Die uppische Staatszeitung" erscheint wöchentl. 7 mal. Hauptschriftleiter: August Prüßzner, Stellvertreter: August Roch Verantwortlich für Außen= und politik: Aug. Prützner, für Landespolttik, Lokales u. Unterhaltung: August Koch. für Kunst, Rultur und Handel: Erich Meinhard. für Sport: Albert Hey, sämtlich in Detmold. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Ludwig Mleier, Detmold, Paulinenstraße Nr. 14. Bildverantwortl.: Ressortleiter. Durchschnittsaufl. Kov. 1906: 19447. Druck und Verlag: RS.=Verlag Lipp. Staatszeitung, G. m. d. H., Detmold, Sprechst. d. Schriftleitung nur 11 bis 12 Uhr ippischer Kurser Amtliches Organ des Gaues Amtliche Nationaler Landesregierung eitung eeun hauptgeschäftsstelle u. Schriftleitung. Dermeld, Paulinenstr. 18. Fernruf: Sammel= Nr. 2845. Postscheckkonto 8592 Hannover. Anzeigenpreise: Die 22=Müllimeter Zeile 9 Pf., Textanzeigen, 77 Müllimeter breit, 40 Pf. Zur Zeit is Preioliste 5 güitig. Die Lseitige Botlage 10 RA, das Tausend. e weitere 2 Seiten 5 Rell, mehr. Bezugspreise: Der Bezugspreis beträgt monatlich einschl. Bestellgeld Röll. 2.—, det Zustellung durch die„Post zuzüglich 42 Pf. Bestellgeld. Im Falle höherer Gewalt oder Betriebestörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf Bieserung, Nachlieserung oder Rüchzuhzlung des Bezugspreises. Detmold, Mittwoch, den 23. Dezember 1936 8.(170.) Fahrgang „„„ Amerika wahrt seine Interessen Beschlüsse der interamerikanischen Friedensstörung berührt alle Konferenzmächte Buenos Aires, 22. Dezember. Die interamerikanische Friedenssicherungskonferenz nahm in ihrer vorletzten Plenarsitzung am Montag insgesamt 37 Kommissionsvorschläge an, von denen folgende von Bedeutung sind: 1. Es wird erklärt, daß die amerikanischen Staaten getreu ihren republikanischen Einrichtungen ihre absolute juristische Freiheit, die Unantastbarkeit ihrer Souveränität und den Bestand einer solidarischen Demokratie in Amerika proklamieren. Jedes Unternehmen, den Frieden in Amerika zu ftören, berührt sie alle und jeden einzelnen von ihnen und rechtfertigt diejenigen Schritte, die in der Konvension zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Friedens vorgesehen sind. Territoriale Eroberungen werden abgelehnt, gewaltsamer Gebietserwerb wird nicht anerkannt. Die Intervention eines Staates in innere oder äußere Angelegenheiten eines anderen wird verurteilt. Jegliche Streitigkeiten unter amerikanischen Staaten, gleich welcher Art oder welchen Ursprungs sie sind, werden auf versöhnlichem Wege durch einen Schiedsspruch oder durch ein internationales Gerichtsverfahren gelöst. 2. Der bolivianische Antrag, eine Begriffsbestimmung für„Angreifet" und„Anwendung von Sanktionen“ zu geben, ist einem Sachverständigenausschuß zu überweisen. 3. Allen Regierungen, die dazu in der Lage sind, wird empfohlen, durch allgemeine oder bilaterale Verträge ihre Rüstungen bis zu dem Stand einzuschränken, der durch die Notwenbigkeit der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung gegeben ist und die Möglichkeit der Landesverteidigung garantiert. 4. Die interamerikanische Friedenssicherungskonferenz verwirft formal den Krieg als Instrument zur Lösung von Streitigkeiten zwischen den Staaten. Die Verwendung chemischer Mittel im Kriege, die unnötig grausame Schäden hervorrufen, wird abgelehnt. Die Zivilbevölkerung soll soweit wie möglich von den Auswirkungen aller Kriegshandlungen unberührt bleiben. Den amerikanischen Regierungen wird empfohlen, beim Abschluß von Rüstungsbeschränkungsverträgen Abmachungen humanitären Charakters einzufügen, wie etwa die Verurteilung einer Verseuchung des Wassers oder der Luft durch Bakterien und des Gebrauchs von Giftgasen. Die übrigen, zur Annahme gelangten Kommissionsvorschläge betreffen hauptsächlich wirtschaftliche und verkehrstechnische Fragen sowie kulturelle Angelegenheiten von weniger großer Bedeutung. Einsäusch Glbranurs gepen Erma! Verschlag eines englischen Admirals. London, 22. Dezember. Vizeadmiral Usborne, der frühere Leiter des Nachrichtendienstes der britischen Marine, sprach sich in einer Rede in London für die Abtretung Gibraltars an Spanien im Austausch für Ceuta, das an der afrikanischen Seite der Meerenge liegt, aus. Er begründete diesen Verschlag mit militärischen Erwägungen und erklärte, daß Gibraltar im Ernstfalle nicht gehalten werden könnte. Ceuta mit seinem Hinterland biete vor allem den Vorteil, daß ein großer Flughafen angelegt werden könne, der einen wirksameren Schutz der Meerenge gewährleiste. König Georg Uns Balswi in Weihnachtburlaus Lendon, 22. Dezember. Ministerpräsident Baldwin trat am Dienstag seinen Weihnachtsurlaub an. Er wird ihn in Worcestershire verbringen. Baldwin beabsichtigt, 14 Tage dort zu bleiben und erst am 5. oder 6. Januar nach London zurückzukehren. König Georg VI. verließ in Begleitung der Königin, seiner Mutter und seiner beiden Töchter am Dienstag gleichfalls London, um sich nach Sandringham zu begeben, wo er die Weihnachtsferien verbringen wird. Frau Tschlangkaischek in Siansu Schanghai, 22. Dezember. Frau Tschiangkaischek ist mit ihrem Bruder T. V. Sung und dem englischen Berater Tschiangkaischeks, Donald, heute nachmittag, im Flugzeug von Schanghai kommend, in Sianfu eingetroffen, um die Verhandlungen mit dem meuternden Marschall Tschang=Hsue=Liang fortztehen. Der dem Befriedungskommissar von Schensi untertehende Divisionskommandeur Feng Chienchai hat sich von den Meuterern losgesagt und bereits Fühlung mit den nordwestlich von Sianfu stehenden Truppen der Nanengregierung genommen. Die Vorgänge in Sianfu, die zur Gefangennahme Tschiangkaischeks führten, scheinen doch wesentlich blutiger verlaufen zu sein, als ursprünglich angenommen wurde. Von der 52 Mann starken Leibgarde Tschiangkaischeks sind, wie jetzt bekannt wird, nur noch 6 am Leben. ARE Wehrwfiicht in Mansschucho „ Tokio, 22. Dezember. In Ösingking werden Vorbereitungen für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht getroffen. Dabei ist anscheinend eine dreijährige Dienstpflicht vorgesehen. Es wird erklärt, daß diese Maßnahme für die Sicherheit Mandschukuos notwendig geworden sel. Einzelheiten über die Gliederung und die Stärke des Akttobestandes der Anmee stehen noch nicht fest. Feug. 22. Dezember. Die Untersuchung des Unglücks auf der Grube Prokop in Soborten nordöstlich von Teplitz=Schönau, das sich am 6. Oltober vorigen Jahres ereignete, führte zu einer überraschenden Aufklärung. Sechs Bergleute wurden damals das Opfer des Unglücks. Ein Obersteiger hatte einer Kommission, die in die Grube kam, gemeldet, daß schlagende Wetter aufgetreten seien und die Grube brenne. Die Kommission hatte daraufhin die sofortige Abdichtung der Grube durch eine Ziegelmauer augeordnet. Dieser Tage nun stiegen zwei Vergleute mit Sauerstofsapparaten in den Schacht, um die Verunglückten zu bergen. Ihnen bot sich ein entsetzlicher Anblick. Fünf Bergleute lagen beisammen, ihre Köpfe beugten sie über einen Wasserbehälter und hielten sich gegenseitig an den Händen. Wie sich herausstellte, waren die Vergleute lebendig eingemauert worden, obwohl sie in 2 bis 3 Stunden hätten gerettet werden könnn. Eine oberflächliche Besichtigung zeigte klar, daß in der Grube überhaupt kein Brand ausgebrochen war. Die Leichen waren nämlich mit Schimmel bedeckt, der sich bei größerer Hitze nicht hätte bilden können. Auch das Handwerkszeug der Toten und die Kohle war unversehrt. für Dienstpflichtige Durch einen am 1. Jaauar 1937 in Kraft tretenden. Erlaß hat der Reichoinnenminisser die sich aus der Wehr= und Arbeitsdienstpflicht ergebenden paßtechnischen Angelegenheiten einheitlich für das Reichogebiet geregelt. Danach darf wehrpflichtigen Personen vom vollendeten 18. Lebenejahr bis zu dem auf die Vollendung des 45. Lebensjahres(in Ostpreuhen des 55. Lebensjahres) folgenden 31. März ein Reisepaß mit Geltung für das Ausland nur mit Zustimmung des zuständigen Wehebezirkskommandos(Wohrmeldeamt) ausgestellt werden. Die Entscheidung dieser Stellen ist durch Vermittlung der zuständigen Kreiopolizeibehörde einzuholen. Ist die Ausstellung eines solchen Auslandspasses besonders dringlich und erklärt sich der Paßbewerber mit einer Befristung auf höchstens 60 Tage einverstanden, so genügt es, wenn er der Paßbehörde eine entsprechende Bescheinigung des zuständigen Wehrbezirkskommandos(Wehrmeldeamt) vorlegt oder wenn diese Stelle auf Rückfrage der Paßbehörde fernmündlich zustimmt. Eine Rückfrage ist nicht ersorderlich, wenn der Paßbewerber vorlegt: einen Ausschließungsschein oder einen Ausmusterungsschein oder einen Wehrpaß, aus dem hervorgeht, daß er der Ersatzreferve II(nicht I) angehört, was im Wehrpaß nicht etwa vermerkt ist, daß er trotzdem zum Arbeitsdienst herangezogen wird. Die Bestimmungen werden bei Ausdehnung des Geltungobereichs eines Inlandspasses auf das Ausland oder bei Paßverlängerungen entsprechend angewandt. Auf Jugendliche, noch nicht wehrpflichtige Personen, finden sie vom 1. Januar des Jahres an Anwendung, in dem diese Personen das 18. Lebensjahr vollenden. Pässe für jugendliche, mannliche Personen dürfen in keinem Fall mit einer Geltungsdauer über den 31. Dezember des Jahres hinaus versehen werden, in dem sie das 17. Lebensjahr vollenden. Diese letztere Bestinmung findet auch auf jugendliche Reichsangehörige im Ausland B#wendung. Die im kleinen Grenzverkehr und Ausflugsverkehr eingeführten Ausweise und die Sammellisten sind nur zu versagen, wenn begründeter Verdacht besteht, daß der Antragsteller sich durch eine Reise ins Ausland der Wehr= oder Arbeitsdienstpflicht entziehen will. Die Inhaber früher ausgestellter Auolandspässe können bei entsprechenden dringendem Verdacht an der Grenze zurückgehalten werden. Bei Sportlern, die zu einer sportlichen Betätigung ins Ausland reisen, ist die Ausreise in keinem Falle zu beanstanden, wenn die Urlaubsbescheinigung des zuständigen Fachamts vorliegt. Im übrigen finden alle diese Bestimmungen auf weibliche Personen bis auf weiteres keine Anwendung, da hier die Arbeitsdienstpflicht noch nicht geregelt ist. Neuer Auftrag für Reichsminister Kerrl. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat Reichsminister Kerrl als Leiter der Reichsstelle für Raumordnung mit der Durchführung aller Maßnahmen, die zu einer beschleunigten Kultivierung und Erschließung des Emslandes und der angrenzenden Gebiete erforderlich sind, und mit der endgültigen Regelung des Einsatzes und der Zusammenarbeit der Arbeitskräfte im Emsland betraut. Der englisch-ügyptische Vertrag in Kraft. Wie aus Kairo berichtet wird, trat am Dienstag der neue englisch=ägyptische Vertrag in Kraft, nachdem reich verziert gebundene Exemplare des Vertrages zwischen dem britischen Oberkommissar und dem ägyptischen Außenminister ausgetauscht worden waren. Liehung der Arbeitsbeschaffungslotterie Der erste Ziehungstag brachte bereits die Hauptgewinne Mänchen, 22. Dezember. Bereits am ersten Tag der Ziehung der VIII. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, die am Dienstag im Künstlerhaus in München begann, wurden die 4152 Gewinne in Höhe von 20 bis 50000 RM. von insgesamt 424 152 Losen beider Abteilungen ausgelost. Dabei siel der Haapstresser von 50 000 RM. in beiden Abteilungen, also 100 000 RM. aus das Deppelles, auf die Nr. 2 786 629.(Ohne Bewähr.) Ferner wurden auch 50 Gewinne zu se 1000 RM.(oder e 2000 RM. beim Doppellos) gezogen, und zwar auf folgende Losnummern: 73 627, 230 306, 382 049, 566 671, 592 651, 726 892, 791 766, 905 914, 1 096 592, 1 322 151, 1517 444, 1 860 239, 1922.053, 1 941 166, 2079 499, 2 123 190, 2 347 278, 2 435 970, 2 484 555, 2 494 207, 2 602 351, 2 612 790, 2 733 765, 2 748 895 und 2955 179. (Ohne Gewähr.) Gleichzeitig mit den 4152 Gewinnen, die einzeln aus dem großen Nummernrad gezogen wurden, wurden durch die letzten 10 Züge auch die 20 Prämien zu 2500 RM. (oder 5000 RM. beim Doppellos) ermittelt. Sie fielen auf die zuletzt gezogenen Gewinne in Höhe von 20 bis 100 RM., und zwar auf die Losnummern: 164 629, 1 489 695, 2073 697, 2 504023, 2578 979, 2627 615, 2 642 805, 2 884 939, 2 909 550 und 2999170.(Ohne Genjähr.) .EN-AT H spricht am Berlin, 22. Dezember. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heh, spricht— wie alljährlich— auch diesmal am Heiligen Abend über den Rundfunk zu den Deutschen in aller Welt. Die Nede wird übertragen Dounerstag, den 24. Dezember, 21 bis 21.29 Uhr. Sitzung des Richleinmischungs-Aulerausschusses. Der Unterausschuß des Richteinmischungsausschusses tat, wie vorgesehen, zur Behandlung des gesamten Bereiches der Richteinmischungsfrage am Dienstagnathmittag in London zusammen und tagte bis in die späten Abendstunden. Das Ergebnis der Beratungen wird erst am Mittwoch bekanntgegeben werden. Eingriff in Andorra? Der Bürgerkrieg in Spanien hat sich in letzter Zeit schon für das britische Gibraltar und das„internationale" Tanger krisenhaft bemerkbar gemacht. Er beginnt jetzt auch unliebsame Folgen für die kleine Pyrenden=Republik Andorra zu zeitigen. Dabei ist es interessant, daß man in Andorra weniger ernste Auswirkungen der spanischen Wirren, als vielmehr einen machtpolitischen Eingriff Frankreiche befürchtet. Zwar hat sich vor einiger Zeit der Fall ergeben, daß ein spanischer Pfarrer bis nach Andorra hinein von Kommunisten verfolgt und dort getötet wurde. Sonst jedoch hatte man zunächst in Andorra bisher keine aus dem Bürgerkrieg herrührenden Difserenzen. Seit Mitte August aber wurden von Paris aus wiederholt Gerüchte in Umlauf gesetzt, daß ein spanischer Handstreich auf Andorra bevorstehe. Das diente dann zum Vorwand, um an der französtsch=andorranischen Grenze einige Truppenabteilungen zu konzentrieren. Daher befürchteten die Andorraner, daß Frankreich nur einen Vorwand suche, um den seit langem wegen Andorra bestehenden französisch=spanischen Streit zu einem für Frankreich günstigen Ende zu bringen. Bekanntlich steht Andorra unter einem französischspanischen Kondominium, denn in die Souveränität über Andorra teilen sich der jeweilige Präsident der französischen Republik und der spanische Bischof von Urgel. Diese beiden üben ein sog.„Protektorat“ über das kleine freiheitsliebende Völkchen aus. Für die Andorraner bildet dieses„Protektorat“ seit langem das Ziel aller heimlichen(teilweise auch offenen) Verwünschungen. Sie fühlten sich nicht so sehr von Spanien, als vielmehr von Frarkreich belogen und betrogen. Vor einigen Jahren hatte Frankreich die Andorraner, deren natürliche Handelswege nach Spanien weisen, zn einer Jollunion mit Frankreich gezwungen. Die natürliche Folge davon war, daß der ohnehin schon geringe Handel Andorras fast ganz einschlief und der schon immer betriebene Schmuggelhandel ins Ungemessene stieg. Für Frankreich aber hatte die Aufhebung der Zollgrenze den Vorteil, daß es die von französischen Kapitalisten in Andorra ausgebeuteten Mineralien(Eisenerz, Schwesel, Silder, Blei) zollfrei nach Frankreich einführen konnte, während die Andorraner zusehen mußten, wie man unbehindert ihre Bovenschätze über die Grenze verfrachtete. Schon vor zwei Jahren wäre es dieserhalb in Andorra fast zur Nevolution gekommen und an allen Mauern und Zäunen wimmelte es von Haß=Inschriften gegen Frankreich und die französischen Ausbeuten. Aber die französische Polizei(Frankreich übt in Andorra das Polizeirecht aus) verstand es, die Anführer der Bewegung rechtzeitig festzusetzen und so den schwelenden Brand auszutreten. Am meisten erbittert waren die Andorraner darüber, daß man ihnen einerseits für die bei den französischen Kapitalisten geleistete Arbeit äußerst niedrige Löhne zahlte und sie andererseits zwang, auch weiterhin an Frankreich den jährlichen Tribut von 960 Goldfranken zu zahlen, obwohl das Land durch die Oeffnung der Zollgrenze fast keine Einnahmequellen mehr besaß. Der Bischof von Urgel hatte sich in diplomatisch=kluger Weise bereit erklärt, den ihm zustehenden Tribut von 425 Franken jährlich in Form von Naturalien entgegenzunehmen. Man warf dem vom Generalrat gewählten Syndikus(der etwa einem Ministerpräsidenten entspricht, obwohl es kein eigentliches Ministerium gibt) P. FontAreny vor, daß er sich zu sehr vom französischen Delegierten(der der eigentliche Herrscher in Andorra ist) beeinflussen lasse. Aber jeder Versuch, sich von dem Einfluß dieses französtschen„Geschäftsträger=" unabhängig zu machen, war von vornherein zum Scheitern verurteilt, da diesem in der verhältnismäßig starken französischen Polizei Andorras jederzeit ein Machtmittel in die Hand gegeben war, um seinen(bezw. Frankreichs) Willen durchzusetzen. Als der Bischof von Urgel, dessen Residenz nur zwölf Kilometer von Andorra entfernt liegt, den Versuch machte, mit Hilfe der damaligen spanischen Regierung seinen Einfluß in Andorra zu vergrößern, kam es fast zu einem ernsten diplomatischen Konflikt zwischen Frankreich und Spanien. Seitdem hat es nicht an Versuchen gefehlt, einmal den französischen, ein andermal den spanischen Einfluß in Andorra zurückzudrängen. Aber die Versuche des Bischofs von Urgel oder seiner Mittelsmänner stießen immer wieder auf den tatkräftigen Widerstand der französisch=andorranischen Polizei, während die Versuche Frankreichs bei dem fast durchweg antifranzösisch eingestellten Volk auf Widerstand stießen. So hielt sich denn die Gegnerschaft dieser beiden Exponenten französischer und spanischer Einflußpolitik bisher zum Wohle der Andorraner immer die Waage. Durch den Auebruch des spanischen Bürgerkrieges aber hat sich die Lage zugunsten Frankreichs verschoben. Der Bischof von Urgel, dessen Bistum von Anfang an in den Händen der katalanischen Linksregierung war, mußte nach Italien flüchten. Frankreich ließ daraufhin, um sich die selten günstige Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, unter diesen Umständen Mobil=Garde an der andorrawischen Grenze aufmarschieren. Aber zu einem Einmarsch kam es nicht. Man erfuhr in Andorra sehr bald, woran das lag Informierte Kreise behaupteten nämlich, daß bestimmte französische Kreise sich als Gegenleistung für die Waffenlieferungen an die spanische Linksregierung die Aufgabe des spanischen Einflusses in Andorra ausbedungen haben sollen. Madrid soll hierauf, schneller als man in Paris erwartet hatte, eingegangen sein. Denn einmal wurden die Wassenlieferungen dvingend benötigt und andererseits hatten die Roten absolut kein Interesse daran, dem verhaßten Bischof von Urgel in Andorra Hilfsstellung zu leisten. So schien sich die Angelegenheit für die fraglichen Pariser Kreise durchaus wunschgemäß zu entwickeln und die marschbereite Mobil=Garde wurde wieder von der andorranischen Grenze zurückgezogen. Denn schließlich wäre eine„friedliche Durchdringung" nach Ausschaltung des Bischofs von Urgel unbedingt einem bewaffneten Einmarsch vorzuziehen, da letzterer außerdem beim Genfer Völkerbund unliebsames Aufsehen hätte erregen können. Anders wurde die Sache aber, als von Burgos der Anschluß der Garnison von Lerida an die Nationalisten gemeldet wurde Denn das Bistum des Bischofs von Urgel gehört zur Provinz Lerida. Und wenn diese Provinz in die Hände der Nationalisten käme, würde damit der Rückkehr des Bischofs nichts mehr im Wege stehen. Paris war sich natürlich darüber im klaren, daß die Nationalisten die französischen Abmachungen mit der Madrider Linksregierung niemals anerkennen und im Gegenteil den Bischof von Urgel in seinen Ambitionen auf Andorra nur nachhaltig unterstützen würden. Am Quai d’Orsay soll man dieserhalb begonnen haben, sich doch wieder mit der Möglichkeit eines bewaffneten Einmarsches vertraut zu machen,„ehe es zu spät ist". Vorher aber hatte man noch ein anderes Eisen im Feuer: Die Regierung Andorras besteht neben dem„1. und 2. Syndikus“ noch aus dem„Generalrat“, der 24 Mitglieder umfaßt. Die Mitglieder dieses Generalrates werden jeweils auf vier Jahre von den sechs Gemeindevorstänven gewählt. Vier Jahre sind eine lange Zeit und in vier Jahren kann es einem tüchtigen„Geschäftsträger“ in Andorra immerhin schon gelingen, einen Teil derselben„günstig" zu beeinflussen. So wurde vor einiger Zeit, am 29. September, auf Wunsch der französischen„Geschäftsträgers“ eine Generalratssitzung einberufen, bei der als erster und einziger Punkt ein von mehreren„Abgeordneten“ eingebrachter Antrag zur Debatte stand, der in seinem Inhalt folgendes besagte:„In Anbetracht der durch den spanischen Bürgerkrieg geschaffenen unsicheren Lage an der Südgrenze Andorras wird Frankreich um bewaffneten Schutz gebeten.“ Der„Geschäftsträger“ hatte anscheinend jedoch nicht genügend erfolgreich„vorgearbeitet“, denn der Antrag wurde mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt. Man darf nun gespannt sein, ob die interessierten französtschen Kreise sich durch die im Zusammenhang mit der Frankenabwertung gespannte innere Lage von der Durchführung ihres Planes abhalten lassen werden. Im übrigen dürfte es dem„aktiven“ Völkerbund keinen Abbruch tun, wenn er sich trotz seiner„Ueberlastung" gelegentlich um diese Dinge kümmern würde. Till Eybe. . Berlin, 22. Dezember. Die seit einigen Wochen in Berlin geführten Verhandlungen über die Verlängerung des deutsch=finnischen Handelsvertrages und des deutsch=finnischen Verrechnungsabkommens sind heute erfolgreich zum Abschluß gebracht worden. Angesichts der günstigen Entwicklung des deutschfinnischen Handels im abgelaufenen Jahre und des günstigen Kontostandes im Verrechnungswesen ist es möglich gewesen, bei der Verlängerung für das Jahr 1937 eine wesentliche Steigerung des beiderseitigen Warenverkehrs in Aussicht zu nehmen. Es ist bei dieser Gelegenheit auch gelungen, mit der finnischen Regierung Vereinbarungen über eine bedeutsame Erleichterung der Zollbehandlung für deutsche Kraftfahrzeuge und eteile zu treffen, welche die Einfuhr deutscher Automobile aller Art nach Finnland künftig sehr erleichtern werden. 4000 Geiseln vor der Freilassung? London, 22. Dezember. „Daily Telegraph“ meldet aus St. Jean de Luz, daß die Verhandlungen zwischen den auf seiten der Roten stehenden baskischen Separatisten und der spanischen Nationalregierung über den Austausch von insgesamt 4000 Geiseln, von denen bereits Eden in seiner letzten Unterhausrede gesprochen hatte, unmittelbat var dem Abschluß stehen. Mit der Freilassung der Geiseln, die von Britischen Kriegoschiffen befördett werden follen, s## schon in kurzer Zeit zu rechnen. * Paris, 22. Dezember. Wie Havas aus Bayonne berichtet, sind Vertreter der roten Basken aus Bilbao an Bord eines amerikanischen Kriegsschiffes in Frankreich eingetroffen, um hier mit Vertretern der spanischen Nationalregierung über den Austausch von 4000 Geiseln zum Weihnachtstage zu verhandeln. An den Besprechungen nehmen auch Vertreter des internationalen Roten Kreuzes teil. Hunger- und Seuchengefahr Dür Nol a Hol=Spalten fteigt immer hoher— Aellrres Vordringen dor Amcnalen Salamanca, 23. Dezember. Der Nationalsender teilte mit, daß infolge der in Katalo. und Kauf„burige Rechnungen 20 v. H. Nachlaß zu gewahren, wenn der dann in nung stehende Betrag in Waren zur Verfügung gestellt wird. Nach den letzten in Salamanca vorliegenden Nachrichten aus Madoid begegnet die Räumung der Hauptstadt von allen Kampfunfühigen neuen Schwierigkeiten. Barbelona, Velencia und Alicante melden, daß der Zustrom von Flüchtigen aus den Kampfgebieten beängstigende Formen annimmt. Die Lebensmittelnot werde immer größer und es steige auch die Seuchengefahr. Infolge Brennstoffmangel kann nur noch unregelmäßig der Abtransport der nicht wehrfähigen Bevölkerung erfolgen. Radio Tetuan gibt bekannt, daß in den Straßen Madrids eine Kundgebung von Frauen stattgefunden habe, die die Uebergabe Madrids forderten. 43 Frauen, die an der Demonstration teilnahmen, wurden verhaftet und erschossen. Nach zuverlässigen Erkundungen trafen in Madrid mehrere Tausend ausländische Kommunisten ein, die die großen Verluste der internationalen Kolonne in den letzten Tagen ausgleichen sollen. Wie der Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca mitteilt, besetzten die nördlich von Hueoka kämpfenden nationalen Truppenteile die Ortschaft Arascues. Sie brachten den Bolschewisten empfindliche Verluste bei. Auch im Frontabschnitt von Villareal konnten die nationalen Streitkräfte ihre Stellungen verbessern. Sie griffen die feindlichen Stellungen an und warfen die Kommunisten aus Westafe. Dabei eroberten sie 3 kleinkalibrige Geschütze und 2 Maschinengewehre. Die Noten verloren 50 Tote und 5 Gefangene. An den übrigen Fronten fanden keine größeren Gesechtshandlungen statt. Veigischer Vorschäfteseirriar verschwunden London, 22. Dezember. Wie aus Madrid berichtet wird, ist dort der erste Sekretär der belgischen Botschaft in Madrid, Baron de Borchgrave, auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Er verließ die belgische Botschaft am Sonntag, um den sogenannten Stadtbezirk von Tetuan zu besichtigen, der kürzlich mit Bomben belegt worden war. Seitdem hat ihn niemand mehr-gesehen. Der französische Soldat der Söldner Stalins Paris, 22. Dezember. Der„Matins bezeichnet in einem Artikel über die außenpolitischen Ziele der Sowjetunion den französischen Soldaten als den„Söldner“, den sich Stalin für seine großen Eroberungspläne ausgesucht hat. Als das unmittelbare Ziel Moskaus bezeichnet das Blatt,„Deutschland zu schlagen und zu ermüden dadurch, daß man Frankreich und Spanien, in einer Moskauer sogenannten Volksfront vereint, auf Deutschland hete“. Nach Auffassung des Blattes fällt hierbei auch der Tschechoslowakei und sogar China — wobei„Matin“ offenbar an die jahrelange kommunistische Wühlarbeit in China denkt— in den sowjetrussischen Absichten eine entscheidende Aufgabe zu. Stalin, schreibt das französische Blatt, wäre dann jener„Herr der Völker“, als der er sich bereits bezeichne. * Rosenfeld und seine Sekretärin Der Standal in Poris, 22. Dezember. Die Verhaftung der Sekretärin Linder vom fr zösischen Außenministerium und des Juden Rosensel beschäftigt die Pariser Presse weiterhin sehr stark, obgleich die amtlichen Stellen stärkste Zurückhaltung üben. Rosenfeld war bereits aus Frankreich ausgewiesen worden. Trotzdem hatte er sich um die französische Staatsbürgerschaft beworben. Das Einbürgerungsverfahren wurde jedoch durch gewisse Schriftstücke erschwert, die in Rosenselds Personalpapieren im Rußenministerium liegen. Aus diesen Dokumenten geht hervor, daß der Jude eine wenig empfehlenswerte Persönlichkeit ist.* Die verhaftete Sekretärin hatte früher in Rosenfelde Diensten gestanden und unterhielt immer noch enge Beziehungen zu ihm. Sie entfernte die belastenden Schriftstücke aus den Akten und ersetzte sie durch falsche Papiere, in denen dem Juden die besten Prädikate gegeben wurden. Auf diesen Dokumenten war die Unterschrift eines hohen Beamten des Quai d'Orsay gefälscht worden, der inzwischen gestorden ist. Die Linder hat weiter ihren Freund Rosenfeld über alle Verhandlungen laufend unterrichtet, die im Zusammenhang mit Waffenlieferungen zwischen verschiedenen französischen Fabriken und dem Ausland gepflogen wurden. Das französische Außenministerium muß zu solchen Verhandlungen Gutachten abgeben, ehe sie zum Abschluß gebracht werden können. Auf diese Weise war es Rosenfeld möglich, sich im gegebenen Augenblick einzuschalten, um sein Geschäft zu machen. Gegen die Sekretärin Linder hat der Untersuchungsrichter Anklage wegen Urkundenfälschung erhoben. Der Jude Rosenfeld wird sich vorläufig nur wegen Richtbeachtung eines Ausweisungsbefehls zu verantworten haben. Wegen des Waffenschmuggels nach Spanien wird die Untersuchung gegen ihn noch weitergeführt. Ein Dementi wird dementiert Paris, 22. Dezember. Das„Echo de Paris“, das am Montag eine Meldung verhreitet, hatte,„wognach„die französische Repierung das modernste französische Kampfflugzeug, einen DevoitineKandnenapparat, an die spanischen Bokschewisten geliefert, habe, bestätigt am Dienstag diese Mitteilung trotz des Dementis des französtschen Luftfahrtministers und trotz der gerichtlichen Klage, die der Minister gegen das Blatt wegen der Veröffentlichung von„Falschmeldungen“ eingereicht hat. „Wir demenkieren das Demenki des Lufkfahrtministers“, so schreist das„eche dr Dali“.„uns wir fagen sogar hinzu, daß auch das zweile Devoikine-Kanonenflugzeug, Ars mis ann E Alm— LLilr Shmim das wir nom in Hauben der rechnischen Abtellung des Lustfahrtministeriums glaubten, ebenfalls nach Barcelona unterwegs ist uud angenwilalich wegen einer Moiorfiorung In Limoges liegt.“ Das Blatt gibt im übrigen nähere Einzelheiten über diese Lieferungen und nennt die Namen der Flugzeugführer, die mit der Durchführung des Auftrages betraut worden seien. Berlin, 22. Dezember. Der Reichskommifsar für die Preisbildung hat Zuschläge festgesetzt, durch deren Erhebung die der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft angegliedertmn Bezirksabgabestellen die Preise für Weißkohl, Notkohl, gelben und grünen Wirsing während der Wintennonate in gewissen Zeitabschnitten erhöhen können. Die für Dezember 1936 bis April 1937 genehmigten Zuschläge liegen under denen des Jahres 1935/36. Der Reichskommtssar für die Preisbildtng has damit eine Ausnahme nach§ 8 der Preisstoppverordnung vom 26. 11. 1936 zugelassen. Preissteigerungen für Kohl sind in den Wintermonaten sassonmäßig bedingt und berechtigt, weil durch die Einlagerung des Kohls und das allmähliche Abfaulen der Außenblätter Verkuste entstehen. Die Kohlpreise der Bezirksabgabestellen vom 7. 10. 1936, also die Erzeugerpreise für Kohl, konnten deshalb nicht für den ganzen Winter beibehalten werden. Ihre Neuregelung ist durch die den Bezirksabgabestellen vorgeschriebenen Zuschläge für das ganze Reich einheitlich erfolgt. Gleichzeitig hat der Reichskommissar die Preisbildungsstellen ermächtigt, die auf Grund von§ 3 der Preisstoppverordnung notwendigen Ausnahmebewilligungen für die Kohlpreise der Groß= und Kleinverteiler auszusprechen. Die damit zugelassenen Preiserhöhungen für Handel und Verbraucherschaft werden der Erhöhung der Erzeugerpreise Rechnung tragen, sich jedoch im Rahmen der erwähnten Zuschläge halten, also ein geringeres Ansteigen der Kohlpreise als im letzten Winter mit sich bringen. Die Ermächtigung der Preisbildungsstellen zur Erteitunng der Ausnahmebewilligung erklärt sich aus den örtlich verschiedenen Bedingungen, da die Anfuhrkosten, Lagerung und Witterungsverhältnisse für den Groß= und Kleinhandelspreis zu berücksichtigen sind. Der Fanragfel Siegansrene Paris, 22. Dezember. Die am Montag in Paris begonnenen türkisch=französischen Verhandlungen um die Sandschak=Frage von Alexandrette geben anscheinend keinen Anlaß zu besonderem Optimismus. In sonst gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die türkischen Unterhändler stärker als in Genf ihren Standpunkt vertreten und die französische Regierung vor die Wahl stellten, entweder im Rahmen der syrischen Republik eine unabhängige Republik des Sandschak zu errichten, oder aber im Rahmen eines türkisch=französischen Abkommens die Unabhängigkeit des Sandschaks zu erklären. In beiden Fällen soll der Kriegshasen von Alexandrette sowohl für die französische als auch für die türkische Flotte nicht denutzt werden. Französischerseits, so betont man, beharre man ebenfalls auf dem bisherigen Standpunkt, wonach der Sandschak von Alexandrette einen Teil des Mandatsgebietes ausmache, das Frankreich vom Völkerbund übertragen worden sei. Die französische Regierung könnte sich deshald bestenfalls dazu bereit erklärten, dem Sandschak eine teilweise Unabhängigkeit durch die Errichtung einer örtlichen Regierung zuzuerkennen, die aber von der syrischen Regierung abhängig sein müsse. Angesichts dieser Schwierigkeiten rechnet man nicht damit, daß eine Regelung der Frage in Paris erfolgen kann, sondern hält es für wahrscheinlich, daß die Angelegenheit bis zur nächsten Völkerbundstagung offen gelassen wird. Die Verhandlungen wurden am Dienstag zwischen dem französischen Außenminister Delbos und dem türkischen Außenminister Rüschtü Aras weitergeführt. An der Besprachung„nahmen die franzäßischen und türkischen, Sachbearbeiter sowie der schwedische Gesandte in Bern.: Westman, als Vertreter des Verschterstatters im Völkertundsrat teil. Schwere Stürme über dem Atlantik. Neuyork, 22. Dezemben. Schwere Stürme über dem Atlantik hoben das Eintreffen von 10 Ueberseedampfern beträchtlich verzögert, unter ihnen befinden sich die„Europa“, Normandie",„Aquitania“ und„Deutschland“ mit etwa 2500 Fahrgästen und Tausenden von Wethnachtspostsäcken. Die Verzögerungen betragen bis zu 24 Stunden. Die Post trifft infolge dessen zu spät ein, um noch zum Weihnachtsfest ausgetragen werden zu können. Die„Europa“, die bereits am Dienotag dochen sollte, wird erst am Mittwoch ins Dock gehen. Der Schöpfer des Pergamon-Museums Ein Kulturwunder als bleibendes Denkmal für Theodor Wiegand Der Schöpfer des Berliner PergamonMuseums, Theodor Wiegand, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Das Pergamon=Museum in Berlin, das im Jahre 1930 fertiggestellt wurde, trägt seinen Namen nach dem berühmten Pergamon=Altar, der in ihm eine für archäologische Museen vorbildliche Aufstellung erhalten hat. Im Lause der letzten Jahre ist eine Reihe von weiteren bedeutsamen Ausgrabungen hinzugekom. men, so vor allem das Stadttor von Milet und die Prozessionsstraße Nebukadnezars vor dem Ischtartempel in Babylon und die Fülle der Funde in Vorderasten, die uns tiefe Einblicke in die uralte Kultur jener Völber und Länder gewähren. Das Pergamon=Museum ist aber nicht nur eine Berliner Sehenswürdigkeit— es ist neben dem Zeughaus, das populärste und meistbesuchte Museum Berlins überhaupt—, sondern genießt einen Weltruhm, der auch bei jenen bekannt ist, die sich sonst nicht mit Ausgrabungen aus dem Altertum befassen. Wir haben die Probe auf das Exempel während der Olympischen Spiele machen können, bei denen die ausländischen Besucher Wert darauf legten, an den Stufen des Pergamonischen Altars im Lichtbild festgehalten zu werden. Für viele war eine solche Aufnahme mit blassischem Hintergrund wichtiger, als eine Photographie von Reichesportfold. Wenn der Dichter vom Mimen sagt, daß ihm die Nachwelt keine Kränze flechte, gilt dies in vermehrtem Maße auch von den Museumsdirektoren. Meist sind ihre Namen nur im Kreise der Fachgenossen bekannt, die große Masse der Museumsbesucher kennt sie nicht und hat auch in der Regel kein Interesse für ste. Die Ausnahme, die der Schöpfer des Pergamon=Museums, Theodor Wiegeno, von dieser betrüblichen Regel machte, ist zugleich der beste Wertmesser für seine Popularität und ein Maßstab für die Anerkennung, die auch der unverbildete Museumsbesucher dem Werk eines solchen Mannes zollte. * Theodor Wiegand war zwar ein gebürtiger Rheinländer, aber er felöst fühlte sich durchaus als Verliner. Die letzten 25 Jahre seines Lebens hat er fast ununterbrochen in Berlin zugebracht. Er war einer der bedeutendsten Archäologen unserer Zeit, der sein Wissen und sein Können nicht in die Studierstuben oder Museumssäle vergrub, sondern von Anfang an der Allgemeinheit zugänglich machte. Von 1895 bis 1911 leitete er als Direktor der preußischen Museen im Orient und dann der Antiken Abteilung der Berliner Museen von 1895 bis 1898 die Ausgrabungen in Priene, und von 1898 bis 1914 die Ausgrabungen in Milet, die Didyma und auf Samos. Während des Krieges war er Generalinspektor der Altertümer in Syrien, Palästina und Westarabien. Sein Lebenswerk krönte er jedoch mit den Ausgrabungen in Pergamon, die er seit 1927 leitete. Viele Jahre seines Lebens hat er im Orient zugebracht, deren alte Geschichte er dann freilich kannte wie kein zweiter seines Faches. Als Wiegand gegen Ende der zwanziger Jahre die endlosen Wagenladungen mit Bruchstücken und Trümmern glücklich nach Berlin gebracht hatte, war er sich von vornherein darüber im Klaren, daß man die Funde von Pergamon, Milet und Babylon nicht nach der damals beliebten Methode des Hinstellens und Katalogisierens der einzelnen Stücke der Oeffentlichkeit zugänglich machen konnte. Er brach deshalb mit dem bisherigen Museumsgrundsatz, erst die Räume zu schaffen und dann etwas hineinzustellen, sondern er ging von dem Ausstellungsobjekt aus und baute dann den Raum darum herum. Nur so war es möglich, den herrlichen Pergamon=Altar so aufzubauen, wie wir ihn heute sehen und bewundern. Mit erstaunlichem Eiser und vorbildlicher Gründlichkeit haben unter Wiegands Leitung deutsche Forscher in jahrelanger, mühevoller Arbeit unzählige Marmorsplitter und Brocken, Ziegelsteine und Scherben, Reliefs, Fragmente und Mosaiken, Treppen und Mauerreste zusammengebastelt, so daß dem erstaunten Auge des Besuchers das Bild einer längst versunkenen Kultur geboten wird, wie sie vor Jahrtausenden in Kleinasien und in der mesopotamischen Ebene in hoher Blüte gestandenstanden hat. Es ist das besondere Verdienst Wiegands, daß er außer den stoatlichen Stellen auch poivate Spender für seine Mufeumsplätze zu interessieren verstand. Auch im Neuerwerb und im Austausch von Ergänzungsstücken bewies er eine glückliche Hand. Das Pergamon=Museum mit seinen Sälen und Flügeln ist heute ein Architektur= und Kultur=Museum, das einzig auf der Welt dasteht. Wiegands Ruhm durcheilte die Welt. Das Deutsche Reich hat ihm die höchsten Ehrungen gegeben, die es zu verleihen hatte. Wiegand erhielt den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und den Adlerschild des Reiches. Er war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und später des Preußischen Staatsrats. Als Präsident des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches war er auch nach außen hin die sichtbare und würdige Vertretung der archäologischen Wissenschaft überhaupt. Fünf deutsche Hochschulen haben ihm den Ehrendoktor=Titol verliehen, die Akademien von Wien und Stockholm rechneten sich zur Ehre an, ihn unter ihre Mitglieder zu zählen * Beileidstelegramm des Führers Der Führer und Reichokanzler hat an die Witwe des Staatsrats Prof. Dr. Wiegand nachfolgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen und den Ihren in dankbarer Würdigung der großen Lebensarbeit des Heimgegangenen meine herzlichste Anteilnahme aus. ##dolf Hitler“ Versammlung der sudetendeutschen Kulturorganisation in Berlin Die Sudetendeutsche Kulturgesellschaft; die unter der Führung des sudetendeutschen Dichters E. G. Kolbenhever stehende Kulturorganisation der Sudetendeutschen im Roiche und in Deutsch=Oesterreich hielt in Berlin ihre Jahreshauptversammlung ab. Es lagen zahlreiche Begrüßungsschreiben vor, so vom Deutschen Kulturverband(Prag), Robert Hohlbeum(Wien), Universitätsprofessor Buntmu (Aachen), Dr. Steinacher(Berlin), Walter Klemm (Stuttgart) u. a. m. d beschaftbfahrener Vorspende, Obevingenteur gab einen Bericht über die umfangreichen, im vergangenen Jahre durchgeführten Arbeiten. Der Führer ds Bundes der Deutschon in de wakei, Pfarrer Gottfried Wehrenpfennig, begrüßte die kulturelle Zusammenarbeit der Sudetendeutschen Kulturgesellschaft mit dem Bunde. Der Rulturreserent der Sudetendeutschen Partei Franz Höller überbrachte der Tagung den Gruß Konrad Henleins und Dr. Cernys(Gablonz) und des Deutschen Turnverbandes. Puceini=Denkwal in Brüssel enthüllt. Aus Anlaß des 12. Jahrestages des Todes Puccinis, der am 16. Dezember 1924 in der Brüsseler Vorstadt Elsene starb, wurde im Foyer der Königlichen Oper(Monnaie) ein Brustbild Puccinis enthüllt. Berühmte chinesische Kunststätte vernichtet. Die berühmte Galerie des Lam=Ding=Tempels in HangTschou(60 Ktlometer füdlich von Schanghai), eine der bedeutendsten Kunststätten Chinas, in der sich 518 Statuen heiliger Buddhapriester befanden, wurde durch einen Großbrand vollkommen eingeäschert. Sämtliche Kunstschätze wurden vernichtet. Abendfeier der deutschen Kunst in Gelsenkirchen Für Dienstag, den 16. Dezember, hatten der Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen und der Kreisleiter der NSDAP. Gelsenkirchen zu einer Abendfeier der deutschen Kunst eingeladen. Im festlich geschmückten großen Saal des Hans=Sachs=Hauses war eine recht ansehnliche Zuhörerschaft versammelt, als die Veranstaltung mit der Ouvertüre zu Webers„Euryanthe“, gespielt vom Städtischen Orchester Gelsenkirchen. unter Leitung des Musikdirektors Dr. Volkerts, dem auch der weitere musikalische Teil des Abends anvertraut war, eröffnet wurde. Seinen Höhepunkt erreichte der Abend durch die Verkündung der ersten Kreiskulturkammer für den Kreis Gelsenkirchen durch den Leiter der Landerstelle Westfalen=Nord des Reichsstellv. Gauleiters Staatorat Pa. Stangier erschienen war. Aus dem weiteren Teil des Programms verdient noch erwähnt zu werden ein umfassender Vortrag des Landesleiters Westfalen=Nord der Reichskammer der bildenden Künste, Pg. Waldow, über die Zusammenhänge zwischen Kunst und Volk. Hein Heuer vom Stadttheater Gelsenkirchen sprach noch den wundervollen Prosa=Hymnus Johann Wollgans von Goethe:„Ueber die deutsche Baukunß“. Mittwoch, den 23. Dezember 1936 Mimmmmmmmmmm Unterhaltungsblatt 8. Jahrgang Mm □ Copyriadt do Osdar Elleister. Werdau l. Sa. Romau von Chriktel Broehl=Delbaes (10. Fortsetzung.) „Es ist lange—— zu lange——“ sagte Tiebruck und nahm Romanas Hand, sie zu küssen. Romana schaute auf ihn nieder, der sein Haupt vor ihr gebeugt hielt. Ihre Hand ruhte in der Hand des geschicktesten und gesuchtesten Arztes der weitesten Umgebung. Wieviel Menschen hatte diese Hand zu neuem Leben verholfen. Und wieviel Klugheit, wieviel Geist barg die blasse Stirn. Dennoch war er ein Knabe, dieser große Mann, und sie mußte mütterlich mit ihm sein und seinen Kopf an ihr Herz nehmen. „Ich liebe dich, Romana“, sagte Tiebruck. Und jedesmal ging ein Schauer des unwirklichen, des unfaßbaren Glücks durch Romana hin. Sie war ein Geschenk für ihn, der niemals eine von Kraft und Leben strotzende Frau sein eigen nennen konnte, und er ging eine Liebesehe ein, wenn er Romana zu seiner Frau machte. Es war ein Zueinanderneigen, das nichts mit den Jahren, den Umständen und den Verhältnissen zu tun hatte. Sie würden sich geliebt haben, wenn sie Kinder gewesen wären, sie hätten einander gehören wollen, wären sie beide alt gewesen. Und nun konnte es Tiebruck nicht erwarten, bis er endlich vor aller Welt sie als die Seine bezeichnen durfte. Jeder Tag, der verstrich, galt ihm als verloren. Auch bedrückte ihn die noch ungeklärte Atmosphäre seines Hauses und in ihr die erwachenden Augen Georgs, die anklagenden und schuldbewußten Blicke Camillas. Ein Labetrunk war Alfs heitere Kinderart. Der Bub fragte nach Romana. Sie hatte ihm sehr gefallen. Tiebruck versprach, die„hübsche Dame" bald wieder herzubringen. * Es schien, als brauchten die Geschwister in ihrem neuen Gefühl hochgradiger Verirrung und Erregung befreundete Menschen. Weder Camilla noch Georg hatten sich jemals so eng an Mitschüler angeschlossen, wie sie es jetzt getan. Georg steckte fast täglich mit Günther Pasting zusammen, und dieser neue Freund war krampfhaft bemüht, den guten Eindruck, den Romana auf Georg gemacht hatte, mit allen Mitteln wieder auszulöschen. Camilla klagte Lala Esch ihr Leid und ließ sich von dieser ewig fragenden und forschenden Freundin bemitleiden. Auch Lala Esch versuchte nicht zu vermitteln; als sie aber bemerkte, daß Camilla unter den neuen Vorstellungen wirklich zu leiden begann, sagte sie: „Du solltest dich mal mit anderen Dingen beschäftigen. Zum Beispiel Tennis spielen.“ „Ach, gegen dich komme ich doch nicht an“, meinte Milla mutlos. Lala Esch war seit langem jüngste, deutsche Tennismeisterin und besaß im Garten der elterlichen Villa einen eigenen Trainingsplatz. „Unsinn. Wenn du zu mir kommst, spielen wir mal. Dann kannst du trainieren." Es schmeichelte Comilla nicht wenig, daß sich die junge Tennismeisterin um sie kümmern wollte, und sie schlug einen Nachmittag vor. Lala stimmte auch erst zu, dann aber erinnerte sie sich, an diesem Tage etwas anderes vorzuhoben. „Jeden Tag kannst du kommen, Milla, nur nicht den Donnerstag. Dann macht Erwin Westphal sein Examen * „Erwin Westpfahl? Was hast du denn damit zu tun?“ Lala machte ein geheimnisvolles Gesicht und drückte Millas Hand.„Du hast mir ja soviel anvertraut, Liebes, darum will ich auch ehrlich sein: Erwin und ich spielen viel zusammen, haben oftmals gemeinsam gesiegt. Ich finde ihn herrlich, ich bin sogar ein bißchen in ihn verliedt. Aber nun hat er sich einen Beruf erwählt und will weniger Tennis spielen. Schade, nicht? Donnerstag macht er sein Staatsexamen und da will ich ihm gratulieren. Sicher freut er sich. Einen ganzen Strauß Rosen soll er haben——“ „Ob das nicht ein bißchen— aufdringlich ist?" zweifelte Camilla, die es sich nicht denken konnte, fremde, junge Herren mit Blumen zu beschenken. Lala tippte mit dem Finger gegen ihre Stirn und lochte:„Gänschen! Wie soll er denn sonst merken, daß er mir gut gefällt? Heutzutage lausen die Männer den Mädchen nicht mehr nach.“ Camilla war ein wenig angewidert, aber es änderte trotzdem nichts an der glühenden Freundschaft, die sie für Lala Esch empfand. Sie klammerte sich an die Schulkameradin in einer Art Abwehr gegen den Zauber Romanas, der immer noch heftigen und nachhaltigen Einfluß auf sie gewann. Lala verspürte nichts von Camillas Gedanken, sie plauderte vergnügt weiter: „Vielleicht ladet er mich dann zu einer Tasse Kaffee ein oder wir machen einen kleinen Spaziergang. Seine und meine Eltern sind gut defreundet und wir sind Tennispartner; niemand könnte dabei etwas finden.“ „Sicher hat er kein Interesse an sechzehnjährigen Blagen“, meinte Camilla. Lala schnippte lustig mit den Fingern und meinte vielsagend: „Na, das sei dahingestellt——. Jedenfalls, du kommst Freitag zum Tennisspielen?!“ Die Begegnung mit dem jungen Westpfahl fiel allerdings bedeutend anders aus, als Lala erwartet hatte. Lala stellte sich an einem günstigen Platz vor der Hochschule auf, nachdem sie sich vergewissert hatte, daß ein Verpassen Westpfahls gar nicht möglich sein konnte. Sie mußte ziemlich lange warten und vertrieb sich die Zeit damit, die zwanzig langstieligen Rosen immer wieder anders zu ordnen und ihren Duft einzuatmen. Als Erwin dann endlich mit den anderen Herren über die hohe Treppe kam und sich mit Händedruck von seinen Kommilitonen verabschiedete, flog die kleine Lala Esch mit ihrem wehenden Organdykleidchen auf Erwin zu und reichte ihm mit ausgestreckten Armen den reichen Rosenstrauß. Sie machte das so reizend und mit soviel Grazie, daß Erwin Westpfahl überrascht und entzückt in ihr leuchtend zu ihm emporgerichtetes Gesichtchen sah. „Fräulein Lala? Aber welche Ueberraschung. Sie verwöhnen mich ja förmlich.“ „Ach nein“, widersprach sie.„Herzlichen Glückwunsch, Herr Doktor.“ „Wer sagt Ihnen, daß ich nicht durchgefallen bin?“ scherzte er launig zurück. „Mein Herz——“ sie wagte mit diesen zwei Worten sehr viel, und erschrocken und neugierig forschte sie in seinem Gesicht nach der Wirkung dieser unüberlegten, fast zu impulsiven Aeußerung. Bei ihm hatten ihre Worte eine Erinnerung angerührt, die in der Spannung der letzten Stunden zugedeckt worden war. Er hob den Blick über das Mädchen hinaus und starrte auf die breite, um diese Zeit wenig belebte Straße. Plötzlich vergrößerten sich seine Augen, ein Ruck ging durch ihn hin und von seinem Gesicht strömte eine solche Freudigkeit aus, daß Lala sich mechanisch wandte und seinem Blick nachging. „Verzeihen Sie, kleine Lala“, sagte er hastig,„aber ich muß nun——“. Das letzte verschluckte er. Lala spürte ihre Hand flüchtig ergriffen und gedrückt, dann stürmte er, die Rosen in der Hand, einer Frau nach, die langsam, doch mit sicheren, zielbewußten Schritten die Straße hinabschritt. Lala sah ihn diese Frau anreden. Die Frau wandte den Kopf und Lala erblickte ein sehr schönes, ernstes Gesicht, das nun zu lächeln anfing. Er besann sich auf die roten Rosen, die er immer noch in der Hand trug. Er legte sie Romana in den Arm. Sie wehrte sich ernstlich, aber er flehte mit den Augen. Schließlich mußte sie lachen. Etwa zweihundert Schritte weiter stand die kleine Lala und mußte zuschauen, wie Erwin Westpfahl einer fremden Frau ihre Rosen in den Arm legte, ja, diese Frau förmlich zwang, die Rosen anzunehmen. Lala steckte plötzlich, ganz wie als Kind, die Faust in den Mund, als müsse sie sonst aufschreien, drehte sich jählings und rannte in der entgegengesetzten Richtung die Straße hinab. Erwin Westpfahl aber hatte die kleine Tennisspielerin längst vergessen. Er stand vor Romana Parhoff, und seine Augen blitzten sie an, seine Jugend und sein strotzendes Leben brannten aus seinem strahlenden Gesicht. „Romana, Romana, wollen Sie mir nicht Glück wünschen? Doktor Erwin Westpfahl steht vor Ihnen und erlaubt sich, sich Ihnen vorzustellen.“ Sie suchte nach einer passenden, ihn erfreuenden und doch zurückhaltenden Antwort; seine Freude und Erwartung verwirrten sie mehr, als sie je geglaubt hätte. „Sie haben also Ernst gemacht“, sagte sie und reichte ihm die Hand zum Glückwunsch,„wie werden sich Ihre Eltern freuen.“ Westpfahl sah sie an, als wolle er mit diesem Blick sich etwas zu eigen nehmen. „Ich habe Wort gehalten“, entgegnete er und verlieh dieser Antwort tiefe Bedeutung.„Sie wissen, daß ich für — Sie gearbeitet habe. Sie runzeln die Stirn. Das sollten Sie nicht tun, Romana. Aber wozu reden wir hier? Ich habe jetzt ein Anrecht auf Ihre Gegenwart, nachdem Sie wie ein guter Stern, fern und unbegehrt, über meinem Werk gestanden haben. Wieder Stirnrunzeln? Aber das bißchen Freude werden Sie einem alten Freunde doch machen? Ist das zuviel verlangt? Ich bitte doch nur um ein Stündchen Ihrer Gesellschaft.“ Gewiß, es war nicht zuviel verlangt, wenn ein Mann, den sie von Jugend auf kannte, in dessen Elternhaus sie wie eine Tochter verkehrt, sie an seinem Examenstag um ein Stündchen Gesellschaft bat. Vielleicht konnte man ihm sogar bei dieser Gelegenheit— nun, da man wieder ungebunden reden konnte— die entscheidende Mitteilung machen. Erwin nahm ihr zögerndes Schweigen für Zustimmung. Lange war sie nicht so gut zu ihm gewesen. Seine Hoffnungen wuchsen in einem beängstigenden Maße. „Romana“, sagte er,„liegt Ihnen etwa daran, in einem dumpfen Kaffeehaus zu sitzen? Ueberhaupt, in der Stadt? Wir wollen schnell zu uns, meinen kleinen Wagen holen und irgendwo hinaus.“ „Aber das dauert alles viel zu lange“, wehrte Romana. „Ich ziehe nur einen Staubmantel über den schwarzen Anzug", beteuerte Erwin,„es wird Minuten dauern.“ Romana dachte, daß sie es nicht abschlagen dürfe; auch war sie zu gütig, ihm mit einer Absage den glücklichen Tag zu trüben. „Na, denn man zu!“ gebot sie ergeben. Sie legten in heiterem Gespräch den kurzen Weg bis zum Westpfahlschen Landhaus zurück. Um die Sache möglichst abzukürzen, schlug Romana vor, draußen warten zu wollen, bis Erwin den Wagen aus der Garage gefahren hatte. Erwin wehrte sich entrüstet. „Sie sind doch nicht irgendwer! Ich werde Papa sagen, daß Sie mir eine Stunde schenken.“ Geheimrat Westpfahl begrüßte Romana mit fragenden Augen. „Sie sind selten geworden, Kind“, beklagte er sich.„Ist es Erwin wirklich gelungen, Sie hierher zu schleppen? Nun, wie ist es denn, Junge? Glänzend durchgefallen?" „Glänzend bestanden!“ Der ganze junge. Mensch war zappelnde Lebensfreude. „Junge, darauf trinken wir alle zusammen eine bemooste Flasche." sea gata: „Deinen berühmten Keller in Ehren, Pa, aber heute kann mich nichts verlocken. Romana schenkt mir eine Stunde und das ist eine seltene Gabe. Nun begreifft du, Pa, nicht wahr? Unterhaltet euch gut! Ich hole den Wagen nach draußen.“ Der Geheimrat lud Romana ein, unter der riesigen Kastanie in einem gemütlichen Gartensessel Platz zu nehmen. Daß seine Augen so forschend und flehend auf das Gesicht des jungen Weibes gerichtet waren, tat Romana sast körperlich weh. Sie suchte nach dem Anfang irgendeines gleichgültigen, liebenswürdigen Gesprächs, ohne ihn zu finden, sie fühlte sich seltsam beklommen. Aber der alte Herr schien nicht zufrieden damit, nur eine stumme Bitte an Romana zu richten. Er streckte plötzlich seine Hand über den Tisch und berührte Romanas Finger. Heitere Ecke An der Tür „Haben Sie nicht ein paan alte Hosen, die Sie mir geben könnten, bester Herr?“ „Alte Hosen habe ich.. „Vielen Dank— wann kann ich sie mir denn beien?“ „Ja, da müssen Sie schon aufpassen, wann ich zu Bett gegangen din— am Tage habe ich sie ja an!“ * Erklärlich Bamm erzählt von dem Einbruch in seinem Landhaus. „Eine Frechheit! Kommt die Bande am hellichten Tage, wo wir alle zu Hause sind!“ „Ja, habt ihr denn nicht gehört, wie die Diebe einbrachen? Wann muß denn das gewesen sein?“ „Wahrscheinlich, als wir beim Mittagessen saßen. Wir aßen gerade unsere Suppe, da.. „Natürlich! Das erklärt's!— Dann konntet ihr es ja nicht hören!“ * Erziehung „Lehrerin:„Heinz, du hast vorhin wieder während der Stunde gesprochen!“ Heinz:„Ach, man bloß eenmal, Fräulein!“ Lehrerin:„Aber Heinz!— Fritz, sag uns, was Heinz eben hätte sagen müssen!“ Fritz:„Zweemal, Fräulein!“ * Er freut sich Sie:„Du, Schatz, heute nachmittag habe ich das Kostüm gefunden, das ich immer haben wollte!“ Er:„Da bin ich aber froh; ich könnte es mir auch nicht leisten, es für dich zu kaufen!“ * Beim Wort genommen Gast:„Kellner, das nennen Sie ein Beessteak? Da muß ich aber lachen!“ Kellner:„Gott sei Dank, Herr Doktor! Die meisden Gäste schimpfen.“ simimmmmmmemmmm „Tun Sie ihm nicht zu sehr weh, liebes Kind“, sagte er unvermittelt,„es wird ihn schwer treffen. Sehen Sie nicht, daß er wie ein Kind voller Erwartung ist?“ Romana bäumte sich ein wenig auf, aber Westpfahls Finger drückten sie sanft nieder. „Sie wissen, wie lieb Sie mir und meiner Frau als Tochter gewesen wären. Sie haben sich anders entschieden. Ich wünsche Ihnen alles Glück. Aber es ist nicht leicht— Stiefmutter zu werden...“ Romana preßte die Lippen zusammen. Nach Art stolzer Naturen, glaubte sie mit allem allein fertig werden zu können. Der Geheimrat bemerkte ihre Abwehr. „Selbstverständlich müssen Sie es wissen, auch haben Sie die nötige Lebenserfahrung. Es ist ein bißchen Selbstsucht von mir altem Munn, was mich so sprechen läßt.“ Jetzt überwog die alte Herzlichkeit in Romana. Sie streichelte einmal über die welke Hand des alten Herrn und sagte leise: „Sie haben es allezeit so gut mit mir gemeint, Onkel Geheimrat, aber ich weiß, daß ich mich richtig entschied und daß ich glücklich werde.“ „Das sollte mich freuen, liebes Kind, das sollte mich freuen. Tiebruck ist ein prächtiger Charakter und edler Mensch. Nur die Kinder—— Aber vielleicht besitzen Sie auch für solche Konflikte eine segensreiche Begabung. Doch da kommt Erwin. Grüßen Sie Tiebruck, Romana!“ „Danke“, sagte Romana. Und dann stand Erwin neben ihr.„Was macht ihr denn so ernste Gesichter“, neckte er. „Ueber welch erschütternde Dinge habt ihr denn geredet?“ Der Geheimrat packte ihn bei den Schultern und schaute ihm gerade ins Gesicht. (Fortsetzung folgt.) e ehen uer ee eche c. Das Meutererschiff Ein Weihnachtserieonis von Fritz Weibnom St. Thomas, Westindien... Schwer brütete die Hitze über dem Hasen, der mit seiner spiegelglatten, glitzernden Fläche flüssigem Metall gleicht. Selbst die grünen Hügel ringsumher scheinen tot, leblos, bis auf die sie krönenden weißen Villen, die in der heißen Luft wie Flackerfeuer zitterten. Wir Kadetten saßen nur mit Hemd und Hose bekleidet an Deck, eng an die Aufbauten gedrückt, um wenigstens etwas Schatten zu erhaschen, und arbeiteten an den letzten Vorbereitungen zum Heiligen Abend. Hier wurden Ketten und Sterne aus Glanzpapier geschnitten, die den Baum schmücken sollten. Dort bastelten einige an einem kunstvollen Transparent, einer nähte eifrig bunte Taschentücher zu einer Tischdecke zusammen. Eine andere Gruppe schleppte Riesenpalmblätter, die der am Fallreep liegende Kutter eben aus dem Urwald gebracht hatte, hinten in das Wohndeck, um die einzelnen Tische in Lauben zu verwandeln. Manches Scherzwort flog von einem zum andern, manches Lied wurde gesungen. Und doch, die rechte Weihnachtsstimmung wollte nicht aufkommen! Ein altes, ziemlich verlaust aussehendes Dreimastvollschiff wurde hereingeschleppt und ging ganz in der Nähe unsres Schulschiffes vor Anker— ein Engländer. Auffallend war, daß zwei Hafenpolizeiboote träge ihre Kreise um das Schiff zogen. Da— Pfeisensignal! Alle Mann sich umziehen! Klarmachen zur Musterung! Wir mußten das Wohndeck verlassen. Dort bauten die Divisionsoffiziere die Geschenke auf und schmückten die Christbäume, richtige deutsche Tannen, die gestern auf einem deutschen Dampfer zusammen mit einer Unzahl von Paketen aus der Heimat angelangt waren. „Antreten zur Musterung! Alle Mann achteraus zum Gottesdienst!" Jetzt war es endlich soweit. Hoffentlich redete der Kapitän nicht zu lange. Vor der Weihnachtsansprache gab er noch bekannt, daß auf dem eden angekommenen Segelschiff eine schwere Meuterei herrsche, das Betreten der Schiffes, ja jedes Inverbindungtreten mit seiner Besatzung streng untersagt sei... Endlich hieß es: Weggetreten! Und nun stürmte alles laut, sich drängend, schiebend, stoßend in das Wohndeck. Dort brannten die Christbäume. Jede Division hatte ihren eigenen Baum, an den Tischen waren die Pakete und Briefe aus der Heimat aufgebaut. Die Briefe wurden meist ungelesen in die Bluse gesteckt, erst ging es den Paketen zu Leibe. Wer vorsichtig war, hatte sich bereits Tage vorher Werkzeug beiseitegelegt, denn die Kisten waren von vorsorglicher Hand gut gepackt. Das war ein Splittern, Krachen, Bersten; dann flog Papier und Holzwolle beiseite, bis sich allmählich der Inhalt herausschälte. Und was gab es da für schöne Dinge! Kuchen, Würste, Obst, Tabak, Bücher, Lebkuchen, kleine Weihnachtsbäumchen, immer höher türmten sich die Hausen. Dann ging es ans Futtern. Ach, was so ein Schiffsjungenmagen alles fassen kann! Als noch der Weihnachtspunsch dazukam, wurde es immer lustiger und lauter. Aber bald war der erste Sturm verebbt, die Stimmung wurde beschaulicher. Einer nach dem andern drückte sich leise und unauffällig hinauf auf Deck, um zu den Sternen emporzusehen. Hier erst begann die stille, heilige Nacht. Jetzt kamen die Gedanken an die Lieben zu Hause. Dort sind sie jetzt versammelt unter dem Christbaum, die Lichter brennen; da steht die kleine Krippe, dort die Mutter, der Vater... In der Kadettenmesse war es stiller geworden. Plötzlich rief einer der Kameraden, ein großer, blonder Bengel: „Kameraden, wir sitzen hier unter strahlendem Christbaum, die Tische brechen unter der Last der Geschenke, wir sind satt zum Bersten, aber keiner denkt an die Seeleute, die heute keine Weihnacht haben. Zum Beispiel der Segler von heute nachmittag. Haben die vielleicht ein Weihnachten? Da seht hinüber! Alles dunkel, kein Lied, kein Judel... Mögen es noch so wüste Gesellen sein, die da an Bord sind; an den Heiligen Abend denken sie heute sicher doch. Also paßt auf, ich mache euch einen Vorschlag...“ Einige Gewissenhafte erinnerten an das Verbot des Kapitäns, aber die wurden überhaupt nicht gehört. Bald war alles beisammen, mehr als man erwartet hatte. Zwei Kisten ganz voll mit Lebkuchen, Tabak, Backwerk, auch nützliche Geschenke; jeder gab... Nun hieß es vorsichtig sein, damit der wachthabende Offizier nichts merkte. Leise, ganz leise wurde alles auf das Vordeck gebracht, dann bildeten wir eine lange Kette über die Backspier bis in eines unserer Boote. Kein lauter Ton, nur Flüstern. Kein Licht. Als alleg verstaut war, legten wir ab. Nun fünf Kadetten waren im Boot. Um nicht entdeckt zu werden, ruderten wir zuerst in Richtung unseres Schulschiffes in die Nacht hinaus. Eine weihevolle Stimmung ergriff uns. Im tiefsten Frieden lag der Hafen. Als dunkle, undeutliche Masse hoben sich die Schiffe von dem Lichterglanz der Stadt ab, über uns der weite Sternenhimmel in seiner südlichen Pracht und ringsum eine große, feierliche Stille. Zusammengeduckt saßen wir in unserem Boot. Vorne am Bug der Christbaum und hinten die Kisten mit den Geschenken. Jetzt hob sich dunkel der Umriß des Vollschiffes vor uns aus dem schwarzen Wasser. Nichts rührte sich an Bord, kein Mensch an Deck, nur mittschiffs beleuchtete eine trübe Oelfunzel das Fallreep. Wie wir so das Verbrecherschiff betrachteten, bekamen wir doch Herzklopfen. Wie wollten wir es anfangen, unsere Geschenke zu verteilen? Hinter der Reling erschien eine finstere Gestalt, die fragte, was wir wollten. Nachdem wir Auskunft gegeben hatten; befahl er uns zu warten, da er erst den Kapitän fragen müßte. Der kam sogleich an und fragte ziemlich barsch, ob wir Schnaps dabei hätten. Als wir das verneinten, gestattete er uns, an Bord zu kommen. Die Besatzung war in zwei seindliche Lager geteilt. Vorn die eine Partei, achtern die andere. Wo nun mit unserer Bescherung anfangen? Da gab's kein langes Zaudern, waren wir doch für alle gekommen. Wir begannen daher auf dem leeren Mitteldeck auszupacken, auf eine leere Kiste wurde der Christbaum gestellt, angezündet, dann bauten wir im Schein der Kerzen unsere Herrlichkeiten an Deck auf. Noch war niemand zu uns hergekommen; wir konnten im Dunkeln nur undeutlich Gestalten auf Vor= und Achterdeck erkennen, die sich mißtrauisch zurückhielten. Wir schlossen einen Kreis um den Baum, nahmen unsere Mützen ab und stimmten aus voller Kehle das schönste der Weihnachtslieder,„Stille Nacht, heilige Nacht“, an. Würde es uns gelingen, die rauhen Gesellen mitzureißen? Noch waren wir allein... Jetzt aber fiel hinter uns eine Stimme ein, dann eine zweite. Zwei deutsche Matrosen waren es, die sich nicht länger zurückhalten konnten. Als wir nun unser Lied beendet hatten und uns umdrehten, sahen wir um uns einen Kranz wilder Gesichter, deren wetterharte Züge sich langsam entspannten. Ein kindlicher Ausdruck kam in die Augen, die in stiller Andacht auf den brennenden Baum sahen. Ergriffen sangen wir als zweites Lied„Ihr Kinderlein kommet". Immer enger wurde der Kreis, und zum Schluß waren wir ganz eingezwängt. Jetzt begannen wir unsere Gaben zu verleilen. Wir hatten ganz gleiche Teile gemacht. Noch immer herrschte tiefes Schweigen. Stumm, mit ungläubigem Staunen in den Gesichtern nahmen die Seeleute die Gaben entgegen. Keiner wurde vergessen. Da standen sie nun, die Meuterer, wilde Gesellen, die den Tod nicht fürchteten, standen da genau wie die kleinen Kinder unterm Weihnachtsbaum. Die Blicke wanderten vom Baum zu ihren Gabenpäckchen, zu uns und... Dann. aber brach es los! Einer brachte drei Hurras auf uns aus, alle stimmten ein. Dann wurden uns die Hände geschüttelt, jeder wollte danken, wir wurden fast erdrückt. Und plötzlich wieder Stille. Nun hatten sie bemerkt, daß sie ja gar keine zwei Parteien mehr waren, daß sie alle zusammenstanden, daß sie nichts anderes waren als Menschen unterm Weihnachtsbaum. Und da broch plötzlich der Jubel auf, man reichte sich die Hände, zeigte sich die Geschenke, und als selbst der Kapitän kam, jebem die Hand reichte und eine kleine Ansprache hielt, da war Friede auf dem Schiff, Friede auf Erden... Wir Kadetten hatten uns in das Dunkle zurückgezogen und betrachteten das Bild. Jetzt schritt der Kapitän auf uns zu, er sprach nur einen kurzen Dank, aber im Händedruck und in dem Blick, mit dem er jeden von uns ansah, lag so viel, daß wir fast beschämt waren. So ging es wieder zurück auf unser Schiff. Lange noch sahen wir unseren Christbaum, und nun erst erfüllte uns volle Weihnachtsfreude. Aber unsere nächtliche Unternehmung kam doch ans Tageslicht. Als nämlich der Kapitän des„Meutererschiffes“ am nächsten Tage unserem Kapitän einen Dankesbesuch machte. Strafe gab es aber diesmal nicht. Büchertisch Sottfried Rothacker:„Das Dorf an der Sreuze". Roman. Verlag Albert Langen Georg Müller, München, 1936. Geb. 4,80 RM. Das Buch, das auf ein kleines Dorf an der sudetendeutsch=tschechischen Sprachgrenze den Daseinskampf aller dreieinhalb Millionen Sudetendeutscher zusamm hrafft, wur de in der Tschechl#owakei verboren. Nun ist dieses Buch nicht etwa Hetzschrift gegen jenen Moldarustaat Wohl aber klagt es an! Es ist eine mit tie. fer Liebe geschriebene dichterische Anklageschrift gegen die ganze Welt, die es in gleichgültiger Verblendung zuließ, daß dreieinhalb Millionen deutscher Menschen wider jedes Recht in der Zeit der tiefsten deutschen Ohnmacht der Herrschaft eines feindseligen Volkes unterworfen wurden, und die es heute zuläßt, daß wider jeder Recht dieser feindselige Volk mit Gewalt und Brutalität und Aushungerung die 3½ Millionen deutscher Menschen um alles Deutsche bringen will.— Der deutschen Zukunft ist das Buch„Das Dorf an der Grenze“ geweiht. Und es ist für Menschen bestimmt, die gleichermaßen zukunfts= und deutschlandgläubig sind. St. Blick in die Welt Drei Frauen regieren auf Hollands Thron = Könizin Wühelmna= Kronpeinzessin Juliana— Ein Bericht aus Enlaß der Hochzeit der alederländischen Kronprinzessin Juliana Von Konrad Joachm Schaub TraggereineJustizminister zur Königin:„Das hat Sie seit Ihrer Kindheit auf4. Folge (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten) Wilhelminns Tranung Am Vormittag des 5. Februar 1901 betritt der Niederländische Justizminister M. Cort van der Linden mit 8 Zeugen und dem Kommunalsekretär der Stadt Haag das Waigliche Schloß Het Loo. Um hald zwölf findet im Weißen Saal des Schlosses die Ziviltrauung zwischen Wilhelmina, Königin der Niederländer, und dem Herzog Heinrich von MecklenburgSchwerin statt. Annesend sind noch die Mutter des Herzogs und die Königin=Witwe sowie die Königliche Famibie. Nach Vornahme der üblichen nien wendet sich der niederländische Volk wachsen gesehen, es hat Ibnen die Treue seit der Krönung gehalten. Es freut sich heute mit Ihnen und wünscht Ihnen alles das, was Sie glücklich machen kann. Ihre Heirat wird eine Wohltat für unser liebes Vaterland sein.— Als Frau müssen Sie nun Ihrem Manne untertan sein wie jede Ehefrau, nie dürfen Sie es aber als Königin des Landes.“ Damit war die Ziviltrauung beendet. Von der Straße klang der Gesang der Niederländer herauf:„Wilhelmus von Nassauwe ben ick van duitschen Bloed, dem Vaderland ghetrouwe blyf ick tot in den Doet!“ r Deutsche Reichsanzeiger veröffentlicht am 6. Februar 1901 folgenden Glückwunsch:„Möge der aus inniger Zuneigung geschlossene Bund auch zu einem Wahrzeichen nerden für die wachsende Freundschaft zweier Völker, die bestimmt sind, in bester Nachbarschaft und in wechselseitiger Achtung ihrer Eigenart nebeneinander zu leben“ Wie vor zweieinhalb Jahren sind die Straßen geschmückt und drängen sich schon seit dem frühen Morgen die Holländer,„ihre Königin" als Braut zu sehen. Trotz des schlechten Wetters säumt die Menge die Straßen vom Schloß bis zur Kirche. Alle Fenster und Balkone, ja, sogar die Dächer sind schwarz von Menchen, als der Gnigliche Trauzug in acht Galawagen, r von sochs, nur der königliche Brautwagen von acht Nappen gezogen, ankommt. Mittag des 7. Februar findet die birchliche Trauung in der„Grote Kerk“—„Großen Kirche“— statt. Eine prunkvolle Gesellschoft hat sich zu der schlichten Traufeierlichkeit eingefunden. Herzog Heinrich erscheint in holländischer Admiralsuniform, auf der Brust einen deutschen Orden. Mit ihm betritt die junge Königin die Kirche. Zum ersten Male trägt die weißgekleidete Wilhelmina eine Diomantenkrone. Nachdem eine Artilleriesalve von 101 Schuß den Beginn der Feier verkündet hüt, ertönt das„Sanctus“ von Händel. Dann spricht der alte Hofpfarrer und Erzieher Wilhelminas, Dr. van der Vlier:„Die Liebe soll über Oraniens Entschlüssen stehen. Der Mann soll der Kopf sein, die Frau aber das Herz.“ Eine atemlose Stille tritt in der Kirche ein, als Pfarrer van der Vlter laut das Brautpaar fragt:„Ich frage Dich, Hendvik, Hertog van Mecklenburg. o0 Du Deinz Königliche Braut lieb haben wirst „Da!“ antwortet den Herzog mit kräftiger „Ich frage Dich, Wilhelmina von Oranien=Nassau, Koningin der Nederlanden, ob Du beabsichtigst, zu Deinem ehelichen Gatten den Herzog Heinrich von Mecklenburg=Schwerin zu nehmen, mit ihm heilig zu leben, wie dies eine getreue Hausfrau ihrem Ehemann schuldig ist?“ „Ja!“ antwortet nach kurzem Schweigen diie Könige „Wilhelmina!“—„Es lebe unsere Königin!“— „Hoch!“—„Wilhelmina, unseve Königin!“ jubeln in den Straßen Zehntaufende, als sich der„Schönen Mutter schön're Tochter“, wie der Holländer sie gern nennt, am Arn ihres Gatten zeigt. Die Freude kennt keine Grenzen. Nun kann das Haus Oranien E wieder blühen... Am 30. Avvil 1909 verkündet denn auch ein vom Dekret, daß Hollands Thronfolge gesichert ist. Und wieder ist es kein Prinz, sondern eine Prinzessin:„Ihre Königliche Hoheit Juliana, Luise, Emma, Marie, Wilhelmina, Prinzessin von Oranien=Nassau, ist heute in die Bevölkerungsliste eingeschvieben worden. Der Foxtrott mit einem Stuhl Das Restaurant„Zuleika“ in Kopenhagen te seinen großen Abend. Es war sonst nichts Erliches los in diesem Lokal. Die Gäste langweilten ich mit Anstand, die Kellner sausten auf lautlosen Sohlen von einem zum anderen und bedienten in vornehmem Flüstertone, denn sie vor allem wußten, wie man sich in solch elegantem Restaurant benehmen muß. Schon war die große Menge der Gäste dabei, aufzubrechen, als die Sensation erfolgte. Sie war nicht vom Wirt bestellt. Sie erschien in Gestalt eines heiter lächelnden Herrn, der sich leise schwankend in das Lokal bewegte. Zuerst versuchte er, mit den anwesenden Damen anzubändeln; die verzichteten aber auf ein Tänzchen mit dem heiteren Hercn, so umschlang er plötzlich einen Stuhl und legte mit diesem Möbelstück eine kesse Sohle aufs Parkett. Der Foxlich kam dem Stuhl=Tänzer von irgendwoher die Eingebung, den„Sterbenden Schwan“ zu mimen. Er hob elegant seine Frackschöße an und wedelte mit ihnen in der Luft herum und„starb“ also unter dem allgemeinen Jubel der Zuschauer. Da nahte aber das Verhängnis. Der Kellner, der für den mißbrauchten Stuhl zuständig war, legte gebieterisch Einspruch ein. Ein Stuhl habe da und da stehenzubleiben, verlangte er, und dann verbot er dem Gast weitere Darbietungen. Dieser wurde so jäh aus seiner Fröhlichkeit aufgeschreckt, der„Sterbende Schwan“ stand ingrimmig wieder auf und warf dem Kellner nicht nur diesen einen, sondern alle greifbaren Stühle an den Kopf: also daß alle Gäste entsetzt auseinanderstoben, der Wirt herbeieilte und man schließlich den Wütenden mit gemeinsamen Kräften bewältigen und zur Polizei schleppen konnte. Dort schlug er noch eine Fensterscheibe ein, um dann schließlich zur Ruhe zu kommen. Der Abend wurde für ihn sehr teuer, aber er war immerhin köstlich gewesen. Wilhelming als Rönigin Die niederländische Versassung bringt es mit sich, daß die Königin keinen allzu großen direkten politischen Einfluß hat. Wenn Wiihelm III. die Leitung des Staates hauptsächlich den von der Mehrheit der Generalstaaten abhängigen Ministern überließ, so hat schon Königin=Witwe Emma als Regentin wiederholt entscheidend in die Geschicke des Landes eingegriffen, als sie die Verantwortung für den Staat nach dem Tode Wilhelms III. auf sich nehmen mußte. Noch größeren Anteil an den für die Niederlande bedeutendten Geschehnissen nimmt nun allerdings Königin Wilhelmina. In demselben Jahr, als die Königin ihre Regentschaft antritt, kann sie ihre Zustimmung zu einem Gesetzentwurf geben, der schon unter ihrer Mutter vorbereitet wurde. Damit erhält 1898 Holland die„Persönliche Wehrpflicht". Das neue Gesetz schreibt vor: „Jeder, der zum Heeresdienst verpflichtet ist, muß diesen Dienst persönlich erfüllen.“ Wie wichtig diese Wehrpflicht für Holland mit seinen großen Kolonten ist, haben die beiden Regentinnen— Königin=Witwe Emma und Königin Wilhelmina— immer wieder betont. Wohnen doch 1898 nur knapp 5 Millionen Menschen in Holland selbst und über 50 Millionen in den Kolonien. Dem Gesetz über die Wehrpflicht folgt im Jahre 1900 ein Gesetz über die Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Holland. Im Mai 1901 wird auf Anraten der Königin vom Staatsrat das für das Land äußerst wichtige Gesetz eingebracht, das den Plan zur Trockenlegung der Zuidersee enthält. In 18jähriger Arbeit mit einem Kostenaufwand von nahezu 95 Millioven Gulden soll dieses gigantische Projekt verwirklicht werden. Leider stellen sich aber der baldigen Ausführung unüberwindliche Hindernisse entgegen. Dann kommt der Krieg, so daß erst im Jahre 1920 mit der Arbeit begonnen werden konnte. Königin Wilhelmina ist überall dort zu finden, wo es gilt, die Not im Volke zu lindern. Schon vor ihrer Krönung leitete sie alle Wohlfahrtsveranstaltungen ihres Landes. Als nun der Zar Nikolaus II. Ende August 1898 durch den Minister des Auswärtigen Murawiew eine Friedenskonferenz zur Rüstungsverminderung und Schaffung internationaler Schiedsgerichte vorschlagen läßt, greift die Königin sofort diesen Gedanken auf und lädt die Staaten nach Holland ein. So treten hier im Haag am 18. Mai 1899 die eingeladenen Staaten zusammen. Die Königin verfolgt voller Glauben an das Gute mit den größten Interessen und Hoffnungen die Konserenz, sie weiß aber nicht, daß es sich bei dem russischen Appell in Wahrheit nur um ein diplomatisches Ablenkungsmanöver handelt. Noch einmal tritt 1907 die Konferenz im Haag zusammen, wieder hofft die niederländische Königin, daß kommende Kriege dadurch vermieden werden. Aber die Beratungen zeitigen nur ein äußerst mageres Ergebwis. Von Abrüftung ist überhaupt keine Rede. Und Wilhelminas Hoffnung auf den Anfang einer Epoche des Friedens schwindet langsam dahin. Schon steben Jahre später gerät Holland selbst in den Trubel diplomatischer Verwicklungen und Verwirrungen, als es im Weltkrieg gegen Deutschland vollkommene Neutralität wahrt. (Fortsetzung folgt.) Die Kamerapistole Neuyork, 22. Dezember. Ein amerikanischer Erfinder hat eine seltsame Pistole konstruiert, die man ganz nach Belieben als Schußwasse oder als Kamera denutzen kann. Die „Kamerapistole“ hat zwei Drücker, von denen der eine als Auslöser eines Photoapparates dient, während der zweite einen regelrechten Pistolenhahn darstellt. Beide Hebel können auch gleichzeitig bedient werden, o daß man sein Opfer zu gleicher Zeit erschießen und photographieren kann. Die Wafse soll in der Hauptsache für Bankbeamte und Polizisten bestimmt sein und wenigstens eine Photographie eines Verbrechers liefern, wenn es diesem gelingen sollte, zu entkommen. Ungewollte Verwechslungen der Drücker ist allerdings mit Lebensgefahr verbunden. Englands Feind Nr. 1 Lendon, 22. Dezember. Seit rund 20 Jahren macht ein Verbrecher, der den seltsamen Spitznamen„Flanellfuß" führt, Englands Hauptstadt und auch die Provinz unsicher. Mit der Zeit wurden seine Einbrüche immer häufiger, seine Beute immer größer und sein Auftreten immer dreister, und jetzt wird„Flanellfuß“ von Scotland Pard ganz offiziell als der gefährlichste englische Dieb, als „öffentlicher Feind Nr. 1“ angesehen. Der Leiter der Londoner Polizei, Sir Philipp Came, hat sich jetzt entschlossen, Scotland Bard zum Endkampf gegen den Einbrecher zu mobilisteren, um den Langgesuchten endlich unschädlich zu machen. Die letzten Nachrichten über den Verbrecher kamen aus Kent, wo er drei Villen beraubte. Zum ersten Male ist es hier gelungen, gewisse Spuren und eine genauere Personalbeschreibung zu erlangen. Mit einem Aufgebot der fähigsten Kriminalbeamten hat eine umfassende Fahndungsaktion gegen„Flanellfuß“ eingesetzt. Die Detektive setzen ihren Erhgeiz darein, den öffentlichen Feind Nr. 1“ dahin zu bringen, wohin er gehört. Japans Weg Amfassende strategische Probleme— Die Entwicklungsmöglichkeiten im Pazifik— Eine gewaltige Seefestung und ein Kanalprosekt Die Gefahrenquelle Sibirten Außenpolitisch und damit auch milttärpolitisch ist das Jahr 1936 von den meisten Japanern als das„Jahr der Entscheidung" bezeichnet worden. Wenn wir hier nur die allerwichtigsten Probleme herausgreifen, so ergibt sich schon ein klarer Einblick in die schier unüberwindlichen Schwierigkeiten, denen sich das Land der aufgehenden Sonne gegenübergestellt sieht. Erstens: Die Drohungen der Sowjetunion sind nicht nur in tdeologischer Hinsicht durch die Beeinflussung Chinas zu einer schweren Gefahr geworden. Die täglichen(zunehmenden) Verstärkungen der sowjetruffischen Fernost=Armes haben das Gespenst eines Waffenkonfliktes in greifbare Nähe gerückt. Zwestens: Am 31. Januar läuft das Washingtoner Abkommen ab, und es ist noch nicht vollkommen klar, welches Aequivalent England und Amerita an seine Stelle setzen. Drittens: 1936 läuft der chinesische Fünfjahresplan ab, der die Schaffung einer modernen Luftwasse vorsah. Viertens: Der Bau der englischen Festung Singavore, einer der stärksten Seebefestigungen der Wekt, soll noch in diesem Jahre fertiggestellt werden. Fünftens: Ende dieses Jahres wird endlich auch der Aussnidt Japans aus dom Bölkerbund 6“ jure wirksam, und damkt auch die Erörterung um die Herausgabe der ehemals deutschen Kolonien, die dem Kaiserreich vom Völkerbund als Mandat übertragen wurden, von neuem aktuell. Amerika, England, Holland und die Sowjetunion stehen Gewehr bei Fuß, und während die USA. vor kurzem noch als der Feind Japans bezeichnet wurden, sind sie heute zu einem Gegner unter vielen geworden. Das atlantische Zeitalter ist längst vom pazifischen abgelöst worden. Wenn auch bei der kürzlichen Konferenz des„Institute of Pacific Relationes“ von amerikanischer Seite ein Interesse der Vereinigten Staaten am Stillen Ozean in Abrede gestellt wurde, so konnten die Amerikaner dennoch das Vorhandensein einer riesigen Kriegsflotte im Pazifik nicht außer acht lassen. Der Vertreter der USA. versicherte, daß diese Flotte lediglich defensiven Zwecken diene und daß sie nur mit dem Ziele vergrößert worden sei, um Arbeitslose zu beschäftigen. Von seiten Japans wurde dogegen vorgebracht, daß die Entfernungen des Stillen Ozeans den Aktionsradius jeder Flotte überschritten, wodurch ein Angriff der pazifischen Küste der Vereinigten Staaten als em Wahngebilde zu bezeichnen sei. Es gab bei dieser Konferenz noch einige andere bittere Ausfäkle gegen Amerika. So sei hier nur eine Stelle aus der Rede des japanischen Vertreters zitiert, deren Ironie die amerikanisch=japanische Spannung schlagartig beleuchtet:„Obwohl wir Häuser aus Hoh und Papier haben, kann doch unser Leben nicht als primitiv bezeichnet werden. Gewiß, wir haben nicht alle einen Fordwagen... Aber wenn Sie Japan besuchen würden, dann würden Sie die innere Sicherheit der Kaiserreiches erkennen. Man kann dort nicht von Morden sprechen, und es ist wahrlich kein Risiko, fünfzehnjährige Mädchen unbesorgt in den Straßen von Tokio allein zu lassen.“ Amerkkanische Mklitärkreise sind fest davon überzeugt, daß der japanische Flottenbau sogenannter„kleiner Kreuzer“, die das Washingtoner Abkommen zuließ und die nur eine Verdrängung von 7100 Tonnen haben, dafür aber über eine Geschwindigkeit von 40 Knoten verfügen, wie auch die neuen japanischen Torpedobootszerstörer(1700 Tonnen) den Panamakanal verwundbar gemacht hätte, da diese Einheiten eine Reschweite von 6000 Seemeilen entwickeln könnten. So bauten sich die USA. inmitten des Stillen Ozeans auf Hawai ihre stärtste Festung gegen Japan aus. Obwohl Hawai der einzige Hasen zwischen Japan und Amerika ist und die gewaktige Befestigung in den Vereinigten Staaten das „Gibraltar des Pazifkk“ genannt wird, müssen wir den strategischen Wert der Inseln in Frage stellen, wenn wir berücksichtigen, daß von den 375 000 Einwohnern der Gesamtbevölkerung Hawais allein 145000 Japaner sind (64.000 Filiptnos, 30000 Chinesen, 91000 Mischlinge, 45000 Weiße). Es unterliegt keinem Zweifel, daß die amerskanischen non=step=Geschwaderflüge nach Honolulu und Alarka ebenso der Vorbereitung dieser Auseinandersetzung dienen, wie der Ausbau von Wake Joland, Hawai und den amerikanischen Markusinseln. Japan ist sich dieser Tatsache voll bewußt, und der Ausspruch des Generals Araki: „Der Krieg mit Amercka ist eine nationale Pflicht geworden!“ ist heute in Tokio noch nicht vergessen worden. Es geht undestritten un die Vorherrschaft im Pazifkk. Während also das Gespenst eines japanisch=amerikanischen Seekrieges noch nicht gebannt ist, führt das Kaiferreich einen Wirtschaftskrieg mit dem Britischen Kokonialreich, der sich töglich zuspitzt und dessen machtpolitische Jiele immer deutlicher hervortreten. Welch eine entscheidende Rolle die japanische Konkurrenz dabei spielt, ist allein durch die Tatsache gekennzeichnet, daß das Kasserreich seit 1933 in der Baumwoklindustrie die erste Stelle ermummt, nachdem England fast zwei Jahrhunderte lang die unbestrittene Führung auf diesem GeLAE KLI Drese Wohl nicht zu Unrecht herrscht in England die Ueberzeugung vor, daß die Löfung des japanischen Uebervölkerungsproblems— aus klimatischen Gründen— allein durch einen naturgegebenen Drang Japans nach dem Süden, in der Richtung der Philippinen und Australiens, praktisch denkbar ist. In großen Jügen gesehen, droht in der Sädsee ein Endkampf auszubrechen, bei dem es nicht akein um die freien Siedlungoräume Austrakiens, sondern auch um die Malakka=Halbinsel, um die Inseln Indonesiens und nicht zuletzt um Millionen von Käufern Indiens gcht. Großbruanmen hat dem Vordringen Japans am besten zu begegnen geglaubt, indem es am Südausgang mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Pfund den Hasen von Singapore zu einer uneinnehmharen Seefestung ausgebaut hat. Wie in japanischen Kreisen verlautet, soklen die selbstverständlich stark interesfierten Niederlande am Ausbau der Befestigung nicht unbeteiligt sein. Von der Stärke dieser Festung kann man sich vielleicht einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß in ihren Iisternen und Vorratskammern Betriebestoffe aufgespeichert wurden, die eine große Kriegsflotte während der Dauer von 6 Monaten zu versorgen vermögen. Eine Sperrung der Straße von Malakka durch England würde im Kriegsfalle eine untragbare Blockade Japans ergeben, da weitaus über die Hälfte des gesamten sapanischen Warenverkehrs mit Europa diesen Weg passieren muß. Mehrfach ist in letzter Zekt das fensationelle Gerücht aufgetaucht, daß Japan mit einer großangelegten Propaganda und wirtschaftlichen Konzessionen gegenüber Siom die Erlaubnis erhalten haben soll, nördlich Singapores einen Kanal durch die Halbinsel von Kra zu bauen. Die Verwirklichung dieses Projektes würde den Schiffsverkehr zwischen Europa und dem Fernen Osten um ein beträchtliches Stück verkürzen; darüber hinaus würde sie aber noch das Verlockende für Siam haben, daß sie Bangkok zu einem Welthafen erster Ordnung machen würde. In gut unterrichteten Kreisen hält man aber den Bau für nicht aktuell— zumindest im gegebenen Augenbück—, da in seinem Gefolge die Möglichkett einer malktärtschen Intervention Englands nicht von der zu weisen wäre; denn es ist kaum anzunehmen, daß England ruhig zusehen könnte, daß die mit Riesenaufwand errichtete Festung Singapore eine kaum abzuschätzende Einbuße an ihrer strategischen Bedeutung erleiden würde. Ueber die Spannung zwischen Japan und der Sowjetunion ist schon so viel geschrieben worden, daß wir uns hier aklein auf die Angabe einiger entscheidender strategischer Tatsachen beschränken wollen. Japan hat leider in früheren Jahren den„Ideenkampf“ etwas unterschätzt, und es erkannte die Größe der bolschewestischen Gefahr in ihrem ganzen Ausmaße erst, als es eines Tages fesrstellen mußte, daß Lenms Aufforderung,„China im Brodeln zu halten, da die„Wektrevolution' im Fernen Often entschieden würde“, keine bloß platonische Bedeutung hatte. In 10 Jahren war es der UDSSR. gebungen, mehr als 70 Millionen Anhänger in China durch die Arbeit der Komintern zu gewinnen, 1933 einen panchinesischen Sowjetkongreß in Kiangst abzuhalten und nach dem mandschurischen Konflikt in ganz China einen so starken Haß gegen Japan zu säen, daß in weiten Schichten der Reicher die Parolo entstehen konnte:„Mit Moskau gagm Zepent“. Die russische Fernostarmee konnte sich in kurzer Zett zu einer Stärke von 300000 Mann entwickeln, die die ganzen Mandschurei mit einem roten Gürtel umgibt. Ihr Kontingent erfährt in jeder Hinficht eine tägliche Verstärkung, die Japan zu schwersten Besorgnissen Anlaß gibt, da die Angriffsabfichten der Sowjets ganz offensichtlich sind. In Wadtwostok liegen U=Boote und bedrohen die japanischen Truppentransporte nach Mandschukno; überdies ist der ruffische Hafen nur 1000 in von Tokio entfernt, so daß von einer direkten Gefahr für die Hauptstadt des Kaiserreiches gesprochen werden kann. Japan tut natürlich alles, um der roten Gefahr zu begegnen. So holte er 1935 die Hälfte seines stehenden Heeres nach Mandschukuo, in der Periode 1932—1935 wurden 2200 hn strategischer Straßen an der sowjetischen Grenze gebaut, die Rüstungspolitik der Reiches war settdem stark von Rußzlands Haltung bestimmt, und die Mülktärerperten Japans verfichern, daß eine russiche Invasion einen entscheidenden Gegenstoß zu erwarten hätte. Unfere Betrachtung dürfte aber einen deutlichen Beweis dafür erbracht haben, daß die Lösung der Gegensätze zwischen dem Kasserreich und der UDSSR. noch lange nicht einen hinreichenden Ausgleich der Kräfte im Fernen Osten bedeuten würde. Schilling Bardeleben. Was in der Welt geschah ••* Millionärzuwachs in USA. In den Vereinigten Staaten von Amerika atmet man auf. Die Millionäre werden wieder zahlreicher. Nach den jetzt vorliegenden Nachweisen der Steuerbehörden hatten 41 Personen im Jahre 1935 ein Einkommen von 1 Million Dollar oder mehr. 1934 waren es nur 33 und 1932 sogar nur 20. Die Zahl hat sich seitdem also mehr als verdoppelt. Immerhin, so ganz auf dem alten Stande ist man noch lange nicht, denn im Jahre 1929, dem letzten vor der großen Krisis, hatte USA. 513 Einkommensmillionäre. Das gesamte Nettoeinkommen, das in den Vereinigten Staaten im Jahre 1935 verdient wurde, wird auf 17,656 Milliarden Dollar geschätzt, etwa 10 Milliarden weniger als 1929. Von den 41 Personen, die im Jahre 1935 eine Million oder mehr verdienten, hatte eine eim Einkommen von 4 Millionen Dollar, 23 versteuerten ein Einkommen, das zwischen 1 und 1½ Millionen liegt, acht ein solches zwischen 1½ und 2 Millionen und 22 ein Einkommen zwischen 2 und 3 Millionen Dollar. 89 Prozent aller Steuerzahler hatten ein Einkommen von 5000 Dollar oder weniger. * Die Sonne immer„fleckiger“. Die bekannte Mount=Wilson=Sternwarte in Pasadens in Kaltfornien stellt fest, daß die Sonnenflecke sich in höchst unerwünschter Weise vermehren. Sie ermittelte 16 neue, von denen einige 19000 Kilometer Durchmesser haben. Beschwerden aus Hollywood. Die Eisersüchteleien zwischen den Filmstars von Hollywood nehmen manchmal amüsante Formen an. Kürzlich waren Greta Garbo und die als reichlich boshaft bekannte Katharine Hepburn gemeinsam zu einem Frühstück geladen. Das war vielleicht eine Unvorsichtigkeit. Man sollte sich bald davon überzeugen, daß die Sache nicht gut ausging. 90 1e zeugen, daß die Sache nicht gut ausging. Greta Garbo ist im allgemeinen in Gesellschaft still. Aber es gelang schließlich doch, sie aus ihre Zurückhaltung herauszulocken, und sie erzählt Anekdoten. Jedesmal aber, wenn sie anfing, mischte Katharine Hepburn ein, noch ehe Greta Garbo die Pointe hatte vorbringen können.„Ach, das erinnert mich...“ Und damit stürzte sich Katharine auf den Gegenstand, bemächtigte sich seiner und erzählte nun „ihre“ Geschichte. Kein Wunder, daß Greta Garbo bald wieder still wurde und die Gesellschaft noch vor dem Kaffee ver* Vier Bücher auf einen Schlag! Guillermo Hall, ein 75 Jahre alter Professor der Universität Boston, hat eine wissenschaftliche Rekordleistung vollbracht. Er veröffentlichte vier Bücher sichzeitig. Eines behandelt ein philosophisches , ein anderes fremde Sprachen, eins ist geschichtlich und eins soziologisch. Professor Guillermo Hall hat übrigens seinen Studenten vor einiger Zeit sten, nur Mädchen zu heiraten, die mindestens Anthüllung über die Hetzarbeit der französlsohen Logen Moskauhörige Freimaurerei vur Anwmibaren Bundesgenossen der spanischen Wolschewissen= Arnbe Einnuschung in Spanen von den gefordert- Bekenntnis zum Bolschewitmus und Bürgerkrieg- Die Logen in Moskaus Hand Gegenwärtig wird mit allen Mitteln versucht, Frankreich zur Intervention in Spanien zu veranlassen. Die tendenziöse Propaganda, die durch Broschüren, Abhandlungen, öffentliche Versammlungen und andere, Mittel betrieben wird, steht unter dem Einfluß von Moskau. Der Bolschewirmus hat sich aber auch stets aller unsichtbaren Mächte zu bedienen gewußt, um die wektrevolutionären Ziele durchzusetzen. Zu diesen Mächten gehört auch die Freimaurerei. In den letzten Wochen tobte in den Kreisen der französtschen Freimaurerei ein heftiger Kampf für und gegen die Einmischung in Spanien. Nun ist diese innere Auseinandersetzung mit dem Siege der Interventionisten entschieden worden. Dabei ist mit aller Deutlichkeit offenbar geworden, daß die Freimaurerei em williges Wexkzeug in der Hand Moskaus ist. Die folgenden Enthüllungen lassen jeden einen Blick in das versteckte und getarnte Gesicht der moskauhörigen Freimaurerei tun. Von Anfang November an hatte die Zentrallettung der SFIO(Société Frangaise Fédération Internationale Ourvière) beschlossen, eine Resolution an die Regierung zu senden, in welcher sie die Anerkennung der„entschlossenen Einmischungspolitik der Sozialistischen Internationalen Arbeiterpartei und Internationalen Syndikalistenvereinigung“ verlangte. Diese Resolution geht auf einen Beschluß der Loge„Dieeifrigen Philantropen“ zurück, nachdem in der entscheidenden Sitzung der Abgeordnete Serre in einem Vortrag, der nach Ausscheidung der„Lehrlinge“ nur von den„Meistern“ gehört wurde, seine Politik„Hilfe für Spanien“ entwickelte. Serre rühmte sich seiner persönlichen Bemühungen, um der Frente Popular einige Dutzende französische Flugzeuge liefern zu können. Er betonte, daß rom Bruder Sadi Lecointe, Direktor der Volksaviatik, und Bruder Bossoutrot vom Volksluftsport dabei behilflich waren und es durch deren Bethilfe möglich war, das gesamte, vom Bruder Gonzales, Hochmeister des spanischen Groß=Orient, angeforderte Flugzeugmaterial nach Katalonien abzuschicken. Im weiteren gab er genaue Einzelheiten über seine Beratungen mit dem Bruder Largo Caballero, dem Bolschewistenhäuptling, in Madvid und freute sich, mitteilen zu können, daß seine Bemühungen es ermöglichten, eine direkte Zusammenarbeit zwischen der AirEspagne und der Air=France zu erreichen, und zwar durch Vermittlung des französischen Militärattachés Bruder Cahuzac in Madrid. Er betonte, daß er nunmehr, dank der umfassenden Unterstützung der Frente Popular durch die Sowjets, felsenfest an den Endsieg der Roten Armee m Spanien glaube. Schließlich forderte er alle Anwesenden auf, alles aufzuwenden in den ihnen nahestehenden Kreisen, um eine bewaffnete Intervention im Interesse der Freimaureret in Spanien durch Frankreich zu erreichen. Diese Berichte wurden einstimmig mit Beifall aufgenommen. Serre, der Mitglied der„Loge Paris“ von der„Großloge Cole“ ist, hat damit die Zusammenhänge zwischen der SFIO und der Freimaurerei aufgedeckt, denn Sadi Lecointe und Bossoutrot, Vizepräsident der Gesellschaft für Volksluftsport, sind aktioe Mitglieder der SFIO. Die Hintergründe dieser Resolution sind damit klar, und gleichzeitig ist auch der Einfluß der Fremaurerei bei den anarchistischen Arbeiterbewegungen offenbar. Im ganzen wird der Kampf um die Einmischung in Spanien durch Logen auf drei verschiedenen Fronten geführt, die aber in eine Zentrale, den Konvent der Großloge, münden. Man hat die Arbeit, um sich besser tarnen zu können, aufgeteilt und schuf deshalb Logen mit antifaschistischen Zielen, Logen mit prosowjetischen Zielen und die Logen für die Einmischung in Spanien. Alle diese Logen hielten ihre entsprechenden Sitzungen ab, und zwar find in der Front des Antifaschismus die Loge„Union et Solidarité“, die Loge„Europa“ und die Loge„Die wirklich Erfahrenen“ zusammengefaßt. Die Themen, welche in deren Sitzungen letzten Monat zur Sprache kamen, sind deutlich genug:„Der spanische Faschismus“,„Die faschiftische Gefahr“,„Das Feuerkreuz und seine Beziehungen zu den internationalen Reaktionskreisen",„Das Porträt Mussolinis“,„Hitler als europäische Gefahr" usw. Die Loge „Paris“ vom Groß=Orient hörte vom ehemaligen Abgeordneten Perrin einen leidenschaftlichen Vortrag für die Leistungen der Sowjets in Kultur und Politck. Die Absicht ist klar, denn Perrin wurde wegen seiner unklaren Stellungnahme zur Volksfront nicht mehr gewählt und will nun durch die Sowjetunion wieder in Amt und Würden kommen. Für eine Einmischung in Spanien arbeiten die Loge „Lasayette“, die Loge„Lien des peuples et Jacobins“, die Loge„Plus Ultra“, die Loge„Fédération Universelle“ und die Loge„Untrennbar von Ostris“. Die Fragen, welche in diesen Logen eindringlich behandelt werden, sind in den verschiedenen Themen der gehaltenen Vorträge leicht zu erkennen.„Eindrücke von einer Rußlandreise“,„Für oder gegen die Neutralität",„Die Ereignisse in Spanien“,„Gedankenaustausch über die spanischen Ereignisse“,„Die Wahrheit über die Milttärrebellion in Spanien“ usw. waren die Titel der grundlegenden Berichte einflußreicher Freimaurer, die im Privatleben meist der Politik oder dem Juristenstande angehören. Diese verschiedenen Logen, die insgesamt dem Großmeister des Groß=Orient unterstellt sind, sahen sich veranlaßt, die Ergebnisse dieser Beratungen in einer gemeinsamen Konferenz festzulegen. Um sich nach außen zu tarnen, erfolgten die Einladungen zu dieser Zentralsitzung durch persönliche Einladungen, so daß alle ungeeigneten Elemente ausgeschaltet wurden. Dies war notwendig, da der Hauptredner dieses Abends der Groß=Logen= meister der spanischen Freimaurerei, Guerra Gonzales, war, der in seiner Ansprache für die wirksame Unterstützung der Frente Popular durch die französischen Brüder dankte. Bruder Lumbereras von der Loge„Union“ von Madrid forderte die Anwesenden eindringlich auf, die Bemühungen für die spanischen Brüder fortzusetzen und betonte, daß ein nachhaltiger Druck auf die französische Regierung diese sicher zur Zustimmung zur Einmischung in Spanten zwingen werde. Schließlich sprach Ortegay Gasset vom spanischen Groß=Orient den heißen Dank an Sowjetrunland aus für die Hilfe, die es dem spanischen Volke gewährte. Dann wurde eine Resolution angenommen, welche den Konvent des französischen GroßOrient beauftragte, bei der französtschen Regierung vorstellig zu werden, um sie für die Einmischung in Spanien im Sinne der Freimauverei und der Sowjets zu Es wurde bereits früher mitgeteilt, daß sich ein Teil der Freimaurer mit dieser spanischen Einmischungspolitik nicht einverstanden erklärte und eine neue Loge gründete, „La Marseillaise“, die angeblich auf nationaler Basis stehen sollte. Nun stellt es sich heraus, daß sie nur eine neue Tarnung der wirklichen Ziele der Freimaurerei darstellt. Die Loge„ca Marseillaise“ hat ihre Sitzungsräume immer noch im Groß=Orient. Weiter wurde auch von der„Grande Loge de France“ eine ihrer Unterlogen, und zwar die Loge„Der schottische Stern“, beauftragt, nach außen einen antibolschewistischen Feldzug zu eröffnen. Die erste Sitzung dieser Loge zeigte denn auch ein kämpferisches Gesicht und verurteilte die Fremmaurer, die am 14. Juli für Moskau demonstrierten, denn sie hätten dadurch der Freimaurerei einen sehr schlechten Dienst erwiesen. Der Schluß der Sitzung allerdings endete in einem Tohuwabohu, denn die Tarnung war zu schlecht gemacht, so daß die Gegner dieser antibolschewistischen Richtung sich durchsetzten und der Großmeister die Sitzung schließen mußte, da man zu keinen positiven Beschlüssen kam. Um aber trotzdem nach außen das Gesicht zu wahren, wurde von den anderen Logen eine heftige Atracke gegen diese„vermeintlichen antibolschewistischen Logen“ unternommen. Zu diesem Zwecke wurde ein Bruder Kuchnir, em Kominternagent Rußlands, beauftragt, die maßgebenden Brüder aller Logen zu einer Generalsitzung einzuladen, an welcher der Kommuntstenführer Thorez über das„Schichsal der Volksfront“ sprechen sollte. Thorez aber war am besagten Tage verhindert, und so trat sein Sekretär Bonte an seine Stelle. Es waren gegen 700 Freimaurer anwesend, die die kommunistischen Ttraden Bontes mit Beifall überschütteten, der sich zu einem welden Geschrei steigerte, als Bonte mit den Worten schloß: ameraden der Freimaurerei! Ich habe Vertrauen in euch! Morgen wird Frankreich auf der Seite der Milizen für den Frieden und die Freiheit stehen! Ihr werdet dabei nicht fehlen, und so den Sieg der kommunistischen Freiheit begründen helfen!“ Damtt hat die endgültige Stellungnahme der Freimaurerei für die französische Einmischung eine feste Gestalt angenommen. Seither häufen sich die Sitzungen der einzelnen Logen. Die Vorträge haben nur noch ein Thema, entweder Verherrlichung der Sowjetunion oder Einmischung in Spanien. Es genügt, anzuführen, daß seit dem 1. Dezember folgende Logen sich einstimmig für die Einmischung in ausführlichen Resolutionen aussprachen:„Loge Cole",„Loge Pythagoras“,„Loge die Treuen von Hiram",„Loge Plus Ultra“,„Loge Verbrüderung der Völker",„Loge Der schottische Stern",„Loge Vernunft und Laizität",„Loge positive Philosophie“,„Loge soziale Republi“ usw. Der Raum würde nicht ausreichen, um alle Interventionsfreudigen aufzuzählen. Es scheint dennach, daß der unterirdische Internationalismus der Logen über die bisherigen Widerstände fiegen wird, um so im Sinne von Moskau den Bürgerkrieg und wenn möglich den europätschen Krieg zu entfesseln. Klarer war es bisher noch nie erwiesen, daß die Freimaurerei nichts anderes ist als em gefügiges Instrument der Moskauer Komintern. Bekanntmachung: Im Zusammenhang mit den die Verkürzung der Schulzeit betreffenden Maßnahmen werden die derzeitigen Unterprimaner bereits im Jahre 1937, die derzeitigen Obersekundaner bereits im Jahre 1938 von den Schulen entlassen. Nachstehend werden daher die Fristen bekanntgegeben in denen die Bewerbungsgesuche um Uebernahme in die Offizierslaufbahn, einschließlich Sanitäts= und Veterinäroffizierslaufbahnen des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, von den Unterprimanern und Obersekundanern, die eine dieser Laufbahnen einschlagen wollen, eingereicht werden müssen. 1. Für derzeitiee Unterprimaner erfolgt die Einstellung als Fahnenjunker beim Heere und bei der Luftwaffe oder als Offiziersanwärter bei der Kriegsmarine oder als Fahnenjunker im Sanitäts= oder Veterinärkorps am 1. Oktober 1937. Die Vorlage der Bewerbungsgesuche hat baldigst— spätestens jedoch bis 15. Januar 1937— zu erfolgen. 2. Für derzeitige Obersekundaner erfolgt die Einstellung für eine der unter 1 aufgeführten Laufbahnen am 1. Oktober 1938. Die Bewerbungsgesuche sind einzureichen; beim Heere in der Zeit vom 15. Januar bis 81. März 1937, bei der Kriegsmarine in der Zeit vom 15. Januar bis 31. Mai 1937. bei der Luftwasse in der Zeit vom 15. Januar bis 30. April 1937. Bewerbungsgesuche, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht sind, können nicht berücksichtigt werden. Die näheren Bestimmungen, die bei der Bewerbung beachtet werden müssen, sind aus Merkblättern zu ersehen, die a) für die Offizierslaufbahn im Heere bei den Wehrbezirkskommandos, b) für die Offizierslaufbahn in der Kriegsmarine bei der Inspektion des Bildungswesens der Kriegsmarine, Kiel, e) für die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei der Annahmestelle für Offiziersanwärter der gertruppe, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 12, Erdgeschoß, sowie bei allen Truppenteilen der Luftwaffe, d) für die Sanitätsoffizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und bei der Militärärztlichen Akademie, Berlin NW 40, Scharnhorststraße 3. e) für die Veterinäroffizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei den Korpsveterinären zu erhalten sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß für Vorlage der Bewerbungsgesuche nicht die in den Merkblättern angegebenen Fristen, sondern nur die vorstehend aufgeführten Gültigkeit haben. Falls es einem Bewerber nicht möglich ist, die dem Gesuch beizufügenden Personalpapiere, Urkunden usw. so rechtzeitig zu beschaffen, daß er sein Gesuch innerhald der vorgeschriebenen Frist einreichen kann, so ist das Gesuch trotzdem fristgerecht vorzulegen mit dem Bemerken, daß die fehlenden Unterlagen sobald als möglich nachgereicht werden. Vor der Einstellung hat jeder Bewerber seine Arbeitsdienstpflicht abzuleisten. Eine Meldung hierfür seitens des Bewerbers ist nicht erforderlich. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird durch die Wehrbezirkskommandos veranlaßt. Die Lustwasse nimmt noch Freiwillige an Meldeschluß für Freiwilligenannahme: 15. Jannar Das Reicholuftfahrtministerium gibt bekannt, 1. Angenommen werden noch Freiwillige für die Herbsteinstellung 1937. Diese sollen sich sobald als möglich bei den Truppenteilen der Luftwafse(Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe, Regiment General Göring) melden. Meldeschluß für Freiwilligenannahme ist der 15. Januar 1937. 2. Bevorzugt eingestellt werden: a) Mitglieder des Deutschen Luftsportverbandes, soweit sie 1. dessen Stürmen einschließlich Segelfliegerstürmen angehören, 2. an Lehrgängen bei den Uebungsstellen teilgenommen haben, 3. den Luftsporteinheiten der HS. angehören; b) Inhaber von Flugzeugführerscheinen; e) Inhaber von Ausweisen über fliegerische Betätigung; d) Personal der Luftverkehrsgesellschaften; e) Personal der Luftfahrtindustrie; 1) Angehörige der 53., SA., SS., des REKK. 3. Das„Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwafse“ wird an die Bewerber auf Verlangen abgegeben von den Wehrbezirkskommandos, Wehrmeldeämtern und von allen Truppenteilen der Luftwaffe. Bisher 4 Millionen Reichsmark verteilt Ausschüttung aus der„Stiftung für Opfer der Arbeit“ Berlin, 22. Dezember. Vor einigen Tagen trat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda der Ehrenausschuß der „Stiftung für Opfer der Arbeit“ zu seiner üblichen Weihnachtssitzung zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, erstattete Bericht über die Arbeit der Geschäftestelle der Stiftung, aus dem hervorgeht, daß die Inanspruchnahme der Stiftung unvermindert anhält. Bei der Hilfeleistung aus Anlaß von größeren Unglücksfällen im vergangenen Jahre war die Stiftung führend beteiligt. Ihr Hauptaugenmerk aber galt der Betreuung der Hinterbliebenen, deren Ernährer als Einzelopfer in ihrem Beruf verunglückten, und die von der Oeffentlichkeit leider meist vergessen werden. Zur Beschlußfassung wurden dem Ehrenausschuß 1448 Gesuche vorgelegt. Auf Grund dieser Gesuche wurden 585 Familien zum ersten Male mit Zahlungen von insgesamt 143 669 RM. und 564 Familien zum zweiten oder dritten Male mit Zuwendungen in Höhe von 84540 RM. bedacht. 299 Gesuche mußten abschlägig beschieden werden, da eine besondere wirtschaftliche Notlage nicht vorlag bzw. die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren. Seit Bestehen der Stiftung sind damit rd. 15.000 Gesuche bearbeitet und entschieden worden. Die bisherige Ausschüttungssumme beläuft sich auf rund 4 Millionen RM. Die von dem Ehrenausschuß bewilligten Summen sind bereits in die Hände der Unterstützten gelangt, so daß diese noch für das Weihnachtsfest darüber ver10ger Der ehrenamtliche Geschäftsführer berichtete auch über die zahlreichen bei der Stiftung eingehenden Dankschreiben, die zum Teil in ergreifender Weise die durch die Unterstützung bereitete Freude schildern. Aus ihnen ergibt sich, wie dankbar von den betreuten Volksgenossen das große soziale Hilfswerk des Führers als der Begründers der Stiftung ampfunden wird. Der Durchgangsverkehr nach Ostpreußen Einigung zwischen Deutschland und Polen. Berlin, 22. Dezember. In den seit längerer Zeit in freundschaftlichem Geiste zwischen dem polnischen und dem Reichoverkehrsministerium geführten Verhandlungen über die wettere Regelung des Durchgangsverkehrs zwischen Ostpreußzen und dem übrigen Deutschland ist am 22. Dezember 1936 eine volle Einigung erzielt worden. Nach dem jetzt beschlossenen Uebereinkommen wird der bestehende Zustand, wonach der Verkehr über die kürzesten polnischen Durchgangostrecken bedient wird, auch für das Jahr 1937 beibehalten. Da keinerlei Verkehrsbeschränkungen auf dem Eisenbahnwege bestehen, wird der Eisenbahndurchgangsverkehr im Jahre 1937 erheblich zunehmen. Die Zahlungsfrage hat eine Lösung gefunden, die der gegenwärtigen Sachlage bei Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen entspricht. Neuregelung für Berlin, 22. Dezember. Der Reichsminister der Justiz, Dr. Gürtner, hat in Einvernehmen mit den beteiligten Reichoministern eine Verordnung erlassen, die eine neue Fälligkeitsregelung für die Aufwertungshypotheken bringt. Die Verordnung gilt für die Aufwertungsfälligkeiten, die Ende dieses Jahres oder später eintreten. Sie hat die früheren Vorschriften zu einer Dauerregelung ausgestaltet und dabei das Bestreben der Gesetzgebung, die Fälligkeitsbeschränkungen aufzulockern, noch mehr als bisher in den Vordergrund gerückt. Nach den neuen Vorschriften kann der Gläubiger die Aufwertungshypothek kündigen, er muß aber dabei eine Kündigungsfrist von mindestens 3 Monaten innehalten. Hat der Gläubiger zum 31. Dezember 1936 gekündigt, so muß er die Kündigung wiederholen, falls er sie aufrechterhalten will. Kündigt der Gläubiger, so hat der Schuldner sich nach besten Kräften zu bemühen, ihn zu befriedigen. Kann der Schuldner die Mittel zur rechtzeitigen Zahlung des fälligen Kapitals nicht aufbringen, so muß er versuchen, sich auf Zahlungsbedingungen, die er erfüllen kann, mit dem Gläubiger zu einigen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so kann der Schuldner oder der Gläubiger die Hilfe des Richters in Anspruch nehmen. Das muß aber innerhalb 6 Wochen nach der Kündigung des Gläubigers geschehen. Aufgabe des Richters ist es dann, eine Vereinbarung der Beteiligten über die Zahlung des Aufwertungsbetrages zu vermitteln und, wenn dies nicht gelingt, eine der Billigkeit entsprechende Entscheidung über die Fälligkeit des Kapitals zu treffen. Hierfür gibt die Verordnung dem Richter Richtlinien, die im wesentlichen darauf hinauslaufen, daß unbillige Härten für die Gläubiger vermieden werden, und daß das Zahlungsvermögen des Schuldners, auch wenn es nur beschränkt ist, für die Schuldentilgung in vollem Umfang nutzbar gemacht wird, gegebenenfalls durch Teilzahlungen oder in der Form der Abzahlungs= oder Tilgungshypothek. Außerstenfalls kann der Richter dem Gläudiger eine Stillhaltepflicht für die Dauer von zwei Jahren in der Weise auferlegen, daß die Kündigung, die der Gläubiger ausgesprochen hat, für unwirksam erklärt und die ordentliche Kündigung für den Gläubiger für einen Zeitraum von 2 Jahren ausgeschlossen wird. Kündigt der Gläubiger nach Ablauf der Stillhaltefrist, so kommt die Verordnung erneut zur Anwendung. Bei den Aufwertungsverbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände tritt an die Stelle des bisherigen gerichtlichen Verfahrens das Verwaltungsverfahren der Verordnung vom 21. Februar 1935. Arteil im Simson=Prozes Die Hauptschuldigen ins Ausland geflohen Meiningen, 22. Dezember. In Meiningen nahm am Dienstag der vor sechs Monaten begonnene Prozeß gegen den ehemaligen Mitbesitzer des früheren Simson=Werkes, den Juden Arthur Simson und seine früheren Angestellten Bätz, Klett und Gutbe sein Ende. Die Vorgeschichte des Prozesses ist, daß der Jude Arthur Simson, der auf Grund des Versailler Friedensdiktates lange Zeit die Alleinbelieferung der Reichswehr mit gewissen Waffen durchführte, diese Monopolstellung zu einer ungeheuren Ausbeutung des Reiches mißbrauchte. Eine gewisse Wiedergutmachung erfolgte dann später durch die Abtretung der Werke an den Treuhänder, Reichestatthalter und Gauleiter Saaiche! Die Durchführung des Prozesser gestaltete sich äußerst schwierig, da der größte Teil des belastenden Materials seiner Zeit durch den Juden beiseite geschafft und vernichtet wurde. Arthur Simson und seine Helsershelfer haben es vorgezogen, zur rechten Zeit. ins Ausland zu fliehen. Seine Neffen Meyer, die in Dresden wegen Landesverrats verurteilt wurden, weil sie versucht hatten. Geheimmaterial über die ins Ausland zu bringen, wurden damals gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß gelassen und benutzten natürlich auch die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen. So standen nur die früheren Angestellten Bätz, Klett und Gutte vor den Schranken des Gerichts. Der Prozeß endete mit dem Beschluß, das Verfahren gegen Arthur Simson vorläufig einzustellen. Haftbefehl und die Vermögensbeschlagnahme bleiben bestehen. Bätz und Klett wurden mangels Beweises freigesprochen. Max Gutte, der des Betruges schuldig war, wurden mildernde Umstände zugebilligt. Das Verfahren gegen ihn wurde auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 eingestellt, da er nur zu einer Geldstrafe unter 1000 RM. hätte verurteilt werden können.— Die Verkündung der Urteilsbegründung erfolgte in nichtöffentlicher Sitzung, da militärische Geheimnisse zur Sprache kamen, deren #-Miendi#hnun nita. IKrlfbehua Hon Veroffennichung eine Gefahwung der Blutiger Vorskrieg Politische Anruhen bei Kronstadt Bukarest, 22. Dezember. In der Nähe von Kronstadt kam es zu schweren Ausschreitungen politischer Gegner. Nationalzaranisten und Anhänger der Eisernen Garde hatten Stoßtrupps gebildet, deren Verhalten zu schweren Differenzen führte, an denen schließlich fost alle Bewohner der betr. Gemeinde beteiligt waren. Die Gegner gingen schließlich mit Waffen aufeinander los. In dem „Gesecht“ gab es viere Schwerverletzte, von denen einige kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Die Polizei verhaftete eine große Zahl der Ruhe— KOTET. rdn vei Bernn Berlin, 22. Dezember. In dem nördlichen Berliner Vorort Buchholz stießen am Dienstagmittag bei starkem Nebel auf einem eingleisigen Bahnkörper zwei Triebwagen der Straßenbahnlinte 24 zusammen, die aus entgegengesetzter Richtung kamen. Der Aufprall war so heftig, daß die Scheiben in Trümmer gingen und die Vorderteile beider Wagen schwer beschädigt wurden. Von den Insassen wurden etwa 10 Personen mittelschwer verletzt, so daß sie ins Pankower Krankenhaus geschafft werden mußten. Eine größere Anzahl weiterer Reisender erlitt leichtere Verletzungen. Deutsch-polnisches Wirtschaftsabkommen verlängert. In Warschau wurde vom deutschen Botschafter von Moltke und dem Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Graf Szembek, eine deutsch=polnische Vereinbarung unterzeichnet, durch die das deutsch=polnische Wirtschaftsabkommen vom 4. November 1935, das bis zum 31. Dezember 1936 verlängert worden war, um weitere zwei Monate verlängert wird. Aus den Gerichtssälen Ein niederträchtiger„Vieeulk" kosteie ein Menschenieben Mit einer viehisch rohen Tat hatte sich das Schöfsengericht in Berden zu beschäftigen. Angeklagt waren der 23jährige Walter Pettkus, der 24jährige Nobert Dietrich und er 22jährige Johann Behrens. Die drei hatten in der Nacht zum 12. Oktober eine ausgedehnte Bierreise unternommen und dabei in einer Gastwirtschaft den landwirtschaftlichen Arbeiter Otto Schäfer getroffen, der geistig etwas zurückgeblieben ist. Die jungen Leute machten sich einen Spaß daraus, Schäfer betrunken zu machen. Als das gelungen war, wollte Pettkus Schäfer mit Teer einschmieren. Die beiden anderen Angeklagten suchten auf den Hösen des Ortes nach Teer und sanden dann eine Flasche mit verdünnter Solzsäure. Pettkus goß diese Salzsäure dem Schäfer in den Nacken. Im Anschluß an diese ruchlose Tat hat Pettkus den Schäfer zu Boden gestoßen, ihn auf einer Wiese mit Dreck beschmiert und ihn liegen lassen. Zwar konnte Schäfer am folgenden Tage noch arbeiten, aber schon abends mußte ein Arzt geholt werden, da durch die Säure inzwischen eine schwere Brandwunde entstanden war. Im Hemelinger Krankenhaus ist er am Tage darauf unter unsäglichen Schmerzen gestorben.— Die Angeklagten wollten die Gefährlichkeit der Säure nicht gekannt haben. Das Urteil lautete für Pettkus auf drei Jahre Gefängnis, da er als der Hauptschuldige festgestellt wurde und auch schon vorbestraft ist. Dietrich und Behrens wurden wegen Beihilfe zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt. * GAAETH Nach einmonatiger Verhandlungsdauer konnte jetzt die Beweisaufnahme vor einer Moabiter Strafkammer in einem Prozeß gegen eine motovisierte EindreWere und Hehlerbande abgeschlossen werden. Staatsanwalt beantzagte gegen den Hauptangeklagten, den erst 24jährigen Gerhard Blöina, sieben Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Poligeiaussicht. Bei fünf Verbrechern beantragte er gleichfalls Zuchthausstrufen, die zwischen vier und sechs Jahren liegen, während er bei den übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen für ausreichend hielt. Das Urteil in diesem Prozeß ist Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Im Winter 1934/35 hatte das Treiben der Bande derartige Formen angenommen, daß die Kriminalpolizei ein Sonderdezernat zur Bekämpfung der motorisierten Schaufenstereinbrecher einrichten mußte. Durch die Aufmerksamkeit eines Hausbewohners in Berlin=Wilmersdorf gelang es im Mai des vorigen Jahres, die Anführer der Bande festzunehmen. Der Hausbewohner, der durch verdächtige Geräusche aus dem Schlafe geweckt worden war, hatte beobachtet, wie dunkle Gestalten, die mit einem Auto angerommen waren, einen Zigarettenladen ausplünderten. Er alarmierte das Ueberfallkommando, das den ganzen, Häuerblock abriegelte und den Angeklagten Gerhard Blöing und seinen 24jährigen Komplizen Bruno Kacz= mark festnehmen konnte, ehe die Burschen dazu kamen, von ihren scharf geladenen Pistolen Gebrauch zu machen. In mühevoller Kleinarbeit gelang dann auch die Festnahme der übrigen Mitglieder der Dieberund Hehlerbande, der rund 100 Geschäftseinbrüche und eine Reihe von Autodiebstählen nachgewiesen werden konnten. Insgesamt haben die Verbrecher etwa einen Schaden von 65 000 Reichsmark verursacht. Sie waren mit Beiwagenmaschinen ausgerüstet und besaßen sogar auch ein Lieferauto, das zu einer fahrbaren Werkstatt umgearbeitet worden war. Darin befanden sich die Einbruchswerkzeuge und Hilfomittel, mit denen sie ihre nächtlichen Raubzüge durchführten. Was der Rundsunk bringt Reichssender Köln Deutschlandsender 6.00: Köln: Donnerstag, 24. Dezember Leibesübungen. ): Morgenlied, Wetter. 6.05: Stuttgart: 6.90: Dresden: Frühkonzert. Dazw. 7.00: Leipzig: anschl.: Morgenlied, Morgenruf. 8.00: Zeit. Wetter, Wasserstand. 8.10: 8.90: Königsberg: Ohne Sorgen jeder 9.30: Seudepause. 9.45: Zeit, Nachrichten Wasserstand. 9.55: Was ist los im Sport? 10.05 asberg: O. se. 9.45: Zeit, Nachrichten, ist los im Sport? 10.05: Gendepause. 11.50: Bauer merk' auf! 19.00: Frankfurt: Musik für alle. Unsere musikalische Schüssel für den Gabentisch. Dazw.: 13.00: Mela. Glückwünsche. 14.00: Meldungen. 14.15: Vom bunte hlandsender: Allerlei von zwei bis drei. 15.00: Zur Unterhaltung. Schallplatten. Darin: Mikrophon auf Weihnachtsfahrt. 16.00: Nachmittagskonzert. 18.00: Die Glocken läuten. Die Dome der Heimat rufen die Weibnacht ins Land. 18.65: Weihnachtslieder zum Mitsingen. 19.30: Deutsche Beibnacht. Dichtungen unserer Zeit und zwischendurch 20.55: Gendepause. 21.00: Reichssendung: Weihnacht###usprache des Stellvertreters des Führers. 21.20: Bestunliche Musik. 22.30: Leipzig: Weihnachtsoratorium von Johann Gebastian Bach für Soli, Chor, Orgel und Orchester. 23.30: Ausklang. Schallplatten. Sinsonie Nr. 8 in b=moll(Unvollendete) von Franz Sbn SA#n: Freitag. 25. 6.00: Hamburg: Weihnachten an der Waterkant. Hasenkonzert. 7.00: Wupperfeld: Das Weihnachtslied der Orgel. 8.00: Das schönste der Familie. 8.10: Musik am Weihnachtsmorgen. Schallplatten. 9.15: Mit süßzem Fubelschall, nun singet fröhlich all“! Weibnachtsmorgen im Kölner Dom. 10.00: Am Weihnachtsmorgen. 11.00: Deutsche Erzählkunst der Gegenwart. Richard Billinger: Die lange Nacht. 11.20: Liederstunde. 12.00: Mittagskonzert. 14.00: Schöne Opernstimmen. 16.00: Musik aus Dresden. 18.00: Weibnachten der Auslandsdeutschen. 19.15: Schlaf, Kindlein, süße... Kinund Wiegenlieder. 18.45: J. Havdn: KlavierNr. 9 D=dur. 19.00: Zur Unterhaltung. 19.45: Pnein erzählt. Cbö Deutschlandsende Dazw.: Aus meinem Leben.— 22.00: 8 Zeit, Wetter, Nachrichten. hre singen. Schallplatten. 22.30: Deutschlandsender: Barnabas von Geczy spielt tur Unterhaltung. Köln: Sonnabend, 23. Dezember 6.00: Berlin: Frühkonzert. 8.00: Glasbläsers heilige Nacht. Eine Erzählung von Richard Euringer. 8.10: Kleine Musik. 9.15: Der freudenreiche Tag. 9.45: Sendevause. 10.00: Ausgewählte Schallplatten. 11.00: Zur Sendung um 21.00: Fallstaff von G. Verdi. Eine Einführung. 11.30: Dietrich Eckart. Der erste Dichter des Dritten Reiches. 11.45: Aus dem„Wohltemperierten Klavier" von Johann Gebastian Bach. 12.00: Breslau: Mittagskonzert. 14.00: Leipzig: Goldene und silberne Klänge um den Weihnachtsbaum. 14.30: Der Kievenkerl packt aus. Besuch bei dem„Ziegenbaron“ Renesse. 15.00: W. A. Mozart: Sonate B=dur K. V. 454. 15.30: Weibnacht, Weihnacht überall... Einen bunten Teller bringen Kölner Jungmädel. 16.00: Nette Sachen aus Köln. 17.45: Weibnachtskonzert des Bielefelder Kinderchores.(Aufn.) 18.30: Weihnachten im Felde. Erinnerungen deutscher Frontsoldaten an ihre Kriegsweihnachten. 19.30: Sportvorbericht. 20.00: Deutschlandsender: Frober Tanz im Lichterglanz. 20.55: Ansage und Inhaltsangabe des 1. Aktes. 21.00: Aus der Scala in Mailand: Fallstaff. Oper von Giuseppe Verdi. Ltg. und Dir.: Victor de Sabata. 1. Akt: 21.00 bis 21.30. 2. Akt: 21.50 bis 22.35. 3. Akt: 22.55 bis 3.40. In den Pausen: Nachrichten und Inhaltsangabe des folgenden Aktes. Welle 1571. Deutschlandsender: Donnerstag, 24. Dezember 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Wetter. Anschl.: Fröbliche Schallplatten. Dazw.: 7.00: Nachrichten. 8.00: Genbepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kindergumnastik. 10.00: Sendepause. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Der Bauer spricht— der Bauer hört. Anschl.: Wetter. 12.00: Breslau: Musik zum Mittag. Dazw.: 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis drei! 15.00: Vor der Weihnachtstür. Wir vertreiben uns die Wartezeit mit Musik und allerleilustigen Dingen. 16.00: Wir schmücken den Tannenbaum. 17.30: Der Königs Wusterhäuser Landbote zündet die Lichter an... 18.00: Weibnacht...! Glocken deutscher Dome.— Weihnachtslieder und die Weihnachtsgeschichte aus dem„Heliand“. 19.00: Der Deutschlandsender wünscht seinen Hörern ein frohes Fest. Intendant Goetz Otto Stoffregen spricht. 20.00: Kleines Konzert am Heiligabend. 21.00: Reichssendung: Weihnachtsansprache des Stellvertreters des Führers. 21.20: Lustige Musik. 22.45: Geewetterbericht. 23.00: Heut' soll uiemand einsam sein... Besinnliche "„Weihnachtsstunde mit schönen Melodien.. 1.2. Deutschlandsender: Freitag, 25. Dezember 6.00: Hamburg: Hofenkonzert. 8.00: Heida, deut ist Weibnachtstag! Zwei bunte musikalische Morgenstunden. 10.00: Es fällt ein Schein in alle Herzen... Eine Morgenfeier. 10.45: Schallplatten. 11.00: Deutsche Dichter zur Weihnacht. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Aus der Kinderecke(Childres' Corner). 12.00: Bremen: Weihnachtskonzert im alten Rathaus.— 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Glückwünsche. 13.10: Bremen: Musik zum Mittag. 14.00: Allerlei— von zwei bis drei! 15.00: Das schwedische Barkel=Quartett svielt. 15.30: Kinderfunkspiel: Die Sterntaler. 16.00: Zwei Meisteropern: Tosea(G. Puccini). Carmen (G. Bizet). Schallplatten. 17.00: Die Varade der Zinnsoldaten. Ein fröhliches Weibnachtssviel von Eberhard Kleineberg. Musik: Hans Joachim Sobauski. (Aufnahme.) 18.00: Melodien aus Nord und Süd. 19.40: Deutschland=Sportecho. Funkberichte und Sportnachrichten. 20.00: Festliche Musik. Leitung: Hermann Stange. 22.00: Kurznachrichten. 22.05: Barnabas von Geczy spielt zur Unterhaltung. Dazw. 22.45: Seewetterbericht. 24.00: Wir bitten zum Tanz. Schallplatten Deutschlandsender: Sonnabend, 25. Dezember 6.00: Berlin: Frühkonzert. 8.00: Fröbliche Musik. 19.00: Das Tor zum Licht. Eine weihnachtliche Feierstunde. 10.30: Ständchen auf der Eisbahn. Dazw.: 11.15: Seewetterb=richt. 12.00: Königsberg: Musik zum Mittag. Dazw.: 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Glückwünsche. 14.00: Bunter Teller. Von allerlei Weihnachtsgeschenken. 14.30: Der stille Klang. Eine befinnliche Stunde in Wort und Ton. 15.30: Lauter bunte Sachen singen, tanzen, lachen! Schallplatten. 17.00: Das Sternenlied. Eine Funkballade von Alfred Karrasch. Musik: Hansmaria Dombrowski. (Aufu.) 18.00: Schöne Melodien. 19.40: DeutschlandSportecho. 20.00: Froher Tanz im Lichterglanz. 22.00: Wetter, Nachrichten, Sport. Anschl.: Deutschlandecho. 22.30: Konradin Kreutzer: Quartett Es=Dur. 22.45: Seewetterbericht. 23.00: Barnabas von Geczu spielt zum Tanz. Dazu: Die Blaskapelle Carl Woitschach. — AIKI Sine wirkliche dem Berliner Eine große Ueberraschung erlebten am Sonntag zehn Besucher des Berliner Weihnachtsmarktes. Sie wurden unerwartet ins Schloß geführt, wo ihnen Ratsherr Protze je eine zwölfpfündige Gans, Pfefferkuchen und Weihnachtsgebäck und 20 RM. in bar überreichte. Strahlend nahmen die Ueberraschten, unter denen sich auch ein Schutzpolizeibeamter und Vater von zehn Kindern befand, die Weihnachtsgaben in Empfang.(Scherl=Bilberd.=R.) Agues Miegel erhielt den herder=Preis. Am Freitag wurde in feierlicher Form bei einem Festakt in der Königsberger Universität der ostpreußischen Dichterin Agnes Miegel der Herder=Preis überreicht.— Von links nach rechts: Ministerialrat Dr. Wismann, Agnes Miegel und der Rektor der Albertina=Universität, Pros. Dr. Gerullis.(Scherl=Bilderdienst. M.) Aus den Nachbargebieten Westfalentag und in Paderborn Paderborn, 22. Dezember. In den Mauern der schönen Paderstadt werden sich im kommenden Jahre wiederum viele Tagungsteilnehmer aus allen Teilen der Provinz und des Reiches treffen. Nachdem schon die Jahre 1935 und 1936 große Ereignisse brachten, wird auch für 1937 eine Reihe großer Veranstaltungen zu erwarten sein, die erneut Paderborn als Tagungsstadt weithin bekanntmachen werden. Ende Mai 1937 versammelt der Westfalentag 1937 Tausende von Heimatfreunden und anderen Besuchern in Poderborn, der diesmal erstmalig unter dem Zeichen der Beteiligung und Ausgestaltung durch die Deutsche Arbeitsfront bzw. die NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ stehen wird. Weiter ist bisher für den 6. und 7. Juni 1937 ein großer Standortappell aller vor dem Kriege in der Paderborner Garnison gelegenen Truppenteile festgelegt, nämlich des Husarenregiments 8, des Infanterieregiments 158, der Maschinengewehrabteilung 7 und der Offizier=Reitschule. Mehrere tausend alte Soldaten werden zu diesem Treffen erwartet. Leider ist es nicht möglich, das Ehrenmal der Stadt Paderborn zu diesem Zeitpunkt zu vollenden, so daß dann der schöne Ehrenhain an der Heiersburg, dem früheren Bezirkskommando, bereits eine in sich geschlossene, immungsvolle Weihestätte der Toten all dieser penteile, Mär## A#### 41: TrahWintersonnwendfeier auf der Wewelsburg Wewelsburg, 22. Dezember. Der 21. Dezember, der Tag der Wintersonnwendfeier, bewies erneut, wie eng schon das Verhältnis der Dorfbewohner zur SS.=Burggemeinde Haus Wewelsburg geworden ist. Feierte doch vor allem die Dorfjugend die schöne Wintersonnenwende mit, welche in dem erhabenen Rahmen des alten Burggemäuers der SS.=Schule Haus Wewelsburg sich abspielte. Erst kamen die Kinder des Dorfes durchs Burgtor, um sich im Oberhof zu einer feierlichen Stunde zu versammeln. Echte Vorweihnachtsfreude leuchtete aus ihren Augen, als der Christbaum hier vor ibnen erstrahlte und sie in seinen Lichtern schon die schönen beschenke der SS.=Männer entgegennehmen durften, welche der Reichsführer SS. persönlich hatte besorgen lassen. Zur Sonnwendfeier versammelten sich die Formationen der Bewegung draußen am Fuße des Nordtores, wo über dem Abgrund an der Spitze der Bergnase das Feuer lohte. Auch die Paderborner Hitler=Jugend war hier stark vertreten. Der Burghauptmann, SS.=Sturmführer Freiherr von Knobelsdorff, hielt die Feuerrede und übergab der HJ. die Sonnwendfackel, welche diese aufbewahren wird bis zur Sommersonnenwende. Im Anschluß an diese Feierstunde versammelten sich die Mitglieder der Burggemeinde zu einer schlichten Weihnachtsfeier. Erpresser hinter Schloß und Riegel Coesfeld, 22. Dezember. Vor einiger Zeit erhielt der Dülmener Jude S. einen Erpresserbrief. Die sofort davon in Kenntnis gesetzte Polizeibehörde machte sich auf die Suche nach den Schreibern, und es ist ihr nun gelungen, sie zu fassen. Es handelt sich dabei um den früheren Kommunisten Jäger und einen Burschen namens Kisters, die sofort verhaftet wurden und einer strengen Bestrafung entgegensehen. Neuer Sel.=Sturmbannführer in Warburg Warburg, 21. Dezember. Der bisherige Adjutant bei der SA.=Gruppe Westfalen, SA.=Sturmhauptführer Wulff, wurde mit Wirkung vom 1. 12. 1936 mit der Führung des SA.= Sturmbannes III/158(Warburg) beauftragt. Was in der Welt geschah... Die Rizinusstrafe. In der amerikanischen Stadt Spokane war der Polizeirichter kürzlich auf den genialen Gedanken gekommen, Personen, die wegen Trunkenheit verhaftet und angeklagt werden, die Wahl zwischen einer Freiheitsstrafe oder einem gehörigen Trunk Rizinusöl zu lassen. Der Fall ist jetzt zum ersten Male akut geworden. Männer, die in völliger Bezechtheit öffentliches ergernis erregt hatten, wurden zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Es wurde ihnen freigestellt, statt dessen Rizinusöl zu trinken. Dafür entschieden sie sich denn auch. Aber die„Exekution“ konnte nicht ausgeführt werden, weil die Stadtverwaltung sich weigerte, die Kosten für das Abführmittel zu tragen. Erst im letzten Augenblick sprang ein für den Plan des Polizeirichters begeisterter Drogist ein und entbot sich, das Rizinusöl aratis zu liefern. So geschah es denn auch. Die Zahl der Deliquenten war übrigens inzwischen auf vier angestiegen. Sie alle bekamen den öligen Trunk kredenzt. Ueber das, was nachfolgte, spricht man nicht. Eine teure Rose. Der Sohn des Präsidenten Roosevelt ging vor einiger Zeit mit seiner Braut in den Gewächshäusern einer großen Neuyorker Gärtnerei spazieren. Seine Verlobte war über eine Rose, die sie dort sah. ganz entzückt. Roosevelt jun. zögerte nicht. Er pflückte die Blüte und überreichte sie seiner Braut. Am anderen Morgen war er allerdings einigermaßen überrascht, in seiner Post eine Rehnung des Gärtners über 200 Dollar zu finden. er fand den Preis übertrieben boch, weigerte sich zu bezahlen und ließ es auf einen Prozeß ankommen. Der Gärtner machte vor Gericht geltend, er habe Jahre gebraucht, um diese neue Rose zu züchten, von der er sich einen großen geschäftlichen Erfolg verspräche. Der Richter schloß sich seiner Beweisführung an und verurteilte Roosevelt jun. Mit Gerichtskosten kam ihm die Rose beinahe auf 300 Dollar zu stehen. PLADI EEE STE LIT S Theringer Riastr peuta im Harse Gollag Welgauchisgeschrutt aus. In Berlin trafen Kinder aus Sonneberg in Thüringen ein, um Ministerpräsident Generaloberst Göring und seiner Gattin eine Weihnachtsfeier vorzubereiten. Hier sieht man die Kinder beim Auspacken der hübschen Erzeugnisse ihrer Heimat.(Scherl=Bilderdienst=M.) Mittwoch, don 23. Dezember 1930 8. Jahrgang En die Eitern! Viele elterlichen Erzieher haben selbst daran schuld, wenn ihre Jungen nichts lernen. Für sie hört das Interesse für die Fähigkeiten ihres Jungen oder Mädels mit dem Tace auf, an dem sie erfahren, daß ihr Sohn oder ihre Tochter eine Lehr= oder Arbeitsstell gefunden hat. Würden sie auch weiterhin darum besorgt sein, daß ihr Kird etwas Richtiges lernt, daß die sonstigen Betriebsverhältnisse ordentlich sind, dann würde mancher Betrieb sich gar nicht erlauben, den Jungen als Wagenwäscher, Laufjungen oder ähnliches zu nehmen, anstatt ihn als Lehrling zum Facharbeiter auszubilden. Jeder Betrieb hat die Aufgabe, ein möglichst enges Band mit dem Elternhaus seiner Jungen oder Mädelz zu schließen. Vertrauen ist Achtung. Wer nichts zu verbergen hat, hole umgehend Versäumtes nach. Die Schüler der Vernfoschulen in Lippe haben sich zu etwa 80 Prozent zum 4. Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend 1937 angemeldet. Es darf keine Lehrlinge und Jungarbeiter geben, die an dem einzig. artigen Wettstreit fehlen. Anmeldungen nimmt der jeweilige Ortsjugendwalter der DaF. entgegen. Des weiteren können bei der Kreiswaltung, Jugendamt, Detmold, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Zimmer 11, noch Aumeldungen getätigt werden. Sehe wichtig für umsere Mitarbeiter! Wir weisen noch einmal darauf hin, daß Beiträge für die Weihnachtssestausgabe, die bereits am Donnerstagvormittag zur Ausgabe gelangt, der Schriftleitung bis heute avend vorliegen müssen. Später eingehende Berichte können leider in der Weihnachtsausgabe nicht mehr veröffentlicht Mimmmmmmmmmmmmm Wichtig für Gäger Den Jagdausübungsberechtigten des Kreises Detmold bringe ich hiermit die nachstehende Anordnung des Gaujägermeisters für Westfalen und Lippe zur Kenntnis. Die Aufartung des Rot= und Rehwildes erfordert die Erfüllung der Abschußpläne. Ganz besonders ist dies beim Rehwild der Fall. Ich ersuche daher mit allem Nachdruck dafür Sorge tragen zu wollen, daß der freigegebene Abschuß an weiblichem Rehwild vor Beginn der Schonzeit in allen Nevieren erfüllt wird. Der Kreisjägermeister. Betrifft: Kundenlisten. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksuntergruppe Lippe, Detmold, Sedanstraße 6, weist auf folgendes hin! Kundenlisten für den Lebenomitteleinzelhändler können am 28. Dezember 1936 auf unserer Geschäftsstelle gegen Zahlung von 0.50 RM. in Empfang genommen werden. Bei Voreinsendung von 0,60 RM. in Briefmarken erfolgt portofreie Zusendung. #n den Saststatten Wir weisen darauf hin, daß alle Gaststätten=Inhaber und Fremdenheim=Inhaber neben dem Haushaltsnachweis(für die Famili= und die Gefolgschaftsmitglieder) auch den Betriebsnachweis ausfüllen müssen, um den Fettbedarf für die Gäste zu regeln. — Soweit die Formulare noch nicht zugestellt worden sind, können sie bei den Bürgermeistern der Gemeinden bezogen werden.— Auf Grund der Nachweise erfolgt später die Eintragung in die Kundenliste. Für größere Betriebe, die ihren Fettbedarf durch den Großhandel bezogen haben, erfolgt demnächst eine besondere Regelung. Frühschlus der Saststalten am Beingabend Um den Betriebsführern und Gefolgschaftsmitgliedern im Gaststättengewerbe die Möglichkeit zu geben, das Weihnachtsfest im Kreise der Familie zu feiern, schließen am 24. Dezember(Heiligabend) sämtliche Gaststätten des Landes Lippe um 7 Uhr abends! Auf Grund einer Vereinbarung mit der DaF. sollen alle verheirateten Angestellten um 5 Uhr und alle unverheirateten Angestellten um 7 Uhr spätestens aus den Gaststättenbetrieben entlassen werden. Hotels und Gasthöse halten den Betrieb nach 7 Uhr abends nur für die Beherbergungsgäste geöffnet. Es wird erwartet, daß alle Gaststätten=Inhaber diese Anordnung unbedingt innehalten! Kaum veränderlich Wetteraussichten bis 24. Dezember morgens. Schwachwindig neblig bis diesig, im höheren Berglande heiter, trochen, Tagestemperaturen um 2 Grad, nachts Frost bis mirus 3 Grad * Witterungsübersicht vom 22. Dezember 1936. Der hohe Druck über Deutschland hält weiter an Infolge des wolkenlosen Wetters kam es in unserem Gebiet zu leichten Nachtfrösten. Am Dienstag war es im allgemeinen stark diesig. In der Höhe befindet sich trockene warme Luft, so daß alle deutschen Bergstationen Temperaturen über Null Grad haben, so meldete der Brocken am Dienstagmorgen 3 Grad Wärme. Da die Wirheltätigkeit über dem Atlantischen Ozean eine gewisse Beruhigung erfahren hat, ist vorläufig mit dem Auhalten des stark diesigen bis nebligen Wetters mit leichten Nachtfrösten zu rechnen. * 24. 12. Sonnenaufgang 8.10 Uhr, 15.40 Uhr. Vorbereitungen für das Erinnerungstressen 1937 Ab 4. Nansiar Organisationsbüro im Hotel Kaiserhof— Genehmiater Biakettenverkauf HAATPAN SELAF MIAIP EI ½ OisahesS Reichomimister Fruft sbricht mn Das Salzusten, Reichominister De. Fria in Biomberg Im Verlauf der Vorbereitungen des Erinnerungstreffens am 18. und 17. Januar in Lippe sand gestern in Detmold eine weitere Besprechung statt, auf der Einzelheiten über die Prograninigestaltung und die bieser tradttionellen Großveranstaltung für den Sau Westfalen=Nord erörtert wurden. Gaupropagandaleiter Pg. Schmidt gab zunächst bekannt, daß in Bad Calzuflen Reichverziehungsminister Rust und in Vlouberg Reichsinnenminister Dr. Frick sprechen werden. Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht bekanntlich in der Alten Hausestadt Lemgs. Es dürfte heute schon feststehen, daß diese Großkundgebungen, die am 18. Jannar stattfinden, für jeden der Teilnehmer zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden. Verücksichtigt man ferner, daß den Höhepunkt die Massenveranstaltung, die am Sonntag, dem 17. Jannar, in Detmold stattfindet, bilden wird, dann kann man jetzt schon sagen, daß das Erinnerungstrefsen 1937 wiederum die Augen ganz Deutschlands auf sich leuken wird. Im weiteren Verlauf der Besprechungen gab der Vertreter des Gauschatzmeisters, Pg. Dr. Meyer, davon Kenntnis, daß der Reichsschatzmeister Schwarz in Verbindung mit dem Reichsbeauftragten für das W5W., Pg. Hilgenseld. einen Pladettenverkauf für das Erinnerungstreffen 1937 ausnahmsweise genehmigt hat. Hieraus ist ersichtlich, daß die Bedeutung des lippischen Wahlkampfes im Jahre 1933 als nationalsozialistische Durchbruchsschlacht von allen maßgebenden Stellen der Partei und des Staates aner. kannt wird. Für die Sroßkundgebungen werden, wie auch im Vorjahre, wieder Einlaßkarten rechtzeitig allen Ortsgruppen und Stützpunkten zugesandt; wir weisen schon jetzt darauf hin, daß es für die Besucher der Versammlungen zweckmäßig sein wird, sich rechtzeitig bei den Ortsgruppen= und Stützpunktleitern Einlaßkarten zu sichern. Der Verkauf der Plaketten, die zum Preise von 20 Pfa. bei den Dienststellen der RSDAP, erhältlich sein werden, setzt in den ersten Januartagen ein. Wie wir schon kurz berichteten, findet am Sonntag, dem 3. Jannar, eine Tagung der Politischen Leiter und Formationsführer im Schützenhaus in Lemgo statt. Auf dieser Tagung werden die Sauamtsleiter, Parteigenossen Schmidt, Mietz und Reineking sprechen. Teilnahmeberechtigt an dieser Tagung sind sämtliche Kreisamtsleiter der Kreise Detmold und Lemgo, sowie die Ortsgruppen= und Stützpunktleiter mit ihren Kassen= und Propagandaleitern. Außerdem die Führer der Formationen vom Sturmführer aufwärts. Darüber hinaus sind auch die Kreisleiter mit ihren Stäben aus den Nachbarkreisen eingeladen. Bezüglich des Kartenverkaufes und der sonstigen Durchführung des Erinnerungstreffens ergehen noch weitere Anordnungen. Lippe wird, das dürfte feststehen, wiederum im Mittelpunkt des innenpolitischen Gescheheus stehen. Es heißt schon jetzt: Deu vollen Einsatz aller aktiven Kräfte zu mobilisieren für das Gelingen des Erinnerungstreffeus 1337 in Lippe. Die kleine und die große Liebe Auf das große Preisaurschreiben des Amtes„Neisen, Wandern, Urlaub“ der RSG.„Kraft durch Freude“. über Erlebnisberichte von„NdF.“=Reisen sind etwa 6000 Einsendungen eingegangen. Mit diesem Ergebnis sind, wie das Amt erklärt, selbst optimistische Erwartungen beträchtlich übertroffen worden. Was den Inhalt angehe, so stellten die Geschichten, die mit der kleinen und der großen Liebe endeten, die Mehrzahl dar, überhaupt die, die darauf aufgebaut sind, daß zwei sich finden, beschwingt von der Losgelöstheit des Urlaubs, befreit von den Sorgen des Alltags. Richt wenige hätten auch einfach ihre täglichen Aufzeichnungen eingeschickt, in denen in schlichten Worten und doch sehr eindringlich beschvieben sei, wie das Urlaubserlebnis sie ersaßte. Viele schon ahnten und fühlten, welcher tieser letzter Sinn dem Reisen mit „RdF.“ innewohne, so zum Beispiel einer, der darstellte, daß zwei Frontsoldaten, die sich zum letzten Male im Dröhnen der Geschütze gesprochen hatten, nun plötzlich auf einer„KdF.“=Reise sich gegenüberLE im Da. HitmauLhn Li# lanmntan standen und ein Wiedersehen feiern konnten. Thema des Tages: Noch einmal weisen wir darduf hin, daß die Weihnachts=Festausgabe unserer Zeitung bereits am Donnerstagvormittag zur Ausgabe gelangt. Anzeigen für diese Ausgabe müssen der Geschäftsstelle bis heute nachmittag 6 Uhr vorliegen. Zur Lichterkirche nach Detmold Am 1. Weihnachtsmorgen fahren folgende Sonderwagen der Straßenbahn zur Lichterkirche nach Detmold: ab Horn 5.20 Uhr, ab Schmedissen 5.30 Uhr, ab Remmighausen 5.35 Uhr, ab Eichholz 5.40 Uhr, ab Hiddesen 5.27 Uhr, ab Pivitsheide 5.19 Uhr, ab Heidenoldendorf 5.30 Uhr Nach Beendigung des Gottesdienstes stehen die Wagen in Richtung Heidenoldendorf—Pioitsheide an der Ecke Hermannstraße, und in Richtung Hiddesen— Horn am Marktplatz zur Abfahrt bereit. RS gbdates har Oyfer der Zwel Verlehzle. Am Spätnachmittag ereignete sich gestern auf der HansHinrichs=Straße ein Verkehrsunfall, wobei zwei Personen verletzt wurden. Ein aus der Richtung Hiddesen kommender Motorradfahrer fuhr eine Frau an, die zu Boden geschleudert wurde. Der Motorradfahrer kam 17 Meter von der Unfallstelle entfernt ebenfalls zu Fall, wobei er sich einen schweren Kieferbruch zuzog und von einem herbeigerufenen Arzt im Kraftwagen zur Behandlung mitgenommen wurde. Die angefahrene Frau aus Hiddesen erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Oberschenkelbruch und wurde dem Landeskrankenhaus zugeführt. Die Schuldursache bedarf noch der Aufklärung. Verbotsschilder beachten! Wir weisen erneut darauf hin, daß das Parten auf verschiedenen Straßen verboten ist. Wer die deutlich sichtbaren Verboteschilder nicht beachtet, wundere sich nicht über ein Strafmandat! Wetterleuchten im Neuen Krug Diesmal keine KdF.=Fahrt, aber eine urgemütliche, stimmungsvolle Großveranstaltung der RS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Kreis Detmold, äm 31. 12. 30, um 21 Uhr, im Neuen Krug. Alle technischen und künstlerischen Mittel werden in Bewegung gesetzt, um eine naturgetreue Silvesternacht auf dem Brocken hervorzuzaubern. Teufel und Hexen, Enomen und was nicht alles dazu gehört, werden in bunter Folge das Programm sputhaft durchkreuzen. Alle die, die diese frohe Brockennacht mit erleben wollen, mögen sich darum zeitig genug eine Eintrittskarte bei der Kreisdienststelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude", Kreis Detmold, und bei den Betriebswarten sichern. Kaufmannsgehilfen- und Kurzschriftprüfung der Industrie= und Handelskammer. Die Industrie= merksam, daß die fung mit Rücksicht frühen Termin des Monats Februar spätestens bis zum Handelskammer zu und Handelskammer macht darauf aufKaufmannsgehilfen= und Kurzschriftprüauf den Reichsberufswettkampf und den Osterfestes schon in der ersten Hälfte des 1937 stattfinden. Anmeldungen haben 10. Januar 1937 bei der Industrie= und erfolgen. Von der Werbeveranstaltung des Deutschen Sängerbundes. Durch ein Versehen wurde in unserem gestrigen Bericht von der Filmwerbeveranstaltung des Deutschen Sängerbundes im Vereinshaus der Name des Dirigenten der Detmolder Liedertafel verwechselt. Der Chor, der die Veranstaltung sehr schön mit einigen Liedern umrahmte, wurde selbstverständlich von dem hier seit Jahren bekannten Rektor Kreiling dirigiert. Aus der Kirchengemeinde. Der Weihnachtsgottesdienst der Standortgemeinde findet heute nicht statt. Aus der Landesregierung Aufnahme von Mädchen in höhere Schulen In Ergänzung der Verfügung vom 4. 9. 1935— III A 19. 2.— wird angeordnet: 1. Für Mädchen kommen als höhere Schulen grundsätzlich nur Lyzeen und Frauenschulen in Frage. 2. Die Aufnahme oder der Uebergang von Mädchen in Knadenschulen ist statthaft, wenn am Orte nur eine einzige höhere Schule vorhanden ist; bei Aufbauschulen zu Beginn eines Schuljahres in Untertertia und Obersekunda. Der Aufnahme hat stets eine gründliche Aufnahmeprüfung vorauszugehen. Anträge wegen Aufnahme in UIII und 0 II der Aufbauschulen sind unmittelbar an die Landesregierung— Abt. III— zu richten. Dem Antrage auf Aufnahme in Obersekunda sind beizufügen: a) eine Erklärung des Erziehungsberechtigten, daß die Schülerin die wissenschaftliche Laufdahn einschlagen sonl. b) eine Charakteristik des bisherigen Direktors über die Schülerin, woraus hervorgehen muß, daß die Schülerin für die wissenschaftliche Laufbahn tatsöchlich geeignek ist. e) ein Zeugnis der bieherigen Anstalt über die erfolgreiche Ablegung der hauswirtschaftlichen Prüfung(ogl. Erlaß vom 18. August 1936 im Staatsanzeiger 1936 Nr. 65, S. 297, betr. Aufnahme von Mädchen in die wissenschaftliche Oberstufe der höheren Lehranstalten), Anträge auf Aufnahme in OIII und UlI, und während des Schuljahres auch in UIII und Oll sind zwecklos; es sei denn, daß es sich um Juzug auswärtiger Schülerinnen entsprechender Anstalten oder um besondere Fälle handelt. * Preise für Geflügel. Auf Grund der Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936(RGBI. I (S. 955) sind Preiverhöhungen über den Preisstand vom 18. Oktober 1936 verboten. Der an diesem Tage gültige Preis stellt bei der Preisentwicklung auf dem Geflügelmarkt eine obere Spitze dar. Die Preise für Geflügel waren im September und Oktober durch die Mangellage auf dem Fleischmarkt erheblich gestiegen. Nach der Besserung der Fleischversorgung seit Anfang November sind sie leicht zurückgegangen. Da nach der Verordnung vom 26. November 1936 bei gleichgebliebenen oder gefallenen Preisen der Preis vom 30. November 1936 als Höchstpreise anzusetzen ist, dürfen die Preise für Geflügel den Preisstand vom 30. November 1936 nicht überschreiten. Die Kreis= und Ortspolizeibehörden sind durch die Preisübenvachungsstelle angewiesen, besonders darauf zu achten, daß der Preisstand vom 30. November 1936 vom Erzeuger, Groß= und Kleinverteiler nicht überschritten wird. Sollten eigennützige Preissteigerungen festgestellt werden, so wird mit empfindlichen Strafen dagegen eingeschritten werden. der Jugend belohnt Hervorragendes Sammelergebnis der HS.=Sammlung. Der überaus große Sammeleifer unserer Jungen und Mädel bei ihrer letzten Sommlung für das Winterhilfswerk ist durch ein wirklich hervorragendes Sammelergebnis belohnt worden. So wurden im Kreise Detmold nach der vorläusigen Zählung insgesamt 5700 RM. gesammelt. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis, das nur noch durch die erste Sammlung für das diesjährige Winterhilfswerk, durch die Sammlung der SA. und So. übertroffen wurde. In der Stadt Detmolo wurden 2300 RM. gesammelt, auch hier ist die Summe des gesammelten Geldes der beste Beweis für den Eifer unserer Jungen und Mädel. Im Kreise Lemgo sammelte die 53. rund 5420 RM., von danen 1700 RM. allein in der Stadt Lemgo gesammelt wurden. Auch im Kreise Lemgo ist das Ergebnis fast das beste des diesjährigen Winterhilfswerkes. Wir freuen uns mit der Hitler=Jugend über diesen schönen Erfolg. Uhne Mantel spazierengehen? Jetzt bei Köhe und Regen? Unmöglich— nicht wahr? Aber genau so lst es. wonn Geeicht und Hünde ungeschützt der Winerung eusetzen. Täglich mit NlvesCreme einreiben— das ist wirk. seme Heutpflege und zugleich ein guter Schutz gegen Wind und Wehler. Musik. esermi.t ung Im Gebiete des Arbeitsamtes Detmold und der angeschlossenen Nebenstellen wird allen Veranstaltern von Musik(Gastwirte, Vereine, Organisationen, Körverschaften des privaten und öffentlichen Rechts, Gesellschaften usw. usw.) im eigenen Interesse zur Pflicht gemacht, ihren Bedarf an Musikern bei der Vermittlungsstelle des Arbeitsamtes rechtzeitig anzufordern. Der selbständige Abschluß von Arbeitsverträgen mit Musikern ist grundsätzlich nicht mehr statthaft und führt zu unangenehmen Folgen für Veranstalter und Musiker. Auch Musikkapellen zu Hochzeiten, Jubelfeiern und dergl. sind nur noch durch das Arbeitsamt anzufordern. Alle Mustrer— auch die nicht unterstützten und nebenberuflichen— müssen sich zu den vom Arbeitsamt festgesetzten Meldestunden zur Verfügung halten. Es ist ihnen untersagt, selbständig Geschäfte abzuschließen Wer durch Annahme eines Spielauftrages in einem Kulturorchester oder einer reisenden Kapelle oder durch Annahme anderweitiger Beschäftigung für die Vermittlung beim Arbeitsamt dauernd ausscheidet, muß hiervon dem Arbeitsamt unaufgefordert Meldung machen. Die Vereinbarung über die Vermittlung von Musikern dient also dem Zweck, die immer noch unter Musikern herrschende Arbeitslosigkeit zu beheben und den Musikveranstaltern leistungsfähige Musikkapellen zu vermitteln. Wer gegen die Bestimmungen der Vereinbarung hondelt verfündigt sich an der Arbeitobeschaffung und muß die Folgen selbst tragen. Die Befolgung der neuen Bestimmungen wird durch Kontrolleure des Arbeitsamres und der Reichsmusikkammer regelmäßig überwacht. Dr. Sünther stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsamtes Detmold Wilke Leiter der Kreismusikerschaft Weser Neufahrsgespräche mit Amerika Für Gespräche am Neujahrstag mit den Vereinicten Staaten von Amerika, Kanada, Kuba und Mexiko werden während des ganzen Tages die sonst nur für Gespräche während der Nachtzeit(22.00 bis 10.00 Uhr) und sonntags(00.00 bis 24.00 Uhr) geltenden ermäßigten Gebühren berechnet. Lipplsches Landestheater Heute„Preziosa“ in Detmold Heute abend findet innerhalb der Mittwoch=Dauermiete die erste Wiederholung von„Preziosa“ statt. Dieses Werk, das anläßlich des 150jährigen Geburtstages des Komponisten Carl Maria von Weber in den Spielplan des Landestheaters aufgenommen wurde, fand bei der ersten Aufführung bei Publikum und Presse einen großen, begeisterten und starken Widerhall. * Der Weihnachts=Spielplan Am 1. Festtag:„Carmen“ An allen drei Weihnachtsfeiertagen beginnen die Vorstellungen 19.30 Uhr. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Der abwechslungsreiche Spielplan in Oper, Schauspiel und Operette beginnt am ersten Weihnachtsfeiertag mit der Neuinszenierung der Oper „Carmen“. Die Inszenierung leitet Walter Eisenlohr, die musikalische Leitung hat Kurt Steuernagel. Die Leitung der Tanzgruppe hat Lisel. Subklew. Die Carmen singt Liane Finus, den José Walter GraberOttendorf. Den Escamello Josef Stenzel. Die Bühnenbilder entwarf Dr. Thio H. Döring. * „Amphitryon“ am 2. Festttag Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird Georg Born allen lustige Lebensfreude in der Rolle des Sosias in Moliéres meisterhaftem Lustspiel„Amphitryon" bereiten. Die Regie führt Willibald Mohr. Die weiteren Hauptdarsteller sind Gertrud Angerstein, Richard Beron, Ludwig Hayn, Ingeborg Fuhrmann und Julius Schneider. Die Zeistef an Sonntag Den Beschluß des Weihnachts=Spielplanes bildet eine Aufführung der weltberühmten japawischen Teehausgeschichte„Die Geischa“. Die Hauptbarsteller diefer Operette sind: Trude Lange, Mia Roll, Annemarie Eichemann, Walter Eisenlohr, Georg Gerhardt, C. F. Koch. Viktor Litzek, Horst Weiß. 4 B AAAP M Küchendufte durchziehn das Haus! Bochbatriab in-4en Die Landeotheater=Lichtspiele zeigten uns in den letzten Tagen einen französischen Film in deutscher Sprache, der uns wieder Celegenheit ged, Annabella zu sehen, die auf der diesjährigen internationalen Filmschau in Venedig als Die deste Fumschauspielerin des Jahres bezeichnet wurde. Tatsächlich zeigt sie sich auch in diesem Filmmerk als Schauspielerin mit unglaublich starker Gestaltungskraft und einem selten gesehenen Ausdrucksvermögen. Sie läßt uns ihre tragische Rolle ergriffen miterleden und in keinem Augenblick deim Beschauer den Eindruck aufkommen, als hätte man ihr eine Aufgabe gestellt, der sie als zarte, mondän=schöne Frau nicht innerlich gewachsen sei. Dabei ist die Handlung des Films außergewöhnlich dramatisch und steigert ihre Anforderungen an Darsteller und Kamera von Bild zu Bild. Leider ist aber die Photographie nicht so erstklassig wie in den deutschen Großfilmen. Auch sind wir der Meinung, daß man bei der Auswahl der Schauspieler etwas wählerischer hätte verfahren sollen. Der Kommandant der„Alma“ scheint reichlich alt für seine Rolle als Ehemann, mancher andere Schauspieler wirkt sogar unsympathisch. Das Spiel der Annabella und die packende Handlung machten den Film aber sehenswert. Fritz Eichhöfer. Sammlung der Beamtenschaft des Gaues Westsaten=Nory für das„Hilfswerk für Spanien=Deutsch=“ des deutschen Volkes. Als im Juli 1936 der rote Wahnsinn in Spanien ausbrach und viele Deutsche, die in diesem Lande eine zweite Heimat gefunden zu haben glaubte, ihr ganzes Hab und Gut im Stich lassen mußten, um nur ihr nacktes Leben zu retten, war es für alle Deutsche eine Selbstverständlichkeit, doß Partei und Staat zu einer großen„Hilfraktion für Spanien=Deutsche“ aufriefen. Auch die nordwestfältsche Beamtenschaft hat es als eine Ehrenpflicht betrachtet, sich an diesem Hilfswerk opferfreudig zu betekligen. Es wurden, wie jetzt die abgeschlossenen Feststellungen ergaben, von der Beamtenschaft insgesamt 22 152.95 RM. gespendet und auf das Konto„Hilfsausschuß für SpanienDeutsche" bei der Berliner Stadtbank überwiesen. Rationalsozialistisches Reiterkorps An alle ausgeschiedenen Soldaten! Das Mitteklungsblatt des Soldatenbundes gibt in der Folge 23 nachstehende wichtige Mittellung der Bunderführung bekannt. Betr. Reiton: Durch Verfügung des Führers wurde des Nationalsozialistische Neiterkorps(RSRK.) aufgestellt und mit der alleinigen Durchführung der„Reit= und Fahrausbildung vor der Dienstzeit“ entsprechend den Richtlinien des Reichskriegsministeriums beauftragt. Das Reiterkorps steht unter der Führung des Reichsinspekteurs für Reit= und Fahrausbildung, Obergruppenführer Litzmann, der mit Zustimmung des Reichskriegsministers vom Stabschef der SA. ernannt wurde. Die Mitglieder des Soldatenbundes, die im Heer im Reiten ausgebildet worden sind und sich ihre Reitfertigkeit erhalten wollen, müssen in das Nationalsozialistische Reiterkorps(RSRK.) eintretest.“ Im ullgemeinen ist die Ger: stellung eines eigenen Rettpferdes erforderlich. In diesem Falts entstehen durch ir Jutzehötigkeik punk Reiterkotp# keine Kosten. Reiter und Pferd müssen gegen Unfall versichert sein; die Versicherung kann durch das RSRK. erfolgen. Die Zugehörigkeit zum Soldatenbund bleibt durch die Teilnahme am Reitdienst des Nationalsozialistischen Reiterkorps unberührt. Die Anlegung eines besonderen Reiterabzeichens wird noch befohlen. Die Beitrittsmeldung hat bei der zuständigen Meldestelle des Nationalsoztälistischen Reiterkorps(RSRK.) zu erfolgen. Vis zu 1000 RM. monatlich Der Reichskommissar für das Kreditwesen hat die bisher geltende Uebergangsregelung, wonach ohne Kündigung auf Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist für jeder Sparbuch im Monat 1000 RM. zurückgezahlt werden dürfen, bis zum 31. 12. 36, also für weitere zwei Jahre verlängert. Bei außergewöhnlichen, durch Naturereignisse hervorgerufenen Notständen dürfen Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu 3000 Mark vor Fälligkeit zurückgezahlt werden, ohne daß eine Verpflichtung zur Berechnung von Vorschußzinsen besteht. Die erste deutscho Frauenärztin 30 Jahre. Am 17. Dezember konnte in Frankfurt a. M. die erste Frauenärztin Deutschlands, Dr. med. Elisabeth Winterhalter, ihr 80. Lebensjahr vollenden. Bad Meinberg Zur letzten Ruhe. Wieder läuteten die Totenglocken. Ein langer Zug von Leidtragenden bewegte sich am Montagnachmittag zum Friedhof, um dem verstorbenen Hotelier und Kurhauspächter Julius Frede das letzte Geleit zu geben. Dem Sarge voran schritten Amtsträger der nationalsozialistischen Bewegung, die Mitglieder der DAF. und die Fachschaft des Wirteverbandes. Es galt Abschied zu nehmen von einem beliebten Mitbürger unserer Gemeinde, der nach einem arbeitsreichen Leben und langem Krankenlager im besten Mannesalter die Augen für immer schloß. Nach den Worten des Pfarrers und einem letzten Gruß des Vorsitzenden des Kur= und Verkehrsvereins Bad Meinberg, Pg. Tappe, senkten sich die Fahnen über die offene Gruft. Mit den, Angehörigen trauern auch die Ortsgruppe der NSDAP. und der Kur= und Verkehrsverein um einen treuen und eifrigen Mitarbeiter, der seine ganze Kraft für die Entwicklung unseres Badeortes eingesetzt hat. Weihnachtsseier. Im Saale des Roten Hauses fand am Montagabend eine Weihnachtsfeier der vom WHW. Betreuten stott. Eingeleitet wurde diese deutsche Weihnachtsfeier durch die Rede der Reichsministers Dr. Goebbels, die durch Rundfunk übertragen wurde. Nach dem Absingen eines Weihnachtsliedes nahln Ortogruppenleiter Pg. Siekmann das Wort zu einer kurzen Ansprache. Hierauf kam der Weihnachtomann, der für alle Kinder, etwa.70 an der Zahl, eine Tüte mit allerlei Süßigkeiten und Ueberraschungen hatte. Bei der darauf folgenden gemeinsamen Kaffeetafel wurden noch einige Weihnachtslieder gerungen. Gegen 9 Uhr konnte die schöne Weihnachtsfeier, die für alle Teilnehmer eine bleibende Erinnerung sein wird, geschlossen werden. „Willi— du darfst die Schüssel auskratzen!“ Gerade ist der Kuchenteig vorsichtig in De große Backform gefüllt worden, und nun kann sich Willi mit Freudengeheul auf die leere Teigschüssel stürzen, um„reinen Tisch“ zu machen. Denn die Reste von rohem Kuchenteig aufessen— das gehört noch immer zu den schönsten Freuden der Vorweihnachtagett. Dann wird die große Kuchenform in den Osen geschoben, und nicht lange dauert es, so ziehen die herrlichsten Kuchendüfte durch das Haus. Es riecht wunderbar nach Mandeln, Rostnen, Rosenwasser— auf einmal ist die richtige Weihnachtsstimmung da! Jeder, der von draußen hereinkommt, spürt das, sobald er ins Haus tritt. Es wird gebacken! Diese Weihnachtsbäckerei ist in allen Familien ein wichtiges Ereignis. Auch diesmal hat Mutter schon wochenlang die Frage erwogen: Was dacke ich zu Weihnachten? Denn mit dem einen großen Napfkuchen, der am Heiligen Abend nachmittags feierlich angeschnitten wird, ist es natürlich nicht getan. Die Weihnachtsbäckerei ist ein vielseitiges Kapitel. Mit dem Pfefferkuchen hat es übrigens schon vor drei Wochen angefangen, weil der Teig solange ruhen muß. Jetzt wird enblich die Schüssel hervorgeholt, und große Kuchendleche, mit kleinen Kuchen bedeckt, wandern in den Backofen. Wenn man sie wieder herausholt und sie schön braun und knusperig geworden sind, hat Mutter jedesmal auf dem Biesterberge Die Lemgoer SS. veranstaltete am Montagabend gemeinsam mit der Hitler=Jugend auf dem Biesterberge den Tag der Wintersonnenwende. Kalt pfiff der Wind an diesem mondhellen Dezemberabend über den kahlen Bergrücken am Rande des Waldes. Mond und Sterne hielten Wacht, und in der Ferne leuchteten unzählige kleine Lichter der Alten Hansestadt Lemgo auf. Es ist ein alter Brauch, der hier gefeiert wurde. Ein Brauch, der unseren Vorfahren heilig war und von uns, der Jugend des neuen Reiches gepflegt werden soll. Es gab eine Zeit, in der das deutsche Volk seine Vorväter und ihre Sitten vergessen hatte, sie nicht kannte und achtete. Heute haben wir zurückgefunden zu dem Wesen unseres Seins, zu dem Brauchtum unserer Väter, die wir ehren wollen. Und das ist der Sinn dieser Feierstunde, daß wir wieder anknüpfen an alte, uns heilige Bräuche, daß wir zurückfinden zu den Quellen, die uns auch Kraft verleihen, zu dem läuternden Feuer und dem Licht, das den Sieg davonträgt über die Kräfte der Finsternis. Fanfarenstöße und Feuersprüche am brennenden Holzstoß gaben der Feierstunde ihren weihevollen Gehalt. Hellauf lodern die Flammen, kündend von dem, was deutsche Jugend schwört. SS.=Männer schwingen die Fackeln, Hitler=Jugend singt, Fanfarenklänge durchdringen die Stille der Nacht. Der Führer der Lemgoer SS., Pg. Franke, hält die Weiherede und gedenkt der gefallenen Helden des Weltkrieges und der im Kampf um Deutschlands Freiheit gefallenen SA.=Kameraden. Dann überreicht Sturmführer Franke deo Ho#das Feuer, dav sie bis zur Sommersommenen wende hüten und der SS, zu treuen Händen zurückgeden“ wird. Die Feterstunde nahm mit dem Gesang des Sreue: liedes ihren Ausklang. Kirchliches. Mit dem Heiligen Abend beginnt das Weihnachtssest. Darum ist auch seit Jahren in der Marienkirche an diesem Abend ein Gottesdienst gehalten worden. Auch in diesem Jahre wird sich wieder eine große Gemeinde um 5.30 Uhr in der Kirche zusammenfinden. Ebenso wird gewiß mancher es begrüßen, daß am Sonntag, also am 3. Weihnachtstage, in der Marienkirche eine Feier als Ausklang der festlichen Tage vom Weihnachten stattfindet. Die Teilnahme ist für jedermann unentgeltlich. Allerlei Instrumente, wie Geigen, Oboe, Flöten, werden mit den feierlichen Orgeln der Kirche und mit singenden Menschen sich zusammenfinden, um den festlichen Tagen von Weihnachten einen jubelnden Ausklang zu geben. So sei denn auch auf diese Feier, an der auch die Gemeinde selbst sinnvoll Anteil nehmen wird, hierdurch aufmerksam gemacht. Weihnachtsfreude für 240 Kinder Lange nicht mehr sahen wir so viel strahlende Kinderaugen, wie am Montagabend bei der Weihnachtsfeier, die von der Partei im Schützenhause veranstaltet wurde. An langen Tischreihen hatten weit über 200 Jungen und Mädel Platz genommen und erlebten hier die Freuden der Bescherung. Ortsgruppenleiter Pg. Kohlmann sprach einige Begrüßungsworte und wußte die Blicke der Kleinen auf den Führer zu lenken, dem diese Feierstunden ja letztErst vier Jahre sind es her, da feierte das deutsche Volk sein Weihnachtsfest in politischer Zerrissenheit und Unfreiheit. Wir können es kaum noch glauben, daß damals der Weihnachtsbaum für Millionen von Volksgenossen seinen Sinn verloren hatte, daß sie nichts mehr wissen wollten vom Glauben an Gott und Weihnachten. Damals, als sechs Millionen deutsche Männer keine Arbeit mehr hatten und ihre Frauen und Kinder mit müden Augen an den leeren Tischen saßen, damals kannte man keine Volksweihnacht, da war es nur ein Fest der Satten und Reichen, die nur an sich dachten und nicht an die Not der anderen. Das war die Zeit, in der der Volksgenosse gegen den Volksgenossen stand, der Bruder gegen den Bruder, die Zeit des Terrors und des Hasses. Das war Weihnachten 1932, als in Bottrov die Schüsse krachten und ein braver nationalsozialistischer Bergmann von verblendeten politischen Gegnern unter dem Weihnachtsbaum ermordet wurde. Vier Jahre sind seitdem ins Land gegangen, vier Jahre unter der Führung Adolf Hitlers. Er hat das deutsche Volk zu einer Gemeinschaft zusammengeschmiedet, er gab den deutschen Menschen wieder Arbeit und schaffte das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, das die bedürftigen Volksgenossen betreut. Allen brennt heute der Weihnachtsbaum, und niemand hungert und friert an den Tagen des Festes. Und so wie die Partei immer in der Betreuung des deutschen Menschen ihre Hauptaufgabe sieht, so löst sie sich auch in den Weihnachtstagen nicht von ihm und bereitet ihm eine Volksweihnacht. Mühe, wenigstens etwas davon in Sicherheit zu bringen. Denn wenn es nach ihren kleinen Trabanten ginze, würde der ganze Segen gleich warm in den aufnahmefreudigen Mägen verschwinden. Und eins ist ganz merkwürdig: Sogar Vater, der sich sonst(Gott sei Dank!) nie in der Küche blicken läßt, muß jetzt des öfteren hereinschagen— anscheinend durch die Backdüfte magnetisch angezogen. Erst blickt er blinzelnd durch die Tür:„Was zaubert ihr denn Schönes?“ Und ehe man sich's versieht, steht er auch schon in der Küche und steckt vergnügt ein paar Mandeln und Rosinen in den Mund.„Ich will mich nur überzeugen, ob du auch gute Zutaten nimmst“, meint er erklärend zu Mutter. Die lacht: „Aber überzeuge dich nicht zu eingehend, damit noch etwas zum Backen übrigbleibt „Vor Weihnachten, schmeckt es am besten!“ Vater und Kinder sind davon restlos überzeugt, Mutter kann nicht widersprechen. Und deshalb muß sie, wie gesagt, mit List einiges retten, was aus dem Backosen kommmt, damit nicht alles schon vor Weihnachten aufgegessen wird. Bei den Makronen ist es besonders schlimm— ihr Dust ist aber auch gar zu verführerisch. Und dann gibt es noch allerlei Kringel und andere süße Dinge für den Weihnachtsbaum zu zaubern— Mutter hantiert in ihrer Küche wie in einer Weihnachtswerkstatt. Lauter Wunderdinge gehen daraus hervor... lich zu verdanken sind. Vor der Bühne brannte ein hoher Tannenbaum, dessen Lichter ihren Schein in den Augen der Glücklichen widerspiegelten. Es gab zunächst Kaffee und Kuchen, und als alle gesättigt waren, erschien der Nikolaus und nahm die Bescherung vor. Das war ein Jubel, eine Freude, wie man sie nur noch aus Kindertagen kennt, als der„Weihnachtsmann“ auch uns bescherte. Niemand wurde dabei übersehen. Für alle waren nette Sachen vorhanden, nicht nur Spielwaren, sondern auch allerlei zum Kuspern. Dazu erklangen nette Weihnachtsweisen, die im Saale eine wethevolle, vorweihnachtliche Stimmung erzeugten. Die Bauern in der Erzeugungsschlacht. Generaloberst Göring hat dem deutschen Bauern im Nahmen des Vierjahresplanes eine große Aufgabe zugewiesen. Ihm obliegt die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes. Die zweite Erzeugungsschlacht ist entbrannt. Jeder Bauer muß auf dem Posten sein und seinem Boden durch intensivere Bewirtschaftung der Felder einen größeren Ertrag abringen. Im Nahmen dieser Erzeugungsschlacht fand am Montag im Rödingschen Saale eine Bauernversammlung statt, in der nach Eröffnungsworten des Bezirksbauernführers Pg. Bünte Landwirtschaftsrat Evording, Münster, über Saatfragen sprach, während sich Dr. Dörmann mit Tierzuchtfragen befaßte. Im Vordergrund der Erörterungen stand hierbei das Fettproblem. Nach einer regen Aussprache wurde die Versammlung mit einem Bekenntnis zum Führer geschlossen. Sonnwendfeier der Am Montag fanden sich die Hitler=Jugend und der B0M. von Barntrup, Sonneborn und Alverdissen am Aussichtsturm, der alten Windmühle zu einer gemeinsamen Sonnenwendseier ein. Dunkel und still lagen die Berge und Täler ringsum. Ein klarer, leuchtender Sternenhimmel wölbte sich über dem Lande. Da flakkerte in der kalten Winternacht das Sonnwendfeuer auf. Um den Holzstoß hatte sich die Jugend versammelt, um nach altem Brauch das Fest der Sonnenwende zu begehen, wie es unsere Altvorderen taten. In kurzen Worten wies ein Sprecher auf die alte germanische Sitte hin. Jetzt, wo die Sonne den tiefsten Stand erreicht hat, geht es wieder aufwärts zum Licht. Als der Treueschwur zum Führer verklungen war, wanderten die Jungen und Mädel wieder heim mit dem Bewußtsein, einen Abend verlebt zu haben, der ihnen neuen Glauben schenkte. Von der Molkerei Wierborn Seit längerer Zeit schweben Verhandlungen zwischen dem Vorstande der Molkereigenossenschaft Wierborn, der Stadtverwaltung und dem Rheinisch=Westfälischen Milchwirtschaftsverband Esen wegen der Errichtung eines neuen Molkereigebäudes in Barntrup. Der Verband hat bislang Wie in ganz Deutschland, so fanden auch im Gau Westfalen=Nord in allen Städten und Dörfern diese Feiern statt, an denen die Kinder der vom WHW. betreuten Volksgenossen beschenkt wurden. Gauleiter Dr. Meyer verbrachte diesen Abend in den Kreisen der Gelsenkirchener Volksgenossen und besuchte die Feiern einiger Ortsgruppen. In Begleitung des Kreisleiters Kossol und des Gaubeauftragten für das WHW., Pg. Degenhardt, weilte er in Horst, Bismarck und Ueckendorf. Gläubige Kinderaugen leuchteten dem Gauleiter entgegen, als er zu ihnen sprach und den ehrenamtlichen Helfern, die die gespendeten Gaben liebevoll aufgebaut hatten, dankte. Er gewann die Herzen der Kinder im Sturm, als er mit ihnen lachte und sich mit ihnen freute. Begeistert stimmten die vielen hundert Kinder in das Treuebekenntnis zu Adolf Hitler ein, zu dem der Gauleiter aufforderte. Selten sind die Lieder der Nation mit gläubigeren Herzen gesungen worden als bei diesen nationalsozialistischen Weihnachtsfeiern. Nur kurze Zeit konnte der Gauleiter in den einzelnen Ortsgruppen verweilen, dann mußte er weiter, wollte er doch noch die Familien einiger Parteigenossen besuchen und ihnen eine Weihnachtsfreude bereiten. Dann saß er mit ihnen zusammen, mit seinen alten Kampfkameraden, und sie sprachen zu ihm von ihren kleinen und großen Sorgen. Alte Erinnerungen aus der Gelsenkirchener Zeit des Gauleiters tauchten auf, und als er sich dann von ihnen verabschiedete, da leuchtete aus ihren Augen die Freude, die er ihnen bereitet hatte, und die Dankbarkeit für die Hilfe, die ihnen der Gauleiter zuteil werden ließ. Neutenzahlung. Die Invalidenrenten werden am 30. Dezember und die Militärrentm am 29. Dezember in den Vormittagsstunden am Postschakter gezahlt. Ein Died wurde ertappt. In der Sonntagnacht beobachtete ein Poltzeibeamter eine Person, dir einen Garderobeständer mit sich führte. Der Mann wurde angehalten und gestand, nachdem er vorher versucht hatte, dem Beamten allerlei„Märchen“ aufzutischen, daß er den Ständer aus der Gastwirtschaft Tönsberghöhe entwendet hatte. Nach Feststellung der Personalien mußte der Mann, der aus Lage stammte, den Garderobeständer in Begleitung des Beamten an Ort und Stelle wieder abliefern, worüber der Besitzer besonders gkücklich war. Anzeige wurde erstattet. Treibjagd. Bei günstigstem Wetter fand am Montag in der Oerlinghauser Gemarkung eine große Treibjagd für das Winterhilfswerk statt. Eine Anzahl Jäger und Trelber hatte sich versammelt. Es wurden ca. 50 Kaninund und 2 Hasen erlegt. Dem Pächter der Oerlinghauser Stadtjagd möchten wir für das Entgegenkommen und für das überlassene Wild, das dem Winterhilfswerk überwiesen wird, herzlichst danken. Manchem Hilfsbedürftigen wird hierdurch ein Weihnachtsbraten beschert. Lorn Weihnachlsfreude überall. Am Montagabend fand die Bescherung bei den Kindern und Eltern der vom WHW. Betreuten statt. Lieder und Gedichte brachten unter dem brennenden Weihnachtsbaum bald die rechte Stimmung. Gegen 19 Uhr hörten alle die Uebertragung von Berlin. Wie frisch und froh klang aus diesen jungen Kehlen das Deutschland= und Horst=Wessel=Lied. Dann gab's eine besondere Freude, als der Weihnachtsmann erschien und bald hier, bald dort einen aus der Mitte herausholte. Freudestrahlend verließen auch diese alle den Saal, um ihre Gabentüte heimzutragen. Milltärkonzert. Am zweiten Weihnachtstage findet bekanntlich im Rathaussaale ein Militärkonzert statt. Das WHW. ist aber diesmal nicht die Veranstalterin. Doch kann der Besuch nur empfohlen werden. Karten dazu sind schon im Ratskeller und in der Buchhandlung Koch zu haben. Abloreisen zerschnitten. Ein hiesiger Autobesitzer, der am Sonnabendabend seinen Wagen vor einem Café in Detmold aufgestellt hatte, mußte beim Verlassen des Lokals die Feststellung machen, daß ihm der Autoersatzreifen vollständig zerschnitten war. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Täter zu fassen, damit er seiner Strafe nicht entgeht. Dummesungenstreich. Erst vor kurzem wurde an der Bahnhofstraße eine elektrische Straßenlampe, die nicht mehr in Ordnung war, wieder hergestellt, was allseits begrüßt wurde. Groß war jedoch die Enttäuschung, als man am Montagmorgen feststellen mußte, daß die Lampe zerstört war. Anscheinend handelt es sich hier um einen Dummejungenstreich. Die Polizei ist eifrig auf der Suche nach dem Täter. 6 Junge Schützen. Wie in früheren Jahren, findet auch diesmal Weihnachten wieder eine Versammlung der jungen Schützen statt. Auch der traditionelle Silvesterball wird in diesem Jahre wieder abgehalten werden. Ein ehrlicher Finder. Ein hiesiger Geschäftsinhaber fand in diesen Tagen vor seinem Laden eine Geldbörse mit Inhalt. Der Verlierer hat sich bis heute noch nicht gemeldet. den Standpunkt vertreten, daß die Molkerei Wierbom wegen des nicht ausreichenden Gebäudes ihren Betrieb einstellen solle, um in Zukunft eine Vereinigung mit der Molkerei Alverdissen vorzunehmen. Gegen diese Absichten haben die zuständigen Stellen seit Monaten energisch Stellung genommen und bereits verschiedentlich Verhandlungen mit dem Rheinisch=Westfälischen Mischwirtschaftsverband in Essen und dem Reichsmilchkommissar geführt. Sämtliche Genossenschaftler der Molkerei Wierborn und die Stadt Barntrup haben den Wunsch, daß die Molkerei hier bestehen bleibt und, da das Gebäude den heutigen Ansprüchen für eine Molkerei nicht mehr genügt, ein neues Molkereigebäude in der Nähe der Bahnhofs zu errichten. Dieserhalb haben bereits in den letzten Wochen Besichtigungen verschiedener Molkereien stattgefunden. Besonderes Interesse hat die im Jahre 1934 in Pyrmont errichtete Molkerei erweckt. Am Freitag voriger Woche fand im„Deutschen Haus“ in Barntrup eine Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Wierborn statt, zu der die Genossen fast vollzählig erschienen waren. Als Vertreter des Milchwirtschaftsverbandes Westfalen=Ost war Herr Oberschelv aus Bielefeld und als Vertreter der Kreisbauernschaft Lippe Herr Schafmeister erschienen. In der Versammlung kam der einmütige Wille aller Genossenschaftler für die Errichtung eines neuen Molkereigebäudes in Barntrup zum Ausdruck. Bürgermeister Wedderwille sagte die Unterstützung der Stadt für das Vorhaben zu. Ebenfalls erklärte der Ortsgruppenleiter Dr. Wiegrebe, daß die Ortsgruppe die Bestrebungen der Molkereigenossenschaft unterstützen werde. Seitens des Vorstandes der Genossenschaft wurde in bezug auf die Finanzierung des Neubaues und der Einrichtung — von den in der Molkerei Wierborn vorhandenen Maschinen kann der größte Teil im Neubau wieder verwandt werden— erklärt, daß die Mittel für das Vorhaben, soweit nicht bereits vorhanden, von den Genossenschaftlern aufgebracht werden. Das Grundstück wird die Stadt unentgeltlich zur Verfügung stellen. Der Vertreter der Kreisbauernschaft gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er hier eine so große Einmütigkeit unter den Genossenschaftlern und ein gutes Zusammenarbeiten zwischen Partei, Stadt und Bauernschaft festgestellt habe. Ebenfalls erklärte der Vertreter des Müchwirtschaftsverbandes, daß er, trotzdem das heutige Ergebnis mit dem Plan des Verbandes in Widerspruch stehe, über das Zusammenstehen der Genossenschaftler in dieser bedeutungsvollen Frage statk beeindruckt sei. Er wies noch darauf hin, daß, wie der Milchwirtschaftsverband Essen dem Bürgermeister der Stadt Barntrup bereits mitgeteilt habe, die Aufrechterhaltung und Ueberhotung des Molkereibetriebes in Alverdissen von den Zusammenlegungsabsichten der beiden Moskereien Alverdissen und Barntrup nicht abhängig sei und daß über diese Frage die Entscheidung erst nach der Sitzung fallen werde. Alle Beteiligten hatten am Schluß der Versammlung den Eindruck, daß Barntrup nicht nur seine Moskeret behält, sondern einen Molkereineubau errichten kann. Wenn daher am Sonntag von Alverdissen berichtet wurde, daß die Bauern aus Barntrup ihre Milch nun nach Alverdissen liefern müßten, so dürfte diese Meldung zum mindesten verfrüht sein. Die Entscheidung über die zukünftigen Einzugsgebiete ist ebenfalls noch nicht gefallen. Leuchtende Augen und Weihnachtsfeiern mit Gauleiter Dr. Meyer in Seisenkirchen Mittwoch, den 23. Dezember 1933 9. u hurra, Ferien! Gestern haben die Ferien begonnen. In allen Schulen fanden Weihnachtsseiern statt, und nun winkt die goldene Freiheit. Bis zum 6. Januar einschließlich dauern die Ferien. Nun haben die Kinder noch Zeit für die letzten Weihnachtsvordereitungen, die kleinen Geschenke und Handarbeiten für Eltern, Onkel und Tanten, für die lieden Großeltern. Schnell kommt dann das so heiß ersehnte Weihnachtsfest, und dann kann man sich so herrlich mit den Weihnachtsgeschenken beschäftigen. Die einsetzende Kälte verspricht sogar schönstes Weihnachtswetter. Vielleicht bringt der Weihnachtsmann auch Schlittschuhe. Wäre das sein, wenn man sie recht oft anschnallen könnte in den schönen Ferientagen. Und wenn das Eis zu Wasser wird, vor uns liegen auf jeden Fall die schönen Weihnachtsserientage! Politischer Leiter als Weihnachlsmann. Wieder hat die RSV. allen durch das Winterhilfewerk Betreuten eine besondere Weihnachtsfreude gemacht. Je nach Größe der Famille erhielten sie Pakete mit schönen und nützlichen Dingen, warmer Kleidung oder Wäsche, Lebensmitteln aller Art. Insgesamt wurden 350 Pakete verteilt. Lieferwagen übernahmen den Transport. Die Verteilung wurde diesmal von den Politischen Leitern durchgeführt. Der Politische Leiter soll allen in seinem Block wohnenden Volksgenossen bekannt, soll ihnen Helfer und Ratgeder sein; er soll die Menschenführung haben in seinem Block.. Nachdem nun die Neueinteilung durchgeführt ist, die Bezirke ganz wesentlich verkleinert worden sind, haben die Blockleiter ihre Tätigkeit begonnen. Kein schönerer Auftakt aber wäre denkbar, als daß der Blockleiter nun als Weihnachtsmann im Auftrage der RSV. überall als Freudenbringer, als wahrer Helfer erscheint. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit hat durch ihn die Volksgenossen beschenkt, die noch nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Weihnachtsfreude brachte der Politische Leiter, wurde Helfer und Freund. Damenstrümpfe HüNSCHG, DRd SAlzcheR, Marni u. Parästr. Posonuenklänge unterm Lichterbaum. Heute abend um 6.45 Uhr wird der Posaunenchor Bad Salzuflen= Schötmar unterm Lichterbaum an der Adolf=Hitler=Straße einige Weihnachtslieder zu Gehör bringen. Verwaltungsstelle der 993. Die hiesige Verwaltungsstelle 40 der Deutschen Arbeitsfront ist vom 24. bis 27. Dezember einschließlich geschlossen. Vom Bade. Zur Weihnachtsfeier für die hier weilenden Kurgäste in der Wandelhalle am Heiligen Abend„nachmittags 4.15 Uhr, ist auch die Bürgerschaft herzlichst eingeloden. Säubert die Straßzen zum Jefl. Hier und da liegen in der Stadt an den Straßen noch Hausen mit Bauschutt und ähnlichen Dingen. Es sollte selbstverständlich sein, daß die Straßen vor dem Feste noch von allen Unsauberkeiten gereinigt werden. Alles muß zum Feste schön und ordentlich sein, Straßen und Gehbahnen gefäubert, glatte Stellen müffen bestreut werden. Bei kalter Witterung sollte mon das Wässer nicht über die Gehbahnen taufen lassen; um gefahrbringende Glätte zu vermeiden Diedstahl. Von der Schleife des Kranzes, der im Auftrage des Reichsluftfahrtministers am Grabe des Fluglehrers Orelle niedergelegt wurde, ist das Adzeichen entfernt worden. Wir gehen wohl nicht sehl in der Annahme, daß irgendein„Sammler" die Tat begangen hat, die an Niederträchtigkeit kaum zu überbieten ist. Die Kriminalpolizei hat sich des Falles angenommen. Rächste Mitgliederversammlung der RSDAP. Die nächste Mitgliederversammlung der RSDAP. findet am 6. Januar statt. Alle Parteigenossen und die Volksgenossen, die sich zum Eintritt in die RSDAP. gemeldet haben, müssen an diesem Abend erscheinen. Allen Gliederungen und angeschlossenen Verbänden, auch allen Vereinen usw. wird daher zur Pflicht gemacht, diesen Tag von Veranstaltungen frei zu halten. Krastwagruzusammenfloß. Infolge der Glätte der Straße stießen gestern beim Salzhofplatz ein Lieser= und ein Personenkraftwagen zusammen. Beide Fahrzeuge wurden nicht unerheblich beschädigt. Glücklicherweise wurde aber niemand verletzt. Gestern gegen 19 Uhr wollte auf der Adolf=Hitler=Straße ein mit Möbeln beladener Wagen einen parkenden Personenwagen überholen, obgleich im selben Augenblick aus entgegengesetzter Richtung ein Personenkraftwagen kam. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, lenkte der Führer des Personenkraftwagens seinen Wagen seitlich auf die Gehbahn; der Wagen riß einen Baum um, rannte gegen ein Gitter und wurde schwer beschädigt. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen; eine Helferin vom Deutschen Roten Kreuz leistete erste Hilfe. Der Lieferwagen wurde so stark gebremst, daß seine Ladung mit großem Getöse vom Wagen siel und nicht unerheblich beschädigt wurde. Reutenzahlung für Januar 1937. Für den Monat Januar werden die Militärrenten bereits am 28. Dezember, und die Invaliden=, Alters= und Unfallrenten am 29. Dezember beim hiesigen Postamt ausgezahlt. Mit dem SS.=Sturm marschierte die Hitler=Jugend am Montagabend zu den Anlagen der Johannessteine, um nach Vorväterbrauch das Fest der Wintersonnenwende zu begehen. Um den Holzstoß war die Aufstellung erfolgt. Kameraden der SS. schwangen lodernde Feuerfackeln. Worte über die Sonnwendfeier letteten zum Emzünden des Holzstoßes über, dem sich das gemeinsam gesungene Lied„Flamme empor“ anschloß. Im Mittelpunkt dieser Feier stand die Ansprache des Rottenführers der SS. Oevermann(Detmold), der in längeren Ausführungen die Bedeutung der Sonnwendfeier herausstellte. Zum Gedenken der Gefaklenen der Bewegung und des Weltkrieges wurde ein Kranz dem Feuer übergeben. Mit dem Treueliede der SS.„Wenn alle untreu werden“. klang denn die Feier an der ehrwürdigen Kultstätte alten Germanentums aus. Gemeinsam wurde der Rückmarsch zur Stadt angetreten. Unsere Kleinen unter Weihnachtsbäumen. Dreihundertundvierzig Kinder erlebten am Montagabend die Weihnachtsfeier bei strahlendem Lichterschein in der„Reichskrone“, zu der die hiesige Ortsgruppe der NSDAP. in Verbindung mit dem WHW. eingeladen hatte. Freude und Erwartung leuchteten aus den vielen Augenpaaren, als die beiden Weihnachtsbäume in schönstem Licht erstrahlten. Voll Begeisterung wurden die Weihnachtslieder gesungen. Nachdem die Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels durch den Rundfunk beendet war, warteten die Kinderschar und die Kleinen des NSV.=Kindergartens mit schönen Reigen und weiteren Aufführungen auf. Den Höhepunkt der Feier bildete das Erscheinen des Weihnachtsmannes, der aus seinem vollen Sack allerlei Leckerbissen hervorzauberte; und als erst die Kleinen mit einer großen Tüte schönsten Inhalts bedacht wurden, da gab es eitel Freude bei jung und alt, die diese Feier in dem Bewußtsein ausklingen ließ, daß auch die Aermsten zu der Gemeinschaft Adolf Hitlers gehören. Frohe Weihnachtsstimmung herrschte am Montagabend im Saale der Gastwirtschaft„Tivoli“ bei der Bescherung der Kinder der Betreuten des WHW. Die Partei in Verbindung mit der NS.=Volkswohlfahrt hatte diese Feier veranstaltet. Der große Saal war von den Kindern und einem Teil der Eltern bis auf den letzten Platz besetzt. Erwartung, gepaart mit froher Stimmung sehnte den Beginn der Feier herbei. Ortsgruppenleiter Pg. Wolfmeier eröffnete die Veranstaltung. Es folgte die Uebertragung der Feier aus Berlin. Die Rede des Reichoministers Dr. Goebbels an die deutschen Kinder wurde mit dem größten Beifall ausgenommen. Nach einleitenden Musikvorträgen zeigten BDM. und H3. lebende Bilder auf der Bühne und Mitglieder des BDM. brachten ein Weih„Wie brennen im Glauben an Deutschland!“ der lippischen ES. und der Hitler=Zugend am Dreihügelheiligtum Langelau vei Orsterholz— Abergabe der Somwend=gaull an die Vilier=Fugene Des Jahres kürzester Tag brach an... Früh senkt sich der Abend hernieder. Eine sternenklare, mondhelle und kalte Winternacht bricht an. Das Sonnenrad dreht sich... Wintersonnenwende ist! Wintersonnenwende, einer der höchsten Feiertage unserer naturgebundenen, tiefgläubigen Ahnen wurde seit urdenklichen Zeiten von den deutschen Stämmen gefeiert. Zeiten der Glaubenslosigkeit, Zeiten der Uneinigkeit und Zeiten der Verirrung ließen das Volk die Tage der Verehrung einer allmächtigen Natur vergessen. Nun, in der stolzesten Zeit des zweitausendjährigen Deutschtums, in unserem neuen, im Dritten Reich greift die einige Jugend eines einigen, freien Volkes das Brauchtum seiner Ahnen wieder auf, feiert wieder in tiefer Verehrung des Waltens eines allmächtigen Gottes in der Natur diesen Tag der Wintersonnenwende. * Langelau, das Dreihügelheiligtum, eine für unsere Ahnen heilige Stätte, liegt im Frieden der mondbeschienenen Dezembernacht. Auf ebener Heidefläche erheben sich die drei Hügel, auf deren mittlerem ein mächtiger Holzstoß dunkel und fast gespenstisch in den Sternenhimmel ragt. Ruhig, nur von Trommelwirbeln des Hitler=JugendSpielmannszuges begleitet, marschieren der SS.=Sturm 10/72, eine Abordnung der Detmolder Hitler=Jugend und einige Pimpfenführer durch die Heide. Sie stehen am Holzstoß. Vor ihm brennt in einer niedrigen Schale ein vom Wind hin und her bewegtes, flackerndes Feuer. Links und rechts von den Flammen und zu beiden Seiten des Holzstoßes steht je ein SS.=Mann mit schwarzem Stahlhelm und ein Hitlerjunge. Sie tragen fast monnsgroße, brennende Pechfackeln. Weit um das Heiligtum der Vorfahren stehen in großen Abständen SS.=Männer.= Auch sie tragen den Stahlhelm, auch sie halten eine riesige Fackel in ihren Fäusten. Jetzt, während ein Sprecher die Feier mit ruhigen, starken Worten eröffnet, werden diese Fackeln entzündet und die SS.=Männer beginnen sie langsam, weithin sichtbar, zu schwingen. Ein Kreis, feuersprühend, weißglühend, bildet sich, wie Sonnenräder drehen sich die Kreise in der schwarzen Heidefläche... Und jetzt wird der riesige Holzstoß entzündet.„Flamme empor!“ singt eine gläubige Jugend. Dann tritt der SS.= Standartenführer Martin an das auflodernde Feuer. Er gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß er hier mit der Hitler=Jugend zusammen diesen Tag begehen kann. Er spricht von diesem Tag, der auch die Erinnerung an die Toten wachrufe, an die Toten, die für Adolf Hitler, für das ewige Deutsche Reich gefallen sind. Ein großer Kranz wird für diese Toten dem Feuer geopfert. Jetzt spricht der Standartenführer von der Verpflichtung des SS.=Eides, von dem Schwur, den jeder Kämpfer für den Führer abgelegt hat, und den jeder nun an der Jahreswende erneuern soll.— Dann klingt der neue Schwur für den Führer, für Deutschland auf, die Verpflichtung, zu kämpfen für das ewige Reich, draust in dem Sieg=Heil auf, das weit über die Heide hallt, von jungen Kehlen gläubig ausgerufen. Lieder des jungen Deutschland klingen auf, und dann spricht der Schulungsleiter der SS.=Standarte Karsten. „Sonnenwende ist Zeitenwende“, sagt er.„Wir stehen an der Schwelle eines neuen Jahrtausends. Wie das Feuer so mächtig und stark und rein wollen wir in das neue Jahrtausend schreiten. Wir wollen wie dies Feuer brennen im Glauben an unser ewiges Deutschland!“ Wieder ein Lied und wieder Worte. Dann treten der Standartenführer und Bannführer Rosin an das Feuer. Eine neue Fackel wird entzündet. Der Standartenführer übergibt diese Fackel dem Bannführer, damit die Jugend des Volkes das Feuer wahre, wahre bis zum Tag der Sommersonnenwende, als Symbol für das Brennen der jungen Herzen, als Symbol für den Schwur der Jugend, die Verpflichtung der alten Kampfgenossen des Führers zu übernehmen, ihn heilig zu halten und das Werk zu vollenden. Mit dem Feuer der Jugend wird immer wieder neu entzündet werden die brennende Gläubigkeit eines Volkes an seinen Führer, an seine Sendung Die Einheiten marschieren nach dem Lied der SS. schweigend von diesem weihevollen Platz, marschieren durch die schweigende Heide zurück in die laute Stadt. Der kürzeste Tag des Jahres ist vorüber. Wir marschieren in das fünfte Jahr des nationalsozialistischen, ewigen Reiches, marschieren, das Feuer unseres Glaubens an den gottgesandten Führer in unseren Herzen.—re. nachtslied zu Gehör. Die Freude erreichte ihren Höhepunkt, als der Nikolaus mit seinen Gaben erschien. Bald war die erste Scheu überwunden, und die Kinder gaben ihm gern und willig auf seine Fragen Auskunft und waren hocherfreut, von ihm beschenkt zu werden. — Am Schluß der Feier sprach Ortsgruppenleiter Po. Wolfmeier einige schlichte, zu Herzen gehende Worte, die begeistert ausgenommen wurden. Dienststunden in der Partei. Während der Weihnachtsfeiertage sind die Geschäftsstellen der Partei geschlossen und zwar die Geschäftsstelle und die Kassenverwaltung der NSDAP. sowie die Geschästsstelle der NSKOV. von Mittwoch mittag bis einschließlich Montog, den 28. Dezember 1936. Am 29. und 30. Dezember sind wieder Geschäftsstunden in der üblichen Weise. Die Geschäftsstelle der NS.=Volkswohlfahrt schließt von Donnerstag, den 24. Dezember, bis einschließlich Montag und die Geschäftestelle der hiesigen Ortogruppe der Deutschen Arbeitsfront vom 24. bis einschl. 27. Dezember 1936. Vom B2M. Die Führerin des BDM bittet alle B0M.=Mädel sofort die Anmeldungeformulare für den Reichsberusswettkampf bei der Ortowalterin der DAF., H. Eßmann, abzugeben. Letzter Termin 23. Dezember 1936. Hohes Alter. Heute wird Frau Karoline Held, geb. Grauwinkel, Mühlenweg 5, 87 Jahre alt. Dem greisen Geburtstagskinde sprechen wir hierzu unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Wir wünschen ihr einen weiteren gesegneten Lebenrabend. Onsbaunfthamf=Aaicel 4A. A Ganman für die Brennereien Der Reichofinanzminister hat eine Verordnung erlassen, wonach landwirtschaftliche und gewerbliche Brennereien, deren Brennrecht ganz oder teilweise für Korn gilt, im Betriebsjahr 1936/37 ohne monopolrechtliche Folgen, insbesondere ohne Verlust des Brennrechts, Zuckerrübenschnitzel verarbeiten dürfen. Der in solchen Brennereien ganz oder teilweise aus Zuckerrübenschnitzeln hergestellte Branntwein ist auf der Grundlage des Grundpreises von 46 Mark für einen Hektoliter Weingeist an die Reichomonopolverwaltung für Branntwein abzuliefern. Die Genehmigung zum Brennen der Zuckerrübenschnitzel ist an einen Berechtigungsschein geknüpft, der von der Fachgruppe Kornbrennereien aufgestellt wird. Start der Weihnachtsurlauber Mit vollgepackten Koffern geht es nun in den Weihnachts urlaub und damit heim nach Muttern!(Photoe Scherl.) In der Geschäftsstelle der RSV., Schulstraße, waren gestern mehrere hundert Pakete aufgestapelt, die im Laufe des Tages durch die Blockwalterinnen der RSV. in den Besitz der vom WHW. Betreuten gelangten. Die Pakete, deren Inhalt den Wethnachtstisch bereichern und sonstige Sachen für das Weihnachtssest enthielten, riefen viel Freude bei unseren Mitmenschen hervor. Der freundliche Gesichtsausdruck und die Dankesworte ließen die Blockwalterinnen den Eindruck mitnehmen, daß hier wirkliche Weihnachtsfreude gespendet wurde. Die Sorge um das Weihnachtsfest ist bei unseren Hilfsbedürftigen gewichen— ihnen wurde wieder einmal gezeigt, daß sie mit zu unserer großen deutschen Volksgemeinschaft gehören. Unsere Freude an solchen Festen soll auch ihre Freude sein— und das wurde erreicht. Wer gestern einmal Gelegenheit hatte, die Freude der Beschenkten zu beobachten, der wird wetterhin gern ein Opfer für seine Mitmenschen bringen. Jeder Spender darf das stolze Gefühl für sich in Anspruch nehmen, daß er mitgeholfen hat an dieser Freude, die gestern das Winterhilfswerk hiesigen Vokksgenossen bereitete. Unsere Alten. Die Lehrerin k. N. Fräulein Emma Vilmar. Bruchstraße, begeht heute ihren 78. Geburtstag. Ferner wird der Rentner Ludwig Pott, Lemgoer Straße, heute 73 Jahre alt. Den Geburtstagskindem unsern herzlichsten Glückwunsch! Vorsicht bei vereister Straße. Durch eine leichte Vereisung an der oberen Detmolder Straße kam am Montag ein Personenwagen ins Schleudern und stürzte zur Seite. Bei diesem Sturz wurde die Achse des Wagens verbogen und außerdem em Kotflügel eingedrückt. Möge dieser Vorfall allen Fahrern zur Mahnung dienen! Weihnachtsverkehr bei der Post. Donnerstag, 24. Dezember, werden die Postschalter bereits um 16 Uhr geschlossen. Am ersten Weihnachtstage findet im Orte und auf dem Lande eine Brief=, Paket= und Geldzustelluung statt. Am zweiten Weihnachtstage ruht der Zustelldienst. Die Schalter sind an beiden Weihnachtstagen wie an Sonntagen geöffnet. Wiederum ein gutes Ergebuis! Die Dezember=Pfundsammlung stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Weihnachtsfestes. Das Ergebnis war sehr gut. Der Appell, die vom WHW. Betreuten durch eine Mehrgabe zum Weihnachtsfest zu erfreuen, ist hier auf fruchtbaren Boden gefallen. Durch den Opfersinn unserer Hausfrauen konnte bereits gestern viel Freude bereitet werden. Bombers Diebstähle. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, daß insbesondere an Baustellen naches die drennenden Laternen gestohlen wurden, die wegen Verkehrsgefährdung angebracht waren. Jetzt ist es endlich gelungen, die„Laternenmarder“ auf frischer Tat zu erSie waren gerabe wieder habei, eine Laderne an der Baustelle Hilber=Hausmann=Straße mitgehen zu lassen. Bei den Dieber handelt es sich um zwei Fernlastzugfahrer aus Bonn, die auf ihren nächtlichen Fahrten die an den Straßen aufgestellven Laternen wegnahmen und als Schlußlicht an ihre Anhängerwagen hängten. Die Tat ist umso verwerflicher, als mit der Entfernung der Laternen die Verkehresicherheit gefährdet wurde. Die Täter werden eine empfindliche Strafe zu erwarten haven. Eine gemeine Tat. Am Montag sonden Passanten im Bach an der Schieder Straße vor dem Stauwerk einen ertränkten Hund mit einem am Halse befestigten Stein. Die polizeilichen Ermittlungen führten überraschend schnell zur Feststellung des rohen Täters. Es ist kaum zu glauben, daß es heute noch Menschen gibt, die ihre Haustiere auf so grausame Art aus dem Wege schaffen und dadurch noch obendrein die Bäche verpesten. Wer sich eines alten oder kranken Haustieres entledigen will, der wende sich an die Polizei, die den Tieren durch Erschießen einen schnellen und sicheren Tod gibt. Im Silberkranz. Gendarmeriemeister August Langefeld und Frau Auguste, geb. Pollmann begehen heute ihr 25jähriges Ehejubiläum. Auch wir gratulieren herzlich. Weihnachtsseier. Der Samitätskolonnen=Halbzug Blomberg veranstaltete mit Angehörigen, wie alljährlich, am Sonntag in ihren Räumen eine Weihnachtsfeier. Die Samariterinnen=Gruppen von Schieder Velle, Reelbirchon und Herrentrup waren zu dieser Feier ebenfalls erschienen. Alls Beteiligten wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die einleitenden Worte des Halbzug=Arztes Dr. Siecke sanden viel Beifall. Der Abend wurde durch eine Theaterauffübrung der Samariterinnen und durch musikalische Vorträge von Dr. Siecke und Frau würdevoll ausgefüllt. Jeder sein eigenes Postamt. Versuchsweise ist von der Postverwaltung von Kobe(Japan) ein neues System eingeführt worden, das jeden Haushalt gewissermaßen in ein eigenes Postamt verwandelt. Alle Wohnungen werden zweimal am Tage von Postbeamten besucht, die alle Briese, Pakete und sonstigen postalischen Sendungen mitnehmen, die in der Zwischenzeit fertiggemacht worden sind. Auch Geldsendungen können zu Hause bereitgelegt werden, so daß die Geschäftsleute sehr viel Zeit ersparen, die sonst zur Aufgabe der Sendungen verbraucht wird. Nur Telegramme und besonders komplizierte Sendungen müssen noch in staatlichen Postämtern aufgegeben werden. Mse W EEIE n 1 * Aus den Beibbauernschaften hiddesen. Weihnachtsfeier. Die Weihnachtsseier der Partei und des Winterhilfswerks sand im Hotel „Waldheim“(E. Jahrig) statt. Im festlich geschmückten Saale begrüßte Ortsgruppenleiter Pg. Klövver die Gäste des Winterhilfswerks, die Politischen Leiter und WhW.=Helferinnen. In einer kurzen, inhaltsreichen Ansprache wies er auf die große Bedeutung dieser Gemeinschaftsfeier hin und eröffnete damit einen Festabend, der den Teilnehmern Stunden echter weihnachtlicher Volksgemeinschaft brachte. Musik, Gesang, Vorträge wechselten miteinander ab, dargeboten von Hiddeser Bürgern, insbesondere von der Singgruppe des Deutschen Frauenwerks. Die leuchtenden Augen der alten und ältesten Mitbürger und Mitbürgerinnen, darunter auch der noch mit 91 Jahren immer lebensfrohen Oma Kahle, wird allen Mitwirkenden der beste Dank gewesen sein. Ein ganz gemütlicher Teil unter der frisch=fröhlichen Regie des„Blücher" hielt die Anwesenden noch Stunden über die beabsichtigte Zeit hinaus zusammen und wird, wie dieser ganze Festabend, den Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben. Hiddesen. Unsere Alten. Der hier im Ruhestand lebende Lehrer Georg Deppe, Adolf=Hitler=Straße 262, feiert am heutigen Mittwoch seinen 74. Geburtstag. Dem geschätzten Mitbürger gilt unser herzlichster Glückwunsch. Möge ihm noch ein recht sonniger Lebensabend beschie" den sein! Hiddesen. Kampf dem Verderb. Die hiesige Hitler=Jugend wird am heutigen Mittwoch eine Sammlung von Altmaterial usw. durchführen, worauf die Einwohnerschaft hierdurch hingewiesen wird. Berlebeck. Kampf dem Verderd. Der Ortsgruppenleiter Pg. Hilker hatte die Politischen Leiter zu einer wichtigen Besprechung eingeladen. Im besonderen wurden die erforderlichen Vorbereitungen besprochen für die Anfang Januar vorgesehene Sammlung sämtlicher Altmaterialien wie Altpapier, Textilabfälle, sowie Eisen und Metallabfälle aller Art unter der Parole„Kampf dem Verderb“. Pg. Welge wurde mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragt. Es ergeht schon heute an die Bevölkerung die Bitte, obengenannte Altmaterialien bereitzustellen. Berlebes. RSV. Am vergangenen Sonnabend wurden in der Gemeindehalle unseren Volksgenossen die Weihnachtsgeschenke der NSV. überreicht. Die Freude der Beschenkten war den Helfern und Helferinnen der NSV. und des WhW. der schönste Lohn. Im Saale des Hotels„Zur Forelle" veranstaltete am Montag die Ortsgruppe der RSDAP. gemeinsam mit der Dorfgemeinde für die betreuten Volksgenossen eine Weihnachtsfeier. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister und einer kurzen Ansprache über die Bedeutung des Tages nahmen alle an der reichgedeckten Kaffeetafel Platz und ließen sich das Dargebotene gut schmecken. Nach den Deklamationen und den gemeinsam gesungenen Liedern erschien dann der von überglücklichen Kindern längst herbeigesehnte Weihnachtsmann, der alle reichlich beschenkte. Nach der Uebertragung der Weihnachtsrede des Reichsministers Dr. Goebbels traten alle dankbaren Herzens den Heimweg an. Berlebeck. Kameradschaftsappell. Am letzten Sonntag fand im Vereinsheim Kanne ein Kameradschaftsappell der Kriegerkameradschaft Verlebeck=Fromhausen statt. Nach der Begrüßung gedachte der Kameradschaftsführer ehrend des verstorbenen Kameraden Kligge. Dann erfolgte der Bericht über die am 29. November in Detmold stattgefundene Tagung der Sterbekasse und der Führertggung. Nach„lehhafter Ausprache, wurde, festge, s das Opferschießen am 2. und 3. Januar, nachmittags ab 1 Uhr, stattfinden soll, und zwar für die Kameraden aus Fromhausen am 3. Januar auf dem Schießstande in Fromhausen. Für alle Kameraden ist es Ehrensache, sich am Opferschießen zu beteiligen. Heiligenkirchen. Lichterkirche. Die Lichterkirche, die bisher immer in der Frühe des ersten Weihnachtstages stattfand, beginnt gemäß dem Wunsche vieler Volksgenossen nunmehr am Heiligen Abend um 5 Uhr. Heiligenkirchen. Weihnachtsfeier. Am Sonntagnachmittag fand im Saale der Gastwirtschaft Biere eine Weihnachtsfeier der Schüler statt. Gerade diese Weihnachtsfeiern der Schüler erfreuen sich einer großen Beliebtheit, was daraus zu ersehen ist, daß auch in diesem Jahr der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Eingeleitet wurde die Feier mit einem Begrüßungslied der Schüler. Im weiteren Verlauf wurden dann von zwei Schülerchören die verschiedensten Weihnachtslieder gesungen und zwischendurch verschiedene Gedichte vorgetragen und einige Reigen aufgeführt. Besondere Freude bereitete allen Erschienenen das von mehreren Kindern aufgeführte Weihnachtsspiel„Die Zwergenpost“. Die Mitwirkenden entledigten sich der ihnen gestellten Aufgabe mit viel Geschick und in einer selbstverständlichen Weise. Rektor Wendt gab seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und sprach allen, die zu dem Gelingen der Feier beigetragen haben, seinen Dank aus. Hierbei gedachte er besonders der Inhaberin des Saales, Frau Witwe Biere, die den Saal in den vielen Jahren für diese Feiern unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Zum Schluß erhielten die Kinder noch eine Weihnachtstüte ausgehändigt. Alle Erschienenen werden sich dieser schönen Weihnachtsfeier gern erinnern. Schling. Hohes Alter. Seinen 77. Geburtstag feiert heute der Volksgenosse Adolf Decker. Dem allseits bekannten Geburtstagskinde, das sich einer guten körperlichen Rüstigkeit und geistigen Frische erfreut, gelten unsere herzlichsten Glückwünsche! Holzhausen=Externsteine. Weihnachtsfeier. Eine stimmungsvolle Schul=Weihnachtsfeier fand am Sonntagnachmittag im Saale des Hotels zur Eiche statt. Mit einer Ansprache begrüßte Rektor Branding die Anwesenden; die abwechslungsreiche Vortragsfolge brachte dann einen Prolog, Gedichte und Weihnachtslieder, Zwiegespräche und die Aufführung von Weihnachtsmärchen. Zum Schluß sahen wir das große Weihnachtsstück:„Das Christkind auf dem Weihnachtsmarkt.“ Schüler und Schülerinnen hatten unter Anleitung ihrer Lehrer sich größte Mühe gegeben und waren mit Eiser bei der Sache, so daß der Nachmittag den denkbar schönsten Verlauf nahm. Zum Abschluß erfolgte eine Bescherung. Leopoldstal. Adventsfeier. Die NS.=Frauenschaft feierte am letzten Sonntag die Adventsfeier im Lokal Busenann. Hierzu waren auch unsere lieben Alten aus dem Dorfe, die über 70 Jahre zählen, eingeladen. Im wekhnachtlich geschmückten Saale begrüßte die Ortsfrauenschaftsleiterin die Erschienenen. Nach einem gemeinsam gesungenen Liede folgte das Kaffeetrinken. Der dazugehörige Kuchen war an einem zusätzlichen nachmittage von den Teilnehmerinnen des Kochkursus hergestellt worden. Als bei eintretender Dämmerung die Kerzen angezündet waren und die schönen alten Weihnachtslieder erklangen, war bei allen Anwesenden die We hnachtsstimmung bald eingekehrt. Zu schnell vergingen leider die schönen Stunden. Holzhausen-Externsteine. Wir gratulieren! Am Sonnabend, dem 19. Dezember, seierte die Witwe Karoline Büxe ihren 79. Geburtstag. Nachträglich herzlichen Glückwunsch! Grevenhagen. Weihnachtsreier. Am Sonntag veranstaltete der Stützpunkt der NSDAP. seine Weihnachtsfeier, die nun schon seit vier Jahren zu einer lieben Gewohnheit geworden ist. Als Stützpunktleiter Pg. Röseler die Feier eröffnete, war der festlich geschmückte Saal dicht gefüllt. Unfere Schuljugend zeigte auf der Bühne ihr Können. Ein heiteres Weihnachtsmärchenspiel zeigte uns das muntere Volk der Zwerge, das einer armen Familie zur Weihnachtsfreude verhilft. Begeistert sang alt und jung unsere deutschen Weihnachtslieder. Der Jubel der Kleinen aber erreichte den Höhepunkt, als der Weihnachtsmann feine Gaben austeilte. Abschließend wurde, nachdem Pg. Röseler einige Schlußworte an die Versammelten gerichtet hatte, eine Sammlung für das WHW. durchgeführt, die einen guten Erfolg hatte. Heiden. R SV. Heute, Mittwoch, nachmittags von 1 bis 3 Uhr, findet in der„Neuen Schule“ die Ausgabe der Kohlenscheine und Weihnachtspakete statt. Heiden. Adventsfeier der NS.=Frauenschaft. Die NS.=Frauenschaft Heiden hatte ihren Pflichtabend mit einer Adventsfeier verbunden. Die Feier wurde durch eine Begrüßungsansprache der Ortsfrauenschaftsleiterin eingeleitet. Nach einem Gedichtvortrag wurden die Kerzen entzündet und der weihnachtlich geschmückte Raum strahlte im festlichen Kerzenglanz auf. Bei Kaffee und Kuchen, schönen Weihnachtsliedern und Vorträgen gingen die Stunden schnell dahin. Die Frauen hatten einen Abend verlebt, der ihnen einige Stunden weihnachtliche Stimmung bescherte. Ellernkrug. Appell der Kriegerkameradschaft. Vor einigen Tagen fand im Ellernkruge der Kameradschaftsappell statt, zu dem alle Kameraden erschienen waren. Nachdem einige Tagesfragen Erledigung gefunden hatten, wurde der Toten durch Erheben von den Plätzen gedacht. Die Ergebnisse der Besprechung der Kriegerkameradschaftsführer in Detmold wurden bekanntgegeben. Sodann ging man an die Besprechung der Tagesordnung. Am 1. Weihnachtstag soll eine Weihnachtsfeier stattfinden. Einige Kameraden hatten sich durch gute Schießergebnisse die bronzene Nadel erworben. Auch der Fechtmeister wurde mit einer Auszeichnung bedacht. Man besprach das Fest der Kriegerkameradschaft, das im Januar stattfinden soll. Als die Tagesordnung erschöpft war, blieb man noch einige Zeit im kameradschaftlichen Kreise beieinander. Pioitsheide V. L. Weihnachtsparete. Die Blockfrauen melden sich heute bei der Leiterin Fr. Ostermann zwecks Besorgung von Weihnachtspaketen. Augustdorf. Weihnachtsfeier. Am Sonntag, dem 20. Dezember, veranstaltete die RSV. im Saale des Dörenkruges eine Weihnachtsfeier, zu der alle über 70 Jahre alten Volksgenossen und=genossinnen unserer Gemeinde eingeladen worden waren. Nachdem das gemeinsam gesungene Lied„ du fröhliche" verklungen war, ergriff Pg. Dedert das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache. Darauf wechselten Lieder, Gedichte, Reigen, Theaterstücke, Schattenspiel usw. in bunter Folge. In der Kaffeepause wurden alle gekadenen Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Für den am Erscheinen verhinderten Kreisamtsleiter der NSV. sprach in der Pause Va. Becker von hier. Er wies auf das Weihnachtsfest hin, wobei er das größte soziale Hilfswerk aller Zeiten, das Winterhilfswerk, in den Vordergrund stellte. Zum Schluß kam dann zur größten Freude unserer Kleinen der Weihnachtsmann und verteilte an alle Jungen und Mädel die Gaben. Dann folgte noch ein kurzes Schlußwort, und mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unseren Führer fand die Feier ihren Abschluß. Werl=Aspe. Feier der Alten. Am Sonntagnachmittag fand im Saale der Gastwirtschaft Vogt die Lichterfeier der Alten der Gemeinde Werl=Aspe statt. Sehr zahlreich hatten sich die geladenen Gäste eingefunden, um bei Kaffee und Kuchen einige frohe Stunden zu verleben. Im Mittelpunkt der Feier stand eine Ansprache des Kreisleiters Pg. Prützner, der in einem Rückblick auf das verflossene Jahr die gewaltigen Leistungen des Führers herausstellte und zur Mithilfe am Vierjahresplan aufforderte. Umrahmt wurde die Feier durch Liedervorträge und durch eine Aufführung der hieder deutschen Jugend Der vierte Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend wird im Zeichen des Vierjahresplanes durchgeführt, den der Führer auf dem Parteitag der Ehre verkündet hat. Er besagt, daß in diesen vier Jahren durch die deutsche Genialität und den deutschen Fleiß alle natürlichen Mängel, die besonders im Fehlen von Rohstoffen bestehen, wieder ausgeglichen werden sollen. In diesem Sinne rusen wir die deutsche Jugend zum vierten Reichoberusswettkampf. Sie soll ihren Fleiß und ihre Einsatzbereitschaft auf beruflichem Gebiet erhöhen, damit die Leistungofähigkeit unserer Nation eine Steigerung erfährt. Der vierte Reichsberufswettkampf ist der große Gegensatz zum Stachanow=System des bolschewistischen Rußland. Wir alle haben schon von jenem russischen Arbeiter gehört, der in einer Akkordzeit eine unerhörte Arheitsleistung vollbracht haben soll, die nun zur allgemeinen Leistungsnorm für den russischen Arbeiter erhoben worden ist. Uns ist bekannt, wie der russische Arbeiter unter dem Antreiben des Stachanow=Systems zu leiden hat. In Deutschland braucht die Jugend nicht angetrieben zu werden. Sie bekennt sich vielmehr von selber zum Leistungswettbewerb. Es ist das Große an der nationalsozialistischen Jugend, daß sie nicht erst vom Staat ins Leben gerusen wurde, sondern daß sie sich in den schwersten Jahren des Kampfes freiwillig für den zukünstigen Staat entschieden hat. So ist es auch im Reichoberufswettkampf. Niemand hat sie dazu durch Verordnungen und Gesetze gezwungen, sondern aus der Freiwilligkeit der schaffenden Jugend ist seine Idee und seine praktische Durchführung entstanden. Wären wir heute schon so weit im Reichsberufswettkampf, würde sich mancher fragen, wenn man zum ersten Wettkampf der Berufe eine zwangsweise Beteiligung hätte vorangehen lassen? Gerade die Leistungen aus der Freiwilligkeit heraus geboren, sind die Erfolge, die wir heute vor uns sehen. Heute, da wir mitten in der Vorbereitungsarbeit zum vierten Wettkampf der Leistung stehen. Ein Teil hat also schon bewiesen, daß er nicht nur Rechte kennt, sondern erst Pflichten, aus denen Rechte erwachsen. Die schaffende deutsche Jugend hat seit dem ersten Reichoberufswettkampf ihre Pflicht getan Darum ist es eine Selbstverständlichkeit, daß diese freiwillige Disziplin auch ihre höchste Entsaltung finden wird, wenn es heißt, jeder an seinem Platz, jedes Glied einer Betriebsgemeinschaft, ohne Ausnahme, hat sich restlos hinter den Führer, den Schöpfer des Vierjahresplanes, zu stellen. Freiwillig und daher auch freudig wird jede Gelegenheit wahrgenommen, um sich zum Facharbeiter auszubilden. Disziplin und Haltung verhindern Leerlauf, Werkstoffvergendung usw. Jeder kann dafür sorgen, daß der vorhandene Werkstoff, das Werkzeug so sorgsam als nur möglich ausgenutzt wird. Alles dient dem Vierjahresplan, das Symbol des Leistungswillens eines gangen Volkes. Euch zu sagen, wie groß das Fachkönnen und Fachwissen eines jeden einzelnen sein muß, wenn er einst als Garant der Wehrmacht alle Maschinen, Apparate, Fahrzeuge bedienen soll, ist, glaube ich, beinahe überflüssig. Aber wissen muß es jeder. Die Güte der Ausbildung schafft den Facharbeiter, der 1. die technischen Werkzeuge zum Aufbau der Wehrfreiheit in sauberer Präzisionsarbeit liesern kann, 2. die Werkzeuge auch zur Sicherung dieser aufgebauten Wehrfreiheit zu bedienen weiß Das wissen nicht nur die werdenden Facharbeiter, das weiß auch jeder Betriebsführer. Wenn der Wille zur Leistung vorhanden ist, müssen auch die Möglichkeiten zur Leistungsentsaltung gegeben werden. Es muß also jeder Betriebsführer dafür sorgen, Ddaß nicht nur eine Reihe von Betrieben in den Fragen der Nachwuchsbildung in Ordnung ist, sondern daß es umgehend in allen Betrieben vorbildlich wird. Es ist eiserne Pflicht eines jeden Betriebes, der Nachwuchs erziehen will, dafür zu sorgen, daß es nicht in papierenen Verträgen stehenbleibt, sonder Wirklichkeit wird. Warum sonst der jährliche freiwillige und freudig bewiesene Leistungswille der Jugend? Er hat dann einen Sinn bekommen, 1. wenn jeder Betrieb nationalsozialistische Facharbeiter heranbildet. Auf den Geist und die Kräfte des Glaubens kommt es in erster Linie an, dann sind Schwierigkeiten da, um überwunden zu werden, 2. das Rüstzeug zum Bestehen des Kampfes um das Dasein gibt die gute und in systematischer Folge durchgeführte Berufsausbildung, 3. die körperliche Ertüchtigung sichert die Kraft des einzelnen und erhält somit das Kapital des Volkes, 4. die richtige Anzahl an jungen Arbeitskameraden im Verhältnis zur Gefolgschaft sichert die deutsche Wirtschaft für die Zukunft. Wir brauchen nicht den Teilmenschen zum Einsatz für Deutschland, wir brauchen den ganzen Kerl. wir schaffen den Menschen, der den Dreiklang„Körper, Seele, Geist“ in sich in höchster Vollendung verkörpert. sigen Volksschule. Viel Anklang fanden die Darbietungen des Schülerorchesters der Volksschule Schötmar. Die jungen Musikanten haben durch ihre sehr gut vorgetragenen Lieder und Märsche die größte Anerkennung erzielt. Bexterhagen. Militärkonzert für das Winterhilfswerk. Zu einem Militärkonzert zum Besten der Winterhilse hatten am Sonntag die Ortogruppen Leopoldohöhe der NSDAP. und der RSV. eingeladen. Viele waren dieser Einlodung gefolgt, und somit konnte der Winterhilfe ein ansehnlicher Betrag zur Verfügung gestellt werden. Musikmeister Flemming mit seinen Soldaten boten den Anwesenden einige erbauende Stunden. Im ersten Teil des Konzertes wurden zackige Märsche und Melodien aus deutschen Operetten intoniert. Ganz besonders gefielen die„Ungarischen Tänze Nr. 5“, die meisterhaft, vor allem in rhythmischer Hinsicht, von dem Streichorchester vorgetragen wurden. Der zweite Teil des Konzertes wurde durch Blasmusik ausgefüllt. Schneidige Märsche und Soldatenlieder wechselten in bunter Reihenfolge. In den Pausen trug der Turnverein durch Vorführungen zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Pg. Roßbac aus Lemgo forderte in einer kurzen Ansprache die Volksgenossen auf, sich in die NSV. aufnehmen zu lassen, und es ist zu hoffen, daß dieser Ruf nicht erfolglos bleibt, denn im Staate Adolf Hitlers muß jeder am Aufbauwerk mitarbeiten, und alles muß im Zeichen des Nationalsozialismus stehen. Kirchliche Nachrichten Weihnachtsfesttage Sonntag, den 27. Dezember Detmold Lutherische Kirche. Heiligabend, 17 Uhr: Christ=Vesper, Kons.=Rat Scheumann.— 1. Weihnachtstag, 6 Uhr: Christ=Mette, Pastor Jahr; 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Jahr.— 2. Weihnachtstag, 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Kons.=Rat Scheumann.— Sonntag nach Weihn., 10 Uhr: Hauptgotteodienst, Kand. Lüdtke: 11.15 Uhr: Kindergottesdienst.(In allen Gottesdiensten Kollekte für unsere Kirche.) Alte reform. Kirche am Markt. Heiligabend, 17 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes(mit Gemeinde), Pastor Kramer.— 1. Weihnachtstag, 6 Uhr: Lichterkirche, Pastor Schreck(Kirchenchor Heidenoldendorf); 10 Uhr: Festgottesdienst, Pastor Kramer(Kirchenchor Hiddesen).— 2. Weihnachtstag, 10 Uhr: Festgottesdienst, Pastor Schreck.— Sonntag nach Weihn., 10 Uhr: Vormittagsgottesdienst, Pastor Voget, Heiligenkirchen. Hiddesen. 2. Weihnachtstag, 9.30 Uhr: Gotteodienst, Pastor Kranier. Kinderschule Hiddesen. Sonntag nach Weihn., 9.30 Uhr: Lutherischer Gottesdienst, Pastor Jahr. Heidenoldendors. 2. Weihnachtstag, 8.30 Uhr: Gottesdienst, Pastor Schreck. Vahlhausen. 1. Weihnachtstag, 6.30 Uhr: Lichterkirche; 9.30 Uhr: Gottesdienst, Pastor Herbrechtsmeier.— 2. Weihnachtstag, 9.30 Uhr: Gottesdienst, Pastor Herbrechtometer. Lage Lutherische Gemeinde. Heiligabend, 6.15 Uhr: ChristVesper, Kand. Lüdtke.— 1. Weihnachtstag, 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Kand. Lüdtke; 15.15 Ubr: Weihnachts=Kindergottesdienst, Kand. Lüdtte.— 2. Weihnachtstag, 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor John— Sonntag nach Weihn., 10 Uhr: Hauptgotterdienst, Kons.=Rat Scheumann; 11.15 Uhr: Kindergottesdienst.— Mittwoch, 20 Uhr: KirchenKatholische Kirche. Das hohe Weihnachtsfest. Freitag, 7 Uhr: Feierliches Hochamt, daran anschließend zweite heilige Messe; 10.15 Uhr: Hochamt mit Predigt; 18 Uhr: Andacht.— Fest des heiligen Stephanus. Samstag, 8 Uhr: Hl. Messe mit Predigt; 10.15 Uhr: Hochamt mit Predigt; 18 Uhr: Abendandacht.— Sonntag nach Weihn., 8 Uhr: Hl. Messe mit Predigt; 10.15 Uhr: Hochamt mit Predigt. Die Abendandacht fällt aus. Lemgo St. Marien. Heiligabend, 17.30 Uhr: Christ=Vesper, Kollekte.— 1. Weihnachtstag, 6 Uhr: Christ=Mette, Kollekte; 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Hermannsburger Mission.— 2. Weihnachtstag. 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Goßnersche Mission; 17 Uhr: Kindergottesdienst. Sonntag nach Weihn., 10 Uhr: Hauptgottesdienst; 11.15 Uhr: Kindergottesdienst fällt aus; 20 Uhr: Weihnachtsfeier=Ausklang auf Orgel, Instrumenten und mit Gesang. Blomberg Resormierte Gemeinde. Heiligabend, 17 Uhr: Lichterkirche für Erwachsene, Pastor Thiele. 1. Weihnachtsfeiertag, 10 Uhr: Sup. Thelemann; 17 Uhr: Kindergottesdienst(Weihnachtsfeier), Past. Thiele. 2. Weihnachtsseiertag, 10 Uhr: P. Thiele: 20 Uhr: Liturgische Weihnachtofeter, Sup. Thelemann. Sonntag, 10 Uhr: P. Thiele. Heiligenkirchen. Die Lichterkirche findet diesmal nicht wie in den früheren Jahren am 1. Weihnachtstag morgens, sondern schon am Heiligen Abend um 5 Uhr statt. Die Gottesdienste beginnen an den Fest= und Sonntagen bis einschließlich Neujahr um 10 Uhr. Am Silvesterabend ist um 6 Uhr Kirche. Nach allen Gottesdiensten ist Kollekte. Am Sonntag nach Weihnachten begeht der Kindergottesdienst seine Weihnachtsfeier um 4.30 Uhr. Vom 3. Januar ab beginnen die Gottesdienste wieder um 9.80 Uhr, anschließend Kindergottesdienst. Die Bibelstunden deginnen am Donnerstag, 7. Januar, 7.30 Uhr in Heiligenkirchen. Wüsten. Weihnachtsfetern der Schule. Am Sonnabend und Sonntag veranstaltete die Schuljugend bei Gastwirt Hetland zwei Weihnachtsfeiern, die von Vorführungen der Schüler sehr schön ausgefilllt murden. Lehrer Sprick dankte zu Reginn der Feier den zahlreich erschienenen Eltern für das Interesse an den Jungen und Mädeln, das sie durch ihren Besuch gezeigt hätten. Brake. Turnverein. Die beabsichtigte Weihnachtsfeier muß mit Rücksicht auf die am zweiten Weihnachtstage stattfindende Veranstaltung der Arbeitsfront ausfallen. Die Abteilung Turner übt mit Rücksicht auf die Feiertage am Mittwoch, dem 30. Dezember, zu gewohnter Zeit. Gelegentlich der Veranstaltung zum Besten des Winterhilfswerks am 9. Januar führt die Turnerinnenabteilung einen Tanz auf. Geübt wird dazu am Montag, dem 28. Dezember. Am 14. Februar feiert der Verein sein Stiftungsfest. Die Turnstunden müssen deshalb in allen Abteilungen pünktlich und regekmäßig innegehalten werden. Für das Turnen der Jungmädel müssen sich noch einige Vorturnerinnen melden. Hohenhausen. Tonfilm. Am zweiten Weihnachtstage läuft nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr der Tonfilm„Herbst=Manöver“ im Saale der Gastwirtes Engelsmeier. Der Film, in dem Leo Siezak. Ida Wüst, Trude Lanner und weitere bekannte Schauspieler mitspielen, zeigt das Manöverleben der Soldaten. Außerdem läuft noch ein Kurzfilm und die Wochenschau. Göstrup. Treibsaad. Am Dienstag und Freitag letzter Woche wurden hier zwei Treibjagden abgehalten. Die Strecke beider Tage betrug 47 Hasen, 7 Kaninchen und 1 Fasanenhahn. Ein günstiges Ergebnis für dies schlechte Hasenjahr. Brakelsiek. Adventsfeier unserer Alten. Am Sonntagnachmittag veranstaltete das hiesige Frauenwerk eine Adventsfeier für unsere Alten. Alle Einwohner, die das 70. Lebensjahr erreicht haben, waren größtenteils der Einladung gefolgt. Dreißig unserer lieben Alten nahmen an den festlich geschmückten Tischen Platz und vergaßen für einige Stunden die Sorgen des Alltags. Bei guter Bewirtung war für reichliche Unterhaltung und Abwechslung gesorgt. Nach der Begrüßungsansprache folgten Gedichte und gemeinschaftliche Lieder. Von der Spielschar wurden einige Weihnachtslieder zur Laute gesungen. Lehrer Döldissen hielt eine feierliche Ansprache. Von den Schulkindern wurden ein Winterspiel und ein Tanz um den Weihnachtsbaum aufgeführt, die das Herz der Alten besonders erfreuten. Zum Dank dafür kam dann der Rkolaus, der, mit grokem Jubel empfangen, den spielenden Kindern eine We=hnachtstüte überreichte. Den Abschluß der Feier bildete ein gemeinschaftlich gesungenes Wethnachtslied. NSDup. Ortsgruppe Bad Salzuflen. Am Mittwoch, 6. Jan. 1987, findet eine Ortsgruppenversammlung statt. Die Gliederungen und angeschlossenen Verbände werden gebeten, diesen Abend frei zu lassen. * Mitteilung der Kreisbauernschaft. . In den landwirtschaftlichen Kleinbetrieben, die der Buchführungsgenossenschaft angeschlossen sind, sollen die Buchprüfungen nach folgendem Plan vorgenommen wer: den: Am Montag, 28. Dez., in Hobenhausen, Herbrechtsdorf und Erder: am Dienstag. 29. Dez., in Erder: am Mittwoch, 30. Dez., in Stemmen: am Donnerstag, 81. Dez., in Langenholshausen und Brüntorf: am Dienstag, 5. Jan., in Altendonov, Dalborn und Kleinenmarpe: am Mittwoch, 6. Jan., in Hörstmar, Laubke, Biesterberg und Leese: am Donnerstag, 7. Jan., in Herrentrup und Wilberg: am Freitag, 8. Jan., in Meinberg und Berlebeck: am Sonnabend, 9. Jan., in Ehrdissen, Schuckenbaum, Evenhausen und Wülfer=Berten: am Montag, 11. Jan., in Mackenbruch, Kachtenhausen und Ehlenbruch. 74 Der Vier- und Toummeupt Die Bodenbearbeitung im Winter Im Dezemder hört die Gartenarbeit keineswege auf. Vieles ist für das Frühjahr vorzubereiten, die nächstjährige Saat und Ernte wollen überlegt sein, und schließlich muß der Boden zum vichtigen Ausruhen kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, darf er nach dem Abernten nicht unbearbeitet liegenbleiben, sonder er muß bei offenem, nicht nassem Wetter aufgelockert werden. Das kann man in der altgewohnten Form des einfachen Umgrabens machen, wer aber bessere Erfolge erzielen will, gebe sich hier etwas mehr Mühe. Mit Spaten und Grabgabel werden die biologischen Grundlagen der Bodenbearbeitung am besten gewahrt. Der Boden ist nämlich kein totes Dina. Er ist erfüllt von Kleinlebewesen, die sich vom Humus ernähren und die nahrhaften Stoffe im Boden umwandeln, so daß sie den Pflanzen zugänglich gemacht werden. Es gikt also, die Lebensbedingungen dieser Bakterien möglichst günstig zu gestalten. In ihrer besten Entwicklung, zur Zeit der Bodengare, im Frühjahr oder Sommer also, dürfen keine tieferen Eingriffe in den Boden gemacht werden. Aber auch im Spätherbst und Winter muß man auf die Bedürfnisse der Baktevien Rücksicht nehmen. Bestimmte Arten leben in ganz bestimmten Bodentiefen. Werden sie beim Graben durcheinandergeworsen, dann brauchen sie wesentlich längere Zeit zur Entwicklung, als wenn sie in ihrer eigenen Bodentiefe bleiben. Es soll also nach Möglichkeit vermieden werden, das Oberste zuunterst, und die unterste Schicht nach oben zu bringen. Dies gilt um so notwendiger, wenn wenig Humus im Boden. Mit viel Humus braucht man weniger Rückschläge zu befürchten. Schwere Böden verlangen eine intensivere Bearbeitung als die leichten Böden. Die Durchlüftung und Erwärmung gestaltet sich hier schwieriger, die Kleinlebewesen müssen schwerer arbeiten. Nun gilt aber auch hier das Gebot, die einzelnen Boventiefen nicht zu vertauschen. So kann man denn jede einzelne Furche in zwei Teile teilen, die sich nach der Tiefe unterscheiden. Die obere Schicht bearbeitet der Spaten, die untere die Grabgabel. Zweckmäßig wird diese Arbeit durch zwei Personen ausgeführt, die hintereinander her gehen. Die eine deckt mit dem Spaten die oberste Schicht Erde av. etwa 5—10 Zentimeter tief. Die zweite Person lockert mit der Grabgabel die unteren Schichten auf, indem sie sie anhebt. und durchrüttelt. Gleichzeitig können jetzt Dünger oder Pflanzenreste untergebracht werden. Die obere Erde wird dann wieder flach darübergebreitet. Dies ist dar sogenannte Rigolverfahren. Bei Sandböden und allen leichteren Bodenarten, auch bei nicht tiefwurzelnden Pflanzen kommt eine andere Art der Bodenbearbeitung in Frage. Hier wird der Boden mit der Grabgabel nur angehoben und geschüttelt. Der erste Stich wird dabei leicht nach vorne geschoben, damit der zweite Platz hat. Sonst bleibt der Boden in seiner natürlichen Schichtung liegen, er wird nicht gewendet. Vorher müssen allerdings Unkräuter und Pflanzenreste gejätet bzw. gehackt werden. Manchmal können jedoch bestimmte Pflanzenreste als Bodendecke oben liegenbleiben. Schließlich kann noch ein drittes Verfahren angewandt werden. Wenn der Boden besonders schwer umd tonhaltig, also auch besonders kalt ist, dann genügt dav Rigolen nicht, um genügend Lust und Wärme hineinzubringen. Hier muß man noch das Häufelverfahren angliedern. Es kommt darauf an, daß der Boden im Winter gut durchfviert, sich aber im Frühjahr rasch erwärmt und ebenso schnell abtrocknet. Die Furchen werden möglichst von Norden nach Süden gezogen, und mit einem Handhäufler aneinandergelegt, so daß große seitliche Angriffoflächen entstehen. Sobald die Erde trocken ist, werden die Furchenkämme mit einem schweren Stück Holz oder Eisen geglättet, und die Bestellung kann dann erfolgen. Büchertisch Fliegende Blätter, München. Erster Halbjahrsband 1936. Verlag von J. F. Schreiber, München. Humor, als Merkmal einer alles verstehenden und durch Güte und Frohsinn verschönenden Lebensaufsassung, ist zu jeder Zeit am rechten Platz als Betreuer und Begleiter aller Ereignisse des täglichen Geschehens. Humor und Ironie— seit je die geistigen Beweggründe der Fliegenden Blätter— machen jedes Heft dieses altbewährten Familienwitzhlatzes immer neu zu einer erfreulichen und belustigenden Lektüre, zu einem gutmütig spottenden Spiegel der Zeit. Nie feindlich gegen irgend etwas, stets bereit und geeignet, in jeder Situation das Komische, das Belustigende zu finden und künstlerisch darzustellen, positiv eingestellt zu allen lebensbejahenden Kräften der Zeit, nie zweideutig in Gesinnung oder Moral,— sind die Fliegenden Blätter die humoristische Zeitschrift für jeden in der deutschen Familie, für die Alten und die Jungen, die Männer und die Frauen. Wer gelesen und gelacht, gesehen und gedacht, kann sich in die Nätselecke begeben und wird auch dort gut und anregend unterhalten. Der neue Band— würdig seiner Vorgänger— ist wieder eine wesentliche Bereicherung der humoristischen Bibliothek. Trygve Gulbraussen:„Das Erbe von Bförndal“. Roman. Berechtigte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Ellen de Boor. In Leinen gebunden 6.50 Reichsmark. Verlag Albert Langen Georg Müller, München, 1936. Es ist, als wehe der gewaltige Atem der alten nordischen Saga=Dichtung durch dieses Buch, das überströmt von unerschöpflicher Lebenskraft und guten und gefährlichen Leidenschaften, und das bis zum Bersten mit spannenden, erregenden und erschütternden Abenteuern geladen ist. Starkes und großes Menschentum lebt darin, strahlende Liebe und göttliche Enade, und über allem waltet die Natur nach ihrem unerforschlichen großen Gesetz. Wer den Norden liebt mit seiner wilden Schönheit und seinem romantischen Glanz, der wird auch in diesem neuen Buch durch alle Wandlungen, Abgründe und Ahnungen, durch Geburt und Tod, Fluch und Segen, Liebe und Haß den mächtigen Ruf vernehmen nach einem neuen, wahren und vertieften Leben.—4 Schulungslehegang für Bäuerinnen Die Landesbauernschaft Westfalen hatto sämtliche Bezicks= und Ortsbäuerinnen zu einer Schulungstagung nach Lemgo zusammengerufen. Der große Saal war gedrängt voll Frauen, die mit großem Interesse den Ausführungen der Vertreterin der Abteilung II HI, Fräulein Schurbohm, lauschten, nachdem die Kreisleiterin alle Wumelenben harsfichät hanrült 5-44- Aierauf kaartikt. Anwesenden herziichst begrußt harte. Hierauf vogrußre der Kreisbauernführer die Frauen, dankte für das zahlreiche Erscheinen, sprach in großen Zügen über die Aufgaben der Bäuerin und wünschte der Tagung einen guten Verlauf. Fräulein Schurbohm machte sodann Ausführungen über die Pflichten der Bäuerinnen in der Erzeugungsschlacht und dem Vierjahresplan. Sie machte darauf aufmerksam, daß in Deutschland nur 45 ha Land auf 100 Einwohner fallen, in Argentinien dagegen 1480 ha und in Rußland 317 ha. Wenn man dann noch bedenkt, daß uns die nötigen Devisen fehlen, um im Ausland Nahrungsmittel kaufen zu können, muß jede Bäuerin einsehen, daß sie alle Kraft einsetzen muß, um dem Führer zu helfen, die Ernährung unseres Volker sicherzustellen. Wir haben durch die Erzeugungsschlacht zwar schon erreicht, daß wir gegen 65 Prozent im Jahre 1927 jetzt schon 85 Prozent des Bedarfs im eigenen Lande erzeugen können. Da aber 6 Millionen Volksgenossen, die arbeitslos waren, jetzt Beschäftigung fanden, ist die Kauskraft dementsprechend erhöht und werden aus diesem Grunde viel mehr Fette und Fleisch verbraucht. Durch die Marktordnung sind alle wichtigen Nahrungsmittel einheitlich erfaßt. Wenn zum Beispiel manchmal noch darüber geschimpft wird, daß alle Milch zur Molkerei geliefert werden muß, so muß jede Frau sich vor Augen halten, daß dadurch 4000 Pfund Butter mehr dem Markt zugeführt werden konnten. Vollständig können wir den nötigen Fettverbrauch noch nicht ganz decken, und muß dann jede Frau verständig genug sein, den Verbrauch einzuschränkey. Der Bäuerin fällt dabei aber auch die große Aufgabe zu, dafür zu sorgen, daß ihre Töchter wieder alle melken lernen, und zwar am besten in den Mekklehrgängen; denn durch sachgemäßer Melken kann der Milchertrag bedeutend erhöht werden. Auch das Schweinefüttern gehört zum Arbeitsgebiet der Bäuerin, und fie kann durch sachgemäßer Füttern viel zur Gewinnung von Schweinefett beitragen. Sie muß auch unbedingt zu der Ueberzeugung kommen, daß die Mittag= und Abendmahlzeit nicht nur aus Fleischgerichten bestehen darf, sondern daß das Fleisch immer nur als Beigabe zu recht viel Gemüse und Salat gereicht wird. Ebenso müssen auch auf dem Lande viel mehr Fische gegessen werden. Durch die modernen Transportwagen kommen dieselben jetzt auch im Sommer billig und in guter Qualität schnell bis zum Verbraucher. In den Städten beträgt der Mehrverbrauch schon 30 bis 20 Prozent. Dahin muß es auch auf dem Lande kommen. Auch sollte viel mehr Magermilch verbraucht werden, dis ja außer dem Fett noch alle Nährstoffe enthält. Ebenso ist Quark reich an Nährwerten, und es werden durch Kurse viele neue Gerichte daraus gezeigt. Sehr viel kann die Bäuerin noch auf dem Gebiet der Geflsgelzucht letsten. Es legt noch lange nicht jeder Huhn 120 Eier im Jahr. Sind wir erst so weit, brauchen wir keine Eiereinfuhr mohr. Es muß immer wieder gesagt werden, daß die Haltung eines Huhnes nur rentabel wenn es spätestens am 15. Mai geschlüpft ist. Es sollen nicht mehr Hühner gehalten werden, aber durch frühe Brut, Zuchtauswahl und gute Fütterung mohr Eier pro Huhn erzielt werden. Auch durch gute Bestellung des Garkens, guken Samen, Anbau richtiger Sorten, Schädlingsbekämpfung ufw. kann die Landfrau viel zur Ernährungsfreiheit beitragen. Reichlicher Obstgenuß ist kein Lurus, sondern Notwendigkeit, um die Gesundheit zu erhalten. In der Küche sollen keine ausländischen Gewürze verwandt werden, sondern in jedem Garten soll wie zu Großmutters Zeiten eine Ecke für Gewürz= und Palmkräuter vorhanden sein. Durch Verderb gehen immer noch 1,5 Milliarden Volksvermögen verloren. Jede Frau muß daher dem Verderb den Kampf ansagen und sich für die Schädlingsbekämpfung jeder Art einsetzen und die Kurse dafür besuchen. Sehr häufig wird auch noch über die Sammlung von Altmaterial gelacht. Dabei aber hat der Kyffhäuserbund schon bis jetzt 500 000 000 durch Aktmaterial eingespart. Die wenigsten Menschen machen sich einen Begriff von den riefigen Mengen Rohstoff, die im Altmaterial enthalten sind. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der Appell des Führers nicht ernst genug genommen werden kann, und jede Frau soll sich täglich überlegen: Wie kann ich sparen helsen? Die Vertreterin der Abteilungsleiterin, Frl. Oerkgen, zeigte den Leiterinnen, wie Versammlungen ausgeführt werden sollen. Wieviel altes, schönes Kulturgut in unseren Bauernhäusern enthalten ist, wie schön und werwoll handgewebte Stoffe sind, und vieles, vieles mehr. Nach kurzer Mittagspause wurden weitere Unregungen gegeben. Dann sprach die Vertreterin der Abteilung Volks= und Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk über die Zusammenarbeit der Reichsnährstander mit der NSV. Leider kamen die vorgesehenen Lichtbilder aus Zeitmangel nicht zur Vorführung. Wohl 200 Frauen haben viele, viele für die Arbeit in ihren Bezirken mitgenommen. Sechs Feiertage zu Weihnachten und Neujahr Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel bescheren uns diesmal nicht weniger als fünf Festtage, da der erste Weihnachtsfeiertag auf einen Freitag fällt. Die Beamten und Angestellten der Reichs= und Staatsbetriebe werden sogar sochs arbeitsfreie Tage bekommen, weil auf Grund eines Beschlusses der Reichskabinetts am Sonnabend, dem 2. Januar, der Dienst der Behörden nach den Vorschriften des Sonn. tagsdienstes geregelt wird. Es ist anzunehmen, daß sich die Stadtverwaltungen und andero öffentlichKAIL GIGM LAALA werden. Es gibt also in der Weihnachtszeit eine Fülle von Festtagen, und es kann leicht sein, daß der eine oder andere nicht recht weiß, was er mit den vielen Sonntagen anfangen sonl. Sicher werden sie von vielen Volkogenossen zu Reisen und Ausflügen ausgenutzt werden. Die Reichsbahn hat auch schon die erforderlichen Vorkehrungen für eine erhebliche Verstärkung des fahrplanmäßigen Betriebes getrofsen. Man kann ohne weiteres annehmen, daß der Weihnachtsverkehr in diesem Jahre wegen der vielen arbeitsfreien Tage wesentlich stärker sein wird als im Vorjahre. Eine nicht ganz leichte Aufgabe wird den Hausfrauen für die Feiertage erwachsen. Sie müssen die notwenbigen Lebensmittel rechtzeinig ins Haus schaffen und für ihre Frischhaltung während der Feiertage sorgen, denn an den Feiertagen selbst gibt es nichts zu kaufen, und am Heiligabend schließen die Lebensmittelgeschäfte bereits um 6 Uhr. Die übrigen Ladengeschäfte werden übrigens schon um 5 Uhr geschlossen, damit möglichst allen Volrsgenossen die Möglichkeit gegeben ist, den Heiligen Abend im Kreise der Familie zu verbringen. Die gewissenhafte Hausfrau wird natürlich nicht bis zum Nachmittag des Hoiligen Abends warten, um die nötigen Eintäufe für die Versorgung der Familie zu machen. Um die Weihnachtseinkäuse der Angestellten und Arbeiter des Reiches zu erleichtern, hat der Reichsfinanzminister angeordnet, daß die am 25. Dezember fällig werdenden Dienstbezüge der Angestellten und Arbeiter bereits am 23. Dezember ausgezahlt werden. Zu don Dingen, die man sich für die Weihnachtstage noch merken muß, gehören auch die Bestellzeiten und Schlußzeiten der Postämter. Fast überall werden am Heiligen Abend die Postschalter schon um 4 Uhr nachmittags geschlossen, spätestens um 5 Uhr. Auch der Zustelldienst soll an diesem Tage, mit Ausnahme der Paket= und Eilzustellung, um diese Zeit beendet sein, damit auch die Angehörigen der Reichspost nach MögRAEPATSPACF lichreir vom Abendvienst befreir werden konnen. Die Haushaltsvorschule in Haustenbeck Prüfung der Mädel nach sechtmonatiger Schulung In Haustenbeck sollte nach halbjähriger Schulung die Prüfung der Mädel stattfinden. Wenn auch ein Ausflug dorthin um diese Jahreszeit nicht sehr verlockend ist, so wird doch dieser Tag in der Haushaltungsvorschule als ein besonders harmonischer allen in Erinnerung bleiben. Nach der Ankunft hatte gerade die mündliche Prüfung begonnen, in der die Mädel zeigen sollten, daß sie die ihnen gestellten Aufgaben auch theoretisch begriffen hätten. Wenn sie auch etwas mehr oder weniger befangen waren, so konnte man doch merken, daß ihnen die Themen vertraut waren, wie z. B.:„Was muß ich bei der Zusammenstellung des Küchenzettels beachten?“—„Wie fasse ich einen Hausputz an?“—„Was bietet das Dritte Reich der deutschen Jugend?" usw. Nun aber kam die praktische Prüfung, und da war es eine wirkliche Freude, zu beobachten, mit welchem Eifer die jungen Mädel, denen der Landaufenthalt glänzend bekommen war, ihre Arbeiten durchführten, sei es nun Waschen, Plätten, Zimmerreinigen, Kochen, Backen, Nähen oder Hühner besorgen. Fast konnte man vergessen, daß es doch alles nur 14—15jährige Kinder waren. Beim fröhlichen Zusammensein ließen sich alle das sehr gut zubereitete Mittagessen schmecken. Eine reizende Schau dort hergestellter Sachen, verschiedene Weihnachtsbäckereien, Speisen, aber auch Kleidungsstücke, Handarbeiten und Gebasteltes, war ausgestellt. In früherer Zeit waren meist solche Handarbeiten mühsam und teuer, dabei doch oft unpraktisch und unschön, es war die Zeit der Hausgreuel. Wie ganz anders jetzt die hübschen, sogar aus billigstem Material hergestellten Basteleien. Bei einer vergnügten, lang ausgedehnten Kaffeestunde wurde noch ein sehr gut gelungener Hefekuchen und vielerlei Backwerk gereicht. Es herrschte ein so frischer, freundlicher Ton im Hause, voll gegenseitigen Vertrauens, daß man sich dort wohlfühlen mußte. Und so beklagten es auch die Schülerinnen sehr, daß nun zu Weihnachten die Schule aufgelöst würde; sie wären gern noch ein weiteres halbes Jahr geblieden. Als Abschluß sangen die Mädel den Kanon:„Wann und wo sehen wir uns wieder und sind froh?“. Welch ein Segen sind doch solche Schulen für unsere weidliche Zu½ hisan E. L. Lrsinma maachtsl. dmnsmirtichaft wieder lieben und mit Verständnis ausüben kernen. Wir wünschen ihnen Haushaltungsstellen, in denen ihnen diese Liebe erhalten und noch gefördert wird. Lieme. Hissung der HJ=Fahme. Am 4. Adventssonntag sand auf dem Schulhof die Hiffung der Fahne der Hitler=Jugend statt. Lehrer Senke beAPETTIaL I EI PA.d. e— tonre in einer unsprache. eun dre Schull dere Frühjahr des Jahres 100prozentig in der HitlerJugend organisiert gewesen soi. Der Redner erinnerte an die Pflichten und Aufgaben, die der Jugend erwachsen durch die Verleihung der Fahne der Deutschen Jugend. Der Gefolgschaftsführer der Gefolgschaft 9/55 sprach noch einige Worte über den Sinn der Feierstunde und gab den Befehl zur Flaggenhissung. Während ein Fahnenspruch vorgetragen wurde und die Kinder die Hand zum Gruß emporreckten, stieg die Flagge zum erstenmal an dem Mast empor, den sie von nun ab töglich zieren wird. Unter den Klängen des Liedes der H3. entfaltete sich das Fahnentuch. Damit war die schlichte eindrucksvolle Feierstunde beDer Generalintendaut mal so und mal anderd. Graf Hülsen=Haeseler, Generalintendant der Königlichen Theater in Berlin, war seinen Freunden als außerordentlich schlagfertig bekannt. Eines Tages neckte ihn Kapellmeister Sommer, indem er sagte:„Wenn deine Frau Kinder bekommt, müssen es ja Hülsenfrüchte werden.“ Hülfen=Haefeler verzog keine Miene:„Das tut nichts, lieber Freund, die sind mir noch immer lieber als deine Sommersprossen!“ Besonders empfindlich war Hülsen=Haeseler gegen Luftzug. Eines Tages kommt er in ein Botenzimmer des Verwaltungsgebäudes und steht die Tür eines mächtigen Wandschrankes offen stehen. Aergerlich fährt er den diensttuenden Beamten an:„Machen Sie gefälligst die Tür dort zu! Sie wissen doch, ich kann Luftzug nicht vertragen!“ „Verzeihung, Erzellenz“, wendet der Beamte ein, „das ist nur eine Schranktür!“ „Sok— Macht nichts! Zicht doch! Machen Sie lrobhen wul! ASgart und Saiet!? Bereils gestern bruchten wir elue kleine Rotiz, daß am 3. Jonnar 1937 ein Gerkkeikkampf zwischen einer Ausbes Oeimalle Tapanersinn nen 1ane and des Gaubeooerdhlomnihelt Bpe in„imm Arr“ Hattliahet Eins ansm feis fleut bereite starhruder. Eine Genehiigung gogeren Dems tlag vereilt ner und Hubet LeL Min. Soamlialans beiimmt Matt dr us ftadel sager dast Berahstaltung eestimat seali. Alle Turufreunde werden an diesem Tage gewiß einige in joder Beziehung genahreiche Stunben verieden. Was hamfe sinn bielen Manmen Spails Zisim mire Iann genir von diesen Maunstgasten Vrrenn gebokn Witt, rann zur Bericnlas heuriellen bar 5# ider sunn aan kom du Verhelige beurteien, der se, schen einum von dem Aöunen unserer lippischen Turner überzeugen kounte. Der D. Tv. v. 1860 stellt einige newe Krüfte, die gewiß LILann annsm, bam aananäh,.i zu sehr guren Turnern geporen; denen gegrander siehen aber weitere lippische Turner, die gewiß nicht zu unlerschühen sind; so g. B. Wistinghausen, Hanold usto.— biosat———I-IEm, 2tes tisen fierh Gelarat wirt au felgräden Geratta: Atä, Barken, lang, Pferd guer, Ringe, ferner werden Freiüdungen gezeigl.— Die Pausen werden durch völlig neu eingearbellete Darbietungen der Damenriege des D. TB. a. 1860 Ganz Lippe dürfte diesen Tag nicht verfehlen, denn es wird, man möchte sagen, etwas Künstlerisches geboten, und daher dürfen sich insbesondere die alten Turnfreunde diesen Tag nicht entgehen lassen, ohne diese Schaubilder erlebt zu haben.— Ein jeder Besucher wird gewiß befriedigt sein, dafür bürgen bereits die festen Zusagen unserer gewordenen Turner! Und warum wollen Sie an diesem Tage etwa fehlen? Will jemand etwa schon ein Vorurteil abgeben, daß an diesem Tage doch nur Gesehenes wiederholt würde? Dieser Beurteiler irrt sich aber sehr, denn wir konnten uns bereits überzeugen, daß etwas ganz Besonderes auf dem Programm steht.— Wir können nach dem Gesagten und dem Gehörten nur empfehlen, diesen Tag mit unseren alten Turnern und Turnfreunden gemeinsam zu verleben; niemand wird enttäuscht sein. Und daher findet sich alles ein am 3. Januar 1937 im„Neuen Krug" in Detmold zum Gerktewettkampf. sällt aus Die Hollandfahrt der beiden Handballmannschaften, Männer und Frauen, füllt aus, well die Genehmigung vom Reichssportführer nicht erleilt werden konnte. Das vorgesehene Uebungsspiel der Frauen am 1. Jeiertag in Lemgo füllt aus diesem Grunde aus. Speilmeyer, Kreisfachamtsleiter für Handball. Ansgaben für alle D9IL.=Vereine. Die den Kreisführern eingesandten Erhevungskarten sind wie nachstehend zu vorvollständigen: 1.##4. f#rmumumr Hallen fasam fftimbis nait Vereinsfuhrer stellen sosort listenmäßig mit Angabe von Wohnung und Geburtsdatum die 10= bis 14jährigen Mädchen fest.(Jahrgang 1923—26.) Für diejenigen, die bereits dem B2M. angehören, ist die Angabe der Jungmädelgruppe erforderlich, alle anderen sollen umgebend in den BOM. überführt werden 2. Die Vereinsführer stellen mit genauer Anschrift eine Liste derjewigen Turnerinnen und SportlehrerinEu Er ErWPImAE nen auf, die als Uebungbleiterinnen geeignet sind und sich für die Arbeit in der Jungmädelgruppe zur Versügung stellen. Dienst in der Jungmädelgruppe ist Ehrendienst. Es muß erwartet werden, daß sich miemand ausschbießt. Der namentlichen Meldung sind kurze Erläuterungen über die turnerische Entwicklung (Teilnahme an Lehrgängen) beizufügen. 8. Diese Listen sind dis Ende Dezember an untenstehende Adresse zu übersenden. Die Bestimmungen über das Turnen der 14—21jährigen werden noch bekanntgegeben. M. Beinbauer. Kreiswartin im DRL., Ga. H Lemngo, Paurmenstbenr v. 8. Kreisklasse, Neue Termine 27. 12. 36 Schwelentrup— Winterberg à. 1. 37 Winterberg— Silixen Winterberg—Sonneborn darf am 25. 12. 36 ausgetragen werden, wenn beide Vereine damit einverstanden sind. Schiri anfordern. Hofemann, Eruppenkeiter. A=D. Nr. 100. Sie müssen uns den Sachverhalt schon etwas klaver schildern. Offensichtlich liegt aber die Schuld auf Ihrer Seite, da Sie Ihnen zugetragene Gerüchte, ohne den geringsten Beweis zu vesitzen, weitergetragen haben. Lassen Sie sich den Fall zur Lehre dienen und glauben Sie nicht alles, was Ihnen die Leute erzählen! 1000 W5W.=Szenen beim Rundfunk eingegangen Es fehlt an Humor Die Reichssendeleitung hatte gemeinsam mit der Reichsführung des WHW. ein Preisausschreiben, „Wer schreibt die beste WHW.=Hörspielszene?“ erlassen. Wie nun mitgeteilt wird, hat dieses Preisausschreiben in den Kreisen der deutschen Dichter, Schriftsteller und Rundfunkmitarbeiter den erwarteten lebhaften Widerhall gefunden. Bei der Reichsführung des W5W. sind ungefähr 1000, zum Tell sehr wertvolle Arbeiten eingegangen. Das Preisgericht ist dabei, sie gewissenhaft zu prüfen. Mit einer Bekanntgabe der Preisträger kann erst zu Anfang 1937 gerechnet werden. Fast ausnahmslos zeigen die Manuskripte, daß es dem Verfasser um ein Stück persönlichen Erlebens ging und daß das WHW. tief in das Denken und Handeln der Volksgenossen aller Schichten eingedrungen ist. Ein Mangel, der sich bei der Prüfung zeigte, soi das Fehlen eines volkstümlichen Humors, eines gesunden Lachens. So sei zum Beispiel die berühmte„Berliner Schnauze“ ausgeblieben. Der weitaus größte Teil der Einsender habe eine wefentliche Forderung unerfüllt gelassen, nämlich, eine heitere Hörszene zu schreiben. Dagegen fehle es nicht an Beispielen unfreiwilligen Humors, so, wenn zum Beispiel eine wackere Hausfrau in einer WHW.=Rüche losschmettere:„Wenn wir doch alle so'n bißchen Urgenane sein und uns zur vollen Größe aufrichten und beüllen könnten: Rührt uns nicht an, wir beihen! Ka Hir Se! künstliche Waschseide, in allen modernen Farben Paar E rims künstl. Waschseide erse und Schle verstärkt, Mlatt Paar der elegante Damenstrumpf in teiner künstl. Waschseide Paar amen-Strümpte Wolle mit Kunstseide plattiert, elegant und warn... Paar# in gutem Trikotstoff, mit Druckknopf oder Stulpe 1.75, 1.45 CO. mit und ohne Stulpe, in reicher Auswahl 1.95, 1.45 Arlehhannssbube in aparten und sportl. Mustern, gute Qualitäten 3.50, 2.45 in Nappa, mit Stulpe oder zum 450 Knöpfen, ungefüttert. 6.50, 5.50 DasFachgeschäft für Textllwaren Für die vielen Beweise der innigen Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres gusen Balers sagen wir an dieser Steule unseren herzlichsten Dank.-. geb. Rehmsmeier und Kinder * Humfeld, Heilizenkirchen, Verlebeck, Wierborn u. Detmold, den 23. Dezember 1936. K Am Montagabend entschlief unerwartet meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Auguste Ramsel geb. Kaiser im Alter von 64 Jahren. Im Namen aller Angehörigen: Sottlieb Ramsel Heiligenkirchen, Brake, Hiddesen, Bielefeld, Detmold, 21. Dezember 1936. Die Veerdigung findet am Donnerstag, dem 24. Dezember 1936, 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. INSNNH e Verkauf der BurggrabenKarpien unr Hassn am Mittwoch und Donnerstag, ferner am 30. und 31. 12. 36 in Detmold auf dem Bruchberg am Kanal. Hans Pioper, Fernrut 2121 Stalt Korten Für die uns beim Heimgange unserer lieben Mutter erwiesene Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Geschwister Römer Detmold. den 22. Dezember 1936. Herzlichen Dank sage ich allen für die mir beim Hinscheiden meines lieben Mannes erwiesene Teilnahme, insbesondere Herrn Pastor Keller für die trostreichen Worte am Sarge des lieben Entschlafenen. Im Namen aller Angehörigen: Frau Luise Tölle Schwalenberg(Lippe), 23. Dezember 1936. Danksagung Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Frau Luise Gärtner geb. Grabe Ebrentrun, den 22. Dezember 1936. Statt Karten Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme und treuen Gedenkens beim Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir allen herzlichen Dank, auch im Namen unserer Geschwister. Wülhelm Kölling u. Frau Bertg geb. Regel. Bad Salzuflen, im Dezember 1936. Für alle Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen danken wir herzlichst. Im Namen der Hinterbliebenen: August Gees Großenmarve, den 22. Dezember 1936. .. und nim noch eine von den schönen Maunamumnanrnunmnrminenien FritzIODerlCn Vernsprecher 2161 Größte Auswahl! Nledrige Preise! Quartett-Verein Lemgo e. V. feiert am 2. Weihnachtsfeiertage sein 31. STIFTUNGSFEST im S ehütsenhaus Lemgo * Konzert-Anfang 4 Uhr. Ball-Anfang 7 Uhr. Kansnigenollen-Kamneradichant. Lomag Kalkprgenonen Natherauionatt, Eomge Am 1. Weihnachtstage feiert die Kameradschaft im Rödingschen Saale ihr 6. SHHungstest Anfang 4 Uhr. Kassenöffnung 3½ Uhr Ab 4 Uhr Tanz Es ladet freundlichst ein: Der Beirat In der Generalversammlung vom 26. 4. 1936 wurde einstimmig gemäß§ 40 des neuen Statuts beschlossen, die Einzahlungspflicht auf den Geschäftsanteil von RM. 100,— auf RM. 25.— festzusetzen. Die Gläubiger werden aufgefordert, sich zu melden. Soar= u. Larieduskasse e. 6. U. u. S., Schwalenbers gez. Schlingmann gez. Tölle Dachan= Eschan= Kirschbaum u. Rußbaum. kauft lausend gegen Kasse Abtlg. Polstergestellfabrik Detmold Fernruf 2071 Miimmmmmmmmm Wenn Zigarren dann Spezlalgeschüft Fr. Kronsnaues- Lage Friedriohstr. 38- Ruf 848 ufde und techensse (10 S 3.—.— W. Penselin Richthofenstr. 4 Versuchen Sie einmal die heizkräftigen Anthrazit Eierbriketts Sie werden überrascht sein. Drucksachen Lipp. Staatsztg. Empfehle zum Weihnachtsfeste prima Erust Bogk, Roßschlachterei Lage, Schulstraße 23, Fernruf 457. Lamssen AsissenP. Asasei jetzt müssen wir noch eben zur Staaiszeilung und unsere Verlobungsanzeige aufgeben.— Heute abend um 6 Uhr ist Schluß der Anzeigen-Annahme für die Weihnachtsausgabe 2. Welhnachtstag Kriegerball Turnverein Bentrup-Lesbruch Zu dem am 2. Weihnachtstage im Gasthof„Lur Waldlust“ stattfindenden Wintervergnügen laden wir alle Freunde und Gönner herzlich ein. Der Vereinsführer Erstklassige Musik. Anfang 4 Uhr nachm. —* =-- und jetzt noch schnell ein gutes Buch aus der Buchhandlung ERNST WEEGE L EMGO DEUTSCHE WERTARBEIT Großes Lager in U. Hans Kratz. Lemgo Fernruf 894 Leopoldstr. 32 K Forstamt Langenholzhausen Holzverkauf am Mittwoch, 30. Dezember 1936, um 10 Uhr in der Gastwirtschaft Eggers in Silixen. Försterei Heidelbeck: Echterewald 3c: Nr. 625/655 = 17 rm Bu.=Klob.,=Knpl. u. 10 Hfn. Königsholz 2 c: Nr. 460/62= 0,52 fm Lärchen.=Nutzh. Schierenbeut 6 c: Nr. 551/589= 31 rm Bu.=Klob.,=Knpl. und 13 Hfn. Breuningen 9 b: Nr. 761/852— 6,5 rm Ei.=Knpl., 67 rm Bu.=Klod.,=Knpl. u. 30 Hfn. Unt. Ruschenbeut 10 b: Nr. 867/880= 2,54 fm Ei.=Pfahlh., Nr. 1035/1105— 51 rm Bu.=Klob.,=Knpl. u. 24 Hfn. Ruschenbenk 11 b: Nr. 263/306, 326/79= 103 rm Bu.=Klob.,=Knpl. u. 40 Hfn. Henrichsbau 5 a: sämtl. anf. Brennh. Christstollen, Marzipan nur eigenes Fabrikat, Spekulatien, Schokolade erster Firmen. Topfund Sandkuchen, sowie Honigkuchen eigener Herstellung empfiehlt zum Feste Bückerei Gustav Brockhausen Inh.: Herm. Kneupor Lomaa- Ostertor 3 Köntosberder Müchdieb- und Zuchtvieb=Auktion am 7. u. 8. Januar 1987. 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Niedem#, Gehrenberg. Post Großenmarpe. Jüngere Steuetypistin #r Fabrikation für bald geucht. Schriftl. Bewerbungen u. Nr. 6193 an die Lipp. Staatsgeibung. Pächter oder Teilhaber eines alten, ausbaufähigen Betriebes(Holzindustrie) für sofort gesucht. Angebote mit Angabe der eotl. Einzahlung unter Nr. 6191 an die Lipp. Staatszeitung. zum 1. od. 15. 1. 37 für großen Gutohaushalt 2 tüchtige, fleißige Hausmädchen bei gutem Lohn, möglichst nicht unter 18 Jahren, mit guten Zeugnissen. Zu erfragen unt. Nr. 6150 bei der Lipp. Staatszeitung. Sache zum 1. 1. 37 zuverlässigen Gefpannführer. H. Niewald, Niewald Heiden. Kontoristin wird solche, die die reibebuchführung besofort oder per n. 1937 gesucht. C. Juckenack, Paulinenstraße 50. Zu verkaufen :„ Kinderfahrrad oder Damenfahrrad billig zu verkaufen. Marienstraße 19. Zu verkaufen .. ¼eGeige mit all. Zur 28 RM.; dergl. gute ältere Geige 50 RM. Hermannstraße 31. Geige und Mandoline sehr gut erhalten, spottbillig zu verkaufen. Mandoline mit Bezug. 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