S#b.:8::M:!:: K:!::8 W EE B a Strup, 99 6 9 derb Lippische Brrck: schenbagen K Wellentrag# Landes Altestes und verbreitetstes Blatt des Fürstent ums und der angrenzeuden Bezirke. e 140. Detmold, Donnerstag, 25. Juni 1903. 130. Jahrgang. Der Einzug König Feters I. Wien, 24. Juni. König Peter traf auf der Durchfahrt nach Serbien gestern abend 10 Uhr auf dem Westbahnhose ein. Nach Vorstellung des hiesigen serbischen Gesandten wurde der König vom Bürgermeister von Belgrad und einer Deputaion der serbischen Studentenschaft egrüßt. Belgrad, 24. Juni. Der König ist um 10 Uhr hier eingerroffen. Es herrscht Freudenstimmung. Belgrad, 24. Juni. Sämtliche Blätter bringen für den neuen König Huldigungsartikel. Es herrscht kühles und trübes Wetter. Seit 8 Uhr früh fangen die Straßen der Stadt an, sich zu beleben. Die Gäste aus der Provinz betrachten die Ausschmückung der Stadt, an welcher die letzte Hand angelegt wird. Gegen 9 Uhr beinen die Truppen, in den Straßen aufzumarschieren und palier zu bilden. Auf dem reichgeschmückten Bahnhofe # ssen die Honoratioren ein. Auf dem Perron versammeln die Mitglieder der Regierung und der Stadtvertretung, aktiven und inaktiven Generale, der Stadt= und Festungskommandant und die Ehrenkompagnie mit der Rusik. Im Bahnhofssalon wird der König erwartet von oon Familien der Minister, den Gesandten Oesterreich=Ungarns und Rußlands, Dr. Dumba und Tscharikow mit dem Personal der Gesandtschaften, dem Präsidenten des Staatsrates, den hier weilenden serbischen Gesandten, dem Präsidenten des Kassationshofes und der Akademie der Wissenschaften und dem Direktor der Hochschule. Der russische Besandte Tscharikow wird an der Türschwelle des Bahnhofssalons durch den Ministerpräsidenten dem Könige vorösterrei werden. Hierauf wird Tscharikow dem Könige den rischen Gesandten Dr. Dumba vorstellen. schischungar.## Wmnn er. Auf diese Weise wird letzterer mit den Mitgliedern der gegenwärtigen Regierung, mit denen er bis jetzt keine Beziehungen angeknüpft hatte, nicht in Berührung kommen. Belgrad, 24. Juni. Durch im Konak beschlagnahmte Papiere Alexanders und Dragas sind viele Damen der Belgrader Gesellschaft arg bloßgestellt, da daraus ersichtlich ist, daß sie dem Königspaare Spionendienste geleistet haben. "„Peigrad, 23. Juni. Der türkische und der ameriAnsche Gesandtereisten heuteabendav. Der ktalienische Gesandte verbleibt hier, darr sich aber von den Belgrad, 24. Juni. Um 10 Uhr verkündete Kanonendonner, daß der neue König den serbischen Boden beteeten habe. Bei der Einfahrt des Hoszuges intonierte die Musik die Nationalhymne. Alle Anwesenden brachen in stürmische, endlose Ziviorufe aus. Nach Einlaufen des Zuges wurde der König von der Regierung und der Gemeindevertretung begrüßt. Er schritt hierauf die Front der Ehrenkompagnie ab und nahm die Vorstellung der Anwesenden entgegen, sodann an der Schwelle des Salons die Vorstellung des russischen Gesandten Tscharikow, im Salon die des Gesandten Oesterreich=Ungarns Dumba und anderer Persönlichkeiten. Beim Ausgang des Bahnhofs wurde der König von einer Abordnung Belgrader Damen begrüßt, während die Menge in brausende Ziviorufe ausbrach. Beim Empfange auf dem Bahnhof richtete Ministerpräsident Awakumowitsc an den König, der Generalsuniform trug, eine Ansprache, sowie die vom König verlesene Antwort, riefen begeisterte „Zivio"=Ruse hervor. Der Ministerpräsident stellte hierauf die Minister und anwesenden Generale und sonstigen Offiziere vor. Sodann wandte sich der König den Abordnungen der Stadt Belgrad zu, aus deren Mitte ein Mitglied mit einer Ansprache Salz und Brot überreichte. Nachdem der König auch auf diese Ansprache geantwortet hatte, begab er sich in den Bahnhofssalon, wo er außer den oben genannten Personen auch die Gemahlinnen der Kabinettsmitglieder begrüßte. Vom Bahnhof begab sich der König im feierlichen Zuge nach der Kathedrale. Auf dem Wege dorthin bildeten Vereine, die Studentenschaft, die Institute und Truppen Spalier, hinter welchem sich eine dichte Menschenmenge aufgestellt hatte. Die Spitze des Zuges bildete eine Abteilung Gardesoldaten; ihnen folgten in dem Galawagen König Peter mit dem Ministerpräsidenten, im zweiten Wagen Dr. Neuadowitsch, dann die Offiziersabordnung, die den König hierher begleitet hatte, die übrigen Minister und zum Schluß eine Depulation der Skupschtina. Begeisterte„Zivio"=Ruse begrüßten den König, überall warf man ihm Blumen zu. Der König erwiderte, indem er freundlich lächelnd salulierte. Nach einem Aufenthalt von 30 Minuten verließ der Zug in derselben Ordnung die Kathedrale. Musikkapellen durchziehen mit klingendem Spiel die Straßen. Belgrad, 24. Juni. In seiner Begrüßungsansprache auf dem Bahnhof führte Ministerpräsident Awakumowitsch aus, er begrüße den König als den Nachkommen des großen Karageorg. Die einstimmig erfolgte Wahl des Königs beweise am besten die Gesinnung des Volkes. Das Volk hoffe, daß der Träger der neuen Aera des nationalen Lebens den Weg der Freiheit und des Fortschritts betreten und daß diese Aera dem Volke eine glückliche Zukunft bringen werden. Redner sagt dann, er erachte es für das größte Glück, den König im Ramen der Regierung und des Volkes begrüßen zu können und schloß:„Willkommen in Eures Volkes Mitte, das Euch liebt, willkommen Herr! Zivio König Peter Karageorgiewitsch!“ In der Antwort auf die Ansprache des Ministerpräsidenten gab der König zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß es ihm vergönnt sei, nach 45 Jahren den geheiligten Boden des ihm teuren Vaterlandes wieder g. betreten. Gleichzeitig rege sich in seiner Seele der ank, den er Gott schulde, und das Bewußtsein der Pflichten, die seiner als König harren. Der König sprach dann den Ministern seine Anerkennung dafür aus, daß sie ihre Pflichten dem Vaterlande gegenüber erfüllten, wie die Jalcressen des Laudes en erfocben Sütten. Se sei glülklich, den Ministern auch bei dieser Gelegenheit seinen innigsten Dank und seine königliche Anerkennung zu erneuern. Auf die Ansprache, mit welcher der Gemeinderat Pawlowitsch den König namens der Stadtvertretung begrüßte, sprach der König seinen Dank aus und erklärte, er werde sein Augenmerk darauf richten, daß Belgrad die würdige Zentrale des Serbentums werde. Als der König bei der Kathedrale eintraf, wurde er am Kirchentor von dem Metropoliten Innocentius, der von den Bischöfen umgeben war, begrüßt. Der König schritt dann unter Vorantritt des Metropoliten und der Bischöse durch ein von Geistlichen gebildetes Spalier durch die Kirche zum Altar. Hinter dem Könige folgten der Ministerpräsident und die übrigen Minister. Nach Erleilung des Segens hielt der Metrovolit eine Ansprache, worin er sagte:„Alles, was sich auf Erden ereignet, ist nur durch den Willen Gottes möglich, so auch die Berusung des erhabenen Geschlechts Karageorgiewitsch' und die Berufung König Pelers durch die Nation. Bitten wir zu dem Allmächtigen, daß er das Wirken des erhabenen Königs Peter segne und König Peier viele, viele Jahre erhalte zum Wohle der Nation, damit das serbische Volk neugestärkt emporblühe.“ Nach einem Gebet für den König erteilte der Mepropolit ihm den Segen. Sodann schritt der König zum Altar, kniete vor demselben nieder und verrichtete ein kurzes Gebei. Hierauf küßte er das von dem Metropoliten dargebotene Kreuz, sprach zu ihm einige Worte und reichte ihm die Hand, worauf er sich vor der Geistlichkeit verneigte und dem Ausgange zuschritt. Beim Verlassen der Kathedrale wurde der König wieder durch stürmische Zurufe begrüßt. Den Feierlichkeiten in der Kathedrale wohnten außer den Ministern Mitglieder des Staatsrats, Vertreter der Beamtenschaft zahlreiche Offiziere und andere Personen bei. Von der Kathedrale trat der König die Fahrt nach dem neuen Konak an, wo er kurz nach 11 Uhr eintraf. Inzwischen hatten sich im Konak die Senatoren und Abgeordneten versammelt. Senatspräsident Welimirowitsch begrüßte den König namens der Versammlung mit einer Ansprache, in der er sagte, die nationale Versammlung zum erstenmal vor dem König vereint, heiße ihn herzlichst willkommen, überzeugt, daß der König die kulturellen und nationalen Fortschritte des Landes fördern werde.(Bei diesen Worten brachen alle Anwesenden in Ziviorufe aus. Der König antwortete, indem er herzlichst für den warmen Willkommengruß dankte und feierlichst erklärte, im Einver nehmen mit der Nation regieren zu wollen. Er bitte die Versammlung, überzeugt zu sein, daß er sein gegebenes Versprechen loyal halten werde. Der König schloß mit dem Rufe:„Hoch das serbische Volk!“ Hierauf reichte der König jedem der Anwesenden die Hand. Als der König auf dem Balkon erschien, wurde er mit andauernden Zivio rusen begrüßt. Der König dankte durch Kopfnicken und zog sich dann in seine Gemächer zurück. In der Stadt herrscht großer Jubel. Alle Geschäfte sind geschlossen. Belgrad, 24. Juni. Beide Kammern des Parla ments werden den König m Thronsaal des neuen Palastes begrüßen, und dieses wird die letzte Funktion des Senats sein. Berlin, 24. Juni. Ueber die Dispositionen des deutschen Gesandten in Belgrad werden unrichtige Meldungen verbreitet. Da der deutsche Gesandte beim König Alexander von Serbien beglaubigt war, sind durch dessen Tod die Funktionen des diplomatischen VerRieo Trmschiunrs erledigk. Wenn bleser zunaasrt In Belgrad verbleibt, so geschieht es, wie die„Rat.=Zig" hört, behufs Erledigung der lausenden Geschäfte sowie zum Schutze und zur Wahrung der dentschen Interessen. Das weitere Verhalten der deutschen Regierung wird sich erst ergeben, sobald die Thronbesteigung des neuen Königs offiziell angezeigt worden ist. Zur Reichstagswaßl. Folgende unglaubliche Bekanntmachung des Wahlvorstehers in der Ortschaft Nielebock bei Genthin(Kreis Jerichow I und II) veröffentlicht die Berliner„Volkszig.“: „Am Donnerstag, den 25. d. Mis. von früh 10 Uhr bis abends 7 Uhr findet die Stichwahl zwischen dem Kandidaten der staatserhaltenden Partei dem Fürsten Bismarck und dem Umstürzler, dem Sozialdemokraten Voigt stalt, wozu die hiesigen Wähler eingeladen werden. Nielebock, 21. Juni 1903. Der Gemeindevorsteher Zimmermann Wahlvorsteher. NB. Zu meinem größten Bedauern und zum Skandal für unsere Nachbarörter sind leider, ich nehme an wohl durch Verhetzung, von dummen Jungen und Tagedieben, die auf Kosten andrer leben, 16 Stimmen für den Umstürzler abgegeben worden. Richte daher an diejenigen Wähler die Bitte, doch vernünftig und klarsehend mit sich selbst vorzugehen. Daß Mann nicht wählen darf, welcher und ist die Scholle noch so klein, vielleicht bestehend in einem kleinen Wohnhause mit hübschem Garten, von diesen vertreiben will. (!) Ein Nein und wieder Nein muß man solch zurusen. D. O.“ ea— Es ist wirklich schwer, hier nicht an eine Mystifikation zu glauben.)„„ Berlin, 24. Juni. Die„Nationallib. Korresp.“ meldet: Die Wahl in Schwerin, in welcher der Links=Nationalliberale Büsing, bisher Vizepräsident, unterlag, muß sehr wahrscheinlich für ungultig erklärt werden, weil die Wahllisten in Schwerin statt 8 nur 6 Tage ausgelegen haben. Büsing ist bei der Hauptwahl nur mit 24 Stimmen unter der Stimmenzahl des Sozialdemokraten geblieben. Politische Aebersicht. Deutsches Reich. Detwold, 25. Juni. — Der Kaiser in Cuxhaven. Dienstag abend 8 Uhr fand auf dem Dampfer„Molike“ ein von der Hamburg=Amerika=Linie gegebenes Festmahl statt, an welchem der Kaiser teilnahm. Bei ihm brachte der Ehrenpräsident des Norddeutschen Regattavereins, Bürgermeister Dr. Mönckeberg, ein Hoch auf den Er wies in seiner Rede auf die Begründung zur Aufgabe Kaiser aus. des Vereins„Seefahrt“ hin, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, größere Jachten zu erwerben und mit deutschen Matrosen auszurüsten. Auch hierzu habe der Kaiser den Impuls gegeben, wie auf allen Gebieten maritimer Interessen. Auf den Trinkspruch des Börgermeisters Mönckeberg erwiderte der Kaiser in eiter Rede, in der er über Segelsport und hanseatische Unternehmungslust sich ausließ. Es sei ihm eine besondere Freude gewesen, die heutige Regatia mitsegeln zu können. Es sei has erste miol. haß——i„inm#,#bür# artigen Gegner zu kämpfen gehabt habe, ohne diese un angenehme Bestimmung der Zeitvergütung empfinden zu müssen, unter der er jahrelang gelitten habe. Der Kaiser schloß: Alles, was ich sonst auf dem Herzen habe, fasse ich zusammen in dem Rufe: Hamburg, der Nordbeutsche Regattaverein und die Hamburg=Amerika=Linie Hurrg! surra!— Gestern morgen kurz nach 8 Uhr verlteß der aiser an Bord der„Hohenzollern“ den neuen Hafen. Das Fort Grimmerhörn gab den Abschiedssalut von 33 Schutz. Die„Hohenzollern“ fuhr sodann mit dem Begleitschiff„Sleipner" elbaufwärts nach dem Wilhelm=Kanal. Die„Nymphe“ war bereits um 7 Uhr nach Brunsbüttel vorausgefahren. — Der Kaiser hat dem Präsidenten des Hamburger Senates Bürgermeister Burchard„als Zeichen seiner Dankbarkeit für den ihm anläßlich der Enthüllung des Denkmals seines in Gott ruhenden Herrn Großvaters eitens der Hamburger Bürgerschaft zuteil gewordenen länzenden Empfang“ seine in Marmor ausgeführte Büste lbermitteln lassen. — Kieler Kaisertage. Der Kaiser ist an Bord der„Hohenzollern“ gestern Abend nach 6 Uhr in Kiel eingetroffen. Als das Schiff in den inneren Hafen einief, setzten die Kriegsschiffe Toppflaggen und feuerten den kaisersalut. Während die„Hohenzollern“ an den langen keihen der Kriegsschiffe vorbeifuhr, paradierten die Besatzungen der Schiffe und brachten Hurras aus. Auch Albumblätter. Mißkenne deinen eigenen Wert nicht: verliere nie die Zuversicht zu dir selbst. v. Knigge. Der Fund in der Eilenriede. Ein Hannoverscher Roman von C. Crome=Schwiening. (28. Fortsetzung.) Solche Blicke wären auch ohne Zweifel sehr erstannte gewesen, d un das Leben, das der Baron, seine„Nichte“ und Jub hinter verschlossenen Türen führten, glich dem in der Gesellschaft und vor ihren Gästen ganz und gar nicht. Hier war Jub der Diener nicht mehr, sondern Gleichberechtigter, der mit dem„Baron“ oft in erregte Auseinandersetzungen geriet und gegen Lucile von einer Respektwidrigkeit sich zeigte, die jedem anderen Diener sofort den Dienst gekostet haben würde. Und wenn ein lauschen: des Ohr vernommen hätte, wie im Zimmer des Herrn Barons Jub seinen Gebieter einfach mit„Du“ und„Sergei“ anredete, so hätte sich gewiß zu dem Erstannen schnell die Vermutung gesellt, daß die goldene Schale dieses fremdländischen eeichen Haushaltes einen wurmstichigen Kern trage. Speisezimmer standen noch die Reste des De zeneurs auf dem Tische. Lucile, nachlässig in eine Matince aus vengalischer Seide gehüllt, blies den Rauch ihrer Papyros in dichten blauen Wölkchen von sich. Wie sie sich in den Sessel zurückgeworfen hatte, ein Knie über das andere gelegt, auf der Spitze des zierlichen Fußes ein rotes Saffianpantöffelchen wippend, hatte das schöne Geschöpf in dem weichen, anmutigen Fluß der Glieder etwas Kauenartiaes, und der lauernde Blick hinter den langen seidenen Wimpern und die seinen spitzen Zähne hinter den roten Lippen, welche das Mundstück der Papyros hielten, vertieften diesen Eindruck nur. ne, u#weiige Abend gut, Sergei?“ fragte sie nachlässig, sich der französischen Sprache bedienend, welche der Baron und seine Nichte im Verkehr miteinander fast eusschließlich anwendeten.„Ich dächte„ich hätte mir Mühe genug gegeben mit dem kleinen Prinzen, der so gär kein Interesse für Euer Jeu zu haben schien, bis ich mich ihm entzog, um ihn Euch auszuliefern.“ „Du warst gestern bewundernswert, wie immer, Mascha!“ entgegnete Baron von Ekenäs mit einem heißen Blick auf das junge schöne Weib.„Und ich hätte diese junge fade Durchlaucht, der Dir so unverschämt den Hof machte, am liebsten von Deiner Seite gerissen. Wahr haftig, Mascha, Du kannst selbst einen Menschen wie mich, der das Leben gründlich gekostet, verrückt machen!“ setzte er in unterdrückter Leidenschaft hinzu. „Du wirst geschmacklos, Sergei“, erwiderte Mascha kühl.„Ich denke, Du kennst unseren Vertrag. Ich bin die fügsame und, wie ich anzunehmen berechtigt bin, aud nicht ungeschickte Förderin Deiner Pläne und Geschäfte und Teilhaberin an deren Gewinn, vor der Welt Dein Nichte Lucile von Ekenäs, sonst aber die unumschränkte Herrin meiner selbst, der es freisteht, Dich zu verlassen und sich einem anderen aus der großen Sippe internationaler Abenteurer anzuschließen, sobald es ihr paßt. Und wenn Du den Zeitpunkt einer solchen Treinung nicht in bedenkliche Nähe rücken willst, so rate ich Dir, Sergei Andrejewitsch, auch in unserem engeren Verkehr die Grenzen zu wahren, die wir als Nichte und Oheim so hübsch vor der Welt respektieren.“ „Tu bist grausam, Mascha! Fühlst Du denn nicht, wie leidenschaftlich ich Dich liebe?“ „Genug!“ sagte das junge Weib hart,„ich will nichts mehr hören!“ Baron von Ekenäs setzte hart die Zähne aufeinander, und in seinen Augen erschien ein loderndes Feuer. „Man sollte meinen, in Deinen Adern pulsiere Wasser anstatt des Blutes!“ sagte er erregt.„Und ich weiß, hinter der kalten Außenseite birgt sich ein Vulkan von Leidenschaft, der nur noch schläft, um eines Tages verheerend auszuLrechen.“ Mascha stand auf und warf die ausgerauchte Papyros in eine große Aschenschale aus getriebenem Tula=Silber, die auf dem Tische vor ihr stand. „Ich sehe, ich muß die Einsamkeit meines Zimmers aufsuchen, wenn ich mich von solchem Geschwätz befreien will.“ „Bleib!“ rief Sergei düster.„Ich werde nicht mehr von mir reden!“ „Das ist vernünftig!“ lachte Mascha, und der Mann vor ihr erzitterte innerlich bei dem kleinen grausamen Lächeln, das in ihren Mundwinkeln erschien.„Und nun rhalte ich auch vielleicht die Antwort auf meine Frage, ob der gestrige Abend gut gewesen sei?“ „Er durfte es nicht sein!“ sagte der Mann, der sich als Baron von Ekenäs in die Gesellschatf zu drängen verslanden hatte.„Gerade um dieser kleinen Durchlaucht willen. Wir werden ihn erst ködern müssen, ehe er reif für den Hauptschlag ist. Er gehört zu den reichsten„Reichsunmittelbaren" Deutschlands, und doch freuen ihn die paar tausend Mark, die ich ihn gewinnen ließ.“ „Und wie lange soll unser Aufenthalt in dieser Stadt noch dauern?“ „Du weißt, daß wir Grund haben, uns von den Hauptspielplätzen eine Zeit hindurch zurückzuziehen“, gab Sergei zurück.„Dort sind zu viele unseres Schlages, um Unersahrene zu plündern. Hier sind wir allein tätig, und diese Stadt ist wahrlich reich genug, um einige Monate an sie zu verlieren.“ „Hier oder anderswo, es ist im Grunde dasselbe", sagte Mascha und griff nach einer neuen Papyros.„Und im Grunde habe ich nichts gegen diese Stadt. Apropos“, fuhr sie nach einer kurzen Ruhepause fort,„bist Du dem Leutnant wieder begegnet, der vor kurzem mit diesen Welligenschen Damen zusammen war?“ Sergei schaute mit raschem Blick auf Mascha, deren Lider sich über ihre Augen gesenkt hatten, als wollten sie den glimmenden Funken verbergen, den der plötzliche Gedanke an Leutnant Hellwing darin aufglühen ließ. „Nein!“ sagte der Mann kurz und abweisend. „Willst Du ihn nicht zu einem Deiner Abende einladen?“ „Was soll er hier? Ich habe mich nach ihm erkundigt. Er hat nur ein kaum nennenswertes kleines Vermögen und spielt nicht" „Gleich viel!“ meinte Mascha, den duftenden Rauch mit ihren roten Lippen zu zierlichen Ringen formend. „Gleich viel?“ Mascha sah den Baron von Ekenäs mit offenem Spott in dem verführerischen Antlitz an: „Mich interessiert dieser Offizier. Er ist anders wie die die meisten, die ich kennen gelernt. Mich könnte es reizen. zu sehen, ob auch er nur— Wasser in den Adern hat!“ „Mascha?“ „Was beliebt?“ Der Fuß des Mannes stampfte zornig den weichen Teppich, aber er erwiderte nichts. „Er interessiert mich, und Du— wirst ihn hoffentlich einladen!“ „Und wenn ich mich weigere?“ „Nun,“ sagte das schöne Geschöpf gleichmütig, indem sie sich träge erhob,„so mag Akulina meine Koffer packen.“ „Und wenn ich Dich mit Gewalt zurückhalte?“ Das junge Weib hatte sich hochaufgerichtet. Alles Träge war aus Antlitz und Haltung verschwunden. Die Lippen preßten sich fest aufeinander, die feinen Nasenflügel bebten, und der Blick, der zu dem Manne hinüberzuckte, war hart und stählern wie eine Damascenerklinge. „Versuch's!“ In dem einen Worte lag so viel eigenes Kraftvertrauen und zugleich so viel Hohn, daß Sergei bis in die Lippen erblaßte. Mascha schickte sich an, das Schlafzimmer zu verlassen. Der Baron von Ekenäs eilte ihr nach. „Bleib!“ „Was willst Du noch?“ „Ich werde diesen Offizier einladen!“ „Ah, Du kommst zur Vernunft?“ „Aber ich sage Dir, hüte Dich! Entdecke ich, daß Dein Flirten nur Maske wird und er Dir teuer wird—“ „Dann?“ lächelte Mascha kalt. „Es ist gut!“ sprach Sergei rauh,„reden wir nich mehr darüber. Du sollst Deinen Willen haben, um so mehr, als ich Deiner in dieser Zeit weniger denn je entbehren kann.“ „Ein neuer Plan?“ „Ja“, bestätigte Sergei.„Und wir täten besser, ihn in Ruhe zu besprechen, als uns gegenseitig zu erregen. Auf Wunsch der Welligenschen Damen habe ich Dich in das Laus eingeführt.“ „Es ist langweilig.“ „Und doch muß es Dir in demselben behagen, venn mein Plan gelingen soll. Der Bankier Welligen ist sehr reicher Mann und diese Ada— seine einzige Tochter ::( F o r t s e t z u n g f o l g t.) — ** die Besatzungen der amerikanischen Kriegsschisfe begrüßten die„Hohenzollern“ mit Hurras. Von den Flaggschiffen ertönte die Nationalhymne. Die„Hohenzollern“ mochte gegenüber der Marine=Akademie fest. Ein zahlreiches Publikum hatte von den Ufern der Föhrde aus das Einlaufen der kaiserlichen Jacht beobachtet. — Reichskangler Graf Bülow, der während seiner Erkrankung bisher nur die dringendsten Geschäste zu erledigen vermochte, hat nunmehr seine Amtstätigkeit in vollem Umfang wieder aufgenommen, muß jedoch, abgesehen von kurzen Spaziergängen im Park des Reichskanzlerpalais, noch weiterhin das Zimmer hüten. Oesterreich=liagere. Wien, 24. Juni. Graf Khuen=Hedervacy ließ alle Rebenforderungen fallen und beguügte sich mit dem bisherigen Rekrutenkontingent. Der größte Teil der Unabhängigkeitspartei erklärte sich bereit, dieses zu bewilligen, hält jedoch die nationalen Forderungen für das bevorstehende definitive Wehrgesetz aufrecht und droht, falls sie verweigert werden, mit dem schärfsten Wider stande. Frankreich. Paris, 23. Juni. Bei der Erörierung der einzelnen Artikel des Gesetzentwurfs Kongreganisten kommt es in erpentan Qon-inam n c a. erregien uudeinanversetzungen zwischen den Gruppen der Rechten und der Linken. Schließlich wird der Gesetz entwurf in der Gesamtabstimmung mit 329 gegen 66 Stimmen angenommen. Auch gelangte mit 308 gegen 14 Stimmen die Resolution Buisson zur Annahme, wonach jede Kongregation aufzulösen ist, die durch Mittelspersonen oder mehrere bereits aufgelöste Anstalten neu errichtet ist. Paris, 24. Juni. Der neu gewählte Abgeordnete Syveton überfiel gestern abend in der Rue Rivoli seinen Gegenkandidaten, den radikalen Rechtsanwalt Eetoder und versetzte ihm einen Faustschlag, weil in einem Wahlplakat Lafoyers behauptet worden war, daß Syveion eine Engländerin geheiratet habe. Thonon=les=Bains, 23. Juni. Der russische Anarchist Fürst Rakaschitz ist mit seiner Gemahlin dier verhaftet worden. Beide werden an die Grenze geschafft werden, da ihre Ausweisung beschlossen ist. Reich. London, 24. Juni. Verständigung zwischen Frankreich und England bezüglich Afrikas. Es verlautet von diplomatischer Seite, während Loubets Besuch werden Verhandlungen stattfinden, um eine Verständigung betreffs verschiedener afrikanischer Probleme, namentlich über Marokko, Tunis, Tripolis und Aegypten, herbeizu führen. Die Grundgedanken der Besprechung seien schon von dem britischen und dem französischen Auswärtigen Amt vereinbart. zur Stadt nicht mehr zu die Erdbeeren auskaufen. machen, da die Sommerfrischen — Die Sommerfrischen sangen an, sich mit Pensionären zahlreicher zu beleben. In Verledeck, Holzhausen und Externsteine sind schon zahlreiche Sommerfrischler eingetroffen. Veränderlich heiter, strichJuni: Biel OET• en und er eingetro Wetter=Aussichten. 28. Juni: warm, meist trocken. 29. Juni: Warm, meist weise Regenfälle und Gewitter. Windig. 30. fach schön, sonst wenig verändert. 1. Juli: änderlich. Stellenweise Gewitter. — Vakanzenliste für Militäranwärter im Beziek des 7. Armeekorps. 1. Sofort, Bergrevier Dortmund II zu Dortmund, Königl. Oberbergamt Dort mund, Hilfsschreiber 100 M. monatlich.— 2. Zum 1. Jul 903, Dortmund, Gerichtsgesängnis zu Dortmund, ständiger Hilfsgefangenaufseher, 92,50 M. monatliche Diäten 3. Sofort, Hagen(Wests.), Bürgermeisteramt, mehrere Schutzmänner für den Nachtdienst, je 1200—1680 M Gehalt. Uniform und Ausrüstungsgegenstände werden geliefert.— 4. Sofort, Hamborn, Bürgermeisteramt, Nachtschutzbeamter, Gehalt 1000—1200 mr., Kleidergeld und Wohnungsgeld.— 5. 1. Oktober 1903, im Bezirk der Kaiserl. Oberpostdirektion Dortmund, Kaiserl. Postanstalt, über die Säkularisierung der Postschaffner, 900 M. Anfangsgehaft und Wohnungsgeld der Deputiertenkammer zu sehr zuschuß.— 6. Sofort, im Bezirk der Creselder Eisenbahn, Bureaugehülse für die Verkehrskoutrolle, 80 M. monatlich. — 7. 1. Juli 1903, innrhalb des Amtsbezirks Sodingen, Landkreis Dortwund, Poltzeiverwaltung des Amtes Sodin gen, Amtspolizeisergeant, 1200—1500 M.— 8. 1. Sept 1903, Ochtrup, Amt Ochtrup, Amtssekretär, 1500 M. Anfangsgehalt, steigend bis 2100 M.— 9. 1. September 1903, Ort vorbehalten, Kaiserl. Postamt, Postschaffner, 900— 1500 M. Gehalt und Wohnungsgeldzuschuß.— 1. Juli u. 1. Oktober 1903, Remscheid, Oberbürgermeister amt, 2 Assistenten 1. Ordnung, je 1500—2700 M.— 11. Sosort, Remscheid, Polizeiverwaltung, Polizeisergeant, 1200—1500 M. und freie Kleidung.— 12. Sofort, Remund Aus dem Fürstentum Umgegend. Detmold, 25. Juni. — Bürgermeister= Wahl. Unter Leitung des von Fürstlicher Regierung ernannten Wahlkommissars, des Herrn Geh. Ober=Regierungsrats Overbeck, fand gestern mitlag um 12 Uhr im Rathaussaale die Wahl des neuen Bürgermeisters unserer Stadt statt. Er erhielten: Major a. D. Wittje, jetzt Bürgermeister zu Carlshasen a. d Weser, 13 Stimmen, Dr. far. Pusch jett Stadtrat zu Ceimmitschan i. Sachsen, 8 Siimmen. 3 Zettel waren unA TDawen. — Falkenkrug=Konzert. Diesedmal hatte Herr Musikdirekter Hubert den Weitermacher überlistet. Bekunntlich trat früher, wenn ein Falkenkrug=Konzert vorher angekündigt wurde, stets im letzten Augenblicke Regenweiter ein. Diesesmal wurde nun die Absicht, gestern ein Konzert zu geben, streng geheim gehalten und erst in letzter Siunde durch Anzeige und Schelle dem Publikum bekannt gemacht. Die List glückte. Es war wohl Herrn Betrus nicht mehr möglich, die ubtige Zahl Wolken zu sammenzuschieben, und so war das Konzert vom besten Weiter begünstigt. Es war auch infolgedessen recht gnt besucht, und mit ruhiger Behoglichkeit lauschten die Er### den Klängen der Regimentsmusik, die wieder Vo. iches bot. Das Progrannu enthielt Perlen klassischer Dunik: Wagner, Beethoven, Liszt wurden köstlich zu Gehör gebracht, doch fehlten auch moderne Nummern nicht. Prickelnde Walzer und flotte Gavotten erfreuten unser Ohr und die Schaar junger Mädchen bedauerte gewiß ungemein, dabei still sitzen zu müssen und nur mit den zierlichen Füßen den Takt trippeln zu können. Des Sommertheaters wegen, werden von mm ab die Konzerte be günstigem Wetter Donnerstags abgehalten. — Bäcker=Verbandstag des Zweig=Verbandes „Nordwest“ der deutschen Böcker=Innungen. Wir hatten schon vor einigen Tagen auf diesen Tog aufmerksam gemacht und von dem eigentlichen Festprogramm Mitteilung gemocht. Die Hauptsache, die die Böcker hier zusammen führt, besteht aber in ernster Arbeit. Nachdem am Sonntag, den 28. d. Mis., abends 8 Uhr, im Theatersaale „Neuen Kruges“. Festvorstellung mit nachfolgendem Kommerse abgehalten ist, findet am Montag von ½10 Uhr an die Verbandssitzung im Hermannssaale des„Lippischen Hofes“ statt. Os wird reseriert und debatttert über die Errihtung eines Zentval=Arbeitsnachweises, über Meisterkurse und Meisterprüfungen, über Fortbildungs= und Fochschulen, über Pensions= und Witwenkasse, über die Schädigung des Henteuerbbunhsosunverine ubloerhinten chreintrige verschiedener Innungen, Regelung und Verteilung der Aemter des geschäftsführenden Vorstandes, Bericht über die vom Verbande„Nordwest" herausgegebene Buchführung für Bäcker. An diese Verhandlungen schließt sich die Wahl des Vorstandes sowie die Wahl des Ortes für den nächstjährigen Verbandstag. Der nicht zu umgehende Punkt „Verschiedenes" bildet auch hier wieder den Schluß der Tages=Ordnung. Das sich an die Verhandlungen anschließende Festessen im Hotel„Stadt Detmold“ sowie das dann folgende Konzert und der den Schluß des Tages bildende Festball dürsten einen angenehmen Kontraft zu dem geschäftlichen Teile des Tages bilden. Eine Wagenfahrt am Dienstag, vom Hotel Deutsches Haus aus, über Hermannsdenkmal, Berlebeck, Berlebecker=Quellen, nach den Externsteinen, bildet den Schluß des Verbandstages. Möge es den fremden Bäckern, die zum Teil mit Angehörigen erscheinen werden, gut bei uns gefallen, mögen vor allen Dingen die Verhandlungen zum Segen des Bäcker=Gewerbes ausfallen. — Eine sozialdemokratische Wahlversammlung, in welcher der sozialdemokratische Reichslagsabgeordnete Zubeil=Berlin das Reserat halten wird, findet am Freitag abend 8½ Uhr im Gasthof„Zur Krone" statt. — Die Erdbeerernte ist in diesem Sommer eine reiche. Leider kommt die herrliche aromatische Walderdbeere bei uns nur noch wenig zum Verkauf. In früheren Jahren besuchten zahlreiche Wald=Erdbeerverkäufer aus Beldrom die Stadt, dieser Handel ist vollständig verbrauchen sich scheid, Polizeiverwaltung, Schutzmann für den Nachtdienst, 1100—1550 M. und freie Kleidung.— 13. 1. Juli 1903, Westhofen, Amt, Polizeiwachtmeister, Anfangsgehalt 1100 M.— 14. 1. September 1903, wird bei der Ein berufung bestimmt, Direktion der Westfälischen Landeseisenbahn zu Lippstadt, 5 Stationsbeamte, 1050 1500 M — 15. 1. August 1903 Witten(Ruhr), Magistrat, zwei Büreaugehilfen, je 900—1500 M. — Zum Taubstummenheim. Nachdem von dem Taub stummenheim seit einigen Wochen nichts berichtet worden ist, scheint man zu glauben, die Sache sei zum Stillstand gekommen und halte Somerfrische; denn von nah und fern kommen Anfragen, wie es damit stehe. Allen kann ich gleich antworten: gut. Daß es für einige Zeit der Oeffentlichkeit entrückt war, hatte seinen Grund in den Verhandlungen mit der Behörde. Diese sind jetzt zum Abschluß gekommen, die eingesandten Statuten genehmigt, der Verein anerkannt und ihm die Berechtigung zur Errichtung der Anstalt erteilt. Freilich bedarf der Vorstand noch der Ergänzung durch Mitglieder der Behörde, allein das hält ihn nicht mehr ab, mit der Anfertigung von Riß und Kostenanschlag eifrig vorzugehen, um nachher desto rascher fertig zu sein Auf alle Fälle hoft er bestimmt, den Bau im September beginnen zu können. Es ist bisher alles wunderbar schnell geangen, da wird's auch wohl die weitere Entwickelung Der Anfang war schwer; als aber der Wagen in Bewegung war, da ging's im Sturm durch dick und dünn. Auf halber Höhe ist er angekommen; würde er nun lange halten, da würde er zu tief einsinken und das Fortbringen erschwert werden. Darum ist es am besten, es bleibt— zwischesl. Bis er auf der Höhe ist. Bak wirs freilicn der Liebe und dem Wohlwollen Einzelner zu viel. Da muß Vorspann" kommen, den ich vom Landtage erhoffe. Er hat sich von vornherein so freundlich zu dem Werke gestellt, daß er jetzt auf Bitten auch bereit sein wird, mit seinen Mitteln unsere Anstalt aus dem Hintertreffen in die Front bringen zu helfen.— Der Gabenstrom hat selbstverständlich nachgelassen, aber versiecht ist er noch nicht, wie das folgende Verzeichnis beweist, Jedes hat bisher wieder neue Quellen geöffnet, das hoffe ich auch von diesem. Damit Sott befohlen. Er hat bisher gesegnet, er segne weiter! An Gaben sind seit dem Verzeichnis vom 28. Mai eingegangen von: Gutsbesitzer W. Ottenhausen zu Ottenhausen bei Lage 20 Mk., Frau Witwe Ottenhausen 10 Mk., durch Pastor Tölle in Salzuflen aus dem Klingelbeutel 3 Mk., durch Frau Pastor Flemming von N. N. 20 Mk., J. N. 6.80 Mk., durch Lehrer Möllemann aus Billinghausen in seiner Schule gesammelt 21,65 Mk., Lehrer Möllemann 1,50 Mk., durch Pastor Meier hiers. von N. N. in Billinghauserbeide 3 Mk., Landwirt Tiemann in Heidenoldendorf 1,50 Mk., durch denselben von Frau Gutsbesitzer Blome in Biemsen 3 Mk., durch Küfter Meinert in Hillentrup in seiner Schule gesammelt, einschließlich seines eigenen Beitrages, 8 Mk., durch Pastor Zeiß in Heiligenkirchen von der Familie Bödeker in Fromhausen 2 Mk., durch Pastor Schelpf in Langenholzhausen von 4 Gebern 11 Mk., in einem Briefe aus Blomberg von R. N. 10 Mk., Frau L. in Detmold 8 Mk., durch Lehrer Begemann in Lockhausen aus seiner Schule 3 Mk., Frau Witwe Ad. Grote in Detmold 3 Mr K. 1 Mk., durch Frau Justizrat Schnitger von Frau Stranghöner in Klüt 8 Mk., durch Pastor Ewerbeck in Bösingfeld aus einem Sühnerermin 5 Mk., N. N. aus Tin trup 3 Mk., T. in Detmold 5 Mk., durch Lehrer Diekmann in Hummersen in seiner Schule gesammrelt 5 Mk., Frau General v. Rauch 10 Mk., durch Pastor Zeiß in Heiligenkirchen von Giebe Nr. 77 in Verlebeck 1,50 Mk., durch schwunden. Die Leute sch heate den weilen Wez Lastor Niedermeier in Horn von Schöttler in Heesten 3 Mk aus einem Sühnetermin in Horn 7,50 Mk., Ziegeleipöchter Avenbaus in Lage 14 Mk., H. in D. 30 Mk., die Vertretung der Stadt Detmold 150 Mk., durch Lehrer Schneidermann in Billerbeck von Krome jun. 2 Mk., Krome sen. 3 Mk., Klingemeyer jan. 5 Mk., Klingemeyer sen. 2 Mk., Wiegmann jun. 3 Mk., Krösche 3 Mk., Kaiser, m. Möller 2 Mk., Schneidermann sen. 2 Mk., Lehrer Schneidermann 3 Mk., Kuhlmann Nr. 12 1 Mk., Fr. v. Ohlen 1 Mk., Watermeier 50 Pf., Stecker 50 Pf., Holste Nr. 25 50 Pf., Wiegmann sen. 50 Pf., Hausmann 50 Pf., Schäfer 50 Pf., Bastian 30 Pf., Liese 50 Pf., Lesemann 50 Pf., H. Berbenke 50 Pf., Zauschke 50 Pf., Blanke 50 Pf., F. Sander 30 Pf., Stamm 30 Pf., K. Holste 10 Pf., Rüterbenke 50 Pf., Köster 20 Pf., K. Berhenke 35 Pf., Müller Kuhl mann 50 Pf., Trachte 50 Pf., zusammen 35,95 Mk.: durch Fabrikant Kleditz aus Verlebeck: Fabrikant Kleditz 3 Mk., Vorsteher Stockmeyer 5 Mk., Frau Kanne 3 Mk., W. Brock meier 1 Mk., H. Klaus 1 Mk., A. Klaus Nr. 27 1 Mk., A Wendt Nr. 38 1 Mk., Kolon Möller Nr. 112 1 Mk., Gott lieb Möller Nr. 59 1 Mk., W. Flake Nr. 60 1 Mk., Fritz Dierksmeier 1.50 Mk., Fritz Siekmann 1 Mk., Aug. Haase 1 Mk., E. Hahnebaum Nr. 32 1 Mk., Tiemann 1.50 Mk., K. Welge Nr. 69 1 Mk., Wilhelm Schröder 1 Mk., F. Möller 1 Mk., F. Wächter 1 Mk., Frau Witwe Förster Schröder 1 Mk., H. Drawe 1 Mk., Tarneder 2 Mk., Fr. Kanne jun. 4 Mk., Maurermeister Hilker 3 Mk., Schmied Blanke 1.50 Mk., C. S. 2 Mk., Möllmann Nr. 8 4 Mk., Müller Hilker 1 Mk., Landwirt Gödecke 3 Mk., Maurer Strate 1.50 Mk., Witwe Wächter Nr. 4 3 Mk., Sch. Nr. 95 1 Mk., Schröder Nr. 21 3 Mk., A. Schmidt Nr. 53 3 Mk., Polizeidiener Altekrüger 2 Mk., A. D. 1 Mk., G. Huth 1.50 Mk., M. Zeiß 1 Mk., N. N. 50 Pf., Lehrer Finke 3 Mk. Nach dem letzten Verzeichnis vom 28. Mai waren 10 863 Mk. vorhanden, jetzt 11 339 Mk. Für alle Gaben dankt in der herzlichsten Weise für sich und im Namen des Vorstandes Brokschmidt, Taubstummenlehrer. Sage. — Stadtverordueten=Sitzung. Vor Eintritt in die Sitzung verliest der Vorsitzende einige Eingänge, die teils am Schluß der Sitzung besprochen, teils zur Kenntnis ge nommen wurden. So ist der Brennkalender für die Monate August bis Dezember neu aufgestellt. Wesentliche Ab weichungen gegen den früheren Kalender sind nicht zu verzeichnen. Dann ersuchte der Magistrat um zur Führung eines weiteren Prozesses mit der Witwe Drawe, die ihm, inanbetracht der Sachlage, auch erteilt wurde.— Punkt 1: Fluchtlinienplan für die Ohrserstraße. Die jetzt schon dort stehenden Häuser sind als in der Fluchtlinie stehend angenommen. Später soll dann dort auch eine Gehbahn angelegt werden, über die aber später verhandelt wird. Dann wird der Antrag in der Fassung des Magistrats angenommen.— Punkt 2: Bewilligung von 320 Mk. zur Drainierung eines Teils der alten Thongrube. Es ist das Grundstück gemeint, das jetzt Herr C. Borsdorf gepachtet hat; es liegt etwas tieser wie die anderen und ist infolgedessen auch nässer, weshalb ihm bei der Verpachtung schon eine Drainage des Grundstücks in Aussicht gestellt wurde Er will, falls die Drainage jetzt gemacht wird, das Grund stück unentgeltlich zur Verfügung stellen. Auch hat er sich erboten„etwaige Fahren usw. zu machen. Die Notwendig keit der Drainage wurde allseitig anerkannt, weshalb auch der Magistratsantrag angenommen wurde.— Punkt 8 Ausbesserung der Brücke beim Siechenhause. Schon im Voranschlag war ein Betrag für die Ausbesserung der Brücke vorgesehen, der aber nicht genügt, weil Stadtförster Schmidtmeier noch einige praktische Aenderungen befür wortet hat. So soll die Brücke breiter gemacht, die Bohlen sollen quer gelegt werden usw. Diese Aenderungen sind wirklich nötig, weshalb auch der die in Voranschlag vor gesehene Summe übersteigende Betrag bewilligt wird. Hiermit ist die Tagesordnung erledigt. — Unterschlagung. Wie verlautet, soll ein Angestellter eines hiesigen Geschäfts unter Mitnahme von *000 Mk. das Weite gesucht haben. Die Staatsanwalt schaft hat sich der Sache angenommen. Horn. — Stadtverorductensitzung.(Schluß.) 2) Das Kuratorium der Fortbildungsschule ersucht um Bewilligung der Kosten für die Korrektur der auch im nächsten Jahr stattfindenden schriftlichen Rechrnarbeiten. Der Magistrat hat die Kosten bis auf weiteres bewilligt. Die Stadtverordnetensitzung stimmt dem zu. Der Jahresbericht der Fortbildungsschule wird zur Kimtnisnahme verlesen. 3) Der Verkauf der Obstbäume an den Chausseen nach Det. mold und Meinberg blieb bekanntlich in letzter Sitzung bei Stimmengleichheit unentschieden, wurde in dieser Sitzung aber abgelehnt. Die Obstbäume werden also Eigentum der Stadt Horn bleiben. 4) Ein Krittiger Punkt auf den Tages=Ordnungen der Stadtverordnetensitzungen ist steis die Beratung über die Anlegen der Nonuenwiese. In einer früheren Sitzung war beschlossen, von Herrn Bobenhausen=Lemgo 2 Poojekte aufertigen zu lassen für die Nonnenwiese mit den Grundstücken der anliegenden Be sitzer und für die städtische Nounenwiese allein. Auf Anfrage des Magistrats teilt Herr Bobenhausen=Lemgo mit, daß die Kosten zur Ausarbeitung der Projekte 8 Proz. der Bausummen beivagen würden. Inanbetracht der Höhe der Kosten macht der Magistrat bei der Stadtverordneteusitzung die Aufroge, ob noch beide Projelte ausgearbeitet werden sollen. Nach lebhafter Debalte wird beschlessen, das größere Projekt ausarbeiten zu lassen, falls die an der Ausführung beteiligten Interetsenten auch zu den Kosten der Vorarbeiten entsprechend beitragen. 5) Friedhofsangelegenheit Der Magistrat hat beschlossen, um den vielen Beschwerden über den Friedhofszustand vorzubengen, Herrn Maurer August Schönlen. jogen eene jährliche Vergüllung nnn 1000 Ml. als Friedhofsaufseher anzistellen. S. würde das Amt am 1. Januar 1904 auzutreten haben. Die genaue Instruktion würde der Magistrat in nächster Zeit erlassen. Bürgermeister Spelge begründet die Vorlage in eingehendster Weise. Der Totengräber Adam, der bisher die Aufsicht hatte, sei bei seiner großen Inanspruchnahmel nicht in der Lage, die Aussicht genügend auszuüben. Die Stadivv. Ostmeier, Höffelmann und P. Niedermeier bitten die Maai tratsvorlage anzunehmen. Stadtv. Stecker regt hierbei den Bau einer Leichenhalle an. Bürgermeister Spelge teilt darauf mit, daß eveut, schon im Etat eine Summe dafür eingesetzt werde. Hierauf wird die Magistratsvorlage angenommen. Unter Verschiedenes frägt Stadtv. Stecker au. ob das Jauchefahren in der Stadt nicht auf eine betimmie Zeit zu die Morgen oder Abendstunden verlegt werden könne. Einige Herren des Kollegs sind der Ansicht, saß seitens der Bürgerschaft hinsichtluc des Fremdenver ehrs wohl etwas Rücksicht genommen werden könne, doch seien die Verhältnisse Horus noch nicht solche, um darin schon einschränkend vorgehen zu können. Schluß der Sitzung 10¼ Uhr. — Ausflüge. Die hiesige Rektorschule unternimmt heute einen Ausflug nach Hameln und Pyrmont. Die 1. Klasse der Knabenschule ist auf einer Tour nach Blomberg und Schieder begriffen; ebenso unternehmen die unteren Klassen heute Ausflüge. — Das schöne Wetter entsaltet jetzt einen lebhaften Touristen=Verkehr. Täglich treffen auswärtige Schulen — ein um die C*** ist, getroffen werden. Der Verlust ist aber immerhin noch ein bedeutender. Aus den Nachbargebieten. Aus Kurhe'sen, 19. Juni. Kampf zwischen zwei Jägern. Zwei Männer in den. Flecken Friedenwald bei Hersfeld, der Königliche Förster Fischer und der Kaufmann Rudolf Peter, welche sich wegen verschiedener Jazdaffären und als Inhaber zweier aneinander grenzender Drawe. Jagden schon seit längerer Zeit seindlich gesinnt waren, gerieten am 16. d. M., abends, im Walde aneinander, sie wurden handgemein, und schließlich schoß der Förster den Kaufmann nieder, so daß letzterer kurz darauf starb. Förster Fischer stellte sich selbst dem Gerichte und wurde verhaftet. Er will in Notwehr gehandelt haben, er behauptet, der viel stärkere Kaufmann Peter habe unerwartet einen Angriff auf ihn gemacht, ihm die Waffe entreißen wollen, wogegen er sich mit Gewalt verteidigen mußte. Er habe seinen Gegner kampfunfähig, aber keineswegs töten wollen. Der Erschossene war ein noch junger Mann und unverheiralet. Vermischte Tagesneuigkeiten. Prinzessin Luise von Toskana hält sich auf Schloß Ronno in Südfrankreich als„Gräfin Monti Gnoso“ auf. Dieser Titel ist im Einverständnis mit den Eltern der Prinzessin nach dem Namen einer Besitzung der Großherzogin von Toskana gewählt worden. Prinzessin Luise erzählte, daß ihr von dem Vater in Lindau vollständig vergeben worden sei. Ihre Umgebung ist völlig davon überzeugt, daß sie mit der Vergangenheit gebrochen habe und ein neues Leben beginne. Die Prinzesfin hängt mit Liebe an ihrem Kinde. Der Kronprinz von Sachsen ist über alles, was Mutter und Kind betrifft, unterrichtet. Seinem Wunsche, daß die Prinzeffin längere Zeit in Ronno bleiben möge, entspricht diese gern, weil davon ihr ferneres Zusammensein mit ihrer Tochter abhängt. nistische Der in der Umgegend von Ronno ansässige legitimistische Adel pflegt mit den Schloßbewohnern regen Verkehr, so daß es dem Gaste der Gräfin Sanct Victor auch an gesellschaftlicher Abwechslung nicht fehlt. Die vermögensrechtliche Regelung der Angelegenheiten der Prinzessin ist, dank dem edelmütigen Entgegenkommen des Kronprinzen Friedrich August, in befriedigender Weise durchgeführt worden. Wegen des Angriffs auf den Fähnrich z. S. Abel, von dessen tragischem Schicksal wir seinerzeit berichteten, hatte sich gestern der Matrose Messerschmidt in Kiel nochmals zu verantworten. Infolge der Berufung des Gerichtsherrn gegen das auf 18 Monate Gefängnis lautende Urteil der ersten Instanz beschäftigte sich jetzt das Oberkriegsgericht der Inspektaon des Bildungswesens mit der Strafsache. Das Oberkriegsgericht nahm nicht, wie die Vorinstanz,„hinterlistigen Ueberfall“, sondern tätlichen Angriff" als vorliegend an und beschloß, die Strafe gegen Messerschmidt auf vier Jahre Gefängnis zu erhöhen. u der Bluttat bei Aschaffeuburg, von der wir schon telegraphisch berichteten, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Die 22 Jahre alle Tochter des Landgerichtssekretärs a. D. Haas in Bamberg, Jesephine Haas, weilte seit Donnerstag voriger Woche bei ihrem Bruder, dem Schloßgärtner Haas in Aschaffenburg, zu Besuch. Das Mädchen unternahm täglich Ausflüge in die Umgebung und begab sich eines Nachmittags auf den Büchelberg. Als Frl. Haas bis Abends 9 Uhr nicht zurückgekommen war, machte sich ihr Bruder auf den Weg, um sie zu suchen, jedech ohne Erfolg. Als dann auch Nachts die Schwester nicht eintraf, wurde die Polizei verständigt, und diese suchte gemeinschaftlich mit den Mitliedern eines Vereins den Büchelberg vollständig ab. In einem Tannengehölz versteckt fand man die Leiche des haoschen, jungen Mädchens. Der Körper wies 18 Stichwunden auf, davon war eine im Hals unbedingt tötlich gewesen, da die Schlagader durchschnitten war. Je eine weitere Verletzung war dem Mädchen an der Brust und am Unterleib beigebracht worden. Die Leiche der Unglücklichen hatte der Mörder etwa 30 Schritt weit in das Gebüsch geschleift. Als der Tat dringend verdächtig wurde, den Münchener Neuesten Nachrichten zufolge, ein stellenloser Kaufmann namens Collerts aus Kassel verhaftet, an dessen Kragen und Krawatte sich Blutflecken zeigten. Auch die Manschetten und das Taschentuch waren mit Blut bedeckt. Ein Messer, eine Art„Gartenhippe,“ das Collerts getragen hat, zeigte ebenfalls Blutspuren. Außer Collerts ein al wurde noch ein aus Oberfranken stammender Schneider Ernst Löwel festgenommen.— Auch aus Mülheim a. Rh. wird ein schweres Verbrechen gemeldet. Dort ist die Frau des Tagelöhners Kaiser Nachis in ihrem Bette ermordet worden. Die Leiche fand man später in einer Düugergrube. Der Mörder konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Berliner Nazarethgemeinde, deren erster Pfarrer vor kurzer Zeit wegen langjährigen Zwistes mit der Gemeinde einen Urlaub angetreten hat und demnächst in den Ruhestand treten wird, steht wieder vor einem neuen Skandal. Der vierte Geistliche, Pfarrer Granzin, ist seit vorgestern unter Mitnahme eines geladenen Revolvrns verschwunden. Granzin, dessen wirtschaftliche Existenz sehr gefährdet war, ist von seiner Frau geschieden. Die war, int von ziehung seiner fünf Kinder schafterin ob, zu der er auch Teutoburger Waldes zu genießen. Gestern waren eine Da Granzin sich vor kurzer Reit höhere Töchterschule aus Oknabrück, mehrere Reglschulen Studiengenossen verlobte, erstattete die Wietschaftrrin dem und Vereine ein, um die Schönheiten unseres herrlichen schafterin lag einer jugendlichen Wirtin nähere Beziehungen krat. Zeit mit der Schwester eines aus Bielefeld und verschiedene andere Schulen hier anwesend. Im Hotel Kaiserhof waren gestern mittag 180 Personen zu Tisch Durh brutale Rohheit zeichneten sich vor einigen Abenden verschiedene hiefige Personen aus. Ein hiesiger Nellner, der ohne Laterne fuhr, wurde von den Personen vom Rade gerissen und mit einem Knüppel derart zugerichtet, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Glücklicherweise sind die Helden namhaft gemacht, sodaß ihnen der Dank für diese kühne Tat nicht ausbleiben wird. — Zur elektrischen Anlage. Gestern abend fand wieder eine Kommissionssitzung statt. In den nächsten Tagen wird, nachdem bereits eine örtliche Besichtigung einer auswärtigen elektrischen Anlage stattgefunden hat, die Kommission abermals zu einer Beratung zusammentreten. Es wird dann der Zeitpunkt nicht meyr fern sein, an dem sich die städtischen Collegien über die Angelegenheit endailtig schlüssig werden. Der kürzlich von zwei Kommissionsmitgliedern besuchte Ort war Sulingen, ein Flecken von 1700 Einwohnern im nördlichen Teile des Regierungs Bezirks Hannover. Die dortigen elektrischen Licht= und Kraftanlagen haben den vollsten Beifall der Einwohner= schaft gefunden. Amt Schieder. Schieder, 25. Juni. In dem gestrigen Artikel ließ: Schon die Chaussee zu gehen ist eine Lust, besonders die über Siekholz nach dem Forsthause bei Blomberg. Amt Schwalenberg. Elbrinxen, 21. Juni. Wie schon bekannt, war unter den Pferdebeständen der Witwe Schäfsmeier der Rotz ausgebrochen. Wie wir erfahren, wird diese nur für das eine Pferd den Wertbetrag aus der Unfallkasse zurückerhalten. Das Tier mußte auf gerichtliche Anordnung getötet werden. um einer Ausdehnung dieser gefährlichen Krankheit vorzubeugen. Trotzdem sind insgesamt 8 Pferde der Krankheit erlegen. Hoffentlich wird diese Krankheit hiermit zu Ende sein, da alle Vorsichtsmaßregeln, so weit es möglich sungen zu größten Teil der ihm anKonsistorium von ihren Beziehung keilung. Granzin soll auch den vertrauten Gelder einer Kindersvarkasse Pfarrer Hermann Granzig hat sich, nach der urpesten Meldung, Dienstag nachmittag im Treptower Park erschossen. Angeblich aus Verzweiflung über die fortwährenden Denunziationen seiner Wirtschafterin ist Granzin sum Selbstmord getrieben worden. Die uervenkranke irtschafterin soll bei ihrer Vernehmung alle Anschaldtgungen gegen den Pfarrer widerrufen haben. Was die Sparkasse der Kinder der Sonntagsschule anbetrifft, so besand sich diese gar nicht in den Händen Grauzius, sondern unter dem Verschluß des Pastors Diestelkamp, der die dazu gehörigen Schlüssel dem Konsistorium eingesandt hat. Die Wahlkrawalle in Laurahütte. Bisher wurden 13 Teilnehmer an dem Krawall in Laurahülte verhaftet. 2 Schiffe untergegangen. Das Segelschiff „Haus“ ist auf der Fahrt von Helsingför nach Geste untergegangen. Die ganze Besatzung ertrank.— Der Hamburger„Fischdampfer„Alice“ ist mit 25 Mann Besatzung an der Küste Islands untergegangen. Die„Liban“=Katastrophe. Ein bei Bergung der Toten des gesunkenen„Liban" beschäftigter Taucher verlor bei dem sechsten Tauchversuche das Bewußtsein und starb. Ein anderer Taucher ist schwer erkrankt. Beiden war es vorher gelungen, bis in den Innenraum des Schiffes zu dringen; sie sahen durch die Kabinenluken eine Anzahl Leichen und brachten eine Kindesleiche und zehn Säcke mit Briesen und Packeten heraus. Der Ausstand in Barcelona greift um sich. Tausende von Arbeitern haben sich dem Ausstande angeschlossen. Zahlreiche Schiffe liegen im Hasen, oone eladen werden zu können. Mehrere Fabriken haben inolge Mangels an Breunmaterial den Bei Patrouillen durchstreisen die Stadt. Jetrieb eingestellt. 25 Peter I. m Hofkalende #ra König P auszunehmen. 1 ist bisher in die worden, und Alexanders geste wer ein ableh werden die Kart Kurze N. das Ehepaar i. Eis. ein Gewi baum, in welch gatten auf de des Kolontala meisteraspirel Neubau in Dort drei junge 9 der dritte leich abend zur spät Lowis den 50 gegen eine Verbi erstach auf ef ein junges 9 anträgen verfolg einem Anfall vor witwe in Dür Rastermesser zu Windischgest### heber des gro haftet.— Bei heim fand die 7 Tod in den Fla die alte Frau re Prinz Berube von Schaumburg Montag nachmit auf der Hamburg aus Berl meier gestürzt, daß der sich auf einer Ge Nächten sank di# frierpunkt; an Kul Zum Berli: Wochenschr.“ nock Es habe sich doch lichen Bakterien ständiger Kontro nicht auf dem I cuffiel, da er a Studien beschäfti Dr. Mendelsohn, den Pestverdacht durch diesen Um werden können! auf derartigen I. lich zu melden un suchen zu lassenohne Ausnahme, gesetzes angeseher daß eine derartig nügen werde, um die unvermeidlick gegen eine etwai geben. Frankfurt, gehabten Rude Berliner Ruderkli wurde der Ludwi Gekurden. 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Zwei wurden tötlich verletzt, der dritte leichter.— In Eschweiler erstach vorgestern abend zur späten Stunde der 25 Jahre alle Andreas Lowis den 50 Jahre alten Vater seiner Braut, der gegen eine Verbindung der Brautleute war.— In München erstach auf offener Straße ein Buchbindergehilfe ein junges Mädchen, das er vergeblich mit Liebes=leider richtig; es anträgen verfolgte. Der Mörder wurde verhaftet.— In einem Anfall von Geistesstbrung versuchte eine Winzerswitwe in Dürkheim ihre beiden Söhne mit einen Rastermesser zu töten und ertränkte sich dann.— In Windischgrät wurde der Schuster Josef Rodnik als Urheber des großen Brandes von Windischgrätz verhaftet.— Bei einem Brande in Herdwangen bei Mannheim fand die 76jährige Mutter eines Mühlenbesitzers den Tod in den Flammen; ein 16jähriges Dienstmädchen, das die alte Frau retten wollte. kam ebenfalls ums Leben.— Prinz Bernhard, der jüngste Sohn des Prinzen Mox von Schaumburg=Lippe, ist in Ludwigsdurg gesterben.— Montag nachmittag ist in der Nähe von Wustermark auf der Hamburger Chaussee der Fabrikant Johann Wehrmeier aus Berlin mit einem Motorrad so unglücklich gestürzt, daß der Tod sofort eintrat. Wehrmann befand sich auf einer Geschäftsreise.— In den beiden vergangenen Nächten sank die Temperatur in der Eifel auf den Gefrierpunkt; auf den Höhen hat es gereist. Es handelte sich jetzt wohl nuer darum, wer die Jagd haben sollte, ob hiesige oder fremnde Herren. Da nun aber die Fremden durchaus nicht so erwünscht sind von einigen Stadtverordneten, was aus der Rede eines der Herren zu schließen ist, worin es wörtlich heißt:„Wenn es den Freinden hier nicht gefällt, dann sind ja die Tore der Stadt breit genug, wo sie herauskommen können“, so hätte man die Jagd an hiesige Herren zuschlagen sollen, und aller Hader und Streit waren zu Ende. Aber es muß ja stets so etwas geben, worüber die Mitbewohner unseres Landes nur ein Kopfschütteln haben, und dieser Zustand wird nicht bei sein, bis die Wähler im nächsten Kunst und Wissenschaft. Zum Berliner Pestfall macht die„Berl. Klinische Wochenschr.“ noch auf ein wichtiges Moment aufmerksam: Es habe sich doch als notwendig erwiesen, die mit so gefähr. lichen Bakterien arbeitenden Personen unter schärferer und ständiger Kontrolle zu halten. Dr. Sachs war zwei Ta nicht auf dem Infektionsinstitut erschienen, was gar nie cuffiel, da er auch früher tagelang, mit litterarischen Studien beschäftigt, das Laboratorium nicht betrat. Hätte Dr. Mendelsohn, dessen Verdienst lebhaft anzuerkennen ist, den Pestverdacht nicht rechtzeitig ausgesprochen, so hätte durch diesen Umstand unabsehbares Unglück herbeigeführt werden können! Es werde nicht zu umgehen sein, daß alle auf derartigen Instituten Arbeitenden sich verpflichten, täg lich zu melden und eventuell auf ihre Gesundheit sich unter suchen zu lassen— es müssen einfach alle solche Personen, ehne Ausnahme, als verdächtig im Sinne des Reichsseuchen gesetzes angesehen werden. Das Fachorgan zweifelt nicht, daß eine derartige„leicht durchzuführende Maßnahme genügen werde, um jede gewünschte Sicherheit— nicht geg die unvermeidlichen Unfälle des Einzelnen, wohl aber gegen eine etwaige Ausbreitung der Erkrankungen— zu geben. Sport. Frankfurt, 23. Juni. Bei der heute hier statt. gehabten Ruderregatta errang den Kaiserpreis der Berliner Ruderklub mit 7 Minuten 26 5/8 Sekunden. Zweiter wurde der Ludwigshafener Ruderverein mit 7 Min. 27¾4 Gekurden. Dritter die Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen mit 7 Min. 32 7/8 Sekunden. Den Germania preis(Wanderpreis für Achter) gewann der Berliner Ruderllub mit 6,38 2/3 Min. der kürzesten Zeit von allen gestern und heute gefahrenen 22 Rennen. Die Berliner gewannen im ganzen 6 Rennen. eingestellt. Oeffentlicher Sprechsaal Detmold, 22. Juni 1903. Einen Unsug, dem zu steuern wirklich Sache der polizeilichen Organe sein dürfte, kann man täglich auf der Elisabethstraße beobachten. Im schnellsten Tempo jagen mit Last, Vieh usw. beladene Wagen durch die Straßen; es ist ohne Frage mit Gefahr verbunden, wenn man die Kleinen draußen laufen läßt. Einsender dieser Zeilen möchte hierdurch ganz besonders die Inhaber von Fuhrwerken in ihrem eigensten Interesse bitten, auf die Lenker ihrer Gefährte dahin einzuwirken, daß sie ihr Fahren so ausüben, wie es sich gehört, denn dann brauchen sie nicht befürchten, daß sie Unheil anrichten und daß sie mit der Polizei in Konflikt geraten. Ein Familienvater der Elisabethstraße. : Barntrup, 23. Juni 1903. In der letzten Nummer dieser Zeitung wird die unglückliche Jagdgeschichte unserer Stadt angeschnitten in einer Urt und Weise, daß man als Bürger der Stadt doch etwas wunderbar über den Herrn Artikelschreiber denken muß. Weil man den Herrn mit„Anni, Alli usw.“ aber nicht kennt und ihm daher auch nicht mündlich antworten kann, soll unsere Ansicht an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht werden. Vor allem muß man sich wundern, daß der Herr, der, wie es scheint, einen besseren Bildungsgrad besitzt, einen solch lächerlichen Ton anschlägt; so ulkig ist die Jagdgeschichte denn doch nicht, und wenn das Sprichwort, das Gie anwenden„Nach fetten Bissen schnappen die Fische doch heim ersten mal" stets in Erfüllung gegangen wäre, ich glaube, sie waren dann doch auch schon längst vergriffen. Wahr und ernst zu nehmen ist nur der Schlußsatz des Artitels. Unserem Magistrat ist ein Fehler unterlaufen, der nicht vorkommen sollte: er muß als solcher genau wissen, daß die Stadtväter 2 Tage vor der Sitzung zu laden sind, ja er mußte auch wissen, daß, nachden die 5 Herren des Magistrats einstimmig für die Zuschlagserteilung eingetreten waren, die Stadtverordneten diesem Beschluß aber nicht beistimmten, daß da erst§ 68 Abs. 2 der StädteOrdnung vom 18 April 1886 in Anwendung gebracht werden mußte. Aber dieses wurde unterlassen, weshalb wir hier öffentlich im Interesse der Allgemeinheit vom Magistrat fordern, die zmeite Jagdverpachtung so lange hinauszuschieben, bis der Beschluß zu Recht besteht. Aber auf der anderen Seite stehen wir nicht an, öffentlich zu erklären, daß der Bürgermeister, den man die ganze Sache wohl gern allein anhängen möchte, auch einen schweren Stand hat, um den ihn gewiß kein Mensch, der die Sache kennt, beneiden wird. Eine Sache nachher zu kritisieren, ganz gut und schön, aber selbst besser machen,„da schwneigt Sängers Höflichkeit.“ Es waren bei der Beschlußisung über die zweite Verpachtung 14 Herren anwesend Will man nun den Bürgermeister allein für den„Bock“ verantwortlich machen, oder mußten die übrigen 13 Herren, denen man doch ebenfalls die Kenntnis der Städte-Ordnung zumuten soll, nicht auch wissen,# gegen diese verstoßen werde? Aber, wie so oft, so n in diesem Falle, lam es anscheinend nur darauf an, einigen Menschen, denen man nicht grün ist, von gewisser Seite eins auszuschen: ob dem Gesetze Genüge geschah, war nebensächlich 6 Gebot, das auf die Jagd abgegeben ist, war ein annehmbare, da fast 200 Mk. mehr geboten waren, als bisher. eher vorbei sein, bis die Wähler im nächsten Jahre zeigen, daß sie solche Sachen nicht wollen. Barntrup, 23. Juni 1903. Ein im öffentlichen Sprechsaal in Nr. 143 der„Lippischen Landes=Zeitung“ vom 22. d. Mts. erschienener Artikel veranlaßt mich, einige Worte zu erwider.. Der Artikel soll humoristisch sein; wenn er logisch wäre, wäre es besser, dann hätte man event. auch vermuten können, was der Herr Einsender bezweckt hatte. Eine gute Sache kann nur durch deutliche, klare Aussprache gefördert werden, und daß der Herr Einsender diese Absicht gehabt hat, davon bin ich fest überzeugt. Daß die unglückselige Barntruper Jagd in einem Jahre zum dritten male verpachtet wird, ist leider richtig; es ist aber nicht„ulkig“, sondern„traurig", weil der Vorsall wieder einmal ein grelles Licht auf das freundschaftliche(7) Verhältnis zwischen den beiden städtischen Collegien wirft. Der Magistrat ist an den JagdWiderwärtigkeiten nicht schuld, denn er hatte seinen Entschluß einstimmig gefaßt!— Das einzig Sachliche in dem Artikel scheint mir der Hinweis darauf, daß die Ladung zu spät erfolgt ist; doch geben wir uns der Hoffnung hin, daß der§ 47 der Städte=Ordnung, welcher die Ladung zu einer Sitzung mindestens 2 Tage vorher vorschreibt, in Zukunft besser befolgt wird.— Eisenbahnprojekt Blotho=Hohenhausen=Lemgo=Detmold. In Nr. 136a dieses Blattes befindet sich in dem öffentlichen Sprechsaal ein„aus dem lippischen Norden" stammender längerer Artikel, dessen Verfasser das Eisenbahnrrojekt auch gern verwirklicht sehen möchte. Er glaubt sich aber für das Projekt nur dann interessieren zu können, wenn die Bahn, seinem Wunsche entsprechend, von Hohenhausen „über Herbrechtsdorf, vor Lüdenhausen ber über Asendors, Heidelbeck, Tevenhausen— statt von Hohenhausen direkt— nach Langenholzh ausen“ gelegt und hier der Mittelpunkt für den lippischen Norden geschaffen wird. Diese Strecke, meint er, sei dem Zwecke entsprechender, weil dennoch dadurch viele Ortschaften in den Verkehr hineingebracht würden; der kleine Umweg fiele gegenüber dem Umstande, daß ein guter Verkehr für möglichst viele Ortschaften hergestellt würde, wenig ins Gewicht. Schließlich wird nun noch behauptet— und es ist der Höhevunkt—, daß doch die Rentabilität einer Bahnstrecke bei dem Bau nicht auei matzgebend sein dürfe. Diese, sowie auch die sonst noch aufgestellten Behauptungen mehr nebensächlicher Natur sind— von rein objektivem Standpunkte aus betrachtet— durchaus haltlos und unbegründet, daneben aber sehr geeignet, der Oeffentlichkeit einen Anhalt für ihren Ursprung zu gewähren. Das eingangs erwähnte Projekt ist von sachverständiger Seite als eines der rentabelsten und billigsten anerkannt und demzufolge in die Zahl der demnächst zu erbauenden lippischen Kleinbahn=Linien aufgenommen worden. Man sollte doch meinen, daß mit der Fertigstellung dieser Strecke ein jeder Eingesessener des lippischen Nordens sich nur befriedigt erklären könne und daß ferner zu Nörgeleien über derartige behördlicherseits unternommenen Schritte irgendwelche Veranlassung nicht gegeben ist. Die Strecke über Herdrechtsdorf usw. nach Langenholzhausen und weiter bis Rinteln kommt überhaupt nicht in Betracht, auch dann nicht, wenn sie annähernd rentabel erschiene, worauf es ja aber nach jener Behauptung nicht ankommt. Das seinerzeit bestandene Rintelner Projekt ist doch an den un überwindlichen Terrainschwierigkeiten endgiltig gescheitert; es braucht darüber also kein Wort mehr geredet zu werden. Die Haupt= und Grundbedingung für den Bau einer Eisenbahn aber ist hier(und zwar auch im lippischen Norden) ihre Rentabilität, über deren Auslegung jener Artikel wohl zweifelhaft gewesen sein muß; erst dann können, nachdem aber noch eine ganze Reihe wichtigerer Fragen beantwortet werden müssen, die dort geschilderten Naturschönheiten und Bodenverhältnisse in Betracht kommen, lezüglich deren aber die projektierte Strecke über allen Zweifel erhaben ist und sich außerdem noch etwa 250 000 Mark billiger stellt. Der Versuch, für das Eisenbahnprojekt über Herbrechts dorf. vor Lüdenhausen her über Asendorf, Heidelbeck, Teven hausen nach Langenholzhausen Propaganda zu machen, muß als völlig mißlungen angesehen, und es kann nur ge raten werden, das Projekt fallen zu lassen, bevor wir aus. führlicher darauf zurückzukommen Veranlassung nehmen. lipr Jobst so kann Wem geben wir unsere Stimme bei der Stichwahl? Eine sehr geringe Zeit trennt uns lippische Wähler noch von der Stichwahl. Für manchen Handwerker und kleinen Bauer wird es eine schwere Aufgabe werden, wie er sich bei der Stichwahl verhalten soll, da besonders zwei Kandidaten in die engere Wahl gekommen sind, deren Fraktionen sich im Reichstage einander näher stehen, als anderen Parteien gegenüber. Wenn nun ein jeder nischer Wähler die Kandidatur des Herrn Meie und sein Schaffen im Reichstage näher betrachte., es ihm nicht schwer fallen, sich zu entscheiden, für Kandidaten er am Sonnabend eintreten oder ob er seiner Stimme enthalten soll. Bemerkenswert ist es, unser lieber früherer Vertreter Wilh. Meier Jobst zu den Mitgliedern gehört hat, welche es gar nicht für nötig gehalten haben, das ihnen von den Wählern heilig anvertraute Amt überhaupt auszufüllen. Diese Tatsache sollte jeden ehrlichen Lipper davor behüten, einen solchen Vertreter, der das Vertrauen seiner Wähler so mißbraucht, in den Reichstag zu schicken. Mehrere Handwerker. Letzte Nachrichten. Brudermord. Halle a. S., 25. Juni. In Eckarisleben gerielen zwei Brüder, die in ein und dasselbe Mädchen verliebt waren, in der elterlichen Wohnung in Streit, wobei der ngere den älteren Bruder mit einem Stuhle erschlug. Die amerikanische Presse. New=York, 25. Juni. Die Aeußerungen der amerikanischen Presse über die Kieler Tage sind überaus herzlich gehalten. Wegen Betruges verurteilt. Breslau, 25. Juni. Wegen wiederholten Belruges wurde hier die Postsekretärswitwe Anna Gottschalk zu 10 Jahren Gesängnis und 4800 Mk. Geldstrafe## urteilt; im Unvermögensfalle statt der Geldstrafe zu 2 weiteren Jahren Gefängnis. Aufsehen erregender Verkauf. Oedenburg, 25. Juni. Großes Aufsehen erregt der Verkauf eines größeren Teils des gräflich Zichyschen Besitzes und des dazu gehörigen Artillerieschießplotzes an den Grafen Witzleben zu 4½ Million Kronen. Oelbermann's Lack. sea e Oelbermann’s Lack als etwas Haltbares u. Sute 8. Gertngwertige Lacke lchnen Müde und Arbeit nicht. Oelbermasf'e Last der Bests R. Heinemann 3870 Wahl=Sprechsaal. Detmold, 25. Juni 1903. Mit dem am Sonntag im Arminiushotel gefaßten Beschluß können wir uns durchaus nicht einverstanden erklären. Wir können es nicht über uns gewinnen, für diesen Freisinn zu stimmen, der in Wirklichkeit gar kein Freisinn ist und der den Wahlkampf überdies nicht in sachlicher Weise geführt, sondern unsere Partei und unsern Kandidaten in der denkbar gehässigsten und unanständigsten Weise bekämpft hat. Diese Umstände müssen unserer Meinung nach bei der Stichwahl auch in Betracht gezogen werden: und wenn es sonst auch so gut wie selbstverständlich wäre, daß eine liberale Partei sich in der Stichwahl für den Freisinnigen entscheidet, so liegen doch unsere besonderen Verhältnisse so, daß wir für diesen Freisinn, dessen Hauptkampfmittel Lug und Trug sind, nicht eintreten können. Es wird deshalb jeder mit seinem Gewissen abzumachen haben, ob wir uns an der Stichwahl überhaupt beteiligen oder wenn wir unsere Stimme geben werden. "„„ M e h r e r e L i b e r a l e. Nachdem die Mitglieder des konservativen Vereins und des Bundes der Landwirte in Lippe bei der ReichstagsHauptwahl so mannhaft und mit bedeutendem Ersolge für unsern Kandidaten eingetreten sind, richten wir jetzt an Alle die ergebenste Aufforderung, auch am Tage der Stichwadl — 27. d. M.— nunmehr im Kampfe gegen die Sozialdemokratie vollauf ihre Schuldigkeit zu tun. Unsere Wahlarole lautet jetzt: Wählt Meler Jobst! Der Wahlausschuß für die Reichstagskandidatur Frevert. An die Mitglieder des Lippischen Kriegerbundes. Die Stichwahl am 27. d. M. stellt an unsere Kameraden die ernste Mahnung, der beim Eintritt in den Kriegerverein gelobten Verpflichtungen eingedenk zu sein. Die in den Satzungen beruhende Pflicht der Bekämpfung der Sozialdemokratie gilt nun für diese Stichwahl. Wir richten daher an unsere Kameraden die dringende Mahnung, Mann für Mann zur Stichwahl zu gehen und unter allen Umständen für den Kandidaten der bürgerlichen Parteien, Herrn Landtagsabgeordneten Meier Jobst, einzutreten gegen den Vertreter der Sozialdemokratie. Einige Bundesmitglieder. Ziegler=Angelegenheiten. Am Sonntag. 28. Juni, nachm. 3 Uhr, wird das diesjährige christliche Zieglersest in Soling im evang. Vereinshause, Maltheserstr. 14, geseiert. Fredner die Pastoren Tölle=Salzuflen in Lippe, Riise Solingen, Dr. Busch=Elberfeld. Posaunen= und Gesangvereine usw. werden mitwirken. Eintrittsgeld, wofür Kaffee und Butterbrod, auch Programm usw. geliefert wird, beträgt 60 Pf. Die bisherigen Zieglerfeste haben viele hunderte lippische Landsleute nicht nur aus Rhein land, sondern auch aus Westfalen vereinigt zu gesegnetem Zusammensein. Es werden daher alle Ziegler aus nah und fern, Lipper und Richt=Lipper, freundlich eingeladen. Briefkasten. 100 Kastendam. Herr Meier Jobst ist seit 1898 Reichstagsabgeordneter, er gehört der freisinnigen Volks. partei an. Lippe wählt nur einen Abgeordneten. Ruthe, Berlin. Lassen Sie den Berliner LokalAnzeiger nur ruhig über unsere Throufolgefrage schreiben., wie er will, er wird nichts daran ändern. Von welcher Seite solche Notizen ausgehen, ist unschwer zu erraten. Der Zweck ist eben zu durchsichtig. W. B. 55. Die diesmaligen Generalmusterungen für das Amt Sternberg=Barntrup finden am 1., 2. und 3. Juli statt. H. 99. Die Strafverfolgung wegen Vergehen gegen § 181,2 St.=G.=B. verjährt in 10 Jahren. H. 100. Der jetzige italienische Kriegsminister ist jüdischer Konsession, er soll sogar sehr glaubenstren sein. H. S. in L. Da der Vermieter den Mieter sozusagen gezwungen hat, das Mietsverhältnis aufzulösen, kann er nicht obendrein noch verlangen, daß der Mieter weiter bezahlt. Der Mieter kann jede Entschädigung strikt ablehnen. W. L. in G. Gewiß können Sie noch gerichtlich gegen den Genannten vorgehen. Wenden Sie sich dieserhalb an den Rechtsanwalt und Notar Dr. Abraham in Neumünster l. H. oder an den Rechtsanwalt Schlichting daselbst.— Der Meister war verpflichtet, eine vollständige Abrechnung vorzulegen und ebenso brauchen Sie auch nicht entgegen der Abmachung mit einem niederen Wochenlohn vorlieb zu nehmen. Verantwortl. Redakteur: Emil Neumann. Für den Reklume. u. Anzeigentheil verantwortl.: Louis Heisterbagen, beide in Detmold. Druck u. Verlag der Meyer'schen Detmold.— Alle Zusendungen sind an die Leit schäftstelle, nicht perssLeitung oder die Gepersönlich zu adressiren. Man warte nicht bis die noch vorrätige Seite aufgebraucht##. endern nehme sofert die„Patrnt=Myerholin=Seise“ in Gebrauch, wenn sich aufgesprungsue, rissige Haut, Sommersprossen, Mitesser, Hautröte s. w. einstellen. Diese ärztlich so warm empfohlene hygienische Teilettenseife übt durch das„Ayrrhollu= auf alle jene Zustände einen Inßerst günstigen Einstuß aus und wird die Wirkung von keiner anderen Seise übertroffen. Man verlange überall, auch in den Apotheken, woselbst auch Prospekte über die hechinteressanten Myrrholin=Bilder zu haben sind, nur die„Patent=Myrrholin=Seise" und beste nur diese zu erhalten. estehe darauf, Die deutschen Lebens=Versicherungs Gesellschaften im Jahre 1902. Nach dem National=Oekonom, der die erste Zusammenstellung bringt, beirug der gesamte Lebens=Veisicherungs=Bestand aller deutschen Gesellschaften 8684 Millionen, der Reinzuwachs 350 Millionen Mark. Von dem Reinzuwachs entfallen auf die Volksversicherung 70,6 Millionen, das sind 19,7%, im Vorjahre 17,4%. ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung dieses jünsten Zweiges der LebensVersicherung. Es hatten an gesamtem Lebens=Versicherungs=Bestand B kioria 995,6 Millionen Mark(inzwischen ist die Milliarde überschritten), Gotha 824,5, Germania 656,6, Stuttgart 653.5, Leipzig 649, Karlsruhe 495,7. Zwischen 300 und 400 Millionen hatten eine Gesellschaft, zwischen 200 und 300 6, und zwischen 100 und 200 12 Gesellschaften. 31 Gesellschaften, die zusammen noch nicht den Bestand der Biktoria erreichten, blieben unter 100 Millionen. Der Zuwachs betrug bei der Viktoria 75 Millionen Mark, bei 3 Gesellschaften rund je 25 und bei vieren je zwischen 10 und 20 Millionen. Volksund Sterbekassen=Versicherung betreiben einige 30 Gesellschaften. Hierin beirug der Reinzuwachs 70,6 Millionen Mark, davon kommen auf die Viktoria allein 39,9 Millionen, weit mehr als die Hälfte. Wie schon in allen Jahren seit 1896, war also auch im Jahre 1902 der Zuwache in der Volksversicherung allein bei der Bittoria größer als der Zuwachs bei jeder anderen Gesellschaft überhaupt. Im ganzen gingen bei der Biktoria 434,857 Versicherungsanträge ein, das sind pro Arbeitetag 1450. Auch in der Versicherungsbrauche drängt alles zum Großbetrieb.(816 Freitag früh: eceliche, ahpager, Steinbutt. E. Steller, Hosleferant. Eine chromolitogr. Kunstanstalt in Süddeutschland Spec. Cigarrernsichen=Ausstattungen facht n baldigen Eintritt einen 8092 Frische Schellfische brauchekundigen Seuuskt cejung. Mann für Buchhaltung und Goressponden Pr. Reinetten=Apfelwein (glanzhell, Moselwein ähnlich) p. Lir. 40 Pg., 5 Lir. à 35 Psa. 10 Lir. nur 3 Mk. 8000 20 Heute eintressend: Pr. die.. Werdersche Kirschen 10 Psd. nur 2,40 Mark. Albert Peters, Freiligrathstr. 1 8087 Prima Pferdgeschlachtet. Conrad Steoker, Meierstraße 16. Ein noch gut erhaltener 8081 Landauer sofort billig zu verkaufen. 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Büroke. empfehlen als wirksamstes Düngemittel aufgeschlossenen Peru-Guano „Füllhornmärke“. Anglo- Continentale (vorm. Ohlenderff'sche. 7875 Guano=Werke, Emmerich. Todes=Anzeige. Heute morgen 2½ Uhr entschlief sanft mein lieber Mann, unser guler Vater, Großvater, Bruder und Onkel, der Schlachter Friedrich Dirksmeyer sen. im 64. Lebensjahre. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme liesbetrübt an 8102 im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Dirksmeyer, geb. Teume. Verlebeck, den 25. Juni 1903. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachm. 4½ Uhe, in Verlebeck statt. Bekanntmachung. Beim Umbau des Rathauses gewonnene gut erhaltene eichene Treppen in Längen von 3.55 m; 11 Stufen) 1,84 m breit 3.00„* 9„ zwischen den 4,00„. 13„ Wangen sollen öffentlich meistbietend verkauft werden. 8073 ierzu ist Termin angesetzt auf eitag, 3. Juli 1903, vormittags 11 Uhr, auf dem Lagerplatz an der Paulinenstraße Arminstr.(hinter der Krone) Der Zuschlag bleibt vorbehalten. Detmold, 23. Juni 1903. Der Magistrat. J. B.: Dr. Kuckuck. Wer an meine in Detmold verstorbene Schwester Fräul. Auguste Halgmann etwas zu fordern oder zu zahlen hat, wird hiermit aufgefordert, sich bis zum 5. Juli d. I. bei mir zu melden. 8076 Herford, 24. Juni 1903. Fritz Halgmann, Brüderstraße 12. Aktien-Bierbrauerei Palkestrug. Bei der am 23. ds. vorgenommenen diesjährigen Auslosung von 14000 Mark=Anteilscheinen unserer Geselschaft sind folgende Rummern gezogen: 31, 61, 72, 84, 114, 154, 174, 201, 239, 248, 506, 512, 513, 536, welche hiermit zur Rückzahlung zum 1. Oktober d. J. gekündigt werden. Die Einlösung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine bei der Dresdner Bank in Detwold, bei der Westfälisch=Lippischen Vereinsbank, bei dem Bankhause A. Spiegelberg in Haunover und an unserer Kasse hierselbst. Falkenkrug b. Detmold, den 24. Juni 1903. Der Aufsichtsrat: 8078 Hermann Spiegelberg, Vorsitzender. Agenten ges. z. Verk. uns. ren. Cigarr. a. Gastw., Händl. 2c. Vergüt. ev. Mk. 250.— mon. u. mehr. Fachkenntnisse nicht er H. Jürgensen& Co., Hamburg. 7921 Mehrere Maurer u. Arbeitsleute finden dauernde Beschäftizung beim Neubau des Herrn F. Hartmann in Detmold. 8084 Wilhelm Witte, Maurermeister, Lage. Ziegelerbeiter Burschen, Heizer u. Streicher sind täglich in großer Anzahl kostenfrei zu haben. 7042 Magdakene Jehmann, Stellenvermittlerin in Hamburg, Niedernstraße 112. Eintreten können auf der Renser Ringosenziegelei 8080 2 Streicher, p. Mille 1,40 M 1 Einspetter,„" 50 Pf. 2 Lehmschieber„ 50 Pf. Ziegelmeister Wilh. Rehse, Ringofenziegelet J. Peters in Brey bei Niederspey am Rhein. Suche auf sof. oder in 14 Tagen drei Mann zum Auskarren in Lohn oder Akkord und einen Hülfskarrmann bei gutem Lohn. 8023 Ziezelneißer Fr. Klöpping, Ziegelei Droste, Sander& Tönnishoff, Schonnebeck, Post Stoppenberg, Station Caternberg(Süd). Offeriere zu ermäßigten Preisen: Prima Antracit, deutsche u. engl. Kohle Hausbrandkoßte 99 99 Zechenkoks. 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