertel 12. September, Vollmond 20. September und letztes Viertel 27. September. „Die Kreutzersonate“ Leo Tolstois weltberühmter Roman einer zerrütteten Ehe wurde von der Ufa zu einem erschütternden Großfilm gestaltet, der bei seiner am gestrigen Abend stattgefundenen Detmolder Exstaufführung den tiefsten: Eindruck hinterließ. Vor einer ausführlichen Würdigung dieser filmischen Großtat stellen wir fest, daß wir seit Monaten derart großartige Schauspielkunst hier nicht mehr gesehen haben. Diesen Film muß man gesehen haben! Nach einem sehr guten Vorprogramm stand das Publikum ganz im Banne des tragischen Geschehens im Vorkriegsrußland und verließ sichtlich ergriffen das Theater. August Koch. Günstige Fahrgelegenheit zur Kundgebung des Reichstrenhänders der Arbeit in Blomberg Die Betriebsführer und Amtswalter, die die Kundgebung des Reichstreuhänders der Arbeit in Blomberg heute abend besuchen wollen, können mit einem Sonderomnibus der Pesag fahren. Der Omnibus wird Punkt 19 Uhr am Lippischen Hof in Detmold abfahren und nach Schluß der Kundgebung zurückfahren. Der Fahrpreis beträgt für Hin= und Rückfahrt 1,20 RM. Ein Wort an die Radfahrer Viele Radfahrer vergessen, daß die Abende kürzer geworden sind, und versäumen, rechtzeitig die Beleuchtung einzuschalten. So mußte beispielsweise am Wochenende ein Radfahrer innerhalb 30 Minuten zweimal zur Anzeige gebracht werden, weil er ohne Beleuchtung fuhr. Verkehrskontrolle. Gestern in den Abendstunden standen die Männer des RSKK. an den Hauptstraßenkreuzungen Detmolds und ermahnten freundlich, aber bestimmt alle kleinen und größeren Verkehrssünder. Hoffentlich hilft's! „SANUTETTE Kursus für Mütterschulung und Säuglingspflege im Deutschen Frauenwerk Das Deutsche Frauenwerk unter Führung der NS.= Frauenschaft gibt bekannt: Der für den 6. September in Detmold angesetzte Mütterschulungskursus unserer Abteilung„Reichsmütterdienst“ ist verlegt. Derselbe beginnt nunmehr am Dienstag, dem 14. September, 20 Uhr, in der Küche der NS.=Frauenschaft, Mühlenstraße. Alle bereits angemeldeten Frauen wollen sich diesen Termin— 14. September— vormerken. Weitere Anmeldungen junger Mädchen, Bräute und Mütter jeden Alters nehmen die Ortsfrauenschaftsleiterinnen Frau M. Pieper, Bruchberg 31, Tel. 2121, für Ortsgruppe Süd, und Frau Boberg, Woldemarstraße 13, für Ortsgruppe Nord entgegen. Neue Künstler im Landestheater Der Winterspielzeit entgegen Nachdem wir in unserer Sonntagausgabe den Spielplan für die neue Spielzeit im Lippischen Landestheater bekanntgegeben haben, können wir nunmehr auch eine Reihe neu verpflichtete Künstler vorstellen. Erstmalig treten in Detmold auf: Walter Kuhnle, Operntenor; Reimer Steffens, Baßbuffo; Hans Lindner, Tenorbuffo; Cay Dietrich Voß, Buffo; Ilse Zeyen, lyrische Sängerin; Elisabeth Listing, Altistin; Gertrud Schroeder, Charakter= und Chargenspielerin. Außerdem wird die hier bereits bekannte Elfriede Ehrhardt nunmehr als Soubrette wirken. Erfolgreicher Detmolder Kapellmeister in Bad Salzschlirf Kapellmeister Dr. Friedrich Siebert, der im vergangenen Winter als Kapellmeister am Lippischen Landestheater wirkte und auch für die neue Winterspielzeit wieder nach hier verpflichtet wurde, war während der Sommermonate Leiter des Kurorchesters in Bad Salzschlirf und dirigierte neben den täglichen Kurkonzerten, die wiederholt durch den Reichssender Frankfurt übertragen wurden, acht Symphoniekonzerte des auf 45 Mann verstärkten Orchesters(Städt. Orchester Trier und Kurorchester Hersfeld). Kapellmeister Dr. Friedrich Siebert wurde von der Frankfurter Presse wiederholt sehr günstig kritisiert und auf Grund seiner großen Erfolge auch für die nächste Kurzeit wieder als 1. Kapellmeister nach Bad Salzschlirf verpflichtet. Da dieses Bad im nächsten Jahre auf ein Bestehen von 100 Jahren zurückblicken kann, ist eine große Musikwoche mit zeitgenössischer Musik vorgesehen, die Kapellmeister Dr. Friedrich Siebert leitet. ein leichtsinniger Mann Aber er hat keinen großen Schaden Es ist schon einige Tage her, da ließ ein Mann aus irgendeinem Grunde eines schönen Abends sein Fahrrad auf der Langen Straße stehen. Daneben stellte er seinen Handkoffer, mit dem er gerade von seinen Eltern gekommen war und der mit Lebensmitteln gefüllt war. Prompt wurde Rad und Koffer gestohlen. Wenigstens war beides verschwunden, als der leichtsinnige Mann wiederkam. Das Fahrrad wurde auf der Polizei abgegeben. Der Koffer blieb verschwunden. Bis zum andern Morgen. Da fand man einen kleinen Handkoffer hinter der Marktkirche stehen. Es war der gestohlene. Die Blumenkohlköpfe waren noch darin. Verschwunden waren lediglich 5 Pfund Butter. Ob der Mann die auch noch wiederbekommt? Wir hegen berechtigte Zweifel. Kriegsopfer auf froher Fahrt Schwerbeschädigtenfahrt der NSROV., Ortsgruppe Detmold Vom schönsten Sommerwetter begünstigt, fand am vergangenen Sonntag wiederum die schon fast traditionell gewordene Schwerbeschädigtenfahrt des Jahres 1937 statt. Das Reiseziel, Bodenwerder, Polle a. d. Weser, wurde gegen 17 Uhr erreicht, nachdem vorher das Staatsbad Pyrmont besichtigt worden war. Nach längerem Aufenthalt am schönen Weserstrand wurde auf der Rückreise in Falkenhagen und Schwalenberg kurze Rast gemacht. Durch den Besuch des Kurkonzerts mit Parkbeleuchtung in Bad Meinberg fand diese herrliche Fahrt einen wunderbaren Abschluß und Ausklang. Dem DDAC., der diese Fahrt durch Gestellung eines großen Omnibusses ermöglicht hatte, sprechen alle Fahrtteilnehmer auf diesem Wege den herzlichsten Dank aus. Wann kommen die Soldaten wieder? Nach dem Abschluß des Manövers hört man hier und da schon wieder die Frage:„Haben Sie’ne Ahnung, wann unsere Soldaten wiederkommen?“— Nun, wir können darauf eine Antwort geben, und zwar ist mit der Rückkehr des Infanterie=Bataillons am späten Freitagabend bzw. in der Frühe des kommenden Wochenendes zu rechnen. Fröhliche Stunden beim Schau= und Werbefest des Deutschen Frauenwerks Fröhliche Stunden vermittelt am kommenden Sonnabend und Sonntag, nachmittags und abends, das Schau= und Werbefest des Deutschen Frauenwerkes. Lachen und Fröhlichkeit wird vor dem KasperleTheater herrschen, die schönsten Gewinne sind bei der Verlosung zu holen, jeder kann für wenig Geld die von den Frauen selbst gebackenen Kuchen, schmackhaft zubereiteten Brote und Salate essen. Praktische Winke über die Zubereitung der Speisen werden gegeben. Das soll aber nicht etwa heißen, daß es nur Wert für Frauen hat, dieses Fest zu besuchen, im Gegenteil, die Männer sollen auch kommen! Sollen sehen und staunen, daß die heutigen Frauen nicht mehr die oberflächlichen, vermännlichten Frauen von früher sind, daß wieder alte deutsche Sitten Geltung bekommen und daß wir von Herzen fröhlich sein können. Und schließlich gibt es auch allerhand Lustiges für die Männer. Einmal das Tanzen und andererseits die Schießbuden mit reizenden und praktischen Gewinnen. Die Tanzspiele unter Leitung der Kreismütterschulungsleiterin, die auf diesem Gebiete der Unterhaltung Fabelhaftes leistet, werden viel Freude auslösen. Die Stunden werden jedem Besucher viel geben, und da der Eintrittspreis sehr gering ist(20 Pf.), heißt am Sonnabend und Sonntag die Parole: Auf in den Neuen Krug, zum Schau= und Werbefest des Deutschen Frauenwerks! „Hadubran?“, ein vermanisches Heldenschicksal So betitelt sich das Festspiel, das die Hitler=Jugend als Auftakt zu ihrem Unterbannaufmarsch in Lemgo gewählt hat. In diesem Zusammenhang tauchen natürlich Fragen über Fragen auf: Was ist das für ein Spiel? Wer ist Hadubrand? Was hat uns dieses uralte Geschehen heute noch zu sagen? Und solcherlei Fragen mehr. Als Ludwig der Fromme die von Karl dem Franken gesammelten altgermanischen Heldenlieder verbrannte, wurde als einziges unter den vielen das Lied von„Hildebrand und Hadubrand“ gerettet. Vor Jahren wurde es, mit dem Text nach innen gegen den Deckel einer uralten Bibel geklebt, aufgefunden. So hat es die tausend Jahre überstanden, und uns blieb wenigstens ein Original altgermanischer Dichtung erhalten. Hildebrand hatte als treuer Gefolgsmann und Waffenmeister Dietrichs von Bern Haus und Hof, Weib und Kind verlassen, um seinen durch Hinterlist und Verrat besiegten König außer Landes ins Elend zu begleiten.— Nach dreißigjähriger Abwesenheit kehrt der inzwischen längst Totgesagte in die Heimat zurück und begegnet an der Grenze seinem Sohne Hadubrand. Dieser erkennt naturgemäß seinen Vater nicht und da er den Vater als tot betrauert, kann er ihn ja auch nicht anerkennen. Es entwickelt sich ein Streit, in dessen Verlauf Hadubrand den eignen Vater zum Zweikampf herausfordert. Hildebrand muß um seiner Waffenehre willen den Kampf annehmen und— mitten in der Kampfhandlung bricht das Lied ab. Der Deckel der Bibel ist zu Ende und den überstehenden Teil des Liedes hatte man kurzerhand abgeschnitten. Nun stand der Dichter, der uns dieses Lied zu einem Spiel umformte, Werner Dittschlag, vor der großen Frage, wie endet dieser Zweikampf zwischen Vater und Sohn? Kommt es zum sogenannten„Happy end“, frei nach Schiller: In den Armen liegen sich beide...!, oder— tötet der Vater den Sohn um seiner Ehre willen? Oder gibt es noch einen dritten Weg?— Wir wollen es dem Leser selbst überlassen, sich am Freitag, dem 17. September 1937, im Schützenhaus, ein Urteil darüber zu bilden, ob der Weg, den Werner Dittschlag beschritten hat, der richtige war. Und jetzt wäre vielleicht noch die eine Frage zu beantworten: Hat uns dieses Spiel, als Neuformung uralten Geschehens, heute noch etwas zu sagen? Die Beantwortung muß ein unbedingtes Ja sein. Denn dieses Lied von Treue, Ehre und Vaterlandsliebe ist gerade in der heutigen Zeit, wo so manche Blüte vergangener Zeiten wieder ihr Dasein in den Vordergrund schieben möchte, sehr am Platze, um uns zu den Morgen abend Kundgebung der DAF. Morgen abend um 8 Uhr spricht im großen Kurhaussaal der Treuhänder der Arbeit Pg. Hahn, Essen. Mit dieer Großkundgebung soll die Schulungsarbeit der Deutchen Arbeitsfront wieder eröffnet werden. Für die Politischen Leiter, die Walter der DAF., die Warte der RSG.„Kraft durch Freude“, die Betriebsobleute und die Vertrauensratsmitglieder ist die Teilnahme an dieser Kundgebung Pflicht; aber auch alle Betriebsführer sind herzlich willkommen. Die Verbundenheit von Betriebsführung und Vertrauensrat kann nicht besser zum Ausdruck gebracht werden als durch das gemeinsame Erscheinen zu dieser Kundgebung. Große Aufgaben hat die Deutsche Arbeitsfront zu lösen; man kann ihnen nur gerecht werden, wenn alle ausnahmslos die Schulungsabende der DAF. besuchen, in denen alle Fragen besprochen werden. Durch die Anwesenheit des Treuhänders der Arbeit erhält diese erste Kundgebung eine ganz besondere Bedeutung; niemand darf daher fehlen. Vom Bade. In Bad Salzuflen veranstaltet am heutigen Mittwoch die beliebte Kavelle Baule aus Lemgo zwei Sonderkonzerte. Der Name Baule ist von Schützengesellschaft BInladung zur außerordentlichen Haupt-Mitgliederversammlung am Sonnabend, dem 4. September, abends 8.30 Uhr im Reichsbahnhof bei Eichenrauch verschiedenen Konzerten her bekannt, so daß man nichts Weiteres über ihn sagen braucht. Man hört diese Kapelle immer wieder gern.— Am Freitag findet ein Sinfoniekonzert statt, in dem als Solist der Pianist Amandus Schwenzseger mitwirkt. Herr Sch. hat seine Ausbildung auf dem Städtischen Konservatorium in Bad Salzuflen gehabt und wird das Klavierkonzert von Schumann spielen.— Am Sonntag: Lachender Krauß=Abend! Der ostpreußische Vortragskünstler wird diesmal eine andere deutsche Gegend vertreten, nachMonlag, den 11. Oklober 1937. Abfahrt in Detmold Punkt 9 Uhr vom Marktplatz; erste Pause an der Möhnetalsperre: Mittagessen in Hagen in Westfalen(gemeinsames Essen): Abfahrt 14 Uhr; Köln an 16 Uhr; Köln ab 18 Uhr; Bad Godesberg an 19 Uhr; daselbst gemeinsames Abendessen und Uebernachten im„Rheinhotel Dreesen“. Dienslag, den 12. Oklober 1937. Abfahrt Godesberg 7 Uhr(vorher gemeinsames Frühstück); Koblenz an 9 Uhr(ungefähr eine Stunde Aufenthalt); Rüdesheim an 12.30 Uhr; daselbst gemeinsames Mittagessen und Uebernachten im„Hotel zur Traube". Das Abendessen ist nicht eingerechnet und wird nach Belieben eingenommen. Mittwoch, den 13. Oktober 1937. 7.30 Uhr gemeinsames Frühstück: Abfahrt Rüdesheim Punkt 8 Uhr; Ankunft in Biebrich 9.30 Uhr; daselbst Besuch der Sektkellerei Henkell& Co. Ab 11.30 Uhr nach Wiesbaden; daselbst gemeinsames Mittagessen. Wiesbaden ab 15 Uhr; Frankfurt an 18 Uhr. Der Abend steht jedem frei. Donnerstag, den 14. Oklober 1937. 9 Uhr gemeinsames Frühstück im Hotel; 10 Uhr Besichtigung der IKA.; gleichen Idealen zu begeistern. Sei es die Hildegunde, die ihren Mann beim Abschied, der ihr schwer genug fällt, noch an die Treue zum König mahnt, sei es Hildebrand, den die Treue zu seinem König in eine ungewisse Zukunft treibt, oder sei es Hadubrand, der in treuer Vaterlandsliebe die Grenze gegen den vermeintlichen Feind schützt, sie alle begeistern uns und treiben uns zu Gleichem oder doch Aehnlichem.— Und wenn das mit dem Spiel erreicht wird, dann hat das Wollen und des Dichters Wort seinen Zweck erfüllt. Sängerbesuch. Am kommenden Sonnabend will uns eine Anzahl Sänger aus dem Rheinland besuchen. Am Sonnabendnachmittag um 18 Uhr treffen die Wülfrather in Lemgo ein. Die Quartiere sind bereits bestimmt und nachdem ein kurzer Marsch vom Bahnhof zum Marktplatz gemacht ist, wird erst einmal eine kleine Ruhepause bis zum Abendkonzert eingelegt, damit die Sänger ihre Quartiere aufsuchen können. Um 20.30 Uhr beginnt dann das Konzert im Rödingschen Saale. Ein auserlesenes Programm wird jeden Musikfreund begeistern. Was uns alles geboten wird. Wie wir bereits berichteten, findet am kommenden Sonntag das große Kreis= und Herbstfest des Reichsmütterdienstes innerhalb des Deutschen Frauenwerkes statt. Wie wir nunmehr erfahren, ist zur Ausgestaltung des Tages alles getan. So werden sich z. B. auch die Landwirtschaftliche Schule, die Frauenschaft Hohenhausen und selbstverständlich die Lemgoer Frauenschaft beteiligen. Alle Mitglieder des Deutschen Frauenwerks und auch der angeschlossenen Verbände werden zum Besuch aufgerufen. Am Nachmittag werden allerlei Vorträge und Spiele stattfinden, und am Abend soll der Tanz vorherrschend sein. Ebenso ist eine große Verlosung vorgesehen. Die Eintrittspreise betragen: nachmittags 40 Pfg. und abends 60 Pfg. Sicher wird bei diesem geringen Eintrittsgeldern keiner ausbleiben. Staatliches Gesundheitsamt. Die Säuglingsberatungsstunde fällt wegen Umbau des Vereinshauses am Mittwoch, dem 1. September, aus. Schmutzige Zudenkneipen geschlossen In Rosenbera in Oberschlesien sah sich die Polizei genötigt, die jüdischen„Gaststätten“ ihres Bereichs einer Ueberprüfung zu unterziehen, weil die dort herrschenden schlechten Zustände schon zum Tagesgespräch geworden waren. Bei der Kontrolle wurden Verstöße gegen das Gaststättengesetz, vor allem unglauhliche Verschmutzung der Räume und Gebrauchsgegenstände, festgestellt. Drei dieser Schmutzkneipen wurden durch die Polizei geschlossen. * dem erst kürzlich Willy Reichert dem schwäbischen Humor zum Siege verhalf. Kurtheater.„Mein Sohn, der Herr Minister“, der große Komödienerfolg des Sommers, gelangt in der Inszenierung von Willibald Mohr am Donnerstag zur letztmaligen Darstellung. Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse. Schötmar Sprechabend im Junkerhaus. Am Montagabend hatte der Ortsgruppenleiter die Politischen Leiter und die Führer der Formationen und Vereine zu einer Aussprache über verschiedene Fragen zusammengerufen. Die Teilnehmer am diesjährigen Reichsparteitag nahmen nach Rückkehr vom Appell, der vom Kreisleiter Pg. Prüßner in Bad Salzuflen durchgeführt wurde, geschlossen an dem Sprechabend teil. Ortsgruppenleiter Pg. Wolfmeier gab unter anderem einen Ueberblick über das so erfolgreich verlaufene Volksfest, und stellte dabei die bei dieser einzigartigen Veranstaltung gesammelten Erfahrungen heraus, die für kommende Fälle mit Nutzen verwertet werden können. So viel steht heute fest, daß es neben dem materiellen ein ideeller Erfolg war, der uns alle, d. h. die ganze Bevölkerung Schötmars, ermutigt, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten. Bei dieser Gelegenheit sei noch einmal daran erinnert, daß die Ortsgruppe bestrebt ist, interessante Aufnahmen vom Volksfest zu sammeln. Wer also Abzüge übrig hat, stelle sie zur Verfügung. Auch Erinnerungsstücke aus der Kampfzeit werden gebraucht, die geeignet sind, der Nachwelt ein Gesamtbild zu erhalten, wie es Schötmar und seine Umgebung zur Zeit der politischen Gärung darstellte. Geeignet sind Bilder, Zeitungen, Schriftstücke, Gegenstände, Waffen usw. Die Ortsgruppe ist jedem dankbar, der hierbei mitwirkt. Treffen der Politischen Leiter. Heute(Mittwoch) abend 19 Uhr treffen sich alle Politischen Leiter der Ortsgruppe am Tivoli zu einer kurzen, dringenden Besprechung. daselbst wieder Mittagessen, einzeln und nach Belieben. Nachmittags Besuch des weltberühmten Palmengartens, mit vorhergehender Rundfahrt durch Frankfurt. Abends gemütliches Beisammensein in einer der Original=Sachsenhäuser,„Aeppelwein=Wirtschaft". Freilag, den 15. Okiober 1937. 9.30 Uhr gemeinsames Frühstück im Hotel; Abfahrt 10.45 Uhr. Durchfahrt bis Gießen; daselbst gemeinsames Mittagessen; 1½ Stunden Aufenthalt(Bad Wildungen). Abends in Waldeck und Besuch der Edertalsperre. Uebernachtung in Waldeck; daselbst gemeinsames Abendessen. Sonnabend, den 16. Oklober 1937. Gemeinsames Frühstück im Hotel um 7 Uhr: Punkt 8 Uhr Abfahrt über Scherfede, Paderborn nach Detmold. Ankunft in Detmold um 12 Uhr am Marktplatz. Der Fahrpreis der vorgenannten Fahrt mit genannten Essen und Uebernachtungen ist 48 RM. Anmeldungen zu dieser Fahrt sind zu richten an den Kreisfachgruppenwalter Gustav Rompel,„Friedenstal“, Detmold. Das Fahrgeld (48 RM.) muß 5 Tage vor Antritt der Fahrt bezahlt sein. Rage Reichsluftschutzbund. Für die Amtsträger der Gemeindegruppe Lage(Stadt) ist heute abend, 8.15 Uhr, Pflichtdienst in der Berufsschule. Zur Besprechung liegen einige dringende Sachen vor. Ferner ist das Geld für die Lose unbedingt mitzubringen, da mit der OKG. Detmold abgerechnet werden muß. Dasselbe gilt auch für die Untergruppen Ehrentrup, Heiden und Bentrup. Deutsches Notes Kreuz. Der diesjährige gemeinschaftliche Ausflug des Vaterländischen Frauenvereins, Zweigverein Lage, geht zum Köterberg, und zwar über Meinberg, Belle, Schieder und Schwalenberg. Zeitvunkt: Freitag, 10. September. Treffpunkt: 1.30 Uhr vor dem Amtshause. Die Fahrtkosten betragen 1 RM. je Teilnehmer. Mitglieder des Deutschen Frauenwerks sind herzlich willkommen. Anmeldungen nimmt bis spätestens Dienstag, den 7. September, die Vorsitzende Frau Hanna Brüggemann, Hindenburgstraße 26, entgegen. Motorlöschzug und Steiger bei der Uebung. Am Montagabend herrschte am Steigerturm der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr an der Schulstraße reges Leben. Die Abteilungen Löschzug und Steiger hatten sich ein Stelldichein gegeben, um vor der Winterruhe nochmab; ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Uebung verfolgte außerdem den Zweck, mehrere junge Feuerwehrleute, die kürzlich in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr eingetreten sind, mit Uebungen am Steigerturm vertraut zu machen. Auch bei diesen Abteilungen bildet die in diesem Monat zu erwartende Alarmübung die letzte Außenübungen dieses Jahres. Weitere Verbesserungen werden getroffen. Bekanntlich hat das Städtische Bauamt in diesem Jahre durch umfangreiche Arbeiten das Straßennetz erheblich verbessert. Die zum Teil bei diesen Arbeiten erübrigten abgenutzten Pflastersteine wurden vom Fachmann behauen und finden jetzt Verwendung bei der Pflasterung des Anfahrtweges zum Uebungsplatz des Feuerwehrhofes. Auch erfährt in diesem Zusammenhang der Hof eine Teilpflasterung, so daß nunmehr der schwere Mannschaftswagen und später auch die neue Motorspritze diesen Weg ohne Bedenken benutzen können. Oerlinghausen Vom Reichsluftschutzbund. Bei der Gemeindegruppe Oerlinghausen des RLB. sind inzwischen die ersten Berichte über die vorläufigen Bodenkontrollen durch die RLB.=Amtsträger eingereicht worden. Das bisherige Ergebnis ist sehr gut. Rund 90 Prozent der bis jetzt geprüften Böden waren entrümpelt oder mindestens gut aufgeräumt. Auf dieses Ergebnis sind wir ehrlich stolz. Wir wußten aber auch schon vorher, daß die Bewohner unserer Bergstadt ihre Pflicht im allgemeinen gewissenhaft erfüllen würden. Einzelne aber sind— teilweise aus stichhaltigen Gründen— bis jetzt nicht dazu gekommen, ihre Böden zu entrümpeln und zu ordnen. Nun aber ist diese Arbeit nicht mehr aufzuschieben. Ein nicht entrümpelter Boden bedeutet nicht nur eine Gefahr für das eigene Haus, sondern auch für die Nachbarschaft. Wir erwarten, daß bei der Nachkontrolle, die bekanntlich am 4. September einsetzt, wirklich alle Böden in Ordnung sind, daß bis dahin auch die wenigen Nachzügler in ebenso vorbildlicher Weise ihrer Luftschutzpflicht nachgegekommen sind wie die übrigen Bewohner unserer Stadt. Besuch ehemaliger 145er. Eine Kameradschaft ehemaliger 145er vom Königs=Infanterie=Regiment aus Essen=Bochum stattete am Sonnabend und Sonntag unserer Bergstadt einen Besuch ab. Der Abend vereinigte die Gäste mit Kameraden der hiesigen Kriegerkameradschaft und hiesigen Kameraden des Regiments im Stadthotel zu einem gemütlichen Beisammensein. Manch alte Erinnerung wurde ausgetauscht und schnell vergingen die schönen Stunden. Am Sonntagmorgen statteten die Gäste dem Ehrenmal ihres Regiments auf dem Tönsberg einen Besuch ab und ehrten ihre im Weltkrieg gefallenen Kameraden durch ein stilles Gedenken. Nach einem gemeinschaftlichen Mittagessen fuhren die Gäste nach dem Hermannsdenkmal, von wo sie die Heimreise wieder antraten. Möge es ihnen allen in unseren Mauern gut gefallen haben. Achtung, Hausfrauen! Wir stehen mitten in der Einmachezeit. Gemüse und Obst sind genug gewachsen. Nicht alle Volksgenossen sind in der glücklichen Lage, ihren Wintervorrat an Gemüse und Obst zu decken. Viele Familien leiden noch Not und schauen mit Sorgen auf den kommenden Winter. Willst du, der du reichlich erntest, der du deinen Vorrat bereits decktest, nicht nun auch an deine notleidenden Volksgenossen denken? Falls du selbst nicht einkochen kannst, nicht die Zeit dazu findest, gib jede Menge an Obst und Gemüse an die NSV. zum Einkochen ab. Annahmestelle Frau Diekmann= Holter Straße 20. Dosen werden unentgeltlich jeden Nachmittag von 16 bis 18 Uhr von Frau Riso abgegeben. Helft schnell, alles wird gebraucht! Schwere Gefängnisstrafen für Aenderungen der Eintragungen im Arbeitsbuch und für Führung zweier Arbeitsbücher Ein Hilfsarbeiter hatte, um den Facharbeiterlohn zu erlangen, auf Seite 3 seines Arbeitsbuches im Feld a Angaben über eine abgeschlossene Lehre eigenmächtig eingetragen, ohne daß er eine solche Lehre aufzuweisen hatte. Er wurde wegen schwerer Urkundenfälschung durch Schöffengerichtsurteil zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ein anderer Arbeiter hatte in seinem Arbeitsbuch das Datum seiner Entlassung aus landwirtschaftlicher Arbeit geändert, so daß die Dauer der Arbeit kürzer erschien. Er hatte ferner sich ein zweites Arbeitsbuch ausstellen lassen und in diesem Arbeitsbuch zu Täuschungszwecken das Ausstellungsdatum abgeändert. Auf Grund dieser Handlungen(Urkundenfälschungen, Vergehen gegen die Erste Durchführungsverordnung zum Arbeitsbuchgesetz) erhielt er eine Gesamtstrafe von zwei Monaten Gefängnis. Lipplsches Landestheater Sonntag zweite Volksvorstellung zu halben Preisen Nachdem am letzten Sonntag Lehärs„Zarewitsch“ vollkommen ausverkauft war, hat sich die Leitung des Landestheaters auf vielfachen Wunsch entschlossen, am kommenden Sonntag sein zweites Meisterwerk,„Die lustige Witwe“, gleichfalls zu halben Preisen als zweite Volksvorstellung zu geben. Der Kartenvorverkauf beginnt am Donnerstag. Wichtig für das Gaststättengewerbe Programm und Stundenplan der fachkundlichen Fahrt nach Frankfurt zur Internationalen Kochkunstausstellung Aus den Ortsbauernschaften Hiddesen. Kameradschaftsabend der NS.= DAP. Der Kameradschaftsabend der NSDAP., der am Sonnabend im Hote!„Waldheim“ stattfand, sah die Räumlichkeiten bis auf den letzten Platz gefüllt. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Abend verlief in schönster Harmonie. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters Pg. Heinrich Klöpper erklangen die Nationalhymnen, in welche die Anwesenden begeistert einstimmten. Für die nötige Unterhaltung sorgten die Herren Groh(Klavier und Akkordion) und Hugo Muth(Lieder zur Laute) in schönster Weise. Ebenfalls fanden die Lieder der Ortsfrauenschaftsleiterin Frl. Hanni Damschen(Alt) eine dankbare Zuhörerschaft. Auch das Waldheim=Trio, bestehend aus den Herren Erfert(Geige), Schlink(Klavier) und Ebke(Cello, Saxophon und Schlagzeug), zeigte sich von der besten Seite. Nur zu schnell flogen die Stunden dahin, fleißig wurde das Tanzbein geschwungen und man nahm Abschied von der gastlichen Stätte, beseelt von dem Gedanken, im Kreise der NSDAP. einen Kameradschaftsabend verlebt zu haben, der sich würdig an die der vergangenen Jahre anschloß. Hiddesen. Von der Kleinkinderschule. Der Kleinkindergarten wird mit dem heutigen Tage wieder in der gewohnten Weise geführt werden. Hiddesen. Eine schöne Anlage an der Auffahrt zur Grotenbura. In diesen Tagen ist oberhalb Schuckenböhmer, in der Nähe des neuen großen Parkplatzes, eine schöne Anlage fertig geworden. Es ist eine Verbindung von Ruheplatz und Trinkanlage. Sie war notwendig geworden durch die vielen hier haltenden großen Gesellschaftskraftwagen, die unzählige Fremde nach hier bringen, die von hier aus den Auf= und Abstieg zum Hermannsdenkmal auf besonders von der Straßenbauverwaltung angelegten und bezeichneten Wegen vornehmen, den Aufstieg vom Heidental auf dem Kaiserwege, den Abstieg am Hange des Altarsteins entlang, mit den schönen Ausblicken auf Hiddesen und Detmold. Für die zahlreichen, oft hier wartenden Menschen ist an der Wegseite eine steinerne schöne Sitzanlage geschaffen mit Holzsitzen, aber unzerstörbar. Gleich verbunden damit ist eine schöne Trinkanlage. Das aus der Bergwand kommende frische Quellwasser ist in eine Kupferröhre gefaßt, deren Mund das Wasser in ein darunter angelegtes Trinkbecken leitet. Jedenfalls darf man diese Anlage als eine Verschönerung des gesamten Platzes ansehen. Hiddesen. Ein neuer Wanderschutzpfad. Die Fahrstraße von Hiddesen nach Lopshorn ist durch die Weiterführung nach Augustdorf und durch die starke Zunahme des Autoverkehrs sehr stark in Anspruch genommen worden, so daß für Fußgänger und Radfahrer kaum die nötige Sicherheit und Ungestörtheit vorhanden war. Infolgedessen hat die Straßenbauverwaltung hier, etwa von dem Gatter bis zur Abzweigung nach Forstfrieden, einen schönen Schutzpfad angelegt, der soeben fertiggestellt ist und durch eine schöne Eichenreihe von der Straße getrennt ist. Schon am Sonntag war dieser Schutzpfad sehr in Anspruch genommen und löste allgemeine Freude und Befriedigung bei allen hier Vorbeikommenden aus. Holzhausen=Externsteine. Weidmannsheil! Schon seit Wochen verursachte ein Wildschwein in den Kartoffeläckern an der Vogeltaufe empfindlichen Schaden. Selbst bei den Kornhocken machte es sich zu schaffen. Die Streifen der Fromhauser Jagdpächter waren am letzten Sonntag nun doch noch von Erfolg gekrönt. In aller Frühe erlegte die Kugel des Bauern Kersting den Schwarzkittel, einen starken„Ueberläufer“. Leopoldstal. Musik am Sonntaa. Das Platzkonzert am letzten Sonntag, veranstaltet vom hiesigen Musikverein, war vom schönsten Wetter begünstigt. Die musikalischen Darbietungen unter der Stabführung von Mariot ernteten nach jeder einzelnen Programmnummer begeisterten Beifall. Daß die Beteiligung der Einwohnerschaft nicht so groß war, wie man wohl hätte erwarten können, wurde allgemein bedauert. Es wäre zu wünschen, wenn sich das Interesse für solche Veranstaltungen noch mehr heben und der Musikverein uns noch recht oft solche genußreiche Stunden verschaffen würde. Schlangen. Herzlichen Glüawunsch! Am vergangenen Montag feierte der Ziegler Fritz Mense, Lindenstraße 30, seinen 73. Geburtstag. M. hat ein arbeitsreiches Leben, das er zum größten Teil auf der Ziegelei in der Fremde, fern von seiner Familie, verbringen mußte, hinter sich. Wir wünschen ihm für sein ferneres Leben alles Gute. Schlangen. Preisschießen. Am vergangenen Sonntag veranstaltete die Kriegerkameradschaft in der Alten Rothe ihr diesjähriges Preisschießen. Gute und wertvolle Preise, gestiftet von den Kameraden, ließen die Krieger mitetnander um die höchste Ringzahl wetteifern. Das schöne Wetter hatte fast alle Kameraden zur Teilnahme an dem Preisschießen in die schöne Alte Rothe gelockt, so daß schon gleich nach Mittag ein sehr reges Leben herrschte. Den 1. Preis in Gestalt einer sehr schönen Tischuhr gewann Kam. Vothknecht, Lindenstraße. Erst spät am Abend verließen die letzten Unentwegten den Festplatz. Dehlentrup=Müt. Straßenverbesserungen. In der letzten Sitzung der Gemeinderäte wurde über Wegeangelegenheiten gesprochen. Es soll der vom Kreis übernommene Weg von König bis Beine in Ordnung gebracht werden. Außerdem soll der Weg von der Kreuzung bis zu Schlüer mit einer Teerdecke versehen werden. Eine Kommission soll sich verschiedene von der Angebotsfirma ausgeführte Wege ansehen. Danach soll weiterer Beschluß gefaßt werden. Hörste. Obstdiebstahl. Vor einigen Nächten wurden dem Bauern Weeke von einem Baum etwa ein Jenter Aepfel gestohlen. Der Geschädigte hat für die Ermittlung der Diebe eine Belohnung ausgesetzt. Sachdienliche Mitteilungen, auch vertraulich, nimmt die Gendarmeriestation 2 Pivitsheide entgegen. Hörste. Filmvorstellung.„Wenn der Hahn kräht" betitelt sich der sehr lustige Tonfilm, der am kommenden Freitag, dem 3. September, 20.15 Uhr, im Saale des Gastwirts Ostmann zur Vorführung gelangt. Kein Volksgenosse von Hörste darf diesen Film versäumen. Karten im Vorverkauf zu 40 Pfennig bei Pg. Adolf Weber und bei Herbert Wöstenfeld. Waddenhausen. Ein Wurf von sechs Kitzen. Im umliegenden Wald bemerkte vor einigen Tagen ein Förster ein Reh mit sechs jungen Tieren. Die Mutter und die Kleinen waren ganz munter. Hoffentlich gelingt es der Rehmutter, die jungen Tiere großzuziehen.— Der Wurf eines Rehes besteht in den meisten Fällen nur aus ein oder zwei Tieren. Kachtenhausen. Ehrungen für den Altveteranen Büker. Wir berichteten, daß der Altveteran Hermann Büker in Nachtenhausen am gestrigen Tage seinen 95. Geburtstag begehen konnte. Viele Glück= und Segenswünsche wurden dem greisen Veteranen zuteil. Unter den Gratulanten befanden sich auch der Kreisführer des Kreisverbandes DetmoldLemgo im Reichskriegerbunde, Major a. D. v. DonopDetmold, und der Adjutant des Kreisverbandes, Pg. Jungeblut=Detmold. Den Feldzug 1866 machte Büker beim Füsilier=Bataillon Lippe mit; er erzählte mit lebhafter Begeisterung von der Schlacht bei Kissingen und von dem Vater des Majors v. Donop, dem damaligen Leutnant v. Donop, der mit Büker zusammen den Feldzug 1866 beim Füsilier=Bataillon Lippe mitmachte Den Krieg 1870=71 machte Büker beim Insanterie=Regiment 55 mit. Greste. Hohes Alter. In besonderer geistiger und körperlicher Frische konnte am vergangenen Sonntag die Witwe Justine Horstkötter ihren 93. Geburtstag feiern. Zu diesem Festtag möchten wir es nicht versäumen, noch nachträglich unsern herzlichsten Glückwunsch auszusprechen! Asemissen. Entrümpelung der Böden. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß alle Böden von unnötigem Gerümpel gesäubert werden müssen. In diesen Tagen wird durch die Blockleiter des RLB. Nachschau gehalten, ob alles getan ist. In den nächsten Wochen finden verschiedene Stichproben statt, um festzustellen, daß auch von der Bevölkerung die Entrümpelungsaktion richtig aufgefaßt wurde. Boßheide. Verkehrsunfall. Ein Verkehrsunfall ereignete sich gestern morgen gegen 10.30 Uhr auf der Straße in Kluckhof. Als zu dieser Zeit aus der Richtung Wiembeck ein Personenkraftwagen in die Kurve bei Schlachter Wilhelm Sturhahn fuhr, kam aus der entgegengesetzten Richtung von Eikernkrug her ein anderer Personenkraftwagen. Da der erste Wagen auf der linken Straßenseite fuhr, geriet der Fahrer des zweiten Wagens in arge Bedrängnis, er riß seinen Wagen mit aller Wucht zur Seite und geriet dabei in den Straßengraben. Hierbei übershlug sich der Wagen. Glücklicherweise ist es dabei bei Materialschaden und einer Kopfverletzung geblieben. Der Fahrer des ersten Wagens mußte sich wohl schuldbewußt fühlen, denn er fuhr weiter, ohne sich um den Verunglückten zu kümmern. Die Gendarmerie nahm die Untersuchung des Unfalles vor. Sonneborn. Filmvorstellung. Die Gaufilmstelle, deren Vorführungen sich einer stets wachsenden Beliebtheit erfreuen, kommt wieder nach hier und zeigt uns den Film„Wenn der Hahn kräht". Die Vorführung findet am Sonnabend, 4. September, 20.30 Uhr, im Saale des Pg. Heuer statt. Der Vorverkauf der verbilligten Eintrittskarten liegt wieder in den Händen der Hitler=Jugend. Sonneborn. Sitzung der Gemeinderäte. Die Umgemeindung der Domäne nach Barntrup wird in unserer Gemeinde oft erörtert. Die erhitzten Gemüter können sich jedoch beruhigen, da von den Gemeinderäten alles mögliche getan wird, die Domäne Sonneborn zu erhalten. Die letzte Sitzung der Gemeinderäte befaßte sich wieder mit dieser Frage. Da die jetzigen Bewohner der Domäne, Schulze=Mülingsen und Niederhaus, den Wunsch aussprachen, auch fernerhin bei Sonneborn zu bleiben, dürfte eine Umgemeindung wohl kaum in Frage kommen. Jeder Einwohner kann versichert sein, daß die Gemeinderäte alles tun, um die Interessen Sonneborns zu wahren. Sonneborn. Luftballon in Nöten. Einen seltenen Anblick erlebten die hiesigen Einwohner am Sonntagmorgen. Gegen 10 Uhr schwebte, aus nordöstlicher Richtung kommend, ein Luftballon über dem Dorf. Es handelte sich um den in aller Frühe mit vier Personen in Bremen gestarteten Ballon„Roland“. Durch den herrschenden Nebel war dieser so schwer geworden, daß er nur mit Mühe über den Knappberg henwegzubringen war. Da die Insassen durch die schlechte Sicht auch die Orientierung verloren hatten, erkundigten sie sich bei einem seine Kühe weidenden Einwohner, wo sie sich eigentlich befänden. Durch Ballastabgabe und Sonnenerwärmung stieg der Ballon wieder höher, berührte auf dem noch im Nebel liegenden Saalberg aber fast den Erdboden. Erneute Ballastabgabe verhinderte die unfreiwillige Landung. Die durchbrechende Sonne ließ den Ballon dann sehr schnell steigen, und es dauerte nicht lange, bis er in südwestlicher Richtung unseren Augen entschwunden war. Almena. Erntefest. Am vergangenen Sonntag feierte unsere Dorfgemeinschaft ihr Erntefest. Einige reich geschmückte Erntewagen mit fröhlichen Menschen darauf Zu Beginn des Jahres 1937 wurde auf Anregung des Landrats Gruner und den tatkräftigen Bemühungen des Bürgermeisters Wedderwille zufolge in unserer Stadt ein Sanitätshalbzug ins Leben gerufen. Es stellte sich bald bei allen Kameraden ein großes Interesse heraus, und mit besonderem Eifer und der größten Aufmerksamkeit wurden die in den folgenden Schulungsabenden gehaltenen Vorträge und Uebungen verfolgt, so daß nunmehr nach einer etwa halbjährigen Schulungszeit am letzten Sonntag in einer Prüfung das Können der Mitglieder des Sanitätszuges unter Beweis gestellt werden konnte. Zum größten Teil mit der schmucken Uniform der Sanitäter ausgerüstet, war der Halbzug in der Frühe des Sonntagsmorgens auf dem Sportplatz Eichelbache angetreten, als kurze Zeit später Kolonnenführer Kreimeyer (Lemgo), Kolonnenarzt Sanitätsrat Dr. Pape (Lemgo) und Kolonnenführer Dangers(Lage) erschienen. Eine kurze Meldung des Halbzugführers Hammerich, daß der Halbzug in Stärke von 25 Mann angetreten sei, ging der Begrüßung der Kameraden durch Kolonnenführer Kreimeyer voraus. Tei nunmehr folgende Ordnungsdienst bewies eine tadellose Disziplin des Halbzuges. dem ungeteilte Anerkennung der Kolonnenführer gezollt wurde. Geschlossen wurde alsdann zum Rathaus marschiert, wo die Prüfung und anschließeno die Verpflichtung der Sanitäter stattfand. Nach Eintreffen des Führers des Sanitätswesens Lippe, Sanitätsrat Dr. Buchholz(Lage). konnte man nunmehr im Rathaussitzungssaal einen E'nblick fuhren unter Sang und Klang durch das Dorf. Kreispropagandaleiter Pg. Betz hielt die Festrede. Er würdigte die harte, mühevolle Arbeit des deutschen Bauern. Auch in diesem Jahre sei das Ringen um das tägliche Brot mit dem Segen des Himmels belohnt worden. Das verbinde alle in einem gemeinsamen, tiefinnerlichen Dank und verpflichte zu unerschütterlichem Zusammentehen für Führer und Reich. In den Abendstunden vereinten sich die Volksgenossen zu heiterer Festrunde im Strunkschen Saale. Meierberg. Erntefest. Wenn die letzten Erntegarben unter Dach gebracht sind, dann rüstet man hier zu einem Erntefest, an dem sich jung und alt gern beteiligt, namentlich, wenn die Ernte gut geborgen ist. In diesem Jahre will man nach Wochen schwerer Arbeit das Erntefest am kommenden Sonntag, dem 5. September, in althergebrachter Weise begehen. Das Fest beginnt um 13.30 Uhr mit einem Rundmarsch durch den Ort, und um 14 Uhr beginnt dann der FestballBrakelsiek. Hohes Alter. Ihren 81. Geburtstag konnte am 31. August die Witwe Amalie Leßmann, Nr. 134, feiern. Der geschätzten Mitbürgerin gilt nachträglich unser herzlichster Glückwunsch. Möge der Jubilarin, der die Bitternisse des Lebens auch nicht erspart blieben, noch ein recht sonniger und gesegneter Lebensabend beschieden sein.— Am heutigen Tage feiert der Invalide Fritz Meier, Nr. 17, seinen 70. Geburtstag. Auch ihm gelten unsere herzlichsten Glückwünsche. Gemeiner Streich in Brake Ein gemeiner Streich wurde in Brake verübt. Auf dem Walkenfeld wurde am Sonntag ein Fußballspiel zwischen den Vereinen Wahmbeck und Brake ausgetragen. Die Spieler von Wahmbeck hatten ihre Kleidung in der Kegelbahn des Gastwirts Kuhn aufgehängt. Während des Spieles ist dann jemand in die leider unverschlossene Kegelbahn eingedrungen und hat hier wie ein Wilder gehaust. Nicht nur, daß er hier die Geldbörsen untersuchte und alles mitnahm, was er gebrauchen konnte, hat er auch die Kleidung der Spieler in gemeiner Weise zerschnitten. Drei gute Anzüge sind völkig unbrauchbar geworden. Der Täter ist leider unerkannt entkommen. Die verblüfften Gesichter der auf diese Weise geschädigten Spieler kann man sich vorstellen. Leider sind auch mehrere Spieler davon betroffen, die in ärmlichen Verhältnissen leben, und gerade diese trifft diese Freveltat doppelt schwer. Die Polizei hat die Fahndung nach dem Täter aufgenommen. Hoffentlich gelingt es ihr, den Täter zu überführen. Brabe. Sitzung der Gemeinderäte. Die Gemeinderäte befaßten sich in einer Sitzung, die im Gemeindehause stattfand, mit der Vergebung verschiedener Arbeiten bei der Aushebung des Rohrkanals für den 1. Bauabschnitt der Wasserleitung. Den Auftrag bekam eine Firma aus Lemgo. Sodann wurde noch die Verlegung von 200 am Gehbahnplatten an der Mittelstraße vergeben. Den Auftrag erhielten zwei Unternehmer aus Brake. Zum Zwecke der Bebauung wurde der Ankauf eines Grundstücks am Graswege in Größe von 15,99 a beschlossen. Durch diesen Ankauf soll die Ausführung des Bebauungsplanes in Zukunft erleichtert werden. Weiter wurde der Schulneubau beraten. Man kam überein, zu versuchen, die alte Schule einschließlich des dazu gehörenden Grundbesitzes zu gewerblichen Zwekken zu verkaufen. Jahrestreffen der Sängergruppe „Tönsberg“ Das diesjährige Treffen der in der Sängergruppe „Tönsberg“ zusammengeschlossenen Vereine gestaltete sich bei herrlichstem Sommerwetter zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das deutsche Lied. Fast alle Vereine hatten Mitglieder nach Hörste geschickt und bewiesen durch ihre Leistungen, daß sie auch im letzten Jahre mit Fleiß und ernstem Willen gearbeitet habden. Der große Saal des Sgbr. Ostmann war gefüllt mit einer großen Hörergemeinde, als die Gruppenchöre das Fest einleiteten. Gruppenführer Roolf wies auf die große Bedeutung der Liedpflege hin, dann folgten Einzelvorträge der Männergesangvereine, des Frauenchores der„Eintracht“ Oerlinghausen und des Gemischten Chores„Waldeslust“, Stapelage=Hörste. Alte Volkslieder wechselten mit neuen Liedern und zwei weitere Gesamtchöre der Gruppe beschlossen den gesanglichen Teil des Nachmittags, an den sich deutscher Tanz und ein frohes Beisammensein anschlossen. in die vielseitigen Aufgaben der Sanitäter bzw. der hierzu erforderlichen Kenntnisse gewinnen. Halbzugarzt Dr. Macherey hatte es verstanden, in der verhältnismäßig kurzen Schulungszeit den Männern des Halbzuges das beizubringen, was von ihnen verlangt werden kann und muß, um in gegebenen Fällen die erste Hilfe zu gewähren. Sämtliche gestellten Fragen wurden mit Sicherheit beantwortet und die vorgeführten Uebungen zeigten nicht weniger, mit welchem Geschick es die Männer verstanden, ihre Kenntnisse zu verwerten. Sanitätsrat Dr. Buchholz gab seiner Freude Ausdruck über das gute Ergebnis der Prüfung und stellte die ungemeine Bedeutung, die dem Sanitätsdienst zufällt, besonders heraus. Selbstlos, hilfreich und gut seien die drei Eigenschaften, denen nachzukommen sich jeder Sanitäter zu befleißigen habe. Sanitätsdienst heiße Dienst am Vaterland. Nach der Verpflichtung durch Sanitätsrat Dr. Buchholz nahm Bürgermeister Wedderwille noch kurz das Wort. Er würdigte das überaus große Interesse und den besonderen Eifer der Kameraden während der Schulungszeit, dessen Zeuge er wiederholt an den Uebungsabenden gewesen sei. Barntrup sei als Knotenpunkt verschiedener Hauptverkehrsstraßen gleichzeitig Gefahrenpunkt für Verkehrsunfälle, und somit begrüße er es besonders, daß neben den vorhandenen Formationen nunmehr auch ein Sanitätshalbzug in Barntrup vertreten sei. Ein kurzes gemütliches Beisammensein bildete den Abschluß der Prüfung und Verpflichtung. Prüfung der Sanitäter in Barntrup Feierliche Verpflichtung durch den Führer des Sanitätswesens in Lippe Sinfonischer Abens im Meinberger Kurwark Nach dem glanzvollen Abschluß der vierten Augustwoche, die uns in der zwetten Hälfte wieder mit sonnigem Wetter erfreute, und am Sonntagabend überraschend noch einmal eine Parkbeleuchtung brachte, die an Schönheit und Abwechstung alles bisher Dagewesene übertraf, wurde mit Beginn der neuen Woche wiederum einer der beliebten Sinfonischen Abende geboten. Und dieser letzte Sinfonische Abend der nun sich dem Ende zuneigenden Konzertsasson gab noch einmal dem Lippischen Landesorchester Gelegenhett, seine großen künstlerischen Fortschritte zu beweisen und sich an anspruchsvolleren Werken zu erproben. Wäre auch speziell für Wagners Kaisermarsch noch Verstärkung in den Bläsern vorteilhafter gewesen, so hinterließ doch dieses wuchtige Tonstück einen starken Eindruck. Nach der Ballettmusik aus Schuberts„Rosamunde“. spielte 1. Konzertmeister Grotendiek noch einmal zwei Sätze aus dem A=Dur=Violinkonzert von Mozart mit gutem Erfolge. Gerne wurde wieder das Larghetto aus der 2. Sinfonie von Beethoven gehört, in dem das Streichorchester besonders hervortrat. Mit der Serenade Nr. 7 von Richard Strauß und der den Abend beschließenden sinfonischen Dichtung„Die Moldau“ errang sich das Orchester, von seinem Leiter Otto Erich Steeger zur größten künstlerischen Höhe emporgerissen, langandauernden Beifall. Ein eindrucksvoller Wochenanfang. U Sport und Spiel Reichsbund für Leibesübungen Meisterschaftsspiele der 2. Kreisklasse. Gruppe Süd. 19. September: Diestelbruch=Vahlhausen— Heiligenkirchen=Berlebeck, Nord=Detmold(Gröne=Heidenoldendorf); Lage— Pivitsbeide, Meier=Waddenhausen(Becker=Asemissen); Werl— Heiden, Hillemeier=Matorf(Blum=Salz= uflen); Hiddesen— Hörste, Kriedrich=Detmold(Schnittger=Diestelbruch); Wahmbeck— Hörstmar, Althöfer=Leese (Fritz, Brake). 26. September: Heiligenkirch.=B.— Hörstmar, Kölling= Hasenbrede(Gröne=Heidenoldendorf); Hörste— Wahmbeck, Koppsieker=Waddenhausen(Neuhaus=Lage); Werl— Hiddesen, Nord=Detmold(Krüger=Schötmar); Pivitsbeide— Heiden, Dreier=Brake(Berkemeier=Diestelbruch); Diestelbruch=Vahlhausen— Lage, Steinkamp=Loßbruch(Lüdeking= Klüt). Die mit Klammern versehenen Schiebsrichternamen haben die Leitung der Spiele der 2. Mannschaften zu übernehmen. Da Wahmbeck keine 2. Mannschaft hat, wird hierfür die 2. Mannschaft des Militärsportvereins eingereibt. Die Gegner von Wahmbeck wollen den Verein jeweils benachrichtigen. Die Spielberichte für die 1. und 2. Mannschaften sind sofort nach dem Spiel an meine Adresse zu senden. Die Spiele der 1. Mannschaften beginnen im September und Oktober um 15 Uhr, im November und Dezember um 14.30 Uhr. H. Gausmann, Heidenoldendorf 276 bei Detmold. Aus dem Turnverein Pivitsheide Wenn es gilt, für die Pflege der Leibesübungen Stätten zu schaffen, dann haben wohl gerade die Turnund Sportvereine Beweise von Opfermut und uneigennütziger Arbeit gezeigt. So sind auch die Pivitsheider Turner in den letzten Monaten der Spielruhe nicht müßig gewesen. Abend für Abend waren sie auf dem Sportplatz tätig, um ihn— soweit es die Mittel erlaubten— in Ordnung zu bringen. Der Platz wurde mit einer Einfriedigung(Brustwehr) versehen. Sieben Waggons Schlacke, die aus dem Ruhrgebiet bezogen wurde, konnten auf dem Platz vor beiden Toren und längs des Mittelfeldes sauber verteilt und eingewalzt werden. Wenn sich auch viele bei dieser ungewohnten Arbeit Blasen und Schwielen holten, so wurde doch eisern geschafft und mit Stolz sieht heute jeder Kamerad auf den in vorbildlichem Zustande befindlichen Sportplatz. Da in den vergangenen Wochen der Turn= und Sportbetrieb zugunsten dieser Arbeit zurücktreten mußte, so wird er jedoch jetzt in allen Abteilungen wieder voll aufgenommen. Es wäre der schönste Lohn für die geleistete Arbeit, wenn sich noch eine ganze Anzahl von Jungen und Mädeln dem Verein anschlössen, um in froher Kameradschaft und planmäßig durchgeführten Turnstunden Körperpflege zu betreiben. In den nunmehr beginnenden Kampf um die Punkte greift der Verein mit sieben Mannschaften ein. Hand= und Fußball haben eine gute Pflegestätte gefunden, konnten sich doch die 1. Hand= und Fußballmannschaft in der letzten Serie den Aufstieg in die Bezirks= bzw. 1. Kreisklasse erkämpfen. Am kommenden Sonntag tritt der Verein wieder mal mit einem größeren Sportfest vor die Oeffentlichkeit. Den Austragungen der Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik folgen zahlreiche Fuß== und Handballspiele. U. a. trifft die 1. Handballmannschaft in ihrem ersten Punktekampf auf die spielstarken Lemgoer Turner. Wenn dann am kommenden Sonntag das Wetter schön ist, wird sicher eine große Sportgemeinde Zeuge spannender Kämpfe werden. Wir wünschen dem rührigen Verein vollen Erfolg. des Beuenung NSDAP. Bad Galzuflen. Die Politischen Leiter der Ortsgrupve Bad Salzuflen nehmen an dem am Donnerstag, dem 2. September, 20 Uhr, im großen Kurhaussaale stattfindenden Schulungsabend der DAF. teil. Es spricht der Pg. Hahn aus Essen. NS.=Frauenschaft. Kreis Lemgo. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß am Donnerstag, 2. September, 15.30 Uhr, im Café Schmidt, Lemgo, eine Kreistagung ist. Es ist dringend erwünscht, daß alle Ortsgruppen vertreten sind. Nach Möglichkeit nehmen sämtliche Nürnberg=Fahrerinnen teil.— Bitte das Sammelergebnis für die Verlosung des Reichsmütterdienstes mitbringen. Deutsches Frauenwerk. Ortsgruppe Lage. Am Donnerstag, dem 2. September, 20 Uhr, Gemeinschaftsabend in der„Reichskrone". Die Teilnahme aller Mitglieder ist Pflicht. Jungmädel 1/55. Detmold Stadt. Heute um 16 Uhr Apvell auf dem Schützenberge. Deutsche Kinderschar. Lemgo. Alle Kinder von Schar 1 und 2 müssen pünktlich um 16 Uhr heute am Heim sein, da wir noch für Sonntag Erntetänze einüben müssen. Kein Kind darf fehlen! Hitler=Jugend. Nachrichtenschar Lemgo. Die Nachrichtenschar tritt heute um 20.15 Uhr am Scharheim an. Es muß unbedingt jeder Jag. erscheinen! Sämtliche Führer treten bereits um 19.45 Uhr an. Marine=Gefolgschaft 1/55. Heute um 20 Uhr antreten an der Mädchenschule, Gerichtsstraße. Schreibzeug, Beiträge und sämtliche vom Bann entliehenen Gegenstände sind mitzubringen.— FT.=Kameradschaft Freitag um 19.45 Uhr Funkdienst, Benekenstraße. Exterstraße Krumme Str. 0 Schülerstraße Bruchstr. Marktplatz mit Rathaus Auf vielseitigen Wunsch meiner geschätzten Kundschaft verlege ich am 1. September d. J. meine Geschäftsräume von Hitlerdamm 6 in das Stadtzentrum, nach Lange Straße 7 Das Vertrauen meiner Kundschaft ermöglichte es mir, mein Unternehmen in dreijähriger Aufbauarbeit aus kleinsten Anfängen mit nur einer Arbeitskraft zu seinem heutigen Stande mit fünf Fachkräften zu bringen. Ich bitte Sie freundlichst, mir das bisher erwiesene Vertrauen auch weiterhin in meinen erweiterten Geschäftsräumen entgegenzubringen. Mein Leistungsvermögen hat sich natürlich erheblich gesteigert— ich berate Sie beim Ankauf neuer Böromaschinen sowie in allen Büro-Organisationsfragen fachmännisch; Reparaturen an Böromaschinen aller Systeme werden in meiner Werkstaft schnell, gut und preiswert ausgeföhrt. Elmar Wessel, Detmold Fachgeschäft für Böromaschinen und Bürobedarf, Fernruf 3403 Reparaturwerkstalt „Erika“-Schreibmaschinen„Ideal“-Schreibmaschinen]„Ideol“-Buchungsmaschinen „Continental“-Addiermaschinen 1„Continental“Buchungsmaschinen Rechenmaschinen Vervielfältigungsmaschinen; Büromöbel Registraturen. Heute: Schwalenberg, Köterberg, 2 Uhr, 8 RA. Morgen: Bad Pyrmont, 2 Uhr, 3 RAI. Abf. Marktplatz Carl Wegener, Ruf 2288 andestheaterbetmold Sonntag, 5. Sept., 19.30 Uhr Die tostige Wiiwe Halbe Preise Vorverkauf ab Donnerstag Kurtheater Bad Salzullen Donnerstag, 2. Sept., 20 Uhr Zum letzten Male: Mein Sohn, der Herr Minister Konditorei und Café Brinkmann Ab Mittwoch, 1. Sept., konzertiert das beliebte Künstler- Orchester Karl Wilholm Langer Café Mölling Lage Ab 1. September spielt wieder täglich das beliebte Künstler-Duo Frank-Schneider Holel Waidhelm, Hodesen jeden Mittwoch und Sonnabend ab 8 Uhr Konzert und Tanz Nähmaschinen Siedrige Rates Fr. Herbrechtsmeler Detmold, Schülerstraße 7. IE TE LYIFTLIIL Dreg. Erast Potri. Betmold, Bruchstr. 10 Bäckermeister 29 Jahre alt, mit eigenem Geschäft und kleiner Landwirtschaft, wünscht passende Bekanntschaft mit einem netten Mädel, blond bevorzugt, tadellose Vergangenheit, in Geschäft und Haushalt erfahren. Vermögen nicht unbedingt erforderlich. Zuschriften unter Nr. 3753 an die Lipp. Staats zeitung erbeten. Blut, ## Starke Nerven, krisches Aussehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch lebens-Elinier Nattermann Die Quelle neuen Lebens. Der Gehalt an Leeithin u. Ellen macht's! puGrote Plasche 8U. 1.6 Kurflasche„ 4.90 Drogerie Hans Kaul, Detmold Gessiecreibernnlne Der geschätzten Einwohnerschaft von Lage und Umgebung bringe ich hiermit zur Kenntnis, daß ich mit dem heutigen Tage das langjährig bekannte Polstermöbel-Geschäft des Herrn Fr. Geller, Lege, Friedrichst-, 5, übernommen habe. 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Post Schildesche über Bielefeld. Zunge Mädchen können eingestellt werden. Detmold Zu melden: Bornsche Straße 40 Junges, ehrliches, eintaches Mädchen gesucht. Sprick. Detmold, Bonopbrunnen Tüchtige, zuverlässige u. saubere Hausgehlllin für Einfamilienhaus, 3 Personen, zum 15. 9. oder 1. 10. bei gutem Lohn gesucht. Hannemann Sosthsstrass Mädchen, tücht., welches perf. kochen kann, alle Hausarbeiten versteht. für herrschaftl. Haush (2 Pers.), z. 1. 10. od. später gesucht. Gute Zeugnisse Bedingung. Wäsche aus d Hause, Morgenhilfe vorhanden Angeb. mit Zeugnisabschriften an Frau Karl Heidsiek, Bielefeld Bismarckstraße 23 Hausangestellte Ich suche für sofort od. 15.9. tüchtiges Mädchen, nicht unt. 25 Jahren, welches selbständig kochen kann. Vorzustellen bis 1 Uhr mittags. Frau M. Bruchmüller, Bielefeld, Herford Str 199, Teleson 3407 Helft Waldbrände verhüten! e A * In groder Freude und Dankbarkeit geben die glückliche Geburt eines gesunden Sohnes bekannt: Wilma Berghahn, geb. Hellberg Roglerungsrat Dr. Berghahn Detmold, 31. August 1937. s. Z. Bergen bei Celle. Heute morgen 7.30 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet infolge Herzschlages mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ziegelmeister i. R. Wilbelm Althöfer im fast vollendeten 72. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Minna Althöfer geb. Schlepper nebst Kindern und Enkelkindern Ehrentrup, den 31. August 1937. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8. September 1937, nachm. 3.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier vorher. Sie speisen gut und preiswert in der Detmold Kein Trinkzwang Zur Garten-Neuanlage Garten-Umänderung und-Pflege, zur Ausführung von Trockenmauern und Steingarten-Beeten, sowie zum Rasen-, Hecken- und Obstbaumschnitt empfiehlt sich: Holmut Jandt, Landschaftsgärtner Wohnung Detmold-Klüt Nr. 21 e SEIE Geraus geder: Der Reichvorganisationsletter der RSDup. 72 dunte Uniform- und Abzeichen-BlStafeln 100 graph. 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Meldungen in der Geschäftsstelle der Lippischen Staatszeitung, Bad Salzuflen, oder beim Ortsgruppenleiter Pg. Hetland. Statt besonderer Anzeige Schmerzerfüllt zeigen wir an, daß heute unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Luise Gernhard geb. Theil nach langem Leiden im 78. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Margarete Dettmer, geb. Gernhard Gertrud Gernhard Elly Gernhard Agnes Fauth, geb. Gernhard Gustav Dettmer Eduard Fauth jr. Wolfgang Fauth Detmold, den 31. August 1937. Steinstoß 7. Die Trauerfeier findet statt am Freitag, dem 3. September, nachmittags 2.30 Uhr, in der Kapelle des Landkrankenhauses, anschließend Ueberführung zum Krematorium Sennefriedhof. Für die wohltuende Anteilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sprechen wir unsern herzlichsten Dank aus. Richard Busse Auguste Busse, geb. Clemen Detmold, im August 1937. Statt Karten Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sprechen wir unseren herzlichen Dank aus. Frau Luise Klöpper, geb. Kampmann Karl Klöpper und Frau Emilie, geb. Friedrich Lage(Lippe), den 1. September 1937. Bad Salzuflen(Kurhaus) Mittwoch: 2 Sonderkonzerte der Bauleschen Kapelle, Lemgo— Teepuppentanz Freitag, 20.15 Uhr: Ginsoniekonzert auf der Kurhausterrasse Solist: A. Schwenzseger(Klavier) Sonntag: Lachender Krauß=Abend Hindenburg-Spende Jum 90. Bedurkstage hindenburge Werscinem Volkr so die Truc hickt sollsäbst in Trrue nie vorgessen sehn! . W Dar star! Ar ir u aPPIALT Spenden nehmen alle Dostanstalten Banken und Sparkassen des Reiches entgegen Dostscheckkonto der hindenburg-Spende: Berlin 73800 S##hshesens der subsssurg Speube dusm##4 due am Siim 9 a 5